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Full text of "Wissenschaftliche ergebnisse der Deutschen Zentral-Africa-Expedition, 1907-1908 : unter Führung Adolf Friedrichs, herzogs zu Mecklenburg"

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Orthoptera I. 



Mantidae, Phasmidae, Acrididae, Tettigonidae und Gryllidae aus dem 
Zentral-Afrikanischenseengebiet, Uganda und dem Ituri-Becken 

des Kongo. 

Von 

James A. G. Rehn. 

(Academy of Natural Sciences of Philadelphia 1 ).) 

Im Friihjahr 19 10 wurden mir die von der Deutschen Zentralafrika-Expe- 
dition 1907/1908 gesammelten Orthopteren, mit Ausnahme der Blattidae, zur 
Bearbeitung iibergeben. Diese Sammlungen, zusammen mit anderen aus den- 
selben Gegenden, die mir zu gleicher Zeit iibersandt wurden, bilden das bei 
weitem wertvollste Material zentralafrikanischer Orthopteren, welches je zu- 
sammengebracht worden ist, sowohl in bezug auf die Anzahl der Arten und 
die durch sie reprasentierten wichtigen Daten iiber ihre Verbreitung als auch 
der Individuenzahl nach. Die Gesamtzahl der in den Kollektionen enthaltenen 
Exemplare betrug 1285; davon befand sich der groBte Teil in Alkohol. Man 
braucht kaum hervorzuheben, daB unsere Kenntnis der zentralafrikanischen 
Orthopteren nur mangelhaft ist, da diese Ordnung eben in der Beziehung nicht 
mehr begiinstigt worden ist als die meisten anderen Gruppen. Als Erganzung 
zu den sehr reichhaltigen Sammlungen, die von Dr. SCHUBOTZ und anderen 
Mitgliedern der Expedition unter der Leitung Seiner Hoheit des Herzogs zu 
Mecklenburg gemacht worden sind, hatte ich ferner vor mir das von Dr. FRANZ 
STUHLMANN auf seiner Expedition zum Ruwenzori und der Landschaft im 
Westen des Semliki-Flusses, das von Herrn VON STEGMANN und STEIN 
im Bugoie-Wald und bei Kissenje am Kiwu-See, und das von Dr. KANDT im 
Kiwu-Seegebiet und von Herrn R. GRAUER am Nordende des Tanganjika, in 
der Gegend zwischen dem Tanganjika-See und dem oberen Lualaba-Congo und 
einigen anderen Lokalitaten gesammelte Material. Es ist in vorliegender Arbeit 
ebenfalls mitbearbeitet worden. Das gesamte Material ist Eigentum des Kgl. 
Museums fur Naturkunde zu Berlin. Die von Dr. KANDT gesammelten Tiere 
entbehrten der genauen Bezettelung, und eine Anzahl der GRAUER schen waren 

*) Der Wohnsitz des Autors und die dadurch erschwerte Verstandigung mit ihm machten 
einige in der deutschen Obersetzung des englischen Manuskripts stehengebliebene Unebenheitcn 
unvermeidbar. D. Herausgeber. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. j 

"0459 



einfach bezettelt ,,Ost-Afrika"; da ich Gelegenheit hatte, von demselben Herrn 
in Uganda gesammeltes Material aus dem Deutschen Entomologischen Museum, 
durchzusehen, so glaube ich aus der Ahnlichkeit einiger Arten schlieBen zu konnen, 
daB das ungeniigend bezettelte Material meist in derselben Gegend gesammelt 
wurde 1 ). 

Die aus Uganda gemeldeten Species habe ich in vorliegende Abhandlung 
mit aufgenommen, um sie so vollstandig wie moglich zu machen. 

Das zentralafrikanische Seengebiet ist hier in der von REICHENOW (diese 
Abhandlungen III p. 232) angegebenen Begrenzung angenommen, bis Kavi- 
rondo im Osten, bis zur Miindung des Victoria-Niles im Norden, bis zum Tan- 
ganjika im Siiden und bis zum oberen Ituri im Westen reichend. Im AnschluB 
daran enthalt die vorliegende Arbeit die von der Deutschen Zentralafrika- 
Expedition im Aruwimi-Ituri-Becken des Congo festgestellten Fundorte. Die 
Fundorte von Species, die in den Sammlungen nicht enthalten, aber aus dem 
Gebiet gemeldet waren, wurden in FuBnoten beigefugt. 

Die in den Kollektionen vertretenen Arten beliefen sich auf 226, von ihnen 
sind 8 1 neu; ferner werden 10 neue Genera und i neues Subgenus im folgenden 
beschrieben. Die Konservierung der meisten Exemplare in Alkohol war ein 
groBer Nachteil, da sie einen befriedigenden Vergleich mit trockenem Material 
erschwerte und die hellen und zarten Farben dadurch zerstort werden. 

Ich habe aus den hier zusammengebrachten Daten iiber die geographische 
Verbreitung keine allgemeineren Schliisse gezogen, da mir dies nach dem heu- 
tigen Stande unserer Kenntnis iiber innerafrikanische Orthopteren verfriiht 
schien, aber ich habe bei vielen Arten Angaben gemacht iiber ihre Verbreitung 
und die wahrscheinlichen Mittelpunkte, von denen ihre Verbreitung ausging. 

Die groBte Anzahl Species aus einer Lokalitat wurden auf der Kwidschwi- 
Insel im Kiwu-See gefangen, namlich 33, wahrend 28 im Bugoie-Wald und 18 
bei Usumbura am Tanganjika-See erbeutet wurden. AuBer dem auf der Kwidsch- 
wi-Insel gefangenen Material wurden 59 Arten bei Kissenji und anderen Orten 
am Ufer des Kiwu-Sees erbeutet. 

Herrn Dr. H. SCHUBOTZ, dem Zoologen der Expedition, und Herrn 
Dr. W. LA BAUME vom Berliner Museum spreche ich meinen herzlichsten 
Dank dafiir aus, daB sie mir die wertvollen und sehr interessanten hier be- 
handelten Sammlungen zur Verfiigung stellten. 



1 ) Eine Anzahl der von STUHLMANN angegebenen Ortlichkeiten habe ich auf seiner Karte 
nicht finden konnen und sein Text gibt auch wenig Anhaltspunkte (,,Mit Emin Pascha ins Herz. 
vonAfrika"). In solchen Fallen habe ich die Angaben auf den Zetteln erganzt. Ein Teil des Mate- 
rials, das von STUHLMANN im Osten des Gebietes und auf ode'r in der Nahe des Ruwenzori ge- 
sammelt wurde, ist von KARSCH bearbeitet worden (Entom. Nachr. XXIV p. 359 383; Ibid. 
XXVI p. 274387; Entom. Zeit. Stettin LVII p. 242359). 



Mantidae. 

Orthoderinae. 1 ) 
Galepsus Stal. 

Galepsus capitatus (Saussure) 
1871. Ch[iropacha] capitata Saussure. 

Melanges Orthopterologiques III p. 166, pi. 4, Fig. 2 [Afrika]. 

Kiwu-See (Dr. R. KANDT), i d* in Alkohol. 




Mantinae. 
Entella Stal. 

Entella stegrnanni n. sp. 

Type: d", Usumbura am Tanganjika-See. November bis Dezember 1907 
(VON STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Die Art ist verwandt mit E. aliena Werner von Tanga und Bagamayo, 
meruensis Sjostedt vom Meru, nebulosa Serville vom Kap der Guten Hoffnung, 
gracilipes Saussure, wahrscheinlich aus derselben Gegend, und parva Saussure 
aus unbekannter Lokalitat. Von aliena, meruensis und nebulosa unterscheidet 
sie sich hauptsachlich durch das viel schmalere Pronotum, von gracilipes durch 
das cephalad von der Supracoxalerweiterung nicht eingebuchtete Pronotum und 
durch das, im Gegensatz zu dem halbopaken griinen, dunkel schwarzbraune, 
mit weiBer Einfassung versehene Marginalfeld, wahrend sie von parva anschei- 
nend abweicht durch den etwas verengten Caudalteil des Pronotums. Die Be- 
schreibung von parva ist aber so diirftig ohne MaBe und Farbungscharaktere, 
daB iiber sie wenig Sicheres ausgesagt werden kann. 

Von mittlerer Gro'Be und langlicher Gestalt. Kopf betrachtlich breiter als 
lang; vScheitel fast abgestutzt, dorsal der rundlichen Augen, nicht erhoben; 
das dorsale Ocellenpaar groBer als die ventro-mediane, die des dorsalen Paares 
weiter von einander entfernt als von der ventralen; Stirnschild stark quer, 
fast dreimal so breit als lang, Dorsalrand gebogen, stumpf winklig ; Antennen 
fadenformig. Pronotum verlangert, fast rhombisch, seine groBte Breite (in der 
Mitte) i' 2 / 3 mal in der groBten Lange enthalten. Cephalrand ziemlich schmal ab- 
gerundet, Caudalrand abgestutzt, Seitenrander sich regelmaBig verschmalernd 
und, cephalad der Ausdehnung, gar nicht verengt, dagegen leicht aber deutlich 



l ) Elaea perloides (Saussure) gemeldet von Fort Portal, Toro. [GlGLIO-TOS in Abruzzi, II 
Ruwenzori I p. 298.] 



4 

cephalad des Caudalrandes; der ganze Seitenrand sehr fein gesagt, Mittelkiel nur 
im Schaft schwach angedeutet, Querfurche deutlich. Tegmina den Apex des 
Abdomens betrachtlich iiberragend, ziemlich breit; groBte Breite iiber 4mal in 
der Lange enthalten, hyalin mit opakem Marginalf eld ; Apex schmal abgerundet. 
Fliigel den Tegmina in der Lange gleichend. Supraanalplatte gebogen drei- 
eckig. Cerci ziemlich kurz, an der Basis dick, dann spitz zulaufend. Vorder- 
coxae sehr wenig langer als das Pronotum ; Kopf rand mit ungef ahr sieben kleinen, 
regelmaBig verteilten Zahnchen; Vorderschenkel maBig schlank, groBte Breite 
iiber 3 1 / 2 ma l m der Lange enthalten, am AuBenrand be waff net mit 5 Dornen 
(einschliefilich desjenigen im Knielappen), Innenrand mit 13 Dornen verschie- 
dener GroBe und mehr oder weniger unregelmaBiger Richtung, 4 Discoidal- 
dornen; Tibiae (ohne Apicalklaue) deutlich kiirzer als der halbe Femur, auBen 
mit 7 regelmaBig verteilten Dornen bewaffnet, innen mit 9 10 Dornen; vordere 
Metatarsen deutlich langer als der Rest der Tarsen. Mediane und hintere Beine 
schlanker, das mediane Paar deutlich kiirzer als die caudalen Beine. 

Allgemeine Farbe (im Alkohol) lohfarben-oliv. Augen gewiirznelkebraun, 
Hinterhauptsregion und Gesicht mit dunklerem Braun bewolkt; Andeutungen 
eines schmalen hellen Querbandes finden sich an den Ocellen. Langsadern der 
Tegmina sparlich und unregelmaBig gesprenkelt mit langlichen braunen (Rehn : 
,,prout's-brown") Flecken; Marginalfeld bister, am dunkelsten gegen den Rand, 
gesaumt mit einer regelmaBigen weiBen Linie. Abdomen mit seitlich schmal 
braunschwarz gesaumten Ventralsegmenten, diese auch mit 6 winzigen braun- 
lichen Sprenkeln auf dem Distalrand jedes Segmentes. Vorderbeine ohne Flecken 
auf der inneren Seite. 

MaBe. 

Korperlange 23,5 mm 

GroBte Kopfbreite 3,5 ,, 

Lange des Pronotums 4,2 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 2,4 ,, 

Lange der Tegmen 20 

GroBte Breite der Tegmen 4,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 5,2 ,, 

Das Exemplar ist das einzige, das ich von dieser Art gesehen habe. Ich 
widme sie einem der Sammler, Herrn VON STEGMANN. 

Entella flavicornis Sjostedt. 
1909. Entella flavicornis Sjostedt. 

Wissensch. Ergebn. Schwed. Zool. Exped. Kilimandj. XVII p. 57 [Kibonoto, Kilimandjaro]. 

Usumbura am Tanganjika-See. November bis Dezember 1907 (VON 
STEGMANN und STEIN), i d* in Alkohol. Galago-See, NW-Ruanda. 



November 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i ( ' in Alkohol. 
Ruhingivu, West-Karagwe, 5. April 1890 (STUHLMANX), i cf. Beni, Sem- 
Hki-FluB, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

Die beiden oV in Alkohol sincl typisch. Das trockene Exemplar aus Ru- 
hingivu dagegen hat so sehr Schaden gelitten, da!3 gerade nur seine spezifische 
Identitat mit den iibrigen Stiicken festgestellt werden kann. Bei dem 9 gleichen 
die Form des Kopfes und des Pronotums, die Anzahl der auBeren Tibialdorne 
und das Farbenmuster der inneren Flache der Vordercoxen sehr denen des d", 
wahrend die stark geringelten Beine ersteren Geschlechts viel weniger an- 
gedeutet sind. Da das 9 noch nicht beschrieben ist, will ich dariiber folgende 
Angaben zur Kenntnis der Art hinzufiigen. 

Kopf breiter als lang, Scheitel quer gebogen; obere Begrenzung der Augen 
in gleicher Hohe mit dem Scheitelrande ; Stirnschild wenig mehr als 2mal 
so breit als lang, Dorsalrand stumpfwinklig. GroBte Breite des Pronotums 
wenig mehr als 1 1 / 2 mal in der Lange enthalten ; Supracoxalerweiterung deut- 
lich, mit ganz schwach winkligen Randern, Schaft deutlich verengt ein wenig 
cephalad vom Caudalrande; Kragen breiter als die caudale Partie des Schaftes, 
Cephalrand gebogen, Caudalrand mesad, beinahe abgestutzt, Mittelkiel leicht 
angedeutet. Abdomen breit spindelf ormig ; Supraanalplatte quer, Caudalrand 
maBig gebogen. Vordercoxen wenig langer als das Pronotum; Vorderschenkel 
kraftig, 4 Discoidaldorne, der zweite (vom distalen Ende gerechnet) iibertrifft 
die anderen an GroBe weit; Vordertibien auBen mit 7 Dornen bewaffnet. 

Allgemeine Farbung (aus dem Alkohol) fast wie beim <:?, nur die Beine sehr 
deutlich geringelt und zwar schwarzbraun in heller Grundfarbe, wahrend die 
Antennen schwarzbraun sind mit 3 deutlichen, ziemlich breiten Ringeln, einer 
unmittelbar distad des zweiten Gelenkes, ein zweiter von diesem getrennt durch 
eine schwarze Zone von gleicher Breite wie die weiBen Zonen, und ein dritter 
liber der Mitte der Antennen. Das Pronotum hat in der Mitte ein deutliches, aber 
unregelmaBig begrenztes, ziemlich breites schwarzes Langsband, wahrend die 
Seitenrander von gleicher Farbe sind. 


MaBe. 

Korperlange 15,5 mm 

GroBte Kopfbreite 3,5 ,/ 

L,ange des Pronotums 3,8 

GroBte Breite des Pronotums 2,3 ,, 

Lange der Vorderschenkel 3,9 ,, 

Die hier angegebenen Lokalitaten zuziiglich der Fundorte der Type sind 
die einzigen von der die Art bekannt ist. Sie kommt hiernach in einem Ge- 
biet vor, das sich vom Kilimandjaro bis zum Tanganjika, nordlich bis zum Se- 
mliki-Gebiet (Beni) erstreckt. 



Entella adolfi-frederici n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Naher mit E. lamperti Werner von Tanga 1 ) verwandt als mit irgendeiner 
anderen Art, von der die 99 bekannt sind, stimmt hiermit uberein in den 
winkligen Seitenrandern des Pronotums, unterscheidet sich aber durch die be- 
trachtlichere GroBe und dadurch, daB die Vordertibien 9 statt 7 Dornen am 
AuBenrand besitzen. Diejenigen Arten, die im mannlichen Geschlecht bekannt 
geworden sind und dieser Art in den Dornenformeln nahekommen, unterscheiden 
sich von ihr in zahlreichen anderen Merkmalen. 

GroB, kraftig. GroBte Kopfbreite die Lange deutlich um eine Kleinigkeit 
iibertreffend ; Scheitel regelmaBig gebogen, mit auBerst geringen Andeutungen 
von Protuberanzen in der Nahe der Augen; Ocellen sehr klein, in einem nieder- 
gedriickten Dreieck stehend; Stirnschild ungefahr 2 Vernal so breit wie lang, 
der Dorsalrand in der Mitte quer abgestutzt, an den Seiten schrag abgestutzt. 
Augen maBig vortretend, gerundet; Antennen fadenformig. Pronotum i 5 / 8 mal 
so lang wie breit ; Cephalrand gerundet, Caudalrand abgestutzt gebogen ; Supra- 
coxalerweiterung seitlich betrachtlich vorgezogen; stumpf winkelig ; Schaft be- 
trachtlich zusammengezogen cephalad des Caudalrandes ; Seitenrander ganz fein 
gesagt-gezahnt ; Riicken ohne deutliche Kiele, aber mit einem Paar schwach 
konvergierender Erhohungen unmittelbar vor der Querfurche und einem Paar 
median gerundeter Protuberanzen am Caudalrand. Tegmina und Fliigel nicht 
entwickelt, aber angedeutet am meso- und metathorakalen Integument. Abdo- 
men stark spindelformig, niedergedriickt, groBte Breite in der Mitte und gleich 
der Lange von Kopf und Prothorax zusammen; Caudalrander der Segmente 
regelmaBig mit kleinen Buckeln versehen. Supraanalplatte quer, in der Mitte 
sehr stumpf winkelig ; die Cerci reichen nicht iiber den Apex der Subgenitalplatte 
heraus. Vordercoxen fast so lang wie das Pronotum, Cephalrand mit 7 zuriick- 
gebogenen zahnformigen Dornen, zwischen denen zahlreiche kleine Dome stehen; 
Vorderschenkel kraftig, 2 1 / 2 mal so lang wie breit, dorsaler UmriB sehr schwach 
gebogen, gesagt, AuBenrand bewaffnet mit 4 kraftigen Dornen (ausschlieBlich 
des Domes im Knielappen), Innenrand mit n oder 12 in 2 Reihen stehenden 
Dornen, diejenigen, die in groBerer Reihe stehen, nehmen proximad in der 
Lange zu und alle divergieren mehr oder weniger in ihrer Richtung, 4 Discoidal- 
dorne; Vordertibien (ohne Apicalklaue) ungefahr gleich der halben Femurlange, 
auBen mit 9, innen mit 7 Dornen; Vordere Metatarsen wenig langer als die 
iibrigen Tarsalglieder. Mittlere und Hinterbeine ziemlich kraftig, die mittleren 
etwas kiirzer als das hintere Paar; die hinteren Metatarsen wenig kiirzer als die 
iibrigen Gelenke. 



l ) Jahresh. Verein vaterl. Naturk. Wiirttemb. LXII p. 363 364, 1906. 



7 

Allgemeine Farbung (in Alkohol) mattbraun, der ganze Korper sehr fein pelz- 
robbenbraun betupft. Augen pelzrobbenbraun; Antennen hell; die beiden proxi- 
malen Glieder distad mit braunem Ringel. Rander des Pronotums und der Abdo- 
minalsegmente braun geperlt. Vordercoxen mit einem mehr oder weniger scharf 
begrenzten bleichen Ouerstrich auf der Aui3enseite; Vorderschenkel mit einem 
Paar ahnlicher, auf der AuBenseite angedeuteter Striche. Innenseite der Coxen 
stumpf ockerfarben, ausgenommen das distale Viertel, das schwarz ist, in dem 
Ockergelb findet sich die allgemeine Betiipfelung ; Innenseite der Schenkel sehr 
ahnlich der AuBenseite, iiur ist in der ventralen Partie das proximale Drittel 
ganz und der Rest zum Teil ganz schwarz; Innenseite der Tibien etwas mehr 
braunlich als die AuBenseite. Mittel- und Hinterschenkel vverden distad ganz pelz- 
robbenbraun, mit 2 Ringeln der Grundfarbe ; Tibien und Tarsen mehr oder weniger 
deutlich geringelt. 

MaBe. 

Korperlange 29 mm 

GroBte Kopfbreite 5,5 ,, 

Lange des Pronotums 6,8 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 4,2 ,, 

GroBte Breite des Abdomens 9 

Lange der Vorderschenkel 7 ,, 

Wenn auch das Exemplar anscheinend unreif ist, so sind seine unterschei- 
denden Merkmale doch so ausgepragt, daB ich nicht zogere es zu beschreiben. 
DemgemaB macht es mir besondere Freude, es dem erlauchten Leiter der Deut- 
schen Zentral-Afrika-Expedition, dem Herzog ADOLF FRIEDRICH zu MECKLEN- 
BURG, zu widmen. 



Agrionopsis Werner. 

Agrionopsis bacilliformis n. sp. 

Type: 9, Ost-Afrika (GRAUER) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit A. modesta Werner 1 ), unterscheidet sich aber von dieser 
durch die geringere GroBe, durch den Besitz von 4, an Stelle von 3 Discoidal- 
dornen, durch die starker verkiirzten Tegmina, die nicht bis zum proximalen 
Ende des Abdomens reichen, und das nicht gelbbraune, sondern grime Marginal- 
feld der Tegmina. 2 ) 



1 ) Berichte Senckenb. Naturf. Ges. 1908 p. 42 (Deutsch-Ost-Afrika). 

2 ) Nach Fertigstellung des Manuskriptes hatte ich Gelegenheit Stiicke von bacilliformis mit 
einem Tier aus Natal zu vergleichen, das ich zu A. distanti (Kirby) stelle. Die neue Form ist 
mit dieser Art ganz nahe verwandt, scheint sich aber von ihr in den folgenden Charakteren 



I 

J 



I 





Von mittlerer GroBe. Langgestreckt, stabformig. Kopf stark quer, i%mal 
so breit wie lang, Scheitel sehr schwach gebogen; Ocellen klein, in einer Bogen- 
linie stehend, eine sehr deutliche stumpfwinklige Querfurche, dorsal von den 
Ocellen von Auge zu Auge reichend; Stirnschild sehr stark quer, mehr als 
4mal so breit als lang; Dorsalrand 2mal eingebuchtet ; Augen nicht vorsteheiid, 
gerundet. Pronotum auBerst schlank, kaum 2 / 5 der ganzen Lange umfassend, 
iiber 7 mal so lang als breit; Kragen wenig mehr als 1 / 3 der Schaftlange, auBerst 
schmal, cephalad wenig breiter als die Halfte der Supracoxalerweiterung, nach 
dem Rande des Cephalteils allmahlich breiter werdend, Supracoxalerweiterung 
sehr schwach, Schaft caudad auf derselben aber wenig schmaler und schwach 
erweitert nach dem Caudalrand zu; Cephalrand leicht gerundet, Caudalrand 
sehr schwach gebogen, Seitenrander vollstandig gesagt, Mittelkiel am Schaft 
sehr deutlich, auf dem groBeren Teil des Kragens ersetzt durch eine eingedriickte 
Linie mit Spuren eines Langskieles. Tegmina sehr kurz, nicht bis zum Ende des 
Abdomens reichend; Apex deutlich gerundet; Marginalfeld in der Breite fast 
gleichbleibend, ungefahr gleich einem Drittel der Breite des Restes der Tegmina; 
Stigma deutlich longitudinal. Fliigel bis zum Ende der Tegmina reichend. Ab- 
domen im groBten Teil seiner Lange fast gleich breit; Supraanalplatte leicht 
spitz winklig mit einem deutlichen Mittelkiel. Beine auBerordentlich diinn und 
lang. Vordercoxen ungefahr gleich der halben Lange des Pronotums, Rander 
sehr sparlich und fein gesagt; Vorderschenkel halb so lang wie die Coxen, 
distad sehr schwach gebogen, iiber 8 mal so lang als breit, AuBenrand mit 
4 verlangerten Dornen (zuziiglich der in den Knielappen), Innenrand mit 
14 Dornen, die ungleich lang und meistens zweizeilig angeordnet sind, in der 
distalen Partie aber einzeilig und gleich lang; 4 Discoidaldorne, einer von ihnen 
von auBergewohnlicher Lange; Vordertibien (ohne Klaue) wenig mehr als ein 
Drittel so lang als der Femur. AuBenrand mit 8 in regelmaBigen Abstanden 
stehenden, distal dicker werdenden Dornen; Innenrand mit 14 distal starkeren 
Dornen ; vordere Metatarsen langer als die iibrigen Glieder. Vorder- und Mittel- 
beine sehr lang und diinn. 

Allgemeine Farbe (nach trockenen Stiicken) ockerfarben. Kopf mit einem 
verschwindenden breiten mattbraunen Querstrich unmittelbar iiber den An- 
tennenbasen, ein ahnlicher, aber viel schmalerer, verlauft quer iiber das 
Stirnschild; Augen mumienbraun, mit 2 Langslinien der Grundfarbe. Tegmina 
stumpf olgriin mit Ausnahme des blaugriinen Marginalfeldes. Prosternum 



zu unterscheiden : Durch die deutlicher dornfornrigen Seitenrander des Pronotalschaft, durch 
die etwas kiirzeren Beine , durch das schmalere Marginalfeld der Tegmina und durch das Vor- 
handensein von schwarzen Zeichnungen, die sich umschichtig an den Dornen des Innenrandes 
der Vorderschenkel finden. Die Zahl der Dome am Innenrande der Vordertibien variiert bei 
bacilliformis zwischen 12 und 14, die der Dome am AuBenrand zwischen 7 und 8. WERNERS 
Bestimmungstabelle fiir die Arten dieser Gattung ist nicht recht brauchbar, da die Farbung 
des Gesichtes und die Zeichnungen der Vorderbeine individuell zu variieren erscheinen. 



9 



hinter der Einlenkung der Coxen braunrot. Innenseite der Vorderbeine mit 
einer Anzahl schwarzer Zeichnungen, die folgendermaBen verteilt sind: Am 
Vorderteil der Coxaleinlenkung ein ziemlich groBer Fleck, der die ,,Biirste" 
am distalen Ende der femoralen Dornreihe einschlieBt, schwarze Flecke an der 
Basis der groBeren Dornen in den Femoralreihen und an derjenigen der 2 groBten. 
Discoidaldornen; endlich ein distal langlicher Fleck auf den Tibien, wahrend die. 
Endtarsalglieder stark schwarz bewolkt sind. 

MaBe. 

Korperlange . 58,5 mm 

GroBte Kopfbreite 5,5 ,, 

Lange des Pronotums 22,5 

GroBte Breite des Pronotums 3 

Lange der Tegmen 6,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel . . . 13,8,, 

Lange der Hinterschenkel 21 ,, 

AuBer der Type, dem einzigen trockenen Stiick, welches ich gesehen habe, 
habe ich 4 Exemplare der Art in Alkohol von folgenden Lokalitaten unter- 
sucht : 

Steppe siidl. des Albert-Edward-Sees, Dez. 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9; 

Usumbura am Tanganjika-See, Nov. bis Dez. 1907 (VON STEGMANN und 
STEIN), i Q- 

Jenseits des Grenzgebirges am Nordweststrand des Tanganjika, 1900 2500 m 
hoch (R. GRAUER), 2 unreife Exemplare. 

Die beiden erwachsenen 99 in Alkohol sind in der GroBe stark verschieden 
und zeigen, verglichen mit der Type, die betrachtliche Weite der individuellen 
GroBen variation bei dieser Art. 

Die MaBe der beiden in Alkohol befindlichen erwachsenen 99 waren fol- 
gende : 

Steppe am Alb.-Edw.-See Usumbura 

Korperlange 61,5 mm 33+ mm 

GroBte Kopfbreite . 5 4,5 

Lange des Pronotums 22,5 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 2,8 ,, 

Lange der Tegmen 7 ,, 

Lange der Vorderschenkel 13,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,5 ,, 




Tenodera Burmeister. 1 ) 

Tenodera superstitiosa (F.). 
1781. [Mantis] superstitiosa Fabr. 

Spec. Ins. I p. 348 [Aquatoriales Afrika]. 

Beni, Semliki-FluB, Jan. 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I o*. 
Die Mafie dieser Art sind folgende: 

Korperlange 79 mm 

Groflte Kopfbreite 5,5 

Lange des Pronotums 28,5 ,, 

GroBte (supracoxale) Breite des Pronotums . . 3,9 

Lange der Tegmen 54 

GroBte Breite der Tegmen 9,2 ,, 

Lange der Vorderschenkel 15,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 25,5 ,, 

WERNER meldete diese Species von Mongalla, Sudan. 

Polyspilota Burmeister. 

Polyspilota variegata (Olivier). 2 ) 
1792. Mantis variegata Olivier. 

Encycl. Meth. Ins. VII p. 638 [Angola]. 

Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza, n. Dez. 1890 (STUHLMANN), i a*. Bu- 
goie-Wald am Kiwu-See, Febr. bis Nov. 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 
i o* in Alkohol. Wau-Insel, Kiwu-See, Sept. 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. Fui3 des Ruwenzori, Westseite, Febr. 1908 (Scnu- 
BOTZ), i a* , I 9 in Alkohol. Buginda, im Siiden des Albert-Sees, 10. Juli 
1891 (STUHLMANN), i d*. Bataibo bis Duki, westl. des Albert-Sees, 7. Nov. 
1891 (STUHLMANN), i Q. Wald nordl. von Beni, Semliki-Flul3, Jan. 1908 
(SCHUBOTZ), i o* in Alkohol. Irumu bis Mawambi, Ituri-Wald, April 1908 
(SCHUBOTZ), i o*, 19, i Nymphe in Alkohol. Mawambi am oberen 
Ituri, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Parumbira, 

Okt. 1890 (STUHLMANN), I 9. 

Ich habe fur diese Art den Namen von OLIVIER vorgezogen an Stelle von 
aeruginosa Goeze, der in den letzten Jahren von verschiedenen Autoren an- 
gewendet wurde, weil er ganz auf SEBA (Thesaurus IV p. 76 pi. 70 Fig. 7 8) 
begriindet ist, dessen Beschreibung nicht sicher gedeutet werden kann und 
dessen Abbildungen in diesem Falle nicht zu rekognoszieren sind. WERNER 

*) Paratenodera capitata (Saussure) ist gemeldet vom Ruwenzori [KlRBY, Proc. Soc. London 
1902 pt. I p. 93] und Britisch-Uganda (GRAUER) [Deutsches Ent. Museum]. 

2 ) Gemeldet bisher von: 

Fort Portal und Ibanda, Toro und Entebbe, Uganda [GlGLIO Tos, in Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 298], 

Merule bis zu deu Murchison-Fallen, Unyoro [REHN, Proc. Acad. Nat. Sci. Phil. 1911 p. 321]. 



(Berichte Senckenb. Naturf.-Ges. 1908 p. 37- 39) hat sehr scharf die einzelnen 
Stufen der Farbenvariation dieser veranderungsfahigen Art festgelegt. Das 
Ruwenzori-cf, das o* vom Bugoie-Wald, das c ' von den Sesse-Inseln, das Bu- 
ginda-o 71 , das 9 vom Irumu-Mawambiwald und das Mawambi-9 gehoren zu der 
pustulata-~Form, das 9 von der Insel Waii, das < von Irumu-Mawambiwald 
und das Parumbira-9 stellen die striata- (oder typische variegata-) Form dar, 
wahrend das 9 vom Ruwenzori, das Beniwald- T und das zwischen Bataibo und 
Duki gefangene 9 von der ymWzs-Form sind. Das zur pustulata-Form gestellte 
Mawambi-9 ist nicht ganz typisch fiir diese Form, da die Tegmina nur schwach 
gezeichnet sind und das Tier sich in dieser Beziehung der vmWzs-Form nahert. 
Die Mai3e dieser Exemplare sind die folgenden: 





0* 
B ugoiewald 


o" 

FuB des 
Ruwenzori 


0* 
Buginda 


cf 

Sesse-Inseln 


Korperlange 


62 mm 


58 mm 


59 mm 


mm 












GroBte Kopfbreite 


68 


7 2 


7 






v j v ) t 


/ >& 


/ " 


, , 


X/ange des Pronotums 


18 


17 S 


18 


16 2 




> y 


/ , D > > 


-*- s -' > t 


J.\J r t* , , 


GroBte Breite des Pronotums . 


5,2 


5-2 


5 


4,5 


lyange der Tegmen 


p-r 


4Q 


-L i 






\) t * 


"-fy jt 


"*_' * ' 


t 9 


Lange der Vorderschenkel . . 


13 


13 


12,5 ,- 


n,5 





0* 
Wald nordlich 
von Beni 


9 

Insel Wau 


9 

FuB des 
Ruwenzori 


Korperlange 


^^ mm 


S3 mm 


SQ mm 


GroBte Kopfbreite 


*_/ <*J 

6,8 


J t*J 

8,2 


J y 

8,2 


L<ange des Pronotums 


14 ^ 


18,2 


I< 


Gr613te Breite des Pronotums . 
L/ange der Tegmen 


T'' J ' ' 

4,2 ,, 
40 ^ 


6,2 

4.1 


J " 

6,2 

42 


L,ange der Vorderschenkel . . 


t'-'.J 

II 


T-* 

15 


t" , 
15 





9 

Bataibo 
bis Duki 


9 

Irumu bis 
Mawambi 


9 

Mawambi 


9 

Parumbira 


Korperlange 


62 mm 


66 5 mm 


66 mm 


66 s mm 


GroBte Kopfbreite 


7 8 


8 


86 


Q S 


Lange des Pronotums 


18 2 


20 


22 


y> J 

2^ 


GroBte Breite des Pronotums . 
L/ange der Tegmen 


6 
48 S 


, , 
6,2 
46 s 


7,2 


"O " 

7,2 ,, 

S7 


Lange der Vorderschenkel . . 


T^'J ,, 
14,8 


T- W ,J 

15 


17.5 


J/ 

17.8 



12 

Polyspilota validissima Gerstaecker. 
1883. Polyspilota validissima Gerstaecker. 

Mitth. Naturw. Vcr. Xeu-Vorpommern XIV p. 89 [Aburi, Goldkiiste]. 

Panga am Aruwimi, Congostaat, Mai 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 

(SCHUBOTZ), i o* in Alkohol. Wald norcll. des Beni-Semliki, Jan. 1908, 

Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i mireifes Exemplar. 

Durch diese Exemplare wird das Yerbreitungsgebiet der Art sehr nach 

dem Osten verschoben, da die Species bis jetzt nur bis Gaboon und Kamerun 

bekannt war. Das nicht geschlechtsreife Exemplar setze ich mit einigem Zogern 

hierher; im allgemeinen scheint es mit den erwachsenen Exemplaren iiberein- 

zustimmen. Die Fliigel der ausgewachsenen Tiere zeigen einschlieBlich der 

proximalen und clistaleii dunklen Grundflache, 8 quere discoidale dunkelbraune 

Streifen. 

Das Exemplar aus Panga weist folgende MaBe auf : 

Korperlange ... 86 mm 

GroBte Kopfbreite 9 ,, 



Lange des Pronotums 31 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 7 ,, 

Lange der Tegmen 62 ,, 

Lange der Vorderschenkel 18 ,, 



Sphodromantis Stal. 1 ) 

Sphodromantis centralis n. sp. 

Type: Q, Andebali, siidostlich Momvu [Ecke des groBen Waldes im 
Westen des Albert-Nyanza], 26. Sept. 1891 (STUHLMANN) [Berliner 
Museum]. 

Verwandt mit S. lincola Burmeister, deren Verbreitungsgebiet anscheinend 
dasjenige der neuen Form uingibt, wenigstens im Westen, Siiden und Osten; 
aber von ihr unterschieden durch das deutlich kiirzere, breitere und mehr bestimmt 
dachformige Pronotum, dessen groBte Breite nur 2mal in der Lange enthalten 
ist, an Stelle von 2 x / 4 und mehr Malen bei lineola. Es wurden Stiicke von lineola 
von Liberia bis Natal und im Norden bis nach Gallaland mit der Reihe von 
IT centralis-Stucken verglichen und die Unterscheidungsmerkmale waren kon- 
stant und deutlich ausgesprochen. Ferner habeii die groBeren Zahne an den 
Vordercoxen einen groBeren Basaldurchmesser und sind bei der neuen Form 
weniger auf den Coxalrand beschrankt. 

Von ziemlicher GroBe und kraftiger Gestalt. Kopf (in seiner groBten Breite) 



l ) Sphodromantis guttata (Thunb.) wurde gemeldet von Fort Portal, Toro und Entebbe, 
Uganda [GlGLIO-TOS in Abruzzi, II Rmvenzori I p. 299]. 



13 

wenig breiter als lang, Scheitel quer bogenformig abgestutzt, deutlich gerundet 
laterad der nur wenig vorspringenden Augen; Stirnschild wenig langer als 
breit, Dorsalrand mesad quer und laterad schrag abgestutzt; Ocellen klein, in 
einer stark gekrummten Bogenlinie stehend; Augen deutlich gerundet. Pronotum 
deutlich langer als die Vordercoxen, kraftig, 2 mal so lang wie breit, im Ouer- 
schnitt deutlich dachformig, Schaft sich nach hinten allmahlich verschmalernd 
bis zu dem gebogenen Caudalrand, wo das Pronotum kaum noch halb so breit 
ist wie an der Supracoxalerweiterung; Cephalrand fast gebogen rechtwinklig ; 
Seitenrander deutlich gekerbt-gezahnt, Mittelkiel auf dem Schaft deutlich 
und knotig, auf dem Kragen als eine seichte Furche angedeutet, die sich 
nach vorn verschmalert, der mittlere Teil des Kragens knotig, Querfurche ab- 
gestutzt, seitlich gerundet rechtwinklig. Tegmina beinahe den Apex des Ab- 
domens erreichend, breit; Apex schmal gerundet, Costalrand gebogen, zur 
Mitte hin fast abgestutzt, Suturalrand distad gebogen; Marginalfeld breit, 
in seiner groBten Breite nur eine Spur weniger breit als der dritte Teil der 
ganzen Tegminalbreite. Supraanalplatte quer gebogen; die Cerci ragen ein 
wenig iiber die Spitze der Subgenitalplatte hinaus. Seiten- und Hinterrander 
der Vordercoxen gesagt-gezahnt, Vorderrand be waff net mit in 2 Reihen stehen- 
den aufrechten Zahnen, groBere Zahne (4 bei der Type) mit betrachtlichem 
Basaldurchmesser an der Innenflache der Coxen; Vorderschenkel ebenso lang wie 
das Pronotum, kraftig, wenig mehr als 3 mal so lang wie breit, AuBenrand mit 
4 Dornen, Innenrand mit 15 2reihigen Dornen, die, nach auBen betrachtet, 
folgende Anordnung zeigen: illlllililllnl, 4 Discoidaldornen ; Vorder- 
tibien auBen mit 10, innen mit 13 Dorneri. Mittel- und Hinterbeine wie gewohn- 
lich in diesem Genus. 

Grundfarbe eintonig dunkel-rotbraun. Fliigel glasartig mit lederartigen 
Spitzen und von der allgemeinen Grundfarbe; Stigma der Tegmina dunkel- 
elfenbeinfarbig-weiB, leicht schwarzbraun umrandet; Schenkel und Schienen- 
dornen mit schwarzei Spitze. 

MaBe. 

Korperlange 6,8 mm 

GroBte Kopfbreite 9,5 ,, 

Lange des Pronotums 19 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 9,3 ,, 

Lange der Tegmen 42 

Lange der Vorderschenkel 19,5 ,, 

Im AnschluB an die Type wurden 10 reife 99 der neuen Form untersucht, 
3 davon waren getrocknet, die iibrigen in Alkohol. 

Die Daten dieser Exemplare sind die folgenden: 

Insel Ukerewe, Victoria-Nyanza (A. CONRADT), 2 99 in Alkohol. Insel 
Kwidschwi, Kiwu-See, Sept. 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 



i 9, 2 unreife 99, in Alkohol. Kissenji, Nordufer des Kiwu-Sees, Sept. 1907, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., I 9- Kissenji, Nordufer des Kiwu-Sees, Febr. 
bis Nov. 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 2 99 in Alkohol. FuB des 
Ruwenzori, Westseite, Febr. 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., I 9 in Alko- 
hol. Wald nordl. von Beni, Semliki-FluB, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 
(SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. Britisch-Uganda (GRAUER), 2 99 (Deutsch. 
Entom. Mus.). 
Die MaBe dieser Exemplare sind folgende: 





Korper- 
lange 
mm 


GroBte 
Kopf- 
breite 

mm 


Lange des 
Prono- 
tums 

mm 


GroBte 
Breite des 
Pronotums 

mm 


Lange der 
Tegmen 

mm 


Lange der 
Vorder- 
schenkel 
mm 


9 Insel Ukerewe .... 


60 


9,6 


18 


9 


40 


18 


9 Insel Ukerewe .... 


65 


94 


18,2 


9,2 


40 


18,6 


9 Insel Kwidschwi . . . 
9 Kissenji 


57 
71 


8,9 

IO,2 


17,2 
18,4 


8,6 
9,6 


42 
43 


17,2 
18,8 


9 Kissenji .... 


/ 
67 


IO 


18,8 


IO 


42,5 


19,5 


9 Kissenji . 


/ 
60 


9,4 


17,5 


9 


41 


17,5 


9 FuB des Ruwenzori . 


62,5 


y'r 

9,5 


18,7 


IO 


47 


19 


9 Wald nordl. von Beni 


59 


9-8 


18 


8,5 


39,5 


18 


9 Britisch-Uganda . . . 


6i,5 


9,2 


i7,5 


8,9 


42 


17,5 


9 Britisch-Uganda . . . 





9,4 


17,8 


9,2 


44,8 


18,5 


DurchschnittsmaBe . . . 


63,1 


9,5 


18,1 


9,2 


42,1 


18,3 



Das trockene Exemplar von Kissenji ist in der Farbung ahnlich der Type; 
5 Stiicke der Serie waren anscheinend ganz grim, i Exemplar war von griiner 
Grundfarbe und hatte ein ganz schwach lavendelfarbiges Discoidalfeld der 
Tegmina, die iibrigen 3 haben ebenfalls eine griine Grundfarbe, aber einen deut- 
lich ausgepragten lavendelfarbigen Ton auf der erwahnten Tegminalflache. Aus 
den obigen Fundorten der Art geht hervor, daB sie in einem groBen Teil des 
Seengebietes vorkommt und im Westen auch noch in die anstoBenden Wald- 
landschaften eindringt. 

Sphodrornantis muta Wood-Mason. 1 ) 
1882. Hierodula (Sphodromantis) muta Wood-Mason. 

Journ. Asiat. Spc. Bengal. LI p. 30 [Kamerungebirge, Westafrika]. 

1895. Hierodula coxalis Saussure und Zehntner. 

In Grandidier ; Hist. Phys. Nat. et Polit. Madagascar. Orth. p. 200 pi. IX Fig. 25 [Tropisches 



Afrika]. 



Wald im Westen des Ruwenzori, nordwestl. von Beni, Jan. 1908, Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp., i unreifes 9- 



l ) Sphodromantis ugandanus Rehn, Archiv fur Naturgesch., LXXVIII, p. 115 (1912) [Britisch- 
Uganda (GRAUER)]. 



15 

Gliicklicherweise ermoglicht mir der Besitz von erwachsenen Exemplaren 
beider Geschlechter dieser interessanten Species aus Kamerun, das zentral- 
afrikanische Stiick richtig unterzubringen. WERNER (Bericht. Senckenb. Naturf .- 
Gesellsch. 1908 p. 36) meldete die Art von Entebbe, Uganda, welcher Fundort 
zusammen mit dem oben genannten unsere ganze Kenntnis von der ostlichen 
Verbreitungsgrenze der Art darstellt. WERNER (Ibid. t. Illff. i6a c) bildet 
auch die Flecke auf der Innenseite der Vordercoxen von 3 Individuen ab, um 
die wahrscheinliche Variabilitat derselben zu zeigen. Das mir vorliegende 
Exemplar unterscheidet sich von diesen und 2 Exemplaren aus Kamerun (die 
mit WOOD-MASONS Typen iibereinstimmend sind) dadurch, daB die gelben 
Farbungen schmaler und deutlicher quergerichtet sind, die schwarzen Bezirke 
sind kaum oder gar nicht breiter wie die gelben, wahrend der gelbe, auf 
linken Coxa vorhandene Mittelstrich auf der rechten fehlt. 



Mantis L. 

Mantis religiosa L. 1 ) 
1758. [Gryllus (Mantis)] religiosa L. 

Syst. Nat. X p. 426 [Afrika]. 

Steppe bei Kasindi am Nordufer des Albert-Edward-Sees, Jan. 1908, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., i unreifes Q. Tanganjika-See 1908 (GRAUER), 
I erwachsenes o* in Alkohol. 

Das erwachsene mannliche Exemplar stelle ich mit einigem Zweifel zu 
dieser Art, da es einige Zeichnungscharaktere aufweist, die die anderen mir 
vorliegenden Exemplare nicht besitzen. Die Fliigel sind fast ganz dunkel- 
braun mit hyalinen Queradern, der Apex fast hyalin mit braunrotlichen Langs- 
adern. Das Marginalfeld der Tegmina ist von ahnlicher Farbe und, wie der 
Rand selbst, bleich gelbrot gerandet. Das Pronotum ist caudad von der Coxal- 
einfugung fast ganz schwarzbraun, diese Farbe ist caudad in schlecht umgrenzte 
Langsstreifen aufgelost, in der Mitte finden sich ein paar kleine helle Flecken. 
Das Pronotum ist verhaltnismal3ig kraftig und mifit 12x5 mm. 

Mantis pia Serville. 
1839. Mantis pia Serville. 

Hist. Nat. Ins. Orthopt. p. 193 [Kap der Guten Hoffmmg]. 

Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-Sees, Jan. 1908, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp., i unreifes a". 




*) Der von mir gemeldete (Proc. Acad. Nat. Sci. Phila. 1901 p. 284), Fundort Scheikh Hus- 
sein, Gallaland, von M. sacra bezieht sich auf M. religiosa. Ich habe nachtraglich echte sacra zu 
Gesicht bekommen und kann infolgedessen den Irrtum berichtigen. KlRBY (in JOHNSTON, Uganda 
Protect. I p. 467) hat M. sacra vom Ruwenzori gemeldet. 



i6 

Das Exemplar stimmt sehr gut mit einem erwachsenen a* aus Natal iiber- 
ein. Die Grube an der Innenseite der Vorderschenkel ist, wie ein groBer Teil 
der Innenseite der Tibien, rot. 

Es ist dies der nordlichste Fundort fur die Art. 

Mantis victoriana Werner. 1 ) 
1908. Mantis victoriana Werner. 

Bericht Senckenb. Naturf.-Gesellsch. 1908 p. 56, taf. Ill, Fig. 1 5 [Entebbe am Victoria- 
Nyanza]. 

Bukoba, Westufer des Victoria-Nyanza (STUHLMANN), i unreifes a*. 
Karewia am FuB des Ruwenzori, 6. Juni 1891 (STUHLMANN), i er- 
wachsenes o*. Hinter dem Grenzgebirge am Nordweststrand des 
Tanganjika-Sees, 19002500 m, 1908 (R. GRAUER), i unreifes 9 in 
Alkohol. 

Diese Art, bisher nur durch eine Abbildung der Innenseite von Vorder- 
coxen und Schenkel bekannt, scheint ganz verschieden von den iibrigen Arten 
des Genus, am nachsten scheint sie verwandt zu sein mit M. prasina. 

Ein verstiimmeltes, durch Alkohol ausgelaugtes, entfarbtes Exemplar in 
der Sammlung der Acad. of Nat. Sciences of Philadelphia, bezettelt ,,N'Dalla 
Tanda 29. Dezember 1908", gehort zu dieser Art und stellt wahrscheinlich 
das weibliche Geschlecht dar, da es betrachtlich groBer ist als die oV. 
Das Abdomen fehlt fast ganz, so daB das Geschlecht nicht mit Sicherheit be- 
stimmt werden kann. 

Mantis viridis Saussure. 2 ) 
1872. Mantis viridis Saussure. 

Melanges Orthopt. IV p. 47 [Natal]. 

Kiwu-See (KANDT), r verstiimmeltes unreifes Exemplar in Alkohol. 

Das Exemplar stimmt, verglichen mit einem von SAUSSURE stammenden 
und von ihm bestimmten 9 aus Madagascar in so wesentlichen Punkten iiber- 
ein, wie es bei der Beschaffenheit des vorliegenden Stiickes iiberhaupt nur mog- 
lich ist. Es unterscheidet sich nur dadurch, daB die Femurflecke breiter sind 
und ohne die schmale Fortsetzung langs der Basis der Marginaldornen, die 
sich bei dem madagascarischen Stuck finden. Anscheinend ist dies der nord- 
lichste Fundort der Art. 



1 ) GIGLIO-TOS (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 299) hat ein Q* von Mantis natalensis? von 
Mitiana, Uganda gemeldet. Nach seinen Angaben scheint es nur sehr wahrscheinlich, daB das 
Exemplar zu M. victoriana gehort? 

2 ) Mantis callifera Wood-Mason. Durch KlRBY aus Uganda gemeldet [in JOHNSTON, Uganda 
Protect. I p. 467]. 



Hoplocorypha Stal. 

Hoplocorypha galeata (Gerstaecker). 1 ) 
1870. Mantis [Danuria?] galeata Gerstaecker. 

Archiv fur Naturgesch. XXXV p. 210. [Jipe-See, Deutsch Ost-Afrika.] 2 ) 

Ost-Afrika (R. GRAUER), 2 99- 

Eine sorgfaltige Priifung dieses und anderen Materials im Vergleich mit 
STAL s macro, ergab, daB die 99 beider Arten sehr ahnlich sind, sich aber durch 
die Proportionen des Pronotums unterscheiden. Bei galeata ist die groBte Breite 
desselben 4 2 / 3 4 3 /4 m al in der Lange enthalten, bei macro, dagegen 5V 4 5^mal. 
Ferner ist der Hinterrand des Dorsums der proximalen Abdominalsegmente bei 
galeata in einen queren Zipfel ausgezogen, an Stelle eines schmalen, scharfen, 
zweikieligen Lappens bei macra. Aus dem mir zur Verfiigung stehenden Mate- 
rial des mannlichen Geschlechtes scheint hervorzugehen, daB die Verhaltnisse 
des Pronotums hier ganz ahnlich liegen, indem bei galeata die Breite 4V 4 mal 
in der Lange enthalten ist und bei macra 5mal. 

Calidomantis Rehn. 

Calidomantis fenestrata (F.) 3 ) 
1781. [Mantis] fenestrata F. 

Spec. Ins. I p. 349. [Aquatoriales Afrika.] 

Ost-Afrika (R. GRAUER), 2 oV- Bugoie-Wald, Ruanda, Febr. bis Nov. 
1908 (VON STEGMANN und STEIN), 2 cf o* in Alkohol. Vulkangebiet nord- 
ostl. des Kiwu-Sees, Okt. 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (Lieut, v. WlESE), 
i cf in Alkohol. Siidostufer des Kiwu-Sees, Aug. 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp., 2 oV, i 9 in Alkohol. Insel Kwidschwi im Kiwu-See, Sept. 
1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., i a*, 2 99 in Alkohol. Fu6 des Ruwen- 
zori, Westseite, Febr. 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., i 9- Ruwenzori, 
22. Jan. 1906, Ruwenzori-Fvxp. (Acad. Nat. Sci. Philad.), i d*. Ruwenzori, 
Ostseite, Hohe 6000 FuB, 29. Dez. 1905, n. und 15. Jan. 1906, Ruwenzori- 
Exp. (Acad. Nat. Sci. Philad.), 3 0*0*. 

Die Art ist nahe verwandt nut C. quadripunctata Saussure und af finis Sjostedt, 
die beide im gleichen Teile Afrikas vorkommen. Letztere unterscheidet sich an- 



*) Hoplocorypha macra Stal. Gemeldet von ,,Merule bis zu den Murchison-Fallen", Unyoro 
[REHN, Proc. Acad. Nat. Sci. Phila. 1911 p. 322). 

2 ) Siehe SjOSTEDT, Wissensch. Ergebn. Schwed. Zool. Exp. Kilimandj. XVII p. 61 62. 

3 ) Diese Art wurde gemeldet von Ibanda, Toro [GlGLIO-TOS in Abrnzzi, II Ruwenzori p. 300] 
und Britisch-Uganda (GRAUER). 

Calidomantis pellucida (Saussure). Gemeldet aus Buamba, Toro [KlRBV in JOHNSTON, Uganda 
Protect I p. 467]. 

Calidomantis pharaonica (Saussure). Gemeldet von ,,Merule bis zu den Murchison-Fallen", 
Unyoro [REHN, Proc. Acad. Nat. Sci. Philad. 1911 p. 323]. 
Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



i8 



scheinend durch ihre betrachtlichere GroBe und die erstere, wenigstens im mann- 
lichen Geschlecht, nur durch die Zahl der schwarzen Flecken auf der Innenseite 
der Vorderschenkel. Dieses letztere Merkmal scheint mir viel zu groBer Variabili- 
tat unterworfen zu sein, als daB man ihm diagnostischen Wert zuerkennen 
konnte. Die Weibchen dagegen sind anscheinend gut zu unterscheiden nach der 
Apexform der Tegmina. Die folgenden Angaben iiber die Zahl der Flecke bei 
den oben angefiihrten Stiicken und die MaBe des Pronotums und der Tegmina 
diirften von Interesse sein. 





Anzahl der 
Schenkelflecke 


Lange des 
Pronotums 


I/ange der 
Tegmen 


Ost-Afrika .... ..... 


C* 
^ 


8 mm 


26,5 mm 


Ost-Afrika 


3 


o 


31 


Bugoie-Wald Ruanda 


j 
3 


y 

7. S 


3O,5 


Bugoie-Wald Ruanda . 


3 


7,S 


31 


Vulkangebiet, NO. des Kiwu-Sees . . . 
SO-Ufer des Kiwu-Sees . 
SO-Ufer des Kiwu-Sees . 
Insel Kwidschwi im Kiwu-See ... 
Ruwenzori . . 


*j 

3 
3 
3 
3 

2 


/ ' j 

73 ,, 
7>5 
7,5 

7.8 
8 


29 
25 

27 

23 

28,5 


Ruwenzori Ostseite 6000 KuB 


3 2 


8,2 


31,5 


Rnwenzori Ostseite 6000 KuB 


j 

o 


8 


3O, ^ 


Rnwpri7ori Ostseite 6000 KuB 


2 


7 8 


20 


SO Ufer des Kiwu-Sees 


9 
* 


9,8 


"y " 

8 


Tnsel Kwidschwi im Kiwu-See 


i 


Q,5 


8,5 ,, 


Insel Kwidschwi im Kiwu-See 


3 


9,2 


8,2 ,. 


KuB des Ruw 7 enzori \Vestseite 


2 


10,8 ,, 


9,8 











Man kann hieraus ersehen, daB die Ruwenzori-Exemplare sich von den 
ubrigen durch die groBe Variabilitat in der Zahl der Schenkelflecke unterscheiden, 
im ubrigen aber sind sie nicht abtrennbar. 

Calidomantis lacualis Giglio-Tos. 
1911. Calidomantis lacualis Giglio-Tos. 

Bull. Soc. Entom. Ital. XLI p. 175 [Langenburg, Nyassa-See; Deutsch-Ostaf rika ; Harrar, 
Abyssinien]. 

Tanganjika-See (R. GRAUER), i d 1 in Alkohol. Niansa, Ruanda, ca. 

1500 m, ii. Aug. 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp., I 9 in Alkohol. 

Diese Exemplare zeigen einige Merkmale, die sie der nahe verwandten 

C. abyssinica, die vielleicht nur eine Varietat von lacualis ist, nahern; so die 

Lange der weiblichen Tegmina und die Reduzierung der schwarzen Zeichnungen, 



19 

die sich bei den groBeren Dornen an der Innenseite der Yorderschenkel bis zu 
ihrem Apex finden, aber durch die sehr ausgesprochenen schwarzen Flecke 
an der Basis dieser Dornen und durch ihren Habitus stehen sie lacualis naher. 
Die Exemplare weisen folgende MaBe auf: Lange des Pronotums: a* 8,2 mm, 
9 10,5 mm; Lange der Tegmina: a 1 22,5 mm, 9 n mm. 

Calidomantis asignata n. sp. 

Type: Q*, Mpororo Posten (Rufua), Zentral-Afrika, i. Juli 1907, Deut- 
sche Zentr.-Afi.-Exp. [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Anscheinend mit C. lutescens (Sjostedt) aus Kamerun naher verwandt als 
mit irgendeiner anderen Art des Genus; sie unterscheidet sich von dieser 
durch die spitz -dreieckige Supraanalplatte, durch die Anwesenheit von 4, 
anstatt 3 Discoidaldornen und stimmt ferner nicht mit ihr in gewissen Dornen- 
formeln iiberein. 

Von fenestrata unterscheidet sie sich durch die verhaltnismaBig groBeren 
Ocellen, durch die starker gerundete Seitenlinie der Augen, durch den weniger 
stark queren Kopf und ungefleckte Femora; von planiv.ertex (Sjostedt) durch 
den viel schmaleren Kopf, obgleich die allgemeine GroBe fast dieselbe ist; von 
kilimandjarica (Sjostedt) unterscheidet sie das viel schlankere Pronotum ; wahrend 
menelikii (Bormans) groBer ist und einen deutlicher queren Kopf besitzt. Die 
vorliegende Art wurde auch mit den zahlreichen, jiingst von GiGLlO-Tos (Bull. 
Soc. Entom. Ital. XLI p. 153 200, 1911) beschriebenen neuen Species dieses 
Genus verglichen, aber sie scheint auch von alien von ihm behandelten Arten 
verschieden zu sein. 

GroBe klein ; Gestalt schlank und verlangert. GroBte Kopflange 1 1 / 2 mal 
in der Breite enthalten; HinterhauptumriB leicht bogenformig, sehr leicht ein- 
geschnitten durch die Langsfurchen ; Ocellen groB, in einem Dreieck stehend; 
Stirnschild stark quer, Dorsalrand stumpfwinklig mit gerundetem immedia- 
tem Winkel, Ventralrand gebogen-konkav; Augen vorspringend, seitlich stark 
gerundet, ihre Lange betragt kaum 2 /s von der des ganzen Kopfes; Antennen, 
wenn auch hinten gebogen, bis zum Apex des Abdomens reichend oder ein 
wenig dariiber hinausragend. Pronotum mit Kragen und dem Supracoxalteil des 
Schaftes wenig breiter als der Hauptabschnitt des letzteren, die groBte Breite 
kaum 4 mal in der Lange enthalten, cephaler Teil des Schaftes stark g^- 
rundet, die Seitenrander sehr schwach ausgebogen in der Supracoxalregion, 
Schaft in der Mitte deutlich, aber nicht bedeutend verengt, Caudalrand ge- 
bogen-abgestutzt, alle Rander ganz; ein schwacher Mittellangskiel findet sich 
auf dem cephalen Teile des Schaftes. Tegmina ungefahr 3 % mal so lang wie das 
Pronotum, die groBte Breite ist etwas weniger als 5 mal in ihrer Lange enthalten; 
Costalrand im distalen Viertel, stark gegen den eng gerundeten Apex gebogen. 
Die Fliigel ragen in der Ruhe ein wenig iiber die Tegmina hinaus. Supraanal- 
platte longitudinal, spitz-dreieckig, Seitenrander leicht bogenformig ausgerandet; 



20 

Cerci einfach, gegen die Spitze dicker werdend, ihre Lange ist fast gleich der der 
Vordercoxen, stark behaart; Subgenitalplattehalbzylindrisch-spatenformig, Ran- 
der distad konvergierend, Caudalrand eng gestutzt, Apicalstyli ungefahr 1 / 3 so 
lang wie die Subgenitalplatte. Vordercoxen ungefahr gleich 3 /4 der Pronotumlange ; 
ventrad unbewaffnet; Vorderschenkel nur wenig kiirzer als das Pronotum, 4 Dis- 
coidaldornen, Aui3enrand mit 5, Innenrand mit 13 14 Dornen, alle in GroBe ab- 
wechselnd, mit Ausnahme der Vierzehnerreihen, die einen kleinen iiberzahligen 
Dorn am proximalen Ende aufweisen; Vordertibien (ausgenommen die Klaue) 
ungefahr halb so lang wie der Schenkel, am AuBenrand mit 7, am Innenrand mit 
10 Dornen (ausgenommen die Klaue), der AuBenrand mit einem betrachtlichen 
proximalen unbewaffneten Kamm; vordere Metatarsen den Tibien (ausschlieBlich 
der Klaue) an Lange fast gleich, der Rest der Vordertarsen den Metatarsen fast 
gleich an Lange. Mittel- und Hinterbeine sehr schlank, das hintere viel lang- 
gestreckter als das mittlere Paar. 

Die Type ist farblos wegen seiner Konservierung in Alkohol, nur die Augen 
sind pelzrobbenbraun. Die Schenkel sind, mit Ausnahme der schwarzen Spitzen 
der Dornen, zeichnungslos, eine Tatsache, die nicht auf Rechnung des Alkohols 
gesetzt werden kann, da die iibrigen Arten des Genus, die in der Kollektion 
vertreten sind, sie zeigen. 

MaBe. 

Korperlange 27 mm 

Lange des Pronotums 6,5 ,, 

Lange der Tegmen 22 ,, 

Lange der Vorderschenkel 6 ,, 

Lange der Hinterschenkel 8,5 

Neben der Type lagen mir zum Vergleich vor 2 dV in Alkohol aus Siidost- 
Mpororo, gefunden am 15. Juli 1907, die in alien Charakteren mit der Type vollig 
iibereinstimmen . 

Calidomantis kilimandjarica (Sjostedt). 
1909. Miomantis kilimandjarica (Sjostedt). 

Wissensch. Ergebn. Schwed. Zool. Exp. Kilimandj. XVII p. 64 [Kibonoto-Kulturzone, 
Kulturzone-Niederung, Kilimandj aro]. 

Mgunda-Mkali, Deutsch-Ost-Afrika 1895 (LANGHELJ)), i a*. 
Das Exemplar gehort der von SJOSTEDT erwahnten braunen Form an und 
zeigt auch etwas geringere als die von ihm gegebenen MaBe, und zwar folgende: 

Korperlange 26,5 mm 

GroBte Kopfbreite 4 ,, 

Lange des Pronotums 7,3 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 1,6 ,, 

Lange der Tegmen 17,5+,, 

Lange der Vorderschenkel 6 



21 

Carvilia Stal. 

Carvilia agrionina ( Gerstaecker). 
1869. Mantis (Photina) agrionina Gerstaecker. 

Archiv f. Naturgesch. XXXY p. 209 [Mombassa]. 

Muansa, Siidufer des Victoria-Nyansa, Okt. 1895 (LANGHELD), i 9. 

Nach Yergleichung des vorliegenden Exemplars mil Material aus Gallaland 
und Ab} T ssinien und nach Priifung der Literatur iiber diesen Gegenstand muB 
ich gestehen, dai3 ich keine trennenden Unterschiede zwischen dieser Species, 
zu der vincta Gerstaecker auf ein 9 begriindet, aus Prioritatsgriinden synonym 
ist - - und der aus Gallaland von SCHULTHESS beschriebenen minor finden kann. 
Es ist zwar richtig, daB die Tiere von mehr nordlicher Herkunft etwas kleiner 
sind, aber kein anderer Charakter scheint konstant genug, um ihm spezifischen 
Wert beilegen zu konnen. Die Variationsbreite der Farbung ist betrachtlich und 
umfaBt, meiner Meinung nach, die typische Form und die Yarietat A. GER- 
STAECKERs, die von KIRBY costalis genannt wurde. 

Das Exemplar von Muansa miiBte zu letzterer Form gestellt werden; es 
weist folgende MaBe auf: 

Korperlange 50 mm 

GroBte Kopfbreite 8,5 ,, 

Lange des Pronotums 17,5 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 6 ,, 

Lange der Tegmen 21 

Lange der Vorderschenkel 14,5 ,, 

Anscheinend ist dies das einzige aus der Seenregion gemeldete Stuck. 

Creobotrinae. 
Sigerpes Wood-Mason. 

Sigerpes crassipes n. sp. 

Type: o*, Panga am Aruwimi, Congostaat, Mai 1908, Deutsche (Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Es ware moglich, daB dies das o* der nach einem 9 beschriebenen C. heydeni 
Werner (Bericht. Senckenb. Naturf.-Gesellsch. 1908 p. 54, Taf. Ill, Fig. 5) ist, 
aber unsere Exemplare zeigen unterscheidende Merkmale, die mir selbst bei 
Beriicksichtigung des bei einigen verwandten Gattungen wie Sibylla, bekannten 
Geschlechtsverschiedenheiten in den Kopfanhangen, von spezifischem Wert zu 
sein scheinen. Der Kopf von crassipes scheint dicker zu sein, der Kopfanhang ist 
viel kiirzer und, von der Seite gesehen, deutlich bogenformig, 4 Discoidaldornen 
an Stelle der von WERNER beschriebenen 3 ; die GroBe ist viel geringer und die 
Anordnung der Zeichnungen verschieden. 



2.2. 

GioBe klein; Gestait ziemlich schlank. Kopf dreieckig; die groBte Lange 
(mit Ausnahme des Fortsatzes) 1st I 1 / 3 mal in der groBten Breite enthalten; 
Kopffortsatz aufrecht, gebogen und schwach cephalad gerichtet, seine Lange 
fast gleich der der Augen, ventrad leicht abgeplattet, dorsad gerundet, Apex ab- 
geplattet, leicht erweitert, Apicalrand fast rechtwinklig ausgeraiidet, die gepaarten 
Winkel spitz, ein Paar lateraler Tuberkeln ein wenig distad der Mitte, der 
proximale Teil des Fortsatzes regelmaBig iibergehend in die dorsale Ober- 
flache des Kopfes; Ocellen groB, in einem flachen Dreieck stehend; Stirnschild 
maBig quer, der Dorsalrand stumpfwinklig, Immediatwinkel (REHN!) nicht ge- 
rundet. Ventralrand bogenformig ausgerandet, die ventro-lateralen Partien der 
Platte erstrecken sich ventrad ein wenig iiber die Naht und umfassen die Basis 
des Clypeus; Augen, von vorn gesehen, divergierend und ovoid, unregelmaBig 
nierenformig, wenn von der Seite gesehen, deutlich nierenformig, vom Riicken 
aus, sehr schwach brustformig ; Antennen unvollstandig, Proximalglied groB. 
Pronotum ziemlich kurz, die groBte (supracoxale) Breite 2% mal in der Lange 
enthalten; Kragen 2 / 3 so lang wie der Schaft; der Rand des ersteren cephalad 
stark gerundet und laterad fast parallel; Supracoxalerweiterung betrachtlich 
winklig-gerundet ; Schaft mesad leicht zusammengezogen ; Seitenrander, be- 
sonders in der Region der Erweiterung, unregelmaBig gesagt-dornig ; ein leichter 
Mittellangskiel vorhanden in der Nachbarschaft der Querfurche. Lange der 
Tegmina etwas weniger als 3mal die Lange des Pronotums, groBte Breite un- 
gefahr 4 mal in der Lange enthalten ; Costal- und Suturalrander im groBten Teil 
fast parallel, Apex deutlich gerundet. Abdomen etwas niedergedriickt, Caudo- 
lateralwinkel fast rechtwinklig; die des Dorsocaudalsegmentes spitz; Supraanal- 
platte stark quer, Caudalrand fast bogenformig, buchtig abgestutzt zur Mitte 
hin; Subgenitalplatte maBig vorgezogen, mesad gebogen, styli ungleich, der 
eine nur eine Tuberkel darstellend, der andere sehr kurz; der mittlere Teil der 
Caudalrander der ventralen Abdominalsegmente in einen dreieckigen Lappen 
ausgezogen, die Lappen der proximalen Segmente in der Nahe der Spitzen ab- 
gestutzt. Vordercoxen ungefahr gleich 4 /5 der Lange des Pronotums, dreieckig 
im Durchschnitt, maBig zusammengedriickt, der Dorsalrand ungleich gesagt- 
gezahnt; Vorderschenkel stark zusammengedriickt, fast rhombisch, groBte Breite 
2 mal in der Lange enthalten, Dorsalrand proximad und mesad stark lamellato- 
cristat (REHN), groBte Breite in der Mitte, diese Plattchen deutlich, aber rund- 
lich, ausgeschnitten im distalen Drittel, der absteigende Rand der Lamellierung- 
und derjenige des disto-dorsalen Drittels des Schenkels sparlich gesagt, AuBent 
rand der ventralen Schenkelflache mit 5 Dornen bewehrt, der Innenrand mi- 
12 13 Dornen von gewohnlich alternierender GroBe, 4 Discoidaldornen ; Vorder- 
tibien (ohne Klaue) ungefahr gleich der halben Lange der Schenkel, ziemlich zu 
sammengedruckt , am AuBenrand bewehrt mit 12 nahe beieinander stehende 
Dornen ; die Eigenart dieser Dornen laBt den Rand auf den ersten Blick gekerbt 
erscheinen, Innenrand mit 12 deutlichen Dornen, die distad an Lange zu- 



23 

nehmen; vordere Metatarsen ungefahr gleich 2 /s der Tibienlange. Mittelbeine 
ziemlich kurz, die Schenkel maBig kraftig, der Ventrocaudalrand etwas lamellos 
und mit einem deutlichen dreieckigen Distallappen versehen und einem etwas 
kleineren proximaleii von gleichem Charakter; Mitteltibien kiirzer als die Schen- 
kel, in der proximalen Halfte leicht verdickt. Hinterschenkel ein wenig ge- 
streckter als die mittleren, aber von ahnlichem Bau, nur ist der Proximallappen 
in der GroBe sehr reduziert; Hintertibien wenig kiirzer als die Schenkel, im 
allgemeinen ahnlich den Mitteltibien; hintere Metatarsen nur wenig mehr als 
1 / 3 so lang als die Tibien, der Rest der Tarsen ungefahr gleich der i x /2 Lange 
der Metatarsen. 

Grundfarbe holzbraun, bewolkt, verwaschen, gestrichelt und mit fast ring- 
formigen Figuren von walnuB- und pelzrobbenbrauner Farbe versehen. Kopf 
fein betupft mit WalnuBbraun, die dorsale Flache des Kopffortsatzes fast ganz 
pelzrobbenbraun, die Ventralseite dagegen mit dicken walnuBbraunen Tupfen; 
Augen gewiirznelkebraun ; Antennen distad vom proximalen Gliede bleich-gelb- 
lich, Pronotum dorsad reichlich mit WalnuBbraun gezeichnet, der Schaft laterad, 
die Mitte des Kragens und die Marginalzahne von der gleichen Farbe. Tegmina 
und Fliigel gelbbraunlich, hyalin, die Hauptadern der ersteren mit einem Muster 
von ab wechselnd rahmweiB oder chamoisweiB und pelzrobbenbraun , die Spitzen der 
Fliigel leicht geschwarzt. Abdomen und der Hinterrand der Lappen siegellack- 
braun gesprenkelt, der Mittellappen reichlich von der gleichen Farbe. Vorder- 
coxen, -schenkel und -tibien auf der AuBenseite mit nur wenigen pelzrobben- 
braunen Punkten, eine Mittellinie an den ahnlichen Spitzen der Schenkel samt 
den Dornen mit gebrannter Sienna betupft; die innere Flache samt den Dornen 
ganz siennaerdebraun und pelzrobbenbraun, Dorsalflache derTibien mit 3 schragen, 
dunkelbraunen Bandern, die hellen Zwischenraume sehr schmal. Mitt el- und 
Hinterschenkel an den beiden Enden kraftig pelzrobbenbraun, der mittlereTeil hell 
gesprenkelt mit der dunkleren Farbe, Tibien ahnlich den Schenkeln gefarbt. 

MaBe. 

Korperlange 21,5 mm 

Lange des Kopffortsatzes 1,8 ,, 

Lange des Pronotums 6,5 ,, 

Lange der Tegmen 17,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 6 

Lange der Hinterschenkel 5,2 ,, 

Neben der Type habe ich noch ein trockenes Exemplar (o"'), ,,Ostafrika", von 
GRAUCR gesammelt, vor mir. Dieses Exemplar ist etwas kleiner als das typische, 
der Kopffortsatz ist merklich kiirzer, aber gleich gebogen ; Tegmina und Fliigel 
deutlich geschwarzt , obschon die ersteren ihre deutliche Aderfarbung erkennen 
lassen. 



, ^ 1 

f 



Phyllocrania Burmeister. 

Phyllocrania paradoxa Burmeister. 
1838. Ph[yllocrania] paradoxa Burmeister. 

Handb. der Entom. II Abt. II Teil I p. 549 [Kap der Guten Hoffnung]. 

Njangesi, Siidufer des Victoria-Nyanza, Mai 1892 (STUHLMANN), i un- 
reifes 9- Wald, 90 km westl. des Albert-Edward-Sees, 1600 m hoch 
(GRAUER), i o*. Westseite des FuBes des Ruwenzori, Febr. 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes 9 in Alkohol. 

Mit Riicksicht auf die Unsicherheit, die besteht in betreff der Deutung von 
WESTWOODs insignis halte ich es fur das zurzeit Gegebenste, die vorliegenden 
Tiere zu .der altesten vSpecies zu stellen. 

Die einzige Figur, die ein mannliches Tier dieses Genus darstellt, ist die 
von WESTWOOD (Rev. Mantid. pi. XII Fig. 7), der in der Tafelerklarung 
Natal als Vaterland des unter dem Nam en insignis abgebildeten Exemplares 
angibt, obwohl diese Lokalitat ganz auBer dem Bereich des auf den vorher- 
gehenden Seiten desselben Werkes angegebenen Verbreitungsgebietes dieser 
Art ist. 

In der Beschreibung (auf p. 44) des abgebildeten Stiickes wird als Heimat 
desselben namlich Sierra Leone angegeben. Das vorliegende a* scheint von der 
Abbildung dadurch zu differieren, da 6 das erweiterte Pronotum elliptischer 
und im Vergleich zur Breite langer, wahrend der Apex der Tegmina schrag 
schwach abgestutzt ist. 

Pseudocreobotra Saussure. 

Pseudocreobotra ocellata (Beauvois). 1 ) 
1805. Empusa ocellata Beauvois. 

Ins. Rec. Afr. Amer. p. no, Orth. pi. XIII Fig. 2. [,,Les deserts du royaume d'Oware"]. 
Kasindi, nordl. Albert-Edward-See, Dezember 1907, Januar 1908 (Deut- 
sche Zentr.-Afr.-Exp.), i a*, i unreifes 9- Nssangani, nordl. Albert-Edward- 
See, Januar 1892 (STUHLMANN), i d". Bugundi, siidl. Albert-See, Juli 1891 
(STUHI,MANN), 19. Mboga, siidwestl. des Albert-Sees, Marz 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i a 1 , i 9- Ukerewe-Insel, Victoria -Nyanza (A. CON- 
RADT), i 9 in Alkohol. 

Ich habe zum Vergleich eine Serie von 20 erwachsenen Exemplaren dieses 
sonderbaren Genus vor mir, von Fundorten, die sich von Liberia siidlich bis 
Natal und ostlich bis in die Gegend des Rudolf-Sees erstrecken. Aus diesem 
Material geht ganz augenscheinlich hervor, daB wir in dieser Gattung 3 Formen 
haben, die scharf unterschieden sind und anscheinend konstant in gewissen 



1 ) Die Art wurde gemeldet von Entebbe, Uganda [GlGLIO-Tos in Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 300]. 



25 

Gebieten vorkommen, die aber wahrscheinlich Ijbergangsformen aufweisen, in 
den Lokalitaten, die zwischen den Konstanzgebieten liegen. Der folgende 
Schliissel soil dazu dienen, diese 3 Species oder Subspecies auseinanderzu- 
halten : 

A. Seitliche Erweiterungen des Pronotums kleiner, fast winklig, jede viel 
weniger breit als die Halfte des iibrigen Pronotums . . ocellata (Beauv.) 

A. a) vSeitliche Erweiterungen des Pronotums ausgedehnt, jede wenigstens 
so breit als die Halfte des iibrigen Pronotums, gewohnlich mehr oder 
weniger gerundet. 

B. Paarige Tuberkel am Hinterrand des Pronotums deutlich und zahn- 
formig; Stirnfortsatz des Kopfes so lang oder langer als der Clypeus; 
Ocellen kleiner wahlbergii Stal 

B. b) Paarige Tuberkel am Hinterrand des Pronotums ziemlich abge- 
stumpft; Stirnfortsatz des Kopfes betrachtlich kiirzer als der Cly- 
peus; Ocellen gr613er amarae Rehn. 

Augenscheinlich behalt ocellata ihre Charaktere siidlich bis zum siidlichen 
Mittelcongo (Luebo), siid- und ostwarts nimmt sie dann offenbar an GroBe zu; 
die Stiicke aus der Umgebung des Albert- und Albert-Edward-Sees sind in der 
GroBe ganz ahnlich den Exemplaren aus Luebo, nahern sich aber deutlich wahl- 
bergii in der starkeren Entwicklung der seitlichen Erweiterungen des Pronotums. 
Das Stuck von der Ukerewe-Insel im Victoria-Nyanza zeigt noch eine starkere 
Tendenz nach wahlbcrgii hin. Es ist durchaus ein intermediares Exemplar. 
Wie weit echte wahlbergii nordwarts verbreitet sind, kann ich nicht sagen, 
amarae stellt einen ganz anderen Typus dar, der aber moglicherweise in die 
anderen iibergeht. Hierfur haben wir bis jetzt aber keinen Anhaltspunkt, da 
das typische Stuck als das einzige bis jetzt bekannt ist. 

AuBer den im Schliissel angegebenen Merkmalen ist die westafrikanische 
ocellata bei typischer Ausbildung kleiner mit kiirzeren Tegmina, schmalerem, 
proximalem bleichen Band auf denselben und mit einem breiteren griinen Rand 
distad des Augenfleckes als typische wahlbergii und amarae. Diese Unterschiede 
sind bei denjenigen Stiicken, die sich wahlbergii nahern, wenig ausgesprochen, 
aber doch deutlich genug, um zu erkennen, in w r elcher Richtung die groBere 
Verwandtschaft liegt. Ein Charakter, der aber anscheinend nur von individueller 
Wichtigkeit ist, ist die Ausdehnung der Uberflutung von Augenfleck und Beinen 
mit Rosa oder Rot. Bei den 2 erwachsenen Tieren aus der Gegend des 
Albert-Edward-Sees sind die hellen Zonen an der Basis der Tegmina, der 
Augenflecke, die Spitzen der Schenkel und Teile der Tibien rosa ange- 
haucht. Die erwachsenen Tiere der vorliegenden Kollektion weisen folgende 
Mafie auf: 



26 



0* 


Korperlange 
mm 


Lange des 
Pronotums 

mm 


GroBte 
Breite des 
Pronotums 

mm 


Lange der 
Tegmen 

mm 


Lange der 
Vorder- 
schenkel 
mm 


Kasindi 


25 


5 


5,5 


26 


7.5 


Nssangani . ... 


2,6, 5 


5,2 


5,5 


28 


7>8 


Mboga 


26,8 


5,2 


5,2 


28,5 


7,8 


9 
Bugundi 


2Q 5 


6,2 


6 


27 


9,8 


Mboga .... 


":?> J 

^0,5 


6,2 


7,2 


27 


10 


Ukerewe-Insel . . . 




6,5 


7.5 


27.5 


10 



Vatinae. 
Danuria Stal. 

Danuria thunbergi Stal 1 ) 
1856. D[anuria] thunbergi Stal. 

Ofvers. Vet.-Akad. Forhandl. XIII p. 169 [Port Natal]. 

Siid-Ost-Mpororo, 15. Juli 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 
i a* in Alkohol. Kiwu-See (Dr. R. KANDT), i 9 in Alkohol. 
Diese Exemplare sind etwas kleiner als solche aus Natal, scheinen aber 
sonst mit der STALschen Type vollig iibereinzustimmen. 



Popa Stal. 2 ) 

Popa stuhlmanni n. sp. 

Type: 9, Ituri-Fahre (Wald) [wahrscheinlich nahe Walumba, Oberer 
Ituri], Congostaat, 24. Aug. 1891 (STUHLMANN) [Berliner Museum]. 
Verwandt mit der ost- und siidafrikanischen P. spurca Stal 3 ) und der 
madegassischen P. batesi Saussure und Zehntner, unterscheidet sich aber von 



l ) Diese Art wurde aus Mitiana, Uganda gemeldet. [GlGLlo-Tos in Abruzzi, II Ruwenzori 
I p. 300.] 

z ) Popa spurca Stal als P. undata vom Mt. Elgon, Uganda [KlRBY Proc. Zool. Soc. London 
1902 pi. I p. 94] und als spurca vom Mpanga-Wald, Fort Portal, Toro, 5000 FuB hoch [KlRBY, Trans. 
Zool. Soc. London XIX pi. I p. 64) gemeldet. 

3 ) Wahrend der Abfassung des vorliegenden Manuskriptes hatte ich Gelegenheit, das Alkohol - 
O* dieser Art aus Kissenje (in der Beschreibung ervvahnt) mit 3 0*0* (trocken) von P. spurca aus 
Natal zu vergleichen. Das Exemplar von stuhlmanni differiert durch seine GroBe, die kraftigeren 
Vorderbeine (bei denen der distodorsale Lappen des Schenkel deutlicher und dreieckig ist), durch 
die kiirzeren Mittelbeine (die Tibien derselben sind fast dreieckig-lappig an beideii Randern), 
durch die etwas langeren Hinterbeine und durch den apikalen Teil des Randes der Subgenitalplatte, 
die hier deutlich winklig und nicht ziemlich abgestutzt ist. 



- 27 

der ersteren durch das langere und schlankere Pronotum, dessen groBte Breite 
3 1 / 3 mal in der Lange enthalten ist an Stelle von 2 3 / 4 3mal bei spurca, durch 
die starker verlangerten Vorderschenkel, die kiirzeren Hinterbeine und langeren 
Tegmina und Fliigel. Von bate si weicht sie ab durch das viel starker gerunzelte 
Pronotum, die viel kiirzeren Hinterbeine und durch die gleichmaBig rauhen Vorder- 
beine. 

GroB, sehr langgestreckt, groBter Teil der Korperoberflache mit Tuber- 
keln versehen oder runzlich. Kopf plump, dreieckig, etwas breiter als lang; 
Postokulartuberkeln am Occiput wohl entwickelt; dieses dreieckig, schwach 
divergierend und bedeckt mit stumpfen, niedrigen Protuberanzen ; diese Tu- 
berkeln dicht flankiert mesad durch ein ahnliches, aber kleineres Tuberkel, 
zwischen den beiden letzten Paaren der mittlere Teil des Occipitalrandes ist 
bogenformig ausgerandet, ein stumpf abgerundeter, aber deutlich erhabener 
mittlerer Supraocellarbuckel vorhanden, die Ocellen sehr klein und in einem 
niedergedriickten Dreieck stehend, die paarigen hinteren mesad durch ein kurzes 
dornformiges Tuberkel begrenzt, an dessen Basis der Ocellus steht; die seit- 
lichen Teile der Flache dorsad der Einfugung der Antennen deutlich, aber nicht 
roh, mit dornformigen Tuberkeln versehen; Stirnschild quer, bogenformig, 
Dorsalrand zum grofiten Teil bindenformig, Ventralrand ausgesprochen bogen- 
formig ausgerandet, eine leichte, in der Mitte gelegene, Protuberanz unmittel- 
bar dorsad des Yentralrandes; Augen von der Seite gesehen eiformig-birnen- 
formig, sehr vorgesprungen, ungefahr halb so breit wie der Kopf; Antennen ein- 
fach; wenn sie riickwarts liegen, sind sie nicht langer als das Prono um, 
proximales Glied spulformig. GroBte Breite des Pronotums ^/^ma]. in der 
Lange des Pronotums enthalten; Schaft in der Regel in der Mitte fast gleich 
breit; Caudalrand bogenformig, nach der Mitte zu etwas abgeflacht, durch- 
schnittliche Breite des Kragens deutlich schmaler als die Schaftbreite; Cephal- 
ende bogenformig, Supracoxalerweiterung scharf stumpf winklig ; Seitenrander 
dicht sageartig feindornig mit z\vei in der Regel regelmaBig abwechselnden 
Reihen von Dornen versehen; Kragen mit einer breiten mediolongitudinal ver- 
laufenden, kaum ausgepragten Area, die einen seichten, in der Mitte gelegenen 
Kiel aufweist und laterad mit 4 Paar deutlich dornformigen Tuberkeln bewaffnet 
ist; Schaft mit einem deutlichen, erhohten Mediolongitudinalkiel; die ganze Ober- 
flache des Pronotums und Prosternums dicht tuberkuliert ; die Tuberkeln sind zum 
groBten Teil in mehr oder weniger deutlich abwechselnden Reihen angeordnet. 
Tegmina nahezu i l / 2 mal so lang wie das Pronotum, die Spitzen der Hinterbeine 
bedeutend iiberragend, mit lederartiger und sehr rauher Struktur, die vorhandeiien 
Knoten an den Kreuzungspunkten der Haupt- und Oueradern, wie bei anderen 
Arten dieses Genus, verursachen, daB die Dorsalflache deutlich gezahnt erscheint, 
die groBte Breite des proximalen Viertels betragt ein Drittel der ganzen Lange; 
Marginalfeld regelmaBig nach der proximalen Halfte ausgedehnt, sehr schmal 
und distad sich verringernd; Suturalrand von der Analader bis in die Nahe 



28 - 

des Apex geracle, distales Viertel des Suturalrandes schiefwinklig abgestutzt 
nach dem leicht spitzwinkligen Apex zu; Stigma elliptisch-linear, ein Drittel 
vor der Basis des Tegmen befindlich. Fliigel in Ruhelage reichen bis zum Apex 
der Tegmina, der Apex etwas verlangert, stumpf winklig ; ein betrachtlicher Teil 
dieser Gegend ebenso lederartig wie die Tegmina. Hinterrander der Dorsal- 
segmente des Abdomens mil unterbrochen erhohten, perlartigen, kurzen Linien 
und Tuberkeln, wie bei anderen Species des Genus. Supraanalplatte maBig 
quer, die Seitenrander nach hinten zu konvergierend, Distalrand leicht ein- 
gekerbt, bogig; Seitenwinkel schwach gelappt; auf dieser Platte und einigen 
der vorherliegenden Abdominalsegmente ist ein deutlicher mediolongitudinaler 
Kiel; Cerci beschadigt; Subgenitalplatte breit, proximal abgeflacht, zu- 
sammengedruckt, distad schnabelartig. Vorderbeine mehr oder weniger an 
der Oberflache tuberkuliert, mit Ausnahme der inneren Coxalflache, Vorder- 
coxen etwa halb so lang wie das Pronotum, Ventralseite, AuBen- und Innen- 
rand mit den Tuberkeln zuriickgebogen und gesagt, Dorsalrander nur leicht 
tuberkuliert, Distal erweiterung der Obers*eite mit EinschluB des Randes bogen- 
formig stumpfwinklig, feinkerbig gesagt; Vorderschenkel nahezu 2 / 3 so lang wie 
das Pronotum, dorsad deutlich bogenformig, im distalen Teile stark konisch; 
der Dorsalrand mit einem dreieckigen, etwas krummen preapikalen Lappen und 
nach der Mitte des Riickens zu ein wenig am Apex erhaben, AuBenrand mit 
5 Dornen bewaffnet, deren distaler klein ist, Innenrand mit 15 16 Dornen, 
die vom distalen Ende aus angefangen, folgendermaBen angeordnet sind: 
llllllililm I I 1 ), das distale Diastema deutlich maschig und die langeren 
Dornen in den proximalen Zweidritteln der Serien deutlich nach innen gerichtet, 
4 Discoidaldornen; Vordertibien (mit Ausnahme der apicalen Klaue) ungefahr 
halb so lang wie der Schenkel, Dorsalrand leicht bogenformig ausgerandet, 
AuBenrand mit 7 8 Dornen in zvvei unregelmaBig abwechselnden Reihen. 
Innenrand mit n Dornen besetzt, die distad an Lange zunehmen. Metatarsen der 
Vorderbeine ungefahr 2 / 3 so lang wie die Tibien. Mittelschenkel dorsad mit zwei- 
eckigen pramedianen und praapicalen Lappen, Ventralrand mit einem breiten, 
flachen, beinahe dreieckigen proximalen Lappen und einem praapicalen hoch 
bogenformigen dreieckigen, blattformigen Lappen; Mitteltibien am Dorsalrande 
mit einem dreieckigen, gesagten Mittellappen, Ventralrand mit einem betracht- 
lich kleineren von ahnlicher Beschaffenheit; mittlere Metatarsen kaum mehr als 
Y 2 so lang wie der Tarsenrest. Hinterschenkel schlanker und langer als die Mittel- 
schenkel, mit einem distodorsalen kleinen eingesagten Lappen versehen; Hinter- 
tibien nicht kiirzer als die Schenkel, am Dorsalrande nach der Mitte zu mit 
einem dreieckigen, blattartigen, am Distalrande 3zahnigen Lappen und mit 
einem niedrigeren rundlichen Distallappen ; Hintermetatarseii ungefahr 2 /5 
ganzen Tarsenlange. 



J ) An einem Bein ist die regelmaBige Aufeinanderfolge im Proximalteile durch das Fehlen 
eines Domes unterbrochen. 



29 

Allgemeine Farbe braun (REHN: prouts- brown), am Abdomen ins bister 
iibergehend; Augen vandyckbraun; die Innenflache der cephalen Coxen ledergelb 
mit einem apikalen schwarzlichenFlecken, einigeMaserflecke auf denTibien von der 
gleichen ledergelblichen Farbe; Tegmina gesprenkelt mit ockerfarbenen Punkten, 
Stigmata und ein kleiner schrager Fleck mesad von den Stigmen hell ockerf arben ; 
Fliigel vandyckbraun (mit Ausnahme des braunen, lederartigen Apex), die Quer- 
adern des Radialfelds weiB umgrenzt, alle mit einem ausgesprochen violetten 
Schimmer. Mittelbeine mit verschwommener dunkelledergelblicher Farbe. 

MaBe: 

Korperlange 62, mm 

Lange des Pronotums 19,5 ,, 

Lange des Tegmens 29,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 13,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10 

AuBer der Type liegt noch em in Alkohol aufbewahrtes mannliches Exem- 
plar dieser Species aus Kissenje vom Nordufer des Kiwu-Sees (5. Sept. 1909; 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) vor. Dieses Exemplar weicht von dem weiblichen 
nur in den bei diesem Genus vorhandenen Geschlechtsunterschieden ab. Die 
hauptsachlichsten sind folgende: 

Stirnschild mit beinahe bogenformigem Dorsalrande. Tegmina den Apex 
des Abdomens wenig iiberragend, groBte proximale Breite 4 1 / 2 mal in der Lange 
enthalten; Marginalfeld in den proximalen Zweifiinfteln bogenformig gerandet; 
Textur der Tegmina weniger rauh und knotig als beim Weibchen. Fliigel 
nur wenig die Spitzen der Tegmina iiberragend. Supraanalplatte etwas quer 
quadratisch, Seitenrander langsam distad konvergierend und an den disto- 
lateralen Ecken abgerundet, mesad gekielt; Cerci ungefahr 3mal so lang wie 
die Supraanalplatte, bandformig, die Segmente distad an Lange zunehmend; 
Subgenitalplatte breit, abgeflacht, Distalrand nach der Mitte zu stumpfwinklig, 
Griffel kurz, konisch. Vorderschenkel mit einem niedrigen dorsalen Lappen; 
Hinterschenkel nicht gelappt. 

MaBe: 

Lange des Korpers 55 mm 

Lange des Pronotums . 13,5 ,, 

Lange des Tegmens 41,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 9,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 8 ,, 



Empusinae. 
Hemiempusa Saussure und Zehntner. 

Hemiempusa capensis (Burmeister) . 
1838. E[mpusa] capensis Burmeister. 

Handb. d. Entomologie II, Abt. II pt. i p. 547 [Kap der Guten Hoffnung]. 

Niansa, Ruanda, in 1500 m Hohe, 17. Aug. 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i d" in Alkohol. Ukerewe-Insel, Victoria-Nyanza (A. CONRADT), 
i a* in Alkohol. 

Der Fundort von Ruanda ist der bisher am weitesten westlich gelegene 
dieser Art in Afrika. Ich habe auch ein Stuck aus Britisch-Uganda (GRAUER) 
aus der Sammlung des Deutschen Entomologischen Museums. 



Phasmidae. 

Bacillinae. 
Xylica Karsch. 

Xylica graueri n. sp. 

Type: a", Ost- Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 

Verwandt mil X. kilimandjarica Sjostedt vom Kilimandjaro, aber von 
ihr verschieden durch die groBere Gestalt und dadurch, daB die lateralen Occipital- 
spitzen deutlicher sind als irgendeine Spitze des Occiputs, durch die weniger deut- 
lichen erganzenden Kiele des Mesothorax, durch die seitlichen Tuberkelreihen auf 
demselben, durch die ersten 6 Abdominalsegmente und dadurch, daI3 der Meso- 
thorax keine paarigen schwarzen Warzen aufweist. 

Gestalt maBig schlank und lang. Kopf etwas langer als der Prothorax, 
betrachtlich schmaler als lang; Augen beinahe kugelig, deutlich; 2 Homer am 
Kopf, deutlich, maBig spitz, etwas divergierend ; ein deutlicher, aber schwacher 
Mediolongitudinalkiel vorhanden; Caudalrand des Occiputs mit maBig aus- 
gepragten seitlichen, beinahe gezahnten Tuberkeln, getrennt vom iibrigen Teil 
des Occipitalrandes durch einen deutlichen longitudinal verlaufenden Sulcus, 
mittlerer Teil des Occipitalrandes wellig mit ein Paar zentral gelegener niedriger 
Tuberkeln; Antennen ungefahr 2 /s so l an g wie die Vorderschenkel, zygliedrig, 



proximales Glied breit, niedergedriickt, blattartig. Prothorax mit recht- 
eckigem Riickenteil; Seitenrander etwas konvergierend caudad, ein medio- 
longitudinaler und ein kurzer querer Sulcus vorhanden. Mesothorax 3 1 / 2 mal 
so lang wie der Prothorax, fast gleichmaBig, mit Ausnahme des caudalen Teils, 
wo er an der Anfiigungsstelle der Mittelbeine breiter wird ; ein schwacher, aber 
zusammenhangender Mediolongitudinalkiel vorhanden, verstarkt durch ungefahr 
in der cephalen Halite liegende stufenweise abnehmende laterale Kiele; Seiten- 
rander des Mesonotums mit einer Reihe von 5 in Zwischenraumen stehenden 
abgestumpften Tuberkeln. Metathorax beinahe 3 / 5 so lang wie der Mesothorax, 
dem Charakter nach dem Mesothorax ahnlich, aber kraftiger, mit nicht gut aus- 
gepragten seitlichen Tuberkeln; Mediansegment unbestimmt, etwas langlich. 
Abdomen beinahe ebenso breit wie der Mesothorax, Segmente langlich, die 6 
proximalen Segmente verhaltnismaBig gleich lang, undeutlich dreikielig, der mitt- 
lere Kiel vor dem apicalen Rand jedes Segments stumpf und undeutlich tuber- 
kuliert; distales Segment des Abdomen gekielt, Analsegment breit und leicht 
v-formig ausgerandet, seitlich schief verstutzt; Cerci einfach, niedergedriickt, 
innerer Rand nahezu gerade, auBere und apicale Rander bogenformig; Subgeni- 
talplatte kurz schaufelformig Vorderbeine maBig lang, Schenkel zusammen- 
gedriickt; Tibien beinahe i 1 / 3 so lang wie die Schenkel; Mittel- und Hinterbeine 
kurzer, besonders die Mittelbeine. 

Allgemeine Farbe Marsbraun und undeutlich Holzbraun; Beine marmoriert 
und beinahe mit Ringen obengenannter Farben und Vandykebraun versehen; 
Augen lehmfarben, durchquert von einer longitudinalen Linie von vandyck- 
braun, diese ist eine der 3 4 mehr oder weniger gleichgefarbten Linien an 
jeder Seite des Kopfes; Antennen marsbraun, distad dunkler werdend mit 3 oder 
4 unregelmaBigen holzbraunen Ringen. 

MaBe: 

Korperlange 38 mm 

Lange des Prothorax '. 2 ,, 

Lange des Mesothorax 8,2 ,, 

Lange des Metathorax 5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 13,8 ,, 

Lange der Mittelschenkel 8,6 ,, 

Lange der Hinterschenkel 11,2 ,, 

Mit der Type sind ein Mannchen und 3 Weibchen verglichen worden. Das 
Mannchen stimmt vollstandig mit der Type iiberein, und die oben gegebene 
Beschreibung paflt auch auf die Weibchen. Der allgemeinen Gestalt nach ist 
das Weibchen kraftiger gebaut als das Mannchen, Weibchen mit deutlichen 
stumpfen Tuberkeln versehen und rauh, alle Kiele sind mehr oder weniger 
buchtig, Tuberkeln unregelmaBig verteilt oder in Reihen stehend. Die seitlichen 
Tuberkeln des Mesothorax sind deutlich, aber stumpf, wahrend das mittlere 



32 

Paar der occipitalen Tuberkeln ausgepragter ist als beim Mannchen, aber noch 
schmaler als das seitliche Paar. Antennen sind kaum mehr als halb so lang 
wie die Vorderschenkel und variieren bis zu 18 Gliedern. Das Analsegment des 
Weibchens mil 3lappigem Caudalrand, der mittlere Lappen winkelig und 
dorsad gekielt, die lateralen breit bogenf ormig ; Cerci deutlicher als beim Mann- 
chen; Subgenitaloperculum groi3, gekielt, apical spitz dreieckig. 

Die Mafie des typischen Weibchens sind die folgenden: 

Korperlange 56 mm 

Lange des Prothorax 3 

Lange des Mesothorax 12,8 ,, 

Lange des Metathorax . . 8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 15 

Lange der Mittelschenkel 10 

Lange der Hinterschenkel 12,5 

Es macht mir Vergniigen, diese Species ihrem Sammler Herrn R. GRAUER 
zu widmen. 

Clitumninae. 
Gratidia Stal. 

Die Gegenden, aus denen die vorliegende Sarnmlung stammt, sind sehr 
reich an Arten dieses Genus. Ebenso reich wie der Kilimandjaro und Meru; 
aus diesen Distrikten beschrieb SjOSTEDT 17 Species des Genus. Von dieser 
Zahl sind 14 als neu zu betrachten. Um die Liste der auf dem Kilimandjaro 
und in Meru vorkommenden Arten zu vervollstandigen, miissen 3 Species von 
BRUNNER (furcata, insulsa und aridd), die von SJOSTEDT nicht erwahnt sind, 
hinzugefiigt werden. Auf diese Weise steigt die Zahl der Arten auf 20. 

Die mir vorliegende Ausbeute enthalt 10 Species, welche alle noch nicht 
beschrieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, daB eine Anzahl der Arten dieses 
Genus, deren Beschreibung nur auf einem Geschlecht basiert, sich vielleicht als 
Synonyma erweisen, wenn die geschlechtlichen Beziehungen mit geniigender 
Sicherheit dargelegt werden konnen, um die Schliisse zu rechtf ertigen ; aber so 
lange diese Klarheit nicht erbracht ist, ist es notig, die verschiedenen Formen 
in beiden Geschlechtern zu beschreiben. Es ist moglich, daB verschiedene der 
folgenden Formen nur die Mannchen oder Weibchen anderer hier beschriebener 
Arten sind. Aber das wird so leicht nicht der Fall sein, weil der Geschlechts- 
dimorphismus bei alien gut ausgepragt ist. In 2 Fallen erachte ich die geschlecht- 
lichen Beziehungen zwischen Mannchen und Weibchen, die sich in demselben 
Glase befanden, fur geniigend erwiesen. Darin mag ich aber immerhin irren. 
Jedoch das sind Fragen, die erst weiterer Untersuchungen bediirfen. 



33 

Um die Liste der in Zentral-Afrika vorkommenden Species des Genus 
Gratidia vollstandig zu machen, miissen die folgenden Arten zu den hier be- 
schriebenen noch hinzugefiigt werden. 

Gratidia forcipata Karsch, Entomol. Nachricht. ; XXIV, p. 378, Muansa, 
Ussukuma, Victoria-Nyanza (STUHLMANN). 

Gratidia talea Karsch, ebendort, p. 378. Issango Fahre [in der Nahe 
von St. Gustave, siidl. Beni, Semlikital] (STUHLMANN). 

Gratidia arida Karsch, ebendort p. 374. Tanganjika-See. 

Gratidia sansibara Stal, von KARSCH (ebendort p. 375), aus Butalinga 
gemeldet (STUHLMANN). 

Gratidia planicercata n. sp. 

Type: o 71 , Butalinga, siidl. des Albert-Nyanza, o4o' nordl. Breite, 
25. Juni 1891 (STUHLMANN) [Berliner Museum], 

Nahe verwandt mit G. cylindrical Sjostedt (Wissensch. Ergebn. der Schwed. 
Exp. Kilimandjaro, XVII, p. 82, 1909 [Kilimandjaro]), unterscheidet sich 
aber von letzterer durch die Cerci, die etwas verbreitert und nach dem Apex 
zu kaum abgestutzt sind. Die Beine sind verhaltnismaBig viel langer und die 
allgemeine Korpergestalt groBer. Von postspinosa Sjostedt, evanescens Karsch 
und gracilipes Westwood unterscheidet sie sich deutlich durch die breiten, ab- 
geplatteten, beinahe gleichbreiten proximalen und in der Mitte gelegenen Teile 
der Cerci. Von postspinosa unterscheidet sie sich auBerdem noch durch das 
schmalere, weniger gewolbte und apikal nicht bedornte Analsegment und von 
evanescens durch die stark gekriimmten Cerci. 

Von mittlerer GroBe; Gestalt ziemlich langlich. Kopf verschmalert, deutlich 
langer als der Prothorax, an der Interocularregion leicht quer aufgebaucht, 
die Mittellinie durch eine eingedriickte Furche angedeutet, beinahe verwischt, 
mit Ausnahme der aufgebauschten Interocularregion; Occipitalrand mit einem 
mittleren Paar abgerundeter Tuberkelii ; Augen beinahe kugelig ; Antennen etwas 
mehr als halb so lang wie die Vorderschenkel, I7gliedrig. Prothorax und Riicken 
rechteckig, Cephalrand bogenformig ausgerandet, Caudalrand etwas bogenformig; 
Mesothorax ungefahr 5 1 / 2 mal so lang wie der Prothorax, mit einer schwachen 
Andeutung eines mediolongitudinalen Kieles; Metathorax 4 / 5 so lang wie der 
Mesothorax, ahnlich gekielt; Mediansegment etwas quer, Cephalrand stump f- 
winklig, Abdominalsegmente deutlich langgestreckt , vielkielig (7), nach dem 
Apex zu die mittleren und ganz auBen gelegenen Kiele deutlicher werdend, als 
die andern, die dort beinahe verwischt sind; Analsegment beinahe gewolbt, 
proximad eingeengt, kaum gekielt, Distalrand mesad deutlich bogenformig aus- 
gerandet; Cerci zusammengedriickt, breit, im distalen Teile breiter werdend und 
dann scharf nach dem Apex zu abgestutzt, scharf bogenformig ausgebuchtet, 
dorsale Flache im proximalen Teil beinahe niedergedriickt ; Subgenitalplatte auf- 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



34 

geblasen, distad verengert, Apicalrand mit ein Paar sehr kurzer, griffelformiger 
Fortsatze, zwischen denen der Rand beinahe bogenformig 1st. Vorderschenkel 
beinahe ebenso lang wie die thorakalen Segmente, Tibien fast ebenso lang wie die 
Schenkel ; Mittelschenkel etwas kurzer als Prothorax und Mesothorax zusammen, 
leicht gebogen, Tibien etwas langer als die Schenkel ; Hinterschenkel ein wenig 
kurzer als die Vorderschenkel, Tibien der Hinterbeine etwas langer als die 
Schenkel. 

Allgemeine Farbung braun, nach dem Mesothorax zu und den Vordertibien 
ins Griinliche iibergehend, Apex des Abdomens und Hinterbeine grau; Kopf 
mit paarigen later alen ockergelben Linien, eine dorsad und eine ventrad des 
Auges, die dorsale Linie erstreckt sich caudad, das Pronotum, Mesonotum und 
teilweise das Metanotum begrenzend. 

MaBe: 

Korperlange 52 mm 

Lange des Prothorax 2 

Lange des Mesothorax n 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) 9,2 ,, 

Lange der Vorderschenkel 22 

Lange der Mittelschenkel 13,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 19 

Ein Mannchen, das bei Kasindi an dem Nordufer des Albert-Ed ward-Nyanza 
im Januar 1908 von der Expedition des Herzogs von Mecklenburg gefangen 
wurde, ist mit der Type verglichen worden. Der einzige hervorzuhebende Unter- 
schied zwischen Type und diesem Exemplar besteht darin, dai3 die Cerci am 
auBeren Rande gekielt sind. Das ist nicht iiberall bei der Type deutlich zu 
sehen. Die allgemeine Farbung ist blasser und mehr grau. 

Gratidia linea-alba n. sp. 

Type: d", Ostafrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 

Nahe verwandt mit G. kibonotensis Sjostedt (Wissensch. Ergebnisse der 
schwed. zool. Exp. Kilimandjaro XVIII, p. 83, Fig. 3, 1909 [Kilimandjaro]), 
unterscheidet sich aber von letzterer durch die distal mehr ausgedehnten und 
apikal beinahe abgestutzten Cerci, durch die mehr bogenformige mediolongi- 
tudinale Dorsallinie des Analsegments, durch die langeren Beine und die auf- 
fallend andere Farbung. Von den verwandten Arten: G. insulsa, montana und 
specified Brunner unterscheidet sie sich dadurch, dafi die Antennen nicht die 
Mitte der Vorderschenkel erreichen und durch die Form der Cerci. 

Gestalt eher klein; Habitus vollstandig langlich, Beine sehr schlank. Kopf 
mehr langlich, etwas langer als der Prothorax, caudad sehr leicht verengert, 



35 

querdurch zwischen den Augen leicht, aber deutlich aufgeblasen; eine seichte, 
mediolongitudinale Furche vorhanden; Occipitalrand mit einem in der Mitte 
gelegenen Paar sehr niedriger, gut abgetrennter Tuberkeln; Augen beinahe 
kugelformig, nicht sehr hervorragend ; Antennen etwas weniger als halb so lang 
wie die Vorderschenkel, iSgliedrig. Prothorax und die Dorsolateralrander cephalad 
etwas verengert, mesad und caudad etwas bogenformig, cephale und caudale 
Rander abgestutzt, Riicken mit paarigen, longitudinalen, linearen Eindriicken. 
Mesothorax 4 5 mal so lang wie der Prothorax, sehr leicht gekielt, seitlich mit 
longitudinalen, submarginalen Linien. Metathorax mit dem Mediansegment 
etwas kiirzer als der Mesothorax, in ahnlicher Weise mit Kielen und Linien ver- 
sehen; Mediansegment etwas langlich. Abdomen und die Segmente langlich, 
die mittleren Segmente sind die langsten, Oberflache gekielt und liniiert ahnlich 
wie die thorakalen Segmente; die kleinen Kiele werden caudad deutlicher und 
die Linien undeutlicher; Analsegment etwas zusammengedruckt, dachartig ge- 
wolbt, der deutliche Dorsalkiel besteht aus den verdickten Enden der zusammen- 
stoBenden Rander einer Fissur, die nach der Basis des Segments zu ausgedehnt 
ist, dorsale AuBenlinie bogenformig, Caudalrand von der Seite gesehen bogen- 
formig abgestutzt, Ventralwinkel sehr stumpf, Ventralrand beinahe bogig; 
Cerci caudal gelegen, kurz, beinahe verwischt, der Apex etwas verbreitet und 
buchtformig abgestutzt, vom Riicken aus gesehen erscheinen die Cerci stark 
gebogen; Subgenitalplatte kaum aufgebaucht, schmal, Apicalrand mit einer 
deutlich ausgepragten v-formigen Ausbuchtung. Vorderschenkel ungefahr ebenso 
lang wie der Kopf und die thorakalen Segmente zusammen; Vordertibien um 
Kopfeslange langer als die Schenkel. Mittelschenkel etwas langer als Pro- und 
Mesothorax zusammen; Mitteltibien um Kopfeslange langer als die Schenkel. 
Hiiiterschenkel etwas kiirzer als der Meso- und Metathorax; Hintertibien ungefahr 
so lang wie die Vorderschenkel. 

Allgemeine Farbung von Olivengelb am Kopf, clurch Olgriin am Mesothorax 
nach Lehmfarben am Abdomen; der Apex des Abdomens mehr oder weniger 
griin. Der Kopf ist in der Mittellinie mehr oder weniger vandyckbraun, die 
breiteii postokularen Linien des Kopfes von derselben Farbe sind sehr deutlich, 
Antennen ganz braun mit Ausnahme der 2 proximalen Glieder, die blaugrau sind. 
Pronotum laterad olivengelb, nach der Mitte zu vandyckbraun. Die einge- 
grabenen Linien des Mesonotums dunkel gewiirznelkebraun, lateral sahnigweiB 
gerandet. Metanotum ahnlich wie das Mesonotum gefarbt. Abdomen mit einer 
mediolongitudinalen vandyckbraunen Linie und lateralen gewiirznelkebraunen 
Linien, welche die des Thorax fortsetzen; die weiBen Rander gehen nach und 
nach in die allgemeine Farbe des Abdomens iiber; die braunen medianen und 
lateralen Linien sind am Apex des Abdomens schwach, die lateralen Linien 
nach und nach undeutlich werdend. Ventralflache gelblichgriin bis griinlich- 
gelb. Beine ganz griin oder griinlichbraun , unregelmaBig gewiirznelkebraun 
marmoriert. 

3* 



- 36 - 

MaBe: 

Korperlange 48,5 mm 

Lange des Prothorax 1,6 ,, 

Lange des Mesothorax 9,5 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) 9 

Lange der Vorderschenkel 21 

Lange der Mittelschenkel 13 

Lange der Hinterschenkel 16,8 ,, 

Zwei Mannchen sind mit der Type verglichen worden. Sie unterscheiden sich 
nicht sehr wesentlich von der Type, die Farbung 1st nur etwas grunlicher, heller 
und ausgedehnter griin, die Dorsalflache ohne Lehmfarbe und die Hinterschenkel 
hellolgriin ohne Marmorierung. 

Gratidia bugoiensis n. sp. 

Type: o", Bugoie-Wald, nordl. Ruanda, Februar bis November 1908 
(v. STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit G. obocensis Brunner, gracilipes Westwood, inclinata Karsch 
und planicercata Rehn, aber abweichend wie folgt: von obocensis unterscheidet 
sie sich durch die kiirzeren Antennen, kleinere Gestalt und die apical zusammen- 
geprei3ten, beinahe abgestutzten Cerci; von gracilipes durch die zusammen- 
gepreBten und apical nicht abgeplatteten Cerci und kleinere Gestalt; von incli- 
nata durch die kleinere Gestalt und nicht zugespitzten Cerci; von planicercata 
durch die beinahe gleiche Breite der Cerci, kiirzeres und breiteres Analsegment, 
ausgepragt kiirzere Schenkel und etwas kraftigeren Korper. 

Von beinahe kleiner Gestalt; der Habitus ist fur das Genus beinahe kraftig 
zu nennen, die Beine sind verhaltnismaBig kurz. Der Kopf ist sehr wenig 
langer als der Prothorax, schmal, caudad etwas schmaler werdend, auf der Ober- 
seite mit einem Paar niedriger ,,Buckel" dicht hinter den Augen, er ist durch 
eine Querfurche, welche caudad fehlt, abgetrennt; Occipitalrand mit einem 
Paar niedriger, mittler, beinahe kegelf ormiger Tuberkeln ; die Augen sind beinahe 
kugelformig; die Antennen sind fast halb so lang wie die Vorderschenkel und 
i6gliedrig. Prothorax mit geraden Dorsolateralrandern, gewohnlich cephalad ver- 
laufend; der Cephal- und Caudalrand sind beinahe abgestutzt. die Querfurche ist 
leicht gebogen. Der Mesothorax ist beinahe 4mal so lang als der Prothorax und 
nicht gekielt. Der Metathorax ist beinahe 3 / 4 so lang wie die Mittelschenkel, das 
Mediansegment ist quadratisch, der Cephalrand etwas ausgebuchtet. Abdomen 
mit den Segmenten ein wenig langgestreckt, die letzten Segmente mit mehr oder 
weniger ausgepragten Kielen. Analsegment gewolbt, caudad maBig eingeschniirt, 
mit einem mittleren und ein Paar seitlichen Kielen, in der Caudalhalfte des Seg- 
ments ausgepragter, die seitlichen Kiele ausgebuchtet, Caudalrand mit maBiger, 
in derMitte gelegener Ausbuchtung ; Cerci hinter derMitte eingefugt, maBig lang, 



37 

beinahe zusammengepreBt, etwas verbreitert und vom Riicken aus betrachtet' 
nach dein Apex zu beinahe knorrig, der Apex scharf abgestutzt, von oben scheinen 
die Cerci scharf iri der Mitte gebogen zu sein, dorsad 1st die Oberflache der Cerci 
deutlich eingednickt, der auBere Teil mit einer tiefen Ventralfurche ; Subgenital- 
platte maBig aufgebaucht, nach der Basis des Aiialsegments zu ein wenig kurz 
abfallend, Oberseite rauh, Apicalrand gebogen, verdickt, mit einer sehr seichten 
mittleren Ausbuchtttng versehen. V T orderschenkel ungefahr 2mal so lang wie 
der Kopf; die Tibien iibertreffen die Lange der Schenkel um etwas weniger 
als die Kopflange. Mittelschenkel beinahe ebenso lang wie der Pro- und Meso- 
thorax zusammeri; Tibien nur sehr wenig langer als die Schenkel. Hinter- 
schenkel wenig lange- als der Kopf, Pro- und Mesothorax zusammen; Tibien 
iibertreffen die Lange der Schenkel ungefahr urn die halbe Lange des Kopfes. 
Allgemeine Far) ang lohfarben olivgriinlich mit vandyckbraun, die Beine 
mehr oder weniger regelmaBig und vollstandig in derselben Farbe geringelt. Die 
blasseren Teile der allgemeinen Farbung rotlichgelb, wahrend der Apex des Ab- 
domens fast gedieger; vandyckbraun gefleckt ist. 

MaBe: 

Korper lange 39,5 mm 

Lan^-. .es Prothorax. . . . . 2 

Langt des Mesothorax 7,5 ., 

Lange des Metathorax (inkl. das mittlere Seg- 
ment) 7 

Lange 'er Vorderschenkel 15 

Laruv -r Mittelschenkel 9,2 ,, 

Lange -r Hinterschenkel 12,5 ,, 

Ein paratypisdi'r- Mannchen ist mit der Type verglichen worden, mit der erste- 
res in GroBe und Habitus iibereinstimmt, aber es ist fast einfarbig blafi rotlichgelb. 
Wieviel dieser Fart ang der Konservierungsfliissigkeit zu verdanken ist, kann 
nicht entschieden vverden. 

Gratidia ruwenzorica n. sp. 

Type: c 1 , FuB von Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr,-K> ! i [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt r.iit G. postspinosa Sjostedt, aber mit einem Analsegment 
ohne doppelte, mitt! -re oder seitliche dornformige Fortsatze und mit kiirzeren 
Antennen. Sie ist ai-o dicht zu planicercata (s. oben) zu stellen, da sie ahnlich 
gebogene und api:\-:.l verbreiterte Cerci hat. Aber ruwenzorica unterscheidet 
sich von dieser Form durch das kiirzere und breitere Analsegment, die ausge- 
randete und nicht z^-idornige Subgenitalplatte und den weniger verschmalerten 
Kopf. Das Weibchen zeigt Verwandtschaft mit sicca Sjostedt, unterscheidet 
sich aber durch das kiirzere Operculum und kiirzere Mittelbeine. Von rcducta 



38 

Brunner unterscheidet es sich durch die deutlichen Cerci, von graminis Sjostedt 
durch die kiirzeren Antennen, und von leprosa Gerstaecker durch das kiirzere 
siebente Ventralabdominalsegment. 

GroBe mittelmaBig ; Gestalt langlich, Beine sehr schlank. Kopf etwas langer 
als der Prothorax, caudad betrachtlich verschmalert, zwischen den Augen auf- 
fallend aufgebaucht und durch eine Langsfurche schwach in zwei niedrige 
Buckel geteilt; Occipitalrand in der Mitte mil ein Paar niedriger abgestumpft 
kegelf ormigen Tuberkeln ; Augen fast kugelig; Antennen kurz, ihre Lange 2 1 / 2 mal 
in die Schenkellange gehend, 16 I7gliedrig. Prothorax langlich, Riicken lang- 
lich rechteckig, Seitenrander wenig gebuchtet, Cephalrand bogenformig ausge- 
randet; Caudalrand abgestutzt, Querfurche caudad bogenformig, der Cephalteil 
in der Mitte langsgefurcht, Caudalteil gekielt. Mesothorax etwas kiirzer als die 
Mittelschenkel, kaum gekielt. Metathorax um die Lange des Prothorax kiirzer 
als der Mesothorax; Mediansegment etwas quer. Abdomen mit den Segmenten 
langlich, am hinteren Ende mit 7 Kielen versehen; Analsegment kurz, kaum 
gewolbt, deutlich eingeschnurt, ein ausgepragter Mittelkiel vorhanden, Caudal- 
rand ma'Big gebogen, sehr schwach zur Mitte hin ausgebuchtet. Cerci zusammen- 
gedriickt, gerade begrenzt, nach dem Apex zu 2 mal so breit als an der Basis, 
groBte Breite ventrad, Apex querdurch abgestutzt, Seitenflache zur Mitte hin 
gekielt, au!3er am Apex selbst; vom Riicken aus gesehen scheinen die Cerci 
etwas proximad niedergedriickt und in der Mitte scharf rechtwinklig gebogen; 
Subgenitalplatte ma'Big aufgebaucht, Oberflache gekornelt, mit ein Paar lateral 
zusammenlaufenden Kielen und distad mit dem Rest eines Mittelkiels, Caudalrand 
mit einer breiten V-formigen Ausrandung. Vorderschenkel etwas langer als der Meso- 
und Metathorax zusammen; Tibien sind um etwas weniger als die Lange des 
Kopfes langer als die Schenkel. Mittelschenkel kaum kiirzer als der Pro- und Meso- 
thorax ; aber die Tibien etwas langer als die Schenkel. Hinterschenkel 4 /5 der Lange 
der Vorderschenkel; Tibien um die Lange des Kopfes groBer als die Schenkel. 
Allgemeine Farbung bister, am Abdomen ins Olivfarbene iibergehend; 
Antennen mit den beiden Basalgliedern von der gewohnlichen Farbe mit loh- 
farben-olivgelblichen Flecken. Beine Marsbraun bis rohumbrafarben, schwach 
holzbraun marmoriert an den Tibien, Mittel- und Hinterschenkeln ; Knieregion 
und die Spitzen der Tibien und der proximale Teil der Vorderschenkel gewiirz- 
nelkebraun. 

MaBe. 

Korperlange 50 mm 

Lange des Prothorax 2 ,, 

Lange des Mesothorax 10,5 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Mittelsegment) . 9,2 ,, 

Lange der Vorderschenkel 21 

Lange der Mittelschenkel 12,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16,2 ,, 



39 

Die Geschlechtscharaktere des Weibchens sind wie folgt: Analsegment fiinf- 
kielig, ungefahr so lang wie das vorhergehende Abdominalsegment, Caudalrand 
zur Mitte hin sehr leicht ausgerandet, die kleine Supraanalplatte freilassend; 
Cerci zusammengedriickt, distad konisch, etwas kiirzer als das Analsegment 
lang; Operculum langlich-lanzettformig, dem Analsegment zustrebend, Apikal- 
rand zugespitzt, Oberflache laterad gekielt, nach der Mitte zu nicht gekielt; 
das 7. Ventralabdominalsegment scharf in einen spitzen Lappen ausgezogen, 
zweikielig; Abdomen 7 5kielig. 

Die MaBe des beschriebenen Weibchens sind fur das Geschlecht kaum charak- 
teristisch, da das Stiick nicht von normaler GroBe ist. Das einzige Weibchen von 
normaler GroBe unter dem vorhandenen Material war betrachtlich verstiimmelt, 
aber die GroBenangaben scheinen fiir gut entwickelte Exemplare richtig zu sein. 

MaBe. 

Korperlange 38 mm 

Lange des Prothorax 1,9,, 

Lange des Mesothorax 7 ,-. 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segments) . 6,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 11,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 6,2 ,. 

Lange der Hinterschenkel 8,5 ,, 

Die folgenden Stiicke sind mit der Type verglichen worden: 

FuB von Ruwenzori (Westseite), Febr. 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i o 71 , i 9, i junges 9- FuB von Ruwenzori (Westseite), in ca. 2500 m Hohe, 
Febr. 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 a*, 2 Q 1 ). 

Die Mannchen zeigen betrachtliche GroBenverschiedenheiten. Das Mate- 
rial enthalt Stiicke, die langer oder kleiner sind als die Type. Die Variation der 
Farbe ist sehr groB. Die einzelnen Stiicke variieren nach Rotlichbraun mit 
braunem und ebenso oft mit griinlichgelbem Anflug. Die proximale Halfte der 
Schenkel ist in einem Falle sehr ausgepragt rotlichbraun, wahrend die Reste 
der eigentlichen Farbung sich der Type nahern. Die Kiele der mannlichen 
Subgenitalplatte scheinen bemerkenswert zu variieren, sie sind bei einem Stiick 
schwacher als bei der Type. 

Gratidia pedunculata n. sp. 

Type: cf, Bugoie-Wald, nordl. Ruanda, Febr. bis Nov. 1908 (v. STEG- 
MANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit G. congoensis Sjostedt (Entom. Tidskrift XXX p. 269) und 
mit a/finis (Schulthess), von ersterer verschieden durch den schlankeren, mehr in 



1 ) Die weiblichen Geschlechtscharaktere sind nach einem dieser Stiicke angegeben. 



4 o 

die Lange gezogenen und mehr gestielten Fortsatz des Analsegments und durch 
die verhaTtnismaBig kiirzeren Beine. Sie unterscheidet sich von affinis durch 
den weit kiirzeren Fortsatz des Analsegments, mehr zusammengepreBte Cerci 
und kiirzere Beine. 

GroBe mittelmaBig ; Gestalt und Beine maBig schlank und in die Lange ge- 
zogen. Kopf ^/^mal so lang als der Prothorax, caudad verengert, Interocular- 
region bemerkenswert aufgebaucht, andeutungsweise durch eine schwache 
mediolongitudinal verlaufende Furche geteilt; Occipitalrand nach der Mitte zu 
geteilt, kaum mit Tuberkeln versehen; Augen fast kugelig; Antennen etwas 
weniger als halb so lang wie die Vorderschenkel, iSgliedrig. Die hintere Halfte 
der Dorsalplatte des Prothorax laterad, in runde, nach hinten gerichtete Lappen 
verlangert, die Rander des Vorderteils fast parallel, diese Rander sind im cau- 
dalen Teile der Platte durch schwache Kiele angedeutet; Cephalrand etwas ge- 
bogen, Caudalrand abgestutzt, eine Querfurche nach der Mitte zu angedeutet. 
Mesothorax etwas mehr als 2mal so lang wie Kopf und Pronotum zusammen, 
nicht gekielt. Metathorax etwas kiirzer als der Mesothorax, nicht gekielt; 
Mediansegment sehr wenig verlangert. Abdominalsegmente langlich, auBer dem 
Teil, der nach dem Apex zu gerichtet ist, wo die Segmente etwas aufgebaucht 
und einige beinahe quadratisch sind, gekielt, besonders am distalen Ende; Anal- 
segment gewolbt, scharf eingeschniirt, nicht gekielt, Caudalrand gebogen abge- 
stutzt, in der Mitte mit einem kurzen gestielten, apical abgerundeten Fortsatz; 
Cerci caudad eingefiigt, fast ganz gleichmaBig, zusammengepreBt, schwach ge- 
bogen, Anschwellung dorsad, Apex abgestutzt, AuBenflache mit schwach ange- 
deuteter Ventralfurche, nicht deutlich gekielt; vom Riicken aus gesehen eischeint 
der proximale Teil etwas abgeplattet, der iibrige Teil des Riickens etwas ausgehohlt. 
Ganzer Cercus schwach doch regelmaBig nach innen gebogen; Subgenitalplatte 
kurz, etwas quer, ein wenig aufgebaucht, Caudalrand bogenformig stumpfwinklig, 
Vorderschenkel, etwas langer als alle Thorakalsegmente; Tibien ungefahr um die 
Lange des Kopfes langer als die Schenkel. Mittelschenkel iibertreffen den Pro- 
und Mesothorax sehr schwach in der Lange; Tibien nur sehr wenig langer als 
die Schenkel. Hinterschenkel 3 / 4 so lang als die Vorderschenkel, Tibien um etwas 
weniger als die Lange des Kopfes langer als die Schenkel. 

Allgemeine Farbung des Kopfes, der Thorakalsegmente und Beine safran- 
gelb, der Kopf, Prothorax und die auBersten Teile des Meso- und Metathorax 
mit mattbraun verwaschen, Abdomen mattbraun, an der Basis mehr olivfarben 
werdend. Beine in der Kniegegend stark olivfarben maschig gezeichnet, die Tarsen 
undeutlich mit derselben Farbe gefleckt. Antennen mattbraun, Coxen weiBlich 
in auffallendem Gegensatz zu der umgebenden Farbe. 



MaBe. 

Korpeiiange 49 mm 

Lange des Prothorax 2 ,, 

Lange des Mesothorax 9,8 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 8,8 ,, 

Lange der Yorderschenkel 21 ,, 

Lange der Mittelschenkel 12 

Lange der Hinterschenkel 15,8 ,, 

Die Type 1st nur in einem Exemplar vorhanden. 

Gratidia sjostedti n. sp. 

Type: a*, FuB am Ruwenzori (Westseite), Febr. 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit G. pedunculata (siehe oben). Unterscheidet sich aber 
von dieser Species durch das Analsegment, welches keinen in der Mitte ver- 
laufenden gestielten Fortsatz besitzt, und durch die Cerci, die etwas groBer 
und im allgemeinen von langlicher Form sind. Das Tier ist also verwandt mit 
G. arcuata Karsch, unterscheidet sich aber von ihr durch groBere Gestalt und 
durch die distal abgestutzten Cerci. Das Weibchen zeigt einige Verwandtschaft 
mit leprosa Gerstaecker und polita Sjostedt, unterscheidet sich aber von ersterer 
durch die verhaltnismaBig kiirzeren Beine, Cerci und Antennen, und von letzterer 
durch die viel kleinere Gestalt, sehr viel mehr verlangertes Operculum und durch 
das gekielte siebente ventrale Abdominalsegment. Im weiblichen Geschlecht 
scheinen die Tiere mit leprosa sehr nahe verwandt zu sein, weil der Apex des 
siebenten Abdominalsegments ahnlich ist, es mag auch einige Ahnlichkeit mit 
insolita Brunner bestehen, aber die groBe Gestalt zeichnet die letztgenannte 
vSpecies aus. 

Gestalt langlich; Korper und Beine sehr schlank. Kopf ungefahr I 1 / 2 mal so 
lang als der Prothorax, in der Regel caudad sich verengernd, Interocularregion 
und Occipitalrand wie bei pedunculata] Augen kugelig; Antennen ungefahr */ 4 so 
lang als die Vorderschenkel 1 ). Prothorax dem von pedunculata verwandt. Meso- 
thorax ungefahr 2 1 / 2 mal so lang als Kopf und Prothorax zusammen. Metathorax 
etwas weniger als halb so lang wie die Vorderschenkel; das Mediansegment 
sehr wenig langlich. Abdomen und Analsegment der pedunculata ahnlich; Cerci 
sind denen von pedunculata auBerst ahnlich, aber langer als das Analsegment, 
unmittelbar vor dem Apex etwas eingeschniirt und apical leicht buchtig ab- 
gestutzt, vom Riicken aus gesehen erscheinen die Cerci ausgebogen wie bei 
Pedunculata, aber die dorsale Depression und die Aushohlung sind kaum deut- 
lich; Subgenitalplatte kurz, etwas quer, Apicalrand ausgebogen, etwas nach 
der Mitte zu abgestutzt, laterad mit einem ausgepragten spitzen Zahn, der 



] ) Antennen offenbar verstiimmelt. 



42 

durch eine tiefe V-formige Ausbuchtung vom mittleren Teile des Randes ge- 
trennt 1st. Vorderschenkel ungefahr so lang wie Kopt und Thorakalsegmente zu- 
sammen ; Vordertibien um beinahe Kopfeslange groBer als die Schenkel. Mittel- 
schenkel etwas groBer als Pro- und Mesothorax zusammen; Tibien kaum langer 
als die Schenkel. Hinterschenkel ungefahr 3 / 4 so lang wie die Vorderschenkel; 
Tibien um wenig als die Lange des Kopfes groBer als die Schenkel. 

Allgemeine Korperfarbung bister, in den mittleren Teilen des Meso- und 
Metathorax lohbraun olivenfarben werdend und lehmfarben an den Beinen. 
Distalabdominalsegmente mit wenig ausgepragten, dorsal longitudinal lehm- 
farbenen Streifen ; Analsegment bister, lehmfarben gerandet ; Cerci des letzteren 
dunkel. Beine in der Knieregion der Schenkel bister mit unregelmaBig breiten, 
vorm Knie gelegenen weiBlichen Ringen; Tibien schwach bister; Coxen mehr 
oder weniger weiBlich, Tarsalpulvillen ebenfalls weiBlich. 

MaBe. 

a* 9 

Korperlange 61 mm 54 mm 

Lange des Prothorax 2 ,, 2,4 ,, 

Lange des Mesothorax 13 ,, 10,2 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . . 11,8 ,, 8,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 27 ,, 18 

Lange der Mittelschenkel 16,8 ,, 9,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,8 ,. 13,8 ,, 

Die oben angegebenen MaBe des Weibchens beziehen sich auf eine Para- 
type. Die folgenden, nach diesem Stiick gemachten Aufzeichnungen mogen die 
hauptsachlichen Geschlechtscharaktere angeben : 

Habitus eher kraftig; Oberflache beinahe granuliert, Abdomen vielfach ge- 
kielt. Interocularregion des Kopfes kaum aufgebaucht, aber mit einem Paar nied- 
riger Kiele, welche ungefahr folgende Form < > haben; Antennen 3 1 / 2 so lang 
wie die Vorderschenkel, iSgliedrig. Analsegment 5kielig, Caudalrand stumpf- 
winklig, der Winkel selber etwas abgestutzt und ein wenig ausgerandet, und 
zwar so ausgerandet, daB die kleine Supraanalplatte zu sehen ist; Cerci beinahe 
ebenso lang wie das Analsegment, zusammengedriickt, gerade, beinahe gleich- 
maBig breit, aber der Dorsalrand distad bogenformig, w r odurch der Apex ventral 
und beinahe zugespitzt wird, AuBenrand in derMitte gekielt ; Subgenitaloperculum 
erreicht beinahe den Apex des Analsegmentes, lanzettlich, mit lateral ausge- 
buchteten Kielen, in der Mitte kein Kiel; das siebente ventrale Abdominalsegment 
sechsgekielt, Distalrand bogenformig und nach der Mitte zu in einen kurzen, 
erhabenen, fingerformigen, auffallend gerandeten Lappen ausgezogen. 

Allgemeine Korperfarbe gelblichgriin, am Kopf rotlichbraun und an den 
Beinen braunlich gesprenkelt. Wie weit diese Farbung natiirlich ist, kann nicht 
festgestellt werden. 



43 

Die mannliche Type und die oben beschriebene weibliche sind bisher die 
einzigen Stiicke dieser Art. Es macht mir groBes Vergniigen, diese auffallende 
Species Dr. YNGVE SjOSTEDT in Stockholm zu widmen, der in seinem beruhmten 
Werk iiber den Kilimandj aro uns eine sorgfaltige Studie gewisser Arten dieses 
Genus gibt. 

Gratidia kivuensis n. sp. 

Type: o", Siidostkiiste des Kiwu-Sees, Aug. 1907, Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit G. furcifer Sjostedt, unterscheidet sich aber von dieser 
Species durch das nicht gekielte und mehr abgeplattete Analsegment, durch die 
rechtwinklige, in der Mitte gelegene Ausbuchtung des Caudalrandes desselben 
und dadurch, daB die Cerci langer sind und distad nicht verdickt. 

GroBe mittelmaBig; Gestalt und Beine langlich. Kopf ganz deutlich langer 
als der Prothorax, caudad verengert, Interocularregion schwach, aber deutlich 
aufgebaucht, mediolongitudinal kaum geteilt; Occipitalrand maBig nach der 
Mitte zu ausgezackt; Augen elliptisch und seitlich etwas abgeflacht; Antennen 
etwas mehr als halb so lang wie die Vorderschenkel, I7gliedrig. Prothorax in 
der Form dem von pedunculata sehr ahnlich. Mesothorax ungefahr halb so 
lang wie die Vorderschenkel. Metathorax ungefahr um die halbe Lange des 
Prothorax kiirzer als der Mesothorax; Mediansegment langlich, Cephalrand 
bogenformig. Abdominalsegmente langlich, mit Ausnahme der distalen Seg- 
mente stark langlich; Analsegment gewolbt, mesocaudad in einen deutlich 
ausgerandeten, beinahe fingerformigen Fortsatz verlangert, die Ausrandung ist 
rechtwinklig und die Ecken des fingerformigen Fortsatzes breit abgerundet; 
Cerci maBig lang, sie iibertreffen betrachtlich das Analsegment, fast iiberall 
gleich tief, auBer an der Stelle nach dem Apex zu, wo sich eine leichte, aber 
deutliche Verbreiterung vorfindet, dorsad bogenformig, Apex stumpf und ab- 
gerundet, Ventralrand proximad mit einem deutlichen AuBenzahn und einem 
weniger ausgepragten Innenzahn, vom Riicken aus gesehen erscheinen die Cerci 
proximad fast bogenformig, von da ab regelmaBig zusammenlaufend ; Sub- 
genitalplatte kurz, leicht aufgebaucht, Rand nach der Mitte V-formig aus- 
gerandet. Vorderschenkel etwas langer als Meso- und Metathorax; Tibien iiber- 
treffen die Lange der Schenkel um etwas weniger als Kopfeslange. Mittel- 
schenkel etwas kiirzer als der Kopf, Pro- und Mesothorax ; Tibien um betracht- 
lich weniger als die Lange des Kopfes langer als die Schenkel. Hinterschenkel 
ungefahr 4 / 5 so lang wie die Vorderschenkel; Tibien um die Lange des Kopfes 
die Schenkel iibertreffend. 

Allgemeine Farbung oben und an den Beinen lehmfarben, Ventral- und 
Lateralflachen blaBgelb. Kopf mit einer schwachen Mittellinie und ausgepragtem 
vandyckbraunen Streifen hinter den Augen, dieser Streifen ist in mehr gleich- 
maBig ausgepragter Weise iiber die Thorakalsegmente und proximad iiber 3 / 4 des 



44 

Abdomens verbreitet, die Mittellinie allein ist zum Analsegment bin fortgefiihrt; 
Antennen fast vollkommen vandyckbraun. 

MaBe. 

Korperlange 51,5 mm 

Lange des Prothorax 1,6 ,, 

Lange des Mesothorax 10,8 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 10,3 ,, 

Lange der Vorderschenkel 23 

Lange der Mittelschenkel 14,5 

Lange der Hinterschenkel . .18,5 ,, 

Es ist nur ein Stiick dieses Species vorhanden. 

Gratidia agrostimorpha n. sp. 

Type: 9, Ost-Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 

Sehr nahe verwandt mit G. schaumi Karsch aus Mozambique, mit der sie in 
dem bogenformigen Caudalrand des siebenten Ventralabdominalsegments iiber- 
einstimmt, sie unterscheidet sich aber von schaumi durch die sehr viel kleinere 
Gestalt. vSie ist namlich kaum mehr als halb so lang wie schaumi. Die Original- 
beschreibung der letzteren ist so kurz, daB sehr wenig Charaktere fur den Ver- 
gleich verwendbar sind. 

Gestalt maBig groB; Habitus fiir das Genus normal, Beine nicht merklicli 
verlangert. Kopf I 1 / 2 mal so lang wie der Prothorax, caudad etwas verengert, 
Interocularregion ohne Aufbauchung oder Kiele; Occipitalrand nach der Mitte 
zu leicht in ein Paar wohl abgesonderter, sehr niedriger, beinahe kegelformiger 
Tuberkeln verlangert; Augen beinahe kugelig; Antennen etwas weniger als x / 3 so 
lang wie die Vorderschenkel, iSgliedrig. Prothorax langlich-viereckig, derCephal- 
rand bogenformig ausgerandet, Caudalrand ausgebuchtet. Mesothorax ungefahr 
ebenso lang wie die Mittelschenkel, mit deutlichen mittleren und seitlichen 
Kielen, einer der mittleren Kiele flankiert von einem Paar wenig ausgepragten 
Kiel en. Metathorax um etw y as weniger als die Lange des Prothorax, kiirzer 
als der Mesothorax, in ahnlicher Weise gekielt; Mediansegment etwas quer. 
Abdominalsegmente mehr oder weniger langlich, untleutlich 7 5 (distad) kielig, 
die Dorsalkiele sind allein ganz deutlich ausgepragt; Analsegment langlich, 
5 kielig, dachformig, Caudalrand ausgebuchtet, nach der Mitte zu leicht aus- 
gerandet; die kurze spitze Supraanalplatte frei; Cerci ungefahr 2 / 3 so lang wie 
das Analsegment, zusammengepreBt, konisch, Apex spitz, ganz auBen nach der 
Mitte zu gekielt; Operculum lanzettlich, bis zur Mitte des Analsegments reichend, 
seitlich gekielt, aber nicht in der Mitte; si'ebentes Ventralabdominalsegment 
in den proximalen zwei Dritteln nach der Mitte zu 2 kielig, der distale Rand 
rundbogenformig. Vorderschenkel ebenso lang wie der Meso- und Metathorax 
zusammen ; Tibien nicht ganz um die Lange des Mediansegments langer als die 



45 

Schenkel. Mittelschenkel ebenso lang wie der Mesothorax; Tibien etwas langer 
als die Schenkel. Hinterschenkel etwas kiirzer als der Kopf, Pro- und Mesotho- 
rax; Tibien beinahe um die Lange des Prothorax langer als die Schenkel. 

Allgemeine Farbung braunlich, im Leben wahrscheinlich zum Teil oder 
vollstandig grim; distal 2 /a des Abdomens, mehr oder weniger griinlich; Thora- 
kalsegmente und der groBte Teil der Beine rohumbraf arben ; Antennen voll- 
standig und der Kopf zum Teil gewiirznelkebraun. 

MaBe. 

Korperlange 61,5 mm 

Lange des Prothorax 2,8 ,, 

Lange des Mesothorax 11,5 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 9,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 21 

Lange der Mittelschenkel 11,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16,5 ,, 

Die Type ist das einzige Stuck der beschriebenen Art. Es ist jedoch mog- 
lich, daB diese Form sich als das Weibchen zu G. linea-alba, welche Form hier 
beschrieben wurde, erweisen mochte. 

Gratidia aphrodite n. sp. 

Type: 9, Steppe siidl. des Albert-Edward-Nyanza, Dez. 1907, Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Ahnlich G. agrostimorpha (siehe oben), aber die Beine und der Korper sind 
mehr langlich, die Antennen kiirzer und die Thorakalsegmente nicht gekielt. 
Von der einzigen anderen Verwandten, G. schaumi, die sehr kurz beschrieben 
ist, unterscheidet sie sich dadurch, daB die Mittelschenkel langer, anstatt kiirzer 
als der Metathorax sind, und dadurch, daB die Beine im Verhaltnis zum Korper 
auffallend langer sind. 

Gestalt groB; Habitus ausgepragt langlich, Beine sehr schlank. Kopf 
iV 2 m al so lang wie der Prothorax, caudad sehr wenig und sehr regelmaBig 
stufenweise verschmalert, Interocularregion mit einer auBerst flachen Aufbauchung, 
Occipitalrand nach der Mitte zu sehr leicht geteilt; Augen elliptisch, nicht iiberall 
deutlich; Antennen 3 1 / 2 rnal kiirzer als die Vorderschenkel, I7gliedrig. Prothorax 
cephalad mit der dorsalen Flache regelmaBig verschmalert, Cephalrand leicht 
bogenformig ausgerandet, Caudalrand beinahe abgestutzt. Mesothorax beinahe 
ebenso lang wie die Mittelschenkel, nicht gekielt. Metathorax um beinahe die 
Lange des Prothorax nicht gekielt, kiirzer als der Mesothorax; Mediansegment 
quer, sowohl der Cephalrand als auch die caudalen Rander cephalad ausgepragt 
bogenformig. Abdominalsegmente beinahe vollstandig oder ganz und gar 
(distal nach der Mitte zu) langlich, distad mit angedeuteten mittleren und seit- 
lichen Kielen; Analsegment langlich, caudad verschmalert, nach der Mitte zu 



46 

gekielt, beinahe dachformig, Caudalrand scharf bogenformig, mit einer aus- 
gepragten V-formigen mittleren Ausrandung, wodurch die kurze, dreieckige, scharf 
gekielte Supraanalplatte sichtbar wird; Cerci nicht mehr als halb so lang wie das 
Analsegment, mafiig zusammengedriickt, Ventralrand gerade, Dorsalrand bogen- 
formig, Apex ventral und rechtwinklig, aufiere Flache undeutlich nach der Mitte 
zu gekielt; Operculum lanzettlich, die Basis des Analsegments erreichend, laterad 
mit einem Paar ausgebuchteter Kiele, proximad deutlich einander zugeneigt, keine 
ausgepragten mittleren Kiele vorhanden, obgleich ein Paar distad angedeutet sind; 
siebenter Ventralabdominalsegment mit einem Paar lateraler, beinahe paralleler 
Kiele, Mittelkiele nicht vorhanden, distaler Rand mafiig bogenformig, kaum ver- 
langert. Vorderschenkel etwas langer als der Kopf, Pro- und Mesothorax; Tibien 
nicht langer als die Schenkel. Mittelschenkel ungefahr ebenso lang wie der Meso- 
thorax; Tibien beinahe ebenso lang wie die Schenkel. Hinterschenkel sehr wenig 
kiirzer als die Vorderschenkel; Tibien wenigstens um die halbe Lange des Pro- 
thorax kiirzer als die Schenkel. 

Allgemeine Farbung gelblich-griin, an den Beinen mehr oder weniger ins 
Braunliche iibergehend, Kopf und Apex des Abdomens und der postoculare 
Streifen walnuBbraun, Krallelappen ventrad schwarz. 

MaBe. 

Korperlange 8,5 mm 

Lange des Prothorax 2,6 ,, 

Lange des Mesothorax 17 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 15,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel . . . . 26 ,, 

Lange der Mittelschenkel 18 

Lange der Hinterschenkel 24,5 ,, 

Die Type ist das einzige von mir untersuchte Exemplar dieser Art. 

Gratidia xiphidophora n. sp. 

Type: Q, Kasindi, Nordkiiste des Albert-Edward-Nyanza, Jan. 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit G. reducta Brunner vom Luitpold-Gebirge, Deutsch-Ost-Afrika, 
iibereinstimmend in den verborgenen Cerci, unterscheidet sich aber von reducta 
durch das langliche Operculum, welches bis zum Apex des Analsegments reicht. 
Von G. cryptocercata Rehn vom Congo ist sie sehr gut durch den deutlich gekielten 
Metathorax und das nicht verlangerte 7. Abdominalsegment zu unterscheiden. 

Von kleiner Gestalt; Habitus etwas kraftig. Kopf ungefahr 2mal so lang 
wie der Prothorax, Interocularregion nicht bemerkenswert aufgebaucht; Occipi- 
talrand mit einem schwachen mittleren Eindruck; Augen beinahe kugelig, nicht 
vorgewolbt; Antennen verstummelt. Prothorax mit den Lateralrandern beinahe 
parallel, Cephalrand schwach stumpfwinklig ausgerandet, Caudalrand etwas 



47 

bogenformig; Quersulcus gerade. Mesothorax 2 / 3 so lang wie die Hinterschenkel, 
mit einem deutlichen, aber schwachen Mittelkiel, Spuren verschiedener seitlicher 
Kiele und stark granuliert; Granulation besonders laterad. Metathorax etwas 
kiirzer als der Mesothorax, ungefahr um die Lange des Prothorax kiirzer, ahn- 
lich gekielt und granuliert; Mediansegment deutlich quer, Cephalrand ent- 
sprechend mesad abgestutzt, laterad schief abgestutzt, Caudalrand abgestutzt. 
Abdomen dorsad und ventrad vielkielig, Segmente maBig langlich ; Analsegment 
zusammengedruckt, konisch, dachformig, mit einem deutlichen Mittelkiel, Cau- 
dalrand bogenformig mit einer sehr schwachen und sehr breiten stumpfwinkligen 
mittleren Ausbuchtung, welche die schmale dreieckige Supraanalplatte sichtbar 
macht; Cerci verborgen; Operculum lanzettlich, bis zum Caudalrande des Anal- 
segments reichend, mit deutlichen, nach innen gebogenen, lateralen Kielen, 
innen von deutlichen Sulci begrenzt, kein in der Mitte gelegener Kiel vorhanden; 
siebentes Abdominalsegment ventrad mit einem Paar mittleren Kielen, die distad 
etwas konvergieren, und mit deutlichen spitzeren lateralen Kielen, Distalrand nicht 
verlangert, bogenfotmig. Vorder- und Mittelbeine fehlen; Hinterschenkel un- 
gefahr ebenso lang wie der Kopf, Pro- und Mesothorax; Tibien um beinahe die 
halbe Prothoraxlange langer als die Schenkel. 

Allgemeine Farbung rotlichgelb, langs der Mittellinie wolkig angedunkelt, 
laterad und am Apex des Abdomens vandyckbraun, postocularer Streif von 
derselben Farbe; Beine distad vandyckbraun verwaschen. 

MaBe. 

Korperlange 56,5 mm 

Lange des Prothorax 2,4 ,, 

Lange des Mesothorax II 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 8,9 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16,5 ,, 

Die Type ist das einzige Stuck der Art. Es ist moglich, daI3 xiphidophora 
das Weibchen von G. planicercata (siehe oben) ist, von welcher Art ich ein 
Mannchen aus Kasindi untersucht habe. Aber es liegt kein Beweis vor, daB 
xiphidophora das Weibchen zu planicercata in der Tat ist. 

Gratidia sororcula n. sp. 

T}rpe: 9, Mpororo, Zentral-Afrika, I. Juli 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit G. sansibara Stal, leprosa Gerstaecker, evanescens Karsch, 
massaica, graminis, sicca und kibonotensis Sjostedt. Sie unterscheidet sich aber 
von diesen Arten wie folgt: 

Von sansibara durch die kiirzeren Beine, das vielkielige Abdomen, die deut- 
liche Supraanalplatte, das kaum zusammengedriickte Analsegment und das viel- 
kielige Operculum. 



48 

Von leprosa durch das kiirzere siebente Ventralabdominalsegment und das 
andersformige Operculum. 

Von evanescens durch das langliche Operculum, den nicht dreieckigen Lappen 
des siebenten Ventralabdominalsegmentes und die deutlichen Kiele desselben. 

Von graminis durch die kiirzeren Antennen, den weniger verlangerten Rand 
des siebenten Ventralabdominalsegments und ein gekieltes und mehr verlangertes 
Operculum. 

Von sicca durch die langeren Antennen, das gekielte und mehr verlangerte 
Operculum und weniger verlangertes siebente Ventralabdominalsegment. 

Von kibonotensis durch die langeren Antennen, die kiirzeren Cerci und das 
Operculum. 

Gestalt maBig groB; Habitus langlich; Oberflache der thorakalen Segmente 
und des Abdomens vielkielig. Kopf beinahe 2mal so lang wie der Prothorax, 
sehr leicht und gleichmaBig caudad verschmalert ; Interocularregion nicht deut- 
lich aufgebaucht; Occipitalrand mesad sehr undeutlich mit 2 Tuberkeln ver- 
sehen; Augen beinahe elliptisch am basalen UmriB, etwas vorgewolbt; Antennen 
deutlich weniger als halb so lang wie die Vorderschenkel , iSgliedrig. Pro- 
thorax mit den Dorsolateralrandern beinahe parallel; Cephalrand bogenformig 
ausgerandet, Caudalrand beinahe abgestutzt. Mesothorax ungefahr 4 1 / 2 mal so 
lang wie der Prothorax; Mediolongitudinalkiel nicht deutlicher als die anderen 
Kiele. Metathorax um nicht ganz die Lange des Prothorax kiirzer als der 
Mesothorax; mediolongitudinaler Kiel ahnlich dem des Mesothorax; Median- 
segment quer, cephale und caudale Rander aber nur wenig bogenformig. Ab- 
dominalsegmente ausgesprochen langlich, mit Ausnahme der proximalen und 
distalen; Analsegment nur sehr wenig konisch, 5kielig, Caudalrand stumpf- 
winklig und der Apex sehr schmal ausgerandet, die konische, beinahe gestreckte 
und ungefahr fingerformige Supraanalplatte sichtbar lassend; Cerci beinahe 
ebenso lang wie das Analsegment, beinahe zusammengedruckt, dorsad etwas 
abgeplattet, von der Seite gesehen schmal, dorsad etwas bogenformig, der Apex 
stumpf, Lateralflache in der Mitte gekielt; Operculum lanzettlich, bis zum Apex 
des Analsegments reichend, mit einem schwacheren und mehr oder weniger 
ausgebuchteten Paar mittlerer Kiele und einem etwas buchtig, proximal kon- 
vergierenden Paar ausgesprochener lateraler Kiele; distaler Rand wenig bogen- 
formig, nicht deutlich. Vorderschenkel ungefahr ebenso lang wie der Kopf, Pro- 
und Mesothorax zusammen; Tibien beinahe so lang wie die Schenkel; Mittel- 
schenkel ebenso lang w r ie der Metathorax; Tibien so lang wie die Schenkel; 
Hinterschenkel um die halbe I/ange des Kopfes kiirzer als die Vorderschenkel. 
Tibien beinahe so lang wie die Schenkel. 

Allgemeine Farbung blaB-purpurn, die Beine (besonders die Vorder- und 
Mittelbeine) mehr wolkig, gesprenkelt mit Purpurbraun, thorakale Tuberkeln 
zum Teil mit einem Anflug derselben Farbe. 



49 

MaBe. 

Korperlange 63 mm 

Lange des Prothorax 2,4 

Lange des Mesothorax 11,2 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 9,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 17,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 11,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16 

KinWeibchen aus dem Wald am FuB des Ruwenzori (Westseite), im Februar 
1908 gefangen, ist mit der Type verglichen worden. Das Tier ist etwas kleiner 
als die Type, aber es weist keine vom Mannchen verschiedene Merkmale auf. 

Gratidia sp. 

Steppe bei Kasindi, Febr. 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 
i nicht ausgebildetes Q. 

Dieses Exemplar ist zu wenig ausgebildet, um irgendwie determiniert zu 
werden. 

Leptynia Pantel. 

Leptynia pluto n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, Sept. 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit L. zambesica Brunner, aus der Gegend vom Zambesi, aber 
verschieden durch die Antennen, welche kaum */ 4 so lang sind wie die Vorder- 
schenkel, durch das Fehlen der kleinen zahnchenartigen Bildungen an den Hinter- 
schenkeln (wahrscheinlich auch an den Mittelschenkeln, welche bei der Type von 
pluto fehlen), durch den schlankeren Korper und durch die beinahe gelappten 
Hinterschenkel. 

Gestalt ziemlich klein; Habitus langlich, ein sehr schwacher und unvoll- 
standiger mediolongitudinaler Kiel auf dem Meso-, Metathorax und dem Ab- 
domen. Kopf i 1 / 2 mal so lang wie der Prothorax, caudad ausgesprochen schmaler; 
Interocularregion mit einer bogenformigen Aufbauchung, welche einen unter- 
brochenen bogigen Kiel tragt; Occipitalrand kaum tuberkuliert ; Augen bei- 
nahe kugelig, mafiig vorgewolbt; Antennen weniger als x / 4 so lang wie die Vorder- 
beine, nach dem Apex zu beinahe knorrig. Prothorax und die dorsolateralen 
Rander etwas caudad verbreitert, Cephalrand beinahe bogenformig aus- 
gerandet, Caudalrand beinahe abgestutzt. Mesothorax etwas mehr als 2 mal so 
lang wie Kopf und Prothorax zusammen. Metathorax beinahe ebenso lang wu 
der Mesothorax; Mediansegment etwas quer, Cephalrand bogenformig ab- 
gestutzt. Abdominalsegmente, mit Ausnahme desjenigen, das vor dem Anal- 
segment liegt, ausgesprochen langlich; Analsegment ebenso lang wie das vor- 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



50 

hergehende Abdominalsegment, beinahe gleich breit, dorsad dachformig, itn 
Querschnitt 3 kielig, der mittlere Kiel am deutlichsten, Caudalrand bogenformig, 
mit einer sehr kleinen mittleren V-formigen Ausrandung, wodurch die kleine 
stumpfwinklige Supraanalplatte sichtbar wird; Cerci beinahe halb so lang wie 
das Analsegment, mesodistad des Analsegments eingefiigt, zusammengedriickt, 
von der Seite gesehen beinahe elliptisch, Seitenflache nach der Mitte zu gekielt; 
Operculum beinahe lanzettlich, bis zur Mitte des vor dem Analsegment gelegenen 
Segments reichend, mesad uicht gekielt; siebentes Ventralabdominalsegment 
distad mit einem Paar in der Mitte gelegener kurzer, deutlicher und erhabener 
Kiele, diese laufen leicht in einen Lobus aus. Vorderschenkel nur etwas langer 
als der Kopf, Pro- und Mesothorax; Tibien um etwas mehr als die Lange des 
Prothorax langer als die Schenkel. Mittelbeine fehlend. Hinterschenkel ebenso 
lang wie der Metathorax, ventrad nicht gezahnt, aber mit paarigen, niedrigen, 
abgerundeten, proximalen Randloben; Tibien um die Lange des Prothorax langer 
als die Schenkel. 

Allgemeine Farbung blaBhaarbraun , am Kopf seehundsbraun , ebenso der 
Prothorax und die Einfiigungsstellen der Mittelbeine, die Beine sind blaB- 
rotlichgelb bis weiBlich, Grundfarbe unregelmaBig mit braunlicher Farbe ge- 
mischt. Riicken des Kopfes mit feinen zahlreichen blaBroten Linien. 

MaBe. 

Korperlange 55 mm 

Lange des Prothorax 2 

Lange des Mesothorax 10,3 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) . 10,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 16 ,, 

Lange der Mittelschenkel 

Lange der Hinterschenkel 10,8 ,, 

Die Type ist das einzige vorhandene Stuck der Art. 

Leptynia incerta n. sp. 

Type: 9, Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) 
[Berliner Museum]. In Alkohol. 

Augenscheinlich mit L. pluto (siehe oben) sehr nahe verwandt, sie unter- 
scheidet sich aber von pluto durch den kraftigeren, deutlich gekielten Korper, 
die nicht gelappten Beine, die langlicheren Cerci und das langlichere siebente 
Abdominalsegment. 

Gestalt klein; Habitus maBig langlich; Oberflache vielkielig. Kopf i l / 2 mal so 
lang wie der Prothorax, caudad etwas verschmalert ; Interocularregion etwas auf- 
gebaucht; Occipitalrand mesad leicht eingedriickt, Augen beinahe elliptisch am 
basalen UmriB, etwas vorgewolbt ; Antennen 3 x / 2 mal kleiner als die Vorderschenkel, 
distad nicht verdickt. Prothorax am dorsocephalen Rand bogenformig ausgerandet, 
dorsocaudaler Rand beinahe abgestutzt. Mesothorax beinahe 2 / 3 so lang wie 



die Yorderschenkel. Metathorax um mehr als die halbe Lange des Prothorax kiirzer 
als der Mesothorax; Mediaiisegment etwas quer, Cephal- und Caudalrander 
cephalad bogenformig. Abdominalsegmente alle mehr oder weniger langlich; 
Analsegment beinahe ebenso lang wie das vorhergehende Abdominalsegment, 
schwach 5kielig, der mittlere Kiel ist der deutlichste, Caudalrand deutlich 
bogenformig, mesad verschmalert abgestutzt; Supraanalplatte frei, kurz, 
beinahe dreieckig; Cerci etwas kiirzer als das Analsegment, zusammengedriickt, 
von der Seite gesehen stumpf lanzettlich; Operculum lanzettlich, nicht voll- 
standig bis zum Analsegment reichend, mesad nicht gekielt, aber mit paarigen, 
schwachen, lateralen Kielen; siebentes Ventralabdominalsegmentbildetmitseinem 
distalen Rand einen sehr schwachen Winkel, mit distal konvergierenden paari- 
gen mittleren Kielen und einem Paar deutlicherer Lateralkiele. Vorderschenkel 
etwas langer als der Kopf, Pro- und Mesothorax; Tibien nur sehr wenig kiirzer 
als die Schenkel. Mittelschenkel etwas langer als der Mesothorax, unbedornt und 
ohne Lappen ; Tibien etwas kiirzer als die Schenkel. Hinterschenkel etwas langer 
als der Pro- und Mesothorax, unbedornt und ohne Lappen ; Tibien etwas kiirzer 
als die Schenkel. 

Bei dem Stuck ist die Farbung offenbar durch die Konservierungsfliissig- 
keit vernichtet. Im jetzigen Zustande einfarbig blaBgelb. 

MaBe. 

Korperlange 40 mm 

Lange des Prothorax 1,8 ,, 

Lange des Mesothorax 8,3 ,, 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) .7 

Lange der Vorderschenkel 13 ,, 

Lange der Mittelschenkel 8,6 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10,6 

Die Type ist das einzige Stuck der Art. Es ist moglich, dai3 die Typen der 
Arten pluto und incerta nicht vollkommen ausgewachsene Tiere sind, aber ihre 
Charaktere sind zum groBen Teil solche, die sich beim ausgewachsenen Tiere nicht 
andern wiirden, sollten die vorhandenen Exemplare nicht ganz erwachsen sein. 

Leptynia undussumensis n. sp. 

Type: 9, Undussuma, siidwestl. des Albert-Nyanza, in 1050 m Hohe, 
Ende Juli 1891 (STUHLMANN) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit L. incerta (siehe oben), unterscheidet sich aber von dieser 
durch die langeren Vorder- und Hinterbeine, die weniger spitzen Cerci und das 
apikal ausgerandete Operculum. 

Gestalt ziemlich klein; Habitus maBig schlank; Oberseite vielkielig. Kopf 
ungefahr 2mal so lang wie der Prothorax, caudad etwas verschmalert; Occipital- 
rand mit einem Paar deutlicher, aber niedriger, beinahe konischer Tuberkeln, 
die durch einen ausgesprochenen Einschnitt voneinander getrennt sind; Augen am 

4* 



52 

basalen UmriB beinahe elliptisch, maCig vorgewolbt, Antennen urivollstandig. Die 
dorsolateralen Rander des Prothorax beinahe parallel ; Cephalrand beinahe stumpf- 
winklig ausgerandet, Caudalrand beinahe abgestutzt. Mesothorax nur etwas 
langer als die Mittelschenkel. Metathorax etwa um die halbe Lange des Prothorax 
kiirzer als der Mesothorax; Mediansegment etwas quer, Cephalrand cephalad 
etwas bogenformig, Caudalrand beinahe abgestutzt. Abdominalsegmente 
mehr oder weniger langlich; Analsegment ungefahr 2 / 3 so lang wie das vorher- 
gehende Abdominalsegment, dachformig in Querschnitten, 5 kielig, der mittlere 
Kiel im Vergleich zu den andern deutlich erhaben, Caudalrand breit stumpfwinklig, 
die kleine, etwas gestreckte, konische, beinahe fingerformige Supraanalplatte frei- 
lassend; Cerci so lang wie das Analsegment, deutlich zusammengedriickt, von 
der Seite gesehen scheinen sie proximad halb so breit wie lang zu sein, sehr wenig 
konisch, der Apex sehr breit und stumpf abgerundet, Lateralflache ausgehohlt, 
Operculum nur wenig schmaler an der Basis des Analsegments, sehr schwach 
aufgebaucht, nicht gekielt, Distalrand sehr schmal stumpfwinklig ausgerandet. 
Vorderschenkel betrachtlich langer als der Kopf, Pro- und Mesothorax; Tibien 
ungefahr ebenso lang wie die Schenkel. Mittelschenkel ebenso lang wie der 
Mesothorax, ventrad unbedornt und nicht gelappt; Tibien verstiimmelt. Hinter- 
schenkel etwas langer als der Pro- und Mesothorax, ungedornt und ungelappt; 
Tibien beschadigt. 

Allgemeine Farbung bister, mehr oder weniger verwaschen mit holzbraunen 
Flecken. 

MaBe. 

Korperlange 42,5 mm 

Lange des Prothorax 1,6 ,, 

Lange des Mesothorax 9 

Lange des Metathorax (inkl. Med. -Segment) .8 

Lange der Vorderschenkel 15 

Lange der Mittelschenkel 9 

Lange der Hinterschenkel 11 

Die Type ist das einzige bekannte Stuck dieser Art. 

Leptynia sp. 1 ) 

Hinter den Randgebirgen der nordwestl. Kiiste des Tanganjika-Sees, in 
1900 2500 m Hohe (R. GRAUER). 3 nicht erwachsene Stiicke. 
Es ist eine sehr schlanke Art, entschieden noch nicht beschrieben, aber das 
Material ist nicht so beschaffen, daft eine Beschreibung moglich ist. 



J ) Palophus brongniarti Redtenbacher. Insekt.-Fam. Phasm., p. 304 [Tanganjika-See]. Pa- 
lophus episcopalis (Kirby). Ischnopoda episcopalis Kirby, Trans. Linn. Soc. London, Zool. VI, pt. 6 
p. 466 [Tanganyika]. 



53 



Acrididae. 

Acrydiinae. 
Xerophyllum Fairmaire. 

Xerophyllum russisianum n. sp. 

Type : 9, Ufer des Russisi-FluB in der Ebene auf der Congoseite, Zentral- 
Afrika 1 ), Mai 1908 (R. GRAUER) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Diese Species ist nahe verwandt mit X. galeatum Karsch aus dem west- 
lichen Congostaate (zwischen Kwako und Kimpoko), jedoch vveicht sie in dern 
niedrigeren, weniger halbkreisformigen Pronotalkamme ab, der an seiner brei- 
testen Stelle nur einhalb so breit ist, wie seine Lange betragt, wahrend bei ga- 
leatum die Breite eineinhalb der Lange betragt. 

Gestalt maBig groB ; Habitus wie ge wohnlich bei diesem Genus. Oberf lache rauh . 
Kopf tiefliegend; Vertex ungefahr eineinhalbmal so breit wie die Augenbreite; 
Seitenpunkte deutlich, aber nicht sehr hoch, Medianprojektion derselben geteilt; 
Frontalcosta an den lamellierten Interantennalrandern deutlich gesagt, Fascial- 
linie ventrad stumpf gesagt; Augen beinahe kugelformig, maBig vorstehend; 
Antennen kiirzer als die Kopfbreite. Pronotum zusammengedriickt, Riicken 
lamelliert wie gewohnlich bei dem Genus, cephalocaudad bogenformig, mesad 
sehr wenig abgeflacht, die groBte Breite des ganzen Pronotums gleich der halben 
Lange, Peripherie des Kammes doppelrandig und gefurcht wie bei anderen 
Species des Genus, caudad liickenhaft gezahnt; Supracephalprojektion mit 
schragem Rand ventrad. Tegmina beinahe lanzettlich, ein wenig kiirzer als 
die Seitenlappen des Pronotums breit. Yorder- und Mittelschenkel stark zu- 
sammengedriickt, spatelformig, Dorsal- und Ventralkamm unregelmaBig ge- 
sagt-gezahnt, die Ventralkamme mehr oder weniger deutlich drei- oder vier- 
lappig; Vorder- und Mitteltibien zusammengedriickt, beinahe spindelformig, 
Distalende schlanker als der proximale Teil. Hinterschenkel sehr kraftig, zu- 
sammengedriickt, kurz hinter dem caudalen Teil des Pronotums eingelenkt und 
den Apex des Abdomens nicht erreichend, Dorsalkiel liickenhaft lappig; Dorso- 
lateralseite mit zerstreuten Dornchen und einem dorsalen und einem late- 
ralen, ausgebissenen, dornformigen, pragenicularen Fortsatz, Ventrolateralkiel 
mit einem Paar gesagter Lappen, Ventralkiel gesagt, mit drei mehr oder 
weniger deutlichen Lappen; Hintertibien mit sieben Dornen an jedem Rande, 
deren distaler am Innenrande von den iibrigen betrachtlich weit entfernt ist; 
das erste Tarsenglied fast zweimal so lang wie das dritte. 

*) Aus den Karten iiber den Weg der Expedition und Herrn (".RAUERs Sonderreise geht her- 
A-or, daI3 die Lokalitat an der Spitze des Tanganyika in der Nahe von Uvira liegt. 



54 

Allgemeine Farbung seehundsbraun, Peripherie des Pronotums, Seitenlappen 
des Pronotums, Tegmina und Dorsaloberflache der Hinterschenkel rostfarben 
maschig gezeichnet. 

Ma Be. 

Korperlange 10,8 mm 

Lange des Pronotums 13 

GroBte Breite des Pronotums 6,5 ,. 

Lange der Hinterschenkel 6,2 ,, 

Nur die Type bekannt. 

Trypophyllum Karsch. 

Trypophyllum cranonotum 1 ) n. sp. 

Type: 9- FuB von Ruwenzori (Westseite), nordlich des Albert-Edward- 
Nyanza, Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit T. glabrifrons Karsch aus dem wesl lichen Congostaat (zwischen 
Kwako und Kimpoko), jedoch abweichend durch den nicht durchlocherten 
Pronotalkamm, das starker vorragende Caudalende desselben und die kiirzeren 
Fliigel. 

Gestalt maBig lang; Habitus wie bei T. glabrifrons; Oberseite gekornelt. 
Kopf tiefliegend; Vertex nicht breiter als eines der Augen; Mittelkiel deutlich 
vorragend; Facialkiel zwischen den Ocellen gabelig, Rami deutlich getrennt, 
das eingeschlossene Scutellum beinahe konkav; Kiel betrachtlich nach dem 
ventralen Ocellus eingedriickt; Augen maiBig vorstehend; Antennen ein \venig 
kiirzer als der Kopf breit. Pronotum mit dem Dorsalkamm stark lamelliert, 
erhoht, nicht durchldchert, die Supracephalprojektion weit liber den Kopf 
hinausragend, beinahe spitzwinklig, caudaler Teil die Enden der Hinterschenkel 
und den Apex des Abdomens etwa zwei Drittel der Kopfbreite iiberragend; 
derhochste Punkt des DorsalauBenrandes der Pronotalerweiterung etwas caudad 
der Insertion der Hinterschenkel, der Rand maBig gerade, jedoch von dorsad iiber 
der Insertion der Vorderschenkel ab leicht cephalad abwarts geneigt; Cephalen- 
teil geneigt, ausgebogen, caudad beinahe konkav abfallend, Caudalecken winklig 
abgerundet; Seitenlappen mit ihreii Yentrolateralwinkeln etwas verlangert, schrag 
abgestutzt, Humeralausbuchtung flach. Tegmina verlangert, spitz-lanzettlich, 
von gleicher Lange wie die Mittelschenkel. Fliigel bis zur Basis des Ovipositors 
reichend, ganzlich unter dem Pronotum verborgen. \ T order- und Mittelschenkel 
zusammengedriickt, blattartig, etwa eineinhalbmal so lang wie breit, Dorsalkamm 
mehr oder weniger regelmaBig bogenformig, \ 7 entralkamm beinahe lappig, aus- 
gebuchtet; Vorder- und Mitteltibien zusammengedriickt, die letzteren proximad 
verbreitert. Hinterschenkel kraftig, zusammengedriickt, Dorsalkiel gekammt, 



== Helm, rnnr == Riicken. 



55 

beinahe gesagt, distad leicht ausgebuchtet; Yentralkiel leicht gewellt, Dorn am 
Riicken des genikularen Endes gut entwickelt; Hintertibien mit fiinf bis sechs 
Dornen; Canthi fein gesagt; erstes Tarsenglied eineinhalbmal so lang wie das dritte. 
Allgemeine Farbung ockergelb und lederfarbig mit mehr oder weniger 
regelmafiiger vandyckbrauner vvolkiger Zeichnung und Flecken; am Pronotum 
und den Beinen haselnuBfarben. 

MaBe. 

Korperlange ... 9,8 mm 

Lange des Pronotums 12 

GroBte Breite des Pronotums 6,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 5,8 ,, 

Auf3er der Type befinden sich in der vorliegenden Serie fiinf andere Exem- 
plare von folgenden Fundorten: 

Fort Beni, westlich. von Ruwenzori, Januar 1908, I cf. Fui3 des Ru- 
wenzori (Westseite), nordlich vom Albert-Edward-Nyanza, Februar 1908, 
I cf (Allotype). \Yald nordwestlich von Beni, westlich von Ruwenzori, 
Januar 1908, 2 99- 50 km ostlich von Kasongo, Congostaat 1 ), Januar 
1909 (GRAUER), 2 99 in Alkohol. 

Die Exemplare von Kasongo sind betrachtlich groBer als die iibrigen 
untersuchten Stiicke; sonst ist jedoch weiter kein Unterschied wahrzunehmen. 
Die Mannchen sind nur wenig kleiner als die Weibchen, beide Geschlechter 
weichen nur ganz wenig in der Pronotalbreite und der caudalen \Veiterung derselben 
ab. Bei alien Exemplaren iiberragt j edoch der Caudalf ortsatz die Enden der Hinter- 
schenkel um ein Bedeutendes. Kein einziges Exemplar zeigt auch nur Spuren 
von pronotaler Durchlocherung, und gerade diese Erscheinung ist fur T. glabri- 
frons spezifisch, jedoch sonst von keiner allgemeinen Bedeutung. Bei alien Exem- 
plaren sind die Fliigel verborgen, und die Farbennuancen sind so verschieden, 
daB auch nicht zwei Exemplare einander gleichgefarbt erscheinen, wenngleich 
die Farbentone des Typus in ihren Abschattierungen bei alien auftreten. 

Hippodes Karsch. 

Hippodes schubotzi n. sp. 

Type: 9, Insel Kwidschwi, Kiwu-See, September 1907, Deutsche 

Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Diese auffallende neue Species weicht bedeutend von der Form H. vicarius 

Karsch 2 ) aus dem westlichen Congostaat ab. Wahrscheinlich wird der wirkliche 

Vergleich von Untersuchungsmaterial der zweiten Arten zu einer Gattungs- 

trennung oder doch wenigstens zu einer Umgestaltung der Gattungsmerkmale f iihren. 

1 ) Kasongo liegt am Lualaba-FluB, kurz unterhalb der Miindung des Lulindi-Flusses. Die 
Exemplare wurden \vahrscheiulich in der Xahe der Lulindimiindung gesammelt. 

2 ) Entomologische Nachrichten XVI p. 24. 1890. 



56 

Bei einem Vergleich mil vicarius ergeben sich als die auffallendsten Merk- 
male die geteilt bogenformige Vorderpartie und die abgeflachte Hinterpartie 
des Pronotums, der spitze Caudalapex desselben, die viel schmalere seitliche 
Flache dieses Fortsatzes und die schlankeren Hinterschenkel. 

VonziemlichgroBerGestalt; Habitus etwasniedergedriickt, kraftig; Oberflache 
groBenteils gekornelt. Kopf von dem vorragenden Teile des Pronotums bedeckt, 
cephalo-caudad leicht abgeflacht; Vertex zweimal so breit wie ein Auge, gewellt, 
stumpf bogenf ormig ; Median- oder Querkiele nicht vorhanden, laterad fossuliert; 
Frontalcosta zwischen den Antennen, von der Seite gesehen, bogig erhaben, 
dorsad sich in den Vertex abrundend, Rami von der Frontalcosta etwas abwei- 
chend, der Zwischenraum tief gefurcht; Augen maBig vorragend, etwas mehr 
als halb so lang wie die Infraocularpartie der Wange ; Ocelli paarweise ganz wenig 
ventrad der Mitte der Augen gelegen, betrachtlich weiter von den Augen ent- 
fernt als auseinanderliegend ; Antennen zwischen dem Ventralteile der Augen 
eingelenkt; die Breite des Kopfes deutlich iiberragend. Pronotum in der vorderen 
Halite dorsad merklich zusammengedruckt, cristaartig und cephalo-caudad 
bogenformig, dorsad des Kopfes mit einem scharfen Vorsprung, leicht bogig 
ansteigend in den vorderen zwei Drittem des gekammten Teiles und scharf 
bogig in seinem hinteren Drittel; Caudalteil des Mittelkieles fast undeutlich, 
beinahe gewellt; Caudalverlangerung spitz, nur ein wenig caudad bis zur Mitte 
der Hinterschenkel reichend; Riickenoberseite der Caudalverlangerung beinahe 
hockerig; Humeralregion des cristaartigen Teiles beinahe blar^nf ormig; Seiten- 
kiele fehlen in der Prahumeralregion; im posthumeralen Teile sind sie erhaben, 
bogig und beinahe hockerig; Humeralecken sehr wenig abgestumpft, laterad 
nicht verbreitert; Seitenlappen und ventrocephale Ecken sehr wenig winklig, 
Ventrocaudalecke verlangert, mit dem Apex schief abgestutzt, Caudalrand 
mit einer beinahe rechtwinkligen Ausbuchtung, keine Humeralausbuchtung. 
Tegmina undFliigel fehlen. Ovipositur maBig verlangert, stark gezahnt; Supra- 
analplatte sehr spitzdreieckig ; Cerci griff elformig, im Apicalteile sehr schmal. 
Vorder- und Mittelschenkel an ihren Randern sehr fein gewellt, am Ventralrande 
mit zwei rudimentaren Lappen, Mittelschenkel mit ahnlichen, aber mehr deut- 
lichen Lappen. Hinterschenkel ungefahr zwei Drittel so lang wie das Pronotum, 
maBig stark, am Dorsal- und Ventralrande sehr leicht gewellt. Hintertibien am 
AuBenrande mit sieben bis acht, am Innenrande mit vier bis fiinf Dornen be- 
waffnet, der Distalteil des Innenrandes ist unbedornt; das erste Glied der 
Hintertarsen etwas langer als das dritte, drittes Kissen des ersten Gliedes nur 
wenig langer als das zweite Glied. 

Allgemeine Farbung gewiirznelkebraun ; Ovipositor gebrannte Umbra- 
farben; Palpen ockergelb; Antennen proximad ockergelb, einige der proxi- 
malen Segmente mit derselben Farbe sehr wenig ringartig gezeichnet, die 
zwei Distalsegmente weiB, die unmittelbaren Spitzen von der allgemeinen 
Korperfarbe. 



57 

MaBe. 

Korperlange 17 mm 

Lange des Pronotums I 3,5,, 

GroBte Dorsalbreite des Pronotums ... 5 ,, 
Lange der Hinterschenkel ..... .10 

Nur die Type dieser bemerkenswerten Species ist bekannt. 

Es ist mir ein besonderes Vergniigen, diese auBerst auffallende Form dem 
Herrn Dr. SCHUBOTZ, dem unermiidlich tatigen Zoologen der Deutschen Zentral- 
Afrika-Expedition, zu widmen, dessen lebhaftem Interesse wir den hohen Wert 
der vorliegenden Sammlung verdanken. 

Trachytettix Stal. 

Trachytettix alatus Bolivar. 
1908. Trachytettix alatus Bolivar. 

Mem. Soc. Ent. Belg. XVI p. 84 [Equatorville, Congo]. 

StraBe zwischen Mawambi und Avakubi, Ituri-Aruwimi-FluB, Congo- 
staat, 20. April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I Q. Mawambi, am 
oberen IturifluB, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
I 9 in Alkohol. Irumu bis Mawambi (Wald), Congostaat, April 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

Die vorliegenden Exemplare beweisen, daB BOLIVARS Species dimorphisch 
ist. Das Exemplar aus dem Walde zwischen Irumu und Mawambi zeigt ein 
verkiirztes Pronotum, wahrend bei den andereii Exemplaren das caudale Ende 
des Pronotums verlangert ist. Ebenso ist es klar, daB eine betrachtliche Ver- 
schiedenheit jeder in geographischer oder in individueller Hinsicht in bezug 
auf die GroBe vorhanden ist. Mein Material ist zur Angabe genauerer Dateii 
unzureichend. Die MaBe der vorliegenden Tiere sind folgende: 

Zwischen Von Irumu nach 




ME 
Korperlange 


iwambi Avakubi Mawambi 

10 mm 9,5 mm 
n,5 12,2 
4,8 4,8 


Maw 

n,5 

9,8 


Lange des Pronotums . . . 
Lange der Hinterschenkel . 



Trachytettix bufo (Costa). 
1864. Tettix bufo Costa. 

Ann. Mus. Zool. Napoli II p. 58 [Natal]. 

Aus der Steppe in der Nahe von Kasindi, Nordkiiste des Albert-Edward- 
Nyanza, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I 9. 



58 - 

Criotettix Bolivar. 

Criotettix humilis n. sp. 

Type: cf, Bundeko, nordlich des Albert-Edward-Nyanza (am westlichen 
Fui3 des Ruwenzori), 4. Juni 1891 (STUHLMANN) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit C. durus (Karsch) aus Adeli, Togo. Beide stimmen darin 
iiberein, daJ3 der Vertex schmaler 1st als ein Auge im Durchmesser, humilis 
unterscheidet sich aber von durus dadurch, daB der mittlere Kiel des Pronotums 
bei erstgenannter Form kaum erhaben ist. 

Gestalt mittelmaBig \ Habitus etwas zusammengedriickt ; Oberflache korn- 
chenartig punktiert. Kopf tiefliegend; Vertex ungefahr zwei Drittel so breit wie 
ein Auge im Durchmesser, mittlerer Kiel deutlich, aber zarter, der schiefe seitliche 
Kiel ebensogut ausgepragt wie der mittlere, cephalad konvergierend, ein Paar 
longitudinaler, beinahe bogenformiger Andeutungen feiner Tuberkeln zwischen 
den Kielen; Frontalcosta zwischen der Basis der Antennen rundlich verlangert, 
die Rami dorsad der paarigen Ocelli divergierend, letztere liegen etwas dorsad 
der Mitte der Augen; Augen maBig vorgewolbt; Antennen an den ventralen 
Teilen der Augen einsetzend, bei der Type verstiimmelt. Riicken des Pronotums 
abgeflacht, etwas wellig, Caudalfortsatz reicht kaum bis hinter die Apices der 
Schenkel; groBte dorsale Breite ein Drittel der Lange, Mittelkiel fein angedeutet, 
aber nicht uberall erhaben, wellig, Later alkiele etwas konvergierend und an der 
Prozona schwach; Humeralecken maBig vorgezogen; laterale Loben und der 
Ventralrand schief abgestutzt, ventrolaterale Ecke betrachtlich vorgezogen, 
abgeplattet, etwas spitz, caudad abgestutzt, sowohl die humerale als auch die 
ventrale Ausbuchtung des Caudalrandes der Loben sehr deutlich, Tegmina 
elliptisch, zwei Drittel so lang wie der dorsale Teil der lateralen Loben. Fliigel 
iiberragen nur sehr wenig das caudale Ende des Pronotums. Vorderbeine fehlen. 
Rander der Mittelschenkel ganz. Nur die Apices der Hinterschenkel iiberragen die 
Spitze der Subgenitalplatte, maBig kraftig, beinahe zusammengedriickt, dorsale 
und ventrale Rander beinahe gesagt; Tibien distad deutlich verbreitert, mit 
fiinf bis sieben Dornen, Canthi gesagt. 

Allgemeine Farbung gewiirznelkebraun, Lateralloben des Pronotums, Pleura, 
Seiten des caudalen Fortsatzes des Pronotums und der groBte Teil der dorsalen 
und lateralen Flachen der Hinterschenkel matt rohsiennaf arben ; ventrolaterale 
Flache der Hinterschenkel schwarzlich; Augen holzbraun. Hintertibien ver- 
wachsen, gewiirznelkebraun und rohsiennafarben. 

MaBe. 

Korperlange n mm 

Lange des Pronotums 11,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 7,5 ,, 

Die Type ist der einzige Vertreter der Art, den ich gesehen habe. 



59 

Morphopus Bolivar. 

Morphopus pyramidatus n. sp. 

Type: 9, FuB von Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit M. simplex (Brancsik) aus Nossi-Be, er unterscheidet sich 
aber durch die deutlich gelappten Loben der \ r order- und Mittelschenkel, durch 
den vorhandenen Mittelkiel des Vertex und durch die nicht verbreiterten An- 
tennen. Diese Art kann von den anderen Species des Genus durchaus abgetrennt 
werden wegen der starken Verkiirzung einer der beiden Erhebungen des Pro- 
notalkieles. 

Gestalt maBig groB; Habitus etwas langlich; Oberflache kornchenartig 
punktiert. Occiput des Kopfes deutlich ansteigend; Vertex eineinhalbmal so 
breit wie ein Auge irn Durchmesser, beinahe horizontal und im Querschnitt lang- 
lich bikonkav, Cephalrand des Vertex etwas bogenformig ausgerandet, gesagt, 
der Mittelkiel ist nur sehr wenig langlich, an der Spitze fein verlangert, Lateral- 
winkel des Randes stumpf vorgezogen, die caudale Ausbreitung der Fossae 
des Vertex ist durch eine niedrige quere Erhohung angedeutet; Frontalcosta 
zwischen der Basis der Antennen rundlich vorgezogen, Rami regelmaBig diver- 
gierend, dorsad der Ocellen kurz divergierend ; paarige Ocellen liegen etwas ventrad 
der Mitte der Augen; Antennen deutlich ventrad der Augen inseriert, etwas 
langer als die Kopfbreite, sehr schlank, Glieder langlich, Apex nicht verbreitert; 
Augen deutlich vorgewolbt. Pronotum langlich; der caudale Fortsatz subulat, 
iiberragt die Spitzen der Hinterschenkel um mehr als die Lange der letzteren; 
Dorsalkiel unmittelbar cephalad und am caudalen Fortsatz sehr niedrig, cephalad 
und etwas caudad ist die Humeralecke derselben in erhabene, dreieckige, zahn- 
formige Loben entwickelt, deren cephaler nicht halb so hoch ist wie der caudale, 
in kurzer Entfernung distad des letzteren ist der Kiel wellig; Lateralkiele kurz und 
an der Prozona beinahe parallel ; Humeralecken stumpf, laterad etwas vorragend, 
die interhumerale Region bucklig und mit paarigen, kurzen, abgerundeten, beinahe 
parallelen Supplementkielen und undeutlicheren, mehr caudal gelegenen paarigen 
Buckeln; ein querer Eindruck findet sich caudad der groBten Hohe des Mittel- 
kiels, proximaler Teil des caudalen Fortsatzes mit drei Paaren auseinander- 
stehender Tuberkeln, suprategminaler Teil des Lateralkieles mit einer niedrigen, 
bogenformigen Erhebung; Lateralloben an beiden Ausbuchtungen tief winklig, 
ventrolaterale Ecke nur wenig verlangert, Apex schief abgestutzt. Tegmina 
sehr wenig langer als die Mittelschenkel, langlich eiformig; Apex verschmalert, 
sehr fein abgerundet. Fliigel nur etwas kurzer als der Apex des Pronotums. 
Rand der Vorderschenkel wellig gelappt, auf dem dorsalen Teile miteinem vorder 
Mitte und einem hinter der Mitte gelegenen langlichen, niedrigen, zahnformigen 
Lobus, ventrad mit einem hoheren, vor der Mitte gelegenen zahnformigen Lobus 



6o 

und einem sehr schwachen proximalen Lobus. Mittelschenkel deutlicher wellig 
gelappt als die Vorderschenkel, aber die dorsalen Loben sind niedriger, ein breiterer 
ventralen Lobus mehr entwickelt, und ein deutlicher, aber niedriger distaler 
Lobus am selben Rande. Dorsalrand der Hinterschenkel wellig gesagt, ein Paar 
vor dem Knie gelegene Zahne am selben Rande; ventrolateraler Rand mit einem 
medianen dreieckig vorgezogenen Lobus ; Hintertibien distad deutlich verbreitert, 
zerstreut, gesagt-dornig, Canthi fein gesagt; proximales Tarsalglied etwas langer 
als das dritte, proximale Kissen des proximalen Gliedes kiirzer als die mitt- 
leren und distalen Kissen, die beinahe gleich lang sind, spitz. 

Allgemeine Farbe mattbraun, mehr oder weniger lehmfarben, die Kniegegend 
der Hinterschenkel, mehr oder weniger deutliche tibiale Ringe, der pronotale 
Eindruck und die Scheibe der Fliigel seehundsbraun. 

MaBe. 

Korperlange 12,2 mm 

Lange des Pronotums 17 ,, . 

Lange der Hinterschenkel 6,3. ,, 

Nur die Type ist bekannt. 

Paratettix Bolivar. 1 ) 

Paratettix wilverthi Bolivar. 
1908. Paratettix wilverthi Bolivar. 

Mem. Soc. Ent. Belg. XVI p. 86 [Lulu, Banana und Boma Sundi, Congostaat]. 

Im Walde nordwestlich von Beni (westlich von Ruwenzori), Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 cfV, I 9- Banjoro, westlich des Albert- 
Nyansa, 29. Oktober 1891 (STUHLMANN), i 9. Oberer Ituri, Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I 9, I o 71 in Alkohol. 

Alle diese Stiicke sind mit einer Anzahl von Exemplaren aus der Kameruner 
Gegend verglichen worden. Sie sind alle ausgesprochene Vertreter der Species. 
Es scheint so, als ob eine betrachtliche individuelle Variationsbreite in der 
Lange der lateralen Kiele der Prozona feststeht, und es ist leicht moglich, daB 
unter dem in meinen Handen befindlichen Material zwei Species vorhanden 
sind, aber ohne weiteres Material muB ich es vorziehen, alle Stiicke als zu einer 
Art gehorig zu betrachten. Eine Anzahl Stiicke von P. scaber weisen eine bei- 
nahe ebenso groBe Variationsbreite der prozonalen Lateralkiele auf. Das Weib- 
chen, welches nordwestlich von Beni gefangen ist, und das Weibchen von 
Ober-Ituri sind beide groBer als das Stuck aus Banjoro; das Exemplar aus Beni 
ist das groBte von den dreien. 



1 ) Paratettix cinereus Bolivar. Envahnt von Entebbe, Uganda und einer nicht naher be- 
zeichneteu Lokalitat in Toro von GlGLIO-TOS. (In Abruzzi, II Ruwenzori I p. 306.) 



6i 

Paratettix ruwenzoricus n. sp. 

Type: 9, Westseite des Ruwenzori, in ungefahr 2500 m Hohe, Februar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit P. wilverthi Bolivar, unterscheidet sich aber von dieser 
Art durch die kleineren Tegmina, deutlichere laterale (humerale) Kiele des 
Pronotums und nicht subulat caudales Ende derselben. 

Gestalt maBig klein; Habitus maBig kraftig; Oberseite runzelartig 
punktiert. Kopf etwas ansteigend; Vertex horizontal, beinahe bis zum cephalen 
Teil der Augen reichend, beinahe ebenso breit wie ein Auge im Durchmesser, 
abgestutzt, der mittlere Kiel maBig vorspringend, Oberflache maBig doppelt 
fossuliert; Frontalcosta zwischen den Antennen etwas bogenformig vorgezogen, 
Rami nach dem Rand des Vertex zu gabelformig, sehr deutlich; die paarigen 
Ocellen groB, in der Mitte zwischen den Augen gelegen; Antennen in einer Ebene 
mit dem Ventralrand der Augen inseriert, Glieder langlich, bei der Type unvoll- 
standig aber bis zur Humeralecke reichend; Augen vorgewolbt. Pronotum 
um etwas mehr als die Breite der Lateralloben des Pronotums kiirzer als die 
Apices des Abdomens und der Hinterschenkel; Mittelkiele nicht cristaartig, 
niedrig, wellig, cephalad der Humeralecken etwas zusammengedriickt; in der Nahe 
des cephalen Randes undeutlich; Cephalrand beinahe abgestutzt, caudaler Fort- 
satz spitz; die groBte Breite zweieindrittelmal kleiner als die Lange; Humeral- 
ecken abgestumpft, nicht vorgezogen, Lateralkiele der Prozona parallel, kurz; 
ventraler Rand der Lateralloben schief abgestutzt, ventrocaudale Ecke spitz, 
der Apex schmal abgerundet, untere Ausbuchtung spitzwinklig, Humeralsinus 
rechtwinklig. Tegmina kurz, kaum zwei Drittel so lang wie die Mittelschenkel, 
stumpf-eiformig, groBte Breite kaum halb so groB wie die Lange, Apex rund- 
lich abgestutzt. Fliigel kaum bis zur Spitze des Pronotums reichend. Rander der 
Vorder- und Mittelschenkel, besonders die der Mittelschenkel, etwas wellig. Hinter- 
schenkel maBig kraftig, zusammengedriickt, Rander gesagt, aber nicht wellig; 
Hintertibien distad verbreitert; das erste Glied der Vordertarsen etwas langer 
als das dritte; der distale Kissen der drei Kissen des ersten Tarsengliedes 
1st langer als die anderen und nicht dornig wie die proximalen. 

Allgemeine Farbung seehundsbraun, auf dem Riicken paarige schwarz- 
liche, dreieckige, posthumerale Flecken und die Lateralrander der Scheibe des 
Pronotums lederfarben, auBere Flache der Hinterschenkel mit einem medio- 
longitudinalen lehmfarbenen Strich, die Kniebogen von derselben Farbe. 

MaBe. 

Korperlange 11,5 mm 

Lange des Pronotums 8 

Lange der Hinterschenkel 6,5 ,, 

Zwei paratypische Mannchen und zwei Weibchen sind mit der Type ver- 
glichen worden. Bei den Mannchen mit der Vertex etwas schmaler als der Durch- 



62 

messer eines Auges, und der caudale Fortsatz des Pronotums 1st etwas langer 
als der Apex des Abdomens und etwas kiirzer als die Enden der Schenkel. Es 
ist klar, dai3 die Species in den Farbenmustern sehr variiert, da eines derWeibchen 
eine mediolongitudinale Linie am Kopf und Pronotum hat, alle Fortsatze des 
Pronotums caudad der paarigen schwarzlichen Flecken und ein breiter querer 
Strich auf den Hinterschenkeln lehmfarben, wahrend die anderen drei Stiicke 
weniger groI3e Abweichungen von der Zeichnung der Type zeigen. 

Paratettix sp. 

Oberer Ituri, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.)^ 
I 9 in Alkohol. 

Dieses betrachtlich verstiimmelte Exemplar reprasentiert eine Species der 
Gattung Paratettix. In einigen Merkmalen nahert es sich den beiden vorher- 
beschriebenen Formen, ist aber trotzdem durch eine Anzahl besonderer Charak- 
tere ausgezeichnet. Bei dem mangelhaften Erhaltungszustande erscheint es 
wenig wiinschenswert, eine Beschreibung oder Bestimmung zu versuchen. 

Dasyleurotettix Rehn. 

Dasyleurotettix curriei Rehn. 
1904. Dasyleurotettix curriei Rehn. 

Proc. Acad. Nat. Sci. Phila., 1904 p. 658 [Mt. Coffee, Liberia]. 

Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.) [Berliner Museum], I o* in Alkohol. 

HANCOCK hat neuerdings diese Species aus Umtali, Rhodesia, von den 
Yictoriaf alien, vom Sambesi und aus Natal erhalten. Diese .und die obengenannten 
Fundorte umfassen alle bekannten Lokalitaten, in denen das Genus und die 
Species vorkommen. 

Die Stiicke aus Kwidschwi stimmen vollstandig mit den Paratypen iiberein. 

Acrydium Geoffrey. 1 ) 

Acrydium waelbroecki (Bolivar). 
1908. Tettix waelbroecki Bolivar. 

Mem. Soc. Ent. Belg. XVI p. 87 [Kinchassa, Congostaat]. 

Budjungus, siidlich des Albert-Nyanza, 20. Juli 1891 (STUHLMANN), 
i <:?. Bundeko, siidlich des Albert-Nyanza, Juli 1891 (STUHLMANN), I d*. 
Karewia am FuB des Ruwenzori, 6. Juli 1891 (STUHLMANN), i 9- 
Diese Stiicke stimmen sehr gut mit BOLIVARS Beschreibung der Species 
iiberein. 



1 ) Acrydium bipunctatum (Linn.). Erwahnt von GlGLlO-Tos (In Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 306) von Butiti, Toro. Acrydium depressum (Bris.). Von KlRBY vom Ruwenzori erwahnt. (Trans. 
Linn. Soc. London XIX pt. i p. 66.) 



63 

Acrydium montilunorum n. sp. 

Type:. 9, Westseite des Ruwenzori, in 2500 m Hohe, Februar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mil A. gratiosum Karsch und waelbroecki (Bolivar), es unter- 
scheidet sich aber von beiden durch die kraftigeren Hinterbeine, den breiteren 
Vertex und die mehr zusammengedriickte und abgestutztere Form. 

Im allgemeinen Habitus ahnelt montilunorum offensichtlich A. illepidum 
(Karsch), aber bei letzterer Species ist der Mittelkiel des Vertex nicht vorgezogen 
und das dritte Kissen des proximalen Tarsalgliedes ist nicht langer als das zweite. 
Beide Charaktere finden sich nicht bei gratiosum, waelbroecki und montilunorum. 

Von kleiner Gestalt; Habitus beinahe zusammengedriickt ; Oberflache 
runzelartig granuliert. Occiput und Vertex des Kopfes maBig ansteigend; 
Vertex deutlich breiter als ein Auge im Durchmesser, laterad deutlich verbreitert, 
cephalad verlangert, stumpfwinklig abgerundet, Mittelkiel deutlich vorgezogen, 
caudad nach dem Caudalrand des Kopfes zu verlangert, maBig doppelt fossu- 
liert; Frontalcosta zwischen den Antennen maBig bogenformig vorgezogen, 
dorsad der Ocellen gegabelt, die Rami zum groBten Teil bekiahe parallel; paarige 
Ocelli befinden sich etwas dorsad der Mitte der Augen; Antennen zwischen 
den ventralen Teil der Augen eingefiigt; Augen nicht bedeutend vorgewolbt. 
Pronotum etwa um die groBte Breite des Pronotums kiirzer als die Spitzen der 
Hinterschenkel ; dorsale Oberflache dachformig, groBte Breite zweieinhalbmal in der 
Lange enthaltend ; Mittelkiel zusammengedriickt, cephalocaudad schwach bogen- 
formig; cephaler Rand der Scheibe stumpfwinklig, caudaler Fortsatz sehr scharf ; 
Lateralkiele der Prozona divergieren zu einem Winkel gleich dem des prahume- 
ralen Teiles der Rander; Humeral winkel sehr stumpf ; Ventralrand der Lateral- 
loben schiefbuchtig abgestutzt, Ventrocaudalecke spitzwinklig abgerundet, 
untere Ausbuchtung etwas stumpfwinklig, Humeralsinus beinahe rechteckig. 
Tegmina langlich-eiformig, Apex abgerundet. Fliigel etwas kiirzer als das Prono- 
tum. Rander der Vorderschenkel ganzrandig; Rander der Mittelschenkel etwas 
wellig. Hinterschenkel kraftig, massig aufgebaucht, beinahe zusammengedriickt, 
Kiele gesagt; Hintertibien distad kaum verbreitert, Canthi gesagt; proximales 
Glied der Hintertarsen sehr wenig langer als das distale, die dritten Kissen des 
ersten Tarsalgliedes beinahe den anderen beiden an Lange gleich. 

Allgemeine Farbung des Riickens holzbraun mit zwei Paar schwarzer drei- 
eckiger sammetener Flecken an den Lateralrandern der Scheibe, ein Paar cephalad 
der Humeralecke, das andere Paar caudad derselben; Seiten und Bauch bister, 
die Beine mehr oder weniger lehmfarben geringelt. 

MaBe. 

Korperlange 9,2 mm 

Lange des Pronotums 6 

Lange der Hinterschenkel 5,2 ,, 



6 4 

Mit der Type 1st ein einzelnes c in Spiritus von der siidostlichen Kiiste 
des Kiwu-Sees verglichen worden. (August 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) 
Es zeigt, dai3 die Species eine groBe Verbreitung in Hohe aufweist. Dieses 
Stiick stimmt sonst vollkommen mit der Type iiberein. Es fehlen nur die paarigen 
schwarzen Flecken auf der dorsalen Seite des Pronotums. 

Die Ma Be des ( ' sind wie folgt: 

Korperlange 8 mm 

Lange des Pronotums 6 

Lange der Hinterschenkel 4,7 ,, 

Acrydium dasynotum n. sp. 

Type: 9, FuB des Ruwenzori (Westseite), Febmar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 
Verwandt mit A. priscum (Bolivar) aus Australien und latipes (Stal) aus 

i 

Damaraland, unterscheidet sich aber von ersterem durch die groBere Gestalt, 
den ausgebuchteten Mittelkiel und den etwas winkligen Kopfrand des Pronotums 
und dadurch, daB das erste und dritte Glied der Hintertarsen beinahe gleich- 
lang sind. Von latipes unterscheidet es sich durch den breiteren Vertex, den 
absonderlichen Charakter des caudalen Endes ctes Pronotums, den ausgebuchteten 
Mittelkiel desselben und das kiirzere erste Glied der Hintertarsen. 

Gestalt ziemlich groB; Habitus kraftig; Oberseite runzelartig punktiert. 
Kopf mit dem Vertex beinahe horizontal, Breite desselben eineinhalbmal so breit 
als der Durchmesser eines Auges, cephaler Rand cephalad der Augen etwas 
verlangert, bogenformig abgestutzt, Mittelkiel kurz, etwas verlangert, sehr 
kurze Lateral-(Marginal-)Kiele vorhanden, Oberseite des Vertex mit paarigen, 
lateralen, langlichen Griibchen; Frontalcosta zwischen den Antennen rundlich 
verlangert, dorsad beinahe winklig, Rami dorsad der Ocelli etwas divergierend, 
ventrad der Ocellen beinahe parallel, von da ab etwas divergierend; paarige 
Ocellen zwischen der Mitte der Augen; Antennen eben mit dem Ventralrand 
der Augen inseriert, Lange der Antennen nur sehr wenig langer als die 
groBte Breite des Kopfes, die mittleren Glieder derselben miiBig langlich; 
Augen etwas vorgewolbt. Das Pronotum reicht kaum bis zur Mitte der Hinter- 
schenkel, dachformig, groBte dorsale Breite gleich zweieindrittel der groBten Lange, 
Oberseite wellig, rauh tuberkuliert ; Mittelkiel in kurzer Entfernung caudad des 
cephalen Randes maBig zusammengedriickt , cephalocaudad bogenformig, un- 
mittelbar cephalad wenig ausgepragt, in der Humeralregion deutlich bogen- 
formig und im caudalen Teile wellig; Kopfrand bogenformig abgestutzt, Apical- 
rand des Fortsatzes stumpf, beinahe zweilappig; Lateralkiele der Prozona etwas 
bogenformig konvergierend , Humeralecken nicht deutlich, in der Humeral- 
region ein Paar kurzer, bogenformiger, hockeriger Erganzungskiele ; ventraler 
Rand der Lateralloben schiefbuchtig, untere Ausbuchtung rechteckig, Humeral- 
sinus fehlt. Tegmina nicht vorhanden. Fliigel nicht sichtbar. Rander der Vorder- 



und Mittelschenkel mehr oder weniger wellig ausgebuchtet. Hinterschenkel kraftig, 
maBig aufgebaucht ; Kiele gesagt; Hintertibien distad etwas verbreitert, Canthi 
gesagt, Innenrand im distalen Fiinftel unbedornt; proximales Glied der Hinter- 
tarsen etwas langer als das distale, distale Kissen des proximalen Gliedes un- 
gefahr ebenso lang wie die beiden iibrigen. 

Allgemeine Farbung gewiirznelkebraun, Ovipositor proutschenbraun. 

Ma Be. 

Korperlange 13,5 mm 

Lange des Pronotums 7,7 

Lange der Hinterschenkel 7,2 ,, 

Ich habe nur dieses einzige Stiick der bemerkenswerten Species gesehen. 

Acrydium virunganum n. sp. 

Type: Q, Ninagongo, Virunga Vulkane, Nordkiiste des Kiwu-Sees, 
in einer Hohe von 3000 m, 5. Oktober 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) 
[Berliner Museum]. 

Verwandt mit dem oben beschriebenen A. dasynotum, es unterscheidet 
sich aber von letzteretri besonders durch den schmaleren Vertex, durch den mehr 
regelmaBig gebogenen und nicht ausgebuchteten Mittelkiel des Pronotums 
und den weniger rauhen und aufgebauchten Riicken desselben. 

GroBe mittelmaBig; Habitus beinahe so wie bei dasynotum, aber die Humeral- 
ecken deutlicher; Oberflache rauh tuberkuliert. Kopf und Occiput ansteigend; 
Vertex beinahe horizontal, etwas breiter als der Durchmesser eines Auges, cepha- 
lad der Augen sehr wenig verlangert, cephaler Rand beinahe abgestutzt, laterad 
in kleine Supraocularloben abgerundet, Mittelkiel cephalad leicht verlangert, 
caudad den caudalen Rand der Augen nicht vollstandig erreichend, Oberseite 
mit zwei Griibchen ; Frontalcosta bogenf ormig verlangert zwischen den Antennen , 
dorsad langsam in den Vertex iibergeheiid und am mittleren Ocellus scharfer 
eingedriickt, Rami dorsad der paarigen Ocellen deutlich gabelformig, ventrad 
regelmaBig ausgesprochen divergierend ; in der Mitte zwischen den Augen paarige 
Ocellen gelegen ; Antennen zwischen den ventralen Randern der Augen inseriert ; 
Augen maBig vorgewolbt. Pronotum deutlicher als bei dasynotum, nur wenig bis 
zur distalen Mitte der Hinterschenkel reichend; Mittelkiel etwas zusammen- 
gedriickt, cephalocaudad beinahe bogenf ormig, cephalad der Humeralecken ab- 
geplattet, zum cephalen Rande der Scheibe verlangert, caudad etwas niedergedriickt 
und nicht ausgebuchtet; cephaler Rand der Scheibe sehr stump fwinklig; caudaler 
Teil der Scheibe sehr deutlich rundlich zweilappig; Lateralkiele der Prozona 
deutlich, beinahe parallel, Humeralecken sehr stumpfwinklig, sehr deutlich; 
ventraler Rand der Lateralloben schief bogenformig abgestutzt, untere Aus- 
buchtung rechteckig, Humeralsinus fehlt. Tegmina fehlen. Fliigel nicht sichtbar. 
Beine wie bei dasynotum. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



66 

Allgemeine Farbung vandyckbraun , die Beine mehr oder weniger zimt- 
farben geringelt; die distalen zwei Drittel der Hintertibien groBtenteils gewiirz- 
nelkebraun, auf dem Riicken des Pronotums mit einem Paar posthumeraler, fast 
dreieckiger schwarzlicher Flecken. 

MaBe. 

Korperlange 10 mm 

Lange des Pronotums 6 ,, 

Lange der Hinterschenkel 6 ,, 

5 paratypische 99 sind mit der Type verglichen worden. Sie sind vom ty- 
pischen Stiick nicht sehr verschieden. 3 99 ^us dem Bugoie-Wald, von Februar 
bis November 1908, von VON STEGMANN und STEIN erbeutet, stimmen vollstandig 
mit der Type iiberein. 

Die beiden oben beschriebenen Species bilden zusammen mit A. priscum, 
latipes und dubiosum eine natiirliche Gruppe des Genus, charakterisiert durch 
das Fehlen deutlicher Tegmina und Fliigel. Der allgemeine Habitus dieser For- 
men ist derselbe, und in Ubereinstimmung mit dem gegenwartigen Bestreben, 
die Acrydiinae in mehrere Subgenera zu zerlegen, mag es einem zukiinftigen 
Bearbeiter leicht fallen, sie als Genus oder Subgenus von echten Acrydium, 
wie sie durch A. subulatum charakterisiert sind, abzutrennen. Ich mui3 jedoch 
davon so lange absehen, bis ich in der Lage bin, die oben erwahnten, alteren 
Species, die augenscheinlich in diese Abteilung hineingehoren, zu priifen. 



Eumastacinae. 
Thericles Stal. 

Thericles gnu Karsch. 
1896. Thericles gnu Karsch. 

Stettin. Ent. Zeit. LVII p. 248 [Ru Nsororo (Ruwenzori), 2000 m Hohe, Ost-Zentralafrika]. 

FuB des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i unreifes o*, i 9 in Alkohol. Beni, Semlikital, Congostaat. Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i a* in Alkohol. 

Die Ruwenzori-Stiicke sind tatsachlich topotypisch von dieser aus dem 
Material Dr. STUHLMANNS beschriebenen Species. Die Originalbeschreibung ist 
sehr ungeniigend, aber die Stiicke stimmen in alien wichtigen Charakteren iiber- 
ein. Das Weibchen hat gelbe Wangen und Occiputs, ebenso gefarbt ist es 
am Vertex und ventrad iiber den Kiel der Frontalcosta bis zwischen die An- 
tennen. Die Dornen auf beiden Randern der Hintertibien wechseln von 14 bis 15 
Gliedern. 

Das Mannchen ist zu unentwickelt, um sich eine Vorstellung von den Charak- 
teren des vorlaufig unbekannten Geschlechts zu machen. 



67 - 

Thericles quagga Karsch. 
1893. Thericles quagga Karsch. 

Berlin. Entomol. Zeitschr. XXXYIII p. 110 [Bismarckburg, Adeli |. 

Bugoie-Wald, Nordwest-Ruanda, Februar bis November 1908 (v. STEG- 
MANX und STEIN), 8 go i n Alkohol. 

Diese Stiicke stimmen vollstandig mit KARSCH s Beschreibung dieser Species 
iiberein. Es ware jedoch wiinschenswert, wenn nahere Details angegeben waren. 
Im Vergleich des Bugoie-Materials mit den Tieren aus Togo (Adeli) mogen 
letztere Verschiedenheiten aufweisen, die sich mit der Origiiialbeschreibung 
nicht decken. 

Die Zahl der Dornen am externodorsalen Rand der Hinterschenkel variiert 
bei den Stiicken von zwei zu sechs, und bei einem Exemplar tragt ein Bein drei 
Dornen an diesem Rand und am anderen Bein sechs. Die extremen Exemplare 
besitzen die folgenden 

MaBe: 

Korperlange 18,5 25 mm 

Lange des Pronotums 2,83 

Lange der Hinterschenkel 10,5 11,8 ,, 



Thericles zebra Gerstaecker. 
1889. Thericles zebra Gerstaecker. 

Mitteil. d. Natunvissensch. Yerein.s fiir Xeu - Vorpommern und Riigen XXI p. 47 [Victoria 
und Abo, Kamerun]. 

Mbogo. Mbogosteppe,, Marz 1908, I c 71 in Alkohol. 

Dieses Stuck stimmt in alien wichtigen Teilen mit GERSTAECKER s Be- 
schreibung der Species iiberein, die einzigen Unterschiede bestehen in der Yer- 
teilung des Schwarz an den Bachen und am sichtbaren Teil des Mesonotums. Es 
sind offenbar individuelle Merkmale, wie BURR in bezug auf diese Species sagt: 
,,L'intensite de la couleur noire varie beaucoup." Die Species ist in Gabun und 
Ostafrika als auch an den angegebenen Orten gesammelt worden. 

Euschmidtia Karsch. 

Euschmidtia congana n. sp. 

Type: 9, Wald zwischen Irumu und Mawambi, Congostaat, April 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Xahe verwandt mit E. sansibarica Karsch, aber durch die Tegmina ver- 
schieden, die am Apex beinahe abgestutzt sind, und durch die abweichende 
Farbung. Die Beine weisen weder Schwarz noch Griin auf. 

Gr613e mittelmaBig ; Habitus wie bei dem Genus iiblich. Kopf scharf er- 
haben; Occiput regelmaBig und rundlich ansteigend, interocularer Vertex etwas 

5* 



68 

weniger als zweimal so breit wie das proximale Antennenglied, zweikielig; Fasti- 
gium etwas geneigt und in die Frontalcosta sehr eng abgerundet, Kiele erhaben, 
von dem Fastigium beinahe ansto!3end, von der Costa dorsad deutlich an- 
stoBend, mesad und ventrad durch einen schmalen Sulkus getrennt Facial- 
linie deutlich zuriicklauf end ; Antennen ungefahr ebenso lang, wie zwei Drittel 
der Breite des Kopfes; Augen maBig breit, aber etwas vorgewolbt. Pronotum 
etwas sattelformig, mit einem niedrigen Mittelkiel, der caudad ausgepragter ist, 
Kopfrand ausgerandet abgestutzt, Caudalrand mesad etwas dreieckig ausge- 
randet; Lateralloben deutlich langer als ihre groBte (caudale) Breite, cephaler 
Rand maBig bogenformig und nach dem schiefen, etwas ausgebauchten Ventral- 
rand zu deutlich abgerundet, Ventrocaudalecke etwas spitz, Ventralrand etwas 
ausgebuchtet. Tegmina reichen bis zum Distalrande des Proximalabdominal- 
segmentes, beinahe lanzettlich, Apex beinahe abgestutzt. Fliigel reichen bis 
zu den Enden der Tegmina. Ovipositorscheiden maBig lang, AuBenrand des 
dorsalen Paares zweireihig dornig, AuBenrand des ventralen Paares mit fiinf 
groBen Zahnen am linken und sieben kleinen Zahnen am rechten Rande; Supra- 
analplatte nicht gekielt, distad bogenformig; Cerci griff elf ormig, die Supra- 
analplatte nicht iiberragend; Distalabdominalsegmente gebildet wie bei E. sansi- 
barica. Vorder- und Mittelbeine maBig lang, schlank. Hinterschenkel reichen 
bis zur Mitte der Ovipositorscheiden, maBig schlank, sparlich bedornt (2 bis 4), 
an alien dreien dorsale Kiele, die fiinf Dornen in der Kniegegend klein; Tibien 
mit 14 bis 15 Dornen an jedem Rande, die auf dem Innenrande groBer als die 
des AuBenrandes; Hintertarsen beinahe zusammengedriickt, das Proximal- 
glied kiirzer als das distale. 

Hauptfarbe ockerfarben, die Vorder- und Mittelbeine gleichfarbig und rein 
in Farbe, Kopf und Gesicht mehr lederfarben. Tegmina mesad seehundbraun, 
nach den Seitenwanden zu blasser, Fliigel rauchfarben. Abdomen mit Bauch, 
Lateralmembran und ein betrachtlicher Teil des ganzen Apex gebr. umbra- 
farben, der Riicken des Abdomens mit einem Paar weiBlicher Flecken laterad 
auf jedem Segment, welche in langlichen Reihen angeordnet sind und distad 
undeutlich werden. Pronotum laterad etwas blasser als dorsad. Hinter- 
schenkel lohgelb, Genikularbogen, Rand der Genikularregion und Dornen 
schwarz; Hintertibien und Tarsen ockerfarben, Dornen schwarz. Augen loholiv. 

MaBe. 

Lange des Korpers 26 mm 

Lange des Pronotums 3 ,, 

Lange des Tegmens 5,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 14 

Der Typ dieser Species ist einzig. 



69 

Acridinae. 
Acrida Linnaeus. 1 ) 

Acrida turrita Linnaeus. 
1758. [Gryllus (Acrida)] turrita Linnaeus. 

>yst. Nat. X. Aufl., p. 427 [Afrika]. 

Sesse-Inseln, Victoria-Nyansa, u.Dezember 1890 (STUHLMANN), i reifes 
und i unreifes 9- Niemirembe, SW.-Ufer des Victoria-N}'ansa, 3. Novem- 
ber 1890 (STUHLMANN), 2. reife und i unreifes 9- Kafuro, Karagwe, Ende 
Februar 1891 (STUHLMANN), id*. Ruhanga, Mpororo, April 1891 (STUHL- 
MANN), 2 99- Niansa, Ruanda, in einer Hb'he von 2500 m, n. August 
1907,. Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. Kiwu-See 
(Dr. R. KANDT), 2 : d*, 3 99, i Nymphe in Alkohol. Kissenji, Nordufer 
des Kiwu-Sees, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- Bugoie- 
\Yald, Ruanda, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 
i 9 in Alkohol. Steppe siidlich vom Albert-Edward-Nyanza, Dezember 

1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i r 71 , i 9- Beni, Semlikital, Congo, Januar 

1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 oV, I 9 in Alkohol. Mboga, am Ab- 
hang des Semlikitales, Congo, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9, 
i unreifes d*. 

Die Exemplare von den Sesse-Inseln und von. Niemirembe zeigen einige 
Yerschiedenheiten vom gewohnlichen Typ der Species, besonders in der schmaleren 
Scheibe des Pronotums und nahern sich hierdurch in etwas der A. Stall; es scheint 
uns jedoch infolge sorgfaltiger \ T ergleichung mit den Exemplaren der letzteren 
Spezies aus Liberia, daB das Material vom Nyanza die .4. turrita reprasentiert. 
Wir folgen demnach KIRBY, wenn wir die Bezeichnung turrita statt nasuta fiir 
diese Species aiiwenden, denn auch LiNNEEs Beschreibung der nasuta paBt 
offenbar nicht fiir diese Species, da die blutroten Fliigel bei der vorliegenden Form 
nicht vorhanden sind. 

Unreife Exemplare dieses Genus sind von nachstehenden Fundorten in der 
Sammlung enthalten: 

LTsambara, Tanganjika-See, November bis Dezember 1907 (VON STEG- 
MANN und STEIN), ein Alkoholpraparat. Kissenji, Kiwu-See, Februar bis 
November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), ein Alkoholpraparat. Siid- 
Ost-Ufer des Kiwu-Sees, August 1907, ein Alkoholpraparat. Steppe in der 
Nahe von Kasindi, Januar 1908, ein Alkoholpraparat. Buschsteppe, Fort 
Beni, Semlikital, Januar 1908, ein Alkoholpraparat. Kassenge, Albert- 
Nyanza, Marz 1908, 6 Alkoholpraparate. 



x ) Acrida ^ii^anten (Fuessly). Erwahnt von KlRBV (in Johnston, Uganda Protect. I p. 468 
von Uganda. Acrida ni/csci'iis (Beauvois). Erwahnt von GlGLIO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 303) von Entebbe, Sanda und Mitiana, Uganda und Ibanda, Toro. 



Cannula Bolivar. 



Cannula linearis (Saussure). 
1861. Calamus linearis Saussure. 

Ann. Soc. Entom. France (4) I p. 476 [Wohngebiet unbekannt]. 

Steppe nahe bei Kassindi, Albert-Edward-Nyanza, Januar 1908 (Deutsch- 
Zentr.-Afr.-Exp.), I o*, 99 in Alkohol. Kiwu-See (Dr. R. KANDT), 2 Nym- 
phen in Alkohol. 

Die vorliegenden Fundorte sind die ersten fur diese Species aus der Seen- 
region. 

Odontomelus Bolivar. 1 ) 

Odontomelus 2 ) kivuensis n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit 0. romi Bolivar aus der Gegend der Stanley-Falle, jedoch 
durch den mehr eckig ausgerandeten Caudalrand der Pronotalscheibe und die 
geringere GroBe von ihm abweichend. Von brachypterus Gerstaecker unter- 
scheidet sich der Typ durch seine weniger zusammengedriickte Form und das 
kiirzere Fastigium sowie durch die weniger ver-langerten Augen; von fullonius 
Karsch durch die bedeutend geringere GroBe und die schmaleren Tegmina; 
von biafrensis Bolivar durch den deutlichen medianen Kiel des Pronotums, 
durch das stumpfere Fastigium und durch die geringere GroBe. 

GroBe mittelmaBig. Habitus maBig kraftig. Oberflache schwach ge- 
kornelt. Kopf an der vorstehenden dorsalen Oberseite beinahe gleich der Laiige 
der Scheibe des Pronotums; Fastigium mit samt dem Cephalrande der Augen 
an Weite gleich zwei Dritteln der Fastigiallange, Apex desselben stumpfwinklig, 
der Mittelkiel caudad iiber das Occiput verlangert, Lateralkiele deutlich, halb- 
elliptischer Quereindruck deutlich; Fastigiofacialecke beinahe abgestutzt, 
FacialauBenlinie stark zuriicktretend, zwischen den Augen beinahe ausgebuchtet ; 
Frontalcosta gefurcht, schmal und beinahe gleich dem Ocellus, sich ventrad 
regelmaBig erweiternd ; Gesicht gekornelt ; Augen maBig vorragend , beinahe ver- 
langert eiformig, in Lange beinahe gleich dem Infraocularteile der Backen; 
Antennen etwas kiirzer als Kopf und Pronotum zusammen, niedergedriickt, 
scheidenformig, die Distalhalfte viel schmaler als die Proximalhalfte und nur 

1 ) Diese und die folgenden Species (kwidschwianiis) zeigen einige Venvandtschaft an Par- 
paella Bolivar (Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IX, pg. 287) und ebenso zu Odontomelus, jedoch 
stecken sie offenbar in bezug auf ihren Gesamtcharakter zwischen beiden; deshalb erscheint es 
uns besser, den alteren Nanien auf die vorliegenden Exemplare anzuweiideii. 

-) Odontomelus brachypterus Gerstaecker. Erbeutet aus Fort Portal, Toro und Bihunga an 
der ostlichen Abdachung des Rmvenzori in einer Hohe von 2000 2400 in von GIGLIO-TOS (in 
Abruzzi II Ruwenzori I p. 304). Machaeridia bilineata Stal. Gefunden bei Ibaiida, Toro von 
GIGLIO-TOS. (Ebendaselbst p. 303.) 



7 1 

wenig konisch zulaufend. Pronotum scnvie Mittel- und Lateralkiele der Scheibe 
deutlich, die Lateralkiele leicht bogenformig, in der Nahe des Cephalrandes 
konvergierend, die Oberflache der Scheibe und noch deutlicher die der Lateral- 
loben reihig gerunzelt; Cephalrand der Scheibe beinahe abgestutzt, Caudalrand 
deutlich stump fwinklig ausgerandet; Prozonallange etwa dreimal so groi3 als die 
Metazonallange ; Dorsallange der Lateralloben etwa einundeinhalbmal groBer 
als deren Mittelbreite ; Cephalrand schiefwinklig ausgebuchtet, Caudalrand 
konkav bogenformig, Ventralrand in der cephalen Halfte leicht ausgerundet, 
Ventrocaudalwinkel rechtwinklig. Tegmina beinahe ebenso lang wie die Scheibe 
des Pronotums, lanzettlich, bis zum Apex der Caudalkoxen reichend, etwa ein- 
undeinhalbmal so lang als breit, Apex mafiig zugespitzt. Fliigel nur als winzige 
Streifchen vorhanden und unter den Tegmina verborgen. Abdomen sowie die 
nicht bedeckten Thorakalsegmente mit einem deutlichen medio-longitudinalen 
Kiel, dachformig; Supraanalplatte dreieckig, Apex abgerundet, eine medio- 
longitudinale Einbuchtung mit deutlich sichtbaren erhohten Randern vorhanden, 
die Einbuchtung ist schwach quergeteilt in zwei Teile ; Scheiden des Ovipositors 
nicht gezahnt. Vorderschenkel etwas kiirzer als die Lange der Pronotalscheibe. 
Hinterschenkel ma Big verlangert, schlank, den Apex des Abdomens nicht iiberragend; 
Tibien auswarts mit elf bis zwolf Dornen besetzt, innen warts mit je zwolf Dornen. 
Hauptfarbe zimtbraun auf dem Riicken, nach dem Bauche zu holzbraun, 
mit einer mehr oder weniger deutlichen dorsalen medio-longitudinalen holz- 
braunen Linie, die mit einem vandyckbraunen schmalen Rande versehen ist. 
Kopf, Pronotum und Abdomen zeigen ebenfalls mehr oder weniger zahlreiche 
Punkte von vandyckbrauner Farbung. Augen proutschenbraun, Antennen von 
derselben Farbe, distad angedunkelt ; Tegmina mesad mit vandyckbraunen Linien ; 
Genicularregion der Hinterschenkel dunkelmarsbraun, die Bogen vandyckbraun 
liniert, Hintertibien und -tarsen loholivfarben. 

Ma Be. 

Lange des Korpers 29,5 mm 

Lange des Pronotums (median) .... 4,8 ,, 

Lange des Tegmens 4,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 14,8 ,, 

Die Mannchen zeigen denselben Hauptcharakter wie die Weibchen und wei- 
chen nur in solchen Punkten von der weiblichen Form ab, wie sie durch das 
Geschlecht bedingt sind, auch zeigen sie einen schlankeren Habitus. Das Fasti- 
gium ist nur sehr wenig schmaler, die Fastigiofacialecke mehr abgerundet; die 
Antennen langer, die scheidenformige Basis kiirzer und w^eniger deutlich. Die 
Hinterschenkel ragen ein wenig iiber den Apex des Abdomens hinaus. Die Sub- 
genitalplatte des Mannchens ist vorgezogen, scharf konisch, die Verlangerung 
ebenso lang wie die Supraanalplatte; Cerci griffelformig. In der Farbe unter- 
scheiden sich die Mannchen ziemlich bedeutend ; sie zeigen dorsad eine fast iiber- 



72 

all gleichmaBige marsbraune Farbung und sind ventrad von einer medio-lateralen 
Linie ockerbraun; Spuren eines breiten, schwach brauiilichen Postocularstreifens 
vorhanden; Augen und Antennen vandyckbraun ; Beine wie beim Weibchen, 
jedoch in der Caudalgenikularregion dunkler und am distalen Ende der Hinter- 
tibien tief dunkelbraun. Ein paratypisches Mannchen hat folgende AusmaBe: 

Lange des Korpers 20,5 mm 

Lange des Pronotums 3,4 ,, 

Lange des Tegmens 2,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 12 ,, 

AuBer der Type wurden noch untersucht: 

2 paratypische c f, I 9 und zwei unreife Exemplare von den Kwidschwi- 
Inseln; I 9 von der Wau-Insel, Kiwu-See (September 1907) und I 9 von 
Niansa, Ruanda (ungefahr 1500 m, n. August 1907), samtlich Alkohol- 
praparate. 

Die untersuchten Exemplare zeigten, daB die Species sowohl in GroBe als 
auch in bezug auf Farbe betrachtlichen Abweichungen unterliegt. Das Exemplar 
von Ruanda ist fast durchweg einfarbig gelb mit Ausnahme der Mediolongitu- 
dinallinie, das damit verglichene Weibchen von den Kwidschwi-Inseln ist, was 
Farbe anbetrifft, fast ein Duplikat der Type, es ist jedoch groBer. Das Exem- 
plar von der Wau-Insel hat die Muster der Type, wahrend sein Farbenton mehr 
purpurbraun erscheint. Diese letzte Farbenabweichung ist wohl auf die Ein- 
wirkung der Aufbewahrungsfliissigkeit zuriickzufiihren. 

Odontomelus kwidschwianus n. sp. 

Type: 9, Insel Kwidschwi, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit 0. kiwuensis, jedoch abweichend davon durch die langeren 
weniger stark sabelformigen Antennen, nicht reihenformig gerunzeltes Abdomen 
und ebensolche Lateralloben des Pronotums, durch langere Vorder- und Mittel- 
beine und durch das deutlich breitere Sternum. Von 0. ronii, brachypterus, 
fullonius und biafrensis unterschieden durch die gleichen Charaktere wie 0. ki- 
wuensis. 

Von mittelmaBiger GroBe; Habitus und Oberseite wie bei 0. kiwuensis, 
jedoch sind die Runzeln unregelmaBiger und weniger linear, nicht sehr deutlich 
an den Lateralloben des Pronotums. Kopf wie bei 0. kiwuensis, jedoch sind die 
Antennen fast um die Fastigiallange langer als die Dorsallange des Kopfes 
und des Pronotums, niedergedriickt, schwach scheidenformig und in der distalen 
Halfte merklich schmaler. Pronotum wie bei 0. kiwuensis, aber die Lateralkiele 
cephalad nicht bogenformig konvergent, dafur aber buchtig, fast parallel, und 
der Caudalrand der Lateralloben ist mehr bogig gekriimmt als konkav ausgerundet. 
Tegmina merklich kiirzer als die Lange der Scheibe des Pronotums und bis zur 




73 

Mitte der Caudalkoxen reichend, lanzettlich, etwa dreimal so lang als breit, 
Apex spitz. Fliigel sehr klein, unter den Tegmina vollig verborgen. Abdomen 
mit Anhangen wie bei 0. kiwuensis. Vorderschenkel gleich der Mediodorsallange 
des Pronotums. Hinterschenkel verlangert, schlank, bis zumEnde der Ovipositor- 
scheiden reichend; Hintertibien am AuJ3enrande mit elf bis dreizehn, am Innen- 
rande mit zwolf bis dreizehn Dornen. 

Hauptfarbe dunkelbraun, mit unregelmafiigen Sprenkelungen und Wolken 
von vandyckbrauner und seehundbrauner Farbe; Bauch holzbraun; Genikular- 
region der Hinterschenkel verwaschen seehundbraun ; Hintertibien an ihrer Basis 
roh umbrafarben, Dornen an der Spitze schwarz. 

Mafie. 

Lange des Korpers 30 mm 

Lange des Pronotums 5 ,, 

Lange des Tegmens 4,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel ... 21 

Es ist nur die Type bekannt. 

Paralobopoma n. gen. 

Weicht von Lobopoma Karsch l ) ab durch den deutlich ausgerundeten Caudal- 
rand der Pronotalscheibe, durch den ausgebuchteten Ventralrand der Lateral- 
loben des Pronotums sowie durch die deutlichen linearen und lateralen Tegmina. 

Antennen beim Mannchen leicht, beim \Yeibchen maBig scheidenformig 
proximad, niedergedriickt. Fastigium, Vertex und Occiput mit einem feinen medio- 
longitudinalen Kiel; Fastigium maBig vorragend, winklig beim Mannchen, 
abgerundet beim Weibchen. Pronotum dorsad dachformig abgeflacht, Lateral- 
kiele an der Prozona deutlich aber schwach, an der Metazona undeutlich, caudad 
etwas divergierend; Hauptquersulkus den Kiel caudad von der Mitte deutlich 
durchschneidend, Prozona iiber zweimal langer wie die Metazona, am Lateral-, 
aber nicht any Mediankiel von einem Quersulkus durchschnitten ; Cephalrand 
der Scheibe abgestutzt, Caudalrand stark stumpf winklig ausgerandet; Lateral- 
loben am Ventralrande cephalad stark buchtig ausgerandet, caudad ausgebuch- 
tet. Tegmina lateral, lappenformig, beinahe lanzettlich, proximad sich verschma- 
lernd, Apex stumpf abgerundet, nicht langer als das Pronotum. Metasternalloben 
bei beiden Geschlechtern nicht zusammenstoBend. Beine schlank. Hinterschenkel 
beim Weibchen mehr, beim Mannchen nur wenig den Apex des Abdomens iiberragend. 

Type - - P. bugoiensis n. sp. 

Paralobopoma bugoiensis n. sp. 

Type: 9, Bugoie-Wald, nordwestlich von Ruanda, Hone ungefahr 
2500 m (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 



1 ) Entom. Zeit. Stettin VII p. 253 (1896). 



74 

Von ziemlich kleiner Gestalt; Habitus beinahe spindelformig (mehr wie 
bei Lobopoma); Oberflache gekornelt punktiert mit Ausnahme der Seitenflachen 
des Abdomens und des Bauches, die beinahe glatt sind. Kopf am Riickenteile 
beinahe gleich dem Pronotum; Fastigium sehr wenig breiter als lang, maBig 
abgerundet; Rander kaum erhaben, laterad kurz beinahe parallel; Lateral- 
griibchen felilen; Fastigiofacialecke beinahe rechtwinklig ; Faciallinie ventrad 
betrachtlich zuriickweichend, zwischen den Antennen leicht bogig ausgebuchtet; 
Frontalcosta ziemlich schmal, beinahe parallel mit Ausnahme einer leichten 
interantennalen und einer ventralen, praklypealen und terminalen Ausbreitung, 
dorsad zweireihig punktiert, ventrad gefurcht punktiert; Augen grob eiformig, 
Apex dorsocephalad, ein klein wenig langer als der Infraokularsulkus, doch leicht 
vorragend ; Antennen etwas langer als Kopf und Pronotum zusammen. Pronotum 
caudad auf der Scheibe und in der Metazona der Lateralloben deutlich reihig 
gekornelt; Lateralloben dorsad deutlich langer als breit, beide Winkel beinahe 
stumpfwinklig, Caudalrand deutlich s-formig gekriimmt. Tegmina reichen sehr 
wenig caudad der Abdominalohren, dorsad durch eine Flache getrennt, die der 
Dorsalbreite des Pronotums gleichkommt. Abdomen dorsad gekielt; Ovipositor- 
scheiden unbe waff net. Zwischenraum der Mesosternalloben leicht quer, Caudal- 
ecken der Loben stark abgerundet ; Zwischenraum zwischen den Metasternalloben- 
quer, beinahe keilformig. Vorder- und Mittelbeine maBig lang, schlank. Hinter- 
schenkel etwas schlanker; Hintertibien sehr wenig kiirzer als die Schenkel, an der 
Innenseite mit zehn bis elf, an der AuBenseite mit acht bis neun Dornen besetzt. 

Hauptfarbe dorsad braunrot, ventrad loholiv, an den Seiten gebr. umbra- 
bis vandyckbraun. Augen glanzend schwarz; Antennen braunrot, nach unten 
zu etwas dunkler. Tegmina von der Farbe der Seiten. Vorder- und Mittelbeine 
von der Farbe der Seiten. Hinterbeine braunrot mit einigen leicht angedeu- 
teten dunkleren dorsalen Flecken, Seitenflache der Genikularregion seehundbraun, 
Distal- und Proximalenden der Caudaltibien verwaschen braun, die dazwischen 
liegende Region lohbraun, Dornen mit schwarzer Spitze. 

Ein mannliches Individuum weicht von der weiblichen Type^durch folgende 
wichtige Bigentiimlichkeiten ab: GroBe klein; Habitus schlanker als beim 
Weibchen. Fastigium etwas mehr winklig als das des Weibchens; Antennen 
ungefahr zweimal so lang als Kopf und Pronotum zusammen; Frontalcosta 
deutlicher gefurcht als beim Weibchen. Mesosternalloben durch einen schmalen, 
longitudinalen, beinahe keilformigen Zwischenraum getrennt, caudad nicht 
anstoBend. Apex des Abdomens leicht erhaben, kaum zuriickgebogen ; Dorsal- 
flache der Supraanalplatte von elliptischem Umrii3, proximad leicht eingedriickt, 
aber weder gekielt noch gefurcht, Cerci griffelformig, stumpf, etwas caudad 
vom Apex der Supraanalplatte reichend; Subgenitalplatte stumpf koiiisch, 
nicht verlangert; Apex etwas quer, beinahe abgestutzt. Farbe des Riickens wie 
beim Weibchen, Bauchfarbe cremelederfarben, Farbe der Seiten wie beim Weib- 
chen, jedoch auf ein breites, postokulares Band an Kopf und Pronotum be- 



75 

schrankt, das caudad nach dem Apex des Abdomens hin sich verschmiilert, 
der iibrige Teil der Seiten 1st von der Farbe des Bauches. Augen wie beim Weib- 
chen, Antennen ahnlich so, jedoch in der distalen Halfte vandyckbraun gewolkt. 
Beine gelber als beim Weibchen, Hinterschenkel nach dem Bauche hin weiBlich. 

MaBe. 

c* 9 (Type) 

Lange des Korpers 14,5 mm 23,4 mm 

Lange des Pronotums. . . . 2,6 ,, 3.4 ,, 

Lange des Tegmens .... 2,8 ,, 3,6 ,, 

Lange der Hinterschenkel . I'o ,, 12,6 ,, 

AuBer der Type wurde eine Serie von 21 reifenc f, 78 reifen 99 und 4 un- 
reifen Exemplaren, samtlich in Alkohol und aus dem Bugoie-Walde untersucht. 
Die ganze auBerst interessante Serie wurde durch v. STEGMANN und STEIN 
(Februar bis November 1908) gesammelt mit Ausnahme der Type und zweier para- 
typischer 99, die von der Deutschen Zentral-Afrika-Expedition geliefert worden 
sind. Bin einzelnes d" wurde von SCHUBOTZ im Rugege-Walde, siidwestlichen 
Ruanda, in einer Hohe von ungefahr 1800 m, am 20. August 1907 gefunden. 

Die Untersuchung einer so groBen Anzahl von Exemplaren zeigt deut- 
lich, daB das mannliche Geschlecht in der GroBe betrachtlich variiert. Die an- 
gegebenen ]\IaBe sind Durchschnittswerte. Die Farbung der Mannchen bleibt 
konstant, wenn auch die Riickenfarbe zu einer tieferen Tonung neigt. Die 
Weibchen dagegen zeigen in bezug auf GroBe nur geringe Abweichungen, wah- 
rend sie in der Farbe ungemein variieren. Von einem extremen Fall, bei 
welchem eine fast iiberall gleichmaBig griinlichgelbe Farbung vorherrschte 
mit leicht angedunkelten Genikularregionen und Tegmina findet ein t)bergang 
statt nach der in der Type beobachteten Farbung bis zu einer Farbe, die fast 
das gerade Gegenteil von der Farbung des Mannchens darbietet. Die bleichere 
Farbe ist immerhin sehr selten in denSerien, wahrend die Farbe der Type und die 
der ihm am nachsten stehenden Stiicke bedeutend haufiger vorkommt. 

Paracomacris Karsch. 1 ) 

Paracomacris 2 ) stenopterus (Schaum.) 
1853. Chrysochraon stenopterus Schaum. 

Ber. Akad. Wiss. Berlin 1853 p. 779. 

Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza, 10. Dezember 1890 (STUHLMANN), 2 99- 
Undussuma, Hohe 1050 m, siidwestlich vom Albert-Nyanza, 23. 29. Juli 



J ) Die Bestimmung der Type Ditronia Stal durch KARSCH (Entom. Xachr. XXVI p. 276) 
als chloronota Stal, setzt STALS Genus im Zusaminenhang mit dem gegemvartigen Genus auBer Be- 
tracht. Der von KARSCH aufgestellte Name Paracomacris ist daher der giiltige. Die Species Para- 
comacris deceptor Karsch, begriindet auf Duronia scnncannata Karsch (nee Gerstaecker) ist so 
diirftig definiert, da 13 \vir ihre \"erwandtschaft mit den zwei hier behandelten Species iiicht ent- 
scheiden konnen. BOLIVARs Diir^nia tricariuata und pooensis gehoren zu diesem Genus. 

2 ) Diese Species fallt nicht strikte unter Paracomacris (Ihtronia) in BOLIVARs Tabelle der 



76 

1891 (STUHLMANN), i :", 2 99- Kassenje, Albert -Xyanza, Marz 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i cf in Alkohol. 

Paracomacris centralis n. sp. 

T} T pe: cf, Undussuma, siidwestlich vom Albert-Nyanza, Hohe 1050 m, 
23. Juli 1891 (STUHLMANN) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit P. stenopterus (Schaum), jedoch abweichend durch die weniger 
ausgebreiteten Tegmina, den etwas schlankeren Distalteil der Hinterbeine und 
die mehr braungewolbten Fliigel. KARSCHS deceptor ist so sparlich charakteri- 
siert, daB wir gar keine Vergleiche mit ihm aufstellen konnen. BOLIVARS tri- 
carinata und pooensis sind mit der neuen Form nahe verwandt, scheinen aber 
in gewissen Eigentiimlichkeiten abzuweichen. 

GroBe und Habitus ahnlich P. stenopterus. Kopf wie bei stenopterus, aber 
die Fastigiofacialecke ist etwas mehr abgerundet und weniger abgestutzt. 
Der Lateralkiel des Pronotums etwas mehr vorragend als bei stenopterus und an 
der Metazona starker angedeutet als bei stenopterus. Tegmina viel schwacher 
als bei stenopterus, fast funfuiideinhalbmal langer als an ihrer breitesten Stelle; 
wahrend- bei stenopterus die gleiche Messung nur eine vierundeinhalbmal so groBe 
Lange ergibt; Humeralflache schmal, durchaus nicht verbreitert, wie bei P. stenop- 
terus und kaum so breit wie die vordere Intercalarflache, wahrend sie bei stenop- 
terus einundeinhalb mal so breit ist; Costalrand mesad fast gerade, nicht bogen- 
formig, wie bei den alteren Species. Fliigel wie bei stenopterus, aber mit zahl- 
reicheren Queradern und folglich mit zahlreicheren Bezirken. Abdomen wie 
bei stenopterus, aber die Cerci etwas kiirzer und schlanker. Hinterschenkel 
etwas schlanker als bei stenopterus und im progenikularen Drittel mehr verengt; 
Tibien wie bei stenopterus. 

Farbe wie bei stenopterus, jedoch in der distaleii Halfte der Fliigel ausge- 
sprochener braungewolbt. 

MaBe. 

Lange des Korpers 15 mm 

lyange des Pronotums 3 ,, 

Lange des Tegmens 13 

Lange der Hinterschenkel 10 ,, 

AuBer der mannlichen Type haben wir I paratypisches 9 und 3 0*0* sowie 
3 99 vom Kiwu-See, Alkoholpraparate, gefangen von Dr. KANDT, untersucht. 
Wahrend die Verschiedenheitscharaktere der neuen Form weniger ausgepragt sind 
als bei dem Mannchen, sind die weiblichen Tegmina viel schmaler als bei dem 

Genera (Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IX p. 289), da das verbreiterte Scapularfeld der mannlichen 
Tegmina es in die Reihe der Chrysochraontes stellen wiirde. Die Originalfigur von stenopterus (der 
Type des Genus) zeigt jedoch ein solches, wie es beim Mannchen gefunden wurde. Offenbar ist die 
Verbreiterung des Scapularfeldes in dieser Gruppe von geringerer Bedeutung als in einigen anderen, 
da diese Species sicherlich nicht mit den Chrysochraontes verwandt ist. 



77 

gleichen Geschlecht bei stenopterus , jedoch ohne eben die geringere Entwick- 
lung der Humeralflache , wie solche bei stenopterus vorhanden. Die schlankeren 
Hinterschenkel von centralis sind sowohl beim Weibchen als auch beim Mannchen 
wahrnehmbar. 

Paracomacris pooensis (Bolivar). 
1905. Duronia pooensis Bolivar. 

Mem. R. Soc. Espan. Hist. Nat. I p. 221 [Santa Isabel und Concepcion, Fernando Po]. 

Umgegend des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), i < ' in Alkohol. 
Dieses Individuum der Species zuzuteilen, erscheint zweifelhaft, denn wah- 
rend es zum groBeren Teile mit der Beschreibung BOLIVARS iibereinstimmt, 
weicht es in der hinteren Furche der Pronotalscheibe ab, indem sich diese hinter 
der Mitte, anstatt in der Mitte befindet. Die Mafle sind genau dieselben, wie 
BOLIVAR sie angibt, und die Farbung ist ahnlich mit Ausnahme einer Aufhellung 
der Lateralbinde, die durch die Aufbewahrung des Individuums in Alkohol ver- 
ursacht worden ist. Diese Species scheint also folgerichtig zu Paracomacris zu 
gehoren. 

Duronia Stal. 1 ) 

Duronia chloronota (Stal). 
1876. [Phlaeoba] chloronota Stal. 

Ofver. K. Vetensk. -- Akad. Forhandlingar. 1876, n. o. 3 p. 48 [Damaraland]. 

Kafuro, Karagwe, westlich vom Victoria-Nyanza, 29. Februar 1891 
(STUHLMANN), i cf. Ufer des Russisi-Flusses (Ebene) auf der Congo- 
Seite (R. GRAUER), i Q in Alkohol. 

Diese Stiicke fallen tmter SjOSTEDTs MaBangaben fiir die Species. 2 ) Dies 
ist offenbar die erste Erwahnung der Species aus Zentralafrika. 

Duronia victoriana n. sp. 

Type: 9, Niemirembe, siidwestlich vom Victoria-Nyanza, 3. November 
1890 (STUHLMANN) [Berliner Museum]. 

Diese neue Form ist nahe verwandt mit D. laeta (Bolivar) aus Madagascar, 
unterscheidet sich jedoch durch die Hauptquerfurche, die durch die Mitte des 
Pronotums geht, sowie durch gr613ere Gestalt; ferner dadurch, dai3 die Scapular- 
flache keine griine und die Radialadern keine schwarzliche Farbung zeigen; 
auch sind die Hinterfui3e nicht sonderlich behaart. Die beiden Formen stimmen 
iiberein in den regelmai3ig divergierenden Lateralkielen des Pronotums und 
anderen Hauptmerkmalen. 

a ) Wir konnen mit BOLIVARs Beweisgriinden in bezug auf Amvendung dieses Nainens (Mem. 
Soc. Ent. Belg. XVI p. 99 FuCnote) nicht iibereinstimmen, \veil wir der Ansicht sind, daC die Fest- 
stellung des Namens chloronota als den Typus von KARSCH den Vorschlag von BOLIVARs neuen 
Namen Rodunia unnotig macht. AuI3erdem erscheint uns diese Bezeichnung nichts weiter als ein 
Synonym von Duronia, da sie denselben Genotypus haben. 

2 ) Wissenschaftl. Ergebn. Schwed. Zool. Exp. Kilimandjaro pt. 17 p. 162. 



7 8 - 

GroBe ziemlich betrachtlich; Habitus mehr wie bei D. chloronota. Kopf 
am vortretenden Dorsum deutlich kiirzer als das Dorsuni des Pronotums; groBte 
Breite des Fastigiums kaum groBer als dessen Lange, abgerundet, Rander gar 
nicht erhaben, Mediankiel beinahe verschwunden ; Griibchen kaum angedeutet, 
ventral; Fastigiofacialecke etwas abgerundet, Gesicht betrachtlich zuriicktretend; 
Frontalcosta breit, ventrad leicht verbreitert und dorsad scharf verengert, am 
Ocellus leicht zusammengezogen , gefurcht; Antennen deutlich kiirzer als die 
Lange von Kopf und Pronotum; niedergedriickt, proximad maBig verbreitert und 
scheidenformig; Augen eiformig, kaum hervorragend. Pronotum weniger als 
einundeinhalbmal so lang als die groBte caudale Breite seines Dorsums, Lateral- 
kiele caudad regelmaBig aber nicht bedeutend divergierend, an dem Mediankiel 
vorragend, alle drei und durch den Hauptsulkus durchschnitten, cler den Mittel- 
kiel in der'Mitte schneidet; Cephalrand der Scheibe abgestutzt, Caudalrand 
stump fwinklig; Metazona reihig gekornelt; Lateralloben dorsad langer als breit, 
Ventralrand buchtig, Ecken nahezu rechtwinklig. Tegmina iiberragen die 
Femurralspitzen um fast die Lange des Kopfdorsums; Interkalaradern nicht 
vorhanden. Mesosternalloben durch einen leicht longitudinalen Zwischenraum 
getrennt; Metasternalloben betrachtlich davon getrennt. Hinterschenkel schlank ; 
Hintertibien auBen mit dreizehn, innen mit zwolf Dornen be waff net. 

Hauptfarbe walnuBbraun, Dorsalteil der Lateralloben dunkler, seehundbraun, 
dieselbe Farbe mehr oder weniger deutlich vorhanden auf der proximalen Halfte 
der Tegmina. Fliigel glasartig, das Axillarfeld zum groBen Teile weiBlich, Apex 
beinahe braun gewolkt. Abdomen am proximalen Teile dorsad gewiirznelkebraun 
gezeichnet. Hinterschenkel proximad und ein groBer Teil des Bauches matt 
isabellfarben. 

MaBe. 

Lange des Korpers 31 mm 

Lange des Pronotums 6,2 

Lange des Tegmens 28 

Lange der Hinterschenkel 20 

Die Type dieser Species ist einzig. Die Ahnlichkeit dieser Species mit dem 
amerikanischen Truxalis brevicornis ist ebenso iiberraschend als die mit D. chloronota. 

Duronia duria Karsch. 1 ) 2 ) 
1896. Duronia duria Karsch. 

Entom. Zeit. Stettin LVII p. 252 [Karewia, Zentral-Afrika]. 

Ruwenzori (Westseite), in einer Hohe von 2500 m, Februar 1908 (Deutsche 



1 ) L>iese Species, ituriensis und pegasus, stimmeii in gewissen Erscheinungen mit D. chloronota 
nicht iiberein; ihre subgenerelle sovvie generelle Trennung erweist sich daher wohl als wiinschens- 
wert. Ihre Verwandtschaft mit Paracomacris dagegen ist nicht unwahrscheinlich, und das muB 
auch in einer kiinftigen Unterabteilung in Beriicksichtigung ziehen. 

s ) Duronia insipida Karsch, 1896. Ent. Zeit., Stettin LVII p. 252 [Sesse-Inseln, Victoria- 
Nyanza (STUHLMANN)]. 



79 

Zentr.-Afr.-Exp.), i ' in Alkohol. \Yald nordwestlich von Beni, Congo, 

Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I <f, I 9 (letzteres in Alkohol). 

Mboga, Congo, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I in Alkohol. 

Das Weibchen ist mit einigem Zweifel dieser Species uberwiesen, da es sich 

in einem unvollstandigen und unzureichendem Zustande befand. GiGLiO-Tos 

(in Abruzzi, II Ruwenzori, I p. 304) hat diese Species aus Entebbe und Mitiana, 

Uganda und Fort Portal und Ibanda, Toro erwahnt. 

Duronia ituriensis n. sp. 

Type: 9, Avakubi, Aruwimi-Ituribecken, Congostaat, 22. April 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit D. duria; das Fastigium jedoch stumpfer, weniger 
winklig und weniger eingedriickt, die Tegmina langer und die Frontalcosta 
weniger zusammengedriickt. 

GroBe ziemlich gering; Habitus maBig verlangert. Fastigium des Kopfes 
leicht spitzwinklig, der unmittelbare Apex abgerundet; Lateralrander caudad 
beinahe parallel; Oberflache der Fastigialscheibe kaum eingedriickt; Fastigio- 
facialecke abgerundet -rechtwinklig, Faciallinie ventrad von der subvertikaleii 
Supraantennalgegend deutlich zuriicklaufend; Frontalcosta ziemlich schmal, 
ausgenommen an der dorsalen Einschniirung, beinahe gleich dem Ocellus, ventrad 
leicht verbreitert und verschwindend, nicht gefurcht, rauh punktiert; Fastigial- 
griibchen nicht sichtbar; Antennen fadenformig, proximad beinahe nieder- 
gedriickt, die Lange des Kopfes und des Pronotums sehr wenig iiberragend; 
Augen maBig vortretend, in Lange beinahe gleich dem Infraokularteile der 
Wange. Dorsolateralkiele des Pronotums geradeund beinahe parallel bis zurMitte 
der Scheibe, von da an jedoch caudad leicht divergierend ; Cephalrand der 
Pronotalscheibe beinahe abgestutzt, Caudalrand verlangert, stumpfwinklig, 
die unmittelbare Ecke beinahe abgestutzt; Metazona und Prozona beinahe 
gleich in der Lange, Hauptquerfurche alle drei Kiele schneidend, Mediankiel 
sonst ungeteilt, Lateralkiele von der Fortsetzung der Hauptfurche einmal durch- 
schnitten; groBte Breite der Lateralloben gleich ihrer groBten dorsalen Lange, 
Ventralrand cephalad stark ausgebuchtet-bogenformig. Tegmina iiberrageii 
die Spitzen der Hinterschenkel nur ein wenig, Apices abgerundet; Marginalfeld pro- 
ximad maBig lappig, keine skapulare Verbreiterung ; eine unregelmaBige aber deut- 
lich interkalare Ader vorhanden. Zwischenraum zwischen den Mesoternalloben leicht 
quer; Zwischenraum zwischen den Metasternalloben longitudinal, keilformig. 
Hinterschenkel maBig verlangert und proximad betrachtlich blasig aufgetrieben. 

Hauptfarbe zimtbraun, ein breites postokulares Band von rotbrauner Farbe 
zieht sich iiber die Lateralloben des Pronotums, verbreitert sich caudad und wird 
siegelbraun an den Tegmina, deren diskoidales Feld es ganzlich bedeckt mit 
Ausnahme eines Teiles von kleinen, fast glasigen Feldern. Farbe der Pleuren 
eine Mischung der Hauptfarbe und rotbraun; Seiten der proximalen Abdominal- 



8o 

segmente vandyckbraun gefarbt. Beine rotlich zimtfarben, mehr oder weniger 
dunkelbraun punktiert; Hinterschenkel in der Genikularregion mehr oder weniger 
braungewolkt; Hintertibien blaBgraublau , proximad und distad braungewolkt, 
Dornen an den Spitzen schwarz. Fliigel in der distalen Halfte und entlang dem 
Costalrande stark braungewolkt, in der proximalen Halfte der Scheibe stumpf 
weiBlich. Augen vandyckbraun. 

MaBe. 

Lange des Korpers 21,4 mm 

Lange des Pronotums 4 

Lange des Tegmens 17 ,, 

Lange der Hinterschenkel 12 

Zusammen mit der Type wurden untersucht I einzelnes 9 (in Alkohol) 
von Mgoba, Congo, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) und ein paar Stiicke 
(in Alkohol) von Mawambi Iturital, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.). 

Der weibliche Typ ist etwas groBer als die beiden anderen, wahrend 
das Mawambimannchen vom anderen Geschlecht in folgenden Einzelheiten 
abweicht: Fastigium sehr wenig starker eckig; Frontalcosta mafiig gefurcht; 
Antennen deutlich langer als Kopf und Pronotum; Augen langer als der 
infraokulare Teil der Wange; Lateralkiele des Pronotums mehr stufenweise 
in ihrer ganzen Lange divergierend ; Metasternalloben caudad sehr nahe zusam- 
menstoBend; Tegmina die Spitzen der Hinterschenkel nicht iiberragend. 

MaBe des a*. 

Korperlange 9,5 mm 

Lange des Pronotums. . 3 ,, 

Lange des Tegmens . . 13 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10,5 ,, 

Duronia pegasus n. sp. 

Type: 9, Mboga, Westabhang des Semlikitales, Congostaat, Marz 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit D. duria und ituriensis] unterscheidet sich jedoch durch die 
viel langeren Tegmina, welche die Spitzen der Hinterschenkel um fast die pronotale 
Lange iiberragen, sowie durch die Lateralkiele des Pronotums, welche cephalad 
naher beieinander liegen und caudad viel starker divergieren. 

GroBe und Habitus wie bei D. ituriensis mit Ausnahme der langeren Tegmina 
und Fliigel. Fastigium wie bei ituriensis, jedoch mehr ausgehohlt; Fastigio- 
facialecke deutlich abgerundet, in die riicklaufende Faciallinie iibergehend; 
Frontalcosta maBig breit, dorsad von den Antennen maBig eingeschniirt und 
zwischen demselben leicht verbreitert, ventrad vom Ocellus leicht verbreitert, 
nicht gefurcht, rauhlich punktiert; Lateralgriibchen kaum angedeutet; Antennen, 
Kopf und Pronotum an Lange sehr wenig iiberragend; Augen maBig vorstehend, 



8i 

wenig langer als der Infraokularteil der Wange. Lateralkiele des Pronotums auf 
dem Riicken dicht nebeneinander und parallel zum zweiten Querfurche, von 
da an caudad deutlich divergierend und an dem Caudalteile der Metazona 
verschwindend, welch letztere dicht punktiert 1st; Cephalrand der Scheibe bei- 
nahe abgestutzt, Caudalrand stumpfwinklig; Metazona sehr wenig langer als die 
Prozona, Mediankiel nur einmal deutlich durchschnitten, Lateralkiele dreimal 
eingeschnitten ; groBte Breite der Lateralloben beinahe gleich der grofiten dorsalen 
Lange, Ventralrand cephalad stark buchtig ausgerandet. Tegmina verlangert, 
die Spitzen der Hinterschenkel um fast die Lange des Pronotums iiberragend.; 
Apex abgerundet; Costalrand proximad, sehr leicht lappig, Skapularausdehnung 
nicht vorhanden, eine rechte Interkalarader nicht vorhanden. Sternalzwischen- 
raume wie bei D. ituriensis. Hinterschenkel wie bei ituriensis, aber etwas schlanker. 
Hauptfarbe im Ganzen wie bei D. ituriensis, jedoch die Postocularlinie 
weniger klar ausgebildet und nur weniger dunkler als die Hauptfarbe. Die dis- 
koidalen und marginaleri Felder der Tegmina blasser als bei ituriensis und un- 
regelmaJBiger gefleckt mit weiBlichen kleinen, beinahe glasigen, grobquadratischen 
Feldern. Fliigel am Costalrande stark, im distalen Teile schwach braungewolkt, 
das Ubrige weiClich-glasig. Hinterschenkel schwach beinahe geringelt, am pra- 
genikularen Teile von bleicher Farbe; Hintertibien ahnlich jenen von ituriensis, 
jedoch auf ihrer ganzen Lange auch braunlich gefleckt mit Ausnahme eines blati 
graublauen postgenikularen Ringes. 

MaBe. 

Lange des Korpers 20 mm 

Lange des Pronotums 4 ,, 

Lange des Tegmens 19 

Lange der Hinterschenkel 12,5,, 

Zusammen mit der Type haben wir ein weibliches Stuck von Beni, Semiliki- 
tal (Januar 1908) untersucht, das sehr wenig kleiner und etwas dunkler in der 
Farbung war und dessen Lateralkiele an der Metazona am Innenrande schwarz- 
lich gerandet waren. 

Chirista Karsch. 1 ) 2 ) 

Chirista emini n. sp. 

Type: 9, Bugundi, siidwestlich vom Albert-Nyanza, 25. August 1891 
(STUHLMANN) [Berliner Museum]. 

*) Wir sind SjOSTEDT (Wissenschaftl. Ergebn. Schwed. zool. Exp. Kilimandjaro pt. XVII 
p. 165) nicht gefolgt in der Annahme, daB dieses Genus dasselbe wie Chortoicetes Brunner sei. Die 
Stiicke, welche von den meisten Autoren dem letzteren Genus zugerechnet werden, sind sehr ver- 
schieden von der Species Chirista, und in Anbetracht der Tatsache, daB Chortoicetes Brunner viel- 
leicht haltlos ist, seit keine Species dazu gehort, scheint es am besten zu sein, die Frage vorlaufig 
iioch offen zu lassen. Auf alle Falle ist der Typus Chortoicetes die erste von einem nachfolgendeu 
Autor bezeichnete Species, die sich als C. yorketownensis Brancsik, 1895 beschrieben, herausstellt ; 
eine Species, sehr verschieden von Chirista variaus Karsch, der Type des letzteren Genus. 

2 ) Chirista varians Karsch. Beschrieben aus Entebbe, Uganda und Fort Portal und Ibanda, 
Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 6 



82 - 

Unterschieden von C. flavolineata und C. manca Karsch durch die mehr 
gleichformig braungewolbten Tegmina und das breite gelbliche Ventrolateral- 
band. Von C. interrupta Karsch und flexuosa (SchultheB) unterscheidet sie sich 
durch die nicht unterbrochenen und nicht allmahlich verschwindenden Lateral- 
kiele des Pronotums sowie in einigen Details der Farbung. 

MittelmaBig groB; Habitus ziemlich kraftig. Vertex maBig aufgeblasen; 
Fastigium beinahe rechtwinklig, Rander kaum erhaben, Scheibe des Fastigiums 
maBig ausgehohlt; Fastigiofacialecke abgerundet; Gesicht maBig zuriicktretend ; 
Frontalcosta dorsad ziemlich schmal, unmittelbar ventrad von den Antennen 
bis zur Clypealsutur sich regelmaBig verbreiternd, nicht gefurcht, rauh punk- 
tiert; Lateralgrubchen langlich trapezformig, tief eingedriickt, Ventralrand 
nicht so deutlich wie der Dorsalrand; Antennen fadenformig, Kopf und Pronotum 
bedeutend iiberragend; Augen maBig vorragend, etwas langer als der Infra- 
kularteil der Wange. Pronotum und Scheibe mit deutlichen Kielen, die Later al- 
kiele stark bogenformig, cephalad maBig divergierend und caudad viel starker 
verbreitert, unmittelbar cephalad vom Caudalrande beinahe verschwindend ; 
die Kiele auf dem zwischen der ersten und zweiten Furche gelegenen Teile 
mehr eingescrmiirt ; Cephalrand abgestutzt, Caudalrand stumpfwinklig und im 
eigentlicheii Winkel recht stumpf; Metazona und Prozona fast gleich lang; 
Mediankiel nur von der Hauptfurche durchschnitten ; die Lateralkiele durch drei 
Sulci mehr oder weniger deutlich geschnitten; groBte Dorsallange der Lateral- 
loben beinahe gleich der Breite, Ventralrand cephalad stark buchtig ausgerandet. 
Tegmina bis zu den Spitzen der Hinterschenkel reichend, Apices abgerundet; 
Costalrand proximad deutlich lappig; suturale Verbreiterung nicht vorhanden; 
eine sehr unregelmaBige Intercalarader in der Mitte der Intercalarflache vor- 
handen. Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben sehr leicht quer; Zwi- 
schenraum zwischen den ]\Ietasternalloben kleiner, quadratisch. Hinterschenkel 
in der proximalen Halfte maBig aufgetrieben ; Hintertibien am AuBenrande 
mit zehn, am Innenrande mit elf Dornen be waff net. 

Hauptfarbe der Riickenseite des Kopfes, des Pronotums, des Analfeldes 
der Tegmina und ein Teil des Riickens vom Abdomen marsbraun; ein breites 
Postocularband von schwarzlicher Farbe, ventrad mehr oder weniger sparlich 
und unregelmaBig begrenzt, erstreckt sich liber den groBeren Teil der Lateral- 
loben des Pronotums, den Dorsalteil der sichtbaren Pleuren und verbreitert 
sich als breit ausgegossene, siegelbraune Fortsetzung iiber die ganzen Tegmina 
mit Ausnahme der Analfelder und der angrenzenden Teile der Discoidalfelder. 
Bauch sehr dunkel gummiguttgelb. Kopf, Gesicht und Ventralhalfte der Wange, 
Ventralteil der Lateralloben des Pronotums und der groBere Teil der Pleuren 
wachsgelb; Augen gebr.-umbrafarben; Antennen von der Farbe des Dorsums, 



Toro von GlGLlo-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 304). Chirista manca Karsch. Beschrieben 
von GlGLlO-TOS (Ibidem p. 304) aus Entebbe, Uganda. 



83 

werden in der distalen Halfte seehundbraun. Pronotum und ein sammetschwarzer 
dorsaler Teil des Postocularbandes, die Lateralkiele kreuzend und wie ein beinahe 
dreieckiger Fleck an den Seiten der Yorderhalfte der Metazona vorhanden; 
Ventrallinie des Postocularbandes schragund scharf heraustretend in der Metazona. 
Tegmina distad mit drei kleinen, schwach, gelblichen Flecken in der Nachbar- 
schaft der Hauptadern. Distalteil der Fliigel rauchfarben, Adern nahe an den Costal- 
randern braungewolkt, der Rand distad stark gewolkt, der Rest des Fliigels 
weiBlich-glasig. Abdomen distad vandyckbraun gewolkt. Das Genicularende 
der Hinterschenkel schwarzlich, ein breiter maschiger Pragenicularannulus leder- 
farben, der Rest vor dem Annulus lehmfarben, besonders an den Kielen schwarz- 
lich gewolkt, Ventralflachen blafi-orange ; Genicularregion der Hmtertibien und 
ein pramedianer Annulus schwarz, ein gut ausgepragter postgenicularer Annulus 
lederfarben, der Rest matt graublau ventrad und distad schwarzlich gewolkt, 
Dornen mit schwarzer Spitze. 

MaBe. 

Lange des Korpers 26,5 rnm 

Lange des Pronotums . . . 4,5 

Lange des Tegmens 20,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16 

Das mannliche Geschlecht 1 ) dieser Species unterscheidet sich von dem weib- 
lichen durch folgende Eigentiimlichkeiten: 

Fastigium maBig spitzwinklig , bedeutend ausgehohlt, der CaudalumriC 
der Aushohlung abgestutzt bogenformig, Fastigiofacialecke mehr schmal-rund- 
lich; Frontalcosta in ihrer ganzen Lange gefurcht; Antennen iiberragen Kopf 
und Pronotum um fast die Lange des letzteren. Zwischenraum zwischen den 
Metasternalloben sehr schmal, keilformig. 

MaBe. 

Lange des Korpers 18 mm 

Lange des Pronotums 3,7 ,, 

Lange des Tegmens 15,5 

Lange der Hinterschenkel 12,2 ,, 

Die Type ist das einzige Exemplar aus Bugundi, welches untersucht worden 
ist, jedoch ist auch von folgenden Lokalitaten Material zur Untersuchung ge- 
kommen : 

Wald nordwestlich von Beni, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i d" und i 9- Oberer Ituri, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I d" 
und i 9 in Alkohol. Mawambi, Ituri -Wald, April 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Avakubi, Aruwimi-Ituribecken, 22. April 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i d 1 in Alkohol. 

J ) Vom oberen Ituri. 

6* 



8 4 

Diese Serie zeigt, dai3 bei dieser Species in der GroBe nur eine geringe Ver- 
schiedenheit besteht, da nur die Tegmina der Mannchen einen Unterschied 
von einigen Millimetern aufweisen. Die Farbe des in Alkohol aufbewahrten 
Materiales ist kaum zu vergleichen mit der der trockenen Type, weil alle Spiritus- 
exemplare eine mehr rotlichbraune Farbung zeigen. Das trockene Mannchen 
nordwestlich von Beni unterscheidet sich hauptsachlich dadurch, daB die Dorsal- 
oberflache durchweg matt olivengriin gefarbt ist, wahrend Gesicht und die 
blasseren Teile der Kopfseiten, das Pronotum und die Pleuren zart-griinlich 
verwaschen erscheinen. Das trockene Weibchen nordwestlich von Beni zeigt, 
daB die braune Wolbung des Discoidalfeldes der Tegmina schwacher und be- 
deutend mehr eingeschrankt sein kann, als bei den anderen Exemplaren. 

Ich widme diese Species dem in der Geschichte Zentral-Afrikas einzig 
dastehenden Manne, dem Dr. EMIN PASCHA, der sein Leben bei der Expedi- 
tion verlor, durch welche uns der Besitz des typischen Exemplars der vor- 
liegenden Species gesichert wurde. 

Chirista lacustris n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit C. mama Karsch aus Adeli; unterscheidet sich durch ver- 
haltnismaBig kiirzeres Pronotum, ebensolche Tegmina und Hinterbeine und in 
einer Anzahl von Details der Farbung. 

Von ziemlich kleiner Gestalt; Habitus beinahe zusammengedriickt, langlich. 
Fastigium leicht spitzwinklig, caudad nach der Richtung zwischen den Cephal- 
randern der Augen hin ausgehohlt; Fastigiofacialecke wohl gerundet; Facial- 
linie riicklaufend; Frontalcosta breit, ventrad regelmaBig aber leicht verbreitert, 
nicht gefurcht, grob punktiert; Lateralgriibchen eingedriickt, langlich, bogen- 
formig, Ventralrand unvollstandig ; Antennen fadenformig, Kopf und Pronotum 
an Lange deutlich iiberragend; Augen nur wenig vorstehend, deutlich langer 
als der Infraocularteil der Wange. Lateralkiele des Pronotums viel weniger deut- 
lich und erhaben als der Mittelkiel, cephalad deutlich divergierend, caudad 
zwischen der ersten und zweiten Querfurche beinahe verschwindend und ganz 
verschwindend, bevor sie den Caudalrand des Pronotums erreichen; Vorder- 
rand der Scheibe beinahe abgestutzt, Caudalrand rundlich stumpf winklig ; 
Metazona etwas langer als die Prozona; Mediankiel deutlich nur einmal, Lateral- 
kiele dreimal eingeschnitten ; Breite der Lateralkolben gleich ihrer groBten 
Dorsallange; vordererTeil des Ventralrandes stark buchtig ausgerandet. Tegmina 
die Spitzen der Hinterschenkel leicht iiberragend ;. Apex auf der Costalseite bogen- 
formig, auf der Suturalseite schrag abgestutzt; Costalrand proximad deutlich, 
aber nicht stark lappig; Interkalarader deutlich, ununterbrochen , jedoch 



leicht unregelmaBig, im allgemeinen etwas naher am vorderen Ulnare als an der 
Mittelader. Zwischenraum zwischen den Mesosternallobeii beinahe quadratisch; 
Zwischenraum zwischen den Metasternalloben langlich-keilformig. Hinterschenkel 
verlangert, maBig schlank; Hintertibien mit elf bis zwolf Dornen bewaffnet. 

Hauptfarbeeisenhaltig, iiberlegtmitmaschiger, braunlichschwarzer Zeichnung ; 
Abdomen und Bauch holzbraun. Dorsum des Kopfes dunkler punktiert und ein 
ahnlich gef arbtes postoculares Band zieht sich iiber die Lateralloben des Pronotums, 
an der Prozona breiter als am Kopf und an der Metazona ziemlich plotzlich verbrei- 
tert. Augen bister; Antennen von der Hauptfarbe. Dorsum des Pronotums und 
die Lateralkiele mesad an der Metazona matt schwarz gerandet. Tegmina mehr 
oder weniger dicht mit den gewohnlichen quadratischen Flecken von dunklerer 
Farbe gesprenkelt, die Grundfarbe mesad und distad mehr weiBlich, die Zeich- 
nung groBer und regelmaBiger in der Xachbarschaft der Hauptadern. Fliigel 
distad schwach braungewolkt, in dem Proximalteile des Radiatfeldes weiBlich- 
glasig, Costalrand meso-distad stark braungewqjkt ; Hauptadern braungewolkt 
mit Ausnahme des weiBlich-glasigen Feldes. Abdomen an den Seiten proximad 
und distad von mehr oder weniger wechselnder dunklerer Farbe. Yorder- und 
Mittelbeine mehr oder weniger deutlich dunkelgesprenkelt oder braunlichschwarz 
geringelt. Genicularregion der Hinterschenkel mehr oder weniger gleichmaBig 
braunschwarz, ein heller Pragenicularannulus ockerfarben, und drei mehr oder 
weniger deutliche dorsale sowie ein deutlicher postmedianer ventraler Fleck 
schwarzlich; Hintertibien schwarzlich mit einem postgenicularen Ringel von 
klar graublauen und einer viel dunkleren postmedianen Ringelung von derselben 
Farbe, Dornen mit schwarzen Spitzen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 25 mm 

Lange des Pronotums 3,9 ,, 

Lange des Tegmens 18,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 13,2,, 

AuBer der Type ist noch ein paratypisches Mannchen untersucht worden. 
Das mannliche Geschlecht zeigt keine wichtigen Abweichungen vom weiblichen 
Geschlecht, abgesehen vom Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben, 
der leicht verlangert ist, und daB die Metasternalloben zusammenstoBen. Die 
]\IaBe des Mannchens sind folgende: 

Lange des Korpers 19 mm 

Lange des Pronotums 3,3 ,, 

Lange des Tegmens 16 

Lange der Hinterschenkel 12 



86 

Paracinema Fischer. 

Paracinema tricolor (Thunberg). 
1815. G[ryllus] tricolor Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Sc. St. Petersbourg V p. 254 [,, China"]. 

Mohasi See, Ruanda, Juli bis 29. Juli 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), 2 Q9 in Alkohol. Siidostliches Ufer des Kiwu-Sees, August 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Bugoie-Wald, Ruanda, 
Februar bis November 1908 (v. STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. 
Mawambi, Aruwimi-Ituri-Becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

Diese Exemplare zeigen betrachtliche GroBenverschiedenheiten, wie fol- 
gende MaBe veranschaulichen : 

Mohasi-See Mohasi-See Kiwu-See Bugoie-Wald 

Lange des Korpers 34 mm 40 mm 38 mm 35 mm 

Lange des Pronotums 6 6,5 ,, 7,5 6 

Lange des Tegmens 26,5 ,, 27,8 ,, 34 29 

Lange der. Hinterschenkel 17,8 ,, 19,5 ,, 22,5 ,, 18,5 ,, 

Die AusmaBe des Mawambi-Stiickes sind dieselben, wie bei BOLIVARS 

P. superba aus Ost-Afrika (Usambara) 1 ), aber die Merkmale des Fastigiums, 

des Gesichtes und der Farbung, wie sie fur diese Species angegeben worden 

'sind, sind sehr verschieden von denjenigen, die bei dem vorliegenden Exemplar 

ermittelt wurden. 

Ochrilidia Stal. 2 ) 

Ochrilidia stuhlmanni (Karsch). 
1896. Brachycrotaphus stuhlmanni Karsch. 

Entom. Zeit. Stettin LVII p. 262, Fig. pa. [Westlicher Issango 3 ), Zentral-Afrika]. 

Steppe in der Nahe von Kasindi, nordlich vom Albert-Edward-Nyanza, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 c ?, 2 99 in Alkohol. Beni, 
Semliki-Tal, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I d* in Alkohol. 
Kassenge, Albert-Nyanza, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9, eine 
Nymphe in Alkohol. 

Wir haben vorgezogen, KARSCH s stuhlmanni beizubehalten, anstatt einigen 
anderen Autoreii zu folgen und sie mit der senegalesischen steindachneri \-on 



1 ) Mem. R. Soc. Espaii. Hist. Nat. I p. 223, 1905. 

-) Wir seheu uns genotigt, der Ansicht KARSCH s nicht beizustimmen, nach der dieser Name 
synonj-m zu Platypterna (Entom. Zeit. Stettin LVII p. 262 263) ist, da STAL ohne Kommentar 
und ohne besondere Beschreibung Oponialci tryxalicera Fischer durch Monotypie zu seiner Type 
gemacht hat. Ohne Riicksicht auf das, was STAL selbst hatte, ist die Species tryxalicera Fischer 
die Basis fur Ochrilidia und infolgedessen ist Brachycrotaphus nur ein reines Synonym. 

3 ) Der Issango-FluB ist die obere Stromstrecke desSemliki-Flusses, siidwestlich von Ruwenzori. 



KRAUSS synonym zu setzen, well sie sich in einigen Punkten von der Gestalt 
der letzteren unterscheidet. 

Aiolopus Fieber. 1 ) 

Aiolopus thalassinus (Fabricius). 
1781. [Gryllus] thalassinus (Fabricius). 

Spec. Ins. I p. 367 [Italien]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), i c 71 , 4 99 in Alkohol. 

GiGUO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 304) hat diese Species aus 
Entebbe, Uganda beschrieben. 

Chortoicetes Brunner. 2 ) 

Chortoicetes fallax Karny. 
1907. C[hortoicetes] fallax Karny. 

Sitzungsberichte der K. akad. wissenschaftl. Wien, CXYI Abt. i p. 359 [Gondokoro; Zansibar]. 

Umgegend des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), i ' in Alkohol. Rugege-Wald, 
S.W.-Ruanda in ungefahr 1800 m Hohe, 20. August 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), I c*, I 9 in Alkohol. 

Chortoicetes subparallelus n. sp. 

Type: 9, Umgegend des Kiwu-Sees, Zentral-Afrika (Dr. KAXDT) [Ber- 
liner Museum]. In Alkohol. 

Diese Species bedarf wegen der nicht winkligen und im allgemeinen fast 
parallelen Lateralkiele des Pronotums keines Yergleiches mit den anderen 
Species des Genus. Jedoch ist sie sicherlich ein Glied dieser Gruppe. 

Grofie gering; Habitus fast zusammengedriickt, langlich. Fastigium recht- 
winklig, der eigentliche Winkel sehr kurz abgerundet, Rander sehr wenig erhaben, 
und die Scheibe maBig ausgehohlt, hintere Grenzlinie der Aushohlung fast ab- 
gestutzt, ein klein wenig vor dem Cephalrand der Augen stehend; Fastigio- 
facialecke ziemlich kurz abgerundet, Faciallinie betrachtlich zuriicktretend; 
Frontalcosta breit, beim Medianocellus leicht zusammengeschniirt, dorsad 
von demselben fast parallel, ventrad leicht ausgebreitet, in der Nachbarschaft 
des Ocellus breit gefurcht, im iibrigen eben, durchweg rauh punktiert; Lateral- 
griibchen langlich trapezformig, betrachtlich eingedriickt. Antennen fadenformig, 
die Lange von Kopf und Pronotum leicht iiberragend; Augen wenig vorstehend, 
deutlich langer als der Infraocularteil der Wange. Pronotum dorsad dreifach 
gekielt, der Mittelkiel nur einmal durchschnitten, Lateralkiele weniger deutlich 



1 ) Coryphoshna brevicortris Karsch. GlGLIO-TOS hat diese Species von Mitiana, Uganda be- 
schrieben (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 304). 

2 ) Beziiglich dieses Namens, der aus Brancsik 1895 zitiert sein kann, vgl. Seite 81. 



88 

als der Mittelkiel, fur eine kleine Strecke cephalad fast parallel, dann aber caudad 
leicht divergierend und kurz vor dem Caudalrande verschwindend, Lateral- 
kiele dreimal durchschnitten; Cephalrand der Scheibe bogig abgestutzt, Caudal- 
rand stumpfwinklig und am unmittelbaren Apex sehr kurz abgestutzt : Metazona 
siebartig punktiert, betrachtlich langer als die Prozona; Lateralloben ebenso breit 
als ihre groBte dorsale Lange. Tegmina verlangert, die Spitzen der Hinterschenkel 
um die Lange der Pronotums iiberragend; Apex abgerundet; Costalrand proximad 
leicht gelappt; Intercalarader deutlich, etwas unregelmaBig, im allgemeinen 
der vorderen Ulnare naher, als der Mittelader. Zwischenraum zwischen den 
Mesosternalloben beinahe quadratisch; Zwischenraum zwischen den Metaster- 
nalloben longitudinal, keilformig. Hinterschenkel langlich; Hintertibien mit zehn 
bis elf Dornen bewaffnet. 

Hauptfarbe zimtbraun mit Andeutungen eines breiten, ungleichen post- 
ocularen Bandes von rotbrauner Farbe am Kopfe, an den Lateralloben des 
Pronotums und den Pleuren. Tegmina seitlich von einem schwachen Dunkel 
entlang dem Humeralstamm, fast glasig. Fliigel glasig, an den Adern, mit Aus- 
nahme des dunklen Costalrandes, wei!31ich. Genicularbogen der Hinterschenkel 
schwarzlich; Hintertibien blaB-graublau, die Dornen mit schwarzen Spitzen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 20 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 

Lange des Tegmens 20 

Lange der Hinterschenkel 12,5 ,, 

Nur die Type dieser eigenartigen Form ist bekannt. 

Oedipodinae. 
Humbe Bolivar. 1 ) 

Humbe tenuicornis (Schaum). 
1853. Pachytylus tenuicornis Schaum. 

Monatsberichte der K. akad. Wissensch. Berlin 1853 p. 779. 

Sesse-Insel, Victoria -Nyanza, 10. 14. Dezember 1890 (STUHLMANN), 
i cf, i 9. Tanganjika-See (R. GRAUER), i 9 in Alkohol. 
Das Exemplar vom Tanganjika-See stimmt in seiner GroBe mit dem von 
SAUSSURE als typisch beschriebenen tenuicornis iiberein, wahrend die Tiere 
von der Sesse-Insel zur Varietat minor gehoren. 



1 ) Humbe pachytyloides Bolivar. Beschrieben aus Entebbe, Uganda von GIGLIO-TOS (in 
Abruzzi, II Ruwenzori I p. 305). Humbe thalassina (Kirby). 1902. Chloebora thalassina Kirby. 
Proc. Zool. Soc. London 1902. Vol. I p. 96 [Ruwenzori]. 



89 

Morphacris Walker. 

Morphacris sulcata ( Thunberg) . 
1815. G[ryllus] sulcatus Thunberg. 

Mt-iii. Acad. Imp. Soc. St. Petersbourg \" p. _ 34 [Fundort niclit aiigcgeben]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), i ' in Alkohol. Kissenji, Kiwu-See, Februar 
bis November 1908 (v. STEGMAXX und STEIN), i c 1 in Alkohol. Buessa, 
siidwestlich vom Albert-Nyanza, 12. August 1891 (STUHLMAXX), i c*. 
Beni, Semliki-Tal, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i c* , 2 99 in 
Alkohol. 

Diese Species wurde beschrieben aus Entebbe, Uganda von GiGUO-Tos 
(in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 305). 

Heteropternis Stal. 

Heteropternis kilimandjarica Sjostedt. 
1909. Heteropternis kilimandjarica Sjostedt. 

Wissenschaftl. Ergebn. der Schwed. zool. Exp. Kilimandjaro pt. XVII p. 174 [Kibonoto, 
Kilimandscharo]. 

Niansa, Ruanda, in eiiier Hohe von 1500 m, n. August 1907, Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 

Dieses Exemplar stimmt mit dem beschriebenen Stiicke vollig iiberein 
mit Ausnahme der etwas geringeren GroBe und der gelblichen statt der rosa- 
farbenen Fliigelbasis. Dieses letztere Merkmal variiert innerhalb der Species 
bei H. couloniana und bei den Species zahlreicher verwandter Genera. 

Heteropternis couloniana (Saussure). 
1884. Dittopternis couloniana Saussure. 

Prodr. CEdipod. p. 125 [Alatife, Guinea]. 

Rugege-Wald, SW.-Ruanda, in einer Hohe von ungefahr 1800 m, 20. Aug. 
1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. Kwidschwi- 
Insel, Kiwu-See, September 1907, (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 99 in Al- 
kohol. Bugoie-Wald, nordwestlich Ruanda, Februar November 1908 
(v. STEGMANX und STEIN), 8 99 in Alkohol. Mgoba, westlicher Rand des 
Semliki -Tales, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 
Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Januar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i c?, 3 99. Oberer Ituri, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i o*. 

Beschrieben aus Entebbe, Uganda von GlGLlo-Tos (in Abruzzi, II Ruwen- 
zori I p. 305). 



Gastrimargus Saussure. 

Gastrimargus virescens (Thunberg). 
1815, G[ryllus] virescens Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Sci. St. Petersbourg V p. 245 [Keine Fundortangabe]. 

Ruhanga, Mpororo, 24. 26. April 1891 (STUHLMANN), 3 99. Niansa, 
Ruanda, Hohe ungefahr 1500 m, n. August 1907, Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp. (SCHUBOTZ), 2 99 in Alkohol. Bugoie-Wald, nordwestlich Ruanda, 
Februar November 1908 (v. STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. 
Siidostliches Ufer des Kiwu-Sees, August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), I 9 in Alkohol. Yulkanische Gegend nordostlich vom Kiwu-See, 
Oktober 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (Leutnant v. WiESE), I 9 in 
Alkohol. 

Dieser Name scheint auf derselben Species basiert zu sein, die SAUSSURE 
im Jahre 1884 als verticalis bezeichnet hat. 

Die MaJ3e der oben angefuhrten Stiicke sind wie folgt: 







< i 

n4 


g 


T3 22 c= 
3d 

41 S 




rt 


cd cd 
so &c 






vw 


S 


4? J ^ 




a 

03 


a 

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A 


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H 

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ti 


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S 


pq 


p 


> ti& 




mm 


mm mm mm mm 


mm 


mm 


mm 


mm 


L,ange des Pronotums 


12 


12,2 


12,5 


n,5 


12 


12,5 


12,5 


n,8 


12,5 




l,ange des Tegmens 


35,5 


38,5 


38 


35 


36,5 


37 


33,5 


36,2 


43 




Lange der Hinterschenkel .... 


26,5 


27 


27.5 


26 


25,8 26,5 26,8 26,8 


29 



GiGLjo-Tos hat iiber diese Species aus Entebbe, Uganda berichtet (in 
Abruzzi, II Ruwenzori I p. 305). 

Gastrimargus vitripennis (Saussure). 
1888. Oe[daleus] vitripennis Saussure. 

Addit. Prod. (Edipod. p. 38 [Kap der Guten Hoffnuiig]. 

Issango[Semliki]flul3, o 49' n. Br., Juni 1891 (STUHLMANN), I Q. 
Bei diesem Stuck fehlt das Fliigelband ganzlich und die Fliigel sind fast 
ausschlieBlich glasig mit Ausnahme der Braunung gewisser Adern, wahrend 
die Tegmina eine weniger deutliche ]\Iakulation zeigen und in der distalen kleiner 
sind als bei G. virescens. Das vorliegende Stuck unterscheidet sich von der 
Originalbeschreibuiig dadurch, daB die Caudalecke des Pronotums zugespitzt 
1st und so in clieser Richtung sich virescens nahert, von welcher vitripennis iiber- 
haupt wohl iiur eine Phase zu sein scheint. Ebenso mag es mit SjOSTEDTs 
G. volkensi vom Kilimandscharo und Meru 1 ) sein, da diese Species auf jeden Fall 



Wissenschaftl. Ergebn. der Schwed. zool. Exp. Kilmandjaro pt. XVII p. 172 pi. 7, 



Fig. 6. 



9* 

sehr nahe verwandt 1st und sich nur, soweit \vir bestimmen konnten, durch 
den mehr erhabenen und scharferen pronotalen Kiel, sovvie durch den spitzeren 
Winkel des Caudalrandes der pronotalen Scheibe unterscheidet. In dem ersteren 
Merkmal stimmt ein Stuck mit der Beschreibung von vitripennis iiberein, wahrend 
es in dem letzteren mehr volkensi gleicht. Da nun vitripennis der altere Name 
ist und SjOSTEDT es unterlassen hat, die neue Form mit ihrem nachsten Yer- 
wandteii zu vergleichen, so scheint es uns das beste, vorlaufig SAUSSURES 
Bezeichnung fiir das vorliegende vStiick zu gebrauchen. 

Gastrimargus marmoratus (Thunberg). 1 ) 
1815. G[ryllus] marmoratus Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Sci. St. Petersbourg Y p. 232 [Kap der Guten Hoffnung], 

Undussuma, siidwestlich vom Albert-Nyanza, in einer Hohe von 1050 m, 

27. Juli 1891 (STLTHLMANN), i 9. FuB des Ruwenzori (Westseite), Februar 

1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Beni, Semliki-Tal, Ja- 

nuar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 99 in Alkohol. 

Das Undussuma-Stiick dieser weitverbreiteten Species zeigt eine grau- 

braunliche Phase der Farbung, wahrend die Stiicke Yom Ruwenzori und aus 

Beni am Dorsum, an den Seiten des Kopfes, am Pronotum und dem Analfelde 

der Tegmina mehr oder weniger griinlich sind. KIRBY hat diese Species erwahnt 

aus einem Gebiete zwischen dem Yictoria-Nyanza und dem Tanganjika-See 

(Proc. Zool. Soc. London 1902, Vol. I p. 97) und aus Uganda (in JOHNSTON, 

Uganda Protect, p. 468). 

Trilophidia Stal. 

Trilophidia annulata (Thunberg). 
1815. G[ryllus] annulatus Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Sci. St. Petersbourg Y p. 234 [Fundort nicht angegeben]. 

Sesse-Insel, Victoria-Nyanza, n. Dezember 1890 (STUHLMANN), i 
i 9. Bundeko, siidlich vom Albert-Nyanza, 3. Juli 1891 (STUHLMANN). 
i 9. Umgebung des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), i 9 in Alkohol. Avakubi, 
Aruwimi-Ituri-Tal, 22. April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in 
Alkohol. 

Die Fliigelbasis und ein Teil der Fliigelplatte ist bei diesen Stiicken gelbli.cn. 
Die MaBverhaltnisse sind gleich oder nur wenig geringer wie bei T. minor Brunei 2 ), 
einer Species, deren Bezeichnung uns lediglich in bezug auf kleine Exemplare 
dieser weitverbreiteten und sehr variablen Species begriindet zu seiii scheint. 

*) Pachytylus migratoroides (Reiche und Fairmaire). Yon KlRBV erwahnt (in Johnstohn, Uganda 
Protect. I p. 468) aus Uganda. (Edaleus nigrofasciatus (De Geer). Erwahnt von GlGLIO-Tos (in 
Abruzzi, II Ruwenzori I p. 305) aus Entebbe, Uganda. 

2 ) In VOELTZKCUY, Reise in Ostafrika II p. 635. 1910. 



92 

GiGLiO-Tos hat diese Species erwahnt aus Entebbe, Bimbye und Kaibo, 
Uganda und Fort Portal, Toro (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 305). 

Acrotylus sp. 

Umgegend des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), I o* in Alkohol. 
Dieses Stuck steht der .4. blondeli Saussure und .4. hyalinus Bolivar sehr 
nahe, zeigt aber auch einige Verwandtschaft zu .4. variegatus Brancsik, aber 
in Ermanglung besseren Materials scheint es nicht geraten, es als neu zu be- 
schreiben, obgleich es in einigen Punkten von jeder der oben erwahnten Forrnen 
abweicht. SAUSSURE s blondeli ist gr613er mit himmelblauen Hintertibien, wahrend 
hvalinus in bezug auf GroBe der Kiwu-Type gleichkommt, jedoch in der Frontal- 
costa und im Mittelkiel der Prozona abweicht. 

Das Stuck zeigt folgende Mai3e: 

Lange des Korpers 15,5 mm 

Lange des Pronotums 2,6 ,, 

Lange des Tegmens 17 ,, 

Lange der Hinterschenkel 9,2 ,, 

Acrotylus patruelis (Herrich-Schaffer). 1 ) 
1838. Gryllus patruelis Herrich-Schaffer. 

Ins. Deutsch. fasc. CLVII pi. 18 [Fundort nicht angegeben]. 

Usumbura, Tanganjika-See, November Dezember 1907 (VON STEG- 
MANN und STEIN), i d" in Alkohol. 

Pyrgomorphinae. 
Chrotogonus Serville. 2 ) 

Chrotogonus lameerei Bolivar. 
1904. Chr[otogonus] lameerei Bolivar. 

Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IV p. 92, 93, 100 [Congo; Oberer Sanga, Franz. Congo]. 

Usumbura, Tanganjika-See, November Dezember 1907 (VON STEG- 
MANN und STEIN), 3 reife oV, 3 reife 99, i unreifes a* in Alkohol. Um- 
gegend des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), 2 reife aV, 3 reife 99, i unreifes 
9 in Alkohol. Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908, (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 Alkohol. Fort Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), ireifes9, I unreifes 9 in Alkohol. Mgoba, West- 
rand des Semliki-Tales, Congostaat (Deutsche Zentr.-Afr. Exp.), i 9 in 



J ) Mccostibns sithlnfi'is Karsch. 1896. Ent. Zeit., Stettin I/VII p. 267 [Tanganjika-See 
(REICHARD)]. 

2 ) Chrotogonus lugubris (Blanchard). Erwahnt von GlGLIO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 300) aus Entebbe, Mitiana, Katende, Bimbye und Kaibo, Uganda, Fort Portal und Ibanda, Toro. 



93 

Alkohol. Buessa, siidwestlich vom Albert-Nyanza, 12. August 1891 (STUHL- 
MANN), 6 reife und i unreifes 99- Wald zwischen Irumu und Mawambi, 
Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. 

Diese Serie von 25 Stiicken zeigt einen sehr hohen Grad von Veranderlich- 
keit in der Lange der Tegmina und Fliigel und in dem braungewolkten oder 
nicht braungewolkten Aussehen der letzteren. Man konnte leicht den grofieren 
Teil der Serie nach der Lange der Tegmina und Fliigel willkiirlich in verschiedene 
Typen teilen, aber die Zwischenstiicke machen eine Definition dieser Typen 
praktisch zur Unmoglichkeit. BOLIVAR anerkannte eine Brachypterusform der 
Species, aber der Umfang der Variation, der in der vorliegenden Serie sich ergab, 
ist eben viel grower als bei dem von BOLIVAR untersuchten Material. 2 c 
jedoch und 2 99 gehoren zu dem echten Makropterustyp, die alle aus Usum- 
bara, mit Ausnahme eines Buessa-9, stammen. Die kiirzesten Tegmina wurden 
bei einem Usumbara-o* ermittelt. 

Die MaBe desselben sind folgende: 

Lange des Korpers 13,8 mm 

Lange des Pronotums 3.5 .. 

Lange des Tegmens 5,3 ,, 

Lange der Hinterschenkel 7,8 ,, 

Alle vorliegenden Serien mit Ausnahme verschiedener Usambara-Stiicke 
stimmen in der mehr oder weiiiger starken Braunwolkung der Fliigel iiberein 
und weichen somit von der Originalbeschreibung ab, mit welcher jedoch die 
Usambura-Individuen wieder iibereinstimmen, da bei diesen die Fliigel glasig 
sind. Andere Unterschiede sind bei den zwei Typen nicht vorhanden, und des- 
halb halten wir es fur angebracht, sie als ein und dieselbe Species zu betrachten. 

BOLIVAR hat diese Species 1 ) von einer Anzahl von Lokalitaten aus dem 
westlichen Teile des Congostaates und von Portugiesisch-Guinea berichtet. 
Die am weitesten ostlich gelegene Lokalitat ist Luluabourg. 

Chrotogonus hemipterus Schaum. 
1853. Chrotogonus hemipterus Schaum. 

Berl. Akad. Wissensch., Berlin 1853 p. 780. 2 ) 

Niansa, Ruanda, in einer Hohe von ungefahr 1500 m, n. August 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Kissenji, Kiwu-See, Februar- 
November 1908 (v. STEGMANN und STEIN) i o*, 3 99, i unreifes 9 in Al- 
kohol. 



!) Mem. Soc. Ent. Belg. XVI p. 88. 

2 ) Da wir nicht imstande waren, diese Referenz zu bestatigen, haben wir die detailliertere 
Beschreibung desselben Autors, in Peters, Reise, nach Mossamb., Zool. V p. 143 pi. VII A, Fig. 12 
[Inhambane] gepruft. 



94 

Diese Stiicke sincl mit einem Material dieser Species von verschiedenen 
Lokalitaten in Portugiesisch-Ost-Afrika verglichen worden und, obgleich sich 
unter ihnen betrachtliche Abweichungen zeigen, halten wir sie fiir Vertreter von 
SCHAUMS Species. 

Die Tegmina zweier Stiicke nahern sich dem Typ, den man in rendalli 
gefunden zu haben glaubt, der jedoch nichts weiter als eine Variation der wahren 
Species ist. Die MaJ3e der vorliegenden Serie sind folgende: 





Lange 
des Korpers 


Lange des 
Pronotums 


Lange 
des Tegmens 


Lange der 
Hinter- 
schenkel 


Apex des Tegmens 


9 












Niansa . . . 


21,5 mm 3,5 mm 


3>5 mm 


8 mm 


Zugespitzter Innenrand 
ausgebuchtet 


Kissenji . . 


21,5 


4 


2,7 


8 


Stumpf rechtwinklig 
Innenrand fast gerade 


f , ... 


22,5 


4-2 ,, 


3,8 


9 


Zugespitzter Innenrand 
fast gerade 


>} ... 


22 


4 


3,8 


8,5 


Zugespitzter Innenrand 
fast gerade 


a* 




. 








Kissenji . . . 


13.2 ,, 


2 6 
^) u 


1,7 - 


6,8 


Abgerundet rechtwink- 
lig. Innenr. fast gerade 



Diese Species ist aus zahlreichen Lokalitaten des siidlichen Afrika berichtet 
worden, jedoch noch keine bisher aus der Seenregion. 



Taphronota Stal. 

Taphronota thaelephora (Stoll). 
1813. G[ryllus] thaelephorus Stoll. 

Natur. Afbeeld. Beschr. Spooken, etc. p. 32, reg. n pi. XVI B Fig. 59 [Fundort nicht 
angegeben]. 

Awakubi, Aruwimi-Ituri-Becken, Congostaat, 22. April 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) i 9 in Alkohol. 

Dieses Stuck stimmt mit der Originalzeichnung' sowie mit Material aus Kame- 
run darin iiberein, daJ3 es nuf einen einzigen gelben Annulen an den Antennen hat. 
Versuchsweise wenigstens scheint es wiinschenswert, diese Form als verschieden 
von ferruginea zu behandeln, obwohl sie wahrscheinlich nur Formen derselben 
Species sind. KARSCHs gabonica 1 ) scheint die gleiche zu sein, wahrend apici- 
cornis Fairmaire, welche von BOLIVAR als synonym bezeichnet ist, sehr abwei- 
chend erscheint, da sie blauliche Tibien hat, und der Name kann moglicherweise 
WALKERS pulchripes ersetzen. GiGLio-Tos' Pyrgophyma sabaudum*) dagegen 
gleicht mehr dieser Species oder ist jedenfalls eine sehr nahe verwandte Form. 

*) KIRBY (Proc. Zool. Soc. London 1902, pt. I, p. 98) hat diese Form vom Ruwenzori be- 
richtet. 

2 ) Bollett. Mus. Zool. Anat. Comp., Torino XXII n. 554 p. 3, [Entebbe, Uganda]. 



95 

Taphronota ferruginea (Fabricius). 
1781. [Gryllus] ferrugineus Fabricius. 

Spec. Ins. I p. 367 [Mittel-Afrika]. 

Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza, 12. 15. Dezember 1890 (STUHLMANN), 
2 99. Fort Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i 9- 

Diese Stiicke stimmen mit der Originalbeschreibung sehr gut iiberein, die 
Antennen sind doppeltgelb geringelt bei einem Stuck von den Sesse-Inseln 
und dem Stiick aus Beni; bei den iibrigen Individuen von den Sesse-Inseln 
fehlend. Die Farbung der vorliegenden Serie zeigt geringe Yerschiedenheit bis 
auf die Intensitat des Orangerot auf der internalen und ventralen Qberflache 
der Hinterschenkel. 

Taphronota amaranthina Bolivar. 
1904. Taphronota amaranthina Bolivar. 

Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IV p. 400 [Togo, West-Afrika]. 

Bugoie-Wald, nordwestlich Ruanda, Februar November 1908 (v. STEG- 
MANN und STEIN), 2 reife o*, i unreifes 9 in Alkohol. Kwidschwi-Insel, 
Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i reifes a*, i un- 
reifes 9 in Alkohol. Mgoba, westlicher Rand des Semliki-Tales, Congostaat, 
Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i reifes und i unreifes < ' in Al- 
kohol. Bataibo am Duki-FluB, westlich vom Albert-Nyanza, 4. November 
1891 (STUHLMANN), i 9. Ituri-Fahre, westlich vom Albert-Nyanza, 25. Au- 
gust 1891 (STUHLMANN), I 9. 

AuBer den oben angefiihrten Stiicken haben wir noch einige Ugandastiicke 
untersucht. Die Serie von elf reifen Stiicken zeigt, daB die purpurne Farbung 
der Cephal- und Caudalrander des Pronotums nicht uberall vorhanden ist, viel- 
mehr nur bei dem Ituri-Fahre-Stiick gefunden wurde und auch hier nicht deut- 
lich markiert. Die Hinterschenkel variieren zu einem betrachtlichen Grade durch 
ihre ganze Oberflache, die mehr oder weniger stark oder iiberhaupt nicht (die 
Ventraloberflache natiirlich ausgenommen) blutrot iibergossen, wahrend die 
Fliigelscheiben in der Tiefe der Farbe variieren. Die Antennen zeigen bei einigen 
wenigen Stiicken auBer den distalen mehr oder weniger vollstandige mediane 
gelbliche Annuli, so daB diese Stiicke in dieser Beziehung T. ferruginea ahneln. 
Das Fastigium zeigt betrachtliche Abweichungen in bezug auf den Grad seiner 
Verminderung sowie in der abgestutzten oder mehr oder weniger abgerundeten 
Beschaffenheit des Apex. 

Taphronota sp. 

Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat. Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes in Alkohol. Kwidschwi-Insel, 
Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes c in 
Alkohol. 



Dictyophorus Thunberg. 1 ) 

Dictophorus laticinctus Walker. 2 ) 
1870. Petasia laticincta Walker. 

Catal. Derm. Salt. Brit. Mus. Ill p. 544 [Congo]. 

Kissenji, Kiwu-See, Februar November 1908 (v. STEGMANN und STEIN), 
3 reife 99, i unreifes a* in Alkohol. Bugoie-Wald, Ruanda, Februar No- 
vember 1908 (v. STEGMANN und STEIN), i reifes 9 in Alkohol. Ebene am 
unteren Semliki-FluB, Marz 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 
2 oV in Alkohol. 

Diese Species, welche gewohnlich unter dem spateren Namen anchietae 
Bolivar aufgefiihrt wird, ist augenscheinlich sehr veranderlich und kann nicht 
immer durch Vergleichung der Antennenlange (siehe BOLIVAR, Bol. R. Soc. 
Espan. Hist. Nat. IV, p. 310) von D. griseus getrennt werden. Die MaBe der 
Antennen und der pronotalen Lange der vorliegenden Serie sind folgende: 

Antennen Pronotum 

Kissenji, 9 12,6 mm 13 mm 

Kissenji, 9 13 ,, 13 ,, 

Kissenji, 9 n,2 12 

Bugoie-Wald, 9 12,8 ,, 13,2 ,, 

Semliki-FluB, d* 13,5 >, I 3,8 

Semliki-FluB, a* 13,5 ,, 13,2 ,, 

Bei alien diesen Stiicken sind die Fliigel breit, und der schwarze Rand ist 
iiber den Axillarteil des Fliigels fortgesetzt an dem Innenrand. Die Hinter- 
schenkel der meisten Stiicke bleiben in ihren AusmaBen hinter den MaBangaben 
BOLIVARS fiir anchietae zuriick, jedoch tritt in dieser Beziehung eine Verander- 
lichkeit bis iiber 2 mm auf. 

Dictyophorus karschi ( Bolivar) . 3 ) 
1904. T[apesia] karschi Bolivar. 

Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IV p. 315 [Oberer Maringa-FluB und Kassongo bis zu den 
Stanley-Fallen, Congofreistaat ; Kamerun]. 

Avakubi, Aruwimi-Ituri-FluB , 22. April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), 2 99 in Alkohol. Wald zwischen Irumu undMawambi, Ituri-Becken, 
April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

x ) In Obereinstimmung mit dem internationalen Kodex miissen wir diesen Namen anstatt 
der spateren Petasia Serville und Tapesia Bolivar annehmen. KlRBY (Trans. Ent. Soc. London 
1902, p. 88) hat D. spumans als Type ausgewahlt. 

2 ) Diese Species ist unter dem Synonym D. anchietae aus Entebbe, Uganda und Tanganjika 
von KlRBY (Proc. Zool. Soc. London 1902, pt. I p. 98) erwahnt. 

3 ) Dictyophorus oberthuri Bolivar ist vom Victoria-Nyanza von BOLIVAR (Bol. R. Soc. 
Espan. Hist. Nat. IV p. 311) berichtet. Dieses ist ein westafrikanischer Typ, der sonst nur von 
Lagos und Togo bekannt ist. GlGLIO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 303) hat Dictyophorus 



97 

Die Tegmina der Avakubi-Stiicke haben eine Lange von 24,5 und 26 mm, 
die des Irumu-Mawambi-Stiickes 26 mm; die Avakubi-vStiicke zeigen keine 
sichtbaren tibialen Ringelungen, das zuletzt angefiihrte Stiick dagegen laCt 
schwache Spuren einer Ringelung an einem Beine erkennen. 



Phymateus Thunberg. 1 ) 

Phymateus brunneri Bolivar. 
1884. Phymateus brunneri Bolivar. 

Anales Soc. Espan. Hist. Nat. XIX p. 464 [Benguella, Angola]. 

Kissenje, Nordostkiiste des Kiwu-Sees, September 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i d*. Gegend um den Kiwu-See (Dr. KANDT), 2 0*0* in Alkohol. 
Kiwu-See (Dr. KANDT), 2 d*d* in Alkohol. Im Walde zwischen Irumu bis 
Mawambi, Ituri- Aruwimi-Tal , Congo, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. 

Die Stiicke aus Kissenje stimmen vollstandig mit den Exemplaren beiderlei 
Geschlechts vom Kikuyu-Escarpement, Britisch-Ostafrika und mit einem un- 
vollstandigen Weibchen aus Benguella iiberein. 

Von Ph. viridipes Stal, der durch ein Weibchen aus Sheikh Husein, Galla- 
land, welches genau mit BOLIVARS neuer Figur dieser Art iibereinstimmt 2 ), 
unterscheidet sich die vorliegende Form dadurch, da!3 das Rot der Fliigel mehr 
karminfarben und weniger ziegelrot ist, wahrend ihre Apices weniger gelblich- 
griin sind. Die Ausdehnung des blauen Fleckens auf den Fliigeln und die Be- 
schaffenheit der Tuberkeln des Pronotums, die von BOLIVAR besonders bewertet 
werden (Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IV, p. 406), alles dieses scheint mir fur 
die Diagnose nicht besonders wichtig zu sein. Soweit ich in der Lage bin, von den 
Stiicken, die beinahe ihre ganze urspriingliche Farbung verloren haben, etwas 
Sicheres auszusagen, so reprasentieren die in Alkohol aufbewahrten Exemplare 
dieselbe Species wie die trocken praparierten Tiere aus Kassenje. Es besteht 
aber natiirlich eine leichte Unsicherheit, der nicht aus dem Wege zu gehen ist, 
wenn in Alkohol aufbewahrtes Material mit trockenen und deutlich gefarbten 
Stiicken verglichen wird. 

Die Mai3e eines Paares sind die folgenden: 



griseus Reiche und Fairmaire von Nakitava, Mobuku-Tal, Ostseite des Ruvvenzori, in einer Hone- 
yon 3000 ni berichtet. 

1 ) Phymateus aegrotns (Gerstaecker). Diese Art wurde in der Gegend zwischen Victoria- 
Nyanza und dem Tanganjika-See (KlRBY, Proc. Zool. Soc. London 1902, Vol. I p. 97) und ebenso in 
Uganda (KlRBY in Johnston, Uganda Protect. I p. 468) gefunden. Phymateus viridipes Stal. 
GlGLlO-TOS (in Abruzzi, II Rmvenzori I p. 303) erwahnt diese Species aus Entebbe, Uganda. 

2 ) Genera Insectorum, Orth, Pyrgomorph., pi. fig. 3. Das Stiick aus Sheikh Husein ist 
das einzige als P. aegrotits von uns erwahnte Exemplar. (Proc. Acad. Nat. Sci. Phila. 1901, 
P- 374-) 

* 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



tf 9 

Kissenje (trocken) Irumu-Mawambi (feucht) 

Korperlange 49 mm 65 mm 

Lange des Pronotums n ,, 15 ,, 

Lange des Tegmens 55 ,, 61 ,, 

Lange der Hinterschenkel . . . 25 ,, 31,5,, 

Das Tier 1st bei Toro aufgezeichnet von GiGUO-Tos (In Abruzzi, II Ruwen- 
zori, I. p. 303) und ebenso am Moero-See und am Tanganyika. 

Phymateus purpurascens Karsch. 
1896. Phymateus purpurascens Karsch. 

Entom. Zeitung Stettin LVII p. 272 [Kilimandscharo]. 

Bugoiewald, nordwestlich Ruanda, 1907 und Februar November 1908, 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. und VON STEGMANN und STEIN), 2 99 in Al- 
kohol. Beni, Semliki-Tal, Congo, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. 

Diese Exemplare sind mit trockenem Material der Species 3 0*0* aus 
dem Kikuyu-Escarpemeiit, Britisch-Ostafrika und einem Paar aus Britisch- 
Uganda verglichen worden. Sie stimmen vollkommen iiberein, wenn man 
naturlich auBer acht laBt, dai3 bei den in Alkohol aufbewahrten Exemplaren 
die Farbung der Fliigel viel schwacher ist als bei den trockenen Stiicken. Das 
Mannchen ist ein wenig kiirzer als die OriginalmaBe, wahrend das Weibchen die- 
selben iibertrifft. 

Diese Species war bisher nur von der von KARSCH angegebenen Lokalitat 
und aus Abyssinia bekannt. 

Phymateus sp. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), 3 unreife 99 in Alkohol. 

Zonocerus Stal. 

Zonocerus elegans (Thunberg). 
1815. Q[ryllus] elegans Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Acad. Sci.. St. Petersb. V p. 226 [Keine Patriaangabe]. 

Usumbura, am Nordende des Tanganjika-Sees, November Dezember 
1907 (v. STEGMANN und STEIN), 4 oV, 3 99 in Alkohol. 
Alle vorliegenden Serien gehoren zum brachypterus-Typ. Die Stiicke 
sind fast einfarbig, aber sie sind sehr verschieden in der GroBe, besonders im 
mannlichen Geschlecht. Die Extreme in der GroBe bei den Mannchen weisen 
folgende MaBe auf: 

Lange des Korpers . . . 35,5 mm 42,5 mm 

Lange des Pronotums. . 8,2 ,, 9 ,, 

Lange des Tegmens . . 10,5 ,, 14 

Lange der Hinterschenkel 18,5 ,, 20,5 ,, 



99 

Die Species ist am Xyassa-See und in Uganda (KiRBY, in JOHNSTON, Uganda 
Protect. I p. 468) erbeutet. Sie ist fur die ostliche uncl siidliche Steppe typisch. 

Zonocerus variegatus (Linnaeus). 
I 758. [Gryllus (Locusta)] variegatus Linnaeus. 

Syst. Nat. X ed p. 432 [,, America"]. 

Beni, Semliki-Tal, Congo, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i reifes o*, 2 reife 99, 2 unreife c ' in Alkohol. Undussuma, siidwestlich 
des Albert-Nyanza, in einer Hohe von 1050 m, 23. Juli bis Ende Juli 1891 
(STUHLMANN), I O*, 2 99. 

Die vorliegenden Stiicke sind von den Vertretern des Materials aus Liberia, 
Kamerun und Angola, mit denen sie verglichen worden sind, nicht abzutrennen. 
Ein Paar aus Undussuma und die reifen Stiicke aus Beni weisen die folgenden 
MaJ3e auf: 





Undussuma 


Beni 




0* 


9 


'a* 


9 


9 


Korperlange 


37-5 mm 


40,5 mm 


40 mm 


52 l ) mm 


39,5 mm 




Lange des Pronotums . . . 


9,8 


10,5 


9,6 


10,5 ,. 


10,5 


Lange des Tegmens .... 


26 


25 


22,5 ,, 


24 


23 


Lange der Hinterschenkel . . 


20,5 


20,5 ,. 


20 


19 


19 



Von den Fundorten ist die Angabe wertvoll, daB diese Species auch in 
Uganda (Entebbe, Mitiana und Kaibo) und Toro (Ibanda) angegeben von GiGUO 
Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 302), vorkommt. 



Parasphena Bolivar. 

Parasphena ruandensis n. sp. 

Type: 9, Ninagongo, Virungavulkane, nordlich des Kiwu-Sees, in einer 
Hohe von 3000 m, 5. Oktober 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner 
Museum]. 

Yerwandt mit P. meruensis Sjostedt 2 ) aus Meru und vom Kilimandscharo, 
sie unterscheidet sich aber von letzterer Form durch das langere und zugespitz- 
tere Fastigium, mehr niedergedriickteii und verbreiterten Korper (besonders 
im weiblichen Geschlecht), durch das Fehlen der schwarzen Zeichiiung auf den 
Antennen, durch das Fehlen der roten Farbe an den Beinen und durch zalil- 
reiche andere Farbenverschiedenheiten. Diese Form stimmt mit P. meruensis 
und pulchripes in ihrer vollstandig fliigellosen Lage iiberein. 



x ) Abdomen anormal lang. 

2 ) Wissensch. Ergeb. Schwed. Zool. Exped. Kilimandj. XVII p. 179, Taf. 7, Fig. 7- 



IOO 

Von kleiner Gestalt; Habitus depreB, spindelformig ; Oberflache zum groBen 
Teil fein tuberkuliert. Die dorsale Lange des Kopfes nur etwas geringer als die 
des Pronotums; Interocularregion und die Basis des Fastigiums etwas depreB, die 
Zwischenraum beinahe so breit wie das Auge in der Tiefe; Fastigium spitz-dreieckig, 
der Apex sehr wenig abgerundet; Faciallinie stark zuriicktretend und konkav, der 
Fastigiofacialecke stark zugespitzt; Frontalcosta sehr schmal, ventrad leicht 
verbreitert, deutlich gefurcht; Supplementarfacialkiele regelmaBig ventrad 
buchtig divergierend, aber vor der Clypealsutur kiirzlich konvergierend ; Augen 
nur wenig vorgewolbt, im UmriB beinahe eiformig, ventrocaudad abgestutzt, 
etwas langer als die halbe Lange der Inf raocularsutur ; Antennen etwas langer 
als das Pronotum, depreB. Die Lateralloben des Pronotums stark divergierend; 
Cephalrand der Scheibe beinahe abgestutzt, Caudalrand beinahe abgestutzt 
mit einer sehr deutlichen aber seichten medianen Ausbuchtung; die Prozona 
ist mit einem schwachen medianen Kiel versehen, an der Metazona verschwom- 
men; Ouerfurchen stark vertieft, den medianen Kiel durchschneidend ; am Cephal- 
teil der Prozona sind sehr kurze seitliche Kiele vorhanden, Andeutungen von 
lateralen schulterartigen Ecken sind nirgend vorhanden; Lateralloben bedeutend 
langer als breit, Ventralrand schrag abgestutzt, ventrocephale Ecke stumpf- 
winklig abgerundet, ventrocaudale Ecke spitz winklig, die eigentliche Ecke 
schmal abgerundet. Der Rand des Mesonotums und des Metanotums ist dem des 
Pronotums ahnlich, aber die Ausrandung ist breiter. Abdomen mit einem 
feinen mediolongitudinalen Kiel; Schneiden des Ovipositors stark gestreckt, 
langlich, konisch, die Rander des dorsalen Paares fein gesagt. Prosternalprojektion 
stark quer, niedrig, bogenformig, kompreB ; Zwischenraum zwischen den Sternal- 
loben stark quer. Vorcler- und Mittelbeine schlank. Die Ventrolateralflache der 
Hinterschenkel sehr verbreitert, beinahe ebenso breit wie die Dorsolateralflache, 
die Schenkel sind im Querschnitt deutlich dreieckig und denen der Schenkellange der 
Ovipositorspitzen nahe reichend, die Seiten (Dorsolateralflache) von ungleicher 
und nur wenig ausgepragtem Muster, Lateralcarina stark ausgepragt, Genicular- 
loben etwas spitz; Hintertibien etwas kiirzer als die Lange der Schenkel, am 
AuBenrand mit sechs bis sieben Dornen versehen, am Imienrande mit zehn 
Dornen, der distale Teil der Tibien sehr wenig einwarts gebogen, etwas ver- 
breitert, Rander deutlich erhaben. 

Allgemeine Farbung matt Gallensteingelb, an den Beinen ins Griinliche 
iibergehend; Antennen proximad griinlich, distad karminf arben ; Augen nu!3- 
braun; Hinterbeine und Tarsen blaBlasurgriin, die auBersten Spitzen der Dornen 
sehr schwach braunlichschwarz angehaucht. 

Ma Be. 

9 (Type) o* (Paratype) 

Korperlange 23 mm 14,8 mm 

Lange des Pronotums. ... 4 ,, 2,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel . . 10,3 ,, 8,2 ,. 



101 

t)ber die Type liegen folgende Angaben vor: 

Ninagongo, Virungavulkane, 5. Oktober 1907 (Deutsche Zentr.-Air.- 
Kxp.), 5 reife und 2 unreife c ~? , 2 unreife 99 (Paratypen). Karissimbi, 
Yimngavulkane, in einer Hohe von 2900 m, November 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), 2 reife c "* in Alkohol. Siidostliches Ufer des Kiwu-Sees, 
August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i reifes 9 in Alkohol. Rugege- 
Wald, Slid west-Ruanda, in einer Hohe von 1800 m, 20. August 1907, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i unreifes 9 in Alkohol. Bugoie- 
Wald, Nordwest -Ruanda, in einer Hohe von 2500 m, November 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 reife 99 in Alkohol. Bugoie-Wald, Nordwest- 
Ruanda, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 15 reife 
cfcf, 25 reife 99, 2 unreife 99 in Alkohol. 

Das mannliche Geschlecht unterscheidet sich durch die folgenden wichtigen 
Merkmale voni weiblichen : 

Gestalt schlanker und langlicher, aber" spindelf ormig. Vertex weniger deut- 
lich niedergedriickt, als beim weiblichen Geschlecht; Fastigium mehr zugespitzt 
als beim Mannchen, proximale Breite desselben nicht gr6J3er als seine Lange; 
Augen etwas vorgewolbter. Der Mediankiel des Pronotums meistens fehlend, und 
der Caudalrand der Scheibe tiefer ausgerandet; die rudimentaren Lateralkiele 
deutlicher und ausgepragter als beim Weibchen, die ganze Prozona bedeckend 
und deutlich, in der Mitte einander beriihrend; Ventralrand der L,ateralloben 
caudad bogenformig, der Caudalrand der Loben deutlich bogenformig aus- 
gerandet. Mesonotum und Metaiiotum caudad abgestutzt. Supraanalplatte drei- 
eckig, zugespitzt, die Oberflache glatt; Cerci kurz, griff elf ormig ; Subgenital- 
platte sehr kurz, etwas zusammengedriickt, der Apex ist von der Seite gesehen 
abgestumpft und tragt einen abgestumpften Mediolongitudinalkiel. Zwischen- 
raum zwischen den Mesosternalloben mal3ig quer; zwischen den Metaststernal- 
loben etwas langlich, die Loben konvergieren caudad sehr stark. 

Die Mannchen sind der Hauptsache nach ebenso gefarbt w y ie die Weibchen. 
Ein einziges Exemplar ist jedoch auszunehmen, von welcher in dieser Beziehung 
der weiblichen T} r pe nahe kommt. Bei diesem Stiick ist namlich die Ventral- 
flache des Abdomens 'fast vollstandig karmesin. Kernes der Mannchen hat ge- 
brannt karminfarbene Antennen wie die Weibchen, anstatt dessen weisen sie 
einen schwachen griinlichen Schimmer auf, der vom blassen Griin mehr oder 
weniger zum tiefen Olivengriin wolkig iibergeht. 

Tanita Bolivar. 

Tanita loosi Bolivar. 

1904. T[anita] loosi Bolivar. 

Bol. R. Soc. Espan. Hist. Nat. IV p. 449 [Congo]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), i 9 in Alkohol. Gegend des Kiwu (Dr. KANDT), 
i 9 in Alkohol. Steppe in der Nahe von Kasindi, Albert-Edward-Nyanza, 



IO2 

Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 3 c 'in Alkohol. Beni, Sem- 
liki-Tal, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I c : n Alkohol. 
Diese Stiicke stimmen vollstandig mit der Originalbeschreibung iiberein, 

abgesehen von einigen MaBen, die von der Type etwas verschieden sind. Die 

MaBe sind die folgenden: 





o* 9 




Original 


Zentral-Afrika Original 


Zentral-Afrika 


Lange des 


Pronotums . . 


3,2 mm 3,8- 4,5mm 


4,8 mm 


5-5 5.8 


mm 


Lange des 


Tegmens . . . 


15 


14-515.5 


19 


16 -17 


j t 


Lange der 


Hinterschenkel 


10 


9 -10 


n,5 


11,512 


> t 



Diese Species ist besonders in Leopoldville und Popocabacca, Congo, er- 
beutet worden. 

Tanita semlikiana n. sp. 

Type: 9, Ruwenzori-FuB (Westseite), nordlich des Albert-Edward- 
Nyanza Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit T. scabrosa Bolivar aus Angola, unterscheidet sich aber 
von dieser Species durch die allgemein groBere Gestalt, die deutlich kiirzeren 
Tegmina, den stumpfwinkligen Caudalrand der Pronotalscheibe, die nicht ge- 
zahnte Ventrocaudalecke der Pronotalloben und durch die queren Aderchen 
der Tegmina, welche normal und nicht erhaben sind. 

Von mittelmaBiger Gestalt; Habitus etwas depreB, ventrad erweitert, der 
Bauch etwas abgeplattet, vom Dorsum aus gesehen spindelformig ; Oberseite 
des Thorax und des Kopfes rauh tuberkuliert. Dorsaler UmriB des Kopfes 
horizontal; zwischen den Augen etwas depreB, Occiput und Vertex nach der 
Basis des Fastigiums zu mit einem deutlichen mediolongitudinalen Kiele, Inter- 
ocularraum betrachtlich kleiner als die fastigiale Lange; die groBte proximale 
Breite des Fastigiums beinahe der Lange gleichkommend, die Rander cephalad 
etwas konvergierend im proximalen Drittel, im medianen Drittel fast parallel 
und rechteckig konvergierend im distalen Drittel, die Carina begrenzt den 
Vertex bogenformig, spitzwinklig ; Faciallinie stark bogenformig konkav, ventrad 
das Ocellus beinahe geradschragig, eigentliche Fastigiofacialecke rechteckig 
abgerundet; Frontalcosta dorsad des Ocellus auBerst schmal, ventrad etwas 
aber regelmaBig verbreitert, gefurcht; Supplementarfacialkiele ventrad maBig 
divergierend, mesad ausgebuchtet ; Augen etwas vorgewolbt, eiformig, ventro- 
caudad etwas schrag abgestutzt, etwa zweimal so lang wie der Infraocular- 
sulcus; Antennen beinahe der Pronotallange gleichkommend, depreB, derbe, 
maBig schwertformig, Distalsegment konisch, der unmittelbare Apex stumpf. 
Die groBte dorsale Breite des Pronotums eineinhalbmal so lang als die Lange 
desselben, Dorsum der Prozona abgerundet, Dorsum der Metazona abgeplattet, 



103 

Cephalrand der Scheibe abgestutzt, Caudalrand stumpfwinklig; Mediankiel 
im cephalen Teile der Prozona angedeutet, manchmal undeutlich, die queren 
Furchen deutlich aber nicht tief eingedriickt, Prozona etwas langer als die Meta- 
zona; Schulter der Metazona deutlich und sehr leicht ventrocephalad liber den 
prozoiialen Teil der Lateralloben gezogen, sie werden undeutlich, bevor sie den 
cephalen Rand erreichen; Lateralkiele auf der Prozona durch eine niedrige 
Firste mit zerstreuten Tuberkeln angedeutet, mesad etwas konvergierend ; 
die groBte caudale Tiefe der Lateralloben entspricht beinahe der groBten 
medianen Lange derselben, ventraler Rand schief, ausgebuchtet, mit einer 
Reihe kleiner Tuberkeln, die aber nicht alle gezahnt sind; Ventrocaudalecke 
schmal, schief abgestutzt. Tegmina reichen bis zur Basis der Genicularbogen, 
so daB der Apex des Abdomens sichtbar bleibt, lanzettlich, groBte Breite un- 
gefahr im letzten Drittel der Basis, in den distalen zwei Dritteln konisch werdend; 
Apex spitz, sehr schmal abgerundet; Suturalrand beinahe gestreckt, Costal- 
rand an der Stelle der groBteii Tegminalbreite breit, von da ab distad konisch 
werdend; Struktur der Tegmina lederartig, dicht netzartig, die Queradern und 
die Longitudinaladern von gleicher Hohe. Prosternum mit einer queren, recta- 
gonalen Platte, nur langs des cephalen Randes erhaben und auch dort nur schwach; 
Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben etwas quer, die Loben caudad 
etwas konvergierend; Mesosternalloben durch einen stark queren, schmalen 
Lobus getrennt. Ovipositorscheiden kraftig, die Rander des oberen Paares 
schwach crenuliert. Hinterschenkel etwas schlanker, konisch, bis zur Basis des 
Ovipositors reichend, Ventrolateralflache etwas verbreitert, ungefahr halb so breit 
wie die Dorsolateralflache, etwas tuberkuliert, Musterzeichnung der Dorsolateral- 
flache deutlich und durch Tuberkeln angedeutet; Genicularloben etwas spitz; 
Hintertibien etwas kiirzer als die Schenkel, distad leicht ein warts gebogen, am 
AuBenrand mit acht Dornen versehen, am inneren Rande mit zehn Dornen (mit 
Ausnahme des Apicaldornes). 

Allgemeine Farbungmattbraun, beinahe lohfarben-oliv, die Tegmina, Pleura 
und Lateralloben des Pronotums mehr oder weniger schwachfleckig mit bei- 
nahe quadratischen bisterfarbenen Flecken. Die Postocularregion des Kopfes 
und der dorsale Teil der Wangebister, schief durchschnitten durch die gewohn- 
liche Tuberkelreihe, welche ockergelb sind; Infraocularfenestrae von derselben 
Farbe; eine schwache, breite, quere Ventroocellarstange von Bisterfarbe auf 
der Stirn vorhanden; Antennen schwarz-schokoladenfarben. Der ventrale Teil 
der Lateralloben des Pronotums ebenso wie die Pleura verwaschen ockergelb; 
Tuberkeln auf dem Dorsum des Kopfes und das Pronotum ockergelb, Vorder- 
und Mittelbeine ausgesprochen matt olivengriin marmorieft. Hinterschenkel 
hell (dorsad) oder vollstandig (ventrolaterad) tief dunkelolivengriin gezeichnet, 
die Genicularbogen gelb gerandet; Hintertibien nach dem Apex zu tief dunkel- 
braun, Dornen gelblich, an der Spitze sehr schmal schwarzbraun ; Tarsen 
gebraunt. 



ic>4 

MaBe. 

Korperlange 31,5 mm 

Lange des Pronotums 7,2 ,, 

Lange des Tegmens 17 ,, 

Lange der Hinterschenkel 13,5 ,, 

Ich habe mit der Type 6 in Alkohol konservierte 99 mit folgenden Fundort- 
angaben verglichen : 

Steppe bei Kasindi, Xordkiiste des Albert-Edward-Nyanza, Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 3 99. Beni, Semliki-Tal, Congostaat, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 3 99- 

Wenii diese Serie mit der Type verglichen vvird, dai3 eine kleine Grofien- 
variation bemerkbar ist, da die Tegmina allgemein kiirzer sind als bei der Type. 
Bei Stiicken von beiden Lokalitaten sind die Tegmina nur 13 mm lang. 

Atractomorpha Saussure. 1 ) 

Atractomorpha rufopunctata Bolivar, 
1894. Atractomorpha rufopunctata Bolivar. 

Bull. Soc. Ent. France, 1894 p. CLXI [Togo]. 

Ituri-Fahre, westlich des Albert-Nyanza, 28. August 1891 (STUHL- 
MANN), i 9. Beni, Semliki-Tal, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. \Yald nordlich Beni, Semliki-Tal, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 3 c* trocken, i 9 in Alkohol. Wald zwischen 
Irumu und Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congo, April 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i d* in Alkohol. 

Diese Stiicke zeigen, daB die rotliche Punktierung des Kopfes, des Pronotums, 
der Tegmina und der Hinterbeine nicht unbedingt bei dieser Art vorhanden ist. 
In der Tat ist sie nur bei dem Weibchen aus Ituri-Fahre und bei dem Weibchen 
aus dem Walde in der Nahe von Beni deutlich ausgepragt. Die Korperlange und 
die Lange der Hinterschenkel ist bei alien Weibchen betrachtlich geringer, als die 
Originalbeschreibung angibt. In diesem Punkt stimmen sie mit BOLIVARS 
Varietat ashantica (Bol. R. Soc. Espaii. Hist. Nat. V, p. 200) iiberein. 

Diese Species ist bekannt aus Togo, ,, Congo", aus Fundorten zwischen den 
Stanley-Fallen und Kassongo, Congo und von den oben angefiihrten Lokali- 
taten. 

Atractomorpha sp. 

Kassenje, Albert-Nyanza, Alarz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i un- 
reifes 9 in Alkohol. 



*) Atyactomorpha aurivillii Bolivar, (lefunden in Entebbe, Uganda nach GIGLIO-TOS (In 
Abruzzi, II Ruwenzori I p. 301.) Pamphaginae : Xiphicera gibba Kirby. Proc. Zool. Soc. London 
1902, Vol. I p. 98 [zwischen Victoria-Nyanza und Tanganjika-See]. 



Locustinae. 
Tristria Stal. 1 ) 

Tristria pallida Karny? 
1907. T[ristriaJ pallida Karny. 

Sitzungsberichte. K. Akad. d. Wissensch. \Vicii, Math.-nat. Cl., CXVI, Abt. i p. 295 296, 
Tat". I, Fig. 7 8 [Khor Attar, gegeniiber dem Khor Attar, Mongolia; Gondokoro ; Kordofan]. 

Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in 
Alkohol. 

Da bei diesem Genus die mannlichen Genitalcharaktere von betrachtlichem 
diagnostischen Wert sind, habe ich die Determination dieses einen Weibchens in 
Zweifel gestellt, obgleich es sehr gut mit der Originalbeschreibung und den dort 
angegebenen Maflen iibereinstimmt. 

Spathosternum Krauss. 



Spathosternum nigrotaeniatum (Stal). 
1876. T[ristria] nigrotaeniata Stal. 

Ofvers. af K. Vetensk.-Akad. Forhandl., 1876, no. 3 p. 45 [Damara]. 

Beni, Semliki-Tal, Congo, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 9 in 
Alkohol. 

Diese Stiicke weisen MaJ3e auf, die betrachtlich kleiner sind als die der Type, 
obgleich diese Unterschiede zweifelsohne nur individuell sind, wie sie SjOSTEDT 
bei den Exemplaren vom Kilimandscharo fand. 2 ) 

Die MaI3e sind die folgenden: 

Korperlange 21,5 17,8 mm 

Lange des Pronotums 4,0- 3,8 ,, 

Lange des Tegmens 12,0 11,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 11,0 11,0 ,, 

Oxyrrhepes Stal. 

Oxyrrhepes procerus (Burmeister) . 

1838. OLxya] procera Burmeister. 

Handb. d. Ent. II, Abt. II, pt. 1. p. 635 [St. Johanna, Comoro-Inseln, Golf von Mozambique]. 

Im Gebiet des Kiwu-Sees (Dr. KANDT), i Q in Alkohol. Undussuma, siid- 
westlich des Albert-Nyanza, in einer Hohe von 1050 m, Encle Juli 1891 
(STUHLMANN), I cf , 2 99- 



1 ) Oxya sei-ntlata (Stal)? In Entebbe, Uganda, gefunden nach GlGLIO-T()S (in Abruzzi, II 
Rmvenzori I p. 306). 

2 ) Wissensch. Ergebn. Schwed. Zool. Exped. Kilimandj. XVII p. 196. 



io6 

Bisher war diese Species aus Zentralafrika nur vom Kagera-FluB bekannt 
(B RUNNER u. NEUMANN). Die anderen Fundorte dieser Species lagen in Togo 
(Bismarckburg) bis zum unteren Congo (Boma Sundi und Madimba), ostlich 
die Kiistenregion v r on Deutsch-Ost-Afrika. 



Ischnacrida Stal 

Ischnacrida rnonteiroi Bolivar. 
1890. Ischnacrida monteiroi Bolivar. 

Jorn, Sci. Math. Phys. Nat., Lisboa, 2 a ser. I p. 214 pi. fig. 6 [Duque de Braganca, Ambriz, 
Angola.] 

Steppe in der Nahe von Kasindi, Kiwu-See, Januar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i o* in Alkohol. Buessa, siidwestlich des Albert-Nyanza, 
ii. November 1891 (STUHLMANN), I tf, i 9. 

Diese Stiicke stimmen sehr gut mit der Originalbeschreibung dieser Species 
uberein, das Weibchen aus Buessa hat die schwarze Linie am'Hinterschenkel, die 
von KARSCH 1 ) erwahnt wird, sehr gut entwickelt, wahrend dieselbe bei den Mann- 
chen von demselben Fundort nicht deutlich ausgepragt ist und bei dem Mannchen 
aus Kasindi vollstandig fehlt. Die MaBe des letztgenannten Mannchens sind etwas 
geringer als die OriginalmaBe des Geschlechts, wahrend die Stiicke aus Buessa beide 
etwas groBer sind. 

Die Species ist an einer ganzen Anzahl von Lokalitaten im Congobecken ge- 
fangen worden. 

Acanthoxia Bolivar. 

Acanthoxia gladiator Westwood. 
1842. Opsomala gladiator Westwood. 

Arcana Entom. I p. 65 pi. XVII fig. i [Sierra Leone]. 

Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. Undussuma, siidwestlich des Albert-Nyanza, in einer Hohe 
von 1050 m, 2. Dezember 1891 (STUHLMANN), i 9. 

Das Stuck aus Undussuma zeigt die Eigentiimlichkeit, daB das Rostrum 
etwas tiefer und mehr niedergeschweift ist, als es bei den Exemplaren aus 
Kwidschwi der Fall ist. 

Dieses sind die ersten Erwahnungen, die das Vorkommen dieser Species in der 
Oegend des groBen Sees bekunden. Andere Fundorte sind: Sierra Leone, Togo 
(Bismarckburg), Oberer Congo, Luluabourg, Congo, Loango und der Agyptische 
Sudan (Khartum, Mongalla, Khor Attar uncl Gondokoro). 



l ) Berlin. Ent. Zeitschr. XXXVIII p. 114, 1893. 



ioy 

Mesopsis Bolivar. 

Mesopsis laticornis (Krauss). 
1877. M[esopsis] laticornis Krauss. 

Sitzungsber. K. Akad. <1. Wissenschaften , Wien, Math. - natunv. Cl. LXXVI Abt. I p. 49 
pi. II fig. 13, 133 h [Bakel, Senegal; Sierra Leone]. 

Steppe in der Nahe von Kasindi, Albert-Edvvard-Nyanza, Januar 1908 
(DeutscheZentr.-Afr.-Exp.), 19 in Alkohol.Rutschuru-Ebene,siicllichdes Albert- 
Ed ward-Xyanza, Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 
Die MaBe dieser Stiicke stimmen mit denen des Originals im selben Geschlecht 
iiberein. 

Diese Species hat ihr Yerbreitungsgebiet vom vSenegal bis Zanzibar und vom 
Agyptischen Sudan bis Siid-Afrika. 

Locusta Linnaeus. 

Locusta ruficornis (Fabricius). 
1787. [Gryllus] ruficornis Fabricius. 

Mant. Ins. I p. 237 [Sierra Leone]. 

Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deut- 
sche Zentr.-Afr.-Exp.), i Q. 

Dieses Stuck ist der westafrikanischen Form nicht typisch gleich, aber es 

steht ihr naher, als der Form der ostlichen und nb'rdlichen Steppe, der L. citrina. 

Die Antennen sind blaBrotlich und die Hinterschenkel sind tief purpurfarben, die 

Dornen sehr stark verwaschen karminfarben, die Hintertarsen sind ganz karmin- 

farben. Ein Miinnchen aus Britisch-Uganda ist sehr viel mehr der ruficornis ahnlich 

als dem Stiicke aus Beni. GiGLiO-Tos (in Abruzzi II Ruwenzori I p. 307) hat diese 

Species aus Entebbe, Mitiana und Kaibo, Uganda und Ibanda, Toro erwahnt. Die 

folgenden in Alkohol aufbewahrten Stiicke konnen, weil sie ihre Originalfarbung 

verloren haben, nicht mit Sicherheit zu L. ruficornis oder citrina gestellt werden. 

Ruanda, 9. 17. Marz 1898 (HOSEMANN), i 9. Kiwu-See (Dr. KANDT), 

2 99- Kissenji, Kiwu-See, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und 

STEIN). Bugoie-\Yald, nordwestlich Ruanda, Februar bis November 1908 

(VON STEGMANN und STEIN), 2 oV, 3 99- Steppe in der Nahe von Kasindi, 

Albert-Edward-Nyanza , Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 

Mawambi, oberer Ituri, Congostaat, April 1909 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 

i d", i 9- 

Locusta citrina (Serville). 

1839. Acridium citrinum Serville. 

Hist. Nat. Ins. Orthopt. p. 644 [Senegal]. 

Ruhanga, Mpororo, 21. April 1891 (STUHLMANN), i Q. Kafuro, Karagwe, 
28. Februar und 12. Marz 1891, 2 0*0*- Sesse-Inseln, \'ictoria-Nyanza, 12. 
und 16. Dezember 1890 (STUHLMANN), 2 99. 



io8 

Diese Species ersetzt \vahrscheinlich im vSudan, in Abyssinia, Gallaland 1 ) und 
im nordlichen Afrika die Form L. ruficornis. Die Stiicke von den Sesse-Inseln 
setze ich an diese Stelle, obgleich sie in vieler Hinsicht sich ruficornis nahern, aber 
die gelblichen Antennen und das Felilen des mehr oder weniger rotlichen An- 
f luges an den Hintertibien zeugen fiir nahere Verwandtschaft mit citrina. Die 
Farbung der Hintertibien vom blassen Griinlichgraublau bis zum tiefeii Blaulich- 
graublau. Bei einem deutlich miBfarbenen Weibchen sind die Hintertibien matt 
graubraun und ebenso gefarbt wie der basale Teil der Dornen, anstatt kontrast- 
reich gefarbt. 

Locusta magnifica var. orientalis (Sjostedt). 
1909. Acridium (Cyrtacanthacris) magnifica var. orientalis Sjostedt. 

\Viss. Ergeb. Sclnved. Zool. Exped. Kilimand. XVII p. 186 [Kibonoto, Kilimandscharo]. 

Bukoba, Westkiiste des Victoria-Nyanza (Dr. EGGEL), i 9 in Alkohol. 
Yulkanische Gegend nordlich des Kiwu-Sees, Oktober 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (vox RAVEX) ; i 9 in Alkohol. Undussuma, siidwestlich des Albert- 
Xyanza, in einer Hohe von 1050 m, 8. Dezember 1891 (STUHLMAXN), i Q*. 

Trotzdem die in Alkohol aufbewahrten Stiicke die charakteristische Farbung 
der Fliigel und der Hintertibien eingebiiBt haben, ist ihre Identitat mit demMann- 
chen aus Undussuma auBer Frage. Beim Mannchen sind die schwachen, schiefen 
Tegminalbander reduziert und weniger sichtlich als beim Weibchen, welche diese 
Bander ebenso deutlich und in derselben Breite besitzt wie L. rubella, von welcher 
jedoch diese Species durch die einfarbigen Lateralloben des Pronotums wohl unter- 
schieden ist. vSjOSTEDT hat auf diese Variabilitat hingewiesen. Das Mannchen 
ist etwas kleiner, als das Minimum der OriginalmaJ3e und weist die folgenden 
MaBe auf: 

Korperlange 50 mm 

Lange des Pronotums 13 ,, 

Lange des Tegmens 50 , 

Lange der Hinterschenkel 29 ,, 

In bezug auf die Lange des Korpers und des Pronotums zeigen die 99 die 
typischen MaBe, aber Tegmen und Hinterschenkel sind etwas kiirzer, ersteres miBt 
66 und 68 mm, letzteres 36 und 38 mm. 

Locusta tatarica Linnaeus. 
1758. [Gryllus (Locusta)] tatarica Linnaeus. 

Syst. Xat. 10. Aufl., p. 432. [,,Tataria"J. 

Steppe in der Nahe von Kasindi, Albert-Edward-Nyanza, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i reifes und i unreifes 9 in Alkohol. 



1 ) Diese, bei dem gegenwartigen Avitor von Bodele, Grorgora und Sheikh Hussein, Gallaland 
(Proc. Acad. Xat. Soc. Phila. 1901, p. 76) envahiiten mid als Cyrtacanthacris ntficortiis bestimraten 
Stiicke, sind nach meinen Untersuchungen und mit dem vorliegenden Material verglichen L. citrina. 



109 

Wahrend diese Species aus dem groBeren Teile Afrikas bekannt 1st, wird sie 
hier zum zweiten Male aus der Seenregion erwahnt, KIR BY hat sie aus Uganda 
erwahnt (in JOHNSTON, Uganda Protect. I p. 468). 

Locusta hottentotta (Stal). 1 ) 
1873. A[cridium] (Acridium) hottentottum Stal. 

Rec. Orthopt. I, p. 62. [Siid-Afrika.] 

Kissenji, Kiwu-See, Februar bis November 1908 (VON STEGMAXN und 
STEIN), 2 99 in Alkohol.. Mulera, November 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i d*. Avakubi, Aruwimi-Flufl, Congostaat, 22. April 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i a" in Alkohol. 

Wir haben STALS Namen fiir diese Species gebraucht, statt BOLIVARS Be- 
zeichnung lineata Stoll 2 ) zu gebrauchen, die uns fiir die vorliegende Species nicht 
anwendbar erscheint. Wir haben die oben angefuhrten Serien mit anderen Stiicken 
aus Liberia und Kamerun verglichen, bei denen die dunklere Hauptfarbe stark 
variiert, indem sie einerseits nach dunkel karminrot, andrerseits nach olivenbraun 
neigt. Das Mulera-Stiick ist von letzterem Typ, wahrend der erstere durch ein o 71 
aus Windhoek, Deutsch-Siidwest-Afrika reprasentiert wird. Die Avakubi und- 
Kissenji-Stiicke sind, soweit ihr Zustand ein Urteil zulaBt, von dem gewohnlichen 
Typ mit dunkelbrauner Hauptfarbe. Die blaB Mediastinlinie, welche bei der 
Mehrzahl der Stiicke gefunden wurde, fehlt bei dem Avakuba-cf. 

Diese Species ist berichtet aus einem Bezirke von Liberia siidlich bis Deutsch- 
Siidwest-Afrika, ostlich bis in die Umgegend des Kiwu-Sees, des Tanganjika- 
Sees und Mozambique; ein Bericht aus Nguela, Usambara beruht offenbar auf 
einem Irrtum, da viele andere aus dieser selben Lokalitat erwahnte Species wohl 
sicherlich nicht in jenem Landesteile gefunden worden sind, in einigen Fallen viel- 
mehr Formen darstellen, die auf den westlichen Waldgiirtel beschrankt sind. 

Locusta rugegeana n. sp. 

Type: a", Rugege-\Vald, siidwestliches Ruanda, Hohe etwa 1800 m, 

20. August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt und sehr ahnlich der L. decipiens (Karsch) von Togo, West- 

Afrika 3 ); unterscheidet sich jedoch durch den breiteren Zwischenraum zwischen den 

Augen, die Caudaldecke des Pronotums ist spitzer und weniger abgerundet, der 

Superoexternalkiel der Hinterschenkel ist weniger sageartig gezahnt als der Supero- 

mediankiel, und die Supraanalplatte des cf ist zugespitzt statt abgerundet. 

Von mittlerer Gr613e (fiir das Genus); Habitus deutlich zusammengedriickt. 
Das Fastigium des Kopfes sehr betrachtlich geneigt, breit in die Frontalcosta, 

J ) Wahrscheinlich ist dieses die als Acridium liticatum (Stal, irrtiimlich Stoll) von GlGLIO- 
Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 307) aus Mitiana, Uganda und Ibanda, Toro erwahnte Species. 

' 2 ) Jorn. vSci. Math. Phys. Nat., Lisboa, Ser. 2 a, I, p. 159; Mem. Soc. Ent. Belg. XVI, p. 108 
bis 109. 

3 ) Entom. Zeit. Stettin L VII, p. 298, Fig. 23. 



no 

ausgerundet, sehr breit, die Breite derScheibe des Fastigiums 1st beinahe gleich der 
Lange (cephalo-caudad) des Auges; Zwischenraum zwischen den Augen gleich 
dreiviertel der Augenlange ; Frontalcosta dorsad nur wenig mehr als halb so breit 
wie der Ocularzwischenraum, ventrad von den Antennen sehr schwach erweitert, 
durchweg dicht siebartig punktiert, am Ocellus und ventrad derselben, bei- 
nahe gefurcht, Rander dick erhaben; Faciallinie leicht bogenformig ; Augen etwas 
langer als der Inf raocularteil der Wange ; Antennen die Caudalecke des Pronotums 
deutlich iiberragend. Pronotum stark dachformig, beinahe geschopft; der 
Mediankiel bogig-erhaben, cephalad stark bogig geneigt, caudad regelmaBig ab- 
fallend, durchschnitten von drei Ouerfurchen; Cephalrand der Scheibe stumpf- 
winklig, Caudalrand rechtwinklig ; Lateralloben des Pronotums langer als breit. 
Cephal- und Caudalecken stumpf abgerundet; Oberflache des Pronotums rauh. 
Die Tegmina iiberragen die Enden der Hinterschenkel um etwa die halbe Lange 
des Pronotums, etwa vier und einhalbmal so lang als breit ; Costalrand proximad 
leicht lappig, distad iiach clem ziemlich verschmalerten, abgerundeten Apex 
zu gebogen; Suturalrand fast gerade. Fliigel mehr wie bei L. decipiens, aber 
mit weniger zahlreichen Kreuzadern. Prosternaldorn proximad zusammenge- 
driickt, merklich abgeflacht oder distad knollig verdickt; Caudalrand leicht 
schrag, Cephalrand proximad gerade, distad bogig, Apex stumpf zugespitzt und 
leicht caudad gerichtet. Mesosternalloben kaum langer als breit, Rander gerade, 
Zwischenraum leicht konisch. Lange der Supraanalplatte beinahe gleich der 
proximalen Weite, Seitenrander sich bis zu Zweidrittel der Lange regelmaBig 
verengernd, an diesem Punkte mit einer stumpfwinkligen Schulter, das Apical- 
drittel spitzwinklig ; Cerci beinahe bis zum Apex der Supraanalplatte reichend, 
beinahe zusammengedruckt, spitz zulaufend, scharf zugespitzt, die Spitzen ein- 
gebogen; Subgenitalplatte verlangert, scharf zugespitzt. Vorder- und Mittel- 
beine sehr kraftig. Hinterschenkel die Spitze der Subgenitalplatte nicht iiber- 
ragend, nicht merklich sich zuspitzend, Mediodorsal- und Medioventralkiel sage- 
artig gezahnt, die iibrigen Kiele zeigen eine Tendenz nach der gleichen Richtung, 
jedoch mit keiner deutlich ausgepragten Zahnelung; Hintertibien am AuBenrande 
mit acht Dornen, am Innenrande mit neun Dornen bewaffnet, exklusiv den 
Enddorn. 

Hauptfarbe (vom Alkohol) zimtbraun, mehr oder weniger rostfarbig werdend 
an den Beinen und am distalen Teile der scapularen und discoidalen Felder 
der Tegmina. Antennen von der Hauptfarbe; Augen gebrannt umbrafarben. 
Tegmina und Proximalteil des Costalfeldes, das Analfeld und verschiedene un- 
bestimmte schrage Flecken im distalen Teile des- Discoidalfeldes holzbraun 
(moglicherweise im Leben weiBlich oder gelblich). Originalfarbung der Fliigel 
ungewiB, im vorliegenden Falle blaB braunlich-glasig, die Adern aller Felder 
bis auf die des Radiatfeldes dunkelbraun. Dornen der Hintertibien mit schwarzer 
Spitze. 



Ill 

MaBe. 

d 1 9 

Lange des Korpers 40,0 mm 59,5 mm 

Lange des Pronotums 9,2 ,, 13,8 ,, 

Lange des Tegmens . 34,0 ,, 42,0 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,5 ,, 29,0 ,, 

Aui3er der Type haben wir noch ein paratypisches 9 yor uns, dessen MaBe 
oben angegeben sind. Dieses Stiick stimmt mit der Type vollig iiberein mit 
Ausnahme von geschlechtlichen und einigen geringeren Unterschieden. Die Farbe 
des Proximalteiles vom Discoidalfelde der Tegmina ist vielleicht intensiver bei 
dem weiblichen Stiick, da sie mehr kastanienbraun als rotbraun ist. Zahl der 
Tibialdornen am Innenrande, exklusiv den Apicaldorn, zehn beim Weibchen. 

Locusta 1 ) sp. 

Siidostlich Mpororo, 15. Juli 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i un- 
reifes 9 in Alkohol. 

Acinotacris 2 ) nov. gen. 

Yenvandt mit Exochoderes Bolivar aber da von abweichend in dem geneigten, 
statt beinahe horizontalen Vertex, in dem abgerundeten statt zugespitzten 
Caudalwinkel, in dem Mediankiel des Pronotums, welcher schon vor dem Haupt- 
furche statt von demselben an geneigt ist, in dem Kamm, der an der Prozona 
nicht dreilappig ist, in den Tegmina, die bedeutend statt wenig die Apices der 
Hinterschenkel iiberragen, in den Fliigeln, die distad nicht ausgebuchtet sind, so- 
wie in dem prosternalen Dorn, der deutlich zusammengedriickt ist. 

Occiput beinahe knollig; Fastigium geneigt, eingedriickt; Frontalcosta 
zwischen den Antennen beinahe gleich ventrad von denselben. Kamm des 
Pronotums hoch, bogig, deutlich von nur einer Hauptfurche durchschnitten, 
Pronotalteil mit zwei Querfurchen, die den Kamm einschneiden, aber nicht 
durchtrennen , der Kamm ist caudad an der Metazona beinahe verschwindend 
and mehr ein Kiel; Cephalrand der Scheibe mehr oder weniger spitz, Caudal- 
rand derselben abgerundet (9) oder stumpfwinklig (cf). Tegmina caudad bis zur 
Mitte der Hintertibien reichend, Distalende abgerundet. Fliigel mit Apex schrag 
abgerundet, nicht ausgebuchtet. Prosternaldorn dreieckig, hoch, stark zusammen- 
gepreBt; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben fast ebenso lang wie 

1 ) Des weiteren sind noch folgende Species dieses Genus aus nachbenannten Gegenden be- 
richtet worden : Locusta coyallinipes (Karsch). Ent. Zeit. Stettin LVII, p. 295. [Kakoma, Uganda.] 
Locusta deckeni (Gerstaecker). Kagera-Nil. [Brunner in Baumann ,,Durch Massailaud".] Lo- 
custa rubella (Serville). Mitiana, Uganda [GIGLIO-TOS in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 307]. Lo- 
custa pallidicornis (Kirby). Proc. Zool. Soc. London 1902, Vol. I p. 99 [zwischen Victoria-Nyanza 
und Tanganjika-See; Ruwenzori]. Das nachste Stiick kann aus der in Betracht stehenden Gegend 
stammen: Locusta validiceps (Karsch). Kabebe, Zentral-Afrika. Fundort der Type. 

2 ) axi] = Rand, vwiov == Riicken, U>CQI^ = Heuschrecke. 



112 

breit oder wenig langlich, Loben mesad stark bogig; Zwischenraum zwischen den 
Metasternalloben keilformig. Supranalplatte beim Mannchen mesad verbreitert 
in einen rundlich stummelformigen Lappen ; Cerci des d" walzenformig ; Subgenital- 
platte des d* zusammengedriickt, beinahe dornartig. Dorsalrander der Hinter- 
schenkel fein gesagt, Genicularloben. ventrad stark entwickelt, beinahe winklig; 
Hintertibien proximad ausgebuchtet, am AuBenrande mit neun Dornen be- 
waffnet, Apicaldorn nicht vorhanden. 

Type A. dromedarius n. sp. 

Schliissel zur Species des Genus (9). 

a) Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben langlich; der dorsale ein- 
springende Winkel der Genicularloben rechtwinklig ; Kamm des Pronotums hoher, 
ein Drittel der ganzen Breite des Pronotums bildend und caudad scharf geneigt 

dromedarius n. sp. 1 ) 

b) Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben in seinen Ausdehnungen 
fast gleich; der dorsale einspringende Winkel der Genicularloben stumpf winklig ; 
Kamm des Pronotums niedriger, weniger als ein Drittel der Breite des Prono- 
tums bildend und caudad weniger scharf geneigt hylaeus n. sp. 

Acinotacris dromedarius n. sp. 
1901. Exochoderes aurantiacus Rehn (nicht von BOLIVAR). 

Proc. Acad. Nat. Sci. Phila 1901 p. 76. 

Type: 9, Kurava-Quellen zwischen Aimola und Le, siidliches Gallaland, 
25. Marz 1895 (A. DONALDSON SMITH) [Acad. Nat. Sci. Phila. Type 
Nr. 5191]. 

GroBe betrachtlich ; Habitus maBig zusammengedriickt; groBter Teil der 
Oberflache des Kopfes und der Thoracalsegmente mit Ausnahme der Ventralober- 
flache vertieft punktiert. Kopf breit; Occiput deutlich erhaben und merklich 
ventrocephalad geneigt, zwischen den Augen eingedriickt und vom Fastigium in 
die Frontalcosta abgerundet; Interocularraum etwas breiter als die halbe Breite 
des Auges; Fastigium flach eingedriickt, Rander mit Ausnahme des Caudalrandes 
leicht erhaben; schwache Griibchen dorsad von den Lateralocelli vorhanden; 
Frontalcosta bis zwischen die Antennen leicht verbreitert, von da ventrad leicht 
verengert und unmittelbar dorsad von der Clypealsutur beinahe verschwindend, 
die interantennale Breite fast gleich der interocularen Breite, unmittelbar ventrad 
vom Ocellus eingedriickt ; Lateralf acialkiele ventrad maBig divergierend ; Augen 
verlangert nierenformig-eiformig, ungefahr zweimal so lang wie der Infraocularteil 
der Wange, leicht vorstehend ; Glieder der Antennen verlangert. Dorsalkamm des 
Protonums hoch, ein Drittel der ganzen Breite des Pronotums bildend, am 
vorderen Teil maBig bogenformig, am hinteren Teil ziemlich scharf zum kaum 
gekielten Marginalteile geneigt, die hintere Ouerfurche den UmriB des Kammes 

*) Acinotacris dromedarius n. sp. 



scharf durchschneidend, jedoch den eigentlichen Korper desselben nicht tief 
teilend, die pronotale Querfurche die Umrisse des Kammes nicht beriihrend; 
Vorderrand der Scheibe mesad in einen rechtwinkligen Fortsatz verlangert, 
Caudalrand abgerundet; Lateralloben in ihrer groi3ten Breite beinahe gleich 
ihrer dorsalen Lange, Ventralraiid derLoben cephalad buchtig ausgerandet, mesad 
stumpfwinklig. Tegmina iiberragen die Spitzen der Hinterschenkel um etwas 
mehr als die Lange von Kopf uiid Pronotum, Distalende schmal, schrag rund- 
lich abgestutzt; Marginalfeld mit einer schwach verlangerten Proximalausdehnung ; 
Intercalarader nicht vorhanden. Prosternaldorn zusammengedriickt pyramiden- 
formig; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben leicht longitudinal, die 
engste Stelle etwas cephalad von der Mitte, die Lateralrander cauclad stark 
divergierend. Hinterschenkel maBig verlangert, ungefahr halb so lang wie die 
Tegmina, Dorsaloberflache leicht abgeflacht, stark eingedriickt-punktiert, Geni- 
cularloben breit, ihr dorsaler eingehender Winkel rechtwinklig. 

Hauptfarbe braunrot, die Tegmina holzbraun und die Hinterschenkel lehm- 
farben, alles mit gewiirziielkebraunen Zeichen iiberlegt. Antennen seehundbraun 
mit Ausnahme der beiden Proximalglieder, die die Farbe des Kopfes haben; 
Augen gebrannte Umbra, ein unregelmaBiges, schmales, postoculares Band von 
der uberliegendeii Farbe dorso-caudad iiber einen Teil des Pronotums fortgesetzt, 
bildet ein V auf dem unteren Gesicht, eiiie schmale, deutlich markierte Medio- 
longitudinallinie von der dunkleren Farbe verlauft liber Occiput, Fastigium und 
Dorsalteil der Frontalcosta. Kamm des Pronotums mit einem schmalen gewiirz- 
iielkebraunen Rand, Ventralteil der Prozona der Lateralloben mit derselben Farbe 
schrag gemascht, und die Metazona mit undeutlich angedeuteten durchschossenen 
Linien der gleichen Farbe. Tegmina dicht gesprenkelt mit quadratischen dunkel- 
braunen. Zeichen, die distad an Zahl abnehmen. Hinterschenkel dorsad mit 
drei breiten gewiirznelkebraunen Zeichen, die auf den Lateraloberflachen nur 
schwach angedeutet sind ; Ventralf urche und der gr613ere Teil der Genicularloben 
einfarbig; Hintertibien stumpf zimtfarben, mattbraun gewolkt, die Dornen gelb- 
lich, mit seehundbraunen Spitzen, die Dornen des Innenrandes zeigen auf der 
inneren Oberflache dieselbe gleichmaBige dunkelbraune Farbe wie die dunkeln 
Spitzen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 41,5 mm 

Lange des Pronotums 9,2 

Lange des Tegmens 43,5 

Lange der Hinterschenkel 21,0 ,, 

Das paratypische 9 von Sheikh Husein, Gallaland (i. Oktober 1894; 
A. D. SMITH) ist etwas kleiner als die Type, stimmt aber in alien spezifischen 
Merkmalen mit dieser iiberein. Die Farbung ist fast genau dieselbe wie bei der 
Type. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



Acinotacris hylaeus n. sp. 

Type: 9, Wald zwischen Mawambi und Irumu, Ituri-Aruwimi-Becken, 
Congostaat, April 1908 (Deutsche Centr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 
In Alkohol. 

GroBe betrachtlich ; Habitus zusammengedriickt ; Oberflache wie bei A. dro- 
medarius. Occiput wie bei dromedarius, die Interocularregion breiter als be 
jener Species und tiefer eingedriickt, mit einem schwachen kurzen Mediolongi- 
tudinalkiel; Fastigium mehr horizontal als bei dromedarius, ahnlich aber flacher 
eingedriickt, in die Frontalcosta breit abgemndet; Frontalcosta ahnlich wie bei 
der typischen Art, jedoch mehr ausgesprochen ventrad; Augenwiebei dromedarius, 
j ecloch etwas kiirzer. Pronotum ahnlich wie bei dromedarius, j edoch mit niedrigerem 
Kamm, der weniger als ein Drittel der Breite des Pronotums bildet, weniger 
scharf caudad geneigt, Vorderrand der Scheibe stumpfwinklig, Caudalrand wie 
bei dromedarius. Tegmina ahnlich denen von dromedarius. Prosternaldorn wie 
bei der typischen Art; der schmalste Teil des Zwischenraumes zwischen den Me- 
sosternalloben beinahe gleich der Lange, die engste Stelle befindet sich der 
Mitte des Zwischenraumes naher als bei dromedarius; Zwischenraum zwischen 
den Metasternalloben etwas breiter als bei der typischen Art. Hinterschenkel 
wie bei dromedarius, der dorsale eingehende Winkel der Genicularloben jedoch 
stumpfwinklig. 

Farbe braunrot, annahernd iiberall gleich und mit nur geringen Spuren der 
iiberliegenden dunkleren Farbe der dromedarius. Augen vandyckbraun; Prono- 
tum und der groBere Teil des Kammes vandyckbraun gerandet; der auBerste 
Proximalteil der Tegmina seehundbraun gemascht, die distale Halfte mit zahl- 
reichen schwach kleinquadratischen Zeichen von bister Farbe, schwache An- 
deutungen ahnlicher Zeichen vorhanden auf der proximalen Halfte der Costal- 
und Discoidalfelder der Tegmina. Fliigel am proximalen Teile der Radial- 
felder sehr blaB gelblich, die Hauptadern sonst vandyckbraun umzogen und die 
distalen Dreifiinftel der ganzen Fliigel bister angeraucht; Genicularbogen der 
Hinterschenkel mit gebrannter Umbra liniiert; Hintertibien und die Innenflache 
einiger der Dornen des Innenrandes, j edoch nicht aller, braungewolkt. 

MaBe. 

cf 9 

Mawambi (Type) 

Lange des Korpers 39,5 mm 28,0 mm 

Lange des Pronotums 8,9 ,, 5.8 ,, 

Lange des Tegmens 38,5 ,, 26,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 19,0 ,, 13,8 ,, 

Das mannliche Geschlecht stimmt mit der weiblichen Type uberein bis 
auf folgende Unterschiede : 

Zwischenraum zwischen den Augen etwas schmaler als die interantennale 
Breite der Frontalcosta; Augen mehr vorstehend; Antennen verlangert, bis zur 



Basis der Hinterschenkel rcichend. Caudalrand der Scheibe des Pronotums 
stumpfwinklig, der unmittelbare Winkel abgerundet. Tegmina im distalen Drittel 
breiter als beim 9- Furcula breit, abgerundete, kaum getrennte L,oben ; Supraanal- 
platte dreieckig verbreitert, im distalen Drittel beinahe ebenso verbreitert mid 
rundlich stummelformig am Apex, longitudinal gefurcht in der distalen Halfte; 
Cerci walzenformig, nach der Spitze zu abgestumpft, die Supraanalplatte etwas 
iiberragend; Subgenitalplatte beinahe dornformig, annahernd zweimal so lang 
wie die Cerci, beinahe zusammengedruckt, proximad verbreitert. 

Aul3er der Type dieser Species haben wir noch nachstehende Serien unter- 
sucht : 

Ful3 des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i reifes und i unreifes 9 in Alkohol. Wald nordwestlich von Beni, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes d 1 (trocken), i unreifes 
9 in Alkohol. Mgoba, westlicher Abhang des Semliki-Tales, Congostaat, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes 9 in Alkohol. Ma- 
wambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i a* in Alkohol. (Das oben gemessene Stuck.) Oberer Ituri, 
Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 6 unreife Individuen 
in Alkohol. 

Phyxacra Karny. 1 ) 

Die verlangerten Mesosternalloben dieses Genus geben ihm eine anomalische 
vStellung unter den Coptacrae, da das Vorhandensein von laiigeren als breiten 
Mesosternalloben als ein ausgesprochenes Merkmal von Locusta und ihren Ver- 
wandten betrachtet wurde. Zahlreiche andere Merkmale aber, die bei diesem 
Genus gefunden wurden, beweisen seine echte Verwandtschaft zu den Coptacrae. 

Phyxacra nigrispinis n. sp. 

Type: 9, Fui3 des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Unterscheidet sich von den beiden friiher bekannten Species durch den 
unentwickelten Querkiel zwischen dem Vertex und dem Fastigium, sowie da- 
durch, daB die Tegmina die Spitzen der Hinterschenkel nicht iiberragen, durch die 
nahezu gleichmaBige Farbung derselbeii und ferner dadurch, daft die Dornen 
der Hintertibien an der Basis schwarz sind. Von variolosa Krauss unterschieden 
durch die Querfurchen des Pronotums, die tief eingedriickt sind wie bei cocrulans 
Karny, wahrend das Fehlen von brauneri Zeichen und schwarzlicher Punk- 
tierung diese Type von cocrulans trennt. 

GroCe maI3ig; Habitus leicht zusammengedruckt, mehr der Species des Genus 
Locusta ahnelnd; Oberflache des Pronotums des Gesichtes, derWange und Pleuren 

1 ) Abisares viridipennis (Burmeister). Erwahnt vou GlGLIO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I 

p. 307) aus Entebbe, Uganda und Fort Portal und Ibanda, Toro. 

8* 



ti6 

deutlich gerunzelt. Interocularraum des Kopfes breit, etwas schmaler als die 
Fastigialbreite ; Fastigium stark quer, punktiert aber nicht ausgehohlt, stark ge- 
neigt, breit abgerundet in die Frontalcosta ; Frontalcosta dorsad breit, ventrad 
sich leicht verengernd und fast verschwindend, ehe sie die Clypealsutur erreicht, 
leicht konkav, aber nicht deutlich gefurcht, punktiert; Augen maBig vorstehend, 
breit nierenformig-eiformig, etwas langer als die Infraocularfurche; Antennen, 
wenn caudad gerichtet, den Winkel des Caudalrandes des Pronotums um an- 
nahernd die Kopflange iiberragend, fadenformig. Pronotum und Dorsum der 
Prozona leicht abgerundet, der Metazona beinahe abgeplattet; Caudalbreite der 
Scheiben fast gleich der Halfte der Lange derselben; Cephalrand der Scheibe 
fast abgestutzt, Caudalrand nahezu rechtwinklig und am unmittelbaren Winkel 
a*bgerundet; Mittelkiel an der Prozona beinahe verschwindend, deutlich, wenn 
auch schwach, an der Metazona; Querfurchen drei, gut emgedriickt, Prozona 
und Metazona beinahe gleichlang ; Seiteiiecken breit abgerundet, deutliche laterale 
Kiele nicht vorhanden; Lateralloben deutlich langer breit, der prozonale Teil 
mit einer schwach umgrenzten aber deutlichen Schwellung, die sich ventro- 
cephalad bis zur Ventrocephalecke ausdehnt ; Ventralrand mesad stumpfwinklig, 
beide Grenzecken beinahe rechtwinklig abgerundet. Tegmina kurz und breit, die 
Apices der Hinterschenkel kaum iiberragend, ihre groBte Breite weniger als ein 
Viertel ihrer Lange; Distalhalfte des Discoidalfeldes quadratisch-netzformig, 
Proximalhalfte desselben und Marginalfeld unregelmaBig netzf ormig ; Costalrand 
ungleich bogenformig, die Medianpartie leicht abgeflacht; Suturalrand distad 
leicht bogenformig, von da an gerade; Apex breit. rundlich abgestutzt. Fliigel 
bis zu den Spitzen der Tegmina reichend, der Apex ahnlich dem Apex der Teg- 
mina. Prosternaldorn aufrecht, konisch, maBig scharf ; Zwischenraum zwischen 
den Mesosternalloben sehr leicht longitudinal, beinahe gleich in Breite, die Innen- 
rander der Loben gerade, die Caudalecke leicht zugescharft; Zwischenraum 
zwischen den Metasternalloben beinahe quadratisch, die Loben caudad sich ver- 
schmalernd, so daB der Zwischenraum keilformig wird. Die Rander des dor- 
salen Paares der Ovipositorscheiden fein gezahnt. Vorder- und Mittelbeine von 
mittlerer Bildung. Hinterschenkel stark, etwa vier und einhalbmal so lang als 
an ihrer breitesten Stelle breit, bis zur pragenicularen Konstriktion sich maBig 
verjiingend, samtliche Kiele gesagt-gezahnt, die dorsalen und ventralen mit ein- 
geschalteten Auszackungen , Genicularregion etwas abgeflacht, die Loben groI3, 
ihr Ventralrand stark bogenformig, ihr Winkel abgerundet rechtwinklig ; Hinter- 
tibien stark, distad deutlich eingebogen, von derSeite gesehen leicht eingebuchtet, 
am AuBenrande mit acht Dornen, am Innenrande mit neun Dornen (mit Aus- 
nahme des Apicaldornes) bewaffnet, beide Serien wirklich bis zur Tibialbasis 
ausgedehnt. 

Hauptfarbe holzbraun; Dorsum des Abdomens lederbraun ockerig, ein medio- 
longitudinaler Streifen, der den groBten Teil der Analarea der Tegmina bedeckt, 
cremebraun. Kopf und Dorsum lehmf arbig gewolkt ; Antennen lederf arbig ; Augen 



1*7 

bister. Pronotum mid em schwach angedeutetes medio-longitudinales Band 
von blasser Farbe, die bei trockenen Stiicken wahrs.cheinlich gleich der Farbe 
der Tegmina ist, die schrage Anschwellung an den Lateralloben dunkler als die 
Hauptfarbe dieses Teiles. Basalteil der Marginal- und Discoidalfelder der Teg- 
mina mit proutschenbrauiieii Flecken. Fliigel blaBbraun. Voider- und Mittel- 
beine blaB braunrot. Genicularbogen der Hinterschenkel schwarz; Proximalteil 
der Hintertibien schwarzlich, die Dornen in ihrer ganzen Lange und auch an 
der Basis schwarz. 

MaBe. 

Lange des Korpers 39,5 mm 

Lange des Pronotums 8,8 ,, 

Lange des Tegmens 25,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,0 ,, 

Die Type dieser Species ist die einzige. 

Coptacra Stal. 

Coptacra anguliflava Karsch. 
1893. CojJtacra anguliflava Karsch. 

Berl. Entom. Zeitschr. XXXVIII p. gz [Bismarckburg, Togo]. 

Wald von Irumu bis Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, 
April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I /in Alkohol. 

Dieses Stiick entspricht vollig der kurzen Originalbeschreibung. 

BOLIVAR erwahnt diese Species aus Libenge am Ubangi-FluB, und GiGUO 
Tos hat sie aus Ibanda, Toro erwahnt. 

Paracoptacra Karsch. 

Paracoptacra ascensi Giglio-Tos. 
1907. P[aracoptacra] ascensi Giglio-Tos. 

Boll. Mus. Zool. Anat. Comp., Torino XXII, Xr. 554 p. id [Moero-See]. 

Rugege-Wald, siidwestliches Ruanda, Hohe ungefahr 1800 m, 20. August 
1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ). i 9 in Alkohol. Vul- 
kanische Gegend nordostlich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

Bei sorgfaltiger Yergleichung mit authentischem ascc ;?sj-Material ist es mog- 
lich, dai3 diese Stiicke sich als verschieden davon erweisen, da jedoch der einzige 
Punkt, in dem sie abweichen, die Farbe betrifft, namlich der zwei- oder drei- 
gefleckte, statt gebanderte Charakter des Ventralteiles der auI3eren Oberflache 
der Hinterschenkel, so ziehen wir es vor, sie versuchsweise dieser Species zuzu- 
teilen. 



n8 

Paracoptacra cauta Karsch. 
1896. Paracoptacra cauta Karsch. 

Entom. Zeit., Stettin LA'II. p. 304 [Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza]. 

Westseite des Ruwenzori, Hohe 2500 m, Februar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), 2 c 'in Alkohol. Fort Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- Walcl nordwestlich von Beni, 
Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i cf, i 9- 

Die Originalbeschreibung und LA BAUMES Erganzungsfigur a ) lassen viel 
zu wiinschen iibrig in bezug auf eine ausfiihrliche Charakterisierung dieser 
Species, und eine eingehende Beschreibung erscheint hochst wiinschenswert. Die 
nachstehende Beschreibung bezieht sich auf das o* aus dem Walde nordwestlich 
von Beni. 

GroBe gering, Habitus maBig kraftig; Oberflache fein punktiert. Kopf und 
Zwischenraum zwischen den Augen nicht ganz halb so breit wie das Fastigiurn, 
laterad gerandet; Occiput mesad gekielt; Fastigium ziemlich tief ausgehohlt, 
breit zum Gesicht abgerundet; Frontalcosta zwischen den Basen der Antennen 
betrachtlich verbreitert, nahezu viermal so breit wie die interantennale Breite, 
ventrad sich allmahlich verengernd; Antennen fadenformig, distad sehr wenig 
verdickt, proximad leicht niedergedriickt; Augen maBig vorstehend, im Umrii3 
nierenformig, etwa zweimal so lang wie der Infraocularteil der Wange. Pronotum 
caudad sehr leicht verbreitert; Mittelkiel niedrig, aber deutlich und gleichformig 
von drei Furchen durchschnitten ; Metazona etwas kiirzer als die Prozona; 
Cephalrand des Pronotums sehr leicht stumpfwinklig, Caudalrand stump fwinklig; 
Lateralecken breit abgewendet ; Lateralloben langer als breit, Ventralrand cepha- 
lad stark rundlich ausgerandet, Caudalecke stumpf abgerundet. Tegmina etwas 
langer als das Pronotum, aber deutlich kiirzer als Kopf und Pronotum zu- 
sammen, beinahe lanzettlich, dorsad beinahe zusammenstoBend, ungefahr ein 
und einhalbmal so lang als breit; Costalrand proximad stark bogig; Apex ab- 
gerundet spitz winklig. Prosternaldorn beinahe pyramidenformig, fast spitz; 
Zwischenraum zwischen den Metasternalloben leicht quer, beinahe keilformig, die 
Loben deutlich schief abgerundet; Metasternalloben beinahe zusammenstoiBend. 
Apex des Abdomens leicht erhaben, kaum zuriickgebogen. Furcula wie ein 
Paar schlanker beinahe paralleler Finger ausgebildet, ungefahr gleich einem 
Viertel der Lange der Supraanalplatte ; Supraanalplatte dreieckig mit einer 
keilformig apicalen Projektion, die Rander der groBeren proximalen Sektion 
bogenformig, ein deutlich bogiger Quereindruck vorhanden; Cerci in den proxi- 
malen Zweidritteln maBig breit, zusammengedriickt, beinahe gleich, das distale 
Drittel sehr schlank, diinner werdend, S-formig, der Apex stumpf, der ganze 
Cercus nach innen gekriimmt, die Ecke des Dorsalrandes sehr breit abgerundet; 



Entom. Zeit., Stottin I.XXII p. 324. 



Subgenitalplatte sehr kurz, abgerundet, der Apex mesad in einen kleinen finger- 
formigen Fortsatz veilangert, dessen Dorsum von dem Apicalteil der Supraanal- 
platte bedeckt ist. Voider- und Mittelbeine durchaus nicht kraftig. Hinter- 
schenkel maBig kraftig, distad schlank, deutlich weiBlich behaart, Dorsalrand spar- 
lich gezahnt; Hintertibien 1 ) am Aui3enrande mit neun, am Innenrande mit 
zehn Dornen bewaffnet (mit Ausnahme des Apicaldornes). 

Hauptfarbe schwarzlich bis schwarzlichbraun, mit Apfelgriin und WeiB ge- 
zeichnet. Ein Paar seitlich sich verbreiternder Streifen verlauft caudad vom 
Innenrande der Augen entlang den Seitenrandern der Pronotalscheibe und der 
Gegend der Analader der Tegmina und erreicht den Suturalrand kurz vor dem 
Apex. Gesichtgriin, die Umgebung der Antennenbasis schwarzlich; Wange, Ventral- 
teil der Lateralloben des Pronotums und zwei kurze, schrage Streifen an den Pleuren 
weiBlich. Antennen distad griinlich, zum groBten Teil jedoch in ihrer Lange 
ockerfarben, Apex olivfarben; Augen mumienbraun. Abdomen mit paarigen dor- 
salen und lateralen longitudinalen Linien von griinlicher Farbe, deren dorsale 
breiter sind, Apex des Abdomens beinahe rostfarben, ebenso, wenn auch in ge- 
ringerem Grade, die Ventraloberflache desselben. Meso- und Metasternum mit 
drei in longitudinaler Reihe angeordneten gelben Flecken. Voider- und Mittel- 
beine und Hinterschenkel hellgriin, letztere in der Genicularregion schwarzlich; 
Hintertibien 1 ) und Tarsen zinnoberrot; die Dornen mit schwarzer Spitze. 

MaBe. 

Cf (Type) 9 (Beni) 

Lange des Korpers 13,5 mm 18 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 4,2 ,, 

Lange des Tegmens 4 ,, 5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10 ,, n ,, 

AuBer der Type liegen uns noch I paratypisches 9 vor, I 9 vom Fort 
Beni, Semliki-Tal, gefangen im Januar 1908 und 2 cfc ' in Alkohol aus einer 
Hohe von 2500 m an der Westseite des Ruwenzori, Februar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.). Diese Stiicke zeigen keine nennenswerten Abweichungen, aus- 
genommen, daB das Grim bei dem paratypischeti 9 dunkler ist als bei den andern. 

GlGLio-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 308) hat die Species aus Butiti, 
Uganda und Ibanda, Toro envahnt. 

Kivuia n. g. 

Verwandt mit Cyphocerastis Karsch, von dieser aber \-erschieden durch die Re- 
duktion der Tegmina und Fliigel und durch die eigentumliche Gestalt der Furcula. 

Interocularer Zwischenraum sehr schmal; Frontalcosta zwischen den Augen 
betrachtlich aufgeblasen, stufenweise schmaler werdend und ventrad beinahe ver- 

l ) Das einzige trockene Mannchen hat keine Caudaltibien und Tarsen, deshalb sind deren 
Merkmale von anderen Stiicken entnominen. 



120 

loschen, ohne Sulcus; Gesicht sehr deutlich vertieft punktiert; Antennen langlich, 
etwas depreB, distad etwas erweitert. Pronotum wie bei Cyphocerastis. Tegmina 
nur wenig langer als Kopf und Pronotum zusammen, Apex beinahe rund. Prosternal- 
dorn konisch; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben fast quadratisch, 
Loben caudad abgerundet; Metasternalloben zusammenhangend. Furcula sehr 
lang, zugespitzt, von den Basen bogenformig divergierend ; vSupraanalplatte lang- 
lich dreieckig, abgeplattet, Lateralrander ausgebuchtet-wellenformig, Apicalteil 
beinahe quadratisch, Apex abgestutzt; Cerci wie bei Cyphocerastis; Subgenital- 
platte wie bei letzterer Form. Hinterschenkel dorsad gesagt; Hintertibien auBen 
mit acht, innen auch mit neun Dornen, mit Ausnahme einer inneren apicalen 
Partie versehen. 

Type: K. falcifera n. sp. 

Kivuia falcifera n. sp. 

Type: f, Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

GroBe mittelmaBig; Habitus schlank zu nennen. Das Occiput des Kopfes 
betrachtlich hervorgehoben, abgerundet, Interocular vertex, der beinahe halb so 
breit ist wie das Fastigium, ist stumpfwinklig und nach dem Fastigium deutlich 
geneigt; Interocularregion und Fastigium mit einem deutlichen aber schwachen 
mediolongitudinalen Sulcus; Fastigium nach dem etwas protuberanten Inter- 
ocularteil der Frontalcosta zu abgerundet; Augen betrachtlich aufgebaucht, fast 
nierenformig, mehr als zweimal so lang wie die infraoculare Lange der Wange; 
Antennen iibertreffen den Caudalrand des Pronotums wenigstens urn die Lange 
des Kopfes. Der Mediankiel des Pronotums, das beinahe vollstandig vertieft 
punktiert ist, deutlich markiert, in der Nahe der Mitte der Prozona etwas 
niedriger als anderswo, deutlich von alien drei maBig eingedriickt. Furche durch- 
schnitten; cephaler Rand bogenformig abgestutzt; der Caudalrand beinahe 
rechteckig, der unmittelbare Winkel verlangert und rundlich; keine deutliche-n 
Lateral winkel vorhanden, sehr stumpfe Schultern vorhanden, jedoch nur an 
der Metazona; der ventrale Rand der Lateralloben cephalad wellig ausge- 
buchtet. Tegmina langlich, beinahe eiformig, liber dreimal so lang wie breit, 
etw r as lederartig; Costalrand proximad deutlich und breit gelappt; eine inter- 
calare Ader nicht vorhanden. Fliigel etwas kiirzer als die Tegmina; Apex ab- 
gerundet. Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben quadratisch, keilformig, 
schmaler als ein Lobus. Furcula sichelformig divergierend, schlank, mit Aus- 
nahme der etwas aufgeblasenen Basen, nadelformig, nicht vollstandig bis zur 
Mitte der Supraanalplatte reichend; Supraanalplatte zwischen der Furcula ge- 
furcht, die Rander etwas erhaben, aber sonst eben; Cerci reichen bis zum Apex 
der Supraanalplatte, kompreB, gestreckt, etwas lamelliert und in der proximalen 
Halfte gleichbreit, in der distalen Halfte zugespitzt und in der eigentiimlichen 
sigmoiden Kriimmung gestaltet wie bei Cyphocerastis, der dorsale Rand rechteckig 



an der Stelle der Yereinigung der beiden Teile, dcr Apex scharf zuriickgebogeii 
und hakig; vSubgenitalplatte sehr kurz, etwas blasenartig, caudad die Supra- 
analplatte nichtiiberragend, der Apicalrand weist einekurze, zusammengedriickte, 
stumpfe mediane Yerlangerung auf. Yorder- und Mittelbeine maBig kraftig. 
Hinterschenkel eben so lang wie das Pronotnm und die Tegmina zusammen, 
mittelmaBig kraftig, Genicularloben etwas zuges])itzt. 

Allgemeine Farbung ockergelb, mit vundyckbraunen und braunschwarzen. 
Zeichnungen. Die Area des Kopfes an der Basis der Antennen schwarzlich; 
Antennen von der allgemeinen Farbe an Basis und >Spitze, sonst schwarzlich; 
Augen niumienbraun. Pronotum vandyckbraun dorsad, auf der Prozona init einem 
konvergierenden Paar schwarzer Streifen, diese jedoch flieBen niemals zusam- 
men. Cephaler Rand der Scheibe mit einem schwarzen, medianen Flecken, 
Scheibe der Metazona mit verschiedenen kurzen, linearen, schwarzen Zeich- 
nungen, Caudalrand der Scheibe beinahe orangerotlich; Lateralloben des 
Pronotums mit einem breiten, postocularen, schwarzlichen Streifen u'ber der 
dorsalen Halfte, ventraler Teil von der allgemeinen Korperfarbe. Tegmina 
schwarzlich, die Hauptadern ockergelb gezeichnet, die Gegend der Analader 
etwas verwaschen ockergelb. Fliigel ockergelb vermischt mit dunkelbraun nach 
der Spitze zu. Abdomen dunkelbraun langs der lateralen vSutur liniiert, fein 
und sparsam liniiert und gefleckt mit derselben Farbe auf dem Dorsum, distaler 
Teil braunschwarz verwaschen, die Cerci orangerotlich gezeichnet. Genicular- 
gegenden und Tarsen der Yorder- und Mittelbeine schwarzlich gezeichnet; 
Genicularregion der Hinterschenkel deutlich verwaschen schwarzlich und die 
auBere Flache mehr oder weniger schief zweibindig ; binden von derselben Farbe, 
innen ahnlich wie die auBere distomediane Fleckenzeichnung, ringformig; Hinter- 
tibien blaB griinlichgelb, die Genicularregion schwarzlich, ahnlich wie die iibrigen 
Teile, mit Ausnahme eines hellen, pregenicularen Ringes; Tarsi schwarzlich. 

MaBe. 

S< (Type) Q (Kwidschwi). 

Korperlange 21,5 mm 24,5 mm 

L,ange des Pronotums 5 ,, 6,2 ,, 

L,ange des Tegmens . 9,5 9,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 12,5 ,, 15,5 ,, 

Folgende Serien sincl mit der Type verglichen worden: 

Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907, i reifes 9, i unreifes cf, 
3 unreife 99- Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i unreifes 9- Mgoba, Westabhang des Semlikitals, Congostaat, 
Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- Oberer Ituri, Congostaat, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- Wald zwischen Irumu und 
Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat. April 1908, 2 reife 
i reifes 9, I unreifes 9- Alle oben ervvahnten Stiicke sind in Alkohol 
konserviert. 



122 

Mit dem t3 r pischen d* verglichen zeigt das obenerwahnte paratypische 9 
folgende sexuelle Unterschiede : 

Augen weniger vorgewolbt, nicht mehr als zweimal so breit wie die infra- 

oculare Wange; Antennen iiberragen die Caudalecke des Protonums nur sehr 

wenig, distad nicht verbreitert wie bei dem a*. Yorder- und Mittelschenkel 

etwas weniger aufgeblasen als beim o*. Scheiden des Ovipositors ziemlich kurz, 

.ganzrandig. 

Die vorliegenden Serien zeigen wenig Yerschiedenheit, mit- Ausnahme eines 
Heller- oder Dunkelwerdens der allgemeinen Farbung. An den Hinterschen- 
keln bei dem unreifen Stiick aus Irumu-Mawambi finden sich drei sehr breite 
und dunkle, auBen schiefe Riefen, innen zwei ganz ahnliche Riefen. Gewisse 
unreife Stiicke besitzen ein vollstandig blaB ockergelbes Pronotum. 

Epistaurus Bolivar. 1 ) 

Epistaurus crucigerus Bolivar. 
1889. Ep[istaurus] crucigerus Bolivar. 

Jorn. Sci. Math. Phys. Nat., Lisboa, 2 a Ser., I, p. 164 [Angola?]. 

Mgoba, Westabhang des Semliki-Tals, Congostaat, Marz 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), I Q in Alkohol. Oberer Ituri, Congostaat, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I 9 m Alkohol. Avakubi, Aruwimi-Becken, 
Congostaat, 22. April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I o 71 in Alkohol. 

Soweit man iiberhaupt bei dieser Verfassung iiber obengenannte Stiicke ein 
TJrteil abgeben kann, gehoren sie zu dieser Species, obgleich die Originalfarbung 
sehr gelitten hat. 

Die MaBe sind nahezu dieselben, wie sie BOLIVAR angibt. 

Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, daB das Wohngebiet dieser 
Species sich noch weiter siidostlich erstreckt, als die bisherigen ostlichsten Fund- 
orte angeben, namlich bis in die Gegend des Uelle-Flusses, im FluBgebiete des 
Ubangi- Congo. 

Pteropera Karsch. 

Pteropera steini n. sp. 

Type : cf , Bugoie-Wald, Nordwest-Ruanda. Februar bis November 1908 
(VON STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit P. verrucigena Karsch und P. pictipes Bolivar. Sie unter- 
scheidet sich aber von den genannten Arten dadurch, daB die Tegmina kiirzer 
sind als das Pronotum, durch die bogenformigen Cerci und durch den stumpferen 
prosternalen Dorn; von pictipes unterscheidet sie sich durch die verhaltnisma'Big 



x ) Eine Species dieses Genus - wahrscheinlich signatus Bolivar - - hat GlGLIO-Tos (in 
Abruzzi, II Ruwenzori I p. 308) aus Entebbe, Uganda, berichtet. 



123 

verschiedenen Tegmina, die mehr eiformige Gestalt derselben, den stumpferen 
Prosternaldorn und durch die verschiedene Farbung. 

Gestalt klein; Habitus ziemlich schlank; Oberseite des Pronotums, der 
Pleura und wenig deutlich des Occiputs, Gesicht und Dorsum des Abdomens 
rauh punktiert. Zwischenraum zwischen den Augen etwas, aber deutlich, 
schmaler -als der basale Teil der Frontalcosta; Fastigium quer, iiber zweimal so 
breit wie der Interocularraum, sehr wenig eingedriickt, cephalad beinahe ab- 
gestutzt, nach der Frontalcosta zu schmal abgerundet; Frontalcosta gleichmafiig 
breit, dorsad punktiert, rund um den Ocellus und ventrad desselben gefurcht, 
Rander deutlich erhaben und abgerundet; laterale Facialkiele ventrad etwa> 
divergierend, buchtig; Antennen einfach, eher plump, beinahe bis zum Apex der 
Tegmina reichend; Augen etwas vorgewolbt, im UmriB beinahe nierenformig, 
zweimal so breit wie der Infraocularteil der Wange. Pronotum dorsad quer 
ruiidlich, nach den Lateralloben hin abgerundet; Cephalrand der Scheib'e bogen- 
formig abgestutzt, Caudalrand bogenformig abgestutzt mit einer leichten, aber 
deutlichen medianen Ausrandung; Mediankiel des Pronotums sehr niedrig, aber 
cephalad und caudad deutlich, zwischen den Furchen undeutlich ; die vier queren 
Furchen sehr tief eingedriickt, die intermarginale Furche dorsad unvollstandig, 
Lange der Prozona drei Fiinftel der totalen Pronotallange; Lateralloben deutlich 
langer als breit, cephale und caudale Ecken des Ventralrandes stumpf und breit, 
cephaler Teil des Randes wellig ausgebuchtet, mesad fast winkelig. Tegmina 
ungefahr zwei Drittel der Pronotallange, etwas den Caudalrand des mittleren 
Segmentes iiberragend, langlich eiformig, dorsad etwas um die halbe Breite eines 
einzelnen Tegmens voneinander entfernt. Fliigel nur klein und verborgen. Proster- 
naldorn nur sehr wenig schief, etwas quer, Apex sehr stumpf und rundlich auf- 
geblasen; Zwischenraum zwischen den Mesosternallobeii fast quadratisch, etwas 
caudad erweitert, Loben deutlich quer; Mesosternallobeii fast zusammenhangend. 
Abdomen und Tympani von den Tegmina bedeckt ; Furcula wird nur durch gering- 
fiigige Verb reiterung des Segmentrandes gebildet; Cerci einfach, konisch, im proxi- 
malen Teile ungefahr df eimal so breit wie in der Mitte, von da schnell nach dem mitt- 
leren Teile zu schmaler werdend, welcher etwas nach dem ziemlich stumpfen Apex 
zu konisch auslauft, das Ganzeiiberragt deutlich dieSupraanalplatte, in der distalen 
Halfte dorsad und mesad betrachtlich geschweift ; Subgenitalplatte deutlich kom- 
prefi, Apex von dem Dorsum ausgesehen zugespitzt, von der Seite gesehen stumpf , 
der dorsale Rand der Scheibe vom Apex deutlich unterschieden und mit ihm durch 
einen deutlichen dorsalen, longitudinalen Kiel verbunden. Vorder- und Mittel- 
schenkel ziemlich kraftig. Hinterschenkel kraftig, dorsad gesagt, auBere Seiten 
mit den Quermustern rundlich rechteckig, ohne Andeutungen einer longitudinalen 
Furche, Genicularloben rundlich rechteckig; Hintertibien auCen mit acht bis 
neun Dornen, innen mit neun Dornen mit Ausnahme des apicalen Domes. 

Allgemeine Farbe ockerfarbe, am Dorsum des Kopfes, Postocularregion, 
Dorsum und der groBere dorsale Teil des Pronotums, Pleura und Tegmina mit 



124 

Seehundbraun venvaschen, am Kopf und ebenso laterad des Pronoturns mehr 
dunkler als anderswo. Augen marsbraun; Antennen von der allgemeinen Farbe. 
Abdomen an den Seiten der Proximalsegmente etwas wolkig. Die Seiten der 
Hinterschenkel vandyckbraun, die Zeichiiung mehr oder weniger von der all- 
gemeinen Farbung, Genicularbogen und Basen der Loben seehundbraun; Dornen 
der Tibien schwarzlich an der Spitze. 

Ma Be. 

1 (Type) O (Topotype) 

Korperlange 16 mm 24 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 5 ,, 

Lange des Tegmens 3 ,, 4 ,, 

Lange der Hinterschenkel 9,5 ,, 12,2 ,, 

Das. oben gemessene topotypische Q zeigt die folgenden Unterschiede von 
dem typischen o": 

Zwischenraum zwischen den Augen ungefahr Zweidrittel der fastigialen 
Breite; Frontalcosta breiter als beim o*, ventrad weniger deutlich gefurcht; 
Antennen etwas den Caudalrand des Pronotums iiberragend. Tegmina etwas 
schmaler als beim cf, Apex schmal abgerundet, dorsad durch um die Breite 
eines einzelnen Tegmens abgesondert. Zwischenraum zwischen den Mesosternal- 
loben etwas quer; Metasternalloben deutlich aber nicht betrachtlich ge- 
trennt. Pronotum, im Vergleich zur allgemeinen Form, kraftiger als beim o*, 
die intermarginale quere Furche nach den Lateralloben hin mehr begrenzt als 
beim a*. 

Mit der Type ist eine groi3e Reihe von folgenden Lokalitaten verglichen 
worden : 

Bugoie-Wald, Nordwest-Ruanda, Februar bis November 1908 (VON 
STEGMANN und STEIN), 6 cfto", 44 99 (Paratypen) in Alkohol. Bugoie- 
Wald, Nordwest-Ruanda, November 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
2 99 in Alkohol. Vulkangegend nordostlich des Kiwu-Sees, Oktober 1907, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (VON WiESE), i tf, 7 99 in Alkohol. 
Diese groBe Reihe zeigt, daB sowohl in Anbetracht der GroBe, als auch in 
der Farbung bei dieser Species eine betrachtliche Verschiedenheit herrscht, 
einige 99 messen mehr als 4 mm weniger in der Korperlange als das obener- 
wahnte paratypische 9 rniBt. In der Farbung zeigen einige Stiicke eine 
mehr oder weniger allgemeine Verwaschung der dorsalen Flache des ganzen Kor- 
pers, wahrend andere Stiicke, die allgemeine Farbung nur etwas angedunkelt, 
mit Ausnahme eines schwachen postocularen Streifens aufweisen. 

Ich habe die Ehre, diese ziemlich abweichende Species des Genus einem der 
Herren, welcher die Hauptreihe, ebenso wie das meiste Material,, das hier von 
mir bearbeitet worden ist, gesammelt hat, zu dedizieren. 



125 

Ruwenzoracris n. sp. 

Verwandt mit Serpusia und Auloserpusia, aber deutlich abgesondert durch 
die niedrige prosternale Yerlangerung, als auch durch die Form der marmlichen 
Cerci, welche denen von Cyphocerastis ahnlich sind. Yon Cyphocerastis kann 
Ruwenzoracris jedoch gut unterschieden werden wegen des ausgerandeten Caudal- 
randes des Pronotums, der lappenformigen lateralen Tegmina und der allgemeineii 
Gestalt. 

Zwischenraum zwischen den Augen sehr e-ng, geringer als die fastigiale 
Breite; Frbntalcosta zwischen den Antennen breiter als ventrad, ohne Furche; 
Antennen einfach; Gesicht zuriicktretend. Pronotum caudad verbreitert, dorsad 
schwach gekielt ; Ouerfurche eingedriickt ; Caudalrand bogenf ormig mit deutlicher 
medianer Ausrandung. Tegmina lanzettlich, den Caudalrand des medianen Seg- 
ments nicht iiberragend. Fliigel fehlen. Prosternalprotuberanz niedrig, sehr 
stumpf oder kaum konisch. Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben mehr 
(9) oder weniger (cf) quer; Mesosternalloben durch einen keilformigen Zwischen- 
raum getrennt. Furcula des o* verschiedenartig entwickelt; Supraanalplatte drei- 
eckig, mit einem apical abgerundeten vSupplementarlobes verseheii; Cerci in der 
proximalen Halfte gleichartig, einwarts gebogen, distaler Teil schlank, ventro- 
mesad mit deni proximalen Teil einen stumpfen Winkel bildend; Subgenital- 
platte kurz, breit, der Apex kurz rostrat. Der dorsale Rand der Hinter- 
schenkel gesagt, die auBeren Seiten mit paarigen Mustern gezeichnet; Hinter- 
tibien auBen mit sieben bis acht, innen mit neun Dornen (mit Ausnahme des 
apicalen Domes). 

Was die Form des Prosternums anbetrifft, so nahert sich dieses Genus 
der Kassongia Bolivar 1 ) und ihre natiirliche Stellung ist der AnschluB an letzt- 
genanntes Genus, von welchem es sich durch den ausgerandeten Caudalrand des 
Pronotums, den nicht ausgebuchteten Caudalrand der Lateralloben des Prono- 
tums, die kurzen, lappenformigen Tegmina, die spitzen Genicularloben der 
Hinterschenkel und deutlich durch die Form der Cerci unterscheidet. 

Type: R. stanleyana n. sp. 

Schliissel der Species. 

A) GroBere Gestalt (Korperlange cf 15,5 mm, 9 21 mm), Habitus schlanker, 
Tegmina lanzettlich, bis zum Caudalrand des Mediansegments reichend; Furcula 
langlich, dornformig, parallel, zusammenhangend stanleyana n. sp. 

AA) Kleinere Gestalt (Korperlange o* 10,5 mm, 9 13 mm), Habitus mehr 
kraftig; Tegmina eiformig, den Caudalrand des Metanotums nicht iiberragend; 
Furcula breit, platt, dreieckig, divergierend latisignata n. sp. 



Mem. Soc. Entom. Belg. XVI, p. 113, 1908. 



126 

Ruwenzoracris stanleyana n. sp. 

Type: a 1 , Kwidschwi-Inseln, Ki\vu-See, vSepteniber 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Gestalt klein; Habitus maBig schlank; Oberflache des Kopfriickens, Prono- 
tum und Abdomen fein punktiert, Oberflache des Bauches des Abdomens und 
bis auf einen kleinen Teil des Dorsums auch das Abdomen und die Beine 
fein behaart. Occiput mit einem schwachen, mediolongitudinalen Kiel; Zwischen- 
raum zwischen den Augen schmal, nicht breiter als das zweite Antennenglied; 
Fastigium fast ebenso breit wie lang, etwas gefurcht, betrachtlich declivent, 
nach dem protuberanten Interantennalteil der Frontalcosta zu abgerundet; 
Stirnlinie sehr zuriicktretend, der Interantennalteil etwas aufgeblasen; Frontal- 
costa fast ebenso breit wie der Ocellus ventrad, von da an sehr leicht ventrad 
verbreitert, mehr oder weniger gefurcht, ausgenommen das dorsale Viertel; 
Supplementarfacialkiele vorgewolbt, ventrad etwas konvergierend ; Augen vor- 
gewolbt, nierenformig-eiformig im UmriB, mehr als zweimal so lang wie die Infra- 
ocularfurche ; Antennen eihfach, fadenformig, beinahe zweimal so lang wie 
Kopf und Pronotum zusammen. Die Scheibe des Pronotums caudad etwas 
verbreitert, im Durchschnitt abgerundet-dachformig, groBte caudale Breite un- 
gef ahr ein und einviertel Teil der ganzen Lange ; cephaler Rand der Scheibe etwas 
bogenformig, Caudalrand breit stumpf ausgerandet, letzterer mesad sehr wenig 
erhaben; Mediankiel deutlich, nur von dem caudalen queren Sulcus durch- 
schnitten, dieser und die vorhergehenden Sulci eher etwas tief eingedriickt, 
Prozona zweimal so lang wie die Metazona ; Lateralecken breit abgerundet, Kiele 
nicht vorhanden; Lateralloben langer als breit, Ventralrand cephalad bogen- 
formig ausgerandet, Ventrocaudalecke sehr breit abgerundet. Tegmina nicht 
langer als das Pronotum, bis zum Caudalrand des Mediansegments reichend, 
lanzettlich, groBte Breite ein Drittel der Lange, Apex schmal gerundet. Fliigel 
fehlen. Abdomen mit den ovoiden Tympani von den Tegmina bedeckt; Furcula 
besteht aus einem Paar parallelen, zusammenhangenden nadelformigen Loben 
ein Drittel so lang wie die Supraanalplatte ; Supraanalplatte der allgemeinen Form 
nach dreieckig, die Lateralrander ausgebuchtet-bogenformig, der Apex ist in einen 
verbreiterten abgerundeten Lappen umgewandelt, der ein Yiertel so lang ist wie 
der Rest der Scheibe, in der Nahe der Scheibenmitte befindet sich ein Paar 
gut abgesonderter, gerundeterTuberkeln; Cerciim allgemeinen zusammengedriickt, 
etwas langer als der Apex der Supraanalplatte, vom Riicken aus gesehen sigmoid, 
das mediane Drittel ist einwarts gebogen und das distale Drittel scharf sub- 
longitudinal gezogen, von der Seite gesehen erscheint letztgenannter Teil ventro- 
caudad gerichtet, die proximalen zwei Drittel der Cerci sind sehr leicht konisch, 
die distale Halfte ist viel schmaler, mit stumpfem und etwas verdicktem Apex, 
die mediane Ecke des Dorsalrandes ist fast rechteckig abgerundet; Subgenital- 
platte kurz, abgerundet, etwas aufgeblasen, die Mitte des apicalen Randes ist 



127 

in einen kurzen, zusammengedriickten, schnabelformigen Fortsatz verlangert. 
Prosternum mit einer sehr niedrigen, stumpfen Protuberanz, die einen V-for- 
niigen Kiel tragt ; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben quer, die Caudal- 
ecken der Loben abgerundet; Metasternalloben. fast zusammenhangend. Vorder- 
und Mittelbeine nicht aufgeblasen, schlank. Hinterschenkel etwas den Apex des 
Abdomens iiberragend, schlank, konisch, dorsad sehr fein und sparsam gesagt, 
Genicularloben spitzwinklig abgerundet; Hintertibien von der Seite geseheii sehr 
wenig gebuchtet, auBen mit sieben, innen mit neun Dornen (mit Ausnahme 
des apicalen Domes). 

Allgemeine Farbung blaB ockerig, vielfleckig vandyckbraun, die Zeiclmung 
wie folgt: Labrum, Mandibeln und ein Teil des Clypeus fest gezeichnet, 
Rand der antennalen Scrobes, zwei proximale Antennenglieder und ein kleiner, 
gebogener Infraantennalfleck, ein breiter postocularer Strich, der sich iiber den 
dorsalen Teil der Lateralloben fortsetzt, sowie ein mediolongitudinaler Streifen 
auf dem Occiput und der cephale Teil der Prozona dunkel vandyckbraun ; Pleura 
zum groBten Teile braun, zwei schiefe, langliche Flecken in der braunen Area 
von der allgemeinen Farbe, Tegmina und das Marginalfeld braun; Dorsum des 
Abdomens braun, unterbrochen von langlichen Streifen, die durch mehr oder 
weniger vollstandige mediane und paarige Laterallinien von der allgemeinen 
Farbung hervorgeruf en werden ; Ventralf lache dunkel vandyckbraun mit Ausnahme 
eines Paares unregelmaBiger, halbkreisformiger Flecken von der allgemeinen 
Farbe, der eine Flecken liegt auf dem Mesonotum, der andere auf dem Meta- 
sternum. Von allgemeiner Korperfarbung ist auch ein querer, schmaler, bogen- 
formiger Streifen an der Basis der Subgenitalplatte. Der breite, blasse Streifen, 
welcher longitudinal den dunklen dorsalen Teil des Abdomens von der ebenfalls 
dunklen Ventralflache trennt, ist sehr deutlich. Genicularregion der Hinter- 
schenkel verwaschen rotbraun, die Bogen vandyckbraun liniiert; Hintertibien 
im allgemeinen vandyckbraun, proximad blasser, die Dornen mit schwarzeii 
Spitzen. 

MaBe. 

cf (Type) 9 (Paratype) 

Korperlange 15,5 mm 21 mm 

L,aiige des Pronotums 2,5 ,, 3,5 ,, 

Lange des Tegmens 2,8 ,, 3 ,, 

Lange der Hinterschenkel 9,2 ,, 10,5 ,, 

Mit der Type ist eine Serie von i a 1 und 6 weiblichen Paratypen verglichen. 
worden, ebenfalls i 9 stammt vom WestfuC des Ruwenzori (Februar 1908), 
und 3 99 von demselben Berge, aus einer Hohe von 2500 m. Das weibliche 
Geschlecht zeigt von der Beschreibung des a* folgende Abweichungen : 

Frontalcosta weniger deutlich gefurcht, gelegentlich sogar ohne Furche ; Ovipo- 
sitorscheiden sehr schwach kerbzahnig; Hinterschenkel den Apex des Abdomens 
nicht iiberragend ; Mediankiel des Pronotums oft von alien Furchen clurchschnitten. 



128 

Nach clem vorliegenden Material 1st es augenscheinlich, daB einige kleine 
GrdBenvariationen vorkommen, die Stiicke vom FuJ3e des Ruwenzori sind deut- 
lich kleiner als die andern 99- Die Farbung variiert etwas der Intensitat nach. 
Es kommt vor, daJ3 der occipitale Streifeii und der mittlere Teil der abdominalen 
Andunkelung fehlten. 

Mit groBem Vergniigen dediziere ich diese in die Augen fallende vSpecies 
meinem Landsmann HENRY M. STANLEY, der zuerst die groBe Spitze des Ruwen- 
zori erblickte, und dem die Erforschung Afrikas soviel verdankt. 

Ruwenzoracris latisignata n. sp. 

Type: a 1 , Bugoie-Wald, Nordwest- Ruanda, Februar bis November 1908 
(VON STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Unterscheidet sich von 7?. Stanley ana durch die kleinere Gestalt und die 
kraftigere Form, vorgewolbtere Augen, die kiirzeren und mehr eiformigen Teg- 
mina, die breite, flache Furcula, kraftigere Cerci und verschiedenartige Farbung. 

Gestalt sehr klein; Habitus und Oberflache wie bei R. Stanley ana. Kopf 
wie bei Stanley ana mit folgenden Ausnahmen: Interantennalteil der Frontal- 
costa weniger verlangert, letztere deutlich punktiert, aber ohne Furche; Augen 
etwas vorgewolbter ; Antennen nicht mehr als eineinhalbmal so lang wie Kopf 
und Pronotum zusammen. Pronotum wie bei stanleyana, aber der Mittelkiel 
beinahe verschwindend und von alien Querfurchen durchschnitten. Tegminareichen 
nicht ganz bis zum Caudalrand des Metanotums, sie sind eiformig, zweimal so 
lang wie breit, Apex breitgerundet. Furcula als breite, platt, dreieckig divergierende, 
proximal getrennte Loben entwickelt, nicht ein Drittel so lang wie die Supra- 
analplatte; Supraanalplatte der von stanleyana sehr ahnlich, aber die Lateral- 
rander mehr bogenformig, und die paarigen Tuberkeln weiter getrennt; Cerci 
der allgemeinen Form nach stanleyana sehr ahiilich, aber der breite, gleichmaBige 
Teil macht zwei Drittel der Lange aus, der distale Teil sehr schlank, etwas bogen- 
formig, der Apex beinahe keulenformig, der dorsale Rand stark gebogen an der 
Stelle der groBten breiten Entfernung, Cerci vom Riicken aus gesehen mesad gebo- 
gen; der schnabelformige, apicale Fortsatz der Subgenitalplatte weniger deutlich 
als bei stanleyana. Prosternum wie bei stanleyana; Zwischenraum zwischen den 
Mesosternalloben etwas weniger quer. Caudalschenkel etwas kraftiger als bei 
stanleyana] Hintertibien an jedem Rande mit acht Dornen (mit Ausnahme des 
apicalen Dorns am Innenrande). 

Riicken im allgemeinen gebrannt umbrafarben, an der Ventralflache leder- 
farben, an den Hinterschenkel ins blaB Ockergelbe iibergehend. Fastigium und 
die Occipitalrander der Augen ockergelb-lederfarben, die Stirn, die Backe und 
die Mundteile von derselben Farbe; Augen loholiv; Antennen neapelgelb, 
die proximalen Glieder, die Scrobes und die infraantennalen Flecken wie bei 
stanleyana. An den Schultern des Pronotums schwache Spuren von blassen 
Linien, besonders cephalad und caudad. Tegmina blaB, mit einer leichten 



129 

costalen Einfassung und einem proximalen, umbrafarbenen Flecken. Der distale 
Teil der ventralen Oberflache des Abdomens umbrafarben iiberzogen, der breite 
blasse Streifen auf dem ventralen Teile der Dorsalsegmente geht durch die 
Subgenitalplatte, Spuren von medianen und paarigen Laterallinien von blasser 
Farbe auf dem Riicken des Abdomens, ebenso wie bei Stanley ana, sehr schwach 
angedeutet. Tibien ebenso gefarbt wie die Schenkel, die Dornen mit schwarzen 
Spitzen, die Genicularloben der Hinterschenkel mit einem breiten, gelblich- 
weiBen Flecken. 

MaBe. 

O* (Type) 9 (Paratype) 

Korperlange 10,5 mm 13 mm 

Lange des Pronotums 2,2 ,, 2,8 ,, 

Lange des Tegmens I ,, 1,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 7 ,, 

Wir haben mit der Type eine paratypische Serie von 23 99 verglichen. 
Das 9 unterscheidet sich in folgenden Punkten von dem < ? : 

Augen weniger vorgewolbt ; Antennen nur wenig langer als Kopf und Prono- 
tum zusammen; cephaler Rand der Pronotalscheibe mesad schmal ausgerandet; 
cephaler Teil des ventralen Randes der Lateralloben des Pronotums deutlicher 
bogenformig ausgerandet als beim a"; Tegmina meist nicht bis zu den Caudal- 
randern des Metanotums reichend; die Zwischenraume der Sternalloben breiter 
als beim a"; die Rander der Ovipositorscheiden deutlich crenuliert. 

Die Serie zeigt, daB die Zahl der Dornen am auBeren Rande der Caudal- 
schenkel von sieben bis acht variiert, am inneren Rande von sieben bis neun. 
In der Farbung unterscheiden sich die 99 rnit Ausnahmen von den oV dadurch, 
daB die dorsalen Flachen des Thorax und des Abdomens blaB chromgrun sind, 
die ventrale Flache des Abdomens ist ebenso gefarbt, die Umbraf arbe zu paarigen 
breiten Lateralstreifen begrenzend, welche Streifen sich von den Augen bis zu dem 
Apex des Abdomens erstrecken. Die Subgenitalplatte hat vollstandigdieselbe Farbe, 
die der Ovipositorscheiden und Cerci variiert von derselben Farbe bis zu rostrot. 

Serpusia Karsch. 

Kwidschwia n. subgen. 

Von der eigentlichen Serpusia abw r eichend durch eiii nicht abgeflachtes 
Pronotum, durch eine nicht durch weg gefurchte und ventrad beinahe verschwin- 
dende Frontalcosta, durch die regelmaBig dreieckige Supraanalplatte des ?, 
sowie durch die Tegmina, die ohne paarige schwarze Flecken sind. 

Type: Serpusia (Kwidschwia) kivuensis n. sp. 

Es ist sehr wohl moglich, daB versehiedene der Species, die von friiheren 
Autoren der Serpusia zugewiesen worden sind, unter dieses Subgenus fallen, 
jedoch ist nach unserer Ansicht eine solche Zuweisung nicht gerechtfertigt. 
bevor nicht mehr Material zum Studium durchgeaibeitet ist. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 






130 

Serpusia (Kwidschwia) kivuensis n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, vSeptember 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

GroBe mittelmaBig; Habitus verlangert, fast spindelformig, maBig kraftig; 
Oberflache des Kopfdorsums, des Pronotums, Mesonotums, Metanotums und des 
Mediansegmentes, des Gesichtes, der Pleuren und des Ventralteiles der Lateral- 
loben des Pronotums siebartig punktiert. Kopf mit Occiput und Vertex maBig 
gewolbt; Interocularraum nicht breiter als der Interantennalteil der Frontal- 
costa; Fastigium etwas geneigt, in die Frontalcosta abgerundet, quer; Frontal- 
costa ventrad beinahe verschwindend, beinahe gleichbreit, eben, von der Seite 
gesehen zwischen den Antennen leicht vortretend, Faciallinie ventrad maBig 
zuriicktretend, faciale Erganzungskiele regelmaBig divergierend ; Augen kaum 
vorstehend, im UmriB eiformig-nierenformig, etwas langer als die Lange des 
Infraocularteiles der Wange; Antennen einfach, bis zum Apex des Mediankieles 
des Pronotums reichend. Pronotum leicht zusammengedriickt, caudad aus- 
gedehnt, groBte Caudalbreite des Dorsums etwas weniger als die Lange, wahrend 
die cephale Breite der Scheibe mehr als ein und einhalb von der Lange des- 
selben betragt; Dorsum der Scheibe rundlich-dachformig ; Cephalrand der Scheibe 
bogenformig, mit einer auBerst schwach angedeuteten Mittelausrandung, Caudal- 
rand abgestutzt, mit einer sehr breiten und verhaltnismaBig tiefen Ausrandung, 
Seitenecken der Scheibe beinahe parallel der ersten Querfurche, von da ab 
regelmaBig caudad sich ausdehnend; Mittelkiel gleichformig, niedrig, schwielig, 
von alien Furchen durchschnitten, Metazona nur w r enig langer als die vorher- 
gehende Intersulcalarea; Lateralloben etwas langer als breit, der Dorsalteil leicht 
oder iiberhaupt nicht punktiert, Ventrocephal- und Ventromedianwinkel stumpf, 
Ventrocaudalwinkel nahezu rechtwinklig. Mesonotum, Metanotum und Median- 
segment an ihren Caudalrandern beinahe abgestutzt. Tegmina lateral, verlangert- 
lanzettlich, die Mitte des Mediansegmentes iiberragend, an ihrer breitesten Stelle 
etwa einviertel so breit als lang, Proximalteil erweitert, Rander des iibrigen Teiles 
beinahe parallel, Apex sutural in Stellung, beinahe rechtwinklig, Costalrand 
distad zum Apex deutlich bogenformig. Fliigel fehlen. Prosternaldorn aufrecht, 
konisch, maBig scharf; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben quer, die 
Loben an ihren Innen- und Caudalrandern breit bogenformig; Zwischenraum 
zwischen den Metasternalloben quer, caudad stark verengt. Supraanalplatte des 
Weibchens dreieckig, Apex zugespitzt, ein deutlicher Querkiel vorhanden, der 
cephalad an jeder Seite fast parallel zum Rande verlauft; Rander der Ovipositor- 
scheiden gerunzelt, nicht gesagt noch gezahnt. Vorder- und Mittelbeine schlank. 
Hinterschenkel bis zur Basis der Ovipositorscheiden reichend, schlank, ziem- 
lich regelmaBig sich verjiingend, Dorsalrand fein gesagt, Genicularloben ab- 
gerundet-rechtwinklig ; Hintertibien auBen mit sieben, innen mit acht Dornen 
bewaffnet, ausgenommen den Apicaldorn. 



Hauptfarbe desDorsumslohfarbig ockerig, die desBaucheslederbraun ; Gesicht 
und Wange blaB ockerig-fuchsrot. Kopf und ein breites Postocularband seehund- 
braun, dorsad deutlich ausgebildet, ventrad allmahlich sich mil der Farbe der 
Wange vermischend, eine schmale medio-longitudinale Linie am Occiput und eine 
Anzahl kleiner Punkte am Interocularraum und an der Stirn desselben von der 
gleichen Farbe. Augen mattbraun ; Antennen unregelmaBig dunkelbraunlich ge- 
wolkt. Pronotum mit einer Anzahl zerstreuter und paariger kleiner Flecken von 
seehundbrauner Farbe, die Lateralloben mit Ausnahmeeineslederbraunen, ventro- 
caulen Abschnittes durchweg seehundbraun. Tegmina von der Riickenfarbe, 
nicht gezeichnet mit Ausnahme einer braunlichen Linie entlang dem Costalrande. 
Abdomen an den Seiten der Proximalsegmente mit beinahe quadratischen 
Flecken von seehundbrauner Farbe. Mesosternum und Metasternum iiberall, nur 
nicht caudad, dicht seehundbraun gesprenkelt. Voider- und Mittelschenkel 
mehr oder weniger seehundbraun gesprenkelt. Innenseite der Hinterschenkel 
durchweg gleichmafiig seehundbraun, ausgenommen proximad und distad, AuBen- 
seite lederbraunlich, mesad mit einer deutlichen schiefen Leiste von seehund- 
brauner Farbe; cler Apex der paginae mit derselben Farbe getupft und eine 
schmale median-proximale Linie ahnlich gef arbt ; Tibien und die distalen Halften 
der Dornen schwarz. 

MaBe. 

(Type) 9 

Lange des Korpers 29,5 mm 18,5 mm 

Lange des Pronotums 5 3,5 

Lange des Tegmens .... 4,2 ,, 3,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 13,5 ,, 10,2 ,, 

AuBer der T}^pe liegt nns noch eine paratypische Serie von I Q* und 4 99 
vor, die von derselben Expedition und zur selben Zeit wie die Type erbeutet 
worden sind. Obengenannte MaBe beziehen sich auf das einzige mannliche 
Stuck, dessen Hauptmerkmale nachstehend angegeben sind: 

Augen deutlich vorstehend, zweimal so lang wie der Infraocularteil der 
Wange ; Antennen, wenn caudad gerichtet, bis zu den Spitzen der Tegmina reichend. 
Pronotum und Scheibe in der vorderen Breite etwa halb so breit als lang. Teg- 
mina in ihrer groBten Breite nicht mehr als ein Drittel ihrer Lange. Zwischen- 
raum zwischen den Mesosternalloben leicht quer, die Loben abgerundet wie 
beim 9; Zwischenraum zwischen den Metasternalloben bedeutend schmaler als 
beim 9- Furcula als gut getrennte, sehr niedrige, abgerundete Loben entwickelt ; 
Supraanalplatte dreieckig, leicht verlangert, die Rander distad scharfer kon- 
vergierend als in den proximalen Zweidritteln, Apex spitz, Proximalhalfte mit 
einer deutlichen medio-longitudinalen Furche mit abgerundeten Seitenkielen, 
ein leichter medio-transverser Kiel vorhanden; Cerci einfach, griff elf ormig, den 
Apex der Supraanalplatte leicht iiberragend; Subgenitalplatte maBig verlangert, 
beinahe konisch, der Apex, vom Dorsum aus gesehen, schmal quer abgestutzt, 



9* 



132 

von hinten geseheii V ausgerandet, Dorsalrander caudad regelmaBig konver- 
gierend; der richtige Rand der Scheibe vor den gekielten Randern, bogig und 
dorsad vom iibrigen Teile der Scheibe etwas erhaben. Hintertibien mit sieben 
bis acht auBeren Dornen. 

Die vorliegende Serie zeigt, daB in dieser vSpecies betrachtliche GroBen- 
abweichungen vorhanden sind, die Type ist so groB wie irgendein Exemplar 
der Serie, wahrend ein 9 betrachtlich kleiner ist, da es nur 24,5 mm an Korper- 
lange aufweist. Einige Stiicke sind in der Hauptfarbe blasser wie die Type, 
die Marken auf der Innenseite der Hinterschenkel variieren erheblich in Intensitat 
und Ausdehnung, das einzelne o* und die Type sind die einzigen Stiicke, bei 
denen die Aul3enseite der Hinterschenkel mit Makeln versehen ist, wahrend beim 
d* die lateralen dunklen Abdominalleisten caudad mehr verbreitert auftreten 
und cephalad iiber die Median- und Thoracalsegmente verlangert sind. 

Die oberflachliche Ahnlichkeit dieser Species mit Vertretern des zentral- 
amerikanischen Genus Microtylopteryx ist sehr auffallend. 

Auloserpusia 1 ) n. g. 

Verwandt mit Scrpusia Karsch, jedoch davon abweichend in den tiefer 
eingeschnittenen Ouerfurchen des Pronotums, in dem holperigen Occiput, Prono- 
tum, Meso- und Metanotum und in den zu sehr kleinen Wulsten reduzierten 
Tegmina. 

Kraftig, Kopf und Thoracalsegmente holperig punktiert. Fastigium stumpf, 
abschiissig, in die Frontalcosta abgerundet; Zwischenraum zwischen den Augen 
die fastigiale Breite nicht iiberschreitend ; Frontalcosta kaum oder iiberhaupt 
nicht zwischen den Antennen verbreitert, ventrad verschwindend oder beinahe 
verschwdndend ; Antennen einfach. Pronotum unrl Ouerfurchen mehr oder 
weniger stark eingedriickt; Caudalrand ausgerandet-abgestutzt ; Lateralloben 
der Prozona dorsad mehr oder \veniger beinahe aufgeblaht. Tegmina als sehr 
kleine Wulste vorhanden. Fliigel fehlen. Prosternaldorn aufrecht, spitz. Meso- 
sternalloben an ihren Innenrandern stark abgerundet, Zwischenraum quer. 
Hinterschenkel dorsad gesagt; AuBenseiten mit paarigem Muster; Hintertibien 
auBen mit sechs bis sieben, innen mit acht Dornen bewaffnet. 

Type: A. impennis n. sp. 

Dieses eigenartige Genus zeigt viel Ahnlichkeit mit dem zentralamerikani- 
schen Genus Rhachicreagra Rehn, kann jedoch von diesem abgetrennt werden, 
weil es ein mit einem weniger ausgebildeten Kamm versehenes Pronotum auf- 
weist, sowie tiefer eingeclriickte Querfurchen, abgerundete Mesosternalloben, 
starker aufgeblahte Seiten der Prozona und ein kiirzeres Fastigium besitzt. 



) dfAo? ^ Grube, Rinne und Se-rpusia. 



133 

Auloserpusia impennis n. sp. 

Type: Q, Mgoba, xvestlicher Abhang des Semliki-Tales, Congostaat, 
Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Von mittlerer GroBe. Kopf breit, cephalad abgeflacht; Occiput mit einem 
unregelmaBigen medio-longitudinalen Kiel; Frontalcosta zernagt-gefurcht, Inter- 
antennalteil etwas breiter alsderlnterocularraum, ventradbeinaheverschwindend; 
Lateralfascialkiele ventrad leicht divergierend; Antennen beinahe niedergedriickt, 
den Caudalrand des Pronotums um mehr als die Augenlange iiberragend ; Augen 
mafiig vorstehend, imUmriBnierenformig, einundeinhalbmalsolangalsder Infra- 
ocularteil der Wange. Pronotum sehr runzelig-punktiert; Aufblahung des Dorsal- 
teiles der Lateralloben der Prozona maBig angedeutet, ventro-cephalad gerichtet; 
Mittelkiel deutlich und vorlaufencl, aber niedrig, von alien drei Furchen durch- 
schnitten; Dorsum des Pronotums rundlich-dachformig, zwischen den Furchen bei- 
nahe aufgeblaht, Metazona beinahe abgeflacht; Querfurchen sehr tief eingedriickt, 
eine cephale intermarginale vollstandig, ausgenommen entlang der Mittellinie, 
die nachste von geringerer seitlicher Ausdehnung, die beiden Caudalen ventrad 
liber alle Lateralloben hinausreichend; Cephalrand der Scheibe bogenformig 
mesad mit einer sehr leichten mittleren Ausrandung, Caudalrand breit und flach, 
doch deutlich ausgerandet; Lateralloben betrachtlich langer als breit, Ventral- 
rand cephalad stark wellig ausgebuchtet, Ventrocaudalwinkel stumpf. Meso- 
notum und Metanotum an ihren Caudalrandern in ahnlicher Weise wie das 
Pronotum ausgerandet. Tegmina als sehr winzige lanzettliche Streifen ent- 
wickelt, den Caudalrand des Mesonotums kaum iiberragend. Hinterschenkel den 
Apex des Abdomens deutlich iiberragend, Apex des Dorsalrandes dornig, Geni- 
cularloben rundlich-rechtwinkelig ; Caudaltibien deutlich ausgebuchtet. 

Hauptfarbe des Dorsums olivengriin; das Dorsum des Kopfes sowie die 
Dorsal- und Lateralseiten der Thoracalsegmente verwaschen mais- bis indisch- 
gelb; Bauchseite des Thorax, des Abdomens, der Vorder- und Hintercoxen 
karmoisinrot. Gesicht und Wange unterhalb der unteren Augenhohe hell indisch- 
gelb; Antennen an dem Proximalgliede von der Hauptfarbe, von da bis nahezu 
zur Mitte karmoisinrot, dort schwarzlich, distad lehmfarbig werdend; Augen 
mumienbraun. Pronotum in der iiberliegenden Farbe glanzlos, klar an den seit- 
lichen prozonalen Aufblahungen. Abdomen mit einem deutlichen seitlichen, 
schwarzlichen Streifen an den Proximalsegmenten. Hinterschenkel an den Geni- 
cularbogen glanzlos rostf arben ; Tibialdornen strohf arbig mit schwarzen Spitzen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 23,8 mm 

Lange des Pronotums 4,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 14,5 

Die Type dieser Species ist die einzige. 



134 

Auloserpusia sylvestris n. sp. 

Type: Q, FuB des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Xahe venvandt mit A. impennis (oben beschrieben) und A. lacustris (welter 
unten beschrieben); unterschieden von der ersteren durch die im ganzen glattere 
Oberflache, das weniger aufgeblahte und beinahe blasige Pronotum, sowie durch 
den weniger aufgeblahten Proximalteil der Hinterschenkel; von dem letzteren 
abweichend durch das kraftiger gebaute, niedergedriickte und gekielte Dorsum 
des Pronotums. 

Von mittlerer GroBe. Kopf am Interocularraum beinahe so breit wie der 
Interantennarteil der Frontalcosta ; Fastigium quer, breit, nicht ausgehohlt, aber 
stark punktiert, in die Frontalcosta abgerundet; Frontalcosta ziemlich schmal, 
ventrad weniger abschiissig als dorsad, gleichbreit, dorsad mit einer mehr 
oder weniger vollstandigen medianen linearen Furchung und einer deutlichen, 
aber unregelmaBigen Furche am und auf eine kurze Strecke ventrad vom Ocellus ; 
facialeErganzungskiele schwielig, unregelmaBig, maBig divergierend; Augen maBig 
vorstehend, im UmriB beinahe nierenformig, ungefahr ein und einhalbmal so lang 
wie der Inf raocularteil der Wange ; Antennen einf ach, fadenformig, den Caudalrand 
des Pronotums betrachtlich iiberragend. Pronotum im ganzen wie bei A. im- 
pennis, jedoch weniger holperig punktiert, weniger aufgeblaht dorsad und laterad 
zwischen denFurchenund an der ersten und zweiten vollstandigen Querfurche durch 
einen schmaleren Zwischenraum getrennt als die anderen; Mediankiel schwach 
und unvollstandig angedeutet. Tegmina sehr winzig, streifenartig, ungefahr bis 
zur Mitte des Metanotums reichend. Prosternaldorn aufrecht, zugespitzt, Apex 
spitz; Zwischenraum zwischen den Mesosternalloben wie bei impennis; Meta- 
sternalzwischenraum wie bei der gleichen Species. Hinterschenkel schlank, Ventral- 
rand nahezu gerade; Hintertibien auBen mit sieben, innen mit acht Dornen 
bewaffnet, ausgenommen den Apicaldorn. 

Hauptfarbe einfarbig holzbraun, die Seiten der proximalen Abdominal- 
segmente mumienbraun gewolkt, die dorsale Grenze dieser Farbe scharf markiert ; 
AuBenseite der Hinterschenkel zimtfarbig verwaschen, Genicularbogen seehund- 
braun; Augen gewiirznelkebraun ; Antennen distad roh-umbrafarbig werdend; 
Caudaltibien zitronengelb ; Dornen mit schwarzen Spitzen. 

MaBe. 

9 (Type) cf (Oberer Ituri) 

Lange des Korpers . 22,5 mm 15,5 mm 

Lange des Pronotums 4,2 ,, 3,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 14,2 ,, 10 ,, 

AuBer der Type liegt uns vor i einzelnes d* vom Oberen Ituri, Congostaat, 
Januar 1908; I a* und I 9 aus dem Walde zwischen Irumu und Mawambi, Congo- 
staat, April 1908; und i einzelnes cf aus Avakubi, Aruwimi-Becken, Congo- 



135 

staat, 22. April 1908, samtlich erbeutet von cler Deutschen Zentr.-Afr.-Exp. und 
in Alkohol aufgehoben. Das c ' vom Oberen Ituri, dessen MaBe oben angegeben 
sind, unterscheidet sich vom 9 in folgenden Punkten: 

Augen mehr vorstehend als beim Weibchen, basaler UmriB mehr eiformig, 
Lange verhaltnismaBig wenig groBer; Frontalcosta zwischen den Antennen kurz 
gefurcht; Antennen verlangert, bis zu den Spitzen der Mittelschenkel reichend. 
Pronotum aufgeblahter und blasiger als beim 9, die Furchen starker eingedriickt. 
Tegmina nicht den Caudalrand des Mesonotums iiberragend. Furcula als ab- 
gerundete, beinahe dreieckige Loben entwickelt, an der Basis breiter als lang, 
durch eine V-formige Ausrandung getrennt; Supraanalplatte verlangert, beinahe 
dreieckig, die proximalen zwei Drittel der Seitenrander maBig ausgerandet kon- 
vergent, vom distalen Drittel durch eine stumpf rundliche Projektion getrennt, 
apicales Drittel spitz, Mittelteil gefurcht, und zwar proximad deutlicher als 
distad; Cerci einfach, griffelformig, Apex leicht abgestumpft, den Apex der 
Supraanalplatte nicht iiberragend; Subgenitalplatte kurz, gar nicht vorstehend, 
abgerundet, Apicalrand leicht erhaben-giirtelformig, den Apex der Supraanal- 
platte beriihrend. Sternalzwischenraume weniger quer als beim 9, Mesosternal- 
zwischenraume nur leicht quer, Metasternalzwischenraum stark longitudinal. 
Hinterschenkel den Apex des Abdomens uni nahezu die Pronotallange iiber- 
treffend. 

Offenbar herrscht in diesen Species eine betrachtliche GroBenvariation der 
Individuen, da das mannliche Stuck aus dem Walde zwischen Irumu und Mawambi 
bedeutend groBer ist als das oben gemessene und beschriebene c ' vom Oberen 
Ituri, wahrend das 9 erheblich kleiner ist; das <. ' aus Avakubi steht in seiner 
GroBe zwischen beiden. Die Furchung des Interantennalteiles der Frontalcosta 
beim c? ist variabel, da die Stiicke aus Avakubi und aus dem Walde zwischen 
Irumu und Mawambi eine nur schwach entwickelte Furchung aufweisen. 

Wir haben auch ein einzelnes c ' aus Britisch-Uganda untersucht, das von 
GRAUER erbeutet worden ist und sich im Deutschen Entomologischen National- 
museum befindet. Da dieses Stuck trocken ist und seine Farben wohl erhalten 
sind, so mogen einige Notizen hieriiber von Interesse sein: Thorakalsegmente 
karmoisinrot iibergossen; Ventraloberflache matt griinlichgelb, karmoisin nicht 
vorhanden; Vorder- und Mittelschenkel in den distalen zwei Dritteln und die Coxae 
f leischf arben ; Hinterschenkel am groBeren Teile der Dorsolateraloberflache gelb 
liniiert; Hintertibien kobaltblau; an den Antennen (unvollstandig) ist das Kar- 
moisinrot ersetzt durch rostrot. 

Die MaBe dieses Stiickes sind folgende: 

Lange des Korpers 14,5 mm 

Lange des Pronotums 3,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 9,8 ,, 



136 

Auloserpusia lacustris n. sp. 

Type: 9, Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, Februar bis Novem- 
ber 1908 (VON STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Abweichend von A. impennis durch den schlankeren Bau, das weniger auf- 
geblahte und nicht so tief gefurchte Pronotum, den etwas feiner rauhpunktierten 
Kopf und Thorax, die gleich kurzen, aber mehr eiformigen Tegmina und die 
schlankeren Hinterschenkel. 

Von ziemlich geringer Gr613e; Oberflache des Kopfdorsums, sowie dorsale 
und laterale Flachen der Thorakalsegmente fein rauhpunktiert. Zwischenraum 
zwischen den Augen kaum mehr als halb so breit wie die Fastigialbreite ; Occiput 
mit einem deutlichen medio-longitudinalen Kiel; Fastigium nicht gefurcht, stark 
punktiert; Frontalcosta ventrad verschwindend, nicht zwischen der Basis der 
Antennen verbreitert, dort etwas breiter als die Interantennalregion ; Antennen 
iiberragen den Caudalrand des Pronotums um etwas mehr als die Breite des 
Auges; Augen leicht vorstehend, im Umrii3 nierenformig, etwas langer als der 
Infraocularteil der Wange. Pronotum wie bei A . impennis, nur entschieden schlan- 
ker, laterad und dorsad kaum aufgeblaht und an den Querfurchen weniger tief 
eingedriickt; dorsad sehr leicht dachformig, Metazona und Prozona ebenso; 
Rander wie bei impennis, nur da!3 der Ventro-caudal-Winkel rundlich recht- 
winklig ist. Tegmina nicht langer als bei impennis, jedoch mehr eiformig. Fliigel 
fehlen. Prosternaldorn wie bei impennis; Sternalloben wie bei derselben. Hinter- 
schenkel schlank, gesagt und wie bei impennis gestaltet ; Hintertibien auBen mit 
sechs, innen mit sieben Dornen bewaffnet, ausgenommen den Apicaldorn. 

Hauptfarbe lohfarben olivengriin, mit Andeutungen eines dunkleren, post- 
ocularen Streifens am Kopf und den Lateralloben des Pronotums; Abdomen 
an den Seiten der Proximalsegmente breit seehundbraun, dorsad scharf abgegrenzt; 
Antennen distad dunkler; Augen hasel- und seehundbraun; Hinterschenkel an 
den Scheiben der Seiten bisterf arben ; Hintertibien augenscheinlich im Leben 
griinlich, Dornen gelblich mit schwarzer Spitze. 

MaBe. 

Q (Type) cf (topotypisch) 

Lange des Korpers 21,5 mm 14,5 mm 

Lange des Pronotums 4,2 ,, 3 ,, 

Lange der Hinterschenkel 13,8 ,, 10 ,, 

Das oben gemessene topotypische d* zeigt f olgende Geschlechtsunterschiede : 
Seitliche Aufblahung der Prozona des Pronotums starker markiert als 
beim Q- Furcula und Supraanalplatte wie bei A. impennis, nur daB letztere 
einen weniger verlangerten Apex aufweist, obwohl von den Seitenrandern durch 
eine deutliche, wenn auch leichte Kerbe getrennt; Cerci und Subgenitalplatte 
ahnlich jenen der vorhergehenden Species, jedoch hat die Platte einen mehr 
abgerundeten Apicalrand. 



137 

AuBer der IVpe haben \vir noch die folgenden Stiicke, samtlich Alkohol- 
praparate, untersucht : 

Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, Februar 1908 (VON STEGMANN 
und STEIN), i reifesc^, i reifes 9, 2 unreife 99. Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, 
September 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i a*. 
Das Bugoie-Material ist der Type ahnlich, aber das c* von der Kwidschwi- 
Insel ist betrachtlich groBer als das a* aus dem Bugoie-Walde. Seine MaBe sind : 

Lange des Korpers 18 mm 

Lange des Pronotums 3,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel n,5 ,, 

Das Dorsum des Kopfes und des Thorax ist bei diesem Stuck dunkel rotlich- 
braun iibergossen, wahrscheinlich im Leben ahnlich wie beim beschriebenen < 
von A. impennis. 

Ptemoblax Karsch. 

Ptemoblax vicinus n. sp. 

Type: 9, Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Nahe veiwandt mit P. succursor Karsch 1 ) vom Congo ohne nahere Fund- 
stellenangabe, jedoch von ihr abweichend in der geringeren GroBe und durch 
das Fehlen von paarigen glanzendschwarzen Flecken an den Tegmina, dagegen 
erscheint das Costalfeld der Tegmina' glanzendschwarz. 

Von mittlerer GroBe; Habitus rnaBig kraftig; Oberflache des Kopfes, des 
Pronotums, der Pleuren und des Dorsums der Proximalsegmente des Abdomens 
runzelig punktiert. Zwischenraum zwischen den Augen um eine Kleinigkeit 
schmaler als der Interantennalteil der Frontalcosta ; Occiput sehr schwach ge- 
kielt; groBte Breite des Fastigiums etwas mehr als ein und einhalb der Breite 
des Interocularraumes und breit in die Frontalcosta abgerundet; Frontalcosta 
ventrad vom Ocellus leicht verengert, nach dem Clypeus hin sparlich entwickelt, 
durchweg stark punktiert, um den Ocellus herum und fur eine kurze Strecke 
ventrad von ihm verschwindend gefurcht; Seitenkiele des Gesichtes ventrad 
regelmaBig und deutlich divergent; Antennen einfach, beinahe niedergedriickt, 
den Caudalrand des Pronotums etwas iiberragend; Augen leicht vorstehend, im 
UmriB nierenformig-eiformig, etwa zweimal so lang wie der Infraocularteil der 
Wange. Pronotum dorsad beinahe dachformig, Prozona dorsad schwach aufge- 
blaht, ebenso, wenn auch nur in einem begrenzten MaBe, laterad; Cephalrand 
leicht bogig mit einer schwachen Mittelausrandung, Caudalrand ahnlich ent- 
wickelt, jedoch mit groBerer und deutlicherer Ausrandung; Ouerfurchen deut- 
lich, jedoch ist nur die hintere hervorragend angedeutet, welches seinen Grund 
in den beiden grabenartigen Vertiefungen hat, die auf beiden Seiten des Mittel- 
kieles verlaufen; alle Furchen durchschneiden den bestandigen und sehr leicht 
schwielig erhabenen Mittelkiel; Lateralloben betrachtlich laiiger als breit, breit 

!) Entom. Zeit., Stettin LVII p. 312, Fig. 31, 1896. 



138 

abgerundet in das Dorsum mit Ausnahme einer schwachen hinteren Schulter, 
ein Paar glatter, wenig eingedriickter Grabenfurchen verlauft auf jeder Seite 
dieses Teiles der Prozona; Ventralrand cephalad schrag ausgerandet, Ventro- 
cephalwinkel abgerundet stumpfwinklig; Caudalecke breit rundlich rechtwinklig, 
Mitte des Ventralrandes stumpf. Tegmina beinahe lanzettlich, etwas kiirzer 
als die Mittellange des Pronotums, unregelmaBig netzadrig, jedoch zwei deut- 
liche Adern vorhanden; distaler Teil breiter als der proximale, Costalrand 
proximad gerade, distad maBig bogig erweitert, Apex am Ende der Hauptader 
stumpfwinklig, Suturalrand bogig, mesad leicht abgeflacht. Fliigel winzig, unter 
den Tegmina vollig verborgen. Prosternaldorn aufrecht, niedrig, stumpf. Zwi- 
schenraum zwischen den Mesosternalloben quer, caudad sich erweiternd; Meta- 
sternalloben durch einen queren Zwischenraum getrennt, caudad sich verschma- 
lernd. Abdomen dorsad gekielt. Vorder- und Mittelbeine schlank, Genicular- 
loben derselben Schenkel cephalad breiter als caudad. Hinterschenkel den Apex 
des Abdomens nur sehr wenig iiberragend, proximad kraftig, doch distad stark 
sich verschmalernd, dorsad stark gesagt, Genicularloben rechtwinklig abgerundet, 
Zeichnung der Seiten rechteckig, eine unregelmaBige medio-longitudinale Furche 
proximad vorhanden; Hintertibien waren nicht vorhanden. 

Hauptfarbe vandyckebraun, roh umbrafarbig werdend am Dorsum des Ab- 
domens, glanzend schwarz am Dorsalteil der Lateralloben des Pronotums und 
an den Seiten des Abdomens, Bauch des Abdomens und Caudalhalfte des Ster- 
nums gebrannte Sienna. Region zwischen den Antennalbasen, Ventralteil der 
Scrobes und eine longitudinale feine Linie auf der Ventralseite der Antennen 
schwarzlich; Gesicht vandyckbraun, blaBrot und olivengriin gesprenkelt; Augen 
vandyckbrauii und lohfarben. Dorsum des Kopfes und Pronotums sehr un- 
deutlich matt ockerig lederbraun gesprenkelt, ein langlicher Fleck an dem 
Ventrocaudalteile der Lateralloben hell lohfarben, der Rest der Lateralloben 
glanzendschwarz. Tegmina mit einem longitudinalen, beinahe gleichen glanzend- 
schwarzen Streifen entlang dem Costalrande. Pleuren mehr oder weniger deut- 
lich matt ockerig markiert. Dorsum des Abdomens mit einer schwach ,,herings- 
gratenartigen" Zeichnung, durch welche die dorsalen von den lateralen Farben 
des Abdomens voneinander getrennt werden. Vorder- und Mittelbeine oliven- 
griin und braunlich gesprenkelt. Hinterschenkel auf ihrer AuBenseite in verschie- 
denen Abschattierungen von griiner Farbe gesprenkelt, Innenseite schwarzlich, 
Ventraloberflachen gebrannter Karmin, Genicularbogen matt schwarzlich, Dor- 
sum mit schwachen Spuren verschiedener Querstreifen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 26,5 mm 

Lange des Pronotums 6 ,, 

Lange des Tegmens 5 

Lange der Hinterschenkel 15,5 ,, 

Die Type dieser Species ist die einzige. 



139 

Orbillus Stal. 

Orbillus coeruleus (Drury). 
1773. [Qryllus Locusta] coeruleus Drury. 

111. Kxot. Ins. II p. 79 and Index, pi. XLII, Fig. i [Calabar, \V est-Afrika]. 

Fui3 des Ruwenzori (Westseite), Februarigo3 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
3 99; 2 trocken, I in Alkohol. Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, 
Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 0*0*. Wald zwi- 
schen Irumu und Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, April 1903 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

Beziiglich der Originalfarbung laBt sich von dem in Alkohol aufgehobenen 
Material wenig Bestimmtes sagen, die trockenen Stiicke stimmen mit dem Material 
aus Liberia jedoch vollig uberein, wenn sie auch geringe Abweichungen in der 
Tiefe der Farbung der AuBenseite der Hinterschenkel aufweisen. In der GroBe 
sind betrachtliche Variationen vorhanden, die bis zu einem gewissen Grade in 
letzter Linie geographischer Natur seiii konnen, obgleich die 2 99 vom Ruwenzori 
zeigen, daB die Variation in manchen Fallen individuell ist. Augenscheinlich 
ist jedoch das westafrikanische Material durchschnittlich groBer, aber das groBere 
9 (in Alkohol) vom Ruwenzori ist dem Durchschnittsstiick dieses Geschlechtes 
aus Liberia gleich. 

Friihere Berichte melden die Verbreitung dieses westafrikanischen Typus 
in ostlicher Richtung bis zu den Stanley-Fallen des Congo und bis zum Unter- 
laufe des Ubangi-Flusses. Die heutigen Berichte erweitern den Verbreitungs- 
bezirk betrachtlich ostwarts. 

Catantops Schaum. 1 ) 

Catantops fuscipes Karny? 
1907. Catantops fuscipes Karny ? 

Sitzungsberichte d. K. Akad. Wissensch., \Yien, Math.-nat. Kl., CXVI, p. 313, 326 [Manow, 
Deutsch-Ost-Afrika]. 

Vulkanische Gegend nordostlich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (Deut- 
sche Zentr.-Afr.-Exp.), I o", 3 99 in Alkohol. 

Wir erwahnen diese Stiicke hier mit erheblichem Zweifel, da ihre Farbung 
wegen der Aufbewahrung in Alkohol fur Bestimmungszwecke wenig Wert hat 
und die Originalbeschreibung viel zu wiinschen iibrig laBt, weil sie sich nur auf 
das 9 allein bezieht. Die an Hand befindlichen Stiicke zeigen einige Abweichungs- 
punkte mit der Beschreibung, da die Fliigel nach den Spitzen hin stark gewolkt 

l ) Catantops mellitus Karsch. Ibunda, Toro und Entebbe, Uganda (GIGLIO-TOS, in Abruzzi, 
II Ruwenzori I p. 308). Catantops humeralis (Thunb). Bimbye, Uganda (GlGLlO-TOS, ibidem 
p. 309). Catantops opulent-its Karsch, Entom. Zeit., Stettin LVII p. 314, Fig. 33. [Tanganjika- 
See (PAUL REICHARD).] Catantops capicola Stal. Uganda (KlRBV, in JOHNSTON, Uganda 
Protect. I p. 468). Catantops melanostictus Schaum. Ruwenzori (KlRBV, ibidem p. 468). 



140 

erscheinen, die Marginal- und Discoidalf elder der Tegmina dunkler sind und 
die GroBe etwas geringer ist. Andrerseits stimmt die vorliegende Serie mit 
KARNYS Beschreibung iiberein in den tegminalen Proportionen, in dem apical 
blasig erweiterten Prosternaldorn, in der Trennung der Sternalloben und in 
der Farbung der Schenkel. Es scheint einige Verwandtschaft mit C. bipunctatus 
Bolivar vorhanden zu sein, aber jene Species hat viel langere Tegmina und 
einen gering gekielten Vertex. 

Einige Bemerkungen iiber die mannlichen Genitalien mogen von Interesse 
sein, um so mehr, als KARNY dieses Geschlecht nicht bekannt war: 

Supraanalplatte beinahe gleich in Lange und Breite, Lateralrander distad 
beinahe parallel, ausgebuchtet, distale Halfte rechtwinklig, beinahe buchtig vor 
dem Apex, gefurcht proximo-mesad ; Cerci einfach, konisch, eingebogen, Spitzen 
leicht herabgebogen, sehr leicht zusammengedruckt, zugespitzt; Subgenital- 
platte dorsad zusammengedruckt, beinahe schnabelformig, unmittelbarer Apex 
von der Seite gesehen rechtwinklig und mit dem Dorsalrande durch einen kurzen 
Kiel verbunden. 

Die MaJ3e eines Paares dieser Stiicke sind folgende: 

Lange des Korpers 18 mm 26,5 mm 

Lange des Pronotums 4 ,, 5,2 ,, 

Lange des Tegmens 12,5 ,, 15 

Lange der Hinterschenkel 10,8 ,, 14,5 ,, 

Catantops ituriensis n. sp. 

Type: 9, Wald zwischen Irumu und Mawambi, Ituri-Aruw r imi-Becken, 
Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 
In Alkohol. 

Ein Glied der Gruppe des Genus, die aus kraftigen Stiicken besteht, im all- 
gemeinen von einfarbiger Farbung, verwandt mit nudulus Karsch von Togo, 
pattens Karny vom Kilimandjaro, und fretus und miles Giglio-Tos vom Congo, 
Von nudulus verschieden durch die solide gefarbten Marginal- und Discoidal- 
felder der Tegmina, durch die kiirzeren Tegmina und den nicht verbreiterten 
Ventralteil der Frontalcosta ; von pattens kann das Stuck unterschieden werden 
durch die buntgefleckten Antennen und durch die offenbar geringere GroBe (von 
Pattens ist nur das a* bekannt); von fretus und miles unterscheidet es sich durch 
den deutlich stumpfwinkligeii Caudalrand des Pronotums und durch den Caudal- 
rand der weiblichen Subgenitalplatte, der mesad spitzwinklig statt abgestutzt 
ist, und von miles allein weicht es ab durch den weniger vorstehenden Meta- 
zonalmittelkiel und mehr voneinanderstehende Metasternalloben, und von fretus 
durch die kiirzeren Tegmina. 

Von UbermittelgroBe ; Habitus kraftig; Oberflache der Thorakalsegmente 
(ausgenommen ventrad) fein siebartig punktiert, des Kopfes weniger so am 



141 

Occiput tmd an der Wange als am Gesicht. Occiput und Interocularregion ma!3ig 
aufgeblaht; Zwischenraum zwischen den Augeii schmaler als die interantennale 
Breite der Antennen; Fastigium quer, kaum ausgehohlt, in die Frontalcosta 
breit abgerundet; Faciallinie ma!3ig zuriicklaufend, sehr leicht vorragend zwischen 
den Antennen; Frontalcosta breit, beinahe gleichbreit, den Clypeus nicht er- 
reichend, punktiert, nicht gefurcht; Augen mafiig vorstehend, im Umri/3 bei- 
nahe eiformig, etwas weniger als zweimal so lang wie der Infraocularteil der 
Wange; Antennen fadenformig, die Caudalecke des Pronotums um fast die Augen- 
breite iiberragend. GroBte dorsale Breite des Pronotums etwa ein und eindrittel- 
mal in der Lange enthalten; Dorsum der Prozona sehr leicht abgerundet, das 
der Metazona abgeflacht ; Cephalrand der Scheibe sehr leicht ausgerandet abge- 
stutzt, Caudalrand stumpf winklig, Mediankiel nur durch eine moglichst schwache 
Erhebung angedeutet, Querfurchen tief eingedriickt; Lateralloben des Prono- 
tums betrachtlich langer als breit, Ventralrand cephalad stark eingebuchtet aus- 
gerandet, mesad stumpfwinklig, caudad nahezu rechtwinklig. Tegmina bis zu 
den Spitzen der Ovipositorscheiden reichend, in der distalen Halfte sich merklich 
verengernd; Costalrand leicht, doch deutlich proximal gelappt, das distale Drittel 
des Randes nach dem Apex zu bogig, der Apex ist sutural angesetzt, Sutural- 
rand nahezu gerade, Apex sehr schmal abgerundet. Fliigel bis zu den Spitzen 
der Tegmina reichend, nach dem Apex zu ist der periphere Rand wellig-lappig. 
Prosternaldorn schief, stumpf konisch; Zwischenraum zwischen den Metasternal- 
loben leicht longitudinal, die Innenrander der Loben stumpf winklig, am Meso- 
caudalwinkel schief abgekiirzt; Metasternalloben deutlich, aber nicht erheblich 
voneinander getrennt. Rander der Ovipositorscheide fein gekerbt. Hinterschenkel 
maI3ig kraftig, in der Pragenicularregion schlank; Hintertibien mit acht bis 
neun, innen mit zehn Dornen bewaffnet, ausgenommen den Apicaldorn. 

Hauptfarbe lohfarben, die Discoidal- und Marginalf elder der Tegmina ka- 
stanienbraun, Analfelder derselben ockerig; Antennen gallensteingelb, unten ein- 
farbig, oben sehr breit braungeringelt ; Augen gewiirznelkenbraun ; Genicularbogen 
der Hinterschenkels und zum geringeren Teile auch das Dorsum derselben Region 
vandyckbraun; Hintertibien kambodschgelb, Dornen mit schwarzen Spitzen; 
Fliigel zimt-weinfarben, nach dem Apex zu leicht dunkler werdend. 

MaBe. 

Lange des Korpers 30,5 mm 

Lange des Pronotums 6,2 ,, 

Lange des Tegmens 22 

Lange der Hinterschenkel 16,5 ,, 

Die Type dieser Species ist die einzige. 

Catantops janus n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 



142 

Xahe venvandt mit C. ituriensis (oben beschrieben), jedoch von ihr abwei- 
chend durch die bedeutendere GroBe, die nicht gewolbten Antennen, den mehr 
gewickelten Caudalrand des Pronotums, das mehr abgeflachte Dorsum desselben 
und verhaltnismaBig weniger aufgeblahte Hinterschenkel. Diese Species ist auch 
verwandt mit C. vanus Karsch von Zanzibar und C. viridulus Karny aus Deutsch- 
Ost-Afrika, von der ersteren abweichend durch den mehr gewellten Rand der 
Fliigel, die stumpfere Apicalsektion derselben, den geraderen Costalrand der 
Tegmina, ferner dadurch, dai3 die Tegmina proximad nicht gefleckt sincl und in 
der kleiner GroBe; von viridulus unterschieden durch die blassen Antennen, weiter 
voneinander entfernte Metasternalloben, blassere Innenflache der Hinterschenkel 
und durch die etwas geringere GroBe. Moglicherweise ist dieses Stuck das 9 von 
C. pollens Karny, beschrieben vom Kilimandscharo. 

GroB; Habitus kraftig, Oberflache wie bei ituriensis (siehe oben), im all- 
gemeinen weiB behaart, stark weiB behaart an den Hinterbeinen. Hauptform 
des Kopfes wie bei ituriensis; Frontalcosta ventrad weniger ausgedehnt, ventrad 
vom Ocellus wenig angedeutet; Antennen die Caudalecke des Pronotums nur 
wenig iiberragend. Pronotum wie bei ituriensis, jedoch dorsad deutlicher ab- 
geplattet, wahrend die Caudalecke der Scheibe mehr rechtwinklig ist und seine 
groBte Breite ein und einhalbmal in seiner Lange enthalten ist. Tegmina die 
Hinterschenkel und den Apex des Abdomens deutlich iiberragend, so wie bei iturien- 
sis, doch am Apex etwas breiter und schief rundlich abgestutzt. Fliigel wie bei 
ituriensis. Prosternaldorn und sternale Zwischenraume wie bei ituriensis. Hinter- 
schenkel ein wenig schlanker als bei ituriensis, jedoch im allgemeinen diesen ahn- 
lich; Hintertibien innen und auBen mit 10 Dornen bewaffnet, ausgenommen 
den Apicaldorn am Innenrande. 

Farbenzeichnung wie bei ituriensis, jedoch ist die Hauptfarbe etwas heller, 
mehr ockerig, wahrend, die Antennen einfarbig kambodschgelb und die Fliigel 
deutlicher braun nach dem Apex zu gefarbt sind. 

MaBe. 

Lange des Korpers 35 mm 

Lange des Pronotums 7,5 ,, 

Lange des Tegmens 28 

Lange der Hinterschenkel 18 

Die Type dieser auffallenden Species ist die einzige. 

i 

Catantops kissenjianus n. sp. 

Type: o", Kissenje, Nordkiiste des Kiwu-Sees, September 1907 (Deutsche 

Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Verwandt mit C. fasciatus Karny, aus Deutsch-Ost-Afrika, unterscheidet 
sich aber von diesem durch die Anhaufung von deutlichen linearen Flecken 
auf der intercalaren Area der Tegmina und durch die verschiedenen Cerci. Er 



143 

1st nahe verwandt mit C. mimulns, von diesem aber unterschieden durch den 
schlankeren Bau, den engeren dorsalen Teil der Frontalcosta, schlankere Hinter- 
beine, dunkle Antennen und verschiedene Femoralzeichnung. 

Gestalt klein; Habitus langlich; Oberflache der Pleura, Dorsum des Prono- 
tums, Metazona der Lateralloben und die Stirn bis auf einen kleinen Teil siebartig 
punktiert. Kopf dorsal sehr leicht erhaben; Zwischenraum zwischen den Augen 
etwas schmaler als die interantennale Breite der Frontalcosta; Fastigium etwas 
impreB, quer, nach der Frontalcosta zu abgerundet; Frontalcosta dorsad deut- 
lich verschmalert, zwischen den Antennen verbreitert, von da ab nach der 
Clypealsutur gleich breit, ventrad am Ocellus und kurz vorher gefurcht; Lateral- 
facialkiele ventrad etwas winklig divergierend ; Augen etwas protuberant, 
wenig schief, im UmriB beinahe eiformig; beinahe zweimal so lang wie der in- 
fraoculare Teil der Wange; Antennen deutlich den Caudal winkel der Pronotal- 
scheibe iiberragend, verdickt deutlich depreB, Apex stumpf zugespitzt. GroBte 
Lange des Pronotums ein eindrittelmal groBer als die groBte dorsale Breite, 
caudad etwas verbreitert, Prozona dorsad fast abgerundet, Metazona dorsad 
abgeplattet; cephaler Rand der Scheibe rundlich abgestutzt, Caudalrand stumpf 
gerundet; Mediankiel deutlich, bestandig, an der Metazona ausgepragter als an 
der Prozona, Quersulci tief impreB, den Mittelkiel schneidend; Lateralloben des 
Pronotums ausgesprochen langer als breit, Ventralrand cephalad wellig ausge- 
randet, caudad stumpfwinklig, Tegmina deutlich die Spitzen der Hinterschenkel 
iiberragend, Apex bestandig breit gerundet. Prosternaldorn schief, zylindrisch, 
stumpf nach dem Apex zu gerundet; Zwischenraum zwischen den Mesoster- 
nalloben deutlich longitudinal, die Loben rundlich-winklig an ihren inneren 
Randern, diese Rander caudad mehr divergierend als cephalad; Metasternalloben 
zusammenhangend, ihre Vereinigungsstelle zeigt eine gerade Sutur. Furcula 
fehlt; Supraanalplatte grob dreieckig, Lateralrander proximad beinahe parallel, 
distad scharf konvergierend, der unmittelbare Apex spitz; Cerci einfach, falci- 
form, sowohl dorsad als auch mesad gebogen, die Supraanalplatte etwas iiber- 
ragend, konisch, auBere Basis breit, im proximalen Viertel deutlich konisch, 
darauf sehr allmahlich und zuletzt durchaus dem stumpfen Apex nicht zuge- 
spitzt; Subgenitalplatte stark kompreB, schnabelformig, Apex spitz, tuberkuliert, 
dorsaler Rand spitzwinklig, Apex und der Rand durch einen kurzen medio- 
longitudinalen Kiel verbunden. Hinterschenkel schlank, den Apex des Ab- 
domens iiberragend; Hintertibien an jedem Rand mit 10 Dornen, ausgenommen 
den inneren Apicaldorn. 

Allgemeine Farbung des Riickens braunrot, die des Bauches rahm-lederfarbig, 
dieder Seiten orange-rotlichbraun. Stirn und Wange orange-rotlichbraun, Kopf- 
oberseite schwarzbraun gesprenkelt; Augen rostrot; die beiden proximalen 
Antennenglieder blaBgelblich und schwarzlich gezeichnet, der Rest schwarzlich- 
braun, nach dem Apex zu bistrefarben, eine Anzahl von Segmenteii in der Mitte 
entweder vollstandig oder teilweise orange-rotlichbraun; Postocularstreifeii 



144 

vandyckbraun. Die drei dorsalen Fiinftel der Lateralloben des Pronotums 
ebenso gefarbt \vie der postoculare Streifen, der blasse ventrale Teil deutlich 
orange-rotlichbraun. Die marginalen und ein Teil der discoidalen Felder der Teg- 
mina dicht rhit derselben Farbe wie der postoculare Streifen gesprenkelt, in der 
zwischenliegenden Region sind die Flecken regelmaBig quadratisch. Pleura 
ganz tiefbraun, schief orange-rotlichbraun begrenzt. Die aufiere Flache der 
Hinterschenkel ebenso gefarbt wie die Seiten. Die dorsale Flache ist ganz matt 
rostrot, auBere Flache mit einer mediolongitudinalen schwarzen Lime, die in 
ihren distalen zwei Dritteln dorsad bis zum Dorsolateralkiel reicht; Hintertibien 
bla!3 karminrot, die basalen Halften der Dornen gelblich, und der Rest schwarz. 

Ma Be. 

O* (Type) 9 (Rugege-Wald) 

Korperlange 19 mm 25 mm 

Lange des Pronotums 4 5 

Lange des Tegmens 17 20,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 11,2 ,, 13,5 ,, 

Mit der Type sind verglichen worden: 2 paratypische 99 und 3 o*cf, sowie 
2 99 in Alkohol aus dem Rugege-Wald, Siidwest-Ruanda, in einer Hohe von 
1800 m, am 20. August 1907 von SCHUBOTZ gefangen. Die oben angegebenen 
MaBe des 9 sind nach einem dieser Stiicke angefiihrt, obgleich sie kaum 
zu den Mafien der mannlichen Type in Beziehung stehen, da die o*c* aus Rugege 
deutlich groBer sind, als die typischen MaBe angeben. Ein vorliegendes </ aus 
Rugege zeigt die folgenden 

MaBe: 

Korperlange 22 mm 

Lange des Pronotums 4,3 ,, 

Lange des Tegmens 18,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 11,5 ,, 

Die in meiner Hand befindliche Serie zeigt eine deutliche Variation in be- 
treff der Breite des Zwischenraumes zwischen den Mesosternalloben ; bei einem, 
der paratypischen r? ist namlich dieser Zwischenraum deutlich schmaler als 
bei der Type. Beim 9 ist dieser Zwischenraum genau so wie beim Mannchen, 
aber etwas weiter, wahrend die Mesosternalloben durch schmale Zwischenraume 
getrennt sind. 

Catantops mimulus Karsch. 
1891. Catantops mimulus Karsch. 

Berl. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 189 [Barombi-Station, Kamerun]. 

Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza, 10. Dezember 1890 (STUHLMANN.), 
i 9. Bundeko, siidlich des Albert-Nyanza, 4. Juli 1891 (STUHLMANN.), 
i 9- Itury-Fahre, siidlich des Albert-Nyanza, 25. August 1891 (STUHL- 
MANN.), i cf. Buessa, siidwestlich des Albert-Nyanza, 12. August 1891 



145 

(STUHLMANN.) i o. Undussuma, in einer Hohe von 1050 m, siidwest- 

lich des Albert-Nyanza, 29. Juli 1891 (STUHLMANN.), i 9. Wald nord- 

westlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche 

Zentr.-Afr.-Exp.), i 9. Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 

(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9. In Alkohol. Oberer Ituri, Congostaat, 

Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9. In Alkohol. 

Die Stiicke aus Bundeko, Undussuma, Ituri-Fahre und Buessa sind von 

KARSCH im Jahre 1900 gepriift und als C. mimulus 1 ) bestimmt worden. Die 

Stiicke von anderen Lokalitaten sind von den vorigen nicht verschieden, was 

der Vergleich ergibt. Es ist klar, daB der Metasternalzwischenraum deutlich 

seinem Charakter nach bei dieser Species variiert. Alle oben genannten Stiicke 

nahern sich, was dieses Merkmal anbetrifft, stark C. asthmaticus. Die Loben 

sind namlich mehr oder weniger zusammenhangend oder fast zusammenhangend. 

Die Cerci sind bei den Mannchen typisch fiir die vorliegende Species. Der schmale, 

auBere, proximale, schwarzliche Fleck an den Hinterschenkeln, der bei der Original- 

beschreibung erwahnt wird, ist entweder deutlich vorhanden oder fehlt ganz 

bei den vorliegenden Tieren. BOLIVARS C. captiosus kann mit Recht von dieser 

Species getrennt werden wegen seiner zusammengedruckten Frontalcosta, des 

nicht mit vielen Binden versehenen Discoidalfeldes der Tegmina und wegen 

seines etwas zugespitzten konischen Prosternaldorns. 

Diese Species ist an vielen Lokalitaten Kameruns gefunden worden; Togo; 
Akra, Goldkiiste; Inongo, Umangi und Libenge am Ubanghi, Congostaat, 
dazu kommen noch die oben angegebenen Fundorte. 

Catantops forcipatus n. sp. 

Type: ?, Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Deutlich verwandt mit C. axillaris (Thunb.) und wernerellus Karny, unter- 
scheidet sich aber von ersterem durch die sehr kleine Gestalt und schlankere Cerci, 
und von letzterem durch den schmaleren Zwischenraum zwischen den Augen, 
durch den mehr bogigen Caudalrand des Pronotums, durch die mehr vorgezogene 
dreieckige Supraanalplatte und durch die Farbung der Hinterschenkel und 
Lateralloben des Pronotums. Die Gestalt der Subgenitalplatte und der Cerci ist 
C. wernerellus sehr ahnlich. 

Von mittlerer Gestalt; Habitus langlich; Oberflache des Kopfes, Pronotum 
und Pleura fein siebartig punkiert. Dorsum des Kopfes maBig bogig-erhaben ; 
Zwischenraum zwischen den Augen kaum halb so breit wie der schmalste Teil 
der Frontalcosta, laterad gerandert und caudad von einem schwachen, medianen 
Kiel eingefaBt; Fastigium maBig eingedriickt, der Eindruck cephalad abgestutzt, 
schmal nach der Frontalcosta zu abgerundet; Faciallinie etwas zuriicktretend, 
zwischen den Antennen etwas vorgezogen; Frontalcosta breit, dorsad und un- 

J ) Entom. Nachrichten XXVI p. 281. 
Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. IO 



146 

mittelbar ventrad der Antennen etwas verschmalert, sonst gleichmaBig, bis 
in den Clypeus sich fortsetzend, die Flache punktiert, mit Ausnahme dnes 
leichten Eindrucks rund um den Ocellus und kurz ventrad desselben; Lateral - 
facialkiele etwas buchtig divergierend; Augen vorgewolbt, im UmriB eiformig, 
zweimal so lang wie der infraoculare Teil der Wange; Antennen einfach, faden- 
formig, die Caudalecke des Pronotums um ungefahr die Breite eines Auges iiber- 
ragend. Lange des Pronotums eineinhalbmal so groB als die groBte Dorsal- (caudal) 
Breite desselben, das ganze Dorsum rundlich abgeplattet, cephaler Rand der 
Scheibe bogenformig, caudaler Rand stumpfwinklig abgerundet; Mediankel 
auf der Prozona sehr schwach, auf der Metazona deutlich, aber sehr niedriig, 
Querfurche deutlich, alle schneiden den Mediankiel; Lateralloben des Pronotums 
etwas langer als breit, Ventralrand cephalad stark buchtig ausgerandet, mesad 
etwas stumpf gelappt, caudad rechtwinklig abgerundet. Tegmina betrachtlich 
den Apex des Abdomens iiberragend, Apex schief, rundlich abgestutzt; Costal- 
rand proximad etwas breit gelappt, distad nach dem Apex zu stark bogenformig. 
Fliigel reichen bis zum Apex der Tegmina, distaler Teil des peripheren Randes 
wellig gelappt. Prosternaldorn schief, konisch, sehr stumpf; Zwischenraum 
zwischen den Mesosternalloben stark longitudinal, sehr schmal, x-formig, die 
Loben mesad fast zusammenhangend; Mesosternalloben in einer longitudinalen 
Sutur zusammenhangend. Furcula nicht entwickelt; Supraanalplatte dreieckig, 
die distale Halfte mehr zugespitzt als die proximale Halfte, mit dem unmittel- 
baren Apex schmal gerundet; Cerci etwas kompreB, in der proximaleii Halfte 
etwas konisch, distad gleichmaBig, dorsad in der Mitte stumpfwinklig, Apex 
stumpf, der ganze Cercus mesad deutlich schief gerichtet; Subgenitalplatte 
distad stark kompreB, der Apex etwas in einen fast schnabelformigen Fortsatz 
verlangert, der deutlich vom dorsal en Rande getrennt ist, der Zwischenraum 
bogig ausgerandet, der unmittelbare Apex, von der Seite gesehen, stumpf rund- 
lich. Hinterschenkel maBig kraftig; Hintertibien an jedem Rande mit 9 Dornen, 
der innere apikale Dorn nicht mitgerechnet. 

Allgemeine Farbe rotbraun, an dem Analfeld der Tegmina lehmfarben, 
ventrale Flache holzbraun. Bin postocularer Streifen am Kopf und ein Fleck 
auf der Prozona der Lateralloben vandyckbraun, der letztere beinahe qua- 
dratisch, aber caudad deutlicher erweitert; Augen vandyckbraun. Der marginale 
und costale Teil des Discoidalfeldes der Tegmina mit kleinen quadratischen van- 
dyckbraunen Flecken. AuBerer proximaler Teil der Fliigel weiBlich, der Rest 
leicht wolkig. Vorder- und Mittelbeine blaB ockerig. Hinterschenkel blaB lehm- 
farben, verwaschen ockerig an den auBeren und inneren Flachen, auBere Flache 
vollstandig und die innere Flache allein in der dorsalen Halfte mit zwei braunen 
Flecken, die Streifen der dorsalen Flachen sind schwach angedeutet, Genicular- 
bogen schmal liniiert, und die innere Flache der pregenicularen. Region unvoll- 
standig braun geringelt, ein basaler Fleck an der dorsalen Flache von derselben 
Farbe; Tibien blaB-gelblich, lie Dornen mit schwarzen Spitzen. 



147 

MaBe. 

Korperlange . . 22 mm 

Lange des Pronotums 4,5 ,, 

Lange des Tegmens 17,8 

Lange der Hinterschenkel 12,2 ,, 

Nur die Type dieser interessanten Species ist bekannt. 

Stenocrobylus Gerstaecker. 

Stenocrobylus ornatus Giglio-Tos. 
1907. S[tenocrobylus] ornatus Giglio-Tos. 

Boll. Mus. Zool. Anat. Comp., Torino, XXII no. 554 p. 25 [Boko und Madimba, Kongo]. 

Avakubi, Aruwimi-Flui3, Congostaat, 22. April 1908, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i d*, 2 99 in Alkohol. 

Diese Stiicke stimmen vollstandig mit der Originalbeschreibung iiberein. 
Sie weichen nur in zwei Punkten ab. Die eine Abweichung kommt auf Rechnung 
der individualen Variation, die andere mag einem Fehler des Autors zugeschrieben 
werden. Wir haben, auJ3er den hier angefiihrten Stiicken, verschiedene Exem- 
plare aus Luebo, Congo, gepriift. Sie stimmen alle vollkommen iiberein mit 
Ausnahme obenerwahnter Charaktere. Der postmediane Ring der Hinter- 
schenkel ist als unregelmaBig beschrieben, wahrend er in Wahrheit deutlich, 
breit und vollstandig ist bei alien Avakubi-Stiicken. Der Caudalrand der Sub- 
genitalplatte des 9 soil abgestutzt sein, aber bei alien Stiicken, die ich gesehen 
habe, ist dieser Rand rechtwinklig. Es ist wahrscheinlich, daJ3 letztgenannter 
Unterschied darauf beruht, dai3 ein Fliichtigkeitsfehler oder der Rand des 



letzten Abdominalsegments versehentlich mit der Subgenitalplatte verwechselt 

J A 

worden ist. 



Adolfia n. gen. 






Deutlich verwandt mit dem Genus Allaga Karsch aus Zanzibar 1 ), abweichend 
aber durch die vollkommene fliigellose Gestalt, die normalen Hinterschenkel des 
Mannchens, das stark abgebogene und verbreiterte Fastigium, die besonders 
tuberkulierte Supraanalplatte und die blasige Subgenitalplatte. 

Zwischenraum zwischen den Augen sehr schmal (-") oder mafiig breit (9), 
gefurcht; Fastigium stark abgebogen, breiter als lang; Frontalcosta dorsad 
sehr breit, am Ocellus stark verschmalert, ventrad maBig verbreitert, ungefurcht; 
Stirn breit, etwas abgeplattet. Pronotum ohne . deutlichen Mediankiel, alle 
Querfurchen dorsad schwacher mit Ausnahme einer caudalen, Caudalrand der 
Scheibe abgestutzt. Tegmina und Fliigel vollstandig fehlend, Prosternum mit 
einer niedrigen kropfigen Protuberanz ; Zwischenraum zwischen den Mesostemal- 

loben etwas quer. Furcula fehlt; Supraanalplatte des cf dreieckig, das apicale 



J ) Entom. Zeit., Stettin LVII p. 320, Fig. 36 a c. 1896. 

10* 



148 

Drittel stark verschmalert und zugespitzt, die Oberflache mit 5 Paaren erhabener 
schwarzer Tuberkeln; Cerci einfach, griff elformig ; Subgenitalplatte blasenartig, 
kompreB, der Apex sehr stumpf und abgerundet. Hinterschenkel normal, kraftig, 
dorsad gesagt; Hintertibien auf dem auBeren Rande ohne apicalen Dorn. 

T} r pe: A. insolita n. sp. 

Die Stellung dieses Genus, wie es auch mit Allaga der Fall, ist unsicher. 
Es mag jedoch erwahnt werden, da!3 dieses Genus vieles aufweist, was an die 
Coptacrae, besonders Epistaurus und seine Verwandte, erinnert. Aber schon 
das eigenartige Prosternum reicht allein aus, um zu zeigen, daB diese Ahnlich- 
keit wahrscheinlich nur oberflachlich ist. 

Die Form des Kopfes erinnert stark an die des tropischen amerikanischen 
Genus Rhicnodenna, aber der Charakter der Beine und das Fehlen der entschiedenen 
Konkavitat des Sternums des amerikanischen Genus unterscheidet Adolf ia 
deutlich. Wir nehmen an, daB phylogenetische Verwandtschaft zwischen den 
drei hier diskutierten Genera besteht, Rhicnodenna reprasentiert wahrscheinlich 
die extremste Differenzierung der Type oder des Stammes. Trotzdem kann 
nichts Sicheres gesagt werden ohne betrachtliches Material und eingehende Studien. 

Ich habe die hohe Ehre, dieses auffallende Genus Seiner Hoheit ADOLF 
FRIEDRICH, Herzog zu Mecklenburg, zu widmen. 

Adolfia insolita n. sp. 

Type: /, Kwidschwi-Island, Lake Kiwu, September 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Gestalt klein; Habitus kraftig, beinahe zylindrisch; Oberflache des Kopfes, 
dorsale und ventrale Flache des Thorax, Dorsum des Abdomens und der Hinter- 
schenkel punktiert; alle diese Flachen, mit Ausnahme der Unterseite des Thorax 
sehr tief und dicht, siebartig punktiert. Zwischenraum zwischen den Augen 
kaum breiter als das proximale Antennenglied; Fastigium breit in die Frontal- 
costa iibergehend, schmal V-formig ausgerandet; supplementare faciale Kiele 
laterad bogenformig, dorsad und ventrad konvergierend ; Augen maBig vor- 
gewolbt, nierenformig, zweimal so lang wie der infraoculare Teil der Wange; 
Antennen fadenformig, distad sehr leicht verdickt, etwas mehr als zweimal so 
lang wie das Pronotum. Pronotum im Durchschnitt dorsad bogenformig, sehr breit 
in die Lateralloben abgerundet, groBte dorsale Lange des Pronotums gleich der 
groBten Breite, cephaler Rand bogig mit einer schmalen medianen Ausrandung, 
Caudalrand abgestutzt mit auBerst schwacher Andeutung einer medianen Aus- 
randung; Querfurche auf den Lateralloben angedeutet, nur der caudale durch- 
kreuzt das Dorsum; Prozona uiigefahr viermal so lang wie die Metazona; Lateral- 
loben beinahe so lang wie breit, der cephale Teil des ventralen Randes ctwas 
bogenformig ausgerandet, der mediane Teil des ventralen Randes beinahe stumpf, 
die caudale Ecke abgerundet stumpf wiiiklig, Caudalrand der Lateralloben 
bogig abgestutzt ohne irgendwelche Ausbuchtung. Dorsum des Abdomens 



149 

schwach gekielt; Supraanalplatte mit einem schwachen proximomedianen 
Eindruck, die Tuberkeln der Platte laterad und caudad dieses Eindrucks, zwei 
Paare sind quer an der Basis der Platte angeordnet, die iibrigen 3 Paare sind 
dicht in einer bogenformigen Reihe caudad der queren Reihe angeordnet; Cerci 
iiberragen nicht den Apex der Supraanalplatte. Die Protuberanz des Prosternums 
abgerundet, quer, cephaladbeinahekonkav; Zwischenraum zvvischen den Metaster- 
nalloben langlich, aber die Loben sehr gut getrennt. Hinterschenkel etwas kiirzer 
als der Apex des Abdomens, dreimal so lang wie die groBte Breite, ventraler Rand 
leicht bogig, kaum verbreitert, progeniculare Einschniirung nicht sehr deutlich, die 
Genicularloben etwas zugespitzt, Seiten nicht durch eine mediolongitudinale 
Furche geteilt, die Querfurchen zusammenhangend, proximad bogig, distad recht- 
eckig; Hintertibien etwas kiirzer als die Schenkel, am auBeren Rand mit 
6 7 Dornen, am inneren Rand mit 9 Dornen (ausgenommen der apicale Dorn 
am inneren Rande). 

Allgemeine Farbe holzbraun, an dem Hinterschenkel und am Kopf zimtfarben 
verwaschen. Occiput proutschenbraun, ein breiter postocularer Streifen von 
derselben Farbe auf dem Kopf e ; Clypeus und Mundteile tiefbraun ; ein schmaler, 
blasser, brauner Querstreifen fafit den dorsalen Rand der antennalen Wiilste 
ein; Augen oliv; Antennen vandyckbraun, der Apex und drei bis vier voneinander 
getrennte diinne kleine Ringe von der allgemeinen Farbung in den distalen zwei 
Drittem, der proximale Teil fast vollkommen von der allgemeinen Farbung. 
Der Rand der breiten proximalen zwei Drittel der Supraanalplatte und ihre 
Tuberkeln schwarz; Cerci braunlich gesaumt, Genicularbogen der Hinter- 
schenkel lohfarben, vandyckbraun liniiert; die distalen Halften der Dome an den 
Hintertibien schwarz. 

Mafie. 

O* (Type) 9 (Rmvenzori) 

Korperlange 14,8 mm 17,2 mm 

Lange des Pronotums 3,2 ,, 4 

Lange der Hinterschenkel 7,5 ,, 9,5 ,, 

Zum Vergleich mit der Type liegt uns i paratypisches c ' und i einzelnes 
9 in Alkohol von der Westseite des Ruwenzori aus einer Hohe von 2500 m. 
(Februar 1908; Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.). Mit der Type verglichen zeigt das 
letztgenannte Stuck folgende Abweichungen : Zwischenraum zwischen den 
Augen breit, dreimal so breit wie das proximale Antennenglied, breit gefurcht; 
Augen weniger vorgewolbt, eineinhalbmal so lang wie der infraokulare Teil der 
Wange. Pronotum mit einem undeutlichen Mediankiel, welcher selbst von der 
caudalen Querfurche nicht geschnitten wird, der Bogen des cephalen Randes 
der Pronotalscheibe weniger deutlich als beim cf ; der ventrale Rand der Lateral- 
loben des Pronotums cephalad stark schief abgestutzt, Caudalecke stumpf. 
Ovipositorscheiden wenig gestreckt. Zwischenraum zwischen den Mesosternal- 
loben eher etwas quadratisch als beim d*. Die Farbung des 9 stimmt im all- 



gemeinen mit der des c * uberein, aber der occipitale Flecken fehlt, und die cly- 
pealen Makulationen sind weniger ausgedehnt, wahrend der postoculare Streifen 
durch einen verbreiterten Streifen von derselben Farbung wie der der Lateral- 
loben reprasentiert ist, der dorsocaudale Teil dieses Streifens jedoch ist schwach. 
Die Seiten des Metanotums und das Mediansegment sind mit einem longitudi- 
nalen mondformigen Flecken von derselben Farbe gezeichnet, wahrend das 
Dorsum des Abdomens drei longitudinale Reihen brauner Flecken an den Ran- 
dern der Segmente tragt. 

Caloptenopsis Bolivar. 

Caloptenopsis laticosta Karsch. 
1896. Caloptenopsis laticosta Karsch. 

Entom. Zeitschr., Stettin LVII p. 322 [Milanji, Nyassaland]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), 2 99 in Alkohol. Bugoie-Wald, Nord west- 
Ruanda, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 
i 9 in Alkohol. Mbene, westlich des Issango-(Semliki)-Flusses, 2. Juni 
1891 (STUHLMANN), I 9. 

KARSCH s Originalbeschreibung dieser Species charakterisiert die Lateral- 
rander der Pronotalscheibe als ,,groBe punctatis, carinalaevigatanullainstructis", 
wahrend bei dem vorliegenden Stiicke die Lateralkiele wohlentwickelt und glatt 
sind, in jedem anderen Charaktermerkmal aber vollkommen mit der Original- 
beschreibung iibereinstimmend. Der Zwischenraum zwischen den Mesosternal- 
loben variiert von quadratischer bis zu deutlich quer. 

Die einzigen hervorzuhebenden Fundorte sind: Milanji, Nyassaland und der 
Kilimandscharo. 

Tylotropidius Stal. 

Tylotropidius didymus (Thunberg). 
1815. G[ryllus] didymus Thunberg. 

Mem. Acad. Imp. Sci. St. Petersb. V p. 241 [Kap der Guten Hoffnung]. 

Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
I 9 in Alkohol. 

Das Wohngebiet dieser Species reicht vom Kap bis zum Agyptischen Sudan 
(Mongalla), westlich bis zur Sierra Leone. 

Tylotropidius gaugeri Schulthess. 
1899. T[ylotropidius] gaugeri Schulthess. 

Bull. Soc. Vaud. Sci. Nat. XXXV p. 209 [Accra, Goldkiiste; Delagoa]. 

Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. 

Das Wohngebiet dieser Species reicht von der Goldkiiste bis zum Agyp- 
tischen Sudan, siidlich bis Boma-Sundi, Unterem Congo und der Delagoa-Bay. 



Cataloipus Stal. 

Cataloipus oberthiiri Bolivar. 
1891. Euprepocnemis (Cataloipus) oberthiiri Bolivar. 

An ales Soc. Espau. Hist. Xat. XIX p. 321 pi. I, fig. 9, ga [Tabora, Uyanyembe, Deutsch- 
Ost-Afrika.] 

Kiwu-See-Gebiet (Dr. KAXDT), i Q in Alkohol. Undussuma, siidwest- 
lich des Albert-Nyanza, in einer Hohe von 1050 m, Spatjuli 1891 (STUHL- 

MANN), 2 0*0* , I 9. 

Es 1st leicht moglich, dai3 diese Stiicke nicht mit Sicherheit zu oberthuri 
zu rechnen sind, da die Form der Cerci von der in den Originalfiguren abgebil- 
deten ziemlich abweicht, aber da diese Abbildungen ziemlich schematisch undroh 
sind und da, soweit die Form der Supraanalplatte in Betracht kommt, sie gerade 
das Gegenteil der Beschreibung abgeben, muB beriicksichtigt werden, daB mog- 
licherweise ein Irrtum in der Zeichnung vorliegt. Bei den Stiicken, die uns vorliegen, 
1st der praapikale Teil des Cerci breiter als der apikale, der dorsale Rand 
an der Stelle der groBten Breite deutlich stumpfwinklig und die laterale Drehung, 
welche die Originalabbildung 9 zeigt, nicht iiberall angedeutet. Der Unterschied 
im Grade der Drehung ist wahrscheinlich von der Lage der Cerci abhangig. 
Die Supraanalplatte wird so beschrieben, als vvenn der Apex breit gerundet 
ware, wahrend die Figur einen deutlich zugespitzten Apex aufweist. In alien 
anderen Charaktereigenschaften jedoch ist das vorliegende Material mit BOLI- 
VARS Species iibereinstimmend und zeigt nicht Verwandtschaft mit C. cym- 
bifera Krauss oder ambigua Stal. KIRBYS brunneri ist nahe verwandt, wenn 
auch deutlich getrennt, mit der Species, die vom oben erwahnten Autor als 
Eyprepocnemis somalicus (Proc. Acad. Nat. Sci. Phila., 1901, p. 377) beschrieben 
ist. Soweit die Originalfigur in Betracht gezogen werden kann, scheint sich 
brunneri Kirby von oberthuri nur durch die kiirzeren Tegmina und Hinter- 
beine und durch einige Farbendetails zu unterscheiden. Die Typen von 
somalicus verglichen mit den Stiicken von oberthuri, weichen in den verhaltnis- 
maBig kiirzeren Hinterschenkeln und durch das Fehlen der ausgedehnten wolkigen 
Farbung der Lateralloben des Pronotums ab. Die Genitalien der mannlichen 
Type von somalicus sind zerstort, so daB sie wenig Wert fiir einen Vergleich 
haben. Fiir den Fall, daB brunneri und somalicus sich als dieselbe Art erweisen 
sollten, hat letztgenannter Name die Prioritat. 

Eyprepocnemis Fieber. 

Eyprepocnemis ibandana Giglio-Tos. 
1907. E[yprepocnemis] ibandana Giglio-Tos. 

Boll. Mus. Zool. Anat. Comp., Torino XXII Xo. 547 [Ibanda, Ostseite des RuwenzoriJ. 

Undussuma, siidwestlich des Albert-Nyanza, in einer Hohe von 1050 in 
29. Juli 1891 (STUHLMANX), i o 7 *. Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 



152 

1908 (Deutsche Zeitschr. Afr.-Exp.), I 9 in Alkohol. Mawambi, oberer 
Ituri, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr. -Afr.-Exp.), i a* in Alko- 
hol. Aruwimi-FluB zvvischen Avakubi und Bumili, Congostaat, April 1908 
(Deutsche Zentr.- Afr.-Exp.), i Q. 

Das Undussuma-c ' weist in der Tat dieselben MaBe auf wie die mannliche 
Type, wahrend beirn Mawambi-c " die Tegmina den Apex des Abdomens um die 
Lange des Pronotums iibertreffen. Die MaBe sind folgende: 

Lange des Korpers 23,2 mm 

Lange des Pronotums 4,6 ,, 

Lange des Tegmens 20,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 14,5 ,, 

Beim Aruwimi-Q sind die Tegmina etwas langer als die groBten typischen 
MaBe dieses Geschlechtes, aber die Hinterschenkel sind im Extrem mit dem Original 
ubereinstimmend ; beim 9 aus Beni ist die Lange des Korpers und der Tegmina 
ungefahrum 2mmgroBer als die groBten OriginalmaBe, die Hinterschenkel jedoch 
stimmen im Extrem iiberein. 

Im Vergleich mit den in der Origin albeschreibung gegebenen Charakteren 
ist der mediovehtrale Kiel der Hinterschenkel weniger bogenformig bei ibandana 
als bei plorans. 

Der Autor des Originals hat die Species vom Moero-See und einem nicht 
naher bezeichneten Fundorte in Toro erhalten. 

Eyprepocnemis guineensis Krauss. 1 ) 
1890. E[yprepocnemis] guineensis Krauss. 

Zool. Jahrb., Abt. fiir Syst. V p. 659 pi. XLV, fig. 5, 6, 6a [Akem, Goldkiiste; Inseln von 
Sao-Thome und Rolas, Golf von Guinea]. 

Kassenje, Albert-Nyanza, Marz 1908 Deutsche Zentr. -Afr.-Exp., 
(Dr. SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. Avakubi, Aruwimi-Ituri-Becken, Congo- 
staat, 22. April 1908 (Deutsche Zentr. -Afr.-Exp.), i ' in Alkohol. 
Die OriginalmaBe, gegeben von KRAUSS, sind die des Mawambi-Q und des 
Avakubi-d", das Kassenje-c ' ist deutlich kleiner. Die MaBe sind wie folgt: 

Korperlange 21,5 mm 

Lange des Pronotums 4,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 13,5 ,, 

Die Species ist aus folgenden Fundorten ebenfalls bekannt: Barombi- 
Station und Bonge, Kamerun; Bismarckburg, Togo und Moero-See. 



*) KIRBY (in JOHXSTOX, The Uganda Protect. I p. 468) berichtet von einer Species Pentacriola 
johnstoniKir'by ausBaringo und Ruwenzori, bezogen auf P.Z.S. 1902. Die einzige JOHNSTON in dieser 
Schrift dedizierte Species ist Caloptenopsis johnstoni (p. 101) aus Baringo beschrieben. In KlRBYs 
eigenem Katalog ist kein Himveis auf ein Genus Pentacriola zu finden, und es ist anzunehmen, daB 
der Name ein lapsus calami ist. 



153 

Tettigoniidae. 

Phaneropterinae. 
Atlasacris 1 ) n. gen. 

Eine Abteilung der Odonturae und nahe verwandt mit Epiphlebus Karsch' 2 ), 
aber durch folgende Hauptcharaktere unterschiederi ; bei beiden Geschlechtem 
weist das Pronotum eine zwar nur wenig, aber doch deutlich angedeutete Humeral- 
ausbuchtung auf , der ventrocaudale Teil der Lateralloben des Pronotums ist abge- 
rundet rechteckig und etwa (9) oder deutlich (a 1 ) aufgeblasen, die Genicularloben 



mit einem Dorn, die Vordertibien sind im groBeren Teil ihrer Lange viel schmaler 
als an den Foramina; der Ovipositor ist breit, gebogen und gleichmaBig breit. 

Dieses Genus zeigt betrachtliche Yerwandtschaft mit Angara Brunner 3 ) 
und Pseudisotirna SchultheB 4 ), aber von erstgenannter kann es gut unterschieden 
werden durch das nicht erhabeiie und gefurchte Fastigium, das aufgeblasene 
Pronotum, die Mai3e der Beine und die viel weniger dornigen Tibiae, wahrend 
das neue Genus von Pseudisotirna durch dieselben Charaktere unterschieden 
werden kann, welche es von Epiphlebus trennen. Es muB nur noch das Merkmal 
der mehr abgekiirzten Tegmina hinzugefiigt werden. 

Fastigium spitz, gefurcht, nicht halb so breit wie das proximale Antennen- 
segment, mit dem Facialfastigium nicht in Beriihrung; Stirn abgerundet, ventrad 
der Augen eingedriickt; Augen kugelig, vorgewolbt; Antennen iiber viermal so 
lang wie der Korper. Pronotum beim < ' stark sattelformig, die Lateralloben 
caudad stark aufgeblasen, Cephalrand abgestutzt, Caudalrand ausgerandet 
abgestutzt, Hauptquerfurche auf dem Riicken V-formig, caudad derselben eine 
deutliche mediolongitudinale Furche, Lateralloben deutlich langlich, ventro- 
cephale Ecke stumpfwinklig, caudaler Teil des Ventralrandes und der Caudal- 
rand breit gerundet; Pronotum des 9 nicht sattelformig, laterad sehr wenig 
aufgeblasen, Rander und Furche wie beim Mannchen mit Ausnahme des weniger 
gerundeten ventrocaudalen Teiles der Lateralloben und der weniger deutlichen 
medio-longitudinalen Furche auf der Scheibe; Humeralausbuchtung bei beiden 
Geschlechtem sehr wenig markiert. Tegmina kaum langer als das Dorsum des 
Pronotums (o 71 ) oder ungefahr halb so lang (9); beim ' sind sie etwas vom 
Pronotum bedeckt und bestehen zum groBeren Teil aus dem Stridulationsfeld, 
die schiefe Ader stark entwickelt, Apices abgerundet; beim Weibchen sind sie 
als runde, zusammenhangende oder etwas iibereinander gelagerte Wiilste vor- 
handen. Fliigel nicht deutlich. Analsegment des Mannchens quer, laterad mit 



= Atlas, atcQn; =- Heuschrecke, wegen der verbreiterten Schultern. 

2 ) Entom. Zeitschr., Stettin I y VU p. 325. 

3 ) Verhandl. K. K. Zool.-bot. Gesellsch., Wien XLI p. 4, 37. 
*) Ann. Mus. Civ. Stor. Nat., Geneva XXXIX p. 199. 



154 

paarigen, divergierenden, hornahnlichen, abgerundeten Projektionen und mesad 
ausgerandet; Cerci des Mannchens kurz, spitz, der Apex dornig; Supraanalplatte 
beinahe dreieckig; Subgenitalplatte des o" beinahe bootformig, der Apex etwas 
verlangert und Y-forrnig ausgerundet, die Lateralprojektionen beinahe dreieckig 
und ohne griffelartige Fortsatze. Ovipositor des 9 kurz, sehr dick und stark 
gebogen, der distale Teil beider Rander gesagt; Subgenitalplatte des 9 dreieckig. 
Beine maBig langlich, alle Schenkel ventrad unbedornt, das caudale Paar proximad 
maBig aufgeblasen, Foramina der Vordertibien an beiden Flachen of f en ; Mittel- 
tibien des a 71 ohne auBere -Sporen, auf der inneren Flache mit einem einzelnen 
schwertformigen Sporn, 9 ohne ahnliches Gebilde; medianer Metatarsus des c 
kompreB und ventrad lamelliert. Mesosternum und Metasternum quer, laterad 
abgerundet. 

Type: A. peculiaris n. sp. 

Atlasacris peculiaris n. sp. 

Type: c?, Ost-Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 
Gestalt mittel; Habitus maBig kraftig, Schenkel ziemlich lang. Fastigium 
des Kopfes mesad quer niedergedriickt, Apex etwas erhaben; proximales Antennen- 
glied nur wenig schmaler als das Auge. Dorsum der Scheibe des Pronotums 
mesad etwas wellig und im caudal en Viertel betrachtlich ansteigencl, ein deut- 
licher querer Eindruck begrenzt diese Erhebung cephalad, Caudalrand gerundet 
abgestutzt mit einer auBerst leichten medianen Ausrandung; die caudale Breite 
der Lateralloben ungefahr zweimal so breit w T ie der cephale Teil der Loben, 
der aufgebauchte Teil rundlich blasig und von dem Rest der Loben deutlich 
getrennt, die groBte quere Breite des Pronotums die groBte Lange desselben 
deutlich iibertreffend, Furche an den Lateralloben stark eingedriickt, ventraler 
Rand der Loben iiber den Coxen stark buchtig. Tegmina etwas verschmalert, 
die Apices rundlich abgestutzt; Marginalfeld proximad stark bogig, schiefe Ader 
stark erhaben; Suturalrander distad des Tympanums divergierend, wenn die 
Tegmina in Ruhe sind. Cerci den caudalen Rand der Subgenitalplatte nicht er- 
reichend, apicale Bedornung sehr deutlich, der spitze Apex mesad gerichtet; 
Supraanalplatte abgelenkt, dreieckig, mesocaudad eingedriickt; Subgenitalplatte 
blasig, der ventrale UmriB, von der Seite gesehen, dorsad gebogen, deutlich 
mesad gekielt und distolaterad in weniger starkem Grade, distale Ausrandung, von 
ventraler oder caudaler Seite gesehen, deutlich, aber vom Dorsum aus nicht zu 
sehen; der Rand erscheint abgestutzt, mit leichten dreieckigen lateralen Pro- 
jektionen vom Dorsum aus. Vorderschenkel etwas kiirzer als Kopf und Pronotum 
zusammen, Mittelschenkel gleich lang, Hinterschenkel deutlich, aber nicht be- 
deutend, langer als der Korper, Genicularloben der Hinterschenkel dornformig; 
Tibien in alien Fallen die Lange der Femora iibertreffend, Vorder- und Mittel- 
tibien gefurcht und, mit Ausnahme der apikalen Dornen auf den Vordertibien, 
unbedornt ; aber auf der Mitteltibie befindet sich auf dem inneren Rande ein ein- 



zelner Sporn. Dieser ist breit und schwertahnlich, nahezu ebenso lang wie der 
Metatarsus, an demselben Beinpaar fehlen auBere Dornen. Medianer Metatarsus 
stark kompreB, ventrad lamelliert und ohne Dornen. 

Allgemeine Farbe Ockerfarbe; die lateralen Teile der dorsalen Abdominal- 
segmente, die ventralen Partien der Lateralloben des Pronotums und der cephale 
Rand derselben gewiirznelkenbraun, die ventralen Rander olivgriin angehaucht; 
Schenkel distad und die Tibien beinahe vollstiindig mehr oder weniger van- 
dyckbraun venvaschen , Hinterschenkel longitudinal , scheinbar langs einer 
Muskelanheftestelle von derselben Farbe, Genicularregionen und die Tarsi viel 
deutlicher gefarbt als die Tibialschafte; Augen vandyckbraun ; Antennen 
proximad ocker-rotlichbraun, distad schwarzlichbraun ; das marginale Feld der 
Tegmina und eine betrachtliche Partie des iibrigen proximalen Teiles der Teg- 
mina lohfarben, letztgenannter Teil jedoch nicht so klar in der Farbe wie das 
Marginalfeld, distaler Teil olivengriin, Tympanum haselbraun, schwach oliven- 
griin gewolkt. 

Ma Be. 

Q* (Type) 9 (Paratype) 

Korperlange 17,2 mm 19 mm 

Lange des Pronotums 4,5 ,, 4,2 ,, 

GroBte Breite des Pronotums .. 5,2,, 3>5 

Lange des Tegmens 4,8 ,, 2,2 ,, 

Lange der Vorderschenkel ... 7,8 ,, 

Lange der Mittelschenkel .... 7,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel ... 19 ,, 19 

Lange des Ovipositors ,, 7,2 ,, 

Das paratypische 9 1 ), dessen MaBe oben angegeben sind, zeigt folgende 
Abweichungen vom ? : 

Pronotum sehr wenig sattelformig, der ventrocaudale Teil der Lateral- 
loben des Pronotums mit einer sehr leichten Andeutung der beim mannlichen 
Geschlecht aufgefundenen Aufbauchung; Tegmina nur etwas mehr als halb so 
lang wie das Dorsum des Pronotums, beinahe kreisformig und etwas breiter 
als lang, der apicale Rand bogig abgestutzt, bis zum Caudalrand des Metanotums 
reichend; Ovipositor etwas langer als die Yorderschenkel kraftig, die Breite mehr 
als ein Drittel der Lange, in den distalen zwei Dritteln gleich breit, gebogen, 
die Auszahnung des distalen Drittels des Randes deutlich, aber nicht sehr tief; 
Subgenitalplatte spitz-dreieckig, der Apex sehr schmal gerundet; Vorder- und 
Mittelschenkel etwas langer als beim a*. Die Originalfarbung des Q scheint zum 
groBten Teile verschwunden zu sein, das vorliegende Stuck ist fast vollkommen 
griinlich-gelb, die Beine sind etwas schwacher gefarbt als beim cf. 



') Nach der allgemeinen Beschaffenheit der Antennen bei diesem Stiick scheint es moglich, 
daB sie nicht dieselbe Lange erreichen wie beim Mannchen, aber da sie bei dem weiblichen Exemplar 
nicht vollstandig sind, so kann iiber dieseii Punkt nichts Sicheres ausgesagt \verden. 



156 

Die vorliegende Serie, auBer der Type, enthalt folgende Stiicke: 

Ost-Afrika (R. GRAUER), 2 c f, I 9 (oben beschrieben). Kwidschwi-Inseln, 
Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp), I < in Alkohol. 
Westseite des Ruwenzori, in einer Hohe von 2500 m, Februar 1908, Deutsch- 
Zentr.-Afr.-Exp. [SCHUBOTZ], i a* in Alkohol. 

Ein einzelnes aus Britisch-Uganda, von GRAUER gefangen, liegt uns 

ebenfalls vor. Es gehort dem Deutschen Entomologischen Nationalmuseum. 

Die Ruwenzori- und Kwidschwi c * zeigen 'keinen Unterschied von der durch 

GRAUER gesammelten Reihe. Nur sind sie etwas groBer. Die MaBe sind wie 

f olgt : 

Kwidschwi-Inseln Ruwenzori 

Korperlange 19,5 mm 17 mm 

Lange des Pronotums" 4,6 ,, 5,2 ,, 

GroBte Breite des Pronotums . . 5,6 6 ,, 

Lange des Tegmens 5,2 ,, 5,5 

Lange der Hinterschenkel . . .21,5 ,, 19,5,, 

Horatosphaga Schaum. 1 ) 

Horatosphaga robusta n. sp. 

Type: 9, Wald, 90 km westlich vom Albert-Nyanza; Hohe 1600 m, 
Congostaat (R. GRAUER) [Berliner Museum], 

Unterscheidet sich von H. serrifera Schaum, dem Typus des Genus, durch 
das weniger verlangerte Pronotum, die mehr eiformigen Tegmina, deren Costal- 
rander deutlich bogig sind, durch den etwas starker winkligen Apex der Tegmina 
und den entschieden kiirzeren und kraftigeren Ovipositor. 

Von maBiger GroBe; allgemeiner Habitus eher kraftig, Beine schlank. Kopf 
an der Stirn cephalad etwas abgeflacht, ventrad von den Augen eingedriickt; 
Fastigium des Vertex geneigt, lanzettlich, deutlich gefurcht, das Facialfastigium 
beriihrend, dieses letztere abgerundet und leicht vortretend; Augen kugelig, 
vorragend; Antennen die Spitzen der Tegmina nur wenig iiberragend, das Proxi- 
malglied nur wenig kleiner als das Auge. Dorsum des Pronotums deutlich ab- 
geflacht, die Cephal- und Caudalrander beinahe abgestutzt, jeder mit einer sehr 
leichten mittleren Ausrandung; Seitenrander der Scheibe deutlich, ruiizelig, 
fast parallel der Hauptquerfurche, caudad von derselben konvex divergierend, 
die groBte caudale Breite der Scheibe ungefahr das Doppelte von dem Cephalteile, 
des Quersulcus breit V-formig; Lateralloben laterad nach dem Bauche hin 
betrachtlich verbreitert, Loben ungefahr ein und einhalbmal so lang als ihre 
caudale Breite, Cephalbreite etwa gleich der Halfte des Caudalteiles, Cephal- 



a ) Rhegmatopoda peeli Burr. Berichtet aus Entebbe, Uganda und Fort Portal, Toro von 
GIGLIO-TOS (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 310). Hovatophaga serrifera Schaum. Berichtet aus 
Bimbye, Uganda (GlGLIO-Tos, in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 311). 



157 

und Ventralrander der Loben deutlich giirtelartig, der Cephalrand leicht bogig 
ausgerandet, Ventrocephalwinkel fast rechtwinklig, Ventralrand schief, fast 
bogenformig, leicht buchtig iiber den Coxen, Ventrocaudalecke breit abgerundet, 
die Humeralausbuchtung breit bogig ausgerandet. Tegmina et\va vier- bis fiinf- 
mal so lang als das Dorsum des Pronotums, verlangert eiformig, et\vas weniger 
als dreimal so lang als breit; Apex eher eng abgerundet ; Costalrand leicht verdickt ; 
Radialadern in ihrer ganzen Lange deutlich getrennt, mesad einander am nachsten 
kommend. Zweig der posterioren Ader vor der Mitte des Tegmens sehr leicht 
divergierend und, nachdem sie sich distad von der Mitte geteilt hat, bis zum 
Apex des Tegmens reichend; vordere Ulnarader fast gerade; Marginalfeld mit 
einer regelmaBigen Serie schiefer Oueradern. Fliigel sehr klein, nicht gebrauchs- 
fahig. Prosternum ungedornt; Mesosternum quer, mesocaudad ausgerandet, 
laterad breit, rundlich-lappig ; Metanotum. schmal, sehr stark quer, laterad 
rundlich, fast lappig. Ovipositor fast ebenso lang wie Kopf und Pronotum, 
kraftig, maBig bogig, beide Rander eine Strecke distad leicht gesagt, der Dorsal- 
rand fur eine groBere Strecke als der Ventralrand; Subgenitalplatte scharf drei- 
eckig. Schenkel an samtlichen Ventralrandern. gedornt, das Dorsum der Geni- 
cularregion aller Schenkel gekielt und apical gedornt, das hintere Paar distad 
sehr leicht blasig; Foramina der Vordertibien rimato-konchat, alle Tibien dorsad, 
beinahe gefurcht. 

Hauptfarbe apfelgriin, die Lateralrancler der Scheibe des Pronotums, die 
Ventralrander der Lateralloben desselben, die Sutural- und Apicalrander der 
Tegmina und eine mehr oder weniger deutliche dorsale Linie an den Schenkeln 
ockerig-lederfarben, der Costalrand der Tegmina ist nach iiinen zu von einer 
schwachen purpurfarbenen Linie begrenzt; Antennen purpurn, distad ockerig 
schwach geringelt und mesad griinlich verwaschen; Augen roll umbrafarbig; 
Schenkeldornen griinlich weiB ; Distalende der Tibien matt lohfarben gewolkt; 
Tarsen gebrannte Sienna. 

MaBe. 

Lange des Korpers 25,5 mm 

Lange des Pronotums 5-8 ,, 

GroBte dorsale Breite des Pronotums . . 4,5 ,, 

Lange des Tegmens 27 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 9,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 12 ,, 

Lange der Mittelschenkel 13.5 

Lange der Hinterschenkel 27 

Lange des Ovipositors ,, 

AuBer der Type liegen uns noch folgende Serien, samtlich in Alkohol, vor : 

Niansa, Ruanda, Hohe ungefahr 1500 m, n. August 1907 (Deutsche 

Zentr.-Afr.-Exp.), I 9, i Nymphe. Siidostufer des Kiwu-Sees, August 



158 



1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 4 99- 3 Nymphen. Kwidschwi-Insel, 
Kiwu-See, August 1907 Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.; (SCHUBOTz), 2 99. 
Kissenje, Xordufer des Kiwu-Sees, Februar bis November 1908 (VON STEG- 
MANN und STEIN), i 9- Vulkanisches Gebiet nordostlich vom Kiwu-See, 
Oktober 1907 Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.; (VON WiESE), 299. Bugoie- 
wald, nordwestliches Ruanda. Februar bis November 1908 (VON STEG- 
MANN und STEIN), 5 99, i Nymphe. Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, 
Hohe 2500 m, November 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.; SCHUBOTZ), 

i 9- 

Eine Untersuchung obigen Materials zeigt, dai3 diese hier als dieselbe Species 
angesehenen Stiicke in den Proportionen der Tegmina bedeutend abweichen, 
und bei einer weiteren Untersuchung wird wohl sich noch die Notwendigkeit einer 
Teilung der vorliegenden Serie in zwei Species ergeben; dies scheint augen- 
blicklich jedoch nicht ratsam. Da ist etwas wie ein Parallelismus in der Variation 
der Proportionen der Tegmina bei dieser Species und bei verschiedenen Formen 
des weiter unten beschriebenen Genus Conchotopoda, jedoch im letzteren Falle 
sind die Unterschiede ausgepragter und sind auBerdem noch von Aderungs- 
veranderungen begleitet, daher haben wir ihnen besonderen Wert beigelegt. 
Bei dieser Form ist das Verhaltnis der groBten tegminalen Breite zur groBten 
tegminalen Lange folgendes: Type 2 9 / 10 ; Siidostufer des Kiwu-Sees 3, 3 1 / 4 , 3V 3 ; 
Kwidschwi 2 7 / 9 ; Kissenje 3; vulkanisches Gebiet 3Y 3 , 3 1 / 3 ; Bugoie-Wald 3, 3, 
3 1 /*' 3 1 /8> 3V 3 ; Niansa 3* 2 . Infolge dieser Yeranderlichkeit, die in erster Linie 
geographische Ursachen zu haben scheint, erscheinen die Stiicke mit mehr ver- 
langerten Tegmina deutlich verschieden von der Type, aber die obigen Propor- 
tionen und die folgenden MaBe typischer Stiicke von jeder Lokalitat zeigen, 
daB die Beweismittel nicht ausreichen, um gegenwartig etwa eine weitere Teilung 
vorzunehmen. 







Siidost- 















Kwidsch- 




vulk. Bugoie- 





Niansa 


ufer 
des Kiwu 


wi 


Kissenje 


Gegend 


Wald 


Lange des Pronotums . . 


5,2mm 


5,5 mm 


6 mm 


5,5 mm 


5 mm 


5,8mm 


Lange des Tegmens . . 


23 /, 


24 


26 ,, 


22,5 


22,5 ,, 


24 


GroBte Breite des Tegmens 


6,5 ,. 


7-8 


9 


7,8 


6,8 


7-5 


Lange der Hinterschenkel 


21,5 -, 


22 


24 


22,5 ., 


22 


22 



Horatosphaga(P) kandti n. sp. 

Type: 9, Kiwu-See (Dr. KANDT) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Diese Species und die folgende sind mit einigem Zweifel unter dieses Genus 

gebracht, da sie einige Hinneigung nach Peronura und anderen verwandten 

Gattungen aufweisen. Bei dieser Species sind die Tegmina bedeutend schmaler 

und der Ventrocephalwinkel der pronotalen Loben weniger spitz als bei serri- 



- 159 

/era und robusta, wahrend der Ovipositor eine mehr den vorigen gleiche Gestalt 
zeigt. 

Von mittlerer GroBe; Habitus schlanker und langer als bei H. robusta. Kopf 
und Fastigium des Vertex scharf lanzettlich, gefurcht, die Rander proximad 
leicht erhaben, der Apex kaum den des Fastigiums der Stirn beriihrend; 
Augen beinahe kugelformig, maBig vorragend; Antennen bis zum Apex des 
Abdomens reichend (bei vollkommenen Stiicken wahrscheinlich den Apex 
leicht iiberragend), Proximalglied fast so groB wie das Auge. Pronotum viel 
mehr zusammengedriickt als bei H. robusta, die Lateralloben laterad in derselben 
Weise, jedoch in einem geringeren Grade vorragend; Dorsum abgeflacht, Cephal- 
rand sehr breit V-formig ausgerandet, Caudalrand bogig; Lateralecken der Scheibe 
deutlich, caudad entschiedener markiert als cephalad, runzelig (wie wenn auch 
in geringerem Grade, das ganze Dorsum), in der vorderen Halfte fast parallel 
caudad leicht divergierend, die groBte caudale Breite der Scheibe ungefahr gleich 
der halben Lange derselben, und nicht ganz zweimal so breit als der vordere Teil, 
Querfurche V-formig und ungefahr in der Mitte der Scheibe; groBte caudale 
Breite der Lateralloben etwas groBer als ein und einhalb der Lange derselben, 
cephale Breite ungefahr die Halfte der caudalen Breite der Loben, Cephalrand 
gerade, Ventrocephalwinkel stumpfwinklig, Ventralrand cephalad schief gerade, 
caudad entschieden bogig, der Ventrocaudalvvinkel abgerundet, Humeralaus- 
buchtung sehr breit undflach. Tegmina lanzettlich, etwas mehr als viermal langer 
als breit, Apex sehr stumpf abgerundet, Costal- und Suturalrander sehr leicht 
und regelmaBig bogig ; Radialadern deutlich getrennt, jedoch proximad und distad 
weiter voneinander entfernt als mesad; Zweig der hinteren Radialader mesad 
abweichend und den Apex der Tegmina erreichend, sehr kurz vor diesen gegabelt; 
vordere Ulnarader gerade, den Apex erreichend, ungeteilt. Fliigel rudimentar. 
Prosternum unbewaffnet; Mesosternum und Metasternum wie bei H. robusta, 
jedoch weniger quer. Ovipositor ungefahr zweimal so lang wie das Dorsum des 
Pronotums, maBig bogenformig,- fast iiberall gleich breit mit Ausnahme des 
apicalen Fiinftels, im allgemeinen betragt die Breite weniger als ein Fiinftel 
von der Lange, die Rander des apicalen Drittels fein siigeartig gekerbt, der 
Apex spitz; Subgenitalplatte quer, der Apicalrand breit dreieckig. Beine maBig 
schlank; Schenkel unterwarts an beiden Randern bedornt, apical gekielt wie 
bei H. robusta, jedoch mit weniger deutlichem Suprageniculardornen, Genicular- 
loben der Vorder- und Mittelschenkel stumpf doppeldornig, die der Hinter- 
schenkel undeutlich eindornig, Hinterschenkel die Spitzen der Tegmina um etwa 
die Halfte der Lange des Dorsums des Pronotums iiberragend, die proximale 
blasige Auftreibung dieses Beinpaares sehr leicht; Foramina der Vordertibien 
etwas mehr rimat als bei H. robusta. 

Hauptfarbe griinlichgelb, die Lateralrander der pronotalen Scheibe und der 
Proximalteil der Antennen blaBrosa; Ulnarfeld des linken Tegmens etwas proxi- 
mad von der Mitte mit einem kreisrunden braunlichen Fleck. 



i6o 

MaBe. 

Lange des Korpers 26,5 mm 

Lange des Pronotums . 5,5 ,, 

GroBte dorsale Breite der pronotalen Scheibe 2,8 ,, 

Lange des Tegmens . 24 

GroBte Breite des Tegrnen^ 6 

Lange der Vorderschenkel 10 ,, 

Lange der Mittelschenkel 11,5 

Lange der Hinterschenkel 23 ,, 

Lange des Ovipositors 11,8 ,, 

AuBer der Type liegt uns noch ein paratypisches Weibchen vor, das keine 
Abweichungen von der Type zeigt. 

Wir widmen diese Species ihrem geschatzten Sammler Dr. KANDT. 

Horatosphaga ( ?) kasindina n. sp. 

Type: Q, Steppe bei Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-Nyanza, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit H. ( ?) kandti, die weiter oben beschrieben ist, aber von 
ihr abweichend durch die etwas weniger verlangerten Tegmina, deren Marginal- 
f elder etwas schmaler sind, sowie durch den deutlich breiteren Caudalteil des 
Dorsums des Pronotums und durch den etwas kiirzeren kraftigeren Ovipositor. 
Der Ast der hinteren Radialader divergiert weit distad von der Mitte des Teg- 
mens, anstatt iiahe der Mitte wie bei kandti. 

Von mittlerer GroBe; Habitus maBig verlangert. Fastigium des Kopfes 
scharf lanzettlich, stark abschiissig, proximal leicht gefurcht, die Rander schwach 
erhaben, der Apex den Apex des Facialf astigiums nicht ganz beriihrend ; Augen 
etwas langer als breit, maBig vorragend; Antennen in nicht vollkommener Ver- 
fassung, caudad bis zur Mitte der Tegmina reichend, Proximalglied so lang wie das 
Auge. Pronotum maBig zusammengedruckt, dorsad abgeplattet, das Dorsum fast 
gleich breit bis zu den Querfurchen, von da mit den deutlichen Lateralwinkeln 
regelmaBig caudad divergierend, die groBte caudale Breite deutlich mehr als die 
Halfte der Lange des Dorsums des Pronotums, Cephalrand der Scheibe stumpf- 
winklig ausgerandet, Caudalrand deutlich bogig mit einer leichten mittleren 
Ausrandung, Querfurche breit V-formig, Lateralschultern caudad verdickt 
und, wie das ganze Dorsum des Pronotums, runzelig; Lateralloben ein und ein- 
halbmal so lang als ihre groBte (postmediane) Breite, Ventralrand cephalad schief. 
beinahe bogig, ventrocaudad bogenformig, leicht caudad von der Mitte beinahe 
abgestutzt, Caudalrand gerade ohne Humeralausbuchtung. Tegmina den Apex des 
Abdomens iiberragend und bis zur Mitte des Ovipositors reichend, beinahe 
lanzettlich, etwa drei und eindrittelmal langer als ihre groBte Breite; Costalrand 
sehr schwach bogenformig, Suturalrand distad vom Analfelde gerade, Apex wohl 
gerundet; breitester Teil des Marginalfeldes gleich drei Viertel der discoidalen 



Breite; Radialadern proximad und distad voneinander vvohl getrennt, jedoch fiir 
den groBeren Teil ihrer Lange sich beinahe beriihrend; Ast der hinteren Radialader 
weit distad von der Mitte des Tegmens divergierend, kurz bevor er den Apex 
der Tegmina erreicht, sich gabelnd; vordere Ulnarader gerade, ungeteilt, den 
Apex erreichend. Fliigel rudimentar. ' Prosternum unbewaffnet ; Mesosternum 
und Metasternum laterad abgeruiidet. Ovipositor nahezu zweimal so lang \vk- 
das Dorsum des Pronotums, maBig bogig, kraftig, fiir den groBten Teil seiner 
Lange fast gleich breit, durchschnittliche Breite mehr als ein Fiinftel der Lange, 
Apex spitz, die Rander des distalen Drittels fein sageartig gekerbt; Subgenital- 
platte quer, dreieckig, der Apex sehr geringfiigig ausgerandet. Beine schlank, 
Schenkel unterwarts an beiden Randern bedornt, die dorsale Oberflache ge- 
kielt wie bei der anderen Species, aber ohne deutlichen vSuprageniculardorn, 
die Kielung bedeckt die ganze Schenkellange der Vorderbeine; Genicularloben 
der Vorder- und Mittelschenkel sehr geringfiigig eindornig, die der Hinterschenkel 
nicht bedornt; Hinterschenkel die Spitzen des Tegmens leicht iiberragend, mit 
leicht blasiger Auftreibung in der proximalen Halfte; Foramina der Vorder- 
tibien zusammengedriickt, rimato-conchat. 

Hauptfarbe grimlichgelb, die Lateralecken der Pronotalscheibe und der 
Proximalteil der Antennen zum groBen Teil matt rosarot; Vorder- und Mittel- 
beine mit der gleichen Farbe verwaschen. 

Ma Be. 

Lange des Korpers 23,5 mm 

Lange des Pronotums 6 

GroBte dorsale Breite der pronotalen Scheibe 3,6 ,, 

Lange des Tegmens 21,5 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 6,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 10,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 12 

Lange der Hinterschenkel 24 

Lange des Ovipositors 10,5 ,, 

Die Type ist einzig. 

Pachypyga Karsch. 

Pachypyga karschi n. sp. 

Type: 9, Mohasi-See, Ruanda, 29. Juli 1907, Deutsche Zentr.-Afr.- Exp. 
(SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Unterscheidet sich von P. inclusa 1 ), dem Typ des Genus, durch geringere 
allgemeine GroBe, den schlankeren Ovipositor und die geradere vordere L T lnar- 
ader der Tegmina. 

Von geringer GroBe; Habitus maBig lang, auffallend zusammengedriickt; 

l ) Berl. Entom. Zeitschr. XXXVIII p. 125 Fig. 17 [Togo]. 
Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. j j 



162 

Oberflache im allgemeinen fast unbehaart, das Dorsum des Pronotums siebartig- 
runzelig. Kopf, von vorne gesehen, laiiglich eiformig, ein und einhalbmal so lang 
als breit; Occiput stark abgerundet, fast vertikal abfallend zum scharf lanzett- 
lichen Fastigium, dieses letztere gefurcht mit deutlich erhabenen Randern, 
der Apex das faciale Fastigium beriihrend, das letztere cephalad von der Spitze 
des Fastigiums des Vertex vorragend; Augen klein, eiformig-kugelig, wenig 
vorstehend; Antennen unvollstandig, Proximalglied leicht niedergedriickt, so 
lang wie das Auge. Pronotum am Dorsum abgeplattet, die Later alecken des- 
selben deutlich, aber nicht gekielt, leicht aber merklich caudad divergierend, 
cephalomesad schwach unterbrochen ; Cephalrand der Scheibe schwach stump f- 
winklig ausgerandet, Caudalrand schwach bogig, mit einem mittleren abgestutzten 
Teile, Querfurche V-formig, mesad; Lateralloben ein und eindrittelmal so lang als 
breit, Ventrocephalwinkel stumpf aber deutlich, Ventralrand schief bogig caudad 
abfallend, Ventrocaudalwinkel schiefbogig, fast abgestutzt; Caudalrand mit 
einer sehr schwachen humeralen Ausbuchtung. Tegmina lanzettlich, mehr als 
funfmal so lang als breit in gr613ter pramedianer Breite, die Costal- und Sutural- 
rander in ihren distalen zwei Dritteln distad sehr leicht konvergierend, der Apex 
schmal abgerundet; Radialadern proximad gut getrennt, sonst nahe beieinander, 
ausgenommen in der Nahe der Vereinigungsstelle der vorderen mit dem Costal- 
rande; Ast der hinteren Radialrader distad von der Mitte der Tegmina diver- 
gierend und den Apex derselben ungeteilt erreichend; vordere Ulnarader durch- 
aus gerade und den Apex des Tegmens erreichend, der radiale Ast gleich weit 
entfernt von der hinteren Radialader und der vorderen Ulnarader. Fliigel 
rudimentar. Prosternum unbewaffnet mit einem queren, kreuzformigen Ein- 
druck; Mesosternalloben caudolaterad schief abgestutzt; Metasternalloben caudo- 
laterad stark schief abgestutzt, der Caudalrand derselben abgestutzt. Supra- 
analplatte bogenformig winklig, proximad eingedriickt; Cerci walzenformig, 
mesodorsad leicht bogig; Ovipositor plump, mehr als halb so lang wie das 
Tegmen, die mediane Breite ungefahr ein Fiinftel der Lange, die proximale Halfte 
konisch, das distale Viertel sich zu dem spitzen Apex verschmalernd, die Rander 
der distalen Halfte fein gekerbt; Subgenitalplatte quer, der Rand laterad ab- 
gerundet und caudad stumpf winklig, der unmittelbare Winkel sehr schwach 
ausgerandet. Alle Schenkel unterwarts an beiden Randern bedornt, die Apices 
aller auf ihrer Dorsalflache mit einem kurzen Kiel, der Kiel in einen leicht supra- 
genicularen Zahn vorstehend, Mittelschenkel ein und ein drittelmal so lang wie 
die Vorderschenkel, Hinterschenkel deutlich langer als der Korper, die proximale 
blasige Auf treibung leicht, Genicularloben derVorder- und Mittelschenkel schwach 
paarig gedornt, die der Hinterschenkel undeutlich eindornig ; Vordertibien an alien 
Randern mit Dornen bewaffnet, Foramina derselben zusammengedriickt, rimato- 
conchat; Mittel- und Hintertibien ahnlich dem vorderen Paar bewaffnet. 

Hauptfarbe dunkel gelblich, die einzigen ausgepragten Unterschiede sind 
folgende: Augen matt braun; L,ateralecken der Scheibe des Pronotums un- 



- i6 3 

gleich rosarot markiert; Tegmina am proximalen Teile des Costalrandes undurch- 
sichtig weiB gerandet und mil einer unregelmaBig gruppierten Serie kleiner 
kreisrunder rotlichbrauner Flecken; das Occiput und postoculare Regionen 
weisen Andeutungen von rotbraunem Maschenwerk auf. 

Ma Be. 

Lange des Korpers 20 mm 

Lange des Pronotums 5,5 ,, 

GroBte dorsale Breite der pronotalen vScheibe 3 

Lange des Tegmens 20,5 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 4 ,, 

Lange der Vorderschenkel 9,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 12,2,, 

Lange der Hinterschenkel 24 ,, 

Lange der Ovipositors . . . . n ,, 

Die Type dieser interessanten Species ist einzig. Es ist uns ein besonderes 
Vergniigen, diese Species dem Gelehrten zu widmen, dessen Name an der Spitze 
der Arbeiter auf dem Gebiete der Orthopteren Afrikas steht Dr. FERDINAND 
KARSCH. 

Conchotopoda Karsch. 

Conchotopoda elongata n. sp. 

Type: a*, Usumbura, Tangaiijika-See, November bis Dezember 1907 
(VON STEGMANN und STEIN) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit C. stuhlmanni Karsch 1 ), aber abweichend davon durch 
die mehr verlangerten Tegmina, die schmaleren und mehr gleich breiten Ulnar- 
felder, der groBeren tegminalen Breite, die fast ein Viertel anstatt drei und ein 
Drittel in der Lange wie bei stuhlmanni betragt, wahrend der Radialast von der 
hinteren Radialader ungefahr in der Viertelentfernung von der Basis divergiert, 
anstatt kurz vor der Mitte. 

Von mittlerer GroBe; Habitus maBig verlangert, betrachtlich zusammen- 
gedriickt. Gesicht des Kopfes etwas abgeflacht; Occiput zum Fastigium regel- 
maBig abfallend; letzteres spitz lanzettlich, maBig gefurcht, die Rander proximad 
rundlich erhaben, die Spitze des Fastigiums des Vertex das breite aber spitz- 
winklige Fastigium des Gesichtes kaum beriihrend, dessen medianer Occellus 
den groBeren proximalen Teil einnimmt ; Augen beinahe birnenformig, vorstehend, 
laterad leicht abgeflacht; Antennen wenigstens bis zu den Spitzen der Fliigel 
reichend. Pronotum sehr schwach sattelformig, das Dorsum maBig abgeplattet; 
cephalad und mesad von der Scheibe keine Lateralecken vorhanden, caudad eine 
rundliche Andeutung derselben gefunden; Cephalrand der Scheibe sehr schwach 
bogig ausgerandet, Caudalrand maBig vorgezogen, Lateralteile dieses Randes schief 

*) Entom. Zeitschr., Stettin L,VII p. 329; LA BAUME, ibidem LXXII p. 316, Fig. 

n* 



i6 4 

konvergierend, medianer Teil bogig abgestutzt; Querfurche V-formig, der Caudal- 
rand mit demselben durch eine mediolongitudinale Furche verbunden; die 
Lange der Scheibe etwa ein und zweidrittelmal groBer als ihre groBte Caudalbreite, 
Lange der Lateralloben einundeinhalbmal groBer als ihre groBte postmediane 
Breite, Ventrocephalwinkel hoch an der Lobe, sehr stumpf, Ventralrand stark 
bogig, Ventrocaudalwinkel rundlich rechtwinklig, Humeralausbuchtung sehr flach, 
wohl gerundet. Tegmina lanzettlich, etwa viermal so lang als ihre groBte Breite; 
Costalrand regelmaBig, aber sehr leicht bogig, Suturalrand zum groBeren Teile ge- 
streckt, Apex breit gerundet, nur wenig sich verschmalernd; groBte Breite der 
Marginalarea etwas geringer als die halbe tegminale Breite, Costaladern zahl- 
reich, beinahe parallel, zum groBen Teile leicht bogig; Radialadern gut getrennt 
mit Ausnahme einer Area, wo sie konvergieren, ein Drittel der Gesamtlange 
von der Basis; Radialast von der hinteren Radialader ein Viertel der Lange vor 
der Basis divergierend, zum groBeren Teile mitten zwischen der hinteren Radial- 
ader und der vorderen Ulnarader verlaufend, kurz vor dem Apex sich gabelnd; 
vordere Ulnarader in ihren distalen zwei Dritteln dorsad sehr schwachbogig ; 
Umararea nahezu gleich breit, beinahe gleich der groBten Breite der Marginal- 
area, die Oueradern ungefahr ebenso zahlreich wie in der letzteren Area, in clem 
proximalen Teile deutlich bogig, hintere Ulnarader stark bogig; Querader des 
Tympanums stark verdickt. Fliigel die Spitzen der Tegmina um etwa die halbe 
Lange des Pronotums iiberrageiid. Prosternum unbewaffnet; Meso- und Meta- 
sternum laterad abgerundet. Supraanalplatte leicht quer, Distalrand fast 
winklig; Cerci walzenformig, mit dem apicalen Ende scharf und rechtwinklig 
dorsomesad gebogen; Subgenitalplatte vorgezogen, sich verschmalernd, Apical- 
rand schmal, fast abgestutzt, durch eine niedrig gerundete Protuberanz flankiert, 
die ganze Platte die Spitzen der Cerci iiberragend. Beine schlank, Schenkel an. 
den Ventralrandern bedornt, die des hinteren Paares kleiner als die des vorderen 
und mittleren Paares, das auBerste Ende cler dorsalen Oberflache kurz gekielt bei 
alien Schenkeln, der Kiel am langsten an clem vorderen Paar, das auBerste Ende des 
Kieles leicht vorgezogen ; vordere und mittlere Genicularloben paarig gedornt ; Fo- 
ramina derVordertibien rimato-conchat; Hintertibien etwas langer als die Schenkel. 
Hauptfarbe griinlichgelb, Korper leicht blaBrot; Dornen der Schenkel und 
Tibien seehundbraun ; Augen gewiirznelkebraun. 

MaBe. 

Lange des Korpers 24 mm 

Lange des Pronotums 5 

GroBte dorsale Breite des Pronotums ... 3 

Lange des Tegmens 31,5 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 8,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 10,5,, 

Lange der Mittelschenkel 12,5,, 

Lange der Hinterschenkel 25,5 ,, 



AuBer der Type liegt uns noch vor ein einzelnes c" in Alkohol vom Kiwu-See, 
gesammelt von Dr. KANDT. Dieses Stiick unterscheidet sich von der Type 
nur dadurch, daB der Ulnarast proximad gleich weit entfernt ist von der hinteren 
Radialader mid der vorderen Ulnaracler, statt, wie bei der Type, naher bei der 
letzteren, auch ist die Subgenitalplatte distad weniger ausgerandet. Die Auf- 
zahlung der Schenkeldorneii als Unterscheidungsmerkmal scheint bei diesem 
Genus wertlos, bei den zwei Stucken dieser Species findet sich nachstehende 
Anzahl : 

Vorderschenkel Mittelschenkel Hinterschenkel 

Usumbura ( Cephalrand 9 n n 13 n 

(Type) 1 Caudalrand 9 n n 13 7 9 

| Cephalrand 9 12 2 n 10 

Kiwu-See 

\ Caudalrand 12 13 2 u 13 

Conchotopoda amplipennis n. sp. 

Type: a", Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Verwandt mit C. stuhlmanni Karsch, unterscheidet sich jedoch durch die 
viel breiteren Tegmina, die wenigstens dreimal so lang sind als ihre groBte Breite, 
die groBte tegminale Breite befindet sich ein Drittel der Gesamtlange vor dem 
Apex, sowie dadurch, daB die Ulnararea der Tegmina breiter ist als bei stuhl- 
manni, und das Tympanalfeld ist einundeinhalbmal langer als die Breite der 
Ulnararea, anstatt zweimal, wie bei den alteren Species; ferner dadurch, daB die 
vordere Ulnarader stark bogenformig ist und die Oueradern der Ulnararea 
gleich gebogen sind. 

GroBe eher bedeutend; allgemeiner Habitus mehr wie bei stuhlmanni und 
elongata. Kopf wie bei elongata; Augen mehr kugelig, nicht abgeflacht; Antennen 
die Spitzen der Fliigel mehr iiberragend. Pronotum sattelformig, das Dorsum 
caudad erhaben und alles in allem mehr oder weniger abgeflacht, an der Scheibe 
deutliche Lateralecken nicht vorhanden; Cephalrand der Scheibe und Lateral- 
loben abgestutzt, Caudalrand der Metazona stark bogenformig mit einer sehr 
leichten medianen Ausranduiig;Metazonalscheibe etwa einundeindrittelmal langer 
als die groBte Breite derselben ausgedehnten Scheibe ; Querfurche sehr brei" V- 
formig, Lateralloben sich in das Dorsum abrundend, Loben einundeindrittelmal 
langer als ihre groBte caudale Breite, Ventrocephalwinkel stumpf, aber durchaus 
nicht abgerundet, Ventralrand caudad schief absteigend, leicht bogig; Ventro- 
caudalwinkel sehr breit abgerundet, Humeralausbuchtung gut eingedriickt, breit, 
rundlich rechtwinklig. Tegmina mehr wie bei stuhlmanni, jedoch in dem distalen 
Drittel am breitesten und weniger als dreimal so lang wie breit; Costalrand gut 
bogenformig, Suturalrand leicht bogig ausgerandet, Apex breit, rundlich stumpf- 
winklig; Marginalarea in ihrem breitesten Teile schmaler als der breiteste Teil 
der Ulnararea, Aderung der Area wie bei stuhlmanni] Radialadern wie bei der 



166 

letzteren, der Ast der hinteren Radialader ein Drittel der Gesamtlange von der 
Basis divergierend, leicht distad von der Mitte gegabelt; der gefaltete sack- 
formige Teil an der Basis der Ulnararea wie bei stuhlmanni, die zahlreichen 
Queradern desselben Teiles regelmaBig verteilt; vordere Ulnarader ausgebuchtet, 
doppelbogig, der distale Bogen zwei Drittel der Aderlange einnehmencl und die 
Ulnararea sichtbar verbreiternd, die grdBte Breite der letzteren nahezu die Halite 
der tegminalen Breite einnehmend, Tympanalfeld einundeinhalbmal langer als 
die groBte Breite der Ulnararea; hintere Ulnarader im distalen Teile scharf 
bogig; Querader des Tympanums stark verdickt. Fliigel die Spitzen der Tegmina 
um etwa die halbe pronotale Lange iiberragend. Prosternum unbe waff net, 
mit einer deutlich eingedriickten kreuzformigen Zeichnung; Mesosternalloben 
schmal, abgerundet; Metasternalloben breit, laterad abgerundet, caudad beinahe 
abgestutzt. Supraanalplatte dreieckig; Apex stumpf, Lateralrander leicht 
bogig; Cerci wie bei elongata, jedoch etwas schlanker, weniger gekriimmt und 
weniger dorsad gerichtet; Subgenitalplatte weniger vorgezogen als bei elongata, 
der schmale Apex V-formig ausgerandet, Lateralwinkel stumpf. Beine wie bei 
elongata. 

Hauptfarbe griinlichgelb ; Abdomen matt bra.unlich; Schenkeldornen 
mehr oder weniger deutlich braunlich getupft; Augen blaB braun; groBter Teil 
der metazonalen Scheibe blaB gewiirznelkebraun verwaschen. 

MaBe. 

Lange des Korpers , 24 mm 

Lange des Pronotums 5,8 ,, 

GroBte Breite der metazonalen Scheibe des Pronotums 4,2 ,, 

Lange des Tegmens 36 

GroBte Breite des Tegmens 12,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 10,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 13,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 27 ,, 

AuBer der Type liegt uns noch eine Serie von 13 0*0* von folgenden Fund- 
orten vor: 

Ostafrika, (R. GRAUER), 2 0*0*. Mulera, November 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i cf. Siidostufer des Kiwu-Sees, August 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), 4 dV in Alkohol. Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, 
Februar bis November 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 4 d*c? in Alkohol. 
Westseite des Ruwenzori, 2000 2500 m Hohe, Februar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), 2 d*a* in Alkohol. 

Von diesen Stiicken sind die vom Ufer des Kiwu-Sees und die aus ,,Ost- 
Afrika" bezeichneten von der Type nicht zu unterscheiden, dagegen unterschei- 
den sich die Exemplare vom Ruwenzori, aus dem Bugoie-Walde und von Mulera 



167 

von der Type etwas dadurch, daB die Tegmina im allgemeinen und die Ulnar- 
area der ins besondere merklich schmaler sind. Daher ist auch die vordere 
Ulnarader etwas weniger gebogen, und die Queradern der Ulnararea sind 
gestreckter. Diese Unterschiede scheinen jedoch flir eine weitere Teilung 
des Materials nicht hinreichend, weil sie so gering sind, daB sie bei weiterem 
Material sich moglicherweise nur als individuell herausstellen werden, obgleich 
sie wahrscheinlich geographischer Natur sind. Bei Vergleichung mit der oben 
beschriebenen C. dongata scheinen diese Stiicke davon sehr verschieden zu sein; 
die allgemeinen Proportionen der Tegmina, der Ulnararea derselben und die 
deutliche Bogenform der vorderen Ulnarader sowie der Queradern der Ulnar- 
area sind gleich denen der Type von amplipennis. 

Conchotopoda linearis n. sp. 

Type: d", Mpororo-Post (Rufua), Mpororo, I. Juli 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Unterscheidet sich von alien anderen Species des Genus durch die schmaleren, 
beinahe lanzettlichen Tegmina und die breit vortretende kahnformige Subgenital- 
platte, die auch mesodistad abgestutzt ist. Die Form der Tegmina und der nicht 
verzweigte Ast der Radialader konnte Euthyphlebia SchultheB vermuten lassen, 
aber bei jenem Genus sind die Tibialforamina rimat, wahrend sie bei der 
vorliegenden Species stark conchat sind, eben starker als bei den anderen 
uns zur Betrachtung zur Verfiigung stehenden Species des Genus. Es ist mog- 
lich, daB linearis eine generelle Trennung von der Species mit mehr verbreiterten 
Tegmina erfordert, jedoch fiir das erste scheint es sehr ratsam, sie unter Con- 
chotopoda zu registrieren. 

Von mittlerer GroBe; Habitus wie bei der oben beschriebenen Species, 
jedoch mehr verlangert. Kopf tiefer und schmaler als bei amplipennis und don- 
gata, etwa einundeinhalbmal so lang als in breit an seiner breitesten Stelle ventrad 
von den Augen; Occiput und Fastigium weniger abschiissig als bei der anderen 
Species, das Fastigium spitz-lanzettlich aber etwas langer, deutlich gefurcht, 
proximolaterad weniger erhaben, Facialfastigium ahnlich wie bei den anderen 
Species; Augen beinahe kugelig, laterad leicht abgeflacht, vorstehend; Antennen 
die Spitzen der Fliigel recht bedeutend iiberragend. Pronotum sattelformig 
in seiner Struktur ahnlich dem von amplipennis, jedoch durch folgende Merk- 
male unterschieden : der verbreiterte metazonale Teil der Scheibe einundzweidrittel- 
mal langer als seine groBte Breite, Cephalrand der Scheibe sehr flach stumpf- 
winklig ausgerandet; Lateralloben einundzweidrittelmal langer als ihre groBte 
Breite, Rander ahnlich wie bei amplipennis, jedoch ist die Ventrocaudalecke 
sehr breit und scharf schief abgestutzt. Tegmina die Spitzen der Hinterschenkel 
nicht erreichend, langlich laiizettlich, vierundeindrittelmal langer als ihre groBte 
Breite (mesad); Sutural- und Costalrander im allgemeinen beinahe parallel, der 



i68 

Costalrand maCig bogig, der Suturalrand, was den groiBten Teil seiner Lange 
anbetrifft, bogig ausgerandet, Apex eher schmal abgerundet; Marginalarea 
(das Genus betreffend) schmal, Breite der Area gleich zwei Fiinftel der tegmi- 
nalen Breite, cbstale Queradern schief, beinahe parallel; Radialadern gut getrennt, 
mit Ausnahme des proximalen Drittels, wo sie sich einander sehr nahe kommen; 
Ast der hinteren Radialader proximad von der Mitte leicht divergierend, nicht 
verzweigt, der Costalrand sehr knapp vor deni unmittelbaren Apex erreichend, 
im allgemeinen der Kurve der hinteren Radialader parallel laufend; vordere 
Ulnarader nahezu gerade; Ulnararea in dem proximalen gefalteten, sackformigen 
Teile gut maschig, der Rest der Ulnararea beinahe gleich breit und gleich breit wie 
die groBte Breite der Marginalarea, Queradern der Ulnararea parallel, proximad 
bogenformig, distad leicht schief; hintere Ulnarader weniger bogig als bei den 
anderen Species; Queradern des Tympanums stark verdickt. Fliigel caudad 
von den Spitzen der Tegmina urn etwas mehr als die Lange der pronotalen 
Scheibe vorragend, der unmittelbare Apex schmal abgerundet, Costalrand leicht 
bogig, Suturallinie gerade. Prosternum unbe waff net, mit einem queren, fast 
kreuzformigen Eindruck; Mesosternum und Metasternum mehr wie bei ampli- 
pennis. Supraanalplatte leicht quer, der Rand gut bogig; Cerci beinahe walzen- 
formig, von der Seite gesehen leicht buchtig, vom Dorsum gesehen maBig nach 
innen gebogen, der Apex kurz aber deutlich gekriimmt; Subgenitalplatte vor- 
gezogen, die Spitzen der Cerci iiberragend, beinahe kahnformig, in der distalen 
Kalfte mehr abgeplattet und niedergedriickt, die Lateralrander derselben bei- 
nahe parallel, ein schmaler mittlerer Teil des distalen Randes doppelbogig 
und hier laterad von paarigen, kurz griff elf ormigen dreieckigen Projektionen 
flankiert, laterad von denen sich die rechtwinkligen Endigungen der Lateral- 
rander befinden. Beine sehr schlank; Schenkel an beiden Ventralrandern be- 
dornt, die des hinteren Paares mit wenigeren schwacheren Dornen als die anderen; 
Foramina der Vordertibien conchat. 

Hauptfarbe griinlichgelb, der Kopf und das Abdomen leicht braunlich; 
Augen gewiirznelkebraun ; Querader des Tympanus gewolkt; Schenkeldornen 
schwarzlich; Tibialdornen braunlich. 

MaBe. 

Lange des Korpers 20 mm 

Lange des Pronotums 5 ,, 

GroBte Breite des Dorsums der Metazona 2,8 ,, 

Lange des Tegmens 26,5 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 5,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 10,5,, 

Lange der Xlittelschenkel 14 ,, 

Lange der Hinterschenkel 27 ,, 

Die Type ist einzig. 



i6g 

Schubotzacris n. gen. 

Ein Gfied der Gruppe Ducetiae, verwandt mit den Genera Gabonia Bolivar, 
Ducetia Stal, Dithcla und Macedna Karsch und Niphclla Bolivar. Von all diesen 
Genera kann dieses neue Genus unterschieden werden durch den vorgezogenen 
Mittelteil des Analsegmentes und weniger klar durch die Form der Loben der Sub- 
genitalplatte. AuCerdem unterscheidet sich Schubotzacris von Gabonia in der Form 
des Fastigiums, der bedornten Vordertibien und der nicht derben Mitteltibien, 
wahrend sie von Dithda ebenfalls unterschieden werden kann durch die nicht 
keulenformigen Cerci. Es scheint uns das richtigste zu sein, dem neuen Genus 
eine Stellung in unmittelbarer Nahe von Macedna 1 } und Niphella 12 ) zu geben; 
von der ersteren unterscheidet sie sich durch die gerundete Insertion der Lateral- 
loben des Pronotums, welch letztere auch langer als breit sind, durch die be- 
dornten Hinterschenkel und Dorsalrander der Vordertibien und durch die walzen- 
formigen und zugespitzten Cerci; von Niphella unterscheidet sie sich durch das 
gefurchte Fastigium, den abgerundeten Humeralausrandung, die gut entwickelten 
Fliigel, die abweichende Form des Meso- und Metasternums, die mehr oder weniger 
dornige Beschaffenheit der Ventralrander samtlicher Schenkel, die dorsale Be- 
dornung der Vordertibien und die nicht gefurchten Cerei. 

Das Stuck, auf welches das Genus begriindet ist, ist nicht vollstandig, da 
die Tegmina fehlen, die zweifellos gut entwickelt waren, jedoch ist die Beschaffen- 
heit der Genitalien so ausgepragt, daI3 wir ohne Zogern ein neues Genus fur diese 
eigenartige Species aufstellen, da eine Einreihung in irgendeines der vorher 
aufgestellten Genera durch die Beschaffenheit dieser Gruppen unbegriindet 
sein wiirde. 

Fastigium spitz lanzettlich, gefurcht, vom Facialfastigium getrennt. Prono- 
tum eben und dorsad maBig abgeflacht; Metazona kaum vorgezogen; Lateral- 
loben in das Dorsum abgerundet, die Loben deutlich langer als breit. Tegmina ? 
Fliigel verlangert, Apex spitz. Prosternum unbewaffnet, mit einer V-formigeii 
schwieligen Zeichnung; Mesosternalloben laterad bogig abgestutzt, caudad 
abgestutzt; Metasternalloben caudo-laterad schief bogig abgestutzt, meso- 
caudad kurz abgestutzt. Supraanalplatte nicht deutlich; distales dorsales Ab- 
dominalsegment vorgezogen, beinahe lanzettlich, der Apex abgerundet; Cerci 
walzenformig, wie ein Ochsenhorn gestaltet; Loben der Subgenitalplatte zwie- 
fach geteilt, beide zusammengedriickt und lamelliert, vorgezogen, dorsad bogig, 
dem Ovipositor eines weiblichen Tettigoniden ahnelnd, die Cerci stark iiberragend, 
Apex spitz, Ventralrand mit einer deutlichen praapicalen rechtwinkligen Schul- 
ter. Alle Schenkel zusammengedriickt; vorderes Paar ventrad an beiden Ran- 
dern bedornt ; Mittel- und Hinterschenkel nur am ventrocephalen Rande bedornt ; 
alle Genicularloben paarig gedornt; Tibien an samtlichen Randern mehr oder 

!) Berl. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 208 [Sumatra]. 
-) Ann. Soc. Entom. France LXVIII p. 763 [Madura]. 



170 

weniger stark bedornt, die Foramina des vorderen Paares an beiden Seiten offen, 

mittleres Paar nicht derb, schlank. 


Type: S. producta n. sp. 

Es macht uns groBes Vergniigen, dieses Genus dem Dr. H. SCHUBOTZ zu 
widmen, dem unermiidlichen Zoologen der Deutschen Zentral-Afrikanischen 
Expedition. 

Schubotzacris producta n. sp. 

Type: cf, Mboga, Westabhang des Semliki-Tales, Congostaat, Marz 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Kopf von vorn gesehen eiformig, einundeinhalbmal langer als breit an seiner 
breitesten Stelle (ventrad von den Augen); Occiput und Fastigium stark ab- 
schiissig ; Lateralrander des Fastigiums proximad maBig erhaben ; Facialf astigium 
spitz dreieckig, sehr schmal getrennt vom Fastigium des Vertex; Augen eiformig, 
maBig vorragend, deutlich abgeflacht; Antennen zerbrechlich, in mangelhafter 
Verfassung, fast bis zu den Spitzen der Hinterschenkel reichend. Pronotum ein- 
undzweidrittelmal so lang als breit in seiner groBten caudalen Breite der Scheibe ; 
Cephalrand der Scheibe flach bogig ausgerandet, Caudalrand der Scheibe deutlich 
bogig mit einer sehr leichten mittleren Abstutzung, Querfurche V-formig, ein deut- 
licher aber niedriger mediolongitudinaler Kiel am mittleren Teile der Prozona und an 
der ganzen Metazona vorhanden; Lateralloben des Pronotums einundeindrittel- 
mal langer als breit in ihrer groBten caudalen Breite, Cephalrand ausgebuchtet, 
Ventrocephalwinkel rundlich-winklig, ventrad leicht schief abgestutzt; Ventro- 
caudalwinkel und Caudalrand sehr breit abgerundet, Humeralausbuchtung gut ge- 
mascht, bogenformig. Tegmina ? . Fliigel von der Textur des Apex, die Spitzen der 
Tegmina iiberragend. Distales Dorsalabdominalsegment mesad stark niederge- 
driickt, sich dorsad iiber die Cerci erweiternd, der vorgeschobene dreieckige Teil 
zwischen den Cerci niedergebogen und von der Seite gesehen distad zuriickgebogen, 
der mediane Teil der breiten proximalen Half te des Segmentes mit einer deutlichen 
mediolongitudinalen Furche ; Cerci maBig verlangert, in der Mitte merklich dorso- 
mesad gebogen, Spitzen nadelartig; der mittlere Teil der Subgenitalplatte sich 
iiber zwei Drittel der Gesamtbreite der Platte ausbreitend, die Breite der lamel- 
lierten Loben allmahlich distad zur deutlichen rechtwinkligen, praapicalen 
Schulter an den Ventralrandern zunehmend, Apex spitz. Beine sehr schlank 
und verlangert. Vorderschenkel fast zweimal so lang als die dorsale Lange des 
Pronotums, Ventrocephalrand mit sieben bis neun Dornen bewaffnet, Ventro- 
caudalrand mit zehn Dornen; Vordertibien am Dorsocephalrande mit einem 
einzelnen Dorn bewaffnet, Dorsocaudalrand derselben mit fiinf Dornen, Ventro- 
cephalrand der Mittelschenkel mit zwolf bis vierzehn Dornen. Hinterschenkel 
langer als die Korperlange, etwas derb, Ventrocephalrand mit wenigen Dornen. 

Hauptfarbe gelblich; Augen schwarz; Dornen braunlich; Ventralflache der 
Hintertibien distad vandyckbraun werdend. 



Ma Be. 

Lange des Korpers (bis zum Apex der Subgenitalplatte) 22,5 mm 

Lange des Pronotums 4,6 ,, 

GroBte clorsale Breite des Pronotums 2,8 ,, 

Lange der Fliigel .... 39,5 

Lange der Vorderschenkel . 9,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel ... . . . 12 ,, 

Lange der Hinterschenkel 27 ,, 

Die Type dieser bemerkenswerten Form ist einzig. 

Pardalota Karsch. 

Pardalota asymmetrica Karsch. 
1896. Pardalota asymmetrica Karsch. 

Entom. Zeitschr. Stettin LVII p. 330 [Karewia, Itimba, Bundeko und Bugundi, Ost-Zentral- 
Afrika ; Sossian-Ngoroine, Massai-Land; Ussoga, Uganda]. 

Von Ruanda bis zum Kiwu-See, 21. Februar bis 26. Marz 1898 (HOSE- 
MANN), i a", i 9 in Alkohol. Bugoie-Wald, nordwestlich Ruanda, Februar 
bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 3 c 7 , i 9 in Alkohol. 
Kissenji, Kiwu-See, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und 
STEIN), i unreifes 9 in Alkohol. Wau-Insel, Kiwu-See, September 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i a 1 in Alkohol. Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, 
September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Mgoba, west- 
licher Abhang des Semliki-Tales, Congostaat, Marz 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i unreifes 9 in Alkohol. 

Diese Stiicke stimmen mit der Originalbeschreibung und der von ENDERLEIN 1 ) 
gegebenen Figur vollstandig uberein. Wie KARSCH bestatigt, ist die Species 
in der Farbung sehr variabel, die Intensitat der Hauptfarbe zeigt betrachtliche 
Schwankungen, jedoch zeigt sich die groBte Veranderlichkeit in dem Vorhanden- 
sein oder dem Fehlen der gewohnlichen proximalen Annulationen der Hinter- 
schenkel und der Beschaffenheit der Zeichnungen am Dorsum des Pronotums. 
AuBer den obigen Stiicken liegen uns noch vor 2 99 m it der Etikette ,,Britisch- 
Uganda, Grauer", die dem Deutschen Entomologischen Nationalmuseum ge- 
horen. GiGLlO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 311) hat die Species aus 
Entebbe, Uganda und Ibanda, Toro, berichtet. 

Pronomapyga 2 ) n. gen. 

Zu den Pardalotae gehorig und verwandt mit Poecilogramma Karsch 3 ), 
von der sie sich gut unterscheiden Iai3t durch den vorgezogenen und apical 
beinahe abgestutzten medianen Teil der Supraanalplatte des cf , durch die zu- 

J ) Zool. Jahrb., Abt. Syst. XXV p. 199, Textfigur A, pi. 9, Abbildungen 2, 5, 10. 

2 ) IlQoro/^aia = Riissel, nvyr) = SteiB. 

3 ) Entom. Nachr. XIII p. 52 (1887). 



sammengedriickte und kahnformige vSubgenitalplatte und die walzenformigen 
stachelspitzigen Cerci desselben Geschlechtes und die verlangerten Tegmina 
beider Geschlechter, diese letzteren ganz besonders auffallend durch die zahl- 
reichen, beinahe parallelen Queradern in alien Area. 

Fastigium spitz-lanzettlich, gefurcht; Augen beinahe kugelig, vorstehend; 
Antennen stark verlangert. Dorsum des Pronotums beinahe abgeflacht, keine 
deutlichen Lateralecken ; Metazona der Scheibe beim o* betrachtlich vorgezogen; 
Lateralloben langer als breit, Humeralausbuchtung deutlich. Tegmina ver- 
langert, schmal, im allgemeinen fast gleich breit, beim Mannchen die Spitzen der 
Hinterschenkel iiberragend, beim 9 bedeutend kiirzer; alle Areae derselben mit 
zahlreichen, beinahe parallelen Queradern, diese Adern distad wenig regelmafiig. 
Fliigel beim c ' deutlich, beim Weibchen absolut nicht die Spitzen der Tegmina 
iiberragend. Prosternum unbewaf f net ; Mesosternalloben klein, caudo-laterad 
rundlich abgestutzt; Metasternalloben grofier, der Caudalrand bogig abgestutzt, 
mesad leicht ausgerandet. Supraanalplatte breit, laterad abgebogen, der mittlere 
Teil zu einem distad beinahe abgestutzten Fortsatz vorgezogen, Lateralrander 
desselben mit einer stumpfwinkligen Schulter; Cerci kurz, walzenformig, distad 
stachelspitzig; Subgenitalplatte kalmformig, zusammengedruckt, die Spitzen der 
Supraanalplatte leicht iiberragend , der VentralumriB der Platte von der Seite 
gesehen bogenformig, Apicalrand von hinten gesehen V-formig. Schenkel an den 
Ventralrandern mit wenigen oder keinen Dornen, samtliche Genicularloben ein- 
dornig; beide Flachen der Foramina an den Vordertibien of fen, Dorsalflache 
der Vorder- und Mitteltibien gefurcht, Dorsalrander unbewaffnet. 

Type - P. grandis n. sp. 

Schliissel zur Species des Genus. 

a) Tegmina bis zu den Spitzen der Hinterschenkel reichend; Lateralloben 
des Pronotums mesad deutlich breiter als cephalad und caudad leicht blasig 
aufgetrieben ; proximale blasige Auftreibung der Hinterschenkel deutlich weniger 
als die Halfte der Schenkellange; Radialadern an der Basis weit voneinander 
getrennt; Farbung schwarz und goldgelb grandis n. sp. 

b) Tegmina nicht bis zu den Spitzen der Hinterschenkel reichend, und 
zwar um die Lange des Pronotums kiirzer; Lateralloben des Pronotums mesad 
nur wenig breiter als cephalad und caudad kaum blasig aufgetrieben ; proximale 
blasige Auftreibung der Hinterschenkel ungefahr die halbe Schenkellange ein- 
nehmend; Radialadern an der Basis wenig getrennt; Farbung weniger stark 
kontrastierend ; keine ausgedehnten schwarzen Areae vorhanden und die Beine 
deutlich griinlich graueri n. sp. 

Pronomapyga grandis n. sp. 

Type: (f, Ost-Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 
Von mittlerer GroBe; Habitus verlangert, zusammengedruckt. Kopf einund- 
eindrittelmal langer als breit, in seiner groBten Breite ventrad von den Augen; 



173 

Occiput beinahe blasenf ormig ; Fastigium betrachtlich abschiissig, flach gefurcht, 
Rander kaum erhaben, Apex das Facialfastigium beriihrend; Augen schwach 
eiformig. Pronotum an der Metazona des Dorsums maBig ausgebreitct und 
caudad merklich vorgezogen, Lange derScheibe einundeinviertelmal groBeralsdie 
groBte metazonale Breite, Cephalrand der Scheibe abgestutzt, Caudalrand der 
Metazona gut bogig, mesad leicht abgeflacht, Querfurche breit Y-f ormig und 
mit dem Caudalrand der Scheibe durch eine medio-longitudinale Furche ver- 
bunden; Lateralloben caudad leicht blasig aufgetrieben, einundeinviertelmal so 
lang als breit in ihrer grdBten postmedianen Breite, Cephalrand der Loben 
gerade, Ventrocephalecke beinahe rechtwinklig, Ventralrand schief abgestutzt, 
Ventralcaudalwinkel stumpf , Caudalrand bogig abgestutzt, ventro-cephalad schief 
absteigend, Humeralausbuchtung rundlich ausschneidend. Tegmina die Spitzen 
der Hinterschenkel leicht iiberragend, schmal, fiinfundeinhalbmal langer als breit, 
die distale Halfte etwas schmaler als die proximale Halfte, aber im allgemeinen 
fast gleich, Costalrand beinahe gerade, mesad sehr schwach und breit ausgerandet, 
Suturalrand distad von der Tympanalarea gerade, Apex gut gerundet; vordere 
Radialader proximad deutlich bogig, zwischen den beiden Radialadern an dieser 
Stelle ein betrachtliche Area frei lassend, unmittelbar distad hiervon an die 
hintere Radialader anstoBend und von da sehr allmahlich und leicht divergie- 
rend; Ast der hinteren Radialader zwei Fiinftel von der Lange vom Apex ab 
divergierend, den Suturalrand vor dem Apex erreichend, nicht gegabelt; vordere 
Ulnarader distad leicht bogenf ormig, den Suturalrand proximad vom Radial - 
aste erreichend; samtliche Areae der Tegmina mit mehr oder weniger regelmaBig 
angeordneten stark queren parallelen Adern, die am Apex ungleich werden 
und daselbst unregelmaBig netzartig erscheinen; Tympanalarea etwas langer 
als breit, Oueradern genau quer, maBig verdickt. Fliigel distad von den Tegmina 
um eine, der halben pronotalen Lange gleiche Strecke vorragend. Supraanal- 
platte breit und proximad von groBem Umfang, der distal vorgezogene Teil 
ungefahr ebenso lang wie der andere Teil, Medianteil der distalen zwei Drittel 
eingedriickt, laterad durch deutliche, aber rundliche, beinahe kielformige parallele 
Rippen begrenzt, Caudolateralecke schmal gerundet, die proximale Halfte des 
vorgezogenen Teiles et\vas breiter als die distale Halfte, sich an der oben er- 
wahnten lateralen Schulter verschmalernd ; von der Seite gesehen erscheint die 
Platte in der distalen Halfte leicht niedergedriickt ; Cerci kurz, unter der 
Supraanalplatte verborgen, walzenformig , die Spitzen scharf stachelspitzig- 
winklig; Subgenitalplatte an den Lateralrandern, von der Seite gesehen, ge- 
streckt. Vorder- und Mittelbeine maBig lang, die Schenkel distad leicht blasig 
aufgetrieben. Hinterbeine stark verlangert, die blasige Auftreibung der Schenkel 
viel weniger als die Halfte der sSchenkellange einnehmend, der Distalteil sehr 
schlank. 

Hauptf arbe scrrwarz, mit Ocker abwechselnd, wie f olgt : eine schmale Mittel- 
linie am Gesicht, paarige breitere, konvergierende suboculare Bander und der 



ganze Clypeus sowie das ganze Labrum; proximales Sechstel der discoidalen 
Area der Tegmina, die Tympanalarea und eine breitere suturale Linie; breite 
laterale Bander am Abdomen. Das Occiput (abgesehen von einer schmalen 
schwarzen, medio-longitudinalen Linie), das ganze Dorsum der Prozona und der 
groBere Teil der Lateralloben desselben, die proximale Interradialarea der Teg- 
mina sowie die ganze marginale Area distad von demselben ockrig-braunrot; 
die gewohnlich vorhandenen Lateralecken der prozonalen Scheibe eher breit 
ockerig gebandert, an der Basis ockerig-braunrot. Vorder- und Mittelschenkel 
im proximalen Viertel ockrig-braunrot, Proximalteil der Innenflache der Hinter- 
schenkel dunkel-olivenbraun. Pleuren mit zwei ockrig-braunroten Flecken. 

Ma Be. 

Lange des Korpers 16,2 mm 

Lange des Pronotums 4,5 , 

GroBte dorsale Breite des Pronotums . . 3,5 ,, 

Lange des Tegmens 24,5 ,, 

Gr613te Breite des Tegmens 4,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 7,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,8 ,, 

Die Type dieser auffallenden Species ist einzig. 

Pronomapyga graueri n. sp. 

Type: 9, Ost-Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 
Von ziemlich geringer GroBe; Habitus mafiig zusammengedriickt; viel 
weniger lang als bei grand-is. Kopf wie bei grandis, jedoch am Occiput weniger 
blasenformig, das Fastigium weniger gefurcht und am Apex deutlich vom Fron- 
talfastigium getrennt. Pronotum mehr wie bei grandis, jedoch an der Scheibe 
der Metazona sowohl laterad als caudad weniger ausgedehnt; Lateralloben ein- 
undeindrittelmal so lang als breit in ihrer groBten postmedianen Breite, Cephal- 
rand desselben sehr leicht bogig ausgerandet, Ventralrand bogig abgestutzt, 
Ventrocaudalwinkel schief bogig abgestutzt, Hnmeralausbuchtung deutlich, aber 
flach. Tegmina bis zu den Spitzen des Ovipositors reichend, im allgemeinen jenen 
voti P. grandis gleich gestaltet, jedoch nicht mehr als halb so gro!3; Costalrand 
kaum buchtig, distad nach dem Apex zu kurz bogig, Apex mehr sutural ge- 
legen; Suturalrand bogig buchtig am Apex der Analarea, distad kurz und 
leicht schief abgestutzt nach dem rechtwinkligen Apex zu; Radialadern an der 
Basis getrennt, aber viel weniger breit und scharf als bei grandis ; Ast der Radialader 
im distalen Drittel divergierend und den Suturalrand (hintere Ulnarader) vor 
dem Apex erreichend ; vordere Ulnarader distad bogenf ormig, die hintere Ulnar- 
ader kurz vor demRadialast erreichend; Queradern wie bei grandis, aber weniger 
regelmaBig angeordnet. Fliigel bis zum Apex der Tegmina reichend. Supraanal- 



175 

platte quer, bogig; Cerci eher kurz, walzenformig ; Ovipositor etwa zwei Fiinftel 
der Lange der Tegmina, stark bogenformig, breit, zweiundeinhalbmal so lang als 
breit, Dorsalrand sehr leicht hohl bogenformig, Ventralrand stark bogenformig, 
Apex spitz, beide Rander zum groBten Teile ihrer Lange fein sageartig gekerbt; 
Subgenitalplatte langdreieckig, zusammengedriickt, Apex eher schmal V-formig 
ausgerandet. Beine etwas kiirzer als bei grandis, im iibrigen sehr ahnlich; Hinter- 
schenkel die Spitzen der Tegmina um etwa die pronotale Lange iiberragend, die 
proximale blasige Auftreibung die Halfte der Lange einnehmend, etwas groBer 
im Verhaltnis zur Lange als bei grandis. 

Hauptfarbe ockerig, mit schwarzer Markierung wie folgt: ein elliptischer 
Fleck ventrad von jedem Auge, eine schmale Linie ventrad vom Innenrande 
der antennalen Hohlung, eine Linie an den Mandibeln, die ganzen Antennen, 
ein schmaler Rand des Cephalrandes der pronotalen Scheibe, die Seiten- und Caudal- 
rander der Lateralloben schmal und der Caudalrand der metazonalen Schiebe 
breit gerandet, ein kurzer Saum des proximalen Teiles des Costalrandes und 
ein breites longitudinales schwarzliches Band den groBten Teil der discoidalen 
Area einnehmend, distad verschwindend. Palpen an den drei verlangerten 
distalen Segmenten schwarz, an den Gelenken sehr schmal blaBgriinlich. Augen 
tief walnuBbraun. Mittlerer Teil der Pronotalschiebe dunkel-rostrot, der Ventral- 
teil der Lateralloben breit in der gleichen Farbe verwaschen. Tegmina in beinahe 
dem ganzen marginalen und distalen Teil der Discoidalarea weinrot verwaschen. 
Vorder- und Mittelschenkel in den distalen zwei Dritteln der Ventraloberflache 
und in bedeutend geringerem MaBe an den seitlichen Oberflachen schwarzlich; 
Proximalteil der Vordertibien und Distalteile aller Tibien sowie die ganzen 
Tarsen in der gleichen Farbe verwaschen. Hinterschenkel mit Spuren von 
apfelgriiner Farbung, die distad gelblich wird, die Tibien cambodgegelb, an 
der Ventraloberflache schwarzlichbraun, Dornen braunlich. 

MaBe. 

Lange des Korpers 15,5 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 

GroBte Breite der pronotalen Scheibe . . 2,8 ,, 

Lange des Tegmens .14 ,, 

GroBte Breite des Tegmens 2,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 6,8 ,, 

Lange der Mittelschenkel 7,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16,5 ,, 

Lange des Ovipositors 5,8 ,, 

Die Type dieser Species ist einzig. 

Es ist uns ein besonderes Vergniigen, diese interessante Form dem Herrn 
R. GRAUER zu widmen, der die Type dieser und der vorhergehenden Species ge- 
sammelt hat. 



176 

Arantia Sta1. 

Arantia ugandana n. sp. 

Type: 9, Britisch-Uganda (GRAUER) [Deutsches Entomologisches Natio- 
nalmuseum]. 

Verwandt mit A. spinulosa Brunner 1 ) von Port Natal, mit der sie in dem 
unbedornten AuBenrande der Hinterschenkel iibereinstimmt, jedoch von ihr ab- 
weicht durch die bedeutend geringere GroBe, den nicht gebuchteten Sutural- 
rand der Tegmina, den buchtig abgestutzten Ventralrand der Lateralloben des 
Pronotums, der verschiedenen Anordnung der Hauptadern der Tegmina, der 
mehr verlangerten Mittelbeine und einigen Verschiedenheiten in der Farbung. 

Von ansehnlicher GroBe; Habitus leicht zusammengedriickt. Occiput 
leicht geneigt; Fastigium spitz, lanzettlich, tief gefurcht, Apex beiiiahe kugelig, 
leicht getrennt vom frontalen Fastigium, Apex des letzteren gut gerundet; 
Gesicht leicht abgeflacht; Augen groB, sehr vorstehend; Antennen die Spitzen 
der Fliigel etwas iiberragend. Scheibe des Pronotums abgeflacht, caudad am 
breitesten, und einundeinviertelmal so lang als breit, die Seitenrander der Scheibe 
deutlich, aber durchaus nicht scharf, cephalad deutlich konvergierend, am ab- 
gestutzten Cephalrande sich beinahe beriihrend, Caudalrand der Scheibe stark 
bogenformig, mit einer leichten, aber deutlichen mittleren Abstutzung; Ouer- 
furche leicht cephalad von der Mitte eingesetzt, V-formig; Lateralloben beinahe 
quadratisch, groBte Breite etwas groBer als die groBte ventrale Lange, Cephal- 
rand sehr stark doppelbuchtig, Ventrocephalecke abgerundet, Ventralrand buchtig 
abgestutzt, Ventrocaudalecke breit abgerundet, Caudalrand buchtig bogenformig, 
Humeralausbuchtung flach, aber deutlich, stumpfwinklig. Textur der Tegmina 
wie bei den iibrigen Species des Genus, sehr breit, die Spitzen der Hinterschenkel 
um drei Fiinftel der Schenkellange iiberragend, distomesad am breitesten, und ein- 
undeindrittelmal solang als ihre groBte Breite; Costalrand in etwas mehr als 
der proximalen Halfte schief gerichtet und zum Distalteil abgerundet, der 
proximo-distad gestreckt ist; Suturalrand geracle, ausgenommen im distalen 
Viertel, w r o er mit einem breit bogenformigen Winkel schief abgestutzt in den 
schmal rundlich rechtwinkligen Apex iibergeht; breitester Teil des Marginal- 
feldes etwas mehr als em Drittel von der groBten Breite des Tegmens; Radial- 
adern fiir den groBten Teil ihrer Lange einander sehr nahe, Ast der hinteren 
Radialader in einer Entfernung von zwei Fiinftel der Lange von der Basis an diver- 
gierend, fiir einen guten Teil ihrer Lange bogig, beinahe parallel zur hinteren 
Radialader, claim in stumpfwinkliger, beinahe S-formiger Art den schief ab- 
gestutzten Teil des Suturalraiides erreichend, ein einzelner Supplementiirast 
der hinteren Radialader sie erreichend, kurz ehe sie den Rand erreicht, eine 
schiefe Kreuzader kurz distad von der Divergenz des Radialastes divergierend 
und ihn mit der vorderen Ulnarader verbindend, eine andere kurze, fast longi- 



Monogr. Phaneropt. p. 137 pi. II, Fig. 32. 



tudinale Supplementarader dieselben Adern verbindend und so eine elliptische 
Area an den Extremitaten scharf auspragend; vordere Ulnarader proximad 
bogig ausgebuchtet, distad leicht zickzackartig, den Suturalrand an der Bogung 
erreichend, mil vier gegabelten Asten zum Suturalrande hin. Spitzen der Fliigel 
die Spitzen der Tegmiiia um ungefahr die Lange des Pronotums iiberragend, 
spitzig. Prosternum unbewaffnet, mil einem stark queren kreuzformigen 
Eindruck; Mesosternalloben laterad nicht vorgezogen, caudad gut abgerundet; 
Metasternalloben caudo-laterad beinahe schief abgestutzt, caudad rundlich 
abgestutzt. Supraanalplatte dreieckig vorgezogen; Cerci kurz, walzenformig, 
eingebogen, Apices schadhaft; Ovipositor sehr kurz und breit, bogig zuriick- 
gebogen, etwas weniger als zweimal so lang als breit, Dorsalrand bogig-konkav, 
Ventralrand stark bogig, Apex schmal gerundet, nur das Distalende fein gesagt. 
Lange der Vorderschenkel gleich der Lange des Kopfes und des Pronotums, disto- 
dorsad leicht blasig aufgetrieben und am Ende distad von der blasigen Auf- 
treibung leicht zusammengedriickt, Ventrocephalrand mit fiinf Dornen, Ventro- 
caudalrand unbewaffnet; Foramina der Vordertibien cephalad rimato-conchat, 
caudad of fen, Dorsaloberflache distad von der tympanalen Auftreibung gefurcht. 
Mittelschenkel etwas mehr als ein Drittel langer als das vordere Paar, in ahnlicher 
Weise blasig aufgetrieben und disto-dorsad gekielt, Ventrocephalrand mit zwei 
bis fiinf Dornen, Ventrocaudalrand unbewaffnet. Hinterschenkel beinahe so lang 
wie die Korperlange, proximad maBig und beinahe parallel blasig aufgetrieben, 
AuBenrand unbewaffnet, Innenrand mit sieben fast parallelen Dornen, Ende 
der Schenkel beinahe zusammengedriickt wie bei den iibrigen Beinen, samt- 
liche Genicularloben zweidornig; Caudaltibien von der Seite gesehen maBig 
bogenformig, etwas langer als die Schenkel. 

Hauptfarbe nach Farbenspuren auf den Tegmina und den Spitzen der 
Fliigel urspriinglich apfelgriin, im jetzigen Zustande des Stiickes sind Kopf, 
Thorax, Abdomen und Marginalareae der Tegmina dunkel lederfarbig, Augen 
gebrannte Umbra; Antennen zum groBten Teile apfelgriin, unregelmaBig aber 
dicht schwarzlich geringelt, die Ringelung distad breiter werdend, bis schlieBlich 
die Hauptfarbe schwarz ist mit schmalen Ringeln. Abdomen dorsad rostrotfarben. 
Vorder- und Mittelbeine an den Schenkeln schwach und die Tibien stark van- 
dyckbraun geringelt. Hinterschenkel lederfarbig, die Dornen schwarzlich mit 
blassen Spitzen; Hintertibien lederfarbig, an der AuBenflache stark und dicht, 
an den anderen Flachen schwach vandyckbraun klecksen und verwaschen. 

MaBe. 

Lange des Korpers 26,5 mm 

Lange des Pronotums 6 

GroBte dorsale Breite der pronotalenScheibe 4,5 ,, 

Lange der Tegmen 67,5 

GroBte Breite der Tegmen 14 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 12 



178 

Lange der Vorderschenkel 8,5 mm 

Lange der Mittelschenkel 11,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 27 

Lange des Ovipositors 3,8 ,, 

Die einzige Type dieser Species tragt em Paar Samensacke, deren jeder fast 
zweimal so groi3 ist wie das Auge. 

Eurycorypha Stal. 1 ) 

Eurycorypha sp. 

\Vald, fiinfzig Kilometer ostlich von Kasongo, Lualaba-Congo, Congo- 
staat, Januar 1909 (R. GRAUER), I Nymphe in Alkohol. 
Dieses Stuck stimmt genau uberein mit der Beschreibung und Abbildung 
von BRUNNERS Myrmecophana fallax, die von VOSSELER 2 ) als ein unentwickelter 
Zustand einer Species von Eurycorypha hingestellt worden ist. 

Tetraconcha Karsch. 3 ) 

Tetraconcha banzyvilliana Griffini. 
1909. Tetraconcha (Tellidia) banzyvilliana Griffini. 

Ann. Soc. Entom. Belg. LIU p. 1 1 [Banzyville, Congostaat]. 

Mboga, Westabhang des Semliki-Tales, Congostaat, Marz 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Avakubi, Aruwimi- 
Flul3, Congostaat, 22. April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in 
Alkohol. 

Diese Stiicke ergeben eine betrachtlich weitere Ausdehnung des Verbrei- 
tungsgebietes dieser schonen Species ostwarts vom Fundorte der Type. Die 
Stiicke von Avakubi und Beni sind von annahernd derselben GroBe und beinahe 
gleich der Type, der Kopf des ersteren ist mehr schwarz markiert als der des 
Beni-Stiickes. Das Stuck von Mboga ist merklich kleiner als die anderen und 
mehr wie das Avakubi-9 gefarbt. Der Ovipositor aller Stiicke unterscheidet 
sich von der Originalbeschreibung dadurch, daB er bei den Stiicken aus Mboga 
und Avakubi an beiden Randern des Apex fein aber deutlich gesagt ist, bei dem 
vStiick aus Beni weniger deutlich. 

Der Dorsocaudalrand der Vordertibien ist der Beschreibung nach eindornig, 
wahrend bei den vorliegenden Stiicken die Zahl der Dornen von zwei bis fiinf 
variiert (den Apicaldorn nicht mitgezahlt). Die Dorsalrander der Mitteltibien 



l ) Eurycorypha rclicunda Karsch. Berichtet aus Mitiana und Kaibo, Uganda (GlGLIO-Tos, 
in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 312). 

' 2 ) Zool. Jahrb., Abt. Syst. XXVII p. 157210 pi. 8. 

3 ) Thaumotoxenia leggei Kirby, Trans. Linn. Soc. XIX pt. i p. 65 [Mubuku-Tal, 6000 FuB, 
Ost-Ruwenzoril. 



sine! als zweidornig beschrieben, wahrend die vorliegende Serie nachstehende 
Bedornung (ausgenommen den Apicaldorn) aufweist: 

Mboga Beni Avakubi 

Rechts 26 i ii 3 9 

Links 37 38 39 

Zeuneria Karsch. 

Zeuneria centralis n. sp. 

Type: a 1 , FuB des Ruwenzori, Westseite, Februar 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit Z. melanopeza Karsch aus Kamerun 1 ), jedoch davon 
abweichend durch die etwas geringere GroBe, das kiirzere Pronotum, dessen groBte 
dorsale Lange nicht groBer ist als seine caudale Breite, anstatt urn ein Drittel 
groBer wie bei melanopeza, und dadurch, daB die Infracercalplatte wenig ent- 
\vickelt, grob eiformig und gar nicht vorragend ist, wahrend sie bei melanopeza 
betrachtlich entwickelt, ohrformig und deutlich vorragend ist. 

GroBe betrachtlich (etwas kleiner als melanopeza}] Habitus clem der Type 
ahiilich. Augen beinahe kugelformig, vorstehend. Pronotum beinahe sattel- 
formig, kurz flaumhaarig wie bei melanopeza, groBte caudale Breite des Dorsums 
gleich seiner Lange ; Cephalrand derScheibe abgestutzt, Caudalrand bogig, mesad 
sehr leicht abgeflacht, Lateralecken an der Scheibe nicht vorhanden, das Dorsum 
in die Lateralloben breit abgerundet; Ouerfurche mesad U-formig, caudad von 
diesem verlauft eine deutliche, quer, beinahe gerade Vertiefung iiber das Dorsum; 
groBte Breite der Lateralloben beinahe gleich der Lange, Cephalrand leicht 
buchtig ausgerandet, Ventrocephalecke abgerundet; Ventralrand schief bogig 
abgestutzt, Ventrocaudalecke abgerundet, Caudalrand mit der Humeralausbuch- 
tung die ganze dorsale Halfte einnehmend, eher flach bogenformig. Tegmina um 
ein Drittel ihrer Lange die Spitzen des Ovipositors iiberragend, Gestalt und Bau 
genau wie bei melanopeza. Fliigel die Spitzen der Tegmina um fast die halbe Lange 
der pronotalen Scheibe iiberragend, Apex beinahe rechtwinklig. Sternalplatten 
wie bei melanopeza. Supraanalplatte und Cerci wie bei mclanopeza; Ovipositor 
etwas kiirzer als bei melanopeza, aber von ahnlicher Gestalt; Subgenitalplatte 
wie bei den alteren Species; Infracercalplatten an der Seitenflache beinahe 
eiformig, austerartig, wenig entwickelt, die Area des abgeflachten Seiten- 
teiles kleiner als die des Auges. Vorder- und Mittelbeine ahnlich wie bei melano- 
peza, der Ventrocephalrand des Vorderschenkels mit vier bis fiinf Dornen statt 
acht, wie bei melanopeza. Hinterbeine wie bei mclanopeza. 

Farbung zweifellos wie bei mclanopeza, jedoch ist das Grim durch die \Vir- 



] ) Es wurde ein Vergleich mit zwei Mfinnchen und cinem Weibchen von mclanopeza aus Kame- 
run angestellt. 

12* 



i8o 

kung des Alkohols fast ganzlich verandert. Schwarzliche Areae an den Tibien 
weniger ausgedehnt als bei melanopeza. 

MaBe. 

Lange des Korpers 32 mm 

Lange des Pronotums 5,2 ,, 

GroBte Breite des pronotalen Dorsums . 5,2 ,, 

Lange der Tegmen 48,5 ,, 

GroBte Breite der Tegmen 14 ,, 

Lange der Vorderschenkel 11,2 ,, 

Lange der Mittelschenkel 14,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 32 ,, 

Lange des Ovipositors 10,5,, 

Die Type dieser Species ist einzig. 

Phaneroptera Serville. 

Phaneroptera nana Fieber. 

* 

1853. Phaneroptera nana Fieber. 

Lotos III p. 173 [Portugal]. 

Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, Februar bis November 1908 
(VON STEGMANN und STEIN), i o* in Alkohol. Kiwu-See, Dr. KANDT, 
i o* in Alkohol. Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i a*, 2 99 in Alkohol. 

GiGLio-Tos (Iii Abruzzi, II Ruwenzori I p. 311) hat diese Species aus 
Entebbe, Bimbye und Kasende, Uganda und Ibanda, Toro erwahnt. 

Phaneroptera punctulata Burr. 
1900. Phaneroptera punctulata Burr. 

Proc. Zool. Soc. London 1900 p. 41 [Whardi-Datal, nordwestliches Somali-Land]. 

Siidost-Ufer des Kiwu-Sees, August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i a*, 2 99 in Alkohol. Vulkanisches Gebiet nordwestlich vom Kiwu-See, 
Oktober 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (VON RAVEN), i d* in Alkohol. 
Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. Wald, nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, 
Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 2 oV. 

Diese Stiicke sind dieser Species mit einigem Zweifel eingefiigt, da sie in 
den fur die Type angegebenen MaBen etwas abweichen, jedoch in der Haupt- 
sache stimmt die vorliegende Serie mit der Originalbeschreibung iiberein. Die 
OriginalmaBe, jene von SjOSTEDT 1 ) fiir das mannliche Geschlecht angegebenen 
und die MaBe einiger der vorliegenden Stiicke sind wie folgt: 

l ) Wissenschaftl. Ergebn. Schwed. Zool. Exped. Kilimandjaro XVII p. 133. 







Kiliman- 






Type 
(VON BURR) 


djaro-Meru 
(SJOSTEDT) 1 ) 


Yulkanisches 
Gebiet 


X\V. von Beni 


Lange des 


Korpers . . . 


12,5 mm 2 ) 


mm 


14 mm 


16 mm 


Lange des 


Pronotums . . 


4 *) 4 


3>D " 


3,8 


Lange der 


Tegmen .... 


'14-75 .. 


1617 - J 9 


19.2 


Lange der 


Hinterschenkel . 


16 1314 l6 ,8 ,, 


18 



Aus diesen Zahlenangaben ist ersichtlich, daB die Tegmina langer sind als 
bei den anderen MaBen, wahrend der Unterschied in bezug auf die Hinterschenkel 
nicht so gro!3 ist. Die beiden trockenen Stxicke zeigen die charakteristischen Punk- 
tierungen, wie sie die Originalbeschreibung angibt, aber diese sind rotlich, wie 
SjOSTEDT 2 ) erwahnt, und nicht schwarz, wie in der Originalbeschreibung. Bei 
den Stiicken, die in Alkohol aufgehoben sind, fehlen diese Punktierungen ganz- 
lich bei alien Exemplaren mit Ausnahme eines einzigen, und bei diesem sind sie 
von auBerst schwacher Art. 

Die einzigen friiheren Berichte iiber diese Species sind vom Typus aus dem 
nordwestlichen Somali-Land und von SjOSTEDTs Stiicken vom Kilimandjaro 
und Meru. 

Phaneroptera attenuata Walker. 
1869. Phaneroptera attenuata Walker. 

Catal. Derm. Salt. Brit. Mus. II p. 338 [Siid-Afrika]. 

Steppe bei Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-Nyanza, Januar 1908, 

Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i a", 2 99 in Alkohol. 

Wir kb'nnen der von GRIFFINI 3 ) gegebenen ausgezeichneten Beschreibung 

dieser Species nichts hinzufiigen. Der vorliegende Bericht vergroBert das Ver- 

breitungsgebiet der Species betrachtlich nordostlich von friiheren Fundorten. 

Tylopsis Fieber. 4 ) 

Tylopsis bilineolata (Serville) ? 
1839. Phaneroptera bilineolata Serville. 

Hist. Nat. Ins. Orthopt. p. 419 [Kap der Guten Hoffnung]. 

FuB des Ruwenzori, Westseite, Februar 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 
(SCHUBOTZ), i d" in Alkohol. 

Wir erwahnen dieses Stuck hier mit einigem Zweifel, da seine Tegmina 
etwas langer und die Hinterschenkel deutlich kiirzer sind als die von BRUNNER 5 ) 

1 ) Wissenschaftl. Ergebn. Schwed. Zool. Exped. Kilimandjaro XVII p. 133. 

2 ) In den Originalmafien ist die Lange des Pronotums mit 12,5 und die des Korpers mit 4 mm 
angegeben, offenbar eine Versetzung, da die Zahlen eine unter der anderen stehen. 

3 ) Mem. Soc. Entom. Belg. XV p. 202. 

4 ) Tylopsis ditbia GlGLIO-TOS, Bollett. Mus. Zool. Anat. Comp., Torino XXII Xo. 556 p. 3 
[Mitiana, Uganda; Ibanda, Toro; Ruwenzori]. 

5 ) Monogr. der Phaneropt. p. 228. 



182 

angegebenen MaBe. Der Suturalrand der Tegmina 1st dunkelbraun gesaumt, 
wahrend von pronotalen Bandern keine Spur vorhanden ist, obgleich das wahr- 
scheinlich in der Aufbewahrungsmethode seinen Grand hat. Im ganzen Ban 
stimmen sonst die vorliegenden Stiicke mit der Originalbeschreibung vollig 

iiberein. 

Tylopsis sp. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), i 9 in Alkohol. 

Dieses Stiick ist in schlimmer Weise entfarbt, und es fehlen ihm beicle 
Hiiiterbeine. Nach dem Aussehen der Tegmina ist es verwandt mit T. thy mi folia, 
aber das Pronotum ist nicht zusammengezogen und ventrad nicht buchtig wie 
jenes der Species. 

Mecopodinae. 
Leproscirtus Karsch. 

Leproscirtus granulosus (Karsch). 
1886. Mecopoda (Euthypoda) granulosa Karsch. 

Entom. Nachr. XII p. 317 [Von Kuako bis Kimpoko, West-Afrika]. 

FuB des Ruwenzori, Westseite, Februar 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 
(SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 

Dieses Stiick wurde einer Vergleichung mit einem 9 aus Kamerun unter- 
zogen und stimmt mit diesem vollig iiberein. Diese Stiicke zeigen, daB die von 
KARSCH 1 ) gegebene Abbildung dieser Species, was die Breite des Ovipositors 
und der Vordertibien anbetrifft, auf einem Irrtum beruht. Die erstere ist um 
mindestens i mm zu stark angegeben, wahrend die letztere in Wirklichkeit 
nicht groBer als die der Mitteltibien ist, anstatt, wie gezeichnet, umgekehrt. 

Die einzige friihere Erwahnung kam aus dem Ostteile des Congostaates von 
Boko (GiGUO-Tos). 

Apteroscirtus Karsch. 

Apteroscirtus ruwenzoricus n. sp. 

Type: 9, FuB des Ruwenzori, Westseite, Februar 1908, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Nahe verwandt mit .4. dcnudatus Karsch aus Kamerun 2 ), mit der sie durch 
das Fehlen der Tegmina und Fliigel iibereinstimmt, jedoch von ihr abweicht 
durch die betrachtlich geringere GroBe und durch die unbewaffneten Ventral- 
rander der Hinterschenkel. Die GroBe ist im allgemeinen nicht iiber zwei Drittel 
der alteren Species. 

Von mittlerer GroBe ; Habitus verlangert spindelformig, fliigellos; Oberflache 
mehr oder weniger punktiert. Kopf breit, Gesicht maBig abgeflacht; Occiput zum 
breiten, abgestutzten Fastigium sehr leicht abschiissig, letzterer etwas breiter als 

1 ) Berl. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 329, Fig. 4. 

2 ) Ibidem p. 330, Fig. 5. 



die Augenbreite, ungeteilt, das Frontalfastigium breit beriihrend ; Augen beinahe 
eiformig, vorstehend; Antennen zum mindesten den Apex des Ovipositors 
erreichend. Pronotum am Dorsum cephalo-caudad leicht bogenformig, stark 
quer bogenformig, kerne Seitenecken, Dorsum in die Loben abgerundet, die 
Farbung alsScheibengrenze angenommen, ist dieScheibenlange sehr wenig mehr als 
einmal so lang \vie die groBte caudale Breite der Scheibe ; Cephalrand der Scheibe 
abgestutzt, Caudalrand derselben bogig abgestutzt mit einer sehr leichten medianen 
Ausrandung; Querfurche (zwei) mesad auf eine nur kurze Strecke gut entwickelt ; 
Lateralloben nahezu zweimal so lang als breit, Cephalrand gerade, Ventrc- 
cephalecke nahezu rechtwinklig, schmal abgerundet, Ventralrand beinahe ab- 
gestutzt, Ventralcaudalecke breit bogenformig, Caudalrand gerade mit einer 
auBerst schwachen Andeutung einer Humeralausbuchtung. Tegmina und Fliigel 
nicht vorhanden. Caudalrand des Mesonotums bogig abgestutzt; Caudalrand des 
Metanotums und Dorsalabdominalsegmente abgestutzt, die medio-longitudinale 
Linie vom Metanotum an caudad am Caudalteile jedes Segmentes leicht bis 
deutlich gekielt. Prosternum kurz zweidornig, die Dornen maBig divergierend, 
Mesosternum und Metasternum stark quer, Cephalrand des ersteren mesad 
abgestutzt und laterad schief, beinahe abgestutzt, Lateralrander stumpf\vinklig, 
Foramina gut getrennt, aber durch eine Querfurche verbunden, Cephalrand 
des Metasternums abgestutzt, Lateralrander stumpfwinklig, caudad merkbar 
konvergent, Caudalrand bogenformig ausgerandet, Foramina beide in einer 
einzigen Oueroffnung. Supraanalplatte beinahe dreieckig; Cerci kurz, aber den 
Apex der Supraanalplatte leicht iiberragend, eher plump, konisch und 
fast gleichmaBig in den proximalen zwei Dritteln, das distale Drittel deutlich 
konisch und leicht eingebogen; Ovipositor etwas mehr als halb so lang wie 
die Hinterschenkel, eher schlank, regelmaBig konisch, in der proximalen Halite 
gestreckt, in der distalen Halfte leicht bogig, Apex spitz, die Rander distad 
sehr kurz gekerbt; Subgenitalplatte quer, der Distalrand breit bogenformig. 
Yorder- und Mittelschenkel unbewaffnet; Foramina der Yordertibien an beiden 
Flachen offen, verlangert elliptisch. Hinterschenkel deutlich langer als der Korper, 
im Bau jenen von denudatus ahnlich, jedoch an den Yentralrandern unbewaff- 
net 1 ); Hintertibieii fast ebenso lang wie die Schenkel. 

MaBe. 

Lange des Korpers 25,5 mm 

Lange des Pronotums 5 ,, 

GroBte dorsale Breite der pronotalen Scheibe 4,8 ,, 

Lange. der Yorderschenkel 8 

Lange der Mittelschenkel 9,3 ,, 

Lange der Hinterschenkel 25,5 ,, 

Lange des Ovipositors 15,8 ,, 

l ) Der Innenrar.d des linken Schenkels der Type tragt eine sehr rudimentare Tuberkel ax:f 
cinem distalen Teile; eiii deutlich ausgepragter Dorn ist das jedoch nicht. 



1 84 

Die Type dieser interessanten Species ist das einzige uns zu Gesicht gekom- 
mene Stiick. 

Anoedopoda Karsch. 1 ) 

* 

Anoedopoda lamellata (Linnaeus) . 
1758. [Gryllus (Tettigonia)] lamellatus L. 

Syst. Nat. X ed. I p. 429 [,,Indiis"]. 

Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See (R. GRAUER), I Q in Alkohol. Kissenji, 

Nordkiiste des Kiwu-Sees, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN 

und STEIN), i 9 in Alkohol. Fort Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 

(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I 9- Bataibo bis zum Duki-FluB, westlich 

des Albert-Nyanza, Congostaat, 10. November 1891 (STUHLMANN), i d*. 

Diese Fundorte sind die erstmalig bekannt gewordenen fiir das Vorkommen 

dieser Species zwischen Kamerun, Franzosisch-Congo, dem unteren Congogebiet, 

dem Kilimandscharo und der Kiiste von Zanzibar. 

Sthenaropoda Karsch. 

Sthenaropoda sp. 

Oberer Ituri, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i unreifes 9 in Alkohol. 

Wenn auch dieses Stiick nicht vollstandig erwachsen ist, so sind doch die 
Charaktere des Fastigiums, Pronotums und Beine deutlich genug, um uns in 
die Lage zu versetzen, die Stammverwandtschaft dieses Tieres festzustellen. 
Dieses bisher ausschlieBlich westafrikanische Genus scheint jetzt nun bis zum 
ostlichen Rand der Waldregion vorzukommen. 

Corycus Saussure. 

Corycus abruptus Krauss. 

1890. C[orycus] abruptus Krauss. 

Zoolog. Jahrb., Abt. Syst. V p. 354 pi. XXX, fig. 2 [Gaboon]. 

Wald 50 km ostlich von Kasongo, Lualaba-Congo, Congostaat, Januar 
1909 (R. GRAUER), i d* , i 9 in Alkohol. 

Wir stimmen mit GRIFFINI iiberein 2 ), der Corycus sicci folium Sjostedt 3 } 
zu abruptus zieht, da SjOSTEDTs Species auf dem Weibchen von abruptus zu 
basieren scheint. Das cf stimmt vollkommen mit der Originalbeschreibung 

1 ) Anoedopoda latipenuis (Burmeister). Aus Uganda (KlRBY, in JOHNSTON, Uganda Protect. 
I p. 467) und aus dem Victoria-See- und Tanganjika-Seegebiet (KlRBY, Proc. Zool. Soc. London 
1902, Vol. I p. 95). Anoedopoda erosa Karsch. Aus Mitiana und Kaibo, Uganda, von GlGLIO-TOS. 
(In Abruzzi, II Rmvenzori I p. 312.) 

2 ) Ann. Mus. Civ. Stor. Nat., Genova XLII p. 379. 

3 ) Bihang K. Svenska Vet.-Akad. Handl. XXVII afd. IV No. 3 p. 25. pi. I. fig 2 [Gaboon]. 



und den MaBen iiberein, wahrend das 9 etwas kleiner ist, als es SjOSTEDTs MaBe 
von sicci folium angeben, stimmt aber vollkommen mit den von GRIFFINI an- 
gefiihrten Zahlen iiberein. 

Alle friiheren Fundortangaben dieser Species stammen aus Kamerun, 
Spanisch-Guinea, Gaboon und Fernando-Po. 

Pseudophyllinae. 
Mustius Stal. 

Mustius eurypterus Karsch. 
1896. Mustius eurypterus Karsch. 

Entom. Zeitung, Stettin LVII p. 347 [Lolodorf, siidliches Kamerun]. 

Wald zwischen Irumu und Mawambi, Ituri-Tal, Congostaat, April 1008 

Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 

Dieses Stiick stimmt mit der Beschreibung von eurypterus iiberein, wenn 

man davon absieht, daB die Oueradern der Analarea der Tegmina schwarzlich 

sind wie bei M. afzelii. Die Tegmina sind etwas weniger als 20 mm breit. Die 

Originalbeschreibung gibt 21 an. Yon afzelii jedoch kann dieses Stiick wegen 

der geringeren GroBe unterschieden werden, ebenso wie wegen der Farbung 

der Tarsen und der Tibialforamina und wegen einiger Details der Aderung. Die 

Oueradern zwischen der vorderen Radialadei und der hinteren Ulnarader 

sind beinahe alle breit schwarz gerandet. 

Zabalius Bolivar. 

Zabalius latipennis (Karsch) . 

1891. Mataeus latipennis Karsch. 

Berlin. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 84 [Kitah, Gviinea; West-Afrika; Gaboon]. 

Deutsch-Ostafrika (R. GRAUER), i 9 in Alkohol. 

Dieses Stiick ist deutlich groBer als die t} T pischen MaBe der Species angeben, 
aber es stimmt genau mit dem Exemplar iiberein, das aus Madagaskar stammen 
soil und von BRUNNER 1 ) gemessen wurde. In alien anderen Stiicken stimmt 
dieses Stiick vollkommen mit der Beschreibung iiberein. 

Zabalius casamancae (Pictet und Saussure). 2 ) 

1892. M[ataeus] casamancae Pictet und Saussure. 

Iconogr. Saut. Vertes p. 22 pi. Ill, fig. 13, 133 c [Casamanca, Guinea]. 

Fort Beni (Buschsteppe), Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908, Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 



1 ) Monogr. der Pseudophyll. p. 28. 

2 ) Zabalius liiieolci/ns Stal. Aus Uganda (KlRBY in JOHNSTON, Uganda Protect I p. 467) und 
aus einem nicht naher bezeichneten Orte in Toro (GIGLIO-TOS, in Abruzzi, II Rmvenzori I p. 313) 
erwahnt. Letztgenannter Autor gibt an, dalJ sein Material gut mit casamancae iibereinstimme. 



i86 

Dieses Stuck stimmt vollkommen mit der Beschreibung und den Figuren 
dieser Species iiberein, mit Ausnahme der mehr langlich-eiformigen statt drei- 
eckigen Gestalt der Supraanalplatte. Die nahe Verwandtschaft von casamancae 
und lineolatus Stal ist nicht sicher, da es moglich 1st, daB sie Synonyma sind 
und daB STALS Name die Prioritat hat. Aber es kann fur uns keinem Zweifel 
unterliegen, daB die Zusammenziehung von longipennis Karsch und guineensis 
Bolivar mit dieser Species falsch ist. BOLIVARS Beschreibung sagt deutlich, 
daB der Ursprung des Radialastes median ist, anstatt ein Drittel von der Basis 
sich befindet wie bei casamancae, wahrend die MaBe,. besonders die des Ovi- 
positors, vollstandig verschieden sind. Die Lange des Ovipositors wird in der 
Originalbeschreibung BOLIVARS und von BRUNNER auf 25 mm angegeben, 
bei STAL (lineolatus), bei PICTET und SAUSSURE und dem uns vorliegenden 
Stiick auf 16 18,5 mm. Der Unterschied in der Form der Supraanalplatte 
in der Originalabbildung und dem vorliegenden Stiick mag einem Irrtum des 
Kiinstlers zugeschrieben werden. 

Zabalius orientalis (Karsch). 
1891. Mataeus orientalis Karsch. 

Berl. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 85 [Usambara; Kawende, Tanganyika; Zanzibar]. 

Nyamagotso, Usindja, Siidwest-Kiiste des Yictoria-Nyanza, 26. Februar 
1902 (STUHLMANN), I O*. 

AuBer den oben angegebenen Fundorten sind noch zu nennen Angola und 
Deutsch-Siidwest-Afrika. 

Chondrodera Karsch. 1 ) 

Chondrodera notatipes Karsch. 
1890. Chondrodera notatipes Karsch. 

Entom. Xachrichten XVI p. 267 [Kribi, Kamerun].-) 

90 km westlich des Albert-Edward-Nyanza, in einer Hohe von 1600 m 
(R. GRAUER), i 9, 

Dieses Stiick stimmt vollstandig mit der Beschreibung der Species iiberein, 
mit Ausnahme einiger Farbungsdetails. Der am meisten in die Augen fallende 
F'arbungsunterschied ist der, daB das in meiner Hand befindliche Individuum 
einen kreisrunden weiBen rotgerandeten Flecken an der Basis der vorderen 
Ulnarader aufweist, wahrend die allgemeine Farbung der Tegmina blaBgriinlich 
ist und wie eine Anzahl der Oueradern dicht mit braunlichen Flecken besetzt. 
Die ocellenformigen Flecken an der Basis der Tegmina sind weder im Original 
noch in einer folgenden Beschreibung 3 ) erwahnt. Sie sind auch nicht durch die 
Zeichnung, welche der letzteren beigegeben ist, verbildlicht. 

1 ) Cymatomera spilophora Walker. Aus Uganda (KIRBV , in JOHNSTON, Uganda Protect I p. 467). 

2 ) In der Originalbeschreibung ausgelasseii, aber in der nachherig hierin verzeichneten Ab- 
handlung angezeigt. 

3 ) Berlin. Entom. Zeitschr. XXXVI p. 94 pi. Ill, fig. 8, <Sa und 8b. 



- is/ 
Pantecphylus Karsch 

Pantecphylus major Griffmi. 
1909. Pantecphylus cerambycinus subsp. major Griffini. 

Ann. Soc. Entom. Belg. LIU p. 14 [Mayumbe, Congo]. 

Bunsandi, AYalddorf in der Nahe des Issango-(vSemliki-)Flusses-, nordlich 
des Albert-Edward-Nyanza, Congostaat, 27. Dezember 1891 (STUHLMAXN), 



9- 



In den Hauptcharakteren unterscheidet sich dieses Stuck \-orn Kamernner 
Material (ccrambyciints Karsch) in denselben Merkmalen, die von GRIFFINI 
angegeben werden, aber es ist nicht groBer. Es scheint uns, daB major eine un- 
haltbare vSpecies ist, aber die GroBe ist kein ausschlaggebender Faktor. Die 
deutlich markierte cephale Neigung der Lateraldornen der Prozona, der tiefere 
mediane Eindruck derselben, der etwas mehr verlangerte Caudalrand der Pronotal- 
scheibe und die dornige Beschaffenheit der Schenkel, von GRIFFINI angegeben, 
und cler deutlich schlankere Ovipositor, das alles sind Charaktermerkmale von 
groBtem Wert. 

Lichenochrus Karsch. 

Lichenochrus congicus n. sp. 

Type: ?, Wald, 90 km westlich des Albert-Edward-Nyanza, Congo- 
staat, in einer Hohe von 1600 m (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 
Diese Species ist verwandt mit L. wacM/oswsSjostedt 1 ) aus Itoki, Kamerun, 
unterschieden durch die kleinere Gestalt, die verschiedenartige Gruppierung 
der dunkleren Areae der Tegmina und durch die Verteilung bestimmter Adern 
auf denselben. Von L. I'illosipes Griffini 2 ), aus Kamerun, unterscheidet sich 
diese Species durch die kleinere Gestalt, die nicht ansteigende Metazona und den 
gebogenen Ovipositor. 

Gestalt klein (in bezug auf das Genus); Habitus maBig langlich; Ober- 
flache wie bei den anderen Species dieses Genus. Stirn und Kopf rundlich ab- 
geplattet; Occiput etwas geneigt nach dem breiten, dreieckigen, maBig ausgehohl- 
ten Fastigium zu, welches nicht die Rander der Antennalwiilste iiberragt; der 
spitze Apex des Fastigiums betrachtlich erhaben und deutlich von dem gleich- 
maBig spitzen Apex des Frontalfastigiums getrennt ; Augen kugelig, vorgewolbt ; 
Antennen die Spitzen der Tegmina stark iibertreffend, zerbrechlich, Proximal- 
glied langlich, fast cylindrisch, der distointernale Teil mit einem sehr gut ent- 
wickelten Dorn. Pronotum etwas dorsad abgeflacht, der vordere Teil cephalad, 
etwas ansteigend, die groBte caudale Breite der Scheibe eineinhalbmal kleiner als 
die Lange; Cephalrand der Scheibe stumpfvdnklig, mit einem deutlichen 
medianen Tuberkel; Caudalrand abgestutzt, nach den Caudolateralecken zu 

l ) Bihang. K. Svenska Vet.-Akad. Handl. XX\"II Afd. I\" no. 3 p. 34 pi. II. fu 
-) Mem. Soc. Entom. Belg. XV p. 56. 



i88 

schmal gerundet, alle Rander eingefafit; zwei Querfurchen, der cephale gestreckt, 
am cephalen Drittel, der caudale sehr breit stumpfwinklig und am caudalen 
Drittel; Lateralecken der Pronotalscheibe von der Prozona fehlen, sigmid und 
stark verbreitert caudad; die groBte Breite der Lateralloben ungefahr einund- 
einhalbmal kleiner als die groBte Lange, cephaler Rand schief bogig ausgerandet, 
v entrocephale Ecke stumpfwinklig, Ventralrand etwas stumpfwinklig, die 
eigentliche Ecke etwas cephalad der Mitte, Yentrocaudalecke etwas stumpf, 
Caudalrand schwach bogenformig ausgerandet ; Hauptquerfurche auf den Lateral- 
loben tief eingedriickt. Tegmina etwas die Spitzen des Ovipositors iiberragend, 
von der diesem Genus eigentiimlichen Textur, mit glatten distalen Teilen an 
den irn allgemeinen fast rechteckigen Zellen, lanzettlich, beinahe zugespitzt, 
die Lange vierundeinhalbmal groBer als die groBte Breite; Costalrand proximad 
schwach bogenformig, distad fast gestreckt, Suturalrand sehr schwach bogig, 
Apex rundlich eckig; Radialadern proximad wenig voneinander getrennt, von 
da ab nach dem distalen Drittel der Tegmina zu fast zusammenflieBend, von 
dieser Stelle an divergieren sie etwas, die vordere Radialader endigt am costalen 
Rande; Ast der vorderen Ulnarader distad von der Mitte etwas divergierend, 
gefurcht kurz bevor beide den Suturalrand unmittelbar proximad des Apex 
erreichen, die Costalgabel stark bogig- winklig; Umaradern mehr oder weniger 
ausgebuchtet, die vordere nach dem Costalrande zu etwas bogig. Fliigel bis 
zu den Spitzen der Tegmina reichend, ohne dieselben jedoch zu iibertreffen. 
Prosternum mit niedrigen, stumpfen, paarigen Lateraltuberkeln ; Mesosternum 
stark quer, Lateralrander stumpfwinklig, caudad deutlich verschmalert ; Meta- 
sternum in schadhaftem Zustande. Cerci kompreB, lanzettlich, spitz; Ovipositor 
beinahe zwei Drittel so lang wie die Hinterschenkel, kraftig, Lange viermal so 
groB wie die groBte Breite, betrachtlich bogenformig, konisch, Apex spitz, Rander 
vollstandig; Subgenitalplatte stark kompreB, deutlich dreieckig. Vorderschenkel 
deutlich groBer als die Lange von Kopf und Pronotum zusammen, Ventrocephal- 
rand distad zweidornig, Ventrocaudalrand ungedornt, ebenso die Genicular- 
loben; beide Flachen der Foramina an den Vordertibien muschelformig, Dor- 
salrander ungedornt. Mittelschenkel etwas kiirzer als die Vorderschenkel, sehr 
kompreB, tief, auf dem ventrocephalen Rand mit vier Dornen, ventrocaudaler 
Rand ohne Dorn; Mitteltibien maBig, aber merkbar in der proximalen Halfte 
aufgeblasen, fast kompreB, auf dem dorsocaudalen Rand mit zwei Dornen, der 
dorsocephale Rand ohne Dorn. Hinterschenkel zwei Drittel der Lange der 
Tegmina, maBig kompreB, mit Ausnahme des distalen Endes, in den proximalen 
zwei Dritteln undeutlich blasig, ventrocephaler Rand mit sieben Dornen, die 
distalen vier Dornen langer als die anderen, Ventrocaudalrand nicht gekielt, 
ohne Dornen; Hintertibien sehr wenig langer als die Femora, gut bedornt, be- 
sonders dorsad. 

Hauptfarbe rahmfarbig-lederfarbig, groB gefleckt und vandyckbraun mar- 
moriert. Augen gewiirznelkebraun. Der dorsale Teil der caudalen Halfte der 



Lateralloben des Pronotums verwaschen vandyckbfaun. Tegmina proximad 
verwaschen vandyckbraun, die glatten Teile der Zelleii mehr oder weniger mit 
derselben Farbe maschig gezeichnet. Fliigel braun gewolkt, Ovipositor lohfarben- 
oliv, ventrad zum groBeren Teile seehundbraim gerandet. Beine mehr oder 
weniger deutlich clicht vandyckbraun gewolkt und gefleckt, am deutlichsten ist 
ein nahezu vollstandiger medianer Ring auf den Vordertibien und ein ebensolcher, 
laterad unterbrochen, auf dem pragenicularen Teil der Hinterschenkel. 

MaOe. 

Korperlange 21 mm 

Lange des Pronotums 6 

GroBte Breite der Pronotalscheibe . . . 3,6 ,, 

Lange der Tegmen 26 

GroBte Breite der Tegmen 5,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 9,2 ,, 

Lange der Mittelschenkel 8,9 ,, 

Lange der Hinterschenkel 18,2,, 

Lange des Ovipositors 12 ,, 

Nur die Type ist bis jetzt bekannt. 

Mormotus Karsch. 

Mormotus adapantoides Bolivar. 
1906. Mormotus adapantoides Bolivar. 

Mem. Real Soc. Espan. Hist. Nat. I p. 363 [Kap San Juan, Spanisch-Guinea]. 

Westlich am FuBe des Ruwenzori, Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. 

Das Stiick stimmt vollkommen mit der Originalbeschreibung der Species 
iiberein, abgesehen davon, da!3 die Vorderschenkel deutlich kiirzer als bei der Type 
sind. Da letzteres ein a* war, so ist es moglich, da6 wir hier einen Geschlechts- 
unterschied vor tins haben. Es ist also, so wie die Sache liegt, am besten, das 
in meinen Handen befindliche Stiick als zu BOLIVARS Species gehorig zu be- 
trachten. Einige Notizen iiber das Stiick mogen von Interesse sein. Die rechte 
mittlere Tibia ist dorsad ohne Dorn, wahrend die linke sowohl einen deutlichen 
Dorn als auch die Andeutung eines zweiten am Caudalrande aufweist. Dieser 
Umstand beweist, daB das Vorhandensein oder das Fehlen von Dornen an diesem 
Rande nicht konstant ist. Der Ovipositor ist nahezu zweimal so lang wie das 
Dorsum des Pronotums, kraftig, gestreckt, nach dem Apex zu etwas gebogen, 
an den schief abgestutzten distalen zwei Dritteln des Dorsalrandes gekerbt, 
und die Scheibe distad mit fiinf schiefen Striemen. Der cephale Rand der Scheibe 
des Pronotums ist mesad deutlich, aber nicht kraftig tuberkuliert. Beim vor- 
liegenden Exemplar fehlen die Hinterbeine. 



iqo 
MaJBe. 



Q 



(nach BOLIVAR) 

Korperlange (mit Ausnahme des Ovipositors) 33 mm 36 mm 
Lange des Dorsums des Pronotums . . . . 7 8 

Lange der Tegmen 31 ,, 32 

GroBte Breite der Tegmen 7,2 ,, 

Lange der Vorderschenkel 9 ,, 11,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 8 ,, 8,5 ,, 

Lange des Ovipositors *3o ,, 



Conocephalinae. 
Clasma Karsch. 

Clasma pareiochlora Karny. 
1907. Clasma pareiochlora Karny. 

Abhandl. K. K. Zool.-Botan. Gesellsch., Wien IV, Heft 3 p. 16 [Deutsch-Ost-Afrika]. 

Britisch-Uganda (GRAUER) [Deutsches Entomologisches Nationalmu- 
seum], i Q. 

Dieses Stuck miterscheidet sich von der Type des Genus - - C. parcispinosa 
Karsch --dadurch, dafl der caudale Rand des Pronotums fast abgestutzt ist, an- 
statt stumpfwinklig. KARNY hat augenscheinlich diese Tatsache iibersehen. 
Die Species wurde auf Grund eines einzelnen 5 aufgestellt. Es kann daher die 
Angabe der MaBe des vorliegenden Stiickes von Nutzen sein. 

MaBe. 

Korperlange (mit Ausnahme des Ovipositors) 22 mm 

Lange des Pronotums 5o 

Lange der Tegmen 23 

Lange der Hinterschenkel 10,5 ., 

Lange des Ovipositors 7,8 

Lanista Bolivar. 

Lanista crassiccllis Bolivar. 
1906. Lanista crassicollis Bolivar. 

Mem. Real Soc. Espan. Hist. Nat. I p. 368 [Aschanti]. 

Afrika (ohne weitere Angabe), I ' in Alkohol. 

Dieses Stiick stimmt vollkommen mit der Originalbeschreibung und auch 
mit den erganzenden Bemerkungen, die GRIFFINI 1 ) zu dieser Species macht. 



1 ) Ann. Soc. Entom. Belg. LJII p. i6. 



Die Zahl der Femoraldornen scheint ebenso variabel als bei irgendeinem anderen 
Genus dieser Subfamilie. 

Es ist sehr wahrscheinlich, daB das vorliegende Stiick in dem von der Deut- 
schen Zeiitral-Afrikanischen Expedition bereisten Gebiet gefunden wurde, 
da es sich in einer Flasche von ahnlichem Charakter befindet, wie sie fiir das 
Material des Herzogs von Mecklenburg benutzt \vurden. Autferdem ist sie mit 
einem mecklenburgischen Etikett beklebt. 

Lanista affinis Bolivar. 
1906. Lanista affinis Bolivar. 

Mem. Real Soc. Espan. Hist. Xat. I p. 368 [Togo]. 

Baytinde, Siid-Walegga, siidlich des Albert-Nyanza, i. Dezember 1891 
(STUHLMANN), I Q. 

Da dieses das erste bekannte Weibchen der Species zu sein scheint, haben 
wir einige Vergleiche mit der Originalbeschreibung, die auf dem mannlicheii 
Geschlecht basiert, angestellt. 

Suturalrand der Tegmina im proximalen Teile regelmaBig bogenformig, 
wodurch der allgemeine Umril3 dieses Randes etwas sigmoid wird. Mesosternum 
nur wenig schwarzlich. Supraanalplatte dorsadabg eflacht, der Caudalrand 
etwas bogenformig und der mediane Teil der Scheibe merklich ausgehohlt; 
Cercikurz, zugespitzt, etwas gebogen ; Ovipositor nur wenig mehr alsvier Fiinftel 
so lang wie die Hinterschenkel, gestreckt, breit, Dorsalrand nahezu gestreckt, 
Ventralrand sehr wenig bogig, Apex ma'Big zugespitzt; Subgenitalplatte dreieckig 
mit einer kleinen apicalen Ausrandung. 

MaBe. 

Korperlange 40,5 mm 

Lange des Pronotums 10 

Caudale Breite der Scheibe des Pronotums 5,5 ,, 

Lange der Tegmen 40 ,, 

Breite des Analfeldes der Tegmen ... 3 ,, 

Lange der Hinterschenkel 16,8 ,, 

La'nge des Ovipositors 14,5 ,, 

Der typische und der vorliegende Fundort ist alles, was wir iiber die Yer- 
breitung dieser Species wissen. 

Plastocorypha Karsch. 1 ) 

Plastocorypha brevipes n. sp. 

Type: a*, Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 
Wir haben vorliegende Species obengenanntem Genus eingereiht, weil in 



l ) Plastocorypha vandikana Karsch, Entom. Zeitung, Stettin LVII p. 354 [\Vald bei Vandi- 
kan, Zentral-Afrika (STUHLMANN)]. 



192 

die eigentiimliche Ausbildung der ventralen Flache des Fastigiums besitzt 
und dieses Markmal fiir KARSCHS Genus charakteristisch ist. Es scheint sehr 
leicht moglich, daB GRIFFINIS Vorstellung 1 ), Lanista und Plastococypha nicht 
voneinander zu trennen seien, richtig ist, aber ohne nahere Beweise erscheint 
es nicht wiinschenswert, diese Synonymic aufzustellen. 

Die vorliegende Form unterscheidet sich von den zwei vorher bekannten 
Species des Genus, namlich nigrifrons und vandikana, durch die etwas kiirzeren 
Tegmina und deutlich kiirzeren Femora, durch das Fehlen des Dorns am 
externalen Genicularlobus der Hinterschenkel, durch die groBere Anzahl von 
Dornen an alle nFemoralrandern und durch das Fehlen der schwarzlichen Farbung 
an den Lateralloben des Pronotums, der Beine und der Episterna. An den Sterna 
das Schwarz nur schwach angedeutet. 

Gestalt groB; Habitus sehr kraftig; Oberflache des Kopfes und des Thorax 
stark runzelig punktiert. Occiput und Fastigium des Kopfes fast horizontal, 
etwas zwischen den Augen eingedriickt; Fastigium lanzettlich, spitz, die Lateral- 
rander etwas bogenformig, im Querschnitt bogig, Apex von der Seite gesehen 
etwas depreB, ventrocephalad deutlich komprei3, am selben Rande gekielt, 
Ventralzahn stumpf, abgerundet, von dem fast unentwickelten Frontalfastigium 
gut getrennt, der Apex des frontalen Fastigiums ist fein tuberkuliert ; Faciallinie 
stark abfallend, inaBig abgeplattet; Augen fast kugelig, etvvas vorgezogen, fast 
kompreB; Antenneii bis zum Apex des Abdomens reichend, das proximale Glied 
nicht vollstandig bis zur Mitte des Fastigiums reichend, die distocephalen Rander 
desselben fast winklig. Pronotum dorsad bogenformig-abgeplattet, caudad stark 
verbreitert, an der Scheibe keine lateralen Ecken, in die Later alloben breit abge- 
rundet, mit Ausnahme caudad, wo sich eine leichte Schulterbeule findet; cephaler 
Rand der vScheibe abgestutzt, Caudalrand derselben maBig bogenformig, cephaler 
Quereindruck etwas caudad des cephalen Viertels, Caudaleindruck stumpfwinklig 
mit einer kurzen mediolongitudinalen Furche, die sich etwas cephalad der Mitte 
befindet; die Lange der Lateralloben des Pronotums eineinhalbmal groBer als 
die groBte Breite, cephaler Rand schief abgestutzt, ventrocephale Ecke stumpf 
abgerundet, ventraler Rand sehr leicht schief abgestutzt, Ventrocaudalecke stumpf, 
fast rund, Caudalrand maBig bogig, Humeralbuchtung sehr schwach, maBig, 
bogig. Tegmina um die Pronotallange langer als der Apex des Abdomens, lanzettlich, 
im allgemeinen gleichmaBig breit, ungefahr viermal langer als die Breite des 
medianen Teiles; Costal- und Suturalrander (mit Ausnahme des Tympanums) 
fast parallel, erstere sehr leicht bogig, letztere sehr schwach bogenformig aus- 
gerandet, der Costalrand distad, nach dem Apicalrande zu, der schief, fast ab- 
gestutzt ist, und dessen unmittelbarer Apex rundlich rechteckig ist, ausgepragt 
bogenformig; Radialadern fast parallel, dicht beieinander, beide proximad 
stark verdickt; Ast der hinteren Radialader etwas vor der Mitte des Tegmens 



Ann. Soc. Entom. Belg. LIU p. 14. 



193 

divergierend, im groBten Teile seiner Lange gestreckt, niit drei Asten an der 
Suturalseite, die bis zum Apicalrande reiclicn, der Hauptstamm des Astes 
bis zum unmittelbareii Apex reichend; vordere Ulnarader maBig bogenformi- 
von der Stelle ab, wo sie vom Ulnarstamm abgeht, sie erreicht den Suturalrand, 
kurz bevor letzterer in den Apicalrand iibergeht, niit drei Asten nach dem Sutural- 
rand in der distalen Halite, die groBte Breite der Ulnararea gleich der halben 
Tegminalbreite; Ulnarstamm stark verdickt; die Lange des tympanalen Teiles 
eineinhalbmal so lang wie die groBte Breite, der Proximalwinkel des Randes 
desselben abgerundet rechteckig; Lange des Speculums eineinhalbmal groBer. 
als die Breite, fast quadratisch, Ouerader gestreckt quer. Fliigel bis zum Apex 
der Tegmina reichend. Prosternum mit ein Paar stark langlicher, etwas 
konischer, spitzer, betrachtlich divergierender Dornen; Mesosternalloben schmal, 
langlich, Lateralrander fast parallel, Caudalrander abgerundet, medianer Ein- 
schnitt sehr tief, spitz, schmal; Metasternalloben weniger langlich als die 
Mesosternalloben, caudad stark verengert, mesocaudad wenig getrennt. Supraanal- 
platte dreieckig, unmittelbarer Apex gerundet, Scheibe gefurcht; Cerci sehr 
kurz, stumpf, innere Flache mit einem proximalen kuzen, spitzen Dorn, welcher 
dorsad stark gebogen ist, die innere Flache distad des Domes etwas gefurcht. 
Apex mesad kurz hakenformig ; Subgenitalplatte mesad rechtwinklig ausgerandet, 
griffelformige Fortsatze deutlich, von maBiger Lange. Vorderschenkel ungefahr 
zweiDrittel der Lange des Pronotums, ventrocephaler Rand in der distalen Halite 
mit vier kurzen Dornen, Caudalrand mit einem einzelnen distalen Dorn, Geni- 
cularloben unbedornt; Foramina der Vordertibien rimato-conchat, Ventralrander 
mit vier bis sechs Dornen. Mittelschenkel ebenso lang wie die Vorderschenkel, 
ahnlich mit Dornen besetzt, mit Ausnahme des ventrocaudalen Randes eines 
Schenkels, der ungedornt ist. Hinterschenkel sehr kurz, etwas kiirzer als Kor;f 
und Pronotum zusammen, proximad maBig aufgeblasen, distad konisch, ventrr- 
cephaler Rand distad mit neun Dornen, ventrocaudaler Rand mit drei distalen 
Dornen, auBerer Genicularlobus ungedornt, innerer Genicularlobus mit einem 
Dorn; Hintertibien ebenso lang wie die Femora. 

Allgemeine Farbung lehmfarben, die Stirn, die angrenzenden Teile dtr 
Wange, Mandibeln und die ventrale Flache des Fastigiums seehundbraun ; Median- 
ocellus isabellf arben ; Clypeus und Labrum lederbraun; Augen bisterf arben , 
Antennen stark und sehr dicht seehundbraun und gelblichweiB geringelt. Tegmii:;; 
im allgemeinen ziemlich dicht mit feinen bisterfarbenen Punkten bestreui, 
auf der Analarea sehr dicht gesprenkelt. Mesosternum mit einem schwacheii 
medianen rohumbrafarbenen Ouerflecken. 

MaBe. 

Korperlange 38 mm 

Lange des Pronotums 10,8 ,, 

GroBte dorsale Breite der Pronotalscheibe 7,2 ,, 
Lange der Tegmen 36 ,, 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 1 3 



GroBte Breite der Tegmen 9 mm 

Lange der Vorderschenkel 7,2 ,, 

Lange der Mittelschenkel 7 

Lange der Hinterschenkel 15 

Von dieser Species 1st nur die Type bekannt. 

Pseudorhynchus Serville. 

Pseudorhynchus pungens (Schaum). 
I &53- Conocephalus pungens Schaum. 

,,Berich. Akad. Berlin 1853 p. 778" [Mozambique]. 

Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), 3 99 in Alkohol. Bugoie-Wald, Nordwest-Ruanda, Februar bis 
November 1908 (VON STEGMANN uncl STEIN), i 9 in Alkohol. 
Die Species bewohnt, wie bisher bekannt, das Gebiet von Zanzibar und 
Mozambique bis nach Portugiesisch-Guinea. 

Pseudorhynchus lanceolatus (Fabricius) . 
1775. Locusta lanceolata Fabricius. 

Syst. Entom. p. 284 [Sierra Leone]. 

Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. Wald bei Semliki, Meliwuto-Bai, siidlich des Albert- 
Nyanza, 19. Dezember 1891 (STUHLMANN), i 9. Beussa, westlich des 
Albert-Nyanza, n. November 1891 (STUHLMANN), i 9- 
Diese Species bewohnt das Gebiet von der Sierra Leone 6'stlich bis zu dem 
Gebiet, das oben angegeben ist, und reicht siidlich bis Katanga und vielleicht bis 
Angola. 

Homorocoryphus Karny. 

Homorocoryphus melanostictus Karny. 
1907. Homorocoryphus melanostictus Karny. 

Abhandl. K. K. Zool.-Bot. Gesellsch., Wien IV, Heft 3 p. 48 [Antongil, Madagascar; Dar- 
es-Salem, Milanji, Ost-Afrika]. 

Bukoba, Westkiiste des Victoria-Nyanza, 15. 19. November 1890 

(STUHLMANN), 2 d*d*, 3 99. Kiwu-See (Dr. KANDT), i cf in Alkohol. 

Ukerewe-Inseln, Victoria-Nyanza, 22. Mai 1906 (CoNRADS), i 9 m Alkohol. 

Eines der 9 aus Bukoba und die Stiicke vom Kiwu und aus Ukerewe haben 

wir mit groBem Bedenken zu dieser vSpezies hinzugezogen, da sie alle einen 

betrachtlich kiirzeren Ovipositor aufweisen, als die anderen Exemplare. Dazu 

kommt noch, daB die Hinterschenkel betrachtlich verkiirzt sind. Die Haupt- 

maBe der Stiicke sind unten angegeben. Die Anzahl der Dornen an den Mittel- 

schenkeln scheint von geringem Wert zu sein ; die vorliegende Reihe von zweifel- 

losen melanosticus-Stucken zeigt folgende Bedornung: o o, i ?, ? 2, i i. 



195 
MaBe. 





Bukoba Ki\vu Ukerewe 




0* 


tf 


V 


999 9 




mm 


inin 


mm 


mm mm mm mm 


Korperlange 


43 


34,5 


39 


37 35 3i 


33.5 




Lange des Pronotums . . 


9o 


9 


9 


8,7 7-5 7.5 


7,5 


Lange der Tegmen .... 


56 


5i 


59 


54.5 


49 


4i 


44 


Lange der Hinterschenkel . 


2/.5 


26 


30,5 


29 


24 


23,2 


23,5 


Lange des Ovipositors . . 








25,5 


24 


21 19 


17.5 



Diese Species ist in der Gegend des Tanganyika, an verschiedenen Orten 
im Kongostaat und in Kamerun von GRIFFINI gefunden worden. 

Homorocoryphus nitudulus (Scopoli). 1 ) 
1786. Gryllus nitidulus Scopoli. 

Delic. Flor. et Faun. Insubricae I p. 62 pi. XXIV, fig. B. [,, Circa Mediolanum" (Milan, 
Italien).] 

Njangasi, siidlich des Albert-Edward-Nyanza, 24. Mai 1891 (STUHL- 
MANN), 3 a 1 . Kinjawanga, nordlich des Albert-Edward-Nyanza, 4. Ja- 
nuar 1892 (STUHLMANN), i ?. Buwowo, siidliches Walegga, siidlich des 
Albert-Nyanza, 13. Dezember 1891 (STUHLMANN), i o*. Bataibo, Duki- 
FluB, westlich des Semliki, 10. November 1891 (STUHLMANN), i Q. 



Homorocoryphus paraplesius Karny. 
1907. Homorocoryphus paraplesius Karny. 

Abhandl. K. K. Zool.-Bot. Gesellsch., Wien IV, Heft 3, p. 49 [Gaboon]. 

Usumbura, . nordostlich des Tanganjika-Sees, Februar bis Dezember 
1908 (VON STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. 

Dieses Stiick ist mit einigem Bedenken zu obiger Species hinzugezogen, 
da das Weibchen nicht beschrieben worden ist und wir nur w r enig Vergleichs- 
material besitzen. Unser Stiick stimmt mit der Beschreibung des i iiberein 
und zeigt die folgenden MaI3e: 

Korperlange 33 mm 

Lange des Pronotums ... 8 

Lange der Tegmen .... 49 ,, 

Lange der Hinterschenkel . 24 ,, 

Lange des Ovipositors ... 22 



l ) Aus Entebbe, Katinde vmd Bimbye, Uganda; Ibanda und Fort Portal, Toro und Bihunga, 
in einer Hohe von 2000 2400 m. Ostseite des Ruwenzori. (GlGLIO-Tos in Abruzzi, II Rmveii- 
zori I p. 313.) 



Homorocoryphus fusco-punctatus Karny. 
1907. Homorocoryphus fusco=punctatus Karny. 

Abhandl. K. K. Zool.-Bot. Gesellsch., Wien IV, Heft 3, p. 49 [Kamerun]. 

AYnld z\vischen Irumu und Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congo- 
staat, April 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (vSCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 

Homorocoryphus flavovirens Karny. 
1907. Homorocoryphus flavovirens Karny. 

Abhandl. K. K. Zool.-Bot. Gesellsch., Wien IV, Heft 3, p. 50. [Deutsch-Ost-Afrika]. 

Kafuro, Karagwe, 28. Februar 1891 (STUHLMANN), i 9. Kiwu-See 
(Dr. KANDT), i 9 in Alkohol. Sudost-Kiiste des Kiwu-Sees, August 1907 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 2 99 in Alkohol. Kwidschwi- 
inseln, Kiwu-See, September 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 
i a* , i 9 in Alkohol. Bugoie-Wald, Nordwest-Ruanda, Februar bis Novem- 
ber 1908 (VON STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. Beni, Semliki- 
Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 
Mboga, westlicher Rand des Semliki-Tales, Congostaat, Marz 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i d* in Alkohol. 

Obige Reihe hat zum groflen Teil ihre Naturfarbe verloren, welche durch 
die Konservierungsfliissigkeit vernichtet worden ist, so daB, obgleich sie ander- 
weitig mit der Originalbeschreibung iibereinstimmt, wir in betreff der Deter- 
mination einige Unsicherheit fiihlen. 

Karniella n. gen. 

Gehort zu den Xiphidiini REDTENBACHERS und ist mit Paraxiphidium 
Redtenbacher 1 ) aus Peru verwandt, unterscheidet sich aber von ihm durch das 
Fehleii der Fliigel dadurch, daB das Prosternum nicht deutlich bedornt ist, 
durch die unbedornten Hinterschenkel, die verschiedenartige Bedornung der 
Genicularloben und den nur mit einem Dorn statt mit zwei-Dornen versehenen 
inneren Rand der Cerci beim o 71 . 

Pronotum sattelformig (a*) oder in einer Ebene (9); Metazona groB (a 1 ) 
oder nicht ganz ansteigend (9) ; Lateralloben des Pronotums laterad stark stumpf- 
winklig. Tegmina des Mannchens kiirzer als das Pronotum, stark aufgeblasen, 
Costal- und Apicalrand bogenformig, Suturalrand fast gestreckt; beim 9 als 
kaum sichtbaren, beinahe kreisformigen Lateralwiilsten entwickelt. Fliigel 
fehlen bei beiden Geschlechtern. Prosternum nicht gedornt; Mesosternal- und 
Metasternalloben winklig. Cerci des ' am inneren Rand deutlich einzahiiig; 
Subgenitalplatte des Mannchens distad abgestutzt, griffelformige Fortsatze vor- 
handen; Cerci des 9 beinahe \valzenf6rmig; Ovipositor maBig kraftig, bogen- 
formig, Rander vollstandig; Subgenitalplatte des 9 distad bogenformig aus- 
gerandet. Cephale Genicularloben der \ 7 orderschenkel eindornig; caudal dieser 

J ) Verhandl. K. K. Zool.-Botan. Gesellsch., Wien XM p. 493, fig. 79 c. 



197 

Loben unbedornt; cephale Genicularloben der MitU-1 femora sehr schwach ein- 
dornig; beide Loben der Hinterschenkel mit einem Dorn. Hinterschenkel proxi- 
mad stark auf geblasen, Ventralrander ohne Dornen. 

\Vir dedizieren mit groBtem Yergniigen dieses sehr interessante Genus 
Dr. H. KARNY., in Anerkennun- seiner vorziiglichen Arbeit iiber die Subfamilie 
der Conocephalinae. 

Type: K. bullata n. sp. 

Das einzige Genus neben Paraxiphidium, mit welchem dieses verwandt, 
ist Odontoxiphidium Morse, eine nearktische Gruppe, von welchem Karniella 
sich durch die cerkalen Charaktere unterscheidet, Odontoxiphidium stimmt in 
dieser Hinsicht mit Paraxiphidinni iiberein; ferner ist der Ovipositor des 9 
kiirzer und gebogen, anstatt lang und gestreckt. 

Karniella bullata n. sp. 

Type: tf, Westseite des Ruwenzori in einer Hohe von 2500 m, Februar 
1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 
Gestalt kleiii; Habitus ma'Big kraftig. Occiput und Fastigium beinahe 
horizontal, letzteres schmal, nicht breiter als der vierte Teil der Interocular- 
region, kompreB, ungefurcht, distad abgerundet, das Frontalfastigium breit 
beriihrend; Stirn ma'Big zuriicktretend ; Augeii groB, kugelig, vorgewolbt; An- 
tennen die Lange des Korpers iibertreffend, das proximale Glied an der inneren 
Flache mit einer medianen, fast winkligen Schulter. Die Metazona des Pronotums 
caudad regelmaBig und betrachtlich ansteigend, die Prozona fast abgeflacht, 
die Scheibe ohne deutliche Lateralecken, aber der prozonale Teil ist in die Lateral- 
loben breiter abgerundet als dieses mit metazonalen Teil der Fall ist; Cephal- 
und Caudalrand-er der Scheibe abgestutzt, laterad abgerundet; Quereindruck gut 
angedeutet; die groBte Lange der Laterralloben einundzweidrittelmal so groB als 
die groBte Breite, fast dreieckig, cephaler Rand schief abgestutzt, ventrocephale 
Ecke gut abgerundet, ventraler Rand fast rechteckig; Caudalrand schief abge- 
stutzt, kein Humeralausbuchtung. GroBte Lange der Tegmina gleich der des Prono- 
tums, mit einer einzelnen stark verdickten Radialader, einer einzelnen diinnen, 
aber gleichma'Big deutlichen vorderen Ulnarader und einer kurzen, weniger deut- 
lichen hinteren Ulnarader, quere Stridulationsader etwas schief, mehr \-erdickt, 
Suturalteil der Tegmina ziemlich unregelma'Big netzartig. Prosternum sehr 
schwach stumpf tuberkuliert ; Mesosternal- und Metasternalloben spitz winklig. 
Distales dorsales Abdommalsegment bogig abgestutzt, mit einer sehr schwachen 
medianen Ausrandung; Subgenitalplatte quer dreieckig; Cerci so lang wie der 
innere Zahn, maBig kraftig, etwas einwarts gebogen, internaler Zahn am distalen 
Drittel, sehr lang, beinahe so lang wie die halbe Cercallange, konisch, spitz, hakelig, 
etwas dorsad gerichtet ; Apex der Cerci beinahe spitzig; Subgenitalplatte hakelig 
breit, mesad gekielt, distalerTeil mehr abgeflacht als der Rest, die griff elf ormigen 
Fortsatze ungefahr ein Drittel so lang wie die Platte. Vorder- und Mittelschenkel 



198 

an den Ventralrandern unbedornt, konisch; Foramina der Vordertibien 
kompreB rimatoconchat. Caudaltibien etvvas kiirzer als der Korper, proximad 
stark aufgeblasen, die Lange etwas mehr als viermal groBer als die groBte Breite, 
distale Halfte viel schlanker. 

Allgemeine Farbung ockerfarben; das ganze Abdomen, beinahe die ganze 
Dorsalflache des Fastigiums, des Occiputs, ein gro!3er Fleck, welcher das Dorsum 
der Prozona bedeckt und der groBere Teil des Dorsalteiles der Lateralloben der- 
selben seehundbraun. Ein divergierendes Paar diinner Linien von der allgemeinen 
Farbe, caudad von jeder Seite des Fastigiums aus bis beinahe zum caudalen 
Rand des schwarzen Pronotalflecken, eine diinne, mediane Linie von derselben 
Farbe auf dem Kopf. Augen seehundbraun, Antennen undeutlich mit derselben 
Farbe geringelt. Beine mehr oder weniger dicht und cleutlich vandyckbraun 
puntuliert, ein ebenso gefarbter Flecken auf der inneren Flache des blasigen 
Teiles der Hinterschenkel ; Genicularregionen mehr oder weniger vandyckbraun 
gewolkt. 

Das weibliche Geschlecht unterscheidet sich vom mannlichen in den folgen- 
den Charakteren (auBer den in der Diagnose des Genus gegebenen): das flache 
Dorsum der Metazona mit einem sehr schwachen mediolongitudinaleii Kiel. 
Tegmina caudad des Pronotalrandes sehr leicht verlangert. Dorsalabdominal- 
segment mesad schmal dreieckig ausgerandet. Supraanalplatte schmal, fast 
dreieckig, mesad fast kreisformig eingedriickt; Cerci ungefahr zweimal so lang 
wie die Supraanalplatte; Ovipositor etwas mehr als zwei Drittel der Lange der 
Hinterschenkel, sechsmal so lang wie die groBte Breite, Apex spitz; die Lateral- 
teile des Caudalrandes der vSubgenitalplatte schief abgestutzt, dieser Rand 
(Caudalrand) mesad etwas bogenformig ausgerandet. Farbung von der des 
Mannchens abw y eichend insofern, als der schwarze pronotale Flecken cephalo- 
caudad unregelmaBig geteilt ist und die divergierenden blassen Laterallinien 
mehr oder weniger unregelmaBig sind. Der dorsale Teil des Abdomens weist 
einen breiten longitudinalen holzbraunen Streifen auf. Die Pleura, der auBerste 
proximodistale Teil und die ventrale Flache des Abdomens ganz und gar von 
derselben Farbe; Hinterschenkel an der Basis lohfarben ockerig. 

Ma Be. 

, rf (Kwidschwi- 

9 ( T >'P e ) inseln) 

Korperlange . . n m 14,8 mm 

Lange des Pronotums 4,2 ,, 4,3 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 3,2 ,, 3,8 ,, 

Lange der Tegmen 3,8 

GroBte Breite der Tegmina in ihrer normalen Lage 3,5 ,, 

Lange der Vorderschenkel 3,8 ,, 4,2 ,, 

Lange der Mittelschenkel '..... 3,8 ,, 4,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10,2 12,8 ,, 

Lange des Ovipositors ,, 9,2 ,, 



AuBer der Type haben wir die folgenden Stiicke, alle in Alkohol, vor uns: 
Kissenje, Nordkiiste des Kiwu-Sees, Februar bis November 1908 (VON 
STEGMANN und STEIN), i d*. Bugoie-Wald, Nordwestruanda, Februar 
bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 2 0*0*. Kwidsclnvi- 
Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i ?, 
2 99 (eines derselben ist obeii beschrieben). Siidostkiiste des Kiwu-Sees, 
August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 7 99. Isalinia, in einer Hohe 
von ungefahr 3000 m, November 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i un- 
reifes 9- 

Die Mannchen variieren betrachtlich in der GroCe, aber das ist scheinbar 
individual, da die beiden Bugoie-o 71 in dieser Hinsicht betrachtlich variieren. 
Die 0*0* sind vollstandig einfarben. Die 99 variieren in der GroBe nur wenig, 
und in der Farbung variiert hauptsachlich die Breite des lateralen Abdominal- 
bandes. 

Die Extreme in der Reihe der Mannchen zeigen folgende MaCe: 

(Kissenje) (Kwidschwi- 

mseln) 

Kdrperlange 9 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 

Lange der Tegmen 3,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel ... 9 ,, 

Orchelimum Serville. 

Orchelimurn senegalense Krauss. 
1877. 0[rchelimum] senegalense Krauss. 

Sitzungsber. d. K. Akad. Wissensch., Wien, Math. -Nat. Cl. LXXVI p. 60 pi. i, Figuren 12, I2a 
[Bakel, Senegal]. 

Walcl zwischen Irumu und Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congo- 
staat, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. SCHUBOTZ), i a* in Alkohol. 
Wald nordwestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes 9- 

Das entwickelte Stiick stimmt in alien Hauptdetails mit dem einzigen < 
aus Kamerun iiberein, die Tegmina und Hinterschenkel jedoch zeigen in denMaft- 
angaben Verschiedenheiten, da die Tegmina etwas langer und die Schenkel 
etwas kiirzer sind; die ersteren sind 29 mm, die letzteren 15,5 mm lang. 

Es scheint uns sehr wahrscheinlich, daB die vorliegende Species wenigstens 
als Subgenus von den iibrigen ausschlieBlich amerikanischen Species des Genus 
Orchelimum getrennt werden mui3. Gewisse Unterschiede in der Form der Teg- 
mina, des Dorsums des Pronotums und der mannlichen Cerci scheinen von 
erheblicher Bedeutung. Furs erste mochten wir jedoch von einer derartigen 
Trennung absehen, da das ausgewachsene 9 der Species nicht erhaltlich ist. 




20O 

Der vorliegende Bericht enveitert den Verbreituiigsbezirk dieser Species 
ostwarts von friiher erwahnten Fundstellen, deren ostlichster Libenghi am 
Ubangi 1st. 

Conocephalus Thunberg (Xiphidium der Autoren). 

Conocephalus conocephalus (Linne). 
1767. [Qryllus (Tettigonia)] conocephalus Linne. 

Syst. Nat., XII. Ed. p. 696 [Afrika]. 

Steppe bei Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-N3*anza, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Beni, Semliki-Tal, Congo- 
staat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i cf in Alkohol. Wald 
zwischen Irumu und Mawambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, April 
1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (ScnuBOTz), i 9 in Alkohol. Avakubi, 
Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, 22. April 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i c? in Alkohol. 

GiGUO-Tos hat mit Vorbehalt diese Species (in Abruzzi, II Ruwenzori I 
p. 313) aus Entebbe, Uganda erwahnt. 

Conocephalus maculatus (Le Guillou). 
1841. Xiphidion maculatum Le Guillou. 

Revue zoolog. 1841, p. 294 [Mankassar]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), 3 a", i reifes 9, i unreifes 9 in Alkohol. Usum- 
bura, Nordende des Tanganjika-Sees, November bis Dezember 1907 (VON 
STEGMANN und STEIN), i a* in Alkohol. Wald zwischen Irumu und Ma- 
. wambi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i d* in Alkohol. 



Conocephalus iris 
1839. Xiphidion iris Serville. 

Hist. Nat. Ins., Orthopt. p. 506 [AJ^uritius]. 

Steppe bei Kasindi, Nordufer des Albert-Ed ward-Nyanza, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Mawambi, Ituri-Aruwimi- 
becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- 
Die Stiicke stimmen mit einem mannlichen Stiick aus Aldabra vollig iiberein, 
das als diese Species von SAUSSURE bestimmt worden ist ; auch stimmen alle drei 
Stiicke mit REDTEN BACKERS Beschreibung von iris iiberein, nur daB die zentral- 
afrikanischen Stiicke einen etwas kiirzeren Ovipositor haben, als wie die Be- 
schreibung angibt. Es scheint uns, als hatte SERVIU/E zwei Stiicke in seiner 
Originalbestimmung durcheinandergebracht, maculatus und iris der Autoren, 



x ) Conocephalus punctipennis (Walker). GIGLIO-TOS hat (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 314) 
diese Species mit Vorbehalt aus Ibanda, Toro, erwahnt. 



201 

da er, abgeseheii von einigen wenigen Punkten in der Beschreibung, abweichend 
von iris der Autoren, im Zusammenhang mit Stiicken von Mauritius andere 
aus Java und aus ,,Ost-Indien" anfiihrt, FundorK-, von denen die vorliegende 
Species nicht bekannt ist, jedoch wohl bekannt innerhalb des Yerbreitungs- 
bezirkes von maculatus. Oberflachlich betrachtet gleichen die beiden Formen 
einander allerdings sehr. 

GiGUO-Tos hat diese Species aus Entebbe und Katcnde, Uganda erwahnt 
(in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 313). 

Xiphidiopsis Redtenbacher. 

UJ L \ 8 R A R 

Xiphidiopsis ituriensis n. sp. 

Type: 9, Oberer Ituri, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-M^, ' 
Exp.) [Berliner Museum] In Alkohol. 

Diese Species kann von den anderen afrikanischen Species dieses Genus, 
von denen das 9 bekannt ist, leicht unterschieden werden durch den kurzen 
und deutlich bogenformigen Ovipositor, der bei jenen Species (mitratus, lineatiis 
Bolivar und hintheliana Griffini) gerade und betrachtlich langer (9,5 bis n mm) 
ist. In dieser Bezeichnung stimmt die vorliegende Form iibereiii mit der indischen 
X. straminula Walker, doch von jener Species unterscheidet sich die neue Form 
durch das Fehlen deutlicher Lateralkiele an der Scheibe des Pronotums. 

Es ist moglich, daB dieses das 9 von X. bubianus Bolivar ist, der einzigen 
afrikanischen Species des Genus im c ' allein bekannten, aber das Pronotum ist 
bei der vorliegenden Species kiirzer als bei bubianus und die Verastelungen 
des Medianastes sind zahlreicher. 

Yon geringer GroBe; Habitus sehr lang gestreckt, wie gewohrilich bei dem 
Genus. Occiput und Fastigium beinahe horizontal, letzteres stark zusammen- 
gedriickt, schlank, stumpf zugespitzt, den Rand der Antennalwiilste leicht iiber- 
ragend, nicht gefurcht, ventrad den Apex des Frontalfastigiums beriihrend; 
Gesicht leicht zuriicktretend ; Augen beinahe kugelformig, maBig vorstehend, 
etwas zusammengedrtickt; Antennen die Spitzen der Tegmina weit iiberragend, 
das Proximalglied leicht knotig auf der Innenflache. Pronotum deutlich longi- 
tudinal, die Scheibe in die I,ateralloben sich abrundend, beinahe abgeflacht, mit 
keiner Spur von Keil, die Scheibe leicht und allmahlich caudad sich verbrei- 
ternd, zweimal so lang als breit; Cephalrand der Scheibe sehr schwach bogen- 
formig, Caudalrand vorgezogen, spitzwinklig, der unmittelbare Winkel stark ge- 
rundet und die Rander laterad von demselben leicht bogenf orrnig ; Metazona 
sehr wehig kiirzer als die Prozona; Lateraloben nahezu zweimal so lang wie 
breit, Cephalrand schief gestreckt, Yentrocephalecke sehr breit abgerundet, 
Ventralrand kurz, schief gestreckt, Yentrocaudalecke stumpf abgerundet, Caudal- 
rand schief buchtig abgestutzt, ein schwach angedeuteter Humeralausbuchtung 



2O2 

vorhanclen. Tegmina fast zweimal ?o lang wie dieHinterschenkel, linealisch lanzett- 
lich, zwischen neun- bis zehnmal so lang wie die grofite Breite, Rander im allge- 
meinen beinahe parallel, Costalrand distad leicht bogig, Apex sehr schmal abge- 
rundet; AstderhinterenRadialader deutli:!i vcrderMittedesTegmensdivergierend, 
fiinfastig, der Hauptast und der distale Zweig den Apex der Tegmina erreichend, 
die iibrigen den Suturalrand erreichend. Fliigel die Tegmina nicht iiberragend. 
Prosternum unbewaffnet; Mesosternum quer rechtwinklig ; Metasternum an 
den Lateralrandern caudad stark schief abgestutzt, der Caudalrand tief aus- 
gerandet. Supraanalplatte fast rechtwinklig, die Lateralrander distad leicht 
konvergierend, der Caudalrand sehrflach und schwach stump fwinklig ausgerandet; 
Cerci mehr als zweimal so lang wie die Supraanalplatte, schlank, in der distalen 
Halfte konisch, leicht eingebogen; Ovipositor ungefahr einundeinhalbmal so lang 
wie das Dorsum des Pronotums, bogenformig, im apicalen Drittel mehr als in 
dem iibrigen Teile, eher schlank, gleichmaBig konisch, die Rander des distalen 
Drittels dorsad gekerbt und ventrad fein kerbzahnig gesagt, Apex ma'Big spitz; 
Subgenitalplatte quer, Distalrand bogenformig. Alle Schenkel ventrad un- 
bewaffnet; Foramina der Vordertibien auf beiden Seiten off en, an jedem Yentral- 
rande mit vier Dornen bewaffnet, Dorsalrander unbewaffnet; Mitteltibien in 
der distalen Halfte leicht konisch, an jedem Ventralrande mit fiinf Dornen be- 
waffnet; proximaler Teil der Hinterschenkel stark blasig aufgetrieben, distaler 
Teil sehr schlank. 

Hauptf arbe lederartig ; blasig aufgetriebener Teil der Hinterschenkel ockerig 
rotlichbraun ; breites Mittelband am Dorsum des Kopfes und Pronotums prouts- 
braun, an der Prozona stark verschmalert und dort ockergelb gerandet; Analarea 
der Tegmina proximad proutsbraun betupft, Suturalrand in der gleichen Farbe 
verwaschen, distale zwei Drittel des Discoidalfeldes mit einer Anzahl blaB prouts- 
brauner runder Punkte ; Augen seehundbraun ; Ovipositor distad gebrannt umbra- 
farben gerandet; Antennen schwach und sparlich braun geringelt. 

MaBe. 

Lange des Korpers 13 mm 

Lange des Pronotums 4 ,, 

Grofite dorsale Breite des Pronotums . . 2 ,, 

Lange der Tegmen 20 

Lange der Yorderschenkel 3,8 ,, 

Lange der Mittelschenkel 4,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 10,3 ,, 

Lange des Ovipositors 5,3 ,, 

Die Type dieser Species ist einzig. 



203 

Hetrodinae 1 ) 
Cosmoderus Lucas. 

Cosmoderus femoralis Sjostedt. 
1901. Cosmoderus femoralis Sjostedt. 

Bihang K. Sven.'ka Vct.-Akad. Handl. XXVII afd. IV No. 3 p. 41 [ Bongc, Bibundi, Itoki, 
Bavo, Kamerun]. 

Avakubi, Aruwimi-Becken, Congostaat, April 1908 (Deutsche Zentr.- 

Afr.-Exp.), i 9- 

Die Determination dieses Stiickes ist etwas ungewii3, da es ein Verschieden- 
heitsmerkmal von der Originalbeschreibung von femoralis aufweist, namlich 
das Vorhandensein von Dornen anderer Art als das Endpaar am Dorsum der 
Schenkel. Diese treten in einer Anzahl von fiinf bis sechs auf , sehr gut entwickelt 
und oft halb so lang wie das Endpaar. Wahrscheinlich ist dieses Stuck dennoch 
dasselbe wie SJOSTEDT s Material, trotz der unbewaffneten Oberseite der Schenkel 
des letzteren, eine gerade als Erkennungsmerkmal von SJOSTEDT angegebene 
Eigentiimlichkeit. Der Grund unserer Annahme liegt darin, dai3 clas Stuck 
aus Avakubi in alien anderen Einzelheiten mit der Beschreibung iibereinstimmt 
und weil wir wissen, daB auch bei der sehr nahe verwandten C. maculatus Kirby 
diese Dornen vorkommen und auch nicht vorkommen, je nachdem; eine uns 
vorliegende Serie von sieben Stiicken der letzteren zeigt diese Variabilitat recht 
deutlich. Es sei noch bemerkt, daB GRIFFINI 2 ) ein Stuck dieser Species erwahnt 
hat, das an den Vorderschenkel kleine Dornen besitzt. 

Enyaliopsis Karsch. 3 ) 

Enyaliopsis bloyeti (Lucas). 
1885. Eugaster bloyeti Lucas. 

Bull. Soc. Entom. France, 6. Ser. V p. XCI [Kondoa, Deutsch-Ost-Afrika]. 

Rufua (Mpororo-Posten), Mpororo, i. August 1907, Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp. (SCHUBOTZ), i d* in Alkohol. Niansa, Ruanda, Hohe ungefahr 1500 m, 
12. August 1907, (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i unreifes o* in Alkohol. 
Kiwu-See (Dr. KANDT), i unreifes 9 in Alkohol. Kissenji, Nordufer des 
Kiwu-Sees, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), 
i 9 in Alkohol. Vulkanisches Gebiet nordostlich vom Kiwu-See, Oktober 
1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (VON RAVEN), i d", i 9 in Alkohol. 



x ) Eugaster loricatus Gerstaecker. Erwahnt aus Uganda (KIRBY in JOHNSTON, T'ganda 
Protect I p. 467). 

-) Mem. Soc. Entom. Belg. XV p. 36. 

3 ) Enyaliopsis petersii (Schaum). Erwahnt vom Ruwenzori von KlRBV (Proc. Zool. Soc. 
London 1902, Vol. I p. 95) und aus Sanda und Kaibo, Uganda und Ibanda, Toro, von GIGLIO-TOS 
(in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 314). Enyaliopsis diirandi (Lucas). Erwahnt aus Uganda von 
KlRBV (in JOHNSTON, Uganda Protect I p. 467). 



204 

Diese Stiicke stimmen vollstandig mit der Originalbeschreibung der Species 
iiberein, zeigen jedoch einige kleine Abweichungen in der Lange der proiiotalen 
Dornen und in der apicalen Ausrandung der Subgenitalplatte des o* . Der Hinter- 
rand der Scheibe des Pronotums ist etwas mehr bogenformig bei den meisten 
Stiicken, als wie urspriinglich beschrieben, bei anderen Stiicken jedoch ist er 
ebenso abgestutzt wie bei der verwandten E. durandi. Bei beiden Geschlechtern 
herrscht ein hoher Grad von Verschiedenheit in bezug auf die GroBe. 



Gryllacrinae. 
Gryllacris Serville. 1 ) 

Gryllacris submutica Brunner. 
1888. Gryllacris submutica Brunner. 

Verhandl. d. K.-K. Zool.-Botau. Gesellsch., Wieii XXXVIII p. 366 [Mombasa, Britisch-Ost- 
Afrika]. 

Auf der nach dem Congo zu gelegenen Seite des Russisi-Flusses, bei Uvira, 
Nordende des Tanganjika-Sees, Mai 1908 (R. GRAUER), I 9 in Alkohol. 
Diese Species ist aus Manow, Deutsch-Ost-Afrika und Popocabacca, Congo- 
staat, erwahnt. 

Gryllacris kilirnandjarica Sjofitedt. 
1909. Gryllacris kilirnandjarica Sjostedt. 

Wissenschaftl. Ergebn. der Schwed. Zoolog. Exped. Kilimandjaro XVII p. 145 [Kibonoto, 
Kilimaiidjaro]. 

Mulera, November 1907, (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9- 
Dieses Stuck stimmt mit der. Originalbeschreibung der Species vollig iiberein 
mit Ausnahme zweier Punkte, die jedoch nicht ausreichend erscheinen, um das 
vorliegende Material besdnders von SjOSTEDTs Species zu trennen. Die Vorder- 
und Mitteltibien haben an beiden Randern zwei Dornen statt drei am Hinter- 
rande, wie beschrieben, und die Tegmina sind 14 mm lang statt 18, wie urspriing- 
lich angegeben. 

Diese interessante Species ist nur von der typischen Lokalitat und der oben 
angegebenen bekannt. 

Neanias Brunner. 

Neanias glauningi Griffini. 
1911. Neanias glauningi Griffini. 

Zoolog. Jahrb., Abt. Syst. XXXI p. 467 [Ost-Afrika]. 

Kwidschwi-Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), 4 c ?, 2 reife und 2 unreife 99 in Alkohol. 

1 ) Gryllacris nana Brunner. Berichtet vom Ruwenzori von KlRBY (Trans. Zool. Soc. L,ondon 
XIX pt. I p. 65). 



205 

Diese Stiicke stimmen niit der kiirzlich von dieser Species gegebenen Be- 
schreibung vollstandig iiberein, aber der Ovipositor ist ctwas mehr bogenformig 
als wie ,,subrectus", wie der Autor sich in der Originalbeschreibung aus- 
driickt. 

Die einzigen Berichte iiber Fundorte dieser Species sind auBer den oben 
genannten die unbestimmte typische Lokalitat und die eines typischen Stiickes, 
welche von GRIFFINI als Gelo bezeichnet ist; wir vermuten, daB dies eine Lokali- 
tat am Gelo-FluB oder in der Nahe des Gelo-Flusses ist, eines Nebenflusses des 
Sobat im westlichen Abessinien. 



Qryllidae. 

Gryllotalpinae. 
Gryllotalpa Latreille. 

Gryllotalpa africana Beauvois. 
1805. Gryllo-talpa africana Beauvois. 

Insect. Rec. Afr. Anier. p. 229 pi. lie [,,Royaume d'Oware"]. 

Kesimbili am Kagera-FluB, Ankole, Juni 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOT/), i 9 i n Alkohol. Mohasi-See, Ruanda, Juli 1907, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (ScnuBOTZ), i Nymphe in Alkohol. Kiwu-See 
(Dr. KANDT), i o* in Alkohol. Deutsch-Ost-Afrika (R. GRAUER), 2 99 i" 
Alkohol. Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-Nyanza, Januar 1908, 
Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i rj 1 in Alkohol. Entebbe, Uganda 
(R. GRAUER), 3 99 in Alkohol [Deutsches Entomologisches National- 
museum]. Wald, nordvvestlich von Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 
1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 2 0*0* in Alkohol. Mboga, 
\Yestabhang des Semliki-Tales, Congostaat, Marz 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. Mawambi, oberer Ituri, Congostaat, April 
1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. Avakubi, 
Aruwimi-Ituri-Becken, Congostaat, 25. April 1908, i 9 in Alkohol. 
Wir haben alle diese Stiicke dieser Species zugeteilt, obgleich es nicht aus- 
geschlossen erscheint, dafi zwei Formen in der Serie enthalten sind. Die all- 
gemeinen GroBenverhaltnisse zeigen betrachtliche Abweichungen, ebenso die 
Ocelli-GroBen und die Lange der Fliigel, aber der Zustand des Materials, in 
Alkohol und etwas fragmentarisch, sowie das Fehlen von geniigendem trockciun 
Material zwecks Vergleichung laBt solche Deduktionsversuche wenig wertvoll er- 
scheinen. Das Kesimbili-9 ist ein t\*pisches groBes Exemplar dieses Geschlechts 
mit nachstehenden MaBen: 



206 

Lange des Korpers 35 mm 

Lange des Pronotums 8,9 

Lange der Tegmen 12,5 ,, 

Lange der Fliigel 25 ,, 

Lange der Hinterschenkel 8,8 ,, 

Eines der Entebbe-9 und beide < nordwestlich von Beni sincl deutlich 
kurzfliigelig, die Tegmina das Abdomen zur Halfte bedeckend, wahrend ihre 
geschwanzten Spitzen des Fliigels nicht oder nur wenig liber die Spitzen der 
Tegmina hinausrageii. 

KIRBY hat diese Species aus Mokia, siidostlich vom Ruwenzori, berichtet, 
und GiGLiO-Tos hat Entebbe, Uganda, Ibanda und Fort Portal, Toro und eineii 
nicht weiter spezifizierten Punkt in Toro als Lokalitaten angegeben. 



Qryllinae. 
Nemobius Serville. 

Nemobius aethiops Saussure? 
1877. Nemobius aethiops Saussure. 

Mel. Orthopt V p. 250 [Congo]. 

Usumbura am Tanganjika-See, November bis Dezember 1907 (VON 
STEGMANN und STEIN), 2 99 in Alkohol. 

Da mannliche Stiicke fehlen, sehen wir uns gezwungen, diese Exemplare 
mit einigem Zweifel der vorliegendeii Species anzureihen. Eines derselben ist 
viel schwarzer als das andere und stimmt mit der Beschreibung der Species 
vollig iiberein, wahrend das andere Stuck deutlich heller ist und, abgesehen 
von einem etwas kiirzeren Ovipositor und seinen nicht gebanderten Hinterschen- 
keln mit der Beschreibung von N. grandidieri Saussure iibereinstimmt, einer 
Form, die aus Madagaskar beschrieben ist und welche dem Originalbeschreiber 
der aethiops so nahe zu stehen schien, daB er hierzu bemerkt: ,,Elle est tres- 
voisine du N. grandidieri; peut-etre la meme?" Es scheint, daB das vorliegende 
Material zu einer bejahenden Antwort Veranlassung gibt, da die zwei Stiicke 
der Struktur nach voneinander nicht zu trennen sind. 

Nemobius massaicus Sjostedt? 
1909. Nemobius massaicus Sjostedt. 

Wissenschaftl. Ergebn. der Schwed. Zoolog. Exped. Kilimandjaro, Mem XVII p. 97 [Kibo- 
noto, Kilimandjaro; Meru]. 

Galago-See, nordwestliches Ruanda, November 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 2 cfV, 4 99 in Alkohol. Rugege-Wald, siidwest- 
liches Ruanda, Hohe ungefahr 1800 m, 20. August 1907, Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 2 reife 99, i unreifes 9 in Alkohol. Bugoie-Wald, 



nordwestliches Ruanda, Februar bis November 1908 (vox STK<;MAXX und 
STEIN), i 9 in Alkohol. Ful3 des Karissimbi, Yirunga-Yulkane, Hohe 
ungefahr 2400 m, November 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. ( V SCHUBOTZ), 

1 d*, 3 99 in Alkohol. Sabinjo, Virunga-Vulkane, Hohe ungefahr 3000 m, 
November 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), 2 W in Alkohol. 
Fui3 des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. Westseite des Ruwenzori, Hohe 2500 m, Febuar 
1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. (SCHUBOTZ), i 9 in Alkohol. 

\Vir haben obige Serie mit einigem Zogern dieser Species zugeteilt, \veil die 
Originalbeschreibung iiber eine Anzahl von Merkmalen schweigt, die in den 
Beschreibungen von Formen dieses schwierigen Genus betont werden sollten. 
Bei der vorliegenden Serie ist die Eigentumlichkeit von teilweise zusammen- 
flief3enden ersten und zweiten Saiten des mannlichen Tegmens bei einem der 
Mannchen vorhanden, ein von SjOSTEDT als Hauptcharakter der Species an- 
gegebene Erscheinung, bei den anderen jedoch sind die beiden Saiten in ihrer 
ganzen Lange deutlich. Es ist natiirlich moglich, dai3 zwei Formen in der Serie 
enthalten sind, aber in alien anderen Merkmalen sind die Stiicke nicht voneinander 
zu trennen. Das 9 vom Fufie des Ruwenzori ist in der Farbe viel blasser als irgend- 
eines der anderen, mit einer deutlich markierten gelben Zeichnung, auch ist der 
Ovipositor etwas kiirzer ; da aber cf fehlen und das Material fur eine Yergleichung 
zu geringfiigig ist, so scheint es wiinschenswert, an dieser vStelle wenigstens 
versuchsweise diese Serie hier zu erwahnen. 

Brachytrupes Serville. 1 ) 

Brachytrupes membranaceus (Drury). 
1773. Gryllus (Acheta) membranaceus Drury. 

Illustr. Nat. Hist. Exot. Ins. II p. 81 pi. XLIII, Fig. 2 [,,Hondurasbay ; Moskitokiiste"]. 

Bukoba, Westufer des Victoria-Nyanza, Februar 1892 (STUHLMAXX), 

2 99 in Alkohol. Ebendaselbst, 13. 15. Juni 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), 2 0*0*. Sesse-Inseln, Victoria-Nyanza, 14. Dezember 1890 (STUHL- 
MANN), i o 71 . Kiwu-See (Dr. KANDT), 4 in Alkohol. Usumbura am 
Tanganjika-See, November bis Dezember 1907 (vox STEGMAXX und 
STEIN), 3 oV in Alkohol. Ufer des Russisi-Flusses auf der nach dem 
Congo zugelegenenSeite(nahebeiUvira, Congostaat), Mai 1908 (R.GRAi'ER), 
i o* in Alkohol. 

Die Anzahl der Dornen an der dorsalen Oberflache der hinteren Metatarsen 
erscheint von den vorliegenden Serien sehr \-erschieden ohne Riicksicht auf 
Geschlecht oder Lokalisation und in verschiedenen Fallen an den beiden Beinen 
merklich abweichend. Die Anordnung der Dornen bei dieser Serie ist wie folgt 



1 ) Brctchytrupes politus Bol. Berichtet aus Ibanda, Toro, von <;iGLIO-Tos (in Abruzzi, 
II Ruwenzori I p. 314). 



208 



(die oberen Zahlen reprasentieren den inneren, die unteren Zahlen den auBeren 
Rand) : 

Bukoba-d* \ Bukoba-g \ 



3550 2 3' 4 

2 4 



Sesse-Inseln 

2 4 

4 o 1 ) 4. 4 5 



Kiwu-See 
Usumbura 



- 
440 456 

4 4 3 4 " 



3 34 44 4 

Russisi-FluB ~ 

4 5 
Die Usumbura-Stiicke sincl sehr groB, das groBte < zeigt folgende MaBe 

Lange des Korpers 58 mm 

Lange des Pronotums . . 9,5 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 15,5 ,, 

Lange der Tegmen 40 

Lange der Hinterschenkel 28 ,, 

Die Kiwu-Stiicke sincl nur wenig kleiner als die von Usumbura, aber die 

Bukoba-9 steheii den iibrigeii an GroBe bedeutend nach. 

Neben den Berichten KlRB\ ; s iiber diese Species aus Fort-Portal, Uganda 

und vom Ruwenzori sind die oben erwahnten die einzigen genauen zentral- 

afrikanischen Lokalitaten fiir diese gut bekannte Species. 

Acheta Linne. 

Acheta bimaculata (De Geer). 
1773. Gryllus bimaculatus De Geer. 

Mem. Hist. Ins. Ill p. 520 pi. 43, Fig. 4 [Fundort unbekannt]. 

Kissenje, Kiwu-See, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN 
und STEIN), 3 99 in Alkohol. Kiwu-See (Dr. KANDT), i unreifes c? in 
Alkohol. Kasindi, Nordufer des Albert-Edward-Nyanza, Januar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Alkohol. 

KIRBY hat das Vorkommen dieser Species aus Entebbe, Uganda, erwahnt, 
und GiGLio-Tos hat sie aus Ibanda, Toro, berichtet. 

Acheta morio FAbricius. 
1781. [Acheta] morio Fabricius. 

Spec. Insect. I p. 354 [Aquinoctial-Afrika]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), 2 unreife 99 in Alkohol. Buschsteppe bei 
Fort-Beni, Semliki-Tal, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. 



J ) Bei einem Stuck vom Kiwu-See fehlen dieHintcrbeine und den mit einer Xummer bezeich- 
neten Stiicken fehlt ein Hinterbein. 



Bei clem reifen Stuck sincl die Tegmina so kurz, dafi sie den Apex des Ab- 
domens nicht erreichen, und z\var 1st diese Differenz ungefahr gleich der Liinge 
des Pronotums. 

GiGLio-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 315) hat diese Species aus 
Katende, Uganda und Ibanda, Toro, erwahnt. 

Gryllus Linne. 1 ) 

Gryllus vaginalis Saussure ? 
1877. Gryllus vaginalis Saussure. 

Melang. Orthopt. V p. 356 [Java]. 

Bugoie-Wald, nordwestliches Ruanda, Februar bis November 1908 
(VON STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. 

Wir fiihren dieses Stiick hier mit einigem Bedenken an, da es aus Afrika 
nicht berichtet worden ist, obgleich SAUSSURE sagt: ,,Probablement aussi aux 
Indes et en Afrique." Das Stiick stimmt sehr gut mit der Beschreibung iiberein, 
die Lateralfelder der Tegmina und der Ovipositor sind so, wie sie von SAUSSURE 
besonders betont worden sind. 

Gryllus conspersus Schaum. 
1862. Gryllus conspersus Schaum. 

In Peters Reise nach Mossambique, Zool. V p. 117 [Mozambique]. 

Usumbura, nordliches Ufer des Tanganjika-Sees, November bisDezember 
1908 (VON STEGMANN und STEIN), i 9 in Alkohol. 

GiGUO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 316) hat diese Species an- 
Entebbe und Katende, Uganda, Fort-Portal und Ibanda, Toro, sowie von einem 
nicht naher bestimmten Punkte in Toro und Bihunga, 2000 2400 m an der 
Ostseite des Ruwenzori, berichtet. 

Gryllus viator Kirby. 
1877. Gryllus melanocephalus Saussure (nicht Serville). 

Melang. Orthopt. V p. 342 [GazellenfluB, Abessinien; Ost-Indien]. 

1906. Gryllus viator Kirbv. 

Synon. Catal. Orthopt. II p. 32. 

Usumbura, Nordufer des Tanganjika-Sees, November bis Dezember 1908 
(VON STEGMANN und STEIN), i cf , 3 99, 6 unreife Stiicke in Alkohol. 
Kiwu-See (Dr. KANDT), i 9, i unreifes Stiick in Alkohol. Kwidscluvi- 
Insel, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in 
Alkohol. Obererlturi, Congostaat, Januar 1908, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 
(SCHUBOTZ), i 9, i unreifes Stiick in Alkohol. 



l ) Gryllus latifrons Karsch. Berichtet von GlGLIO-TOS (in Abruzzi, II Rmvtnzoril p. 315) aus 
Entebbe, Uganda, Tbaiida, Toro und einer nicht naher bezeichneten Lokalitat in Toro. 
Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 14 



2IO 

Bei alien obigen Stiicken bedecken die Tegmina nur wenig mehr als die 
Halfte des Abdomens, und die Fliigel sind abortiert. Am Occiput sind nur die 
postocularen gelben Linien markiert, in derselben Region findet sich auch kein 
Ouerstreifen, der Interaiitennalstreifen ist breit und gestreckt. 

\Vir stimmen mit KIRBYS Annahme iiberein, wenn er meint, dafi es ein 
Irrtum sei, SERVILLES melanocephalus mit der vorliegenden Form zu vereinigen. 

Diese Species ist von GiGLiO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. 315) aus 
Entebbe, Katendi, Kaibo und Mitiana, Uganda; Ibanda, Toro und Bihunga, 
2000 2400 m an der Ostseite des Ruwenzori, erwahnt. 

Gryllus leucostornus Serville. 
1839. GfyHus leucostomus Serville. 

Hist. Nat. Ins. Orthopt. p. 342 [Fundort unbekannt]. 

FuI3 des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908, (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. 

Die Hinterschenkel dieses Stiickes sind verhaltnisma'Big viel schlanker als 
bei den folgenden Species, obgleich die allgemeinen Gr613enverhaltnisse geringer 
sind. Die beiden Formen kommen sich in den meisten anderen Merkmalen 
sehr nahe. Der interno-mediane Sporn der Hinterbeine ist nahezu einundein- 
halbmal so lang wie der dorso-mediane. 

Die friiheren Berichte iiber die Species stammen aus West- und Ost-Afrika 
und aus der Kapgegend. 

Gryllus xanthoneurus Gerstaecker. 
1869. Gryllus xanthoneurus Gerstaecker. 

Archiv fur Naturgeschichte XXXV Bd. i p. 212 [ZwischenWanga und Mbaramu, Ost-Afrika]. 

Usumbura, Nordufer des Tanganjika-Sees, November bis Dezember 
1907 (VON STEGMANN und STEIN), i & in Alkohol. Siidostufer des Kiwu- 
Sees, August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i d 1 in Alkohol. 
Das Usumbura-Stiick hat vollig entwickelte geschwanzte Fliigel, im iibrigen 
stimmtes jedoch mit GERSTAECKERs Beschreibung vollig iiberein. Beim Kiwu- 
Stiick sind die Fliigel abortiert wie bei dem typischen Material, und der 
Cephalrand des Speculums ist etwas mehr winklig als bei dem Usumbura-Stiick. 
Friiher ist diese Species nur aus dem Kiistengebiete Ost-Afrikas und dem 
Lande am Kilimandscharo berichtet worden. 

Gryllus quadristrigatus Saussure. 
1877. Gryllus quadristrigatus Saussure. 

Melang. Orthopt. V p. 334 [Senaar, Goldkiiste, Afrika; Coromandelkiiste]. 

Usumbura, Nordufer des Tanganjika-Sees, November bis Dezember 1907 
(VON STEGMANN und STEIN), i a 1 in Alkohol. 

Diese Species ist friiher aus den Originallokalitaten und Madagaskar be- 
richtet. 



211 

Gryllus bordigalensis Latreille. 
1804. Gryllus bordigalensis Latreille. 

Hist. Nat. Crust. Ins. XII p. 124 [rmgegend von Bordeaux, Frankreich]. 

Usumbura, Nordufer des Tanganjika-Sees, November bis Dezember 1908 
(VON STEGMANN und STEIN), i ^, i 9 in Alkohol. Bugoie-Wald, nord- 
westliches Ruanda, Februar bis November 1908 (VON STEGMANN und 
STEIN), i 9 in Alkohol. Kissenji, Nordufer des Kiwu-Sees, Februar bis 
November 1908 (VON STEGMANN und STEIN), ' i Q in Alkohol. Oberer 
Ituri, Congostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i 9 in Al- 
kohol. 

Bei alien obengenannten Stiicken bedecken die Tegmina die Halfte oder sehr 
wenig mehr als die Halfte des Abdomens, wahrend die Fliigel ohne Ausnahme 
abortiert sind. Die Stiicke von Usumbura und Kissenji sind groB fiir diese 
Species, ein Paar von Usumbura zeigt nachstehende MaBe: 

cf 9 

Lange des Korpers 16,5 mm 15,5 mm 

Lange des Pronotums 2,8 ,, 3, 

GroBte Breite des Pronotums 4,2 ,, 4,2 ,, 

Lange der Tegmen ,, 6,8 ,, 

Lange der Hinterschenkel 9 ,, 9 ,, 

Lange des Ovipositors ,, 9 

Das Stuck vom oberen Ituri ist deutlich kleiner als die obigen Stiicke und 
stimmt in seinen MaBen mit den SAUSSUREschen MaBangaben fiir die Varietat 
mit verkiirzten Tegmina uberein, wahrend das Exemplar aus dem Bugoie-Walde 
in bezug auf seine GroBe zwischen dem Stiick vom oberen Ituri und dem aus 
Usumbura steht. Das Kissenji-Stiick weist ein breites gelbes Querband am 
Vertex auf, caudad von dem die gewohnlichen longitudinalen Linien vorhan- 
den sind. 

Gryllus adustus Karsch? 
1893. Gryllus adustus Karsch. 

Berl. Entomol. Zeitschr. XXXVIII p. 151 [Bismarckburg, Togo]. 

Kiwu-See (Dr. KANDT), i d* in Alkohol. 

Dieses verstiimmelte Stiick kann nur mit einigem Zweifel dieser Species 
zugerechnet werden, da es etwas kleinere MaBe besitzt, als die OriginalmaBe an- 
geben, auBerdem tragt der AuBenrand der einzigen vorhandenen Hintertibie neun 
Dornen statt der sieben, die in der Originalbeschreibung angegeben sind; der 
Innenrand jedoch hat, wie in der Originalbeschreibung, sechs Dornen. In alien 
iibrigen Merkmalen, auBer den geschwanzten Fliigeln, stimmt dieses Stiick mit 
der Originalbeschreibung vollig uberein. 

14* 



212 

Gryllodes Saussure. 

Gryllodes episcopus Saussure. 
1877. Gryllodes episcopus Saussure. 

Melang. Orthopt. V p. 369, pi. 13, Fig. XII i [Goldkiiste, West-Afrika]. 

Insel Wan, Kiwu-See, September 1907, Deutsche Zentr.-Afr.-Exp. 
(SCHUBOTZ), i o" in Alkohol. 

Die MaBverhaltnisse dieses Stiickes stimmen iiberein mit den von SAUvSSURE 
unter Var. A (S. 370) angegebeiien. 

AuBer den oben angefuhrten Lokalitaten ist diese Species auch noch aus 
Kamerun und Togo berichtet worden. 

Gryllodes paradiseus n. sp. 

Type: Q, Ost-Afrika (R. GRAUER) [Berliner Museum]. 

Augenscheinlich verwandt mit G. microcephalus Bolivar 1 ) von Assinie, West- 
Afrika, mit welcher sie iibereinstimmt in dem engen interantennalen. Zwischen- 
raum, in der cephaleii Verjiiiigung des Pronotums, in den quadratischen Lateral- 
loben desselben und in der allgemeinen Eneopteroiden Erscheinung des Insektes ; 
dieses letztere Merkmal ist ganz besonders von BOLIVAR erwahnt. Die neue 
Form unterscheidet sich durch die etwas bedeutendere GroBe, durch die sowohl 
faktischalsauchrelativkiirzeren Hinterschenkel undTibien, durch die geschwanzten 
Fliigel und offenbar durch die eigeiitiimliche Bewaffnung der Hintertibien, Sporne 
und Metatarsen. Die Eigentiimlichkeiten der Tibien, Sporne und Metatarsen 
sind so hervorstechend, daB es notwendig sein wird, in Zukunft fur diese und 
moglicherweise auch BOLIVARS Species ein Genus aufzustellen, obgleich die An- 
ordnung der Dornen der letzteren vom Beschreiber nicht angefiihrt worden ist. 

Von mittlerer GroBe; Habitus maBig verlangert. Kopf am Occiput abge- 
flacht, in die maBig vorragende Interaiitennalregion iibergehend; letztere von 
der Seite gesehen regelmaBig bogenformig, in die stark eingedriickte Supra- 
clypealsutur sich abrundend; breite Interantennalregion nicht groBer als zwei 
Drittel der Breite des proximalen Antennengliedes ; Ocelli in Form eines Drei- 
ecks angeordnet, der unpaare viel kleiner als die anderen und unmittelbar zwischen 
den Antenneti steheiid; Antennen fast bis zu den Spitzen der geschwanzten 
Fliigel reichend, Proximalglied kurz, sehr breit, beinahe ebenso breit wie dasAuge, 
stark niedergedriickt; Augen kurz eiformig, dorso-caudad am schmalsten, leicht 
vorstehend; Dorsalteil des Clypeus rechtwinklig, sehr stark quer, bogenformig; 
Palpi kurz. Pronotum niedergedriickt, cephalad sich stark verschmalernd, groBte 
caudale Breite iiber einundeinhalbmal so groB als die groBte Breite des Cephal- 
randes, Dorsum in die Lateralloben abgerundet; Cephalrand stark bogig aus- 
gerandet, Caudalrand mesad bogig vorgezogen, laterad bogenformig ausgerandet, 



Ann Soc. Entom. Fr. LXII p. 181. 



213 

beide Rander mit steifen Haaren bekleidet; Scheibe und Loben fein runzelig, 
eine vertiefte medio-longitudinale Linie cephalad gut markiert, caudad jedoch 
nur sparlich angedeutet; Lateralloben quadratisch, ungefahr z\veimal so lang 
als breit, Ventralrand schwach bogenformig, Ventrocephalecke stumpf, Ventro- 
caudalecke und Caudalrand der Loben regelmaBig bogenformig. Tegmina 
ungefahr zweiundeinhalhmal so lang wie das Pronotum, bis zur Mitte der Hinter- 
schenkel reichend; Lateralfeld caudad regelmaBig sich verschmalernd, Sutural- 
rand leicht bogig, die der beiden Tegmina leicht iibereinander greifend, Distal- 
rand rundlich rechtwinklig, Lateralfeld mit vier beinahe ])arallelen longitudinalen 
Adern, Mediastinader ungeteilt; Adern des Dorsalfeldes regelmaBig longitudinal 
angeordnet, gleichweit voneinander und durch Kreuzadern an den Zwischen- 
raumen in regelmaBige quadratische Felder geteilt. Fliigel stark gesch\vanzt, die 
Spitzen der Tegmina urn etwa die doppelte Lange der letzteren und die vSpitze 
des Ovipositors um die Kopf- und Pronotumlange iiberragend. Ovipositor 
ungefahr vier Fiinftel der Lange der Hinterschenkel. Yordertibieii mit einem 
deutlich oval en Foramen an der caudalen Seite, jedoch mit keiner Spur eines 
solchen an der cephalen Flache. Hinterschenkel eher schlank, bis etwas caudad 
von der Basis des Ovipositors reichend; Hintertibien kiirzer als die Schenkel, 
dorsad beinahe abgeplattet, AuBenrand mit zwei, Innenrand mit drei Dornen 
bewaffnet; drei kurze AuBensporne, der mittlere nahezu doppelt so lang als der 
dorsale, Innensporne nur zwei, der gewohnliche ventral e fehlt, von den beiden 
vorhandenen iibertrifft der dorsale den ventralen etwas an Lange und reicht 
fast bis zur Mitte des Metatarsus; hintere Metatarsen dorsad leicht bogig, im 
Querschnitt grob quadratisch, dorsale Oberflache abgeplattet, sehr leicht ge- 
furcht, die Rander mit zwei bis drei kurzen Dornen schwach bewaffnet; zweites 
hinteres Tarsalglied einfach, nicht so lang wie der innere metatarsale Sporn. 
Hauptfarbe des Kopfdorsums, des ganzen Pronotums und des proximalen 
Teiles der Fliigel braunlichschwarz ; Tegmina und distale zwei Drittel der Fliigel 
durchscheinend sehr blaB gelblich weiB. Kopf mit einer auBerst schwachen 
mediolongitudinalen ockerfarbenen Linie am Occiput, die sich bis zu der sch\vach- 
gemaschten Interocellarsutur ausdehnt ; die paarigen Ocelli zitronengelb ; Labrum, 
groBerer Teil der Kiefern und Ventralteil des Clypeus ockerfarben; Facial-Scutel- 
lum teilweise in der gleichen Farbe verwaschen; Augen marsbraun; Antennen 
braun, Proximalglied ockerig markiert mit der Hauptfarbe des Kopfdorsums; 
Palpen braunlich gewolkt ; Ventraloberflache des Kopfes, Thorax und Abdomens 
blaB-ockerig. Tegmina und Adern einfarbig; Fliigel an den Hauptadern in der 
blassen Area mit der dunkeln Basalfarbe liniiert. Yorder- und Mittelbeine blaB 
Broccoli braun. Hinterschenkel bisterfarben mit Ausnahme des distalen 
Endes, das ockerig ist; Hintertibien ahnlich der Basisfarbe der Schenkel, doch 
etwas blasser, die En den ockerig getupft, Dornen ockerig, schmal braunlich be- 
tupft; Tarsen ahnlich der Hauptfarbe der Tibien. Ovipositor ockerfarben ; Griffel 
matt lederbraun. 



214 

MaBe. 

Lange des Korpers 15 mm 

Lange des Pronotums 2,5 ,, 

GroBte candale Breite des Pronotums. . 3,8 ,, 

Lange der Tegmen 7 

Lange des Fliigel jenseits der Tegmen . 14,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 7,5 ,, 

Lange des Ovipositors 6 

Aufier der Type dieser Form liegt uns noch ein weibliches Exemplar aus 
Britisch-Uganda (GRAUER) vor, das dem Deutschen Entomologischen National- 
Museum gehort. Es hat keine Hinterbeine und ist etwas groBer als die Type, 
zeigt jedoch sonst keine wichtigen Unterschiede von der Type. 

Diese sehr auffallende Species ist leicht zu erkennen an ihrem eigenartigen 
Kleid, an der merkwiirdigen Anordnung der Dornen und Sporne der Hinterbeine 
sowie an der auffallenden Beschaffenheit der hinteren Metatarsen. 



Myrmeophilinae. 
Acanthoplistus Saussure. 

Acanthoplistus acutus Saussure. 
1877. A[canthoplistus] acutus Saussure. 

Melang. Orthopt. V p. 489 [Accra, Goldkiiste]. 

Undussuma, westlich des Albert-Nyanza, 2. August 1891 (STUHLMANN), 

i 9. 
Die einzigen friiheren Fundorte neben der typischen Patriaangabe sind 

Bismarckburg, Togo und Kibonoto, Kilimandscharo. 

Oecanthinae. 
Homoeogryllus Guerin. 

Homoeogryllus reticulatus (Fabricius). 
1781. [Acheta] reticulata Fabricius. 

Spec. Insect. I p. 354 [Kap der Guten Hoffnung]. 

Usumbura am Tanganjika-See, November bis Dezember 1908 (v. STEG- 
MANN und STEIN), 2 oV, i 9 in Alkohol. Kiwu-See (Dr KANDT), 
i d* in Alkohol. Karima, 21. Mai 1891 (STUHLMANN), i cf, i un- 
reifes Stiick. WestfuB des Ruwenzori, 5. Juni 1891 (STUHLMANN), i d" . 
Fort Beni, Semiliki-Tal, Kongostaat, Januar 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i cf, I 9 in Alkohol. Mboga, westlicher Abhang des Semliki-Tales, 
Kongostaat, Marz 1908 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), i a 71 in Alkohol. 



215 

Vorliegende Fundortangaben scheinen die einzigen aus Zentral-Afrika fur 
diese weitverbreitete Species zu sein. 

Homoeogryllus tessellatus (Serville). 1 ) 
1839. Phalangopsis tessellata vServille. 

Hist. Nat. Ins. Orthopt. p. 370 [Senegal]. 

Ufer des unteren Semliki, Kongostaat, Marz 1908 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.), i a*, i 9 in Alkohol. ' 

Das weibliche Exemplar ist etvvas kleiner, als die typischen MaBe fur dieses 
Ceschlecht angebeii, ein anderer Unterschied, als eben die Grofie, ist nicht auf- 
zufinden. Das ist augenscheinlich in den 70 und einigen Jahren, seitdem 
die weibliche Type beschrieben wurde, ohne Diagnose geblieben. Es sind daher 
einige Notizen iiber das Tegmen im Yergleich zu dem von H . reticulata und vcnosus 
am Ende von Interesse. 

Das Dorsum der Tegmina des < ' nicht mehr als dreiviertel der dorsalen 
Breite des Tegmens von H. reticulata, die MaBverhaltnisse und die Aderung 
sehr H. venosus ahnlich, \vie bei SAUSSURE abgebildet; das Speculum der all- 
gemeinen Gestalt nach zwischen reticulatus und vcnosus stehend, es ist namlich 
die kleinste Dimension gr613er im Verhaltnis als bei erstgenannter und kleiner 
als in letztgenannter Form, die mediane der drei Queradern des Speculum ist 
mehr laterad geneigt als bei venosus und weniger als bei reticulatus. 

Die MaJSe der beiden Stiicke sind wie folgt: 

tf 9 

Korperlange 21,5 mm 20 mm 

Lange des Pronotums 3,2 ,, 3,5 ., 

GroBte Breite des Pronotums ... 4,5 ,, 5 

Lange der Tegmen 16 ,, 13,5 ,, 

GroBte Breite der Tegmen .... 8,5,, 5,5,, 

Lange der Hinterschenkel 15 

Lange des Ovipositors ,, 18,5,, 

Die einzigen vorherbekannten Fundorte dieser Species sind Senegal und 
Sierra Leone, die vorliegenden Stiicken beweisen, dai3 das Wohngebiet weiter 
nach Osten sich erstreckt. 

Phaeophilacris Walker. 

Phaeophilacris angolensis Bolivar. 
1890. Ph[aeophyllacris] angolensis Bolivar. 

Jorn. Sci. Math. Phys. Xat., Lisboa, 2 a. Ser., I p. 231 [Caconda, Angola]. 

Usumbura am Tanganjika-See, November bis Dezember 1908 (v. STEG- 
MANN und STEIN), 2 99 in Alkohol. 



a ) Homoeogryllus venosus Saussure. GlGLIO-Tos (in Abruzzi, II Ruwenzori I p. ; i'>) hat diese 
Species von Entebbe, Uganda, erwahnt. 



2l6 

Diese Stiicke stimmen vollstandig mit cler Originalbeschreibung der Species 
iiberein, mit Ausnahme der Anzahl der Dornen an der dorsalen Flache des 
hinteren Metatarsus. In der Originaldiagnose steht: ,,Metatarsum posticum 
baud vel minutissime uni- vel bispinosum." Das vorliegende Paar zeigt 5 3 3 3 
Dornen am Metatarsus; aber da die Zahl der Dornen bei den Species dieses Genus, 
wie auch verwandter Genera, variiert, so ist es wahrscheinlich, dafi der Unter- 
schied zwischen den in meinen Handen befindlichen Individuen und den tvpischen 
Stiicken unrichtig und ohne besondere Bedeutung sind. Die Stirn der vorliegenden 
Exemplare ist genau so gezeichnet wie bei Speluncacris lucifuga Sjostedt (Wis- 
sensch. Ergebn. d. Schwed, Zool. Exp. Kilimandj., Mem XVII, pi. 5, fig. I3a). 

Phaeophilacris affinis n. sp. 

Type: 9, Bukoba, Westkiiste des Victoria-Nyanza, 13. 15. Juni 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Nahe mit P. angolensis verwandt, durch die groBere Gestalt, die mehr ver- 
breiterten Lateralloben des Pronotums, die nicht annulierten Tibien und durch 
die Beschaffenheit der Stirn, welche namlich ein Paar medianer schwarzbraun- 
licher Linien, anstatt eines breiten medianen, ebenso gefarbten Streifens wie bei 
angolensis aufweist, unterschieden. 

GroBe mittelmaBig; Habitus sehr wenig depreB; Oberflache (mit Ausnahme 
der glatten Stirne und der glatten Wange) fein behaart. Kopf , von der cephalen 
Seite gesehen, eiformig; Vertex etwas nach dem Fastigium zu abgeschragt, welches 
nicht breiter als das proximale Antennenglied ist, die Faciofastigialecke, von 
der Seite gesehen, fast rechteckig; Augen langlich, birnformig, eiformig, Apex 
ventrad; Antennen deutlich langer als der Ovipositor, Proximalgliedbreit, kaum 
niedergedriickt ; Palpen stark langlich, sehr schlank, das distale Glied nur in der 
distalen Halfte verbreitert. Pronotum quer, die Ventrolateralrander maBig vor- 
gezogen; cephaler Rand der Scheibe etwas stumpfwinklig ausgerandet, Caudalrand 
derselben fast abgestutzt; Scheibe mit einem queren medianen (und mesad 
postmedianen) bogigen Eindruck, der am Dorsum der Lateralloben sich ver- 
liert, ebenso ist eine schwache mediolongitudinale Linie vorhanden; Lange der 
Lateralloben ihre groBte Breite iibertreffend, Ventralrand etwas bogig, cephalad 
schief absteigend, der caudale Teil etwas eingedriickt, Ventrocephalecke breit ge- 
rundet. Caudalrand des Mesonotums etw r as bogigig, Caudalrand des Metanotums 
abgestutzt. Supraanalplatte beinahe dreieckig, Lateralrander mesad etwas ein- 
gedriickt und distad deutlich bogenformig konvergierend nach dem stumpfwinkligen 
Apexzu; Cerci walzenformig, bis zumApex des Ovipositors reichend; Subgenital- 
platte kahnformig, Caudalrand ausgerandet- abgestutzt ; Ovipositor ungefahr vier 
Fiinftel der Lange der Hinterschenkel, gestreckt, apicale Klappen schmal, 
spitz. Vorderschenkel etwas mehr als einhalb der Lange der Hinterschenkel, 
unbedornt; Vordertibien ebenso lang wie die Schenkel. Mittelschenkel mit ahn- 
lichen Verhaltnissen wie das vordere Beinpaar. Hinterschenkel in den proximalen 






zwei Dritteln betrachtlich aufgeblasen, das distale Drittel viel schlanker, Ventral 
rander unbedornt; Hintertibien etwas lander als die Schenkel, auf jedem Rande 
mit vier Dornen, die dornformigen Kerben deutlich, aber ganz kurz vor der 
Genicularregion undeutlich \verdend. dorsaler innerer vSporn etwas langer als der 
mediane und halb so lang ungefahr wie der Metatarsus, dorsaler auBerer Sporn 
ungefahr zwei Drittel so lang wie der dorsointernale Sporn; Hintermetatarsi 
etwas zusammengedriickt, am inneren Rande dorsad mit einem einzelnen apicalen 
Dorn und zwei bis drei am auBeren Rande, innerer Metatarsalsporn ungefahr 
zweimal so lang als das zweite Tarsenglied. 

Das ( ' unterscheidet sich vom 9 in folgenden Einzelheiten : Tegmina als 
kleine, laterale, eiformige Lappen vorhanden, die bis zur Mitte des Metanotums 
reichen, dorsad um ungefahr einundeinhalbmal die Breite des einzelnen Tegmens 
auseinanderstehend, distad breit gerundet, kerne Anderung. 

Allgemeine Farbung holzbraun, grell seehundbraun gezeichnet und geringelt. 
Stirn mit ein Paar breiter Bander von dunkler Farbe, von den Seiten des Facial- 
fastigiums ventrad bis zum Basalteile des Clypeus reichend, ventrad des Basal- 
randes der Wiilste ma'Big getrennt, was sie an den inneren Flachen gerandet 
erscheinen laBt, dorsad schmal zusammenflieBend, auch mit einer schmalen, 
subocularen Linie von derselben Farbe und einer mehr oder weniger deutlichen 
dunklen Linie, welche die Wange caudad einrandet ; Augen seehundbraun ; An- 
tennen nicht geringelt; Occiput seehundbraun gezeichnet. Pronotum laterad 
und cephalad sehr schmal seehundbraun gerandet, eine uiiregelma'Bige Area von 
derselben Farbe langs des mesocephalen Teiles der Scheibe, ein ebenso gefarbtes, 
dicht nebeneinanderstehendes, fast quadratisches Paar caudad an der Scheibe 
und ein Fleck von derselben Farbe caudad an den Later all oben. Mesonotum, 
Metanotum und Dorsum des Abdomens tief seehundbraun gerandet und 
gefleckt, die Rander und Flecke werden an Breite und GroBe caudad kleiner. 
Bauch nahezu einfarben holzbraun. Schenkel aller Beine deutlich seehund- 
braun geringelt, das cephale Paar mesad und distad mit zwei Ringeln, das 
mittlere Paar ahnlich, das hintere Paar distad vollstandig mit zwei Ringeln, an 
den dorsalen und internalen Flachen mit Andeutungen von unvollstandigen 
medianen und pramedianen Annuli, in der proximalen Halite findet sich eine 
undeutliche dorsale mediolongitudinale Linie; Ventralfurche derselben zum 
groBen Teil seehundbraun. Alle Tibien und Tarsen nicht annulliert. Griffel- 
formige Fortsatze von derselben Farbe; Ovipositor rostfarben, die Spitzen ge- 
brannt umbrafarben. 

Ma Be. 

Cf Q (Type) 

Korperlange 19 mm 17,5 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 3,5 

GroBte Breite des Pronotums . . . 6 5 ,, 

Lange der Tegmen 2 



218 

Lange der Vorderschenkel 10 mm 10,5 mm 

Lange der Mittelschenkel 10,8 ,, 10,2 ,, 

Lange der Hinterschenkel 18 ,, 18,5 ,, 

Lange der Caudaltibie 18 ,, 19,2 ,, 

Lange des Ovipositors ,, I 5,5 ,, 

Aul3er der Type liegt uns eine paratypische Serie von 27 Stiicken vor; fiinf 
von diesen sind reife dV, 17 reife 99 und der Rest unreife Individuen beiderlei 
Geschlechts. Die Serie ist auffallend einfarbig, die Zeichnung variiert kaum, 
wahrend die allgemeine Farbung bei verschiedenen Stiicken etwas heller ist als 
die der Type. Die faciale Zeichnung der Type hat sich bei alien Kxemplaren als 
konstant erwiesen, keines derselben nahert sich der Species angolensis. In 
der GroBe variieren sie etwas, aber nicht betrachtlich. Die Extreme der Ge- 
schlechter in der Serie sind folgende: 

a* o* 66 

Korperlange 19 mm 19 mm 16.5 mm 21 mm 

Lange des Pronotums . 3,5 3,5 3,2 4,2 

GroBte Breite des Pronotums . 5,5 ,, 5,7 ,, 5,2 ,, 4,2 ,, 

Lange der Tegmen 2,5 ,, 2 

Lange der Vorderschenkel . . 10 ,, 10,5 ,, 9,5 ,, 10,2 ,, 

Lange der Mittelschenkel . . . 9,5 10 ,, 9 ,, 10 ,, 

Lange der Hinterschenkel . . 17 ,,. 17,5 ,, 16,5 ,, 18,5 ,, 

Lange der Hintertibie 17 18 18 ,, 19,5 ,, 

Lange des Ovipositors .... 13,5 ,, 14,5 ,, 

Die Zahl der Dornen am Dorsalrande der caudalen Metatarsi ist sehr variabel, 
das folgende Verzeichnis der an diesen Randern vorhandenen Dornen, bei 22 
erwachsenen Stiicken, mit einem oder beiden Hinterschenkeln, zeigt von \vie 
geringem diagnostischen Wert die Dornen bei diesem Genus sind. 

d" 

Rechts Links 

Innen AuBen Innen AuBen 

1.3 i3 

15 14 

9 

13 12 

13 2 ' 5 

i 6 26 

15 14 

12 12 

12 T 4 

i 6 i 6 

1 3 



219 

Rechts Links 

Type 



Inneu 


Au I3en 


i 


2 


i 


4 


i 


5 


i 


5 


i 


5 


i 


5 


i 


i 


i 

i 


3 

6 


i 


5 


i 


2 



I linen 


AuCen 


i 


3 


i 


4 


i 


6 


i 


4 


i 


5 


i 


3 


i 


2 


i 


6 


i 


5 


i 


3 



Phaeophilacris bukobiana n. sp. 

Type: o 71 , Bukoba, Westkiiste des Victoria Nyanza, 13. 15. Juni 1907 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. 

Nahe verwandt mit P. phalangium Karsch aus Kamerun 1 ), aber durch 
die geringelten Schenkel unterschieden. Yerglichen mit P. gymnica Karsch, aus 
Togo, der nachsten Verwandten, unterscheidet sie sich von letzterer durch die 
dornigen Ventralrander der Vorderschenkel und durch die fast zusammenhangen- 
den Tegmina, wahrend die der westafrikanischen Species betrachtlich (3 mm) 
voneinander getrennt sind. Die Abtrennung dieser Species auf Grund eines 
einzigen Farbcharakters mag im Hinblick auf die allgemeine Unsicherheit der 
Farbung in der Ordnung unerwiinscht scheinen, aber bei der vorliegenden Gruppe 
ist dieses Charakteristikum sehr zuverlassig und ein wichtiges diagnostisch.es 
Merkmal, und infolgedessen hegen wir keinen Zweifel, daB, wenn mehr Exem- 
plare vorhanden waren und man das weibliche Geschlecht untersuchen konnte, 
unsere Ansicht, die Bukoba-Stiicke als Art abzutrennen, bestatigt wiirde. KARSCH 
erwahnt nicht die Farbung der Stirn, welche oft bei dieser Abteilung der Familie 
von groBem Wert ist. 

Gestalt groi3 ; Habitus etwas niedergedriickt, spindelf ormig ; Oberflache fein 
kurz behaart. Struktur des Kopfes wie bei P. affinis, aber die Antennen mehr 
langlich. Pronotum dem von affinis ahnlich, aber deutlich querer, zweimal so 
breit wie lang. Tegmina nicht vollstandig die Mitte des proximalen Abdominal- 
segments erreichend, eiformig, dorsad sehr \venig getrennt, Distalrand gut ge- 
rundet, langs des Costalrandes eine bogige Yerdickung, Oberflache der Tegmina 
sehr dicht kurz behaart. Supraanalplatte wie bei affinis; Subgenitalplatte mai3ig 
zusammengedriickt kahnformig, Griff elfortsatze sehr rudimentar ; Cerci \valzenfor- 
mig, sehr wenig kiirzer als die Hinterschenkel. Vorderschenkel etwas mehr als zwei- 
mal so lang wie Kopf und Pronotum zusammen, kraftig, distad etwas konisch, 
dorsad etwas bogenformig; vollstandig an jedem Ventralrand mit dornformigen 



Berlin. Entomol. Zeitschr. XXXVII p. 78. 



220 

Einsagungen, Tibien ebenso lang wie die Femora; Metatarsi ungefahr drei Fiinftel 
der Tibiallange. Mittelbeine etwas kleiner als das vordere Paar, aber in den 
relativen MaBen ebenso. Hinterschenkel etwas kleiner als die Korperlange, im 
allgemeinen Charakter denen von affinis ahnlich, aber verhaltnismaBig mehr 
langlich; Hintertibien sehr wenig langer als die Schenkel, Dornen wie bei affinis, 
Sporen wie bei affinis; hintere Metatarsi dorsad mit einem einzelnen apicalen 
Dorn am inneren Rande, am auBeren Rande mit zwei bis vier Dornen, 
innerer Metatarsalsporn ungefahr zweimal so lang wie das zweite Tarsalglied. 
Farbung wie bei affinis mit wenigen Ausnahmen : Vordertibien und Vorder- 
tarsen stark verwaschen rostfarben, Facialstreifen breiter, Tegmina proutschen- 
braun, die verdickte Scheinader orangerotlichbraun angehaucht. 

MaBe. 

Korperlange 25 mm 

Lange des Pronotums 4,2 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 7,5 ,, 

Lange der Tegmen . . 3,5 

Lange der Vorderschenkel 15,8,, 

Lange der Mittelschenkel 14 

Lange der Hinterschenkel 21,5,, 

Lange der Hintertibie 22,5 ,, 

AuBer der Type haben wir eine paratypische Reihe von 5 a" vor uns, welche 
fast keine Farbenvariation zeigen, aber in der GroBe etwas schwanken; die Type 
ist das Maximum, wahrend das Minimum folgende MaBe aufweist: 

Korperlange . . 18 mm 

Lange des Pronotums 3,5 ,, 

GroBte Breite des, Pronotums 6 

Lange der Tegmen . 3,8 ,, 

Lange der Vorderschenkel 12 ,, 

Lange der Mittelschenkel n 

Lange der Hinterschenkel 17,8,, 

Lange der Hintertibie 19,5 ,, 

Die Zahl der Dornen an den dorsalen Randern der hinteren Metatarsi variiert 
bei dieser Species wie bei affinis. Die Serie zeigt die folgende Bedornung: 

Rechts Links 



Innen AuJBen Innen AuBen 

Type: 14 12 

i 5 

15 14 

i 4 

I 4 

I 4 



221 

Phaeophilacris kivuensis n. sp. 

Type: 9, Kwidschwi-Insdn, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.- 
Afr.-Exp.) [Berliner Museum]. In Alkohol. 

Deutlich nahe mit P. gyinnica Karsch, aus Togo 1 ), venvandt, unterscheidet 
sich aber von ihr in dem geringelten distalen Teil der Schenkel; KARSCH gibt an, 
daB alle Schenkel gelblichbraun seien, ohne die Annullierung zu erwahnen. 
Die Bemerkungen, die bei der vorhergehenden Species iiber den diagnostischen 
Wert der Farbe gemacht worden sind, gelten auch fiir diese Species. 

GroBemaBig; Habitus nicht ganz niedergedriickt, etwas spindelformig; Ober- 
flache (mit Ausnahme der glatten Stirn) mehr oder weniger kurz behaart. Kopf von 
clerselben allgemeinen Gestalt wie bei vorhergehender vSpecies; Antennen etwas 
langer als die Spitzen der Hintertarsen. Pronotum maBig quer, die groBte Breite 
ungefahr eineinhalbmal so gro!3 wie die Lange, der allgemeine Habitus ahnlich 
wie bei den anderen Species des oben behandelten Genus, mit Ausnahme des 
abgestutzten Charakters sowohl der cephalen als der caudalen Rander der Scheibe 
und der mehr gerundeteii ventrocephalen Ecke der Later alloben. Tegmina 
fehlen. Mesonotum und Metanotum caudad abgestutzt. Supraanalplatte der 
allgemeinen Form nach fast dreieckig, der proximale Teil der Lateralrander 
fa!3t die Basis der Cerci bogenformig ausgerandet ein, vom Rest des Randes 
durch eine deutlich rechteckige Schulter getrennt, hinter welcher die Rander 
bogig-winklig nach dem stumpfen Apex zu konvergieren ; Subgenitalplatte 
ziemlich klein, quer kahnformig; Ovipositor nur wenig kiirzer als die Hinter- 
schenkel, gestreckt, die apicalen Klappen sehr schmal und spitz; Cerci ungefahr 
drei Fiinftel der Lange der Hinterschenkel und bis zum apicalen Drittel des Ovi- 
positors reichend, walzenformig. Vorderschenkel ungefahr zweieinhalbmal so lang 
wie die dorsale Lange des Pronotums, in der proximalen Halfte etwas konisch, 
die ventralen Rander ungedornt ; Yordertibien so lang wie die Schenkel ; vordere 
Metatarsi sehr wenig mehr als halb so lang wie die Tibien. Mittelbeine ahnlich 
dem vorderen Paar. Hinterschenkel ungefahr so lang wie der Korper, die proximale 
Halfte sehr kraftig, das distale Drittel schlanker und gleichmaBiger ; Hinter- 
tibien sehr wenig langer als die Schenkel, etwas bogenformig gebeugt am distalen 
Viertel, am auBeren Rande mit vier bis fiinf Dornen, am inneren Rande mit 
drei bis vier Dornen, dorsoexternaler Sporn zweimal so lang wie der medio- 
externale, mediointernaler Sporn halb so lang wie der Metatarsus und iiber einund- 
halbmal so lang wie der dorsoexternale Sporn ; Metatarsi etwas mehr als ein Drittel 
der Lange der Hintertibien, dorsad am inneren Rande mit zwei Dornen, am 
auBeren Rande mit vier Dornen, Metatarsalsporn etwas langer als das zweite 
Tarsenglied. 

Allgemeine Farbung oben lohfarbenoliv, unten holzbraun, die dorsale Flache 
mehr oder weniger zimtbraun, Stirn mit einem dreieckigen seehundbraunen Fleck, 

l ) Berlin. Entomol. Zeitschr. XXXVIII p. 159. 



222 

cler Apex an der Fastigialecke, die ventrad divergierenden Rander und die Basis 
des Dreiecks bedecken die ganze Breite des Clypeus, ein kleiner Flecken unter 
den Antennen, die ganze Wange, der mediane Teil des Clypeus und die Mandibeln 
von derselben dunklen Farbe ; Augen gewurznelkebraun ; Antennen zum groBeren 
Teil mattgelb und zimtbraun unregelmaBig geringelt. Pronotum dorsad rotlich- 
braun, die Later alloben schwach dunkler gezeichnet, der Caudalrand der Scheibe 
sehr schmal mit derselben Farbe gerandet. Abdomen mehr oder weniger wolkig 
zimtbraun und ebenso gesprenkelt; Ovipositor lohfarben. Vorder- und Mittel- 
schenkel mit postmedianen und distalen vandyckebraunen Ringeln, Andeutungen 
eines pramedianen Annullus sind vorhanden; Vorder- und Mitteltibien nicht 
geringelt. Die distalen zweiDrittel der Hinterschenkel vandyckebraun angehaucht, 
diese Farbung verliert sich in wenig bestimmte postmediane und distale Ringel 
und liniiert zum Teil die schiefen Streifen der medianen und proximalen Teile 
der Schenkel, Ventralfurche nur an den Annulli wolkig; Hintertibien lohfarben; 
der auBere proximale Teil vandyckebraun, es folgt ein etwas blasser Ring, die 
Insertionsstellen der Dornen vandyckebraun gewolkt; Metatarsi blasser als 
die Tibien. 

MaBe. 

Korperlange . . . . 20,5 mm 

Lange des Pronotums 4 ,, 

GroBte Breite des Pronotums 5.5 >, 

Lange der Vorderschenkel 9,5 ,, 

Lange der Mittelschenkel 9,5 ,, 

Lange der Hinterschenkel 20,2 ,, 

Lange der Hintertibie 21,5 ,, 

Lange des Ovipositors 19 ,, 

Nur die Type der interessanten Species ist bekannt 1 ). 

Oecanthus Serville. 1 ) 

Oecanthus pellucens (Scopoli). 
1763. Gryllus pellucens Scopoli. 

Entom. Cam. p. 109 [Carniola, Austria]. 

Ruhanga, Mporo, 24. April 1891 (STUHLMANN), I a 1 . Kirima, 16. Juni 
1891 (STUHLMANN), i d*. Ful3 des Ruwenzori (Westseite), Februar 1908 
(Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), I 9 in- Alkohol. Zwischen Mawambi und 
Avakubi, Ituri-Aruwimi-Becken, Congostaat, 20. April 1908 (Deutsche 
Zentr.-Afr.-Exp.), I 9 in Alkohol. 

Bei alien 0*0* sind die Fliigel genugend geschwanzt, um sie bei der Varietat 
aqueus Sjostedt unterzubringen. 

l ) Oecanthus capcnsis Saussure. 

Auf dem Ruwenzori erwahnt. (KlRBY, in Johnston, Uganda Protect I p. 467.) 



223 

Oecanthus macer Karsch. 
1893. Oecanthus macer Karsch. 

Berl. Entomol. Zeitschr. XXXVIII p. 161 [Bismarckburg, TogoJ. 

Kwidschwi-Inseln, Kiwu-See, September 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.- 
Exp.), i 9 in Alkohol. Mboga, Westabhang des Semliki-Tales, Congostaat, 
Marz 1908, i ' in Alkohol. 

Diese Stiicke haben wir mit einigem Zogern zu dieser Species gestellt, da die 
Farbung des Kopfes nicht mit der Originalbeschreibung iibereinstimmt. Beim c 
ist die Interocularregion ganz schwarzlich iibergossen, wahrend caudad des Dorsums 
jeden Auges eine kurze, feine, schwarze Linie vorhanden. ist, welche den Caudal- 
rand des Kopfes nicht erreicht. Beim Weibchen ist der Kopf zwischen den Augen 
einfarben, aber beim a* sind die postocularen Linien vorhanden. Die viel kraf- 
tigeren Hinterschenkel dieser Species trennen sie scharf von pelluccns. 



Trigonidiinae. 
Trigonidium Rambur. 

Trigonidium cicindeloides Rambur. 
1839. Trigonidium cicindeloides Rambur. 

,,Faune Andalus. II p. 39" 

Siidostkiiste des Kiwu-Sees, August 1907 (Deutsche Zentr.-Afr.-Exp.), 
i 9 in Alkohol. Kiwu-See (Dr. KANDT) i r? in Alkohol. 
KARNY berichtet von dieser Species aus Mongalla im Sudan, und SjOSTEDT 
hat sie auf clem Kilimandjaro erbeutet. 



Fische. 



Von 

P. Pappenheim und G. A. Boulenger. 

Mit 10 Tafeln. 



Die ziemlich umfangreiche Ausbeute an SiiBwasserfischen umfaBt iiber 
700 Kxemplare in nieist guter Konservierung soweit nicht Formalin zur 
Verwendung gelangte - , darunter Exemplare von betrachtlicher GroBe (z. B. 
Protopterus aethopicus Hckl., Barbus fasolt sp. n. u. a.), wie solche leider 
sonst von Sammlern selten wegen der Transportschwierigkeiten mit- 
gebracht werden. Sie enthalt gegen 80 Arten, somit etwa den zwolften Teil 
der gesamten afrikanischen Fischfauna. Wenngleich auch das Material einer 
Expedition, die in verhaltnismaBig kurzer Zeit gewaltige Raume durch- 
querte, naturgemaB nicht ausreicht, einen einigermaBen vollstandigen t)ber- 
blick iiber die afrikanische Fischfauna zu geben, so geniigt es doch wenn 
es nach den Arbeiten BouLENGERs 1 ) noch dieses Beweises bedurft hatte , uns 
eine Tatsache erneut klar vor Augen zu fiihren, das ist die verhaltnismaBig 
groBe Einformigkeit und Gleichartigkeit des gesamten afrikanischen 
Kontinents hinsichtlich seiner Fischfauna, das fast vollige Fehlen gut abge- 
grenzter tiergeographischer Gebiete, verglichen mit den komplizierteren Ver- 
haltnissen Eurasiens. Hierbei ist allerdings wie bekannt von dem 

ausgesprochen paldarktischen ,,Mauretanien", d. h. dem heutigen Marokko 
nordlich des Atlas, Algier und' Tunis, abzusehen. 2 ) Dagegen bilden die groBen 
FluBsysteme keine geographischen Grenzen : stehen sich doch die einander hier 
vertretenden Formen so nahe, daB sie oft artlich vereinigt werden miissen, 
oder aber zeigen doch so enge, morphologische Verwandtschaft, daB auf eine 



J ) Ygl. vor allem G. A. BOULENGER, Catalogue of the Freshwater Fishes of Africa, 
Band I, 1909; II, 1910; London. 

2 ) Dies Gebiet ist unlangst recht passend von PELLEGRIN als ,,europaische Parzelle" 
(parcelle europeenne) bezeichnet worden. Vgl. hierzu die zusammenfassende Arbeit von 

J. PELLEGRIN, Les poissons d'eau douce d'Afrique et leur distribution geographique in: Comptes 
rendus de 1'Association Francaise pour 1'avancement des Sciences. - - Congres de Dijon 1911. - 
Paris Secretariat de 1'association. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. j c 



226 

relativ junge Abgliederung von der Stammform geschlossen werden muB. Fiir 
diesen Fall bildet die Mehrzahl der welter unten neu beschriebenen Barbus- 
Arten einen sprechenden Beweis. 1st doch in Afrika kaum irgendeine Fisch- 
gattung 1 ), nie aber eine Familie auf ein bestimmtes FluBsystem beschrahkt, so 
daB es z. B. fast unmoglich ist, etwa die Fischfaunen des Nils und des Nigers 
kurz unterscheidend zu charakterisieren. So bietet die vorliegende Ausbeute 
einen wertvollen Beitrag zur Kenntnis der Fisch- und somit wohl auch der 
gesamten Fauna Afrikas. 

Die Sammlung beschrankt sich im wesentlichen auf SiiBwasserfische ; einige 
in den Mangrowesiimpfen der Tschiloangomiindung erbeutete kleine Meeres- 
fische konnten, z. T. wegen ihrer Jugend, nicht bestimmt werden. 

Die Bearbeitung der schwierigen Familie der Cichlidae ist Herrn G. A. 
BOULENGER,, F. R. S., F. Z. S. vom British Museum (Natural History) zu 
danken, dem auch an dieser vStelle der warmste Dank gesagt werden soil. 



x ) Es sei hier nur an die doch zweifellos recht isoliert dastehende Gattung Pantodon 
erinnert. 



227 



Obersicht der Sammelergebnisse. 




Fundort 



Geogr. Verbreitung 



4- 
5. 
6. 

7- 
8. 

9- 
10. 



1 1. 

12. 



14. 



16. 

17- 
18. 
19. 
20. 

21. 

22. 

23- 
24. 



26. 
27. 
28. 
29. 
30. 
31- 

3 2 - 
33- 
34- 
35- 



Fam. Polypteridae 

Polypterus senegalus Cuv. 

Fam. Lepidosirenidae 

Protoptcrus aethiopicus Hckl. 

Fam. Mormyridae 

Mormyrops deliciosus Leach. 



Marcusenius nignpinnis Blgr. 

M. plagiostoma Blgr 

Myomyrus macrodon Blgr. . . . 
Gnathonemus peter sii Gthr. . . . 
Campylotnormyrus elephas (Blgr.) 
C. rhynchophorus (Blgr.) . . . . 
Mormyrus habereri Stud 

Fam. Characinidae 

Hydrocyon forskalii Cuv 

H. lineatus (Blkr.) 



Bryconaethiops microstoma boulengeri 
Pellegr 

Alestes macro phthalmus Gthr. . . . 



15. A. imberi Ptrs. 



A. grandisquamis Blgr. . . . 
Engnathichthys intermedius sp. n. 
Distichodus atroventralis Blgr. , 

D. fasciolatus Blgr 

D. sexfasciatus Blgr 

Citharinus gibbosus Blgr. . . . 

Fam. Cyprinidae 

VaricoyJiinus ruandae sp. n. . . 



T 7 . platystomus sp. n. 
Barbus kivuensis sp. n. 
B. vuasae sp n. . . . 



B. hindii Blgr. . . . 

B. fcrgussonii Blgr. 

B. mirabilis sp. n. . . 

B. ? caudovittatus Blgr. 

B. fasolt sp. n. . . . 

B. mawambi sp. n. 

B. mohasicits sp. n. 

B. luhondo sp. n. . . 

B. rnfiia sp. n. . . . 

B. carpio Pffr. . . . 



Albert-See 

Albert-Eduard-See ; 
Tanganjikasee 

Ituri bei Irumu 



Awakubi 
Awakubi 
Awakubi 
Awakubi 
Awakubi 
Awakubi 
Awakubi 

Albert-See 
Tanganjika 

Aruwimi bei Basoko 

Ituri, Albert-See, 

Tanganjika 

Ituri 

Ituri 

Aruwimi bei Basoko 

Ituri bei Mawambi 

Ituri und Aruwimi 

Aruwimi bei Basoko 

Aruwimi bei Basoko 



Mkunga bei Ruasa 

(Ruanda) 
VV ase (Ruanda) 

Kiwu-See 

Mkunga bei Ruasa 

(Ruanda) 

Ituri 

Albert-Eduard-See 
Ituri bei Mawambi 
Ituri bei Mawambi 

Ituri bei Irumu 

Ituri bei Mawambi 

Mohasi-See (Ruanda) 

Luhondo-See( Ruanda) 

Rufua (mpororo) 

Beni (Xilsystem); 

Oberer Ituri 



Nil-System, Senegal, Niger.Gambia 
Ostsudan bis Tanganjika 

Senegal, Gambia, Niger, Tschad, 
Kongo, Zambesi, Njassa, Webi 
Schebeli, Juba 

Oberer Kongo 

Kongo 

Kongo 

Niger, bis Kamerun, Kongo 

Oberer Kongo 

Kongo 

Siidkamerun ? ? 



Nil, Senegal, Niger 

Oberer Nil bis Niger, Ngami-See 

und Limpopo 
Kamerun, Gabun, Kongo 

Gabun bis Tanganjika-See 

Kongo und Rowuina bis Quanza 

und Limpopo 
Kongo, Bangweolo-See 

Kongo 
Kongo 
Kongo 
Kongo-, Tanganjika-See 



Tana, Athi, Pangani 
Albert-Eduard-See 

Ubanghi 



Undussurna (Ostafrika) ; 
Albert-See 



15* 



228 



Fundort 



Geogr. Verbreitung 



36. B. holotaenia Blgr. . . . 

37. B. perince Riipp 

38. B. pleuropholis Blgr. . . . 

39. B. (?) apleurogramma Blgr. 

40. Barilius tnoorii Blgr. . . 

41. Chelaethiops elongatus Blgr. 

Fam. Siluridae 

42. Clarias lazera C. V. ... 



43. Cl. carsonii Blgr. . . 

44. Cl. siibmarginatus Ptrs. 



45- Eutropius grenfelli Blgr. . . . 
46. Physailia occidentalis Pellegr. . 



47. Bagrus bay ad (Forsk.) .... 

48. B. docmak (Forsk.) 

49. Gephyroglanis gymnorhynchus sp. 

50. Auchenoglanis acuticeps sp. n. 

51. Synodontis schall (Bl. Schn.) . 

52. 5. melanostictus Blgr 



53. S. ornatus sp. n 

54. S. nummifer Blgr 

55. Malapterurus electricus (L.) . 

Fam. Cyprinodontidae 

56. Haplochilns modestus sp. n, . 

57. H. (?) macrurus Blgr. . . . 

Fam. Anabantidae 

58. Anabas congicus Blgr. . . . 

Fam. Cichlidae 

59. Tilapia nilotica (L.) . . . . 



60. T. melanopleura A. Dum. . . 

61. T. adolphi-fyederici sp. n. 

62. T. pappenhcinii sp. n. . . . 

63. T. martini Blgr 

64. T. lacrimosa Blgr. 

65. T. macrops Blgr 

66. Haplochromis schnbolzi sp. n. 
67.. //. angustifrons sp. n. . . . 



68. //. graueri sp. n. 

69. H. strigigena Pfeff. 

70. //. desfontainesi Lac. 



71. Paratilapia viltata Blgr. . . 

72. P. serranns Pfeff 

73. Pelmatochromis spekii Blgr. . 

74. P. lateralis Blgr 

75. Schubotzia cdiiaydiana sp, n. 

Fam. Mastacembelidae 

76. Mastacembelus congicus Blgr. 



Ituri bei Mawambi 

Albert-Eduard-See 

Aruwimi bei Basoko 

Bukoba; Rufua 

Kiwu-See 
Ituri bei Mawambi 

Albert- See, 
Albert-Eduard-See 

Kagera 
Kissaka (Ruanda), 

Kiwu-See 

Aruwimi bei Basoko 

Tschiloangomiindung 

bei Landana 

Albert- See 

Albert- See 

Aruwimi bei Basoko 

Albert-See 

Albert-See 

Fundort? 

Albert-See 

Aruwimi bei Basoko 

Albert- See Tschilo- 

ango bei Landana 

Beni (Nilsystem) 
Tschiloango -Miindung 

Awakubi 

Albert-, 
Albert-Eduard-See 



Kiwu-See 

Kiwu-See 
Albert-Eduard- See 
Albert-Edaard-See 
Albert-Eduard-See 
Albert-Eduard-See 
Albert-Eduard- See 
Albert-Eduard-See, 

Kiwu-See 
Albert-Eduard-See 

Kiwu-See 
Mohasi-, Albert-, 

Kiwusee 
Kiwu-See uud Kissaka 

(Ruanda) 

Kiwu-See 

Albert-Eduard-See 

Albert-Eduard-See 

Aruwimi bei Basoko 

Albert-Eduard-See 

Tanganjika 



Kamerun bis Kongo 
Nil ( ? Abessynien) 
Oberer Kongo 
Viktoria-See 
Tanganjika-See 
Oberer Kongo 

Syrien, Nil, Senegal bis Kongo 

Njassa-See bis Uganda 
Kameruu 

Oberer Kongo 

Kap Lopez (Gabun) 

Nil, Tschad, Senegal, Niger 
Nil. 



Nil bis Senegal 
Tanganjika-, Bangweolo-, 
Moero-See 

Kongo 

Fast ganz Afrika 



Sarmento-See (Angola) 
Unterer Kongo 

Nil, Viktoria-, Albert-, Tsana-, 
Abeia-, Kiwu-See, Ostafrika n. 
des Pangani, Senegal bis Niger, 
Tsad-See. 



Erst neuerdings beschriebene 
Arten. 






WeiBer Nil, Wami 
Algier, Tunis 

Kiwu-See 

Viktoria-See 

Erst neuerdings beschrieben 

Kongo 

Kongo 



Teleostomi. 

Ordnung: Crossopterygii. 
Unterordnung: Cladistia. 

Fam. Polypteridae. 

Polypterus. 
P. senegalus Cuv. 

BOULENGER, Catalogue of the Freshwater Fishes of Africa 1909, I, p. 14. 

Die Art liegt in 5 gut erhaltenen Exemplaren aus dem Albert-See vor. 
Ich finde D 9 10, Sq. ca. 58. 

Lange: 24,5, 26,3, 27,1, 29,2 und 29,30111 ohne Schwanzflosse. Da die 
Tiere sehr stark gehartet sind, so muBte die Messung mittels BandmaBes 
erfolgen. 

Fundort: SW-Ufer des Albert-Sees, Marz 1908. 



Ordnung: Dipneusti. 1 ) 



Fam. Lepidosirenidae. 

Protopterus. 

P. aethiopicus Hckl. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 21/22. 

Die Art ist mehrfach vertreten: 

a) aus dem Albert-Eduard-See durch ein groBes Exemplar von 70,5 cm 
Korperlange 2 ); 

b) aus dem Tanganjika-See durch ein Exemplar von 65,5 cm Korperlange; 

c) wahrscheinlich gehort hierzu ein groBer Kopf von 13,2 cm Lange (bis 
an die Kiemenspalte gemessen) aus dem nordlichen Tanganjika-See. Sammler: 
GRAUER. 



x ) Nur nach dem Vorgange BOULENGERs hier angeschlossen. 
2 ) Gemessen bis zur Schwanzspitze. 



2^,0 



Ordnung: Teleostei. 
Unterordnung: Malacopterygii. 

Fam. Mormyridae. 

Mormyrops. 

M. deliciosus Leach. 

BOULENGER, Cat. Fish. Afr. I, p. 31 33. 

Ein groBes Exemplar von 53,0 cm Lange stammt aus dem Ituri bei Irumu 
und wurde im April 1908 erbeutet. 

Marcusenius. 

M. nigripinnis Blgr. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 61 63. 

Zwei Exemplare von 9,8 und 8,8 cm Lange wurden mit verschiedenen 
anderen Gattungen zusammen (s. u.) in einem Tiimpel im Urvvald bei Awakubi 

Ende April 1908 gefangen. Ich finde D 21 (22), A 26 (27), Zahne ( 9 IQ ^. Die 
Fische zeigen die Farbung deutlich. 

M. plagiostoma Blgr. 

BOULENGER, op. cit. p. 62 u. 80. - - M. plagiostomus bei BOULENGER op. cit. p. VIII! 

Vier Exemplare von 9,9, 10,7, 10,8, 11,7 cm Lange zeigen, daB die Riicken- 
flosse zwar stets vor dem Anfang der Afterflosse beginnt, daB aber die Stellung 
der beiden Flossen zueinander ziemlich erheblich schwankt. Das Material 

zeigt D 2730, A 2628, Zahne ~^. 

Fundort: wie bei der vorigen Art. 

Die systematische Zugehorigkeit zweier weiterer Exemplare der gleichen 
Gattung bleibt mir zweifelhaft. GroBe: 8,5 und 7,3 cm; Fundort der gleiche. 

Myomyrus. 

M. macrodon Blgr. 
BOULENGER, op. cit. p. 92/93. 

Von dieser, in ihrem Vorkommen anscheinend auf den Congo beschrankten 
Gattung und Art liegen mir 4 gut erhaltene, typische Exemplare vor von 11,2, 
12,2, 14,8 und 16,6 cm Korperlange. Ich finde D 38 (39), A (.25) 26. 

Ein bei samtlichen festzustellender hautiger Auswuchs am Kinn hat 
BOUL/ENGER anscheinend nicht erwahnenswert geschieneii. 

Die eigentiimliche Ausbildung des Gebisses scheint mir entschiedene An- 
klange an die von mir aufgestellte Gattung Hippopotamyrus - - Literatur siehe 



231 

bei BOULENGER, op. cit. p. 77 - zu bieten, die von BOULEXGER - op. cit 
p. 77 zu Marcusenius gezogen wird. Ich werde demgegeniiber in meiner 
abweichenden Ansicht bestarkt gerade dadurch, daB ich jetzt zum ersten Male 
Gelegenheit erhalte, die Bezahnung von Myomyrus selbst zu untersuchen. 
Fundort: Tiimpel bei Awakubi, Ende April 1908, im Urwald. 

Gnathonemus. 

G. petersii Gthr. 
BOULENGER, op. cit. p. 99. 

Ein Exemplar von 22,6cm Lange hat D 26, A 34, Sq. ca. 65. 
Fundort wie bei vorigem. 

Campylomormyrus. 

BOULENGER, op. cit. unter Gnathonemus p. 94. 

Ich halte die Abzweigung dieser durch Verlangerung der knochernen 
Schnauze ausgezeichneten Gattung fiir unumganglich, da, wie bereits friiher 
von mir betont [Mitteilungen a. d. Zoolog. Museum in Berlin, III. Bd., 3. Heft, 
S. 358], die Vereinigung osteologisch so abweichend gebauter Formen zu ein 
und derselben Gattung mir ein systematischer Nonsens zu sein scheint. 

C. elephas (Blgr.) 

BOULENGER, op. cit. I, p. 120/121. 

10 jiingere Exemplare, alle mit der fiir fast alle Mormyriden charakteristischen 
Jugendfarbung. Sie stammen samtlich aus dem schon oben genannten Tiimpel 
im Urwald bei Awakubi, Ende April 1908. 

Korperlangen : 8,5, 8,6, 8,6, 8,8, 8,9, 9,0, 9,9, 10,2, 11,0, 11,3 cm. 

C. rhynchophorus (Blgr.) 
BOULENGER, op. cit. I, p. 121/122. 

Ein einziges Exemplar, 14,8 cm lang (Schnauzenspitze projiziert), Schnauzen- 
lange 3,8 cm. 

Fundort: der gleiche. 

Mormyrus. 
M. habereri v Stnd. 

F. SXEINDACHNER, in ,,Denkschriften Mathem.-Naturwissensch. Klasse". Kaiserl. Akadeniie 
d. Wissensch. Wien, 1913, LXXXIX. Bd., S. 10, Figur 2. 

Drei Exemplare von 12,0, 13,7 und 14,3 cm Lange haben D 65 70, A (22) 
24 25 und zeigen samtlich, wie die Textfigur bei STEINDACHNER (nicht die 
Angabe im Text selbst!!), den Beginn der Riickenflosse vor dem der Afterflosse 
Das kleinste Exemplar hat pathologischen Kopf. 

Fundort: Tiimpel im Urwald bei Awakubi, Ende April 1908. 
Bisher nur vom Dscha, Sud-Kamerun bekannt. 



232 

Unterordnung : Ostariophysi. 

Fam. Characinidae. 

Subfam. Hydrocyoninae. 
Sarcodaces. 

S. odoe (Bl.) 

Merkwiirdigerweise hat die Expedition keine Belegexemplare dieser so 
weit verbreiteten Art gefangen, wieder ein Beweis, wie leicht auch ganz haufige 
Arten sich zufallig der Beobachtung entziehen konnen. 

Hydrocyon. 

H. forskalii Cuv. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 180 182. 

Ein 35,5 cm (ohne Schwanzflosse) langes, schlankes 1 ) Exemplar dieser Art 
aus dem Albert-See zeigt auch unterhalb der Seitenlinie noch einen schwarzen 
Streifen. Wahrscheinlich gehort zu dieser Art auch ein kleiner Fisch von 
8,3 cm Lange: Fundort: SW-U.fer, Marz 1908. 

H. lineatus Blkr. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 182 184. 

Hiervon liegt ein 13,2 cm langes Exemplar vor, welches von GRAUER im 
Tanganjika-See (NW-Ufer) im Jahre 1908 erbeutet wurde. 

Bryconaethiops. 
B. microstoma Gthr. var. boulengeri Pellegr. 

B. boulengeri Pellegrin, Bull. Mus. Paris, 1900, p. 101. 

Ein Exemplar von 5,9 cm (ohne C) Lange aus dem Aruwimi bei Basoko 
am 13. Mai 1908 von SCHUBOTZ erbeutet, zeigt die fur die Varietat typische 

Farbung und Sq. 35 -^, 3 zwischen L,. 1. und V. 

Alestes. 

A. macrophthalmus Gthr. 

Diese von Gabun bis zum Tanganjika-See bekannte Art ist von verschie- 
denen Fundorten vertreten; ein neues Vorkommen scheint der Albert-See dar- 
zustellen, den ich wenigstens in Boui/ENGERs Catalogue (s. o.), Vol. I, p. 198 
noch nicht aufgefiihrt sehe. Damit ist ihr Nachweis im Nilsystem gefiihrt. 
Im einzelnen stammen die Fische: 

I. Aus dem Ituri bei Irumu, gesammelt Marz 1908 durch SCHUBOTZ: 

a) ein in Alkohol konserviertes Exemplar von 22,5 cm Lange (ohne Schwanz- 
flosse gemessen), bei dem ich finde: 

D 2/8, A 3/19, Sq. 38 ||, 2 bis V. 

Kiemendornen zahle ich auf der rechten Seite 20 (unterer Bogenteil); 
1 ) Korperhohe q 1 ^ mal in Korperlange. 



233 

b) ein anscheinend mit Formalin behandeltes und infolgedessen schlecht 
erhaltenes Tier von 22,0 cm Korperlange, von etwas niedrigerer und mehr 
zylindrischer Gestalt als das vorige; Beschuppung u. a. iibereinstimmend ; 
Fundort der gleiche; 

c) vier jugendliche Exemplare mit starker Silberfarbung und dunklem 
Seitenstreifen in der Korpermitte, von 3,5, 4,1, 4,7 und 5,9 cm Korperlange, 
vom Ituri bei Mawambi, 20. April 1908. Alkohol. 

II. Aus dem Albert -See: 

Zwei Exemplare in Alkohol, von 21,7 und 19,5 cm Lange. Audi hier kann 
ich nur 38 Schuppenreihen in der Seitenlinie zahlen, wahrend BOULENGER 
(op. cit. p. 191) in seiner Bestimmungstabelle und bei der Artbeschreibung als 
unteren Wert 39 angibt. Die Zahl der Kiemendornen glaube ich bei beiden 
genau mit 21 bis 22 angeben zu sollen, unter Miteinrechnung einiger fast rudimen- 
tarer vorn. Der groBere Fisch hat in der A 3/16, der kleinere 3/18; auch unter- 
scheiden sich beide in der Lange der Brustflossen, die bei dem groBeren eine 

Kopflange, bei dem kleineren aber nur ~ Q derselben messen, worin sich mog- 
licherweise Geschlechtsunterschiede auspragen. 

III. Aus dem Tanganyika: 

Ein 30,8 cm groBes Exemplar zeigt Sq. 42 -f/ 2 bis V. Es wurde von 

O / 2 

Herrn GRAUER 1908 bei Usumbura gesammelt. 

Die Zugehorigkeit eines sehi* schlecht erhaltenen, nur 10 cm langen Alestes 
vom gleichen Fundort und Sammler zu dieser Art bleibt mir zweifelhaft. 

D 2/8, A 2/15, Sq. 39 ITWVT 



Die Art variiert augenscheinlich ziemlich stark in der Korperform; es zeigt 
sich aber keine geographisch fixierte Konstanz einzelner morphologischer 
Charaktere, wie auch an der Vergleichung westafrikanischen Materials fest- 
gestellt werden konnte. 

A. imberi Ptrs. 

BOULENGER, op. cit. p. 209 211. 

Die Art ist vom Ituri in 5 Fundorten vertreten. Es liegen vor: 

a) vom Ituri bei Iramba, Marz 1908: 2 Exemplare, 9,5 und 7,6 cm 
lang; das groBere zeigt ausgepragte Mopskopfbildung; 

b) vom Ituri bei Mamulambi, vom 7. April 1908 ein Fisch von 7,3 cm; 

c) vom Ituri bei Mawambi, vom 12. und 20. April 1908 5 Fische von 
7,3, 7,1, 6,2, 6,0, 6,0 cm Lange. 

Zur Synonymie sei bemerkt, daB die von BOULENGER 1 ) vorgenommene 
Einbeziehung seines fruheren A. fuchsii zu imberi meiner Ansicht nach kein 
gliicklicher Griff gewesen ist. Ich hoffe, dies an anderer Stelle naher begriinden 
zu konnen. 



1 ) Catal. Fish. Africa, I, p. 209. 

: * *+*?<*<& 
(LU LIBRARY 
\^A ^ 



234 

A. grandisquamis Blgr. 

BOULENGER, op. cit. I, p, 220. 

4 Exemplare der Art liegen vor, samtlich im Ituri von SCHUBOTZ erbeutet, 
und zwar stammen 

a) 2 von Irumu, Marz 1908; diese beiden, leider mit Formalin behan- 
delten Tiere 20,5 bzw. 20,0 cm lang - - gestatten keine Untersuchung der 
Bezahnung, da ein gewaltsames Offnen der Kiefer nicht ohne vollstandiges 
Brechen derselben vorgenommen werden kann, eine Folge der Formalinkonser- 
vierung; iibereinstimniend finde ich 

Sq. 23 24 ;(-? i bis V Ansatz ; 
das groBere Exemplar ist leider fast ganz entschuppt; 

b) i von Mamulambi, April 1908, Korperlange 11,2 cm, Sq. 21 22^ 

i bis V, stark entschuppt ; 

c) i von Mawambi, 12. April 1908, gleichfalls 11,2 cm; auch hier laBt 
die Erhaltung der Schuppen stark zu wiinschen; immerhin stimmt die Schuppen- 
formel mit der unter b) gegebenen iiberein. 

Subfam. Ichthyoborinae. 

Eugnathichthys. 
E. intermedius sp. n. 

Tafel IV, Figur 5. 

D 3/13, A 2/10; Sq. 90 ^f, 9 bis Ansatz der V. 

Korperhohe ^/^mal in Korperlange (ohne C.), Kopflange 3 3 / 5 mal, Kopf 
2 1 / 4 mal so lang als breit, i 3 / 5 mal so lang als tief (gemessen in der Vertikale, 
die man sich in dem Hinterende der Kiemendeckelmembran errichtet denkt). 
Schnauzenlange i l / 5 mal so lang als Augendurchmesser, dieser 4 1 / 3 mal in Kopf- 
lange und i l / w ma\ Interorbitalbreite. Maxillare reicht mit seinem Hinterende 
bis unter das erste Drittel des Auges. Oben 10, unten n Zahne jederseits in 
der Vorderreihe. Kiemendornen sehr klein. Riickenflosse entspringt sehr deut- 
lich vor den Bauchflossen. Fettflosse an der Basis beschuppt. Brustflosse 
etwas iiber 1 / 2 Kopflange, kiirzer als Bauchflosse, vSchwanzflosse fast ganz be- 
schuppt. Schwanzstiel doppelt so lang als hoch. 

Farbung (in Alkohol): Grundfarbe hellgelb, nach dem Riicken aus- 
gepragter, nach dem Bauch abblassend. Seitenlinie jederseits mit 7 im Vorder- 
teil spitzen, im hinteren Teil runden dunklen Flecken, etwa von AugengroBe, 
der letzte unmittelbar vor der- Schwanzgabel. t)ber dieser Fleckenreihe, und 
zwar in den Zwischenraumen, je 2 Reihen kleinerer Flecke (siehe Abbildung in 



Fig. 5). Schnauze und Hinterkopf dunkel. Riickenflosse mit 2 schiefen, 
dunklen Binden, die Lappen der Schwanzflosse mit je 2 dunklen, schiefen 
Binden. Fettflosse mit geschwarzter Spitze. Brust-, Bauch- und Afterflosse 
farblos. 



- 235 

Die neue Art gehort in die unmittelbare Verwandtschaft der beiden be- 
kannten Arten eetveldi und macroterolepis Big. Mit eetveldi teilt sie die feine 
Beschuppung, mit macroterolepis die Art der Flecken- und Streifenbildung. 

Fundort: Das einzige Exemplar, ohne vSchwanzflosse 8,90111 lang, 
stammt aus dem Aruwimi bei Basoko und wurde am 13. Mai 1908 durch 
SCHUBOTZ erbeutet. 

Subfam. Distichodontinae. 

Distichodus. 

D. atroventralis Blgr. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 267/268. 

Zu dieser bereits vom Congo bekannten Art rechne ich ein einzelnes 
Exemplar von 12,6 cm Lange, bei dem ich finde: 

D 4/21, A 3/9, Sq. 70 ^f 10 bis V. 

Die duiiklen Querbiiiden - - fur diese Art nur Jugendzeichnung - - erscheinen 
kaum noch angedeutet. 

Fundort: Ituri bei Mawambi, 12. April 1908, SCHUBOTZ Sammler. 

D. fasciolatus Blgr. 

BOULENGER, op. cit. I p. 270/271. 

Fiinf Exemplare gehoren zu dieser gleichfalls vom Congo schon bekannten 
Art, namlich : 

a) 3 aus dem Ituri bei Mawambi (20. April 1908), Korperlange 6,2 und 
5, 7 cm (ohne C.); 

b) 2 aus dem Aruwimi bei Basoko (13. Mai 1908), Korperlange 8,8 und 
8,1 cm. 

Hierzu kommt aus der Sammlung GRAUERs 

c) i Exemplar von 10,1 cm Lange aus dem Tanganj ika - See. 
Dieser Fundort scheint ein neues Vorkommen darzustellen. 

D. sexfasciatus Blgr. 
BOULENGER, op. cit. I, p. 276/277. 

3 Exemplare aus dem Aruwimi bei Basoko, gefangen am 13. Mai 1908, ge- 
horen zu dieser bisher nur vom Congo bekannt gewordenen Art. 
Laiigen: 23,0, 21,0 und 11,5 cm. 

Subfam. Citharininae. 

Citharinus. 

C. gibbosus Blgr. 

BOULENGER, op. cit. I, p. 297/298. 

I4.V 

Ein Exemplar von 9,3 cm Lange zeigt D 2/19, A 2/22, Sq. 59 ^ n bisV. 
Fundort: Aruwimi bei Basoko, 13. Mai 1908. 



236 

Fam. Cyprinidae. 

Subfam. Cyprininae. 

Auffallend ist das ganzliche Fehlen der Gattung Labeo in der Ausbeute, 
obwohl dieselbe in den bereisten Gebieten vorkommen muB. 

Bar bus. 

Subg. Varicorhinus Riipp. 1 ) 
V. ruandae sp. n. 

Tafel I, Figur i. 

Korperhohe 3 3 / 5 mal in -lange, Kopflange 5mal. Schnauze i^nial so breit 
als lang, ebenso lang wie das Auge (Abstand der Rander der orbita), dieses 
3 1 / 4 mal in Kopflange tmd I 1 / 2 ma l m der Interorbitalbreite, diese 2 l / 2 ma\ in Kopf- 
lange. Maul ziemlich gerade, seine Breite fast 3mal in Kopflange. Barteln 
rudimentar. 2 ) Keine Tuberkeln an der Schnauze und den L,ippen. D 4/10, naher 
dem Hinterhauptrand als dem Ansatz der Schwanzflosse, ihr letzter unver- 
zweigter Strahl sehr stark verknochert, ungesagt, sein knocherner Teil 3 / 4 der 
ganzen Stachel, etwas iiber Kopflange. Flossenrand stark eingebuchtet. A 3 / 5 , 
ihr langster Strahl etwa 6 /? Kopflange und gleich der Lange der P. Die V. unter 
den vorderen weichen Strahlen von D angesetzt. C tief gegabelt. Der Aus- 

schnitt aber nicht spitzwinklig, sondern ausgerundet. Sq. 34 36^7 

3 bisV, 12 urn den P. c. 

Farbung (in Alkohol): bleigrau, Riicken dunkel, Kiemendeckel, Bauch 
und Seiten mit Metallglanz. Alle Flossen dunkelgrau, die Bauchflossen an der 
Innenseite aufgehellt. 

Die neue Art gehort anscheinend in die Nahe von steindachneri Blgr. 3 ), von 
dem sie sich aber durch schmalere Schnauze, den Mangel der Tuberkeln, niedri- 
geren Korper und viel schwacher ausgebildeten Riickenflossenstachel unter- 
scheidet, der bei steindachneri auffallend stark ist. 

Das einzige Exemplar, 13,8 cm (ohne C.) lang, stammt von Mkunga bei 
Ruasa aus Ruanda. 

Varicorhinus platystomus sp. 11. 

Tafel I, Figur 2. 

D 4/10, A 3/5, Sq. 3435 f 3 bis V. 

Korperhohe 3 J / 3 (3 1 / 4 )mal 4 ) in Korperlange (ohne Schwanzflosse), Kopf- 
lange 4 2 / 3 (4V 3 ) mal. Schnauze fast genau doppelt so breit (i 1 ^) als lang, 1% (i 1 /^ 

1 ) Ich mochte nach der Feststellung KEILHACKs L. KEILHACK, Njassafische, in Mitteilg. 
Zool. Mus. Berlin, V, i. Heft, 1910, p. 99 - - die Gattung V. nur als Untergattung von Barbus 
auffassen. 

2 ) Ich finde auf der rechten Seite einen winzigen Stummel, links kauin Spuren eines solchen. 

3 ) G. A. BOULENGER, On a large collection of Fishes (Angola), in Ann. Mag. Nat. History, 
Ser. 8, Vol. VI, p. 537561. 

4 ) Die eingeklammerten MaBe beziehen sich auf das jugendlichere Exemplar. 



237 

so lang wie das Auge (Abstand der Rancler der Orbita); Auge 4mal in Kopf- 
lange enthalten, nur 2 1 / 2 (i 3 / 4 )mal in Interorbitalbreite, diese beinahe genau 
2mal (2 2 / 5 ) in Kopflange. Maulspalte ziemlich gerade, ihre Breite i 3 / 4 (2 1 / 4 )mal 
in Kopflange. Barteln sehr kurz (nicht von der Lange einer Nasenlochhalfte). 
Keine Spur von Tuberkeln an Schnauze oder Lippen. D 3/10, ein klein wenig 
naher dem Hinterhauptsrand als dem Ansatz der Schwanzflosse, ihr letzter 
unverzweigter Strahl stark verknochert, ungezahnt, sein knocherner Teil ^Kopf- 
lange, der ganze etwas liber Kopf lang. Flossenrand stark eingebuchtet. A 3 / 5 , 
ihr langster Strahl fast genau gleich der kopflange ( 4 / 5 ) und gleich den langsten 

P. - - Strahlen () V. eine Spur kiirzer, sie ist unter den vorderen weichen 

Strahlen der D eingelenkt. C. schwalbenschwanzformig eingeschnitten, der 
obere Lappen anscheinend etwas langer. 

Farbung (in Alkohol): bleigrau, Riicken dunkler, nach dem Bauch auf- 
gehellt und mit Messingglanz. Riicken- und Schwanzflosse dunkelgrau, an D 
die Zwischenmembran gelblich; so auch die Bauch- und Afterflossen ; Brust- 
flossen am AuBenrand grau, nach innen gelblich. 

Die neue Art steht der Art latirostris Blgr. nahe, mit dem sie den Besitz 
der enorm breiten Maulspalte und der plumpen Schnauze 1 ) teilt, aber durch 
langeren Kopf, geringere Schuppenzahl abweicht, die sie mit bcso Rpp. teilt. 
Auch hat sie einen bedeutend kiirzeren und schwacheren Riickenflossenstachel 
als latirostris. 

Es liegen 2 Exemplare von 12,8 und 16,4 cm (ohne C.) Lange vor, die von 
Hofrat Dr. Prof. H. MEYER im Wase-FluB (Ruanda) am 27. Juli 1911 in 
1800 m Hohe gefangen wurden. 

Subg. Barbus. 
B. kivuensis sp. n. 

Tafel II, Figur i . 



D 4/8, A 3/5, Sq. 35 jg 2V 2 bis V. 

Korperhohe 3 1 / 2 mal, Kopflange 4 1 / 8 m al in Korperlange. Schnauze konisch 
verjiingt, Mundpartie etwas abgestutzt. Schnauzenlange 3V 3 nial in Kopflange, 
Auge (Lange der Orbita) 4 1 / 2 mal, Interorbitalbreite 3 1 / 3 rnal. Mundoffnung 
unterstandig, ihre Weite 4 1 /.? in Kopflange. Lippen gut entwickelt, die Unter- 
lippe nicht unterbrochen, in der Mitte mit einem kurzen lappigen Anhang mit 
abgerundeter Hinterkante. Zwei Barteln jederseits, die hinteren von der Lange 
der Augenhohle (s. o.), die vorderen 3 / 4 so lang. Riickenflosse' in gleichem Ab- 
stand vom hinteren Augenrand wie vom Ansatz der oberen Schwanzflossen- 
strahlen, ihr Rand schwach eingebuchtet (konkav); ihr letzter einfacher Strahl 
kraftig, verknochert, aber ungezahnt, fast gerade, sein knocherner Teil 5 / 7 der 
Kopflange, der ganze [wahrscheinlich 2 )] etwa 4 / 5 derselben. Afterflosse so lang 



') Daher die Artbenennung. 

2 ) Der weiche Teil ist leider nicht erhalten. 



- 2 3 8 

wie die Bauchflosse, reicht nicht bis zur Schwanzflosse. Brustflosse 4 / 5 der 
Kopflange, reicht nicht bis zur Bauchflosse. Diese 7 / 8 der Brustflosse messend, 
ihre Basis unter den vorderen Strahlen der Riickenflosse. Schwanzstiel fast 
doppelt so lang als hoch (43 : 24), 12 Schuppenreihen um denselben. Schuppen 
mit gewellten Parallelstreifen. 

Farbung (in Alkohol): dunkelgrau, Bauch und Seiten hellbraun, Kopf- 
unterseite gelb, Riicken- und Schwanzflosse grau, ebenso die Brustf lessen an 
der Spitze und iiach dem Rand; Bauch- und Afterflosse gelblich. Schuppen 
mit dunkler Basis. 1 ) 

Die Farben haben unter dem EinfluB der urspriinglichen Formalinkonser- 
vierung stark gelitten, insbesondere fehlt jede Spur von Metallglanz. 

Es liegt ein einziges Exemplar von 20,2 cm Lange aus dem Kiwu-See vor, 
von Dr. H. SCHUBOTZ gesammelt. 

Die neue Art gehort in die Gruppe des B. bynni (Forsk.) - BOULENGER, 

op. cit. II, p. 4; p. 26/34. Trotz ihrer geringeren Interorbitalbreite und ihrer 

groBeren Korperhohe mochte ich sie in die Nahe von B. lobogenys Blgr. stellen 

- ich konnte ein Exemplar dieser Art aus dem Victoria-See mit dem vorliegenden 

vergleichen. 2 ) Sie zeigt mit dieser Art jedenfalls nahe Verwandtschaft. 

Matfe: 

Kopflange 49 mm 

Korperhohe 58 ,, 

Korperlange 202 ,, 

Orbita n ,, 

Interorbitalbreite 15 ,, 

vorderer Bartel 10 ,, 

hinterer Bartel 13 ,, 

Barbus (B.) ruasae sp. n. 

Tafel II, Figur 2. 

D 3/8, A 3/5, Sq. 27 f; 2 bis V. 

Korperhohe 3 4 / 5 4mal, Kopflange 3 4 / 5 4mal in Korperlange (ohne C.) 
enthalten. Schnauze stumpf, ihre lyange 3 J / 5 3 1 / 3 mal in Kopflange. Auge 
(orbita Breite) 3 1 / 2 mal in Kopflange, Interorbitalbreite 3% 3 1 / 3 mal. Mund- 
offnung endstandig; Lippen gut entwickelt, die Unterlippe in der Mitte nicht 
unterbrochen, ein mittlerer hinterer Fortsatz nur ganz unauffallig angedeutet. 
Zwei Barteln jederseits, der vordere 7 / w , der hintere 8 / 10 der Augenlange. Riicken- 
flosse mit starkem ungesagten, schwach gekrummtem, ganz ungegliedertem 
Stachel von 3 / 4 Kopflange, ihr Abstand vom Hinterkopf fast genau so groB wie 
die Entfernung bis zur Schwanzflosse (oberster Strahl). A. auch zuriickgelegt 
durch einen deutlichen Abstand von dem Schwanzflossenursprung getrennt. 

x ) Das Pigment sitzt anscheinend in der Haul der Schuppentaschen. 

2 ) Ich habe das Originalstiick zu PFEFFERs - - G. PFEFFER, Die Fische Ostafrikas, Berlin 
1896 p. 51/52 - - merkwiirdigeni ,,Labeo" riipelii vor mir, dessen Zugehorigkeit zur Gattung 
Barbus friiher von HlLGENDORF schon richtig erkannt war. 



239 

Brustflosse 6 / 7 [beim kleineren Exemplar fast 2 / 3 \ 1 ) der Kopflange, nicht bis 
zur Bauchflosse reichend. Schwanzstiel i 4 / 5 mal so lang als hoch. 

Schuppen mit parallelen Langsstreifen in 12 Reihen um den Schwanzstiel. 

Farbung (in Alkohol) : silbrig, mit starkem Glanz, nach dem Riicken zu 
braunlich, jede Schuppe an der Basis mit schmalem dunklen Saum. Die Flossen 
grau, namentlich nach den Spitzen zu. 

Grol3e: 2 Exemplare von 13,2 und 13,4 cm Lange (ohne Schwanzflosse). 

Die neue Art ahnelt im Habitus am meisten dem B. Icptosoma Blgr. in der 
Abbildung bei BoUL,ENGER, op. cit. II, p. 50, Fig. 30, von der sie leicht an 
ihrem groBen Auge unterschieden werden kann; nach Schuppenformel, MaBen 
usw. kommt man nach der Tabelle bei BOULENGER - - p. 6 - - zu der Gruppe 
des Barbiis compinei + linnelli. 

Fundort: Mkunga bei Ruasa, NW- Ruanda. 

B. hindii Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 56 57. 

Es liegen 4 Exemplare vor, die ich nach der Beschreibung und Abbildung 
bei BOULENGER nur dieser Art zurechnen kann. 

Die Schuppenzahl bewegt sich iibereinstimmend zwischen 24 25, also den 
niedrigsten zulassigen Zahlen. 

Alle stammen vomlturi, wahrend die Art bisher nur aus Ostafrika bekannt ist. 
Fundorte: a) ein groBes Exemplar von 23,5cm (ohne C.), gefangen 
im Ituri bei Irumu im Marz 1908; 

b) ein ebensolches von 23,3 cm mit etwas langerem Kopf und linksseitig 
pathologischem Hinterbartel, Aruwimi bei Basoko, gefangen 13. Mai 1908; 

c) ein kleines Exemplar von 9,1 cm Lange, Ituri bei Mawambi, gefangen 
12. Marz 1908; 

d) ein eben solches, nur 6,6 cm lang, Ituri bei Mamulambi, gefangen 
April 1908. 

B. fergussonii Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 59. 

Es liegen von dieser bereits langer fur den Albert-Eduard-See bekannten 
Art 4 Exemplare von 8,2, 9,8, 12,5 und 18,4 cm Lange (ohne C.) vor. Bei z\vei 
Exemplaren zeigt die Unterlippe in der Mitte Spuren eines medianen Fortsatzes, 
so claB man sie nicht mehr als ,, interrupted on the chin" bezeichnen kann. 
Audi zahle ich 3 / 8 statt 4 / 9 in D. 

Fundort: Albert-Eduard-See. 



B. mirabilis sp. n. 

Tafel III, Figur i. 

Korperhohe 3 1 / 4 rnal in Korperlange, Kopflange liber 3 4 / 5 mal. Schnauze 



D 4/10, A 3/5, Sq. 31 3 bis V. 



x ) Das groBere Exemplar hat deutlich verlangerte und spitz ausgezogene P., V. und auch 
D. Ob Mannchen? 



240 

stumpfspitzig, ihre Lange 3 1 / 5 mal in Kopflange. Augendurchmesser (Abstand 
der hautigen Augenhohlenrander) 5 4 / 5 mal in Kopflange, Interorbitalbreite 
iiber 2 2 / 5 mal. Mundoffnung etwas unterstandig, die Maulspalte von elliptischer 
Form, fast 3 3 / 5 mal in Kopflange; Unterkiefer mit einem stumpfen Kiel, der 
nach der Mundhohle in eine diinne Hornscheide iibergeht. Lippen schwach- 
ausgebildet, Unterlippe am Kinn deutlich unterbrochen, aber die Verwachsungs- 
stelle ihrer Haut mit der Hautdecke des Unterkiefers in Nahtform erkennbar. 
Zwei Barteln jederseits, die vorderen fast genau von Augenlange, die hinteren 
i x / 5 derselben. Riickenflosse um Augenbreite naher an den Ansatz der Schwanz- 
flosse geriickt als an den Hinterhauptsrand, ihr freier Rand gerade abgeschnitten. 
Der letzte unverzweigte Strahl einen starken, ungezahnten Knochenstachel 
bildend, dessen knocherner Teil 2 / 5 der Kopflange miBt. Afterflosse beriihrt 
beinahe die Schwanzflosse. Brustflosse 3 / 4 Kopflange, reicht lange nicht bis 
zur Bauchflosse. Diese fast 3 / 5 Kopflange, ihre Basis liegt unter der vorderen 
Halfte der Riickenflosse. Schwanzstiel i^mal so lang als hoch, tragt 12 Reihen 
Schuppen. 

Far bung (in Alkohol): Braunlichgrau mit Silberglanz, Riicken und Ober- 
seite dunkler, Bauch und Unterseite heller. Jede Schuppe mit dunkler Basis 
und hellem Rand. 

Die neue Art gehort in die Nahe von B. bottegi Blgr. - - op. cit. p. 70/71. In 

der Beschuppung kommt sie dem nahe verwandten bingeri Pellgr. - - p. 69 naher. 

Fundort: Ein Exemplar von 36 cm Lange aus dem Ituri bei Mawambi. 

B. (?) caudovittatus Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 94/95. 

Zu dieser Art gehort vielleicht ein einzelnes junges Fischchen von 4,1 cm 
Lange aus dem Ituri bei Mawambi, gefangen am 12. April 1908. 

B. fasolt sp. n. 

Tafel III. Figur 2. 

V 3/9' A 3/5, Sq. 25 26 ^f 2 bis t 12 um P. c. 

Korperhohe fast 3 2 / 5 mal in Korperlange, Kopflange fast 3 4 / 5 mal. Schnauze 
stumpf, 3 1 / 7 mal in Kopflange. Auge fast genau 7mal in Kopflange, Inter- 
orbitalbreite etwas mehr als 2 mal. Mundoffnung ganz ausgesprochen unter- 
standig, Maulbreite fast 2 1 / 2 ma l m Kopflange. Beide Lippen kraftig entwickelt, 
die Unterlippe nicht unterbrochen, mit einem deutlichen, aber nicht verlangerten, 
fast geradlinig abgesclmitteneii Medianlappen. Zwei Barteln jederseits, die 
vorderen eine Spur unter, die hinteren i 1 ^ der Augenlange. Riickenflosse etwas 
naher dem Hinterhauptsrande als dem Ansatz der Schwanzflosse, ihr letzter 
unverzweigter Strahl weich, gegliedert, nicht verstarkt, etwas iiber 3 / 5 der 
Kopflange. Afterflosse mit ihrem Hinterende um 3 / 5 ihrer eigenen Lange vom 
Ansatz der Schwanzflosse entfernt. Brustflosse 7 / 10 der Kopflange, reicht nicht 
bis zur Bauchflosse. Diese fast 3 / 5 der Kopflange, ihr Ansatz liegt unter der 



241 

Mitte der Riickenflosse. Schwanzstiel von der Lange der Brustflosse, fast 
i 3 / 4 so lang als hoch. Schuppen mit Langsstreifen. 

Farbung (in Alkohol) Braun, Riicken, Oberkopf und Oberlippe dunkel 
kaffeebraun, Bauch und Unterseite aufgehellt; alle Flossen dunkelbraun, Brust- 
und Bauchflossen nach der Basis aufgehellt. Jede Schuppe mit dunkler Basis 
und hellem Rand. 

Die neue Art gehort nach der BouLENGERschen Tabelle (p. 10, vol. II) 
in die Gruppe C i, und zwar in die Nahe von B. johnstoni, zambesensis und 
lobochilus. In der Beschuppung steht sie caudovittatus nahe. 

Ein riesiges Exemplar daher der Spezies-Name von 50 cm Lange 
(ohne Schwanzflosse) aus dem Ituri bei Irumu. 

B. mawambi sp. n. 

Tafel IV, Figur i. 

D 3/10, A 3/5, Sq. 29 ^ 2V 2 bisV. 

Korperhohe 1 ) fast 3 9 / 10 mal in Korperlange, Kopflange 3 1 / 2 mal. Schnauze 
ziemlich lang, mit konvexem Profil (,,Ramskopf <( ), ihre Lange fast 3 1 / 2 mal in 
Kopflange. Augendurchmesser 3 4 / 5 mal in Kopflange, ebenso die Interorbital- 
breite. Mundoffnung endstandig, ihre Breite 4 1 / 5 mal in Kopflange. Lippen 
maBig entwickelt, die Unterlippe am Kinn mit groBer LTnterbrechung. Jeder- 
seits 2 Barteln, die vorderen 3 / 5 , die hinteren 4 / 5 des Augendurchmessers. Riicken- 
flosse fast um Augenbreite naher dem Hinterhauptsrand als dem Ansatz der 
Schwanzflossenstrahlen, mit konkavem Rande; ihr letzter einfacher Strahl 
nicht verstarkt, weich, gegliedert, iiber i^mal in Kopflange. Afterflosse 
reicht nicht bis zur Schwanzflosse. Brustflosse iiber 3 / 5 der Kopflange, Bauch- 
flosse knapp 3 / 5 derselben. Schwanzstiellange zu -hohe wie n : 8. 

Schuppen mit Langsstreifung, ihre Anzahl um den Schwanzstiel 12. 

Farbung (in Alkohol): Oben braunlich, unterseits hell, jede Schuppe 
mit dunkler Basis, iiberall mit silbrigem Glanz. Riicken- und Schwanzflosse 
grau, die iibrigen hellgelblich. 

Die neue Art gehort in die Nahe von B. wurtzi Pellgrin, nach der t)ber- 
sicht von BouivENGER (op. cit. p. n), von dem sie sich leicht am langeren 
Kopf und schlankeren Schwanzstiel unterscheiden laBt, auBer den abw r eichenden 
MaBen. 

Fundort: Das einzige Exemplar von 6,6cm Lange (ohne C.) stammt 
aus dem Ituri bei Mawambi. 

B. mohasicus sp. n. 

Tafel IV, Figur 2. 

D 2/7, A 2/5, "Sq. 27 ~^l 2 bis V. 

Korperhohe 3 J / 5 3 1 / 2 mal in Korperlange, Kopflange iiber 3 J / 3 3 7 / 10 mal. 
Schnauze sehr stumpf, etwas kiirzer als der Augendurchmesser oder so lang 

1 ) Der Fisch ist etwas verdriickt, vielleicht infolge schlechter Verpackung auf dem Transport. 
Indes glaube ich das MaB ziemlich genau so festzustellen. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 1 5 



242 



wie dieser. Augendurchmesser 3 1 / 2 4mal in Kopflange. Interorbitalbreite 
2 3 / 4 ;' 10 mal in Kopflange. Maulbreite gleich der Augenlange oder etwas 
darunter, Mundoffnung endstandig. Lippen maBig entwickelt, Unterlippe am 
Kinn breit unterbrochen. Barteln jederseits zwei, das vordere Paar von Augen- 
lange oder etwas dariiber, das hintere doppelt so lang. Riickenflosse meist 
gleich weit vom Hinterhauptsrand wie vom Ansatz der oberen Schwanzflossen- 
strahlen entfernt, bisweilen mehr nach vorn oder nach hinten geriickt; ihr 
Rand schwach konkav. Ihr letzter einfacher Strahl verdickt, stark verknochert, 
stark gezahnt, 1 /2~Vio der Kopflange (ohne weichen Anhang gemessen). After- 
flosse reicht lange nicht bis zum Ansatz der Schwaiizflosse. Brustflosse 2 / 3 3 / 4 
der Kopflange, ihre freie Spitze meist ziemlich weit vom Ansatz der Bauchflosse 
entfernt. Basis der letzteren meist ganz, seltener wenigstens teilweise vor der 
Riickenflosse gelegen. Schwanzstielhohe meist nicht ganz 2 / 3 seiner Lange. 
12 Reihen von Schuppen um den Schwanzstiel. Schuppen radial gestreift, 
Schwanzflosse mit runden Lappen. 

Farbung: vSilbrig auf braunlichem Grundton, Riicken und Oberseite braun; 
alle Flossen hell. Oberhalb der Seitenlinie ein nicht immer gleichmaBig deut- 
licher grauer Streifen mit mehr oder weniger zahlreichen dunklen Punkten, 
der letzte vor der C.-Basis. 

Die neue Art steht in der Mitte zwischen B. serrifer Blgr. und lumicnsis Blgr. 
An serrifer erinnert einigermaBen die Farbung, so wie die Stellung der D zu V. 
an lumiensis der Habitus. 

Fundort: Mohasi-See, Juli 1907. 

B. luhondo sp. n. 

Tafel VI, Figur 3. 

D 3/6-7, A 3/5, Sq. 23-28 Jg 2 1 /, 3 bis V. 

Korperhohe 3 a / 6 3 1 / 3 mal in Korperlange, Kopflange 3 9 / 10 4 1 / 5 mal. Schnauze 
stumpf gerundet, kiirzer oder so lang wie der Augendurchmesser. Augendurch- 
messer etwa 4mal in Kopflange. Interorbitalbreite 2 x / 4 2 l / 2 ma\ in Kopflange. 
Mundspalte klein, etwa von AugengroBe, endstandig. Unterlippe in der Mitte 
unterbrochen. 2 Paar Barteln, die hinteren die langsten und gleich (junge Tiere) 
bis I 1 / 4 nial so lang wie der Augendurchmesser. Riickenflosse mit sehr schwach 
konkavem freien Rand, ihr Abstand vom Hinterhauptsrand gleich clem vom 
Ansatz der oberen Schwanzflossenstrahlen. Ihr letzter unverzweigter Strahl 
zu einem starken, aber kurzen Stachel verknochert, mit starken Zahnen 
am Hinterrand, der knocherne Teil 3 / 5 3 / 4 Kopflange. Afterflosse kurz, vom 
Ansatz der Schwanzflossenstrahlen durch einen Abstand getrennt, der 3 / 5 3 / 4 
ihrer Lange erreicht. Brustflosse 2 / 3 Kopflange, ihre Spitze durch einen weiten 
Abstand von der Bauchflosse getrennt. Basis der Bauchflosse meist ganz, 
immer aber teilweise vor der Riickenflosse liegend. Schwanzstiel i 3 / 4 mal so 
lang als hoch (Hohe als Minimum gemessen). Schuppen radial gestreift, 12 Reihen 
um den Schwanzstiel. 



243 

Farbung (in Alkohol): Grundfarbe rehbraun, Seiten silbrig, Riicken- und 
Schwanzflosse grau, die iibrigen gelblich, ebenso der Bauch, dieser mit Silber- 
glanz. Ein ziemlich kraf tiger, dunkler Streifen, stellenweise zu Flecken ver- 
starkt oder ganz in einzelne Flecken aufgelost, zieht vom Kiemendeckel bis 
zuni Schwanz, in der Mitte in hohem Bogen iiber der Seitenlinie. 

Die neue Art ahnelt in der Farbung und Besclmppung am meisten deni 
B. scrfrier Blgr. - op. cit. p. 124/25 , von dem sie sich aber durch ihren 
kurzen und plumpen D-Stachel, kiirzere Flossenstrahlen und kiirzere Barteln 
unterscheidet. Hierdurch nahert sie sich niehr dem B. kerstcnii Peters - mir 
liegen die Typen vor , der aber abweichende Farbung zeigt. 

Fundort: Luhondo-See (NW-Ruanda), i. Dezember 1907. 

,,Der See enthalt anscheinend keine anderen Fische als die Barben, die 
auch nicht groBer werden" (SCHUBOTZ). 



B. rufua sp. n. 

Tafel IV, Figur 4. 



3/7, A 3/5- Sq. 24-30 ^3 bis V. 



Korperhohe 1 ) 3V 2 3 5 /6 ma ^ ^ n Korperlange, Kopflange 3 3 / 4 bis fast 4mal. 
Schnauze breit und stumpf, ungefahr von der Lange des Augendurchmessers. 
Augenlange 4mal in Kopflange, Interorbitalbreite 2 1 ( 3 2 1 / 2 mal. Mundspalte 
endstandig, etwa von Augenbreite. Unterlippe in der Mitte unterbrochen. 
2 Paar Barteln, die vorderen i 1 /^ die hintereii i 3 / 5 Augendurchmesser. Riicken- 
flosse mit flach konkavem freien Rand, ihr Abstand vom Hinterhauptsrand 
gleich dem Abstand vom Ansatz der oberen Schwanzflossenstrahlen oder fast 
urn Augenbreite kiirzer. Letzter unverzweigter D-Strahl zu einem kraftigen 
Stachel verknochert, mit starken Zahnen am Hinterrand; der knocherne Strahl- 
teil 2 / 3 der Kopflange. Afterflosse kurz, ihre Spitze durch noch einen weiten 
Abstand vom Ansatz der Schwanzflosse getrennt. 

Brustflosse 3 / 4 4 / 5 Kopflange, erreicht die Bauchflosse nicht. Diese etwa 
von gleicher Lange, erreicht bisweilen die Afterflosse, ihre Basis teilweise vor 
der Riickenflosse oder ganz unter dieser. 

Schuppen radial gestreift, in 12 Reihen um den Schwanzstiel. 

Farbung (in Alkohol): Rehbraun mit Silberglanz, namentlich auf den 
Seiten und am Kiemendeckel. Alle Flossen gell^lich. Ein bleifarbiger Langs- 
streifen iiber der Seitenlinie, bisweilen stellenweise aussetzend, gewohnlich mit 
einem dunklen Fleck vor der Sclrvvanzflossenbasis endend. 

Die neue Art steht der PETER sschen kersteni sehr nahe, laBt sich aber 
auf den ersten Blick an ihrem kleinen Auge, ihrem schmaleren Interorbital- 
raum und ihrem zarteren Schadelbau unterscheiden. 

Fundort: Mpororo am Rufuaposten, 3. Juli 1907. 

Es liegen 24 Exemplare von 2,9 6,2 cm Lange (ohne C.) vor. 



1 ) Bei den Messuugen wurden Exemplare unter 35 mm L,ange nicht beriicksichtigt. 

16* 



244 

B. carpio Pffr. 

BOULENGER, op. cit. p. 134/135. 

Die Art liegt von zwei verschiedenen Fundorten, die zu verschiedenen 
Stromgebieten gehoren, vor, und zwar von Beni, aus einem zum Nilsystem 
abwassernden Bache, und vom oberen Ituri (Congo-S} 7 stem). Die bisher be- 
kannten Fundorte sind Undussuma (Tararo) (fur die typischen Exeniplare 
PFEFFER) und der Albert-See (Exemplar des Britischen Museums). Im einzelnen 
verteilt sich das Material in folgender Weise: 

a) Urwaldbach bei Beni. 

2 Exemplare von 4,4 und 7,0 cm Lange (ohne C.), gefangen Januar 1908. 
An dem groBeren finde ich die Kopflange 3 4 / 5 mal in der Korperlange enthalten, 
wahrend BOULENGER - op. cit. p. 134 - dafiir 3 x / 4 3 x /3 angibt. Dagegen 
entspricht seine Abbildung - - Fig. in - gut dem von mir gefundenen Wert. 

b) Urwaldbach am oberen Ituri. 

6 Exemplare von 2,7 6,0 cm Lange, gefangen Januar 1908. 
Es konnten Originalexemplare PFEFFER s aus dem Besitz des Konigl. 
Zoologischen Museums zu Berlin - verglichen werden. 

B. holotaenia Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 139/140, Fig. 116. 

Diese ziemlich weit verbreitete westafrikanische Art liegt in 9 Exemplaren 
von 6,2 8,6 cm Lange 1 ) vor. Die Lage der V. zum Ansatz der D. schwankt 
betrachtlich. Auch setzt der charakteristische dunkle Seitenstreifen bei manchen 
Individuen teilweise aus. Der dunkle Fleck in D. ist anscheinend ganz aus- 
geblaBt. Dagegen zeigen die Korperseiten meist eine dunkle Netzzeichnung 
zwischen den Schuppen, verursacht durch Pigmentierung der Schuppentaschen. 
Fundort: Aus dem Ituri bei Mawambi, gesammelt April 1908. 

B. perince Riipp. 

B. perince Riipp. in BOULENGER, op. cit. II, p. 170 172, Fig. 148. 
B. trispilopleura Blgr., BOULENGER, op. cit. p. 172. 

Von dieser Art liegen 41 Exemplare von 3,8 5,9 cm Lange (ohne Schwanz- 
flosse) vor 2 ). Die Schuppenzahl schwankt zwischen 26 32. Anscheinend 
mir liegen keine Vergleichsexemplare vom unteren Nil vor ist die Lange 
des hinteren Bartels bei dem vorliegenden Material durchschnittlich eine Spur 
groBer und der Interorbitalraum etwas schmaler, als fur echte Nilexemplare 
angegeben wird. Im iibrigen stimmen die Tiere aber vollig zu Bild und Be- 
schreibung von perince. bei BOUL;ENGER - - op. cit. - - iiberein. - - Ich kann auch 
keinen Grund sehen, weshalb dort die abessinischen Vertreter als B. }) trispilo- 
pleura" aufgefaBt werden miissen. Morphologische Abweichungen von Be- 
deutung bestehen augenscheinlich nicht. 
Fundort: Albert-Eduard-See. 



x ) Ohne Schwanzflosse gemessen. 

2 ) Die iiberwiegende GroBe ist 4,7 cm. 



245 

B. pleuropholis Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 175/176, Fig. 153. 

Von dieser bisher nur vom oberen Kongo bekannten Art liegt ein kleines, 
sehr gut erhaltenes Exemplar von 3,4 cm Lange (ohne Schwanzflosse) vor, 
das aus dem Aruwimi bei Basoko stammt. Der Rand der Riickenflosse ist 
deutlich konkav ausgeschnitten. Vielleicht hatte das bei BouLENGER abgebildete 
Exemplar die vordersten D-Strahlen etwas abgestoBen. Auch scheint mir der 
Schwanzstiel etwas verzeichnet. 

B. ? apleurogramma Blgr. 

BOULENGER, op. cit. p. 144. 

Ein einziges kleines Exemplar mit nur 6 weichen Strahlen in D., 33 mm 
lang, wurde im Bezirk Bwanja bei Bukoba am 17. Juni 1907 gefangen. Das 
Exemplar ist schlecht erhalten; immerhin zeigt es eine wenn auch nicht durch- 
laufende, so doch stellenweise ausgebildete Seitenlinie deutlich. 

Sicher ist die Artzugehorigkeit bei einem zweiten 3,9 cm groBen Exemplar, 
welches vom Rufuaposten in Mpororo stammt und am 3. Juli 1907 zusammen 
mit B. rufua (s. o.) gesammelt wurde. Auch hier ist die Seitenlinie stellen- 
weise ausgebildet. 

Barilius. 

B. moorii Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 206/207, Fig- 181. 

Diese bisher nur aus dem Tanganjika-See bekannte Art wurde von der 
Expedition im Kiwu-See gefunden. Aber sie wurde bereits 1902 von dem dortigen 
Residenten Dr. KANDT in 5 Exemplaren erbeutet. 

Es liegen im ganzen 14 Exemplare vor, davon 3 groBe, von 9,3 11,0 cm 
Lange (ohne C.) in Alkohol, ebenso 4 noch sehr jugendliche von 1,4 bis 2,4 cm 
Lange, noch schuppenlos, ferner 2 in Formalin konservierte groBere Exemplare 
von 9,5 und 11,2 cm Lange, alle aus der Sammlung Dr. SCHUEOTZ; auBerdem die 
Sammlung Dr. KANDTS, namlich 5 Exemplare von 6,411,1 cm Lange, leider 
auch in Formalin gehartet. 

Chelaethiops. 
Ch. elongatus Blgr. 
BOULENGER, op. cit. p. 216, Fig. 190. 

2 Exemplare von 3,7 und 4,2 cm Lange aus dem Ituri bei Mawambi. 
Die Art ist bisher nur vom oberen Kongo bekannt. 

Fam. Siluridae. 

Subf. Clariinae. 

Clarias. 

C. lazera C. V. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 235237. 

Die Art liegt in 4 Exemplaren vor, namlich 



246 

a) aus dem Albert -See: 

3 Exemplare von 15,9, 16,0 und 21,2 cm Lange (ohne Schwanzflosse), 
gefangen am SW-Ufer, Marz 1908; 

b) aus dem Albert - Eduard - See: 

i Exemplar von 39 cm Lange. Beide Fundorte sind schon bekannt. 

C. carsonii Blgr. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 243/244. 

Ein Exemplar von 23,5 cm Lange (ohne Schwanzflosse) hat links 12 Kiemen- 
dornen 1 ), wahrend BOULENGER nur 10 n fiir den ersten Kiemenbogen an- 
gibt; auch 1st cler Kopf i' 2 / 5 mal so lang als breit, wahrend BouLENGER 
i 1 / % als Maximum zulaBt. Ich halte aber diese beiden Abweichungen fiir un- 
wesentlich, zumal das Exemplar sonst mit BouLENGERs Beschreibung iiber- 
einstimmt. 

Fundort: Der Kagera. 

Als Grenzen des Verbreitungsgebiets gilt bisher der Nyassa im Siiden 
und Uganda im Norden. 

C. submarginatus Ptrs. 

BOULENGER, op. cit. II, p. 245/246. 

Bisher nur von Kamerun bekannt, ist dieser Wels die am reichsten ver- 
tretene Clariasart der ganzen Ausbeute; es liegen im ganzen Exemplare vor, 
die sich in folgender Weise auf die Fundorte verteilen: 

a) Nsasa in Kissaka (Ruanda). 

Ein Exemplar von 13,8 cm Lange (ohne Schwanzflosse) wurde von Herrn 
GRAUER im August 1907 erbeutet. Ich zahle links n 12 Kiemendornen am 
ersten Bogen und finde die Kopflange iV 4 mal so groB als die Breite (33 : 26 mm). 

b) Kiwu - See. 

a) Ein Exemplar von 22, i cm Lange (ohne C.) hat links 10 Kiemendornen, 
sehr kurze Brustflossen (nur 2 / 5 der Kopflange), ebensolche Nasalbarteln ( J / 2 Kopf- 
lange), Maxillarbarteln eine Spur unter Kopflange, kleines Auge (8 9 mal in 
Interorbitalbreite), Kopf nur I 1 / 4 mal so lang als breit; 

ft) ein Exemplar von 18,9 cm mit dem vorigen zusammen bei Kissenje 
gefangen, hat schmaleren Kopf (i l / 3 so lang als breit); Maxillarbarteln kopf- 
lang, Kiemendornen rechts 1 1 ;' 

7) ein Exemplar von 19,5 cm Lange (ohne C.), von Dr. KANDT 1902 im 
Kiwu erbeutet, hat links 10 Kiemendornen, die Maxillarbarteln von Kopflange, 
diese i 1 ^ mal so groB als die -breite, D ca. 74, A 63; 

<5) ein Exemplar gleicher Herkunft von 15 cm Lange, hat rechts n Kiemen- 
dornen, Maxillarbarteln iiber kopflang, Kopflange zur -breite gleichfalls i l / 3 : i, 
D 76, A ca. 60; 



!) Die Fomialinkonservierung zwang zu einer Aufsprengung der Schadelkapsel mittels 
Knochenschere, da anders nicht an die Kiemenbogen heranzukommen war. 



247 

) 14 kleine Exemplare gleicher Herkunft von 2,4 9,2 cm Lange zeigen 
starkes Variieren der Kopflange im Verhaltnis zur -breite (selbst i l / 5 : i kommt 
noch vor:); 

C) wahrscheinlich gehort zu dieser Art ein kleines Exemplar von nur 
9,0 cm Lange (ohne Schwanzflosse), das von SCHUBOTZ im Januar 1908 in einem 
Urwaldbach am oberen Ituri erbeutet wurde. 

Bei der Bestimmung dieses Materials habe ich die PKTERSschen Original- 
exemplare nachuntersucht, wobei ich an dem groBeren Exemplar (ohne C. 11,2 cm 
lang) die Zahl der Kiemendornen am rechten ersten Bogen mit 13 feststellen 
konnte, wahrend in BOULENGERS Synopsis der Gattung (op. cit. II, p. 224) fur 
die Art nur 10 angegeben wird. 1 ) 

Ich muB daher die Artselbstandigkeit des C. lioccphalus (BouLENGER, 
op. cit. p. 246) einstweilen in Zweifel ziehen; jedenfalls geniigen die bisher an- 
gegebenen Unterschiede keineswegs zu einer Abspaltung dieser Tanganjika- 
Form von submarginatus. 

Clarias spec. I. 

Aus dem Mohasi-See (Ruanda) liegen 2 kleine Welse von 3,7 cm Lange 
vor, die infolge ihrer groBen Jugend keiner bestimmten Art zugerechnet werden 
konnen. Sie wurden am 3. August 1907 durch SCHUBOTZ erbeutet. 

Clarias spec. II. 

Einer anderen, ebeiifalls nicht genauer zu bestimmenden Art gehort ein 
11,2 cm langes Exemplar an, das aus einem Urwaldbach bei Beni (Nilsystem) 
stammt [Januar 1908]. Es diirfte in die Nahe der BouLENGERschen Arten 
walkeri und longior gehoren (BouLENGER, op. cit. II, p. 248/249), die beide 
von Kamerun bekannt sind, oder mit einer dieser Arten identisch sein. Die 
MaBverhaltnisse sind Mittelwerte, nach BouLENGERs Tabelle ist eine Ent- 
scheidung unmoglich; solange nicht reichlicheres Material vorliegt, muB diese 
Frage of fen bleiben. 

Subfam. Silurinae. 

Eutropius. 

E. grenfelli Blgr. 

BOULENGER, op. cit II, p. 286/287. 

Ein Exemplar von 25 cm Lange (ohne Schwanzflosse) stammt aus dem 
Aruwimi bei Basoko [13. Mai 1908]. Der obere Kongo ist bereits als Fund- 
ort bekannt. 



!) Auch verhalt sich bei diesern Exemplar die Kopflange zur -breite nur wie i 3 10 zu i, da- 
gegen bei dem kleineren Originalexemplar sogar wie i 2/ 5 zu i, schwankt also jedenfalls, ebenso wie 
die Lange des Maxillarbartels, die bei dem ersteren nur 4 5 der Kopflange betragt, bei dem zweiten 
dagegeu i 3 20 derselben. 



248 

Physailia. 

Ph. occidentalis Pellegr. 
BOULENGER, op. cit. II, p. 301. 

14 Exemplare von 4,3 5,8 cm Lange (ohne Schwanzflosse) zeigen fiir 
A Schwankungen von 56 61 in der Zahl der Flossenstrahlen. 

Ob wirklich der ziemlich gleichzeitig mil der vorliegenden Art beschriebenen 
Ph. pellucida - BOULENGER, op. cit II, p. 300 - - Artwert zukommt, bedarf 
m. E. einer erneuten Nachpriifung an groBerem Material von west- und ost- 
afrikanischen Fundpunkten. 

Fundort: Mangrove-Siimpfe an der Tschiloango-Miindung bei Landana. 

Subfam. Bagrinae. 

Bagrus. 

B. bayad (Forsk.). 

BOULENGER, op. cit. II, p. 304/306. 

Ein Exemplar von 17,8 cm Lange (ohne C.) wurde im Marz 1908 im Albert- 
See erbeutet. Das Vorkommen der bereits fiir Nilsystem, Tschad, Senegal und 
Niger nachgewiesenen Art hier ist bereits bekannt. 

B. docmak (Forsk.). 
BOULENGER, op. cit. II, p. 309/310. 

Vom gleichen Fundort liegt ein 35 cm langes Exemplar vor. Fiir diese 
Art, deren Verbreitung vom Nildelta bis zu den Quellfliissen bereits angegeben 
wird, stellt der Albert-See anscheinend einen neuen Fundort dar. 

Gephyroglanis. 
Q. gymnorhynchus sp. n.. 

Tafel IV, Tafel 6. 

D I 6, A 3/9. 

Korperhohe fast genau 4 9 / 10 mal in der Korperlange, Kopflange fast genau 
3 2 / 5 mal. Kopf maBig deprimiert, i 3 / 4 mal so lang als breit, in der Scheitel- und 
Hinterhauptsgegend deutlich granuliert und streifig. Processus supraoccipitalis 
eher langer als breit, in Kontakt mit dem Interneuralschild. Schnauze ab- 
gestumpft konisch, fast genau so lang wie das Auge. Dieses elliptisch, die groBe 
Achse 3mal in Kopflange, die kleine 2 / 3 der groBen. Interorbitalbreite 1 ) fast 
genau gleich der groBten Augenlange. Nasalbarteln fehlen vollstandig 
(daher die Artbezeichnung). Maxillarbartel etwas iiber 4 / 5 Kopflange. AuBerer 
Mandibularbartel 1 J 2 Kopflange, fast i 2 / 3 mal so lang wie der innere. Maul- 
spalte nicht ganz halb so lang wie die Kopfbreite. Band der Pramaxillarzahne 
ziemlich gerade, etwa */4 so breit als lang. Riickenflosse reicht auch zuriick- 



!) Abstand der hautigen Augenhohlenrander. Der Abstand der Knochenrander der Orbita 
betragt nur 3 / 7 soviel. 



249 

gelegt lange nicht bis an die Fettflosse, ihre beiden ersten weichen Strahlen 
etwas iiber 4 / 5 Kopflange. Der D-Stachel fast 7 / 10 c ^ er Kopflange, an der Spitze 
vorn und hinten schwach gesagt. Fettflosse etwas holier, als ihre Basis lang ist, 
diese 4 / 5 der Basis der Riickenflosse. Abstand der Fettflosse von der D doppelt 
so weit wie die Basislange der letzteren. Brustflossenstachel gekriimmt, 3 / 5 Kopf- 
lange, innen kraftig gezahnt. Schwanzflosse tief gegabelt, die Lappen scharf 
.zugespitzt. Schwanzstiel fast 2 1 / 2 mal so lang wie hoch. 

Far bung: Oben braunlich, nach den Seiten und dem Bauch mit starkem 
Silberglanz. Ein schwarzlicher Fleck hinter dem Kiemendeckel, Riickenflosse 
mit verwaschener, schiefer Binde, Fett- und Schwanzflosse mit schwarzlichem 
Hinterrand. 

Lange (ohne Schwanzflosse) 7,8 cm. 

Das einzige Exemplar stammt aus dem Aruwimi bei Basoko und wurde 
am 13. Mai 1908 gefangen. 

Die Art steht longipinnis Blgr. BouLENGER, op. cit. II, p. 348/349, 
Fig. 270 - - im Habitus nahe; das vollstandige Fehlen des Nasalbartels nahert 
sie aber wieder mehr tilhoi Pellegr. - BOULENGER, op. cit. p. 348. 

Gephyroglanis spec. 

In den Mangrovesiimpfen der Tschiloango-Miindung bei Landana w r urden 
von der Expedition 6 kleine Welse von 27 61 mm Lange gefangen, deren 
systematische Zugehorigkeit unklar ist. Sie zeigen Beziehungen zu G. tilhoi 
(s. o.) und der neuen Art gymnorhynchus in MaBen und Habitus, eine Bestim- 
mung ist aber unmoglich, da die Bartellange, die MaBverhaltnisse usw. wahr- 
scheinlich noch nicht definitiven Charakter angenommen haben und fiir die 
Vornahme der Bestimmung ganzlich irrefiihrend sind. 

Es kann bei dieser Gelegenheit ganz allgemein gesagt warden, daB das 
Sammeln und Konservieren von Jungfischen in einem noch unbekannten 
Faunagebiet ganz wertlos ist, da dabei fiir die Systematik meist nichts heraus- 
kommt, dagegen leicht jugendliche Forscher durch das Vorhandensein von 
Material zur Aufstellung und Beschreibung neuer Formen verleitet werden, 
die spater nur die Synonymic iiberfliissig belasten. 

Auchenoglanis. 
A. acuticeps sp. n. 

Tafel V, Figur i. 

D 3/6, A 10. 

Korperhohe etwa 5 mal in Korperlange. Kopflange 1 ) 3 1 / 6 3 1 / 3 mal. Kopf 
maBig depress, fast i J / 2 mal so lang als breit, seine Oberflache und das Operculum 
sehr rauh, der Kopf mit kornigen, das Operculum auBerdem noch mit kiel- 
formig radialen Hockern skulpturiert, die Haut dariiber sehr diinn. Processus 



Ich messe wie BOULENGER (op. cit. p. 368) bis an den Ansatz des proc. supvaoccipitalis. 



250 

supraoccipitalis abgerundet, ungefahr so lang wie breit, in Kontakt mil dem 
groBen, gleichfalls grobhockerigen Interneuralschild. Schnauze lang und zu- 
gespitzt, reichlich von halber Kopflange. Auge superolateral, 5 1 / 2 mal in Kopf-, 
3 mal in Schnauzenlange, fast genau 2 mal in Interorbitalbreite. Maul klein, 
fast endstandig (eine Spur unterstandig), mit dicken papillosen Lippen. Pra- 
maxillarzahne m zwei kleinen, ovalen, inselartigen Gruppen dicht beieinander. 
Maxillarbartel wird bis fast 1 / 2 kopflang, erreicht dann gerade den (vorderen) 
Augenrand. AuBerer Mandibularbartel iiber l / 2 Kopflange, innerer etwa l / s der- 
selben, an der Unterlippe selbst entspringend. Kiemendornen etwa 10 am 
unteren Teil des ersten Bogens. Processus humeralis sehr schmal und spitz, 
gekornt. D-Stachel kraftig, stark gekriimmt, 3 / 5 6 / 7 der Kopflange, seine 
Vorderkante mehrreihig gekornt. Fettflosse 4 5 mal so lang wie hoch, iiber 
2 mal so lang wie die Basis der D oder etwas kiirzer, ihr Abstand von der Riicken- 
flosse l / 3 1 / 2 ihrer eigenen Lange. Sie reicht bis nahe an den Ansatz der Schwanz- 
flosse. P reicht nicht bis zur V; ihr Stachel sehr kraftig, etwa 3 / 5 der Kopflange, 
AuBenkante gekornt, Innenkante mit 10 n derben Zahnen. Ansatz der V 
senkrecht unter den letzten D-Strahlen, sie reicht nicht bis zur A. Diese er- 
reicht zuriickgelegt die C. Die C. rund abgeschnitten, zuweilen mit schwacher 
Andeutung eines medianen Ausschnitts. 

Far bung (in Alkohol): Rehbraun, nach dem Riicken dunkler, Unterseite 
gelblich. Korperseiten und samtliche Flossen, die paarigen nur auf der Ober- 
seite, mit dunkelbraunen Flecken, die meisten unter AugengroBe, dicht besetzt 
(vgl. Abbildung). 

Die Art steht dem bedeutend plumperen occidental^ C. V. sehr nahe (vgl. 
BouLENGER, op. cit. II, p. 369/70), unterscheidet sich aber in den MaBen er- 
heblich, wie man schon auf den ersten Blick an dem eleganteren Habitus 
erkennt. 

5 Exemplare von 13 17,5 cm Lange aus dem Albert -See, 2 davon 
am Siidwestufer gefangen. 

Subfam. Doradinae. 

Synodontis. 
S. schall (Bl. Sclm.). 

BOULENGER, o'p. cit. II, p. 404 407. 

13 Exemplare dieser vom Nil bis zum Senegal verbreiteten Art wurden 
im Albert-See 1 ) im Marz 1908 erbeutet. Sie messen 9,8 14,0 cm ohne Schwanz- 
flosse. 

Die Artbestandigkeit des GUNTHBRschen 5. gambiensis BOULENGER, 
op. cit. II, p. 392 und 407/408 - - erscheint mir trotz BouLENGERs abweichender 
Ansicht sehr zweifelhaft. 



l ) Siidwestufer. 



251 

S. melanostictus Blgr. 

BOL'LKXGER, op. cit. II, p. 418/419. 

Hiervon liegen 2 Exeniplare von 16,2 und 17,5 cm Lange vor; sie zeigen 
starkes Schwanken in cler Zahl cler Mandibularzahne 28 beim kleineren 
Exemplar, 21 beim groBeren -, wahrend BOULENGER dafiir 30 40 angibt. 
Ich halte aber diese Abweichung fur unwesentlich, um so mehr, als die vor- 
liegenden Exemplare sonst gut zu Abbildung und Beschreibung bei BOULEXGER 
stimmen. 

Leider ist hier die Fundortsbezeichnung verloren gegangen. 



S. ornatus sp. n. 

Tafel V, Figur 2. 

D II 6, A 4/89. 

Korperhohe 3 x / 4 3 l / 2 mal in Korperlange, Kopflange 3 x / 4 3 1 / 2 ma l 1 )- Kopf 
ebenso lang wie breit, seine Oberflache von der Intraorbitalgegend an fein 
kornig skulpturiert. Schnauze rundlich abgestumpft, fast genau so lang wie 
der postokulare Kopfteil. Auge supero-lateral, 4 2 / 3 6mal in Kopflange, 2 1 4 bis 
2 l / 2 mal in Interorbitalbreite. Lippen maBig entwickelt. Pramaxillarzahne in 
einem maBig langen, breiten Bande. Die beweglichen ^Mandibularzahne bilden 
ein kiirzeres, schmaleres Band, 30 34 an Zahl; ihr sichtbares Ende von et\va 
J / 6 der Lange des groBten Augendurchmessers. Maxillarbartel an der Basis 
deutlich gesaumt, i l / 5 i l j 2 ma\ so lang wie der Kopf 2 ); er reicht zuriickgelegt 
nicht ganz oder etw-as liber die Mitte des Brustflossenstachels. Die auBeren 
Mandibularbarteln, iiber l f. 2 3 / 5 so lang wie die eben genannten, tragen sparliche 
tuberkulare Anhange, die inneren, halb so lang wie die vorigen oder etwas 
kiirzer, sind dicht mit blumenkohlformigen, kurzen Anhangen besetzt. Kiemen- 
spalten enden unten vor dem Ansatz des P.-Stachels. Occipito-Nuchalschild 
von der gleichen Skulptur wie der Kopf, etwas langer als breit, dachformig 
abgerundet, hinten mit runden Ecken oder deutlichen Spitzen endigend. Pro- 
cessus humeralis fast doppelt so lang wie breit, kornig skulpturiert, unten deut- 
lich gekielt, die Kiele parallel gefurcht, reichen ausgesprochen weiter nach 
hinten als der Riickenschild. D-Stachel von Kopflange oder etwas dariiber, 
schw^ach gekriimmt, parallelstreifig, auf der Vorderkante glatt oder mit einigen 
schwachen Zahnen an der Spitze, die Hinterkante deutlich gesagt. Fettflosse 
2 l / 2 4inal so lang \vie hoch, i l / 2 2 1 / 2 ma l so l an g w ^ e mr Abstand von der 
D-Afterflosse, reicht bis an den Ansatz der Schwanzflosse. P-Stachel etwas 
iiber kopflang, auBen fein, innen sehr grob gezahnt. Die Flosse reicht eine 
Spur iiber den Ansatz der V. hinaus. V. reicht bisw r eilen bis zur Afterflosse. 
Schwanzflosse deutlich zweizipflig, die Lappen sehr spitz ausgezogen. Schw r anz- 
stiel i 1 ^ I 1 /2 ma -l so l an w i e hoch. 



l ) Ich messe von der Schnauzenspitze bis in den Winkel zwischen Proc. hnmcralis und 
occipitalis. 

z ) Ober dieses MaB siehe oben. 



252 

Far bung (in Alkohol) : Sehr an die bei ornatipinnis Blgr. - - BOULENGER, 
op. cit II, p. 444 - - erinnernd, nur sind die Flecken an den Korperseiten viel 
feiner und dichter gestellt und erstrecken sich auch iiber den Kopf und den 
ganzen Bauch, hier zuweilen zu einer Tigerzeichnung verschmelzend. 

Von ornatipinnis Blgr. unterscheidet sich die Art leicht durch ihren viel 
langeren und anders gestalteten processus humeralis, die kiirzere Schnauze 
und die abweichende Farbung. 

Fundort: 8 Exemplare von n 13,700 Korperlange wurden im 
Marz 1908 im Albert-See erbeutet (einige am Sudwestufer). 

S. nummifer Blgr. 

BOULENGER, op. cit. p. 464, Fig. 348. 

I Exemplar von 9,5 cm Korperlange wurde am 18. Mai 1908 im Aruwimi 
bei Basoko gefangen. Es zeigt auch den nicht immer auftretenden zweiten 
dunklen Seitenfleck hinter dem ersten, wie ihn BOULENGER angibt. 

Die bisher wenig in den Sammlungen vertretene Art ist nur aus dem Kongo- 
system bekannt. 

Subfam. Malapterurinae. 

Malapterurus. 
M. electricus (I,,). 

Von dieser iiber den groBten Teil von Afrika verbreiteten Art liegen 2 Stuck 
vor, ein groBes von 45,5 cm Korperlange aus dem Albert-See 1 ) - - der Fundort 
scheint neu zu sein - - und ein kleines, 12 cm langes aus der Miindung des Tschilo- 
ango bei Landana, gefangen Juni 1908. 






Ordnung: Heteromi. 



Fam. Cyprinodontidae. 

Haplochilus. 
H. modestus sp. n. 

Korperhohe 2 3 / 4 3mal in Korperlange, Kopflange 3 2 / 5 3 1 / 2 mal. Kopf 
oberseits abgeflacht. Schnauze kiirzer als das Auge, der Augendurchmesser 
2 2 / 3 3 2 / 3 mal in der Kopflange. Der plumpe Unterkiefer iiberragt den oberen 
bedeutend. Maulspalte schief aufwarts gerichtet. Zahne klein, deutlich ge- 
kriimmt, einreihig. Augen besser von unten als von oben sichtbar. Interorbital- 
breite 2 2 1 / 3 rnal in Kopflange. D mit 9 n Strahlen, ihr erster Strahl liegt 
iiber dem Ende der vorderen Halfte der Afterflosse, naher dem Ansatz der 



x ) Marz 1908 gefangen. 



253 

Schwanzflosse als clem Hinterhauptsrand, die langsten Strahlen liegen hinter 
der Mitte der Flosse. Afterflosse kraftiger entwickelt, mit 17 18 Strahlen, 
ihr erster Strahl entspringt in gleichem Abstancl von der Pupille wie vom Ansatz 
der vSchwanzflosse, die Strahlen meist bedeutend langer als die der Riicken- 
flosse. P etwa 3 / 4 so lang als der Kopf, reicht bis zum Ansatz der Afterflosse 
(Projektion). V etwa halb so lang als P, entspringt viel naher der Schnauzen- 
spitze als dem Ansatz der C. Schwanzflosse abgerundet, etwas imter Kopf- 
lange. Schuppen in etwa 31 Querreihen. Keine Seitenlinie sichtbar. 

Farbung (in Alkohol): Hell gelblichbraun, die Schuppen dunkel gesaumt, 
wodurch eine Netzzeichnung entsteht. 

Die neue Art ahnelt in der Korperform sehr dem H. loati Blgr. vgl. 
G. A. BOULENGER, The Fishes of the Nile, 1907, p. 417, Tafel 79 , steht aber 
in der Beschuppung pumilus Blgr. - op. cit. p. 420/421, Tafel 79, Fig. 10 - 
sehr nahe. 

7 Exemplare von 28 31 mm Lange (ohne Schwanz), davon 6 anscheinend 
Weibchen, aus einem Urwaldbach bei Beni (Nilsystem); sie warden im Januar 
1908 erbeutet. 

H. macrurus Blgr. 

BOULENGER, Ann. Mag. Nat. Hist. (7 ser. ) 1904, 14 vol., p. 19. 

13 Exemplare von 25 36 mm Lange stelle ich mit Vorbehalt zu dieser Art. 
Fundort: Mangrove-Siimpfe bei Landana(Tschiloango-Miindung). 

Unterordnung : Percesoces. 

Fam. Anabantidae. 

A. congicus Blgr. 

BOULENGER, Poisson du bassin du Congo, 8, Briissel 1901, p. 374. 

Wahrscheinlich gehoren zu dieser Art 3 Exemplare von 21, 42 und 43 mm 
Lange (ohne C) aus einem Tiimpel bei Awakubi. Die Art ist bisher nur vom 
unteren Kongo bekannt. 

Unterordnung: Acanthopterygii. 

Fam. Cichlidae. 

Von G. A. BOULENGER. 1 ) 

1. Tilapia nilotica L. 

Albert-See (7 Exemplare), Albert-Eduard-See (5 Exemplare). 

2. Tilapia melanopleura A. Dum. 
Kiwu-See (i Exemplar). 



x ) Herr G. A. BOULENGER, F. R. S., vom Britischen Museum (Natural History) London, 
hatte die groBe Liebenswiirdigkeit, die Bearbeitung dieser schwierigen Gruppe zu iibeniehmen, 
wofiir ihm auch an dieser Stelle der warmste Dank ausgesprocheii \verden soil. 



254 

3. Tilapia Adolphi= Frederic! sp. n. (Tafel VI). 

Korperhohe gleich der Kopflange, 2 4 / 5 mal in Totallange. 1 ) Kopf 2 l / 2 mal 
so lang als breit; Schnauze mit schwach konvexem oberen Profil, so lang wie 
breit, viel kiirzer als der postokulare Kopfteil, so lang wie das Auge, welches 
3 1 /, mal in der Kopflange enthalten ist, der Interorbitalbreite an GroBe 
gleichkommt uiid die kleinste Hohe des Praorbitale iibertrifft; Maul maBig groB, 
2 / 3 der Kopfbreite, reicht bis unter den vorderen Augenrand ; Zahne in 4 Reihen, 
die auBeren maBig groi3, 42 im Oberkiefer; 3 Reihen von Schuppen an der Wange, 
die Breite des beschuppten Teils kleiner als der Augendurchmesser. Kiemen- 
dornen kurz, 7 am unteren Teil des vorderen Bogens. Dorsale XIV 10; Stacheln 
an Lange bis zum letzten zunehmend, dieser miBt nahezu V 2 Kopflange; langste 
weiche Strahlen 3 / 5 der Kopflange. Anale III 9; dritter Stachel so lang wie 
der letzte dorsale. Pektorale so lang wie der Kopf, reicht iiber die Vertikale 
vom Ansatz der Anale hinaus. Ventrale etwas verlangert, reicht ein wenig 
iiber den Ursprung der Anale. Caudale abgestutzt. Schwanzstiel so lang wie 
hoch. Schuppen schwach gezahnt, 3iyjf; Laterallinien -~-. Oben dunkel- 
braun, unten silbrig-weiB; dunkelbraune Flecken flieBen zu sehr unregelmaBigen 
Ouerbandern am Korper zusammen; eine dunkle Binde unter dem Auge; ein 
schwarzlicher Fleck am Schnauzenende und Kinn; ein dunkelbrauner Operkular- 
fleck, Flossen gelblich, die Binden am Korper reichen auf Dorsale und Anale; 
oberes Drittel der Caudale schw r arzlich. 

Totallange 93 mm. 

Ein einzelnes Exemplar aus dem Kiwu-See. 

Diese neue Art, weiche in ihrer Farbung eine Paratilapia bicolor Blgr. vor- 
tauscht, ist nahe verwandt mit Tilapia Burtoni, Gthr., vom Tanganjika- und 
Kiwu-See. Sie weicht ab durch den Besitz langerer AuBenzahne, weniger 
Kiemendornen und langerer Brustflossen. 

4. Tilapia Pappenheimi sp. n. (Tafel VII Fig. i). 

Korperhohe 3 3 3 / 4 mal in Totallange, Kopflange 3 3 1 / 4 mal. Kopf 2 l / 3 bis 
2 1 f. 2 mal so lang wie breit, das obere Profil bildet eine gerade Linie; Schnauze 
gerundet, so lang wie breit, ebenso lang wie das Auge, welches 3V 5 3V2 ma l 
in der Kopflange enthalten ist, der Interorbitalbreite gleichkommt und die 
kleinste Hohe des Praorbitales an GroBe iibertrifft; Kiefer nach vorn gleichweit 
vorragend. Maulspalte reicht bis unter den vorderen Augenrand oder nicht 
ganz so weit; Zahne klein, in 3 oder 4 Reihen, 40 54 in der auBeren Reihe 
des Oberkiefers; 3 oder 4 Reihen von Schuppen an der Wange, die Breite des 
beschuppten Teils schmaler als der Augendurchmesser. Kiemendornen maBig 
lang, 10 12 am unteren Teil des vorderen Bogens. Dorsale XV XVI 8 10; 
Stacheln an Lange nach hinten zunehmend, der hinterste miBt a / 3 x /2 Kopf- 



J ) BOULENGER versteht hierunter nur die Lange bis zum Ansatz der Schwanzflosse (,,K6rper- 
lange"). 



255 

lange; langste weiche Strahlen l / 2 3 / 5 Kopflange. Anale III 7 9; dritter 
Stachel so lang oder ein wenig kiirzer als der letzte dorsale. Pektorale so lang 
oder ein wenig kiirzer als der Kopf, reicht bis zur Vertikale cles Ansatzes der 
Anale oder nicht ganz so weit. Ventralflosse reicht bis zum After oder bis zur 
Analflosse bei den Weibchen, ein wenig weiter bei den Mannchen. Caudale ab- 
gestutzt. Schwanzstiel i l / z 2mal so lang wie hoch. Schuppen ziemlich grob 

gezahnt, sehr klein in der Pektoralgegend, 31 34 ~^_ '', Laterallinien ' 
Weibchen oben einformig braunlich, unten silbrig; Mannchen mit einem senk- 
rechten schwarzen Streifen unter dem Auge, die Kehl- und Bauchseite braun 
oder schwarzlich, die Bauchflossen schwarz; zwei groBe leuchtende Augen- 
flecke an der Anale: 

Totallange no mm. 

32 Exemplare vom Albert-Eduard-See. 

Die Exemplare variieren in der GroBe zwischen 55 und no mm. Ein 
Weibchen der letztgenannten GroBe hat einige Junge im Maul; diese Jungen, 
noch mit einem groBen Dottersack ausgeriistet, messen 13 mm. Andere kleinere 
Weibchen (80 90 mm) haben gleichfalls Junge oder Eier im Maul; die Eier 
messen 5 mm im groBten Durchmesser. 

Die nachsten Yerwandten von T. Pappenheimi sind T. Perrieri, Pellegr., 
T. humilior, Blgr., und T. pallida, Blgr., die sich alle drei durch eine niedrige 
Zahl von Kiemendornen (7 9 am unteren Teil des vorderen Bogens) unter- 
scheiden. 

5. Tilapia Martini Blgr. 

68 Exemplare aus dem Albert-Eduard-See. Kleiner als die typischen Exem- 
plare (55 100 mm) und ohne das dunkle Seitenband. Vier Weibchen (70 85 mm 
lang) haben sparliche Eier oder Embryonen im Maul. Die Eier messen 4 mm 
im Durchmesser. 

6. Tilapia lacrimosa Blgr. 

1 Exemplar vom Albert-Eduard-See. 

7. Tilapia macrops Blgr. 

2 Exemplare vom Albert-Eduard-See. 

8. Haplochromis Schubotzi sp. n. (Tafel VIII). 

Korperhohe gleich Kopflange, 2 2 / 3 2 4 / 5 mal in Totallange. Schnauze mit 
geradem oder schwach konvexem oberen Profil, i 1 /^ I 1 2 mal so lang als der 
Augendurchmesser, dieser 4 4 1 / 2 mal in der Kopflange und gleich der Inter- 
orbitalbreite, etwas groBer als die kleinste Hohe des Praorbitale; Unterkiefer 
schwach vorragend ;Maulspalte reicht bis unter den vorderen Augenrandoder nicht 
ganz so weit; auBere Zahne ziemlich klein, konisch oder undeutlich zweispitzig, 
60 70 im Oberkiefer, dahinter 3 Reihen sehr kleiner konischer oder dreispitziger 
Zahne; 3 oder 4 Schuppenreihen an der Wange, die Breite des beschuppten Teils 



256 

gleich oder etwas schmaler als der Augendurchmesser. Kiemendornen kurz und 
dick, zwei- oder dreigespalten, 8 oder 9 am unteren Teil des vorderen Bogens. 
Dorsale XV XVI 9; Stacheln an Lange nach hinten zunehmend, der letzte 
miBt 2 / 5 der Kopflange; langste weiche Strahlen l / 2 Kopflange. Anale III 8 9; 
dritter Stachel J / 3 Kopflange. Pektorale 4 / 5 5 / 6 Kopflange, reicht bis zur Ver- 
tikale im Ursprung der Anale. Ventrale reicht bis an den Urspmng der Anale 
oder ein wenig weiter. Caudale abgestutzt oder schwach ausgerandet. Schwanz- 
stiel so lang wie hoch oder kaum langer als hoch. Schuppen fein gezahnelt, 
^o 32 ^4r^; Laterallinien ^; Schuppen in der Pektoralgegend sehr 
klein. Braunlich; Kehle, Bauch und Kopfseiten schwarzlichbraun oder 
schwarzlichbraun gesprenkelt; ein senkrechter schwarzer Streifen vom Auge 
zum Mund und ein zweiter auf dem Praoperkulum ; zwei schwarzliche Biiiden 
quer iiber die Oberflache der Schnauze, eine dritte quer iiber den Hinterkopf 
und eine vierte quer iiber den Nacken ; vertikale Flossen braun oder schwarzlich, 
Anale mit zwei oder drei breiten leuchtenden Ocellarflecken ; Pektoralen gelblich, 
Ventralen schwarz. 

5 Exemplare vom Albert-Eduard-See. 

Diese Art, beschrieben nach 5 mannlichen Exemplaren von 125 145 mm 
Lange, ist verwandt mit H. nuchisquamulatus , Hilgend., von dem sie sich durch 
kleineres Auge und etwas groBere Schuppen unterscheidet. 

9. Haplochromis angustifrons sp. n. (Tafel IX). 

Korperhohe 2 l / z 3mal in Totallange, Kopflange 2 3 / 4 3mal. Schnauze 
mit geradem oder schwach konvexem oberen Profil, so lang wie das Auge oder 
- beim Jungen - - ein wenig kiirzer; Auge 3 3 1 / 2 rnal in Kopflange, groBer als 
die Interorbitalbreite und die Praorbitalhohe ; Kiefer gleich lang, oder der 
untere etwas vorspringend. Maul reicht bis unter den vorderen Augenrand oder 
ein wenig dariiber hinaus; Zahne klein, in 3 oder 4 Reihen, die auBeren am 
groBten, konisch oder zweispitzig, oder teils konisch, teils zweispitzig, 48 60 im 
Oberkiefer, die auBeren dreispitzig ; 3 oder 4 Reihen von Schuppen an der Wange, 
die Breite des beschuppten Teils schmaler als der Augendurchmesser. Kiemen- 
dornen kurz, 8 oder 9 am unteren Teil des vorderen Bogens. Dorsale XIV XVI 
910; Stacheln nach hinten an Lange zunehmehd, der letzte miBt 2 / 5 x /2 Kopf- 
lange; langste weiche Strahlen l / 2 2 / 3 Kopflange. Anale III 8 9'; dritter 
Stachel nahezu so lang, aber kraftiger als der letzte dorsale. Pektorale so lang 
wie der Kopf oder ein wenig kiirzer, reicht bis zur Vertikale im Ursprung der 
Anale oder ein wenig dariiber hinaus. Ventrale reicht bis zum Ursprung der 
Anale oder ein wenig weiter. Caudale abgestutzt. Schwanzstiel 1^3 i 1 l. 2 ma\ 
so lang wie hoch. Schuppen ziemlich stark gezahnt, 30 33 \^^ ', Lateral- 
linien . Mannchen oben braun, bisweilen mit sehr undeutlichen dunkleren 

I O 1 ^ 

Querbinden, unten silbrig, mehr oder weniger dicht dunkelbraun gesprenkelt; 
Flossen grau bis schwarzlich, Caudale bisweilen mit runden schwarzen Flecken. 



257 

Weibchen oben braun und unten weiB, bisweilen mit einem breiten, dunklen, 
braunen Seitenband vom Kiemendeckel bis zur Schwanzflosse, bisweilen mit 
undeutlichen dunklen Ouerbinden; Flossen weiBlich oder grau, Dorsale mit 
einigen dunklen Flecken, Caudale bisweilen mit runden dunklen Flecken. 

Totallange no mm. 

56 Exemplare vom Albert-Eduard-See, von 50 no mm Lange. 

Desgleichen 36 Exemplare vom Kiwu-See. Diese sind gewb'hnlich dunkler, 
die Mannchen bisweilen schwarzlichbraun mit vollstandig schwarzen Flossen, 
der Korper ist schlanker, die Hohe 3 3 1 / 4 rnal in der Lange, wahrend sie 2 1 / 2 bis 
3mal darin bei den Exemplaren aus dem Albert-Eduard-See enthalten ist. 
Die Kiwu-Seeform mag var. gracilior benannt werden. 

Ein Weibchen von 105 mm Lange, vom Albert-Eduard-See, hat Maul 
und Schlund mit 28 Eiern angefiillt, jedes 3 mm im Durchmesser. Zwei andere 
Weibchen 95 bzw. 100 mm lang, aus dem Kiwu-See, haben einige Embryonen 
im Maul. 

10. Haplochromis Qraueri sp. n. (Tafel 10). 

Korperhohe 2 2 / 3 3 mal in Totallange, Kopflange 2 l [ 2 2 4 /5 m al. Schnauze 
mit geradem oder schwach konvexem oberen Profil, i i 2 / 5 Augendurchmesser 
lang, das Auge 3 x / 2 4 1 /3 rna ^ m Kopflange und gleich der Interorbitalbreite; 
kleinste Hohe des Praorbitale 2 / 3 I mal so lang wie der Augendurchmesser; 
Maulspalte reicht nicht bis unter den vorderen Augenrand; Zahne in 4 6 Reihen, 
die auBersten am groBten, konisch, zweispitzig, oder teils konisch, teils zwei- 
spitzig, 50 80 im Oberkiefer; 3 oder 4 Reihen Schuppen an der Wange, die 
Breite des beschuppten Teils gleich oder etw y as schmaler als der Augendurch- 
messer. Kiemendornen kurz, die groBeren oft 2- oder 3gespalten, 7 9 am 
unteren Teil des vorderen Bogens. Dorsale XV XVI 9 10; Stacheln nach 
hinten an Lange zunehmend, der letzte miBt 2 / 5 bis nahezu l f z Kopflange; langste 
weiche Strahlen 1 f 2 3 / 5 Kopflange. Anale III 8 9; dritter Stachel so lang oder 
ein wenig kiirzer als der letzte dorsale. Pektorale ein wenig kiirzer als der Kopf, 
reicht bis an die Vertikale im Ursprung der Anale oder ein wenig dariiber hinaus. 
Ventrale reicht bis an den Ansatz der Anale oder dariiber hinaus. Caudale 



gerundet. Schwanzstiel i x / 3 ^/^mal so lang wie hoch. Schuppen schwach 

j _ .j I/ j Q _ n ^ 

gezahnt, 30 34 \ 2 __* ; Laterallinien IO _ I2 . Mannchen grau oder braun, 
mit oder ohne dunklere Binden an den Seiten, der Bauch bisweilen schwarzlich; 
eine dunkle senkrechte Binde unter dem Auge; Vertikalflossen dunkelbraun, 
Anale bisweilen mit 2 oder 3 groBen leuchtenden Ocellarflecken; Ventralen 
schwarz oder schwarzlich. Weibchen oben einformig braun, unten weiB, mit 
einem mehr oder weniger deutlichen dunklen Operkularfleck ; Flossen grau, 
die weiche Dorsale und Caudale mit kleinen runden, braunen Flecken. 

Totallange 150 mm. 

14 Exemplare von 70 150 mm. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. [ - 



258 

Ein Weibchen, 90 mm lang, hat das Maul voller Eier von 4 mm Durchmesser. 
Diese Art unterscheidet sich von H. Desfontainesi durch die langere Pekto- 
rale und den langeren Schwanzstiel. 

Fundort: Albert-Eduard-See, Kiwu-See. 

11. Haplochromis strigigena Pfeff. 

7 Exemplare aus dem Mohasi-See, Ruanda. Desgleichen ein Weibchen von 
Kassengi, Albert-See; dieses Exemplar miBt 40 mm und hat den Mund voller 
Embryonen. Desgleichen zwei Exemplare aus dem Kiwu-See. 

12. Haplochromis Desfontainesi Lacep. 

7 Exemplare vom Albert-See, 15 Exemplare aus dem Kiwu-See und 
10 Exemplare von Kissaka, Ruanda. 

13. Paratilapia vittata Blgr. 

3 Exemplare aus dem Kiwu-See. 

14. Paratilapia serranus Pfeff. 

6 Exemplare aus dem Albert-Eduard-See. 

15. Pelmatochromis Spekii Blgr. 

14 'Exemplare aus dem Albert-Eduard-See, von 80 230 mm Lange. 

16. Pelmatochromis lateralis Blgr. 

2 Exemplare von Basoko (am Aruwimi). 

Schubotzia g. n. 

Eine Reihe groBer Zahne mit stark gekriimmten, abgeflachten, runden 
Kronen, ohne alle I/iicken dazwischen, dahinter zwei Reihen kleiner, abgestumpft 
dreispitziger Zahne. Maxillare frei, wenn das Maul geschlossen. Schuppen 
ctenoid, von maBiger GroBe; zwei Seitenlinien. Riickenflosse mit 15 oder 16 
Stacheln, Afterflosse mit 3 solchen. 

Durch ihre abgeflachten, einwarts gekriimmten Zahne nahert sich diese 
neue Cichlidentype Plecodus, von dem sie durch ihre nicht gekerbten Zahne 
und den Besitz kleinerer dahinter abweicht. 

17. Schubotzia eduardiana sp. n. (Tafel VII Fig. 2 u. 3). 

Korperhohe nahezu gleich der Kopflange, 2 4 / 5 3mal in Totallange. Kopf 
doppelt so lang als breit, mit gekrummtem oberen Profil; Schnauze gerundet, 
so lang wie breit oder kaum breiter als lang, kiirzer als der postokulare Kopfteil; 
Auge so lang oder etwas langer als die Schnauze, 3 J / 4 3 1 / 2 mal in der Kopf- 
lange, gleich der Interorbitalbreite und doppelt so groB als die Praorbitalhohe. 
Maul mit ziemlich dicken Lippen, reicht bis unter den vorderen Augenrand 
oder etwas weiter; 50 54 Zahne in der AuBenreihe des Oberkiefers; 3 oder 
4 Reihen Schuppen an der Wange, die Breite des beschuppten Teils schmaler 
als der Augendurchmesser. Kiemendornen maBig lang, 8 oder 9 am unteren 



259 

Teil des vorderen Bogens. Dorsale XV XVI 8 9; die Stacheln nach hinten 
an Lange zunehmend, der letzte miBt 2 / 5 */ 2 Kopflange; langste weiche 
Strahlen 3 / 5 derselben. Anale III 7 8. Pektorale so lang wie der Kopf, reicht 
bis zur Vertikale im Ursprung der Anale. Ventrale reicht bis an den Ansatz 
der Anale oder dariiber hinaus. Caudale abgestutzt. Schwanzstiel 1^3 iV2 ma l 
so lang wie hoch. Schuppen fein gezahnelt, 31 32 fvE^TJ Laterallinien ^ '. 
Das Mannchen vorn gelbbraun, hinten braun, mit dunkelbraunen Binden; zwei 
dunkle, braune Binden quer durch die Schnauze, eine solche breitere von Auge 
zu Auge quer iiber die Stirn, und eine senkrechte Binde unter der vorderen 
Halfte des Auges; Flossen gelblich, Anale mit zwei groBen, leuchtenden, dunkel- 
gesaumten Ocellarflecken. Weibchen bleichbraun oben, silbrigweiB unten, ohne 
Flecken mit Ausnahme eines dunklen Operkularflecks ; Dorsale und Caudale 
bleichgrau, mit oder ohne kleine runde, dunklere Flecken, die anderen Flossen 
weiB. 

Totallaiige 95 mm. 

4 Exemplare aus dem Albert - Eduard - See. 




Unterordnung: Opisthomi. 

Fam. Mastacembelidae. 

Mastacembelus. 
M. congicus Blgr. 

BOULENGER, I/es poissons du bassin du Congo, 8, 1901, p. 494. 

Von dieser bisher nur aus dem Congo-Gebiet bekannt gewordenen Art 
liegen 5 Exemplare von 34,5 37,5 cm Lange (ohne Schwanzflosse) aus dem 
Tanganyika, gesammelt von Hauptmann GRAWERT vor. 

Ich finde die Zahl der D-Stacheln von 27 30 schwa.nkend - fast genau 
entsprechend BouLENGERs Angaben - , dagegen abweichend davon stets nur 
2 A-Stacheln. Ich mochte aber besonders bemerken, daB an der Artzugehorigkeit 
dieser Fische nicht zu zweifeln ist, da alles iibrige iibereinstimmt. 

Bisher sind aus dem Tanganjika bereits 6 M.-Arten bekannt, der Nachweis 
der vorliegenden Form erhoht diese Zahl auf 7. 

Ein jugendliches Individuum von 72 mm Lange, gefangen im April 1908 
in einem kleinen NebenfluB des Ituri bei Mawambi, diirfte gleichfalls zu dieser 
Art gehoren. 



17* 



260 
Figuren = Erklarung. 

Tafel I. 

Fig. i. Varicorhinus ruandae sp. n. 
Fig. 2. Varicorhinus platystomus sp. n. 

Tafel II. 

Fig. i. Barbus kivuensis sp. n. 
Fig. 2. Barbus ruasae sp. n. 

Tafel III. 

Fig. i. Barbus mirabilis sp. n. 
Fig. 2. Barbus fasolt sp. n. 

Tafel IV. 

Fig. i. Barbus mawambi sp. n. 

Fig. 2. Barbus mohasicus sp. n. 

Fig. 3. Barbus luhondo sp. n. 

Fig. 4. Barbus rufua sp. n. 

Fig. 5. Eugnathichthys intermedius sp. n. 

Fig. 6. Gephyroglanis gymnorhynchus sp. n. 

Tafel V. 

Fig. i. Auchenoglanis acuticeps sp. n. 
Fig. 2. Synodontis ornatus sp. n. 

Tafel VI. 

Tilapia Adolphi-Frederici sp. n. 3 / 3 n. Gr. 

Tafel VII. 

Fig. i. Tilapia Pappenheimi sp. n. 3 / 3 n. Gr. 
Fig. 2 u. 3. Schubotzia eduardiana g. n. spec. n. 3 / 3 u. Gr. 

Tafel VIII. 
Haplochrornis Schubotzi sp. n. 2 / 3 10 /n n - Gr. 

Tafel IX. 

Haplochromis angustifrons sp. n. 2 / 3 n. Gr. 

Tafel X. 
Haplochromis Graueri sp. n. 2 / 3 5 / 6 n. Gr. 



Wis&Erffeln.derJ)eufschenZenimL-AfTika-xp. 1?)<>7 ay. /A/. /.' 



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Wiss.Ergebn. der Deutschen Zentral-AfiTka-Exp. /W7 <v,v. /id. /.' 



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Fische. 



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iris&Eiyebn. der Deut.scheu Zentitil-AI'rikd-K.yt. 1907 OX. Bel. I.' 



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Fische. 



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Wiss.Ergebn.derDeiitschenZentrdL-Afrika-Exp. I.W7 <M. /ft/. /.' 













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Wiss.Ergel)n. der Deutschert Zenti'dL-Afrika-Exp. I?H>7 ox. /{</. /." 



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Pappenheim u. Boulerujei' 
Fische. 



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Wiss.Ergel)TLder])eitfschen:ZentraL-Afrika-Exp. /.W7 ox. tt<l. I.' 



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Talel VI. 



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Pappenheim 11. Boulenger 
Fische. 



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Pappenheiia 11. 
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Wuss.Ergebn.derJ)eutsc?ien /culm! -Afri/,,/ /\.\/> lf>i>7 OX. /id. /.' 



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Fische. 



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!Viss.Eiyelm.der])eutscheriKenii-aL-Afrika-Kxp. H)<>7 av. 




Fappenhe im u. 
Fische. 



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Scarabaeiden. 

Yon 

Hermann Kolbe, Berlin. 

Die Kenntnis von den lamellicornen Coleopteren (Scarabaiden) ist 
durch die neueren Forschungsreisen im zentralafrikanischen Seengebiet sehr ge- 
fordert worden. Diese Familie, zu der hauptsachlich die coprophagen, sapro- 
phagen. phyllophagen und melitophilen Gruppen gehoren, ist iiberhaupt in 
Afrika auBerordentlich vielfaltig differenziert. Die lamellicornen Coleopteren 
bieten sich dem Auge des Beobachters und Sammlers meistens frei und bald 
bemerkbar dar; sie werden deswegen leichter und zahlreicher gesammelt als 
die vielen verborgen lebenden Coleopteren. \Yir keiinen sie aus diesem Grunde 
vollstandiger als diese. Speziale Coleopterensammler. die ihre ganze Aufgabe un- 
eingeschrankt nur auf das eine Ziel des Kafersammelns richten, sind bis Zentral- 
afrika noch nicht vorgedrungen. Daher ist die Kenntnis von den Coleopteren 
des Innern des dunklen Erdteils im iibrigen noch gering. 

Die ersteii Sammlungen von Coleopteren und anderen Insekten aus den 
Landschaften am Victoria-Xyansa, Albert-Edward-See und Albert-Xyansa ver- 
danken wir Dr. FRAXZ STUHLMAXX. der im Jahre 1891 auf der denkwiirdigen 
Reise mit EMIX PASCHA bis an die auBersten Grenzen dieses Seengebietes vor- 
diang und hier als Erster die gesamte Fauna explorierte. Das ganze auf dieser 
Reise gesammelte Material befindet sich im Berliner Koniglichen Zoolo- 
gischen Museum. Schon vorher, in den achtziger Jahren, hat PAUL REICHARD 
am Tanganjika-See Insekten gesammelt, auch Dr. RICHARD BOEHM Anfang der 
achtziger Jahre in Kakoma (Landschaft Ugunda), ostlich vom Tanganjika-See. 
Auch diese Ausbeute befindet sich im Berliner Konigl. Zool. Museum. Ebenso 
die von Dr. G. A. FISCHER wenig spater sudostlich vorn Yictoria-Xyansa ge- 
sammelten Kafer. In den Jahren 1893 1894 machte OSKAR XEUMAXX vom 
Massailande aus eine erfolgreiche Reise in die ostlichen Landschaften des Vic- 
toria-Xyansa; er kam bis Uganda. Xur durch die Ergebnisse dieser Reise haben 
\ur eine etwas eingehendere Kenntnis von der Fauna der Ostseite dieses mach- 
tigen Sees bekommen. XEUMAXX iiberlieB seine Sammlungen ebenfalls dem 
Berliner Konigl, Museum. 



252 

Was auf der Reise des Graf en GOETZEN in Ruanda gesammelt wurde, ist 
niemals recht zur Gelttmg gekommen, well es nicht in den Bereich des Konigl. 
Museums kam; es wurde zerstreut und befindet sich stiickweise in Privatsamm- 
lungen. Es gelang mir nur, einige Arten fur das Konigl. Museum zu erwerben. 

Im Jahre 1897 bereiste Dr. HOSEMANN die Ostseite des Tanganjika-Sees 
und sammelte Insekten, besonders Coleopteren, in den L,andschaften Uwinsa 
(bei Udjidji), Urundi und Ruanda, teilweise zusammen mit Hauptmann RAMSAY. 
Das gesammelte Material von diesen Reisen befindet sich gleichfalls im Konigl. 
Museum. 

Bei einem Aufenthalte in Tabora sammelte ZICKENDRAHT bei Tabora 
Coleopteren und iiberlieB diese dem Konigl. Museum. 

Hauptmann GLAUNING, leider schon verstorben, der in den Jahren 1899 
bis 1900 eine groBere Reise durch Deutsch-Ostafrika ausgefiihrt und die von 
ihm mit offenbarem Interesse gesammelten und hinsichtlich genauer Fundorts- 
angaben vorziiglich etikettierteii Kollektionen von Insekten dem Konigl. Mu- 
seum gescherikt hatte, beriihrte auch die mittleren Landschaften an der Ost- 
seite des Tanganjika-Sees (Udjidji, Uwinsa usw.). 

Stabsarzt Dr. EGGEL sammelte bei seinem Aufenthalte in Bukoba, an der 
Westseite des Victoria-Nyansa, im Jahre 1901 Coleopteren fur das Konigl. 
Museum. Ebenso Dr. RICHARD KANDT am Kiwu-See in Ruanda und KONRAD 
SCHAUER bei Schirati an der Ostseite des Victoria-Nyansa. 

Dann wurde die groBe zentralafrikanische Expedition durch Se. Hoheit 
den HERZOG ADOLF FRIEDRICH zu MECKLENBURG unternommen, der mit einem 
Stabe von Forschern und Gelehrten Mitte Juni 1907 von Bukoba am Victoria- 
Nyansa aus die groBe Reise in das weite Innere des Kontinents antrat. Die 
Route fiihrte zuerst den Kagera entlang (Steppe) bis Mpororo, dann siidwarts 
durch Ruanda (Steppe) bis zum Kiwu-See (dessen Inseln, besonders Wau und 
Kwidschwi (Kwidjwi) mit Urwald bedeckt sind); hiernach nordwarts durch das 
groBenteils bewaldete Vulkangebiet des Niragongo Karisimbi Sabinjo, wo 
die Mitglieder der Expedition wahrend der Monate Oktober und November 
1907 verweilten und Naturobjekte aller Art fleiBig sammelten. Auch einige 
bedeutende Waldkomplexe (Rugege-Wald, 1800 m, und Bugoie-Wald, 2500 m) 
wurden erforscht (hoehstammiger Urwald). - Im Dezember 1907 befand sich 
die Expedition nach einein Marsche durch die Rutschuru-Ebene und -Steppe 
(Seen-Ebene) am Albert-Edwaid-See, im Januar 1908 in Kasindi am Nordende 
dieses Sees. In nordwestlicher Richtung weiter ziehend wurden die Auslaufer 
des groBen Urwaldes des Kongcgebiet.es erreicht, besonders bei Beni, Moera usw. 
Hier sind zahlreiche Insekten gcsammolt worden. Im Februar 1908 wurde der 
nahe Ruwensori bestiegen (die Westseite). Die Insektenkollektionen stammen 
vom FuBe des Gebirges und aus verschicdanen Hohen (1800 m, 2000 m, 2000 
bis 2500 m, 28003300 m). Im Marz ging die Reise weiter nordwarts, den 
Semliki entlang (Akazienwalder), durch Mboga bis Kassenje am Albert-Nyansa 



263 

(Akaziensteppe) ; im April westwarts den Ituri entlang, der westlich von Ma- 
wambi Aruwimi heiBt. Wahrend der Bootfahrt auf clem Aruwimi, die sich an den 
17-tagigen Marsch durch den Ituri-Wald anschloB, muBte die Sammeltatigkeit 
eingeschrankt werden. Bei Basoko, an der Miindung des Aruwimi in den Kongo, 
hatte die Forschungsreise mit dem ersten Drittel des Mai ihr Ende erreicht. 

Was an Insekten, neben den iibrigen Massen von zoologischen Objekten 
aus alien Gruppen des Tierreichs, auf dieser mehr als 10 Monate dauernden 
Reise gesammelt wurde, das ist fast alles dem unermiidlichen Wirken des Zoo- 
logen der Expedition, Dr. HERMANN SCHUBOTZ, zu verdanken. Die Konservie- 
rung des Materials ist durchweg eine gute. Der wissenschaftliche Erfolg ist 
sehr bedeutend. Denn im Anschlusse an STUHLMANNS 16 Jahre friiher gewonne- 
nen Resultate im Seengebiete ist die Kenntnis von der Fauna des Grenzgebietes 
zwischen West- und Ostafrika ganz auBerordentlich bereichert, und die wissen- 
schaftlichen Ergebnisse beruhen jetzt auf einer schon ziemlich breiten Basis. 
Das ist auf den folgenden Seiten dargelegt. 

Neben den zahlreichen Kollektionen von Insekten, die an alien Orten vom 
Beginn bis zum SchluB der Forschungsreise gesammelt wurden, liegt auch noch 
eine Sammlung vor, die Oberleutnant VON W T IESE, ebenfalls ein Mitglied der 
Herzoglichen Expedition, Oktober 1907 im Vulkangebiet Ruandas veranstaltet 
hat. Auch der Oberarzt Dr. MARSHALL, der der Expedition attachiert wurde, 
brachte einige Kollektionen von Insekten zusammen, und zwar im Januar 1907 
auf seiner Reise von Ugogo nach Unyamwesi (einem Hochplateau siidlich vom 
Victoria-Nyansa, etwa noo 1200 m hoch). Das beigegebene Etikett enthalt 
bei einem Teil noch die Angabe ,,Barra-Barra, lichter Buschwald, Januar 1907". 
Der zweite Teil Insekten von dieser Reise enthalt keine Angabe iiber die Fund- 
zeit. - Dr. MARSHALL sammelte auch bei Bukoba im Hiigelland (100 300 m 
iiber dem Spiegel des Victoria-Nyansa) im April 1907, sowie am 13. Juni 1907 
ebenda eine Anzahl Coleopteren. 

Die gesamte Ausbeute der Herzoglichen Expedition ist dem Berliner Konigl. 
Zoologischen Museum iiber wiesen worden. Von hier aus ist auch die wissenschaft- 
liche Bearbeitung veranlaBt und geleitet worden. 

Auch ein Teil der GRAUERschen Ausbeute befindet sich hier im Konigl. 
Museum. Der osterreichische Reisende RUDOLF GRAUER hatte sich der Ex- 
pedition auf Wunsch des Herzogs und zur Vervollstandigung des wissenschaft- 
lichen Materials wahrend eines Teiles seiner Reisen angeschlossen und eine An- 
zahl Kollektionen von' Coleopteren seiner Ausbeute, und zwar von der Insel 
Kwidjwi im Kiwu-See, vom Nordende des Tanganjika-Sees (Russisi-Ufer usw.), 
aus dem Rugege-Walde, der Rutschuru-Ebene, aus dem Urwalde 90 km west- 
lich vom Siidufer des Albert-Edward-Sees, sowie aus der Gegend von Kasongo, 
dem Konigl. Museum iiberlassen. Die Hauptsammlung GRAUERS ist in den 
Besitz des K. K. Hof museums in Wien iibergegangen. 

Im AnschluB an die groBen Sammlungen der Herzoglichen Expedition 



264 

brachten noch mehrere andere Freunde der groBen Ziele, welche diese Expedition 
verfolgte, Kollektionen von Tieren zusammen, die samtlich in den Besitz des 
Konigl. Museums iibergingen, namlich 

Major a. D. SCHLOBACH im Vulkangebiet des Kiwu-Sees, 

Oberleutnant WINTGENS in der Gegend von Tabora, 

Oberleutnant DIESENER in Uwinsa (Ostseite des Tanganjika-Sees). 

Stabsarzt Dr. P. LEUPOLT bei Tabora, 

Oberleutnant v. STEGMANN und STEIN am Kiwu-See, 

Oberleutnant GUDOWIUS in Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa, 

E. v. LANGENN-STEINKELLER in den Landschaften Urundi und Ruanda. 

SchlieBlich schenkten noch folgende Herren ihre Ausbeute von Insekten 
an das Konigl. Museum: 

Dr. BERGER Insekten aus Uganda bis zum weiBen Nil, und 

Stabsarzt Dr. NAGELE aus Uganda und sich anschlieBenden Gegenden. 

Auch die auf der Reise des Geheimen Hofrats Professor Dr. HANS MEYER 
nach Ruanda im Jahre 1911 von dem leider in Kamerun ermordeten Dr. HOUY 
gesammelten Insekten kamen geschenkweise an das Konigl. Museum. 

Die reichhaltige Sammlung von Coleopteren, welche Geheimer Reglerungs- 
rat Dr. METHNER im Laufe mehrerer Jahre auf seinen ausgedehnten Reisen in 
Deutsch-Ostafrika zusammengebracht hat, wird nicht nur viele neue Arten, 
sondern sicher auch ein gutes Material fur faunistische und tiergeographische 
Forschungen, zumal aus der Nachbarschaft der Seenregion, bieten. 

Zuletzt erwahne ich noch die ansehnlichen Kollektionen von Coleopteren, 
welche der Pater ALOYS CONRADS von der Gesellschaft der Weissen Vater auf der 
Insel Ukerewe durch mehrere Jahre beobachtet und gesammelt und teilweise 
dem Berliner Konigl. Zoologischen Museum geschenkt hat. 

SchlieBlich hat das Konigl. Museum noch einige Kollektionen Coleopteren 
aus dem Seengebiet von Naturalienhandlungen (Fruhstorfer, Rolle) erworben. 

Alle diese Sammlungen aus dem nordlichen Seengebiete Zentralafrikas 
bieten bereits eine ziemlich gute Anschauung von der Coleopterenfauna dieses 
entlegenen Teiles des Kontinents. Das siidliche Seengebiet Zentralafrikas (Siid- 
Tanganjika, Nyassa-See usw.) ist hier auBer acht gelassen. 

Es wird jetzt moglich werden, die tiergeographischen Provinzen Afrikas 
fur die Insekten, hier speziell fur die Coleopteren festzustellen. Wir sind im Be- 
griff, die bereits umfangreichen Materialien an Coleopteren, welche im Berliner 
Konigl. Museum von Jahr zu Jahr stark anwachsen, zu sichten, um die Ver- 
breitung der einzelnen Gattungen und der Arten kennen lernen zu konnen. Zum 
Gliick finden sich zugleich auch mehr Monographen als in fruheren Jahren, 
welche dieses reiche Material des Konigl. Museums bearbeiten. Das war friiher 
in diesem Grade noch nicht der Fall. Die Zahl der Monographen wird sich 
weiter mehren. In der monographischen Bearbeitung steckt erst der wahre Wert 
der Arbeiten der Zoologen, speziell der Entomologen. Die monographische 



265 

Bearbeitung des Materials laBt sich jedoch, wegen der groBen Zahl der Genera 
und Spezies, meist nur gruppen- und gattungsweise erreichen. 

Jede Monographic einer Gattung gewahrt jetzt tiefere Einblicke in die 
geographische Verbreitung der Arten, als es friiher moglich war. Die Verbrei- 
tung der Arten ist aber in den verschiedenen Gattungen und Familien eine sehr 
differente. Das ist teils in der Lebensweise, teils in den floristischen Verhalt- 
nissen der Landschaften und Provinzen, teils in der geologischen Beschaffenheit 
des Kontinents und seiner Teile, teils in der klimatischen, chorologischen und 
geographischen Natur der einzelnen Lander begriindet. 

Zur Kenntnis der geographischen Verbreitung der Tiere an den Grenzen 
der westafrikanischen und ostafrikanischen Verbreitungsgebiete haben, wie oben 
dargelegt ist, die Forschungen und Sammlungen im Seengebiet Zentralafrikas, 
die wir der Werktatigkeit einer ziemlich groBen Zahl von Freunden des Konigl. 
Museums und der Wissenschaft zu verdanken haben, besonders aber die Ergeb- 
nisse der zentralafrikanischen Expedition Sr. Hoheit des HERZOGS ADOLF FRIED- 
RICH zu MECKLENBURG, ganz erheblich beigetragen. Selbstverstandlich muB 
es erscheinen, daB die voile Kenntnis der Arten in den bereisten Landern noch 
nicht erreicht ist. Dazu bedarf es noch mehrerer Reisen und noch weiterer For- 
schungen. Aber wir sind der Kenntnis und Erkenntnis der Fauna doch einen 
groBen Schritt naher gekommen. Davon zeugt hier die Aufzahlung der lamelli- 
cornen Coleopteren, einer Familie, die in der Zoogeographie und Faunistik 
Afrikas so auBerordentlich wichtig und fiihrend ist. 

Meine in folgendem mitgeteilten, der Aufzahlung der Gattungen und Arten 
vorangehenden Studien und Forschungen enthalten bereits die gewonnenen tier- 
geographischen und morphologischen Resultate, die sich auf der Grundlage des 
vorliegenden Materials ergeben haben. 



Der Anteil der groBen Untergebiete Afrikas an der 

Fauna des Seengebietes. 

Bei der Betrachtung der Fauna des zentralafrikanischen Seengebietes fallt 
vor allem das westafrikanische Element auf, das uns hier auf Schritt und Tritt 
begegnet. Es sind gewohnlich nur Waldformen (sylvikole Spezies), die uns hier 
die westafrikanische Natur vorzaubern. Sie gehoren meistens zu der Fauna 
des groBen Urwaldgebietes des Kongobeckens. Eine Anzahl Westafrikaner 
finden wir auch in den insularen waldigen Gegenden Ostafrikas, z. B. in Usam- 
bara und im Nguru-Gebirge ; aber die Fauna waldiger Distrikte unweit des Victo- 
ria-Nyansa, des Albert-Edward-Sees und des Albert-Nyansa ist daran viel 
reicher, und in den westlichsten Teilen des Seengebietes noch mehr als in den 



266 

ostlichen Landschaften desselben. GroBe sylvikole Tenebrioniden Guineas, z. B. 
Odontopezus obsoletus Thorns., Odontopezus regalis Har., Prioscelis fabricii Hope, 
P. serrata F., Chiroscelis digitata F. und passaloides Westw. usw. findet man in 
den waldigen Landschaften westlich vom Albert-Nyansa und Victoria-Nyansa, 
aber nicht weiter ostlich. Dasselbe gilt von den Passaliden Erionomus planiceps 
Eschz., Eumelosomus duplicatus Har., Pentalobus palini Perch, und barb at us F. 
und Didimus punctipectus Kaup. Auch zahlreiche Cerambyciden- und Chry- 
somelidenarten Guineas sind in den westlichen Waldern des genannten Seen- 
gebietes zu finden, horen dann aber meistens auf und machen in Ostafrika 
anderen Arten Platz. 

Von westafrikanischen Cetoniiden, die das Seengebiet mehr oder 
weniger erreichen, nicht aber weiter ostlich vorkommen, sind zu nennen: 

Goliathus giganteus, Mecynorhina torquata (in abweichender Form), Che- 
lorhina polyphemus, Ch. savagei, Dicranorhina micans, Coelorhina loricata var., 
Stephanorhina guttata, EccoptOcnemis superba, Tmcsorhina iris, Tm. saundersi, 
Smaragdesthes mutica, Plaesiorhina watkinsiana, P. recurva, P. subaenea, Chordo- 
dera pentachordia, Stethodcsma strachani, Pachnoda postica, P. rubrocincta, P. 
marginella, Eupachnoda inscripta, Gametis sanguinolenta, P. scalaris, Pseudinca 
robustus, P. dichrous, Diplognatha gagates, D. viridis, Hadrodiplognatha hcrcu- 
leana, Porphyronota cinnamomea, Eriulis variolosa, Charadronota soror, Macroma 
camarunica, M. exclamationis , M. congoensis, M. circe, Rhagoptcryx bilineata, 
Rh. brahma. 

Die ost- und siidafrikanischen Cetoniiden, welche an das nordliche 
Seengebiet herantreten, sind folgende: 

Eudicella smithi, Amaurodes passerinii, Dyspilophora trivittata, Leucocelis 
amethystina, Mausoleopsis amabilis, Niphetophora hildebrandti, Rhabdotis sobrina 
virginea, Pachnoda sinuata, P. ephippiata, P. picturata, Paleopragma petersi, 
Conostethm impressus, Diplognatha silicea, Poecilophila hebraca, Lissogenius 
conspersus, Cymophorus intrusus, Spilophorus plagosus. 

Die Tatsache, daB kaum speziell ostafrikanische Arten bei der Besiedelung 
westlicher Landschaften des zentralafrikanischen Seengebiets beteiligt sind, 
laBt den SchluB zu, daB irgendwelche Barrieren die Verbreitung von Ostafrika 
aus nach dem Seengebiet verhindert haben. Wirklich endemisch-ostafri- 
kanische Arten sind hier im Seengebiet nicht gefunden; von Cetoniiden fehlen 
die kleinen Goliathus-Arten (Argyrophenges albosignatus Boh. und kolbei 
Krtz.), Hypselogenia corrosa Bts., Somalibia guttifera Lansb. und multiguttata 
Fairm., Ranzania bertolonii, Neptunides polychrous, Eutelenms simplex Wtrh., 
Daedycorhina macularia Bts., Ptychodesthes gratiosa Ancey, Melinesthcs clongata 
Bts., Taeniesthes tricolor Bts. und specularis Gerst., Genyodonta laevicauda Bts., 
jacksoni Wtrh., palliata Gerst., Trymodera aterrima Gerst., Arten von Clinteria, 
Pseudoclinteria und Discopeltis, Homothyrea, Conradtia principalis m., Arten von 
Hoplostomus, Brachymacroma, Goniochilus usw. 



267 

Wir diirfen also mit clem hypothetischen Faktor rechnen, claB die Wande- 
rungen von Siidafrika her nach clem vSeengebiet langs des zentralafrikanischen 
Grabens, d. h. also die zentralafrikanische Seenkette entlang, stattfanden, und 
ostlich davon gleichfalls dieselben Arten von Siidafrika nach Ostafrika sich 
verbreiteten. Der zentralafrikanische Graben, die Seenkette, ist wahrscheinlich 
eine Barriere fur die Verbreitung ostafrikanischer Arten nach Zentralafrika ge- 
wesen und ist es auch jetzt noch. 

Desw'egen fehlen im westlichen Seengebiete und auch in \Vestafrika viele 
Gattungen, besonders solche mit einer oder einigen Arten, also viele mono- und 
oligotypische Genera Ostafrikas. Diese fehlen auch in Siidafrika, speziell im 
Kaplande, wo ja groBenteils eine ganz besondere endemische Fauna herrscht, 
die noch viel separierter erscheint, als die ostafrikanische. 

Im iibrigen sind aber viele andere ostafrikanische Arten bis Siidafrika ver- 
breitet, d. h. bis Natal. Wir miissen daher eigentliche Siidafrikaner nicht den 
Ostafrikanern gegeniiberstellen, sondern in Siidafrika zwischen der Kapfauna 
und der siidafrikanischen Ostfauna unterscheiden. So eigenartig und separiert 
wie die Fauna des Kaplandes ist, so ahnlich ist die Fauna Natals und der sich 
nordwarts anschlieBenden Lander Siidafrikas der Fauna Ostafrikas. Man darf 
mit Recht behaupten, daB die ostafrikanische Fauna bereits in Natal beginnt. 

Bei der Besiedelung Ostafrikas und des Seengebietes (hauptsachlich des 
Seengebiets) sind zwei groBe Ziige zu bemerken. Der eine Zug kommt vom 
intertropikalen Westafrika, der andere Zug aus Siidafrika. Einige weit ver- 
breitete Arten machen uns das klar. Es sind solche Arten, welche auf diesen 
Verbreitungswegen im Seengebiet aufeinanderstoBen. 

Zuerst die beiden sich in der geographischen Verbreitung ausschlieBenden 
Copri den- Arten Anachalcos convexus und cupreus. A. convexus ist von Siid- 
bis Ostafrika verbreitet und geht bis in den Norden Deutsch-Ostafrikas und 
bis an die Ostseite des Victoria-Nyansa, sogar bis Kawirondo am Nordostufer 
dieses Sees und bis in die Gegend von Ussoga und Uganda an der Nordseite 
desselben Sees. Dagegen ist Anachalcos cupreus von Westen her bis an den 
Victoria-Nyansa verbreitet, nicht aber weiter ostlich, siidostlich und siidlich 
gefunden. Er bewohnt Ober- und Nieder-Guinea, das Kongogebiet, und ist so- 
wohl in der Seenregion bis zum Kiwu-See als auch in Kawirondo an der Nord- 
ostseite des Victoria-Nyansa gefunden. Hier treffen beide Arten zusammen. 
Das ist ein interessanter Synchorismus zweier sonst sich in der Verbreitung 
diametral ausschlieBender Arten. 

Das ist ahnlich bei den beiden Cetoniiden-Arten Diplognatha silicea und 
gagates der Fall. Die von Siidafrika iiber Ostafrika bis Gallaland verbreitete 
D. silicea ist bis in die Seenregion und sogar bis in das Kongogebiet vorgeclrungen. 
Dagegen ist die westafrikanische D. gagates von Nordwesten und Westen her 
bis in das Seengebiet gelangt. STUHTJVIANN fand beide Arten in Bukoba am 
Westufer des Victoria-Nyansa, und zwar die silicea vom P A ebruar bis Marz, die 



268 

gagates im November. MARSHALL fand die silicea bei Bukoba im April und Juni. 
An der Ostseite des Victoria-Nyansa fand NEUMANN die silicea und die gagates 
auf dem Marsche von Kwa Kitoto und Kadem nach Kwa Muiya von Anfang 
Marz bis Ende April. Auch in Kossowa an der Ostseite des Victoria-Nyansa 
fand NEUMANN beide Arten Anfang Marz. Auf der Insel Ukerewe im Victoria- 
Nyansa wurde von CONRADS nur die siidoatliche silicea gefunden. Nur diese 
Art fand sich auch auf der Insel Kwidjwi im Kiwu-See (von Dr. SCHUBOTZ). 
Danach scheint es mir, daB die siidliche silicea die Seenregion friiher besiedelt 
hat als die nordostliche gagates. Auch am Siidostufer des Kiwu-Sees ist silicea 
vorhanden (Dr. SCHUBOTZ). Dagegen liegt die andere Art, die nordwestliche 
gagates, vom Nordufer des Kiwu-Sees vor, durch Dr. SCHUBOTZ und v. STEG- 
MANN. In Nord- Ruanda fand Dr. SCHUBOTZ die silicea am Galago-See (Karago- 
See) und bei Mulera. Die gagates wurde in Ruanda im Bugoie-Urwalde von 
v. STEGMANN gefunden. Auch am Tanganjika-See scheinen beide Arten einander 
nahe zu kommen: silicea wurde von REICHARD, sowie von RAMSAY und HOSE- 
MANN, und gagates von v. STEGMANN am Nordende des Sees gefunden. Beide 
Arten sind von Tabora von FAIRMAIRE erwahnt. Nordwarts treffen wir die 
siidliche silicea noch bei Kafuro, westlich vom Victoria-Nyansa (STUHLMANN), 
und sogar (nach ARROW) siidostlich vom Ruwensori bei Mokia (nordostlich vom 
Victoria-Nyansa). In der Gegend des Albert-Nyansa, und zwar bei Buessa und 
Budeko, siidwestlich und siidlich davon, und weiter westlich, am Aruwimi, ist 
nur D. gagates beobachtet. Dr. MARSHALL fand beide Arten auf seiner Reise 
von Ugogo nach Unyamwesi. Ubrigens bewohnen beide Arten auch das zentrale 
Kongogebiet, wohin die siidliche silicea wohl von der Seenregion vorgedrungen 
ist. Aber schlieBlich kommt siidwarts nur silicea und nordwestwarts nur 
gagates vor. Die Studie iiber die Verbreitung dieser beiden Diplognatha-Arten 
ist hiermit nicht erschopft. Es soil hier nur die Verbreitung in der Seenregion 
festgestellt werden. Das reiche, im Konigl. Museum vorliegende Material hat 
hierfiir schon eine ziemlich gute Anzahl von Verbreitungsdaten geliefert. 

Die beiden eben besprochenen Arten scheinen keine region ale Varietaten, 
also keine Rassen zu bilden. Desto mehr ist dies bei den Arten der Gattung 
Gnathocera zu bemerken, welche gleichfalls zu den Cetoniiden gehoren und 
auBerordentlich variationskraftig sind. Eine Ubersicht iiber die Rassen der 
Gnathocera trivittata wird im folgenden Kapitel geliefert werden. 

Auch die Copriden Zentralafrikas erscheinen als ein Gemisch von siidost- 
afrikanischen und westafrikanischen Arten. Das ist aber nicht darin begriindet, 
daB die westafrikanischen Arten Zentralafrikas sylvikole Formen sind und die 
siidostafrikanischen steppikole. Denn gerade senegambische Arten, die groBen- 
teils steppikol sind, sind teilweise iiber einen groBen Teil Ostafrikas und Siid- 
afrikas verbreitet. Es kommen auch manche Angehorige der sylvikolen Fauna 
Kameruns in Zentral- und Ostafrika vor. 

Von den zentralafrikanischen Arten von Bolboceras gehoren die Arten sene- 



269 

galense, togonicum und interruptum der Fauna Senegambiens und Oberguineas 
an. Dagegen sind die Arten caffrum, princcps und rufotestaceum in Siidafrika 
und Ostafrika zu Hause. Die ostafrikanische Form dieser Arten ist von der 
siidafrikanischen teilweise verschieden (caffrum Rasse glabriceps in Ostafrika, 
rufotestaceum Rasse puncticolle in Ostafrika). 

Trox sulcatus heimatet in Kapland und Natal, tuberosus in Mosambik und 
Deutsch-Ostafrika. Aber squalidus ist bis Abyssinien und Senegambien ver- 
breitet, anderseits aber ebenfalls bis Kapland. Die 7>o#-Arten bewohnen nur 
Steppen. 

Echte Steppenbewohner sind auch die S car abaeus- Alien. Der weitver- 
breitete gangeticus reicht von Indien und Ceylon iiber Nubien bis Senegambien, 
clurch Guinea und Zentralafrika, und durch Ostafrika bis Siidafrika. Die beiden 
anderen Arten Zentralafrikas, Scarabaeus cupreus und aeratus, sind ostafrikanisch, 
nur cupreus geht bis Caffrarien und dem Ngami-See. 

In der Gattung Gymnopleurus, welche die zahlreichen kleinen Pillendreher 
enthalt, treten drei weitverbreitete Arten in den Vordergrund; es sind nitens 
(splendens], azureus und fulgidus. Sie sind alle drei bis Senegambien und Ober- 
guinea, sowie iiber Ostafrika verbreitet, aber nur der einzige nitens reicht bis 
Kapland. Die in Deutsch- und Britisch-Ostafrika endemischen Arten umbrinus, 
sericeifrons, lugens und signaticollis sind bis in das Seengebiet vorgeriickt, die 
beiden letzten nur in b'stlichen Landschaften des Victoria-Nyansa gefunden. 
Mehrere andere Arten scheinen im Seengebiet endemisch zu sein; es sind crenu- 
latus, atrovirens, consanguineus, malleolus und pustulatus. 

Die wenigen Arten von Sisyphus reichen fur eine gleiche Betrachtung kaum 
aus. Aber der rote Faden ist derselbe. Eine Art (goryi Har.) ist von Senegam- 
bien und Guinea, von Somali und Britisch-Ostafrika bis Kapland verbreitet. 
Eine zweite Art (atratus Kl.) bewohnt nur Deutsch-Ostafrika und Mosambik 
und geht westwarts bis an die Ostseite des Victoria-Nyansa. Die dritte Art 
(con f rater) ist am Victoria-Nyansa und Tanganjika-See endemisch. 

Die ostafrikanische Coptorhina nitidipennis und der aus Siidafrika stam- 
mende Sarophorus peregrinus beriihren die Ostseite des Victoria-Nyansa. 

Die artenreiche Gattung Catharsius ist im Seengebiete wahrscheinlich arten- 
reicher als die sieben von dort bekannten Arten vermuten lassen. Es gibt dort 
aber die fast panafrikanische Art sesostris, die von Agypten bis Natal und von 
Senegambien bis Angola verbreitet ist. Ostafrikanisch sind opacus } brutus und 
neptunus, welche bis an oder in das Seengebiet vorgeriickt sind. Nur eine west- 
afrikanische Art, dux, ist dagegen bis Bukoba an der Westseite des Victoria- 
Nyansa gelangt. Siidafrikanisch ist vitulus. Endemisch aber sind in der Gegend 
des Albert-Nyansa stuhlmanni und auf der Insel Ukerevve kolbei. 

Von den Riesendungkafern der Gattung Heliocopris ist besonders der weit- 
verbreitete hamadryas erwahnenswert, der sein Gebiet von Abyssinien iiber 
Britisch- und Deutsch-Ostafrika bis Mosambik, Nieder-Guinea, Transvaal und 



270 

Kapland ausgedehnt hat. Dagegen sind die Arten gigas (colossus), haroldi und 
cfntenor echte Westafrikaner, die besonders Kamerun und den Kongostaat be- 
wohnen und ostwarts bis in das Seengebiet ausgebreitet sind; gigas, die groBte 
Art, wird sogar noch an der Ostseite des Victoria-Nyansa gefunden. Eigent- 
lich ostafrikanisch ist nur die sonderbare Atropos-Form biimpressus ; der eigent- 
liche atropos findet sich vom Nyassa-See bis Transvaal und dem Ngami-See. 
Bisher nur in der abgelegenen L,andschaft Karagwe, westlich vom Victoria-Nyan- 
sa, sind myrmidon und solitarius gefunden. 

Von den Arten der Gattung Copris ist orion am weitesten verbreitet ; sie 
findet sich von Senegambien bis Kapland. Von den iibrigen Arten sind die Ost- 
afrikaner am meisten bis an oder in das Seengebiet eingedrungen, namlich 
orphanus, nepos, montivagus, troglodytarum, lunarioides, elphenor und harrisi. 
Einige von diesen sind bis Abyssinien (orphanus, harrisi, lunarioides, troglodyta- 
rum}, die beiden letzteren auch bis Siidafrika verbreitet. Moffarisi ist eine 
sudanesische Art, die auch auf der Insel Sesse im Victoria-Nyansa gefunden ist. 
Westliche, hauptsachlich im Kongostaat heimatende Arten sind arcturus und 
phylax. Der siidafrikanische evanidus Kl. reicht bis Tabora. Endemisch mit 
Beziehungen nach dem Osten sind die Arten wiesei, interioris, graueri und 
amabilis. 

In ahnlicher Weise verhalt sich die Gattung Onitis. Weitverbreitet ist 
sphinx, nicht nur iiber einen groBen Teil des tropischen Afrika, sondern auch 
iiber Nordafrika, Siideuropa, Westasien bis Siidasien. Eigentliche Westafri- 
kaner treten unter den Arten von Onitis zuriick. Dagegen herrscht das ostafri- 
kanische Element im Seengebiet vor: castelnaui, uncinatus, crenatus und viri- 
dulus, von denen castelnaui bis in das Kongogebiet verbreitet ist; uncinatus 
und crenatus reichen bis Nordost- Afrika. Endemisch sind im Seengebiet lunaris, 
subcrenatus, albertinus, insulanus, adelphus, monstrosus und insuetus. 

Die meisten Arten von Oniticellus haben die weiten Steppengebiete Sene- 
gambiens bis Abyssinien oder von Abyssinien siidwarts bis Kapland besiedelt. 
0. intermedium und pictus sind von Senegambien bis Kapland oder Natal, mili- 
taris und planatus von Abyssinien oder Schoa bis Kapland, spinipes von Abyssi- 
nien bis Deutsch-Ostafrika verbreitet. 



Tiergeographische Provinzen im Seengebiet. 

Eine Anzahl Arten ist in verschiedenen Gegenden Zentralafrikas diffe- 
renziert. Eudicetta smithi tritt im siidlichen Kongogebiet, vom Quango ost- 
warts als Tetraspilota-Rasse auf, welche durchweg einen schwarzen Humeral- 
und einen schwarzen Anteapikalfleck auf den Elytren aufweist. Dagegen findet 
sich noch weiter ostlich bis nordostlich, am Kiwu-See, an der Westseite des 
Victoria-Nyansa (bei Bukoba) und auf der Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, 



2; i 

eine andere Form dieser Spezies, die sich nur clurch das Fehlen des schwarzen 
Anteapikalfleckes der Elytren von der eben genannten Rasse unterscheidet ; es 
ist die Bertherandi-HassQ (Nyansana-Rasse). Nordlich vom Victoria-Nyansa, 
in Uganda, wohnt die Imuiaculata-Rasse, welche sich dutch das vollige Fehlen 
der erwahnten Elytralmakeln auszeichnet. 

Eine ganz besondere E^^dicella-Art, die gut spezialisierte ducalis m., bewolmt 
den Bugoie-Urwald in Ruanda. 

Die Mechowi-'Rasse, welche zu dem Formenkreise von Eudicclla gralli ge- 
hort, wohnt ebenfalls im Innern Angolas und im siidlichen Kongogebiet, sowie 
am Victoria-Nyansa, Albert-Edward-See usw.; sie ist an diesen weit getrennten 
Orten durch keine differenzierenden Einfltisse verandert; aber Eudicclla ducalis, 
welche der mechori naher steht als der bertherandi, konnte ein zum Kreise von 
bechowi gehoriges Differenzierungsprodukt sein. Das sollen nur Andeutungen 
oder Hinweise sein, die an dieser Stelle nicht weiter verfolgt werden. 

Bemerkenswert ist noch die Verbreitung der Fornasinius-FormQn (groBer 
Goliathus-ahnlicher Cetoniiden mit sehr abweichender Kopfhornbildung). Forna- 
sinius aureosparsus v. d. Poll bewohnt Kamerun, F. russits m. das ostzentrale 
Kongogebiet bis zum nordlichen Teile des Victoria-Nyansa, F. insignis Bertol. 
den Westen und Siiden des Victoria-Nyansa bis Britisch-Ostafrika und bis zum 
Kilimandjaro, sowie siidwarts bis Mosambik. 

Unter dem vorliegenden Material von Gnathocera trivittata aus verschiedenen 
Lokalitateii des Seengebiets erkenne ich verschiedene Rassen und unterscheide 
in dementsprechender Weise: 

a) Die Peregrina- Rasse, die ich schon 1897 in dem SlUHLMANNschen Reise- 
werke ,,Deutsch-Ostafrika" (IV. Bd. Coleopteren, p. 186) festgestellt hatte; 
sie findet sich siidwestlich vom Albert-Nyansa bis siidlich vom Albert-Ed- 
ward-See; 

b) Die Amitina-Rasse an der Ost- und Nordseite des Victoria-Nyansa 
(Ussoga bis Uganda, nach OSKAR NEUMANNS Mitteilang); 

c) Die Con/inis-Rasse an der Westseite des Victoria-Nyansa (Bukoba); 

d) Die Nyansana-'Rasse der Insel Ukerewe. 

Es ist deutlich zu sehen, daB das Verbreitungsgebiet von Eudicella smithi 
immaculata mit demjenigen von Gnathocera trivittata amitina und Fornasinius 
russus, sowie das Verbreitungsgebiet von Eudicella smithi bertherandi mit dem- 
jenigen von Gnathocera trivittata con finis und Fornasinius insignis teilweise 
kongruiert. 

Wie in Ruanda die Eudicella ducalis spezialisiert ist, so ist es auch Gnathocera 
ruandana, die der trivittata sehr nahesteht. 

Bemerkenswert ist die Ausbildung besonderer Rassen auf der Insel Ukerewe; 
dort habe ich folgende endemische Rassen konstatiert : 

von Plaesiorhina recurva die Ukerewia-~Rasse, 
von Gnathocera trivittata die Nyansana-Rasse, 



272 

von Smaragdesthes mutica die Conra.dsi-~Ra.sse, 
von Dicranorhina derby ana die Conradsi-'R.BSse, 

welch letztere nach CSIKI aber auch bei Schirati an der Ostseite des Victoria- 
Nyansa lebt. 

Siidlich vom Victoria-Nyansa treten von denselben Arten andere Rassen 
auf. Uberhaupt ist hier die Fauna eine andere als im Seengebiet. Schon die 
Tatsache, daB Gnathocera trivittata siidlich vom Victoria-Nyansa und vom 
Kiwu-See siidwarts nicht mehr dichrom auftritt (natiirlich nur nach dem Stande 
unserer gegenwartigen Kenntnisse), wie nordwarts, ist sehr bemerkenswert. 
Auch kommen die zahlreichen westafrikanischen Arten des Seengebiets siidlich 
vom Victoria-Nyansa nicht mehr vor. Das ist natiirlich hauptsachlich in dem 
Vorhandensein von Urwaldern im Seengebiete begriindet. Aber auch die steppi- 
kole Fauna ist teilweise eine andere. 

Eigenartige Beziehungen zwischen geographischer Verbreitung und morpho- 
logischer Ausbildung verrieten mir die gehornten Cetoniiden, die Ceratorhininen. 
Die Kopfhornbildung (nur im mannlichen Geschlecht), die ich als ,,Cephalo- 
ceratie" bezeichne, laBt sich nach zwei Prinzipien betrachten: 

1. nach dem alleinigen Vorhandensein des Epistomhorns (vorn auf dem Kopfe), 

2. nach dem Vorhandensein des Epistomhorns in Verbindung mit frontaler 
Hornbildung (Horn, Homer oder ahnliche Protuberanzen auf der Stirn). 

Nur das Epistomhorn (simple Kopfhornbildung) findet sich in den 
Gattungen : 

Eudicella, Chelorhina und 

MegalorMna, Amaurodes. 

Mecynorhina, 

Aber ein Epistomhorn zusammen mit einem Frontalhorn oder Hornern 
(komplizierte Kopfhornbildung) kennzeichnet die Gattungen: 

Dicranorhina, Stephanorhina. 

Stephanocrates, 

Coelorhina, 

Die simple Kopfhornbildung verbindet sich mit einer weiten Verbreitung 
der Arten iiber das tropische (teilweise sogar noch subtropische) Afrika. Die 
komplizierte Kopfhornbildung ist bei Arten mit beschrankter oder nicht so weit 
greifender Verbreitung zu finden. 

Die Arten von Eudicella sind alle sehr wenig differenziert, bilden wenig 
unterschiedene Rassen und sind von Senegambien bis Deutsch-Sudwestafrika 
und Natal verbreitet. Megalorhina mit der einzigen Art harrisi findet sich in 
einigen Rassen differenziert von Oberguinea bis Angola im Westen, auch in 
Zentralafrika und Usambara im Osten des Kontinents. Die wenigen Mecynorhina- 
und Chelorhina- Arten sind .von Oberguinea bis in das Kongogebiet, das Seen- 
gebiet und bis Uganda verbreitet. Amaurodes mit der einzigen Art reicht vom 
Victoria-Nyansa und Tanganjika-See durch Deutsch-Ostafrika bis Natal. 



273 - 

Dagegen ist die zur zweiten Gruppe gehorige Gatt jng Dicranorhina in drei 
gut unterschiedene Arten differenziert : 

a) cavifrons Westw. (Senegambien, Oberguinea), 

b) micans Drury (Sierra I v eone, Togo durch Kamerun bis Angola, siid- 
liches Kongogebiet und Victoria-Nyansa: Bukoba, Uganda) und 

c) derby ana Westw. (Ovamboland, Hereroland durch Siid- Rhodesien, 
Nord-Transvaal, Mosambik bis Natal und ferner bis Deutsch- und 
Britisch-Ostafrika, im Seengebiete nur in Ost- Victoria-Nyansa mit 
Ukerewe). In diesem allerdings ausgedehnten Gebiete ist diese Art 
sehr differenziert (Rassen: derby ana i. sp., layardi, divortialis m., 
lateralis m., oberthilri Deyr., carnifex Har. und conradsi m.). 

Von Stephanocrates kennen wir nur die voneinander sehr verschiedenen 
Arten preufii m. in Kamerun, dohertyi Jord. in Britisch-Ostafrika und bennigseni 
auf den Gebirgen um den Kiwu-See. 

Die Arten von Coelorhina sind teilweise gut differenziert und von Ober- 
guinea bis zum Nyassa-See und Tanganjika-See verbreitet. Bereits am Victoria- 
N}^ansa findet sich der Typus einer nahe verwandten Gattung (Neptunides) 
mit der Art stanleyi ausgebildet. Diese Gattung bewohnt sonst in weiterer Aus- 
breitung nur Deutsch-Ostafrika. 

Stephanorhina ist hauptsachlich (die meisten Arten) westafrikanisch. Die 
beiden im Seengebiete vorkommenden Arten St. neumanni und adelpha sind 
von den Westafrikanern gut unterschieden, stehen ihnen aber sehr nahe. Ihre 
nachste Verwandtschaft mit diesen ist eben deutlich erkennbar. In Ostafrika 
(Usambara, Mamboia) gibt es noch eine ganz besondere Art (princeps Oberth.). 
Auch siidlich vom Nyassa-See, im Hinterlande von Mosambik, wird noch eine 
ganz selbstandige Art gefunden (simplex Pering.). 

Die Richtigkeit des obigen Satzes, da8 simple Cephaloceratie mit 
weit ausgedehnter Verbrertung, aber komplizierte Cephaloceratie 
mit weniger weitgreifender Verbreitung verbunden ist, stimmt hier 
fur alle die genannten Gattungen Afrikas. 

Ich fiihre diese Beispiele und diesen Gedankengang hier an, um zu zeigen, 
wie richtig es ist, die Morphologic und Phylogenie im Zusammen- 
hange mit der Biogeographie zu betrachten. 



Die sylvikole Fauna des tropischen Afrika. 
Die Beziehungen zum tropischen Asien. 

Die oft wiederkehrende Betrachtung iiber die sylvikole Flora und Fauna 
Westafrikas, die einen Teil Oberguineas, das eigentliche Kamerun und siidlich 
davon gelegene Distrikte und besonders noch den unermeJ31ichen Urwald des 
Kongogebietes umfaBt, gipfelte gewohnlich in dem SchluBsatze , daB dieses bio- 

Deutsche Zentralafrika-Expediticm. V. jg 



274 

geographische Untergebiet bis an die zentralen Seen Albert-Nyansa, Albert- 
Edward-See und Victoria-Nyansa heranreiche, und daB auBerdem noch einige 
insulare Komplexe mit einer sylvikolen Fauna in Ostafrika unter dieselbe Be- 
trachtung fallen. Aber es brach sich bald die begriindete Ansicht Bahn, daB 
man eigentlich nicht mehr von einer westafrikanischen Urwaldfauna, die bis 
Ostafrika reiche, reden diirfe, sondern daB man eine tropisch-afrikanische 
sylvikole Fauna annehmen miisse. Ich selbst habe diesen Begriff bereits 
1897 in meiner Arbeit iiber die zentralafrikanische Coleopterenfauna im STUHL- 
MANN'schen Werke ,,Deutsch-Ostafrika", IV. Bd., Die Tierwelt; Wirbellose Tiere: 
Coleopteren,. p. u, eingefiihrt. 

Die wahre Vorstellung von der sylvikolen Fauna des tropischen Afrika 
wurde danach immer klarer. Auch suchen wir bereits die inneren Beziehungen 
zur Fauna des tropischen Asien und finden, daB diese ziemlich nahe und teil- 
weise recht enge sind. Zahlreiche Gattungen von Tieren, nicht zum wenigsten 
von Coleopteren, hat das tropische Afrika mit dem indischen oder indo-austra- 
lischen Gebiet gemeinsam, z. B. eine lange Reihe von Cerambycidengattungen, 
Gattungen von Carabiden, Tenebrioniden, Curculioniden usw. 1 ). Man muB 
sich aber wundern, daB die Zahl der endemischen Gattungen dennoch eine sehr 
groBe ist. So sind u. a. nur wenige Cetoniidengattungen Afrikas auch in Asien 
vertreten, z. B. Discopeltis, Clinteria, Heterorhina-artigQ Formen. 

Ich kann die Zahl der endemischen Cetoniidengattungen noch nicht an- 
geben, aber sie ist bei dem bekannten Reichtum Afrikas siidlich der Sahara 
auBerordentlich groB. Ganze Gruppen von Gattungen sind auf Afrika beschrankt, 
z. B. die echten Goliathinen, die Ischnostominen, Anoplochilinen, Compso- 
cephalinen, Gnathocerinen usw. Der afrikanischen und indischen Region gemein- 
sam sind aber die Ceratorhininen, Heterorhininen, Diplognathinen, die echten 
Cetoniinen, Clinteriinen, Glycyphaninen, Cremastochilinen usw. Die Haupt- 
masse der Cetoniidengattungen ist augenscheinlich ein Urbestandteil Afrikas. 
Nur eine maBige Anzahl von Gattungen ist also in einer jiingeren geologischen 
Zeitperiode von Asien iibernomnien oder nach dorthin ausgewandert. Diese 
Beziehungen zwischen dem tropischen Afrika und Siidasien diirften also ziem- 
lich klar sein. 

Zugleich liiftet sich auch der dunkle Schleier, der bislang iiber dem Ge- 
heimnis lag, daB die Fauna des tropischen Asien nahere Beziehungen zu West- 
afrika als zu Ostafrika habe. Das finden wir auch bei den Coleopteren. Wie ist 
es zu erklaren, daB in Guinea eine groBe Batocera, ein riesiger Bockkafer, lebt, 
der erst in Indien und auf den Sunda-Inseln seine generischen Verwandten hat? 
Keine Art dieser Gattung ist jemals aus Ostafrika, auch nicht aus Siidwest- 



*) Einige Beispiele finden sich in meiner Abhandlung ,,Zur Kenntnis der Fauna der Insel 
Ukerewe: Coleoptera Lamellicornia" (Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 195, 196). 

Auch in meiner Abhandlung: ,,Die tiergeographischen Verhaltnisse der Scarab aidengruppe 
der Phaochroinen" (Ent. Rundschau, 29. Jahrg., Nr. 94, p. 154). 



Asien gekommen. Aber nicht nur diese eine Cerambycidengattung lockt zur 
Erforschung des Geheimnisses heraus. Unter anderem ist die groBe Anzahl 
von Glenea-Arten in Westafrika auffallend, kleine Cerambyciden, die erst im 
tropischen Asien wieder artenreich auftreten. Ostafrika ist auBerst arm an 
Arten dieser Gattung. Ferner ist in den Urwaldern Westafrikas eine groBe 
Dynastidenart, Augosoma centaurus, eine haufige Erscheinung. Ihre nachsten 
Verwandten, zu der sehr ahnlichen Gattung Xylolrypes gehorige Arten, bewohnen 
die indische und australische Region. Aus Ostafrika ist von diesem westafri- 
kanischen Dynastiden nichts bekannt; aber Dr. SCHUBOTZ fand ihn noch west- 
lich vom Ruwensori am Fort Beni, also zwischen dem Albert-Nyansa und Albert- 
Edward-See. Diese und noch manche andere Coleopterenarten, z. B. die west- 
afrikanischen Mimela- Arten, iiber die uns gewiB noch Dr. OHAUS des Naheren 
belehren wird, wiirden als biogeographische Ratsel erscheinen, vorausgesetzt, 
daB sie nicht noch in den Urwaldresten Ostafrikas gefunden werden. 

Wenn wir annehmen, daB Ostafrika in friiheren Zeitperioden groBtenteils 
von Urwald bedeckt war, so wird diese Annahme unterstiitzt durch die Faunen 
der in Ostafrika vorhandenen Urwald-Inseln. Die Gattungen dieser eingeschrank- 
ten Urwaldkomplexe Ostafrikas sind groBenteils dieselben wie in Westafrika, 
zum Teil sind auch die Arten identisch. Viele Arten sind aber different; sie 
haben sich also seit der Trennung von der groBen tropisch-afrikanischen Wald- 
fauna verandert und sich teils zu besonderen Rassen ausgebildet, teils sind sie 
in mehr oder weniger verschiedene Spezies umgebildet. Die Zeit der Auflosung 
des ostafrikanischen Urwaldes ist unbekannt. Aber ich habe schon friiher an- 
genommen, daB die jetzt getrennten Urwaldkomplexe Ostafrikas wahrschein- 
lich wahrend der Pluvialzeit Afrikas (die wohl gleichzeitig mit der Glazialzeit 
der Nordhemisphare war) noch unter sich und mit dem zentralen und westafri- 
kanischen Urwalde zusammenhingen. 

Die zahlreichen wasserarmen oder wasserleeren FluBtaler der Steppen 
und Wiisten Afrikas reden in erster Linie fiir die Annahme einer Pluvialzeit ein 
beredtes und sehr verstandliches Wort. PASSARGE, der Geologe und Geograph, 
hat aus seinen Untersuchungen und Feststellungen den SchluB gezogen, daB 
Aquatorialafrika in geologisch junger Zeit ein viel feuchteres Klima hatte. HANS 
MEYER hat am Kilimandjaro festgestellt, daB die Gletscher ehemals viel tiefer 
herabstiegen, und Schliisse iiber das feuchtere diluviale Klima Afrikas daran 
gekniipft. Wir schlieBen also mit Recht, daB ein feuchteres und kiihleres, 
an Niederschlagen reiches Klima in einer jiingeren geologischen Epoche die 
Gletscher vergroBert hat. Der Botaniker ENGLER hat auch aus floristischen 
Griinden ein kiihleres Klima in einer jiingeren Epoche Afrikas angenommen. 

Wir miissen also eine Pluvialzeit in einer jungen geologischen Periode an- 
nehmen, in der das Klima nicht nur feuchter, sondern auch kiihler war als jetzt. 
Diese feuchte Atmosphare la'Bt auf ein damaliges Vorhandensein ausgedehnter 
Walder in Ostafrika schlieBen. Die sylvikole Fauna Ostafrikas war dement- 

18* 



276 

sprechend auch reicher. Hier wohnten sicher noch viele Arten indo-afrikanischer 
Gattungen, die aus der Zeit der Einwanderungen und des Austausches zwischen 
Afrika und Siidasien herriihrten, als die Fauna sich von Asien bis Westafrika 
ausbreitete. Beim Eintritt der (noch jetzt herrschendeii) diirren Periode Ost- 
afrikas (Postpluvialzeit) wurde der Urwald Ostafrikas stark eingeschrankt. 
Viele sylvikole Tierarten muBten sicher aussterben, manche blieben bis jetzt 
erhalten 1 ). Die Fauna wurde groBenteils auf Zentral- und Westafrika zuriick- 
gedrangt, wo der Urwald in groBem Umfange bis jetzt erhalten blieb. 

Diese Erklarung iiber das Klima Afrikas in junger geologischer Vergangen- 
heit laBt uns die Ursache des merkwiirdigen Verhaltens mancher westafrika- 
nischer Gattungen von Ti-eren erkennen, das bisher noch nicht gedeutet war, 
von Gattungen, die Westafrika mit Indien gemeinsam hat, die in Ostafrika 
aber fehlen. 



Diskontinuierliche Gattungen und Arten. 

Es sollte eigentlich nicht erlaubt sein, gegeniiber einem so ausgedehnten 
und groBtenteils noch ungeniigend erforschten Kontinent, wie es Afrika ist, 
schon jetzt von diskontinuierlich verbreiteten Gattungen zu sprechen und zu 
schreiben. Denn die jetzigen Liicken in der anscheinen'd getrennten Verbreitung 
konnen durch spatere Entdeckungen noch ausgefiillt werden. Das ist sicher 
teilweise richtig. Sogar aus litoralen Landern gelangen immer noch neue oder 
bekannte Arten, die bisher noch nicht dort gefunden waren, zu unserer Kennt- 
nis. Um so mehr sind noch die Landschaften der zentralen Gebiete ungeniigend 
bekannt. Dennoch ist die Diskontinuitat fiir manche Gattungen und Arten 
zweifellos. Ein Urwaldgebiet z. B., welches ringsum von Steppen umgeben ist, 
enthalt viele Arten (sylvikole Arten), welche erst wieder in einem entfernt 
liegenden Urwaldkomplex auftreten. Die sylvikolen Arten dieser getrennten 
Walder, welche untereinander meist identisch sind, haben dann eine diskonti- 
nuierliche Verbreitung, weil sie in den dazwischenliegenden Steppenlandern 
niemals gefunden werden, also hier sicher nicht vorkommen. 

Viele Arten sind also diskontinuierlich verbreitet, weil die L/ebensbedingungen 
diskontinuierlich sind; sie sind in dem Areal ihrer Verbreitung biologisch zu- 
sammenhanglos. 

Die groBe gabelnasige Cetoniide Megalorhina harrisi bewohnt Walder West- 
afrikas; sie reicht bis an das Seengebiet (westlich und nordlich vom Albert- 
Edward-See) heran, tritt aber auch in waldigen Landschaften Ostafrikas (z. B. 
Usambara) auf. In den zwischenliegenden Steppenlandern kommt diese Spezies 
gewiB nicht vor. Das gilt auch von manchen anderen Arten. 



!) Gute Resultate in dieser Beziehung haben wir sicher noch von den eingehenden Unter- 
suchungen des Herrn Geheimen Regierungsrats Dr. METHNER zu erwarten. 



277 

Aber noch mehr findet die zusammenhanglose \ r erbreitung auf Gattungen 
Anwendung. Zu der hauptsachlich westafrikanischen Cetoniidengattung Stephano- 
rhina gehort auch die in ostafrikanischen Waldern (Usambara, Usagara) lebende 
Stephanorhina princeps Oberth. Sie ist vollkommen getrennt von den am Vic- 
toria-Nyansa und in Westafrika lebenden Arten derselben Gattung. Die gleiche 
Diskontinuitat liegt auch bei den indo-afrikanischen Gattungen vor, auf die 
oben hinge wiesen wurde (Batocera, Mimela usw.). Vgl. S. 274 275. 

Es ist wahrscheinlich, daB in friiherer Zeit ein Zusammenhang in der Ver- 
breitung vorhanden war. Seitdem ist die Trennung Tatsaihe; sie ist wohl ver- 
ursacht durch eine Anderung des Klimas und der daraus folgenden Natur- 
verhaltnisse. 

Es gibt noch einige andere Falle von Diskontinuitat, bei denen ich auf eine 
Kontinuitat in einer friiheren geologischen Zeit schlieBe. Diese Falle betreffen 
steppikole Gattungen. Es geht daraus hervor, daB das Steppengebiet, welches 
von den jetzt getrennten Teilen der Gattung vermutlich auch in den zwischen- 
liegenden Distrikten bewohnt war, zu irgendeiner Zeit durch einen Einbruch 
auseinandergerissen worden ist. 

Pentodon z. B., eine Gattung der Dynastiden, bewohnt das mediterraneische 
Gebiet, auBer Siideuropa und West- bis Zentralasien auch Nordafrika. \Veit 
getrennt von den nordafrikanischen Wohnplatzen finden sich auch in Siidafrika 
eine Anzahl Pentodon-Aiten, die wegen geringer Unterschiede von dem Kap- 
stadter Entomologen PERINGUEY unter einem besonderen Gattungsnamen zu- 
sammengefaBt werden (Pentodontoschema}. In dem ganzen breiten zwischen- 
liegenden intertropikalen Giirtel des Kontinents kommt kein Pentodon vor, 
aller dings verwandte Gattungen, welche mit dieser Gattung noch zu verglei- 
chen sind. 

Die sudafrikanische Cetoniidengattung Trichostetha (mit 9 Arten, welche 
iiber Kapland, Natal und Transvaal verbreitet sind) steht der nahe verwandten 
nordafrikanischen Gattung Aethiessa (mit 4 Arten in Marokko, Algerien, Tunis, 
Siideuropa und Westasien) gegeniiber. Die Coprophagengattung Pachysoina 
im westlichen Kapland und Siidwestafrika (5 Arten) ist der in Tripolis (i Art) 
und Arabien (i Art) heimatenden Gattung Mnematium sehr nahe verwandt. 
Nichts von nahen Verwandten lebt im iibrigen Afrika. 

Die echten groBen lulodis-Arten (dickleibige Buprestiden) bewohnen arten- 
reich das Kapland bis zum Damaraland in den Buschsteppen. Ahnlich groBe 
Arten gibt es erst wieder in Nordafrika, Nordostafrika, Westasien und Siideuropa. 

Auch sind gewisse Anthia- Arten (groBe steppikole Carabiden) des Kap- 
landes naher mit nordafrikanischen als mit intertropikalen Arten der Gattung 
verwandt. 

Echte Adesmien (Adesmia, eine Gattung der Tenebrioniden) finden sich nur 
artenreich in Siidwestafrika, Nordostafrika, im Mediterrangebiet und in West- 
asien bis Turkestan. 



278 

Die Tenebrionidengattung Scaurus bewohnt artenreich das Mediterrangebiet. 
Die zweite Gattung der Gruppe in Afrika, Herpiscins, ist auf das westliche Siid- 
afrika beschrankt. Ahnlich verhalt sich die Tenebrionidengattung Platyscelis 
(Mediterrangebiet bis Turkestan) gegeniiber der nachstverwandten Gattung 
Oncotus (mit einigen Arten im Kapland bis Siidwestafrika). Noch manche 
andere Coleopterengattungen sind ahnlich verbreitet. 

Es bleibt fur diese merkwiirdige Diskontinuitat der geographischen Ver- 
breitung kaum eine andere logische Erklarung iibrig als die Annahme, da6 die 
vorgenannten Gattungen in geologischer Vorzeit weiter iiber Afrika verbreitet 
waren und daB der breite aquatoriale Giirtel Afrikas von den gleichen oder ahn- 
lichen Gattungen bewohnt war, obgleich in der Jetztzeit die Verwandtschafts- 
gruppen dieser steppikolen Gattungen hier fehlen oder nur teilweise in ein- 
zelnen Gattungen hier und da im tropischen Afrika vorkommen. 

Der Urwald, wie er jetzt im tropischen Afrika herrscht und noch mehr in 
der vergangenen Pluvialperiode geherrscht haben muB, existierte in einer noch 
friiheren geologischen Periode nicht oder war sehr eingeschrankt. Denn die 
steppikole Fauna war in der Prapluvialzeit im intertropikalen Afrika domi- 
nierend. Es ist aber nicht notig anzunehmen, daB die s} T lvikole Fauna im tro- 
pischen Afrika damals fehlte. Im Gegenteil, wir miissen damit rechnen, daB 
die echt endemischen sylvikolen Gattungen und Gattungsgruppen, die keine nahere 
Verwandtschaft mit den Angehorigen auBerafrikanischer Faunen haben, schon 
wahrend der groBen prapluvialen Steppenzeit das intertropikale Afrika bewohnten. 

Jedenfalls miissen wir annehmen, daB eine groBe Anderung in den klima- 
tischen, hydrographischen und floristischen Verhaltnissen des Kontinents ein- 
getreten war, welche einen machtigen Einbruch in die alte Fauna dieses Kon- 
tinents im Gefolge hatte, der jerie umfassende Diskontinuitat der Gattungen 
hervorrief, die wir in der jetzigen Fauna staunend betrachten. 

Relikte sind aber auch hier zu verzeichnen. So z. B. entdeckte Dr. SCHUBOTZ 
in der Gegend des Albert-Nyansa eine kleine Cetoniide aus der Gattung Hetero- 
clita, von der eine Art noch auf dem Kilimandjaro als Relikt gefunden wird, 
wahrend die Gruppe der Ischnostomiden, zu der diese Gattung gehort, nach 
Siidafrika gravitiert. Auch Stephanocratcs bennigseni ist als Relikt anzusprechen, 
welches auf den Gebirgen um den Kiwu-See wohnt. Andere Relikte, welche zu der- 
selben Gattung gehoren, bewohnen speziell das Kamerun-Gebirge, das Gebirgsland 
in Britisch- und Deutsch-Ostafrika, nahe Verwandte Abyssinien und Galallnad. 

Es gibt da noch eine eigenartige Gattung in der Familie der Trichiiden, 
Calometopus, deren 4 Arten zusammenhanglos iiber Afrika zerstreut wohnen, 
und zwar: 

Calometopus senegalensis Blanch, in Senegambien, 

centralis n. sp. in der Gegend des Ruwensori, 

planatus Wtrh. am Kilimandjaro, 

nyassae Westw. am Nyassa-See, in Usaramo usw. 



27Q 

Diese Arten sind alle nicht sehr nahe miteinander verwandt; sie mogen teil- 
weise noch welter verbreitet sein; sie sind aber raumlich zusammenhanglos, 
wie sie es auch morphologisch sind. Sie sind als Relikte aus der Vergangenheit 
des Kontinents anzusprechen. 

Auch die Artenpaare Anachalcos convexus und cupreus (Unterfamilie der 
Copriden) und DiplognatJia silicea und gagates (Unterfamilie der Cetoniiden) 
gehoren in diese Betrachtung. Von den beiden sehr nahe verwandten Arten der 
ersteren Gattung heimatet convexus in Slid- und Ostafrika, cupreus in \Vest- 
afrika bis Oberguinea; ahnlich Diplognatha silicea in Slid- und Ostafrika, Diplo- 
gnatha gagates in Westafrika bis Senegambien. Beide Artenpaare haben ge- 
trennte Verbreitungsbezirke ; sie sind vermutlich, wie die iibrigen oben ge- 
nannten Gattungen, in einer friiheren geologischen Periode durch einen mach- 
tigen auBeren Einbruch voneinander getrennt worden. Spater sind sie durch 
Weiterverbreitung wieder einander nahegebracht. So fand O. NEUMANN An- 
achalcos convexus und cupreus beide an der Ostseite des Victoria-Nyansa, aber 
an getrennten Platzen. Und es ist das Verdienst der herzoglichen Expedition 
und anderer Forscher, die Kenntnis der Verbreitung der beiden Diplognatha- 
Arten erweitert und durch die Erweiterung vertieft zu haben. Diplognatha 
silicea und gagates kommen beide am Kiwu-See (an verschiedenen Stellen ge- 
funden), beide bei Bukoba, beide an der Ostseite des Victoria-Nyansa, beide 
in der Gegend des nordlichen Tanganjika-See und beide bei Tabora vor. 



Relikte. 

Relikte, lebend konservierte, aus alterer Zeit iibrig gebliebene, in die re- 
zente Lebewelt hineinragende Organismen, die gewohnlich eine mehr oder 
weniger isolierte Stellung im System einnehmen, haben in der Wissenschaft ein 
ganz besonderes Interesse. Die lebenden Relikte ersetzen tins die fehlenden 
Fossilien; sie geben uns eine Kunde von dem Aussehen der Lebewelt vergangener 
geologischer Zeitperioden. Doch kommt es auf die richtige oder einigermaBen 
richtige Deutung des relativen geologischen Alters der Relikte an. In manchen 
Fallen kommt uns die angenommene Tatsache zu Hilfe, daB die interpretierte 
isolierte Gattung oder Familie auf einer systematise!! tiefen Organisationsstufe 
steht. Das ist z. B. bei der kleinen altertumlichen Coleopterenfamilie der Cupe- 
diden der Fall 1 ). 

Afrika ist ein isolierter Boden fur absonderliche Reliktformen. Der Reich- 
turn an Gattungen in vielen Gruppen ist an sich schon ein Beleg dafiir, daB zahl- 
reiche Gattungen aus verschiedenen geologischen Zeitaltern bis in das jetzige 
Zeitalter sich erhalten haben. Das kommt wohl groBenteils daher, daB groBe 



*) Vgl. ,,Mein System der Coleopteren" (Zeitschr. f. wissenschaftl. Insektenbiologie", Bd. IV 
1908, p. 153 .) 



280 

Teile des Kontinents wahrend langer Zeitperioden keinen tiefgreifenden Sto- 
rungen ausgesetzt waren. GroBe Vertebraten, wie die Dinosaurier um die Wende 
der Jura- und Kreidezeit, welche am Tendaguru in Deutsch-Ostafrika fossil 
gefunden wurden, konnten freilich ihre Existenz nicht mehr bis in die Jetztzeit 
ausdehnen. Das mag seine besonderen Griinde haben. Aber von den zahlreichen 
Kleintieren der Dinosaurierzeit sind, wie ich glaube, sehr viele konserviert 
worden, sodaB sie noch jetztalslebendeMitglieder jener Fauna existieren. Gerade 
in Deutsch-Ostafrika gibt es noch manche sonderbare isolierte Gattungen, z. B. 
die aus dem Rahmen des Systems fast herausfallende und unter alien afrika- 
nischen Gattungen der Familie vollkommen fremdartig dastehende Hispiden- 
gattung Exothispa. Ferner die eigenartigen Cerambycidengattungen Bolbo- 
tritus, Plectogaster, Jamwonus, Pixodarus. Die einzigen lebenden Verwandten 
der letzten Gattung existieren nur auf Madagaskar. 

Die merkwiirdige Lamellicorniergattung Trigonochilus aus der Verwandt- 
schaft der artenreichen Gattung Adoretus ist ganz absonderlich beschaffen und 
steht daher in der Verwandtengruppe isoliert. Sie bewohnt Britisch-Ostafrika. 
Die Gruppe der Phanomerinen mit den Gattungen Phaenomeris und Oxypterus, 
die nur wenige Arten umfassen, steht in der Familie der Lamellicornier, wie 
mir Dr. OHAUS freundlichst mitteilt, vollkommen isoliert ; sie ist dazu auf Af rika 
beschrankt. Die einzelnen Arten treten in der Fauna nur in wenigen Gegenden 
sporadisch hervor. 

In Zentralafrika, im Seengebiet, lebt die eigenartige Lamellicorniergattung 
Coelocorynus mit den Arten runsoricus m. und darwinianus m. Sie erscheint 
wie eine intermediare Gattung zwischen den Dynastiden und Trichiiden; ent- 
deckt wurde sie von STUHLMANN am Ruwensori und wiederaufgefunden auf 
der Forschungsreise der Deutschen Zentralafrikanischen Expedition an ver- 
schiedenen Stellen des Seengebietes. 

Stephanocrates, eine Cetoniidengattung, ist insofern als reliktare Gattung 
aufzufassen, als nur einige Arten von verschiedenen Punkten West-, Zentral- 
und Ostafrikas bekannt sind, und weil die Gattung etwas absonderlich be- 
schaffen ist. Vgl. S. 273. 

Ebenso ist die Cetoniidengattung Heteroclita ein Relikt; eine einzige Art 
dieser fast isoliert stehenden Gattung aus der Gruppe der Ischnostominen war 
bisher nur vom Kilimandjaro bekannt, eine zweite Art liegt jetzt aus der Gegend 
des Albert-Nyansa vor. Andere Gattungen dieser Gruppe bewohnen haupt- 
sachlich Siidafrika. Die logische vSchluBfolgerung laBt uns annehmen, daB diese 
Gruppe zu irgendeiner Zeit der geologischen Vergangenheit Afrikas formen- 
reicher und iiber diesen Kontinent weiter verbreitet war als in der Jetztzeit. 

Das Seengebiet Zentralafrikas birgt noch manche sonstigen Relikte von 
Coleopteren, z. B. das sehr merkwiirdige Eustuhlmannium mirabile m., ein Kafer 
von fast V-2 Dezimeter Lange aus der zur Familie der Carabiden gehorigen 
Gruppe der Chlaniinen, der von Dr. STUHLMANN in Karagwe, zwischen dem 



28l 

Victoria-Nyansa und dem Ki \vu-See entdeckt und als vollkommen neue Form 
von mir in STUHLMANNS Werk ,,Deutsch-Ostafrika", IV. Bd. (1897), ,,\Virbel- 
lose Tiere" auf S. 65 66 beschrieben und auf Taf. i, Fig. 2, 2 a u. 2 b abgebildet 
worden ist. Durch die meisten seiner Merkmale und seine abnorme morpho- 
logische Beschaffenheit weicht diese absonderliche Gattung von den iibrigen 
Gattungen der Carabiden ab. Auch Parachlaenius ennui m. (1. c. ]). 66) aus der- 
selben Gegend ist als Relikt aufzufassen; er ist nahe venvandt mit- Eustuhl- 
mannium, vermittelt aber den Ubergang zu den nachsten Verwandten, zahl- 
reichen, meist kleinen Epigonen der Chlaniinen. Es gibt in Afrika noch einige 
isolierte Gattungen derselben Gruppe und aus der Verwandtschaft der eben- 
genannten beiden Gattungen, von denen der Rhopalomelus angusticollis Boh. 
aus Siidostafrika und Euchlaenius trochantericus m. aus dem L,ande der Nyam- 
Nyam im Djurgebiet (nordliches Zentralafrika) am bemerkenswertesten sind. 
Alle diese abnormen Chlaniinengattungen haben eigentiimliche spezialisierte 
Charaktere, welche teils alien diesen Gattungen, teils nur einigen zukommen, 
und iiber welche ich in der Stettiner Entomologischen Zeitung 1894, p. 191 200, 
mich eingehender ausgesprochen habe. Wir diirfen auch hier annehmen, daB 
wir es mit altertiimlichen Relikten aus einer alteren geologischen Periode zu 
tun haben. 

Ahnliche Relikte werden sich unter den Insekten Zentralafrikas wohl noch 
mehr feststellen lassen. 



Endemische Arten und Gattungen Zentralafrikas. 

Endemische Gattungen, also nur in einem bestimmten Erdgebiete existie- 
rende und auf dieses beschrankte, systematisch und phylogenetisch gut um- 
grenzte und von den Verwandten tief geschiedene Gattungen .gibt es in Afrika 
auBerordentlich viele. Dieser Kontinent ist sehr reich an eigenen Gattungen; 
denn er ist seit den alteren Perioden des Erdenlebens von auBeren Storungen 
wenig betroffen worden. Geologische Einbriiche, Transgressionen des Meeres, 
klimatische Anderungen haben den Kontinent und seine Bewohner zwar be- 
einfluBt und teilweise auch vernichtend darauf gewirkt, aber nicht in so um- 
fassender Weise gestort wie auf anderen Kontinenten. 

Gerade das Seengebiet Zentralafrikas wurde in einer geologisch jiingeren 
Zeitperiode von einem geologischen Ereignis betroffen. HANS MEYER, EDUARD 
SUESS, CARL UHLIG, E. KRENKEL und andere haben festgestellt, daB das Vor- 
handensein der Seenketten im Innern Ostafrikas und in Zentralafrika hierdurch 
erklart wird. Es ist eine lang ausgedehnte Bruchzone, welche durch die Seenkette 
Nyassa-, Tanganjika-, Kiwu-, Albert-Edward-, Albert-See usw. bis zum Roten 
Meere und Kleinasien (Jordan-Tal) markiert wird: eine auBerordentlich lange, 
grabenartige Einsenkung, der zentralafrikanische Graben mit seiner 



282 

nordlichen Fortsetzung; auBerdem der ostafrikanische Graben im Verlaufe 
kleinerer Binnenseen, ebenfalls in siidnordlicher Richtung. Zahlreiche Vulkane 
in der Nahe der Seenketten sind bezeichnend fiir die ehemalige und zum Teil 
noch gegenwartige Tatigkeit des Erdinnern auf diesen langen Linien. Tekto- 
nische Bewegungen der Erdrinde, welche hier mittlere und hohe Gebirge schufen, 
haben gewiB viele Storungen der Erdoberflache in der Umgebung der Graben- 
linie, also der Seen, im Gefolge gehabt. 

Hier hat also die Fauna sicher gelitteii, wohl aber nur in maBiger Weise; denn 
es gibt hier bemerkenswerte endemische Arten. Neben den zahlreichen weitver- 
breiteten Arten des Seengebiets existieren hier aber auch endemische. Solche 
endemische Arten sind z. B. von Cetoniiden: Hegemus vittatus, Stephanocrates 
bennigseni, Neptunides stanleyi, Stephanorhina neumanni und adelpha, Eudicella 
ducalis; - von Copriden: Catharsius stuhlmanni und kolbei, Copris interioris 
und phylax ; vor allem gewisse Melolonthiden : Lecanotrogus runsoricus, Eremo- 
trogus pruinosus, Rhizoproctus exhaustus usw. 

Diese ortlich beschrankten (stenochoren) Arten stehen den weitverbreiteten 
(eurychoren) Arten teilweise eigenartig, wohl als Relikte, gegeniiber. 

Ausbildung von Rassen bei manchen Arten. 

Die geographischen Formenreihen mancher Gattungen, z. B. der Cetoniiden- 
gattung Gnathocera, zeigen uns, wie liickenlos in solchen Gattungen die regionalen 
Varietatenreihen der Arten vorliegen. Das ist ein diametraler Gegensatz zu 
denjenigen Arten, welche in einem friiheren Kapitel als Relikte angesprochen 
und behandelt sind. Und dennoch ist die Vollstandigkeit solcher Reihen zu 
erwarten in einem Kontinent, der besonders in jiingeren geologischen Perioden 
teilweise nur wenigen Storungen ausgesetzt gewesen ist, so daB die Rassen- 
und Artengruppen so kontinuierlich bleiben konnten, wie wir sie jetzt antreffen. 
Das sehen wir z. B. an vielen geographischen Formen, welche zu der sehr ein- 
heitlichen, echt afrikanischen Gattung Tefflus gehoren; ebenso bei gewissen 
Corynodes-, Brachycerus-, Sternocera-, Anthia-, Polyhirma-,Graphipterus- } Oryctes-, 
Phantasis-Arten. Fast restlos sind viele Formen miteinander zu wenigen 
Arten verbunden, und jetzt erst, nachdem sehr viel Material aus den verschie- 
densten Gegenden des Kontinents im Konigl. Museum zusammenkommt, sehen 
wir, daB friiher fiir getrennt gehaltene Arten nur Unterarten oder Rassen einer 
einzigen Art sind, da jetzt erst die Zwischenformen bekannt wurden 1 ). Die 
heutigen Monographen werden, gedrangt durch die Fiille des Materials und 
durch die Beachtung der mehr und mehr bekannt werdenden geographischen 
Formenreihen ihr Augenmerk auf die Artberechtigung vieler bisher beschriebenen 

*) Dr. H. KUNTZEN bearbeitete das neue formenreiche Tefflus-Material nach ineinem alteren 
Vorgange neuerdings in diesem Sinne ; ebenso die Gattung Corynodes mit ihreu zahlreichen geogra- 
phischen Variationsformen ; Dr. v. LENGERKEN die Brachyceri. 



2 8 3 

Arten zu richten haben. Jiingere Hilfskrafte am Konigl. Museum (Dr. KUNTZEN, 
Dr. v. LENGERKEN u. a.) sind bereits damit beschaftigt, das reiche hier voi- 
handene, den verschiedensten Gegenden des Kontinents Afrika entstainmende 
Material aus den betreffenden Gattungen zusammenzustellen und zu bearbeiten. 
Es 1st interessant, zu sehen, wie viele friiher nach einzelnen oder wenigen 
Stiicken als ,, Arten" beschriebene Formen nunmehr als Rassen odcr Unterrassen 
zu einem Formenkreise (Spezies) zusammengezogen vverden miissen. Viele der 
bisherigen ,, Spezies" gehoren zu je einer Kollektivspezies. Das Problem der 
Entstehung der Arten hat in Afrika einen wichtigen Gravitationspunkt. 

Das ist auch bei der schon erwahnten Cetoniidengattung Gnathocera der 
Fall. Was bis jetzt von dieser Gattung bekannt ist, erscheint wie ein Kon- 
glomerat heterogener Elemente, iiber deren nach meiner Meinung teilweisen 
Zusammengehorigkeit der meisten Formen zu wenigen Arten man sich wundern 
muB. Besonders merkwiirdig ist die Zusammengehorigkeit zahlreicher Formen 
mit trivittata, und sogar der cruda mit dieser Art. Es gibt natiirlich eine ganze 
Anzahl wirklich selbstandiger Arten in dieser Gattung; das sind solche, deren 
Zwischenformen nicht bekannt und vielleicht ausgestorben sind, wahrend die 
zur Trivittata-Grappe gehorigen Formen noch existieren. Wiirden diese nicht 
mehr in der I^ebewelt vorhanden sein, dann hatten wir in dieser Formengruppe 
verschiedene geographisch getrennte Arten. Zugleich muB uns auch die 
Existenz so zahlreicher Zwischenformen, intermediarer Formen, als sehr be- 
achtenswert erscheinen. Statt ,, missing links" haben wir hier ,, existing links". 
Wir sehen die liickenlosen Reihen zahlreicher Zwischenglieder extremer Formen, 
ein Bild der Entstehung der Arten vor uns; in manchen Fallen sind es geogra- 
phische Spezies. In anderen Fallen konnen es biologische Spezies sein. 

Schon friiher habe ich die merkwiirdige dichromatische Variation innerhalb 
einiger Arten von Gnathocera erwahnt. Diese Dichromatic erscheint in der Art 
trivittata nur an einzelne Rassen gebunden zu sein. \Vichtige Entdeckungen, 
die sich hierauf beziehen, verdanken wir wiederum den deutschen Forschungs- 
reisen und Expeditionen in das zentralafrikanische Seengebiet. 

Die Peregrina-Rasse von Gnathocera trivittata bewohnt die Gegend siid- 
westlich vom Albert-Nyansa bis zum Albert-Edward-See. An der Westseite 
des Victoria-Nyansa lebt die Confinis-~Rasse, an der Ostseite dieses Sees die 
Amitina-~Ra.sse. Diese Rassen machen nicht den Eindruck, als ob sie weit ver- 
breitet seien. Sie sind alle drei auch durch die dichrome Variation der ver- 
schiedenen Individuen interessant. Diese dichromen Varietaten kommen an 
demselben Orte und zu gleicher Zeit, also zusammen und durcheinander vor; 
sie sind also w-eder geographische noch saisondimorphe Varietaten. 

Die glatte, dunkelfarbige Varietat wird von mir als primare Form auf- 
gefaBt; ich nenne sie die sinistro-extreme Varietat. Sie gehort zum ^4/2^'-Typus. 
Die entsprechende Form in Oberguinea wurde als Gnathocera afzeli von SWARTZ 
beschrieben; sie ist die dortige sinistro-extreme Varietat der eigentlichen Tri- 



284 

vittata-Hasse von Oberguinea. Ihr gegeniiber steht rechts als extremste Va- 
rietat die dextro-extreme Varietat; sie gehort zum Trivittata-Typus, welcher 
ganz anders aussieht, namlich auf dem Kopfe, dem Pronotum, den Elytren, 
der Brust und dem Abdomen, auch auf den Schenkeln aller Beine weiBe oder 
gelbe Tomentflecken oder Binden besitzt. Es gibt auch Ubergange zwischen 
den beiden Extremen. 

Also diese dichromen Varietaten kommen im Seengebiet nur bei den drei 
Rassen vor, welche in den Gegenden am Albert-Nyansa, Albert-Edward-See 
und Victoria-Nyansa wohnen. In den siidlich davon gelegenen Landschaften, 
also in Ruanda, in der Gegend des Kiwu-Sees und am Tanganjika-See, ist bei 
den dort lebenden Rassen von Gnathocera trivittata bis jetzt nur die dextro- 
extreme Varietat vom Trivittata-^ypus konstatiert. Es sind die Ruandana- 
und die Costata-~Rasse, jene in Ruanda, diese in Landschaften nordostlich vom 
Tanganjika-See bis Tabora. Auch die Nyansana-Rasse von der Insel Ukerewe 
gehort hierher, da mir von dieser nur trivittata-ahnliche vStiicke bekannt sind. 
Ebenso kommen am Nyassa-See und im siidlichen Deutsch-Ostafrika nur Rassen 
und verwandte ,,Arten" vom Trivittata-Typus vor (uheJia, usafuana etc.). 

Die Grenzlinie, welche die dichromen nordlichen Rassen von den 
monochromen siidlichen Rassen scheidet, geht westostlich durch Ruanda 
und den siidlichen Teil des Victoria-Nyansa. Genauer kann die Grenzlinie jetzt 
noch nicht angegeben werden, da nur aus wenigen Gegenden der dortigen Land- 
schaften Material vorliegt. 

Welche Bedeutung diese Grenzlinie hat, muB sich spater zeigen. Jeden- 
falls steht sie im Einklang mit anderen Tatsachen, z. B. mit der Verbreitung der 
Diplognatha gagates und silicea (vgl. S. 267- 268). 

Die Gattung Dicranorhina, in der 3 Sp-ezies zu unterscheiden sind (cavifrons, 
micans und derbyana) verhalt sich folgendermaBen : 

Dicranorhina cavifrons ist auf Senegambien und Oberguinea (Accra) be- 
schrankt; micans bew T ohnt Oberguinea (Sierra Leone, Togo), Kamerun, Nieder- 
guinea, Angola, Kongostaat (Balubaland), sowie die Nord- und Westseite des 
Victoria-Nyansa (Uganda, Bukoba). Die ostafrikanische Dicranorhina derbyana 
beginnt in Siidostafrika (Natal, Nordtransvaal, Mosambik, Nord-Nyassa, Nord- 
Rhodesien), wo sie als Nominatform auftritt. Ein Zweig in Siidwestafrika (Da- 
maraland, Ovamboland, Siid-Rhodesien) ist die Layardi-Rasse. Ostlich vom 
Nyassa-See bis Uhehe, auch auf der Insel Neu-Helgoland im Nyassa-See, finden 
wir die Divortialis-Rasse;, im siidwestlichen Deutsch-Ostafrika (Madibira) die 
Lateralis-Rasse. Die Oberthuri-'Rasse ist iiber einen groBen Teil des ostlichen 
Deutsch-Ostafrika (Usaramo, Uhehe, Nguru, Usambara) verbreitet. Die recht 
abweichende Carni/ex-Rasse (die schon als Subspezies aufzufassen ist) tritt in 
den nordlicher gelegenen Landschaften auf (Kilimandjaro, Taita in Britisch- 
Ostafrika); an der Ostseite des Victoria-Nyansa und auf der Insel Ukerewe die 
Conradsi-RassQ (die den Charakter einer Subspezies hat). 






285 

Wir erkennen auch in der Verbreitung der Dicranorhina-Arten eine Grenz- 
linie zwischen der westlichen inicans und der siidlichen und siidostlichen derbyana. 
Bemerkenswert ist es, dalJ auch in cliesem Falle Arten der Insel Ukerewe der 
Siidostfauna angehoren, die entsprechenden Arten von Bukoba aber der West- 
fauna. 

Ohne Zweifel werden sieh die Einblicke in die tiergeographischen Verhalt- 
nisse dieses Gebietes noch vertiefen lassen, wenn die Fauna der Landschaften 
der inneren Gebiete noch bekannter sein \vird. 

Auch in der Gattung Eudicella stehen sich im nordlichen Seengebiet die 
nordliche, von Oberguinea aus sich ausbreitende E. gralli und die siidliche sinit/n 
gegeniiber. Die Mechowi-'Ra.sse von gralli ist vom westlichen Kongogebiet 
(Quango, Lunda) durch das siidliche Kongogebiet (Baluba-Land) bis an die 
Urwalder westlich vom Ruwensori und Albert-Edward-See und bis an die \Yest-, 
Nord- und Ostseite des Victoria-Nyansa verbreitet. Dagegen sind die Sniithi- 
Formen auch ini siidlichen Kongobecken (Lunda, Baluba), im Seengebiet aber 
nur am Kiwu-See, an der Nord- und Westseite des Victoria-Nyansa und auf der 
Insel Ukerewe, sowie iiber Deutsch-Ostafrika und bis Natal und Siidwestafrika 
verbreitet. Von der Insel Ukerewe ist indessen nur die Smithi-Foim bert/ic- 
randi bekannt, wahrend in Bukoba und Uganda Formen von gralli und sinithi 
zusammentreffen. 

Die vorgenannten Arten der Gattungen Gnathocera, Dicranorhina und 
Eudicella, ebenso Plaesiorhina , Smaragdesthes usw., sind in den von ihnen be- 
wohnten verschiedenen Landern teilweise gut differenziert und bilden hier geo- 
graphische Rassen. Einige dieser Rassen machen wegen ihrer starken Differen- 
zierung den Eindruck von besonderen Arten, jedenfalls aber Unterarten (Sub- 
spezies). Ich habe schon friiher fiir solche vielfaltig differenzierten Arten, wie 
wir sie in Gnathocera trivittata, Dicranorhina derbyana und Eudicella gralli und 
smithi kennen gelernt haben, die Bezeichnung ,,Kollektivspezies" gebraucht. 
Diese Bezeichnung ist besonders fiir solche Arten anwendbar, cleren Bestandteile 
(Subspezies, Rassen, Unterrassen) friiher alle oder teilweise als Spezies auf- 
gefaBt wurden, bis man nach Auffindung von verbindenden Zwischenformen 
erkannt hatte, daB alle diese Formen einen innigeren Zusammenhang haben, 
namlich den der artlichen Zusammengehorigkeit. 

Es ist bemerkenswert, daB sich auf der Insel Ukerewe besondere Rassen 
ausgebildet haben, besonders die Smaragdesthes conradsi, die zu der Kollektivart 
S. mutica gehort; die Plaesiorhina ukerewia, eine insulare Form von P. recurra; 
die Dicranorhina conradsi, die aber auch bei Schirati an der Osts?ite des Victo 
ria-Nyansa wohnen soil; die Gnathocera nyansana, eine Rasse der trivittata. 

Die Gnathocera trivittata der Insel Ukerewe (Rasse nyansana) ist bereits der 
in Ruanda und ostlich vom Tanganyika wohnenden Rasse ahnlich; sie unter- 
scheidet sich von der zwischen dem Victoria-Nyansa und dem Tanganjika-See 
wohnenden Rasse dieser Art (ruandana) sogleich durch die etwas abweichende 



286 

Farbung, dann durch die deutlicher hervortretenden glatten Rippen, auch die 
viel undeutlicheren Punktstreifen und besonders durch die hinten wirr durch- 
einander stehenden Punkte in den Interstitien der Elytren; ferner durch die 
kiirzere Behaarung des Pronotums. 

Die Plaesiorhina recurva (plana) von Ukerewe (ukerewia) erscheint fast wie 
eine selbstandige Art; ebenso die Smaragdcsthes nmtica conradsi von Ukerewe 
und die Dicranorhina derbyana conradsi. 

Auch bei den coprophagen Scarabaiden treten solche Arten auf. Der Cathar- 
sius kolbei der Insel Ukerewe laBt die gleiche Betrachtung zu hinsichtlich des 
in seiner ganzen Korperform und Bildung der Teile ahnlichen C. stuhlmanni. 

* * * 

Hieran schlieBt sich die Aufzahlung aller bekannter Arten der lamellicornen 
Coleopteren des Seengebietes. 

I. Unterfamilie Geotrupinae. 

Gattung Bolboceras Kirby. 

Trans. Linn. Soc. London, XII, 1818, p. 459. 
Uber die Kontinente weit verbreitet, in der nordlichen Zone fehlend. 

1. Bolboceras senegalense Castelnau. 

Hist. nat. Col. II, 1840, p. 105, Fig. 

West-Victoria-Nyansa : Bukoba, April 1907 (Dr. MARSHALL); Nord-Tan- 
ganjika-See, November bis Dezember 1907 (v. STEGMANN und STEIN); am Nord- 
ende des N3 T assa-Sees, Conde-Gebiet. 

Senegambien, Ober-Guinea, Deutsch-Ostafrika. 

2. Bolboceras togonicum Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. LV, 1894, p. 173. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, November (P. A. CONRADS). 
Kongo-Gebiet, Togo in Ober-Guinea. 

3. Bolboceras caffrum Boheman. 

Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 371. 
Siidafrika. 
Rasse glabriceps Kolbe. 

Nordostlich vom Tanganjika-See: Ujensi, 2. Marz 1897 (RAMSAY und 
HOSEMANN). 

Deutsch-Ostafrika: Ugogo. 

Kopf groBtenteils glatt, glanzend; Prothorax oberseits hinten groBtenteils 
glatt, vorn in der Mitte mit hockerartigem Vorsprunge, der zwei kleine Tuberkeln 
tragt. Vorderschienen mit sechs Zahnchen. Korperlange u 12 mm. 

4. Bolboceras interruptum Kolbe. 

1. c. p. 168. 

Nordostlich vom Tanganjika-See: Tabora (ZiCKENDRAHT). 
Deutsch-Ostafrika: Dar-es-Salam; Guinea. 



287 

5. Bolboceras princeps Kolbe ( = -- [>cin:.a Per.). 

I c. p. 166. 

Im Seengebiet, ohne nahere Fundortsangabe (Dr. SCHUBOTZ). 

Deutsch-Ostafrika : Kondegebiet zwischen dem Tanganjika- und dem 
Nyassa-See; Tanga. - Siid-Rhodesien, Natal. 

6. Bolboceras rufotestaceum Boheman (Caffrarien). 

1- c. p. 373- 

Rasse pnncticolle Kolbe. 

Uganda, Mt. Elgejo (von H. RoiXE erhalten). 

Deutsch-Ostafrika: Tanga, Madimola, Dar-es-Salam. 

Von dem eigentlichen B. rufotestaceum Boh. durch das reichlicher punk- 
tierte Pronotum verschieden. Vorderer Kopfkiel scharf ausgepragt, etwas ge- 
bogen, die ganze Breite des Vorderkopfes einnehmend; hinterer Kiel beider- 
seits abgekiirzt. Pronotum vorn in der Mitte schwach eingedriickt. 

II. Unterfamilie Orphninae. 

Gattung Orphnus Mac L,eay. 

Horae Entom. I, 1819, p. 119. 
Uber Afrika und die Indische Region verbreitet. 

1. Orphnus sansibaricus Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 341. 

Es liegen 2 99 vom Tanganjika-See (P. REICH ARD) vor, die den typischen 
Stiicken von Sansibar sehr ahnlich sind. Erst wenn das zugehorige Mannchen 
bekannt sein wird, ist die Spezies sicherer zu bestimmen. 

2. Orphnus nyassicus m. 

1. c. p. 341. 

Nyassa-See. 

Rasse impressostriatus m. 

1. c. p. 341. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). 

Die Exemplare sind groBer als die am Nyassa-See gefundenen Exemplare; 
die Elytren sind regelmaBiger gestreift-punktiert ; die dorsalen -Streifen ein- 
gedriickt. L,ange 6,5 6,8 mm. 

3. Orphnus sp. 

Tabor a, Januar 1909 (WiNTGENS). 

III. Unterfamilie Hybosorinae. 
Hybosorus Mac Leay. 

Horae Ent. I, 1819, p. 120. 

Hauptsachlich in Afrika (7 Sp.), auBerdem in Madagaskar (2), auf den 
Comoren (i), in Siidwestasien (i) und in Indien (i Sp.). Eine afrikanische 
Art (illigeri) ist bis Siideuropa, Asien und Nordamerika verbreitet. 



288 
i. Hybosorus illigeri Reiche. 

Ann. Soc. Ent. France (3) I, 1853, p. 88. 

Westseite des Victor! a-Nyansa: Bukoba (GuDOWius); Insel Ukerewe, 
April (CONRADS). 

Senegambien, Nordostafrika, Arabian, Deutsch-Ostafrika, - - auBerdem 
Nordafrika, Siideuropa und Nordamerika. 

Phaeochrous Castelnau. 

Hist. nat. Ins. II, 1840, p. 108. 

Mehrere Arten in Afrika siidlich der Sahara, einige in Madagascar und in 
Slid- und Ostasien. Eine indische Art bis Australien verbreitet. 

i. Phaeochrous beccarii Harold. 

Col. Hefte, VIII, 1871, p. 26. 

An der Nordostseite des Victoria-Nyansa : Kwa Kitoto und Kadem bis 
Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 (O. NEUMANN); siidostlich vom 
Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER); Tanganjika-See (P. REICHARD). 
Gallaland, Abyssinien, Bogos. 



IV. Unterfamilie Troginae. 
Gattung Trox Fabricius. 

Systema Ent. 1775, p. 31; - - v. HAROLD, Monographic d. Gatt. Trox (Col. Hefte, IX X, 1872, 

p. i 192). 

Uber alle Erdteile verbreitet. 



i. Trox pusio n. sp. 

Ostlich vom Tanganjika-See: Uwinsa, Marz 1912, i Exemplar (DiESENER); 
auf der Reise von Kombe iiber Tabora nach Ugui, 15. November bis 13. Dezem- 
ber 1899, i Exemplar (GLAUNING). 

Ex minoribus, niger, opacus, partim brunneo-setosus, clava antennarum 
rufa; clypeo acute acuminato, apice haud impresso; epistomate trans- 
versim bicarinato, his carinis carinula media longitudinali junctis, carina anteriore 
tenui integra, carina posteriore crassius biarcuata; prothorace angusto, antice 
parum attenuato, ante angulos posteriores lateraliter sinuato; dorso medio 
compresso, sulco utrinque obliquo, arcuato, sat profunde impresso, cristis duabus 
undulatis, medio interrupts, postice divergentibus, ante basin convergentibus; 
carinula longitudinali, cristis illis duabus interposita, antice et postice desinente; 
elytris subparallelis, humeris distinctis rotundatis; utroque elytro quadri- 
costato, costis tuberculatis, tuberculis elongatis inter se longe separatis, brunneo- 
setosis, interstitiis biseriatim foveolatis et visu obliquo minute tuberculatis, 
serie tuberculorum intermedia minutorum visu supero visibili; tibiis pedum 
primi paris extus integris nee dentatis, apice dente extero ampliatis; tibiis secundi 
et tertii parium extus integris. 

Long. corp. 6 mm. 






289 

Diese kleine Art gehort in die Verwandtschaft des Trox nasutus Harold 
und fascicularis Wiedem. und gleicht in der Gestalt des Korpers und der eifor- 
migen Elytren (mit Humerahvinkel) mehr der letzteren Art. 

2. Trox sulcatus Thunberg. 

Mus. Nat. Acad. Upsal. 1787, III, p. 38. Kapland, Natal. 

Rasse nyansanus n. 

Ost-Victoria-Nyansa : Ngoroine bis Mukeiige, Februar 1894; von Sossian 
bis Ngoroine, siidostlich vom Victoria-Nyansa, Januar 1894 (O. NEUMANN); 
Ruanda: Rugege-Wald, 2100 m (GRAUER). 

Dem Trox sulcatus Thnbg. sehr ahnlich, aber die Tuberkeln nicht auf Langs- 
rippen, sondern nur in Langsreihen auf der Flache stehend; die Tuberkeln iso- 
liert, teilweise ziemlich groB, glatt und glanzend, teilweise kleiner und mit je 
einem Biischel Borsten besetzt. Zvvischen den Reihen der Tuberkeln je 5 Reihen 
kleiner Graneln, ahnlich wie bei sulcatus, aber die mittlere Reihe zuweilen aus 
groBeren glanzenden Graneln bestehend. 

Korperlange 9 11,5 mm. 

3. Trox tuberosus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin, 1855, p. 657. 

Zentralafrika, wahrscheinlich vom Kiwu-See (R. GRAUER). 
Mosambik, Nyassa-See, Deutsch-Ostafrika. 

4. Trox squalidus Olivier. 

Entomologie, I (4), 1789, p. 12, Fig. 

Insel Ukerewe (?) im Victoria-Nyansa (CoNRADS). 

Senegambien, Sennaar, Abyssinien, Galla, Somali, Deutsch-Ostafrika, 
Natal, Kapland. 

5. Trox melancholicus Fahraeus. 

BOHEMAN'S Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 378. 

(larvatus Gerstaecker, v. d. DECKENS Reisen, Gliedertiere, p. 309). 

Uganda: Kampala Kigoma (Dr. NAGELE). 

Abyssinien, Deutsch- und Britisch-Ostafrika, Nyassa-See, Natal. 

V. Unterfamilie Aphodiinae. 
Gattung Aphodius Illiger. 

Kafer PreuCens, 1798, p. 15. 

In zahlreichen Arten iiber die ganze Erde verbreitet. 

i. Aphodius maculicollis Reiche (marginicollis Harold) (Subg. Colobopterus). 

Voy. FERRET et GAUNIER, III, 1847, p. 341, Fig. 

Westlich vom Victoria-Nyansa: bei Katojo, nordlich vom Kagera, 24. Juni 
1907 (Dr. SCHUBOTZ); bei Kafuro in Karagwe, Anfang Marz 1891 (Dr. STUHL- 
MANN); bei Bukoba, am Westufer desselben Sees (GuDOWius); siidwestlich vom 
Albert-Nyansa : bei Undussuma, 1050 m hoch, 3. August 1891 (Dr. STUHLMANN). 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 19 



290 

Senegambien, Ab3 r ssinien, Somali, Deutsch-Ostafrika, Sansibar, Mosam- 
bik, Angola, Kapland, Natal. 

2. Aphodius senegalensis Klug. (Subg. Colobopterus.) 
BRMAN'S Reise, Atlas 1835, p. 34. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : bei Undussuma, 1050 m, Ende Juli 1891 
(Dr. STUHLMANN); bei Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDO- 
wius). 

Senegambien, Guinea, Alt-Calabar, Abyssinien, Kapland. 

3. Aphodius guineensis Klug. (ferrugineus Boh., Bohemani Har.) (Subg. Phara- 

phodius.) 

l. c. p. 34. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa: bei Undussuma, 1050 m, Ende Juli 1891 
(Dr. STUHLMANN); am nordlichen Ende des Tanganjika-See: bei Usumbura, 
November bis Dezember 1907 (v. STEGMANN und STEIN). 

Senegambien, Guinea, Togo, Kamerun, Abyssinien, Erythrea, Mosambik, 
Angola, Oranje, Siid-Rhodesien. 

4. Aphodius rubricosus Boheman. 

Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 335. 

Von Herrn ADOLF SCHMIDT determiniert. 1st der vorigen Art sehr nahe 
verwandt. (Subg. Pharaphodius.) 

Westlich vom Victoria-Nyansa : bei Kafuro in Karagwe, Anfang Marz 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

. Caffrarien, Deutsch-Siidwestafrika, Kapland. 

5. Aphodius rhinoceros Reiche (armatus Roth). 

1. c. p. 343, Fig. 

Ruanda: Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (GRAUER). 

Senegambien, Guinea, Togo, Abyssinien, Siid-Rhodesien, Caffrarien, 
Natal, Kapland. 

6. Aphodius unicornutus Schmidt (A. rhinoceros Pering.). 

Notes of the Leyden Mus., Vol. 31, 1909, p. in. 

Mokia, siidostlich vom Ruwensori, iioo m (nach ARROW). 
Siidafrika: Rhodesien bis Natal. 

Diese Art ist kleiner als A. rhinoceros Reiche; die Elytren sind dunkler; 
die Protuberanz des Prothorax hat 2 Spitzen statt einer; der Clypeus ist tiefer 
ausgebuchtet. Die Furchenstreifen der Elytren sind kaum sichtbar punktiert; 
die Interstitien sind konvexer. 

7. Aphodius amoenus Boheman (centralis Har.). 

Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 354. 

Ruanda: bei Kissenji am Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN); Sesse-Insel 
im Victoria-Nyansa (nach SCHMIDT). 

Nieder-Guinea : Chinchoxo, Sansibar, Siid-Rhodesien, Transvaal, Oranje, 
Natal, Gariep, Kapland; - - Ceylon, Malabar, Java, China, Japan. 









291 

Diese Art tritt in mehreren Varietaten (vielleicht geographischen For- 
men) auf. 

8. Aphodius pulcherrimus Reiche. 

Voyage Abyss., FERRET et GAIJNIER, p. 345, Fig. 

Nordost-Victoria-Nyansa (O. NEUMANN). 

Ab} T ssinien, Tigre, Erythrea, Gallaland, Deutsch-Ostafrika, Sansibar, 
Natal. 

9. Aphodius circumdatus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin, 1855, p. 656. 

Victoria-Nyansa : Sesse-Insel (nach A. SCHMIDT). 
Mosambik, Angola. 

10. Aphodius comptus A. Schmidt. 

Stettin. Ent. Zeit. 1911, p. 6. 

Victoria-Nyansa: Sesse-Insel (nach A. SCHMIDT). 

11. Aphodius anthrax Gerstaecker. 

Archiv f. Naturg., 37. Jahrg., I, p. 47. 

Victoria-Nyansa: Sesse-Insel (nach A. SCHMIDT). 
Sansibar, Uru. 

12. Aphodius argutus A. Schmidt. 

Stettin. Ent. Zeit. 1911, p. 4. 

Victoria-Nyansa: Sesse-Insel (nach A. SCHMIDT). 

13. Aphodius nigrita Fabricius (nigritulus Boh., expertus Har.). (Subg. Niala- 

phodins.} 

Syst. Eleuth., I, 1801, p. 73. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Undussuma, 1050 m, 3. August 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

Abyssinien, Erythrea, Limpopo, Siidafrika, Madagaskar, Mauritius; - 
Amerika: Mexiko, Columbien. 

14. Aphodius humilis Roth. 

WIEGMANN'S Archiv f. Naturg. 1851, I, p. 132. 

Von A. SCHMIDT determiniert. 

Ruanda: Rutschuru-Ebene amKiwu-See, November 1908 (GRAUER); Uganda, 
Sesse-Insel im Victoria-Nyansa (nach A. SCHMIDT). 

Abyssinien, Tigre, Erythrea, Malange in Angola, Natal. 

15. Aphodius planatus A. Schmidt. 

Not. Leyd. Mus., Vol. 31, 1909, p. no. 

Vulkangebiet ostlich vom Kiwu-See in Ruanda, Oktober 1907 (v. \YiESE); 
Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN) ; Ruanda: Karisimbi, Urwald, 3. August 1911. 
Deutsch-Ostafrika. 

1 6. Aphodius augustatus Klug. (Subg. Liothorax.} 

Symbolae Phys. V, 1845, Nr. 8, Taf. 42, Fig. 8. 
Von A. SCHMIDT determiniert. 

10* 



292 

Ruanda: Rutschuru-Ebene am Kiwu-See, November 1908 (GRAUER) 
Senegambien, Agypten. 

17. Aphodius innocens A. Schmidt. 

Stettin. Ent. Zeit. 1911, p. g. 

Ost-Tanganjika-See : Uwinsa, Marz 1912 (DiESENER). 
Galla-Land. 

18. Aphodius levis Schmidt. 

Ann. Soc. Ent. Belg., T. LJI, 1908, p. 37. 
Ost-Tanganjika-See: Uwinsa, Marz 1912 (DiESENER). 
Nieder-Guinea : Loango. 

19. Aphodius calcaratus Boheman. 

Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 353 (= A. schaumi Harold, Berlin. Ent. Zeitschr. 1859, 
p. 205). 

Ost-Tanganjika-See: Uwinsa, Marz 1912 (DiESENER). 

Siidafrika: Ovampo-Land, Oranje-Freistaat, Abyssinien. 

20. Aphodius lividus Olivier. (Subg. Nialus.) 

Entomologie, I (3), 1789, p. 86, Fig. 

Tabora, Juli 1908 (WiNTGENS). 
Nach alien Erdteilen verbreitet. 

21. Aphodius urostigmoides A. Schmidt n. sp. 

Galago-See (Karago-See) in Nord-Ruanda, November 1907 (Dr. SCHUBOTZ). 
Es warden 2 Exemplare gefunden, von denen eins der Autor der Spezies be- 
kommen hat. 

Lorditomaeus Peringuey. 

Trans. South Afric. Philos. Soc. XII, 1901/2; Cat. p. 370, 436. 
Wenige Arten im tropischen Afrika. 

i. Lorditomaeus deplanatus Roth. 

Archiv f. Naturgesch. 1851, I, p. 131. 

Steppe siidlich vom Albert-Edward-See, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); 
Vulkangebiet nordostlich vom Kiwu-See in Ruanda, Oktober 1907 (v. WiESE). 
Senegambien, Abyssinien, Tigre, Galla, Mosambik. 

Simogenius Harold. 

Col. Hefte, VIII, 1871, p. 22. 

Die Gattung enthalt nur diese eine Art. 
i. Simogenius beccarii Harold. 

1. C. p. 22. 

Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Anf ang Marz 1891 (Dr. 
STUHLMANN). 

Abyssinien, Siid-Rhodesien. 



293 

VI. Unterfamilie Onthophaginae. 
Gattung Caccobius Thomson. 

Skandin. Col., V, 1863, p. 34; H. d'ORBiGNY, Synopsis, Ann. Soc. Ent. France, Vol. LXXXII, 

1913, p. 16. 

Uber Afrika, Westasien und Europa verbreitet. 

1. Caccobius ocellipennis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France, 1. c. p. 26. 

Nandi, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 
Rhodesien. 

2. Caccobiius cuspidiger Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 28. 

Nandi, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 

3. Caccobius biceps Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 41. 

Insel Lusinga im Nordosten des Victoria-Nyansa; Bai von Kawirondo, 
ebenda (nach d'ORBiGNY). 

4. Caccobius ferrugineus Fahraeus. 

BOHEMAN'S Insecta Caffrariae, II, p. 309. 
d'ORBiGXY, 1. c. Synopsis, p.' 23, 593. 

Kuja-Tal, siidlich von Kawirondo, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach 

d'ORBiGNY). 

Senegambien, Dahome, Nigerien, Somali, Franzosischer Kongo, unterer 
Kongo, Angola, Deutsch-Ostafrika, Nyassa, Rhodesien, Deutsch-Siidwest- 
afrika, Betschuana, Limpopo, Griqualand. 

5. Caccobius croceocinctus Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 593. 

Bai von Kawirondo, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 

6. Caccobius schaedlei Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France, Vol. 71, 1902, p. 10; 1. c. Synopsis, p. 38. 

Siidlich vom Rudolph-See, auch an verschiedenen Orten Britisch-Ostafrikas 
gefunden, also wahrscheinlich in der Gegend des Victoria-Nyansa heimatend. 
Erythrea, Siid-Athiopien, Deutsch-Ostafrika, Rhodesien, Mosambik. 

Gattung Milichus Peringuey. 

Trans. South Afric. Philos. Soc., Vol. XII, 1901, p. 274; d'ORBiGNY, Synopsis, Ann. Soc. Ent. 

France, 1913, p. 44. 

In wenigen Arten iiber Afrika, siidlich der Sahara verbreitet. 
i. Milichus picticollis Gerstaecker (Onthophagus}. 

Archiv f. Naturgesch., 37, I, p. 51; v. d. DECKENS Reisen, Gliedertiere, p. 133, Fig.; d'OR- 
BIGNY, 1. c. Synopsis, p. 46. 

Bukoba, Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Insel Kwidjwi im 
Kiwu-See (GRAUER); Kissenji am Nordende des Kiwu-Sees (v. STEGMANN und 
STEIN); 90 km westlich vom Albert-Edward-See, 1600 m hoch, Februar 1908 



294 

(GRAUER); Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz 1891, 
Dr. STUHLMANN). 

Siid-Athiopien, Arussi-Galla, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

2. Milichus apicalis Fahraeus. 

BOHEMAN'S Insecta Caffr., II, p. 297; d'ORBiGNY, Synopsis 1. c., p. 47. 

West- und Zentral-Uganda (nach d'ORBiGNY). 

Nigerien, Franzosischer Kongo, Gabun, oberer Sanaga, oberer Schari, 
Siid-Athiopien, Angola, Deutsch-Siidwestafrika, Natal, Kapland. 

Gattung Onthophagus I^atr. 

IvATREiHE, Gen. Crustac. et Insect., Ill, 1807, p. 141. -- d'ORBiGNY, Synopsis des Ontho- 
phagides d'Afrique. Ann. Soc. Ent. France, LXXXII, 1913, p. i 593; Supplement, ebenda 
p. 593 608. -- Charakteristik der Gattung Onthophagus, p. 49. 

d'ORBiGNY teilt die Gattung in die 4 Untergattungen Onthophagus s. str., 
Phalops Er., Proagoderus L,ansb. und Diastellopalpus Lansb. 

Subg. Onthophagus umfaBt 578 afrikanische Arten, 

,, Phalops 28 

Proagoderus ,, 94 

,, Diastellopalpus ,, 18 

Das Subgenus Onthophagus ist charakterisiert durch den meist einfach ab- 
gerundeten Basalrand des Prothorax; die 8 Streifen der Elytreii, deren siebenter 
gebogen oder gebuchtet ist, und das einfache erste Glied der Labialpalpen. 
Korper meistens klein. 

Phalops ist sehr ahnlich, aber der siebente Streif der 8-streifigen Elytren 
ist gerade oder fast gerade. Das laterale Interstitium derselben ist fast immer 
durch einen Streifen auf der hinteren Halfte geteilt. 

Proagoderus hat gleichfalls ein einfaches erstes Labialpalpenglied. Der 
Basalrand des Prothorax ist in der Mitte mit einem vorspringenden Winkel ver- 
sehen. Elytren mit 8 Streifen, wie bei Onthophagus, der siebente Streif mehr 
oder weniger gebogen, oft teilweise undeutlich. 

Diastellopalpus ist von Onthophagus durch das innenseits dreieckig erweiterte 
erste Palpenglied ausgezeichnet. Korper groB und dick. Basalrand des Prothorax 
wie bei Proagoderus. Trotz der KorpergroBe sind Horner und Hocker des Kopfes 
und des Prothorax verhaltnisma'Big wenig entwickelt und in beiden Geschlech- 
tern meist ahnlich. Diese Artengruppe erscheint daher als eigener phylogene- 
tischer Zweig und ist deswegen als besonderes Genus aufzufassen. 

Die Gattung Onthophagus ist liber alle Erdteile verbreitet. 

Untergattung Onthophagus s. str. 
i. Onthophagus rugosissimus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1913, Synopsis p. 596. 

Uganda, an verschiedenen Orten (nach d'ORBiGNY). 



295 

2. Onthophagus stuhlmanni Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France, Vol. 77, 1908, p. 75; 1. c. Synopsis, p. 78. 

Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Anfang Marz 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

3. Onthophagus metalliger Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 598. 

Uganda (nach d'ORBiGNY). 

4. Onthophagus aeneoniger Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 91. 

Zentral-Uganda, Unyoro (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika. 

5. Onthophagus quadrimaculatus Raffray. 

Rev. Mag. Zool. 1877, p. 319; d'ORBiGNY, Synopsis 1. c., p. 93 
Siidlich vom Rudolph-See (nach d'ORBiGNY). 

Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika, Nyassa, Rhodesien, Mosambik. 

6. Onthophagus aeruginosus Roth. 

WIEGMANNS Archiv f. Naturg. 1851, I, p. 124; d'ORBiGNY, Synopsis 1. c., p. 99. 

Tanganjika-See, Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ostafrika. 

Portugiesisch-Guinea, unterer Kongo, im Innern des Kongogebiets, 
Erythrea, Abyssinien, Siid-Athiopien, Somali, Nyassa, Rhodesien, Mosam- 
bik, Deutsch-Siidwestafrika, Transvaal, West-Griqualand, Natal, Kap- 
land (nach d'ORBiGNY). 

7. Onthophagus misellus Orbigny. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1907, p. 166; Synopsis, 1. c. p. 107 u. 600. 
Ugunda: Unyoro (nach d'ORBiGNY). 
Guinea: Togo. 

8. Onthophagus davisetis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France, vol. 74, 1905, p. 427; 1. c. Synopsis, p. 109. 
Nandi, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika. 

9. Onthophagus latepunctatus Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 60 1. 

Uganda (nach d'ORBiGNY). 

10. Onthophagus nigriventris Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 279; ibid. 1905, p. 405; 1. c. Synopsis, p. 115. 

Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (EGGEi,, GUDOWIUS); Kissenji 
am Nordufer des Kiwu-Sees, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ). 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

11. Onthophagus sulcipennis Orbigny. 

Ann. Soc. Eut. France 1902, p. 64; 1. c. Synopsis, p. 147 u. 602. 
Uganda (nach d'ORBiGNY). 
Abyssinien, Siid-Athiopien. 



296 

12. Onthophagus carbonarius Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 653; - - d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 159. 

t)ber Afrika weit verbreitet, von Senegambien durch den Franzosischen Sudan, 
vom oberen Ubangi, agyptischen Sudan, Arabien, Abyssinien und Brythrea bis 
zum Kapland. 

13. Onthophagus aterrimus Gerstaecker (carbonarius var.). 

Arch. f. Naturg., 37. Jahrg. I. p. 51; --v. d. DECKENS Reisen, Gliedertiere, p. 134, Fig.; 
d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 160. 

Ngoroine in Siid-Kawirondo, Landschaft 'an der Ostseite des Victoria- 
Nyansa, auch in der Gegend zwischen Sossian und Ngoroine und zwischen der 
Mori-Bai und der Kawirondo-Bai, Januar und Februar 1894 (O. NEUMANN). 
Siid-Athiopien, Somali, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

14. Onthophagus fusciflorsis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France, 1902, p. 42; 1. c. 1913, Synopsis, p. 168. 

Wald von Kakumga, am siidlichen Ufer des Yala-Flusses in Britisch-Ost- 
afrika (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, Spanisch-Guinea. 

15. Onthophagus picatus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 89; 1. c. 1913, Synopsis, p. 168. 

Insel Sesse im nordwestlichen Teile des Victoria-Nyansa; auch am Yala- 
Flusse in Britisch-Ostafrika (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, Portugiesisch-Guinea, Sierra-Leone, Dahome, oberer Scha- 
ri, Franzosischer Kongo, unterer Kongo. 

16. Onthophagus jugicola Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 82; 1. c. 1913, Synopsis, p. 187. 

Uganda, am Isolt-See, Buganda; Kamilito, siidlich vom Rudolph-See; 
Nandi, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

17. Onthophagus raffrayi Harold. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1886, p. 144; - - d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 193. 

Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa (Dr. STTJHLMANN). 

Kamerun, Fernando-Poo, Spanisch-Guinea, Franzosischer Kongo, Abys- 
sinien (Tigre, Adua), Arussi Galla, Siid-Athiopien, Britisch-Ostafrika, 
Deutsch-Ostafrika, Rhodesien. 

18. Onthophagus pullus Roth. 

WIEGMANNS Archiv f. Naturgesch. 1851, I, p. 127; - - d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 201. 
Insel Lusinga, im nordostlichen Teile des Victoria-Nyansa, Bai von Kawi- 
rondo, ebenda (nach d'ORBiGNY). 

Franzosischer Kongo, Erythrea, Abyssinien, Siid-Athiopien, Somali, 
Britisch-Ostafrika, Nyassa, Rhodesien, Mosambik, Deutsch-Siidwestafrika, 
Transvaal, Natal. 



297 

19. Onthophagus juvencus Klug. 

ERMANS Reise, p. 33; - - d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 233. 
Uganda, B Uganda (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, Portugiesisch-Guinea, Tschad-See, oberer Schari, Dahome, 

Insel Principe, Franzosischer Kongo, unterer Kongo, oberer Ubangi, Ery- 

threa, Abyssinien, Deutsch-Ostafrika : Tabora. 

20. Onthophagus quadricuspis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1908, p. 125; 1. c. 1913, Synopsis, p. 237. 

Uganda: Buganda, Bukalassa; Britisch-Ostafrika: Yala-FluB (nach d'OR- 
BIGNY). 

21. Onthophagus gazella Fabricius. 

Entom. Syst., I, p. 56; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 249. 

Kassenge am Albert-Nyansa, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Bukoba am West- 
ufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Uber ganz Afrika, von Senegambien, Sudan, Nubien bis zum Kap der 
Guten Hoffnung verbreitet; auch in Arabien, Sind, Indien. 

Rasse lusinganus Orbigny. 
1. c. Synopsis, p. 249. 

Insel Lusinga im nordostlichen Teile des Victoria-Nyansa, auch in dei 
Kawirondo-Bai ebenda (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika: Taveta, Voi. 

22. Onthophagus bituber Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 265. 

Ubemba, nordwestlich vom Tanganjika-See (nach d'ORBiGNY). 
Nord-Rhodesien. 

23. Onthophagus orthocerus Thomson. 

Arch. Ent., II, 1858, p. 51; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 267. 
Uganda, Wald von Budongo in Unyoro (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, Insel Fernando-Poo, Spanisch-Guinea, Franzosischer Kongo, 
Zentral- Kongo. 

24. Onthophagus kavirondi Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 271. 

Bai von Kawirondo, im Nordwesten des Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 

25. Onthophagus rufonotatus Orbigiiy. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 122; 1. c. 1913, Synopsis, p. 280. 

Uganda; siidlich vom Rudolph-See ; Bai von Kawirondo, im Nordwesten des 
Victoria-Nyansa; Gegend siidlich von Kawirondo (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, Portugiesisch-Guinea, Sierra-Leone, Franzosischer Kongo, 
oberer Schari, Nord-Kongo, oberer Kongo, Nyam-N3^am, Bahr-el-Ghasal, 
Siid-Athiopien, Britisch-Ostafrika. 






298 

26. Onthophagus parumnotatus Fahraeus. 

BOHEMANS Ins. Caffrariae, II, p. 279; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 281. 

Bukoba, Westufer -des Victoria-Nyansa, 13. Juni 1907 (Dr. MARSHALL); 
im Siiden vom Rudolph-See (nach d'ORBiGNY). 

Unterer Kongo, Angola, Deutsch-Ostafrika, Rhodesien, Transvaal, Mo- 
sambik, Orange, Natal. 

27. Onthophagus horrens Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1908, p. 134; 1. c. 1913, Synopsis, p. 292. 

Uganda, Entebbe, auch an den Ufern des Isolt-Sees (nach d'ORBiGNY). 

28. Onthophagus biplagiatus Thomson. 

Archiv. Ent., II, 1858, p. 54; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 299. 
Uganda, Bodongo-Wald in Unyoro (nach d'ORBiGNY). 
Togo, Kamerun, Insel Fernando-Poo, Gabun, Guinea. 

29. Onthophagus helciatus Harold. 

Col. Hefte, VIII, 1871, p. 14; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 324. 
Uganda, Sesse-Insel (nach d'ORBiGNY). 
Erythrea, Abyssinien, oberer Kongo. 

30. Onthophagus bimarginatus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 179; Synopsis, p. 332. 
Uganda, Kafu-FluB (nach d'ORBiGNY). 

Ober-Guinea, Kamerun, Nieder-Guinea, Kongo. 

31. Onthophagus deflexus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1908, p. 146; 1. c. 1913, Synopsis, p. 336. 
Uganda, Insel Sesse (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika. 

32. Onthophagus laeviceps Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 162; 1. c. 1913, Synopsis, p. 364. 



Uganda, Semliki-Tal, Unyoro, Insel Sesse (nach d'ORBiGNY). 
Ober-Guinea, Kamerun, Nieder-Guinea, Kongo. 

33. Onthophagus denticulatus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 160; 1. c. Synopsis, 1913, p. 366. 

Nordlich vom Albert-Edward-See, an der Westseite des Ruwensori, 2500 m 
hoch, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Insel Kwidjwi im Kiwu-See (November 
1907 (GRAUER); Uganda, Semliki-Tal, Unyoro, Insel Sesse (nach d'ORBiGNY). 
Kamerun, Nieder-Guinea, Britisch-Ostafrika. 

34. Onthophagus jacksoni Orbigny. 

1. c. Synopsis, p. 380. 

Nandi, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 

35. Onthophagus bidens Olivier. 

Entomologie, I (3), p. 130, Fig.; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 391. 

Albert Nyansa, Kassenge, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Kawirondo-Bai (nach 

d'ORBiGNY). 



299 

Ober-Guinea, Senegambien, nordlich vom Niger, Sudan, Kamerun, 
Schari, Kongo, Nubien, Abyssinien, Erythrea, Somali, Britisch-Ostafrika, 
Tanganjika, Deutsch-Ostafrika. 

36. Onthophagus pugionatus Fahraeus. 

BOHEMANS Insecta Caffrariae, II, p. 286; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 399. 

Mboga, siidwestlich vom Albert-Nyansa, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Ussoga 
bis Uganda (O. NEUMANN). 

Siid-Athiopien, Somali, Zentral- und Ost-Kongo, Lunda-Reich im 
Kongo-Gebiet, Angola, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika, Sansibar, 
Siidwestafrika, Nyassa, Rhodesien, Mosambik, Transvaal, Sululand, 
Natal. 

37. Onthophagus rufobasalis Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 113; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 404. 
Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Uganda, Mbale 
(nach d'ORBiGNY). 

Somali, Britisch-Ostafrika, Massai, Deutsch-Ostafrika. 

38. Onthophagus excisiceps Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 233; 1. c. 1913, Synopsis, p. 445. 

Zentral-Uganda; Lusinga-Insel, im Nordwesten des Victoria-Nyansa, Kawi- 
rondo-Bai (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, Franzosischer Kongo, Schari, Siid-Athiopien, Britisch-Ost- 
afrika, Deutsch-Ostafrika. 

39. Onthophagus bituberculatus Olivier. 

Entomologie, I (3), p. 131, Fig.; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 470. 

Victoria-Nyansa, Unyoro (nach d'ORBiGNY); Kibanga am Tanganjika-See. 
Senegambien, Assinien, Nigerien, Franzosischer Sudan, Siid-Sahara, 
Tschad-See, Alt-Calabar, oberer Ubangi, Franzosischer Kongo, Unter- 
Agypten, Nubien, Agyptischer Sudan, Erythrea, Arabien. 

Untergattung Phalops Erichson. 

Naturgesch. d. Ins. Deutschlands, Col. Ill, 1848, p. 764 Anm. 

Hauptsachlich im tropischen Afrika, auch in Siidafrika, wenige Arten in 
Indien. Etwa 30 Arten bekannt. 

40. Onthophagus vanellus Lansberge. 

Stettin. Ent. Zeit. 1883, p. 164, 166, 170; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 479. 
Uganda, Loroghi-Berg (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, Portugiesisch-Guinea, Niger-Gebiet, Aschanti, Abyssinien, 
Mosambik. 

41. Onthophagus lutatus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 244; 1. c. 1913, Synopsis, p. 481. 
Schinyanga, zwischen Tanganjika-See und Victoria-Nyansa (METHNER) 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika : Usagara. 

" 




L I B R A R Y j 



3 

42. Onthophagus sinuaticeps Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 252; 1. c. 1913, Synopsis, p. 490. 

Karungu, am Ostufer des Victor! a-Nyansa (nach d' ORBIGNY); Sossian Ngo- 
roine, siidostlich vom Victoria-Nyansa, Januar 1894 (O. NEUMANN). 
Siid-Athiopien, Somali, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

43. Onthophagus laminifrons Fairmaire. 

Compt. rend. Soc. Ent. Belg. XXVI, 1882, p. 46; d' ORBIGNY, 1. c. Synopsis, p. 491. 

Insel Ukerewe im Siidosten des Victoria-Nyansa (A. CONRADS) ; Kwa Kitoto 
und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 (O. NEUMANN); 
Kawirondo, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

44. Onthophagus fimbriatus Klug. 

ERMANS Reise, Atlas 1835, p. 33; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 492. 
Uganda, Loroghi-Berg (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, I. de Principe, Hoch-Sudan, WeiBer Nil. 

Untergattung Proagoderus Lansberge. 

Notes l,eyden Mus., V, 1883, p. 14. 

45. Onthophagus rarus Guerin. 

Iconogr. regne anim. Ins., p. 77, Fig.; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 507. 

Uganda (nach d'ORBiGNY). 

Senegal, Ober-Guinea, Niger-Gebiet, Schari, Bahr-el-Ghasal, Nord- Kongo. 

46. Onthophagus gibbiramus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 270; 1. c. Synopsis, p. 508. 

Nordost-Tanganjika, Ukaranga, Mai 1897 (RAMSAY und HOSEMANN); Ost- 
Tanganjika, Konsi in der L,andschaft Uwinsa, November 1899 (Gi^AUNiNG); 
Kakoma, ostlich vom Tanganjika-See (Dr. R. BOEHM). 

Franzosischer Kongo, Guinea, oberer Ogowe, unterer Ogowe, oberer Sa- 
naga, unterer Kongo, Deutsch-Siidwestafrika, Nyassa, Rhodesien, Mosambik. 

47. Onthophagus multicornis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1908, p. 182; 1. c. Synopsis, p. 512. 

Auf der Route Mawambi Awakubi am Aruwimi, westlich vom Albert- 
Nyansa, 20. April 1908 (Dr. SCHUBOTZ); nordwestlich vom Tanganjika-See, 
50 km ostlich von Kasongo im Urwalde, Januar 1909 (R. GRATJER); Uganda, 
Wald von Budongo in Unyoro (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, Bahr-el-Ghasal, oberer Schari, oberer Kongo, Britisch-Ost- 
afrika: Mt. Elgon. 

48. Onthophagus panoplus Bates. 

Ent. Monthl. Mag., XXIV, 1888, p. 237; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 516. 

Ubemba, nordwestlich vom Tanganyika, auch in Mpala, siidlich da von (nach 

d'ORBiGNY). 

Siidost-Kongostaat, Zentral-Kongo, Deutsch-Ostafrika, Nyassa, Mosam- 
bik, Rhodesien. 



49. Onthophagus porrectus Reiche. 

Voy. Galin. Abyss., p. 318, Fig.; d'ORBicxv, 1. c. Synopsis, p. 526. 

Uganda, Mt. Loroghi (nach d'ORBiGNY). 

Abyssinien, Siid-Athiopien, Britisch-Ostafrika: Taita. 

50. Onthophagus lallieri Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 286; 1. c. Synopsis, p. 529. 

Oberer Nzoia, nordlich von Kawirondo, nordostlich vom Victoria- Nyansa 
(nach d'ORBiGNY). 

Oberer Niger, siidostliches Kongogebiet. 

51. Onthophagus subextensus Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 340; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 541. 

Ugunda: Kakoma, ostlich vom Tanganjika-See (Dr. R. BOEHM); nicht in 
,, Uganda", wie d'ORBiGNY schreibt. 

Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostaf rika : Ukami, Angola, Lundareich, 
Rhodesien. 

52. Onthophagus lujendae Bates. 

Ent. Monthl. Mag., XXIV, 1888, p. 203; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 544. 
Siidost-Kongo (nach d'ORBiGNY), Tanganjika-See (P. REICHARD). 
Deutsch-Ostafrika : Usagara, Mahenge, Nord-Mosambik. 

53. Onthopha"gus loricatus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 653; PETERS' Reisen, 1862, p. 231; d'ORBiGNY, 1. c. 
Synopsis, p. 548. 

Ussoga bis Uganda (O. NEUMANN). 

Siid-Athiopien: Harrar, Galla, Somali, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ost- 
afrika, Mosambik, Ngami-See, Transvaal, OrangefluB, Natal. 

54. Onthophagus auratus Fabricius. 

Syst. Eleuth., I, p. 33; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 549. 

Katojo, westlich vom Victoria-Nyansa, nordlich vom Kagera, 24. Juni 1907; 
Steppe, siidlich vom Albert-Edward-See, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Ugan- 
da: Entebbe (nach d'ORBiGNY). 

Senegambien, Portugiesisch-Guinea, Niger-Gebiet, Liberia, Assinien, 
Aschanti, oberer und mittlerer Schari, Ubangi, Franzosischer Kongo, Bahr- 
el-Ghasal, nordliches Kongo-Gebiet, Siid-Athiopien. 

55. Onthophagus alcyon Klug. 

Monatsber. d. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 653; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 551. 

Kossowa, ostlich vom Victoria-Nyansa, Anfang Marz 1894 (O. NEUMANN). 
Mosambik, Delagoa-Bai, Beschuana-Land, Natal. 

56. Onthophagus viridiceps Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 290; 1. c. Synopsis, p. 555. 
Uganda, Mt. Loroghi (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika. 






302 



57- Onthophagus bicallosus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 653; PETERS' Reisen, 1862, p. 232; d'ORBiGNY, 1. c. 
Synopsis, p. 559. 

Bai von Kawirondo, nordostlich vom Victoria-Nyansa (nach d'ORBiGNY). 
Britisch-Ostafrika, Tanganjika, Nyassa, Rhodesien, Mosambik, Deutsch- 
Siidwestafrika, Ngami-See, Limpopo. 

58. Onthophagus Brucei Reiche. 

Voyage en Abyss., FERRET et GAUN., 1850, p. 316, Fig.; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 570. 

Steppe siidlich vom Albert-Edward-See, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); 
Bukoba (GuDOWTUS); Kissenji am Nordufer des Kiwu-Sees (v. STEGMANN und 
STEIN); Kossowa, ostlich vom Victoria-Nyansa, Anfang Marz 1894 (O. NEU- 
MANN); Uganda, Unyoro (nach d'' ORBIGNY). 

Franzosischer Kongo, unterer Kongo, Angola, Lundareich in Zentral- 
Kongo, ostliche Landschaften des Kongo-Gebietes, Erythrea, Abyssinien, 
Siid-Athiopien, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika, Rhodesien, Trans- 
vaal, Sulu-Land, Caffrarien, Natal, Kapland. 

Gattung Diastellopalpus Lansberge. 

Notes of the Leyden Museum, vol. VIII, 1886, p. 91; MARCUS, ERNST, Deutsche Entom. 
Zeitschr. 1914, p. 201 211. 

1. Diastellopalpus laevibasis Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 311; 1. c. 1913, Synopsis, p. 581. 

Uganda: Unyoro, Mgusi-FluB (nach d'ORBiGNY). Sonst nur aus West- 
afrika bekannt. 

Kamerun, Spanisch-Guinea, Franzosischer Kongo. 

2. Diastellopalpus lamellicollis Quedenfeldt. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1884, p. 273; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 583. 
Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Marz 1891 (Dr. STUHL- 
MANN); Uganda: Entebbe, Buganda (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, oberer Schari, Franzosisches Guinea, Angola, Kongostaat, 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika: Ubena, am Nyassa-See. 

3. Diastellopalpus infernalis Lansberge. 

Not. L,eyd. Mus., IX, 1887, p. 109; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 584. 
Uganda: Entebbe (nach d'ORBiGNY). 

Im Osten des Kongostaates bei Mpala am Westufer des Tanganjika-Sees, 

Siid- Angola, Nyassa, im Westen und Siiden Deutsch-Ostafrikas, Mosambik, 

Rhodesien. 

4. Diastellopalpus basilobatus Orbigny. 

Ann. Soc. Ent. France 1902, p. 313; 1. c. Synopsis, p. 588. 

Nordufer des Kiwu-Sees bei Kissenji, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ); 
Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (GRAUER); Nordwest- Ruanda, im 
Bogoie-Urwald, 2500 m hoch; am Galago-See, in Nord-Ruanda, November 1907 
(Dr. SCHUBOTZ); im Urwald von Bugoie in Ruanda (v. STEGMANN und STEIN); 



- 303 

90 km westlich vom Albert-Edward-See, 1600 m, Februar 1908 (GRAUER); Nord- 
Ruanda, Dezember 1909 (WiNTGENS); an den Vulkanen am Kiwu-See, nordlich 
vom Tanganjika-See; nordwestlich vom Tanganjika-See, Region von Mpala, 
am Westufer des Tanganjika-See (GRAUER, nach d'ORBiGNv). 

Diastellopalpus semirubidus Orbigny (1. c. Synopsis, p. 589) aus Uganda ist 
mit basilobatus Orb. ohne Zweifel identisch. 

5. Diastellopalpus johnstoni Waterhouse. 

Proceed. Ent. Soc. London 1885, p. 232, Fig.; d'ORBiGNY, Synopsis 1913 1. c., p. 590. 
Kilimandjaro; Kenia. 

Rasse cornifrons m. 

Beim Weibchen der in Kamerun und im Seengebiet wohnenden Rasse ist 
die Querleiste des Scheitels in einen aufgerichteten zweispitzigen hornformigen 
Fortsatz entwickelt, der bei den Weibchen der ostafrikanischen Form fehlt. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Ruanda: Nord- 
ufer des Kiwu-Sees bei Kissenji, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Insel Kwidjwi 
im Kiwu-See, November 1907 (R. GRAUER); Kisiba, westlich vom Yictoria- 
Nyansa (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun: Bamenda, im Berliner Konigl. Museum. 

6. Diastellopalpus 'sulciger Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1893, p. 150; d'ORBiGNY, 1. c. Synopsis, p. 593. 
Im Nordwesten des Tanganjika-Sees, 50 km ostlich von Kasongo im Ur- 
walde, Januar 1909 (R. GRAUER); Uganda, Unyoro (nach d'ORBiGNY). 

Kamerun, Gabun, Quango, Nieder-Guinea, Kongo, Bahr-el-Ghasal. 



Oniticellus Serville. 

Encycl. method. X. 1825, p. 356. 

t)ber Afrika, das mediterraneische Gebiet, Siid- und Ostasien und Mittel- 
amerika verbreitet. 

1. Oniticellus intermedius Reiche (nee nasicornis Reiche). 

Voyage Abyss. Ferret et Galinier, III. 1847, p. 337, Fig. 

Kafuro, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz 1891, Dr. STUHLMANN); More- 
Bai bis Kawirondo-Bai (Anfang Februar 1894, O. NEUMANN). 

Abyssinien, Somali, Senegambien, Togo, Angola, Mosambik, Natal. 

2. Oniticellus militaris Castelnau. 

Hist. nat. d. Ins. Col. II. p. 91. 

Kafuro, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz 1891;) Issango-Ebene, nord- 
lich vom Albert-Edward-See (Anfang Juni 1891); Undussuma, siidwestlich vom 
Albert-Nyansa (3. August 1891, Dr. STUHLMANN); Sossian Ngoroine, siidostlich 
vom Victoria-Nyansa (Januar 1894, O. NEUMANN). 
Abyssinien, Mosambik, Natal, Kapland. 



304 

3. Oniticellus urus n. sp. d*. 

Aus dem Rugege-Walde in Ruanda, 2100 m hoch, I o* (GRAUER); aus 
dem Bugoie-Urwalde, i a* (v. STEGMANN und STEIN). 

Fusco-brunneus, opacus, capite prothoraceque anteriore cupreo-aeneis, 
subnitidis; pectore flavo-rufo, partim viridi-aeneo ; abdomine rufo-brunneo, 
coxis femoribusque testaceo-rufis, femoribus primi paris coxisque partim obscu- 
ratis, tibiis omnium pedum nigro-viridi-aeneis, tarsis fuscis; capite bicornuto 
glabro, nitido, planato, subtiliter punctulato, punctis ad frontem versus sub- 
tilissimis; cornubus duobus frontalibus interocularibus, erectis, teretibus, leviter 
curvatis; pronoto leviter scabroso, antice laevigato, medio hie anteriore late 
impresso, utrinque inaequali, dorso anteriore bituberculato, inter tubercula fos- 
sato, fossa retro angustata, usque ad marginem posticum pertinente; elytris 
opacis subparallelis, retro leviter attenuatis, ante apicem paulo ciliatis, in dorso ' 
planatis; interstitiis leviter scabrosis, alternis convexis, interstitio quarto ceteris 
altiore et nitidiore, humeris breviter bicarinulatis, carinulis nitidis, sutura sub- 
nitida postice elevata nitidiore; metasterno longitudinaliter anguste sulcato. 

Long. corp. 9,5 n mm. 

Durch die doppelte Hornbildung an 0. sjostedti erinnernd, aber durch die 
Form und Bildung dieser Kopfhorner, die dicht runzlige Punktierung des Pro- 
thorax und die langeren Elytren ganz verschieden. 

4. Oniticellus pictus Hausmann. 

Illiger's Mag. f. Ent. VI. 1807, p. 238. 

Bukoba, Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Deutsch-Ostafrika, Sansibar, Kapland, Angola, Senegambien. 

5. Oniticellus planatus Castelnau. 

Hist. nat. d. Ins. Col. II. p. 91. 

Urwald von Beni, westlich vom Ruwensori (Februar 1908); Kirk Falls, siid- 
westlich vom Albert-Nyansa (Marz 1908, Dr. SCHUBOTZ); Kafuro, westlich vom 
Victoria-Nyansa (Marz 1891); Undussuma, siidwestlich vom Albert-Nyansa 
(August 1891, Dr. STUHI,MANN); Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya (An- 
fang Marz bis Ende April 1894, O. NEUMANN). 

Deutsch-Ostafrika, Somali, Galla, Schoa, - - Mosambik, Natal, Kapland. 

Gattung Tiniocellus Peringuey. 

Trans. South African Philos. Soc., vol. XII, 1901, p. 116. 

i. Tiniocellus spinipes Roth ( = humilis Gerst., variegatus Fahr.). 

WIEGMANNS Archiv f. Naturgesch. 1851, I, p. 128. 

Ngoroine - - Mukenge, siidostlich vom Victoria-Nyansa (Anfang Februar 
1894, O. NEUMANN). 

Abyssinien, Gallaland, Deutsch-Ostafrika, Rhodesien, Transvaal. 



305 
Gattung Onitis Fabricius. 

Suppl. Entomologia Systematica, 1798, p. 2. 

Eine Gattung mittelgroBer Dungkafer, die in vielen Arten iiber das ganze 
Afrika und auch in mehreren Arten iiber Siideuropa, West- und Siidasien ver- 
breitet ist. 

1. Onitis castelnaui Harold. 
Berlin. Ent. Zeitschr. 1862, p. 401. 

Aus dem Russisi-Tal, vom Nordende des Tanganjika-Sees (GRAUER); Kirima, 
nordwestlich vom Albert-Edward-See (Mai, Dr. STUHLMANN). 
Mosambik, Sambesi; Somali; Kongo-Gebiet. 

2. Onitis lunaris Kolbe. 

STUHI.MANNS Ost-Afrika, IV. Bd., Coleopteren, p. 145. 

Aus Kasindi, nordlich vom Albert-Edward-See, Januar 1908; Fort Beni, 
westlich vom Ruwensori (Januar 1908, Dr. SCHUBOTZ) ; Kiwu-See, Insel Kwidjwi 
(November 1907, GRAUER); aus dem westlichen Teile der Issango-Ebene, nord- 
lich vom Albert-Edward-See (Anfang Juni, Dr. STUHLMANN). 

Bisher war nur ein Mannchen bekannt; jetzt liegen vier weitere Exemplare 
(Weibchen) vor. Die beiden Geschlechter zeigen nur wenige auBerliche Unter- 
schiede. Beim Mannchen von 0. lunaris findet sich nur die mediane Ver- 
kiirzung der letzten Ventralplatten des Abdomens. 

3. Onitis uncinatus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 652; PETERS' Reise in Mosambik, p. 223. 

Aus Kafuro, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz, Dr. STUHLMANN). 
Mosambik, Caffrarien, Abyssinien. 

4. Onitis subcrenatus Kolbe. 

1. c., p. 145. 

Vom Nordufer des Kiwu-Sees, bei Kissenji (September 1907, Dr. SCHUBOTZ); 
von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See (November 1907, GRAUER); aus Ruhanga 
in Mpororo, siidostlich vom Albert-Edward-See (April, Dr. STUHLMANN). Auch 
vom Mt. Elgejo in Uganda. 

5. Onitis crenatus Reiche. 

FERRET et GAUNIER, Voy. Abyss., Ill, 1847, p. 328, Fig. 

Aus dem Vulkan-Gebiet nordostlich vom Kiwu-See (Oktober 1907, Dr. 
SCHUBOTZ); Vulkan-Gebiet am Kiwu-See (SCHLOBACH); aus Bukoba, am West- 
ufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 
Abyssinien, Schoa. 

6. Onitis albertinus Kolbe. 

1. c., p. 146. 

Aus Undussuma, siidwestlich vom Albert-Edward-See (Juli bis August, 
Dr. STUHLMANN). Auch in Uganda. 

Diese Art ist dem westafrikanischen Onitis reichei Lansb. nahe verwandi. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 2O 



306 

7. Onitis insulanus n. sp. cf. 

i Exemplar von der Insel Wau im Kiwu-See (Ruanda), September 1907 
(Dr. SCHUBOTZ). 

Viridi-metallicus, subtus nigro-viridanus, supra subconvexus, prothorace 
nitidiore elytrisque fere subnitidis; carina frontali medio interrupta, clypei 
autem carinula brevi fronti approximata; prothorace laevigato large leviter 
punctate, margine postico ejusdem simpliciter formato nee linea impressa margi- 
nato, foveolis duabus antescutellaribus angustatis; prosternum pone coxas 
simplice; metasterno medio longitudinaliter sat sulcato; elytris subparal- 
lelis pone medium minime ampliatis, simpliciter striatis, striis fere vel totis 
impunctatis, carina laterali postice tantum parce crenata; pedum primi paris 
femorum dente medio antico biapicato, dente inferiore nullo; femoribus secundi 
paris integris, tertii autem paris lamina media postmarginali unidentata; tro- 
chanteribus pedum tertii paris muticis. 

Long. corp. 19 mm. 

Zu den Verwandten des Onitis crenatus nebst pecuarius, subcrenatus, viri- 
dulus usw. steht die neue Art kaum in einem Gegensatz. Die Unterscheidung 
dieser Arten liegt hauptsachlich beim mannlichen Geschlecht, und zwar in der 
Bezahnung der Femora des ersten und dritten Beinpaares, aber auch, und zwar 
in beiden Geschlechtern, in der Stellung der carinula frontalis zu der unter- 
brochenen carina frontalis und in der Skulptur der Elytren. Im iibrigen sind 
diese Arten und noch einige andere einander sehr ahnlich. 

Die vorliegende neue Art ist etwas kleiner als crenatus Reiche, der Pro- 
thorax ist etwas reichlicher punktiert; die beiden Griibchen vor dem Hinter- 
rande sind schmaler. Die Streifen der Elytren sind nicht oder nur sehr schwach 
punktiert; die obere Randleiste der Epipleuren ist viel weniger, und zwar nur 
hinten etwas, gekerbt. Der Zahn an der Vorderseite der Femora des ersten 
Beinpaares ist zweispitzig. Die lamina posterior der Hinterschenkel ist mit 
einem einfachen groBen Zahne bewehrt. 

8. Onitis adelphus n. sp. a*, Q. 

Aus Nordwest-Ruanda, vom Galago-See (November 1907, Dr. SCHUBOTZ); 
aus dem Bugoie-Urwald in Zentral-Ruanda (v. STEGMANN und STEIN); Vulkan- 
Gebiet am Kiwu-See (SCHLOBACH) ; aus Bukoba, an der Westseite des Victoria- 
Nyansa (EGGEL). 

Fusco-niger, partim leviter submetallicus, paulo nitens, carina frontali 
late interrupta, carinula clypeali fronti paulo approximata; prothorace supra 
sat large punctato, punctis leviter tantum impressis, foveolis duabus antescutel- 
laribus late rotundatis, margine postico simplice nee marginato; elytris simpli- 
citer striatis, striis integris, haud vel obsolete punctatis, carina laterali integra 
nee crenata. 

Long. corp. 18 21,5 mm. 



307 

Mas insignitus clypeo laeviore, subrugoso, apice obtuso; femoribus pedum 
primi paris in margine antico bidentato, margine inferiore dente insuper sub- 
apicali, trochantereque eorundem pedum denticulo apicali armato; femoribus 
secundi paris muticis, tertii autem paris dente posteriore sat valido subapicali, 
biapicato, in carinam posteriorem subito transeunte, armatis; trochantere pedum 
ejusdem paris apice denticulate. 

Femina differt clypeo rugoso prolongato, antice rotundato; carina clypeali 
paulo protruso; femoribus muticis. 

Gehort in die Verwandtschaft des Onitis pecuarius Lansb. 



9. Onitis sphinx Fabricius. 

Ent. Syst., I, p. 14. 

Aus Bukoba am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Kafuro in 
Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz); Undussuma, siidwestlich vom 
Albert-Nyansa (Dezember); Bussisi, siidlich vom Victoria-Nyansa (Oktober, 
Dr. STUHLMANN). 

t)ber Afrika weit verbreitet, auch in Nordafrika, Siideuropa, Syrien und 
Siidasien. 

10. Onitis viridulus Boheman. 

Insecta Caffrariae, II, p. 253. 

Aus Ruhanga in Mpororo, siidostlich vom Albert-Edward-See (April); Un- 
dussuma, siidwestlich vom Albert-Nyansa (August und Dezember); Kafuro in 
Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa (Marz, Dr. STUHLMANN). 
Caffrarien, Nyassa-See. 

Diese Art ist nahe mit 0. subcrenatus m. verwandt, aber schon beim ersten 
Anblick durch die etwas geringere GroBe unterschieden. Der clypeale Quer- 
kiel ist etwas mehr nach vorn geriickt. Die Randlinie adf den Seiten des Prono- 
tums hort schon vor den abgerundeten Hinterecken auf. Die Punktstreifen der 
Elytren sind einfach, kaum sichtbar punktiert. Die obere Randleiste der Epi- 
pleuren der Fliigeldecken ist glatt, hochstens hinten etwas kreneliert. Der 
spitze Zahn am Hinterrande der Vorderschenkel des Mannchens sitzt etwas 
oberhalb der Mitte. Die kurze Lamina, auf deren distalem Teile der groBere 
spitze Zahn sitzt, ist auf der proximalen Spitze kaum gezahnt. 

11. Onitis insuetus n. sp. Q. 

Aus Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (EGGEL). 

Obscurus, opacus, elytris subnitidis, infra nitidior, capite, prothorace, 
pectore pedibusque atro-viridibus, elytris abdomineque atris; capite rugoso, 
carina frontali Integra; carinula anteriore utrinque abbreviata, arcuata, a carina 
frontali sat remota; fronte tuberculo, carinulae verticis interruptae praeposito, 
exstructa; genis arcuato-rotundatis; prothorace toto supra large punctato, 
lobo antescutellari angulate producto, foveolis antebasalibus profundis, margine 
postico toto serie densata punctorum simplice obsito; elytris simpliciter stria- 

20* 



3 o8 

tis, retrorsum leviter attenuatis, interstitiis convexis plus minusve large punctu- 
latis, carina exteriore subhumerali fere recta, leviter curvata nee flexuosa; 
metasterno aperte fossulato-punctato, haud sulcato. 

I/ong. corp. 17 mm. 

Diese kleine Art, von der nur em weibliches Exemplar vorliegt, ist aus- 
gezeichnet durch den winkelformigen lappenformigen Vorsprung in der Mitte 
des Hinterrandes des Pronotums und die dichte Punktreihe an der auBersten 
Kante dieses Hinterrandes. 

12. Onitis monstrosus Felsche. 

^ 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1906, p. 351. Uganda. 

VII. Unterfamilie Pinotinae. 
Gattung Coptorhina Hope. 

Trans. Zool. Soc., I, London 1830, p. 95. 
t)ber Ost- und Siidafrika verbreitet, auch in der indischen Region. 

i. Coptorhina nitidipennis Boheman. (seminitida Fairm.) 

Insecta Caffrariae, II, 1857, p. 207. 

Nordostlich vom Victoria-Nyansa : auf dem Marsche von Kwa Kitoto und 
Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 gefunden (O. NEU- 
MANN). 

Gattung Sarophorus Erichson. 

Naturg. Ins. Deutschl., I (3), 1847, p. 761. 

Die beiden bisher bekannten Arten im Kapland, in Natal und Transvaal 
gefunden. 

i. Sarophorus peregrinus n. sp. 

Ost- Victoria-Nyansa : zwischen Ngoroine und Mukenge, Anfang Februar 
1894 (O. NEUMANN). 

Kopf und Prothorax ahnlich wie bei S. costatus Fahr. in Natal gebildet. 
Die Streifen der Fliigeldecken weniger scharf eingegraben ; diese und die Doppel- 
linien durch quere Griibchen deutlicher unterbrochen ; die Interstitien weniger 
konvex, fast oder ganz flach, weniger dicht punktiert. 

Gattung Pedaria Castelnau. 

Ann. Soc. Ent. France, I, 1832, p. 403. 
t)ber das tropische und Siidafrika verbreitet. 

i. Pedaria insularis Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 198. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Januar (P. A. CONRADS). 

Diese Art ist der siidafrikanischen Pedaria picea Fahr. iihnlicher als den 
mir bekannten ostafrikanischen Arten. Sie weicht von diesen ab durch den 
etwas starker gebauten Korper und die ganz schwarze Farbung. Auch der Pro- 



309 

thorax ist anders beschaffen, namlich vorn auf der Mitte mit einem Buckel 
und hinter diesem mit einem quer stehenden Eindruck versehen; oberseits 
ist er dicht und kraftig punktiert, nur vorn auf der Mitte sind die Punkte feiner. 
Beim Marmchen ist der Prothorax vorn deutlich verbreitert, und der Buckel 
sowie der Quereindruck sind starker ausgebildet als beim Weibchen. Der Buckel 
und der Quereindruck fehlen bei der P. picea vollstandig. Die Elytren sind ge- 
streift, die Interstitien zwischen den Streifen sind mehr oder weniger zwei- 
reihig punktiert. Die Punkte dieser L,angsreihen sind bei P. insularis alle deut- 
lich voneinander getrennt, bei picea hangen sie zusammen. Das Interstitium 
suturale ist breiter und fast dreireihig punktiert. Das Metasternum ist breit ein- 
gedriickt und hinten dichter punktiert. Die Korperlange betragt 8 mm. 

VIII. Unterfamilie Coprinae. 
Gattung Litocopris Waterhouse. 

Ann. Mag. Nat. Hist., 6. ser., 8. vol., 1891, p. 53. 

Zwei oder drei Arten, welche beziehentlich von Senegambien bis Caffrarien 
verbreitet sind. 

i. Litocopris punctiventris Waterhouse. 

1. c., p. 54. 

Victoria-Nyansa : Bukoba (GuDOWius); Uganda: Mt. Elgejo (von RoLLE 
erhalten); Ruanda und Urundi. 

Senegambien, Togo, Gallaland. 

Die zentralafrikanischen Exemplare passen gut zu den westaf rikanischen ; 
nur ist die Punktierung der Elytren auf die Seiten und den Apikalteil beschrankt. 
Doch kommen solche Exemplare auch in Togo (Ober-Guinea) vor. Audi das 
Exemplar aus Gallaland ist so beschaffen. 

2. Litocopris muticus Boheman. 

Insecta Caffrariae, II, p. 238. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Undussuma, 1050 m, 3. August 1891 
(Dr. STUHLMANN), i Exemplar; nordlich vom Albert-Edward-See: westliche 
Issango-Ebene, Anfang Juni 1891 (Dr. STUHLMANN), i Exemplar. 

Die beiden Exemplare sind gro'Ber und breiter als die vorige Art; der Riicken 
ist glatt; die Interstitien der Elytren sind flacher gewolbt, die Streifen feiner 
punktiert. Die reichliche Punktierung ist auf das auBerste Interstitium und die 
Spitze der Elytren beschrankt. Die Punktierung der Brustseiten ist grober 
und meist weniger dicht als bei der vorigen Art. Die Beschreibung der L. mu- 
tica Boh. paBt gut auf die vorliegenden Exemplare. 

Gattung Copris Geoffrey. 

Insect, d. environs de Paris, I, 1762, p. 87. 

Uber Europa, Asien, Afrika, Nord- und Zentralamerika verbreitet. In 
Afrika sehr artenreich. 



3*0 

Fur die zum Teil schwierige Feststellung der Arten konnte ich gliicklicher- 
weise das zentralafrikanische Material an Arten dieser Gattung mit den typischen 
Stucken zahlreicher GiiXETscher Arten vergleichen, die mir Herr Professor 
Dr. J. GiLLET freundlichst zur Ansicht sandte. AuBerdem verglich ich andere 
Arten mit dem typischen Materiale des Konigl. Museums, so daB die Determina- 
tion der zentralafrikanischen Arten eine recht genaue ist. 

1. Copris orphanus Guerin. 

Voy. LEFEBURE, Abyss. (4) VI, 1847, p. 308, Fig. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Undussuma, 1050 m, Ende Juli 1891; 
nordlich vom Albert-Edward-See: West-Issango-Ebene, Anfang Juni 1891 
(Dr. STUHLMANN); Bukoba am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius, 
EGGEL); Ruanda, 1500 m, 10. August 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Kiwu-See (v. STEG- 
MANN und STEIN); westlich vom Victoria-Nyansa: Kafuro in Karagwe, Marz 
1891 (Dr. STUHLMANN); 90 km westlich vom Albert-Edward-See, 1600 m, No- 
vember 1908 im Urwald (Dr. SCHUBOTZ); am Nordende des Tanganjika-Sees 
(R. GRAUER); Usumbura am Tanganjika-See, November bis Dezember 1907 
(v. STEGMANN und STEIN). 

Abyssinien bis Deutsch-Ostafrika. 

2. Copris orion Klug. 

ERMANS Reise, Atlas 1835, p. 34. 

Westseite des Victoria-Nyansa (Guoowius); Uganda, nordlich von dem- 
selben See: Mt. Elgejo (nach H. ROU.E); Kibanga am Tanganjika-See (nach 
FAIRMAIRE). 

Senegambien, Kongo-Gebiet, Caffrarien, Kapland. 

3. Copris wiesei n. sp. 

Westlich (90 km) vom Albert-Edward-See, 1600 m, November 1908 (Dr. 
SCHUBOTZ); Kiwu-See: Kissenji, November 1908 (v. STEGMANN und STEIN); 
Vulkan-Gebiet ostlich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (v. WiESE); Vulkan-Gebiet 
am Kiwu-See (SCHLOBACH); Victoria-Nyansa: Bukoba (EGGEL); Tesa in Urundoa 
(DlESENER). 

Ein mir zur Ansicht vorliegendes typisches Exemplar (9) von C. alluaudi 
Gill, vom Naiwascha-See ist den weiblichen Exemplaren aus den vorstehend 
erwahnten Lokalitaten auBerordentlich ahnlich. Doch ist der sehr kurze Mittel- 
hocker des Pronotums etwas anders beschaffen. Bei C. wiesei 9 ist dieser Mittel- 
hocker vorn trigonal eingedriickt und glatt; der obere Rand des Mittelhockers 
ist stumpfwinklig ausgebuchtet. Bei C. alluaudi 9 ist der Mittelhocker vorn 
nicht oder kaum eingedriickt, und der obere Rand desselben zeigt vielmehr 
einen mittleren Vorsprung. Das ist der Ausdruck einer typischen Verschie- 
denheit. 

Beim Mannchen von C. wiesei lauft der Mittelhocker des Pronotums in zwei 
verlangerte dolchformige Spitzen aus, die nach vorn gerichtet sind. Jederseits 



3" 

am Pronotum befindet sich ein lateraler dreieckiger kompresser Hocker, der 
viel kiirzer ist als die dolchformigen Spitzen des dorsalen Mittelhockers. Im 
iibrigen ist das Pronotum ganz glatt und glanzend. Das Kopfhorn ist lang 
und nach hinten gebogen; hinten an der Basis befinden sich keine Zahnchen. 

4. Copris harrisi Waterhouse. 

Ann. Mag. Nat. Hist. (6) VII, 1891, p. 515. 

Mubuku-Tal, Ost-Ruwensori, 2000 2300 m (nach ARROW). Man vergl. 
die folgende Art. 

Abyssinieii, Gallaland. 

5. Copris interioris Kolbe (== pluridens Gill.). 

STUHL.MANXS Deutsch-Ostafrika, IV. Bd., Coleopt., 1897, p. 143. 

Westseite des Victoria-Nyansa : Bukoba (GuDOWius); westlicher Teil der 
Issango-Ebene, nordlich vom Albert-Edward-See (Anfang Juni 1891, Dr. STUHL- 
MANN); Uganda: Mt. Elgejo (von H. ROLLE erhalten). 

Diese Art ist von C. harrisi Wtrh. ganz verschieden; GILLET irrt sich, 
wenn er die beiden Arten fur identisch halt. Der mediane Lobus des Prothorax 
(cf) ist bei C. harrisi vorn fast flach und dicht punktiert (bei C. interioris glatt, 
eingedriickt und nur vorn punktiert). Die Foveola zwischen dem lateralen und 
dem medianen Lobus ist tiefer und viel reichlicher punktiert als bei C. interioris. 
Die vier Zahnchen am oberen Rande des Medianlobus sind gleichmaBig groB 
(bei interioris stehen die lateralen Zahnchen mehr vor). Oberseits ist das Pro- 
notum reichlicher punktiert. Der laterale Lobus des Prothorax ist bei harrisi 
weniger nach auswarts gebogen, ist aber dem lateralen Lobus des interioris d* 
dadurch ahnlich, daB hinter dem vorderen Zahne sich noch ein kleiner zahnartiger 
Vorsprung befindet, der bei Copris selten ist. Diese morphologische Ahnlichkeit 
hat offenbar zu dem Irrtum der Identitat mit C. interioris verleitet. Es gibt 
zwei Arten mit dieser Bildung, die sich beide in der Berliner Koniglichen Samm- 
lung befinden. Ich habe den C. interioris cf mit der Type von C. pluridens Gill, 
verglichen und finde, daB sie miteinander identisch sind. 

6. Copris nepos Gillet. 

Mem. Soc. Ent. Belg., XVI, 1908, p. 76. 

Kiwu-See: Kissenji am Nordufer, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Vulkan- 
Gebiet nordostlich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (v. WiESE); Kwa Kitoto und 
Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 (O- NEUMANN); 
Uganda, Mt. Elgejo (nach H. ROLLE). 

Die Exemplare stimmen mit den Typen (a* 9) genau iiberein. 
Deutsch-Ostafrika. 

Kleine Exemplare von C. nepos sind dem C. amabilis Gill, sehr ahnlich; 
sie sind aber noch groBer als diese. Die Frontalseite des tuber dorsalis medianus 
des Pronotums des cf ist breiter und weniger lang, auch etwas mehr eingedriickt 
als bei C. amabilis. Die obere Kante dieses tuber dorsalis ist nur zweizahnig. 



312 

Bei C. amabilis ist die obere Kante des tuber dorsalis vierzahnig (vierhockerig); 
die beiden medianen Hockerchen stehen einander naher als den lateralen. 

7. Copris amabilis Gill. n. sp. 

Westlich vom Ruwensori: im Urwalde von Beni, Februar 1908, 299; 
westlich vom Albert-See: Mawambi am Ituri, April 1908, i 9 (Dr. SCHUBOTZ). 

Diese Exemplare (99) stimmen mit dem typischen Stuck von C. amabilis 
Gill. (Urwald von Moera, R. GRAUER) genau iiberein. 

8. Copris evanidus Klug. 

Monatsber. Berlin. Akad. Wiss. 1855, p. 655; PETERS' Reise nach Mosambik, 1862, p. 243. 
Ostlich vom Tanganjika-See: Tabora (TREFURTH). 

Mosambik, Siidafrika. 

Diese Art ist zuweileii verkannt; sie ist aber gut unterschieden. Die Typen 
befinden sich im Konigl. Museum. 

9. Copris graueri Gill. n. sp. 

Aus dem Urwalde von Moera (GRAUER). 

Ubereinstimmende Exemplare besitzt das Konigl. Museum in Berlin aus 
Spanisch-Guinea. 

10. Copris montivagus Gillet. 

Mem. Soc. Ent. Belg., XVI, 1908, p. 80. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa, i cf (Dr. G. A. FISCHER). Dieses Exemplar 
stimmt mit dem typischen Stiick vom Kilimandjaro genau iiberein. 

Die Art liegt von mehreren Orten Deutsch-Ostafrikas vor. Sie ist dem 
C. amyntor Kl. aus Mosambik sehr ahnlich, unterscheidet sich von diesem aber 
durch die Bildung des Mittelhockers des Prothorax beim Mannchen. Bei C. mon- 
tivagus ist der tuber dorsalis medianus des Prothorax vorn konvex und am 
oberen Rande mit 4 kleinen Tuberkeln versehen; bei C. amyntor ist dieser tuber 
dorsalis vorn konvex und am oberen Rande nur zweizahnig. Naheres iiber 
C. montivagus wird an einem anderen Orte mitgeteilt werden. 
Deutsch-Ostafrika. 

11. Copris elphenor Klug. 

Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1855, p. 655. 

Nordostlich vom Tanganjika-See: Tabora; Kibanga an der Westseite des- 
selben Sees (nach FAIRMAIRE); Ost-Tanganjika-See: Uwinsa, Marz 1912 (DiE- 
SENER). 

Deutsch-Ostafrika, Ugogo, Sansibar usw. ; Nyassa-See; Mosambik, 
Natal. 

12. Copris troglodytarum Roth ( = pronus Gerst.). 

Archiv f. Naturg., XVII, 1851, I, p. 124. 

Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Kafuro in 
Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Marz 1891 (Dr. 
Abyssinien bis Deutsch-Ostafrika. 



313 
13- Copris lunarioides Waterhouse. 

Ann. Mag. Nat. Hist., 6. ser., vol. 7, 1891, p. 513. 

Kawirondo, an der Nordostseite des Victor! a-Nyansa, Anfang Marz bis 
Ende April 1894 (O. NEUMANN); Uganda, Mt. Elgejo (nach H. ROLLE); Insel 
Ukerewe, September und Oktober (CONRADS). 

Ostafrika, Siidafrika, Abyssinien. 

14. Copris moffartsi Gillet. 

Ann. Soc. Ent. Belg., LI, 1907, p. 177. 
Victoria-Nyansa: Insel Sesse (O. NEUMANN). 

Kamerun: Rumbu, 16. April 1912 (LEO WAIBEL) ; oberer Schari in Fran- 
zosisch-Kongq. 

15. Copris arcturus Gillet. 

Ann. Soc. Ent. Belg., LI, 1907, p. 179. 

Westlich vom Ruwenson: Beni, im Urwalde, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 
Mit der Type verglichen. 

Kisantu am Kongo; Spanisch-Guinea. 

1 6. Copris phylax Gillet. 

Ebenda, LII, 1908, p. 59. 

Westlich vom Ruwensori: Beni (Urwald), Februar 1908, 9 (Dr. SCHUBOTZ); 
Bomu-Uelle und Urwald Moera (GRAUER, nach GILLET). 

Es wurde nur ein Weibchen auf der Expedition gefunden. Das Mannchen 
lernte ich durch GiLLET kennen. Es ist dem C. arcturus a* ahnlich, aber das 
Kopfhorn ist mit der Spitze mehr nach hinten gekrummt und auf der Riicken- 
seite in der oberen Halfte mit stumpfen und spitzen Zahnen ausgestattet (bei 
arcturus glatt, unbewehrt). Die bei den Homer des Prothorax sind mehr gegen 
die Mitte hin geriickt, stehen senkrecht, sind nicht ganz so hoch und gegen- 
einander gekrummt (bei arcturus aufrecht stehend). An der Basis des Homes, 
vor dem Vorderrande des Prothorax, steht ein glattes stumpfes Zahnchen. Die 
beiden dorsalen Homer sind hides an der Vorderseite zahnlos (bei arcturus be- 
finden sich vorn in der Mitte jedes Homes zwei Zahnchen). Die ganze Flache 
und die Gruben des Pronotums sind, mit Ausnahme des glatten Hinterrandes 
und des glatten apikalen Teiles der Homer, stark gerunzelt. Der Prothorax ist 
vorn so breit wie hinten. 

Gattung Catharsius Hope. 

Coleopt. Manual, I, 1837, p. 21. 

"Dber Afrika siidlich der Sahara und iiber Slid- und Ostasien verbreitet. 
i. Catharsius opacus Waterhouse. 

Ann. Mag. Nat. Hist. (6) VII, 1891, p. 510. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, April (P. A. CONRADS); Ost-Tanganjika- 
See: Uwinsa, Marz 1912 (DiESENER). 



314 

Uber Deutsch-Ostafrika und das Gebiet des Nyassa-Sees bis zum Ngami- 
See verbreitet. 

2. Catharsius sesostris Waterhouse (pithecius Ol. nee F.). 

WATERHOUSE, Proc. Zool. Soc. London 1888, p. 86. 

Landschaften am Albert-Edward-See, Albert-Nyansa und Victoria-Nyansa 
(Dr. STUHLMANN). 

Agypten, Nyam-Nyam, Gallaland, Senegambien, Ober-Guinea, Kamerun, 
Kongo, Angola, Mosambik, Natal. 

3. Catharsius vitulus Boheman. 

Ins. Caffrariae, II, 1857, p. 223. 

Mokia, siidostlich vom Ruwensori, noo m (nach ARROW). 
Caffrarien, Natal, Transvaal, Rhodesien. 

4. Catharsius brutus Harold. 

Monatsber. Akad. Wissensch. 1880, p. 263. 

Kakoma in Ugunda, nordostlich vom Tanganjika-See (Dr. R. BCEHM). 
Britisch-Ostafrika : Kenia, Mombassa. 

5. Catharsius stuhlmanni Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1893, p. 141. 

Ipembe, siidlich vom Albert-Nyansa, am linken Ufer des Issango, im Walde 
an Biiffelmist, 20. Dezember 1891 (Dr. F. STUHI<MANN). 

6. Catharsius kolbei Felsche. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1907, p. 283. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Mai (P. A. CONRADS). 

7. Catharsius neptunus Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1893, p. 140. 

Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Anfang Marz 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

Kilimandjaro. 

Vorderriicken mit einem mittleren, nach vorn gerichteten, lang zwei- 
spitzigen Hocker, dessen Spitzen divergieren. Beiderseits des Hockers ist der 
Vorderriicken tief ausgehohlt. 

Die Art gehort in die Verwandtschaft des C. tricornutus Deg. und unter- 
scheidet sich von diesem folgendermaBen. Das Stirnhorn ist mehr nach vorn 
geriickt und vorgestreckt, ahnlich wie bei C. platycerus Kl. Die beiden Dis- 
coidalhocker des Vorderriickens stoBen am Grunde zusammen und sind hier 
miteinander verbunden, um hernach zu divergieren. 

8. Catharsius dux Harold. 

Mitt. Miinchen. Ent. Ver., II, 1878, p. 101. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Im Innern von Angola und im Kongo-Gebiet : Lunda- Reich, I,ubilasch, 
Lomami. 



Gattung Heliocopris Hope. 

Coleopt. Manual, I, 1837, p. 23. 

Uber Afrika, siidlich der Sahara, Agypten und vSiidasien verbreitet. 

1. Heliocopris hamadryas Fabricius. 

Syst. Ent., I, 1775, p. 22. 

Ruanda: Kissenji am Nordufer des Kiwu-Sees, September 1907 (Dr. SCHU- 
BOTz); Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Marz (A. CONRADS); Kafuro, west- 
lich vom Victoria-Nyansa, Marz 1891; Ipembe, Issango, siidlich vom Albert- 
Nyansa, 20. Dezember 1891 (Dr. STUHLMANN); Fort Beni, Semliki-Tal und 
Mokia, SO-Ruwensori, uoo m (nach ARROW). 

Abyssinien, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika, Tanganjika-See, Mo- 
sambik, Nieder-Guinea, Transvaal, Kapland. 

2. Heliocopris antenor Olivier. 

Entom. I, Scarab. 1789, p. 97, Fig. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 
Senegambien, Abyssinien, Nyam-Nyam, Kongo-Gebiet. 

3. Heliocopris gigas Olivier (colossus Bat., antenor Pering.). 

1. c. p. 132, Fig. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa, November 1890 (Dr. STTTHL- 
MANN); Kawirondo an der Ostseite des Victoria-Nyansa (O. NEUMANN); Uganda 
(E. WOLF); Fort Beni, Semliki-Tal (nach ARROW). 

Senegambien, Goldkiiste, Hinterland von Kamerun. 

4. Heliocopris haroldi Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. LJV, 1893, p. 194. 

Westlich vom Ruwensori: Beni, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Nordufer 
des Tanganjika-Sees: Usumbura, November bis Dezember 1907 (v. STEGMANN 
und STEIN). 

Kamerun, Kongo. 

5. Heliocopris atropos Boh. var. biimpressus Kolbe. 
1. c., p. 198. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). 

Deutsch-Ostafrika, Nyassa-See. 

Die Hauptform ist aus dem Transvaal, Nyassaland und dem Ngami-See 
bekannt. 

6. Heliocopris myrmidon Kolbe. 

1. c., p. 198. 

Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa, Marz 1891 (Dr, STUHL- 
MANN). 

7. Heliocopris solitarius Kolbe. 

1. c., p. 197. 

Aus derselben Gegend wie die vorige Art. 



316 
8. Heliocopris felschei Kolbe. 

Berlin. Ent. Zeitschr., XLIX, 1904, p. 286. 

Am Nordende des Tanganjika-Sees: Urundi bis Ruanda (E. v. I, \NGENN- 
STEINKEIXER). 

Siidwest-Deutsch-Ostafrika : Konde, Unyika, Kinga-Gebirge, Iringa und 
Ubena in Uhehe. 

IX. Unterfamilie Canthoninae 
Anachalcos Hope. 

Coleopt. Manual, I, 1837, p. 50. 

(Syn. Chalconotus Reiche.) 

Uber Afrika siidlich der Sahara in einer geringen Anzahl von Arten ver- 
breitet, die teilweise einander sehr ahnlich sind. Die groBten Arten dieser eigen- 
artigen Mistkafergattung, deren Lebensweise noch ganz unbekannt ist, sind 
30 mm lang und noch etwas langer. Der Korper mil den Fliigeldecken ist bronze- 
farbig und hochgewolbt. 

1. Anachalcos procerus Gerstaecker. 

Archiv f. Naturg. 37, 1874, p. 49. 

Bei Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Kakoma, 
nordostlich vom Tanganjika-See (Dr. BCEHM). Kilimandjaro. 

2. Anachalcos magnus Bates. 

Ent. Monthl. Mag. 24, 1888, p. 203. 

Kianga, am Westufer des Victoria-Nyansa, Februar 1892 (Dr. STUHXMANN). 
Deutsch-Ostafrika, Kongo-Gebiet. 

Auf Grund der wenigen Exemplare unterscheidet sich diese Art von der 
vorstehenden durch den weniger gestreckten Korper, die etwas kiirzeren Tibien 
des dritten Beinpaares und das noch etwas mehr vorstehende Hypopygidium. 
Im iibrigen sind diese beiden groBten Arten der Gattung einander auBerst ahn- 
lich, besonders im weiblichen Geschlecht. Vielleicht fallen beide Arten zu- 
sammen, wenn die aufgefiihrten Unterschiede nur individuell sind. 

3. Anachalcos convexus Boheman. 

Ins. Caffrariae, II, 1857, p. 196. 

20 22 mm lang. 

An der Nordseite des Victoria-Nyansa; auf der Reise von Ussoga nach 
Uganda gefunden (O. NEUMANN). 

Ein kleines, nur 16 mm langes Weibchen wurde an der Ostseite des Victo- 
ria-Nyansa auf der Reise von Kwa Kitoto und Kadem nach Kwa Muiya ge- 
funden, Anfang Marz bis Ende April 1894 (O. NEUMANN). 

Uber Slid- und Ostafrika, nordwarts bis Tanga verbreitet. 

4. Anachalcos cupreus Fabricius. 

Syst. Ent. 1775, p. 29. 

Wahrend einer Bootfahrt auf dem Ituri zwischen Avakubi und Bumili, 
westlich vom Albert-Nyansa, April 1908, gefunden; auch bei den Kirk-Fallen, 



siidwestlich vom Albert-Nyansa, Marz 1908 (Dr. V SCHUBOTZ); und bei Buginda, 
siidlich vom Albert-N}^ansa, 8. Juli 1891 (Dr. STUHLMANN). Ferner in Nordwest- 
Beni im Urwalde, westlich vom Ruwensori, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). Auf 
der Insel Kwidjwi im Ki\vu-See, November 1907 (R. GRAUER). Kawirondo, an 
der Nordostseite des Yictoria-Nyansa (O. NEUMANN). 

t)ber Westafrika (Ober- und Nieder-Guinea) verbreitet. 

X. Unterfamilie Sisyphinae. 

Sisyphus Latreille. 

Genera Crust, et Insect., II, 1807, p. 79. 

Nur auf der Osthemisphare, die nordliche Zone und Australien nebst den 
zugehorigen Inseln ausgenommen (i Art in Mexiko). 

1. Sisyphus Goryi Harold (pygmaeus Kl.). 
Berlin. Ent. Zeitschr., Ill, 1859, p. 224. 

Westlich vom Victoria-Nyansa: Katojo, nordlich vom Kagera, 24. Juni 1907 
(Dr. SCHUBOTZ); Muansa, am Siidufer des Victoria-Nyansa, Marz bis Mai 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

Senegambien, Guinea, Angola, Somali, Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ost- 
afrika, Mosambik, Kapland. 

2. Sisyphus atratus Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 651. 

Bei Kossowa, an der Ostseite des Victoria-Nyansa, Februar bis Anfang 
Marz 1894 (O. NEUMANN). 

Deutsch-Ostafrika, Mosambik. 

3. Sisyphus confrater n. sp. 

Bei Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); am Tanganjika- 
See (P. REICHARD). 

Dem 5. atratus Kl. sehr ahnlich, aber weder die Femora, noch die Tibien 
des zweiten Beinpaares mit einem antebasalen Zahne an der Innenseite bewehrt 
(wodurch der atratus ausgezeichnet ist). An den Femora des dritten Beinpaares 
ist der unterhalb stehende Zahn von dem Sporn der Coxa weniger weit abgeriickt 
als bei genannter Art. Der Korper ist auch schwarzer. 

XI. Unterfamilie Gymnopleurinae. 

Gymnopleurus Illiger. 

Magazin f. Insektenkunde, II, 1803, p. 199. 

t)ber Afrika, Europa und Asien, die nordliche Zone der beiden letzten Kon- 
tinente ausgenommen, verbreitet. In Afrika artenreich. 

i. Gymnopleurus nitens Olivier (azureus Reiche nee F., splendens Cast.). 

Entomologie I, Scarab., 1789, p. 159, Fig. 

Von Senegambien und Abyssinien bis Siidafrika verbreitet, geogra- 
phische Rassen bildend. 



Rasse gracilipes Kolbe. 

STUHLMANNS Deutsch-Ostafrika, IV, Col., p. 138. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER); zwischen Ugogo und 
Unyamwesi, noo 1200 m (Dr. MARSHALL); siidostlich vom Victoria-Nyansa 
zwischen Sossian und Ngoroine, Januar 1894; zwischen Ngoroine und Mukenge, 
Februar 1894 (O. NEUMANN); Insel Ukerewe, Oktober (A. CONRADS). 

Rasse coeruleovirens Kolbe. 

1. c., p. 138. 

Ostlich vom Victoria-Nyansa, auf der Reise von Kwa Kitoto und Kadem 
bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 (O. NEUMANN). 
Nyassaland. 

2. Gymnopleurus azureus Fabricius. 

Syst. Eleuth., I, 1801, p. 57. 
Guinea, Abyssinien. 

Rasse viridimicans Kolbe. 

Punktierung des Pronotums feiner als bei der typischen Form aus Guinea; 
oberseits ganz grim. 

Kiwu-See: Kissenji am Nordufer, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ); ebenda 
(v. STEGMANN und STEIN); Insel Kwidjwi, November 1907 (GRAUER); Fort 
Beni, westlich vom Ruwensori, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Westufer des 
Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDOWius); Undussuma, siidwestlich vom Albert- 
Nyansa, Ende Juli 1891 (Dr. STUHLMANN); auch an der Ostseite des Victoria- 
Nyansa: auf der Reise von Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Moiya, Anfang 
Marz bis Ende April 1894; Kossowa, nordostlich vom Victoria-Nyansa, Anfang 
Marz 1894 (O. NEUMANN). 

Var. cupreovirens m., oberseits griinlich-kupferfarbig, unterseits schwarz bis 
schwarzgriin. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 

Var. cupreus n., oberseits ganz kupferfarbig, unterseits schwarzlich, mit 
griinlichem Schimmer. 

Am Westufer der Russisi, Nord-Tanganjika, Mai 1908 (GRAUER) : Kiwu- 
See (?) (GRAUER). 

3. Gymnopleurus lugens Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. Belg., XXXV, 1891, Compt. rend., p. 284. 

Ostlich vom Victoria-Nyansa: Kossowa, Februar bis Anfang Marz 1894 
(O. NEUMANN). 

Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika. 

4. Gymnopleurus signaticollis Waterhouse. 

Ann. Mag. Nat. Hist. (6) V, 1890, p. 369. 

Ostliche Landschaften am Victoria-Nyansa: Kwa Kissero bis Kossowa, 
Februar bis Anfang Marz 1894 (O. NEUMANN). 
Nubien, Deutsch-Ostafrika. 



319 

5. Qymnopleurus umbrinus Gerstaecker. 

Archiv f. Naturg., XXXVII, 1871, I, p. 49. 

Im Westen des Victoria-Nyansa : bei Katojo, 24. Juni 1907, nordlich vom 
Kagera (Dr. SCHUBOTZ); Kossowa, ostlich vom Victoria-Nyansa, Februar bis 
Anfang Marz (O. NEUMANN). 

Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ostafrika. 

6. Gymnopleurus crenulatus Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit., 54. Bd., 1895, p. 333. 

Nordlich vom Albert-Edward-See: Andetei, 25. Dezember 1891 (Dr. STUHL- 
MAXX). 

7. Qymnopleurus atrovirens Kolbe. 

1. c., p. 335. 

Kianga am Westufer des Victoria-Nyansa, 21. Februar 1892 (Dr. STUHL- 

MANN). 

8. Gymnopleurus consanguineus Kolbe. 

1. c., p. 334. 

Kanssinem am Westufer des Victoria-Nyansa, Februar 1892 (STUHI V MANN). 

9. Gymnopleurus malleolus Kolbe. 

1. c., p. 334. 

Kakoma in Ugunda, ostlich vom Tanganjika-See (Dr. BCEHM). 

10. Gymnopleurus pustulatus Kolbe. 

1. c., p. 335. 

Tanganjika-See (REICHARD). 

11. Gymnopleurus insidiosus Peringuey. 

Trans. South Afric. Phil. Soc., XII, 1900, p. 66. 

Mokia, SO-Ruwensori, iioo m (nach ARROW). 
Siid-Rhodesien. 

12. Gymnopleurus fulgidus Olivier. 

Entom. I, 3. Scarab., 1789, p. 167, Fig . 

Kassongo, Albert-Nyansa, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Senegambien, Sennaar, Abyssinien, Somali, Deutsch-Ostafrika. 

13. Gymnopleurus sericeifrons Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 108. 

Katojo, nordlich vom Kagera, westlich vom Victoria-Nyansa, 24. Juni 1907 
(Dr. SCHUBOTZ); Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); 
zwischen dem Victoria- und Albert-Edward-See, bei Kafuro und Weranjanye 
in Karagwe, Anfang Marz 1891; bei Kavingo in Mpororo, siidostlich vom Albert- 
Edward-See, 8. April 1891; bei Bussisi, siidlich vom Victoria-Nyansa, 4. Oktober 
1890 (Dr. STTJHLMANN); Kiwu-See, Insel Kwidjwi, November 1907 (GRAUER); 
Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN). 

Die von vorstehend aufgefiihrten Fundorten vorliegenden Exemplare dieser 
Art sind oberseits alle glanzend griin. Anders sind die von der Ostseite des 



320 

Victoria-N} T ansa vorliegenden Stiicke, welche alle von OSKAR NEUMANN ge- 
sammelt sind; diese verhalten sich folgendermaBen : 

a) Typische Form. Prothorax und Elytren ganz grim glanzend. 

Kwa Kissero bis Kossowa, Februar und Anfang Marz 1894; Kwa Kitoto 
und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894. 

b) Var. subauratus: Pronotum goldfarbig, Elytren grim oder schwach 
goldig. 

Kwa Kissero bis Kossowa, Februar bis Anfang Marz 1894; Kwa Kitoto und 
Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April. 

c) Var. cuprarius: Oberseite ganz kupferfarbig. 
Mori-Bai bis Kavirondo-Bai, Anfang Februar 1894. 

d) Var. cyaneus: Oberseite ganz blau. 

Sossian bis Ngoroine, Januar 1894; Ngoroine bis Mukenge, Anfang Februar 
1894; Mukenge, Januar 1894; Ussoga bis Uganda. 

XII. Unterfamilie Scarabaeinae. 
Scarabaeus L,inne. 

Syst. Nat., ed. X, 1758, p. 345. 

(Syn. Ateuchus Web.) 

t)ber ganz Afrika, Siideuropa, vereinzelt bis in das siidliche Mitteleuropa, 
ferner iiber West-, Central-, Slid- und Ostasien verbreitet. 

1. Scarabaeus aeratus Gerstaecker. 

Archiv f. Naturg. 37, 1871, I, p. 48. 

Deutsch- und Britisch-Ostafrika. 

Rasse transverso=rugosus Kolbe. 

STUHI.MANNS Deutsch-Ostafrika, Coloptera (1897), p. 133, Fig. 

Kianja, westlich vom Victoria-Nyansa, Februar 1892 (Dr. STUHLMANN). 

Der Nominatform vom Kilimandjaro recht ahnlich, aber hauptsachlich 
durch die Skulptur der Oberseite unterschieden. Der Prothorax ist sehr dicht 
und grobrunzlig punktiert; die glatte glanzende L,angslinie ist erhaben und 
reicht vom Vorder- bis zum Hinterrande; einzelne kleine Felder beiderseits 
dieser Mittellinie sind glatt. Die Zwischenraume zwischen den Streifen der 
Elytren erscheinen runzlig und sind mit groBen, flachen, ziemlich gedrangt 
stehenden matten Griibchen besetzt. Der Kopf und der Prothorax sind griin, 
auf der Mitte kupfrig, die Fliigeldecken kupferfarbig, an der glatten Naht und 
den Seitenrandern griin. 

2. Scarabaeus cupreus Castelnau. 

Hist. nat. Col., II, 1840, p. 65. 

Tanganjika-See (REICHARD). 

Nyassa-See, Ngami-See, Mosambik bis Caffrarien; Brit.-Ostafrika. 



321 

3. Scarabaeus gangeticus Castelnau (isidis Cast.). 

1. c., p. 64. 

Rasse laevigatus Kolbe. 

Nova Acta L,.-C. Acad. 1887, p. 244. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa, Februar 1891 (Dr. STUHL- 
MANN), Siidostufer des Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER); Insel Ukerewe 
im Victoria-Nyansa, April (P. A. CONRADS); Uwinsa, Ostseite des Tanganjika- 
Sees, Marz 1912 (DiESENER). 

Nyassa-See, Kongo-Gebiet, Guinea. 

Granulation des Pronotums hinten sehr fein und zuweilen verschwindend. 

Bei der nordostafrikanischen Rasse dieser Art ist die Granulation des Pro- 
notums bis zum Hinterrande gleichmaBig grob; sie bewohnt Nubien, Sennaar, 
Berber, auch Senegambien. Die Art ist auch aus Somali, Rhodesien, Trans- 
vaal, Natal, ferner aus Britisch-Indien und Ceylon bekannt. 

XIII. Unterfamilie Melolonthinae. 

Unter den Gruppen dieser Unterfamilie sind besonders die Sericinen mit 
den Gattungen Aulacoserica, Stilbotrochalus n. g., Loboserica n. g., Triacmoseri- 
ca n. g., Mesotrochalus n. g., Pseudotrochalus, Sphaerotrochalus, Trochalus, 
Autoserica, Lepiserica, Homaloserica und Euphoresia, und die Camentinen 
mit den Gattungen Empecamenta, Isocamenta n. g., Liocamenta n. g., Pente- 
camenta, Camenta, Hemicamenta, Mitracamenta und M elanocamenta gut ver- 
treten. Auch die Schizonychinen mit den Gattungen Syngeneschiza, Eti- 
schiza, Eremotrogus n. g., Lecanotrogus, Entypophana Mos., Hecistopsilus, Rhizo- 
proctus und Schizonycha bewohnen das Seengebiet formenreich. 

Von den Apogoniinen, Leucopholinen und Pachypodinen finden sich im 
Seengebiet nur einige Gattungen mit wenigen Arten. 

Die in West- und Ostafrika verbreitete Gattung Eulepida hat aus dem Seen- 
gebiet keine Art geliefert. 

Gattung Aulacoserica Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1900, p. 82 (Sep. 566). 

Diese Gattung bildet zusammen mit Loboserica und Stilbotrochalus eine 
Gruppe nahe verwandter Formen; sie steht besonders der ersteren Gattung 
recht nahe; doch ist der Clypeus gut unterschieden und von dem Epistom 
deutlich abgesetzt, schmaler als dieses, an den Seiten durch eine schwache Kerbe 
angedeutet. Die Antennen sind lo-gliedrig; das Flabellum ist dreiblattrig. An 
den Tarsen sind beide Krallen innenseits mit einem spitzen Zahne versehen. 
Der Korper ist scherbengelb oder rostfarbig. 

Jedenfalls laBt die fast elementare Bildung des Kopfschildes auf eine tiefere 
Stufe in der Gruppe der Sericinen schlieBen. 

Bisher waren nur einige ost- und zentralafrikanische Arten von dieser 
Gattung bekannt. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 21 



322 

i. Aulacoserica nyansana Brenske. 

1. c., p. 567. 

SO-Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER); Ruwensori, Westseite, 1800 m, 
Februar 1908; siidwestlich vom Albert-Nyansa : Mboga, Marz 1908 (Dr. SCHU- 
BOTZ). 

2. Aulacoserica stuhltnanni Brenske. 

1. c., p. 568. 

Siidlich vom Albert-Edward-See: Butumbi, 7. Mai 1891 (Dr. STUHLMANN). 

Gattung Stilbotrochalus (n. g.). 

Mit Loboserica und Aulacoserica nahe verwandt, von beiden Gatttmgen 
durch das vierblattrige Flabellum, von Loboserica durch den vom Epistom 
deutlich abgesetzten Clypeus und den breit-ovalen Korper, von Aulacoserica 
durch den stumpfen Lobus an der Innenseite der Krallen aller Beine verschieden. 

Korper oval, glatt, unbehaart, hinter der Mitte etwas breiter. Clypeus 
vom Epistom deutlich abgesetzt, fast parallelseitig, mit letzterem am Seiten- 
rande einen stumpfen Winkel bildend, glatt, am Vorderrande zweibuchtig. 
Epistom runzlig-punktiert. Antennen lo-gliedrig, Flabellum 4-blattrig, drittes 
und viertes Glied langlich, fiinftes bis siebentes Glied kurz. Elytren hinter der 
Mitte etwas verbreitert; Epipleuren vorn maBig breit. Tibien des ersten Bein- 
paares zweizahnig, ohne Spur eines dritten Zahnes. Schenkel des dritten Bein- 
paares maBig breit; erstes Tarsenglied dieser Beine kiirzer als zweites. Krallen 
aller Tarsen mit einem stumpfen Lobus innenseits an der Basalhalfte. 

Die einzige Art ist 

i. Stilbotrochalus nitens n. sp. 

Am Nordende des Tanganjika-Sees bei Usumbura gefunden, November bis 
Dezember 1907 (v. STEGMANN und STEIN). 

Ganz braunrot, stark glanzend, weder tomentiert noch behaart. Epistom 
maBig dicht, Frons zerstreut-punktiert ; laterale Rander des Epistoms schwach 
geschweift, teilweise gerade. Prothorax nach vorn stark verschmalert, ober- 
seits fast dicht punktiert. Elytren punktiert-gestreift, die Streifen etwas ver- 
tieft, der suturale Streifen am starksten vertieft; Interstitien zerstreut-punk- 
tiert. Pygidium schwach konvex, teilweise ein wenig, aber sehr leicht, foveoliert 
und zerstreut, aber ziemlich kraftig punktiert. Metasternum zerstreut fein 
punktiert, an den Seiten und ebenso auf den hinteren Coxen kraftig punktiert. 
Die Sternite des Abdomens mit einer querstehenden Punktreihe. 

Korperlange 6 3 / 4 mm. 

Gattung Loboserica n. g. 

Durch die schmale Korperform, das sehr verlangerte Flabellum der An- 
tennen im mannlichen Geschlecht und die Krallenbildung ausgezeichnet. 

Korper mehr oder weniger schmal, gestreckt, unbehaart und ohne Schuppen- 
bekleidung, glanzend. Stirn maBig breit, Augen groB, konvex. Clypeus und 



323 

Epistom miteinander verwachsen, an der Skulptur jedoch voneinander zu 
unterscheiden. Clypeus vorn abgestutzt, einfach gebildet, an den freien Ran- 
dern etwas aufgebogen. Antennen lo-gliedrig; Flabellum 3-gliedrig, merklich 
langer als der Funicnlus mit dem Scapus zusammen. Mentum hockerartig ge- 
wolbt, glanzend. Prothorax schmal, nach vorn etwas verjiingt. Mesosternum 
zwischen den Mittelhiiften ohne Fortsatz, abgestutzt. Die beiden Krallen aller 
Beine mit einem lappenformigen stumpfen Fortsatze innenseits im Basalteile. 
Tibien des ersten Beinpaares zweizahnig. Tibien des dritten Beinpaares schlank, 
am Ende stumpf abgestutzt. Schenkel des dritten Beinpaares maBig breit. 

Loboserica unterscheidet sich von Aulacoserica dadurch, daB der Clypeus 
und das Epistom fast so deutlich miteinander verschmolzen sind wie bei den 
echten Sericinen. Doch ist der Clypeus an der glatten Skulptur von dem grob 
gerunzelten Epistom zu unterscheiden. Die Gattung Loboserica bedeutet also 
einen Fortschritt auf der Stufenleiter der morphologischen Entwicklung der 
Sericinen. 

Ferner sind die Krallen innenseits nicht mit einem Zahne, sondern mit einem 
Lobus ausgeriistet. 

Aus dem vorliegenden Material der Expedition gehoren folgende Arten 
hierher. 

1. Loboserica gracilis n. sp. a". 

Aus der Steppe siidlich vom Albert-Nyansa, Dezember 1907, I d* (Dr. 

SCHUBOTZ.) 

Korper langlich, schmal, hellbraun. Clypeus vorn gerade abgestutzt. Epi- 
stom grob gerunzelt ; Stirn vorn gerunzelt-punktiert, hinten schwacher zerstreut- 
punktiert. Prothorax doppelt so breit wie lang, die Seitenrander nach hinten 
zu gerade, vorn schwach gebogen, Hinterecken rechtwinklig, scharf; die ganze 
Oberseite reichlich und maBig kraftig, nicht dicht punktiert. Scutellum langer 
als breit, beiderseits eingedriickt, maBig grob punktiert. Elytren fein gestreift- 
punktiert, die Streifen vertieft, die Interstitien grober und zerstreut-punktiert. 
Tarsen lang, schlank. 

Long. corp. 7 mm. 

2. Loboserica kivuana n. sp. d*. 

Kiwu-See: Nordufer, Kissenji, November 1908 (v. STEGMANN und 
STEIN), i Exemplar. 

Etwas weniger schlank als die vorstehende Art, mehr gewolbt, hinten etwas 
dicker, auch glanzender. Clypeus. vorn in der Mitte ausgerandet (nicht gerade 
abgestutzt). Prothorax vor den Vorderecken mit einem rundlichen Eindruck 
versehen, oberseits etwas kraftiger punktiert. Fliigeldecken weniger schmal 
und deutlich gewolbt; Skulptur derselben ebenso. Pygidium weniger dicht punk- 
tiert, glanzend, gewolbt. 

Korperlange 6 3 / 4 mm. 

21* 



324 

Folgende Ubersicht iiber die drei vorstehend behandelten Gattungen soil 
einen vergleichend-morphologischen Einblick gewahren. Die Kopfbildung ist 
bei diesen und den iibrigen Gattungen wichtiger als die Bildung anderer Teile 
des Korpers. 

Morphologisch wertvoll ist besonders das Kopfschild, welches urspriinglich 
aus dem vorderen Clypeus und dem darauf folgenden Epistom besteht, die auf 
den hoheren Stufen der Gattungsfolge miteinander zu einem gemeinschaftlichen 
Kopfschilde verschmolzen sind. 

1. Clypeus vom Epistom noch deutlich abgesetzt. 

a) Flabellum der Antennen aus 3 Gliedern bestehend; Unguiculi mit 
einem spitzen Zahn an der Innenseite Aulacoserica. 

b) Flabellum 4-gliedrig; Unguiculi aller Tarsen mit einem stumpfen 
Lobus innenseits an der Basalhalfte Stilbotrochalus. 

2. Clypeus und Epistom miteinander verschmolzen, ohne Trennungslinie, 
an der Skulptur jedoch voneinander zu unterscheiden. Flabellum 3-gliedrig. 
Unguiculi aller Tarsen mit einem stumpfen Lobus innenseits an der 
Basalhalfte Loboserica. 

Bei Serica und den vielen nachsten Verwandten, z. B. Lepiserica, Auto- 
serica, Euphoresia usw. sind der Clypeus und das Epistom so innig miteinander 
verschmolzen, daB die Skulptur keinen Unterschied zeigt; ebensowenig auch 
die Lateralrander. Hiernach ist auch die Bildung dieser Organteile bei den 
folgenden Gattungen zu beurteilen. Eine vergleichend-morphologische Be- 
arbeitung aller Gattungen ist notig. Einige Gattungen mogen wohl fallen. 

Gattung Triacmoserica n. g. 

Ein primordialer Formentypus der Sericinen spricht aus der Kopfbildung 
dieser Gattung, welche mit Aulacoserica und anderen Gattungen eine tiefere 
Stufe in dieser Gruppe einnimmt; denn der Clypeus ist noch elementar geformt 
und vom Epistom zu unterscheiden. Durch die Dreizahnigkeit der Tibien des 
ersten Beinpaares scheint diese Gattung auch Beziehungen zu Triodonta zu 
haben. 

Der Korper ist langlich, oberseits glanzend und unbehaart. Das Epistom 
samt dem Clypeus ist nach vorn hin merklich verschmalert. Der Clypeus ist 
hinten nur maBig verengt und bildet mit dem Epistom an den Seiten einen 
stumpfen Winkel; der Vorderrand ist fast gerade und nur schwach ausgerandet. 
Die Augen sind maBig groB. Der Canthus erreicht die Mitte derselben. Die 
Antennen sind lo-gliedrig, das dritte bis siebente Glied sind kurz und klein; 
das Flabellum ist 3-gliedrig, kaum kiirzer als Glied i 7 zusammen und schwach 
gebogen. Das achte Glied hat eine kurze Lamelle und ist doppelt so breit wie 
das siebente. Mentum vorn plattenformig, glanzend, glatt, etwas eingedriickt. 
Prothorax doppelt so breit wie lang, vorn verschmalert, die Vorderecken vor- 
springend, mit stumpf abgerundetem Winkel; die Seitenrander vorn gerade, 



325 

hinten vor den Hinterecken ausgerandet. Scutellum langlich, Spitze stumpf. 
Elytren ohne Rippen. Tibien des ersten Beinpaares dreizahnig. Am ersten Bein- 
paar haben die Krallen innenseits einen Lobus, am zweiten und dritten Bein- 
paar einen Zahn; hier sind die Krallen also zweizahnig. An den Tarsen des 
dritten Beinpaares ist das erste Glied mindestens so lang wie das zweite. 

Triacmoserica unterscheidet sich von Stenoserica Brsk. u. a. durch die 
lo-gliedrigen Antennen, die Sutur zvvischen dem Clypeus und dem Epistom 
und die Bildung der Krallen; von Camentoserica durch das einfache Kopfschild 
(ohne Querkiel), den vorn fast geraden und nur schwach ausgerandeten Clypeus 
und die Lange der Basalglieder der Hintertarsen. 

Die einzige Art ist 

i. Triacmoserica stegmanni n. sp. 

Am Nordende des Tanganjika-Sees: Usumbura, November bis Dezember 
1907 (v. STEGMANN und STEIN). 

Korper langlich, rotlich-gelbbraun, Elytren gelbbraun, Antennen scherben- 
gelb, Femora gelbbraun, Tibien rotbraun, Tarsen dunkelbraon. Clypeus glan- 
zend, hinten mit wenigen Punkten; Epistom dicht und tief punktiert, Vorder- 
ecken stumpf winklig abgerundet, Vorderrand schwach gebuchtet; Stirn weniger 
dicht bis zerstreut-punktiert. Pronotum reichlich und maBig stark punktiert, 
die Punkte gleichartig, so groB wie die Zwischenraume zwischen den Punkten. 
Scutellum maBig dicht punktiert. Elytren mehr als um die Halfte langer als 
breit, die Streifen deutlich, vertieft, punktiert; Interstitien etwas konvex, zer- 
streut-punktiert. Pygidium leicht konvex, reichlich punktiert, auf der hinteren 
Halfte gerunzelt-punktiert. 

Korperlange 7,5 mm. 

Gattung Mesotrochalus n. g. 

Die hierher gehorigen Formen sind ein interessantes Verbindungsglied 
zwischen den Trochalinen und Sericinen; denn die Verschmelzung des Clypeus 
mit dem Epistom ist recht mnig geworden, aber die Kopfschildform des Seri- 
cinentypus ist noch nicht erreicht. Die Form des Kopfschildes erinnert noch 
an die Trochalinen; ebenso wie bei der Gattung Pseudotrochalus. Mesotrochalus 
unterscheidet sich von dieser Gattung durch den zarteren Korperbau, die weniger 
-frhartete Epidermis, den etwas gestreckten Korper, den schmaleren Metasternal- 
fortsatz zwischen den Mittelhiiften und die schmalen Hinterbeine. Mesotrocha- 
lus steht also auf einer tieferen Organisationsstufe als Pseudotrochalus. 

Der Clypeus von Mesotrochalus ist vom Epistom durch einen mehr oder 
weniger undeutlichen und abgekiirzten Transversalkiel getrennt, oder der letz- 
tere fehlt. Clypeus und Epistom bilden zusammen ein nach vorn stark ver- 
schmalertes Kopfschild, welches als eine einzige homogene vordere Kopfplatte 
erscheint. Die Antennen sind lo-gliedrig; das dritte bis siebente Glied sind 
kurz, das Flabellum des Mannchens ist recht lang. Die Elytren sind langlich 



326 

und breit oval, hinter der Mitte am breitesten. Die Beine sind schlank, die 
Tibien des ersten Paares zweizahnig; die Femora und Tibien des dritten Paares 
schmal und langlich. Beide Krallen aller Beine sind an der Innenseite mit einem 
Zahn versehen. 

Die hierher gehorigen Arten liegen nur in vereinzelten Stiicken vor. 

1. Mesotrochalus docilis n. sp. 

Ruanda: Bugoie-Urwald, i o* (v. STEGMANN und STEIN). 

Totus brunneus; epistomate (cum clypeo) aperte attenuate, marginibus 
lateralibus integris, medio supra simplice (haud tuberculato); prothorace large 
sat confertim (nee dense) leviter punctato, lateribus subrecto; elytris latius- 
culis parum elongatis, large punctulatis, postice ampliatis, interstitiis alternis 
angustioribus. 

Long. corp. 9 mm. 

Rotbraun, glanzend, oben mit schwachem Metallschimmer, langlich-breit, 
hinter der Mitte der Klytren am breitesten. Kopfschild dicht runzlig, matt; 
laterale Randleiste gerade. Stirn glanzend, fein punktiert, vorn doppelt ein- 
gedriickt, mit Langsrunzeln versehen, dahinter konvex, beiderseits der Mitte 
unpunktiert. Prothorax sehr reichlich, aber maBig dicht punktiert; Seitenrander 
fast gerade, sehr schwach gebogen; Vorderecken spitz ausgezogen; Hinterecken 
fast rechtwinklig, schwach, stumpf abgerundet. Scutellum langer als breit, 
am Grunde und an der Spitze glatter. Elytren hinter der Mitte am breitesten; 
die dorsalen Streifen paarig; die Interstitien zwischen den Doppelstreifen schma- 
ler als die alternierenden, unpunktiert oder vereinzelt punktiert; die breiten 
Interstitien reichlich und unregelmaBig punktiert; die lateralen Interstitien der 
Elytren von gleicher Breite. Pygidium ziemlich dicht grob punktiert, ein- 
gedriickt. Ventrale Sternite des Abdomens grob punktiert, grob langsrunzlig. 

2. Mesotrochalus aequalis n. sp. 

Urwald, 90 km westlich vom Albert-Edward-See, 1600 m, i a* (R- GRAUER). 

Totus brunneus, praecedenti similis, epistomate (cum clypeo) similiter atte- 
nuate, in marginibus lateralibus prope clypeum levissime sinuate vestigiumque 
suturae inter clypeum et epistoma exhibente, medio leviter tuberculato; pro- 
thorace simillimo, vix densius, at profundius punctato; elytris similibus, parum 
ampliatis, paulo brevioribus, interstitiis striarum latitudine aequalibus. 

Long. corp. 8,5 mm. 

Der vorigen Art sehr ahnlich, aber die Streifen der Elytren sind von gleicher 
Breite, also gleichweit voneinander entfernt. Ferner ist das Epistom (in der 
Gegend der urspriinglichen Sutur zwischen Clypeus und Epistom) vorn an den 
Seiten mit einer kleinen Ausrandung versehen, welche die urspriingliche Tren- 
nungslinie zwischen diesen beiden Kopfabschnitten anzudeuten scheint. Pro- 
thorax sehr ahnlich, vielleicht etwas dichter, aber deutlich tiefer punktiert; 
Hinterecken ungefahr rechtwinklig, der Winkel deutlich scharfer ausgebildet. 



327 

Elytren hinten etwas breiter; Interstitien alle ungefahr von gleicher Breite. 
Pygidium feiner punktiert, auf der Mitte eingedriickt. 

3. Mesotrochalus sp. 

Rugege-Wald, im siidwestlichen Ruanda, 1800 m, 20. August 1907, I <f 
(Dr. SCHUBOTZ). 

Sehr defekt. Etwas langer als die vorstehend aufgefiihrten Arten. Epistom 
seitlich ganzrandig, oberseits auf der Mitte, an der Grenze des Clypeus mit einem 
beiderseits abgekiirzten Querkiel. Interstitien der Elytren von gleicher Breite. 

Gattung Pseudotrochalus Quedenfeldt. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1884, p. 301. 

Hierher gehoren mehrere iiber das tropische Afrika verbreitete Arten. Bei 
einigen Arten ist der Clypeus kaurn unterscheidbar, da der gemeinsame Seiten- 
rand fast in gerader Marginallinie verlauft. Bei anderen Arten ist der Clypeus 
am Seitenrande vom Epistom winklig abgesetzt. Auch die Skulptur dieser beiden 
Teile der Kopfkapsel ist bei manchen Arten verschieden. Das ist besonders 
der Fall, wenn der Clypeus am Seitenrande vom Epistom winklig abgesetzt ist. 

1. Pseudotrochalus amitinus n. sp. 
Victoria-Nyansa (STUHLMANN). 

Dem P. concolor m. von Chinchoxo in Nieder-Guinea sehr ahnlich, kurz- 
oval, hinter der Mitte am breitesten, ganz hellrotbraun, mattfarbig; Kopf und 
Pronotum mit sehr schwachem griinlichen Scheine. Epistom glanzend, runzlig- 
punktiert; Clypeus weniger eingeschniirt als bei P. concolor, aufgebogen, vorn 
abgestutzt. Frons seicht punktiert, mattfarbig, die sutura frontalis fein, aber 
sehr deutlich, bogenformig. Prothorax etwas langer, nach vorn starker ver- 
schmalert, an den Seiten weniger gebogen als bei concolor ; Vorderecken spitz 
vorgezogen, uberall fein, nicht dicht punktiert; Hinterrand beiderseits des ante- 
scutellaren Lobus mit einer Foveola. Scutellum etwas schmaler als bei concolor. 
Elytren hinter der Mitte am breitesten, gestreift; die Interstitien schwach kon- 
vex, undicht schwach punktiert. Tibien des ersten Beinpaares auBen zweizahnig. 
Femora und Tibien des dritten Beinpaares breit. Unterseite matt, Mitte des 
Metasternums - und Beine etwas glanzend. Metasternum sehr fein zerstreut- 
punktiert. 

Korperlange 7,5 mm. 

2. Pseudotrochalus nigroviridis n. sp. 

Nordlich vom Albert-Edward-See: FuB des Ruwensori, Westseite, Februar 
1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Dem Trochalus corinthia Gerst. sehr ahnlich, aber sogleich durch die gene- 
relle Bildung des Clypeus zu unterscheiden. Korper kurz eiformig, in der Mitte 
am breitesten, ganz schwarzgriin, oberseits mattfarbig, zum Teil mit braunem 
Scheine. Kopf schwach glanzend; Mundteile und Antennen braunrot. Unter- 



328 

seite des Korpers schwach glanzend. Beine schwarzgriin, besonders die Hinter- 
beine von gleicher Farbe und glanzend. - - Kopfschild ganz allmahlich nach vorn 
stark verschmalert, an den Seiten gerade und etwas aufgebogen, oberseits ziem- 
lich dicht runzlig-punktiert. Clypeus nicht abgesetzt und eigentlich nicht mehr 
unterscheidbar, vorn kaum mehr aufgebogen als die lateralen Rander des Epi- 
stoms. Frons weniger dicht, aber ahnlich deutlich punktiert wie das Kopf- 
schild. Sutura frontalis sehr fein, maBig bogenformig. Prothorax wie bei den 
meisten Arten der Gattung geformt, die Seitenrander etwas und gleichmaBig 
gebogen, fein gerandet; Vorderecken vorgezogen, spitz, Hinterecken stumpf- 
winklig abgerundet; oberseits reichlich schwach punktiert; hinten vor dem 
Hinterrande beiderseits des Lobus schwach niedergedriickt. Scutellum etwas 
langer als breit, hinten maBig zugespitzt. Elytren fein gestreift, die Streifen 
schwach eingedriickt, die stria suturalis hinten stark vertieft und grob punk- 
tiert. Metasternum mit ziemlich starkem mittleren Langseindruck. 
Korperlange 7,5 mm. 

3. Pseudotrochalus consimilis n. sp. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). 

Diese Art ist dem ostafrikanischen Pseudotrochalus chrysomelinus Gerst. 
(Jipe-See) recht ahnlich, aber u. a. durch den etwas eingeschnurten Clypeus 
und die weniger abgerundeten Seitenrander des Prothorax unterschieden. 

Korper matt dunkelbraun, die Elytren rotbraun, die Unterseite teilweise 
glanzend. Epistom breit, nach vorn stark verschmalert, an den Seiten gerade 
gerandet; der Vorderteil (Clypeus) schmal, an den Seiten winklig abgesetzt; 
oberseits rauh runzlig-punktiert; Clypeus glatter, weniger punktiert. Pro- 
thorax an den Seiten mit einzelnen Borsten gefranst, nicht ganz doppelt so breit 
wie lang, an den Seiten gleichmaBig gerundet, die ganze Oberseite ziemlich dicht 
und fein punktiert. Elytren in der Mitte am breitesten, maBig tief gestreift, 
die Streifen punktiert, die Interstitien regellos punktiert. Femora und Tibien 
des dritten Beinpaares breit, wie bei Trochalus. 

Korperlange 8,5 mm. 

Die Gestalt und Farbung sind wie bei Trochalus- Arten; die Form und Bil- 
dung des Clypeus verweisen die Art aber zu Pseudotrochalus. 

Gattung Sphaerotrochalus Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1900, p. 82 (Sep. p. 450). 

Einige Arten in Ostafrika bis zum Victoria-Nyansa und bis Transvaal. 

i. Sphaerotrochalus wintgensi n. sp. 

Tabora, Juli 1908, i a* (WINTGENS). 

Merklich groBer als Sph. boehmi Quedf., durch die glatte Stirn, den hinten 
verbreiterten Prothorax, das breitere Scutellum und den Mangel der dunklen 
Zeichnung auf der Mitte der Elytren unterschieden. Auch von Sph. robustus 
Transvaals verschieden, der etwas kleiner ist, einen tiefer abgeschnurten Cly- 



329 

peus, einen geraden Transversalkiel vorn auf dem Epistom, eine reichlicher 
punktierte Frons, schwach glanzende, irisierende Elytren und deutlich punk- 
tierte Interstitien besitzt. Ebenso ist Sph. rufosignatus m. eine ganz andere Art. 

Die neue Spezies ist etwas groBer und kraftiger gebaut als Sph. robustus, 
schwarz, mattfarbig; Elytren braunlichrot, alle Rander schwarz. Kopf unter- 
seits, Prothorax am Voider- und an den Seitenrandern, auch auf der Unter- 
seite an den lateralen Randern des Pectus und des Abdomens mit langen gelben 
Fransen; auch auf dem Metasternum und auf den Sterniten des Abdomens mit 
gelben Borsten. Clypeus weniger stark eingeschniirt, am Rande stumpfwinklig, 
hinten grob punktiert; mittlerer Zahn am Vorderrande kraftig, fast spitz. Epi- 
stom grob punktiert, vorn mit einem deutlichen, gebogenen, beiderseits etwas 
abgekiirzten Transversalkiel. Frons weniger grob und nur vorn punktiert. 
Antennen mit 9 Gliedern. Prothorax reichlich fein punktiert, die Punkte in 
der matten Farbung nicht so deutlich wie bei robustus. Elytren gestreift, die 
Interstitien etwas konvex und zerstreut fein punktiert. Tibien des ersten Bein- 
paares 3 zahnig, der obere Zahn nur stumpf vorspringend. Pygidium konvex, 
reichlich, aber nicht dicht punktiert, vor der Spitze zerstreuter punktiert. 

Korperlange 8 mm. 

Auch Pseudotrochalus quadrisignatus Quedf. gehort zu Sphaerotrochalus. 

2. Sphaerotrochalus boehmi Quedenfeldt. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1888, p. 195; BRENSKE, Monogr. d. Sericiden, Sep. p. 563. 

Ost- Victoria-Nyansa : More-Bai bis Kawirondo-Bai, Anfang Februar 1894 
(O. NEUMANN); Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, September (Pater A. CON- 
RADS); Tanganjika-See (Dr. R. BOEHM). 

Auf der Insel Ukerewe ist die Art Variationen unterworfen. Bei manchen 
Stiicken erscheinen die Vorderecken des Clypeus deutlich zahnartig vorgezogen; 
der Prothorax etwas kiirzer und starker punktiert, weniger glanzend. Einige 
Exemplare gleichen dem BoEHMschen Exemplar vom Tanganjika-See. Das 
Pygidium ist bald schwarz, bald rotbraun; auch die Beine bald braun, bald 
schwarz, metallisch schimmernd. Es ist moglich, daB die Spezies auf der Insel 
umandert. 

3. Sphaerotrochalus politulus n. sp. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). 

Aeneo-niger, nitidus, tibiis rufo-brunneis, femoribus posticis obscure aeneis; 
clypeo antice tridentato, subnitido, lateraliter constricto, epistomate rugoso- 
punctato, margine arcuato, fronte subtilius punctata; vertice glabro, impunctato, 
nitido; oculis sat parvis, canthis anteriore et posteriore spatio parvo separatis; 
antennis lo-articulatis, flabello tri articulate; prothorace transverse copiosis- 
sime punctulato, punctulis autem haud densatis, angulis anticis parum pro- 
ductis, haud acutis, lateribus arcuatis, prope marginem canaliculato-impressis; 
elytris junctis leviter ventricosis, subtiliter substriatis, interstitiis irregulariter 



330 

subtilius punctatis; tibiis anticis bidentatis; pectore et ventre sat fortiter punc- 
tatis, in medio glabro parce punctatis. 

Long. corp. 5,5 mm. 

Diese kleine, glanzende Art gehort anscheinend in diese Gattung, auf Grund 
der Bildung des Clypeus und des Epistoms. Sie ist kleinen glatten Exemplaren 
des Sphaerotrochalus ru/osignatus m. var. obscuratus m. aus Usambara ahnlich; 
das vorliegende Exemplar ist aber verhaltnismaBig etwas breiter, also dicker. 
Der Clypeus hat nur einen kurzen medianen Vorsprung und vorspringende 
laterale Ecken. Der Prothorax ist hinten breiter; die Vorderecken sind weniger 
spitz ausgezogen. Die Elytren sind bauchig, die Streifen und Punkte schwacher. 
Die Vordertibien sind deutlich zweizahnig. 

Gattung Trochalus Castelnau. 

Magas. Zool. Cl. IX, 1832, t. 44; BRENSKE, Monogr. d. Sericiden, Sep. p. 450. 
Artenreich iiber Afrika siidlich der Sahara verbreitet. 

1. Trochalus fraterculus Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 202. 

o* 9. Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (CoNRADS). 

Eine der kleineren Arten, mattbraun bis dunkelbraun, die Antennen und 
Palpen rostfarbig, das Flabellum gelb. Das Epistom ist stark eingeschniirt, 
oben runzlig-punktiert und mit einem medianen Hocker versehen, am Vorder- 
rande zweibuchtig; Stirn ziemlich dicht punktiert. Prothorax an den Seiten- 
randern bald hinter der Mitte leicht gerundet, auf dem Riicken reichlich zer- 
streut-punktiert, auf der Mitte der Lange nach mit einem Eindruck. Elytren 
einfach gestreift, die Streifen nicht eingedriickt, die Interstitien punktiert. Die 
Tibien des ersten Beinpaares auBen zweizahnig und ohne eine Spur von einem 
dritten Zahne. Die Schenkel des dritten Beinpaares maBig breit. Die Unter- 
seite (Metasternum, Hinterhiiften, Abdomen) fein und reichlich punktiert. 
Pygidium auf der Mitte eingedriickt. 

Korperlange 7 8 mm. 

2. Trochalus integer Kolbe. 

ibid., p. 202. 

o"9. Siidlich vom Albert-Nyansa : Mboga, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ); 
Panga am Aruwimi, Mai 1908; FuB des Ruwensori, Westseite, Februar 1908; 
Fort Beni und Urwald in Nordwest-Beni, westlich vom Ruwensori, Januar 1908 
(Dr. SCHUBOTZ); Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius); 
Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (CoNRADS); Insel Kwidjwi im Kiwu-See, Sep- 
tember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); SW- Albert-Nyansa : Undussuma, 1050 m, 23. und 
24. Juli, 6. August, 13. 20. November 1891 ; Kafuro in Karagwe, Ende Februar 
1891 (Dr. STUHLMANN); Uganda: Kampala bis Kabule, 18. 22. Juni 1891 
(Dr. NAGELE); Nordost-Tanganjika-See: Ukaranga, 5. Mai 1897 (RAMSAY und 
HOSEMANN) ; an der Ostseite des Victoria-Nyansa von Ussoga siidwarts im Marz 
bis Mai 1894 (O. NEUMANN). 



331 

Dem Trochalus fraterculus auBerst ahnlich, aber in beiden Geschlechtern 
durch einige Merkmale davon gut zu unterscheiden. Das Epistom ist im vor- 
deren Teile breiter, vor dem Vorderrande weniger stark eingeschniirt, auf der 
Mitte nur konvex (nicht gehockert), am Vorderrande vollstandig gerade (nicht 
zweibuchtig). Die Femora des dritten Beinpaares sind breiter. Die Unterseite 
des Korpers (Metasternum, Hinterhiiften, Abdomen) ist kraftiger punktiert. 
Das Pygidium ist ganz konvex (auf der Mitte nicht eingedriickt). 

Korperlange 7,5 8 mm; die Exemplare vom Aruwimi 9 mm lang. 

Von der Insel Ukerewe liegen beide Arten vor; aber T. fraterculus scheint 
auf die Insel beschrankt zu sein. 

Rasse opimus n. 

Aus der Gegend des Albert-Nyansa liegt ein groBer Trochalus vor, der dem 
T. integer auBerst ahnlich und nur durch die bedeutendere GroBe davon zu 
unterscheiden ist. Er gehort vielleicht als groBe Rasse zu dieser Art. 

Korperlange 10,5 n mm. 

Sudwest- Albert-Nyansa : Undussuma, 1050 m, Ende Juli 1891 (Dr. STUHL- 
MANN). 

3. Trochalus ukerewius Kolbe. 

ibid., p. 201. 

Von der Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (CoNRADS). 

Diese Art ist dem T. spectabilis Ouedf. von Angola sehr nahe verwandt. 

4. Trochalus infranitens Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 117. 

Kibanga am Tanganjika-See (nach FAIRMAIRE). 

5. Trochalus cariniceps n. sp. 
Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN). 

Eine groBere Art, an Tr. integer, Rasse opimus, erinnernd, nur wenig kleiner 
als diese, hauptsachlich durch den mittleren Langskiel des Epistoms, die etwas 
feinere Punktierung des Pronotums, die in der Mitte verbreiterten Elytren, 
das reichlicher und feiner punktierte Pygidium und die etwas weniger breiten 
Hinterbeine verschieden. 

Korper dick eiformig, braun, mattfarbig, Kopf ganz, Prothorax oben vorn 
und an den breiten Seiten, sowie die Schulterbeule der Elytren glanzend; Unter- 
seite und Beine sehr glanzend. Clypeus stark eingeschniirt, vorn aufgebogen 
und abgestutzt, nach den Vorderecken zu abgerundet. Epistom reichlich punk- 
tiert, mit kraftigem mittleren Langskiel, der bis zum Clypeus reicht, hinten 
aber abgekiirzt ist; Seitenrander fast gerade; der Transversalkiel gebogen. 
Stirn fast dicht und fein punktiert, fast feiner als das Epistom. Prothorax an 
den Seiten etwas gerundet, oberseits ziemlich dicht und fein punktiert, Vorder- 
ecken lang und spitz ausgezogen, Hinterecken stumpfwinklig. Elytren bauchig 
dick, in der Mitte am breitesten, schwach gestreift, die Streifen hinten deut- 



332 

licher und etwas vertieft, der Suturalstreifen bis vorn deutlich; Interstitien 
schwach und reichlich punktiert. Pygidium reichlich und fein punktiert. Meta- 
sternum auf der Mitte fein, auf den Seiten starker punktiert. Femora und Tibien 
des dritten Beiiipaares maBig breit, fein punktiert. 
Korperlange 9,5 mm. 

Diese Art ist auch dem T. saginatus ahnlich, aber die Vorderecken des 
Prothorax sind langer und spitzer, die Hinterecken nicht abgerundet (bei sagina- 
tus breit abgerundet). 

6. Trochalus saginatus n. sp. 

Westlich vom Albert-Nyansa : Panga am Aruwimi, Mai 1908 (Dr. SCHU- 
BOTZ). 

Dem Trochalus corinthia Gerst. ahnlich, groBer und verhaltnismaBig dicker 
als T. integer m., dick eiformig, ganz samtschwarz mit braunschwarzer Nuance, 
oberseits zwar glanzlos, aber der Kopf glanzend; unterseits mattbraun, nur das 
Metasternum und die hinteren Coxen, mit Ausnahme der Seiten, sowie die 
Beine glatt, glanzend dunkelbraun; Pygidium rot. Epistom glanzend, kraftig 
und nicht dicht punktiert, mit stumpfem mittleren Langskiel; die Seitenrander 
hinten gerade, nach vorn schwach bogenformig vorspringend. Clypeus weniger 
eingeschniirt als bei integer, am Vorderrande fast gerade abgestutzt, schwach 
gebogen. Der quere Kiel zwischen dem Epistom und der Stirn starker bogen- 
formig. Stirn feiner punktiert. Prothorax stark transvers, Vorderecken recht- 
winklig, weniger spitz ausgezogen als bei integer; Seitenrander schwacher ge- 
bogen; Hinterecken breit abgerundet; oberseits sehr fein zerstreut punktiert. 
Elytren an den Seiten breiter abgerundet, auBerst fein gestreift; die Interstitien 
fein zerstreut-punktiert ; der Suturalstreif vor der Spitze tief eingedriickt. Meta- 
sternum auf der Mitte sehr schwach zerstreut-punktiert, auf den Seiten und 
den Hinterhiiften starker punktiert. Pygidium schwach runzlig-punktiert, die 
Punkte ziemlich kraftig. Vordertibien zweizahnig. Femora und Tibien des 
dritten Beinpaares recht breit. 

Korperlange 9 mm. 

7. Trochalus iridicolor n. sp. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 

Durch GroBe, Form und Farbung dem Trochalus exasperans Pering. ahn- 
lich, aber durch den feineren und kurzen Kiel und die feinere Punktierung des 
Epistoms, sowie durch die alternierend breiteren und schmaleren Interstitien 
der Elytren verschieden. Auch dem T. cariniger m. ist die Art recht ahnlich; 
die Oberseite ist aber glanzend, braun, die Elytren auf dem Riicken messing- 
farbig und schon blau irisierend; die Unterseite dunkelbraun; Beine rotbraun, 
Tar sen dunkler. Epistom dichter punktiert; der mittelstandige Kiel kurz, fein, 
nur vorn ausgebildet, die lateralen Rander gerade; Clypeus von ahnlicher Form, 
wie bei cariniger, Apikalrand mit kurzem breiten abgerundeten mittleren Vor- 



333 

sprunge. Prothorax dichter und feiner punktiert. Scutellum mehr zugespitzt, 
ziemlich dicht und fein punktiert. Elytren in der Mitte am breitesten, deutlich 
punktstreifig, Interstitien abwechselnd schmaler und breiter, maBig dicht und 
regellos punktiert. Tibien der Yorderbeine zweispitzig, ohne Spur von einem 
dritten Zahne. Pygidium glanzend, zerstreut-punktiert. 
Korperlange 9 mm. 

8. Trochalus cariniger n sp. 
Siidost-Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 

In Gestalt, Farbung undGroBe dem T. mashunus Pering. (Maschonaland) sehr 
ahnlich. 



Langlich-oval, in der Mitte am breitesten, braun, oberseits matt, der Kopf, 
der gro'Bte Teil des Pronotums und der callus humeralis der Elytren glatt und 
glanzend, das Pronotum etwas irisierend. Unterseits groBtenteils glanzend. 
Clypeus stumpf dreizahnig, tief eingeschniirt. Epistom zerstreut-punktiert, 
auf der Mitte mit longitudinalem Kiel, der vpm Clypeus bis zum transversalen 
Frontalkiel reicht. Stirn feiner und etwas dichter punktiert. Prothorax gleich- 
maBig und nicht sehr dicht punktiert; Yorderecken stark vorgezogen, spitz; 
Seitenrander vorn gerade, gleich hinter der Mitte bogenformig. Elytren deut- 
lich gestreift, die Streifen un deutlich punktiert; Interstitien zerstreut-punktiert, 
teilweise von gleicher Breite; das suturale Interstitium sehr schmal, das 2. und 
4. Interstitium breiter als das 3. und 5.; die suturale Spitze em deutliches Zahn- 
chen bildend. 

Korperlange 8 9 mm. 

9. Trochalus pruinosus n. sp. 
Siidost-Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 

Von T. cariniger durch die etwas kiirzere Form, dunklere Farbung, ganz 
glanzlose Oberseite, kiirzeres Scutellum, abweichende Bezahnung der Vorder- 
tibien und breitere Hintertibien unterschieden. 

Oberseite dunkelbraun, pruinos, ganz mattfarbig, nur der Kopf glanzend. 
Clypeus ziemlich stark dreizahnig; Epistom nicht sehr dicht, kraftig punktiert; 
Stirn viel feiner und dichter punktiert. Prothorax von gewohnlicher Form, 
aber die Vorderecken sehr spitz, die Seitenrander vor den Vorder- und Hinter- 
ecken etwas gebuchtet; die ganze Oberseite ziemlich dicht und fein punktiert. 
Elytren deutlich punktstreifig, die Streifen aber schwach; die Interstitien gleich- 
maBig breit, zerstreut-punktiert. Beine teilweise mattfarbig, Hinterbeine ganz 
glanzend; Schenkel der Hinterbeine maBig breit; Tibien breit, nach dem Grunde 
zu verschmalert. Unterseite mattfarbig, etwas pruinos, nur das Metasternum 
und die Hinterhiiften groBenteils glanzend. 

Korperlange 8,5 mm. 

Dem T. fraterculus m. in Gestalt und GroBe ahnlich, aber etwas langer und 
im einzelnen ganz verschieden beschaffen. Dem T. verticilineatus Brsk. (Ann. 
Soc. Ent. Belg. 43, 1899, p. 381) scheint T. pruinosus nahe verwandt zu sein. 



334 
Gattung Autoserica Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1897, p. 356; ebenda, 1902, p. 2 (Sep. Monogr. p. 546). 

Zahlreiche Arten in Afrika siidlich der Sahara und im siidlichen Asien. 

i. Autoserica schubotzi n. sp. 

Vom Siidostufer des Kiwu-Sees in Ruanda, August 1907, I Exemplar (Dr. 
SCHUBOTZ); von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (R. GRAUER). 

Bine der groBten Arten der Gattung, von ahnlicher Gestalt und GroBe wie 
A. lata Brsk. aus Angola. Die neue Art ist dunkler gefarbt und glanzender. 
Der Korper ist dick eiformig, dunkelbraun, maBig glanzend, unterseits glatt 
und glanzender, zerstreut-punktiert. Epistom hinten breit, nach vorn verschma- 
lert und an den freien Randern merklich aufgebogen. Epistom und Stirn dicht 
runzlig-punktiert. Mentum konvex, vorn abgeflacht und eingedriickt. Protho- 
rax recht breit, zerstreut-punktiert, Seitenrander ohne Borsten; Vorderrand 
in der Mitte etwas vorgezogen, an den Seiten schwach gerundet, die Hinter- 
ecken stumpf abgerundet. Scutellum auf der Mitte reichlich punktiert, an den 



Seiten und hinten glatt. Elytren mit vertieften Streifen, diese punktiert; die 
Interstitien zerstreut-punktiert. Pygidium glanzend, zerstreut-punktiert. Die 
Femora des dritten Beinpaares viel weniger breit als bei A. lata, die Scheiden 
fur die Tibien schmal. Auch die Tibien des dritten Beinpaares schmaler und 
etwas langer. 

Korperlange n 11,5 mm. 

Nach Herrn Dr. SCHUBOTZ, dem erfolgreichen Zoologen der Expedition, 
benannt. 

Gattung Lepiserica Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1901, p. 222 (Sep. Monogr. p. 500). 
t)ber das intertropikale Afrika verbreitet. 
i. Lepiserica fucatella Brenske. 

1. c., p. 227 (p. 505). 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (CoNRADS); auf der Reise von Ugogo 
nach Unyamwesi bei noo 1200 m gefunden (Dr. MARSHALL). 
Deutsch-Ostafrika : Ukami-Berge. 

2. Lepiserica budjunguana Brenske. 

1. c., p. 229 (p. 507). 

Westlich vom Ruwensori : Fort Beni, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); auch 
bei Panga am Aruwimi, westlich vom Albert-Nyansa, Mai 1908 (Dr. SCHUBOTZ); 
bei Budjungua, siidwestlich vom Albert-Nyansa, 20. Juli 1891 (Dr. STUHL- 
MANN); Bukoba am Victoria-Nyansa, Juni 1907 (Dr. MARSHALL); Bukoba 
(EGGEL); Tabora (ZICKENDRAHT). 

3. Lepiserica fullonica Brenske. 

1. c., p. 226 (p. 504). 

Undussuma, siidwestlich vom Albert-Nyansa, 1050 m hoch, Ende Juli 1891 
(Dr. STUHLMANN). 



- 335 

4. Lepiserica wavuana n. sp. 

Insel \Vau im Kiwu-See, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ). 

Diese dunkelfarbige Art ist cler Lepiserica benigna Brsk. von Natal sehr 
ahnlich, sowohl in der GroBe, wie in der Gestalt und Farbung. vSie ist schwarz- 
braun, oberseits etwas glanzender und schwaoh schillernd. Der auBere Saum 
des Prothorax und der Elytren ist braun. Epistom nach vorn zu weniger ver- 
schmalert, starker skulptiert, grob runzlig-punktiert, auch die Stirn. Sutur 
zwischen Epistom und Frons undeutlich. Prothorax hinten an den Seiten 
gerade, Yorderecken kiirzer, weniger spitz; Punktierung reichlich, ahnlich wie 
bei benigna, aber kraftiger und hinten dichter. Elytren sehr ahnlich beschaffen; 
Interstitien reichlicher und starker punktiert. Sehr kleine kurze, grauweiBe 
Schiippchen fehlen; die groBeren weiBen Schuppenharchen noch sparsamer als 
bei benigna. Pygidium konvex, reichlich punktiert, mit einer mittleren Langs- 
leiste auf der apikalen Halfte. Unterseite braun. Beine sehr ahnlich denen von 
benigna. 

Korperlange 8 mm. 

5. Lepiserica runsorica n. sp. 

Nordlich vom Albert-Edward-See: Ruwensori, Westseite, Februar 1908 
(Dr. SCHUBOTZ). 

Der L. fullonica ahnlich, etwas korpulenter, schwarzlich dunkelgriin bis 
braunschwarz, Rander des Prothorax und der Elytreii braun. Unterseite braun, 
teilweise irisierend, mit sehr kurzen grauen Haarschiippchen sehr sparsam be- 
setzt. Elytren ohne grau beschuppte braune Tiipfel auf schwarzbraunem Grunde. 
- Epistom ahnlich geformt, glanzend, aber starker gerunzelt, nicht punktiert. 
Stirn matt, von der Naht an sehr fein punktiert. Prothorax etwas langer, hinten 
breiter. Pygidium zerstreut schwach punktiert. Femora und Tibien des dritten 
Beinpaares groBer und breiter. 

Korperlange 10 mm. 

Gattung Lamproserica Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1901, p. 456 (Sep. Monogr. p. 538). 

i. Lamproserica kakomae Brenske. 

1. c., p. 458 (p. 540). 

Ostlich vom Tanganjika-See: Kakoma in Ugunda (Dr. R. BOEHM). 
Auch im zentralen Deutsch-Ostafrika : .Ussandaui. 

Gattung Homaloserica Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1901, p. 205 (Sep. Monogr. p. 483). 
Nur eine Art ist bekannt. 
i. Homaloserica fessa Brenske. 

1. c., p. 205 (p. 483). 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 



336 
Gattung Euphoresia Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1900, p. 86 (Sep. Monogr. p. 454). 

Uber das intertropikale Afrika in groBerer Artenzahl verbreitet. 
i. Euphoresia kivuana Brenske. 

1. c., p. 195 (Sep. p. 473)- 

Butumbi am Kiwu-See (nach BRENSKE). 

2. Euphoresia kossowana Brenske. 

1. c., p. 96 (Sep. p. 464). 

Ost-Victoria-Nyansa : Kossowa, Februar bis Anfang Marz 1894; auch auf 
der Reise von Ussoga nach Uganda gefunden (O. NEUMANN). 

3. Euphoresia ugandana Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 203. 

Uganda (CoNRADS). 

Diese Art ist von der vorigen sehr gut zu unterscheiden. Sie ist aber mit 
westafrikanischen Arten, besonders mit Euphoresia multipunctata Brsk. (Nieder- 
Guinea) nahe verwandt. 

4. Euphoresia seriatipennis Moser. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. L/VII, 1913, p. 332. 
Uganda (nach MOSER). 

Fort Sibut (Franzosischer Kongo), nach MOSER. 

5. Euphoresia bisignata Moser. 

1- c., p. 335- 

Sesse-Insel im Victoria-Nyansa (nach MOSER). 

Gattung Empecamenta Brenske. 

Ann. Mus. Civ. Storia nat., XXXV, 1895, p. 218. 

Die Antennen sind lo-gliedrig, das Flabellum ist in beiden Geschlechtern 
4-gliedrig. 

Die Arten dieser Gattung sind den Arten von Apocamenta (BRENSKE, Ent. 
Tidskr. XXIV, 1903, p. 89) sehr ahnlich. In letzterer Gattung ist das Flabellum 
beim d* 6-, beim 9 4-gliedrig. 

Was BRENSKE als usambarae (die nur nach einem 9 beschrieben ist) zu Empe- 
camenta stellt, scheint zu Apocamenta Brsk. (Ent. Tidskr. Stockholm, XXIV, 
1903, p. 89) zu gehoren. Leider ist das d* von usambarae nicht bekannt. Aber 
ich habe auBerst ahnliche Arten in der Konigl. Sammlung vor mir, die im mann- 
lichen Geschlecht ein 6-gliedriges Flabellum haben und die zu Apocamenta ge- 
horen. Irrtiimlich habe ich in der Bearbeitung der Scarabaiden des Kilimandjaro 
und Meru im SjosTEDTschen Werke fiir die Arten usambarae Brsk. und meruana 
m. den BRENSKEschen Gattungsnamen Empecamenta beibehalten; beide Arten 
gehoren zu Apocamenta. 

Ober die Arten von Empecamenta herrscht keineswegs Klarheit. Ubrigens 
steht diese Gattung der Gattung Apocamenta so nahe, daB beide wohl zusammen- 
zuziehen sind. 

Im folgenden ist eine neue Art aus dem Seengebiet beschrieben. 



337 

i. Empecamenta discrepans n. sp. 9. Ostseite des Tanganjika-Sees: Ugaga in 
der L,andschaft Uwinsa, 5. bis 6. November 1899, 2 99 (GLAUNING). 

Eine kleine Art von rotlichgelber Farbung, etwa von der GroBe der Cyrto- 
camenta puerilis, aber von breiterem Korperbau, besonders aber durch die ab- 
stehende Behaarung, die kraftige Punktierung des Kopfes, des Prothorax und 
der Elytren unterschieden, ferner durch die Bildung des Clypeus und die Glieder- 
zahl des Flabellums der Antennen ausgezeichnet. 

Ferruginea, capite pronotoque rufo-ferugineis, supra et infra sat longe 
rufo-pilosa; clypeo laevi, nitida, bifoveata, antice medio profunde sinuato; 
epistomate confertim rugoso-punctato, antice bisinuato, postice a fronte 
sutura arcuata distincta separate; fronte laxe et crasse punctata, postice 
autem subtiliter densius punctulata; antennis lo-articulatis, articulo sexto 
simplice, flabello mediocri 4-articulato; prothorace transverse plus duplo 
latiore quam longiore, in lateribus aequaliter rotundato, supra large nee dense 
sat crasse punctate; scutello laevi glabro, parum punctate; elytris postice 
paulo ampliatis, vix subcostatis, ubique fere similiter ac pronoto punctatis, 
punctis paululum densius dispersis, stria impressa suturali postice distincta; 
tibiis pedum primi paris bidentatis; pectore ventreque subtiliter large 
punctatis; metasterno medio anguste glabrato. 

Long. corp. 7,3 8 mm. 

Gattung Isocamenta nov. gen. 

Generi Empecamentae habitu valde proximum, antennis autem g-articu- 
latis sat diversum; clava in mare et femina quadriarticulata. 

Hierher gehoren die Arten Isocamenta montana m. und amitina m. vom 
Meruberge (SjosTEDTs Wissensch. Ergebnisse d. Schwed. zool. Expedition nach 
dem Kilimandjaro, Meru usw. Deutsch-Ostafrikas. 1910. 7. Col.: Scarabaeiden 
von KOLBE, p. 348, 349) und die 3 folgenden neuen Arten. Nur Isocamenta 
petulans m. von Moschi (1. c., p. 349) gehort nicht hierher, sondern zu Empe- 
camenta. 

i. Isocamenta schubotzi n. sp. 

Fort Beni, westlich vom Ruwensori-Gebirge, Januar 1908, i 9 (Dr. SCHU- 
BOTZ). 

Brunnea, nitida, longe nee large rufo-setosa; capite antice infuscato, 
clypeo nitidissimo antice impunctato, medio marginis anterioris sat sinuato; 
fronte parce rude crasse punctate, epistomate inaequaliter rude punctato, antice 
medio laeviore; palporum maxillarium articulo ultimo gracili, tenui, curvato; 
prothorace transverse brevi, pronoto plus minusve disperse inaequaliter 
punctato; scutello glabro indistincte punctato; pectore mediocriter, abdo- 
mineque subtilius large punctatis. 

Long. corp. 1 1 1 /., mm. 

Diese Art ist kraftiger gebaut, bei gleicher GroBe, als Isocamenta mon- 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 



- 338 - 

tana m. vom Meruberge, aber sonst recht ahnlich, auch ahnlich sperrig be- 
borstet; doch sind die Borsten noch vereinzelter und weniger fein. Die Elytren 
sind einfacher und gleichmaBiger punktiert. 

Dem Entdecker so vieler neuer Arten, Herrn Dr. SCHUBOTZ, zu Ehren 
benannt. 

2. Isocamenta ugandana n. sp. 

Uganda: Nimule bis Gondocoro, 14. 29. Juli 1911 (Dr. NAGELE). 

Der Empecamenta (Isocamenta} petulans m. sehr ahnlich, aber durch die 
Zahl der Antennenglieder, den breiteren Prothorax, die feinere Punktierung 
desselben und die etwas weniger dichte, aber ahnliche Punktierung der Elytren, 
ferner durch die ungleich langen Borsten des apikalen Borstenkranzes der Tibien 
des dritten Beinpaares (welche bei I. petulans gleichlang sind) unterschieden. 

Charakteristik der neuen Art: Ferruginea, fulvo-pilosa, epistomate brunneo, 
marginibus prothoracis anteriore et posteriore elytrorumque suturali anguste 
nigro vel brunneo limbatis; epistomate autem fronteque rude punctatis, 
illius punctis confertissime, in fronte minus densatis; prothorace transverse, 
in medio longitudinaliter subsulcato, lateribus pone medium valde ampliato- 
rotundatis; margine laterali crenulato, antice recto, postice subarcuato; dorso 
large mediocriter punctato, punctis haud densatis postice subtilioribus; margine 
postico medio ante scutellum paulo subangulariter producto; elytris obsoletis- 
sime subcostatis, sat crasse et profunde punctatis, punctis numerosis nee autem 
densatis; tibiis pedum primi paris bidentatis, dente apicali longissimo; tibiis 
secundi et tertii parium apice setis longitudine inaequalibus coronatis; pygidio 
confertissime mediocriter punctato. 

Long. corp. 7 8 mm. 

Von verwandten Arten steht Isocamenta amitina m., 1. c. p. 349 vom Meru 
der neuen Art nahe. Diese ist aber von der amitina durch den weniger schlanken 
Korper, den kiirzeren Prothorax, die im vorderen Drittel geraden Seiten des- 
selben und den noch schlankeren Apikalzahn der Tibien des ersten Beinpaares 
unterschieden. 

3. Isocamenta sequax n. sp. 

Aus Kissenji am Nordufer des Kiwu-Sees, September 1907, i o* 
(Dr. SCHUBOTZ); von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907, i 9 
(GRAUER); SO- Albert-Edward-See: Kirere, Mpororo, 15. 17. April 1891 (STUHL- 
MANN); Ost-Victoria-Nyansa: Kossowa, Anfang Marz 1894 (O. NEUMANN); NO- 
Tanganjika-See: Bugufi, Marz 1897 (RAMSAY und HOSEMANN). 

Praecedenti paululum proxima, supra paulo largius rufo-setosa, corpore 
nonnihil graciliore; capite infuscato, epistomate fronteque largius et densius 
rude punctatis, palporum maxillarium articulo ultimo minus gracili, fusiformi, 
recto; prothorace minus brevi, angustiore, largius punctato; elytris quoque 
paulo angustioribus, similiter punctatis, punctis raris subtilioribus hie et illic 
intermixtis. 



- 339 

Long. corp. ii 1 /^ 12 mm. 

Diese neue Art unterscheidet sich von der vorigen durch etwas schlankeren 
Korper, die dichte und rauhe Punktierung der Stirn und des Epistoms, das 
weniger schlanke und nicht gekriimmte apikale died der Maxillarpalpen, den 
weniger kurzen, aber dichter punktierten Prothorax und die etwas schmaleren 
und langeren Elytren, die ahnlich punktiert sind. 

Gattung Liocamenta nov. gen. 

Empecamcntae et Isocamentae generibus magnopere simillima et cognata, 
corpore autem elongato supra toto glabro (nee hirto), prothorace tantum latera- 
liter setis ciliato, pectore, pygidio, segmentis abdominalibus ventralibus pedibus- 
que leviter setosis. Antennae lo-articulatae, flabello (9) 5-articulato. Pro- 
thorax exiguus, lateraliter angulisque posticis rotundatis. Elytra paulo elongata 
postice sensim latiora. 

Bei aller Ahnlichkeit mit Isocamenta und Empecamenta ist die neue Gattung 
doch gut charakterisiert. Isocamenta hat in beiden Geschlechtern ein 4-glied- 
riges Flabellum, Empecamenta im mannlichen Geschlecht ein 6-gliedriges, im 
weiblichen ein 4-gliedriges Flabellum. Beide Gattungen zeichnen sich durch 
abstehende Borsten auf der Oberseite des Korpers aus. Liocamenta hat ein 
5-gliedriges Flabellum (9) und ist oberseits (besonders auf den Elytren) nicht 
beborstet. Hierher gehort i Spezies: 

i. Liocamenta consentanea n. sp. 

i 9 vom Kiwu-See (Kissenji), November 1908 (v. STEGMANN und STEIN); 
i 9 von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (GRAUER). 

Brunnea, nitida, apice tibiarum tarsisque fuscis; capite mediocriter con- 
fertim rugoso-punctato, punctis in vertice minus densatis, clypeo nitido parce 
punctato, antice mediocriter sinuato; prothorace exiguo dimidio latiore 
quam longiore, antrorsum paulo angustato, in dorso sat confertim et partim 
laxius subtiliter vel modice punctulato, medio longitudinaliter paulo impresso; 
elytris quadrilineatis, lineis leviter convexis, seriebus punctorum geminatis, 
interstitiis irregular! ter punctulatis; segmentis abdominis ventralibus 
pygidioque irregulariter punctulatis punctisque majoribus setiferis intermixtis. 

Long. corp. 11,5 mm. 

Gattung Pentecamenta Brenske. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1896, p. 341. 

i. Pentecamenta subcostata Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 205. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, November (P. A. CONRADS); Tabora, 
ein groBes Weibchen, 14,5 mm lang, nicht gut konserviert (P. LEUPOLT). 

22* 



340 
Gattung Camenta Erichson. 

Naturg. Ins. Deutschlands, Col., III. Bd., 1847, p. 695. 

i. Camenta obesa Burmeister. 

Handb. d. E.nt., IV (2), 1855, p. 144. 

Mubuki-Tal, O-Ruwensori, 20002300 m (nach ARROW). 
Westafrika. 

Gattung Hemicamenta Brenske. 

Stettin. Ent. Zeit., 58. Jahrg., 1897, p. 103. 

AuBer der einen typischen Art aus Sierra-Leone sind noch von PERINGUEY 
zwei Arten aus Siidafrika beschrieben. Hierzu kommt die folgende Spezies: 

i. Hemicamenta dubiosa n. sp. 

In den Landschaften im Siiden des Victoria-Nyansa (wahrscheinlich bei 
Muansa) 2 oV von Herrn UHL gefunden; i drittes o* wahrscheinlich ebenfalls 
bei Muansa (Dr. STUHI<MANN). Alle 3 Exemplare in der Sammlung des Konigl. 
Museums. 

Nach der Bildung der Antennen (vgl. die Gattungscharakteristik bei BRENSKE 
1. c.) gehort die vorliegende Art zu Hemicamenta. Doch ist ein Irrtum nicht 
ausgeschlossen ; denn die carina transversa vorn am Epistom, die der typischen 
Art theryi Brsk. nach Angabe des Autors fehlt, ist bei der vorliegenden Art sehr 
deutlich und kraftig ausgebildet. Die Angabe ..Pleuren des Thorax sehr schmal" 
ist ungenau. Der Facher (flabellum) der lo-gliedrigen Antennen ist ebenfalls 
6-gliedrig, und das dritte Glied etwas verlangert. Die Krallen des letzten Tarsen- 
gliedes sind am Ende ungespalten und an der Innenseite mit einem groBen, etwa 
von der Mitte bis zur Basis reichenden Lobus versehen. Das alles paBt wieder 
zur Charakteristik von Hemicamenta. 

Charakteristik der neuen Spezies: 

Elongata, flavo-brunnea, subnitida, lateraliter sat longe flavo-ciliata, infra 
nitida; capite brunneo-infuscato, clypeo, epistomate pronotoque rufo-brunneis 
elytrorumque marginibus obscure brunnescentibus ; epistomate cum clypeo 
aequaliter (antice arcuatim) antrorsum attenuate, margine anteriore reflexo 
et distincte sinuato; clypeo nitido glabro, impunctato, utrinque foveato, carina 
arcuata distincta, epistomate profunde nee dense punctato; fronte subtilius et 
large ubique punctata; antennis lo-articulatis, flabello 6-articulato, articulo 
tertio leviter elongate, quarto brevi lateraliter expanse; prothorace nitido 
disperse punctato, transversim utrinque medio marginis subangulate rotundato; 
scutello nitido parce punctato, impresso; elytris leviter quater subcostatis, 
interstitiis fere rude ?ubrugose punctatis; pygidio leviter convexo, subtilius 
et densius punctato; tibiis pedum primi paris bidentatis, dente apicali elongate; 
apice tibiarum pedum posteriorum partim inaequaliter spinoso; unguiculis tarso- 
rum apice liberis, simplicibus, in parte basali dimidio intus lobatis. 

Long. corp. 7 8 mm. 



341 
Gattung Mitracamenta Brenske. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1903, p. 296. 

i. Mitracamenta adelpha n. sp. 

Von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907, 2 0*0* (GRAUER). 

Brunneo- vel nigro-fusca, nitida, infra pedibusque flavo-griseo setosa; 
capite toto confertim rude punctate, opaco, clypeo cum epistomate utrinque 
rotundato, ad sutura'm autem subsinuato, clypeo antice rnedio leviter ernargi- 
nato; antennis lo-articulatis, flabello articulis 7 composite; prothorace an- 
gusto supra sat large inaequaliter distincte punctate, inter puncta dorsalia in- 
aequaliter paulo laevigato, lateraliter modice rotundato, angulis anticis subacutis 
porrectis, posticis rotundatis; elytris sat angustis, similiter ac prothorace sed 
paulo crassius punctatis, punctis plurimis irregulariter positis, nonnullis subli- 
neatim ordinatis; cost? prima distincta, dorsali indistincta-; metasterno 
foveato, fovea parumpunctata postice laevi. 

Long. corp. 7 8 mm. 

Der M. lineella Brsk. sehr ahnlich, besonders hinsichtlich der GroBe, des 
Aussehens und der Farbung; aber die Oberseite ist glanzender; die Elytren 
sind weniger dicht punktiert; der Clypeus ist weniger tief ausgeschnitten usw. 

Gattung Melanocamenta Brenske. 

Ann. Soc. Ent. Belg. 1899, p. 379. 

1. Melanocamenta variolosa Kolbe. 

Sitzungsber. Gesellsch. naturf. Freunde, Berlin 1913, P- -4- 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (CONRADS). 

2. Melanocamenta uvinsana n. sp. 

Tanganjika-See, Ostseite: Konsi, Uwinsa, 24. Oktober bis 2. November 1899; 
Kombe bis Unyanyembe, 12. 14. November 1899 (GivUJNiNG). 

Der M. variolosa m. von der Insel Ukerewe sehr ahnlich, die Stirn und das 
Epistom grober punktiert, der Prothorax hinten breiter, oben mehr zerstreut- 
punktiert; dazu der Korper kiirzer. 

Korper kurz, subangulat, gelbbraun bis braun oder dunkelbraun, Kopf 
schwarz, Pronotum schwarz mit braunen Flecken ; Elytren rotbraun, am AuBen- 
rande und hinten schwarzlich; Brust schwarzbraun ; Abdomen dunkelbraun, 
am Rande rotbraun; Beine hellbraun, mehr oder weniger geschwarzt; - - oder 
fast ganz schwarz oder schwarzbraun, Pygidium und Seiten des Abdomens 
braun, Palpen und Antennen rotlichgelb; Beine rotbraun, Schenkel des zweiten 
und dritten Beinpaares schwarzbraun. 

Clypeus sehr'wenig punktiert, nach vorn verschmalert, vorn tief ausgerandet, 
die Loben breit abgerundet. Epistom dicht und grob punktiert, an den Seiten- 
randern schwach gebogen. Stirn vorn und an den Seiten reichlich und schwacher 
punktiert als das Epistom, auf der Mitte und hinten glatt. 



342 

Das Flabellum der Antennen besteht beim a* aus 6, beim 9 aus 5 Gliedern. 

Prothorax nach vorn stark verschmalert, oberseits zerstreut fein punk- 
tiert, Vorderecken kurz abgerundet, Hinterecken stumpf abgerundet, Seiten- 
rander maCig gebogen. Scutellum glatt, kaum sichtbar punktiert. 

Elytren mit einigen Doppelstreifen, von denen die beiden dorsalen Paare 
am deutlichsten sind; die Interstitien unregelmaBig punktiert, neben den Seiten- 
randern und am Apikalrande nicht dichter punktiert. 

Krallen im Basal teile mit lappenartiger Erweiterung. 

Abdomen fein zerstreut-punktiert. 

Korperlange 4 6,5 mm. 

Von den Farbenvarietaten treten folgende am deutlichsten hervor: 

Var. basalis n. Kopf und Pronotum schwarz, Elytren schwarz, nur deren 
Basalhalfte braunrot. 

Var. nigra n. Kopf, Pronotum und Elytren ganz schwarz oder braun- 
schwarz. 

3. Melanocamenta densata n. sp. 

Ostseite des Tanganyika: Ugaga bis Mguruka in Uwinsa, 8. 9. November 
1899 (GLAUNING). 

Der vorigen Art sehr ahnlich, der Korper aber weniger kurz, oval, Kopf 
fast schwarzbraun, Prothorax rotbraun; Elytren dunkel gelbbraun, an den 
Randern schwarz; Pygidium braun; Unterseite und Beine dunkelbraun, Vorder- 
beine rotbraun. 

Clypeus nach vorn kaum verschmalert, vorn in der Mitte ahnlich tief aus- 
gerandet, die Loben stumpfwinklig abgerundet, Epistom viel reichlicher und 
feiner, aber ebenfalls dicht punktiert; Stirn ahnlich, aber etwas weniger dicht 
als das Epistom, punktiert, jedoch viel feiner, reichlicher und dichter punktiert 
als bei voriger Art. 

Prothorax nach hinten zu breiter, Vorderecken deutlich stumpfwinklig, 
etwas vorspringend ; Seitenrander hinter der Mitte breit abgerundet; oberseits 
ziemlich dicht und fein punktiert. Scutellum etwas punktiert. 

Elytren auf der Riickenseite mit 2 deutlichen Doppelstreifen, die beiden 
seitlichen Doppelstreifen undeutlich; die Interstitien viel reichlicher punktiert 
als bei voriger Art; besonders neben den AuBenseiten und vor der Spitze dichter 
punktiert. 

Pygidium dicht und fein punktiert, zwei Spiegelfeldchen auf der Mitte un- 
punktiert und glatt. 

Von der M. variolosa besonders durch den vorn weniger verschmalerten 
Clypeus, das reichlicher punktierte Epistom und Stirn, das viel dichter punktierte 
Pronotum und die mehr hervortretenden zwei glatten Feldchen des Pygidiums 
unterschieden. 

Korperlange 7 1 / 3 mm. 



343 
Gattung Apogonia Kirby. 

Trans. Linn. Soc., XII, 1818, p. 401. 

Eine Anzahl Arten aus clem tropischen Afrika, zahlreicher aus dem tro- 
pischen Asien, Ostasien und Indonesien, wenige aus der australischen Inselwelt 
bekannt. Nur kleine Formen. 

i. Apogonia subaenea n. sp. 

Nordufer des Tanganjika-Sees: Usumbura, November bis Dezember 1907, 
2 Exemplare (99) (v. STEGMANN und STEIN); Insel Wan im Kiwu-See, Sep- 
tember 1907, i Exemplar (9) (Dr. SCHUBOTZ). 

Der Apogonia contracta m. aus Togo nahe verwandt, etwas groBer, viel 
schwacher metallisch gefarbt, ober- und unterseits samt den Beinen rotbraun, 
grunmetallisch schimmernd. Oberseits kahl, auch die Unterseite des Korpers, 
die Punkte derselben aber groBtenteils mit einer kleinen hellen Borste besetzt, - 
Kopfschild weniger kurz und vorn \veniger deutlich abgestutzt als bei contracta, 
fast schwach gerundet, etwas schwacher gerunzelt-punktiert. Prothorax etwas 
dichter punktiert als bei jener Art; die Seiten vorn gerade. Scutellum beider- 
seits der Mitte reichlich punktiert, breit. Elytren etwas .bauchiger als bei con- 
tracta, die Interstitien etwas reichlicher punktiert, die Punkte teilweise durch 
schwache Runzeln miteinander verbunden; die dorsalen Rippen deutlicher als 
bei der .genannten Art. Metasternum w r eniger glatt und glanzend, deutlich zer- 
streut-punktiert. Pygidium klein, mit einzelnen groBen Punkten besetzt, gleich- 
maBig konvex, ohne Furche. Tibien des ersten Beinpaares gleichfalls dreizahnig, 
oberer Zahn kurz und stumpf. Abdomen glanzend, langs der Mitte glatt, feiner 
und weniger punktiert als auf den Seiten. 

Korperlange 7 8 mm. 

Apogonia mediocris m. ist eine schlankere Art, die feiner, gleichmaBiger 
und weniger dicht punktiert ist. Auch ist das Scutellum weniger breit. 

2. Apogonia sossiana n. sp. 9- Sossian bis Ngoroine, siidostlich vom Victoria- 
Nyansa, i 9, Januar 1894 (O. NEUMANN). 

Diese Art ist der vorigen sehr ahnlich, aber etwas schlanker. Die Stirn 
ist weniger breit, das Kopfschild schwach ausgerandet. Der Prothorax ist 
etwas schmaler, sonst ahnlich. Auch das Scutellum ist schmaler. Die Elytren 
erscheinen etwas weniger bauchig; die Interstitien sind etwas weniger breit 
und nicht so reichlich punktiert; auch treten die Rippen, welche bei der vorigen 
Art recht deutlich sind, hier weniger hervor. Die Beine, besonders die Hinter- 
beine, sind kraftiger gebaut. Das Pygidium ist viel dichter und feiner punk- 
tiert und mit einer mittleren Langsfurche versehen. Das Abdomen ist reich- 
licher punktiert, auch auf der Mitte dichter punktiert als bei der vorigen Art 
und daher nur schwach glanzend; die Punkte sind mit je einem starken Borst- 
chen besetzt. 

Korperlange 6 3 / 4 mm. 



344 
3. Apogonia kraatzi Dalla Torre. 

Coleopt. Catalog. JuNK-ScHENKUNG, Pars 49, p. 139 (= Kolbei Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 
1899, p. 141). 

Mokia, siidostlich vom Ruwensori, uoo m (nach ARROW). 

Siidafrika: Transvaal, Oranje-Freistaat, Betschuana-Land, Natal, Siid- 
Rhodesien. 

Gattung Syngeneschiza Brenske. 

Stettiner Ent. Zeitung 1898, 59. Jahrg., p. 381. 
In einer Art iiber Ostafrika verbreitet. 

i. Syngeneschiza sellata Klug. 

Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1855, p. 659. 
(Syn. Adoretus sellatus Kl. = = atricapillus Kl.) 

Uganda: Nimule - - Gondokoro, 14. 29. Juli 1911 (Dr. NAGELE). 
Mosambik: Tette, Senna; Deutsch-Ostafrika. 

Gattung Etischiza Brenske. 

Stettiner Entoniologische Zeitung 1898, p. 379. 
Je eine Art in Senegambien und Zentralafrika. 

i. Etischiza mussitans n. sp. 

Tanganjika: Kakoma (Kongostaat), 25. 26. September 1899 (GLAUNING). 

Der Etischiza heudelottii Blanch. Senegambiens auBerst ahnlich und fol- 
gendermaBen davon verschieden: der Prothorax vorn reichlicher punktiert; 
die Epipleuren der Elytren an der Basis breiter; die Episternen des Metathorax 
deutlicher und reichlicher punktiert; die Femora des dritten Beinpaares etwas 
dicker; Pygidium kleiner, reichlicher und dichter punktiert. 

Korperlange 10 mm. 

Gattung Rhizoproctus Kolbe. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. 38, 1894, p. 571. 

Zwei Arten in Deutsch-Ostafrika: Usambara; dazu die neue Art in Zentral- 
afrika. 

i. Rhizoproctus exhaustus n. sp. 

Ruanda: Vulkangebiet des Kiwu-Sees (SCHLOBACH), ein sehr defektes 
Exemplar. 

Dem Rhizoproctus aurescens m. Usambaras sehr ahnlich. Korper nach 
hinten zu breiter. Kopf starker runzlig-punktiert. Prothorax sehr ahnlich, aber 
in der Mitte breiter, hinten starker verengt; die Vorderecken viel langer und 
spitzer ausgezogen, mit tiefer Ausbuchtung am Seitenrande vor den Vorderecken; 
Punktierung oberseits zerstreut, etwas grob, auf der Mitte und seitlich glatte 
Platze frei lassend. Schuppen kleiner als bei aurescens. Elytren etwas starker 
punktiert; Schuppen, wo sie erkennbar sind (nach den Seiten zu) sehr klein und 
kurz. Brust ebenso zottig behaart wie bei aurescens. Beine schmal, auch die 



345 

Tibien des ersten Beinpaares; diese dreizahnig. Krallen nahe der Mitte unter- 
seits mit einem Zahnchen bewaffnet (die Beine sind an dem Objekt mangelhaft 
vorhanden). Pygidium ahnlich punktiert, aber viel feiner beschuppt. Schuppen 
des Abdomens, besonders auf den drei hinteren Sterniten, viel kleiner und schma- 
ler, z. T. sehr schmal, haarformig; am Grunde des zweiten Sternits dichter ge- 
stellt, auf den folgenden Sterniten sehr zerstreut. 
Korperlange 19 mm. 

Gattung Eremotrogus n. g. 

Eine etwas fremdartige neue Gattungsform der Schizonychinen, mit Lepido- 
trogus, Lecanotrogus, Rhizoproctus usw. verwandt. Korper lang, zylindrisch, 
schmal, parallelseitig, oberseits ganz unbehaart and schuppenlos, hochstens 
mit Schuppenhaaren in den Grubenpiinktchen; unterseits fein behaart, vollig 
ohne Schuppen. Kopf sehr kurz, insbesondere das Epistom sehr verkiirzt; 
dieses am ganzen freien Rande aufgebogen, konkav; Frons ohne Querleiste; 
Antennen lo-gliedrig, 3. 5. Glied kurz; Mentum flach, vor dem Hinterrande 
konvex. Prothorax kurz, fast doppelt so breit wie lang, Vorder- und Hinter- 
ecken fast gleichmaBig stumpfwinklig. Elytren um mehr als die Halfte langer 
als breit. Beine schlank, diinn, schmal, Tibien des ersten Beinpaares dreizahnig, 
oberer Zahn sehr kurz und stumpf ; Krallen einfach, nur mit einem sehr kleinen, 
subbasalen Zahne, sonst zahnlos. 

Charakteristik des neuen Genus: Corpus cylindricum, elongatum, supra 
glabrum, haud squamulatum, infra leviter pilosum. Caput breve, epistoma 
concavum; antennae lo-articulatae, articulis 3. 5. brevibus. Prothorax brevis, 
fere duplo latior quam longior, angulis anterioribus et posterioribus fere aequa- 
libus, brevibus, obtuse angulatis. Elytra elongata, subparallela, plus dimidio 
longiora quam latiora. Pedes graciles; tibiae primi paris extus tridentatae, 
dente superiore brevi, obtuso. Unguiculi simplices, integri, denticulo solum- 
modo subbasali ex.tructis. 

Die einzige Art ist 

i. Eremotrogus pruinosus n. sp. 

Mattbraun, pruinos, Humeralcallus der Elytren schwach glanzend. Py- 
gidium glanzend, unbehaart. Unterseite braungelb, kurz und fein gelb behaart. 
Beine braun, Femora gelbbraun. Epistom kurz, konkav, am Vorderrande 
ausgebuchtet, Vorderecken abgerundet, dicht runzlig-punktiert ; Frons grober 
runzlig-punktiert, hinten feiner punktiert. Prothorax an den Seiteii stark ge- 
rundet, vorn verschmalert, Vorderecken kaum etwas vorspringend, oberseits 
grob und nicht dicht punktiert, hinten auf der Mitte mit schwacher Carina. 
Elytren mit vier deutlichen Rippen, sonst regellos punktiert, die Punkte zer- 
streut (nicht dicht) stehend; die Rippen von je 2 meist unregelmaBigen Punkt- 
reihen eingefaBt. Pectus und Abdomen fein und reichlich, nicht dicht punk- 
tiert. Pygidium konvex, gleichmaBig, aber nicht dicht punktiert. 



346 

Korperlange 19 mm. 

An der Nordostseite des Victoria-N3 T ansa ; auf der Reise von Kwa Kitoto 
und Kadem nach Kwa Muiya gefunden, Anfang Marz bis Ende April 1894 
(O. NEUMANN). 

Gattung Lecanotrogus Kolbe. 

1. c., p. 573. 
Nur i Spezies aus Zentralafrika bek-annt. 

i. Lecanotrogus runsoricus Kolbe. 

1. c., p. 574; STUHI, MANNS Deutsch-Ostafrika, IV. Bd. p. 165, Taf. II, Fig. 14, 14 a, 14 b. 

Siidwest-Ruanda: Rugege-Wald, 1800 m, 20. August 1907; Kiwu-See: Siid- 
ost-Ufer, August 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN); 
Nord- Kiwu-See : Ssabinio, Bambus-Wald, 3000 m, Novembei 1907 (Dr. SCHU- 
BOTZ); Ruwensori-Gebirge, nordlich vom Albert-Edward-See, 2600 m, 9. Juni 
1891 (Dr. F. STUHLMANN). Die Exemplare sind 20 21 mm lang. 

Gattung Entypophana Moser. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. 57, 1913, p. 294. 

i. Entypophana apicata Moser. 

1. c., p. 295. 

Insel Sesse im Victoria-Nyansa (STUHLMANN); Uganda (nach MOSER). 

Gattung Hecistopsilus Kolbe. 

1. c., p. 574. 

In Ostafrika 2 Arten. 
i. Hecistopsilus sinuatus Kolbe. 

1- c., p. 575- 

Ost-Tanganjika-See: Ugaga, Uwinsa, 7. 8. November 1899 (GLAUNING). 
Nyassa-Land. 

Gattung Schizonycha Blanchard. 

Hist. Ins., II, 1845, p. 215. 

Zahlreiche Arten in Afrika siidlich der Sahara; einige auch in Asien. Die 
Arten sind wenig iibersichtlich; eine monographische Bearbeitung der Gattung 
ist durchaus notig. Vgl. S. 416. 

1. Schizonycha sansibarica Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 356. 

Insel Wau im Kiwu-See, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ). Njon- 
gogi, SW-Albert-Nyansa, 12. Dezember 1891 (Dr. STUHLMANN). Bu- 
koba am Victoria-Nyansa (EGGEL). Deutsch-Ostafrika: Pangani, Insel 
Sansibar, Dar-es-Salaam. 

2. Schizonycha attenuata n. sp. 
Bukoba am Victoria-Nyansa (EGGEL). 
Aus der Verwandtschaft der Sch. pygmaea. 

Laete ferruginea, nitida, angusta, elongata, ante medium elytrorum leviter 
ampliata, capite, prothorace, tibiis tarsisque rufescentibus; fronte et episto- 



347 

mate rude et fere aspero-punctatis, hoc obtuse rotundato, margine alte re- 
flexo; antennarum articulo tertio longitudine fere quarto et quinto conjunctis 
aequali; prothorace angusto, minus brevi, pone medium ampliato, supra 
mediocriter punctato, punctis postice rarioribus, plagis laevibus interpositis, 
antice punctis leviter congregatis; elytris apicem versus perspicue attenuatis, 
ubique large nee confertim punctatis, punctis seta haud expletis; pygidio 
convexo, mediocriter punctato, leviter setoso; pectore coxisque posticis sub- 
tiliter setoso-pilosis, setis tenuibus densatis, plaga metasternali lata, trigona, 
nitida, parum pilosa; abdomine nitido, parce subtilissime piloso; pedibus 
gracilibus, tibiis anticis angustis, tridentatis, dente superiore indistincte obtuso; 
tarsorum tertii paris articulo primo breviore quam secundo. 
Long. corp. 12,5 mm. 

3. Schizonycha bukobana n. sp. 

Vom Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDOWius). 

Brunnea, nitida, modice elongata, supra glabra, large punctata, infra parce 
subtiliter pilosa; capite sat large mediocriter punctato, punctis plurimis rugis 
junctis; clypeo arcuato antice medio obtusato; antennarum articulo tertio elonga- 
to, fere longitudine ac articulis 4. 6. junctis aequo; prothorace dimidio 
latiore quam longiore, lateraliter rotundato, antrorsum attenuate, pone marginem 
anteriorem utrinque depresso angulisque posticis obtusis, dorso autem necnon 
elytris aequaliter crasse sat confertim nee dense punctatis; tibiis primi paris 
tridentatis, dente superiore brevi, obtuso, submutico; tarsorum posteriorum 
articulo primo breviore qu?m secundo; pygidio nitido large punctato. 

Long. corp. 13 mm. 

Die groBe Ahnlichkeit dieser Art mit Sch. propinqua m. laBt auf eine nahe 
Verwandtschaft mit dieser Art schlieBen. Sie ist etwas korpulenter als diese, 
also weniger schlank, aber von gleicher GroBe, Farbung und Glanz der Ober- 
seite. Der Kopf ist etwas breiter, aber ebenso skulptiert. Die Antennen und 
Palpen sind fast ebenso gebildet. Der auBerst ahnliche Prothorax ist weniger 
zerstreut und weniger grob punktiert. Auch sind die Punkte der Elytren weniger 
weitlaufig gestellt und daher zahlreicher. Liegende Borstchen in den Punkten 
sind nicht vorhanden. Das Pygidium ist dichter punktiert. Die Behaarung der 
Unterseite ist feiner und sparlicher. 

Der Sch. paterna m. von der Insel Ukerewe steht sie ebenfalls nahe; sie ist 
aber etwas kleiner, die Elytren sind weniger dicht punktiert; das 3. Glied der 
Antennen ist langer. 

4. Schizonycha eggeliana n. sp. 
Victoria-Nyansa: Bukoba, I d* (EGGEL). 

Ex majoribus, brunnea, nitida, elytris ferrugineis subnitidis; ore, anten- 
nis pedibusque castaneis; capite large scabro-punctato, clypeo obtuse rotundate 
arcuato; antennarum flabello gracili, paulo longiore quam funiculo, hujus arti- 



culo secundo dimidio longiore quam tertio; prothorace vix dimidio latiore 
quam longiore, angulis anticis et posticis (praesertim illis) obtusangulis, dorso 
inaequaliter grosse et scabre punctate, plagis laevibus praesertim in dimidio 
posteriore interruptis; elytris large nee confertim punctatis, postice parum 
ampliatis; metasterno utrinque et coxis posticis large mediocriter punctatis 
et pilosis, illo medio longitudinaliter sulcato; tarsorum posteriorum articulo 
primo breviore quam secundo; abdomine parce piloso, parum punctate. 

I^ong. corp. 19 mm. 

Der Sch. major m. nahe verwandt, wenig kleiner, aber verhaltnismaBig 
kiirzer, ahnlich skulptiert und behaart. Das Epistom ist etwas kiirzer, das 
apikale Glied der Maxillarpalpen weniger breit, dreieckig. 

5. Schizonycha kiwuana n. sp. 

Kissenje am Kiwu-See, November 1908 (v. STEGMANN und STEIN). 

Sch. nyassicae cognata, elongata, angustata, fere cylindrica, brunnea, non- 
nihil nitida, supra glabra, infra nitida, leviter flavo-pilosa, subvillosa, pilis sat 
longis vestita; capite brevi nitido, fronte parce punctata, clypeo densius punc- 
tate; prothorace plus duplo latiore quam longiore, antrorsum e medio attenua- 
te, dorso inaequali, large nee dense mediocriter punctate; elytris mediocriter 
confertim punctatis, punctis singulis haud seta expletis; pectore abdomine- 
que pilosis; tibiis pedum primi paris distincte tridentatis; pygidio sat crasse 
nee confertim punctate. 

L,ong. corp. 15 18 mm. 

Zur nyassica-Gruppe gehorig, durch den schmalen, fast zylindrischen Ko-rper 
gekennzeichnet. Von den bekannten drei Arten der Gruppe durch die drei- 
zahnigen Tibien der Vorderbeine unterschieden, der Sch. elongata m. am ahn- 
lichsten, aber noch langer gestreckt. Die Stirn ist weniger dicht punktiert als 
bei dieser Art. Das letzte Glied der Maxillarpalpen ist mehr keulenformig, bei 
elongata diinner, langer, zylindrisch. Die Follikeln der mannlichen Antennen 
sind verhaltnismaBig noch langer. Die Elytren sind etwas feiner punktiert; 
feine zerstreute Schuppenborstchen, die bei elongata deutlich sind, fehlen. Auch 
auf der Unterseite finden sich keine Schuppenborstchen und Borstchen; be- 
sonders die Brust ist mit feinen langereii Haareii bekleidet. 

Ein vom FuBe des Ruwensori (Westseite, Februar 1908, Dr. SCHUBOTZ) 
und ein aus dem Urwald westlich vom Albert-Edward-See (1600 m hoch, GRAUER) 
vorliegendes Exemplar, sind etwas groBer (17,5 18 mm lang) als die Exemplare 
vom Kiwu-See. Wahrscheinlich gehoreii beide Exemplare hierher. 

6. Schizonycha paterna Kolbe. 

Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 205. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, November (Pater CONRADS). 

7. Schizonycha insularis Kolbe. 

1. c. ( 1913, p. 207. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, April (Pater CONRADS). 



349 
8. Schizonycha ukerewia Kolbe. 

1. C., K.)1 3, p. 206. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, April (Pater CONRADS). 
g. Schizonycha kakomae Brenske. 

Stettin. Eut. Zeit. 1898, p. 358. 

Kakoma in Ugunda, nordostlich vom Tanganjika-See (nach BRENSKE). 

10. Schizonycha duplicate Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 354. 
Tabora, Juli 1908 (WINTGENS). 
Deutsch-Ostafrika: Bagamoyo. 

11. Schizonycha leupolti n. sp. 

Ostlich vom Tanganjika-See: Tabora, i o"* (P. LEUPOLT). 

Diese Art scheint der Schizonycha spuria Per. Transvaals ahnlich zu sein. 

Korper maBig lang, fast zylindrisch, braungelb; Kopf, Prothorax und Beine 
rotbraun; Pronotum und Elytren mit maBig langen weiBen Borsten, Brust 
und Schenkel mit langlichen feinen Haaren, Abdomen unterseits mit zerstreuten 
kiirzeren Haaren nicht dicht bekleidet. Kopf vorn rundlich verschmalert, Mitte 
des Vorderrandes schwach gebuchtet; Epistom kiirzer als die Stirn; vordere 
Carina gebogen, in der Mitte fast gewinkelt. Prothorax hinter der Mitte maBig 
verbreitert und hier an den Seiten oberhalb des Randes konvex ; vor dem Hinter- 
rande mit einem glatten, transversalen, in der Mitte unterbrochenen Callus 
langs des Randes; nach vorn merklich verschmalert, im apikalen Teile jeder- 
seits niedergedriickt, der Seitenrand in der vorderen Halfte schwach gebuchtet; 
die Vorderecken stumpfwinklig abgerundet. Pronotum mit groben Punkten, 
die auf der vorderen Halfte und an den Seiten dichter stehen, auf der Mitte 
aber durch ungleiche, glatte, konvexe Areolen weiter voneinander getrennt 
sind. Elytren maBig verlangert, uberall grob und gleichmaBig gerunzelt-punk- 
tiert, am Seitenrande hinter der Mitte merklich der Lange nach gebuchtet. Ti- 
bien des ersten Beinpaares dreizahnig, kiirzer als die anderen Tibien. Oberer 
Zahn der gespaltenen Krallen aller Tarsen diinner, schlanker und kiirzer als 
der untere Zahn; beide Zahne spitz. Basales Glied der Hintertarsen kiirzer 
als das zweite Glied. Der auBere Sporn der Tibien des dritten Beinpaares kaum 
langer als das erste Glied des Tarsus, schwach gebogen, spitz; der innere Sporn 
doppelt kiirzer, dicker und im apikalen Teile fast hakenformig umgebogen. 
Pygidium klein, grob punktiert. Vorletztes Sternit des Abdomens etwas langer 
als das drittletzte Sternit. 

Korperlange 13 mm. 

12. Schizonycha granulicollis n. sp. 

Ostlich vom Tanganjika-See: Tabora (P. LEUPOLT). 

Durch die gleichmaBig dichte und feine Granulation des Pronotums und 
die matte Farbung der Oberseite ausgezeichnet. 

Korper zylindrisch, gestreckt, braungelb, Kopf und Prothorax braun, 



350 

Tibien und Tarsen rotbraun. Kopf und Prothorax fein und dicht beborstet, 
die Borsten niederliegend; Elytren weniger dicht beborstet, die Borsten nieder- 
liegend, gelbweiB. Pygidium fein gelb und abstehend behaart. Brust und Hinter- 
hiiften mit niederliegenden Haarborsten maBig dicht, Abdomen mit kiirzeren 
gelbweiBen, zerstreut stehenden Borstenharchen bekleidet. 

Epistom runzlig-punktiert ; Stirn granuliert, die Graneln teilweise zu Run- 
zeln vereinigt. Epistom vorn rundlich verschmalert, Mitte des Vorderrandes 
schwach gebuchtet; der froiitale Kiel stark gebogen, der occipitale deutlich, 
gerade. Prothorax nach vorn etwas verschmalert, hinter der Mitte am brei- 
testen; Vorderecken stumpfwinklig, abgerundet; Seitenrander vorn gerade, 
hinten schwach gebuchtet; die ganze Oberflache gleichmaBig dicht mit ein- 
zelnen Graneln besetzt, mattfarbig; beiderseits vor dem Hinterrande mit trans- 
versaler glatter, glanzender Schwiele; Hinterecken deutlich stumpfwinklig. 
Elytren langlich, matt glanzend, iiberall fein und nicht dicht punktiert, dazwischen 
mit sehr schwachen Querrunzeln. Scutellum gerunzelt und punktiert, langs der 
Mitte und hinten mit glatter Schwiele. Tibien des ersten Beinpaares dreizahnig, 
oberer Zahn kurz, stumpf (Tarsen des ersten Beinpaares fehlend); Mittel- und 
Hinterbeine schlank, die Tarsen viel langer als die Tibien, erstes Glied kiirzer 
als zweites. An den Krallen oberer Zahn kiirzer und feiner als unterer Zahn. 
AuBerer Sporn der Tibien des dritten Beinpaares lang und spitz, merklich langer 
als das erste Tarsenglied, schwach gebogen; innerer Sporn i 1 / 2 mal kiirzer als 
der auBere, diinn, spitz, stark gebogen. Pygidium konvex, punktiert und quer- 
runzlig, vor der Spitze glatt. Vorletztes Sternit des Abdomens um die Halfte 
langer als drittletztes, letztes sehr kurz. 

Korperlange 13 mm. 

Gattung Oligolepis n. g. 

Generi Eulepidae cognata. Corpus supra et infra necnon elytra squamulis 
minutissimis parce vestita. Epistoma obtusum, margine reflexum. Antennae 
lo-articulatae, articulo primo (basali) clavato, majore; articulo secundo bre- 
viter clavato, dimidio longiore quam apice crassiore, articulo tertio quam quarto 
paulo longiore. Palporum maxillarium articulus ultimus elongato-ovatus, in 
parte apicali leviter curvatus, apice obtuse acuminate. Prothorax tertia parte 
brevior quam latior, in lateribus postice parallelus, his ante angulos anteriores 
rectis, ante posteriores sinuatis. Elytra fere laevia, haud vel indistincte costata, 
costa autem suturali distincta. Conus intercoxalis prosternalis brevissimus; conus 
mesosternalis distinctus, brevis, coxas autem superans. Tibiae pedum primi paris 
extus bidentatae. Unguiculi omnium pedum infra dente mediano acute armati. 

Unter den nachsten Verwandten ist es die tropisch-afrikanische Gattung 
Eulepida, welcher die neue Gattung am nachsten steht. Oligolepis unterscheidet 
sich von dieser Gattung durch den noch deutlicher hervortretenden interkoxalen 
Mesosternalhocker, den etwas langeren, schmaleren und hinten parallelseitigen 



Prothorax, die deutliche costa suturalis der Elytren und die undicht stehenden, 
fast zerstreuten sehr kleinen squamulae der Ober- und Unterseite des Korpers. 
Die Korperform ist auch nicht ganz dieselbe, da der Prothorax etwas langer, 
schmaler und hinten parallelseitig ist. Die Augenleiste (canthus oculorum) ist 
schmal und reicht bis zur Mitte der Augen. Die Antennen sind sehr ahnlich be- 
schaffen; das erste Glied ist keulenformig, das zweite knopfformig, kurz, gegen 
die Basis hin verdiinnt. Das Endglied der Maxillarpalpen ist im apikalen Teile 
etwas einwarts gebogen. Der Prothorax ist langer und schmaler als bei Eulepida 
und hinten parallelseitig. Das Mesosternum zeigt eine winzige Protuberanz in 
Gestalt einer kleinen deutlichen medianen Tuberkel, welche die Mittelhiiften 
vorn etwas iiberragt. Der Prosternalfortsatz ragt mit einer kleinen kurzen Spitze 
etwas vor. Die Fliigeldecken sind nicht oder nur sehr undeutlich gerippt, aber 
die Suturalcosta ist deutlich ausgebildet. Die Tibien der Vorderbeine sind zwei- 
zahnig. Die Krallen aller FiiBe sind mit einem abstehenden spitzen medianen 
Zahnchen an der Innenseite bewehrt. 

Die Gattung ist echt westafrikanisch, da sie bisher in zwei Arten nur aus 
Kamerun bekannt war, wahrend eine dritte liber Zentralafrika und bis in das 
Seengebiet verbreitet ist. 

i. Oligolepis congoensis Moser. 

Ann. Soc. Ent. Belg. 1913, p. 342. 

Ein Exemplar (Q) von der herzoglichen Expedition aus dem Seengebiet 
ohne nahere Fundortsangabe, von Dr. SCHUBOTZ. 

Die Beschreibung des Autors zeigt einige Differenzen. Der Prothorax des 
ScHUBOTzschen Exemplars ist an den Seiten vor den Vorderecken nur schwach, 
vor den Hinterecken starker gebuchtet. Die weitlaufig stehenden Schuppen der 
Oberflache (Mitte) des Pronotums sind nicht rund, sondern eiformig. Im folgenden 
ist eine Charakteristik und Beschreibung des ScHUBOTzschen Exemplars geliefert. 

Brunnea, squamulis partim minutis, partim minutissimis, flavidis, numero- 
sis, parce disseminatis, vestita; squamulis capitis et pronoti parum majoribus 
quam elytrorum, in epistomate paulo elongatis, angustis; capite, prothorace 
scutelloque f usco-brunneis ; pronoti vitta utrinque flexuosa lata, e squamulis 
majoribus condensata; elytris alutaceo-testaceis squamulisque minutissimis, 
ovatis vel elongatis obsitis; pectore villoso, medio nitido glabro; pronoto antice 
utrinque biimpresso, utrinque subangulariter dilatato, postice (insuper viso) 
leviter ampliato; elytris glabris, paulo pruinosis, leviter bicostatis; eorum callis 
duobus, humerali et anteapicali, subtumidis; pygidio subdilatato, apice rotun- 
dato, a latere viso fere planato, large punctulato, subtiliter squamulato, squamu- 
lis minutissimis plus minusve elongatis. 

Long. corp. 21 mm, lat. 10,5 mm. 

Der Oligolepis pygidialis Brsk. sehr ahnlich, Korper weniger gestreckt, auch 
etwas kleiner. Kopfschild etwas langer, vorn abgestutzt. Prothorax hinten 
etwas breiter; die Lateralecken (von oben gesehen) weniger hervortretend; die 



352 

Schuppen zu zwei breiteren L,angsbinden gehauft, mit zwei rundlich-ovalen 
kleinen Flecken auf der Mitte. Die Schuppen des Pronotums groBer als bei 
jener Art, auch langlicher (9). Scutellum an der Spitze mehr abgerundet, starker 
zerstreut-punktiert. Elytren mit zwei ziemlich deutlichen Langsrippen (welche 
bei pygidialis fehlen); die Suturalrippe schmaler als bei dieser Art. Im iibrigen 
si iid die Elytren beider einander sehr ahnlich, ziemlich glatt und pruinos, bei 
gleicher lehmgelber Farbung. Die Squamulae sind ebenfalls sehr winzig und 
zerstreut, aber langlich (nicht rundlich-punktformig), die Piinktchen, in denen 
diese Schiippcheii stehen, groBer. Pygidium (von der Seite gesehen) flach (bei 
Pygidialis vor der Spitze konvex), oberseits grober punktiert, aber viel feiner 
beschuppt ; die auBerst kleinen Schiippcheii langlich. Mesosternalf ortsatz kleiner, 
schmaler. Abdomen feiner punktiert und feiner beschuppt, glanzender; Schupp- 
chen langlich-zugespitzt. Tibien des ersten Beinpaares zweizahnig. 

Gattung Spaniolepis Kolbe. 

Ann. vSoc. Ent. Belg., t. 38, 1894, p. 562. 

GroBere Melolonthiden aus der Gruppe der Leucopholinen. 
i. Spaniolepis excavata Kolbe. 

1. c., p. 562. 

Ruanda: am Nordufer des Kiwu-Sees, am FuBe des Niragongo, 1800 m 
hoch, 5. Oktober 1907 (Dr. ScHUBOTz); bei Kissenji am Nordufer des Kiwu- 
Sees (v. STEGMANN und STEIN), cf 9- 

Malange, im Innern von Angola. 

Beim Mannchen ist die 3-gliedrige Antennenkeule fast so lang wie das 
i. 7. Glied zusammen. Die vorliegendeii Exemplare sind 27 31 mm lang. 

Eigenartig ist dieser Art die absonderliche Aushohlung des Mentums; diese 
ist sehr tief, und die Hohle ist beiderseits von einem steilen Langshocker ein- 
geschlossen. Das Mentum hat dadurch ein ahnliches Aussehen wie das ge- 
spaltene Labrum. Das Sinnesfeldchen (area sensoria) am letzten Gliede der Ma- 
xillarpalpen ist undeutlich, flach und nicht eingesenkt. 

Der Korper des Kafers ist schwarz oder braunschwarz, wenig oder kaum 
glanzend; die Fliigeldecken sind braun kastanienfarbig. Die Schuppen sind sehr 
klein und sitzen einzeln in den Punkten. Einzeme groBere, sehr schmale Schup- 
pen von beingelber Farbung sitzen langs der vier Rippen der Fliigeldecken. Die 
Brust ist grau behaart, an den Seiten mit Schuppen besetzt. 

Gattung Asthenopholis Brenske. 

Stettin. Ent. Zeit. LIX, 1898, p. 388. 

In wenigen Arten iiber das tropische bis siidliche Afrika verbreitet. 
i. Asthenopholis ugandensis Moser. 

Ann. vSoc. Ent. Belg., t. L,VII, 1913, p. 341. 
Uganda: Entebbe (nach MOSER). 






353 
Gattung Pegylis Erichson. 

Naturgesch. d. Insekteu Deutschlands, Coleopt. Ill, 1847, p. 657. 

Mehrere iiber das tropische Afrika verbreitete Arten. 

i. Pegylis rufolineata Kolbe. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. XXXVIII, 1894, p. 553. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 

Gattung Sj'nclitopa Kolbe. 

STTIILMAXXS ,,Deutsch-Ostafrika", IV. Bd., Wirbellose Tiere, 1897, p. 169. 
Eine Art in Britisch- mid Deutsch-Ostafrika. 
i. Synclitopa simulatrix m. 

1. c., p. 169. 

Schirati, am Ostufer des Victoria-Nyansa, Mai 1907 (K. SCHAUER), i Exem- 
plar (d*). 

GroBer und dunkler als die Exemplare aus den Litorallandern (Witu, Usam- 
bara, Tanga). 

Korperlange 17 mm. 

XIV. Unterfamilie Hopliinae. 
Gattung Macroplia Brenske. 

Stettiner Entomologische Zeitung 1898, p. 336. 

Zu dieser Gattung gehort auch die P achy enema dekindti Nonfr., auf welche 
ARROW (Ann. Mag. Nat. Hist. 7. Ser., XVIII. Vol., 1906, p. 131) die Gattung 
Araeohoplia gegriindet hat. 

Die hierhergehorige Art ist 

i. Macroplia ruandana Brenske. 

1. c., p. 336. 

Ruanda, Urundi. - - Ujensi, nordostlich vom Tanganjika-See, 3. April 1897; 
Ruanda, 30. Marz 1897 (RAMSAY und HOSEMANN). 

Diese Art ist eigentlich nur eine Rasse der M. dekindti, bei der die rot- 
schuppige Longitudinalbinde auf der vorderen Halfte und die weiBe schuppige 
Langsbinde auf der hinteren Halfte der Elytren fehleii. Auch fehlen auf den 
Elytren die glatten schuppenlosen Felder. Die Elytren sind viel gleichmaBiger 
rotschuppig; nur an den Seiten befinden sich gelbe Haarschuppen, und die 
Humeral- und die Anteapikalbeule sind glanzend schwarz. Das Scutellum ist 
weiBgelb beschuppt. In alien iibrigen Merkmalen gleichen sich beide Formen; 
auch die Bildung der Beine ist die gleiche. 

Gattung Eriesthis Burmeister. 

Handb. d. Entomologie, IV (i), 1844, p. 50. 

i. Eriesthis aequatoria Fairmaire. 
Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 115. 

Tabora (nach FAIRMAIRE); SW-Albert-Nyansa : Budjungua, 20. Juli 1891; 
S- Victoria-Nyansa : Muansa, 15. Marz bis 15. Mai 1891 (STUHLMANN). 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. _> 5 



354 
Gattung Dichelus Serville. 

Encycl. metod., X, 1825, p. 373. 
I. Dichelus croceipennis Fairmaire. 

1. c., p. 116. 

Tabora (nach FAIRMAIRE). 

Gattung Eremoplia n. g. 

In dieser Gattung haben wir einen Fall von sexuellem Dichroismus. Das 
Mannchen ist ober- und unterseits mit dicht stehenden Schuppeii und ver- 
einzelten Borsten bekleidet. Ebenso sincl die Beine in demselben Geschlecht 
mit Schuppen und Schuppenhaaren besetzt. Das Weibchen hingegen ist vollig 
unbeschuppt und nur diinn (maBig dicht) behaart. Es macht deswegen einen 
ganz anderen Eindruck als das Mannchen. Doch stimmen die Korperteile beider 
Geschlechter in der Hauptsache ganz iiberein. Der Korper ist langlich. An- 
tennen g-gliedrig. Epistom maBig breit und kurz, an den Seiten und vorn mit 
zusammenhangend aufgebogenen Randern, konkav. Prothorax und Elytren 
konvex. Scutellum klein, schmal. Tibien des ersten Beinpaares auBen 2-zahnig. 
Die Tibien des dritten Beinpaares sind beim Mannchen mit 2 kurzen Sporen, 
beim Weibchen mit einem kurzen Sporn versehen. Am ersten Beinpaar ist 
die auBere Kralle viel diinner und nur wenig kiirzer als die innere. Am zweiten 
und dritten Beinpaar tragt das letzte Glied jedes Tarsus nur eine Kralle. Die 
Krallen aller Beine sind an der Spitze fein gespalteii. 

Die neue Gattung ist Hoplia ahnlich und auf folgende Spezies gegriindet. 

i. Eremoplia inaequalis n. sp. 

Von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (R. GRAUER). 

Es liegen mehrere Mannchen, aber nur em Weibchen vor. 

Pechbraun bis schwarzlich, etwas glanzend; Mannchen ziemlich dicht grau- 
gelb beschuppt; Weibchen graugelb und maBig dicht und kurz behaart, so 
daB die etwas glanzende Chitinhaut hindurchscheint. Epistom dicht und grob 
runzlig-punktiert, nicht beschuppt; Stirn ahnlich grob punktiert und mit lang- 
lichen schmalen gelben Schuppen besetzt. Prothorax vorn stark, hinten etwas 
verschmalert, um die Mitte der Seiten breit abgerundet, Seiten vor dem Vorder- 
rande schwach gebuchtet, vor den Hinterwinkeln gerade; Vorderecken spitz. 
Oberseite des Prothorax grob runzlig-punktiert und beim Mannchen mit kurzen 
oder ovalen breiten Schuppen bekleidet, beim Weibchen fein gelb und nicht 
dicht behaart; die Seitenrander bei beiden Geschlechtern mit einzelnen langen 
Borsten gefranst. Elytren hinter der Mitte verschmalert, wie das Pronotum 
beim Mannchen mit kurzen ovalen Schuppen dicht bekleidet, beim Weibchen 
undicht fein und kurz behaart und mit 5 bis 6 Reihen langerer Borsten be- 
kleidet, die an den Seiten dichter stehen. Brust des Mannchens mit langlich- 
ovalen Schuppen, die des Weibchens mit feinen gelben Harchen nicht dicht 
bekleidet. Schuppen des Abdomens beim Mannchen kiirzer und dichter als die 



355 - 

der Brust. Auch beim \Veibchen die gelben Haare des Abdomens etwas dichter 
stehend als auf der Brust. 

Korperlange des Q* 7 9, des 9 10 mm. 

XV. Unterfamilie Anoplognathinae. 
Gattung Adoretus Castelnau. 

Histoire uaturelle d. Insect. Coleopt., II, 1840, p. !)_ 

Zahlreiche Arten, nur auf der Osthemisphare, hauptsachlich in Asien und 
Afrika. Einige Arten (i 3) sincl von Herrn Dr. F. OHAUS bestimmt. 

1. Adoretus obscurus Fabricius. 

Spec. Ins. I. p. 40; BrRMElSTER, Handb. d. Ent. IV. i, p. 472. 

Usumbura am Tanganjika-See (November bis Dezember 1907, v. STEGMANN 
und STEIN); Westufer des Russisi nordlich vom Tanganjika-See (Mai 1908, 
GRAUER); aus Butumbi, siidlich vom Albert-Edward-See (Mai, Dr. STUHLMANN). 

Uber West- und Ostafrika weit verbreitet. 

2. Adoretus tessulatus Burmeister. 

Handbuch d. Ent., IV (2), p. 529. 

Aus Usumbura am Tanganjika-See (November bis Dezember 1907, v. STEG- 
MANN und STEIN). 

Uber Deutsch-Ostafrika und Siidafrika verbreitet. 

3. Adoretus setipennis Ohaus. 

Zool. Ergebn. d. II. Deutschen Zentralafrik. Exped. Bd. I. Zoologie p. 72. 

Von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See (November 1907, GRAUER), vom Kiwu- 
See (v. STEGMANN and STEIN), vom Nordende des Tanganjika-Sees (GRAUER). 
Kamerun, Fernando-Poo, Kongo, Schari, Uganda. 

4. Adoretus hirtellus Castelnau. 

Hist. nat. Col. II, p. 142. 

Mokia, SO-Ruwensori, noom; Fort Beni, Semliki-Tal (nach ARROW). 
XVc'stafrika, Ober-Guinea us\\ . 

5. Adoretus flavovittatus Arrow. 

Trans. Zool. Soc. vol. 19. II, p. 190, Pig. 

Mokia, SO-Ruwensori, 1100 m; Fort Beni, Semliki-Tal (nach ARROW). 
Abyssinien, Britisch-Ostafrika, Massai-Land, Nyassa-Land. 

6. Adoretus lacuum n. sp. 

Von der Insel Kwidjwi im Kiwu-See (September 1907, Dr. SCHUBO.TZ); aus 
der Landschaft Unyika, nordlich vom Nyassa-See (30. Oktober 1899, GOETZE). 

Eine schwarzlichbraune, schwach grau behaarte Art, schlanker als A. nni- 
rinus Burm. aus dem Kaplande, auch durch den Forceps sehr verschieden. Kopf 
groBer; Prothorax schmaler, mit deutlich stumpfwinkligen Hinterecken. 

Supra nigrescens, leviter parce griseo-pilosus, capite pronotoque nitescenti- 
bus, etytris subnitidis; pectore ventreque brunneis, pedibus ferrugineis; capite 

23* 



356 

majusculo, epistomate semi circular! subrugoso-punctato, fronte autem cras- 
sius subrude punctate; prothorace transverse crassius nee confertim punc- 
tato, subrugoso, nitido, lateraliter medio arcuatim dilatato, angulis posticis 
obtuse rotundatis; elytris angustis in medio leviter ampliatis, distincte costa- 
tis, e basi usque ad callum anteapicalem distincte quadricostatis, interstitiis 
rugoso-punctatis, punctis leviter impressis subseriatis; unguiculo majore pedum 
anteriorum in utroque sexu infra apicem fisso. 
Long. corp. u 13 mm. 

7. Adoretus sp. 

Von Bukoba, an der Westseite des Yictoria-Nyaiisa (GuDOWius). 
Es liegt nur ein Weibchen vor; die Art ist deswegen nicht genau fest- 
zustellen. 

XVI. Unterfamilie Rutelinae. 
Gattung Gnatholabis Erichson. 

Naturgesch. d. Ins. Deutschlands, Col. Ill, 1847, p. 615. 
Wenige Arten im tropischen Afrika. 
i. Gnatholabis ugandana Ohaus. 

Ann. Soc. Ent. Belg., vol. 57, 1913. P- 20 9- 

Britisch-Uganda. 

Gattung Nannopopillia Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1894, p. 259. 

Einige Arten in Ostafrika. 

1. Nannopopillia ludificans Ancey. 

Naturalista Sicil., II, 1883, p. 96. 

Ostlich vom Tanganjika-See: Tabora; Kakoma bei Tabora (Dr. BOEHM). 
Nach OHAUS ist Gnatholabis nickerli Krtz. von Leshumo mit der alteren 
ludificans Ancey identisch. 

2. Nannopopillia viridula Krtz. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1899, p. 128. 

Nord-Tanganjika-See: Westufer des Russisi, Mai 1908 (GRAUER); Urundi, 
an der Nordostseite desselben Sees, April 1897 (RAMSAY und HOSEMANN). 

Gattung Popillia Serville. 

Encycl. method., X, 1825, p. 367. 

Zahlreiche Arten in Afrika, siidlich der Sahara, besonders im Tropengiirtel. 
Auch in Slid- und Ostasien artenreich. Vgl. S. 416. 

Untergattung Metapopillia m. 
i. Popillia beniana Kolbe. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. I,IV, 1910, p. 75. 

Zentralafrika: bei Beni im Urwalde, westlich vom Ruwensori, Februar 1908 
(Dr. SCHUBOTZ). 



357 

Yiridi-aenea, elytris testaceis viridi-tinctis, humeris, sutura fasciaque trans- 
versa postmediana curvata obscure viridibus, antennis palpisque testaceis, 
pronoti marginibus lateralibus, parte antescutellari pedibusque viridi-flavis, 
tarsis pedum tertii paris cupreis; capite subtiliter rugoso-puiictato, punctis 
posterioribus laxioribus; pronoto ad latera versus transversim strigoso, antice 
medio puuctato, postice laevigato et parce subtiliter punctulato, marginibus 
arcuatis ante angulos rectis; scutello basi punctate, medio impresso punc- 
tulato; processu mesosternali brevi; elytris fere aequaliter striatis, striis 
impressis leviter punctatis; pedum primi et secundi parium unguiculo exteriore 
integro; tibiis secundi et tertii parium leviter inflatis; pygidio convexo sub- 
acuminato utrinque prope basin impresso, ad latera versus transversim acute 
strigoso, medio laxe punctate, maculaque utrinque pilosa basali signato; seg- 
mentis abdominalibus (medio excepto) transversim carinatis, pilis albis 
postice appressis e carinis nascentibus. 

Long. corp. 9,5 mm. 

Den Arten P. tandallae m. mid Rothschildi m. zunachst verwandt. 

Untergattung Popillia i. sp. 

2. Popillia ovata Kolbe. 

Stettin. But. Zeit. 1894, p. 229. 

Bukoba, am \Yestufer des Yictoria-N3-ansa, April 1907 (Dr. MARSHALL) ; 
Bukoba, Marz 1891 (Dr. STUHLMANN); Insel Ukerewe im Victoria-N} T ansa, April 
(CONRADS); Tanganjika-See (P. REICHARD). 
l : ber Deutsch-Ostafrika verbreitet. 

Var. erythrobapta Kolbe, Insel Ukerewe ( CONRADS); Bukoba (EGGEL). Unter 
der Hauptform vorkommend. Glanzend purpurrot gefarbt. 
. v . Var. minor Kolbe. Bukoba (EGGEL). Auffallend kleine Exemplare. 

3. Popillia albertina Kolbe. 

1. c., p. 236. 

Westlich vom Albert-Nyansa : Bataibo am Duki-FluB, Anfang ISTovember 
1891 (Dr. STUHLMANN). 

4. Popillia graminea Kolbe. 

1. c., p. 234. 

Seengebiet, vielleicht Victoria-Nyansa (Dr. STUHLMANN); Mubuki-Tal, Ost- 
Ruwensori, 2000 2300 m (nach ARROW). 

5. Popillia chlorotica Kolbe. 

1. c., p. 232. 

Seengebiet, vielleicht Victoria-Nyansa (Dr. STUHLMANN). 

6. Popillia kraatzi Ohaus. 

Stettin. Ent. Zeit. 1897, p. 359. 

Siidseite (?) des Victoria-Nyansa (Dr. STUHLMANN); Mubuki-Tal, Ost-Ru- 
wensori, 2000 2300 m; Ruwensori, 3000 m hoch (nach ARROW). 
Ostafrika: Usambara. 



- 358 - 

7. Popillia bipunctata Fabricius. 

Mantissa Ins., I, 1787, p. 225. 

Victoria-Nyansa (Dr. STUHLMANN); Siidseite des Victoria-Nyansa : Muansa, 
Marz bis Mai 1891 (Dr. STUHLMANN). 

Deutsch-Ostafrika, Nyassa-See, Mosambik, Kongogebiet, Natal, Kap- 
land. 

8. Popillia runsorica Arrow. Q*. 

Trans. Zool. Soc. London, vol. XIX, 1909, p. 190. 

Mubuki-FluB, Ost-Ruwensori (nach ARROW). 

9. Popillia ruandana n. sp. 

Ann. Soc. But. Belg., t. LIV, p. 78. 

Zentralafrika : Siidwest- Ruanda : Rugege-Wald, 2100 m, i Q* (GRAUER). 

P. sulcipenni Hope similis, graminea, nitida, elytris partim opacis; palpis 
antennisque brunneis, tibiarum apice tarsisque totis brunnescentibus leviter 
aeneis; etytris ad apicem versus extus brunneo-marginatis ; pectore abdomine- 
que cum pygidio parce longe piloso, hoc immaculate; epistomate confertim 
rugoso; prothoracis dorso posteriore nitido impunctato, antrorsum sparsius, 
ad later a versus confertius punctate, prope angulos anteriores acutos fere dense 
rugoso-punctato, margine laterali utrinque bisinuoso, angulis posterioribus rectis 
acuminatis; scutello impunctato glaberrimo, lateraliter curvato; elytris in 
dorso late sulcatis, sulcis confertissime punctatis, parum conspicue subcostatis, 
costis veris sat altis et nitidis, striis lateralibus rectis fere crasse punctatis; pro- 
cessu mesosternali sat longe producto, curvato, apice rotundato; pygidio 
rugoso-punctato, subacuminato, apice late rotundato; unguiculo pedum primi 
et secundi pariiim exteriore apice fisso. 

Long. corp. 10 mm. 

Durch die lange und lockere Behaarung des Abdomens, welche auf den 
Abdominalsegmenten unterseits weder Binden noch Flecken und auf dem Py- 
gidium keine Flecken hervormft, sowie durch den lang vorstehenden Mesosternal- 
fortsatz ausgezeichnet. Die Elytren sind ahnlich wie bei P. sulcipennis Hope 
(Guinea) in den breiten Furchen sehr dicht punktiert. Diese Spezies aber ist 
von P. ruandana durch den kiirzeren und hoheren Mesosternalfortsatz, die ab- 
weichende Form und Skulptur des Pronotums, die Form des Scutellums und 
die Behaarung der Unterseite und des Pygidiums sehr verschieden. 

10. Popillia membranifera n. sp. o* 9. 

1. c., p. 79. 

Siidwest- Ruanda, Rugege-Wald, 1800 m, 20. August 1907 (Dr. SCHUBOTZ); 
ebenda, 2100 m (GRAUER). 

P. rufipedi F. similis, supra autem nigerrima, nitida, capite pronotoque 
diffuse viridi- vel cyaneo- vix conspicue anguste marginatis, infra viridi- vel 
cyaneo-nigra, laxe et longe flavo-griseo pilosa, antennis palpisque nigris vel 
fuscis, pedibus viridi-aeneis, tarsis interdum viridi-cupreis; pilis abdominalibus 



359 

ad margines versus densioribus maculasque vix parum perspicuas exhibentibus; 
prothorace lateraliter modice arcuato, ante angulos sinuato, in dorso lae- 
vigato, vix conspicue laxe punctulato, ad latera et praesertim ad angulos anticos 
versus densius et distinctius punctato; elytris impresso-striatis, striis partim 
obsolete punctatis, punctis exteriorum distinctioribus, interstitiis alternis con- 
vexis; margine elytrorum exteriore membrana insuete lata vestito; processu 
mesosternali robustulo, ad apicem versus attenuate; pygidio laevigato ad api- 
cem et latera versus punctato et parce striolato, in basi autem utrinque e pilis 
flavescentibus guttato. 

Long. corp. 11,5 12,5 mm. 

Diese neue Art erinnert durch ihre Gestalt und Farbung an die westafri- 
kanische Popillia rufipes F., ist aber von dieser in alien einzelnen Merkmalen 
recht verschieden, besonders durch die Form des Mesosternalfortsatzes, die 
lockere Punktierung des Pronotums, die spitzer ausgezogenen Hinteiwinkel 
desselben, die Form und Skulptur des Pygidiams, schlieBlich durch die lockere 
Behaarung der Unterseite des Korpers. Von alien mir bekannten Popillia- 
Arten Afrikas unterscheidet sich diese Art durch den auffallend breiten Haut- 
saum der Elytren. 

Zwei Varietaten dieser Art sind im folgenden gekennzeichnet. 

Var. subguttata n. elytris guttis duabus rufis minutis, altera basali, altera 
discoidali subornatis. Ibidem, Rugege-Wald, 2100 m (GRAUER). 

Var. (subspecies?) aureocupripes 11. palpis antennisque brunneis, harum clava 
fusco-atra, pedibus rufo-cupreis aureo-nitentibus, femoribus plus minusve viridi- 
nitidis. - Long. corp. 15 mm. 

Am Nordufer des Tanganjika-See (GRAUER). 

Untergattung Eupopillia m. 

11. Popillia princeps Harold. 

Mitt. Ent. Ver. Miinchen 1878, p. 102. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Undussuma, 25. Juli 1891; Buessa, 
12. August 1891 ; Bataibo am Duki-FluB, 8. November 1891 (Dr. STUH^MANN). 
Westafrika: Ouangogebiet, Kongo: Balubaland, Mukenge. 

12. Popillia spoliata Kolbe. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. XLVII, 1903, p. 72. 

Westufer des Victoria-Nyansa: Bukoba (EGGEL), I a*; Ruanda: Rugege- 
Wald, 2100 m (GRAUER), 20* 5* ; Ssabinio, nordlich vom Kiwu-See im Bambus- 
wald, 3000 m, November 1907 (Dr. SCHUBOTZ), I a*. (Nominatform.) 

Oberseits sehr glatt und glanzend, Korperfarbung schon dunkelblau, Elytren 
des typischen Exemplars gelb mit schmalem blauen Rande; ahnlich bei dem tf 
von Ssabinio. Die Stiicke aus dem Rugege-Walde sind auf den dunkelblauen 
Elytren mit einer breiten langen Makel von gelber Farbe geschmiickt (var. 
plagnlata n.). Auf der gel ben Farbung der Eh'tren liegt ein schwach blaulicher 
Schimmer. 



360 

Bine Reihe von Exemplaren einer etwas differenten Form aus dem Vulkan- 
gebiet nordlich vom Kiwu und aus benachbarten Orten ist griin metallisch, die 
Elytren sind braunlichgelb mit schwach griinlichem Schimmer. Der Korper ist 
weniger breit und weniger glanzend, die Punktstreifen der El} T tren sind weniger 
deutlich. Diese Form, als Rasse flavovirens n., liegt vor aus dem Vulkangebiet nord- 
lich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (v. WiESE); im besonderen vom Ssabinio, im 
Bambus-Wald, 3000 m hoch, November 1907; vom Niragongo, 2700 m, Oktober 
1907; vom FuBe des Karissimbi, 2500 m (Dr. SCHUBOTZ); vom Nordende des 
Kiwu-Sees: Kissenji, n. November 1907 (v. STEGMANN und STEIN). 

13. Popillia eduardina n. sp. 9. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. LIV, 1910, p. 77. 

Zentralafrika, 90 km westlich vom Albert-Ed ward -See, 1600 m, 
Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Der P. Fulleborni m. aus der Gegend des nordlichen Nyassa-Sees sehr ahn- 
lich, aber von dieser Art gut zu unterscheiden. Das Scutellum ist schmaler und 
hinten mehr zugespitzt. Das Pygidium ist rauher und dichter skulptiert und 
hinten langer zugespitzt; das letzte Abdominalsternit ist nur locker punktiert. 
Die Beine sind rot. und nur schwach metallisch glanzend. 

Supra viridi- vel violaceo-nigra, ad maximam partem fere nigra, nitida, 
ore fusco, antennis atris, pedibus rufis leviter aenescentibus, apice tibiarum 
tarsisque fuscis; fronte minus dense distincte punctato, vertice laeviore; elytris 
subtilissime fere seriatim indistincte punctatis; processu mesosternali sat valido, 
exstante, compresso; unguiculo exteriore pedum primi et secundi parium apice 
fisso; pygidio sat confertim rugoso-punctato, e setis albidis utrinque binotato. 

lyong. corp. 14,5 mm. 

14. Popillia kiwuana n. sp. 

Ann. Soc. Ent. Belg., t. UV, 1910, p. 78. 

Insel Kwidjwi im Kiwu-See, i Exemplar (Dr. SCHUBOTZ); Nordende 
des Tanganjika-Sees (GRAUER), i Exemplar. 

Fere tota viridis, olivaceo-tincta, elytris interdum fulvis (immatura?), 
P. albertinae m. similis, supra subtilissime punctulata; pedibus viridibus, plus- 
minusve subauratis vel cupreis, partim fulvescentibus ; fronte prope oculos 
singulatim crassius punctata; pronoto medio ad majorem partem fere glabro, 
impunctato; processu mesosternali robustulo, elongate, leviter curvato; 
elytris planis glabris, subtiliter seriate -punctatis, seriebus prope apicem eva- 
nescentibus; femoribus postice seriebus punctorum majorum duabus obsitis; 
unguiculo extero pedum primi et secundi parium apice fisso; pygidio conico 
subtilissime laxe punctato, prope basin confertissime punctulato; laminis abdo- 
minalibus ventralibus singulis carina utrinque transversa serieque punctorum 
majorum (postice effusorum) exstructis. 

I/ong. corp. 15 18 mm. 

Trotz ihrer Ahnlichkeit mit P. albertina m. steht diese neue Art der P. mein- 



hardti m. naher, besonders durch die Korperform, die feine Skulptur der Elytren 
und die feine reichliche Punktierung derselben. 

Untergattung Xenopopillia nov. su1)gen. 
KOLBE, Ann. Soc. Ent. Belg. t. 1,1 V. 1910, p. 80. 

Diese neue P A orm ist besonders bemerkenswert durch die schwach ent- 
wickelten Beine, die diinnen Tarsen und die zerstreute Behaarung des Pygidiums, 
welche nicht die sonst fiir Popillia charakteristischen beiden Haarflecken bildet. 

Charakteristik des Subgenus: Subgeneribus Eupopilliae et Popilliae (i. sp.) 
cognata, pedibus autem lepidis tarsisque tenuibus, insuper pedum posteriorum 
tibiis rectis, simplicibus ; pygidio confertissime toto punctulato, subtiliter rugoso, 
utrinque disperse longe parum piloso, nee pilis bimaculato nee fasciato. 

Die einzige hierhergehorige Spezies ist 

15. Popillia ducatrix n. sp. 

KOLBE, 1. C., p. 80. 

In wenigen vereinzelten Exemplaren im Seengebiete Zentialafrikas ge- 
funden, und zwar an der Westseite des Ru \vensori zwischen 2000 und 2500 m 
(Februar 1908, Dr. SCHUBOTZ); am Ssabinio, nordlich vom Kiwu-See, in 
einem Bambuswalde bei 3000 m (November 1907, Dr. SCHUBOTZ); - - im Bugoie- 
Urwalde in Ruanda (v. STEGMANN und STEIN); am" Nordende des Tan- 

ganjika-Sees (GRAUER). 

Gramineo-viridis, nitida, ore, pedibus ad partem, coxis, processu mesoster- 
nali apiceque interdum abdominis plus minusve cupreo-nitentibus; capite lateri- 
busque pronoti confertissime punctulatis, hoc discum versus laxius punctate, 
nitido; scutello fere impunctato; processu mesosternali plus minusve robustulo; 
elytris tri- vel quadricostatis, costis leviter convexis, glabris, interstitio primo 
ad maximam partem irregulariter punctate, interstitio secundo (inter costas 
2. et 3.) parce punctato; unguiculo exteriore pedum primi et secundi parium 
apice bifido; segmentis abdominalibus utrinque laxe totis griseo-pilosis. 

Long. corp. 15 18 mm. 

Gattung Anomala Somouelle. 

Ent. usef. Compend., I, 1819, p. 191. 
Sehr artenreich iiber die Ost- und Westhemisphare verbreitet. 

i. Anomala wellmani Ohs. (von Dr. OHAUS determiniert). 

Deutsche Ent. Zeit. 1907, p. 427. 

Nordlich vom Albert-Edward-See : Westseite des Ruwensori, 2000 m hoch, 
Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Ruanda: Rugege-Wald, 2100 m hoch (R. GRAUER); 
Kiwu-See: Kissenji am Nordufer, November 1908 (v. STEGMANN und STEIN). 

Nach ARROW eine Varietat (?) im Mubuku-Tal, Ost- Ruwensori, 2000 bis 
4300 m. 

Angola, Britisch-Ostafrika. 



362 

2. Anomala plebeja (mixta F.) Olivier. 

Entomologie,! (5), p. 25, Fig. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Oktober (CONRADS); ostlich vom Tan- 
ganjika-See: Tabora. 

Senegambien, Guinea, Abyssinien, Somali, Britisch-Ostafrika, Deutsch- 
Ostafrika. 

Die beiden vorliegenden Stiicke von Ukerewe sind dunkelbraun. Die Art 
kommt sonst in scherbengelber Farbung vor. Vgl. Nachtrag S. 416. 

3. Anomala ukerewia Kolbe. 

Sitzungsber. Gesellsch. naturf. Freunde, Berlin 1913, p. 207. 
Insel Ukerewe, Oktober (CONRADS). 

4. Anomala. 

Westlich vom Ruwensori, Fort Beni, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

5. Anomala. 

Kiwu-See, Kissenji (v. STEGMANN und STEIN). 

6. Anomala repensa Peringuey. 

Trans. South Afric. Philos. Soc. XII. 1902, p. 595. 

Mokia, SO- Ruwensori, noo m (nach ARROW). 
vSiidafrika. 

7. Anomala sp. (mit adustula Gerst. verwandt). 
Mokia, SO- Ruwensori, noo m (nach ARROW). 

8. Anomala kersteni Gerstaecker. 

Archiv f. Naturg., 33, I, p. 46; v. d. DECKENS Reisen, Gliedertiere, p. no. 

Nordost-Tanganjika-See: Udjidji, 28. Januar 1897 (RAMSAY und HOSE- 
MANN); Tanganjika-See (Dr. R. BOEHM); auch von Pater A. CONRADS erhalten, 
vermutlich von der Insel Ukerewe; Bukoba am Victoria-Nyansa (GuDOWius). 
Deutsch- und Britisch-Ostafrika bis Transvaal, Natal und Somali. 

A. kersteni ist identisch mit A. transvaalensis Arrow, die in Transvaal und 
Natal wohnt. 

9. Anomala exitialis Periiiguey. 

Trans. South Afric. Philos. Soc., vol. XII, p. 594. 

Bukoba, Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Deutsch-Ostaf rika : Mikindani, Madinula, Uhehe, Nyassa-See; Mosambik, 
Siid-Rhodesien. 

10. Anomala probativa Peringuey var. (nach OHAUS). 

PERINGUEY, 1. C., p. 599. 

SO- Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 
Sansibar; Natal. 

n. Anomala caffra Burmeister. 
Handbuch d. Ent., IV (i), p. 266. 

Tabora, November und 15. Dezcmber 1908 (WiNTGENS). 
Natal. 



363 

Gattung Mimela Kirby. 

Trans. Linn. Soc., XIV, 1825, p. 101. 

Diese Gattung bewohnt hauptsachlich Siidasien, zum Teil auch Ostasien. 
OHAUS hat nachgewiesen, da!3 mehrere Anomala-SLhiHiche Arten Guineas zu 
Mimela gehoren. Von den beiden folgenden Arten ist die eine bis in das zentral- 
afrikanische Seengebiet verbreitet. Vgl. S. 416. 

1. Mimela runsorica n. sp. 

KotBE, Ann. Soc. Ent. Belg., t. LIV, p. 80. 

Nordwest-Beni, westlich vom Ruwensori, ini Unvalde, Januar 1908 (Dr 
SCHUBOTZ). 

Major, sat convexa, ovata, laete prasina, nitida, infra aureo et cupreo leviter 
tincta; scutelli limbo posticali suturaque elytrorum angusta nigro-cyaneis ; 
capite supra subtiliter confertim rugoso-punctato ; mento gibboso, gibbere 
antice patelliformi ejusque margine elevato; pr other ace" sat amplo ante angu- 
los posticos subsinuato, his rotundate obtusis, pronoto toto aequaliter subtilis- 
sime rugoso-punctulato (nee distinctius et sparsius punctate); elytris pone 
medium leviter ampliatis, totis fere eodem modo ac pronoto subtilissime rugoso- 
punctulatis (nee distinctius et sparsius punctatis); processu prosternali 
intercoxali dehiscente rursum leviter producto; processu mesosternali paulo 
exstante; pygidio paulo subcrassius rugoso-punctulato, opaco. 

Long. corp. 20 mm. 

Diese interessante Art ist dem Euchlora-Typus, wie er in der indischen 
Region herrscht, in Gestalt und Farbung sehr ahnlich. Sie besitzt aber den 
Charakter einer Mimela, wie er durch OHAUS festgestellt ist, namlich einen 
Prosternalfortsatz zwischen den Vorderhiiften. 

Aus Westafrika sind bereits einige Arten von Mimela bekannt, von denen 
die vor nicht langer Zeit beschriebene M. rufoprasina Ohs. aus Kamerun der 
vorliegenden zentralafrikanischen Art am ahnlichsten ist. Diese weicht aber 
von der Kameruner Art durch die viel feiner und dichter punktierte Oberseite 
und Fliigeldecken, die abweichend gefarbte Unterseite, den starker vorspringen- 
den Prosternalfortsatz zwischen den Vorderhiiften und den etwas mehr vor- 
stehenden Mesosternalfortsatz ab. 

2. Mimela pygialis Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1891, p. 239. 

Diese westafrikanische Art wurde von R. GRAUER 90 km westlich vom 
Albert-Edward-See, 1600 m hoch, im Februar 1908 gefunden. 
Guinea: Kamerun, Gabun. 

XVII. Unterfamilie Dynastinae. 
Gattung Heteronychus Burmeister. 

Handbuch d. Ent., V, 1847, p. 90. 

tiber Afrika, siidlich der Sahara, Madagaskar und Slid- bis Ostasien ver- 
breitet. 



364 

1. Heteronychus pygidialis Kolbe. 

Ent. Nachr. 1900, p. 332. 

Am Tanganjika-See (P. REICHARD); Udjidji, am Ostufer des Tanganjika- 
Sees, 16. Juni 1892 (Dr. HOSEMANN). 

2. Heteronychus arator Fabricius. 

Ent. Syst., I, p. 33; BURMEISTER, 1. c., p. 94. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Oktober (P. A. CONRADS); Kibanga am 
Tanganjika-See (nach FAIRMAIRE). 
Kapland. 

3. Heteronychus atratus Klug. 

Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1855, p. 657. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, April (P. A. CONRADS). 
Deutsch-Ostafrika, Mosambik. 

4. Heteronychus bucobensis n. sp. 

Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Diese neue Form ist dem Heteronychus atratus Kl. recht ahnlich, aber von 
dieser Art durch folgende Merkmale verschieden. Das Epistom ist nach vorn 
mehr verschmalert, die Seiten desselben sind geradlinig. Die Frons erscheint 
fast glatt uiid nur vorn gerunzelt. Das Pronotum ist ganz glatt, uiipunktiert. 
Auf den Elytren ist der 9. (submarginale) Punktstreifen vorn verkurz.t, von 
den Dorsalstreifen nur der 4. hinten verkiirzt, das Interstitium zwischen dem 
7. und 8. Streifen hinten mit einzelnen Punkten (nicht mit einer unregelmaBigen 
Punktreihe) versehen. Das Pygidium zeigt keine stumpfe Querleiste; der Hinter- 
rand und die Hinterecken sind weniger tief ausgerandet. 
Korperlange 13 mm. 

5. Heteronychus rusticus Klug (niger Kl.). 

Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1832, p. 166. 

An der Nordostseite des Victoria-Nyansa: Ussoga bis Uganda (O. NEU- 
MANN). 

Bahr-el-Ghasal, Deutsch-Ostafrika, Mosambik, Natal, Madagaskar. 

6. Heteronychus licas Klug (corvinus Kl.). 
ERMANS Reise, Atlas, p. 35. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). Wahrscheinlich weiter iiber das Seengebiet 
verbreitet. 

Senegambien, Dongola, Deutsch-Ostafrika, Mosambik. 

Gattung Heteroligus Kolbe. 

Ent. Nachr. 1900, p. 164, 327. 

Arten dieser Gattung waren friiher mit Heteronychus vereinigt (claudius Kl., 
glabricollis Burm., appius Burm., geotrupinus Quedf., brevis Quedf., capreolus 
Ouedf., truncaticeps Fairm. usw.). Heteroligus ist aber von Heteronychus gut 
unterschieden, besonders durch die breiteren und viel feiner gestrichelten und 
miteinander mehr oder weniger verschmolzenen Stridulationsstreifeii des Pro- 



- 365 - 

pygidiums, ferner diirch den kleinen Doppelhocker nahe dem \ r orderrande des 
Pronotums, hinter welchem oft ein kleiner Eindruck zu sehen ist. Dann ist 
auch der Korper meist groBer und plumper. 

Die Gattung ist auf Afrika, siicllich der Sahara, beschrankt. 

1. Heteroligus Claudius Klug. 

EEMANS Reise, Atlas 1835, p. 35. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa: Undussuma, 1050 m hoch, 24. Juli 1891; 
Buessa, n. November 1891 (Dr. STUHLMAXX); auch von R. GRAUER im Seen- 
gebiet gefunden (ohne nahere Fundortsangabe). 

Senegambien, Guinea, Kamerun, Gabun, unterer und oberer Kongo, 
Stanley Pool. 

2. Heteroligus praevius n. sp. 
Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDOWius). 

Auch aus Kamerun im Konigl, Museum. 

Etwa? kleiner mid schlanker als der groBe, plump gebaute H. claudius, 
meist schwarz oder braunschwarz. Kopf dicht querrunzlig, Scheitel glatt; 
Epistom vorn abgestutzt, Vorderecken in einen spitzen Zahn vorspringend, 
Mitte des Vorderrandes sturnpfwinklig vorgezogen; die beiden tubercula fron- 
talia voneinander weiter getrennt als bei H. claudius. Prothorax schmaler als 
bei dieser Art, an den Yorderecken winklig vorspringend, oberseits iiberall reich- 
lich punktiert, die Punktierung vor dem Yorderrande dichter, die beiden Tu- 
berkeln vorn in der Mitte meist deutlich voneinander getrennt; Hinterecken 
abgerundet. Elytren mit 3 Paar deutlichen Punktreihen, ein viertes Paar Punkt- 
reihen neben dem Seitenrande undeutlich; die Interstitien mit i 2 unregel- 
maBigen Punktreihen. Pygidium glanzend, sehr fein lederartig skulptiert, hinten 
jederseits neben der Spitze niedergedriickt. Yordertibien wie bei alien vorliegen- 
den Arten der Gattung vierzahnig. 

Korperlange 23 28 mm. 

3. Heteroligus trurtcaticeps Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 127. 

An der Nord- und Nordostseite des Victoria-Nyansa: Ussoga bis Uganda 
(O. NEUMANN); nach FAIRMAIRE bei Kibanga am Tanganjika-See. 

Diese Art ist vielleicht identisch mit dem mir unbekannten Heteronychus 
brevis Quedf. im Innern Angolas. 

4. Heteroligus adelphus n. sp. 

Siidlich vom Yictoria-Nyansa, wahrscheinlich von Muansa (Dr. STUHL- 
MANN). 

Korperfonn kurz, gedrungen, wie bei H. truncaticeps Fairm. Kopf runzlig, 
Scheitel glatt; Epistom abgerundet bis abgestutzt; die beiden tubercula fron- 
talia klein, voneinander weit getrennt. Prothorax breit, glanzend, Vorderecken 
etwas vorspringend, abgerundet; Vorderrand doppelt ausgerandet, vor der 



3 66 

Mitte desselben mit einem stumpfen, glatten Hocker; Hinterecken stumpf ab- 
gerundet, oberseits reichlich, nicht dicht, maBig fein punktiert, nach den Ran- 
dern zu starker und teilweise etwas dichter punktiert. Elytren mehr oder weniger 
glatt runzlig und grob punktiert, mit 3 Paar nicht sehr regelmaBigen Punkt- 
streifen; viertes Paar Punktstreifen neben dem AuBenrande undeutlich; Naht- 
streifen tief eingegraben, punktiert. Scutellum kurz, breit, gerunzelt-punktiert, 
vorn glatt, fein punktiert. Pygidium konvex, auBerst schwach gerunzelt, auf 
der Mitte glatter, hinten glanzend, Hinterrand in der Mitte ausgerandet. 
Korperlange 20 25 mm. 2 99. 

Bei H. truncaticeps ist das Epistom vorn breiter und abgestutzt, der Pro- 
thorax lariger, mit deutlich vorspringenden langeren Vorderecken; die Hinter- 
ecken deutlich gewinkelt. Der Doppelhocker vorn auf der Mitte ist deutlicher 
und kraftiger. Die Skulptur der Elytren ist ahnlich. Das Pygidium ist uberall 
runzlig und mattfarbig. 

Gattung Aphonoproctus Kolbe. 

Arkiv f. Zool. Stockholm 1905, Bd. 2, Xr. 18, p. 2. 

Eine Art in Guinea und Zentralafrika. 
i. Aphonoproctus pentodontinus Kolbe. 

1. c., p. 3. 

Kamerun, Togo. 

Rasse petulans n. 

Ruanda, Kiwu-See: Kissenji, am Nordufer, September 1907 (Dr. SCHU- 
BOTZ); Bukoba, am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 

Der Korper ist groBer und breiter als bei der westafrikanischen Form, 
macht aber den gleichen Eindruck als Spezies. Die beiden leistenformig vor- 
springenden, wenig entwickelten Hocker der Stirn sind kraftiger ausgebildet, 
fast zugespitzt und merklich groBer. Der Prothorax ist breiter; seine Vorder- 
ecken sind stumpf gewinkelt (bei pentodontinus spitzwinklig), die Hinterecken 
ebenfalls breit abgerundet. 

Ein Exemplar aus Kafuro in Karagwe, westlich vom Victoria-Nyansa (An- 
fang Marz 1891, Dr. STUHLMANN), hat spitze Vorderecken am Prothorax, ebenso 
wie die westafrikanische Form, auch ist der Prothorax ahnlich schmal wie bei 
dieser, aber die Kopfhocker sind ebenso deutlich ausgebildet wie bei der Petu- 
/aws-Rasse. Diese Zwischenform sagt uns, daB diese Rasse, welche sich zu einer 
Spezies auszubilden scheint, doch nur als Rasse anzusehen ist. Bei genauerer 
Untersuchung, zu der mir gerade die Zeit fehlt, wird man vielleicht noch einige 
Unterschiede entdecken. Ein schwankendes Merkmal ist noch die deutliche 
Punktierung des Pygidiums bei einem Exemplar von petulans (dieses ist bei 
anderen Exemplaren von petulans undeutlich punktiert). Auch scheinen die 
Femora des dritten Beinpaares verschieden stark zu sein. 



367 

Gattung Pycnoschema J.Thomson. 

An-hiv. Hut.. II, 1858, p. 65. 

Afrika, siidlich der Sahara. 

1. Pycnoschema scropha Harold. 

Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1880, p. 263. 

Ruanda: Kissenji am Kiwu-See (v. STKGMAXX und STEIN). 
Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ostafrika. 

2. Pycnoschema glabrinasus n. sp. 

Ruanda: Kissenji am Kiwu-See (v. STEGMAXX und STEIN). 

Dem Pycnoschema parvicornis Fairm. des Kilimandjaro sehr ahnlich, aber 
von dem Weibchen dieser Art durch das glatte glanzende Epistom unterschieden. 
Das Epistom ist in der Mitte etwas eingeschniirt, vorn merklich verbreitert, 
am Vorderteile aufgebogen und in einen aufgerichteten kurzen Lobus verjiingt. 
Der Clypeus ist vom Epistom durch einen Ouereindruck deutlich getrennt. Die 
Stirn ist fast flach, niedergedriickt, gerunzelt und ganz mattfarbig. Der Pro- 
thorax ist ebenso geformt wie bei P. parvicornis, aber feiner und weniger dicht 
punktiert. Die Elytren sind ahnlich lax punktiert-gestreift, aber glattrunzlig. 
Auch das Pygidium ist ahnlich skulptiert und behaart wie bei dieser Art. Die 
Unterseite ist zottig gelb behaart, auch die Schenkel reichlicher behaart als bei 
P. parvicornis. 

Lange des Korpers 17 mm. i Q. 

3. Pycnoschema spectativum n. sp. ( = = glabrinasus var.?) 

Zentralafrika, Seengebiet (R. GRAUER); auch von Kissenji am Kiwu-See 
(v. STEGMANN und STEIN). 

Ebenfalls dem P. parvicornis recht ahnlich, aber das verschmalerte Epistom 
ist vorn nicht verbreitert, jedoch ahnlich runzlig skulptiert. Der Prothorax ist 
im allgemeinen feiner und vor dem Vorderrande dichter punktiert. 

4. Pycnoschema palpale Arrow. 

Fort Beni, Semliki-Tal (nach ARROW). 

Gattung Temnorhynchus Hope. 

The Coleopt. Man. 1837, I, p. 93. 

Hauptsachlich iiber das tropische Afrika verbreitet, auch in Siidafrika mit 
mehreren Arten. 

i. Temnorhynchus antiochus Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1868, p. 795. 

Am nordlichen Ende des Tanganjika-Sees: Westufer des Russisi, Mai 1908 
(R. GRAUER); bei Usumbura im Norden desselben Sees, November bis Dezem- 
ber 1907 (v. STEGMANN und STEIN); bei Udjidji an der Nordostseite des Tan- 
ganjika-Sees, 22. April 1897 (RAMSAY und HOSEMANN). 
X)ber Deutsch-Ostafrika verbreitet. 



368 






2. Temnorhynchus spadiceus n. sp. 1*9. 

Ruanda: Kiwu-See, siidostliches Ufer, August 1907 (Dr. SCHUBOTZ); auch 
am Nordufer, bei Kissenje, September 1907 (Dr. SCHUBOTZ); ebenda, bei Kissenje 
(v. STEGMANN und STEIN); Victoria-Nyansa, Westseite: Bukoba (EGGEL); am 
Nordende des Tanganjika-Sees (R. GRAUER). 

Der Subspecies punctiger m. Deutsch-Ostafrik'as (Bagamoyo usw.) sehr ahn- 
lich, oberseits schwarzbraun, Rander des Prothorax und Naht der Elytren, so- 
\vie Unterseite und Beine braun. Aber die lamina frontalis vorn und hinten 
schmaler und runzliger, die bei den vorderen Clyp'ealhockerchen (denticuli cly- 
peales) einander mehr genahert, der hintere mediane Einschnitt etwas tiefer 
und schmaler. Die Mittelgrube des Pronotums (fovea mediana pronoti) des 
Mannchens hinten einfach gerandet, nicht mit einem medianen Hocker. Der 
Prothorax beiderseits der Mitte des Riickens bis zu den Seiten und den Vorder- 
ecken deutlich grob punktiert (nicht gerunzelt). Die Elytren groBtenteils glatt, 
aber mit Spuren von punktierten Doppelstreifen und einigen Punkten in den 
Interstitien. Scutellum breiter und kiirzer als bei punctiger. 

Beim Weibchen sind beide Spitzen der Frontalplatte (lamina frontalis) ab- 
gerundet und kurz. Die Fovea mediana pronoti fehlt. 

Korperlange 18,5 19,5 mm (i Exemplar 16 mm). 

Gattung Oryctes Illiger. 

Kafer PreuBens, 1798, p. n. 

Uber Europa, Afrika und Asien verbreitet, auch auf Neuguinea 

1. Oryctes pechueli Kolbe. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1883, p. 21. 

Yictoria-Nyansa, Westseite: Bukoba (GuDOWius). 

Nieder-Guinea. 

2. Oryctes monoceros Olivier. 

Entomologie, I (3), p. 37, Fig. 

Albert-Nyansa : Kassenge, Marz 1907 (Dr. SCHUBOTZ); auch bei Kakoma 
in Ugunda, ostlich vom Tanganjika-See (Dr. BCEHM). 

Westafrika, Deutsch-Ostafrika, Siidostafrika. 

3. Oryctes boas Fabricius. 

Syst. Ent., I, p. 8. 

Westlich vom Ruwensori, Fort Beni, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Ruanda: 
Kiwu-See, Kissenji, November 1908 (v. STEGMANN und STEIN); nordlich vom 
Kiwu-See: Rutschuru, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Victoria-Nyansa: West- 
ufer, Bukoba, April 1907 (Dr. MARSHALL); ebenfalls von Bukoba (GuDOWius); 
Albert-Nyansa usw. (Dr. STUHLMANN); Insel Ukerewe, April (CONRADS). 

West-, Ost-, Zentral- und Siidafrika. 



369 

_i. Oryctes owariensis Beauvois (gigas Burm. nee Cast.). 

Ins. Afrique et Amerique, p. 41, Fig. 

Von der Expedition ohne nahere Fundortsangabe heimgebracht. 
Kamerun, Nieder-Guinea, Kongo. 

5. Oryctes gigas Cast. (== cristatus Snell. v. Voll. - - pblyphemus Snell. v. Voll. 

= ingens Kolbe == Dimyxus Crampeli Fairm.). 
Hist. nat. Col. II, p. 114. 

Diese groBe, bis 72 mm lange, sehr korpulente Art ist in \Vestafrika (Nieder- 
Guinea, Kongo) und in Deutsch- und Britisch-Ostafrika hier und da gefunden, 
auch in Somali. Sie kommt wahrscheinlich auch im Seengebiet vor. 

Die Mannchen sind je nach dem Entwicklungsgrade auBerordentlich ver- 
schiedenartig; die groBten Exemplare dieses Geschlechts unterscheiden sich von 
dem Weibchen besonders durch das lange Kopfhorn sowie durch die GroBe 
und die auBergewohnliche Skulptur des Prothorax. Wenig entwickelte Mann- 
chen gleichen den Weibchen in der Bildung des Kopfhornes und des Prothorax. 

BURMEISTER hat den gigas Cast, unrichtigerweise mit dem owariensis Palis, 
vereinigt, der eine ganz besondere Art ist. Daher wurde der echte gigas Cast, 
von anderen Autoren fur eine besondere Art gehalten. 



Gattung Cyphonistes Burmeister. 

Handbuch d. Entomologie, V, 1847, p. 213. 

Einige Arten im tropischen und siidlichen Afrika. 

1. Cyphonistes tuberculifrons Quedenfeldt. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1884, p. 329. 

Victoria-Nyansa, Westseite: Bukoba (EGGEL); wohl noch weiter durch das 
Seengebiet verbreitet. 

Kamerun, im Innern von Angola, Deutsch-Ostafrika. 

2. Cyphonistes rufocastaneus Fairmaire. (Cephisodontus Fairm.) 

Ann. Soc. Ent. France 1891, p. 240. 

Ostlicher Kongowald, 800 1000 m (nach ARROW). Mir ist die Art un- 
bekannt; sie scheint der vorigen Art sehr ahnlich oder mit ihr identisch zu sein. 
Nieder-Guinea: Ogowe; Nyassaland. 

Gattung Xenodorus Breme. 

Ann. Soc. Ent. France 1844, p. 296. 

In einer Art iiber das tropische Afrika verbreitet; auch in Caffrarien. 
i. Xenodorus janus Fabricius. 

Systema Eleuth., I, p. 9. 

Siidlich vom Albert-Nyansa: Buginda, 9. Juli 1891 (Dr. STUHLMANN); west- 
lich vom Ruwensori: Beni, im Urwald, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 
Senegambien, Guinea, Kamerun, Kongo, Caffraria. 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 24 



370 
Gattung Rhizoplatys Westwood (Trionychus auct.). 

Proceed. Ent. Soc. London 1841, p. 38. 

i. Rhizoplatys trituberculatus Burmeister. 

Handb. d. Ent., V, p. 141. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Mai, August, Oktober (CONRADS). 
Kapland. 

XVIII. Unterfamilie Trichiinae. 

Diese den Cetoniiden nahestehende Unterfamilie hat nahe Beziehungen 
zu den Dynastiden, wie die Gattung Coelocorynus zeigt (s. diese Gattung p. 371). 
Die Trichiinen sind viel armer an Gattungen und Arten als die Cetoniinen. 

Gattung Incala J.Thomson. 

Arch. Ent., I, 1857, p. 162. 

Mehrere Arten im tropischen Afrika. 
i. Incala moestus Kolbe. 

STUHLMANNS Deutsch-Ostafrika, IV, 1897, Kafer und Netzfliigler, p. 194. 
Siidlich vom Albert-Nyansa : Itimba, Knde Juni 1891 (Dr. STUHLMANN). 
Unterer Kongo. 

Gattung Polyplastus Janson. 

Not. Leyden Mus. vol. X, 1888, p. 114. 

Von Westafrika (Liberia) bis Ostafrika (Usambara) verbreitet (3 Arten). 
i. Polyplastus bicolor Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 283; 1. c. (STUHLMANNS Ostafrika) 1897, p. 195, Fig. 
Westlich vom Albert-Nyansa: Bataibo am Duki-FluB, November 1891 
(Dr. STUHLMANN). 

Gattung Platygenia Mac lyeay. 

Horae Ent., I, 1819, p. 151. 

Drei Arten in Westafrika (Senegambien bis Kongo), 
i. Platygenia barbata Afzelius. 

SCHONHERRS Syn. Ins., I (3) App., p. 38. 

Westlich vom Albert-Nyansa : wahrend der Bootf ahrt auf dem Ituri zwischen 
Awakubi und Bumili, April 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 
Guinea, Sierra Leone, Kamerun, Kongo. 

Gattung Myoderma Burmeister. 

Handb. d. Ent., Ill, p. 732. 
Mehrere Arten im tropischen Afrika. 

i. Myoderma consobrinum n. sp. 

Aus Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius). 
Totum rufo-brunneum, supra et infra flavorufo breviter piloso; capite 
pedibusque plus minusve rufo-fuscis; capite partim confertius, antice laxius 



punctate, margine clypeali reflexo, hoc medio anteriore lobato, fronte anteriore 
minute glabre calloso; prothorace breviusculo, dense punctate, angulis anticis 
acutis, lateraliter late rotundato, ante angulos posteriores, acute rectos, sinuato, 
margine posteriore bisinuato; scutello lato confertim punctate, margine 
laterali utrinque laevi; elytris 5-costatis, interstitiis alternis angustioribus 
vix vel parum elevatis; tibiis pedum primi paris extus acute tridentatis. 
Long. corp. 15 mm. 

Gattung Calometopus Blanchard. 

Cat. Coll. Entom. 1850, I, p. 45. 

Wenige Arten im tropischen Afrika, von Senegambien bis Ostafrika. 

i. Calometopus centralis n. sp. 

Aus dem Urwalde von Nord-Beni (westlich vom Ruwensori), Februar 
1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Holosericeus, gracilis, partim subtiliter flavopilosus; elytris sordide luteis 
utrinque singulariter nigro-costatis, necnon sutura, apice extremo maculaque 
posthumerali, carinae apposita, ejusdem coloris; abdomine infra (medio ex- 
cepto) transversim flavo-fasciato (fascia e pilis flavidis composita); pygidio 
nigro basi flavo-cingulato striaque longitudinal! medio supra flavo-pilosa; 
pedibus luteis nitidis, femoribus primi paris totis necnon apice femorum 
secundi et tertii parium tibiarumque omnium pedum tarsisque nigris; 
capite deplanato subtiliter rugoso-punctato, utrinque leviter elevato, antice 
profunde emarginato; prothorace subplanato, " tenuiter marginato, antice 
parum rotundate ampliato, margine postico arcuate rotundato; scutello 
sat magno longitudinaliter trigono, flavido-sericeo ; elytris planatis leviter 
seriato-punctatis, juxta scutellum tumidis, carina juxtahumerali suturaque 
carinata sat elevatis nitidis, ilia prope apicem leviter curvata, hac spinam api- 
calem exhibente; tibiis pedum primi paris extus tridentatis, apice tibiarum 
tertii paris dilatata et tridentata; abdominis apice et lateribus, praesertim py- 
gidio, sculptura squamiformi praeditis. 

Long. corp. 14 mm. 

Von den iibrigen Arten, die sich alle im Konigl. Museum befinden, gut 
unterschieden. 

Gattung Coelocorynus Kolbe. 

Stettiner Ent. Zeit. 1895, p. 353; STUHLMANNS ,, Ostafrika", IV. Bd., Wirbellose Tiere: Coleopteren, 

p. 161. 

Diese eigentiimliche Gattung war von mir anfangs zu den Dynastiden ge- 
stellt worden; sie ist tatsachlich gewissen Gattungen dieser Unterfamilie recht 
ahnlich, hauptsachlich durch den Habitus und die Kopfbildung. Wegen ihrer 
nahen Verwandtschaft mit der stets zu den Dynastiden gestellten Gattung 
Cryptodontes Burm. hatte ich auch Coelocorynus hierher gezogen. In Wirklichkeit 

24* 



372 

gehoren diese Gattungen zu den Trichiinen, wie ich in der Ent. Rundsch. , 26. Jahrg. 
(1909), p. 81 f., auseinandergesetzt habe. Der in den Mandibem, den Maxillen 
und dem Epistom zum Ausdruck gekommene morphologische Charakter spricht 
durchaus fiir die melitophilen Lamellicornier. Auch sind die Scapulae mehr 
oder weniger sichtbar, wie bei den Trichiiden. Der einfache, gerade AuBen- 
rand der Elytren spricht gleichfalls fiir die Trichiiden. Die weiblichen Coelo- 
coryni haben indes schon einen trichiidenhaften Ausdruck. Nicht so die Mann- 
chen. Das mannliche Geschlecht ist charakterisiert durch den breiten, vier- 
eckigen, oben ausgehohlten Clypeus, den hohen, glatten Querkiel der Stirn, 
den vorn abgestutzten und mit schwacher Schwiele versehenen Prothorax, die 
schmalen Vordertibien und die langen Tarsen. - - Bisher war nur eine Art vom 
Ruwensori bekannt. Eine zweite Art wurde von Mitgliedern der herzoglichen 
Expedition entdeckt. 

1. Coelocorynus runsoricus Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 353; in STUHI.MANNS ,,Ostafrika", IV. Bd., Wirbellose Tiere: 
Coleopteren, p. 161, Taf. II, Fig. 15. 

Auf dem Ruwensori (Ru-Nssororo), nordlich vom Albert-Edward-See, in 
der Waldzone, bei 2600 und 3000 m (9. und 10. Juni 1891) von Dr. STUHLMAKN 
entdeckt; im Mabuku-Tal, am Ost-Ruwensori, 2000 2300 m hoch; zwischen 
dem Salz-See und Mawamba, auch am oberen Kongo (nach ARROW). 

2. Coelocorynus darwinianus n. sp. 

KOLBE, Entom. Rundschau, 26. Jahrg., 1909, p. 82. 

Subcylindricus, niger, nitidus, punctatus, prothorace postice parum at- 
tenuate, supra parcius rude punctato, medio longitudinaliter sulcato; scutello 
piano parcissime punctulato; elytris profunde striatis, striis partim sulciformi- 
bus, utriusque elytri quindecim striis impressis, punctatis, punctis parum con- 
fluentibus, apice elytrorum irregulariter confertim punctulato; pygidio convexo 
dense punctato. 

Long. corp. 15 18 mm. 

Rugege-Wald im siidwestlichen Ruanda, 1800 m, 20. August 1907; Kis- 
senji, am Nordufer des Kiwu-Sees, 5. September 1907; am FuBe des Niragongo, 
nordlich vom Kiwu-See, bei 1800 m, 2700 und 3000 m, Oktober 1907 (Dr. SCHU- 
BOTZ); Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (GRAUER); Vulkan-Gebiet 
nordostlich vom Kiwu-See, Oktober 1907 (v. WiESE); Westabhang des Ruwen- 
sori, 1800 m, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Diese neue Art unterscheidet sich von C. runsoricus durch den schmaleren 
Querkiel des Kopfes, die starkere Punktierung des Pronotums und die Anwesen- 
heit einer mittleren Langsfurche auf demselben, den tiefen mittleren Quer- 
eindruck vom auf dem Pronotum des Mannchens, die kraftigen furchenartigen 
Punktstreifen der Elytren und die weniger schlanke Korperform des Mannchens. 



373 

XIX. Unterfamilie Valginae. 

Diese verhaltnismaBig formenarme Unterfamilie ist in 9 bekannten Gat- 
tungen liber Afrika verbreitet. Die meisten Gattungen und Arten sind aus 
\Yestafrika beschrieben. Vgl. KOLBE, Die afrikanischen Genera und Spezies der 
Valgiden (Stettin. Ent. Zeit. 1897, p. 184 215). Die folgenden Arten sind im 
Seengebiet gefunden. 

Gattung Cosmo valgus Kolbe. 

1. c., p. 204. 

Aus Westafrika (Kamerun) sind 2 Arten bekannt. Hierher gehoren die 
groBten Arten der Familie (Korper bis 13 mm lang). 

i. Cosmovalgus conradti Kolbe. 

1. c., p. 205. 

Westlich vom Ruwensori: Nord-Beni, Urwald, Februar 1908 (Dr. SCHU- 
BOTZ). 

Siidost-Kamerun. 

Gattung Comythovalgus Kolbe. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1884, p. 166; 1. c., p. 197. 

Kleine, kurzgeformte Arten aus dem tropischen und sudlichen Afrika 
(4 6 mm lang). Prothorax viel schmaler als die Elytren, wie diese oberseits 
mit Haarbiischeln bekleidet, unterseits dicht beschuppt. Tibien des ersten 
Beinpaares funfzahnig (a 1 ) oder dreizahnig (9). Weibchen ohne Legebohrer. 

1. Comythovalgus aemulus Kolbe. 

Stettiner Ent. Zeit. 1897, p. 199. 

Uganda: Kampala - Kigoma (Dr. NAGELE). i Exemplar. 
Kamerun. 

2. Comythovalgus sp. 

Ruwensori, 1850 m hoch (nach ARROW). 

Gattung Ischnovalgus Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1897, p. 190. 

Korper schmal, schlank, oberseits meist wenig beschuppt, teilweise glatt. 
Scutellum klein. Prothorax wenig schmaler als die Elytren. Beine schlank; 
Tibien des ersten Beinpaares nahe der Spitze zweizahnig (a*) oder dreizahnig (9). 
Weibchen ohne Legebohrer. 

i. Ischnovalgus albosquamosus Fairmaire. (Valgus.} 
Ann. Soc. Ent. France 1887, p. 133. 

Ostlich vom Tanganjika-See: Tabora (nach FAIRMAIRE). 
Diese Art ist mir unbekannt geblieben. In der Beschreibung sprechen einige 
Merkmale fur Ischnovalgus. 



374 
XX. Unterfamilie Cetotliinae. 

Eine an Gattungen und Arten sehr reiche Unterfamilie, die in Afrika siid- 
lich der Sahara so iippig entwickelt ist, wie auf keinem anderen Kontinent. 



Gattung Goliathus Lamarck. 

Syst. Anim. sans vert. 1801, p. 209. 

In wenigen Arten auf das tropische Afrika beschrankt, sowohl im Westen, 
wie im Osten und im Innern des Kontinents. Die groBten Arten der Cetoniiden 
enthaltend; ihre Korperlange bis 100 mm fassend. 

i. Goliathus giganteus Lamarck. 

Hist. anim. 1817, IV, p. 580; BuRMEiSTER, Handb. d. Ent., V, p. 546. 

Westlich vom Albert-Nyansa auf der Route Mawambi-Awakubi am Aru- 
wimi am 23. April 1908 nicht selten; bei Kilo, westlich vom Albert-Nyansa, 
auf der Nordoststrecke des aquatorial-afrikanischen Waldes im Kongo beige, 
im Marz 1908 in Anzahl gefunden (Dr. SCHUBOTZ). - Auch nach ARROW bei 
Mawambi haufig, 650 m hoch. 

Auf meine Anfrage beziiglich der Lebensweise dieser auffallenden Kafer 
teilte mir Herr Dr. SCHUBOTZ freundlichst mit, daB er den Goliathus nur am 
ausflieBenden Safte einer Vernonia-Art gefunden habe. Letztere ist ein groB- 
blattriger Strauch, der iiberall im Kongogebiet vorkommt, aber besonders an 
Stellen verlassener Pflanzungen sich findet. Belgische Beamte behaupteten 
Herrn Dr. SCHUBOTZ gegeniiber, Goliathus sei ein Besucher des Elefantenkotes, 
was er aber bezweifle. Der Flugton der Kafer gleicht dem Gebrumm einer BaB- 
geigensaite und ist weit zu horen. 

Bei Herrn RENE; OBERTHUR sab. ich eine groBere Anzahl Kafer dieser Art, 
welche bei Mpala am Westufer des Tangaiijika-See gefunden waren. 

G. giganteus ist durch den Kongowald bis Kamerun verbreitet. 

Gattung Fornasinius Bertoloni. 

Illustr. d. Prodotti nat. d. Mozambico. Dissert. IV, p. 8. (Mem. d. Accad. Sc. Bologna, vol. 4. 

1853, P- 34 8 -) 

KOI,BE, Stettin. Ent. Zeit. 1893, p. 205. 
In wenigen Arten iiber das tropische West- und Ostafrika verbreitet. 

i. Fornasinius insignis Bertoloni. 

1. c., p. 8 u. 348. 

(Goliathus fornasinii Bertoloni, 1. c., p. 5 u. 345.) 

WESTWOOD, Thesaurus Entom. Oxoniensis, p. 3. 

BERTOLONI nennt zuerst (Sep. 1. c., p. 5) diese Spezies Goliathus fornasinii, 
sagt aber drei Seiten weiter (p. 8 des Separatums), daB er sie nur mit Vorbehalt 
so nenne, denn er schlage den Namen Fornasinius insignis fur diese Art vor, 
wenn die Aufstellung einer neuen Gattung dafiir notwendig sei. Da diese Gat- 
tung angenommen ist, so muB auch der von BERTOLONI definitiv vorgeschlagene 
Name insignis fur die Art angenommen werden. 



375 

Die ersten Exemplare dieser Art \vurden in Palmenwaldern in Mosambik 
am Magnarra-Flusse gefunden; spater am Sambesi. 

Besondere Unterschiede zwischen den Exemplaren aus Mosambik und den- 
jenigen Deutsch- und Britisch-Ostafrikas scheinen nicht zu existieren. Um 
diese Mosambiker Form kennen zu lernen, erbat ich mir das im Stettiner Museum 
vorhandene Exemplar (9) zur Ansicht, welches C. A. DOHRX in der Stettin. Ent. 
Zeit. 1876, p. 66, erwahnt. 

Dieses Stettiner Exemplar macht wohl einen etwas anderen Eindruck als 
die im Konigl. Museum befindlichen Stiicke aus Deutsch- und Britisch-Ostafrika; 
das mag individuell sein. Bei dem Stettiner Exemplar ist die Behaarung an den 
Randern des Abdomens und an der Innenseite des zweiten und dritten Bein- 
paares sehr dunkel und am Grunde rotbraun, bei alien Stiicken der nordlichen 
Form ganz schwarz, nur am Rande der letzten Abdominalplatte stehen in der 
Mitte kurze rotliche Harchen. Ubrigens beschreibt WESTWOOD 1. c. die Tibien 
der Art als ,,intus nigro-setosae." Ferner ist das Scutellum des Stettiner Exemplars 
von einem schmalen gelben, mittleren Langsstrich durchzogen; bei den anderen 
Stiicken fehlt diese mittlere gelbe Lime, und die Seiten sind meistens gelb. 
WESTWOOD beschreibt das Scutellum als ganz schwarz. 

Die Art ist in Ostafrika und besonders in Zentralafrika Schwankungen in 
der KorpergroBe und der Ausbildung der Hocker und Homer des Kopfes unter- 
worfen. Die Hocker und Homer zeigen bei den groBeren und kleineren und auch 
bei den groBeren einerseits und bei den kleineren Exemplaren andererseits ganz 
verschiedene Bildungen, die man clurch verschiedene Benennungen dieser Varie- 
taten am besten auseinander halt und bezeichnet. Bei kleineren Individuen 
ist das mediane frontale Kopfhorn kurz und gerade und entweder unterhalb 
mit einem unpaaren Zahne versehen oder dieser Zahn fehlt vollkommen. Ferner 
findet sich bei manchen kleinen Individuen jederseits neben der Basis des Fron- 
talhornes ein laterales Frontalzahnchen, oder dieses fehlt bei anderen kleinen 
Individuen. Bei mittelgroBen und groBeren Exemplaren ist das mediane Kopf- 
horn (Frontalhorn) groBer, langer und gebogen und an der Unterseite entweder 
ebenfalls mit einem Zahne ausgeriistet oder nicht. Ferner ist das groBe mediane 
Kopfhorn bei den groBeren Exemplaren in der Basalhalfte entweder jederseits 
mit einem lateralen kleineren Zahne versehen oder die beiden lateralen Zahne 
fehlen. 

Diese Varietaten sind teilweise als besondere Arten aufgefaBt und beschrie- 
ben, besonders von KRAATZ, HEATH und PREISS. Sie gehoren aber trotz der 
merklichen Unterschiede in den genannten Horn- und Zahnbildungen zusammen 
zu einer einzigen Art. Die Varietaten sind wie folgt unterschieden. 

Var. pauxillus m. (forma minor) von der InselUkerewe im Victoria-Nyansa 
(A. CONRADS). Eine kleine Form des Mannchens mit kurzem geraden me- 
dianen Frontalhorn, ohne ein unpaares Zahnchen an der Unter- 
seite desselben, ohne oder mit einem undeutlichen lateralen Zahnchen jeder- 



seits neben der Basis des medianen Frontalhorns. Stirn beiderseits bis zu dem 
lateralen Zahnchen ungekielt oder undeutlich gekielt. Lange des Korpers 33 bis 
35 mm (gemessen von den Vorderecken des Clypeus bis zur Spitze des Pygi- 
diums, auch bei den iibrigen Varietaten). 

Var. infradentatus m. (forma minor) von der Insel Ukerewe im Victoria- 
Nyansa (A. CONRADS). Eine kleine Form des Mannchens mit einem kurzen ge- 
raden medianen Frontalhorn, einem unpaaren inferioren Zahne 
an der Unterseite desselben und je einem deutlichen lateralen 
Zahnchen jederseits neben der Basis des medianen Frontalhorns. Stirn beider- 
seits gekielt, Kiel des lateralen Zahnchens mit der supraokularen Tuberkel ver- 
bunden. Lange des Korpers 34 36 mm. 

Var. transitivus m. Ebenfalls von der Insel Ukerewe (A. CONRADS). Me- 
dianes Frontalhorn etwas verlangert und sehr schwach gebogen, 
mit einem unpaaren inferioren Zahnchen an der Unterseite desselbei 
und je einem lateralen Zahnchen jederseits an der Basis des medianen 
Frontalhorns. Kiel beiderseits der Stirn fehlend. Korperlange 38 mm. 

Var. mixtus m. Eine mittelgroBe Form von Bukoba an der Westseite des 
Victoria-Nyansa (GuDOWiUS). Medianes Frontalhorn verlangert, aber 
nicht sehr kraftig, jedoch ziemlich stark knieformig gebogen und mit 
je einem lateralen Zahnchen beiderseits in der Basalhalfte dieses Horns, 
sowie mit einem unpaaren inferioren Zahnchen an der Unterseite des- 
selben. L,ange des Korpers 42 mm. 

Var. hauseri Krtz. aus Britisch-Ostafrika (Kibwezi) und vom Kilimandjaro, 
findet sich vielleicht auch am Victoria-Nyansa. Medianes Frontalhorn 
ziemlich lang, nur schwach gebogen; laterales Zahnchen beider- 
seits der Basis dieses Horns ziemlich klein oder groBer; ohne unpaaren Zahn 
an der Unterseite desselben. Korperlange 42 45 mm. 

Var. paradoxus m. Diese Form ist bis jetzt nur aus Usambara bekannt. Me- 
dianes Frontalhorn stark knieformig gekrummt, mit je einem 
kraftigen lateralen Zahne im Basalteile desselben und ohne unpaaren 
inferioren Zahn. Korperlange 49 mm. 

Var. hirthi PreiB, gleichfalls von der Insel Ukerewe (A. CONRADS), auch 
von Bukoba an der Westseite des Victoria-Nyansa, vom nordlichen Ende des 
Tanganjika und aus Usambara. Medianes Frontalhorn lang, stark ge- 
bogen, ohne die beiden Lateralzahne an der Basis dieses Horns und ohne 
unpaaren inferioren Zahn an der Unterseite desselben. Korperlange 46 50 mm. 

G. wisei Heath ist mit F. hirthi PreiB anscheinend identisch. 

2. Fornasinius russus Kolbe. 

Berlin. Ent. Zeitschr. 1884, p. 386. (Q) 

( = Wesselsi Braem, beschrieben nach einem Mannchen in den Annal. Soc. 
Ent. Belg. 1905, p. 43, mit Fig.) 
Uganda (v. BENNIGSEN). 



377 

Kongo-Gebiet : Mukenge in Baluba-Land, Oktober 1882, Dr. P. POGGE, 

i Q (Konigl. Mus. Berlin); - - oberer Kassai d*. 
Vgl. SCHENKLING, Deutsche Ent. Zeitschr. 1907, p. 416. 

Gattung Hegemus J.Thomson. 

Bull. Soc. Ent. France (6) I, 1881, p. XI. 
Einige selten gefundene Arten im tropischen Afrika. 
i. Hegemus vittatus Bates. 

Ent. Monthl. Mag., XXIV, 1888, p. 241. (Brit. Mus.) 

Muansa, am Siidufer des Victoria-Nyansa, i o 1 von Herrn KARL AHLWARTH, 
dem bisherigen Vorsitzenden der Deutschen Entomologischen Gesellschaft, dem 
Konigl. Museum giitigst iiberlassen. - Nach einem a* aus Ugogo beschrieben. 

Der von FAIRMAIRE beschriebene Gol. melaleucus (9) aus ,,Zentral- Afrika" 
ist wahrscheinlich synonym mil vittatus Bat. (Vgl. Bull. Soc. Ent. France 1889, 
p. 118; Ann. Soc. Ent. France 1891, Taf. V, Fig. 4.) 

Gattung Stephanocrates Kolbe. 

Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde, 1892, p. 241 242. 

Wenige Arten im tropischen Afrika, im Westen und Osten, von stattlicher 
Form und schoner Farbung. 

i. Stephanocrates bennigseni Kuhnt. 

Deutsche Entom. Zeitschr. 1909, p. 651, Fig. 

Urwald am FuBe des Mikeno, zwischen dem Kiwu- und Albert-Edward-See, 
2200 m hoch, i m (GRAUER, nach KUHNT). 

Ein von Herrn GRAUER dem Konigl. Museum in Berlin geschenktes Parchen 
ist von ihm am Nordende des Tanganjika-Sees, hinter den Randbergen, 2000 m 
hoch, gefunden. 

o*. Das Scheitelhorn ist ahnlich wie bei St. preufii m. gegabelt, aber kleiner. 
Der Clypeus tragt zwei Homer, welche nach vorn gerichtet sind. Der breite 
Prothorax ist stark gewolbt und zeigt vorn die charakteristische generische Bil- 
dung, wie die genannte Kameruner Art. Die Oberseite des Kopfes ist blauviolett 
und schwarz. Pronotum und Elytren sind gelbgriin bis griin, mattfarbig, ersteres 
mit tiefschw r arzer Farbung im vorderen Drittel, die hinten zackig auslauft. 
Unterseite braunlich-kupfrig bis griin und rotlichbraun. Hiiften, Trochanteren 
und Beine teils griin, teils kupferfarbig. Tibien und Tarsen schwarz. 

9- Oberseits etwas glanzend. Kopfhorner fehlend, Clypeus einfach, am 
Vorderrande beiderseits etwas aufgebogen und winklig vorspringend, glanzend, 
runzlig-punktiert ; Stirn nur vorn und seitlich punktiert, mattschwarz; Scheitel 
dicht punktiert, griin und schwarz. Prothorax weniger stark gewolbt als beim o*, 
iiberall zerstreut-punktiert, am Vorderrande schmal ausgerandet, in der Mitte 
der Ausrandung etwas vorgezogen. Die tiefschwarze Zeichnung im vorderen 
Drittel des Pronotums ist ahnlich wie beim Mannchen. Die Fliigeldecken sind 
nachlassig gestreift, glanzend. 



- 378 - 

Das Mannchen 1st vom Vorderrande des Clypeus bis zur Afterspitze 42, das 
Weibchen 36 mm lang. 

Gattung Mecynorhina Hope. 

Coleopterist's Manual, I, p. 60. 

Ein oder zwei Arten in Westafrika bis Zentralafrika. 
i. Mecynorhina torquata Drury. 

Exot. Ins., Ill, p. 60, Fig. 

Rasse ugandensis Moser. 

Ann. Soc. Ent. Belg., vol. 51, 1907, p. 313. 

Uganda (nach MOSER). 

Ober-Guinea, Kamerun, Lundareich, Kongo int. (M. torquata). 
Die Form ugandensis macht den Eindruck einer besonderen Art ; als solche 
ist sie auch von MOSER beschrieben. 

Gattung Chelorhina Burmeister. 

Handbuch d. Entomologie, III. Bd., p. 185. 

Zwei Arten in Westafrika bis Zentralafrika. 

1. Chelorhina polyphemus Fabricius. 

Species Insect., I, p. 14. 

Westseite des Victoria-Nyansa : Bukoba (GuDOWius) ; Uganda: Entebbe. 
Ober-Guinea, Kamerun, Lundareich, Kongo int. 

Var. confluens Pangella, Princ. L. Amad. d. Savoia. II Ruwenzori. I, p. 258. 
Ruwensori. 

2. Chelorhina savagei Harris. 

Boston Journ., IV, 1844, p. 403, Fig. 
Aruwimi-Tal, westlich vom Albert-Nyansa (nach BATES); Urwald von Ma- 
wambi, westlich vom Ruwensori (GRAUER, nach MOSER). 
Ober-Guinea, Kamerun, Kongo. 

Gattung Dicranorhina Hope. 

Coleopt. Man., I, p. 119; BURMEISTER, Handbuch d. Ent., Ill, p. 187. 

Einige Arten im tropischen Afrika bis Siidafrika. 

Die westafrikanische micans ist sehr stabil, aber die ostafrikanische derbyana 
neigt iiberall zur Rassenbildung. 

i. Dicranorhina micans Drury (== D. johnstoni Wtrh.). 

Exot. Ins., II, p. 59, Fig. 

Westseite des Victoria-Nyansa: Bukoba ( GUDOWIUS), STUHLMANN 6. Dezem- 
ber 1890, MARSHALL 13. Juni 1907); Uganda: Entebbe (nach ROLLE); Aru- 
wimi-Tal, westlich vom Albert-Nyansa (nach ARROW); Urwalder von Beni und 
Mawambi (R. GRAUER, nach MOSER). 

Ober- und Nieder-Guinea, Kamerun, Kongogebiet. 






379 

Die Form D. johnstoni Wtsh. 1st nur auf eine Yarietat aus Uganda mit 
griinschwarzem Kopfe gegriindet. Mir liegen Exemplare aus Uganda und Bukoba 
vor, die von Kameruner Exemplaren nicht abweichen. Bald herrscht am 
Kopfe die grime, bald die schwarze Farbung vor, sowohl bei Stiicken vom Victo- 
ria-Nyansa, als auch bei solchen vom Kongo und Kamerun. 

2. Dicranorhina derbyana Westwood. 

Aran. Ent., I, p. 173, Fig. 

Rasse conradsi Kolbe. 

Ent. Rundschau, XXVI. Jahrg., 1909, p. 134; Sitzungsber. d. Gesellsch. d. naturf. Freunde, 
Berlin 1913, p. 211. 

Auffallend gefarbt, Oberseite in beiden Geschlechtern dunkelviolett, zum 
Teil fast schwarzviolett, seltener dunkelbraun-violett und mit Schwarz unter- 
mischt. Epistom in beiden Geschlechtern schmaler als bei der Rasse oberthuri; 
vordere Zahne desselben noch mehr vorspringend ; die seitlichen kleinen Zahne 
mehr nach hinten geriickt. Mesosternalfortsatz breiter, vorn kiirzer zugespitzt 
als bei oberthuri. 

d". Tibien des ersteii Beinpaares bei gleicher KorpergroBe weniger lang 
und weniger schmal, an der Spitze schrag nach innen abgestutzt (bei oberthuri o* 
langer und an der Spitze gerade abgestutzt). 

9- Pronotum und Elytren ebenso runzlig-punktiert wie oberthuri 9; auch 
durch das schmalere Epistom und den kiirzeren, breiteren und langer zugespitzten 
Mesosternalfortsatz vom 9 der letzteren Rasse unterschieden. 

Korperlange: a* 41 47, 9 33 3 mm. 

Var. vittata. Erkennbar an der weiBen oder gelblichenLateralbinde jederseits 
auf dem Pronotum und den weiBen oder gelblichen Longitudinalbinden auf den 
Elytren. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (Pater A. CONRADS); Schirati am Ost- 
ufer dieses Sees (nach CSIKI). 

Die Conradsi-R&sse ist zunachst mit der Carnifex-Rasse aus Taita in Bri- 
tisch-Ostafrika und vom Meruberge, sowie mit der Oberthiiri-Rasse Deutsch-Ost- 
afrikas verwandt. 

Gattung Eudicella White. 

Magazin of natural History, new Ser., 1839, p. 24; WESTWOOD, Arcana Ent., I, p. 174. 
Hierher gehoren einige, iiber das tropische und bis in das siidliche Afrika 
verbreitete Arten. Sie treten meistens in den verschiedenen Teilen des Kon- 
tinents als besondere Rassen auf. Im Seengebiet sind folgende Arten und Rassen 
gefunden : 

i. Eudicella gralli Buquet. 

Ann. Soc. Ent. France 1836, p. 201, Fig.; BURMEISTER, Handb. d. Ent., III. p. 191 (Guinea). 

Rasse mechowi Quedenfeldt. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1880, p. 346. 

Westlich vom Ruwensori: NW-Beni, Urwald (Dr. SCHUBOTZ); in den Ur- 
waldern von Moera und Bern, westlich vom Ruwensori (R. GRAUER, nach MOSER) ; 



siidwestlich vom Albert-Nyansa : Undussuma, 15. November 1891; Westufer 
des Victoria-Nyansa, Februar 1891 (Dr. STUHLMANN); Bukoba (GuDOWius); 
Bukoba, Juli (CoNRADS); Uganda: Entebbe (nach ROLLE); Ost- Victoria-Nyansa: 
Urwald in der Nahe von Ngoroine, Anfang Februar 1894 (O. NEUMANN). 

Im zentralen Westafrika: Quango, Baluba, siidliche Landschaften des 
Kongogebietes. 
var. integro=fasciata Pangella 1. c y. 266. Ruwensori. 

2. Eudicella smith! Mac Leay. 

Illustrat. Zool. Afr., Ill, p. 34, Nr. 5, Fig.; BURMEISTER, 1. c., p. 194 (Siidafrika, Natal). 

Rasse tetraspilota Har. 
Unterrasse bertherandi Fairmaire. 

Ann. Soc. Ent. France 1891, p. 241. 
nyansana rn. 

Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde 1913, p. 211. 

Kiwu-See: Kissenji (v. STEGMANN und STEIN); Karagwe, westlich vom 
Victoria-Nyansa, 6. Marz 1891 (Dr. F. STUHLMANN); Bukoba am Westufer des 
Victoria-Nyansa (EGGEL, GUDOWIUS, CONRADS, .STUHLMANN, im Februar); Insel 
Ukerewe im Victoria-Nyansa (CoNRADS). 

Diese Rasse unterscheidet sich von der Tetraspilota-Rasse aus dem Innern 
des Kongogebietes durch das Fehlen des schwarzen Fleckes auf dem callus ante- 
apicalis der Elytren. Es scheint mir, daB meine Nyansana-Jtasse von der Insel 
Ukerewe usw. mit der von FAIRMAIRE 1. c. als Eudicella bertherandi aus ,,1'Afrique 
centrale" beschriebenen Art identisch ist. 

Unterrasse immaculate Heath. 

Entomologist 1904, p. 102, Fig. 

Uganda (nach HEATH). 

Es fehlt auf den Elytren sowohl der schwarze humerale als auch der ante 
apikale Fleck. Ich habe diese Rasse nicht kennen gelernt. 

3. Eudicella ducalis n. sp. 

i a* aus dem Bugoie-Urwald in Ruanda (v. STEGMANN und STEIN); Ui 
wald hinter den Randbergen der Nordwestseite des Tanganjika-Sees, 1800 22Oom 
(R. GRAUER, nach MOSER). Das Exemplar aus Ruanda ist hier beschieben. 

L,aete viridis, capite anteriore cornuque clypeali brunneis, fusco nigroque 
limbatis; elytris ochraceis, nitidis, utroque vittis duabus nigris, vitta altera e 
basi humerali usque ad callum anteapicalem pertinente, altera suturali, e basi 
interiore nascente marginemque totum occupante, postice angustata; pedibus 
laete viridibus, tarsis, calcaribus denticulisque tibiarum nigerrimis; clypeo 
utrinque dentem subacutum, divergentem, emittente; cornu clypeali mediano 
furcate, ascendente, furcae dentibus duobus sat latis planatis, vix divergentibus, 
e basi fere in dimidio connatis; fronte rude punctata, anticeebifoveata; pro- 
thorace sat convexo, ubique subtiliter rugoso-punctato, linea tenui discoidali 
media longitudinali elevata, in scutellum continuata; elytris confertissime 



punctulatis, sat coriaceis, praeterea punctatis, punctis his majoribus partim dis- 
persis partim subseriatis; pygidio coriaceo subtiliter transversim rugoso. 

Long. corp. (cornu excepto) 45 mm. 

Die groBte Art der Gattung Eutiicclla und auBer clurch die GroBe besonders 
'durch das eigentiimlich gebildete Gabelhorn des Clypeus ausgezeichnet, dessen 
breite und flache Zinken fast bis zur Halfte miteinander verwachsen sind, wenig 
divergieren und am Ende konvergieren. 

Gattung Coelorhina Burmeister. 

Handbuch der Eutomologie, III. Bd., p. 206. 

Mehrere Arten in West- und Zentralafrika. 

1. Coelorhina loricata Janson. 

Cist. Ent., II, p. 141 (Angola). 

Rasse ruficeps Kolbe. 

Berlin. Ent. Zeitschr., 28. Bd., 1884, p. 83, Fig. 

Mpala, an der Westseite des Taiiganjika-Sees (von R. OBERTHUR erhalten). 
Auch in der Gegend des Nyassa-Sees (C. nyassica Krtz.). 

Siidliches Kongogebiet: Lulua, Mukenge. 
Rasse oberthiiri Kolbe. 

Ent. Nachrichten, -XXII, 1896, p. 300 (Dieli, Riv. Alirna). 

In den Urwaldern von Beni und Mawambi, westlich vom Ruwensori (R. 
GRAUER, nach MOSER). 

2. Coelorhina selene Kolbe. 

Ent. Nachrichten, XXV, 1899, p. 349 (Nyam-Nyam). 

Ukaika (nach MOSER). 

3. Coelorhina cornuta Heath. 

Entomologist, vol. 37, 1904, p. 101, Fig. 

Urwald hinter den Randbergen am Nordwestende des Taiiganjika-Sees, 
1800 2200 m (R. GRAUER, nach MOSER); Uganda (nach HEATH). 
Kilimandjaro. 

Gattung Neptunides J.Thomson. 

Bull. Soc. Ent. France (5), vol^IX, p. CVI. 

Zwei Arten, eine in Deutsch-Ostafrika, eine in Zentralafrika. 
i. Neptunides stanleyi Janson (Coelorhina szalayi Csiki). 

Entomologist, XXII, 1889, p. 40. 

Westseite des Ruwensori: NW-Beni, Urwald, Januar 1908; Kongo-Urwald. 
Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Westseite des Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDO- 
wius, EGGEL, CONRADS im Juli, Dr. STUHLMANN, 17. Februar 1891); Kiwu-See: 
Insel Kwidjwi, November 1907 (GRAUER); am Ruwensori, etwa 2000 m hoch 
(nach BATES); am Ruwensori, 2000 2600 m (nach ARROW); Nordost- Victoria- 
Nyansa (O. NEUMANN); Ost- Victoria-Nyansa (nach Csiki); Insel Ukerewe im 
Victoria-Nyansa, April (CONRADS); Urwalder von Beni und Moera (R. GRAUER). 



382 
Gattung Stephanorhina Burmeister. 

Handbuch d. Ent., Ill, p. 208. 
Einige Arten in W T est-, Zentral- und Ostafrika. 

1. Stephanorhina neumanni Kolbe. 

Kolbe, Stuhlmann's Deutsch-Ostafrika, IV. Bd. p. 182. 

Westseite des Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDOWius, EGGEL); Kiwu-See: 
Kissenji (v. STEGMANN und STEIN); NO. Victoria-Nyansa (O. NEUMANN). 
Mit St. tibialis Westw. Westafrikas zunachst verwandt. 

2. Stephanorhina adelpha Kolbe. 

Kolbe ebenda p. 182. 

Westseite des Victoria-Nyansa: Bukoba (GuDOWius, CONRADS); Uganda: 
Entebbe und Mt. Elgejo (nach ROLLE); Nordost- Victoria-Nyansa (O. NEU- 
MANN); Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, April (CONRADS). 

Zunachst mit St. guttata Ol. verwandt, im mannlichen Geschlecht ebenfalls 
mit Kopfhornern, der Korper aber ober- und unterseits fast ganz rot, dazu das 
Epistom breiter, die Tibien aller Beine kraf tiger, das Pygidium kiirzer. Die 
Fleckenzeichnung der Elytren ist ganz dieselbe wie bei St. guttata. 

Die Art ist auch der St. simillima Westw. Ober-Guineas sehr ahnlich, aber 
der Clypeus ist etwas breiter, Pronotum und Elytren weniger glatt, Pygidium 
langer zugespitzt. Die Tibien sind ahnlich wie bei simillima gebildet. 

3. Stephanorhina guttata Olivier. 

Entomologie, I (6), p. 15, Fig.; BURMEISTER, 1. c., p. 208. 

Urwald Ukaika (R. GRAUER, nach MOSER). 

Ober-Guinea, Kamerun, Nieder-Guinea, Kongo. 

Gattung Megalorhina Westwood. 

Transact. Ent. Soc. London, i. ser. V, 1847, p. 19. 

Eine in mehrere Rassen differenzierte Spezies in Ober- und Nieder-Guinea, 
Kamerun, Kongo-Gebiet und Usambara. 

i. Megalorhina harrisi Westwood. 

1. c., p. 20, Fig.; Thesaurus ent. Oxoniensis, p. 3 ( Westaf rika) . 

Mawambi Beni (R. GRAUER, nach MOSER). 

Gattung Amaurodes Westwood. 

Arcan. Ent., II, p. 71. 
Eine Art in Deutsch-Ostafrika, Mosambik und Natal. 

i. Amaurodes passerinii Westwood. 

1. c., p. 71, Fig. 

Von Herrn Pater A. CONRADS von der Insel Ukerewe (Januar) eingesandt. 

Var. nigricans Fairm. (Rasse ?) 

Mpala am Westufer des Tanganjika-Sees (von R. OBERTHUR erhalten). 



Gattung Chirolasia Westwood. 

Arcana Entom., vol. I, 1843, p. 178. 

i. Chirolasia Burkei Westw. (histrio Bat.). 
1. c., p. 178, Fig. 

Tabora, 10. Dezember 1908 (WiNTGENS). 

Deutsch-Ostafrika, Mosambik, Natal, Deutsch-Siidwestafrika. 

Gattung Chordodera Burmeister. 

Handbuch d. Entomologie, III. Bd., 1842, p. 202. 
Zwei Arten in Guinea, 
i. Chordodera pentachordia Klug. 

ERMANS Reise, 1835, p. 38, Fig. 
BURMEISTER, 1. c., p. 203. 

Ukaika, Urwald von Beni im Westen von Ruwensori (R. GRAUER, nach 
MOSER). 

Gattung Eccoptocnemis Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1880, p. 150. 

Wenige Arten in West-, Zentral- und Ostafrika. 
i. Eccoptocnemis superba Gerstaecker (latipes Bates). 

Mitt, des naturwiss. Vereins f. Neuvorpommern u. Riigen, 1882, Sep. p. 12. 

Uganda (von ROLLE erhalten); Aruwimi, ostlicher Kongowald (nach 
ARROW). 

Kamerun, Kongogebiet, Quango. 

Gattung Tmesorhina Westwood. 

Arcana Entomologica, I, 1843, p. 71. 
Mehrere Arten in West- und Zentralafrika, wenige in Ostafrika. 

1. Tmesorhina iris Fabricius. 

Species Insect., I, p. 57. 

BURMEISTER, Handb. d. Ent., Ill, p. 205. 

Urwald Ukaika (R. GRAUER, nach MOSER). 
Ober-Guinea. 

2. Tmesorhina tridens Duvivier. (mesosternalis Kraatz, nach MOSER). 

Compt. Rend. Soc. Ent. Belg., XXXV, p. CCCLXI. 

Urwald Beni, westlich vom Ruwensori (R. GRAUER, nach MOSER). 
Kongo. 

3. Tmesorhina viridicincta Moser. 

Annalen d. k. k. naturhist. Hofmuseums, Wien, XXVII. Bd., p. 228. 

Ukaika (R. GRAUER, nach MOSER). 

4. Tmesorhina runsorica Arrow. 

Transact. Zool. Soc. London, vol. XIX, 1910, p. 192. 

Am FuBe des Ruwensori (Westseite), nordlich vom Albert-Edward-See 
{Dr. SCHUBOTZ); Ruwensori, 2300 2600 m; Ost- Ruwensori, Mabuku-Tal, 2000 
bis 2300 m (nach ARROW). 



Languide viridis, certo visu supra olivaceo suffusa, nitens, pedibus con- 
coloribus, antennis tarsisque nigro-fuscis; capite inaequaliter punctate; clypeo 
subtiliter rugoso-punctato, hoc etsi subquadrato antrorsum leviter ampliato, 
antice parum sinuato; prothorace postice parum ampliato, laxe inaequaliter 
punctato; elytris subtiliter bigeminate striato-punctatis, praeterea irregulariter 
vel subseriatim punctulatis, interstitiis serierum geminatarum leviter convexis 
(i. q. elytris perparum bicostulatis), apice laxe impresso-punctatis ; processu 
mesosternali lato, antice late rotundato; pygidio brevi spatiose trans- 
versim strigilato, utrinque impresso. 

Long. corp. 22 mm. 

Das mitgebrachte Exemplar gehort wohl sicher zu der runsorica-Art. Dann 
ist diese Art der T. alpestris m. aus Kamerun zunachst verwandt und sehr 
ahnlich, so wohl durch den ganzen Habitus und die Bildung einzelner Teile, als 
auch durch die olivenfarbige Nuance der griinen Oberseite und die grime Far- 
bung der Beine. Das Epistom ist aber etwas kiirzer, der Prothorax- hinten etwas 
schmaler und das Scutellum spitzer. Dazu ist der Mesosternalfortsatz recht 
verschieden gestaltet, namlich kiirzer und vorn breit abgerundet (bei alpestris 
vorn verschmalert und stumpf zugespitzt). 

Yon Tmesorhina viridicyanea Mos. weicht T. runsorica durch abweichende 
Farbung, feinere Skulptur, kiirzeren und breiteren Prothorax, groBeren, langeren 
und vorn weniger breiten Prosternalfortsatz ab. Das laterale Zahnchen der Ti- 
bien des dritten Beinpaares ist klein, aber deutlich, an den Tibien des zweiten 
Beinpaares undeutlich. Die Brust ist nicht so reichlich abstehend gelbbehaart. 
Die Tibien des dritten Beinpaares sind sehr schwach gebogen. 

Von Tmesorhina pectoralis Mos. ist T. runsorica ebenfalls deutlich ver- 
schieden. Die Punktierung der Oberseite ist schwacher als bei der MosERschen 
Spezies. Ferner ist der Clypeus schmaler, besonders nach hinten zu. Der Mesoster- 
nalfortsatz ist etwas langer und breiter. Die Farbung der Beine ist grim, zeigt 
aber teilweise einen schwach gelbrotlichen Anflug. Das laterale Zahnchen an 
den Tibien des zweiten und dritten Beinpaares ist schwacher. Beim Weibchen 
ist das dritte Zahnchen der Tibien des ersten Beinpaares vom zweiten Zahnchen 
weiter entfernt als bei der pectoralis. 

5. Tmesorhina ganglbaueri Moser. 

1. c., p. 228. 

Ruanda: Urwald hinter den Randbergen nordwestlich vom Tanganjika- 
See, i 9 (GRAUER, nach MOSER); Ruanda, i 9 (Expedition des Grafen GOETZEN). 

Die Beschreibung der ganglbaueri paBt gut auf runsorica Arrow. Aber das 
Exemplar aus Ruanda im Konigl. Museum ist etwas kraftiger und groBer, auch 
schlanker als runsorica ; der Mesosternalfortsatz ist deutlich breiter und an den 
Seiten gerundet (bei runsorica an den Seiten gerade). Vielleicht hat das un- 
bekannte Mannchen einen anders gebildeten Forzeps. Im iibrigen sind beide 
Arten einander auBerst ahnlich. 



385 
6. Tmesorhina saundersi Westwood. 

Transact. Ent. Soc. New Ser., vol. Ill, 1854, p. 64, Fig. 

,,Viridis, fortiter nigro-punctata, capite antice vix emarginato, epimeris 
viridibus, nee aureis; pedibus nigro-viridibus, tarsis omnibus nigris" (Guinea). 

In den Urwaldern von Ukaika, Mawambi und Beni, nordlich vom Albert- 
Edward-See (R. GRATJER, nach MOSER). 

Ein Weibchen von Awakubi am Aruwimi (Route Mawambi, westlich vom 
Albert-Nyansa) am 23. April 1908 von Dr. SCHUBOTZ aufgefunden, gehort 
vielleicht zu dieser Art, die wenig bekannt ist. Zur naheren Feststellung diene 
folgende Beschreibung. 

Laete viridis, certo visu supra olivaceo suffusa, pectore abdomineque mediis 
leviter subaureis, antennis nigris, articulo primo viridi, pedibus viridibus, tarsis 
nigris; capite anteriore (clypeo) subtiliter granulate (granulis totis minutis- 
simis, inter se separatis), fronte partim verticeque laxe punctatis; clypeo 
quadrato antice vix ampliato, in margine anteriore sinuato; prothorace 
postice dilatato, supra in disco subtilissime, latera versus sat crasse punctatis; 
elytris partim subtilissime seriato-punctatis, partim punctis irregulariter 
positis, series geminatas baud formantibus, sparsis, necnon interstitiis serierum 
planis, nequaquam elevatis, apice impunctato; processu mesosternali 
breviter latiusculo, antice late rotundato; pygidio brevi, largius quam in 
T. runsorica transversim strigilato, utrinque impresso. 

Long. corp. 24 mm. 

Diese Art, mit der die Tmesorhina metasternalis Krtz. nach MOSER iden- 
tisch ist, ist der T. barombina m. aus Kamerun ahnlich. Der Kopf ist fast ebenso 
skulptiert, aber das Epistom ist larger, der Prothorax hinten breiter, die Elytren 
weniger schmal und die Punktierung der Oberseite weniger kraftig. Der Meso- 
sternalfortsatz ist breit abgerundet, etwas breiter als bei barombina. 

Von der T. runsorica unterscheidet sie sich auBer durch die viel lebhaftere 
grime Farbung der Oberseite hauptsachlich durch den langeren, anders skulp- 
tierten Clypeus, die groBere Breite des Prothorax und die abweichende Skulptu 
der Elytren, auch durch das langer zugespitzte Scutellum. 

Gattung Smaragdesthes Kraatz. 

Entom. Monatsblatter II. p. 28. 

Mehrere Arten, die teilweise aus mehreren Unterarten bestehen, im tropischen 
Afrika, von Westen bis Osten verbreitet. 
i. Smaragdesthes mutica Harold. 

Mitt. Miinchen. Ent. Ver., II, p. 163. 

Victoria-Nyansa : Bukoba (EGGEL); Uganda (von ROLLE erhalten). 

Nieder-Guinea, Kongo. 
Rasse subsuturalis Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1891, p. 123. 

MOSER, Ann. Soc. Ent. Belg., vol. 55, 1911, p. 119- 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. 2s 



386 

Ost-Victoria-Nyansa : Schirati (nach MOSER). - - Kongo. 
Rasse conradsi Kolbe. 

Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin, Jahrg. 1913, p. 213. 

Victoria-Nyansa : Insel Ukerewe (A. CONRADS). 

Cyanea, elytris luteis cyaneo plus minusve suffusis, exceptis sutura, macula 
humerali apiceque elytrorum saturatius cyaneis, margine exteriore nigro ; episto- 
mate parce punctato, ejus medio longitudinaliter plane subcarinato, carina laevi 
antice tuberculo transverso exstructo; elytris subtiliter punctato-striatis, striis 
ad apicem interiorem versus obsoletis, stria secunda in aliquot puncta dissoluta. 

Long. corp. 17 18 mm. 

Von mutica und subsuturalis durch abweichende Farbung, die Skulptur cler 
Elytren, die Bildung des Callus, des Epistoms und die Skulptur desselben ver- 
schieden. 

Gattung Plaesiorhina Burmeister. 

Handbuch d. Entomologie, III. Bd., p. 211. 
t)ber das intertropikale und siidliche Afrika verbreitet. 

i. Plaesiorhina recurva Fabricius. 

Syst. Eleuth., II, p. 138. 

SCHAUM, Soc. Ent. France 1844, p. 351. 

Dies ist die ganz griin metallisch gefarbte Form. 

Westlich vom Albert-Nyansa : Aruwimi (nach BATES); Mokia, Siidost-Ru- 
wensori, uoo m hoch (nach ARROW). 

Senegambien, Guinea. 
Rasse plana Wiedemann. 

GERMARS Magazin d. Entomologie, IV. Bd., p. 145. 

BURMEISTER, 1. c., p. 213 = cincta Voet, Col. I, p. 9, Fig. (Nach MosER.) 

Diese ,,Art" ist nach MOSER mit P. recurva F. identisch, da sie sich nur 
durch die gelbe Querbinde hinter der Mitte der Elytren von dieser Form unter- 
scheidet. Sie bildet aber wohl wahrscheinlich eine Rasse derselben; denn aus dem 
groBen Verbreitungsgebiete von plana Wiedem. (cincta Oliv.), besonders in Siid- 
afrika, auch in Kamerun, ist mir die Recurva-Form nicht vorgekommen, ebenso- 
wenig siidlich vom Ruwensori. Nordwarts davon und westlich vom Albert- 
Nyansa erwahnt allerdings BATES sowohl die recurva F. als auch die cincta Oliv. 
vom Aruwimi. 

Die Fundorte der plana Wiedem. aus dem Seengebiete sind nach dem mir 
vorliegenden Material die folgenden: 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (EGGEL, GUDOWIUS, April 
1907 Dr. MARSHALL, Februar 1891 Dr. STUHLMANN); Kissenji am Kiwu 
(v. STEGMANN und STEIN); Uganda; Aruwimi, westlich vom Albert-Nyansa (nach 
BATES). 

Guinea, Kamerun, Kongo, Mosambik, Siidafrika. 

Nach der Farbung der Fliigeldecken sind einige individuelle Varietaten zu 
unterscheiden. 



387 

Var. ugandensis Heath (Entomologist, XXXVI, p. 98), Fliigeldecken fast 
ganz oder grciBtenteils hellgelb. 
Uganda. 

Var. latcralis n. Die gelbe Transversalbinde an der AuBenseite der Elytren 
nach vorn und hinten verlangert. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (EGGEL); Kissenji am 
Kiwu-See (v. STEGMANN und STEIN); Uganda, Entebbe (nach ROLLE). 

Rasse ukerewia m. 

Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde, 1913, Nr. 3, p. 214. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Oktober (P. A. CONRADS). 

Im Gegensatze zu der Rasse plana Wiedem. nebst den Varietaten ugandensis 
und lateralis ist die Rasse ukerewia kleiner und verhaltnismaBig kiirzer, sonst 
aber ahnlich gefarbt. Die Grundfarbe ist oberseits braun mit griinem Schimmer. 
Der Seitenrand des Pronotums ist gelb. Die gelbe Querbinde der Elytren hinter 
der Mitte ist zackig und nach den Seiten zu, aber nicht nach vorn, verbreitert. 
Das Pronotum ist reichlicher und dichter punktiert als bei plana und im groBeren 
Umfange querrunzlig. Die Elytren sind etwas grober und teilweise viel dichter 
punktiert, besonders auf der vorderen Halfte langs der Mitte. Die Tibien des 
dritten Beinpaares sind etwas gekriimmt und braungelb gefarbt; die Tibien 
des zweiten Beinpaares sind an der Innenseite braun und gelb gefarbt. 

Korperlange 20,5 21,5 mm. 

Rasse undulata Bates. 

Ent. Monthl. Mag., XVIII, 1881, p. 157. 

Auf der Route Bukoba (West- Victoria-Nyansa) nach Usumbura (Nord- 
Tanganjika-See) gefunden (R. GRAUER, nach MOSER). 
Deutsch-Ostafrika, Nyassa-See. 

2. Plaesiorhina watkinsiana Lewis. 

Ent. Monthly Mag., XV, 1879, p. 198. 

Urwalder von Ukaika, Beni und Mawambi (R. GRAUER, nach MOSER). 
Guinea: Isubu; Kamerun. 

Untergattung Pedinorhina Kraatz. 

Ent. Monatsblatter, II, p. 23. 
t)ber Westafrika verbreitet. 

1. Pedinorhina septa Harold. 

Stettin. Ent. Zeit., 40. Jahrg., 1879, p. 332. 

Urwald Mawambi, westlich vom Ruwensori (R. GRAUER, nach MOSER). 
Kamerun; der Autor, Baron v. HAROLD, schreibt falschlich ,, Africa 

trop. or.", obgleich die typischen Stiicke mit , ,Mongo-ma-Loba" (ein in 

Kamerun liegender Berg) etikettiert sind. 

2. Pedinorhina subaenea Harold. 

Mitt. Miinchen. Ent. Ver., II, p. 103. 

Bukoba (EGGEL, GUDOWIUS); Ssonga, Anfang Oktober 1891, westlich vom 

25* 



- 388 

Albert-Nyansa (STUHLMANN); Insel Ukerewe (P. A. CONRADS); Urwald Beni, 
westlich vom Ruwensori (R. GRAUER, nach MOSER). 
Im Innern von Angola, Kongo-Gebiet. 

Gattung Dyspilophora Kraatz. 

Ent. Monatsbl., II, 1881, p. 27. 
Im tropischen Afrika 2 Arten. 
i. Dyspilophora trivittata Schaum. 

Analecta Entomologica, p. 41. 

Nord-Tanganjika-See: Westufer des Russisi, Mai (R. GRAUER). 
Deutsch- und Britisch-Ostafrika, Natal. 

Gattung Gnathocera Kirby. 

Trans. Linn. Soc., XIV, 1825, p. 571. 

Eine eigenartige, auf Afrika siidlich der Sahara beschrankte Gattung, deren 
Arten teilweise in regionaler und lokaler Beziehung auBerordentlich variieren. 
Besonders adaptiv und zur Ausbildung von Lokalformen neigend ist Gnathocera 
trivittata. 

i. Gnathocera trivittata Swederus. 

Vet. Akad. Nya Handl. 1787, III, p. 190. 

Diese iiber Ober-Guinea, die Hinterlander von Kamerun, den Sudan, Nieder- 
Guinea, Zentralafrika und Ostafrika verbreitete Art tritt im nordlichen Seen- 
gebiet in folgenden Rassen auf: (Vgl. S. 283!".) 

a) Die Peregrina-Rasse. 

KOI,BE, Stuhlmanns Deutsch-Ostafrika, IV. Bd., Wirbellose Tiere, p. 186. 
Die Angehorigen dieser Rasse sind auffallend kleiii, 15 16 mm lang. Die 
Peregrina-'Ra.ssQ bewohnt die Gegenden siidwestlich vom Albert-Nyansa bis 

siidlich vom Albert-Edward-See. Sie ist glatter und glanzender als die an der 

. 
Westseite des Victoria-Nyansa wohnende Cow/^m's-Rasse. Die Skulptur ist 

schwacher, sowohl auf dem Pronotum, besonders auf dessen hinterem Teile, 
als auch auf den Elytren, wo die irregularen Punktreihen der breiten Interstitien 
abgeschwacht oder verkiirzt sind oder ganz fehlen. Die Behaarung ist schwach, 
aber auf dem Pronotum deutlich, sie fehlt indes auf den Elytren und dem Abdo- 
men. Die genuine peregrina ist die primare Form dieser Rasse, welche der weiBen 
oder gelben Tomentflecke und Tomentbinden ermangelt; sie entspricht also 
der sinistro-extremen Form, welche wir unter dem Namen afzeli Swartz aus 
Guinea kennen, die durch das glanzend-schwarze, einfarbige Pronotum und 
die glanzendschwarze Unterseite ausgezeichnet ist. Nur das Mannchen besitzt 
einen weiBen mittleren Ivangsstreifen in der Furche des Abdomens. Die Elytren 
sind am ganzen Seitenrande breit schwarz gesaumt. Sie ist schwarzbeinig odei 
rotbeinig (var. rufipes). Bei der var. apicalis ist nur der apikale Teil der Elytren 
breit schwarz gesaumt; die Schenkel sind schwarz, ihre Spitze, sowie die Tibien 
und Tarsen braunrot. 



389 - 

Die genuine perc^rina liegt vor vom Duki-FluB, siidwestlich vom Albert- 
Nyansa, 19. August 1891; von Butumbi, siidlich vom Albert-Edward-See, 
7. Mai 1891 (Dr. F. STUHLMANN). Korperlange 15 15,5 mm. 

Die var. rufipes m. wurde bei Bataibo am Duki-FluB, westlich vom Albert- 
Nyansa, Anfang November 1891 ebenfalls von Dr. F. STUHLMANN gefunden. 

Die var. apicalis m. ist nur in i Exemplar von Butumbi, siidlich vom Albert- 
Edward-See, 7. Mai 1891 (Dr. F. STUHLMANN) gefunden. 

Aber nicht nur diese primare Form (peregrina m. nebst den Varietaten) 
bewohnt die genannten Gegenden, sondern von eben dorther liegt in mehreren 
Stiicken auch die derivate, tomentfleckige Form mixta m. vor, welche der typischen 
trivittata Swed. Westafrikas entspricht; sie ist die kulminierende (die dextro- 
extreme) Form der Peregrina-Rasse. Das Pronotum besitzt die drei weiB tomen- 
tierten Langsbinden ; auf den Elytren sind die Naht und der Saum schwarz oder 
Schwarzbraun, letzterer mit weiBen Tomentflecken besetzt. Die Unterseite des 
Korpers ist weiB tomentiert, auch ein Streifen der Schenkel. Im iibrigen sind 
die Beine rot. Es liegen mehrere Stiicke von Bataibo am Duki-FluB, Anfang 
November 1891, und von Butumbi, 7. Mai 1891 (Dr. F. STUHLMANN) vor. 

b) Die Amitina- Rasse wohnt am Victoria-Nyansa, und zwar in den Land- 
schaften, welche die Ostseite dieses Sees begrenzen. Sie ist der Peregrina-Rasse 
recht ahnlich, aber groBer, 16 17,5 mm lang, und die Skulptur des Pronotums 
und der Elytren ist grober. Auch von dieser Rasse liegen die primare afzeli- 
artige und die derivate trivitfata-ahrdiche Form vor. Auch Zwischenformen 
sind vorhanden. Diese Rasse tritt auch an der Nordseite des Victoria-Nyansa auf. 

Die genuine amitina ist die primare Form, welcher alle Tomentflecken 
fehlen. Sie liegt vor von Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz 
bis Ende April 1894 und ist zuerst von OSKAR NEUMANN gefunden. 

Daneben befinden sich einige Varietaten, die im Gegensatz zu der primaren 
amitina fast auf der ganzen Unterseite des Korpers weiB tomentiert sind. Dabei 
ist das Pronotum bald einfach glanzend-schwarz und fast fleckenlos (derasa m.) 
oder mit einigen Tomentflecken versehen, welche von aufgelosten Langsbinden 
herriihren (sororia m.), oder mit ausgebildeten Tomentbinden (petax m.). Bei 
keiner dieser Formen ist der dunkle Saum der Elytren weiB gefleckt. 

Die Var. derasa gleicht oberseits fast der primaren amitina, nur befindet 
sich auf der Mitte des Pronotums eine Spur von einer eingedriickten weiBen 
Langsbinde. Im Gegensatze dazu ist aber die Unterseite groBtenteils weiB to- 
mentiert. Auch das Pygidium zeigt zwei weiBe Makeln. Die Beine sind schwarz, 
die Schenkel der Hi-nterbeine haben eine weiBe Binde. Korperlange 16 mm. 
Exemplare von Sossian - - Ngoroine, Januar 1894, und Ussogo-Uganda (O. NEU- 
MANN). 

Die Var. sororia besitzt auf dem Pronotum neben den Seitenrandern eine 
ockergelbe oder weiBe Langsbinde, welche einen dunklen Fleck einschlieBt, dann 
aber bald abgekiirzt ist. Oder es befindet sich vor der Vorder- oder Hinterecke 



390 

jeder Seite je eine Makel und auBerdem eine abgekiirzte mittlere Langsbinde. 
Der dunkle Saum der Eh^tren ist nicht weiB gefleckt. Dagegen ist die Unter- 
seite, wie bei derasa, ockergelb oder grauweiB gefarbt, mit Ausnahme der Mitte. 
Beim Mannchen befindet sich in der mittleren Langsfurche des Abdomens, und 
zwar auf den fiinf ersten Abdominalsterniten je ein ockergelber Fleck. Die Ran- 
der der Segmente, Episternen und hinteren Coxen sind schwarz. Ebenso sind 
die Beine schwarz, nur die Schenkel des dritten Beinpaares haben einen weiBen 
lyangsstreifen. Korperlange 16 17,5 mm. Einige Exemplare von Kwa Kitoto 
und Kadem bis Kwa Muiya an der Nordostseite des Victoria-Nyansa, Anfang 
Marz bis Ende April 1894, und Ussoga bis Uganda (O. NEUMANN). 

SchlieBlich ist noch ein Exemplar mit noch weiterer Ausbildung der Pro- 
notumbinden gefunden, die Var. petax. Die drei weiBen L,angsbinden des Pro- 
notums sind gut ausgebildet, ganz wie bei der derivaten trivittata ; aber der 
dunkle Saum der Elytren ist nicht weiB gefleckt. Dagegen ist die Unterseite 
des Abdomens fast ganz weiB tomentiert. Zwischen Ngoroine und Mukenge 
an der Siidostseite des Victoria-Nyansa, zusammen mit der genuinen amitina, 
Anfang Februar 1894 (O. NEUMANN). 

c) Die Confinis-Rasse an der Westseite des Victoria-Nyansa. Wahrend die 
beiden vorstehend geschilderten Rassen (peregrina, amitina) untereinander am 
nachsten verwandt sind, bietet die Confinis-Rasse einen veranderten Rassen- 
typus dar. Sie tritt aber noch in den beiden Extremen, namlich der sinistro- 
extremen Afzeli-Form und der entgegengesetzten dextro-extremen Trivittata- 
Form, hervor. In dieser Beziehung gleicht die Confinis-Rasse noch den vor- 
stehend aufgefiihrten (Peregrina- und Amitina-Rasse) und den westafrikanischen 
Rassen dieser Art. Sie ist auch noch von der kleinen Statur der Peregrina-Rasse 
und durchschnittlich noch kleiner und kiirzer als diese. Zudem ist der Prothorax 
hinten weniger verbreitert, und die Skulptur desselben ist meist etwas grober. 
Dementsprechend sind auBerdem die Elytren kraftiger punktiert und weniger 
glanzend. Ferner fehlt dieser Rasse die Behaarung des Pronotums, auch die 
der Unterseite und des Pygidiums. 

Ich begriindete die Confinis-Rasse in dem STUHLMANNschen Werke ,,Deutsch- 
Ostafrika", IV. Bd., Wirbellose Tiere, p. 186, als Varietat der trivittata auf ein 
Exemplar aus dem nordlichen Seengebiet, dessen genaue Herkunft ungewiB 
ist. Durch die neuesten Entdeckungen wissen wir nun, daB diese Form bei 
Bukoba heimatet und daB sie dort eine ausgebildete Rasse ist, die dort die der 
Art eigentiimliche Neigung, an demselben Orte in verschiedenster Ausbildung 
der epidermoidalen Beschaffenheit aufzutreten, ebenso besitzt, wie ihre Art- 
genosseri in Westafrika. Das STUHi^MANNsche Originalexemplar stimmt mit den 
Exemplaren aus Bukoba vollkommen iiberein. 

In der Form nuda m. erscheint hier der Afzeli-Typus der Confinis-Rasse. 
Es fehlen ihr die weiBen Tomentflecken und Binden auf dem Kopfe, dem Pro- 
thorax, dem Scutellum, dem Saume und dem Apikalteil der Elytren, dem Py- 



39 1 

gidium, der Unterseite des Korpers und den Schenkeln. Der Kopf, der Pro- 
thorax und die Unterseite sind glanzend schwarz und unbehaart. Diese Exem- 
plare machen daher einen ganz abweichenden Eindruck, sie differieren ganz 
enorm von der genuinen Confinis-T?orm; sie gleichen ihr aber in den eben dar- 
gelegten Rassenmerkmalen. Sie sind alle schwarzbeinig, nur 2 Exemplare (o* 9) 
haben rotbraune Beine (var. brunneipes m.). - - Fundort Bukoba, Westufer des 
Yictoria-Nyansa (GuDOWius). 

Die genuine Confinis-Jform mit den weiBen oder gelblichen Tomentflecken der 
Oberseite und der weiBen Unterseite liegt in einigen Exemplaren von Bukoba 
(Guoowius) vor. 

Den nun folgenden siidwestlichen und siidlichen Rassen scheint die glatte, 
dunkle, nicht tomentierte (sinistro-extreme) Form des Afzeli-Typus zu fehlen- 
denn unter dem reichlichen Materiale des Konigl. Museums aus den Land; 
schaften am Kiwu-, Tanganjika- und Nyassa-See und den westlichen und siid- 
lichen Bezirken Deutsch-Ostafrikas, aus denen verschiedenste Formen von 
trivittata vorliegen, findet sich keine Spur dieser glatten Afzeli-Form, obgleich 
sie im nordlichen Seengebiete mit der genuinen trivittata- forn\ stets zusammen 
gefunden und gesandt wurde. 

d) Die Ruandana-Rasse. Wir haben es in Ruanda mit der Gnathocera ruandana 
Krtz. (Deutsche Ent. Zeitschr. 1899, P- ITI ) zu tun, die w * e eme selbstandige Art 
erscheint, die sich durch die lange Behaarung des Pronotums, des Pygidiums und 
der Unterseite absondert. Die Skulptur des Pronotums und der Elytren ist noch 
grober als bei der Co//4s-Rasse. Ich betrachte die Ruanda-Form als Ruandana- 
Rasse der Kollektivspezies trivittata. Sie wurde in einer Reihe von Exemplaren 
von RAMSAY und HOSEMANN in Ujensi (3. April 1897), nordostlich vom Tanganji- 
ka-See, in Urundi (5. und 10. April 1897), in Udjidji (24. April 1897), am Ost- 
ufer dieses Sees, und in Ruanda (27. bis 30. Marz und i. April 1897) aufgefunden. 
Die vorliegenden Stiicke sind meistens rotbeinig. Es gibt aber schwarzbeinige 
Exemplare (var. nigripes m.), welche sich unter dem angefiihrten Materiale be- 
finden und bei Udjidji am 22. und 24. April 1897 gefunden wurden. 

Angeblich von Bukoba stammende, von Dr. MARSHALL gesandte Exem- 
plare (3) sind von der Bukoba bewohnenden Cow/zms-Rasse ganz verschieden. 
Sie sind behaart, besonders auf dem Pronotum, und auf diesem und den Elytren 
noch grober punktiert. Sie gehoren also wohl nicht zur CoM/nws-Rasse; sie sind 
vielmehr der Rttandana-'R.SiSSQ auBerst ahnlich und von dieser wohl nicht zu 
trennen. Wahrscheinlich hat Dr. MARSHALL diese Stiicke aus einer siid- 
licheren Gegend bekommen. 

e) Die Nyansana-Rasse. Die auf der Insel Ukerewe von Pater A. CONRADS ent- 
deckte Form der Gnathocera trivittata ist die von mir kiirzlich beschriebene Nyan- 
sawa-Rasse (Sitzungsberichte d. Ges. naturf. Freunde in Berlin, Jahrg. 1913, Nr. 3, 
p. 215). Sie ist der Ruandana-~Ra.sse recht ahnlich, aber die Punkte der Inter- 
stitien, besonders die des breiten ersten Interstitiums, sind meist quer gezogen 



392 

und zu Querrunzeln verbunden, hinten aber wirr durcheinander stehend (bei 
ruandana deutlich unterschieden und einfacher). Ferner treten die glatten Rippen 
der Elytren recht deutlich zwischen der dichten Skulptur der Interstitien hervor ; 
sie sind hoher konvex und gut markiert. SchlieBlich ist die Behaarung des Pro- 
notums zwar ziemlich stark, aber etwas kiirzer als bei ruandana. Die Korper- 
lange der insularen Rasse ist durchschnittlich etwas groBer als die der Ruandana- 
Rasse, 15 17 mm. Die Beine sind braun. 

f) Die Costata-Rasse. In der Gegend von Tabora und benachbarten Orten 
lebt eine kraftig gebaute andere Rasse von trivittata, die ihreri siidlichen 
Charakter durch die Behaarung des Pronotums anzeigt. Sie gleicht darin also 
der Ukere we- Rasse und derjenigen Rasse, welche Ruanda und die siidlich und 
siidostlich angrenzenden Landschaften bewohnt. Es ist die Coste/a-Rasse, welche 
von ANCEY als Varietat der trivittata im Jahre 1883 im Naturalista Siciliano, II, 
p. 95, beschrieben worden ist. Ich erhielt zwei cotypische Exemplare dieser 
Form vor Jahren von dem Herrn Autor, die sich im Konigl. Museum befinden. 
Sie ist von kraftiger Statur und weniger schlank als die noch etwas groBere Rasse 
aus Ober-Guinea. Auch ist die Skulptur der Oberseite grober. Die Ober- und 
Unterseite sind weiBtomentfleckig. Der laterale Saum der Elytren ist schwarz mit 
weiBen Flecken. Die Behaarung des Pronotums ist sehr merklich; den Elytren 
fehlen Haare. Die Beine sind schwarz. Die Korperlange betragt 18 19 mm. - 
P. LEUPOI/T fand Exemplare dieser Rasse gleichfalls bei Tabora. 

Als var. immarginata m. (STUHLMANNS Deutsch-Ostafrika, IV, p. 185) be- 
zeichne ich einige Exemplare vom Tanganjika-See ( REICH ARD), die zur Costata- 
Rasse gehoren, aber einige Unterschiede aufweisen. Der Seitenrand der Elytren 
ist braunlich mit gelben Tomentfecken. Die Tomentflecken und Binden der 
Oberseite und der longitudinale Medianstreifen des Abdomens (o*) sind hoch- 
gelb, die der Seiten und der Brust und des Abdomens weiBgelb. Die Rippen 
der Elytren sind kraftig; die Punktierung der Zwischenraume derselben regel- 
maBiger und weniger grob und dicht als bei der Costata-Form und der fallax. 
Die Beine sind rotbraun, die Schenkel sind mit einem weiBen Tomentstreifen 
versehen. Die Korperlange betragt 18 19 mm. 

Die var. fallax m. (ebenda p. 185) ist der typischen costata sehr ahnlich, 
aber die Rippen der Elytren treten weniger stark hervor. Der schwarze Naht- 
streif der Elytren ist breiter. Die Tomentflecken und Streifen sind w T eiB. Die 
Hinterecken des Prothorax sind starker abgerundet. Die Korperlange betragt 
18 mm. - Tanganjika-See (REICHARD) und Tabora (ZICKENDRAHT). 

Von den Formen und Varietaten der Costeta-Rasse liegt mir zu wenig Mate- 
rial vor, um diese eingehender zu behandeln. 

2. Gnathocera cruda Janson. 
Cist. Ent., II, p. 253. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa, April 1907 (Dr. MARSHALL). 
Nyansa-See. 



393 

Das einzige vorliegende Exemplar ist etwas kiirzer als die gewohnliche 
cruda. 

Recht instruktiv ist ein Gnathocera-Paichen aus der Gegend von Mpala an 
der Westseite des Tanganjika-Sees, welches ich Herrn RENE OBERTHUR ver- 
danke. Es erscheint wie eine Mittelform zwischen trivittata und cruda Jans. 
Ich bezeichne sie als Transit! va-Rasse. Das Pronotum ist schwarzgriin, hinten 
gelbbraun, die gelbbraune Makel ist seitlich breiter und nach innen zu ver- 
schmalert. Drei Binden auf dem Pronotum sind weiB. Die braunlichgelben 
Elytren sind an den Seiten mit weiBen Makeln gezeichnet. Die Rippen der 
Elytren sind deutlich glatt; die Interstitien punktstreifig; hinten sind das innere 
und das auBere Interstitium unregelmaBig punktiert. Das Pygidium ist in 
beiden Geschlechtern an der Spitze ausgerandet und oberseits mit zwei groBen 
weiBen Makeln versehen. Die Unterseite des Korpers ist gelbweiB tomentiert. 
Die Beine sind rot. Also auch cruda gehort w r ohl zu der Kollektivspezies 
trivitatta. 

3. Gnathocera angolensis Westwood. 

Trans. Ent. Soc. London 1854, p. 66. 

Uganda: Mt. Elgejo. 
Angola. 

4. Gnathocera convexiuscula Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1899, p. in. 

Ruanda, nordlich vom Tanganjika-See, Marz 1897 (RAMSAY und HOSE- 
MANN); Urundi. 

Diese auffallende, auf der ganzen Ober- und Unterseite, auch auf den 
Elytren lang behaarte Art ist der tridentata augenscheinlich nahe verwandt. 

5. Gnathocera pilosa Kraatz. 

1. c., 1897, p. 408. 

Ruanda, nordlich vom Tanganjika-See, Marz 1897; auch Ujensi, nordostlich 
vom Tanganjika-See, April 1897 (RAMSAY und HOSEMANN). 

Auch diese Art ist auf der Ober- und Unterseite (auch auf den Elytren) 
lang behaart. Sie gehort in die Verwandtschaft der G. cruda Jans. 

6. Gnathocera gracilis Janson. 

Cist. Ent. 1877, II, p. 252. 

Rasse inornata m. 

Nordwest-Tanganjika-See: Urwald hinter den Randbergen des Nordwest- 
ufers, 1900 2200 m (R. GRAUER), 3 Exemplare. 
Angola. 

Der Korper ist etwas weniger schlank als bei der typischen Nominat-Rasse: 
Westafrikas, aber er zeigt deutlich die verlangerte Form, die fiir diese Art cha- 
rakteristisch ist und die ihr den Namen gegeben hat. Das Pronotum besitzt 
keine weiBen Langsbinden. Die Skulptur des Pronotums und der Elytren ist 
sehr ahnlich. Die Korperlange betragt 1314,5 mm. 



394 

Gattung Heteroclita Burm. 

Auf Zentral-, Ost- und Siidostafrika beschrankt. Wenige Arten. 

i. Heteroclita exoriens n. sp. 

cf. Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Mboga, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Viel kleiner als H. corpulenta Gerst. vom Kilimandjaro, schwachlich gebaut, 
schmal, braunlich gefarbt. Oberseite des Kopfes und des Prothorax gelb behaart; 
Unterseite schwacher behaart. Epistom ahnlich konkav, wie bei der genannten 
Art, mit aufgerichteten Randern; die Vorderecken ganz abgerundet. Antennen ^ 
mit groBem Flabellum, welches fast so lang ist wie der Kopf. Prothorax schmaler 
als die Elytren, nach vorn verschmalert, am Seitenrande mit winkligem Vor- 
sprunge, dahinter ausgerandet; oberseits dicht punktiert und gerunzelt, die 
Punkte besonders an den Seiten zusammenflieBend und Querrunzeln bildend; 
Hinterrand vor dem Scutellum etwas ausgerandet. Elytren am Seitenrande 
hinter den Schultern ziemlich tief ausgebuchtet, von hier bis zur Spitze schmal, 
der Raum zwischen den Schulterecken am breitesten. Jede Elytre mit 4 kraf- 
tigen glatten Rippen, welche die Spitze nicht ganz erreichen; Interstitien zwischen 
den Rippen dicht skulptiert und etwas behaart, mattfarbig. Tibien des ersten 
Beinpaares schmal, auBen zweizahnig, der apikale Zahn maBig lang, spitz, da- 
hinter ein kleiner Zahn. Mesosternum zwischen den Koxen schwach konvex. Py- 
gidium dicht querrunzlig. Abdomen unterseits mit breiter mittlerer Langsfurche. 

Korperlange 13 mm. 

Gattung Stethodesma Bainbridge. 

Trans. Ent. Soc. London, III, 1842, p. 220. 
Einige Arten in Ost- und Westafrika. 
i. Stethodesma strachani Bainbridge. 

9 

Proc. Ent. Soc. 1840, p. 6. 
West-Victoria-Nyansa : Bukoba (EGGEL); Ukaika, Urwald Moera (GRAUER, 
nach MOSER). 

Guinea, Kamerun, Kongostaat. 

Gattung Gametis Burmeister. 

Handb. d. Ent., Ill, 1842, p. 356. 

(Glycyphana Burm.). 

Einige Arten im tropischen und sudlichen Afrika. 

i. Gametis balteata Degeer (zanzibarica Raffr.). 

Mem. Ins., VII, p. 642, Fig. 

Siidwestlich vom Albert-Nyansa : Mboga, Marz 1908; See-Ebene siidlich 
vom Albert-Edward-See, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Undussuma. siid- 
westlich vom Albert-Nyansa, Ende Juli und Anfang August 1891 (Dr. STUHL- 
MANN); Ruwensori (nach ARROW); Insel Ukerewe (Ost) im Victoria-Nyansa, 
April und Oktober (P. CONRADS). 

Nieder-Guinea, Zentralafrika, Ostafrika, Delagoabai, Natal, Kapland. 



395 

2. Gametis sanguinolenta Olivier. 

Ent. I. (6), p. 49, Fig. 

Insel Ukerewe (West) im Victoria-Nyansa, Dezember (P. AI.OYS CONR\DS). 
Guinea, Senegambien. 

3. Gametis scalaris Gory et Percheron. 

Mon. d. Get., p. 249, Fig. 

In den Urwaldern von Beni und Mawambi, westlich vom Ruwensori (R. 
GRAUER, nach MOSER). 

Senegambien, Ober-Guinea. 

4. Gametis tigrina Arrow (Glycyphana). 

Trans. Zool. Soc. 1909, p. 193, Fig. 

Ost- Ruwensori : Mubuku-Tal, 2000 4300 m (nach ARROW). 

Der Gametis (Glycyphana) scalaris Gory Perch. Westafrikas sehr ahnlich. 

Gattung Cosmiophaena Kraatz. 

Deutsche Entomologische Zeitschr. 1899, p. 120. 

Mit Glycyphana verwandt. Eine Art in Siidostafrika. 
i. Cosmiophaena pilosula Krtz. 

1. C., p. I2O. 

MOSER, Ann. Soc. Ent. Belg., vol. 52, 1908, p. 91. 
Tanganjika-See (nach KRAATZ). 
Transvaal, Mosambik. 

Gattung Leucocelis Burmeister. 

Handbuch d. But., Ill, p. 421. 

Zahlreiche Arten, die hauptsachlich Afrika siidlich der Sahara bewohnen. 
Sie gehoren zu den kleinsten Cetoniiden. 

i. Leucocelis plebeja Kolbe (== ertli PreiB). 

Stettin. Ent. Zeit., I/VI, 1895, p. 290. 

Westlich vom Ruwensori, in Nordwest-Beni im Urwalde, Januar 1908; 
bei Mboga, stidwestlich vom Albert-Nyansa, Marz 1908; bei Mawambi am Ituri, 
westlich vom Albert-Nyansa, April 1908 (Dr. SCHUBOTZ); - - bei Bukoba, an der 
Westseite des Victoria-Nyansa, April 1907 (Dr. MARSHALL); bei Bukoba, Mitte 
November 1890 (Dr. STUHLMANN); bei Kissakka, nordostlich vom Tanganjika- 
See, 12. Marz 1897 (RAMSAY und HOSEMANN); - - Undussuma, siidwestl ch vom 
Albert-Nyansa, 3. August und 21. November 1891; Ssonga, westlich vom Albert- 
Nyansa, 8. November 1891 (Dr. STUHLMANN); Ost- Victoria-Nyansa : Kwa 
Kissero bis Kossowa, Februar bis Anfang Marz 1894; Ngoroine bis Mukenge, 
Anfang Februar 1894; Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Februar 
bis Ende April 1894; Ussoga bis Uganda, Mai bis August 1894 (OsKAR NEU- 
MANN); Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Oktober (P. A. CONRADS). Nach 
ARROW im Mabuku-Tal, am FuBe der ostlichen Seite des Ruwensori, 2000 bis 
2300 m. 



39 6 

Von R. GRAUER auf der Reise von Bukoba am Victoria-Nyansa nach Usum- 
bura am Nordende des Tanganjika-Sees, ferner in den Landschaften von Ma- 
wambi bis Irumu, Ukaika, Beni (Urwald) und Moera (Urwald) gefunden (nach 
MOSER). 

Kongogebiet: Baluba, August, November. 

2. Leucocelis amethystine Mac Leay. 

111. Zool. Afr., Ill, p. 48. 

Bukoba - - Usumbura, Uvira - Baraka, Albert-Edward-See (R. GRAUER, 
nach MOSER). 

3. Leucocelis abdita n. sp. 

Am FuBe des Ruwensori, Westseite, nordlich vom Albert-Edward-See, 
Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ). 

Der Leucocelis aeneicollis Schaum zunachst verwandt, aber die Frons kraf- 
tiger punktiert; der Prothorax vorn schmaler und hinten breiter, oberseits 
kraftiger punktiert, an den Seiten nach hinten zu deutlicher strigiliert; die 
Punktstreifen der Elytren hinten mehr verlangert; die Unterseite starker be- 
haart; der Mesosternalfortsatz vorn breiter. 

Von Leucocelis liturata Ouedf. aus clem Innern Angolas, deren Elytren 
auch violett gefarbt sind, durch kleinere und schlankere Korperform, hinten 
mehr verbreiterten und anders gefarbten Prothorax, sowie durch die Far bung 
und Behaarung der Unterseite unterschieden. 

Kleiner als Leucocelis cupreicollis Krtz. vom Nyassa-See; der Prothorax 
ohne weiBe Flecken, nach vorn zu schmaler, aber nach hinten zu breiter, vor 
den Hinterecken tiefer ausgerandet, vor dem Scutellum schmaler und schwacher 
ausgerandet; die Elytren weiBfleckig, schmaler, aber ahnlich gestreift; die 
Unterseite schwarzgriin metallisch, die Mitte ausgenommen gelbweiB zottig be- 
haart, letztes Sternit nicht rot, der Kopf und der Prothorax dunkelgriin, metal- 
lisch, dieser an den Seiten rotlich durchscheinend. 

Korperlange 10 mm. 

4. Leucocelis similis Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr. 1896, p. 73 (,,Ostafrika"). 

Rasse interioris n. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWiUS); Kirere in 
Mpororo, siidostlich vom Albert-Edward-See, 15. April 1891 (Dr. STUHLMANN). 

Prothorax rot mit schwarzer mittlerer L,angsbinde, hinten verbreitert, mit 
vorspringenden Hinterwinkeln, vor denselben an den Seiten merklich ausgerandet, 
auf der Riickenseite zerstreut punktiert, Punkte an den Seiten kraftiger und 
etwas nadelrissig. Fliigeldecken hinten wenig verschmalert, ganz grim, nur an 
der Spitze mit einem weiBen Punkt; Punktstreifen sehr markiert, die 3 inneren 
hinter der Mitte eine schwarze Linie bildend, der vierte Streif ganz aus Punkten 
bestehend, hinten kaum verkiirzt. Pygidium und Sternit der beiden letzten 
Abdominalsegmente rot. Der buckelartige Vorsprung jederseits am sechsten 



397 

Sternit des Weibchens sehr schwach ausgebildet; Pygiclium nach hinten zu 
wenig verschmalert. 

Korperlange 10,5 n mm. 

5. Leucocelis adelpha m. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa, Mai (CONRADS). 

Schlanker als vorige Art, sonst dieser sehr ahnlich, Pronotum gleichfalls 
mit schwarzer mittlerer Langsbinde; die Elytren mil einem oder mehreren 
weiBen Fleckchen. Prothorax hinten etwas schmaler, Hinterecken etwas mehr 
vorragend, die Ausrandung vor denselben meist etwas schwacher. Elytren 
nach hinten zu merklich schmaler als bei voriger Art; die dorsalen Streifen der- 
selben hinter der Mitte einander mehr genahert ; von der vierten dorsalen Punkt- 
reihe hinter der Mitte nur Spuren vorhanden. Der buckelartige Vorsprung 
jederseits am sechsten Sternit des Weibch'ens sehr deutlich, besonders bei der 
Ansicht von oben her; Pygidium nach hinten zu starker verschmalert. 

Korperlange n mm. 

6. Leucocelis bucobensis PreiB. 

Jahrb. nassau. naturwiss. Ver., L/VII, 1904, p. 24, Fig. 

Bukoba am Victoria-Nyansa (nach PREISS). 

Eine groBere Art, Prothorax hinten breiter, vor den Hinterecken etwas 
ausgerandet, oben rot, nur vor dem Vorder- und dem Hinterrande mit schwarzem 
abgekiirzten Marginalstrich, fein zerstreut punktiert, die Punkte nebeii den 
Seitenrandern etwas kraftiger und nadelrissig. Elytren griin mit goldigem Schim- 
mer, gewolbt und sehr glatt, ohne Rippen, die schwarze Streifenbildung nur 
zum Teil vorhanden; erstes Streifenpaar hinter der Mitte zwei eingegrabene 
schwarze Linien bildend; auch der innereStreif des zweiten Streifenpaares hinter 
der Mitte eine vertiefte schwarze Lime bildend, die auBere Linie hinter der 
Mitte erloschen. Seiten der Elytren zwischen dem dritten Streifenpaar und dem 
Rande glatt und nicht oder auBerst fein punktiert. 

Korperlange 13 mm. 

Ein Exemplar aus Konde-Unyika in Nord-Nyassa (Januar 1906, Dr. FULLE- 
BORN) stimmt mit der Originalbeschreibung der L. bucobensis sehr gut iiberein. 
Es ist 12,5 mm lang. 

7. Leucocelis elegans Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 291. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER). 
Britisch-Ostafrika, Naivascha-See. 

8. Leucocelis nyansana Kolbe. 

1. c., p. 292. 

Siidostlich vom Victoria-Nyansa (Dr. G. A. FISCHER); Nordost- Victoria- 
Nyansa: Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 
1894 (O- NEUMANN). 

Deutsch-Ostaf rika : Kilimandjaro usw. 



398 - 

g. Leucocelis amitina n. sp. 

d*. Nordostlich vom Tanganjika-See: Kissakka, 13. Marz 1897 (RAMSAY 
und HOSEMANN). 

Die groBe Ahnlichkeit dieser Spezies mit der Leucocelis vitticollis Boh. laBt 
erkennen, daB diese siidostafrikanische Art einen Auslaufer bis in das nordliche 
Seengebiet gesandt hat. In GroBe, Form und Farbung steht amitina der vitti- 
collis sehr nahe. Aber der Prothorax ist etwas anders geformt, weniger breit 
und an den Seiten vor den Hinterecken tief ausgerandet. Die Elytren sind 
schmaler, aber ahnlich gestreift. Das Pygidium ist hinten breiter als bei dem 
Mannchen von vitticollis. Die Korperlange betragt n mm. Wahrscheinlich 
haben wir in dieser Form, wie bei so manchen als Arten beschriebenen Rassen 
oder Subspezies der Gattung Leucocelis, mit Rassenbildung zu tun. Ich fiihre 
sie hier als besondere Form auf und lasse ihre weitere Behandlung, wie in friiheren 
Fallen, vorlaufig unentschieden, bis mehr Material kommt. 

Untergattung Amaurina Kolbe. 

Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 285. 

Von der Gattung Leucocelis durch die mattfarbige Oberseite und die ein- 
fachere Skulptur und Oberflachenbeschaffenheit der Elytren unterschieden. 
Mehrere Arten sind aus dem tropischen Afrika bekannt. 
i. Amaurina quadriguttata Westwood. 

Transact. Ent. Soc. 1874, p. 480, Taf. VIII, Fig. i. 

In den Urwaldern von Moera und Beni, westlich vom Albert-Nyansa 
(GRAUER, nach MOSER). 
Angola. 

Gattung Stichothyrea Kraatz. 

Deutsche Entomologische Zeitschr. 1882, p. 73. 
t)ber das tropische Afrika in drei Arten verbreitet. 
i. Stichothyrea picticollis Kraatz. 

1. c., p. 74. 

Ostseite des Victoria-Nyansa : Kwa Kitoto bis Kossowa, Februar bis An- 
fang Marz 1894; Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende 
April (O. NEUMANN). Nach KRAATZ in ,,Ostafrika". 

Im Konigl. Museum befinden sich auBerdem Exemplare aus Seriba Ghatta 
im Djur-Gebiet (SCHWEINFURTH) und Nyam-Nyam (BOHNDORFF). 

2. Stichothyrea densata n. sp. 

Im Norden des Tanganjika-Sees: Ruanda, 24. Marz 1897 (RAMSAY und 
HOSEMANN); Westseite des Victoria-Nyansa: Bukoba, 16. November 1890 
(STUHLMANN). 

In der Zeichnung der Oberseite, besonders der Elytren, der Stichothyrea 
guttifera Afz. (Ober-Guinea) sehr ahnlich; aber das Pronotum ist viel dichter 
punktiert und auf der hinteren Halite mit einem glatten mittleren Langskiel 



399 

versehen. Es sincl auch die Foveolen der Elytren, welclie die weiBen Makeln 
enthalten, tiefer; daher ist die Skulptur starker ausgepragt. Durch die Art 
der weiBen Zeichnung der Oberseite unterscheidet sich die neue Art von St. picti- 
collis, deren Pronotum ahnlich punktiert ist wie bei St. guttifera. 
Korperlange 8,5 10 mm. 

Gattung Mausoleopsis Lansberge. 

Soc. Ent. Belg., XX\"I, p. XXIX; Revolt's Faune et Flore de omalis, 1882, p. 39. 

Einige Arten in Ostafrika. 

i. Mausoleopsis amabilis Schaum. 

Ann. Soc. Ent. France 1844, p. 408. 

Aus der Gegend des Victoria-Nyansa (wahrscheinlich von der Insel Ukerewe) 
von Pater A. CONRADS erhalten. 

Deutsch-Ostafrika, Mosambik, Delagoabai, Natal, Deutsch-Sudwestafrika. 

Gattung Polystalactica Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr., XXVI, 1882, p. 69. 
Me lire re Arten in Ost-, Zentral- und Westafrika. 
i. Polystalactica conspergata Csiki. 

Archivum Zoologicum, vol. I, 1909, Budapest, Xr. 5, p. 6. 

Insel Ukerewe im Victoria-Nyansa (P. A. CONRADS); Ostseite des Victoria- 
Nyansa (nach CSIKI); Siidseite desselben Sees, wahrscheinlich aus Muansa 
(Dr. F. STUHI.MANN). 

Diese Art ist von mir in meiner Abhandlung iiber die Lamellicornier von 
Ukerewe als P. affinis m. bezeichnet, was nach MOSER unrichtig ist, der sie fiir 
pnnctulata Oliv. halt. Sie ist indes eine besondere Art, auf welche die Be- 
schreibung der CsiKischen Art ziemlich gut paBt. 

Die CoNRADSschen Exemplare und das STUHLMANNsche Exemplar sind 
braunolivenfarbig, oberseits dunkel graugelb. Auf dem Pronotum stehen in 
vier bis fiinf longitudinalen Reihen weiBe graue Punktfleckchen und neben den 
Seitenrandern dichter gestellte formlose Makeln gleicher Farbe. Auch auf jeder 
Fliigeldecke sehen wir vier longitudinale Reihen weiBgrauer Punktflecken, die 
in den kraftig punktierten Punktstreifen stehen. Zwei kurze, transversal stehende 
Reihen gleicher Punktfleckchen stehen bei einigen Exemplaren auf den beiden 
Doppelstreifen der hinteren Halfte der Fliigeldecken. Ebenso sind das Py- 
gidium und die Seiten der Brust und des Abdomens mit dicht stehenden Makeln 
von weiBgrauer oder gelbweiBer Farbung geziert. An der gleichen Farbung 
nehmen auch die Schenkel des zweiten und dritten Beinpaares teil. Der Kopf 
ist vorn mit dicht stehenden, die Stirn mit weniger dicht gruppierten dunklen 
Piinktchen besetzt. Der Prothorax ist oben maBig breit, mit zerstreut stehenden 
deutlichen Piinktchen versehen, die neben den Seiten kraf tiger erscheinen und 
hier zu schrag stehenden runzelahnlichen Streifen zusammenflieBen. Das Scu- 
tellum ist langlich, hinten schmal und scharf zugespitzt. Von den beiden Dorsal- 



4 

rippen der Fliigeldecken ist die innere hinter der Mitte abgekiirzt. Die Doppel- 
streifen sind kraftig und schwarzlich. Die Tibien des ersten Beinpaares sind 
auBen dreizahnig; das obere Zahnchen ist klein und stumpf. Der auBere Zahn 
vor der Mitte der Mittel- und Hintertibien ist kraftig, der der Mitteltibien zu- 
weilen zweispitzig. Der innere Sporn der Tibien des dritten Beinpaares ist beim 
Mannchen um mindestens ein Drittel langer als der auBere und stark gekrummt, 
gleichmaBig dick, am Ende abgerundet, fast etwas verbreitert, beim Weibchen 
weniger gekrummt, ganz am Ende etwas schmaler. 

Korperlange 10 10,5 mm. 

P. punctulata Oliv. (Seneg^mbien) ist zwar eine sehr ahnliche Art, aber 
groBer und breiter. Der Zahn an der AuBenseite der Tibien des zweiten und 
dritten Beinpaares ist auBerdem viel schwacher. Der innere Sporn der Tibien 
des dritten Beinpaares ist beim Mannchen viel weniger gekrummt und dazu 
spitzer, als bei conspergata, beim Weibchen langer, ganz gerade, kraftig gebaut 
und am Ende ebenfalls zugespitzt. Es ware gut, auch den Forceps zu unter- 
suchen. 

2. Polystalactica echo n. sp. 

Auf der Reise von Ugogo nach Unyamwesi zwischen noo 1200 mii. M. 
von Dr. MARSHALL gefunden. 

Sie gehort zu den Arten, welche auBer den beiden Zahnchen an der AuBen- 
seite der Vordertibien noch die Spur eines dritten Zahnchens aufweisen. 

Der Korper ist etwas langer als bei den kurz gedrungenen anderen Arten 
der Gattung, oberseits mattfarbig, dunkelbraun (vielleicht entfarbt) und reich- 
lich mit weiBen Punktfleckchen geschmiickt. Die Flecken auf dem Pronotum 
jederseits der Mitte zwei- bis dreireihig, auf den Elytren vierreihig gestellt. 
Unterseite glanzend schwarz, fast dunkel olivenfarbig erscheinend, an den Seiten 
breit weiBfleckig. Epistom reichlich fein punktiert; Vorderrand sehr schwach 
gebuchtet. Prothorax maBig breit, die Seitenrander vor den Vorderecken etwas 
ausgeschweift ; die antescutellare Ausrandung des Hinterrandes breit und maBig 
tief. Pronotum ziemlich deutlich punktiert, die Punkte auf den Seiten groBer. 
Scutellum schmal zugespitzt, glatt, nur am Grunde punktiert. Elytren lang- 
lich, die Doppelstreifen ziemlich kraftig, die juxtamarginalen Punktreihen deut- 
lich; von den beiden dorsalen Rippen die innere nur bis zur Mitte reichend, glatt, 
maBig breit, mit sehr zerstreut stehenden feinen Piinktchen hier und da besetzt. 
Die suturale Spitze der Elytren kurz, kaum etwas ausgezogen. Metasternum 
hinten und an den Seiten punktiert. Tibien des ersten Beinpaares zweizahnig, 
mit stumpfwinkliger Spur eines dritten oberen Zahnes. Die Tibien des zweiten 
und dritten Beinpaares mit einem kraftigen stumpfen Zahne etwas vor der Mitte. 
Der innere Sporn der Tibien des dritten Beinpaares ist etwa um ein Drittel langer 
als der auBere Sporn und gebogen ; beide sind maBig zugespitzt, der innere an der 
Spitze fast abgerundet. 

Korperlange 12 mm. 



401 

3. Polystalactica paulula n. sp. 

Tanganjika-See (P. REICHARD). 

Kleiner als die iibrigen mir bekannten Arten. Oberseits griinlichbraun und 
rotlichbraun, mattfarbig. Pronotum mit einer maBigen Zahl weiBer Punkt- 
fleckchen, die an den Seiten dichter stehen; auch die Elytren mit einer Anzahl 
weiBer Punktfleckchen, die auf der hinteren Halfte zueinander quer stehen; 
die zerstreuten Punkte der Rippen je eine kleine weiBe, nach hinten gerichtete 
Borste tragend. Pygidium weiBfleckig. Unterseits glanzend schwarzbraun ; 
Hinterbrust und Abdomen an den Seiten weiBfleckig. Kopf oben dicht mit 
Schuppenplinktchen besetzt; Epistom glanzend, schwach punktiert; Vorder- 
rand in der Mitte schwach ausgerandet, Ecken breit abgerundet. Prothorax 
maBig breit, reichlich mit Schuppenpunkten besetzt, die besonders nach den 
Seiten zu kraftig entwickelt sind, wo die Skulptur teilweise schrag verlaufende 
Runzeln bildet; vor dem Hinterrande mit je einer Borste in den Punkten; Mitte 
des Hinterrandes ausgebuchtet. Scutellum lang dreieckig, auf den Seiten etwas 
punktiert. Elytren schmal, die Rippenbildung wie bei den verwandten Arten, 
aber ziemlich stark erhaben. Die Punktstreifenskulptur dicht gedrangt; ebenso 
die deutliche schuppenartige Punktierung neben den Seitenrandern, welche 
regelmaBige Streifen bildet, die eine scharf erhabene Langslinie einschlieBen. 
Diese konvexe Langslinie (feine Rippe) beginnt an der Schulterbeule und reicht 
bis zum callus anteapicalis. Tibien des ersten Beinpaares dreizahnig, das obere 
Zahnchen ziemlich kurz, aber spitz. An den Tibien des dritten Beinpaares ist 
der innere apikale Sporn etwa um ein Drittel langer als der auBere, ziemlich 
stark gekriimmt, gleichmaBig dick und an der Spitze abgerundet. Pygidium 
ziemlich dicht mit groben Schuppenpunkten besetzt. 

Korperlange 9 mm. 

Diese eigenartige Art ist viel kleiner als die P. conspergata Csiki, dazu 
schmaler, besonders der Prothorax und die Elytren, auch grober skulptiert. 
Die Ausbuchtung des Hinterrandes des Prothorax ist tiefer. Die inneren Doppel- 
streifen der Elytren hinter der Mitte verschmalert, dichter stehend. Die Skulp- 
tur der Elytren in der auBeren Halfte grober. Das obere Zahnchen der Tibien 
des ersten Beinpaares ist deutlich und sehr spitz. Der Mesosternalprocessus 
ist noch breiter. 

Gattung Macrelaphinis Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschr., XXIV, 1880, p. 173. 
Einige Arten in Westafrika, eine in Zentralafrika. 
i. Macrelaphinis variegata Moser. 

Ann. Soc. Ent. Belg., vol. 51, 1907, p. 315. 

Sudwestlich vom Albert-Nyansa : Mboga, Marz 1908, i 9 (Dr. SCHUBOTZ); 
westlich vom Ruwensori: Urwald von Beni, Februar 1908, i Q (Dr. SCHUBOTZ); 
Uganda (nach MOSER). 

Deutsche Zentralafrika-Expedition. V. ,5 



402 

Ich habe die beiden von Dr. SCHUBOTZ gesammelten Exemplare mit der 
Type verglichen, die mir der Herr Autor auf meine Bitte freundlichst zur An- 
sicht anvertraut hatte. 

Die Art ist mattbraun und griinlich mit verwaschener, schwarzgriiner Zeich- 
nung und zahlreichen eingesprengten weiBen, formlosen Fleckchen, die teil- 
weise zusammenhangen, auf dem Pronotum und den Elytren. Auch auf der 

<* 

dunkelbraunen Unterseite besteht die weiBe Zeichnung aus dicht gedrangten 
weiBen Tomentflecken. Das Metasternum und das Abdomen sind langs der 
Mitte glatt, glanzend und unpunktiert. Die Beine sind dunkelrotbraun und mit 
zahlreichen, meist dicht stehenden hellen Borstchen besetzt. Kopf vorn, an den 
Seiten und auf der Stirn mit weiBen Tomentflecken gezeichnet, auf der Mitte 
zerstreut-punktiert. Epistom subquadratisch, sonst ohne besondere Merkmale. 
Prothorax hinten ziemlich breit, die Hinterecken sehr stumpfwinkelig, der 
Hinterrand vor dem Scutellum nur sehr schwach ausgerandet; oberseits zer- 
streut-punktiert, die Punkte an den Seiten dichter stehend. Scutellum hinten 
etwas lang zugespitzt und an den Seiten mit einzelnen Punkten versehen. Elytren 
ziemlich breit, mit undeutlichen, bogig geschwungenen Doppelstreifen, auBer- 
dem mit sehr kurzen gelben Borstchen, die unter der Lupe hinten mehr auf- 
f alien. Metasternum an den mattfarbigen Seiten mit querrunzliger Skulptur 
und einzelnen Schuppenpunkten, die je ein gelbes Borstchen tragen. Die Me- 
sosternaltuberkel schmal, vorn abgerundet. Tibien des ersten Beinpaares auBen- 
seits gebogen, ungezahnt, auch ohne Spur eines Zahnchens an der ganz einfach 
und normal gebildeten AuBenseite; der Apikalzahn auswarts gerichtet. Tibien 
des zweiten Beinpaares auBenseits in der Mitte mit einem zahnlosen stumpfen 
Vorsprung, der an den Tibien des dritten Beinpaares schwacher ist; dahinter 
bis zur Spitze ausgerandet. Pygidium uneben, beiderseits der Mitte eingedriickt, 
zwischen den unregelmaBigen weiBen Fleckchen mit sehr kurzen gelblichen 
Borstchen, die etwas kraftiger sind als die auf den Elytren befindlichen. Ab- 
domen auf den mattfarbigen Seiten mit querstehenden Schuppenpunkten, 
die in Querrunzeln iibergehen und je ein gelbes Borstchen tragen. 
Korperlange 14 15 mm. 

Gattung Niphetophora Kraatz. 

Deutsche Ent. Zeitschrift, XXVII, Jahrg. 1883, p. 384. 
Nur eine von West- nach Ost- und Siidafrika verbreitete Art. 

i. Niphetophora carneola Burmeister. 

Handbuch d. Entomologie, V, p. 559. 

(== Niphetophora hildebrandti Krtz. == Oxyrhaphia hildebrandti Har. = Diplo- 
gnatha spinipennis Fairm. = - Anelaphinis nyansana Csiki.) 

(Synonymic nach MOSER: carneola Burm. = hildebrandti Har., maculipes 
Krtz., spinipennis Fairm., hclota Klb.) 

Nordlich vom Albert-Edward-See: Steppe bei Kasinde, Januar 1908; 



403 

Steppe siidlich vom Albert-Edward-See, Dezember 1907 (Dr. SCHUBOTZ); Insel 
Ukerewe im Victoria-Nyansa, Mai und September (P. A. CONRADS); Ost-Victoria- 
Nyansa (nach CSIKI); auf der Reise von Bukoba, westlich vom Yictoria-Nyansa, 
nach Usumbura am Nordende des Tanganjika-Sees (R. GRAUER, nach MOSER). 
Britisch-Ostafrika, Deutsch-Ostafrika, Mosambik, Seengebiet, Nieder 
Guinea, Angola, Kongo. 

Diese Spezies ist sehr variabel, woraus teilweise die verschiedenen Benen- 
nungen zu erklaren sind. Aber die Forcipes der Exemplare der verschiedenen 
Fundorte stimmen nach MOSER vollig iiberein. 

Gattung Rhabdotis Burmeister. 

Handbuch der Ent., Ill, p. 526. 
Einige iiber Afrika siidlich der Sahara verbreitete Arten. 

i. Rhabdotis sobrina Gory u. Perch. Rasse virginea Klug. 

Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1855, p. 660. 

Westlich vom Ruwensori, Fort Beni, Januar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); zwischen 
Ugogo und Unyatnwesi, 11001200 m (Dr. MARSHALL); Ost-Victoria-Nyansa: 
Kawirondo, Anfang Februar 1894; Uturi, 4. Februar 1894; Kossowa, Marz 
1894; Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya, Anfang Marz bis Ende April 1894 
(O. NEUMANN). 

Von Somali iiber Deutsch-Ostafrika bis Mosambik verbreitet. 
Gattung Pachnoda Burmeister. 

1. c., p. 513. 

Zahlreiche Arten in Afrika siidlich der Sahara und eine bis Agypten und 
Arabien verbreitete Art. 

1. Pachnoda postica Gory u. Percheron. 

Monogr. d. Get., p. 181, Fig. 

Ost-Victoria-Nyansa: Landschaft Kawirondo, Ngoroine und Mukenge, An- 
fang Februar 1894 (O. NEUMANN). 

Ober-Guinea: Togo, Goldkiiste, Kap Palmas. 

2. Pachnoda mastrucata Gerstaecker. 

Jahresber. d. Hamburg, wissensch. Anstalten, I, 1884, p. 47. 

Landschaften am Ostufer des Victoria-Nyansa: More-Bai bis Kawirondo- 
Bai, Anfang Februar 1894 (O. NEUMANN). 

Britisch-Ostafrika : Naiwascha-See. 

3. Pachnoda rubrocincta Hope. 

Trans, ent. Soc. London, V, 1847, p. 33, Fig. 

Bukoba, an der Westseite des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Umgegend 
von Bukoba, 25. November 1890 (Dr. STUHLMANN); Kiwu-See? (R. GRAUER). 
Guinea. 

26* 



4 o 4 

4. Pachnoda marginella Fabricius. 

Syst. Ent., p. 46. 

Aruwimi, westlich vom Albert-Nyansa (nach ARROW). 
Kamerun, Ober-Guinea. 

5. Pachnoda picturata Boheman ( elcgantissima Csiki). 

BOHEMAN, Ofvers. Vet. Akad. Forhandl. 1860, p. 119. 

Nordostlich vom Tanganjika-See (nach FAIRMAIRE); Ostufer des Victoria- 
Nyansa (nach CSIKI). 

Deutsch-Ostafrika, Ngami-See, Siidwestafrika. 

6. Pachnoda adelpha n. sp. 

Am FuBe des Ruwensori, Westseite, Februar 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Bukoba, 
am Westufer des Victoria-Nyansa (GuDOWius); Rugege-Wald in Ruanda, 2100 m 
(GRAUER); Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 1907 (GRAUER); Kissenji 
am Nordufer des Kiwu-Sees (v. STEGMANN und STEIN) ; am Nordende des Tangan- 
jika-Sees (GRAUER). Es liegen SExemplare von 6 verschiedenen Lokalitaten vor. 

Diese Art ist der P. viridana Blanch. (Guinea) sehr almlich, aber der Korpei 
ist etwas breiter. Die Farbung ist fast dieselbe, nur ist der Kopf vorn gelb, die 
gelbe Farbung reicht mit einem schmalen Fortsatze gegen die Stirn hin. Dei 
Mesosternalfortsatz ist vorn starker gerundet. Die Brust ist reicher behaart. 
Die Unterseite ist heller grim, die beiden letzten Sternite und der mediane Langs- 
eindruck des Abdomens des Mannchens sind rot. Zuweilen ist nur das letzte 
Sternit rot, oder auch dieses ist grim wie die vorhergehenden Sternite. Die 
Beine sind rotbraun (nicht schwarz). Die Naht der Elytren zeigt ebenfalls nui 
eine kurze Spitze, im Gegensatze zu P. acutipennis m. aus Mukenge in Zentral- 
Korigo, deren Elytren am Ende der Naht eine lang ausgezogene Spitze aufweisen, 
ahnlich wie Protaetia. 

P. acutipennis ist der viridana in der Zeichnung iibrigens sehr ahnlich; nui 
befindet sich ein kurzer gelber Humeralstreifen neben der Schulterbeule am Grunde 
der Elytren. Der Korper ist auch etwas groBer und mehr in die Lange gezogen. 

Eine ahnliche Art ist ferner P. flavovirens Quedf. aus dem Innern Angol; 
(Quango). Sie ist etwas langer gestreckt; das Epistom ist vorn aufgebogen, 
die Fleckenstellung auf der hinteren Halfte der Elytren ist etwas anders. Die 
Unterseite des Korpers ist groBenteils braungelb. Der Mesosternalfortsatz ist 
breiter und vorn mehr abgestutzt. 

Die von ARROW aufgefiihrte P. viridana aus der Gegend des Ruwensori 
gehort wahrscheinlich zu P. adelpha m. 

Die Korperlange der neuen Art betragt 16 20 mm. 

7. Pachnoda sinuata Fabricius. 

Syst. Ent. Append., p. 819. 

Im Seengebiet (Dr. STUHLMANN); Mokia, siidostlich vom Ruwenzori, iioo 
hoch (nach ARROW). 
Siidafrika. 



405 

Rasse flaviventris Gory u. Percheron. 
1. c., p. 178, Fig. 

Mboga, siidwestlich vom Albert-Nyansa, Marz 1908 (Dr. SCHUBOTZ); Mu- 
buku-Tal, ostlich vom Ruwensori, 2000 4000 m hoch (nach ARROW); Bukoba, 
am Westufer des Victoria -Nyansa (GuDOWius); Kissenji, am Nordufer des 
Kiwu-Sees (v. STEGMANN und STEIN); Insel Kwidjwi im Kiwu-See, November 
1907 (GRAUER); Ruanda: Bugoie-Wald (v. STEGMANN und STEIN); Insel Uker- 
ewe im Victoria-Nyansa, Marz (P. A. CONRADS); Ssonga, westlich vom Albert- 
Nyansa, 8. Oktober 1891 ; in den Gegenden am Albert-Edward-See, Albert-Nyansa 
und Victoria-Nyansa in den Monaten Februar bis Mai, Oktober bis November 
(Dr. STUHLMANN); Kossowa, Landschaft amOstufer de's Victoria-Nyansa, Anfang 
Marz 1894 ; Kwa Kissero bis Kossowa, Februar bis Anfang Marz 1894 (O. NEUMANN). 
Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ostafrika, Mosambik, Natal, Kapland. 

8. Pachnoda ephippiata Gerstaecker (== katonae Csiki). 
v. d. DECKENS Reisen, Gliedertiere, p. 103, Fig. 

Ruanda: Kiwu-See, Kissenji, am Nordufer, September 1907 (Dr. SCHU- 
BOTZ); Bukoba, am Victoria-Nyansa (EGGEL); Uturi in Siid-Kawirondo an der 
Ostseite des Victoria-Nyansa, 4. Februar 1894; Kossowa, an der Ostseite des- 
selben Sees, Anfang Marz 1894 (O. NEUMANN). 
Deutsch- und Britisch-Ostafrika. 

9. Pachnoda tridentata Olivier. 

Entom. I (6), p. 88, Fig. 

Diese Art unterscheidet sich von der sehr ahnlichen Pachnoda olivacea F. 
(cor data Drury) durch den kiirzeren, breiteren und mehr eingeschniirten, auch 
vorn weniger abgerundeten Mesosternalfortsatz ; dann durch den starker punk- 
tierten Kopf und das deutlich punktierte Pronotum; ferner durch die groBe 
dunkle, den groBten Teil des Pronotums einnehmende, bis an den Hinterrand 
reichende Makel (welche bei olivacea den Hinterrand frei laBt) ; schlieBlich durch 
die zu einem groBen dunklen Felde yerbundene (bei olivacea in Flecke auf- 
gelosten) Zeichnung der Elytren. Auch die Farbung der Beine ist teilweise 
verschieden. Diese Art heimatet in Westafrika. Vom Victoria-Nyansa und vom 
Kilimandjaro liegt die 

Rasse lateristicta m. vor. Die Elytren derselben sind hinten weniger winkelig 
geformt, etwas mehr konvex und starker punktiert. Das Metasternum und 
die Pleuren des Meso- und Metasternums sind deutlich in Anastomosen quer- 
streifig. Die Zeichnung der Elytren ist mehr aufgelost, aber in anderer Weise 
als bei olivacea. Die gemeinsame dorsale Makel der Elytren ist schmaler und 
von dem kleinen humeralen Fleck weit getrennt. AuBerdem befindet sich je 
eine weiBe Tomentmakel an den Seiten des I. bis 4. Abdominalsternits. Zwei 
Exemplare (a 1 9) von der Ostseite des Victoria-Nyansa, eins von der Route 
More-Bai - - Kawirondo-Bai (Anfang Februar 1894), eins aus Kossowa (Anfang 
Marz 1894) von O. NEUMANN gefunden. 



406 
Gattung Eupachnoda Kolbe. 

Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde, Berlin, Jahrg. 1892, p. 253. 

Oberseits glanzend. Abdomen im mannlichen Geschlecht vom ersten bis 
letzten freien Sternit breit und tief eingedriickt, in dieser Langsfurche vom 
ersten bis fiinften Sternit der Quere nach dicht filzig behaart. Femora und 
Tibien dicht gefranst, die vier ersten Glieder der Tarsen des Mannchens unterseits 
mit einer Biirste versehen. 

Die Gattung enthalt nur eine Spezies. 

i. Eupachnoda inscripta Gory u. Percheron. 

Monogr. d. Get., p. 179, Fig. 

Aruwimi, westlich vom Albert-Nyansa (nach ARROW). 
Kamerun, zentrales Kongo-Gebiet. 

Gattung Paleopragma J.Thomson. 

Bull. Soc. Ent. France, 1880, 5. ser. X, p. 278. 
Mit einer Spezies auf Ostafrika beschrankt. 
i. Paleopragma petersi Harold (Pachnoda peter si - -- Pachnoda petei Csiki). 

Monatsber.