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liNI\URSITV OF 
TORONTO PRESS 



n 



37 

Zeitschrift 




der 



Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 



Herausgegeben 

von den Geschäftsführern, 

in Halle Dr. Hnitzsch, in Leipzig Dr. Fischer, 

Dr. Praetorius, Dr. Wiudisch, 



unter der verantwortlichen Redaktion 



des Prof. Dr. A. Fische r. 



Hl 



Zweiinidsechzig^ster Band. 




Leipzig: 11)08, 

in Kommission bei F. A. Brockhaus. 




37 




Zeitschrift 



der 

Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 



Herausgegeben 



von den (Geschäftsführern, 

in Halle Dr. Hiiltzsch, in Leipzig Dr. Fischer, 

Dr. Praetorius, Dr. Wiudisch, 



unter der verantwortlichen Redaktion 



des Prof. Dr. A. Fischer. 



H 



Zweiiiiidsechzigster Band. 




Leipzig 1008. 

in Kommission bei F. A. Brockhaus. 



5 
VA 



Inhalt 

des zweiundsechzigsten Bandes der Zeitsclu-ift der Deutschen 
Morgenländischen Gesellschaft. 

Seite 
Nachrichten über Angelegenheiten der D. M. G. . . . . I 

Verzeichnis der Mitglieder der D. M. G. im Jahre 1908 ... IV 

Schriftenaustausch der D. M. G. . . . . . . . XVI 

Verzeichnis der auf Kosten der D. M. G. veröffentlichten Werke . XX 

Personalnachrichten XXVIII XL LVI LXIV 

Verzeichnis der tür die Bibliothek eingegangenen Schriften u. s. w. 

XXIX XLI LVU LXV 
Allgemeine Versammlung der D. M. G. zu Leipzig .... XXXIX 
Protokollarischer Bericht über die zu Leipzig abgehaltene Allgemeine 

Versammlung . . . . . . . . . . XLV 

Auszug aus der Rechnung über Einnahme und Ausgabe bei der Kasse 

der D. M. G. 1907 LH 

Zur Beachtung LXIII 

Berichtigung ........... LXIII 



Aufsätze. 

Zur Geschichte der hanbalitischeu Bewegungen. Von Ign. Goldziher 
The Derivation of sabattu and other notes. By Stei^lien Langdon 
Der Sabbat. Seine etymologische und chronologisch-historische Bedeutung 

Von Eduard Mahler ........ 

Die Grundform des hebräischen Artikels. Von A. TJngnad . 

Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan im frühern Mittelalter 

Von Ernst Leumann ........ 

Eine fremdartige Schrift, Von Friedrich Preisigke 

Von Päiiini zu Phaodrus. Von Johannes Hertel .... 

JT^IT^^^SRI Von Richard Schmidt 

Biestmilch. Von Immanuel Low ....... 

Zur Exegese und Kritik der rituellen Sötras. Von W. C'aland 
Pandit Kisari Mohan Ganguli t- Von Hermann Jacohi 



1 
29 

33 

80 

83 
111 
113 

119 

120 
123 
132 



Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. Entdeckt und zum 

ersten Male herausgegeben von M. Gaster ..... 209 

Zu Musil's zwei arabischen Inschriften aus Arabia Petraea. Von A. Fischer 280 

Zum semitisch-griechischen Alphabet. Von Fr. Praetorius . . . 283 

Kuyyaka's Alainkärasarvasva. Übersetzt von Hermann Jacobi . . 280 

Puriinischü Streifen. Von A. Plan ....... 337 

^T^"^^^«!? Von Hermann Jacobi 358 

Beiträge zum Sanskritwörterbuch aus Hemacandra's Parisistaparvan. Von 

Johannes Hertel . . . . . . . . .361 

Einrtuß der altbuddliistischon Kunst auf dioBuddhalegendo. Von Dr. T. Ploch 370 



IV Inhalt. 

Seite 

Ruyyaka's Alaipkärasarvasva. Übersetzt von Hermann Jacobi (Fortsetzung) 411 

Vedische Untersuchungen. Von H. Oldenbery ..... 459 
Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischor Rezension. Entdeckt und 

zum ersten Male herausgegeben von M. Gaster (Schluß) . . 494 

Zum hebräischen Buch Josua der Samaritaner. Von P. Kahle . . 550 

Quadrapulus. Von W. E. Crum ........ 552 

The Pahlavi Text of Yasna LXVI, LXVIII (Sp. LXV, LXVII) with all 

the MSS. collated. By L. H. Mills 555 

Miszellen. Von C. F. Seybold 563 



Ruyyaka's Alamkarasarvasva. Übersetzt von Hermann Jacobi (Schluß) 597 
Zur neubabylonischen und achämenidischen Chronologie. Von F. H. Weiß- 
bach G29 

Über einige bildliehe Darstellungen altindischer Gottheiten. Von Dr. T. Bloch 648 

Das Grab Abu'l-Fidas in Hamä. Von Dr. E. Graf von Mülinen . 657 

Über den Stil der philosophischen Partieendes Alahäbhärata. Von Otto Strauß 661 

Die Zeit Kälidäsa's. Von 7'. Bloch 671 

Über , Stammabstufung " in der malajischen Wortbildung. Von K. Wulff" 677 

Die biblisch-hebräische Metrik. Von Prof. Dr. P. Nivard Schlögl . C98 

Zur Frage über das parasitische h des Minäischen. Von Fr. I'ruetoi'ius 708 

Miszellen. Von C. F. Seybold 714 

Der Name Sanherib's. Von A. Ungnad 721 

Studien über die indische Erzählungsliteratur. Von Jarl Charpentier . 725 
Äthiopische Etymologien. Von Franz Fraetorius . . . . .7 48 

Zum samaritanischen Josua. Eine Erklärung. Von Dr. A. S. Yahuda . Ibi 



Anzeigen. 

A. F. Rudolf Ho er nl e , Studies in the Medicine of Ancient India. Parti. 

Angezeigt von A. Berriedale Keith ...... 134 

Maurice Hloomfield. A Vedic Concordance, being an alphabetical Index 
to every line of every stanza of the published Vedic literature and 
to the liturgical formulas thereof, that is an Index to the Vedic Mantras, 
togcther with an account of their variations in the difterent Vedic 
books. (Harvard Oriental Series, ed. by Ch. K. Lanman , vol. X.) 
Angezeigt von H. Oldenberg . . . . . 14(i 

Monumenta Judaica. Prima pars. Bibliotheca Targumica. Bd. I. 
Hoft 1. Aramaia. Die Targumim zum Pentateuch. — Altera pars. 
Monumenta Talmudica. Bd. I. Heft 1. Erste Serie: Bibel und Babel. 
Herausgegeben von August Wü ns che , Wilhelm N eu m an n , Moritz 
Altschüler. Angezeigt von Hugo Greßviann. . . . .144 

Al-Battänl sive Al-Batenii opus astronomicum ad üdem codicis Escuria- 
lensis arabice editum. latine versum, annotationibus instructum a Carolo 
Alphonso Nallino. Tres partes, 1899 — 1907. Augezeigt von M. 
J. de Goeje 140 

Le P. Paul Dhorme, des Freres Precheurs, Choix de Textes Religieux 
Assyro-Babyloniens. Transcription, traduction , coromentaire. An- 
gezeigt von A. Ungnad . . . . . . . .149 



P. Jensen, Das Gilgamesch Epos in der Weltliteratur. Erster Band: 
Die Ursprünge der alttestamcntlichcn Patriardion- , Propheten- und 
Bofreier-Sage und der nouteslamentliclien Jesus-Sage. Mit drei Ab- 
bildungen im Text und drei Übersichtskarten. Angezeigt von ./. W. 
Jiütlifttcin . . . , . . . . . .374 

Michel Revon, Le Shinntoisme. I^ro partie. Angezeigt von F. Macler 384 



Inhalt. V 

Seite 
Corp. Script. Christ. Orient, curant. J.-B. Chabot, I. Guidi, H. Hyvernat, 

B. Carra de Vaux. Scriptores Syri, Series secunda, Tomus XXVII. 
Philoxeni Mabbugeusis tractatus de trinitate et incarnatione, ed. et 
interpretatus est A. Vaschalde. — Series tertia, Tomus XXV. 
Vitae virorum apud Monophysitas celeberrimorum, ed. et interpr. est 

E. W. Brooks. Angezeigt von C. Brockelmann . . . 388 

Sieben Bücber Anatomie des Galen. 'AvarouiKcbv iyi£iQrj6h(ov (hßliov 
H" — ig^ zum ersten Male veröftentlicht nach den Handschriften einer 
arabischen Übersetzung des 9. Jahrb. u. Chr., ins Deutsche übertragen 
und kommentiert von Max Simon, Dr. med. I. Band. Arabischer 
Text, Einleitung zum Sprachgebrauch, Glossar, mit zwei Faksimile- 
Tafeln. — II. Band. Deutscher Text, Kommentar, Einleitung zur 
Anatomie des Galen, Sach- und Namenregister. Angezeigt von C. 
Bvochelmann . . . . . . ■ . ■ ■ .392 

Die Sumerischen und Akkadischen Königsinschriften. Von F. Thureau- 
D angin. (Vorderasiatische Bibliothek, Band I.) Angezeigt von St. 
Langdon ........... 397 

R(udolf) Geyer, Altarabische Diiamben. Angezeigt von N. Bhodokanakis 569 
Denkmäler ägyptischer Skulptur, herausgegeben und mit erläuternden Texten 

versehen von Fr. W. Freiherrn von Bis sing. Angezeigt von 

Günther Boeder 577 

A History of India by A. F. Rudolf Ho er nie and Herbert A. Stark. 

Angezeigt von J. Jolly . . . . . . . . .584 

(Sammlung F. Sarre.) Erzeugnisse islamischer Kunst. Bearbeitet von 

Friedrich Sarre; mit epigrapliischen Beiträgen von Eugen Mittwoch. 

Teil I: Metall. Angezeigt von 'Traugott Mann .... 586 

Materialien zur älteren Geschichte Armeniens und Mesopotamiens. Von 

C. F. L ehmann-H aupt. Mit einem Beitrage: Arabische Inschriften 
aus Armenien und Diyarbekr von Max van Berchem. Angezeigt 

von M. Streck 755 

A Supplementary Catalogue of Sanskrit, Pali , and Prakrit Books in the 

Library of the British Museum acquired during the years 1892 — 1906. 

Compiled by L. D. Barnett. Angezeigt von Richard Schmidt . 774 
Das persönliche Fürwort und die Verbaltlexion in den chamito-semitischen 

Sprachen, von Leo Keinisch. Angezeigt von iV. Bhodokanakis 776 
'The Yogasästra', edited by Muni Mahäräja Sri Dharmavijaya; vol. I, fasci- 

culus 1. Angezeigt von Ferdinando Belloni-tYlippi . . .782 



Kleine Mitteilungen. 

Magnün ,, epileptisch". — mu'aiiad „beglaubigt". Von A. Fischer 
Zu phönizischen Inschriften. Von F. Praetorius .... 



Einige Bemerkungen zu: , Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente* 
Von /. Katzenstein ........ 

Zu phönizischen Inschriften. Von F. Praetorius .... 

Zu oben S. 80—82. Von G. Beer 



Note on the Ändhra King CandasSta. By Sten Konoio 
Die Säinkhyasütras. Von Hennann Jucobi . 
Zu Suttanipäta 440. Von H. Oldenberg 



151 
154 



406 
407 
407 

591 
593 
593 



Zu Ibn SaSd III, 1, i"",, ult. und V, (1'., 2, und zu ZDMG. 62, 280 und 568. 

Von A. Fischer 788 



VI Inhalt. 

Seite 

Zu Bd. 61, 873 f. Von R. Kittel 203 

Erklärung. Vou A. Fischer 203 

Berichtigung zu S. 157, Z. 6. Von C. Brockelmann .... 410 



Wissenschaftlicher Jahresbericht. 
Das Semitische mit Ausscliluß des Sabäo-Miuäischen und der abessinischen 

Dialekte sowie der alttestamentlichen Studien. Von C. Brockelmann 155 
Die abessinischen Dialekte und das Sabäo-Minäische. Von Franz Prae- 

torius . . . . . . . . . . . .166 

Alttestamentliche Studien. Von Georg Beer 167 

Ägyptologie. Von Günther Boeder 185 



Albert Sociu-Stiftung 204 408 

La Fondation De Goeje . . . . . . . . . .791 



Verzeichnis der bei der Redaktion eingegangenen Druckschriften 

206 410 595 793 



Autoren- und Sachregister . . . . . . . .795 



VII 



^^nfsätze undl Anzeigen des Bandes 

nach den Disziplinen geordnet. 



AUgemeiueres. Seite 

P. Jensen, Das Gilgamesch-Epos in der Weltliteratur. Erster Band: 
Die Ursprünge der alttestamentlichen Patriarchen-, Propheten- und 
Befreier-Sage und der neutestamentlichen Jesus-Sage. Mit drei Ab- 
bildungen im Text und drei Übersichtskarten. Angezeigt von J. W. 
Rotlistein 374 

Materialien zur älteren Geschichte Armeniens und Mesopotamiens. Von 
C. F. Leh m ann- H au p t. Mit einem Beitrage: Arabische Inschriften 
aus Armenien und Diyarbekr von Max van Berchem. Angezeigt 
von M. Streck 755 

Zur neubabylonischen und achämenidischen Chronologie. Von F'. H. Weiß- 
bach 629 

Miszellen. Von C. F. Seijbold 714 

Quadrapulus. Von W. E. Crum . . . . ■ . .552 

Semitisch. 

Allgemeines und vergleichendes. 

Das Semitische mit Ausschluß des Sabäo-Minäischen und der abessinischen 

Dialekte sowie der alttestamentlichen Studien. Von C. Brockelmann 155 

Berichtigung zu S. 157, Z. 6. Von C. Brockelmann .... 410 

Zum semitisch-griechischen Alphabet. Von Fr. Prnetorius . . . 283 
Das persönliche Fürwort und die VerbalHexion in den chamito-semitischen 

Sprachen, von Leo Reinisch. Angezeigt von iV. Rhodokanakis 776 
Der Sabbat. Seine etymologische und chronologisch-historische Bedeutung. 

Von Eduard Mahler ........ 33 

Biestmilch. Von Immanuel Low . . . . . . . .120 

Baby Ionisch- Assyrisch. 

The Derivation of Sahattu and othor notes. By Stephen Langdon . 29 

Der Name Sanherib's. Von A. Ungnad 721 

Die Sumerischen und Akkadischen Königsinschrifton. Von F. Thureau- 
I) angin. (Vorderasiatische Bibliothek, Band I.) Angezeigt von St. 
Langdon ........... 397 

Le P. Paul Dhormo, des Frcros Prechours, Choix de Textes Keligieux 
Assyro-Babyloniens. Transcription, traduetion , commentairo. An- 
gezeigt von A. Ungnad . . . . . . . . .149 

P. Jensen, Das Gilgamesch-Epos in der Weltliteratur. Erster Band: 
Die Ursprünge der alttestamentlichen Patriarchen-, Propheten- und 
Befreier-Sage und der neutestamentlichen Jesus-Sage. Mit drei Ab- 
bildungen im Text und drei Üborsichtskarton. Angezeigt von J. W. 
Rothstein 37 4 



VIII Inhalt nach den Diszijüinen geordnet. 



Seite 



Aramäisch. 

Biestmilch. Von Immanuel Low . . . . . . . .12(1 

Monumenta Judaica. Prima pars. Bibliotheca Targumica. Bd. I. 

Heft I. Aramaia. Die Targumim zum Pentateucli. — Altera pars. 

Mouumeuta Talmudica. Bd. I. Heft 1. Erste Serie: Bibel und Babel. 

Herausgegeben von August Wünsche, Wilhelm Neumann, Moritz 

Altschüler. Angezeigt von Hugo Greßmann . . . .144 
Corp. Script. Christ, orient. curant. J.-B. Chabot, I. Guidi, H. Hyvernat, 

B. Carra de Vaus. Scriptores Syri , Series secunda, Tomus XXVII. 
PliiIo.\eni Mabbugensis tractatus de trinitate et incarnatione, ed. et 
interpretatus est A. ^' aschal de. — Series tertia, Tomus XXV. 
Vitae virorum apud Monophysitas celeberrimorum, ed. et iuterpr. est 

E. W. Brooks. Angezeigt von C. Broehelmann .... 388 

Hebräisch-Phönizisch. 

Alttestameutliche Studien. Von Georg Beer. . . . . .107 

Einige Bemerkungen zu: , Kahle, Zur Geschichte der hebräischen Accente". 

Von /. Katzenstein 406 

Die Grundform des hebräischen Artikels. Von A. Ungnad ... 80 

Zu oben S. 80—82. Von G. Beer 407 

Die biblisch-hebräische Metrik. Von Prof Dr. P. Nivard Schlögl . G98 

Zu Bd. 61, 873 f. Von R. Kittel 203 

Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. Entdeckt und zum 

ersten Male herausgegeben von M. Gaster .... 209. 494 
Zum hebräischen Buch Josua der Samaritaner. Von P. Kahle . . 550 

Zum samaritanischen Josua. Eine Erklärung. Von Dr. A. S. Yahuda . 754 
Monumenta Judaica. Prima pars. Bibliotheca Targumica. Bd. I. 

Heft 1. Aramaia. Die Targumim zum Pentateuch. — Altera pars. 

Monumenta Talmudica. Bd I. Heft 1. Erste Serie: Bibel und Babel. 

Herausgegeben von August Wünsche, Wilhelm Neu mann, Moritz 

Alt schul er. Angezeigt von Hugo Greßmann . . . .144 

Zu phönizischen Inschriften. Von F. Praetorius .... 154. 407 

Arabisch (und Islam). 

Miszellen. Von C. F. Seybold 563. 714 

Zu Ihn Sasd 111, 1, r*"., ult. und V, ir., 2, und zu ZDMG. 62, 280 und 5C8. 

Von A. Fischer .788 

Magnvn , epileptisch". — mu'aiiad ^beglaubigt". Von A. Fischer . 151 

Quadrapulus. Von W. E. Crum 552 

U(udolf) G ey er, Altarabische Diiamben. Angezeigt von iV. Rhodohanakis 569 
Al-Battäni sive Al-Batenii opus astronomicum ad fidem codicis Escuria- 

lensis arabice editum, latiue versum, annotationibus instructum a Carolo 

Alphonso Nallino. Tres partes, 1899 — 1907. Angezeigt von JV/. 

J. de Goejc ........... 146 

Sieben Büclier Anatomie des Galon. 'Avaxo[iiy.w%> iyi£iQi']Gi:03v ßißXiov 

'S" — vs, zum ersten Male veröffentlicht nach den Handschriften einer 
arabischen Übersetzung des 9. Jahrh. n. Chr., ins Deutsche übertragen 
und kommentiert von Max Simon. Dr. med. I. Band. Arabischer 
Text, Einleitung zum Sprachgebrauch, Glossar, mit zwei Faksimile- 
Tafeln. — II. Band. Deutschor Text, Kommentar, Einleitung zur 
Anatomie des Galon, Sach- und Namenregister. Angezeigt von C. 
Broclcclniunn . , . . . . . . .392 

Materialien zur älteren Geschichte Armenions und Mesopotamiens. Von 

C. F. Lehman n- Haupt. Mit einem Beitrage: Arabische Inscliriften 
BUS Armenien und Diyurbokr von Max van Borchom. Angezeigt 

von M. Streck 755 



Inhalt nach den Disziplinen geordnet. IX 

Seite 

Zu Musil's zwei arabischen Inschriften aus Arabia Petraea. Von A. Fischer 280 

Das Grab Abu'l-Fidä's in Hamä. Von Dr. lll. Graf von Mixlinen . 657 

Zur Geschichte der lianbalitischen Bewegungen. Von Ign. Goldziher . 1 
(Sammlung F. Sarre.) Erzeugnisse islamischer Kunst. Bearbeitet von 

Friedrich Sarre; mit epigraphischen Beiträgen von Eugen Mittwoch. 

Teil I: Metall. Augezeigt von Traugott Mann .... 586 

Sabäo-Minäisch und Abessinisch. 

Die abessinischen Dialekte und das Sabäo-Minäische. Von Franz Proe- 

torius . . . . . . . . .166 

Zur Frage über das parasitische h des Minäischen. Von Fr. Praetorius 708 
Äthiopische Etymologien. Von Franz Praetorius ..... 748 

Ägyptisch und Haiuitisch. 

Ägyptologie. Von Güntlier Boeder . . . . . . .185 

Denkmäler ägyptischer Skulptur, herausgegeben und mit erläuternden Texten 
versehen von Fr. W. Freiherrn von Bissing. Angezeigt von 
Günther Roeder . . . . . . . . . .577 

Das persönliche Fürwort und die Verbalflesion in den chamito-semitischen 

Sprachen, von Leo Reinisch. Angezeigt von A'. Phodokanaf.is 776 

ludisch. 

A Supplementary Catalogue of Sanskrit, Pali , and Prakrit Books in the 
Library of the British Museum acquired during the years 1892 — 190G. 
Compiled by L. D. Barnett. Angezeigt von Richard Schmidt 774 

Beiträge zum Sanskritwörterbuch aus Hemacandra's Parisistaparvan. Von 

Johannes Hertel . . . . . . . . . .361 

Maurice Bloomfield, A Vedic Concordance, being an alphabetical Index 
to every line of every stanza of the published Vedic literature and 
to the liturgical formulas thereof, that is an Index to the Vedic Mantras, 
together with an account of their variations in the diflferent Vedic 
books. (Harvard Oriental Series, ed. by Ch. R. Lanman , vol. X.) 
Angezeigt von H, Oldenherg . . . . . . . .140 

Vedische Untersuchungen. Von //. Oldenherg . . . . .459 

Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. Von W. Caland . .123 

Puranische Streifen. Von A. Blau ....... 337 

Über den Stil der philosophischen Partieen desMahäbhärata. Von Otto Strauß 661 
Die Säinkhyasütras. Von Hermann Jacohi ...... 593 

Von Päiiini zu Phaedrus, Von Johannes Hertel . . . .113 

Tü'^l^äg^^; Von Richard Schmidt 119 

Jl'^"?^^^e(i Von Hermann Jacohi 358 

Die Zeit Kälidäsa's. Von 7'. Blocli . . . . . . .671 

Studien über die indische Erzählungsliteratu». Von Jarl Charjjentier . 725 
Ruyyaka's Alamkärasarvasva. Übersetzt von Hermann Jacobi 289. 411. 597 

Zu Suttanipäta 440. Von H. Oldenherg 593 

'The Yogasästra', edited by Muni Mahäräja Sri Dharmavijaya; vol. I, fasci- 

culus 1. Angezeigt von Ferdinando Bdloni-Filippi . .782 

Über einige bildliche Darstellungen altindischer Gottheiten. Von Dr. T. Bloch 648 
Einfluß der altbuddhistischen Kunst auf die Buddhalegondo. Von Dr. T. Bloch 370 
A Ilistory of India by A. F. Rudolf lloernle and Herbert A. Stark. 

Angezeigt^ von J. Jollji ........ 584 

Note on the Andhra King Cainjasäta. By Sten Konoic . . . .591 

A. F. Rudolf lloernle, Studies in the Medicine of Ancieiit India. Parti. 

Angezeigt von A. Berriedalc Kcilli . . . . . .134 

Pandit Kisari Mohan Gauguli f. Von Hermann Jacobi . . .132 



X Inhalt nach den Disziplinen geordnet. 

Seite 

Iranisch. 

The Pahlavi Text of Yasna LXVI, LXVIII (Sp. LXV , LXVII) with all 

the MSS. collated. By L. H. Mills 555 

Die einheimischen Sprachen von Ostturkestan, 

Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan im frühern Mittelalter. 

Von Krnst Leumann ......... 83 

Japanisch. 

Michel Revon, Le Shinntoisme. lere partie. Angezeigt von F. Macler 384 

Malajisch. 

Über ^Stammabstufung" in der malajischeu Wortbildung. Von K. Wtdff 677 

Uuhekanute Schrift. 

Eine fremdartige Schrift. Von Friedrich Preisighe . . . .111 



Nachrichten 

über 

Allgelegenheiten 

der 

Deutscheu Morgeuläudischeu Gesellschaft. 



in 

Zur Beachtung. 



Die Mitglieder der Deutsclien Morgenländisclien Gesellscliaft werden 
von den Geschäftsführern ersucht: 

1) eine Buchhandlung zu bezeichnen, durch welche sie die Zu- 
sendungen der Gesellschaft zu erhalten wünschen, — falls sie 
nicht vorziehen, dieselben auf ihre Kosten durch die Post*) 
zu beziehen; 

2) ihre Jahresbeiträge an unsere Kommissions - Buchhandlung 
F. A. Brockhav^ in Leipzig entweder direkt portofrei oder 
durch Vermittlung einer Buchhandlung regelmässig einzusenden; 

3) Veränderungen und Zusätze für das Mitgliederverzeichnis, na- 
mentlich auch Anzeigen vom Wechsel des Wohnortes , nach 
Halle a. d. Saale, an den Schriftführer der Gesellschaft, Prof. 
Dr. E. Hultzsch (Ludwig Wucherer-Str. 78), einzuschicken; 

4) Briefe und Sendungen, welche die Bibliothek und die ander- 
weitigen Sammlungen der Gesellschaft betreffen, an die y^Biblio- 
thek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Halle 
a. d. Saale'^ (Wilhelmsti'asse 36/37) ohne Hinzufügung einer 
weiteren Adresse zu richten ; 

5) Mitteilungen für die Zeitschrift und für die Abhandlungen 
für die Kunde des Morgenlandes an den Redakteur, Prof. 
Dr. August Fischet' in Leipzig (Mozartstr. 4), zu senden. 



Die Satzungen der D. M. G. siehe in der Zeitschrift Bd. 58 
(1904), S. LXXIVff. 

Freunde der AVisseuschaft des Orients, welche durch ihren 
ßeiti'itt die Zwecke der D. M. Gesellschaft zu fördern wünschen, 
wollen sich deshalb an einen der Geschäftsführer in Halle oder 
Leii^zig wenden. Der jährliche Beitrag ist 15, seit 1904 für neu 
eintretende Mitglieder 18 j\Iark , wofür die Zeitschrift gratis ge- 
liefert wird. 

Die Mitgliedschaft auf Lebenszeit wird durch eimualige 
Zahlrmg von 240 j\Iark (== £ \^ = 300 frcs.) erworben. Dazu 
für fi-eie Zusendung der Zeitschrift auf Lebenszeit in Deutschland 
und Österreich 15 Mark, im übrigen Ausland 30 Mark. 



*) Zur Vereinfachung der Berechnung werden die Mitglieder der D. M. G., 
welche ihr Exemplar der Zeitschrift direkt durch die Post beziehen, er- 
sucht, bei der Zahlung ihres Jahresbeitrags zugleich das Porto für freie Ein- 
sendung der vier Hefte zu bezahlen, und zwar mit 1 Mark in Deutschland und 
Osterreich, mit 2 Mark im übrigen Auslande. 



lY 



Verzeichnis der ilitglieder der Deiitsclien Morgen- 
ländisclieii Gesellschaft im Jahre 1908. 

I. 

Ehrenmitglieder^). 

Herr Dr. Kamkrishna Gopal Bhandarkar, C. I. E. , in Sangam, Poona, 
Indien (63). 

- Dr. V. Fausböll, Prof. a. d. Univ. Kopenhagen (61). 

- Dr. J. F. Fleet, C. I. E., 8 Leopold Road, Ealiug, London, W (68). 

- Dr. M. J. de Goeje, Interpres Legati Warneriaui u, Prof. a. d. Univ. 

Leiden, Vliet 15 (43). 
Dr. Ignazio Guidi, Prof, in Rom, 24 Botteghe oscure (58). 
Dr. H. Kern, Prof. a. d. Univ. Leiden (57). 
Sir Alfred C. Lyall, K. C.B., D.C.L., Member of Council, in London, SW, India 

Office (53). 
Herr Dr. Theodor Nöldeke, Prof. emerit , in Strassburg i/'Els., Kalbsg. 16 (64). 

- Dr. Wilhelm Radi off, Esz., Wirkl. Staatsrat, Mitglied der kais. Akad. d. 

Wiss. in St. Petersburg (59). 

- Dr. Leo Reinisch, k. k. Hofrat, Prof. a. d. Univ. Wien, Xlll, Feldg. 3 (66). 

- Emile Senart, Membre de l'Institut, in Paris, 18 rue Fran^ois 1" (56). 

- Dr. Whitley Stokes in London, SW, 15 Grenville Place (24). 

- Dr. Vilhelra L. P. Thomsen, Prof. a. d. Univ. Kopenhagen, V, St. Knuds 

Vej 36 (62). 

- Graf Melchior de Vogüe, Membre de l'Institut, in Paris, 2 rue Fabert (28). 

II. 

Ordentliche Mitglieder-). 

Herr Dr. W. A hl war dt, Geh. Kegierungsrat, Prof. a. d. Univ. Greifswald i/Pom., 
Brüggstr. 28 (578). 

- Dr. Friedrich Carl Andreas, Prof. a. d. Univ. Göttingen, Ilerzberger 

Chaussee 59 (1124). 

- Dr. Carl von Arnhard in München, Willielmstr. IG (990). 

- Dr. Wilhelm Bacher, Prof. a. d. Laudes-Kabbinerschule in Budapest, VII, 

Erzsebetkörut 9 (804). 



1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht sich auf die Reihenfolge, in der die betreflendeu Herren zu Ehren- 
mitgliedern ernannt worden sind. 

2) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht s-ich auf die nach der Zeit des Eintritts in die Gesellschaft geordnete 
Liste Bd. II, S. 505 ff. , welche bei der Ainncldung der neu eintretenden Mit- 
glieder in den Personalnachrichten fortgeführt wird. 



Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. V 

Herr Dr. Johannes Baensch-Drugulin, Buchhändler u. Buchdruckereibesitzer 
in Leipzig, Königstr. 10 (1291). 

- Liz. Dr. B. Baentsch, Prof. a. d. Univ. Jena, Lichteuhainer Str. 3 

(1281). 

- Dr. theo!, et phil. Otto Bardenhewer, Erzbisch. Geistl. ßat, Prof. a. 

d. Univ. München, Sigmundstr. 1 (809).' 

- Dr. Jacob Barth, Prof. a. d. Univ. Berlin, N, Weissenburger Str. 6 (835). 

- Wilhelm Barthold, Prof. a. d. Univ. St. Petersburg, Wassili-Ostrow, 

4te Linie, 7 (1232), 

- Dr. Christian B artholomae, Prof. a. d. Univ. Giessen, Alicestr. 13 (955). 

- Rene Basset, Correspondant de l'Iustitut, Directeur de l'Ecole Superieure 

des Lettres iu Alger-Mustapha, rue Denfert Rochereau, Villa Louise 
(997). 

- Dr. theol. et phil. Wolf Graf von Baudissin, Prof. a. d. Univ. Berlin, 

W 62, Landgrafenstr. 11 (704). 

- Dr. A. Baumgar tner, Prof. a. d. Univ. Basel, Ober-Tüllingen (Postamt 

Stetten), Baden (1063). 

- Dr. Anton Baumstark in Rom, Camposanto dei Tedeschi presso S. Pietro, 

17 Villa della Segrestia (1171). 

- Dr. C. H. Becker, Prof. a. d. Univ. Heidelberg, Klosestr. 9 (1261). 

- Liz. Dr. phil. Georg Beer, Prof. a. d. Univ. Strassburg i/Els., Palaststr. 4 

(1263). 
Dr. theol. Georg Behrmann, Senior u. Hauptpastor in Hamburg, Kraien- 
kamp 3 (793). 

- Dr. Waldemar Belck in Frankfurt a/M., Oederweg 59 (1242). 

- Dr. Max van Berchem in Crans, Celigny (Schweiz) (1055). 

- A. A. Bevan, M. A., Prof. in Cambridge, England (1172). 

- Dr. Carl Bezold, Prof. a. d. Univ. Heidelberg, Brückenstr. 45 (940). 

- Dr. A. Bez zenberger, Geh. Regierungsrat, Prof. a. d. Univ. Königs- 

berg i/Pr., Besselstr. 2 (801). 

- Dr. phil. August Blau , Oberbibliothekar a.d. Univ.-Bibliothek in Berlin, W 15, 

Düsseldorfer Str. 30 (1399). 

- Dr. T. Bloch, Archseological Surveyor, Bengal Circle , Indiau Museum, 

Calcutta (1194). 
Dr. Maurice Bloomfield, Prof. a. d. Johns Hopkins University in 
Baltimore, Md., U. S. A. (999). 

- Dr. Louis Blumenthal, Rabbiner in Berlin, N, Monbijouplatz 4 (1142). 

- Dr. Alfr. Boi ssier in Le Rivage pres Chambesy (Schweiz) (1222). 

- Dr. A. Bourquin, Consular Agent for France, 827 — IG^^ Str., Denver, 

Colorado, U. S. A. (1008). 

- Dr. Edvard Brandes in Kopenhagen, O, Skioldsgade 8 (764). 

- Dr. Oscar Braun, Prof. a. d. Univ. Würzbuig, Sanderring 20 HI (1176). 

- Dr. Charles Augustus Briggs, Prof. am Union Theological Seminary, 

700 Park Str., New York City (725). 

- Dr. Carl B roc k elnia n n , Prof. a. d. Univ. Königsberg i, Pr. , Rhesa- 

str. 9 (1195). 

- Dr. Paul Brönnle, 73 Burdett Avenue, Westclifi" on-Sea, Essex, England 

(1297). 

- Erncst Walter Brooks in London, WC, 28 Great Ormond Street (1253). 

- Dr. Karl Brugmann, Geh. Hofrat, Prof, a. d. Univ. Leipzig, Scliiller- 

str. 7 II (1258). 

- Dr. Rudolf Ernst Brünnow, Prof. in Bonn, Kaiser Friedrichstr. 11 (1009). 

- Dr. theol. Karl Budde, Prof. a, d. Univ. Marburg i/H., Uenthofstr. 17 (917). 
Dr. E. A. Wallis Budge, Assistant Deputy Keeper of Egyptian and Orieutal 

Antiquities, British Museum, in London, WC (1033). 

- Dr. Frants Buhl, Prof. a. d. Univ. Kopenhagen, Ocsterbrogade 28 E (920). 

- Dr. Moses B u tt en wiese r, Prof. am Hebrew UnioaCollege in Cincinnati, O., 

U. S. A. (1274). 



yi Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Don Leoue Caetani, Principe di Teano, in Rom, Palazzo Caetani (1148). 
Herr Dr. W, Caland, Prof. a. d. Univ. Utrecht, Biltstraat 101c (1239). 
The Right Rev. Dr. L. C. Casartelli, M. A,, Bishop of Salford, St. Bede's 

CoUege, Manchester, S.W. (910), 
Herr Liz, Dr. Wilhelm Gas pari, Privatdozent a, d. Univ. Erlangen, Bayreuther 

Str. 26 (1396). 

- Abbe Dr. J. B. Chabot in Paris, 47 rue Claude Bernard (1270). 

- Dr. Jarl Charpentier in Upsala, Kungsgatan 59 (1404). 

- Dr. D. A. ChwolsoD, Wirkl. Staatsrat, Exz,, Prof. a. d. Univ. St. Peters- 

burg (292). 

- M. Josef Ci'zek, Pfarrer in Marienbad (1211). 

- Dr. Ph. Colinet, Prof. a. d. Univ. Löwen (1169). 

- Dr. Hermann Collitz, Prof. a. d. Johns Hopkins University, Baltimore, 

Md., U. S. A. (1067). 

- Dr. August Conrady, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Färberstr. 15 U(1141). 

- Dr. theol. et phil. Carl Heinrich Cornill, Prof. a. d. Univ. Breslau, IX, 

Monhauptstr, 12 (885). 

- Dr. James A. Crichton, Parish Minister, Annan, Dumfriesshire (Schott- 

land) (1310). 

- P. Jos. Dahlmann, S. J., in Luxemburg, Bellevue (1203). 

- Dr. T. Witton Davies, B. A., Prof. am University College, Bangor (North 

Wales) (1138). 

- Harinath De, Chief Librarian, Imperial Library, Calcutta (1373). 

- Dr. Alexander Dedekiud, k. u. k. Kustos der Sammlung ägyptischer Alter- 

tümer des österr. Kaiserhauses in Wien, I, Burgring 5 (1188). 

- Dr. Berthold Delbrück, Prof. a. d. Univ. Jena, Fürstengraben 14 (753). 

- Dr. Friedrieh Delitzsch, Prof. a. d. Univ. Berlin, in Charlottenburg, 

Knesebeckstr. 30 (948). 

- Dr. Paul Deussen, Prof. a. d. Univ. Kiel, Beselerallee 39 (1132). 

- Richard Dietterle in Alexandrien, P. O. Box 747 (1364). 

- Dr. Otto Donner, Senator und Chef der Abteilung für das Unterrichts- 

wesen im Senate von Finnland, in Helsingfors, Norra Kogen 12 (654). 
The Rev. Sam. R. Driver, D.D., Canon of Christ Church in Oxford (858). 
Herr Rene Dussaud in Paris, 133 avenue Malakofi' (1366). 

Dr. Rudolf Dvorak , Prof. a. d. böhmischen Univ. in Prag, III 44, Kleinseite, 

Brückeng. 26 (1115). 

- Dr. Karl Dyroff, Konservator am kgl. Antiquarium u. Prof. a. d. Univ. 

München, Schraudolphstr. 14 (1130). 

- Dr. J. Eggeling, Prof. a. d. Univ. Edinburgh, 15 Button Place (763). 

- F. C. Eiselen, Prof. nm Garrett Biblical Institute, Evanston, 111. (1370). 

- Dr. Adolf Erman, Prof. a. d. Univ. Berlin, Direktor bei den kgl, Museen, 

in Steglitz, Friedrichstr. 10/ 11 (902). 

- Dr. Carl Hermann Et he, Prof. am University College in Aberystwith, 

Wales, 575 Marine Terrace (641). 

- Dr. Julius Euting, Geh. Regierungsrat, Honorarprof u. Direktor d. kais. 

Univ.- u. Landesbibliothek in Strassburg i/Els., Schloss (614). 

- Edmond Fagnan, Prof. a. d. Ecole des Lettres in Alger, 7 rue 

St. Augustin (963). 

- Dr. theol. et phil. Winand Fell, Prof. a. d. Univ. Münster i/W. , Heis- 

str. 2 a (703). 

- Dr. Richard Fick, Oberbibliothekar a. d. kgl. Bibliothek in Berlin, Neuen- 

dorf b. Potsdam (1266), 

- Louis Fi not, Prof, a. d. Ecole des Hautes-Etudes, 11 rue Poussin, Paris, 

XVIe (1256). 

- Dr. August Fischer, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Mozartstr. 4 (1094). 

- James P. Fleming in Mannheim, L 10, 6 (1371). 

- Dr. Johannes Flemming, Pmf., Oberbibliothekar a. d. kgl. Bibliothek in 

Berlin, Friedenau, Niedstr. 25 (1192). 



Verzeichnis der Mitglieder der D. 31. Gesellschaft. TU 

Herr Dr. Willy Foy,- Direktor des Eautenstrauch-Joest-Museums in Cöln a/Rh., 
Ubierring 42 (1228), 

- Dr. Siegmund Fraenkel, Prof. a. d. Univ. Breslau, XIII, Augustastr. 81 I 

(1144). 

- Missionar August Hermann Francke in Kailang, Kangra District, Indien 

(1340). 

- Dr. phil. Carl Frank in Strassburg i;E., Schweighäuserstr. 35 I (1377). 

- Dr. R. Otto Franke, Prof. a. d. Univ. Königsberg i/Pr., IX, Bahnstr. 32 (1080). 

- Dr. Ose. Frankfurter, Legationsrat im Ausw. Amte, zu Bangkok (1338). 

- Dr. Israel Friedlaender, Prof. am Jewish Theological Seminary of 

America, 531—535 West 123rd Street, New York City (1356). 

- Dr. Ludwig Fritze, Prof. u. Seminaroberlehrer in Cöpenick (1041). 

- Dr. Richard Garbe, Prof. a, d. Univ. Tübingen, Biesinger Str. 14 (904). 

- Dr. M. Gaster, Chief Rabbi, Mizpah, 193 Maida Vale, London, W (1334). 

- Dr. Lucien Gautier, Prof. in Genf, Grande Boissiere (872). 

- Dr. Wilhelm Geiger, Prof. a. d. Univ. Erlangen, Löweuichstr. 24 (930). 

- Dr. H. D. van Gelder in Leiden, Plantsoen 31 (1108). 

- Dr. Karl G e 1 d n e r , Prof. a. d. Univ. Marburg i/H.. Universitätsstr. 31 (1090). 

- Dr. Rudolf Geyer, Prof. a. d. Univ. Wien, XIX, Prinz Eugenstr. 13 (1035). 

- N. Geyser, Pastor in Elberfeld (1089). 

Mubarek Ghali b Bey, Exz., in Constantinopel, Deutsche Post restante (1170). 

- Dr. Hermann Gies, 1. Dragoman u. Legationsrat bei der kais. deutschen 

Botschaft in Constantinopel, Pera (760). 

- Dr. Friedrich Giese, Prof. am Seminar f. orient. Sprachen a. d. Univ. 

Berlin, Haiensee, Schweidnitzer Str. 3 I (1313). 

- Dr. phil. et theol. F. Giesebrecht, Prof. a. d. Univ. Königsberg i/Pr., 

Ziegelstr. 11 III (877). 

- Dr. Ignaz Goldziher, Prof. a. d. Univ. Budapest, VII, Hollö-utcza 4 (758). 

- Dr. Richard J. H. Gottheil, Prof. a. d. Columbia University in New 

York, West 116th Street (1050). 

- Dr. phil. Emil G r a t z 1 , Sekretär a. d. k. Univ.-Bibliothek in Würzburg (1382). 

- Dr. G. Buchanan Gray, 23 Norham Road, Oxford (1276). 

- Dr. Louis H. Gray, 354 Summer Avenue, Newark, N.J., U. S. A. (1278). 
Liz. Dr. Hugo Gressmann, Prof. a. d. Univ. Berlin, W 50, Ansbacher 

Str. 46 III (1403). 

- Dr. George A. Grierson, C. I.E., Rathfarnham, Camberley, Surrey, England 

(1068). 
Dr. Eugenio Griffini, Prof. d. Arabischen in Mailand, via Dante 7 
(1367). 

- Dr. theol. et phil. Julius Grill , Prof. a. d. Univ. Tübingen, Olgastr. 7 (780). 
Dr. H. Grimme, Prof. a. d. Univ. Freiburg i. d. Schweiz (1184). 

Dr. Wilhelm Grube, Prof. a. d. Univ. Berlin, in Haiensee, Joachim 

Friedrichstr. 57 (991). 
Dr. Max Grünert, Prof. a. d. deutschen Univ. in Prag, Kgl. Weinberge, 

Puchmajerg. 31 (873). 

- Dr. Albert Grünwcdel, Prof., in Gross-Lichterfelde, Albrechtstr. 8 (1059). 

- Liz. Dr. Herm. Guthe, Püof. a. d. Univ. Leipzig, Grassistr. 38 II (919). 

- Johannes Haar dt, Pfarrer in Wesel (1071). 

- cand. phil. Johannes Haferbier in Potsdam, Berliner Str. 19 II (1354). 

- Dr. August Haffner, Prof. a. d. Univ. Innsbruck (1387). 

- Premysl Häjek in Kralup a. d. Moldau, No. 40 (1300). 

- Dr. J. Halevy, Maitre de Conferences ä l'Ecole Pratiquc des Hautes 

Etudes in Paris, 9 rue ChampoUion (845). 

- Dr. Ludwig Hallier, Pfarrer in Diedenhofen (1093). 

Dr. F. J. van den Hani, Prof. a. d. Univ. Groningen (941). 

- Dr. Albert von Harkavy, kais. russ. Staatsrat, Bibliothekar der kais. 

öflfentl. Bibliothek in St. Petersburg, Gr. Puschkarskaja 47 (676). 

- Otto Harr asso wi t z , Buchhändler, Konsul von Venezuela, Leipzig (1327). 



Till Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Herr Dr. Martin Hart mann, Prof. am Seminar f. Orient. Sprachen a. d. Univ. 
Berlin, in Hermsdorf (Mark) b. Berlin, Wilhelmstr. 9 (802). 

- Dr. Paul Haupt, Prof. a. d. Johns Hopkins University, 2511 Madison Ave., 

Baltimore, Md., U. S. A. (15. Mai bis 15. September in Charlotten- 
burg 2, Savigny-Platz 9/10 (1328). 
• Rudolf Haupt, Buchhändler in Leipzig, Dörrienstr. 1 (1390). 

- Dr. Jakob Hausheer, Prof. a. d. Univ. Zürich, V, Bergstr. 137 (1125). 

- Dr. phil. August Hei der in Greifswald i;Pom., Steinstr. 27 I (1330). 

- Dr. phil. Adolph H. Heibig in 'Wiesbaden, Victoriastr. 17 (1350). 

- Dr. Joseph Hell, Privatdozent a. d. Univ. München, Maximilianstr. 24 HI 

(1358). 

- P. Dr. Job. Heller, Prof. in Innsbruck, Universitätsstr. 8 (965). 

- Dr. Johannes Hertel, Oberlehrer am kgl. Realgymnasium in Döbeln, 

Schillerstr. 35 H (1247). 

- Dr. David Herzog, Dozent a. d. deutscheu Univ. in Prag, Smichower 

Palackystr. 40 (1287). 

- Dr. Heinrich Hilgenfeld, Prof. a. d. Univ. Jena, Fürstengraben 7 (1280). 

- Dr. Alfred Hillebrandt, Geh. Regierungsrat, Mitglied des preuss. Herren- 

hauses, Prof. a. d. Univ. Breslau, IX, Monhauptstr. 14 (950). 

- Dr. H. V. Hilp recht, Prof. a. d. University of Pennsylvania in Phila- 

delphia (1199). 

- Dr. Valentin Hintuer, k. k. Schulrat u. Prof. i. R., in Wien, HI 3, 

Heumarkt 9 (806). 

- Dr. Hartwig Hirschfeld, Dozent a. d. University of London, NW, 

14 Randolph Gardens (995). 

- Dr. Friedrich Hir th , Prof. a. d. Columbia University, 501 West 113*^ Street, 

Kew York, U. S. A. (1252). 

- Dr. G. Hoberg, Prof. a. d. Univ. Freiburg i,'B., Dreisamstr. 25 (1113). 

- Dr. A. F. Rudolf Hoernle in Oxford, 8 Northmoor Road (818). 

Miss Hope W. Hogg, M. A., Prof. a. d. Univ. Manchester, 30 Brook Road, 

Fallowfield (1395). 
The Rev. Prof. P. Holler, B. D., Dean of the Oriental Seminary, Gowanda, 

Catt. Co., N. Y., U.S. A. (1321). 
Herr Liz. Dr. Gustav Hölscher, Privatdozeut a. d. Univ. Halle a/S., Zinks- 

gartenstr. 7 I (1384). 

- Dr. Adolf Holtzmann, Gymnasialprof. a. D. u. Honorarprof. a. d. Univ. 

Freiburg i/B., Friedrichstr. 13 (934). 

- Liz. Dr. H. Holzinger, Prof. am Realgymnasium in Stuttgart, Werastr. 39 

(1265). 

- Dr. Fritz Hommel, Prof. a.d. Univ. München, SchwabingerLandstr. 50 (841). 

- Dr. Edward Washburn Hopkins, Prof. a. d. Yale University, 299 Lawrence 

Street, New Haven, Conn,, U. S. A. (992). 

- Dr. Paul Hörn, Prof. a. d. Univ. Strassburg i/Els., Sternwartstr. 20 (1066). 

- Liz. Aladar Hornyänszky, Prof. in Pozsony, Vörösmarty-G. 1 (1314). 

- Dr. Josef Horovitz, M. A. O. College, Aligarh, U. P. (Indien) (1230). 

- Dr. M. Horten, Privatdozent a. d. Univ. Bonn, Königstr. 55 (1349). 

- Dr. M. Th. Houtsma, Prof. a. d. Univ. Utrecht (1002). 

Clement Huart, franz. Konsul, premier Secretaire-interprete du Gou- 
vernement, Prof. a. d. Ecole speciale des langues orieutales Vivantes 
in Paris, VI, 43 rue Madame (1036). 

- Dr. E. Hultzsch, Prof. a. d. Univ. Halle a/S., Ludwig Wuchererstr. 78 

(946). 

- Dr. A. V. Williams Jackson, Prof. a. d. Columbia University, 16 High- 

land Place, Yüuktrs, N. Y., U. S. A. (1092). 

- Dr. Georg K. Jacob, Prof. a. d. Univ. Erlangen, Schillerstr. 20 (1127). 

- I»r. Hermann Jacobi, Geh. Regierungsrat, Prof. a. d. Univ. Bonn, Niebuhr- 

str. 59 (791). 

- Dr. G. Jahn, Prof. emerit., in Berlin, Stallschreiberstr. 22 (820). 



Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. IX 

Herr Dr. Wilhelm Jahn, Privatgelehrter, in Bremeu, Otto Gildemeisterstr. 25 
(1363). 

- Dr. Peter Jensen, Prof. a. d. Univ. Mp.rburg i/H., Biegenstr. (1118). 

- Dr. Julius Jolly, Prof. a. d. Univ. Würzburg, Sonnenstr. 5 (815). 

- Theodor Jordanescu, Prof. in Focsani, Rumänien (1365). 

- Dr. Th. W. Juynboll, Adjutor Interpr. Legat. Warner., iu Leiden, Laat 

de Kanterstr. 5 (1106). 

- Dr. Adolf Kaegi, Prof. a. d. Univ. Zürich, II, Stockerstr. 47 (1027). 

- Liz. Dr. Paul E, Kahle, Pastor in Kairo, Deutsche Schule (1296). 

- Dr. Georg Kampffmeyer, Prof. am Seminar f. Orient. Sprachen a. d. Univ. 

Berlin, Pankow, Parkstr. 5a (1304). 

- Dr. Adolf Kamphausen, Prof. a. d. Univ. Bonn, Weberstr. 29 (462). 

- Dr. Felix K auf f mann in Frankfurt a/M., Trutz 23 I (1320). 

- Dr. theol. et phil. Emil Kautzsch, Prof. a. d. Univ. Halle a/S., Wettiner 

Str. 31 (621). 

- Dr. Alexander von Kegl, Gutsbesitzer in Puszta Szent Kiräly, Post 

Laczhäza, Com. Pest-Pilis (Ungarn) (1104). 

- A. Berriedale Keith, 2 Prince of Wales' Mansions, London, SW (1398). 

- Dr. Charles F. Kent, Prof. a. d. Yale University iu Kew Havcn, Conn. 

(1178). 

- Dr. Friedrieh Kern in Berlin, W 30. Schwäbische Str. 25 (1285). 

- Dr. P. Klein ert, Prof. d. Theol. in Berlin, W, Schellingstr. 11 (495). 

- Dr. Kurt Klemm in Gross-Lichterfelde, Ferdinandstr. 3 (1208). 

- Dr. Heinr. Aug. Klostermann, Konsistorialrat, Prof. d. Theol. in Kiel, 

Jägersberg 7 (741). 

- Dr. Friedrich Knauer, Prof. a. d. Univ. Kiew (1031). 

- Dr. Kaufmann Kohler, President of Hebrew Union College, 3016 Stanton 

Avenue, Cincinnati, O., ü. S. A. (723). 

- Dr. Samuel Kohn, Eabbiner, Prediger der Israelit. Religionsgemeinde in 

Budapest, VII, HoUö-utcza 4 (656). 

- Dr. George Alex, Kohut, Eabbiner, Pi-ediger in New York, 781 West 

End Avenue (1219). 

- Dr. Paul V. Kokowzoff, Prof. a. d. Univ. St. Petersburg, 3 Rotte 

Ismailowsky Polk, H. 11, Log. 10 (1216). 

- Dr. phil. et theol. Eduard König, Prof. a. d. Univ. Bonn, Coblenzer 

Str. 89 (891). 

- Dr. Sten Konow, Government Epigraphist, in Simla, Indien (1336). 

- Dr. Alexander Koväts, Prof. d. Theol. am röm.-kathol. Seminar in Temesvär 

(Ungarn) (1131). 

- Dr. phil. Friedrich Oswald Kramer, Assistent am alttestam. Sem. d. Univ. 

Leipzig u. Pfarrer in Gerichshain bei Machern (Sachsen) (1303). 

- Dr. Johann Krcsmärik, Kegierungsrat, in Sarajevo (Bosnien) (1159). 

- Theodor Kreussler, Pfarrer in Ursprung, Bez. Chemnitz (1126). 

- Dr. Ernst Kuhn, Geh. Ilofrat, Prof. a. d. Univ. München, Ilessstr. 3 (768). 
Dr. Joseph Kuhnert, Curatus in Breslau, VI, Am Nicolai-Stadtgraben 10 

(1238). 

- Dr. Franz Kühnert, Privatdozent a. d. Univ. Wien, IV, Phorusg. 7 (1109). 

- Dr. Ignaz Ki'inos, Dozent a. d. Univ. u. Direktor d. Handelsakad. in 

Budapest, V, Kaiman utcza 6 (1283). 

- Dr. phil. Hermann Kurz, Stadtvikar in Ehingen (Württemberg) (1322). 

- Dr. Samuel Landauer, Bibliothekar u. Honorarprof. a. d. Univ. Strass- 

burg i/Els., Ehrmannstr. 1 (882). 
Dr. Carlo Graf von Landberg, kgl. schwed. Kammerherr u. diplomatischer 
Agent z. D., in München, Akademiestr. 11 (1043). 

- Dr. Charles Rockwell Lanman, Prof. a. d. Harvard University, 9 Farrar 

Street, Cambridge, Mass., U. S. A. (897). 

- Dr. Michael Max Lauer, Geh. Regierungsrat, in Göttingen, Nikolaus- 

berger Weg 57 I (1013). 



X Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Herr Dr. Sal. Lefmann, Honorarprof. a. d. Univ. Heidelberg, Piöckstr. 46 (868). 

- Dr. jur. et phil. C. F. Lehmann, Prof. a. d. Univ. Berlin, W 50, Mar- 

burger Str. 6 ni r. (1076). 

- Dr. Oscar von Lemm, Konservator am Asiat. Museum d. kais. Akad. 

d. Wiss. in St. Petersburg, Wassili-Ostrow, Nicolai-Quai 1 (1026). 

- L. Leriche, französ. Vize-Konsul in Rabat, Marokko (1182). 

- Dr. Ernst Leumann, Prof. a. d. Univ. Strassburg i/Els., Sternwartstr. 3 

(1021). 
Frau Agnes Smith Lewis, D. D , LL. D., Ph. D., Castle-brae, Chesterton Lane, 

Cambridge, England (1391). 
Herr Dr. Mark Lidzbarski, Prof. a. d. Univ. Greifswald (1243). 

- Dr. theol. et phil. Ernest Lindl, Privatdozent in München, Theresien- 

str. 39 I (1245). 

- Dr. Bruno Lind n er, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Cröbern b. Gaschwitz (952). 

- Dr. phil. Enno Littmann, Prof. a. d. Univ. Strassburg i/Els., Schweig- 

häuser Str. 24 II (1271). 

- stud. phil. Rudolf Löbbecke in Braunschweig, Celler Str. 1 (1362). 
Warmund Freiherr Loeffelholz von Colberg in Dachau b. München, 

Villa Katharina, Holzgarten (1294). 

- Dr. Wilhelm Lotz, Prof. d. Theol. in Erlangen, Löwenichstr. 22 (1007). 

- Immanuel Low, Oberrabbiner in Szeged (Ungarn) (978). 

- Dr. Heinrich L ü d e r s , Prof. a. d. Univ. Rostock i/M.. St. Georgstr. 4 (1352). 

- Dr. Alfred Ludwig, Prof. a, d. deutschen Univ. in Prag, Königl. Wein- 

berge, Krameriusg. 40 (1006). 

- Jacob Lütschg, Sekretär d. kais. russ. Konsulats in Bochara (865). 

Sir Charles L y a 1 1 , K. C. S. I.. LL. D., in London, SW, 82 Cornwall Gardens (922). 
Herr Dr. Arthur Anthony Macdonell, M. A., Prof. a. d. Univ. Oxford, 107 
Banbury Road (1051). 

- Dr. Eduard Mahl er, Prof. a. d. Univ. und Kustos am Ung. National- 

museum in Budapest (1082). 

- Dr. Oskar ^lann, Prof. u. Bibliothekar a. d. kgl. Bibliothek in Berlin, 

N 58, Weissenburger Str. 28 (1197). 

- Dr. phil. Traugott Mann in Bielefeld (1345). 

William Mar(,-ais, Directeur de la Medersa Ta'albiya, Alger (1389). 
David Samuel Margol iouth , Fellow of New College u. Laudian Professor 
of Arabic a. d. Univ. Oxford (1024). 

- Dr. theol. Karl Marti, Prof. a. d. Univ. Bern, Marienstr. 25 (943). 
Michael Maschanoff, Prof. a. d. geistl. Akad. in Kasan (1123). 

- Dr. B. F. Matthes in Nymegen, Barbarossastraat 76 (270). 

- Em. Mattson, fil. kand., in Upsala, Sysslomansgatan 16 (1341). 

- Dr. J. F. McCurdy, Prof. am Univ. College in Toronto, Canada (1020). 

- Norman McLean, Fellow of Christ's College u. Lecturer in Cambridge, 

England (1237). 

- Dr. Theodor Menzel in Odessa, 8. Station, Datscha ]Menzel (1376). 

- Dr. A. Merx, Geh, Hofrat, Prof. d. Theol. in Heidelberg, Bunsenstr. 1 (537). 

- Dr. Eduard Meyer, Prof. a.d. Univ. Berlin, in Gross-Lichterfelde, Mommsen- 

str. 7/8 (808). 

- Dr. Leo Meyer, kais. russ. Wirkl. Staatsrat, Honorarprof. in Göttingen, 

Hanssenstr. 9 (724). 

- Dr. theol. L. H. Mills, Prof. a. d. Univ. Oxford, 2/8 Ift'by Road (1059). 

- Dr. phil. Eugen Mittwoch in IJerlin, NW, Kirchstr. 12 (1272). 

- Dr. Axel Moberg, Privatdozent a.d. Univ. Lund (1374). 

- stud. phil. l'aul Camillo Möbius in Leipzig, Sternwartenstr. 40 IV. r. (1312). 

- Dr. (Jeorgu F. Moore, Prof. a. d. Harvard University, 3 Divinity Avenue, 

Cambridge, Mass., U. S. A. (1072). 

- Dr. J, II. Mordtmann, kais. deutscher Generalkonsul in Smyrna (807). 

- Dr. Finlinaml .Miihlau, kais. russ. Wirkl. Staatsrat, Prof. d. Theol. a.d. 

Univ. Kiel, Ilulteuauer Str. Iü3b (505). 



Verzeic7i7Üs der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. XI 

Herr Dr. D. H. Müller, k. k. Hofrat, Prof. a. d. Univ. Wien, VIII, Feldg. 10 
(824). 

- Dr. Edmund M ül 1er- H es s, Prof. in Bern, Effinger Str. 47 (834). 

- Dr. Hans v. Mzik, k. u. k. Assistent a. d. k. k. Hofbibliothek in Wien, 

XIII 6, Leopoldmiillerg. 1 (1388). 

- Dr. Carlo Alfonso Nalliuo, Prof. a. d. kgl. Univ. Palermo, Via XX 

Settembre 62 (1201). 
Dr. med. Karl Narbeshuber, Chefarzt der Bezirkskraukenkasse Gmünd en 

(1275). 
Dr. Julius von Negelein, Privatdozent a. d. Univ. Königsberg i/Pr., 

Freystr. 5 II 1. (1361). 

- Dr. theol. et pliil. Eberhard Nestle, Prof. am ev. theol. Seminar zu 

Maulbronn (805). 

- Dr. theol. Wilhelm Anton Neumann, Prof. a.d. Univ. Wien, IX, Garnisong. 18 

(518. 1084). 

Dr. George Karel Niemann, gegenwärtige Adresse unbekannt (547). 

- Dr. W. Nowack, Prof. a. d. Univ. Strassburg i/Els., Thomasg. 3 (853). 

- Dr. Heinrich Nützel, Prof., Direktorialassistent bei d. kgl. Museen in 

Berlin, NW 52, Helgoländer Ufer 7 (1166). 

- Dr. phil. Schulioa Ochser in Berlin, O. Tilsiter Str. 48 (1392). 

Dr. J. Oes trup, Dozent a. d. Univ. Kopenhagen, N, Nörrebrogade 42 (1241). 

- Dr. H. Oldenberg, Prof. a. d. Univ. Kiel, Niemannsweg 92 (993). 

- J. van Oordt, Rechtsanwalt in Kairo, Maison Abst (1224). 

- Dr. Max Freiherr von Oppenheim, Legationsrat beim deutschen General- 

konsulat in Kairo (1229). 

- Dr. Conrad von Orelli, Prof. a. d. Univ. Basel, Bernoullistr. 6 (707). 

- Dr. I. Osztern, Gymnasialprof. in Czegled (Ungarn) (1386). 

- Dr. Felix Perl es, Rabbiner in Königsberg i/Pr., Hintere Vorstadt 42/43 

(1214). 

- Max Pesl, Kunstmaler, in München, II, Lessingstr. 9 (1309). 

- Dr. theol. Norbert Peters, Prof. d. Theologie in Paderborn, Klingelg. 1 

(1189). 

- Dr. Arthur Pfungst, Fabrikant, in Frankfurt a/M., Gärtnerweg 2 (1209). 

- Dr. Carl Philipp in Berlin, SW, Kleinbeerenstr. 20 (1316). 

The Rev. Dr. Bernhard Pick, 140 Court Str., Newark, N. J., U. S. A. (913). 
Herr Dr. Richard Pietschmann, Prof. a. d. Univ. u. Direktor d. Uuiv.- 
Bibliothek in Göttingen, Baurat Gerberstr. 2 (901). 

- Theophilus Goldridge P i n c h e s , Department of Egyptian and Assyrian 

Antiquities, British Museum, in London, W, 38 Bloomfield Road, Maida 
Hill (1017). 
Dr. Richard Pischel, Geh. Regierungsrat, Prof. a. d. Univ. Berlin, in 
Haiensee, Joachim Friedrichstr. 47 (796). 

- Dr. Isidor Po Hak, Privatdozent a. d. deutsch. Univ. in Prag, I, k. k, 

Univ.-Bibliothek (1317). 

- Dr. jur. et cand. theol. Oskar Pollak in Innsbruck, Universitätsstr. 8 (1342). 

- Dr. Samuel Poznariski in Warschau, Plomackie 7 (1257). 

- Dr. Franz Praetorius, Prof. a. d. Univ. Halle a/S., Freiimfelder Str. 6 (685). 

- Josef Prasch, Sparkassenbeamter in Graz (Steiermark), II, Leouhard- 

str. 143 (1160). 

- Johann Preuss, Gymnasialprof. in Karlsruhe i/B., Bürklinstr. 5 III (1359). 

- Dr. Eugen Prym, Prof. a. d. Univ. Bonn, Coblenzer Str. 39 (644). 

- Dr. theol. et phil. Alfred Rahlfs, Prof. a. d. Univ. Gottingen, Lotzestr. 31 

(1200). 
Frau Dr. phil. Emma Rauschenbusch-Clougli in Ongole, Madras Pres., 

Indien (1301). 
Herr Dr. H. Reckend orf, Prof. a. d. Univ. Freiburg i/B., Maximilianstr. 34(1077). 

- Dr. Hans Reichelt in Giessen, Henselstr. 2 (1302). 

- Dr. theol. et phil. C. R e i n i c k e , Konsistorialrat, in Elbeu bei Magdeburg (871). 



XII Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Herr Dr. Julio Natbanael Reuter, Dozent a. d. Univ. Helsingfors, Fabriks- 
gatan 21 (1111). 

- H. Reuther, Verlagsbuchhändler, in Berlin, W, Köthener Str. 4 (1306). 

- Dr. Peter Rheden, Gymnasialprof. in Duppau (Böhmen) (1344). 

- P. Dr. Joseph Rieber, Prof. a. d. deutsehen Univ. in Prag, III. Carme- 

literg. 16 (11Ö4). 

- Dr. Paul Rieger, Prediger in Hamburg, Schröderstiftstr. 5 (1331). 

- Dr. Friedrich Risch, Pfarrer in Walsheim b. Landau, Rheinpfalz (1005). 

- Paul Ritter, Privatdozent u. Lektor a. d. Univ. Charkow, Gubernatorstr. 4 

(1295). 

- Dr. James Robertson, Prof. a. d. Univ. Glasgow, 7 the University (953). 
Dr. Johannes Roediger, Geh. Regierungsrat, Direktor d. Univ.-Bibliothek 

in Marburg i/H., Barfüssertor 19 (743). 

- Dr. Robert W. Rogers, B. A., Prof. am Drew Theological Seminary in 

Madison, N. J., U. S. A. (1133). 

- Dr. Albert Rohr, Dozent a. d. Univ. Bern (857). 

- Dr. Arthur von Rost hörn, Legationsrat, in Peking, k. u. k. österr.-ungar. 

Gesandtschaft (1225). 
Dr. Gustav R o t h s t e i n , Gymnasialoberlehrer in Friedenau b. Berlin, Kirch- 
str. 8 (1323). 

- Dr. theol. et phil. J. Wilhelm Roth stein, Prof. a, d. Univ. Halle a/S., 

Karlstr. 4 II (915). 

- Dr. Max Rottenburg in Nyiregyhäza, Ungarn (1212). 

Dr. ^^'illiam Henry Denham Rouse, M. A., Headmaster of the Perse 
School, 16 Brookside, Cambridge, England (1175). 

- Dr. Franz Rühl, Prof. a. d. Univ. Königsberg i/Pr., Königsstr. 39 I (880). 

- Dr. Ed. S a c h a u , Geh. Oberregierungsrat . Prof. a. d. Univ. Berlin , W, 

Wormser Str. 12 (660). 

- Carl Säle mann, Exz., Wirkl. Staatsrat, Mitglied d. kais. Akad. d. Wiss., 

Direktor d. Asiatischen Museums in St. Petersburg, Wassili-Ostrow, 
Haus der Akademie (773). 

- stud. rer. Orient. Wilhelm Sarasin in Basel, St. Jakobstr. 14 (1381). 

- Dr. Friedrich Sarre, Prof. in Neubabelsberg b. Berlin, Kaiserstr. 39 (1329). 

- Archibald Henry Sayce, M. A., Prof. a. d. Univ. Oxford (762). 

- Dr. Wilhelm Schenz, kgl. Geistl. Rat, Lyzealrektor u. Prof. in Regens- 

burg, St. Aegidienplatz, C, 18 II (1018). 

- Dr. Lucian Scherman, Prof. a. d. Univ. München, Uugererstr. 18 11(1122). 

- Celestino Schiaparelli, Prof. a. d. Univ. Rom, Via Nazionale 46 (777). 

- A. Houtum Schindler, General in persischen Diensten, General-Inspektor 

der Telegraphen, in Teheran (1010). 

- Dr. theol. P. Nivard Johann Schlögl, Prof. in Stift Heiligenkreuz bei 

Wien (1289). 
. - Dr. Nathaniel Schmidt, Prof. a, d. Cornell University, Ithaca, N. Y. (1299). 

- Dr. Richard Schmidt, Privatdozent a. d. Univ. Halle a,'S., Lessingstr. 17 

(1157). 

- Dr. Leo Schneedorf e r, k. k. Hofrat, Prof. a. d. deutschen Univ. in 

Prag, I, 234 (862). 

- Dr. Hans Schnorr von Carolsfeld, Oberbibliothekar d. Univ.-Bibliothek 

in München, Giselastr. 7 (1128). 

- Dr. Eberhard Seh rader, Geh. Regierungsrat, Prof. a. d. Univ. Berlin, 

NW, Kronprinzen-Ufer 20 (G55\ 
Dr. ^\'. Sc li ranieie r, Admiralitiitsrat , Kommissar für chinesische An- 
gelegenheiten, in Tsingtau (976). 

- Dr. Paul Scliroeder, kais. deutscher Generalkonsul für Syrien, Beirut (700). 
Dr. Leopold v. Scliroeder. Prof. a. d. Univ. Wien, Maximilians- 
platz 13 II (905). 

- Dr. phil. Walthcr Schubriug in Berlin, NW 23, Klopstockstr. 23 (1375). 

- Dr. Friedrich Schult hess, Prof. a. d. Univ. Göttingen, Schildweg 21 (1233). 



Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. XIII 

Herr Liz, Dr. Friedrich Schwally, Prof. a. d. Univ. Giessen, Friedrichstr. 12 
(1140). 

- Dr. Paul Schwarz, Prof., in Leipzig, Elisenstr. 54 III (1250). 

- Dr. Jaroslav Sedlacek, Prof. a. d. böhmischen Univ. in Prag, Smichow, 

Hussstr. 13 (1161). 

- Dr. med. Ernst Seidel, approb. Arzt, in Oberspaar b. Meissen, Dresdner 

Str. 58 d (1187). 

- Dr. Christian Friedrich Seybold, Prof. a. d. Univ. Tübingen, Eugenstr. 7 

(1012). 

- Otto Siegesmund, Pfarrer in Gross-Mirkowitz bei Stempuchowo (Bez. 

Bromberg) (1246). 

- Dr. Richard Simon, Prof. a. d. Univ. München, Giselasfr. 29 I (1193). 

- David Simonsen, Prof. in Kopenhagen, Skindergade 28 (1074). 

- Dr. Vaclav Sixta, k. k. Professor in Jungbunzlau (Böhmen) (1378). 

- Dr. Rudolf Smend, Prof. a. d. Univ. Göttingen, Bühlstr. 21 (843). 

- Dr. theol. Henry Preserved Smith, Prof. a. d. Meadville Theologial School, 

Meadville, Pa., U. S. A. (918). 

- Vincent Arthur Smith, M. A., Hazelwood, the Park, Cheltenham, England 

(1325). 

- Dr. Christiaau Snouck Hurgronje, Regierungsrat des Ministeriums der 

Kolonien und Prof. a. d. Univ. Leiden, Witte Singel 84a (1019). 

- Dr. phil. Moritz Sobernheim iu Berlin, W, Königin Augustastr. 28 (1262). 

- Dr. J. S. Speyer, Prof. a. d. Univ. Leiden, Heerengracht 24 (1227). 

- Jean Spiro, Prof. a. d. Univ. Lausanne, Cour pres Lausanne (Schweiz) (1065). 

- Dr. Reiuhold Baron von Stackeiberg, Dozent am Lazarewschen Institut 

in Moskau (1120). 

- Dr. phil. Freih. Alexander v. S t a e 1 - H o 1 s t e i n in Göttingen, Schildweg 36 

(1307). 

- Dr. Rudolf Steck, Prof. a. d. Univ. Bern, Sonnenbergstr. 12 (689). 

- Dr. Mark Aurel Stein, Indian Educational Service, c/o. Political Agent, 

Gilgit, Indien (1116). 

- Dr. Georg Steindorff, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Waldstr. 54 (1060). 

- P. Placidus Steinin ger, Prof. d. Theol. iu der Benediktiner- Ai»tei 

Admont (861). 
The Rev. Dr. Thomas Stenhouse, Mickley Vicarage, Stocksfield on Tyne, 

England (1062). 
Herr Liz. Dr. Sten Edvard Stenij, Prof. a. d. Univ. Helsingfors, Frederiks- 

gat. 19 (1167). 

- J. F. Stenning, M. A., Wadliam College in Oxford (1277). 

- Liz. Dr. Carl Steuer nagel, Prof. a. d. Univ. Halle a/S., Kronprinzen - 

Str. 42 (1348). 

- Curt Steyer, Gymnasialoberlehrer in Chemnitz-Altendorf, Weststr. 107 

(1353). 

- Dr. Josef Stier, Prediger u. Rabbiner d. Israelit. Gemeinde in Berlin, N, 

Oranienburger Str. 39 (1134). 

- Dr. Hermann L. Strack, Prof. a. d. Univ. Berlin, in Gross-Lichterfelde, 

Ringstr. 73 (977). 

- Dr. phil. Otto Strauss in Berlin, W 10, Hildebrandstr. 20 (1372). 

- Dr. Maximilian Streck, Privatdozent a. d. Univ. Strassburg i/Els. (1259). 

- P. Amadeus Strittmatter, O. Cap., in Münster i/W., Kapuzinerkloster, 

Neutor (1394). 

- Dr. Hans Stumme, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Südstr. 72 II (1103). 

- Georges D. Su rsock, Dragoman d.kais. deutschen Konsulats in Beirut (1014). 

- Dr. Heinrich Suter, Prof. am Gymnasium in Zürich, Küsnacht b. Zürich 

(1248). 

- Dr. Jyun Takakusu in Tokio, Kogimachi 35 (1249). 

- Dr. Emilio Teza, Prof. a. d. Univ. Padua, Santa Lucia 5 (444). 

- G. W. Thatcher, M. A., B. D., in Oxford (1107). 



Xiy Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Herr Dr. G. Thibaut, Principal, Muir Central College in Allahabad, Indien (781). 

- F. W. Thomas, M. A., Librarian, India Office, London, SW (1393). 

- Dr. Tsuru-Matsu Tokiwai, p. Adr. Baron G. Tokiwai in Isshinden, 

Province Ise, Japan (1217). 

- Charles C. Torrey, Prof. a. d. Yale University, Kew Haren, Conn., 

U. S. A. (1324). 

- Dr. Fr. T rech sei, Pfarrer in Spiez, Canton Bern (Schweiz) (755). 
Fürst Esper Esperowitsch Uchtomskij, Durchl., Kammerherr Sr. Maj. d. 

Kaisers v. Russland, in St. Petersburg, Schpalernaja 26 (1235). 
Herr Dr. J. Jacob Unger, Rabbiner in Iglau (650). 

- Dr. Herm. Vambery, Prof. a. d. Univ. Budapest, Frauz-Josepbs-Quai 19 

(672). 

- Dr. Bernhard Vandenhoff, Privatdozent a. d. Lniv. Münster i; '^^ ., 

Margaretenstr, 14 (1207). 

- Friedrich Veit, Privatgelehrter, in Tübingen, Hechinger Str, 20 (1185). 

- Dr. Ludwig Venetianer, Rabbiner in Ujpest (1355). 

- Rai Bahadur V. Venkay ya, M, A., Assistant Archseological Superintendent 

for Epigraphy, in Ootacamund, Indien (1380). 

- Dr. J. Ph. Vogel, Archseological Surveyor, Panjab and U. Prov. , in 

Labore, Indien (1318). 

- Dr. H. Vogelstein, Rabbiner in Stettin, Falkenwalder Str. 127 (1146). 

- Dr. Hermann Vogelstein, Rabbiner in Königsberg i/Pr. , 111, P'liess- 

str. 28 (1234). 

- Dr. Jakob Wackernagel, Prof. a. d. Univ. Göttingen, Hoher Weg 12 (921). 

- Prof. Dr. M. Walleser in Säckingen (1397). 

- Oscar Wassermann in Berlin, C, Burgstr. 21 (1260). 

The Venerable Archdeacon A. William Watkins in Durham, The College (827). 
Herr Dr. med. Weckerling in Heidelberg, Univ.-Frauenklinik (1402). 

- Dr. phil. Gotthold Weil in Berlin, KW 23, Brückenallee 22 (1346). 

- J. Weiss, Gerichtsassessor a, D., in Bonn, Auguststr. 7 (1369). 

- Dr. F. H. Weissbach, Oberbibliothekar a. d. Univ.-Bibliothek u, Prof. 

a. d. Univ. Leipzig, in Gautzsch b, Leipzig (1173). 

- Dr. Julius Wellhausen, Geh. Regierungsrat, Prof. a. d. Univ. Göttingen, 

Weberstr. 18 a (832). 

- Doctorandus A. J. Wensinck in Alphen a/Rh., Holland (1400). 

- Dr. Cossmann Werner, Rabbiner in München, Herzog Maxstr. 3 I (1332). 

- Liz, Dr. Gustav Westphal, Privatdozent a. d. Univ. Marburg i/H,,- 

Ritterstr. 13 (1335). 

- Dr. Wilhelm Weyh, Gymnasialassistent in München, Sclnvindstr. 25 H r. 

(1401). 

- Dr. Karl Fr. Weymann, Gymnasialprof. in Karlsruhe i/B , Sofienstr. 124 

(1279). 

- Dr. Alfred Wicdemann, Prof. a. d. Univ. Bonn, Königstr. 32 (898). 

- Dr. Eugen Wilhelm, Hofrat, Prof. a. d. Univ. Jena, Wagnerg. 11 I (744). 

- Dr. Ernst W i n d i s c h , Geh. Rat, Prof. a. d, Univ. Leipzig, Universitätsstr. 15 

(737). 

- Dr. Moritz W i n t c r n i t z , Prof. a. d. deutschen Univ. in Prag, Kgl. Weinberge, 

Chodengasse 5 (1121). 

- Prof.U. Wogihara, lOHatsunecho Shicbome, YanakaShitaya, Tokio(1319). 

- Dr. James Haughton Woods, Instructor in Pliilosopby, Harvard University, 

in Boston, Mass., U. S. A., 2 Chestnut Street (1333). 
The Rcv. Charles H. 11. Wright, D. D., M. A., Pii. D., 90 Bolingbroke Grove, 

Battersea, London, SW (553). 
Herr Dr. theol. et jihil. Karl August Wünsche, Prof.. in Dresden, Albrecht- 

str. 15 II (G39). 

- stud. jur. Artliur von Wurzbach in Laibach, Spinnerg. 10 (1351). 

- Dr. A. S. Yahuda, Dozent a. d. Lehranstalt f. d. Wissenschaft des Juden- 

tums in Berlin, Charlottenburg, II, Knescbeekstr. 93 I (1385). 



Verzeichnis der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. XV 

Herr Dr. Theodor Zachariae, Prof. a, d. Univ. Halle a/S., Händelstr. 29 (1149). 

- Dr. theol. et phil. Josef Zaus, Prof. a. d. deutsclieii Univ. in Prag, III, 

Josefsg. 43 (1221). 

- Dr. Karl Vilhelm Zettersteen, Prof. a. d. Univ. Upsala, Kungsgatan 65 

(1315). 

- Dr. Heinrich Zimmern, Prof. a. d. Univ. Leipzig, Kaiser Wilhelmstr. 32 

(1151). 

- Dr. Josef Zubaty , Prof. a. d. böhmischen Univ% in Prag, Smichow, Jakobs- 

platz 1 (1139). 



In die Stellung eines ordentlichen Mitglieds sind eingetreten i) : 

The Adyar Library in Madras (51). 

Das Alttestamentliche exegetische Seminar der Univ. Leipzig (53). 
Die Kgl. Bibliothek in Berlin, W, Opernplatz (12). 
„ Bibliothek der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in 

Wien, II, Tempelg. 3 (48). 
„ Bibliothek der Jüdischen Gemeinde in Berlin, N, Oranienburger 

Str. 60/62 (49). 
„ Bibliothek des Beuedictinerstifts St, Bonifaz in München, 

Karlstr. 34 (18). 
„ Bodleiana in Oxford (5). 
Das Deutsche evangelische Institut für Altert ii ms wissensch. 

des hl. Landes in Jerusalem (47). 
Die Herzogliche Bibliothek in Gotha (52). 
„ Grossherzog 1. Hofbibliothek in Darmstadt (33). 
„ k. k. Hofbibliothek in Wien (39). 
Das Fürstlich Hohenzollernsche Museum in Sigmaringen (1). 
Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Juden tums in Berlin (50). 
The New York Public Library, Astor Lenox and Tilden Foundations, in 
New York, 40 Lafayette Place (44). 
„ Owens College in Manchester, England; siehe The Victoria Uuiversity. 
„ Princeton University Library in Princeton, N.J.. U. S. A. (46). 
Das St. Ignatius-Coll egium in Valkenburg (Holland) (35). 
The St. Xavier's College, Fort, Bombay (9). 
Die Stadtbibliothek in Hamburg (4). 
The Union Theological Semina ry in New York (25). 
Die Kgl. Universitäts-Bibliothek in Amsterdam (19). 
„ Universitäts-Bibliothek in Basel (26). 

„ Kgl. Universitäts-Bibliothek in Berlin, NW, Dorotheenstr. 9 (17). 
„ Kgl. Universitäts-Bibliothek in Breslau (16). 
„ Universitets- Bibliothek in Christiania (43). 
„ Kais. Universitäts- B ibl io t hek in Dorpat (41). 
„ Kgl. Universitäts-Bibliothek in Erlangen (37). 
„ Grossherzog 1. Universitäts- Bibliothek in Freiburg i/B. (42). 
„ Gross h erzog 1. Universitäts-Bibliothek in Giessen (10). 
„ Kgl. Un iversi tat s- Bibliothek in Greifswald (21). 
„ G ro ssher z ogl. Universitäts-Bibliothek in Jena (38). 
„ Kgl. Universitäts-Bibliothek in Kiel (24). 
„ Kgl. Un i ve rsi t ä t s- B i b 1 i o t h e k in Königsberg i/Pr. (13). 
„ Kgl. Universitäts-Bibliothek „Albertina" in Leipzig, Beethoven- 

str. 4 (6). 
„ Kgl. Universitäts-Bibliothek in Marburg i/H. (29). 



1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und 
bezieht sich auf die Keihenfolge, in der die betrelV. Bibliotheken und Institute 
der D. M. G. beigetreten sind. 



Xyi Schriftenaustausch der D. M. Gesellschaft. 

Die Kgl. Universitäts-Bibliothek in München, Ludwigstr. 17 (40). 

Kais. Universitiits-Bibliothe k in St. Petersburg (22). 

k. k. Universitäts-Bibliothek in Prag (14). 

Grossher zogl. Universitäts-Bibliothek in Rostock (34). 

Kais. Universitäts- u. Landesbibliothek in Strassburg i/Els. (7). 

Kgl. Universitäts-Bibliothek in Utrecht (11). 

Kgl. Universitäts-Bibliothek in Würzburg (45). 
Das Veitel-Heine-Ephraimsehe Beth ha-Mid rasch in Berlin (3). 
The Victoria University (früher Owens College) in Manchester, England (30). 



Sclirifteiiaustaiisch der D. M. Gesellsclmt't. 

Verzeichnis der gelehrten Körperschaften u. s. w. , die mit der D. M. G. in 

Schriftenaustausch stehen, nach dem Alphabet der Städtenamen, mit Angabe 

der Veröffentlichungen, welche die D. M. 6. von ihnen regelmäßig erhält. 

* bedeutet , daß die D. M. G. als Gegenleistung Zeitschrift und Abhandlungen liefert. 

t bedeutet besondere Abmachungen. Die Körperschaften u. s. w. , denen kein Zeichen 

beigesetzt ist, erhalten die Zeitschrift. 

1. La Revue Africaine in Alger, C rue Clauzej. — Bb 866. 4^. 
*2. Het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen in Batavia. 

Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde. Bb 901. 

Notulen van de Algemeene en Bestuurs-Vergaderingen. Bb 90ld. 

Verhandelingen. Bb 901 n. 4*^. 

Dagh-Register gehoudeu int Casteel Batavia. Ob 2780. 4**. 
*3. Die Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften in Berlin. 

Abhandlungen, Philolog. u. historische. Ae 5. 4". 

Sitzungsberichte. Ae 165. 4*^. 

4. Die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, SW, Wilhelmstr. 23. 

Zeitschrift der Gesellschaft f. E. zu B. Oa 256. 4°. 

5. Die Zeitschrift ,,Memnon" in Berlin (Herr Prof. Dr. Reinhold Freiherr 

V. Lichtenberg, Südende, Lindenstr. 5). 
*6. Das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin, Dorotheenstr. 6. 
Mitteilungen des Seminars für Or. Spr. Bb 825. 
Lelirbücher des Seminars f. Or. Spr. zu Berlin. Bb 1120. 

7. Al-Machriq, Revue catholique Orientale, in Beyrouth (Syrien). — Bb 818. 

8. R. Accademia delle Scienze dell' Istituto di Bologna. 

Memorie della Classe di Scienzi morali. Ae 155. 8*^. 
Rendiconto della Classe di Scienzi morali. Ae 155. 4''. 

9. The Anthropological Society of Bombay. 

Journal. Oc 176. 
*1Ü. The Bombay Brauch of tlie Royal Asiatic Society in Bombay. 
Journal. Bb 755. 

11. La Societe des Bollandistes, 14, rue des Ursulines, k Bruxelles. 

Analecta Bollandiana. Ah 5. 

12. Magyar Tudomänyos Akademia in Budapest. 

Ertekezesek. Ae 96. 

Nyelvtudomänyi Közlemenyek. Ae 130. 

Rapport sur les travaux de l'Acad. Hongroise des Sciences. Ae 196. 

Einzelne jeweilig crsclieinende Werke. 

13. Die Redaktion der „Revue Orientale" in Budapest (Herr Dr. Bernhard 

Munkäcsi, VI, Szondy-utcza 9). 

Keleti Szemlc. Revue Orientale. Fa 76. 

14. The Khedivial Library in Cairo. 

*15. The Royal Asiatic Society of Bengal in Calcutta. 
Journal. Part I und Part 111. Bb 72.5. 
Proceedings. Bl) 725°. 
Bibliotheca Indica. Bb 1200. 



« 



Schriftenav^tausch der D. M. Gesellschaft. XYII 

16. The American Journal of Archaeology in Cambridge, Mas?. (Editor- 

in-Chief: Professor Harold N. Fowler, Western Reserve University, 
Cleveland, Ohio, U. S. A.) — Na 139. 

17. The Ceylon Branch of tlie Royal Asiatic Society in Colombo. 

Journal. Bb 760, 

18. Les Echos d'Orient in C o n s t an tiuopel. la 33. 4<'. 

19. R. Istituto di Studi superiori in Florenz, Piazza San Marco 2. 

Accademia Orientale. Bb 1247. 4*^. 
Collezione scolastica. Bb 1247 3'. 

20. Societä asiatica italiana in Florenz, Piazza S. Marco 2. 

Giornale. Bb 670. 

21. Die Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen. 

Nachrichten. Ae 30. 

22. Der Historische Verein für Steiermark in Graz. 

Mittheilungen. Nh 200 (mit der Beilage: Stiria illustrata, Nh 200»). 
Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen. Nh 201. 

23. Het Koninklijk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- 

landsch Indie im Haag. 

Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van N. I. Bb 608, 

24. Teyler's Theologisch Tijdschrift in Haarlem. — la 135. 

25. Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Redakteur: 

Dr. Max Grunwald, Rabbiner in Wien, XV, Turnergasse 22, 
Mitteilungen, Oc 1000. 

26. L'Ecole Fran9aise d'Extreme- Orient in Hanoi. 

Bulletin. Bb 628. 40. 

27. Die Finnisch-ugrische Gesellschaft in Helsingfors, 

Journal de la Societe Finno-Ougrienne. Fa 60, 4". 
Memoires de la Societe Finno-Ougrienne, Fa 61, 4*. 

28. La Revue Biblique Internationale in Jerusalem. — la 125. 
*29. Das Curatorium der Universität in Leiden. 

Einzelne Werke, besonders die orientalischen Bücher, welche mit 
Unterstützung der Regierung gedruckt werden. 

30. Die Zeitschrift „T'oung-pao" in Leiden (Herr Prof. Henri Cordier, 

Paris (16e), 54 rue Nicolo), — Bb 905. 4"^. 

31. Das Archiv für Religionswissenschaft in Leipzig. — Ha 5. 

32. Der Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas in Leipzig. 

Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. la 140. 

Mittheilungen und Nachrichten des D. P.-V. la 140*. 
t33. Die Königl. Säclis. Gesellschaft der Wissenschaften in Leipzig. 

Berichte. Ae 51. 

Abhandlungen. Ae 8. 4*^. 
t34. Das Semitistische Institut der Universität Leipzig. 

Leipziger semitistische Studien. Bb 1114. 

35. The Gypsy Lore Society in L i v e r p o o 1 (R. A. Scott Macfie,Esq., 6, Hope Place). 

Journal. Eb 6200. 

36. The Anthropological Institute of Great Britain and Ireland in London, W, 

3 Hanover Square. 

Journal. Oc 175. 40. 

37. The Society of Biblical Archaeology in London, WC, Bloomsbury, 

37 Great Russell Street. 
Proceedings, Ic 2290. 
*38. The Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland in London, W, 
22 Albemarle Street. 
Journal. Bb 750. 
*39, The Royal Geographical Society in London, W, 1 Savile Row, 
The Geographical Journal. Oa 151. 
40. L'Athenee oriental in Löwen. 
Le Museon, Af HC. 



XYIII SchriftenaustaiLSch der D. M. Gesellschaft. 

41. The Ethnological Survey lor the Philippiiie Islands in Manila. 
*42. Die Köiiigl. Bayer. Akademie der Wissenschaften in München. 

Sitzungsberichte der philosophisch-philologischen und der histo- 
rischen Classe. Ae 185. 
Abhandlungen der philo?.-philolog. Classe. Ae 10. 4". 
*43. The American Oriental Society in New Haven. 
Journal. Bb 720. 
44. La Societe de Geographie et d'Archeologie d'Oran in Oran. 
Bulletin Trimestriel. Bb 630. 4«. 
*45. L'Ecole speciale des Langues Orientales Vivantes in Paris, 2, rue 
de Lille. 

Publications de l'Eeole des L. O, V. Bb 1250. S«. 4«. 2'. 
Bibliotheque de l'Eeole des L. O. V. Bb 1119 

50 

46. Le Musee Guimet in Paris. 

Annales. Bb 1180. 4". 

Annales (Bibliotheque d'Etudes). Bb 1180». 4'>. 

Revue de THistoire des Religions. Ha 200. 

47. La Revue Archeologique in Paris, 2, rue de Lille. — Xa 325. 

48. La Revue de l'Orient Chretien in Paris. Librairie Picard , 82 rue 

Bonaparte.. — la 126. 

49. La Societe Asiatique in Paris, rue de Seine, Palais de llnstitut. 

Journal Asiatique. Bb 790. 

*50. Die Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. 
Bulletin. Ae 65. 4". 
Memoires. Ae 70. 4". [Bisher nicht vollständig.] 

30 
Bibliotheca Buddhica. Eb 2020. 
Bv^avxLva XQOvixa. Eg 330. 4**. 
Publications du Musee d'Anthropologie et d'Ethnograpbie de l'Aca- 

demie Imp. d. sciences de St.-Petersbourg. Oc 263. 4". 
Einzelne jeweilig erscheinende Werke. 

*51 Die Kaiserl. Russ. Geographische Gesellschaft in St. Petersburg. 
IlSBtCTifl. Oa 42. 
OrieTi. Oa. 43. 

3anncKn ... Ho OT;tt.ieHiK) 3THOrpa4)in. Oa 48. 
52. The American Philosophical Society in Philadelphia, 104 South 
5^^ Street. 

Proceedings. Af 124. 
•53. Studi italiani di filologia indo-iranica in Pisa. — Eb 827. 
*54. R. Accademia dei Lincei in Rom. 

Rendiconti. Memorie della Classe di scienze morali, storiche e 

filologiche. Ae 45. 
Atti (Rendiconti delle sedute solenni). Ae 45 a. 4**. 

55. Die Zeitschrift ,,Bessarione'' in Rom, Piazza S.Pautaleo No. 3. — Bb 606. 

56. La Scuola Orientale della R. Universitä in Rom. 

Rivisia degli studi orientali. Bb 885. 

57. Die Internationale Zeitschrift ..Anthropos"in Salzburg (Herr P. W.Schmidt 

in St. Gabriel, Mödling b. Wieti). 

58. The China Branch of the Royal Asiatic Society in Shanghai. 

Journal. Bb 765. 

59. The Director General of Archseology in India in Simla. 

*60. The Tokyo Library of the Imperial University of Japan in Tokyo, 

The Journal of the College of Science, Imperial University of 

Tokyo, Japan. P 150, 40. 
Calendar. Ae 74. 
61. Tlie Asintic Society of Japan in Tokyo. 
Transactions. Fg 100, 



Schriftenatistausch der D. M. Gesellschaft. XIX 

62. La Revue Tunisienne in Tunis, Institut de Carthage. — Oa 208. 
*63. Die Königl. Universitätsbibliothek in Upsala. 
Sphinx. Ca 9. 

Einzelne jeweilig erscheinende üniversitätsschriften. Auch Af 155. 
*64. The Bureau of Ethnology in Washington. 

Bulletin (bisher in der Bibliothek auf verschiedene sachliche Ab- 
teilungen verteilt). 
Annual Report. Oc 2380. 40. 
65. The Smithsonian Institution in Washington. 

Annual Report of the Board of Regent«. Af 54. 
*66. Die Kaiserl. Königl. Akademie der Wissenschaften in Wien. 
Sitzungsberichte. Philosoph.-histor. Classe. Ae 190. 
Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen. Nh 170. 
Fontes rerum Austriacarum. Nh 171. 

67. Die Numismatische Gesellschaft in Wien, I, Universitätsplatz 2. 

Monatsblatt. Mb 135. 4». 
Numismat. Zeitschrift. Mb 245. 

68. Die Mechitharisten-Congregation in Wien, VII, Mechitharistengasse 4, 

Handes amsoreay. Ed 1365. 4". 

Ex officio erhalten je 1 Expl. der Zeitschrift : 

Se. Hoheit Prinz Moritz von Sachsen-Altenburg in Alten bürg. 

Das Königl. Ministerium des Unterrichts in Berlin. 

Die Privat-Bibliothek Sr. Majestät des Königs von Sachsen in Dresden. 

Se. Exzellenz der Herr Staatsminister a. D. von Seydewitz in Dresden. 

Die eigene Bibliothek der Gesellschaft in Halle a/S. (2 Exemplare). 

Die Köni>il. Universitäts-Bibliothek in Halle a/S. 

The India Office Library in London, SW, Whitehall, Downing Str. 

Die Kaiser Wilhelms-Bibliothek in Posen (auch die „Abhandlungen"). 

Die Königl. öffentliche Bibliothek in Stuttgart. 

Die Königl. Universitäts-Bibliothek in Tübingen. 



b* 



XX 



Yerzeiclmis der auf Kosten der Deutschen Morgen- 
ländisclien Gesellschaft veröffentlichten Werke. 

Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Herausgegeben von 
den Geschäftsführern. I.— LXI. Band. 1847—1907. 8. 860 M. (I. 8 M. 
II.— XXI. k 12 M. XXII.— LVII. ä 15 M. LVIII.— LX. k 18 M.) 
(für Mitglieder der D. M. G. 556 M. 50 Pf.). 

Früher erschien und wurde später mit der Zeitschrift vereinigt: 
Jahresbericht der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft für das Jahr 
1845 (1846. 8.). 1846 (1847. 8.). 5 M. (1845. 2 M., 1846. 3 M.) 
Die Fortsetzung von 1847 — 1858 ist in den Heften der Zeitschrift Bd. IV 
bis XIV verteilt enthalten. 

Register zu Band I — X. 1858. 8. 4 M. (für Mitglieder der 

D. M. G. 3 M). 

Register zu Band XI— XX. 1872. 8. 1 M. 60 Pf. (für Mit- 



glieder der D. M. G. 1 M. 20 Pf). 

Register zu Band XXI— XXX. 1877. 8. 1 M. 60 Pf. (für 



Mitglieder der D. M. G. 1 M. 20 Pf.). 

Register zu Band XXXI— XL. 1888. 8. 4 M. (für Mitglieder 



der D. M. G. 2 M. 50 Pf.). 
Register zu Band XLI— L. 1899. 8. 4 M. 50 Pf. (für Mit- 
glieder der D. M. G. 3 M.). 

Bd. 2, 3, 8 — 10, desgleichen, soweit es sich um Nichtmitglieder der 
D. M. G. handelt, 25 — 27 und 29 — 32 der Zeitschrift können einzeln 
nicht mehr abgegeben werden, sondern nur bei Abnahme der gesamten 
Zeitschrift. An die Mitglieder der Gesellschaft werden vom 
21. Bande an einzelne Jahrgänge oder Hefte unmittelbar von der 
Kommissionsbuchhandlung F. A. Brock haus in Leipzig zur Hälfte 
des Preises abgegeben, mit Ausnahme von Band 25—27 und 29 — 32, welche 
nur noch zum vollen Ladenpreise (ä 15 M.) abgegeben werden können. 
Supplement zum 20. Bande: 



Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1859 bis 1861. Von Jiichard Gosche. 
8. 1868. 4 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). 
Supplement zum 24. Bande: 



Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1862 bis 1867. \on Richard Gosche. 
Heft I. 8. 1871. Z M. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M. 25 Pf). 
Heft II ist hiervon nicht erschienen und für die Jahre 1868 bis Oktober 
1876 sind keine wissenschaftl. Jahresberichte publiziert worden. 
Supplement zum 33. Bande: 



Wissenschaftlicher Jahresbericht von October 1876 bis December 1877. 
Von Ernst Kuhn und Albert Socin. 2 Hefte. 8. 1879. 8 M. (für 
Mitglieder der D. M, G. 4 M.). 

NB. Diese beiden Hefte werden getrennt nicht abgegeben. 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1878. Von Krnst Kuhn. 8. 1883. 
6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). 
Supplement zum 33. Bande: 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1879. Von Krnst Kuhn und August 
Müller. 8. 1881. 5 M. (für Mitglieder der D. M. G 2 M. 50 Pf.). 



Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. XXI 

Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellscliaft. Supplement zum 
34. Bande: 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1880. Von Ernst Kuhn und August 
Müller. 8. 1883. 6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). 

Wissenschaftlicher Jahresbericht für 1881. Von H. Kern, F. Praetor ius 
8. 1885. 4 M. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M.). 

Wissenschaftlicher Jahresbericht über die morgenländischen Studien 1874 
bis 1875. (Fragment.) Von Richard Gosche. 8. 1905. 1 M. (für 
Mitglieder der D. M. G. 75 Pf.). 

Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Herausgegeben von der Deutschen 
Morgenländischen Gesellschaft. I. Band (in 5 Nummern). 1857 — 1859. 8. 
19 M. (für Mitglieder der D. M. G. 14 M. 25 Pf.). 

Die einzelnen Nummern unter folgenden besondern Titeln: 

Nr. 1. Mithra. Ein Beitrag zur Mythengeschichte des Orients. Von 
Friedrich Windischmann. 1857. 2 M. 40 /f. (für Mitglieder der D. M. G. 
1 M. 80 Pf.). Oänzlich vergriffeu. 

Nr. 2. Al-Kindi , genannt „der Philosoph der Araber". Ein Vorbild 
seiner Zeit und seines Volkes. Von G. Flügel. 1857. 1 AI. 60 Pf. 
(für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 20 Pf). 

Nr. 3. Die fünf Gäthä's oder Sammlungen von Liedern und Sprüchen 
Zarathustra's, seiner Jünger und Nachfolger. Herausgegeben, übersetzt und 
erklärt von Martin Haug. 1. Abtheilung: Die erste Sammlung (Gäthä 
ahunavaiti) enthaltend. 1858. 6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 
4" M. 50 Pf.). Vergrififen bis auf l Exemplar. 

Nr. 4. Ueber das ^'atrunjaya Mähätmyam. Ein Beitrag zur Geschichte 
der Jaina. Von Alhrecht Weher. 1858. 4 M. 50 Pf. (für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M. 40 Pf). 

Nr. 5. Ueber das Verhältniss des Textes der drei syrischen Briefe des 
Ignatios zu den übrigen Recensionen der Ignatianischen Literatur. Von 
Richard Adelbert Lipsius. 1859. 4 M. 50 Pf. (für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M. 40 Pf). 

II. Band (in 5 Nummern). 1860—1862. 8. 27 M. 40 P/\ 



(für Mitglieder der D. M. G. 20 M. 30 Pf). 

Nr. 1. Hermae Pastor. Aethiopice primum edidit et aethiopica latine 
vertit Antonius d'Abbadie. 1860. 6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 
4 M. 50 Pf). 

Nr. 2. Die fünf Gäthä's Zarathustra's. Herausgegeben, übersetzt und 

erklärt von Martin Haug. 2. Abtheilung: Die vier übrigen Sammlungen 
enthaltend. 1860. 6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 4 M. 50 Pf). 

Nr. 3. Die Ki'one der Lebensbeschreibungen, enthaltend die Classen der 
Hanefiten von Zein-ad-din Käsim Ibu Kutlübugä. Zum ersten Mal heraus- 
gegeben und mit Anmerkungen und einem Index begleitet von Gustav Flügel. 
1862. 6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 4 M. 50 Pf). 

Nr. 4. Die grammatischen Schulen der Araber. Nach den Quellen be- 
arbeitet von Gustav Flügel. 1. Abtheilung: Die Schulen von Basra und 
Kufa und die gemischte Schule. (Mehr ist nicht erschienen.) 18G2. 6 M. 
40 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 4 M. 80 Pf). 

Nr. 5. Kathrt Sarit Sägara. Die Märchensammlung des Somadeva, 
Buch VI. VII. VIII. Herausgegeben von Äej-wiarm iiJroc'Maiw. 1862. 6 3/. 
(für Mitglieder der D. M. G. 4 M. 50 Pf). Herabgesetzt auf 3 M., 
für Mitglieder 2 M. 

III. Band (in 4 Nummern). 1864. 8. 27 M. (für Mitglieder 

der D. M. G. 20 M. 25 Pf.). 

Nr. 1. Sse-schu, Schu-king, Schi-king in Maiulschui.seher Uebersetzung 
mit einem Mandschu-Deutschon Wörterbuch herausgegeben von H. C. von 
der Gabelentz. 1. Heft. Text. 1864. 9 M. (für Mitglieder der D. M. G. 
6 M. 75 Pf). 



XXII Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentUcJiten Werke. 

Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. III. Band. 

Nr. 2. 2. Heft. Wörterbuch 1864. 6 M. (für Mitglieder der 

D. M. G. 4 M. 50 Pf.). 

Nr. 3. Die Post- und Eeiserouten des Orients. Mit 16 Karten nach 
einheimischen Quellen von A. Sjyrenger. 1. Heft. 1864. 10 AI. (für 
Mitglieder der D. M. G. 7 M. 50 Pf'.). 

Nr. 4. Indische Ilausregeln. Sanskrit und Deutsch herausgegeben von 
Adolf Friedrich Stenzler. I. A^valäyana. 1. Heft. Text. 1864. 2 M. 
(für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 50 Pf:). 

IV. Band (in 5 Nummern). 1865—1866. 8. 18 M. 20 Pf. 

(für Mitglieder der D. M. G. 12 M. 90 Pf.). 

Nr. 1. Indische Hausregeln. Sanskrit und Deutsch herausgegeben von 
Adolf Friedrich Stenzler. I. A^valäyana. 2. Heft. Uebersetzuug. 1865. 
3 M. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M. 25 Pf.). 

Nr. 2. ^äntanava's Phitsütra. Mit verschiedenen indischen Commentaren, 
Einleitung , Uebersetzung und Anmerkungen herausgegeben von Franz 
Kielhorn. 1866. 3 .1/. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M. 25 Pf.). 

Nr. 3. Ueber die jüdische Angelologie und Daemonologie in ihrer Ab- 
hängigkeit vom Parsismus. Von Alexander Kohut. 1866. 2 71/. (für Mit- 
glieder der D. M. G. 1 M. öQ Pf). 

Nr. 4. Die Grabschrift des sidonischen Königs Eschmun-ezer übersetzt 
und erklärt von Ernst Meier. Mit 2 Kupfertafeln. 1866. 1 .1/. 20 Pf. 
(für Mitgüeder der D. M. G. 90 Pf.). 

Nr. 5. Kathä Sarit Sägara. Die Märchensammlung des Somadeva. 
Buch IX — XVin. (Schluss.) Herausgegeben von Hermann Brockhaus. 
1866. 16 M. (für Mitglieder der D. M. G. 12 M.). Herabgesetzt auf 
9 M., für Mitglieder 6 M. 

V. Band (in 4 Nummern). 1868—1876. 8. 31 M. 10 Pf. 



(für Mitglieder der D. M. G. 22 M. 85 Pf). 

Nr. 1. Versuch einer hebräischen Formenlehre nach der Aussprache 
der heutigen Samaritaner nebst einer darnach gebildeten Transscription der 
Genesis und einer Beilage. . . . Von U. Peter mann. 1868. 7 M. üO Pf. 
(für Mitglieder der D. M. G. 5 Af. 65 Pf). 

Nr. 2. Bosnisch-türkische Sprachdenkmäler. Yon Otto Blau. 1868. 9 AI. 
60 Pf (für Mitglieder der D. M. G. 7 AI. 20 Pf). 

Nr. 3. Ueber das Sapta9atakam des Häla. Ein Peitrag zur Kenntniss 
des Präkrit von Albrecht Weber. 1870. 8 AI. (lür Mitglieder der D. M. G. 
6 M). Herabgesetzt auf 2 AI., für Mitglieder 1 AI. 

Nr. 4. Zur Sprache, Literatur und Dogmatik der Samaritaner. Drei Ab- 
handlungen nebst zwei bisher unedirten samaritanischen Texten heraus- 
gegeben von Samuel Kohn. 1876. 12 AI. (für Mitglieder d. D. M. G. 9 AI). 

VI. Band (in 4 Nummern). 1876—1878. 8. 39 AI. (für 



Mitglieder der D. M. G. 29 AI. 25 Pf.). 

Nr. 1. Chroniquo do Josue le Stylite ecrito vers l'an 515. Texte et 
traduction par Paulin Alartin. 1876. 9 iU. (für Mitglieder der D. M. G. 
6 AI. 75 Pf). 

Nr. 2. Indische Hausrogeln. Sanskrit und Deutsch herausgegeben von 
Adolf Friedrich Stenzler. II. PAraskara. 1. Heft. Text. 1876. 3 AI. 
60 if. (für Mitglieder der D. M. 6. 2 AI. 70 Pf). 

Nr. 3. Polemische und apologetische Literatur in arabischer Sprache 
zwischen Muslimen, Cliristen und Juden, nebst Anhängen verwandten 
Inhalts. . . . von Aloritz Steinschneider. 1877. 22 AI. (für Mitglieder 
der D. M. G. 16 AI 50 Pf). 

Nr. 4. Indische Ilausregeln. Sanskrit und Deutsch herausgegeben von 
Adolf Friedrich Stenzler. II. PAraskara 2. Heft. Uebersetzung. 1878. 
4 AI. 40 Pf (für Mitglieder der D. M. G. 3 AI. 30 Pf). 



Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. XXIII 

Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. VII. Band (in 4 Nummern). 
1879—1881. 8. 42 M. (für Mitglieder der D. M. G. 29 M. 50 Ff.). 

Nr. 1. The Kalpasütra of Bhadrabähu edited with an Introduction, 
Notes and a Präkiit-Samskiit Glossary by Hermann Jacohi. 1879. 10 M. 
(für Mitglieder der D. M. G. 7 M. 50 Pf.). Herabgesetzt auf 6 M., 
für Mitglieder 4 J/. 

Nr. 2. De la Metrique chez les Syriens. Par M. l'abbe Martin. 1879 
4 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). 

Nr. 3. Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyi-er. Übersetzt 
und durch Untersuchungen zur historischen Topographie erläutert von Georg 
Hoffmann. 1880. 14 M. (für Mitglieder der D. M. G. 10 M. 50 Pf.). 

No. 4. Das Sapta9atakam des Häla. Herausgegeben von Albrecht 
Weber. 1881. 32 M. (für Mitglieder der D. M. G. 24 M.). Herabge- 
setzt auf 18 J/., für Mitglieder 12 M. 

Vni. Band (in 4 Nummern). 1881—1884. 8. 27 M, 50 Pf. 

(für Mitglieder der D. M. G. 19 M. 50 Pf.). 

No. 1. Die VetälapancaviÜ9atikä in den Recensionen des Civadäsa und 
eines Ungenannten mit kritischem Commentar herausgegeben von Heinrich 
XJhle. 1881. 8 M. (für Mitglieder der D. M. G. 6 M.). Herabgesetzt auf 
6 M., für Mitglieder 4 M. 

No. 2. Das Aupapätika Sütra, erstes Upänga der Jaina. I. Theil. Ein- 
leitung, Text und Glossar. Von Ernst Leumann. 1883. 6 M. (für 
Mitglieder der D. M. G. 4 M. 50 Pf.). 

No. 3. Fragmente syrischer und arabischer Historiker herausgegeben 
und übersetzt von Friedrich Baethgen. 1884. 7 M. 50 jy. (für Mit- 
glieder der D. M. G. 5 M.). 

No. 4. The Baudhäyanadharmasästra edited by E. Hultzsch. 1884. 8 3f. 
(für Mitglieder der D. M. G. 6 M.). 

IX. Band (in 4 Nummern). 1886 — 1893. 8. 33 M. 50 Pf. 



(für Mitglieder der D. M. G. 23 M. 50 Pf). 

No. 1. Wortverzeichniss zu den Hausregeln von A^valäyana, Päraskara, 
^änkhäyana und Gobhila. Von Adolf Friedrich Stenzler. 1886. 4 M. 
50 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). 

No. 2. Historia artis grammaticae apud Syros Composuit et edidit 

Adalbertus Merx. 1889. 15 M. (für Mitglieder der D. M. G. 10 M.). 

No. 3. Säipkhya-pravacana-bhäshya, Vijnänabhikshu's Commentar zu den 
Sämkhyasütras. Aus dem Sanskrit übersetzt . . . von Richard Garbe. 1889. 
la' M. (für Mitglieder der D. M. G. 8 M.). 

No. 4. Index zu Otto Böhtlingks Indischen Sprüchen. Von August Blau. 
1893. 4 M. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M. 50 Pf.). 

X. Band (in 4 Nummern). 1893—1897. 8. 24 M. 30 Pf. 



(für Mitglieder der D. M. G. 16 M. 20 Pf.). 

No. 1. Die Qukasaptati Textus simplicior. Herausgegeben von Richard 
Schmidt. 1893. 9 M. (für Jlitglieder der D. M. G. 6 M.). 

No. 2. Die Ävasyaka-Erzählungen herausgegeben von Ernst Leumann. 
1. Heft. 1897. 1 M. 80 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 20 iy.). 

No. 3. The Pitrmedhasütras of Baudhäyana, lliraiiyakesin , Gautama 
edited ... by W. CaZ«7irf. 189C. Q M. (für Mitglieder der D.M. G. 4 M.). 

No. 4. Die Maräthl-Uebersetzung der Sukasaptati. MaräthT und deutsch 
von Richard Schmidt. 1897. 7 M. hO Pf. (tür Mitglieder der D. M. G. 
5 M.). 



XXIV l 'erzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. 

Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. XI. Band (in 4 Nummern). 
1898—1902. 8. 29 M. 50 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 21 M. 75 Pf). 

No. 1. Wörterbuch des Dialekts der deutschen Zigeuner zusammen- 
gestellt von Rudolf r. Sowa. 1898. 4 M. 50 Pf. (für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M.). 

No. 2. Grundriss einer Lautlehre der Bautusprachen nebst Anleitung zur 
Aufnahme von Bantusprachen. Anhang: Verzeichnis von Bantuwortstämmen. 
Von Carl Meinhof. 1899. SM. (für Mitglieder d. D.M.G. G M.). Tersrriffen. 

No. 3. Lieder der Libyschen Wüste. Die Quellen und die Texte nebst 
einem Exkurse über die bedeutenderen Beduinenstämme des westlichen 
Unterägypten. Von Martin Hartmann. 1899. 8 M. (für Mitglieder der 
D. M. G. C M.). 

No. 4. Cändra-Vyäkarana, die Grammatik des Candragomin .... Heraus- 
gegeben von Bruno Liebich. 1902. 9 M. (für Mitglieder der D. M. G. 
& M. Ib Pf.). 

- XII. Band. 8. 

No. 1. Über das rituelle Sütra des Baudhäyana. Von W. Caland. 
1903. 2 M. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 60 Pf.). 

No. 2. Die Liebenden von Amasia. Ein damascener Schattenspiel 
niedergeschrieben , übersetzt und mit Erklärungen versehen von Joh. 
Gottfried Wetzstein. Aus dem Nachlasse desselben herausgegeben von 
G. Jahn. 1906. 5 M. (für Mitglieder der D.M.G. 3 M. Ib Pf.). 

Vergleicliungs-Tabellen der Muhammedanischeii und Christlichen Zeitrechnung, 
nach dem ersten Tage jedes Muhammedanischen Monats berechnet .... 
herausgegeben von Ferdinand Wüstenfeld. Auast. Neudruck. 1903. 4. 
1 M. 50 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M). 

Fortsetzung der Wüstenfeldschen Vergleichungs-Tabellen der Muhammedanischen 
und Christlichen Zeitrechnung (von 1300 bis 1500 der Hedschra). . . heraus- 
gegeben von Eduard Mahler. 1887. 4. 75 I*f- (für Mitglieder der 
D. M. G. 50 Pf.). 

Biblioteca Arabo-Sicula ossia raccolta di testi arabici ehe toccano la geografia, 
la storia, le biografie e la bibliografia della Sicilia, messi insieme da 
Michele Amari. 3 fascicoli. 1855 — 1857. 8. 12 M. (für Mitglieder 
der D. M. G. 9 M). Herabgesetzt auf 9 M., für Mitglieder 6 M. 

Appendice alla Biblioteca Arabo-Sicula per Michele Amari con nuove anno- 
tazioni critiche del Prof Fleischer. 1875. 8. 4 M. (für Mitglieder der 
D. M. G. 3 M.). Herabgesetzt auf 3 M., für Mitglieder 2 M. 

Seconda Appendice alla Biblioteca Arabo-Sicula per Michele Amari. 1887. 
8. 2 M. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 50 Pf.). Herabgesetzt 
auf 1 M. 50 Pf., für Mitglieder 1 M. 

Die Chroniken der Stadt Mekka gesammelt und . . . herausgegeben von Ferdinand 
Wüstenfeld. (Arab., mit deutscher Bearbeitung.) 1857 — 1861. 4 Bände. 
8. 42 M. (für Mitglieder der D.M.G. 31 M. bO Pf). Herabgesetzt 
auf 30 M., für Mitglieder 20 ilf. 

Biblia Veteris Testamenti aethiopica in quinque tomos distributa. Tomus II 
sive libri Regum , Paralipomcnon , Esdrae , Esther . . . edidit . . . Augustus 
Dillmann. Fasel. 1861. 4. 8 ^U. (Cur Mitglieder der D. M. G. 6 3/.). 

Fase. II, quo continontur libri Regum III et IV. 4. 1872. 

9 M. (für Mitglieder der D. M. G. 6 M. 75 Pf). 

[Firdewsi, Das Buch vom Fechter. Türkisch herausgegeben von Ottokar von 
ScUechta- Wssehrd.] 1862. 8. 1 M. i für Mitglieder der D. M. G 75 Pf). 

Subhi Bey , Compto-rendu d'une decouverte importnntc en fait de numismatique 
musulmnnc publik en langue turque, traduit de loriginal par Ottocar de 
ScJdechta. 1Ö62. 8. 40 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 30 Pf.). 



Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. XXV 

The Kämil of el-Mubarrad. Edited .... hyW.Wright . XII Parts. 1864 — 1892. 
4. 96 M. (für Mitglieder der D. M. G. 72 M.). Part I. 1864. 10 M. 
(für Mitglieder der D. M. G. 7 M 50 Ff-}- Part II— X. 1866—1874. k 6 M. 
(für Mitglieder der D.M. G. ä 4 3/. 50 iy.). Part XI (Indexes). 1882. IQ M. 
(für Mitglieder der D.M. G. 12 M.). Part XII (Critical Notes) (besorgt von 
M. J. de Goeje). 1892. 16 M. (für Mitglieder der D. M. G. 12 M.). 

Jacut's Geographisches Wörterbuch .... herausgegeben von Ferdinand Wiisfen- 
fdd. 6 Bände. 1866—1873. 8. 180 M. (für Mitglieder der D.M. G. 120 M). 

I. — IV. Band in je 2 Halbbänden. 1866—1869. Jeder Halb- 
band 16 M. 50 Pf. (für Mitglieder der D. ^\. G. 11 M:\. 

V. Band. 1873. 24 M. (für Mitglieder der D. M. G. 16 M.). 

VI. Band. I. Abtheilung. 1870. 8 M. (für Mitglieder der 



D. M. G. 5 M. 30 Pf.). 

VI. Band. II. Abtheilung. 1871. 16 M. (für Mitglieder der 



D. M. G. 10 M. 70 Pf.). 
IbTi Ja'is, Commentar zu Zamachsari's Mufassal .... herausgegeben von G. Jahn. 

2 Bände. 187C— 1886. 4. 117 M "(für Mitglieder der D. M. G. 78 71/.). 

Herabgesetzt auf 72 M., für Mitglieder 48 M. 
I. Band. I.Heft. 1876. 2. und 3. Heft. 1877. 4. Heft. 1878. 

5. Heft. 1880. 6. Heft. 1882. Jedes Heft 12 M. (für Mitglieder der 

D. M. G. je 8 M.). Herabg-esetzt auf 7 M. 50 Pf., für Mitglieder 5 M. 
II. Band. I.Heft. 1883. 2. Heft. 1884. S.Heft. 1885. Jedes 



Heft 12 M. (für Mitglieder der D. M. G. je 8 M.). Herabgesetzt auf je 
7 M. 50 Pf., für Mitglieder je 5 M. — 4. Heft. 1886. 9 M. (für Mitglieder 
der D. M. G. 6 M.). Herabgesetzt auf 4 M. 50 Pf., für Mitglieder 3 M. 
Chronologie orientalischer Völker von Albirüni. . . . herausgegeben von C. Eduard 
Sachau. 2 Hefte. 187C— 1878. 4. 29 M. (für Mitglieder der D. M. G. 
19 M.). Herabgesetzt auf 15 3£., für Mitglieder lU M. 

Heft 1. 1876. 13 M. (für Mitglieder der D.M.G. S M. bOPf.). 

Herabgesetzt auf 6 M., für Mitglieder 4 M. 

Heft 2. 1878. 16 iV/. (für Mitglieder der D.M. G. 10 il/. 50 P/".). 

Herabgesetzt auf 9 M., für Mitglieder 6 M. 

Malavika und Agnimitra. Ein Drama Kalidasa's in fünf Akten. Mit kritischen 
und erklärenden Anmerkungen herausgegeben von Friedrich Bollensen. 
1879. 8. 12 M. (für Mitglieder der D. M. G. 8 M.). Herabgesetzt 
auf 6 M., für Mitglieder 4 M. 

Mäitr.iyani Samhitä herausgegeben von Leopold von Schroeder. 1881 — 1886. 

8." 36 M. (für Mitglieder der D. M. G. 27 M.). 
I.— III. Buch. 1881—1885. k 8 M. (lür Mitglieder der D.M. G. 

ä 6 M.). 

IV. Buch. 1886. 12 M. (für Mitglieder der D.M.G. 9 M.). 



Die Mufaddalijät .... herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von 
Heinrich Thorhecke. Erstes Heft. 1885. 8. 7 M. 50 Pf. (für Mitglieder 
der D. M. G. 5 Af.). 

Katalog der Bibliothek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. I. Band. 

Drucke. 2. Aufl. bearbeitet von 7?. Pischel, A. Fischer, G. Jacob. 1900. 

8. 10 M. (für Mitglieder der D. M. G. 5 M.). 
II. Handschriften, Inschriften, Münzen, Verschiedenes. 1881. 8. 

3 M. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 50 Pf.). 

Nöldeke, Th., lieber Mommsen's Darstellung der römischc7i Herr.ichaft und 
römischen Politik im Orient. 1885. 8. 1 M. 50 Pf. (.für Mitglieder der 

D. M. G. 1 M. 15 Pf.). Vergrift'eu. 

Teufel, F., Quellenstudien zur neueren Ge.schichte der Chänate. (147 S.) 1884. 

4 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 M.). (Sepamt-Abdruck ans der Zeit- 
schrift der D. M. G., Bd. 38.) 



XXyi Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. 

Catalogus Catalogorum. An Alphabetical Register of Sanskrit Works and Authors 
by Theodor Aufrecht. 1891. 4. 36 Af. (für Mitglieder der D.M.G. 24 3/.). 

Part II. 1896. 4. 10 3/. (für Mitglieder der D.M.G. 6 3/.). 

Goldziher, Ignaz, Der Diwan des Garwal b. Aus Al-FIutej'a. (245 S.) 1893. 
6 M. (für Mitglieder der D. M. G. 3 J/.). (Separat-Abdruck aus der Zeit- 
schrift der D. M. G., Bd. 46 u. 47.). 

Huth, Georg, Die Inschriften von Tsaghan Baisiü. Tibetisch-mongolischer Text 
mit einer Übersetzung sowie sprachlichen und historischen Erläuterungen. 
1894. 8. 3 M. (für Mitglieder der D. M. G. 2 M.). 

Die Deutsche Morgenländische Gesellschaft 1845 — 1895. Ein Ueberblick gegeben 
von den Geschäftsführern. 1895. 8. 1 3/. (für Mitglieder der D.M. G. gratis). 

Bacher, W., Die Anfänge der hebräischen Grammatik. (120 S.) 1895. 
4 M. 50 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 3 3/.). (Separat-Abdruck aus 
der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 49.) 

Käthakam , die Sanihitä der Katha-Cäkhä , herausgegeben von Leopold von 
Schroeder. I. Buch. Leipzig' 1900. gr. 8. 12 M. (für Mitglieder 
der D. M. G. 9 M.). 

Meinhof, Carl, Das Tsi-venda'. (76 S.) 1901. 2 M. 40 Pf. (für Mitglieder der 
D. M. G. 1 3/ 80 Pf?)^ (Separat-Abdruck aus der Zeitschrift der D. M. G., 
Bd. 55.) 

Goeje, M. J. de. Eine dritte Handschrift von Mas'üdi's Tanbih. (14 S.) 1902. 
60 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 40 Pf). (Separat-Abdruck aus der 
Zeitschrift der D.M.G., Bd. 56.) 

Smith, Vincent A., Andhra History and Coinage. (27 S.) 1902. 1 AI. 50 Pf. 
(für Mitglieder der D. M. G. 1 3/.). (Separat-Abdruck aus der Zeitschrift 
der D.M.G., Bd. 50.) 

Smith, Vincent A., Andhra History and Coinage. (23 S.) 1903. 1 3/. 50 Pf. 
((ür Mitglieder der D. M. G. 1 3/.). (Separat-Abdruck aus der Zeitschrift 
der D. M. G., Bd. 57.) 

Jacobi, Hermann, Änandavardhana"s Dhvanyäloka. (159 S.) 1903. 6 M. 
(für Mitglieder der D. M. G. 4 M.). (Separat-Abdruck [aus der Zeitschrift 
der D.M. G., Bd. 56 u. 57.) 

Albrecht, K., Studien zu den Dichtungen Abrahams ben Ezra. (53 S.) 1903. 

1 3/. 75 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 1 M. 25 Pf.). (Separat-Abdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 57.) 

Hertel, Johannes, Das südliche Pancatantra. Übersicht über den Inhalt der 
älteren , Pancatantra" - Rezensionen bis auf Püriiabhadra. (68 S.) 1904. 

2 M. 10 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 1 3/ 40 Pf). (Separat- 
Abdruck aus der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 58.) 

Krcsmäi-ik, Johann, Beiträge zur Beleuchtung des islamitischen Strafrechts, 
mit Rücksicht auf Theorie und Praxis in der Türkei. (133 S.) 1904. 
4 3/. 20 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 2 3/. 80 Pf). (Separat-Abdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 58.) 

Socin, A., Der arabische Dialekt von Mösul und Märdin. (128 S.) 1904. 
4 3/. (für Mitglieder der D. M. G. 2 3/ 00 Pf.}. (Separat-Abdruck aus 
der Zeitschrift der D.M.G., Bd 3G u. 37.) 

Meinhof, Carl, HottentottLscho Laute und Lehnworte im Kafir. (132 S.) 
1905. 4 3/. (für Mitglieder der D.M.G. 2 3/. 00 /y.). (Separat-Abdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 58 u. 59.) 

Hunnius, Carl, Das syrische Alexanderlied. Herausgegeben und übersetzt. 
(93 S.) 1900. 2 3/. 90 Pf (für Mitglieder der D.M.G. 1 M. 90 Pf.). 
(Separat-Abdruck aus der Zeitschrift der D. M G,, Bd. 00.) 



Verzeichnis der auf Kosten d. D. M. G. veröffentlichten Werke. XXA'II 

Jacobi, Hermann, Eine Jaiua-Dogmatik. Umäsväti's Tattvärthädhigama Sütra 
übersetzt und erläutert. (79 S.) 1906. 2 M. 45 Pf. (für ^Mitglieder der 
D. M. G. 1 M. 60 Pf.). (Separat -Abdruck aus der Zeitschrift der 
D. M. G., Bd. 60.) 

Jelly .^ Julius, Zur Quellenkunde der indischen Medizin. (56 S.) 1906. 
\ M.lb Pf. (für Mitglieder der D. M. G. \ M. lö Pf.). (Separat- Abdruck 
aus der Zeitschrift der D. M. G., Bd. 60.) 

Hultzsch, E., Die TarkakaumudT des Laugäkshi Bhäskara. Aus dem Sanskrit 
übersetzt. (40 S.) 1908. 1 M 25 Pf. (für Mitglieder der D. M. G. 85 Pf.). 
(Separatabdruck aus der Zeitschrift der D. M. G. Bd. 61.j 

Schmidt, Richard, Amitagati's Subhäsitasamdoha. Sanskrit und Deutsch. (300 S.) 
1908. 9 M. 40 Pf. (für Mitglieder der D.M. G. 6 M. 25 Pf.) (Separat- 
abdruck aus der Zeitschrift der D. M. G. Bd. 59 u. 61.) 



JC^* Zu den für die Mitglieder der D. M. G. festgesetzten Preisen können die 
Bücher nur von der Kommissionsbuchhandlung, F. A. Brock- 
haus in Leipzig, unter Frankoeinsendung des Betrags bezogen 
werden ; bei Bezug durch andere Buchhandlungen werden diese Preise 
nicht gewährt. 



XXVIII 



Personalnachrichten. 

Der D. M. G. sind ab 1908 als ordentliche Mitglieder beigetreten: 

1402 Herr Dr. med. Weck erlin g in Heidelberg, Univ. -Frauenklinik, 

1403 Herr Liz. Dr. Hugo Gressmann, Prof. a. d. Univ. Berlin, W 50. Ans- 

bacher Str. 46 in, und 

1404 Herr Dr. Jarl Charpentier in Upsala, Kungsgatan 59. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihre ordentlichen Mitglieder: 
Herrn Prof. Dr. Hartwig Derenbourg, Membre de l'Institut, in Paris, 

t 13. April 1908, 
Herrn Dr. Eduard Glaser in München, t 8. Mai 1908, 
Herrn Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Franz Kielhorn in Göttingen, f 19. März 

1908, und 
Herrn Prof. Dr. Gustav Oppert in Berlin, f April 1908. 

Seinen Austritt erklärte Herr Prof. Dr. K. Völlers. 

Ihre Adresse änderten die folgenden Mitglieder: 
Herr Oberbibliothekar Dr. A. Blau in Berlin, W 15, Düsseldorfer Str. 30, 
Herr Dr. C. Frank in Strassburg i/E., Schweighäuserstr. 35 I, 
Herr Prof. Dr. M. Grünert in Prag, Kgl. Weinberge, Puchmajerg. 31, 
Herr Prof. Dr. P. Haup.t, 15. Mai bis 15. Sept. in Charlottenburg 2, Savigny- 

Platz 9/10, 
Herr Dr. A. H eibig in Wiesbaden, Victoriastr. 17, 
Herr Dr. J. Hell in München, Maximilianstr. 24 III, 
Herr Dr. G. Kölscher in Halle a/S., Zinksgartenstr. 7 I, 
Herr Dr. M. Horten in Bonn, Königstr. 55, 
Herr Dr. W. Jahn in Bremen, Otto Gildemeisterstr. 25, 
Herr Dr. H. Kurz, Stadtvikar in Ehingen, 
Herr Dr. Seh. Ochs er in Berlin, O, Tilsiter Str. 48, 
Frau Dr. E. Rausc h enb usch-Clough in Ongole, 
Herr Konsistorialrat Dr. C. R ei nicke in Elbeu bei Magdeburg, 
Herr Prof. Dr. P. Schwarz in Leipzig, Elisenstr. 54 III, 
Herr P. A. Strittmatter in Münster i W., Kapuzinerkloster, Neutor, 
Herr Dr. B. Van den ho ff in Münster i/W., Margaretenstr. 14, 
Herr Dr. G. Weil in Berlin, NW 23, Brückenalleo 22, und 
Herr Prof. U. Wogihara in Tokio, 19 Hatsunecbo Shichome, Yanaka Shitaya. 



XXIX 



Verzeichnis der vom 1. Dez. 1907 bis 13. Mai 1908 für die 
Bibliothek der D. M. G. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I. Fortsetzungen und Ergänzungen von Lücken. 

1. Zu Ac 264. Luzac's Oriental List. Vol. XVUI, Nos. 9 — 10. Sept. — Oct., 
11 — 12. Nov.— Dec, 1907. London. 

2. Zu Ae 5. 4**. Abhandlungen, Philosophische und historische, der 
Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. Aus dem Jahre 1907. 
Berlin 1907. 

3. Zu Ae 10. 4°. Abhandlungen der philosophisch-philologischen Classe 
der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 24. Bandes 
2. Abteilung. München 1907. 

4. Zu Ae 30. Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse. 1907. Heft 3. 
Geschäftliche Mitteilungen. 1907. Heft 2. Berlin 1907. 

5. Zu Ae 45. Rendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Classe di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. XVI. Fase. 6 — 8., 
9 — 12 e indice del volume. Koma 1907. 

6. Zu Ae 65. 4". Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de 
St.-Petersbourg. VIe Serie. 1907. No. 10. 17. 18. 1908. No. 1. 2. 3. 
4. 5. 6. 7. St.-Petersbourg 1907. 1908. 

70 

7. Zu Ae — . 4*^. Memoires de l'Academie Imperiale de St.-Petersbourg. 

Vllle Serie. Volume VII. No. 8. Vol. VIII. No. 3. St.-Petersbourg 190G. 

8. Zu Ae 165. 4**. Sitzungsberichte der Königlich Preußischen Aka- 
demie der Wissenschaften zu Berlin. 1907. XXXIX — LIII. 17. Oktober — 
12. Dezember. Berlin 1907. 

9. Zu Ae 185. Sitzungsberichte der philosophisch- philologischen und 
der historischen Classe der k. b. Akademie der Wissenschaften zu München. 
1907. Heft II. III. München 1908. 

10. Zu Af 54. Report, Annual, of the Board of Regents of the Smithsonian 
Institution, showing the Operations, Expenditures , and Conditiou of the 
Institution, for the Year ending June 30, 1906 [und] Report . . . of the 
U. S. National Museum for the Year ending June 30, 1907. Washington 
1907. 1908. 

11. ZuAfllG. Museon, Le. Etudes philologiques, historiques et religieuses ... 
Fonde en 1881 par Ch. de Harlez. Nouvelle Serie. — Vol. IX. No. 1. 
Louvain 1908. 

12. Zu Af 124. Proceedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XLVI. No. 186. 
April — September, 1907. Philadelphia 1907. 

13. Zu Af 160. Transactions and Proceedings of the American Philological 
Association. 1906. Volumo XXXVII. Buston, Mass. 



XXX Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

14. Zu Ah 5. AnalectaBoUaudiana. Tomus XXVII. — Fase. I. II. Bruxellis 1908. 

15. Zu Ah 5g. Poncelet, Alb., Catalogus codicum hagiographicorum lati- 
norum bibliothecarum Romanarum praeter quam Vaticanae. p. 321 — 384. 

16. Zu Ah 20. Jahres-B erich t des jüdisch-theologischen Seminars Fraeackel'- 
scher Stiftung. Breslau 1908. (Vom jüd.-theol. Seminar.) 

17. Zu Bb 10. Bibliographie, Orientalische, begründet von Augusi Müller 
. . . Bearbeitet und herausgegeben von Lucian Scherman. XX. Jahrgang 
(für 1906). Zweites Heft. Berlin 1908. 

18. Äu Bb 43. 4**. List of works in the New York Public Library relating 
to Arabic Poetry. Prepared by Miss J. A. Pratt under direction of 
Richard Gottheil. (Reprinted from the Bulletin, January 1908.) o. 0. 
(Von Prof. Dr. Gottheil.) 

19. Zu Bb 606. Bessarione. Pubblicazione periodica di studi orientali. 
Serie IIL Vol. IIL Fase. 97—99. Anno XII. 1907—1908. Roma. 

20. Zu Bb 608. Bijd ragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van 
Nederlandsch-Indie . . . Zevende Volgreeks — Zevende Deel (Deel LX der 
geheele Reeks). Derde en vierde Aflevering . . . Deel LXI. Berste en 
tweede Aflevering. 's Gravenhage 1908. 

21. Zu Bb 628. 4". B ullet in de l'Ecole Fran9aise d'Extreme-Orient. Tome VII, 
no. 1—2. Hanoi 1907. 

22. Zu Bb 630. 4°. Bulletin Trimestriel de la Societe de Geographie et 
d'Archeologie d'Oran. 30e Annee. Tome XXVII. Fascicule CXH, CXIII. 
(3e, 4e Trim.) Octobre, Decembre 1907. Oran. 

23. Zu Bb 670. Giornale della Societk Asiatica Italiana. Volume dicianno- 
vesimo. Parte prima. 1906. Volume ventesimo. 1907. Firenze 1906. 1908. 

24. Zu Bb 720. Journal of the American Oriental Society . . . Twenty-eighth 
Volume. Second Half. New Haven 1907. 

25. Zu Bb 750. Journal, The, of the Royal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. January, April 1908. London. 

26. Zu Bb 755. Journal, The, of the Bombay Brauch of the Royal Asiatic 
Society. No. LXII. V^ol. XXII. Bombay 1908. 

27. Zu Bb 760. Journal of the Ceylon Branch of the Royal Asiatic Society. 
Volume XIX. No. 58. Colombo 1908. 

28. Zu Bb 790. Journal Asiatique . . . Dixieme Serie. Tome IX. No. 2. 3. 
X. No. 1. Paris. 

29. ZuBb818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimeusuelle. Sciences- 
Lettres-Arts. Bairüt. X. 1907. 23. 24. XI. 1908. No. 1. 2. 3. 4. 

30. Zu Bb 901. Tijd Schrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde, 
uitgegeven door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen . . . Deel L. Aflevering 1. 2. 3. 4. Batavia | 's Hage 1907. 1908. 

31. Zu Bb 901 d. Notulen van de Algemeene en Directievergaderingen van 
het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen. Deel XLV. 
1907. Aflevering 2 en 3. 4. Batavia | 's Gravenhage 1907. 1908. 

32. Zu Bb 901h. 4". Rapporten van de Commissie in Nederiandsch-Indiö 
vor oudheidkundig onderzoek of Java en Madoera. 1905 — 6. Uitgegeven 
voor rekeniiig van het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen. Batavia j 's Gravenhage 1907. 

33. Zu Bb 905. 4". T'oung-pao ou Archivos coucernant l'histoire, les 
langues, la geographio et l'ethnographie de I'Asie Oriontale. Revue dirigde 
par Henri Cordier et Edouard Chavanne«. Serie U. Vol. VHI. No. 4. 5. 
Leide 1907. 



Verz. der für die Bibliothek derD. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. XXXI 

34. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutscheu Morgenländischen Gesellschaft. 
Einuudsechzigster Band. IV. Heft. Leipzig 1907. 

35. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes . , . 
XXI. Band. Hett 3. 4. Wien 1907. 

36. Zu Bb 1114. Leipziger Semitistische Studien. Herausgegeben von 
A. Fischer und H. Zimmern. II, 3. 6. III, 1. 3. Leipzig 1907. 1908. 

37. Zu Bb 1190. Bibliotheca Buddhica. III. Avadäna^ataka I, 4; II, 1. 
IV. Mülamadhyamakakärikäs IV. St.-Petersbourg 1906. 1907. 

38. Zu Bb 1220. Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium. Curantibus 
J.-B. Chabot, 1. Guidi, H. Hyvernat, B. Cai-ra de Vaux. Scriptores Aethio- 
pici. Versio. Series altera. Tomus XXI, I. Eoraae 1906. — Scriptores 
Syri. Textus. Series secunda. Tomus XCVIII. Fase. I. Parisiis 1906. 
Versio. Series Secunda. Tomus XCVIII, Fase. I. Romae 1906. 

39. Zu Bb 1223. E. J. W. Gibb Memorial Series. Vol. VI, 1. The Irshäd 
al-Arib ilä ma'rifat al-adfb . . . edited by D. S. Margoliouth. Vol. I. 
London 1907. 

40. Zu Bb 1242. Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft. 1907. 
2. 3. 4. 12. Jahrgang. Berlin. 

41. Zu Bb 1841. 2". Linguistic Survey of India. Compiled and edited 
by G. A. Grierson. Vol. IX. Part III. Calcutta 1907. (Vom Secretary 
of State for India in Council.) 

42. Zu Ca 9. Sphinx. Revue critique embrassant le domaine entier de 
l'egyptologie publice . . . par Karl Piehl. Vol. XI. Fase. III. Upsala. 

43. Zu Ca 15. 4^. Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. 
Herausgegeben von A. Ermari und G. Steindorff. 44. Band. 1. Heft. 
Leipzig 1907. 

44. Zu De 55. La Litterature Populaire des Israelites Tunisiens. Par Eusebe 
Vassel. Fascicule IV et dernier (de la page 225 ä la page 276). Paris 
1907. (Vom Verfasser.) 

45. Zu De 6875. Ihn Qutaiba's 'Ujün al ahbär . . . herausgegeben von 
Carl Brockelmann. Teil IV. Straßburg 1908. Beiheft zum XXI. Band 
der Zeitschr. f. Assyriologie . . . herausg. v. Carl Bezold. (V^om Heraus- 
geber Prof. Brockelmaun.) 

46. Zu Eb 10. 2*\ Assam Library. [Jetzt: Catalogue of Bocks and Pam- 
phlets registered in Eastern Bengal and Assam.] 1906. 1907. 

47. Zu Eb 50. 2*^. Bengal Library Catalogue of Books for the First Q aar tor 
ending the 3ist March 1907. Wednesday, August 28, 1907. . . . for the 
Second Quarter ending the 30tli June 1907. Wednesday, November 27, 
1907. ... for the Third Quarter ending the 30th September 1907. 
Wednesday, March 4, 1908. 

48. Zu Eb 225. 2*'. Catalogue of books registered in Burma during the 
quarter ending the 31*'» March . . . the 30th June . . . the 30*1» Sep- 
tember 1907. Rangoon 1907. 1908. (Von der Kgl. Bibliothek, Berlin.) 

49. Zu Eb 295. 2". Catalogue of Books registered in the Punjab under 
Act XXV of 1867 during the quarter ending the 30*'» September, 19o5 
. . . the 318* December, 1906 . . . the 31^* March . . . the 30*1» Juno, 
1907 ... the 30*1» September, 1907. Labore 1905 — 1907. (Von der 
Kgl. Bibliothek, Berlin.) 

50. Zu Eb 390. Hrishikosa Sästrl and Siva Chandra Gui, A I)e- 
scriptive Catalogue of Sanskrit Manuscripts in the Library of the Calcutta 
Sanskrit College. No. 24. Calcutta 1907. 



XXXII Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

51. Zu Eb 485. 2". Catalogue of Books registered in the Central Pro- 
vinces and Berar [früher: Memorandum of Books registered in the Hyde- 
rabad Assigued Districts] during the quarter ending the 31'li March , the 
30th September, the 31*1» December 1907. Nagpur 1907. (Von der Kgl. 
Bibliothek, Berlin.) 

52. Zu Eb 755. A Descriptive Catalogue of the Sanskrit Manuscripts of the 
Government Oriental Manuscripts Library, Madras. By M. Rangacharga . . 
Vül. IV. Itihäsa and Puräiia. First Part. Madras 1907. 

53. Zu Eb 7 65a. 2**. Statement of Particulars regarding Books and Perio- 
dicals published in the United Provinces . . . during the First Quarter of 
1907. (Allahabad 1907.) 

54. Zu Eb 2485. 4". Carakasain hitä . . . Cakrapänidattakrtatikäsambalitä 
Kavirä jasr 1 Harinäthavisäradena samsodhitä. Khanda 20 — 29. 
Kalikätä. 

55. Zu Eb 5270. 2". Annual Report on the search for Hindi Manuscripts. 
For the year 1904. By Syamsundar Das . . . Allahabad 1907. 

5C. Zu Ec 1180. pinkard, The. The Original Pahlavi Text-, the same 
transliterated in Avestä characters; Translations of the Text in the English 
and Gujarati Languages; with Annotations and a Glossary of select words 
by Darab Dastur Peshotan Saiijana. Vol. X. Bombay 1907, (Vom 
Herausgeber.) 

57. Zu Ed 1365. 4''. Handes amsoreay. 1908. No. 1. 2. 3. 

58. Zu Eg 330. 4". Xpov/x«, Bv^avrtva. Tofiog dtodixarog, Ttt'xog 
a'—d'. Touos df/.arog tqitos, Ttv/^og a. ß'. CauKTnexepöypn. 1906. 

59. Zu Fa 76. Szemle, Keleti . . . Revue Orientale pour les etudes ouralo- 
altai'ques . . . VHI. evfolyam. 1907. 2 — 3. szäm. Budapest. 

60. Zu Fa 2288. 4^. Radioff, W., Versuch eines Wörterbuches der Türk- 
Dialekte. 20. 21. Lieferung. Vierter Band, 2. u. 3. Lieferung. St. Peters- 
bourg 1906. 1907. 

61. Zu Fa 2654. [Früher verteilt.] Türkische Bibliothek. Herausgegeben 
von Georg Jacob. S. Band. Der übereifrige Xodscha Nedim. Eine 
MeddäL-Burleske türkisch und deutsch mit Erläuterungen zum ersten Male 
herausgegeben von Friedrich Giese. Berlin 1907. 

62. Zu Fg 100. Transactions of the Asiatic Society of Japan. Tokyo. 
Vol. XXXV, Part I. August, 1907. 

63. Zu Ha 5. Archiv für Religionswissenschaft . . . herausgegeben von 
Albrecht Dieterich und Thomas ^cAeZels. Band 11. Erstes Heft. Leipzig 
1907. 

64. Zu la 33. 4^. Echos d'Orient, lie aunee. No. 68. 69. Jauvier, 
Mars 1908. 

65. Zu la 125. Revue Biblique Internationale . . . Nouvelle Serie. Cinquifeme 
Annee. No. 1. Janvier 1908. No. 2. Avril 190». Paris, Rome. 

66. Zu la 12 6. Uüvue de l'Orient Chretieu. Recueil trimestriel. Deuxieme 
Serie, Tome n (.XH). 1907. No. 4. Tome HI (XHl). 1908. No. 1. Paris. 

67. Zu la 128. Rivista Cristiaua, La. Comitato Direttivo: Enrico Bosio — 
Giovanni Luzzi. Nuova Serie. Anno IX. 1907. Dicembre. Anno XXV. 
Genuaio, Febbraiu, .Marzo, Aprile, 1908. Firenze. 

68. Zu la 135. 8". Tijdschrift, Teyler's Theologisch, . . . Zesde 
Jaargung. Aflevoring 1. 2. Haarlein 1908. 

69. Zu la 140. Zeitschrift dos Deutschen Palästina-Vereins. Band XXXL 
Heft 1 bis 3. Leipzig 1908. 



70. 


Zu la 140a. 




stina-Vereins. 


71. 


Zu Ic 2290 




Vol. XXIX. 


72. 


Zu Mb 1.S5. 




Nr. 292. 293 




1907. 1908. 


73. 


Zu Na 139. 




Volume XI. 




Volume XI. 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. XXXIIl 

Mittheilungen und Nachrichten des Deutsehen Palae- 
Herausgegeben . . . von G. Hölscher. 1908. Nr. 1. 2. 3. 

Proceedings of the Society of Riblical Archaology. 
Part 6, 7. Vol. XXX. Part 1. 2. 3. London 1907. 1908. 

4*^. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
294. 295. 296. 297. VII. Band (Nr. 23. 24. 25. 26. 27. 28.) 

Journal of Archaeology, American. Second Series . . . 
1907. Number 4. Norwood, Mass. Dazu: Supplement to 
Annual Reports 1906—1907. Vol. XII. 1908. Number 1. 

74. Zu Na 325. Revue Archeologique. Quatrieme Serie. — Tome X. Sep- 
tembre — Octobre, Novembre — Decembre 1907. Tome XI. Janvier — Fevrier 
1908. Paris 1907. 1908. 

75. Zu Nf 342. 2**. Progress Report of the Archaeological Survey of 
India, Western Circle, for the year ending 3lst March 1907. (Vom Govern- 
ment of Bombay. General Department. Arebaeology.) 

76. Zu Nf. 343. 2^. Progress Report, Annual, of the Archseological 
Surveyor, Punjab Circle [jetzt: of the Superintendent of the Archseological 
Survey, Northern Circle], for the year ending 3ist March 1907. (Vom 
Punjab Secretariat, P. W. Department.) 

77. Zu Nf 380. 2^. Annual Report of the Direetor-General of Archseology 
for the year 1905 — 06. Part I. Calcutta 1907. 

78. Zu Nf 383. 2^. Report, Annual Progress, of the Archaeological Survey 
of Madras and Coorg for the year 1906 — 07. Madras 1907. 

7D. Zu Nf 452. 4°. Epigraphia Indica and Record of the Archseological 
Survey of India. Edited by E. Hultzseh. Vol. VIII. Part VIII. Nov. 1907. 
Vol. IX. Part III. July 1907. Calcutta. 

80. Zu Nh 201. Beiträge zur Erforschung steirischer Geschichte. [Früher: 
Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen]. 34. 35. Jahrgang. 
Graz 1905. 1906. 

81. Zu Ni 40C. OoospiHie KpenoÄEBaHiH nayKx bt. HMnepaTopcKOMi C- 
llexepnyprcKOMT. yHaBepcHrexi na 1907 — 1908 yncBHafi iio^'b. C-Üerep- 
ßypn 1907. 

82. Zu Oa 42. HsBicTia IlMnepaxopcKaro PyccKaro reorpa(|)H>iecKaro 
06mecTBa . . . Tomt> XLI. 1905 r. BunycK't V. XLII. i9o6. IV. V. 
XLIV. 1908 r. I— II. C.-üeTepßyprT, 1906— 19U8. 

83. Zu Oa 43. OxHext PlMnepaxopcKaro PyccKaro reorpa({)HiecKaro 
OßmecxBa sa 1905. 1906. 1907 rOA'b. C.-Ilexepoypri 1907. 1908. 

84. Zu Oa 48. 8". 3a n H c K n IhinepaxopcKaro [PyccKaro] FeorpaiJiHqecKaro 
ÜomecxBa. Ho oxijieHiio 3xHorpa(t)iH. Tomi XXXII. C.-Ilexepf)ypn> 
1907. 

85. Zu Oa 151. Journ al, The Geographica!. Vol. XXX. No. 0. Vol. XXXI. 
No. 1. 2. 3. 4. 5. December, 1907. January, Kebruary, March, April, 
May, 1908. London. 

86. Zu Oa 208. 8<>. R evue T un isienne. Fondee en 1894 par l'Institut 
de Carthage. Quinzifeme Annee. No. 67. (>'>i. Tunis 1907. 

87. Zu Oa 256. 4". Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
1907. No. 9. 10. 1908. No. 1. 2. 3. 4. Berlin. 

88. Zu Oc 175. 4". Journal, The, of the Anthropological Institute of Great 
Britain and Ireland. Vol. XXXVII, 1907. January to June, July to 
December. London. 



XXXIV Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

89. Zu Oc 176. S"*. Journal, The, of the Anthropological Society of 
Bombay. Vol. VIII. No. 1. Bombay 1907. 

90. Zu Oc 1000. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde . . . herausgegeben 
von M. Grunwald. 18./25. Heft. Leipzig 1906 — 1908, 

91. Zu Oc 2380. 40. Twenty-Fifth Annual Report of the Bureau of American 
Ethnology to the Secretary of the Smithsonian Institution 1903 — 04. 
Washington 1907. 

92. Zu P 150. 4°. Journal, The, of the College of Science, Imperial Uni- 
versity of Tokyo , Japan. Vol. XXI, Article 7. 9. 10. 11. Vol. XXIII, 
Article 1. Tokyo 1906. 



II. Andere Werke. 

12337. Wilhelm von Christ. Gedächtnisrede . . . von Otto Crusius. München 

1907. (Von der KBAW.) Nk f)^ 4». 

100 

12338. Texts, Primitive & Mediaeval Japanese, transliterated into Roman 
with Introductious, Notes and Glossaries by Frederick Victor Dickins. 
With a companion Volume of translations. Oxford 1906. (Von den 
Delegates of the Clarendon Press.) Fg 585. 

12339. Hoernle, Rudolf, Studios in the Mediciue of Ancient India. Part I. 
Osteology . . . Oxford 1907. (Von denselben.) P 121 

12340. Meinhof, Carl, Grundzüge einer vergleichenden Grammatik der Bantu- 
sprachen. Berlin 1906. (R.) Fd 130. 4«. 

12341. Vier philosophische Texte des Mahäbhäratam : Sanatsujäta-Parvan. — 
Bhagavadgitä. — Mokshadharma. — Anugitä. In Gemeinschaft mit 
Otto Strauß aus dem Sanskrit übersetzt von Paul Deussen. Leipzig 

1906. (R.) Eb 3824. 

12342. Westermann, Diedrich , Wörterbuch der Ewe-Sprache. Teil I. II. 
Berlin 1905. 1906. (R.) Fd. 910. 4". 

12343. Dutoit, Julius, Das Leben des Buddha. Eine Zusammenstellung alter 
Berichte aus den kanonischen Schriften der südlichen Buddhisten. Aus 
dem Päli übersetzt und erläutert. Leipzig 1906. (R.) Hb 2447. 

12344. Beylie, L. de, Prome et Samara. Voyage archeologique en Birmanie 
et en Mesopotamie. Paris 1907. (Vom Verfasser.) Ob 46. 4^ 

12345. Tufail al-Ganawi: A Poem from the Asma'iyat in the recensiou 
aud with the comments of Ibn As-Sikkit. By F. Krenkow. (A. aus 
JRAS., October 1907.) (Vom Verfasser.) ' De 11310. 

12346. Langdon, Stephen, La Syntaxe du Verbe Sumerien (SA. aus: Baby- 
lonica, I.) Paris 1907. (Vom Verfasser.) Db 328. 

12347. Iwanoff, Neytscho, Das Geldwesen Bulgariens. (Erlanger Diss.) Leipzig 

1907. (Von Prof. Dr. Jacob.) K 884 = Y 8. 8". 

12348. Karosseroff, Iwan, Zur Entwicklung der bulgarischen Eisenbahnen. 
(Diss.) Erlangen 1907. (Von demselben.) K 886 = Y 8. S". 

12349. Kossew, Peter, Die Staatsschulden Bulgariens. (Diss.) Erlangen 1907. 
(Von demselben.) K 888 = Y 8. 8» 

12350. Roberts, Robort, Das Familieurecht im Qorän. (Diss.) Leipzig 1907. 
(Vom Verfasser.) De 1760 = Y 8. 8«. 

12351. Vassel, Eusebe, Kote sur quelques steles puniques. (SA. aus: Comptes 
rendus des seances de l'Academio des Inscriptions et Belles-Lettros, 
1907.) (Vom Verfasser) Di 301 = Y 9. 8». 



Verz. d&r für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u.s. w. XXXV 



The Preface to the Aitareya Brahmana. 
Second edition. Calcutta 1906. [= Bibl. 

Hb 1200, s. 15 a. 



12352. Brederek , Emil, Konkordanz zum Targum Onkelos, Gießen 1906. 
(R.) Ib 1330. 

12353. Casartelli, L. C, Leaves from my Eastern Garden. Market Weighton 
1908. (Vom Bishop of Salford.) Ea 526. 

12354. Ko IHK) ceMHÄecflTHJi'feTifl BacHJiia BacHJibeBHia PaÖÄoea 5 ÜHBap^ 
1907 ro^a. C.-neiepßypn 1907, (Von der Akad. d. W. zu St.- 
Petersburg.) Ai 79. 4". 

12355. Eine chinesische Tempelinschrift aus Idikutsahri bei Turfan (Turkistan). 
Übersetzt und erklärt von O. Franke. Berlin 1907. (Vom Verfasser.) 

Ff 1005. 4». 

12356. The Ai tar ey alochanum. 
By Satjjavrata Sämasraml. 
Ind., N. S., Nos. 1145/47.] 

12357. Supplement to a Palestiniau Syriac Lectionary. Edited by Agnes 
Smith Lewis. Cambridge 1907 = Studia Sinaitica No. VI. (Von der 
Herausgeberin.) De 2648/25. 

12358. Annual Progress Report of the Archseological Surveyor, Northern 
Circle. For the year ending 31*^ march 1906 ... 1907. Nf34lb. 2°. 

12359. Über das Rechenbuch des Ali ben Ahmed el-Nasawi. Von Heinrich 
Suter. (A. aus: Bibliotheca Mathematica. III. Folge. VII.) (Vom 
Verfasser.) De 3379 = Y 9. 8^ 

12360. Report of the Superintendent, Archajological Survey, Burma, for the 
year ending 318* march 1907. Rangoon 1907. Nf 382 a. 2". 

12361. Mechithar's des Meisterarztes aus Her „Trost bei Fiebern". Nach dem 
Venediger Drucke vom Jahre 1832 zum ersten Male aus dem Mittel- 
armenischen übersetzt und erläutert von Ernst Seidel. Leipzig 1908. 
(Vom Übersetzer.) Ed 847. 4^. 

12362. Suter , Heinrich, ^Einige geometrische Aufgaben bei arabischen Mathe- 
matikern. (A. aus: Bibliotheca Mathematica. III. Folge. VIII. 1907.) 
(Vom Verfasser.) De 13051 = Y 9. 2fi. 

12363. Suter, Heinrich, Über den Kommentar des Muhammed ben 'Abdelbäqi 
zum zehnten Buche des Euklides. (A. aus: Bibliotheca Mathematica. 
III. Folge. VII. 1907.) (Vom Verfasser.) De 8746 = Y 9. S«. 

12364. Silliut, Girgis, Al-kaun walma'bad 'an alfunün al gamlla walkanisa . . . 
Bairüt 1907. De 10419/100. 

12365. Gottheil, Richard J. H. , Dhimmis and Moslems in Egypt. (A. aus: 
Old Testament and Semitic Studies in memory of William Rainey 
Harper. Chicago o. J.) (Vom Verfasser.) Ne 204. 4*^. 

12366. Memorie della R. Accademia delle Science dellTstituto di Bologna. 
Classe di Scienze Morali. Sezione di Scienze Storico-Filologiche [und] 
Giuridiche. — Rendicouto delle sessioni . . . Serie I. Tomo I. 
Fase. I. Bologna 1908. (Tausch.) Ae 155. 8" und 4*^. 

123C7. Wensinck, A. J., Mohammed en de Joden te Medina. (Leidener Diss.) 
Leiden 1008. (Vom Verfasser.) Hb 1073. 

12368. 'Abd-oul-Beha. Les Le(;ons de Saint-Jean-d'Acre. Eecueillies par Laura 
Ciiflford Barney. Traduit du Persan par Hippolyte Dreyfus. Paris 
1908. (Vom Verleger.) Ec 1582/100. 

12369. Statute della Reale Accademia delle Scienze dell' Istituto di Bologna. 
Bologna 1908. Ae 155 a. 

12370. Hrdliika, Ales, Skeletal Romains suggesting or attributed to early 
man in North America. Washington 1907. =: Smithsonian Institution. 
Bureau of American Ethnology. Bulletin 33. Nh 76. 



XXXVI Verz. der für die Bibliothek der D.M. G.eingeg. Schriften u.s. iv. 



12371. Becher^ C. H., Christentum und Islam. Tübingen 1907. =; Eeligions- 
geschichtliche Volksbücher III, 8. (R.) Ha 14. 

12372. ,Und Kätyäna stieg vom Berge . . . ." Eine Mendoetphantasie. Leipzig 

1907. (R.) L 1000. 

12373. Erzählungen und Jlärchen, Japanische, von Hans Haas. Berlin 
0. J. = Deutsche Bücherei. Bd. 85. (R.) Fg 300. 

12374. Collins, Mark, The Geographica! Data of the Raghuvamsa and Dasa- 
kumäracarita . . . (Diss.) Leipzig 1907. (Von Prof. Dr. A. Fischer.) 

Eb 4165. 

12375. Pizzagalli, Angelo ]\Iaria, Nästika Cärväka e Lokäyatika. Contributo 
alla storia del raaterialismo nell'India Antica. Pisa 1907. (Vom Ver- 
fasser.) L 555. 

12376. Societe d'Histoire Coloniale en formation. Extrait de la Quin- 
zaine Coloniale . . . Paris 1908. Af 158 = Y 9. 8«. 

12377. Texte, Altsemitische. Herausgegeben und erklärt von Mark Lidzharshi. 
Erstes Heft . . . Gießen 1907. (R.) Da 1125. 

12378. Beylie, L'Architecture des Abbassides au IX^ siecle . . . Paris 1907, 
(A. aus: Revue archeologique.) (R.) Ne 54 = Y 9. 8*. 

12379. Hymnen und Gebete an Nebo. Von Johannes Pinchert. (Diss.) 
Leipzig 1907. (Von Prof. Dr. A. Fischer.) Db 458 = Y 9. 8°. 

12380. Fagnan, E., Le Djihäd ou Guerre Sainte selon lecole Malekite. Alger 

1908. (Vom Verfasser.) K 368 = Y 9. 8». 

12381. Rosenzrceig. Arthur, Das ^^'ohnhaus in der Misnah. Berlin 1907. (R.) 

Dh 2025. 

12382. Records, Old Babylonian Temple. By Robert Julius Lau. New 
York 1906. (R.) Db 573. 

12383. /^erjo^, J., Le Japonais parle ... Paris 1907. (Vom Verfasser.) FgllO. 

12384. Berjot, J., Premieres Le9ons d'Annamite . . . Paris 1907. (Vom Ver- 
fasser.) Ff 1935. 

12385. Guezennec, Fran9ois, Cours pratique de Japonais. Fascicule I. Leide 
1907. (R.) Fg 145. 

1238C. Poetnj, Populär, of the Baloches. By M. Longworth Dames. Vol. L 
London 1907. (R.) Ec 2670. 

12387. Ginzel, F. K. , Handbuch der mathematischen und technischen Chro- 
nologie . . . l. Band . . . Leipzig 1906. (R.) Na 83. 

12388. Golubovieh, Girolamo, Biblioteca Bio-Bibliogratica della Terra Santa 
e dell'Oriente Franeescano. Touio I. Quaracchi 1906. (R.) 

Ob 1381. 4". 

12389. Planert, Wilhelm, Die syntaktischen Verhältnisse des Suaheli. Berlin 

1907. (R.) " Fd 565. 

12390. Steinschneider, Moritz, Die europäischen Übersetzungen aus dem 
Arabischen bis Mitte des 17. Jahrhunderts. A. Schriften bekannter 
Übersetzer. (A. aus: SWA. CXLIX.) Wien 1904. De 53. 

12391. Somälitexte. Gesammelt und übersetzt von Alfred Jahn. (A. aus: 
SWA. CLH.) Wien 1906. (R.) Cc 320. 

12392. Müller, D. H. , Semitica. Sprach- und rechtsvergleichende Studien. 
H. Heft. fA. aus: SWA. CLIV.) Wien 1906. (R.) Da 830. 

12393. Satire Judeo-Tunisienne contre Jes Juifs de Djerba. Te.\te, Traduction 
et Notes. Par Eusibe Vassel. (A aus der Revue Tunisienne.) Tunis 

1908. (Vom Verfasser.) De 10343 = Y 9. S«. 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. v\ XX XVII 

12394. Thalheimer, August, Beitrag zur Kenntnis der Pronomina personalia 
und possessiva der Sprachen Mikronesiens. (Straßburger Diss.) Stutt- 
gart 1908. (Von Prof. Dr. E. Leumann.) Fb 2285. 

12395. Schapiro, Israel, Die haggadischen Elemente im erzählenden Teil des 
Korans. Teil I. (Straßburger Diss.) Berlin 1907. (Von dems.) 

De 1762 =Y 9. S». 

12396. Gabrielsson, Johannes, Über die Quellen des Clemens Alexandrinus. 
Erster Teil. (Diss.) Upsala 1906. (Von der Univ.-Bibl. Upsala.) 

Eg 343. 

12397. Aurelius, Erik, Föreställningar i Israel om de döda och tillstandet efter 
döden . . . Uppsala 1907. (Von ders.) Hb 1112/50. 

12398. Hallberg, Ivar, L'Estreme Orient dans la litterature et la cartogfraphie 
de rOecident des Xllle, XlVe et XVe siecles. Etüde sur l'histoire de 
la Geographie. Göteborg 1907. (Von ders.) Oa 321. 4". 

12399. HeKapCKui, 9. K., C.iOBapi. HKyTCKaro üsHKa. Bun. iiepBHH. (a, ä) 
C-üeiepSypn» 1907. (Von der Akad. d. W. zu St.-Petersburg.) 

Fa 3275. 4". 

12400. Rivista degli Studi Orientali . . . Anno I. Volume I. Fase. 1 — 3. 
Roma-Lipsia 1907. (Tausch.) Bb 885. 

12401. Thought, Indian. A Quarterly devoted to Sanskrit Literature. Edited 
by G. Thibaut and Ganganatha Jha. Vol. I. No. 1 — 3. Allahabad. 
(R.) Eb 832. 

12402. Report, Annual , of the Archseological Survey, Eastern Circle, for 
1905—1906 [und] 1906 — 1907. Calcutta 1907,' Nf 382. 2». 

12403. Report, Annual, of the Archseological Survey of India, Frontier Circle, 
for 1906—07. Peshawar 1907. Nf 384. 2«. 

12404. Roseraie, La, du Savoir. Choix de quatrains mystiques tires des 
meilleurs auteurs persans ... par Ho ceyne - Ä za d. [Text und Über- 
setzung.] Leide-Paris 1906. (R.) Ec. 2246. 

12405. Zeitschrift für Geschichte, Steirische. Herausgegeben vom Histo- 
rischen Verein für Steiermark. Jahrgang II — V. Graz 1904 — 1907. 
[Tausch.] Nh 202. 

12406. OöpaanH Hapcjinou jinrepaij-pu flKyxoBi. CoßpaHHHC 9. K. DeKap- 
CKHMi. BanycKT. I. CaHKTneiepßypn 1907, (Von der Akad. der 
W. St.-Petersburg.) Fa 3263. 



Sehr erwünscht ist der Bibliothek die vollständige Zuwendung der neu- 
erscheinenden 

orientalistischen Dissertationen, Programme u. s. w. 

der Universitäten und anderer Lehranstalten. 



XXXIX 



Allgemeine Versammlung 

der D. M. G. am 14. Okt. 1908 zu Leipzig. 

Laut Jahrgang 1907 der ZDMGr., p. LV, wurde in Basel 
beschlossen, die nächste Allgemeine Versammlung im An- 
schluß an den vom 14. bis 20. August 1908 in Kopenhagen 
tagenden XV. Internationalen Orientalisten - Kongreß abzu- 
halten. Da aber nach § IV der Satzungen die Versammlung 
nicht vor dem 1. September stattfinden darf, so sieht sich der 
geschäftsfiihrende Vorstand veranlaßt, den in Basel gefaßten 
Beschluß außer Kraft zu setzen, und beruft die diesjährige 
Allgemeine Versammlung nach Leipzig ein, wo sie am 
Mittwoch, den 14. Oktober 1908, früh 9 Uhr, im 
Semitistischen Institut der Universität (Paulinum, I) 
zusammentreten wird. 

Halle und Leipzig, im Juni 1908. 

Der geschäftsführeiide Vorstand. 



XL 



Personalnachrichten. 

Der D. M. G. sind ab 1908 als ordentliche Mitglieder beigetreten: 

1405 Herr Rabbiner Dr. Jakob Winter in Dresden, Blochmannstr. 14 1, 

1406 Herr Dr. Domeuico Argentieri in Rom, Piazza S. ApoUinare 49, und 

1407 Herr Pastor Dr. Eugen Herrmann, Diac. em. in Dresden, Fürsten- 

str, 71 part. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihr ordentliches Mitglied: 
Herrn Dr. R. Baron von Stackeiberg, f 5. Jan. 1908. 

Seinen Austritt erklärte Herr Prof. Dr. J. Barth. 

Ihre Adresse änderten die folgenden Mitglieder : 
Herr Prof. Dr. L. Gautier in Cologny bei Genf und 
Herr Dr. J. H. Woods in Mahabaleshwar, Satara District, Indien. 

Im letzten Mitgliederverzeichnis, S. XI, lies für Dr. F. H. Weissbach, 
Oberbibliothekar . . . .: Dr. F. H. Weissbach, Bibliothekar 



XLI 



Terzeichuis der vom 14. Mai Ms 18. Juni 1908 für die 
Bibliothek der D. M. G. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I, Fortsetzungen und Ergänzungen von Lücken. 

1. Zu Ac 264. Luzac's. Oriental List and Book Review. Vol. XIX, Nos. 1 — 2. 
Jan.— Feb., 1908. London. 

2. Zu Ae 51. Berichte über die Verhandlungen der Königlich Sächsischen 
Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse. 
Neunundfünfzigster Band. 1907, IV. V. Leipzig 1907. 

3. Zu Ae 65. 4". Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de 
St.-P6tersbourg. Vie Serie. 1908. No. 8. 9. 10. St.-Petersboufg 1908. 

4. Zu Ae 155. 4**. Memorie della R. Accademia delle Scienze dell' Istituto 
di Bologna . . . Sezione di scienze storico-filologiche. Serie I. Tomo I. 
1906 — 07. Fascicolo secondo. Sezione di scienze giuridiche. Serie I. 
Tomo I. 1906 — 07. Fascicolo secondo. Bologna 1908. 

5. Zu Ae 165. 4'*. Sitzungsberichte der Königlich Preußischen Aka- 
demie der Wissenschaften zu Berlin. 1908. I — XXIII. Berlin 1908. 

6. Zu Af 124. Proceedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XLVI. No. 187. 
October — December, 1907. Philadelphia 1907. 

7. Zu Bb 760. Journal of the Ceylon Brauch of the Royal Asiatic Society. 
Volume XIX. No. 58. 59. Colombo 1908. 

8. Zu Bb 790. Journal Asiatique . . . Dixieme Serie. Tome X. No. 2. 3. 
Paris. 

9. ZuBb818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimensuelle. Sciences- 
Lettres-Arts. Bairüt. XI. 1908. No. 5. 6. 

10. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenläudischen Gesellschaft. 
Zweiundsechzigster Band. I. Heft. Leipzig 1908. 

11. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes . . . 
XXII. Band. Heft 1. Wien 1908. 

12. Zu Bb 1200, s, 33. Anantabhatta, The Vidhäna-Pärijäta. Edited by 
Paiulita Täräprasaniia Vidyäratna. Vol. II. Fasciculus 1. Caicutta 1908. 
[= Bibliotheca Indica. New Series, No. 1177.] 

13. Zu Bb 1200, s, 88. Bälumbliatti. A Commentary on the Mitäksarä. 
BälambluiUT Laki^ml - ityaparanäninl Mitäksnrävyäkhyä svapatniLak.MuT- 
devlnämnä Bälambhattapäyagundena viracitä | sriGovi n dadä - 
sensi sainsodhitä. Vol. II. Fasciculus I. Caicutta 1907. [:= Bibliotheca 
Indica, New Series, No. 1166.] 

14. Zu Bb 1200, s, 92. Baudhäyana Srauta Sütram. Edited by W. Caland. 
Vol. II. Fasciculus I. Caicutta 1907. [= Bibliotheca Indica, New Series, 
No. 1163.1 



XLII Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

15. Zu Bb 1200, s, 172. Gadädhara Räjaguru, Gadädhara Paddhatau 
Käläsara. Edited by Sadägiva Müjra of Puri. Vol. II. Fasciculus III. 
Calcutta. 1907. [= Bibliothecti Indica, New Series, No. 1178.] 

16. Zu Bb 1200, s, 236. Saddarsana-Samuccaya by Haribhadra with Guua- 
ratna's Commentary Tarkarahasya-Dlpikä. Edited by Luigi Siiali. Fase. II. 
Calcutta 1907. [= Bibliotheca Indica, New Series, No. 1151.] 

17. Zu Bb 1200. s, 470. A°. Malik Muli am mad JaisT, The Padumäwati. 
Edited. with a Commentary, Translation, and Critical Notes, by G. A. Grierson 
and Sudhäkara Dvivedi. Fasciculus V. Calcutta 1907, [= Bibliotheca 
Indica, New Series, No, 1172.] 

18. Zu Bb 1200, s, 505. Nage .iabh a t ta, MahäbhäsyapradTpoddyota by 
NägeQa Bhatta. Edited by Pandit ßahuvallabha Cästri. Vol. III. 
Fasciculus VI. Calcutta 19U7. [= Bibliotheca Indica, New Series, No. 1167.] 

19. Zu Bb 1200, s, 700. Satap ath abrähm anam, The ^atapatha Brähmana 
of the White Yajurveda, with the Commentary of Säyaita Acärya. Edited 
by Pandit Satyavrata Sämagraml. Vol. V. Fase. III. IV. Calcutta 1907. 
[== Bibliotheca India, New Series, No. 1174. 1175.1 

20. Zu Bb 1200, s, 720. Siddharsi, Upamitibhavaprapancä kathä. The 
Upamitibhavaprapaücä Kathä of Siddharshi. Originally edited by the late 
Peter Peterson and continued by Hermann Jacohi. Fasciculus XI. Cal- 
cutta 1907. [= Bibliotheca Indica, New Series, No. 1154.] 

21. Zu Bb'l200, p, 26. Abu'1-Fadl 'AllämT. The Akbarnäm^ of Abu- 
1-Fazl translated from the Persian by H. Beveridge. Vol. II. Fase. IV. 
Calcutta 1907. [= Bibliotheca Indica, New Series, No. 1149.] 

22. Zu Bb 1200, t, 70. A Lower Ladakhi Version of the Kesar-Saga. 
Tibetan text . . . Notes and Vocabulary . . . by A. H. Francke. Fase. III. 
Calcutta 1907. [= Bibliotheca Indica, New Series, No. 1164.] 

23. Zu Ca 15. 4®. Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. 
Herausgegeben von A. Erman und G. Steindor/f. 44. Band. 2, Heft. 
Leipzig 1907. 

24. Zu Eb 225. 2^. Catalogue of books registered in Burma during the 
quarter ending the 31*^ December 1907. Rangoon 1908. (Von der Kgl. 
Bibliothek, Berlin.) 

25. Zu Eb 6200. Journal of the Gypsy Lore Society. New Series. Vol. I. 
No. 3. Liverpool 1908. 

26. Zu Ed 1365. 4». Handes amsoreay. 1908. No. 4, 5. 

27. Zu Ha 200. Revue de l'histoire des religions. Viugt-cinquifeme ann^e. 
Tome LV, 1. 2. 3. LVI, 1. Paris 1907. 

28. Zu la 33. 4». Echos d'Orient. lie aunee. No. 70. Mai 1908. 

29. Zu la 128. Rivista Cristiana, La. Comitato Direttivo : Enrico jÖoäm) — 
Giovanni Luzzi. Nuova Serie. Anno XXV. Maggie, 1908. Firenze. 

30. Zu le 2290. Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. 
Vol. XXX. Part 4. London 1908. 

31. Zu Mb 135. 4*^. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 298. 299, VII. Band (Nr, 29, 30.) 1908. 

32. Zu Na 325. Re vu o Areh^ologique. Quatrifeme S^rie. — Tome XI. Mars — 
Avril 1908. Paris 1908. 

33. Zu Oa 42. HsBtcxi;) IhiiiepaTopcKaro PyccKaro reorpa(})H4ecKaro 
OßiuecTBa . . . ToMi XLIV. 1908 r. III. IV. C.-IIeTep6ypri, I9ü8. 

34. Zu Oa 151. Journal, The Goographical. Vol. XXXI. No. 6. June, 
1908. London. 



Verz. der für die Bibliothek derD. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. XLIII 

35. Zu Oa 256. 4*'. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
1908. No. 5. Berlin. 

36. Zu Oc 1000. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde . . . herausgegeben 
von M. Grunwald. 26. Heft. Leipzig 1908. 

37. Zu P 150. 4°. Journal, The, of the College of Science, Imperial üni- 
versity of Tokyo, Japan. Vol. XXIII, Article 2. Vol. XXIV [cplt.]. 
Tokyo 1907. 1908. 

38. Zu P. 524/15. 8^. Wiedemanii, E., Beiträge zur Geschichte der Natur- 
wissenschaften. XII. (SA. aus den Sitzungsber. d. physik.-mediz. Sozietät 
in Erlangen. Band 39. 1907.) (Vom Verfasser.) 



II. Andere Werke. 

12407. Ätmatattvaviveka or Bauddhädhikära. By XJdayanäcärya. With the 

Commentaries of Saiikara Misra . . . etc. edited by Vindhyesvarlpra- 
sädadvivedin. Fase. I. Calcutta 1907. [== B.I. New Series, 
No. 1165.] Bb 1200, s, 863. 

12408. The Toyasästra, with the commentary called Svopajnavivarana. By 
Sri' Hemachandrächäri/a. Edited by Muni Mahäräja Sri' Dharma- 
vijaya. Vol. I. Fasciculus I. Calcutta 1907. [= B. I. New Series, 
No. 1181.] Bb 1200, s, 243. 

12409. Haupt, Rudolf, Katalog 15. Hilfsmittel zum Studium der nichteuro- 
päischen Sprachen. Leipzig 1908. Ac 187. 

12410. Pischel, R. Ins Gras beißen. (A. aus SBA. 1908.) (Vom Verfasser.) 

G 204 = Y 2. 40. 

12411. Ncdlino, C. A., Les noms g^ographiques du monde musulman dans les 
publications arabes modernes. Le Caire 1907. (Vom Verfasser.) 

Oa 401 = Y 9. 8". 

12412. Inscription, The Behistan, of King Darius. Translation and critical 
notes . . . by Herbert Cushing Tolman. Nashville, Tonn. 1908. (Vom 
Verfasser.) Ec 855. 

12413. Wiedemann, E., Zur Geschichte des Kompasses bei den Arabern. (A. 
aus den Verhandl. d. Deutsch. Physik. Ges. IX. Jahrg. No. 24.) 
Braunschweig 1908. (Vom Verfasser.) P 524/3 = Y 9. S». 



Sehr erwünscht ist der Bibliothek die vollständige Zuwendung der neu- 
erscheinenden 

orientalistischen Dissertationen , Programme u. s. w. 

der Universitäten und anderer Lehranstalten. 



XLY 



Protokollarischer Bericht 

über die Mittwoch den 14. Okt. 1908 zu Leipzig ahgehalteue 

Allgemeine Versammlung der D. M. G.^) 

Lokal: Semitistisches Institut der Universität; Beginn: 9^/^ Uhr. Zum 
Vorsitzenden wird Herr Geh. Rat Windisch, zu seinem Stellvertreter Herr 
Prof. Hultzsch, zu Schriftführern die Herren Prof Weissbach und Ober- 
lehrer Dr. Hertel gewählt. 

1. Die satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheidend en Herren Proff. 
Erman, Nöldeke,Pischel undReinisch werden durch Akklamation 
wiedergewählt. Da Herr Prof. Nöl deke durch Herrn Prof. Becker erklären 
läßt, daß er eine Wiederwahl ablehne, so muß zu einer Ersatzwahl geschritten 
werden, bei der Brockelmann 5, Sachau 3, Prym 1 und Stumme 
11 Stimmen erhalten. Letzterer ist mithin gewählt, so daß der Gesamtvorstand 
z. Z. aus folgenden Mitgliedern besteht: 

gewählt in Halle 1906 in Basel 1907 in Leipzig 1908 

Kautzsch Fischer Erman 

Kuhn Hultzsch Pisehel 

Windisch Praetorius Reinisch 

Zimmern Stumme 

2. Als Ort der nach st en Allgem. Ver sam ml ung der D. M. G. wird 
Graz, der Sitz des Allgemeinen Deutschen Philologentags von 1909, bestätigt. 

H. Herr Prof. Hultzsch verliest seinen Bericht des Schriftführers 
für 1907 — 1908 (s. Beilage B). Auf Aufforderung des Herrn Vorsitzenden 
erheben sich die Anwesenden zu Ehren der im letzten Jahre verstorbenen Mit- 
glieder von ihren Plätzen. Herr Prof. Steindorff teilt mit, daß Herr Prof. 
Erman aus der Redaktion der Zeitschr. f. Agypt. Sprache u. Altertumskunde 
ausgeschieden sei und er sie allein weiterführe. Auf Antrag von Herrn Prof. 
Fischer beschließt die Versammlung, daß zahlungssäumigen Mitgliedern, die 
mit mehr als zwei Jahresbeiträgen im Rückstande sind, stets einige Wochen 
vor der Allgem. Versammlung seitens der Firma F. A. Brockhaus ein Postauf- 
trag angekündigt werden soll. 

4. Herr Prof. Fischer verliest seinen Red aktionsberi c ht für 1 9 (i 7 
— 1 9 8 (s. Beilage C). 

5. Für den abwesenden Bibliothekar, Herrn Prof. U. Schmidt, verliest 
Herr Prof. Hultzsch den Bibliotheksbericht für 1907 — 19 08 (s. Boi- 



1) Die Teilnehmerlisto s. in Beilage A. 



XLYI Protolcollar. Bericht über die AUgem. Versammlung zu Leipzig. 

läge D). Im Anschluß daran teilt Herr Prof. Praetorius mit, daß die Kgl. 
Preußische Regierung die Fertigstellung des neuen Handschriftenkatalogs der 
Bibliothek in Erinnerung gebracht habe, worauf Herr Prof. Fischer darauf 
aufmerksam macht, daß auch noch der Nachtragsband zum Katalog der Druck- 
schriften, die Sociniana und die Indices enthaltend, ausstehe und daß der Druck 
dieser Bände die Gesellschaft pekuniär schwer belasten werde. 

6. Herr Prof. Fischer verliest den Kassenbericht für 1907 — 1908 
(s. Beilage E) und verbindet damit nähere Angaben über den Absatz der von 
der Gesellschaft veröö'entlichten Werke. Die Herren Otto Harrassowitz und 
Prof. Zimmern werden zu Revisoren der Rech nungsführung gewählt. 

7. Herr Prof. Hultzsch verliest folgende an die Allgem. Versammlung 
gerichtete Eingabe, die außerdem in Abschriften an alle Anwesenden verteilt wird: 

Kopenhagen, 14. — 20. Aug. 1908. 

An die Generalversammlung der Mitglieder der Deutschen 
Moi'genländischen Gesellschaft. 

Anknüpfend an die Erklärung, mit der Herr Prof. Fischer die Polemik 
gegen Herrn Prof. Barth abgeschlossen hat (ZDMG. Bd. 62, S. 203) und an 
den darin enthaltenen Appell an die Mehrzahl der Mitglieder erklären wir 
unterzeichneten Mitglieder der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, daß 
wir diesen Versuch einer Beilegung der Streitfrage für durchaus ungenügend 
erachten. 

Wir wünschen zum Ausdruck zu bringen, daß die Behandlung, die einem 
Mitglied der Gesellschaft im Organ der Gesellschaft durch den mit der Ge- 
schäftsführung betrauten Redakteur widerfahren ist, den Gepflogenheiten wissen- 
schaftlicher Polemik im Rahmen unserer Zeitschrift widerspricht. Die wich- 
tigste Aufgabe des Redakteurs ist es, die wissenschaftlichen Kontroversen 
zwischen Mitgliedern auf der Höhe sachlicher Diskussion zu halten Um so 
mehr ist es zu bedauern und zu mißbilligen, wenn der Redakteur die ihm 
widerruflich übertragene Autorität dazu ausnutzt, einen Angriff von ungewöhn- 
licher Art und Schärfe gegen die wissenschaftliehe Tätigkeit eines verdienten 
Mitgliedes zu unternehmen. War die Sache einmal geschehen, so blieb nur 
der Weg einer offenen Entschuldigung übrig. Eine bedingte und gewundene 
Erklärung, wie sie Herr Prof. Fischer abgibt, war im Interesse der Solidarität 
unserer Gesellschaft durchaus ungenügend. 

Wir benutzen die Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß die Redaktions- 
führung des derzeitigen Redakteurs eine wachsende Mißstimmung unter den 
Mitgliedern der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, speziell den semi- 
tistischen, erzeugt hat, da Herr Prof. Fischer es für nötig befunden hat, die 
in der Zeitschrift erscheinenden Arbeiten, sei es in der Form von Redaktor- 
Glossen, sei es in der Form von Anfügungen und Bemerkungen einer unan- 
gebrachten Kritik zu unterziehen. 

Es bleibt natürlich jedem Mitglied der Gesollschaft, auch dem Redakteur, 
unbenommen, sich zu den aufgeworfenen Fragen zu äußern; der Redakteur 
hat aber mehr als andere die Pflicht mit seiner Person möglichst zurück- 
zuhalten. Es ist eine Tatsache , daß das Vorziehen von Herrn Prof. Fischer 
die Folge gehabt hat. daß namhafte Mituliedor der Gesellscliaft aufgehört li.aben, 
für die Zeitschrift zu schreiben. 

Im Interesse der Gesellschaft halten wir es für unsere Pflicht auf diese 



Protohollar. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. XL VII 

Mißstände aufmerksam zu machen und wir erhoffen von dem Eingreifen der 
Generalversammlung eine Wiederherstellung der alten guten Gepflogenheiten. 

Becker, Bezold, Goldziher, Kampffmeyer, Littmann, 

Ed. Meyer, 

Basset , Buhl , Fraenkel , Geyer , Grimme , Haffner , Hartmann, 

Jacob , Kern , Landauer , Lehmann-Haupt , Mittwoch , Nöldeke, 

Reckendorf, Schwally, Snouck Hurgronje , Sobernheim, Streck, 

VVensinck, Zettersteen. 

Herr Prof. Becker berichtet über das Zustandekommen der Eingabe und 
begründet sie. Der Herr Vorsitzende bemerkt dazu, daß die Angelegenheit 
der von Herrn Prof. Fischer ZDMG. LIX , 442 ff. veröffentlichten „Redakteur- 
glossen" bereits auf der Allgem. Versammlung zu Hamburg 1905 in befriedigen- 
der Weise erledigt worden sei, und verweist auf den Redaktionsbericht ZDMG. 
LIX, S. LXXVf. sowie auf den daran anknüpfenden Teil des Protokolls das. S. LXXH. 
Herr Prof Hui tzs ch kann die in der Eingabe ^gewunden" genannte Erklärung 
des Herrn Prof. Fischer nicht als solche gelten lassen und teilt außerdem aus 
den Akten ^) mit, daß diese Erklärung vom Gesamtvorstand mit allen Stimmen 
(darunter einer bedingten), bei einer Stimmenthaltung für genügend erachtet 
worden ist. Herr Prof Praetorius stellt fest, daß er in dieser Angelegenheit 
mit Herrn Prof. Barth freundschaftlich, aber vergebens unterhandelt habe. Herr 
Prof. Fischer verliest einige an ihn gerichtete Zuschriften, deren Verfasser 
sich mit seiner Tätigkeit als Redakteur durchaus einverstanden erklären und 
gegen die Eingabe der Herren Becker, Bezold etc. protestieren. Er geht sodann 
zunächst auf den zweiten Teil der Eingabe ein, gibt über die von ihm in der 
ZDMG. zu Beiträgen anderer hinzugefügten Fußnoten und Nachträge genauere 
Auskunft, wobei er nachweist, daß sie größtenteils von den betr. Autoren 
entweder vorher gebilligt oder geradezu gefordert worden sind, 

1) [Die betr. Stellen in den Akten lauten: 

, Halle, 3. April 1908. 

^Wir glauben nun dem Gesamtvorstand folgende beiden Fragen vorlegen 
,zu sollen: 

„1. Soll die Barth'sche [in stark persönlichem Ton gehaltene] Erwiderung 
, abgedruckt werden? 

,oder 2. Ist es im Interesse von Gesellschaft und Zeitschrift besser, wenn 
„Barth's Erwiderung nicht abgedruckt wird? Dagegen wird Fischer dann 
„sein Bedauern drucken lassen, sich als Redakteur nicht die 
, nötige Zurückhaltung auferlegt zu haben. 

F. Praetorius." 

„Es antworteten auf die beiden vom Kollegen Praetorius gestellten Fragen 

„neun Mitglieder ( ) in identischer Weise, nämlich mit „nein" auf 

„Frage 1) und mit „ja" auf Frage 2). 

„Halle, 2. 5. 08. E. Hultzsch." 

Das Recht sich unter den in der ZDMG. gebräucliliclien Formen zu 
Fischers Aufsatz rein sachlich zu äußern, ist Herrn Prof Barth vom Ge- 
samtvorstand ausdrücklich zugestanden worden. 

Die Geschäftsführer der D. M. G.] 



XLVIII Protokollar. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. 

und beruft sich darauf, daß auch frühere Redakteure der ZDMG., von Semitisten 
namentlich Fleischer und Loth, ohne Widerspruch zu erfahren zu deu Beiträgen 
anderer Zusätze und selbst Berichtigungen gefügt haben. Herr Prof. Zimmern 
stellt darauf folgenden Autrag : 

,Die Allgem. Versammlung erklärt zum zweiten Teile der Eingabe der 
Herren Becker, Bezold etc., daß Herr Prof. Fischer seit der Erörterung seiner 
in ZDMG. LIX, 442 flf. veröffentlichten „Kedakteurglossen" auf der Allgem. 
Versammlung zu Hamburg 1905 (vgl. ZDMG. LIX, S. LXXH und den 
Kedaktionsbericht das. S. LXXV f.) in seinen eigenen Beiträgen zur Zeitschrift 
(Aufsätzen, Kleinen Mitteilungen und gelegentlichen — im ganzen fünf^) — 
Fußnoten zu Beiträgen anderer) nirgends die ihm zustehenden Befugnisse 
überschritten, sich vielmehr genau auf die ihm zu Hamburg einstimmig zu- 
erkannten Rechte beschränkt hat". 

An der Debatte über diesen Antrag beteiligen sich die Herren Dr. Hertel , 
Proff. Weissbach, Becker, Fischer, Hultzsch, Zimmern, Kampff- 
meyer und Steindorff. Er wird schließlich einstimmig angenommen. 

Darauf nimmt Herr Prof. Fischer das Wort zum ersten Teil der Ein- 
gabe. Er berichtet in eingehender Weise über die Geschichte seiner Polemik 
mit Herrn Prof. Barth und über die Bemühungen erst des geschäftsführenden 
und sodann des Gesamtvorstands die Angelegenheit beizulegen, weist darauf hin, 
daß er sich sofort spontan dazu bereit erklärt habe, bei etwaigen künftigen 
Polemiken in der ZDMG. seine Äußerungen stets erst dem geschäftsführenden 
Vorstande zur Begutachtung zu unterbreiten, und betont, daß er seine Erklärung 
habe für ausreichend halten müssen, nachdem der Gesamtvorstand, dem sie im 
genauen Wortlaut vorgelegen, sie fast einstimmig für genügend erklärt gehabt 
habe. An der Diskussion über diesen Teil der Eingabe beteiligen sich noch 
die Herren Proff. Windisch, Praetorius und Becker. Letzterer hebt 
auch hervor, daß die Eingabe der Herren Becker, Bezold etc. keinerlei „Antrag" 
enthalte. Herr Prof. Zimmern schlägt schließlich folgende, wiederum ein- 
stimmig angenommene Resolution vor: 

„Die Allgem. Versammlung nimmt Kenntnis vom ersten Teil der Ein- 
gabe der Herren Becker, Bezold etc. betr. die Erklärung des Herrn Prof. 
Fischer in Sachen seiner Polemik mit Herrn Prof. Barth; sie nimmt ferner 
Kenntnis von der Erklärung der Herren vom Vorstand, daß der Gesamtvor- 
stand bei seinen schriftlichen Verhandlungen über diesen Fall mit sämt- 
lichen Stimmen (darunter einer bedingten), bei einer Stimmenthaltung die 
Erklärung des Herrn Prof. Fischer als genügend erachtet hat". 

Nachdem Herr Prof. Zimmern auf den Ernst der Lage hingewiesen und 
einer versöhnlichen Lösung der Schwierigkeiten das Wort geredet und Herr 
Prof. li a r t m a n n sich in gleichem Sinne geäußert , einigten sich die Herren 
Proff. Zimmern und Bocker auf folgenden Zusatzantrag: 



1) (Nämlich ZDMG. LX, 246, Anm. 1 ; 370, Anm. 3; 404, Anm. 1; LXI, 141, 
Anm. 1 und '2U4, Anm. 1. dj^ Geschäftsführer der D. M. G.] 



Protolcollar. Bericht über die Allgeni. Versammlung zu Leipzig. XLIX 

^Da kein Antrag auf Stellungnahme der Versammlung zu den Er- 
klärungen einerseits des Vorstands und anderseits der Herren Becker, Bezold etc. 
vorliegt , so beschließt die Versammlung nach einer auf allen Seiten in ver- 
söhnlichem Geiste geführten Aussprache sich auf Kenntnisnahme beider Er- 
klärungen zu beschränken und spricht im Gesamtinteresse der D. M. G. die 
dringende Bitte aus die Angelegenheit nunmehr ruhen zu lassen und der 
D. M. G. die Treue zu bewahren". 

Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen. 

8. Herr Geheimrat Kuhn hat brieflich folgenden Antrag gestellt: 

In Anbetracht 

1. daß die in der ZDMG. während der letzten Jahre erschienenen Jahres- 
berichte nur einen Teil der Orientalia umfassen; 

2. daß sie gegenüber der früher erscheinenden, mit Register versehenen 
„Orientalischen Bibliographie" eine dauernde Bedeutung nicht bean- 
spruchen können; 

3. daß das Engagement geeigneter Bearbeiter erfahrungsgemäß immer wieder 
Schwierigkeiten bereitet, 

stelle ich hiermit den Antrag, die Generalversammlung wolle der endgiltigen 
Beseitigung dieser Jahresberichte ihre Zustimmung erteilen. 

Ernst Kuhn. 

Nach einer kurzen Diskussion, an der sich u. a. die Herren Profif. Fischer. 
Hultzsch und Weissbach beteiligen, wird auf Vorschlag von Herrn Geh. 
Rat Windisch infolge der großen Meinungsverschiedenheit, die bezüglich der 
Jahresberichte in der Gesellschaft herrscht, die Entscheidung über den Antrag 
bis zur nächsten Allgem. Versammlung vertagt. Der Antrag soll im zweiten 
Hefte des nächsten Jahrgangs der ZDMG. allgemein bekannt gemacht werden. 

9. Herr Prof. Seybold hat, gleichfalls brieflich, bei der Allgem. Ver- 
sammlung beantragt „festzustellen, daß wie bisher und seit Gründung der Gesell- 
schaft alle wissenschaftliche und sachliche Kritik im Interesse der 
Wissenschaft in der ZDMG. erlaubt bleiben müsse". 

Die Versammlung stimmt dem Antrage, nachdem Herr Prof. Fischer kurz 
seine Genesis angedeutet, in dieser allgemeinen Fassung als selbstverständlich zu. 

Vertagung der Sitzung 1 Uhr. 

Wiederaufnahme der Sitzung 3 Uhr Nachmittags. 
Auf Antrag der Herren Revisoren , die nichts wesentliches zu erinnern 
gefunden haben, wird der Rechnungsführung Entlastung erteilt. 
Das Protokoll wird vorgelesen, genehmigt und unterschrieben. 

Schluß der Sitzung 3^^ Uhr. 



L Protoholl. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. 

Beilage A. 

Liste der Teilnelimer an der Allgemeinen Versamm 
lung der D. M. G. am 14. Oktober 1908 in Leipzig^). 

1. E. Hultzsch. 11. F. Kern, 

2. A. Fischer. 12. Otto Harrassowitz. 

3. F. Praetorius. 13. Kampffmeyer. 

4. F. H. Wei«sbach. 14. Hecker. 

5. Job. Hertel. 15. Conrady. 

6. C. Steyer. IC. Eugen Herrmann. 

7. Caraillo Möbius. 17. Hartmann. 

8. P. Schwarz. 18. H. Zimmern. 

9. 0. Kram er, aus Gerichshain. 19, G. Steindorff. 
10. Rudolf Haupt. 20. Windisch. 



Beilage B. 

Bericht des Schriftführers für 1907—1908. 

Seit dem letzten Jahresberichte (Bd. LXI, S. LVIH) sind der Gesellschaft 
20 Personen (Nr. 1394 — 1413) und 1 Gesellschaft (Nr. 53) als ordentliche Mit- 
glieder beigetreten. Ihren Austritt erklärten die Herren Asböth, Barth, 
Duval, Liebich, Mommert, Fürst Uchtomskij und Völlers. Gelöscht 
wurden die Namen von 6 ordentlichen Mitgliedern. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihre ordentlichen Mitglieder 
Herren Derenbourg, Fell, Glaser, Grube, Hertzberg, Hiibsch- 
mann, Kielhorn, Matthes, von Mehren, G. Oppert, Baron von 
Rosen, Schrador und Baron von Stackeiberg. 

Am 1. Januar 1908 zählte die Gesellschaft 429 Mitglieder, darunter 
14 Ehrenmitglieder und 29 Mitglieder auf Lebenszeit. 

Die Gesellschaft trat in Schriftenaustausch mit der H. Accademia delle 
Scienze delV Istituto di Bologna und mit der Scuola Orientale della B. 
Universita di Roma. Auf Anregung des Königl. Preußischen Unterrichts- 
ministeriums beschloß der geschäftsführende Vorstand , dem Katholischen 
Deutschen Hospiz in Jerusalem die bisher erschieneneu Bände der Zeitschrift, 
soweit sie noch verfügbar sind, und die künftig erscheinenden Veröffentlichungen 
der Gesellschaft unberechnot zu übersenden. 

In Ausführung der Besclilüsse früherer Allgemeiner Versammlungen unter- 
stützte die Gesellschaft im Laufe des Berichtsjahres wiederum die Orientalische 
Bibliographie, die Zeitschrift für Agi/ptische Sprache und Altertumskunde 
und die Bibliographie arabe des Herrn Victor Chauvin mit Mk. 500, 400 
und 120. 

Vom LXI. Bande der Zeitschrift wurden 529 Exemplare an Mitglieder und 
gelehrte Gesellschaften versandt und 141 Exemplare .in Buchhändler abgesetzt. 

1) Die Aufführung erfolgt nach der eigenliändigon Eintragung in die Liste. 



ProtokoUar. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. LI 

Der Gesamtabsatz der Veröffentlichungen der Gesellschaft ergab im verflossenen 
Jahre Mk. 4510,70, wovon Mk. 451 als Provision der Firma F. A. Brockhaus 
in Abzug zu bringen sind. Infolge des Eintrittes von drei Mitgliedern auf Lebens- 
zeit konnten Mk. 1000 in Wertpapieren angelegt werden, sodaß die Gesellschaft 
jetzt für Mk. 16,600 Wertpapiere besitzt. 

Das Fleischerstipendium wurde in der Höhe von Mk. 350 am 4. März 1908 
abermals an Herrn Privatdozenten Dr. Joseph Hell in München verliehen. 

E. Hultzsch. 



Beilage C. 

Redaktionsbericht für 1907—1908. 

Von den im letzten Rechnungsjahre erschienenen Heften der Zeitschrift 
hat Heft I des laufenden Jahrgangs dadurch eine ziemlich starke Verspätung 
erlitten , daß ich sehr lange auf die Manuskripte zu zwei Teilberichten des 
Wissenschaftlichen Jahresberichts warten mußte. Bezüglich des einen dieser 
beiden Manuskripte war mein Warten übrigens umsonst, denn der Gelehrte, der 
es zu liefern versprochen hatte, weilte, wie ich erst sehr spät erfuhr, schon 
länger nicht mehr unter den Lebenden. Heft H des laufenden Jahrgangs konnte, 
obschon infolge der Verzögerung seines Vorgängers für seine Herstellung nur 
ca. sechs Wochen zur Verfügung standen, gleichwohl dank einer sehr starken 
Anspannung aller Kräfte in unserer Druckerei wieder pünktlich erscheinen. Auch 
Heft IV 1907 war leidlich pünktlich. Heft HI des laufenden Jahrgangs wird 
in etwa 12 Tagen verschickt- werden können. Es wäre schon fertig, wenn 
nicht der Verfasser eines darin enthaltenen größeren Beitrags teils durch eine 
ernstere Erkrankung , teils durch die von den Herausgebern der ZDMG. als 
gerechtfertigt anerkannte Notwendigkeit seiner Arbeit noch einen längeren Nach- 
trag nachschicken zu müssen, an der umgehenden Erledigung seiner Korrekturen 
gehindert worden wäre. Die noch in meinen Händen befiudlichen bezw. mir 
fest angemeldeten Manuskripte für die Zeitschrift werden nicht nur das nächste, 
sondern im wesentlichen auch noch das übernächste Heft füllen. 

Von zwei im laufenden Jahrgang der Zeitschrift erscheinenden umfang- 
reicheren Aufsätzen , der Übersetzung von Ruyyaka's Alainkärasarvasva durch 
H. Jacobi und M. Gaster's Bearbeitung des „Buches Josua in hebräisch- 
samaritanischer Rezension", lasse ich Separata zum Vertrieb durch die Gesell- 
schaft herstellen. 

Der Wissenschaftliche Jahresbericht mußte leider wieder unvollständig 
erscheinen. Zwar konnte ich diesmal außer den Referaten unserer drei semi- 
tistischen Berichterstatter, die, wie rühmend hervorgehoben sei, bisher noch nie 
versagt haben , auch den von mir bereits im vorigen Jahre angekündigten , die 
Zeit vom Herbst 1904 bis Ende 1906 umfassenden ägyptischen Bericht dos 
Herrn Dr. Günther Roeder vorlegen. Indessen mußte leider wieder der 
iranische Bericht ausfallen und infolge des beklagenswerten Endes des Dr. 

Fortsetzung der Beilage C siehe Seite LIV. 



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Einnahmen u. Ausgaben der D. M. G. 1907. 



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LIV Protohollar. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. 

Kurt Klemm ebenso der indische. Herr Dr. lioeder hat mir erfreulicherweise 
seine Mitarbeit auch für die Zukunft zugesagt, dagegen habe ich für Herrn Dr. 
Klemm noch keinen Ersatz gefunden. 

Das Generalregister zu der sechsten Dekade der Bände unserer Zeit- 
schrift hat Herr Prof. Kam p ff me j-er , der, wie bekannt, vor drei Jahren seine 
Ausarbeitung übernommen hatte, dringender anderer Arbeiten wegen bisher noch 
nicht fertigstellen können. 

Auf der vorjährigen Allgem. Versammlung konnte ich mitteilen , daß ich 
damals gerade der ersten Signatur eines neuen Heftes unserer Abhandlungen, 
aus der Feder des Herrn Prof. Caland, mein ^Imprimatur" gegeben hatte. 
Heute kann ich berichten, daß ich in diesen Tagen die letzte Signatur des 
Werkes für druckreif erklärt habe und daß das Heft, 2 70 + XXVI S. stark, 
unter dem Titel ,Der Ärseyakalpa des Sämaveda herausgegeben und bearbeitet 
A'on W. Caland" binnen kurzem erscheinen wird. 

Von Herrn Prof. von Schroeder's Küthakam, von dem gleichfalls im 
vorjährigen Redaktionsberichte die Rede war, wird noch in dieser Woche der 
Druck des zweiten Bandes beginnen. 

Da die gewissenhafte Erfüllung seiner sehr mannigfaltigen Obliegenheiten 
an die Zeit und Arbeitskraft eines Vorstandsmitglieds und Redakteurs unserer 
Gesellschaft Anforderungen stellt, denen ich auf die Dauer ohne eine Schädigung 
meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeiten nicht genügen zu können glaubte, 
so habe ich unter dem 5. Juni 1907 meinen Herren Kollegen vom geschäftsführen- 
den Vorstande ganz formell die Mitteilung zugehen lassen, daß ich mit dem Ende 
des Jahres 1907 mein Amt anderen Händen zu übergeben wünschte. Auf 
dringendes Zureden der Herren habe ich mich zwar, in der Hoffnung wenigstens 
für den mehr mechanischen Teil meiner Arbeiten eine Hilfskraft heranziehen 
zu können, noch einmal zur Beibehaltung meines Amtes entschlossen, am 
21. März ds. habe ich mich aber, in dieser Hoffnung getäuscht, zu einer Er- 
neuerung meines Rücktrittsgesuchs genötigt gesehen. Indessen habe ich mich 
schließlich bereit finden lassen, die Redaktion, die ich, wie meine letzten Vor- 
gänger, im wesentlichen ganz allein geführt hatte, künftig gemeinsam mit den 
drei übrigen Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands weiterzuführen, nämlich 
in der Form , daß ich zwar die zentrale Leitung der Geschäfte — Entgegen- 
nähme der Manuskripte und der Rezensionsexemplare, regelmäßige Verbindung 
mit der Buchdruckeroi, Erteilung des letzten ^Imprimatur" etc. umfassend — 
beibehalte, die für die Zeitschrift eingehenden Aufsätze und Mitteilungen aber 
nur insoweit prüfe und durch den Druck führe, als sie meinem engeren Studien- 
gebiet angehören. Die Prüfung und Drucklegung der übrigen Beiträge über- 
nehmen meine drei Herren Kollegen, soweit sie selbst dazu kompetent sind; 
und soweit sie es nicht sind, also bei assyriologischen, ägyptologischen , afrika- 
sprachlichen und gewissen alttestamcntlich-jüdischon Arbeiten, wird regelmäßiger 
als bisher die Mitwirkung Leipziger und Halle'scher Kollegen wie der Herren 
Profl'. Zimmern, Steindorü", Stumme und Kautzsch erbeten werden. Dieser Modus 
der Redaktionsführung könnte als eine in den Annalen der D. M. G. unerhörte 
Neuerung erschoinon , bedeutet aber in Wirklichkeit nur ein Zurückgreifen auf 
die allerältosten Vorhältnisse in der Redaktionsführung unserer Zeitschrift, denn 



Protokoll. Bericht über die Allgem. Versammlung zu Leipzig. LT 

die vier ersten Bände derselben wurden, wie es kurzweg auf den Titeln heißt, 
,von den Geschäftsführern" herausgegeben, also nicht von einem besonderen 
Eedakteur, und vom fünften Bande an, auf dessen Titel zum ersten Male vier 
Geschäftsführer und ein verantwortlicher Redakteur namhaft gemacht werden, 
hat neben dem Redakteur eine Zeitlang eine Redaktionskommission in Leipzig 
und außerdem noch eine Hülfsredaktionskommission in Halle fungiert, jede aus 
nicht weniger als sechs Mitgliedern bestehend. Bezüglich dieser zwei Kommis- 
sionen wird in dem ersten Redaktionsberichte des Prof. Anger (ZDMG. V, 128) 
bemerkt, daß „diese Einrichtung, durch welche die bei Redaction einer Zeit- 
schrift wie die der D. M. G. unumgängliche Mitwirkung verschiedener Fach- 
gelehrten an amtliche Verpflichtung geknüpft und so die Präcision im Redactions- 
geschäft gefördert werden sollte, sich vollkommen bewährt habe". Ich hoffe, 
daß auch unsere Einrichtung sich bewähren wird. Sicher wird sie nicht nur 
dem Redakteur die Arbeitslast erleichtern , die sich ja nun in vier oder 
noch mehr Teile zerlegen wird, sondern sie wird auch — jedenfalls in weit 
höherem Grade , als es die bisherige Art der Redaktionsführung vermochte — 
verhüten, daß Arbeiten, die unter dem Niveau unsrer Zeitschrift stehen, darin 
Aufnahme finden. Genauer wird über die Neuerung, die am 1. Januar 1909 
in Kraft treten soll, in Heft IV berichtet werden. A. Fischer. 



Beilage D. 

Bibliotheksbericht für 1907—1908. 

Der Verkehr in der Bi bl i oth ek ist in dem Berichtsjahre ein sehr reger 
gewesen, so daß die Zahlen des letzten Berichtes bedeutend überholt sind. 
Es wurden ausgeliehen 467 Bände, darunter 5 Mss.; die Suramo der Entleiher 
betrug 167. Zu den üblichen Fortsetzungen, namentlich der periodisch er- 
scheinenden Schriften, kommt diesmal ein Zuwachs von 136 Werken, nämlich 
der Nummern 12301 — 12436; als besonders dankenswertes Geschenk (von 
Prof. Dr. C. H. Becker) seien hier sechs Bände der ZAW. erwähnt. 

Das Arbeitszimmer hat sich im Sommersemester 1008 des eifrigen 
Besuches mehrerer Herren zu orfreuen gehabt, die die Schätze unserer Biblio- 
thek zu größeren Publikationen benutzen wollten. 

Die Katalogisierung der Handschriften hat gute Fortschritte 
gemaclit. Die sämtlichen Mss. sind signiert und geordnet aufgestellt, mit Aus- 
nahme der Semitica, die im kommenden Winter erledigt werden sollen, und 
der persischen und türkischen Mss., deren Bearbeitung Herr Prof. Dr. Hörn 
übernehmen will. Richard Schmidt. 



LVI 



Personalnachrichten. 

Der D. M. G. sind als ordentliche Mitglieder beigetreten 
ab 1908: 

1408 Herr Pastor Rudolf Strothmann, Oberlehrer in Pforta, 

1409 Herr Herbert Loewe, M. A., Queen's College, Cambridge, England, 

1410 Herr Jenö L6vy, Hübner Udvar, Andrässy üt 94, Budapest VI, 

1411 Herr Dr. jur. Otto Günther vonWesendonk in Berlin, NW. 7, Reichs- 

tagsufer 10, und 

1412 Herr Privatdozent Dr. Alexander E. von Schmidt, Bolschaja Selenina 

Nr. 9, Quartier 20, St. Petersburg; 
ab 1909: 

1413 Herr Dr. Max Vasmer, Gymnasiallehrer- Aspirant der Univ. in St. Peters- 

burg, Peterburgskaja Storona, Bolschoj Prosp. 4, D. l.o, und 

1414 Herr F. O. Oertel, Superintending Eugineer, Cawnpore, U. P., Indien. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihre ordentlichen Mitglieder: 
Herrn Prof. Dr. B. B a e n t s c h in Jena, 
Herrn Dr. Winand Fell in Münster i./W., 
Herrn Prof. Dr. Wilhelm Grube in Haiensee, 
Herrn Dr. B. F. Matthes in Nymegen, t 9. Okt. 1908, und 
Herrn Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Eberhard Schrader in Berlin. 

Seinen Austritt erklärte Fürst Esper Uchtomskij. 

Ihre Adresse änderten die folgenden Mitglieder : 
Herr Prof. Dr. C. H. Bock er in Hamburg, Andreasstr. 19, 
Herr James P. Fleming in Mannheim, M 5, 4, 
Herr Dr. Emil Gratzl, Sekretär a. d. Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München, 

Erhardtstr. 11/2, 
Herr Prof. Dr. 11. Greßmann in Berlin, Westend, Ulmenallee 38, 
Herr Prof. Dr. E. Hultzsch in Halle a/S., Reilstr. 76, 
Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. E. Kuhn in München 31, Heßstr. 5, 
Herr Geh. llegiorungsrat Dr. Lauer in Göttingeu, Wölilerstr. 111, 
Herr Prof. Dr. II. Lüders in Kiel, 

Herr Prof. Dr. Oskar Mann in Charlottenburg, Grolmanstr. ü8, 
Herr Prof. Dr. H. Oldenberg in Göttingon, Nikolaiisberger Weg 27/9, 
Herr Dr. G. Tliibaut. C. I. E., Rogistrar, Cakuttu Univorsity, 
Herr Dr. med. Woekorling in Friedberg i. Hessen, Ludwigsstr. 25 I, und 
Herr Dr. A. .] W o n s i n c k in Utrecht, Kr. N Gracht 88 W». 



LVII 



Verzeichnis der vom 19. Jimi bis 7. Olitober 1908 für die 
Bibliothek der D. M. Gr. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I. Fortsetzungen und Ergänzungen von Lücken. 

1. Zu Aa 158. 8*^. Report, Annual, for the year 1007. Imperial Librarj', 
Calcutta. (Calcutta 1908.) 

2. Zu Ac 264. Duzac's Oriental List and Book Review. Vol. XIX, Nos. 3 — 4. 
March — April. 5 — 6, May-June, 1908. London. 

3. Zu Ae 30. Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse. 1908. Heft 3. 4. 
Geschäftliche Mitteilungen. 1908. Heft 1. Berlin 1908. 

4. Zu Ae 45. Rendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Classe di 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. XVII. Fase. 1 — 3. 
Roma 1908. 

5. Zu Ae 65. 4°. Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de 
St.-Petersbourg. Vie Serie. 1908. No. 11. 12. St.-Petersbourg 1908. 

6. Zu Ae 1G5. 4*^. Sitzungsberichte der Königlich Preußischen Aka- 
demie der Wissenschaften zu Berlin. 1908. XXIV — XXXIX. Berlin 1908. 

7. Zu Af 124. Proceedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XLVII. No. 188. 
January — April, 1908. Philadelphia 1908. 

8. Zu Ah 5. Analecta Bollaudiana. Tomus XXVII. Fase. III— IV. Bruxellis 

1908. 

9. Zu Ah 5g. Poncelet, Alb., Catalogus codicum hagiographicorum lati- 
norum bibliothecarum Romanarum praeter quam Vaticanae. p. 385 — 448. 

10. Zu Ah 12. Jahresbericht der israelitisch-theologischen Lehranstalt in 
Wien für das Schuljahr 1907/1908. Voran geht: Baraitha di-Mlecheth ha- 
Mischkan . . . von M. Friedmann. Wien 1908. 

11. Zu Bb 10. Bibliographie, Orientalische, begründet von Awgnst Müller 
. . . Bearbeitet und herausgegeben von Lucian Scherman. XX. Jahrgang 
(für 1906). Drittes Heft. Berlin 1908. 

12. Zu Bb 606. Bessarione. Pubblicazione periodica di studi orientali. 
Serie IIL Vol. IV. Fase. 100—102. Anno XH. 1907—1908. Roma. 

13. Zu Bb 608. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van 
Noderlandsch-Indie . . . Zevendo Volgreeks — Zevende Deel (Deol LXI der 
geheele Reeks). Derde en vierde Aflevering. 's Gravenhage 1908. 

14. Zu Bb 628. 4°. B ulletin de l'Ecole Fran9aise d'Extreme-Orient. Tome VII, 
no. 3 — 4. Hanoi 1907. 

15. Zu Bb 725. Journal & Proceedings of the Asiatic Society of Bengal. 
New Series. Vol. II. No. 10. Vol. III. No. 1 — 4. Calcutta 190G. 1907. 

16. Zu Bb 750. Journal, The, of the Royal Asiatic Society of Qreat Britain 
& Irelaud. July 1908. London. 



LYllI Verz. der für die Bibliothek der D. M. G.eingeg. Schriftenu.s. w. 

17. Zu Bb 765. Journal of the North-Chiiia Branch of the Royal Asiatic 
Society. 1908. Vol. XXXIX. Shanghai, o. J. 

18. ZuBb818. al-Machriq. Revue catholique Orientale bimensuelle. Sciences- 
Lottres-Arts. Bairüt. XI. 1908. No. 7. 8. 9. 

19. Zu Bb 819. 4". Memnon. Zeitschrift für die Kunst- und Kultur- 
geschichte des Alten Orients. Herausgegeben von Reinhold von Lichten- 
berg. 2. Band. 1. u. 2. Heft. Leipzig 1908. 

20. Zu Bb 885. Rivista degli Studi Orientali . . . Anno I. Volume I. Fase, 
quarto. Roma — Lipsia 1908. 

21. Zu Bb 901. Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde, 
uitgegeven door het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- 
schappen . . . Deel L. Aflevoring 5 — 6. Deel LI. Aflevering 1. Batavia | 's 
Hago 1908. 

22. Zu Bb 901d. Notulen van de Algemeene en Directievergaderingen van 
het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen. Deel XLVI. 
1908. Aflevering 1. Batavia | 's Gravenhage 1908. 

23. Zu Bb 905. 4". T'oung-pao ou Archives concernant l'histoire, les 
langues, la geographie et l'ethnographie de l'Asie Orientale. Revue dirigee 
par Henri Cordier et Edouard Chavannen. Serie II. Vol. IX. No. 1. 2. 3. 
Leide 1908. 

24. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 
Zweiundsechzigster Band. II. Heft. Leipzig 1908. 

25. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes . . . 
XXH. Band. Heft II. Wien 1908. 

26. Zu Bb 1114. Leipziger Semitistische Studien. Herausgegeben von 
A. Irischer und H. Zimmern. IV, 1. Hälfte. Leipzig 1908. 

27. Zu Bb 1125 (21). Broclcelmann, Carl, Kurzgefaßte vergleichende Grammatik 
der semitisclien Sprachen. Elemente der Laut- und Formenlehre. Berlin 
1908. (Vom Verfasser.) 

28. Zu Bb 1223. E. J. W. Gibb Memorial Series. Vol. III, 2. El-Khazreji's 
History of the Resüli Dynasty of Temen (Translation II). London 1907. 

29. Zu Bb 1242. Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft. 1908. 
1. 2. 13. Jahrgang. Berlin. 

30. Zu Ca 9. Sphinx. Revue critique embrassant le domaine entier de 
l'egyptologie publice . . . par Karl Piehl. Vol. XI. Fase. IV. Vol. XII. 
Fase. 1. Upsala. 

31. Zu Da 359. Brockelmann, C. , Grundriß der vergleichenden Grammatik 
der semitischen Sprachen. I. Band. 2. — 6. Lieferung. Berlin 1907 — 1908. 
(Vom Verfasser.) 

32. Zu Eb 10. 2". Assam Library. [Jetzt: Catalogue of Books and Pam- 
phlets registered in Eastern Bengal and Assam.] For the quarter ending 
the 3 Ist March 1908. 

33. Zu Eb 50. "2*^. Bengal Library Catalogue of Books for the Fourth Quarter 
ending the Sl»* December 1907. Wednesday, June 10, 1908. . . . for the 
First Quarter ending the 31«* March 1908. Wednesday, August 26, 1908. 

34. Zu Eb 225. 2". Catalogue of books registered in Burma during the 
quarter ending tho Sl^h March 1908. Rangoon 1908. (Von der Kgl. 
Bibliothek, Berlin.) 

35. Zu Eb 295. 2". Catalogue of Books registered in the Punjab undor 
Act XXV of 1867 during the quarter ending tho 3 ist December, 1907. 
Labore 1908. (Von der Kgl. BibHuthck, Berlin.) 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. LIX 

36. Zu Eb 485. 2". Catalogue of Books registered in the Central Pro- 
vinces and Berjir [früher: Memorandum of Books registered in the Hyde- 
rabad Assigned Districts] during the quarter ending the 30*^ June 1908. 
Nagpur 1908. (Von der Kgl. Bibliothek, Berlin.) 

37. Zu Eb 5270. 2". Annual Report on the search for Hindi ilanuscripts. 
For the year 1905. 1906. By Syamsundar Das . . . Allahabad 1908. 

38. Zu Eb 6200. Journal of the Gypsy Lore Society. New Series. Vol. II. 
No. 1. Liverpool 1908. 

39. Zu Ed 1365. 4**. Bandes amsoreay. 1908. No. 6, 7, 8, 9. 

40. Zu Fa 76. Szemle, Keleti . . . Revue Orientale pour les etudes ouralo- 
altaiques . . . IX. evfolyam. 1908. 1 — 2. szäm. Budapest. 

41. Zu Ff 1925. Journal, The, of the Siam Society. Volume IV. Part II. 
III. Bangkok 1907. (Von der Siam Society.) 

42. Zu Fg 100. Transactions of the Asiatic Society of Japan. Tokyo. 
Vol. XXXV, Part II. June, 1908. 

43. Zu Fi 80. CöopHH Kl MaTepia.iOBi ÄJia onHcaiiifl MicTHOCxeR h n.ieieHi 
KaßKasa. BanjcKi XXXVIII. Th([).ihci 1908. 

44. Zu Ha 5. Archiv für Religionswissenschaft . . . herausgegeben von 
Albrecht Dieterich und Thomas Achelis. Band 11. Zweites und Drittes 
Heft. Leipzig 1908. 

45. Zu la 33. 40. Echos d'Orient. lie annee. No. 71. Juillet 1908. 

46. Zu la 125. Revue Biblique Internationale ... Nouvelle Serie. Cinquieme 
Annee. No. 3. Juillet 1908. Paris, Rome. 

47. Zu la 126. Revue de l'Orient Chretien. Recueil trimestriel. Deuxieme 
Serie, Tome HI (XIII). 1908. No. 2. Paris. 

48. Zu la 128. Rivista Cristiana, La. Comitato Direttivo: Enrico ISofiio 
— Giovanni Luzzi. Nuova Serie. Anno XXV. Giugno , Agosto, 1908. 
Firenze. 

49. Zu la 135. 8». Tijdschrift, Teyler's Theologisch, . . . Zesde 
Jaargang. Aflevering 3. 4. Haarlem 1908. 

50. Zu la 140. Zeitschrift des Deutschen Palästina- Vereins. Herausgegeben 
. . . von C. Steuernagel. Band XXXI. Heft 4. Register zu Band XXVI 
— XXX. Leipzig 1908. 

51. Zu la 140a. Mittheilungen und Nachrichten des Deutschen Palae- 
stina-Vereins. Herausgegeben . . . von G. Hölscher. 1908. Nr. 4 und 5. 

52. Zu la 145. Zeitschrift für die alttestameutliche Wissenschaft. Heraus- 
gegeben von Bernhard Stade. Jahrgang XV — XIX und Beihefte I — III. 
Gießen 1895—1899. (Von Prof Dr. C. H. Becker.) 

53. Zu Ic 2290. Proceedings of the Society of Biblical Archseology. 
Vol. XXX. Part 5. London 1908. 

54. Zu Mb 135. 4". Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 300. 301. 302. VII. Band (Nr. 31. 32. 33.) 1908. 

55. Zu Mb 245. Numismatische Zeitschrift, herausgegeben von der Numis- 
matischen Gesellschaft in Wien durch deren Redaktionskomitee. Neue 
Folge, Band I, 1908. Der ganzen Reihe Band XLI. Wien 1908. 

56. Zu Na 139. Journal of Archaeology, American. Second Series . . . 
Vol. XII. 1908. Numbor 2. Norwood, Mass. 

57. Zu Na 325. Revue Arch^ologique. Quatriöme Sörie. — Tome XI. Mai — 
Juiii. Tome XII. Juillet — Aoüt 1908. Paris 1908. 



LX l^erz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

58. Zu Na 426. 4^. 3anHCKH BocTOinaro OiÄtjieHifl HiinepaTopcKaro 
PyccKaro ApxeojorniecKaro OomecTBa. ToMt XVIII. Bian. I. C- 
neiepöypr-b 1907. 

59. Zu Na 427. A**. 3 an H CRH OTAi-ieniH pyccKOH H cjiaBflHCKOH apxeojioria 
JiMnepaTopcKaro PyccKaro ApxeojiornHecaaro OßmecTBa. Tomi VIII. 
Bhin. 2. C.-lIeTep6ypri, 1907. 

CO. Zu Nf 382a. 2**. Report of the Superintendent, Archaeological Survey, 
Burma, for the year ending 3lst March 1908. Rangoon 1908. 

61. Zu Nf 452. 4**. Epigraphia Indica and Record of the Archaeological 
Survey of ludia. 'EdiiinA hy Sien Konoiv . Vol. IX. Part IV. October 1907. 
Calcutta. 

62. Zu Nf 452 a. 2**. Archaeological Survey of India. Annual Report 1904 
— 1905. Calcutta 1908. 

63. Zu Ni 406. 06o3piHie npenoxasaHifl iiayKi et> HMnepaTopcKOMb C- 
IleTepöyprcKOM'b YflnEepcHTeTt na 1908 — 1909 y^eÖHufi noÄi. C- 
Ilexepöypr'b 1908. 

64. Zu Ni 415. ÜTHexb cocTo^Hin h Ä^^TeJiBHOCTH HiunepaTopcKaro 
C.-neTep6yprcKaro yHHBepcnTexa sa 1907 roÄ'b • . . C.-IleTepöypri 1908. 
(Von der Üniversitäts-Bibliothek in St. -Petersburg.) 

65. Zu Oa 42. lIsBicTifl HMnepaxopcKaro PyccKaro reorpa4)H4ecKaro 
OomecxBa . . . Tomi. XLIV. 1908 r. V. VI, C.-IIexepnypn, 1908. 

66. Zu Oa 151. Journal, The Geographica!. Vol. XXXII. No. 1. 2. 3. 
July, August, September, 1908. London. 

67. Zu Oa 208. 8**. Revue Tunisienne. Fondee en 1894 par l'Institut 
de Carthage. Quinzieme Annee. No. 69. 70. Tunis 1908. 

68. Zu Oa 256. 4^. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
1908. No. 6. Berlin. 

69. Zu Ob 2101. [Hunter:] The Imperial Gazetteer of India. Vol. II. New 
Edition. Oxford 1908. 

70. Zu Oc 17 6. 8". Journal, The, of the Anthropological Society of 
Bombay. Vol. VIII. No. 2. Bombay 1908. 

71. Zu Oc 1000. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde . . . Herausgegeben 
von M. Grunwald. 27. Heft. Leipzig 1908. 

72. Zu P 150. 4". Journal, The, of the College of Science, Imperial Uni- 
versity of Tokyo, Japan. Vol. XXI, Article 12. Vol. XXIII, Article 3—14. 
Vol. XXV, Article 19. Tokyo 1907. 1908. 

II. Andere Werke. 

12414. Wiedemann, Eilhard, Über das al Berünische Gofiiß zur spezifischen 
Gewichtsbestimmung. (A. aus den Verh. der Deutsch. Phys. Ges. 
X. Jahrg. No. 8 und 9.) Braunschwoig 1908. (Vom Verfasser.) 

De 3760 = Y 9. S». 

12415. Wiedemann, Eilliard, Über das Goldmachen und die Verfälschung der 
Perlen nach al Gaubari. (A. aus ?). o. O. u. J. (Vom Verfasser.) 

De 4906 = Y 9. 8". 

12416. (Joldziher, I., L5 misäsa. (A. aus: Revue Africaine, No. 268.) Alger 
1908 (Vom Verfasser.) De 1728 = Y 9. 8". 

12417. Dussaud, Rend, Lo Royaume do Hamat et de Lou'ouch au Vllle sifeclo 
avant J.-C. (A. aus: Revue Archdologiquo 1908.) Paris 1908. (Vom 
Verfasser.) Nd 157 '60 = Y 9. 8». 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. LXI 



12418. Harrassowitz, Otto, Büclier-Catalog 312. 313. Die indische Bibliothek 
von W. W. Hunter ... 1. 2. Abtheilung. Leipzig 1908. Ac 183 u. 

12419. HHCTpyKn,ifl äji^ HPscjit^OBanifl oaep^. CocraBjieHa HJienaMH Ho- 
CToaBHOH KoMHcciH HO HsyieHiio osept Poccin . . . C.-IIeTep6ypn> 
1908. P 145. 4". 

12420. Laiita Vistara. Leben und Lehre des Cäkya-Buddha. Textausgabe 
... von S. Lefmann. Teil I. II. Halle' a. S. 1902. 1908. (Vom 
Verleger.) Eb 3086. 

12421. Weber, Otto, Die Literatur der Babylonier und Assyrer. Ein Überblick. 
Leipzig 1907. (R.) Db 230. 

12422. Hough, Walter, Antiquities of the Upper Gila and Salt River Valleys 
in Arizona and New Mexico. Washington 1907. == Smithsonian 
Institution. Bureau of American Ethnology. Bulletin 35. Nh 74. 

12423. Bharucha, Ervad Sheriarji Dadabhai, Lessons in Pahlavi-Päzend. Part I 
. . . (Bombay) 1908. (Von den Trustees of the Parsee Punchayet.) 

Ec 983. 

12424. Bharucha, Ervad Sheriarji Dadabhai, Lossoas in Avesta. Part I. I[. 
(Bombay) 1907. 1908. (Desgl.) Ec 198. 

12425. Strack, Hermann L., Einleitung in den Talmud. Vierte, neubearbeitete 
Auflage. Leipzig 1908. (Vom Verfasser.) Dh 2040*. 

12426. Sieg, E., Verzeichnis der Bibliotheca Indica und verwandter indischer 
Serien nach Werken und Nummern. (SA. aus: Zentralbl. f. Bibliotheks- 
wesen, Jahrg. 24, 1907, Heft II.) Leipzig 1908. (Vom Verleger.) 

Eb 758. 

12427. Die vier kanonischen Evangelien nach ihrem ältesten bekannten Teste. 
Uebersetzung der syrischen im Sinaikloster gefundenen Palimpsesthand- 
schrift von Adalbert Merx. Berlin 1897. (Vom Verfasser.) Ib 1571. 

12428. Die Evangelien des Markus und Lukas nach der syrischen im Siuai- 
kloster gefundenen Palimpsesthandschrift erläutert von Adalbert Merx. 
. . . Berlin 1905. (Von demselben.) Ib 1571/5. 4«. 

12429. Forrest, George W., Selections from the Travels and Journals preserved 
in the Bombay Secretariat. Bombay 1906. Ob 144. 4". 

12430. Reinisch, Leo, Das persönliche Fürwort und die Verbalflexion in den 
chamito-semitischen Sprachen. Wien 1909. (Vom Verfasser.) Bb 1757. 

12431. Wright, Charles H. H., Light from Egyptian Papyri on Jewish History 
before Christ. London 1908. (Vom Verfasser.) Nd 654. 

12432. Schneider, Hermann, Kultur und Denken der alten Ägypter. Leipzig 
1907. = Entwickelungsgeschichte der Menschheit. Bd. I. (R.) 

Nb 205. 

12433. Hornydnskjj , Aladär, Heber Nyelvtan. Kezdök szämära. I. Kötet: 
Alaktan. Budapest 1907. = Keleti Könyvtär 1,1. (Vom Verfasser.) 

Dh 603. 

12434. Berghoeffer, Ch. W., Führer durch die Freiherrlich Carl von Koth- 
schild'sche öffentliche Bibliothek. Frankfurt a. M. 1908. (Von der 
Bibliotheksverwaltuiig.) j^\^ 25 

12435. Unger, Joachim Jacob, Gesammelte Aufsätze. Prag 1908. (Vom Ver- 
fasser.) Ai 98. 

12436. Rouffaer, G. P., en W. C. Muller, Catalogus der Koloniale Bibliotheek 
van het Kon. Instituut voor de Taal-, Land- en Volkonkunde van Ned. 
Indie en het Indisch Genootschap. 's-Grnvenhage 1908. Ab 326. 



LXIIl 



Zur Beachtimg. 

Mit dem 1. Januar ds. ist die im letzten Eedaktions- 
bericlit (oben S. LIVf.) angekündigte Änderung in der 
Eedaktion unserer Zeitsclirift in Kraft getreten. Manuskripte 
und Mitteilungen für die Zeitsclirift können künftig nach Be- 
lieben entweder, wie bisher, an den verantwortlichen Eedakteür, 
Professor A. Fischer, oder an einen der drei übrigen C4e- 
Schäftsführer unserer Gesellschaft, Professor E. Windisch, 
Professor F. P r a e t o r i u s und Professor E. H u 1 1 z s c h , ein- 
o-esandt werden. 

Der geschäftsfuhreiide Yorstaiid. 



o 



Berichtigung. 

Herr Professor Nöldeke wünscht den Passus des letzten protokollarischen 
Berichts ,Die satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheidenden Herren ProfT. 
Erman, Nöldeke ....•' (oben S. XLV) dahin berichtigt zu sehen, daß er 
am 8. Mai 1908 aus dem Vorstand ausgetreten sei. 

Der geschilftsführeiule Vorstand. 



LXIV 



Personalnachrichten. 

Der D. JI. G. sind als ordentliche Mitglieder beigetreten 
ab 1908: 

1415 Herr Mohammad Musharraf-ul Ilukk, stud. pliil. in Halle a/S. , Hedwig- 

str. 9 II, und 

1416 Herr Kurt Wulff, Assistent am Thesaurus Linguae Latiuae, in München- 

Nymphenburg, Komanstr. 99; 
ab 1909: 

1417 Herr Gymnasiallehrer Dr. Paul Hüchler, z. Z. in Halle a/S., Wilhelm- 

str. 43, 

1418 Herr Dr. Nikolaus Rhodokaiiakis, Prof. a. d. Univ. Graz, Mandellstr. 7, 

und 

1419 Herr Dr. Hans Unters weg in Graz, Landesbibliothek. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft ihre ordentlichen Mitglieder: 
Herrn Prof. Dr. Paul Hörn in Straßburg i/Els., f H- Nov. 1908, und 
Herrn Geh. Kegierungsrat Prof. Dr. Kichard Pischel, t 2C. Dez. 1908 in Madras. 

Ihren Austritt erklärten die Herren Dr. Carl von Arnhard und Prof. 
Dr. Weymann. 

Ihre Adresse änderten die folgenden Mitj^lieder: 
Herr Senator Dr. Otto Donner in Helsingfors, Norra Kajen 12, 
Herr Prof Dr. J. Flemming in Friedenau b. Berlin, Goßlerstr. 9, 
Herr Liz. Dr. Paul Kahle in Halle a/S., Gr. Brunncnstr. 27 A I, 
Herr Dr. Sten Konow in Kristiania, Valkyriegato 7, 
Herr Prof. Dr. Heinrich Lüders in Kiel, Kevontlow-AUee 28, 
Herr Prof. Dr. C. A. Nallino in Palermo, Via Catania 3, 
Herr Dr. phil. Schulim Ochser in Berlin, 34, Wilhelm Stolzo-Str. 20 I, 
Herr Dr. Carl Philipp in Berlin, S\V Gl, Teltower Str. 22, 
Herr Dr. Gustav Koth stein in Friedenau b. Berlin, Handjerystr. 39, 
Herr Prof. Dr. P. N. Seh log 1 in Wien, XVI/2, Gersthoferstr. 117, 
Herr Prof. Dr. Friedrich Schwally in Gießen, Alicenstr. 6, 
Herr Botschaftsattache Dr. jur. von Wosendonk, 9 Carltoa House Tt-rrace, 

London, SW, 
Herr Liz. Dr. Gustav Westphal in Murburg, Barfüßertor 21, 
Herr Ilofrat Prof. Dr. E. Wilhelm in Jona, Löbdergraben 25 111, und 
Herr Dr. A. S. Yahuda in Berlin, N 24, Artilloriestr. 14. 



LXV 



Yeizeichnis der vom 8. Okt. 1908 Ms 9. Jau. 1909 für die 
Bibliothek der D. M. 0. eingegangenen Schriften u. s. w. 

I. Fortsetzungen und Ergänzungen von Lücken. 

1. Zu Ab 100. Catalogue of the Library of the ludia Office. Vol. IL — 
Part V. Marathi and Gujarati Books. By J. F. Blumhardt. London 1908. 

2. Zu Ac 264. Luzac's Oriental List and Book Review. Vol. XIX, Nos. 7 — 8, 
July— August. 9 — 10, Sept.— Oct., 1908. London. 

'i. Zu Ae 8. 4^. Abhandlungen der philologisch-historischen Klasse der 
Königl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften. Band XXVI. No. 2. 
Leipzig 1908. 

4. Zu Ae 24. Almanach, Magyar Tud. Akademiai, polgäri es csillagäszati 
naptärral MCMVIII-ra. [Budapest] 1908. 

5. Zu Ae 30. Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissen 
Schäften zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse. 1008. Heft 5 
Berlin 1908. 

G. Zu Ae 45. Rendiconti della Reale Accademia dei Lincei. Classe d 
scienze morali, storiche e filologiche. Serie quinta. Vol. XVII, Fase. 4 — 6 
Roma 1908. 

7. Zu Ae 45a. 4**. Atti della R. Accademia dei Lincei. Anno CCCV 
1908. Rendiconto dell' adunanza solenne dei 7 giugno 1908. Vol. II 
Roma 1908. 

8. Zu Ae 51. Berichte über die Verhandlungen der Königlich Sächsischen 
Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse. 
Sechzigster Band. 1908. I— III. Leipzig 1908. 

9. Zu Ae 65. 4°. Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de 
St.-Petersbourg. Ve Serie. Tome XXV. 1906. Vie Serie. 1907. 1908. 
No. 13. 14. 15. 16. 17. 18. St.-Petersbourg 1907. 1908. 

70 

10. Zu Ae .— . 4". Memoires de l'Academie Imperiale de St.-Petersbourg. 

Vllle Serie. Vol. VIII. No. 7. St.-Petersbourg 1908. 

11. Zu Ae 74. Calendar, The, [of the] Imperial University of Tokyo. 
(Tokyo Teikoku Daigaku.) 2567—68 (1907—1908). Tokyo 2568 (1908). 

12. Zu Ae 96. Ertekezesek a nyelv- es szeptudomänyok köröbol . . . Szerkeszti 
Szinnyei Jözsef. XIX. kötet. 10. szdm. XX. kötet. 1 — 7. szäm. Buda- 
pest 1907—1908. 

i;5. Zu Ae 130. Közlemenyek, Nyolvtudomünyi. XXXVIl, ;5— 4. Buda- 
pest 1907. 

14. Zu Ae 196. Szüi/ , C. [jetzt G. Heinrich], Rapport sur les travau.\ de 
l'Academie hongroise des scionces en 1907. Budapest 1908. 

15. ZuAf 116. Museon, Le. Etudes pliilologiqucs, historiques et roligieuses . . . 
Fonde en 1881 par Ch. de Harlez. Nouvello Sdrie. — Vol. IX. No. 2— .5. 
Louvain 1908. 

g* 



LX VI Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u.s.w. 

IG. Zu Af 124. Proceedings of the American Philosophical Society held 
at Philadelphia for promoting useful knowledge. Vol. XLVII. No. 189. 
May— August, 1908. Philadelphia 1908. 

17. Zu Af 160. Transactioiis aud Proceedings of the American Philological 
Association. 1907. Volume XXX VIII. Boston, Mass. 

18. Zu Bb 628. 4". Bulletin de l'Ecole Fran9aise d'Extreme - Orient. 
Tome VIII, no. 1—2. Hanoi 1908. 

19. Zu Bb 750. Journal, The, of the Itoyal Asiatic Society of Great Britain 
& Ireland. October, 1908. London. 

20. Zu Bb 790. Journal Asiatique . . . Dixieme Serie. Tome XI. No. 1. Paris. 

21. ZuBb818. al-Machriq. Kevue catholique Orientale bimensuelle. Sciences- 
Lettres-Arts. Bairüt. XI. 1908. No. 10. 11. 

22. Zu Bb 819. 4<>. Memnon. Zeitschrift für die Kunst- und Kultur- 
geschichte des Alten Oi'ients. Herausgegeben von Reinhold von Lichten- 
berg. 1. Band. 2. Heft. Leipzig 1907. 

2i3. Zu Bb 825. Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 
an der Königlichen Friedrich Wilhelms-Universität zu Berlin. Jahrgang XI. 
Berlin 1908. 

24. Zu Bb 885. Kivista degli Studi Orientali . . . Anno II. Volume II. Fase, 
primo. Roma — Lipsia 1908. 

25. Zu Bb 905. 4". T'oung-pao ou Archives concernant l'histoire, les langues, 
la geographie et l'ethnographie de I'Asie Orientale. Revue dirigee par Henri 
Cordier et Edouard Chavannes. Serie II. Vol. IX. No. 4. Leide 1908. 

26. Zu Bb 930. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 
Zweiundsechzigster Band. Hl. Heft. Leipzig 1908. 

27. Zu Bb 945. Zeitschrift, Wiener, für die Kunde des Morgenlandes . . . 
XXII. Band. Heft III. Wien 1908. 

28. Zu Bb 1118. Archiv für das Studium deutscher Kolouialsprachen. Heraus- 

gegeben von . . . Eduard Sachau. Band II. 2. Auflage. Berlin 1908. 

29. Zu Bb 1180a. 4". Annales du Musee Guimet. Bibliothcque d'Etudes. 
Tome XIX. Levi , Le Nepal. Vol. III. — Tome XXIV. Mahler, Ed., 
Etudes sur le Calendrier Egyption. Traduit par Alexandre Moret. Paris 

1907. 1908. 

30. Zu Bb 1190. Bibliotheca Buddhica. HI. Avadäna^ataka II, 1. 2. 
IV. Mülamadhyamakakärikäs V. — IX. Madhyaniakävatära 1. 2. St.-Peters- 
bourg 1907. 1908. 

31. Zu Bb 1242. Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft. 1908. 
3. 13. Jahrgang. Berlin. 

32. Zu Ca 9. Sphinx. Revue critique embrassant le domaine entier de 
l'egyptologie publice . . . par Karl Piehl. Vol. XII. Fase. 2. 3. Upsala. 

33. Zu De 4051. 4". Le Recueil des traditions mahometauos par Abou Abdallah 
Mohammed ihn Ismail el-Bokhnri. Public par Ludolf Krehl, continue 
par Th. W. Juynboll. Vol. IV (deuxüme partio). Loyde 1908. 

34. Zu Eb 50. 2<*. Bengal Library Catalogue of Books for the Secoud Quarter 
ending Wednesday, the 308t June, 1907. Wednesday, December 2, 1908. 

35. Zu Eb 225. 2". Catalogue of books registered in Burma during the 
quarter ending the 30"' June 1908. Rangoon 1908. (Von der Kgl. 
Bibliothek, Berlin.) 

36. Zu Eb 295. 2", Catalogue of Books registered in the Punjab undor 
Act XXV of 1867 during the quartor ending the 30»' June, 1908. Labore 

1908. (Von der Kgl. Bibliothek, Berlin,) 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. LX Yll 

37. Zu Eb 390. Hrishikesa SästrT and 8iva Chandra Gui, A De- 
scriptive Catalogue of Sanskrit Manuscripts in the Library of the Calcutta 
Sanskrit College. No. 2ö. Calcutta 1908. 

38. Zu Eb 485. 2". Catalogue of Bocks registered in the Central Pro- 
vinces and Berar [früher: Memorandum of Bocks registered in the Hyde- 
rabad Assigned Districts] during the quarter endiug the 31th March 1908. 
Nagpur 1908. (Von der Kgl. Bibliothek, Berlin.) 

39. Zu Eb 4068. 2". Progress Report, Annual, for Epigraphy, for the year 
1907 — 1908. Government of Madras. G. O. , No. 574, 17th July 1908. 

40. Zu Eb 6200. Journal of the Gypsy Lore Society. New Series. Vol. II. 
No. 2. Liverpool 1908. 

41. Zu Ed 1365. 4°. Hand es amsoreay. 1908. No. 10. 11. 12. 1909. 
No. 1. 

42. Zu Ef 275. Petz, Gedeon, Magyarorszägi Nemet Nyelvjäräsok. 5. G. füzet. 
Budapest 1907. 1908. 

43. Zu Eg 330. 4**. XQOviy.a, Bv^ccvtiva. To(iog rsriXQTOg, Ttv^og «'. 
CaHKxneTepßjfpr'b 1908. 

44. Zu Fa 3263. 6pa3u,H HapoiHOü iHTepaTypH flKyxoBi. Co6paunue 
9. K. RenapcKUMo. BBiiiycKT> II. CaHKTneTepßypri) 1908. 

45. Zu Fa 4180. Proben der Volkslitteratur der türkischen Stämme heraus- 
gegeben von W. Radioff. IX. Theil. Mundarten der Uriancliaier (Sojonen), 
Abakan-Tataren und Karagassen. Texte gesammelt und übersetzt von 
N. Th. Katanoff. St. Petersburg 1907. 

46. Zu Ff 1925. Journ al , The, of the Slam Society. Volume V. Part I. II. III. 
Bangkok 1908. (Von der Siam Society.) 

47. Zu Ha 5. Archiv für Religionswissenschaft . . . herausgegeben von 
Albrecht Dieterich und Thomas Achelis. Band 11. Viertes Heft. Leipzig 
1908. 

48. Zu Ha 200. Revue de l'histoire des religions. Vingt-huitieme annce. 
Tome LVI, 2. 3. LVII, 1. Paris 1907. 1908. 

49. Zu la 33. 40. Echos d'Oriont. lie annee. No. 72. 73. Septembre. 
Novembre 1908. 

50. Zu la 125. Revue Biblique Internationale . . . Nouvelle Serie. Cinquieme 
Annee. No. 4. Octobre 1908. Paris, Rome. 

51. Zu la 126. Revue de l'Orient Chretien. Recueil trimestriel. Deu.xieme 
Serie, Tome III (XIII). 1908. No. 3. Paris. 

52. Zu la 128. Rivista Cristiana, La. Comitato Dirottivo: Enrico Bosio 
— Giovanni Luzzi. Nuova Serie. Anno XXV. Settembre-Ottobro, Novembre, 
Dicembro, 1908. Firenze. 

53. Zu la 140. Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Herausgegeben 
. . . von C. Steuernugel. Band XXXII. Heft 1 und 2. Leipzig 1909. 

54. Zu la 140a. Mittheilungen und Nachrichten des Deutschen Palao- 
stina-Vereins. Herausgegeben . . . von G. Hölscher. 1908. Nr. 6. 

55. Zu Ic 2290. Proceedings of tho Society of Biblical Archajology. 
Vol. XXX. Part 6. 7. London 1908. 

56. Zu Mb 135. 4^. Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. 
Nr. 303. 304. 305. VII. Band (Nr. 34. 35. 36.) Nr. 306. VHI. Band. 

(Nr. 1.) 1909. 

57. Zu Na 139. Journal of Archaeology, American. Second Sories . . . 
Vol. XII. 1908. Numbor 3. Norwood, Mass. 



LXy III Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

ö8. Zu Na 325. Revue Archeologique. Quatrieme Serie. — Tome XII. Septerabre 
— Octobre 1908. Paris 1908. 

59. Zu Nf 34 ib. 2^. Progress Report, Annual of the Archseological Sur- 
veyor. Northern Circle. For the year ending 318t March 1908. 

CO. Zu Nf 343. 2". Progress Report, Annual, of the Archseological 
Surveyor, Punjab Circle [jetzt: of the Superintendent of the Archseological 
Survey , Northern Circle], for the year ending 31st March 1908. (Vom 
Punjab Secretariat, P. W. Department.) 

Gl. Zu Nf382a. 2". Report, Annual, of the Archseological Survey, Eastern 
Circle, for 1907 — 1908. Calcutta 1908. 

G2. Zu Nf 383. 2". Report, Annual Progress, of the Archaeological Survey 
of Madras and Coorg [jetzt: . . , Survey Department, Southern Circle] for 
the year 1907 — 1908. Madras 1908. 

63. Zu Nf 384. 2«. Report, Annual, of the Archseological Survey of India, 
Frontier Circle, for 1907—08. Peshawar 1908. 

G4. Zu Nf 452. A^. Epigraphia Indica and Record of the Archseological 
Survey of India. Edited hy Sten KonoXV. Vol. IX. Part V. January 1908. 
Calcutta. 

C5. Zu Oa 42. lIsBicTifl IlMnepaTopcKaro PyccKaro reorpaf{)HiecKar(> 
OomecTBa . . . Tomt, XLIII. 19ü7 r. XLIV. 1908 r. VII. VIII. IX. 
C.-neTepnypi"i> 1908. 

66. Zu Oa 48. 8". 3an HCKH MMnepaTopcKaro [PyccKaro] reorpa(})HHecKaro 
ÜßmecTBa. IIo oxÄtjieHiio 3THorpa4)iH. Tomt> XXXlll. C.-IleTepöyprs 
1908. 

67. Zu Oa 151. Journal, The Geographical. Vol. XXXII. No. 4. October, 
No. 5. November, No. 6. December, 1908. Vol. XXXIII. No. 1. January, 
1909. London. 

68. Zu Oa 208. 8^. Revue Tunisienne. Fondee en 1894 par l'Institut 
de Carthage. Quinzieme Annee. No. 71. 72. Tunis 1908. 

69. Zu Oa 256. 4". Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 
1908. No. 7. 8. 9. 10. Berlin. 

70. Zu Ob 2101. [Hunter:] The Imperial Gazetteer of India. Vol. V— XXIV. 
New Edition. O.xford 1908. 

71. Zu Oc 175. 4^ Journal, The, of the Anthropological Institute of Great 
Britain and Ireland. Vol. XXXVII, 1908. January to June. London. 

72. Zu Oc 1000. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde . . . Herausgegeben 
von M. Grumcald. 28. Heft. Leipzig 1908. 

73. Zu P 150. 4**. Journal, The, of the College of Science, Imperial Uui- 
versity of Tokyo, Japan. Vol. XXV, Article 1—18. Tokyo 1908. 

II. Andere Werke. 

12437. Broclelmmm, Carl, Katalog der orientalischen Handschriften der Stadt- 
bibliothek zu Hamburg mit Ausschluß der hebräischen. Teil I. Ham- 
burg 1908. (Vom Verfasser.) Ab 63. 40. 

12438. Macfie, R. A. Scott, Gypsy Lore. (SA. aus: The Uiiiversity Review, 
November 1908.) London 1908. (Von der Gypsy Lore Society.) G 150. 

r 

12439. Babyloniaca. Etudes de philologio assyro-babylonienne publices . . . 
par Ch. Virolleaud. Tome II. Fascicule 3. Pnri.s 1908. Db 1. 

12440. I/arrassoiiitz, Otto, Biicher-Catalog 315. Der Islam . . . Leipzig 1908. 

Ac 183 v. 



Verz. der für die Bibliothek der D. M. G. eingeg. Schriften u. s. w. LXIX 



12441. Gaivroüski, AndrzeJ, Sprachliche Untersuchungen über das Mrcchakatika 
und das Dasakumäracarita. (Diss.) Leipzig 1907. (Von Prof. Dr. 
A. Fischer.) Eb 3525 == Y 9. S**. 

12442. Löhbecke, Rudolf, Über das Verhältnis von Brähmanas und Srautasütren. 
(Diss) Leipzig 1908. (Von dems.) Eb 1412 = Y 9. 8". 

12443. Sarfert, Ernst, Haus und Hof bei den Eingeborenen Nordamerikas. 
(Leipziger Diss.) Braunschweig 1908. (Von dems.) Oc 2395. 4''. 

12444. Chauvin, Victor, Charles Borromee Houry, orieutaliste luxembourgeois. 
(Aus den Melanges Godefroid Kurth.) Liege 19U8. (Vom Verfasser.) 

Nk 436 = Y 2. 4«'. 

12445. Kielhorn, F., Grammatik der Sanskrit-Sprache. Aus dem Englischen 
übersetzt von W. Solf. Berlin 1888. (Kauf.) Eb 1117. 

12446. Schuijler , Montgomery, A Bibliography of the Sanskrit Drama... 
New York 1906. = Columbia University Indo-Iranian Series, Vol. HL 
(Kauf.) Eb 745. 

12447. Steingass, F., A comprehensive Persian-English Dictionary . . . London 
0. J. (Kauf.) Ec 1558. 4». 

12448.- Tunkelo, E. A., Alkusuomen genitiivi relatiivisen nimen apugloosana . . . 
Helsingissä 1908. (Von der Universitätsbibliothek in Uppsala.) 

Fa 630. 4". 

12449. Le Monde Oriental. Archives pour l'histoire et Tethnographie, las 
langues et litteratures, religions et traditions de l'Europe Orientale et 
de l'Asie. Publiees par K. F. Johansson, K. B. Wiklund, J. A. Lu?idell, 
K. V. Zettersteen. Vol. I. 1906. 1907, Fase. 1, 2. Uppsala. (Von 
der Kgl. Univers. -Bibliothek Uppsala.) Bb 834. 

12450. Chauvin, V., La philologie Orientale. (A. aus: Le Mouvement scienti- 
fique eil Belgique.) o. O. u. J. (Vom Verfasser.) Ad 17. 4*^. 

12451. Becker, C. H., Das Lateinische in den arabischen Papyrusprotokolleu. 
(A. aus: Z. f. Assyr. Bd. XXIL) Strassburg 1908. (Vom Verfasser.) 

Bb 1338. 

12452. Madhyamakävatära par Candraktrti. Traduction tibetaine publiee par 
Louis de la Vallee Poussin. l. II. St.-Petersbourg, 1907. 1908. 

= Bb 1190 (IX). 

12453. Hillebrandt, Alfred, Über das KautilTyasästra und Verwandtes. (SA. 
aus dem 86. Jahresber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Cultur.) Breslau 
1908. (Vom Verfasser.) Eb 3017. 

12454. Hillebrandt, Alfred, Zur Bedeutung von Gandharva. (SA. aus dem 
84, Jahresber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Cultur.) Breslau 1906, 
(Vom Verfasser.) Eb 1260 = Y 9. 8". 

12455. Hillebrandt, Alfred, Tiere und Götter im vedischen Ritual. (SA. aus 
dem 83. Jahresber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Cultur.) Breslau 1905. 
(Vom Verfasser.) Kb 1396 = Y 9. 8". 

12456. Planert, W., Australische Forschungen. I. II. (A. aus d. Z. f. Ethnol. 

1907, Heft 4 und 5; 1908, Heft ö.j [H.] Fe 75. 

12457. Kasasis, Neokles, Griechen und Bulgaren im neunzehnten und zwanzigsten 
Jahrhundert. Leipzig 1908. [R.] K 887. 

12458. Schaade, Arthur, Die Kommentare des SuhailT und des Abu Darr zu 
den Ul.iud-Gedichten in der Sira des Ihn Ilisäm . . . (Diss.) Leipzig 

1908. (Von Prof. Dr. A. Fischer.) Do 6593. 

12459. Griffini, E. , Intorno alle Stazioni liinari nell" astronomia degli Arabi. 
(A. aus: Kivista degli Studi Urientali, Vol. I.) Roma 1908. (Vom Ver- 
fasser.) Do 12980 = Y 9. 8*>. 



LXX V'erz. der für die Bibliothek der D. AI. G. eingeg. Schriften u. s. w. 

12460. Griffini, E. , Una nuova qasTda attribuita al Imni l'-Qais. (A. aus: 
Kivista degli Studi Orientali, Vol. I.) Roma 1908. fVom Verfasser) 

De 7632 = Y 9. 8». 

12461. Zaidän, Girgl, Kitäb al-'arab qabla-l-isläin. al-guz' al-awwal . . . Kairo 
.1908. De 11830. 

12462. The Säükhäyana Äranyaka with an Appendi.x on the Mahävrata by 
Arthur Berriedale Keitli. London 1908. = Oriental Translation Fund. 
New Series. Vol. XVIII. [R.] Eb 1685. 

12463. Griffini^ E., I Manoscritti Sudarabici di Milano. Catalogo della prima 
coUezione. I. (SA. aus: Kivista degli Studi Orientali, Vol. II.) Roma 
1908. (Vom Verfasser.) De 157. 



Sehr erwünscht ist der Bibliothek die vollständige Zuwendung der neu- 
erscheinenden 

orientalistischen Dissertationen, Programme u. s. w. 

der Universitäten und anderer Lehranstalten. 



Zur Geschichte der hanbalitischen Bewegungen. 

Von 

Ign. Groldziher. 



Die Wandlungen, welche im Laufe der Geschichte des Islam 
in der öffentlichen Stellung des Kaläm und der mit derselben zu- 
sammenhängenden Dogmatik zutage treten, sind an zwei historische 
Momente geknüpft, welche die Epochen jenes geschichtlichen Ver- 5 
laufs bezeichnen: 1. die mit der Kegierung des Mutawakkil ein- 
setzende Reaktion gegen die rationalistische Dogmatik zugunsten der 
den altkonservativen Standpunkt vertretenden Hanbaliten ; 2. das 
durch die Schöpfungen des seldschukischen Vezirs Nizäm al-mulk 
ermöglichte offene Hervortreten der Kaläm-Dogmatik , freilich in 10 
ihrer durch die As'ariten bewirkten Verdünnung. 

In der Zwischenzeit hatten die rationalistischen Bestrebungen 
und ihre Vertreter sich vor der Mißgunst und Verfolgung seitens 
der das finstere Pfaffentum begünstigenden herrschenden Mächte 
von Bagdad in acht zu nehmen. Auf „die Furcht vor dem 15 
Schwert", welche die Freidenker zwingt, ihre Gedanken über die 
religiösen Fragen nicht an die große Glocke zu hängen, berufen 
sich wiederholt die Ichwän al-safä. Philosophische Köpfe — sagen 
sie — finden den Wortlaut der Oflenbarungsschriften absurd und 
sie leugnen sie in ihrem Innern ; allerdings sagen sie dies nicht 20 
offen heraus ,aus Furcht vor dem Schwert"^). «Die 
meisten, die sich mit den philosophischen AVissenschaften (*JLjtJl 

Ä,A4.3Cl^) beschäftigen, sowohl die Anfänger als auch die Mittleren 

(^.^j U-» (j-vLi^v^l» L^as (jvjJlXäxIS q-.: es sind also die wirk- 
lichen, vollendeten Philosophen nicht mit inbegriffen), schätzen die 25 
Sache des Religionsgesetzes und der gesetzlichen Verordnungen ge- 
ring , verachten ihre Anhänger und dünken sich zu vornehm , um 
sich solchen Gesetzen zu fügen; es sei denn, aus Furcht und Scheu 



1) Rasail Ichwän al-safö IV, 101 unten: bS LiLi' .,1» j^^Aüi 'iJ?.->o( 
Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 1 



2 Golchiher, Zur Geschichte der hanhalitischen ßeicegungen. 

vor der Macht der Regierung, welche die Schwester der Prophetie ^) 
(d. h. der Religion) ist"-). Und speziell von den auch ihnen, wie 
den Philosophen im allgemeinen •^) antipathischen Gadal - Leuten 
(d. h. mutakallimün) wird gesagt, daß sie es leugnen, daß die 
5 Menschen den guten Eingebungen der Engel und den Einflüste- 
rungen des Teufels unterworfen sind, „wenn sie auch diese Leugnung 
nicht offen aussprechen aus Furcht vor dem Schwert und 

der öffentlichen Züchtigung" (K.*JLiJ[5 uäa.w.J( KjLs?)*)- 

Die stärksten Angriffe gegen die Mutakallimün ^) sind an mehre- 
10 ren Stellen der philosophischen Gespräche zu finden, die uns aus dem 
Kreise des Abu Sulejmän al-Sigistänl al-Mantikl durch 
seinen Schüler Abu Hajjä,n al-Tauhidl u. d. T. oLAv^jLsLti erhalten 
sind. Nicht nur ihre Denkmethoden werden angegriffen , sondern 
auch ihre religiöse Gesinnung wird verdächtigt. Diese Angriffe — 
15 deren höchst wichtiger Inhalt hier zu weit führen würde — wer- 
den an einer Stelle resümiert mit dem Zusatz , daß nach persön- 
licher Erfahrung des Abu Sulejmän die hervorragenden Vertreter 
des Kaläm sich offen und geheim zu dem Lehrsatz von der Gleich- 
wertigkeit der Beweise") bekennen. Er würde sich erbötig 



1) äfcAÄji u>.i>5 j.^ l5'-^-^^ i^Ui '-üyi (jy= ^^T^ t5j-^> eine in 
der Literatur des Islam eingebürgerto persische Maxime (darüber Revue Hist. 
Relig. XLIII, 7 Anm. 2), die auch bei den lehwän IV, 67, Mas'üdl, Murüu- II, 162, 
Miskawejhi, Tahdib al-achläk 121 als Sentenz des Ardesir angeführt wird; vgl. 
auch 'Ujün al-achbär I, 21, 11 ,.^|y>5 Q-JtXilj ^^.^LLtL«*.]! . In der hebräischen 
Übersetzung des Secretum secretorum ed. Gaster (JRAS. 1907) III, 3D wird 
nach einer griechischen Steininschrift angeführt: "^N DTS piltm ~'3'?3n ^"2 

"rNn "rba nnsr; bN TiÜEN, wo ']b''^~ offenbar einem arab. e5«-jU ent- 
sprechen soll. Wie auch andere derartige Sprüche wurde der Satz ^jiAjU iJ^A-li 
.,Lot».j später als Hadlt beansprucht; Kritik dagegen in Sagäni's Abhand- 
lung über &.£»>i2»>5 ^i^ooL5>! fs. ZA. XXI, 245). Ibn 'Arabsäh rühmt in seiner 

^ ^ ^ ■• , 

Biographie des Sultans al-Malik al-Zähir Gakmak, daß während der Regierung 

dieses Fürsten ^^Js-il^ ^\X\ L.*.^Läs! iA*J ^^\y,l\ ^jSC*.i\ (ed. Strong, 
in der Beilage zu JRAS. 1907, Heft 2; 13, 4). 2) Ichwän II, .329. 

3) Vgl. Buch über das Wesen der Seele 13, Anm. zu 4, h. 

4) Ichwän IV, 109. 

5) Jedoch darf man den Ausdruck mutalcallimiln nicht immer auf diese 
uhl al-yadal beziehen. Häufig werden auch Prediger mit diesem Namen 
bezeichnet, wie es scheint, zumeist populäre Straßenprediger (Hermes Trismegistus 

ed. Bardenhewer 79,3 (XI, 7) ^U. ^.,j^)XXj Uil ^yj^iS:d\, (jo'-aoäJI 
0-^-55 p ^y^)t *ber auch ernstere, Ibn fJubejr- 222, 15; 224, 8. 

6) Ä.io'!^! «.sÜCj. über diese Anschauung s.Ja'kübT ed. Houtsmn, I, 166 ult, 
AI-FnräbT ed. Dieterici 96, Schreiner, Kaläm 10 Anm., ZDMG. 54, 399 (über 



Goldziher, Zur Geschichte der hanhalitischen Beivegungen. 3 

machen , die Bekenner dieser Gesinnung mit Namen zu nennen, 
wenn er es nicht vorzöge, Schonung walten zu lassen^). 
Dieser Vorbehalt bezieht sich ohne Zweifel auf die Gefahr, denen 
er die denunzierten Mutakallimün seitens der Obrigkeit aussetzen 
würde, der der Philosoph Abu Sulejmän die Vertreter der Denk- 5 
freiheit doch nicht ausliefern möchte, so sehr ihm auch ihre 
Denkungsweise zuwider ist. Einen jedoch, der sich nur im ge- 
heimen zu der Lehre von der „Gleichwertigkeit der Beweise" be- 
kannte und von dem er eine überaus spöttische Bemerkung über 
die relisfiöse Vorstellung von Paradies und Hölle mitteilt-), nennt 10 



^fci». = iTtoxv)- ^^^ habe bereits anderswo die Vermutung ausgesprochen, 
daß dieser Ausdruck die Übersetzung der pyrrhonistischen laoc&tvsicc tüv 

lö'/cov ist (Kultur der Gegenwart I, Abt. 5, 50); vgl. auch .-^jüLxx^l (jiD.Lxj 
ZDMG. 41, 86 Anm. 3. "" 

1) Zur Veranschaulichung des Textzustandes der Bombayer Lithographie 
der Mukäbasät (p. 53) gebe ich den Text dieser Stelle nach der Leidener Hand- 
sclirift nr. 1443 (fol. 60a) mit den Varianten der indischen Ausgabe: !wXP» 



L?-" 



»I j(.j 



^i, 'w'03 ^AaJiäÄJ! j».^lAa£ ^^.^^^>► ^^a^^ÄJI f»-*'^'^ 3^^^\». (C»-g.j! 

2) Mukäbasät fol. 38b {= B, 32 unten): axa^äJ^ öL^^^! IjS c:.a.x,-* 



a) B. a^JUb. b) B. X..^5>. c) B. ^.gjjs.i>5. <1) B. ^LajwJI. . 

e) fehlt B. f) fehlt B. g) B. ^j^jL^ÄX» ^lX^Ls^. »i) B. Laääj! . 

i) B. 4- \OJ\. k) B. ,^,jIxj UL 



1 



♦ 



4 Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Bewegungen. 

er freilich dennocli beim Namen : Abu I s h ä k a 1 - N a s i b I ^), 
Schüler des Mu'taziliten Husejn b. 'All al Gu'al (st. 299)2). Dieser 
scheint zu jener Zeit nicht mehr unter den Lebenden gewesen zu 
sein; darum wird Abu Sulejmän keine Scheu empfunden haben, 
6 seinen Namen preiszugeben. 

Es wird von Interesse sein , mit diesen Stellen eine in den- 
selben Kreis gehörige Äußerung des Gähiz-') zu vei'gleichen. Er 
erwähnt die These eines skeptischen Mutakallim , der die Möglich- 
keit sicheren Erkennens ablehnte und nur wahrscheinliches Wissen 

10 (das BvXoyov und nid-avov der Skeptiker) zugab: l^SS »y»^! .^i 

K_^jLi.^Lj LJLbLj^ --^^ -i-*J- Trotzdem er ohne Nachkommen 

gestorben war, möchte Gahiz seinen Namen nicht preisgeben, weil 

er ihm durch die Gemeinschaft des Kaläm unverletzlich ist ^^' 

xäLLaoÜ i-U/^1 ^ (^•^.♦.JlXxj! üS^Liij ^^jCi! &>ysr; umsomehr, da er 

15 (mit den Mu'taziliten und im Widerspruch mit dem orthodoxen 
Dogma) das Vorhandensein der (der Tat) vorangehenden (freien) 
Willensmacht des Menschen (KcLiiÄ*.^! f»-J^ÄJ') anerkannte^). 

Es folcrt hieraus, daß man zu iener Zeit das Andenken eines 
Menschen dem allgemeinen Hohn aussetzte, wenn man ihn mit 

20 gewissen Lehren der Mutakallimün in Verbindung brachte. 



1) Wohl identisch mit Abu Isl.iäk al-NisIbiuI des Ahmed b. Jalijä 
ed. Arnold 68, 8; 69, 14, einem Lehrer des Abu-1-Käsim 'All al-Mui'tadä. 

2) Vgl. Schreiner, Zur Gesch. des As'ariteuthums (Leiden 1890, Actes du 
Vllle Congres des Orientalistes) II; ausführliche Nachrichten über ihn bei Al.imed 
b. Jal.ijä ed. Arnold, 62; er wird in der 54. muhäbasa (ed. Bombay 52) zitiert: 

3) Gahiz, Kitäb al-hajwäu VI, 11. Vgl. ibid. VII, 49, 11 ^' ^ ^^ 
*,ÄA^^*ö jjcS\««|. 4) Vgl. Sahrastaul 38, 7 v. u. 



a) MS. ^.,yij, B. y-)y^^.- ^'^ ^^^- -y^.- ''^ ^^'^^^ ^ 



Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Beivegungen. 5 

II. 

Das ungünstige Verhalten der Regierenden gegenüber den 
Regungen des Rationalismus diente zu nicht geringer Ermutigung 
jenen muhammedanischen Eiferern, die durch alle Jahrhunderte die 
Bekämpfung der mit dem Kaläm verbundenen Anschauungen und 5 
Formulierungen als ihre hauptsächlichste theologische Aufgabe be- 
trachteten: den Hanbaliten. 

Freilich stellten sich die Feinde der neuen Theologie die 
unterdrückende und verfolgende Aufgabe der Regierung noch 
energischer vor, als sie es in der Tat war. „Wäre ich an der lo 
Macht — so sagt z. B 'Abd al-Rahmän b. Mahdi — , so 
würde ich jeden , der sich zum ErschaflFensein des Koran bekennt, 
in den Tigris werfen , nachdem ich ihm vorerst den Kopf ab- 
geschlagen habe"^). Auch in erbrechtlicher Beziehung will er sie 
als Nichtmuslime betrachtet wissen und das Connubium mit ihnen i5 
untersagen -). 

Die Kalämfeindschaft der Hanbaliten beschränkt sich nicht bloß 
auf die mu'tazüitische Form des Kaläm. Auch der reaktionäre 
Schritt al-As'arT's konnte den Kaläm und seine Dogmatik in 
ihren Augen nicht retten. Überdies ist ja die Schule des As'arl 20 
den orthodoxen Zugeständnissen des Stifters '^) nicht in allen Punkten 
treu geblieben. Während andere madäliib sich durch die von 
ihren Imämen überlieferten kalämfeindlichen Sprüche in der schließ- 
lichen Billigung der a^'aritischen Lehren nicht irre machen ließen, 
hat die hanbalitische Schule an der unerbittlichen Zurückweisung 25 
der neuen Richtung, in welcher Form immer, unbeugsam festgehalten 
und dieser Ablehnung in Lehre und Leben schreienden Ausdruck 
gegeben. Sie hatte dabei den Vorteil, nicht nur des Schutzes der 
Obrigkeit, sondern auch des Beifalls der Massen sicher zu sein. Dem 
Rufe fanatischer Aufreizer folgend, mengt sich oft auch der Straßen- 30 
pöbel in die theologischen Differenzen^). Und es ist nicht un- 
wahrscheinlich , daß die orthodoxen Eiferer bei dieser gerne ge- 
pflegten Fühlung mit den Volksmassen auch in nicht eben geist- 
lichen Beziehungen ihre Rechnung fanden. Die Charakteristik, die 



1) DahabT, Tadkirat al-l.iufiaz I, 302 unten: .^lIiJL. J .,l=> J 

2) Bei Ibn Tejraijja, ÄL\simü'at al-rasail al-kubrä (Kairo 1324) 1, 438: 

3) Ibn Tejmijja (I. c. 445 — 452) kann gelehrte Excerpte aus den Werken 
al-As'arl's zur Bekräftigung seiner eigenen hanbalitischen Lehren anführen. Außer 

der Ibäna sind wörtliche Zitate aus (^AX^Lwvb^! CJ^SLäX» (jv-JLcaX^ ^_;>lLxi>) 
(Brockclinanu I, 195 Nr. 5) mitgeteilt. 

4) ZDMG. 41, 62ff. 



6 Goldziher, Zur Geschichte der hanhalitischen Bewegungen. 

f 
im 8. Jahrb. d. H. der Säfi'it Sihäb al-dln al-Kiläbl aus 

Aleppo (st. 733) in einer polemischen Schrift von dem Treiben der 

hanbalitischen Eiferer entwirft , wird wohl auch für die früheren 

Zeiten Geltung haben. Er teilt sie in zwei Gruppen, in deren eine 

5 die Leute gehören , die aus innerer Überzeugung , bona fide , dem 

^.;i.5> anhängen, während ein anderer Teil unter dem Vorwand, die 

Glaubensanschauungen der Alten zu verteidigen, auf die Triebe des 
gemeinen Volkes spekuliert, um in egoistischer Weise materielle 
Vorteile zu erwerben ^). Die Volksmeinung ergriff mit Ostentation 

10 zumeist die Partei der hanbalitischen Orthodoxie und die Maß- 
regelungen, denen Theologen ausgesetzt waren, die ihre Beeinflussung 
durch den emporkommenden Rationalismus merken ließen, sind wohl 
nicht ohne Mitwirkung der Obrigkeit und des Volks gelungen. 

Wir dürfen einzelne markante Beispiele , die uns aus der 

15 Literatur bekannt werden , als Specimina für die Eichtung des 
herrschenden Geistes betrachten. In den Schülerkreis des großen 
Nisäbürer Gottesgelehrten Mubammed b. Ishäk ihn Chuzeima 
(st. 311 im Alter von 89 Jahren), der als eine der größten Stützen 
der orthodoxen Lehre galt-), hatte sich der Geist des Kaläm ein- 

20 geschlichen. Hinter dem Rücken des Lehrers disputierten die 
Jünger über den Begrifi" der Gottesrede (ob Wesen- oder Tätigkeits- 
attribut) , über den Umfang der Lehre vom Unerschaflensein des 
Koran u. a. m. Der Lehrer fühlte sich veranlaßt, eine für alle 
seine Getreuen verpflichtende , den hanbalitischen Standpunkt starr 

25 vertretende Formel aufzustellen, die uns noch erhalten ist. Zu den 
Intimen des Sehejchs gehörte Abu 'All al-Takafl. „Trotz 
seiner Gelehrsamkeit — sagt wörtlich unsere Quelle — setzte er 
sich in einigen Fragen in Widerspruch zu dem Imäm al-a'imma 
(Ibn Chuzejma) , unter anderen in der Frage des Gottesbeistandes 

30 lind der Entziehung desselben ( .,b!iÄ^. oi.A5».Äii als bestimmender 

1) Subkl, Tabakät al-Säfi'ijja al-kubrä (in 6 Bden., Kairo 1324) V, 182: 

»1 sÄi>'wJ *Ll2^- »^ «.Ji5'Lj o^->^^-^- ^_Äi.«^it i^x^Ä^-J .Ä^^ÄJ oi.j,i. 

^ •■ r -^ •• . ■ j ■■ -j ^ 

'iSsi.M*}j\ r^^s^Jj\*. K.Jl.j.i>- j^Liliil »-^^ T-*-^- l5J^' 

2) Seinen Standpunkt erfahren wir gelegentlich bei Subki 1. c. 204 unten: 

> 

Js^!. ».JLaäJ! J^! (*'-^-; Q--^-*^) ^^ kS^^^. ^^ Ä-^^j^ (5-^ (H-^'' *^ 

tXA;>».Ä-b öL^v.» XAA-Ci-Xj! % xsü<*s> ^^W\. Dasselbe Zitat aus Ibn Chuzejma 

auch in der 'Akida liHinawij^ja des Ibn Tejmijja (May;mü'at al-rasä'il al-kubrä 
I, 439) mit der in Parenthese gesetzten Variante. 



Goldziher, Zur Geschichte der hanhalitischen Bewegungen. 7 

Faktor der guten und bösen Handlungen), in der Frage nach der 
Definition des Glaubens, in der des rezitierten Koranwortes (iaäÜi 

.^l.äiLj)^). Da empörte sich das Volk ( ».^♦ll) gegen ihn und er 
wurde gezwungen , sein Haus zu hüten bis an sein Lebensende 
und Inquisitionen wurden gegen ihn vollführt; dieser Abu 'All 5 
war dabei ein Mann von großer Bedeutung-)". Namentlich durch 

die Zulassung der These ojJ3? •j^y^'-^ l?^*"^ "^ ^^^ schwaches 
Zugeständnis an die Mu'tazila — konnte man die Altgläubigen zu 
jener Zeit'^) noch in Harnisch bringen^). Selbst ein Mann wie 
Buchäri wurde in Nlsäbür wegen des Verdachts, diese Formel lo 
zuzulassen, einem peinlichen Kreuzverhör unterzogen ^). Einer der 
Gewährsmänner des Buchäri und des Muslim, der Nisäbürer Abu-1- 
'Abbäs al-Sarräg (st. 313)") stachelte das Volk gegen al- 
Za'faränT auf, der in der Frage des Unerschaffenseins des Koran 
von dem orthodoxen Standpunkt abzubiegen schien. Man stieß i5 
öffentliche Verfluchungen oreoren ihn aus — dies ist eine kxi 
Exkommunikation — so daß er nach Buchara flüchten mußte ''). 
KazwinT erzählt (ohne Angabe der Zeit) von einem Kädl, der in 
Hamadän öffentliche Vorträge hielt, in denen er sich als Gegner der 
anthropomorphistischen Theologie bekundete. Da er in den Regie- 20 
ruugskreisen manchen Gönner hatte, konnte das gegen ihn gereizte 
Volk ihm öffentlich nichts zuleide tun. Die Leute sandten ihm 
jedoch Schmähschriften , in denen sie gegen ihn selbst sowie seine 
Kinder und Angehörigen Verwünschungen schleuderten. Daß man 
solches niederschreibe — pflegte hierauf der KädT zu sagen — ist 25 



1) Vgl. ZDMG. 61. 80 oben. 

2) Dahabl, Tadkirat al-buftaz III, 295. 

3) Freilich haben in dieser Frage mit der Zeit auch die Hanbaliten der 
Vernunft Zugeständnisse machen müssen. Man konnte sich ja auf Männer, wie 

Buchäri berufen. So sagt auch Ibn Tejmijja in seiner Wasijja: n^ji) '3?^' 
vJjJL^ .aC. .,ijiib lX^! iaaJ ^Li ..^xi J^c (uäJL.^J! (Mas-raü'at al- 
rasä'il I, 294); er behauptet sogar, daß weder Ahmed b. Ilanbal selbst, noch dio 
späteren Autoritäten der Schule die ihnen zugeschriebene Auffassung über die 
Erscheinungsformen des Koran gelehrt haben und daß diese Zumutung von Fachr 

al-dln al-KäzT erlogen sei (ü^jLäsIi^ v_^Aiji- ■yi\ >wJA\j ibid. I, 410). 

4) Dahabl 1. c. 307 unten. 

li) Ausführlich erzählt bei Subkl II, HIV. 

6) Es ist interessant zu lesen, wie dieser Manu das tätige .XÄXi .xaXJ 
(vgl. meine Einleitung zu Ibn Türaart) übte. 

7) Dahabl 1. c. 298 xÄxL , Jj^\ _%AAi>.5 JLä£.Jl \^Xju\ ^^äj 



3 Goldziher, Zur Geschichte der hanbalüischen Bewegungen. 

möglich ; daß aber Gott auf einem Throne sitzend existiere , wird 
dadurch nicht weniger absurd^). 

Die Agitation ?egen rationalistische Formulierungen der stritticren 
dogmatischen Lehrstücke erstreckt sich auf die weitesten Gebiete 

5 der islamischen Welt und kennt, wie wir auch aus obigen Beispielen 
ersehen konnten , auch gegen gefeierte Autoritäten der Religions- 
wissenschaft keine Rücksicht. Charakteristisch ist die Austreibung 
des großen Traditionsgelehrten Muh am med ihn Hibbän al- 
Bustl (st. 354) aus Sigistän. „Er hatte viel Wissenschaft — so 

10 erzählt ein Fanatiker, der bei seiner Ausweisung mitgewirkt hatte 
— aber nicht viel Religion; er kam zu uns und leugnete die räum- 
liche Begrenztheit der Gottheit; da haben wir ihn hinausgetrieben" -). 
Derselbe Ibn Hibbän wurde auch wiegen seiner rationalistischen Er- 
klärung des Prophetismus als Zindik gebrandmarkt ■^). Ein ähnliches 

15 Schicksal traf seinen Schüler Abu Bekr Muh am med ibn al- 
Gi'äbT'') (st. 355) in Damaskus. Er war als Traditionsgelehrter 
so berühmt, daß kein Raum die Zuhörerschaft fassen konnte, wenn 
er Hadite vortrug ; man drängte sich auf den Straßen um ihn, um 

seine Mitteilung zu hören (^*j ^ß^\ '»S.^\ JS^J^ »,^1^ c-J^+H 

20 oi-J-IaJ^ Ljj^')- ^^f seinen Reisen kam er aus Ägypten nach der 

syrischen Hauptstadt. Dort verkehrte er mit Mutakallimün , und 
das machte ihn verdächtig; dazu werden übrigens auch seine schi'i- 
tischen ^Neigungen beigetragen haben. „Man erfuhr von seinen 
dogmatischen Ansichten , und er mußte als Flüchtling die Stadt 

2.5 verlassen". Man sagte ihm nach, daß er es auch mit dem Gebete 
und anderen religiösen Observanzen leicht genommen habe 5). Dem 
entspricht es auch, daß man die Zurückweisung der neuen Richtung 
der Dogmatik auch in öffentlichen gottesdienstlichen Kiandgebungen 
zum Ausdruck kommen ließ. Ich kann nicht bestimmen, auf welche 

30 Zeit die charakteristische Nachricht zu beziehen sei , daß man in 
Hamadän auf das Portal der Moschee als Inschrift die sechs t^^jCv.!- 

Verse des Koran anbringen ließ"), gleichsam als Demonstration für 
den Standpunkt der aJd al-taijslm und als energische öffentliche 
Ablehnung des Versuchs , darin etwas anderes zu finden , als ihren 
35 wörtlichen, durch kein ta'wll wegzudeutenden Sinn. 



1) KazwTni ed. Wüstcnfeld II, 259 unten. 

2) Dahabi 1. c. III, 135 -aa/ xJ ^.^LT ^^Lx-^oi^ ^ i^J^,~>\ q.:^^' 

sLÄ:>-,i>-'wS 'Ai>- -Xi'^ Lx>JLc: MiXi ,-^2^ ,^jS sJ .-y^J i^* ^X^. 

3) Vgl. Buch vom Wesen der Seele 57 oben. 

4) In der Ausg. wiederholt ^j'jt-i»- ■ Vgl. über die häufige Korruption 
dieses Namens Leidener Katalog, 2. Ausg. von de Goeje-JuynboU II, 56, Anm. 

5) Dahabi 1. c. III, 140. 
C) Subkl V, 189, 1. 



Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Bewegungen. 9 

Die Zurückdrängung der As'ariten dauert bis an die Anfänge 
der Seldschukenherrschaft fort. Die Hanbaliten hatten es vornehm- 
lieh auf die angesehensten Vertreter der theologischen Wissenschaften 
abgesehen ; allenthalben fahnden sie auf dogmatische Eedenklich- 
keiten. Um diese Zeit war z. B. auch der weitberühmte Geschichts- 5 
Schreiber von Bagdad, Abu Bekr al-Chatlb (st. 463), Gegen- 
stand ihres wühlerischen Eifers (»^xiiil As. '»jJuJ^ o^JUL^'). 

Sie fanden heraus, daß seine dogmatische Richtung einen Stich in die 
as'aritische Richtung verrate^), und wollten nicht dulden, daß er in 
der Hauptmoschee (al-Mansür) Vorträge halte-). lo 

Die Seldschukenherrschaft war im Zeichen der Orthodoxie auf- 
getreten und mutete sich den Beruf zu, als Hort des rechten Glaubens 
gegenüber jeder Art von Ketzerei zu wirken-^). Ihre Anfänge ent- 
sprachen auch den Erwartungen der unbeugsamen Dogmatiker. Diese 
fanden in Toghrilbeg eine willkommene Unterstützung. Sein 15 
Vezir al-KundurI kann während der Regierung dieses Sultans neben 
der Verfluchung der Räfidl's auch die der As'ariten crleichsam als 
liturgischen Akt in die Moschee einführen^). Die größten as'aritischen 
Lehrer seiner Zeit, unter ihnen Abu-1-Käsim al-Kusejrl und 
der auch als Lehrer des Gazäll berühmte Imäm al-Haramejn,-20 
werden mit seiner Genehmigung verfolgt und verbannt 2). 

Erst der Schutz, den Nizäm al-mulk, der Vezir des Sultans 

Alparslän , den As'aiüten gewährte , milderte die gefährliche Lage, 

in die sie überall im Bereiche der Bagdäder Oi'thodoxie bedrängt 

waren ^). Im Jahre 470 zettelten die fanatischen Hanbaliten der 25 

* j 

Chalifenresidenz, angeführt vom Oberhaupt des madhah., dem Serif 

Abu Ga'far b. Abi Müsä, einen Aufruhr an gegen den be- 
rühmten Säfi'iten Abu Ishäk al-SiräzI, der sich zu den as'a- 
ritischen Lehren bekannte, und gegen seine Anhänger, weil der beun- 
ruhigte Abu Ishäk gegen die Verfolgungen der Hanbaliten in einer so 

o ■•00 00 

Beschwerdeschrift den Schutz des Nizäm al-mulk angerufen hatte. 
Zwanzig Tote fielen als Opfer des hanbalitischen Straßentumultes. 
Endlich mußte sich der Chalife , seiner Neigung nach Beschützer 
der Fanatiker, einmengen, und nach beiden Seiten beruhigen. Abu 
Ga'far erhielt Arrest im Palaste. Nizäm al-mulk aber richtet eine 35 
in ihrem Wortlaut erhaltene Exhortation an die aufgeregten Han- 
ballten, in welcher er sie darüber aufklärt, daß al-Aö'ari nach Ahmed 



1) Dahabl, Taclkirat al-liuöaz III, 337 ; da wird auch die dogmatische Ver- 
mittlung des Chatib reproduziert. 

2) Mir'ät al-zamäu bei G. Salmon, Introduction topographique ii l'histoiro 
de Bagdädh (Paris 1904) 5, 21; nur obiges kann der Sinn des Verbotes sein 
„in die Moschee einzutreten". 

3) JKAS. 11)02, 571 ff. 

4) E. G. Browne, A Litorary History of Pers'a II, 174. 

5) SubkT III, 86. 

6) Vgl. jetzt Reynold A. Nicholson, A Literary History of the Arabs 
(London 1907) 379. 



10 Goldziher, Zur Geschichte der hanbalüischen Bewegungen. 

b. Hanbai der größte Sunna-Imäm gewesen, daß sein Bekenntnis 
mit dem des Ibn Hanbai völlig identisch sei . woran kein Mensch 
zweifeln könne ^). Dies zu erklären , war Nizäm al-mulk völlig 
berechtigt; al-A6'ari hat ja in seiner Ibäna dem Ahmed ibn Haubai 
5 als dem größten Lehrer des Islam eine übersi^rudelnde Lobrede 
gehalten und sich mit seiner Dogmatik vollends identiüziert. 

Dies Mahnschreiben bezeichnet wohl das früheste a§'ariten- 
freundliche öfientliche Auftreten des großen Vezirs. In der Folge 
hatte er mehr als einmal Gelegenheit, sich als Beschützer der in 

10 Bagdad verfehmten Kalämtheologie zu bekunden. Denn die Han- 
baliten hörten nicht auf, unter dem Schutz der Chalifen die großen 
as'aritischen Lehrer zu verfolgen und zu vertreiben. 

Wegen hanbalitischer ßtna mußte Abu Nasr al-Kusejri, 
ein wegen seiner asketischen Frömmigkeit und seines mächtigen 

15 Einflusses verehrter Mann , Bagdad verlassen -) , trotzdem man von 
seinen Vorträgen rühmen konnte, daß sie viele Nichtmuslime in den 

Schooß des Islam lockten (Kc'w^is- *U-v.l ,.^£ ä..w,JL^ ^JL^ ..U" Uiä 

K/«Ä.It ,J«.Pl i-r*)' ^^^^^ Verbrechen war, daß er in Schrift und Wort 
als Verteidisrer der as'aritischen Weise auftrat und mit rücksichts- 

20 loser Strenge die Mugassima angrift^ Aus Bagdad vertrieben, holte 
ihn Nizäm al-mulk nach Nisäbür-'). 

Unter der Kegierung des Sultans Alparslän und seines Vezirs 
können die As'ariten in der Tat frei aufatmen und in den von 
letzterem gegründeten N i z ä m i j j a - Hochschulen ^) fand die Kaläm- 

25 dogmatik anefesehene, von regieruugswegen begünstigte Stätten. Die 
veränderten Verhältnisse ermöglichen es nun auch den Anhängern 
des As'arl, ihr Mütchen an den Gegnern zu kühlen. Zur Regierungs- 
zeit des Alparslän lebte in Herät der fromme Abu Ismä'Il 'Abd- 
allah al-HarawI (st. 481), bekannt als Verfasser des vielgelesenen 

30 süfischen Handbuches manäzü al-sair'in. Wie anderen Anhängern 
der asketischen und sütischen Richtung waren auch ihm die Spitz- 



1) SubkT 111, 9t): (J^a1> ^j A^^!) »Aju iC>Lw«.il ^\ JA■^^= 

-JlXaÄC .^ ,.v* ä.X -xC (S\-^j>» &.ä>o'la^J ,?. , CT jt^bS! ^ -aj xj» 
l_5 •• V ' CT > >•• V /> -^ •• ^ ^> j_ > 

2) Ibn al-Atir ad hihi. 48.0. 

3) Subki IV, 251. 

4) Über die Hochschulengriindungeu des Nizäm al-mulk s, jetzt Julian 
Kibera, Origen del Colegio Nidaini do Bagdad, im Homonaje a Fraucisco Codera 
(Zaragoza l'J04j 3 — 17. 



Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitinchen Beicegungen. H 

fiadicfkeiten der Docrmatiker zu wider i); wie der crroße Süfi 'Abd al- 
Kädir al-GrIlänl schlug aucli er sich zu den Hanbaliten, wo er sich 
vor den Haarspaltereien der Dogmatik sicher fühlen konnte. Er 

bekämpfte sogar den Kaläm in einer eigenen Schrift j,^ilXJS (*3^). 

Als nun einmal der Sultan Alparslän die Stadt Herät besuchte, ver- 5 
schafften sich die Kalämleute eine Statuette aus Erz und schmuggelten 
sie in das viihräb , vor dem Abu Ismä'il sein Gebet zu veri'ichten 
pflegte. Als sie dem Sultan ihre Aufwartung machten, klagten sie 
darüber, daß der fromme Scheich ein arger mucjassim sei, der seinen 
Gott in Körpergestalt anbete , was sie auch durch Vorweisung des lo 
Bildwerkes, das der Gegenstand seines Kultus sei, beweisen wollten. 
Der ahnungslose Scheich hatte viel Mühe, den erzürnten Herrscher 
zu besänftigen und ihn von seiner Unschuld zu überzeugen^). 

Dies Geschichtchen mag wohl nur den Wert einer Anekdote 
haben , die der durch seine Parteilichkeit bekannte al-DahabI ir> 
gerne erzählt, um die Bosheit der Gegner ins Licht zu stellen; es 
setzt jedoch als historische Tatsache voraus die Abneigung des 
Alparslän gegen das in den Kreisen der Ultrahanbaliten gepflegte 
ta<jshn und seine Sympathie für die Kalämtheologie. 

Uns interessiert hier jedoch mehr die Reaktion der Han- 20 
ballten creoren den neuen Geist. Sie mochten auch nach dem 

o o 

ihnen ungünstigen Umschwung der Verhältnisse das Schwert nicht 
in die Scheide stecken. Die Anerkennung der as'aritischen Richtung 
gewann immer mehr Boden. Mit Bezug auf die Mitte des 6. Jahrh. 
d. H. kann der vertrauenswürdige Tag al-dln al-Subki, ein 25 
solider Kenner der theologischen Bewegungen jener Zeit, im Wider- 
spi'uch gegen Dahabi aussprechen, daß „damals niemand mehr Mut 
gehabt hätte , die as'aritische Richtung zu verwerfen , die als die 
Heerstraße galf* ^). Dies ist allerdings etwas übertrieben. Die 
Hanbaliten ließen sich weder in der Literatur noch im Leben ein- mü 
schüchtern. Die Literaturgeschichte des Islam , sowie die Tabakät 
zeigen uns auch fortab den ungeschwächten Eifer der Hanbaliten 
nicht nur in der Aufrechterhaltung ihrer ritualistischen Überliefe- 
rungen, sondern auch ihrer dogmatischen Opposition gegen die zur 
Herrschaft gelangten Lehren. Das interessanteste literarische Produkt 35 
dieser Art ist aus dem 6. Jahrh. das auf populäres Verständnis 



1) Vgl. Zahiriten 179 fl'. Zu den Zahiriten zählt auch der Asket Ibu ;ibi 
'Äsim al uabll (st. 287), Schüler des Sakllc al-Balchl ^ysl\ »,jJ>\a .,Li_t) 
y^Lkäii Sji») ^J'Lyij, DahabT, Tadkirat al-hufiäz II, 214. 

2) Brockelmann, Gesch. d. arab. Litt. 1, 433. 

3) Dahabi, Ta(lkirat al-huftaz III, 381. 

4) Subkl IV, 239, 4 ^L^^aJl Jlt ^j^r^'^ ^^ O ^j^r? -^^' ^ 



12 Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Bewegungen, 

angelegte Lehrgedicht des Muhammed b. 'Abdalmalik al- 
Karagi (st. 532) aus Karag (zwischen Hamadän und Ispahän). 
Der Verfasser entwickelt in diesem gereimten Opus (joLaüJ! ij«>j5tC 
JoLiüti! (jw4.*Ä J.) in mehr als 240 Verszeilen das ganze System 

5 der Hanbaliten (inclusive tagslm) mit Ausfällen gegen As'arl. Der 
biograiDhische Schriftsteller al-Sam'änl hatte dies Lehrgedicht un- 
mittelbar vom Verfasser gehört; aber al-Subki vermutet, daß es 
seither viel Interpolationen und Erweiterungen erfahren haben müsse, 
bis es seinen definitiven umfang erreichte. „Nicht möge — sagt er 

10 — Allah freundlich sein dem, der diesem Werke Glauben schenkt, 
noch seinem Verfasser , wer es auch immer sein möge. Über 
al-As'arl spricht er in der scheußlichsten V^'^eise und erdichtet über 
ihn erlogene Dinge" ^). Jedoch die Tatsache, daß ein solches Lehr- 
gedicht Gegenstand von immer zunehmenden Hinzufügungen und 

15 Erweiterungen bilden konnte, ist ja an sich ein Zeugnis dafür, daß 
es einem inneren Bedürfnis entsprach in den Kreisen , die daran 
ai'beiteten. Auch das apologetische Werk des Ihn 'Asäkir (ed. 
Mehren) muß ja noch die persönliche Ehre und das Ansehen des 
As'arl gegen die feindlichen Angrifie der Gegenpartei verteidigen. 

20 Der Fanatismus der Hanbaliten bekundet sich jedoch nicht 

nur in literarischer Form. Mehr als mit der Feder wirken sie 
durch gesellschaftliche Mittel auf die Massen ihrer Getreuen, denen 

sie einen unbändigen Haß gegen die „Neuerer" ( .,5.C(A;U/«) -) ein- 
flößen. Man dürfe ihnen nicht einmal einen Gruß erwidern ; dafür 
25 wird eine angebliche Lehre des Ibn Hanbai hervorgeholt •^) : ^JL* q-. 

XA==-! Aiis K^lXj J^l ^^s. und ich habe bereits an anderer Stelle ^) 
auf den im Bagdäder Stadtteil Harbijja im 6. Jahrh. gegründeten 



1) Subki IV, 83 f. : "^Is *.A/*^:5^ib ^b^ xi^Ji .J^! ,.jX Ua5 ^Ü 

2) Dies Epithel spenden einander gegenseitig die beiden Parteien. Der 
As'arite nennt seine eigenen Gesinnungsgenossen ä.ä»w.j! J>-?i und die Alt- 
konservativen sind ihm iCi.LX.AJ! J».?t. 

3) Solche lieblosen Lehren des Ahmed werden selbst von 'Abd al-K5dir 
GilSnl in seinem Buch oi..=- wÄj.- .^ ^AjLaJ ÜaäxJ) verwendet; von dort- 
her sind sie mitgeteilt von Ibn Ha;l'ar al-Hejtami in oj! ^ &.'s^ VwÄc^L^aJl 
XSJüyij ^lXJ! J^i i^Jlt (Kairo 1312) 149. 

4) Kultur der Gegenwart 1, Abt. 3, 117. 



I 



Goldziher, Zur Geschichte der hanb alitischen Bewegungen. 13 

sozialen Verein 'iL^aj^^^JW hingewiesen, dessen Mitglieder diesem Be- 
grüßungsverbot einen geradezu exzessiven Umfang gaben. Mit der 
Tendenz dieses Vereins entschuldigt ein in Damaskus wohnhafter 
Hanbalit seine Anstrengung, dem unter seinem Einfluß stehenden 
Traditionsbeflissenen 'Abd al-Gani al-Gammä'Ili vom Ver- 5 
kehr mit dem Geschichtschreiber der Stadt Damaskus, Ibn 'Asäkir, 
zui'ückzuhalten. Dieser war ja As'arit, Verfasser einer Apologie 
des As'arl und der Tabakät seiner Schule. Ein richtiger Hanbalit 
dürfe nicht in die Atmosphäi'e eines so gefährlichen Menschen treten i). 

Aber sie scheuten auch vor drastischeren Gewalttätigkeiten-) 10 
nicht zurück. Gefährlich scheinende Personen wurden zuweilen 
durch Verabreichu.ng einer Giftdosis aus dem Wege creräumt '^1. 
Wenigstens wurde den grimmigen Hanbaliten diese Kampfesweise 
zugemutet ; es steht natürlich dahin , ob mit Recht oder aus ge- 
hässigen Motiven. Nur ganz kurze Zeit vor der Periode, die uns 15 
hier beschäftigt, mußte der As'arite Abu Bekr ibn Fürak*), 
Lehrer des Abu-1-Käsim al-Kusejri, auf Geheiß des gewaltigen 
Mahmud ibn Sebuktagln nach dessen Residenzstadt Ghazna reisen, 
um sich vor dem Fürsten von dem gegen ihn von den Muckern 
ausgestreuten Gerücht zu reinigen, er habe behauptet, die Propheten- 20 
würde Muhammed's sei mit seinem Tode erloschen. Wäre ihm die 
Rechtfertigung nicht gelungen, so hätte ihn der fürstliche Beschützer 
der Orthodoxie dem Tode geweiht. Durch das Bekenntnis, „daß 
unser Prophet in seinem Grabe weiterlebe, und bis in alle Ewigkeit 
der Gesandte Gottes bleibt in Wahrheit , nicht in metaphorischer 25 
Bedeutung, so wie er bereits Prophet war, als unser Urvater Adam 
erst noch „zwischen dem Ton und Wasser" sich befand; so sei 
denn das Prophetenamt Muhammed's ein ewiges, präexistierend und 
nachbleibend" — nur durch dies Bekenntnis entginsf er einstweilio^ 



1) Ibn Regeb, Tabakat al-Hanabila s. v. Ahmed b. al-Husejn al-Bagdädl 
(st. 583 in Damaskus) fol. 84b: xil i3^J» Ä,Ä.*W"Ji J. ti->wX.XCO;x .,Li» 

j,jj *.aj^-=^ ^ LjlXac ^.,15" i3j-ÄJ ^.,14 ^lj> Js^ iisLii j^iAJ^ x>Lx 
L$ r CT U? <J-^ " • V.U •• LT- LJ 

■ 2) Im Jahre 596 stiftet der lianbalitische Oberkädl von Merw den Pöbel 
an, die neuerbaute Moschee der Säfi'iten niederzubrennen, Ibn al-Atlr ad aun. 
(ed. Büläk XII, 66). 

?>) Über diese gegen die Feinde der Religion angewandte orientalische 
Methode s. E. G. Browne, A Traveller'« Narrativo written to illustrate the episode 
of the Bäb, II, 371 f. 

4) Vgl. jetzt Völlers' Leipziger Katalog Nr. 316. 



14 Goldzihei-, Zur Geschichte der hanhaUtischen Betcegungen. 

der Todesstrafe. Einstweilig — denn der Grimm der orthodoxen 
Gegner war durch diese Rechtfertigung nicht befriedigt ; sie räumten 
den Aö'ariten auf seiner Rückreise nach Nisäbür durch Gift aus 
dem Wege. Und es ist hinzuzufücjen, daß ihr Haß sich in diesem 

5 Fall nicht etwa gegen einen anrüchigen Freigeist richtete. Ihn 
Füi'ak war Fleisch von ihrem Fleisch , selbst Pietist wie sie. Er 
fühlte solche Ehrfurcht gegen das Papier, worauf der Koran ge- 
schrieben ist, daß er niemals in einem Haus schlafen wollte, unter 
dessen Dach sich ein Koi-anexemplar befand. Aber er urteilte über 

10 die as'aritischen Formeln nicht so schrecklich wie die Hanbaliten, 
die ihren Weg zum Ohre des mächtigen Ghaznewiden zu finden 
wußten ^). 

Dieser Zug wiederholt sich dann mehreremal in der biogra- 
phischen Literatur. Auch aus dem Jahre 567 haben wir ein Beispiel 

1.') dafür, daß Hanbaliten mit denselben Mitteln gegen einen as'aritischen 
Gegner arbeiten -) , nämlich gegen den zu seiner Zeit in Bagdad 
sehr beliebten öffentlichen Lehrer Muhammed b. Muhammed Abu 
Mansür al-Barawi al-TüsT. Er war As'arite und pflegte in 
seinen Vorträgen die Hanbaliten heftig anzugreifen. „Hätte ich zu 

20 befehlen — sagte er einmal — würde ich den Hanbaliten die yizja- 
Steuer (wie Andersgläubigen) auferlegen"-'). Dafür ließen die Han- 
baliten heimlich Gift in sein Haus schmusfgeln, woran er und seine 
ganze Familie starben^). 

Auch dem großen Dogmatiker Fachr al-din al-Räzi soll 

25 sein eifriger as'aritischer Kampf gegen die Mu'taziliten damit belohnt 
worden sein, daß ihn die anthropomorphistischen Karrämiten heimlich 
vergiften ließen ^). 

In Bagdad, dem Sitz ihres früheren Glanzes, war — wie uns 
bereits ein Beispiel gezeigt hat — das Harbijj a -Quartier die 

30 Brutstätte und der Mittelpunkt des hanbalitischen Fanatismus. Schon 

Gähiz'') erwähnt X.-o.il ^».j^x^ als Vergleichungsobjekt für Leute 

1) Subki 111, 53—54. 2) ibid. IV, 182. 

3) Zu diesem Urteil fanatischer Madhableute gegeneinandervgl. Jäkütl, 708,9. 

4) Ibn al-Mulakkin, Al-'ikd al-mudahhab (Leidener Handschr. Warner 532), 

fol. 141a: J^ ^.,1 J ^V^Äj ^,^ ^^y^^fS^. KLUÜ ^c jJl^' XaS ^.,L5j 

^ri^iX^j>- (jiiXJ x.»..*^: ''^J-4*- f*-f""'^ >,i>^5iA2».J 1^1. Die Todesart wird 
bei SubkT 1. c. umständlicher beschrieben, hingegen fehlt bei ihm das im Te.xt 
mitgeteilte Detail. 5) SubkT V. 35. 

C) Kitäb al-hiijwSn III, (i, Kl. Wenn ich die Stelle richtig verstehe, setzt 
Gähiz den schT'itischen Sektenfanatismus und das asketische Geliaben des dort 
geschilderten Mannes in Gegensatz zu seinem weiiiseligen unfrommen Lebens- 
wandel (pl-«-:=^ ^.=>.a3 LjiAa>J i,i>Jö 5.x •^^•); »t "iH damit den ab- 
gefeimten Ilypokriteii brandmarken. 



Goldziher, Zur Geschichte cler hanbalitischen Bewegungen. 15 

von asketisch düstrem Aussehen. Was für verbohrte Köpfe in dieser 
Umgebung zu finden waren, zeigt uns das Beispiel eines asketischen 
Sonderlings, Tbrähim al-Harbi (st. 285), unmittelbaren Schülers 
des Ahmed b. Hanbai. Er beschäftigte sich auch mit Luga- Studien 

(iCiJU Kx:L*:>) ; aber so oft er einen Dichtervers anwandte, sühnte 5 

er diese unheilige Tat — wie er selbst berichtet — damit , daß 
er dem Zitat unmittelbar ein dreimaliges „Sprich, er ist Allah der 
einzige" folgen ließ^). Vor dem Tore der Harbijja ist der Fried- 
hof gelegen , der die Grabmäler einiger heiliger Männer birgt , die 
makähir al-suhadä -). Auch Ahmed b. Hanbai war hier beigesetzt lo 
worden. Diese Nachbarschaft scheint auf den auch von früher her 
auf Fanatismus gestimmten Geist der Bewohner nur noch mehr 
suggestiv gewirkt zu haben. Der Erregung ihres Fanatismus war 
sie iedenfalls sehr förderlich. Hingegen wurde das Grab des As'ari 
profaniert und in der gemeinsten Weise geschändet'^). Ihr un- i5 
bezähmbarer Ingrimm richtet sich vorzüglich gegen den Sitz der 
Ketzerei, die Nizämijja. Sie halten es beispielsweise für aus- 
geschlossen , daß das Totengebet {salät al-ginäza) für einen der 
ihrigen in der Nizämijja abgehalten werde ; der Ort galt ihnen als 
viel zu unheilig ^). Sie benutzen um diese Zeit gerne eine feier- 20 
liehe Gelegenheit , die ihnen für eine hanbalitische Demonstration 
gegen den Geist der verhaßten Nizämijja geeignet erschien. Da 
lassen sie ihrem verhaltenen Groll die Zügel schießen und erneuern 
die Ausbrüche des Terrorismus, mit dem sie zur Zeit ihres Glanzes 
jede freie Geistesregung einzuschüchtern pflegten. Als solchen An- 25 
laß benutzten sie im Jahre 521 das Begräbnis des in Bagdad ver- 
storbenen frommen Zähid 'All b. a 1 - M u b ä r a k. Als Ausdruck der 
Trauer über seinen Tod wurden an diesem Tage alle Bazare der 
Stadt geschlossen — eine gewöhnliche Art der Trauerkundgebung ^) 



1) DahabT, Tadkirat al-bufföz II, 162, 5 v. u. : Js-i LXxJ CjA^^ 'w* 

o\y« öbLi lX5>^ !sXj\ j^ J^ »l\*j oLs b!! . 

2) Chatlb Bagdad! ed. Georges Salmon (oben S. 9 Anra. 2) 79 (Text). Guy Le 
Stranj^e, Baghdad during tbe Abbasido Calipbate (Oxford 1900) 158. Auf diesem 
Friedhof, in der Nähe der Grabstätte des Bisr al-Häfl , beigesetzt zu werden, 
galt als besonderes Privilegium; s. beispielsweise DahabT, Tadkirat al-huft^z 
IV, 20. Chatlb Baiicdädi trank Zemzemwasser mit der Intention, dieses Vorzugs 
teilhaft werden zu können; s. Muh. Stud. II, 273, Anni. 3. 

3) Ihn 'Asäkir ed. Mehren 110, 4 v. u. ft". 

4) Ibn Regeb 1. c. fol. 119 b s. v. 'Abd al-Mun'im Muhammed al-Bäüart 

(st. 612 in Bagdad): a.aji>.I! t>«L> VH-? ^^^^ c^ ^^J^\ ^wS. 

• •• l5 *. ' • C 

5) Vgl. WZKM. XVI, 326. 



16 Goldziher, Zur Geschichte der hanbalüischen Beioegungen. 

— und während des Besfräbnisses rief das liebe Volk aus voller 
Kehle: „Das ist einmal wieder ein sunnitischer, hanbalitischer, kein 
kusejritischer , as'aritischer Tag". Zu jener Zeit lebte in Bagdad 
Abu-1-futüh (in unserm Text fälschlich: Abu-1-farag) al-Isfa- 

öräini, ein überzeugter ass'aritischer Lehrer; ihn hatte der Straßen- 
pöbel schon öfters mit Steinen und verendeten Tieren^) beworfen. 
An diesem Begräbnista» entlud sich sein Grimm gewen den seiner 
Lehre wegen verhaßten Mann. Der Pöbel stieß öffentlich Schmäh- 
ungen und Verwünschuucren orecren ihn aus , so daß ihm sein Be- 
10 Schützer -) , der Chalif al-Mustar^id , den Eat geben mußte, die 
weiteren Vorträge zu unterlassen und sich aus der Stadt zu ent- 
fernen. Zwei Tage nachher soll man • — so erzählen Hanbaliten 

— im Hause eines seiner Freunde Hefte gefunden haben, in denen 
geringschätzige Äußerungen über den Koran zu lesen waren. Das 

15 Volk ergriff nun den IsfaräinT, schleppte ihn durch die Straßen der 
Stadt, wobei die Ursache der Mißhandlung ausgerufen wurde , und 
machte Miene, ihn dem Feuertode preiszugeben •^). Später gestattete 
ihm der Chalif al-Muktafl die Rückkehr nach Bagdad; darüber 
entstand abermals hanbalitischer Tumult, der ihn wieder zur Aus- 

20 Wanderung nötigte. In stiller " Zurücksrezo^enheit von den öden 
Kämpfen um die dogmatischen Wortklaubereien , deren Opfer er 
war, ließ er sich nach vielem Umherwandern schließlich in Bistäm 
nieder, wo er 538 starb und an der Seite des orefeierten Süfilehrers 
Abu Jezid al-Bistämi die Grabesruhe fand^). 



1) Über diese Art der Misshandlung s. Gähiz, Kitab al-hajwau V, 85, 15. 
Alan verwendete dabei zumeist tote Katzen ; mau sagt ä-ÄaII _jöLÄ>w.ib *-^\ . 

2) Ibn al-Atir ad ann. 516. 

3) Ibn Re.ieb fol. 39a: xxs c>.äJLc iv3^-i.ii-* '^»j ii5^J3 .,'>-^=>» 
_ ,äj1 %^\ oSiAi^j lXLUs» ,..'.^». , c JÜjJs ^'» ( c-A^iiJs bS -JLxx;> 
A^-Ä.^i (iSiö Üa5 ^A-w► tkXse.! *».aJ! üi^Jö ,% !._i*?L5 CjLXxIi ».^ix. 

^ ><• .> > • . ■• <JP J-^ 

.l\.x^NA_t \S\ xj w^ixil» xaIx. (__,w.»äJ! v_äX£.» _lacJLl |,,JL>. .i.>LflJt 

4) SubkT IV, 95. 



Goldziher, Zur Geschichte der hanhalitischen Beicegungen. 17 

III. 

Wenn nun die Hanbaliten auf jede Trübung des orthodoxen 
Lehrbegriffes nach außen in maßloser Weise reagieren, so ist es 
leicht begreiflich, daß sie in ihrem eigenen Kreise strenge darüber 
wachen , daß nicht Füchse den Weinberg verderben. Wir wollen 5 
an einem Beispiel zeigen , wie strenge sie das strafende Schwert 
gesren die innerhalb ihres eigenes Kreises vorkommenden Ent- 
gleisungen schwingen konnten. 

Ein hanbalitischer Jüngling, A b u - 1 - waf ä 'All b. 'Akll (st. 
513)^), der später berufen war, unter seinen Zeitgenossen die an- 10 
gesehenste Autorität der hanbalitischen Schule zu werden, hatte die 
Kühnheit, sich bei einigen mu'tazilitischen Lehrern über die Lehr- 
meinungfen dieser Partei unterrichten zu lassen. Obgleich er den 
Verkehr mit -jenen Leuten möglichst verheimlichte , verriet sich 
sein Umgang mit ihnen durch manche Andeutung, die er gesprächs- i.'s 
weise fallen lies. Er sprach z. B. vom tawll einiger Attribute 
Gottes u. a. m. Seine von der Orthodoxie abbiecrende Sinnesart 
konnte er selbst weder leugnen noch beschönigen , als die ketzer- 
riecherischen Schnüffler schriftliche Aufzeichnungen von ihm auf- 
trieben, die seine Rechtgläubigkeit arg kompromittierten. Als be- 20 
sonders schwerwiegendes Crimen wird ihm angferechnet, daß er dem 
Mu'taziliten Abu 'All folgend die These aussprach : die Dunkelheit 
sei nicht ein positives Accidens mit schwarzer Farbe, sondern bloß 
die Privation des Lichtes , also kein Seiendes , sondern ein Nicht- 
seiendes (Steresis) -). Der ketzerische Verkehr des jungen Abu-1- 25 



1) Dies Sterbejahr wird in den arabischen Quellen festgehalten; Brockel- 
mann (I, 398 Nr. 2) gibt 515/1121. 

2) Eine in den Kaläm-Schulen vielfach umstrittene Frage, in deren Be- 
antwortung die Mu'taziliten nicht einig sind. Sie hängt mit der allgemeinen 
Fragestellung zusammen : ob die Privationen als in Wirklichkeit existierende 
Accidense zu betrachten seien. Die auseinandergehenden Ansichten der Muta- 
kallimün darüber s. bei Schreiner, Der Kaläm in der jüd. Litteratur 50 und 
dazu Oähiz, Kitäb al-hajwän V, IGfT. Speziell die Frage, ob Finsternis ein 
positives A cci de ns, oder nur die Privation des Lichtes sei, wird in diesem 
Zusammenhang eifrig behandelt. Auch Sa'adjah bespricht sie eingehend in 
Amänät 53 f.; anknüpfend an Eccl. 2, 13 erörterte er sie auch im Söfer ha-gälüj 
und gelangt zu dem mit der Lehre des Abu 'All übereinstimmenden Resultat: 

ä,/8lXc «.P L4.Ü31 .«.ÄÜ A^o^ Jwol «^ Ij^A'^ (»^li-H ,.,t; dafür wird er von 

den Gegnern hart angegrifl'ou. S. den Text des R. Mubassir bei Harkavy, Studien 
u. Mittheilungen V (St. Petersburg 1891; Mck. Nird., YH. Jahrg.), 183 — 185. 
[Vgl. jetzt auch S. Poznai'ski, Ilaijüjah ha-Balchi im hebr. Jahrbuch T^^n, 
VII, 9 des SA.] Nach dem Bericht des Maimünl (Dalälut I, c. 73, Prop. 7 zu Ende; 
ed. Munk I, 111b) wird die These des Abu 'Ali (in Bezug auf Licht und Finsternis) 
von manchen Mu'taziliten abgelehnt, dio sonst die Existenz privativer Accidense 

nicht anerkennen: u>..^aJ cjLjCUI j.IlX.c.1 iJ^*~^ ,m^ ^^d ä-^jä*!! ip*^i 

jv^äj! j.l\c J^-c-t'^ öj^äÜ j»lX.c j^^-St .,1 dyi^A S-^ sJV?"r'* ^5"^^ 
Zeitschrift der U. M.G. HA. I;Xir. 2 



18 Goldziher, Zur Geschichte der hanlalitischen Bewegungen. 

Wafu scheint jedoch nicht auf Mu'taziliten beschränkt gewesen zu 
sein. Er muß wohl, ob nun in persönlichem Verkehr oder durch 
das Studium ihrer Schriften, aucK von den Ideen der pantheistischeu 
Mystiker gekostet haben. Denn noch schwerer als die eben er- 

5 wähnte metaphysische Subtilität fiel ins Gewicht, daß er in einer 
der aufgestöberten Schriften den Erzketzer Halläg, den die Ortho- 
doxie als Ungläubigen dem Henker preisgegeben hatte, wie einen 
rechtgläubigen Asketen und Wundertäter behandelte , und daß er 
der Erwähnung seines Namens den Segensspruch „möge Gott ihm 

10 barmherzig sein" folgen ließ. Dies alles konnte der Scherlf Abu 
Ga'far, den wir bereits in seinem Verfolgereifer kennen lernen 
konnten (oben S. 9), aus dem ihm vorgelegten Beweismaterial 
unleugbar feststellen. Er und seine Gesinnungsgenossen gaben nun 
die Parole aus auf die persönliche Verfolgung des jungen hanbali- 

15 tischen Gelehrten. Dieser war vor ihnen nunmehr seines Lebens 
nicht mehr sicher und mußte sich lange Zeit im verborgenen herum- 
treiben, um den Nachstellungen ihrer Schergen zu entgehen. Später 
fühlte er sich nur in dem zum Sultauspalast führenden bäb al- 
marütib ') in Sicherheit, wo ihn der Dolch seiner fanatischen Glaubens- 

20 genossen nicht erreichen konnte; das Weichbild des Palastes galt 
als haram , als Asyl. Der Hetze müde , entschloß er sich nach 
fünfjähi'iger Angst zu einem öffentlichen Widerruf seiner Irrtümer. 
In Anwesenheit der angesehensten Relis;ionsautoritäten gab er seine 
demütige Bußfertigkeit kund und fertigte eine schriftliche Lossagung 

25 von jeder Verbindung mit den Ketzern und von den ihm zur Last 
crelesten Verirrungen aus. Es wird dabei ausdrücklich erwähnt, 
daß Abu Ga'far dieser Versammlung nicht persönlich präsidierte, 
da er eben wegen eines öffentlichen Mißbrauches, den er bekämpfte-), 



K.J.i>- (»lXc ., ».X*w.J1. Über die verschiedenen Definitionen des 'adam-^e- 

{jriffes in den Kaläm-Schulcn vgl. Birani, Die atomistisclie Substanzlehre (Leiden 
1902) arab. Text C4ff. ; Oazäll, Tahäfut (Kairo 1303) 21—23. 

1) Dies Detail erwähnt Ibn al-Atir ad anu. 513. 

2) Es handelt sich um ein ,^XX\ ,^^*jt.'j, wie es von den Haubaliten 
öfters recht stürmisch geübt und gefordert wurde (vgl. oben S. 7 Anm. 6) ; vgl. die 
für die gesellschaftlichen Zustände jener Zeit charakteristische Erzählung bei Tab. 
Ilanäbila fol. 24a, s. v. al-Ma'mar b. 'AU al-Bakkäl, genannt Abu Sa'd (st. 50G): 

^iN--> ^x-**..J ^♦>Lra.wJ vi>.Jl:'. Ax.w ^j! .Ü ij*^ 




Goldziher, Zur Geschichte der Jianhalitischen Beiceguvgen. 19 

mit den Behörden im Streit war. Dai'aus folgt, daß der Widerruf 
nicht ntir vor einem hanbalitischen Kollegium , sondern vor dem 
offiziellen Tribunale (diwCm) stattfand. Abu Ga'far hatte jedoch 
in den vorzulegenden Widerrufungsakt früher Einsicht genommen 
und denselben gebilligt. 5 

Mit Stumpf und Stiel waren allerdings die Früchte seines 
früheren Umganges aus dem Geiste des Ibn 'AkTl nicht ausgetilgt. 
,In vielen seiner Reden — sagt von ihm Ibn Tejmijja^) — war 
ein Stück von mu'tazilitischer Sprache", und er erwähnt ihn auch 
im Zusammenhang jener Mutakallimün , die das tawU zulassen-). 10 
Als bleibenden Niederschlag jener Periode seiner Entwickelung kann 
man es betrachten, daß er sich in der Frage : ob die Gotteserkenntnis 
auf bloße Überlieferung (taklid) , oder auf spekulative Erwägung 
[nazar) gegründet sein müsse, jenen anschloß, die in ihrer Stellung- 
nahme sich dem Kalämstandpunkte nähern. Eine der größten 15 
Autoritäten der hanbalitischen Doafmatik führt den Ibn 'Akll unter 
jenen an, die, entgegen dem bedingungslosen taklld der allgemeinen 
hanbalitischen Schule, das nazar fordern-^). 

Ich halte dies Widerrufungsdokument aus kulturhistorischem 
Gesichtspunkt für wichtig genug, um den Text desselben als 20 
Speciraen solcher Kundgebungen, die wohl öfters vorkamen, hier in 
dem Zusammenhang mitzuteilen, in dem es in dem Klassenwerk 
über die H anbauten von Ibn Regeb ^) erscheint : 

~ j ^ '•• j ■• K^j -^ j Lr •• L ' • LT- -5 •• ~ 

j^ÄAwj (^lX5>1 iiÄAv -.Ä5 'xil\ ».♦>•, ^)oLÄAii! I dxxJ 

—bii»- (C-^ r*"^^r*'''-5 "^•^-^*-^^ f«-tV-^J' rt'' ^c5^ ^t-"' v^*^ <jAx. Ljtil:)! 



1) al-Il.iti^'äg bil-kadar (liasS'il II, 131 unten): J, ^^Ls" Ui J>.aäc ^tj 

2) TafsTr sürat al-ichliis (Kairo 1323) 70, 11: ,j%.4.J>XXl! yJi \ Jtji |J\P. 

3) al-Kaläm 'alä al-iitra (Rasä'il II, 331): ^üil Ijs.^ ^5 S'=>^ uX.S» 

^^Ijtj ^i\ -/ijUJiy iCxj.^f x^jbSI LjL^I Q/a i-Liüäj'l ^ \^LI:> 

I«.55.aC5 i3»aäe qjI^ J^aaI xäLaj!^, 

4) Tabakät al-Hanäbila fol. 32 a. 

5) Hier sind in der Handschr. 4 — 5 Worte gestrichen. 



20 Goldziher, Zur Geschichte der hanlalitischen Bev:egungen. 

^,LjJ^j! ^w! LJ3! ^ ^-.::i^' U^^3 O-"-^^ ^-^^ L?'"' -^.^'i^''' ^ »j''^ 

5 J. « j'j oiA-w lXä -jCi/s ^'.^! v^-^'? y*"^^ ^^'5 (_5^ '-^•'"'^ r)'*-^ ^^^^ 

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Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Beioegungen. 21 
, vw.^:> Ki-w *-^ ^Lc iLxj,^^ *^ v^^äS'» -Lä^I »j iJi£; xLL ü^x-* 

IV. 

Seitdem durch den Erfolg der theologischen Bewegungen im 
12. Jahrh. die as'aritische Dogmatik zu allgemeiner Anerkennung 
durch^edrunofen und dabei angelangt war, als iamCC der maßgeben- lo 
den Lehrer zu gelten , hat die gegnerische hanbalitische Richtung 
nur noch als tolerierte Unterströmung fortwii'ken können. Syrien 
in weitem Sinne, das bereits im 10. Jahrh. n. Chr. als hauptsäch- 
lichster Sitz der ashäb al-hadlt gerühmt wird ^) , war besonders 
dazu vorbereitet, den hanbalitischen Bestrebungen Raum zu gewähren i3 
und den Einfluß ihrer Vertreter auf sich wirken zu lassen. Eine 
feste Stelluno- errinsrt das hanbalitische inadhab in diesen Landen 
durch die Bemühungen des Abu-1-farag 'Abd al-Wähid al- 
Slräzl (st. 486 in Damaskus). Er war Schüler des berühmten 
hanbalitischen Schulhauptes in Bagdad, Abu Ja'lä ibn al-Farrä und 20 
wanderte vom 'Irak nach Jesusalem , von da nach Damaskus aus, 
wo er durch Schüler und Anhänger, die sich um ihn scharten, dem 
hanbalitischen maclhab große Verbreitung vei-schafFte -). 

Auch nach dem Sieg der Kalämrichtung bleibt es hier in 
großem Ansehen. Anschließend an den offiziellen Dankgottesdienst 23 
nach der Wiedereinnahme Jerusalems durch Saladin besteigt ein 
hanbalitischer Prediger Zejn al-dln ibn Nagijja, ein Abkömmling 
des eben erwähnten Abu-1-farag al-SiräzI, ein Katheder gegenüber 
der Kibla der Sachraraoschee und hält vor gedrängter Versammlung 
einen religiösen Vortrag. Dieser Prediger stand in großem An- 30 
sehen bei Saladin, der ihm den Ehrennamen eines ,'Amr b. al- 
'Äs" verlieh, sich häufig seines Rats bediente und seinen Vorträgen 
persönlich beiwohnte. Er nahm ihn sjDäter zu sich nach Kairo, wo 
er 599 starb-'). Die häufigen Nisben vieler der angesehensten han- 



1) MukaddasI ed. de Goeje 39, 9. 

2) Muglr al-dln, al-Ins al-galll 263 : ^lXäI? 'O^-jJ ^^m*z JwiJl -Ai 

.S) allns al-C'al7l 301. .")93. 



22 Goldziher, Zur Geschichte der hanlalitischen Bewegungen. 

balitiscben Autoritäten, als: al-Dimiski, al-SafiTiwI al-SfiUhi (nach 
al-Sälihijja bei D.) , al-Harränli) , al-Ba'lT (Ba'lbek) , al-MnkaddasI, 
al-Gammä'IlT, al-MardäwI (bei Näbulus)-), al-Karaml (aus Tür al- 
Karam b. N.), al-Saförlnl (gleichfalls bei N.)'') zeigen am deutlichsten 
5 die Bedeutung der syrischen Provinz für die hanbalitische Schule. 
Muglr al-dln gibt in seiner Monographie von Jerusalem und Hebron 
die Liste der berühmten banbalitiscben Lehrer von der Ejjubiden- 
zeit bis an das Ende des 9. Jahrhunderts-^). Besonders Näbulus 
und sein Bezirk waren Pflanzstätten der hanbalitischen Theologie. 

10 In neuerer Zeit gilt, wie ich von Eingeborenen erfahre, Hebron als 
fanatisches Hanbalitennest ^). 

In dem in kultureller Beziehung mit Syrien eng verbundenen 
Ägypten scheint der hanbalitische Geist in der ejjubidischen Zeit 
weniger zur Geltung gekommen zu sein , wenn auch die Ein- 

15 Wanderung seiner Vertreter aus Syrien nach Ägypten nicht zu den 
Seltenheiten gehört. Die Literatur kennt zwar manchen ägyptischen 
Vertreter der hanbalitischen Theologie^) und noch heute ist ihre 
Lehre an der Azhar-Moschee durch Lehrer und Schüler offiziell, 
wenn auch verhältnismäßig spärlich , vertreten. Für sie ist das 

20 Fikh-Lehrbuch v^jLLÜ J^^Jj» ^ ..io V;--^ d-ä^ (Kommentar von 

'Abdalkädir b. 'Omar al-Dimiskl, st. 1135, zu dem Grundwerk des 
Mar'I b. Jüsuf, st. 1030 in Kairo) im Druck (Büläk 1288) ver- 



1) Völlers, Leipziger Katalog Nr. 171 nennt sich ein 'Abdalkädir al- 
Harränl (übrigens Säfi'it) SlXäXjl/« ^äi.-*s*.j! vgl. WZKM. XX, 394. Unter 
ihnen seheint die strenge, puritanische Lebensauffassung von altersher ein- 
gebürgert. Schon Ahmed b. Hanbai kann von ihnen sagen: L^-is .•^^r>" \}^^ 
&,jLLo ^^^m^ ..Lai.»*j! c-'*^.^ y^ A:>! -^c .^yü^, Dahabl, Talkirat 
al-hufifäz II, 48, 3 v. u. 

2) Näbulus als Sitz von muslimischem Fanatismus Musil, Arabia Petraea III, 
228, 2. 

3) Von dem ZDMG. 61, 74 Anm. 2 genannten Träger dieser Nisba empfing 

der Verfasser des Tag al-'arüs eine igäza l^ J.:L>I» s-'i^J»^ -j'l i»^ä5^. 

4) al-Ins al-4'alll 592—604. 

5) Die fanatische lievölkerung von al-ClialTl Jlusil, Arabia Petraea, 
II, I, 223 ult. 

6) Eine große Anzahl von Hanbaliten ging noch in den letzten Jahr- 
hunderten aus dem Orte Buhüt (Bez. Mal.iallat al-kubrä, mudlrijja garbijja) 
hervor; vgl. die Biographien bei 'All Mubarak, Chitat j^adlda IX, 99. Der 

berühmteste unter ihnen, Mansür b. Jünus al-Buhüti (als y*;!^ Jl l\.L:wi.i»- J_w«.-Ci 

bezeichnet, st. 1051), verfaßte den Kommentar /^-.-i.l S^V-^c zu dem oben 

erwähnten V^.L»! Joü und sein Nefto Sälil.i b. Hasan gab eine Versifizierung 
dieses Werkes heraus (Kairoer Katalog III, 300 unten). 



Goldziher, Zur Geschichte der hanbalitischen Bewegungen. 23 

öftentlicht worden (bei Brockelmann II, 369 zu ergänzen). Es möge 
hieran die Beobachtung angeschlossen sein, daß in allerneuester Zeit 
wieder auffallend viel dogmatische und polemische Bücher der 
hanbalitischen Autoritäten (besonders Ibn Tejmijja, Ihn Kajjim al- 
Gauzijja, Safärinl)^) aus den Kairoer Druckerpressen-) hervor- 5 
wehen. 

Um bei älteren Zeiten zu verbleiben, kann für die in Ägypten 
vorwiegende Gesinnung folgende Tatsache als charakteristisch gelten. 
An der Schwelle der Ejjübidenepoche wird dem angesehenen, frommen 
Theologen Muhammed b. Ibrahim al-Kizäni (st. 562) eine lo 
Grabesstelle neben dem Ruheort des Säfi'I gewährt, die größte 
Ehrenbezeigung, die dem Andenken eines Gottesgelehrten in Kairo 
zu teil werden kann. Dieser al-Kizäni hatte sich zur anthro- 
pomorphistischen Gottesauffassung bekannt (er wird bezeichnet 
als hervorragend J^A.vw^.:S^J!3 lX^JS^ ^J^-^W)- Nun besann sich die 15 

öifentliche Meinung bald darauf, daß dies Bekenntnis im Sinne der 
inzwischen zum Range der Orthodoxie erhobenen Dogmatik als 
heterodox verurteilt werden müsse. Ohne Rücksicht auf das gegen 
Exhumierungen herrschende Vorurteil wird der Leichnam Kizäni's 
von der ihm gewährten Grabesstätte entfernt und dies Vorgehen 20 
wiederholt, nachdem seine Getreuen versucht hatten , ihn nochmals 
in die Nachbarschaft des Säfi'I- Grabes zu bringen: der Heterodoxe 

dürfe nicht in der Nähe des Wahrhaften begraben sein: ^JiAj ^' 

OJ-jlXa^ Vj^ oJ-j^Xi;'")- Saladin selbst gab später einen strengen 

Erlaß heraus , der in allen Moscheen seines Machtgebietes auf den 25 
Kanzeln verlesen werden mußte , in dem es unter Androhung von 
Strafen aufs entschiedenste verboten wurde, über die Frage ,der 

Buchstaben und Laute" (oyjiil» o--^ J, L>^^ rr^ fr*'0 ^'^ 

verhandeln ; eine der wichtigsten Thesen des Hanbalitismus , daß 
nämlich die Worte und Laute des geschriebenen und rezitierten 30 
Korans als Kaläm Allah anerkannt werden müssen (A.s'ari degradierte 



1) Über sein jüngst im Druck erschienenes theolog. Werk Revue du 
mondo musulman II, 596. 

2) Als I.ianbalitischer Druck aus Syrien kann aus neuerer Zeit verzeichnet 

werden: «.xäÄav«.!! <>\\ „ ~m^ ^^ «•J'rl! {J^^^\ (Regierungsdruckerei in Damaskus 
— nach Masrik IV, 879 — ), ein Superkommeutar zu dem Werke ^.iäÄ^^i^ , 
von dorn oben genannton Mansiir al-Buhütl; dies selbst ist ein Kommentar zum 
«-Läi! jAi>C^ von Abu-l-NagS Saraf al-din al-MukaddasT (st. 968); das Grund- 

werk «JÜilf (Brockolmann I, 398), eines der angesehensten Werke der l.ian- 

balitisclien Literatur, hat MuwatVak al-dTn ibn Kudäma (st. 620) zum Verfasser. 

3) Subki IV, 65. 



24 Goldziher, Zar Geschichte der hanbalitischen Bewegungen. 

sie zu Exponenten — S;'-xf: des Gotteswortes) ^). Darüber dürfe 
nun nicht verhandelt werden und Saladin wendet in seinem Erlaß 
auf die Zuwiderhandeluden den Koranspruch 33, 60 ff. an, von den 
Leuten ,in deren Herzen Krankheit", die „verflucht sind, und, wo 

5 sie immer ergriffen werden, des Todes getötet werden sollen"-). 

Einige Zeit nach Saladin scheint man der Rührigkeit der Han- 

ballten in der Tat Hindernisse in den Weg gelegt zu haben. Dafür 

ist der Fall 'Abdalgani al- Gamma' ili (st. 600) charaktei'istisch. 

Dieser der altorthodoxen Richtung huldigende, als Traditionist be- 

10 rühmte Theologe — man gewährte ihm das Epithet eines amlr 
al-muminln fi-l-hadU'^) — „redete über die Attribute und den 
Koran in einer Weise, die das ^lißfallen der ahl al-tdwll erregte ; 
sie machten darüber großen Lärm und man hielt eine Gerichts- 
versammlung in der Residenz des Sultans in Damaskus ab. 'Abdal- 

15 ganl verharrte (bei seinen Lehren) und man gab ihn vogelfrei. Nur 
infolge der Dazwischenkunft der kurdischen Emire wurde es ihm 
möglich, aus Damaskus nach Ägypten zu entkommen, wo er bis zu 
seinem Tode unbeachtet (bULi») leben konnte" ^). Nach anderen 
Berichten ^) verursachte er auch hier Unruhen und es wäre ihm 

20 auch hier übel gegangen, wenn ihn nicht die Regierung, die dem 
religiösen Gezanke abhold war, geschützt hätte ^). 

Aber einen dauernden Erfolg hatten die Verfügungen Saladin's 

O DD 

in Syrien nicht. Hier bietet das 7. Jahrhundert fortwährend Bei- 
spiele der Beunruhigung, denen die As'ariten von selten der Han- 

25 ballten ausgesetzt sind — '»JJisl\ ^\ äJLjLä.^ bSlP heißt es von diesen ') 

— , wobei bei der Partei der letzteren gewöhnlich auch das mit 
den Hanbaliten sympathisierende Volk beteiligt erscheint. In der 
Biographie des Historikers von Damaskus, 'Ab dal rahm an ihn 
'Asäkir, kann erzählt werden : „Zwischen ihm und den Hanbaliten 
30 gab es Vorkommnisse, wie deren zwischen dem Pöbel der letzteren 
und den A^'ariten an der Tagesordnung sind. Er ging niemals an 

D o DD 

einem Ort vorüber, an dem sich Hanbaliten aufhielten, aus Furcht, 
daß sie ihm etwas antun würden" ®). Und bei Gelegenheit der 



1) Vgl. ZD.MG. Gl, 80, 1, oben S. 7. 2) SubkT IV, 331. 

3) JRAS. 1907, 289 n. 11. Dieser Ehrentitel wird großen Haditkennern 
nicht selten gegeben: Sufjän al-Taurl in NawawT, Tahdlb 287, 3; Hisäm al- 
Dastawä'j bei DahabI , Tadkirat al-l.iu(läz I, 148, 4, Muhammed b. Isliäk, ibid. 
156, 6, Su'ba, ibid. 174, 8, 'Abdullah b. al-Mubärak, ibid. 251, 6 v. u., Dära- 
kutnl, ibid. III, 201, 5; er ist also nicht auf die Journ. ns. 1907, 1, 220 unten 
verzeichnete Person ausnahmsweise boschriinkt. Vgl. Völlers, Leipz. Katal. Nr. G78. 

4) Dahabi, Tadkirat al-huffäz IV, IGCIV. wird die Begebenheit mit Aus- 
führlichkeit erzählt. 

5) Jäküt II, 113. 

G) DahabT 1. c. 172, 10: xj^-Jf^ ^XJ ^^;^^Li^l q^ .aÜ' .aA4.J ^^,'J^ 
7) ibid. 171, G V. u. 8) Subki V, G9. 



Goldziher, Zur Geschichte der lianhalitischen Beicegungen. 25 

Biographie eines anderen Gelehrten aus derselben Zeit werden die Ver- 
hältnisse in Damaskus in die Worte zusammengefaßt: „Die Hanba- 
liten errangen die Oberhand über die ahl al-sunna (damit sind 
vom Standpunkt des Verfassers die As'ariten gemeint, s. oben S. 12 
Anm. 2), so sehr, daß jene, wenn sie mit den letzteren an einem 5 
Orte zusammentrafen, ihnen fluchten und sie prügelten" ^). Als wäre 
von einem weißen Kaben die Rede, so wird ein ausnahmsweise nicht 
aggressiver lianbalitischer Schulmeister in Jerusalem mit den Worten 
charakterisiert: „die Leute blieben unversehrt von seiner Hand und 
seiner Zunge" -). Zeitweilig gelang es ihnen, die Unterstützung der lo 
Regierenden zu gewinnen, ohne deren Konnivenz es ihnen ja kaum 
niöo-lich gewesen wäre, ihren Terrorismus zu üben. Eines der lehr- 
reichsten Kapitel dieses Teils der Kulturgeschichte des Islam in 
Syrien bietet die Intrigue, welche die Hanbaliten (KäJs-äa-« q^ xäjLL 
OjjcJt», ^,^\.i ^jvUUil kLIaÜ) in Damaskus beim Sultan al-Malik 15 

al-Asraf Müsä gegen den als die größte Autorität seiner Zeit an- 
erkannten säfi'itischen Schejch 'Abdal-'Aziz 'Izz al-dinb. 'Abd 
al-Saläm (st. 660) anzettelten 3). Durch jene Umtriebe wurde 
eine imposante 'Akldaschrift dieses Theologen in as'aritischem Sinne 
hervorgerufen , die jedoch anfänglich wenig Erfolg beim Sultan 20 
hatte, dem sich auch die feigen Kollegen des 'Izz aldin fügten, 
bis durch die Ankunft des Bruders des Sultans, al-Malik al-Kämil, 
aus Ägypten die Rehabilitierung des verfolgten Schejchs herbei- 
geführt wurde. Man wird die aktenmäßige Darstellung des ganzen 
Herganges bei Subki V, 85 — 102 nicht ohne Nutzen für die Kennt- 25 
nis der Zeitgeschichte lesen. 

Der Einfluß der Hanbaliten in Syrien spiegelt sich auch in 
einer kontinuierlichen Kette der hanbalitischen theologischen Tradition 
in dieser Provinz des Islamreiches, die um diese Zeit die hervor- 
ragendsten Vertreter jener theologischen Richtung in Literatur und so 
Schule hervorgebracht hat. Diese hanbalitische Tradition erreicht 
ihren Höhepunkt im S.Jahrhundert mit Taki al-dln ihn Tej- 
mij j a (st. 728) und seinem Schüler Ihn Kajjim al - G auzij j a. 
Die große Bewegung, in die die theologischen Kreise des Islam 
infolge des Auftretens des Ibn Tejmijja gerieten, war bereits Gegen- 30 
stand der Darstellung ^). Die mächtige Wirkung seiner Schriften 
läßt sich zunächst aus der Flut von Gegenschriften folgern, die sie 
hervorriefen. Wenn auch vom i(jmä' der orthodoxen Theologen 
verurteilt, fanden sie viel Anklang beim gemeinen Volk, dem fort- 



1) SubkT ibid. 97. 

2) al-Ins al-!>alTl 603,9 xiLv^J» slXj ^a .,j.ILw (j^LäJI. . 

?>) Vgl. das Zitat aus den Jawäkit des Sa'räin bei I^ieholson, Literary 
History of the Arabs 40 1. 

4) Schreiner, Beitr. zur Gesch. d. theolog. Bewegungen im Islam 7G — 109 
(= ZDMG. 52,540—503-, 53,51—61). 



26 Goldsiher, Zur Geschiclite der hanhalitischen Bewegungen. 

währenden Beschützer der hanballtischen Eiferer. "Wohl verkündete 
man nach der Verurteilung des Ihn Tejmijja in allen Moscheen von 
Damaskus ein Dekret , nach welchem die Rückkehr zu seinen Irr- 
lehren mit körperlicher Züchtigung und Vermögensstrafen bedroht 
s wurde; in öffentlichen Versammlungen mußten die Hanbaliten die 
Zuwehörio-keit zu diesem madhab verleusfnen und sich zum säfi'iti- 
sehen bekennen^). Dies minderte jedoch nicht die Wirkung der Be- 
weofuncr, die das Auftreten ienes Hanbaliten hervorgerufen hatte. 
Die jjolitischen Verhältnisse waren zu dieser Zeit dem in jener 

10 Bewecuno- sich kundsfebenden Aufschwung des Hanbalitismus über- 
aus srünsticf. Man konnte dem Volke predigen, daß die inzwischen 
über die Länder des Islam eingebrochene Mongolennot eine Strafe 
der erzürnten Gottheit für die allenthalben in Leben und Lehre 
um sich cfreifende Herrschaft von Liberalismus und Toleranz sei-). 

15 Das Aufflackern der unduldsamen Gesinnung war auch vom Wieder- 
aufleben länofst veralteter fanatischer Praktiken begleitet. Zu diesen 
gehörte beispielsweise die Reaktivierung der theoretischen religiösen 
Gesetze in Bezug auf die Bethäuser der Andersgläubigen''), welche 
der hierarchische Einfluß der älteren 'Abbasidenzeit auch in der 

20 Praxis möglichst zur Geltung zu bringen strebte'*). Jetzt hört das 
Volk nicht ohne Erfolg, daß die Mongolen nicht gekommen wären, 
wenn man nicht lange Zeit im Widerspruch mit den Lehren des 
strengen Islam gegen die Andachtsstätten der Uncrläubigen un- 



1) Ibn Hagar al-'Askahuu, al-Diirar al-kamiua (Ilandschr. der Hofbibliothek 
zu Wieu, Mst Nr. 245) I, fol. 78 a: L^-aC. l<Ar^'>j^J! ^ äCbUH |kX.«.:> a^I 

2) Ibn Tejmijja, al-Furkän bejna-l-hakk wal-bätil (Rasuil I, 139 ff.) sucht 
nachzuweisen, daß jedesmal wenn im Islam die Ketzerei um sich griff, seine 
Staaten von Feinden vernichtet wurden. Hulagu war der Nebuchadnezar des 

Islam: J>.xjLa..1 -i^J .a^J ci^^. K.JJ-U.J ^J^.4.i-w..♦.iJ kP (140, 12). Diese 

Schrift des I. T. ist nicht identisch mit der bei Brockelmann II, 104 Nr. 5 ver- 
zeichneten, deren Titel ebenfalls mit den Worten al-Furkän beginnt; diese 
letztere (aber im Titel richtiger hejna statt f't) ist ebenfalls im Druck erschienen, 
Kairo (Takaddum-Druckerei) 1322; 109 SS. Aus dem Inhalt der beiden Bände 
der magmvat al-rasä'il cd-lcuhrä kann die Ibn Tejmijja-Bibliographie mit 
24 Nummern ergänzt werden. 

3) Vgl. meinen Aufsatz : Said b. Hasan d'Alexandrio in REJ. XXX, 9. 

4) Sehr belehrend ist eine Notiz in DahabT, Ta'lkirat al-huffäz I, 339 oben: 
In Mosul gab es eine verfallende Kirche, welche die Christen wieder herstellen 
wollten (dies war nach dem islamischen Gesetz unzulässig). Da brachten sie 
die Summe von 100000 (Üirhem) zusammen, um durch dieselbe den Asjab 
(Kädl von Mosul , st. 209) für die Zulassung des Neubaues zu stimmen. Der 
Ivilill dc']ionic'rto das Geld bei einem der Hcisitzer und als sie sich (zur Gerichts- 
sitzung) in der Musciioe versammelten, sprach er: , Bezeuget mir, dalj ich den 
Beschluß fasse, den Neubau der Kirche zu untersagen". Das Geld wurde den 
Christen zurückgegeben. 



Goldziher, Zur Geschichte der hanlalitischen Bewegungen. 27 

berechtigte Nacbsiclit^) geübt hätte. Man reizte zu fanatischeü 
Maßregehi, die durch den toleranten Geist der Ejjubidenregierung 
zurückgedrängt waren. Ein poetischer Zeitgenosse des Ibn Tejmijja, 
Z e j n a 1 - d I n 'Omar a 1 - W a r d T , unter dessen Produkten man 
auch eine KasTde auf den im Kerker erfolgten Tod jenes Eiferers 5 
findet-), richtet eine eigene poetische Beglückwünschung au den 
Kädl Kamrd al-dln ibn al-Zanilakänl , der übrigens eine leitende 
Rolle in der Verfolgung des Ibn Tejmijja gespielt hatte ^), zur Feier 
des Ereignisses , daß dieser Gottesgelehrte die Juden von Aleppo 
gewaltsam aus ihrer Synagoge verjagte , um dieselbe für ein dar lo 
al-hadlt in Anspruch zu nehmen^). Er drückt seine Freude darüber 
aus, daß der Kädi „dadurch die Qualen der Juden verdoppelt hat 
und daß nun ihre Gesichter gleich ihren Turbanen ^) gelb werden" ^). 
Der Fanatismus der Hanbaliten hat in dieser finsteren , einge- 
schüchterten Zeit auch auf gemäßigtere Kreise gewirkt; sie selbst ^^ 
tun das mögliche, um in den die Bethäuser Andersstläubigrer, sowie 
auch in anderen die Nichtmuslimen betrefi'enden Frasren, im Gecfen- 
Satz gegenüber duldsameren maflähib, ihre intoleranten Anschauungen 
zur Geltung zu bringen '). Sie konnten dabei des Beifalls und der 
tätigen Unterstützung der Menge sicher sein. Die vernünftigeren ^^ 
Maralukenpolitiker unterstützten freilich die fanatischen Triebe 
nicht ^) ; sorgten vielmehr in der Regel dafür, in ihren Landen das 
Gleichgewicht möglichst aufrecht zu erhalten, wenn auch gerade in 
der Behandlung der Heiligtümer Andersgläubiger die Taten des 
Fanatismus nicht vollends verschwirrden konnten^). Der grausame -^ 



1) Solche Nachsicht wird besonders der fätimidischen Epoche zur Last 
gelegt; vgl. Gottheil, An eleventh-century document concerning a Cairo Synagogue 
{Jewish Quarterly Review, 1907, 27). 

2) Dlwän al-Wardl (Stambul 1300, Sammelband aus der Gawä'ib- 

Druckerei) 234. 

3) Schreiner, ZDMG. 52, 552. 

4) DTwän . . . al-Wardl 249: w*.L:s: «-iv^ji "'^' "- 1. '" ^~~^ -^'-äJ' ^ ^^» 
vi^jAii- 'iL^jö^A L^i,jt:>-_, JLxixij! ^i\ Q.-;i-X.il ^3'-♦^ i.A2^\ Aj ^Jvc. 

5) Zur Mamlukenzeit (unser Beispiel ist aus dem Jahre 882 II.) war es 

eine Art der Züchtigung, mit dem g o 1 b o n T u r b a n d e r J u d e n auf dem Kopfe 

> 
durch die Straßen der Stadt geführt zu werden: ^i ^V^:^ (J*^"' ^«— ^y*^ 

ö^ylJiiLj ö-i^ij lXa=.ä5 L.i>A^xil» i-\Ji/'^ 1 c.3»_iJ i<.x:'w.«.c xi ~*i:i:>t» x/s'JJt 
Ibn Ijäs, Ta'rich Misr II, 177, 2. 6) DTwän al-WardI ibid. v. 9: 

jS.k3 ^.i^jL^c (C^'^' f-rrv^i^^ ^ '"r^j^^ "-^yr^^^ {j^^j^^ oÄcUs» 

7) Lehrreiche Beispiele sind bei Muglr al-dln 1. c. GOOft". zu finden. 

8) Bezeichnend hierfür ist die Vereitelung des Fanatismus der 'Ulemä 
von Jerusalem in der Frage der Synagogenzerstörung, Muilr al-dln 1. c. G33 ff. 

9) [Vgl, Gottheil in der Harper-Gedonkschrift (Chicago 1908) II, SGGff.] 



28 Goldzilier, Zur Geschichte der hanhcditischen Bewegungen. 

junge Sultan al-Malik al-Xäsir Muhammed II, Sohn des Kaitbai, 
ordnete 903 d. H. die Zerstörung der von den Juden seit alter Zeit 
als heilige "Weihestätte verehrten Moses-Synagoge in Damweh bei 
Glzeh 1) an und leitete persönlich an Ort und Stelle die Ausführung 

5 dieses Befehls'-). Aber darin ist nicht eben hanbalitischer Einfluß 
zu erkennen. 

Die bald in den Vordergrund tretende osmanische Vormacht 
trug besonders zur Zurückdrängung des Hanbalitismus bei. Als 
der Sultan Sulejmän der Große den Gedanken faßte, nach alter Art 

10 als bleibendes religiöses Monument seiner Regierung in Mekka Lehr- 
kurse für alle vier madähib zu gründen und mit ausreichenden 
Wakfmitteln für Lehrer und Schüler auszurüsten , konnte bei der 
Ausführunaf dieser Einrichtung, deren Eröffnung der Sultan nicht 
mehr erlebte (975 d. H.) — wie Kutb al-din al-Nahrawäli , 

15 dem die Vertretung der hanafitischen Kurse anvertraut wurde, be- 
richtet — für die „zur "Wiederbelebung des hanbalitischeu madhab 
gegründete Anstalt in Mekka keine Lehrkraft mehr gefunden werden, 
die für dieses Amt tüchtig genug gewesen wäre. Man errichtete daher 
an Stelle der geplanten hanbalitischen Lehranstalt eine Spezialschule 

20 für Hadit, in w^elcher die sechs Sihäh- Werke vorgetragen wairden" •^). 
Jedoch sollte die durch Ibn Tejmijja und seine Schüler aus- 
gestreute Saat nicht für alle Zukunft fruchtlos bleiben. Wenn auch 
in den Lehrhäusei'n zurückgedrängt, kommt ihre praktische Wirkung 
im 18. Jahrhundert in der mächtigen Wahhäbitenbewegung, deren 

2ü Zusammenhang mit den Bestrebungen des Ibn Tejmijja nachgewiesen 
ist*), zu offener Geltung. 



1) Jewish Quarterly Review XV, 74. 

2) Ibn Ijäs, Ta'rich Misr II, 337, ult. 

3) Kutb al-dln, Gesch. d. Stadt Mekka ed. Wüstenfeld (III) 354 penult.; 
vgl. Seybold, Verzeichnis der arabischen Handschriften, Tübingen, I, 51 unten. 

4) ZDMG. 52, löC; vgl. Macdonald, Development of Muslim Theology etc. 
(New York 1903) 283; Nicholson, A Literary History of the Arabs 462. 



29 



The Derivation of sabatht and other notes. 

By 

Stephen Langdon. 

In Maklu I, 12 occurs the following line 

elili nubü liidüti sipdi "inj- joy is become lament, my gladness 
is become §ighing". 

nubü lament is to be derived from Nn* call out , as Tallquist 
p. 116 correctlj interpreted. A very common abstract formation 5 
in Babylonian is {a)t identical with the feminine formation as tanattu 
glory, hisittu property etc. When this tu is added to roots "''b, 
Babylonian follows tbe Aramaic rule of uniting i followed by a 
half vowel into ?", cf. Brockelmann, Syrische Grammatik^ Par. 32 d, 
thus rahi^'tu = rabitu , while Arabic retains the root intact as lo 

&,j "s a village etc. Aramaic however like Ai'abic retains n {h) v 
[^ and y'\ before the suffix, although tendency to confuse N with ^ 
in these forms is Seen in J^y ^^y * m'läitß fulness , cf. however JljiOD 

u ^ 

for sencitä where the disappearing ' leaves its trace on the vowel 
a changing it to e, e. In Assyrian li, ', (j follow the analogy of i» 
N (') with tendency however to unite with the t of the ending as 
in sibittu seven for siba'tii. Where Vb roots are not confused 
with i'b roots, Assyrian like Aramaic preserves the rule of uniting 
y"' into ü as nigüiu but pl. mgäii = nigawäti. In the case of 
forms in Uu^ aitu it is therofore sometimes difficult to teil whether -O 
the root has a final -^ or N. The assimilation of i< to "^ forms is 
Seen in nisUu from Nu;3. Forms like Jcamätu from "»'b roots go 

back however to Js.x.5 formations not Jois and follow the analogy 
of Aramaic ai'^' = ä. Naturally the tendency to unite the weak 
Sounds N r n (h) with the following t can occur only in forms -'5 
which had a vowel before these sounds i. e. Jsjts J>jt: S^^y ^^^• 
Beside the case of assimilation of r in sibiffii wo have the assimi- 



30 Langdon, The Derivation of sabattu and other notes. 

lation of N in nibittu , uame , a jots form = nibciHu, cf. nigittu 
li»lit. The -^vorcl nubattu is apparently an analogous form from 
nabü lament i. e. Joti and am nuhatti = day of lamentation. 

Returning to the Maklu text cited above we find in sapdi 
5 the root sapädu^ well known in Aramaic and Hebrew, for waü. 

A xlii form would then be sapatiu wailing. In as much as um 
nuhatti = Tim sabatti, [cf. King, Magic 61, 11 um nuhatti name 
of 15*^ day of the month , which day acc. to text published by 
Pinches in PSBA. 26, Feb. 1904 had also the name um sabatti^ 

10 and nubü in the above passage is brought into direct antithesis 

with siixli it is naturally a further inference that sah(2))attu must 

be derived from the same root sajjadu. That nubattu is derived 

from N2: is also clear from the spelling nu-ba-ti in CT. II, pl. 1, 19. 

The difficulty then lies in the change of ^v. to ^i, or of s 

15 to s or s. Hebrew , Aramaic and Assyrian certainly confirm the 
pronunciation s in North Semitic although the Massora on Jer. 49, 3 
writes "SO with b, *'. The surd ^ is also attested for the verb 
in Assyrian by various forms as i-sa-ap-pi-dit s. Muss-Arnold p. 777. 
In our present inability to explain why the root should be sap)ädu 

20 and the derivative sapattu, it is necessary to assume an early form 
sabüdu whence was derived sabattu a form so generally used that 
its pronunciation became fixed, whereas the verb changed the frica- 
tive s to s and the sonant b to p. sabattu then = day of lament. 

Bel-kabi contemporary of Sinmubalit. 

25 In Vol. VI Series A of the Babylonian Expedition of the 

University of Pennsylvania Dr. Hermann Ranke has published as 
No. 18 the record of the purchase of a slave. The importance 
of this document has been observed by Ranke p. 9 where he 
makes clear the fact that Hammurabi and Samsi-Adad king of 

30 Assur were contemporaries. In fact the recent publication of 
historical texts from the British Museum by M. King makes it clear 
that not only Samsi-Adad was a contemporary of Hammurabi 
but that part of the so-called Second Dj-nasty of Babylon was con- 
temporary with the first and that the beginning of the First Dynasty 

3j must have been nearly contemporary with the founding of the 
dynasty at Assur. 

Ranke has however misunderstood a Sumerian phrase in con- 
tract No. 18 which is very important for the Clearing up of the 
historical Situation. In line 4 luijal-ani-ir means 'for his king' = 
40 aiia Sarri-su. The contraction of ra =■ ana into r after vowels 
is a vlmv well known rule of Sumerian Ln-ammar. The contract 
then means. 



Langdoiij The Derivation of mlatUt and other notes, 31 

V 

^One male slave, by name Ina-gati-Samas, -slave of Amel- 
damku, '^IVom Amel-damku ^for Ins king ^ ^ ^(--lajatum , ^son of 
Abiiwakar, ^has purchased. ^The price in fall ''in silver he paid. 
^'^gis-gan-na ib-ta-bal. ^^Hereafter one shall not complain 
against tlie other. 5 

i^Bj Marduk and Sinmubalit, ^^by ^eZ-Z^^-^^'^^^and his con- 
sort have they sworn. ^"In the presence of S'amas-ma- ! j j I j ^ 

^^Arad-Iliil, ^■>Uti , -« , ^^Äm bt, -^year when 

[Sin-mubalit] built the wall Lu-ba-tum , [i. e, first year of this 
king]. 10 

This contract makes it clear that Be-el-DA-bi was a contem- 
porary rulei* of Sin-mubalit and perhaps also of Apil-Sin. Xow 
in the list of early Assyrian kings by Frederick Delitzsch , based 
upon recent discoveries of the Deutsche Orientalische Gesellschaft 
a certain Bel-ka-bi is given as predecessor of Samsi-Adad. But 15 
Bel-DA-bi is certainly a variant writing since da in Sumerian is 
a shortened form of äug = kabü^ cf. Brünnow no. 505. That da 
is a variant for KA = dug is evident from several facts. The 
element dzig is a verbal affix by means of which Sumerian forms 
numerous Compound verbs with evidently no change of meaning 20 
upon the root, cf. Th. -Dangin in ZA. 17 p. 198. In place of this 
element KA = dug, da is offen attached to form Compounds also 
vvithout changincr the sense : thus a simda is the same musical 
Instrument as a sim and for examples see ZA. 17 p. 199 n. 4. 
Furthermore RI = dal = da is also frequently added to roots 25 
in the same way, thus ud-zal-zal in Raw. IV, 28* b, 45 = ustabrl 
he is satiated, but CT. XV, 12 rev. 1 ud-zal-zal-la-dä = uütabri. 
da therefore is certainly for diig = kabü in Bel-DA-bi i. e. Bei- 
ikbi or as we know from Delitzsch's list Bel-kabi. See now also 
Bezold in ZA. 21 p. 253. 30 

bugami sutuh. 

The exact meaning of neither of these words in this familiär 
ceremony are clear. According to tSurpu III, 3 a ban is produced 
with the ^?^'bidcanu. According to Jensen, KB. VI, 1,373 two 
roots eteku exists a) break, tear away ; b) waver. The latter meaning, 35 
change, shafel , cause to change, must be assumed for the verb 
here since the ideogram is BAL also an ideogram for enü waver. 
In as much as this word must have a (legal) sense we have no doubt 
but that the permansive iutuk means here it loas transferred. In 
nearly all these legal ceremonies the order is a) he paid in füll 40 
b) the bugan was transferred ') c) the affair was terminated d) his 



1) Compare passive form in Sumerian ib-ta-bal, with active forms in-ua- 
an-lal = iskul, altil = gamir, al-dug = tab. See also for the passive 
Babyloniaca I, 22G and passive forms with instrumontal case Bab. II, 73, also 
Poebel in ZA. 21 p. 22111". 



32 Langdon, The Derivation of sabattu and other notes, 

beart was content. But when witnesses are lacking b, c -\- d are 
also lacking with rare exceptious. When the sum is given b usually 
is lacking, cf. CT VIII, 15 a, b; 22 c, but when the suni is not given 
the buganu ceremony is performed. Exceptions are CTYIII, 18 a, b. 

5 In CTVIII , 26 b instead of gis-kan-na ib-ta-bal is found slm 
ikli-su has2)u = the price of bis field is silver. 

The meager conclusion which we can draw is that this cere- 
mony had to be performed in the presence of witnesses and that 
when the sum was not stated this ceremony in some way certified 

10 that money was paid. The ceremony may be the historical precedent 
of the kl pi atri ceremony in later times. On the primitive 
Sumerian origin and meaning of giving a small sum of mone}^ over 
and above the sum stipulated in a sale see the writer's Babylonia 
and Pale.stine p. 57. 

15 tarn distributive. 

In OLZ. April 1907 the writer discussed the origin and 
meaning of the particle tarn alwa3-s used distributively. The correct 
understanding of this particle is necessary to comprehend many of 
the contracts. Thus Ranke p. 23 in bis translation of No. 35 

20 misunderstands the following phrase, 3 isinrit Samas 1 mesirti^) 
10 ka karäni tarn. Here the Sumerian particle puts the three 
feasts of Samas in distributive relation to one piece of meat and 
ten ka of wine. The meaning is that the renter of the house in 
question must bring for each of the three Samas feasts a piece 

25 of meat and ten ka of wine. 

Schorr in bis Altbabylonisclie Jxechtsurkunden although cor- 
rectly interpreting isinnu has also failed to understand numerous 
parallel passages. Frequent in this period is tlie stipulation that 
a person who has been given property , must support the giver 

30 and provide meat, grain and wine for the Samas feasts. 



1) On tliG reading mesirtu for ^v"^»-< cf. CT. VIII, 42 c. 12 — 14; 
Frederick, Sippar 104, 15— IG and Schorr p. 90. 



33 



Der S a b I3 a t. 

Seine etymologische und chronologisch-historische Bedeutung. 

Von 
Eduard Mahler. 

In einer der allgemeinen Sitzungen des II. intera. relicfionshist. 



Kongresses (Basel 1904) erörterte ich verschiedene biblische Kalender- 
daten und deren religionshistorische Bedeutung. Ich wies dort nach, 
daß r'2'ö nicht „ruhen", sondern „fertig sein, zu Ende sein" bedeute 
und daß , damit zusammenhängend , das Wort nS*^ = sabattu in 5 
chronologischem Sinn „Zyklus" heiße und seinen Aus- 
gangspunkt vom „Vollmondstage" genommen habe, d. i. dem 
Tacre, an dem der Mond seinen Kreislauf vollendet. 

Das große Interesse, das diese Frage erregte, veranlaßte mich 
— hierzu auch von mehreren Fachgenossen aufgefordert — dieses 10 
Thema und mehrere damit in Verbindung stehende Fragen näher aus- 
zuarbeiten und die Resultate meiner daraufbezüglichen Untersuchung 
im XXIV. Bande der „Annales du Musee Guimet" niederzulegen. 
Da aber die dort gegebenen Auseinandersetzungen bereits am 15. Jan. 
1905 abgeschlossen waren und diese Frage seither auch von anderen is 
Seiten einer nähern Erörterung gewürdigt wurde (besonders hervor- 
zuheben wären da Zimmern, Meinhold und Hehn), so wird es mit 
Rücksicht auf das hohe wissenschaftliche Interesse, das diese Frage 
erheischt, vielleicht nicht als unerwünscht erscheinen, wenn ich auf 
diesen Gegenstand nochmals zurückkomme und auf dessen chrono- ^o 
loQ;ische Bedeutung hinweise. 



Unter den Fragen, die zufolge der epochemachenden Resultate 
der altorientalischen Forschungen die Aufmerksamkeit der Bibel- 
forscher und Exegeten in reger ^Yoise in Anspruch nahmen , war 
die Sabbat-Frage eine der wichtigsten. Wir würden jedoch sehr 20 
irren , wenn wir der Meinung Raum geben wollten , als ob diese 
Frage lediglich den Resultaten der neuesten Forschungen ent- 
sprungen sei. Vielmehr haben die Assyriologen schon im Anfange 
der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts auf Grund der aus 
den entdeckten Keilschrifttäfelchen geschöpften Lehren die Über- 30 
Zeugung gewonnen , daß der Sabbat der Israeliten eine uralte In- 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 3 



34 • Mahler, Der Sahbat. 

stitution sei, welche schon Abraham, als er aus Ur-Kasdim aus- 
wandei'te, mit anderen Kulturelementen von dort mit sich gebracht 
hatte. In einer früheren Ausgabe seines Werkes „Die Keilinschriften 
und das Alte Testament" macht Eb. Schrader die folgende Be- 
5 merkung: „Die Heiligkeit des siebenten Schöpfungs- und zugleich 
Wochentages hängt zusammen mit dem Institute der siebentägigen 
Woche als einem Ganzen und der Heiligkeit der Siebenzahl über- 
haupt. Die siebentägige Woche , den Ägyptern und Griechen , die 
eine zehntägige , ebenso wie den Römern (vor Christus) , die eine 
10 achttägige Woche hatten, überhaupt unbekannt und zu den Arabern 
erst durch die Juden gekommen, ist eine alte hebräische, demgemäß 
als vormosaisch bezeichnete Institution , ist aber andei'seits nicht 
spezifisch hebräischen Ursprungs, ist auch nicht durch die Aramäer 
zu den Hebräern gekommen, ist vielmehr eine altbabylonische 
15 Institution , welche die Hebräer von ihrem Aufenthalte in Süd- 
babylonien, zu Ur-Kasdim mitbrachten". Wenn dieser Satz auch 
nicht seiner Gänze nach mit den Resultaten der neueren Forschung 
in Übereinstimmung ist , — insbesondere nicht , so weit dies die 
Ägypter betrifft — so geht doch aus demselben die Tatsache mit 
20 Sicherheit hervor, daß es nicht erst eine Errungenschaft unserer Tage 
ist, die Überzeugung gewonnen zu haben , daß die Institution der 
siebentägigen Woche auf die Babylonier zurückzuführen sei ; schon 
vor mehr denn drei Dezennien hat man dies als feste unverrückbare 
These hingestellt. Das gleiche gilt von der Feier des siebenten 
25 Wochentages, dem Sahattu. In dem zitierten Werke sagt Schrader: 
„Auf den Monumenten begegnen wir zuvörderst der siebentägigen 
Woche mit dem siebenten Tage als dem Tage , da keine Arbeit 

getan werden und kein Opfer dargebracht werden sollte 

Bezeichnet ward dieser Tag, da man kein Geschäft verrichten sollte, 
30 zugleich auch als sahattuv riaa d. i. als „(Tag) der Ruhe" (II. Rawl. 
32, 16 a. b, nach Friedr. Delitzsch's Verbesserung), wie denn in der 
erklärenden Kolumne jenes sabattuv ausdrücklich durch um nuh 
lihhi d. i. durch „Tag der Ruhe des Herzens" d. i. „Ruhetag" 
erläutert wird". So könnten wir aber noch eine ganze Reihe der 
35 älteren Werke anführen; überall würden wir erkennen, daß es weit 
gefehlt wäre, wenn wir die Erörtenmg der Sabbat-Frage als Aus- 
fluß der Forschungen der letzten Zeit hinstellen würden. 

Der „Babel-Bibel" -Streit, der in den letzten Jahren die Ge- 
müter gar so sehr erregte, tatsächlich aber nichts anderes bezweckte. 
40 als die den Assvriologen schon längst bekannten und von der 
Wissenschaft sich zu eigen gemachten Resultate der Forschung 
auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, hat es in natürlicher 
Weise mit sich gebracht, daß in der Reihe der babylonisch-bil)lischen 
Kulturfragen auch die in der Bibel entwickelte Sabbat-Feier von 
45 Neuem erörtert wurde. 

Und merkwürdigerweise harret dieses Problem noch heute 
seiner einfachen und darum auch natürlichen Lösung. Sehr lehr- 



Mahler, Der Sabbat. 35 

i'eich und höchst beachtenswert sind die beiden Artikel^), in denen 
H. Zimmern die Sabbat-Frage erörtert. Und das Resultat, zu dem 
er gelangte, daß „der babylonische sapattu (sabaiiu) , und damit 
im letzten Grunde auch der israelitische Sabbat , mit dem Voll- 
mondstag verknüpft ist" , muß als unanfechtbar hingestellt 5 
werden. Gleiches gilt von seinem Hinweis auf Hos. 2, 13 ; Amos 8, 5 ; 
Jes. 1, 13; 2 Kön. 4, 23 bezüglich der Gegenüberstellung von Neu- 
mond und Sabbat. Was aber die Etymologie des Wortes r^tJ 
betrifft, so äußert sich Zimmern also: „Unter den obwaltenden Um- 
ständen erscheint es mir daher auch geratener denn je, auf eine lo 
Etymologie des Wortes iapatiu, sahattu und damit auch des daraus 
aller Wahrscheinlichkeit nach doch erst entlehnten na"*y einstweilen 
noch zu verzichten". Auf Zimmern fußend hat auch Meinhold ^) 
den Sabbat als Vollmondsfest erklärt ; seine übrigen Erörterungen 
jedoch, die er über Sabbat und insbesondere über die siebentägige i5 
Woche gibt, sind aus chronologischen Gründen nicht haltbar. Die 
siebentägige Woche ist eine uralte Institution, die notwendigerweise 
dort entstehen mußte , wo der Mondlauf die Grundlage der Zeit- 
teilung im Großen bildete. So wie der kalendarische Monat, der 
aus dem synodischen Monat hervorgegangen ist, nicht 29,53059 Tage, 20 
sondern bald 29, bald 30 Tage zählt, weil eben im Kalender nur 
mit fifanzen Ta^en und nicht mit Bruchteilen des Tages crerechnet 
werden kann , so hat sich aus der mittleren Dauer der einzelnen 
Mondphasen die Woche als chronologischer Begriff entwickelt. Sie 
ist eine uralte Einrichtung, die den Babyloniern und auch den 25 
Ägyptern schon lange bekannt war, noch ehe Israel den Boden der 
Geschichte betrat. Wie aus dem Festkalender im Felsengrabe des 
Chnumhotep zu Benihassan hervorgeht, war in Ägypten die Feier 
des Neu- und Vollmondes sowie der Halbmonde — also der vier 
Mondphasen — schon zur Zeit des mittleren Reiches (ca. 2000 v. Chr.) 30 
wohl bekannt. Es ist also gar nicht nötig „zu vermuten, daß die 
Israeliten Neumond- und Sabbatfeier aus der arabisch- midianitischen 
Sinaihalbinsel nach Kanaan mitgebracht haben" (vgl. Meinhold p. 10); 
sie haben sie entweder — wie Schrader meint — schon als ein 
uraltes babylonisches Kulturelement aus Ur-Kasdim mit sich gebracht, 35 
oder aus Ägypten, das sie zur Zeit der Hyksosherrschaft aufgesucht 
und erst zur Zeit der XIX. Dynastie , ausgerüstet mit zahlreichen 
Elementen der ägyptischen Kultur, verlassen haben. 

Auch Hehn"^) findet die einfachste und natürlichste Erklärung 
des Ursprungs der Siebenerperioden , also auch die des Ursprungs 4o 
der siebentägigen Woche in den Mondphasen (vgl. p. 61 Z. 6); die 
von ihm gegebene Etymologie und Erklärung des hebr. rQü muß 



1) ZDMG. Bd. 58, 199 — 202 und ibid. 458—460. 

2) Sabbat und Woche im Alten Testament. Gtittingen, Vandenhoeck und 
Rupprecht, 1905. 

3) Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und im Alten Testament. 
Leipziger sem. Studien II, 5. 

3* 



36 Mahler, Der Sabbat. 

ich jedoch aus mehrfachen Gründen als hinfällig bezeichnen. Wenn 
wir die historische Entwickelung der Sabbatfeier in Betracht 
ziehen, ist es geradezu absurd anzunehmen, daß der Ausgangs- 
punkt für die Sabbatfeier die durch den Mond abgegrenzten 
5 Siebenerperioden gewesen seien, wie dies Hehn (vgl. p. 117, Z. 15 
— 16) vorgibt. Den Siebenerperioden ist, wie wir weiter sehen 
werden, eine lange Entwicklungsperiode vorangegangen. Der Voll- 
mond war es, nicht aber die Sichelgestalt des Mondes und auch 
nicht der Halbmond, der im Gegensatze zur Sonne ein "i^^pn "nK?3 

10 war nb^'b" nb;i570?:b. Der Vollmondstag war es, an dem der Mond 
seinen Kreislauf vollendete, er war sonach der ümu sabattu oder 
rn'>r~ ni"' „der Tag des Vollseins", und von ihm ausgehend 
wurde auch die mittlere Dauer des synodischen Monats erkannt und 
bestimmt. Erst später trat, der Zweiteilung des Jahres und der 

15 Zweiteilung des bürgerlichen Tages entsprechend , die Zweiteilung 
des Monatskreises (und zwar in die Hälfte des abnehmenden und 
die des zunehmenden Mondes) und sonach die Feier des Neumondes 
hinzu, und erst nach einem weiteren Entwickelungsstadium, als man 
die Notwendigkeit einer Vierteilung des Jahres und einer Vierteilung 

20 des Tages erkannte, machte sich auch die Notwendigkeit einer Vier- 
teilung des Monatskreises geltend, die sich zufolge der Mondphasen 
von selbst ergab. Es wurde dann nicht nur wie ursprünglich nur 
der Vollmond und wie später Voll- und Neumond als ümu sabattu 
gefeiert, sondern der Tag einer jeden Mondphase. Erst aus dieser 

25 Feier der Mondphasen ergab sich als letzte Entwickeluugsstufe die 
Siebenerperiode und mit ihr die Feier des siebenten Tages , dem 
man — wie ursprünglich dem Vollmondstage und dann später den 
Phasentagen — den Namen rauJ beilegte. Also nicht den Aus- 
gangspunkt für die Sabbatfeier bildete die Siebenerperiode, es 

30 ist dem vielmehr eine lange Entwickelungsperiode vorangegangen 
und die ursprü ngli che Bedeutung des nno kann somit unmög- 
lich mit der Siebenzahl zusammenhängen , weshalb auch die An- 
nahme , daß sich nia;^ „wahrscheinlich aus dem Stamme y^'C ent- 
wickelt" habe (vgl. Hehn, p. 98, Z. 13 v. u.) hinfällig wird. 

35 Auch die Etymologie des Wortes yn^D, vermöge welcher dieses 

Wort auf die Wurzel N43'C und damit möglicherweise auf das Verbum 
sehü = „sich sättigen", „satt sein" und zwar im Sinne des Voll- 
seins, der Fülle überhaupt zurückzulühren sei , kommt mir als 
etwas zu viel gewagt vor , insbesondere so weit dies die Frage : 

40 , woher die Benennung der Siebenzahl ?" betrifft. Hehn meint (vgl. 
p. 58) „eine leicht zu beobachtende und zugleich tief ins Leben 
eingreifende Naturerscheinung" bietet uns die entsprechende Sieben - 
heit. „Die Siebenheit bietet uns das zweite große Himmelsgestirn, 
der Mond, dessen Phasen je ein Viertel von 29^/« oder T^/g Tage 

•J.'i betragen. Naturgemäß konnte man den l^ruchteil nicht in die 
Zeiteinteilung aulijehniun, weil man für die Praxis nur ganze Tage 
brauchen kann. Hier liegt nicht bloß die Wurzel der Siebener- 



Mahler, Der Sabbat. 37 

periode , der Woche , sondern der eigentümlichen Bedeutung der 
Siebenzahl überhaupt". Dies ist aber nur richtig, soweit dies die 
Entwickeluncr des Wochenbesrriifes betrifft. Diese, ein kalendarisches 
und daher künstlich ins Leben gerufenes Zeitmerkmal, ist aus der 
ein Viertel der mittleren Dauer des synodischen Monates = 7 -'/g Tage 5 
betragenden Mondphasendauer mit Vernachlässigung der Bruchteile 
des Taares hervorcre^angen , und dies auch erst nach einer langren 
Entwickelungsperiode, die dieser Zeiteinteilung voranging. Keines- 
wegs ist aber diese Siebenerperiode, die wir „Woche" nennen, eine 
„leicht zu beobachtende und zugleich tief ins Leben eingreifende 10 
Naturerscheinung". Herr Hehn versuche doch einmal nachzuprüfen, 
ob zwischen Neulicht — und nur dieses , nicht aber die wahre 
Konjunktion kann mit freiem Auge beobachtet werden — und dem 
Halbmonde oder 1. Viertel 7'^/g Tage liegen, oder ob zwischen dem 
letzten Viertel und dem Neulicht die Siebenzahl so leicht abzulesen 15 
ist. Eine leicht zu beobachtende und zugleich tief ins Leben ein- 
greifende Naturerscheinung ist die mittlere Dauer des synodischen 
Monates d. i. die Zeit von einem Vollmonde bis zum nächsten. 
Diese drängt sich dem Beobachter von selbst auf und somit kann 
diese, nicht aber die Siebenerperiode, als „ V 1 1 z a h 1 " bezeichnet 20 
werden und ebenso nur der Tag des Vollmondes ein Tag des „Voll- 
seins" genannt werden, wie dies auch in zahlreichen Inschriften 
tatsächlich der Fall ist. Also nicht der Zeitraum von sieben Tasten 
ist es, der „zunächst als die „Fülle" im Sinne der vollen Periode, 
des Zyklus, „gefaßt" wurde, sondern die Dauer des synodischen 25 
Monates als die Zeit von einem Vollmonde zum nächsten , und 
erst von diesem auscrehend entwickelte sich als mittlere Dauer 
einer Phasenlänge die Zahl 7-^8 und sonach die Siebenerperiode 
oder Woche. 

Es ist somit die Deduktion des Wortes V^'Z. „sieben" von 30 
der Wurzel N^n'^; und damit möglicherweise von dem Verbum sedü 
= „sich sättigen", „satt sein" (also hebr. und aram. rac = i'30) 
und damit dann zusammenhängend die Etymologie des Wortes 
sabafiu als eine qättal-Fovm des Stammes N^nc; d. i. y^'C vom 
astronomisch-chronologischen Standpunkte aus zurückzuweisen. 35 

Es dürfte also zweckmäßig sein , der Etymologie des Wortes 
n^'ü nachzuspüren und die chronologische Bedeutung dieses 
Wortes näher ins Ausre zu fassen. 

Es ist Tatsache , und es kann dies auch gar nicht ernst in 
Zweifel gezogen werden , daß die Babylonier in der Beobachtung 40 
der himmlischen Erscheinuns^en staunenswerte Resultate erzielt haben. 
In vielen Zweigen der Astronomie sind wir noch heute dort, wo 
die alten Babylonier waren, und nur wenige Völker des Alterturas 
vermochten den Babyloniern auf diesem Gebiete der Forschung, 
dem auch tiefe religiöse Gefühle und Anschauungen zu Grunde 15 
lagen, zu folgen. Im babylonischen Talmud, Traktat Berachot 58 b, 
werden dem Rabbi Samuel , dem Meister der Astronomie seiner 



38 Mahler, Der Sabbat. 

Zeit und dem Schöpfer der nach ihm benannten Thekuphim-Rech- 
nung, der aus einer der unter babylonischem Einfluß gestandenen 
Astronomenschulen hervorgegangen ist, folgende Worte in den 
Mund gelegt: 

5 t:^n'j:-i Nn^^?: ^nb nrnninsn ■^b"«nc3 N-'T'OJn "ib^s-^ ^b v'^'^- 

in-'; ■'N7: «lyT" «bi 

„Die Bahnen der Himmelskörper sind mir so bekannt, wie die 
Straßen von Neherdaah, ausgenommen jene der Kometen, von 
denen wir nicht wissen, was sie sind". 

10 In unvergleichlich gi'ößerem Maße können wir dies von den 

Babyloniern sagen, den Lehrmeistern in der Astronomie. 

Besondere Aufmerksamkeit schenkten sie der Beobachtung der 
einzelnen Mondphasen. Auch im alten Ägypten , wo man schon 
seit der ältesten Epoche der Geschichte des Landes die Sonne zum 

15 Regulator des Kalenders gewählt hatte, widmete man der Bahn des 
Mondes besondere Aufmerksamkeit und die einzelnen Phasentage 
wurden als iZö- „Festtag" bezeichnet. Dabei haben die Ägypter, 
wie ich dies bereits an anderer Stelle ^) hervorgehoben , nicht den 

Tag des Neumondes , sondern den des Vollmondes *'^. i 

20 tp-n-ibd „Anfang des Monates" = \ynn \UN"! genannt. Dies des- 
halb, weil sie von der ganz verständnisinnigen Anschauung aus- 
gingen, daß der Mond am Tage des Vollmondes, nicht aber an dem 
der Konjunktion , an dem er gar nicht mit freiem Auge wahr- 
genommen werden kann , seinen Kreislauf beende und somit auch 

25 seine Phasenbildungen erneuere. Der Tag des Vollmondes war der 
Tag der Erneuerung des Mondes, an ihm hat sich „Osiris erneut 
als Mondgott". Zur Zeit der Opposition „begrüßt das Sonnenauge 
das Mondauge und der Mond kehrt zurück an seine Stelle". Des- 
halb lesen wir auch (Brugsch, Thesaurus, 30): 

30 „Leben und Erneuerung findet in Ewigkeit hier statt; der 

Mond kehrt zurück an seine Stelle, und das Voll- 
mondauge ist ausgestattet mit seiner Herrlich- 
keit". 

Ebenda lesen wir: 

35 „Osiris-Onophris, der Triumphator, er hat sich vereint mit dem 

Vollmondauge. Er hat den Kreislauf wiederholt und er hat 
erleuchtet Himmel und Erde mit seiner Herrlichkeit". 

Auf p. 34 daselbst lesen wir: 

„Das sind die Götter, welche verherrlichen das Mondauge (den 
40 Vollmond), wenn er erneut seinen Kreislauf am 15. Tage des 

Moudmonates". 



\) ^VZKM. XII, i;!7. 



Mahler, Der Sabbat. 39 

An anderer Stelle (Br. p. 35) lesen wir: 

.Das Mondauofe ist unversehrt; das Mondaugfe ist auscfestattet 
mit seinen Herrlichkeiten zum Segen ; es ist unversehrt und 
verjüngt sich allmonatlich". 

Auf p. 38 daselbst lesen wir: 5 

,Der Himmel ist in Festesfreude, indem er die Gestalt des 
Vollmondes trägt. Die Seelen der Götter treten in ihm zum 
Vorschein und Osiris geht leuchtend auf in ihm als Mondgott". 

In noch erhöhtem Maße gilt dies aber von den Babyloniern, 
welche, insofern es heute feststeht, daß die Ägypter nicht autochthon lo 
in Afrika waren , sondern aus Asien über dis Völkerbrücke der 
Landenge von Suez nach Afrika gekommen waren , unbedingt die 
Lehrmeister der Vorfahren der Ägypter waren. Die Babylonier 
waren es , welche in uralter Zeit den Tag des Vollmondes 
zum Ausgangspunkte ihrer Mondrechnung wählten und ihn als i5 
einen dem Mondgotte geweihten Tag feierten. Daß wir in ihren 
Kalenderangaben dann doch den Tag des Neumondes als ersten, den 
des Vollmondes als 15. Tag des Mondmonates finden, hat seine 
kulturhistorische Bedeutung. 

Es ist zweifellos , daß bei der Zählung der einzelnen 20 
Mondphasen der Vollmond als Ausgangspunkt diente. In der 
vollen Mondscheibe, welche „Himmel und Erde mit ihrer Herrlich- 
keit erleuchtet", sah man das eigentliche Bild des Mondes, in dem 
sich Gott iSin verkörpert, genau so wie Sümas in der glanzvollen 
Sonnenscheibe. Der synodische Monat war somit die durch Be- 2.5 
obachtung gar nicht schwer eruierbare Dauer von einem A^oll- 
monde bis zum nächsten. So wie aber der Tag, dessen charakte- 
ristische Natürlichkeit der Sonne zuzuschreiben ist und dämm eben 
dem Hamai geweiht ist, nicht mit der Kulmination der Sonne, also 
nicht in dem Momente seinen Anfang nimmt, da die Sonne in ihrem 30 
Tageslaufe ihre größte Leucht- und Wärmekraft der Erde zusendet, 
sondern mit dem Hervortreten der Sonne aus der dunklen Nacht- 
sphäre, d. i. in dem Momente, da sie ihre Leucht- und Wärmekraft 
der Erde zuzuwenden anfängt, so hat man in konsequenter Weise 
auch den Monat nicht mit dem Zeitpunkte begonnen , da Sin sich 3.j 
in seiner schönsten Gestalt der Erde zeigt, d. i. mit dem Voll- 
monde, sondern mit dem Tage, da er von neuem leuchtend hervor- 
tritt, d. i. mit dem Neumonde. 

Aber nur zur Zeit des Somraersolstitiuras und ihres höchsten 
Standes über der Erde zeigt uns die Sonne ihre ganze Machtfülle ; 40 
und in ganz analoger Weise hat man auch den Mond von allem 
Anfange an nur im Glänze seiner Vollscheibe als jene himmlische 
Lichtkraft verehrt, welcher die Herrschaft über den nächtlichen 
Himmel zukommt. Man stattete den Vollmond mit göttlichen 
Attributen aus und feierte den Tag des Vollmondes als einen dem i"> 
Mondgotte geweihten Tag. 



Der Vollmondstag 


war 


da 


dem Osiris als 


„sein Herz 


ging 


über 


vor 


• Freude , 


, wenn 


begrüßte am 15. 


Tag 


e, 


da der 


Mond 



40 Mahler, Der Sahbat. 

In der Bibliothek Assurbanipal's , deren Täfelchen im British 
Museum aufgespeichert sind, ist ein keilinschriftlicher Text^), mit 
dem sich bereits Pinches-), dann Zimmern-') und Delitzsch^) be- 
schäftigten und aus dem deutlich hervorgeht, daß der 15. Tag 
r. des babylonischen Monats, oder — wie dies auch schon 
Zimmern richtig erkannt hat — der Tag des Vollmondes den 
Namen sahaf-tu führte, welchem im Vokabular (II. R. 32. 16 ab) 
die Bezeichnung iim nuh libbi entspricht, d. i. „Tag der Ruhe des 
Herzens" oder eigentlich: „Tag der Freude des Herzens", eine Bezeich- 

10 nung, die wir um so richtiger erfassen, wenn wir die Benennungen 
der einzelnen Tage des ägyptischen Monats uns vor Augen führen. 

Mondgott geweiht : 
er das Vollmondsauge 
seinen Kreislauf 

:5 erneuert". 

Diese Auffassung jedoch, daß das Herz des Mondgottes voller 
Freude ist angesichts des Vollmondes, ist eben nicht ausschließlich 
ägyptisch , sondern kommt bei allen jenen Völkern vor , deren 
Religion eine astrale ist, und hat gewiß in Babylon ihren Ursprung. 

20 Hier in Babylon, wo jeder göttliche Wille sich in der Sonne, dem 
Monde und den Sternen ofienbarte, hat sich ein eigener Mondkultus 
entwickelt. Den Mondgott betrachtete man hier als den Vater der 
Götter, und als solcher stand er an der Spitze des babylonischen 
Pantheons. 

25 Auf diese Weise können wir uns die Bedeutung des Voll- 

mondstages als den eines „öm nuh libbi"' erklären und auch die 
Entwickelung der etymologischen Bedeutung des Wortes ,,sa-bat-tu'^ 
= r20 dürfte kaum mehr auf Schwierigkeiten stoßen. Am Voll- 
mondtage beendet der Mond die stufenweise Bildung seiner ver- 

80 schiedenen Phasen und strahlt als Vollmondscheibe am Himmel. 
Am Vollmondtage erschien der Mond in seinem vollendeten Glänze: 
es war der Tag, an dem kein Zunehmen und kein Abnehmen merk- 
bar war, an dem also die Phasenbildung vollkommen abgeschlossen 
und vollendet war und eben deshalb ein .um nuh libbi* d. h. ein 

n a 

35 Tag war, an dem der Mondgott sich aus vollem Herzen freute, 
denn an demselben irDsb?: b^": nnüJ, hatte der Mondgott sein Werk, 
seine Phasengestalt vollendet und abgeschlossen, um die Erde im 
Glänze seiner Vollgestalt erleuchten zu können. „rin">ü" ist also 
seiner Bedeutung nach : „vollenden, beenden, beschließen, 

40 abschließen", eigentlich aber : „zu Ende sein, fertig 
sein", dann in der Kausativform : „ein Ende machen", auch: „weg- 
schaffen, fortschaften, wegräumen" etc., und der 15. Tag des baby- 
lonischen Monats hieß darum auch ^sapattu'^ oder auch ^.sabattu"^ ^ 
d. h. Tag der Vollendung, des Fertigseins, des Zuendeseins, nämlich 

1) K. C012 -i- K. 10G84. col. II. 1. 12; — 82. .3. 23, 4G05 , obs. 1. 5; 
— 82. 3. 23, 4504, 1. 4. 2) P. S. B. A. XXVI. Febr. 1904. 

3) ZDMG. 58, 199fr. — ibid. 458 ff, 4) Zeitgeist, Nr. IG, 1904, 



Mahler, Der Sahbat. 41 

der Vollendung oder des Fertigseins oder des Zuende- 
seins eines Zeitkreises oder Zeitzirkels oder Zykluses. 
Wie der Punkt der Sonnenbahn , in dem die Sonne während ihres 
Laufes innerhalb eines Jahres die höchste Stelle erreicht , als ein 
Punkt des „ Sonnenstillstandes " (solstitium) betrachtet wird, so ist 5 
der Moment, in dem der Mond in seiner Vollgestalt erscheint, ein 

r\'2'Z = yKv*^'' ^- i- ein Moment, in dem er seine Entwicke- 
lung „beendet" hat, ein Moment, in dem er „aufhört", sich 
weiter zu entwickeln. 

In diesem Sinne wird das Wort rn">2J auch in der Bibel ge- 10 
braucht. Die Genesis (Kap. I, 16) hebt in ihrer Schöpfungslegende 
hervor, daß der Mond gescbafien wurde, nb^ibri nbuJWob, um Nachts 
über am Firmament zu herrschen , im Gegensatze zur Sonne , die 
bei-ufen war Dvin nbuJWnb tagsüber das Szepter zu führen. Da 
kann wohl kaum vom Neumond die Rede sein, denn dieser leuchtet 15 
nicht des Nachts, hier kann nur der Mond in seiner vollen Gestalt, 
also der Vollmond gemeint sein, denn dieser geht abends im 
Osten auf und geht erst morgens wieder im Westen unter, leuchtet 
sonach die ganze Nacht hindurch und ist so in der Tat im Gegen- 
satze zur Sonne ein nbibn nbiri'73'73b "ppn "iiNi:, das schwächere 20 
Licht, das nachts über zu leuchten bestimmt ist. Und nun lesen 
wir weiter (Kap. II, 1 — 3): 

dNai: bsi Y^Mni ü^'^oan ibo^T a) 

snujy 'TvUN inrjwsbw ^yisuj- Dvn n^nbN bD'^i b) 

riU)3> TvZJN in^Nb^o hti'ß ^y-'^-^l^ öra naa-'i c) 25 

in.N ^üip-^i 'j'^aTUn m-i nx D*!ibN ^-ii^i d) 

.m;2ji'b n^rtbN Nnn n;L^N iPDxb'jo bDW nn-:; n:^ o e) 

In a) wird also berichtet, daß Himmel, Erde und das ganze Uni- 
versum vollendet waren. Dann folgt in b) und c) ein Parallelismus, 
der sich in seinem Bau äußerlich durch die Worte \>^D^^ und n^O"^") so 
unterscheidet; es müssen sonach beide Worte synonyme Begriffe 
enthalten, etwa so: -^-^^^ = er vollendete 

na;D"'T = er war fertig, er war zu Ende, 
so daß wir folgenden Wortlaut haben : 

b) „Gott hatte vollendet am 7. Tage sein Werk, das er gemacht" ; S5 

c) „er war fertig (oder: er war zu Ende) am 7. Tage mit all seinem 

Werke, das er gemacht". 

Daß dem so ist und nnc"'! nicht „er ruhte" sein kann, lehren die 
folgenden zwei Zeilen d) und e). In diesen enthält e) die Begründung 
für d). Nehmen wir nun nn'J: in der sonst üblichen Deutung, d. i. 10 
= ruhen ^), dann wird uns die Mitteilung kund: 

1) In diesem Sinne gebraucht auch Strack (Kurzgefaßter Kommentar 
zu den heiligen Schriften, Erste Abteilung p. 4) dieses Wort. Strack übersetzt 



42 Mahler, Der Sabbat. 

d) „Gott segnete den 7. Tag und heiligte ihn", 

e) „denn an demselben ruhte Gott aus von all seinem Werke, das 

er erschaffen und gemacht hatte". 

Es wird also die Heiligung des siebenten Tages begründet durch 
5 die Ruhe, und sonach die Heiligkeit dieses Tages als eine Folge 
der Ruhe hingestellt, während es doch konsequenter wäre, die Ruhe 
an diesem Tage als eine Folge der Heiligung dieses Tages hinzu- 
stellen und die Ruhe mit der Heiligkeit dieses Tages zu begründen. 
Auch erscheint der ganze Satz e), wenn n30 in der Bedeutung des 
10 „ruhen" genommen wird, als überflüssig; denn dann erzählt uns 
Satz b), daß Gott am siebenten Tage das Schöpfungswerk vollendet 
hatte, Satz c), daß Gott nach Vollendung dieses Werkes „geruht" 
hatte und d) , daß der siebente Tag als solcher geheiligt wurde. 
Der Begründungssatz e) ist sonach ganz überflüssig. Anders erscheint 
15 die Sache , wenn wir nn;D in der hier vorgeschlagenen Bedeutung 
nehmen, d. i. n^U3 als Synonym von nbD = vollenden, fertigstellen, 
abschließen , fertig sein , zu Ende sein , aufhören oder dergleichen 
auffassen ; denn dann ist es motiviert , warum e) als Begründungs- 
satz von d) erscheint : 

20 d) „Gott segnete den 7. Tag und heiligte ihn", 

e) „denn an demselben „hatte er abgeschlossen" (oder: „war zu 

Ende") sein zu vollfühi'endes Schöpfungswerk". 

Wie sehr sich diese Interpretation des Wortlautes der Wahrheit 
nähert, erkennen wir aus einem andern Satze : 

."y-^NT D'^7:'»D n'^ry^o rrb^n 
„Du heiligtest den 7. Tag deinem Namen, 
als Zeit der Vollendung der Schöpfung von Himmel und Erde". 

Zur näheren Begründung der hier vorgeschlagenen Deutung von 
30 n^iä (= fertig sein, zu Ende sein, dann im Kausativum : zu Ende 

führen, ein Ende machen, (eine Arbeit) einstellen, fortschafi"en etc.) 

wollen wir noch eine Reihe von Beispielen anführen , die wir der 

Bibel entnehmen: 

1. Im ]3uche Genesis VH und VHI wird von der Sintflut 
35 berichtet, welche alles vernichtete und auch auf die periodische 

Wiederkehr der verschiedenen Zeitmerkmale, wie: Tag und Nacht, 

Sommer und Winter, störend und unterbrechend wirkte. Nun sprach 

Jahve (Gen. VIH, 22): 

dio hier aiij^eführto Bibolstello also: „Und Eloliim vollendete am siebenten Tage 
sohle Arbuit, die er gemacht hatte, und ruhte am siebenten Tage von all seiner 
Arbeit, die er gemacht hatte. Und Elohim segnete den siebenten Tag und 
heiligte ihn; denn an ihm hatte er von all seiner Arbeit geruht, welche er 
schöpferisch gemacht hatte.'' Hinzu fügt Str. auch die IJenierkung: „von dieser 
Ituhe der Name des Tages: rD'iU ". 



Mahler, Der Sabbat. 43 



nb-'bi nrT qim y^pn tm ipi i^itpi :^"^- -pN- ^rii b^ 



v-^ --. 



I. 



."innuj"' Nb 

inaüJ"' ist die 3. pers. Plur. des Imperfekts der Qalform des Zeit- 
wortes nina = „zu Ende sein", daher inniü"' = sie sollen zu Ende 
sein ; mit der Negation Nb verbunden heißt es also : sie sollen ohne 5 
Ende sein, oder: sie sollen ohne Ende fortdauern. Wir haben hier 
somit : 

„fortan soll Aussaat und Ernte, Kälte und Wärme, Sommer 
und Winter, Tag und Nacht ohne Ende fortdauern". 

2. Im Buche Jehoschuah, Kap. V, 12 lesen wir: lo 

. " mn7:?2 v^n rn "^ -^ t „ 
d. i. „Tagsdarauf war das Manna zu Ende (oder: hatte das 
Manna aufgehört)". 

3. In ähnlichem Sinne lesen wir (Jesaia XXXIII, 8) : 

."n'iN ^-^v n:2'>a nbo": TO*a::„ 15 

d. i. „die Steige sind wüste, es gehet niemand mehr aaf der 
Straße (d. h. mit dem Straßenwandern ist es zu Ende, oder: 
das Straßenwandern hat aufgehört)". 

4. Ganz in ähnlichem Sinne ist auch das ini'^"^ im folgenden 
Satze (Jeremia XXXI, 34 — 35) zu nehmen: 20 

-nNb n^nDirii n^-' npn a'72v "n^b '^wo ini mr;i ^^n nD„ 

."cr:'n b^ 
d. h. nur dann, wenn die ewis: dauernden und unwandelbaren 2.-) 
Naturgesetze aufhören werden, dann wird auch Israel „auf- 
hören (zu Ende sein)" ein Volk zu sein. 

5. Im Liber Threnorum V, 14. 15 lesen wir: 



."DnDi:»:'7D amnn ina^D -iy;::7o n':p- 



."isbinw bnxb ']-:n; 1:2b ^^^-2 nn"::„ 30 

d. h. „die Alten sitzen nicht mehr unter dem Tore, die Jüng- 
linge treiben ihr Saitenspiel nicht mehr". 
„Die Freude unseres Herzens ist zu Ende (hat aufgehört), 
unser Reisten ist in Wehklagen verkehrt". 

6. Im Buche Nehemia VI, 3 finden wir: aj 

nsNbTorr nnMjn in^b mnb bsi« Nbi ri'oy ■':m nbii^ nrxb-:. 

Die Kausativform in der Bedeutung „ein Ende machen", „(eine 
Arbeit) einstellen", „vertilgen, ausrotten, fortschafiFen etc." finden 
wir in folgenden Beispielen : m 



44 Mahler, Der Sahbat. 

1. Exod. V, 5: 

, Siehe, zahlreich ist jetzt das Volk des Landes; und doch laßt 
ihr sie die Frohnarbeit einstellen?" 

5 2. Exod. XII, 15: 

«Sieben Tawe sollt ihr uncresäuerte Brote essen: 
jedoch schon am ersten Tage sollt ihr fortgeschafft haben 
10 den Sauerteig aus euren Häusern!" 

3. Levit. XXVI, 6: 

„ich will fortschaffen das Ungetier aus dem Lande". 

4. Deut XXXII, 26 : 

1.5 D-DT ■oi:n"': nn^n"»rN 

„ich werde ein Ende machen ihrem Andenken unter den 
Menschen". 

5. Könige B, XXIII, 5 : 

rmni •'Db'73 i:n: n^iJN n-^'i?D:n pn r-'iair-i 
20 „er räumte weg die Camarim, welche die Könige Juda's 
gestiftet hatten". 

6. Könige B, XXIII, 11: 

•C'2'db T^n^T\•^ ■'3573 "i:n3 tun 0""OiDn PN pn^yi 
„er schaffte fort die Pferde, welche die Könige Juda's dem 
25 Samas gegeben haben". 

7. Jesaia XVI, 10 : 

T^-' ,yi'T' Nb y.-\^ Nb D"'73^3m ,b?:-iDn '{^i b-'^T mn-io jids:i 

.-^pn-j- m^n ,"-nr; itt^ xb a-^np^n 
„Freude und Wonne schwindet vom Felde, in den AVeinbergen 
30 jauchzt und ruft man nicht; man keltert keinen Wein in den 
Keltern, des Gesangs habe ich ein Ende gemacht. 

8. Jesaia XXI, 2 : 

^ p n ;:: n r!Pn:i< b:^ 
„ allem Seufzen mache ich ein Ende". 

85 9. Jesaia XXX, 11: 

bN-iw ;i5inp PN i;i:e7: np^na" niwS t: mn "^n t: Tno 

„Weichet vom Wege, weichet ab von der Bahn, schaffet 
ab bei uns den Heiligen Israel's!" 

10. Jereraia VII, 34: 

40 ... nn'':u) bipi "iv::-:; bip ab\m"' Piirroon rmrr' "^^yi: ■'P3"<!5m 



Mahler, Der Sabbat. 45 

„Ich werde aufhören lassen in den Städten Juda's und 
in den Straßen Jerusalem's die Stimme der Wonne und die 
Stimme der Freude", (auch: „ich werde fortschaffen 
aus den Städten Juda's und den Straßen Jerusalem's die Stimme 
der Wonne und die der Freude"). 5 

1 1 . Jeremia XVI, 9 : 

.t-ibD bipT inn bip rin7:;r 
„ich entziehe diesem Orte, vor euren Augen und in euren 
Tagen , die Stimme der Freude und der Wonne , die Stimme lo 
des Bräutigams und der Braut". 

12. Jeremia XL VIII, 35: 

„Ich will, spricht Jahve, in Moab damit ein Ende machen, 
daß sie nicht mehr auf den Höhen opfern und ihren Göttern i5 
räuchern sollen". 

13. Ezechiel VII, 24 : 

„ich will die Ärgsten der Nationen kommen lassen, damit diese 20 

ihre Häuser einnehmen ; 
ich will der Gewaltigen HofFart ein Ende machen und 

ihre Heiligtümer entweihen". 

14. Ezechiel XXHI, 27: 

D'^-is:'!: '"^''-'int: "^mrT pnt ■;'::■;: -^r^'^z- ^nnu:m 25 

„ich will ein Ende machen deiner Unzucht und deiner 
Buhlerei mit Ägypten". 

15. Ezechiel XXIII, 48 : 

„ich will ausrotten die Unzucht aus dem Lande". so 

16. Ezechiel XXVI, 13: 

„Dem Getöne deines Gesanges will ich ein Ende machen". 

17. Ezechiel XXXIV, 10: 

nnN D-'S'^n irj rj^'^ xbi i^it mri73 aTinusm 35 

„ich will mit ihnen aufräumen, auf daß sie nicht mehr 
Hirten seien, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden". 

18. Ezechiel XXXIV, 25:' 

(Vgl. oben Levit. XXVI, 6 ; Beisp. 8.) 4o 



46 Maliler, Der Sahbat. 

19. Hosea I, 4: 

-Ich will dem Köniorreiche des Hauses Israel ein Ende machen". 

20. Hosea II, 13: 

„ich will ein Ende machen ihren Freuden, Festen, Neu- 
raonden und Sabattu-Tagen und allen ihren Feiertagen". 

21. Psalmi VIII, 3 : 

10 .'c•p'.^n■:i^ 

,Aus dem Munde der Lallenden und Säuglinge hast du eine 
Macht gegründet, der Widersacher willen, um Feind und Kach- 
gierigen den Garaus zu machen. 

22. Daniel IX, 27: 

15 .r!n2'72i n2T n^i^'j::"' ririon -«irm nnx yisu: n^n'ib n-''in T^n^m 
„Er wird vielen den Bund stärken eine Woche lang; und mitten 
in der Woche wird er einstellen Opfer und Speiseopfer ". 

23. Daniel XI, 18: 

"ib inc-in v^P r -^ ; "^ m 
20 „Ein Fürst wird seiner Schmach ein Ende machen". 

24. Nehemia IV, 5 : 

T:nnu5m mss'iriT D-in bs Nin; tcn ir iwX-i-^ xbi i3>t> Nb 

.n^Nbirn rs 
„sie sollen nichts wissen und nichts sehen, bis wir unter sie 
25 gekommen sind ; dann wollen wir sie erschlagen und dem Werke 
so ein Ende machen. 

Die Niphalform dieses Verbums finden wir in den folgenden 
Beispielen : 

1. Jesaia XVII, 3: 

30 D-'^EN?: nitaiD nia ^ : i 

„Es wird aus sein mit der Feste Ephraim's". 

2. Ezechiel VI, 6 : 

„damit eure Altäre zerstört und verwüstet werden, eure Götzen 
85 zerbrochen und zunichte werden". 

3. Ezechiel XXX, 18: 

nn* -.INS na n n o : t 
,es wird darin zu Ende werden die HoflFai-t ihrer Macht". 

Ist nun so die Bedeutung des Wortes P3C genügend erläutert, 
40 dann ist es in der Tat nicht schwer , in dem"^ V o 1 1 m o n d s t a ^ e 



Mahler, Der Sabbat. 47 

einen ^üm nuh libhl = sabattu'' zu erkennen. Es ■war der Tag. 
an dem die Phasenbildung des Mondes zu Ende war und der 
Mond seinen Kreislauf beendet, also abgeschlossen hatte, um dann 
einen neuen Zirkel zu beginnen. (Vgl. übrigens auch Zimmern 
a. g. 0.) 5 

Sollte aber hierüber denn doch noch ein Zweifel aufkommen, 
daß die ursprüngliche Bedeutung der sabattu-'FQieY die Feier des 
Vollmondes war , so wird dieselbe durch eine Stelle im Buche 
Hosea (II, 13) zerstreut. Hier lesen wir: 

Es wird hier somit durch den Mund des Propheten Hosea dem 
Volke Israel angedroht , daß es jeder Freude , Wonne und alles 
dessen, was Festesstimmung herbeiführen könnte, verlustig werden 
wird. Da sind vor allem die im biblischen Schrifttum als C^" 
bezeichneten Feste hervorgehoben, z^'j^n sind Pas sah (nCEn ;<n), i5 

V 

Sabuoth (myacn 5n) und Succoth (nron 5"), welche auch 
(siehe: Exodus XXIII, 14 — 17 u. a. 0.) als ni:?an ;-, l^:i:pr! ;r 
und qiONri :in bezeichnet werden. Und so oft in der Bibel von 
:in die Rede ist, es bezieht sich immer auf eines der genannten drei 
Feste. In Bezug auf diese finden wir auch ausdrücklich die Be- -'O 
merkung hervorgehoben : "sr;:! nW^UJi „freue dich an deinem Feste" 
(Deut. XVI, 14). An mehreren Bibelstellen ist diese Festesfreude 
noch näher präzisiert. Es heißt da : „Freue dich an deinem Feste : 
du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, sowie der 
Levite, der Fremde, der Waise und die Witwe, die in deinen .'ö 
Toren sind". 

In unserem Texte heißt es nun weiter : tn-m^ bDi nnn",::! iTwHr. 
Worauf da das n',ünn Bezug hat, unterliegt keinem Zweifel : es sind 
die Xeumonde. Was bedeutet aber rnv'z bsi nnnuji? All- 
gemein wird r;nn'c:i auf die Sabbate und zwar auf die alle sieben so 
Tage periodisch wiederkehrenden Sabbate bezogen. Und hierin 
scheint ein Irrtum obzuwalten. Das sich wiederholende i, einmal 
vor nna'O und dann vor mrr: bD, bietet uns einen Anhaltspunkt 
zur richtigen Deutung. Denn es ist klar, daß, wenn hier von dem 
üblichen Sabbate die Kede wäre, das ^ vor dem Worte rtnn*:: über- ar. 
flüssig sein müßte. Dieses nnna bezieht sich aber meines Dafür- 
haltens nicht auf den Sabbat , sondern auf den V o 1 1 m o n d s t a g 
als ^ümu sabattu". Das Wort nnno, als Bezug habend auf den 
Vollmondstag, steht sonach im Gegensatze, zugleich aber auch im 
Zusammenhange mit dem früher genannten, auf den Neumond sich lo 
beziehenden rrttJin ; beide gehören somit zusammen : "riaci r;"c:Tr 
-ihre Neu- und Vollmondstagfe". Und darum ist der obisre Satz 



o 
nrro" TTnrl flnrniii icf i\av nVi^^ 

(Hosea II, 13) also zu übertragen : „ich will ein Ende machen ihrer 

lg 

Wochentag, sondern der Voll mon ds tag als Gegensatz zum Neu- 



Freude, ihren Festen, ihren Neumonden und Sabattu-Tagen", woselbst 
unter dem „Sabattu- Tag" nicht der gewöhnliche Sabbat, der siebente »j 



48 Malder, Der Sahhat. 

mondstage gemeint ist. Der gewöhnlicbe Sabbattag ist in dem 
Ausdrucke ^nj'TO bDi mit inbegriiFen, der auch die übrigen Feier- 
tage (1. Tisri und 10. Tisri) einschließt. Daß dem so ist, lehrt 
Leviticus XXIII. Hier beißt es: ''"w-'iZ Dn übN „dies sind meine 
5 Festzeiten", und da werden aufgezählt: 1. der Sabbat; 2. das Passah- 
fest; 3. das Wochenfest; 4. der 1. Tag des 7. Monats (also 1. Tisri), 
dieser als ti3>Tin "jinsT „Erinnerung durch Lärmblasen; 5. der 
10. Tag des 7. Monats als n"'"iE3n DT' und 6. das Succothfest. Sie 
alle werden (siehe Levit. XXIII und auch Numeri XXVIII und XXIX) 

10 als Tage einer "onp Nnp'?^ d. i. als Tage „heiliger Berufung" oder 
„heiliger Festversammlung" bezeichnet. Während also in nur eines 
der drei Feste: Passah, Sabuoth und Succoth bezeichnet, ist jeder 
Tag, an dem ein ir~p N"ip73 stattfindet, ein nri73. Da nun der 
Sabbattag an und für sich ein ;D"!p N-ip70 par excellence ist, so ist 

15 er eo ipso ein iyi72-Tag. 

Allerdings ist es auffallend (siehe auch: Strack, Kurzgefaßter 
Kommentar, pag. -352), daß Levit. XXIII eine doppelte Überschrift 
trägt : eine in Vers 2 , und eine zweite in Vers 4 , so daß es viel 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, daß der in Vers 3, auf den Sabbat 

20 Bezug habende Teil einer späteren Redaktion angehört. Gesetzt 
nun den Fall , daß dem wirklich so wäre und Vers 3 die Ein- 
schaltung eines spätem Redaktors wäre, so ist erst recht zu bedenken, 
ob die spätere Redaktion diese Einschiebung nicht mit Absicht 
vorgenommen, um eben auch den Sabbattag, der wie die übrigen 

25 Feste ein Tag „heiliger Festversammlung" ist, ja in dieser Beziehung 
die übrigen Fest- und Feiertage an Bedeutung überragt, in die 
Reihe dieser Feste zu stellen. — Schauen wir uns aber Vers 2 — 4 
auch etwas näher an und fragen wir, ob es absolut notwendig 
ist, für Vers 3 eine spätere Redaktion vorauszusetzen, ob nicht eine 

30 andere Erklärunw auf einer viel rationelleren Unterlage basiert ? ! 
Nach der ersten Einleitung wird das Sabbatfest angeführt und er- 
läutert; es wird als ein Fest hingestellt, das in der sechstägigen 
Schöpfung des Weltalls seine Begründung hat. Nun sollen Feste 
folgen , die nicht wie der Sabbat allwöchentlich , an von Monats- 

35 daten unabhängigen Tagen, gefeiert werden, sondern an festgesetzten 
Kalendertagen. Da , glaube ich , ist es doch ganz natürlich , daß 
die Aufschrift nochmals wiederholt wird, und zwar mit dem Zusätze : 
Dir* "33 DrN nN~pn "nUN „die ihr zu festgesetzten Zeiten 
(festgesetzten Monatsdaten) ausrufen sollet". 

40 Während der Sabbat als siebenter Wochentag weder mit der 

Sonne noch mit dem Monde, also mit keinem der beiden Himmels- 
körper übereinstimmt, die nach Genesis I, 14 berufen sind, daß 
„sie dienen sollen zu Zeichen und zu Zeitterminen (a'^ny"i7:bi mNb)", 
sind die anderen Festtage , an denen ebenso wie am Sabbattage 

.j5 „heilige Festversammlungen" stattfinden, an den Lauf beider Himmels- 
köi-per gebunden. Sie sind die cirr: im strengen Sinne des 
Wortes. 



Mahler, Der Sahhat. 49 

Indem nun alle Tage aufgezählt werden sollten , an denen 
, heilige Festversammlungen " stattzufinden haben, und die, weil sie 
im Großen und Ganzen an bestimmte Zeiten gebunden sind, ganz 
allofemein als D'^iyn^D bezeichnet werden, ist es wohl selbstverständ- 
lieh, daß zuerst mit dem Sabbat als mit jenem Tage begonnen 5 
wird, der allen voran ein Tag „heiliger Festversammlung " ist; da 
aber diesem dann alle jene Feste folgen, die, weil man an bestimmte 
Kalendertage gebunden, im engeren Sinne des Wortes D^I^TJO stehn, 
so ist es nur natürlich, daß die in Vers 2 angeführte Einleitung 
nochmals wiederholt werde, aber mit dem Zusätze : DnN iN'ipn 'ituN lo 
Dn5'i72^, damit eben der Unterschied zwischen dem Sabbat und den 
folgenden Festen deutlich hervorgehoben sei. 

Allerdings könnte man noch die Frage aufwerfen , warum 
am Schlüsse dieses Kapitels (Levit. XXIII, 37 — 38) gesagt wird: 
„Dies sind die Festzeiten Jahve's, welche ihr ausrufen sollet als i5 
heilige Festversammlungen — um Jahve darzubringen Feueropfer, 
Brandopfer und Speisopfer, Schlachtopfer und Trankopfer, die Ge- 
bühr jedes Tages an seinem Tage, außer den Sabbaten Jahve's 
und außer euren Gaben und außer all euren Gelübden und außer 
euren freiwilligen Gaben, welche ihr Jahve geben werdet"? Es 20 
könnte dies — namentlich die Bemerkung: „außer den Sabbaten 
Jahve's" — zu der Annahme verleiten (wie dies von Seite vieler 
Kommentatoren auch wirklich geschehen ist) , daß der Sabbat von 
den genannten festen (D'^ITTJo) auszuschließen sei. Doch eine ruhige, 
sachliche Überlegung zeigt wiederum , daß dem nicht so ist , und 25 
daß die in Vers 38 hervorgehobenen Ausnahmen keine Aussonde- 
rungen und ganz am Platze sind. Es werden die Opfer genannt, 
die an den einzelnen Festen dargebracht werden sollen. Nun dauern 
aber gewisse Feste (Passah und Succoth) sieben Tage ; es ist somit 
einer der sieben Festtage sicherlich ein Sabbat. Anderseits könnte 30 
ja auch sonst noch der Fall eintreten, daß einer der Festtage (ein 
Passahtag, oder der 1. Tisri, oder der 10. Tisri , oder einer der 
sieben Succoth-Tage) auf Sabbat fällt, dann sollen außer den 
üblichen S a b b a 1 p f e r n noch die genannten Festopfer dar- 
gebracht werden. Dies der Sinn des Bibelwortes. 35 

Dann aber ist es wohl selbstverständlich , daß wir in dem 
m^TO bDi (Hosea II, 13) alle Fest- und Feiertage verstehen müssen, 
die ein "IJTO sind und an denen ein \Dnp isnp'JD stattfindet, sonach 
auch den alle sieben Tage wiederkehrenden Sabbattag, denn dieser 
geht allen Tagen heiliger Festversammlungen an Wichtigkeit und 40 
Bedeutung voran. Es geht dies übrigens auch aus einer andern 
Bibelstelle hervor. Im Buche Numeri X, 2 lesen wir: 

an« !-ic:'n r!"::p73 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. IjXII. 4 



50 Mahler, Der Sabbat. 

d. h. „Macbe dir zwei silberne Trompeten, getriebener Arbeit sollst 
du sie macben ; und sie seien dir , um die Gemeinde zu berufen 
(d. b. gebraucbe sie, wenn die Gemeinde zu festlicher Versammlung 
berufen wird)". 
5 Wenige Zeilen weiter (Numeri X, 10) lesen wir: 

cs-^rrbN -in^ i:n D^'^nbN -^rcb yrc-b zsb rm 

,Und an eurem Freudentage und an euren Festtagen sowie an euren 

10 Xeumondstagen, da stoßet in die Tromjieten zu euren Brandopfern 
und zu euren Friedensopfern, damit sie euch zu gnädigem Andenken 
gereichen vor eurem Gott: ich Jahve bin euer Gott". 

Wiewohl also die Trompeten mi'n N"tp')2b dienen sollen, und 
an Sabbattagen ebenso eine Tliyn ai'p'!2 stattfindet wie an allen 

15 andern Festtagen , so werden hier dennoch nur die CDnn73"iJ Dv 
(Freudentage), nr^-in^TO (Festtage) und aD*'UJnn -lu:«"! (Neumonde), 
nicht aber auch die SDTiniu: (Sabbattage) besonders hervorgehoben. 
Der Einwand vielleicht, daß dies deshalb nicht geschieht, weil nur 
an Festtagen, nicht aber an Sabbaten geblasen werden soll, da das 

20 Trompetenblasen als Arbeit (— SNbw) an Sabbaten nicht erfolgen 
darf, ist aus mehrfachen Gründen nicht stichhaltig. Vor allem ist 
nicht nur am Sabbate, sondern auch an jedem Festtage eine Arbeit, 
die nicht zu gottesdienstlichen Zwecken geschieht, verboten. Ander- 
seits war das Trompetenblasen sowie die Benutzung jedes andern 

25 Blasinstrumentes als gottesdienstliche Handlung überhaupt nicht 
verboten. Im Gegenteile : am Sabbate haben ebenso wie an jedem 
andern Tage um die Zeit, da das Brandopfer (nbir) dargebracht 
wurde, die Leviten und Priester gesungen, Trompeten geblasen und 
verschiedene andere Musikinstrumente gespielt (vgl. Chron. A, VII, 6 

30— Chron. B, XXIX, 27 u. 28). Noch im Talmud (Traktat Ros- 
hasanah 29b) wird darüber gesprochen, ob das Schofarblasen am 
Ros-hasanah gestattet ist oder zu erfolgen habe, wenn dieser Tag 
ein Sabbat ist ? Und da heißt es : 

na":j:3 nvnb bn;ü nrii^n ".un"! b^ mt: m-' 
35 ;n:''n72:3 Nb baN ,"r"P^f^ i'~ '^np''::^ 

.-i"a in •c-'UJ ,mp'': brn *r"pin in^-:) 

d. h. ,fiel Ros-hasanah auf einen Sabbat, dann wurde im Tempel 
geblasen, nicht aber in der Provinz; seit der Zerstörung des Tempels 
40 wurde durch Rabbi Jochanan ben Sakkai die Verfücrunsr gretroffen, 
daß man überall, wo ein Beth-din (ein aus autorisierten Gelehrten 
zusammengesetzter Gerichtshof) besteht, blasen solle". 

Wenn nun dessenungeachtet in Numeri X, 10 nur von 23'^iy>'73 
im allgemeinen, nicht aber besonders vom Sabbattage die Rede ist, 



Mahler, Der Sabbat. 51 

so müssen wir wohl ann.ehmen, daß dies nur deshalb der Fall ist, 
weil im Worte D3"'n3'*TO nicht nur die Feiertage, sondern alle Tage 
inbegriffen sind, an denen ein \r~p N"!]:'': stattfindet, somit auch die 
Sabbate, denn diese sind eo ipso Tage „heiliger Berufung** oder 
„heiliger Festversammlungen". 5 

Es ist daher auch in dem Ausdinicke ni^Tü bDT (Hosea II, 13) 
der Sabbattag mit inbegriffen , und somit kann das Wort :^n3".:;i 
daselbst nicht auf den siebenten Wochentag, sondern nur auf den 
auch keilinschriftlich als „sabattu'^ bezeichneten Vollmondstag 
Bezug haben , den der Prophet im Zusammenhange mit dem Neu- 10 
mondstage durch die Worte nnn'i'i r!">r~n hervorheben wollte. Der 
Prophet Hosea, der in den Tagen Usia's, Jotham's, Achas' und 
Hiskia's wirkte (also am Ende des 8. Jahrhunderts und Anfang des 
7. Jahrhunderts v. Chr.), kannte genau die Kulturzustände und Ein- 
richtungen auch der übrigen Völker des Orients. Ihm war die 13 

Bedeutung des Sabattu (assyrisch: Y>y*^i^ = sa-hat-ti) als 
Vollmondstag im Gegensatze zu '^in, dem Xeumondstage, klar; er 
stellte diese deshalb nebeneinander und sasrte : 

Gleiches gilt von A m s VIII, 5. Hier lesen wir : 20 

„Wann wird vorüber sein der „Neumond", daß wir Nahrung 
(Getreide) verkaufen, und der , Sabbat", daß wir die Grube (mit 
dem Getreidevorrat) öffnen?" 25 

Es wird also ^"i'n und ns'c: in eine Parallele gestellt, wohl 
deshalb , um dem Tage des „Neumondes" den des „Vollmondes" 
gegenüber zu stellen, oder umgekehi't. 

Im gleichen Sinne ist auch Jesaia I, 13 zu verstehen: 

N'ip'a N"ip nn",i5i *^-in 30 

und ebenso Könige B, IV, 23: 

nno Nbi ein Nb a-in 

Sabattu war also ursprünglich der Vollmondstag. 

Später jedoch widmeten die Babylonier ihr Augenmex'k nicht 
nur dem Vollmondstage , sondern jedem Phasentage überhaupt und 35 
nannten demgemäß nicht nur den Vollmondstag, sondern jeden Tag, 
an dem iz-gend eine Mondphase und somit ein gewisser Zeitzirkel 
zu Ende war, mit dem Namen „iaöatta^ oder „iapattu'^. So wie 
sie aber zufolge ihrer Mondzählung in natürlicher Weise gezwungen 
waren, den bürgerlichen Tageskreis mit Sonnenuntergang, also mit jo 
dem Un sieht barwerden der Sonne und nicht mit dem 
Kulminationspunkte derselben zu beginnen, so haben sie dann auch 
später in konsequenter Weise den Mondkreis — d. i. den Mond- 

4* 



52 Mahler, Der Sahhai. 



monat — nicht mehr mit dem YolUichte des Mondes begonnen, 
sondern mit dem Tage des Unsichtbar wer dens des Mondes 
d. i. mit dem Tage der Konjunktion, um so in gewissem Sinne 
eine Harmonie bezüglich der Verehrung der beiden C4ottheiten 
, 5 Samas und 6'm auch äußerlich besser zum Ausdrucke zu bringen. 
War dies einmal geschehen und war es ihnen ein Gebot der Not- 
wendigkeit, die Phasentage als Sabattu-Tage zu feiern, so ergab 
sich dann für sie auch allmählich die Gewohnheit, jeden siebenten 
Tag des Mondes als einen Sabattu-Tag zu feiern. Indem man dann 
10 später bei Festlegung des sich so ergebenden Wochenzirkels als 
siebentägigen Zeitkreis vom Mondlauf ganz abstrahierte, ergab sich 
in konsequenter Weise die Feier eines jeden siebenten Tages der 
Woche von selbst, und so entstand der Sabbat, dessen religiöse 
Begehung bei den Babyloniern — der hier geführten Erörterung 
15 CTemäß — sich in natürlicher Weise entwickelt hat und von diesen 
zu den Juden übergegangen ist. 

nn-j = sabattu = iapattu ist sonach im chronologischen 
Sinn ,Zvklus", „Zirkel" oder „Zeitkreis" und hat — insofern der 
Vollmond das erste sichtbare und auch wahrgenommene Zeichen 
20 eines größeren in sich abgeschlossenen und immer wieder 
erneuernden Zeitkreises oder Zeitzirkels ist — zuerst auf 
den Vollmondstag Bezug genommen. Der Vollmondstag war 
der Tag, an dem der erste größere Zeitzyklus, den die mit stets 
wachsender Kultur fortschreitende Menschheit wahrgenommen, seinen 
2.5 Abschluß fand; er wurde sonach „saZ'a<^^i'' genannt. Eine hierauf 
bezügliche Anspielung läßt sich auch der Bibel entnehmen. Nach 
dem Wortlaute der Genesis (Kap. I, 14) sind Sonne und ]\Iond nicht 
nur wegen des Unterschiedes von Tag und Nacht da, sie sind unter 
anderen auch da rmtib „zu Zeichen". Daß hier, in dem 
30 Schöpfungsberichte, nur der Vollmond gemeint sein kann, habe ich 
bereits oben gezeigt. Nur vom Vollmonde kann hervorgehoben 
werden, er sei zum Unterschiede von der Sonne das „schwache 
Licht", das berufen ist nb^bn nbowsb „die Nacht zu regieren". Nun 
wird aber auch in Bezug auf den Sabbat an verschiedenen Stellen 
35 hervorgehoben , er sei ein mt< „ein Zeichen" (vgl. z. B. Exodus 
XXXI, 13. 17); es hat also der Sabbat dem Bibehvorte gemäß die- 
selbe Bestimmung, wie der Vollmond. 

Als sich nun im Laufe der Zeit aus den verschiedenen Mond- 
phasen der Begriff der „ W o c h e " entwickelte , w^urde auch diese 
40 zu einem Zeitzyklus und daher der siebente Tag derselben, welcher 
diesen Zyklus abschließt, ein rno, wie denn dann überhaupt jeder 
Zeitzirkel mit dem Namen „r3"^ = iahattu" belegt wurde. 

Daß dem wirklich so ist, lehrt wieder am deutlichsten das 
Bibel wort selber. Im III. Buche Mosis, Kap. XXIII wird im An- 
45 Schluß an die Bestimmung des Pussahfestes die Feier des Wochen- 
festes (rirTDw) besprochen und du heißt es (Vers 15 — 16): 



Mahler, Der Sabbat. 53 

rii'^^nn rrj^-rn n:rnv;3 i'2"0 

Der Ausdruck rn'iJi^ n^n7:W hat hier zu allerlei Deutungen Anlaß 
gegeben, die aber alle einen gewissen inneren Widerspruch in sich 
bergen. Wird nun rac in der hier (im Anschlüsse an die Zimmern'sche 
Untersuchung) entwickelten Bedeutung genommen , dann ist jede 
Schwierigkeit behoben. Der 15. Nisan war als Vollmondstag ein 10 
^sabattu"; der darauffolgende Tag, der 16. Nisan, an dem man das 
Omer darbrachte, war sonach ein r'2'::,ri rr^n?:. Von da ab sollen 
sieben volle siebentägige Zeitzirkel (ninnc) gezählt werden, so 
daß bis zum r'^r'^i'^rr; r::^" T\TK. (d. i. bis zu dem auf den 
7. Sabattuzirkel , also 7. Wochenzyklus folgenden Tag) 50 Tage 10 
cfezählt werden sollen. 



20 



Da nun nn*^ unserer Erörterung zufolge in chronologischem 
Sinne einen abgeschlossenen und periodisch Avieder-25 
kehrenden Zeitkreis oder , Zeitz v kl us" und im engeren 
Sinne auch einen mit der Siebenzahl verbundenen Zeitzyklus be- 
deutet , so sind crc rnnu: ,Jahreszyklen'' d. h. „periodisch 
wiederkehrende siebenjährige Zeitzyklen" ; rrao VZ'C 
Z^l'C bedeutet somit „sieben Jahreszyklen" oder „sieben sieben- 30 
jährige Zyklen", wie dies denn auch durch den erläuternden 
Nachsatz D"''?C"c vyo cr^ü r^iü d. i. ^siebenmal sieben Jahre" be- 
gründet wird. Wir haben hier sonach folgenden Wortlaut: 

„Zähle sieben Jahreszyklen (Sabbat- Jahre) : 
sieben Jahre siebenmal; 35 

es beträgt die Dauer der sieben Jahreszyklen 
neunundvierzior Jahre". 

Es hat dies auch seine Begründung, wenn wir den astralen Charakter, 
der einer jeden Zeitrechnung zu Grunde liegt, näher ins Auge 
fassen. Ich habe an anderer Stelle (ZDMG. 60, 852 ff.) nach- 10 
gewiesen, daß dem irdischen Kalender ein sogenannter „Himmels- 
kalender" parallel läuft, in dem das Quadriennium das ist, was 
im bürgerlichen Kalender der Tag ist, und in dem daher das Jahr, 
das sogenannte „Himmelsjahr" oder auch „große Jahr", als aus oß5 



Die Bedeutung rn-:; sahattu „Zvklus" 
zirkel" geht auch aus einer anderen Stelle hervor. 
XXV, 8 le.sen wir: 


— , Zeit- 
in Levit. 


ta.fc»^*l» ta^^a*« !.■.«•■■•■ ■•^*k« 

b /-^ t. •'^«J U.!—! •'—W 




u^;\::- rnno rao '-ii^ 'jb vrii 





54 Mahler, Der Sahhat. 

solchen Tagen bestehend, 365 X 4 = 1460 Jahre zählt. Der 
, große Monat" oder „Himmelsmonat" zählt 30 Quadriennien, und 
die „Himmelswoche" oder „große Woche" hat 7 Quadriennien. Es 
ist dies (7 Quadriennien = 7X4 Jahren = 28 Jahre) die 
5 28 jährige Sonnenperiode oder der „Sonnenzirkel", nach dessen Ab- 
lauf die Tage des Sonnenkalenders auf denselben Wochentag wieder- 
kehren. So wie aber die anderen Zeitkreise: das Jahr, der Mond- 
monat und der Tag bei der Entwickeluug der Zeiteinteilung in vier 
Teile geteilt wurden (das Jahr in 4 Jahreszeiten , der Mondraonat 

10 in 4 Phasenperioden , der Tag in Vor- und Nachmittag sowie in 
Vor- und Nachmitternacht), so wui'de im Himmelskalender auch die 
Woche in 4 Teile geteilt. Die Himmelswoche zählte 7 Himmels- 
tage d. i. 7 Quadriennien = 28 Jahre; ein Viertel davon betrug 
sonach sieben Jahre und bildete für sich ebenso eine abgeschlossene 

15 Periode , wie deren Vierfaches : die Himmelswoche , die 28 Jahre 
zählte. Dann ist es aber begründet, warum jedes siebente Jahr, 
welches diese Sie benj ahrperi de abschloß, mit n:3;D bezeichnet 
wurde (Levit. XXV, 4) und zwar zum Unterschiede von dem die 
Siebentagperiode oder Woche abschließenden rn'J mit den Worten : 

20 2"':'>ü nno oder im Plural: n^i-^i r\r\'2.-o (vgl. tr^v::i nnn^ rac, 
Levit. XXV, 8). 

Aber gerade der Umstand, daß dies schon einen sehr späten, 
vielleicht letzten Entwickelungsprozeß in der Zeiteinteilung involviei't, 
führt uns zu dem Schlüsse , daß die Redaktion der Bibelstelle 

25 Levit. XXV, in welcher auch von dem am 10. Tage des 7. Monats 
zu feiernden D"'"1E3?1 DT" die Rede ist, einer sehr späten Zeit an- 
gehört, ein Umstand, auf den wir übrigens im Laufe unserer Unter- 
suchungen noch zurückkommen werden. 

Es ist auf diese Weise die Bedeutung des Wortes ^sahattu = 

30 na^" genügend klar, und es erscheinen damit auch die 
biblisch-kalendarischen Bestimmungen für die Fest- 
tage der Hebräer in neuem Lichte. 

Das Passah fest wird am 15. Tage des Monats Nisan ge- 
feiert , also zur Zeit des Vollmonds, und dauert 7 Tage , also 

3.5 eine ganze Mondphase hindurch. Sieben Mondphasen nach dem 
Passah- Vollmonde wird das S c h a b u o t h f e s t gefeiert. Am 15. Tage 
des siebenten Monats, also wiederum zur Zeit des Vollmonds, begeht 
man das Succothfest, das gleichfalls eine ganze Mondphase 
hindurch gefeiert wird. Dabei wird (siehe Leviticus XXIH, 39) der 

40 1. Tag des Festes, also der „Vollmondstag", als ^sahaftu'^ (DT«n 
"pr:2M5 "i"»^^^'^") ""'^ f^"ch der 8. Tag des Festes d. i. der folgende 
Phasentiig als ^iaüattiC' ('prinu; ■':"')Ot25n n"*'ai) bezeichnet. 

Schon aus diesen Tatsachen dürfte der astrale Charakter 
dieser Feste klar zu erkennen sein. Wir sehen dies aber noch 

4.S deutliclifr, wenn wir die in der Bibel (Exodus XXin,14 — 17; 
Exodus XXXIV, 18 — 23) dargelegte Bedeutung dieser drei 
Feste in Betracht ziehen. Hier lesen wir unter anderem: 



Mahler, Der Sabbat. 55 

Exodus XXIII, 17: 

^■mST bri üN-i"^ n:UJ5 S"^73yD ;ybuj „dreimal des Jahres erscliöine 
riirr^ "pN" ■';s bN jeder Mann vor Adon, dem Jahve*"-, 

Exodus XXXIV, 23 : 

'^^iST bD tiN^"' !-;:\u:a n"'7D5'D u:ba „dreimal des Jahres erscheine jeder 5 
bx'nuj'' "^nbN i^irr^ "n^n ■'is rN Mann vor Adon, dem Jahve, dem 

Gotte Israels". 

Der hier genannte „Adon" wird gewöhnlich mit „Herr" 
übei'tragen , doch halte ich dafür , daß hier , wo der Aufenthalt 
Israels in Ägypten, ihre Leidensgeschichte daselbst und ihr Exodus lo 
von dort vorgetragen wird , nicht unabsichtlich die Erinnerung an 

jenen Sonnengott [ ^Äten'^ wachgerufen wird, der gerade kurze 

Zeit vor dem Auszuge Israels sich allgemeiner Verehrung von Seite 
der Ägypter erfreute. Es war dies jener monotheistisch verehrte Gott, 
der sich in der Sonnen Scheibe manifestierte und dessen Kraft i5 
und Wille im Glänze der Sonnenstrahlen sich offenbarte und dessen 

Begründer, der König Amenhotep IV, deshalb auch l ^^ 

„Chu-n-Aten = Glanz der Sonnenscheibe" genannt wurde. 

Wenn jemals irgendwo die Eeligion der wichtigste Faktor einer 
kulturellen Bewegung der Menschheit war, wenn jemals die Religions- 20 
geschichte eines Volkes zugleich seine Kulturgeschichte war, so war 
dies in Ägypten , dem Stromlande des Nils , der Fall. Hier war 
das nationale Leben mit dem religiösen aufs innigste verknüpft; 
jede religiöse Bewegung berührte die nationalen Regungen und 
Empfindungen, jede religiöse Umwälzung riß die bestehende Staats- 25 
gewalt mit sich fort und hatte eine Umwälzung im staatlichen 
Leben zur Foloe. 

Die Religion hatte sich so tief in den Organismus des Staates 
eingewurzelt, daß alle Mittel des Staates an Tempelbauten und 
relicriösen Stiftungen verschwendet wurden und die Priesterschaft 30 

O o 

nicht nvir die Machtstellung des Königs, sondern die ganze Staats- 
gewalt zu vernichten drohte. 

Ein solcher Umschwung im Staatsleben erfolarte mit dem Re- 
gierungsantritte Amenhotep's IV. (1403 v. Chr.). Mutig und er- 
obernd sind seine Vorafänsfer aufgetreten und hatten die IMacht 35 
Ägyptens bis weit nach Asien hinüber ausgedehnt. Er aber suchte 
seinen Ruhm und seine Kulturbestrebungen nicht in kriegerischen 
Erfolgen; ihm schwebten andere Ideale vor Auo^en. In Ätrvpten 
war die Gottesidee schon früh zur Entwicklung gelangt. Was die 
Semiten unter dem Namen bi< oder ilu verstanden, faßten die 40 
Ägypter im Worte „nufei-'* zusammen. Nuter war das höchste 
Wesen, das außer und über der menschlichen Sphäre waltend ge- 



56 Mahler, Der Sabbat. 

dacht wurde, das da war im Anfang und als Anfang, die Welt 
ersebuf und das ganze Universum nach seinem Willen lenkte und 
regierte. Dieses höchste Wesen wurde aber in den verschiedenen 
Bezirken in verschiedener Weise personifiziert und dementsprechend 

5 auch mit verschiedenen Eigennamen benannt. Überall war es zwar 
die Sonne, in der man das alle Dinge bewegende und lebende 
Element zu erkennen glaubte, doch mannigfach war die Art, in der 
diese Anschauung zutage trat, und verschieden waren die Attribute 
und darum auch die Namen, mit denen man in den verschiedenen 

10 Gauen Ägyptens die Gottheit belegte. So entstand eine ganze 
Götterschar, in deren jedem sich der Begriff „Nuier^ manifestierte. 
Da war es Piah, der „Eröffner" der Welt, der Schöpfer des Welt- 
alls, dort Amon, der das „Verborgene" kennt, also der „Allwissende" ; 
wieder anderswo ist Gott der Inbegriff jenes höchsten Wesens, das 

15 den Äckern Fruchtbarkeit gibt, den Nil schwellen macht usw. So 
wie jeder Bezirk seine besondei-e Hauptstadt hatte, die zugleich 
Sitz des jeweiligen Gaufürsten war, so hatte er auch seinen besondern 
Gott und seine besondere Gottesverehrung; die Hauptstadt war 
sonach nicht nur der politische Mittelpunkt des ganzen Gaues, 

20 sondern auch der Mittelpunkt der diesen Gau charakterisierenden 
besondern Gottesverehrung. Und selbst zur Zeit, da Ägypten unter 
einem Szepter vereinigt war, gelangte mit dem Wechsel des 
Herrschersitzes auch eine andere Gottheit zur Hegemonie. Und so 
kam es, daß mit dem Emporblühen Thebens auch Amon National- 

25 gott der Ägypter wurde, der dann, vereint mit den Attributen des 
Ra, des ewigen Gottes der lichten Sonne, als Amon- Ret verehrt 

'"'rri"'! I ' ^- ^- n^"ion-Z?a, der König 

der Götter" bezeichnet wurde. 

Mit diesem Götterchaos und seinen zahlreichen mythischen 

30 Formeln sollte nun aufgeräumt werden. Als Sohn einer Mutter 
fremdländischen, jedenfalls nicht ägyptischen Stammes wurde Amen- 
hotep IV. in einem Geiste erzogen, der in Ägypten, wenigstens 
im offiziellen Ägypten, bis dahin nicht gekannt wurde. Wir wissen 
zwar nicht, wer seine Mutter war; wir wissen bloß, daß Thi, die 

35 Lieblingsgattin Amenhotep's HL, die Tochter eines gewissen Juao 
und seiner Ehegattin Thuao war. Doch glaube ich, daß wir nicht 
fehlgehen und uns gar nicht weit von der Wahrheit entfernen, 
wenn wir sie für semitischen Ursprungs halten. Vielleicht gehörte 
sie sogar zu jenem Volke, das sich einige Jahrhunderte früher — 

40 etwa 1765 v. Chr. — hier niedergelassen hatte. Israel war hier 
auf dem Boden Ägyptens zu einer mächtigen Nation angewachsen ; 
„die Kinder Israel wai-en fruchtbar und nahmen überhand gar sehr; 
sie mehrten sich und wurden so zahlreich, daß das Land voll von 
ihnen ward" (Exod. I, 7). Es ist sehr wahrscheinlich, wenigstens 

45 die Möglichkeit ist gar nicht ausgeschlossen, daß 'Jlii dem Stamme 



Mahler, Der Sahhat. 57 

Israels angehörte. Haben semitische Fürsten — später auch König 
Salomo — ägyptische Königstöchter freien können, warum sollte 
nicht einmal ein ägyptischer König die Tochter eines in seinem 
Lande weilenden semitischen Volkes als Ehegattin heimgeführt 
haben? Dann ist es erklärlich, warum sie, die in einem Glauben 5 
erzogen wurde, der durch und durch von monotheistischen Ideen 
durchweht war, dem Amonkult und seiner Priesterschaft fremd 
gegenüberstand und ihren Kindern eine Erziehung zuteil werden 
ließ, die in Ägypten Befremden erregte. Es ist dann erklärlich, 
warum sie ihrem Kinde, dem der ihr mit zärtlicher Liebe zugetane lo 
königliche Gemahl mit Umgehung der bestehenden Thronfolge Vor- 
schriften die Krone sicherte, eine besondere Abneigung gegen die 
Verehrung des hochwürdigen Eeichsgottes Amon und einen gewissen 
Abscheu gegen die übrige Götterschar Ägyptens einzuflößen suchte. 
Nachdem aber auch der Monotheismus Israels um diese Zeit einen i5 
stark ausgeprägten astralen Charakter trug, so war auch der von 
TM ihrem Sohne eingeprägte Monotheismus astraler Art; es war 
ein sogenannter solarer Monotheismus, insofern der eine, 
einzige und einige Gott in der Sonnenscheibe („Aten") 
verkörpert wurde. Amenhotep IV. hatte also schon als Kind die 20 
Lehre von dem einen Lichtgotte empfangen ,und was dem kind- 
lichen Gemüte in zarter Jugend der Mutter Mund mit beredter 
Zunge eingeprägt hatte, das war dem zum Manne herangereiften 
Jüngling ein feststehender Glaubenssatz geworden" (Brugsch, Ge- 
schichte Ägyptens p. 419). Gleich bei seiner Thronbesteigung gab 25 
er sich off"en und unumwunden als Anhänger dieser neuen Richtung 
zu erkennen, und es dauerte gar nicht lange, da hatte die offizielle 
Welt Ägyptens mit der alten Religion gebrochen und sich zur 
neuen „Lehre" bekannt. Dem Amonkult mit seinen Nebengöttern 
und seiner Priesterschaft wurde offen der Krieg erklärt. Der König 30 
legte seinen Namen ab und änderte diesen in „Chu-n-Aten 
(„Abglanz der Sonnenscheibe") um, gab auch seinen noch unmündigen 
Töchtern Namen, die mit „Aten" zusammengesetzt waren, und auch 
die Großen des Reiches mußten ähnliche Änderungen mit ihren 
Namen vornehmen. Sie mußten den in ihren Namen etwa vor- 35 
kommenden Amon streichen und diesen, wenn schon nicht durch 
Aten, so doch wenigstens durch den mit Aten mehr oder weniger 
identischen Ba ersetzen, jenen als Einheit erfaßten i?«, der auch 
im Thronnamen Amenhotep's IV. vorkam als ^Nefer-he^yer-ua-en-Ra'^ 
d. h. „Schön ist die Eine Gestalt des ^a", eine Bezeichnung, 40 
welche unzweideutig die Einheit des Sonnengottes betonte. 

Um aber mit dem alten Reichsgott und seinen zahlreichen 
Nebengöttern für immer aufzuräumen, mußte alles, was irgendwie 
die Ei-innerung an seinen Kult wachrufen könnte, fortgeschafft und 
bis ai;f die geringsten Spuren hin vertilgt werden. Es wurden daher 45 
alle Götterbilder und Namen, die auf Aman Bezug hatten, zerstört 
und in den vorhandenen Inschriften ausgemeißelt. x\ur wenige 



58 Mahle)-, Der Sahbat. 

Denkmäler entgingen diesem Schicksale. Deshalb verließ der König 
auch die alte Residenzstadt Theben und gründete sic-h in Mittel- 
ägypten südlich von Beni-Hassan eine neue Residenz, die erChut- 
Aten nannte. Theben, der Sitz des alten polytheistischen 

5 Götterglaubens, eignete sich nicht als Mittelpunkt einer rein 
monotheistischen Religionsanschauung. In der neuen Residenz wui'de 
zur Verherrlichung und Verehrung des Einen allmächtigen Gottes 
auch ein Tempel aufgeführt, nach neuen Plänen mit offenen Höfen, 
in denen Feueraltäre errichtet wurden. 

10 Wie rein ausgeprägt die Verehrung nur eines Gottes 

im Atenkult war, sehen wir an einigen uns erhaltenen Hymnen. 
Hier ein Beispiel, ein Gebet an die Sonne, welches in den Grab- 
inschriften von Tell-el-Amarna (der Ruinenstätte von Chutaten) 
überliefert ist ^) : 

15 „Schön ist dein Untergang, du Sonnenscheibe des Lebens, du 

„Herr der Herren und König der Welten. Wenn du dich vereinigst 
„mit dem Himmel beim Untergänge, so frohlocken die Sterblichen 
„vor deinem Angesichte und geben Ehre dem, der sie erschaffen 
„hat, und beten an vor dem, der sie gebildet, vor den Blicken 

20 „deines Sohnes, der dich liebt, des Königs Chunaten. Das ganze 
„Land Ägypten und alle Völker wiederholen alle deine Namen bei 
„deinem Aufgange, um zu preisen deinen Aufgang wie deinen 
„Untergang in gleicher Weise. Du, o Gott! der in Wahrheit der 
„lebendige ist, stehst vor den beiden Augen. Du bist es, welcher 

25 „schafft, was niemals war, der bildet alles, was im All ist. Auch 
„wir sind hergekommen durch den Ausspruch deines Mundes." 

Die neue Religion war in den Hofkreisen so verbreitet und 
eingewurzelt, daß auch die königliche Gemahlin Nefer-i-Thi, von 
der Bedeutuncr dieses neuen Glaubens tief durchdrungen, die Morien- 

30 sonne in einer Weise begrüßt, wie dies nur in den religiösen 
Produkten einer vom reinsten Monotheismus durchwehten Zeit 
möglich ist. Sie ruft-): 

„Du Sonnenscheibe, du lebendiger Gott! kein anderer ist außer 
„dir! Du machst gesunden die Augen durch die Strahlen, Schöpfer 

35 „aller Wesen, Gehst du auf am östlichen Lichtkreis des Himmels, 
,um das Leben zu spenden allem, was du erschufst an Menschen, 
.Vierfüßern, Vögeln und allen Arten von Gewürm auf dem Lande, 
,wo sie leben; so schauen sie dich an und schlummern ein, wenn 
„du untergehst". 

40 So erhaben aber diese Lehre auch war — stimmen doch die 

hier zitierten Hymnen mit mehr denn einer Stelle der biblischen 
l'balmen, die zur Verherrlichung Jahve's angestimmt wurden, über- 
ein — so war sie doch von verhältnismäßig nur kurzer Dauer, 
aber noch immer lange genug, um auf das im Lande wohnende 



I) ' 



i> 



1) Brugscb, Ooscliiclito Ägyptens unter den Pharaonen 420. 

2) Hrugscli, Geschichte Ägyptens unter den Pharaonen 427. 



1 



Mahler, Der Sabhat. 59 

Volk Israel von Einfluß sein zu können. Die Religion Israels ist 
eine monotheistische. Jahve ist der Eine, den Israel als seinen 
Nation algott verehrt. Dieser Jahve war der Schöpfer des Weltalls, 
der Lenker und Leiter des ganzen Universums, sein Kult war aber 
ein astraler, und zwar war es der Mond, durch den sich die 5 
Allmacht und Unvergänglichkeit Jahve's manifestierte. Denn die 
Feste Israels, auf deren genaue Innehaltung die Gebote Jahve's 

7 O O 

sich in erster Linie beziehen, waren an bestimmte Mondphasen ge- 
bunden: Vollmond Nisan = Passah, Vollmand Tisri = Succoth, 
Neumond Tisri = Jom-hasikkaron (jetzt Kos-hasanah) ; ferner jeder lo 
Neumondstas", sowie die aus der Sabattu - Feier des Vollmondes 
hervorgegangenen Sabbate und auch das sieben Wochen (also sieben 
Mondphasen) nach dem Vollmonde Nisan stattfindende Fest der 
Erstlingsopfer. Nur Jom-Kippur macht hier eine Ausnahme. Sonst 
aber sind die Festopfer des alten Israel alle an bestimmte Mond- is 
phasen gebundem. Ich möchte in dem Umstände aber, daß gerade 
das Datum des Versöhnungstages in dieser Beziehung eine Aus- 
nähme bildet von allen übrigen Festen, einen Fingerzeig dafür 
erblicken, daß jene Bibelexegeten im Rechte sind, welche die An- 
nahme vertreten, daß die Feier des Versöhnungstages nicht auf 20 
alten Satzungen ruht, sondern erst aus den Fasttagen des Exils 
hervorgegangen ist. Zweifellos ist aber in der Bestimmung der 
israelitischen Feste ein Anhaltspunkt dafür zu erblicken, daß der 
Gottesdienst Israels auf einen Mondkult zurückzuführen ist. Es ist 
dies ein Kult, den sie bereits in ihrer alten Heimat, in Asien, bei 25 
den semitischen Babyloniern kennen gelernt haben und an dem sie 
auch in Ägypten festhielten. Und darum beziehen sich auch alle 
religiösen Anschauungen Israels — wie schon Ed. Meyer ^) be- 
merkte — „in echt semitischer Weise auf die unmittelbar vor- 
liegenden praktischen Fragen, auf das irdische Leben, das Wohl- so 
ergehen des Volkes und des Einzelnen"; ihre Feiertage sind Fest- und 
Freudentage, die durch den Mond geregelt werden, jenen Himmels- 
körper, in dessen wechselvollen Phasen sich das wechselreiche Wirken 
Jahve's manifestiert und an dessen periodisch sich erneuende 
Gestalten sich der Jahvekult knüpft". n"'n*'TOb riT' noy „er schuf 35 
den Mond zur Bestimmung der Festzeiten" sagt der Psalmist 
(Kap. CIV, 19). 

Dieses Volk, das während seines langjährigen Aufenthalts im 
Agypterlande stets ihm fremden Kulten begegnete, sah plötzlich 
unter Amenhotep IV., wie sehr sich da eine neue Auffassung in 40 
religiöser Hinsicht geltend machte, eine Auffassung, die sich in 
vielfacher Beziehung der ihrigen näherte. Es entstand eine mono- 
theistische Reformation, die sich in ihren Grundprinzipien mit denen 
ihres Monotheismus deckte, nur mit dem Unterschiede, daß der 
neue Nationalgott der Ägypter sich in der Sonnenscheibe manifestierte. 15 



1) Geschichte des Altertums, I, 379. 



gQ Mahler, Der Sahbat. 

Allerdings war auch schon früher, vielleicht schon seit den ältesten 
Zeiten der ägyptischen Geschichte, die Sonne die Verkörperung 
jenes höchsten Wesens, dem die Ägypter all ihr Wohl und Sein 
zu verdanken hatten, denn Ea, der König der Götter, der an der 
5 Spitze des ganzen ägyptischen Götterkreises stand, ist die Licht 
und Wärme spendende Sonne. Aber Ra war eben der König der 
„Götter" und nicht der Eine Gott, nicht der einzige, alleinige Gott; 
er war den Ägyptern das, was den Griechen Zeus war. In den 
verschiedenen Teilen des Landes wurden ihm auch andere Attribute 

10 und daher auch andere Namen beigelegt, so: Chnum-Ra, Amon-Ra, 
Sebek-Ra, Hor-Ra etc. Anders war es jetzt unter Amenhotep IV. 
Jetzt sollte nur ein Gott, ein höchstes Wesen, verkörpert wohl 
durch die Sonnenscheibe, aber als das einzige schöpferische, all- 
mächtige und allgütige Wesen verehrt werden. Und die Ver- 
ls ehr.ung dieses nur einen Gottes ist das, was der Mono- 
theismus umfaßt. Ein ähnlicher Monotheismus war bei Israel schon 
seit den Zeiten Abraham's eingebürgert, und er verfeinerte sich 
immer mehr. Ja, schon aus der grauesten Urzeit hatte Israel die 
Verehrung eines höchsten, guten, wohl schon früh auch schöpferisch 

20 gedachten Wesens mitgebracht, und die Jahve-Religion war nichts 
andei-es als die Fortsetzung, die konsequente Durchführung und 
höchste Erhebung jener uralten Verehrung^). Nun sahen sie einen 
solchen Kult hier in Ägypten entstehen, in demselben Ägypten, in 
welchem sie seit Langem schon als Fremd volk betrachtet und dem- 

25 gemäß geknechtet und sklavisch behandelt wurden. Nun schien es, 
als ob eine Wendung zum Bessern eintreten sollte. Amenhotep III. 
erhob nicht eine Ägypterin, sondern eine Fi-emde zu seiner Lebens- 
wefährtin und überschüttete diese mit allen Beweisen zärtlichster 
Liebe. Diese Fremde war eine Tochter des in Ägypten verhaßten 

30 und darum auch zu harter Frobnarbeit verurteilten Volksstammes 
(siehe oben), und so wurde der Haß, der dem ganzen Volke zuteil 
wurde, auch ihr, der Königin, zuteil. Mit um so größerem Nach- 
drucke zeigte sie ihre Anhänglichkeit an ihre alten Stammesbrüder. 
Sie flößte ihren Kindern Haß und Verächtlichkeit gegen die herrschen - 

40 den ägyptischen Sitten ein, insbesondere eiferte sie gegen die 
religiösen Anschauungen der Ägypter und ließ ihren Sohn, der 
durch ihren Einfluß berufen war, einst den Thron zu besteigen, 
in monotheistischer Richtung erziehen. Ihre Tochter war es -), die 
den Judenknaben in einem Kästchen liegend mitten im Schilf am 

if> Ufer des Nils vorfand. Dieser Knabe, weil ein Fremdling^), erhielt 

den Namen [11 „mos = das Kind", hieraus die griechische Form 
Moses, hebräisch: ri"^7:. Alles dies und die liebevolle Erziehung 

1) Schröder, Wesen und Ursprung der Religion 33. 

L') Miililor, Tho E.\odu3. Journal of the Royal Asiat. Society 1901, 33fr., 
insbesondere G5, 

o) ibid. png. GG. 



Mahler, Der Sabbat. 61 

des Moses am ägyptischen Hofe mußte bei Isi-ael die süße Hoffnung 
reifen, daß ihnen unter Amenhotep IV. ein besseres Geschick werde 
zuteil werden, und diese Hoffnung steigerte sich, als König Amen- 
hotep IV. mit allen alten Religionsbräuchen aufräumte und eine 
Religion einführte, die sich wegen ihres monotheistischen Charakters 5 
dem Glauben Israels sehr näherte. 

So hat Israel, das während seines Aufenthaltes in Ägypten 
schon so manchen Brauch angenommen hatte, auch die Art und 
Weise des im „Aten" zum Ausdrucke gebrachten monotheistischen 
Glaubens der Ägypter adoptiert, und gewiß war es gar nicht leicht, lo 
diese dann später aus Israel wegzuschaffen. Auch Aten war, wie 
der israelitische Nationalgott Jahve, der allmächtige, der alles 
regiert; auch Aten war der Schöpfer, Lenker und Regierer der 
ganzen Welt; die Verehrung, in der der Aten-Glaube äußerlich 
zum Ausdrucke kam, war eine andere als die, womit Israel seinen i5 
Jahve verherrlichte. Und so ist es nur natürlich, daß Israel mit 
anderen Kulturelementen und religiösen Bräuchen auch den Aten- 
kult übernommen hat. 

Haben sich doch viele solcher ägyptischer Bräuche sogar noch 
bis zum heutigen Tage in Israel erhalten ! Ich meine da nicht 20 
gerade das Blutopfer der Beschneidung, das gewiß echt ägj^ptischen 
Ursprungs ist^), sondern gewisse mit der jüdischen Religion eng 
verknüpfte Kalenderdaten, wie es z. B. die mit a'ny bezeichneten 
Vortage der Feste und Feiertage sind, also z. B. n3'D il^, 115' 
"vüin ^N"i, riru:" UJNI rn'^y, etc. und wie wir auch im Deutschen 25 
heute noch den Samstag „Sonnabend" nennen. Es ist heute 
klar, daß alle diese Bezeichnungen eine Jahrtausende hindurch ge- 
übte Gepflogenheit hinter sich haben und daß in Ägypten der 
Ausgangspunkt für dieselben zu suchen ist. Hier finden wir , daß 
es schon zur Zeit des Mittleren Reiches (also schon im 30 
20. Jahrhundert v. Chr.) allgemeiner Brauch war, den einem Festtage 
unmittelbar vorangehenden Tag so zu bezeichnen, daß man vor den 
Namen des betreffenden Fest- oder Feiertages den Ausdruck für 
„Abend" oder „Nacht" setzte. In der „Zeitschrift für ägypt. 
Sprache-)" veröffentlichte Adolf Er man einen Artikel unter dem 35 
Titel „Zehn Verträge aus dem mittlem Reich". Es sind dies 
Verträge, welche lediglich den Zweck hatten, dem Oberpropheten 

y^ ^1 *^, „die regelmäßige Abhaltung des Totenkultus an 

einigen Festtagen zu sichern". Und hier sehen wir, daß, während 

der Neujahrstag durch die Hieroglyphe v^y bezeichnet ist, der 10 

5. Schalttag d. i. der letzte Tag des ägyptischen Jahres, also der 



1) Siehe auch Ed. Meyer, Gesch. d. Altert. 1, pag. V2 und pag. 250. 

2) Zeitschr, f. ägypt. Spr. 1882, 159 ff. 



62 Makler, Der Sahbat. 



Vortag vor dem Neujahrstage, durch die Gruppe angedeutet wird : 



■Q- fv o 




AAA/V\A 



d. h. „5. Zusatztag, Nacht des Neujahrstages ". Ebenso wird hier 
der 18. Thot als Tag des XI ^ (, f/a^r-Festes") bezeichnet und 
r, der 17. Thot heißt: 

üO Ol — — <!!:> ^ wwwCT l'^^S^ 

d. h. „Monat Thot, Tag 17, Nacht des t/a^r-Festes". Daß hier nicht 
die Neujahrsnacht und auch nicht die Nacht des 18. Thot 
oremeint sein kann, s^eht schon aus dem Umstände hervor, daß bei 

10 den Ägyptern der bürgerliche Tag mit dem Beginn des natürlichen 
Tages d. i. mit Sonnenaufgang seinen Anfang nahm. Es ist somit 
unmöglich, daß die Nacht des 5. Schalttages die Neujahrsnacht und 
die Nacht des 17. Thot die Nacht des Uacrfestes sei. Auch ist 
hier überall von Tempelgaben die Rede, die am lichten Tage und 

15 nicht in der Nacht dargebracht wurden (siehe diesbezüglich den 
X. Vertrag). Es kann nicht anders sein, als daß, sowie noch heute 
bei den Israeliten der Ta^ vor einem Festtage durch diesen Fest- 
tag und das ihm vorgesetzte 2"i" „Abend" bezeichnet wird (z. B. 
n:3\D und rn-:; ■z^y, n:;2jr! •ot^n und nr^jn ujn-i n"ir etc.), auch 

20 hier der einem Festtage vorangehende Tag durch den Festtag und 
das ihm vorangesetzte Zeichen für „Nacht" oder „Abend" ausge- 
drückt wird. Es ist dies um so wahrscheinlicher, als bei den 
Ägyptern auch nach Einführung des Sonnenjahres die Mondrechnung 
noch weiter im Gebrauche blieb. Insbesondere die Ordnunsr und 

25 Verrechnung der Tempelabgaben scheinen die Priester nach dem 
Monde und nicht nach einem Sonnenkalender bestimmt zu haben. 
Dies geht auch aus den vor wenigen Jahren bei Kahun gefundenen 
Pajjyrus hervor, die aus der Zeit Usertesen III. stammen. Hier^) 
wird der Betrag von 6 Monatseinkünften für den Tempelschreiber 

30 Hr-m-Sif { C\ ^S\ Mt^ ] angegeben. Die angeführten Monats- 

daten sind: 

Jahr XXX, Payni 26 — Epiphi 25 

Mesori 25 — Thoth 20 

„ XXXI, Paophi 20 — Athyr 19 

35 „ „ Choiak 19 — Tybi 18 

„ „ Mechir 18 — Phamenoth 17 

„ „ Pharmuthi 17 — Pachon IG 

Die zwischen den einzelnen Monatsdaten auftretenden Intervalle sind: 



1) Siehe Borchardt, Der zweite Papyrusfund von Kaliuu , Zeitschr. f. 
äpypt. Spr. 189!) pag. 03, und Mahl er, Das mittl. Reich der ägypt. Ge- 
schichte, ebenda XL. Hd. pag. 1. 



Mahler, Der Sabbat. 63 



Payni 


26 


— Epiphi 


25 — 29 


Tage 


Epiphi 


25 


— Mesori 


25 — 30 


n 


Mesori 


25 


Thoth 


20 — 30 


n 


Thoth 


20 


— Paophi 


20 — 30 


» 


Paophi 


20 


— Athyr 


19 — 29 


1) 


Athyr 


19 


— Choiak 


19 — 30 


T) 


Choiak 


19 


- Tybi_ 


18 — 29 


» 


Tybi 


18 


— Mechir 


18 — 30 


n 


Mechir 


18 


— Phamenoth 


17 — 29 


!) 


Phamenoth 


17 


— Pharmuthi 


17 — 30 


n 


Pharmuthi 


17 


— Pachon 


16 — 29 


n 


Pachon 


16 


— Payni 


16 — 30 


» 



10 



Zusammen = 355 Tage. 

Die zwischen den einzelnen Monatsdaten auftretenden Intervalle 
sind sonach abwechselnd 29 und 30 Tage ; wir haben es somit mit is 
Daten einer Mondrechnunsf zu tun und zwar hatte das vorliegende 
Mondjahr 355 Tage, also genau so viel, wie ein überzähliges Ge- 
meinjahr im Kalender der Israeliten. 

Es sind also — so viel geht aus obigen Tabellen mit Sicher- 
heit hervor — die Einkünfte der Priester nach Mondmonaten be- 20 
rechnet worden. 

Und nun wird es erklärlich, warum die den Feiertagen vor- 
angehenden Tage die Bezeichnunsr Q '^ 't~', bei den Hebräern 

2^y führen. Im Mondkalender oder in der Mondrechnung beginnt 
der bürgerliche Tag immer und überall mit dem Abend. Der Abend 25 
ist es also auch, mit dem die an den Mond geknüpften Feste ihren 
Anfang nehmen. "üDnn";:: innon my iy ^"i3>73„ d. i. „von Abend 
bis Abend sollt ihr euren Sabbat feiern" — so lesen wir im 
3. Buche Mosis Kap. XXIII, 32. Dem Abende, mit dem ein Feiertag 
beginnen sollte, mußte sonach mit besonderer Aufmerksamkeit ent- 30 
gegen gesehen werden. Dadurch war schon der ganze Tag, der 
dem Festtage voranging, ein nicht unwichtiger Kalendertag; man 
mußte sich eben vor Augen halten, daß mit Abend der Feiertag 
seinen Anfang nimmt. Und so kam es, daß man den ganzen Vortag 
des Fest- oder Feiertages mit einem Worte belegte, das allein schon 35 
darauf hindeutete, daß der kommende Abend ein Vorabend des be- 
treffenden Feiertages ist. So entstand bei den Ägyptern neben 

= Neujahr der Name ^^Vry zur Bezeichnung des Vortages 

des Neujahrfestes; und weil der 18. Thoth der Tag war, an dem 

das jC| ^ Uag-Fest gefeiert wurde, so hieß sein Vortag d. i. der 40 

17. Thoth *^X I ^ . Und diese Bezeichnungsweise war von so 

www l^CS^' 

einschneidender Bedeutung, daß sie von den Ägyptern zu den 
Israeliten überging, bei denen sie noch heute gebraucht wird und 



^ 



64 Maliler, Der Sahbat. 

zwar so allgemein, daß sie von diesen auch zu anderen Völkern 
überging, so bei den Deutschen „Sonnabend", „Feierabend* etc. 

Es sind dies Bräuche, die in Ägypten schon im 3. Jahr- 
tausend V. Chr. zu Hause waren. Und so ist es gar nicht zu ver- 

5 wundern, ja es ist sogar selbstverständlich, daß die Israeliten die 
Atenverehrung der Ägypter mit ihrem Monotheismus zu verschmelzen 
suchten oder sogar tatsächlich verschmolzen haben. 

Und so sollte Israel an den drei Festen: Passah, Sabuoth 
und S u c c 1 h , die zufolge ihres 1 u n a r e n Charakters um die 

10 Zeit eines y,sahattu'^ des Mondes d. i. eines durch die abgelaufene 
Mondphase bestimmten Mondzirkels gefeiert werden, sich auch des 
solaren Chai'akters ihres mit „Aten = Adon" verschmolzenen 
Jahve-Gottes erinnern. Es drückt sich sonach in diesen Festen 
ein nicht zu verkennender lunisolarer Charakter aus, der übrigens 

15 auch dadurch zum Vorschein kommt, daß die Feste Passah und 
Succoth nicht nur zur Vollmondzeit, sondern auch um die Zeit der 
Äquinoktien gefeiert werden. Den Nisanmonat, in welchem 
Israel aus Ägypten zog, nennt die Bibel einen a'i^Nrt ;:3"n d. h. 
„Monat der Frühlingsgleiche ". Aus anderen Untersuchungen') 

20 wissen wir bereits, daß Amenhotep IV. am Ende des 15. Jahi'hunderts 
V. Chr. (1403 v. Chr.) zur Regierung kam und daß der Exodus am 
15. Nisan = Julian. 27. März d. J. 1335 v. Chr. statthatte. Am 
Julian. 2. April war damals die Frühlingstagundnachtgleiche Der 
am 27. März stattgehabte Vollmondstag, an dem Israel Gosen 

25 verließ, war sonach der dem Frühlingsäquinoktium zunächst liegende. 
Der siebente Festtag, an dem sie der Tradition zufolge durch den D"^ 
vl'O gingen, an dem sie also im eigentlichen Sinne des Wortes das 
Ägypterland verlassen hatten, war sonach der 83. März = 2. April, 
also der Tag des Frühlingsäquinoktium, zugleich aber auch der Tag, 

30 an dessen Abend die neue Mondphase (das letzte Mondviertel) sicht- 
bar wurde. Daß dann das sechs Monate später statthabende Succoth- 
fest der Herbstnachtgleiche entsprechen mußte, ist wohl selbstver- 
ständlich, aber auch aus dem Wortlaute der Bibel geht dies hervor. 
Sie nennt (Exod. XXXIV, 22) das Succothfest ein ncipn q'^DNn 5- 

35 nr^jn = „ein Fest des Fruchteinbringens zur Zeit der Jahres- 
Thekuphah". Bekanntlich gibt es vier solcher Thekuphah oder 
Jahrpunkte : Thekuphath Nisan = Frühlingspunkt , Thekuphath 
Thamuz = Sommerpunkt, Thekuphath Tisri = Herbstpunkt und 
Thekuphath Tebeth = Winterpunkt. Das Succothfest, das 

40 am 15. Tisri seinen Anfang nimmt, ist somit ein Fest der 
H e r b s t g 1 e i c h e. 

Mit dem Succothfeste war aber zugleich, eben weil es zur 
Zeit der nr^n ncipn stattfand, schon seit den frühesten Zeiten 



li Ma liier, Tho Exodus. Transact. of tbe Royal As. Soc. 1901. — 
Materialioii zur Chronologie der alten Ägypter, Zeitschr. für ägvpt. Sprache 
XXX U, 'J'jir. 



I 



Makler, Der Sabbat. 65 

eine Neujahrsfeier verbunden. Nicht umsonst nennt das Schi'ift- 
tum an anderer Stelle (Exod. XXIII, 16) das Succothfest ein Fest 
,am Ausgange des Jahres". Es scheint so, als ob neben dem 
religiösen Jahre, das nach dem Muster der Babylonier um die Zeit 
der Frühlincfsgleiche und zwar am 1. Nisan begonnen hatte, auch 5 
ein sogenanntes Natur jähr bestand, das um die Zeit des Hei'bst- 
äquinoktiums, zur Zeit des Fruchteinbringens, seinen Anfang nahm. 
Dies hat übrigens auch seine gute Begründung. Zwischen den zwei 
natürlichen Zeitkreisen, dem Jahreskreise und dem Tageskreise, 
besteht eine gewisse Analogie, derzufolge dem Frühlingspunkte des lo 
Jahreskreises der Morgenpunkt des Tageskreises, dem Herbstpunkte 
des Jahreskreises dagegen der Abendpunkt des Tageskreises ent- 
spricht. In der Urzeit, da man den bürgerlichen Tag oder ^Naturtag" 
mit dem Beginn des natürlichen Tages d. i. mit Sonnenaufgang 
begonnen hatte, war es selbstverständlich, daß auch das Jahr mit i5 
dem Frühlingspunkte begonnen wurde. Als man aber später auch 
den Mondiauf in Betracht zog und diesen als Eegulator der Zeit- 
rechnung wählte, da wurden nicht nur die Monate nach der Gestalt 
und dem Laufe des Mondes bestimmt, sondern als Konsequenz der 
Mondrechnung auch der bürgerliche Tag mit dem Abend becfonnen. 20 
Dann mußte aber, weil dem Abendpunkte des Tageskreises der 
Herbstpunkt des Jahreskreises entspricht, auch das Jahr mit dem 
Herbstpunkte seinen Anfang nehmen. Der 1. Nisan blieb auch 
weiter der Neujahrstag des religiösen Kalenders, indem von ihm 
aus als Frühlingsmonat die einzelnen Monate zur Bestimmunsr der 25 
Feste gezählt wurden, dagegen wurde der Monat der Herbstgleiche 
maßgebend für den Beginn des Naturjahres. Daß dem auch wirk- 
lich so ist, lehrt uns eine Talmudstelle. Im Tractat Eos-hasanah 
werden vier verschiedene Neujahrstage namhaft gemacht: 

1. am 1. Nisan: Neujahrstag bei Berechnung der Regentenjahre 30 

der Könige und bei Bestimmung der Feste. 

2. am 1. Elul: Neujahrstag für Bemessung des Zehent, 

3. am 1. Tisri : Neujahrstag der gewöhnlichen Jahre, sowie der 

Sabbatjahre und Halljahre, wie auch in bezug auf 
das Einbringen der Feldfrüchte (also: Naturjahr), ar, 

4. am 1. Sebat: (nach anderen am 15. Sebat): Neujahr in bezug 

auf das Ausschlagen der Bäume. 

Es gilt also auch noch in der spätem Epoche der Geschichte 
Israels die Herbstgleiche als Anfang eines sogenannten „Naturjahres". 
Anfangs war dies das rj'iDNr! an, welches mit 15. Tisri seinen 40 
Anfang nahm ; später verlegte man den Neujahrstag auf den Anfang 
des Monats, also 1. Tisri, etwa so, wie im christlichen Kalender 
noch heute das Jahr nicht mit dem Tage der Winterwende, sondern 
mit dem ersten Tage des darauffolgenden Kalondermonats anfängt. 

Der Anfang eines Naturjahres ist aber nicht gerade an das if) 
Einbringen der Feldfrüchte gebunden ; es kann auch mit jedem 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 5 



gß Mahler, Der Sabbat. 

anäern von der Natur aus bedingten Ereignisse beginnen. So hatten 
z. B. die alten Ägj'pter neben anderen Jahrformen ein „Natur- 
jahr", das mit der Reife der Erstlingsfrüchte seinen 
Anfang nahm, dessen Nenjahrstag also ungefähr mit dem Tage 
5 zusammenfiel, den die späteren Israeliten mit C^-n^ar^ 5n bezeichneten. 
Unter den bereits oben (pag, 61) genannten „Zehn Verträgen aus 
dem mittl. Reich" enthält der IL Vertrag Verpflichtungen über 
gewisse Gaben, welche die Stundenpriester des Tempels des Apuat von 
Siut dem Oberpropheten am Neujahrs tage zu bringen haben. 

10 Dagegen verpflichtet sich dieser zu geben einen bestimmten Teil 
(ein Hqt) „von jedem Feld des Stiftungsgutes, von den Erstlingen 
der Ernte des Fürstengutes, wie es jeder Untertan von Siut mit 
den Erstlingen seiner Ernte tut. Auch jeder dieser Bauern 
gibt in diesen Tempel von den Erstlingen seines Feldes". 

15 Dann heißt es weiter: „Wohlan, ihr wißt, daß wenn irgend ein 
Fürst oder irgend ein Untertan irgend etwas in den Tempel gegeben 
hat von den Erstlingen seiner Ernte, so ist es ihm nicht 
lieb, daß etwas davon fortkomme, noch daß irgend ein zukünftiger 
Fürst den zukünftigen Priestern verringere, was ein anderer Fürst 

20 vertragsmäßig festgesetzt hatte ^)". 

Es gab also bei den Ägyptern eine Jahrform, deren Neujahrs- 
tacf mit der Reife der Erstlin o-sfrüc h t e zusammenfiel. 
Dieses Naturjahr war selbstverständlich ein festes Jahr, und darum 

wurde auch sein Neujahrstag durch die Hieroglyphe y\f bezeichnet. 

25 Die Ägypter hatten nämlich verschiedene Jahrformen. In der 

Urzeit, also in der Zeit, in der sie noch nicht den Boden ihrer 
Geschichte betreten hatten, da hatten sie ein Mondjahr. Wahr- 
scheinlich waren sie mit dieser Jahrform schon vertraut, noch ehe 
sie ihre Wanderung über die Landenge von Suez nach ihrer neuen 

30 Heimat angetreten. Sie sind zur Kenntnis dieser ältesten aller 
Jahrformen gelangt, noch ehe sie die große Völkerwanderung von 
Asien nach Afrika antraten, und haben sie erst in ihrer neuen 
Heimat, wo sie sich ganz dem Ackerbau ergaben, mit dem Sonnen- 
jahre eingetauscht. Dieses Sonnenjahr machte verschiedene Modi- 

35 fikationen durch. Anfangs glaubte man den Anforderungen des Jahres- 
begriflfes dadurch zu genügen, daß man das Jahr in 12 Monate, 
jeden zu 30 Tagen, teilte, also dem Jahre eine Dauer von 360 Tagen 
gab. Als sich dies als nicht entsprechend erwies , da fügte mau 
dem Jahre noch 5 Tage hinzu und zwar in der Weise , daß man 

40 die 30tägige Dauer der einzelnen Monate unverändert beibehielt, 
jedoch an den Schluß des Jahres einen fünftägigen Zeitraum 
setzte, der in seiner Benennung uns heute noch den Charakter des 
späteren Hinzutuns verrät. Diese fünf „Zusatztage" oder auch 
«Schalttage", «wie man sie gewöhnlich zu bezeichnen pflegt, führen 



1) Eriuan, Zolin Vertrüge, Zeitschr. f. ägypt. Spr. 1882 p. 109. 



MaJder, Der Sabbat. 67 

in den ägyptischen Texten den Namen : j -7 ^ \> . In dieser 



wohl nichts anderes als das femininale Nomen 



Gruppe bedeutet 

\ oder -j ^ d. i. rnjy-t = Jahr, abgeleitet von dem Verb "^-^-^ 



» 



I 

. , ... „ fo 

rnj) = sich verjungen 




heißt also : „das Jahr und 



fünf darüber" oder wie man sonst zu schreiben pflegte ; 



O F 



o 



d. i. „die fünf überzähligen Tage des Jahres" oder besser : „die fünf 
hinzugefügten Tage des Jahres". 

Natürlich mußte in einem Lande, in dem das ganze Wohl und 
"Wehe der Bevölkerung von der Nilschwelle abhing, dem Eintreffen 
derselben mit größter Spannung entgegen gesehen werden , und es lO 
ist nur natürlich , daß , nachdem die Zeit der Nilschwelle von der 
Dauer des tropischen Jahres abhängig ist , die Kenntnis dieser 
Jahrform zu den Ägyptern früher gelangt sein mußte, als zu irgend 
einem andern Volke des Altertums. Dies mußte sie sonach bald 
zur Überzeuguncf gebracht haben, daß auch das Jahr mit 36-5 Tasten i5 
noch mancrelhaft ist und noch nicht ganz den Anforderungen der 
Natur entspricht. Sie konnten zu dieser Überzeugung um so eher 
gelangen, als mit der Nilschwelle noch eine andere Naturerscheinung 
in Verbindung stand : der heliakische Aufcrangr des Sothis^estii'nes. 
Am Tage, da die Nilschwelle eintrat, s^in^ dieses Gestirn 1. Größe io 
am frühen Morgen kurz vor Sonnenaufgang am östlichen Himmel 
auf, und diese Erscheinung war für die Ägypter so auffallend, daß 
sie diesen Tag zum Ausgangspunkt ihres Kalenders machten und 
mit ihm das Jahr becrannen. So entstand das sogenannte Sothis- 
oder Sirius jähr, dessen Dauer sich von einem heliakischen Auf- 25 
gange des Sirius bis zum nächsten erstreckte. Zahlreiche Texte 
weisen auf diesen Umstand hin sowie auf den Zusammenhang 
zwischen Nilschwelle und heliakischem Siriusaufgan sfe. 

Es ist also den alten Ägyptern die Tatsache nicht entgangen, 
daß eben zur Zeit der beginnenden Nilschwelle der Sirius heliakisch .w 
aufging. Der heliakische Aufgang des Sirius kündigte ihnen somit 
an , daß der freudige Moment des Beginnes der Nilschwelle , also 
der Neu jahrstag des tropischen Jahres, da sei. Und so feierten sie 
den Tag des heliakischen Siriusaufganges als Neujahrstag einer 
Jahrform, die von der früheren wesentlich verschieden war. Denn 35 
nachdem die Dauer des Siriusjahrcs sich nur um einen äußerst 
kleinen, kaum wahrnehmbaren Bruchteil von dem julianischen Jahre 
unterscheidet^) und sonach 365 ^/^ Tagen gleichgesetzt werden kann, 



1) Im Jalire 3000 v. Clir. betrug dieser Unterschied 4 Sekunden. 
, , 2f'00 , , , , „ 25 , 

. , 1000 , , , „ , 52 , 

„ , Chr. Geb. „ „ , 84 , = 1 M. 24 S. 

5* 



68 Mahler, Der Sabbat. 

so bestand zwischen dem Siriusjahr und der bisher allgemein üb- 
lichen Jahrform ein Unterschied von jährlich ^'^ Tagen, der somit 
nach 4 Jahren zu einem ganzen Tage anwuchs. Die Folge davon 
war, daß wenn der Sirius in irgend einem Jahre beispielsweise am 

5 1. Thoth heliakisch aufging, er nach 4 Jahren nicht mehr am 1. Thoth, 
sondern um 1 Tag später d. i. am 2. Thoth heliakisch aufgegangen 
ist ; nach weiteren 4 Jahren geschah dies am 3. Thoth , dann am 
4. Thoth usw. Dies konnte keineswegs unbeachtet vorübergehen, 
und da der heliakische Siriusaufgang eine fixe Naturerscheinung 

10 war , so nahm man gar bald das Zurückweichen des bürgerlichen 
Sonnenjahres gegenüber dem fixen Siriusjahre gewahr und erkannte 
so den Unterschied zwischen beiden Jahrformen. Die erstere setzte 
ein bewegliches Jahr von 365 Tagen voraus, letztere war an 
ein fixes Naturphänomen gebunden: den heliakischen Aufgang des 

15 Sirius. Dieser Unterschied kam auch sonst äußerlich zum Ausdruck. 
Die Monate trugen zwar in beiden Jahrfoi'men die gleichen Namen, 
aber die Neujahrstage wurden — weil allgemein zu verschiedenen 
Zeiten gefeiert — verschieden bezeichnet. Der Neujahrstag des 

festen Jahres wurde in der Regel durch U/ oder vtV ausgedrückt. 

20 So finden wir jedesmal, wenn der Neujahrstag mit dem heliakischen 
Siriusaufgange in Verbindung steht, wenn also vom Neujahrstag des 
Siriusjahres die Rede ist, obige Formen angewendet. So lesen wir 
im Ramesseum : „Du strahlst wie Isis-Sothis am Himmel am Morgen 



o 



des Neujahrstages" und der Neujahrstag heißt hier V/- Auf der 

25 Südseite der Decke im Pronaos des Tempels von Dendei-a lesen wir: 
„Die göttliche Sothis, die Herrin des Neujahrs, die Tochter des 
Ra, Isis , die Herrin des Himmels , zur Zeit aufgehend , um zu er- 
öffnen ein glückliches Jahr". Hier ist „Neujahr" ausgedrückt durch 

■I V. Eine andere Stelle daselbst, die gleichfalls auf den heliakischen 

30 Aufgang des Sii-ius Bezug hat, schließt also: 

O I öÖ<=>W O 
d. h. „an jenem Feiertage, dem Neujahrsfeste". 

Eine Inthronisations-Urkunde der Königin Hatsapsu, veröffent- 
licht von Naville^), enthält die folgende Datierung: „Der 1. Thoth, 
3ü der Neujahrstag, der Beginn der Jahreszeiten". Dabei ist das 

Zeichen für „Neujahrstag" ausgedrückt durch vt\/, und es ist zufolge 

des Beisatzes: „der Beginn der Jahreszeiten" selbstverständlich, daß 
hier nur vom festen Jahr die Rede sein kann. 



1) Trois inscrii)tioiis de la reine llatshapsou. Rec. de Travaux rcl. ä la 
Philologie etc., Vol. XVllI. 



Mahler, Der Sabbat. ßQ 

Einen weiteren Beweis dafür, daß yj auf das feste Jahr 
Bezug hat, finden wir in einer Kalenderinschrift aus Esneh i) : 



ino 
iiinn 



„Monat Payni, Tag 26, 
Fest des iSTeujahrstages". 



Wir haben hier ein Doppeldatum vor uns: den 26. Payni des 5 
Wandeljahres und den „Neujahrstag " des festen Jahres. 

Andere Formen zur Bezeichnung des Neujahrstages sind: 

I j und V] . Von diesen bedeutet die erstere Form soviel wie 
das hebräische TM'^r, '»UN^ = , Anfang des Jahres" und nimmt keines- 
wegs Bezug auf eine bestimmte Jahrform. uJ heißt wieder soviel lo 
als ,1. Tag des Jahres" und kann gleichfalls auf jede beliebige 
Jahrform Bezug haben. Dagegen bezieht sich y^y^ stets auf ein 
festes Jahr. 

Das „Naturjahr", das mit der Reife der Erstlingsfrüchte seinen 
Anfang nahm , war selbstverständlich ein festes , und daher führt 15 
der Neujahrstag desselben den Namen yly. Es ist nicht identisch 

mit dem Siriusjahr, das den Ägyptern als Nor mal jähr diente, 
denn der Neujahrstag des Siriusjahres fiel auf den 19. oder 20. Juli 
Julian. Kalenders und war — wie bereits erwähnt — begleitet von 
den Erscheinungen der Nilschwelle , nicht aber von einer Ernte. 20 
Das gewöhnliche Wandeljahr konnte auch nicht gemeint sein, da 
zur Zeit des mittleren Reiches — ca. 2100 v. Chr. bis 1600 v. Chr. 
— der 1. Thoth des beweglichen Jahres in die Zeit zwischen 
20. September und 1. Februar fiel , wo von den Erstlingen der 
Feldfrüchte wohl kaum die Rede sein kann. Der in den zitierten 25 
Verträgen erwähnte Neujahrstag kann sonach nur auf ein besonderes 
,Naturjahr" Bezug haben , das mit dem Einbringen der „Erstlings- 
früchte" seinen Anfang nimmt. 

Damit gelangen wir aber zu einer der wichtigsten kultur- 
historischen und kalendarischen Betrachtungen. Am Neujahrstage 30 
dieses Naturjahres wurden die Erstlinge der Feldfrüehte dargebracht. 
Bedenkt man nun , daß die Monate in sämtlichen Jahrformen der 
Ägypter dieselben Namen führten , daß also der Neujahrstag des 
festen Naturjahres, ebenso wie der des Siriusjahres und der des 
beweglichen Jahres als 1. Thoth bezeichnet wurde, dann gingen 35 
dem Neujahrstage voraus: 



]) Brugsch, Mat., PI. X. 



70 Mahler, Der Sahhat. 

5 Schalttage 
30 Tage Mesori 
30 Tage Epiphi etc. 
Zählt man daher vom Xeujahrstage des betreffenden Naturjahres, 
5 an welchem die Erstlingsfrüchte gebracht werden mußten, 50 Tage 
zurück, so gelangt man zum 16. Epiphi. 

Nach dem Bibelworte (Levit. XXIII, 15 — 16) war Israel ver- 
pflichtet, vom 16. Tage des 1. Monats an, der den Namen ninNr; 'Z~r, 
„chodeä haahib = Abib-Monat" führte , 50 Tage zu zählen , um 

10 dann das D">'m23rr :.r; „Fest der Erstlinge" zu feiern. Die Ähnlich- 
keit zwischen dem Brauche bei den Ägyptern und dem bei Israel 
ist so groß, daß wir gewiß beide ohne weiteres identifizieren und 
daher den Monat „Abib" der Bibel dem Epiphi der Ägj'pter 
gleichsetzen können. 

15 Damit ist eine Frage gelöst, die vielfach kommentiert wurde. 

Es wird nämlich allgemein der chodes-haabib mit „Monat der 

Fruchtreife" oder „Ährenmonat" identifiziert und übersetzt. Motiviert 

wird diese Interpretation mit Exodus IX, 31. Hier heißt es: t 

n^:iN ""i^UJln „denn die Gerste war reif; n^nN ist also „reif und 

20 daher 3"'lNn u:"!n = „Monat der Fruchtreife". Andere — wie 
z. B. Strack — übersetzen : „denn die Gerste hatte Ähren" und 
nennen deshalb den 2"'3Nri 'ü'in den „Ährenmonat". Nun kann aber 
selbst dem Bibelworte zufolge das n'^iaN in Exodus IX, 31 unmög- 
lich in irgend welchem Zusammenhange stehen mit dem 2'nNr; "CJir ; 

25 denn nach Exodus XII hat von den 12 Plagen, die den Pharao 
trafen , nur eine im IMonate Nisan stattgefunden , es war dies die 
Tötung der Erstgeborenen. Die Plage des Hagels, die siebente der 
vorbereitenden Plagen, auf welche eben Exod. IX. 31 Bezug hat. 
war gewiß nicht im Monat Nisan, also gewiß nicht in dem Monate. 

30 der mit n"i:3Nri "tJin bezeichnet ist. Und wenn wir der Tradition 
Eechnung tragen, derzufolge die Plagen mit 1. Ab begannen und 
in monatlichen Intervallen auf einander folsrten ^) . dann fiel die 
Siebente Plage auf 1. Sebat, d. i. mit Rücksicht auf das Jahr des 
Exodus (1335 v. Chr.'^)) den 13. Januar d. J. 1335 v. Chr. Es 

35 besteht sonach zwischen dem n-^riN in Exod. IX, 31 iind dem ra~n 
S-risr; keinerlei Zusammenhancr. Der Chodes-Haabib ist einfach der 
„Monat A b 1 b " und ist , wie wir eben sahen , ägyptischen 
Ursprungs, denn es ist dies der Monat Epiphi der Ägypter und 
zwar der Epiphi des mit der Ernte beginnenden Naturjahres. Be- 

40 merkt mag noch sein , daß die Araber noch heute , wenn sie die 
.hihär el-keht „Monate der Ägypter" nennen, statt des „Epiphi" sich 
des Namens „ A b T b " bedienen. 



1) 1. Ab: Blut; l.Elul: Frösche-, 1 . Tisri : Ungeziefer ; 1. Clie^van : Wilde 
Tiere; 1. Kislov: Viehseuche; 1. Tebet: Geschwüre; 1. Sebat: Hagel; 1. Adar; 
Heusclireckon; 1. Nisan: Finsternis. 

2) The Exodus, Transact. of tho Key. As. Soc. 1901. — über die in der 
Bibel erwähnte ägypt. Finsternis Sitzungsber. d. Akad. Wien 1885. 



Mahler, Der Sabbat. 71 

Wir sehen aber auch den fremden Ursprung der jüdischen 
Feste, denn das -i^:j:pr! 5n, das „Erntefest" der Bibel, welches hier 
auch als z^lisnr; yn „Fest der Erstlingsfrüchte" bezeichnet wird, 
ist kein anderes, als das Neujahrsfest des Naturjahres der Ägypter, 



Anknüpfend an das bis nun Vorgetragene findet auch eine 5 
andere Frage, die erst vor Kurzem von Prof. Charlier, Astronomen 
zu Lund, aufgeworfen wurde ^), ihre Erledigung. 

Charlier will in dem Versöhnungsfeste, das Israel am 10, Tage 
des 7. Monats feiert, das Herbstäquinoktialfest erblicken. 
Der Gedankengang, von dem sich Ch. leiten läßt, ist vor allem der, lo 
daß bei Israel in der altern Zeit, und zwar in der vorexilischen 
Zeit, ein Sonnenjahr die Grundlage der Zeitrechnung bildete. Einen 
Beweis dafür erblickt er darin, daß die Priesterschrift, welche — 
weil in nachexilischer Zeit verfaßt — überall ihren chronologischen 
Angaben nach babylonischer Art das Lunisolarjahr zu Grunde legt, 15 
ihren Bericht über die Sintflut, die nach ihr ein Sonnenjahr von 
365 Tagen hindurch gedauert hat, so abfassen mußte, daß die Dauer 
der Sintflut sich vom 17. Tage des 2. Monats bis zum 27, Tage 
des 2. Monats des folgenden Jahres erstreckt habe. Dieses Sonnen - 
jähr der vorexilischen Zeit habe mit dem Tage des Frühlings- 20 
äquinoktiums seinen Anfang genommen, der 1. Nisan der vor- 
exilischen Jahre Israels sei sonach der Tag des Frühlingsäquinoktiums 
gewesen, Ist dies der Fall, dann müsse das Herbstäquinoktium, 
das 186 Tage nach dem Frühlingsäquinoktium eintritt, auf den 
10. Tisri fallen-); das Versöhnungsfest ist also das Herbstäquinoktial- 25 
fest Israels. 

Ist aber — so fra^e ich — die biblische Darstellung über 
die Dauer der Sintflut auch wirklich schon ein genügender Anhalts- 
punkt zur Aufstellung der These , daß in Israel in vorexilischer 
Zeit ein Sonnenjahr war und der lunisolare Charakter des Kalenders 30 
erst aus nachexilischer Zeit stamme? Ist nicht vielmehr in der 
ganzen Darstellung des priesterlichen Verfassers eine gewisse Absicht 
zu erkennen, eine Absicht, die freilich nicht — wie Ch. meint — 
in der Anwendung eines Sonnenjahres bei Israel in vorexilischer 
Zeit ihren Stützpunkt hat, sondern vielmehr darin sich bekundet, 3.'> 
daß der priesterliche Verfasser für die Sintflut, welche alles Lebende 
in der Natur und jedwede Vegetation vertilgte , die Dauer eines 



1) ZDMG. 


58, 38GtT. 










2) Vom 




Nisan 


bis 




Ijar 


= 30 Tage, 


n 




Ijar 


T 




Sivan 


= 29 „ 


Ti 




Sivan 


Jl 




Tammuz 


= 30 „ 


T1 




Tammuz 


T 




Ab 


= 29 „ 


Tt 




Ab 


TI 




Elul 


= 30 „ 


T 




Kliil 


r 




lisn 


= 29 „ 


■n 




lisn 


T 


10. 


Tisri 


= 9 . 



Zusammen 18G Tage. 



72 Mahler, Der Sabbat. 

„Natur Jahres" ansetzt, nach welcher Dauer die Natur wieder 
zu neuem Leben erwacht"? Hätte der priesterliche Verfasser sich 
wirklich von dem Gedanken leiten lassen, daß in der vorexilischen 
Zeit bei Israel ein reines Sonnenjahr und nicht wie in seiner Zeit 
5 ein von den Bab^'loniern ererbtes Lunisolarjahr war, dann hätte er 
dies nicht nur in dem Sintflutberichte, dem gewiß eine echt baby- 
lonische Überlieferung zugrunde liegt, zum Ausdrucke gebracht, 
sondern auch in anderen chronologischen Angaben , die das vor- 
exilische Israel betreffen. Auch ist es merkwürdig, daß Charlier 

10 einerseits die moderne Bibelkritik anerkennt und den Sintflutbericht 
bezüglich der 365tägigen Dauer der spätem Priesterschrift zu- 
eignet, anderseits aber ganz außer Acht läßt, daß ein älterer Ver- 
fasser, der Jahvist, nicht von 365 Tagen, sondern bloß von 40 Tagen 
unaufhörlichen Regens und weiteren 3 X 7 = 21 Tagen für Aus- 

15 Sendung der Vögel, zusammen also von nur 61 Tagen der Dauer 
der Flut zu berichten weiß. Schon dieser Umstand, daß der ältere 
Bibelredaktor, der Jahvist, nur 61 Tage für die Dauer der Sint- 
flut gibt, die spätere Priesterschi-ift aber 365 Tage, hätte Ch. über- 
zeugen können , daß den priesterlichen Verfasser keine andere Ab- 

20 sieht leitete , als die . dem Verlaufe der Sintflut die Dauer eines 
„Natur j ahres" zu geben, nicht aber etwa der Umstand, daß bei 
Israel in vorexilischer Zeit der Kalender auf einem reinen Sonuen- 
jahre aufgebaut gewesen. Es ist aber auch merkwürdig , daß Gh., 
der die Priesterschrift als ein späteres Redaktionswerk anerkennt, 

25 nicht berücksichtigt, daß gerade der Versöhnunsstag der neueren 
Bibelkritik zufolge erst eine Schöpfung der nach exilischen Zeit ist. 
Aber auch sonst läßt sich die Haltlosigkeit der Ch.'schen Hypothese 
erkennen , da gerade die Bibel , welche Ch. zur Unterlage seiner 
Untersuchungen nimmt, das Succothfest, nicht aber das Versöhnungs- 
so fest mit der Herbstgleiche in Verbindung brins^t. Succoth ist das 
nrrr; rc-pn ri-CNn ;n (Exod. XXXIV, 22), und diese Bibelstelle 
ist nicht das Werk eines nachexilischen Priesters , sondern das des 
vorexilischen Jahvisten. Und dieser vorexilische Bibelredakteur 
nennt das Succothfest das „Fest der Einsammlung (der Feldfrüchte), 

35 zur Zeit der Jahresthekuphah" (also zur Zeit des „Herbstpunktes''). 
Auch das „Bundesbuch", welches anerkanntermaßen zu den ältesten 
Teilen des Pentateuchs gehört und sonach gewiß aus vorexilischer 
Zeit stammt, nennt das Succothfest (Exod. XXHI, 16): q-^D^r; 5n 
r^:\rr! pnüs, also: „Fest der Einsammlung, am Ausgange des Jahres"; 

40 es ist also das „Succothfest", nicht aber das Versöhn ungsfest" 
die Zeit, welche nach biblischer Quelle mit dem tropischen Sonnen - 
Jahre oder dem Aus- und Eingange eines sogenannten „Naturjahres" 
verknüpft ist. Daraus folgt aber bei weitem nicht, daß das vor- 
exilische Jahr der Israeliten ein festes Sonnenjahr war, sondern nur 
»5 die Tatsache, daß, wiewohl die Monate im Kalender Israels nach 
dem Laufe des ]\Jondes bestimmt wurden, die Jahresläns:e von dem 
Laufe der Sonne abhängig war. Das Ivalenderjahr Israels war 



Mahler, Der Sabbat. 73 

sonach schon in vorexilischer Zeit ein L unisolar jähr. Es war 
dies eine Jahrform , welche schon seit den ältesten Zeiten in ganz 
Westasieu in Brauch war, wenngleich die Methoden, nach denen in 
jener grauen Urzeit der Sonnen- und Mondlauf miteinander aus- 
geglichen wurden, uns noch nicht völlig bekannt sind. Die Israeliten 5 
hatten diese Jahrform noch in der Urzeit ihrer Geschichte kennen 
gelernt und sie daher gekannt, noch ehe sie nach Ägypten kamen, 
um sich hier niederzulassen. Aber auch hier in Ägypten war das 
Lunisolarjahr trotz des bürgerlichen Sonnenkaleuders wenigstens 
im Tempeldienst in Anwendung, denn der Berechnung der Monats- lo 
einkünfte der Priester und gewisser Tempelabgaben lag der Mond- 
kalender, besser: das Lunisolarjahr, zugrunde. 

Es liegt also gar kein Grund vor anzunehmen, daß das Kalender- 
jahr Israels jemals ein anderes war als ein Lunisolarjahr. Gesetzt 
aber den Fall, es wäre in vorexilischer Zeit wirklich das Sonnen- i5 
jähr in Anwendung gewesen und sonach der 1. Nisan, der Neujahrs- 
tag dieses Sonnenjahres, stets auf den Tag des Frühlingspunktes 
gefallen, dann ist es wieder unbegreiflich, wieso das Herbstäquinoktium 
auf den 10. Tag des 7. Monates zu liegen kommt. Im Lunisolarjahre 
sind die Monate Mondmonate und haben daher abwechselnd 29 und 20 
30 Tage, 6 Monaten entsprechen somit (3 X 29) + (3 X 30) = 
87 -|- 90 = 177 Tage; fügt man daher noch 9 Tage dazu, so hat 
man 186 Tage und gelangt dadurch zum 10. Tage des 7. Monats. 
Wenn aber das Jahr ein reines Sonnenjahr ist, dann sind die 
Monate nicht mehr Mondmonate, also auch nicht abwechselnd 29- 25 
und 30-tägig, sondern entweder durchschnittlich 30-tägig mit Hinzu- 
fügung von fünf Ergänzungstagen wie bei den Ägyptern, oder ab- 
wechselnd 30- und 31-tägig wie im julianisch - gregorianischen 
Kalender. In keinem dieser Fälle fällt dann der vom 1. Nisan an 
gezählte 186. Tag auf den 10. Tag des 7. Monates. Aber auch so 
für den lunisolaren Kalender klappt die Eechnung nicht ganz, denn 
im Lunisolarjahre kann es wohl vorkommen, daß der 1. Nisan 
auf den Frühlingspunkt fällt, aber im allgemeinen ist dies nicht 
der Fall, denn im lunisolaren Kalender hat das Jahr 354 oder 
384 Tage und somit ist es einfach unmöglich, daß der 1. Nisan, 35 
der Neujahrstag des Jahres, immer auf dem Frühlingspunkt zu 
liegen komme. Hören wir aber weiter, was Charlier zur Be- 
gründung seiner These vorbringt. Ch. meint, daß der Tempel 
deshalb von Ost nach West, mit dem Eingange gegen Osten, orientiert 
war, damit die Strahlen der aufgehenden Sonne, das 10 
Symbol der Herrlichkeit J a h v e ' s , an den Tagen der 
Äquinoktien längs der Tempelachse fallen können, imd sagt dann: 
„Wenn in der Bibel von einer Offenbarung der , Herrlichkeit Jahve's" 
vor dem Volke die Rede ist, so ist es immer am Versöhnunsjstaije". 
Er begründet dies mit den Bibelworten, die anläßlich ,der Ein- 4.-) 
führung Aaron's in sein Priesteramt, die am Versöhnunofstacre statt- 
fand", angeführt werden. 



74 Mahler, Der Sahbat. 

Woher hat aber Ch. diese Daten, daß Aaron ,am Versöhnungs- 
tage" in sein Amt eingeführt wurde? Den Bibelworten ist dies 
nicht zu entnehmen; weder in Exodus XXVIII — XXIX noch in 
Levit. IX, auf welch letztere Stelle Ch. sich beruft, ist so etwas 

5 zu lesen. In den erwähnten Kapiteln des II. Buches Mosis sind 
die Bestimmungen über die priesterliche Kleidung und die Vor- 
schriften über die Einweihung der Priester und des Altars enthalten. 
Nirgends ist hier auch nur der geringste Anhaltspunkt dafür zu 
finden, daß die Einführung Aaron's und seiner Söhne in das Priester- 

10 amt am Versöhnungstage stattfinden solle oder stattgefunden habe. 
Und auch dem Buche Leviticus (Kap. VIII — X) ist dergleichen 
nicht zu entnehmen. Im VIII. Kapitel wird uns erzählt, wie Moses 
seinen Bruder Aaron und dessen Söhne gemäß den ihm von Jahve zu- 
teil gewordenen Befehlen zu Priestern weihte und wie er die anläßlich 

15 dieser Feier von Jahve anberaumten Opferzeremonien vollführte. 
Sieben Tage dauerte die Einsetzungsfeierlichkeit, am achten Tage 
traten Aaron und seine Söhne den Dienst an. «Und am achten 
Tase — so lesen wir im Buche Leviticus IX i) — da rief Mose 
,den Aai'on und seine Söhne und die Ältesten Israels und sprach 

20 ,zu Aaron: Nimm dir ein männliches Kalb zum Sündopfer und 
„einen Widder zum Brandbpfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor 
, Jahve dar. Und zu den Kindern Israel rede also: Nehmet einen 
„zottigen Ziegenbock zum Sündopfer, und ein Kalb und ein Lamm, 
, beide einjährig und fehlerlos, zum Brandopfer und ein Rind und 

25 „einen Widder zu einem Friedmahlopfer, sie zu schlachten vor 
„Jahve, und ein Speisopfer, welches mit Öl gemengt; denn heut 
„erscheint euch Jahve. Da brachten sie das, was Mose verlangt 
«hatte, vor das Olfenbarun^szelt und die ganze Gemeinde trat hinzu 
„und stellte sich vor Jahve. Und Mose sprach: Dies ist es, was 

30 „Jahve zu tun geboten hat: tut es, so wird die Herrlichkeit Jahve's 
„euch erscheinen. Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar 
„und verrichte dein Sündopfer und dein Brandopfer und schaÖe 
„Sühnung für dich und das Volk und verrichte das Opfer des Volkes 
„und schaffe Sühnung für sie, wie Jahve geboten. Da trat Aaron 

85 „zum Altar und schlachtete das Sündopferkalb, das für ihn. Und 
„die Söhne Aaron's brachten ihm das Blut, und er tauchte seinen 
„Finger in das Blut und tat es an die Hörner des Altars, aber 
„das übrige Blut goß er an den Grund des Altars. Und das Fett 
..und die Nieren und die Fettanhäufung von der Leber von dem 

40 „Sündopfer ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie Jahve 
„dem Mose geboten hatte; aber das Fleisch und das Fell verbrannte 
„er mit Feuer außerhalb des Lagers. Und er schlachtete das 
„Brandopfer, und die Söhne Aaron's reichten ihm das Blut und er 
„schwenkte es an den Altar rini^rsum. Und sie reichten ihm das 



1) Wir folgen hier der Übersetzung von Strack's „Kurzgef. Kommentar" 
1, 313, denn diese nnhm auch Prof. Charlier zur Grundlage seiner Untersuchung. 



MaJiler, Der Sabbat. 75 

„Brandopfer nach seinen Stücken samt dem Kopf und er ließ es 
„auf dem Altar in Rauch aufgehen und er wusch die Eingeweide 
„und die Beine und ließ sie auf dem (übrigen) Brandopfer auf 
„dem Altar in Rauch aufgehen. Und er brachte das Opfer des 
„Volkes dar. Er nahm nämlich den Sündopferbock, der für das & 
„Volk war, und schlachtete ihn und brachte ihn als Sündopfer dar 
„wie das erste. Und er brachte das Brandopfer dar und bereitete 
„es nach dem Recht und er brachte das Speisopfer dar und füllte 
„seine. Hand von ihm und ließ das auf dem Altar in Rauch auf- 
„ gehen, außer dem Morgenbrandopfer. Und er schlachtete das Rind lo 
„und den Widder als das Friedmahlopfer, welches für das Volk 
„war und die Söhne Aaron's reichten ihm das Blut und er schwenkte 
„es an den Altar ringsum und die Fettstücke von dem Rinde und 
„von dem Widder den Fettschwanz und das Bedeckende und die 
„Nieren und die Fettanhäufung der Leber. Und sie legten die i5 
„Fettstücke auf die Bruststücke und er ließ die Fettstücke auf dem 
„Altar in Rauch aufgehen. Die Bruststücke aber und die rechte 
„Keule schwang Aaron mit einer Schwingung vor Jahve. wie Mose 
„geboten hatte. Und Aaron erhob seine Hände zum Volke hin 
„und segnete sie und stieg herab, nachdem er das Sündopfer und 20 
„das Brandopfer und das Friedmahl opfer verrichtet hatte. Und 
„Mose und Aaron gingen in das Offenbarungszelt und als sie heraus- 
„ traten, segneten sie das Volk: Da erschien die Herrlichkeit Jahve's 
„dem ganzen Volke und Feuer ging von Jahve aus und verzehrte 
„auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke. Und das ganze 20 
„Volk sah es; da jauchzten sie und fielen auf ihre Angesichter". 
Nun finden wir hier allerdings zwei „Sündopfer" erwähnt, die 
Aaron darbringen mußte, um durch das eine (ein Sündopferkalb = 
nN:jnn b:«^) Sühnung zu schaffen für sich, durch das andere (ein 
Sündopferbock = rN:::nr: i''y^) Sühnung zu schaffen für das Volk, ao 
Es erinnert dies allerdings an die Sühnopfer, die (siehe Levit. XVI) 
am Versöhnungstage dargebracht werden sollen. Da opferte Aaron 
einen Sündopferfarren (nK:;nn -\t) für sich und einen Sündopfer- 
bock (ri<::nr! -i^yu:) für das Volk. Aber abgesehen davon, daß 
hier beim Amtsantritte die Opferzeremonien andere waren als die Ȋ 
für den Versöhnungstag vorgeschriebenen, erkennt man auch aus 
der weitern Darstellung, daß der Tag des Amtsantrittes Aaron's 
nicht der Versöhnungstag war (ganz zu schweigen davon , da^.^ der 
Versöhnungstag überhaupt eine spätere Institution ist). Denn die- 
selbe Quelle, der wir den Bericht über die Einsetzungsfeierlichkeit w 
entnehmen, schildert weiter (Kap. X) das Vergehen, dessen sich 
Nadab und Abihu, die Söhne Aaron's, an diesem Tage schuldicr 
machten, ihre Strafe und dann den Vorwurf ]\Iosis, warum der 
Sündopferbock verbrannt und nicht an heiliger Stätte ofesressen 
wurde. „Warum habt ihr das Sündopfer nicht an heiliger Stätte 45 
gegessen? Denn es war hochheilig und Er (Jahve) hatte es euch 
gegeben, um die Sünde der Gemeinde wegzunehmen und für sie 



76 Mahler, Der Sahbat. 

vor Jahve Versöhnung zu schaffen". Weder von dem SündojDfer- 
farren noch von dem Sündopferbock, die am Versöhnungstage dar- 
gebracht werden mußten, durfte etwas gegessen werden. Da wurde 
alles verbrannt (siehe Levit. XVI, 27), denn am Versöhnungs- 
5 tage „sollt ihr euren Leib kasteien". Der Tag, an dem Aaron 
nach Ablauf einer siebentägigen Einsetzungsfeierlichkeit sein Amt 
antrat, war also nicht der Versöhnungstag. Es war der Tag seines 
Amtsantrittes und als solcher mit einer besondern Feierlichkeit 
verbunden. Und da das Amt des Priesters in der Ausübung gott- 

10 gefälliger Opferzei'eraonien bestand, gingen diese mit einem besondern 
Pomp vonstatten, waren aber im Grunde wenig verschieden von 
denen, die Moses anläßlich der Einsetzungsfeierlichkeit vollführte, 
und endisten mit einem Segen an das Volk, ähnlich wie dies auch 
heute noch zu geschehen pflegt, wenn ein Kirchenfürst sein Amt 

15 antritt. Die Aufgabe Aaron's war von nun ab, für Israel durch 
Opfer Sühnung zu schaffen. Er konnte diesen Beruf kaum würde- 
voller antreten, als indem er für das ganze Volk allgemeine Sühnung 
schafl'te. Mit dem Versöhnungstage aber hatte dies nichts zu 
schaffen ; dieser wurde vielmehr — selbst der Bibel zufolge — 

20 erst nach dem Tode Nadab's und Abihu's angeordnet (Levit. XVI). 

Übrigens gibt uns die biblische Schrift einen genügenden 

Anhaltspunkt, um das Datum der Priesterweihe Aaron's und seiner 

Söhne finden zu können. Im 2. Buche Mosis, Kap. XL lesen wir 

folgenden Befehl Jahve's an Moses: „Am 1. Tage des 1. Monats 

25 sollst Du aufrichten das Jh'skan 'ohel md'ed'^ . Es folgen dann 
die Anordnungen über die Aufstellung der inneren Einrichtunofs- 
stücke und Einweihung derselben und endlich sollte noch an diesem 
Tage die Salbung Aaron's und seiner Söhne zu Priestern erfolg-en, 
also die mit dem Amtsantritte verbundene Einsetzungsfeierlichkeit 

30 beginnen. Wir lesen hier: „laß Aaron und seine Söhne zum Ein- 
crang des Offenbarungszeltes herantreten und wasche sie mit Wasser. 
Laß Aaron die heiligen Kleider anlegen und salbe ihn und 
heilige ihn, daß er mir als l'riester diene. Und seine 
Söhne sollst du herantreten und sie Unterkleider anziehen lassen 

35 und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, daß sie 
mir als Priester dienen". Des Weiteren wird erzählt : „im 
1. Monate im 2. Jahre (nach dem Auszuge Israels aus Ägypten), am 
ersten Tage des Monats wurde das 2Iiskan aufgerichtet" und Mose 
tat alles so, wie Jahve es ihm geboten hatte. ,Und die Wolke 

40 bedeckte das Offenbarungszelt und die Herrlichkeit Jahve's erfüllte 
die Wohnung. Und Mose vermochte nicht in das Offenbarungszelt 
zu kommen, denn die Wolke lagerte darauf und die Herrlichkeit 
Jahve's erfüllte die Wohnung". 

Hieraus sieht man deutlich, daß die Einsetzung Aaron's und 

ir) seiner Söhne nicht am 10. Tage des 7. ]\Ionats, also nicht am 
, Versöhnungstage " statthatte, sondern am 1. Nisan, dem 1. Tage 
des 1. Monats. Merkwürdigerweise cfibt Ch. selbst zu, daß die bei 



Mahler, Der Sabbat. 11 

der Aufrichtung und Einweihunsf des Heilioftums in der Wüste 
stattgehabte „Offenbarung der Herrlichkeit Jahve's" gemäß der 
biblischen Erzählung (Exod. XL) „im ersten Monate im 2. Jahre, 
am ersten des Monats , also beim Frühlingsäquinoktium und nicht 
am Yersöhnuugstag" erfolgte; es ist daher um so unbegreiflicher, s 
wie er die Einsetzung Aaron's in sein Amt, die sowohl in Exod. XL 
als auch in Levit. IX als mit jener Offenbarung der Herrlichkeit 
Jahve's in Verbindung stehend geschildert wird, auf den Versöhnungs- 
tag setzen kann. 

Auch die Einweihung des salomonischen Tempels geschah lo 
nicht — wie Ch. meint — am Vei'söhnungstage , sondei"n (siehe 
Könige A, YHI, 2 und ebenda VHI, 65, sowie Chronik B, Y — Yü) 
an dem mit dem Yollmondstage des 7. Monats beginnenden Feste. 
Denn wir lesen hier: „es versammelten sich zum Könige Salomo 
alle Männer Israels im Monate Etanim am Feste (3n2), das ist der i5 
7. Monat". Den Namen 5n führten aber — wie dies bereits oben 
erörtert Avurde — nur 3 Feste: Passah, Sabu'oth und Succoth. 
Das 5n des 7. Monats war also Succoth. 

Wenn nun Prof. Charlier das Erscheinen der Herrlichkeit Jahve's 
auf die aufgehenden Sonnenstrahlen zur Zeit des Äquinoktiums 20 
bezieht, so mag darin eben eine weitere Bestätigung für unsere 
These liegen, derzufolge das Succothfest der Isi-aeliten ebenso wie 
das Passah derselben nicht nur um die Zeit des Yollmondes, sondern 
auch zur Zeit der Äquinoktien statthatte, beide somit Feste astraler 
und zwar lunisolarer Art waren. 25 

Charlier beruft sich ferner auch auf Ezechiel XLIII; hier ist 
zu lesen : 

„Da führte er mich zum Tore, dem Tore, das in der Richtung 
„nach Osten schaut. Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes 
„Israel kam des Weges von Osten daher! Und ihr Schall war so 
„gleich dem Schall mächtiger Wasser und die Erde leuchtete von 
„seiner Herrlichkeit .... Da fiel ich auf mein Angesicht. Und 
„die Herrlichkeit Jahve's zog in das Haus ein auf dem Wege des 
„Tores, das in der Richtung nach Osten schaut. Da hob mich der 
„Geist empor und brachte mich nach dem inneren Yorhofe und 35 
„siehe, es erfüllte die Herrlichkeit Jahve's das Haus." 

„Wer kann bezweifeln", — ruft Ch. — „daß man hier vor 
einer Schilderung eines äquinoktialen Sonnenaufgangs steht, der in 
direkten Zusammenhang mit der Offenbarung Jahve's im Tempel 
gesetzt wird!" 40 

Jawohl, von einer Offenbarung Jahve's ist hier die Rede und 
diese hat, insofern der Jahvekultus Israels mit dem des ägyptischen 
Aten verschmolzen ist, auf einen äquinoktialen Sonnenaufgang 
Bezug. Dieser äquinoktiale Aufgang der Sonne fiel aber nicht, wie 
Ch. meint, auf den Yersöhnungstag, sondern in die Zeit des anläßlich 4.> 
der -rcn riEipn mit dem Yollmondstage beginnenden Suocothfestos, 



73 Makler, Der Sabbat. 

beziehungsweise in die Zeit des im n'^::Nn •^J'in gleichfalls mit dem 
Vollmondstage beginnenden Passahfestes. 

Allerdings wird die in Ezech. XLIII, 1 ff. angedeutete Vision 
des Propheten eingeleitet mit dem schon Kap. XL, 1 ff. angeführten 
ö und hier lesen wir: 

■Jüinb "nr^rrn nr^'r; CNin 
.-i-rr; rinsrt t:;n ^hn t::-:: n-r:;;' rz-xn 

Ximmt man r!:'c;ri M^N"! nicht als Neujahrstag, sondern als „Anfang 

10 des Jahres", so könnte man allerdings unter cnnb "iTiT" den 
10. Tag des Monats Tisri verstehen, jedoch nur unter der Voraus- 
setzung, daß damals bereits, sowie in der sj'ro-mazedonischen Periode 
und in den nachchristlichen Jahrhunderten, nicht Nisan sondern 
Tisri Jahresanfang war. Doch war damals noch nicht Tisri, sondern — - 

15 wie dies auch aus den früheren Kalenderangaben im Buche Ezechiel 
ersichtlich ist — Nisan als 1. Monat , Anfang des Jahres". Der 
10. Tas: des Monats ist also der 10. Nisan und nicht der 10. Tisri 
und somit auch nicht Jom-Kippur. Daß dem auch wirklich so ist, 
geht aus den in demselben Kapitel folgenden Auseinandersetzungen 

20 hei'vor, wo konform den Lehren im 2. Buche Mosis die Einweihung 
des Tempels sowie die Einführung der Priester in ihre Würde 
besprochen wird. Tatsächlich schließt sich diesem in einem der 
folgenden Kapitel (Kap. XLV) die Belehrung über das Passahfest an. 
Es ist hier also, wenn die zitierten Worte in Ezechiel XLIII, 1 ff. 

25 auf einen äquinoktialen Sonnenaufgang Bezug haben, das Frühlings- 
üquinoktium gemeint, das im I.Monate, im Monate Nisan, dem 
n'^zNr; "lUnn, in welchem das Passah gefeiert wird, stattfindet. 

Eine Frage, die noch der Erörterung harrt, ist die folgende: 
wenn ri:z'C = sabattu mit r au; „fertig sein" zusammenhängt und 

30 seiner Urbedeutung nach „Zyklus" oder „die volle Periode" be- 
zeichnet (vgl. diesbezüglich auch Hehn, p. 98, Z. 19 v. u.), woher 
kommt es, daß der 10. Tag des 7. Monates, der D'^-Esn DV als 
"rnuJ n::',:: (vgl. Levit. XXIII, 32) gefeiert werden soll? Am 
10. Tage des Moudmonats kann weder von einer neuen Phasen- 

35 bildung des Mondes die Rede sein, noch ist eine Siebenerperiode 
da zu Ende. Und dennoch soll dies ein ■praCJ rz'Ci sein? 

Wir haben gesehen, daß das Wort r^'i = mhattu seiner 
Urbedeutung nach „Zyklus" ist und der r2w"n üi^ = ümu sahattu 
den Tag bezeichnet, an dem der Zyklus abgelaufen, zu Ende ist. 

40 Ursprünglich war dies die Bezeichnung für den Vollmondstag, weil 
an diesem der Mond seinen Kreislauf beendet hat. Später wurde 
auch der Neumondstag, dann jeder Phasentag mit diesem Namen 
l)elegt, bis man endlich, in der Entwickelung der Zeitrechnung 
fortfahrend, von der Pliasenbildung des Mondes "anz abstrahierte 

45 und die Siebenzahl als Basis einer Zeitperiode, der Woche, nahm, 
dann wurde auch der letzte, also siebeute Tag dieser Zeitperiode 



MaMer, Der Sahbat. 79 

nSw3 genannt. Da galt aber bei den Babyloniern , von denen die 
Israeliten diese Begriffe (wie die Grundlagen ihrer Zeitrechnung 
überhaupt) übernommen haben, der ümu sabattu — wie dies auch 
Hehn (p. 112, Z. 2 v. u.) ganz richtig bemerkte — als Tag der 
.Versöhnuncf", und als solcher war er auch ein Um nuk libbi = 5 
„Tasr der Ruhe des Herzens". Es war also auch der n3"ä Israels, 

~ O T ~ 

insbesondere in nachexilischer Zeit, nicht nur ein Ruhetag, nicht 
zu tun ein Gewerbe, sondern ein "»unp uT^ „heiliger Tag", der ganz 
Gott geweiht sein sollte, an dem der Mensch, ein Ebenbild Gottes^), 
durch seelisches Insichkehren sich Gott nähern sollte: Di.'^ih r^ü-i'p'. lo 

^ T T T '7: 

n2p73 Tnrr »iJiTpb Sli* ruft der Prophet Jesaia (Kap. LYIII, 13). 
Hierzu bemerkt Hitzig-) in seinem Kommentar: „Diese Feier des 
Sabbats an sich reicht aber nicht hin; sie muß auch mit Freuden 
geschehen". Indem man das Gewerbe ruhen läßt und in sich kehrt, 
um eingedenk seines Berufes als Mensch sich Gott zu nähern, 15 
und nur Gott gefällige Werke verrichtet, sühnt man sich mit Jahve 
aus und der Sabbattag ist dann ein Tag des 5:i' und auch ein ci"^ 
r!ni:u, gleichwie der Sabattu der Babylonier ein um nuh libbi 
war. " Ist aber der Sabattu = nSD ein Tag der „Versöhnung", 
dann ist der zum ü'^IS^n CV eingesetzte 10. Tag des 7. Monats 20 
eo ipso ein •pns-j ra;^. 

Indem aber der Sabbat Israels als Tag der Sühne und der 
Reinigung der Versöhnung geweiht war, folgt noch keineswegs, 
daß er ein trüber Trauertag war, der, wie Jastrow meint, erst von den 
nachexilischen Priestern in einen Freudentag umgewandelt worden. 25 
Denn auch der ciSDn QT', der ein ■j^nsa n2'>D war, war trotz 
des Kasteiens kein trüber Trauertag. Im Talmud, Traktat Joma 70^ 
lesen wir: 

•v^npri 1^3 mb'yrn Nitv r;-i-\y nr^rn i^arjiNb ir^in:' n^r; ::"-i"'t 

„Einen Freudentag (p"^'^ = 3"il3 üt^ = ümu tabu) machte er seinen 30 
Freunden, da er (der Hohepriester) in Frieden das Heiligtum verließ". 
Und auch nur im Sinne eines m:: m"! = ümu tabu ist der 
Sabbat Israels ein Freudentag, keineswegs aber im Sinne eines 2'"^ 
"n'roin. Nirgends in der Bibel finden wir bezüglich des Sabbat 
einen Ausspruch ; mn"^ ■'leb nn':u5i , wie dies bei den andern Festen 35 
(vgl. z. B. Deut. XVI, 11) der Fall ist. Auch ein ähnlicher Aus- 
druck, wie: "^ann nn'J:"»Di (Deut. XVI, 14), wie wir ihn sonst be- 
züglich der D'^:in genannten Festtage in der Bibel finden, kommt 
in bezug auf n2*vD nirgends vor. Sabbat ist ein Freudentag als 
"mrio m*' im Sinne eines ü,m nuh libbi, weil man zufolge des 10 
Insichkehrens Herzensruhc und seelische Freude empfindet. 



1) Vgl. Genesis I, 27 : 

2) Der Prophet Jesaja. Heidelberg 1833. 



80 



Die Grundform des hebräischen Artikels. 

Von 
A. Uugnad. 

In seinen „Sprachwissenschaftlichen Untersuchungen zum Semi- 
tischen" (Leipzig 1907), S. 49^ verwirft -J. Barth die von mir 
in der Orient. Litt.-Ztg. 1907, S. 210 ff. gegebene Erklärung des 
hebräischen Artikels , den ich auf ein älteres *han zurückführte, 

5 ein Element, das sich im babylonischen Demonstrativadjektiv annu 
aus *han-niju wiederfindet. Diesem Protest hat sich auch Brockel- 
mann (Grundriß S. 317^) angeschlossen. Barth erklärt meine 
Behauptung — die Verkürzung des kä, das er und Brockelmann 
als Grundform annehmen, zu ha -\- Dagesch bleibe unerklärt — für 

10 „fälschlich", da ich das parallele T'rrMZ nicht beachte. Das Frage- 
pronomen des Hebräischen ist auch mir nicht unbekannt; indes 
sehe ich mich genötigt, aus dem von mir für den Artikel geltend 
cremachten Grunde Barth 's Erklärung des nT"n73 aus *mä-zä als 
ebenso falsch zurückzuweisen , wie seine Erklärung des Artikels 

15 aus ha. 

Auch habe ich niemals t^?3 aus niä entstanden erklärt , wozu 
ich bisher auch keine Veranlassung hatte ; vielmehr leite ich nT"r!73 
aus *man-zä ab; jede andere Erklärung^) widerspricht den hebrä- 
ischen Lautgesetzen. 

20 Die Ansetzung eines n im Fragepronomen bietet nun in der 

Tat nichts derartig auffälliges, daß man, um es zu eliminieren, neue 
Lautgesetze aufstellen muß. Wie Brockelmann (Grundriß S. 326 f.) 
ebenfalls anerkennt , muß man als Hauptgrundformen vii und mä 
ansetzen , die vielfach durch ein zugefügtes demonstratives n zu 

25 min und man erweitert wurden. Durch Verkürzung der langen 
Vokale in der nunmehr geschlossenen Silbe entstehen die Formen 
min und man^ die sich noch zahlreich belegen lassen. Eine ur- 
sprünglich schon beschränkte Bedeutung (so daß etwa mi nur 
persönlich, mä nur unpersönlich war) läßt sich nicht feststellen, da 

1) Ich bomorke , daß dio Erklärung der Verkürzung als durch schnellere 
Aussprache o. ä. bewirkt, keine Erklärung ist. Dann müßte man erst sichere 
Fülle naclnveison, in denen eine solche Verkürzung wirklich auf gedachten 
Grund zurückgeführt werden muß. 



Ungnad, Die Grundform des hebräischen Artikels. 81 

sowohl füi- die Formen mit /, als auch für die mit a beide Be- 
deutungen nachweisbar sind. 

Ein n für das unpersönliche Fragepronomen besitzt auch das 
Babylonische {minü) , Amharische (men)^ Äthiopische (ment). Daß 
dieses mm in anderen Dialekten (z. Beisp. im Syrisch-Arabischen 5 
und Ägyptisch- Arabischen) persönlich gebraucht wird, zeigt, daß 
die Bedeutungsverschiedenheit des i- und a-Stammes etwas Sekun- 
däres ist. Deswesfen ist es nicht wunderbar, wenn dem hebr. *mcm 
in anderen Sprachen ein man in persönlicher Bedeutung gegenüber- 
steht'). Ebensowenig wie man etwa bei '12 (Präp.) noch einen lo 
zweiten Stamm ohne n ansetzen kann, weil das n meist nicht mehr 
erscheint , kann man für tT': eine Form ohne n ansetzen , weil n 
nicht mehr erkenntlich ist'-). Alle Formen, in denen TT! proklitisch 
erscheint, erklären sich aber aufs beste, wenn man sie als ursprüng- 
liches *man erklärt. i5 

Daß man diese Erkläruno- bisher nicht beachtet hat. liegt wohl 
zum Teil an der Schreibuncr des "70 mit In. Diese ist eigentlich 
nur in Pausalformen berechtigt, drang aber auch in proklitische 
Foi'men"^) ein, da sie eine bequeme und willkommene Möglichkeit 
bot, dieses Fras:e-'J2 von anderen '3-Präformativen zu unterscheiden, io 

Demnach bietet das Fragewort -i: nicht das gerinorste Hindei-nis, 
den hebräischen Artikel aus *han herzuleiten , im Gegenteil : es 
fällt die einzige Stütze für die Ableitung des Artikels aus ha. Der 
Gleichklansf mit dem arabischen hä- in kädä u. a. ist also zufälliar 
und darf bei der Erklärung der Form nicht täuschen. Unser han 25 
ist selbstverständlich mit hd verwandt und dürfte ebenso auf dieses 
zurückgehen, wie 77iar} auf mä, d. h. an hä ist zunächst das demon- 
strative n getreten, worauf hän^) zu *han verkürzt wurde. Zwei 
Formen für dasselbe Pronomen demonstrativum im Semitischen an- 
zunehmen, bietet keine Schwierigkeiten: finden sich ja in denselben 30 
Dialekten oft zwei Formen nebeneinander, wie Barth (S. 52) selbst 
angibt. Auch arabisches al versieht ja die gleiche Funktion wie 
hebräisches M, ohne daß beide identisch sind. Leitet man hebr. n 
aus han ab, so erklären sich alle Formen aufs beste , während bei 
einer Ableitung aus hä Schwierigkeiten nicht zu vermeiden sind. 35 

Will man arab. hä mit hebr. n gleichsetzen, so muß man auf 
die Aufstellung fester Lautgesetze im Hebräischen überhaupt ver- 
zichten. Denn ein Grund, weshalb einerseits *kä-^amdra zu ~i7:i<"r;2^), 



1) Doch vgl. syr. mdn(ü) , das man wohl kaum erst aus *mäd^nä abzu- 
leiten braucht, ebensowenig wie hchi{d) aus häd^nd. 

2) Trotzdem wäre es denkbar, daß die hebräischen Formen md und inci 
bei trennendem Akzent auf md und m,i zurückgehen, wie Brockelmann an- 
nimmt. Das Nebeneinanderbestehen zweier Formen bietet keine Schwierigkeit. 
Indes könnten jene Formen auch auf Übertragung proklitischer Formen beruhen. 

3) Vgl. aber auch DpTTp u. a. 4) Zu syr. hdn{a) vgl. oben Anm. 1. 
5) Hier steht das proklitische kd im Inlaut. Im ursprünglich unbetonten 

Auslaut bleibt (( erhalten: kdkd aus *kd-kd (wörtlich „entsprechend so"). 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 6 



82 Ungnad, Die Grundform des hebräischen Artikels. 

andererseits aber *hä-^addmu zu ülUTi geworden sein sollte , ist 
nicht zu erkennen. Wo im Hebräischen im Inlaut em Qames einem 
ursemitischen ä entspricht, genügt es daher nicht zu erklären, daß 
hier einmal ä durch Qames wiedergegeben sei , sondern man muß 
5 sich bemühen , Gründe für die unregelmäßige Entsprechung zu 
suchen. So dürfte die Beibehaltung von Qames in nib^ = syr. 

J), f;\ auf Dissimilation beruhen : man wollte das unangenehme 

*golüt vermeiden ^). In anderen Fällen liegt Ausgleichung ver- 
schiedener Formen vor -) : so in Dp statt *qom nach qamtd für 
10 *qämtä; yi (assyr. dajänu) statt *dajj6nu nach dem Stat. constr. 
dajjan, der in geschlossener Silbe d zw. a verkürzte. 

Jedoch ist es hier nicht unsere Aufgabe zu beweisen , daß 
Abweichungen von den gewöhnlichen Lautcjesetzen im Hebräischen 
einen bestimmten Grund haben müssen. 



1) Vgl. Nblb für Huldl 

2) Ähnliche Ausgleichungen sind auch im Indogermanischen häufig und 
gelten in der Grammatik als anerkannte Faktoren; vgl. dor. ttcoc, Ttodog mit 
lat. ^5(^5, 2^6^is, beide aus ^:)0S, iiedös. 



83 



Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan 

im frühern Mittelalter. 

Von 
Ernst Leumauu. 

Zweiter Teil. 

Von der arischen Textsprache. 

Abschnitt I. Einblick in die Literatur. 

Im einleitenden Teil — Band 61 p. 648—658 — sind die Sprachen, 
von denen zu handeln ist, klassifiziert und numeriert worden. Es 5 
geziemt sich nun wohl, daß diese Kinder der Forschungr bestimmte 
Namen bekommen, wenn auch vielleicht die crecrenwärticr zulässigfe 

7 0000 

Benennungsweise später einer andern wird weichen müssen. Ver- 
suchsweise also heiße ich die Sprache II von jetzt an die arische, 
die Sprache I die unarische. Im einen wie im andern Falle 10 
würde es sich um eine indogermanische Sprache handeln; denn 
wenn sich die erstgenannte schon früher als eine solche bezeichnen 
ließ, so sollen vor kurzem Sieg und S i e g 1 i n g dazu gelangt sein, 
auch die zweitgenannte ans Indogermanische anzuschließen, ohne 
daß dabei aber eine nähere Verwandtschaft mit dem Arischen zu 15 
Tage getreten wäre '). Die beiden Arten der früher fixierten 
Sprache, bisher IIa und IIb geheißen, mögen in der Weise von- 
einander unterschieden werden, daß ich die eine, die in Texten 
begegnet (IIa), die Textsprache, die andere, die in Urkunden 
erscheint (IIb), die Urkundensprache nenne. Es ist also das 20 
Idiom IIa gemeint und zugleich diese Bezifferung verabschiedet, 
wenn der Titel des hier beginnenden Teiles meiner Untersuchung 
ankündigt, daß von der arischen Textsprache die Rede sein soll. 

Der Ausdruck „arische Textsprache" bedarf aber noch einer 
weitern Rechtfertigung. Wenn in den vorläufigen Bemerkungen, die 21 
ich der fraglichen Sprache a. a. 0. widmen konnte, das Vorhandensein 
indischer und persischer Lehnworte festgestellt und außerdem ein 
Deklinationsparadigma, dessen Endungen gleichmäßig ans Indische 
wie ans Iranische erinnerten, geboten wurde, so darf jetzt ausge- 



1) Vgl. den letzten Absatz in F. W. K. Miiller's neuester Veröffentlichung: 
Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1907 p. 958 — 9C0. 

C* 



84 Leumann, über die einheimischen Sijrachen von Ostturkestan. 

sprechen werden, daß ebensowenig wie die Lehuworte auch die 
Originalworte des Idioms eine direkte Zugehörigkeit desselben sei 
es zum iranischen, sei es zum indischen Zweig des indogermanischen 
Sprachstammes zulassen. Vielmehr haben wir eine Sprache vor uns, 
5 die kurzweg als a r i s c h zu bezeichnen ist ; das heißt sie stellt sich 
auf arischem Grunde als eine unabhängige Erscheinung neben die 
iranischen nnd indischen Idiome und erweitert gleichsam deren 
zweistimmigen Chorus durch eine dritte Stimme von selbständiger 
Führung. 

10 Da diese Auffassung über diejenige hinausgeht, die im frühern 

Aufsatz angedeutet wurde, so wird man fragen: welches sind die 
Hülfsmittel, die sie ermöglicht haben? 

Der Leser weiß bereits, daß die Deutung der drei bei Marc 
Aurel Stein photographierten Samghätasütra - Blätter Fortschritte 

15 erwarten ließ, weil zu den beiden chinesischen Übei-setzungen der 
bezüglichen Abschnitte nachträglich die tibetische Übersetzung der- 
selben hinzutrat. Indessen stellte sich heraus, daß diese weitere 
Übersetzung so wenig wie die beiden andern auf die gleiche Text- 
fassung zurückgehe, die dem Ostturkestanischen zugrunde liegt. 

20 Mindestens traten allerseits gewisse DitFerenzen zu Tage, wobei auf 
sich beruhen mag, wie viele davon auf die übersetzten Originale 
und wie viele auf die Willkür der verschiedenen Übersetzer ent- 
fallen mösren. Immerhin half das Tibetische an manchen Orten 
aus, wo das Chinesische gänzlich versagt hatte. 

25 "Weit wichtiger war es, daß sich im Oktober 1907 mein 

Forschungsmaterial beträchtlich vergrößerte: von Rußland und 
von England her wurden mir zahlreiche Fundstücke, über die 
bisher keine Kunde in die Öffentlichkeit gedrungen ist, zur Unter- 
suchung anvertraut; aus St. Petersburg sandte S alemann 21 ein- 

30 schlägise Blätter der PetrofFski- Sammlung, aus Oxford Hör nie 
einmal jene fünf Samghätasütra-Blätter der Stein'schen Sammlung, 
von denen bisher die Rede gewesen ist, und sodann aus einer 
Sammlung, die ich die Hörnle'sche nennen will, 12 ganz oder an- 
nähernd ganz erhaltene Blätter sowie etwa 130 verschieden große 

35 Stücke von Blättern aller Art. 

j^icht bloß waren nun die fünf aus zwei verschiedenen Samghäta- 
sütra -Handschriften stammenden Blätter, die, soweit sie Stein 
photographiert hatte, den Anstoß zur gegenwärtigen Untersuchung 
gegeben haben, zur Stelle; sondern es fanden sich in der Hörnle'schen 

40 Sammlung — sofort durch die mehrfach wiederkehrenden ?famen 
Sarvasüra und Samghätasütra kenntlich — fünf weitere 
Samghätasütra-Blätter, die einer dritten Handschrift ange- 
hören und die, was von besonderem Werte ist, im Gegensatz zu den 
fünf erstgenannten, welche alle vereinzelt sind, eine zusammen- 

45 hängende Reihe bilden. 

Die Petersburger Sendung bot zunächst auf fünf Blättern einen 
kurzen Text fast vollständig dar. Indem dieser zwei mehrzellige 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkeston, 85 

Mantra's enthält, vermochte Dr. Wat auab e , da Mantra-Partien, 
weil nicht übersetzbar, stets unverändert aus dem Sanskrit in die 
verschiedenen Übertragungen, also ebensowohl ins Chinesische und 
Tibetische wie ins Ostturkestanische, übergegangen sind^), zuerkennen, 
daß die Jilänölka - dhärani vorliege, und er hat mir dann, da 5 
auch diese Schrift, wie das Samghätasütra, im Sanskrit verloren ist, 
die beiden chinesischen Übersetzungen derselben ebenso hülfsbereit 
auf deutsch in die Feder diktiert wie schon zuvor die den ver- 
schiedenen Samghätasütra-Blättex-n entsprechenden Abschnitte der 
beiden chinesischen Samghätasütra-Übertragungen. Da indessen zu 10 
Tage trat, daß bei der Jnänölka-dhärani, abgesehen von den Mantra's, 
die chinesischen Übersetzer noch mehr als beim Samghäta-sütra 
ihre eigrenen Wege gegangen sind, so ward ohne weiteres die Zurate- 
ziehunCT auch der tibetischen Übersetzung erforderlich, deren Studium 
mir im Verlauf während eines kurzen Aufenthalts in Paris durch 15 
die Verwaltung der Bibliotheque Nationale ermöglicht wurde. — 
Beigefüsft sei, daß mir nachträglich unter den Hörnle'schen Frasj- 
menten zwei Blatthälften zu Gesichte kamen, die ebenfalls einer 
Jnänölkadhärani-Handschrift angehören, und daß diese beiden Stücke, 
obschon sie nur Stellen enthalten, die auch im Petersburger Exemplar 20 
vorhanden sind, doch wegen gewisser Lesungen eine sorgfältige 
Beachtung verdienen. Sogar noch eine dritte Blatthälfte der 
Hörnle'schen Sammlung schien auf den gleichen Text zu führen, 
indem sie Stücke aus dem zweiten Mantra aufwies. Allein der 
Mantra ist da in einen abweichenden Zusammenhang eingebettet ; 25 
es handelt sich also um eine andere Dhärani, die mit der Jnänölka- 
dhärani deren zweiten Mantra gemeinsam hat. Welches diese andere 
Dhärani sei, hat sich bisher noch nicht feststellen lassen. 

Unter den Petersburger Blättern wurden mir noch wertvoller 
als die fünf genannten fünfzehn andere, auf denen Sanskritpartien 30 
abwechselten mit osttui-kestanischen. Da hier der linke Rand, der 
für die Paginierung bestimmt ist, großenteils abgebröckelt war und 
das rechte Ende der Zeilen sehr häufig fehlte, so bedurfte es zwar 
längerer Anstrengungen, ehe sich überhaupt die Blattfolge einiger- 
maßen sicherstellen ließ. Als ich dann aber ein Transcript, das 35 
die gesamten Sanskritpartien in ihrer mutmaßlichen Reihenfolge 
vereinigte, meinem gelehrten Berater aus Japan vorlegte, da war 
dieser im Stande, darin die mittleren Teile der ihm aus dem 
Chinesischen bekannten Adhy ar dha^a tikä Praj näp är ami tä 
zu erkennen. Es ist dies wiederum ein im Sanskrit verschollener 10 
Text, von dem nun aber weit mehr als die Hälfte auf Sanskrit 
und, wie es zunächst schien, gleichzeitig auf Osttui'kestanisch ans 
Licht trat. Was die ostturkestanischen Abschnitte anbelangt, so 



1) Auch unsere europäischen Übersetzer nehmen natürlich Mantra-Partien 
verhatim auf; man vorgleiche z. B. die Saddharniapunilarlka-Ubersetzungen von 
Burnouf und Kern. 



36 Leumann, Über die einheimischen Sjyrachen von Ostturkestan. 

wollten sie indessen bei näherem Zusehen weder zu den je vorher- 
gehenden noch zu den je folgenden Sanskritabschnitten stimmen. 
Es konnte sich also nicht um eine stückweise dem Original folgende 
oder vorangehende Übersetzung ins Ostturkestanische handeln. In 
5 der Verlegenheit bat ich Dr. Watanabe, mir probeweise eine chinesische 
Übersetzung der genannten Prajnäpäramitä — wir wählten diejenige 
Bodhiruci's — ungekürzt auf deutsch zu diktieren. Und da fanden 
sich denn fast genau an denselben Stellen, wo auf den Petersburger 
Blättern ostturkestanische Abschnitte eingelegt sind, entsprechende 
10 Einschübe, die jeweils eine Anpreisung des vorher beendigten 
Abschnittes enthalten und mit variierendem Detail immer wieder in 
der Hauptsache Folgendes besagen : 

Als der Herr diesen dharmaparyäya gepredigt hatte, da 
sagte er wieder zu Yajrapüni bodhisattva: o Vajrapäni, wenn 

15 man diesen Prajnäpäramitä-dharmaparyäj'a hört und 

im Gedächtnis behält, dann geht es einem gut. 
Eine weitere chinesische Fassung wies an denselben Orten 
ähnliche und außerdem an zahlreichen andern Orten entsprechende 
Einlagen auf. Und schließlich ergab sich bei einer Gesamtvergleichung 
20 aller vorhandenen Fassungen (diejenige des Kanjur habe ich erst 
zuletzt, an den bereits erwähnten Pariser Tagen, studieren können) 
folgende Sachlage : 

Die einfachste und ofienbar ursprünglichste Fassung der 
Adhyardhasatikä Prajiiäpäramitä enthält noch keine Anpreisungen 
25 der geschilderten Art. Diese Anpreisungen stehen auch in 

Widerspruch mit dem Titelwort adhyardhaiatikci „die andert- 
halbhundert Gran then messende"^); denn sie ei'höhen — seien 
ihrer nun viele oder wenige — den Umfang weit über 
150 Granthen hinaus. Das Original der genannten Fassung 
30 ist jetzt größtenteils zur Stelle in den Sanskritabschnitten 

unserer Petersburger Blätter. 

Alle chinesischen Übersetzer (Hiuenthsang um 660, 
Bodhiruci um 700, Vajrabodhi um 730, Amoghavajra 
um 750, Dänapäla um 1000) bieten Fassungen, die ent- 
35 weder bloß gewissen oder der Reihe nach allen Abschnitten 

Anpreisungen anhängen. Und zwar stimmen, was die 
Zahl und die Stelle solcher Einschübe betriö't , Bodhiruci, 
Amoghavajra und Dänapäla sehr nahe mit unserm aus Sanskrit 
und Ostturkestanisch bestehenden Gemisch überein, während 
40 dagegen Hiuenthsang und Vajrabodhi zusammen mit der 



1) Bei Nanjio steht im gleichen Sinne überiiU ,ardhasatik ä". Auch 
^lanu's Gesetzbuch sclieint an zwei Stellen (VIII 2G7 und 311) „ardhasata" für 
,150" zu bieten. Korrekt ist in unserm Fall zweifellos adhyardha-, nicht 
ardha-. Da im Kanjur die Sanskrittitel fast durchgängig irgendwie entstellt 
bind, so wird man sich nicht wundern, wenn adhjiardlui- daselbst — mindestens 
im Pariser Exemplar — als (idardha erscheint (Leon Feer p. 201 teilt bloß 
die tibetische Umschreibung des Titels mit). — Eine wirkliche ardhasatikä Pr° 
(also eine in 50 Granthen) liegt vor bei Feer p. 201 f. und bei Nanjio No. 879. 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 87 

tibetischen Übersetzung abseits stehen. Inhaltlich haben 
die Einschübe sowohl in den einzelnen chinesischen Über- 
setzungen wie im Tibetischen und im Ostturkestanischen je 
ihr besonderes Gepräge. Die ostturkestanische Formulierung 
zum Beispiel weicht dadurch von allen übrigen Formulierungen 5 
ab. daß sie jede Anpreisung einrahmt durch zwei Sätze, denen 
weder im Ciainesischen noch im Tibetischen etwas entspricht. 
Daß diese umrahmenden Sätze von dem jeweils dazwischen- 
stehenden Zusammenhang abzutrennen seien und nur dieser mit 
den chinesischen und tibetischen Anpreisungsstellen verglichen 10 
werden dürfe, wurde mir klar, als ich in einer guten Stunde 
gewisse Worte jener Sätze als Ordinalzahlen erkannte^). 
Zu erwähnen bleibt, daß in den verschiedenen Fassungen 
der Adhyardhasatikä Prajnäpäramitä außer den geschilderten 
Diiferenzen noch mehrere andere auftreten. Beispielsweise steht 15 
im Sanskrit hinter jedem Abschnitt eine mystische Silbe, die 
Hiuenthsang ignoriert, w'ährend die andern chinesischen Über- 
setzer ebenso wie auch der tibetische daraus jedesmal einen 
vollen Satz — die einen diesen, die andern jenen — gestalten, 
welcher, wenn eine Anpreisung vorhanden ist, erst hinter dieser 20 
angebracht wird (nur Amoghavajra fügt die letzten drei be- 
züglichen Sätze zusammen gleich unmittelbar hinter dem voran- 
gehenden entsprechenden Satze ein). Weiteres ist aus der um- 
stehend folgenden Konkordanz zu entnehmen , zu deren Er- 
möglichung ich die Abschnitte der einzelnen Fassungen — die 25 
tibetische konnte hier nicht mehr berücksichtigt werden — 
überall nach bestem Ermessen numeriert habe-). 
Schließlich hat sich herausgestellt, daß von der Hörnle'schen 
Sammlung her die besprochenen 15 Blätter zwei Ergänzungen 
erhalten: es sind dies zwei ganz gleich gestaltete, also vermutlich 30 
von unter sich benachbarten und denselben Schädigungen aus- 
gesetzt gewesenen Blättern übriworebliebene Bruchstücke, die je etwa 
den dritten Teil eines Blattes ausmachen und dabei die Blattanfänge 
mitenthalten. Bloß weil eine durch die Samghätasütra-Blätter 
gesicherte Silbenreihe vom letzten der 15 Petersburger Blätter auf 35 
das eine Hörnle'sche Fragment hinüberleitet, konnte der Zusammen- 
hang offenbar werden ; denn eine Sanskritstelle findet sich weder 
auf jenem Petersburger Blatte noch auf den beiden Bruchstücken, 
und die einzicf auf dem zweiten der beiden Fragmente erhaltene 
Paginierung ist geeignet, auf einen Irrweg zu führen. 40 



1) Diese Ordinalzahlen lauten (im Nominativ) : 

padauysye ^der erste" ipühye „der fünfte* Itcahaulasamye „der vierzehnte"' 

sye „der zweite" ksomye „der sechste" panijsüsamye „der fünfzehnte" 

didye „der dritte" haudamye „der siebente" ksasamye „der sechszehnte", 

tcüramye „der vierte" 1 

2) Bei der ostturkestanischen Fassung sind die auf die Sanskrit-Abschnitte- 
entfallenden Nummern in eckige Klammern gesetzt. 



88 Leumanii, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 



Vergleichende Inhaltsangabe zu sieben Fassungen der 
Adhyardhasatikä Praj näpäramitä. 



Inhalt oder 
Stichwort 


Sanskrit- 
Fassung 


Ostturk. 
Fassung 


Bodhir.'s 

Fassung 

N. 18 


Danap.'s 

Fassung 

N. 802 


.so« 

SS-: 


Vajrab.'s 
Fassung 
N. 1033 


Iliuentlis.'s 

Fassung 

N. Ij 


Einleitung 


Einleitung 


[1] 


1 


1 


1 


1 


1 


fbodhisattva-pada 


I 


[2] 


2 


2 


2 \ 


2 


2 


lAnpreisung; hüm 




3 


3 ! 


3 


3 


3 


3 


/"mahäbodhi 


11 


[4] 


4 


4 


4 


4 


4 


l Anpreisung; am 




5 


5 


5 


5 


5 


5 


faprapaiicatä 
lAnpreisung; hüm 


III 


[6] 


G 


6 


6 


6 


6 




7 


7 


7 


7 


7 


7 


/visuddhitä 


IV 


[8] 


8 


8 


8 


8 


8 


lAnpreisung; lirT 




9 


9 


9 


9 


9 


9 


/däna 


V 


[10] 


10 


10 


10 


10 


10 


'Anpreisung; träin 












11 


11 


(niudrä 


VI 


[11] 


11 


11 


11 


12 


12 


lAnpreisung; am 




12 


12 


12 


12 


13 


13 


(sünya &c. 


VII 


[13] 


13 


13 


13 


, 14 


14 


(Anpreisung; airi 












15 


15 


fpravesa 


VIII 


[14] 


14 


14 


14 


16 


16 


lAnpreisung; ram 












17 


17 


fpüjä 


IX 


[15] 


/15 


15 


15 


' (18 


18 


lAnpreisung; aum 


1 




ll6 






' ll9 


19 


Jkrodha 


X 


[16] 


17 


16 


16 


20 


20 


(Anpreisung; kah 












21 


21 


fsarvadharmatä 


i XI 


' [17] 


18 


17 


17 


1 22 


22 


lAnpreisung; hrT 




1 








23 


23 


(Samantabhadra 


1 XII 


[18] 


19 


18 


18 


24 


24 


lAnpreisung; tri 












25 


25 


bhyoxni, 










}- 






svämXIV häXV 














/ananta «S:c. 


XIII 


[19] 


20 


19 


20 


' 26 


26 


(Anpreisung; bhyo 




20 


21 


20 


21 


27 


27 




siddhi; sväin 


XIV 


[21] 


22 


21 


22 


, 28 


28 




5 Strophen; liä 


XV 


[22] 


23 


22 in Prosa 


23 


1 29 


29 in Prosa 




25 Mantra-liufe 
3 Mantra-Kufo 








23 




30 


30 




Anpreisung 




23 


24 


24 




31 


31 


Gesamtanpreisung 




24 


25 


25 


24 


i 32 


32 


(Schluß 


Schluß 


[25] 


26 


26 


25 


33 


33 




4 Strophen 










26 







Leumann, Über die einheimischen Sivachen von Ostturhestan. 39 

Unter den weniger umfänglichen Textresten, die mir entcrecren- 
traten, sei vor allem einer genannt, den die Hörnle'sche Sammlung 
lieferte. Von einem 16 zeiligen Blatte bot sie die rechte Hälfte, 
mit der sich nachträglich zwei kleine Stücke als Bestandteile der 
linken Hälfte in Zusammenhang bringen ließen. Bereits das Format 5 
der rechten Blatthälfte mit seinen 16 Zeilen hatte erkennen lassen, 
daß die Spur eines weitschichtig angelegten Werkes vorliege (denn 
im allsremeinen wählten die Schreiber das Format um so größer, 
je größer der Text war), es konnte also nicht überraschen, als das 
eine der beiden linken Blattstücke, indem es glücklicherweise die 1.0 
Pa^inierung in Sicht brachte, dabei die hohe Zahl 611 aufwies. 
Auf Grund einiger Sanskritworte ergab sich ferner als Inhalt der 
Zeilen 6 — 16 des Blattes eine Erörterung über die sechs ersten 
der 32 Merkmale Buddha's, wobei eine Reihenfolge vorausgesetzt 
wird, die eher mit dei'jenigen des Dharmasamgraha als mit der 15 
umgekehrt angeordneten der Mahävjutpatti übereinstimmt. Die 
Veranlassung dafür, warum solche Erörterungen nicht selten in der 
nordbuddhistischen Litei'atur angetroffen werden, liecrt in Folc^endem : 
Jinisten wie Buddhisten schreiben auf Grund der gemeinindischen 
Anschauung, daß ein großer Mann auch in seiner äußern Erscheinunsf 20 
bedeutende Merkmale zeige, dem Stifter ihrer Religion eine gewisse 
Summe von Merkmalen zu^). Nur die Buddhisten sind aber, ent- 
sprechend ihrer Neigung, sich in Phantasien über die Vorgeburteu 
ihres Stifters zu ergehen, darauf verfallen, seine Merkmale je als 
Nachwirkungen besonderer Verdienste, die er sich in jenen Vor- 25 
geburten erworben habe, aufzufassen. Natürlich stimmen bei dieser 
moralischen Herleitung der Merkmale die verschiedenen Autoritäten 
vielfach nicht miteinander überein. Indem nun unser Blatt bei 
der Behandlung des zweiten Merkmals den Genitiv mürüpyataräim, 
der vom erstuntersuchten Samgrhätasüti'a - Blatte aus mit skt. 30 
matäintroli gleichgestellt werden kann, aufwies, zeigte es sich, daß 
hier offenbar jenes Merkmal darauf zurückgeführt wurde, daß Buddha 
in frühern Daseinsformen Vater und Mutter geehrt habe. Und 
hiedurch wie noch durch ein paar weitere Indizien solcher Art 
ward es möglich, unter mehreren Stellen ähnlichen Inhaltes, die 35 
meinem freundlichen Helfer beim Nachforschen im Chinesischen 
unter die Augen kamen, die vielleicht genau entsiJrechende zu be- 
stimmen. Aber nicht nur das. Da es die B d h i s a 1 1 v a b h ü m i 
ist, auf die man geführt wurde, also ein Werk, dessen Sanskrit- 
Original in einem Unicum von Cambridge vorliegt, so konnte auch 40 
der dem Blatte möglicherweise zugrunde liegende Sanskrit-Zusammen- 
hang zur Stelle geschaö't werden ; es ging dies umso leichter, weil 
vor einigen Jahren Dr. Wogihara (worüber auf Band 58 dieser 



1) Die jinistischen findet mau geschildert in Aupapätika-sütra § 16; von 
den buddhistisclien, deren Zahl immer auf 32 angegeben wird, gibt es zahlreiche 
Aufzählungen. 



90 Leumann, über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 

Zeitschrift p. 451 — 45-4 verwiesen sei) von dem genannten Unicum 
ein Transkript in zwei Exemplaren angefertigt hat, deren eines an 
Bendali und weiterhin an de la Vallee Poussin überging (vgl. hiezu 
Museon N. S. vol. VI p. 39). 
5 Wenn ich die drei in Rede stehenden Fragmente einstweilen 

nur mit geringem Vertrauen der Bodhisattvabhümi zuweise, so hängt 
dies an zwei Schwierigkeiten. Erstens bleibt noch zu untersuchen, 
ob auch die Zeilen 1 — 5 mit dem Sanskrit in Einklang stehen; 
zur Zeit bemerke ich noch keine Übereinstimmung, kann aber auch 

10 die Möglichkeit einer solchen nicht unbedingt ablehnen. Zweitens 
ist die Bodhisattvabhümi trotz ihres beträchtlichen Umfangs nicht 
so gi'oß, um im Ostturkestanischen mehr als etwa 350 Blätter von 
der gegebenen Art zu füllen. Diese zweite Schwierigkeit würde 
aber für sich allein Niemanden beunruhigen müssen. Denn die 

15 Bodhisattvabhümi, obschon selbständig vorkommend, bildet in Wahr- 
heit einen Bestandteil des großen yogäcä.rabhümi-sästra, und 
so mag man, wenn die von den 32 Merkmalen Buddba's handelnde 
Stelle auf einem 611. Blatte beginnt, annehmen, daß die bezügliche 
Handschrift zu einem Korpus gehört habe, das die Übersetzung 

20 jenes umfassenderen Werkes enthielt. Von Asaiiga stammend, hatte 
dasselbe einer bei Naniio verzeichneten Angabe zufolge im Oi'iginal 
einen Umfang von 40000 Granthen (zu 32 Silben), und ziemlich 
der gleiche Umfang ergibt sich für die ostturkestanische Über- 
setzung, wenn man ihn von unserm Blatte aus, das in vollständigem 

25 Zustande etwa 20 Granthen enthalten hat, berechnet unter Berück- 
sichtigung dessen, daß im Chinesischen das dem ganzen Blatte ent- 
sprechende Stück etwa den 2000 sten Teil des vollen Wei-kes aus- 
macht. Zwar kann nun auch in einer das Yogäcärabhümi-sä,stra 
umfassenden Kollektivhandschrift sowenig wie in einer die Bodhi- 

30 sattvabhümi herausgreifenden Teilhandschrift, wenn auf ein Blatt 
durchschnittlich 20 Granthen entfallen sollen, bei einer von Anfang 
an fortlaufenden Paginierung das 611. Blatt von Buddha's Merk- 
malen gehandelt haben; vielmehr würde erst etwa das 1000. Blatt 
bis zu diesem Inhalt vorgerückt sein. Allein es ist ohne weiteres 

35 klar, daß das handschriftliche Korpus, von dem wir reden, kaum 
eine einmalige Paginierung bis zu Ende durchgeführt hätte, sondern, 
wie das in Indien bei übergroßen Werken der Fall zu sein pflegte, 
in einige Teile zerfallen wäi'e, die je eine besondere Blattzählung 
gehabt haben würden. Eine solche Zerlegung zeigt sich auch bei 

40 der chinesischen Übersetzung : z. B. verteilt die Tokio- Ausgabe das 
Ganze auf fünf besonders paginierte Bände (XVIII 1 — 5). Und mit 
der tibetischen Übersetzung wird es ähnlich bestellt sein. All diese 
Zerlegungen in den Handschriften und Ausgaben waren auf eine 
gewisse Willkür angewiesen, da die Gliederung des Textes selbst 

45 nur nebenbei zum Maßstab genommen werden konnte : er besteht 
nämlich aus fünf t;anz ungleichen Teilen, deren erster reichlich die 
Hälfte ausmacht, während der dritte und vierte verschwindend klein 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von OstlurJcestan. 91 

sind.i) Am wahrscheinlichsten ist, daß im gedachten Korpus eine 
Handschrift I von zirka 400 Blättern soweit reichte wie der erste 



1) Obige Ausführungen ruhen großenteils auf einem Iudex zu den ge- 
nannten fünf Tokio-Bänden, den mir Dr. Watanabe freundlichst diktiert hat. 
Dieser Index dürfte zur weitern Verdeutlichung der Sachlage dem Leser nicht 
unerwünscht sein, weshalb ich ihn hier folgen lasse. Man ersieht aus demselben, wie 
Asaüga als großer Systematiker die ganze Dogmatik vom Gesichtspunkte der geist- 
lichen Abgestuftheit aus behandelt. Er unterscheidet dabei 17 Stufen {bhümi's) vom 
bloßen rijnäna an bis zu dem Zustand, wo kein harman-Yiest mehr vorhanden 
ist. Nachdem er im ersten Teil seines Kompendiums der Reihe nach die 
17 Stufen geschildert hat, bespricht er sie von Neuem in den folgenden Teilen 
des Werkes, doch so, daß bloß im zweiten Teil noch deutlich die Reihenfolge 
beibehalten wird. Von Buddha's Merkmalen ist insofern die Rede, als sie die 
Nachwirkungen der Verdienste sind, die sich Buddha als Bodhisattva er- 
worben hat; daher gehört die bezügliche Erörterung der Bodhisattva-bhümi an, 
wo sie das letzte Kapitel des dritten yogasthäna bildet. Die in runden Klammern 
stehenden Zahlen sagen, in wie viele Kapitel die jeweiligen Abschnitte zerfallen. 



Erster Teil: mula-bhumi-varga 

1. paficavijnänakäya-bhümi (1) 

2. raano-bhümi (3) 

3. savitarkavicära-bhümi"! 
kevalavicära-bhümi > (7) 
avitarkavicära-bhümi J 
samähita-bhümi (3) 

asamähita-bhümi (1) 

. cittäcitta-bhümi (1) 

srutamaya-bhümi (3) 

11. cintämaya-bhümi (4) 

12. bhävanämaya-bhümi (1) 

13. Srävakabhümi 
Erstes yogasthäna (3) 

Zweites „ (4) 

Drittes ^ (3) 

Viertes „ (2) 

14. pratyekabuddha-bhümi (1) 

15. B odhisattvabhümi 



4. 
5. 
6. 



10. 



- 5i 
-16l 

-43' 



- P a 

— o6e 

—56^ 
—69^ 

-90fo 



X 

(■T3 



-95 

-23 
-43 



1. adhara-yogasthäna (18) 

2. ädhäri\nudharma-yog° (4) 

3. ädhäranisthä-yogasth^ (5) 

1. ädhäränukrama-yogasth°(l) 

16. sopadhisesa-bhümi (1) 

17. nirupadhisesa-bhümi (1) 






-96 



h 






-38,- 
-48'\ 
-49'^ 
—49^ 
-50 i 



Zweiter Teil: nairvedika-samgraha-varga 

1. paucavijriänakäya-bhümi (7) — 

2. savitark'ädi-bhümi (4) < 



3. samähita-bhümi (2) 

4. asamähita-bhümi (1) 

5. citta-bhümi (1) 

6. acitta-bhümi (1) 

7. srutamaya-bhümi (1) 

8. cintämaya-bhümi (2) 

9. bhävanämaya-bhümi (1) 

10. srävaka bhümi (5) 

11. bodhisattva-bhümi (9) 

12. söpadhisesa-Dirupadhis°-bh° (1) 
Dritter Teil : vyäkhyä-saingraha-varga 

ohne Einteilung — 8 

Vierter Teil: parySya-samgraha-varga 



82^5 




964. 




-b 




«10 




lOjL 




13 




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25^ 


13 




< 




«»/o 




07 a 




^' d\ 





12 



40; 

Gl, 



ohne Einteilung — 18 

Fünfter Teil : vastu-samgraha-varga 
1. sütra-vastu 

1. caryä-saingraha (4) — 

•2. sthäna-samgraha (4) — 

3. pratltyädi-samgraha (4) — 

4. bodhyaüga-samgraha (2) — 

2. vinaya-vastu 
1 säinänya (1) 

2. visesa (1) 

3. mätrkä-vastu (1) 



19 



a 

'IS 
a 
17 

Sil) 
93^ 



— 99o 
-101? 
-103i\ 



2 

o 



92 Leumann, Über die miheimischen Sprachen von Ostturkestan. 

Banä der Tokio-Ausgabe und daß dann eine Handschrift II von 
zirka 640 Blättern den ersten Teil des Werkes zu Ende führte, 
worauf alles Übrige folgen mochte in zwei weitern Handschriften 
(III und IV) von zusammen ebenfalls etwa 1000 Blättern. Eine 

5 zweite Möglichkeit würde darauf hinauslaufen, daß von den ver- 
muteten Handschriften I — IV sozusagen bloß die Handschrift II 
vorhanden gewesen wäre. Diese würde nämlich fast nichts weiter 
enthalten haben als die beiden Hauptabschnitte aus dem ersten Teil 
des Werkes: die Srävaka-bhümi und die Bodhisattva-bhümi. 

10 Da nun der letztere Abschnitt im Sanskrit und im Chinesischen 
isoliert vorkommt, so mögen ebensogut auch beide zusammen eine 
Separathandschrift gebildet haben. Gleichviel, ob nun ein Korpus 
von vier Handschriften, das die Übersetzung des ganzen Yogäcära- 
bhümi-sästra enthielt, oder nur eine Einzelhandschrift, in der die 

15 beiden Hauptabschnitte jenes Werkes übersetzt waren, vorhanden ge- 
wesen ist, im einen wie im andern Fall könnte unser Blatt ein 
Überbleibsel darstellen, das mit seiner Paginierung sich an passender 
Stelle einfügen ließe. 

Wiederum als die Spur eines größern Werkes erwiesen sich ein 

20 Blatt 8 und ein Blatt 171 der Hörnle'schen Sammlung. Auf ersterm war 
in sanskritisch klingenden Ausdrücken die Rede von Bergen und Meeren, 
Göttern und Halbgöttern, schließlich vom Licchavi Ratnäkara.^) Ein 
cfünsticrer Zufall hätte mich hier selber auf das Werk führen können, 
obschon es im Sanskrit verloren ist. Denn eine vom Chinesischen 

25 aus angefertigte Übertragung desselben ins Englische ist mir vor 
mehreren Jahren oft durch die Hände gegangen; doch haftete zu 
wenig davon im Gedächtnis, so daß wieder Dr. Watanabe der glück- 
liche Finder wurde : es zeigte sich, daß die Blätter aus einer Hand- 
schi'ift stammen, die das Vimalakirtinirdeöa-sütra enthalten hat. 



1) Man liest z. B. gyasta nUga aysura ggaruda hinnara mahoratünu, 
was deutlich die Wiedergabe von deca-nägäsura-garudn-kimnara-mahoragänüm 
darstellt, weshalb bereits Dr. Konow, der im Sommer 1906 als Erster die 
Hörnle'schen Materialien untersuchte, auf die Gleichung gyasta = deva geführt 
wurde. Während Dr. Konow aber das Wort gyasta wie überhaupt unsere 
Sprache — in Übereinstimmung mit Hör nie und Stein — ans Tibetische 
anschließen zu müssen meinte, erinnerte Sieg an persisch yazata, und dieser 
Gedanke, den man mir nach Erscheinen von Band 61 p. 657 7-i2 brieflich mitteilte, 
wurde mir überzeugend , sobald ich im Verlauf der Untersuchungen erkannte, 
daß g im Ostturkestanischen nicht als Media, sondern fast nur als Spiritus 
1 e n i s aufzufassen sei. Sonach tritt an Stelle dessen, was ich in den angegebenen 
Zeilen vermutungsweise zu äußern wagte, das, was inzwischen F. W. K. Müller 
in der eingangs erwähnten Abhandlung p. 958-'' ausgesprochen hat: gyastänu 
gyasta halysa heißt wörtlich ,der Götter Gott Buddha" und entspricht dem 
uigurischon tüngri tängrisi /mr^an, in den ersten beiden Worten überdies dem 
für das Sanskrit von der Mahävyutpatti verzeichneten Buddha-Epithet derätideva. 
Ich füge Viei, daß aus zwei Petersburger Jriänölkadh.^raiü-Blättern noch ^v'Ts/fT- 
vfira hinzukommt, das ohne Zweifel die Übersetzung von devajnitra darstellt; 
■viira ist die postvokalisch entstandene Erweichung von 2^^'>'a, welches irgend- 
wie ^wahrscheinlich als persisches Lehnwort) auf urarisch putra „Sohn" 
zurückgeht. 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von OstturTcestan. 93 

Die Hörnle'sclie Sammlung bot ferner eine Gruppe von 7 und 
eine von 3 Fi'agmenten, die alle ein nach cliinesisclier Weise doppelt- 
gelegtes Papier feinsten Fabrikates aufwiesen. Indem sich zwei 
der letztern Fragmente an zwei der erstem anfügen ließen , er- 
gaben sich im ganzen acht in den Konturen mit einander ziemlich j 
übereinstimmende Drittelblätter. Was Vorder- und Rückseite sei, 
wurde klar durch die auf zwei Seiten sich verteilende Zahlenfolge 
4 — 6 — 9. Und die vorhandenen Namen ^Marijusrl (geschrieben 
Mal^ni^ayusri), Drdhamati, Subküti und Süramgama führten auf 
die Vermutung, daß es sich um das Süramgamasamädhi-io 
sütra, das im Sanskrit wieder verloren ist, handle. In der Tat 
zeigte eine durch Dr. Watanabe's Entgegenkommen ermöglichte Kon- 
sultierung der chinesischen und eine später in Paris vor- 
genommene Vergleichung der tibetischen Übersetzung dieses 
Textes, daß darin Stellen zu finden sind, die den acht Drittelblättern ij 
entsprechen müssen, und somit ließen sich diese in die richtige 
Reihenfolge bringen und nutzbar machen. Unter anderm ergab 
sich, daß inahäkälscwä , was ich schon von Anfang an vermutet 
hatte , = MaIiäKäsi/a2Jak sei und daß das Ostturkestanische den 
männlichen Vokativ auch von Namen , die nicht auf a endigen, 20 
stets auf a (bei 2-Stämmeu auf i/a^ bei /-Stämmen auf bloßes a) 
ausgehen lasse, so daß es Ma\iii]nyusrya und Subhüta heißt, wozu 
aus der Adhyardhasatikä Prajnäpäramitä noch der Vokativ Vajra- 
päna „0 Vajrapäni" tritt. 

Die soeben besprochenen Fragmente hatte ich mit geringer 25 
Zuversicht zur Hand genommen. Dagegen hob ich aus den ver- 
schiedenen Lagen der Hömle'schen Bestände 15 andere Blattstücke 
voller Hoifnung heraus, weil sie im ganzen wohl etwa dreimal so 
viel Inhalt zu bieten versprachen. Doch kam es hier zu einer 
Enttäuschung. Daß die 15 Stücke irgendwie zusammengrehören 30 
würden, zeigten Papier, Schrift und Zeilenabstand. Offenbar lagen 
da Reste einer und derselben Handschrift vor; ja weil auf den 
beiden kleinsten Stücken die Blattzahlen 424 und 425 zu lesen 
waren , so durfte man annehmen , daß sich die ganzen Fragmente 

7 Joe 

ungefähr auf die Blätter 420 — 430 der vermuteten Handschrift 3.5 
verteilen würden. Es gelang auch, sieben Stück zu zweit oder zu 
dritt aneinanderzufügen und sowohl ihnen selbst wie den übrigen 

o o 

genau die Stelle anzuweisen , die sie innerhalb der vollen Blätter 
eingenommen haben müssen. Zum Teil ergab sich selbst die Reihen- 
folge dieser Blätter, indem nämlich neben ein paar isolierten Ziflern -lo 
solche vorkamen, die sprungweise von 9 bis (4)7 führten. Ferner 
zeigte sich, daß die Abschnitte, die dm-ch diese Zahlen abgegrenzt 
werden, wechselnde Größe haben, also in Prosa abgefaßt sind. All 
das wurde offenbar; aber weil der stereotype Anfang der Abschnitte 
— er lautet mit geringen Abweichungen : tta pätcu vä balysü -»5 
navüysai perä §sau hirä bus^te — sowie das Übrige nur ganz im 
allgemeinen erkennen ließ, daß vom Bodhisattva gehandelt werde, 



94 Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkeatan. 

so konnte ich für Dr. Watanabe keine Angaben zusammenstellen, 
die geeignet gewesen wären, ihn auf die Spur des zugrunde liegenden 
Textes zu führen. Ich kam daher gleichsam nicht über die bloße 
Durchpflügung des Grundes hinaus und muß abwarten , ob dem 

5 Boden mit der Zeit durch geeignete Kenntnisse, die wie Sämei-eien 
wirken würden, ein Fruchtertrag sich werde abringen lassen. 

Auch von einigen weitern Stücken, deren Identifizierung vor- 
läufig nicht hat gelingen wollen, mag noch gesprochen werden. 
Da mühte ich mich z. B. , ohne einen genügenden Erfolg zu 

10 erzielen, an zwei Hörnle'schen Blättern, deren jedes links ungefähr 
den dritten Teil eingebüßt hat und die beide im Vei'ein mit zwei 
kleinen Blattstreifen ,- welche sich zusammenfügen lassen , zu einer 
großen Handschrift gehört haben dürften, die einen dogmatischen In- 
halt hatte. Das eine Blatt handelt von den vier o^^ramäna-Tugenden, 

15 indem es sie mit sanskritischen Lehnworten benennt'). Auf dem 
andern Blatte ist viermal die Rede von der slla-päramitä und je 
zweimal vom srävaka-yäna und vom i:)ratyelcahuddlia-yäna'^). 

Auf Poetisches führte ein 17. Blatt der Hörnle'schen Sammlung: 
da waren annähernd zehn vierzeilige Strophen zu lesen, und indem 

20 deren Numerierung von 61 bis 70 reichte, wurde wahrscheinlich, 
daß es sich in Wahrheit um die Strophen 161 — 170 (genauer um 
161'' — 171*) handle, indem durchschnittlich je zehn Strophen ein 
Blatt beansprucht haben würden. Das Zeichen für 100 wäre einem 
oft zu beobachtenden Brauche gemäß weggelassen, was um so eher 

25 anzunehmen ist, als das Blatt auch die sonstige Numerierung der 
Strophen mehrfach abkürzt (vorhanden sind nämlich bloß die Zahlen 
61, 2, — , — , — , ^%, 7, 68, — , 70). Da im übrigen zahlreiche 
Lehnworte aus dem Sanskrit den Inhalt genügend festlegen — 
z. B. besagen die ersten drei Zeilen von Strophe (1)66 : 

30 die ganze Welt ist bloß Vorstellung, 

alle Buddha's sind bloß Vorstellung, 
alle (Buddha-)Gebiete sind bloß Vorstellung — , 

so darf erwartet werden, daß die Dichtung, der die zehn Strophen 

angehören, mit der Zeit sich im Chinesischen oder Tibetischen 

35 ei-mitteln lassen werde. Sie steht, wie schon die gegebene Probe 



1) Diese Lehnworte lauten maitra haruna muditta uviksa. Dabei wird 
unter dem letzten Ausdruck, der neunmal wiederkehrt, stets von einer kursiv- 
schreibenden Hand in puristischem Sinne die Silbe ^)e angebracht; denn im 
korrekten Sanskrit heißt es bekanntlich, wie z. B. aus Mahävyutpatti G9 zu 
ersehen ist, maitrl harunä muditä upeliffU. 

2) Auch diese Ausdrücke sind mehr oder weniger dialektisch entstellt. 
Im Sinne eines noch zu bestimmenden Kasus von ])äramitä liest mau 

pärämetä, im Sinne eines andern ^;f7r(7TOa?/rtM. 

Für ärävuka steht sävaga , beidemal von der Kursivhand durch untei"- 
geschriebene Silben in srävaka verbessert. 

Statt pr(dyckabiiddha endlich heißt es 2^''ftciga-sambu(ldha und ^J'"«- 
cl iia-sambuddha , wozu auf andern Fragmenten noch die Form piracya-sain- 
huddha kommt. 



Leumann, Über die einJieimi'scJien Sprachen von Ostturhestan. 95 

zeigt, entschieden auf dem Mahäyäna- Standpunkt und muß mindestens 
stellenweise, wenn nicht durchcränsrig, dogmatischen Charakter haben. 
Ihr Umfang kann, dem Format, des vorhandenen Blattes nach zu 
urteilen, nicht sehr oroß sein. Vom Metrum sei noch gesagt, daß 
die Zeilen im allgemeinen 8 — 10 Silben haben, deren Rhythmus etwa 5 
folgender ist: ^^^ ^ _^ _ :^i^ _ ^ 

Das gleiche Metrum begegnet bei Hörnle auf einem 50sten 
Blatte. Hier reicht die wiedei'um zuweilen aussetzende Strophen- 
zählung von einer unbestimmten Dekade bis zu der um 6 höhern 
Zahl, und wenn man für die fehlende Dekadenziffer den Ausdruck lo 
X wählt , so ergibt sich für die vorhandenen Strophenzeilen die 
Bezeichnung ccO'^ — cc/". Was den in diesen Zeilen gebotenen 
Inhalt betrifft , so vermag ich einstweilen nur zu sagen , daß ein 
paar Zeiträume, die sich nach der Woche bemessen, zur Er- 
wähnung gelangen. Nachdem nämlich in andern Fragmenten außer i.5 
den oben p. 87^ aufgeführten Ordinalzahlen einige höhere Kardinal- 
zahlen, welche zeigen, daß das Ostturkestanische beim Zählen von 
21 an zwischen Einern und Zehnern das AVörtchen .über" einfügt, 
ei'kannt waren , wurden hier vier aufeinander folgende Zeilen 
(x5'' — x6*) wie folgt übersetzbar: 20 

yi hauda hadä drjsäre 
vätcu süvarebästä hadä 
pusparedärsä hadä 

und Tage neunübervierzig^) 

Das genannte Metrum zeigt sich fei'ner auf einem vierten 25 
Blatte der Petersburger Sammlung. Zwar ist es hier weniq- 
kenntlich gemacht, so daß sich nur sagen läßt, daß anscheinend 
außer zwei halben Strophenzeilen 08 vollständige vorliegen, denen, 
weil hinter der 30 sten die Zahl 2 steht, die Numerierung 25'= — 34"^ 



und welche sieben Tage 

und weiter einsüberzwanzig Tage 
und fünfüberdreißig Tage 



1) Natürlich ist p^''^ (nach Vokalen vare) „über" gleich dem sans- 
kritischen 2^((''^''-^ ) das aber im obigen Sinne bloß in den Worten ^9ft?'a/i-^aff? 
,über hundert" und 2Mra]i-sahasrd „über tausend" üblich geworden ist, denen 
sich in einer Satapathabrähmana-Stelle noch einige Augeublicksbildungen an- 
reihen {paro-vimäd „über zwanzig", para&'-catvöriinsä „über vierzig", para/i- 
sastd „über sechzig" und 2)aro-'ii'äd „über achtzig"). All diese Sanskrit- 
Komposita werden indessen als adjektivische Pliirale gebraucht. Enger 
berührt sich mit der ostturkestanischen Zählweise die Kgveda-Stelle trimiäti 
trdijdfs pardh „zu dreißig drei drüber" = 33. Im Ferneren gehören aus dem 
Sanslirit wohl auch die Spiolerausdrücke aksa-pard, dväpara, eka-pari usw., 
die Lüders in seiner Abhandlung über „das Würfelspiel im alten Indien" 
p. 64 & 37 beleuchtet hat, in unsern Zusammenhang; denn die Adverbien auf 
-pari mögen in der dialektisch-geförbten Umgangssprache, aus der sie vermutlich 
stammen , in Wahrheit die Endung -jiarv gehabt haben , welche von den 
Grammatikern irrtümlich für -2)ari , das keinen geeigneten Sinn gibt, statt für 
■ -j)aras gehalten worden wäre. Im Awesta erscheint das ostturkestanische j)are 
als j>ar9 und ^)«>v7, und den genannten Zahlausdrücken ist da bloß der Kom- 
parativ parö-ar9jastara „überwertiger" = „kostbarer" zu vergleichen. Wie 
oben 2'>«'>'ds so wird im Slavischeu bei den Zahlen 11 — 19 das Wörtchen na 
„auf" eingefügt. 



96 Leuniann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 

zukommen dürfte. Die Dichtung müßte dann auf der Rückseite 
des ersten Blattes begonnen haben. Sollte die erwähnte Ziffer 2 
keine Strophenzahl sein, so gilt — geringe Abweichungen vor- 
behalten — entweder die vorhin erschlossene Numerierung oder 

ä aber, falls nämlich vom ersten Blatte auch die Vorderseite be- 
schrieben war, eine Xumerierung, die um 5 höher ist (30° — 39*^). 
Über den Inhalt sei gesagt, daß zahlreiche oft bis fast zur Un- 
kenntlichkeit entstellte Namen aus der Umgebung Buddha's er- 
scheinen : zum Beispiel verbergen sich in den Silben urbilyahäsa- 

10 vigajakässavinamdahässavu die Namen JJruhilväKüsyapa, Gayä- 
Käsyapa und NadiKäsyapa ^). In der Hauptsache handelt es sich 
um kurze Andeutungen auf Vorkommnisse in Buddha's Leben ; 
und zwar scheinen die Andeutungen nicht in erzählender, sondern 
in hymnischer Form gehalten zu sein. 

15 Ein kürzeres Metrum als das geschilderte begegnet zufällig 

auf der Rückseite eines Petersburger Blattes der Adhyardhasatikä 
Prajnäpäramitä. Man findet da in kleiner Schrift den Anfang einer 
Dichtung, die wohl bei genauerem Studium zu bestimmen sein wird. 
Einstweilen sei bemerkt, daß die bewußte Seite, als das Blatt noch 

20 ganz war, nicht weniger als 32 Strophen faßte und daß die ersten 
beiden dieser Strophen einen Namaskära bilden, in welchem außer 
Säkyamunä (Säkyamuni) zweimal ein Vispasarmä (Visvasarman) 
ofenannt wird. Das Metrum besteht aus zwei Hälften, von denen 
im allgemeinen jede 6 -(- 7 Silben zählt. Das Schema einer Hälfte 

25 ist ungefähr folgendes: 

[Zwischenhinein erwähne ich , daß das frühere und das vor- 
stehende Metrum auch auf zwei Blättern erscheinen, die im Februar 
1908 von Jerusalem aus durch einen Russen unserer Straßburger 

30 Universitäts- und Landes-Bibliothek zum Kauf angeboten wurden. 
Beide Metren sind da derart in vier Kolumnen geschrieben , daß 
in jede je ungefähr die entsprechenden Strophen-Viertel zu stehen 
kommen. Am Schluß der vierten Kolumne, die also lauter vierte 
Viertel enthält, ist dann noch in den Zeilen, wo der Platz gereicht 

35 hat , die Strophen ziffer angebracht. Auf das eine Blatt entfallen 
12 Strophen der längern, auf das andere 12 der kürzern Art. An 
Namen begegnen Anandi (= Änandah) und Jamhuüvä (= Jam- 
büdvipah), an Lehnworten aus dem Sanskrit z. B. Idaisa, cahkra- 
vartti, väcätträ, ssäsanä.] 

40 Auf mehreren Hörnle'schen Stücken , die unter sich nicht 

zusammengehören, wird das Ende jeder Zeile, wenn es erhalten 
ist und den nötigen Raum freiläßt, durch eine Ziffer gebildet. Da 
vielfach zugleich Andeutungen gegeben sind , daß die fraglichen 



1) Im Namen GoyäKäsyapa bietet, wie ich vou Heinrich Kern erfahre, sogar 
auch das ostturkestanische Sanskrit, nämlich so wie man es aus der in Ostturkestnn 
aufgetaucliten Sanskritversion des Saddharmapumlarlka kennt, Gajti- für Gayä-, 



Leumann, Über die einlieimischen Sprachen von Ostturhestan. 97 

Zeilen — die nach links hin immer bald abbrechen — in mindestens 
zwei Kolumnen geschrieben waren, so mögen hier ursprünsrlich oft 
Strophen vorgelegen haben, die ' genau wie auf den beiden soeben 
in Parenthese besprochenen Blättern je eine vierkolumnige Zeile 
gefüllt haben würden. Andererseits dürften die in der geschilderten 5 
Weise auf Ziflern ausgehenden Zeileni-eihen zuweilen bloße Listen 
darstellen. Und von einem Fragment der letztern Art, das unter 
Beifügung von Ziffern, ohne dabei ein metrisches Gefüge zu verraten, 
zahlreiche Büchertitel aufführt, muß nun zum Schluß noch aus- 
führlich die Rede sein. Zunächst sei von dem Fragment links ein 10 
Transkript und rechts eine europäische Fassung vorgelegt. 



sumattidhärikaprccha 1 I 61. Sumatidärikä-[pari]prcchä 
s tiry aggarbhä ttrss atiy a 2 I 62. Süryagarbhah, Trisatikä. 
canäaksaya ,^3, täpr cha 3 

, . gganaggarnjavirnalaklrttanirdesä 

. älistambhäavaivar e 



63 canah, Aksayamati-[pari]pi;cchä. 

64. Gaganaganjä, Vimalakirti-nirdesal.i. 

65. Sälistambali, Avaivartacakrah. 

66. Eatnadärikä-fparij'prcchä. 

67. & Susthitamati-[parilprcchä. 
ttatvidarsanäsüträ , 8 68. Tattvadarsana-sütrain. 
svarnottamaprcha , 9 69. Suvarn[aprabhSs]ottama-[pari]prcchä. 
rämär adambharaprcha 70 '• 70 rah, Märadambara-[pari]prcchä. 



ratnadha..k.prcha 6 

ususthätamataprcha 7 



Die Liste bietet, wie man sieht, tatsächlich nur eine einzicre 
Kolumne ; allein es wird sich zeigen , daß ursprünglich noch 
mindestens eine solche vorangegangen sein muß. Jede Ziffer würde 
dai-nach nicht bloß für einen oder zwei Titel, sondern je für eine 15 
Titel-Serie die Nummer abgegeben haben, und uns lägen auf dem 
Fragment immer nur die letzten Glieder der Titel -Serien vor. 
Nehmen wir an, daß in jeder Zeile durchschnittlich vier Titel ver- 
loren sind, so mögen wir die vorhandenen mit e oder, wo es ihrer 
zwei sind , mit e und f, also z, B. den Titel der ersten Zeile mit 20 
61^, die beiden Titel der zweiten Zeile mit 62^ und 62^ bezeichnen. 
Um Verszahlen könnte es sich bei der Numerierung nur handeln, 
wenn etwa unser Fragment aus der versifiziei'ten Fassung eines 
MahSvyutpatti-artigen Werkes stammen sollte; denn bekanntlich 
böte die Mahävyutpatti, wenn metrisch redigiert, eine ganze Reihe 25 
von Strolchen, die mit Büchertiteln angefüllt wären. 

Doch, wie es nun auch stehen möge mit Umfang und Anlaare 
des Bücherverzeichnisses, aus dem uns das Fragment einen dürftisren 
Ausschnitt liefert, jedenfalls wird das Verzeichnis gerade die Texte 
genannt haben, auf die in der Hauptsache unsere ostturkestanischen 30 
Literaturreste zurückgehen müssen. Vorläufig hat sich, wie oben p. 92 29 
gesagt wui'de , Einiges aus dem Werke No. 64*' nachweisen lassen. 
Unter der als No. 64® erscheinenden Gaganaganjä ist offenbar die 
auf tibetisch vorhandene G a g a n a g a n j a - p a r i p r c c h ä , die mit 
dem imSiksäsamuccaya mehrfach zitierten Gaganaganja-sütra identisch 35 
sein wird , zu verstehen. Sowohl aus China wie aus Tibet kennt 
man abgesehen von 64'' die Nummern 61% 62 % 63 ^ 65 ^^ 67«; 
doch ist Folgendes zu bemerken : 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 7 



98 Leu'inann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 

Gl". Die Sumatidärikä-paripvcchä ist nicht zu verwechseln mit dem 
im chinesischen Kanon vorhandenen Sumatidärikä'vadäna, das 
eine Bearbeitung des Sumäsradhä'vadäna darstellt und daher 
von Dr. Tokiwai in seinen als Straßburger Dissertation er- 

5 schienenen „Studien zum Sumägadhävadäna" mitübersetzt 

worden ist^). 

62®. Bei Leon Feer begegnen zwei Süryagarbha-Texte , einer als 

Vaipulya-sütra und einer als Prajnäpäramitä. Da nun 62^ 

offenbar eine Prajnäpäramitä ist — - Näheres darüber im Ver- 

10 lauf — , so dürfte man nach dem Sprüchwort „Sage mir mit 

wem du gehst und ich will dir sagen wer du bist" 62® für 



1) Zur bibliograpliischen Orientierung über das in der genannten Arbeit 
verwertete Material chinesischer Herkunft teilt mir Dr. Watanabe Folgendes mit. 
Das Sumägadhävadäna erscheint auf chinesisch in historischer Folge 
erstens als Sumatidärikä'vadäna, wobei statt des Namens ^Sumägadhä" — 
offenbar in Anlehnung an die Sumatidärikä-pariprcchä — der Name 
^Sumati" eingesetzt ist, den indessen Dr. Tokiwai's Übersetzung (p. 
.52 — G3) zugunsten des Originalnamens ^Sumägadhä" fallen läßt. Bei 
Nanjio wird die Version in Kolumne 389 7 erwähnt, ohne daß aber die 
vermerkte Nummer ,615" wirklich den Text enthielte; denn in der 
von Nanjio katalogisierten Ausgabe des Kanons hat mau für G15 einen 
Auszug aus der zweitfolgenden Version untergeschoben. Den richtigen 
Text kennt man aus andern Ausgaben des Kanons ; in der Tokio- 
Ausgabe findet er sich auf fol. 12 » — 13^ von Band XII 4. 
zweitens als Sumägadhävadäna := Nanjio No. GIG, Tokiwai p. 40 — 52. Nanjio 
und Tokiwai umschreiben hier die Silben sän-mo-kie des chinesischen 
Titels irrtümlich mit ^Sumati"; da kie in den altern Übersetzungen 
nicht selten dem ga von ^Magadha" entspricht, so ist vielmehr ,Sumä- 
gadhä" gemeint, 
drittens als Sumatidärikä'vadäna = Nanjio No. 543 30. Auch bei der Wieder- 
gabe dieser Version ersetzt Tokiw^ai (p. 17 — 40) den im chinesischen 
Test vorhandenen Namen Sumati stets durch ^Sumägadhä". 
viertens als Sumägadhävadäna = Nanjio No. 937. Diese Version hat Tokiwai 
nicht übersetzt, weil sie mit dem erhaltenen Sanskrittext ziemlich 
genau übereinstimmt. Die Heldin heißt hier ,das gute giftlose 
Mädchen", indem oflenbar ^Sumägadhä" als su-m-agadä gedeutet 
worden ist. 
Von der bei Dr. Tokiwai p. 13 erwähnteii Yüye-Erzählung gibt es vier 
Versionen: alle (Nanjio Nos. G40 — G42 samt der vierten) stehen beisammen 
in der Tokio-Ausgabe des Kanons Band XII 4 fol. 34^ — 38^. Es darf 
diese Yüye-Erzählung kaum als der Sumägadhä-Erzählung ähnlich be- 
zeichnet werden; sie stammt aus dem Eköttar'ägama (erscheint nämlich 
bei Nanjio auch innerhalb No. 543. V2) und stimmt überein mit der Sujätä- 
Erzählung der Päli-Litoratur (Anguttara-nikäya Part. IV p. 91 — 94). So 
ist Yüye als ein mangelhaftes Transkript für Sujätä aufzufassen. 
Zu pag. 14 2-4 der in Hede stehenden Arbeit trage ich schließlich von 
mir aus nach , daß im Tibetischen das Sumägadhävadäna unter diesem Titel 
zwar tatsächlich vorkommt, aber überdies, wie aus Schiefiiers Täränütha-Uber- 
setzung hervorgeht, auch Käncanamälä'vadäna geheißen, also nebenbei 
nach dem Namen, den Sumägadhä im frühern Dasein führte, betitelt wurde. 
Wie beliebt der Stofl' war, zeigt außer den verscliiodonen Fassungen und Titeln 
der Umstand, daß CJrünwedel in den Plafond-Malereion der Höhlen von Kyzyl 
vielfache Darstellungen desselben angetroffen hat (Deutsche Literaturzeitung 1908 
col. 590). 



Jjeumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 99 

den zweiten der genannten beiden Texte zu halten o-eneict 
sein. Freilich kann mir Dr. Watanabe diesen zweiten im 
Chinesischen nicht nachweisen , während dasresfen der erste 
daselbst, wie eine Konfrontierung von Nanjio mit "Wassiljew 
zeigt, genau wie im Tibetischen als Teil des Mahäsaranipäta- 5 
sütra, das im Tibetischen Mahäsamaja-sütra heißt, vorkommt. 
63^. Sowohl bei Leon Feer wie bei Nanjio begegnet eine Aksaya- 
mati-pariprcchä, überdies bei ersterem ein Aksayamati-nirdesa 
und bei letzterem ein Aksaramati-nirdesa. Der Siksäsamuccaya 
zitiert 21 mal ein Aksajamati-sütra und einmal ein mahäyäna- lo 
sütra namens Aksayamati-nirdesa. Nach Dr. Watanabe sind 
zwei Werke anzusetzen: der Aksayamati-nirdesa, welcher 
bei Nanjio außer in den Nummern 74 und 77 auch innerhalb 
des vorhingenannten Mahäsarnnipäta-sütra vorliege , und die 
Aksayamati-pariprcchä, welche viel kürzer sei und i5 
auch inhaltlich ziemlich abweiche: das erstere Werk beschlao-e 
als Teil des Mahäsarnnipäta-sütra in Band III 2 der Tokio- 
Ausgabe des buddhistischen Kanons die Blätter fol. 47^^ — 70^ 
und enthalte die 22 Siksäsamuccaya-Zitate an folgenden Stellen : 



Tokio-Ausg. 

Band III 2 

fol. 


Siksäsamuccaya 
Kapitel , Bendall's Ausg. 


Tokio-Ausg. 

Band III 2 

fol. 


Siksäsamuccaya 
Kapitel | Bendall's Ausg. 


OU 18—20 - 


= XYIp. 285 7-11 


652—20 ^^ 


XVI p. 291 8 


51^5-18 = 


= « p. 28513—2865 


653-8 = 


Xp. 191 4-1925 


51 13—18 "" 


= XV p. 271 4-8 


6610-13 = 


Ip. 21 23—224 


5 4 16-18 = 


= VII p. 158 7-9 


6613 == 


IIp.34i7 


56i4— 5/3 = 


= Xp. 1904-191 3 


66 16 = 


XIII p. 233^-8 


58 14— 16 = 


= ' Ip.33i.'?-iö 


66 11-13 = 


« p. 236 1-4 


60 18 f. = 


= XIIp. 21212-14 


67|_6 = 


« p. 236G-ii 


60L-60^ 


= XVI p. 287 6-10 


67?3-15 = 


Vp. 117l3-lG 


60h-611 = 


= IX p. 1834-1844 


678-12 = XVIII p. 316 14-317 12 


61^6 = 


= VIII p. 167 1 


683% = 


VTp.ll93-.s 


61 17-19 = 


= I p. 11 8-10 


69^9 = 


XVI p. 2784-13 



Liest man vorstehende Zitatenfolge in Verbindung mit dem. 20 
was Wassiljew in seinem „Buddhismus" (p. 171 f., deutsch 
p. 186 f) mitteilt, so ist man über den Inhalt des Aksayamati- 
nirdesa ziemlich orientiert und vermag sich von da aus auch 
über die Aksayamati-pariprcchä einigermaßen eine Vorstellung 
zu bilden. ü5 

65*. Das Sälistamba-sütra, bei Nanjio irrtümlich Sälisambhava-sütra 
genannt, ist in Ostturkestan teilweise auf tibetisch zutage ge- 
treten (vgl. Stein's „Ancient Khotan" I p. 549 — 556). Vom 
Sanskritoriginal kennt man zahlreiche Stellen, vor allem die 



100 Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 



langen ^Jra^^<^/«5a/nM^f/>ac7a-Ausfühl•ungen, die der Siksasamucca- 
ya aus dem Werke aushebt. 



Fase. 

la 

lb_4 

5 f. 

7 

8—11 

12 

13 

14—18 



"i 

20^ 



21< 



22 

23 

24- 



31 

32| 

33 



I. 



II, 



1) [Zu p, 101 9]. Auch den hier genannten Index glaube ich vorlegen 
zu sollen. Er registriert einfach die Bestandteile der Tokio-Ausgabe, welche 
alles vereinigt, vr&s in frühem Ausgaben dem Sammelwerke zugeteilt Wurde. 

Ohne Gesamttitel 

1. Mälä, = I^anjio No. 79 Anfang 

DhäranTsvararäja-bodhisattva 

Ratnadärikfi, = Nanjio No. 80 

Auimisa-bodhisattva 

Sägaramati, = Nanjio No. 976 

Müka-bodhisattva,:^ Nanjio No. 81 

Avyäkhyeya-bodhisattva 
8. Akäsagarbha-bodliisattva 
Ratnadhvaja, = Nanjio No, 
1. Mära-duhkha 

Pürva 

Märadämara oder 

Samädhy-rddhi-päda 

Laksana 

Dhärani 

Raksana 

Vyäkarana 

Karunä 

Dharma-raksana 

Caturmahädevaräja-dharmaraksaiia 

Atavaka[P«Zj Älavaka]-yaksa 

Nivartana 



2. 
3. 
4, 
5. 
6. 



84 



'd a m b a r a 



9. 
10. 
11. 
12. 
13. 



in. Gagana-netra 

1. Srävaka 

2. Loka-netra 

3. Maitreya-bodhisattva 

4. Catur-apramäna, vgl. oben p. 94 itf. 

5. Vimala-netra 

6. Ärya-netra 

7. Pratyekabuddha-yäna 

8. Äryävighnajnäna 

9. Dharma-raksana 

10. Mahäsaninipäta-nivartana 

11. Katnacüfla-bodhisattva 

12. Aksayamati, = Nanjio Nos. 74 & 77 
IV. Süryagarbha, Erste Fassung 

1. Dharma-raksana 

2. Caturdigbodhisattva-sainnipäta 

3. Visesecchä-vyäkhyä 

4. Visesa 



Faso. 


V. Süryagarbha, Zweite Fassung 


34 


1. 


Saddharma-raksana 


35 f. 


2. 


Dhärani 


37 


3. 


Bodhisattva-düta 


38 


4. 


Samädhi oder Dhyäua 


39 


5. 


Päpa-karman 


"{ 


6. 


Dhäraiia 


7. 


Buddharddhiprädurbhäva 


41 f. 


8. 


Naksatra 


J 


9. 


Düta-presaTia 


10. 


Buddhänusmrti-samädhi 




11. 


Sumeruküt'ärohana 


44 


12. 


Trisarana-näga-raksana 


45 


13. 


Caitya-raksana 



50. 



4G 

49| 

5ia 
51b 



1. 

2. 
3. 
4. 
5. 
C. 



53b 



52< 



53 a 
54 
55 

50l 



58 
59 f 



VI. Candragarbha 

Candradhvaja-mantra 

Mära's Ankunft bei Buddha 

Der Asura's Ankunft bei B. 

Pürva-vastu 

Paramärtha 

Mära-sraddhäprlti-präpana 

7. Sarvayaksa-samuipäta 

8. Sarvayaksa-sraddhä-präpana 

9. Sarvadevaräja-raksana 

10. SarvaMära-sraddhä-präpana 

11. Dhrtarästra-raksana 

12. ViriTpäksa-raksana 

13. Virüdliaka-raksana 

14. Vaisravana-raksana 

15. Mantra-cakra-raksana 

16. K.?änti 

17. Jambüdvipa-vibhäga 

18. Naksatra-samgraha 

19. Caityavihära-karana 

20. Dliarma-pariksaya 

VII. Surnerugarbha 

1. Srävaka [karman 

2. Bodhisattva-dbyäna-pürva- 

3. Akäla-väta-vrsti 

4. Dhärani 

VIII. Das'adig-bodhisattva 
Sie verteilen sich wie folgt 



Die Fascikel sind alle ziemlich gleich groß 
auf vier Bände der Tokio-Ausgabe des Kanons: 

Fase. 1 — 18 = Band III 1 Fase. 34—45 = Band III 3 
Fase. 19—33 = Band III 2 Fase. 46—60 = Band III 4 

Bei Nanjio ist der Inhalt in folgenden Nummern zu linden : 
I 1— III 11 & IV = No. 61 I VI = No. 63 j I 6 steht bei Nanjio in No. Gl 
III 12 = j) 77 1 VII = » 66 hinter I 7, wird daher von 

V _ = ji G2 VIII = 11 438 j ihm als^chapter 7 "bezeichnet. 

Über die Stücke, welche die Tibeter dem Werke zuschreiben, gibt 
Wassiljew Auskunft in seinem „Buddhismus" p. 162 — 174 (deutsch p. 176 — 190), 



Leumann, Über die einheimischen Si^rachen von Ostturhestan. IQl 

65^. Bei Leon Feer heißt der Text „Avivartacakra", und ungefähr 
die nämlichen sechs Silben werden durch die chinesische Titel- 
form vorausgesetzt; aber jS'anjio hat die beiden letzten Silben 
zu wenig beachtet, so daß er „Avaivartya-sütra" schreibt. In 
unserm Fragment wird der Titel auf -cakre ausgelautet haben, 5 
wobei (wie unten p. 110^ in -mätre) re für rä stehen würde. 
Weil ich durch zwei der besprochenen Büchertitel (62^ und 63^) 
auf das chinesische Mahäsamn ipäta - sütra hingelenkt wurde, 
bat ich Dr. Watanabe, mir einen Index i) zu diesem großen Sammel- 
werke zu diktieren , und da fanden sich denn noch zwei andere 10 
Werke der ostturkestanischen Liste vor: Nos. 66® und 70^ Es 
kam aber nicht zur Entscheidung, ob das zweite dieser Werke 
„Mära-dambara" oder, worauf gewisse Namen von Texten führen 
mögen, „Mära-dämara" geheißen hat. Schließlich blieben als einer 
Aufklärung bedürftig die folgenden Nummern übricr : 15 

62^. Offenbar ist die Trisatikä Prajiiäpär amitä gemeint, 
die in der Mahävj'utpatti (65 49) erwähnt wird. Unter diesem 
Titel aber hat man auf Grund einer bei Nanjio unter No. 1 i 
registrierten Angabe die längst im Original veröffentlichte 
Vaj racc hedikä zu verstehen, die das erste bekannte Werk 20 
war, von dem unter den in Ostturkestan zutage greförderten 
Sanskritfragmenten Spuren entdeckt wurden-). Man darf die 
Identifikation nicht etwa deswegen in Zweifel ziehen, weil es 
nach Feer p. 201 den Anschein haben könnte, als ob der da 
katalogisierte Kanjur-Band außer der Vajracchedikä eine mit 25 
der Pancai^atikä verkoppelte Trisatikä enthielte. Vielmehr ist 
Feer's Zahl „300" einfach ein Druckfehler für „500". 

63®. Unser Fragment läßt deutlich erkennen, daß in allen Zeilen 
den ersten (zum Teil durch Punkte angedeuteten) Lauten des 
mitgeteilten Transkripts zunächst unbeschriebene Stellen 30 
vorangegangen sind. Es müssen also die ersten Silben des 
Titels 63® in einer besondern Kolumne, die gänzlich verloren 
ist, gestanden haben. Vom ursprünglichen Vorhandensein einer 
solchen Kolumne zeugen ferner die Silbe u „und" vor 67® — 
denn dieser Titel kann nicht über die Ziffer 6 hinüber durch 35 
das Bindewort mit dem Titel GQ° verbunden sein — und in 
der letzten Zeile die Silbe m, welche natürlich das Ende 
eines Buchtitels darstellt. Auch in den vierkolumnisfen Zeilen, 
von denen oben p. 96 31-35 die Rede war, fällt häufig ein Vers- 



2) Schon gleich nach dem Erscheinen von Steins „Preliminary Report" 
erkannte Dr. Wogihara, als ich ihm ein Transkript der in dem Werke ent- 
haltenen Tafel V vorlegte, den hier gegebenen Zusammenhang. In diesem 
Zusammenhang scheint mir jetzt das oben Band 58 p. 454 noch unerklärt 
gebliebene U2Janisä auf *upanii>'i'ä zurückzugehen , zu 'dem sich das von ver- 
schiedenen Präkritformen vorausgesetzte *«/Vr(7 stellt. * Das buddhistische Wort 
upa7usad wiivo durch eine „Volksetymologie" aus jenem tipcniisä hervorgegAugeu. 



102 Leumann, Über die einhehnischen Sprachen von Ostturkestan. 

viertel nicht genau mit der dafür bestimmten Kolumne zu- 
sammen , sondern reicht mit einer oder zwei Silben in eine 
benachbarte Kolumne hinein. Es ist also nicht anders zu 
erwarten, als daß unsere ursprünglich wohl ebenfalls in vier 

5 Kolumnen geschriebene Liste einige Titel aus einer Kolumne 

in die nächste hinübergreifen läßt. Dagegen wurde offenbar das 
Verteilen eines Titels (wie auch eines Strophenstückes) auf zwei 
Zeilen durchaus vermieden, weshalb denn auf unserm Fragment 
in den Zeilen 4 und 5 die Schi'ift etwas früher als sonst 

10 anhebt, damit die da jeweils noch unterzubringenden Titel 

auch wirklich Platz finden. Was nun die fehlenden Silben 
unseres Titels betrifft, so bestehen drei Möglichkeiten, sie zu 
ergänzen; die Werke, die gemeint sein können, sind nämlich 
Dvädasalocana, Vairocana[garbha] und Sandhinirmocana. 

15 68 ^ Die merkwürdige Vokalisation wird im nächsten Abschnitt 

ihre ErkläiTing finden. 

69 ^ Es bleibt vorläufig dunkel, ob und wie der gemeinte Text mit dem 

bekannten Suvarnaprabhäsöttama-sütra (dessen Sanskritoriginal 

erhalten und halb herausgegeben ist) in Zusammenhang steht. 

20 70^. Da von diesem Titel nur eine Silbe erhalten ist, so sind der 
Möglichkeiten ihn herzustellen zu viele, als daß es sich lohnen 
würde, sie in Erwägung zu ziehen. 

So waren denn — abgesehen von sonstigen Blättern und 
Blattstücken , die auch noch dies und jenes abwarfen — aus 

25 mehreren Texten Zusammenhänge von beachtenswei'tem Umfange 
und nebenbei die Spur eines Literaturverzeichnisses gewonnen. 

Aber noch anderer Hülfsmittel als der genannten glaubte ich eine 
Zeitlang habhaft zu werden. Hörnle sandte mir nämlich auch osttur- 
kestanische Sanskrit-Fragmente, die ich im Verein mit Dr. Watanabe 

30 untersuchen und bearbeiten sollte. Dieses Studium , über das an 
anderer Stelle zu berichten sein wird, nahm ich um so lieber vor, 
als zu erwarten wai-, daß eine Anzahl Stücke aus Handschriften von 
Texten stammen würden, die teilweise auf ostturkestanisch vorhanden 
sind. Zumal schien es höchst wahrscheinlich , daß das Samghäta- 

3.^ sütra unter den bezeichneten Fragmenten vertreten sein würde, da 
diese doch — als den Sammlungen Hörnle's und Stein's angehörig 
— ziemlich aus denselben Fundstellen stammen, welche Überreste 
von drei Exemplaren der ostturkestanischen Übersetzung jenes 
Textes geliefert haben. Die gehegte Erwartung hat sich nun 

40 freilich nicht bestätigt. Trotzdem dürfte für die Zukunft im Auge 
zu behalten sein , daß die Sanskrit-Funde aus Ostturkestan der 
Forschung gewisse Textstücke zuführen mögen, von denen auch die 
ostturkestanische Üljertragung vorhanden ist und die natürlich zur 
Aufbellung dieser- Übertragung ungleich geeigneter wären als 

•15 chinesische und tibetische Übersetzungen von Nebenversionen. 



Leumann, tber die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 103 

Indem ich die hier in Behandlung stehenden Fragmente in 
den nächsten Abschnitten, soweit es möglich ist, nach Handschriften, 
Blättern und Zeilen zu zitieren beabsichtige, will ich sie im Folefenden 
noch in entsprechendem Sinne alphabetisch ordnen und mit den 
nötigen Angaben bedenken. Voran stelle ich jeweils die in Aussicht 5 
genommenen Abkürzungen : 

gl g2 g3 f(jj. (jig (jj.gi Samghätasütra-Handschriften, 
Jii^ Jn- für die beiden Jnänölkadhärani-Haudschriften, 

' . . ' . 

AP V S für die Handschriften der andern drei identifizierten Texte, 
A B C D E für die Handschriften der fünf Dichtungen, jo 

F Gr H für die Handschriften der drei Prosa-Kompendien. 

Je mit der bloßen Zahl benenne ich das gemeinte Blatt, und auf 
den einzelnen Blättern zähle ich die Zeilen durch , numeriere sie 
also nicht nach Vorder- und Rückseite. 

A 4. Das Petersburger Blatt, von dem oben p. 95 f. gesprochen 15 
worden ist. Zehnzeilig; in »utem Zustande. 

AP 6 — 22. Die siebzehn erhalten gebliebenen Blätter einer Hand- 
schrift , welche die echten Teile der Adhyardhasatikä Pra- 
j n ä p ä r a m i t ä auf Sanskrit und die unechten auf Ostturkestanisch 
bietet. Im Cxanzen werden es 23 Blätter gewesen sein. Die nach 20 
Petersburg gelangten Blätter 6 — 20 sind zum Teil arg beschädigt; 
von den zu Hörnle abgeirrten Blättern 21 und 22 — es fragt sich 
noch, ob das letztere, das eigentlich die Ziffer „2* aufweist, wirklich als 
22 stes gelten darf — ist nur je ein Drittel vorhanden. Alle Blätter 
außer 9 sind zehnzeilig. Von Blatt 9 kommen nur die ersten fünf 25 
Zeilen in Betracht, indem die Rückseite in zwölf Zeilen jene 32 ost- 
turkestanischen Strophen fremder Herkunft enthält, von denen oben 
p. 96 20 die Rede gewesen ist; offenbar hat der Schreiber erst beim Um- 
wenden des Blattes bemerkt, daß die eine Seite bereits beschrieben 
war ; und wohl in der Absicht, das Versehen gut zu machen, ist es so 
geschehen, wenn er den innerhalb der 5 Zeilen der Vorderseite beginnen- 
den Abschnitt auf Blatt 10 wiederholt (so daß 9 3-5 -|- lOi = 10 1-5, 
wobei allerdings die Wiederholung ein paar Zusätze einflicht). 
B 17. Das Hörnle'sche Blatt, von dem oben p. 94 f. gezeigt 
wurde, daß es die Strophen (1)61'' — (1)71^ einer Mahä.yäna-Dichtung 35 
enthält. Zehnzeilig; ziemlich gut erhalten. 

C 50. Das Hörnle'sche Blatt mit den Strophenzeilen x "= — x 7 *= ; 
vgl. oben p. 95. Achtzeilig; leidlich gut erhalten. 
Dl*. Eine mit zwölf Zeilen beschriebene Anfangsseite. Von allen 
Zeilen fehlt rechts nahezu ein Viertel, so daß die auf der vollen Seite lo 
vorhanden gewesenen 32 Strophen große Lücken aufweisen. Nach- 
träglich ist das Blatt als AP 9 zur Verwendung gekommen, weshalb 
auf das unter AP Gesagte vei'wiesen sei. Weiteres oben p. 96 20-20. 
E 2ßO & 335. Zwei sehr gut erhaltene Blätter mit je zwölf Zeilen 
und ebenso vielen Strophen. Auf dem erstem Blatt das kürzere, \'< 
auf dem andern das längere Metrum. Näheres oben p. 96 27-89. 



104 Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 

F 611. Das durch drei Fragmente der Hörnle'schen Sammlung 
vertretene Blatt mit den über die ersten 6 Merkmale Buddhas 
handelnden Darlegungen; 16 zeilig. Ausführliches oben p. 89 — 92. 
G 419 — 427, Die ebenfalls 16 zeiligen Blätter, deren Überbleibsel 

5 oben p. 93 f. erwähnt worden sind. Meine Numerierung beansprucht 
nur, den wirklichen Blattzahlen, die nicht mehr festzustellen sind, 
sich vei-mutlich zu nähern. 

H apr. und H Sil. Die beiden wiederum 16 zeiligen Blätter, von 
denen, wie oben p. 94 14-17 dargelegt wurde, das eine über die apra- 

10 ??iä?ia-Tugenden und das andere über die slla-2)äramitä handelt. Das 
eine hat links ein knappes, das andere ein reichliches Drittel verloren. 
Jn^ 2 — 6. Die fünf gut erhaltenen Blätter einer Jnänölka- 
dhärani- Handschrift der Petersburger Sammlung. Wäre Blatt 1 
vorhanden , so würde die Handschrift vollständig sein. Es ist in 

15 der Handschrift der Text ins Ostturkestanische übersetzt mit Aus- 
nahme der beiden Mantra's , die im Originalwortlaut übernommen 
werden ; der erste Mantra reicht von 3 ü bis 4 , der zweite von 
5 8 bis 67. Die Blätter sind 10 zeilig. 
JÜ- 3 &: 4. Die aus einer zweiten JöänölkadhäranT-Handschrift 

20 stammenden beiden Blätter der Hörnle'schen Sammlung; gleichfalls 
10 zeilig. Von Blatt 3 (das sich, wenn vollständig, decken würde 
mit Jn^ 3 5 — 4 7) ist nur die linke, von Blatt 4 (das bis Jn^ 5 ;> 
reicht) nur die rechte Hälfte erhalten. Vgl. noch oben p. 85 21 f. 
S^ 8. Das in gutem Zustande befindliche achte Blatt einer die 

25 ostturkestanische Übersetzung des Sani g hält asütra enthaltenden 
Handschrift. Die ganze Handschrift muß 70 oder 71 Blätter umfaßt 
haben, was sich bei Zuziehung der sofort zu nennenden vier Blätter 
sowie der drei in China und Tibet veranstalteten Übersetzungen 
des Textes ermitteln läßt. ^) Das Blatt ist 12 zeilig und gehört 

30 zur Stein'schen Sammlung (weshalb es bei Stein ,Ancient Khotan** 
auf der obern Hälfte von Tafel CX photographiert ist). 
S- 19. 145. 149. 152. Die vier 10 zeilig eingerichteten Blätter 



einer gleichfalls die ostturkestanische Übersetzung des Samghäta- 
sütra enthaltenden Handschrift. Blatt 19 hat am untern Rande 

35 etwas gelitten, 145 und 149 sind wohlerhalten; 152 ist das sehr 
beschädigte Schlußblatt der Handschrift, das in der dritten Zeile der 
Vorderseite die Übersetzung beendigt, worauf mit den fünf Zeilen der 
Rückseite die ostturkestanische Übersetzung eines neuen Textes be- 
ginnt. Die Blätter gehören zur Stein'schen Sammlung (19 und 149 

40 sind daher photographiert auf Tafel CXI von Stein's „Ancient Khotan''). 
S" 30 — 43. Die fünf 12 zeiligen Blätter einer abermals die ost- 
turkestanische Übersetzung des Samghäta-sütra enthaltenden Hand- 
Schrift. Durch eine Vergleichung sowohl mit S- wie mit dem 
Chinesischen und Tibetischen läßt sich bestimmen, daß die Handschrift 



1) Die früher Cp. C55 42-4i:) angestellte Berechnung führte, weil sie bloß die 
cliinesisclu-n Übersetzungen verwertete, auf eine zu hohe Blättersumme. 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 105 



im Ganzen aus vermutlich 147 Blättern bestanden hat. Jedes der fünf 
Blätter ist in gutem Zustande ; sie gehören zur Hörnle'schen Sammlung.^) 
8 123—127 k 130—132. Die acht 10 zeilig angelegten Blätter einer 
Handschrift der ostturkestauischen Übersetzung des Süramgamasa- 
mädhi-sütra. Überall fehlen die Zeilen 1 und 10 sanz, und von 5 
den übrigen ist je höchstens eine in die Mitte fallende Hälfte vorhanden. 
Man kann deshalb, da das Werk im Sanskrit verloren ist, nur vom 
Chinesischen und Tibetischen aus ungefähr bestimmen, welche 
Blattzahlen anzusetzen sind, und es mag sein, daß meine so be- 
rechnete Numerierung von der wirklichen nicht wenig abweicht, lo 
Zur vollen Handschrift dürften etwa 180 Blätter gehört haben. Vom 
Papier und von den im Text vorkommenden Namen war oben p. 93 
die Rede. Bemerkt sei noch, daß die chinesische Übersetzuncr des 
Werkes bei Nanjio als Nr. 399 katalogisiert ist und daß Leon Feer, 
der die tibetische Übersetzung auf p. 249 verzeichnet, in einer 15 
beigefügten Note unser Süi'amgamasamädhi-sütra verwechselt mit 
dem gänzlich verschiedenen Süramgama-süti'a, das nur in China 
vorzukommen scheint (als Nanjio's No. 446) und von dessen zehn 



1) Wie sich die gesamten Samghätasütra-Blätter auf den Text verteilen, 
wird am deutlichsten, wenn hier noch festgestellt wird, welche Zeilen ihnen im 
Berliner Exemplar der tibetischen Übersetzung und in der Tokio-Ausgabe der 
altern chinesischen Übersetzung entsprechen, f 







Tibetisch 


e Übersetzung 


Ältere 


chinesische Über 






Berliner Exemplar 




Tokio-Ausgabe 188? 


Si 


8 


Zeile 


99—115 




Zeile 


43—49 


S2 


19 


T 


124—131 




« 


53—56 


s» 


39—43 


71 


277—313 




r 


123—139 


S2 


145 


1) 


1030—1037 




» 


496—499 


s^ 


149 


V 


1061—1069 




T) 


509—512 


S2 


152 


V 


1084 f. . 




n 


520 



Wenn der Verfasser der altern chinesischen Übersetzung von Nanjio 
yUpasünya" genannt wird, so ist dies, wie mir Dr. Watanabe mitteilt, nur halb 
richtig; der Name laute vielmehr Urdhvasünya, da im Chinesischen dafür 
„Hoch-Leer" stehe. Bezüglich der jungem chinesischen Übersetzung mag hier 
zu Band 61p. ööö^j^ berichtigend bemerkt werden, daß sie in der Tokio-Ausgabe 
nicht 680, sondern 610 Zeilen umfaßt, also nur um ^/g breiter angelegt ist als 
die ältere. 

t Die Blätter der tibetischen Übersetzung sie reicht von 

fol. 3OO2 — 367y haben stets 16 Zeilen; die der chinesischen 

fol. 90jQ — 1042 ^^ Zeilen, ausgenommen: 

fol. 90 9 Zeilen fol. 100 38 Zeilen 

« 92 34 r ,. 101 33 r 

>. 94 35 r ,. 102 36 v 

r 98 36 i> n 103 39 r 

r. 99 39 » T, 104 21 r 

Hiernach läßt sich leicht berechnen, daß z. B. die Übersetzung von 
S» 39—43 tibetisch auf fol. 317g bis 3193, chinesisch auf fol. 93.]q 
bis 94 jg zu finden ist. Für eine andere als die genannte Hand- 
schrift resp. Ausgabe wäre die nötige Zeilen-Umrechnung vorzunehmen. 



106 Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan, 

Teilen Beal in seiner Catena p. 286 — 369 die ersten vier ins 
Encrlische übersetzt hat. 

V 8 & 171. Die beiden ziemlich gut erhaltenen Blätter einer die 
ostturkestanische Übersetzung des Vimalakirtinirdesa-sütra 

5 enthaltenden Handschrift. Die volle Handschrift wird 181 Blätter 
umfaßt haben; wenigstens führen auf diese Zahl die drei chinesischen 
Übersetzungen des Textes, von denen die zweite in 13 Heften der 
reizend illustrierten Monatsschrift „Hansei Zasshi" durch Ohara 
etwas frei ins Englische übertragen worden ist^). Unsere Blätter 

10 sind 8 zeilisr und crehören zur Hörnle'schen Sammlung. 

Dem Leser wird deutlich genug geworden sein, wie Vieles in 
diesem ganzen der Literatur gewidmeten Abschnitte auf der freund- 
lichen Mitarbeit Dr. Watanabe's beruht. Er hat mir wahrlich 
unmittelbar nach dem Abschluß seiner Straßburger Studien ein 

15 wertvollstes „Schülergeschenk" darzubringen vermocht, was mich daran 
erinnert, wie ich selber vor Zeiten als junger Doktor meinem ver- 
ehrten Lehrer Albr echt Weber beim Veröffentlichen der be- 
kannten Abhandlung „Über die heiligen Schriften der Jaina" be- 
hülflich sein konnte. Möge der Sohn der Ferne, wenn er dereinst 

20 die gelehrte Tradition, die ihn über mich hinaus mit Albrecht Weber 
verbindet, in der Heimat auf ein folgendes Geschlecht überträgt, 
von seinen Schülex'n ernten, was er als Schüler gesät hat! 



Abschnitt II. Interpretation verschiedener Textproben. 

Im letzten Abschnitt zeigte sich, wie zu einer größern Anzahl 
25 von arisch-ostturkestanischen Blättern und Blattstücken die inhaltlich 
entsprechenden Partien der chinesischen und tibetischen Literatur 
ermittelt worden sind. 



1) Die Hefte sind_XlII (1898) 2—12 und XIV (1899) 2 und 3. Im 
ersten dieser Hefte gibt Ohara eine Einleitung, wobei er den Inhalt der vierzehn 
Kapitel des Textes kurz skizziert. Die folgenden Hefte enthalten dann im 
allgemeinen je ein Kapitel , nur XIII 4 und XIV 3 je deren zwei. So findet 
man die einzelnen Kapitel an folgenden Stelleu: 

I in XIII 3 p. 121—132' VI in XIII 7 p. 307—3121 XI in XIII 12 p. 490—497 

II ^ »4 p. 16G— 169| VII 7. 7, 8 p. 335—342 XII t- XIV 2 p. 44 — 50 

III » n \ p. 170 — 182i VIII T, ,1 9 p. 373— 380 XIII t r, 3 p. 41— 4G 

IV 1. r 5 p. 219— 229' IX n » 10 p. 411 — 415 XIV •- » 3 p. 46— 48 
V « j- G p. 2CG — 274, X « ^ 11 p. 453—459 

In Oharas Einleitung ist der Anfang mit seiner frischweg auf die 
legendarischen Daten des Textes sich stützenden Argumentation von psycho- 
logischem Interesse-, er lautet: 

Among the many Buddhist scriptures translated from Sanskrit 
into Chinese, in early times, the VimalakTrti Sütra is one of the 
most important and interesting : first, because VimalakTrti was one 
of the primitive disciples of our Lord, the Buddha; and, second, 
because it was assented to by the Master. 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturkestan. 107 

Das Studium unserer Sprache kann sich also jetzt sozusagen 
einiger Eselsbrücken bedienen. Aber freilich — so einfach ist es 
dadurch doch noch nicht geworden, daß es etwa einer mit Über- 
setzungen hantierenden Sekundaner- Präparation gleichkäme. Vielmehr 
vermag das Verständnis nur bei zähester Aufmerksamkeit und in 5 
langsamstem Tempo vorzurücken ; denn die Worte und Wörtchen 
sind in der Schrift, die selber wieder ihre Tücken hat, nicht von- 
einander getrennt und die Sätze wegen Schadhaftigkeit der Blätter 
vielfach unvollständig; auch hat die ostturkestanische Diktion selbst- 
verständlich ihre annoch unbekannten Eigenheiten und eine jede lo 
Übersetzung ihre Freiheiten. Man muß daher meist verschiedene Zu- 
sammenhänge miteinander vergleichen und verschiedene Möglichkeiten 
untereinander abwägen, ehe irgendein Resultätlein, das dem Wörter- 
buch oder der Grammatik zugute kommt, in die Augen springt. 

Der Leser wird es mir also nachsehen, wenn ich vorläufig i5 
nicht im Stande bin, ihm den Aufbau der in Rede stehenden 
Sprache in systematischer Folge und Vollständigkeit zu schildern. 
Ich kann nur crleichsam zu einem Rundcjang einladen, bei dem ich 
auf Dincre hinweisen will, die mir bisher klar creworden sind oder 
über die ich weniarstens eine Vermutung äußern zu dürfen aflaube. 20 

Probeweise sei zunächst einmal dem ersten der fünf Stein'schen 
Samghätasütra-Blätter eine Stelle entnommen, die nach links durch 
eine große und nach rechts durch eine kleine Interpunktion abge- 
grenzt ist. Die einzige graphische Besonderheit, die darin vorkommt, 
ist das über die Silbe gesetzte Kreuz, welches, wie andere Stellen 25 
lehren, die gleiche Bedeutung wie die beiden ai-Striche hat, weshalb 
ich es durch ai in Kursivdruck wiedergebe. Die große Inter- 
punktion ahme ich durch zwei senkrechte Linien, die kleine durch 
unser Komma nach. 

S^ 8 2 f. (Stein's Werk, Tafel CX, zweite und dritte Zeile des 30 
obern Bildes) : 

[j ttltäväsarvbasürämästäbalysüilavüysa«* äysannapanatäsyandaisu 
tivätäpi'ahonuprahostehvarandauysänüsandovästätekämuhälaugya 
stäbalysä ästähälstonamasäte uhamjudastanätegyastänug3'astuba 
lysuttabraste, 35 

In der ersten chinesischen Übersetzung entspricht Folgendes: 

Dann Sarvaöüra bodhisattva mahäsattva, von seinem Sitze auf- 
stehend und nackt machend die rechte Schulter, das rechte Knie 
setzend auf den Boden, mit gefalteten Händen zu Buddha spricht. 
Die zweite chinesische Übersetzung bietet: 40 

Dann Sarvasüra bodhisattva mahäsattva, mehr und mehr er- 
höhend die Verehrung, das rechte Knie setzend auf den Boden, 
verehrend des Herrn Füße , vorwärtssfehend zu Buddha sagt. 
Aus dem Tibetischen gewinnt man, wenn die in Betracht kommende 
Stelle Wort für Wort ins Sanskrit umcresetzt wird, folgende Fassung: 45 
atha bodhi-sattvah sattvo mahän Sarva-süra äsanäd i;tthäya 
uttar'äsangam an,isa ekasmin krtvä jäuuno daksinasya mandalaiu 



108 Leumann, Vier die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 

prthivyüm pratisthäpTa bhagavän yatra tatra stbäne 'njalim 
pranamya bhagavantam etad väk^^am ity aprcchat. 
Stellen von grleicheni oder ähnlichem Inhalt sind bekannt 
genug aus Texten, deren Sanskritoriginal erhalten ist. Und wenn 
5 man prüft, wie solch andere Stellen im Tibetischen wiedergegeben 
sind, so läßt sich mit annähernder Sicherheit folgern, welches Aus- 
sehen die unsrige Stelle im Sanskrit wirklich gehabt haben muß. 
Weil zum Beispiel eine in der tibetischen Übersetzung des Lalita- 
vistara begegnende Stelle (ed. Foucaux p. 341i8f) fast wöi'tlich mit 
10 der tibetischen Form unserer Samghätasütra- Stelle übereinstimmt, 
so werden auch die bezüglichen beiden Sanskritvorlacren einander 
entsprechend ähnlich gewesen sein ; und man kann also aus der 
einen Sanskritvorlage (ed. Lefmann p. 397 7 f) die andere erraten. 
Das echt sanskritische Wortsfefücfe, das man so erhält, weicht 
15 natürlich erheblich ab von der vorhin mitgeteilten Eückübersetzung, 
bei der ich geflissentlich die tibetische Syntax beibehalten habe. 
Es lautet: 

atha khalu Sarvasüro bodhisattvo mahäsattva äsanäd utthäya 
ekämsam uttar'äsangam krtvü daksina-jänu-maiidalam prthivyäm 
20 pratisthäpya yena bhagaväms tenanjalim pranamya bhagavan- 

tam etad aprcchat. 

Während die ostturkestanische Silbenreihe für sich allein be- 
trachtet bloß den Namen Sarvasüra erkennen läßt, liefert sie in 
Verbinduncr mit den drei Parallelversionen und der vorstehend 
25 erschlossenen Originalstelle sofort eine Anzahl von Ausdrücken. 
■ Zu denen, die schon oben p. 656 f. ausgehoben sind, treten hinzu 
die Verba namasäte „er verehrte" und brasfe „er fragte''. Und 
weil mit diesen Verben die Silbengruppen prahoste und västäte 
der Bildung nach übereinstimmen, so dürften sie ebenfalls Verba 
30 darstellen : pralionxi prahoste müßte, da in der vom sechsten Merk- 
mal Buddha's handelnden Stelle in F 611 15 die Worte 
plsänu abyamga usbrutemäte ysnänä prahaunä 
oöenbar so viel wie 

gux'üriäm abhyangäh samvä,hanam snänam vastrain 
35 bedeuten^), einigermaßen synonym mit vastram vastrayitvä seiu, und 
västäte könnte, da die Vokale ä und i, wie schon p. 656^ erwähnt 
wurde, gleichwertig sind, vor der Wurzel sthü das Präfix vi haben 
und ein Absolutivum 2^^'<^iisthäpi/a wiedergeben. Ja selbst ^^(tnatä 
seheint in die Reihe dieser Verlja hineinzugeboren, da auch sonst 



1) In der Bodhisattvabhümi-Handschrift ist die betreuende Stelle großen- 
teils weggebrochen. Sie wird, da Dr. Wogihiira's Transkript noch die Silben 

gurünäm cliädanilni 

bietet, nach Ausweis des Ostturkestauischen uud Chinesischen ungefähr 

guriiiirim abhyai'itia-samvrihana-snfin'-iichädanäni 
gelautet haben. Wer die Handschrift selber einsehen kann, dürfte im Stande 
sein, den Zusammenhang genau wiederherzustellen. Auch das Tibetische würde 
vielleicht helfen können. 



Leumann, Über die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 109 

zuweilen ä statt schließendem e angetroffen wird^); es würde sich 
um eine mit dem Präfix ^;»ra versehene Form der Wurzel nam 
handeln, wobei allerdings die Bedeutung ungleich dem sanskritischen 
Sprachgebrauch irgendwie mit utthüya zusammenstimmen müßte. 
Noch unentschieden mag einstweilen bleiben, ob all diese Yerba 5 
als dritte Personen des medialen Aorists oder als maskulinische 
Nominative des aktiv gebrauchten Vergangenheitspai'tizipiums auf- 
zufassen sind, ob also beispielsweise braste syntaktisch im Sanskrit 
einem (qjrühslt oder einem prstavän entspricht. 

Nach Zurateziehung weitererZusammenhänge wird ferner deutlich, lo 
daß auf die beiden Epitheta Sarvasüra's {bodhisattva und tnahäsattva) 
im Ostturkestanischen die Worte „mästä balysü ilavüysa?'" entfallen. 
Und da mästä nach Ausweis mehrerer Stellen = tnahän ist und balysü 
navüj/sai häufig (z. B. oben p. 93 Schluß) im Sinne von bodhi- 
sattvah vorkommt, so ist offenbar das auch für sich allein zur Yer- 15 
Wendung gelangende Wort balysü als „sattvah" sowohl nach links wie 
nach rechts verbunden : man hat die beiden Epitheta umgestellt und 
jenes Wort nur einmal gesetzt; navüysai würde also dem bodhi- 
gleichkommen, und es fragt sich, ob und wie dies sein kann. 

Da ist nun festzustellen , daß die Endungen ai und au sich 20 
auf eine unerwartete Weise an die schon im ersten Teil dargreleofte 
a-Flexion anschließen lassen. Als eine Abart der a-Stämme vom 
Typus balysa „Buddha", so zeigt sich, besitzt das Ostturkestanische 
Stämme , in denen dem a ein anderes a vorangeht , das dann im 
Nominativ mit ä zusammen zu a^', im Akkusativ mit u zusammen 25 
zu au und in andern Kasus mit a zusammen zu ä verschmilzt. 
Um das Nebeneinander der a- und oa-Stämme zu verdeutlichen, 
wähle ich als Paradigma einerseits das auch im Iranischen vor- 
kommende und vielleicht von da entlehnte Substantiv data „(geist- 
liches) Gesetz" = „Lehre" (synonym mit dharma) und andrerseits 30 
das von jenem Substantiv abgeleitete Adjektiv dätlnaa „auf die 
Lehre bezüglich" {dharmya). 



a- Stamm 



Sing. 


Nom. 


data 


dätlnai 




Akk. 


dätu 


dätlnau 




Lok. 


data 


dätinai 


Plur. 


Nom. 


data 


dätlnä 




Gen. 


dätänu 


dätlnünu 



aa Stamm 



35 



Iqi Gegensatz zu balysa ist data offenbar ein ursprüngliches 
Neutrum; allein das Ostturkestanische scheint die alten Besonder- -lo 
heiten der Neutral-Flexion gänzlich aufs^eweben zu haben. Nur 
insofern mag diese Flexion noch nachwirken , als das kurze a des 
Nominativ pluralis (in data „die Lehren" und balysa „die Buddha's") 
lautgesetzlich wohl eher auf den urarischen Neutral -Ausgang -ä 



1) Auch das Umgekehrte kommt vor, wie -matre in der nächsten Fuß- 
note zeigt. 



110 Leumann, TJber die einheimischen Sprachen von Ostturhestan. 



als auf den urarischen Maskulin -Aussfanor -as zurüekojeht. Da in 
Versen — aber nicht etwa inetri causa ^ sondern anscheinend 
einfach in archaistischer Weise — der Nominativ pluralis sowohl 
bei ursprünglich maskulinen wie bei ursprünglich neutralen a- 
5 Stämmen crelewentlich auf ä endigt^), so wäre anzunehmen, daß in 
älterer Zeit -a als Neutral- und -ä als Maskulin -Ausgang neben- 
einander bestanden hätten, daß aber beim Schwinden der Geschlechts- 
unterschiede jedes Gefühl für den Sinn jener Quantitätsalternative 
verloren crewancren wäi'e, so daß denn in der Prosa -a als alleinige 

10 Pluralendung durchdrang, während -ä in der Poesie wenigstens 
noch ab und zu nachklingt. 

Nach dem Gesagten wird navüysai als ein adjektivischer 
Nominativ zu balysü gehören, und weil in dem Worte die Bedeutung 
von hodlii- stecken soll, so darf wohl die Verbindung bah/sü 

15 navüysai im Sanskrit etwa durch sattvo hodhikah nachgeahmt 
werden. Eine solche Ausdrucksweise ist um so weniger über- 
raschend, als anscheinend ziemlich jedes sanskritische Determinativ- 
kompositum von der Art wie bodhi-sattva „Erkenntnis- Wesen", 
das heißt also jedes, dessen erstes Element im Genitivverhältnis 

20 zum zweiten steht, im Ostturkestanischen in einen Doppelausdruck 
bestehend aus Adjektiv + Substantiv aufgelöst wird. Beispielsweise 
ist auf unserm Blatte im Sinne von „Sünden-Masse" — wir würden 
sagen „Sündenlast", im Sanskrit dürfte etwa loUiia-samcaya oder 
karma-samcaya gestanden haben — „sündige Masse' zu lesen: 

25 im Nominativ heißt es „kädägäninaz hambisä", im Akkusativ 
„kädägäninau hamblsu" ; und auf dem Blatte S'" 39 begegnet zweimal 
der Nominativ „puülnai hambisä" = ,die verdienstige Masse", das 
heißt „die Verdienst- Masse", was im Original ininya-samcayah 
oder punya-samblmrah oder punya-räsili gelautet haben wird. 

.so Es dürfte sich empfehlen , die syntaktische Eigentümlichkeit, 

die soeben zur Sprache kam , noch genauer zu verfolgen. Aber 
ehe ich die Gefährten, die meinem Interpretationsrundgang bis 
hieher gefolgt sind, zum Weiterschreiten auffordere, lassen sie sich 
vielleicht eine Erholungspause gefallen. Ich würde inzwischen in 

35 mein Arbeitskabinett zurücktreten können , um für die weitere 
Demonstration mich ordentlich vorzubereiten. 



1) Die oben p. 94 30-32 übersetzten Verszeilen von B 17 lauten: 

bisi sajna-mätre lovä, 

bisi sajria-mäträ balysä, 

bisi sajna-mätr.ä kseträ. 
Das wiire auf Sanskrit: 

visval.i samifiä-mätro lokab, 

visve saminä-iniiträ buddliäh, 

visväni samjn.ä-niäträni kseträni. 
Mit Ausnahme von halyaa , Buddha" und biia ^all" scheinen zwar in den 
drei Zeilen lauter indische Lehnworte vorzuliegen; aber ihre Flexion ist jeden- 
falls ostturkostanisch. 



111 



Eine fremdartige Schrift. 

Von 

Friedrich Preisig-ke. 

Das Urkundenfragment, das die Abbildung auf der nächsten 
Seite zeigt, gehört der „Wissenschaftlichen Gesellschaft in Straß- 
burff". Es crelangte in den Besitz der Geseilschaft zusammen mit 
einer größeren Anzahl von Papjrusfragmenten , die im Sommer 
1907 durch Vermittelung des Papyruskartells vom Händler Stamati 5 
Skopelitis in Cairo gekauft worden sind. Die Papyrus, welche in 
einem Blechkästchen — wie das allgemein üblich ist — nach 
Straßburg kamen, wurden mir zum Aufrollen übergeben. Nachdem 
ich die größeren Fragmente aufgerollt und geglättet hatte , fand 
ich, mitten zwischen winzigen Papyrusfetzen, die zahlreich den Boden 10 
des Blechkästchens bedeckten, das hier abgebildete Fragment. Das- 
selbe war parallel zur Zeilenrichtung zweimal zusammengefaltet : 
in dieser Beschaffenheit maß es 2^/o cm in der einen Richtung und 
1 cm in der anderen (Falt-)Richtung. Auseinandergefaltet mißt 
das Blatt 2^/2 zu 2 cm. Die Papyrus des Kästchens enthielten 15 
griechische Urkunden , einige aus dem 2. , die meisten aus dem 
3. Jahrhundert n. Chr. 

Der Beschreibstoff unserer Urkunde ist kein Papyrus, denn die 
Papyrus sind stets durch Aufeinanderlegen zweier senkrecht zu 
einander stehenden Schichten von Papyrusstreifen hergestellt worden; 20 
unsere Urkunde aber hat diese beiden Schichten nicht. Ich möchte 
den Beschreibstoff für den Teil eines gewachsenen Blattes halten, 
etwa für ein Stück Schilf- oder Palmblatt. Dafür , daß wir kein 
Kunsterzeugnis, sondern ein natürlich gewachsenes Blatt vor uns 
haben , spricht vor allem der Umstand , daß die Faserrichtung auf 25 
beiden Blattseiten die nämliche ist. Die Fasern sind außerordent- 
lich zart, so daß man sie mit bloßen Augen kaum wahrnehmen 
kann : der Beschreibstoff erscheint auf beiden Blattseiten dem Ausfe 
gleichmäßig glatt und eben, wie das bei den Papyrus niemals auch 
nur annähernd der Fall ist. Zwei in der Faserrichtung deutlich so 
hervortretende Streifen rühren von den Faltungen her. Betrachtet 
man die Fasern durch die Lupe , so sieht man auf der einen 
(Schrift-)Seite zahlreiche , streng parallel zu einander verlaufende. 



112 Preisighe, Eine fremdartige Schrift. 

bei richtiger Beleuchtung schärfer sich abbebende Kippchen , auf 
der anderen (unbeschriebenen) Seite in derselben Richtung ver- 
laufende, weniger scharf sich abhebende, mehr fleischig aussehende 
Fasern. Sämtliche Rijipen und Fasern haben dieselbe Struktur, 
5 es finden sich nirgends stärker hervortretende Rippen oder Ab- 
zweigungen. Das alles spricht für Schilf- oder Palmblatt. Was 
die Schrift betrifft, so ist eine Fälschung nicht anzunehmen. Ein 
Fälscher hätte den zahlreich in Ägypten zur Verfügung stehenden 
Papyrus zu Hilfe genommen , der ihm geläufig und dem Käufer 
10 bekannt ist, nicht einen Beschreibstofi", wie er uns vorliegt. Der 
Schreiber benutzte keinen Pinsel, sondern eine gespaltene Feder 
aus Rohr oder dergleichen , denn mehrere Grundstriche zeigen 

deutlich, daß die Tinte den Grundstrich nicht 
rj^-T^gy». voll füllte, sondern nur rechts und links die 
/ * %X^ aufdrückende Feder begleitete, die Mitte des 
•\ Spaltes aber ziemlich leer ließ. Das Fragment 
•Lf^'i/it^ enthält zwei Zeilenreste, die Rückseite ist 
1^, J^ » yC unbeschrieben. Die geradlinige Kante der 
____^__^J^^__^ einen Seite des Blattes (in der Abbildung 
die linke Seite) und der Abstand beider Zeilen 
von dieser Kante machen es wahrscheinlich, daß dieses der ursprüng- 
liche freie Rand des Schriftstückes ist und daß die hier stehenden 
Schriftzeichen die Zeilenaniänge oder Zeilenenden sind. Die Ab- 
bildung beruht auf einer von mir gefertigten Abzeichnung (Pause), 
25 die auf Grund einer mit der Lupe vorgenommenen Prüfung den 
Federzug des Schreibenden deutlicher hervortreten lassen soll. Die 
Veröffentlichung geschieht in der Hoönung, daß unter den Gelehrten 
jemand sich finden wird, der die Schriftzüge , deren Zuweisung an 
eine der bekannten Schriftarten bisher nicht gelungen ist, deuten 
30 kann. 




113 



Von Paniui zu Phaedrus. 

Von 

Johannes Hertel. 

Die Griechen selbst erklären die Tierfabel, die bei ihnen eine so 
freundliche Aufnahme gefunden hat, schon dadurch als ein asiatisches 
Produkt, daß sie dem Äsop asiatische Abkunft zuschreiben. Sicher 
ist, daß ein großer Teil der besten griechischen Fabeln aus Indien 
stammt. Häufig sieht man die Herkunft solcher Erzählungen schon 5 
den in ihnen verwendeten Tieren an. 

Eines der bekanntesten Tiere , die schon das Altertum aus 
Indien bezog, ist der Pfau. Er spielt die Hauptrolle in den Fabeln 
Babr. 65 {Taag '/.cd yEQavog, vgl. Halm 397. 397 b); Halm 398 
(Tccojg y.cd 'Aoloiog); Phaedrus III, 18 (Pavo ad lunonem de voce 10 
sua). Die bekannteste Fabel ist die von der Krähe , die sich mit 
Pfauenfedern schmückt, Phaedrus I, 3, Babrius 72; vgl. die weiteren 
Nachweise bei Ci'usius , welche zeigen , wie weit diese Erzähluncr 
verbreitet war. 

Für keine von diesen Fabeln , die bei der Bekanntschaft der 15 
Alten mit dem Pfau in Europa oder in Indien entstanden sein 
können, ist bis jetzt meines Wissens eine indische Parallele nach- 
gewiesen. Verf. glaubt zum mindesten wahrscheinlich machen zu 
können , daß die zuletzt genannte in Indien schon in alter Zeit 
bekannt war. ao 

1, Phaedrus erzählt , eine Krähe habe sich aus Eitelkeit die 
ausgefallenen Federn eines Pfauen angesteckt und sich stolz von 
den Ihrigen abgesondert, um sich unter die Pfauen zu mischen. 
Diese rissen ihr die Pfauenfedern aus und jagten sie fort; aber als 
sie zu den Ihrigen zurückkam, wurde sie auch von ihnen abgrewiesen. l'ö 

Wie gewöhnlich ist der entsprechende Bericht bei Babrius viel 
hübscher, aber inhaltlich weniger ursprünglich, als der des — für 
uns glücklicherweise! — poetisch wenig beanlagten und daher 
seinen Quellen treuer folgenden Phaedrus. 2. Nach Babrius näm- 
lich laden die Götter durch Iris alle V^ögel zu einer Schönheits- 30 
konkurrenz. Die Vögel waschen und putzen sich an einem Bergquell, 
und die Federn, die ihnen dabei ausfallen, steckt sich ein Kabe — 
y,oXoLog . . . yeQcov , y.0Q(av)]g viog — an. So erscheint er vor den 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 8 



\1^ Uertel, Von Panini zu Fhaedrus. 

Göttern in so herrlichem Gewand , daß ihm Zeus schon den aus- 
gesetzten Preis zuerkennen will, als die Schwalbe, Athene's Vogel, 
den Trug merkt und dem Betrüger ihr Eigentum auszieht. Die 
Turteltaube , die Drossel , der Häher , die Haubenlerche , der Falke 

5 und die anderen folgen ihrem Beispiel, und der Betrüger ist entlarvt. 

In der vorstehenden Fassung treten an die Stelle des Pfaus, 

der nicht einmal genannt wird, allerlei andere Vögel.. Daß aber 

der Pfau ursprünglich in die Fabel gehört, wird durch eine andere 

Fassung derselben gewiß, die sich im Barlaam findet. S. 105 des 

10 dritten Bandes seiner Bibl. des ouvrages arabes gibt Chauvin daraus 
folgenden Auszug: 

3. ün marchand etranger (Bouddha) ayant dit ä la vue des 
tresors d'un roi qu'il lui manque un paon (la foi), qu'il lui decrit, 
le vizir (l'idolätre) charge d'en procurer un et voulant s'approprier 

15 l'argent destine ä cet achat , acquiert un corbeau (l'heresie) , qu'il 
teint. Le marchand etant de retour avec deux paons, le vizir 
pretend que ce sont des oiseaux de malheur et que le sien est 
seul le veritable. Mais le marchand, en l'arrosant d'eau chaude, 
fait voir que ce n'est qu'un corbeau ; cette eau , au coutraire , ue 

20 change rien au paon. 

Chauvin verweist auf Kuhn's Barlaam und Joasaph 29, 30 u. 31 ^). 
Auf S. 31 gibt Kuhn eine vollständige Übersetzung unserer Tier- 
erzählung, die er unzweifelhaft richtig mit dem Bäveru - Jätaka 
(Nr. 339) identifiziert. Der Inhalt dieses Jätaka ist kui'z folgender: 

25 4. Kaufleute bringen auf dem Mast ihres Schiffes eine Orien- 

tierungskrähe -) mit nach Babylon. Da es in Babylon damals keine 
Vögel gibt, kaufen die Einwohner die Krähe für teures Geld, setzen 
sie in einen goldenen Käfig und füttern sie aufs beste. Das nächste 
Mal bringen die Kaufleute einen wohldressierten Pfau mit. Diesen 

30 kaufen die Babylonier erheblich teurer , setzen ihn in einen viel 

kostbareren Käfig und füttern ihn noch viel besser, während die Krähe 

verachtet wird und ihre Nahrung auf einem Misthaufen suchen muß. 

In der Anwendung wird die Krähe mit Näthaputta, der Pfau 

mit dem Buddha verglichen. 

35 Lokman 33 hat eine ähnliche Fabel, von der die B.A. IIT, S. 35 

folgenden Auszug gibt: 

5. Une fouine , vetue de la peau d'un paon , vient demander 
ä des poules malades comment elles se portent. „Bien", disent-elles, 
,quand nous ne te verrons plus". 

40 Endlich wären noch zu vergleichen: 



1) Die Stelle B. A. II, 148, 35 (S. 199), auf die Chauvin verweist, lautet: 
Un courtisan raconte ä la cour de l'empereur de la Chine les merveilles de 
Vautruche-^ pour echapper au reproche de mensonge, il s'impose des peines de 
tout genre pour en amener en Chine: ce qu'il eüt evite eu se taisant. 

2) disUkäko. Francis in seiner Übersetzung unrichtig: a foreign crow. 
S. Fick, Die soziale Gliederung, S. 173. 



Hertel, Von Panini zu Phaedrus. Wf) 

6. B. A. 11, S. 106, Nx-. 70 (Kalilah): Un corbeau veut imitet^ 
la demarche de la perdrix et ne reussit qu'ä gäter la sienne, und 

7. B. A. II, S. 173, Nr. 15 (Kitäb assädih wal bägim): ün 
paon^ pris dans un filet , invoque le secours d'un hibou , qui a eu 
des malheurs et qui a ä se plaindre d'un autre paon (?). Le hibou, 5 
le trompant, lui arrache ses plumes et le chasseur laisse partii* le 
paon, desormais sans valeur. Un renard, voyant que le hibou veut 
encore le maltraiter , profite de sa niisfere et l'emporte ; mais il 
persuade ä la femelle du renard de le nourrir jusqu'ä ce qu'il soit 
devenu gras. Ayant recouvre son plumage , il s'envole trompant xa 
un animal ruse^ le renard, apres avoir ete trompe par un animal 
Sans ru^e, le hibou. 

Betrachten wir zunächst die Erzählungen 1 — 6 , so kann es 
kaum einem Zweifel unterliegen , daß die zeitlich älteste , nämlich 
die des Phaedrus, auch die inhaltlich ursprünglichste ist. Alle ihre i5 
Züge finden sich in einer oder mehreren der anderen Fassunsren. 

a) Krähe und Pfau: 1, 3, 4. 

b) Die Krähe verkleidet sich: 1, 2. Vgl. 5, 6. 

c) Verkleidung der Krähe in einen Pfau: 1, 3. Vgl. -5, 6. 

d) Die Verkleidung wird erkannt: 1, 2, 3, 5. Vgl. 6. 20 
Wie in der Erzählung vom blauen Schakal (Tanträkhyäyika 

I, 8, Ksem. v. Mank. I, 7, Kielhorn I, 10, Pürnabhadra I, 11; vgl. 
Benfey § 73; Hertel, WZKM. XVI, 269 und ZDMG. LVII, 655) handelt 
es sich in unserer Fabel um ein Wesen, welches — freiwillisr oder 
unfreiwillig — das Aussehen eines anderen annimmt und durch 25 
dieses Aussehen andere täuscht, bis es dann erkannt wird. Betrachten 
wir unter diesem Gesichtspunkt die beiden buddhistischen Erzäh- 
lungen 3 und 4, so können wir uns kaum dem Eindruck entziehen, 
daß selbst die Buddhisten sich ursprünglich noch genauer an die 
Grundform der Fabel anschlössen. Denn der Näthaputta in 4, der 30 
dem idolätre in 3 entspricht, gibt doch vor, der wahre Religions- 
lehrer zu sein, handelt also , wie der graculus des Phaedrus , selb- 
ständig und bewußt. Im übrigen erweist sich die Erzählung des 
Päli-Jätaka gegenüber Nr. 3 wiederum^) als minderwertig, insofern 
in ihr von der beabsichtigten Täuschung durch Verkleidung in eine 35 
Krähe nichts mehr vorhanden ist. Soviel scheint sich mir also aus 
den bisherigen Erörterungen zu ergeben, daß die Fabel wesent- 
lich in der bei Phaedrus vorliegenden Fassung in 
Indien bekannt war. 

Ich will nun darzulegen versuchen , daß dies bereits in sehr 40 
alter Zeit der Fall war. 

In Heraacandra's Parisistaparvan III,45tf. wird erzählt, daß 
ein König ein wunderbares Roß besitzt, durch welches seine Regierung 
eine höchst glückliche ist. Seine Vasallenfürsten erkennen in diesem 
Roß, das der Obhut eines Jaina-Laien anvertraut ist, die Ursache 45 



1) Vgl. ZDMG. LVII, S. GGl; WZKM. XVII, 298, Nr. 3; ZDMG. LX, 399. 

8* 



llß Hertel, Von Panini zu Phaedrus. 

ihrer Machtlosigkeit sfegen ihren Lehnsherrn, und einer der Minister 
dieser Vasallen erbietet sich , das Roß zu entführen. Zu diesem 
Zwecke verkleidet er sich in einen Jaina-Laien und führt sich als 
solcher bei demjenigen ein, welchem das Wunderpferd anvertraut 
5 ist. Er gewinnt dessen völliges Vertrauen , aber sein Versuch 
scheitert zuletzt. 

Diesen in einen Jaina verkappten Minister bezeichnet Hema- 

candra als ^tiZ^T^^ (80), ^T^T^T^^ (83, 93, 97), lf?r^T^^ 

(90), ^Z^T^^ (95), alles = , Betrug-Laie", d. h. ,Scheinlaie% 
10 „einer, der Laie zu sein vorgibt". Hätte er ein Bild aus der 
indischen Fabel entlehnen wollen, so hätte er kaum ein treftenderes 
finden können, als das unseres „Scheinpfauen", d. h. der Krähe, die 
ein Pfau zu sein vorgibt. Nun lautet Strophe 78 der Erzählung: 

„Darauf begrüßte er mit dem (unter den) Jaina-Laien (üblichen) 
Gruß den Jinadäsa (den Hüter des Wunderpferdes), indem er durch 
Pfauenvortäuschung Laientum zeigte (vortäuschte)". 

Die Wurzel ^^ ist in den Wörterbüchern nicht aufgeführt. 

20 pw kennt nur „=^^T^fT^ Adj. zu täuschen, zu betrügen" und 

,*^H^ m. Betrüger". Aber in dem noch nicht veröffentlichten 
Teil des Tanträkhyäyika kommt die Wurzel dreimal in verbaler 
Funktion vor. Im dritten Buche sagt CirajTvin zum Rabenkönig 

25 „Nun darfst du dich aber nicht durch Verblendung über deine 
Königsherrlichkeit selbst betrügen, indem du denkst: ,Ich habe die 
Königsherrschaft in Besitz genommen'". In der Erzählung III, 8 

heißt der von seiner Frau betrogene Zimmermann (fT^T ^^'IJIT) 

l>cI^^^»Töq'f%rTJT»TTI „dessen Sinn durch verstellte Worte betrogen 

30 worden war", und dasselbe Kompositum erscheint in der Erzählung 

III, 10 vom Froschkönig und der Schlange. Das Wort ist also 

hinreichend belegt, um über seine Bedeutung keinen Zweifel auf- 

kommen zu lassen. Die Gegenüberstellung von ^T^Ti^'Bf^^ und 
(^^?», »TT^T», W?IS fZ°,)^T^^^ machen es zur Gewißheit, 
35 daß ein TT^"^^^^ einer ist, der Pfau zu sein vorgibt, „Pfauen- 
schaft vortäuscht". 

Das PW. führt nun an: „•JT^T^^^ ('T« ; ^») m. P. 2. 1, 72 
= \I(f»T"^"?^ Schol." ; Apte gibt ohne Beleg — also wohl dem PW. 

folgend — die Bedeutung ,a cunning peacock'. 
40 Was wir unter einem , cunning peacock' zu verstehen hätten, 

wäre freilich vollständig unklar. Denn nirgends in der indischen 



Hertel, Von Paninl zu Phaedrus. 117 

odei' einer anderen Literatur ist mir der Pfau als Sinnbild der 
Verschlagenheit vorgekommen i). Das einzige Beispiel für einen 
schlauen Pfauen, welches ich zu nennen wüßte, ist die oben unter 
7. angeführte Erzählung. Aber auch dieses trifft nur halb , weil 
sich in ihm der Pfau zunächst vom Jäger und dann von der Eule 5 
hat übertölpeln lassen ; außerdem ist diese Erzählung bis jetzt 
weniofstens nicht in Indien nachgewiesen. Hemacandra kann auf 
keinen Fall an sie denken , da sich in ihr Vergleichspunkte mit 
seiner Erzählung nicht linden. 

Der C4anapritha führt neben fl^^SEJ^öR noch WT^^^^ an. lo 
Aber ebensowenig , wie für den Pfauen , ist für den Schüler Ver- 
schlagenheit charakteristisch. Deuten wir l^T"^^^^ aber so, wie 

Hemacandra ohne allen Zweifel TT'^'^^^^ deutet, so ist die An- 
spielung sofort verständlich. Es handelt sich um einen , der das 

I^Tt^^'R!, vortäuscht. Der Verfasser des Ganapätha hat vermutlich i5 
an eine Geschichte wie die des Äsädhabhüti gedacht, die sich in 
den meisten Fassungen des Paficatantra findet (Tanträkhyäyika 
I, 3 usw.). 

Daß nun aber der gelehrte Grammatiker Hemacandra die 
wahre Bedeutung dieses grammatischen Schulbeispiels nicht gekannt 20 
haben sollte, ist mehr als unwahrscheinlich. Er muß sogar voraus- 
gesetzt haben , daß es bei seinen Lesern ohne weiteres verstanden 
wurde ; denn nichts liegt ihm ferner, als dunkle Anspielungen. Wir 

1) Da ich nur v. Böhtlingk's 2. Pänini-Ausgabe besitze, bat ich Herrn 
Prof. Hultzsch um Abschrift der Kommentare zu dieser Stelle. Die freund- 
lichst erteilte Auskunft lautet: „Das Mahäbhäshya (ed. Kielhorn, Vol. I, p. 40G) 
erklärt nur, daß in dem Sütra II. 1, 72 das cha die Bedeutung von fva hat. 

Die Siddhantakaumudi bemerkt: TJ^ f^mTcM^ri I THTT^ ^^^Y T^- 

T^^^: I ^^^ \X^\ I Die Tattvabudhini bemerkt hierzu: ^J<^ \fj\ \ 

52T^^t:' \fr{ ^TTW^T^^T^ ^-^^ I ^^ '^^T^^' T^nft- 

ÖEIT^^ II" — Die Siddhantakaumudi gibt also die Erklärung, die auch das 

P\V. verzeichnet. Die Erklärung der „andern", die die TattvabodhinT anführt: 
,ein Betrüger wie ein Pfau", ist ebenso dunkel wie die erstere; man müßte 
ihr denn den Sinn geben: „ein Betrüger, der wie ein Pfau aussah". In 
diesem Falle würde die Meinung der „andern" unsere Erklärung stützen. Jeden- 
falls hatten die Erklärer keine k 1 aro Vorstellung von der Bedeutung des Kom- 
positums. 



118 Hertel, Von Panini zu Pliaedrus. 

werden also nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, daß sich Pänini's 
T^[T^^«F tatsächlich auf die Erzählung von der Krähe bezieht, 
die sich in einen Pfauen verkleidet hat, eine Erzählung, deren 
frühzeitiges Vorhandensein in Indien ja die beiden buddhistischen 
5 Fassungen — oben 3 und 4 — beweisen. Zugleich aber müssen 
wir annehmen , daß Hemacandra die Fabel in einer ur- 
sprünglicheren Fassung kannte, als sie in den beiden 
buddhistischen Rezensionen vorliegt. Denn sein Minister 
führt sich in der Verkleidung eines Jaina-Laien unter den Jaina 
10 ein , um diese zu täuschen , geradeso wie die Krähe bei Phaedrus 
sich unter die Pfauen mischt, um als einer der Ihrigen zu sielten. 
Treffen die vorstehenden Ausführungen das Richtige, so erscibt 
sich, daß die besprochene Fabel in Indien bereits im 4. Jahr- 
hundert V. Chr. bekannt war. 






119 



Von 

Richard Schmidt. 

Die in der Tattvahodhinl vorgebrachte Deutung der ^«^f, der 
zufolge T^r^^^^i als T^ T^ ^^^^ aufzulösen sei, muß auch 
ich von der Hand weisen. Aber die weiteren Zitate daselbst ent- 
halten Kunstausdrücke wie upamäna und sämänyavacana, die uns 
aus der indischen Poetik bekannt sind und uns gemahnen , dort 5 
Umschau zu halten. Da finde ich denn bei Äsädhara (zu Kuva- 
layänanda I, 19) einen für uns sehr nützlichen Hinweis auf die 
auch von Hertel besprochene Stelle Pänini II, 1, 72. In der Er- 

klärung des Schulbeispieles zu der Figur des parinäma — IT^WT 
^J|<9^«i ^^^ TT^^'^^T — sagt er nämlich, in ^l^'St liege ein 10 
Kompositum vor, in dem das Mittelwort fehle (^n^T^T^^^Tn" 
"^''TT^J), sodaß es also in ^1^ ^«T '^^ aufzulösen sei; es komme 
hier aber nicht die Regel des Pänini '^^Kj^'^^lf^' in 
Betracht, weil es sich da um ein rüpahain handele. Das 
Wesen des parinäTna besteht darin, daß die sonst dem Vergleichs- 15 
Subjekte {visaya, in unserem Falle dem Auge) zukommende 
Funktion dem Vergleichs ob j ekte {visayin^ hier also dem Lotus) 
zugeschrieben wird: „Mit dem klaren Augenlotus schaut die be- 
rauschend Blickende". (Ein Lotus kann eigentlich nicht schauen!) 

Im riipaham, (z. B. '^T^ ^"^j Subrahtnanyamrman p. 23) fehlt 20 
dagegen diese Übertragung der dem Vergleichssubjekte zukommen- 
den Funktion auf das Vergleichsobjekt. Weist also Äsädhara die 
Erklärung des 'T^^^t mit T^T T^ ^^^^ ab, so dürfen wir 
darin eine weitere Stütze für Hertel's Deutung sehen. 



120 



B i e s t m i 1 c h. 

Von 

Immanuel Löiv. 

Die Ausdrücke, welche die syrischen Glossographeu für Biest- 
milch bieten, stelle ich zusammen, um die lehrreichen Bemerkungen 
Nöldeke's daranknüpfen zu können. 

1. •^nb, "'Nnb, Nnb d. i. ■'ib, N^b nicht "^rb, wie Dalman 
5 vokalisiert. Targum : jC4n. 18, 8 Gbgr. ^nb Hiob 20, 17. LA. 'rb. 

'N-ib jDt. 32, 14. Hiob 29, 6. Außerdem Nab (so lesen statt N^nb 
Handschriften und ältere Drucke, auch R. Chananel und Aruch) 
Erub. 53 b. 

2. Jck^ BA. 724. DBB. (|:^ 165) 168 (Cod. F: jcii^). 925. 
10 1844. PSm. 4122. Falsch elbä PSm. 3764. Audo zu jo>-.> und 

JJ». Cardahi irrig Jo \C , das Brun neben alvä hat. Audo: J-^\ ) 

^ l*..*2o jLow-^ Jöoii |^\*. too|o izi\^j jLvTiis |i^/ joHJo 

3. Neusyrisch |2)d^ (läim) biestings, first milk of animals 
15 after delivery; auch jöd^ Maclean s. v. Auch Stoddard bei PSm. 

1905 hat JoQ^, worauf Jastrow verweist. 

4. Arabisch LaJÜ! BA. 724 und bei PSm. 4122. DBB. 165. 168. 
925. 1844. 1964. PSm. 198. 4122. Card, zu Jd^. Ein pers. »^ 
ilehice) heißt Colostrum, lac novum quod post foetum mulgetui-. 

20 5. Syi-ische Synonyma: 

a) |i-^ oder ^^. BA. kennt es nicht. DBB. 168. 925 

(Cod. S ji^io). PSm. 1837. Card. 603. Brun: lac primum post 
partum; lac coagulatum. Biestmilch wird ungenau sein. Audo sagt: 
ji'c^^ o^ ^XÄ p \\^ b^- ^ joot» I--JI» jloj- i^voo ix-*6. 



Lötv, Biestmilch. 121 



b) JJx) JJi, JJ2D, pk» Fremdwort? DBB. 168 (hier anch 
o\\^ ) 925 (hier: ]J:d). PÖm. 2125. Brun. Audo II, 55: jjio 
^♦i>:;i Jt-*2D Jl^cinJZ5 Joe»? U*^^ \:^ \^^ Ji^. 

c) jjtiQjO DBB. 168. 925. jls,ju-*JO 165! 1844. PSm. 3764. 
JNa»0 Brun lind PSm.: biestings, first milk after calving. Aber 5 
Audo: Jv^liODj jzi^ JkJi ^^ j-OOiJ w»Ö) Jü^;jOO JISjuVO 

d) jo>% BA. bei PSm. 4122. DBB. 168. 925. 1964. Audo: 
^Ä-^J ^ Jljj |X>*Ä J25\*. Jd^/ |2j-.^. 

e) j*lQ2>, JqÄ^-^ DBB. 1504. 1543 nvxiu = jl.Q£XiÄ nicht lo 
hierhergehörig — PSm. 3055 — sondern: Lab. Zu jLooQio Krauss, 
Lehnwörter 11, 345. 

Nöldeke brieflich: „Dafür, daß L*.i im klassischen Arabisch 

Biest milch ist, könnte ich ein gutes halbes Dutzend guter Belege 
geben. Aber das ist ja unnötig, da die Bedeutung auch für spätere 15 
Zeit feststeht. Für solche Dinge mußten ja auch die Beduinen 
einen bestimmten Namen haben. Höchst wertvoll ist nun Maclean's 

I^C^; das muß echt sein. Natürlich mußten auch die Aramäer 

zu allen Zeiten für die Biestmilch einen eigenen Namen haben, wenn 
das Herdenvieh und die Milch für sie auch nicht die Bedeutung 20 
hatte, wie für die Beduinen. Wichtig ist hier das weiche b; 
das aber zeigt, daß das Wort nicht aus dem Arabischen entlehnt, 
sondern daß die reguläre inneraramäische Lautverschiebung: spiran- 
tische Aussprache der Muta nach Vokalen, wenn sie nicht verdoppelt 
war, hier eingetreten ist. Die Nordost-Aramäer sprachen schon vor 25 
tausend Jahren das ^ wie o (englisch lo). Es würde also keinen 

« 

Unterschied machen, wenn JÖQ^ oder JÖQ^ geschrieben würde. Ob 

u oder i, ist auch nicht wichtig; das 1 geht vor o ("^) natürlich 

leicht in u über, jrsd^ ist also = *i.SNnb, haarscharf entsprechend 

dem arab. Lxi, mit angehängtem Artikel, aber nicht daraus erborgt. 30 

Die Form |c^/ gibt BA. 724 mit ausdrücklicher Erklärung der 

Vokallosigkeit des /; dadurch werden alle anderen Vokalisationen 
hinfällig. Das wird eine mundartliche Form desselben Wortes sein. 



122 Löv:, Biestmilch. 

welches in der Hauptsache , der Erweichung des ^ zu iv, mit der 

neusyrischen übereinstimmt. Da BA. ein Nestorianer ist und im 
Osten gesammelt hat , so darf das nicht verwundern. Da ist also 
aus *NNäb, ^Näb, ^Nbr, : NnbN geworden, denn das auslautende 

T :• ' T-' t:' t:-° ' 

5 ä für das radikale a' zu halten, geht nicht an: es ist die Endunsr 
des st. emph. und das radikale — ^ - N ist synkopiert. 

Die verschiedenen jüdischen Formen gehören alle hierher; ob 
sie alle eine wirklich gebräuchliche Form lautlich genau wieder- 
geben, weiß ich nicht. Kleine Entstellungen waren da ja leicht 

10 möglich , aber ziu* Not könnte jede der von Ihnen aufgeführten 
Formen richtig sein. Daß BB. auch noch das etvmologisch richtiofe 
|.2j}is. erhalten hat, ist gut. Die Hauptsachen sind hier also klar. 
Der Vorschlag des 'a erklärt sich daraus, daß das Wort bei Weg- 
fall des —1- einer Verstärkung bedurfte. Also ich halte diese Wort- 

15 formen für gut aramäisch. Wäre das Wort im A. T. erhalten, so 
würde es *t<3b lauten. Ich betone noch einmal, daß die aramäischen 

Formen, wenn sie e n 1 1 e h n t wären, hartes ^ ■z hätten, nicht o 
oder o "i. 

Wenn das unbelegte pers. »^ coagulum lactis unser Wort 

20 ist (was ja recht wohl möglich; die Bedeutung wäre dann bei 

Vullers ungenau angegeben), so ist es eine arabische Feminin - 

form *s».xJ für K_aj. Die wäre allerdings erst nachzuweisen, aber 

sie wäre nicht auffällig. 

iliO, piÄ ist mir recht verdächtig. Ich vermute, daß es aus 
25 der einen Stelle des Gregorius von Nyssa stammt, und zwar in 
entstellter Form. Wenn das Wort nicht eine andere Stütze be- 
kommt, muß man es sehr mißtrauisch Ijetrachten." 



123 



o 



Zur Exegese und Kritik der rituellen Sutras^). 

Von 

\V. Calaud. 

XLIX. Zum altindischen Würfelspiel. 

Heinrich Lüders hat in einer Abhandlung „das Würfelspiel 
im alten Indien" den Versuch gemacht dieses vielfach dunkle Problem 
seiner Lösung zu nähern. Es ist ihm freilich nicht gelungen uns 
eine überzeugend klare Vorstellung davon zu geben, wie eigentlich 5 
das Spiel mit den Vibhidakanüssen gespielt wurde. Aber doch hat 
er manche Schwierigkeit aus dem Wege geräumt und alles was aus 
gedruckten Quellen zu sammeln war, vereinigt und geprüft. 

Schon vor einigen Jahren hatte ich alle auf das Würfelspiel 
bezüglichen Brähmana- und Sütrastellen gesammelt mit der Absicht 10 
eine zusammenfassende Behandlung dieses Gegenstandes zu unter- 
nehmen. Da mir aber das erreichbare Ergebnis zu wenig positiv 
erschien, sah ich davon ab. Die Abhandlung Lüders' aribt mir 
jetzt Anlaß einiges hinzuzutragen. 

Zuerst will ich das von Lüders gesammelte Material vervoll- 1.5 
ständigen und dann einige Vorschläge über die Art des Spieles 
machen, die vielleicht noch etwas mehr Licht über diesen Gecren- 
stand verbreiten werden. 

Das Würfelspiel beim Agnyädheya wird noch erwähnt: 
Hiranyakesin srs. III, 12 (vgl. die soeben erschienene Ausgabe der 20 
Änandäsramadruckerei, vol. I, S. 320) : 

sabhäyäm madhye ' dhidevanam uddhatyävohsyäicsün nyupya 
vyühija samühya iwathayitcUksesu Mranyam nidhäya nisasäda 
dhrtavrata iti juhoty ; ävasathe madhye parisado Jw'anyam ni- 
dhäya jjra nünam . . (= Ap. V. 19, 3) . . . cahrira iti juhoty\ ufa 25 
no . . . (= Äp. 1. c. 4) . . . avantv enä räjan havisä mCidayasvely 
üvasatham abhhnantrya satam aksän yajamänäifa prayacchatl ; 
tena kriam vijkya sahhäsadbhyah pradlyamäncsu vi'ihibhyo qäm 
divyatähiitisantah parväni visasateti sampresyati. 

Dazu die VaijayantI des Mahädeva (Ausg. der Anandäsrama- ;!o 
druckerei und MS. Haug): nyuptesv alcsesu catnsha^o vibhajya- 



1) Vgl. diese Zeitschrift 58, 50i). 



124 Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. 

mänesu yatra sarve h]iäg(Jh samä. hhavanti, sa dyütcqyrahäruh 
Ik'rtarn itif ucyate; yatra trayo 'cUtikah, sa tretä\ yatra dväv'^) 
adhihau^), sa dväjjarah; yatraikä sa kalir ili (also nahezu über- 
einstimmend mit Rudradatta zu Ap. V. 20, 1). 
5 Das Yäjamänam dazu lautet (Hir. VI, 16 — 17): yaträsmai 

satani aksän prayaccliati ^ tesu hrtam vijitya sabliäsadbhyah 
prayaccliati; te yaj jayanti tad uhhayam annam saihskrtya 
hrähmnnün hliojaijatt. 

Bhäradväja srs. IV, 12: atlia sahhyävasatJiyayor madhye 

10 'dhidevanani uddhatyävohsyCdcsän nyupyahsesu liiranyam nidliäya 
vyiüiya sanmhya juhoti nisasäda dhrtavrata ity etayä; satam 
ynjainänäyäksän jyrayaccliann cdia: xrlliihliyo i]äm dlvyatähhfi- 
santah parväni visasateti-, yajamänaJi krtam vijityottisthate-, gäm 
asya tadahah sahhäyäm dlvyeyus-); tasya parümsi na hitfisyu{s); 

15 täih sabhäsadhhya upaliaret; tad ya{d) (jrhniyät^ tad ubhayam 
annam samshrtya brälimanän bhojayet. 

Vaikhänasa srs. I, 13 — 14: havisy'^) aproksite''^) sabhämadhye*) 
''dhidevanam ^) uddhatyävoksyäksän °) opya tesu liiranyam nidhüya 
ni'sasädha dhrtavrata üi räjany asya juhoti; p)'>'<^ nünani i'fy äva- 

•20 sathe (Tnadhye) parisado'') hiranyam nidhäya tasmin juhoty \ uta 
no 'hir budhnya ity ävasath^/am abhimantrya yajamünäya sa{ta)m 
aksän adhvaryur dadäti, tesu j^anaviäno yajamänah krtam vijitya 
odanam') srapayitvä sabhäsadbhyo brähmanebhyah^) pradadüty, 
ävasathe bhufjate. 

25 Bei Gelegenheit des Räjasüya wird das Spiel noch erwähnt: 

Baudhäyana srs. XII, 15 (vol. 11, S. 108): tena (sc. sphyend) tau 
(sc. aksävcqjngovyacchau) niadhyato 'dhidevanam uddhatya tisrak 
jyancäsatoh saiivarnän aksän nivapato; 'thäsmai pancäksän 
apacchidya jirayacchati dido 'bhy ayaih räjübhüd iti; täms 

30 tadänhn eväksesv apisrjaty\ athaitam odanam udbruvate; nä- 
näihsinau brahmü ca yajamänas ca samänämsinau sütagrämaninau 
samänäniJinau ksattasamgrahitä7'au. sa yo nu matäksa iva, sa 
räjna üsana upavisya catiüjsatam aksän ajjacchidyähodbhinnam 
räjrta iti. tän eva manäksamantän iva krtväha krtam brähma- 

3.5 nasyety. athaitam odanam udbruvate\ samänämsinau brahmä ca 
yajamänas ca nänäthSinau siitagrämaninau nänämSinau ksatta- 
samgrahltärau. sa yah paräjayate, tasyainam kule ksattä päca- 
yati. yävad esa odanah jMcyate, tävad esa hofä usw. 

Dem Vivarana, dessen Überlieferun er zum IL und III. Teil 

40 leider sehr mansfelhaft ist, entnehme ich das folirende : athäsmai 
yajamünäya paTicäksän niskrsya prayacchati; tesv eva praksipafi 



1) prabandhikau Q.) die Ausgabe der Anand.-Dr. 

2) din/esu die Haug'sche Hs. 

3) havis?apro° die Haug'sche Hs. 

4) sahamndlijiadidevünnm die Hs. 

5) nddhrtyiV die Hs. 6) jiarisatho die Hs. 
1) madamna die Hs. 8) Doppelt, die Hs. 



Caland, Zar Exegese und Kritik der rituellen Satras. 125 

tän yajamänah ; atliainam vnksyamänam odanarn ^) jyanatveno- 
pavisya catuhsatam aksän jjrthak Icrtväha udbhinnam vi^ajätam 
röjfia äya-) iti'-)\ tän eva caturadhikä{m)s ca satäly^) Isatsam- 
sprsfäntmi ilia*) Icrtväha tain^) hrülimaimyantad'^) iti imnar^) 
atliainam ity ädi; yah parüjayate tasyaöiain odanarn glaho'^) 5 
ksattä päcayati usw. 

Hirany. srs. XIII, 19: tena samasphyenädhidevaiiam^) uddha- 
tya tisi'ah pancäsatah paTica vä lyancäsato ^ksän nivapaty; ud- 
bhinnam räjna itl tatas caturo 'ksän nirühams cafuhsatän 
ap>isrji/a pasthauhlm vidlvyanti hrälimano räjanyo vaisyah südra lo 
ity; odanarn adhipananti; vijüya diso 'bhy ayam räjähhüd iti 
jiancüksän yajamänäya prayaccliati; tän apisrjya maiigaJyanümno 
hvayati. 

Mänavasrs. räjasüyaprasna 1,4: sphyenädhidevanain') krtvä 
krtasampütän^) sudyum^) nivapati\ tatra pasthaxihim p>rasuvati\ 10 
tum catcäro vidlvyanfe hrälimano räjanyo vaisyali südras: tesäm 
yah pjoräjayate, sa yajamänasya gosu pastliaulnm apisrjati. tatas 
catuhsatam aksän^^) avohyodbhinnaik räpio^ diso abhy abhüd 
ayam iti paiicäksän yajamänäya jyrayacchati. 

Ehe ich diese Stellen näher betrachte, will ich erst versuchen 20 
minieres aus Lüders' Darstellung zu berichtigen. 

In mehreren Texten ist die Rede von catuhsatam aksäh. 
Lüders fast dies immer als 400 Würfel. Das ist aber sehr wahr- 
scheinlich unrichtig; es bedeutet 104 Würfel, wie es auch nach- 
drücklich das Vivarana zu Baudh. auslegt ^^). Nach Apastamba 2,0 
(XVIII, 19. 1) schüttet der Aksäväpa „über hundert oder über 
tausend Würfel" aus; davon (denn tebhyah in XVIII, 19. 5 ist 
wohl eher Ablativ, sc. aksebhyah, vgl. Hir.: tataJi) schüttet er 104 
weg. Die Zahl 400 würde weniger gut zu „über hundert" passen. 

Für die Baudhävanastelle II, 9 habe ich angenommen, daß erst so 
der Vater mit den drei Söhnen spielt, wobei der jüngste verliert 
und abfällt, dann das Spiel mit den zwei ältesten fortgesetzt wird, 
wobei der mittlere Sohn abfällt und schließlich der Vater mit dem 
ältesten Sohn spielt, der nun verliert. Lüders (S. 52) zieht die 
Richtigkeit dieser Auffassung und der auf dieser Auffassunsr gestützten :<■'> 



1) Hier muß ein Passus ausKcfalleu sein. 

2) Verdorben; eine andere Hs.: äpadrati. 3) Sic. 
4) Z. 1. ioa. h) nam eine andere Hs. 

6) Unsicher; samasycujenä die Haug'sclie Hs. 

7) °devut(nn oder °daivatam die HSS. 

8) Vielleicht zu lesen: krtasamyutäii , vgl. hrtasampannän des Kaus.- 
Sü. 17, 17. ' ' • ' ' 

•J) Varr. : sädijum , sudyam. Kann das Wort einfach aus aksän oder 
einem Synonymen verdorben sein? Bekanntlich sind die HSS. dieses Textes 
sehr schlecht. 

10) Sic. vgl. Maitr. S. IV, 4. 6. 

11) Daß auch sonst catuhmtani 104, nicht 400, bedeutet, geht zweifellos 
aus Säiikh. srs. XVIII, 13, 1 — 8 hervor. 



126 Calctnd, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. 

Interpretation von Kausikasütra 17, 17 in Zweifel. Er will in der 
Kausika-Stelle den König erst mit einem Brahmanen, dann mit einem 
Ksatriya und zuletzt mit einem Vaiöya spielen lassen. Vergleicht 
man aber die anderen Stellen, wo von vier Spielern zugleich die 

5 Rede ist (entweder brähmana, ksatriya, vaisya, südra, so Ap. Hir. 
Man. beim Käjasüya, oder drei Äryas mit dem Yajamäna, so Man. 
beim Agnyädheya^)) , so wird es in hohem Grade wahrscheinlich, 
daß auch hier der König mit drei Ariern zugleich spielt. Und 
was meine von Lüders für Baudhäyana angezweifelte Auffassung 

10 anbetriiFt, sie stützt sich auf das Vivarana des Bhavasvämin, einen 
vorzücrlichen und sehr alten Kommentar. Nach den Worten xnsa- 
matvät karüyän jitah läßt nämlich Bhavasvämin folgen: sesänüm 
utturatra vaksyati vidhivi , hindeutend auf die später in Baudh. 
vol. I, 48. 10 folgenden Worte: esa eva trisu nyäya^ esa eva 

15 dvayoh. Das Vivarana dazu lautet: pi-athame pakse (wenn nämlich 

der Vater mit drei Söhnen spielt) kaniyasi jite sesesu tri'sv esa 

eva nyäya/i : trayänam ukte : 'tha yadi dväv iti (deutet zurück 

auf I. 48. 8) : esa eva dvayor iti. trtiye jite sesayoh pityjyesthayor 

jäyäpatyor idctam: ubhau dviräyämäv iti (deutet zurück auf 

20 I, 48. 9). Dieser Kommentar läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen 
übrig und die von mir gegebene Interpretation der Baudhäyana- 
Stelle ist zweifellos richtig. Nach Lüders' Auffassung hätten, falls 
vier Spieler da wären, drei das Krta machen können und könnte 
das Spiel damit eventuell abgeschlossen sein, während nach Bhava- 

25 sväniins Auslegung fortgefahren wird bis nur einer das Krta be- 
kommen hat. 

Was Äpast. XVIII, 19. 5 angeht, ohne Zweifel hat Garbe das 
überlieferte deyäv audhhinnam ohne Grund in deyau \ audbhidyavi 
geändert; richtig ist (vgl. Maitr. S., Baudh., Hir.) udbhinnaih räjna 

30 iti. Daß übrigens udöhinatti., wie Lüders (S. 48. 51. 63) will, ein 
technischer Ausdruck des Spieles ist, bezweifle ich ; man denke an 
den Ekäha- Namen udbliid (neben vidvajit in Rv. VIII, 79. 1, vgl. 
Lüders S. 63, n. 2) und an den Vedaspruch: 

yathä tvam udbhinatsy osadhe jprthioyä adhi | 
35 evam ima udbJiindantu klrtyä yasasä brahmavarcasena j| 

(Taitt. Ar. VI, 10. 2 (10); udbhinatsi = iidpadyase, Sä.yana-)). 

Wenn man die neu hinzugekommenen Sütrastellen des genaueren 
betrachtet, wird man befinden, daß wieder neue Schwierigkeiten 
hinzukommen und auch diese Texte, wie ich fürchte, uns nicht in 



1) Man hat I, 5. 5. 8 wohl ari/äh kitaväh (statt des überlieferten kitavän) 
paryupttviiianti zu lesen, vgl. ib. 13: tFin kitavän vijitya yajamänah . . . 
presyati. Beachte die Präp. pari. 

2) Beiläufig noch eine Berichtigung untergeordneter Art. In Lüders' Ab- 
handlung S. 40 wird behaujjtet, daß krtnm äyünäm im Jyotisa „sicherlich ein 
falsches Zitat" ist und für Uudradattas sruti : krtam ayänüm (Lüders, S. 52) 
wird nach Sat. Br. verwiesen. An beiden Stellen wird aber vielmehr TS. IV, 3. 3. 1 
zitiert, eine Stelle die Lüders selber (S. 58) erwähnt. 



Caland, Zur Exegese iind Kritik der rituellen Sfitran. 127 

den Stand versetzen werden uns von der Art und Weise des vedischen 
Würfelspiels eine klare Vorstellung zu machen. Allererst weise 
ich auf Hir. XIII, 19 wo erwähnt wird, daß von den hingestreuten 
Würfeln vier weggeschoben werden mit dem Spruch: „gesiegt hat 
der König". Das erinnert lebhaft an die wohlbekannte auch von 5 
Lüders (S. 55) besprochne Stelle aus dem Rgveda (I, 41. 9): caturas 
cid dadamänäd bibhiyäd. Sollte ja nicht gerade das Erhalten 
der vier Würfel (oder wenigstens einer ungeraden Anzahl) das 
Krta sein? Lüders will dem Ausdruck Tirtam vicinoti überall den 
Sinn: „er wirft das Krta" beilegen. Sonst bedeutet das Zeitwort lo 
doch immer „sondern, ausscheiden". Ich möchte mir den Vorgang 
des Spieles ein wenig anders als Lüders denken. Es ist denkbar 
daß man sich die Sache so vorzustellen hat: eine gewisse größere 
Anzahl Nüsse werden auf das adhidevana ausgeschüttet. Jeder 
Spieler hat davon zu nehmen ; wer mit einer bestimmten (?) geraden i5 
Anzahl (am liebsten vier) übrig bleibt, bekommt das Krta und ge- 
winnt, wer mit einer ungeraden Anzahl übrig bleibt, bekommt Kali 
und verliert. Die von jedem Spieler in die Hand genommene Anzahl 
Würfel sind ein glaha, „Griff" bedeutet ja das Wort, das mit graha 
ursprünglich identisch ist. Lüders nimmt für glaha die Bedeutung 20 
an: „die Würfel, die man zum Wurfe bereit in der Hand gepackt 
hält" (S. 26). Nach meiner Auffassung wird aber nicht geworfen, 
sondern jeder Spieler nimmt Nüsse in die Hand: er sondert sie ab, 
scheidet sie aus der hingeschütteten Masse aus : vicinoti (vedisch), er 
greift sie , nimmt sie : grhnäti (episch) ; vgl. sam aitu . . antar- 25 
liastam hrtam mama (AV. VII, 52. 2, bei Lüders S. 49); hrtam 
me dahsine haste (ib.) ; tato jagräha sakunis tän aksän (MBh. 
II, 60, 9, bei Lüders S. 59), d. h. „da machte Sakuni einen Griff" 
(einen glahal); für Yudhisthira bleibt dann jedesmal eine ungerade 
Anzahl übrig. Es leuchtet ein, daß es auch bei meiner Auffassung 30 
des Spiels besonders auf das schnelle Zählen ankam: ein aksatat- 
tvavid war im Stande von den ausgestreuten Nüssen sofort so viele 
zu nehmen, daß eine ungerade Anzahl für den Gegner liegen blieb. 
Nur so, meine ich, läßt es sich erklären, weshalb Sakuni immer 
sofort nachdem er die Würfel „gegriffen" hat, „gewonnen" aus- 35 
rufen kann. Yudhisthira braucht sich ia dann eigentlich nicht mehr 
aktiv am Spiel zu beteiligen ; das an einer Stelle (bei Lüders, S. 60) 
vorkommende prati/adivi/ata (von Sakuni gesagt) braucht nicht zu 
implizieren, daß Yudhisthira vor ihm gespielt hat; es kann einfach, 
vielleicht expletive gewählt sein um anzudeuten : „er spielte wiederum 40 
mit den Würfeln". 

Freilich kann man gegen meine Auffassung einwenden, erstens, 
daß es AV. IV, 38. 3 (bei Lüders, S. 48) heißt: ddadänä (var. 
ädadhänä) krtam glahät. Vielleicht läßt sich, wenn Lüders' Er- 
klärung dieser Worte richtig ist (was auch noch fraglich), annehmen, 45 
daß der Dichter hier auf eine Wiederholung des Spieles deutet, 
wozu die beim ersten Gan^e crenommenen Würfel auf das adhi- 

O O 



128 Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellere Sätras. 

devana zurückgescliüttet wurden. Nun wird den Apsarasen die 
Macht zugeschrieben, das Kvta wieder in die zasammengeschütteten 
Würfel hineinzulegen , so daß der von ihnen begünstigte Spieler 
wieder gewinnt. Wenn es von der Apsaras heißt (bei Lüders 

öS. 56), daß sie mit den Ayas umhertanzt , und wenn die Würfel 
angedeutet werden als „die auf dem Würfelplatze rollenden'' (ib.), 
so wäre das, falls meine Auffassung richtig ist, auf das Hinstreuen 
und Hinrollen der Würfel auf dem adhidevana vor dem Spiele, 
zu deuten. Ebenso wenn im Mbh. die Rede ist vom Wei-fen der 

10 Würfet). 

Das alles ist freilich sehr unsicher und hypothetisch, aljer für 
meine Auffassung sprechen ; 

1. die Grundbedeutung von vicinoti^ 

2. die Grundbedeutung von glaha , auch in den Zusammen- 
15 Setzungen kaliggalio , kotaggaho , da die von Lüders für glalia 

angenommene Bedeutung („die Würfel, die man zum Wurfe bereit 
in der Hand gepackt hält") meines Erachtens nicht für diese 
Zusammensetzungen paßt; man kann doch nicht wissen, ob der 
Glaha Kali oder Krta liefern wird. Wenn glaha aber, wie ich 
20 denke , die Würfel (Nüsse) andeutet , die man genommen hat , so 
sind kafaggaho und kaliggalio erst recht begreiflich; 

3. manche Vedastelle, die sich so ungezwungener erklären läßt; 

4. der Vorgang des Spieles so wie er uns tatsächlich aus dem 
13audhriyanasütra bekannt ist; auch nach dieser Quelle werden die 

25 Würfel (Nüsse) nicht geworfen, sondern jeder Spieler nimmt, 
hier freilich, weil es bestimmt ist, daß der Vater gewinnen soll, 
eine bestimmte Anzahl. 

Schließlich bemerke ich noch, daß tis^rah im^icäsatah (Baudh., 
Hir.) sehr zugunsten der Auffassung des aus RV. X, 34. 12 be- 

30 kannten tripancäsah als 150 spricht. 

L. Zum enklitischen Personalpronomen. 

Die Regel , daß in guter alter Prosa die enklitischen Prono- 
mina (und Partikel, außer m, ca natürlich) die zweite Stelle im 
Satze einnehmen, ist, obschon allgemein bekannt, doch nicht überall 

35 gehörig beachtet worden. Oldenberg z. B. übersetzt (SBE. XXIX, 
317) die Päraskara- Stelle (II, 7. 7): miam me vajrah päpmänam 
apakanat: „may this, my thunderbolt, drive away evil". Richtig 
ist: „may this thunderbolt drive away my evil" („mein böses 
Geschick"), da me zu i^ainnänam gehört. Böhtlingk hat früher 

40 (in dieser Zeitschr. LIT, 84) den Dativ asmai (in Hir. grhs. I, 13. IG: 
te.sv asmai bhuktavatsv . . . annam äliärayati) in asya ändern 

1) kßijMii bei Luders S. 29; 2n'avapan dagegen (bei Lüders S. 24) deutet 
ofl'onbar nur auf d;>s Hinstreuen der Würfel. Die Deutung von tsamutkßepa 
(bei Luders S. 2C) ist doch nur hypothetisch. 



Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. 129 

wollen , weil asniat hier nicht am Platze sei , da zwischen tesu 
hhuktavatsu, einem in sich abgeschlossenen verkürzten Satz, kein 
Fremdling geduldet werden könne. Seitdem ich behauptet hatte, 
daß an asmai nichts zu ändern sei , bin ich auf eine schlafende 
Parallelstelle gestoßen : sa 2i^'<yö.li srsfvä sarvain äjim itvä vya- 5 
sraitisata; iasinäd u liaitad yah sarvam äjim eti^ vy eva sram- 
sate\ tasmäd visrastät liräno vißdhyata udalzrOmat\ tasminn 
enam uticränte devä ajaJiuh (Sat. Br. VI, 1. 2. 12); obgleich enam 
als Objekt zu ajahuh gehört, steht es auch hier, ganz wie asmai 
in der Stelle des Hiranyakesin, mitten im absoluten Lokativ. Ich lo 
glaube denn auch immer, daß meine Auffassung von Pärask. III, 
15. 22 (diese Zeitschr. 1. c.) richtig ist; niemand wird wohl Böht- 
lingk's ib. LH, 611 gemachten Vorschlag, svasä statt säsya zu 
lesen, annehmen wollen. 

Nicht in allen Texten jedoch wird unsere Regel immer be- i5 
achtet: ein Satz z. B. der bei Äpastamba (srs. VI, 15, 10) so lautet: 
teno haiväsya Imtam hhavati^ wo asya an richtiger Stelle steht, 
kehrt bei Hiranyakesin (srs. III, 19 s. f.) so wieder: tad dhutam 
asyägnihotram bhavati. 

Der Gedanke ist nun bei mir aufgekommen , ob nicht eine 20 
Untersuchung nach der Stellung der pronominalen Enklitika ein 
Kriterium liefei'n könnte zur Bestimmung des relativen Alters eines 
Textes. Ein solches Kriterium würde besonders für die vedischen 
Texte, namentlich die Sütras, deren Entstehungszeit sich meistens 
nur durch Vergleichung der verwandten Texte relativ bestimmen 25 
läßt, von großer Wichtigkeit sein. Ich habe nun einerseits das 
Äpastambasrautasütra , einen Text , der einen recht altertümlichen 
Eindruck macht und andererseits das Kätyäyanasrautasütra, welches 
im Gegenteil den Eindruck macht jünger zu sein, mit Hinblick 
auf die Stellung der enklitischen Pronominalformen der 3. Person so 
{asya asmai ^ enam usw.) untersucht. Das Ergebnis ist, daß ich 
in Äpastamba keine einzige Stelle fand , wo das Pronomen nicht 
an seiner Stelle stand. Es wird nicht nötig sein alle Stellen mit- 
zuteilen. Ich erwähne daher nur einige, wo das Pronomen durch 
ein oder mehrere Worte von dem zu ihm gehörigen Worte ge- 35 

Do O 

trennt ist: 

näsyaitäm räirim lx,umärä^ cana i^ayaso labliante (I, 11. 2), 
asya gehört zu humäräh. 

yadä cäsya hotä näma grhniyät (IV, 12. 5), asya gehört zu 
näma. 40 

näsya hrälimano 'nä^vän grhe vaset (V, 25. 4), asya gehört 
zu grhe. 

athäsya brahmä dahsinam hastam grhnüti (XIX, 24. 5), asya 
gehört zu hastam. 

yady enam imvvo hhrätrvyo ^hhlva syät (XVII, 23. 2), enam -is 
ist Objekt zu abhisyät. 

Anders steht es mit dem KätTya^rautasütra. Uberhaui>t sind 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 9 



130 Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. 

hier die enklitischen Pronomina selten ; zuweilen nehmen sie die 
ihnen zukommende Stelle ein , oft aber wird von der Eegel ab- 
gewichen. Ich erwähne die von mir notierten Stellen. 

daksinenücjnim madhye 'syuh Icaroti V, 8. 22. 
5 praliprasthätänvärahhata enam VI, 5. 7. 

väsasä chädaijaty enäm VIII, 6. 37. 

saktuhhih srlnäty enam IX, 6. 14. 

upavidya hiranyain asmai dadäti X, 2. 20. 

dadhnä srlnäty enam X, 4. 6. 
10 pracaranlsesena srlnäty enam X, 6. 17. 

saptadasäsvattJiapattropanaddhän üsaputün udasyanty asmai 
XIV, 5. 12. 

drstvä nidadhäty enam XVI, 2. 15. 

pänibhyäm parigrhnäty enam XVI, 2, 27. 
13 daksinäkale kantakair enä virujeyuh XXII, 3. 22. 

caiurbhir asvarathaih saksh'adrtibhir ävahanty enän 1. c. 37. 

dugdhvä brähmanäyaiiiäm dadyät XXV, 1. 15. 

Auch atah wird an dritter Stelle gefunden: sa vihüro ^tah 
VI, 10. 11; sa gärhapatyo 'iah VIII, 3. 30; 2y^^^^'^^}^'2^(^^'^yo ^tak 
20 XVII, 4. 5 ; evam ärokanüvarohanam atah XVIII, 3. 9. In älterer 
Prosa hätte es gelautet: so ^to vihärah usw. 

Betrachtet man in Verbindung mit dem durch diese Liste 

gelieferten Kriterium den Stil und die Diaskeuase des Kätiyasütra, 

so wii"d , denke ich , niemand die Folgerung als unbegründet ver- 

25 urteilen, daß dieser Text erheblich jünger als die Sütren des Bau- 

dhäyana und Apastamba ist. 

Was übrigens das enklitische enam anbetritft, so glaube ich 
einige, alle mit atha anfangende Stellen nachweisen zu können, wo 
es überflüssig steht. Vielleicht wäre die Müßigkeit des "Wortes 
30 daher zu erklären, daß die Wendung athainam^ afhäsya usw. 
erstaiTt ist und zuweilen gedankenlos da angewendet wurde, wo 
ein einziges atha genügt hätte. Am deutlichsten ist: athainam 
antarenägnlms citlm citvä tam agnibht'h sanmposet (Sat. Br. XTI, 
5. 2. 2) und athainam antarenägnlms citim citvä Icrsnäjinam 
35 uttaraloma präcinagrlvam prastlrya tasminn enam uttänam 
nipädya juhüm ghrtena ptürnäm daksine pänäv ädadhäti (ib. 7). 
Daß hier beide Male enam hinter atha überflüssig ist, geht m. E. 
zweifellos aus der folgenden Stelle hervor: atha haike 'ntarenä- 
gnbjis citim citvä tam agnibhih samuposanti (ii&t. Br. XII, 5. 1. 17). 
40 In Äsvaläyana lautet ein Sütra (grhs. IV, 2. 14): athainam antarve- 
dldhmacitim cinoti yo jänäti^ was Stenzler übersetzt : „Nun häuft 
ihm einer der es versteht innerhalb der Opferstätte den Holzstoß", 
Oldenberg (SBE. XXIX, 239) läßt enam in der Übersetzung fort, 
Eggeling (SBE. XLIV, 202. 203) übersetzt die beiden Brähmana- 
15 Stellen: „Let him build a pile for him" (,the construction would 
rather seem : let him build him i. e. the dead body, up as a pile"). 
Man. örs. IV, 1. 24 lautet: yadä nisnätäh pacanena bhavanty 



Caland, Zur Exegese und Kritik der rituellen Sütras. 131 

athainäm (so alle Hss. !) udacj hhasmäpohati , auch hier ist an 
enüm nichts zu ändern, es ist gedankenlos aus Sütra 21 (wo enäm 
die mukhyoJihä andeuten kann) herübergenommen. Ebenfalls über- 
flüssig kann enam in Hir. grhs. II, 9. 8 sein: atkaincnn hsaitra- 
patyam payasi sthcdlpäham srapayitväbhighüryodväsya gaväm 5 
märge 'nagnau ksetrasya patim yajati; enam ist durch den 
Kommentar verbürgt. Die Parallelstelle in Bhäradväja lautet: 
athütah hsaitrapatyasya ^) (sc. kalpah) ; gaväm märge hiagnau 
ksetrasya patim yajate. Es könnte aber die ursprüngliche Lesart 
des Hir. gewesen sein : athai'sa ksaitrapatyah : payasi usw. Wie lo 
enam in Äp. srs. VI, 25. 6: yo-dy enam räjä pitäcäryo vänta- 
renagnln syäc chardirdarse nainam ädriyeta zu beurteilen ist, 
weiß ich nicht sicher zu sagen. Offenbar ist die Bedeutung: 
„Falls sich (für den von der Eeise heimkehrenden Ähitägni) ein 
König, sein Vater oder sein Lehrer zwischen ihm selbst und den i5 
Feuern befindet, wenn (er dem Hause schon so nahe ist, daß) das 
Dach (von ihm) erblickt wird , so soll er ihn (den König usw.) 
nicht beachten". Entweder enam ist pleonastisch oder es fehlt ein 
Ca {antarenainam agnlms ca). Die letzte Auffassung ist die des 
Rudradatta, da er kommentiert : tatraitam, (z. 1. tatrainam) agnlms 20 
cäntarä. 



]) kseti-a" die Hs. 



9* 



132 



Panclit Kisari Mohan Ganguli f. 

Von 

Hermauu Jacobi. 

Am 15. Januar dieses Jahres starb in Calcutta Pandit Kisari 
Mohan Ganguli , der Übersetzer des Mahäbhärata und der Caraka 
Samhitä. Beide Werke nennen nicht den Übersetzer auf dem 
Titelblatt, sondern die der betreffenden „Publishers", d. h. derjenigen 

5 Patrone, welche das pekuniäre Risiko der Herausgabe trugen. Das 
englische Mahäbhärata ist „published and distributed chiefly gratis 
by Protap Chandra Eoy" ; die Caraka Sainhitä ist „published by 
Kaviraj Avinash Chandra Kaviratna*" und nach dessen Tode von 
seinem Sohne Pareshnath Sarma. Unbestritten sei das Verdienst 

10 dieser opferwilligen Männer; doch soll dahinter das für die Wissen- 
schaft jedenfalls größere des Übersetzers nicht in den Schatten 
treten. Darum geziemt es sich wohl , dem Andenken des be- 
scheidenen und unermüdlichen Gelehrten einige Worte zu widmen, 
wobei mir die Mitteilungen seines Sohnes Haricharana Gangopa- 

15 dhyaya zur Grundlage dienen. 

K. M. Ganguli, einer gelehrten Brahmanenfamilie entstammend, 
wurde im Dezember 1848 in dem Dorfe Janai, Hughli Distrikt, 
geboren. Trotzdem er in seiner Jugend Holz hackte, Ziegel formte, 
Lehmmauern errichtete, absolvierte er doch leicht und schnell die 

20 Schule seines Heimatsdorfes und dann die Universität, Presidency 
College, in Calcutta, 1868, um sogleich als Headmaster of the 
Training School in Janai, nacher als Correspondence Clerk im Public 
Works Department zu fungieren. Doch schon 1875 trat er aus 
dem Staatsdienst aus und widmete sich der Journalistik. Dann 

25 nimmt er eine Privat-Anstellung als Headmaster of the Calcutta 
Training Academy 1876 — 78 an, und erwirbt 1877 den Grad eines 
Bachelor of Law. Nach fünfiähriger juristischer Praxis kehrt er 
wieder zu seinem journalistischen Beruf zurück und war von 1890 
bis 1900 der eigentliche Herausgeber des National Magazine. 

30 Dieser Lebenslauf im Zickzack läßt uns nicht nur die geistige 

Beweglichkeit und Vielseitigkeit des begabten Bengalen erkennen, 
sondern auch sein ideales Streben: eine amtliche Stellung, den 
meisten seiner Landsleute das Ziel ihrer Wünsche, befriedigte ihn 



Jaeobi, Pandit Kisari MoJian Ganguli f. 133 

nicht , sondern einzig Betätigung auf literarischem Gebiete. Wie 
er durch seine Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften gewirkt hat, 
entzieht sich unserer Kenntnis und Beurteilung; aber zweifellos ist 
sein größtes und bleibendes Verdienst seine englische Übersetzung 
des Mahäbhärata, an der er von 1884 an dreizehn Jahre unermüdlich 5 
arbeitete. Es ist eine staunenswerte Leistung , diese lesbare und 
doch immer gewissenhafte Übersetzung, die eine so lange Reihe 
von Bänden füllt, namentlich wenn man bedenkt, daß sie ein 
Einzelner nur mit gelegentlicher fremder Beihilfe trotz vieler anderer 
Beschäftigung vollendete. Er selbst berichtet in dem , Translators lo 
Postscript", das der letzten Lieferung des Werkes beigegeben war, 
wie das unternehmen in Gang kam, und wie er selbst gegen den 
Wunsch seines Freundes Protap Chandra Roy es durchsetzte, daß 
der Name des Übersetzers nicht genannt wurde. Doch blieb seine 
Autorschaft nicht verborgen, wenn sie auch erst mit dem Abschluß i5 
des Werkes in weitesten Kreisen bekannt wui'de. Die wohlverdiente 
Anerkennung wurde ihm, wenn auch spät, so doch von allen Seiten 
gezollt. Auch die indische Regierung, welche das große Unter- 
nehmen durch Beiträge bis zu 50 000 Rupien unterstützt hatte, 
gewährte dem durch Arbeit und Alter schon Geschwächten eine 20 
monatliche Pension (50 Rupien von September 1899 an) von der 
Zivil-Liste : es ist der erste Fall einer derai'tigen Auszeichnung, 
die einem geborenen Inder zuteil geworden ist. 

Ganguli's zweites Werk ist die englische Übersetzung der 
Caraka Samhitä, deren letzte mir zugegangene Lieferung, die 45 ste, 25 
mit p. 1433 abbricht. Noch ungefähr ein Drittel des Ganzen steht 
aus ; aber der Übersetzer hat das Manuskript druckfertig hinter- 
lassen und sein und des Herausgebers Söhne haben es übernommen, 
das Unternehmen ihrer Väter zu Ende zu führen. 

Pandit Ganguli's letzte Jahre waren durch zunehmende Ge- so 
brechen und den Kummer über den Verlust seiner Frau getrübt. 
Zuletzt entwickelte sich ein typhöses Fieber, dem er am 15. Januar 
erlag .on the sacred banks of the Ganges at Calcutta". 



134 



Anzeigen. 

Ä. F. Rudolf Ho er nie, Studi'es in tJie Medicine of Ancient 
Indi'a. Part. I. Osteology or ihe Bones of the Human 
Body. Oxford, 1907. XII, 252 S. 

It is indeed fortunate that Dr. Hoernle's work on the Bower 

5 Manuscript sliould have led liim to the study of Indian Medicine, 
the first fruits of which are forthcoiuing in the volume on Osteology 
just issued by the Clarendon Press. The work which he has ac- 
complished is in every way excellent and will enhance a reputation 
which deservedly Stands very high both in India and in Europe. 

10 It is difficult to know whether to admire more the labour involved 
in elucidating the osteological Systems of Caraka, Susruta, and 
Vägbhata I or the i-emarkable simplicity and clearness with which 
the exposition is carried on. Dr. Hoernle rightly assumes that few 
of his readers will have any acquaintance with anatomy and has 

15 accordingly supplied the explanations and diagrams necessary to 

to render his subject matter intelligible to the non-medical Student. 

Perhaps the most salient feature of the work is the conclusive 

refutation of the atterapted restoration of the osteological summaries 

of Caraka and Susruta by Gangädhar. Dr. Hoernle conclusively 

20 proves (pp. 27 — 34) that Gangädhar's attempt to present a new 
Version of Cai'aka, which has been accepted by Jlvänanda in his 
edition of 1896, rests on no ilS. authority, has no Support in the 
scholiasts, and is a more unhappy reconstruction by the editor. 
Nor is the case otherwise with Suäruta's summary (pp. 88 — 90) 

25 though in that case Gangädhar has been more happy in his guesses. 

Of Dr. Hoernle's own reconstruction of the summaries it must 

at once be said that they are in the extreme plausible and in each 

case are supported by arguments of much ingenuity. They may 

well represent the original lists, and we are certainly not in a 

30 Position to disprove either of them. But, leaving aside the recon- 
struction of Susruta's Version (pp. 74 — 87) which öfters problems 
too complicated for discussion within the limits of a review, we 
would desire to call attention to certain points in which the 
restoration of the original text of Caraka appears to lack probability. 



Keith: Hoernle, Studies in the Medicine of Ancient India etc. 135 

Apart from certain transpositions Dr. Hoernle alters the text in two 
main respeets. He deletes the two amsa on the ground that they 
are meaningless beside the two amsaphalaka (shoulder-blades) and 
the two aksaica (collar-bones) , and he makes good the Omission 
by increasing from two to four the number of the manika (wrist- 5 
bones) to correspond with the four gulpha (ankle-bones). 

It is certainly possible that dväv amsau dve amsaphalake in 
Caraka represents a duplication by an error of a scribe, and in support 
of this view Dr. Hoernle points out that in this very list (p. 1S6) 
is found dve jänuni dve jänukapälike where jänukapälike is no lo 
doubt an error for haindike. The parallel is not of course complete, 
for in the former case we must suppose the repetition of the whole 
phrase dve amsa and then a correction into dväv amsau ^ but it 
is at any rate interesting. But the evidence on the other side is 
almost overwhelming. For not only has the traditional text of Caraka i5 
the two amsa, but so has the Version of Bheda (p. 40), which also 
has but two manika, and so has the vei'sion of Vägbhata I (p. 91). 
Against this evidence little weight can be placed on the facts 
referred to by Dr. Hoernle (p. 68). Gangädhar's Omission of amsa 
(p. 30), the Omission in the non-medical version of Caraka or Ätreya 20 
found in the Yäjnavalkya Smrti, and the fact that the Atharva- 
veda mentions only collar-bone and shoulder-blade (p. 114) merely 
show, what is conclusivily proved by the case of Susruta, that 
some people recognised only two — or even one — bone in the 
Shoulder, while others like Caraka and Bheda recognised three. 25 
Dr. Hoernle lays a good deal of stress (p. 137) on the fact that 
there ai'e really but two bones in the shoulder-girdle, but it must 
be remembered that, as Dr. Hoernle himself teils us (p. 115), the 
Indians regarded pi'ocesses as bones, and, especially when it is 
remembered that Caraka seems not to have practised dissection 30 
(p. 116), it is surely b}' no means difficult to suppose that by 
amsa was meant what to the lay eye seems the most characteristic 
point of the Shoulder (see the diagram on p. 134) the acromion 
process {amsaküta in the tei'minology of Susruta, p. 233, amsa in 
Amarasimha, p. 167). 33 

If we keep, as we think we must do, the two amsa as an 
essential i)art of Caraka's list, then the first of Dr. Hoernle's arguments 
(p. 67) for the increase of the number oi manika to four disappears. 
On his fourth argument, vz. that in their reconstructions Gaügädhar 
and the anonymous author of the '"Anatomy" — a work of unknown 40 
date — admit that reckoning, we imagine Dr. Hoernle himself would 
lay no stress. At any rate it is sufficient to say that Susruta who 
was beyond doubt known to both these authors counts four wrist- 
bones (p. 131). His third argument is derived from the reckoning 
of the Version of Yäjnavalkya, which (p. 48) adds three breast-boues 4» 
and three facial bones to the ordinary reckoning, in place, according 
to Dr. Hoernle, of two arnis and four wrist-bones. 'It may be 



136 Anzeigen. 

particulavly noted', he adds (p. 49), 'that this corrective result 

affords a strong confirmation of the Suggestion that the true 

number of the bones of the wrists is four, not two, as the tradi- 
tional list of Caraka now has it". But there is a clear petitio 

5 principü in this argument. We ave equally entitled to say that 
the six new bones ave substituted for — not the two arms and 
four wrist-bones — but the two arms, the two amsa and the two 
wrist-bones, and Dr. Hoernle would no doubt readily admit that 
the source of part of the trouble in the list of Yäjnavalkya may 

10 have been due to the careless Omission of dväv amsau in the text 
of Caraka whence the non-medical version is derived. 

There remains Dr. Hoernle's second argument. that the system 
of Caraka consistently construed requires the count of four wrist- 
bones (pp. 130, 131). The question what Caraka did held can 

15 hardly be settled by arguments from what he should have held, 
or eise his osteology would require extensive rewriting. No doubt 
Caraka recognised four ankle- bones (gidpha) ^ but Dr. Hoernle 
himself (p. 72) teils us that Caraka did not recognise the principle 
of homology to its füll extent, and a glance at the diagrams of 

20 forearm and leg on p. 130 will probably reveal the reason of the 
different ti'eatment of the ankle and wa-ist-bones (malleoli and stj^loid 
processes). The latter look much more like a single bone than 
the former, and in the absence of dissection might easily be so 
regarded, especially by an anatomist who actually attributed one 

25 bone only to the complex of nose, cheeks, and brow. 

But, however we read the version of Caraka, the question arises 
as to the date and source of his compilation. Here and in regard 
to the cognate question of the date of Susruta we must confess 
we find it difficult to follow Dr. Hoernle with any contidence. He 

30 accepts as genuine the tradition of Atreya as a great medical 
authority, assigns him to the sixth Century on the strength of a 
Buddhist legend that the physician Jlvaka, a contemporary of the 
Buddha, studied at Taxila under Ätreya, places him before Susruta 
and both of them before the Satapatha Brähmana in the sixth 

35 Century B. C. (pp. 7 — 9). Caraka he regards as a faithful exponent 
of Agnivei^a's version of Ätreya's System, which is also reported in 
Bheda's work, and through another pupil in the non-medical version 
of the Yäjnavalkya and other Smrtis. But every link in this chain 
appears of doubtful strength. We have not the slightest real 

40 evidence that a histoi'ical Atreya in the sixth Century B. C. was 
a recognised exponent of medical sience, or that Caraka really 
repi'esents with any fidelity his views, nor do we know when Caraka 
lived. What value can be ascribed to the Buddhist tradition of 
Caraka as a contemporary of Kaniska, when we know how similar 

■lii legends have all the world over and not least in India (e. g. the 
"nine jewels", the legend of Kumäradäsa, etc.) united famous 
names? Even Kaniska's own date is uncertain, though we agree 



Keith: Hoeriile, Studies in the Medicine of Ancient India etc. 137 

with Dr. Fleet in accepting i) the socalled Vikrama era as bis. What 
again is the value of the tradition that Nägärjuna revised Susruta's 
work? There is no evidence that it is true, still less that this 
Nägärjuna was the Buddhist patriarch, or that the patriarch was 
a contemporaiy of Kaniska. These legends throw no light even on 5 
questions of relative chronology. 

Much more importance attaches to the view that Susruta and 
Caraka's original, Ätreva , were known to_ the Satapatha Brähmana 
(pp. 107, 144, 158). We are told that to Ätreya the author, Yäjna- 
valkya, owed (1) the countiug of the bones as 360 in number, lo 
Susruta making them 300 only, (2) the reckoning of the neck- 
bones as 15; to Susruta (1) the assigning of 17 bones to the 
breast, Ati-eya giving 14, (2) the counting of 360 marrow-parts, 
Susruta assigning a marrow part to each bone. But with much 
deference to Dr. Hoernle this is really to turn things upside down. i5 
If indeed we found in the Brähmana an orderly body of doctrine 
of a consistent character, we might be inclined- to recognise that 
the medical schools of the day had evolved an osteology, though 
even then we can see no Warrant whatever for associating that 
osteology with the names of Susruta or Ätreya. But what are the 20 
facts? The quotations at pp. 105, 106, are merely exaraples of 
the interminable identifications of the Brähmanas, and we have little 
doubt that the 360 bones of the skeleton of Caraka — which is 
a calculation on no rational basis — is a borrowing from the parallel 
of the days or nights and the bones (cf. Aitareya Äranyaka, 23 
III, 2, 1). The idea that every bone had a marrow part is surely 
a primitive idea which does not need the Intervention of Susruta; 
a difFerent form of the same conception is found in the Aitareya 
Äranyaka, III, 2, 1 , and it is peculiarly improbable that the con- 
ception of marrow-parts should be taken from one source, Susruta, 30 
and the number of bones from another. The neck has fifteen bones, 
because some parallel is wanted for the yancadaia hymn-form, 
the breast seventeen like the saptadasa. If we make more of 
them than this we are faeed with the problem of making sense 
out of the next items, the 21 bones in the iidara, the 27 in the 35 
ribs, the 33 in the anüka (thoracic spine), corresponding to the 
several hymn-forms. Dr. Hoernle faces even this difficulty, for he 
suggests that the 54 bones in the udara and anuha and the 27 
in the ribs are misrecollections respectively of the numbers 45 
and 72 , the total of the bones in the spine in Ätreya's System 40 
and_of the ribs with their sockets and tubercles in both Systems, 
of Ätreya as well as of Susruta. This seems to us a reductio ad 
absurdum of the whole scheme, and indeed what anatomy can we 
expect from an author who admittedly {p. 109) counts the collar- 
bones as a species of ribs and describes the cranium as consisting ir) 



1) See especially JRAS., 1907, pp. 1036 sg. 



138 Anzeigen. 

of skin , bone and brain ? We must ratber recognise tbat we are 
still dealing with an epoch before the systematic study of medicine 
and witb tbeologians wbo were by no means troubled by facts in 
their identifications. Dr. Hoernle bas , ^ we tbink , laid too mucb 
5 stress on the jDassages cited from tbe Satapatba BiTibmana. A few 
citations will show bow fluid were tbe ideas of tbe autbors of tbe 
Bräbmanas on tbese topics. In tbe Aitareya Ärajiyaka, I, 4, 1, 
tbe siras is navakajJälam^ but in tbe Säiikbäyana Äranyaka, II, 2, 
we bave : ti'hu vä as>ja sirsnah hapäläni bhavanti. Again wbile 

10 tbe Satapatba, XII, 2, 4 10 and 14, bas gr'wäh pancadasah and 
anülcam trayastrimsah, tbe Säükbäyana, II, 3 and 6, bas trlni vä 
äsäm gr-lväiiäm 2)arväni and ekavimsatir vä asyänükasi/a 2)cirväni, 
and no conceivable sense can be given to ^:>aryä?u* wbicb will 
reconcile tbe versions. It is true tbe Aitareya Äranyaka, I, 5, 1, 

15 connects tbe number 21 and tbe udara as does tbe Satapatba, but 
tbe difference is fundamental; tbe former reckons 21 vikrtai/a/j in 
tbe udara, tbe latter 20 Icuntä^jas and tbe udara itself as tbe 
twenty-first. So tbe Aitareya, I, 2, 2 , bas p)'^^^cängulayas catus- 
2)arväh , wbile tbe Säükbäyana bas, II, 5, trini vä asya 2)ttneh 

20 parväni. In all tbese cases ' tbe number cbosen is simply tbat 
wbicb bappens to suit tbe argument of tbe moment and is not too 
ludicrously removed from tbe trutb. 

But furtber we must demur to tbe date assigned to Yäjna- 
valkya and tbe Satapatba Bräbmana. In tbe first place it may 

25 be pointed out tbat as a matter of fact none of tbe passages on 
wbicb Dr. Hoernle relies come from the books (I — Y) which 
Weber ^) bas shown are really Yäjfiavalkyan. Two come from tbe 
later book, XII, and two from books YIII and X wbicb recognise 

7 7, O 

not Yäjnavalkya but Sändilya as tbe autbority. Tbis fact invali- 
30 dates also Dr. Hoernle's reraark tbat Yäjnavalkya was like Susruta 
a native of Eastern India, and lessens tbe probability tbat a Xortb- 
AVestern autbority like Sändilya sbould borrow from Susruta tbe 
doctrine of tbe marrow-parts of bones. In the second place it is 
bardly satisfactory to date Yäjnavalk3'a b}' identifying tbe Ajäta- 
35 öatru of tbe Brbadäranyaka üpanisad with tbe contemporary of 
Buddha, and so placing bim in 500 B. C. It must be remembered 
tbat even in tbe Brbadäranyaka Üpanisad, by far tbe latest portion 
of tbe Satapatba Bräbmana, we bave not Yäjnavalkva as tbe author; 
be is alread}' a sage of ancient fame , and in Kätyäyana's time -) 
40 Pänini was censured for not remembering to include bim in pre- 
paring bis grammar. ^ It is true tbat we niust not put bis date 
too far back, since Svetaketu appeared to Äpastamba an avara'^), 
but we can bardly believe tbat Yäjnavalkya a contemporary, even 
a rival, of Buddha, as be would be on Dr. Hoernle's hypothesis, 



1) Ind. Stucl, XIII, 2G7 sq. 

2) Biihler, SUE, II, XLII, XLIII. 3) Bühler, 1. c. 



Keith: Hoernle, Studies in the Medicine of Ancient India etc. 139 

should never be mentioned as such in Indian literature. Further, 
it is held by many scholars such as Garbe, Rhys Davids, Deussen, 
Winternitz, and Macdonell, that the Brhadäi-anyaka Upanisad dates 
from a period anterior to Buddha, and if so, a potiori Yäjnavalkya, 
to whom is ascribed the recension of the White Yajus^). 5 

On the other hand we think Dr. Hoernle unduly inclined to 
ascribe an early date to Näräyana the author of the Anatomical 
hymn, Atharvaveda X, 2. He seems inclined (p. 109) to identify 
him with the author of Rgveda X, 90, and with the Näräyana who 
is recorded in Indian tradition as an author of ruedical formulae. lo 
But we hardly feel disposed to take seriously these identifications, 
and the date 1000 B. C. suggested seems very problematic, and is 
probably a couple of centures too old. 

There are many other points of great interest in Dr. Hoernle's 
book. Unfortunately the doubtfulness of the chronology renders 15 
impossible any useful comparison with Greek Medicine. So far as 
it goes the evidence teils conclusivelv against Greek borrowingr 
froni India, and the possibility of Indian borrowing from thence 
cannot be refuted until some satisfactory evidence can be adduced 
allowing us to assign Caraka and Susruta to an earlier date than 20 
the beginning of the Christian era. Nor can it be denied that the 
history of Indian Astronom}^ teils in favour of Indian boiTowing 
from Greece. The Greek princes of Bactria no doubt brought with 
them physicians trained in the Alexandrian schools in which as 
early as the first half of the third Century B. C. an extensive 2ri 
System of dissection of the human body prevailed (p. IV.). 

We will conclude by pointing out that alcsa (p. 134) is found 
not only in the Satapatha Brähmana but also in the Aitareya 
Äranyaka, I, 2, 2, where as might be expected Säyana followed by 
Max Müller renders it as 'eye', and in the adjectival form ahsä in the so 
Säiikhäyana Äranyaka, II, 4. There are two other expressions in 
the Aitareya which we shall hope to find explained by Dr. Hoernle 
in the next part of his work, which we trust will soon appear, 
kahsasi in I, 2, 2, and vijavas in I, 4, 1. 

Dr. Hoernle has arranged with the Clarendon Press that copies 35 
of his work can be obtained at 6l6 each by Members of this Society 
(the ordinary price being 10/6). Members desirous of availing 
themselves of this concession should eommunicate with the publishers 
of this Journal, Messrs F. A. Brockhaus. 

A. B e r r i e d a 1 e Keith. 40 



1) See also my note, JRAS., 1908, p. 368. 



140 Anzeigen. 

Maurice Bloom field, A Vedic Concor dance, being 
an alphabetical Index to every line of every stanzet of 
fhe jjuhlislied Vedic literature and to the lituryical for- 
mxdas therreof, that is an Index to the Vedic Mantras, 
5 together with an account of their variations in the different 

Vedic booJcs. {Harvard Oriental Series, ed. by Ch. R. Lan- 
man, vol. X.) Cambridge , Massachusetts , published by 
Harvard University. 1906. XXIV und 1078 S. Royal 4^. 
Preis gebunden Doli. 6. 

10 Es ist eine seltene Freude, über ein Werk zu berichten, in 

dem sich ein so hohes Maß von Aufopferung dessen , der es ge- 
schaffen hat, verkörpert um auf eine solche Fülle wichtigsten wissen- 
schaftlichen Gewinns die sichere Hoffnung zu erwecken. 

Die Buddhisten lassen ihren Meister bei ii'gendwie merkwürdigen 

15 Vorfällen gern sagen : Nicht ist das und das jetzt zum erstenmal 
oreschehen — und es folcft dann die Erzähluncr eines crleichen 

o o o o 

Begebnisses, das dieselben Personen in vers^ancrenen Seelenwanderungs- 
laufen schon einmal durchlebt haben. 

Wer die Vedenkonkordanz bewundernd anblickt, kann ähnlich 

20 sagen: na etarahim yeva hat Bloom field sich ein solches Denk- 
mal gesetzt. Einst fühlte er, daß für die volle Wirkung von 
Bergaigne's Religion vedique, dem mächtigen „Index des idees du 
Rig-Veda", nichts notwendiger war, als daß zu jenem Index — 
ein Index geschaffen wurde. Genau das haben wir Andern auch 

25 gefühlt, aber wer den Index schuf, war Bloomfield. 

Und nun gibt uns derselbe Gelehrte , der wirklich genugsam 
bewiesen hat, daß er unter denen, die andre Arbeit als die des 
Registrierens zu tun verstehen, in der ersten Reihe steht, ein neues, 
noch in ganz andern Dimensionen sich bewegendes Werk seiner 

30 zähen, unermüdlichen Geduld. Auf fast 1100 Seiten größten 
Formats ist in alphabetischer Folge jeder einzelne Päda jedes 
Verses der bis jetzt veröffentlichten Vedaliteratur verzeichnet, dazu 
in gleicher Weise das ganze Prosamaterial liturgischer Sprüche : 
jeder Text mit Angabe sämtlicher Stellen, an denen er sich findet, 

35 und der Varianten , die bei der Vergleichung der verschiedenen 
Fassungen zui- Erscheinung kommen. Wenn ganz ausnahmsweise 
einzelne veröffentlichte Texte aus triftigen Gründen ^) der Konkordanz 
nicht einverleibt worden sind — so vor allem die Paippaläda Säkhä 
des Atharvavedä — , so werden die Benutzer reichlich dadurch 

40 entschädigt, daß Bloomfield mehrere wichtige unveröffentlichte oder 
doch erst in der Veröffentlichung begriffene Texte vollständig ver- 
arbeitet hat: insonderheit das Käthaka, um dessen willen er 1902 
eigens nach Wien reiste, und das dank dem bereitwilligen Ent- 
gegenkommen L. V. Schroeder's in der Konkordanz dieselbe Be- 

45 handlung wie die allgemein zugänglichen Texte erfahren hat. 



1) Siehe darüber Bloomfiold's Vorrede, S. IX. 



Oldenberg : Bloornfield, A Vedic Concordance. 141 

Katürlich wird nun weiter fortwährend neues Material zu- 
strömen , ja neues Material ist inzwischen schon zugeströmt — es 
sei auf die Rgveda-Apokryphen hingewiesen , die Scheftelowitz 
veröffentlicht hat. So werden von Zeit zu Zeit Supplemente er- 
forderlich sein. Die werden sich an den großen Grundstock des 5 
vorliegenden VA^erks leicht genug anfügen. 

Bloornfield druckt die Texte durchweg ohne Akzente. Er wird 
daran recht getan haben. Die Schwierigkeiten und Kosten eines 
solchen Drucks zu steigern und den Zeitpunkt der Fertigstellung 
hinauszuschieben war in der Tat kein Bedürfnis. Immerhin kann 10 
man nicht übersehen, daß dadurch Varianten, die eben nur den 
Akzent betreffen, verloren gehen : z. B. die Akzentvariante bei dem 
asthürt von Rv. VI, 15. 19, über die Wackernagel Gramm. II, 239 
spricht. Und auch sonst wäre vielleicht gelegentlich ein kleines, 
übrigens sehr unschädliches Versehen vermieden worden, wäi'en die is 
Akzente berücksichtigt. So steht Rv. V, 36. 4 nicht, wie an 
mehreren in der alphabetischen Ordnung benachbarten Stellen, 
•pradaksinlt^ sondern ^:>7-« dahsinit. 

Darf ich von solchen Kleinigkeiten oder Kleinlichkeiten noch 
etwas weiteres anreihen, so ist mir nicht klar, nach welchem Prinzip 20 
Bl. bei der Aufnahme der in Brähmanas und Sütras bekanntlich 
nicht seltenen Verse von belehrendem u. dgl. Inhalt verfahren ist. 
Das Aitareya Brähmana (VII, 9. 15) beispielsweise fühi't eine 
y^yajnagäthä"' an über ein darzubringendes SauträmanTopfer ; das Sata- 
patha Brähmana (XI, 5. 4. 12) sagt bei der Auseinandersetzung über 25 
das Upanayana : tad api sloham gäyanti — und es folgt ein Vers 
über die symbolische Bedeutung der drei Tage zwischen Upanayana 
und Vortrag der Sävitri. Beide Verse sind in der Konkordanz, 
gewiß mit Recht, aufgenommen. Daß es nicht in Bloomfield's Plan 
liegt, solchen Versen, wenn sie in Sütratexten begegnen, die gleiche 30 
Berücksichtigung zu versagen , ist an sich selbstverständlich und 
bestätigt sich in zahlreichen Fällen. Warum ist dann aber z. B. 

T . . . . . . ' 

der , wie mir scheint , gleichartige und gleichwertige Vers Säükh. 
Grhj^a II, 16. 1 madhuiJarJ^e ca some ca nicht aufgenommen? 
Warum von den Versen über das Upäkarana ebendas. IV, 5. 15 f. 35 
wohl der erste (at/ätai/ämatäm), aber nicht der zweite und dritte 
(tasniät shatkarmamti/ena und upälcarinani co(sarge) V 

Eine andre Gi-uppe von Fällen, in denen vielleicht Aufnahme 
von Nichtaufgenommenem hätte gewünscht werden können, betrifft 
die Stellen , an denen ein Ritualtext einen Vers nicht in seinem 40 
AVortlaut oder mit seinem Pratlka, sondern nach seiner laufenden 
Nummer anführt. Sänkhäyana (Sraut. VI, 11, 9) schreibt vor, bei 
einem gewissen rituellen Anlaß von dem im Übrigen verwandten 
Sükta Rv.X, 81 den vierten Vers auszulassen {cahirthim pari- 
häpya). Äsvaläyana (Grhya III, 12. 7. 9) läßt^j««cam?/<7 des Liedes i."> 
Rv. VI, 75 den Purohita dem zur Schlacht sich rüstenden König 
den Köcher reichen , saptamyä dessen Pferde segnen usw. Diese 



142 Anzeigen. 

Erwähnungen der betreffenden Verse kommen in der Konkordanz 
nicht zur Erscheinung. Mir scheint , ein andres Verfahren wäre 
zweckmäßig gewesen ; um so mehr , da zu den Zielen, welche die 
Konkordanz sich setzt, auch das gehört, die rituellen Verwendungen 
5 der einzelnen Elemente der Vedatexte nachzuweisen. „The hyran 
or prayer , and the ceremony that accompanied it , often serve 
mutually each as a commentary on the other", sagt Bloomfield 
darüber unzweifelhaft mit vollem Recht (S. VIIT). 

Eine besonders wichtige und zugleich besonders schwierige 

10 Aufgabe der Konkordanz war, dem Benutzer die Fälle von einander 
abweichender Gestalten vorzuführen, in denen oft derselbe vedische 
Vers oder vielmehr derselbe Päda vorliegt. Wo sind da nun Ab- 
weichungen desselben Textes anzunehmen und wo verschiedene 
Texte, die durch irgend welche Ähnlichkeit, irgend welches Zusammen- 

15 fallen von ein paar Worten, vielleicht eines geläufigen Ausdrucks, 
mit einander nur oberflächlich verbunden werden? Natürlich sind 
die Grenzen flüssig. Sicher hat sich Bloomfield unsern Dank da- 
durch verdient, daß er eher zu viel als zu wenig verzeichnet hat. 
Wo die verschiedenen Gestalten eines Päda durch gleichen Eingang 

tQ in der alphabetischen Ordnung einander nahe gerückt wurden, war 

,es ja nicht schwer den Zusammenhang zu bemerken. Aber Fälle 

wie vrsct ^ukram duduhe pisnir üdhah Rv. IV, 3. 10 gegenüber 

sakrc chukram duduhe prsnir üdhah das. VI, 66. 1 konnten sich 

leicht der Beachtung entziehen i). Der Benutzer der Konkordanz 

25 bemerkt bald, wie Außerordentliches daiün geleistet ist, die Über- 
einstimmungen auch dieser Art aufzudecken-). 

Man kann das verallgemeinern. Bei einer Arbeit, die nach 

ihrem ganzen Charakter und in ihrem ungeheuren Umfang so wie 

diese auf Schritt und Tritt das Unterlaufen von Versehen nahezu 

30 unvermeidlich machte, ist es in höchstem Maße bewundernswert — 

ich glaube das schon jetzt auf Grund vielfältiger Beobachtungen 



1) Man sieht, daß Bl. hier als Variante einen Fall behandelt, in dem 
zweifellos der Verfasser der einen Stelle nicht dasselbe geben wollte , wie der 
der andern , sondern wo er in der Tat einen neuen Vers, in sehr starker An- 
lehnung an den andern, gemacht hat. Ebenso z. 15. itthä grnanto mahinasna 
ö'cmnan und itthä grnanto nialdnasya sardhah Kv. VI, 33. 5-, 68. 8. Mir 
scheint Bl. in seiner Behandlung solcher Fälle durchaus das Richtige getrofien 
zu haben. Es galt ja nicht, so zu sagen die Rechtsfrage, was ein neuer Vers 
ist, zu entscheiden, sondern ein philologisches Bedürfnis zu befriedigen. 

2) Ein paar Fälle solcher Übereinstimmungen , die ra. E. nachgetragen 
zu werden vordienen , verzeichne ich : rtasija dhäman ranayantu cleväh Kv. 
IV, 7. 7 und rtasya säman ranayanta cleväh 1, 147. 1. — mä no mitro 
varuno aryamäyur indra röhuksä ynarutah jMi'i khyan I, 162. 1 und te no 
mitro varuuo aryamäyur indra rUmksä maruto jusanta V, 41. 2. — r«- 
savyair upa gachatam VI, 60. 14 und siduisrair upa gachatam VIII, 73. 14: 
sollte man in dem letzten Fall schwanken , so entscheidet zu gunsten der An- 
nahme einer Variante, daß es sich um zwei zweite Pädas handelt, denen beide- 
mal derselbe erste ä no gavyehhir aiivyaih vorangeht. 



Oldenberg : Bloom fidd, A Vedic Concordance. 143 

aussprechen zu dürfen — , wie gering verhältnismäßig die Zahl 
solcher Versehen oder Auslassungen ist^). 

Ist es nötig, zum Schluß von dem Nutzen zu sprechen, den 
die Konkordanz allen Richtungen der Vedaforschung bringen wird ? 
Ich darf mich da, glaube ich, sehr kurz fassen; jeder Arbeiter wird 5 
- schon wenn diese Zeilen erscheinen , seine eignen Erfahrungen ge- 
sammelt haben. Natürlich wird das Werk vor allem der Exegese 
ziigute kommen. Indem die einzelne Stelle in die Mitte einer Fülle 
verwandter Stellen tritt, wird sich der Weg zu ihrer richtigen Auf- 
fassung unter den Abwegen hervorheben ; eine Flut verfehlter Einfälle lO 
wird von vornherein ferngehalten werden. Auch der Textkritik wird 
ähnlicher Nutzen erwachsen; wir werden, steht zu hofi'en, weniger 
Konjekturen, vielleicht auch reifere Konjekturen erhalten als manch- 
mal bisher. Beispielsweise ist Rv. V, 20, 1 überliefert ydm agne 
väjasätama tvdm ein mdmjase raylm, tarn no glrbhik sraväyyam 15 
devaträ panayä yujam. M. Müller schlug vor väjasCUamam^ wie 
IX, 98, 1 väjasätamam rayhn steht. Es liegt nah, das überlieferte 
auf Grund von X, 21, 4 ydm eigne mdnyase rayhn sdhasävami 
amartya zu verteidigen. Wird diese Verteidigung aber nicht eine 
ganz andere Wucht empfangen, wenn man sich durch die Konkordanz 20 
auf die Parallelstelle Vs. XIX, 64 hat aufmerksam machen lassen : 
ydm agne kavyavähana tvdm ein mdnyase rayitn etc. ? 

Weiter wird, wie ich bereits berührte, die Kenntnis der rituellen 
und liturgischen Verhältnisse des Veda und des Zusammenhanges 
von Ritual und literarischer Produktion wichtige Förderung erhalten; 25 
schon Bloomfield selbst hat hierüber beachtenswerte Andeutungen 
gegeben (Preface, S. VIII). Auch die Mythologie wird nicht leer 
ausgehen. Der gemeinsame Charakterzug aber aller der Fortschritte, 
die zu erhoffen sind, wird der sein, daß die Forschung in immer 
höherem Maße dazu in den Stand gesetzt und dazu erzogen werden so 
wird, der Lösung des einzelnen Problems die ganze, überall her 
zusammen zu bringende Fülle der Materialien, die für jenes in 
Betracht kommen, dienstbar zu macheu. 



1) Ein paar von ihnen seien hier verzeichnet. Zu Rv. VIII, 6. 10 me- 
dhäm rtasya jagrabha fehlt die Variante des Sv. jagraha. — Kv. IV, 57. 5 
sunäslräo imäm väcam jusethäm: Taitt. Ar. läßt jusethäm aus. — Rv. V, 
24. 2 achä nalsi dt/u7nattamam rayim däh: Sv. und Ts. haben dijumattamo. 

— Säiikh. 8raut. XU, 10. 4 wird (jedenfalls nach Hillebrandt's Text) nicht pra. 
samräje brhate Rv. VI, 68. 9, sondern pra samräje brhat Rv. V, 85. 1 zitiert. 

— Liegt Versehen oder prinzipielle Absicht vor, wenn nicht verzeichnet ist 
z. B. daß Rv. X, 29. 1 YSska nicht vä yo sondern väijo , Rv. I, 105. 18 der- 
selbe nicht mä salrd sondern mäsakrd las? — Hier sei mir gestattet, einen 
Punkt anzuschließen , wo es nicht gilt eine Auslassung zu ergänzen , sondern 
einer Ansicht Bloomfield's die eigne abweichende gegenüberzustellen. Wenn 
Av. XIX, 72 als Hindoutung auf alte schriftliche Überlieferung des Veda hin- 
gestellt wird (Preface S. VII) , so muß ich meinen entschiedenen Unglauben 
äußern. Jlir scheint, an jener Stelle kann Beziehung auf Handschriften an 
sich ebenso gut obwalten wie nicht obwalten ; da nun im l'brigen die Sachlage 
ra. E. durchaus gegen das Vorhandensein von Handschriften zur Zeit jener 
Stelle spricht, schließe ich gegen die betreflende Deutung. 



144 Anzeigen. 

Wem das am Herzen liegt, der wird warmen Dank dem, der 
lange Jahre seines Lebens in entsagender Mühe diesem "Werk ge- 
opfert hat, nicht vergessen. Seien in diesen Dank alle Mitarbeiter 
und Förderer der Konkordanz eingeschlossen, vor allem Lanman 
und die Harvard University, der es die edle Freigebisrkeit 
des früh hincfegangenen Warren ermösflicht hat, auch diesen crrößten 
Band der Oriental Series in glänzender Ausstattung, auch in 
finanzieller Hinsicht fast als ein Geschenk, den Yedaforschern dar- 

^^^^^^^*^"- H. Oldenberg. 



10 Monutnenta Judaica. Prima i^ars. Bibliotheca Targu- 
niica. Bd. I. Heft 1. Aramaia. Die Targuinim zum 
Pentateuch. — A Itera j^cirs. Monument a Talmudica. 
Bd. I. Heft 1. Erste Serie : Bibel und Bahel. Heraus- 
gegeben von August Wünsche. Wilhelm Neumann. Moritz 

15 Altschüler. Im Akademischen Verlag. Wien und Leipzig 

MDCCCCVL 

Der Bibliotheca Targumica hat der Gesamtleiter Dr. Jakob 
F. Hollitscher einen kurzen orientierenden Artikel vorangeschickt 
über „Plan und Prinzipien der Monumenta Judaica". Da nur 

20 „wenige Fachleute diejenigen Quellen , die für die Erörterung 
religionsgeschichtlicher Fragen am wichtigsten sind [sie] , nämlich 
die alten Quellen der AVissenschaft des Judentums, heranzuziehen 
vermögen", so wurde in jüdischen Kreisen der Gedanke rege, diese 
Lücke durch „eine neue Ausgabe der beiden Talmude mit einer 

25 verständlichen Übersetzung ins Deutsche" auszufüllen. Wollte man 
sämtliche Quellen vorlegen , so durften auch die Targumim nicht 
fehlen, nicht einmal das Targum Onkelos, „selbst wenn es nichts 
Neues und Interessantes mehr in sich bergen sollte". Aber gerade 
seine Wertschätzung ist berechtigt; denn „die Vermutung liegt 

30 nahe , daß in dem Momente , in dem uns die targumische Über- 
tragung ganz klar wird, auch die bezüglichen Stellen der Bibel 
nunmehr in ihrem ursprünglichen [sie] Sinne uns vor Augen 
treten". „Dies fällt für viele zweifelhafte Stellen des alten Testa- 
ments schwer ins Gewicht." Um den Talmud zusänsrlicher zu 

85 machen, haben die Herausgeber beschlossen, sich nicht an die über- 
lieferte Reihenfolge zu halten, sondern ihn nach Themen systematisch 
geordnet mitzuteilen. Jedes Werk ist in zwei Hauptabteilungen 
gegliedert: der erste Teil enthält den Text samt der Übersetzung, 
der zweite den Apparat, „in erster Linie die textkritischen, exege- 

40 tischen und sonstigen Anmerkungen der Herausgeber, sowie ferner 
diejenigen selbständigen Exkurse der Herausgeber und externen 
Mitarbeiter, die aus sachlicher Notwendigkeit sich an den Apparat 



Greßmann: Wünsche, Neumann, Altschüler, Monumenta Judaica. 145 

anschliessen". An dem "Werke sind nämlich interne und externe 
Mitarbeiter beteiligt, die durch eine höchst komplizierte Oi'ganisation 
zusammengehalten werden. Als interne Mitarbeiter gelten der 
Jude Altschüler, der Protestant Wünsche und der Katholik Keu- 
mann. Der erste hat den Text und die Übersetzung anzufertigen. 5 
der zweite hat die Revision , der dritte die Superrevision. Der 
erste hat die Anmerkungen zu machen, die sich auf „die gesamte 
talmudische und jüdisch -orientalische Literatur", der zweite die- 
jenigen, die sich auf die „außerjüdisch-orientalische, insbesondere 
die assyrische, arabische und syrische Literatur", der dritte die- lo 
jenigen, die sich auf „die Kirchenväter, Septuaginta und Yulgata 
und insbesondere die gesamte in Betracht kommende Archäologie" 
beziehen. Als externe Mitarbeiter, die selbständige Exkurse bei- 
tragen können, werden u. a. genannt Beer, Feine, Fiebig, Geflfken, 
Kölscher, Alfr. Jeremias, Knopf, Margoliouth, Nikel, Sayce, Sellin, 15 
Wiedemann, Zielinski. 

Trotz des cruten Zweckes und trotz der klangvollen Namen 
ist das Unternehmen wissenschaftlich wertlos. 

Unwissenschaftlich ist schon die Einleitung, die Altschüler dem 
Tarcfum des Onkelos vorancrestellt hat und die er mit den bezeich- 20 
nenden Worten schließt: „Allerdings habe ich später, als ich mit 
den Gelehrten , mit den Semitologen und mit den Orientalisten in 
Berühruncr kam , gleich den Untei'schied zwischen einem im Yer- 
ständnis der Tradition Aufgewachsenen und den Fernestehenden 
[sie] wahrgenommen. Aber ich erkannte , daß es nur darin liegt, 25 
daß der in dem Verständnisse der Tradition Aufgewachsene eben 
dieses Verständnis gewissermaßen mit der Muttermilch in sich auf- 
genommen hat und nicht aus Grammatik, Wörterbuch 
und Literaturgeschichte erst in späteren Jahren seine Weis- 
heit zu schöpfen gezwungen ist. Der Jude fühlt diesen Unter- 30 
schied und was nicht dem richtigen Verständnisse der 
Tradition entspringt [sie], lehnt er ab. So ist die ganze neue 
Bibelforschung ihm ganz unbekannt." Was bei solcher Traditions- 
gläubigkeit herauskommt, braucht nur angedeutet zu werden. Als 
Entstehxmcrszeit des Targrum Onkelos wird die Zeit des Ezra an- 35 
genommen und damit begründet, „daß nicht nur das Targum, 
welches Onkelos in Palästina nach dem Munde [sie] • des Rabij' 
Elijezar und des Rabij Jehosua abfaßte, im Talmud als babylonisches 
Targum bezeichnet und in Rasij und Tosphoth direkt noch heute 
Targum bablij genannt wird, sondern daß auch Rabij Elijezar und 40 
Rabij Jehosua ihre Tradition von . . . Ezra überliefert erhalten 
haben". Ja, Altschüler scheint zu glauben, daß das aramäische 
Targum — wenn auch „im einzelnen ... Ausdrücke ... der 
Zeit nach dem Exil angehören und daher von ihm (Onkelos) aus 
jüngeren Überlieferungen oder aus eigenem hinzugefügt sein 45 
müssen" — der Hauptsache nach bereits am Sinai gegeben, später 
freilich wieder vergessen sei. Ich sage , es scheint so ; denn mit 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 10 



246 Anzeigen. . . 

Sicherheit wage ich seine mir zum Teil unverständlichen An- 
schauungen und Sätze nicht zu uuaschreiben. Oder wem ist fol- 
gender Satz klar: ,Wie immer man den Wert der Schlußfolge- 
runcren , in deren Gestalt die zitierten Stellen es als Tradition 
5 Überliefern , daß die Thorah auch in aramäischer Sprache <am 
Sinai> gegeben worden sei, veranschlagen mag, so steht doch nach 
ihnen fest, daß Traditionen solchen Inhaltes tatsächlich bestanden." 
Ebenso unkritisch und phantastisch ist die Wiederholung der schon 
von Hausdorff ausgesprochenen Hypothese, daß Onkelos und Aquila 

10 identisch seien, daß derselbe Mann erst die griechische und dann 
die aramäische Übersetzung des Alten Testamentes angefertigt habe I ! 
Unwissenschaftlich ist ferner die mechanische Transkription 
des Textes mit lateinischen Lettern. Die Verdopplung eines Kon- 
sonanten, der Unterschied zwischen dem stummen und vokalischen 

15 Schwa werden nicht markiert , das Kämes chätüf wird ebenso wie 
das Kämes mit ä umschrieben , das Patach furtivum wird hinter 
den Konsonanten gesetzt; also z. B. Gen. 7, 15 : ud'älü 'im noha 
[sie] hthejbötha (lies : hihejhxdha) tdrejn tdrejn (lies beide Male : 
ihdrejn). mikäl [sie] hisdra [sie] ddbejh rulia [sie] dahäjej [sie]. 

20 Und so verstümmeln die Juden ihre eigene Sprache i Dabei wimmelt 
es von Druckfehlern, besonders in den Monumenta Talmudica, wo 
man z. B. das eine Wort r.T'"ii'n in drei verschiedenen Transkrip- 
tionen finden kann: ha'arüjöth (S. 0,1.13), he'aräjdth (S. 3, 10), 
hä'äräjoth (S. 10 , 32) usw. Ein unpunktierter hebräischer Text 

25 wäre immer noch besser und verständlicher und wahrscheinlich 
auch billiger als ein solches Transkriptionssystem ! 

Hugo Greßmann. 



Al-Battänl sive AI - Bateiiii opus astronamicum ad ftdem 

codicis Escurialensis arabice editian, latine versum, anno- 

30 tationibus instructum a Carolo Alplionso Nallino. Tres 

partes, 1899 — 1907. {Piibblicazioni dd Reale Osservatorio 

dl Brera in Milano XL.) 

Muhammad ihn Gäbir ibn Sinän al-Battänl, der berühmte 
arabische Astronom, wurde geboren in der alten Heidenstadt Harrän, 

35 wo die griechische Wissenschaft eifriger als irgendwo anders ge- 
pflegt wurde und aus welcher sehr viele bedeutende Männer hervor- 
gegangen sind. Sein Vater Gäbir, ein verdienter Instrumenten- 
macher, siedelte über nach Raqqa am Euphrat, der gewrihnlichen 
Residenz des Khalifen Härün ar-RasTd, wo ^Muhammad Direktor 

40 (vielleicht Besitzer) der berühmten Sternwarte wurde. Er verbrauchte 
einen großen Teil seines Vermögens um diese zu verbessern. Nach 
eignen Mitteilungen an den jungen Prinzen (ia'far, Sohn des Khalifen 



cle Goeje : Nallino, Al-Battänl sive Al-Batenii opus astronomicum etc. 147 

al-MoktafI, fing er seine Beobachtungen i. J. 264 (877 p. Ch.) an 
und setzte sie fort bis 306 (918 p. Gh.). Er starb i. J. 317 
(929 p. Gh.), als er mit einigen Leuten aus Eaqqa nach Bagdad 
gereist war, um daselbst sein Recht zu suchen, was in jener traurigen 
Zeit kaum zu haben war. 5 

Hauptziel der Beobachtungen und Studien Battänl's waren der 
Lauf der Sonne und des Mondes, der der fünf Planeten und einiger 
Fixsterne. Er hat dabei sehr viele Fehler im Almagest von 
Ptolemaeus verbessert, oft stillschweigend, ohne daß dies seine große 
Bewunderung für den griechischen Gelehrten beeinträchtigte. Auch lo 
hat er selbst mehrere Instrumente erfunden. Sein astronomisches 
Werk genoß im Orient einen wohlverdienten Ruf. Im zwölften 
Jahrhundert wurde es schon zweimal ins Lateinische übersetzt, der 
große Wert seiner Beobachtungen wurde aber erst Mitte des fünf- 
zehnten Jahrhunderts durch den berühmten Regiomontanus ins rechte is 
Licht gestellt, so weit es die sehr mangelhafte lateinische Über- 
setzung erlaubte. Nach ihm haben verschiedene andere Gelehrte 
Battäni gebraucht, von welchen ich nur Halley nenne (um 1700), 
der seine Arbeit sehr bewunderte und die Fehler in der Übersetzung 
zu verbessern suchte. 20 

Eine wirklich richtige Beurteilung Battänl's ist erst jetzt 
möglich, nachdem wir durch Nallino den arabischen Text erhalten 
haben, begleitet von einer guten lateinischen Übersetzung und allen 
zum A-^erständnis nötigen Erklärungen. Das konnte nur jemand 
leisten, der wie der gelehrte Professor von Palermo zugleich ein 25 
gutgeschulter arabischer Philologe ist und tüchtige mathematische 
und astronomische Kenntnisse besitzt. Die Gebrüder Schiaparelli, 
die ihn veranlaßt haben, die Ausgabe zu unternehmen, haben dadurch 
Anspruch auf unseren Dank. 

Der dritte, zuerst (1899) erschienene Band enthält den Text 30 
nach der einzigen z. Z. bekannten Handschrift im Escurial. Der 
Archetypus dieser Handschrift war weit davon entfernt fehlerfrei 
zu sein und war zugleich an verschiedenen Stellen interpoliert, 
glücklicherweise von einer unerfahrenen Hand, so daß es dem Heraus- 
geber nicht schwer fiel, die falschen Verbesserungen und Aus- 35 
füllungen zu erkennen. Die auf uns gekommene lateinische Über- 
setzung des Plato Tiburtinus, nach einer anderen, doch nahe 
verwandten Handschrift gemacht, leistet n\ar wenig Dienst. Die 
Orthographie der Handschrift weicht beträchtlich ab von der des 
Autors. Der Herausgeber hat sie gewöhnlich stillschweigend ver- 40 
bessert. Die magribinische Schrift der Escurialhandschrift hat noch 
den Nachteil, daß in ihr einzelne Buchstaben einen anderen Zahl- 
wert haben als in der orientalischen Schrift. Trotz alledem ist es 
Nallino gelungen einen brauchbaren Text herzustellen. 

Der erste Band, 1903 erschienen, enthält S. 1 — 150 die 45 
lateinische Übersetzung mit den zum Verständnis des Textes, der 
nicht immer so klar ist, wie es äußerlich den Anschein hat 

10* 



148 Anzeigen. 

(Praef.XLV), nötigen Erklärungen. Dazu werden S. 151 — 327 höchst 
interessante Erläuterungen gegeben, von welchen einige von der 
Hand des berühmten Astronomen Johannes Schiaparelli herrühren. 
. Der Band fängt an mit einer Praefatio, in welcher wir alles finden, 
5 was über Battäni's Leben und Werke, über die Übersetzungen, 
über die Handschrift des Escurials usw. zu sagen ist. Die letzten 
zehn Seiten enthalten „Addenda et Emendanda'" zu der Übersetzung 
und den Erläuterungen. 

Der jüngst (1907) veröffentlichte Band hat wahrscheinlich dem 

10 Herauso^eber die meiste Mühe gekostet. Er enthält S. 1 — 188 die 
Übersetzung der astronomischen Tabellen, deren oft verdorbene 
Ziffern alle kontrolliert und manchmal verbessert werden mußten. 
Hierbei gedenkt Nallino dankbar des Beistandes, den ihm Johannes 
Schiaparelli geleistet hat. Zu diesen Tabellen erhalten wir S. 189 

15 bis 317 sehr wichtige Kommentare. S. 319 — 358 finden wir ein 
Glossarium, das für uns Laien eine wirkliche Wohltat ist. Ein 
einziges Mal hätte ich gewünscht, daß der Autor sich nicht so 
kurz crefaßt hätte. Wenn nämlich die Tabelle des Battäni S. 247 

O 

angibt, daß ^^\ der Name des Bootes sei, so stimmt das nicht 
20 dazu, daß Schjellerup S. 86flF. sagt, \^\ oder ^ykW y_J. gehöre 
zu Perseus, was wenn ich nicht irre, noch heute gelehrt wird. Es 
ist darum wahrscheinlich, daß entweder 3»iJl in t'ytJl zu ändern 
ist, oder daß der Text des Battäni eine Lücke hat, indem der 
Abschreiber von ^^ilS >^*.5 Li' ^.~A, zu 'J^,jO\ ^^^\tS ,-j>ä. überge- 

25 Sprüngen ist. Der Algol — al-cjhrd (Spuk) oder ras al-ghfd (Kopf 
des Spuks) — genannte Stern ist bekanntlich in seiner Lichtstärke 
veränderlich. Sollten die Araber dies schon wahrgenommen und 
daher den Namen gewählt haben ? Die Eigentümlichkeit des ghül 
genannten Spuks ist die Veränderung in Farbe und Form. 

30 Auf das Glossar folgen ausführliche Indices, ein geographischer, 

ein historischer und ein sachlicher. Die Praefatio gibt noch ,Ad- 
denda et Emendanda" zum ersten Band und zum Text. Zu den 
letzten will ich noch eine Verbesserung hinzuf'Ü!?en, nämlich daß 
Text S. 240, Z. 6 v. u. zu lesen ist _>^j und demnach II, S. 50 

35 Barahüd, auch oft Barahut geschrieben. 

Da Battäni's Buch auch einen geographischen Teil hat und 
unter den Tabellen auch historisch-chronologische und geographische 
sind , hat Nallino eingehende geographische und historische Unter- 
suchungen zu machen gehabt, deren lehrreiche Resultate in den 

40 Exkursen niedergelegt sind. vf t i „ n .. „ ,• „ 

° ° JVl. J. d e Goej e. 



Ungnad: Dhovme, Choix de Textes Religieux Assyro-B ab yloniens. 149 

Le P. Paul Dhorme , des Freres Prtcheurs , Choix de 
Textes Religieux Assyro - Babyloniens. Iranscription, 
traduction, commentaire. Paris, Librairie Victor Lecoffre, 
1907. XXXVII, 406 SS. 8^. 

Mit dem vorliecrenden Buche wendet sich der Verfasser vor 5 
allem an seine Landsleute : auch unter den Gebildeten französischer 
Zunge hat ja die Babel-Bibel-Bewegung einen starken Widerhall 
gefunden. Während es indes in Deutschland dem !Nichtassjriologen, 
der sich über das Verhältnis von Keilinschriften zum Alten Testament 
klar werden wollte, also besonders dem Theologen und Historiker, lo 
verhältnismäßig leicht gemacht woi'den ist, sich über die Grund- 
lagen des Streites eingehender zu unterrichten, war in Frankreich 
bisher nur wenig in dieser Hinsieht getan worden. Dhorme's Werk 
beabsichtigt, diesem Mangel zum Teil abzuhelfen, indem es zwar 
nicht das gesamte für die einschlägigen Fraoren inbetracht kommende i5 
Material bietet, wohl aber die wichtigsten für das Verständnis der 
babylonischen Religion grundlegenden Texte. Der Verfasser hat es 
sich zum Grundsatz gemacht, selbst keinerlei Thesen über die Be- 
ziehungen der Bibel zum alten Babylonien aufzustellen, um seine 
Leser in keiner Weise zu beeinflussen ; sein Ziel ist es vielmehr, 20 
die religiösen Texte in Umschrift und Übersetzung in einer Weise 
zu liefern, die es dem Relicrionscreschichtler ermöglicht, sich selbst 
ein Urteil im Streit der Meinungen zu bilden. 

Die sehr zu rühmende Übersichtlichkeit des Buches dürfte 
gewiß dazu beitragen, es zu einem beliebten Nachschlagewerk zu 25 
machen. Die nötigen Angaben über die Editionen der Texte und 
über die bisherigen Übersetzungen sowie sachliche und sprachliche 
Anmerkungen, durch die Dhorme das Verständnis zu erleichtern 
sich bemüht, sind so geschickt angeordnet, daß man mit einem 
Blick alle diese Faktoren übersehen kann. 30 

Den Texten selbst geht eine Einleitung vorauf, die kurz und 
klar zunächst über die Texte (Abfassungszeit, Rezensionen usw.) 
berichtet und sodann die Hauptpunkte der babylonischen Religion 
zusammenstellt^). Den Hauptbestandteil des Buches bilden natur- 
gemäß die Weltschöpfungslegenden und das Gilgames-Epos in seinen 35 
verschiedenen Rezensionen. Adapa- und Etana-Mythus, die Höllen- 
fahrt der Istar, mehrere Hymnen, die .(Sabbathgesetze", die Kultus- 
tafel von Sippar und einige „Sprichwörter" kristallisieren sich um 
diesen Kern. 

Der Verfasser hat sein Buch lediglich für praktische Zwecke ^0 
geschrieben ; eine selbständige Förderung der Wissenschaft liegt 
nicht in seiner Absicht Er schließt sich daher in seinen Über- 
setzungen im wesentlichen an frühere Bearbeitungen , namentlich 



1) Disposition: A) Les dieux, B) L'homme, C) Rapports de lliomme avec 
les dieu.x. 



150 Anzeigen. 



die Jensen's, an, ohne hierbei indes Mangel an eignem Urteil zu 
zeigen. Allerdings kann man ihm da, wo er seine eignen Wege 
geht, bisweilen schon aus rein grammatischen Gründen nicht bei- 
stimmen ; da in solchen Fällen jedoch auch die früheren Uber- 
5 Setzungsversuche in den Anmerkungen mitcreteilt werden, wird es 
dem Leser ermöglicht, sich selbst ein Urteil über den Vorzug oder 
Nachteil der crebotenen Übersetzung zu bilden. 

Rein wissenschaftlichen Bedürfnissen kommt die Angabe der 
Varianten der einzelnen Texte entgegen. Unpraktisch ist hier die 

10 Einfücfuncf derselben in den laufenden Text, der dadui'ch oft sehr 
an Übersichtlichkeit verliert : sie hätten in Anmerkungen gegeben 
werden sollen. Bei den Zwecken, die Dhorme's Buch verfolgt, 
hätte eine geschickte Auswahl der wichtigeren Varianten voll- 
kommen genügt ; wenn aber ein umfassenderer kritischer Apparat 

15 geboten wird, so muß er auch vollständig sein. Abgesehen davon, 
daß die verschiedenen u, su usw. nicht unterschieden werden, fehlen 
öfter auch wichtigere Vai'ianten, während bedeutungslose aufgenommen 
worden sind. 

Die zugrunde liegenden Texte sind fast ausnahmslos sorgfältigst 

20 berücksichtigt und zitiert: nur K 14949 (= CT XIII, 24) als Parallel- 
text zu K 3445 + EM 396 (ib.)i) sowie NE 34 No. 18 2) sind wohl 
übersehen. Zu Nr. XV hätte Macmillan's Arbeit in BA V einige 
Ergänzuncren creben können, und zu Nr. XVI konnte King. Mamc 
Nr. 9 etwas ausgiebiger verwendet werden. 

25 Zu S. 298 ff. , dem altbabylonischen Gilgamesfragment des 

Berliner Museums, sei bemerkt, daß nach einer Kollation I, Z. 10 
sicher nicht a-ta-al-ku-ma ki, sondern wohl mit Meissner a-fa- 
al-lu ki zu lesen ist. II, Z. 1 ist la in it-ta-al-la-ka von Dhorme 
ausgelassen, Z. 2 steht a-ra-am-mu-su, nicht a-ra-am-mu-via 

30 (Meissner). Die Lesung des Namens des Sintfluthelden U-ta- 
na-is-tim ist an beiden Stellen völlig sicher. III, 12 scheint mir 
zu sehr ungewiß : ich halte das Zeichen eher für lu ■'). 

Ein sehr dankenswerter Index der Eigennamen schließt das 

^^^^ ^^- ^ A. Unanad. 



o 



1) K 14949 Z. Iff. = K 3445 etc. Z. C tY. K 14949 Z. 5 ist daher i-na si-{ 
statt i-nu ali[ zu lesen. 

2) Dieser Te.xt ergänzt wohl Gilg. VI, 11 Oft', und behandelt die Kntsendung 
des Himmelstieres durch Anu und seine Ankunft in Uruk. Dem ]ter-k{a in 
Nr. 18 Z. 7 entspricht wohl ]tar-k[a in Nr. 16 Rs. Z. 3 (= Gilg. VI Z. 121, 
einer Zeile, die übrigens bei Dhorme versehentlich ganz ausgelassen ist). 

3) I 7 ist e-eS zweifellos nicht = vulg. arab. i,i*-J^i wie Dhorme an- 

> c - 
nimmt, sondern eher = altarab. O^^*-. 



151 



Kleine Mitteilungen. 

Magnün „epileptisch". — mxC äiiad „beglaubigt". 

— In den mir bekannten Teilen Marokko's heißt der „Epileptische" 

.y^^i^ (in Tanger, Rabat und Casablanca meznfm, mznun . von 

Ungebildeteren und Frauen auch viPznün. in Mogador mzniln aus- 

gesprochen). Jackson, Account of Marocco, 153 hat ,-.-5^ in der 5 
Bedeutung , epileptisch" i). Daumas , La vie arabe . 421 gibt als 
Namen der „Epilepsie" .,^-L^ (ji3-/a^). Besonders auch im Hinblick 
auf die Persönlichkeit des Propheten Muhammad, der ja bei einem 
Teile seiner mekkanischen Landsleute als ., yX:^ galt (s. z. B. Ibn 
Hisäm, Sira (vi, 8), ja, in den qualvollen Monaten, in denen er sich lo 
zur Gewißheit über seinen prophetischen Beruf durchzuringen hatte, 
sich vorübergehend selbst für .^ »^Ls? gehalten zu haben scheint 

(Tabari, Annales, I, Hö. , 10), und der, wenn auch wohl nicht an 
ausgesprochener Epilepsie, so doch sicher an allerlei Nervenanfällen 
gelitten hat, deren Symptome denen der Epilepsie z. T. recht ahn- i^'» 
lieh waren -) , scheint es mir nicht unwichtig , einmal die Frage 
aufzuwerfen, ob schon das altarabische ^^^J^. eigentlich ,von 

Dämonen besessen", die Spielai't des „Epileptischen", „Katalep- 
tischen" o. ä. mit umfaßt hat. Auf .Grund der folgenden drei 
Stellen glaube ich diese Frage bejahen zu müssen : ».p '^ Vjj 20 

^» !s^l^ ^_» xsJJ^, J.P U.! s'wLiyi^ (M r*-- '-^^ -^^■' ysi-*-^*-^ 

1) So wenigstens nach Dozy, Suppl. s. ,.wÄ>. Das Buch ist mir momentan 
unzugäuglicli. 

2) Vgl. z.B. Nüldeke, Geschichte des Qon'ins, 18 fF., Sprenger, Das Leben 
und die Lehre des Mohammad, I, 207 ft'. u. a. Daher erscheint er auch bei den 
Byzantinern (Theoplianes, Zonaras etc.) und ebenso in der — für ihn natürlich 
nicht eben schmeichelhaften — christlichen Muhammad-Legende des Mittelalters 
als Epileptiker. Kach Hildebert's Gedichte „De Mahumete" ist er in einem 
seiner epileptischen Anfälle sogar von den Schweinen aufgefressen worden (wes- 
halb es denn auch den Muslimen verboten ist Schweinefleisch zu essen 1); vgl. 
Edelestand du Mtiril, Podsies populaires latines du moyen-äge, 375. 



252 Kleine Mitteilungen. 

2t.Ä^fc*w» (IHisäm, an der soeben zitierten Stelle). %Jü:i ^jLiJ^^Ji 



- > 



Lw ^^i=o li! ,J^^3.>aIL ovL^I^ (QazTjim I, n., 3 v. u.) und 

^,j.A'il xx^ ib ^y^l^ (Misbäh des Faiiüml s. ^^.ao). Von den 
bei IHisäm genannten Merkmalen des ^.y,y^'- Würgkrampf, schlot- 

5 ternder Gang-) und konfuses Vorsichhinflüstern •^) , passen zum 
mindesten die beiden ersten weniger auf den eigentlichen „Wahn- 
sinn" als auf Nem-osen wie Epilepsie, Katalepsie oder Hysterie. 
In dem Zitat aus Qazijlnl erscheinen die ^;;^JLs? in Gesellschaft der 
.. 5^»,Aava, der „Epileptiker"^), man hat also dabei offenbar an 

10 den Epileptikern verwandte Kranke zu denken. In der Misbäh- 
Stelle endlich wird die „Besessenheit" {^.^yj^) ganz direkt als der 
Epilepsie ähnlich hingestellt. Mit diesem Resultate stimmt über- 
ein , daß allerlei Ausdrücke im Neuarabischen, die an Stelle des 
alten .,^yi^ getreten sind, gleichfalls nicht nur den „Wahnsinnigen", 

15 sondern auch andere Spielarten des „Besessenen", darunter auch den 



1) sc. die der Paeonie. 

2) Ich verstehe ^Ls^' hier im Sinne von .icJL^', besonders weil die durch 
letzteres hezeichnete krankhafte körperliche Haltung gleichfalls auf dämonische 

oE 

Einwirkung zurückgeführt wurde; vgl. Lane s. v., den Vers des Garlr c-Ä-^i» 
^1 .w=^ JJ' tü>lS>^ ^ (Dluän II, (fl, 10 = Hamäsa ^*'., 4, Mofgenl. 
Forschungen 128, 8, Les.x. s. ^J3», _iii und ^-y^) "• a. Möglich wäre 
vielleicht auch es im Sinne von „^^i>l „Gliederzucken" zu verstehen; vgl. 
_^lXi>^! ^ Fleischer, Kl. Schriften III, 204, ZDPV. VII, 97. VIII, 84 u. a. 
Dagegen scheinen mir die beiden gewöhnlichen Bedeutungen von .^^y-L^, „un- 
entschieden, ungewiß sein" (s. z. B. Zuhair, ed. Ahhv., '., 1^) bezw. „hin- und 
herreißen, unruhig machen" (s. Lane), hier ausgeschlossen zu sein. 

3) So ist K,M<^^M» hier wohl zu übersetzen ; oder sollte es schon in diesem 
verhältnismäßig alten Texte einfach „Irrsinn" bedeuten? Vgl. Dozy, Suppl. s. vv.. 

lytyM» und '^M4y*^*\ Aränl XXI, fo, 3: .,! J>-V* »-•♦■^ ••^' o L**"**** 
ii^A^i. 'si>~«Jli- slOfc-M/o! u. a. — Daß der Prophet unserer Stelle zufolge diese 
drei Merkmale des ., ».>L> gerade nicht gezeigt haben soll, ist eine Sache 
für sich, die mit unserer Frage selbst nichts zu tun hat. 

o - 

4) ^ .aO „Epilepsie" z. B. QazuTnl I, Cf i , 12 v. u., H., 4 v. u. f. u. ö.; 
M. J. Müller, Die letzten Zeiten von Granada, 15, 1. 



Kleine Mitteilungen. ]^53 

„Epileptischen", bezeichnen, so das ägyptisch-syrische (y.,j„JU^), 

das maghrebinische ^.,»yw (^.,,.»/!; vgl. iCÄj^Js, Käjj-) etc.) und 

das ägyptisch-mekkanische \- xaJLü'^) o. ä. 



1) Vgl. Dozy, Suppl. s. V.: Demoniaque, possede; — qui est dans un etat 
d'exaltation religieuse, couvulsionnaire; Spiro, Vocabulary s. , v*.aJ: rägil malbus, 

man possessed by an evil spirit; Cameron, Vocabulary s. . j^^^ : malboos . . . 
inspired, devotee; mad, epileptic; Landberg, Proverbes et dictons, S. 48, 4 v. u.: 

c - 

(wj-JUs |3«J>-., homme fou = i^jM^^ij't. — Man könnte geneigt sein dieses 
(j«j.xL« von jwwaXjI abzuleiten, am einfachsten wohl als eine durch die Wurzel 

jwvwaJ beeinflußte paretymologische Bildung (vgl. andal. , w*.1.aa) und w^»^ 
, besessen* u. a. Dozy, Suppl. s. .i*^, ferner Mul.iTt al-Mulnt s. i-^ und 
Landberg a. a. O. zu .v^aaIj lAJ^ , Teufelskind "). Richtiger aber wird man 

es auf das alte Lijls ;j*~*>J ,er verkehrte intim mit jemand, machte jemand zu 
seinem vertrauten Freunde" zurückführen (vgl. die Lex.x.; Gloss. Tab.; Hamäsa 
ööö, 10 = Kämil f\f, 5; Harirl, Maqämät ff, 4. G. v. u. etc.). Es wird also 
eigentlich bedeuten: , einer, den (ein Dämon) zu seinem vertrauten Genossen 

o y 

gemacht hat". Vgl. als auf derselben Vorstellung beruhend schriftarab. ^,^:^\*^iA 
(s. die Lexx.) und andal. \^yj<\K2^ und (_^>-Lci^ „besessen" (s. Dozy, Suppl.), 
sowie das sofort zu erörternde ..»_iw — ferner Spiro, Vocab.s. .v^x* : libsoh 'afryt, 
a devil possessed him (= rikboh ^afryt, ibid. s. ^--^.5^), und ^ä.s-Lj , wwaäÜ 
, besessen, epileptisch sein" (Dozy, Suppl.; ^ww^^Jö! c. V_J pers. „in enge Be- 
ziehung zu jemand treten" z. B. auch Maqqarl II, ff\'i 5 La.). 

2) Vgl. Beaussier, Dictionn. s. .^rJl^: Endiable, enrage und epileptique, 

s. KaJ-S: Mal caduc, epilepsie, haut-mal, s. ..^Js: ^5» vi^ojj Es-tu fou?; Ben 
Sedira, Petit dictionn. s. ., ».Ä/« : epileptique, s. &.xj.J: epilepsie, s. .,,i: avoir 

une attaque d'epilep.sie; Dombay, Gramm. S. 89: Morbus caducus iüuJs; Kuiz 
Orsatti , Gui'a de la conversaciön espanola-ürabe marroqui S. 65 : epilepsia . . . 
krina; Dozy, Suppl. s. vv. u. s. f. (im Schriftarab. : .,»-fiX! .,L-2x.iXjt .^_äj5 
^1 ^«.ä^Läj "^ ^.,L>*.ibSb TSA. s. V.). 

3) Vgl. Snouck Hurgronje, Mekka, 11, S. 124: „Die echten Zär heißen 
. . . theils gewisse Formen des Irrsinns, theils hysterische Anfälle" u. s. f. ; Völlers, 
diese Zeitschr. XLV, 344: „das Volk wendet Bezeichnungen wie .': ä.aJLc oder 
;jsA.i; »-•i^ auf alle epileptischen Anfälle an" u. a. 



154 Kleine Mitteilungen. 

In der von Rani bearbeiteten „Qissat Mar Elija" (Leipz. semitist. 
Studien II, 3) steht fast regelmäßig i) neben dem Namen oder Titel 
r...\rr>*\ ) des Apostels Paulus das Epitheton »',o v S ^ , für das der 

deutsche Text ,(von Gott) gestärkt" bietet. Ich habe, als ich das 

5 Manuskript und später die Korrekturbogen der Arbeit durchging, 

diese Übersetzung stehen lassen , weil ich keine bessere zu geben 

wußte. Jetzt möchte ich dafür vorschlagen: , beglaubigt". Vgl. 

SAqaid des sOmar an-Nasafl, ed. Cureton-), t, 8f. : Aj^I' jw-J! -».i> 
öij^ILj und zu 1-X.j»!! die Glosse im Kommentar des TaftäzänT: 
10 i(.;J'^ cj^'-iil (^L A. Fischer. 



Zu phönizischen Inschriften. — Auf der 2. Zeile der 
größeren Inschrift von Narnaka (Cypern) können die Anfangsworte 
brarP"" ~:n "012 t b"':on ihrem Sinne nach kaum etwas anderes be- 
sagen, als „diese Statue bin ich, Yatonba'al" ; und ihr Sinn ist auch 

15 wohl von niemandem anders aufgefaßt worden. Aber über die 
grammatische Auffassung, ja sogar über die Einteilung der Buch- 
staben in Worte herrscht Zweifel. 

Ich teile die Buchstaben so ab , wie oben angegeben, und er- 
kläre •:;?: als *>;;("r!)72 das was, so daß der Nominalsatz wörtlich 

20 besagte: , diese Statue (ist) das was ich (bin)". Man erinnert sich 
hierbei leicht sranz ähnlicher vulgärdeutscher Redewendungen. 

Entsprechend lese ich auf Zeile 7 'iiN ■,: "^7; r"'N, „das was 
das Antlitz meines Vaters (ist)", d. h. „(ich" habe aufgestellt) die 
Büste, oder das Portrait meines Vaters". 

25 Durch diese Erkenntnis wird auch die 5. Zeile der Tabnit- 

inschrift berührt. Ich wage für die vielumstrittenen Worte folgende 
neue Deutung: rbz" tiT; d:7d bDT y"in p -mN -'S rjos ;,b -n ■'N' 2 
„denn nicht hat man mich versehen mit Silber, nicht hat man mich 
versehen mit Gold; und alle Beigaben bestehen in Feigenkuchen". 

30 Wie immer Z'.12 etymologisch zu begründen sein mag, und was 
immer es im Grunde bedeuten mag: es deutet auf die Beigaben, 
die dem Toten mit ins Grab gelegt zu werden pflegten. So auch 
Esmunazar Zeile 5, wo gesagt ist, daß dem Toten überhaupt keine 
Beigaben beigegeben seien. Dem Sinne nach übereinstimmend Tabnit, 

35 der die Wertlosigkeit der Beigaben betont. p Pnetorius 



1) Nämlich 2, 7. 23. 4, 19 und 7, 18. Einmal, 5,9, erscheint dafür 

2) Diese Ausgabe ist freilich schlechter als die orientalischen. 



155 



Wissenschaftlicher Jahresbericht 

über die morgenländisclien Studien im Jahre 1907. 



Das Semitische 

mit Ausschluß des Sabäo-Minäischen und der abessinischen Dialekte 
sowie der alttestamentlichen Studien. 

Von 

C. Brockelmann. 

Allgemeines. Einen ausführlichen, nach bibliographischer Yoll- 
ständicfkeit strebenden Jahresbericht brinsrt die neue Zeitschrift der 
römischen Orientalisten aus der Feder Teloni's, Cluidi's und 
N a 1 1 i n 's ^). Die vergleichende Grammatik des Referenten 
hat in Lieferungen zu erscheinen begonnen -). f> 

Assyriologie. E. Meyer sucht an der Hand des archäolo- 
gischen Materials zu erweisen, daß nicht die Sumerer, sondern die 
Semiten die ältesten Bewohner Babyloniens gewesen seien ; jene 
seien erst nach diesen ins Land gekommen und dann semitisiert 
worden'^). Thur eau -D angin's Bearbeitung der sumerisch-akka- lo 
dischen Königsinschriften (s. Bd. LXI, 247, Nr. 5) ist nunmehr auch 
in deutscher Sprache erschienen*). Derselbe erörtert den Gebrauch 
der Verbalpräfixe im Sumerischen ^). Das gleiche Thema besprechen 
Langdon mit Seitenblicken auf eine angebliche sumerisch-indo- 



1) Bollettino, II. — Liiiguo e letterature semitiche. Estratto dall;\ 
„Rivista degli Studi Orientali" pubblicuta a cura dei Professor! della Scuola 
Orientale nella R. Universita di Roma vol. I, S. 228 — 414. 

2) C. Brockelmann, Grundriß der vergleichenden Grammatik der 
semitischen Sprachen. 1. Bd. Laut- und Formenlehre, Berlin, Keuther,S: Reichard, 
1907, Lief. 1—3 (S. 1—384), ä Mk. 5,—. 

3) Eduard Meyer, Sumerier und Semiten in Babylonion. Mit Tafeln. 
(Aus: Abh. Akad. d. Wiss. Berlin.) Berlin lOOG. 4«. Mk. 11,—. 

4) F. T h ur eau - Dangi n , Die sumerischen und akkadischen Königs- 
inschriften. (Vorderasiat. Bibl., 1. Bd. Abt. 1.) XX, 27ö S. Leipzig, Hinriclis, 
1907. Mk. 9,— . 

5) Derselbe, La syntaxe du verbe sumerien. (ZA. XX, 380 — 404.) 



\qQ Wissenschaftitcher Jahresbericht. 

germanische Verwandtschaft^) und Poebel'-). Einen Beitrag zum 
sumerischen Wörterbuch liefert Fossey in einer Sammlung von 
Ideogrammen, die Bmnnow noch nicht aufgenommen hatte ^). 

Eine übersichtliche Einführung in die Sprache der assyrischen 
5 Königsinschriften mit gelegentlicher Rücksicht auch auf altbabylo- 
nischen Sprachgebrauch liefert Meißner^). 

Weber will Nichtfachleuten eine genauere Bekanntschaft mit 
dem Geistesleben der Ostsemiten vermitteln, indem er ihre epische 
Dichtung in ausführlichen Inhaltsangaben und wörtlichen Auszügen 

10 und die übrigen Literaturgattungen in summarischer Darstellung 
vorführt ^). 

Neue Quellen zur ältesten Geschichte ßabyloniens hat King 
erschlossen*') Die unter Darius geschriebene, mit Nabonassar be- 
ginnende sog. babylonische Chronik hat Delitzsch auf Grund 

15 der zuerst von Pinches bekannt gemachten Duplikate neu heraus- 
gegeben und kommentiert"). Die große, dreisprachige Inschrift des 
Darius von Behistun wird uns nach neuen Kollationen von King 
und Thompson unter Mitwirkung von B u d g e durch das Britische 
Museum vorgelegt*). Das Berliner Museum veröffentlicht seine 

20 historischen Urkunden, einschließlich der Grenzsteine ^). C. F. L e h - 



1) St. Langdon, La syntaxe du verbe sumerien. (Babyloniaca, publ. 
par Ch. Virolleaud, 1, S. 1 — 83.) — Syntax of Compound Verbs in Sumerian (ebenda 
11, 65—101). 

2) A. Poebel, Das Verbum im Sumerischen. (ZA. XXI, 216—240.) 

3) C. Fossey, Contribution au dictionnaire sumerien-assyrien. (Supplement 
k la Classifiod List de Brünnow.) 2 fasc. Paris 190G/7. fr. 50. 

4) Bruno Meissner, Kurzgefaßte assyrische Grammatik. Leipzig, 
Hinrichs, 1907. (Hilfsbücher z. Kunde d. alten Orients, 3. Bd.) V, 80 S. 
Mk. 3, — , geb. 3,50. 

5) Otto Weber, Die Literatur der Babylonier und Assyrer. Ein Über- 
blick. (Mit 1 Schrifttaf. u. 2 Abb. Der alte Orient, Ergänzungsbd. II.) Leipzig, 
Hinrichs, 1907. XVI, 312 S. Mk. 4,20, geb. 5,—. 

6) L.W. King, Chronicles concerning Early Babyloniaii Kings, including 
Records of the Early History of the Kassites and the Country of the Sea (Studios 
in Eastern History II. III.). Vol. I. Introductory chapters. 1 pl. XVII, 256 S. 
Vol. II. Texts and translations. 1 pl. XI, 199 S. kl. 8. h Mk. 8,50. 

7) F. Delitzsch, Die babylonische Chronik nebst einem Anhang über 
die synchronistische Geschichte. (Abb. phil.-hist. Kl. sächs. Ges. d. Wiss. Leipzig. 
Bd. XXV, 1.) gr. 80. 46 S. 

8) The Sculptures and Inscription of Darius the Great on the Rock of 
Behistun in Persia. A new Collation of the Persian , Susian, and Babylouian 
Texts, with English Translations, etc. London, Brit. Museum, 1907. IG pl., 
XL1V,223S. Mk.20,—. (Vgl. Weißbach's Anzeige diese Zeitschr. LXI, 722£F.) 

9) Vorderasiatische Schriftdenkmäler der Kgl. Museen zu Berlin, hsg. von 
der Vorderasiatischen Abteilung. Heft I. Sämtlieho in sumerischer und semi- 
tischer (babylon.-assyr.) Sprache verfaßten historischen Urkunden des Berliner 
Museums sowie die dort vorhandenen Kudurru Inschriften und eine Auswahl 
privatrechtlicher Dokumente, insgesamt 115 Texte, autographiert und im Inhalts- 
verzeichnis mit erläuternden Bemerkungen versehen von L. Messerschmidt 
und A. Ungnad. XII, 96 S. Leipzig, Hinrichs, 1907. Alk. 12,—. Beiheft 
dazu: Die bildlichen Darstellungen auf vorderasiatischen Denkmälern der Kgl. 
Museen zu Berlin. 11 S. u. 8 Taf. in Photolith. Mk. 8,— . (Vgl. S. 158, Nr. 5.) 



Brockelmann, Das Semitische. 157 

mann-Haupt legt die arcliäologisch-epigraphische Ausbeute seiner 
Reise in Armenien vor, einige unterwegs erworbene Urkunden aus 
der Sargonidenzeit, sowie die Inschriften des Tigristunnels und der 
Sardurburg nebst zahlreichen Stücken chaldischer Kleinkunst^). 
Untersuchungen über die altbabvlonische Chronologie, im Anschluß 5 
an die von King erschlossene Quelle, lieferten U n g n a d -), P o e b e T^) 
und Thureau-Dangin*). 

Eine neue Ausgabe der Amarnatafeln auf Grund einer sorsf- 
fältigen Kollation sämtlicher Originale veranstaltet Knudtzon 
zunächst in Umschrift und Übersetzung, denen eventuell noch eine lo 
autographische Reproduktion folgen soll ^). 

Aus dem Gebiete der religiösen Poesie beschert uns Zimmern 
eine Umschrift und Übersetzung der von Kino- in Cun. Texts XV 
(1902) veröflentlichten sumerischen Tamüzlieder'^), die zu den von 
Frazer") jetzt schon in 2. verm. Aufl. erläuterten griechischen i5 
und römischen Quellen die unentbehrliche Ergänzung bieten. Perrj 
legt einige z. T. neue Texte aus der Liturgie des Slndienstes vor'^). 
Eine neue Untersuchung aller auf die religiöse Geltung der Sieben- 
zahl und ihren möglichen Zusammenhang mit der Sabbatinstitution 
bezüglichen Daten verdanken wir Hehn^). Eine Auswahl reli- 20 
giöser Texte (Mythen, Epen, Hymnen, Gebete, Sprichwörter) bietet 
Dhormeio). 

Seine Studien über babylonische Astronomie und Astrologie 
faßt Kugler in einem großen, auf vier Bände berechneten Werke 



1) C. F. Lehmann-Haupt, Materialien zur älteren Geschichte Armeniens 
und Mesopotamiens. (Abh. Ges. d. Wiss. Göttingen, phil.-hist. Kl., N. F., IX, 3.) 
Berlin 1906. 124 S. 4». (Vgl. S. 163, Nr. 8.) 

2) A. Ungnad, Die Chronologie der Regierung Ammiditanas und Am- 
misadugas. (Beitr. z. Ass. u. sem. Sprachw. hsg. v. Fr. Delitzsch u. P. Haupt, 
VI, 3, S. 1—54.) 

3) A. Poebel, Das zeitliche Verhältnis der ersten Dynastie von Babylon 
zur zweiten Dynastie (ZA. XX, 229 — 245), und Das zeitliche Verhältnis der 
zweiten Dynastie der größereu Königsliste zur dritten Dynastie (ebenda XXI, 
162—175). 

4) Thureau-Dangin, La deuxifeme dynastie du canon royal et la date 
de la fondation du royaumo babylonien. (Ebenda XXI, 176 — 187.) 

5) Die El-Amarna-Tafeln, bearbeitet von J. A. Knudtzon (Vorderasiat. 
Bibl. II.) Leipzig, Hinrichs. Lief. 1—7 (S. 1—672) ä Mk. 2,50. 

6) Heinrich Zimmern, Sumerisch-babylonische Tamiizlieder. (Abdr. 
a. d. Bor. phil.-hist. Kl. sächs. Ges. d. Wiss. Leipzig, Bd. LIX, S. 201—252.) 

7) J. G. Frazer, The Golden Bough. A Study in Magic and Religion. 
3. ed. Part 4. Adonis, Attis, Osiris. Studios in the History of Oriental Religion. 
2. ed. rev. and enlarg. London 1907. 472 S. Mk. 10,—. 

8) E. G. Perry, Hymnen und Gebete an Sin. Mit 4 Taf. in Autographic. 
(Leipziger sem. Stud. H, 4.) Leipzig, Hinrichs, 1907. VI, 50 S. Mk. 2, — . 

9) J. Helin, Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und im Alten 
Testament. Eine religionsgeschichtliche Studie. (Eb. II, 5.) IV, 132 S. Mk. i, — . 

10) P. Dhorme, Choix de textes religioux assyro-babyloniens : transcription, 
traduction, commontaire, [Etudes Bibli(iues.| Paris, Lecofl're, 1907. XXXVII, 
406 S. fr. 12. (Vgl. Ungnad's Anzeige oben S. 149 f.) 



158 Wüsenschaftlicher Jahresbericht. 

zusammen, deren 1. Band die Entwicklung des babyl. Planeten- 
systems an der Hand von mehr als 30 bis ins einzelne interpretierten 
Texten darstellt. Untersuchungen über die Chronologie, über Götter- 
typen und Ki;ltformen, sowie über astronomische und meteorologische 

Beobachtiuigen, namentlich über Finsternisse, sollen folgen ^). 

Reiches Material zur Kenntnis des babylonischen Kechtswesens 
erschließen uns die Textausgaben von Ranke-), Schorr^), Lau*), 
der eine Liste von 250 Urkunden der Dynastie von Ur aus den 
französischen Ausgrabungen in Telloh stammend , nebst einigen 

10 Proben vorlegt, und Ungnad^). Den Namenbüchern von Ranke 
und Tallqvist (Bd. LX , 256, Nr. 8, 9) schließt sich eine Arbeit 
von Hub er ^) an über die meist sumerischen oder doch sumerisch 
geschriebenen Namen aus den altbabylonischen Tempelurkunden. 

Die Nordwestsemiten im Altertum. Eine neue handliche, mit 
15 einigen Faksimiles und mit Anmerkungen versehene Ausgabe der 
kanaanäischen Inschriften , der in gleicher Form nach und nach 
alle wichtigeren aus dem semitischen Altertum erhaltenen Texte 
mit Ausnahme des Alten Testaments und der ostsemitiscben Denk- 
mäler folgen sollen, beschert uns Li dzbar s ki als eine namentlich 
20 Dozenten und Studenten hocherfreuliche Gabe "). Außer mehreren 
z. T. sehr interessanten syrischen , zwei assyrischen , zwei Pehlevi- 
und drei hebräischen Inschriften veröffentlicht Pognon"^) eine leider 



1) F. X. Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Assyriologische, 
astronomische und astralmythologische Untersuchungen. Buch I. Entwicklung 
der babylonischen Planetenkunde von ihren Anfängen bis auf Christus. Münster, 
Aschendorf, 1907. XVI, 292 S. mit 24 keilinschr. Beilagen. Mk. 32,—. 

2) H. Ranke, Babylonian Legal and Business Documents from the time 
üf the first dynasty of Babylon , chiefly froin Sippar. (The Babyl. Expedition 
of the üniversity of Pennsylvania.) Ser. A : Cuneiform Tests ed. by H. V. Hilprecht. 
Vol. VI, 1, Philadelphia 1906. IX, 79 (-r 10) S. 71, XIII Taf. 4». 

3) Moses Sehorr, Altbabylonische Rechtsurkunden aus der Zeit der 
1. bab. Dynastie (ca. 2300 — 2000 v. Chr.) (Sitzungsber. Ak. d. Wiss. Wien, 
Phil.-hist. Kl., Bd. CLV, 2.) Wien, Holder, 1907. 210 S. Mk. 4,70. 

4) R. J. Lau, Old Babylonian Temple Records. (Columbia Üniversity 
Oriental Studies, vol. III.) New York, the Macmillan Comp., 190G. XI, 89, 
41 S. u. 35 Taf. $ 1,50 net. 

5) 232 neubabylonische Kontrakte, vorwiegend Naturalien betreffende 
Geschäftsurkunden aus der Zeit von Nabopalassar bis Darius II, kopiert und 
autographiert von A. Ungnad. (Vorderasiat. Schriftdenkmäler der Kgl. Mus. 
zu Berlin, Heft III.) IV, 68 S. Leipzig, Hinrichs. Mk. 8,—. 

0) Engelbert II üb er, Die Personennamen in den Keilsclirifturkunden 
aus der Zeit der Könige von Ur und Nisin. (Assyriol. Bibl. lisg. v. Fr. Delitzsch 
u. P. Haupt, XXI.) Leipzig, Hinrichs, 1907. 208 S. Mk. 36,—. 

7) Altsemitische Te.xte, lisg. und erklärt von Mark Lidzbarski. Erstes 
Heft. Kanaanäische Inschriften (Moabitisch, Althebräiscli, Phönizisch, Puuisch). 
Mit 8 Abb. Gießen, Töpehnann, 1907. 64 S. Mk. 2,—. 

8) H. Pognon, Inscriptions semitiques de la Syrie. de la Mesopotamie 
et de la region de Mossoul. II, 228, 42 pl., dont 5 phototypies et C heliogravures. 
2 fsc. in 2". Paris 1907 — 8. fr. dO (auf Subskr., später 80.) (Vgl. N öl deke, 
ZA. XXI, S. 151 — 161, 375—388, Lidzbarski LZBl. 1908, Sp. 5^2—585.) 



Brockelmann, Das Semitische. 159 

unvollständige altaramäische Inschrift aus dem Ende des 8. Jahrb. 
V. Chr., in der Zkr , König von Hamät und L's , dem B^'el-S^mln 
für einen Sieg über Bar-Hadad, Sohn des Haza'el, König von Aram, 
der ihn in seiner Stadt Hzrk belagerte, dankt. 0. Rubensohn 
entdeckte auf der Nilinsel Elephantine in demselben Raum, aus dem 5 
die von Sayce-Cowley verööentlichten Urkunden (s. Bd. LXI, 250 
Nr. 1) stammen, ein neues Nest aramäischer Papyri, die neben Auf- 
zeichnungen über Gemeindeangelegenheiten auch Erzählungen und 
Dichtungen enthalten. Die drei wichtigsten Stücke dieses Fundes, 
zwei Kopien eines Schreibens der jüdischen Gemeinde von Jeb- lo 
Elephantine a. d. J. 408 7 an Bagohi, Statthalter von Judäa, den 
sie bittet, ihr die Erlaubnis zum Wiederaufbau ihres schon vor 
Kambyses erbauten und vor einigen Jahren auf Betreiben der 
Chnum-Priester zerstörten Tempels zu vermitteln, hat Sachau ver- 
öflFentlicht und Fraenkel, Smend, Lidzbarski, Nöldeke und 15 
Barth haben Beiti-äge zu ihrer Erklärung geliefert ^). Nach dem 
Vorbilde der Geschichten von Palmyra und Harrän , von Grimme 
und Mez, haben E i s e 1 e n -) und Meyer •^) die Geschichte der Städte 
Gaza und Sidon dargestellt. Auf Grund der safaitischen Inschriften 
schildert Dussaud ■^) die Kultur der vorislamischen Araber in Syrien. 20 

Die christlichen Literaturen des Orients^). Burkitt's Vor- 
lesungen über die altsyrische Kirche , ihre Bibel , ihre Theologie 
und Gnosis hat Preuschen^) übersetzt. Eine Monographie über 
Afraates liefert Schwen^). Graffin's Patrologia Syriaca legt 
die 23. Predigt des Afraates, „Das Buch der Länder", zwei Redak- 25 
tionen vom Martyrium des Simeon Bar Sabbä'e , die Apokalypse 
und den Brief des Baruch , sowie das Testament Adams und als 



1) Eduard Sachau, Drei aramäische Papyrusurkunden aus Elephantine. 
(Aus: Abh. Ak. d. Wiss. Berlin v. J. 1907.) Berlin 1907. 46 S. mit 1 Taf. 
40. Mk. 2,50. (Vgl. Fraenkel, Theol. Litztg. XXXII, Nr. 24, Sp. 657—659, 
Smend ebenda Nr. 26, Lidzbarski, DLZ. 1907, 3161 — 2, Barth, ZA. 
XXI, 188—194, Nöldeke ebenda 195—205, Fraenkel ebenda 241—244.) 

2) Frederik Carl Eiselen, Sidon, A Study in Oriental History. 
(Columbia University Oriental Studies vol. IV.) VII, 172 S. New York 1907. 
Mk. 6,—. 

3) Martin A. Meyer, History of the City of Gaza from the earliest 
times to the present day. (Columbia University Oriental Studies vol. V.) New 
York 1907. XVI, 182 S. Mk. 6,—. 

4) Kene Dussaud, Les Arabes en Syrie avant l'Islam. Paris, Leroux, 
1907. 178 pp., 32 fig. fr. 7,50. 

5) Geschichte der christlichen Littcraturen des Orients von C. Brockel- 
mann (syr., arab.), Franz Nikolaus Fin k (arn.en.), Johannes Leipoldt 
(kopt.), Enno Littmann (äth.). (Die Litteraturen des Ostens in Einzeldar- 
stellungen Bd. VII, 2.) Leipzig, Amelang, 1907. VIII, 281 S. Mk: 4,—. 

6) F. Crawford Burkitt, Urchristentum im Orient. Deutsch von 
Erwin Preuschon. Tübingen, Mohr, 1907. VIII, 160 S. Mk. 3,—. 

7) Paul Scbwon, Al'rahat, seine Person und sein Verständnis des 
Christentums. Ein Beitrag zur Geschichte der Kirche im Osten. (Neue Studien 
z. Gesch. d. Thcol. u. d. Kirche, hsg. v. N. Bonwetsch und K. Seeberg. 2. Stück.) 
Berlin, Trowitzsch .^ Sohn, 1907. VIII, 153 S. Mk. 4,80. 



16Q Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

Anhang die Apotelesraata des Apollonius ^) vor. Ephraem's Hymnen 
über die Junsffrauenschaft hat Rahm an i herauscrecreben -). Der 
3. Band von Bedjan's Ausgabe der Werke Jacob's von Sarug 
bringt außer 5 schon von Zingerle in den Monuraenta Syriaca und 

5 den beiden in dieser Zeitschrift Bd. XXIV und XXIX veröffent- 
lichten Gedichten 29 neue Stücke , als erstes eine Darstellung des 
HexaSmeron •^). Über Vaschalde's Ausgabe zweier dogmatischer 
Schriften des Philoxenus und B r o o k 's Neubearbeitung von drei 
Monophysitenbiographien, die wir schon aus Land's Anecd. III und 

10 durch Kleyn's Ausgabe kennen, nebst einem Fragment über Petrus, 
den Iberer, wird demnächst eingehender berichtet werden*). Aus 
einer 1894 in Rom aufgetauchten Handschrift veröffentlicht S ach au 
drei neue Redaktionen der von ihm zusammen mit Bruns i. J. 1880 
hrsg. Leges Constantini Theodosii Leonis^). Die Predigten, des 

15 Severus von Antioehia in der Übersetzung Jakob's von Edessa legt 
Duval vor^). Die große Grammatik des Barhebräus übersetzt 
Moberg nach einem auf neuen Kollationen beruhenden Texte, 
dessen Abweichungen von Martin er in einem Apparat verzeichnet : 
in einem Anhange gibt er ein Glossar der Terminologie"). Drei 

20 Fellihllieder, eine Bearbeitung eines Hymnus von Glwargls Wardä 
von Gemäleddin aus Tellkef nebst dem Original sowie zwei Ge- 
dichte seines Sohnes Jausip, teilt Vandenhoff*) mit. 

Aus der cliristlich - arabischen Literatur sind diesmal nur 



1; Patrologia Syriaca . . accur. li. Gr affin, Pars prima ab iiiitiis usque 
ad aunum 350. Tomus II. Text. syr. voc. siguis instr. lat. vert. notisque illustr. 
J. Parisot, F. Nau, M. Kmosko. Parisiis, Firmin-Didot, 1907. 1428 coli. 
fr. 30. 

2) S. Ephraemi Hymni de Virginitate, quos e cod. Vat. 111 nunc primum 
ed. ill. et lat. vertit I. Ephraem II. Rahmani, Patriarcha Ant. Syr. Typis 
patr. ill Sem. Scharfensi prope Berytum. XXIII, 141, 13G, 7 p. Mk. 15, — . 

3) Homiliae selectae Mar-Jacobi Sarugensis ed. P. Bedjan, tom. 111. 
Parisiis, Lipsiae, Harrassowitz, 1907. XIV, 914 S. Mh. 26. — . 

4) Philoxeni Mabbugensis tractatus tres de trinitate et incarnatione. Ed. 
et interpr. est A. Va seh aide. Corp. script. Christ, or., Script, syri, series II, 
t. XXVII. Parisiis, Lipsiae, Harrassowitz, 1907. 271, 204 S. Mk. 19,20. 
Vitae virorum apud Monophysitas celeberrimorum, pars prima. Ed. et interpr. 
est E. W. Brooks. (Ser. III, t. XXV.) Ebenda 1907. 95, CO S. Mk. 6.80. 

5) Syrische Rechtsbücher, hsg. und übers, von Eduard Saehau, Erster 
Band. Leges Constantini Tlieodosii Leonis. Berlin, Georg Reimer, 1907. 
XXIV, 224 S. Mk. 16,—. 

6) Les homelies cathedrales de Severe d'Antioche, traduction syriaque 
iiiedite de Jacques d'Edesse, ed. p. R. Duval. (Patrologia Orient. IV, 1.) 
Paris, Firmin-Didot, 1907. 94 S. (hom. LH ä LVH). 

T) Bucli der Strahlen, die größere Grammatik des Barhebräus, Übersetzung 
nach einem kritisch berichtigten Texte mit textkritischem Apparat und einem 
Anhang: Zur Terminologie von Axel Moberg. Leipzig, Harrassowitz, 1907. 
Einleitung u. zweiter Teil, Traktat IV. XLIV, 101, 120 S. Mk. 10,—. 

8) Vier geistliche Lieder in syrischer und neusyrischer Sprache aus den 
Berliner Hss. Saehau 188 u. 223 mit erklärenden Anmerkungen hsg. v. Bernhard 
Vandenhoff. Münster i W. 1907, in Komm, bei Harrassowitz, Leipzig. 117 S., 
autogr. Mk. 6, — . 



Brockelmann, Das Semitische. Ißl 

Forget's Neuausgabe des alexandrinischen Synaxars^), sowie eine 
von den Damen Lewis und 6 i b s o n veranstaltete Sammlung von 
Faksimiles zur christlich-arabischen Paläographie zu verzeichnen'-). 

Arabien und der Islam. Unsere Quellenkenntnis ist durch 
drei neue Handschriftenkataloge erweitert. Von den Leidener Hand- 5 
Schriften sind die Abteilungen Kosmographie und Geschichte =^), von 
den Tübinger Geschichte, Biographie und Literaturgeschichte^) neu- 
bearbeitet; die Manuskripte der Medrese zu Tlemsen verzeichnet 
Cour 5). Den Ideengehalt der arabischen Literatur und seine Ent- 
wicklunwssfeschichte will Nicholson '0 darstellen. lo 

Auf dem Gebiete der Poesie veröffentlicht K r e n k o w ein 
Gedicht aus Asma'i's Sammlung mit Ibn al-Sikklt's Kommentar ''). 
Unser schon sehr reiches Material zur Kritik des Diwans von al- 
Ahtal vermehrt Griffini durch eine Reproduktion einer alten 
Handschrift, die mit zahlreichen anderen literarischen Seltenheiten i5 
durch die verständnisvolle Munifizenz eines italienischen Grolikauf- 
mannes, Herrn Caprotti zu San'ä', nach Mailand gekommen ist; einen 
vollständicren Überblick über die oranze Sammlung stellt uns Griffini 
in baldige Aussicht *). K r a 6 k o v s k i entwirft ein literarisches 
Porträt des Abul 'Atähija^). 20 

JJadlt und Fiqji. Nach fast 30 jähriger Pause wird die von 
Krehl begonnene Ausgabe der Traditionssammlu7ig des Bohäri 



1) Synaxarium Alexandrinum ed. I. Forget. (Corp. Script, clirist. or., 
Script, arab., ser. III, t. 18.) Fsc. 1. Textus fr. 8,50., fsc. 2 fr. 10. 

2) Forty-one Facsimiles of Dated Christian Arabic Manuscripts with English 
Text and Translation by A. S. Lewis and M. D. Gibson. With Introd. 
Observations on Arabic Calligraphy by D. S. Mar go liou th. (Studia Sinaitica 
XII.) Cambridge 1907. 4, XXII, 82 S. Mk. 10,50. 

3) Catalogus codicum arabicorum Bibliothecae Academiae Lugduno-Batavao. 
Ed. sec. auct. M. J. de Goeje et Th. W. Juynboll, Vol. sec. (pars prior), 
Lugduni-Bat., Brill, 1907. 25G S. Mk. 7,50. 

4) Verzeichnis der Doktoren, welche die Philosophische Fakultät der Kgl. 
Württembergischen Eberhard-Karls-Universität in Tübingen im Dekanatsjahr 
1903 — 1904 ernannt hat. Beigefügt ist: Verzeichnis der arabischen Hand- 
schriften der Kgl. Universitätsbibliothek zu Tübingen. I. Von Christian 
Seybold. Tübingen 1907. VIII. 96 S. 4". 

5) Catalogue des mss. arabes conserves dans les principales bibliothoiiuos 
algeriennos, publie par ordre de M. lo Gouverneur General de l'AlgiTie. Medcrsa 
de Tlemsen. Par Auguste Cour. Alger, Jourdan, 1907. 71 S. 4**. fr. I,b0. 

C) K. A. Nicholson, A Literary History of the Arabs. (Library of 
Literary History.) London 1907. XXXI. 500 p. with 1 col. plate, Lwdbd. 
gr, 8». Mk. 13,—. 

7) Tufail al-CJanawT: a Poem from the Asma'lyät in the Reeension and 
with the'Comments of Ibn As-Sikklt, ed. by F. Krenkow. (JRAS. 1907, 
S. 815—877.) 

8) Le Diwan d'al-Aljtal, reproduit par la photolithographio d'apros uii 
manuscrit trouve au Yemen avec prefaco, glossaires, tables, renvois, varia7\tes 
et notes par Eugenio Griffini (Milan). Beyrouth, Imprimerie Catholicpio, 
1907. 36, IIG S. gr. 8". Mk. 16,—. 

9) li. KpanKOBCKifi, no9Tn'iecKoe Tnop-ieCTBO Aöj-j-'Aiähin. (3an. 
BOOT. OTÄ. HMii. pyccK. apx. 06111,. XVIII, 73 — 112.) 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 11 



2ß2 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

nunmehr von Juynboll fortgesetzt^). Eins der Grundwerke des 
mSlikitischen Fiqh , die Mudauicana , in der der Imäm Mälik die 
Fragen seines Schülers Ibn al-Qäsim beantwortet , die daher bald 
nach dem Lehrer, bald nach dem Schüler benannt wird-), sowie 

5 die Hauptquelle für die Geschichte der Säfi'iten, das Klassenbuch 
des Subkl-'), haben uns die Kairenser Pressen erschlossen. Aus 
Algier, wo schon vorher das dogmatische Buch des Mahdl der 
Almohaden, Ibn Tümart, erschienen war (s. d. Zeitschr. LVIII, 463 flf.), 
erhalten wir nun auch seine Traditionssammlung ^). Roberts 

10 liefert eine Darstellung des qor'änischen Privatrechts ^). 

Geschichte und Geographie. Zwei wichtige Quellen für die 
spätere Geschichte des Islams sind uns zugänglich geworden. Von 
dem Zeitspiegel des Enkels des Ibn al-GauzT ließ Jewett den 
Schlußband, der die Geschichte des Orients von 495 H. bis zum 

15 Tode des Verf. 654, und besondei's ausführlich die Kämpfe Nüral- 
Din's und Saladdin's mit den Kreuzfahrern darstellt, reproduzieren^). 
Redhouse hatte eine Übersetzung der ^Uqüd al-luHiCija des al- 
HazragT (gest. 812/1409) — einer Geschichte der Rasüliden — nach 
der einzigen Handschrift des India Office, hinterlassen, die nun durch 

20 den Gibb-Fond das Licht erblickt'). Für denselben veranstaltete 
de Goeje eine Neuausgabe von Wright's Ibn Gubair**). Hart- 
mann übersetzt die geographischen Abschnitte aus al-Zähir's mam- 
lukischem Staatshandbuch und weist nach, daß Ravaisse's Ausgabe 
ebenso wie das Berliner Ms. zwei von einander unabhängige Aus- 



1) Le recueil des traditions mahonaetanes par Abou Abdallah Mohammed 
ibn Ismail el-Bokhäri public par M. Ludolf Krehl, continue par Th. W. Juynboll. 
Vol. IV (premiere partie). Leiden, Brill, 1907. 252 S. 

2) Kitah ol-mudauicana ah-kuhrä li'1-imäm Mälik ibn Anas al-Asbal.iT, 
. riwäjat al-imäm Sahnün ibn Sa'Id al-Tanühi 'an al-imäm *Abd al-Kal.imän ibn 

al-Qäsim 'anhu (mit Ibn Rusd, Kitäb al-muqaddamät al-mumahhadät usw.). 
4 Bde. Kairo. 4. 8, .3, 434; 10, 102; 8,J9. 476; 31, 512 S. Mk. 4G,— . 

3) Tag al-Dln al-Subkl, Tahaqat al-Säfi'lja al-kuhrä. 6 Bde. Kairo 
1324. 7, 301; 8, 322; 7, 314; 341, 11; 264; 268, 8 S. Mk. 38,—. 

4) Ibn Tümart, Al-muhaddat. Algier 1325. 751 S. Mk. 7, — . 

5) Robt. Roberts, Das Familien-, Sklaven- und Erbrecht im Qorän. 
(Leipz. semit. Studien, hsg. v. A. Fischer u. H. Zimmern, II, 6.) Leipzig, 
Hinrichs, 1907. 50 S. Mk. 2,20. 

6) Mir'ät az-zamän (A. H. 495 — 654) by Sams ad-din Abu '1-Muzaffar 
Yiisuf ben Qizughlü ben 'Abdallah , commonly known by the suruame of Sibt 
Ibn al-.Iauzi. A Fat-simile Reproduction of Manuscript Nr. 136 of the Landberg 
C'ollection of Arabic Manuscripts belonging to Yale Uiiiversity, ed. with Intro- 
duction by J. li. .Jewett, Chicago 1907. XIV, 529 S. gr. 4*>, Mk. 36, — . 

7) The Pearl-Strings : a History of the Resüliyy Dynasty of Yemen by 
'Aliyyu 'bnu '1-Hasan "el-Khazrejiyy ; with Transl., Introd., Annot., Inde.\, Tables, 
and Maps. By the late Sir J. W. Redhouse. Ed. by E. G. Browne, 
R. A. Nicholson, and A. Rogers. Vol. 1. ("E. J. W. Gibb Memorial" 
Series, vol. III, 1.) Leyden-London 1906. 78, XXVII. 32u S. 

8) The Travels of Ibn Jubayr ed by William Wright. See. 

ed. rev. by M. J. de Goeje, ("E. J. W . Gibb Memorial" Series, vol. V.) 
Leyden-London 1907. 53, [*"H*' S. 



Brockelmann, Das Semitische. 163 

züge des Grundwerkes darstellen ^). Im Auftrage des Fürsten 
Caetani hat Horovitz in Kairo , Damaskus und Stambul nach 
neuen Quellenwerken zur Geschichte des Islams gesucht , und er 
berichtet nun über seine Funde -). Die allmähliche Entstehung der 
sunnitischen 'Ali-Legende von Ibn Hisäm bis auf Sibt ibn al-GauzI 5 
stellt S a r a s i n •^) dar. 

Von Caetani's monumentalem Werk führt Vol. II die Ge- 
schichte des Islams vom J. 7 — 12 H. in ausführlichen Quellenaus- 
zügen mit kritischen Erörterungen *) ; unter diesen ist namentlich 
der Versuch (II, 831 if.) hervoi'zuheben , mit Gründen der Geologie lo 
Arabien als die Urheimat der Semiten zu erweisen , das während 
der letzten Eiszeit noch ein sehr günstiges Klima crehabt habe und 
erst durch die seitdem eingetretene allmähliche Austrocknungr seine 
Bewohner, und so zuletzt die Araber nach dem Tode des Propheten 
auszuwandern genötigt habe. Die mannigfachen Wechselbeziehungen 15 
zwischen Christentum und Islam auf politisch-wirtschaftlichem, wie 
auf religiösem Gebiet legt Becker dar ^). (Weitere Literatur zur 
Geschichte des Islams in den „Jahresberichten der Geschichtswissen- 
schaft" § 62.) 

Reichen Stoff über die für die Geschichte des Mittelalters so 20 
wichtigen, aber von modernen Reisenden nur selten berührten 
Gebiete des alten Moab, der Ammonitis und Edoms hat Musil 
gesammelt und verarbeitet*^). Aus Doughty's'') Beschreibung seiner 
Reisen in Arabien ist ein Auszug erschienen. 

F/pigvapkik und Archäologie. Die von Lehmann auf seinen 25 
Reisen in Armenien gesammelten Inschriften, meist von Bauten 
kleinerer muslimischer Dynasten von den Merwäniden bis in die 
Mongolenzeit, hat van Berchem bearbeitet ""). Mit desselben. 



1) Richard Hartmann, Die geographischen Nachrichten über Palästina 
und Syrien in Halll az-Zähirls zubdat kasf al-mamälik. (Diss.) Tüb. 1907. 
IV, 96 S. 

2) Josef Horovitz, Aus den Bibliotheken von Kairo, Damaskus und 
Konstantinopel. (Arabische Hss. geschichtlichen Inhalts.) (Mitt. Sem. Or. 
Sprachen, Berlin, Westas. Stud., Jahrg. X, 1907, Abt. II, S. 1 — 68.) 

3) Wilhelm Sarasin, Das Bild Alis bei den Historikern der Sunna. 
(Basler Diss.) 1907. 70 S. 

4) Leone Caetani, Annali doli' islam. Vol. II dall' anno 7 al 12 H. 
(Con tre carte geograficho, due piante, parecchie illustrazioni e l'indice alfabetico 
dei volumi I e II.) Milano, Hoopli, 1907. Tomo I e II. LXXVIII, 1567 S. 4*^'. 

5) C. H. Becker, Christentum und Islam. (Religionsgeschichtliche 
Volksbücher, hsg. von F. M. Schiele, III. Reihe, 8. Heft.) Tübingen, Mohr. 
1907. 56 S. Mb. —,50, kart. —,75. 

6) Alois Musil, Arabia Petraea. Wien, in Kommission bei A. Holder. 
1907. I. Moab, Topographischer Reisebericht XXIII, 443 S. mit 1 Taf. u. 
190 Abb. Mk. 15,60. II. Edom. Topogr. Reisebericht. 1. Teil. XII, 343 S. 
mit 1 Karte u. 170 Abb. Mk. 15,60. 

7) Ch. Doughty, Wanderings in Arabia, being an abridgement of Travels 
in Arabia Deserta, arranged with introd. by E. Garrett. London 1907, 2 voll. 
Mit Porträt u. Karte. Mk. 17,50. 

8) Max van Berchem, Arabische Inschriften aus Armenien und Diyär- 

11* 



254 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

sowie Mittwoch's Unterstützung hat Sa vre Erzeugnisse islamischer 
Metallm-gie aus der Münchener Bibliothek wie namentlich aus seiner 
eigenen Sammlung behandelt^)-). Die Ruinen von Sämarrä hat 
Herzfeld, der sie in den J. 1903/04 dreimal, leider immer nur 

5 kurze Zeit , untersuchen konnte , eingehend beschrieben, und dazu 
hat er die Nachrichten der arabischen Historiker und Geographen 
über diese Stadt übersetzt und erläutert'^). Einige kleine Er- 
ffänzunsfen zu seinen Aufnahmen bietet Beylie, der die Stätte 
gleichfalls nur flüchtig auf der Durchreise besichtigen konnte^). 

10 Aus dem Gebiete des Ädab sind wieder einige kleine Ab- 

handlungen von Gähiz bekannt geworden. Außer den drei, schon von 
van Vloten herausgegebenen kleinen Schriften sind 7 Rasä'il, dar- 
unter zwei besonders wichtige über schi'itische Sekten und über die 
Klassen der Sänger, in Kairo gedruckt worden^). Gähiz' Abhandlung 

15 über Physiognomik und Zeichendeutung der Perser, die Ibn Qotaiba, 
'Ujün II, 186 flf. benutzte, hat Inost ranze ff aus der Leid. Hs. 
herausgegeben und ausführlich erläutert •"'). Von den 'Ujün ist der 
IV. Teil erschienen ''). Jacob macht im Zusammenhang einer 
Geschichte des Schattentheaters von seiner ostasiatisehen Heimat 

-'0 bis zu seinen modernen Pariser Ausläufern ausführliche Mitteilungen 
über Muhammad ibn DänijTil's al-Mutaijam nach der neuen von 
Horovitz in Stambul gefundenen Handschrift ^). 

Für die Geschichte der islamischen Philosophie erschließt 



bekr. (SA. aus C. F. Lehmann-Haupt, Materialien, s. S. 157, Nr. 1.) 3G S. Taf. 
IX— XIV. 40. 

1) F. Sarre und AI. van Berchem, Das Metallbecken des Atabek 
Lulu von Mosul in der k. Bibliothek zu München. (Münch. Jahrb. d. bild. 
Kunst, 1907.) 

2) Sammlung F. Sarre. Erzeugnisse islamischer Kunst, bearbeitet von 
F. Sarre, mit epigraphischen Beiträgen von E. Mittwoch. Teil I. Metall. 
Leipzig, Hörschelmann, 1907. VIII, 82 S, 4», mit 10 Taf. Mk. 12,— . 

3j Ernst Herzfeld, Samarra. Aufnahmen und Untersuchungen zur 
islamischen Archäologie. Berlin, Behrend & Co., 1907. VI, 92 S. 8 Taf. 
4«. Mk. 16,—. 

4) General L. de Beylie, L'architecture des Abbasides au IX. siecle. 
Voyage archeologique ii Samarra, dans le bassin du Tigre. (Rev. arch. IV. ser. 
t. X, 1907, p. 1 — 18.) Derselbe, Prome et Samara (so!). Voyage archeologique 
en Birmanie et en Mesopotamie. (Publ. de la soc. fran9. des fouilles arch. I.) 
Paris, Leroux. 14G S. avec 14 pl. et 100 tig. dans lo te.xte. gr. 8*^. Mk. G, — . 

5) Magmüat rasä'il li al-(';äl.iiz. Kairo 1324, 190 S. ^fk. 4,—. 

C) K. M HOCTpaHneBb. MaTepia.iu nai. apaöcKHXb ucroHHiKOin. a-i« 

Ky.iTypHOH HCTopiii cacanHÄCKOH IlepciH. IIpuMixu h noBipL« l\.:Lx-l ^'^ 

I w^i v_^tXv« -JLc xv^LäJ!. ,:>-Jl. (3aii. boct. otj. iimii. pycoK. apx. 

o6m. xviii, 1—120). 

7) Ihn Qutaiba's 'Ujün al alibär, hsg. von Carl B r o e k e 1 ni an n. Teil IV. 
(ZA., Beiheft z. Bd. XXI.) StraÜburg 1908, S. 393—496. 

8) Georg Jacob, Geschichte des Schattentheaters. Erweiterte Neu- 
bearbeitung des Vortrages „Das Schattontheater in seiner Wanderung vom 
Morgenland zum Abendland''. Berlin, Mayer & Müller, 1907. VHI, 159 S. 
Mk. 4,-. 



Brockelmann, Das Semitische. Iß5 

Horten zwei der wichtigsten Quellen in Färäbi's Fusüs^)-) und 
Ihn Sina's k. al-sifa "). Asin y Palacios weist nach, daß das Wort 
Tahäfut im Titel der beiden berühmten Werke al-Gazäll's und 
Ibn Rusd's nicht als „Zusammensturz" zu deuten, wie bisher meist 
geschehen, sondern als „precipitation irreflechie"^). Derselbe gibt 5 
eine Darstellung der Psychologie des Mystikers Ibn 'Arabl^) Al- 
Färäbi's Aufzählung der Wissenschaften erläutert Wiedemann''). 
Derselbe übersetzt al-Färäbl's Schrift über die Notwendigkeit 
der Alchemie, sowie den Abschnitt über Alchemie aus al-SahäwI's 
Encyklopädie und erläutert die Grundanschauungen der arabischen lo 
Gelehrten über die Konstitution der Metalle und die Metallver- 
wandlung ^). 

Aus dier jüdisch-arabischen Literatur veröffentlicht Goldziher 
eine anonynCie neuplatonische Psychologie, die in der einzigen Pariser 
Handschrift irrig dem R. Bechaji, Verf. des Buches über die Herzens- i5 
pflichten, zugeschrieben wird, und erläutert ihre Lehren ausführlich 
an der Hand der islamischen und jüdischen Philosophie **). 

unsere Kenntnis der neuarabischen Dialekte des Ostens er- 
weitern einige von Littmann herausgegebene Beduinenerzählungeu 
aus Syrien, die zwar in der halbliterarisch gefärbten Schriftsprache 20 
der Städter gehalten sind, aber durch den Stoff" wenötist doch auch 
manches aus dem Sprachschatz der Wüste anwenden; ihren für die 
Volkskunde sehr wichtigen Inhalt macht L. auch Nichtarabisten 
durch eine , mit instruktiven Abbildungen beduinischer Geräte 
geschmückte Übersetzung zugänglich^). Aus dem Westen macht 25 



1) M. Horten, Das Buch der Kingsteine Färäbis. Mit Auszügen aus 
dem Kommentar des Emir Ismä il el-Hoseinl el-Färänl. (ZA. XX, 16 — 48, 
303 — 54; wird fortgesetzt.) 

2) Derselbe, Das Buch der Kingsteine Färäbis f 950 mit dem 
Kommentaro des Emir Ismä'Tl el Hoseini el Färänl (um 1485) übersetzt und 
erläutert. (Boitr. z. Gesch. d. Phil. d. Mittelalters, hsg. v. C. Bäumker u. 
G. V. Hertling, Bd. V, Heft 3.) Münster 190G. XXVHI, 510 S. gr. B". 

3) Derselbe, Avicenna, Das Buch der Genesung der Seele, eine philo- 
sophische Encyklopädie. H. Serie: Die Philosophie, HI. Gruppe, 13. Teil: 
Die Metaphysik, enthaltend die Metaphysik, Theologie, Kosmologie und Ethik. 
übers, und erl. Leipzig, Haupt, 1907. 

4) M. Asin y Palacios, Sens du mot „Tehäfot" dans les oeuvres d'el- 
Ghazali et d'Averroes. (Rev. afr. L, S, 185 — 203.) 

5) Derselbe, Psicologia segün Mohidin Abenarabi. (Actes du XlVe 
Congr. intern, des Orient., HI. Paris 1907. S. 79 — 191.) 

6) Eilhard Wiedemann, Beiträge zur Geschichte der Naturwissen- 
schaften. XI. Über al-F.äräbls Aufzählung der Wissenschaften (de scientiis). 
(Sitzungsber. d. phys.-med. Soz. in Erlangen, Bd. 39, S. 74 — U»l.) 

7) Derselbe, Zur Alchemie bei den Arabern. (Journal f. prakt. Chemie, 
N. F., Bd. 76. S. 65—123.) 

8) Kitäb ma'änl al-nafs, Buch vom Wesen der Seele, von einem Unge- 
nannten. Auf Grund der einzigen Hs. der Bibl. nationale hsg., mit Anmerk. 
u. Exkursen versehen v. I. Goldziher. (Abb. Ges. d. Wiss. z. Göttingen, 
Phil-hist. Kl., N. F., Bd. IX, Nr. 1.) Berlin, Weidmann, 1907. Gl, 63 S. 
40. Mk. 12,—. 

9) Enno Litt mann, Arabische Beduineuerzählungen. I. Arab. Text, 



1QQ Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

uns Na rbesbub er, der lange als Arzt in Sfax gelebt hat, mit 
dem Dialekt dieser Stadt bekannt in einigen Scbildei'ungen von 
Hochzeitsgebräuchen und Mitteilungen aus den Gebieten des Aber- 
glaubens ; Stumme steuert dazu einen Hochzeitssang aus Tunis 
bei^). Eine reiche Sammlung von Volksliedern aus Blida ver- 
öffentlicht Desparmet-). Eine grammatische Skizze und ein 
Vokabular des südoranischen Dialekts liefert M e r c i e r •^). 



Die abessinischen Dialekte und das Sabäo-Minäische. 

Von 

Franz Praetorius. 

Die im Jahre 1907 zur äthiopisch- amharischen Literatur.^ 

Geschichte, Sprach- und Landeskunde erschienenen Arbeiten mögen 

10 ihrer Zahl nach vielleicht ein wenig hinter den in früheren Jahren 
erschienenen zurückbleiben. Die nichtsemitischen Sprachen Abessiniens 
treten diesmal aber ganz zurück. 

Aus der Zahl der vorliesrenden Arbeiten hebt sich von selbst 
heraus die zusammenfassende Darstellung der äthiopischen Literatur 

15 von L i 1 1 m a n n ^). Hatte Conti Rossini in seinen Note per la 
storia letteraria abissina vor 7 Jahren gesagt „una vera storia 
letteraria abissina non potrebbe scriversi oggi", so stellt Littmann 
ein gleiches Bekenntnis auch jetzt noch an die Spitze seiner Arbeit,^ 
hiermit auf das Bedürfnis nach mehr Einzeluntersuchungen hin- 

20 vs^eisend. Freilich hat es auch an solchen nicht gefehlt. Die 
abessinische Vollcsiioesie und Volksliteratur hat sich uns im letzten 
Jahrzehnt immer deutlicher enthüllt^). Und in der wichtigen Frage 
nach der Herkunft der äthiopischen Bibel bringt Rahlfs**) ein 
weiteres Argument zugunsten Ägyptens (vgl. Bd. LX dieser 

23 Zeitschr. S. 262). 



VII, 58 S., II. Übersetzung, XI, 57 S., mit IG Abb. (Schriften d. Wissensch. 
Ges. in Straßburg 2, 3.) Straßburg, Trübner, 1908. Mk. 14,—. 

\) Karl Narbes huber. Aus dem Leben der arabischen Bevölkerung 
in Sfax (Regentschaft Tunis). Mit einem Beitrage v. Haus Stumme. (Ver- 
öffentlichungen d. Stadt. Museums f. Völkerkunde z. Leipzig, Heft 2.) Leipzig, 
Voigtländer, 1907. 44 S. gr. 8". Mk. 2,70. 

2) J. Desparmet, La poesie arabe actuelle :i Blida et sa metrique. 
(Actes du XlVe Congr, int. d. Orient. HI, S. 437 — CCi2.) 

3) L. Mercier, L'arabe usuel dans le Sud Oranais. (Actes du XlVe 
Congr. int. d. orient. III, S. 283—393.) 

4) Enno Litt mann, Geschiclite der äthiopischen Litteratur. (Die 
Litteraturen des Ostens in Einzeldarstellungen, Bd. VII, S. 186 — 281.) 

5) IgnazioGuidi, Strofe e brevi testi amarici. (Mitt. Sem. Or. Sprachen 
Berlin, Westas. Studien, Jahrg. X, 1907, S. 1C7 — 184.) 

C) Alfred Uahlfs, t'ber das Eelilen der Makkabäerbücher in der 
äthiopischen Bibelübersetzung. i;ZAT\V. XXVIII, lUdS, S. G3f.) 



Beer, Alttestamentliche Studien. 167 

Daß die Äthiopen ihre Sprache doch auch zum Gegenstand 
der Betrachtung gemacht haben , wird jetzt immer mehr bekannt 
(vgl. Bd. LXI dieser Zeitschr. S. 255, ZI. 26 IT.). Durch Mondon- 
Vidailhet^) erfahren wir nämlich genaueres über die ,samnä 
warq" genannte Wissenschaft, von der bisher eigentlich nur der 5 
Name bekannt war, und einige Hymnen, bei denen sie zum Ausdruck 
gelangte : ein C4emisch von absichtlicher Zweideutigkeit und Un- 
verständlichkeit des Ausdrucks, verbunden mit grammatischen Ver- 
renkungen, von welchen letzteren ja auch die gewöhnlichen Gedichte 
schon einiges bieten (vgl. Thorbecke , Ihn Duraid's Kitäb alma- lo 
lähin S. 3 f.). — 

Auf dem Gebiet des Sabäo-Mmäischen dürfte nichts besonders 
hervorzuheben sein. 



Alttestamentliche Studien -). 

Von 

Georg Beer. 

Allgemeines. Nekrologe über Siegfried, Stade und R. Smith 
verdanken wir Baentsch^), v. GalH) und Stube ^). In einer is 
Zeit, wo über Syllabus und Enzykliken gegen die Modernisten ge- 
stritten wird, sei hier gedacht der Nestl e 'sehen®) Neubearbeitung 
der Biographie des Oratorianers Richard Simon , der durch seine 
Histoire critique du Vieux Testament 1677/8 der modernen Bibel- 
wissenschaft die Bahnen bereitet hat. Die vom Verleger Töpel- 20 
mann') veranstaltete Neuausgabe der Reden und Abhandlungen 
St ade 's enthält folgende Aufsätze: 1. Über die Lage der evansfe- 
lischen Kirche Deutschlands, 2. Die messianische HoÖ'nuncf im 
Psalter, 3. Über die Aufgabe der biblischen Theologie des Alten 
Testaments , 4. Die Entstehung des Volkes Israel , 5. Das Volk 25 
Javan, 6. Der Text des Berichtes über Salomos Bauten, 1 Kön. 5 — 7, 



1) C. Mondon- Vidailli ot, La rhttori<iue ethiopienne. Le j^^^'^^ * 
(J[)(^^. (Journ. as., di.xieme ser., t. X, 1907, S. 305 — 329.) 

2) Umfassende Übersichten über die Literatur für 1907 sind zu finden 
in der Theolog. Ltztg. 1907 u. 1908 (soweit erschienen), der ZATW. 1907 u. 1908 
und in dem im Laufe des Jahres erscheinenden Tlieol. Jalires-Bericht. 

3) B. Baentsch, Siegfried. (Kealencylil. f. protest. Theol. u. Kirche'"' 
18, 320—323.) 

4) Aug. Frhr. von Gall, Bernhard Stade. (ZATW. 27, I-XIX.) 

5) K. Stube, Smith, W. K. (Kealeucykl. f. protest. Theol. u. Kirche' 
18, 451—459.) 

6) Eb. Nestle, Simon. (Ebenda 18, 3G1— 366.) 

1 ) B e r n h a r d S t a d e , Ausgewählte Akademische Reden u. Abhandlungen. 
2. Ausg. Zum Gedächtnis des Verstorbenen in Verehrung u. Dankbarkeit ver- 
anstaltet vom Verleger. Gießen, Töpelmann, 1907. IV, 29G S. M/c. 2, — . 



1 68 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 



7. Anmerkungen zu 2 Kön. 10 — 14, 8. Anmerkungen zu 2 Kön. 
15 — 21, 9. Beiträge zur Pentateuchkritik. Gräfe ^) will schildern, 
wie Jesus, die Apostel und ältesten christlichen Schriftsteller das 
Alte Testament crebi'aucht haben, und welche verschiedene Stellung 
5 sie zu ihm einnehmen. 

Zur Methode. J e r e m i a s ^) und W i n c k 1 e r ^j halten ein 
Autodafe mit ihren Gegnern ab und stellen eine Art babylonischen 
Index auf. Zugrleich versucht Jeremias mit dem Panbabvlonismus 
die ägyptische Religion aufzuhellen. G u n k e 1 ^) spricht als seine 

10 Überzeugung aus, daß „eine kommende Schule sich gewiß nicht 
etwa als Gegnerin der Wellhausenschen , sondern als ihre lecritime 
Fortsetzerin fühlen" wird. Auf die Bedeutung der von Sachau»; 
herausgegebenen aramäischen Pajjyrusfunde aus Elephantine , wozu 
besonders der Aufsatz von Smend'') zu vergleichen ist, soll hier 

15 nur vom Standpunkt der alttestamentlichen Religionsgeschicbte 
gewiesen werden. Wenn sich aus jüdischen Flüchtlingen nach der 
Katastroj^he über Jerusalem im Jahre 586 in Oberägj^pten ein 
jüdisches Gemeinwesen gebildet hat, das zur Zeit Darius' IL 
(424 — 405) eine ansehnliche Opferstätte und ein eignes Priestertum 

20 besitzt, so folgt daraus, daß ein Gesetz, wodurch aller Gottes- und 
Opferdienst außerhalb Jerusalems als illegitim angesehen wird, für 
das vorexilische Israel nicht vorhanden gewesen sein kann. Sonst 
hätten eben jene ägj'ptischen Juden sich nicht entschlossen , den 
Opferkult Jahwe's auf fremdem Boden aufzunehmen. Bekanntlich 

25 suchte zuerst das kurz vor dem Exil promulgierte Deuteronomium 
allen Gottesdienst auf Jerusalem zu konzentrieren, drang aber mit 
seinen Forderungen unter dem Einfluß der leitenden Jerusalemer 
Priester schließlich nur bei der babylonischen Gola durch. Jene 
oberägyptische Judengemeinde hat aber die vordeuteronomische 

öo Kultpraxis beibehalten, wonach überall ein Jahwealtar gestattet ist, 
wo Israeliten wohnen. Dann sind aber die ägyptischen Papyrus- 
funde eine Art inschriftlicher Bestäticfunw für die Richtigkeit der 
von Reuß und Vatke begründeten modernen Hexateuchkritik. Wie 
die Entdeckung des Kodex Hammurabi zeigte, daß mit Recht das 

35 Bundesbuch Ex. 21 — 23, mit dem jener Kodex am meisten innei'lich 



I 



1) Ed. Gräfe, Das Urchristentum und das Alte Testament. Tübingen, 
Mohr, 1907. 48 S. Mk. 1,—. 

2) Alfred Jeremias, Die Panbabylonisten. Der Alte Orient und die 
Ägyptische Religion. (Im Kampf um den alten Orient I, 1.) Leipzig, Hinrichs, 
1907. G5 S. Mk. 0,80. 

3) Hugo Wincliler, Die jüngsten Kämpfer wider den Panbabvlonismus. 
(Im Kampf um den alten Orient I, 2.) Ebenda 1907. 79 S. Mk. 1,—. 

4) Hermann Gunltel, Neue Ziele der alttestamentlichen Forschung. 
(Christliche Welt 21, Nr. 4 u. 5.) 

5) Eduard Sachau, Drei aramäische Papjrusurkunden aus Elephantine 
(s. schon oben S. 159, Nr. 1). ML: 2,50. 

6) R. Smend, Zu den von E. Sachau herausgegebenen aramäischen 
Papyrusurkunden aus Elephantine (s. schon oben S. 159, Nr. 1). 



Beer, Altteatamentliche Studien. 169 

verwandt ist, von der Kritik als ein Niederschlag ältesten israelitischen 
Gewohnheitsrechtes angesehen wurde , so haben die ägyptischen 
Funde nun gelehrt, daß auch mit Recht von der Kritik das System 
des Priesterkodex der nachexilischen Zeit überwiesen wurde. Das 
Licht kam diesmal nicht aus Babel , sondern aus dem dunklen 5 
Kontinent ! Für den Betrieb der alttestamentlichen Wissenschaft 
bedurfte es solcher inschriftlicher Bestätigungen nicht — nun sie 
uncfesucht da sind , sind sie aus mancherlei Gründen willkommen. 
Durch die Funde in Ägypten ist nun aber auch ein von Winckler 
selbst oft genug gegen die Modernisten in der alttestamentlichen lo 
Wissenschaft ins Feld geführtes inschriftliches Gericht über seine 
eigne Darstellung der Zeit Esra's und Nehemia's ^) vollzogen : sie 
ist ein Phantasiebild — auch dieser Beweis war überflüssig! Die 
Hoffnung Clermont-Ganneau's-) ist nicht zu kühn, daß eines 
Tages der Boden Ägyptens uns Urstücke der jüdischen Bibel be- 15 
schert — das kann für manche Forscher peinlich werden I 

Versionen. Rahlfs^) sucht aus den überlieferten Hand- 
schriften zum griechischen Psalter die verschiedenen Hauptrezensionen 
Origenes, Hesych und Lucian festzustellen und liefert so Material 
zur Gewinnung der ursprünglichen Septuaginta. S m e n d ^) lobt 20 
das Buch als „in der Septuaginta-Literatur einzigartig" dastehend. 
Nestle^) sieht sich durch das Erscheinen eines ersten Teils der 
großen Cambridger LXX '') veranlaßt, sich über Zweck, Einrichtung 
und Benützung dieser Ausgabe zu verbreiten. M a r g 1 i s ") ver- 
öffentlicht Vorstudien zu einer i'evidierten Ausgabe der hebräisch- 25 
aramäischen Äquivalente in der Oxforder LXX Konkordanz. Smend®) 
bespricht eine Reihe Fälle , wo der syrische Sirach nach dem 
Griechen korrigiert ist. Helbing^) beginnt eine Septuaginta- 
Grammatik erscheinen zu lassen, die zugleich auch Hilfsmittel zur 
Erforschung der griechischen Gemeinsprache und der Sprache des 30 
Neuen Testaments ist. Techen^^) verarbeitet das in seinem Schul- 



D 



1) H. Zimmern u. H. Winckler, Die Keilinschriften u. das Alte 
Testament (Berlin, 1902), S. 285— 2'.19. 

2) Clermont-Ganneau, Jehovah ;i Elephantine. (Le Temps, Mardi 
29 Octobre 1907.) 

3) Alfred Kalilfs, Der Text des Septuaginta-Psalters. Nebst einem 
Anhang: Griechische Psalterfragmonte aus Oberägypten mit Abschriften von 
W. E. Cr um. (Septuaginta-Studien, 2. lieft.) Göttingen, Vandenhoeck & Riip-t 
recht, 1907. 25C S. Mh. 8,—. 

4) Theolog. Ltztg. 1908, Sp. 132. 

5) Eberhard Nestle, .Septuagintastiidien V. (Wisseiiscli. Beilage 2. 
Progr. d. Kgl. \\'ürttb. Ev.-Theol. Sem. Maulbronn.) Stuttgart, Veroins-Buch- 
druckerei, 1907. 23 S. 6) S. ZDMG. 61, 257. 

7) M ax L. Margol i s , Studien im griechischen alten Testament. (ZATW. 
27, 212—270.) 

8) Smend, Nachträgliches zur Textüberlieferuug des syrischen Sirach. 
(Ebenda S. 271—275.) 

9) R. Helbing, Septuaginta-Grammatik, Laut- und Wortlehre. Göttingen, 
Vandenhoeck & Ruprecht, 1907. Mk. G,— . 

10) L. Techon, Das Targum zu den Psalmen. Wismar, 1907. 59 S. 



J70 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

Programm 1896 gebotene Material und gelangt zu dem Ergebnis, 
daß das Psalmentargum nach dem hebräischen Text korrigiert ist. 
Jedoch sind die Korrekturen nicht gleichmäßig in die von T. 
benützten 3 alten Ausgaben des Targums (Bomberg'sche Bibel- 
5 ausgäbe 1518, Psalterium des Justinianus 1516 und Antwerpener 
Polyglotte) gedrungen. 

Hebräische Grammatik. Für die hebräische Grammaaik im 
Allt'emeinen sei hier gewiesen auf die neuen Arbeiten von Barth ^) 
und Brockelmann -) und die Neuauflage des bewährten Studenten- 

10 und Gymnasiastenbuches von Strack-^). Auf eine Anregung 
Nestle's*) hin äußern sich König, Bacher, Krauß und Marmor- 
stein ^) über die hebräischen Finalbuchstaben. Neben der Vox 
memorialis Y'?r'r? ^^""^ ~-^ V- (nach Bacher ""rii '":, nach Krauß 
Tj-:'^ '?: „von deinen Sehei-n") existiert auch das sinnlose '^?Ji:;"; (Bacher). 

15 Für das Alter der Finalbuchstaben erinnert Marmorstein , daß in 
den ai-amäischen Papyri von Assuan bereits die Finalbuchstaben 
r, ", ~ vorkommen. Ungnad'O leitet mit Halevy den hebräischen 
Artikel von han ab: hal, was oft als Urform angegeben werde, sei 
unmöglich , da / dem folgenden Konsonanten zu assimilieren dem 

20 Hebräischen widerspreche, ri;?^ <1 iilkah beruhe auf begrifflicher 
Ausgleichung. Haupt') führt Fälle an, wo Kb Pleneschreibung 
für emphatisches b = assyr. lü sein soll, z. B. Ruth 2, 13 "r:J<l 
-;-rr;c"w rriNr tt^in Nb „wahrlich ich will sein wie eine deiner 
Mägde". Zugleich gibt H. ebenda allerhand Bemerkungen zu Amos; 

25 z. B. n^cbo mb:; cmb^n"b" d. i. „weil sie eine Schar, die in 
Frieden kam, gefangen nahmen". 

Wortforscliumj und Textkritik. Caspari^) stellt Be- 
trachtun gen an über eine Begriffsseschichte des Alten Testaments. 
Haupt '*) hält für möglich, daß Aram etymologisch ursprünglich 

somit Edom identisch ist: d und r wechseln. König ^") widerlegt 
die Annahme Wiuckler's, daß N"2: Jes. 3, 2 u. ö. den Sachwalter, 



1) J. Barth, Sprachwissenschaftliche Untersuchungen z. Semitischen. 
1. Teil. Leipzig, Ilinrichs, 1907. III, .•)4 S. Mk. 3,—. 

2) C. B r ock el m ann , Grundriß der vergleichenden Grammatik der 
semitischen Sprachen (s. schon oben S. 155, Nr. 2). 

3) H. L. Strack, Hebr. Grammatik m. Übungsbuch. 'J. Aufl. München, 
Beck, 10U7. XII, 152, 128 S. 

4) S. ZATW. 27, 119 f. 

b) Ed. König, W. Bacher, S. Krauß, A. Marmorstein. Zu den 
hebräischen Fiiialbuchstaben. (ZATW. 27, 278—284) 

C) A. Ungnad, Der hebräische Artikel. (Or. Litztg. 10, Nr. 4.) 

7) Paul Haupt, Scriptio plena des emphatischen la- im Hebräischen. 
(Or. Lttztg 10, Nr. 0.) 

8) Wilhelm Caspari, Über seinasiologische Untersuchungen am 
hebräischen Würterbuche. (ZATW. 27, 1 02—211.) 

9) Paul Haupt, Die Etymologie von Aram. (ZDMG. Gl, 194 — 195.) 
10) Ed. König, Bezeichnet der Nabi' in Jes. 3, 2 usw. den ^Sacliwalter"? 

IZATW. 27, CO— G8.) 



Beer, AlUeslamentliche Studien. 171 

d. i. den Advokaten, politischen Agenten u. dgl. bedeute. Gramer^) 
glaubt festgestellt zu haben , daß Deuto- und Tritojesaja bis zu 
einer gewissen Grenze in dem Gebrauch von npii: übereinstimmen. 
Doch kommt bei Jes. 56 — QQ 'x auch fast schon gleichbedeutend 
mit -Werkcrerechtigkeit" vor. Nestle-) beweist aus dem Wort- 5 
spiel Jer. 20 , 3 , daß Jeremia Aramäisch verstand und sprach ; 
ähnliches folge für Jesaja aus Jes. S, 3. Textkritische Arbeiten 
liegen vor von Paton^j und Haupt ^) zu Esther, von Torrey^) 
zu Chronika, Esra und Nehemia, von Bewer*») zu Ob. v. 16, 
Rieht. 2, la 5 b. Jes. 42, 5—9. Jer. 2, 34. Ps. 85, 2. Hos. 5, 13. lo 
10, 16 (n— ' ist Abkürzung von c:?n-'). Hos. c. 2, Jes. 14, 28 und 
von Fuchs") zu Jesus Sirach. H o u t s m a *) gibt Verbesserangen 
zu Jes. 6, 5. 31, 5. Klageid. 4, 14. Ps. 32. 4. Neh. 2, 13. 10, 30 
und zum Schluß eine Erklärung von r^mr":. 

Metrik. Sievers und Gut he 3) teilen sich in die Arbeit i5 
über Arnos so , daß letzterer den hebräischen Text metrisch 
bereinigt vorführt, und ersterer dann den Text metrisch transkribiert. 
Von Sievers stammen die Abschnitte ,zur metrischen und stilistischen 
Technik" und „zur Vorgeschichte der Sammlung' ; von beiden 
ofemeinsam sind die Bemerkunc;en ,zu den Texten im Einzelnen". 20 
Für die Metrik ist charakteristisch die häufige Anwendung des 
Enjambements, d. i. des Widerspruches zwischen syntaktischen und 
metrischen Abschnitten ^O). Sievers^^) gelingt, wie die Genesis 
nun auch die Bücher Samuelis metrisch aufzuteilen. S. 115 — 118 
gibt er eine Übersicht über die Quellenscbeidung. Sie ver s' ^"-) 25 
alttestamentliche Miszellen betreifen Metrisches zu Joel, Obadia, 



1) Karl Cramer, Der Begriff "p~:: bei Tritojesaja. (ZATW. 27, 79— 99.) 

2) Eberhard Nestle, Ein aramäisch-hebräisches Wortspiel des Jeremia. 
(ZDMG. 61, 196—197.) 

3) Lewis Bayles Paton, A Text-critical Apparatus to the Book of 
Esther. (Old Testament and Semitic Studies in memory of William Rainey 
Harper, vol. II, S. 1—52.) 

4) Paul Haupt, Critical Notes on Esther. (Ebenda 113—204.) 

5) Charles Cutler Torrey, The Apparatus for the Textual Criticism 
of Chronicles-Esra-Nehemia. (Ebenda 53 — 112.) 

6; Julius A. Bewer, Critical notes on Old Testament Passages. 
^Ebenda 205— 22G.) 

7) A. Fuchs, Te.\tkritische Untersuchungen z. hebr. Ecclesiastikus. Das 
Plus des hebr. Textes des Ecc. gegenüber d. griech. Übers. (Bibl. Studien 
XII, 5.) Freiburg, 1907. XII, 124 S. 

8) M. T. Houtsma, Textkritisches. (ZATW. 27, 57—59.) 

9) Eduard S i e v e r s und H e r m a n n G u t h e , Arnos metrisch bearbeitet. 
(Abh. phil.-hist. Kl, säch's. Ges. d. Wiss. XXIII, Nr. III.) Leipzig, Teubner, 
1907. 91 S. Mk. 5,— . 

10) Vgl. Theol. Ltztg. 1907, Sp. 312/3. 

11) Eduard Sievors, Samuel metrisch hsg. 1. Teil: Text (Metrische 
Studien HI;. (Abh. phil.-hist. Kl. sächs. Ges. d. Wiss. XXIII, Nr. IV.) Leipzig, 
Teubner, 1907. 118 S. Mk.'i,bQ. 

12) Eduard Sievers, Alttestamentliche Miscelleu G bis 10. (Ber. phil.- 
hist. Kl. sächs. Ges. d. Wiss. Leipzig LIX, I.) 109 S. 



]^72 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

Zephanja, Haggai und Micha. Staerk^j will im Anschluß an 
Kittels Biblia Hebraica „die wichtigsten Texte aus der prophetischen, 
epischen, Ijaischen und didaktischen Dichtung in metrischer Gestalt" 
veröffentlichen und macht den Anfang mit den Dichtungen Jesaja's. 
5 Haus er 3) denkt als Dichter gering über die bisherigen Versuche, 
eine Metrik in den Psalmen herzustellen (S. VIII) ; schließlich 
bekennt er sich aber auch zu dem System der Zählung der Hebungen 
(S. 13flP.). Für die Gewinnung eines ki*itischen Textes zieht er 
stark die LXX herbei. 

10 Kommentare und Einzelexecjese. C h e y n e ' s "•) neues Werk 

ist eine Art Kommentar zur Genesis und zu Stücken des Exodus. 
Mahl er 5) will den Namen n^;'5D für das Ägyptische beanspruchen. 
Die aufgestellte Etymologie leuchtet aber wenig ein. Violmehr 
entsjH'icht ln;i3D?2 keilschriftlichem Mannasu''). M e s s e 1 ') unterzieht 

15 das Kapitel über den „großen Sühntag " Lev. 16 einer neuen 
kritischen Analyse. Die Grundlage bilden 16, 3 b. 5 — 10; der 

2. Stufe gehören an 2. 3 a. 4. 11 (12 b). 14— 16 a. 17—28; an 

3. Stelle stehen 12 f. 16 b. 25; den Abschluß bildet die Anfügung 
29 — 34a. Noordtzij®) sucht wahrscheinlich zu machen, daß 

20 2 Sam. 8, 3 — 6 sachlich die Fortsetzung bildet zu 2 Sam. 10, 15 — 19. 
Kamphausen") bezieht Jes. 22, 25 nicht auf Eljakim , sondern 
auf Sebna und kann so für den ganzen Abschnitt Jes. 22, 15 — 25 
Herkunft von Jesaja behaupten. Giesebrecht^*^) hat seinen 
Jeremiakommentar vom Jahr 1894 in literarhistorischer Hinsicht 

25 stark umgearbeitet (vgl. z. B. S. XX/I die Quellenscheidung 
gegen früher) und ihn der modernen Metrik angepaßt. Corniin^) 
hält gegenüber Stade ^-) fest, daß Jer. 1, 5 "i-^nr: C"'n5b Nin: 



1) W. Staerk, Ausgewählte poetische Texte des Alten Testamentes in 
metrischer und strophischer Gliederung zum Gebrauch in Vorlesungen und 
Seminarübungen und zum Selbststudium. Heft 1. Die Dichtungen Jesajas. 
Leipzig, Hinrichs, 1907. IX, 34 S. Mk. 1,—. 

2) Vgl. Theol. Ltztg. 1907, Sp. 660 1. 

3) Otto Hauser, Die Urform der Psalmen, das erste Buch des Psalters 
in metrischer Umschrift und Übersetzung. Großenhain, Baumert & Ronge, 1907. 
XI, 187 S. 

4) K. Cheyne, Traditions and Beliefs of Ancient Israel. London, 
Black, 1907. XX," 591 S. 

5) Eduard Mahler, Zu Genesis XLI. (ZDMG. Gl, 625—629.) 

6) Vgl. Eduard Meyer, Die Israeliten 1906, S. 515. 

7) N. Messel, Die Komposition von Lev. 16. (ZATW. 27, 1 — 15.) 

8) Noordtzij, 2. Samuel 8, 3—6. (Ebenda 27, IG— 22.) 

9) Adolf Kamp hausen, Sebna. (Realencykl. f. protest. Theol. u. 
Kirche» 18, 107 — 110.) 

10) Friedrich Giesebr echt , Das Buch Jeremia übers, u. erkl. 2. völlig 
umgearb. Auti. Mit 1 Abb. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1907. XLII. 
259 S. Mlc. 7,—. 

11) C. H. Cornill, Die literarhistorische Methode und Jeremia Kap. I. 
fZATVV. 27, 100—110.) 

12) Vgl. ZDMG. 61, 201. 



Beer, Alttestamentliche Studien. 173 

echter Jeremiatext ist. Nach B r u s t o n ^) wird Jer. 1 , 5 ein 
Plural durch Jer. 1, 8 D^'^:e';o gefordert. Doch stößt sich B. 
mit Stade an D"^i5 und liest dafür Wi^ = a'N-i. Für Nahum 
ist zu vergleichen Haupt-). Charles Augustus und Emilie 
Grace Briggs^) beenden ihren Psalmenkommentar ^). Populär 5 
gehalten ist die Psalmenerklärung von Boehmer^). Ludwig^) 
behandelt textkritisch und metrisch die Psalmen 2 , 23 , 29 , 39, 
42/48, 46, 51, 67, 90, 107, 110, 146. Spoer') läßt Ps. 18 aus 
den zwei selbständigen Liedern 1 — 7 + 14 + 17 — 29 -f 31 und 30 + 
32 — 51 und der Einschaltung 8 — 13 + 15 — 16 bestehen; davon lo 
soll sich das 2. Lied auf Johann Hyrkan nach dem Jahr 129 v. Chr. 
beziehen. Dijkema^) deutet Ps. 45 als ein auf ein gewöhnliches 
Bi'autpaar gedichtetes Hochzeitslied. Die Aufnahme in das Gesang- 
buch verdanke es dem Umstände, daß die Gemeinde sich selbst in 
dem Bilde des Königs erblickte. Eine neue Einzelmonographie zu 15 
dem schon oft behandelten 68. Psalm bietet Haupt ^). Haupt^^) 
deutet mit Olshausen Psalm 137 auf die Makkabäerzeit ; auch gibt 
er Übersetzung und Kommentar. Populäre und apologetische Zwecke 
verfolgt Oettli^^) mit seiner Erläuterung des Buches Hiob. Haupt^-) 
veröffentlicht eine, von einer Einleitung und einem sehr eincrehenden 20 
Kommentar umrahmte neue Übersetzung des Hohenliedes nach eicrner 
sachlicher Ordnung. ZapletaH^) bekennt sich zu der Deutung 
des Hohenliedes als carmen epithalamium , nuptiale (S. 30). Der 
Frage der Verfasserschaft will er (S. 58 Anm.) eine neue Schrift 
widmen. Löhr^') hat seine Erklärung der Klagelieder besonders 25 
in metrischer Hinsicht revidiert. Für Esther , Daniel (Klagelieder 



1) Ch. Bruston, Jeremie fut-il prophete pour les nations? (ZATW. 
27, 75—78.) 

2) Paul Haupt, The Book of Nahum. (JBL. 26, 1—53.) 

3) Charles Augustus Briggs and Emilie Grace Briggs, A 
Critical and Exegetical Commentary on the Book of Psalms Vol. II. (The Inter- 
national Critical Commentary.) Edinburgh, T, & T. Clark, 1907. VIII, 
572 S. 10 6'. 6 d. 4) Vgl. ZDMG. 61, 261/2. 

5) J. Boehmer, Das Buch der Psalmen ausgelegt für Bibelfreunde. 
Leipzig, 1907. VIII, 476 S. 

6) Carol US Ludwig, De Psalmis delectis emendatius ac metrice edendis. 
(Gothaer Gymnasialprogr.) Lipsiae, Fock, 1907. 13 S. 

7) Hans H. Spoer, Versuch einer Erklärung von Psalm 18. (ZATW. 27, 
145—161.) 8) F. Dijkema, Zu Psalm 45. (Ebenda 27, 26—32) 

9) Paul Haupt, Der 68. Psalm. (AJSL. 23, 220-240.) 

10) Paul Haupt, Psalm 137. (Or. Lttztg. 10, Nr. 2.) 

11) S. Oettli, Das Buch Hiob erläutert für Bibelleser. (Erläuterungen 
zum A. T., 1. Teil.) Calw und Stuttgart, 1907. 126 S. 

12) Paul Haupt, Biblische Liebeslieder. Leipzig, Hinrichs, 1907. LVI, 
135 S. Mk. 4,50. 

13) Vincenz Zaplotal, Das Hohelied kritisch und metrisch untersucht. 
Freiburg (Schweiz), Universitätsbuchhandlung (Gschwend), 1907. VII, 152 S. 
Mk. 4,—. 

14) Max Löhr, Die Klagelieder des Jeremias übers, u. erkl, 2. Autl. 
Göttingen, Vandenhoeck i<: Ruprecht, 1907. XVI, 32 S. Mk. 1,— . 



j^74 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

u. Baruch) und Esra-Nehemia vgl. die Arbeiten von Streane^). 
K n a b e n b a u e r -) und N e t e 1 e r •^). 

Literaturgeschichte. G a u t i e r ^) bietet eine Einleitung zum 
Alten Testament, die dem Gang der alttestamentlichen Schriften 

5 folgt. Auch werden die wichtigsten Pseudepigraphen genannt. 
Den Schluß bilden Bemerkungen zur „allgemeinen Einleitung'". 
Der Standpunkt des Werkes ist der der „gemäßigten Bibelkritik 
auf Wellhausen-Duhm'scher Grundlage, so wie er um 1900 zum 
Durchsehnittsbesitz geworden ist" ^). Klost ermann **) stellt sich 

10 mit seinen aus der Neuen kirchlichen Zeitschrift 1894 ff. wieder 
abgedruckten und durch die Abhandlung über das „Sinaitische 
Bundesbuch " ergänzten Aufsätzen, die unter dem Titel Pentateuch 
vereinigt sind , in bewußten Gegensatz zu der heiTSchenden Hexa- 
teuchkritik. Er betont stark die Unsicherheit des Textes, der der 

15 Quellenanalyse als Unterlage dient. Merx'j gibt eine neue Ein- 
führung in den Hexateuch. Im Rahmen der "Weltliteratur entworfen, 
verfolgt sie besonders den Zweck, eine Geschichte der israelitischen 
Rechtsentwicklung vorzuführen. Nach S. 143 hat M. bei seiner 
Darstellung beabsichtigt , den Gegensatz zwischen Dillmann und 

20 Reuß, Graf, Kuenen u. Wellhausen auszugleichen. P ist wohl die 
jüngste Quelle, hat aber „ein weit älteres Werk mit Stoffen, die 
bis zu den Höhenkulten zurückreichen, — das ist das Heiligkeits- 
gesetz — in sich aufgenommen". Grimme^) weist nach Naviüe 
auf die ägyptische Sitte hin , in die Grundmauern alter Tempel 

25 Ritual- oder Rechtscodices einzufügen und hält mit Naville für 
möcflich, daß das unter Josia aufgefundene Urdeuteronomium einst 
von Salomo in die Fundamente oder Mauei'n des von ihm ge- 
gründeten Jerusalemer Tempels eingelegt worden sei. Einen ur- 
kundlichen Hinweis findet G. in Deut. 29, 28: „Das ist was für 

30 Jahwe, unseren Gott, versteckt gewesen war und für uns und unsere 
Kinder wieder aufgedeckt worden ist, damit wir auf immer alle 



1) A. W. Streane, The book of Esther. With Introd. and Notes. 
(The Cambridge Bible.) Cambridge, 1907. XXXI V, 80 S. 

2) J. Knabenbauer, Commentarius in Danielem prophetam , Lamen- 
tationes et Baruch. Paris, Lethellieux, 1907. 530 S. 

3) B. Neteler, Die Bücher Esdras und Kehemias der Vulgata u. des 
hebr. Textes übers, u. erkl. Münster i. W. 1907. VI, 105 S. 

4) Lucien Gautier, Introduction h TAncien Testament. 2 Bände. 
Lausanne, Bridel i Co., 1906. XVI, 671, 642 S. 

5) Vgl. Theol. Ltztg. 1907, Nr. 26. 

6) August Klostermann, Der Pentateuch. Beiträge zu seinem Ver- 
ständnis und seiner Entstehungsgesch. Neue Folge. Leipzig, Üeichert, 1907. 
IV, 583 S. Mk. 10,—. 

7) Adalbert Morx, Die Bücher Moses und Josua. Eine Einführung 
für Laien. (Keligionsgesch. Volksbücher II, 3 Doppelheft.) Tübingen, Mohr, 
1907. 160 S. Mk. 1,—, karton. Mk. 1,25. 

8) Hubert Grimme, Die Auffindung des salomonischen Gesetzbuches 
unter Josia. (Or. Lttztg. 10, Nr. 12.) 



Beer, Alttestamentliche Shidien. 175 

Satzungen dieser Thora befolgen". Schmidt^) behandelt vom 
sagen- und mythenvergleichenden Standpunkt die Vorgeschichte des 
Jonamythus. Er stammt aus der Fremde-). Haupt =^) schält aus 
Nah. 1—3 vier Lieder heraus, wovon das 1. u. 2. nach 161 v. Chr. 
verfaßt sind, das 3. nach Beginn der Belagerung Ninives, also etwa 5 
um 607, das 4. nach dem Fall, etwa 606. König^) zieht zum 
Verständnis der hebräischen Dichtung die arabische und babvlonische 
Literatur heran. Kittel ^) behandelt Einleitungsfragen zu den 
Proverbien : Jesus Sirach ist von den Proverbien durch einen 
erheblichen Zeitraum getrennt. lo 

Archäologie. B e n z i n g e r '') hat die neue Auflage seiner 
Archäologie unter die von Winckler inaugurierte Anschauung vom 
alten Orient gestellt. „Wer hier im Orient es tagtäglich mit 
Händen greifen kann, daß der „Orient" nicht nur ein geographischer 
Begriff ist, sondern eine sehr reale Macht, eine gewaltige Kultur- i5 
weit, die vom Nil bis zum Euphrat die verschiedenen Länder und 
Völker zusammenfaßt, der kann sich auch den alten Orient gar 
nicht mehr anders vorstellen, und der Gedanke einer gemeinsamen 
altorientalischen Weltanschauung und altorientalischen Kultur ist 
ihm ein ganz selbstverständlicher." S. 121 heißt es indeß von der 20 
Beschneidung, die eine Weihe an die zeugende lebenspendende 
Naturkraft darstellte, sie paßte „in das Schema des reinen Gestirn- 
dienstes" nicht. „Gerade dieser Gedanke der ewigen, jedes Jahr 
aufs neue sich offenbarenden Zeugungskraft der Natur fand im 
Unterschied von dem babylonischen reinen Gestirndienst eine ganz 25 
besondere Betonung in den westsemitischen „kanaanäischen" Kulten" 
— darnach gibt es also doch auch Unterschiede innerhalb der 
gemeinsamen Kultur! Das durch die neuen Ausgrabungen gebotene 
Material ist von B. sehr herangezogen. Hingegen sind die Fragen, 
die in die eigentliche Religionsgeschichte gehören, stärker aus- 30 
geschieden. V i n c e n t '') orientiert geschichtlich und geographisch 
über die Ausgrabungen in Palästina seit 1890: Tell-el Chesi , T. 
Zakarija, T. es-Säfi , T. Dschedeide, T. Sandachanna, T. Dschezer, 
T. Ta'annak und Tell-Mutesellim. Alsdann beschreibt er mit Unter- 



1) Hans Schmidt, Jona. Eine Untersuchung zur vergleichenden 
Eeligionsgeschichte. (Forsch, z. Heiig. u. Lit. d. A. u. N. Test., hsg. v. Bousset 
u. Gunkel, Heft 9.) Göttingen, Vaudenhoock & Ruprecht, 1907. VHI, 194 S. 
Mk. 6,—. 2) Vgl. dazu ZDxMG. Gl, 939—947. 

3) Paul Haupt, Eine alttestamentliche Festliturgie für den Nikanortag. 
(ZDMG. Gl, 275— 'J97.1 

4) E. König, Die Poesie des Alten Testaments. (In: Wissenschaft u. 
Bildung.) Leipzig, Quelle & Meyer, 1907. 1G4 S. Mk. 1.—, geb. Mk. 1,25. 

5) Kittel, Sprüche Salomos. (Kealoncykl. f. protest. Theol. u. Kirche^ 
18, 68G— G97.) 

6) J. Beuzinger , Hebräische Archäologie. (Grundriß der theol. Wissensch. 
n, 2.) 2. Autl. Mit 253 Abb. u. einem Plan v. Jerusalem. Tübingen, Mohr, 
1907. XX, 450 S. 

7) Hugues Vincent, Cauaan d'apres Te-xploration rdcente. (Etudes 
bibliques.) Paris, LecolYre, 1907. XII, 495. fr. 15. 



176 Wissenschaftlicher Jahreshericht. 

Scheidung der geschichtlichen Perioden , was sich auf Grund der 
Grabungen sagen läßt über 1. die kanaanitischen Städte, 2. die 
Kultorte , 3. Idole und sonstige Kultgegenstände , 4. die Toten, 
5. Keramik, 6. Geologie und prähistorische Archaeologie. Ein Schluß- 
5 kapitel betrifft die Stellung Kanaans in der Weltgeschichte. Das 
Ganze ist ein erstes Kompendium der modernen Palästinagrabungen 
und zugleich ein Vorbild für Einzelgrabungsberichte. Der schwächste 
Teil ist wohl das historische Schlußkapitel. Seilin i) faßt das 
Resultat seiner neuen Probegrabung dahin zusammen, daß dadurch 

10 der Beweis erbracht sei, „daß die Hügel bei der Elisaquelle das 
einst von den Israeliten zerstörte Jericho umschließen". Auch die 
BefestigunsTsart der Stadt im Norden konnte festgestellt werden. 
Auf dem nördlichsten Hügel wurde ein Turm mit Burg bloßgelegt; 
das ganze Gebäude sei das am besten erhaltene, das bisher durch 

15 Grabungen bekannt wurde. Graf von Mülinen-) schildert auf 
Grund persönlicher Erfahrungen den heutigen Karmel und seine 
Bewohner. Für den Religionshistoriker besonders anziehend sind 
die Mitteilungen über das religiöse Leben der Mohammedaner, 
Christen und Juden S. 148 tf., die Reste von Totenopfern, Ahnen- 

20 kult und die Weihrauch- und Tuchschleiergelübde (S. 192). Kittel^) 
kommt zu dem Ergebnis, daß b^'n ^r 1 Kön. 1, 9 identisch ist mit 
dem Hiobsbrunnen, und daß ,rait hoher Wahrscheinlichkeit der beim 
Hiobsbrunnen stehende Stein als der Schlangenstein" rrnm "pN 
anzusehen ist. SandeP) berichtet über verschiedene Touren, die 

25 er nach dem Toten Meere unternommen hat, z. B. Besuch einer 
bisher unbekannten Höhle im Wädi sder ; ausführlicher behandelt 
er aber eine Ostern 1906 ausgeführte 12tägige Segelfahrt auf dem 
Toten Meer. Eckardt, Zicker mann und Fenner^) belehren 
populär über die jetzigen Zustände von Palästina. Löhr'*) be- 

30 schreibt das religiöse und kulturelle Leben im heutigen Palästina 
mit Rücksicht auf die Nachrichten der Bibel. Kittel'') führt die 
Geschichte des jerusalemischen Tempels vor : der Bau Salomo's, der 
Tempel Serubabel's und der herodianische Tempel. Auch beschx-eibt 

1) Ernst S ellin, Kurzer vorläufiger Bericht über eine Probeausgrabung 
in Jericho. (Mitt. u. Nachr. d. Deutsch. Pal.-Ver. 1907, 65—71.) 

2) £. Graf von Mülinen, Beiträge zur Kenntnis des Karmels, (ZDPV. 
30, 117—207.) 

3) Rudolf Kittel, Der Schlangenstein im Kidronthal bei Jerusalem. 
Mit 8 Abb. üniversitätsprogramm. Leipzig, Edelm.ann, 1907. 31 S. 

4) G. D. Sandel, Am Toten Meere. (ZDPV. 30, 79 — 106.) 

5) K. Eckardt, E. Z ick ermann, F. Fenner, Palästinensische Kultur- 
bilder, Beiträge zur Palästinakunde. Leipzig, Wigand, 1907. X, 260 S., mit 
C4 Abb. u. 2 Stadtplänen. Mk. 5,50. 

6) M. Löhr, Volksleben im Lande der Bibel. (Wissenschaft u. Bildung 7.) 
Leipzig, Quelle & Meyer, 1907. 138 S. mit zahlreichen Städte- und Land- 
schaftsbildern. Mk. 1,—, geb. Mk. 1,25. 

7) K. Kittel, Tempel von Jerusalem. (Kealencykl. f. jirotest. Theol. u. 
Kirche-' 19, 488—500.) 



Beer, Alttestamentliche Studien. 177 

Kittel^) die Tempelgeräte : Schaubrottisch , Leuchter , ehernes 
Meer und Wasserbecken (Handfaß), Kesselwagen. Kittel-) kommt 
zu dem Ergebnis, daß wohl eine Stiftshütte, d. i. ein Zelt als 
Behausung der Lade in alter Zeit existiert hat, die Beschreibung 
dieses Zeltes aber in Ex. 25 flf. wenig Anspruch auf Geschichtlichkeit 5 
habe. Eine gründliche Beschreibung der pivr' (pvXwaxriqiu Mt. 23, 5 
gibt Wünsche^). Wilke^) führt die Hebräerin als Mädchen, 
als Braut, als Gattin, Mutter und Hausfrau vor und sucht „einen 
Einblick in ihre idealen Charaktereigenschaften zu eröffnen" (S. 4). 
V. Orelli^) klassifiziert die im A. T. als rein und unrein geltenden 10 
Tiere, svTcht die der Unterscheidung zugrunde liegenden Vorstellungen 
zu ergründen (vor allem die natürliche Abneigung) , und erörtert 
sodann das Verbot des Blut- und Fettgenusses, und einzelne Be- 
stimmungen über Zubereitung von Speisen, v. Orelli'') schreibt 
über Entstehung der Leibeigenschaft, Preis eines Sklaven, Dauer 15 
der Sklaverei und Behandlung der Sklaven. Lotz') bespricht die 
einzelnen biblischen Sternnamen und verbreitet sich dann über 
Sterndeutung und -dienst. König ^) äußert sich über Ursprung, 
Anwendung und Vollzug der Steinigung. König ^) zerlegt die bei 
den Hebräern üblichen Spiele in solche , die den Verstand be- 20 
schäftigen (Spielen, Eätselraten), oder das Gefühl (Singen) und den 
Willen (Tanzen, Wettlaufen, mit dem Pfeil schießen. Steine heben). 
Zehnpfund^^) scheint zu meinen, daß Tanz als kultischer Tanz 
nur im Volke , niemals aber in der offiziellen Jahwerelifion Be- 
deutung gehabt habe. Erst im späteren Judentum sei der Tanz 23 
Bestandteil des Kultus geworden. Zehnpfund 1^) beschreibt die in 
Palästina anzutreffenden Taubenarten und handelt über die Ver- 
wendung der Tauben beim Opfer und in der Poesie. 

Israelitisch-jüdische Geschichte und Geographie. Der, wer 
weiß wie oft schon totgesagte „Wellhausenianismus" macht immer so 
weitere Fortschritte. Beweis : das Erscheinen der sechsten Aus- 
gabe von ,W e 1 1 h a u s e n 's 1 -) Israelitischer und jüdischer Geschichte. 
Spiegelbe rgi^) deutet i'n:;r nach Jer. 2, 6 „Beduine", wozu 

1) R. Kittel, Tempelgeriite. (Ebenda 19, 500—504.) 

2) Kittel, Stiftshütte, (Ebenda 19, 33—42.) 

3) Aug. Wünsche, Tephillin. (Ebenda 19, 510—513.) 

4) Fritz VVilke, Uas Frauenidoal und die Schätzung des Weibes im 
Alten Testament. Leipzig, Weicher, 1907. 62 S. Mk. 1, — . 

5) V. Orelli, Speisegesetzo bei den Hebräern. (Realeneykl. f. protest. 
Theol. u. Kirche» 18, 003- G07.) 

C) V. Orelli, Sklaverei bei den Hebräern. (Ebenda 18, 417—423.) 

7) Wilhelm Lotz, Sterne. (Ebenda 19, 10— IC.) 

8) Ed. König, Steinigung bei den Hebräern. (Ebenda 18, 792 — 794.) 

9) Ed. König, Spiele bei den Hebräern. (Ebenda 18, 633—636.) 

10) Rudolf Zehnpfund, Tanz bei den Hebräern. (Ebenda 19, 378—380.) 

11) Rudolf Zehnpfund, Tauben. (Ebenda 19, 394 — 396.) 

12) J. Well hausen, Israelitische und jüdische Geschichte. 6. Ausgabe. 
Berlin, Georg Reimer, 1907. V, 38G S. 

13) Wilhelm Spiegelberg, Der Name der Hebräer. (Or. Lttztg 10, Nr. 12.) 
Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 1'.' 



178 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

Littiuann die sprachvergleicbende Rechtfertigung gibt. Wilke^) 
ist der Ansicht, daß der Patriarch Abraham, in dem der Christ 
den ersten Offenbarungsempfänger sieht, „wirklich eine historische 
Persönlichkeit von Fleisch und Blut gewesen ist" (S. 48). Volz-) 

5 beschreibt die nachmosaisch-vorprophetische Religionsstufe Israels 
und schließt daraus zurück auf Mose und sein \Verk. Denn von 
Mose selbst haben wir , keinen einzigen sicheren Ausspruch" (S. 102). 
Mose verkündigte bereits, daß Jahwe sittlicher "Weltgott war; auch 
vei'band er schon Religion und Sittlichkeit. Gegenüber letzterer 

10 Tatsache ist unwichtig, „ob Mose den Dekalog ausgab" (S. 84). 
Mose stiftete eine Religionsgemeinde , kein Volk. Was ihn zum 
Religionsstifter machte, war das eigne religiöse Erlebnis (S. 96). 
Gegenüber dem, daß Mose die -religiös-sittliche Kraft in das Volk 
Israel und damit in die Menschheit einführte", sind die Propheten 

15 nur Fortsetzer seines "Werkes, keine Jseuschöpfer der Religion (S. 103). 
Das gleiche Thema bearbeitet R e i n e r ^). Orelli^) hält die ganze 
Gestalt Simson's für echt hebräisch. Baentsch^) hat nach S. 172 
bei seiner Darstellung „David und sein Zeitalter" den von "Winckler 
in seiner Geschichte Israels 1895 — 1900 niedergelegten Anschau- 

2oungen, „soweit sie hier Beachtung verdienen, nach Möglichkeit 
Rechnuncf cretrasren und den Leser wenicrstens im allgemeinen da- 
mit bekannt zu machen sresucht". Beachtenswert sind die historisch- 
kritischen Bemerkungen von C o o k *"') zur Geschichte Saul's und 
David's. Salzberge r") beginnt wertvolles Material zur Salomo- 

25 sage zu veröff"entlichen. S. 8 meint er, Koh. 1, 12 werde bereits 
voraus ojesetzt die Leerende von dem Sturz und der Pilcrrimschaft 
Salomo's. Erbf^) entwickelt eigenartige Anschauungen zu dem 
Thema: Elia, Elisa, Jona. Ungnad^) zeigt an Beispielen wie 
Merodach-Baladan mär-Jakin(i) d. i. M. B. der aus Bit-Jakin oder 

30 Ammiba'al mär Zamani d. i. A. der aus Bit-Zamani, daß so auch Jaua 
mär Humri bedeute : Jehu aus Bit-Humri (d. i. Israel). Dazu ver- 



1) Fritz Wilke, "War Abraham eine historische Persönlichkeit? Vor- 
trag. Leipzig, Weicher, 1907. 48 S. 

2) Paul Volz, Mose, Ein Beitrag zur Untersuchung über die Ursprünge 
der israelitischen Religion. Tübingen, Mohr, 1907. VII, 115 S. Mk. 3, — . 

3) J. Keiner, Moses und sein Werk. Berlin, 1907, 78 S. 

4) V. Orelli, Simson. (Realencykl. f. protest, Theol. u. Kirche* 18, 
371—374.) 

5) B. Baentsch, David und sein Zeitalter. (Wissensch. u. Bild. Nr. IG.) 
Leipzig, Quelle & Meyer, 1907, 172 S. Mk. 1,—, geb. Mk. 1,25. 

6) St. A. Cook, Critical Notes on Old Testament History. The Tradi- 
tions of Saul and David. London, 1907. XXVIII, 160 S. 

7) G. Salzberger, Die Salomo-Sage in der semitischen Literatur. Ein 
Beitrag zur vergleichenden Sagenkunde. I. Teil : Salomo bis zur Höhe seines 
ituhmcs. Berlin, 1907. 129 S. 

8> Wilhelm Erbt, Untersuchungen zur Geschichte der Hebräer. Heft I. 
Elia, Elisa, Jona. Ein Beitrag zur Geschichte des 9. u. 8. Jahrh. Leipzig. Pfeifter, 
1907. II, 88 S. M/c. 4.— . 

9) A. Ungiiad, Jaua mär Humri. (Or. Lttztg. 9, Nr. 4.) 



Beer, Alttestamentllche Studien. 179 

gleicht Calice (Or. Lttztg. 10, Sp. 334) Jes. 37, 12 --rj -:n d. i. 
die Einwohner von Bit-Adini. Die mir inhaltlich unbekannte Arbeit 
Schiffer's^j möchte ich wegen ihres vielversprechenden Titels 
nicht unerwähnt lassen! Guthe"-) schildert nach einer Skizzierung 
der äußeren und inneren Zustände des 8. Jahrhunderts die Berufunsf 5 
Jesaia's und die Anfänge seines Wirkens. Wichtige Etappen sind 
ihm dann die Jahre 735/4: Jesaia und Ahas, 722 der Fall 
Samariens und 701 das Läuterungsgericht über Jerusalem. Eine ori- 
gineile Exegese ermöglicht ihm bei Jes. 7, 13 — 17 ohne Streichung 
durchzukommen. Die Abschnitte 9, 1 — 6 und 11, 1 — 9 sind als lo 
Gedichte über den „zweiten David" in den Anhang gewiesen, 
worin die Gründe für und gegen die Echtheit erwogen werden. 
M e y e r ^) führt die Geschichte Gazas von der ältesten Zeit bis zur 
Gegenwart vor. S e 1 1 i n ^) beschäftigt sich mit den Fragen : wer 
war der Vater Serubbabel's, wie steht S. zu Scheschbazzar, was war i5 
das Ende S. ? Bertholet ^) will zeigen, wie nach dem Verfasser 
des Danielbuches durch die seit Alexander dem Großen für den 
Orient heraufgezogene und unter Antiochus speziell für das Juden- 
tum akut gewordene griechische Gefahr das Gericht des Himmels 
herausgefordert wird. Bei der Ausmalung der Katastrophe von 20 
oben bedient sich der Verfasser von Daniel vieler fremder orienta- 
lischer Stoffe. Den Menschensohn ist B. creneisrt auf Michael, den 
Schutzpatron Israels, zu deuten (S. 51). Guthe^') schreibt über 
Land , Städte und Bauten der Phönizier , Name und Herkunft, 
Religion, Geschichte, Handel, Kunst und Kultur. Montgomery') 25 
stellt quellenmäßig das Material zusammen über die Samaritaner 
und versucht ein Bild zu liefern von der äußereji und inneren 
Geschichte dieser Sekte von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart ''). 
r t ^) liefert mit Wi 1 d e b e r zusammen für Holland einen ähn- 



1) S. Schiffer, Keilinschriftliche Spuren der in der 2. Hälfte d. 8. Jahrh. 
von den Assyrern nach Mesopotamien deportierten Samarier (10 Stämme). (Bei- 
heft Nr. I d. Or. Lttztg.) Berlin, Peiser, 1907. IV, 44 S. Mk. 5,—. 

2) Hermann Guthe, Jesaja. (Keligionsgesch. Volksbücher H, 10.) 
Tübingen, Mohr, 1907. 70 S. Mk. 0,5ü. 

3) Martin Meyer, Ilistory of the City of Gaza. From the earliest times 
to the present day (s. schon oben S. 109 Nr. 3). 

4) S ellin, Serubbabel. (Realencykl, f. protest. Theol. u. Kirche'^ 18, 
225—227.) 

5) Alfred Bert holet, Daniel und die griechische Gefalir. (Keligions- 
gesch. Volksbücher II, 17.) Tübingen, Mohr, 1907. 64 S. Mk. 0,50. 

G) Guthe, Sidonier. (Realencykl. f, protest. Theol. u. Kirche^ 18, 
280—302.) 

7) James Alban Moutgomery, The Samaritans, the Earliest Jewish 
Sect. Their History, Thcology and Literature. Philadelphia, Winston, 19u7. 
XIV, 358 S. 

8) Vgl. Or. Lttztg. 1907, Nr. 12. 

9) H. Oort. mot medewerking van G. Wilde boer, Platen-Atlas tot 
opheldcring van bijbelsche Oudheden. Amsterdam, van Kämpen & Zoou, 1907. 
54 Taf u. 54 S. //. 3,90. 

12* 



1QQ Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

liehen Bilderatlas zur Bibelkunde wie 1905 Frohnmeyer und Ben- 
zinger für das deutsche Publikum (vergl. ZDMG. LX, 269 270). 
Clauß^) sichtet die geographischen Angaben der Amarnabriefe, 
soweit sie Syrien und Palästina angehen, und gibt am Schluß eine 

5 Übersicht über die Resultate seiner Untersuchung. Guthe-) kri- 
tisiert die verschiedenen biblischen und außerbiblischen Überliefe- 
rungen über die Lage des Sinai. Nestle^^) weist darauf hin, daß 
der Sina auf arabisch nicht ras es-safsäf, sondern r. es-safsafe 
(Ez. 17, 5 nrirn^) heiße. Beer*) beschreibt die Geographie und 

10 Geschichte Syriens, letztere von der aramäischen Einwanderung bis 
zur Gegenwart. Der Geschichte der syrischen Kirche widmet 
Nestle 5) einen literaturreichen Artikel. Winckler'') verteidigt 
o^egenüber Ed. Meyer seine Deutung von Suri = Syria. Musil') 
gibt in Form eines Reisejournals Bericht über die von 1896 — 1902 

15 von ihm durchstreiften Gegenden von Moab. Das ganze enthält 
u. a. Material zur Identifizierung moabitischer Orte , die in der 
Bibel und bei alten Schriftstellern genannt werden. Die von 
demselben^) gebotene Karte erstreckt sich von Hesbon bis zum 
Älanitischen Meerbusen, von Eaphia im Westen bis zum 37. Grad 

20 östlich. Außei-dem gibt derselbe^) eine Spezialkarte der Um- 
ffebuncf von Petra bei. 

Israelitisch-Jüdische Religionsgeschichte. D e 1 i t z s c h ^°) be- 
leuchtet weiter durch babylonische Streif- und Schlaglichter die 
Kultur der alten und neuen Menschheit. Winckler^^) sucht u.a. 

25 zu zeigen, wie die alttestamentliche Religion sich im Zusammenhang 
mit dem Kulturleben des alten Orients entwickelte. Marti ^-) hat An- 



1) H. Clauß, Die Städte der El- Amarnabriefe und die Bibel (ZDPV. 
30, 1—79). 

2) Guthe, Sinai. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche ^ 18, 381—385.) 

3) E. Nestle, Der arabische Name des Sina. (ZDPV. 30, 111.) 

4) G. B eer, Syrien. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche " 19, 281—295.) 

5) E. Nestle, Syrische Kirche. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche'^ 
19, 295—306.) 

6) Hugo Winckler, Suri. (Or. Lttztg. 10, Nr. 6—8.) 

7) Alois Musil, Arabia Petraea. I. Moab. Topographischer Reisebericht 
(s. schon oben S. 163 Nr. 6). 

8) Derselbe, Karte von Arabia Petraea nach eigenen Aufnahmen, H«g. 
V. d. k. Ak. d. Wiss. 1:300000. 3 Blatt von je 50X65 cm Bildfläche, 
Farbdruck. Ebenda 1907. Mk. 15,—. 

9) Derselbe, Umgebungskarte von Wädi Müsa (Petra). 1:200000. 
28,5X37,5 cm Bildfläche. Farbdruck. Ebenda 1907. Mk. 3,50. (Vgl. dazu 
Schürer, Theol. Ltztg. 1908, Nr. 4.) 

10) Friedrich Delitzsch, Mehr Licht. Die bedeutsamsten Ergebnisse 
der babylonisch-assyrischen Grabungen für Geschichte , Kultur und Religion. 
Ein Vortrag. Leipzig, Ilinrichs, 1907. 64 S. mit 50 Abb. Mk. 2, — . 

11) H. Winckler, Die babylonische Geisteskultur in ihren Beziehungen 
zur Kulturentwicklung der Menschheit. (Wissenschaft u. Bildung.) Leipzig, 
Quelle & Meyer. 15G S. Mk. 1,—, geb. Mk. 1,25. 

12) Karl Marti, Geschiclite der Israelitischen Religion. 5. Aufl. Straß- 
burg, Bull, 1907. X, 358 S. Mk. 4,40. 



Beer, Alttestamentliche Studien. 181 

deruncren in der neuen Auflache seiner israelisclieu Relisrionsoreschiclite 
besonders dem Abschnitte: „Altsemitische Religion" und „Altisrae- 
litische Jahwereligion " angedeihen lassen. Graf Baudissin^) 
spricht über die Beschaffenheit der Sonne, ihren Einfluß auf das Ir- 
dische, die Sonne als Zeitmesser und behandelt dann sehr eingehend 5 
die kultische Verehrung der Sonne bei semitischen Völkern (Baby- 
lonier und Assyrer, Kananäer und Phönizier, Aramäer, Südsemiten: 
Araber, Nabatäer, Südaraber, Äthiopen und schließlich die Hebräer). 
Der Artikel ist, wie der entsprechende über den Mond, ein kleines 
Kompendium vergleichender semitischer Religionsgeschichte. Hehn -) 10 
läßt die für den antiken Kult und auch sonst bedeutsame „Sieben- 
zahl" aus der Vierteilung des Mondumlaufes und nicht aus der 
Siebenzahl der Planeten herrühren. n2;ü sei Entlehnung von assv- 
rischem sahattu, das selbst als qattnl-Form. vom Stamm N^H'C d. i. 
yy^ anzusehen sei, so daß sahattu „Fülle, Sättigung, Befriedigung, i5 
Integrität, Vollkommenheit" (!) bedeute (S. 93). Grimme-^) erklärt 
r'JTTii an Ex. 34, 22 „das Fest der Sieben" d. i. der Plejaden oder 
des Siebengestirns. Daß Aufgang und Untergang der Plejaden 
auch sonst Zeichen für Ernte und Pflügen sind, ist bekannt. Graf 
Baudissin^) hält Tammuz und Adonis für „verschiedene Gott- 20 
heiten , die aber aus einer gemeinsamen altsemitischen Wurzel er- 
wachsen sind". In beiden Kulten herrscht gleichmäßig der Zug 
der Trauer vor. Kautzsch^) versucht eine Übersicht über die 
alttestamentlichen Aussagen von einem Eintreten der Gottheit in die 
Sphäre des menschlichen Wahrnehmens. Kittel*^) zeigt, wie Hand- 25 
lungen und Worte den Segen und Fluch vermitteln, welchen Per- 
sonen das Segnen und Fluchen zusteht, und welche Wirkungen damit 
verbunden sind. Graf Baudissin') hält die Teraphim für eine 
Art Penaten , Bilder von Ahnengeistern ; eine etymologische Er- 
klärung sei vorab nicht möglich. Trotz dem Verbot den Teufel an so 
die Wand zu malen, zeichnet Wüns che "•) die Geschichte des Teufels 
vom Alten Testament bis in die jüngsten Dogmatiken herab. W. 
meint: „die Vorstellung vom Teufel ist zu den Juden von Baby- 
lonien gedrungen , sie hat aber durch Berührung mit der Mazda- 
religion Persiens eine weitere Ausbildung erhalten". Wäre dem ^5 



1) Wolf Baudissin, Soune bei den Hebräern. (Realencykl. f. protest. 
Theol. u. Kirche 3 18, 489—521.) 

2) Johannes Hehn, Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und 
im Alten Testament (s. schon oben S. 157 Nr. 9). 

3) Hubert Grimme, Das israelitische Pfiugstfest und der Plejadenkult. 
(Studien z. Gesch. u. Kultur d. Altertums, hsg. v. E. Drerup, H. Grimme, 
J. P. Kirsch I, 1.) Paderborn, Schöningh, 1907. VHI, 124 S. Mk. 3,60. 

4) WolfBaudissin, Tammuz. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche'' 
19, 334—377.) 

5) Kautzsch, Theophanie. (Ebenda 19, 663 — 668.) 

6) Kittel, Segen und Fluch. (Ebenda 18, 148—154.) 

7) Wolf Baudissin, Teraphim. (Ebenda 19, 514—518.) 

8) Aug. Wünsche, Teufel. (Ebenda 19, 564—574.) 



132 Wisscnschaftlielier Jaliresbericht. 

SO, dann müßte, sobald das exotische Nationale des Teufels bekannt 
geworden ist, aller Teufelsglaube z.um Teufel fahren ; er sitzt aber zu 
tief im menschlichen Gemüt, nicht bloß im babylonischen oder 
persischen ! L o t z ^) vergleicht biblische und außerbiblische Ur- 

5 geschichte. G r e ß m a n n -) sammelt die mythischen Überbleibsel 
der Paradiesgeschichte. Böklen-^) bringt 'Parallelen zu Adam und 
Kain. Caspari-*) erörtert Begriff und Geschichte von "nsr. Über 
Prophetismus vgl. Stosch°). Kautzsch^) bestreitet, daß r?: 'Czi 
(Lev. 21, 11, Xum. 6, 6) „ Totenseele " heißt, und bleibt bei der 

10 früheren Deutung , jemand totes" (Gesenius), ,tote Person" (Oehler). 
P e i s k e r ") untersucht , um das Wesen der Religion Altisraels als 
Yolksreligion festzustellen, die Beziehungen Jahwe's zu Nichtisi-aeliten 
auf Grund der Aussagen von J und E im Hexateuch und der 
vordeuteronomischen Quellen von Rieht., Sam. und Könige. Er kommt 

15 zu dem Resultat, daß Jahwe in naiver Weise als Gott der Menschen 
gelte , was ihn aber nicht hindere , einen Unterschied in der Be- 
handlunsr von Nichtisraeliten und Israeliten zu machen ; denn an 
Israel hat nun Jahwe einmal ein besonderes Interesse, da er Israel 
zu seinem Volke aus der Zahl der Völker erwählt hat (S. 94/5). Feld- 

20 mann^) rührt an das viel mißhandelte Thema vom Knecht Jahwe's. 

Kachhibtisches Judentum und Talmud. Strack-^ findet die 

älteste Erwähnung von Synagogen in Ps. 74, 8, den er aus der 

Zeit des Artaxerxes III. Öchus (359—338) ableitet. Stracki«) 

läßt aus den „Ältesten" zur Zeit Esra-Nehemia's den aristokra- 



1) Wilhelm Lotz. Die biblische Urgeschichte in ihrem Verhältnis zu 
den Urzeitsagen anderer Völker, zu den israelitischen Volkserzählungen u. zum 
Ganzen der Heiligen Schrift. Vorträge. Leipzig, 1907. IV, 73 S. 

2) Hugo Greßmann, Mythische Reste in der Paradieserzählung. (Archiv 
f. Eeligionsw. 1907, 34.Ö — 367.) 

3) E. Böklen, Adam und Kain im Lichte der vergleichenden Mythen- 
forschung. (L Bd. Heft 2/3 d. Mytholog. Bibliothek.) Leipzig, 1907. IV, 148 S. 

4) W. Caspari, Studien zur Lehre von der Herrlichkeit Gottes im 

Alten Testament. Die Wortbedeutung der lautlichen Verwandten von ~T23, 
dessen Wortform, Sprachgebrauch und vorherrschende Auffassungen. (Diss.) 
Erlangen, 1907. 106 S. — Daran schließt sich an Derselbe, Die Bedeutungen 
der Wortsippe 1-2 im Hebräischen. Leipzig, A. Deichert Nachf, 1908. XI, 
171 S. Mh. 4,—. 

5) G. Stosch, Die Prophetie Israels in religionsgeschichtlicher Würdigung. 
Gütersloh, 1907. VII, 569 S. 

6) Emil K a u t z s c h , Der alttestamentliche Ausdruck nephesch met. 
(Pliilotesia für Paul Kleinert, Berlin, Trovritzsch & Sohn, 1907, S. 85—101.) 

7) Martin Peisker, Die Beziehungen der Nichtisraeliten zu Jahwe 
nach der Anschauung der altisraelitischeu Quellenschriften. (Beihefte zu ZATW. 
Nr. XII.) Gießen. Töpelmann, 1907. 95 S. Mk. 2,50. 

8) F. Feld mann. Der Knecht Gottes in Jesaias Kap. 40 — 55. Frei- 
burg i. B.. Herder, 1907. VIII, 206 S. MIc. 5,—. 

9) H.L. Strack, Synagogen. (Realencykl. f. protest. Theo), u. Kirche^ 
19, 223—226.) 

10) H. L. Strack, Synedrium. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche' 
19, 226—229.) 



Beer, Alttestamentliche Studien. 183 

tischen Senat, die erst unter Antiochus dem Großen erwähnte 
yiQovölci^ sich entwickeln. Mit dieser Gerusie ist identisch das 
övviÖQiov. Conard^) bespricht kurz die Literatur der Apokryphen 
und Pseudepigraphen und behandelt den Stoff unter den be- 
kannten dogmatischen Kategorien : Gott , Engel , Gott in seinem 3 
Verhältnis zur Welt , der Mensch und die Sünde , die Ethik , die 
messianische Erwartung und die Eschatologie. Er ist bemüht ,den 
Nachweis zu führen, daß sich die Anschauungen unserer Literatur 
fast durchweg als Weiterbildungen der alttestamentlichen Ansichten 
erweisen lassen , und daß es deshalb nicht nötig ist , zu ihrer Er- 10 
klärung in dem Maße auf außerjüdische Einflüsse zurückzugreifen, 
wie es heutzutage meistens (vor allem von Bousset) geschieht"' 
(S. VI). Einen neuen Kommentar zu den Makkabäerbüchern pro- 
duzieren Cornely-), Knabenbauer, Hummelaue r. Stein- 
metzer^) meint in dem Text des Judithbuches vier aufeinander 15 
gelagerte Schichten unterscheiden zu können, von denen die älteste 

DO " 

um 600 V. Chr., die jüngste um 150 v. Chr. entstanden sein soll. 
Schmidt^) macht plausibel, daß die Bilderreden des äthiopischen 
Henochbuches (Kap. 37 ff.) ursprünglich aramäisch verfaßt waren, 
wofür er die äthiopische Wiedergabe der Menschensohnsteilen als 20 
besonders gravierend ansieht (S. 345 ff.j. Die äthiopische Über- 
setzung sei direkt aus dem Aramäischen, nicht aus dem Griechischen 
geflossen. Ja es habe überhaupt keine griechische Übersetzung der 
Bilderreden gegeben. Nur so lasse sich die Unbekanntschaft der 
alten christlichen Schriftsteller mit den Bilderreden ei-klären. 23 
Bousset^) verbreitet sich über die allmähliche Entstehung der 
Sibyllen in jüdisch-christlicher Umarbeitung. Schürer*^) hat den 
seit der 3. Auflage (1898) seiner bekannten neutestamentlichen 
Zeitgeschichte zu konstatierenden Fortschritt in der Erkenntnis des 
Spätjudentums besonders in den Anmerkungen gebucht. Staerk')30 



1) Ludwig Couard, Die religiösen und sittlichen Anschauungen der 
alttestamentlichen Apokryphen und Pseudepigraphen. Gütersloh, Bertelsmann, 
1907. VIII, 248 S. yUc. 4,—, 

2) R. C r n e 1 y , J. K n a b e n b a u e r , F. M. H u m m e 1 a u e r , Cursus Scrip- 
turae Sacrae Com. i. vct. test. pars I — XI : duo libri Machabaeorum. Paris, 
Lethellieux, 1907. 448 S. 

3) Franz Steinmotzer, Neue Untersuchungen über die Geschichtlich- 
keit der Juditherzählung. Ein Beitrag zur Erklärung des Buches Judith, Leipzig, 
Haupt, 1907. VII, 158 S. Mk. 6,—. 

4) Nathaniel Schmidt, The Original Language of the Parables of 
Enoch. (Old Testam. and Semitic Studies II, 327 — 350.) 

5) Bousset, Sibyllen und Sibyllinische Bücher. (Realencykl. f. protest. 
Theol. u. Kirche => 18, 205—280.) 

6) Emil Schürer, Geschichte des Jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu 
Christi. 4. Aufl. II. Band. Die inneren Zustände. Leipzig, Hinrichs, 1907. 
VI, C80 S. Mk. 14,—, geb. Mk. 16,25. 

7) W. Sta er k, Neutestamentliche Zeitgeschichte. In 2 Bändchen. (Samm- 
lung Göschen 325 u. 32G.) Leipzig, Göschen, 1907. 192, ICS S. je Mk. 0,80. 



184 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

behandelt die Geschichte des Judentums im neutestamentlichen 
Zeitalter im Rahmen der Weltgeschichte von Alexander dem Großen 
an und stellt sodann die Religion des Spätjudentums selbst dar. 
Strack^) hat seine 1900 erschienene 3. Auflage seiner Einleitung 
5 in den Thalmud verkürzt und durch neuste Literatur ergänzt. 
Strack-) verweist auf das 1907 erschienene Werk ■^7:bu3"i'' nrabr 
i'ia pbn D''">ü"!p ITD. Der Y. Teil des Jerusalemitischen Talmuds 
(Kodoschim) herausgegeben von Rabbiner Dr. Salomon Friedländer, 
Szatmarhegy (Ungarn). Traktate: Chulin - Bechoreth. Mit An- 

10 merkungen und Erläuterungen der vorkommenden Fremdwörter von 
Salomon Rüben Szinerväralja (lO-f-78+1+47 Bl. gr. Fol.). Die 
Yerötfentlichung ist wichtig, weil sie verloren geglaubte Teile der 
palästinischen G®mara enthält. Der Text ist gedruckt nach einer 
vom Jahre 1212 n. Chr. stammenden Handschrift des Isaak ben 

15 Joseph aus Barcelona , die von einem gewissen Abraham Ha-levi 
aus Lissabon im 17. Jahrh. dem Josua Benveniste in Konstantinopel 
geschenkt wurde, bei dessen gegenwärtigen Nachkommen, zwischen 
Konstantinopel und Adrianopel lebend , sich Bruchstücke wieder- 
gefunden haben. Zunächst sind die Traktate Chullin und B^yoYod- 

20 ediert. König^) vergleicht material und formal den Talmud mit 
Altem und Neuem Testament. Nicht im Talmud, sondern im Neuen 
Testament, hat sich die alttestamentliche Religion vollendet. Rabin- 
son*) verficht die These, daß das rabbinische Judentum den 
Messias sich mehr national, die Apokalyptik ihn mehr übernatürlich 

25 sich gedacht habe. Ganz davon zu trennen sei die Erwartung einer 
künftigen Seligkeit des Individuums im Himmel. P h i 1 i p p s o n ^) 
führt die Geschichte des mittel- und westeuropäischen Judentums 
vor von der Revolution bis zum Ausbruch der antisemitischen Be- 
wegung (1875). Er will darin „der unverwüstlichen, ewig sich 

30 frisch erneuernden Kraft" seiner „Stamm- und Religionsgemein- 
schaft" ein bescheidenes Denkmal setzen (S. HI). Abbott^) er- 
zählt die Geschichte der Juden innerhalb der griechisch-römischen 
und der christlichen Welt, zum teil nach Ländern Europas geordnet. 
Der Faden geht bis in die Gegenwart; selbst so aktuelle Themen 



1) Herrn. L. Strack, Talmud. (Realencykl. f. protest. Theol. u. Kirche^ 
19, 313—334.) 

2) H. L, Strack, Verloren geglaubte Teile des palästinischen Talmuds 
wiedergefunden. (Theol. Ltztg. 32, Nr. 5, Sp. 129/130.) 

3) Eduard König, Talmud und Neues Testament. (Bibl. Zeit- u. Streit- 
fragen III, 8.) Gr.-Lichterfelde-Berlin, Runge, 1907. 5G S. MJc. 0,60. 

4) Marcus Kabinson, Le Messianisme dans le Talmud et les Mid- 
raschim. Paris, Leroux, 1907. 108 S. 

5) Martin Philippson, Neueste Gescliiclite des jüdischen Volkes. 
Bd. I (Grundriß d. Gesamtwiss. d. Judentums. Schriften hsg. v. d. Gesellsch. 
z. Ford. d. Wissensch. d. Judent.). Leipzig, Fock, 1907. VIII, 400 S. 

C) G. F. Abbott, Israel in Europe. London, Macmillan and Co., 1907. 
XIX, 533 S. 10 s. 



Boeder, Ägyptologie. 185 

wie Antisemitismus und Zionismus sind erörtert. Goldschmidt^) 
charakterisiert das seit Harnack's Wesen des Christentums zeitgemäß 
gewordene und seitdem schon öfter behandelte Wesen des Judentums -). 



Ägyptologie'^). 

Von 

Günther ßoeder. 

Der vorliegende Beric4it umfaßt die Zeit vom Herbst 1904 
bis Ende 1906. Sorgfältige und reichhaltige Zusammenstellungen 5 
der erschienenen Bücher und Aufsätze sind für das gesamte Gebiet 
gemacht von S c h e r m a n ^) , andere mit Inhaltsangaben von Wi e d e - 
mann^) und Griffith*'); das Wichtigste ist auch am Ende jedes 
Heftes der Zeitschrift für ägyptische Sprache gegeben. Ich stelle 
nur den Gang der wissenschaftlichen Arbeit im allgemeinen dar, lo 
damit der Fernstehende die wesentlichen Fortschritte und die 
kritischen Arbeiten auf unserem Gebiete erkenne ; weitere Einzel- 
ausfaben sind in den genannten Literaturberichten zu finden. 

Ausgrabungen. Mit der größten Spannung pflegen die wissen- 
schaftliehen Kreise auf die zahlreichen , in jedem Winter unter- i5 
nommenen Ausgrabungen zu blicken und so soll auch hier das 
Wichtigste mitgeteilt werden "). Die folgenden Bemerkungen 
beruhen aber meist nur auf knappen Berichten; gewissenhafte und 
durchdachte Publikationen lassen Jahre lang auf sich warten, 
manchmal scheinen sie überhaupt nicht zu kommen. Für den 20 
Egypt Exploration Fund^) haben Naville") und HalP^) die 



1) Goldschmidt, Das Wesen des Judentums. Nach Bibel, Talmud, 
Tradition u. relig. Praxis kritisch dargestellt. (Religionswiss. Bibl. d. Judeut. 
2. u. 3. Heft.) Frankfurt a. M, 1907. VIII, 223 S. 

2) Vgl. ZDMG. 60, 274/5. 61, 269. 

3) [Verfasser dieses Teilberichts weilt z. Z, in Nubien und hat daher nicht 
selbst eine Korrektur lesen können. Der Redakteur.] 

4) Orient. Bibliogr. hsg. v. Lucian Schermann, Band XVIII (für 
1904) u. XIX (für 1905). Berlin, Reuther & Reichard, 1905 u. 06. je Mk. 12,—. 

5) Jahresber. d. Geschichtsw. , XXVII (über 1904), XXVIII (über 1905). 
Berlin, Weidmann, 1906 — 07 (darin I, 1 — 24 bezw. 27 Ägypten von A. Wiede- 
mann). 

6) Egypt Exploration Fund. London, Eg. Expl. Fund, a) Memoir 26a: 
Roman Ehnasya (Herakleopolis Magna) by M. M. F linders Petrie. 1905. 
16 S. 40. 74 Taf. 35 s.; b) Memoir 27: The Temple of Deir el Bahari by 
Edouard Naville. Part V. The Upper Court and Sanctuary. 1906. 12 S. 
fol. Taf. 119 — 150. 30 s.; c— d) Archaeological Report edited by F. LI. Grif- 
fith. 1904—05. 84 S. 40. 1905—06. 85 S. je 2 S. 6 if. 

7) Bericht über 1905 von Rubensohn in Arch. Anz. 1906, 124 — 144. 

8) Oben Nr. 6, c p. 1 — 10. d p. 1 — 7. 

9) Compt. rend. 1904, 451. — Nr. IIG p. 391—399. 

10) Man 1904, 65. 1905, 119; Jouru, Soc. of Arts 53, 791; Proc. SBA. 
27, 173; Globus 86, 140; Beil. Münchener Allg. Ztg. 1905. II, 367. 



186 WissenscliaftUcher Jahresbericht, 

Freilegung des Grabbaues des Königs Mentubotep III. (Dyn. 11) 
zu Der el-Babri durchgeführt; der quadratische Totentempel zeigt 
im wesentlichen eine um die Pyramide herumlaufende Säulenhalle. 
Man fand gleichzeitige Reliefs , deren eines den König mit dem 

ö Uräus an der weißen Krone (der bisher älteste Beleg) zeigt. Einige 
Statuen des Königs Sesostris III. (Dyn. 12) haben nicht ein ideali- 
siertes Jünglingsgesicht, wie sonst meist ägyptische Könige, sondern 
das wirkliche Porträt des gealterten Mannes. Eine Granitstele 
Sesostris' III. erklärt das Erscheinen dieses Herrschers; er hatte 

10 dem Ortsgotte Amon und seinem toten Vorgänger Opfer gestiftet. — 
In einer Kapelle der 18. Dynastie fand sich die schöne, über 2 m 
hohe Kalksteinstatue einer Kuh , an deren Euter ein jugendlicher 
König saugt, während ein anderes Bild des betenden Herrschers 
unter ihrem Kopf steht; offenbar ist es ein wirkliches Kultusbild 

ij der Freudengöttin Hathor und als solches mit besonderer Sorgfalt 
gearbeitet. Petrie ^) und Currelly haben die alten Steinbrüche 
und Bergwerke auf der Sinaihalbinsel durchforscht. Viele In- 
schriften und Reliefs, auch aus den ersten Dy'nastieen, sind zuver- 
lässig kopiert und werden durch Gardiner veröffentlicht werden. 

20 In Sarbut el-Chadera wurde ein Tempel der 12. — 18. Dynastie frei- 
gelegt, dessen Aufbau., dem abgelegenen Wüstentale entsprechend, 
kein mustergültiges Kunstwerk ist. — Für die aus dem ,Egyptian 
Research Account" zur , British School of Archaeology" um- 
gewandelte Gesellschaft hat ihr Leiter Petrie-) gearbeitet; er 

25 suchte in verschiedenen Stadtruinen des Deltas Material zu gewinnen 
für die Fremdherrschaft der Hvksos und den Aufenthalt der Israe- 
liten '^}. Für Theodore M. Davis, den für die thebanischen 
Königsgräber interessierten amerikanischen Mäceu, öffnete der Ser- 
vice des antiquites durch Q u i b e 1 H) das Grab der Eltern der 

30 Königin Tii , der Mutter des Reformators Amenophis IV. ; die 
beiden , Jua und Tua , sind einfache Leute, denen das Glück ihrer 
Tochter eine fürstliche Beisetzung verschaff'te. Legrain^) ist bei 
den Arbeiten für die Wiederherstellung und Erhaltu.ng des Tempels 
von Karnak auf ein zweites Magazin gestoßen, sodaß nun 751 Statuen 

3.i und Stelen und gegen 17 000 Broncen geborgen sind; die un- 



1) Oben S. 185 Nr. G, c p. 10—12, ferner: W. M. Flinders Petrie, 
Researches in Sinai. London, Murray, 1906. XXIV, 280 S. 18G Abb. 21 .<?. 
Vgl. Man 1Ü05, 113. 131. 183; Globus 87, IIG. 

2) Oben S. 185 Nr. 6, d p. 24. 30. 36. 

3) Egyptian Research Account. London, Quaritch. 4". IX. The Osiieioa 
at Abydos by Margaret A. Murray. 1904. 21 S. X. Sakkara Mastabas I. 
by M. A. Murray; Gurob by L. Loat. 1904. 30 s. XIL Hyksos and 
Israelite Cities by W. M. Flinders Petrie. 1906. 4U Tat". 25 S., mit 4^ 
extra plates 45 s. 

4) Oben S. 185 Nr. 6, c p. 24—27: auch: Century Mag. 71, 60; Wochenschr. 
klass. Phil. 22, 422; Kunstchr. 16, 409. 

5) Oben S. 185 Nr. 6, c p. 22, d p. 21; Rec. de trav. 27, 61; 28, 137; 
Globus 87., 209; Publikation begonnen in Nr. 51 — n aul' S. 189 unten. 



Boeder, Äguptologie. 137 

crewühnliche Bedeutuncr dieser Funde für alle Zweite unserer 
Wissenschaft läßt sich noch nicht näher abschätzen. Steindorff^) 
legte etwa 50 Mastabas neben der Cheops-Pyramide bei Gise frei; 
neben ihm arbeitete R e i s n e r -) in ähnlicher Weise für ameri- 
kanische Sammlungen. Es sind Privatgräber, die durch ihre Anlage 5 
einen neuen Beleg dafür liefern , daß die Formen der Bestattuno- 
zuerst für den König erdacht, dann in der gleichen Weise auch 
bei Privatleuten angewendet wurden. Möller-^) öffnete in einer 
z. T. für anthropologische Zwecke unternommenen Grabung den 
Friedhof der 1. Dynastie bei Abusir el-Meleq, wobei sich ein lo 
Kalksteingefäß in Form eines Kamels fand; dadurch ist die Be- 
kanntschaft mit diesem Tier für die Frühzeit endwülticr cresichei't. 
(Capart, Primitive Art in Egypt p. 189 nennt zwei weitere Kamel- 
köpfe.) Auch Gräber aus der Hyksoszeit sind gefunden. In her- 
vorragender Weise verspricht uns eine Unternehmung von Breasted-*) i3 
für die Universität Chicago zu fördern; er hat alle Darstellungen 
und Inschriften der vorptolemäischen Tempel zwischen Assuan und 
Wadi Haifa photographisch aufgenommen und undeutliche Stellen 
selbst kopiert. Bei der Unzuverlässigkeit der alten Publikationen 
ist B.'s Arbeit außerordentlich wichtig für alle philologischen und 20 
archäologischen Studien und erweckt immer wieder den Wunsch 
nach ähnlich zuverlässigem Material für die Denkmäler in Ägypten 
selbst. Ein Schritt zur Verwirklichung desselben ist sretan: für 
das von den deutschen Akademien herausgegebene Wörterbuch der 
ägyptischen Sprache hat Set he 5) die Inschriften der thebanischen 23 
Tempel und Gräber und viele Texte im Museum zu Kairo kopiert. 
Dadurch sind für publizierte und unpublizierte Inschriften Lesungen 
gewonnen, deren seltene Güte die in den „Urkunden der 18. Dynastie" 
veröffentlichten Teile erkennen lassen. 

Pabltkatlonen von Ausgrabungen. Erst die abschließenden 30 
Veröffentlichuncren pflecren durch die Vorlesfuncr des cranzen Be- 
fundes der Wissenschaft das für eine kritische Vei'ai-beituncf nötisfe 
Material zu geben ; nur wenige Arbeiten dieser Art sind erschienen. 
Unter ihnen zeichnet sich die durch v. B i s s i n er ' s Freisrebiekeit 
groß angelegte Publikation **) des Sonnentempels des Nuserre (Dyn. 5) 35 
aus ; B r c h a r d t behandelt in vorbildlicher Gewissenhaftigkeit die 
Architektur des Baues und veranschaulicht durch großzügige Re- 



1) Bericht von Borchardt über die deutschen Ausgrabungen in Klio 
(Beitr. zur alten Gesch.) 5, 410; Steindorff, Leipz. 111. Ztg. 122, 814 (ill.); 
Or. Lttztg. 8, 306. 

2) Ann. du serv. 5, 105; Records of the Past, May 1905. 

3) Mitt. Deutsch. Orient. -Ges., Mai 1906, Nr. 30. 

4) The Temples ofLower Nubia. (Amer. Journ. Semit. Lang. Oct. 1906. 
64 S. 48 Abb.) 5) Er man, Sitzb. Berl. Akad. 1906, 88. 

6) Das Re-Heiligtum des Königs Xe-woser-re. Hsg. v. Frdr. Wilh. v. 
Bissing. 1. Bd. Der Bau." Von Ludwig Borchardt. Berlin, Duncker, 
1905. 89 S. fol. 6 Taf. kart. J//,\ 100,— . (Vgl. G. Roed er , diese Zeitschr. 
61, 7 42 ff.) 



\QQ Wissenschaftlicher Jahreshericht. 

konstruktion das frühere Aussehen der Anlage. — Aus der Ver- 
ötfentlichung des Felsengrabes der Königin Hatscliepsut durch 
Carter 1) sieht man, daß der größte Teil der Grabausrüstung 
schon im Altertum aus Furcht vor Dieben in ein Versteck über- 

5 führt worden ist ; so blieben uns nur Königssärge und -eingeweide- 
krüge und die Grundsteinbeigaben. — Das Institut franyais be- 
richtet'-) über die Freilegung der Privatgräber aus dem mittleren 
Reich bei dem alten Letopolis; zum ei'stenmal wird eine derartige 
Kekropole bekannt. Eines der Gräber enthält religiöse Texte , die 

10 Varianten zu den Pjramidentexten und denen des Harhotep geben. 
Publikation von Denkmälern in Atjxipten. Viele Hände regen 
sich, um endlich Darstellungen, die seit den Anfängen der Ägypto- 
logie berühmt sind, in zuverlässigeren Nachbildungen zugänglich zu 
machen. Von den memphitischen Privatgräbern des alten Reichs 

15 ist ein Band , nach Zeichnungen englischer Damen , erschienen ■^) 
und weitere in sorgfältiger linearer Wiedergabe werden folgen. 
D a V i e s , der berühmte Meister dieser Zeichenart, hat drei weitere 
Bände*) der Privatgräber in Teil Amarna aus der Ketzerzeit fertig- 
gestellt und gleichzeitig veröffentlichte das Institut fran9ais 5), aller- 

20 dings nicht so zuverlässig, andere dieser Gräber sowie Palast und 
Grab König Amenojjhis' IV. Abweichend von dieser Methode hat 
V. B i s s i n g ") ein memphitisches Grab in photographischer Re- 
produktion vorgelegt, welche die plastische Wirkung der Reliefs 
deutlicher erkennen läßt; Einzelheiten sind in Linearzeichnung 

25 wiederholt. Von der Na ville 'sehen") Publikation des Toten- 
tempels der Königin Hatschepsut zu Der el-Bahri ist der 5. Band 
mit Reliefs nach schattierten Bleistiftzeichnungen von Carter er- 
schienen. Die Kopien sind sorgfältig, doch möchte man für dieses 
wertvolle und abschließende Werk zuweilen eine genauere Be- 

30 obachtung wünschen; z. B. sind Überarbeitungen des ursprünglichen 
Textes im Stein nicht immer erkannt. Die unter de Morgan's 
Leitung begonnene Veröffentlichung des Tempels Kom Ombos aus 
griechisch-römischer Zeit ist in der frühereu Art fortgesetzt-), so- 



1) The Tonib of Hätshopsitü. By Theod. M. Davis, Ed. Naville, 
Howard Carter. London, Constable & Co., 1906. 112 S. fol. 15 Taf. 
18 Abb. 42 s. 

2) Chassinat-Gauthier-Pieron, Fouilles de Qattah. Le Caire 1906. 
Impr. de l'Inst. frau9. 77 S. 18 Taf. 3) Oben S. 186 Nr. 3, X. 

4) Archaeological Survey of Egypt. London, Eg. Expl. Fund. XIV. XV. 
XVI: The Kock Tombs of El' Amarna. Part IL IlL IV. by N. de G. Davies. 
1904-06. 47, 40, 45 Taf. je 25 S. 

5) Mem. Inst, franr. VIII. Bouriant-L egr ain - J eqii ier , Monuments 
pour servir ä l'etude du culte d'Atonou en Egypte. Le Caire, Inst, frani;., 1903. 
133 S. 65 Taf. 

6) Frdr. Wilh. v. Bissing, Die Mastaba des Gem-ni-kai. 1. Bd. 
Berlin, Duacker, 1905. 42 S. fol. 33 Taf. Mk. 50,—. 

7) Oben S. 185 Nr. 6. b. 

8) Catalogue des monuments et inscriptions de l'Egypte antique. I. serie. 
Haute Egypte. Tome III. Kom Ombos. 2. partie, fasc. U. par J. de Morgan, 



Roeder, Ägijptologie. 289 

daß eine Kontrolle des CTegebenen wiederum nicht ermöglicht ist. 
Miss M u r r a y ^) fand in Abydos ein Gebäude , welches das Grab 
des Königs Merenptah (Dyn. 19) zu sein schien; da dieser aber in 
dem prächtigen Felsengrabe bei Theben bestattet war, haben wir 
in Abydos ein Kenotaph vor uns, wie es sich fromme Leute in 5 
der heiligen Stadt des Totengottes erbauten. Vom Text zu Lepsius' 
^Denkmälern" (erschienen 1849 if.) ist der vorletzte Band „Mittel- 
ägypten", von Sethe wie die früheren zusammengestellt, er- 
schienen -) ; diese und Champollion's Reisenotizen bilden zusammen 
mit dem ausgezeichneten Baedeker") für die Beschreibung der lo 
Bauwerke immer noch unsere Hauptquelle. 

Unter den Ergebnissen der Reise von W. M a x Müller ^) sind 
detaillierte Abschriften, die bedeutungsvoll sind für manche inter- 
essante Beziehung zwischen Ägypten und Vorderasien ; doch sind 
die Datierungen von pl. 1 und 2 auf das alte Reich Irrtümer. 15 

Museu7ns2niblikationen. Das große Unternehmen der ägyptischen 
Regierung, einen abschließenden wissenschaftlichen Katalog für das 
Museum in Kairo ^) herauszugeben, ist wesentlich gefördert worden. 
Einzelne Teile sind vorbildliche Leistungen, wenn auch nicht alle 
Bände in gleicher Weise das Ideal einer „archäologisch und philo- 20 
logisch genügenden Publikation" erfüllen ; aber in den meisten Fällen 
sind Photographien zur Nachprüfung beigegeben. — Die ältere 
von Grebaut begonnene Sammelpublikation erlesener Stücke des 
Museums*^) hat Maspero wieder aufgenommen. In ähnlicher, 



U. Bouriant, G. Legrain, G. Jequier, A. Barsanti, Vienne (Leipzig, 
Hiersemann), 1905. S. 121—248. A^. Mk. 16,—. 

1) Oben S. 180 Nr. 3, IX. 

2) Leipzig, Hinrichs, 1904. 261 S. 4». Mh. 32,—. 

3) Ägypten, bearb. von G. Steindorff. 6, Aufl. 1906. Mk. 15, — . 

4) Egyptological Researches. Washington, Carnegie Institution, 1906. 
62 S. 40. 106 Tat". 

5) Cat. geuer. des antiqii. egypt. du Mus. du Caire. Erschienen sind : 
a) Die demotischen Denkmäler. I. Die demotischen Inschriften. Von W. Spiegel- 
berg. Le Caire (Leipzig, Hiersemann), 1904. IX. 100 S. 4^. 26 Taf. 
/"r. 31,10; b — c) Steles ptolemaiques et romaines. Par Alimod-Bey Kamal. 
Tome I. II. Le Caire, Inst. fran?. (Leipzig, Hiersemann), 1904 — 05. 284 S. 
40. 90 Taf. /■;•. 120,— ; d) Graeco-Egyptian Glass. ByC. C.Edgar. Ebenda 
1905. 92 S. 40. 11 Taf. /r. 20,75; e—f) Archaic Objocts. By L E. Qu ib eil. 
Tome I. II. Ebenda 1904—05. 367 S. 4<». G6 Taf. fr. 88,— ; g) La faune 
momifieo de l'antique Egypte. Par Gaillard et Daressy. Ebenda 1905. 
159 S. 4". 66 Taf fr. 40,—; h) Graeco-Egyptian Cofäns, Masks and Por- 
traits. By C. C. Edgar. Ebenda 1905. 136 S. 4». 48 Taf. fr. 60,— ; 
i) Sarcophages anterieures au nouvel empire. Par P. Lac au. Tome II, fasc. 1. 
Ebenda 1905. 76 S. 4». fr. 20,— ; k) Tables d'offrandes, Par Ahmod- 
Bey Kamal. Tome I (planches). Ebenda 1906. 4*>. /"/•. 40,— ; 1 — m) Statues 
de divinitt's. Par G. Legrai n. Tome I. IL Ebenda 1906. 417 S. 40. 63 Taf. 
fr. 120, — ; n) Statues et statuettes de rois et de particuliers. Par G. Legrain. 
Tome I. Ebenda 1906. 89 S. 4". 79 Taf. fr. 70,—. 

6) Mus^e egyptien. Tome II, ler fasc. Le Caire 1904. 4". 17 Taf. 
fr. 22,-. 



\QQ WissenscJiaftlicher Jahr esher leid. 

besonders Archäologen willkommener Weise veröffentlicht Capart^) 
interessante Stücke aus allen Museen und Privatsammlungen. Rein 
archäologischen Zwecken dient die Prachtpublikation von v. Bissing - 
B ruckmann-), welche die wichtigsten Statuen und Reliefs jeder 

5 Art und aller Zeiten vorführt. Die erschienenen 60 Tafeln zeigen 
endlich die altberühmten Hauptwerke bis zum neuen Reich und 
viele neuo-efundene Stücke in Wiedergaben, die auch ihren Kunst- 
wert erkennen lassen. Das Leidener Museum ^) macht uns mit 
seinen neuerworbenen Denkmälern des alten Reichs bekannt , als 

10 Nachtrag zu der großen Leemans'schen Publikation , aber nunmehr 
in moderner Form mit ungewöhnlich guten Photographien und 
ausgezeichneten farbigen Tafeln. Die ägyptischen Werke der 
Jacobsen'schen Sammlung zu Kopenhagen veröffentlichte Ya 1 d e - 
mar Schmidt in einer Prachtpublikation *), auch in einer kleineren 

15 Ausgabe mit Beschreibungen °). Von der sorgfältigen Veröffent- 
lichung der Grab- und Denksteine in süddeutschen Sammlungen 
sind zwei weitere Bände erschienen*^)"). Aus dem Wiener 
Museum veröffentlicht Wr eszinski '') Inschriften in neuen Ab- 
schriften und Dedekind^) Photographien der Statue des Prinzen 

20 Nemarut (Dyn. 22). Newberry ^ö) sammelte etwa 1300 Skarabäeu- 
inschriften aus Museen und Privatbesitz. Verschiedene hieratische 
Texte ^^) hat Möller veröffentlicht: späte Hymnen an Götter und 
Briefe von Beamten der 6. Dynastie; die letzteren gehören zu dem 
wichtigen Fund in Elephantine, von dem Teile nach Straßburg 

25 und in das Britische Museum gekommen sind. — Den Unter- 
suchungen über ägyptische Medizin , die im wesentlichen auf dem 



1) Jean C apart, Eecueil de monumeuts egyptiens. 2^^^ serie. Bruxelles, 
Vromant & Co., 1905. 118 S. 4». 50 Taf. 

2) Denkmäler ägyptischer Skulptur, hsg. v. Fr. W. Freiherrn von 
Bissing. München, Bruckmann, 1906. Lief. 1 — 5 ä ^Ik. 20, — . 

3) A. E. J. Holwerda, P. A. A. Boeser und J. H. Holwerda, Die 
Denkmäler des alten Reichs. Leiden 1905. fol. 16 Tat". Test 23 S. 40. 

4) La Glyptotheque Ny-Carlsberg. IL Les monuments etrusques et egj-p- 
tiens, München, Bruckmann. 

5) Choix de monuments egyptiens. 

6) K. Dyroff: München. Straßburg i. E., Schlesier & Schweikhardt, 1904. 
83 S. 40. 25 Taf. Mk. 25,—. 

7) A. Wiedemann: Bonn, Darmstadt, Frankfurt a. M., Genf, Neuchatel. 
Ebenda 1906. 52 S. 4<^. 11 Taf. Mk. 12,—. Ferner: Derselbe, Ägyp- 
tische Grabreliefs zu Karlsruhe. Ebenda 1906. 32 S. 7 Taf. Mk. 7,50. 

8) Walter Wreszinski, Ägypt. luschr. aus dem k. k. Hofmuseum in 
Wien. Leipzig, Hinrichs; 1906. 215" S. 5 Taf. Mk. 25,—. 

9) AlexanderDodekiud, Photographische Reproduktion der Inschriften 
der Namarut-Statue. Wien, Frick, 1906. fol. 8 Taf. Mk. 4,—. 

10) Percy E. Newberry, Scarabs. London, Coustable & Co., 1906. 
209 S. 8". 44 Taf. 116 Abb. 18 S. 

11) Hieratische Papyrus aus den k. Museen zu Berlin. Heft 5 — 8: Hymnen 
an verschiedene Götter. Zusatzkapitel zum Totenbuch. Leipzig, Hinrichs, 1905. 
fol. 53 Taf. Mk. 18,—. Heft 9: Scliriftstücke der 6. Dynastie aus Elephantine. 
Ebenda 1905. fol. 25 Taf. Mk. 8.—. (Sämtlich von G. Müller.) 



Roeder, Ägyjytologie. 191 

Papyrus Ebers fußten , hat R e i s n e r ^) den ^Papyrus Hearst" er- 
schlossen ; die Ausgabe ist zuverlässig und durchgearbeitet, bei der 
Schwierigkeit des Stoffes jedoch ohne Übersetzung. Eine Reihe 
von Rezepten sind neu hinzugekommen , andere haben wir nun in 
zwei guten Handschriften. Von einigen Museen sind praktische 5 
wissenschaftliche Kataloge für die Benutzer erschienen , die auch 
fern von den Originalen wertvoll sind; aber andere, gerade ältere 
Sammlungen , die viele berühmte Stücke unter ihren Schätzen 
haben, bleiben mit brauchbaren Verzeichnissen arg im Rückstande. 

Die „ Urkunden'^ -) , die teils als Publikation , teils als Be- 10 
arbeitung ihren Wert haben , sind unter den Händen ihres augen- 
blicklich alleinigen Bearbeiters Sethe für die 18. Dvnastie zu 
einer Sammlung aller historisch-biographischen Inschriften dieser 
Zeit geworden ; wegen dieser Vollständigkeit ist die Arbeit eine 
Fundgrube für jeden, der literarisches Material für irgend einen 15 
Zweck verarbeiten will. Die Texte sind in den besten Lesungen 
gegeben, die bisher überhaupt veröffentlicht wurden. An zerstörten 
Stellen ergänzt Sethe nicht nur kleine Lücken sondern auch ganze 
Sätze ; gelegentlich hat er sogar aus kleinen Resten eine große 
Inschrift zusammengesetzt. So belehrend es auch ist, von einem 20 
gründlichen Kenner der Texte Vorschläge für die Auffassung zu 
hören, so ist diese Methode bei prinzipieller Verwendung doch 
nicht ohne Gefahr. — Das einzige von Schäfer veröffentlichte 
Heft'^) gibt zuverlässige Abschriften der Pianchistele und der 
Traumstele in vorsichtigerer Form der Bearbeitung. 25 

Untersuchungen: Siivache. Die schwierige Feststellung des 
wirklichen Lautbestandes der "Worte und der Zufall, daß die 
älteren Agyptologen in lautlichen Dingen auf falschen Wegen 
waren , haben die Grundlagen unserer Wissenschaft von anfang an 
etwas kränklich gemacht. Auch jetzt noch liegt ein prinzipieller 30 
Unterschied vor bei sprachlichen Arbeiten im Anschluß an Erman 
einerseits und denen einer orvoßen Zahl von meist ausländischen 
Gelehrten andererseits. Nachdem die letztvergangenen Jahre eine 
neue Fundamentierung der Grammatik durch deutsche Gelehrte 
gebracht hatten, wendet man sich nun mehr dem Ausbau und der 35 
Ausnützung des Gewonnenen zu. Die Grammatik von Miss 
Murray^) zeigt das Vordringen dieser Untersuchungen auch in 
weitere Kreise. Der wichtigste Fortschritt ist im Verständnis der 
Sprache der Tempel aus griechisch - römischer Zeit gemacht ; 



1) George A. R eisiier, The Hearst RIedical Papyrus. Leipzig, Hiuriclis, 
1905. 48 S. 40. 17 Taf. Mh. 25,—. 

2) Urkunden der 18. Dynastie, bearb. von Kurt Sethe. Heft 1 — 8. 
Leipzig, Hinrichs, 1005 — 06. je etwa 70 S. je Mk, 5, — . 

3) Urkunden der älteren Athiopenköuige. Ebenda 1905. 79 S. ^Ik. 5, — . 

4) Margaret A. Murray, Elementary Egyptian Grammar. London, 
Quaritcb, 1905. 104 S. C 8. 



\g2 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

J u n k e !• ^) stellt in einer C4rammatik aller Texte des Tempels 
von Dendera-) alle die interessanten Abweichungen zusammen, die 
der halb geschraubten Ausdrucksweise dieses Priesterkollegiums 
eigen sind. Eine Fülle von sprachlichen Beobachtungen ist zer- 
5 streut in den Werken aller derer , die sich eingehend mit den 
literarischen Quellen belaßt haben. Auch eine Eeihe von philo- 
logischen Aufsätzen hat manche Einzelfrage geklärt: Lautwerte und 
Bedeutungen von Worten wurden bestimmt"^), v. Calice^) be- 
obachtete besondere Schwierigkeiten der Formenlehre und Syntax. 

10 W. Max Müller^) behandelte die schwierigen Probleme der 
Lautlehre auf phonetischer Grundlage mit Berücksichtigung der 
semitischen Äquivalente und forderte eine Verbesserung der Um- 
schreibung. Einige nicht leicht zu deutende Spuren der Wanderung 
von ägyptischen Worten ins Aramäische *') und Griechische ') unter- 

15 suchte Spiegelberg. Ein großer Teil der genannten Unter- 
suchungen beruht auf dem in Berlin unter Er man' s Leitung 
für das Wörterbuch der ägyptischen Sprache ^) gesammelten 
Material und mancher anderen Arbeit sind die Erfahrungen zugute 
gekommen , die man dort gemacht hat. Daß die Durcharbeitung 

20 dieses Materials das herrschende L^rteil über jedes Wort neu be- 
gründet, meist aber wesentlich verändert, ist vielleicht der Grund für 
die allgemeine Zurückhaltung von sprachlichen Arbeiten überhaupt. 
Demotisch. Die Schwieriofkeit der demotischen Schrift erlaubt 
das Lesen nur nach besonderem Studium; von diesem haben sich 

25 die meisten Ägyptologen (auch der Berichterstatter) ferngehalten. 
Aber eine Reihe von vortrefflichen Publikationen ermöglicht es 
jetzt, die Fülle der späten geschäftlichen, literarischen und vulgären 
Texte zu erschließen , die sprachliches , historisches und kultur- 
geschichtliches Material von der größten Wichtigkeit enthalten. 

30 Von der Griffith-Thompson'schen Herausgabe des großen Zauber- 
papyrus ist der zweite Band'') erschienen, der eine Nachzeichnung 
des demotischen Originales von Thompson's Hand bietet. 
Spiegelbe rg^") veröfi"entlichte mehrere neue Papyrus , die für 

1) Hermann Junker, Sprachliche Verschiedenheiten in den Inschriften 
von Dendera. (Sitzuugsb. d. Ak. d. Wiss. Berlin 1905, 782,) 

2) Derselbe. Grammatik der Denderatexte. Leipzig, Hinrichs, 19ÖC. 
207 S. 40. Mk. 24,-. 

3) Gardiner, Sethe, Spiegelberg u. a. in den Fachzeitschriften. 

4) Ztschr. äg. Spr. 42, 137. 43, 149. 5) Or. Lttztg. 8, 313. 3G1. 413. 

6) Ägyptisches Sprachgut usw. (Orient. Studien, Festschr. f. Nöldeke, 
S. 1093—1115). Giessen, Töpolmann, 1906. Sep. Mk. —,90. 

7) Ztschr. f. vergl. Sprachforsch. N. F. 41, 127. 

8) Sitzungsber. d. Ak. d. Wiss. Berlin 1905, 130. 1906, 88. 1907, 61. 
!•) The Demotic Magical Papyrus of London and Leiden. Vol. 2 by 

Herbert Thompson. London, Grevel, 1905. Fol. 10 s. 6 d. (Dazu: 
Rovillout, Kev. egyptol. 11, 178.) 

In) Papyrus grecs et demotiques par The od. Reinach avec W. Spiegel- 
berg et S. de Ricci. Paris, Lerou.x, 1905. 249 S. 17 Taf. — Ferner: 
Ztschr. äg. Spr. 42, 43. 



Roeder, Ägyptologie. 193 

die Kulturgeschichte der schon halbgriechischen Zeit wertvoll sind; 
ferner demotische Inschriften des Museums zu Kairo ^) und zu 
Straßburg i. E. -) und in Ägypten selbst ^). Das Leidener Museum 
publiziei'te vorzügliche Lichtdrucke von seinem moralischen Papyrus 
Insinger*), den Revillout^) bearbeitete; der letztere übersetzte 5 
auch den historischen Roman von Petubastis^) und andere literarische 
Texte"). Maspero^) behandelte einen Teil des Setnaromans. 

Geschichte. Seit Lepsius' systematischen Arbeiten ist die Er- 
kenntnis der politischen Geschichte Ägyptens nicht so gefördert 
worden wie jetzt durch Breasted und Eduard Meyer. 10 
Breasted^) hat als Ergebnis langjähriger Arbeit eine Übersetzung 
aller historisch interessanten Inschriften von der ältesten Zeit bis 
an die persische heran herausgegeben , sowohl Staatsurkunden wie 
Privatdenkmäler. Auch der Kulturhistoriker findet in ihnen reiches 
Material; überdies vermag das sorgfältig durchgearbeitete Werk 15 
uns als Nachschlagebuch für die Realien und für die Literatur- 
angaben zu dienen. Gleichzeitig ist eine zusammenfassende Dar- 
stellung der ägyptischen Geschichte von B r e a s t e d ^^) erschienen ; 
sie behandelt auch die geistige und soziale Kultur und vorzügliche 
Photographien in noch nie gebotener Vielseitigkeit beleben die an- 20 
schauliche Schilderuug. — Die glänzenden älteren Darstellungen 
von Maspero^^) sind neu herausgegeben. Petrie's Geschichte^-) 
ist durch den bisher fehlenden Teil für die 19. — 30. Dynastie 
beendet; sie fußt besonders auf archäologischen Tatsachen und ist 
durch die systematische Aufzählung der Quellen als Handbuch 25 
wertvoll. Die komplizierten Fragen der Zeitbestimmungen hat 
Eduard M e y e r ^^) in einer für längere Zeit abschließenden Weise 
zusammengefaßt; er gibt mit klarer Beherrschung der histoi'ischen 
und astronomischen Vorai-beiten die chronologischen Resultate. Die 



1) Oben S. 189 Nr. 5, a und Nr. 6, Band II, pl. 8. 

2) Rec. de trav. 2G. 3) Ebenda und Ann. du serv. 6, 219. 

4) Suten-;^eft, le livre royal = livr. 34 der Monum. egypt. du Mus. d'Ant. 
des Pays-Bas ä Leyde. Leiden 1905. Fol. 

5) Journ. asiat. ser. X, t. 5, 193. G, 27.5; vgl. 5, 409. 

6) Revue egyptol. 11, 115. 7) Ebenda 11,34. 

8) Unten S. 198 Nr. 7, p. 349—355. G. Maspero, Le debut du second 
conte de Satni-Kliäinois. 

9) Jarnos 11. Breasted, Ancient Records of Egypt. Chicago, Univ. 
Press (Leipzig, Harassowitz) , 1906. Vol. I — IV. 1571 S. Vol. V. Indices 
von O. A. Tofteen. 203 S. $. 17, — . 

10) Derselbe, History of Egypt. London, Hodder & Stougliton , 1906. 
634 S. 200 Abb. Ml: 20,—. 

11) Hist. anc. des peuples de l'Oriont. 7. Aufl. Paris, Ilachette & Co., 
1905. 916 S. 175 Taf. fr. G,—. Lectures historiques. 4. Aufl Ebenda 1905. 
403 S. ill. fr. 5,—. 

12) W. M. Flinders Potrie, A History of Egypt. Vol. IIJ. London, 
Methuen & Co., 1905. XX, 406 S. (ill.) 6 s. 

13) Ed. Moyer, Ägyptische Chronologie. (Abb. d. Ak. d. Wiss. Berlin 
1904.) 212 S. Mk. 11,50. 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 13 



]^94 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

Einführung des Kalenders rückt nun auf 4241 v. Chr. und das 
Erscheinen der ersten Denkmäler mit Inschrift (König Menes) auf 
um 3315 V. Chr. Gleichzeitig behandelte GinzeP) die ägyptische 
Zeitrechnung vom Standpunkt des Mathematikers. Außerdem sind 

5 die zur Vorsicht mahnenden Abhandlungen von Borchardt-) und 
dem Astronomen Brix'') über Sothis- und Neumonddaten wertvoll, 
während die Mahler 'sehen Auffassungen ■*) wenig Anerkennung 
zu rinden scheinen. Neben den großen Werken steht eine Reihe 
von ergebnisreichen Arbeiten über einzelne Zeiten. Chantre 

10 faßte das Material über die Kultur und die Fundstätten der noch 
literatm-losen Frühzeit zusammen'''). Naville") stellte Ursprung 
und Frühzeit der Ägypter dar; er erklärte, z. T. in Anlehnung an 
die jetzt allgemein herrschende Ansicht, das Volk für Libyern oder 
Berbern ähnliche Afrikaner, über die sich einst von Süden aus 

15 arabische Semiten ergossen haben. Amelineau^) beendete seine 
weitschweifigen Grabuugsberichte über die alten Königsgräber in 
Abydos; gleichzeitig wurden diejenigen seiner Funde, die in das 
Museum zu Kairo gekommen sind , in sorgfältigerer Weise von 
Q u i b e 1 1 katalogisiert *). Die Königsfolge dieser Zeit hat nach 

20 Petrie zum ersten Male S e t h e ^) vom philologischen Standpunkt 
untersucht und mehrfach berichtigt. Gleichzeitig belegte S e t h e '•*) 
den etwas später vollzogenen Übergang in der Jahresdatierung : 
zuerst werden die Jahre wie in Babvlonien nach hervorragenden 
Ereignissen mit Eigennamen benannt (,Jahr des Schiagens der Ost- 

25 Völker" oder ,des . . . festes"), dann nach den Schätzungen für die 
Besteuerung (,Jahr des 4. Males der Zählung"), zuletzt nach 
Regierungsjahren des Königs. Die Sonderung der Herrscher in der 
11. Dynastie ist mehrfach untersuchte'^). Piepe r^^) ordnete die 
etwa 175 Könige und Königlein zwischen dem mittleren und 

30 neuen Reich, darunter die Hyksos ; in ähnlicher Listenform stellte 
Wreszinski^-) die Hohenpriester des Amon von Theben zusammen. 



1) F. K. Ginzel, Handbuch der mathematischen und technischen Chrono- 
logie. I. Babyl., Agypt. usw. Leipzig, Hinrichs, 1906. 584 S. 8*^. 

2) Ztschr. äg. Spr. 41, 34. .3) Ebenda 41, 26. 36. 

4) Or. Lttztg. 7, 3. 45. 8, 6; Proc. SBA. 27, 255. 473. 535. 

5) Ern es t Ch antre, Recherches anthropologique dans rAfriijue Orientale: 
Egypte. Lyon, Key & Co., rjU4. XVIII, 318 S. 4". fr. 50,—. Dazu: Bull. 
Soc. d'anthr. Lyon 23, p. 174flf. 

6) Rev. de l'hist. des relig , t. 52, ."$57. Zum Thema vgl. Ankermann, 
Ztschr. f. Ethnol. 1905, 54 ff. 

7) E. Amelineau, Les uouvelles fouilles d'Abydos (1897 — 98). Paris, 
Leroux, 1904— Ü5. 742 S. 4<*. fr.bO—. 8) Oben S, 189 Nr. 5, e— f. 

9) Kurt Sethe, Beiträge zur ältesten Geschichte Ägyptens. 2. Hälfte. 
Leipzig, Hinrichs, 1905. S. G5 — 147. 4». Mk. 16,—. 

lOj G ar di n er , Proc. SBA. 26, 75; vgl. Ann. du serv. 6, 284. Breasted, 
Ainer. Jo^irn. Sem. Langu. 21, 110. 163, Sethe, Ztschr. äg. Spr. 42, 131. 

11) Die Könige Ägyptens zwischen dem mittl. u. neuen Reich. (Diss.) 
Berlin 1904. 39 S. 

12) Die Hohenpriester des Amou. (Diss.) Berlin 1904. 62 -)- Nachtrag 5 S. 



Koeder, Ägyptologie. 195 

Xaville^) schilderte das Leben der Königin Hatschepsut und die 
Thronwirren ihrer Zeit; seine Auffassung derselben bleibt im Gegen- 
satz zu der von Sethe. Für die Spätzeit hat Schäfer interessante 
früher übersehene oder falsch gedeutete Züge gesichert: einen Auf- 
stand von Söldnern, die nach Nubien auszuwandern drohen, in der 5 
26. Dvnastie '-) und die Verbrennung einer Verbrecherfamilie in 
Nubien-^). Mahaffy^) stellte das Eindringen des Hellenismus dar. 
Unsere Kenntnis von ägyptischen Beziehungen zum Ausland ist 
wesentlich bereichert. Ein Zug nach der großen Oase in der 
libyschen Wüste ist für Sesostris I. (Dyn. 12) belegt^). Die Be- lo 
kanntschaft mit Syrien reicht , wie es scheint , bis ins alte Eeich 
zurück*^); in der 18. Dynastie holte ein ägyptischer Beamter Zedern- 
holz vom Libanon'). Wie weit das Alte Testament sich mit 
Ägypten berührt, ist für die Ägyptologie eine mehr historische als 
religionsgeschichtliche Frage. Eduard Meyer*^) erkannte das 15 
Fortwirken vieler ägyptischer Elemente in der hebräischen Literatur; 
seine überraschenden Kombinationen eröffnen neue Gesichtspunkte 
von weittragender Bedeutung. Heyes •^) stellte einen ägyptologischen, 
für Theologen bestimmten Kommentar zu Genesis 12 — 41 zu- 
sammen, der gelegentlich die nötige Kritik vermissen läßt. Eine 20 
Reihe von Beobachtungen machte Spiegelberg ^•'), der auch eine 
populäre Darstellung schrieb ^^). B r e a s t e d ^2) erkannte den Namen 
des Abraham in einer hieroglyphischen Liste unterworfener Syrer- 
stämme (Dyn. 22). Auch der alte Verkehr mit den Mittelmeer- 
völkern ist erörtert. Mehrfach wurden ägyptische Gegenstände bei 25 
griechischen Grabungen gefunden 1-^); H a 1 1 1-') stellte das ägyptische 
und das kretische Labyrinth neben einander, v. L ich ten be r g ^^) 
behandelte die Erwähnungen Cyperns in ägyptischen Texten. Die 
Bemühungen, griechische Philosophie und Keligion aus Ägypten 



1) Sphinx 7, 95—106. 

2) Klio (Beitr. zur alten Gesch.) 4, 152. 3) Ebenda G, 287. 

4) I. P. Mahaffy, The Progress of Hellonism in Alexander's Empire. 
Chicago, Un. of Chic. Press, 1905. 154 S. 5 s. 

5) Schäfer, Ztschr. äg. Spr. 42, 124. 

6) Ermau, Ztschr. äg. Spr. 42, 109. 

7) Sethe, Sitzungsber. d. Ak. d. Wiss. Berlin 1906, 356. 

8) Die Israeliten und ihre Nachbarstiinime ; mit Beiträgen von Bern- 
hard Luther. Halle, Niemeyer, 1906. XVI, 576 S. 8"'. (Vgl. Sitzungsber. 
d. Ak. d. Wiss. Berlin 1905, 640.) 

9) Herrn. Jos. Heyes, Bibel und Ägypten. Münster i. W., Asclicn- 
dorff, 1904. 286 S. Mk. 9,—. 

10) Agyptologische Kandglosseu zum Alten Testament. Straßburg i. E., 
Schlesier & Schwoikhardt, 1904. 48 S. 8«. 

11) Der Aufenthalt Israels in Ägypten. Ebenda 1904. 55 S. 8*^. 12 Abb. 
Mk. 1,—. 

12) Araer. Journ. Sem. Langu. 21, 22. 

13) Evans, Archaeologia 59, 479. 536, Sewell, Proc. SBA. 26, 258. 

14) Journ. Hell. Stud. 24, 208. 

1 5) Mitt. Vordera.siat. Oes. 1 1 Nr. 2 : Beiträge zur ältesten Goschichto von 
Kypros. 



196 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

herzuleiten, haben wenig Erfolg gehabt^). Die Peters'sche Ver- 
mutung von ägyptischen Minen in Rhodesia ist mehrfach gründlich 
widerlegt'-) und nun hoiFentlich endgültig beseitigt. 

Religion. Um die Erforschung der ägyptischen Religion hat 
5 man sich in der verschiedenartigsten Weise ganz besonders bemüht. 
Capart'^) begann Jahresberichte über die erschienenen Publikationen 
und Untersuchungen. Wiedemann^) stellte den Gang der Studien 
in zusammenhängender Form dar; beide Arbeiten enthalten sorg- 
fältige Referate über neue Aufsätze und zerstreute Bemerkungen. 

10 Die seit langem vorbereitete Darstellung von E r m a n ^) fördert 
uns durch das feinsinnige Verständnis des altägyptischen Denkens 
und wird einem weiteren Kreis aucb durch ihre harmonische Aus- 
geglichenheit wertvoll sein. E. hält sich zurück von der theore- 
tischen Behandlung und der Vergleichung mit anderen Völkern : 

15 er schildert den Glauben des Volkes ohne „moderne Theorien *■ 
unter Anführung zahlreicher Übersetzungen der alten Texte. Stein - 
dorff's Vorlesungen in Amerika ''') stellen einem größeren Publikum 
die Anschauungen über Götter, Tote und Kultus dar. Eine Reihe 
von Einzeluntersuchungen hat über wichtige Punkte Klarheit ge- 

20 bracht. Mehrere neue Götter ') und Symbole von solchen ^) sind 
gesichert : der Gott eines römischen Ortes erwies sich als ein dort 
begrabener König der Vorzeit^). Schäfer^*') erkannte eine alte 
Schilderung des Osirisdienstes ; der Kultus spielte sich teils im 
Tempel teils an dem von einem heiligen Baume beschatteten Grabe 

25 des Osiris auf dem jenseitigen Nilufer ab. Wiedemann^^) unter- 
suchte die Tierverehrung. Gardiner^-) schenkte uns einen großen 



1) Aless. Chiap p el li, Atti del Congr. Internaz. di scienze stör., Roma 
1903, 11, 29. Max Jacobi, Philos. Jahrb. 15, 49. 

2) V. Luschan und Schäfer, Ztscbr. f. Ethnol. 1906, 896; Mac Iver, 
Or. Lttztg. 8, 467. 

3) Revue de l'histoire des religions 51, 192 — 259 (über 1904 und die 
ältere Literatur). 53, 307 — 58 (über 1905). Beide auch sep., Bruxelles, Misch 
et Thron, 1905 bezw. 1906. 

4) Archiv f. Religionsw. 7, 471—86 (über 1903—04). 9, 481—99 (über 
1904—05). 

5) Die ägyptische Religion. Berlin, Reimer, 1905. 261 S. 8«. 165 Abb. 
Alk. 4, — . (Dazu: Ztscbr. äg. Spr. 42, 106.) Kürzer in ,Die Kultur der Gegen- 
wart", hsg. V. Ilinneberg, I, 3, 30—38. Leipzig, Teubner, 1906. 

6) The Religion of the Ancient Egyptians. London and New York, Putnam. 
178 S. 6 Ä'. Kürzer in Jahrbuch d. Freien Deutschon Hochstifts 1905, 132 — 79. 

7)Gardiner,Proc. SBA.27,185. Vgl. S. 200 Nr. 10. — Recueil de mömoires 
(^Congr. des Orientalistes), Alger, Fontana, 1905, p. 389 — 408: E. Lefcburo, 
Les noms d'apparenco s^mitique ou indigfene dans le pantheon egyptien. 

8) Ed. Meyer, Ztscbr. äg. Spr. 41, 97; v. Bissing, Rec. de trav. 
27, 249. 

9) Rubeusohn, Ztscbr. äg. Spr. 42, 111. Spiegelberg ebenda 43, 84. 

10) Die Mysterien des Osiris in Abydos unter Sesostris IIL Leipzig, 
llinrichs, 1904. 4». Mk. 9,60. (Dazu: Ztscbr. äg. Spr. 41, 107.) 

11) Museon 6, 113. 

12) Ztscbr. äg. Spr. 42, 12. 145. 



Roeder, Ägyptologie. 197 

Amonhymnus mit wertvollem sprachlichen Material. Schencke^) 
behandelte in einer Monographie über Amonre einige Probleme, 
die für die allgemeine Religionsgeschichte Interesse haben. G e r - 
uandt's^) Spekulationen sind wahnwitzige Phantasien nach Art 
von Athanasius Kircher's Hieroglyphendeutung. Die Bedeutung 5 
und Entwicklung des Totenkultus ist geklärt durch Beobachtuncren, 
deren Ti-agweite Schäfer'^) betonte: die Form des Grabes, die 
Gegenstände der Darstellungen , die Art der Beigaben und die 
Formeln der Totentexte sind ursprünglich ausschließlich für den 
König bestimmt und erst allmählich auf den Privatmann übertragen, lo 
Für das neue Reich wies M a d s e n ^) die Totenfeier im Garten 
des Verstorbenen nach, und Boeser^) und Gardiner*') erörterten 
die Theorien über die Totenfiguren. Das kühne Unternehmen, die 
rätselvollen und nur in verderbtem Zustand überlieferten religiösen 
Bücher zu bearbeiten, ist mehrfach in Angriff genommen. Le Page lä 
Renouf's Übersetzung des Totenbuches ist von Naville durch- 
geführt^); Budge*) behandelte das „Amduat" und das ,Pforten- 
buch", Chassinat^) das „Amduat". Magie und Zauberei hat 
Wie de mann^") dargestellt, Astrologisches behandeltenMissMurray^^) 
und V. Oefele ^2). 20 

Die Literatur. Nun ist durch Golenisch ef f^'^) das bisher 
nur in seiner Übersetzung zugängliche Märchen vom Schiä"brücliigen 
(in einem Papyrus des mittleren Reiches) auch im hieroglyphischen 
Text veröffentlicht; es erzählt die Schicksale eines treuen Dieners 
seines Herrn , der nach der fernen Weihrauchinsel zu einer Göttin 25 
Schlange verschlagen wird. Erman erklärt in seiner Über- 
setzung^*) dieses Reisemärchen nicht für volkstümlich, sondern für 
ein Erzeugnis der höheren Literatur. Ein paar interessante Be- 
obachtungen für die griechisch-römische Zeit machte Junker^^): 
im Tempel von Dendera zeigt ein Lied an Hathor Metrum und 30 
Refrain; ein anderer Text ist offenbar aus dem Horustempel von 
Edfu entlehnt, so daß wir hier einmal in den literarischen Ver- 
kehr zwischen den Priesterkollegien hineinsehen können. Unsere 



1) Wilhelm Sehen cke, Amon-Re. Kristiania, Cammermeyer , 1904. 
VII, 367 S. 40. 

2) C. E, Gernandt, Lehrbuch der altägyptischen Dogmatik. Stockholm 
(Leipzig, Hiersemann) 190C. 285 + 52 S. Mk. 20,—, 

3) Ztschr. äg. Spr. 43, CG. 4) Ebenda 41, 110. 43, bX. 
5) Ebenda 42, 81. 6) Ebenda 43, 55. 

7) Le Page Kenouf, The Egyptian Book of the Dead. London, Soc. of 
Bibl. Arch., 1904. 

8) E. A, Wallis Budge, The Egyptian Heaven and Hell. London, 
Kegan Paul Trench Trübner & Co., 1906. 3 vol. ill. 

9) Bull. Inst, franc;. 3, 129—63, 

10) Magie und Zauberei im alten Ägypten. Leipzig, Hinrichs, 1905. Mk. 0,60. 

11) Proc. SBA. 28,33. 12) Ztschr. äg. Spr. 41, 117. 

13) Rec. de trav. 28, 73 ft'. Vgl. Maspero ebenda 29, 106. 

14) Ztschr. äg. Spr. 43, I tV. ^ 15) Ebenda 43, lOllV., 127 fl". 



198 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

bisheri<,'en Kenntnisse von der ägyptischen Literatur hat Erman^) 
in einem kurzen Abriß zusammengefaßt. Von M a s id e r o ' s Uber- 
setzuugssamnilung -j ist eine neue berichtigte und erweiterte Aus- 
gabe erschienen: Wiedemann^ übertrug die Sagen und Märchen 
5 für weitere Kreise ; ein Teil der didaktischen Literatur ist ins Eng- 
lische übersetzt*). Maspero gab die Reiseerzählung des Sinuhe 
mit Übersetzung heraus^); Teile aus diesem und anderen litera- 
rischen Texten übersetzte auch Breasted**) in seiner Sammlung 
der historischen Urkunden. Wiedemann stellte Zeusrnisse über 

10 die Anwenduncr von Pantomime und Drama im Kultus und Volks- 
leben zusammen "). Spiegelberg^) vei'folgte die ägyptischen und 
asiatischen Spuren der Herodotischen Erzählung, die sich an die 
Statue eines Königs mit der Maus anknüpfte. In einer griechischen 
Erzählung von Nektanebos erkannte W i 1 c k e n ^) volkstümliche 

lä äg3qitische Elemente. 

Archäologie und Kunstgeschichte. Leider ist ein uns so 
nötiges Handbuch der Archäologie immer noch nicht bearbeitet. 
Eine Fülle wertvoller Beobachtungen und Bemerkungen hat von 
Bissing im Text zu den „Denkmälern ägyptischer Skulptur '' i*^) 

20 niedergelegt, aber sie sind schwer auffindbar und wenden sich zum 
großen Teil an den künstlerisch Empfindenden. Die für weitere 
Kreise bestimmte Darstellung von Petrie^^) spricht nur von der 
Technik des Ausofrabens. Für die Architektur verdanken wir 
Borchardt^-) gründliche Belehrung über die Methoden der Bau- 

25 ausführung, welche die alten Baumeister und Ingenieure anwandten ; 
er löste auch die Frage nach der Aufrichtung der monolithen Obe- 
lisken^-'). Die komplizierte Baugeschichte des gi'oßen Tempels in 
Karnak hat ebenfalls B or ch ar d t ^•^) klargelegt; an der Hand seiner 
Grundrisse sieht man mit Bedauern, wie jeder mächtige König den 

30 Plan seines Vorgängers durchkreuzte. Auf die Darstellung ge- 
fangener Barbaren unter den Füssen des Pharao, die Borchardt^*) 



1) Kultur der Gegenwart I, 7, 28 — 39. 

2) Los contes populaires de l'Egvpto anc. 3. ed. Paris, Guilmoto, 1905. 
LXXII, 276 S. 8«. fr. 7,5(1. 

3) Altägyptische Sagen und Märcben. Leipzig 1906. 153 S. 8^. 

4) G. Gunn, The Instruction of Ptahhotep and the Instruction of Kegemni. 

5) G. Maspero, Les memoires de Sinouhit. Kairo 1906. 
C) Oben S. 193 Nr. 9. 

1) Melanges Nicole (Geneve, Kündig & Fils, 1905. 671 S. 20 Taf. /?•. 25), 
p. 561 — 577: Wiedemann, Die Anfänge dramatischer Poesie im alten Ägypten. 

8) Ztschr. äg. Spr. 43, 91. 

9) Melanges Nicole, p. 579 — 596: Wilcken, Der Traum des Königs 
Nektanebos. 10) Oben S. 190 Nr. 2. 

11) Methods and Aims in Archaeology. London, Macmillan & Co., 1904. 
208 S. 66 Abb. 

12j Oben S. 187 Nr. 6. 

13) L u d w. IJ o r c h a r d t , Zur Baugeschichte des Amontempels von Karnak. 
Leipzig, Hinrichs, 1905. 47 S. 21 Abb. 1 färb. Blatt. 4". Mk. 15,—. 

14; Ztsclir. äg. Spr. 40, 142. 



Boeder, Ägyptologie. 199 

als Fassadenschrauck beobachtet hatte , wiesen v. B i s s i n g ^) und 
Jequier-) hin bei Statuen und Türschwellen. Für die bildende 
Kunst behandelt Walter A. Müller^) das Schamgefühl, das sich 
im Grad der Entblößung äußert, und erklärt Entblößung bei Höher- 
stehenden als Zeichen der Demütigung. J o 1 1 e s ^) behandelte die 5 
antithetische Gruppe als Dekorationsmotiv in der älteren ägyptischen 
Kunst. Die von Borchardt^) vertretene Auffassung, daß die 
Chefrenstatuen späte Nachbildungen seien, ist durch Schäfer*^) 
erschüttert. Schäfer") zeigte ferner, daß die Sitte, Götterbilder 
auf Stangen als Feldzeichen zu tragen, in Ägypten einheimisch ist; lo 
von dort haben die Assyrer sie übernommen und auf Umwegen 
auch wir erhalten. Bei dem Nachweis der Fälschung für die von 
Dr. Carl Peters aus Südafrika mitgebrachte Totenstatuette , den 
Schäfer^) liefert, lernen wir wertvolle Beobachtungen an echten 
und falschen Altertümern kennen. Mit feinem Verständnis würdigte i5 
M a d s e n ^) die idealistische und die realistische Wiedergabe der 
menschlichen Gestalt in alten Reliefs. Cledat**') fand in Gräbern 
bei Cusae Reliefs in realistischem Stil mit einer Kühnheit der 
Zeichnung, wie sie noch nicht bekannt geworden war. Legge ^') 
machte eine Sammlung der halbmondförmigen Platten aus Elfen- 20 
bein , die man im mittleren Reich als Amulette oder für Zauberei 
benützte; derselbe ^'^) vervollständigte seinen Katalog der alten 
Schieferpaletten, v. B i s s i n g ' 3) veröffentlichte eine Serapisstatuette, 
in der er das Bildhauermodell zu einer berühmten Kolossalstatue 
sieht. E r m a n ' ^) macht uns wieder mit der Persönlichkeit eines 25 
Künstlers bekannt, diesmal aus dem neuen Reich ; leider haben sich 
bisher so wenig Meister aussondern lassen, daß an eine Gruppierung 
von solchen noch nicht zu denken ist. Auch eine Reihe von Ge- 
brauchsgegenständen ist genauer bekannt geworden. Schaf er >^) 
bestimmte Pflüge, Joche, Hacken und andere Werkzeuge des Land- 30 
mannes. Oskar Nuoffer^") untersuchte den Bau der erhaltenen 



1) Ebenda 42, 83. 2) Ebenda 43, 9G. 

3) Nacktheit und Entblößung in der altorientalischen und älteren griech. 
Kunst. (Diss.) Leipzig 190G. 175 S. 8". 

4) Jahrb. kais. deutsch, archäolog. Inst. 19, 27 ff. 

5) Ztschr. äg. Spr. 3G, 1 ff. 
G) Ebenda 41, 62. 87. 

7) Klio (Beitr. z. alten Gesch.) 6, 393 ff. 

8) Ztschr. f. Ethnol. 190G, 89Gff. 

9) Ztschr. äg Spr. 42, G5. 

10) Bull. Inst. fran(,\ d'archeol. Orient. 2, 41. 

11) Prococd. SBA. 27, 130. 297. 28, 159. 

12) Ebenda 2G, 262. 

13) Athen. Mitteil. 1906, 55. 

14) Ztschr. äg. Spr. 42, 128. 

15) Annual. IJrit. School at Athens 10, 127. 

IC) Der Rennwagen im Altertum. (Diss.) Leipzig 1904. 86 S. 7 Tal". S*». 



200 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

oder abgebildeten Wagen. Schäfer und Baumeister Kren cker') 
behandelten eine komplizierte Art des Türriegels und -schlüsseis, 
deren altägyptische Spuren S. erst dadurch deuten konnte, daß K, 
diesen Verschluß an modernen Häusern in Abessynien beobachtet 

5 hatte. 

Kidturgeschichte. Der von B o r c h a r d 1 2) herausgegebene 
Erlaß des Königs Phiops läßt uns einen Blick in die innere Landes- 
verwaltung tun, wie er uns besonders für diese alte Zeit öfter be- 
schert werden möge. Für spätere Zeit lernen wir manches aus 

10 den auf den griechischen Papyrusurkunden beruhenden Darstellungen 
von Walter Otto^) und Henri Maspero*). Die antike Messung 
des Nilwasserstandes ist zum ersten Mal gründlich von Borchardt^j 
untersucht; er hat fast alle bekannten Nilmesser neu aufgenommen 
und kommt unter Berücksichtigung der modernen Verhältnisse zu 

15 dem Ergebnis, daß die Nullpunkte derselben in einer Gefällelinie 
liegen, die nicht auf Beobachtung beruht, sondern theoretisch be- 
rechnet sein muß; die Alten hätten also schon auf gi-oße Strecken 
hin zu nivellieren vermocht. Gardiner*') ist es durch die gründ- 
liche Analyse einer Grabinschrift aus der 18. Dynastie gelungen, 

20 einen durch fünf Prozesse sich hinziehenden Streit um Ackerland klar- 
zulegen. G a r d i n e r ^) behandelte ferner vier Kaufverträge aus der 
18. Dynastie, die auch wegen der Zahlung in , Ringen" interessant 
sind. E r m a n ^) erkannte einige Erlebnisse von Leuten des niederen 
Volkes in vulgären Texten. Borchardt^) belegte den Titel 

25 , Gottesvater" für den Vater und Schwiegervater des Königs: Emil 
Levy^") untersuchte die Personennamen des neuen Reiches, die mit 
Götternamen zusammengesetzt sind. Die schwierigen Probleme des 
ägyptischen Kalenders hat Gardin ei^^) um ein neues Rätsel ver- 
mehrt : ein Beamtentagebuch des neuen Reichs nennt den letzten 

so Monat des Jahres, den Mesore, als den ersten. Über die Beziehungen 
zwischen dem makedonischen und dem ägyptischen Kalender schrieb 
Smyly^-). Der Mathematiker Simon^-^) faßte unser Wissen von 
den mathematischen Kenntnissen der Ägypter zusammen. 



1) Ztschr. äg. Spr. 43, CO. 2) Ebenda 4-_', 1. 

3) Priester und Tempel im hellenistischen Ägypten. I. Leipzig, Teubner, 
1905. 418 S. 8«. 

4) Les finances de l'Egypte sous las Lagides. Paris 1905. 252 S. 8**. 

5) Antike Nilmesser und Wasserstandsmarken, im Anhang zu Abli. d. Ak. 
d. Wiss. Berlin, 190G. 55 S. 2G Abb. 5 Taf. 

6) AlanH. Gardiner, The luscription of Mes. Leipzig, Hinrichs, 1905. 
54 S. Mk. 9,60. 

7) Ztschr. äg. Spr. 43, 27. 

8) Ebenda 42, 100. 

9) Ber. Ges. d. Wiss. Leipzig 57, 254. 

10) Über die theophoren Personennamen der alten Ägypter zur Zeit des 
neuen Kelches. (Diss.) Berlin 1905. 59 S. 

11) Ztschr. äg. Spr. 43, 13C. 

12) llermathena 13, 3'.t3. 

13) Verli. III. Internat. Maih.-Kongr. Heidelberg 1904, 526. 



Boeder, Ägyptologie. 201 

Topographie. Von der umfassenden Landesaufnahme dui'ch 
die ägyptische Regierung unter Major L y o n s i) sind eine Reihe 
von Blättern erschienen, die uns ausgezeichnete, bis ins Detail sorg- 
fältige Karten geben. Beadnell-) gab eine ausführliche Mono- 
graphie über das Fajjum , die auch für die schwierige Frage der 5 
Urbarmachung dieser interessanten Pi'ovinz wichtig ist. Schwein- 
furth fand einen Tempel auf dem Rand der libyschen Wüste 
über Theben^) und nahm die Gegend von Shagab und Elkab neu 
auf*). Stein dorff gab vorläufige Mitteilungen über seine Reise 
nach den Oasen der libyschen Wüste S). lo 

Naturgeschichte und Prähistorilc. Man hat geschwankt , ob 
die an einigen Stellen in großen Mengen gefundenen Feuerstein- 
stücke natürlich entstanden oder von Menschenhand bearbeitet sind ; 
Schweinfurth'*) im Einverständnis mit v. Luschan') ent- 
schieden sich bei den thebanischen Funden ^) dafür , daß die auf 15 
natürlichem Wege entstandenen Kieselstücke nachträglich mehr oder 
weniger behauen sind-^). Die flint implements des Fajjum und in 
Theben untersuchte Seton-Karr 1^). Der Maler Eugen Bracht^^) 
nahm an, daß die Feuersteinwerkzeuge, die er 1881 im Wadi 
Maghara (Sinai) bei den Türkisminen gefunden hat, in historischer 20 
Zeit zum Abbau des Gesteins gedient haben, während Petrie sie 
für prähistorisch hält. Auch Blanckenhorn^-) nimmt für die in 
Syrien gefundenen Feuersteinwerkzeuge den Gebrauch bis in die 
historische Zeit hinein an. Ähnlich bearbeitete Feuersteine fanden 
sich auch bei Marseille 1^). In einer umfassenden , mit vielen Ab- 25 
bildungen ausgestatteten Publikation faßt Chantre^*) zusammen, 
was er als Anthropologe auf Grund anatomischer üntei-suchungen 
an Mumien , Statuen und Reliefs zu sagen hat zu der Geschichte 
des ägyptischen Volkes von der prähistorischen Zeit bis ins Mittel- 
alter. Der zweite Teil führt die jetzt in Ägypten , Nubien und 30 



1) Hsg. V. Survey Department, Cairo. 

2) H. I. L. Beadnell, The Topography and Geology of the Fayum 
Province of Egypt. Kairo, Nat. Print. Departm. 101 S. 4". 24 Taf. 

3) Ztschr. äg. Spr. 41, 22. 

4) Ztschr. Ges. f. Erdk. 1904, 574. 

5) Durch die libysche Wüste zur Amonsoase. Bielefeld, Velhagen & Klasing, 
1904. 163 S. Mk. 4,— , ferner in Petermanns iMitteil. 50, 179 ff. 1 Karte. 

6) Ztschr. f. Ethnol. 36, 766 (= französ. übers, in Ann. du serv. 6, 9) 
u. 37, 622. 

7) Ebenda 36, 317. 

8) Vgl. Hall, Man 1905, 33. 72. 

9) Ähnliche Auffassung von Beule, rAnthropologie 16,257 u. Bull. Soc. 
anthrop. Lyon 23, 152; vgl. Anthrop. Journal 35, 337. 

10) Ann. du serv. 5, 145. C, 178. 185; Man 1905, 87; Kep. U. S. National 
Mus. for 1904, p. 747. 

11) Ztschr. für Ethnol. 37, 173. 

12) Ebenda. 

13) Compt. rend. 1905, 423; Voss. Ztg. 1905 Nr. 415. 

14) Oben S. 194 Nr. 5. 



202 Wissenschaftlicher Jahresbericht. 

dem Sudan lebenden Volksstämme der Reihe nach in ihrer all- 
gemeinen Kultur und der physischen Beschaffenheit vor. Eine 
Reihe von Photographien nackter Eingeborener veröffentlichte 
Fritschi). Thomson und Mac Iver^) haben etwa 1500 
5 Schädel gemessen, um der anatomischen Bestimmung der ägyptischen 
Rasse neues Material zuzuführen. Nach ethnologischen Gesichts- 
l^unkten gliederte Ankermann'^) die afrikanischen Kulturen; 
Schwein furth und Olshausen^) behandelten im Zusammen- 
hang mit seinem Standpunkt das Vorkommen des Eisens. Für 

10 frühere Zeit suchte auch H a 1 1 ^j das Eisen in Ägypten nachzuweisen. 
Mumifizierte Tiei'e wurden in zwei großen Katalogen mit vielen 
Tafeln veröffentlicht**). Schwein furth") bestimmte das im 
mittleren Reich einem Toten mitsregebene Getreide als die Weizen- 
art Emmer (Triticum dicoccum), vermischt mit dem Unkraut 

.16 Taumellolch (Lolium temulentum L.). *) 



1) Gustav Fritsch, Ägyptische Volkstypen der Jetztzeit. Wiesbaden, 
Kreidel, 1904. 76 S. 52 Taf. 13 Bl. Mk. 45,—. 

2) Arthur Thomson and D. Randall Mac Iver, The Ancient 
Races of the Thebaid. London, Frowde , 1905. 142 S. fol. 42 S. (Vgl. 
Thomson, Man 1905, G5 ; Pearson, ebenda 116.) 

3) Ztschr. f. Ethnol. 37, 54. 

4) Ebenda 84. 

5) Man 1905, 33. 72. Vgl. Diergart, Mitt. z. Gesch. d. Med. 3, 81. 453; 
S. Reinach, TAnthropologie 15, 116; Philologische Bemerkungen von Spiegel- 
berg, Rec. de trav, 26, 165. 

6) Oben S. 189 Nr. 5, g und Lortet und C. Gaillard, La faune 
momifiee de l'ancienne Egypte. Lyon, Georg. 1. — 2, serie 1903 — 05. 330 S. 
(Vgl. Lortet, Bull. Inst, egypt. IV. ser. No. 6,.p. 43 und Rev. d. deux 
mondes 27, 368.) 

7) Ann. du serv. 5, 187. 

8) [Der indische und der iranische Jahresbericht müssen leider wieder 
ausfallen. Den ersteren wollte Dr. K. Klemm wieder liefern und zwar für 
die beiden letzten Jahre; leider hat ihn sein beklagenswertes Ende daran 
gehindert. Der Redakteur.] 



203 



Zu Bd. 61, 873 f. 

Der Artikel über ^Die Mitte der Thora" ist, was sein Er- 
scheinen in dieser Zeitschrift und seine Fassung anlangt, von Herrn 
Professor Nestle in einer Weise aufgefaßt worden, die der Verfasser 
nicht voraussehen konnte. Wäre das der Fall gewesen , so hätte 
er eine etwas andere Form erhalten. Im besonderen erklärt der 
Verfasser, daß ihm die Absicht, Herrn Prof. Nestle zu kränken, 
ferngelegen hat. Die einleitenden Bemerkungen wollen wesentlich 
das relativ späte, durch größere Arbeiten aufgehaltene Erscheinen 
der Abwehr begründen. t> tt i 1 1 p 1 



Erklärung. 

Meine Herren Kollegen im geschäftsführenden Vorstande unserer 
Gesellschaft haben mir als ihre Ansicht ausgesprochen, daß ich mir 
als Redakteur der ZDMG. in meinem im letzten Hefte ver- 
öffentlichten Aufsatze : „Allerlei von J. Barth „verbesserte" arabische 
Dichterstellen" (S. 926 ff.) im Ausdruck größere Zurückhaltung 
hätte auferlegen sollen. Man muß, wie ich glaube, will man nicht 
ungerecht gegen mich sein , den Ton meines Aufsatzes mit dem 
Tone vergleichen, den Herr Professor Barth in seinen „Sprach- 
wissenschaftlichen Untersuchungen zum Semitischen", I. Teil, S. 30 ff. 
gegen mich anzuschlagen für gut befunden hat. Gleichwohl nehme 
ich , für den Fall , daß die Ansicht meiner Herren Kollegen von 
der Mehrzahl unserer Mitglieder geteilt werden sollte, keinen An- 
stand mein Bedauern über die zu große Schärfe meines Ausdrucks 
auszusprechen. A. Fischer. 



204 



Albert Socin-Stiflnng. 



Laut Beschlusses des unterzeichneten Kuratoriums der Albert 
Socin- Stiftung vom Juli 1906 ist die erste Ausschreibung des 
Stipendiums für den Anfang des Sommersemesters 1908 festgesetzt 
worden. 

Die auf den Zweck der Stiftung und die Verleihung des Stipen- 
diums sich beziehenden Paragraphen der Statuten lauten folgender- 
maßen : 

§ 1- 

Zum Andenken an die wissenschaftliche Tätigkeit Albert Socins 
soll eine Stiftung unter seinem Namen begründet werden. Ihr 
Zweck ist, insbesondere jüngeren Kräften in erster Linie sprach- 
liche, literarische und ethnologische, in zweiter geographische und 
archäologische Forschungen an Ort und Stelle in den arabisch 
sprechenden Ländern des Orients mit Bevorzugung von Syrien und 
Palästina zu ermöglichen. 

§ 4. 

Die Stipendien werden verliehen an Deutsche (Reichsdeutsche, 
Deutschösterreicher und Baltische Deutsche) und Schweizer, aus- 
nahmsweise auch an Angehörige anderer Nationalitäten. Voraus- 
setzung der Verleihung ist die Promotion in der philosophischen 
oder theologischen Fakultät einer mit einem etatsmäßigen Lehrstuhl 
für semitische Philologie versehenen deutschen oder schweizerischen 
Universität, und zwar für Philosophen in semitischer Philologie, für 
Theologen im Fache des Alten Testamentes. Die letzteren haben 
außerdem ein Zeugnis mindestens eines etatsmäßigen Universitäts- 
lehrers der semitischen Philologie über ausgebreitetere Studien in 
dieser Disziplin beizubringen. Von beiden Klassen von Bewerbern 
kann das Kuratorium besondere Nachweise ihrer Kenntnisse im 
Arabischen und Hebräischen verlangen. 

Von der Forderung der Promotion kann ausnahmsweise ab- 
gesehen werden , wenn der Bewerber durch eingehende Zeugnisse 
mindestens zweier etatsmäßiger deutscher oder schweizerischer Pro- 
fessoren der semitischen Philologie seine Befähigung zu erweisen 
imstande ist. 



Albert Socin- Stiftung. 205 

Das Bewerbungsgesuch ist mit einer eingehenden Darlegung 
der wissenschaftlichen Zwecke des Bewerbers zu begleiten. 

§ 5. 
Die Stipendiaten sind verpflichtet, spätestens drei Jahre nach 
Empfang des Stipendiums einen ausführlichen Bericht über ihre 
Studien im Orient an das Kuratorium zu erstatten . der »anz oder 
im Auszuge, womöglich in der „Zeitschrift der Deutschen Morgen- 
ländischen Gesellschaft" oder in der , Zeitschrift des Deutschen 
Palästina- Vereins", veröffentlicht werden soll. 

§ 6. 
Die Vergebung des Stipendiums findet in jedem vierten Jahre 
in der Höhe von 1600 Mark oder darüber statt. Die Ausschreibung 
hat jeweilen im Anfang des Sommersemesters, die Verleihung späte- 
stens bis zum 1. Dezember desselben Jahres zu erfolc^en. Sollte 
sich später das Vermögen der Stiftung erheblich vermehren, so kann 
das Kuratorium, statt eines in jedem vierten Jahre zu vergebenden 
Stipendiums, die zur Verfügung stehende Geldsumme auf zwei oder 
mehrere Stipendien verteilen unter der Voraussetzung, daß ein jedes 
davon mindestens 1600 Mark betrafen muß. 



o 



Das für die diesjährige Verleihung festgesetzte Stipendium 
beträgt 1800 Mark. 

Bewerbungsgesuche müssen spätestens bis zum 1. Oktober 
dieses Jahres eingereicht werden und sind an Herrn Professor Dr. 
Emil Kautzsch, Halle a. d. Saale, Wettinerstr. 32 zu richten. 

Das Kuratorium der Albert Socin-Stiftung : 

Dr. Rudolf Ernst Brünnow, Bonn. 

Dr. August Fischer, 

Professor an der Universität Leij^zig. 

Dr. Emil Kautzsch, 

Professor an der Universität Halle a. d. Saale. 



206 



Verzeichnis der im letzten Vierteljahr bei der 
Redaktion eingegangenen Druckschriften. 

(Mit Ausschluß der bereits in diesem Hefte angezeigten Werke. Die Redaktion 
behält sich die Besprechung der eingegangenen Schriften vor; Rücksendungen 
können nicht erfolgen. Anerbieten der Herren Kollegen, das eine oder andre 
wichtigere Werk eingehend besprechen zu wollen, werden mit Dank ange- 
nommen. Die mit * bezeichneten Werke sind bereits vergeben.) 

Anthropos. Bd. III, Heft 2. Wien, Mechitharisten-Buchdruckerei, 1908. 

Echos d'Orient. lie annee, no. 68: Janv. 1908, no. 69: Mars 1908. Paris. 

Rivista degli studi orientali. Anno I. — Vol. I. Fase, secondo. Roma: 
E. Loescher & C, Lipsia: O. Harrassowitz, 1907. l, 8. 



üieg, E. - Verzeichnis der Bibliotheca Indica und verwandter Indischer Serien 
nach Werken und Nummern. Sonderabdr. a. d. , Zentralblatt f. Bibliotheks- 
wesen" Jahrg. 24, 1907, Heft 11. Leipzig, O. Harrassowitz, 1908. 23 S. 
0,80 M, einseitig gedruckte Ausg. 1 il/. 



Mama Varma Kaja, K. - Comparative Studies. Madras, Higginbotham & Co., 
1908. 47 S. 8 d. 



Beihefte zur Zeitschrift für die alttesta nieutlic he Wissenschaf t. 
XIII. Beiträge zur Erklärung und Kritik des Buches Tobit von Johannes 
Müller. Alter und Herkunft des Achikar-Romans und sein Verhältnis zu 
Aesop von Jludolf Sme7id. Gießen, A. Töpelmann, 1908. 125 S. 4,40 il/. 

Inscriptions semitiques de la Syrie, de la Mesopotamie et de la 
region de Mossoul. Par H. Pognon. Paris, J. Gabalda et Cie, 1907. 
II, 228 S., XLIl Taf. fol. 

Legal and Commercial Transactious dated in the Assyrian, Neo-Baby- 
lonian and Persian Periods chiefly from Nippur. By Albert T. Clay. 
[The Babyloiiian E.xpedition of the University of Pennsylvania. Series A: 
Cuneiform Te.xts ed. by //. 1'. //iljirecht.] Philadelphia, publ. by the 
Department of Archaeology, University of Pennsylvania, 1908. 85 S., 
72, IX Taf. 4". 

Leu: 11 , J. - Interpretation dos IV. Abschnittes des paliist. Talmud-Traktats 
Nesikin. Heft IV. [In: Jahres-Ber. d. jüd.-theol. Seminars Fraenckel'scher 
Stiftung.] Breslau 1908. S. 101 — 131. 

Harol, j\l. - Menachem bon Simon aus Postjuieres und sein Komuientar zu 
Jeromia und Ezecliiol. [Sonderabdr. a. d. ,, Monatsschrift f. Geschichte u. 
Wissensch. d. Judentums", .01. Jahrg. I Berlin, Mayer u. Müller, 1907. 
58 S. 2 M. 



V^ei'zeichnzs der bei der Redaktion eingegangenen Druckschriften. 207 

Elbogen, J. - Studien zur Geschichte des jüdischen Gottesdienstes. [Schriften 
d. Lehranstalt f. d. Wissensch. d. Judenthums, Bd. I, Heft 1. 2.] Berlin, 
Mayer u. Müller, 1907. VIII, 192 S. 5 M. 

Sources syriaques. Vol. I. MSiha-zkha (texte et traduction). Bar-Pen- 
kaye (texte). Par A. Mingana. Se veud chez O. Harrassowitz, Leipzig. 
XI, 271. VIII, *204 S, 30 M. 

Scher, Addai — Kitäb al-Alfäz al-farisiia al-muSarraba. Beirut, Jesuitendruckerei, 
1908. 194 S. 

Sechster Band des Kitäb Bagdad von Ahmad ihn abi Tähir Taifur. Heraus- 
gegeben und übersetzt von H. Keller. IL Teil : Deutsche Übersetzung. 
Leipzig, Harrassowitz, 1908. XXVI, 126 S. 8 M. 

The Irshäd al-an'b ilä ma'rifat al-adib er Dictionary of Learned Men of Yüqüt. 
Edited by D. S. Margoliouth. Vol. I, containing part of the letter ]. 
["E. J. W. Gibb Memorial" Series, Vol. VI, 1.] Leyden : E. J. Brill, 
London: Luzac & Co., 1907. XVI, 431 S. 

The Pearl-Strings; a History of the Resüliyy Dynasty of Yemen by 'Aliyyu 
'bnu'l-Hasan 'el-Khazrejiyy; translation and text with annotations and index. 
By the late Sir J. W. Redhouse. Edited by E. G. Browne, R. A. 
Nicholson, and A. Rogers. Vol. II, containing the second half of the 
translation. ["E. J. W. Gibb Memorial" Series, Vol. III, 2.] Leyden: 
E. J. Brill, London: Luzac & Co., 1907, XXIV, 341 S. 

^Arabische Beduinenerzählungen. Von Enno Littmann. I.Arabischer 
Text. II. Übersetzung, mit sechzehn Abbildungen. [Schriften d. Wissensch. 
Gesellschaft in Straßburg, 2. 3.] Straßburg, Karl J. Trübner, 1908. VIII, 58. 
XI, 57 S. 8 u. 6 M. 

^Janssen, Le P. Antonin, des Freres Precheurs - Coutumes des Arabes au pays 
de Moab. [Etudes Bibliques.] Paris, J. Gabalda & Cie, 1908. X, 448 S. 

Proverbes abyssins traduits, expliques et aunotes pur Jacques Fai'tlovitch. 
[Dissertation.] Paris, P. Geuthner, 1907. 86 S. 



Beiträge zur Kenntnis des Derwisch-Ordens derBektaschis von 
Georg Jacob. Mit einem Anhang von Professor Snouck Hurgronje . . . 
und 2 Tafeln. [Türk. Bibliothek. Hrsg. v. Georg Jacob. 9. Bd.] Berlin, 
Mayer & Müller, 1908. X, 100 S, 3,60 M. 



Indian Thought, a Quarterly devoted to Sanskrit Literature , ed. by G. 
Thibaut and Ganganatha Jha. Vol. I, No. 4, Oct. 1907. Allahabad 
(O. Harrassowitz, Leipzig). Annual subscription 15 s. 

Smith, Vincent A. - The Early History of India from 600 H. C. to the 
Muhammadan Conquest including the Invasion of Alexander the Great. 
See. ed., revised and enlarged. Oxford, Clarendon Press, 1908. XII, 461 S. 
14 *■. net. 

Sörensen , S. - An Index to the Names in tho Mahabharata with short ex- 
planations and a concordance to the Bombay and Calcutta editlons and 
P. C. Koy's translation. Part I — IV. London, Williams & Norgate, 1904 — 
1908. XLI, 224 S. 4". 7 s. 6 d. net each. 

Sjieyer, J. S. - Studies about the KathäsaritsSgara. [Verband, d. Koii. Akad. 
v. Wetensch. te Amsterdam. Afd. Lotterk. Nieuwe leeks. Deel Vlll. 
No. 5.] Amsterdam, Juli. Müller, 1908. ISO S. 

Jahn, Wilhel/n - Das Saurapuräiiaui. Ein Kompendium spätindiseher Kultur- 
geschichte und des 'Sivaismus. Einleitung, Inhaltsangabe nebst Übersetzungen, 
Erklärungen und Indices. Straßburg, K. J. Trübner, 1908. XX VII, 2<I8 S. 
5,50 M. 



208 Verzeichnis der bei der Redaktion eingegangenen Druckschriften. 

Journal of the Gypsy Lore Society- New series. Vol. I. no. 3. Jan. 
1908. 



Hirth, Friedrich - The Ancient History of China to the end of the Chöu 
dynasty. New York, the Columbia Uuiversity Press, 1908. XX, 383 S. 
$ 2,50 net. 

Bork, Ferdinand - Beiträge zur Sprachwissenschaft. Teil II. Vorarbeiten zu 
einem Brahui-Wörterbuche. [Wissensch. Beil. z. Progr. d. städt. Stein- 
daramer Realschule z. Königsberg i. Pr.] 1908. 32 S. 

Bork, Ferdinand - Beiträge zur Kaukasischen Sprachwissenschaft. Teil I. 
Kaukasische Miscellen. [Wissensch. Beil. z. Progr, d. Städt. Steindammer 
Realschule z. Königsberg i. Pr] 1907. 31 S. 

B randstetter , Renward - Malaio-polynesische Forschungen. Zweite Reihe. 
IV. Mata-Hari oder Wanderungen eines indonesischen Sprachforschers durch 
die drei Reiche der Natur. Luzern, E. Haag, 1908. 55 S. 

Thalhetmer, A. - Beitrag zur Kenntnis der Pronomina personalia und possessiva 
der Sprachen Mikronesiens. Stuttgart, J. B. Metzler, 1908. 96 S. 2,20 M. 

Abgeschlossen am 27. V. 1908. 



209 



Das Buch Josua 
in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

Entdeckt und zum ersten Male herausgegeben von 

M. Graster. 

Einleitung. 

I. Geschichte des samaritanischen Buches Josua. 

§ 1. Der hebräische Text des Buches Josua in samaritanischer 
Kezension ist keine Lesjende mehr. Die Existenz desselben kann 
nicht länger angezweifelt werden. Der Text ist von mir entdeckt 5 
worden und erscheint im folgenden. Von der Zeit an, wo Scaliger 
am Ende des 16. Jahrhunderts zum ersten Male mit den Samari- 
tanern in Verbindung getreten war und von ihnen einige Hand- 
schriften erhalten hatte, taucht die Nachricht von einem samarita- 
nischen Buche Josua auf. Unter den Handschriften, die er seiner- 10 
zeit erhalten hatte, war aller Wahrscheinlichkeit nach auch die 
arabische Bearbeitung des Buches Josua, welche Juynboll 1848 
herausofeweben hat. Scalic^er suchte nun den hebräischen Text auf- 
zutreiben. In ihrer Antwort vom Jahre 1598 verweigei-n die 
Samaritaner rundweg den Verkauf des Buches Josua an Nicht- 15 
samaritaner. Seit jener Zeit hat das Suchen nach dem hebräischen 
Texte des Buches Josua bei den Samaritanern aufgehört, ja man 
ging soweit, die Existenz dieses Textes zu leugnen. Man deutete 
an den Briefen der Samaritaner herum und erklärte ihre Hinweise 
auf das Buch Josua so, daß sie damit nur die arabische Bearbeitung -jo 
des Buches meinten. Diese Ansicht wurde noch mehr verstärkt 
seit dem Erscheinen des arabischen Liber Josuae mit der scharf- 
sinniofen und eintjehenden Untersuchuncr von Juvnboll, der auch 
p. 1 ff", und p. 70 ff', die Geschichte dieses Buches eingehend erörtert. 
Es wäre überflüssig, an dieser Stelle auf die Kontroverse über die 25 
Existenz oder Nichtexistenz einer samaritanischen Rezension des 
Buches Josua einzugehen. Es hätte nur noch ein psychologisches 
Interesse; denn das Endresultat der Kontroverse war, daß sich die 
Überzeugung festwurzelte, daß es entweder nie einen solchen Text 
gegeben habe , oder wenn es je einen solchen gegeben hätte . er so 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXIl. 14 



210 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

schon seit mindestens 1000 Jahren verloren gegangen sei. Jeden- 
falls hätte es überhaupt keinen hebräischen gegeben , sondern nur 
einen samaritanischen , trotz der entgegengesetzten Behauptung des 
Verfassers des arabischen Liber Josuae (und vielleicht auch des 
5 Abu'1-Fath), der ausdrücklich erklärterer hätte einen hebräischen 
Text des Buches bearbeitet („ex Sermone hebraeo" lib. Jos. I. 
Juynboll p. 130). 

§ 2. Alle Forscher (Vilmar, Ivautzsch, Cowley und als letzter 
Montgomery, ,The Samaritans" Philadelphia 1907 p. 301 ff.) sind 

10 darin einiff daß es keinen hebräischen Text sähe , und ich muß 
eingestehen, daß ich auch von demselben Wahne befangen war, bis 
ein glücklicher Zufall mir den Text in die Hände spielte. Seit 
mehreren Jahren in Verbindung mit den Samaritanern , die mich 
in England zweimal besucht haben und die ich im April v. J. in 

15 Schechem aufgesucht habe , bin ich allmählich in den Besitz von 
mehr als 80 samaritanischen Handschriften gelangt. Manche dar- 
unter sind sehr alt , während viele moderne Abschriften sind , die 
auf meinen Wunsch ansrefertio^t wurden. Es gelang mir. den 
Samaritanern, die sich in einer elenden Lage befinden, einige kleine 

20 Dienste zu erweisen. Der Hohepriester , Jacob ben Aron , schrieb 
daher für mich eine Thorarolle nach dem Muster der Alten in der 
„Kinscha" und eine Chronik, die er mir bei meinem Aufenthalte 
übergab. Da die Samaritaner wissen , daß ich mich speziell für 
ihre Ausspi'ache des Hebräischen interessiere , so versehen die Ge- 

25 schickteren unter ihnen , die für mich Abschriften verfertigen , hin 
und wieder dieselben mit den bei ihnen üblichen, aber selten ver- 
wendeten Vokal- und diakritischen Zeichen. Das hat auch der 
Hohepriester in der Chronik getan. Unter anderen Handschriften 
kaufte ich auch eine Abschrift vom Buche Josua, aber ich legte 

30 kein besonderes Gewicht darauf, da ich glaubte, es sei eine Rück- 
übersetzung des arabischen Textes oder es sei der arabische Text 
in samaritanischen Buchstaben, — besonders da ich dort weder eine 
Pergament- noch sonst sehr alte Handschriften dieses Buches sah. 
Erst nachdem ich die Handschriften zu katalogisieren anfing , und 

35 jede derselben genau durchlas, erkannte ich, daß es ein hebräischer 
Text war und nicht ein arabischer mit samaritanischen Buchstaben, 
und durch die Vergleichung mit dem arabischen stellte es sich 
heraus , daß es nicht nur ein von diesem unabhängiger Text sei, 
sondern daß ich tatsächlich den hebräischen Text in den Händen 

40 hielt, den der Anonymus paraphrasiert hatte und der bisher als 
nicht existierend bezeichnet wurde. Die Freude über diesen un- 
erwarteten und hochbedeutsamen Fund wurde bedeutend vergrößert, 
als ich fand, daß die Chronik des Hohenpriesters ebenfalls dasselbe 
Buch Josua enthielt, wörtlich genau dem anderen Texte ent- 

45 sprechend. Die Samaritaner fingen ihre nachbiblische Geschichte 
an mit dem Einzüge der Israeliten in das Land Kenaan, kopierten 
das ganze Buch Josua in der Form, in der es sich bei ihnen er- 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 211 

halten hat und setzten dann ihre C4eschichte bis auf den Tao- des 
Kompilators fort. So hat der Verfasser des Lib. Jos. ed. Juynboll 
gehandelt , so Abu'1-Fath und so der gegenwärtige Hohepriester 
Jakob. Zu unterscheiden von diesen Chroniken ist die chrono- 
logisch - genealogische Liste , von den Saniaritanern El Schelschelat 5 
(ribu:b\r) = Kette (irrtümlich von Neubauer ,E1 Tolidoth") genannt. 
Die Chronik selbst heißt bei ihnen Sepher Hajamim oder Tolidoth. 

IL Gestalt der Handschriften. 

§ 3. Der erste Text, Text A, cod. Gaster Nr. 864, 4 » besteht 
aus 42 Seiten, 23 X 18 cm, die Schrift 14 X 10 cm, je 28 Zeilen lo 
pro Seite und alle von gleichmäßiger Länge (die nach samaritanischer 
Schreibart auch künstlich hergestellt wird, wo wenige Worte auf 
die Zeile zu stehen kommen) , sehr sorgfältig mit breiten Rändern 
geschrieben, in samaritanischer Kursivschrift, von den Samaritanern 
„halbe Buchstaben" {„esi Otiot^ m-^niN *2:nj genannt; der Text in i5 
Abteilungen geteilt, auf die ich später zurückkomme und die den 
biblischen ^essin"- "p^p entsprechen. Die Worte sind durch Punkte 
voneinander getrennt und häufig so arrangiert, daß dieselben Worte, 
wenn sie in den folgenden Zeilen sich wiederholen, oder auch nur 
dieselben Buchstaben , wo ■ es nur möglich ist , stets untereinander 20 
geschrieben werden ; ein Beweis, daß der Abschreiber sein Original 
mit peinlicher Genauigkeit abschreibt. Diakritische Punkte und 
Zeichen sind äusserst selten und die Interpunktion ist ganz archaisch. 
Der Schluß des Verses wird selten durch den Doppelpunkt (:), 
den ich im Druck besonders hervorgehoben habe, bezeichnet. Am 25 
Schlüsse jedes Abschnittes stehen (- • : ). Der Abschreiber nennt 
sich im Epilog Abischa, Sohn des Pinehas, Sohn des Jizhak, des 
Priesters, des Leviten, Küsters der Synagoge in Schechem, und die 
Handschrift hat er abgeschrieben im Jahre 1323 Hed. (1905). 

Eine Seite, p. 37, ist von einem andern und zwar von Sadakah :jo 
AI Musnyi, mit Uncialbuchstaben geschrieben und dieser hat einige- 
mal das letzte Wort der Zeile abgekürzt. Trotz der großen Sorg- 
falt, mit der die Handschrift geschrieben ist, ist sie doch nicht 
frei von Fehlern. Li den meisten Fällen sind es Auslassungen 
durch Homoioteleuton. Der Schreiber überspringt eine ganze Zeile, :!5 
und wie sich nachher durch Vergleich mit der zweiten Handschrift 
ergibt, schließen beide Zeilen mit demselben Worte, ein ent- 
scheidender Beweis, daß er Zeile für Zeile die alte Handschrift 
abschreibt. Sonst würde es nicht immer je eine ganze Zeile sein, 
die er ausläßt. Und wo es in der Mitte geschieht, fehlt auch je 40 
eine ganze Zeile, denn wie oben bemerkt versucht der Schreiber 
dieselben Worte untereinander zu stellen, und das Auge gleitet 
leicht von der oberen z\ir unteren Zeile ab. 

§ 4. Der zweite Text, Text B, cod. Gaster Nr. 863. S». be- 
steht aus 151 Seiten, 20 X 12 cm, die Schrift 12X7 cm, 20 Zeilen 4ü 



212 Gaster, Das Buch Josua in liebräisch-samaritanischer Rezension. 

pro Seite . äusserst zierlich gescbrieben , wie überhaupt die Schrift 
dieses Hohenpriesters kalligraphisch ausserordentlich schön ist. Der 
Text ist auch in Abteilungen geteilt, genau wie Text A, die Worte 
durch Punkte getrennt. Der Schreiber versucht hier nicht, ähn- 

5 liehe Worte wie in Text A untereinander zu setzen, dagegen ist die 
Interpunktion viel ausführlicher und die diakritischen Zeichen sind 
viel zahlreicher als im Text A. Doppelpunkt bezeichnet hier häufig 
den Schluß des Verses im Unterschied von Text A. 

§ 5. Trotz des kalligraphischen Aussehens und der äusseren 

10 Sorgfalt leidet auch dieser Text an vielen Auslassungen, meist aus 
demselben Grunde wie in Text A. Glücklicherweise ergänzen sich 
die beiden Texte , indem die Auslassungen nicht dieselben sind, 
ein Beweis, daß die jeweiligen Auslassungen nur den Kopisten zuzu- 
schreiben sind, das Original also vollständig ist. In textlicher Be- 

15 Ziehung unterscheidet sich Text B von Text A dadurch , daß er 
alte grammatische Formen und hebräische Worte, besonders in Ge- 
beten und in sonstigen Interpolationen, durch samaritanische Worte 
und spätere Formen ersetzt. Über einen dritten Text C (C ') (cod. 
Gaster 874), der mit A und B genau übereinstimmt, vom Hohenpriester 

20 abgeschrieben und durchkorrigiert und mir inzwischen geschickt 
woi'den ist , sowie seine weiteren Nachrichten in Bezug auf den 
hebräischen Text des Buches Josua bei den Samaritanern, siehe Nachtrag. 

III. Inhalt des Buches. 

§ 6. cap. I. Moses stirbt im Jahre 2794 der Schöpfung am 
25 1. des 12. Monats (1); Josua zum Heerführer ernannt (2 — 8); 
Musterung des Volkes (8 — 14); die zweiundeinhalb Stämme ziehen 
mit (14—21). 

§ 7. cap. II. Kundschafter nach Jericho geschickt (1 — 3); 
Rahab (3—22); Rückkehr der Kundschafter (22—24). 
30 § 8. cap. III. Bundeslade zieht voran (1 — 7); Gesang der 

Priester (7 — 25); die Wolke steigt auf (25 — 30); Überschreitung 
des Jordans (30 — 35). 

§ 9. cap. IV. Herausnehmen der Steine aus dem Jordan 
(1 — 6); das Aufstellen von 12 Steinen im Jordan (6 — 8); Hinauf- 
35 zug vom Jordan am 10. des 1. Monats (9). 

§ 10. cap. V. Gesang des Josua und der Kinder Israels 
(1—20): Aufstellung der 12 Steine in Gilgal (20—25). 

§ 11. cap. VI. Das Heraufsteigen der Wolke war im 1. Monat, 
des Jahres der Schemita und des Jobeis der Kinder Israel (2794) 
40 (1 — 3); Aufhören des Manna (4 — 5); der Abgesandte Gottes er- 
scheint dem Josua (6 — 10). 

§ 12. cap. VII. Botschaft des Herrn; Befehl des Herrn an 
Josua über die Einnahme Jerichos (1 — 6); Josua gibt den Befehl 
Gottes den Priestern und dem Volke kund (t3 — 11); Umzug um 
45 .lericho (11 — 20); Einnahme der Stadt (20 — 23); A'erbrennung der- 
selben ; Errettung der Rahab (23 — 25); Fluch Josuas (26). 



Gaster, Das Buch Josua in hebrälsch-samantanischer Rezension. 213 

g 13. cap. Till. Josua schickt 3000 Mann gegen Ai, die 
geschlagen ins Lager zurückkehren (1 — 5); Klage Josuas (5 — 10); 
der Herr ex'scheint ihm und gibt ihm den Grund für die Ver- 
sündigung Israels an (10 — 13); Josua versammelt das Volk (13); 
der von Gott zum Feuertode Verdammte wird mit Hilfe der Ver- 5 
dunkelung der Steine des Hohenpriesters in der Person des Ailan 
erkannt (14 — 22): das gestohlene Götzenbild, im Zelte des Ailan 
verborgen, wird gefunden (22 — 24); Vollstreckung des Urteils an 
Ailan (25) ; der Ewige läßt ab von seinem Zorn (26). 

§ 14. cap. IX. Der Herr erscheint Josua (1 — 3); Josua gibt lo 
dem Volke den Befehl Gottes zur Einnahme von Ai (3 — 8); Ai 
wird durch List genommen (8 — 11): Einnahme von Luzah (12 — 13); 
Lagerung in Elon More (13); Errichtung des Altars auf Gerisim 
(13 — 17); Eleasar schreibt das Gesetz auf die Steine (17 — 20); 
Segen und Fluch auf Gerisim und Ebal (20 — 31); Begrabung der i5 
Gebeine Josephs in Elon More (31, 32). 

§ 15. cap. X. List der Gibeoniten (1 — 15); Josua schließt 
mit ihnen einen Bund (15 — 17); die Kinder Israels kommen in 
das Gebiet von Gibeon, erkennen die List und murren gegen Josua 
(17- — 26); Josua verschont die Gibeoniten, indem er sie zu Holz- io 
hauern und Wasserschöpfern macht (26, 27). 

§ 16. cap. XL Die 5 Amoriterkönige bedrohen Gibeon (1 — 6); 
Josua kommt den Bedrängten zu Hilfe und schlägt die 5 Köniofe 
in die Flucht (6 — 16); die 5 Könige werden in einer Höhle bei 
Makkedah gefunden und getötet (16 — 27); Eroberung der Städte 25 
Makkedah, Libnah, Lachisch, Gezer, Eglon, Hebron, Debir und der 
umliegenden Gebiete (2S — 42); Ende des Krieges im I.Monat des 
2. Jahres; Entsündigiing in Gilgal und Rückkehr nach Bet El; Dar- 
bringung des Passaopfers (12 — 46). 

§ 17. cap. XII. Josua zieht gegen die Könige von Hazor so 
und Madon und Achschaf und der umliegenden Gebiete , die mit 
den Kenaanitern , Amoritern . Hithitern , Perisitern und Jebusitern 
im Bunde waren, und schlägt sie in die Flucht (1 — 16); Einnahme 
des ganzen Landes Gosen ; alle Städte mit Ausnahme von Gibeon 
dui'ch Krieg genommen (16 — 21); Vernichtung der Enakiter (22, 23). 35 

§ 18. cap. XIII. Erbauung der Wohnstätte für den Ewigen 
auf dem Berge Gerisim; Josua richtet das Volk (1 — 11); Josua 
versammelt das Volk und verteilt das Land Kenaan durch Los an 
die Stämme; die Reubeniten, Gaditen und der halbe Stamm Manasse 
erhalten das Land östlich vom Jordan angewiesen (12 — 37). 40 

§ 19. cap. XIV. Verteilung des Landes Kanaan an die 
9 ^j2 Stämme durch das Los ; der Stamm Levi erhält keinen Erb- 
besitz, dagegen die Stämme der Söhne Josephs: Ephraim und der 
halbe Stamm Manasse (1 — 6); das Los für den Stamm Juda (6 — 11); 
Los für den Stamm Simeon (12 — 15); Los für die Stämme Benja- i.i- 
min und Dan (15 — 20); Los für den Stamm Ephraim (20—25); 
Los für den halben Stamm Manasse (25 — 29); Los für den Stamm 



214 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritaniscJier Rezension. 

Issachar (29 — 31); Los für den Stamm Sebulon (31 — 36); Los für 
den Stamm Ascher (36—40); Los für den Stamm Naplitali (40 — 43); 
Zuflucbtsstädte (43—46). 

§ 20. cap. XV. Josua entläßt die Reubeniten, Gaditen und den 

5 halben Stamm Manasse in ihre Gebiete jenseits des Jordans (1 — 5); 

Josua und Eleasar segnen diese Stämme (6); Nobah , zum König 

dieser Stämme ernannt (7), schlägt seinen Wohnsitz in Kenat auf (8). 

§ 21. cap. XVI. König Schobach ruft die Könige von „Armenia'', 

Sidon, Damesek zusammen in Kimon (1 — 5); sie schicken einen 

10 Brief an Josua (5 — 6) ; Inhalt desselben ; Ankündigung des Krieges 
(6-11). 

§ 22. cap. XVII. Josua empfängt den Brief von dem Boten 
am 6. Tage (welcher ein Freitag war) der 7. Woche von den 
7 Wochen und erfährt den Inhalt ; der Bote ins Gefängnis genommen 

15 (1 — 8); das Fest der Wochen wird gefeiert (S); am 2. Tage der 
Woche nach dem Fest versammelt Josua die Ältesten des Volkes 
und macht sie mit dem Inhalt des Schreibens bekannt (8 — 11); 
die Ältesten sind für den Kampf; Josua schi-eibt ein Antwort- 
schreiben an Schobach und liest dasselbe den Ältesten vor (11 — 15). 

20 § 23. cap. XVIII. Inhalt des Antwortschreibens : I. Teil : 

Josua l^eruft sich auf den Xamen des Ewigen und ofibt eine kurze 
Geschichte des Volkes Israel (das ganze Kajjitel). 

§ 24. cap. XIX. IL Teil des Schreibens: Josua gibt Scho- 
bach kund, daß er seinen Angriff auf den Berg Gerisim innerhalb 

25 von 30 Tagen nicht abwarten, sondern ihn innei"halb von 3 Tagen 
in seinem eigenen Lager bekriegen wird (1 — 4); er und die Kinder 
Israels seien des Sieges zuversichtlich, da sie auf den Ewigen, den 
Gott der Götter, vertrauen (6 — 10). 

§ 25. cap. XX. Die Kinder Israels beten zu Gott und preisen 

so ihn (1 — 12); Rückkehr des Boten in das Lager des Schobach und 
dessen Mitteilung über die trostlose Lage seines Volkes (12 — 17); 
Bestürzung des Kriegsvolkes des Schobach über den Inhalt des 
Briefes Josua (17 — 21); Schobach beruft alle Zauberer und seine 
Muttei', die Zauberin. Diese sprechen ihm Mut zu (4 — 26). 

35 § 26. cap. XXI. Josua zieht in den Kampf gen Elon Kimon 

(1 — 4); die Männer Israels werden in Elon Kimon eingeschlossen; 
Josua in großer Not; sein Gebet zum Herrn (4 — 12); Taube erscheint; 
Josua schreibt an Nobah (13 — 15); Inhalt des Briefes: Bedrängte 
Lage, sofortige Hilfe erbeten (15 — 18); Taube fliegt mit Brief zu 

40 Nobah (18); Wehklagen des Xobah und seiner Leute; sie eilen 
zum Entsätze Josuas herbei (IS — 26); Schobach geschlagen; Josua 
befreit (26—30). 

§ 27. cap. XXII. Josua versammelt das Volk am Berge 
Gerisim vor seinem Tode (1 — 6); das Volk schwört ihm, nur dem 

45 Ewigen zu dienen ; Josua schließt einen Bund mit dem Volke und 
gibt ihm Satzung und Recht in Schechem (6 — 17); Josua schreibt 
diesen Bund in ein Buch, das er den Leviten übergibt (17); Er- 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 215 

riclitung des Altars am Berge Gerisim (18 — 22); Los für das 
Königtum (22) ; Josua stirbt und wird am Berge Gerisim begraben 
(22—24). 

§ 28. cap. XXIII. Nethanel König; Eleasar beruft das Volk 
vor seinem Tode zusammen (1 — 4); erneutes Bündnis mit dem Volke 5 
(4 — 8); Pinehas Hohepriester (8 — 14); Pinebas erneuert den Bund. 
Eleasar stirbt und wird gesfenüber dem beilicfen Bergre begraben 
(14 — 17); Pinehas Verfasser des Kalenders (17 — 18). 

§ 29. cap. XXIV. Abischa, der Sohn des Pinehas, schreibt 
die Thorarolle, die sich bis auf diesen Tag in Schechem befindet, lo 
im 13. Jahre der Niederlassung des Volkes. (Epilog I) 

IV. Verhältnis zu den arabischen Versionen des 

Buches Josua. 

§ 30. Von den beiden arabischen Rezensionen erwähne ich 
zunächst Abu'1-Fath, den ich in der für unseren Zweck srenücrenden 15 
Ausgabe von R. Payne-Smith (Heidenheim, Vtljahrschrft II, 304 ff.) 
benutze; und auch meinen Codex Nr. 824 dieser arab. Chronik. 
Vilmar's Ausgabe stimmt mit diesen ganz überein. Abu'1-Fath 
steht nun diesem Texte des Sam. Josua unzweifelhaft am nächsten. 
Er verkürzt ihn sehr, soweit es sich um die Geschichte der Er- 20 
oberung des Landes handelt (cap. I — XIII) ; cap. XIV fehlt ganz. 
Dagegen ist die Episode von Schobach cap. XVI — XXI ganz be- 
deutend vermehrt. In einem einzigen Punkte hat Abu'1-Fath mehr, 
und zwar in cap. XI, wo auch er behauptet, daß Hagelsteine 
vom Himmel fielen. Sonst aber stimmt er im Ganzen mit der 25 
Erzählung des samaritanischen Textes überein. 

§ 31. Ganz anders verhält sich der Kompilator des Chronikon, 
der selbst eingesteht, daß er das Original ganz frei behandelt. Mit 

O / DO 

großem Scharfsinn hat Juynboll (p. 74) bemerkt, daß cap. XI — XXV 
aus dem vermutlichen (griechisch-samaritanischen) Texte des Buches 30 
Jos. genommen sind („et Capite ergo IX incipiens, Liber Samaritanus 
Capite XXV absolvebatur"), die übrigen aber späteren Ursprungs 
seien. Über den Umfang des Buches Josua hat er sich doch we- 
täuscht, denn die Übereinstimmung im allgemeinen erstreckt sich 
bis über cap. XXXVII des Chronikon. In Einzelheiten stimmt auch 35 
er mit dem hebräisch- samaritanischen Text überein , aber er hat 
seiner Phantasie freien Lauf gelassen und sowohl die Gebete , als 
auch die Anreden und die Briefe etc. in schwülstiger Weise ver- 
größert. Dagegen läßt auch er wie Abu'1-Fath das Kapitel über 
die Verteilung des Landes unter die 9^o Stämme aus. Es hatte 40 
offenbar für beide jede Bedeutung verloren. Beiden aber bat dieser 
Text, wie er sich erhalten hat, vorgelegen, und beide haben ihn 
als Quelle füi* ihre Chroniken benutzt. 



216 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

V. Verhältnis zu den andern Rezensionen des Buches Josua. 

1. Verhältnis zum hebräischen Mass. 

§ 32. Aus der kurzen Übersicht des Inhaltes ersieht man, 
daß der Sam. den geschichtlichen Verlauf des Einzuges und der 
5 Eroberung des Landes genau so beschreibt wie der Mass. In der 
detaillierten Beschreibung der einzelnen Ereignisse unterscheidet er 
sich aber doch ganz bedeutend von Mass., a) indem er alle Wieder- 
holungen oder was einer Wiederholung ähnlich sieht, vermeidet; 
b) durch Auslassung aller Details, die als Tadel gegen die Vorfahren 
10 gedeutet werden könnten, und auch der Wunder, die Josua zuge- 
schrieben werden; c) durch Ein seh üb a) von Gebeten und Ge- 
sängen, ß) von historischen Notizen, die den samaritanischen dogma- 
tischen Gesichtspunkt zum Ausdruck bringen; d) durch Ersetzung 
der ausführlichen Beschreibung der Verteilung des Landes unter 
15 die 9^/2 Stämme durch ein knappes geographisches, wohlgeordnetes 
Schema; e) durch Zusatz der Sage vom Kampfe Josuas mit Schobach. 

g 33. Das folgende Schema zeigt dann genau, wie viel aus 
dem Mass. im Sam. sich erhalten hat, wobei bemerkt werden muß, 
daß die Übereinstimmung der beiden Texte in den meisten Fällen 
20 fast wörtlich ist. Diese Übereinstimmung erstreckt sich auch auf 
seltene Formen und Worte wie z. B. in 8 v. 23; 10 v. 4. 5; 
11 vv. 19. 20 u. 21 usw. 

In den Fällen, wo die Übereinstimmung nicht ganz genau ist, 
wird das dadurch angegfeben, daß der Vers durch cf. bezeichnet wird. 
25 § 34. Der massoretische Text, soweit er sich im samaritanischen 

Text erhalten hat, der Reihenfolge nach : 

Mass. cap. L 1, 2, 3, 4, 5, 7, 12, 13, 14, 15, 16, 17. 

cap. IL 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10. 11, 12, 13, 14, 15, 16, 
17, 18, 21. 22. 
30 cap. IIL 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7b, 8, cf. 12, 13, 14, 15a, 16, 17. 

cap. IV. 4, 5, 6, 7, 8, 9, 14, 18 a, 19 a, cf. 20. 

cap. V. 1, cf. 9, cf. 10, cf. 11, 12, 13, 14, 15. 

cap. VL 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, cf. 13, cf. 14, 15, 

16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 a, 26, 27. 

35 cap. VIL 1, cf. 3, 4, cf. 4—5, 6, 7, 8, 9, 10, cf. 11, cf. 15, 

cf. 16, cf. 17, cf. 19, cf. 20, 22, 23, 24, 25 b, 26. 
cap. VIII. 1, 3 b, 4, 5, 7, cf. 30—35. 
cap. IX. 1, cf. 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 

17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27. 

40 cap. X. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, cf. 15, 16, 17, 18, 

19, 20, 21, 22, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 
36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, cf. 43. 

cap. XL 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11. 12, 13, 14, 15, 
16, 17, 19, 20 21, 22, 23. 

45 cap. XIIL 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 

20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, cf. 29, cf. 30, 31, 32, 33. 

cap. XIV. 1, 2, 3, 4, 5. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 217 

cap. XXII. 1, 2, 3, 4, 5, 6. 

cap. XII. 1—8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 
20, 21, 22, 23. 

cap. XXIV. 1, 2 b, cf. 3 a, cf. 6 a, 13, 15, 16, 17—18, 22, 25, 
26, 27, 29, 30, 33. 5 

§ 35. Eins ch übe a) von Gebeten und Gesängen und agadischen 
Ausschmückungen (Achan !) : 

1. nach cap. III. Mass. v. 6 (Sani. cap. III, 7 — 25). 

2. nach cap. IV. Mass. v. 19 (Sam. cap. V, 1 — 20). 

3. nach cap. VII. Mass. cf. 1, 16, 17, 19, 20 (Sam. cap. VIII, lo 
1, 13—21 inkl.); 

ß) von historischen Notizen, die den samaritanisch- dogmatischen 
Gesichtspunkt vertreten : 

1. nach cap. I. Mass. v. 7 (Sam. cap. I, 8 — 14). 

2. nach cap. III. Mass. v. 8 (Sam. cap. III, 27 — 30). i5 

3. nach cap. V. Mass. cf. v. 9 (Sam. cap. IV, 1 — 2). 

4. nach cap. VIII. Mass. v. 7 (Sam. cap. IX, 8 — 10). 

5. nach cap. X. Mass. v. 43 (Sam. cap. XI, 44 — 46). 

6. nach cap. XV. Mass. v. 23 (Sam. cap. XIII, 1—11). 

7. nach cap. XXII. Mass. v. 6 (Sam. cap. XV, 7 — 9). 20 

8. nach cap. XXIV. Mass. v. 27 (Sam. cap. XXII, 20—23). 

9. nach cap. XXIV. Mass. v. 30 (Sam. cap. XXIII, 1—16). 
10. nach cap. XXIV. Mass. v. 33 (Sam. cap. XXIII, 17 und 

ganz cap. XXIV.). 

§ 36. Ersetzung der ausführlichen Beschreibung der Ver- 25 
teilung des Landes Mass. cap. XIV. — ca^o. XIX. inkl. und cap. XXI. 
durch Sam. cap. XIV. 

Einfügung der Schobachsage Sam. cap. XVI — XXI inkl. 

§ 37. Wenn nun diese beiden Rezensionen miteinander ver- 
glichen werden im Lichte dieses Schemas mit Ausschluß der Inter- 30 
polationen , so erscheint der Sam. , als ob er dem Mass. gegenüber 
eine in sich abgeschlossene Darstellung der Ereignisse unter Josua 
enthält. Der Sam. hat aber denselben Text, den der Mass. seiner 
Darstellung zugrunde gelegt hat, und die Frage, ob beide auf eine 
gemeinsame Quelle zurückgehen, oder ob Sam. von Mass. direkt ab- S5 
hüngig ist, wird weiterhin ausführlicher behandelt werden. 

§ 38. Es wird daher am passendsten sein, zuerst festzustellen, 
soweit es unter den gegebenen Umständen möglich ist, in welchem 
Verhältnis der Sam. zu den LXX steht, und dann den Spuren 
desselben , besonders aber der Zusätze und Änderungen in der 40 
hellenistischen und rabbinischen Literatur nachzugehen. Vielleicht 
dürfte sich dann ein positives Resultat für das Alter des Sam. 
ergeben. 

2. Verhältnis zu den LXX. 

§ 39. In Anbetracht der Tatsache, daß der samaritanische 15 
Pentateuch soviele Berührungspunkte mit den LXX zeigt, worüber 



218 Gaster, Das Buch Josua in hebräiscli-samaritanischer Rezension. 

bis heute trotz des Scharfsinnes sovieler Gelehrten keine befriedigende 
Antwort gegeben worden ist, ist die Frage des Verhältnisses des 
Josua Sam. zu Josua LXX von wichtigem Belang, besonders, wenn es 
sich herausstellen sollte, daß der Josua Saiu. auf hohes Alter Anspruch 
5 erheben darf. Das Resultat des Vergleiches, den ich nicht bis ins 
kleinste Detail durchgeführt habe, ist, daß der Sam. in allen entschei- 
denden Punkten mit dem Mass. gegen die LXX stimmt. Besonders 
hervorzuheben ist, daß, während die LXX die Erbauung des Altars 
und die Segenssprüche ei-st nach Mass. IX, 1, 2 bringen und diese 

10 beiden Verse auf Mass. VIII, 29 folgen lassen, der Sam. im Einklänge 
mit dem Mass. dieses Ereignis unmittelbar nach der Besiegung von 
Ai geschehen läßt und die beiden Verse Mass IX, 1, 2 nach Schluß 
des cap. VIII Mass. hat. Die geringfügigen Varianten habe ich 
mich besfnüsrt mit den Verweisungen bei Kittel in dessen Bibel- 

15 ausgäbe zu vergleichen und von der großen Anzahl, die er angibt, ist 
fast keine wichtige Variante, wo Sam. mit LXX gegen Mass. geht. 
Sogar in dem Falle wie cap. VI. Mass. v. 24 a und 26. wo die LXX 
diese Stellen auslassen, stimmt Sam. mit Mass. überein. 

§ 40. Die acht Stellen, die Juynboll (p. 73) gefunden haben will, die 

20 ein Zusammencrehen des Sam. mit LXX cregen Mass. beweisen sollen, 
zerfallen in nichts, indem die Stellen Mass. Jos. V, 1. V, 4. VIII, 2Sb 
überhaupt im Samaritanischen nicht vorkommen und auf Rechnung 
des arabischen Kompilators zu setzen sind, der noch andere Quellen 
benutzt hat (Abu Said etc.), um die Geschichte Josuas auszu- 

25 schmücken, während Jos. Mass. IV, 9, V, 10, IX, 5. VI, 3 — 5 der 
Sam. mit dem Mass. gegen die LXX stimmt. Bei der einen Stelle 
VI, 3 Mass. sagt auch Juynboll nichts positives darüber. 

3. Das Verhältnis des Samaritaners zum massoretischen 
Text vom paläographischen Gesichtspunkt. 

30 § 41. Ich habe schon oben § o hingewiesen, daß der samaritanische 

Text in kleinere Abteilungen abg-eteilt ist. Meine Untersuchunsfeu 
über diese Abteilungen im Pentateuch und ihr Verhältnis zu dem 
massoretischen Petuchot und Setumot — worüber ein anderes Mal 
ausführlicher — haben mich zu der Überzeusfuncr geführt, daß sich 

35 darin die älteste Form der Abteilungen des Bibeltextes in kleinere 
Perikopen erhalten hat und daß diese Abteilungen auch eine kritische 
Bedeutung für die Geschichte des Textes haben. Für den Pentateuch 
hat die Massora mit einiger Sicherheit diese Abteilungen festgestellt; 
für die anderen Bücher der Bibel ist die Tradition schwankend. 

40 Es findet sich, soviel ich weiß, nirgends eine genaue Zusammen- 
stellung dieser Lektionen (Petuchot und Setumot). 

§ 42. Es wird daher von nicht geringem Interesse sein, die 
Lektionen der beiden Rezensionen miteinander zu vergleichen. Es 
ergibt sich daraus das äußerst überraschende Resultat, daß von 

a:, 37 Lektionen des Textes, der beiden gemeinsam ist, 30 genau über- 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritaniscTier Rezension. 219 



einstimmen und nur 3 nicht übereinstimmen; während in 4 weiteren 
Stellen durch Textverschiedenheit der Vergleich zweifelhaft ist. Ich 
lasse hier die genaue Liste in parallelen Kolumnen folgen, wobei 
ich diejenigen massoretischen Lektionen , die mit dem Samaritaner 
nicht übereinstimmen, in Klammern setze : 



Sam. 


Mass. 




Sam. 




Mass. 


1,1 


1,1 




XI, 38 




X. 38 


11,1 


IL 1 




XI, 40 




(Xi 40) (nicht) 


III, 1 


III, 1 




XII, 1 




XI, 1 


III, 25 


III, 7 L Seder 


XII, 6 




XI, 6 


III, 30 


cf. III, 12 




XII, 10 




XI, 10 


IV, 1 


IV, 4 




XII, 16 




(XI, 16) (nicht) 


V, 19 


IV, 14 




XIII, 1.4.9 cf.(XXni, 7) 


VI, 7 


V, 13 




XIII, 12 




xxm, 15 


VII. 1 


VI, 2 




XIII, 28 




XIII, 24 


[VIII, 1] 


cf. VII. 1 




XIII, 33 




XIII. 29 


IX, 9 


VIII, 1 




XIV, 1 




XIV, 1 


IX, 20 


cf. VIII, 32? 




XIV, 6, 11 




(IX, 30 


cf. XXIV, 32) 




XIV, 12, 


15 




X, 1 


IX, 1 




XIV, 20, 


25 




XI, 1 


X, 1 




XIV, 29, 


32 




XI, 24 


(X, 24) (ni 


cht) 


XIV, 36, 


40 




XI, 28 


X, 28 




XIV, 43 




cf. (XX, 8) (nicht) 


XI, 29 


X, 29 




XV, 1 




XXU, 1 


XI, 31 


X, 31 




XXII, 1 




XXIII, 1 


XI, 33 


X, 33 




XXII, 6 


cf. 


(XXIV, 2 b) 


XI, 36 


X, 36 




XXII, 23 




XXIV, 29 


§ 43. 


Hierzu ist noch 


zu 


bemerken, daß. 


wie sich aus Sam. 



10 



15 



20 



25 



III, 30 ergibt, eine Lektion in Mass. bei III, 12 begonnen haben 
muß und nicht bei III, 9, wie jetzt in Mass. 30 

Ad V, 19 ist zu bemerken, daß im mass. Texte diese Lektion 
aus nur einem Verse besteht, im sam. Texte dagegen schließt V, 1 
unmittelbar an Mass. IV, 14 an und Mass. V, 2 — 8 sind ganz aus- 
gelassen. 

Ad Sam. VII, 1, welchem Mass. VI, 2 entspricht, ist zu be- 35 
merken, daß, trotzdem der mass. Text v. 1 hat, der im sam. Texte 
fehlt, der mass. Text nichtsdestoweniger in Übereinstimmung mit 
dem Sam. die Lektion mit v. 2 beginnt. 

Sehr überraschend ist die Übereinstimmung in Sam. XI, 28 — 36 
= Mass. X, 28 — 36, wo in beiden Texten je eine Lektion aus einem 40 
Verse besteht. Die Schwankung in Sam. XXII, 6 erklärt sich da- 
durch, daß Mass. XXII, 6— XXIV, 14 tatsächlich fehlen und daß 
Sam. XXII, 6 ungefähr Mass. XXIV, 2 entsprechen würde. 

^ 44. Die talmudische Tradition kennt bestimmte Vorschriften, 
nach welchen die Kollen des Pentateuchs geschrieben werden müssen, «5 
und besondere für die poetischen Stellen, namentlich für die beiden 



220 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

Gesänge Moses und das Lied der Deborah. Ahnlich diesen letzteren, 
aber doch verschieden heißt es dann Jer. Megilla III, 58 fol. 74b 
unten (vgl. Mass. Sofer. XIII, 2 ed. Müller, p. 174): „die Listen der 
10 Söhne Hamans und der Könige von Kanaan (Jos. XII, 9 ff.) 
5 werden geschrieben Balken auf Balken und weiß über weiß" (ni'^v' 

wo ich nicht, wie bisher alle inkl. Levy, „Talmud. Wörterb." (s. v. 
rr^lN), das Wort nrnb mit Ziegel, was keinen Sinn gibt, sondern 
mit „weiß" oder „blank" übersetze, d. h. die Namen werden unter- 

10 einander geschrieben in 2 Kolumnen , durch einen weißen Eaum 

getrennt. Cxenau dieser Vorschrift entsprechend sind auch die Listen 

der Könige hier im Sam. cap. XVI, 10 ff. = Mass. cap. XII ff. in 

beiden Hss. in je 2 Kolumnen geschrieben (s. Faksimile Tafel I). 

§ 45. In bezug auf die Versabteilung läßt es sich schwer fest- 

15 stellen, ob der Hohepriester einer alten Tradition folgt in seiner Ab- 
teilung der Verse und in seiner Hinzufügung des diakritischen Zeichens, 
welches dem Erkenn (Gaster, in Xöldeke , Festschrift p. 516 '517) 
entspricht und von ihm im Reste der Handschrift nicht mehr ver- 
wendet wird. Frei erfunden ist bei den Samaritanern nichts ; sie 

20 erlauben sich auch keine Willkür in der Abschrift der alten Texte. 
Nur wird die Frage dadurch einigermaßen kompliziert, daß cod. A 
den Akzent Erkenn, soweit ich sehe, nirgends benützt und den 
Doppelpunkt {Afsak) sehr wenig anwendet und auch dann selten 
an das Ende des Verses setzt. Dieses entspricht zwar einer alten 

25 Tradition und verdiente eingehender behandelt zu werden. Der 
Vergleich mit dem mass. Texte wird aber beweisen, daß sich auch 
hier eine gewisse Ähnlichkeit in der diakritischen Teilung der Verse 
herausstellen wird. Es soll dadurch nur das eine erschlossen werden, 
daß sowohl Sam. als auch Mass. einer gemeinsamen Tradition folgen, 

30 wenn auch die Zeichensetzung als solche einer späteren Zeit an- 
gehört. Es handelt sich hier nur um die Feststellung eines Pissxik 
Ta'amim (3"^"?:?^ piDs), einer logischen Satzteilung, welche nachher 
durch Akzente versinnbildlicht wird; denn die Interpunktion ist ja. 
auch zugleich die erste Interpretation des Textes. 

35 Das genügt momentan für den Vergleich zwischen Mass. und 

Sam., soweit es sich um Inhalt und äußere Form handelt. 

VI. Das samaritanisehe Buch Josua und Josephus 
(Antiqu. V, 1—29 §§ 1—119). 

§ 46. Ein Blick auf Josephus zeigt uns, daß er einen Text 
40 des Buches Josua vor sich gehabt, der mindestens soviel mit der 
samaritanischen Rezension als mit der massoretischen überein- 
stimmt und sogar überwiegend mit der samaritanischen. Er muß 
einen Text vor sich gehabt haben, der der judäischen Tradition 
entsprach, aber viel kürzer gehalten war als der vorhandene Mass. — 
45 der zwar nichts enthielt, was samaritanisehe Tendenzen fördern würde, 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 221 

der aber in der geographischen Verteilung des Landes sich absolut 
mit der samaritanischen Rezension deckt und sich dadui'ch wesent- 
lich unterscheidet von der ausführlichen massoretischen Rezension. 
In Anordnung und in Umfang läuft Josej^hus parallel mit dem 
Samaritaner und ist im Verhältnis dazu sogar etwas knapper. Ein 5 
kleiner Abschnitt V, 1, 22 (§§ 80 — 87) genügt für die Beschreibung 
der Verteilung genau wie ein Kapitel im Sam. (cap. XIV), während 
Mass. viele Kapitel dazu benutzt (XIV, 6 — XXI inkl.). 

§ 47. Die Ordnung, in welcher die Stämme aufeinanderfolgen, 
ist systematisch. Sie beginnt mit dem Erbbesitz der Stämme im 10 
Süden und steigt hinauf nach dem Norden und zwar in dieser 
Reihenfolge: Juda, Simeon, Benjamin, Dan (nur Sam. hier; über 
die Stellung von Dan bei Josephus s. unten), Ephraim, Manasse, 
Issachar, Zebuion, Ascher, Xaphtali. Soweit die Übereinstimmung 
zwischen beiden. Im Mass. ist die Ordnung wie folgt: Juda, 15 
Ephraim, Manasse, darauf nach der Rückkehr der Männer, die aus- 
geschickt waren, das Land auszumessen, Benjamin, Simeon, Zebuion, 
Issachar, Ascher, Naphtali und zuletzt Dan. Josephus hat nun Dan 
an letzter Stelle und zwar aus dem einfachen Grunde, weil Dan 
in späterer Zeit aus seinem ursprünglichen Erbbesitz zwischen 20 
Juda und Ephraim hinausgestossen wurde und seinen Wohnsitz im 
äußersten Noi'den Palästinas einnahm. Doch geschah dieses nicht 
zu Lebzeiten Josuas und so erklärt sich, aus welchem Grunde Dan 
im Buche Jos. Sam. in seinem ursprünglichen Erbbesitz erklärt wird. 

§ 48. Josephus berührt sich auch darin mit dem Sana., daß 25 
er alle Wiederholungen vermeidet und fast in derselben Weise den 
Verlauf der Ereignisse erzählt, wie sie im Sam. vorkommen. Es 
seien hier noch einige Einzelheiten erwähnt, wo Josephus den 
Gebrauch einer Rezension, die dem Sam. sehr nahe stand, verrät. 
So erzählt Josephus, § 5 = Sam. II, 1, 2, daß die Kundschafter so 
Josua Bericht über die allgemeine Lage der Kanaaniter (in Jericho) 
bringen sollten. Ferner Josephus § 15 = Sam. II, 26 erzählt Josua 
dem Hohenprieser Eleasar und den Ältesten von dem Eid (Bericht) 
der Kundschafter, wovon nichts im Mass. Ferner erzählt Josephus 
§ 43 = Sam. VIII, 13, daß Josua den Hohenpriester Eleasar und 3i> 
die Obersten des Volkes beruft, um vor ihnen das Los zu werfen, 
wovon nichts im Mass. Ferner erzählt Josephus § 48 nichts von 
dem Schicksale des Königs von Ai, welcher nach Mass. VIII, 29 
aufgehäugt wird etc., davon auch nichts der Sam. 

§ 49. Auch in den Fällen, wo der Samaritaner Details aus- -lo 
läßt, wovon noch später die Rede sein wird, stimmt Josephus mit 
ihm überein, so z. B. Mass. V, 2 — 8, bei der ganzen Geschichte der 
Beschneidung bei Gilgal, wie er überhaupt über Gilgal in ziemlich 
arger Konfusion ist. Er weiß mit Gilgal nichts rechtes anzufangen 
und erwähnt Gilgal erst nach der Geschichte mit Ai. Er denkt i.') 
also an ein Gilgal. das in der Nähe von Ai gelegen ist. also an das 
Gilgal bei Schechem und nicht an das, das in der Nähe des Jordan 



222 Gaster, Das Buch Josuu in liebräiseh-samaritanischer Rezension. 

gelegen war. In derselben Weise gleitet Josepbus hinweg in der 
Abschiedsrede des Josua (Josepbus §§ 115, 11(J) über das Heidentum 
der Vorfahren. Er unterdrückt mit Absicht jede Andeutung, daß 
die Vorfahi'en fremden Göttern gedient hätten. Genau dasselbe tut 
5 der Samaritaner an derselben Stelle. 

§ 50. Dagegen unterscheidet sich Josepbus vom Samaritanei' 
und stimmt mit dem Massoreten überein in der Beschreibung des 
Altars, den die 2^/., Stämme aufgebaut hatten (Joseph. §§ 100 — Hl), 
aber er schmückt dieses Ereignis in romanhafter Weise aus. Es 

10 scheinen um jene Zeit also schon Legenden sich um die spätere 
Geschichte der 2^/2 Stämme jenseits des Jordan und über die 
ersten Richter gebildet zu haben, wie die Geschichte von Keniazus 
Josepbus Ant. V, 3 beweist, woi'über später ausführlicher. Josepbus 
§ 61 erzählt auch das Wunder von der Verlängerung des Tages = 

15 Mass. X, 13, 14, aber sonderbarerweise beruft er sich zum Beweis für 

die Wahrhaftigkeit dieser Erzählung auf „die Bücher, die im Tempel 

bewahrt werden*. Dieses Wunder fehlt dem Samaritaner vollständig. 

§ 51. Schließlich sei noch bemerkt, daß Josepbus in einem 

Punkte von beiden Rezensionen abweicht, nämlich in § 68 läßt 

20 Josepbus erst im 5. Jahre nach dem Einzüge, wo das Land schon 
vollständig erobert war, in Schechem den Altar aufbauen und die 
Priester und die Hälfte der 12 Stämme stehen auf dem Berge 
Ebal, wo der Altar aufgebaut worden, und die anderen 6 Stämme 
auf dem Berge Gerisim. Diese Darstellung widerspricht in jedem 

25 Punkte der ausführlichen Darstellung dieses Ereignisses Sam. cap. 
IX, 14 if. und enthält eine Pointe gegen die samaritanischen An- 
sprüche. Nach Mass. VIII, 38 stand die Lade in der Mitte, unten, 
wie es auch der Talmud erklärt, und je 6 Stämme standen auf Ebal 
und Gerisim. Josepbus hat also einen Text vor sich gehabt, der im 

30 wesentlichen mit dem samaritanischen übereinstimmte und der auch 
eine ähnliche Tendenz verriet, üncrebührliches über die Vercrangenheit 
abzuschwächen, und der auch nicht frei von Legenden war. Denn 
da der Samaritaner mit Josepbus in diesem letzteren Punkte 
übereinstimmt, so ist nicht anzunehmen, daß beide unabhängig 

35 in derselben Weise mit demselben Texte verfuhren. Von beiden 
muß der Samai-itaner älter als Josepbus sein. Die samaritanische 
Darstellung ist voller und läßt sich von Josepbus nicht herleiten, 
noch ist daran zu denken, daß ein griechischer Text dem samaritanischen 
zugrunde liegen könnte. Die genaue sprachliche tibereinstiramung 

40 mit dem massoretischen schließt diese Möglichkeit absolut aus. 
Ein solcher Te.xt, wie der, den Josephus benutzt hat, ist also von 
den Samaritanern übernommen und in ihrer Weise überarbeitet 
worden. Sie folgen darin denselben Prinzipien, die sie bei der 
Übernahme des Pentateuchs verfolgt haben, aber mit etwas größerer 

•15 Freiheit. — Ich gehe nun zu den Interpolationen und Zusätzen und 
dogmatisch -tendenziösen Änderungen über. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 223 

VII. Einsehübe und Zusätze, ihr Alter und Verhältnis zur 
hellenistischen und rabbinischen Literatur. 

§ 52. Nach der oben § 5 gegebenen Einteilung zerfallen die 
Einschübe und Zusätze in 3 Gruppen : 

A. Erweiterungen des Textes und ümdeutungen des- 5 
selben vom Gesichts i3 unkte der samaritanischen 
D g m a t i k und Polemik. 

Man könnte hier alles das wiederholen , was Gesenius , De 
Pentateuchi Samaritani origine , Halle 1825 unter §§ 9 — 16 aus- 
führlich erörtert hat , wo er die Andei'ungen im samaritanischen lo 
Texte in ihrem Verhältnis zum massoretischen in 8 Gruppen 
behandelt hat. Das samaritanische Buch Josua bietet Beispiele für 
jede dieser Gruppen , natürlich in verhältnismäßig beschränkterem 
Maße. Ich muß es mir versagen hier Beispiele dafür anzuführen, 
da eine eingehendere Untersuchung einer anderen Zeit vorbehalten 15 
werden muß , besonders da ich nur solche Stellen angeben will, 
wo der Samaritaner einen oder mehrere Verse in den Text 
einschiebt. Ich lasse hier nun die Liste der Verse aus dem Penta- 
teuch folgen , die der Samaritaner entweder wörtlich sanz über- 
nommen oder für seine Zwecke benutzt hat. 20 

§ 53. Zitate und Anklänge aus dem Pentateuch: 

Genesis: 47, 29 (= Sam. XXIII, 3) 

49, 26 (= Sam. XIII, 2) 
Exodus: 15, 3 (= Sam. VII, 16) 

32, 12 (= Sam. XXI, 7) 25 

32, 13 (= Sam. XXI, 10) 

35, 11—16 (= Sam. XIII, 10) 
Leviticus: 9, 24 (= Sam. IX, 16) 

9, 23. 24 (= Sam. IX, 27. 28) 
Numeri: 32,42 (= Sam. XV, 9) so 

Deutoronom.: 3, 24 (= Sam. XXI, 8) 

4, 6 (= Sam. XXIII, 6 b) 

4, 28 (= Sam. XIX, 8) 

4, 34 (= Sara. XXII) 

11, 16 (= Sam. XXIII, 5 a) 35 

11, 29 (= Sam. XXIV, 6) 

12,11 (= Sam. XIII, 9) 

27, 4 (= Sam. IX, 18) 

27, 8 (= Sam. IX, 17) 

27, 11 (= Sam. IX, 18) 40 

27, 12 (= Sam. IX, 23) 

27, 13 (= Sam. IX, 22) 

27, 34 (= Sam. IX, 21) 
cf. 32, 27. 26 (= Sam. XVIII, 14. 15) 
, 34, 8 (= Sam. XXII, 24) 45 



224 Gaster, Das Buch Josua in hebräiscli-samaritanischer Rezension. 

§ 54. Von diesen Stellen dienen einige dazu, die Erzählungen 
auszuschmücken. Andere dagegen werden für docrmatische Zwecke 
umgewertet, so besonders die Stelle Deut. XI, 29 if., die von ent- 
scheidender Bedeutung für die Ansprüche der Samaritaner ist, die 

5 sie in bezug auf die Heiligkeit des Berges Gerisim erheben. Im 
Buche Josua wird eben dieses Gebot ausgeführt und das Heiligtum 
in Schechem durch Josua und Eleasar, den Hohenpriester, errichtet. 
Alles spitzt sich auf diesen Punkt zu, und diesem Bestreben werden 
auch alle andere Interessen untex'geordnet. Außer den biblischen 

10 Stellen enthält das Buch Josua auch Interpolationen , die einen 



docfmatischen Charakter trafen, und zwar 



§ 55. a) Heiligung des Berges Gerisim. Bei jeder 
Gelegenheit wird der Berg Gerisim hervorgehoben , dort wird der 
Altar gebaut , dann ein Tempel errichtet , von da aus werden die 

15 Segensprüche erteilt, da ist die erwählte Stätte Bet El und der 
Berg Gerisim ist der astronomische Punkt, von dem aus der Kalender 
berechnet und festgestellt wird. Die meisten der Einschübe ver- 
folgen den Zweck, sowohl durch Schriftbeweis als auch durch die 
historischen Ereignisse , die sich dort zuofetracfen haben sollen, die 

20 Heiligung des Berges Gerisim in das Zeitalter Josuas zu versetzen 
und dadurch den Anspruch der Samaritaner zu bekräftigen , die 
wahren Vertreter der unverfälschten Lehre und die Besitzer des 
von Mose vorgeschriebenen Heiligtums zu sein. 

Denselben Zweck verfolgt auch die Beschreibung der Etappen, 

25 die die Israeliten zurückgelegt hatten , vom Einzüge bis sie nach 
Schechem gelangten : Jericho , Gilgal nur nebensächlich erwähnt, 
Ai (in der Nähe von Bet El, das mit Elon More und Schechem 
identifiziert wird) und Lusa (dicht bei Schechem). Ausdrücklich sei 
bemerkt, daß Lusa im Massoreticus fehlt. — 

30 § 56. b) Chronologisches. Hier berühren wir einen 

der Punkte, in denen auch die jüdischen Sekten scharf auseinander- 
gehen und sich auf das Heftigste bekämpfen. Einer der Haupt - 
unterschiede zwischen Pharisäern und Sadducäern ist die Interpretation 
der Stelle rn^urt r-irT?272. Die Sadducäer verstanden nämlich unter 

35 Sabbat nicht den 1. Festtag des Passahfestes (Lev. XXIII, llj, 
sondern den Wochensabbat, und demgemäß war der 1. Tag des 
Wochen festes der Sonntag nach Schluß der 7 Wochen (vgl. 
E. Schürer, Geschichte des jüd. Volkes II-, p. 344). Genau so 
ist auch die Auffassung der Samaritaner und wir finden daher 

40 Sam. XVIT, 5 : der 6. Tag der 7. Woche ist Freitag ; Sabbat schließt 
die 7. Woche und das Wochenfest wird am Sonntag gefeiert. Die 
Samaritaner unterscheiden zwischen dem Passahlamm und dem 
Gebote , das ungesäuerte Brot zu essen , und l)ehaupten , daß das 
Passahlamm nicht am Abend (n"irn), sondern in der Dämmerung 

45 (2"'n"i"*n yn) zu essen sei, und so wird auch der Vorgang er- 
zählt Sam. VI, 3 — 6 gegen Mass. V, 10 — 12, und aus gleichem 
Grunde wird auch hier wie in dem ersten Falle der Wochen- 



Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 225 

Zählung das Wort n-in?273 hier in beiden Versen Mass. V, 11. 12 
ausgelassen. 

§ 57. Nach samaritanischer Chronologie stirbt Moses (Sam. I, 1) 
am 1. des 12. Monats (für den sie noch keine Benennung haben) 
des Jahres 2794 der Schöpfung (aera creat.), und der erste Monat 5 
des folgenden Jahres wird als der Anfang des 1. Jahres des 
7 jährigen Zyklus (Schemita) und auch des Jubeljahres bezeichnet. 
Dieses Datum wird mit derselben Genauigkeit im Josua Lib. cap. XY. 
p. 147 und von Abu'1-Fath in seiner Chronik angegeben. Es wird 
sich nachher zeigen, daß darin ein bewußter Widerspruch zur lo 
rabbinischen Tradition liegt. 

Die Abfassung des Kalenders selbst wird gegen Schluß, Sam. 
XXIII, 17, dem Pinehas zugeschrieben, der ihn damals für alle 
Zeiten festgestellt haben soll , im Widerspruch natürlich zur 
rabbinischen Tradition , die bis zur talmudischen Periode keinen i5 
festen Kalender kannte. 

§ 58. c) Abischa's Rolle. In diesem Buche ist die Quelle 
zu suchen für die Behauptung der Samaritaner, dass sie im Besitze 
einer Thorarolle seien, die im 13. Jahre nach dem Einzusfe in 
Kanaan von Abischa, dem Sohne des Pinehas, geschrieben worden 20 
sei (Sam. XXIV, 6). Es ist oben bemerkt worden , daß nach der 
Angabe des Jos. Sam. diese Eintragung innerhalb des Pentateuchtextes 
gerade an der Stelle in Deut. XI, 29 Mass. beginnt, welche hier in 
Josua wiederholt wird, ihrer großen dogmatischen Bedeutung wegen. 
Es ist die strittige Stelle über den Berg Gerisim. 25 

§ 59. d) Königtum. Schließlich Sam. XXII, 22 fällt das 
Los des Königtums auf die Kinder Israels d. h. die Samaritaner. 
Soweit die Zusätze. 

B. Auslassungen. 

§ 60. Aber der Samaritaner läßt auch manches aus, wie ich 30 
glaube , aus denselben apologetischen Gründen , die die jüdischen 
Hellenisten in ihrer Darstellung der jüdischen Vergangenheit be- 
einflussen und die auch bei Josephus so stark hervortreten, nämlich, 
nichts zu erwähnen, was als Unglimpf gegen die Vorfahren gedeutet 
werden könnte. So läßt denn Sam. in Übereinstimmunof mit 35 
Josephus den ganzen Bericht von der Beschneidung bei Gilgal fort 
(Mass. V, 2 — 8), ferner läßt er in der Ansprache Josuas (Sam. 
cap. XXII, 10. 11) jede Anspielung an den Götzendienst der Vor- 
fahren aus (Mass. XXIV, 2. 14). Ferner läßt er aus die ganze 
Geschichte des Altarbaues der 2^/., zurückkehrenden Stämme, 40 
der fast zum Bruderkriege geführt hat (Mass. XXII), und die auch 
Josephus mit romanhaften Erweiterungen hat (s. 0.) Auch hier 
wollte der Samaritaner auf die 2^» Stämme nichts kommen lassen, 
und er hat im Gegenteil statt dessen eine verherrlichende Sage 
über diese Stämme (Schobachsage) aufgenommen. Endlich fehlt im i.-> 
Samaritanischen jeder Hinweis auf das Wunder des Stillstehens von 
Sonne und Mond und der Hinweis auf das Buch Jaschar (Mass. 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. I5 



226 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

X, 12b — 14). Hier liegt der Grund vollständig klar, weil in die 
Worte X, 14 Mass., „daß es keinen vorher oder nachher gegeben 
hat, auf dessen Stimme Gott gehört hätte, wie auf seine (Josuas)", 
eine Beeinträchtigung der Größe Moses hineingedeutet werden 
5 konnte. Dieses sind so ziemlich alle Änderungen , Zusätze und 
Auslassungen des Buches Josua, die ihre Erklärung in dem dogma- 
tischen Standpunkte der Samaritaner finden. 

§ 61. Ehe ich an die Skizzierung der weiteren Elemente 
herantrete , die diesem Sam. Jos. eigen sind , will ich versuchen, 

10 den Spuren dieser Zusätze in der jüdischen Literatur nachzugehen 
und so vielleicht einige Daten zu gewinnen, für die Zeit der Ent- 
stehung dieser Rezension. Nicht alle diese Zusätze und Auslassungen 
gehören derselben Periode an. Die polemische Tendenz muß nicht 
als synchronistisch aufgefaßt werden mit der apologetischen. Die 

15 letztere ist nicht spezifisch samai'itanisch , wie die Hellenisten und 
Josephus es bezeugen. Jene können recht wohl einer späteren Zeit 
gehören und können ebensogut dem judäischen Originale angehört 
haben, das die Samaritaner in dieser Form übernommen haben, und 
das wird auch das Wahrscheinlichere sein, denn sonst wäre die Über- 

20 einstimmung zwischen Samaritaner und Josephus undenkbar. Die 
polemischen Stellen können aber als gleichzeitig betrachtet werden 
mit den ähnlichen Anderuncren, die die Samaritaner mit dem Penta- 
teuch voi'genommen haben. 

§ 62. In einem Punkte hilft uns die hellenistische Literatur 

25 die Zeit etwas genauer bestimmen. Der anonyme Samaritaner, 
den wir auch weitei'hin bei der Schobachsasfe benutzen werden, 
(Pseudo-Eupolemos) Eus. pr. ev. IX, 17. 419 e, Freudenthal, „Hellen. 
Studien" p. 224, spricht vom Berge Gerisim als dem „heiligen" und 
fügt hinzu , das Wort bedeutet „der Berg des Allerhöchsten" : . . . 

30 „Addit insuper eum in sacro urbis Argarize, hoc est Altissimi Monte 
susceptum hospitio, dona simul a Melchisedeco Dei Sacerdote", 
„i,£VL6&fivai re avxbv vno nöleag UQOv^AQyaQi^Lv, o eivat i.i£&eQ^ir^- 
vevofisvov oQog vrjjiörov'^, genau so Sam. XXII, 16 — 18, XXIII, 3 und 
XXIII, 16. Also schon im 2. Jahi-hundert, dem dieser anon3^me samarita- 

35 nische Schriftsteller angehört, ist dieser Sprachgebrauch vollkommen 
üblich und der griechisch schreibende Samaritaner gebraucht den 
Ausdruck genau so, wie er in dem Buche Josua vorkommt. 

VIII. Parallelen in der jüdischen Literatur. 

§ 63. Wir gehen nun zur jüdischen Literatur über und wollen 
40 untersuchen , ob sich vielleicht dort Spuren für die Bekanntschaft 
mit diesem Texte werden nachweisen lassen. Es findet sich nun 
in der Mischna Sotah VIII eine ausführliche Darstellung des Vor- 
ganges, wie der Segen und der Fluch auf dem Berge Gerisim 
ausgesprochen worden ist, der mit der samaritanischen Rezension 
45 in ganz merkwürdiger Weise übereinstimmt. An manchen Stellen 
ist der Wortlaut fast derselbe. Diese Übereinstiiumunjr wurde von 



Gaster, Das Buch Josua in hebräwch-samaritanischer Rezension, 227 

den Tanaiten herausgefühlt und in der Diskussion im Talmud 
erwähnt einer derselben sein Zwiegespräch mit den Samaritanern 
gerade über diesen Punkt und ein anderer geht soweit, den ganzen 
Yoro-anof rundwesr abzuleugnen : .nach Schechem und zum Berge 
Gerisim wäre Josua überhaupt nicht gekommen , um dort den 5 
Fluch auszusprechen" (s. ausführlichen Text und Übersetzung im 
Anhang I). Beachtenswert ist, daß sowohl im Samaritanus als auch 
in der Mischna , Josua keine priesterliche Funktion ausübt. Der 
Secfen und der Fluch werden nur von Priestern und Leviten 
ausgesprochen, nicht so im Mass., wo Josua den Altar baut (Mass. lo 
VIII, 30), die Worte auf die Steine schreibt (Mass. VIII, 32) und 
den Segen und den Fluch ausspricht (Mass. VIII, 34. 35). Dem 
Verfasser in der Mischna muß also die judäische Rezension dieser 
Version vorgelegen haben. 

§ 64. Aber auch der samaritanische Kalender und die An- i5 
Setzung des 1. Jahres des Einzuges als das erste des Jobel scheint 
den jüdischen Gelehrten bekannt gewesen zu sein : im Seder Olam, 
welches Rabbi Jose zugeschrieben wird und die Autoritative der 
jüdischen Chronologie enthält, wird im cap. XI (ed. Ratner p. 45 flP.) 
zuerst die Geschichte des Überschreitens des Jordans, Aufrichtung 20 
des Altars in Schechem, Segen und Fluch etc. erzählt, fast wörtlich 
übereinstimmend mit der Mischna Sotah, — aber was noch viel sonder- 
barer ist, daran schließt sich die Erklärung, daß das 1. Jobeljahr 
erst nach dem 14. Jahre des Einzuges angesetzt wii'd; 7 Jahre 
sollen die Kämpfe gedauert haben und 7 Jahre die Verteilung des 25 
Landes , wofür kein direkter Anhaltspunkt in dem massoretischen 
Text vorliegt. Alle Daten überhaupt , die sich auf diese Periode 
beziehen, schwanken in den verschiedenen Berichten, auf die ich hier 
nicht eingehen kann; nur eines ist zu bemerken : Comestor in seiner 
Hist. Scholastica ed. Migne col. 1262 — 1263 behauptet in Eusebius' 30 
Chronikon gef^^nden zu haben, daß das Jahr des Überschreitens das 
Jubeljahr war, „secundum hebreos", was genau mit dem Samaritaner 
übereinstimmt. In der Praep. Ev. erzählt er im Namen von 
Eupolemos, daß Josua 30 Jahre geherrscht haben soll (s. Freudenthal, 
p. 225). Daß Juden und Samaritaner das Jubeljahr verschieden 35 
ansetzen, kann seine Erklärung nur in der bewußten Opposition der 
Einen zu den Anderen finden , und die Samaritaner suchen ihre 
Behauptung durch das samaritanische Buch Josua zu begründen. 
Die Erklärung des Berges Gerisim als heilig und die eigene Berech- 
nung des Kalenders sind die wichtigsten Momente in der Differenz 40 
zwischen Samaritanern und Juden. Alles, was sich darauf im samarita- 
nischen Buche Josua bezieht, gehört unzweifelhaft der ältesten Zeit an. 

§ 65. Einer viel späteren Zeit muß das letzte Kapitel an- 
gehören', wo von Abischa's Rolle gesprochen wird. Es gehört 
eigentlich gar nicht mehr zum wirklichen Buche Josua. Es scheint 10 
erst spät an das Buch angeschlossen worden zu sein. Es läßt sich 
bis jetzt nicht feststellen , wann die Samaritaner zum ersten Male 

15* 



228 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

diese Rolle erwähnen. Benjamin von Tudela, der im 12 Jahr- 
hundert die Samaritaner in Schechem besucht hat, erwähnt wohl 
p. 33 , ed. N. Adler, . daß sie auf dem Berge Gerisim einen Altar 
errichtet haben, von den Steinen, die Josua und die Kinder Israel 

5 aufgestellt (soll wohl heißen: aus dem Jordan genommen) haben, 
wie es auch im Samaritanus heißt . aber er weiß noch nichts 
von der Abischa-Ilolle. Das ist aber kein positiver Beweis, daß die 
Samaritaner damals noch nicht im Besitze der Rolle wai'en und 
ihre Ansprüche darauf gestützt haben. Der erste unter den Sama- 

10 ritanern, der den Cod. kennt und die Inschrift wörtlich mit Sam. 
Josua übereinstimmend mitteilt, ist, soweit ich sehen kann, Abu'l- 
Fath, der aber diese Angabe dem Jos. Sam. wohl entnommen haben 
wird. Eine alte Bibelrolle mit dieser Inschrift existiei-t wohl, und 
ich selbst habe sie gesehen. Das Chronicon Jos. Lib. erwähnt 

15 weder Rolle noch Inschrift. 

§ QQ. Auch philologisch läßt sich diese Schichtung der Inter- 
polationen ziemlich genau feststellen. Während biblische Zitate 
mehr oder weniger getreu wiedergegeben werden , zeigen sich 
Samaritanismen in größerem umfange in denjenigen Stellen, die 

20 jüngeren Urspi'ungs sind , und der größte Unterschied zeigt sich 
gerade im letzten Kapitel , wo cod. B noch besonders häufig von 
cod. A abweicht und ganze Sätze ausgesprochen samaritanisch hat, 
und auch cod. A , der sonst archaischei-e Form erhalten hat , auch 
schon weit von dem hebräischen Sprachgebrauche abweicht. Doch 

25 davon ein anderes Mal ausführlicher. 

IX. Liturgische Interpolationen. 

§ 67. Von den dogmatischen und polemischen gehen wir 
nun zu den liturgischen Interpolationen über: zu den Gesängen 
und Hymnen Jos. Sam. III, 7- — 15. dem Hymnus der Priester, und Jos. 

30 Sam. V, 1 — 20, dem Gesaug Josuas und der Kinder Israels, ferner dem 
Gebet Josuas Jos. Sam. XXI, 6 — 12. Die ersteren 2 sind rhythmisch 
und strophisch gehalten , in parallelen Gliedern , und erweisen sich 
als die ältesten Bestandteile der Liturgie der Samaritaner. Sie sind 
aber , soweit ich aus ihren Gebetbüchern sehen kann . nicht als 

35 Gebete in ihre Liturgie aufgenommen woi-den. Dagegen erscheint 
im „Kenosch", d. h. in der Sammlung ihrer ältesten Liturgie ein 
anderes Gebet, das dem Josua zugeschrieben wird. Dieses Gebet 
findet sich in meinem „Kenosch'' cod. 830, fol. 3 b — 6 a mit 
arabischer Übersetzung, wo es heißt ; bNiUJi "b^a "p: p y'vUnr!"' mbs: 

40 '.uibcn Tib5' 'pi:-;- ■''73"'n; außerdem: cod. 831, fol. 9b — 12a, eben- 
falls mit arabischer Übersetzung und von Heidenheim wahrscheinlich 
aus einer unkorrekten Handschrift abgedruckt in ,Bibl. Sam." p. 132. 
§ 68. Ohne auf die Geschichte der Liturgie bei Juden und 
Samaritanern eingehen zu wollen, genügt es für unseren Zweck, fest- 

•1.') zustellen, daß diese Gebete formell und inhaltlich sich an den Hymnus 
der 3 Jünglinge der apokryphen Zusätze zum Buche Daniel anlehnen, 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 229 

die ich in ihrer aramäischen Form entdeckt (Theodotion's Additions 
to the Book of Daniel) und zum ersten Male 1894 herausgegeben 
habe, namentlich v. 28 ff. Damit stimmt auch zum Teil überein 
die älteste Form des Gebetes "^^CNO *;"^-, von welchem ich sehr 
alte Varianten aus der Genisa besitze, die für mich wenigstens den 5 
Beweis bilden , daß ein inniger Zusammenhang zwischen dem Gesang 
der 3 Jünglinge und diesem Gebete , dessen Ursprung unbekannt 
ist, besteht (s. Anhang, wo diese Texte abgedruckt sind). Eine 
Legende behauptet, daß es von den Männern der großen Gemeinde 
verfaßt worden sei, ja sogar soll es vom Himmel in einem Briefe lo 
heruntergekommen sein (s. Landshut, „Siddur Hegjon Leb" Königs- 
berg 18-i5, p. 23). Ich miiß es mir versagen, dieses Thema, welches 
ziim Ki'eise der „Briefe vom Himmel'' gehört, weiter zu verfolgen. 

§ 69, 5. Die rabbinische Tradition weiß auch von 
einem andern Hymnus, den Josua verfaßt haben soll unmittelbar 1 5 
nach der Einnahme Jerichos und zwar das Gebet „Alenu leschabeah", 
welches sehr alt sein muß, da es mit in die älteste Formuliex'ung 
des Mussafgebetes für Neujahr aufgenommen worden ist (s. Landshut 
ib. 106). Noch interessanter ist die Tatsache, daß sich sogar ein 
alter Hymnus erhalten hat in dem Sepher ha-jaschar. In meinen 20 
„Chronicles of Jerahmeel" habe ich den Beweis erbracht , daß sich 
darin Fragmente der ältesten jüdischen Apokryphen erhalten haben, 
wie z. B. vom Buche Henoch, dem Buche der Jubiläen, der Geschichte 
Josephs, den Chroniken Mose's und Arons, und Spuren eines deutero- 
kanonischen Josua. Fol. 135 b, 136 a. ed. Livorno 1846, ist nun ein 25 
ganzer Hymnus abgedruckt, den Josua gesprochen haben soll, als 
er die Sonne still stehen ließ. Derselbe Hymnus ist abgedruckt 
in Heilperin, Seder Hadorot, Warschau 1878, p. 94. Raschi im 
Talmud, Tract. Abodah Zarah., fol. 25 a bemerkt, daß Josua der Sonne 
zugerufen hätte, sie solle schweigen und er würde inzwischen Gott so 
durch ein Lied preisen. Und im Talmud Pessahim, fol. 117 a 
wird Josua unter denen mit aufgezählt, die die Hallelpsalmen gesagt 
haben sollen, als die Könige von Kanaan cremen ihn aufstanden: und 
ebenso sollen sie die 3 Jünglinge im Feuerofen besagt haben. 

§ 70. Was nun das Bußgebet betrifft, so erinnert es an die 35 
noch heute gebräuchliche Liturgie an Fasttagen, besonders aber die 
der Hoscha'anot, wo neben Aron und David nur noch die 3 Patriarchen, 
Joseph und Moses erwähnt werden, fast mit denselben Epitheta und 
Formeln, welche in letzter Instanz auf Mischna Ta'anit II. 4 zurück- 
gehen. Diese Beispiele genügen , um zu zeigen , daß sich in dem -lO 
samaritanischen Josua liturgische Formen erhalten haben können, 
die in sehr alte Zeit hinaufreichen. Nur zeigen sich darin deutliche 
Spuren von samaritanischem Sprachgebrauch. 

X. Agadische Interpolationen. 

§ 71. Unter die weiteren Zusätze zählen nun agadi s ch e i.'> 
Ausschmückungen des Textes, besonders die Episode mit Achan. 



230 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

Abweichend vom Massoretischen heißt hier der Mann, der vom Ge- 
bannten genommen, Ailan oder Airan (oder, nach Abu'1-Fath, Aidan). 
Seine Sünde besteht darin (Sam. cap. VIII, 1), daß er in den 
Götzentempel gegangen ist und ein goldenes Götzenbild und eine 
5 goldene Zunge und (ibid. 22 — 23) auch Silber genommen hat; 
dacregen wird nichts von einem Mantel erwähnt und weiterhin 
(v. 13) wird genau beschrieben, in welcher Weise der Sünder ent- 
deckt wurde; und zwar wird er vor den Hohepriester Eleasar 
gebracht, der die ürim und Tumim und die Edelsteine trägt. Der 

10 Sünder wird nun ibid. v. 17 dadurch erkannt, daß der Edelstein 
verdunkelt wurde. 

§ 72. Josephus weiß nur, wie schon oben erwähnt, davon, 
daß die Stämme sich vor dem Hohenpriester versammelt haben, 
nichts aber von einer Oifenbarung, wie der Samaritaner sich aus- 

15 drückt. An einer andern Stelle aber, wo Josephus die Kleider des 
Hohenpriesters beschreibt, fügt er nachträglich hinzu, daß die 
12 Steine aufleuchteten beim günstigen Bescheide Gottes (Jos. 
Antiqu. III, 8. 9, §§ 214—219). In einem andern Buche der 
jüdischen Literatur , das ähnlich dem Buche Jaschar apokryphe 

20 Elemente aufgenommen und erhalten hat, nämlich „Pirke de R. 
Elieser", findet sich nun eine Beschreibung der Episode mit Achan, 
die gerade in diesen Punkten mit Sam. auf das Genaueste überein- 
stimmt. Dort (Pirke de ß. Elieser cap. 38) heißt es ausdrücklich, daß 
Achan in einen Götzentempel gegangen sei, dort die Teraphim 

25 gesehen und das Silber und die goldene Zunge im Munde des 
Götzen und den Mantel. Es gelüstete ihn danach , er stahl die 
Sachen und versteckte sie im Zelte. Er wurde herausgefunden in 
derselben Weise wie im Sam. durch das Verdunkeln der Steine 
auf dem Brustschilde des Hohenpriesters. Genau dieselbe Version 

30 mit arerincffü crimen Varianten wiederholt sich im Midrasch Tanhuma, 
Genes. Sect. Wajescheb § 2; vgl. Jalkut Schimeoni II, 88. Im 
Talmud Sanhedrin fol. 44 a wii-d zwar die Geschichte von Achan 
erzählt, aber dort fehlen gerade diese beiden Punkte. Nachnianides 
zu Exod. 28, 30 erwähnt auch, daß die Buchstaben auf den Steinen 

35 des Brustschildes aufleuchteten oder dunkel blieben , je nach dem 
Charakter der Antwort. 

§ 73. Die Übereinstimmung zwischen Pirke de R. Elieser, 
Tanhuma und Sam. ist bedeutungsvoll, besonders da, wie Anhang II 
nachgewiesen wii'd, an denselben Stellen in P. R. Elieser und Tanhuma 

40 über die Samaritaner ausführlich gehandelt wird. Diese Legende ist 
also auch ziemlich alten Ursprungs und stammt wahrscheinlich aus 
einem alten jüdischen Midrasch, denn gerade der Schluß des Kapitels 
in Pirke de R. Elieser und Tanhuma, wo die öttentliche Verbannung 
der Samaritaner geschildert wird, gestattet es uns nicht, anzunehmen, 

45 daß die Verfasser es aus einem samaritanischen (verbannten) Texte 
genommen haben. 

§ 74. Zum Schlüsse noch sei kurz ei'wähnt, daß die Episode 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 231 

von dem Hinscheiden Eleasar's , die sich, ziemlich genau deckt mit 
der ähnlichen Episode vom Hinscheiden Mose's im Chronikon cap. X 
(Juynboll), eine ganz genaue Parallele in der jüdischen Legende von 
dem Hinscheiden Arons , des Vaters des Eleasar, findet. Er geht 
auch zu seinem Sterbeort zwischen Moses und Eleasar, die ihn 5 
weinend becfleiten, senau so wie im Sam. Pinehas und die Ältesten 
Eleasar begleiten (v. Chronicles of Jerah. cap. 49, p. 130 ff. und 
die dazu gehörige Literatur, ibid. p. XCI). 

§ 75. Das bisher gewonnene Resultat, abgesehen von einigen 
wenigen später hinzugefügten Zusätzen resp. Umbildungen, berech- 10 
tigt uns bestimmt, das Alter des Buches höher als Josephus an- 
zusetzen, ja, man könnte es mindestens um ein Jahrhundert früher 
datieren. Alles ist altes Gut darin, manches älter, manches jünger, 
aber noch immer aus der Zeit vor der Zerstörung Jerusalems. 

XI. Die Sehobaeh-Sage. i5 

§ 76. Diese Legende, auf die ich jetzt zu sprechen komme, 
bestärkt mich in der Überzeugung, daß wir es mit einem alten 
Buche zu tun haben, wo wir den Übergang von Bibel zu Agada 
noch schärfer verfolgen können und das uns in die Atmosphäre hinein- 
führt, welche man bisher als hellenistische Phantasterei bezeichnet 20 
hat. Diese midraschartige Schriftstellerei scheint im Gegenteil 
ihren Ursprung auf dem Boden Palästinas gehabt zu haben und 
ist von da aus nach Ägypten verpflanzt, dort lokalisiert und weiter 
ausgearbeitet worden. 

Wenn man bedenkt, daß Bücher wie Henoch, die Apokalypse 25 
Mose's (Adambuch), die Testamente der 12 Patriarchen und be- 
sonders das Buch der Jubiläen in Palästina entstanden sind, von 
welchen letzteres in Tendenz und in romanhafter Ausschmückung 
biblischer Ereignisse , in der Beschreibung der Heldenkämpfe der 
Kinder Jacobs mit den Sichemiten und den verbündeten Königen 30 
von Kanaan einen ähnlichen Gedankenwanw wie Jos. Sam. entwickelt 
und sich nicht einmal so streng wie dieser an den biblischen Text 
hält-, wenn man ferner bedenkt, daß die Geschichten Mose's, Arons 
und anderer biblischer Heroen sich hebräisch erhalten haben, die 
in vielen Punkten mit Artapanos, Eupolemos etc. übereinstimmen, 35 
aber von diesen unabhängig sind und vollständiger, wobei sie häufig 

<D ~ 7 O 

mit Josephus zusammentreffen; wenn der trockene Demetrius mit 
Seder Olara Rabba und noch überraschender mit Seder Olam Zutta 
besonders in der Chronologie der Geburt der 12 Söhne Jacobs 
während seines Aufenthaltes bei Laban übereinstimmt, dann wird 40 
es nicht unmöglich erscheinen, daß eine große Sagenwelt auf dem 
Boden Palästinas entstanden ist, von der sich in jenen Büchern eben 
die Reste erhalten haben. Daher erklärt sich auch, warum so viele 
Agadas sich besonders in dem sogenannten palästinensischen Targuni 
finden, die so frappante Ähnlichkeit mit den „Phantastereien" der 15 



232 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischef Rezension. 

Hellenisten haben, und ebenso in dem Prophetentargum, namentlich 
in denjenigen Kapiteln die als Haphtaroth dem ötfentlichen Gottes- 
dienst einverleibt wurden. In denselben werden häuficf die Zücre 
von einem Helden auf den andern übertragen; das ist das Wesen 
5 der Sage in ihrer Weiterbildung. Alle diese Sagen scheinen aber 
palästinensischen Ursprungs zu sein und nicht hellenistisch, wie 
bisher allgemein angenommen wurde. Und darüber ist man sich jetzt 
wohl einig, daß Vieles aus dem Hebräischen ins Griechische über- 
setzt wurde , aber für das Entgegengesetzte hat bisher niemand 

10 einen stichhaltigen Beweis erbracht. 

§ 77. Die apokryphen Zusätze zu Daniel und Esther sind ein 
schlagender Beweis für diese ausschmückende und erweiternde 
Tätigkeit in Palästina. Zu dieser Reihe von palästinensischen Sagen 
gehört auch die Schobachsage im samaritanischen Buche Josua. Es 

15 ist nicht die einzige apokryphe Sage, die sich bei den Samaritanern 
erhalten hat. Ich habe bei ihnen eine ziemlich ausführliche Mose- 
sage gefunden , ich habe ferner die Apokalypse Mose's (das Adam- 
buch) in samaritanischer Sprache und auch eine Variante der Susanna- 
legende gefunden. Die Schobachsage gehört dem Kj-eise der Eichter- 

20 sagen an, von welchen Josephus eine in sehr verkürzter Gestalt in 
der Person des Kinesius (Kenas) erhalten hat. Eine zweite ist die 
Schobach- und eine dritte die Jephtasage. Diese Kenas- und Jephta- 
sagen und die Vision des Kenas habe ich in hebräischer Form 
entdeckt in den „Chronicles of JerahmeeP. 

25 § 78. Bei Gelegenheit der Herausgabe dieser Chronicles (London 

1889) habe ich auch von der Vision des Kenas und der Geschichte 
des Jephta die lateinische Version derselben in den Antiquitates 
des (Pseudo-) Philon Judaei, Basel 1527 nachgewiesen. Dieses Buch, 
das bisher außer von mir nur noch von L. Cohn untersucht worden 

30 ist, gehört dem 3. oder 4. Jahrhundert an und beruht auf einer 
älteren griechischen Vorlage, welche auf ein noch älteres hebräisches 
Original zuräckgeht (Chron. of Jerah. p. XXXI — XLI, Cohn, ,Jew. 
Quart. Rev.^ vol. X, p. 227—332). Zu gleicher Zeit habe ich 
schon damals die Vermutung ausgesj^rochen, daß wir es mit Sagen 

35 zu tun haben, die zu dem Kreise der samaritanischen Schobachsage 
gehören und daß sie spätestens dem 1. Jahrhundert angehören. 

§ 79. Parallelen zu den einzelnen Zügen dieser Sage haben 
sich in der rabbinischen Literatur erhalten, manche in den Sissera- 
legenden und viele in dem Sagenkreis, der sich um David gebildet; 

40 denn Schobach ist ja tatsächlich der Name des syrischen Feldherrn, 
der den Ammonitern zu Hilfe eilt und gegen welchen Joab und 
Abischa ben Seruja, die P'eldhen-n des David, kämpfen. Im Anhange 
teile ich die ausführlichste Version, die sich in einer alten orienta- 
lischen Handschrift erhalten hat, mit. Dort spielt auch die Taube 

45 dieselbe KoUe, wie in der Schobachsage. Sie benachrichtigt Abischa 
von der Gefahr, in welcher David schwebt, der der Spielball eines 
Kiesen geworden ist (die Mutter des Riesen ist auch Zauberin). 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samarüanischer Rezension. 233 

In demselben Kreise der Davidsagen finden sieb merkwürdigerweise 
aucb Parallelen zn der Weiterentwicklung der Schobacbsase in 
Abu'1-Fath und im Cbronicon, worauf icb aber bier nicht einsfeben 
kann. Diese Dinge gehören der vergleichenden Sagenforscbungf an. 
Außerdem haben sich Spuren dieser Scbobachsage erhalten in Pirke 5 
R. EHeser, wo es cap. 52 heißt, daß Josua mit Benutzung des heiligen 
Namens den Tag auf 36 Stunden verlängerte, weil er sab, daß die 
Zauberer den Lauf der Planeten beeinflußten und ihn dadurch 
zu bezwingen drohten. Und ebenso wird im Siphrei Sect. 52 ed. 
Friedmann, Wien 186-4 fol. 85b (s. Jalk. Schimeoni) Deut. 11, 25 lo 
so gedeutet, daß „sogar eine Frau mit ihren Zauberkünsten gegen 
Josua nicht standhalten konnte". Die arabische Lesfende kennt auch 
den Kampf des Josua mit zauberkundigen Frauen, genau wie Pirke 
E. Elieser , bes. Jakubi (M. Grünbaum , Neue Beiträge zur sem. 
Sagenkunde, Leyden 1893, p. 185). Ebenfalls in der arabischen i5 
Literatur findet sich eine Parallele zu Josuas Einteilung der Zeit 
(Weil, Bibl. Legenden), s. auch Juynboll, p. 108. In der Chronik 
von Jerahmeel ist die Mutter von Sissera (Tamar) eine Zauberin 
(Chr. of. Jer. p. 174). Dieselbe Legende kennt auch Albo in seinem 
Buche Ikkarim und wird dann von Abarbanel im Kommentare zur 20 
betreffenden Stelle zu Richter Y und Sal. ben Melech in seinem 
Michlol Jophi (Amsterdam 1685 p. 54 c) zitiert. 

§ 80. Daß sich von alter Zeit gewisse Legenden um Schobach 
gesammelt haben müssen, worin er als gewaltiger Riese hingestellt 
wird, geht aus einer Stelle in Mischna Sotah cap. VIII hervor 25 
(v. Anhang). Dort wird nämlich dem Feldpriester eine Rede in den 
Mund gelegt, die er dem Volke vor der Schlacht gehalten haben sollte. 
Nachdem der Vers Deut. 20, 2 ff. angeführt und aasgedeutet worden 
ist, fügt die Mischna noch folgendes hinzu : ,Jene kamen gestützt auf 
Menschenkraft, ihr aber kommet gestützt auf die Kraft desso 
Herrn. Die Philister kamen gestützt auf die Siegeskraft des 
Goliath und was war sein Ende? Er und sein Volk fielen durch 
das Schwert. Die Ammoniter kamen gestützt auf die Siemes- 
kraft des Schobach und was war sein Ende? Er und sein 
Volk fielen durchs Schwert". Daß von all den Königen und Feld- 35 
herrn, mit welchen die Israeliten gekämpft, gerade Schobach, der 
nur zweimal in der Bibel zitiert wird (2. Samuel X, 16, 19), heraus- 
gegriflen wird und der, nebenbei bemerkt, dort von David getötet 
und trotzdem dem Riesen Goliath gleichgestellt wird, findet seine 
Erklärung nur in der Sage, die sich im samaritanischen Josua 40 
erhalten hat. Es muß also zu jener Zeit diese Sage im Munde 
des Volkes gelebt und Schobach als das Sinnbild der scheinbar 
unüberwindlichen Macht gegolten haben. 

§ 81. Der Einwand, daß im Sam. Jos. ein König von Arme- 
nien als Bundesgenosse des Schobach erwähnt wird, was einen 45 
spätem Ursprung beweist, ist nicht stichhaltig. Schon der ano- 
nyme Sam., der den Berg Gerisim (s. oben § 62) für heilig erklärt 



234 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

hat, erzählt an derselben Stelle (Freudentbai p. 224). daß , Abraham 
gegen die A r m e n i e r zieht , die die Phönizier angegriffen hatten, 
^AQ^Bviovg eTttGQCizeiJGai rotg <Poivi^i, in deren Mitte er lebte, sie 
schlägt und die Gefangenen, die jene mitgenommen hatten, zurück- 
5 bringt, wofür ihm Melchisedek dankt". Also im 2. vorchristlichen 
Jahrhundert galten die Sj'rer als Armenier. Die Sache erkläi't 
sich ganz einfach, wenn man an Aramäer = Syrer denkt 
und der Übergang (oder Schreibfehler) von Aramäer zu Armenier 
kann dann nicht mehr befremden. rrx'JiiM ist überhaujit der einzige 
10 Name, unter welchem die Syrer gekannt werden; gegen diese 
Aramäer kämpft auch Abischai in der Sage, s. Anhang. Ja, in 
einer griechischen Historienbibel, die spätestens dem 9. Jahr- 
hundert angehören soll, unzweifelhaft aber viel älter ist und nur 
als eine griechische Überarbeituncr des Buches Jaschar orilt. kommt 

O O O ' 

15 auch eine merkwürdiofe Geschichte der Richterzeit vor. Vassiliev 
druckt zum erstenmal diese griechische Historienbibel ab (Anecdota 
Graeco-Byzantina I, Moskau 1893), die die Grundlage der slavischen 
Palaea ist. Dort wird p. 262 — 263 eine lange Geschichte erzählt von 
einem Richter Aedör (Ehud), der sich anbietet die Juden zu befreien 

20 von der Herrschaft des Göt, dem Könige der Perser; denn nach dem 
Tode von Josua und den Altesten wurden sie von den persischen 
Königen anaem-iffen und ihnen und den Chaldäern unterwürfig 
gemacht. Aedör befreit sie, indem er in derselben Weise den Göt, 
König der Perser, tötet wie Ehud den Eglon, König von Moab, an 

25 dessen Stelle jener getreten ist, und Aedör kehrt als Sieger zurück nach 
Jerusalem (!) Genau so wird die Geschichte erzählt in der slavischen 
Paleya (ed. Popow. Moskau 1881 p. 118/119). 

§ 82. Der Briefwechsel zwischen Schobach und Josua wird 
von dem ersten Herausgeber des Juhassin, Konstantinopel abgedruckt 

30 ^aus einer Chronik der Samaritaner, derzufolge es in einem Midrasch 
der Juden auch erwähnt sei". Dieser Text ist aber aus einer arabi- 
schen Chronik (Abu'1-Fatli ?) geflossen und nicht aus dem Jos. Sam., 
wie der Vergleich zwischen dem Wortlaute der beiden Texte es 
augenscheinlich beweist. Als entscheidend dürfte auch das Faktum 

35 gelten, daß der König der 2^ .3 Stämme n^:"' und nicht nn: heißt. 
Nur durch die Verwechslung der Punkte, die auf den Buchstaben 
stehen, konnte aus einem arabischen ^^^ajö die Form ,i?^Ai^ = n":- 

entstehen. Dieser Briefwechsel ist in alle späteren Ausgaben des 
Juhassin übergegangen und auch in Jachia's Schalschelet Hakabalah 
40 ed. Ven. 96 b, Amsterdam 78 a, außerdem Filipowski. London 1865, 
p. 60 — 61, Heilprin Sed. Hador. p. 94 und in meinem cod. 775, 
einer modernen Handschrift persischen Ursprungs, fol. 142 b — 143 b. 

§ 83. Wie die Sage jetzt vorliegt, kann sie wohl dem 1. oder 
2. vorchristlichen Jahrh. angehören und als Vorbild credient haben 
45 der Davidsage, die zur aggadischen Ausschmückung eines Bibel- 
textes verwendet wird, während die Schobachsage eine selbständige 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 235 

Sage ist und unabhängig von der Interpretation des Textes des 
Buches Josua ist. 

§ 84. Ein einziger triftiger Einwand gegen das hohe Alter, 
das ich diesem Texte zuschreibe, könnte vielleicht erhoben werden 
durch Hinweis auf einige der Städtenamen bei der geographischen 5 
Verteilung des Landes. Aber auch dieser trifft nicht zu. Denn 
1. müßte festgestellt werden , daß diese Namen die ursprüng- 
lichen sind und daß sie nicht wie bei Josephus, in den Targumim 
und in den arabischen Versionen des Buches Josua von den jeweiligen 
Abschreibern durch neuere ihnen besser bekannte Namen ersetzt 10 
worden sind, und 2. wenn es festgestellt werden könnte, daß diese 
Namen die urspiäinglichen sind, so gehören auch sie dann der 
herodianischen Periode an, namentlich Caesarea, Tabris, Nain usw. 

XII. Schlußfolgerung. 

§ 85. Fassen wir nun kurz das Endergebnis dieser Unter- 15 
suchung, die nicht den Anspruch erhebt, das Thema vollständig 
erschöpft zu haben, zusammen, so ergibt sich, daß sowohl Massoreticus 
als auch Samaritanus auf ein gemeinsames, sehr altes Original 
zurückgehen , mit welchem beide fast immer wörtlich genau über- 
einstimmen. Dieses alte Original kann leicht rekonstruiert werden 20 
aus dem übersichtlichen Schema , das ich oben § 34 angegeben 
habe. Neben dieser Quelle hat dann jede Rezension noch andere 
Quellen benutzt zur Vervollständigung der Erzählung. In dieser 
Fassung, in welcher der Samaritaner jetzt vorliegt, gehört er un- 
zweifelhaft einer Zeit an, die lange vor Josephus liegt, und diese 25 
jüdische Eezension muß sich von Alters her einer gewissen 
Autorität erfreut haben, trotz der Tendenzen oder gerade wegen 
ihrer apologetischen Tendenzen. Die Abfassung dieser Rezension 
gehört ohne Zweifel jener Periode der Sagenbildung und apologe- 
tischen Abschwächung der alten biblischen Berichte an, und dieses 30 
Buch ist ein Beispiel und eine Erklärung für die ähnliche Tätigkeit 
der Hellenisten. Aus diesem Grunde folgt Josephus diesem Texte, 
den er gewiß als autoritativ betrachtet hat, mit Vorliebe und die 
Samaritaner müssen auch von der Authentizität dieses Textes über- 
zeugt gewesen sein, da sie ihn unter ihre Schriften aufgenommen 35 
und ihn dazu verwendet haben ihre Ansprüche zu stärken. 

Hätte dieser Text keine Autorität gehabt, so würden die 
Samaritaner ihn nicht aufgenommen und die Juden dagegen nicht 
polemisiert haben. Die einzigen Änderungen, welche die Samaritaner 
in dem Text angebracht haben, beschränken sich ohne Zweifel auf 40 
diejenigen Stellen, die sie gemäß den Änderungen im Pentateuch 
auch hier gemacht, um ihren dogmatischen Standpunkt dadurch 
zu beki-äftigen. Alles übrige scheint altes jüdisches Gut zu sein 
und wurde von den Juden als Agada behandelt. Daher die Parallelen 
in der jüdisch-agadischen Literatur. Aus dem Dunkel der Ver- 4,-. 
gaugenheit taucht jetzt nach 2000 Jahren ein Buch der Bibel wieder 



236 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanisclier Rezension. 

auf, das, welcher Ansicht man auch sein mag, durch sein Alter, 
seine Konstruktion, seine Ähnlichkeit mit, und seine Verschiedenheit 
von dem massoretischen Texte als ein neues und wichtiges Element in 
der Geschichte des Bibel kanons und der Bibelkritik betrachtet 
5 werden dürfte. 

XIII. Herauggabe des Textes. 

§ 86. Als Grundlage für die Herausgabe des Textes habe ich 
cod. A genommen, der in jeder Beziehung als besserer und korrekterer 
gelten darf. Ich drucke ihn Blatt für Blatt und Zeile für Zeile 

10 ab, genau so, wie er in der Handschrift vorliegt. Die Lektionen 
werden wie im Original durch einen gi'ößeren Zwischenraum zwischen 
denselben getrennt. Von cod. B habe ich die Vai'ianten, die eine 
bessere Lesart darbieten, in eckige Klammern [] in den Text gesetzt 
neben die Lesart von cod. A, die ich dann in runde Klammern () 

15 eingeschlossen habe. Ebenso bin ich mit denjenigen Stellen verfahren, 
wo codd. B und C Lücken von cod. A ausfüllen. Sie werden von mir 
in den Text aufgenommen und in eckige Klammern eingeschlossen. 
Varianten, die nur verschiedene Lesarten oder verschiedene Schreib- 
formen von B und C gegen A sind, habe ich als Fußnoten angemerkt. 

20 Die Interpunktion sowohl, als die Vokalzeichen und sonstige diakri- 
tische Zeichen sind ganz von codd. B und C übernommen. Die wenigen 
Stellen, wo cod. A Spuren einer Interpunktion erhalten hat, sind durch 
fetteren Druck hervorgehoben. Am Rande sind auch die Seiten- 
zahlen von cod. B angegeben. Ich habe den Text dann in Kapitel 

25 und Verse geteilt , wobei ich mich zunächst von den ursprüng- 
lichen Abteilungen in den MSS. habe leiten lassen. Um aber den 
Vergleich mit dem Massoreticus zu erleichtern , habe ich häufig 
mehrere Lektionen in ein Kapitel zusammengefaßt und die Vers- 
abteilung so eingerichtet, daß sie, wo es nur ging, mit der masso- 

30 retischen übereinstimmt. Aus demselben Grunde habe ich auch die 
massoretischen Verse am Rande angegeben, ferner Nachweis biblischer 
Zitate, Parallelen, wo auch der Verweis auf die Kapitel in Juynboll's 
Lib. Jos. (LJ.) zu finden ist. 

In der Übersetzung bin ich, soweit es tunlich war, der 

35 Kautzsch'schen Bibel gefolgt, ohne mich sklavisch an den Wortlaut 
derselben zu halten. Im Anschluß an Text und Übersetzung 
füge ich noch einige Anhänge bei, wo ich die wichtigsten Parallelen 
aus der rabbinischen Litei'atur im Wortlaute mit Übersetzung und 
Erklärung hinzufüge. 

40 Ein dritter Text (s. Nachtrag) konnte glücklicherweise noch 

für die Feststellung des Wortlautes des hebräischen Textes ver- 
werdet werden. Ich bezeichne ihn als C, und die Korrekturen, Zu- 
sätze usw. mit C. Wo nichts weiter in den Fußnoten bemerkt 
wird, dort stimmt C mit B überein. Dagegen wo C mit A geht, 

■i:. wird die Fußnote als B bezeichnet. 



Gaster, Das Buch Josua in hehräüch-samaritanischer Rezension. 237 



II. Text. 

(1) 

Jos. 3Iass. y-)N b« ii: p yu:Tn'' ' 

a-^roni yaiNi nra mx?: rnoi n-'DbN rr-^n (I, 1) 
Tay D"^:uJ Tannn ^nbiyn nx-'inb rrr:: 
•I. L. IX. --"i;73 Q'^N'^^rn ■ji-N r"»: 'oinb ~nj<n 

•: ^rby mr-p mb-:: ni72y 12 
/, i -p: p yuiirr^ bN rti!-;'^ t:n v^-^TCn. ryn (2) 

5 PN ^zy c-ip nnyi ;r72 [nu:7a] "^n^y (3) :nc72 r—^-;: 

bNi^yi "im bDi rrnt? riTr; "|--i^r! 

3 '*Dip')0 b2 (4) tb-b -(n: "^DrN "^ttn }— isn bs 

tmn; asb in brb^'i qD '^'mn nowS 

4 :-p:nbm -in-i'':n p (5) trto^o bx "^nnm TvTND 

bD :n-i2 nn: ^bns- -in:r; ^'lyi t^nrn 
'^Nin^D sbiijn n-^n nyi ^a-^rnr: V"^^" 

5 ii--i:Db uJ^N nir^-T^ Mb (6) •: aisbin; [rr^n-^] o-ir:::: 

n-i:73 ay ^-\"i^"ir! -icto :";-'-'n "'73'^ ba 

7 . pm p^ (7) t-jaTyN Nbi "^din xb •: ^^y rr-N 

[niit'':] baa miayb nN''2 Tr^ab ^^in'': V"-^"' 

^lon ^^^^ i-*inay r;*>a?3 ']i:w ics r^-^rr, 

-T. li. XII. --^jN baa b^iaori p")2b jbN^rrO) [wsbi] •,r-"' [^''] ^""''r: 

^"bN N'np'^-i (9) :i:a by •J•::^•n,•^ ao-^i (8) t^b»^ 

PN i-fps (10) :'T!DNb an't« lit-^i .ayn ■^tjio 1^-2. 

N]£^ ba nby7:i r!3\a a-^n^ay 'a^a bN-i'j-' ':a 
jyujin"^ niü T^UNa [arix nps-^i] :ar't< ^'^npsn bwS-i"::^a sa:; 

anoy 'p.^^ bNiö"^ •^:a "^ips ba ^^i^^^ (11) 



cf. Num. 
2(J, 1.2. 



* n^sby. - B add. -jms. ^ C auf Kasur: aibcn rby. 
"* "isn. ^ n"n Olli. " anstatt von -;yi :*■':. "Com. ** ' ^' om. 
*• linnNn. ^^ B Nana. ^^ B :aa^-. ^■- B %-T^in. ^•' cm. 
1' nc73 ^lay. ^5 j^^. 1« -;-. u b -b. 1« C np-. 



238 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension, 

(2) 

'Vs "^rn cn'r -lEDW (12) ta'iuVujT mNTo rn^^i 

■^--T (13) :r|bN n"^-i\ryi n-ob;:: nbym ^-n p'^s 

■p: -n ^(nujir;-') r-:;-r!'(i) [r-!:->::;n] -.nb^r: c-^imn -ihn 

cf. i-2 -n'sbn ^rn-x-nb -,?:n"'t (14) :-:y:rr; er- -irann 

i5 ^riTn -lann TwN -ni? (15) ^-•>:::'):n un'^a -^srnbi 

c:b -(r:-! nrrN -^n^rTo 'ci^^nbN n-r.-^ (16) 

li 'tz^lT^2^ 'cde'lIt ^c^'o: (17) trNTn y^Nn rx 

r;--^ -;3r r;-:^': erb ir: — :;n ''v"'^- "^■>^"' 

-:sb '3-::'::n T^srn nrNT (18) i'-tt: --rs 

^nrntri b-^nn [^ins] ("^binrO br bxTCJ-' "rn :cr-^nN 

15 TC":"'"^! nzo ''cnb mn-' n"^:*' "i^n ■:;• (19) üpn 

üD-'nbN riin-' ion "^'-iNn pn :'cr; c:; 
-.ürr-o;^"^ "pNb io[a-'N] 'cr2"::i -pi-n "^ar^ :cnb in: 

16 niijy: i:nii£ -•:;wS bs :-i?:Nb y-iiir;-' nN iriJ"«! (20) 

17 ^rr-;:-:: t::n bs^ (21) :-b: i:nb">rn -itJN bs bNi p- 3- 
j.L.xni. j/^^ P ;..»^;^. nViJ^i (1) i-:-;-^bs rrc: 1= nc:: "bN II 

VJ-r^ -n-^-i"' "i^i* PN ^•''iNa"' ^-^ciSf^-) (2) •.•,i':D 

T?: 'cnb qcN'^' t»:;« -^t:- rr^u;:« tC-icc^:] (c-ix^a) 

p-'n.iNS-'i iDb-^T (3) :-^^i i^ib in-'-si"! n-^rrorn 

<2 '^•?:ü;^"i (4) :=■:: lasc^i :::m rT73U5i ":it nujM 

nb^bn [rirh] (r;:^) -nsn n"'':j:N n:r; ippT' ^^^^b'^^ 

S rbuj-'T (5) "pNn pn -lEnb bN'^\U'^ -rnw 

:-i?:Nb 2n-; bx ^n-'-i"' •fb'n 
n«:: ^-^n ^^bx s^Nzn c-i^rNn ^''pn N^isin (6) 
nNn )'-!Nn bs pn ^o-j^"-, ,3 10-^,3 Tjj^ 

4 D'^bs-i'nn n^^arNn pn rrcNn npm (7) 



^ om. - -tj:. •■' om. ■* b-^nr:. ^' -i-w b a. •^ CD^^rn. 

^ C*C"?:n. *" CI — ---1. •' om. ^0 (' ausradiert. ^^ ""rb. 

12 c-'::2'>rn. ^'^ -ipb. ^* B t^-«-]. ^^ om. C am Rande 

zugOKc-brieben. ^*' B om. '" C "jb": bx. ^^ om. ^^ "^^piD. 
-0 B lEnb. 



Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 239 

(3) 

5 ^iNs:'^ *]tjn3 n-'-^iorNm t^cnn -nsob -tr-»^" •n-'i (8) 

crf-iHiS ^n": icTn nsbn ^nrN ■rrT' Nbi 

6 '□:7:-L:n ^naart 'anbyn N-m (9) :[=r'N] (E)^:i'^'w'r 3-3 

7 n'c:N-i (10) ::.:- br r;b mr-rn y^'n (O'rcn 
1-^:10 -rem m-iny?:r; br "(TT^r; "j-n] tirr^-rN -r'-'n 

8 =nu 'nm (11) [C :ür.'-rN n^s^n-n inj:^ tcns ^-hn 
nrbr X'm ■pnD'i:"' 

£^ "in: ^■'3 Ty-!"' ^cnb i":i«n (12) y^~ by cn-^bs p- 4. 

ty^Nf! TN csb ^fn: n^^msN "^rtbK ^mn-' 
bD i^-Ji: ^•z^ i°irbr ^crn-^'N ^nbc: 'sn 
10 t:;« PN irrrü -^d (13) :z--:r: "iwXn ^n-:}!-» 

-itJN [B nrNn ^rb^:] jirbi :Tin"^Db -(-n^n n^rn -^cn 

ii Nbi iranb dt:"^! yc^rn (14-) cns nr-^i-nn 

cr-nbN i-r^Tr ^-2 :[C3-] (cr;)-^:E'7: [cxa] (-i^wxr) m-i -ir ii-7:p 

y-iNn bri by?:?: nr:\r:i cnb^r: ["^nb^] wN-r: 

75 :cr-maN -^ribN [mn-^nj ■'b n; irncn nm (15) ;rnn73 

[: lon ■'^N rr-a "c'J crN ns 'nnv^ri] --cn er*:;' -^n^-rr ^d 
:n'}3N mN ib nnn^T 

75 bD TN nnp-isi [^ax] (-nbN) n-^n ^'^^i^ 'cn-Dicm (16) 

CMjrNn nn'iD-'i (17) :nr:r! y: nrnr^'c: 

74 rn£ (18) -7:wSb -imn n- br rr^^n tnrr 

TNTn "p^n TN i:b ir-'nbN n-rr' 

75 m-nm (19) :n?:i<i -icn -j-^':::' -.r'iijyT 

-,-'p2 nrr^a ■'D "pbnn -rrr bnnn 

76 -i^iNm (20) :rn'::i^ '-^N^n mmm tm^inn p. 5. 
[~;i-n] n'^Din(i) 'cra i-^iyac^ p iDb mrin cnb 

0^72-1 ri\Db'oa -nn ne i^cnnnn tCD-^inN 
icsDinb i^iDbn ^nsi if'c-'En^^r: r:: nr 

17 "iiniN n-^Nip: c^u::^«- rr^bi« -.-'rwS^-; (21) 

18 (!)npu5n Nb üN (22) '.r.Twi-z-n 't:JwS •^'rra-::'?: 

n:2 irmiin icn "pbnn ■':':: ^^^r^ 
-j-^bN ^EDNn '^''3N n"'3 bD nST 

1 C -IT. 2 ;-t;j<i5. 3 ^.. f^r : ^2. ^ bwX 'cp-'brr;. 

^ llb n-l'73N1. ö B -jN für: ^"D. 

'•> ruht:. C nb-. 1« hat b a. 

1^ B om. 1^ B 1:^52^. 15 B 2r3\L^:i 

getragen. 1^ l'zb. 



' hat b a. 


^ om. 


11 .><■..« 


1- B -,'^. 


:i. 1'' omit. 


C' nach- 



240 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

(4) 

21 ns i-icpm (23) nsb-'i cnb;m trr-n r^a- '5.x 

n-'b^i'^^r; n^\ü:Mr! la^"-! (24) -.-pbnn tc ::in 

br TN ib THEO"'! "p: p ymn^ bx iwNn-'i (25) 

22 r:Db ^a-'imn r^x iim-'i (26) nr'wS nNirisn 

bs ^rcbi "irrsr! "prtN p -iT^bN 'rcbi 
•: bwN'-,-:;'' ^"jnc -CN-i 

777, 1 ="jon^: nrci ^pnn -p: "p r-:;-rp nsa^i (1) III 

[irb-^i] (i:b^i) bwS-!«::^ ^ri bri N^n •,-!-i''n ^ly ixa^i 
5 Tnnyi :nr:'' n'v::b\:j ^-^ipi: Tfi (2) n-tn;" a^D 

5 : -i-oxb nrn pn iiii^T (3) n:m:n nnpn [c^-"jr::-] (n^-jEicn) 

D3-r:bi< ri-n-' n-'-in •p^Ji pn n^^■T;N'^r) 

4 n-Ti' p^m -N (4) r-'ni« srDbrri cr?oip7:[7:] i'- ^■ 

bws r!-''!:n r7:c< B^rbNs ^^ran 'cDra 
^mn PN i:?-p -i-cn p'7:b i'bN inipp 

5 bi^PW 6^-,-3 'np-iar «b -s :-a isbp -iCN 
-,^3 "3 r:;-iprr: crn bs -p: -p rcT,- -^^rM-^:] (5) t irrba 

6 p yc--^ 'i7:i<-'T (6) : [n*J<bc: 'cra-pn n^'nbN mr;'^ n-:;:'"' 

'rsb "--inyn mn"^ p-'-ia itin pn in-:; -^-rxb 

•irsb isb-'i mn'' p-^-in --^s pn isc""!] :^■r^^r> '.zvr\ 
-i?:Nb mn-^b c^rnrn --i"*::-i (7) [C :arr: 

:^DibD bn n";a x-n •"': bbnp' (8) 

: i°DiN''3 br; br ip-s; "': bbnp-' (9) 

: iipi' b2 "rr: N-.n ■^■': bb-p^ (10) 

tpr» bD N-in TCN N";n ""c bbnp-' (11) 

tais:: ba irti:-'. ^^r\rir^ V2 bbrtP*' (12) 

JG-N": [iizz] (T??73) Nb Nin ■'"'2 bb^P" (13) 

:r;iN": sbi 72 Nb N-;r: r: bb-P"^ (14) 

:cis^: br rr::y a-r> ''2 bbnp-' (15) 

:n'':i-iNr: •'mtn a^nbwxn --bN bbnp^ (16) 

:n-m -pNm a-'^2"On ^'^T^m Dr.r^ r: bb-p^ (17) 

[r;b">b-i crn wxnn -■'2 pzpc] (18) 

ti^p-NTnn bD xn'a ""72 ^'bb-p-' (19) 

:p-Kb3:n ncr '72 i«bbnp- (20) 

^ "npujpi. - nn-^-im. '^ bs für ny. ■* B yp72. ^ c aa-^ryn 

irrai. '^ om. C' add. " B ir'b"^"i. '^ om. ^ a"!N73. 

'0 B mbr. 11 mi<72. ^■- ß om. 1=^ r-n-!. ^^ B -2-rv 

1= piN-nar:. ^" C b^np-'i. 



Gaster, Das Stich Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 241 

(3) 

VN (22) :a'rrTCm nmxn Nbs r: bbnr^^ (21) p- 7. 
biow Nbi :2°iN5 BN "d' r:N3 Nbn (23) :i-nb:: -::• 
[r^ii-i-p NbN] OTip [Nbi] i r.-Sy3 NbN "jb"«:: Nbi : ib'c'?: Nb.x 

!•: nbirb i?:"i3 '^T-iai ^:7r»zj ^-cipn- (24) 

7 ^-^■Di'j^ii bnn nrn Di-^n r:;itTi bx rt-r;^ — :n'- (25) 

■T«::;Nr '2 irn-' p"7:b ^bNi'^"' : =nr bD ■'rrs 

8 '.yzy rr-a -r ■'-i^y n'^73 er -r^r: 
r-'-in "iTiN 'Nc: c-rnrn r.N [n-iir] (^i::'') --'n- (26) 

■'Na; a^rnzn bN rairr^ -i72N^t (27) :iT:rr 

n^i: Ti-ND -p rr:'^T (28) tn-r:"' r^-^n -p-N 

a'rnrn db-'i (29) fp: p y.sir!-' Y''^^ ^^^ """' 



j. L. XV cll2 'erb irp (31) :-i::Nb arn tn y>: jn rcin^ :::'■: (30) 

:::3':jd ^ nrN 'c;-!« nnN "vT^n -icr ü';c 

io *p-N "^N^: a'rnrr! -b^n mEa m:a 9^,-. (30) 

•jirr-r^ "Tn ■''50 TTT^n ^23° mn-' »-.■'^3 
nnN (!)n: ^^-n^^y^ nby^sb^a ^^anT^n i°ar:r: 

14 -i:f ^'^"■nirr rrir ]t:n "N'^: N-aa ^n'i (33) 

15 TiiTiT :a"':r; nxpa nbai:: [an]'b5-n p-iTt 

i6' nw-'i (34) rT'iirp -^^r ba i*vrm5 ba by Nb-: p- s. 

:i''ir;N -: ^^aip r!by7:b7D a-'TT'n C"?::: 

n-Tor-'n (36) [in^T^ 15: i-ar arm :C'] :ima:n rija'^ av:r:^ (35) 
17 'M02 DTnan 

I (i'ibaa: ■'b^'n "j-^n nr) 1 mn- r-^-a -(T^s 

bN^a"^ ar bai ^^a-'r-an (37) •.•\-n-'- yr^ na-ira 

")iayb "'13- ba ri'n ncN -r rtaina a^nar 

/F, 4 a-ra ^'-"by Ti: -ja roim N-ip-'n (1) [-1 :] -p-i-- PwN IV 

5 ■i7:n"'i (2) :bN-io"' •'ra?: -•'■pan -:cn ^a-N n'cz' 

:mn-' -^rr^-ia -piN ■'rsb mar 'anb 



* DWi^n-'. ^ :iri'N3 NbN. •' "j-iar^. * omit. n. ^ m:?. 
ß om. "m::. M^ °~° om. ö^mT. 10 C om. ^^ C a-rT^n. 

für IHN. 17 gestriclien iu A. '* omit. i'-* B b für br. C bN. 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 16 



242 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanwcher Rezension. 

(6) 

6 -pbN"::^ -^s :-*c:3'^:25'3 mN hnt n-^nn "■?:b (3) 

:'nrb nbNn £':::Nri n:: :^r:Nb [-.m:] (-n2) n^^rn 
n-r;'^ r'-2 ii-n ^rs^s :C'] ^^i-i^n ^■^"2 ^nn^D: — >:;n cr-i-;:NT (4) 

8 rrrn (5) ;L:b^y iy bNi'::-' -^rnb iTni^n ^nb^n 

lö'-ji: i::' r-ijin-' [C rS] [mm-'] (nns) n^:: t«2:nd bN^-a^ ^::2 -p 

s-'pri) i^a-'r^N m-:::* cn-j in'::-'i (6) :rry "p 

*p: -2 ycirr^ ü^pn n-^r^N niar ü-^roi (7) 



•'N-äj: s^rriart "^bs-i n::')3 nnn t'ni^rt "iins 



cf. 14 : Ninn nvn (8) : no rrT^i : iriir!i rr^iz ",i-iN p- 9- 



'i: 



bD •^r^ra ": •)- ;'\r-r;-' ^-^rü mn^ ^'nsr 
iS" c^rriDti mbyn -ri'^i (9) •.bN-io-' 'rz mr 

:",TT^r! ^ir": n:n'^ n"'-:2 -ji-iN -N*^: 
j. L. XVI. iP« -j-: ib^' cy-T (10) :'n';2ip';:b T^T^rt '■: in^ü'^T 

N^nn Ct'Z (1) : ^■»'ir^jcx-r; U3"i-b -,-.ü:'2 pT^n Y 
^^ri-n -icN nw2 n-i^':;rl -i^^ji [-ji: -p] y^üin-i iTor 

bx^*::-' -:a bzT :qno [n-' br] (nrr^by) a"'''s:n iiin 
;;:-i:cS rin'ws rrbs '-nsi (2) siw:? 

:mNmnn wN-nn t::n bbrin-' (3) 

:[r:s:-NrT: n-'7:"::r! is-s -'c\x bbnr-] (4) 

:iörm^nNn -b -rri« ^''bbnp^ (5) 

tnim-nr; -^bN Nin 'nusx -obbnn-' (6) 

:m73n ib [-pN] (vr) -i;aN '-^bbnn'' (7) 

:nNbE:r! r;'::y -!•>::« 23y5;^p^ (8) 

:mnNn Nb^ -,"^\x -^bbnn'' (9) 

:myT?:r: -rnr Nb ^,":;n -^bbnn"' (10) 

:nN2:'::r: n::":n -cn ^'"bbnr- (11) 






1 B - 


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2 rnN. ■' V br. 


■1 . — , 1 


5 C ad: p2. 




« B '^72'?3, C 


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10 


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11 


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1« B -cnpr^ 


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-0 B -n-in-', C -üipnv 


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■-•2 b-rrv 




23 L'!:i"ir"'. 




•24 -V-.. -25 ,^.;... 


-^ -::r-:;v 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 243 

(7) 

\r\-K.y^'nr: bD n-^mo Tax bbrin-^ (12) 
:n2'::rr: rN ^■'rx t::« ^bbnn-' (13) 
:ni:ir/:- br -:23-cr Nb -iCN ^bbnn-^ (11) 
z^z'2^zr^ TN -^-j-^bin nu;N '73 ^bbrrn-' (15) 
xyni'D VN "*::n tü-nb^r: Nin r;r'N (16) tarrc:: p- i"- 
m:[i]7:nm n'-,ry72ri bD pn rr^r N-)r; nr^s (17) 
binsn yy:: ']-an-' (18) :mm-irTT nr:i:£ym 
n^b :nbiyb ""::^p duj "i^'n ^nri :abirb 
i-:nnN Nbx ribN 

cf. 14 mbn:i'50 bN"ic^ bn- bD ^ryn b'-'s -p^ P i'UJin'T (19) 

^°mb",r)n ^•^hv oiwi" -p na73 a^K'^rsrn -yn^ 
cf. ^0 C':::sr! —er -r-:: tn ürn ",:5N-i [T::'pr] (TOp-^i) (20) 

TOr ür n--"' r!-,::^ ^-»rNb ["nDT :C'] bsbsn mpi:3 

cf. r, jf -r7:"::'^n (21) :TTn^- nN 'tr\-2^"ß "ryn bN-r::"' ^rn 

nN bN-iTT"' 'ra ^3r':n p"a?:n -b73 dn 

'r2ri5T 13 ü'inrTo nyb Tv^n-^i t-pi-'r; 

bEm (22) j-;:7:7: 'cr^'^i nrb ^•,r>""'^^=' ^'''^ -i">2:nd 

r-^Jin^ bN nitT^ 'i7:n-'i (23) :nn!:T n'':"'N crr^by 

"ro br ^-NTT '^"ins pn Tin: riNn :"p: "p 

cf. .9 "^7:? bs br7:n ^VJ-i^ -^rN':::! (21) :ü'^7:rr: bs 

CU5 PN V- P '■"^"1!^"' N-np-^T (25) :"=": bs 

L. XVII. ->:3 br72 ■]:"" ^5r:T (1) :bab:. i-:Nin'n cip7:r: YI p- n. 

-:n ^'.x u:n"7 •p^D'JS-in ainn bx^u:*' 

i^rrn --rN (2) :iob'nrm : r!-.:''r:jn -^rob bN-io"« 

C^rrm rn-NT roN73 y^'ujT a-'EbN n:uj 

cf. V. 10 i-;'3iN3 -T- -onnn (3) tcbn^^n nN-^-inb' nr:; 

' p-ip TN r,yr a^anrn v^ '•i-''273 ni"' '^'üy 

ei. y. 11 »nrao mi:^: '*ibDN^ (4) :in-'-i'' ^^mn^rn inoEn 

'nbsNn Nirin nr'a f:n n3-::''i] (5) V"^^~ "nny: C"«):-* 
i5 :T,r n^ri Nbi [y-Nn m3y7: 

:N-r:'n r;:",rn -^'-Nn PN-i3n72 ibrN-'T (ü) 

*'• für ' ^'^ Tbr mn' aib"«::. ' prb. * B pi:*, (' ausradiert. 
^ ']PNT>i. 10 B ba-. ^1 N^n. '^ -:-. ^^ B p3-. '* ibrNi. 

IG* 



244 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samarüanischer Rezension. 

(8) 

F, 13 N'^'^T : i-^-i'a -i: p j-^L"-' r-.^nn [t;^-:] n-m 

b a 

la-im Tl.": rN ^c^x -■)2V n:m nt't n^:"!' 

-vrN -,-: p >'":;in^ -jb^i (8) :n^3 nsib'j 

ü -:7:i<iT (9) :[-r-j:7] *(ir2C-N"-:) [dn] (im) nn« -^irbn Vo -i7:n'^t 

ht^^ :-rN3 nrr -iri-' n^i: ^-lo ■'rx '2 [:J<'-] 0'-) 

; '-rr,'»::-!! -x-n t:s rr ■,■: p r'^in-' 

-j-^Vi": b^u [ib ^^:s*''T :--n;' bs im?: "^i-J« ni:] ib -'rx-'i (10) 
15 ü"~':r! "^2 -^b:i"i br?: 

;••:;■!"■' c:*^"! : i<in 'iip [r'iiN] vbr v:y nrx -i",rN p- i2- 

VI, 2 "T7:n ns "ji: p rct-' bx r;--^ -jNbio "72X^1 (1) TU 

jnNTn Tr- pn -;-^n ^rr: n^*^ n-n-' 
5 :-!':•- PN 'nnaci (2) ^'b^r- ■'-nnri nsb?: tkt 

jTr- TN "q'pn r:7:r;b7:r; 'CZwS bz 
:2"'72"' POTD "i^rb ncrr -z \:^^^^ [c:"'^] (es) 

4 [B 't^n^'] (rn^i) '^rrnrn -t^n ^rx -^n-::: n-rnrm (3) 
DT'iaT (4) : (□■'-:3r,rr:) [a-^isicn] pn 'nn^T^aT nrn ^r'sb 

:m-iDr::n "'pp^ a-'rnDPn ^-a^73y2 r;;'3":;' 

5 ^•^i:^'-)"' -ist:;- bip p^ [b'^nrn . ']"c;i723] C3r7r:;7;:2 n-'m (5) 

■na." mn-' ^•^i-i7:i< nbi-;; nrTP zrn br 
T^yn PTOin p;bc:i :r2a mn-' r.72r!b7:a 

6 N-ip"'T (6) :t;:.: •::'N zrn ibrn trr^prn 

'cn^bN n7:N^i z^rnsn ^^pn -p; p rein*' 
a-'rns rtraoi smrr^ p"'13 "-wS pn IvS-j 

■'rcb n^bm-' ci^sv»:: r;;"aa -x;:;- 

7 i-nr cm bx ^^72^;■^^ (7) :n--^ p-^na -p-x 
•p-ix i^^rsb -3"-' [f'ibnm] (-^-inm) n-^yn ^''PwS ^abi 

ö cm bN r-w-r;^ ["-wS] n'jwXD -Pfi (8) '.rr.rr p-'-ia i>- is. 

:m")2r::3 "'pP'C'] a^rnrn TinyT 
^^oni-iHN "^bn mn^ P'-:a ii-x- (D) 



^ 1> a. - oinit. •■' C' i:bwNr;. ' J> -:'i:-t wSb, C korrigiert 

in :r-ixb. ^ " " -iCX2. " -!-:•". ^ Z''';'.'^. ^ omit. 

■' B m--' p^^3 für :^^-rjr.. ^^ B i3-cp. " B ra-j. i- om. °. 
1=' JJ in^T. 1* B -uS"-. 1^ bN. 1" p:*. ^'' C add: -:: =:t;. 



Gaster, Das Buch Josua in helräisch-samaritaniscTier Rezension. 245 

(9) 

10 NDT -lyi'^n Nb i':'7:Nb r:i-rT" i-r,:^ ürn -«■' (10) 

11 ni-irn "jinN rion (11) •.urr-^'^m ir*^-!- n^rnrn 

i;2 iN-^j'^T :npr2 ^i: ",n r-:;-?-;"' nr\ii^- (12) :n:n-:3 

cf. 7.3 ■irpn-^i (13) : n-rr" n^'^n •p-N tn crnsn 

d. 14 bD C"r n-r-:; ^—rr: tn] ii^D'^t (14) :iTi-;sria crnzr: 
1') -r-'3\rn ÜV3 -n^i (15) :[r,nN nrc c-p 

i6' r-^:nrr: ■;:•'-- n-r'^-cn zr'-rs -r:-i (16) jn^'?:ys 

äsod. 15, 3. -1125 mri"' : crr; br ipi'SfT m"i£T::n 

bN ro"--' "i^cN^T XTz-:: mr;^ r!-:nb73n 

a b 



:-i^rir: pn ^mn-' cd:: in: "2 



:'■'■ 



I U.« I I 



17 r-i-2 -fi'N bsi [N^n] (■'r:-') aVn nxTn i-rn nrpr;i (17) 

[— rj<] bDi N-n [n^nr] (n-nr) nn-r; ::n'n pn : mrt^b 
c-^SNb7:r: nx "nr^sNanr: -'s rr^na "pn 
J<S nnN p-i (18) :^r-r> -i-yn rx b:;-ib i:nb-j —CN 

bNTXi-' ri:n73 pn 'cp'!:*:;! : n-'nn p Tn'^ob p- 1*- 

^.'^ rriT "^bDi qcD -bn (19) :-pn 'cpir^i :c-r,b 

20 srn r-j-'i (20) tnirr^b N-n •cj'ip b--,m :P'vrn:i 

br^-'i tn-'pnp tTj^inn btpi :nbn:i nriin 

T^rr: pn nsb-^i m^: \a^N rrn^y- cyn 

'27 *72"i iü'N73 :T'rn n':3N bs pn^ i'js-'^n-'i (21) 

22 ^c^r-iübi (22) :ni'n ■'cb itohi :r;'ji ivj -zVi rriJN 

r-:;in'' -,?;n -^'-np! pn cbi^^-isr: n'-:::Np; 

'cc": iN^i:ir:i rtcxr: p^n iNi ",-- "P 

cprn*:;; -,cn- p;5 '••^w :- pni n\i\sr: pn 

23 PN -N^i:vi p^nn bx iNn-'i (23) :nb 

PNI r;'':N pni n-nx ^^-^^ -j^. ^ni 
54« icn'uj ^^rr:i (24) i^n\nnE;r': b: pni [-^pn] (n-nn) 

-2^' [N-^Hn] pyn rv^-rt"» rn'^u^i (25) :-3 -'^jwX bn "jjNn 

n\25i< mr."' ^rcb -»u^np; -iIwV :-'':wXb 

PN pntp: ^^VTi PN ^-n:2i n-p"' 

^ ^° omit. 2B .,,^.,^ 3 (< ^..,,2-^.p i Qjj^jj 5 Q 120^1 
—rn Pn-^2C C^-nrn. " B a b. ' B nP\S Nnnn, C korrigiert 
nPNaPlP; durch Kasur des zweiten N. ** 173~". '-' B add: "r^ür. 

"' om. 11 c :ptr,-. 1-^ -ja^i. 



246 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-saraaritanischer Rezension. 

(10) 

27 •'^r^ -p: p y-o'-r p'n "n-rr ■'H-'T (26) :ir,^-i^ 

cf. VILl bNT:;"' ■'rn?: üj'^n nh-'t (1) [•iJ'-pNrt brn ir?:;« A'III 

.3.L.22501ibr. 'Dbp\!:72 ^HT iT^Iibl 3^7 cbo npr 

T^\^rr ;]N -in^i (2) :bpa n^-7N?:^ c-'sbN 
cf. 5, 4 "ii: p roin-' nbuj^i (3) [i •:]:bN-i":;-' i;a by 

in"'-)-^ "p: la-^N csbit n'^b*:: crn •,■»2 

^nujbü TN ^"STi "i^:n i;::-i5'^-i -i'^i'n bx 

^■\T. "j3 :yu:ir:"i nbo t::n ;a-^N a""sbi< 

cf. 4, 5 'nx'ä 'ar!73 irr; -^^ "■'yn [-^^rrN] ":£?: [^Jnnn^T (4) 

bN "[i: "p yu:ir:^ bx m-^D-'T (5) rou^s a-'\ab'»yT 

6 bE-'-i :m52 TN Tüin^ ynpin (6) •: r^zrrzn 

-:p't bDi :rm:'n "p-ii* "•'rsb r;i:-iN T'rs br 

7 :[m]n^ ^-^riN hn y^rirr^ -i72N''T (7) :T:'y bNT^-' ^:a 

i:r's rnb p-i^n rj« riTn nyn rx 'nxnn n':b 

8 •'■D "^-i'nN 17:n n72 (8) n:T'72'^nb "«-i7:Nr; -rn 
iyi2^-\ (9) : [on-^a'^N] (nn-'riwV) -^rsb n^r-inN bs-i-:;^ ■';i irbn 

^:^"'72'ür^b irn nnbi p'ra "pN- ^n^r bD (!)rN 

iO h':Nb] -p: p y'^jirr bj< riirr^ -i7:n-it (10) J-^n- 72 

cf. ii bx-ia-' N;::n ^d [n:] cip (11) :"i'cN b;' b-:': rtrx n72b 

cf. 15 npb -lUJN [;i5^Nr!] irrn am bN "^b (12) : a-nrt ipz m-p'^i 

:o"!b ^'JN ba ^tni :cn3 insT^an annn ■i72 p- le. 

•: 5^^1'::'n "n^a: na:' "a 

j. L. xvm. cf. iö t-':n72 ba dn iricx'i 'p: p y^ain"' ap^T (13) 

^n'bx "^rrb -!yr2 briwX nrab bx-iu;^ ^:a 

n:"i:'n b:' a^:3i<n ^111:1 inar; pnf< p 

r;t:72 m::72r;] m72;a pn "i::i"^i (14) : B^72nrT pnt a^m^n pnt 
17 [m72U5 DN \a5-'i :rmr;"^ '^t::i2 nby72ri -nm :n:a72 

nby72n '"■'bam (15) :nnrf :;a\a rr;s":;-2 

o 

m?2yj TN laaii :[C "«n-iTn] (^nnxn) rnE;a7272 

n^a72 r!by72r; ^"■'b^pn (16) T-iir: ^^-:nE-a:3 

PN '^cnpi (17) :a^-ia5b [-^inT p^a nis tüs-'t C'] "^nar 
ao br pwNn 



*• "'pa 


r^ 


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: "ym . 


" 


:-:^ 


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( . 


1 




cn 




5 


0-0 


oin 


« B cyn, C 


kc. 


rrigiert 


"yn. ' 


n;r _ 




8 


um. 


PN 


u. 


1.: 


bai. 




9 b- 


— a 


'^ ^b>ppT. 




n ° ° 


B umit. 

























Gatter, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 247 

(11) 

n::7:b ■'nai p ■'7213 p -jb^y Nim (18) ','p^y 
d. 19 -p ip^y bws ii: p yjin^ -i>:n^t (19) imnn- 

*^0D"^ -121 rNT mNbsrm m-irorn 

srn ■'rsb '»-^cr n?: ■'b n: ♦'T'sn ; 51:7:73 

cf. 50 ■|(^)b^y p^T (20) :8i:7:73 "inDr bx xr^^'n 

"•rNT p^iisn mn-i (21) :^-p: p i'oin-' pn 

mrfb TN;::n ■'srN ^ri:72N n72N'^i :rt;-i!i 

22 nbiü-'T (22) tTi^'cry [hntdi] rNT2(i) bx-i;::^ -^nbN p. 17. 

;r:bnNn is:'"i'"'t n-^^Nbi^ "ji: p r^airr' 
n^;i7:i! "jrabm nr^m abo ":m 

23 y;i;in^ bx 'aiN^s^i (23) '.n-Tinn qo^m nb-'sa 
^i rfflirr-' np-'i (24) trtin^ ■':2b i^^apr-^i -jis p 

TN! [:qDDn tni -pujbn rNi n'bon tn] 

nrijs: bs nNi i\-n:n nNi v:n tnt p^y 

^5'' bD ün\s TOS'n^i (25) nb -i^tn bs nNi ir-^a 

nn'N i-:'io^T '.D-^raNn bN-i-ij^ ■'rn [B my] brtp 

o o 

26 nrr^by i72[^]p"^i (26) r^jxn i^(nnN ist^-^t n-^raNa) 

ann :r!Tn arn ny bns a-":aN iba 
!•: iri< •p"in73 ma^T :ayn by mrf 

F7i/, 1 bi<[i] N-iTi bN "p: p y^ain-' bx mn^ -)?:n"'t (1) IX 

bN iiby aipi n73nb72n --varN np (2) :rr:n 
ba riNi ^yn ^b72 pn -51^3 Tin: •'D ■•yn 
• 3^ -p; p y^rin-i -inn-^i (3) :ii:-iN rxi n7:y 

tnb-'b anbuj^i tu:*-»« a-^cb« irob^a ayn ipz 

4 ni<l «i73Nb ;"5n: p y;zjirT' a»-iN i::-'i (4) p- i«- 

Nb ^--i^yn •^inNi: «n^yb (Oa^yn-x an« 

:B"':ia: 'aaba 'an-i-^m :nN7: ip'nin 

5 jT'yn bN nnp: ^-li< t»ün ayn bai "»rNT (5) 

^ -jb^y. - B i<\ C HN. !5 B J;,p_ 4 ^o^p,, 5 B vby. 
« m^-. ' nncn. * ^r. " B ' omit. i" pj-'^-T. 

" °"° omit. 12 B „-,^^5. 



248 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

(12) 

irrNipV "i^rn -^^rrN i.s::^ •= n-^m (6) 
7 'zr^-N?: -N::n T!:ipn crN- (7) l-'zr-,^'.z-: ^1:0:1 

:^ü2n^2 M'^nbN [-•rr] r::r:T :-,-rr; rx 'cr-r"!'im 

:*p: "jn r^Jin^ z-]: "csr 'p -cr^i (8) 
r;rci [•:;n:] —-,•::■'■) bN^c- -;-2 --n^ rirn-^n (9) 

Z'T— :i'^r;b fip:: 5^^,- —;.- pj^;^ (lO) 
-b"" (11) Jnmr: nNsb :b'N n^2 rrc ^-^n 

ET-i; Tii; T^L'N Trrh ^"'r bN rein-' 

[nr 2-r--r; zrn br tn :C'] ['üPwS B] ']-■; :b'N r-z x-n — rN 

','^--:^ 'z-12 -)\s\rr: [xb^] (xb) 

r.rr^ (13) 

"i-'S? bis Nin — r.v N-ir: -ibNa (i:n-^i) 

cf. 30 V'CiT,"' -n^T (14) iz-:: -rr: briN rx -c'ir'n \'zz'6 

cf. .51 bN-.-::-' -^rn rx t^'Z'z n^i: -rrsr Vn r-^n 

'chv ib:?i"i (15) :nTj:b":: crnü 'r•r^^ -c br 

Levit. 9, 24. brNn tn-r:^ ^rcr: u;n Ni:n (16) tcr^b-:;-: nbr 

♦^Tinr'^T bN-i\ü^ ^:z nn'rc'^i :nnr:r: br 

tatT'nbi« n-n-b nbbnrm mi"'":;" -ps 

cf. 5^ N^u;: larz'-i (17) :"l:!^3 ^na nr:yr: br': — :;n 

•,r;rn ■pr;« -p ^TrbN s-ibn -^N^'r: 
-N'2 -•:;": n-nn i-,2t bs ri< n":nNr! br 

I t , ,i ii iL.WU I t mJ ^ ( t '^ .w^0(_- «^ I I 

'K^j^r -,-!-i^r: pn CD^isrs rr-i (18) :-;7:Nb 

-wN: z'T-'^snns nr\s r:[^]piT (19) 



Deut. 27, 8. 
Deut. 27, 4. 



ib. V. llff. 



^ B c-::"!. - ".z'c. '■' zz^-r2. * B bsi. ^ C add: -;•:;«. 
•' i3-;"'T. ' B j'na, C cnb. 



§ 



li" ■"> 1 



üeut. 27. 13. 



Deut. 27, 12. 



V. SO 

35 
cf. 33 



Gaster, Das Buch Josita in hebräisch-samaritanücher Rezension, 249 

(13) 

-:n rnr bnp b: tn -p: -p :->:;ir!^ brif>T (20) p- 20. 

ibnp-'i [bx] n-':: cri^nn V:::Nb b^vr-^ 

in-ip-'T (21) :r2*Nn STNcrt -,7: *in- rn^non 

"''im br; pn iN-ip"^! c^ibr: s^rrtrin 

-b^i^r; "j2 •'■^HNT (22) tcrr'rTNn m-r- -so 

::rri (23) b:2^:^' 'in br- -iTJcr-i nob-^- : ^'bncn 

■p-iNi (24) : ^"'r'^:^'^r! br iT/^r^i ^isb^i ^^^rrm 



■^rnrn ino« a-'Nc: 



. 4- 



n 



1-<«» b-.« — n 



mr!"' n-'-a 



.ev.9,23— 24. 



--rbs bi-i:;r! ",ri2n ^crrrEbT (25) :S"'nbh 

•^rpT b2i '''>£ib':;r; sn^br 'n7:r-N ''rnNT 

ST'ns'-n br [a'^r-^n] ''bTi:; la^n-'i (26) : rn"'-c:sri*i bN-ra-' 

':3 b-p bs DN 'jjnpri riirr^ Z'3'2. b'x rr'n 

'an-'br r;oi2n ^iian [bs] nx nx^p-^n (27) tbwX-T^-' 

•p'iN br r-iTr;-' m23 ^nT'i :nnN iD-ii^i 

by ibE^i i:^^T um bD int^i (28) irmrrr 

■nr; rNE bN [crrrE pn C'^ibn i;e p nn^i :C] ZTriz, 
ba PN [iJNip-'T (29) tbn-'y 

^•wNr [tn^n] mipr: -ied2 r;2iPrt-! nbbpr: ^-in 

- • : rT^73 riN imni n-is: 



p. 21. 



;f. XXrV am 

Schlüsse des 
Buches 



•«ü-'N bs nrn irb-^i t-;bNn s-'^mJn ^hn "r.'^i (30) 
cf. XX/F V. 32 PN T7=p-i -p: p :-:;ir:-' i:fi (31) : ibnxb 

"p'n -:p n-rx rn-r- ppbnn cjot' nriir 

nid "'SN ^T/:n •'rn t^7o ^pri ir-^nx 

■jibNS zh':: tv J<^m (32) tnü-'-^p rtN^oa 

TtbN b'N TCO Nnp-'i :bN"i*a"' 
•: bNTr"' 



^ p1N-|. - ■" R om., C' iirtchgotrageii. ^ C7:r. 
^ B om. ^ B pnN p -•Jrp-Nl, C tuld: "(Hrr:. 

3 HN-.^T. 1» B -PN n:3. 



^ ' ' C om. 



250 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

(14) 

j. L. XIX. cf. IX, 1 0^725'- bs TN ^v^2':: -bNn c^-iain -i-n ti^i (1) X 

cf. V. 5 iN-T'-'V- ^cn-i-ip bs TNT r.^z'6 n^r n^M (2) «htV^ 
pNr: •^cm-ip ^cn-'-ip ^2Dt^ in^-^t (3) :in7: 
y^in"^ bN "pm^ ■'2';rv ^c-73 : -bx- c-nrn p- 22. 

■^rpT b^ bNi ^"-rn iTrbN bNT ^ii: -p 

4 «a-'b'a n-'pan iNn-'i (4) :r.7:-irn bs-i^r"» ^:n 

5 ^'nrsbci : ^□n-'bjj'-a m^biu^oT mb'n [njibyrn (5) 
:a^np: "iä^ ['m^:^ nnb] (m^icnb) bri :'nn^by mb'a 

6 oT'bN in72N^-i -,i: p 2"::-ir!^ bx iNn^T (6) 

[■fnN7: :cyn ■^-os-i] br bxn fnbn [iinx p] iTS-bx bNi 
is^-ibN i:n3 inpini 

7 yusin-' 'nn^bN i-i7:n^i (7) Xr\-'^i i:b "iriib nm 

«ayn -»rpTi ^"jnsn pnN p -irrbNi «"p; p 

nsb did: "^ni n^a-^ji^ ans i:s-ipn •'bnN 

8 n:n:N npinn -^^-iN?: 'cn^bs ti72N^i (8) :r'-in 
^'cnN3 y^1■::^ t^anN ■'72 'Err^bx i-i725<^i :^CDnny 

9 t'cr-^-nr INI 1N72 rrpin-i y-isr i-i72S-'"i (9) 

n^rr n72 b^] ^^^hz':: -r.yiz'a ■^z 'as-ribN mn^ -: ^acb 
[b-'"i2:723 nirr 

10 ■'-)72Nn "Db72 [B aob72n] ■'rjb ncr t^jn ^^b^ (10) nsi p- 23. 

:",i3"»::n ']b72 [iin^cb] (iiTicb) «p-i^n -lay:^ ^cn 

■jTDnn 'jb72 airbn (^-paon ']b72 ^lybi^^) 

ü nrrpT irbN ti72N^i (11) :[-'y-nNn] nnCnJcra t:;n 

'aai^n inp o-i72Nb nrit-iN "»n'^^Ci]^ ban 

an-'bN Bnn72NT t'anN-ipb labn :-{'nnb m'x 

i,8 n^ (12) :r-'-ia i:b i'hma rrn^T i:n:N aa-'nay 

ai-'a n:^r372 iHwS i:[n]^:aitr! an i:72nb 

H'm x^dr [Nin] nrn nryi :aa^bN nabb irnNs 

13 n:Nb-'2 ncN "j^^n ms: nb^n (13) ^■'a^ip: 

■ nm-ib72;ij nb^i nrparn [la] n:m :B"'\ain 

^ C arN— ip korrigiert :uis BT^^p. "^ •' B om., C aT^^ip. 

^ -- ip-. ^ ar!72-,. " mb72'c:T. ' Bin-iaN. ^ :'aa^T. ^ aca'. 
" °~'' :a-r72\:;72. ^^ r.72 bai. i-~i- om. i'' B nnna.s. i* -n^p:. 



Gaster, Das Buch Josua in liehräisch-samaritanischev Rezension. 251 

(15) 

14 D"';r:Nn -inp-'i (14) : Mn72 ^^^-\'^t\ n-i?: V53 irby:i 

io nnb T^yi (15) :i5N">d Nb r:in^ -"s rxi •^:'aT'::73 

:^3nT'nb n">-ia -^irnD^i ^mb;a ]i: p r'oin-' 
16 Sn:i:p7: tt^i (16) :mrr: ■'N^-j: 'crtb i[r]zb'- p- 21. 



^p-'-ia srib '^irn's -i":;n*' ■'■inN n-"):-' r;rb;y 



'nn ^'n::-ipm ^'sn^bx '.'l;- C""m-ip ■'D [iy72c'iT C] "(i^a^^cn) 

17 bN iNn-'i bwsno^ ■'rn ^ro^i (17) :[c-^ni::r] (c-^nrc^) 

18 bN-iu:^ -^ra mrn Nbn (18) :'d^-i3'i n^-ipn «rin^n 
'^p ^TybwST «in: p rtain^ [b^TC"' "^rn] 'onb irauj: -d 

:bNnu3'^ [TibN] mn^i ^rnrn ^s-^üri ^'(nsn ^^pnN 
«a^N^;:;:n br mm b^ irb"! '^(ijj^-,.^;;^) 
i^ i:n:N mit'r: ba bj< n^N^crn bD Ti7:i<-'T (19) 

nm :bN-ic -^nbi« mn^n' nnb ir^a^a: 

^0 nnb H'ijy: Hmt (20) :':nn *='y>:b bDi: Nb 

^::p irbr n^n"^ Nbi icrN [n-'nri] (rr^nrn) 

21 i-i7:N^T (21) :2rib i:yn*j: iu;n nria'cn by 

-i'^rND :niyn b^b D"^?: "'3N;m «a-^ir 
55 y^mrf 'cnb N-ip^n (22) •/a^s"''»::::: 'anb nn 

'Bn"'7o-i n73b «'n72Nb 'an-'b« -lan-^i 

'bd7: i:n:N a-^pnn-i i*^-i7:Nb irr'x 

23 nnri (23) :a^nar ^'irnnpn an'si nN73 

^'■^•^n::m :nny '*aa7o ma-^ Nbi 'anx a-'-nns 

54 t-^nbü r^ab a-7: "^aNCi a-'i:* (24) 

\.-\'':^r<] n:.r: -a ti70nit y^^-'^ rx iryi 

'^^rtbN mn-i [ms: :C'] (-[li:) -iCwX tn "^-^larb 

[aab nn::i] '^"nwxn ba dn -<^aab -^rinb nnar n"::73 n» 

[\"-iN3 a^a^üTT:] "pi<n -^-^aop ba rN nr2Ujr!b(i) 

irm^szb [:aa"':-] amrc?: 



^ °~° :'^-nn mpin-i •|72 i;-^b:i-i by7: ibn. - B 'anp-, C korrigiert 
wie Text. ^ B 'a-'is:7:. ^ anb n-iai. ^ '^•p7:. " " B r-ian':. 
' so in A und B, in C aber korrigiert. ^ B und C om. aber C 

nachgetragen. •' B 'aaa". ^^ "33. ^^ om. ^'- oni. ^■'' B y;i:b. 

" i:in^T. 1^ -ajn7D. '" c -i-'DVib. ^' a^m-ip. i» ß mi,i c om., 

nicht aber C'. 1» B "jn?:!. 2° B und C Y- -jn:, aber C 

korrigiert. ^^ om. 



252 Gaster, Das Buch Josua vi hehräisch-samaritanischer Rezension. 

(16) 

25 :i-'n *::- nrri (25) Xr-- -z-n rx ^rr::yl^ 



) 



, ^ r^.w^ l-«'^ .w^j .i^. 



26 ".- "■": =r\s '^•^^^ x-(z c-"': er-: (26) 

27 "r: -jr — 'nN* (27j '^^zr^'r, nVi '-n-:;^ 

-..- «^wsci \z"lv ^^i'^n ^V'::^r^^ nrs 

/ ^ 

cf.j.-L. XX x,l rrr-rr; -= c-=- fr: r-rr-r --" (1) XI 

allgemein! ^,_,^ 7'-^-.». j-j^ y.j^-^ ,3.^^^ Pj< p. 26. 

2 rr.^z [nb:-:;] (----'=) — r -r -wN-: n-^-t (2) :'=3^p2 

^«/il f. (t..|*1 Itil .vi «il.«'«'.--lt ^ 

5 c:2^ -^b": rbc-i (3) :3'--n; r:-r:i< bn 

^n":-' ^ "ib'- -^" "1""=" "-'- ^'^ 

4 ^-jibsr Y'^: bsi ^[C: corr. u;-=b] crb-^ -r: bNi 

ri< r;=r -:--"'t -bN -br (4) ''-•^rsb 

5 "p: p r^uir:"^ tn -"rr::- -= ^rz:; 
153?^ -EZN-: (5) tbNTr'^ -:z [er] (zr-) nNi 

( » I ^ r n • 

I ^ -~ ^w 1— I -'T- rt ;^-c\i \ L J— ' - * w -n 

[■j-irz; -:;:n inb-:;-': (6) --br ■7;nb-'-iJ 
^']^-!zrT *^''-!"' CT-r bx : ^i-:'::Nb •,-- 'P r-rin^b 

---. ,1 II i _h» , L -'■^' 'J —' - '•' '• '^ .^— i^-. ^ 

_ 1 ^ . . , . , . |Z ., _ 1 1^ L.j,-'! \i) 

7 zr bz- N-n -rz-:r; zip-rn b's r-z ?. 27. 

: b'rr; '"iizi bzi : '>:7;r mrnb'rr! 

8 Nvr bx r-,:::-"' bwS rr-r [-nV: :C'] ^-r^x-^i (8) 

T:r"i Nb ^■•z-rr: '^i'^z -z 'cn?: 
<^ r'^irr^ 'zrrbN nz-^i (9) :^^-:-':ez [="'?:] '»U'N 



lii (ji_ti.C\C<.i .i---. «u--«* Hill. jj ^ri'-. 

•1 (" -!r7:b. »•- -^z. '•' r-. " B -.zrr:. ^^ B y;E. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräiseh-samantanischer Rezension. 253 

(17) 

10 'z•2^'^ 7S-ia"' -isb T\^rr C7:r;-'i (10) :[3NrE] (crsr) 

: '^r^'^'p'iz -y^ npu* ny 'ci;'i (11) ynr, r'a 

Nir: -f>:;N r\s n^ab a-'?: nt: tcn 

12 mn^ -:sb rci-' -la--' t.s (12) [C i •:]3"'r-i5-!n 

■«-i':xr! r?« \z'd] 'fiN mn-' (!)rN ^>?i-r: 3T3 

^3572 PN mn"" fr.iT (18) :bN'T::"' ^:2 ':£b 

^ms^i (14) :bi<-io^ -^rn [n-'n Ninn] am n^rsn 

cf. io -p: p y^airr» in'd-'i (15) : -'n73 na-; ni?: 

D"'-'^i;nn =^bx lim -n^n bx i7£y bNi-:;' ':a bai 

i6' nb^n D'ab72n [n':;?:n] -on (16) :-ir;n-:r; 3ip7:r: 

i7 [;'\rin"'b] (y\:::r!^ bwS) -5^i (17) :mp-:n mi'7:2 isan-'i 

C'Nan: a-ab7:[-] r",:3^:n 1x^73: ^7:sb 

18 D'rawX ib:; ^r^rm-' -:72N"'i (18) :m];7:a r:-r^:n 

[n^br] (art'b:-) iT-ps-Ci] my7:n [B -^s br] ("sb) ^^-v^i-j p- 28. 

i5 i£n-i n-!7:;T bN rrixi (19) :'nT/:-::b a^-jrx 

N-ab n(:)i:rn bx En\s 'cnar-i ar^a^N 

''':aa^-'a aa\-;bwN mn-' 'a:r: ^a '.'anm* b^ 

20 bNTj^ ■'rai r^a-rri mbaa ■^n-'- (20) 

"a^-i-i"om Ta-^rr -•• "if^?: nbiis "370 'amanb 

*n°^a7: -^nr bx ixa^i an7: iti'-j 

i">a--^ bs -:r;7:r; bx am ba ■'7a-::'i (21) 

-2J ':a[b] -pr wxb aiboa '<'ri-ip73 ■;:: p 

^^ -i7:x^T (22) :i:rcb ^'rx '»a'xb b^— ^' 

iN-'irim my73n "s rx "ir'rs r-win" 

ribsn aob7:n r":j7:n TwX 'bj? 

*|73 nbwsn a"'ab72n ncrn ps 'X-'im :p rrr-i] n-ir-rn 7: 
«"iTian "b72 ^-'rN ^a-a^ -r- ^"'"''^ [:r:n:":r; 

vc'ab "^b7a ^-pn om73T' "^b7: i'pn 



2 °~° B p-ab. =' B oni. ■» C add: las". 

" B aai-3. ' B a'n-\an-. ^ ''~° Tsca-rn -i-r. 

1" -73b. 11 B om. 1- pv i=* P'T. 11 C P^. 







1 'aa^:. 


5 


"-^" 




9 


B 


iNa-'i. 


15 


B 


P"»:. 



254 Gaster, Das Buch Josua in Tiebrähch-samaritanischer Rezension. 

(18) 

24 bN nbNn z^z-')27\ tn 'cN-^iiiriD ■^n-'-i (24) 

•.bN—:;' w'N bD bx r-:;-rT^ N'np'^T :y::ir!"' 
'•z-^T^T. ri'rnb^cr; ■'•:;:n ''-r::p bwS ^'5:t<^T 

crr^bs-i -PN rr:j"'T in-ip-^i r;bNn CDbwr: 
55- bN :"j:ir:^ 'cn^bx -i?:}«"! (25) :'t:r-:-^^N^ii: hv 

-D "isf/iNi npin ^innr bNi in-it 
-PN -cj« 'c~^2^N brb rrrr rncr-* nro 

26 — HN :->r:r!' 'ü:-t (26) :srN Z'-'nnht: 
[ü^irr] (='i:r) rr:;":- br s^"-!-!"«! •*Dn-'73-'T. :-p 

'.n'^V- -v c^irVrt b:? a^ibn T^rr'T 

bi'-: cinri yjiri'' n^s: o-jr'ijn] (nr:\ür:) **ni2 rrb -rr^i (27) 

27 (t ■■^■r;'-''T' a'ib''-' '-ib'' 1) [c^::rr; 

: 'c'ij iN^n: -iCN r-rv^zr\ bx na-'V^-'T 
nnyorr -d br rVn; ^n-:nN i?;\a"'T 

28 -:b r-:-p:2 pnt (28) [i-:]:rTT!r! m-'n ci::^ i::? 

TN! n"in ^sb 'cs^T Ni-n CT^n rusirr« 

n-cjN "^s:- bs rxi jür'N cinr; n^bw bD 

inip?: -\Vjzi) -niv^-i :n^-;j n-'j^w- Nb rtn 

I-: in-^T^ '^b'job [nujr] -iUJNs 

29 [-rnb er znb"'-. :C'] nzab mp7:73 r:i' -;":;n \^z^ y'::-)n* lar-'i (29) 

50 ^bN^ic^ i-:2 nr'N a:* riir;i ■jn-'n (30) 

bD nNT 3in -^^b *ir^- ^rtrb): riNT p. 30. 

"r'^'ü mn -fNUS" ^Äb -2 — :;n "^TErr! 
•i^o-n-^i^ Y''-"' ^">^^ "iU5eo ^HDbwb o:^"!! 
.5i nrnb';: tc? bNT>a"> bsi rc-^rr' -^-r^i (31) 

:r!3 cnb'T n-'b:;' ■n-'i rtO'^b 
.55 n-rb'i bN-r::-' -"2 o-rb pn --n' -jp-^: (32) 

•:;E:n bD pnt dt -sb -d'-i -rcn dvd 
•: nrDbb ^^r:\::;' -i':;wXD hd -i'^'n 



^ "^"T. ■' "^ ' B om., aber C naehgi'tragoii. ■' ITEPP. 

■IN '^•". ^ DPwS Nbp-^T. •■' N1DD. " B om. ^ -"'T, 

om. ^^ '~' vv. 31 — 32 om., i. e. von in*'"','^ bis n\15y. 



Gastet; Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 255 

(19) 

33 T2 ■^j'^^b PN -irrb -it5 Y'''^ ^a-'n ^nbr tn (33) 

^-^bn ir i7:y nxi i">üirTi ir:D"'T -bNT:3'' 
54 bsT i"::-r;'^ nnm (34) :i^'T>y ^b -:^\-rr! 

rr'br i:n^T ^nob^y uj-Db« to^ b^n*::"! 
35 nSa-^T ^Niiiri nvn i-i'n^b-'n (35) trt^b:? T7:nb^i 

nr2 r:n "i'>rN ^Vm b^ pni :n-in ^sb 
-•: \ü-^Dbb n^'y ^-inacD -^c-nr; Nirtn 

56 nrib^r-js i'joy ^bN^-::'' bsT y^jirr^ br-^T (36) 

37 '-^•2^^ n'nsb-'i (37) i-rVj TOnb-'T ^rr:i-;in 

!Ti"iy b3 PNT in^bi: nNi tü-'n ■^sb 

-,-b5rb rr^jr t::n=i t^o ^■'Nu:r; Nb] i-!:^ icn ■:3s:n bD nt<i 
•:[-•: "2 ^CN ujs'rri bD nxi rrr'N mn^T 

58 TOnb"^! rriisT -■:;' bN-iu;-' b^i v•o^r^•' •y::^i (38) 

59 nNT *3'nn ■'cb riiD-'T nS-isb-'T (39) t-^by 

bo PN ■i'a'[i]n''T ^n^ir bo nNi n^bw 
*\üND [^](n)-'^b ^-N'^Dr; Nb nn -;oi< -cjVrr; p- 3i. 

nDbwbn r^^n-ib rT:;y [B "irj^ -p -pinnb rr^jr 
•: nribwbi nmbb rrry ^wNdi 

40 -nm n'i:!-: -pN b:^ tn V'::^Tr ^^'^^o^-\ (40) 

Nb 'cn^Dbw bD DNi ^^m-i^rNm r:bE\rr>i 

n-i-nnri rrjr^jrr; bD nNi i-it^ '^^N"rr: 

41 'z^z^^ (41) :bN-io-' ^Th^ nirt"' nns: t^JwSd 
bD TiNT :nT>' nri [yriD] n:-i3 üip';: r-vü^rr« 

4^ s-'Db'jsn bD nNT (42) xy^v-z'^ nri fc'-i -px 

nro 3-'ü;ir;-' ndb 'cirnx bD ^-ni<i nbwsn 

anb; b^T^y -»ribN mn-' -^d rnN 

■p: p [r^mn-'] (b^nv:-') ni:to ■^n-'i (43) tbx-ic^b 

ci.43 n-^'iT : rt-^ioü^rj ">rin w\x-i3 (Os^^isy cnbrrb 

~naw- aipi^n b« 



3 B -jyb. •» C C^^-. ^ add. *-vL>N. 

^ °~' om. '• add: D^n 'cb C'C"!. 

1- B om. 







1 


B 


d^'n 


■2 c — c 


om 


G 


B 


■ 1 


:iD 


"^n. 


7 '-^ 


om. 


10 


1 


n 




11 


mb-i. 





256 Gaster, Das Buch Josua in hehräiscli-samaritanischcr Rezension. 

(20) 

Hnyb n-Tcn rr.'::-^ p •)rj'i<-;r; UTm 

'ar\'i2 "i": -n t"Z'rr 'y::^^ (44:) :bN-i"v::'b zrr: 

z-J '•:z^ N-n b^^sa inn'rn mp7:r: bx "iNnr: 

tD'i?:'^ rrnv:; c-nb cip?;'^ rnrnbrn 

y\i:nn' i::r,n^i •■■^y^ncn -dt' n-^ra •'H^t (45) 

TOy Tn -CN r-;7:nb7:n ■^•:::n b^ ri<i •-: p 

„ J- ^- cm : mm r:3 :N-L:r:n''T 'a-i":;a br rx p- 32. 

Ende von 
cap.XXIp.154 

cn-'i^n 1033^1 "^'ncn Drai ">:;';":;- 
bs—vT^ ^:'a br r»:::-'! (46) n---j:-'i ::'":n 

X7, i 5--JJ nb'»::-'! :'i-:i- Y— "r^"' ^-^'^ ^n^i (1) XII 

"Y2'3 "bj<T o-,n72':: 'Y'''3 'bNi ^-p-i?: "b?: ''33v 
2 nna -pri:': -i-^rx c-rbr- bxn (2) :]-:;rs* 

mE:m ''nb-'EOm n-zs nro :r;n-y3T 
5 C":i n-iTO73 ^:y:rn (3) :c"^7: -.:! 

:-r;a ■'Cin-m ^'TnEm «'rr;m ^"-"xm 
y-iN3 •r:-in rnn rnm (^nr:) 

4 'zi2-J 'cr!':n7o b-i 'cn [-]wSi:'i (4) : n-:::":- 

^^3-b DT! rz'z by -\:.\s b-nr ^^n- zv 

5 s-^Db?:- b::: ^^inn^T (5) :ix'': [ir] z- nz-ni ^-Z'.zi 

""73 bx [B mn"^] ■nn-'T irn^i inh^t nbx- 

cnbnb si-": 
-•: bx— w' =r 



* •'ay7:b. - B avr;. •'• B omit. ' omit. ^ ^^^^^n 

" nnvb. " Y^'^b"!. ^ B qncrx, v. kon-ipert :i"crs. '•* rtbEw3T. 
^^ binn r:D zr. ^^ a-i. *- 0"!C. ^■' nm. 



Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension, 257 

(31) 

6 'wrriziz N-i-^n bN ycin" bx mrt^ -i?3N-'i (6) 
n^bbn 'sb'D PN ins ^-^d^x rx-r: vvd ^n73 ^D 

TNT :-iprn an^oio nx bN-ic -rcb p- 33. 

7 bsi yain^ Nn-'i (7) :',:;N3 ?i-icn 'nn^mar-i?: 

jqttj: ■'7: -br or^br irr nwnb^on er 

8 .•bx^-::"' ■t':^ r:in"' nrn-^i (8) •'^cnn ibE^i Cwsrs 

tnn'iTO r;si:?3 nrpn nri «-^73 msTc;72 
P ^^T (9) tT"«^'":: D!-:b T'N":::: -nbn nr 'cd^t 

DN mn-' ib '-,7os "icns •*:-^i-^ 'c-b 

'nr:""rTiä2-,72 nsT ^py ^cr^oio 

•: ^yNa wIT:; 

10 nN n^b^i NTin nra '^r-:;!-^ •2'z^^ (10) 

11 ^•z^^ (11) :r;bNr; mDb7372n bs ujni N-^r; "n-rcb 

a^inn ü-'n "^cb nn 'ncN et':- bD 
rcNn riHTH ^ii:n nNi riToc: bo '^m: Nb 
i^ 'cr!^Db72 [bD C'] tlSt ^nb^n n^Db73r! ■^'ir bs tni (12) 

^nWn ■'cb 'cn^i -i; "p yc^irr nab 

^5 Nb abn by ^m7:yr; [c^nrn] (i^-nn) bD^ (bs) pi (13) 

;mnb -i::n nN Tbi; bN'^;::'^ 'nsTc 
J4 nbNn a-''nyn bb«:: bDi (14) :r*wir:"' ^''q-i-c p. 34. 

bNT:;"' ^:n ^^anb lua n72r!am 

^•^aT^7Dc- -\'j :a-'n -^Db im aiNn ^-ba ^^pn 

i5 nii: -cNa (15) '.r^iyzz ba T^^N\rn xb ar'wS 

m:: p nar [C' n"ü7:] (rain^) pn mn^ 



1 B ^:n, C' korrigiert. 2 t,^^ .•; ß /-^ 4 ß q,,^ 

^ B a-'Oiar;, C' korrigiert. " B mn-. ^ B ■'rob. ^ om. 

^ mn-'-iorr!. 10 -3^-. 11-11 "-" B om, C' nachgetragen. 

^- B ba nNT. ^'^ it. i* °^° B om, C nachgetragen. ^^ ' B om. 

Zeitschrift der D. M. G Bd. LXII. IV 



258 Gaster, Das Buch Josua in hebräiseh-saraaritanischer Rezension. 

(22) 

■ Q • - C C 

16 ''i^r; [b^ r.s] rNTr; "p^r: bn rN y",rir!i np-^i (16) 

:3"jr;r; -,'-n b^ r^Ni iy.-r, ba tni 
:bN'^'C'' -ri ^^?^ «rii^-rn tnt ^r;bs":;n tni 

17 «'—r-w nb^'n Spbnn -nn y: (17) :*-rbE\yi 

"-r;- rnr *,-i:abn rrpn^ ■:; bra ~'J^ 

'ns-'i (18) : [-Tirb] (bisb) cri^sb?: bD tnt -(Tjc-in 

19 i-i^-^b-:;:: — cn '-.^r nn-in Nb (19) 'cr[']7:iT 

yz"2j. ■'n-^T' ■'inr: ^Tbia :bN— c "^risb 
-20 rrin-i TwNto "^s (20) ;n?:r;b'?:n inpb brn rx 

rT?:nb'/:r: rs'-pb :'c2b tn pvnb nr-^n 

Tbiab TO-i'^nn -jr-cb :bN— c^ ns 

c-"''?2"cn ■ir'?:b -d r;:r;r 'nnb rrr: 

21 'j-c'T>^ Nn^i (21) :nc7: rx rtirr' nii: -^cnd 

rnn^^y tjy p:y -ii: -m -7: ^-ji-zn ■;?: p- 35 

22 ti-^-p'.'j ^r.T. Nb (22) xyr. •,: r-win-' ^z-^-nn 
[^T^-] r-n":;Nm [rss] (-^a) n-ra p- tbN-;:;-^ ':n y-sn 

^5 "-iffiio Y'nNn b2 tn i-cir:-^ np-'i (23) :i-nc: 

n^n.? "'\i^"n" t^"r^i jitc^ ^n ^"i^^ ^— t 
y-Nm 'crs-^Lincb 'nnpbTOn bN-,\r''b 

■P 



■: Tiizn-iizri 10-^— • 



r-wini npb r;bi<n C'-a-in "ir,N -^m (1) XIII 

'-n:3"?:n cip7:3 mr.^ •-•c: rs cpnb 

mn-" rtii: -w-wXd b's r-^n c^r-^-s^n 

^inr2:ir; rs in'nD-'T (2) •: TiZV n-i"": rx 



^ '"^ B Om. 2 -I^Cn, 3 -.^;; 4 B p'5._ 5 p5n. 

6 B r;-r-c. ^ nn. ^ b om. » ct:^-. 1« nb-jp-w. " ra-. 



Gen. 49,26. 



Gaster, Das Buch Josua in Jiebräisch-samaritanischer Rezension. 259 

(23) 

TJcMp-^i rirwS nr-:;?:'^! (3) :nbiy r;'S5 [rr.-::'\ {z'b) 






TN 



Ninn -nr 



!-• 






J.L. Ende 
.n c. XXIV 
p. 158. 



V. Deut. 
12,11. 

V. Exod. 
35, 12. 16. 



ip'^cr'^i •.TOip'?:a •^■'N rN— c"' "iin i:n-n (4) 
nb rr^n ^"c:N'mp7:3 c^n bs -^^b ■'rn p- 36. 

■ji: -n j":;:r;^ tt't (5) [ • : ] rr^zzi bs*— c'^ -z'-w^t 
:"inrn c^' ins ür ü--:-^ rv^-ci bsn -i'!- 
nnN CT'T (6) ;"jr!2r; i-nN -p -TJ'bN bn^rt 
nnN nri (7) :n^:pTm bi<— ,r^ ^:2 -^^rrn er 
nnN üi"' nTc^'-'T (8) n"»-::!":;-! crn '^•ci<- z;* 
■'-ani ^nN-nb r^^rrb — rN "i^-^:"';:2 
[•:]c-'7r rnrbc crn rx ■L;E':;bT ^b°-p- 
bD'^i riin-i •'E by yr. -p rcin^ p-^T (9) 
mp7:n [N]"r; -r bN r^a t:n"''-.5'^n ^n^ b^' 
aui"^"! (10) : ^n'^rc; iwuj n« p-^b mn-» i-nn —ex 

■'bD bs TNT nnnrcrt bs rxi t^jccn td'^q 

cf. i5, 7 brrpn N-nn [rrn] (nra) (11) [ • : ] r.-D by öint: bs -p-^?:- 

'J '.-n"'::cri;i nn-'^-jici '□n-'cs-n bz rx crn ^bD nN 

mr:'?:- ^^nruir br "(rro y-N tn ipbn-^i (12) 
13 'nn-TinD^'job tb'-.isn nbwn "<:2fn p. 37. 

ab, 

cf. 8 i^nni" rrojTa t^ br mn-' n-i: — cnd 

ir; ^;yN 'nrbn: inpb irrorTo ü3u: "'^t'm 

tp^.-'rt inrn imn-' las' n^w crtb 

ö bn: rc-::' by —ex ^yyo (14) rin-TW 

bai bn:n "|irn — ex — «rm -."jr-s 



bxTei -ria "i-i':, C om. -^^r:. ^ :'c'e. '"' briNn. 



"" om. 

13 "-' 



a b. 



10 r^ 



y-Cj- 



11 C a b 



B TN 

" ''~° om. 

1- B -:a-. 



•^rm. 



14 



n3. 



17* 



260 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

(24) 

10 i-ir rr: (15) \'^^2r~ ";;* [S3T"':] — ic'^n 



rn-wH^ *:■:■: — cn i-^:Nr: 



I- - I 



11 



12 



13 



U 



^•''^r^rsn h^1-^^ -rbsrin (16) '.yr.v ':n r-r; -r 

-272 — wN y::^-z -j^tj rDb?r: rr (17) \-zzz 

-in"''?: -Nw": n-- ^r--S2- m-[r]c:'2 

Tcmn Nbi (18) c-w"-'"'! rrc^: '=-■•1 ta^xt-n 

c:3wr -- (19) :rN— w-' "d-fi -rrr'?:-; *-rc:; rc^T 

•-'rN r;'r-;^ "cx «.nbr: "jr: Nb vb 

I • : ib - -- — i\Nr inbn: Nin bx— i-^ 



p. 38. 



15 



cf. Deut. 7/? 
II u. III. ^" 



^'zninEC"3b "jn-.N- ^:n -L:':b nc: ir^i (20) 
rz-c br —cN -j'n;"o bi2:in 'z-, -n^i (21) 
b2T bn:n "^inn — ^wS — 'rr;i iz-s bn: 
— CN .n^-y bri 'p^',:;- (22) : Nn--'?: bai . -Tw'^'j::! 

i.9. 18 :n^:3':;i -r'r— pi (28) '>r:'2?:T r,^^2-•^•,^ [C nirni] ^.riirn^T 



i7 



20 



21 



«-li'D r^m (24) p'-rrn -r;2 t-n-wr! r-::i 

■pn-'O n^bw: bri t-vc'^on --;• bri (25) 
TN :-p-^: -vN-:;: [br] rxi 'hr« rr:;-: -rn 

-wST — - nST -■ iü: PNI C-- -i<T i-lN 



22 
23 



nNi (26) 



— Nn ^-n-c"^ 'pn-D '-r^c: yia-i 



•n^^^ •'^-s>— -•-> V-'^- •._>.• (*)'^\ • 9 x^ h '-.'•>•- 



i>. 39. 



in— iin ^"o'^-rm 



1 . 



om. 






2 "^rrr'rm. 



4 >, — 



^ ü^;^"^." 



13 -'b-. 






Gaster, Das Buch Josua in hebrimcTi-samaritanischer Rezension. 261 

(25) 

24 :'nmnETr725 ;n5 ^'.-z r'crzz r-c^ •,r"i (28) 

25 ^"" -=T ^''T^'"' biisn 'cnb ttt (29) 

5ö triESfcn TT:-! -rj -iincnTO"! (30) ^nn- -^rc ry — cn 

^7 picrai (31) :-■ 'nib bi::; -ir ü-^rn'^r:! :=':ü2i 

;;:Tis:iri ^r-;:Di ^r-7:: r^2i : ^a-n r^z 

trtn-ra ■-— n -:2r r-:D n-^ nitp ^r binsi 
28 a-'-^rn cmncc^b -:; ^rn rbn: n'KT (32) 

^:3 L:n^ -^stnb "^rr^T C] rrc:?: ^■'rn ::rc; -^itnb nc-^: "jr-^i (33) 
cf. ^5 :'nmnE':;?2b [n-:;:72 

5Ö rsb'?:): bs :iu;3n -ir [a'^rn?:'?:] (orr^rnTcr) *bi2:i ■^ni- (34) 

31 yci.ZL — i'N -'N-^ r-n ^bn y:;nr; [-br] 5iy 

«riTnr'c-ri ^ni'biin ■'Stm (35) :— '^ D-'CC 

"^r^b 'ycna 5i:' r.Db^Ta ^^v ^y-n^i p. 4o. 
:'cnnE"C":b ^t-:: ^rn •^irnb rTi*:72 p t^st: (36) 
5^ -13^72 :2NTO ra-rs nc: bn: — cn nbN 

33 ■'ibn iiincbn (37) :r;n*.T7: in"^-,-^ "iiT^b 

bNT>D"' ■'nbN r;in-' •: nbn: -cto "r: Nb 
I • : Dnb nm ^cnd 'nnbna Nin 

XVI, 1 ir:D v"^'«^ ^^"-' '-^ -": "-''< ^''Ni (1) XIY 

■}i: p yairn-'i ■;r;Dn --rbN t:n\s ibn: — cn 

2 b'-.ian (2) :bN— c^ ■'rnb n;::':n r-2X "ww^-t 

3 'rycrb rrc": n^n n-n-' nix ^"cnd 'crbn; 

nL:)2n ^r-c; rbn: rrc?: -r: -^r] (3) rr^)2T: •'i:m rrjTcn 
a-'nbbT t-jT^^b (-'ari) [-a:-?: r;L:'':n -^irm 

4 rpv "ra T^rj -a (-4) :'aaira nbn: -r- ^'b 
^ ^nbn: "ir: xbi B'^'^eni ncr: :r-j': ^:c 

raiab a^-r a« -^a y-Na a-^ibb pbn 
: ^°ar:pbi an^rp^sb ''an-"c-5'?:T 



^ C -j-n. 2 (j .^nr'n. - oin 



O r>tin ** r*"*" 



« B om. 7 Q -.^.p Vj5_ s ^„^ >j .-.. 10 c -.jj,. 



262 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 

(26) 

5 -er p n-i"?: nN riirr^ nii: ^Cwss (5) 



cf. c. XV ff. 



c. XIX 

V. 40—48. 



c. XIX 
V. Iff.; 9. 



cf. c. xvrn, 
11 ff. 



C4-i"incc'?2b rr^^T\'' '^'.'2. T'^ii-i b-i;r: ^n-i (6) p. 4i. 
n7r rNr7:i (8) :r-i:3 f' niiip^o :r.NE "nn (7) 
r;rj^-i rNs?2T (9) :*pywo i:n ^^^''2 B] ribr,: bi25 
bina !-;:is2J: tns^ot (10) jü-'-iit?: bin^i -imion 
•: n-'-i^'i oin" :L:r:"':n ts r\'jji2 nbn; 

: 'nmnc'i'rb -jn 'rn i-rcrh biisn '-^t (11) 
rn-iNn r—p ^ry nNsb srbr;: -"n 
•: -"^-.r bs nxi -(Tinn 2-,--' ^-^n -i-cn 

nrnncc^rb ■]i3'72a ■':n n^Diob b-nsn -«stit (12) 
nNEWT (13) :rnirf ^:n riL:': rbn: -i:-!p ri<s^2 

min^ -:n rrcz nb-: nriü: rwsr:i (14) 
[-^ C] bsi raw "iNm in-i-is' bs tni riTJ'n 

•: "TT! 

tcmns'i-'rb c-":':^ ■'ra r;::wb b'iisr; '^n-'T (15) 
in7:ip7: n^-y br nNi oin-^ n?onp rxc?: 

*nbn: rirTs-^m (16) :*t -rn r;^:': nbnrT 

nü'73 r.bn: nr-Eüci irmrr' -;n rr^->2 

t-n n^:^ ",- -:a -'^12 nNcrn (17) tciCwS ':n 

T\•.^l:l•^ (18) :d:':n [C -^rn] r;-^7: nbn: n^onpn 

■^nn :r;T^-^ "^rn nbn:] nrirm c-'-ien ^;:2 t\z.12 ^nbn; 
r;:373 nbn:[i] [ari^rn ^:n nbn: 

onn^ im "ii-in cs^n (19) :r!7o-'T TOanp oraNn '-,-! ^:3 



p. 42 



1 f 



C om. 2 B ora. ^ tnüT'. ■* B om, C' nachgetragen. 
^ ° B om. " B om., C nachgetragen. 

vv. 17 — 18 gehi'iren wohl ursprünglich zu v. II, .Dan'' wo alle 
Details ausgelassen und hier an dieser Stelle angebracht sind. 



Gaster, Das Buch Jo^ua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 263 

(27) 

cmnEC^Db D^-i2N "':n ri::?:":! ^b-n5 ^rr'i (20) 

n'^73i:3 bi35^o ■jn^-'n bn; rrnp tnsw 

r!7r nNS73i (21) : rTc:7D i:a nu^o bin; ny 

nNC72i (22) :in "ra n-j?; biij [-r] (br) nbTon D" 

n::'': nbn:"i *,- ■'^n r;::?^ nbnD r!:7:T 

Lin^y ■'xn nbns rt:ii::T (23) •.c^-'a^rn -:2 

T^yn CDC T'y b-n:ir: n-'ai (24) jnc": -^rs 

t • : sn^ny bD tni "p-i^^'c; 

rNE7: n-:;ro "irn rT::": ^s:nb b-'isn tt^t (25) p- 43. 

«a-'-E.s ^:n r!:;73 bia:i *pn "i-n^n bn: ^;72^p 

n?:-' rNcri ;i'iD'::"^i "^rn tnü72 bi25 "pm 

nbn: n:72^n nNS7:i (26) ^570-2^! in ny c-^n 

nbn: nriE:^ n.sr73i (27) :n-'"iEN ■'zn :^l:72 

2^:n n::272 nbn:T ^"piaT ■'rn r!::72 

^^rbn^T oi-i-cp n"^:73 ■'in i-iy7:i (28) :id'0'^^ 

I • : an-'iy bD nNT "^im 

^DmnE;y7ob 'la'.ü'c'' "^rn rT072b b-nar: •'h-'t (29) 
bms "pa •(Ttt: bn; n7onp rND73 
■'rn n:373 bms 'p^i '^i^«:'« "^sn r;ü73 

o o 

*")biaT "^ra n::': bin:. rr^-'T ^"ibmi 
nnci: nNs73 (30) :r;\:;:72 -^la r!::7: biaai 

o 

n373in [nNsToi] (nN73i) •'[C -':;:73 -^ri] s-::^: v^nj 
ribnnT -^rn ['"^"3] bin:o ^nc:72 •'ra T'cn biza 

^:'inb:> -i-'n r,y.-^:, T^y b^ian httot (31) 

•: V31 o-^:t 

'cmnEC7:b "ibinT "^ra ni^Tob b-nsn ••n-'T (32) 

^ -:ir;. 2 ^^^ 3 q p-^briyT rr^-xo^p. * '~° B om. 

hier in A eine kleine Lücke offen gelassen. " " B om. 



c. xrx, 

V. 24fif. 



c. XIX 
V. 32 ff. 



264 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

(28) 

raz'2-) ^iD-^inr: c^i o■j^^^^! bn: riizi-p Duzr^ (33) p- 44. 
^rtü'n [nbn:] J-;:iE:it rNs?:T ;in5?:n Di irn"» 
n;win nNSTST (34) t^'w'« ^rs rtt:-?:! r.^bnz: -»rn 

I • : ni^y bD TN- c-at: ib-na ^^y -jt^t (35) 

nmnE"::'ab icn im rT:2?2b b'msn inii (36) 

[;:N7om ;;-ni:i -^-p'iii: nrrn nNc^ri] ;;nb'j:r: c rw tnew 
nbn: rrnnp rNDW[i] (37) 

•z-i B] [;:n7:r,:; i-ir]^rt:iEi: nNST:! (38) -brs: -rn n^w 
nt:7D nbn: [n;iEi: -nNs^o 

jtl:')2 nbn: rr^sip nNE7:i (39) ->ibiaT 12:3 

I • : "bnc: i^n 

jinr: 1-ii' ibnt: 1:2 rr^'^rb (b)b^v^r, •''n^i (40) 

rNE'7:i (41) :4^'n -^rn Ji::'?2 rbn: n-^rip tne-js 

i:n i"iy ■,'ai (42) :"]binT [^rn] ri::'a nbn: rt:'?3in 

I • : nni-iy bs nNT v::npT ^'-.Di:(i) ^bnc: 



''c.''^xiii.^^ cf. XX, V. 2 -i^üN oi^i'rt \übu5 nN i:bp72r! i-iy 'nr: mbNT (43) p. 45. 

iisrn hiy] (i^ir) 'cm (44) trrnTfT: •,'Tiib ^ny?: 

nbn:n nrba -i^yi ^"imNi -:2 ntiTo nbn:n 

^i:n ;!::•?: nbn:^ ibis ^i^r (45) :"!^ i:n t-!ü72 

cf. V. 7 Qi-iyn u:b'>2: nNi (46) ii^-oiiz ::nb i^Tn 

nbn:3 vo:np ^iy ^:cnTOu: nbNi ■)y:D y-iNn 

nbn:3 -ȟTtprt a^":: ^brc: '^:2 rf^i2 

nbn:n -p-iian i^r ci^etn ^1:2 n::?: 

I -irrnni 1:2 r-r^i2 



cf. j. L. XX77 1 



■•^ ^^'^T ^ 



:t rD5 



I '- ) 



3 i'UJini N-ipii (1) XT 



1:2 ^'üau: i^rfibi ^ns *:2i ^piNi 
br PN 'cn^'?:o cpn cn^bN -i?:«""! (2) •.rri?:'': 



^ B om., C nachgetragen. 



C n^sr:^ 



'^ "li^T. 



om. 



om. 



6 c nu?:. 



V. 39 wohl Dittograjihie von v. 37. 






f. ^ ü >^ « ^ 

t^ V, rv 'f' 1^ > ^ 






' 






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tPv (R 



^ » 



* »f^-lfv ""«1 



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11 a •• 



tP t, rv JC *' V » '• 



'• *' i- • 

tf^ < 1^ u i, -3 . r, tiv 



% 



CO 






CS 




Q 



■* 
•* 



CO 



TS 

o 



266 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 

(30) 

^^^r^ (4) '.'crT^rn::- 'ün c^r'r:- [-p] "iTO-'pn 
:nsD72 7n:2 :nN^: -v m [-:r;^:] cniNn^i 
•p: "2 r'win- bs n^>N nnr?: -3-'>r nnr" (5) 

y'::M-r bs m:.sr; rs inb'^j-'i (6) tCc^sbr-) 
j. L. XXVII. ^-cjx Tr^^ bN n^n O'^T-'is-r; bx I7,: -,n 

[:Nir: rr/SD] -inn -mri^ 
[nx] ^"»bN D^[y]-!in7:- Tnvr> TwSt: (7) 
:nb'v::n 'f^bz'i -p: -p r-^itr« 

''^■v°'i-8^^' '-^ "■'"'^ =^:r;rw\ hd?: n'-x 'o -1:^-° (8) 

■^ri (9) ^irmrb?:m i:-';::"ij«2 -^f^cr "-iCN 
lin^o am (10) :']b7: a'Ujb^ri r;':j'?2n 'r-^ar! 

"i Y^?Dn o-nE2£ p pbn i (11) 

'jb?: «nTO^-^ ^bw (14) 

Y--: [-pb;;-] (--p-i^n) ^b^o (15) 
"^b?: ^-ai Y'^D (16) 

^^b'^ (19) 4ab-i;' Y-'^i] nrisb ^-iiz (18) 

^273 (20) ^rrrib ^b^s 

^b?2 (21) o^.sn ibi2 

-;b': (22) .-i-^'b -jb'^ 

'^b?^ (23) --i::n ■;b72 

"|b7o (24) ^:]'::dn '^b?: 

^573 (25) ^■n573 Y'""^ 

'-b72 (26) nr:p^ -;b'2 

b -m -r: 

bsb Q'ii -b" (27) 

^ °~° B om. '^ -nnD. ^ °'° om. ' '^"° pT i:72y mny n?:. 
^ -b733 pi. « V. 13 — 20 '•^'ß^. ' om. ^ C UJB". 





^"i^-i72 


X7/, i> 


r.^:.'- 


10 


r»]T"nn 


11 


v>n^Db 


12 


0^75 


13 


r>TT5 


14.15 


o"'*-' 


16 


omp73 


17 


,im3n 


18 


*^p^N 


19 


rt**~73 


20 


^■1T-73':j 


21 


^"]:yn 


22 [-^jnp] {r:n-p) 




b73nDb 


23 


"iin ^r.DS 




b; 



Tafel II. 



4 



'^•jlf'^mif^' /h'M^^f^'Jrf^S'ifJ!:'*J^^Ji'^' 
'^'pf^r ■//'■r'mj li/fff^^^^ f f»' ^ '^:J'0 



^ - ^r 




Cod. A f. 30 = Ch. XVr, 3—27. 



Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 267 

(31) 

2p3^^T 'nni'iy PN ipTo^m (28) rtit-^n ^bi3 

a^'::-'n i::ri rtnrn (29) ^/Qj-i^^p-j^ ^^ p^^ 

a-'Nn i:n:N ^d in (30) :']W3 'nrwp; npsb 

^bD-'n n?:[^]pr; iujn D-'t'^^^nn bTO n-^:7o 

a 

^nirm (31) t^^nbx mr;-' rx -n^b ^r^y 

^-iu:n riTi y^h^ Niias n-'^o'^ rrijb^ 

•i'^'^bN "inn- 

lü^N Dy TNT n-:5NrT nna^s nN inb'^zj^i (1) XYII 
nN in^ 8p ^pj^ ^^2:^T [bauj] (oa-a) byn [tq:] 

T7ow^T (2) :bN-u:^ "b^o yujir;'^ T^n n-SNn 

y^ini bN Nn^T Y^"""! j'nn-^im bs< c^Nn 

•ohiz NOD by n'5^ ^ 1-^2:73^1 (3) :ii: -p 

",»n^i (4) ^*^rby Ni^b li: i:?:73 ib np^T 

■jn^i (5) [1:7373 ino:i yiunn-^ --^ by ipn] 

■)73 [■'Tuon Dr Niri "n^^N] -^ü^n ai-^n rbx Nin^i \^•bv Niab] i^ ib 

-|73 DT' a-'yniNT n;73u: n-'n i-[i]-2073i (6) 

^*nnN mn-' ^^-^^t iu3N n""73Ti T["^]'a73n 

anN i2Db bx-iuj"' "^sn 173? -s 

rujir:^ np^i (7) [•:]n'::73 nny ^^t^ ^^by niu: bs p. 49. 

i'inN ^6it-p-,T o-^Nri T'73 nrD7:r! rx 

nN -i73iz:b iJS-^i IS -i'CJN bD nwS ri^i 

•^iis inn\z:"'i (8) :nP373n Na-;: 'j-^Nn 

i[5]n^i "^y^n-«::!-: nnuin rx bxic^ 

"'y^'CJi nnujn nn73a mya;::- an pn 

aab 1r'^^ rTn7:ca ^*^r!Tr; 

11 by mni [mi:] '-'::wNa 

:^''T!ny ^'1373 



1 -nPn. 2 B nnan, C -awNi. ^ c D73ip73. ^ B a b, 
C ']:a"c73 i^by. ^ ß om., C -ipm. '^ -in«. ' iz^v. * in. 
» IN-. 10 °~° om. 11 B yn^a, C yacn. 1- B in5073 ^'::wS. 

1^ B om. 1^ om. ^^ B om. i'' Nnpi. ^' HP^. ^'^ ""^ dafür 

B u. C: n\d:t o'N- -i73;2:b i^^t ^y 'p in-^oam in n73 bs y-i^i 
i:'un an-' ny aPD73n nipoNi :n:i33 la i»« y^üirr» "i^an ^a apa73n 
i.-^n-'T :5nr;T p-'y-^a^n paon p-in73. ^^ ab. 



cf. Jos. 
I, 17. 18. 



268 Gaster, Das Buch Josua in Tiebräisch-samaritanischer Rezension. 

(32) 

[-i"'2iTi^] ^y::- cm -piin -i: "n roirr^ ns-a-'i (9) 
^rnrncr: :.n in'72 Nin TiTN yi2cr: ^Ta 
53 TN! c;'n 'CNn bD nx :]ON*^i rh'::^-\ (10) 

bip r'cjirri rx i:;'^i (12) :"p br "?:;• ^n« titcnp 
r!'"wr:[i] i'^::^: ir-^b« n72Nn -i":;n br ^nnx 

I • : ']-'Eb -^-i?:: Nb 



bN n3r::n nn^?: ru;ini nnoii (13) 
N-ip-'i (14) nnN "T^yN c^rb^rri bNi :-j3ro ^''''^n 
■:2 -j^o ^üN-i bri [B mrn] ":pT b: "^nNa inN 
•:[--:s -^rrii-i B] m inns [tcn] ütt (15) :bi<T:j-' 
J-L. XXIX. mmi (2) :o^bTi;n bi-:^ n-n^ c-v^a (1) XVIII 

;D'^-n::rr: c^yair; ns'?: (3) :nr:innr; 

y-£?: (5) amn^m n^rT^tn -dn?: (4) (^.-50 hat a 

_ Schreiber 

'.n'^^nn r-^w: (7) ts-^Ticrrt 'c:r*c (o) :B''rcN:n falsch ais 

paginiert, v 

inrinn :^r^p;n iv (9) : n^n^Ton -ht: (8) '^^lem'Tr':!. 

korrigierer 

TL:b":;[i] (11) :s-^:T^brn 5:i"b72 N-m (10) :r;-j-i::: 
If'D^t* inyilT ^rnn (13) '.a^rN-^ir; iN-^nCi] (12) :c'::;b':jn 

09 07 oc 

"' ' ■ "^i-ia (15) :r;:iy?2 -^pin;:: in";N:ii[-!] (14) tcbny 

I • : nbirb tc-:: '^iiai Nnn 

-,-!;• -p -p: p ycm-' ■'rN ^p ihn (16) 

^b7: -':;n ::]c:"^ p d-^-en p nbnr:: p 

n-N[-]2:t-; 'iTin nr:bn (17) : D"''-.!:'': y:N bs by 

ni by mn"^ ncr ncN üT'ry p nc?3 

tn'^bns c^r^r:! r-n-wX c-ijc"^ yiNn 

bsT:;-' ^-i: 17:5' pn [:'c-:;':] (nc") w\[-]i:vi (18) 



o — o 



om. - B om. ^ B Ln^:nT2, C korrigiert. ' bbrnN. 
5 m-. " om. " -inn. » 3 -^^^^ y .;^^ ij-. 



II 



Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanischer Rezension. 269 

(33) 

bNTJJ"' "^rn 173^ -^HNnii (19) xz^'- hy n-" ri< 
^n7oin 'nrib a-^'j^m (20) tnirn-'n wr-s "^irn 
bs'T^u^ "^rn isit'^T (21) : cbNTo-:;'?:! 'n:["']':r3 p- 52. 

.a b, 

n-^-ii:?D Y^'^ n;-i2i (22) *:n5:2 D^7Dir^ er! •,■50 

:n^'73[n]nm Db':jn ^'ny [byi] (bsi) -hv [•'^] (bD) ly-r r^n^i (23) 
D3°by ^^nb'c: Nb :ri-:i7:m nbbpn ^cdV-^t 

Dil a-'^bo lim -^bx iNan -s cmf- (1) XIX 

nn'^15'1" bi£N *bx ^iNsn -^3 ani?:NT 

TN "larx T,üwS N"n?o iibN mp73 [bs] ;bs r-^a 

[wx]in ^D T^rn-ip TN in 3^ip:T ■i'^by ^r;bN 

mp73 ;r;r3T25m nbnrn nn (2) -im^-inn ^ri 

1- :T;bN n^a :c"'-ci"nn cobp'jo JO-^oipr! 

'arr-i-i Nibn (8) :ira'^b yai^ nnbn: 

i^-'^ün ibain Nb a-^'^ünpn aip?: n- ■'D 

■n^oyn «bi ^rbN iN-in Nbi ^ib 

Y-N ^o-'d:« a-''?:^ 9r:u:b'j -iiya (4) :rby 

''73y i\üN bisn^D'i bnp r;:n7Dn (5) taa-^bx p- 53- 

nroy^o brn ir^nbN rnrri by a-^n^n 

-i:^i:fi [B ba] tn imN-i^n-'b i^a-^ii::?: (6) 

irb-'i:-' y-nb bD73 Nin "^a 

nraibs-i ^^-n^T: baioi 

nsy^cr pii:73 ba^oT (7) 

i3"'"iJS"' m^n-L:i ^^aa-i:-^ [in] (p^) ri^ Nin ■'a (8) 
Deut. 4,28. "jiNTi j<b "i":;« ta-^-ia: a-'libwsb a^-innc: ^"arN 

{■jinn'^ Nb- ^'pbaN^ xbi «"iirToo"» Nbn 
:n7oiNi3 lyn*' «bi 

^ ixm. * pb nnn. •' C om. '»ab. 5 Uj.^ -p^nV^T 
ina^'^oy bD. « C add.: n73n-i Nbi. ' rr^-ni« bt^ bwS •pa-'b?. 

** add.: NnT2 "jibwX aip"?:. ^ n^ab-::. ^° ^r^s. i' —i-^:::?:. 



12. 



15. 



270 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samarüanischer Rezension. 

(34) 

Vn [Nnn] -r i-rb ib c■'^^^c: i:r;:Ni (9) 

j. L. XXX. n-'inN :c^r;rN2 v-^': n^ ^-nsprn "»ryw 

npy h'z'!2^ nrpnTi -lai bra Nim (10) mnb-n 
I • : inN^ mb-i2J erb -pNi : irr-^ujr 

::r-'!3 ■>'nm br ri< b^-i-:;-^ ';= [bnp] iriro) tn (1) XX 

•]i: -p roirr^ r:N-ip T^üi« rNTn rr-^Nr: p- w- 

«i^73N-^i :inN bip [ayn bo] irr-in (2) :L:r;'':TNn 

t'-*!) ^12 bbnr^ (4) t-ji'T^: ^':n r: bbnr.^ (3) 
bDn' -«^o ^bbnn^ (5) :[-in2b2] {-^v-^r.-z) n^^ann 
n:*^':;'«-! nN 'riTo-n (6) ^"^NbEn -^-rn 
nr^niri 0)nN 'ris'^^wSi (8) :i:-a:;b pn 'rptm (7) 
nN "jTir-i n:-i:[n]n2T n^? 'nbn^Ni (9) 
:nSn ^-^b:::: n:-Nr*y tn 'maN (10) x-r.'^i'D. 
I •:-'iE nN i-i")3: Nbi :']b-,pb "n:N a-^rw^ü (11) 

inbc — >rN "CJ^N'b inrr:: rN voi--^ '^p^-i (12) 

ir'nb :5>-iwm tibn '-jn: bna: Nim '^b-'i (13) 

bN— ,2:"^ -^rab inN^'?: nbis m:n72 

m3-::i :'cn-';n?2 tni «cmim [B br] pnt 

Nn^T (14) :nr[i]N:22: br tnt ^anrbn 

2P5'a TN cnb in-'T (15) :ibr: b^N imy b« 

TN 'nnb ^.co'T (16) tb^-AT"^ ^rn n-i:;N 

:r:''rn n^-i -iüjni tr?;'-:: -i'Ijn c-^-imr; ba 

][i]'::b3 rn-^ "pis: 'O'Nb ']m;ö Y^?::! N^ip-'T (17) 

^rib:2 Nb nr (18) [cnb] (cnb b^) -2--t :nr;b -rc-^T 

:rNTn ni^Nn nr^';: tn -'niptot: 



« B cnb-. " -;-a:. ** '^' B bbsni^ -(N nr. '■' B n^p^o -,73. 



Gaster, Das Buch Josua in TiebräiscJi-samaritaniscTier Rezension. 271 

(35) 

i'-xx-'fii- iDS^i c-n npys ^n^m n(i)bna ■;:-! -rj 

n'i73N'iT (19) :'c!T^n2:3 nN irnp-'n npr^r^i 

ribns u:n:2 :i:b 'nv^jy Hnt r;72 "^nr:? bx 

D'^^b'ar^ p "^mia hn-i tni (20) nrnib-vün 

tJT'^T (□■')ribNr; c-^'^j^^'^^r! nN DrT':n'7:T 

TOr TNT 'p: p ^'^Jirr» ^:c72 -!'n72 

D^Toü^nn b^ TN N-ipii nb^D^T (21) :bN-i\r-^ ■'ra 

„ a b 

HT br i-i73wsn r;7o "^nr^D 'crr^bN ^-„^j^,. (22) 
^;^-nW£: ^nin ni i::['i]b-:;r! ^on ^mn 
TN'a iria-^HN nr:;^' nx ii-i^t xbi 

mmi^m nTiETOn p ■^r^ijy ^U3wx bD riNi 

']mu) 5pN : a^irui'-inri irr^i (23) :mNbE:m 

bxi mir^-in iris ^ün n-^Db^^r; ^nNT 

riTTi'; "ION D'^uJi'Tori r.N in'it iNi^n 

"iTONm (24) '.^rz-j bNiuj^ '':s bsbi r^Jirr^b 

y-iyn bNi N-i-^n bN :-^;n ^nrnb ^nro cn p. 56. 

riN'nT (25) :iid -p y^irr^T bN"i-:5"' -^rn ■^rc'jo 

■n:3N^-> 'irr;:! -^d :[-7:lS] (^Toy) s■j^b n-vijyn r:73 

•:iTEnn b^i ^intt b^ da-^rcb :'BbD 

..xxxm. bws^-c-' ^:n ^bri: ^nn -[i: p y;::in^T (1) XXI 

TN! (2) :n7:nb?2b u:\n qbx T^yy c^ro 

m-iüim [;i:nprT -^bDi] jNinib pDM nTS'bN p cnr-^D 

b^T ']nri:5 by -iNait-^i (3) n^n nri-nn 

iNn-^i isb-'T TCi*io a-[D]Owx:n c^Db7:n 

^ B nn-iriNi, C ^n-^m. ^ ^ b. 3 ^,2j^^_ i B ^^ 

'" C -rr^. e inN ^ü:n. ' nx '-:a bx. ^ -pa. » bD 7:. 



J. L. XXXIV. 



7:Exod.32,12. 
8: Deut. 3,24. 
9: = 7 
10: Ex. 32, 13. 



J. L. XXXV. 



J. L. XXXVI. 



272 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-saviaritanischer Rezension. 

(36) 

N^n'r; ü^p':":! iNn rrbn (4) :]TC"'p iibxb 
'2ri'::nbn n-^'c:": C''?o::nnr! cnb -•:;:• 

bN-i-c-' ^w^rwS TJ-^ Nbi (5) NiWrt sipws ■^?:r 
[C NbT :-jib mn -72 -y-r'] Nb[n] ■(TO-'p -pb^n n-'-i-.CN cm xbN 

r'::in"' tjot tn (6) s^wNinbi rNs:b ibr' 

^nrb-^i:"' -y :bN-i;:;-' "^ribN -mrr'b bbcn-'T 

x'iiz'j T-TN crn bsT «in nrnitn rN773 

:-;i:3'b nr-ir; br nnrnn ^En "iTin^o mu:] mm ^:-;n '^?:n"'1 (7) 

nN-inb 'nbnn nnN [mm "^rnN (8) 

r;p-nr: "]t tni Y'^"'^ *nN(i) t-j-iny tn p. 57. 

n-ar-' Tw'N yiNm c^'r^ja bN 173 -icn 

cnrm [-En] "i-nmo nr^ (9) t^-nmnsDT X'^"^-- 

pnsfb «rn'inNb -.idt (10) .yz'jh m-in br 

:-n 'cnb 'r:^'n":j: ncN -)1^ny npr^bi 

m^7:bi :"i2-N ^^iDv '^n mp-^nsrbi (11) 

tC'^'iiDN nn:? "in ^hn'i (12) :-n'3 'ps: c^-rr ^3 

rcin^ bc^i (IB) ;i:i73U373b -jNb?: i;b nb-ci 

-172'y'm '^bm '"rDb rr'zy nr-« r::m 

:2nD-^- ;'oim -imrn (14) tri^ ■":: 

^7:^'^! -'-i'i -jn nn:b r;^:iN nr37: 

^'2r\^'ß TN '^N-ip':^ [r:*b] (-rb) na: ^-^ra [-n] (15) "ib 

^""pn72 [C' n-^^n -jm ;']n:\r "d 'yp-'N i^^l '■^"''~ '" ^'~ 
•.-i^b^-i br i^-'7:'y 



:irrN yi "p -■:;' n-'T! ",m 
:"i:ibN ^'-70 ^-^5!^ 'n"''^n ",m 
Nic^ ^:n "iTN ^^bD PNI •'rx -^-d ^'^y•',^ (16) 



1 B :NiDNbi. 



p^Tsrn. 



^ --m 5wS. •' T:»-. 



^ PN. 
" B -wn:t. 



3 C -2^nN ip HwN. 1" "P""'-- " B mp. , 

^'^ B om., C nachgetragen. '^ B om., C nachgetragen. 



8 rrs-n. 

^1 14 : 7^ ■ 



Gaster, Das Buch Josua in Tiebräisch-samaritanischer Rezension. 273 

(37) 

r^uirr« cc^t (17) :p?3^p "VrNn br-n •)■: m-^p 

[-■«biün] (:«''b':;n) r:p "r^rb r:.":jr: r:ii3i (18) '.'op^\^ 

'yn^'t- riN Nn^T (19) :nn: p^nn m:.N- 2»n-'a rN p- 58. 

N":;^i (20) :i3 TwN n-^'in-r; bs rj< N-ip^T inrcii 

[rrnlTia po E">ü^t : ■.Tnb'a":) 3?-ip-i -jz^t nbip tn 

oL~--]"3 -i'7:^5"'i (21) : -^'2 -V TrriZ-i : r;bn5 riprs: prsc-^T 

i^iy] ^;ü:n bD TN ly^^^ü^T (22) r-^r -^rn [C r;N] ^ri-n^^ 
':o [":;:n bD nN iy72'C3"'T 

bD TN i^bN lECS-^T (23) :'-::';:r! -^^irii r^rcriT^ 

Nb nb-:. npri: "i^'n :r;':nb-:- "^"«rrN 

nn; cn-'bN -7:n-^i (24) ibN-r^r-n 'rr-iz n-^n 

'ü-i-^iSN abs TOS? t:;n [wxnirm] (nn^im) rujirr^ 

■jTü-'p -,-bj<n jbT-in m-i^p nrn-,:; "|:n2 

:^:2-;r; pn nn: it: Nnirr; ■'o:n rjiz-X) tni (25) 

"pbN [-y ii^rrj] yiN bN -iNn-'T irb^i Tinf:^i nTn 

-b'^n er nb-n r.'-izr-hn ^rsr-i-; (26) :[r;]^rT':n -r-'P 

nn3 ;i;bn'^i (27) n'oy tcn a'^Db7:r; ZiV\ fnv^ 

n-'n ■'cb CD""! wr bs tiNt ^-nr:: nx p. 59. 

-iTybN -p Dn:^3 ^bx '-i'7:w\-'t tnz: ^s-ip-'T (28) 

bx-i^r: m-i-^p nx lo-n-^n ünn nrprr^i (29) 

"irr^T (30) :o^N 'cr:^: npsr xb tcib-^ua i7:r — :;n 

s-i\DN bs PNI '^nvo PwS fi^inn cm ---" 

•:bN-!\üt n^a -,'7:y 

cf. XXIII, V. i n-'zn -i-inN tc^n-n n*'?:-^ yp^: ^n^T (Ij XXII 
^ IT. 2 B om. C' nachgetragen. '^ nar"'!. * C r\::in'^ 

^ 'j-pr\^. » -::wsn3. '^ om. 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. LXII. 18 



274 Gaster, Das Buch Josua in hehräisch-samaritanisclier Rezension. 

(38) 

"-: '-2 vc-rr^ (2) :n^2D?2 arfn^N 0273 

c. XXIV, 1 b-D TN r^iri-i riDNii (3) c^r^ sn ^'-pT 

■^rVf -=*- N-p'i (4) -n723"0 bN-io-' [':=] -i:!-:; 

z'-,i2- 7N T^rwS V::y"'i (5) :'ün^— cic"';! 

-S'' 'zrwS :-ii: •- v::'-- z-'bx ^-^s^- (6) p- e«- 

cf. 5« [-CN] Vr TN zr:'-;^ crs- (7) :=3^:[i2-: fr'-i r70 
cf. 6"' TN j<'::wvi (8) :':=t n--- --:• 

«rrin:;: r-nvn-: nr^ir\r, -'iii or;72nb7om 
: ncn'2 q-c C" [C -^:] r.x ---^rm ^--'r-; cn^7:21 
c. XX/F V. i5 'crr;" nd -res -pN- TwS ^^^"^ -p-^-j (9) 

:nr;2 •'^n^-viT- :ür->:2 Nr -'CwS Z'~^J~^ :-2 

ü DD^nbN ~^-' PwS -.x^-' nrr'T (10) : i'rrx 

15 y•^ ENI (11) n-zr :zz-r:rwS n^r;- r.x =n -: 

Cz^nbN rrrr tn -zrb [z2-:-;-z] (cz'rz'':) 

mn" nN zn :-jT;zyp [-:] (-•:) Z"- zzb --nz 

/ ^ / - 

:Z(; i:b [nb^b-] (nb^bn) io^':n't zr- bz 'J-jy^n (12) I 



1 ■" yjirr' ip; 'z -n-. - B om. '^ " «cyn. • ^ C -bxT. 
5 -^b, C korrigiert. " (" "irTr. " R ^"i-Z-. *» "nm. 

'■> B iry^T. 10 B in::-. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 21b 

(39) 

21 ^Nin ^D :-i;': irnbN mn-' "d (13) ::"ir:N 

^^ yTüiri^ ^72N^T (14) -MrmnN ^ribNT irnbi< 

'cn^.na cnN -^d :'23a ::p'n [ü-^ty] (a-'nny) nr- bN 

:a"^iy i^^oN-iT (15) ^:-ir'N nnrb r^irr m 'czb 

<85 [Njin- nv2 nyb n^^^ t^iis p y■01'r^'' ^\nz^^ (16) 

n73b-'-i b'x n^i c^n:; 'i^(b) nnn^o [x-^n] TvTN 

5ö :^sDn ribsn Bi-imn nx nnD^i (17) :-JS'::7:n nod 

^zn-'bN "iTONr fib -im cm-- bN irn-^i 

nnpiT nn'wS 'nn'i73'vaT ntn ^-ison tn -npb 

nb-^Nn rnn '^3",^ n"'2''p"'T ribiis px 

:mn^ [\r-)p7:] (^np) aip^ D^T"''n:i "nti -riD^n ^":;n 

27 PNTn pwsr: -:- : arn bx yiüirr^ ^7:n^t (19) p- 62. 

n-n n3T73 'cc: ■ji^i (20) tmrb im rrnn 

i3^-ip"^i "jN^n ^D inN b^N r,p^i in- 

bx-io-' ■'rn nr-iD ^U5i< 'rirrt r-"i:2n by 

■i: -3 r'":;in"^ ^nn p nnNi (21) -iTOy 

bNT::"' "rn ■'N^r: p n-^'o: -lay n^ro 

biis cn^br ^Y'^''^^'^ (22) :::n->rb -;r;N cn 

cip^on ;";!-;rn pnN p '^T^bs 'c br 

r^^r;^ ■'rsb :bN n^s a^T^"i." ^n "irn*:" 

TC>j C'sb Cj •ibNnuj'^ ':n br m3b72r! [b-n:.] bi2; Ni:'i 
[sbNT^D"' ^:2 br ia^b?:^T nnn^ üinwo nbs ^nN p bxrn: 

29 y^ir^-' r-':'! tnbwxrt a-'^mrt -r^N ^'n (23) 

;a'^:\:j Tv^yi hnid p mn^ nny "p: p 
50 bTC wsm ION "r;y2,"3 -pn ^-lap- (21) 

:bN r"«! a"^"-'-)^ -n 'in37:n aip?3n 
bN'iü"' ^:n irN ^an"'^ :n"iD [C n:^:n3] (n:n?:n) 



1 B T->ii-r. - ' ° om. " B -jib. * pb t:ni !-:-i^b -jib pyTi. 

IS* 



5 ß ri^inn nso. •* c mrc. ' om. ^ B -'b-. "' B ny- 



276 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritaniscTier Rezension. 

(40) 
Deut. 34, 8. • '. in'^^D r:"! TOiTiT : Di"^ 2'"abu3 



Gen. 47, 29. 



Deut. 11, 16. 



Deut. 4, 6. 



rrj'jo'n abD ■'HN -p Nim T;p -p bN:r:T (1) XXIII p- es. 

nrcn -n^T (2) tbN-ic 'rn '"iv yyn min-^ -rs 

^T^bN rm T:p -p b^rr: ^-''^b rT^r-^air! 

CTüTsn -r:r!D ■^5:1 br 'nn •.■r:rr; -j-riN -p 

:bN n^n n-'-'-i:; ':" nn:27:- ciprcn n:"C 

bi^b N-!pii nTOb T^^:-! irip 'r -rr^i (3) 

bNTC' ^i~- brbi c^bn c-:n2T! 

■j-rr: -i-rbx -^e br ibr-'T (4) tcr^i nn^ 

:bN r.13 a^T^^i:; '^n "inarr; -cip72b 

tcranb nrs^ -jd [B nab] Tn^">r- tcn-^bx -tt^n^i (5) 

n-^ü'/o n::nN n^i: -,\13n "-ni-i -,72 'cn-ioi 

b3 riN TiTo-sü (6) :mn^ -^d hv ^-'-in^ -12" 

n^rrarr; N-'r; ^d opN'-r; n-iinr; ■'"im 

imon Nbi (7) :z"i2yr^ ^bz> -^rrb 'nrrr-'m 

iT^bN np-^T (8) :bN7:'i5T "p?:^ n?:Nr; br73 

n-i-or; n- bi' 'p-ip -a^-ip-^T ^^wS' b-^N 

nnrar; -^rsb ■'inn-^ü^T (9) : [mn-'] nnTTo by p- 64. 

■^Sb'^T T^nsn TN iii'-iiE-'i rmm --,-in ■'rsbi 

br "^b-'T •/ü'C':: Nit^i (10) n:n cnrs pn nriwS 

■^rn ■'N'"::: b::i «a"'ibti tn^rnsm orb:\"i 

ny •ibN):;^ byn i:"''):-' by :bN-i\ö"' 

b:3 ^-<1lV''^ (11) :r:nn?:y n-'-pb i5^':5r! 

t'-il:!-:;! cm -:pT b^T "^ib •'ra ü^rnrn 

nnD-'bn t.-z onr^Ei (12) :i^:sb rcN-n 

TQ bTn my72im i(^)ri:-' by [nV:?] rt^n 



^ C 1rc^<^^;:: -n^T, B om. 



-r>^z-2. 



Olli. 



om. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension, ^^ill 

(41) 

a^u:y nrnsr; n^a bsi (13) niiax p-iD by ^i^ry 

nr:::i rx rotan iy abD iDb-ii (14) :i^cr7:D 

«-i72Nb n^i-n 'c;72r 'c-:j -d-r^^i i:n Dnro 

nbrn -jD :2nnN □■'nbN imrn -js 'nab i^'?:'^:^! (15) 

DN "'S -^iN-in -HcN ^ü-p7ori bDa 'L:r^-nby 

"la niaN bx n-«n ü'^r-irt-in n-n Di-":a 

•^t'DUJ TO'iD TN piüb ^C3'nbN mn^ -ina 

cf. XXIV \. 33 :r3y bN qcN-'i r72^i :^T3?bN [yis^^i] (ya^^i) (16) p- 65. 

-in br: i:n onrs n^aria in'j« i-inp">n 

tr^v^:), in mr;i iinn i'iJN aip^^n üVpn 

MTnn i:n anr-^s ■jriD-'T :bN rr^a 

^inj« nc; rrc-o-p p'^nn "nriD "iiüN Nirn (17) 

■[■^•on Nim :bN r^a a^T-^-is in isni by 

n^i^n m?3:: ]:3;zDn by :a-'U3nnn -CwS-i 

üinyi73r; 'wr yiinr i:w3 ■^n :07:'"0m 

•:a-':t::m tD'^oinm 

"inzn -jinN p -in'bN p^on^^s nbvT (1) XXIV 

T'DiTn r':3-aNi (2) ty^^isN touj nx Nip-^i 

bNT::^ ■'rn -üy73b i-^y rr^jbuj rr-vün 

^^-i"»::!' n;ubr: n-u3 N-^n icn p':3 '^*nN 

-iinn nsDon pn 2nr(i) T^-^n ■^73"'b 

nri:^ ^^y p\2::d:2 ^-N^7::n ncnpn 

,:r!Tn nrn ny ^-^nrnrn n-na rT>::npn 

a^T-'-is inn nra7;n r.7 nram (3) 

Nbn rjoro Nb^ ii Ni:7373 ibip^m] iyi73 bnx nncn bx n^n 
^^Timyi (4) [r-i:.^2 

in-'-ip-' tt; itas a"'72b\z5n nnx ^^-^-ny 173 

Nim (5) na-Tor; by bnpn rx'anN 

mniN3 rrmm -^lai V-J nnr^yrt "^inn mm^a bpon?^ 
[a"'ii73yn -jina a^ynn?: 

t-".29. -iCwS fwX'a^ ^i: n^m p ^•'Vnpuj?:! (6) 

1 nr-iy. ^ jj^p^^. s om. ■* -m. ^ om. •' C in. " nc:. 
^ '^° om. ^ -sb. ^° om. ^^ ° ° *,■': ^i-oy nobo r:\:;m 

n:\ö^*nujy '>rbu:2 yuj'^aN n; -b-i72. i- N::7r:r! n-sunp n-ico PwX. 

13 o-" ,^1^ ,,3 a-^rnan n^n. ^-^ tt. ^^ om. i" -ijm. 



p. 66. 



278 Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritaniseJier Rezension. 

(42) 

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h**«^^ MaV*^ ^tlMI» «h^*^^ «^taHW> M*> ^«Nt^^ 

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n:ni:n r;^7:T' TiuJirn p: 5nb :Nin 
y5nn "To :d :i!-;i :nrN -ied:"; r:-;r;i 

■^mrbN -j-rba Nnpr^:- "^ron 
-ic^T fi'^rc' DIN?: üjb"::i r]bN nrj yc 
la^rt T^ br :-i5r: -^ria n3b7:?:b 
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pDri pnit"! in onrc -p 
a^onp" Dip?2 ^wuj -»ibr: 
■jin Nicn bD ^b nbo"* ■'-ito 
mNLin "j:: nb rfn'^-; rrci 
n-NST r!":;b'0 br^a niDis r:5E: 
(D^r!bN)n c-'N rr:;?:! qovT 
■i':n ]?:n ttos 

•: Dini mn'i cnn'n 



^ '^^ Ina. - B ibipcra aira n-ih •'•72, C 'na mns r.73. 

3 '-« 



om. 



Gaster, Das Buch Josua in hebräisch-samaritanischer Rezension. 279 
Kolophon von Kodex C. 

ncb'^j n:uj ^"av nnN "^j-in 

y3c:i mN72 •:;-'7:m a^^sb« 

bNTc:i '1:3 laoiTob n-'ri'nNT 

VSOTorT T« by -rrD -pNb 

nbc "j-^r; -p-wS -n npr^ 

.■|72N 

(Siegel des 
Hohen Priesters.) 

"isrn bn:in aisnn T'p^n 

17:^^1 r:n br'i i-iby ^^in^ji 
.•jTCi« .•7:n T^:n ^Ti T'in 

(Schluß folgt.) 



280 



Zu Musil's zwei arabischen Inschriften aus 
Arabia Petraea. 

Von 

A. Fischer. 

A. Musil hat von seinen so außerordentlich ergebnisreichen 
Forschungsreisen in Ai'abia Petraea auch zwei kürzere arabische 
Inschriften mitgebracht, die er in dem letzten verausgabten Hefte 
der WZKM. (Bd. XXII, Heft 1, S. 81—85) in Text und Übersetzung 
5 mitteilt. Die nachstehenden Bemerkungen sollen das Interesse be- 
kunden, mit dem ich seinen tretflichen Aufsatz gelesen habe. 

Zu Inschrift I. Z. 3 — 4. Die Wendung xaJJ> ,.yA j.lXäj '»/s 
_?-.j w*», die, wie M. richtig angibt, aus Süra 48, 2 stammt, be- 
sagt m. E. nicht: „was vorangegangen ist von seinen Sünden und 
10 was davon kommen soll^)", sondern: „seine früheren und 
späteren, d. h. alle von ihm begangenen Sünden". Vgl. die Qorän- 

Koramentare zu Süra 48, 2 (z. B. Kassäf: ^J5Lix! _b j L« «.-^^ lXj j 
ixl! ' — PAxj U. X.AJIP..S. ,i -u\.ÄJ L/s .\JliU rvC») Baidäüi: tu...ts>- 

, ) t « _ « 

A^J^ ^jji.'S .,1 *^^A:iJ U^ yivÄx _l?.s Lx, al-Häziu, Lubäb at-ta'^il: 

^ -. ~ . . i ,_ 

IT) ii)Lo3 i^-j^ *Aäj U) e5vjU -b,s U «^4.:?- cvL'l (^ J^i^^ Ä.jb.'! ^Jtx, 



«. t 



;?J! -.;-Axj ^_c**T^ -=^-^ '-*3 sj-*-i-^' J^ ic^**H ^- '''•")) ^i"<3 '^''-''i" 'illeni 
die ^VeIldung ^>L; ^3 j.3^äj U öÄi>! Tabarl, Annales, II, I.a^, 9, 
die im Hadlt in der Gestalt cjA> '.x. |.Ai U 6Äi>! erscheint und 

\) \'oii mir t^osporrt. 

2) L'ntur dou mir niomcntan zugängliclicn Qorän-Kommentatoreii versteht 

nur Tabnrl die Worte j>Lj Lc» von zukünftigen Sünden (Tafslr XXVI, i^l 
oben). Sein Kommontftrwerk steht über al.s philologische Leistung nicht 
•ehr hoch — Hinsichtlich der theologischen Verwertung der Qorän-Stelle vgl. 
2. D. StÄtio (luint» et scxtu . . . lil.ii Mevakif, od. Soerensou, rt*'f , 10 v. u. 



Fischer, Zu MusiVs zivei arab. Inschriften aus Arabia Petraea. 281 

nicht anders gedeutet werden kann als: „altes und neues, d. b. 
schwere Sorge, bemächtigte sich seiner^)". Der Ausdruck bildet 
also ein Beispiel für die Eedefigur des ftf^KT^ud? , der Bezeichnung 
des Ganzen durch seine Teile.-) 



o • 



gibt hierzu die Übersetzung: „und bestimme Verbindung zwischen 
ihm und seiner Nachkommenschaft in dem sicheren Orte deiner 
Onade". De Goeje, Gloss. Tab. s. ._•-£, hat den genau entsprechenden 

Satz xÄÄ:;* ^ ^^^i^» ^^iV-" (^^LM) OrC^j übersetzt: nofitiam^ 
famüim'itatem inter nos faciat Deus. Ich möchte die Deutung lo 
wagen: „und bestimme ihm zusammen mit seinen Nachkommen 
(einen Platz) an einem Euheorte deiner Gnade". Der Ausdruck 

Or^ dürfte sich nämlich an die Qorän-Stelle Vsi^ &,a.s- ^i].i>Aj. 

^ ^ o - , o ^ 

^j^ (Süra 47, 7) anlehnen, und ^^ . . . ^^j , bezw. » . . . qa^^)» 
das bekanntlich nicht nur trennende, sondern ebenso häufig ver- i5 
bindende Kraft hat, nimmt zuweilen direkt die Bedeutungen an: 

„sowohl ... als auch" (vgl. das Beispiel ^j ,.^aj \.a ^Je'-^ 



l5' 



iij i'Ä<?7-e came to me hofJi rieh and poor Wright a. a. 0. S. 181 A), 
. . . zusammen mit" o. ä. (vgl. Kassäf zu Süra 30, 26 : .^aj JO^j 



'iLc:^ j^ „gezeugt wird von einem gebrechlichen Greise zusammen -'o 

mit einer Unfruchtbaren"). — _äÄ.^/a als Ruheort der Insassen des 
Paradieses Süra 25, 26. die Vereini^uncr des Frommen mit seinen 
Kindern bezw. allen seinen Ancrehöriwen im Paradiese Süra 52, 21. 
13, 23. 



1) Vgl. Les.x. s. ÖcX>- und *iJK.'i, GIoss. Tab. s. j»lXJs, ILuIrl's Durra 
ö!, 1 und IlaSis olo, ult. 

2) De Goeje hat bereits Gloss. 'j'ab. a. a. O. als verwandte Ausdrucks- 

weisen namhaft gemacht Wendungen wie lAxJ L«^ '^y* ^ c-^^-^^ rgi^öl^o 

Angst ergrilY mich" (s. aueli Gloss. Tab. s. V_J,j) s^xit^ X/a'JJi La ,eino 
ernste Sache, Kummer o. ä." (s. ibid. s. (»vi, ferner Lano und Dozy, Suppl.. s. 
lAxi 1 und IV, llamadänT, Maqämät, ed. Bairüt 1889, f 1 , 4, Kämil f\^, 4 u. a.). 

3) Wright, Grammar'' II, S. 180 C. Weitere Möglichlveiten s. Heckeudorf, 

Syntakt. Verhältnisse, 230 f. und Nöldeke, Zur Grammatik, S. 5Gf. (»i , , .'»aJ 
im Verszwang z. B. auch SahrastänT ff., 6). 



282 Fischer, Zu Musil's zicei arab. Inschriften aus Arabia Petraea. 

Z. 7—8: . . . J^l^ c^j^ [^ xl]%- Ich möchte auf M.'s 
erste, von van Berchem gebilligte Lesung Joi\^ zurückgreifen, freilich 
unter Verwandlung des bloßen _b.5!. in i),\c sd^JiW: „und laß ihn 
(am Tage der Auferstehung) als einen der ersten zur Zisterne ]\Iuhammad's 
5 gelangen". J^-s „vor andern zur Tränke gelangen" ist ja nichts 
weniger als selten (s. die Lexx.; Qutäml 11, ^f = IHisäm, Sarh 
Bänat Su:äd, ed. Guidi, öl, 11; Kitäb al-Addäd f1, 1 = Lexx. s. 
J.-^'-.r, und ^1= und IlaSIs II, 11; läqüt I, 1(1, 1 u. a.) und findet 
sich verhältnismäßig oft auch in Verbindung mit c.c?jJ=> (vgl. den 

10 Hadlt {_>i?vii Ji^ fS^Ji 'wJi Lane und Nihäia-) s. _bj, Kitäb al- 
Addäd ft, 2, IHisäm, Sarh Bänat Suiäd öl, 7, Kämil v.o, 14 etc., 
und die Dichterstelle y«;LJJ! {j£i\ysA ^^* läq^^t III, vi., 22). 
Auch dieses jkijj^ dürfte, seine Richtigkeit vorausgesetzt, durch 
eine Qorän-Stelle beeinflußt sein, nämlich durch das den Götzen- 

15 dienern angedrohte ^., Ja äx j«^U .UJ! ^^ ,1, *_> ^ (Süra 16, 64), 

das doch wohl besagt: „Sicherlich ist das Höllenfeuer ihr Teil und 
•wei-den sie eilends (hinein) geschickt werden" (s. die Qorän-Kommen- 
tare z. St., die Lexx. s. J^^, Kitäb al-Addäd fo, 6 v. u., IHisäm, Sarh 

Bänat Suiüd ol, 3 u. a.-^)). — Der o^^:^ i<s»s^ begegnet als (j^^yss^ 
20 ^y^J^ schon in einem Gedichte des Abu '1-As^ad ad-Du'all (diese 
Zeitschr. XVIII, 239, 5). 

Zu Inschrift II. Hier nur eine Kleinigkeit: S. 85,11 1. 
*Aii- für pAÜ (3 Ai^iJ"): „er wechselte in den Ämtern". 



1) Oder J! 'U. 

2) Vgl. liior niicli: (j^wä^oU-! «bLs ^., ^j^xlil» ül (viAJiAii x-L*^) 
•1 , . , £ 

LS»^'=- (C-j S-fi^* - ("«^riior Kämil v.ö, 2. 12: Ac ., »^jjj\» JLs 

3) Vgl. auch ßüra 30, 71: f»-U-> ^! U^' qJ^-' ^>y«» (z"e» 
Verse weiter wird dnsselbo oi-V** '*'o» den Schniiroii der in das Paradies ein- 
({cJiüikIuii Si-lii.'.Mi ausgesagt), 52, 13: LtO ,*-St> n^ J' .^ »j:uX.j etc. 



283 



Zum semitisch-griechischen Alphabet. 

Von 
Fr. Praetorius. 

Die Umwertung der phönizischen Gutturale N, ri, y, n in 
griechische Vokale wird, soviel ich sehe, allgemein als ein Akt reiner 
Willkür angesehen ; kein Band, das die phönizischen Werte mit den 
griechischen verknüpfe, ist m. W. gefunden worden. Vgl. A. Gercke, 
Zur Geschichte des ältesten griechischen Alphabets, im 41. Bande 5 
des Hermes S. 545 3. Abs. a. A.; ferner S. 556 „Das Beilegen des 
Laut wertes | [für T] beruhte auf einem einmaligen Akte der 
Willkür, wie die ältere Umwertung von B und 8 = 0". 

Ich möchte aber die Umwertung des phöniz. D in ^ so lange 
nicht in Parallele zu der Entstehunsr der sfriechischen Vokalbuchstaben lo 
setzen, als wir ersteren Vorgang so beurteilen wie es Gercke tut, 
und wie er m. W. fast^) allgemein beurteilt wird. 

Ich habe bereits auf S. 10 meiner Schrift „Über den Ursprung 
des kanaanäischen Alphabets" kurz den Weg angedeutet, der die 
phöniz Gutturale gerade zu denjenigen Lautwerten hingeführt hat, is 
die ihnen im griech. Alphabet eigen sind. Der Name des Gutturals 
war es, der für den jedesmaligen vokalischen Wert maßgebend 
wurde. Da die Griechen aXq)-), ickcpa nicht für den Kehlkopfver- 
schluß gebrauchen konnten oder zu gebrauchen verstanden, so ver- 
schwand natürlich (mindestens im Bewußtsein der Sprechenden) -'O 
auch der Kehlkopfverschluß am Anlaut des Buchstabennamens. Und 



1) Abgesehen von dem verfehlten Versuche Lagarde's, Jlitteihmgon 4. Bd. 
S. 370 ff., hat Ilalevy im Journ. asiat. Nov.-Dec. 1002 S. 352 t". unter Beziehung 
auf die Form des § in den etrurischen Alphabetreihen eine Entwicklung 
des D zum ^ angedeutet. — Ob es sich bei B = C um eine Umwertung , und 
nicht vielmehr um eine Umformung handelt, seheint noch nicht sicher. 

2) Über diese älteste Nameusform s. Nöldeke, Beiträge zur semit. Sprach- 
wissenschaft S. 12Gf. 



284 Praetorius, Zum semitisch-grieclnschen Aliyhabet. 

da ihnen somit der Isame mit a anlautete, war es nur natürlich 
und dem sonstigen Verhältnis zwischen Lautwert und Buchstaben- 
namen entsprechend, daß diesem Buchstaben der vokalische Wert 
cc von selbst zufiel. Und welche anderen vokalischen Werte, als 
5 die von e-Lauten, hätten die Zeichen H^ und Het annehmen sollen, 
wenn man sie nicht für h gebrauchen wollte? Wenn diese bei a 
e )] so nahliegende Erklärung bisher übersehen zu sein scheint, so 
mag dies daran liegen, daß sie bei o zunächst versagt. Und in 
diesem einen Falle macj vielleicht wirklich nur ein Akt der Willkür 

10 vorliegen, d. h. man mag y = o, ov angesetzt haben, bloß weil man 
ein Zeichen für diesen vokalischeu Wert suchte. Für mindestens 
ebenso wahrscheinlich halte ich es aber, daß der Buchstabennamen 
wie '■iiin klang, entspi-echend pausalem yy^); so daß also auch hier 
der Name, nach Abwurf des den Griechen unbrauchbaren gutturalen 

15 Anlauts, die Richtung für den vokalischen Gebrauch ange^viesen hätte. 

Wenn somit aber auch Grund zu der Annahme voi'liesrt, daß 

die Umwertung der phönizischen Gutturale in griechische Vokale 

sich ganz oder fast ganz automatisch vollzogen hat, begünstigt durch 

die Lautverbältnisse der griechischen Sprache, so wird doch nicht 

20 in Abrede zu stellen sein, daß bewußte Geistesarbeit sich von 
Anfang an dieses Vorgangs bemächtigt, vielleich den Anstoß zu ihm 
gegeben, seine Entwicklung gefördert hat. Schon die ältesten 
griechischen Inschriften haben vollständig mit der unklaren, viel- 
deutigen Silbenschrift der Phönizier gebrochen; bereits in diesen 

25 ältesten Inschriften erscheint — zum erstenmal in der AVeit — 
das konsequent augewendete, jede einfache Silbe in ihre beiden 
Bestandteile zerlegende Alphabet: kein allmähliches, zögerndes 
Werden und Wachsen, sondern eine plötzliche, bewußte Tat. Nur 
r sehen wir noch im Übergang begriffen. Daraus folgt aber nicht, 

30 daß auch bei Nnr ein Übergang stattgefunden haben müsse. — 
Die Tat der Griechen war es, den Vokal aus der Silbe zu isolieren, 
und die Vereinigung des isolierten Konsonanten mit dem isolierten 
Vokal zum Grundsatz der Schreibung zu erheben. Erst jetzt war 
die Silbensclirift übcrwund.'n. und das Alphabet erfunden. 

35 Zu einer Zeit, da die Aspiratae /■•'' und j^ noch durch die 

Zusammensetzungen KB. ^B b-/. dB ausgedrückt wurden, schrieben 

1) Bei dem Hlton. dopiiolkonsoiiantiÄch ttiisj{üln.'iidou cJqr wäre die Aimalirao 
einer Au*»prnc'ho alf mehr als unwahrschciulich. 



Praetorius, Zum semitisch-griechischen Alphabet. . 285 

die Griechen für t^ bereits einfaches 0^). Nur sehr vereinzelt 
kommt für t^'' auch die zusammengesetzte Schreibung ®B vor; und 
ich vermute, daß diese vereinzelte Schreibung nicht auf gleiche 
Stufe mit KB, 9Bj HB zu stellen, sondern als Pleonasmus (= t^-\-h) 
aufzufassen sein wird, wie ähnliche pleonastische Schreibungen ja 5 
auch bei anderen zusammengesetzten Konsonanten in griechischen 
Inschriften vereinzelt vorkommen. — Auch wird nie etwa TB für 
t^ geschrieben (Larfeld, Handbuch der griech. Epigraphik 1. Bd. 
S. 363); sondern T als nichtaspiriertes, ® als aspiriertes t sind 
von Anfang an bei den Griechen gesondert.. lo 

Es kann keine Rede davon sein, daß das phöniz. Tet der griech. 
Aspirata lautlich entsprochen habe; denn nach allem was wir 
wissen, ist das semit. Tet gerade umgekehrt so aspirationslos wie 
mögflich — abgesehen von anderen Unterschieden. Man hat freilich 
eine gewisse lautliche Gleichheit von phöniz. Tet und griech. & i5 
durch die Annahme zu erweisen gesucht, daß in Lehnwörtern älterer 
Zeit phön.- hebräisches 'i2 durch griech. & wiedergegeben werde. 
Aber die Beispiele die hierfür angeführt werden, sind nur wenig; 
und alle sind sie mehr als zweifelhaft: dbli = ^ud9r], "pIllN = 
öd-ovr], yn-p = k6&cov. OoQTtccQ; wenn = pd-l:, sieht wie junge Um- 20 
Schrift aus (mit & am Ende für n !). Man erwartete freilich roQCfccd ; 
doch mag die Aspiration vom (p auf den Anlavit geworfen sein, 
zur Dissimilierung von dem gleich folgenden Schluß-0'-). Als einziges 
scheinbar sicheres Beispiel bliebe noch der Name des Buchstabens 
selbst : r^r: = ■&fjra. Aber auch diese Gleichung beweist nicht das 25 
Geringste für Lautgleichheit von :: und d: Denn bei der Bildung 
des griech. Buchstabennaraens kam es nicht darauf an, den ent- 
sprechenden phöniz. Namen möglichst genau wiederzugeben, sondern 
darauf, einen Namen zu haben, der akrophonisch den Lautwert des 
griech. Buchstabens anzeigte. So daß also, wenn :: in einem dem so 
phöniz. Zeichen fremden Lautwerte von den Griechen übernommen 
wurde, dieser nichtphönizische Lautwert auch in dem griech. Buch- 
stabennamen anzunehmen wäre. 



1) Weshalb vorsucht worden ist, die jüngeren Aspirateiizoiclien, /> und (1), 

von der Form der alten Aspirata Qy herzuloiton. 

2) Ries, Quae res et vocabula a gontibus semiticis in Graeeiam porvenerint 
(Dissert.), Vratislaviao 1890 und Heinr. Lewy , Die semit. Fremdwörter im 
Griechischen, Berlin 1895, sind über das was Aug. Müller im 1. Hd. von 
Bezzenberger's Beiträgen S. 282 tV. zusammengestellt hat, und worauf man sich 
immer bezieht, in diesem Punkto nicht herausgekommen. 



oöß Praetorius, Zum semüisch-griecliischen Alphabet. 

Der Gedanke, daß ® schon aus der phöniz. Heimat den Wert 
des aspirierten t mitgebracht habe, ist also abzulehnen. 

Wenn man bedenkt, daß die Griechen von den beiden phönizischen 
k-Buchstaben K (asp. KB) vor a, e, /, 9 (asp. ?B) dagegen vor 

5 0, M anwandten, und daß diese Differenzierung unmittelbar aus der 
semitischen Artikulation der beiden k-Buchstaben heraus ihre Be- 
sründuns findet, so sollte man erwarten, daß bei T und ® eine 
oranz gleiche Differenzierung hätte Platz greifen müssen. Denn 
zwischen beiden Buchstaben besteht im Semitischen dasselbe Artikula- 

10 tionsverhältnis, wie zwischen K und 9- ^^^'^ sollte also erwarten, 
T (asp. TB) vor a, e, /, (asp. 0B) vor o. u anzutreffen. 
Statt dessen finden wir bei den beiden iDhönizischen ^Buchstaben 
im Griechischen eine ganz andere Differenzierung, die in der 
semitischen Artikulation der beiden Buchstaben nicht im mindesten 

15 begründet ist, die wir vielmehr eher in umgekehrter Weise erwarten 
sollten: nämlich daß als nichtaspiriertes, T dagegen als aspiriertes 
t von den Griechen hätte aufgenommen werden sollen (wenn auch 
in alter Zeit die beiden phönizischen ^ Buchstaben nach dieser Seite 
hin noch nicht so stark voneinander abwichen, wie später). 

20 Wenn sich also kein innerer Grund erkennen läßt, weshalb 

v<>n den Griechen als Aspirata aufgenommen Avorden ist, so 
müßte lediglich Zufall oder Willkür bei dieser AVertung gewirkt 
haben. Aber vielleicht läßt sich doch noch der Weg erkennen, der 
das phönizische aspirationslose Tet in die griechische Aspirata ^ijra 

25 umgewandelt haben könnte: die Gestalt des Buchstabens. (O) 
konnte leicht als formale Variation des Hauches B (D) erscheinen, das 
innei-e Kreuz als eigentliches Zeichen für t; so daß das ganze Zeichen 
als Zusammensetzung aus t -\- h aufgefaßt werden konnte. Nicht 
durchweg erscheint ja rund, B eckig; vielmehr erscheint 

80 hie und da auch eckig, B hie und da auch rund. So ist im 
ümbrischen B die herrschende Form für B geworden; und die 
2. Tafel bei Kirchlioff, Studien* zeigt mehrfach völlig eckige Formen 
des 0. (ielogentlich wird man noch allerlei Variationen antreffen 
können; so füllt mir das sehr längliche, fast eckige der 540. 

85 (tberilischen) Inschrift des 12. Bd. der Inscr. graecae auf. 

Im seiner Eingangs genannten Abhandlung Iteschilftigt sich Gercke 
auch mit einigen von mir vorgetragenen Ansichten, die er z. T. 
nicljt richtig wiedergibt. , Andere Buchstaben, wie F . . . will 



Praetorius, Zum semitisch-griechischen Alphabet. 287 

Praetorius . . . aus einem den Safäinschriften zugrunde liegenden 
Alphabete herleiten" (S. 544 Anm.). Das ist nicht meine Ansicht. 
Auf den Kopf gestellt aber wird das von mir Vorgebrachte durch 
Gercke's Worte (S. 553 Anm.) „Am wenigsten würde ich das hohe 
Alter von = w auf die These von Praetorius stützen, daß 5 
daraus die Form des griechischen F herstamme". 

Ich sehe die Urform des griechischen Digamma in dem 
cyprischen Zeichen für ?re: I (Ursprung des kan. Alphabets S. 13 f.). 
Aus dieser Urform erklärt sich sowohl die Form des griech. F, C 
samt seinen lokalen Variationen, wie die des {w) des süd- 10 
semitischen Schriftzweiges. Und schon bevor ich auf das cyprische 
I gestoßen war, hatte ich in dieser Zeitschrift Bd. 58 S. 461 f. 
das südsemitische dem griech. F, C auch der Form nach gleich- 
gesetzt. Aber keineswegs hatte ich die Form des griech. F von 
abgeleitet, sondern umgekehrt von F. Im übrigen verweise 15 
ich auf die beiden angezogenen Stellen, denen ich nichts Erhebliches 
zuzufügen hätte ^); auch nicht nach Clermont-Ganneau's Zweifel in 
Eev. arch. 4. serie, t. 4, S. 142. 

In dieser Zeitschrift Bd. 56, S. 676 ff. hatte ich auf die Über- 
einstimmung der griech. Zusatzbuchstaben mit lautentsprechenden 20 
Zeichen der Safäinschriften hingewiesen, nicht ganz sicher ob hier 
täuschender Zufall, oder ob Entlehnung seitens der Griechen vor- 
liege. Entlehnung in der anderen Richtung anzunehmen, war von 
vornherein ausgeschlossen. Die frappante Übereinstimmung auf 
beiden Seiten wurde zunächst von Lidzbarski so rückhaltslos zu- ^5 
gegeben, daß mir trotz Lidzbarski's Zweifel ein Zufall immer mehr 
ausgeschlossen erschien; vgl. Bd. 58, S. 725. Nun sagt auch 
Gercke a. a. 0. S. 552 Anm. „AVenn Praetorius Recht hätte, wäre mit 
einem Schlage die Herkunft von (|) = i«, X und NJ/ = Hauchlaute 
und Y = Zischlaut erklärt". Gercke's nächstes Bedenken ist, „das so 
arabische [gemeint kann nur sein das Safa-JAlphabet müßte fast ein 
Jahrtausend hindurch die Formen unverändert bewahrt haben, was mir 
schwer glaublich scheint". Und hieran knüpft Gercke dann be- 
sondere Bedenken gegen das hohe Alter von semit. 0. M^, X Y. 
Demgegenüber kann einfach darauf hingewiesen werden, daß wir für 80 



1) Nur möchte ich Bd. 5G, S. G7 7 n. E. duhin verbessern, daß man wolil 
griech, '/>, / als Dubletten betrachten kann, aber nicht zugleich auch T. 



288 Praetorkis, Zum semitiscTi-griechischen Alj)habet. 

die meisten Buchstaben des ja auch das Safäal23habet einschließenden 
südsemitischen Schriftzweiges nicht nur eine fast tausendjährige, 
sondern eine fast dreitausendjährige, noch heut nicht abgeschlossene 
Lebensdauer nachweisen können, bei ganz oder fast ganz gleich- 

5 bleibenden Formen. Man sehe namentlich die Zeichen N, -;, n, ■', 
-, Z, C, r, p. Auch bei ® und Vl^ ist dies ohne weiteres klar 
(Bd. 58, S. 719. 726). Für Y und X können wir eine so lange 
Lebensdauer und ein so hohes Alter freilich inschriftlich nicht 
nachweisen, da Y im Südarabisch-Äthiopischen erloschen (Bd. 58, 

10 S. 722), und der dem X lautlich und formal entsprechende Buch- 
stabe im Südarabisch-Äthiopischen eine etwas abweichende Ent- 
wicklung genommen hat (Bd. 58, S. 722). 

Die hohe Wahrscheinlichkeit einer Entlehnung der griech. 
Zusatzbuchstaben aus dem (Prä-)Safäalphabet, oder einer anderen 

15 südsemitischen Schriftart (Bd. 58, S. 725) scheint mir nicht er- 
schüttert zu sein. 



289 



Ruyyaka's Alamkarasarvasva. 

übersetzt von 

Hermann Jacobi. 

Als Gegenstück und Folge zu meiner Übersetzung von Änanda- 
vardhana's Dbvanyäloka in dieser Zeitschrift Bd. LVIf. lege ich 
jetzt die Übersetzung von Ruyyaka's Alamkarasarvasva vor. Wie 
der Dbvanyäloka das grundlegende maßgebende Werk über die 
ästhetischen Prinzipien der Poetik war und blieb , so behauptete 5 
auf dem ältesten Gebiete der Poetik, der Lehre von den poetischen 
P'icruren, das Alamkarasarvasva eine ähnliche Stellung bis zur Mitte 
des 17. Jahrb., als Jagannätha Pandita denselben Gegenstand mit 
noch größerer Schärfe, Gründlichkeit und Gelehrsamkeit in seinem 
Rasagangädhara behandelte ^). Konstruktive Originalität besitzt lo 
weder Änandavardhana noch Ruyyaka; denn ersterer erklärt nur 
die in den Kärikä's schon vollständig enthaltene Lehre vom dkvam, 
und auch Ruyyaka fand seinen Stoff fast vollständig im Kävya 
Prakäsa-) und älteren Werken vor. Die Stärke beider Autoren 
liegt in der Exposition: der Gegenstand wird eingehend diskutiert 15 
und die Begriffe und Ideen so analysiert, daß keine Unklarheit 
zurückbleibt, alles einwandfrei und stichhaltig {ksodaksama) er- 
scheint. Beide Autoren bedienen sich nämlich des wissenschaft- 
lichen Stiles, der in der scholastischen Philosophie ausgebildet 
zur adäquaten Ausdrucksweise für das streng begriffliche Denken Jto 
der Inder wurde. Daß Änandavardhana in diesem Stile schrieb, 



1) Der Rasaj^angädhara behandelt zwar das ganze Gebiet der Poetik, 
aber auf die Lehre von den Figuren kommt doch der Löwenanteil. Die Aus- 
gabe in der Kävyamälä hat 522 Seiten, die ersten 156 handeln über rasa und 
was damit zusammenhängt, die übrigen 36G über die SinnJiguren. Und dabei 
ist das Werk nur fragmentarisch oder doch so überliefert. Es fohlen die letzton 
Sinnfiguren, die Lauttiguren und das ganze Kapitel über die dosa's , wenn 
letzteres überhaupt beabsichtigt war. 

2) Colonel Jacob's Zweifel an dieser Tatsache, JRAS. 1897 p. 30G , ist 
unberechtigt, lluyyaka zitiert aus dem Kävya l'rakäsa , ohne ihn zu nennen, 
die Kärikäs II, 10 (p. 3), IV, 15 cd, 16ab (p. 102), X, 28 (p. 183); er rügt die 
Fassung von X, 55 (p. 204) und nimmt Bezug auf die Frkläruiig dos Kommeutars 
zu X, 13 (p. 107). Siehe die IJemorkungeu zu den betreuenden Stellen. 

Zeitschrift der D. M. G. Bd. liXII. 1^ 



oQQ Jacohi, Itu>/yaka's Alamkärasarvasva. 

war in der Natur seines Gegenstandes begründet; denn er führte 
eine neue philosophische Disziplin, die Ästhetik in ihrer Beziehung 
zur Poesie, in den Kreis der alten anerkannten Wissenschaften ein. 
"Wenn aber Ruyyaka auf die Lehre von den Figuren, die ursprüng- 
5 lieh eine technische Disziplin war, den wissenschaftlichen Stil an- 
wandte, so hatte das die Bedeutung, daß er für seine Disziplin 
Gleichberechtigung mit den strengen Wissenschaften in Anspruch 
nahm. Er brachte damit eine Bewegung zum Abschluß, die schon 
lani^e im Gänse war: der Lehre von den Figuren hatte sich das 
10 Interesse der Gelehrten in immer wachsendem Maße zugewandt; 
nun erhielt sie mit der Form den Wert einer exakten Wissenschaft 
— wenigstens für die Inder. Voraussetzung für einen dergleichen 
Erfolg ist aber auf Seiten des Schriftstellers eine hervorragende 
Begabung. Mit Recht nennt ihn sein Kommentator (p. 67) vai- 
15 dum/a^ülin, bei dem tatsächliche Widersprüche nicht denkbar seien. 
Er gewann daher klassisches Ansehen und großen Einfluß bei den 
späteren Alamkäraschriftstellern. In der Ekävall folgt Yidyädhara 
(gegen 1300) fast sklavisch dem Alamkärasarvasva hinsichtlich der 
Lehre von den Figuren. Jagannätha behandelt im Rasagangädhara 
20 die Sinnfiguren in der Reihenfolge, die Ruyyaka aufgestellt hat. 
Seine Ansichten findet man vielfach berücksichtigt selbst noch bei 
den spätesten Autoren , nicht nur wo sie ausdrücklich dagegen 
polemisieren , sondern auch wo sie uneingestanden dieselben adop- 
tieren. So hat Jayadeva im Candräloka V, 97 die von Ruyyaka 
25 zuerst aufgestellte Figur Vikalpa fast mit dessen Worten gelehrt'); 
so lehrt Viövanätha im Sähityadarpana X, 41 ff. die Einteilung der 
ütpreksä in zahlreiche (88) Arten -) nach Ruyyaka's Einteilungs- 
prinzip, und beim Adhyavasäya X, 47 gibt er die von Ruyyaka 
(p. 66) aufgestellte Fünfteilung '^). 
30 Allerdings darf man nicht übersehen, daß Ruyyaka nicht am 

Aufbau der Lehre von den Figuren beteiligt ist, kaum noch am 
Ausbau *). Denn die Materie der Disziplin lag ihm im Kävya 
l'raküöa schon beinahe abgeschlossen vor. Er betätigt sich als 
Kritiker an der Prüfung und Festsetzung des Details. Nur ein 
36 Verdienst prinzipieller Bedeutung hat er: die Gruppierung der 
Figuren ; denn dabei handelte es sich um die Auffindung höherer 

\) Siohe unten p. \bi> und die zugehörige Note. 

5!) MorkwUrdif^or Weise vorreclinet er sich ahor arg dahei. Denn im 
Sütra lehrt er (v. 41, 42, 4:5 u), diiÜ die vdci/ä und die praüi/amdfiü je 
3'J Arten hat; im Kommontnr aber nimmt er an, daß biido zusiunmen 32 Arten 
habiMi , und üpriilit dnhi>r von den 16 Arten der väcyä, die er dann weiter 
einteilt. Koclmet man niieli Kuyjaka's Angaben, .so kommen 128 Arten heraus. 

3) Daß dic»i< Kinteilungun von Huyjnka ausnolien , ergibt sich daraus, 
daO nie lui Kävya Prukä.sa (und auch im Siirnsvatikaiithäbharana) gar nicht 
oder noch nicht »o (hei der Atisayoktij vorkommen. 

4) über dio Kntwickluntr der I.eliro von den Alamkära's werde ich in 
einem bexundoron Aufsalzü haniluln. Dur Gegenstand ist zu umfangreich, um 
hier dargCHtollt zu worden, wie ich ursprünglich beabsichtigte. 



Einleitung des Übersetzers. 291 

Gesichtspunkte. Zwar hat Ruyyaka ein systematisches Prinzip der 
Einteilung nicht gefunden, und macht sein Versuch mehr den Ein- 
druck eines Notbehelfs — aber die Inder sind in diesem Punkte 
nicht darüber hinaus weitergekommen. 

Das über unsern Autor Bekannte^) stelle ich zur bequemeren 5 
Übersicht hier zusammen. Räjänaka Ruyyaka (oder Rucaka) aus 
Kaschmir war der Sohn des Räjänaka Tilaka-), des Verfassers des 
Udbhataviveka (oder °vicära). Er war der guru^) des Dichters 
Mankhaka, der unter Jayasirpha, König von Kaschmir (1128 — 1149 
n. Chr.), lebte. Dem Ruyyaka werden folgende Werke zugeschrieben: lo 
1. Alamkärasarvasva, 2. Alamkäränusärinl. Kommentar zu Jalhana's 
Somapälaviläsa, 3. Kävyaprakäsasamketa, 4. Srlkanthastava, 5. Sahr- 
dayalilä, 6. Sähityamlmämsä, 7. Harsacaritavärtika, 8. Vyaktivive- 
kavicära, 9. Alanikäramanjarl. Von diesen Werken ist das Alamkära- 
sarvasva mit der VimarsinI, in der Kävyamälä Nr. 35 herausgegeben; i5 
ferner ist die kleine Abhandlung SahrdayalTlä zweimal heraus- 
gegeben, zuerst von Pischel (Rudrata's ^rngäratilaka and Ruyyaka's 
SahrdayalTlä, Kiel 1886) und von Durgäprasäda in der Kävyamälä 
part V, S. 157 ff. Aus dem Srlkanthastava gibt Ruyyaka einige 
Verse als Beispiel des Punaruktavadäbhäsa (unten p. 19). Der 20 
Kävyaprakäsasamketa wird nach Kapitelunterschriften des von Petersen 
gefundenen Manuskript (S. 14) als gemeinschaftliche Arbeit von 
Mammata, Alaka und Rucaka bezeichnet, aber wie schon Petersen 
vermutet, ist Rucaka allein Verfasser des Kommentars. Dieser 
wird ihm in der VimarsinI p. 102 ausdrücklich zugeschrieben. 25 

Das Hauptwerk Ruyyaka's, auf das sich sein Ruhni als Alain- 
käraschriftsteller gründet, ist sein Alamkära Sarvasva. Über seinen 
Inhalt brauche ich mich nach dem oben gesagten nicht zu ver- 
breiten; nur dies möchte ich hervorheben, daß Ruyyaka sich zwar 
meist an den Kävya Prakäsa enger anschließt , daß er aber in so 
vielen Einzelheiten älteren Autoritäten zu folgen oder eigene Wege 
zu gehen sich nicht scheut. Dagegen ist über die Überlieferung 
des Textes selbst noch einiges zu bemerken. Der Kommentar sagt 
nämlich zweimal (S. 67 u. 107), fast mit denselben Worten, es 
gelte als Tatsache, daß dieses Werk nach der Zeit des Autors von S5 
einigen auf Zettel [patrikä) geschrieben worden sei. Ich denke 
mir , daß sie dies taten , um die einzelnen Figuren von einander 
gesondert zu haben und leichter jede finden zu können, als es in 
einem gewöhnlichen Manuskript möglich ist , vielleicht auch , um 



1) Siehe Bühler's Kasmir-Report, p. G8; Petersen, Report 1884. p. 17 f. 
Fischöl, GGA. 1885, S. 7G5ft'.; Colonel Jacob, JRAS. 1897, p. 308. 

2) Siehe Colophon der SalirtinyiilThl. Er wird in der VimarsinI p. 115, 
12 4, 205 genannt. 

3) Siehe Srikanthacarita XXV, 2Ü— 30, 135 ft". Dali Ruyyaka der eigent- 
liche und hauptsächliche guru ^Ia^lkhaka'^s war, ergibt sich aus der letztgenannten 
Stelle. Denn dort hält er in der Versammlung der Gelehrten eine Lobrede 
auf Mankhaka und sein Work, worauf lotzteror dasselbe vorliest (,136 — 142). 

19« 



292 Jacobi, Ruyyaka's Alamkarasarvasva. 

Erklärungen oder sonstige Bemerkungen zum Gebrauche beim Unter- 
richt je an passender Stelle hinzuzufügen. Der Kommentar beruft 
sich auf diese Art der Textüberlieferung, um an erster Stelle (p. 67) 
einen widerspruchsvollen Passus als Zusatz, an zweiter Stelle (p. 107) 

5 das Fehlen der als gegeben angekündigten Beispiele durch Ausfall 
eines Zettel zu erklären. Damit hat er ohne Zweifel recht. Wir 
müssen also die Annahme machen, daß der Codex archetypus aus 
einem solchen verzettelten Exemplar geflossen sei. Und das ist 
durchaus wahrscheinlich; denn ein derartiges Exemplar, das ein 

10 Gelehrter und Lehrer des Alamkära zum eigenen Gebrauche an- 
gefertiort hatte, genoß natürlich ein viel höheres Ansehen als ein 
gewöhnliches Manuskript, weil es von einem Kenner dui'chgesehen 
und verbessert war. Aber wir werden nun auch bei anderen ver- 
dächtigen Stellen prüfen müssen, ob es sich nicht um Glossen und 

15 Zusätze handelt, die leicht auf den ursprünglichen Zetteln bei- 
geschrieben worden sein konnten. Der Kommentar hat auch einige 
Widersprüche bemerkt, nur daß er, wie nun einmal Kommentatoren 
sind, sie nicht als Widersprüche gelten läßt, sondern sie weginter- 
pretiert, allerdings ohne für uns überzeugend zu sein. So glaube 

20 ich eine ganze Reihe von längeren oder kürzeren Stellen , die ich 
durch Einklammerung kenntlich gemacht habe , als Zusätze eines 
Späteren ansehen zu müssen, nämlich p. 47 f., 52, 67, 69, 86 tf., 90, 
91 ff., 98 f., 107, 126, 129, 147 f., 156, 166, 174, 198 f., 200. und 
ebenso glaube ich, daß Apahnuti und UUekha ihre Stelle vertauscht 

25 haben. Meine Gründe habe ich je an der betreffenden Stelle dar- 
gelegt und muß ich die Entscheidung dem nachprüfenden Leser 
tibei-lassen. 

Von Kommentaren zum Alamkarasarvasva besitzen wir in der 
Ausgabe in der Kävj^amälä die VimarsinI des Jayaratha^). auf die 

30 ich gleich zurückkomme. Außerdem kennen wir dem Namen nach 
eine Samjlvanl eines ungenannten Autors; diese hat Mallinätha in 
seinem Tarala genannten Kommentare zu Vidyädhara's Ekävali (BSS. 
Nr. 63) fünfmal zitiert, während er die VimarsinI weder nennt, noch, 
soviel ich sehen kann, berücksichtigt. Ein anonymer Kommentar 

3.'. Räjänaka Alaka's wird in Ratnakantha's Särasamuccaya genannten 
Kommentar zum Kävya Praküs^a zitiert. Ist vielleicht Alaka der Ver- 
fasser der Sainjlvanl? Für uns kommt von den genannten Kommen- 
taren nur die ViiuarsinT in Betracht, ein in jeder Beziehung vor- 
zügliches Werk. Denn Jayaratha ist nicht nur ein ausgezeichneter 

40 Kommentator, der alles von seinem Autor Gesagte oder auch nur 
Angedeutete zu klarem Verständnis zu bringen sucht, sondern auch 
ein Alarjikara-Scliriftsteller von selbständiger Bedeutung, der sach- 
liche Ergänzungen und Berichtigungen beibringt, wo es ihm nötig 
erscheint. Zu di'-sm Vorzügen kommt noch, daß Jayaratha nur um 



1) D»ß so und nicht Javadriitha. wie öflors Kosihricbon wird, der Namo 
iKiitet, orj{il>l >icli nun dorn vorletzten Verse um Schlüsse seines Werkes. 



Einleitung des Übersetzers. 293 

etwa ein Jahrhundert jünger ist als sein Autor. Bühler (1. c. S. 81) 
sagt nämlich von Jayaratha, dem Verfasser des Viveka, des Kommen- 
tars zu Abhinavagupta's Tanträloka : "He gives his pedigree^at great 
length 1), and says that bis great great grandfather's brother Sivaratha 
(1. c. V. 21) was the minister of King JJclichala, AD. 1101 — 1111, 3 
and that bis father (Srngäraratha) and he bimself lived under the 
protection of one Räjaräja (ibid. vv. 28 — 34). As four generations 
intervene between the minister of Uchchala and Jayaratha, he must 
have written about the beginning of the 13th Century." Hiergegen 
hat Pischel, GGA. 1885 S. 765 folgende Bedenken erhoben. 1. In lo 
der Vimarsini wird mehrmals ein Alamkärasära zitiert. Nun besitzen 
wir ein Werk dieses Namens von Bälaksrna, der ein Anhänger Valla- 
bhäcärya's ist und den Kuvalayänanda „im 10. Ulläsa kopiert". Da 
nun Vallabhäcärya im Anfang und Appayadlksita am Ende des 
16. Jahrb. lebten (was allerdings Pischel damals noch als unsicher i5 
betrachtete), so müsse Jayaratha ein junger Autor sein. 2. Er wird 
von keinem andern Poetiker zitiert, welche Behauptung aber jetzt 
auf die älteren Poetiker einzuschränken ist, denn er wird oft von 
Jagannätha im Rasagaiigädhara -) und von Ratnakantha in seinem 
Kommentare Särasamuccaya zum Kävyaprakäsa zitiert. Ersterer 20 
schrieb um die Mitte des 17. Jahrb. und letzterer, der bekannte Ur- 
heber des Codex archetypus der Räjataraiigini, schrieb nach A. Stein, 
Kalhana's Chronicle of the Kings of Kaömlr, introduction S. 46, zwischen 
1648 und 1686 n. Chr. — Zunächst steht fest, daß der Verfasser des 
Viveka und der Vimarsini dieselbe Person sind. Denn sowohl in 25 
den Schlußversen der Vimarsini als in denen des Viveka nennt der 
Verfasser als seinen Vater Srngära(ratha), Minister des Königs Räja- 
räja. Ferner bestätigt die Räjataraüginl VIII, 111, daß Uccala den 
Sivaratha zur Annahme des Ministerpostens nötigte Qiatliüt sarvä- 
dhj/akso vyadlnyata. cf. Viveka v. 22: adhikäram yrähitah sa dO 
vidvän Ucchala{s\c)bhübhuja). Diese Tatsache steht also fest. 
Endlich können wir auch den Patron Srngära's und Jayaratha's 
identifizieren: es ist nämlich der König von Kaschmir, Räjadeva, 
über den Jonaräja in der 2. Räjataraüginl v. 79 — 91 handelt, und 
der von 1203 — 1226 n. Chr., also im Anfang des 13. Jahrb., wie Bühler 35 
erschlossen hatte, regierte. Daß Jonaräja ihn Räjadeva, Jayaratha 
aber Räjaräja nennt, darf uns nicht beirren; denn in der, von 
Jonaräja wahrscheinlich zitierten, Strophe 112'') wird auch für Räma- 
deva die Form Rämaräja gebraucht. Hiernach erweisen sich 
Pischel's Bedenken als hinfällig. Es ergibt sich, daß Bälakrsna nicht 4o 
der Verfasser jenes Alarnkärasära sein kann, der in der A'imarsini 



1) Appx. II, p. CLIX. 

2) Auf S. ;513f. le.sen wir oino lan};o mit nan/cls tu — ity apt vodnnti 
eingefaßte Stelle, in der sich eine Horufung auf den Vimar^inikSra findot. Wenn, 
wie es den Anschein hat, die fragliche Stelle ein Zitat ist, so hätten wir damit 
einen noch früheren Meleg aus einem allordings anonymen Alainküraschriftstollor. 

3) In Püterson's Ausgabe, sie fehlt in der Calcuttaer. 



294 Jacohi, Ruyijaka's Alamkarasarvasva. 

erwähnt wird, sondern nur eines gleichnamigen Werkes. Daß zwei 
Werke diesen Namen trugen, braucht uns nicht Wunder zu nehmen, 
da es auch zwei Alarnkärasarvasva gibt, das alte von Ruyyaka, und 
ein modernes von Keöavamisra (siehe Pischel 1. c. S. 767). Das 
5 zweite Bedenken Pischel's war, daß Jayaratha von keinem (alten) 
Poetiker zitiert wird. Die Tatsache ist auffällig, und verleitete auch 
mich, in dieser Zeitschrift Bd. 56, S. 405, den Jayaratha als , einen 
vielleicht nicht besonders alten 'Schriftsteller" zu bezeichnen. Die 
Vimarsini hat offenbar lange Zeit nicht die verdiente allgemeine 

10 Beachtung gefunden, die ihr erst spät gezollt wurde. Aber — habent 
sua fata libelli; in unserem Falle mag noch dazu kommen, daß noch 
ein anderer alter, vielleicht älterer, Kommentar zum Alamkarasar- 
vasva vorhanden war, und dieser mag der frühzeitigen Verbreitunor 
der Vimarsini im Wege gestanden haben. Wie sich dies auch ver- 

15 halten möge, jedenfalls müssen wir die Lebenszeit Jayaratha's — 
Anfang des 13. Jahrhunderts — als durchaus gesichert betrachten. 

Wenn ich meine Bemerkungen einleitete mit dem Hinweis 
darauf, daß Anandavardhana und Ruyyaka, jeder in seinem Gebiete, 
eine Stellung eintrenommen, die der des anderen nichts nachgab, so 
20 kann ich sie mit einem äußerlichen Momente der Vergleichung be- 
schließen : beide haben frühzeitig einen ihrer durchaus würdisren Aus- 
leger gefunden, der zufällig auch in beiden Fällen ein bedeutender 
Lehrer der Saiva- Philosophie, des Pratyabhijnädarsana, war, Anan- 
davardhana in Abhinavagupta und Ruyyaka in Jayaratha. 

25 Über meine Übersetzung habe ich nichts vorauszuschicken als 

daß ich bei ihr nach denselben Grundsätzen wie bei derjenigen des 
Dhvanyäloka verfahren bin. Bezüglich der Beispielsverse bemerke 
ich, daß ich deren Ursprung, wo ich ihn auffinden konnte, ange- 
geben habe. Colonel Jacob's Liste (1. c. 307) ist natürlich zur Ver- 

30 Wendung gelangt, jedoch konnte ich noch eine kleine Nachlese halten. 
Dagegen habe ich es nicht für nötig gehalten, anzugeben, ob und 
von welchem anderen Alainkära-Schriftsteller dasselbe Beispiel ge- 
geben worden ist. 



Alamkarasarvasva. 

s& Indem icli die transzendente Väc (Sprache) verehre, die sich in 1 

drei Munifestationen (nämlich als PasyantI, Madhyamä und Vaikharl) 
substanzialisiert, erkläre ich durch den Kommentar meiner eigenen 
Alauikarusütnis (deren) wahren Sinn. 

Dif älteren l'neliker, wie Bhämalia, Udbhata usw. sind der 3 
40 Ansicht, daß der unausgesprochene Sinn als zur Ausstattung des 
ausgesprochenen dienend in der Lehre von den Figuren enthalten 
sei. Denn sie lehren, daß in den Figuren Paryäyokta, Aprastutapra- 
torpsä, Samäsdkti, ;\ksopa, Vyäjastuti, Upameyopama, Ananvaya usw. 
das (unau.sgesprocheno , aber dennoch) verstandene sachliche 



Einleitung des Autors p. 1 — 7. 295 

Element^), als zur Ausstattung des ausgesprochenen Sinnes 
dienend analog (der für die Laksanä geltenden Regel von Kävya- 
prakäsa IL 10) : 

(die Metapher besteht darin, daß) ein Wort, um im Zusammenhang 
einen Sinn zu haben, ein anderes Wort suppliert ^), oder seine eigene 5 
Bedeutung aufgibt, um einer anderen (von dem Zusammenhang ge- 
forderten) zum Ausdruck zu verhelfen-^). 
bald in der ersten, bald in der zweiten Weise enthalten sei*). 

5 Eudrata aber hat (außerdem nach obigem Prinzip) die Figur Bhäva 
als zweifach dargestellt 5). In den Figuren Rüpaka, Dipaka, Apa- lo 

6 hnuti, Tulyayogitä usw. wird eine andere Figur: Vergleich usw. als 
zur Ausstattung der ausgesprochenen Figur dienend gelehrt''). Es 
wird aber (eine Art der) Utpreksä selbst als unausgesprochen be- 
zeichnet '). In den Figuren Rasavat, Preyas usw. wird Stimmung, 
Gefühl usw. als Grund der Schönheit des ausgesprochenen Sinnes i5 
gelehrt. So haben (die alten Poetiker) die drei Arten des Un- 
ausgesprochenen als Bestandteil poetischer Figuren behandelt. 

7 Indem aber Väraana lehrt, daß die auf Ähnlichkeit beruhende 
Übertragung die Figur Vakrokti ausmache, hat er eine Art des 
-Tones" als Figur bezeichnet. Jedoch hat er als Seele der Poesie 20 
den Stil bezeichnet, welcher in der durch die „Vorzüge" {(juna) 
ausgezeichneten Zusammenfügung der Wörter bestehen soll. Dagegen 
haben Udbhata'') und andere die , Vorzüge" und die , Figuren" in 
eine Linie gestellt , insofern sie ihre Verschiedenheit nur in (die) 
ihres Anwendungsgebietes setzen und (beide) als Eigenschaften der 35 
Diktion betrachten. 



1) Die beiden andereu Arten des unausgesprochenen Sinnes: poetische 
Figur und Stimmung werden nachher besprochen. 

2) kuntäh pravimnti, d. h. kuntasamyoginah purusäh pravisanti. 

3) gangäyäin. ghosah, d. h. (gaügä)tire ghosali. 

4) z. B. in Paryäyokta und Samäsokti liegt die erste, in Aprastutapra- 
samsä die zweite Art vor. 

5) Kävjälamkära VII, .38 ff. — Unsere Ausgabe beginnt mit „Kudratona" 
einen neuen Absatz, wodurch der Leser zu der Meinung verleitet wird, als ob 
dieser Abschnitt über Uudrata liandele. Das ist aber nicht der Fall. Denn 
Rudrata lehrt nicht die pratryumänS Utpreksä noch die Figuren Kasavat 
Preyas usw. Es wird vielmehr auch hier von den alten Poetikern im all- 
gemeinen gehandelt und zwar, nachdem mit der Bemerkung über Uudrata das 
vastumätra abgetan ist, über alainkära und rasädi als die beiden anderen 
Arten des vyaiigya, das die Alten nur als väcijopaskäraka erkannt hätten. 

6) cf. Dhvanyälüka, p. 108. 

7) d.h. als eine unausgesprochene Figur, die zur Ausstattung des aus- 
gesprochenen Sinnes, nicht, wie in dem vorhergehenden Falle, einer anderen 
ausgesprochenen Figur dient. 

8) Heraacandra im Viveka zu seinem Kävyänusäsana S. 17 zitiert folgenden 
Ausspruch Udbhata's im Bhämahavivaraiia: tasmäd gadarikäprttvnhena gunä- 
larnkärabliedn/i. — Es ist beachtenswert, daß Daiidin derselben Ansicht gewesen 
zu sein scheint, Kävyäd. II, 3. 



296 Jacobi, Rurjyaka's Alamkarasarvasva. 

So geht also die Ansicht der Alten dahin, daß in der Poesie 
die Figuren die Hauptsache ausmachen^). 

Nun-) hat der Autor des Yakroktijivita die gar mannig- 8 
faltige Vakrokti (dichterische Ausdrucksweise), welche in der auf 

5 geistreichen Wendungen beruhenden Diktion besteht, als das Leben 
der Poesie bezeichnet, insofern es das Wichtigste in ihr ist; und 
er hat anerkannt, daß die schaffende Tätigkeit =^) (des Dichters) die 
Hauptsache in der Poesie sei ; die Figuren seien gewisse Arten des 
Ausdruckes ; wennschon es drei Arten des Unausgesprochenen gebe, 

10 so sei doch die in jener Tätigkeit bestehende Diktion das, was 
die Dichter erstrebten. So hat er mit (seinen Begriffen) Über- 
tragung, indirekter Ausdruck**) usw. das ganze Gebiet des „Tones" 
sich zu eigen gemacht, nur daß (nach ihm) das Leben der Poesie 
die Mannigfaltigkeit des Ausdruckes sei, nicht der unausgesprochene 

15 Sinn. Das sind die Grundzüge seiner Lehre. 

Bhattanäyaka aber, der die Funktion der Andeutefähigkeit 9 
(zwar nicht begrifflich bestimmte , aber) in divinatorischer Aus- 
drueksweise ^) als eins der (drei konstituierenden) Elemente der 



1) Die alten Poetiker haben nicht das Wesen des dhvani erkannt; soweit 
sie ihn erkannt haben , haben sie ihn unter den Figuren behandelt , und wenn 
sie einen ättnan der Poesie erkannten, haben sie ihn anderswo als im dhvani 
gesucht. 

2) Jetzt werden diejenigen Lehren besprochen, welche über das Wesen 
der Poesie handeln, das der Dhvanikära richtig erkannt hat. Die drei außer 
diesem genannten Autoren sind nach der V'imarsinl S. 12 jünger als jeuer. Über 
den Vakroktijivitakära und seine Lehre cf. ZÜMG. 56, S. 400, GN. 1908, S. 10 f. 
Bhattanäyaka hat an Dhvanyäloka I, 1.3 Kritik geübt, siehe Abhinavagupta ad. 
1. c, er ist also später als der Dhvanikära. 

3) d. h. die durch die produktive Einbildungskraft {j^ratihha) des Dichters 
bestimmte (ulliJchttit) Aktion {kai'maii). Hiernacii ist also die Erfindungsgabe 
des Dichters der Hauptfaktor, aber man beachte, daß es dabei weniger auf die 
Erfindung und Gestaltung des Stoflfes, als vielmehr auf die der sprachlichen 
Eurni abgesehen ist. 

4) Ein Zitat im Kommentar läßt etwas tiefer in den Gedankengang sehen: 
,das soll indirekte Ausdrucksweise (vakratä), die hauptsächlich in Übertragung 
(upacfira) besteht, heißen, wo aus etwas eine ferner liegende Übereinstimmung 
itiamniii/ti) niotaphorisch verstanden wird {upac(t)\t/ate) und worauf die Figuren 
Metapher usw. mit ihrer stinimungsvollen Darstellung beruhen". 

5) Nach dem Kommentar ist Bhattanäyaka der Repräsentant derjenigen, 
welcliü den »Ton" als undefinierbar betrachten; cf. Dhvanyäloka, p. 2, 9. Ich 
gobo eine L'ber.Mitzuiig der Haupt>tolle über BhuUanäyaka in dessen eigenen 
Wurlon : AbhihHVBgupta zu Dhvanyäloka, p. 67 (vgl. Kävya Prakäsa und Pradlpa 
zu IV, 4, ti). E» handelt sich darum, daß die Stimmung nicht wahrgenommen 
wird (pratili), noch cntjitoht (utjuitti), noch ausgelöst wird (aö/iivi/akfi). „Wenn 
die .Stiniinuiig aln einer anderen Person gehörig wahrgenommen würde, so würde 
man .^^•ll»^t nicht persönlich von ihr berührt. Aber sie wird auch nicht als 
einem üclhst gehörig aus dem über Käma's oder Anderer Taten handelnden Ge- 
diclil wnhrgenumineii. Nähme man sie wahr als einem selbst gehörig, so wäre 
dnmit zugegeben , daß die Stimmung in einem selbst entstände Das ist aber 
iiin;eri>imt, weil für den Zuhörer nichts da ist, was als „Faktor" wirken könnte. 
Man »iige nicht, daß «Ho iiUen gemeinsame Vorstellung einer Geliebten, welche in 
un» achlummorndo Godftcbtniskeime weckt, bewirke, daß ein Faktor als solcher 



Einleitung des Autors |?. 5 u. 0. 297 

Poesie anerkannte , bezeichnete die (schaffende) Tätigkeit (des 
Dichters), die sich Worte und Vorstellungen dienstbar macht ^), als 
die Hauptsache. Außerdem aber erkennt er noch über die Funk- 
tionen der Aussagefähigkeit {ahhidhä) und der bhävanä-) hinaus 
eine in dem Empfinden der Stimmung bestehende , Genuß (bhoga) 5 
genannte Funktion als hauptsächliche an , mit der der ganze Vor- 
gang seinen Abschluß finde. 



funktioniere; denn wie träfe dies bei der Schilderung einer Gottheit und ähn- 
lichem zu! Auch kommt die Erinnerung an die eigene Geliebte nicht als ver- 
mittelndes Glied zum Bewußtsein. Und wie könnten solche Faktoren, wie die 
Überbrückung des Ozeans seitens übermenschlicher Helden wie Bäma usw. zu 
der Eigenschaft gelangen, allen gemeinsam zu sein? Auch erinnert man sich 
nicht des heldenhaften Käma's , weil man ihn ja nicht vorher wahrgenommen 
hat. Die Stimmung entsteht nicht, wenn man jenen aus einer sprachlichen 
Komposition kennen lernt, ebensowenig wie wenn man durch direkte Wahr- 
nehmung ein liebendes Pärchen kennen lernt. Js'immt man die Entstehung der 
Stimmung an, so würde folgen, daß man nicht zum zweiten Male in ein Trauer- 
spiel ginge , insofern man Schmerz empfindet infolge der Hervorbringung der 
traurigen Stimmung. Das ist aber nicht der Fall. — Die Entstehung ist aber 
auch nicht Auslösung (vi/akti)' denn wenn die potentialiter vorhandene 
erotische Stimmung usw. ausgelöst würde, so würde sie in verschiedenem Grade 
ihr Feld in Besitz nehmen können. Zudem ergeben sich dieselben Schwierig- 
keiten wie oben, wenn man fragt, ob die Stimmung ausgelöst wird als einem 
anderen oder einem selbst gehörig. Darum wird die Stimmung vermittelst des 
Gedichtes nicht wahrgenommen, noch auch entsteht sie, noch wird sie aus- 
gelöst; sondern die sprachliche Komposition, welche ein Gedicht ausmacht, ist 
total verschieden von allen anderen sprachlichen Darstellungen dank ihren drei 
Elementen. Von diesen bezieht sich die Aussagekraft auf das Ausgesprochene, 
die verwirklichende {bhävakciiva) auf Stimmung usw., die genießende auf den 
empfänglichen Zuhörer, womit wir drei Funktionen haben, welche die drei 
Elemente (der Dichtersprache) bilden. Wäre nun das Element der Aussage 
für sich allein (ohne die beiden anderen da) , würden sich dann die poetischen 
Figuren älesa usw. (wesentlich) von Lehrsätzen usw., was die Methode der 
Wissenschaften ausmacht, unterscheiden; oder würde die durch die verschiedene 
Bedeutungen (eigentliche und übertragene) bewirkte Mannigfaltigkeit irgend 
etwas ausmachen; oder das Vermeiden von schlechtem Klang usw. einen Zweck 
haben? Darum gibt es eine zweite Funktion, welche , Verwirklichung der Stim- 
mung" {rasabhävana) heißt; kraft derselben ist die Aussagetlihigkoit nur eine 
Übertragung (d. h. das Ausgesprochene wird zur Grundlage für die Stimmung, 
wie das Wort für die metaphorische Bedeutung). Und diese verwirklichende 
Kraft {bhnvakatva), die dem Gedichte zukommt, bewirkt, daß die .Faktoren" usw. 
allen Zuhörern gemeinsam worden. Nachdem dio Stimmung verwirklicht ist, 
tritt der Genuß ein. Dieser ist von Wahrnehmen, Erinnern, Erkennen durchaus 
verschieden, wird als Erweichung, Erweiterung und Durchdringung (des Geistes 
cf. Kävya Prakäsa VllI, 3 tV.) bezeichnet, besteht in dem höchsten Grade der 
Afi'ektionslosigkeit {nivrtti) als dem ursprünglichen Wesen des eigenen Geistes, 
der da reines sattva, nicht getrübt durch rvjas oder tdTuas ist, verwandt dem 
Anschauen des höchsten brahma. Dies ist das wichtigste Element: es ist das 
präformirte {siddhiril2)(i); die ästhetische Bildung ist |,damit verglichen) das 
Nebensächliche". 

1) Ersteres ist das Gebiet des k'ästra , letzteres das des Hkluiäna; der 
dichterischen Funktion sind aber sabda und (irtlui subordiniert. Damit ist dio 
bhävanä gemeint, diejenige Funktion, durch welche die Stimmung usw. ins 
Dasein gerufen wird. 

2) Siehe vorhergehende Note. 



298 Jacohi, Ruyyahä's Alamkarasarvasva. 

Der Dhvanikära dagegen stellt folgendes fest: Weil die An- 
deutefähigkeit {vyanjana), die auch mit dhvanana , dyotana und 

- ähnlichen Wörtern bezeichnet wird, als eine Funktion (sui generis) 
neben und außer den drei Funktionen : Aussagefähigkeit, Intention 
5 des Sprechenden {tätparya) und Übertragung, anei'kannt werden 10 
muß, und weil eine Funktion (i. e. die Andeutefähigkeit) nicht den 
Satzsinn {väkyärtha) ausmachen könne, so bildet letzterer in Form 
des Unausgesprochenen , das die Hauptsache ist , insofern ihm die 
Charakterarten (guna) und Figuren (nur) zur Ausrüstung dienen, 

10 die Seele (der Poesie), da mit ihm der ganze Vorgang (beim Lesen 
und Verstehen eines Gedichtes) seinen Abschluß findet. Da nun 
eine Funktion nur durch das Objekt ihrer Betätigung in die Er- 11 
scheinung tritt und somit (nur indirekt) die Hauptsache sein kann, 
insofern (das Objekt) die Hauptsache ist, und da sie an und für 

15 sich nicht zur Empfindung gelangt, so beruht eben auf diesem 
Objekt alles (was bei der Frage nach der , Seele" in Betracht 
kommt). Darum muß man dieses Objekt, das das Unausgesprochene 
genannt wird, als das Leben (der Poesie) bezeichnen. Ihm kommt 
seine souveräne Stellung zu als Besitzer (oder Eigentümer) der 12 

20 Schönheit, die von den Charakterarten und Figuren erzeugt wird. 
Stimmungen usw., die das Leben (der Poesie) ausmachen, darf man 
nicht als Zierden (alamkära) bezeichnen, weil letztere zum Schmuck 
dienen , die Stimmungen usw. aber als die Hauptsache das sind, 
was geschmückt wird. Darum stimmen die Leute von Geschmack, 

25 welche über den Satzsinn zur richticren Erkenntnis jjelano-t sind ^), 
der Ansicht zu, daß das Unausgesprochene, das zum (wahren) Satz- 
sinn wird, das Leben der Poesie sei. Denn niemand kann leu<7nen, 
daß es eine Andeutefähigkeit gibt, und wenn man eine solche an- 
nimmt, lassen sich andere Theorien als die unsrige nicht aufrecht 

30 erhalten. 

Wenn aber der Vyaktivivekakära-) sagt, daß das Ausgesprochene 
als syllogistisches Merkmal bezüglich des Unausgesprochenen fungiere, 
und daß darum die Andeutefähigkeit im Schlüsse (cmumäna) mit 
einbegriffen sei, so ist das eine unüberlegte Behauptung, weil 

35 zwischen Ausgesprochenem und Unausgesprochenem nicht das Ver- 
hältnis der Identität {tädätmya), noch das der Kausalität {tadutpatti) 13 
obwaltet^). Doch dies (Argument), dessen Klarlegung haarscharfen 

1) välcifärthavUl. Damit sind nicht Anhänger einer bestimmten Philo- 
»ophio wio |i. fi7 mit väkiiarül die MTniäinsükii gemeint, denn weder diese 
nocli dio Niiiyilyika erkennen die vi/(nijaii<l iils eine Funktion sui genoris an. 

'^) Hierzu bemerkt der Kommentar: ,der Vyaktivivekakära ist später als 
der Dhvanikära; durum wird seine Lehre nncli derjenigen des Dlivanikära an- 
KcfUhrt. Wenn auch dio Verfasser des VakroktijTvitu und des III dayudarpunii 
»päler -lind als der Dhvanikära . so sind docli deren Lehren vor der seinigen 
»ngenihrl worden, weil .lie sich den Ansichten der älteren l'ootiker anschließen". 
Über den Vyoktiviveka siehe JUAS. l".t()8. 

.3) K» ist_ beachtenswert, diiß Kuyyaka hier der buddhistischen Logik folgt 
%volcho dio r;/äj,ti auf Idthttmi/n und liuhitpatti zurückfiilirt. Siehe p. 14G. 



Einleitung des Autors p. 9—15. 299 

Verstand erfordert, soll hier^) nicht weiter ausgeführt werden, weil 
es gar zu verwickelt ist. 

Es gibt also eine Funktion Andeutefähigkeit, die in dem Un- 
ausgesprochenen ihren Sitz hat. Je nachdem das Unausgesprochene 
die Hauptsache ist oder nicht, handelt es sich um die zwei Arten .5 
der Poesie : den ,Ton' oder die Poesie mit subordiniertem Un- 
ausgesprochenen. Wenn das Unausgesprochene nicht deutlich (nicht 

14 klar beabsichtigt) ist, dann liegt die dritte Art der Poesie vor, die 
,Bild' heißt und auf dem Vorkommen von Figuren beruht. 

Der ,Ton' ist die höchste Poesie Je nachdem er auf der lo 
Übertragung oder der Aussagefähigkeit beruht-), liefen zwei Arten 
(des jTones') vor, 1) bei dem das Ausgesprochene nicht gemeint ist, 
2) bei dem es zwar gemeint ist, aber auf etwas anderes hinausläuft. 
Die erstere Art ist wiederum zwiefach, je nachdem a) das Aus- 
gesprochene seine Bedeutung etwas abändert oder b) vollständig i5 
verliert. Die zweite Art ist ebenfalls zwiefach , je nachdem der 
Hergang (wie das Unausgesprochene zum Bewußtsein gebracht 
wird) a) sich unbemerkt vollzieht, oder b) erkennbar ist. Der auf 
Übertragung beruhende (1 a, 1 b) beruht auf der Bedeutung der 
Wörter und hat ein inhaltliches Elemement zum Unausgesprochenen -.'O 
(vastud/ivam) ; der, bei dem der Hergang sich unbemerkt voll- 
zieht (2 a) , beruht auf der Bedeutung des Inhaltes und hat 

15 Stimmung usw. zum Unausgesprochenen {rasädidhvani)'^); der, bei 
dem der Hergang bemerkt wird (2 b) , beruht auf der Bedeutung 
der Wörter, des Inhaltes oder beider und hat zum Unausgesprochenen 25 
ein inhaltliches Element oder eine Figur ^). Der Ton, der die Stim- 
mung usw. zum Unausgesprochenen hat, ist (von mir) in der 
Alamkäramanjarl dargestellt worden, da in der Poesie die erotische 
Stimmung die wichtigste ist; das übrige ist ebendaselbst, wie sich 
Gelegenheit bot, behandelt worden. Die Poesie mit subordiniertem :!0 
Unausgesprochenen nach ihren Arten, z. B. wo das Unausgesprochene 
etwas Ausgesprochenem subordiniert ist ^) , ist je an seiner Stelle 
bei der Samäsokti usw. dargelegt"). 

Das ,Bild' aber ist nach der Natur von Wörtern , Sinn und 
Figuren von gar mannigfacher Art; denn 35 



1) Weil, nach dem Kommentar, der Verfasser es in dem Vyaktiviveka- 
vicära getan hat. 

2) Dieser Grund der Einteihing ist dem Dhvanyäloka fremd; nach Dhv. 
p. 56 dürfte Änandavardhana denselben abgelehnt haben. Mammata (K. I'r. 4, U 
hat ihn bereits. 

3) So nach der Verbesserung des Herausgebers 7,u lesen. 

4) Im Te.Kte ist die Interpunktion irrig und nach meiner Übersetzung zu 
verändern. 

5) Es scheint damit die Stelle K. Pr. 15, 1 aj^arasyängam gemeint zu sein. 
G) Nach der VimarsinT vom Dhvanikära mit Berufung auf Ohv. 1, 14. 

Die Einteilung des guiühliJltaviioiigiid findet sich aber erst in der foigi-nden 
parikdra-^tro^hü v_i/ai)gi/atii/n pratihhäniätve väcijärtlinnugame 'j>i vö , na 
dhvanir, yatra vä tasija 2'>rädliäiiyui!i na prath/ate. 



300 Jaeoli, Ruyyaka's Alamharasarvasva. 

Hierbei sind die Wiederholung des Sinnes, des 16 
Lautes, und des Lautes und des Sinnes die dreiArten 
der Wiederholung. 

Im Anfange werden die Arten der Wiederholung genannt, um 
5 die Einteilung der gleich zu besprechenden Figuren vorzubereiten. 
Obschon die Laute vor dem Sinn beim Verstehen i) in Betracht 
kommen, so wird doch zuerst eine auf den Sinn bezügliche Eigen- 
schaft behandelt, damit die ,scheinbare Wiederholung' nach dem 
feststehenden Gebrauch der Alten zuerst beschrieben werde. Das 
10 Wort iha (im Sütra) bedeutet: in dem Abschnitt über Lautfiguren; 
das Wort iti dient zur Angabe der Arten ; das Wort drei stellt 
die Vollständigkeit der Anzahl fest. 

Unter diesen ist die tatsächliche Wiederholung 
desSinneseinPehler. 
15 Die Wiederholung ist zwiefach, je nachdem sie tatsächlich ist 

oder nicht. Das zu meidende wird zuerst genannt, damit man in 
Gedanken zu dem zu wählenden fortschreite und dabei bleibe. Das 
Wort taira (unter diesen) deutet die Auswahl aus den dreien an. Tat- 
sächlich heißt die Wiederholung, wenn sie nicht aufhört als solche 
20 zu erscheinen. 

Was nur anfänglich als Wiederholung erscheint, 17 
das ist scheinbare Wiederholung. 

Das Wort , anfänglich" ist gesetzt, um anzudeuten, daß man 
schließlich es anders ansieht (d. h. als keine Wiederholung). Der 

25 zu definierende Name (^Junaruktavadäbhäsam) ist ins Neutrum ge- 
setzt, um anzudeuten, daß im Unterschied von gewöhnlichem 
Schmuck (wie Halskette, Armbänder usw.) die poetischen Zierden 
ikäiyäluivküras) in Abhängigkeit von dem, was geschmückt wird 
(daher in grammatischer Kongruenz mit kävya) stehen-). (Die 

30 genannte Figur) ist eine Sinnfigur, weil sie sich auf den Sinn be- 
zieht, da es eine Wiederholung des Sinnes ist. Die verschiedenen 
Arten werden aber hier aus Furcht vor Weitläufigkeit nicht auf- 19 
gezählt. Beispiele bietet mein Srikanthastava, z. B. : 

,Ich verehre den HERRN, Pärvatl's Genossen, der Armbänder" 
36 ,aus den Umschlingungen (va/at/a, nicht Armband) des Leibes des" 
./■waltigen (alüna, nicht ahi'-ina, Schlangenfürst) Schlangenfürsten" 
,tr.«^'t, den ersten der Berge [sailädi, nicht Sohn des Silüdi, i. e." 
.Nalidin) und Nandin beschreitet, Amors Stolz demütigt, einen vor-" 
.züglichen (puiiyaia, nicht Stier) Stier zum Wahrzeichen hat." 
40 .drei (si/ihin, niclit Feuer) feurige Augen hat und von Sarva und" 



1; Stall apidtitHV lies jiratUäv , wio auch der Kommentar gelesen zu 
htbun Bchoint. 

'i) Diu Rowolinliclifn Schmucksncheu sind mit dem Körper verbunden 
{aainyognsavibaifllui), die Figuren nher inliäriercn dem Gedichte (samaväya- 
tainbanilha), cf. UN. lOCö, S, 3. 



Punaruktavadabhasa, Chehanupräsa p. 16 — 20. 301 

,Mangalä (einem der 11 Eudras und einer Form der Durgä) be-" 
„gleitet isti)." 

„Schützen möge euch das i'einigende (pävaka , nicht Feuer)" 
„Feuer, das gewaltige {däru7iah, nicht abl. von däru) aus dem" 
„Holz entstandene, die Entstehung {bküti, nicht Asche) der Asche" 5 
„bewirkende, höchste, wie Blut (j-akta , nicht rot) rot strahlende" 
„äußerst heiße." 

Hier handelt es sich (nur) um Nomina , es gilt aber auch bei 
Verben, wie ebendaselbst : 

r f 

„Der das Herz bezaubernde {Iiara, nicht Siva) Siva, der Ohr-" lo 
„ringe (kundala, nicht Schlange) aus Schlangen trägt, dessen heller" 
„Mond klar leuchtet {subhrätusu, nicht Mond) wie Sandel (sasin." 
„nicht Mond), möge immerdar vor Leide (nicht sadä päi/ät, immer" 
„schützen) schützen alle Welten." 

Wiederholung der Laute ist Wiederholung voni5 
Konsonanten (Alliteration) oder von Konsonanten mit 
Vokalen 2). 

Sofern es sich um Schmuck der Rede handelt, zählt die 
Wiederholung von Vokalen allein (Assonanz) nicht mit, weil sie 
keine Schönheit besitzt. Darum gibt es nur zwei Arten : (Wieder- 20 
holung von Konsonanten) und Wiederholung von Konsonanten mit 
Vokalen ■^). 
20 (Erstere heißt) Chekänupräsa, wenn durch den 

Numerus (die Zahl der Konsonanten) festgesetzt ist*). 

Es ist die mehr als einmal eintretende Ähnlichkeit von zwei 25 
Gruppen von je zwei Konsonanten, sainkhyäniyamapürcam be- 
zieht sich auf vyarijana und samudäya, z. B. 

„Warum doch , Frosch , gemeiner Geselle , preßt du deinen" 
„Leib Abends und machst ein Lärmen wie vor Wut? Schämst" 
„du dich denn nicht, wenn du das ohrentzückende lustige Ge-" so 
„schnatter der Enten hörst ^) ?" 

Hier ist, wenn man nur auf die Ähnlichkeit des y sieht, in 
dem Worte säyani diese Figur mit dem Vrttyanupräsa vermischt 



1) sasai-oamaiigalam; die scheinbare Tautologie liegt wohl darin, daß 
samaügald und sarvamaiigala gleichbedeutend wären. In Wortspielen gelten 
s und .s' als gleich 

2) In unserer Ausgabe nicht als Siitra bezeichnet; als solches zu erkennen, 
weil es im folgenden Siitra vorausgesetzt wird. 

;$) Im gedruckten To.\te ist ri/aiijcinamäti'apaunaruhti/am ausgefallen. 

4) Lies saiukht/änii/amapiirvdm im Sütra und Kommontur, und sotzo im 
Kommentar die Interpunktion davor. — Nur der Dual bezeichnet oiiie bestimmte 
Zahl; denn der Singular kann auch, bei einer Jäti , eine unbestimmte Vielheit 
bezeichnen. Daher ist hier mit samkhyäniiiama die Zweizahl gemeint. 

5) Hier linden sich mehrmals gleiche Gruppen von zwei Konsonanten: 
(hirdura duradhiiavasä ;ia säyam Icuruse ruseva etilnl kelirasitäni sitac- 
chädanäm äkarnya karna°. 



QQw) Jacohi, Rmjyaka^s Alamkarasarvasva. 

(samkara), insofern (beide Figuren) in derselben Phrase auftreten i). 
Cheka heißt soviel wie vidagdha. 

Andernfalls aber liegt der Vrtty an upr äs a vor. 
Der andere Fall liegt vor, wenn derselbe einfache Konsonant 
5 (ein oder mehrmals) wiederkehrt, eine Gruppe von (zwei) Konso- 
nanten einmal wiederkehrt, drei und mehr Konsonanten (ein oder 
mehrmals) wiederkehren. Vitti ist eigentlich eine Funktion, welche 
die Stimmung zum Gegenstand hat; hier wird so eine Lautgebung 
genannt, welche diese Funktion enthält. Und diese {vrtti) ist drei- 21 
10 fach, je nachdem sie aus rauhen, zarten oder mittleren Lauten be- 
steht. Durch diese {vHti) wird dieser Anupräsa gekennzeichnet-). — 
z. B.3). 

„Wenn auch die Muse des Dichters durch vollem Klang auf 
„den ersten Anblick sich zu wiegen scheint, so erfreut sie doch* 
15 ,nicht mein Herz, wenn nicht Stimmung darin ist, die vorbereitet" 
, durch Figuren von kräftigen schönen Vorzügen einem Gusse" 
„flüssigen Lebenselixiers gleicht." 
Oder 
„Ertragen kann man die von Schlangen angeblasenen Feuer-" 
20 „flammen oder Reihen von Pfeilen, die giftträufelnden Strahlen des" 
„Vollmondes oder die Winde der Regenzeit, nicht aber der Gazellen-" 
„äugigen stolzerfüllte {i. e. schmollende) Blicke, die grade, schwarz" 
„und weißleuchtend, seitwärts gewandt, träge, voll Ausdruck, oder" 
„voll Trunkenheit sind." 

25 Wenn eine Gruppe von Konsonanten mit den Vokalen 

wiederholt wird, so heißt diese Figur z/a/«aÄ; «(künst- 
licher Reim). 

Dabei geben beide Gruppen entweder einen Sinn, oder keinen 
Sinn, oder die eine gibt einen Sinn, die andere nicht*); danach 
so gibt es also kurzweg^) drei Arten, z. B. 

„Jedem , der ihre leuchtende wie Lotus(blütenblättei-) lange" 22 
^{rucire vanajüyate) Augen sieht, hat kein Gefallen mehr {rucir^ 
„eva na jäyate) an den Augen einer andern." 

1) cf. p. 199, 202 f. Ks ist niimlich in dem ersten Halbvers ein Vrttya- 
Diiprä.sa durch das inelirfiiclie Vorki)Himen von //. 

2) upalaktiita , d. h. die vrtti ist nicht das spezifische Merkmal dieses 
AnupriUa, Nondcrn kommt nur einem Teil desselben zu. 

;i) .^rükaiithitcarila II, 49. 

4» IJiiumirtliutfu \\\\i\ (ibhinnärtJiiitva bedouten niirthalcatva und nirar- 
t/iakatvii, wio iiius di-m Konimeniar hi-rvorm-ht. Denn or crwälmt für die Worte 
kfacülek(nii/äu(irt/ial,atr(itn ojuiravi/a särtfiakatvam die Lesart: kvacit särtha- 
katvam kvaciu uirarthalatvam und bemerkt dazu, daß „bei dieser Lesart nur 
dio btiidi-n or^t^•n Arten (genannt wären, nicht aber die letzte". Wie hliinnär- 
t/iittva zur Itedeutunj; vttw narthakalra kommt, ist nicht klar; sollte es heißen 
Hodeutiinmkeit dos (reimenden) Teiles? 

6) Vlolo I'ootikor sind niimlich gerade über die yamakas sehr ausführlich. 



Vrttyanupräsa, Yamaha , Lätanuprasa p. 21 — 24. 303 

Hier geben beide Gruppen einen Sinn. So auch die beiden 
andern Arten ^). 

Vollständige Wiederholung von Wort und Sinn 
ist ein Fehler. 

Das Wort „vollständig* ist gebraucht um anzudeuten, daß die 5 
gleich zubesprechende Spezies davon verschieden ist. Es wird ge- 
lehrt 2): Wiederholung von Wort und Sinn ist Tautologie, wenn es 
sich nicht um einen Anuväda handelt. 

23 Wenn aber die Intention verschieden ist (trotz- 
dem dasselbe Wort in derselben Bedeutung ge-io 
braucht ist), so heißt diese Figur Lätanuprasa. 

„Intention" bedeutet „auf etwas anderes hinaus laufen." Dies 
ist verschieden, nicht aber die Laute oder die begriffliche Bedeutung 
des (wiederholten) Wortes, z. B. 

„Dann erst hat man Vorzüge, wenn Kenner sie würdigen:" i5 
„erst wenn sie von den Sonnenstrahlen geküsst werden , sind die" 
„Lotusse (wirklich) Lotusse^)." 

„Was soll ich viel reden? Höre dies: Verzieh hier ein" 
„Weilchen , so gut du vermagst , schließend die Augen , o du mit" 
„Augen wie Lotusblätter; wenn ich den goldenen Lotus, o Schöne," 20 
„dem Götterfeinde eiligst geraubt, bin ich gleich wieder hier*)". 

Abschon hier in den Worten abjapatranayane nayane niml- 
lya usw. die Kasusendung usw. nicht wiederholt ist, so liegt doch 
ein Lätanuprasa vor , da der Hauptsache nach das Wort und die 
Bedeutung wiederholt wird •''). 25 

„Schön sind die Riedgräser wie Riedgräser (nur sein können)," 
„und die Seen wie Seen; das Herz der Jugend haben erobei-t die" 
„Ströme wie Ströme'^')." 

24 In dergleichen Fällen findet nicht die „Vermischung in der- 
selben Phrase" statt zwischen den Figuren Lätänupräsa und Anan- 30 
vaya (p. 30), weil beide einen verschiedenen Wirkungskreis haben, 



1) Der Kommentar bemerkt, daß eine notwendige liedingunt; für die 
yamakas sei, daß sie an bestimmter Stelle des Verses ständen, wie das ja auch 
bei anderen Poetikern teils ausge.sprochen ist, teils aus den Beispielen hervor- 
geht. Unser Autor sjigt es nicht ausdrücklich; aber wenn er nicht diese An- 
sicht gehabt hätte, würde sein Beispiel für den chckänupräsa ebensogut für 
die yamakas pjissen (und zwar für die 2. und 3. Art dieser Figur). Wenn 
aber an beliebigen Stellen des Verses drei Silben , oder nur ein paar Silben 
wiederholt werden, so ist das kein yamaka, sondern rrttyanuprasa. 

2) Nyäyasütra V, 2, 14. Anuväda ist die Wiederholung einer Vorschrift 
oder des Vorgeschriebenen, wenn dies zu bestimmten Zweck geschieht, z. B. bei 
einer Erklärung ib. II, 1, (U. 

3) Aus Ännndavardliana's Visamabänalllä. — cf. Dlivanyäloka, p. G'-'. 

4) Navasälia.sänka X, G9. 

5) Der Kummontar bezweifelt, und zwar mit guten Gründen, daß hier 
der Lätänupräsa vorliegt, weil das erste nayane kein selbständiges Wort, sondern 
nur ein Bestandteil eines anderen, nämlich abjapatranayane sei. 

6) Udbhata, Alanikärasaingraba I, IG. 



304 Jacohi, Ruyyaka'^s Alamkarasarvasva. 

insofern erstere ihren Sitz in Wort und Sinn, letztere im Sinn 
allein hat^). 

Im Ananvaya ist die Gleichheit der Wörter eine akzidentelle 
Folge, die abhängt von der Angemessenheit-), in diesem Lätänupräsa 
5 aber ist sie ein notwendiger Faktor. 

So gibt es bei der Wiederholung vier Figuren. 

Ohne weiteres klar. 
Wenn die Buchstaben Veranlassung geben zu 
Figuren, z. B. eines Schwertes, so heißt dies „Bild" 
10 {citra). 

Da in diesem Abschnitt von „Wiederholung" die Rede ist, so 
wird das „Bild" erwähnt, das in der Wiederholung von Buchstaben 
besteht, die an bestimmten Stellen mehrfach gelten. Wenn auch 
die geschriebenen Buchstaben in Form eines Schwertes usw. an- 
15 geordnet sind, so gilt doch diese Figur als von wirklichen Lauten, 
weil die Leute geschriebene Worte von den aus Sprachlauten, 25 
welche der Luft inhäriei-en , bestehenden nicht unterscheiden. 
Das ,z. B." im Sütra soll Padmabandha und andere Figuren, deren 
Wesen im Namen ausgedrückt ist, einschließen ; z. B. : 

20 bhäsate 2^^'<^f^ibhäsära rasähhätähatävibhä 

bhüvüätmäsubhäväde deväbhä bata te sabhä'^). 
„(0 du geistvoller (Fürst)! dein Hof glänzt durch Geschmack" 
„erleuchtet, von ungeminderter Macht, GOTT erkennend, gewandt" 
„in der Diskussion, göttergleich.)" 

2:, Hier haben wir die Figur eines achtblättrigen Lotus. Da man 

in den horizontalen und vertikalen Blättern von der Mitte zum 
Rande und von dem Rande zur Mitte creht, so crelten dort die 
Silben doppelt, in den schrägen Blättern einmal, die Silbe im 
Fnichtboden mehrfach. 

80 Wenn Ding und Bild gleiche Eigenschaften haben, 

(so gibt es mehrere Möglichkeiten); wenn ihre Ge- 
trenntheit undNichtgetrenntheit sich die Wage hal- 
ten, f s f . h f i ß t die Figur) Vergleich, ü p a m ä. 

1; Laut- und Siniilitjuren sind also vollständig voneinander getrennt, 
sodnü eine .VormiscIiunK" (»(imkara) nicht möglich ist, nur eine Verbindung 
(t(niisrfti), cf. p. li)7. 

ü) Im Ananviiyii können auch für dieselbe Sache zwei Synonyma gebraucht 
werden, aber es ist nioist i)assondcr, dasselbe Wort zweimal zu gebrauchen. 

.3} cf. Kftvyn Prakfisa IX, 8. Man zeichne eine Blume mit 8 Hlättern, 
in die Mitte »chreibo man bfiii, in das HIatt zur Kochten säte von der Mitte 
HUKgühcnd, in das nach unten folgondo prati vom Kando aus, in d.ns folgende 
tiiirii von d.T Mitte aus, dann in das michsto tii/id von der Mitte aus. in das 
Blatt zur Linken trlvi vom Rande aus usw. Man liest dann von der Mitte 
Busgohend. indem man in der angogobonen Keihenfolge weitergeht, in den senk- 
rechten und horiiontalen Blättern einmal von der Mitte zum Hände, dann vom 
Uando nach der Mitte, diese immer mitnehmend, wenn man an sie kommt. 



Citra, Upamä p. 24—27. 305 

Es folgt der Abschnitt über Sinnfigui-en. — Die Worte ,Ding 
und Bild" im Sütra haben den Zweck, ein anstößiges^) Ding oder 
Bild auszuschließen. Gleichheit der Eigenschaften ist auf dreierlei 
Weise möglich: 1. Die Verschiedenheit (von Ding und Bild) wird 
betont, wie bei der Figur Vyatireka usw. 2. Die Nichtverschieden- 5 
heit wird betont, wie bei der Figur Metapher usw.; 3. beides hält 
sich die Wage wie im vorliegenden Falle (beim Vergleich). So sagt 

25 man ja, daß es sich dort um Ähnlichkeit handele, wo einiges ge- 
meinsam und anderes verschieden sei. Wir behandeln den Vergleich 
zuerst, weil er wecfen der Mannigfaltigkeit seiner verschiedenen lo 
Formen das principium verschiedener Figuren ist. Die Alten haben 
die Vergleiche eingeteilt, je nachdem sie komplett oder defekt sind-). 
Sehen wir davon ab, so kann das tertium comparationis entweder 

27 (nur einmal) als in identischer Form (Ding und Bild) angehörig aus- 
gesprochen werden, oder (zweimal, für das Ding und für das Bild) je i5 
besonders als Etwas und sein Gegenstück; in letzterem Falle können 
(die beiden Erscheinungsformen des tertium comparationis) entweder 
(nur sprachlich verschieden sein, indem zwischen ihnen nur die Be- 
ziehung auf) ihr Substrat eine Verschiedenheit (des Ausdrucks) 
bewirkt^), wie bei der Prativastüpamä, oder (sachlich verschieden), 20 
indem zwischen ihnen das Verhältnis von Original und Konterfei 
obwaltet, wie beim Drstänta. 

Wir geben die Beispiele in der (angedeuteten) Reihenfolge: 

„Wie durch ihre hellleuchtende Flamme eine Lampe, wie durch" 
„die Gangä des Himmels Pfad, wie durch geschulte Sprache ein" 20 
„Weiser, so war durch sie (PärvatI) er (der Himalaja) rein und" 
„geziert*)." 

„Das Mädchen mit den langen Wimpern hat, wie sie daherging" 
„und ihr Köpfchen auf oft wendendem Halse wie einen Lotus auf" 
„drehendem Stengel trug, ihre mit Nektar und Gift getränkten" 30 
„Blicke mir tief gleichsam ins Herze gebohrt^)." 

Hier ist „wendend" und „drehend" verschieden nur mit Rück- 
sicht auf ihr Substrat (Hals und Stengel); aber zwischen dem, wo- 
von sie Attribute sind (nämlich Hals und Stengel) , besteht das 
Verhältnis von Original und Konterfei. 35 

„Der Päiulyakönig hier, der eine lange Halskette über seine" 
„Schultern gehängt und mit rotem Sandel seinen Leib gesalbt hat," 



1) apratita. Das Bild (upamäna) ist anstößig, wenn es z. B. in eiiiom 
andern Genus steht, das Ding {upaineiia), wenn es ungezioinond ist es zu nennen. 

2) d. h. ob die zu einem Vergleich nötigen Bestandteile vollständig aus- 
gesprochen werden, oder der eine oder andere verschwiegen wird. Die vier 
Bestandteile sind: Ding (upi(nie//a) , Bild {upamüna), tertium comparationis 
{sädhärana dharnut) und Ausdruck der Vorgloielmng {apamapniUpäduka 
pada). 

3) Dieselbe Wendung in umgekehrter Anwendung p. 8'2. 

4) Kumarasambhava I, 28. 5) Mälatim. 1, 27. 

Zeitschrift der D. M. G. Bil. LXII. 20 



306 Jacohi, Ruyyaka's Alamharasarvasva. 

„strahlt wie der Gebirge König, dessen Gipfel die Morgensonne" 
„rötet und von dem ein Wasserfall hervorbricht i)." 

Hier werden Wasserfall und Morgenrot als Konterfei von Hals- 28 
kette und Leibessalbe dargestellt. 
5 Wenn ein und demselben Gegenstand das Ver-30 

hältnis von Ding und Bild zukommt, (so heißt die 
Figur) Ananvaya. 

Hinsichtlich des Dargestellten (nicht objektiv) versteht sich hier 
das obige Verhältnis (d.h. die Ähnlichkeit). Daß man aber einer 
10 Sache zwei einander widersprechende Eigenschaften (sowohl Ding als 
auch Bild zu sein) beilegt, bezweckt, eine gleichwertige zweite zu 
negieren. Und darum ist die Bezeichnung Ananvaya auch etymo- 
logisch zutreifend. 

,Arjuna wie Arjuna im Kampfe berühmten Mutes, und Bhlma" 31 
15 „wie Bhima schrecklich wütend gegen die Feinde begaben sich" 
.ehrerbietig wie um ihn zu höhnen zum Führer der Kurus unter" 
„dem Banianbaurae." 

Wenn dasselbe (Verhältnis von Ding und Bild) 
zwischen zweien umschichtig besteht, (so heißt die 
20 Figur) Upameyopamä. 

Das Wort „dasselbe" bezieht sich auf das Verhältnis von Ding 32 
und Bild. „Umschichtig" bedeutet: nicht gleichzeitig. Darum tritt 
diese Figur in zusammengesetzten Sätzen auf. Und sie ist zwiefach, 
jenachdem das tertium comparationis ein Woi't, oder als etwas und 
25 sein Gegenstück dargestellt ist. Ersteres in folgender Strophe : 

„Das Wasser ist wie der Himmel, der Himmel ist wie das" 
„Wasser, der Schwan wie der Mond, der Mond wie der Schwan," 
,die Seelilien wie die Sterne, die Sterne wie die Seelilien." 

Letzteres in folgender: 
30 „Dort prangen mit strahlenden Lotussen als Antlitzen die" 

„Wasserbassins wie Weiber, und mit strahlenden Antlitzen als" 
„Lotussen die Weiber wie Wasserbassins." 

Wenn die Wahrnehmung von etwas Ähnlichem 
die Erinnerung an eine andere Sache erweckt, (so 
35 heißt die Figur) Smaranam. 

Die andf-re Rache ist eben (der ersteren) ähnlich. Es ist kein 
Schluß {anuinan(i\. weil dabei keine Concomitanz {avinähhäva) vor- 
liegt. Z. B. : 

„Sehe ich den Knaben, dein Ebenbild, der die Macht der* 33 
*o .Götter und Asuren übertrilft, so gedenke ich des RaglmSprößlings," 
„wie er di-ii Bogen handhulite l)ci der Vernichtung der Feinde des" 
„Opfers und des Sohnes Ku.siku's." 

1; KaKhuvaip>B VI, Gü. Lies mit Mullinütha haricandanena stntt nava°. 



Ananvaya, Upamayopama, Smarana, R^tpaka p. 27 — 35. 307 

Eine Erinnerung nicht auf Grund einer Ähnlichkeit bedingt 
aber nicht diese Figur, z. B. : 

,Ich erinnere mich, wie ich hier an der Godä zurückgekehrt" 
„von der Jagd durch den Luftzug von dem Wellenspiel her von" 
„meiner Ermüdung erleichtert in trauter Einsamkeit meinen Kopf 5 
„in deinen Schoß lege und in den Väniralauben schlafe^)." 

Hier ist übrigens nicht ganz in Ordnung, daß die Attribute 
des Subjekts, die ja dem Zustand, dessen man sich erinnert, an- 
gehören, bezogen sind auf den (gegenwärtigen) Zustand dessen, der 
sich erinnert-). — Die Erinnerung ferner-^), die durch eine andere lo 
Veranlassung als Ähnlichkeit geweckt wird, füllt ins Gebiet der 

34 Figur Preyän, z. B. : „Ach, auch im Zorn ist ihr Antlitz lieblich." 
Und dort ist es der Fall, wenn sie durch die Faktoren usw. ange- 
kündigt wird, nicht wenn sie nur durch die Nennung ihrer selbst 
mitgeteilt wird, wie in letzter Strophe und ähnlichen. 15 

„Diejenigen welche dicb^) sahen, wie du mit der Wurfspeer-" 
„wunde auf der Stirne und vornen gerötet von Strömen geronnenen" 
„Blutes in der Schlacht die Feinde niedermähtest, die haben kein" 
„Verlangen mehr nach dem Anblick des Smarafeindes, strahlend" 
„von der Flamraenmasse des Augenfeuers, welches hervorbrach bei" 20 
„der grausigen Verbrennung Käma's." 

In diesen und ähnlichen Versen, wo die Wahrnehmung eines 
ähnlichen anderen Gegenstandes dargestellt wird, handelt es sich um 
die Figur Visesa, in der das Wesentliche ist, daß eine unmögliche 
andere (als die zu erwartende) Sache gemacht werde. Ein solches 25 
Machen, d. h. der Begrifl' von Tätigkeit überhaupt, ist auch im 
Sehen (worum es sich in unserem Verse handelt) enthalten. Nach 
anderer Ansicht^) liegt aber die Figur Kävyalinga vor. 

So haben wir diejenige Figuren behandelt, bei denen auf Ähn- 
lichkeit beruhende Verschiedenheit und Nichtverschiedenheit ein- 30 
ander die Wage halten. Wir besprechen jetzt diejenigen, bei denen 
die Nichtverschiedenheit betont wird. 

Wenn die Nichtverschiedenheit betont wird, (so 
entstehen ebenfalls mehrere Figuren;) und wenn eine 
Gleichstellung stattfindet, ohne daß das Objekt der- 35 
selben negiert wird, (so heißt die Figur) Rüpaka 
(M e t a p h e r). 

35 Insofern die Nichtverschiedenheit (nur) betont wird, bleibt die 
Verschiedenheit in Wirklichkeit bestehen. Etwas au die Stelle von 



1) Raghuvanisa XIII, 3.'». 

2) Dieser grammatische Vorwurf trilVt allerdings zu; aber mit liecht sagt 
der Kommentar, daß das Urteil darüber den Leuton von Gesfhmack zustehe 
sahrdayä ent praniänain. Durrh die gewagte Aus<lrucksweise soll oü'enbar 
die Erinnerung als eine besonders lebhafte und deutliche hingestellt werden. 

3) tusabdas cärthe. 

4) Nach dem Kommentar ist Jayäplda (etwa 780 — 811 n.Chr.) gemeint. 

5) Nach Udbhata, Alainkärasaingialia VI, IC, wie der Kommentar bemerkt. 

20* 



3Q8 Jacobi, Ruyyaka's Alamkarasarvasva. 

etwas anderem setzen heißt Gleichstellung (äropa), da diese auf dem 
Objekt und seinem Korrelat i) beruht. Wenn das Objekt negiert 
wird, so liegt (die Figur) Apahnuti vor; andernfalls aber, insofern 
das Korrelat dem Objekt seine Form (rüpa) verleiht, das Eüpaka. 
5 Es waltet aber zwischen beiden Ähnlichkeit ob. So sagt (Dandin): 
,Ein Vergleich, bei dem die Verschiedenheit übersehen wird, ist 36 
eine Metapher" (Kävyäd. II, 66). Weil die Identifizierung inten- 
siver ist als die Gleichstellung, so werden die auf ersterer be- 
ruhenden Figuren später erörtert. 

10 Diese (Metapher) ist dreifach, nämlich: 1. einfach, 2. spezia- 

lisiert, 3. verkettet-). Die erste ist zweifach: 1. a) einmalig, b) mehr- 
malig; die zweite ebenfalls: 2. a) in allen Punkten durchgeführt, b) nur 
teilweise durchgeführt. Die dritte ist zunächst zweifach, jenachdem 
sie durch zweideutige oder nicht zweideutige Wörter hervorgebracht 

15 wird, und jede dieser beiden Arten (ist es wiederum), jenachdem sie 
einmalig oder mehrmalig ist, (so daß diese Metapher) vierfach ist. 
So gibt es also acht Arten der Metapher. Außerdem lassen sich 
die einzelnen einteilen, je nachdem sie durch einen Satz (i. e. ein- 
zelne Wörter) oder ein Kompositum dargestellt werden , worüber 

20 man sich anderwärts belehren möge^). Wir geben die Beispiele nach 
obiger Reihenfolge. 

„Ein Fußtritt des Herrn gehört sich für den Sklaven, der sich" 37 
, vergangen hat: darum also, o Schöne, macht's mir keinen Kummer;" 
»aber daß dein Fuß sich verletzen möge an den stachelichten Keim-" 

25 , spitzen des (bei mir) eintretenden intensiven Härchensträubens," 
,muß ich das nicht besorgen?" 

„Eine neue Nektarquelle der Götter, eine Sichel zum Abmähen" 
,der Finsternis, ein Lotusstengel, entfallen dem Schnabel einer" 
„betrübten Gans der himmlischen Gaiigä, eine Doublette von Amor's" 

30 „Bogen, und auch ein Hoönungsstrick derjenigen, welche sich gegen" 
„ihre Herzgeliebte vergangen haben, so kommt nach dem Neu-" 
.mondstage"*) die Gestalt des Schneestrahlers zum Vorschein." 
2. a) vistüra^älini'^). 
b) „Nachtgleich erscheint dein, des Fürsten (zugleich „Berges")" 

86 „dichter Tamälawaldstreifen , das Schwert, allwo der frische Mut" 



1) Objekt (L'/paya) bozoichiiot dio Suche, uiu die os sich handelt, Korrelat 
(vifayin) die von dem Dichter zur Vergloichung usw. mit ihr in Verbindung 
Kubrachto. 

'i) Wenn sich nämlich aus einer Metiiphor liio andere bez. ihre Berech- 
tit(un|; ergibt. 

3) d. h. bei ällortMi roetikorn , /,. H. Daihliii. Das bedingt aber kein 
raicttryam , d. h. os beruht nicht auf einer Vor.schiodonlieit der vicchittrs, 
widcho <li.« Fi^'iircn und ilir» Unterarten als solche konstituieren, cf. GN. 1908 

S. cir. 

4) pnttijxiil ist eigentlich dio mit Neumond beginnende Tilhi. 

5) Der Text dieser .StroiOie ist nicht in Ordnung. Kh muU sie daher 
uniiborttotzt las.son. 



Rüpaka p. 35—38. 309 

„gewaltsam im Kampfe den mit dem Mond wetteifernden Euhm" 
„deiner Feinde zusammenzutreiben sich vergnügt^).* 

Hier ist das Wort ksitibhrt doppelsinnig. — Verkettet: 

38 3. a) „Macht er nicht auch der Pracht des (oder: dem Ge-" 

„fallen am) roten Lotus ein Ende ? ist er nicht auch eine Aucren-" 5 
„weide? verhilft er nicht auch durch seinen Anblick allein Amor" 
„zur Herrschaft? Wenn trotz des Mondes deines Antlitzes ein* 
„zweiter Mond emporkommt, so möchte es Stolz auf seinen Nektar" 
„sein; doch ist auch der auf deiner Lippe." 

Hier wird der Mond mit dem Antlitz ohne Grundangabe, der lo 
Nektar mit dem Lippenseim durch ein doppelsinniges Wort gleich- 
gestellt. 

b) „0 Herr und bester Held, du Schwan auf dem Mänasasee," 
„dem Geist der Weisen, du Sonne, bei der das Nichtschließen der" 
„Lotusse die Vernichtung des Glückes deiner Feinde ist, du Siva," i5 
„dessen Aufsuchen der Durgä ein Nichtaufsuchen von Festungen" 
„ist, du Feuer, dessen Besitzergreifung von Brennholz ein Erkiesen" 
„von Schlachten ist, du Daksa, dessen Unfreundlichkeit gegen Sati" 
„deine Begeisterung für die Wahrheit ist, du Bhima, dessen An-" 
„ciennität über Arjuna dein Eher-sein als der Sieg ist, übe ein" 20 
„Jahrhundert Brahma's die WeltheiTSchaft aus-)." 

Hier hat die Gleichstellung von Du und Schwan die von münasa 
(Geist) und Mänasasee zur Folge ; darum liegt eine mehrmalig ver- 
kettete Metapher vor. 

c) „Mit Gedanken, Worten, Werken nehme ich meine Zuflucht" 25 
„zu dem barmherzigen Herrn der Welt; Hara's Fußpaar ist das" 
„Bot zum Übersetzen über den Ozean von Geburt, Alter und Tod." 

d) „Es siegt in der Schlacht des Mrdaver-Indra's Schwert, eine" 
„Bank für ßäjalaksml, eine smaragdene Woge des Ozeans der" 
„Tapferkeit, ein Streifen des zusammengeronnenen Brunstsaftes des" 30 
„gewaltigen Sieg-Elefanten, der Feinde-Geschlechter (= Rohre) zer-" 
„bricht, eine dunkle Regenwolke für (i. e. forttreibend) den Ruhmes-" 
„Schwan des Muralakönigs, der in Schlachtenfurcht sich ängstigt," 
„ein Haremswächter der Erde." 

Hier ist „Haremswächter der Ei*de", obgleich eine verkettete 35 
Metapher, defekt''). Dem analog sind auch andere Varietäten spuren- 
weise angedeutet. 

Die (Metapher) tritt auch zutage auf Grund von ünähnlich- 
keit, z. B. : 



1) Nach dem Kommentar wollen andere in diesem Verse eine Samösokti 
sehen, darum pibt der Kommentar ein einwandfreies Beispiel für Ekadesavivarti 
Küpaka. 

2) Vgl. Kävyapradlpa, S. 388. 

3) Komplett würde sie sein, wenn gesagt wäre: Kammerher der Erde = 
Serail. Verkettet ist die Metapher, weil die von König = Kammerherr die 
von Erde = Serail nach sich zieht. 



3JQ Jacohi, Ruyyaka's Alamharasarvasva. 

„Wenn in diesem eisernen Zeitalter Menschen in eitler Hoff-" 39 
,nung einem Könige dienen, jener Wüste für das Wasser des" 
, Wohlwollens, jener Luft um edle Taten drauf zu malen, jener" 
„Neumondsnacht für den Mondschein der Tugenden, jenem Hunde-" 
5 „Schwänze für das Annehmen von Gradheit, so ist deren Dienst-" 
.fertickeit nur unnütze Kunst in Anbetracht Sivas, der nur durch" 
„Liebe leicht zu gewinnen ist." 

In der Metapher kann das Korrelat, obschon es als ein Ding 
seinen stehenden Charakter hat, den ihm eo ipso nicht zukommenden 40 

10 Numerus des Objektes bekommen, weil es den einzelnen (Objekten) 

crleichorestellt wird ; z. B. „an einzelnen Stellen waren die Waldbrände 

Kapilas (braun), die Haarflechten und Bast sich zu eigen gemacht 

hatten". Denn der Weise Kapila ist nicht in Mehrzahl vorhanden. 

„Das aus der Schlangen- Wolke entstandene Wasser (und Gift)" 

15 „verursacht in hohem Grade Umherirren, Unlust, Herzschwäche," 

„Ohnmacht, Bewußtlosigkeit, Umneblung der Sinne, Verfall des" 

„Körpers und Tod bei Mädchen, die vom Liebsten getrennt sind." 

Hier empfindet man eine Doppelsinnigkeit in dem Worte visa 

(Flüssigkeit und Gift) mit dem Begrifi"e Gift, welche durch gewisse 

20 Wirkungen von bestimmter Zahl vorbereitet ist. Das Wort „aus 
der Wolkenschlange entstanden" bringt die Metapher zum Abschluß; 
denn ohne die fertige Metapher kommt (der Doppelsinn) nicht zu- 
stande. Es ist aber nicht eine auf (jener ersten Metapher beruhende) 
„verkettete" Metapher mit Doppelsinn im Worte visa; darum nimmt 

25 man hier die Figur Doppelsinn (Slesa) an^). 

Wenn das Korrelat zum Zustandekommen der 
darzustellenden Sache dienlich ist-), dann (heißt die 
Figur) Parinäma „Umwandlung". 

Weil das Korrelat in der einfachen Metapher nicht zum Zu- 

30 Standekommen der darzustellenden Sache (Objekt) mitwirkt, so ist 
dabei seine Bestimmung nur, diese auszuschmücken; in der Um- 
wandlung aber wirkt das Korrelat mit in der Gestalt (oder als Teil) 
dessen, was dargestellt wird, weswegen sich das Objekt zum Korrelat 
umwandelt. Diese Umwandlung unterscheidet sich von derjenigen 41 

85 der Sämkhyas durch das Fehlen der bekannten Bestimmungen: Hinzu- 
treten (neuer Attribute), Subsistenz (des identischen Dinges) und 
Aufhören (früherer Attribute). 

Die Utnwandlung ist zwiefi^ch, je nachdem Objekt und Korrelat 
in demselben oder verschiedenem Kasus stehen. Ersteres z.B.: 

*o „Nachdem jener (Uänia) selbdritt über den Götterstrom, den" 

„Kranz auf Siva's Haupt, hinübergesetzt war und dem Schiffer" 

]| Sii'lio Dlivnnyüloka p '.t7. I>io VimarsinI bogründot aber Redenken 
gogeti diuHi! Aimiclit. 

2) Man kann prakrtopai/ot/fi so douton : mitwirkt in Gestalt des Objekts. 
Roidd Mii^'liclikxitnii diKkutiert .)ii|;aiiii:itliH , um die Dnriclitigkoit der im Sütra 
XL'gcbuiicii Dolinitiun zu zuiguii. KuMigaiigildliura, S. '251. 



Parinäma, Samdeha p. 39 — 43. 311 

„(Guha) Saumitri's Freundschaft als Fahrgeld entrichtet hatte, brach" 
,er eiligst auf nach dem Berge Citraküta, während die Sabarafrauen* 
„mit ihren nur von ausgebreiteten Armen zu umfassenden Busen," 
,den Blick neugierig aufrichtend, ihm nur mühsam Schritt hielten i)." 

Hier ist das Objekt „Saumitri's Freundschaft" in gleichem Kasus 5 
wie das Korrelat, und ist (in dieses) in der Form des Fahrgeldes-) 
umgewandelt, weil dasselbe in Gestalt der Freundschaft zum Zustande- 

42 kommen der darzustellenden Sache mitwirkt. Wie nun bei der 
Samäsokti das Korrelat zum Zustandekommen der darzustellenden 
Sache mitwirkt und dabei in der Form des Objektes der Gleichstellung lo 
auftritt, weshalb ihm (dem Objekt) das Verhalten des (Korrelates) 
imputiert wird, ebenso verhält es sich hier; nur wird dort (in der 
Samäsokti) das Objekt allein dargestellt, weil das Korrelat hin- 
zugedacht wird. Hier aber werden beide ausgesprochen , und weil 
beide wesenseins sind, verwandelt sich das eine in das andere. 15 

Die zweite Art, z. B. in folgender Strophe : 

„Zuerst beschenkte er den König mit ausgereiften, gefühlvollen," 
„zum Munde sich drängenden Woi'ten, darauf mit Rossen usw." 

Beim Zusammentreffen mit einem König ist ein Geschenk an- 
gebracht. Und da dies hier die Gestalt der Worte hat, so wandeln 20 
sich diese, obschon in anderm Kasus stehend, zu dem Geschenke um. 

Wenn das Objekt in Zweifel gestellt wird, so 
(heißt die Figur) Samdeha „Zweifel". 

D. h. wenn außerdem die Nichtverschiedenheit betont wird und 
eine Gleichstellung stattfindet. Objekt ist die in Rede stehende Sache, 25 
auf Grund deren ^) die hineingezogene in Zweifel gestellt wird. 
Bezieht sich der Zweifel auf letztere'*), so wird auch das Objekt 

43 in Zweifel gestellt. Bei einem durch die Ehibildungskraft des 
Dichters geschaffenen Zweifel, beziehe er sich nun auf die in Rede 
stehende, oder die hineingezogene Sache, liegt die Figur „Zweifel" so 
vor. Derselbe ist dreifach: rein, eine Lösung einschließend und 
mit Lösung am Ende. Rein ist er, wenn es beim Zweifeln 
bleibt, z. B.: 

„Ist hier diese ein saftiges junges Reiß, entsprossen dem" 
„Baume Jugend, ist sie eine Welle des anmutig wogenden Schön-" 35 
„heitsmeeres, oder ist es der leibhaftige Unterrichtsstock des Gottes" 
„zarter Triebe, der nun der Ruhe genießt, nachdem er sehnsüchtigen" 
„Seelen seine Lehre beigebracht hat^)?" 

Eine Lösung einschließend ist diese Figur, wenn Zweifel am 
Anfang, Lösung in der Mitte und wiederum Zweifel am Ende steht: 40 

„, Ist dieser Helios? Doch der fährt mit einem Siebengespann!" 
„Ist's der Feuergott? Aber der geht ja nicht immerfort unstet" 



1) Anargharäghava V, 2. 2) Lies: °ätararüpatvena. 

3) Wörtlidier: iudem sie der liiueiiigezogeuen zur Folie dient, wird diese 
in Zweifel gezogen. 

4) Lies: ajjrakrtasmidehe. 5) Von Baudhu nach Sbh. 1471. 



3X2 Jacobi, Ruyyaka's Alamhärasarvasva. 

„allerwärts^)! Ist's der leibhaftige Todesgott? Doch der reitet" 
„auf einem Büffel.' So überlegen lange bei deinem Anblick in" 
,der Schlacht die feindlichen Krieger." 

Mit der Lösung am Ende ist derjenige (Zweifel), welcher 

5 zweifelnd anhebt und mit der Lösung schließt, z. B.: 

„Ist's der Mond; wo ist dann der Flecken? Ist's ein Lotus;" 
,wo ist dann das Wasser? An den zierlichen koketten Reden" 
„erkenn ich hinterdrein, o Rehäugige, daß es (dein) Antlitz ist." 
Zuweilen erscheint (diese Figur) so, daß die Kon-elate auf ver- 

10 schiedene Substrate verteilt auftreten, z B.: 

„Hat das Dunkel die Bäume und Felsen männiglich gefärbt," 
„hat es den Himmel gesenkt, hat es ihn verdeckt, hat es die" 
„Unebenheiten der Erde ausgefüllt, hat es die Himmelsgegenden" 
„fortgeschafft-)?" 

15 Hier wird mit dem Dunkel, dem Objekt der Gleichstellung, 44 

das Färben usw. als auf die Bäume usw. die verschiedenen Sub- 
strate verteilt gleichgestellt. Einige erklären dies als eine Art 
des Zweifels, die auf Identifikation beruht. Andere dagegen für eine 
Art der Utpreksä, weil das Wort nu gebraucht ist, das ein Ver- 

20 muten ausdrückt. 

Wenn eine andereSache (statt der in Rede stehen - 
den) auf Grund ihrer Ähnlichkeit (mit dieser) wahr- 
genommen wird, (so heißt die Figur) Bhr äntimän 
„Getäuscht". 

25 Diese Figur wird direkt nach dem Zweifel definiert, weil sie 

mit ihm L^nrichtigkeit der Erkenntnis als gemeinschaftliches Merk- 
mal hat. Täuschung ist eine Eigenschaft des Geistes; eine Wendung, 
in der sie sich findet, heißt „Getäuscht". Eine durch Ähnlichkeit 
bewirkte Täuschung bildet den Gegenstand derselben, z. B.: 

30 „,Haltet (unsere) Lippen nicht für Bimbabeeren, die Locken" 

„nicht für reife Jambüfrüchte, den Rubin des Ohrschmuckes nicht" 
,für einen Granatapfel!' Also von den in der Wüste ermattenden" 
„lotusäugigen Dämchen immer wieder zurecht gewiesen, sanken" 
„plötzlich vor Durst zusammen, o König, des Gürjarakönigs zahme" 

35 „l'apageion." 

Eine durch lebensgefahrliche Verwundung usw. hervorgerrufene 
Sinnestäuschung bildet nicht den Gegenstand dieser Figur, z. B.: 

„Der Ringer Cänüru. dem Krsna mit Faustschlägen die ganze" 
„Brust bearbeitete, erblickte hundert Monde am Himmelszelt." 

■•u (Jemeint ist aber auch nur diejenige durch Ähnlichkeit ver- 

ursaclite Täuschung, welche der Dichter wegen eines poetischen 
Iteizes mit seiner Einbildungskraft hervorbrachte, wie in obigem 
Beispiel, nicht aber eine rc ij>sa hervorgebrachte, wie bei der für 



1) Lle» nurväh für mkfät, wie Kftvyiiprftdrpii, S. 382. 

2) Kirütllrjuiiiy» I.\, \b. 



Bhrantiman, Ullekha p. 43—48. 313 

Silber gehaltenen Perlmutter. Das gilt auch von dem Zweifel: 
ist jenes ein Pfahl oder ein Mensch? 

Wenn ein und dieselbe Sache aus bestimmter 
Veranlassung verschieden angesehen wird, (so heißt 
die Figur) Ullekha ,S chil der ei". » 

47 Wo eine Sache verschiedentlich angesehen wird, da liegt der 
Ullekha vor, weil jene in der Mannigfaltigkeit ihrer Formen ge- 
schildert wird. Aber es ist nicht lediglich eine unmotivierte 
Schilderung, sondern Veranlassung zu ihr ist der Umstand, daß die 
Sache mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet ist. Laune, per- lo 
sönliches Interesse, Bildung sind die Motive, wie es sich gerade 
macht. So heißt es (in Utpala's Isvarapratyabhijnä, Pandit IIT, p. 95): 

^Nach der Laune, nach dem persönlichen Interesse, nach der" 
„Bildung variiert der subjektive Eindruck ein und derselben Sache," 
,die man durch kombinierendes Denken als identisch erkennt." 15 

So wenn es im Har.sacarita ^) bei der Beschreibung des Landes 

' ' . . 

Srikantha heißt: „das von Asketen für einen Büßerhain, von Hetären 
für Amor's Tempel, von Schauspielern für einen Konzertsaal (ange- 
sehen wurde)". Hier wird nämlich ein und dasselbe Land, 
Srikantha, mannigfach als Büßerhain usw. dargestellt, weil es die 20 
betreifenden Eigenschaften hat. Laune, persönliches Interesse und 
Bildung können gewöhnlich einzeln oder gesamt in Betracht ge- 
zogen werden. ["^)Aber, könnte eingewandt werden, in derselben Stelle 
kommen Rüpakas vor, z. B. ,für einen Stahlzwinger von den Schutz- 
suchenden , für eine Asurahöhle von Erzsuchern -)", wie kann also 25 
diese Figur Ullekha darin vorliegen? Ganz recht; aber in den 
Partien „Büßerhain" usw. liegt wenigstens kein Rüpaka vor, weil 
hier (dem Objekte, nämlich Srikantha) wirklich (und nicht durch 

48 poetische Gleichstellung) der betreffende Charakter zukommen kann. 
Wo aber ein Rüpaka tatsächlich vorhanden und trotzdem die 30 
in Rede stehende Auffassung zulässig ist, da möge Vermischung 
beider Figuren (Sainkara) sein ; dadurch läßt sich aber unsere 
Figur nicht cränzlich ableugnen. Und somit ist unsere Darstellung 
einwandsfrei. »Nun, dann habe in solchen Fällen die Figur 
Bhräntimän statt, weil sie darauf beruht, daß etwas in einer Form 35 
angeschaut wird, die es nicht hat." Das trifft nicht zu, weil der 
Figur Bhräntimän jene spezifische Eigentümlichkeit nicht zukommt, 
daß etwas verschiedentlich angesehen wird, und weil dies 
eben das ist, worauf unsere Figur beruht. Wir haben aber zu- 
gegeben, daß eine Vermischung (hier des Ullekha mit Bhräntimän) 4o 
statthaben könne. »Nun, dann möge hier diejenige Art von 



1) S. 97 der Nirnaya S. P. Ausgabe. Es ist übrigens daselbst von Sthän- 
vTsvara die Rede. 

2) "ivätikair vivaravt/asanibhir ricäri/aih, cf. Zachariae, Boitr. z. iiid. 
Lexik. S. 73f. 

3) Durch Weglassung der eingekhimmorten Stelle bekommt das folgende 
Beispiel »Als Näräyana usw." richtigen Anscliluli. 



314 Jacohi, ■Ruyyahä's Alamkarasarvanva. 

Hyperbel (Atisayokti) sein, bei welcher etwas, das in Wirklichkeit 
nur eins ist, als verschieden dargestellt wird.* Darin liegt kein 
Bedenken. Weil nämlich (in dieser Art von Hyperbel) eine viel- 
seitige Schilderung nach der Einteilung des Gegenstandes, die auf 
5 der Verschiedenheit der Beobachter beruht, liegt, und eben dies 
einen speziellen (der Hyperbel an sich) fremden Reiz ausmacht, so 
kann diese (Art von Hyperbel) unbedenklich auch hierhin gestellt 
werden.] Z. B. : 

„Als Näräyana betrachten ihn die alten Weiber, als Gefährten" 

10 ,der Sri die jungen, die Mädchen aber betrachten ihn neugierig," 
gSO wie er gerade erscheint^)." 

Ähnlich hat man andere Fälle zu bem-teilen, z. B. : „breit (ein 49 
Prthu) auf der Brust, weiß (ein Arjuna) an Ruhm-)" usw.; doch 
besteht der Unterschied, daß in dem vorletzten Beispiele die viel- 

15 seitisre Schilderungr auf der Verschiedenheit der Beobachter beruht, 
hier aber auf der im Objekt selbst liegenden Verschiedenheit. 
„Liegt aber nicht bei der vielseitigen Schilderung in Ausdrücken 
wie guru ein Wortspiel [slesa) vor und wie kann man dabei eine 
andere Figur statuieren?" Ganz recht! Aber weil hier die Viel- 

20 seitigkeit (der Schilderung) einen speziellen Reiz veranlaßt, so be- 
wirkt das Wortspiel nur, daß derselbe zur Empfindung gelangt; er 
fehlt aber nicht an sich. Und auch darum ist es eine andere 
Figur (als dlesa), weil in solchen Fällen wie oben jener spezielle 
Reiz sich zeigt, obschon in ihnen kein Wortspiel enthalten ist. 

25 Darum ist in dergleichen Fällen der üllekha in seinem Rechte. 
Ebenso läßt sich belegen, daß diese Figur sich auf den speziellen 
Reiz auch noch anderer Figuren stützen kann. 

Bei Ablehnung des Objektes die Äpahnuti: 50 

Ergänze '^) : „wenn eine andere Sache vorgestellt wird." Dies 
30 wird zur Unterscheidung von der eben behandelten (bedingten) Ab- 
lehnung gesagt, insofern es sich hier um eine Gleichstellung handelt. 
Die Äpahnuti genannte Figur tritt also ein, wenn das Objekt der 
Gleichstellung abgelehnt und das Korrelat derselben vorgestellt 
wird. Sie zeigt sich in drei Arten: 1. erst Ablehnung, dann Gleich- 
3ö Stellung; 2. erst Gleichstellung, dann Ablehnung; 3. die Ablehnung 



1) Nach dem Kommentar liegen hier der Keiho nach als Motiv: Bildung, 
porsöuliclies Interesse und Laune vor. 

2) Harsacarita S. 99. Die beiden Phrasen folgen dort aber nicht direkt 
aufeinander. 

3^ Au» dorn vorletzten Sütra. Kinigo nehmen deshalb, wie der Kommentar 
•agt, an, daß der Abschnitt über Ullekha an falscher Stelle eingeschoben sei; 
er gohöro eigentlich hinter den über die Atisayokti. Der Kommentur zeigt, 
daß letztere» nicht niögüch i>t. Aber nichts steht im Wege iiiizunelimen, daß 
der Ab»chiiitt iibcr rilcklni hititcr dein über die Apaliniiti t;estundi<n habe. 
l)onii 0» ist doch eine unbefriedigende Krklärung, wenn der Kommentar sagt, 
daß auch beim Ullekha oino v/mtvanlnrapratiti in Hetracht komme. Denn 
nicht darauf kommt es an, sondern darauf, daß sie dMbei ausdrücklich genannt 
Werde; und das ist nicht der Fall, .nondern beim Hhrüritimän. 



Apahnuti p. 48—52. 315 

wird ausgesprochen durch Wörter: wie „unter dem Scheine von" 
usw., welche die Nichtwirklichkeit (des Objektes) ausdrücken. In 
den beiden ersten Arten ist der Satz zusammengesetzt, in der letzten 
nicht. Die erste Art in folgender Strophe : 

51 »Das was im Monde aussieht wie ein Wölkchen, das nennen" 5 
,die Leute ein Häschen ; das scheint mir nicht recht. Ich meine" 
„vielmehr, daß des Mondes Körper markiert ist durch die ver-" 
„Darbten Brandwunden, welche die verlassenen Schönen deiner" 
„Feinde mit den Fakeln ihrer verliebten Blicke ihm beigebracht" 
„haben." 10 

•Doch dies Beispiel ist nicht einwandsfrei ; denn nachdem die 
Ablehnunng des Hasen im Monde vorausgeschickt ist, paßt die 
Gleichstellung des Mondes, der mit der Narbe, dem Korrelat des 
Häschens, versehen ist, nicht in die Konstruktion des Satzes. Gut 
ist folgendes Beispiel: 15 

„Am Himmelsi'aum geht jetzt nicht auf die in lichtem Glanz" 
„leuchtende Scheibe des Vollmondes von gesättigter Schönheit, um" 
„die Welt zu erobern, sondern von der Abendschöne ist jetzt auf-" 
„gespannt der weiße Sonnenschirm des (Herrschers) Mära, dessen" 
„Hauptleidenschaft darin besteht, die Einbildung im Stolz sich über-" 20 
„hebender Personen zu zerstören." 

Die zweite Art in folgender Strophe: 

„Kumära, der immerdar über den durch Askese unterworfenen" 
„Beten blauer Lotusse : den Augen anmutiger Götterfrauen thront," 
„nicht der auf dem Pfau mit buntem Schweife reitet, möge euch" 25 
„das Glück der Keuschheit verleihen." 

Die dritte Art in folgender Strophe : 

,In Gestalt von Perlen gelöst von den reinen Halsketten, die" 
„auf dem bebenden Busen der umher irrenden, flüchtigen Gürjara-" 

52 ^weiber schaukelten, entfielen Jasminknospen-große Schweißtropfen" so 
„deinem Ruhme, der zugleich mit deinen Feinden in der leeren" 
„Wüste umherschweifte, Bäjamrgänka !" 

[Wenn hier anstatt des Wortes 4ünye (leer) manye (mein' ich) 
gebraucht wäre, so wäre es eine Utpreksä mit einer Ablehnung 
vereint (eine Figur, deren Berechtigung unten p. 61 festgestellt s."» 
werden soll); es wird aber (unten p. G-i) gezeigt werden, daß (im 
ersten Verse) in den Worten aham tv indum mam/e, trotzdem das 
Wort inanye gebraucht ist, keine Utpreksä vorliegt. ')] 

Auch bei dieser (dritten) Art lassen sich zwei Unterarten unter- 
scheiden , jenachdem die Ablehnung oder die Gleichstelhmg zuerst 40 
steht; aber weil dies nicht eine Besonderheit hervorruft, wird es 
trotzdem nicht als ein tatsächlicher Unterschied angesehen. Ein Bei- 
spiel dafür, daß hierbei die Gleichstellung auf die Ablehnung folgt, 



1) Ich vermute, daß diese Stelle, die ich in Klaminorn setze, eine Glosse 
ist. Denn hinter ihr würden die Worte etasininn aj^i bhede unverständlich. 



»' 



316 Jacobi, Ruyyaka's Alamkarasarvasva. 

haben wir eben gegeben ; dafür, daß sie vorausgeht, bietet folgende 
Strophe : 

,Die Hexe Nacht, weiß durch das Einreiben mit dem" 
„Mondlichtstaub, als Knochen Sterne tragend und der Sucht" 
, frönend, alles verschwinden zu lassen, schweift von Land zu" 
,Land, in dem Mond als HexenschädeP) Zauberpulver in Gestalt" 
„des Fleckens mit sich führend." 

Zuweilen aber wird die Unwirklichkeit (des Objektes) durch 
ein Wort wie Körper usw. begründet, welches ausspricht, daß jenes 
10 die Form einer anderen Sache hat, z. B.: 

„Sicherlich stürzte von Siva verbrannt Amor in der Gazellen-" 

„äugigen breite Hüftenpartie, den Nektarsee von Schönheit, weil" 

„sich diese, das Verglimmen der Kohlen seiner Glieder andeutende" 

„Rauchsäule an der Nabelhöhle zu (wörtlich: in den Körper) einer" 

15 „Haarlinie verwandelt." 

Nachdem er die eine Gleichstellung enthaltenden Figuren be- 54 
schrieben hat, beschreibt er jetzt die eine Identifizierung-) ent- 
haltenden, bei denen ebenso das Hauptgewicht auf die Nicht- 
verschiedenheit fällt. 

20 Hier 55 

bei einer Identifizierung 2), wenn das Haupt- 
gewicht auf den Vorgang (des I d en tif i z i e r e ns) fällt, 
(haben wir die Figur) Utpreksä. 

Identifizierung besteht darin, daß das Korrelat durch voll- 

25 ständige Einverleibung des Objektes als von diesem nicht ver- 
schieden vorgestellt wird. Dieselbe ist zweifach: 1. noch nicht 
vollzogen und 2. vollzogen. Noch nicht vollzogen ist sie, wenn das 
Korrelat als nicht wirklich vorgestellt wird. Diese Nichtwirklich- 
keit (besteht) insofern als, wenn ein dem Korrelat zugehöriges 

30 Attribut dem Objekte beigelegt wird, es als bei dem Korrelat tat- 
sächlich und bei dem Objekt nicht tatsächlich vorgestellt wird. 
Dieses Attribut ist entweder eine Eigenschaft oder eine Tätigkeit : 
wenn dasselbe nun (einerseits) als tatsächlich und (anderseits) als 
nicht tatsächlich vorgestellt wird, so wird das Substrat der Tat- 

35 sächlichkeit (i. e. das Korrelat) in jenem (dem Objekt) als nicht 
absolut unwirklich und das andere (i. e. das Objekt) als absolut 
wirklich vorgestellt. Während das Unwirkliche (das Korrelat) als 
wirklich vorgestellt wird, ist die Identifizierung noch nicht voU- 
ZdgfH. Und darum ist dabei der Vorgang (des Identifizierens) die 

40 Hauptsache. Vollzogen ist sie, wo das Korrelat, obgleich tatsäch- 
lich unwirklich, als wirklich vorgestellt wird. Diese Wirklichkeit'') 

1) inudnlkajntla. cf. Udüliarniiacaiiilrikä zu K5vyftpr.idTpa, S. 385. 

2) iiil/ti/iiniKili/ii, 

8) Ulo AiixKiilju «niirkiiTt hier oiiio kloino Lücko. Es ist vielleicht sam- 
hhäviinä zu iT^'ünzf-n und mit pürviiLdfu/d zu koiiiponioron. Das Wort (des 
durch Aiiiiahiiiu iniruduziurtt-nj wäre dann ubhiingig von salyatvain. 



UtpreJcsä p. 53—58. 317 

57 besteht, insofern der Grund für die Nichtwirklichkeit fehlt. Und 
darum ist dabei das Identifizierte die Hauptsache. Wenn nun die 
ünvollzogenheit uns bewußt ist und das Hauptgewicht auf den 
Vorgranor fällt , so wird diese Identifizierung mit Wörtern wie : 
Annahme, Vermutung, Auslegung, Deutung^) usw. bezeichnet. So- 5 
mit liegt also die Utpreksä vor, wenn die in Rede stehende 
Sache durch eine andere vorgestellt wird, weil sie 
zu einer Eigenschaft oder Tätigkeit jener andern in 
Beziehung steht. 

Die Utpreksä heißt ausgesprochen (väcya), wenn Wörter wie lo 
„gleichsam" usw. gebraucht werden; wenn nicht, so heißt sie un- 
ausgesprochen (prath/amänä). Und sie ist vierfach, je nachdem 
die zur Identifizierung herbeigezogene Sache ein Genus-), Eigen- 
schaft, Tätigkeit oder Individuum ■^) ist. Obschon dieselbe Einteilung 
auch auf die ,in Rede stehende Sache" paßt, so bedingt sie doch 15 
keine Besonderheit und wird deshalb nicht angerechnet. Und 
weil nun jede dieser Arten doppelt zu nehmen ist, jenachdem 
etwas Positives oder Negatives fingiert wird, kommt eine Achtheit 
heraus. Und jenachdem die Veranlassung (zur Identifizierung) eine 
Eigenschaft oder eine Tätigkeit ist, gibt es 16 Arten; und jenach- 20 
dem diese Veranlassung ausdrücklich angegeben wird oder nicht, 
32 Arten. Und jenachdem die Vermutung (die zum Identifizieren 
führt) sich auf den Grund, die individuelle Natur, oder den Zweck 
bezieht, ergeben sich 96 Arten. So verhält es sich bei der aus- 
gesprochenen Utpreksä. Da aber bei einem Individuum die Ver- 2f> 
mutung sich meist auf seine individuelle Natur bezieht, so sind die 
Arten Utpreksä, die sich auf Grund und Zweck beziehen, dabei in 
Abzug zu bringen. Wenn auch die unausgesprochene Utpreksä in 
abstracto ebensoviele Arten (haben könnte), so ist es bei ihr doch 
nicht angängig, die Veranlassung nicht anzugeben, weshalb diese 30 
Abteilung um die betreffenden Arten ärmer ist. Denn wenn „gleich- 

58 sam" usw. nicht gebraucht wird und die Veranlassung nicht aus- 
gesprochen ist, so ist eine Vermutung unbegründet'*). Und meistens 
ist bei ihr auch die Utpreksä bezüglich der individuellen Natur 
nicht möglich. Darum sind von der unausgesprochenen Utpreksä s."» 
so viele Arten aufzuführen, als bei ihr möglich sind^). Obgleich 
sie auf dem Inhalt beruht, so wird sie doch zuweilen durch ein 
das Attribut (des Korrelats) angebendes doppelsinniges Wort ver- 



1) Die deutschen Wörter sollen nicht eine Übersetzung der einzelnen 
Sanskritwörter sein: samhhävana , abhimäna, tarka, üha, utpreksä. — sam- 
bhävanam wird KävyapradTpn TlkS, S. 380 erklärt als zum Objekt eines 
Zweifels machen, bei dem die eine Alternative, das Hild, prävalicrt. 

2) d. h. was durch ein nomen appollativuin bezeichnet wird. 

3) Was durch ein nomen proprium bezeichnet wird. 

4) Und kann daher sich gar nicht einstellen. 

5) Nämlich 48, wie nach dem Kommentar Kucaka in der AlainkärS- 
nuäärinl sagt. 



32g Jacobi, Jluyyaka's Alamkarasarvasva. 

anlaßt. AVas sich dem Wortsinn nach^) wegen des Aussprechens 
einer Ähnlichkeit als ein Vergleich anläßt, erscheint zuweilen kraft 
der Intention des Satzsinnes in dem Maße, wie die Fiktion des 
Dichters sich klarer entfaltet, schließlich als Utpreksä. Zuweilen 
5 wenn Wörter wie „unter dem Scheine von" angewandt sind, haben 
wir eine Utpreksä vereint mit einer Apahnuti. So bekommt dann 
die Utpreksä durch die Mannigfaltigkeit der genannten und noch 
zu nennenden Arten eine unendliche Vielseitigkeit. Jetzt aber geben 
wir Beispiele für sie nur zur allgemeinen Orientierung. 
10 Eine Jätyutpreksä liegt vor in folgender Strophe : 

„Schützen möge euch der wie ein junger Lotustrieb gekrümmte" 
„Mond, der auf dem flammroten Haupte Sivas angebracht leuchtet" 
„wie ein von dem krystallhellen, täglich mit dem Wasser der" 
„strömenden Mandäkini begossenen Schädel getriebener Schößling." 
15 Weil Schößling ein nomen appellativum ist, betrifft die Ver- 

mutung hier ein Genus. — Eine Kriyotpreksä : 

„Das Dunkel salbt gleichsam die Glieder ein, der Himmel" 
„regnet gleichsam Augenschminke." 

Hier betritit die Vermutung die Handlungen des Salbens und 
20 Regnens als von dem Dunkel und dem Himmel ausgeübt. Aber in 
der zweiten Hälfte : 

„Wie der Dienst bei schlechtem Herrn ist die Sehkraft ver-" 
„geblich geworden" 
liegt ein Vergleich und keine Utpreksä vor. — Eine Gunotpreksä: 

2h „Dies ist der Ort, wo ich auf der Suche nach dir auf dem Boden" 
„deine verlorene Fußspange erblickte, die wie aus Kummer über" 
„die Trennung von deinem Lotusfuße in Schweigen sich hüllte -'j." 

Hier ist Kummer die Eigenschaft. E