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Full text of "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft"

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HISifiSiai' Blir WEQie-llMEi 
WMa6Il.SElEMBES} 



Zeitschrift 



d e r 



Deutschen MorgenläDdlscheii Oesellscliaft. 



II ♦' r a II s j: v fi «^ h »• n 



von (ieii Gesrliaftsliilironi, 

iu Halle Di. Oosclie, in Leipzig Dr. FleiHCher, 

Dr. Selilottiuaiiii, Dr. Krehl , 



uiitiT «l«*r v<'niiit\vortlich«'n Ko»I.irii'»ij 



des Pro!". Dr. Ludoll' Krcrlil 



Meilen uiitl xwaiixigstei* Band« 

Mit 4 lithogr. Tafelu und 1 Karte. 



Leipzig \HTii 

i II C ni in i s s i o n l» c i F. A. R r o c k b a u f;. 



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S V/ ^ 






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* ■■ • 



Inhalt 

des sieben and zwanzigsten Bandes der Zeitschrift der Deutschen 

Morgenländischen Gesellschaft. 



Seite 
Nachrichten über Angelegenheiten der D. M. Gesellschaft I. XVII 

Protokollarischer Bericht Über die Generalyersammlung an Halle IV 

Extract ans der Rechnang über Einnahme und Aasgabe bei der Casse der 

D. M. G. 1871 VII 

Veraeichniss der für die Bibliothek eingegangenen Schriften a. s. w VIII. XIII. XIX 
Verxeichniss der gegenwärtigen Mitglieder der Deutschen morgenlfindi- 

sehen Gesellschaft in alphabetischer Ordnung .... XXIII 



Ueber die Paddhati von ^Arngadhara. Von Th, Aufrecht ... 1 

Streifzüge in das Gebiet der Geschichte des Schachspieles. Von K, Hiiiüy 131 
Siebente Athenische Phonikischo Inschrift. Von •/. CHldemeister.- (Mit 

1 Uthogr. Tafel.) 130 

Deber Inschriften-Fälschungen. Von Dr. A. Socin. (Mit 3 Uthogr. Tafeln.) 133 

Nachschrift von K. SchloUmann 136 

Die naophore Statue des Harual. Von G. Bibers 137 



Zur Erklärung von Vendidad I. Von Ed. Sachau . . . . U7 

Massorah bei den Syrern. Von A. Geiger .... 148 
Einige neuere Entdeckungen auf dem Gebiete der syrischen Literatur. 

Von A. Geiger 150 

Das grammatische Buch 3112 bDU). Von A. Geiger .... 152 

Ans Briefen des H. Dr. Socin und Dr. Goldziher ... 153 

Nachwort zu Bd. 26, S. 751 ff. Von G, M. RetUlob ... 157 



LHaleetitche Studien über das Mehri im Vergleich mit verwandten Mund- 
arten. Von Heinrich Freih. von Maltzan 225 

Altarabische Sprachstudien. II. Von Dr. O. Blau. (Mit einer Karte.). 295 
Jaimini Bhirata. Zweites Kapitel. Aus dem Kanaresischen umschrieben, 

übersetit und erläutert von Dr. H. F. Mögling 364 



7r>*aOV. 



I n ?i a l i, 

ScilP 
Die Abstammung der Cbaldäer und die Ursitze der Semiten. Von Eber- 
hard Schrader 397 

lieber das Verhältniss der iudogermauiseheu uud der semitischen Sprach- 

warzeln. Von J. Grill. ......... 425 

Zwei syrisebe Lieder auf die Einnahme Jerusalems durch Saladin. Mit- 

getbeilt von Th, Nöldekc . 489 

Bemerkungen zu einigen Inschriften Sargons. Von /^. Practorius . 511 

Vergessene punische Glossen. Von Generalcons. Dr. O. Blau . 521 

Ein Beitrag zur Kenntniss der arabischen Sprache in ihrer gegenwärtigen 

Portbildung. Von C. Sandrcczki. 533 

Zu Kaiila. wc-Dimna. Von AI. Steinachneider. 553 
Die Gedichte des Cyrillonas nebst einigen anderen syrischen Ineditis. Mit- 

gctheilt von Dr. G, BickeU 56G 

Einige Bemerkungen zu den von Tb. Aufrecht vcröfl'cntlichtcu Sprüchen 

aus ^(irngadhara's Paddhati. Von O. Boehtlinrjk. . 6*26 

Zur äthiopiscb-arabisclien Grammatik. Von F. PraeAoriua, . 639 
Uusterbliciikeitsglaube und Heiligeuverchrung bei den Himjaren. Von 

F, Practorius 645 

Zur Erklärung des Avesta. Von F. Spiegel 649 

Bibelkritischcn. Von Dr. Zunz 669 

Ueber die Wurzclbildung in den Finnisch-ugrischen Sprachen. Von Dr. 

O. Donner ... 690 

The Accadian numerals. By A. H. Sayce. ..... 696 

Indischer Kegi ntenspiegel. Von Hugo Schaiiz, .... 703 

Ueber einige Thicmamcu im Assyrischen. Von Fberh. Schrader. . 706 

Ay&8, avayAs. Von Siegfried Goldschmidt 709 

Aus russischen Briefen. Mitgetlieilt von J. Th, Zenker. .710 

Bibliographische Anzeigen: H. Strack , Prolegomcna eritica in Vctub 
Testam. hehr. — Gregorii Bnrhebraci Chronicou Ecclebiasticum. 
Ed. J. B, AbMoos et Th. J. Lamy. — KÄ9ividyasudhanidhih. - 
The Pandit. — Wright, IK., Catalogue of Syrinc Manuscripts iu 
the British Museum. P. III. — The buok of Hebrew roitts, by Abu*l- 
Walid Merwan ihn Jannah. Ed. by Ad. Nenbmtcr. — Kitftb 
ul-mi5;b&hi-l-munir etc. von *Ali al-Faijttmi al-Makkari. — 
Über Jesaiae. Text, masor. ed. S. Bacr. — MOIlETLl BüCTO- 
^HArO XA.1H*ATA. Von W. Tie^eidiauscn. — Tho book of 
Arda Viraf. Tho palilavi tcxt etc. ed. by Mart. liaug . 159 

— — Schwcinfurth , 6^. , Linguistische Ergebnisse einer Ueise naeii 

Centralafrika . ..... ... 461 

Berichtigungen zu Band XXVI ........ 223 

Bekanntmachung ........... 224 



XVII 



Nachrichten über Angelegenheiten der D« M. Gesellschaft. 

« 

Zum Ehrenmitgliede der D. M. G. wurde in Folge einstimmigen Besclilajses 
des OesftmmtTorstandes der Gesellschaft ernannt: 

Herr Geh. Ober-Kegierangsrath Dr. Jastus Ols hausen in Berlin. 

Als ordentliche Mitglieder sind der Gesellschaft beigetreten 
für 1873: 

823 Herr Dr. Joseph Tosi, Canonicus sa St, Stephan in Wien. 

824 „ David G. Müller, Stud. phil. or. in Leipzig. 

825 „ Lndolf Annecke in Güsten, Anhalt-Köthen. 

826 ., Georg Pantazides aus Jannina, Stud. phil. or. in Leipzig. 

827 „ Reverend Henry WilUam Wattkins, M. A. in the Vicarage Much 

Wenlock, Shropshire, England. 

Für 1874 : 

828 ,, Dr. Stephan Montfort Vail, Consul d. Verein. Staaten von Nord- 

Amerika für die Pfalz, in Ludwigshafen a/lih. bei Mannheim. 

829 f, Theodor Stromer, Schriftsteller in Berlin. 

830 „ Marquis G. Arconati Visconti in Paris. 

In die Stellung eines ordentlichen Mitgliedes sind eingetreten: 
Die Universitäts-Bibliothek In Giesseu. 
Dhs Babbiner-Seminar in Berlin. 

Durch den Tod verlor die Gesellschaft das correspondireude Mitglied 

Herrn Dr. Jac. Berggren, Probst und Pfarrer zu Söderköping in Schweden, 

und die ordentlichen Mitglieder: 

Herrn G. Geitlin, Professor der £xcgcse in Helsiugfors , f d. 1*2. Juli 1871. 
Emanuel Deutsch, Assistent am Britischen Museum zu London, f d. 
13. Mai 1873 in AlejEandrien. 
Dr. theol Johann Mayer, SUdtkaplan in Neuburg a. d. Donau. 

Bd. XXVH. c 



XVni Nachrichten iiber AngeUgenheUen der D. M. G. 

Ad der Feier des fünfzi^ährigen Amtsjubil&ams des am die Fordemng der 
Zwecke und Bestrebangitn der D. M. G. hochverdienten ordentlicheo Mitgliedes 
derselben, Herrn Prof. Dr. J. J. Stä heiin in Basel, betheili^e sich die 6e- 
Bellschaft durch Uebersendung folgender Gratulations-Tafel: 



DEM MITBEGRÜNDER 

DES 

DEUTSCHEN MOBGENLÄNDISCHEN GESELLSCHAFT 

DEM EIFRIGEN HÜLFREICHEN FÖRDERER 

IHRER ZWECKE 

DEM IN EIGNES UNGRHÜOUCHEB ABBEIT DIE ALTTESTAMENTLICHE 

FOBSCHUNQ HIT DEB ALLGEMEINEN MOHOENLÄNOI8CHBN 

WISSENSCHAFT VEBKNÜPFENDEN GELEHBTEN 

PROF. DR. J. J. STÄHELIN 

IM 

BASEL 

WIDMET 

BEI SEINEM AMTSJÜBILÄÜM 

DIE AUFRICHTIGSTEN GLÜCKWÜNSCHE 

DIE DEÜTSOHE MOBGENLÄNDISOHE GESELLSCHAFT 

HALLE UND LEIPZIG, D. 9. SEPTEMBER 1873. 

Db. GOSCHE. De. FLEISCHER. 

De. SCHLOTTMANN. De. SBEHL. 



VerzeichniBS der bis zum 19. Dec. 1873 für die Bibliothek 
der D. H. 6. eingegangenen Schriften u. s. w. ^) 

(Vgl. S. XIII -XVI.) 

I. Fortsetzungen. 
Von der Deutschen morgenländisclien Gesellschaft: 

1. Zu Nr. 155. Zeitschrift der D. M. G. Bd. XXVII. Heft Ul. Leipzig 1873. 8. 

Vun der Asiatischen Gesellschaft in Paris: 

2. Zu Nr. 202. Jonmal Asiatique. Sixiime S^rie. Tome XIX. No. 71. Juin 
1872. — No. 73. Aoüt-Septembre 1872. — Septiime Sirie. Tome I. 
Ko. 2. Fövrier-Mars 1873. No. 4. Mai-Juin 1873. Paris. 8. (Rück- 
ständig: Sizi^me S^rie. Tome XIX No. 74. Octobrc-Novembre-Döcem- 
bre 1872. Table des matiires de la sixifeme S^rie. Femer: Septifeme Sörie. 
Tomel. No. 1. Janvier 1873. No. 3. Avril 1873.) 

Von dem Verfasser: 

3. Zu Nr. 248. Indische Alterthumskunde von Chr. Lassen, Zweiter 
Band. Geschichte von Buddha bis zu dem Ende der altern Gupta-Dyuastie. 
Nebst Umrtss der Cnlturgeschichte dieses Zeitraums. Zweite vermehrte 
und verbesserte Auflage. Leipzig 1874. Gr. 8. 

Von der Deutschen morgenl&ndi sehen G^ellschaft: 

4. Zu Nr. 368. Indische Studien. Im Verein mit mehrern Gelehrten 
herausgegeben von A, Weber, Mit Unterstützung der D. M. G. 13. Bd. 
Leipzig 1873. Gr. 8. (5 £xx.) 

Von der Königl. Geographischen Gesellschaft in London: 

5. Zu Nr. 609. a. The Journal of the R. Geographical Society. Vol. the 
forty-second. 1872. London. 8. 

G Zu Nr. 609. c. u. d. Proceedings of the R. Geographical Society. Vol. XVIL 
No. IL No. III. No. IV. Address at the Annivcrsary Meeting of the 
R. QeogT. Soc. 26t>* May 1873. By Major-General Sir Henry (J, RaioUnson 
President. Nr. V. Ix>ndon 1873. 8. 

Von der Königl. Preuss. Akademie der Wissensch. zu Berlin: 

7. Zu Nr. 641. a. Philologische und historische Abhandlungen der Königl. 
Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem J. 1872. Boriin 1873. 4. 

8. Zu Nr. 642. Monatsbericht der Königl. Preuss. Akademie der Wissen- 
schaften zu Berlin. Mai Nr. 1. 2. Juni. Juli and August. 1873. Beriin 
1873. 8. 



1) Die geehrten Einsender werden ersucht, die Aufführung ihrer Geschenke 
in diesem fortlaufenden Verzeichnisse zugleich als den von der Bibliothek aus- 
gestellten Empfangsschein zu betrachten. 

Die Bibliotheksverwaltung der D. M. G, 
Prof. Gosche. Prof. Fleischer. 



XX Verz. ein* für die UihUoiliek (Irr D. Af. G. ringeg. Schri/lm tt. 9. 16. 

Von (lom historischen Vereine für Steiennark: 

\). Zu Nr. l*J32. a. Mittheilunpeu des liistorische« Vereines für Steiermiirk. 
20. Ueft. Graz 1873. 8. ^ 

Von der Geopraphischen Gesellschaft in Paris: 

10. Zn Nr. Ift^l. Bulletin de la Socidt^ de Geographie. Jain. Jaillet. Aofit. 
Septembre. 1873. Paris 1873. 8. 

Von dem Königl. Institute für die Sprach-, Lfinder- and Völkerkande 
von Niedcrländiseh-Indien : 

11. Zu Nr. 1674. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkande van Neder- 
landsch Indie. Derde Volgreeks. Achtstc Deel. le Stuk. 'sGravenbage 
1873. 8. 

Von der Königl. Bayer. Akademie der Wissenschaften zu München: 

12. Zu Nr. 2327. Sitzungsberichte der philos.-philolog. u. histor. CI. der 
k. bayer. Akad. der Wiss. zu München. 1872. Heft IV. V. — 1873. 
Heft 1. II. III. München 1872. 1873. 8. — Dazu: Verzcichniss der Mit- 
glieder der k. bayer. Akad. d. Wiss. 1873. München 1873. 8. 

Von dem historischen Vereine für Steiennark: 

13. Zu Nr. 2727. Beiträge zur Kunde stei ermärkischer Geschichtsqaellen. 
J». Jahrgang. Graz 1S7*J. 8. 

Von der Verlagsbuchhandlung J. C. Hinrichs: 

14. Zu Nr. 2771. Zeitschrift für ägyptische Sprache und Alterthnmskande« 
herausgeg. von R. Lepsin» unter Mitwirkung von li, Britgsch, Jalf und 
August. September und October. 1873. Nebst Titel zum 1 Itea Jahrgang. 
Leipzig 4. 

Von der Kaiscrl. archäologischen Commission zu St. Petersburg: 

15. Zu Nr. 2907. Recueil d'Antiquitds de la Scythie. Publie par 1a Com- 
mission Impöriale Areh^ologiquo. Liviaison II. St.-Pötersboarg 1873. 
Gr.-4. — Der dazu gehörige Atlas. St.-Pdtersbourg 1873. Imp.-Fol. 

Von der Redaction: 

IG. Zu Nr. 3224. Hamagid (Ilebräische Wochenschrift , erscheinend in Lyck, 
redig. von Rabb. L, Silbcrmann). 1873. No. 33—49. 

Von Herrn Akademiker Schiefner: 

1 7. Zu Nr. 3334. Mcmoires de TAcad^mie Imi)eriale des sciences de St.-P^ters- 
bourg, VII»- Serie, T. XX, Nr. 2. Ausführlicher Bericht über Baron P. von 
Uslar's kürinische Studien, von A. Schiefner. St.-Putersbourg 1873. Gr. 4. 

II. Andere Werke. 

Von dem Curator desCentral-ßücher-D^pot^s der Regierung in Bombay: 

3441. A Catalogue of Sanskrit Manuscripts from Gujarat, Kachchh, Sind, and 
Khandes. Compilcd under the superintendcuce of (r. Bühlcr. Fase. IV. 
By onler of Government. Bombay 1873. 8. 

Von dem Comite des Pariser Internationalen Orientalisten-Congresses : 

3442. Congrfes International des Orientalistes. Premiere Session, Paris 1873. 
Actes du Comite National d'Organisation publies par la Commission Ad- 
ministrative. Paris 28 Aoüt 1«73. 8 

Von den Verfassern, Herausgebern und Verlegern: 

3143. Droit Musulman. Du Statut personnel et des Successions, par MH. 
Soutayray Conseillor a la Cour d'Alger, et Eng. CherbonneaUy ancion 
profcsseur d'Arabe au College urabe-fran9aifl d'Alger. Tome 1. Du 
Statut persounoJ. Paris 1873. Gr. 8. 



Vcrz. derßir div Biblinthek di^' lJM(r. angeg. Si-hriften ti, 9. to. XXI 

.'{444. ForscbuDgen nach oiucr Volksbibel zur Zeit Jesu und deren Zusammen- 
bang mit der Septuaginta-Uebersetzung, von £aI, BöhL Wien 1m73. 8. 

3445. Konrad Dietrich Hassler. Ein Lebensabriss von einem seiner Schüler. 
[G. Veesenmeyer]. Soudcrabdruek aus der „Allgemeinen Zeitung*' 
V. 21 u. 22. Sept. 1873. Augsburg 1873. 8. 

^-16. Geschichte der indiachea Religion im ümriss darpestellt von P. Wurm. 
Basel 1874. 8. 

SAH, Phil^jlogical Society. „Grimm's Law" in South Africa; or, Phonetic 
Changes in the South Africaii Buntu Languages. I. In the South-Eastcru 
Brauch. By W. IL I, BUck. 8. 

3148. ('U'miUeddini Ibn Hi.'ami Commentarius in Carmen Ka'bi Ben Zuheir 
Bauat Snäd appellatnm. Ed. IgneUiiis Guüli Komanus. Pars prior. 
Lips. 1871. Pars aTtera. Lips. 1874. 8. 

B449. Hermetis Trismegisti qni apud Arabes fertur de castitri^ione animi 
libellum ed., lat. vert, adnotatiouibus illustr. Otto BardeiüiCtner. 
Accedit appendlz in qua nounulla philosophiao arabicac vocabula ezpli- 
cantur. Bonnae 1873. 8. (Vgl. Nr. 3406) 

3450. Jounial of the North-China Brauch of the R. Asiatic Society for 1871 
and 1872. New Series No. VII. Shanghai 1873. 8. 

^51. A Catalogue of the Library of the North-Chinn Brauch of the R. Asiatic 
Society (including the Library of Alex. Wylie, Esq. ) systematically 
dassed. By IL Cortiier, Hon. Librarian. Shanghai 1872. Or. 8. 

3452. Syavesh namuin. Bombay 1242 (Aera des Yezdigerd) = 1873 Chr. XU 
und 284 Sdten. Gr. 8. („Eine Uobersetzuu^ der Episode Syftvesh aus 
dem Shuhnänie in altguzeratischcr Sprache in 31^5 zweizeilig«'n gereimten 
Strophen. Der Herausgeber hat viele Anmerkungen sprachlichen Inhalts 
hinzugefügt, so wie S. 262 ff. ein Glossarium der veralteten Guzerati 
Wörter.'* BrockJiaus.) 

^Ö3. Studil sul testo arabo del libro di Calila e Dimna per Ljnazio Guidi. 
Roma 1873. 8. (Der arabibche Text, S. I — LXI, aulopraphirt.) 

34o4. Nuovi Ricordi arabici su la Storia di Gcnova del Prot'. Mirhele Amnri. 
Estratti dal vol. V. Atti della Socicta Li^'ure di Sta. Patria). Geuova 
1873. Gr. 4. 

3455. Der Islam , von Emanuel Deutsch. Aus dem Eiij:li5cheii ülK?rtratren. 
Berlin 1873. 8. 

3456. Das jüdische Unterrichtswesen während der ?pnniscli-arabiso.hen Periode. 
Nebst handschriftlichen arabischen und hebräischen Beilagen. Von 
-1/. Güdanann. Mit Subvention der Kaiscrl. Akademie der Wissen- 
schaften. Wien 1873. 8. 
^57. Kau-Kau Wau-Kai, ossia la Via della pieth filiale. Tcsto ^^iajtponese 
trascritto in caratteri romani e tradotto in lingua italiaua con note 
appendice da Carlo Valenziani. Roma 1873. Hüch-8. 

'^•H Aejryptische Chrestomathie von ZjCO Re'misch. In drei Lieferungen, 
1. Lieferung mit 21 Tafeln. Wien 1873. Fol. 

^^^^- Asaland II. Af C. -1. Holmhoe. (Siersküt aftrykt af Vidcnsk.-Sclsk. 
Forhandlinger for 1872.) 8. 

*^- Lexicon syriacum in usum Chrestomathiae suao syriacae elaboratum a l*. 
Pio Zuigerlc Ordinis S. Benedicti. Romae ex Typograpliia polyglotta 
«. ^ S. C. de Propaganda fide. 1873. 8. 

*^V. Cutalogo delle« operc di fondo e delle novit« lettorarie pub])licate in 
lUilia. Detkon & Rucholl, Libreria inteniazionalr, Napoli. Anno 1873 

o, Num. 1. 8. 

^*^^. No. 106. Bibliotlieoa orientulis. Zu vorkaufen durch F. A. Stargardt. 
■ in Berlin, Jäg^rstrasse No. 53. Berlin 1K74. 8. 



rz. der/ür die Bibliothek der DMG. eiugfg, Schriften u. e.w. 

nationaler Conf^ress tou OrienUliaten. London. (Erste AnkOodigiiDg. 

lartMatt.) 

b hI Fihrist, mit Anmerkungen heraosg. von Chutav Flügel. Nacb 
m Tode besorgt von Joh. Roediger und Aug, Müller, 2 Binde. 
Unterstützung der D. M. G. Leipzig, 1871, 72. 4. (30 Exx.) 

Nachtrag. 

I. Fortsetzungen. 

2124 u. 3026. Etymologische Forschungen . . . von Prof. Dr. A, 
Ott, Zweite Aufl. 5ter Theil. Wurzeln mit consonant. Ausgang«. 
In auf labiale mutac. Detmold 1873. H. 

2971 u. 3(i97. Proceedinps of the American Philosophical Society. 
II. nr. 88-89. Philadelphia 1872. 8. 

• 3364. Beiträge zur Erklärung der hiuyarischen Inschriften Ton 
Praetorius, 3tes Heft. Halle 1874. 8. 

. 3426. Nobga Hajareiach . . . hcrausgeg. von Beritch GoU&erg, 
ihrgang. 3tes Heft. Lemberg 1873. 8. 

II. An derc Werke. 

t- östlicher Di van von Goethe, Mit Einleitung und erläuternden Aa- 
cunuen von G, v. Loeper, Berlin 1872. 8. 

Melanesischen Sprachen . . . untersucht von H, C. von der Q^ 
'Uz. Zweite Abhandlung. Des VII. Bandes der philol.-histor. GL 
Kgl. Sachs. Gesellschaft der Wiss. No. 1. Leipzig 1878. 4. 

Devatädhyäyabrähmana (belng the fifth Bräbmana) of the 

The Sanscrit text edited with the commentary of Sayana 
1. C. Buniell. Magalorel873. 8. 



Berlcbtlgangen« 

•• 16. Vor „Febr. 1873" einzusetzen: Januar. 

• 18. Statt „Vol. I— IV." zu schreiben: Vol. I. No. 17 
2-21. Statt 8421 zu schrwben 3421. 

• 30. Statt 331 zu schreiben 381. 



xxin 



Vfneichniss der gegenwärtigen Mitglieder der Deutscheo 
norgenländischen Gesellschaft in alphabetischer Ordpung. 

I. 

Ehrenmitglieder. 

Herr Dr. B. von Dorn Exe, kaisarl. russ. Geh. Rath and Akademiker in 
St. Petersburg. 

• Dr. Johann Paol Freiherr Ton Falken st ein Exo., kSn. sächs. Staats* 

minbter a. D. and Minister des konigl. Hauses in Dresden. 
Sir Alex. Orant, Baronei, Principal of the University of Edinburgh. 
Herr B. H. Hodgson Esq., B. C. S. in the Rangers near Dursley (Glostershire). 

• Edward William Lane, Privatgelehrter in Worthing, Sussex. 

• Dr. J. Mo hl, Mitgl. d. Instit. n. President d. asiat. Gesellschaft in Paris. 

• Dr. Fr. Max MfiUer, Taylorian Professor an der Universitftt in Oxford, 

Christ Church. 

• J. Muir Esq., D. C. L., late of the Bengal Civil Service, in Edinburg. 
- Dr. Justns Olshansen, Geh. Ober-Regierungsrath in Berlin. 

• Graf Prokesch-Osten Exe. , k. k. österr. Feldmarschall-Lieutenant n. 

8. w. in Graz. 

Sir Henry C. Rawlinson, Migor-General u. s. w. in London. 

Herr Baron Mac Gackln de Slane, Mitglied des Instituts u. Prof. d. Ara- 
bischen in Paris. 

- Whitley Stokes, Secretary of the legislat. Council of India, in Calcntta. 

- Sabhi Hey Exe, kais. osman. Beichsrath, frfiher Minister der frommen 

Stiftungen, in Constantinopel. 

- Garcin de Tassy, Joseph Hdliodore, Blitglied des Instituts a. Prof. d. 

Hindostani in Paris. 

- Graf Melchior de Vogüö, Mitglied des Instituts, Botschafter der fran- 

zösischen Republik in Constantinopel. 

n. 

Correspondirende Mitglieder. 

Herr Francis Ainsworth, Ehren-SeeretKr der syrisch-ftgyptischen Gesellschaft 
in London. 

- Bibu Rftjendra L&la Mitra in Calcntta. 

- Dr. O. Blau, Generalconsul des deutschen Reichs in Odessa. 

- P. Botta, franz. Generalconsul in Tripoli dl Barbaria. 

- Prof. Dr. G. Bühler in Bombay. 

- Cerntti, kdn. ital. Consul in Lamaka auf Cypem. 

- Nie. von Chanikof Exe, kais. russ. wirklicher Staatsrath in St. Peters- 

burg , d. Z. in Paris. 
Alexander Cunningham, Mi^r-Gkneral In London. 
R. ▼. Frfthn, kais. russ. Consul in Ancona. 

- Dr. J. M. E. Gottwaldt, kais. russ. Staatsrath, Oberbibliothekar an d. 

üniv. in Kasan. 

• t^rara Öandra Vidy&sagara in Calcutta. 

- Dr. J. L. K r a p f , Missionar a. D. in Komthal bei Zufferhausen, WOrttemberg. 

- Oberst WiUiam Nassau Lees, L. L. D., Secretär des CoUege of Fort 

Waiiam in Calcutta. 
Dr. Lieder, Missionar in Kairo. 



XXIY Vcrzeichiäss der Mitglieder der D. M. Gesellschaft. 

Herr Heinrich Freiherr von Maltzan, kön. bayer. Kammerherr, d. Z. in 

Wiesbaden. 
Dr. A. D. Mordtmann in Constantinopel. 
Dr. A. Perron in Paris. 
Lieutenant Colonel R. Lambert Play fair, Her Majesty's Consol General 

in Algeria, in Algier. 
Dr. G. Rosen, Gcneralconsal des deutschen Reichs in Belgrad. 
Edward E. Salisbury, Vice-Präsident der American, morgeul. Gesellschaft 

in New-Haven, N.-America. 
Dr. W. G. Schau ff 1er, Mis&>ionar in Constantinopel. 
Dr. A. Sprenger, Prof. an d. Univ. 3ern, in Wabern bei Bern. 
Edw. Thomas Esq. in London. 
G. K. Tybaldos, Bibliothekar in Athen. 
Dr. Cornelius Van Dyck, Missionar in Beirut. 
Dr. N. L. Westergaard, Prof. an d. Univ. in Kopenhagen. 
Dr. W. D. Whitney, Secretär und Bibliothekar d. American, morgenl. 

Gesellschaft in New-Haven, N.-America. 

- Dr. J. Wilson, Missionar, Ehreupräs. d. asiat. Gesellschaft in Bombay. 

in. 

Ordentliche Mitglieder^). 

Se. Durchlaucht Friedrich Graf No er aufNoer beiGottorp in Schleswig 1^748). 
Se. Hoheit Takoor Giri Pras&da Sinha, Rajab von Besma, Purgunnah 

Iglus, Allygurh District (776). 
Herr Dr. Aug. Ahlquist, Prof. in Helsiugfors (589;. 

- Dr. W. Ahlwardt, Prof. d. morgenl. Spr. in Greifswald (578). 

• Michelo Amari, Senator des Köulgr. Italien und Professor in Florenz (814.) 

- Dr. C. Andre e, Consul der Republik Chile in Dresden (474). 

• Ludolf An necke in GUsten, Anhalt-Köthen (825). 

- AQtoniii, Archimandrit und Vorsteher der russischen Mission in Jeru- 

salem (772). 

- G. W. Arras, Director der Handelsschule in Bautzen (494). 

- G. J. Ascoli, Prof. der vergleichenden Grammatik und der morgenländ. 

Sprachen an d. phil.-litorHr. Facultät in Mailand (339). 

- Dr. Siegmund Auerbach, Rabbiner in Halberstadt (597). 

- Dr. S, Th. Aufrecht, Prof. des Sanskrit an der Univ. in Edinburg (522). 

- Freiherr Alex. v. Bach Exe. in Rom (636). 

- Dr. Wilhelm Bacher in Breslau (804). 

- Dr. O. Bardcnhewer in Bonn (809). 

- Max Bastelberger, Lieutenant im k. bayer. I. Artillerie-Regiment in 

München (786). 

- Dr. A. Bastian, Professor an d. Univ. in Berlin (560). 

- Dr. Wolf Graf vonBaudissin in Leipzig (704). 

- Dr. Gust. B a u r , Cousistorialrath , Prof. und Universitätsprediger in 

Leipzig (288). 

- J. Beames, Bengal Civil Service in Balasore, Bengal (732). 

- Dr. H. Beck, Cadetten-Gouverncur in Bensberg bei CÖln a. Kh. (460). 

• G. Behrmann, Pastor in Hamburg (793). 

- B äli n, Dolmetscher bei der französischen Botscliaft in Constantinopel (514.) 

- Dr. Ferd. Benary, Prof. an d. Univ. in Berlin (140;. 

- Benedetti, Salvator De, Prof. d. hebr. Sprache an d. Universität in 

Pisa (811). 

1) Die in Parenthese beigesetzte Zahl ist die fortlaufende Nummer und be- 
zieht sich auf die nach der Zeit des Eintritts in die Gesollschaft geordnete Liste 
Bd. U. S. 505 ff., welche bei dt*r Anmeldung der neu eintretenden Mitglieder in 
d«n Nachrichten fortgeführt wird. 



Verzeichd88 tler MügUeder der D. M. Gesellschaft. XXY 

Herr Dr. Theod. Benfey, Prof. an der Univ. iu Göttingen (362). 

R. L. Bensley, M. A., Hebrew Lectorer, GonviUe &nd Caius College 

in Cambridge (498). 
Adolphe Bergä Exe., kais. russ. wirkl. Staats -Bath, Präsident der 

kaukas. archäolog. Gesellschaft in Tiflis (637). 
Dr. Ernst Kitter von Bergmann, Amanaensis am k. k. Antiken-Cabinet 

in Wien (713). 
Ang. BernuB, Pfarrer in Ormont-dessus par Aigle, Schweiz (785). 
Dr. E. Berthe au, Hofrath o. Prof. d. morgenl. Spr. in Göttingen (12). 
Revd. Dr. James Bewglas in Wakefield (526). 
Dr. A. Bezzenb erger in Merseburg (801). 
Dr. Bhäu Däji in Bombay (622> 

Dr. Gust. Bickell, Prof. an der Akademie in Münster (573). 
Freiherr vonBiedermann, königL s&chs. General-Major z. D. auf Nieder- 
forchheim, K. Sachsen (189). 
John B irr oll, Rev. A. M., Professor an d. Universität in Edinburg (489). 
Dr. Heinr. Job. Blochmann, Assistant-Professor an d. Calcutta-Madrasa 

u. Secretär d. Asiat Gesellsch. v. Bengalen, in Calcutta (754). 
Dr. Eduard Bohl, Prof. d. Theol. in Wien (579). 

Dr. O. von Böhtliugk Exe, kais. russ. wirkl. Staatsrath and Akade- 
miker , d. Z. in Jena (131). 
M. Agönor Boissier in Genf (i47). 

Dr. F. R. Th. Boelcke, Licentiat d. Theol., ord. Lehrer an der Sophien- 
Realschule in Berlin (493). 
Dr. Fr. Bollen sen, Prof. a. D. in Witzenhausen an d. Werra (133). 
P. Johannes B ollig, Prof. d. Arab. an d. Sapienza und Scriptor an d. 

Vatican. Bibl. in Rom (658). 
M. Fredrik Brag, Adjunct an d. üniv, in Lund (441). 
Dr. Edw. Brandes, Cand. phil. in Kopenhagen (764). 
Dr. Ebbe Gustav Bring, Bischof von Linköpingsstift in Linköping (750). 
Rvd. Ch. A. Briggs, Pastor in Roselle, New Jersey (725). 
J. P. Broch, Prof. der scmit. Sprachen in Christiania (407). 
Dr. Heinr. Brockhaus, Buchhändler in Leipzig (312). 
Dr. Herm. Brockhaus, Geh. Hofrath, Prof. der ostasiat. Sprachen in 

Leipzig (34). 
Dr. Adolf Brüll in Frankfurt a. M. (769). 
Dr. Kehem. Brüll, Rabbiner in Frankfurt a. M. (727). 
Dr. H. Brugsch, Prof. an d. Univ. in Göttingen (276). 
Salom. B u b e r , Litterat iu Lemberg (430). 
Baron Guido Call, Attache d. k. k. Österreich - ungar. Gesandtschaft 

in Teheran (822). 
Dr. C. P. Caspar i, Prof. d. TheoL in Christiania (148). 
David Castelli, Privatiehrer in Pisa (812). 

D. Henriques de Castro, Mz., Mitglied der königl. archäolog. Gesell- 
schaft in Amsterdam (596). 
F. Chance, M. B. Triuity College in Cambridge (722). 
Dr. D. A. Chwolson, Prof. d. hebr. Spr. u. Litteratur an der ünivers. 

in St. Petersburg (292). 
Dr. W^. C 1 e m m , Professor an d. Univ. in Giessen (759). 
Albert Cohn, President du Comitö Cousistorial in Paris (395). 
Dr. Dominions Comparctti, Prof. der griech. Sprache an der königl. 

Univers, in Pisa (615). 
W. Cot tler, Professor in Paris (659). 

Edw. Byles Co well, Professor d. Sanskrit an d. Universität Cambridge (410). 
Rev. Dr. Mich. John C ramer, bevollm. Minister und ausserord. Gesandter 

der Verein. Staaten von Nord-Amerika in Kopenhagen (695). 
Dr. Georg Curtius, Prof. d. class. Philologie an d. Univ. in Leipzig ^530). 
Rev. Dr. Beuj. Davies, Prof. am Regent-Park-College in London (406). 



XIYI VerMOchnm der MügUeder der D, M. GeselUdka/t. 

Herr Dr. Ernst Georg Wilh. De ecke in Strassburg (742). 

- Dr. Berth. Delbrfick, Prof. an d. üniv. in Jena (753). 

- Dr. F. Delitssch, Prof. d. Theologie an d. Univ. in Leipiig (186). 

- Hartwig Derenbonrg, Bnchhindler in Paris (666). 

- Dr. Ludw. Diestel, Prof. d. Tbeol. in Tabingen (481). 

- Dr. F. H. Dieteriei, Prof. der arab. Litt, in Berlin {22). 

- Prof. Dr. Rod. Dietsch, Rector a. D. in Leipzig (666). 

- Dr. A. Dillmann, Prof. der Theol. in Berlin (260). 

- Dr. Otto Donner, Doeent f. Sanskrit n. vergl. Spraehforsehong an d. 

Univ. in Helsingfors (664). 

- Dr. R. P. A. Dozy, Prof. d. Gesch. an d. Univ. in Leiden (103)v^ 

• Dr. Johannes Dümichen, Professor an d. Univ. in Strassbnrg (706). 

- Dr. Georg Morits Ebers, Professor an d. Univ. in Leipsig (562). 

- Anton von Gyoroki Edelspaeher in Bnda-Pest (767). 

• Dr. J. E. Eggeling, Professor des Sanskrit, University College, und 8*- 

cretär der KSn. Asiat. Gesellschaft in London (763). 

• Dr. Carl Hermann E t h < . Doeent an d. Univ. in München, d . Z. in Oxford (641^ 

- Dr. Julius Enting, Bibliothekar d. Univ.'-Bibliothek in Strassbnrg (614> 

- Dr. H. von Ewald, Prof. in Göttingen (6). 

- Dr. Winand Fell, Religionslebrer am Manellen-Gymnasiam in CBb 

a. Rh. (703). 

• Dr. H. L. Fleischer, Geh. Hofrath, Prof. d. morgenl. Spr. in Leipdf 

- Dr. Floeckner, Gymnasiair eligionslehrer in Benthen (800 j. 

- Jales Fonrobert, Fabrikbesitzer in Berlin (784). 

• Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner and Director des jüdisch- tbeol 

Seminars „Fraenckelscher Stiftung** in Breslau (225). 

- Dr. R. H. Th. Fried er ich, holllndisch-ostindischer Beamter 

Coblenz (379). 

- Dr. H. C. von derOabelentz Ezc, wirkl. Geh. Rath InA? 

- H. G. C. von der Gabelontz, Regierungsassessor fai Drei 

- Dr. Charles Gainer in Oxford (631). 

- Gustave Garrez in Paris (627). 

- Dr. Abr. Geiger, Rabbiner der Israel. Gemeinde in Berlin (4 

- Hermann Gies, Stud. or. in Leipzig (760). 

- Dr. J. Gildemeister, Prof. der morgenL Spr. an d. üsir, 

- Rev. Dr. Ginsburg in Liverpool (718). 

• Girgas, Doeent d. Arabischen bei der Orient. Facnltit 

bürg (775). 

- Comte Arthur de G ob ine au, ausserord. Gesandter und 

Minister der franz5s. Republik in Stockholm (5r 

- M. J. de Goeje, Interpres legati Wameriani und Prof 

- Dr. W. Goeke in Berlin (705). 

- Dr. A. I. Goldenblum, Mi^^actenr d. hebr. Zei' 

St. Petersburg (511). 

- Dr. Siegfried Goldschmidt, Professor an d. Univ. 

- Dr. Ignaz Goldziher, Doeent an d. Univ. in Bu' 

- Dr. R. A. Gosche, Prof. d. morgenl. Spr. an d. f 

- Rev. F. W. Gotch in Bristol (525). 

- Dr. Heinrich Gottlieb, Landesadvocat in Lemb 

- Jules Baron de Grein dl, k. Minister des Auswi 

- Wassili Grigoryeff Exe, kaiserl. russ. wirkl 

Gesch. d. Orients an d. Univ. in St. Pete 

- Julius Grill, Diakonus in Calw, Württemberg 

- Lic. Dr. B. K. G r o s s m a n n , Superintendent •' 

- Dr. C. L. Grotefend, Archivrath in Hanne 

- Dr. Max Grünbaum in München (459). 

- Ignazio Guidi, Scriptor an der Vaticana in 



Verteichniss (Itr Müglieder der D. M. Gesellschaft. XXVII 

Jonas GFnrland, Magister der St. Petersburger ünWersitlt, Titularrath 

in Jekaterinoslaw, Rossiand (771). 
Dr. Herrn. Alfr. von Gutschmid, Prof. in Königsberg (367) T 

Dr. Tb. Haarb rücker, Docent an d. ünirers. und Rector der Victoria- 

scbule in Berlin (49). 
Dr. Julius Caesar Haentssche in Dresden (595). 
Dr. Aaron Hahn, Rabbiner in New-York (734). 
S. J. Halberstam, ^aufinann in Bielitz (551). 

Anton Freiherr von Hammer, Hof- und Ministerialrath in Wien (397). 
Dr. B. von Haneberg, Bischof von Speyer (77). 

Alb. Harkavy, Magister d. Gesch. d. Orients an d. Univ. in St. Peters- 
burg (676). 
Dr. G. Ch. A. von Harless, Reichsrath und Präsident des evang. Ober- 

consistoriums in München (241). 
Martin Hartmann, Stud. phil. or. in Leipzig (802). 
Dr. M. Hang, Prof. an d. Univ. in München (349). 
I>r. M. Heidenheim, theo!. Mitglied des königl. College in London, d. Z. 

in Zürich (570). 
G. Hemeling, Stud or. in Leipzig (792). 
Chr. Her mausen, Prof. d. Theol. in Kopenhagen (486). 
Dr. G. P. Hertzberg, Prof. an d. Univ. in Halle (359). 
Dr. K. A. Hille, Arzt am königl. Krankenstift in Dresden (274). 
Val. Hintner, Professor am Akad. G^ymnasium in Wien (80(5). 
K. H i m 1 7 , Dolmetscher des deutschen Reichs- Consulats in Shanghai (567). 
Dr. F. Himpel, Prof. d. Theol. in Tübingen (458). 
Dr. F. Hitzig, Geh Kirchenrath und Prof. d. Theol. in Heidelberg ^5), 
Dr. A. Hoefer, Prof. an d. Univ. in Greifswald (128). 
Dr. Georg Hoff mann, Professor an d. Univ. in Kiel (643). 
Dr. Karl Hoffmann, Realschullehrer in Arnstadt (534). 
J. J. Hoff mann , Prof. der chines. u. Japan. Sprache an d. Univ. in 

Leiden (572). 
Dr. J. Ch. K. von Hof mann, Prof. d. Theol. in Erlangen (320). 
Chr. A. Holmboe, Prof. d. morgenl. Spr. in Christiania (214). 
Dr. Rudolf H5rnle, Professor d. Sanskrit am Jay Naranis College in 

Benares (818). 
Dr. H. Hübschmann in Leipzig (779). 

Dr. Hülsen, Oberlehrer am königl. Gymnasium zu Charlottenbnrg (783). 
th. Rudolph Armin Humann, Lic. d. Theol., Pfarrer in Marisfeld b. 

Themar, Meiningen (642). 
X>r. Hermann Jacobi in Cöln a. Rh. (791). 
t)r. G. Jahn, Oberlehrer am Cöln. Gymn. in Berlin (820). 
I>r. Franz Johaentgen, Docent an d. Univ. in Berlin (549). 
X>r. Julius Jolly, Docent an d. Univ. in Würzburg (815). 
Xh-. P. de Jong, Prof. d. morgenl. Sprachen an d.Univ. in Utrecht (427). 
X)r. B. Jülg, Prof. d. klassischen Philologie u. Litteratur und Director 

des philol. Seminar» an d. Univ. in Innsbruck (149). 
Dr. Perd. Justi, Prof. an d. Univ. in Marburg (561). 
Dr. Abr. Wilh. Theod. Juy nboll , Professor der niederländisch-ostindischen 

Sprachen in Delft (592). 
Dr. Kämpf, Prof. an der Universität in Prag (765). 
Dr. Adolf Kamphausen, Professor an der evangel.-theol. Facultät in 

Bonn (462). 
Dr. Simon Kanitz in Lugos , Ungarn (698). 
Dr. Joseph Karabacek, Professor an d. Univ. in Wien (651). 
Dr. Fr. Kaulen, Prof. an d. Univers, in Bonn (500). 
Dr. Emil Kautzsch, Prof. an der Univ. in Basel (621). 
Dr. Camillo Kellner, Oberlehrer am königl. Gymn. in Zwickau (709). 
Dr. Kiepert, Prof. an d. Univ. in Berlin (218). 



XX Till Verzeichidsa der MüfjUeder der D. M. (re^eU^hafl. 

Herr Kev. T. L. Kingsbury, M. A. Easton Royal, Pcwsey (721). 

- K. Kirchheim in Frankfurt a. M. (504;. 

- Lic. Dr. P. Kle inert, Prof. d. Theologie in BerHu (495). 

- Dr. Heinr. Aug. Klostermann, Prof. d. Theologie in Kiel (741). 

- Adolph Wilh. Koch, Professor in Schaffhausen (^). 

- Dr. A. Köhler, Prof. d. Theol. in Erlangen (619). 

- Dr. J. König, Prof. d. A.T.Literatur in Froiburg im Breisgau (665). 

- Dr. Kaufmann Köhler, BUbbinor der Sinai-Gemeinde in Chicago, Illinois (723;. 

- Dr. Samuel Kohn, Rabbiner und Prediger der Israelit. Religiuosgemeinde 

in Buda-Pest (656). 

- Dr. Alexander K o h a t , Oberrabbiuer in Alba , Ungarn (657). 

- Dr. Cajetan Kossowicz, Prof. des Sanskrit an d. Universität in St. 

Petersburg (669). 

- Gottlob Adolf Krause, Privatgclehrter in Leipzig (821). 

- Dr. Rudolf Krause, prakt. Arzt in Hamburg (728). 

- Dr. LudolfKrehl, Prof. an d. Univ. und Oberbibliotheknr in Leipzig (164). 

- Dr. Alfr. von Kremer, k. k. Hof- und Ministcrialrath im Minist, d. 

Auswärtigen in Wien J326). 

- Dr. Mich. Jos. Krüger, Domherr in Frauenberg (434). 

- Dr. Abr. Kuenen, Prof. d. Theol. in Leiden (327 J. 

- Prof. Dr. A. Kuhn, Director d. Cölnischeu Gymnasiums in Berlin (137). 

- Dr. E. Kuhn, Privatdocent an der Univ. in Leipzig (712). 

- E. Kurz, Cand. phil. in Bern (761). 

- Graf Geza KuuuvonOzsdola in Ofen (696). 

- W. Lagus, Professor in Helsingfors (691). 

- Dr. J. P. N. Land , Prof. in Amsterdam (464). 

- Dr. W. Landau, Oberrabbiner in Dresden (412). 

- Fausto Lasinio, Prof. der somit. Sprachen an der Univcrs. in 

Florenz (605). 

- Dr. Ch. Lassen, Prof. d. Sanskrit-Littcratur in Bonn (97). 

- Prof. Dr. Franz Joseph Lauth, Akademiker in München (717). 

- John M. Leonard, M. A. , Professor an der State UniversHy of 

Missouri, Colimibia Booue Couuty , Missouri, N.-America (733). 

- Dr. C. K. Lepsius, Geh. Kegiciungsrath, Oberbibliothekar und Prof. an 

d. Univ. in Berlin (199). 

- Dr. Julius Lcy, Gymnasiuloberlehrcr in Saarbrücken (795). 

- Jacob Lickel, Evangcl. Pfarrer in Winzenheim bei Truchtersheim, Unter- 

Elsass (679). 

- Rev. J. B. Lightfoot, D. D., Hulsean Professor of Divinity in Cam- 

bridge (647). 

- Giacomo Lignana, Professor der morgcul. Spr. in Rom (555). 

- Dr. H. G. Lindgrön, Prof. in Upsala (689). 

- Dr. J. Lobe, Pfarrer in Rasephns «bei AJtenburg (32). 

- Leop. .Low, Oberrabbiner u. israclit. Bezirks-Schulaufseher des Csongrader 

Comitats in Szegedin (527). 

- Dr. L. L e w e , Seminardircctor , Examinator der niorgenl. Sprachen im 

Royal College of Preceptors in Broadstnirs, Keut (501). 

- Dr. Otto Loth, Docent an d. Univ. in Leipzig (671). 

- Dr. H. Lotze, Privatgelehrter in Leipzig r3t)4). 

- Charles Mac Douall, Prof. in Belfast (435). 

- Dr. E. I. Magnus, Prof. an d. Univ. in Breslau (209). 

- Abbö Martin in Paris (782). 

- Dr. Adam Mar t inet, Prof. der Exegese u. d. morgenl. Sprachen an dem 

Lyceum in Bamberg (394). 

- M. Marx, Lehrer in Gleiwitz (509). 

- Dr. B. F. Matthcs, Agent der Anisterd. Bibelgesellschaft in 's Hertogeu- 

bosch (270). 
Dr. A. F. Mehren, Prof. der seinit. Sprachen in Kopenhagen (240). 



Verzeichniss der Mitglieder der D, M. GeselUtchaft. XXIX 

Herr Dr. X. Merx, Professor d. Theologie in Giessen (537). 
Ed. Meyer, Stud. phUol. in Leipzig (808). 

Dr. Leo Meyer, k. russ. Staatsrath und Prof. in Dorpat (724). 
Friedr. Mezger, Professor in Augsburg (604). 
Dr. H. Fr. Mögling in Stuttgart (524). 

Paul von Moellendorf, Cand. phil., Steuerbeamter in China (690). 
Dr. Georg Moesinger, Prof. des A. Bundes und der Orient. Sprachen 

in Salzburg (686). 
Mordtraann, Stud. phU. in Berlin (807). 
Anton Muchlinsky, Prof. d. osmanischen Spr. u. Litteratur an d. Univ. 

in Warschau (646). 

• Dr. Ferd. Mühlau, Prof. d. Theol. an d. Univ. in Dorpat (565). 

Sir William Muir, Dr. K. C. S. J. and Lieutenant Govemor N. W. P. in Allah- 
abad (437). 
Herr Dr. Aug. Müller, Docent an d. Univ. in Halle (662). 

• Dtv. H. Müller, Stud. phil. or. in Leipzig (824). 

• Dr. Joseph Müller, Prof. d. morgenl. Spr. in München (116). 

- Dr. Abr. Nager, Rabbiner in Kobylin (584). 

- Dr. G. H. F. Nessel mann, Prof. an d. Univ. in Königsberg (374). 

- Eberh. Nestle, Cand. theol. in Tübingen (805). 

- Dr. J. J. Neu bürg er, Substitut des Rabbinats in Fürth (766). 

- Dr. John Nicholson in Penrith, England (360). 

- Dr. Greorge Karel Nie man, I.#ector an der Missionsanstalt in Rot- 

terdam (547). 

- Dr. Friedrich Nippold, Professor d. Theol. in Bern (594). 

- Dr. Nicolau Nitzulescu in Bukarest (673). 

- Dr. Theod. Nöldeke, Prof. d. morgenl. Spr. in Strassburg (453). 

- J. Th. Nordliug, Acad. Adjunctus in Upsala (523). 

- Dr. Geo. Wilh. Nottebohm, Cand. phU. or. in Berlin (730). 

- J. W. Nutt, M. A., Sublibrarian of the Bodleian library in Oxford (739). 

- Johannes O b e r d i c k , Gymnasial-Director in Glatz (628). 

- I>r. Julius Oppert, Prof. in Paris (602). 

- Dr. Conrad von Orelli, Professor an d. Univers, in Basel (707). 

- August Palm, Cand. min. in Tübingen (794). 

- Prof. E. H. Palm er, A. M. in Cambridge (701). 

- Georg Pantazides, Stud. or. in Leipzig (826). 

- Kcrop^ Patkanian, Professor an d. Univ. in St. Petersburg (564). 

- Dr. Joseph Perles, Rabbiner und Prediger der israelitischen Gemeinde 

in München (540). 

- Dr. W. Pertsc h, Bibliothekar in Gotha (328). 

- Dr. Oskar Ferd. Peschel, Geh. Hofrath, Professor a. d. Universität in 

Leipzig (788). 

- Peshotunji Bahramji SaupanA, Destur in Bombay (625). 

- Dr. August Petermann in Gotha (421). 

- Dr. H. Petermann, Prof. an d. Univ. in Berlin (95). 

- Peter Peterson, Professor d. Sanskrit in Bombay (789). 

- I>r. Petr, Prof. der alttestamcntl. Exegese an d. Univ. in Prag (388). 

- Dr. Friedr. Wilh. Martin Philippi, Docent an d. Univ. in Rostock (699). 

- Rcv. Geo. Philipps, D. D. , President of Qneen's College in Cam- 

bridge (720). 

- Dr. Richard Fischöl in Breslau (796). 

- Reginald Stuart P o o 1 e , Depart. of Antiquities , Brit. Museum , in 

London (576). 

- Georg U. Pope, D. D. , Head-master of the Grammar-school at Ootaca- 

mund, Ostindien (649). 

- Dr. A. F. Pott, Prof. d. allgem. Sprachwissenschaft in Halle (4). 

- Dr. Georg Fr. Franz Practorius, Docent an d. Universität in Berlin (685). 

- Ut. Engen Prym, Docent an der Univ. in Bonn (644). 



XXX Verzeichniss der Mitglieder der D. M, OeeeUeehafl. 

Herr Kitter Alfons v. Qucstiaux, k. k. Consul in KOstendscbe (513). 

- M. S. Rabener, Dircctlonsleiter an der Israelit, deutsch -mmliiiacha 

Central -Uauptschule in Jassy (797). 
. Dr. Wilhelm Radi off, Prof. in Kasan (G35). 

- Dr. 6. M. Redslob, Prof. d. bihL Philologie an d. akadem. Gymnasiiu 

in Hamburg (60). 

- Dr. Simon Reinisch, Professor a. d. Universität in Wien (479). 

- Dr. Lorenz Rcinke, Privatgclehrter und Rittergntsbesitser auf LiangfSi 

den im Grosshersogth. Oldenburg (510). 

- Dr. £. Renan, Mitglied des Instituts in Paris (433). 

- Dr. F. H. Reu seh, Prof. d. kathol. Theol. in Bonn (529). 

• Dr. K. Reu SS, Prof. d. Theol. in Strassburg (21). 

- Xaver Richter, königL StiftSTicar bei St Cigetan, Prof. und Lehrer i 

hcbr. Spr. an d. Gymnasium in München (250). 

- Dr. K. Rieh m, Prof. d. Theol. in Halle (612). 

- Dr. £. Rocdiger, Prof. d. morgenl. Spr. in Berlin (2). 

- Dr. Joh. Rocdiger, Bibliothekar an d. Univ. -Bibliothek in Bteslan (743 

- Dr. R. Röhricht, Lic. d. Theologie, ord. Lehrer der LuisenstXdtischi 

Realschule in Berlin (616\ 

- Dr. August Rohling, Professor in MUnster (715). 

- Baron Victor von Rosen, Docent an d. Universität in St Petersburg (7^ 
' Dr. R. Rost, Oberbibliothekar am East India Office in London (152V 

- Dr. R. von Roth, Prof. an d. Univ. u. Oberbibliotbekar in Tfibing«n (2 

- Dr. theol. Moritz Rothe, Pastor primarius an d. St Ansgarii-Kirche 

Bremen (^617) 

- Friedrich von Rougemont, Staatsrath in Nenfchatel (554). 

- Dr. Ed. Sachau, Prof. d. morgenl. Spr. an d. Univ. in Wien (660) • 

- Karl Salemann, Cand. d. morgenL Sprachen in Reval (773). 

- Dr. Carl Sandrecski, in Passau (559). 

- Carl Saz, k. k. österr.-ungar. Consul in Kairo (583). 

• Archibald Henry S ay c e , B. A., Fellow of Qneen^s College in Oxford (76S 

- Dr. A. F. V n S c li ac k , grossherzogl. mecklenbnrg.-schwerin. Legmtioiunt 

u. Kammerherr, in München (322). 

- Bitter Ignas von Schaff er, Kancleidirector des k. k. östair. G«oen! 

consulates in London (372). 

- Mahammed Schahtachtili in Eriwan (778). 

- Dt. "E, Sc her dl in, Professor in Paris (678). 

- Celestiuo Schiaparelli, Ministerialrath im k. ital. Ministerium d. 6ff(w 

liehen Arbeiten in Florens (777). 

- Dr. Ant. von Schiefner Exe, kais. mss. wirkl. Staatsrath and Ak 

demiker in St Petersburg (287). 

- Dr. Emil Schlagintweit, Assessor in Kitzingen (626). 

- O. M. Freiherr von Schlechta- Wssehrd , k. k. Hofrath , diplonu 

Agent und Generalconsul in Bukarest (272). 

- Dr. KonsUntin Schlottmann, Prof. d. Theol. in Halle (346). 

- Dr. Ch. Th. Schmidel, Rittergutsbesitzer auf Zehmen u. KötaschwHB I 

Leipzig (176). 

- Dr. Ferd. Schmidt, Oberlehrer in Bremen (7()2). 

- Lic. Dr. Wold. Schmidt, Prof. d. Theol. an d. Univers, in Leipsig (G2( 

- Dr. A. SchmölderSj Prof. an d. Univ. in Breslau (39). 

' Erich von Schönberg auf Herzogswalde, Kgr. Sachsen (289). 

- Dr. W. Schott, Professor an d. Universität in BerUn (8l6). 

- Dr. Eberhard Seh rader, Kirchenratb, Prof. der Theologie in Jena (651 

- Dr. Paul Schröder, Dolmetscher bei d. kais. deutsch. Gesandtschi 

in Constantinopel (700). 

- Dr. Fr. Sehr ör in g, GymnasiaUehrer in Wismar (306). 
. Dr. Robert Schröter in Breslau (729). 



Verzeü^nisM der Mitglieder der D, M, OuelUchafl. XXXI 

Herr Dr. Schalte, Prof. in Paderborn (706). 

Dr. Jlartin Schnitze, Rector der höhern Töchterschnle in COstrin (790). 

Dr. O. Schwetschke in HaUe (73). 

Emüe Senart in Paris (681). 

Henry Sidgwick, Fellow of Trinity Ck>llege in Cambridge (632). 

Dr. K. Siegfried, Prof. an d. königl. Landesechnle zn PforU (692). 

Dr. Leo Silberstein, Oberlehrer an d. Israelit. Schule in Frankfurt 

a. M. (368). 
J. P. Siz in Amsterdam (599). 

Dr. B. Payne Smith, 8. T. P. Dean of Canterbary (756). 
W. S. Smith^ Professor an d. Universit&t in Aberdeen, Schottland (787). 
l>r. Alb. Socin, Professor an d. Univers, in Basel (661). 
Dr. Fr. de Sola Mendes, Rabbiner in London (803). 
Dr. J. O. Sommer, Prof. d. Theol. in Königsberg (303). 
Domh. Dr. Karl Somogyl in Bada-Pest (731). 

Dr. F. Spiegel, Prof. d. morgenL Spr. an d. Univ. in Erlangen (50). 
Wilhelm Spitta, Stad. phü. or. in Leipzig (813). 
Dr. Samuel Spitzer, Ober-Babbiner in Essek (798) 
Spoerlein, Pastor in Antwerpen (532). 
Dr. J. J. Stfihelin, Prof. d. TheoL in Basel (14). 
R. Steck, Prediger an d. reformirten Oemeinde in Dresden (698). 
Dr. Heinr. Steiner, Professor d. Theologie an d. Univ. in Zürich (640). 

Dr. J. H. W. Steinnordh, Consistorialrath in Linköping (447). 

Dr. Steinschneider, Xjehrer in Berlin (175). 

Dr. Steinthal, Prof. d. vergL Sprachwissenschaft an d. Universit&t in 
Berlin (424). 

Dr. A. F. Stenzler, Prof. an d. Univ. in Breslaa (41). 

Dr. Lad. von Stephajii Ezc. , k. russ. wirkl. Staatsrath u. Akademiker 
in St.- Petersburg (63). 

Geh. Hofir. Dr. J. Q. Stichel, Prof. d. moigenl. Sprachen in Jena (44). 

0. Stier, Director des Frandscenms in Zerbst (364). 

C. Rob. Stigeler in Constantinopel (746). 

J. J. Straumann, Cand. theol. in Basel (810). 

Dr. F. A. Strauss, königL Hofprediger in Potsdam (295). 

Xje. Otto Strauss, Superintendent n. Pfarrer an der Sophlenkircbe in 

Berlin (506). 
Victor von Strauss und Torney Exe, wirkl. Oeh. Rath in Dresden (719). 
Aron von Szilidy, reform. Pfarrer in Halas, Klein-Kumanien (697). 
A. Tappehorn, Pfarrer in Vreden, Westphalen (568). 
C. Ch. Tauohnitz, Buchhändler in Leipzig (238). 
l>r. Emilio Teza, ordentl. Prof. an d. Univ. in Pisa (444). 
TT. Theodores,. Prof. der morgenl. Sprachen an Owens' College in 

Manchester (624). 
li*. Theremin, Pastor in Vandoeuvres (389). 
Dr. G. Thibaut in Oxford (781). 

Dr. H. Thorbecke, Professor an d. Univ. in Heidelberg (603). 
W. von Tiesenhausen, k. russ. Staatsrath in Warschau (262). 
Oeh.Hofr. Dr. C. von Tischendorf, Prof. an d. Univ. in Leipzig (68). 

Dr. C. J. Tornberg, Prof. d. morgenl. Sprachen in Lund (79). 

Dg. Joseph Tosi, Cononicns zu St. Stephan in Wien (823). 

Dr. Fr. Trechsel, Pfarrer in DÄrstetten, Canton Bern (755). 

Dr. E. Trumpp, d. Z. in Tübingen (403). 

Dr. P. M. Tzschirner, Privatgelehrter in Leipzig (282). 

Dr. C. W. F. Uhde, Prof. u. Medicinalrath in Braunschweig (291). 

Dr. J. Jacob Unger, Rabbiner in Iglau (Mähren) (650). 

J. J. Ph. Valeton, Prof. d. morgenl Spr. in Groningen ri30). 

Herrn. V4mb^ry, Prof. an d. Univ. in Buda-Pest (672). 

J. C. W. Vatko, Prof. an d. Univ. in Berlin (173). 



XXXn Verzeichnisß der Mitglieder der D. M. Gesellschaft, 

Herr Marquis 6. Arconati Visconti in Paris (830). 

- Dr. Wüh. Volck, Staatsr. u. Prof. an d. Univ. in Dorpat (53ß). 

- Dr. Marinus Ant. Gysb. Vorstman, emer. Prediger in Goada (345). 

- G. Vortmann, General-SecrotÄr der Azienda assicuratrice in Triest (243). 

- Dr. J. A. Vullers, Prof. d. morgenl. Spr. in Giessen ('386). 

- Bev. Henry William Wattkins, M. A. in the Vicarage Much Wenlock, 

Shropshire, England (827). 

- Dr. A. Weber, Professor an d. Univ. in Berlin (193). 

- Dr. G. Weil, Professor d. morgenl. Sprachen in Heidelberg (28). 

- Doncan H. Weir, Professor in Glasgow (375). 

- Dr. J. B. Weiss, Professor d. Geschichte a. d. Univ. in Graz (613). 

- Weljaminov-Sernov £zc., k. mss. wirkl. Staatsrath, Akademiker 

in St. Petersburg (539). 

- Dr. J. Wenig, Prof. an d. Univ. in Innsbruck (668). 

- Dr. Joseph Werner in Frankfurt a. M. (600). 

- Lic. H. Weser, deutscher Pfarrer in Jerusalem (799). 

- Dr. J. G. Wetzstein, kön. preuss. Consul a. D. in Berlin (47). 

- Rev. Dr. Wüliam W icke s in Leipzig (684). 

- F. W. E. Wiedfeldt, Prediger in Kuhfelde bei Salzwedel (404). 

- Dr. K. Wieseler, Prof. d. Theol. in Greifswald (106). 

- Dr. Eug. Wilhelm, Gymnasiallehrer in Eisenach (744). 

z Monier Williams, Professor des Sanskrit an der Univ. in Oxford (629). 

- Dr. W. O. Ernst Windisch, Professor an d. Univ. in Hwdelberg (737). 

- Dr. M. Wolf f, Rabbfaier in Gothenburg (263). 

- Dr. Ph. Wolff, Stadtpfarrer in Rottweil (29). 

- Rev. Charles H. H. Wright, M. A. , Chaplan of Trinity Church in Bou- 

logne sur mer (553). 

- William Wright, L. L. D., Prof. des Arabischen in Cambridge, Queen's 

CoUege (284). ^ 

- W. Aldis Wright, B.A. in Cambridge, Trinity CoUege (556). 

. Dr. Carl Aug. Wünsche, Oberlehrer an d.Rathstochterschule inDresdeu (639)* 

- Dr. H. F. Wüstenfeld, Professor und BibUothekar an d. Univ. in Oot- 

tingen (13). " . 

- Dr. H. F. W u 1 1 ke , Professor d. histor. Hülfswisscnschaften in Leipzig (118). 
. Dr. Leonard von Ysselsteyn, Greffier des Königl. Kreisgerichts in 

Edam, Nord-HoUand (752). 

- Dr. J. Th. Zenker, Privatgelchrter in Leipzig (59). 

- Dr. C. A. Zimmermann, Conrector am Gymnasium in Basel (774). 

- Dr. Joseph Zingerle, Prof. des A. B. in Trieut (687). 

- Dr. Pius Zingerle, Subprior des Benedictinerstiftes Marienberg, Tirol (271). 
• Dr. Herrn. Zschokke, k. k. Hofcaplan und Professor a. d. Univ. ia 

Wien (714). 

- Dr. L. Zunz, Ober-Rabbiner und Seminardirector in Berlin (70). 

- Jul. von Zwiedinek- Südenhorst, k. k. öst.-ungar. Consul in Tra- 

pezunt (751). 
In die Stellung eines ordentlichen Mitgliedes sind eingetreten: 
Das Heine-Veitel-Ephraim'sche Beth ha-Midrasch in Berlin. 
Die Stadtbibliothek in Hamburg. 

„ Bodleiana in Oxford. 

„ Universitfits-Bibliothek in Leipzig. 

„ Kaiserl. Landes- und Universitäts-Bibliothek in Strassburg. 

„ Fürstlich Hohenzollern'sche Hofbibliothek in Sigmaringen. 

„ Universitäts-Bibliothek in Giessen. 
Das Rabbiner-Seminar in Berlin. 



Naclirioliteii 

ttber 

Angelegenheiten 
der 

Deutschen morgenländischen Gesellschaft. 



m 



ichrichten fiber Angelegenheiten der D« M. O^ ^^^ 

Als ordeotliehe Mitglieder sind der Gt«eUsebaft beigetre^^^ . 

Noch rar 1872: 
) Herr Lic. Weser, deutscher Pfarrer iu Jerusalem. 

Für 1873: 
) ,, Dr. Floeckner, Gymnaeial-Rdigioaalehrer in Benthen. 
L f, Dr. A. Beszenberger in Merseburg. 
l ,, Martin Hartmann, stad. or. in Leipzig. 
\ ,, Dr. Fr. de Sola Mendes, Rabbiner in London. 
{ ,, Dr. Wilhelm Bacher in Breslau, 
i „ £. Nestle, cand. theol. in Tübingen. 

) ,, Val. Hintner, Professor am aliadem. Gymnasium in Wien. 
] ,, J. H. Mordtmaun, stnd. pbil. in Leipiig. 
ä f, Ed. Meyer, stud. phil. in Leipzig. 
) „ Dr. O. Bardenhewer in Bonn. 

) „ J. J. S trau manu, cand. th. aus Basellandschaft , jetzt in Leipzig. 
L „ Salvator De Benedetti, Prof. der hebr. Sprache an der Universi- 

tfit Pisa. 
\ „ David Cast ein, Privatlehrer in Pisa. 
\ „ W. Spitta, stud. phil. in Leipzig. 
i „ M. Amari, Senator des Königreichs Italien und Prof. der morgen]. 

Sprachen in Florenz. 
> „ Dr. J. Jolly, Privatdoceut an der Univ. Wür^burg. 
} „ Dr. W. S c h o 1 1 , Prof. an der Univ. Berlin. 

Ed. Nasch är, Doctorand der Philosophie in Stuhlweissenburg (Un- 



»» 



garn). 



\ „ Dr, Rud. Hör nie, Prof. für Sanscrit und Philosophie an Jay 
Narani's College in Benares. 

) „ Ignaaio Guidi, Privatgelehrter in Born., 

) „ Dr. G. Jahn, Gymnasiallehrer in Berlin. 

l „ Gottlob Adolf Krause, Privatgelehrter in Leipzig. 

; „ Baron von Call, Attache der K. K. Oestreich- Ungarischen Gesandt- 
schaft in Teheran. 

Durch den Tod verlor die Gesellsobaft 
das Ehrenmitglied: 
lern Stanislaus Julien, f zu Paris d. 14. Febr. 1873. 

die ordentlichen Mitglieder: 
lerm Dr. C. Halder, f in Prag d. 24. Jan. 187d. 
„ Dr. K. D. Hassler, f in Uhn d. 15. April 1878. 
\, Dr. Alb. Kosmatseh, f in Wien d. 8. März 1873. 



IV 



GeneralYersammlung za Halle a/8. 

Protokollarischer Bericht 

über die in Halle a/S. am 28. Sept. 1872 abgehaltene General- 
versammlung d. D. M. G. 

Halle 2S. Sept. 1872. 

Am heutigen Tage versammelten sich im Senatszimmer der Königl. Uni- 
versitüt zu der Generalversammlung, welche ungeachtet der in Leipzig vom 22. 
bis 24. Mai stattgeftin denen and zahlreich besuchten Orientalisten-Versammlang 
(s. Z. d. D. M. G. XXVI p. VI ff.) nach § 5 der SUtuten erforderlich war, die 
fünf nachstehend Unterzeichneten. Die Versammlung wurde von dem z. Secretair 
der Gesellschaft, Prof. Dr. ^chlottmann eröffnet: die Führung des Proto- 
kolls übernahm Prof. Dr. Gosche. Der Erstere erstattete zunächst seinen 
Jahresbericht, welcher eine Zahl von 364 Mitgliedern ergab. Die GeseUschaft 
verlor durch den Tod 5 Mitglieder, unter ihnen die durch besondere I^stungen 
auf dem Gebiete der orientalischen F*orschung verdienten J. M. Levy und F. 
Finzi. 20 Mitglieder traten neu ein; der Vorstand ernannte 3 Ehrenmitglieder 
and 5 Correspondenten. Der in der vorjährigen Versammlung (s. a. a. O. p. V) 
beschlossene Schritt bezüglich der Förderung der orientalischen Wissenschaft 
an der Universität Strassburg hat bei dem Curatorium derselben fruchtbare 
Würdigung gefunden, wovon die Versammlung dankbar Notiz nahm. Ausserdem 
theilte der Secretair mit. dass die Pnblication der grossen Arbeit £. Schrader*s 
über die assyrisch-babylonischen Keil Inschriften, welche die Redaction ihrer aU- 
gemeinen Bedeutung wegen trotz ihres grösseren Umfangs in die Zeitschrift 
aufgenommen hat, durch eine auf Antrag des K. Preuss. Cuitus-Ministeriams 
Allerhöchst erfolgte besondere Geldunterstützung gefördert worden sei. 

Hierauf erstattete Prof. Fleischer im Namen des durch einen Trauerfall 
femgehaltenen Prof. Krehl dessen Redactionsbericht. In demselben wurde 
das verspätete Erscheinen des Doppelheftes des XXVI. Bandes und der dem 
bei weitem grössten Theile nach auf einen einzigen Gegenstand sich beziehende 
Inhalt desselben erklärt und gerechtfertigt: auf der einen Seite wurde auf die 
zunehmende Ausdehnung des Ms. und auf die typographischen Schwierigkeiten 
hingewiesen, ajaf der andern die allgemeinere Bedeutung der Arbeit, welche über 
den engern Kreis der Abhandlungen zu verbreiten wünschenswerth erschienen 
sei, gewürdigt. Das sehr baldige Erscheinen des 3. und 4. Heftes wird an> 
gekündigt. Der Index zu Band XI — XX liegt seit drei Tagen der Redaction 
vor und wird wahrscheinlich mit dem 1. Heft des XXVII Bandes ausgegeben 
werden. Mit Theilnahme vernahm man, dass Hr. Prof. Redslob sich auch zur 
Anfertigang des Index für die nächsten 10 Bände erboten habe, wofür ihm. 



ProtokoUar. Bericht über die Greneralvergammlung in HaUe. a/S. V 

soiwie lur seine bisherige rasche Fördemog der Arbeit die Gesellschaft ihren 
Dank votirte. In der Veröffentlichung der „Abhandlung^en** ist eine Pause ein- 
getreten. Dagegen ist der 2. Theil des Fihrist bis Bogen 27, der Kamil bis 
Bogen 92 fortgeschritten. Mit Bezug auf den Beschluss der Leipziger Ver- 
sammlong berichtete Prof. Krehl über seine bisher vergeblichen Bemtthnngen, 
Toa einer vermnthlich semitischen Inschrift auf einer Mnmienbinde in Agram 
»iebere Abschriften zu erhalten. Die Versammlung ermächtigte denselben , wo 
mogltch auf Kosten der Gesellschaft weitere Schritte in der Angelegenheit zu 
than. 

Alsdann trug Prof. Gosche als Bibliothekar der Gesellschaft seinen Bericht 
über die Vermehrung der Sammlungen derselben vor. Seit Spätsommer des v. 
J. sind 212 Nrr. hinzugekommen, darunter auch Handschriften, Münzen und 
KaebbUdungen von Inschriften. Der Bibliothekar ergriff die Gelegenheit, in- 
floodtflieit den deutschen Mitgliedern der Gesellschaft nahe zu legen , ihre Pab- 
liestioDen häufiger und regelmässiger der fast ausschliesslich auf Schenkungen 
tngewiesenen Gesellschaftsbibliothek mittheilen zu wollen 

Hieran schloss derselbe den Bericht über den Cassenbestand der Gesell- 
scbtfl. Da die Revision der Oassenbücher durch den Kämmereikassen-Rendanten 
Schweitzer hierselbst nirgend Veranlassung zu einem Monitum gegeben hatte, 
80 wurde auf Beschlnss der Versammlung dem Cassiercr der D. M. G., der 
F. A. Brockhana'sehen Buchhandlung in Licipzig, D^charge ertheilt. 

Da für die im Herbst nächsten Jahres angesetzte Generalversammlung 
dir D. M. G. he& der letzten Versammlung in Leipzig am 24. Mai d. J. in 
Uipiig kein Präsident bestimmt worden war, so wurde beschlossen Herrn P. 
Pins Zingerle um Uebernahme des Präsidiums der orientalischen Section zu 
ersnchen, da Herr Prof. Jülg. das der allgemeinen Philologen Versammlung über- 
nommen habe. Prof. Fleischer wurde beauftragt, die weiteren hierauf bezüg- 
liclien Verhandlungen zu führen. 

Endlich stand auf der Tagesordnung die Wahl von vier neuen Vorstands- 
mitgliedern an Stelle der 1868 in Würzburg gewählten, jetzt statnteomässig 
ausscheidenden Herren Gildemeister, Pott, Spiegel und VuUers. Die 
geringe Zahl der anwesenden Mitglieder schien eine Verschiebung der Neuwahl 
und vorläufige Weiterführung der Geschäfte durch den bisherigen Vorstand noch 
aaf in Jahr zu empfehlen. Da aber dieser Modus bereits bei der vorjährigen 
Halle'schen Versammlung beliebt worden und eine zwegährige Verschiebung 
beispiellos und bedenklich war, so schritt diesmal die Vorsammlung zu einer 
definitiven Wahl. Einstimmig wurden die Herren Boclitliugk, Reuss und 
Roth nea gewählt und Prof. Pott wiedergewählt, da nach den Statuten der 
D. M. G. drei Mitglieder des Vorstandes in Halle wohnhaft sein müssen. 
Der Vorstand besteht demnach zur Zeit aus folgenden Herren: 
gewählt in Kiel 1869 in Leipzig 1870 in Halle 1872 

Fleischer, Delitzsch, Boehtlingk, 

Nöldeke, Gosche, Pott, 

Freiherr von Seh lechta- Krehl, Reuss, 

Wssehrd. Schlottmann. Roth. 

Nach Erledigung dieser geschäftlichen Angelegenheiten ergriff Herr Prof. 
A« Weber das Wort, um bezüglich der von Herrn Prof. BoUensen beabsichtigten 



TI PrciokoUar, Berieht über die Chneralpersamimlutig in Haue a/S. 

Ausgabe dea Dramas MJÜavÜL&gnimitra, welche von der D. M. 6. nach Be- 
Bchloss der Ilalle^schen Versammlung vom 26. v. J. unterstütst werden soll, 
den Antrag zu stellen : dass der gegenwärtig in London sich aufhaltende Herr 
Dr. PI sc hei in den Stand gesetzt werde, das dort vorhandene, Herrn Prof. 
Bollensen zum Theil unbekannt gebliebene handschriftliche Material für die 
Ausgabe des fraglichen Dramas zu vergleichen. Nach eingehender Besprechung, 
an welcher sich besonders die Herren Fleischer, Schlottmann und Weber be- 
theiligten, einigte mau sich dahin, dass der gesch&ftsleitende Vorstand sich mit 
der für die Ausgabe des bezeichneten Dramas gewählten engeren Commission 
(den Herren Broclihaus , Stensler und A. Weber) in Einvernehmen setie und 
dass ev. Herr Dr. Pischel für den gedachten Zweck mit der Summe von 900 
Thlr. unterstützt werde. 

Zum Schluss machte Prof. Schiott mann im Ausclünss an seinen Artikel in 
dem letzten Doppclheft der Z. d.D.M.G. (XXVI p. 393 ff) weitere MittbeUangen 
Über die neuentdeckten Moabitischen Alterthümer, deren nähere Kenntniss ihm 
durch die sehr dankcnswerthen Bemtihupgen der Herren Lic. Weser und W. 
Duisberg in Jerusalem ermöglicht wurde. Die von dem letzteren mit vieler 
Sorgfalt und Geschicklichkeit gefertigten Zeichnungen legte er vor. Ebenso 
theilte er Einiges aus dem Reisebericht des Lic. Weser mit, welcher zum ersten- 
mal ausführlichere Nachricht über die Fundorte giebt. Die Versammlung sprach 
den Wunsch einer möglichst vollständigen und baldigen Veröffentlichung des 
vorliegenden Materials aus. Das Anerbieten des Prof. Schlottmann, auf Grund 
Arüheren Vorstandsbeschlusses den Ankauf der besprochenen Moabitischen Alter- 
thümer noch einmal bei dem Königl. Preuss. Cultus-Ministerium su empfehlen, 
wurde gebilligt und dankbar angenommen. 

Verzeichniss 
der Theilnehmer an der Generalversanunlung in Halle'): 

1. Weber aus Berlin. 

2. H. L. Fleischer aus Leipzig. 

3. A. F. Pott aus Halle. 

4. R. Gosche aus Halle. 

5. K. Schlottmann aus Halle. 



1) Die Aufführung erfolgt nach der eigenhändigen Einzeichnung. 



Einnahmen u. Ausgaben der D. M. G. 1871. 



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d. J. 1872. GSttlngen 1872. B. |' 



TerieidiBlBS der bis x«m 80. Jmt 187S fir die 
der D« M. G, efngegugesea SdirflleB m. t. i 

(VgL die Kaehrfehton flbtr Ang^flgeofidtaa 4« D. K. O. 
sn Bd. XZVI, 8. XX-XOV.) 

I. Forts«tsanf«ii. 

Von der lUiserl. Rost. Akad. d. WlasenielL «a 8t 

1. Zu Nr. 9. Bolletin de TAeadfaiie ImpMale des tdeaeet de 
Tome XVU. No. 4. 5 et dernler. Tome XVIIL Xo. 1. 8. 81- 

1872. Pol. 

Von der K&iigL Asiat. OestUaeh. von CktMbritauileB «. Ufanl 

2. Zu Nr. 29. Tbe Journal of tbe E. Asiatie Bodaty of Giwt BriMa l 
Ireland. New Seriea. VoL VL Part IL Landim 1873. & 

Von der Dentaehen flaofgenlindiaebaii GeaaUaohaft: 

a. Zu Nr. 156. Zeitaehrift dar D. K. O. Bd. XXVL Haft U. «^ i 

Leipzig 1872. 8. \: 

Von der Kdnigl. GaaaUfcb. d. Wiaaanaeli. in OSttiBiaaz 

4. Zu Nr. 289. a. Odttingiacha gelehrte Anaaigaii. G«ttiiican 187S. 

b. Nachrichten von 
Auguste-UnivereitKt aaa 

Von der Kalaerl. Akadamia der WissaDsch. in Wlant 

5. Zu Nr. 294. a. Sitiangsbarichta dar kalaerl. Akad. d. 
hietor. aaase. LXX. Bd., Haft 1-^. LXXL Bd., Heft 1—4. 
Gr. 8. - Bagbter au den Bladen 61 bis 70 der 
philo8.-histor. CL der kaiaarL Akad. d. Wiaaenach. VIL Wta 

6. Zu Nr.v295. a. ArobiT f. datarreieh. Oeaehtehta. 48. Bd. L 
1872. Gr. 8. 

7. Zu Nr. 295. e. Fostaa ramm auatrlaoamn. Evalla AbiMI 
mataria et Acta. XXXVI. Bd. Unaii 1871. Gr. 8. 

Von der Aalatiaeha& Gaaellaehaft Ton Bengalaa: . 

8. Zu Nr. 593 o. 594. ffibttodiaaa Indka. Old 8«rlaa. Mo. SSOl 
of the blaek Ti^r Vada, with tha Coviineiitasy of Ittll 
Pasc. XXVL Calc 1872. 8. 

New Series. No. 252. Gopatha Brihma^a of the Atkaivm ' 
original Sauskrit. Pasc. II. Cale. 1872. 8. — Kaw Sarlaa. 
The TalttlHya Pr&tisikhya, with the Commentary aotltlad t 
ratna. Fase. n. UI. Calc. 1872. 8. — New Sariat. .No. 1'5 
MahÄbr4hmana with tbe Commentary of Sayana AekAryr 



1) Die geehrten Einsender werden ersucht, die AaAUinii^ 
in diesem fortlaufenden Verzeichnisse zugl^cb ala den vq« di 
gestellten Empfangsschein zu betrachten. 

Die BibUothekaTerwali«Bg 
Prof. Ooacha. Prot 



Verz. derßtr iUe Bibliothek der DMG. eingeg. "Schriften u. s. w. IX 

XVIII. Calc. 1872. 8. — New Series. No. 255. The Farbang i Rashidi, 
by MullÄ 'Abdar-Rashid of Tattah, ed. and annotated by Maalawi ZolfaqÄr 
'AH. Fase. Vn. Calc. 1872. Fol. — New Sories. No. 257. 262. Chatur- 
varga-ChinUmaDi, by Hemädri. Part IL Dänkhanda. Fasc.^ V. VI. Calc. 

1872. 8. — New Series. No. 258. Chandah Sütra of IMgdla AchÄrya. With 
the Commentary of HalAyndba. Fase. II. Calc. 1872. 8. — New Series. 
No. 261 (in dnplo). Index of names of Persons and geographica! names oc- 
curriog in the Badscbahnamah , by Manlavi Abdur Rahim. Calc. 1872. 8. 

Von der Königl. Geograph. Gesellschaft in London: 

9. Zu Nr. 609. a. The Journal of the R. Geographica! Society. Vol. 41. 
London. 8. 

c. Proceedings of the R. Geographica! Society. Vol. XVI. No. III. Issued 
July 27t»», 1872. No. V (sie). Issued Dec. 28th, 1872. London 1872. — 
VoL XVII. No. I. Issued Febr. 24^^, 1873. London 1873. 8. 

Von der König!. Prenss. Alcad. d. Wissensch. zu Berlin: 

10. Zu Nr. 642. Monatsbericht der K. Preuss. Akad. d. Wissensch. zu Berlin. 
Sept Oct. Nov. Dec. 1872. Berlin 1872. 8. — Februar 1873. Beriin 

1873. 8. 

Von der Asiatischen Gesellschaft yon Bengalen: 

11. Zu Nr. 1044. a. Journal of the Asiatic Society of BengaL Part I, Nn. 11. 
1872. Part U, No. IL UI. 1872. Calc. 1872. 8. 

b. Proceedings of the Asiatic Society of Bengal. VI — Vm. June •> August. 
No. IX. November 1872. Calc. 1872. 8. 

Von der Batariaschen Gesellsch. f&r Künste u. Wissenschaften: 

12. Zu Nr. 1422. a. Verhandelingen ran het Bataviaasch Genootschap van 
Künsten en Wetenschappen. Dcel XXXIV. XXXV. Batavia 1870. Deel 
XXXVI. BaUvia 1872. 4. 

13. b. Notulen van de Algemeene- en Bestuurs-Vergaderingen yan het Bata- 
viaasch Genootschap van K. en W. Deel VIII. 1870. BaUvia 1871. — 
Deel X (sie). 1872. No. 1. 2. 3. BaUvia 1872. 8. 

14. Zu Nr. 1456. Tijdschrift vor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde. Deel 
XVIII. Zesde Serie. Deel I. Aflev. 2. BaUvia 1871. Aflev. 5 (sie). BaUvia 
1872. Aflev. 6. Batavia 1868—1872. — Deel XX (sie). Zevende Serie 
Deel n (sie). Aflev. 1. Batavia 1871. 8. 

Vom Verfasser: 

15. Zu Nr. 1502 u. 2029. Storia dei Musulmani di «cilia scritU da Michde 
Amari, Vol. terzo, Parte seconda. Firenze 1872. 8. (Vol. terso, Parte 
prima , s. Nachrichten u. s. w. zu Bd. XXII, S. XXX unter Nr. 9.) 

Von der Geographischen Gesellschaft in Paris: 

16. Zu Nr. 1521. Bulletin de la Soci^t^ de Geographie. Juillet. Aoüt. Nov. (sie). 
Dte. 1872. Paris 1872. Janvier. F^vrier. Mars 1873. Paris 1873. 8. 

Von dem KSnigL Institut für die Sprach-, Länder- und Völkerkunde 
von NiederliUidiscb-Indien : 

17. Zu Nr. 1674. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- 
landsoh Indie. Derde Volgreeks. 7^ Deel, le Stuk. 2« Stuk. 'sGravenhage 

1872. 1873. 8. 

Von Herrn Director Dr. Franke! in BresUu: 

18. Zu Nr. 1831. Jabresbericht des jüdisch- theologischen Seminars ^^raenkel'- 
scher Stiftung*^ Breslau, am Gedichtnisstage des Stifters, d. 27. Januar 

1873. ^Voran aeht: Der einheitliche Charakter der Prophetie Joels und die 
künstl^ische Gliederung ihrer Theiie, von Prof. Dr. H. Oraeis. BresUu 
1873. Gr. 8. 



X Verz, der für die Bibliothek der DMO. dngeg, Schriften u. «. w. 

Von der Redaction: 

19. Zu Nr. 2120. A. Bnlleün de l'Ath^D^e oriental. 2« S^ie. Tome UI. No. 35. 
Janvier-F^yr. 1873. No. 36. M«rs-Avril 1873. Paris. 8. 

Von der Konigl. Bayer. Akad. d. Wissensch. sn München: 

20. Zu Nr. 2327. Sitsnngsberichte der philos.-philolog. u. bbtor.Cl. d. konigL 
bayer. Akad. d. Wiss. an Mfincben. 1872. Heft IL lil. Mfinehen 1872. 8. 

Inhaltsverzeichniss zn Jahrg. 1860 — 1870 der Sitanngsberichte der k. 
bayer. Akad. d. Wiss. Manchen 1872. 8. 

Von der D. M. G. Dnrch Snbscription: 

21. Zu Nr. 2631. Dictionnaire tnrc-arabe-persan. Türkisch-arabisch-persisches 
Wörterbach von J, Th, Zenker, Heft XX. (Bogen 191-200). Leipzig 
1873. Fol. (20 Exx.) 

Von der Verlagsbachhandlung J. C. Hinrichs: 

22. Zu Nr. 2771. Zeitschrift für ägyptische Sprache und Alterthomskunde, 
herausg. von R, Lepsiue unter Mitwirkung von U. Brugseh. Nov.-Dec 
1872. — Jan.-Febr. M&rz-AprU 1873. 4 

Von der Konigl. Ungarischen Akademie der Wissenschaften: 

23. Zu Nr. 2934. A Magyar nyelv Ss6tira. (Herausg. v. d. K. Ungar. Akad. 
d, Wiss.) Bd. VI, Heft 1. 2. Pest 1871-1872. 4. 

24. Zu Nr. 2936. A Magyar TudomÄnyos Akad^nua ^vkönyvei. Bd. XUI, 
Heft 3. 6 (sie). 7. 8. Pest 1871—1872. Hoch-4. 

25. Zu Nr. 2938. Nyelvtudom&nyi K5zlem^nyek. Kiadja a Mag. Tadom. Aka- 
ddmia. Bd. IX, H. 1—3. Bd. X, H. 1. Pest 1871—1872. 8. 

26. Za Nr. 2939. A Magyar Tndominyos Akad^mU ärtesitoje. V. Evfolyam. 
10 17. Saim. VI. ilvfolyam. 1—8. Sz&m. Pest 1871—1872. 8. 

27. Zu Nr. 2940. Magyar TudomAnyos Akad^miai Almanach. 1872. Pest. 8. 

28. Zu Nr. 3100. ^rtekez^k a nyelv-^ sz4ptudom&nyok kdr^bm. Kiadja a 
Mag. Tudoman. Akad^mia. VH—XI SzAm. Pest 1871—1872. 8. 

Von der Regierung von Bengalen: 

29. Zu Nr. 3219. Notices of Sanskrit Mss. by Rdjendrcdala Miira. Pn- 
blished ander orders of the Government of Bengal. Vol. IL Part H. Calc. 
1872. 8. (Auf dem obem Rande mit No. V bezeichnet.) 

Von der Redaction: 

30. Zu Nr. 3224. Hamagid. (Hebr. Wochenschrift, erscheinend in Lyck, redig. 
von Rabb. L. SObermann,) 1872. No. 46—50. — 1873. No. 1—24. Fol. 

Von dem Herausgeber: 

31. Zu Nr. 3382. II Commento medio di Averroe alla Poetica di Aristotele, 
per la prima volta pubblicato in Arabo e in Ebraico e recato in Italiano 
da Fau8U> Lasinio. Parte prima. II testo arabo con note e appendice. 
Pisa 1872. Fol. 

II. Andere Werke. 

Von dem K. Grossbritannischen Staatssecretfir für Indien: 

3392. Grammar of the Sindhi Language. Compared with the Sanskrit-Prakrit 
and the cognate Indian Vemaculars, by Dr. Emeei Trumpp. Printed 
by Order of Her Mig'esty's Government for India. London 1872. Gr. 8. 

Von der K. Ungarischen Akademie der Wissenschaften: 

3393. Kalewala. A Finnek nemzeti epossa. A Mag. Tudom. Akad. ki>lts^n. 
Pest 1871. 4. , ^ 

33a4. A Magyar Igeidök. A Mag. Tadom. AkadömU költs^g^ Pest 1872. a 



Yen, der für die BthUathOc der DMG. »ngeg. Schriften u. 9. w. XI 

Von den Verfassern, Heraiisgebem and Redaotionen : 

339d. Awarische Texte, beransgeg. von A. Schie/ner, St-Pitersbourg 1873. 
Fol. (M^moires de TAcad. Imp^r. des sciences de St.-P^tersbourg, VII« 
8^e, T. XIX, No. 6.) 

3396. Annnario deUa Sodetk Italiana per gU Stndi Orientoli. Anno primo 1872. 
Borna, Firenze, Torino. 1873. 8. 

3397. Studii sopra Averroe per Fausto Lasinio. (Estratto dall' Annoario 
delU Sodetk ItaUana per gli Stndi Orientali. 1873.) 

3398. Cosmos. Communicasioni sni progressi piü recenti e notevoli della geo- 
grafia e delle scienie affini di Guido Cara. I. II. Torino 1873. 4. 

3399. Oriental and lingoistic Studios. The Veda; the Avesta; the Science of 
Langnage. By W. Dw, Whitney, New York 1873. 8. 

3400. Fragments of the Caretonian Gospels, ed. by W. Wright. (Only one 
hnndred coines printed for private circulation.) London (1872). 4. 

3401. Die Lehre von der Weltseele bei den Arabern im X. Jahrhundert, von 
J^. LHeterici. Leipzig 1872. 8. 

3402. Mookeijee's Magazine (New Series), ed. by Sambhu Chandra MukJ^- 
pndhydya. CalcutU. Vol. I— IV. Sept.-Nov. 1872. 8. 

3403. De Infinitivi lingoarom sanscritae, bactricae. graecae, oscae, nmbricae, 
latinae, goticae forma et usn. Soripsit Eug. WiUiehnua, Isenaci (1872). 
Lex. 8. 

3404. Trachten der Juden im nachbiblischen Alterthume. Ein Beitrag zur all- 
gemeinen Kostümkunde von Adolf BrÜä. 1. Theil. Frankfurt a/M. 
1873. 8. 

3406. Deutsche Monatshefte. Zeitschrift für die gesammten Culturinteressen 
des deutschen Vaterlandes. Erster Jahrgang 1873. Bd. I. Heft 1. 
Beriin (1873). 8. 

3406. In Hermetis Trismegisti qui apud ArabeiB fertnr de castigatione animi 
libeUnm Prolegomena una cum capitibns nonnullis nondnm editls. Dis- 
sertatio quam ad summos in philosophia honores auctoritate Amplissimi 
Philosophomm Ordinis in alma literarnm Universitate Fridericia Guilel- 
mia Rhenana rite impetrandos -^ die XVni m. MartU a. 1873 — pu- 
blice defendet O. Bardonhewer Bonensis. Bonnae. 8. 

3407. Zur rabbinisehen Sprach- und Sagenkunde. Von Joseph Perles. Breslau 
1873. 8. 

3408. Les Manuscrits Lampongs en possession de M. le Baron Sloet van de 
Beele, anden GK)uvemeur-G^nöral des Indes N^rlandaises. Publi^s par 
H. N. van der Tuuk. Leide 1868. 4. 

3409. TratUto suU' educazione dd bachi da seto al Oiappone di Sina-Kava 
tU Sendai (Osyu), tradutto dal Giapponese in Francese da Leone de 
Roeny. Versione italiana di FeUce FranoeechinL Prima edisione ita- 
liana, sulla terza francese, riveduta dallo stesso autore, corredata da 
numerose incisioni. Bfilano 1870. 8. 

3410. Ignaz Goldziher, Bdträge zur Geschichte der Sprachgdehrsamkeit bei 
den Arabern. II. Wien 1872. 8. 

341L Archaeological Survey of India. Four Reports made during the years 
1862—63—64—65, by Alex. Cunningham. Vol. I. H. Simla 1871. 
Gr. 8. 

3412. Thule w Arabskoi Literaturie. SUda A, J. Harkawi, (BroschUre vom 
6. Mfirz 1873. Russisch.) 

3413. Het schryven van Soendaasch met latynsche letter, door K, F, Haue 
(8. 91—194, aus Ded XIX oder XX der TUdschrift voor Indische Taal-, 
Land- en Volkenkunde). 



Xn Verz. der für die ßifd, der DMO, eingeg. Handschr., Mümzm u,».w, 

3414. Kecherches sor la Chronologie ^ptienne d'aprto les listes g^nealogiqne 
par J. Lieblein. Avec 9 tables aatographi^s. Programme de rUni 
versitz pour le 1er s^mestre 1872. Christiania 1873. 4. 

3415. Satzungen des „Museam für Völkerkunde^^ in Leipzig. Nebst einei 
„Aufruf ^^ zur Unterstützung und Förderung des Untemehmena n. t. n 
und einer Uebersicht Aber die Gegenst&ndc der Sammlung. Leipzig ii 
AprU 1873. (Vs Bogen.) 

3416. Catalogue de Uvres de linguistique anciens et modernes en vente au 
priz marqu^s. No. 2. Paris , Maisonneuve et Cic , libraires - öditeun 
1873. 8. 

3417. Catalogue des liyres composant la bibliothique linguistique de M. le Mai 
quis de la Fert^-S^nect^re , dont la vente aura lieu le mardi 15 avr 
1873 &c. Paris 1873. 8. 

3418. PatkanoVy K. P., Hcropiff MOBro.iOBi» no apMnHCKUMX HCTopmcain 
C. nerepöypi t , 1873. 8. 

3419. Schaebeli C, Becherches sur la religion premi^re de la race Indo-Iran 
enne. Paris, 1872. 8. 

342(). Hübschmann, H,, Avestastudien. (Aus d. Sitaongsber. d. K. Baye 
Ak. d. Wiss.) Manchen, 1873. 8. 

Von Herrn Prof. Wright : 

8421. Beport on the Timbo Expedition, 1873, addressed to His Ezeellenej 
Migor Alexander Bravo, by Eduü. W. Blyden, Goyemmeut Agent ti 
the Interior. Pnblished by Authority. (Freetown, Regierungspresse, Min 
1873). Fol. 

III. Handschriften, Mfinsen u. s. w. 

Von Herrn Prof. W. Wright: 

379. Facsimile einer angeblich auf einem Granitstein von jenseits des Jordan 
stehenden Inschrift im Besitze eines englischen Geistlichen in JerusalcH 

380. Eine nepalesisehe Mäuze. 

331.' Photographien der zwei Thontafeln des britischen Mueums, welche ^ 
▼on Q. Smith bekannt gemachte assyrische Erzählung von der SinfiBal 
enthalten. 



Ueber die Paddhati von Q&rngadhara. 

Von 

Th. Anfteeht. 

Die Anthologie von Qärngadhara hat einen doppelten Werth. 
Der Sammler hat ältere Dichtungen benatzt , von denen nur die 
TOjgsten anf ans gekommen sind, and sehr oft die Namen der 
Siditer angegeben. Man kann daran zweifeln» ob er aberall aus 
der reinen Quelle geschöpft , vielmehr scheint es, daas er mehrfach 
Werke Aber Alaipkära aasgezogen hat. Unter diesen glaube ich 
eines in dem Sarasvatikanthäbharana (Sk.) zu erkevanen. Den fein- 
sten Geschmack in der Auswahl darf man bei oinem Schriftsteller 
des vierzehnten Jahrhunderts nicht erwarten; dennoch konnte es 
nicht aasbleiben , dass unter 6000 Strophen vieles edle mit hinein 
iloss ^). Jedenfalls verdient die Sammlung noch eine genauere Be- 
landlong, als ich ihr in meinem Cataloge zukommen lassen konnte. 
Leider sind die Handschriften, die mir zu Gebote stehen, ungenü- 
gend und nur drei vollständig. Aus diesem Grunde mussten manche 
Strophen, die die Veröffentlichung wohl verdienen, bei Seite ge- 
bssen werden. 

Die Bibliothek des India Office besitzt 6 Handschriften. Ich 
bezeichne sie ihrem Werthe nach mit denselben Buchstaben wie 
früher. 

A. 2048. 92 Blätter. Nach 71 fehlt ein ganzes Blatt. Von 
An&ng bis zum vierten Verse des AbsAntttes mtnänyoktayas 
(63, 4). Mit schönen grossen Buchstaben im siebzehnten Jahr- 
hundert geschrieben. 

B. 876. 229 Blätter. Vollständig. Eine gute Handschrift ans 
der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts. 

C. 2023 a. 147 Blätter. Vollständig. Abgeschriebea in der 
<veitai Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Ans dem Vermächtniss 



1) Von solchtm Unflat, wie er von Herausgebern des 19ten Jahrb. in aller 
^i^>%en Breite ans den leichtsinnigsten Gründen aufgetischt wird, hat er sich 
"«aUeh frei gehalten. 

Bd. XXVII. 1 



2 Aufrecht f liber dis Paddhaii van fdmgadhara, 

von John Taylor M. D. Enthält viele Zusätze ^) und ganz w 
liehe Veränderungen des Textes. 

D. 125. Enthielt 473 Blätter, wovon eine ganze Anza 
und da ausgefallen sind. Namentlich ist eine Lflcke, die sie 
83,436 bis 98,15 (Blatt 280—327) erstreckt, zu bedanem. 
ginnt mit dem dritten Abschnitt und bricht in der zweiten S 
des hundertundsechzigsten ab. Nicht älter als etwa 1790. 

E. 1384. In Bengali-Schrift. Die Handschrift enthU 
Werke. Blatt 1 — 55. die Paddhati von Anfang bis zu Schlo 
achten Strophe von hansänyoktayas (44, 8). Die Namen der 
ter sind oft ausgelassen. Eine leidliche Handschrift ans dei 
fange unseres Jahrhunderts. Die beiden anderen Werke sii 
Pänthadütakävya von Bholänätha und die Stavamälä von 
gosvämin. 

F. 11. 24 Blätter. Enthält die Abschnitte 40—71. Im 
1852 für Ballantyne abgeschrieben. 

Der Freundlichkeit des Oberbibliothekars der Bodleiana 
Mr. Coxe, verdanke ich die Benutzung der Oxforder Handschrift 

In der Einleitung zu der Väsavadattft gibt Hall an, da 
Paddhati mit dem Jahre 1363 datirt sei. Das stimmt si> 
mit dem überein, was bis jetzt Aber das Zeitalter Hammtr 
Tage gekommen ist 

Die stattliche Reihe von Dichtemamen, die uns in 
Sammlung vorliegen, gibt zu einigen Vorbemerkungen Anlasi 

An den Höfen der Kunst und Wissenschaft begünstig 
Fürsten des indischen Mittelalters scheinen auch die Frau 
einiger Geltung in der schönen Literatur gelangt zu sein. ] 
gen uns neun Namen von Dichterinnen vor: Nägammä, I 
hastini, Madälasä, Morikä, Lakshmi, Yikatanitambä, Y^akft; 
bhattärika, Sarasvatikutumbaduhitn. Eine andere, nämlich 1 
wird in den folgenden Zeilen von Dhanadadeva 1, 9 erwähnt 
Hall zu Väsavadattä S. 21. 



1) Nach dem Abschnitt ttirangapra9ausa ist ein ans 69 Strophen h 
der Abschnitt , der khadgapra^ansft benannt ist , eingefügt 

2) In den Notices of Sanskrit Mss. by RAjendral&U Bfitra wird S< 
eine Schrift Viradnt&mani unserem Verfasser angeschrieben. Bs Itl 
nichts weiter als ein Fragment des nennundsiebsigsten und das ganse i 
ste Kapitel der Paddhati, 79, 107 bis su Schlnss von 80. fftiigadba 
lu Anfang des achtzigsten an, d&ss er Verse aus dem ^^yadbanuire 
einem Werke von VyUa entlehnt und es demnächst Viracintümani 
habe. 



Aufrecht t über die Paddhati von i^drngadharn. 3 

,,6edichte zu fertigen waren auch Frauen, wie ^Xk^ Vijj&, 
Ittralä, Morikä im Stande; aber rühmenswerth ist nur deijenige, 
der Wissenschaft zu verstehen , Disputirende zu besiegen und sich 
fiber alles auszusprechen befähigt ist/^ 

In der indischen Literaturgeschichte führt, bei' dem Mangel 
m Beinamen, der Umstand beständig in Verwirrung , dass Schrift- 
steller von verschiedener Zeit, Herkunft und Gattung denselben 
Namen führen. Man denke nur an beliebte Namen wie Krishna, 
Bima, Mädhava, V&sudeva. Das Bestreben nach Sonderung machte 
nun Theile sich auch bei ^rngadhara geltend. Daher Namen wie 
Gandäbhinanda, Mftgadhamädhava, Mälavarudra nach der Land- 
schaft, Pändavanakula nach dem Stamme, Kapilarudra nach einer 
Eigenheit der Gestalt, Qvetämbaracandra nach der Religion. 

Einzelne Dichter sind nach Stichwörtern in den von ihnen 
stammenden Versen benannt. Dahin gehören Namen wie Chama- 
duumkäratna, Jaghanasthalighataka, Jhalajjhalaväsudeva, Dagdha- 
«arana, Dorlatikäbhima, Nidrädaridra , Rudatipandita. Einige Be- 
lege sind im Verlauf gegeben. Verschieden davon ist der Fall, 
wenn aus Eitelkeit der Dichter seinen Namen in eine Strophe ein- 
gefiohrt hat Siehe Akälajalada, Earnotpala, Kridäcandra. 

Hin und wieder wird eine Strophe zwischen zwei Verfassern 
getheilt. Das ist der Fall mit Ramila und Somila, Govindasvämin 
und Vikatanitambä , Vikramäditya und Mentha, Bhojaräja und Cora. 
Eine solche Tändelei ist nicht geradezu unmöglich; wahrschein- 
licher aber ist in diesen Fällen der wahre Verfasser unbekannt 
und die getrennte Verfasserschaft erst später angenommen. Es 
nag hier beiläufig erwähnt werden, was auch in Bezug auf grössere 
Werke Geltung hat, dass die hohen Herren zugetheilten Sachen 
entweder von gleichzeitigen Hofgelehrten geschrieben sind, oder 
erbt nach Verlauf langer Zeit aus allerlei Gründen Männern von 
Bedeutung zugewiesen wurden. 

Nirgend findet man sich auf schlüpfrigerem Boden, als wenn man 
in Indien einen bestimmten Namen festhalten will. Derselbe Schrift- 
steller kann uns, wie Proteus, in vier oder fünf Gestalten begegnen. 
^8 Spiel mit der reichen Synonymik der Sprache, die Sitte in ver- 
schiedenen Lebensverhältnissen den Namen zu wechseln, die Unart 
liekannte Männer mit lobenden Beiwörtern zu nennen, alles diess 
verräth einen Mangel an Selbständigkeit im Volke und führt den 
«nropäischen Forscher in Verwirrung. Um so mehr sind wir auf 



1) Vyjl, eine Verderbniss von VidyÄ, ist die kürzere Form von VijjakÄ. 
^lä ist die Lesart von A. B. O. und kein Grund liegt vor sie in M&rut& 
^ «Utdem. d&tora für vicvain lesen A. O. E. 




4 Aufrecht, übet* die Patldhati von Qämgculhara. 

dem Gebiete der Literatni'geschichte veranlasst unsere Augen offen 
zu halten. 

^ärngadhara hat, wie weiland Ramler, sich die Freiheit ge- 
nommen in den von ihm ausgehobenen Versen einzelne Yerbessemn- 
gen vorzunehmen. Das lässt sich manchmal klar nachweisen, and 
führt zu der Folgerung, dass nicht jede bessere Lesart dem Schrift- 
steller zuzuschreiben ist. 

A. Schriftsteller. 

1. Akälajalada. 42, 13: 

„Der Teich war so ausgetrocknet, dass die Frösche in den 
Baumhöhlen zurückgezogen fast todt dalagen , die Schildkröten sich 
in die Erde verkrochen, die Welse, im breiten Schlammboden am- 
herwühlend; immer wieder das Bewusstsein verloren. Da erschien 
unerwartet die Regenwolke und füllte ihn dermassen, dass Herden 
von wilden Elephanten darin sich baden und Wasser trinken 
konnten." 

Der Name schiene befremdlich, wenn nicht in der Einleitung 
zum Bälarämäyana Akälajalada als ein berühmter Vorfahre und in 
der Viddha^älabhafijikä als der Urgrossvater von R^agekhara er- 
wähnt würde. Danach kann der vorstehende Vers auch den tiefer 
liegenden (paroksha) Sinn enthalten, dass der See der Dichtkunst 
bis zum Auftreten von Akälajalada seicht gelegen habe. 

2. Acala wird von einem Ungenannten in 8, 5 erwähnt: 

„Nur Amala, Acala, Abhinanda und Kalidäsa waren wahre 
Dichter; alle anderen Dichter sind im Verhältniss zu diesen Affen 
und besitzen wie sie nur die Eigenschaft der Leichtfertigkeit.'^ 

Drei Verse werden diesem Dichter zugetheilt. amnin 42^ 20: 

f^r^f^^: ^ ^f^fir J^k i R ^f^ i 

1) d. yatr«ikAnthaniinagDa O. £. yatr&kumblianimagna C. 
2J kavir Amnrali (ür k. Ainala^ alle auaecr A. O. 



Aufrecht^ iibei- die Paddhati von ^drngadhara. 5 

„Was, Wolke, nützt dein erfreulich dumpfes Dröhnen ? Säume 
nicht länger und sprütze stracks das sprudelnde Nass. Schaue nur 
den Zustand jenes Baumes ; der eben so kraus aussieht, wie ein 
Flammenmeer, das durch die Wuth des unbarmherzigen Windes 
geftchelt wird/' pänau 133, 21 : 

^#TTT il^: Ä«tf?T TT^ «Mrf^ ift^- 

„Unaufhaltsam hängen sich die ßienen an deine Hand, die sie 
Ar einen Lotusranken hielten; an deine Wange, die sie für eine 
MadhÄkablüthe verkannten ; an deine Augen , die sie für eine blaue 
Lilie ansahen; an deine Lippe, weil sie ihnen eine Bandhüka- 
blome zu sein schien; an deine Haarflechten^ weil sie sich nach 
den darin verirrten Genossen sehnten: o reizendes Mädchen, wie 
viele Stellen wirst du von ihnen frei halten !'' yadä 114, 11: 

„Als du, Geliebter; der Mond warst und mit deinen kühlen 
Strahlen erfreutest, da war auch ich ein treues Abbild des Mond- 
steines. Jetzt aber bist du die Sonne und hebst mit deinem heissen 
Glanz alle (Liebes-) Fluth auf, und ich bin ein Sonnenstein gewor- 
den, und giesse Zornesflammen aus/' 

3. Acyuta. paurastyair 63, 11: 

^I^ I 



1) b. jhitkiiri A. B, O. jhitk&n D. tatkftri £. 



6 Aufrecht y über dir Paddhati von Qdmgadhara. 

^Wenn ausgezeichnete Kenner ans Osten, Süden, Westen and 
Norden einen einzigen funkelnden Diamanten ausgewählt und in die 
Königskrone eingesetzt haben, und nun irgend ein Elender, ohne 
recht zu wissen weshalb, in ihm einen Fehler entdeckt : dann stim- 
men, mein Freund, alle Verständigen darin ttberein, dass maaslose 
Dummheit ihn zu ihrem Sitze erkoren babe.^ 

re l&figalika 71, 26: 

„0 Landmann, das Metall, das du ehemals im Winkel der 
Trödelbude liegen sahst, ist, indem es allmählig mit besserem und 
besserem in Berührung kam, zuletzt ganz zu Gold geworden, und 
kann jetzt einen König schmücken/' 

4. Adbhutapunya. äyäte dayite manoratha^atair 124, 2. 
Diese Strophe findet sich im AmarÜQataka. — äy4te dayite marus- 
thalabhuyäm 111, 3. wird im Sk. und im Gommentar zum Dagarupa 
(Dr.) angeführt. 

5. Anantadeva. yätä yänti ca 6, 6. Auswahl 35. 

6. Abhinanda. Man vergleiche den Vers zu Acala. Frag- 
mente von einem Dichter Abhinanda finden sich bei Ujjvaladatta. — 
piüökänushangam pathi 136, 16. bhrAbhedaiti katicid girä 132, 3. 
Nur 0. nennt den Yerfiasser der letzteren Strophe Abhinandana. 

9,Im Herbste, als von den Regenwolken kaum noch eine Spur 
zu sehn war, eilten die Wanderer mit solcher Hast in ihre Heimat, 
dass sie den tiefen Morast vergassen, und auf den durch das trü- 
gerische Mondlicht noch schlüpferiger gemachten Pfaden bei jedem 
Schritte ausglitten.'' 

7. Abhinavagupta. Dieser vielseitige Schriftsteller hat 
auch ein Werk über Alaqikara verfasst, siehe Sähityadarpana S. 1 53, 
7. 190, 1. — bho bho];L kiip kim akända eva patitas tvam 69, 3. 

8. Abhirämapa^upati. 33, 20: 

"^nnrfTf -«K^N ii^R^ xT^: I 



1) pank&DashaDKAm B. kampAnashantam D. p^th&nukhangam O. pan- 
hünupaukam C. 



Aufreckt, M«r die Paddkati «on ^drngae&ani. ^ 

„Durch dessen Angen (Mond nnd Sonne) die Kachtlilie and 
die Taglilie aofknospen, dessen Fnsslotns (die Cktngä) den ledigen 
Stand des Oceans zu Ende bringt, auf dessen Brost die Aofein- 
anderfolge aller Seligkeit (der Kanstabha) spielt: er VisIiQa robt 
mit Lakshmi umringt von Q^sha.'' 

9. Amarüka. In 0. wird der Name regelmässig Ama* 
nka, in B. Amaruka, in C. D. AmarAka geschrieben. Die richtige 
Form scheint mir AjnarA zu sein. Die Schreibung Amam ver- 
dankt ihren Ursprung dem Bestreben dem Namen eine sanskriti- 
sche Gestalt zu geben, die Form Amarüka dient zu bequemerer 
Handhabung. Nur die im Maasse Qärdftlavikrtdita geschriebenen 
Verse scheinen die ursprüngliche Sammlung gebildet zu haben. 
Mehrere Amarü zugetheilte Strophen finden sich nicht in den bis* 
herigen ungenauen Abdrücken. Umgekehrt ist bei anderen, die in 
den indischen Ausgaben diesem Dichter zugeschrieben werden, in 
unseren Handschriften der Verfasser überhaupt nicht, oder ein 
Terschiedener genannt 

achinnaip nayanämbu 107, 13. Fehlt in den Ausgaben und 
wird Dr. S. 158 ohne Nennung des Verfassers angefahrt — alasa- 
?alitaib premärdrair 103, 3. — idaip krishnaqi 113, 4. Nicht in 
den Druck«!. 

„Wenn ich früher sagte: „diess ist schwarz **, so sagte er 
y^warz'' ; „aber, Geliebter, es ist ja weiss^ „nun freilich'*, „sollen 
wir gehn% „wir gehn", „soUen wir es lieber lassen" ^), „wir wollen 
es lassen"; er der für lange Zeit allen Wendungen meines Willens 
gefolgt war, hat jetzt sich ganz verändert: Freundin, wer hat je 
die Herzen der Männer ergründet?" 

ekatrasanasaqisthitit^ 112, 2. der Dichter nicht genannt — 
ekasmifi chayane 127, 6. katham api sakhi 113, 6. — karakisa- 
layaqi dhdtvä dhfttvä 126, 4. Nicht in den Drucken. — käntä- 
rnnkhain suratakeli 106, 22. Nicht in den Drucken. — käute tal- 
pam upägate 130, 9. Nicht in den Drucken. Dr. S. .'<0. Sk. 5, 



1) bhavatu mit dem SociatiT, wie kritam, alam. Hemacaodra 1528. pri« 
yatamamana die Hss. 



g Aufrecht^ über die Pculdhati von Q&mg€idkara, 

42. — gate prem&bMdhe 113, 5. gMh&lifiganav&mani 124, 5. cira- 
yirahinor 124, 4. tadyakträbhimakham 112, 3. — tanvafigyä gu- 
rQsaqiDidbaii 102, 11. kasjftpl. — dampatyor nigi jalpator 130, 6. 
kasy&pi. — drishtali kätaranetraya 100, 6. drishtvaikäsanasaipsthite 
IIG, 1. — de^air antaritä 106, 1. kasyäpi. — na jäne samma- 
khA}hlte 110, 9. Yerfosser nicht genannt, auch nicht in Dr. 2, 17. 
— pat&lagne patyaa 123, 5. Böhtlingk's Angabe, dass dieser Vers 
Karnotpala zugetheilt werde, bemht auf einem leicht erklärlichen 
Irrthnm. — prasthänaqi valayai(i 104, 1. mandam madritapftAsayati 
185, 10. yad&bhdd (die Drucke: poräbhüd) asm&kam 114, 5. — 
yad ritrai rahasi vyapeta 180, 3. Nicht in den Drucken. — yltftb 
kiip na milanti 106, 21. — rätrau väribhariüasä 185, 30. kaoyftpi 
0. B. D. Amarükasya G. — rämän&ip ramaniya 129, 4. kasyftpi. '— 
lalitam irasä tarantt 134, 24. Nicht in den Drucken. — läkshA- 
lakskma 130, 2. likhann äste bhümim 113, 11. lolair locanaTAri- 
bhi^ 101, 5. — yaram asan diyaso 104, 3. kasyäpi. — yy&loläm 
alak&yal!iii 126, 9. saipdashtftdharapallayä 122, 15. -- satann jahihi 
Bi&nam 116, 3. kasy&pi. — soratayirataa yrlda 126, 5. Nicht in 
den Dmcken. 

10. Amritayardhana. 138, 1: 

„Auch die Gewässer haben ans Furcht yor Kälte unter dem 
Schein des Erstarrens einen EiagOrtel, wie ein Gewand, angethan. 
Geht und beschaut die Herrlichkeit des Mittwinters.*^ 

11. Arastthakkara. Das scheint die richtige Form des 
mohammedanisch klingenden Namen zu sein. Ueber thakkura ygl. 
Elliot, Memoirs I. 304, und sonst 8, 20: 

Der Werth der zweiten Zeile wird durch die Gemeinheit der ersten 
aufgehoben. 

12. Argata. urasi nihitas taro 119, 4. Findet sich in den 
Drucken des Amarftgataka und wird auch im Dr. Amarü zuge-, 
schrieben. D. schreibt Argafha. 

13. Ayantiyarman (^rimad-). ay^fiätayi^eshasya 118, 4. 
Aiswahl 46. dubsaha 184, 12: 

„Jetzt, am Mittag des Hochsommers, wo der Tagesherr in der 
Mitte des Himmels steht, hat gleichsam aus Furcht yor der uner- 



Aufrecht^ über die Paddhati von Qdmgadhara, Q 

träglichen Hitze selbst der Schatten, als suchte er Schatten auf, 
Qoter das Laubdach des Baumes sich zurückgezogen/^ 

14. Akä^apoli. kshirasägara 110, 2: 

^Darch sie allein, deren Augen ebenso anstatt umher rollen 
wie die Wogen des Milchmeeres, scheint dieser werthlose*Wechsel 
der Dinge (die Welt) einigen Werth zu gewinnen/' Man muss 
Ohren haben um die Tonmalerei dieser Strophe zu hören, und 
Sinn nm einznsehn, dass in unseren sogenannten treuen lieber- 
Ktzwigen Indischer Poesie der bessere Theil verloren geht — 
paficatyaip 104, 5: 

sf^: II ') 

„Möge mein Leib zerfallen und in die fftnf Elemente zurück- 
kehren, nur einen Wunsch erflehe ich bei meinem Tode demüthigst 
Ton dir, o Schöpfer: das Wasser in seinen Teichen möchte ich 
werden, das Licht in seinem Spiegel, die Luft in seinem Hause, 
die Erde unter seinen Tritten, und der Wind in seinem Fächel/' 
Das ist eben so rührend, nur gesuchter, wie wenn bei Göthe das 
Veilchen unter der Schäferin Füssen zu sterben sich freut. 

15. Anandadeva (gri-Änananda-devänäm). asm&kai|i jalaji- 
vinäip jalam idaip 32, 13. Ein Dichter Ananda wird im Oxf. 
Catal. S. 167 erwähnt. 

16. Anandavardhana. adnshtavyäpäraip gatavati 52, 3. 
Herausgegeben von Böhtlingk 194. Ich übersetze im zweiten Theile: 
1^8 man selbst die Leuchtkäfer zur Erhellung des Dunkels ge- 
eignet hält", kelim 54, 3 : 

1) Die Strophe war zu schlicht um von den Abschreibern verstanden zu 
werden. Daher die vielen sogenannten Lesarten. Der Text ist nach O. und 
B« gegeben , von denen der erstere svam svam, der letztere svam sam liest, 
s^tsvam vi9atv 41ayam | yftce tvftm druhina 9iras& bhüyo 'pi baddhv&ftjalim C. 
^Htanivahli^ 8VÄn9air milantu dhruvam | dhätftram pranipatya hanta 9irasä ta- 
^pi yÄce varam , und tadiyftnganavyomni D. , welche Hs, den Dichter AkA^a- 
^poti nennt 



IQ Aufrecht j über die PaddhoH von (^dmgculhara. 

„Spiele hier umher ^ geniesse die Wasserlilien, tauche in die 
Flnthen des von dem Bergabhang stürzenden Wasserfalls , lass von 
deinem dir herzlich zugethanen Weibchen mit dem Rüssel den Leib 
dir streicheln, und, Elephant, gib den Wunsch auf mit dem Könige 
der Thiere dich zu messen." näsyocchraya 53, 7. A und nennen 
den Dichter hier Nandavardhana. 

„0 Elephant; dieser junge Leu hat zwar keinen riesigen Leib, 
keine Hauzähne « keinen überlangen Rüssel, noch wetteifert er mit 
dir in deinem Gebrüll; aber der Schöpfer hat seinem Herzen den 
Keim von Selbstvertrauen eingepflanzt, dass er Ungeheuer wie dich 
als leicht zu gewinnendes Futter ansieht." 

17. Bhatta luduräja. udasyoccaih 71, 52: 

„Deinen alten buschigen Schwanz hast da hoch emporgeschwan- 
gen und auf deinen Kopf niedergelegt, Fleischstflcke von einem na- 
tUrlichen Todes gestorbenen Elephanten verschlungen, und in einer 
leeren Höhlenkluft lang gehaust: Freund Schakal, was kOnnen wir 
dafür, wenn da trotz alledem nicht einem Löwen gleich geworden 
bist." — parärthe 59, 66: 

^»^: ^^M l fii^ ^ fN^KTTt S^irfiTRrr: I 

WW^ SÄ ^ yH<fj<üi^<i 'T^^: II 

„Wenn das Zuckerrohr, das zum Frommen anderer allerlei 
Qual erduldet und selbst bei der Zermalmuug süss bleibt, ja sogar 



Aufrecht, über die Paddhaii von ^rngadhara. U 

in veränderter Gestalt von allen geschätzt wird, auf schlechtes Land 
gefallen nicht zum Gedeihen kommt : wessen Schuld ist diess ? seine 
eigene, oder nicht vielmehr die des werthlosen unfruchtbaren Bo- 
dens?" — sa yävanti padäny alika 116, 6. Im Amarügataka ge- 
druckt. 

18. Indrakavi. daityänäm adhipa nakhänkura 3, 28. vi- 
kirna 145, 4: 

„Auf diesen Leib, als er von Sandelsalbe troff; fielen ehemals 
in Schalkheit die wie Bienen beweglichen Blicke der gewandten 
Schönen; jetzt aber, wo auf ihm zahlreiche Geier schwärmen und 
Warmer herumkriechen, sehen ihn die Leute mit verstopfter Nase 
&n.^ — seyaiii sthali navat^'inänkurajälam 55, 12. stokämbhahpari- 
vartitänga 66, 5. — svasty astu vidrumavanäya 62, 6. Auswahl 23. 

19. Indrasiüha. 140, 8: 

5^^jfilrRTfiTf?T ^ ^ '^ ^ ^5P^ ^^ II 

„Selbst der leblose Sonnenstein geräth in lichte Lohe, wenn 
^ie Strahlen (Füsse) des Heissglutigen ihn auch nur leise berühren : 
<xierkann, wer Ehrgefühl hegt, Kränkung geduldig hinnehmen?^' 
^er Vers könnte gelten , wenn er nicht als eine schamlose Nach- 
^QDg eines altem anzusehn wäre. 

20. Uddiyakavi. gädhälinganapürvam 122, 10. 

21. ütkata. 36, 8: 

?lRnTt v[^: fq^ irafn ♦iirtPiMwTlRH 



X<?5l^JHflrt| fk^Vi ftj^^ 



jnv'»^ ^: ^i^ ^n?n iftHTT T2im n 

„Als dem Knaben plötzlich von der Mutter die Rückkunft sei- 
nes Papas angekündigt wurde, verliess er, grau von Staub, die mit 
<leo Genossen begonnenen Spiele, streckte von weitem mit lächelndem 
Antlitz seine lieblichen Hände aus, und stürzte unter dem Gerassel 
seiner Fussglocken hocherfreut dem keineswegs unglücklich zu 



12 Aufrecht, über die PatUlhati von Cämgadhara. 

schätzenden Vater in die Arme." Sowohl der Text als die üeber- 
setzung bei Böhtlingk 991 weichen hievon stark ab. 

22. ütpalar&ja. 59, 31: 

„Du Mango, ehemals Zierde des Haines, bist jetzt dem 
Kohlenbrenner in die Hände gefallen, ohne dass die Schönen mit 
ihren Nagelspitzen deine Knospen am Ohrringfeste (Sahakärabhafi- 
jikä) spielend gepflückt hätten/' 

23. Utprekshävallabha. Er ist der Verfasser des Bhik- 
shatanakäyya nnd behandelt darin einen beliebten Stoff. Qiva be- 
gibt sich nach Svarga um Almosen zu sammeln, und die Apsaras 
suchen seine Liebe zu gewinnen. Das benutzt der Dichter um die 
verschiedenen, in Werken über Erotik ausführlich erörterten, Hand- 
lungen und Stimmungen einer verliebten Dame in aller Breite, mit 
grösserem oder geringerem Geschick, zu schildern. Seinen Vor- 
wurf bezeichnet er mit dem ersten Verse des zweiten Kapitels : 

„Ich besinge die verschiedenen Handlungen der Frauen in 
Indra's Stadt, als Qiva auf seinem Umzug nach Almosen eine un- 
erwartete Freude ihnen bereitete, aber ihre Herzen grausam ver- 
wundete." 

Der Name des Dichters war vielleicht ^ivadäsa (kavir aho 
^ivabhaktadäsa 1, 17.). Er erwähnt von früheren Dichtem nur 
Kälidäsa und ßäna. Die Berliner Bibliothek (Weber 598.) besitzt 
ein Fragment des Gedichtes. In der alten Handschrift des India 
Office 90 sind 42 Abschnitte erhalten. — Ich gebe den ersten 
Vers zunächst wie er bei ^ärngadhara, dann wie er im Original 
erscheint, käcin nivärita 110, 10 = 5, 6. 



Aufrtdit^ über die Paddhati von Qämgadkara. 13 



^ie eine, der die Matter aaszngehn verboten hatte, trat ans 
Fenster nm den Geliebten zn sehn. Ihr Blick sah grade so 
schmachtend aas, wie wenn ein Karpfen im Netze verstrickt sein 
Auge Mf den Fischer richtet" — krichrena käpi 110, 11: 

^m ^lirf^ g^^ "sßR ^- 

„Die andere, mit Noth der Haft entronnen von ihrem Schwähr, 
begab sich auf den Weg zu ihrem Geliebten; aber ach ein Störer 
hemmte sie im raschen Lanf : des Busens umfang war ihr schwer/' 
— ekävalikalitamanktika 98, 58. nyastani dantavalayäni 98; 48. 
Diese beiden Verse sind ans dem zweiten Abschnitt entnommen, 
aber der Verfasser wird nicht genannt 

24. Bhatta Upamanyn. 117, 5: 

„Dnrch das Abendroth blntroth gefärbt, ist die Sonnenscheibe 
fem in das Meer gesunken, als wäre plötzlich dem Tage mit dem 
Schwerte des grausamen Gottes der Zeit das Haupt abgeschnitten 
worden/' 

25. Umapatidhara. nayanam asi 41; 8: 

1) Im Original: ^aokarasamipabhuvain. Der guru Jana ist der Vater, 
und der Ausdruck Schwähr ist gewühlt um das von dem Dichter beabsichtigte 
Wortspiel anzudeuten. 



]^4 Aufrecht, über die Paddhati von i^äriigadhara. 

„Mond; du bist das Auge Yishuu's, der Diaden^uwel Qiva's, 
der erste Gott der Schönen: willst du nicht das eine unbedeutende 
Reh aufgeben, damit endlich das Gerücht von deinen Flecken zum 
Schweigen kommt ?^ — yarshanti stanayitnavo na sarale dhärägrihe 
107, 17. — Der Dichter wird bekanntlich von Jayadeva als einer 
seiner Vorgänger bezeichnet. 

26. Kapilarudra. sahakärakusumakesara 133, 5. Wird 
Bhartyihari zugeschrieben ^). 

27. Kapolakavi, d. i. der Dichter, der eine Strophe über 
die Wange geschrieben hat. 98, 30: 

1w f^MR #fn^ <*m1cJI ^Hmf^Ri: i 

„Der Schöpfer theilte den Mond in zwei Hälften und bildete 
daraus die Wangen der Schönen, und ihre Zahnreihen sind Tropfen 
aus dem Ei^usse von des Mondes Flüssigkeit (d. h. weiss wie 
Kamphor).'' Wie erbärmlich das! 

28. Eamaläyudha. laghuni tpnakutire 137, 4. Angeführt 
Dr. 4, 20. 

29. Karnotpala. ansäkrishtadukülayä 123,6. Endet mit den 
Worten: dipah prakritivepitaQikhah KarQotpalenähatah. 

30. Karpürakavi. 59, 41: 

„Wenn das Kameel an dieser gemeinen Brustbeere Gefallen 
findet, muss ihm die Traube nicht wie Götterspeise schmecken?^ 
Ein Dichter KarpAra wird auch im Bhojaprabandha genannt 

31. Ealaga. ättam ättam adhikäntam 134, 22. 

32. Kaviratna. 64, 6: 



1) Der Dichter Kapora, den Böhtlingk 560. 789. 1711. entdeckt und in 
sein Wörterbuch eingeführt hat, ist eine Fiction, die vieUeicht auf der Angabe 
kayor apy etau beruht. 



Aufrecht, über die Paddhati von ^dmgadharct. 15 

^Gemeine Mascheln gibt es in Menge, die von der Brandung 
des Meeres herangeführt aaf dem Gestade umherrollen und mit 
ihren Splittern den Sand bunt färben. Aber einzig in ihrer Art 
ist die wunderbare Päficajanya-Muschel zum Gegenstande des Stau- 
nens aller Guten geschaffen worden, und Yishnu füllt sie mit sei- 
nem Odem, welcher das Ende der Welt zu wiederholten Malen 
h^vorrufen könnte/' 

33. KaviQvara. 140, 15: 

^ 57^ ^j^i^ «ilKPri gf^ *<^^riir*5<4i<*J: I 

,yAuf diesem Schlachtfelde schlürft mit Schwärmen von Nacht- 
geistem der Geier Blut und speit es wieder aus, weil er in Gier 
eine Lanzenspitze verschluckt hat; ein toller Dämonknabe jauchzt 
laut über den frischen Leichnamen ; die Unholdin verjüngt von dem 
Blntweine tanzt schamlos umher; und Hexen freudig gestimmt durch 
den Frass von Fleisch und Fett besingen der Helden Werke." 

34. YädigvaraKäficana. ko'py esha khandita^irä 140, 
16. Gemeint ist der Verfasser des Dhanaii\jayavijaya; wo der Vers 
sich findet. In dem Stücke selbst wird nur sein Vater Meister in 
der Dispntirkunst genannt 

35. Kämaräja. 99, 13: 

^nwt i^ fsT^ ^ fl^Ki i% i Pri HT^: ii ») 

„Als der Liebesgott dein zu beständigem Blumensitz geeigne- 
tes Haupthaar sah, nahm er den Köcher vom Rücken und prüfte 
ihn voll von ßesorgniss." 

36. Eälidäsa. ak^i^m 99, 9. Unbekannt. 

angnltkisalayägra 115, 1. Bgh. anäghrätam pushpaip 97, 2. Qäk. 
aTyäjasundariip täm 99, 10. Maläv. asyäh sargavidhau 96, 5. Urv. 
etäni nill^sahatanor asamaf(jasäni 102, 13. Unbekannt. — kanthasya 

1) Der Vers fehlt in O. 1). Der zweiten Hälfte musste ich mit Gewalt in 
die Fugen helfen, parimhptya parltmri9ati 9a9anka^ B. parivfitya parämri^ati 
i^tnka^ C. Käma wendet seinen Köcher um su sehn, ob seine Blumenpfeile 
>icht fortgeflogen sind. 



16 Aufrecht^ über die PculdhaU von ^drngadhara, 

tasyäh 98, 44. Knm. ka^cid dvishatkhatga 140, 18. Rgh. grihin! 
sacivab 141, 2. Rgh. cumbanesha parivartitä 123, 8. Rgh. tapah- 
parämar^ 144, 5. Knm. tasyäh ^aläkäSjana 98, 11. Kam. — t&ra- 
täratarair etair 34, 11. Unbekannt. 

-mf^ M^ 9f?f ffn ift^ tra TT© U 

„Mit schrillen and schrilleren, hoch and höher anschwellenden 
Klängen fliegt das Rebhahnweibchen von Ufer za Ufer and Baam 
za Baam, and raft sehnsüchtig den Geliebten.^ 

tyajata mänam 123, 13. Rgh. tväm alikhya 108, 7. Megha. — 
darpa^esha paribhoga 130, 5. Kam. 8, 11. — payodhar&k&radharo 
137, 4. Unbekannt parasparena kshatayof^ 140, 17. Rgh. pädanyäsaip 
kshitidharaparo 41, 13. ^£k. pashpam prab&lo 98, 38. Kam. 
lakshmikridätadägaip 120, 25. nar in CD. Unbekannt — vanita- 
karatamarasäbhihato nur in D. nach 137, 11. Unbekannt — vita- 
rati garub präjfie 26, 2. Kälidasasya A. B. C. D. 0. Der Vers ge- 
hört Bhavabhüti an. — Yen! vidambayati 99, 11. Unbekannt, gu^rü- 
shasva garün 132, 10. Qäk. saroshadashtadhara 146, 3. Rgh. snä- 
närdramukteshv 98, 4. Rgh. smayamanäm äyatakshyäh 98, 32. 
Maläv. hemämbhorahapattane C. D. nach 129, 4. Unbekannt. — 
Schliesslich erwähne ich, dass der Vers raver mayükhair abhitapito 
134, 15, der keinem bestimmten Dichter zogeschrieben wird, im 
l^itasaiphära sich findet. 

„Ihre Haarflechten gleichen einem Schwärme wilder Bienen, 
ihr Gesicht nimmt die Kunde des Mondes za eigen, ihre Arme be- 
anspruchen die Schönheit von Lotasfasem, nicht Gefieder sondern 
ihr Seitenblick beflügelt die Pfeile K&ma's." 

„„Der Ball, an Runde ihrem Busen gleich, wird, als wäre sie 
crzamt, von ihrer Hand aber und aber geschlagen"", das wohl 



Aufrecht f über die PculdliaU van Cdrngculhara. 17 

war der Grand, weshalb die Lilie , zitternd vor dem aufgeregten 
Aussehen ihrer Angen^ von ihrer Brust herab ihr zu Füssen glitt 
imd sie um Gnade anzuflehn schien.^ — So schreibt allerdings Kä- 
üdisa und niemand nach ihm. 

37. Eumäradäsa. pagyan hato 98, 71: 

f^Wra fT^t fR^f^fT%: II 

„Ein Verständiger kann mit Recht dartlber in Zweifel sein, 
wie der Schöpfer ihre Hüften habe bilden können: er konnte es 
nicht thun ohne die Augen zu schliessen, weil er sehend sofort von 
den Pfeilen des Liebesgottes getroffen worden wäre/^ Die gram- 
matische Construction ist höchst nachlässig. — bäle nätha vimufica 
IH, 1. Wird Amarü zugetheilt. Böhtlingk nennt den Dichter 
Kosnmadäsa. — vayahprakarshäd upaciyamäna 98, 59. Qi^irasi- 
kara 135, 36: 

^ II 

„Als der Winterwind mit eisigem Regenschauer stürmte, flüch- 
tete sich der Liebesgott um der Kälte zu entgehen in der Verlas- 
senen Herz, in dem das Feuer des Schmerzes brannte/^ Das er- 
innert an das anakreontische fieöovvxrioig nor wQaig, 

38. Kum4rabhat(a. svämin prabho priya grihana 124, 13. 

39. Kumuda. 4, 33: 

„Möge euer Glück das von dem Kaustubha strahlende Herz 
Krishna's befördern, auf dem die Göttin des Glücks gleichsam ihren 
Stempel aufgeprägt hat um den Eintritt Radhä's zu verhindern.^' 

40. Krish^a. 67, 3: 

^yt 4ttllri^i rc|<»^rri TT^f^^ ^t*liA|i :i 

Bd. XXVIL 2 



18 Aufreckt t über die Faddhaä von ^dmgadhara, 

„Zwar birst auch die Blüthe der Kogataki bei Nacht and die 
der Küshmändi bei Tag auf, aber nur die reizende Blume der 
Nachtliiie und Taglilie werden allgemein gepriesen ^ weil sie von 
Bienenschwärmen aufgesucht werden." — Dieser Knshna war viel- 
leicht der Bruder von Qärfigadhara. 

41. Krishnapilla. ete te dnratikramakramamilad 135, 21. 
Enshnapillasya 0. Erishnanillasya B. Enshnami^rasya D. Knsbna- 
bhattasya C. — käverivärivellallahari 133, 27. Erishnamigrasya C. 
Ellenlange Zusammensetzungen sind in beiden Strophen zu finden. 

42. Kfishnabhatta. 8, 4: 

«irr: 4if^<mi<ii: ^r^ ^^R^riPFft i 

,,Eälid4sa und andere waren^ aber auch wir Nachgeborene sind 
Dichter: das Grundwesen von Dingen ist sowohl in einem Berge 
als in einem Atom vorhanden.'^ 

43. Erishnamigra, der Verfasser des Prabodhacandrodaya, 
aus dem zwei Strophen entnommen sind, adyäpy unmadayätudh4na 
144, 3. Prabodha. — idam apatu 49, 5: 

^^♦iH^ w^ 3r^: xhi^ s^ 

,J)ieser Eäfig hat ein schwaches Pförtchen und ist überdies 
gebrechlich. Wenn du dennoch, o Papagei mit knospenförmiger (?) 
Zunge, in diesem Hause bleiben willst, in dem die tückische Eatze 
beständig umherstreift, wozu lässt du deine Stimme vernehmen? 
Deine gemeinen Herren haben keinen Sinn für deine unterhaltende 
Rede." 

udyoginam purushasinham 30, 2. Findet sich im Pafiicatantra 
und anderweitig. — prabhavati manasi viveko 91, 9. Prabodha. — 
muktäbhä n^ikapäla^aktishu 4, 20. 

44. Eridäcandra. 4, 10: 



Aufrecht^ über die Paddhati van Cdmgadhara. 19 

,yA]8 Pftrvat! den von Qiva's Haupt herabgeglittenen Mond- 
strdf und ihre im Liebesstreite zerbrochene Spange zu einer Scheibe 
gebildet hatte, wies sie lachenden Mundes das Gebilde ihrem Gat- 
ten. So möge denn er euch schützen und sie und auch dieser im 
Sfiiele geschaffene Mond (kridäcandra) , der von den Strahlen der 
ZAhne des lAchelnden Götterpaares sein volles Licht erhielt^' 

45. Kshemendra. Von diesem Schriftsteller werden viele 
Verse angeführt Bumell hat neulich ein dem Eathäsaritsägara 
Ihnliches Werk von ihm aufgefunden. Das ist wohl das im Oxf. 
GataL p. 84. Brihatkathä genannte Werk. Einem Kshemendra wird 
loch ein Ealäviläsakävya (L 0. 114.) zugeschrieben, worüber man 
voriftufig die Notices of Sanskrit Mss. by R^jendral&lamitra p. 44. 
Teigleichen kann. — angulibhangavikalpana, mundo ja^ilo nagnab 
143, 4. 5. imge 'nimgajvarahutavahaQ 107, 2. — atis&hasam 28, 2. 
Gedruckt von Böhtlingk 157, wo sa sakthi für das richtige sa vitta 
Teriesen ist Siehe aurvä. — atyunnatapadärüdha^ 76, 99. atha 
jMthika 120, 3: 

^un erhob sich allmählig des Mondes Schimmer, setzte die 
Herzen der Frauen, deren Gatten auf der Wanderschaft begriffen 
waren, in Schmerzensbrand , ermahnte die Nachtlilien zum Auf- 
wachen und lehrte die Weibchen der Cakraväka die Pein der Ent- 
behrung." — anaSgenä 91, 4: 

^fkir obwohl körperlos und von keinem anderen Heere als 
zarten Jungfrauen begleitet die Dreiwelt besiegt hat, möge der 
Wunder Abende Liebesgott alle beliebigen Wünsche euch gewäh- 
ren.'' — artho näma 143, 21. 22: 

ff ^ ^fif^^l'WW^WI »TPRT c5t% II 

j|i4i«i4li« w^ii ^TfT ^^ siTfir ^ II 

„Geld bildet das Leben und den gesammten Betriebskreis der 
Menschen, aber die überaus abgefeimten wie die Böcke meckernden 
S&nger wissen es ihnen abzulocken. Wenn ein armer Dieb im 
Dunkel den Ruf ho! ho! hört, so begibt er sich furchtsam auf die 
Flucht; wenn aber der verschmitzte Sängerdieb ho! ho! schreit, 
so bekommt er ein Lack Rupien dafür.*' — äkhyäyikä 143, 11. 12: 

2* 






20 Aufrecht , über die PkuUlhati von fämgadhara. 

^tSTT ftf^ f^ ^ ^ i W^Pfcri) 5^35? ^ 

„Der Krämer geht zwar ein gutes Buch (wie z. B. 
Puräna) vorlesen zu hören ; weil die darin enthaltenen Gescfa: 
chen ihm Wohlgefallen*, sobald es sich aber dämm handelt 
darin empfohlenen Pflichten der Mildthätigkeit ins Werk zu sei 
eilt er wie von einer Cobra gebissen davon. Er blickt naeh t 
Seiten umher aus Furcht einen Bettler anzutreffen; und 8obal< 
einen wahrgenommen hat, verhttUt er sein Gesicht, und biegt, 
ein auf krummen Wegen wandelnder Dieb, in krumme Seitenstn 
ein.^ — ädhmätoddhatadävavahni 134, 30. ämantransgaya^b 
143, 23. upayuktakhadirabitaka 143, 26. eke 'dya 148, 27: 

„Die einen heute , die anderen morgen, später manche 
viele hinterdrein, alle scheiden dahin im maasslosen Kreislauf 
Dinge; wer wird vom andern vermisst?" — anrvä iv&ti 28, 4 

,,Gierig sind sie wie das unterirdische Feuer, unersättlich 
das grosse Salzmeer; sie verzichten lieber auf ihren Körper, 
die geringste Habe.'^ — kalamägra 143, 16: 

4H¥Mt^<N^Mi ^r^ ftr^ m^: II 

„Unter dem Anschein von Tintentropfen, die der Feders] 
entfallen, trübe Thränenperlen vergiessend, kreischt die könjgl 
Wohlfahrt gleichsam in Trauer über die Fingerfertigkeit des B 
nungsf ührers/ Da dem zweideutigen lunthyam&nä (hin und 
gezogen wie die Feder, oder bestohlen wie der königliche Sei 
kein Bild entspricht , so ist der Vers fehlerhaft — kavibhir S 

^T^ %T^ ^^ M<m^h<<in^rtl H 

Cr 

Eine Nachahmung dieses Verses findet sich bei Böhtlingk 484. 
kuryän nicajanäbhyastäi^i 76, 91, ke 'pi svabhävalubdhäs 28, £ 



Aufrecht y Über die Paddhati wm ^mgadhara, 21 

„Manche Leute sind von Natur so habsüchtig, dass sie lieber 

^e grössten Foltern dulden ^ als ihre Güter aufgeben möchten; so 

luüten es auch gemeine Menschen mit ihrem Neide/' — krayavi- 

trayakdtatiilä 143, 10. kshiped väkya^rän 76, 89. grivästambha- 

l)lintat paronnati 11, 3. tivre tapasi linän&m 76, 93. dambhäram- 

Ihoddhpraqi 76, 88. dänaip sattvagritaqi dadyän 76, 86. — dngä 

digdham 91, 6. Herausgegeben von ßöhtlingk, findet sich im Kä- 

vjaprakaQa. — dri^yate pänagoshthishu 121, 1. na knryät para- 

(ttrechäip 76, 84. Hgg. von Böhtlingk. — na krodhayätudhänasya 

76, 95. — nadinäqi ca nakhinäqi ca, nur in C. nach 76, 102. 

Rndet sich schon in Sk. — na puträyattam ai^varyam 76, 101. 

na madyayyasanaih ksbivah 76, 85. nayanavikärair 132, 5: 

Axis einem Spruche Bhartphari's (jalpaoti särdham) vergröbert. — 
na lokäyattavädena 76, 98. — nijäip 134, 9: 

H^w^^iQ : gftpdr^ rimr<«^vi : 

Jim Hochsommer gieng der Büffel zu seinem eigenen Schatten, 
den er für einen Morast ansah; die Krähe sah einen Büschel her- 
gefallener Gunjä-Früchte für Blut an; die Schlange, aus ihrem 
Geklüfte emporgestiegen, ertrug die Hitze nicht und verkroch sich 
in eines Elephantenfürsten Rüssel, den er schnaufend schüttelte.^' 
- nottarasyftm praticyäin ca 76, 83. pareshäip klegadaip kuryän 
76, 90. pithi 143, 3: 

xlfrT II 

,J)iese Klausner sind des Morgens etwa zwei Stunden lang 
am Flusse damit beschäftigt die Bänke zu waschen , sich von Kö- 



22 Aufrecht^ über die Paddhati von ^ärngadhara, 

nigen zu unterhalten, erbauliche Gespräche zu fähren und Gras 
und Blumen für den Gottesdienst zu sammeln. Aber hinterdrein 
verschleudern sie den Tag; indem sie unter dem Anscheine von 
frommer Anhaltung des Athems auf die im Flusse badenden Stadt- 
mädchen schielende Blicke werfen/' — pürvaqi 143, 27: 

^ ^H ITWt %^ M^lü^frl 5J5ft I 

,^ie Dirne versuchte es erst als eine Zofe« dann als eine . . ., 
endlich als eine Kupplerin , und als alle Mittel erschöpft waren, 
wurde sie eine Betschwester.*' — prabhuprasäde vigväsaqi 76, 97. 
— brähman&n nävamanyeta 76, 87. Hgg. von BöhtÜngk. — bhak- 
taqi raktaqi 76, 94. Hgg. von Böhtlingk. — meru^ 143, 24. 25: 

»flwt >i^ 41^iÄ<niM t^wiRnirt II 

IJ^J ^^<ä*hl<! fH*4l^: ^f^^ f^ II 

,,Wisst ihr, weshalb der Goldberg so fem von Menschensitzen 
seinen Aufenthalt gewählt hat? Er f^chtete sich vor den Diebes- 
kniffen der diebischen Goldschmiede. Deshalb soll ein Fürst, wenn 
sein Land auch sonst von Dieben und Spitzbuben frei ist, den 
Goldschmieden allein auf jede Weise und zu aller Zeit auf die 
Finger sehn lassen.'' Der Goldschmied stand schon in alten Zeiten 
in Verruf. Manu 9, 292 nennt ihn einen Erzschelm, und auch in 
Vs. 30, 17. findet er sich in schlechter Umgebung. — mauni p&- 
daprahftre 'pi 17, 5. Hgg. von Böhtlingk, dessen Lesung mitre (so 
freilich die Hss.) für amitre keinen Sinn gibt. Zwischen Schweigen 
und Dareinhauen gibt es einen Mittelweg. — yat karoty, yad ar- 
jyate 23, 1. 2. Auswahl 13. — ye saipsatsu 11, 2: 

„Zanksüchtige Gelehrte gibt es, die, gepeinigt von dem Ruhm 
anderer, in öffentlichen Versammlungen durch das Hervorheben ihrer 
eigenen Verdienste die Verdienste würdiger Männer nach Möglich- 



1) 9Ül&kala, mit Kopfschmenen behaftet. Der Dichter sagt anderswo 
Ton Leuten desselben Schlages: paronpatikathllmlltre 9irah9ttlinah, 



Aufrecht^ über die PcuidhaU von ^dmgadhara. 23 

keit herabzusetzen sachen. Ihr etwaiges Wissen erregt jedoch bei 
dem Pablicnm denselben Schauder wie der gleissende Jawelenkamm 
TOB schwarzen Schlangen, wenn sie mit zorngerötheten B&achen 
nnd Angen das Feuer ihrer Wuth ausströmen lassen." — lakshmano 
laghusaipdhäni 140, 27. — lobhah sadä vicintyo 28, 1. — vakrai^ 
krüratarair 76, 92. Hgg. von Böhtlingk. — varjayed indriyajayair 
76, 96. — vämaskandhanishan^agärüga 36, 22. yyäkuto 'pi vipat- 
jAtnhi 76, 104. grutismntyuktam äcaraip 76, 102. satyapragaroata- 
pobhih 28, 5. hitopadegaip gnnuyät 76, 100. hetupramänayuktaip 
2], 4. Auswahl 22. 

46. Ganadeva ist die verkürzte Form von Devagan ade va. 

47. Gandagopala. 186, 5: 

„Im Herbste sieht das Kä^agras wie Milch aus, die Früchte 
des Saptaparna fast wie Molken, der Mond wie Msche Butter, und 
der Mondschein wie Buttermilch." So singt der bukolische Dichter. 

48. Gängadeva. 58, 13: 



W^ 






„Du Qäkhota, Qllmali, Paläga, Earira und andere Bäume mit 
duftlosen Blflthen, merkt es euch : zwar kann der Geber alles Guten, 
der Frflhling, euch reizende Knospen und Blumen verleihen, aber 
ench Wohlgeruch zu schaffen hängt vom Schöpfer ab.'^ B. nennt 
den Dichter Ganadeva. 

49. Gunäkara. sainyottäranato dhnnishu, mätangair api yair 
mahindra 78, 16. 17. und vielleicht auch die fünf vorhergehenden 
Verse zur Verherrlichung von Elephanten. — bhramät prakirne 
bhramanshu, paribhramantyä 136, 12. 13. 

Der Schlagwitz dieser Zeilen ist älteren Dichtem entnommen. 

50. Gop^ditya. adya dyütajitädharagrahavidhäv iQO 122,9 

1) bhramaTi ist eine Art BnndspieL 



24 Aufrecht, über die Paddhati von (^dmgadhara. 

51. Gopäladeva (^ri-GopäladeväDäm); der Vatersbrnder von 
Qarilgadhara, 147, 11: 

„Wenn die Menschen ein Stück Kiesel ffir einen Edelstein be- 
trachten, einen Klumpen von Fleisch and Blut als ihre Geliebte 
ansehn, und anf dem fQnfgmndtheiligen Leibe das Bewnsstsein ihres 
Selbstes grQnden, so bleibt für die Weisen nichts übrig als ihnen 
zn diesem wahnwitzigen Spiele des Wahnes Glück zu wünschen." 

52. Gobhatta. annkoratah khala 14,9. Hgg. Ton Bdhtlingk. 
Gobhatta B. D. Gopabhatta C. and Böhtlingk. Bhogabhatta 0. A. — 
gädhatarabaddhamashteb 23, 5. Cjjyaladatta 2, 90. Hier lesen A. B. 
C. D. 0. Gobhatta. 

53. Govardhanäcärya, der Verfasser der Ixyasapta^ti, 
Yon der wir eine gate Ausgabe von Soma Nath Mookeijea (Dacca 
1864.) besitzen. Ausserdem liegen mir zwei Handschriften des I. 
0. (2425 und 959.) yor. Die letztere ist von einem im Jahre 
1781 in Benares geschriebenen Commentare Yon Ananta b^leitet 
— Govardhana war ein Sohn von Nilambara, oder vielmehr Ton 
Saipkarshana I wenn wir der Angabe des Scholiasten tränen dürfen. 
Seine zwei leiblichen Brüder Udayana nnd Balabhadra verbesserten 
und gaben sein Werk heraus. Yon historischen Dichtem erw&hnt 
er Gunädhya — den Verfasser der Bphatkatha — K&lidäsa, Bha- 
vabhüti, Bäna^ Vämana. Wichtiger als das ist die Strophe 39, die 
der Nennung seines Vaters nachfolgt. 

.,Alle 64 Kunstfertigkeiten in einem Buche, und die 16 Theile 
der Mondscheibe zur Erscheinung zu bringen, ist einerseits nur der 
König, der eine Zierde der Senafamilie ist, andererseits nur ein 
Vollmondsabend im Stande.*^ Vielleicht haben wir hier eine An- 
spielung auf den Gönner des Dichters, einen Abkömmling jenes 
Pravarasena, der als der Verfasser des Setubandha genannt wird. 
Vgl. die Zeile aus dem Harshacarita bei Hall (Vasavadatta 14.): 
kirtih Pnivarasenasya prayata sagarasya param paraip setuna, ,,der 
Ruhm des Pravarasena (d. i. zu deutsch des Fürsten • dem das 
Werk gewidmet war) ist in Folge seines Setu bis an die fiussersten 
Grenzen des Oceans gedrungen.** Bekannt ist, dass Jayadeva den 
Dichter in der Vorrede zum Git&govinda erwähnt. Im Sk. wird er 



Aufrecht y über die Faddhati von ^mgadhara. 25 

nicht angefahrt. Eigentbümlich ist, dass die Strophen mit Aus- 
nahme der Vorrede und des Schlusses alphabetisch geordnet sind. 

anyamakhe durvädo 31; 4. — Die folgenden drei Verse finden 
sich in der Paddhati ohne Angabe des Verfassers, ekab sa eva 
pnä 15, 7. Hgg. von Böhtlingk. Meine Uebersetzung lautet: „Nur 
der eine Rahu geniesst das Leben, weil er, obwohl ohne Herz, den 
Terstand besass sich des Magens zu begeben, der die Ursache 
aller Gemeinheit ist." — yady upi candanavitapi 59, 9. yady api 
badda^ ^ilair 62, 2. 

54. Govindaräjadeva (gri-Govindari^adev&näm). Deve^vara 
sagt Ton diesem Dichter in 8, 10: 




„Welches Vergnügen bereitet es dir, Göttin der Rede, wenn 
da dem Vogel, der am Mondlicht sich labt, ungetreu auf der Zunge 
eines Papagaien schwebst? Gehe zu dem ersteren und lass von 
ihm dir sagen, welcher Unterschied zwischen den Schriften yon 
Govindar^ja und den Mondstrahlen besteht." Diese Worte enthal- 
ten eine versteckte Anspielung auf ein Werk von Govindaraja, 
oder eines seiner Höflinge, und ein Buch, das Kaumudt hiess. Ein 
Govindar^a war der Gönner von Lakshmidhara, dem Verfasser des 
Yuktikalpatam. 

ito vidyut 106, 13: 

?[?f' ^RWt ^^ITJ HIT5 ^: ^f^rnjtt 

„Das Zucken des Wetterleuchtens möge mir stets erueuten 
Schrecken einflössen, das Geschrei zahlreicher Pfauen erbarmungs- 
los mein armes Herz aufregen , der grausame Liebesgott immer 
wieder sein gefiedertes Geschoss auf mich abschnellen; was be- 
deutet das, da du Geliebte mit den flimmernden Augen von mir 
geschieden bist." Der Vers zeigt in Inhalt und Form eine grosse 
Aehnlichkeit mit 1098 bei Böhtlingk. — dantägra 4, 1 : 



26 Aufireeht, über die Paddhati von ^mgadhara. 

„Der Gott mit dem ElephaDtenkopf möge von aller Schuld 
ench ^) reinigen, der mit seinen Hanern ein Geklttfte des Himalaja 
aufwühlte, und^ zur Belustigung seiner Eltern, an eines aufge- 
schreckten Schlangenkönigs strahlender Juweienkrone, nicht anders 
als wäre er ein Pfosten, seine Schläfen rieb." — daurjanyam 59, 45: 

„Der Schöpfer hat seine grosse Eai^gheit darin verratfaen, dass 
er der Föhre Früchte versagt hat; befriedigt sie nicht die Wünsche 
einer Menge von Bedürftigen, indem sie sich mit hundert scharfen 
Beilen die Rinde abschälen lässt?" Bhattagovindar&jasya 0. A. B. D. 
(^ovindaräjasya C. F. ~ bho bho^i 54, 8: 

„Einige Tage mindestens lass, Elephant, es dir gefallen in 
dieser brennenden Wüste zuzubringen ; bald wirst du von der BQtze 
des Hochsommers Kühlung finden, wenn am Ufer der Kevä dein 
Weibchen mit ihrem Rüssel Wasser über dich ausgiesst" Govin- 
darajasya 0. A. B. C. D. F. — märjari himabalukä 98, 117. Aus 
einem medicinischen Buche. — sthitvä 36, 3 : 

?rtf^: I 

1) Es ist onTerst&adlich , wie der IMchter das nothwendige vah auslassen 
konnte. 



Au/reehi, über die Paddhati von Qdmgadhara. 27 

Juso verfährt der schlane Kranich: er steht eine Zeit lang 
onbeweglich am Wasser and gibt sich, den Kopf nnter seinen Banch 
schmiegend, das Aussehen eines Rades; dann tritt er, seine Fttsse 
liogsam «nporbengend, einige Schritte vom Ufer snrOck; endlich 
aber streckt er seinen Nacken aas , stürzt sich hastig in die Mitte 
des Wassers ; ergreift mit seinem Schnabel einen zappelnden Kar- 
pfen, and verschlingt ihn \nit Noth, indem er seinen Hals auf- 
richtet and seine Aagen vor Gier weit öSnet^ Keine üeber- 
setioog kann die tonischen YorzQge des Aasdracks wiedergeben. 

55. GovindasYämin and Yikatanitambft. kva prasthi- 
ttsi 119, 1. Der Vers ¥rird Amarft zageschrieben. YgL das in der 
Einleitong gesagte. 

56. Gandäbhinanda. 62, 14: 

ftWF^ IHR ^fjjf^^ ^ififj'äHigMKI- 

„Da brüstest dich damit, dass da mit deinen Wellen den 
Himmel berührst, den Grand der Unterwelt mit deinen Edelsteinen 
erleachtest, and die Erde mit deiner Flath bedeckst. Aber alles 
das, Meer, wird dadarch za Schanden, dass Wanderer ; die za 
deinem Gestade gekommen sind am ihren Darst za loschen, in 
ihren Erwartnngen getäuscht mit Thrftnengüssen dich verlassen/' 
Gaodäbhinandanasya A. 0. — sakhi bhikshäqi yäce 107, 12. 
Gaad&bhinandanasya C. In 6. fehlt die Unterschrift. 

57. Gandra. k&säqicid dhavala^ ciram 57, 5. Qricandra alle. 
— samägamishyato 47, 12: 



$>?t^ %fw ^J w^ 



Sfrf ^ ^ ^nt?TOr^tlt; 



„Wer, Regenwolke, kann errathen, wann da kommen wirst, 
falls nicht der Gätaka durch sein lautes Geschrei in der Laft dich 
ankündigt?^ Fehlt in 0. Vgl. Candraka and Candrakavi. 

58. Qvet&mbara Gandra. pinottufigapayodharäl^ parilasat 
138, 6. 



1) tadoecaih die Hbs. 



28 Aufrecht, <i&«r die PaddhaÜ von Qämgaelhara. 

59. Candraka. eken&keh9& 117, 14. Dr. p. 163. — pra- 
säde 114, 12: 

iWT^ ^#^ u^Bj^ g^ #pr ^ 

„Geliebte, sei frenndlich, lass von* deinem Zorne ab und zeige 
dich heiter. Meine Glieder welken hin, erfrische sie mit dem 
Nektar deiner Worte. Kehre dein Gresicht, einen Hort von Wonne, 
far einen Augenblick mir zu. Reizende, bedenke, das Reh der 
Zeit einmal flüchtig geworden kehrt nimmer wieder zorQck.^^ Fin- 
det sich im Kävyaprakä^a 7, 14. 

60. Candrakavi. 42, 5: 

„Wolke, entweder beseitige mit Regengüssen die grosse Glat- 
qual der Welt, oder entferne dich nnd gestatte, dass die kühlen 
Strahlen des Mondes zom Vorschein kommen/' Reimgeklingel und 
wenig mehr. 

61. Candradeva. rasäla 46, 11: 

„Auf des Mango Gipfel mögen zahlreiche Vögel sich nieder- 
lassen, aber nur der Kukuk weiss den Geschmack und Duft seiner 
Blüthenbüschel zu schätzen." — re kira kaitavasugir iti 46, 12. — 
Qleshe kecana ^abdagumphavisfaaye 8,6. Rühmt Bäna. — häritab 
48, 5: 

„Wenn auch die wilden Taaben reizend girren, die Kokiia- 
mftnnchen lieblich flöten nnd die Papageien ein entzückendes 6e- 



]) Pas ca in der vierten Zeile ist ein kläglicher LBckeDbUsser. 



Aufreckt^ über die Paddhati von ^mgadhara, 29 

schwätz ergiess6D, es hat keinen Erfolg ^ selbst wenn sie auf dem 
Gipfel sitzen. Ein einziger Pfan versteht durch sein rauhes Ge- 
schrei selbst von dem Fnsse des Sandelbanmes her die Schlangen 
herabznschrecken, und stellt dadurch die grosse Gewandtheit seines 
Geschlechtes gleichsam auf hohem Bannerstock zur Schaa." 

62. C&nakya. upade^o hi mürkh&Q&m 26, 6. — katham iha 

5,2: 

fTRlt I 

„Wie darf ein Menschensohn es wagen in eine von göttlichen 
Weisen berufene Yersaramlung einzutreten, &11s er nicht den won- 
nesamen Nektar edler Rede in vollen Zügen eingeschlürft hat/' — 
kiip karoti narah präjfiah güro 29 , 18. Die zweite Hftlfte lautet 
in allen Hss. daivo (vielleicht devo zu lesen) chalänveshi ^) karoti 
Tiphaläb kriyät^- — durjanati parihartavyo 22, 10. findet sich bei 
Bhartnhari. — yasya nästi svayam prajii4 ^straip 26, 1. vayovrid- 
dhis 21; 3: 

„Hochgealterte, hochfromme, und hochgelahrte Männer stehn 
An der Thüre des hochreichen, gesammt zu Diensten ihm bereif 
snbhäshitamayair dravyai^i 5^ 3. Böhtlingk 3278 fehlt in 0. und 
wird nur in den minder zuverlässigen Hss. Cänakya zugetheilt. 

63. Chamachamikäratnasya. tapte mahävirahavahni 106, 
11. Die beiden letzten Zeilen lauten: 

FQr Chamachamikäratnasya (Ghamichamikäratnasya 0. und im Texte 
chamichamiti) fühlt man sich versucht Chamachamitikärasya zu le- 
sen. Der Vers findet sich im Amarügataka, wo in Verstoss gegen 
eine gemeine Vorschrift chanachan iti gedruckt steht. 

64. Cbinnama. kalpänte Qamitatrivikramamah&kailkäla 4,12. 
Findet sich im Sk. 

65. Jaghanasthalighataka. 98, 69: 



1) Es ist nachgrade an der Zeit ansaerkennen , dass eh im Sanslcrit ein 
I>oppeUaüter ist, and Zöpfe wie cchalAnveshI aufzo^ben. 

2) a. jnanavriddhft^ ea ye pare O. A. D. E. eine offenbar q^tere Lesart. 



30 Aufrecht y über die PaddhaH von ^mgadhara, 

^Al8 ehemals der Schöpfer im Drange der Begeistemng den 
üiiYergleichlichen Oberleib der Gazellenftngigeii gebildet nnd die 
einzelnen Glieder ausnehmend zart gefertigt hatte, fohlte er zuletzt 
sich völlig erschöpft, and fügte überaus breite and starke Hüften 
an das Meisterwerk«^ 

66. Jayagapta. 136, 8: 

„In einem Stücke kommen die Wohlbebabtheit gemeiner Men- 
schen und die Herbstzeit völlig überein: den Ertrag, den sie von 
den Aeckern bezogen haben, geben sie Flegeln preis.^ 

67. Jayadatta. In dem Abschnitte Tarafigapra^s& finden 
sich eine Anzahl von Versen, die diesem Verfasser zogeachrieben 
werden. Sie sind einem wissenschaftlichen Werke über Bosspflege 
(aQvagästra) entnommen. Das Boss sowohl als der Elephant haben 
eine grosse Anzahl technischer Werke hervorgerufen, und kein 
Rossmakler unserer Tage besitzt eine grössere Vertrautheit mit 
allen Gattungen von Pferden und den verschiedenen G&ngen und 
Bewegungen derselben^ als diese Schriften zeigen. 

68. Jayadeva. Aus dem Gitagovinda werden 24, aus dem 
Prasannaräghava desselben Dichters nur zwei Verse ausgehoben, 
äväso vipinäyate 107, 9. ishanmilitadrishti 124, 9. unmilanmadha- 
gandha 133, 38. kagmiragaurava 118, 8. ksha^am api virahab 
107, 10. tväip cittena 113, 10. dorbhy&ip saipyamital^ 124, 8. 
n&y&tah sakhi 119, 8. pä^au mä kuru 106, 17. pftrvaip yatra sa- 
maip 108, 4. prärabdhe ratikeli 125, 4. bandhükadyuti 122, 5. 
bhajantyäs talpäntaip 124, 3. bhrucäpe nihitäh 108, 6. bhrüpalla- 
vaip dhanur 99, 15. meghair meduram 3, 13. ripur iva sakht 104, 
8. vikirati muhub Qväsaip 108, 2. vedän uddharate 3, 24. vy&lolaii^ 
kegap&^as 126, 2. sabhayacakitaip 113, 9. sä mäip drakshyaü 108, 3. 
snigdhe yat parushäsi 113, 8. hridi visalatä 106, 16. — Aus dem 
Prasannaräghava: api mudam upayänto 7, 10. vinaiv&mbhov&ham 
110, 7. 

69. Jayamädhava. uccitya 133, 19: 



Aufrecht, iUter die PeuidhcUi van ^mgadhara. 31 



W^ '«l<M!*l<l<,Vj^*'J^ 



^]s die Gazelleaäagige die auf den unteren Zweigen des A^oka 
liäDgenden Blüthenbttschel gepflackt hatte ^ wollte sie auch die auf 
den höheren Aesten schwebenden sammeln. Aber kaum hatte sie 
klimmend ihren Fuss auf den Baum gesetzt; so fieng er von der 
Wsnel ab aufs neue zu blühen an/^ Dieses Mirakel haben indi- 
sche Fflsscben lange vor Jayamädhava geObt. — unmrish^pattr&ti 
134, 25. kiip tena 6^ 7: 

„Welchen Werth hat wohl ein Dichterwerk; bei dem nicht, 
wie ehemals beim Weltmeere, wenn es (kritisch) gerüttelt und ge- 
schflttelt wird, eine Fülle ambrosischen Saftes und Geschmackes zu 
Tage kommt?^ — mftrtimantam iva r&garasaughaip 121; 7. h^ito 
134; 26. 

70. Jayavardhana. 52; 1: 

„Dass er nicht einmal einen dürren Grashalm in Brand steckt 
und ein Senfkorn ansichtig macht; mnss wohl darin seinen Grund 
haben, dass der Sonnenkäfer in Verstellung lieber seine Insekten- 
natur als sein eigenstes Wesen zu verrathen wünscht^ 

71. Jivanäyaka. kumuda 56; 2: 

„Die waldige Flur, mit ihren lilienbunten und lotusprangenden 
Teichen und ihren smaragdgrünen Teppichen, verlässt der Kemmel ') 
und gedenkt scheidend an die Bäume der sandigen Wüste : aber 
daza treibt ihn nicht Gleichgültigkeit gegen Anmuth; sondern schwer 
VI verlernende Gewohnheit." — rasati 135, 29 : 

1) b. yannavati A. B. C. D. O. 

2) Das leidige Kameel war nicht zu brauchen. Wer an dem wohlbegrün- 
detea Kemmel Anstoss nimmt, mag ihn in Gesellschaft mit dem von meinem 
^Qnde Weber entdeckten Ilfen in die Rumpelkammer vorweltlicher Unge- 
tkliine verweisen. 



32 Aufrecht^ über die PtiddhaH von Cämgadhara, 

„Während draussen die Regenwolke, schwarz wie die Haare 
der Jungfrau, laut poltert, und der flammende Blitzstrahl fortwäh- 
rend zuckt, fürchte ich, dass sie selbst, abseit von den ihrigen 
ruhend; allerheimlichst mit stillen Seufzern vor lauter Jammer 
Thr&nen vergiesst/^ Jivanftgasya 0. B. Jtvan&ngasya D. 

72. JhalajjhalavÄsudeva. praharaviratau 100, 9. Phalaj- 
jhala<^ 0. Galajjala<^ D. Keine Unterschrift in G. Dieser sonst 
Amarü zugeschriebene Vers endet mit den Worten: saväshpajhalaj- 
jhalaih. 

m, Trilocana. uccaihsthänakntodayair 41, 17. Hgg. von 
Böhtlingk. — hridi, t&vat 8, 15. 16. 

i|f^ ^^ ^T%r ipi^ sf^ ^j^jWt: i 

„Wenn die Dichter-Rehe trotz des ihnen ins Herz gedrunge- 
nen Pfeiles (B&na) sich langsam von der Stelle rQhren (im Style 
nachlässig sind), so ist ihre Geistesverwirrung daran Schuld. — 
Der Gesang der Dichter-Vögel wird in der Welt nur so lange ge- 
priesen, bis der süsse Klang des Pfaues (Mayüra) an das Ohr 
schlägt." Bäna und Mayüra werden auch anderweitig in enger 
Gesellschaft genannt. 

74. Trivikramabhatta, der Verfasser der Damayantika- 
tha. apasarati 106, 15: 

Mp4R4 ^ ^ inrn ^ fro I 

„Die iiazeileu&ugige schwindet nicht vor meinen Blicken, diese 
lange Nacht geht nicht zu Ende, kein Schlaf stellt bei mir sich 
ein, der Liebesgott verwundet mich tief und tiefer: flkrwahri ein 



Aufreckt, über die PaddluUi von Cdrugadhara. 33 

Unglück nach dem anderen trifft die von Kammer beladenen/^ — 
äkar^ya 136, 4: 

^ der. Segenzeit dröhnte die Gewitterwolke laut und schlug 
die Panke um. die Wahl des Liebesgottes zum Grossfttrsten anzu- 
kflndigen; tanzender Pfaaen Scbaar rfihrte dazu die dumpfe Trom- 
mel. Kaum hatte die Erde es vernommen; so richtete sie sich 
freudig bewegt auf; ihr dunkles Haar wallte in der Gestalt von des 
Ümalabanmes berstenden Knospen und Bl&ttern empor, und ihr 
ontsteigende Pilz-Fahnen trugen zur Verherrlichung des Festes bei/' 
— ftbadbnan pariveshama^dalam 98; 24. — utphullagallair 7, 8. 
Auswahl 1. kavir eva kavej^ ist die richtige Lesart, wie sie Böht- 
lingk gegeben hat — karpürämbu 106, 4: 

„Konnte sie in ihrer unglücklichen Seelenstimmung anders 
handeln als auf dem mit flüssigem Kamphor besprengten, mit safti- 
gen Lotusblftttem bedeckten, mit Kränzen bestreuten Lager herum- 
rollen und ihre Augen furchtsam öffnen, da selbst Sandel, der Mond, 
eioe Fülle von Campakablftttern und anderes gleicher Art sie wie 
Feuer zu brennen schienen?^ — kiip kaves tasya 7, 5. Oxf. Gatal. 
S. 120. „Welchen Werth hat das Gedicht eines Dichters und der 
Pfeil eines Bogenschützen, wenn sie nicht in die Herzen anderer 
eindringen und ihren Kopf in Taumel versetzen?^ Von Böhtlingk 
1732 anders übersetzt. — kiipcitkampitapänika&ka^a 111; 5. kailä- 
säyitam 130, 21: 

»pt%R i5?ftfirft 3I^f^ ^nnf5|ff ^nftf^: 

1) anyAt in c. im Sinne von anyathA, wie auch sonst. 
B4. XXVIL 3 



34 Aufrecht^ über die Paddhati von Qdmgadkara. 

^Is des Mondes bleicher Schimmer anfgestiegeii war, sahen 
die Berge wie der Kailäsa ans, die Bänme wie ein weisser Sonnen- 
schirm, der Schlamm wie Molken, die Meeresflat wie Milch, die 
Schlingpflanzen wie eine Perlenschnur, die Bilvafrflchte wie Mu- 
scheln, die Leute wie Bewohner der Weissinsel.^ — pruannftb 
kantihärinyo 5, 4. Herausgegeben und zum Theil ttbersetst von 
Böhtlingk. — sindftra 4, 50: 

"iRl^r: iHTHtiR «R?Bi ^ f^ Tig ^: u *) 

„Lange behüte euch das Sonnenlicht, das beim frOhen AuQsaqs 
so viele Sinnestäuschungen anrichtet, dass die Treiber danach wi^ 
nach einem Stttck Mennig auf der Schl&fe der Elephanten grdfei^. 
das Gebirgsmädchen in den mit dichten Bäumen bewachsenem 
Schluchten es für Lack ansieht, und reizende Frauen in der Hofft 
nung Saffran zu finden es von ihren Händen absawischen Boclien.*^^ 

75. Dagdhamarana. 106, 5: 

««Wenn ich auch bei der T^nnung von der (xeliebten in tiefea 
Grame jAinmorn muss, wird der leidige Tod mir den Dienst leisteo 
sie mir ni^her zu bringen?*^ 

7(>. Daiuiin, der Verfasser des KavTadar^ und des IHqh 
kumaiUi hat na^^h K;Sgav^'l^luu^ 9« 3. drei Werke geschrieben: 

^^ s^nrerat ^TWiRt %^[reRt gwTJ I 

«J)io droi heiligen Feuer, die drei GOtter, die drei Veden, di^ 

dnn Griiuiloii;ou>ohatton, und die drei Schriften Ton Da^^li^ sin^ 

in den dnn Wolton berühmt«^ Vu)aka macht in Beziehung auf dec^ 

Kui^Aivi:s\oi^ jtum KavYadar^a die scherzhafte BemerkuQg, 8, 9: 

'^^ ^{ff^ flt^ ^rl^3iT füHiH II 

P v<«)iW:^\A \\\x \kv\\\t,A\\ nXU ABjQurr O, Ib A. Us der Ten ucht gac^ 
vvU^Uot^. Oti ^1%% \irKWttt\|^v |i4ÜU\« t:<^h:i|c ut^KtrtpNi ist, bMbe Toriiiii^S 



Aufrecht y Über die Paddhati von ^mgcuihara» 35 

,^nr aus Unbekanntschaft mit mir YU^aka, deren dunkle Farbe 
dem blauen Lotus gleicht^ bat Dandin den irrigen Ausspruch ge- 
than, dass die Redegüttin hell und klar sei/' Von grösserer Wich- 
tigkeit ist 4er in meinem Cataloge bemerkte Umstand, dass der 
Verfasaer dee Sk. die Hegeln und Verte des Ksvy&dar^a vielfach 
benutzt liat Auch das Verhältniss von Vämana zu Dandin ist zu 
ervftgeo. Nur drei der folgenden Verse sind ndcht aus dem Kd. 
entnommen. 

arthinftip knpftnä 16, 8. ämnäyänäm ähäniyt 34, 15. idam 

magbonab kuüQaqi 144; 4. kalakvanitagarbhena 36, 2. — kiip krü- 

rup 35, 8. BoehÜingk 1738. — krisbnärjun4nuraktapi 122; 2. 

gicha gachasi cet 101, 3. na mayägorasäbh\jfiam 34, 7. na hay4 na 

ea 91; 8. — brahmändachattradandab 4; 41. Einleitungsvers zum 

Dafflknm&ra, in welchem der Verfasser auf seinen Namen anspielt. 

£rwihnt in Sk. und sonderbar genug in das Sammelsurium; das 

Kha^dapragasti genannt wird, hinUbergenommen (42.)* — bhaga- 

rantan jagannetre 29, 15. mandalikfitya barbäni 36, 1. mallik&mä- 

Ubharinyab 120, 22. yasyab kusumaQayyäpi 141; 1. ratnabhittishu 

samkräntaiti 142; 8. — liläsmitena ^ucinä 34, 13. Nicht in Kd. 

Erwähnt in Sk. — vyitätmabhavadvesbi 33; 5. sabisbye virahaip 

101, 4. fNittdai! 8i na vety 140; 7. Fehlt in B. 

77. B&modarafupta. 140; 7: 

^N^ ^ 5^ ^«1^ ^ ^^ ^<H*hM I 
^iFppt^ ^<Wii t n< InX^llfjig*» H 

„Schon bei Lebzeiten ist ein Mann für todt zu erachten, wenn 
die Lente; sobald er sein Gesicht zeigt; einander hämische Blicke 
zuwerfen und auf ihn von ferne mit dem Finger weisen.'^ 

78. D&roodaradeva (Qridämodaradevänäm). aham iha kri- 
tavidyo 148, 6. Auswahl 5. — dhävantab prativäsaraifi digi di^i 
147, 20. — nihsneho yftti »irvänaip C. 0. nach 147, 11. vrik- 
shaudolanam- adya te kva nu gataqi 71, 56. 

79. Dinakaradeva (^ridinakaradevänäm). 139, 8: 

^I^t^ro <rwii3^ ^ 'Rm: ^^w: ^BtH« i 

„Ist eine Frau edel, dann kommt kein Liebhaber ihr leicht in 
den Sinn ; im anderen Fall ist die Frau kein Ausbund von Tu- 
gend." Soll dieser Vers, nach Indischer Vorstellung, ausser dem 
Gleichklang irgend welchen Reiz besitzen, so ist, glaube ich, das 
eine kä Utah in ka antar, im Kopfe, aufzulösen. 

80. Diviraki^ora. 4. B. lesen Ditiraki^ora. 36, 6: 

3* 



3g Aufrecht , Über die PaddhaU van ^mgadham. 

„Als die Frauen erschreckt darch die grause Erscheiniiiig in 
Angst ein grosses Geschrei erhoben, und eine Menge von Moisdien 
herbeistürzten und den Eingang ins Haas füllten, da blickte die 
Schlange in Folge des yielen Lftrmens ganz stier umher ^); und 
da sie von den Leuten; die aus yoUer Kehle nach Scheiten nnd 
Stöcken riefen, mit Erdschollen beworfen wurde, eilte sie furchtsaa 
von einer Ecke zur anderen, ohne einen Schlupfwinkel finden n 
können.^ 

81. Dipaka. kva yäsi khaln corike 3, 18. satkonaqi lolane 
traip 143; 14. snänämbho 131, 2: 

„Die gute Hansfrau; nachdem sie reinliche und ffir die Taa^ 
zeit geeignete Kleidung angelegt hat, redet ihren zur lOttags^ 
eingeschlafeuen Gatten mit den Worten an: „„Freund, die Kflio 
ist reichlich mit Badewasser versehen, alle Vorbereitungen fllr de 
Götterdienst und das Feueropfer sind getroffen, komm bade äück 
die Gäste warten, sonst gibt es keine Eile.""^ Wie giflcklidi ist 
er zu schätzen!'^ 

82. Durgasena. ^rutvä bälampgivilolanayanä 135, 28. 

83. Devaganadeva (Qridevaganadevänäm). gaten&pi 148,1$ 

„Weder vergangene noch künftige Freude ist in unserem Be 
sitz und die gegenwärtige bald zerronnen: wer kann auf besttadig; 
Verbindung mit etwas äusserlichem rechnen?^ — gandharva 148, ia| 



1) oder: wnrde gans betXnbt: deon „die SehlttMn Una midiliit Ai 

Augen". • rrrrrVT: , . * "if^" 

.::JlflHHHI^^Hiik£l;4^> ^ 



Aufreckt, iiUr die PaddhaU von ^äntgadhara. 37 

^n kurzer Frist vergebt, wie die^ Fata Morgana, der Kreislauf 
der Dinge ; blosse Einbildung findet' einen Unterschied zwischen 
beäden." — din&ya Sl, 1 : 

^JRR ^^: ffHPI fro fMm Mi^^HlfH- 



^1^ 4ä(W<!4l<fcl 



^er Mann allein ist als die oberste Zierde der Dreiwelt an- 
zosehn, der sein Vermögen zu grossmüthigen Gaben, seine Kennt- 
nisse zum Nutzen anderer^ seine Vemanft znr ErgrQndung des 
höchsten WesenS; seine ßeredtsamkeit zum Wohl seiner Mitmenschen 
▼erwendet.'* — drish^vaiva vikfitaip k&yaiji 149, 8. dh&vitvä 
150, 10: 

«Tri: f^ IRTTm g^ IWt WltSlimn^^WJ H 

^Wir laufen und beugen schon von fem in devotester Stim- 

QQng ttiiser Haupt Yor Fürsten-, ihre willkommenen Worte werden 

^ uns lange Zeit wie von einem £cho laut verkündigt; wenn von 

^^en Thflrhütem in grober Weise der Zutritt uns versagt wird; dann 

stehen wir mit blasser Miene da: Brüder, was sollen wir thun? 

^^ch jetst yersteht unsedr Geist nicht von den Krallen der Thorheit 

^icb loszureissen.'' — nandanti 148, 14: 

T^^^CÜMI "^Tflt AKm\ f^Wt 5T f^PclfiM^I H 

nTboren jauchzen beständig im Glücke, aber gerathen in Trauer, 
MUd rie Unglück befälltv Männer, die auf den Grund der Dinge 
«ii|eliii,.aelien Qlück und Unglück für gleich eitel an/' — bra- 
taJI^iQi kiyad astn tatra 15, 5. bhramara bhramata digantaräni 
My4 naatrodUi&vitadaivatair 150, 9. mitram 148, 15: 



38 Aufrwht, über die Pctddhati von ^-ämgadkara. 

„Freund, Gattin und zihlreiche Dienerschaft, Otter wie diese 
dienen lediglich zu unserem Ergötzen; aher eine bestimmte Stunde 
wird kommen, wo ich und du und dritte und wir und diese nicht 
Iftnger YOiiiandeR setn wefden/.' — mriyamft^am 151, 7: 

ftnn^ fit ^ ^fNfiT mR^^ : i 

„Wenn ein Verwandter im Begriff steht zu sterben oder ge- 
storben ist, so klagen die Menschen um ihn mit lautem Jammer; 
sich selbst beklagen sie nicht, obgleich der Tod sie bereits in sei- 
nem Rachen hält/^ — yan manoratha^atair 29, 19. Auswahl 30. 

84. Devadäsa (Qridevadäsadevänäm). vapushab 1^7» 12: 

„Weder ftb^ unsere Gestalt, die unsere guten Werke ftbertrift, 
noch aber unseren Beichthum, der durch schlechte Mittel erworben 
ist, werden wir lange schalten können, und was wird der Ausgang 
beider sein? — vyomavyälolamuktäphala 134, 29. — santy eke 
dhanaläbhamätragalMna 147, 21. In D. fehlt das betreffende Blatt 
0. B. G. geben seltsamer Weise na^h Nennung des Verfassers die 
Worte: Devadäso Devaganah, als wären Deyad&sa und DevagMsa 
dieselbe Person. Da der Dichter der Oheim von Qärngadhara war, 
so könnte diese Angabe leicht von dem letzteren herrühren. 

85. Devabodhi. 110, 8: 

erat s^t^ ^nÄ n*f^<f*<fii f^i^ T^^ n 

„Erst kam finstere Nacht, dann der volle Mond, Mnteilier ein 
Paar Gakravftka , dann was nicht besonderer Nennung bedarf, dann 
ein Strudel aber nicht im Wasser, dann zwei Kadall-Stämme, dann 



1) abhitoh für amitah D. In C. fehlt ab. 



Au/recht, über die PaddhaU wm Qdmgadhara. 39 

zwei niedergesenkte Lilien. Willst du wissen was das war? eine 
bonte Schilderei" ^). 

86. Deve^vara. Ein Vers, in dem er Govindaräja erwähnt, 
ist oben gegeben. Den Tod des Königs Hammira beklagt er in 
der folgenden Strophe, 141, 8: 

„Nachdem König Hanunira in den Göttersitz gegangen ist, er- 
scheint mir die Erde wie ein Tempel Qiva's ohne Göttersänlen, 
wie der Nachthimmel ohne Mond, wie eine Perlenschnur ohne 
Hanptperle." — Den König Bhoja rtthmt er in drei Strophen 73, 
5 — 7 (hrishyatkrishtäsipishtotkata, bho bhoti ^ribhojadevaip ^raya- 
ta, QriÜoja s&myaip tava kalpayrikshati). Nur hier wird er De- 
ve^Yarapandita genannt, was vielleicht za der Annahme berechtigt, 
daäs in den anderen Stellen ein verschiedener Schriftsteller ge- 
meint sei 

aho kim api citr&^i 12, 4. iyam annatasattva^linam 12, 2. 
gavädinäm payo 'nyedyoll^ 12, 9. Diese drei Verse sind von Böht- 
lingk heraasgegeben. — nägavi^eshe 34, 12: 

,J)a wirst auf der grossen Schlange ^sha ruhen, selbst wenn 
dn die ganze Welt zerstörst; du tödtest den schwertschwarzen ^) 
Tod (oder: RieaeB K&la), welches Lob kann deine Eroberung von 
Lanka hinlänglich j)reisen?^ Der Vers ist der Khandapragasti ein- 
verleibt — nUpiyasi nibadhnanti 12, 3. Herausg. von Böhtlingk. 
- pinäka 3, 7 : 

rM*( | <hMA i <4 l ^'^Hm*J< i nfc41^ril I 

„Obgleich dein Leib den Dreizack, Schlangen, den Neumond, 
Asche und die obere Gangä zur Zierde trägt, ist dein ganzes Trach- 
ten, Qiva, nur auf Befreiung von irdischen Dingen und das Jenseit 



1) Um den Leser zu orientiren , bedarf es bloss der Angabe , dass die 
Anitere Maobt ihr rabenschwarzes Haar ist. 

2) „schwarz wie ein Schwert'' ist ein nicht seltener Vergleich. Kumära 
6,36. 



40 Aufrecht, über die Paddhati wm ^rugadhara. 

gerichtet.*^ — yad ami da^anti 14^ 14. Auswahl 26. — vaktram 
(itakaro 'dharo 4, 8. 

87. Dorlatik&bhima. mngdhe dorlaUkäip nidh&ya na krito 
dTäroparodhas tTayA 103, 6. 

88. Dhanadadeva (Qridhanadadeväiiäia). Die Handscbrifteii 
geben oft fehlerhaft ^dhanade?&näfii» 

abhinavanalinivinoda 45, 5. flgg. von BöhÜingk. . — ekadan- 
tadyntisitali 4, 2. katipaya 89, 2: 

^n der höchstens emige Tage daaenidm verführerischen Ja- 
gend begehen die Schlechten so viele Sauden, dass ihr ganzes Da- 
sein zwecklos ist." — karshadbhih sicayitEealäny atirasftt 74, 11. — 
kavayah paritoshyanti 7, 4. Hgg. von BShtlingk. — kokila 46, 4 ; 

vK(H<ii<H(lHvj<r*i: ^pr: ^roflf Tif^ ^wg: a 

„Weshalb blickst du, Kokila, den Mangobaom anennfldlich an 
and lässt deinen lieblichen Gesang ertönen? Sieh, der wilde Berg- 
bewohner schweift in der Nähe amher, and hat seinen Köcher voll 
von Pfeilen and den Bogen in der Hand/' — dhik iasya 98, 38 : 

• 

„Schmach Aber die schwache Einbildnng des thörichten Dich- 
ters, dem es beifiel ein Fraaengesicht mit dem Monde za verglei- 
chen. Sind Franenwinke, verffthrerisches Spiel, Seitenblicke, Zorn, 
Freundlichkeit und Gelächter aach im Monde za finden P^' — ya- 
theyaip vägdev! ^okarasitavtea 8, 11. Dieser Yers, in wdchem 
Dhanada selbst gepriesen wird; ist wahrscheinlich ans der ESnlei- 
tnng zu einem Drama entlehnt. — ratn&kara 67, 8: 

«♦jn«nl '^ «nfpiqfn ^ftlfH WßU ^gfft ^T^Rft II 

„Weshalb bist da, Tageslilienschaar, dem glänzenden Monde 
abhold, obwohl da weisst, dass er aas dem Perlensee entsprangen, 
ein Freand der Schönheit, mit ambrosischen Strahlen und maochen 



Aufrecht y über die Pctddhati van ^mgadhara. 41 

weisen Stttcken ausgestattet ist?^ — lilädolätikhelä 133, 33. — Qi- 
läv^ia 7, 9. In der Einleitung mitgetheilt. — ^nka yat 49, 1: 



i^lpagäi, dfliiB Redegewandtheit ist nicbt eiae wirkliche, son- 
dern, eine scheinbare Gabe, da sie fQr dich zur Folge hatte, dass 
dir dän ganzes £eb^ im Käfig zabringoi mnsst." — eindüraip 
dmantat smitam mukhäd 72, 23. 

89. Dhanapäla. 8, 14: 

„Die Dichter, durch die Vorzüge Mägha's in ihren Bestrebungen 
geUbmt, sind wenig rtlhrig (in der Schreibart) und denken nur an 
Bhftravi, gerade so wie die Affen in der Kälte des Monats Mägha 
OQthätlg sind önd sich nach dem Sonnenlichte (bh&ravi) sehnen.'^ 

90. Dhanika, der Scholiast zum Da^rApa and Verfasser 
des KftvjanirQaya. 

antrait^ svair api 140, 13 = Dr. 2, 10. — ajjrimbhftnanam 
Qllasat 103, 4= Dr. 4, 3. 

91. Dharmakirti. syachandaiji harinena yä virahitä 55, 11. 

92. Dharmadäsa, der Verfasser des Yidagdhamukhamandana. 
avalokya stanau vadh?ä 33, 8 «==4, 11. kasya 36, 6=2, 31. 

„Was ist in der Wflste schwer zu finden? wer schlägt seine 
Wohnung im Lotus auf? woran findet G&mundä Gefallen? was ha- 
ben, sprich, deine Feinde eingebüsst?^* ^) 

mcirasvara?arnapadft 33, 10=» 4; 27. Bana erwähnt — citkä- 
nu|i saqganayati 33^ 11 = 4, 26. 

93. Dharmavardhana. anta^prataptamarusaikata 59, 16. 
B. D. nennen dmi Dichter Nl^ndra. Hgg. von BöhtUngk. — ro- 
maotham 55, 13: 

3^ ^ »^ ^'^ ^ ''^ ' 

1) k« Wa«Mr, k» Brabman, ka Kopf, ka Erde. 




42 Aufreeht, liber die Paddhati von ^mgadhara. 

„Lege dich schlafen und käne gem&chlich wieder, eriiole dich 
und streife dann nach Belieben umher; der gemeine WildschOtz ist 
fern and dieses sind fromme Einsiedler; weshalb bist da, junges 
Reh, ohne 6mnd in Aengsten?" 

94. Dh4rftkadamba. 134, 6: 

„(reliebte, weshalb trübst da umsonst dein Gesicht mit Thrä- 
nenströmen, die deinen Wimpern entfliessen? Was dn siehst, ist 
keine bis an den Himmel reichende Regenwolkenschaar. Wilde 
Elephanten haben muthwillig ihre Schläfen an den Felsen des 
Vindhya so heftig gerieben, bis sie ihnen Fener entlockten^ nnd 
der davon entstandene Qualm, vermehrt durch rasenden Wald- 
brand ist eS; der den ganzen Gesichtskreis verdunkelt.^ Angeführt 
im Sk. 1). 

95. Dhairyamitra. 106, 6: 

Als ob mit Wunderlicht ich sähe, 

Gehindert durch die Feme nicht , 
Rückt mir das Liebchen in die Nfthe 

Mein thränenblindes Augenlicht. 

96. Dhoikavi. chintse 71, 2: 

raifw 'TOitFTI Hv^ inww Hn^ ^^ hh^ 



1 ) Dai 8k. liest a. pakshmiutaraUir. d. divligner ▼yomni lagoft. 



Außrechif Über die PaddhcUi von ^mgadhara. 43 

' „Wenn dn ancb Brahman's Hanpt abschneidest, mit Todten 

FreoBdsebaft pflegest, trunken mit den 6(yttermfitteni spielest, selbst 

auf Leichengrflnden dich ergötzest, and die von dir erschaffenen 

Gesdiöpfe zerstörest : trotz alle dem, wen anders als dich kann ich 

mit huldigender Seele verehren? Wftre die Dreiwelt leer, da,^iva, 

bliebest Herr allein/' — tvarp cet saipcarase vrishena, geht in D. 

F. dem vorigen Verse vorher and behandelt denselben Gegenstand. 

Der Dichter wird von Jayadeva König aller Dichter genannt. 

9J. Haknla ist der Verfasser eines Bachefl Ober Bosspflege 
(A^ya^tra), und im 79. Abschnitte sind eine Reihe von Versen 
dams entoomnen« 

98. Nagnajit. 131, 4: 

^nnfe finm^ firat^r 

Kein Fassfall konnte sie versöhnen, 
Er hatte sie za schwer verletzt; 
Doch bei der Gl&ser frohen Tönen I 
Zerstob der leichtberaaschten Schönen 
Erinnrang, Zorn and Stolz zaietzt. 

99. Nammaiya. kirn m&lati 59, 20: 

„Weshalb schmachtest da, Jasmin, ond hftrmst dich darüber, 
dass eine rohe Hand dich von diesem Basche abgepflückt hat? 
Deine Tagenden sind so glänzend and an vergleichlich, dass jeder 
dich gern als höchste Zierde aofs Haopi verpflanzen wird.*' C. F. 
geben Kshemendra statt Nammaiya. — gäkh&saqitati 59, 65 : 



44 Aufrecht, über die PctddhaH von ^mgadkara, 

^Zwar gibt es auf der Erde viele mit ihrem Zweigdache den 
Himmel aasschliesseiide Bäume, die durch treffliche Früchte den 
Bedarf der Menschen befriedigen; dennoch preisen wir die empor- 
ragende Grösse des nor mit zwei oder drei Blätter geschmückten 
Reishalmes: denn er ist so mildthätig, dass er zum Besten aller 
sein eigenes Haupt hergibt/^ 

100. Narasiüha. 69, 5: 

„Weshalb, Wanderet-, zeigst du dich niedergeschlagen und gc- 
bahrest dich zuweilen wie ein JKasender ? Keine deiner Handlungen 
legen von gehörigem Vorbedacht Zeugniss ab. Du kamst in die 
Wüste, obwohl du wusstest, dass sie wasserloB sei, und nun hei- 
schest du von ihr einen erfrischend kühlen Trunk/' 

101. Nägapaiya. 58, 12: 

^ ^ ^^ wftf fwi^Hrf^: 

„Der Teich ist durch die grausamen Hochsommertage in eine 
solche armselige Lage versetzt, dass die Lilien verschwunden, die 
Fische gestorben, die Bienen davosgescb wärmt, und auch die Vö- 
gel, wie Cakravtka und Oänse, fortgeflogen sind; nur ein einzelner 
am Ufer wachsender Baum ist aus Edelmuth zurückgeblieben.^' 

102. Nftgammft. 3; 30: 

„Ich begrüsse ehrfurchtsvoll des heiss^^utigen , taglilieQfreund- 
liehen Sonnragotfes anfgegai^ene Sdieibe^ die, foth:Mde ein Pa- 
pagaienschnabel, der östlichen Weltgegend als Ohrring dient.'' — 
Man bemerke iden beabsichtigten OleiehÜttig mit tida. ' 

103. N&tltaktttnira. pratyäniinasakhi karämb^jayiiga 133, 19. 

104. Bhatta N&yaka. 59, 34: 



Aufrecht y Über die Pcbddkati von ^rngadhara. 45 

Jin dieser waldigen Umgebong ist der Mango Yor allen Bäa- 
men dkurch den Wachstham von Frachten, Blnmen nnd Blättern 
mit dem (xeprflge der Schönheit ausgezeichnet. Wenn Wanderer- 
scfaaaren ihn erblicken, so eilen sie mit l&chelnden Mienen, freudi- 
ger Ueberraschnng nnd hocherregter Erwartung geraden Laufes auf 
ihn zu." — Bhatta: Näyaka ist der Verfasser eines Werkes über 
Alaipkära^ wie aus Eävyaprak&ga S. 43 erhellt. 

^ 105. NAräya^abha^ta, der Verfosser 4^ Ve^lsaiphära, 
wird sofwohl im Sk.;! als im'Commentare zum Dr. erwähnt Die 
m iQäcjpgadhara aiMgeho|[>eiien Zeilen findei^ sich sämmtlich in dem 
genannten Schauspiele. 

anyonyAsfiälftlMiina 146» 7. oagoadMitjiihhräniita 146, 6. 
jaameador amale knie 140, 21. — nähaip raksbo na bhütaiyi 146, 
9. Mymr^itfya O. - Miftyürlijasya B. Mayürar^sya C. N&rftyana- 
bhattasya D. In dem Drucke beginnt der Vers : raksho nähaip. — 
mantbäyast&roavämbhah 144, 10. mahäpralayamärutakshubhita 144, 
9. yat satya?ratabhafigabhita 146, 2. yadi samaram apäsya 140, 12. 
i^va^äiyaiipntapeyaip 8, 2. Vgl. Nigän&räyana. 

106. Nidrädaridra. jäne kopapari^mukhi 106, 10. Findet 
sich in Sk. Von Böhtlingk nach dem Teite im K&vyaprakä^ ge- 
druckt Nach den Handschriften ist der Vers folgendermassen 
zu lesen: 

^ ^M^M^^^jl ^pmm ^ SV w^ wn 

107. Nigänär&yana. akshatrarikritäbhimany unidhana 141, 
13. Findet sich im Sk. mit dem Anfang: äkshubdhäri. — utti- 
shthantyä ratänte bharam 4, 49. Erwähnt in Sk. und findet sich 
in der Einleitung zum Venisamh&rä. 

108. Netratribhägayagasvin. 106, 20: 



46 Aufrecht^ über die Paddkati wm ^drngadkctra. 

„Als sie in Anwesenheit der Eltern züchtig ihr Antlitz nieder- 
senkte nnd das Wallen des pochenden Bnsens mit Gewalt innehielt, 
gah sie nicht, als sie mit henrorqoellenden Thränen ein Drittheil 
(trihhäga) ihres einer furchtsamen Gazelle gleichenden Auges 
fesselnd aaf mich richtete, den Wnnsch zu erkennen, dass ioh blei- 
ben sollte ?^^ Keine Unterschrift in A. Brahmajagasvina^ G. 

109. Padmagri. Diese Schriftstellerin, wenn mit dem Namen 
überhaupt eine Schriftstellerin gemeint ist, hat ein Kftma^^tra 
verfasst, aus dem in Abschnitt 94 nnd 95 Stücke ausgehoben sind. 
Sie erwähnt Mahe^vara als Meister derselben Kunst. 

HO. Parimala. 40, 11: 

^OTT^: ftrror ^ %^ ^rjm: l^i*frt iRWrf- 

^<iPuiri*<i : ftffR ?i^ f'ii %T ;^ %f%ff II 

„Wenn die Sonne, das Auge der Dreiwelt, deren Strahlen von 
keinem Berghaupte gehemmt werden» von Rfthu verschlangen ist: 
dann zacken die Meteore, erheben sich die Finsternisse, klaffen 
die Sterne, kriechen die Eulra hervor, gehn, weh mir, unbeschreib- 
liche Werke vor sich." 

111. Panini. upodharägena vilolat&rakaip 120, 14. kshapäüji 
kshämikritya 135, 8. Beide Verse sind in Bd. XIY, 581. mit- 
getheilt. 

112. PäQ^avanakula. 77, 27: 

XWJHW: ^IM^^M^PclHl II 

„Geschwindigkeit ist die h(k;hste Zierde eines Bosses, Scham- 
hafügkeit einer Fraui Magerkeit eines Büssers, Gelehrsamkeit euies 
Brahmanen, Nachsicht eines Fürsten, Tapferkeit eines Kriegers." 

(113. Pittamacaturveda). 6, 11: 

^fiuAl^ ffÄ ^T^ ^^^ ^^JFT^ I 



Aufrecht^ über die PaddhcUi von fdrngadhara. 47 

„Wenn Kenner einem goten Gedichte ihren Beifall gezollt ha- 
ben, so toben Missgttnstige vergebens dagegen an: Rähu kann dem 
Monde keine Wunden schlagen, den ^iva zn seinem Schmuck ge- 
wählt hat/' — Findet sich nur in den jüngeren Handschriften 
C. D. K 1). 

114. Pushtika. 104, 13: 

??^ fflMll^?.^^ ??r min: MPi^rtt 
»TRT^ ^: f^ ^fm <^^l^<4irt I 

„Weshalb , Freundin , geht wider alle Erwartung jetzt in der 
Nacht die Sonne mit feuerheissen Strahlen auf?'' „„Reizende, es 
ist nur der Mond/''' „Wenn soi weshalb erweckt er Schmerzens- 
glot in mir?^' „, Rädchen, den Verlassenen erscheint alles ver- 
kehrt**" 

115. Pushpäkaradeva (Pnshpäkara, oder Qripushpäkara- 
de?änam). kecil 59, 6: 

,^inige Bäume , die hier und dort sich finden, fesseln die 
Blicke durch die Schönheit ihrer Blüthen, andere besitzen eine 
Fülle von Wohlgeruch, wieder andere tragen Früchte, aber glück- 
lich zu schätzen ist vor allen der Sandel, weil ihm mit andern in 
seiner Umgebung wachsenden Aestern, namentlich dem Qäkhota, 
auf den Gliedern der Gazellenäugigen zu tändeln geststlel ist.** — 
jirno 'pi 53, 10: 

5Wf sft? ikM4\A\ sf«i f^ sfq -^ %^ I 

„Ist auch der Löwe alt und schwach und nicht länger sprnng- 
fertig, so ist er doch im Stande dem grössten Elephanten Furcht 
und Schrecken einzuflössen." — no mallim ayam 45, 6: 



1) Nach 20, 1. findet sich in D. E. ein Ven: 9Ak]iotakai9 candanasam- 
gatai9 tu yaksb^jayoh kriditam ftyat&kshyfth etc. , der in D. einem Trip^hi- 
ponisliottama, Sohne des Somäditya, zugeschrieben wird. Vergleiche kecil von 
Pnshp&karadera. Statt dessen liest C. eke kecid yatikaragatAh pAtrasamjnam 
labhante, etc. und hat die Unterschrift Pnmshottamasya. 



48 Aufrecht, Über die Pculdhati von (^ämgadhara* 

^Dieser Bienei^üugling verlangt nicht nach der Malli, besucht 
nicht die Schläfe des brünstigen Elephanten, meidet die V&santi^ 
befasst sich nicht mit der Sandelgmppe; sondern in der Beschaanng 
der Jasminblfithe versenkt ist er einem Bflsser za vergleidien , der 
in der Betrachtang der höchsten Herrin , als der ans der einzigen 
Wurzel der grössten Wonne entsprungenen Knospe ; verloren» zu 
erfreulicher Bast gelangt und alle weiteren Irrungen an^bt^ — 
märgaqi dehi 36, 21: 

„,,Mach Platz! TriU leise auf! Höre dieses Geränschl Halte 
deinen Hund vom Gebüsche (?) fort! Was, Freund, bedeutet dein 
Geschrei 7^*^ So sprechen mannigfach die des Waidweikes woU 
kundigen Jäger, und alle ihre Worte und Bewegungen sind von 
einer besonderen Grazie b^leitet.^ 

116. Prithvtdhara. sä tora^äntikam upetya digo 103,8. 

117. Prakägavarsha. etad atra 42, 19: 

„Siehe dieser grosse Teich, von dem das Leben der Wanderer 
einzig abhieng, ist völlig ausgetrocknet Schämst du dich, Wolke, 
nicht, dass du, ohne Grund den Lauf der Guten hindernd , unnützem 
Beigstrome Hülle und Fülle schenkest?^ — kripana 23, 6: 






„Auch der aufgesparte Reichthum der Geizigen findet schlaue 
Leute, die ihn zu benutzen wissen: die Wassermenge des Welt- 
meeres ^llt stets unter die Botmässigkeit des unterseeischen Feuers.^ 



AufiiBekt, über die BaddhM von (fümffcugutra. 49 

118. Prabhäkaradeva. 99, 1: 

Die kte 'gesrim und -sicb^ ^esehii, 

Veüost erlitten alle beide : 
Die jdvm MMSen Hlnrien l§hi, 

Vie andern ihrer Aogen Weide. 

119. Prahl&dana. äiokavantah 41, 1: 

^cht besitzen auch die Sonne und andere Grestiriey aber 
Dor der vielseitige Mond versteht es Steine flüssig zn machen ^)/' — 
^asya tasja 42, 1 : 

„Eänzig bewimdenisifertfa dankt nttdi tt» Eitttünheit der 
Wolke; denn sie blickt aaJT die ganze Welt sammt ihren Betgen 
and Wäldern nieder." — üfikefaB tv&v 59> ^ : 

„Qiva stellt dich hoch , die von dir kommende Reinheit 'über- 
trifi den König der Fltlssigkeiten (Quecksilber), and die Dreiwelt| 
QirtnyU Ton Gold strotzend, verehrt dich, o ißoldbaüih (Sibch&pfel). 
Ver wttrde dir gleich kommen, wenn es dir nicht beliebt hättö 
<lich spottbillig zu machen.** — reha^ftdda 60, 8 : 

„Welcher unter allen Beigen ist im Stande dir, Roha^a, die 
Wige tt yät^n^ da ^cke irota Mtten Stefien znm SehlMöke von 
Ffirateo dienen?'' 



1) JAMpiehmg aaf den OAndrtik&fittt-fiMiA. 
Bd. XXYU. 



.4 



50 Aufrecht, über die PaddhaU von Qirtigadhara. 

120. Phalgahastiol 120, 10: 

„Des neuen Mondes Scheibe, welche die Blnme an der Schling- 
pflanze von des Dreiäugigen Scheitellocken ^ die lächehnde Miene 
auf den Lippen der Nacht , den Keim der Planeten, die Nagelspor 
auf der Rückseite der Abenddämmerung, das finstemissspaltende 
Himmelshom und den Bogen des Liebesgottes bildet, möge am 
Haibmonatsabend segensreich uns aufgehn.^ 

121. (Badhirakavi.) kiip väcyo mahimä mahi^alanidher, 
tävat saptasamudramudritamah! 62, 20. 21. kasyäpi A. B. 0. Ba- 
dhirakaveh D. F. Dhirakaveh. C. 

122. BalUlasena. 41, 16: 

fror fH^fR miH\^^m\- 

„Finsterniss; stehe von deiner üebereilung ab ! Wenn auch die 
Sonne aus freien Stücken heimgegangen ist, so hat es wenig zu 
bedeuten; denn beachtest du nicht, wie eben grade der Mond, ein 
wahrer Lichtocean mit mächtigen Strahlenwellen, sich emporhebt?^ 

123. Bänabhatta; der Ver&sser des Harshacarita und 
der Kädambari. 

imga^avedi vasudhä 13, 7. Hgg. von Böhtlingk. — anyonyft- 
hata 137, 16: 

„Für kurze Zeit schliesst der Wanderer seine von Thränen 
perlenden Augen zu, beugt sein Gesicht, an dem ?or Kälte die 
Zähne klappern, YorwärtS| streichelt die an den Wangen sich sanft 



• ••• •• •*. 

• - ■ • . « - • • , 



Aufrecht j über die Pctddhati van ^mgadhara, 51 

[ strftabenden Haarwellen, stösst ein barsches ach! ach! ach! aus, 
streckt seine Hände aus und trinkt gleichsam das segensreiche Fener, 
ohne zu bemerken, dass sein Bart versengt wird.^ — udyadbar- 
hishi 101, 7: 

Jba, dieser Regenzeit, die den Rasen erspriessen macht, das 
Quaken der Frösche herrorrafty das Leben der Wanderer mindert, 
(fie R^nschauer herabtriefen l&sst, dem Monde das Licht entzieht, 
und den Schwänen gehässig ist ; einer Zeit, die mit grausig schwar- 
zen Wolken der Sonne den Glanz raubt, verlass, Freund^ das arme 
Mägdlein nicht, dessen Thränen in einem beständigen Strome auf 
Bemen Busen herabfallen/* 

Erwähnt in Sk. — kärafigih kuf^ayanto nijjigathararava 134, 
28. grishmoshmaploshagnshyatpayasi 134, 32. dämodarakaräghäta 
33, 5: 

<l*n«<*<IM I rir<<4<!^^ri^riMI I 
Wi ^HJJ<näH ^mM 5W^ II 

„Die Sinne GänAramalla's wurden durch den Faustschlag von 
Dämodara so verwirrt, dass er den Himmelsplan mit hundert Mon- 
den besetzt wähnte.^ Dieser Vers dient als Beispiel einer Sama- 
syä, das ist, eines Spieles, in welchem zu einem g^ebenen Thema 
(hier: gatacandraip nabhastalam) die übrigen Yerstheile hinzuge- 
dichtet werden I nach Art unserer Glossen. Auch Kshtrasvämin im 
Gommentar zu Amara gibt diesen Vers zu samasyä. Das zweiund- 
dreissigste Kapitel der Paddhati enthält zwanzig Beispiele von sa- 
masyäs. Sie sind deshalb wichtig, weil der zu glossirende Theil 
gewöhnlich aus älteren Dichtem entnommen ist. — dür&d eva 
134, 36: 

„Der Wanderer fiedtete schon von weitem seine Hände, aber 
nicht um Wasser zu schöpfen; er nickte sein Haupt vor Freude 

4* 



52 Aufrecht , über die PaddhaH von Q&mgadhaTO, 

und Bewanderang; aber nicht weil sein Durst gestillt wat; das 
Haar seines Leibes wallte stracks empor vor Entzflck^n^ nidit in 
Folge der kühlen Fluth : sein sonderbares Gebahrbn erkl&rt sldi 
nnr dadurch^ dass sein Trachten mehr auf die Bmnnenhfiterin ab 
den Brannen gerichtet war.^ — dhritadhanushi 140^ 6: 

,,Dass vor dem Helden mit gespanntem Bogen die Bei;ge nicht 
niederfallen; das ist als ein Wnnder zu betrachten; denn das ver- 
dient keine Beachtang, dass die elenden Krähen; die nur den Na- 
men von Feinden führen; es than/^ — namas ta&ga 3, 4: 

i^hrfarcht dem heilbringenden Gotte, der mit dem Btiffel- 
schweife und dem sein erhabenes Haupt kttssenden Monde ge- 
schmfickt ist; Ehrfurcht ihm, dem Grundpfeiler des Dreiweltstadt- 
gebändes." — navoktir jätir agrämyä 6, 8. patatn tavorasi sataUqi 
12Ö, 2. punyägnau 138, 13: 

xtNJ OTT ^I^ ff^ ri^i[M) ^lüfn xiw- 

^: I 

1!!^ II 

^Der Wanderer, von dem segensreichen Fener völlig befriedigt, 
ohne die ausstrahlende Glat za beachten; hatte sich Abends anf 
dem weichen Rasen in dem Haine der ländlichen Göttin gemächlich 
zur Rohe begeben-, aber bald von dem eisigen Winde au%eweekt; 
der durch seine abgetragenen; kalten, löcherigen Lumpen freien 
Zutritt findet, eilt er jammernd von einem Winkel snm andern.^ — 
bhrämyaccitkäracakra 134; 34. mukhamätrena 7, 6: 

^Mit dem blossen Munde wissen herzlose Leute den reinen 



Aufgeht y Über die Paddhati von Q&mgadhara. 



53 



Schein eiiies Gedichtes zn trüben , wie Rähu den Schein des Ster- 
Bengebieten.'^ — raritynb 23, 3: 

^er Tod verlacht den, der seinen Leib ängstlich pflegt, und 
die Erde den^ der irdische Schätze anfspart, grade so wie ein Weib 
Ton zweifelhafter Tngend ihren kinderzärtlichen Gatten.'* — vätä- 
kir^a 134, 33: 




jfm heissen Hochsommer, wo eine Bfasse von welkem Tirana- 
giwe ¥om Winde zerstrent omhersaast ^), wo das Wasser von den 
heitBea SonnenstoaMen znm Kochen gebracht wird, schreiten die 
Wanderer selbst zur Mittagszeit rüstig der Heimath zn^ indem ihnen 
4ia ISriBDAmng an den Mondschein des Antlitzes ihrer Geliebten 
jede Ermüdimg fem hält^ — vikacakaoa 98, 3 : 

«Diese eis wenig* gekpttaselte stattliche Haarfülle der Schwarz- 
iogigen siehl, bis zor Bosenvase hinabreichend; nicht anders aas 
als eiB Bienenschwarm, der sich zum Genasse von Honigseim aaf 
einem lialbfnnscblo68enea> Lotus niedergelassen hat/^ — Banasya 0. 
Pnnyai^a B. K|Uid&sasya C. Der Vers klingt keineswegs den übri- 
gen Sac^^n B&na's ähnlich. — vidräi^e 4, 26: 

f^^ ^^ ^r^iiR cr^ ^iWt5 ^^w^ 




1) B^ ist fraglich, ob diese ertt» ZtisMnmenaetzang^ richtig anfgefaest ist. 



54 Aufrecht y über die Pcuidhati von ^mgadhara, 

„Die wnndersame Bhaväni, welche, — als die Manitschaar da- 
Yon floh, Stbya zitterte , Indra den Donnerkeil Men Hess, der 
Mond in Furcht gerieth, Väya still stand , Kavent den Kampf anf- 
gab, Vishnu die stampfe Waffe w^;warf — den einer Schlange 
gleich Wath hegenden, auf seine Tapferkeit pochenden Mahiaha 
ohne Schwierigkeit tödtete, möge alle Widerwärtigkeit von eacfa 
entfernen.^ — santi ^väna iv&saipkhyä 7, 3. Aaswahl 27. — aaii- 
m&rge t&vad äste 98, 15. Wird sonst Bhartrihari zogeschrieben. — 
sarvägäradhi 134; 31: 

^FT'PT^ it^g'iJi^f^ yi4^^4^ft I 

„In diesem Monat Jyaish(ha mit seinen brennenden Sonnmi- 
strahlen; der alles Gras verdorrt; der dem Cätaka ewige Feind- 
schaft geschworen hat; in dem die Bäame versengt and die Bienen 
schwermtlthig sind, der den freiwillig wachsenden Knollen gehässig 
ist; die Flassbetten aastrocknet; vielen Staab glühend macht and 
das Wasser gleichsam in Brand setzt; in dem alle Hofhang ver- 
siegt ist: wie vdrst dO; Wanderer, anf der Fahrt dein Leben be- 
wahren?^ — harakanthagrahänanda 3, 12: 



^<4^4|^M<*llK!5dHSn HHI*^*<I I 



„Ich verbenge mich vor Umä, die in der Wonne Qiva's Hals 
za nmfassen ihre Angen schloss, als wäre sie bei der Bertthrang 
des Kälaküta-Giftes von einer Ohnmacht tlberMen worden.^' 

124. Bilvamangala (Bilvamifigala^rtcaran&näm) , der Ver- 
üusser des Krishnakarnämrita nnd des Snmafigaläkhya Kftvya. 

ardhonmilitalocanasya pibatab 4, 29. Kpshna tvaqi 4; 44: 

IT ^iifOflfri »fhPT^nwT 5rat fft: ^n^ ^: ii 



AufrficM, über die PaddhaU von ^dmgadhara, 55 

„^risluDia^ da bist ein zarter Jttngling, die Schftferinnen sind 
gemeiniglich leichtsinnig, Kansa ist König nnd unsere Nacken ebenso 
gebrechlich wie die Stengel einer Lilie; deshalb bitte ich dich in- 
ständigst, gehe nicht ohne mich in den Yrindäyana-Hain^^ *' : Hari, 
der diesen Worten des Hirten Nanda willfährig sich fügte ^ möge 
euch schirmen.^ — p*aramam imam npade^am &driyadhYam, nava- 
nilam^haniciral^ 3, 16, 17. 

125. Bilhana, der Verfasser des Bilhanakä?ya , Oxf. Catal. 
8. 138., hat allem Anschein nach auch ein Alaipkäragästra ge- 
fehrieben. 

aT1gai?aTp tad idam onmada 35, 17. afignlishu knrifigäkshyäh 
(obhate 98, 49. atädayat pallavapäninaikim 133, 18. — adyäpi 
tat pracalakn^dalaghnshta 106, 23. Amarükasya 0. B. D. Bilha- 
nasya G. Bohlen 12. Sk. I. — ady&pi tan manasi samparivartate 
106, 26. adyäpi t&vß kanakacampaka 106, 25. adyäpi nojjhati harab 
14, 16. ap^itaivästu girindrakanyä 105, 1. amülyasya mama svarna- 
tolä 98, 75. aye helävelä 42, 11: 

„Weshalb verschwendest da, o Wolke, vergeblich deine Was- 
sermenge an das Meer, dessen muthwillige Fluth den Hochgebirgen 
an Grösse gleichkommt? Bewässere lieber diese Bänme, die von 
der Gier der ringsomher brennenden grausigen Feaerflamme er- 
schöpft sind." — araür 104, 4: 

Der Geliebte ist abwesend. 

Sehnsucht fallet das Herz, kein Schlammer die lechzenden 

Augen; 
Togenden find' ich allein, keinerlei Mängel in ihm; 
Langsam schwindet die Nacht, nicht wiederzusehn ihn die 

Hoffnung; 
Mindert sich stündlich der Leib, mehret die Liebe sich stets. 

alam aticapalatvät 35, 16. Kävyaprakä^a S. 148. Hgg. von Böht- 
lingk. — asaipkhyapushpo 'pi 133, 17: 



56 Aufrecht, «6«r die Paddhati tfon gdmgadkara. 

n ^Obgleich er unzählige Blumen besitzt , schenkt er dem Herz- 
geborenen nur fllnf fOr seine Pfeile"^; in dieser Weise erwieBen 
die Mädchen die Kargkeit des Lenzes und nahmen zur Strafe alle 
seine Habe ihm ab.^ — ä^ kashtaqi vanaväsasämya 55, 10. nnna- 
mjra düram mnhnr änamantjati 135, 18. — kangiArnntaiii sflktira- 
saip vimncya 5, 6. Hgg. von Böhtlingk. — käkntsthena girftäsi 
yftni gataga^ chinn&ni 142, 3. grihitaqi tämbfijam parganavacobhi]^ 
107, 3. grim&nftm 58, 14: 








„Viele Schakale vereint stossen, weil sie vor lauter Uebermnth 
sich zu üppig fühlen, an dem Oränzgebiete von Döxleni ein er- 
bäpnliches Geheul aus ; ganz a^ders klingt des Löwenfliraten Trom- 
melschall, der, tief wie der Ton einer Donnerwolke, von den Eie- 
phimten mit ertrocknender Schläfe, unbew^lichem Bflsael und 
regungslosen Ohren vernommen wird." — jfigiutab 98, 76: 

MI<WW l4^^lMijl^ 5 «RT ^§f: II 

„Dass sie des aufgeblflhteii Lotus Schönheitr sich aagwgnet 
hat, ist allerdings wunderbar; aber ist es ihr als ein Verdienst 
anzurechnen, dass sie einem wilden Kl^hanten den Gang ihres 
Fusspaares entwendet hat?" — tannitambasya nindanti vriddhim 
98, 67. tasy&b pftdanakhagreni 98, 77. tädidalaip käficanakar^apftge 
93j 22. doläy&ip jaghanasthaie 97. 9. drägMyasä 9, 8: 

«nf%: I 



Aufrecht , über die PaddkaH von (^ämgadhara. 57 

„Trininph den Dichtern und ihren Fetzen, die mit allergrösster 
Kühnheit begabt, wenn sie irgendwelche sonderbare Stücke ans 
fremden Dichtungen zusammengestöppelt haben, sofort mit ihren 
Werken in die Posaune stossen!^^ — dhik tväip 9, 4: 




WT^ 



fgiraar^ 



^Schftme dich, eisernes Zeitalter, und gehe zu Ende! Welche 
Yerkehrtheit ist dies ? Die Gelehrten betragen sich leider grade so 
wie Barbaren. Denn von den einen wird die hohe Redegöttin zum 
Verkauf feilgeboten, und die andern enthüllen bei der Prüfung er- 
barmuogaUM alle ihre GUü^der.^ — näbhüyan 54, 7 : 






JhGt dem keine anderen Elephanten auf der Erde sich messen 
konnten, dessen stolze Fussspur — was kann man höheres sagen! 
— nicht einmal von dem Löwen übertreten wurde, dieser treff- 
liche Eiephant wird jetzt von den lautschreienden Schakalen ver- 
höhnt, weil er, in der bis zum Abgrund reichenden Morasttiefe 
stecken geblieben, alle Thatkraft verloren hat/' — nidrardha 
106, 24: 

„Noch heute schallen mir laut im Herzen die im Liebesrausch 
gestaiiip)elte& süssen Worte der Gazellenäugigen , die siQ, mit in 
Schlammer halb geschlossenen Augen, weder bedeutungsvoll, aber 
anch niidit bedeiitangslos entfallen liess.^ Dr. 4, 21. Verschlechtert 
in Slhityadarpana 69, 13. — nirarthakaqi janma gataqi nalinyä 
35,1g:, 41^ U. ErwAbnt in Sit — p&nlyaip n&likeriphala 138, 25. 
P^nabänatyägäya 98, 19. prasärya pädau 135, 17. bhaktiti preyasi 
B^i^riteshu 131, 7. bbrürekhäyugalam bbäti 98, 12. manye tadürü 



58 Aufrecht^ über die PaddhaJU von ^ämgadhara. 

sambh&yya 98, 72. mayä kninäryäpi na snptam 132, 2. — maht- 
pateti na santi yasya pärgye 7, 13. Hgg. von Böhtlini^ — mog- 
dhasya te yada yidhnqitada 104, 7. ye kunthikritayaHabhapraq»- 
tayal^ 128, 10. re mätanga madämbadaml)aratay& 53, 16. laBki- 
pate^ 7, 7: 

„Dass das Ansehen des Lankdgebieters geschmftlert, and der 
Ragbnprinz ein Gegenstand des Ruhmes geworden ist, alles dies 
ist dem Einflnss des Urdichters zu verdanken: Dichter mttssen tob 
Fttrsten nicht beleidigt werden." — viro 'san kirn n var^yate 140, 
31. (igbram bhümigrihe 102, 14: 

^^ ^jf'PI^ IfTO ^wfH in§' f^ «Äl^Ri 

^t^j I 

„„Begib dich- alsbald in's Grab! wozn spielst du mit dem Le- 
ben? Siehst da nichts anglückliche, wie der Mondschein dorch das 
Fenster dringt r^^ Solche traurige Worte ertönen im Hanse ab- 
seitens der schönbranigen Frenndinnen ans Furcht yor dem anf- 
tauchenden Monde, und mehren den tiefen Liebesgram der Ywlas- 
senen/' — gucir iti paritah prasiddhibh^i 117, 11. saundaryapfttre 
yaktrendau 98, 21. sthane sthäne malayamarutah 133, 10. syarnai]^ 
skandhaparigraho marakatair 59, 2. hemamafiyiram&läbhyftm 98, 74. 

126. Bijaka. asau maraccumbitac4rukesara)i 133, 1. Bha(ta- 
bijaka nur an dieser Stelle. Käyyaprakä^a 146. chfty§^uptamriga|;L 
^unta 58, 2. Paficatantra 2, 2. — malinahutabhugdhüma^y&mair 
135, 6. Bujäkasya 0. Vijjftkasya B. Vijjakasya C. Viijj&käyM^ D. — 
meghair yyoma 135, 39: 

MK i ßt^w ^RT^ 52t: -^^ ftipn: I 
ij^ ^T?rfti^ ni^if^^ii ^(jRi ^Ki^ iw^ 

1) jushim O. moshim B. C. D. 



Aufreckt y Über die PaddkaU von gdmgadhara. 59 

,J>a hast den Aether mit Wolken, die Erde mit frischen Güssen, 
die Gegenden mit zuckenden Blitzen, die Luft mit Regenschanern, 
die Haine mit Eutcgapüanzen, die Flüsse mit schwellenden Fluthen 
gefüllt Sprich, gransame Regenzeit, ist es nicht eitle Prahlerei, 
das8 da flberdiess ein allein stehendes, ob der Trennung von dem 
Gdiebten verzweifelndes armes Mädchen zn vernichten suchst.^ 
Blijäkftsya A. C. V^jäkäyäh D. Bijakasya 0. — himadhavaladanta- 
ke^ 137, 1. Bltjakasya 0. B. V^jakäyä^ D. Keine Unterschrift in G. 

127. Bijäkara. nganyäm etasyäip snrataparivarta 109, 5. 
Biijikarasya B. G. D. BQä&knrasya 0. 

128. Bhadattajfiänavarman. kiip jäto 'si catnshpathe. 
Aaswahl 24. Erwähnt in Sk. Bbadatajfiänavarmanab 0. Bhadanta- 
jfiftnavarmanah A. B. D. Bhagadattsgfiänavarmanah G. F. Die letz- 
tere Schreibart ist wohl die richtige. — bhrübhange 'pi racite 
drishür 112, 8. Findet sich im Amarü^taka. Bhadantavarmana^i 
0. B. Bhagadattavarmana^ G. D. 

129. Bharchu. ähüto 'pi 137, 14: 

„Obgleich der Wanderer von seinen Gefährten gerufen worden 
ist und gesagt hat^ er werde kommen ; obgleich er aus dem Schlafe 
erwacht und bereit ist aufzubrechen, kann er am Wintermorgen von 
seiner zasammengekrümmten Lage sich nicht losreissen.^^ kämaqi 
16, 1: 

^e Stolzen geben lieber das Leben auf, als dass sie von 
Feinden selbst eine grosse Gefälligkeit annehmen." 

130. Bhartrimentha. Ist mit Mentha wohl eine Person. 
139, 6: 

Becher mit blühendem Lotus bekränzet, 
Söller von Mondlichtstrahlen beglänzet. 



1) Das SarMvatikanth&bharana liest in a. madhuvikacasitotpal^ , in d. 
■*kim idan. 



60 Aufrtchi^ übet die PaddhaU von g&mffodhara. 

liebenden Mftdchens Yerlegenheitzeichen^ 
Mehr als Vermögen beglückt es die Reichen. 

131. Bhartrisyämin. na tig jahup yan na sncäin 186, a. 
Bhal^asyäminal^ 0. Der Vers ist aas Bhattik&vya 2, 19. entBom- 
men, and wir lernen hierdarch den alteren Namen von Bhalti 
kennen. Vgl. anten Bhatfa Svämin. 

132. BhartriharL Vgl. Schie&er and Weber, Yariae I^e- 
ctiones. Diejenigen Verse, welche in der Bohlenschen Anogabe sich 
finden, aber in den Hss. nicht aasdrücklich Bhart{ihari zogetheUfc 
werden, sind mit einem Sternchen bezeichnet 

agre gitaip sarasakavayati 152, 6. ig'änan d&h&tmyam patati 
160, 7. ajfial;! snkham ärädhyab 11> 4. * adhigataparamftrthaji 
10, 1. ambhojin^vananiväsa 44, 2. ardhaip saptvft ni^äyäb 136, 7. 
a^nimahi vajam bhiksham 147, 15. ahan vä bare v4 147, 13. 
&9ä näma nadi 147, 14. äsaipsaraip tribhavanam idaqi 147, 16. 
itab svapiti ke^vab 62, 17. — iyam palli bhillair 49, 7. fehlt 
in A. 0. kasyäpi B. D. — apacaritavyäh santo 14, 6. *apari 
ghanaip gbanapa(alaip 135, 25. ete satporaah&b paiäctha 31» 9^ 
*kadarthitasyäpi 13, 4. kiip kandarpa karaip 147, 8. — kiqi 
gatena yadi sft na jivati 135, 24. Fehlt bei Bohlen. Weber- & 22. 

— kasnmastavakasyeva 16, 13. ^ke^än äknlayan dri^a 138, 11. 
kvadt kanthädhäri 147, 10. kshanam bftlo bhütvä 147, 6. ksh&n- 
taip na kshamayä 150, 4. Weber S. 23. ^ksbutkshämo 'pi jarft- 
kri^o 53, 8. Idialväto divasegvarasya 29, 3. *gätraqi saipkacitaip 
gatir 160, 12. — ganaparicit&m kryiiß yäniip 22, 33. Nicht in 
Bohlen. Schiefher S. 12. ^ganavad agunavad vä 75, 110. — 
ga^air nttoSgal^ yäti 18, 13. NMit in BoU^. — ewAftnto 
gandabhittir 138, 12. jayanti te sokritino 7, 12. *jalpanti s&rdham 
anyena 76, 75. jAta^ kftmab sa. ekab 160, 6. Weber S. ^ j&tir 
yätn rasätalaqfi 21, 1. tvaip r^jä vayam 10, 8. *tvam eva c&tak&- 
dhftra 42, 18. *dänam bhogo nägas 23, 13. dhanyänftip girikandare 
160, 6. *na ka^ic candakopänäm 75, 95. na dhyätam padam 
i^yarasya 150, 3. ^namasyämo devän 29, 2. nabhyastä bhavi v&di 
160, 2. nindanta nltiniponä 13, 2. '^^nünam ^jfiäkaras 98, 13. 
*pätito 'pi karäghätaih 3J., 24, pu^ye gräme vaae vä, 1,5, 3. 
prasahya ma^im nddharen 26, 4. pHiptäb ^riyab sakala 148, 2. 

— präptä jarä y^ny^nais 151, 3. Nicht i^r Bohlen. Schiefner 
S. 12. — balibhir makham 27, 1. brahmändamandalim&tram 15, 
12. — brahmä yena kal&lavan 29, 1. kasy^i BaiiddlMisya 0. — 
bhftb paryaükaip nljabhiga 147, 9. bhogä ua bhaktä 150, 1. bhrä- 
tab kashtam ahq 151, 2. *bhräntaip yäcanatatpavena 27, 3. bhrü- 
c&tury&t koficitäntab 139, 6. majjatv ambhasi 29, 4. manib gänol- 
lidhab 77, 1. — mattebhakarabhapari^ähinj 124, 15. 139, 3. Nicht 
in Bohlen. Weber S. 22. — *many&mahe malayam eva 60, 4. 
m&tar medini täta 147, 7. — mäne mläyini khandite 162, s! 
*makhena candrak&ntena 99, 4. *magdhe dhänashkatä keyam 122, 



Aufredhif Über die Paddhati von "^mgadhara. gl 

1. — jatold «pi kBh pa^yed 48, 7. Fehlt ^ Bohlen. Sohiefner 
8. te. — fpadk kiiTicijjfio 'haip 158, 7. yadtetd ajS&nam, D. nach 
162, 7. '^di Hftma daivugatyä 43, 16. *yan n^ ttiadabhinna 88, 
1?. yiffflBti vittaip sa 21, 2. y&vat svastham Maip gariram 88, 15. 
TMtffiali harmyaitaMqi 148, 4. tabhela sikat&sa 96, 8. ^obha^ ced 
agu^ena 77, M. i^^ip yebhyo jMi^ cira 148, 3. vayann iha pari- 
tash^ 19, 2. — varam ahitmikhe kl'odhä 15, 4. Nicht in Bohlen. 
Schiefiier S. 7. — vipadi dhairyam 12, 1. ^vigramya vi^iam^Ka 
102, 2. vj^nva tishthati 147, 6. ^a^t divasadhüsaro 77, ä. 
gv^lam padMl Bamabhi?ikshya 149, 9. *8iäha|^ gt^r api 17, 2. 
^snjati tiyad a^sha 141, 4. stanau m&nsagranth! 149, 10. str!- 
mndr&ip kasamiyndfaaKya 91, 10. hartar yäti na gocaraip 10, 7. 

133. Bhallata. Dafür wird, namentlich in den jüngeren 
HandfiicInNIteb, hin ond wfddet Malla'bhalH gesdifiStieft. 

gate tasmin bhänan tribhnvanasamanmesba 40, 10. Bhallatasya 
A. D. 0. Mallabhattasya B. C. F. ghana 52, 4: 

„Kein Wander, dlstös du, Lenchtwnrm, in der Nacht scheinest, 
wenn alle Wdtgegenden von tiefe: FinstetniBS i^esohwllfet sind. 
Jetzt aber ist es Tag und die Sonnenstrahlen haben den weiss- 
gl&nzenden Mond aas dem Wegjld gMltmit.^ Bliallä(l0yia A. B. '0. 
Mallabhattftsya C. D. F. — candane 59, 57: 

„Am Sandelbaam lassen wir ans die Schlangen gefeJlen, weil 
kein werthvoller Gegenstand ohne Obhut bestehn kann; hast du, 
Shadira, dir etwa deshalb Domen angeschafft, um deine Tortreff- 
lichkeit zu beschützen ?^ Bhallatasya B. C. 0. Bhallatasya F. Mal- 
labhaftasya D. — drishte 107, 8: 



g2 Aufrecht, Oher die FaddhaÜ van g&rngadhanK 

yßo oft sie den Mond sieht, der am Himmelshofe behairlidi 
weilend mit seinem klaren Lichtschimmer die Finstemiss sertheilt, 
und an dich, ihren in der Feme weilenden Geliebten, denkt: win- 
delt sich der Seufzer der Gazellenäugigen in eine lilienknoqiie, 
ihr Gesicht in einen Nachtlotus, ihre Sehnsucht in den Milchseei 
und ihr Augenlicht in den Mondstein.^ — pathi nipatitfti|i gftnye 
50, 2. Bhallatasya A. B. 0. Mallabhattasya D. F. — p&ta|^ 40^ 9 : 

"tTfcTJ f^ »^"^rfif »ll^ •TiMHIMR ^JW- 

^er Hingang der Sonne verursacht mir nicht grossen Schmers; 
denn ich weiss, dass im Laufe der Zeit viele untergegangen sind, 
untergehen und untergehen werden: aber das betrübt mich Aber 
die Maassen, dass lichtlose Finstemiss diesen von Natur weiten 
Aether erfüllt hat"" Bhallatasya A. D. 0. Mallabhattasya B. C. F. 

— prayäte 'stam 102, 7: 

fll^«f<IIISMMrifJ<uni<3J1t4iftri^^M [ 

,,Als die Sonne untergegangen war und die Abendröthe die 
Gipfel der Bäume beleuchtete, wo Vögel sich in ihren Nesten ge- 
bettet hatten, und als nun der Mond gemach aufschimmerte: da gerieth 
die Zarte y die von dem Geliebten verschmäht den Schmerz der 
Trennung zwiefach fohlte, in einen solchen Zustand, dass im Ver- 
gleich damit der Tod ein Fest gewesen wäre." — yasy&karqiya 
vacal^sudhä 46, 9. Bhallatasya A. 0. Mallabhattasya B. G. D. F. 

— ye jatyft 43, 3 : 

ftiti 
xrt^^: II 



Aufireehif über die Paddhati van Q&mgadhara. 63 

^eh, Freund, der Staub, der von Natur geringfügig yon nie- 
mand beachtet wurde, sondern täglich mit Ffissen getreten lange 
xn Boden lag, derselbe von dem unstäten Winde emporgewirbelt 
tchligt jetzt seinen Sitz in der Luft über den hohen Bergen auf/^ 
Kiallataaja A. B. E. 0. Mallabhattasya D. C. F. •— vapur 56, 1: 




^war ist der Leib des Kameeies krumm und hässlich und 
sein Geschrei verursacht Ohrschmerzen; aber durch seinen schnel- 
len Gang wird die Menge seiner Fehler verdeckt^ Bhallafasya 
A. B. Fehlt in 0. Bhallätasya C. F. Mallabhattasya D. — ^ta- 
padi 71, 55: 

^Wenn der Yielfass mit seinen hundert Füssen nicht einmal 
eine Pfütze überschreiten kann, was können wir an Hanümat aus- 
setzen, der mit zwei Füssen das Meer übersüßen hat?^' 

134. Bhavabhüti. antrai^ kalpitamaügala 145, 2. Mftlati. 
alipatalair 43, 2 : 

„Weshalb giessest du, Wind, die von Bienenschwärmen ver- 
folgte Woge von Moschusduft, die die Herzenskrankheit von Yer- 
Btiadigen heilen könnte, in eine Stadt aus, wo die Leute keine 
Nase haben ?^' — utkrityotkritya knttim 145, 1. M&lati. jalani- 
viditavastra 134, 27. Mälati. daiväd 41, 2: 

fPinf^ fk ^mwiIh 5^ ^rtf?T ^f^ I fn^: ii 

„Obgleich der Wesenherr aus Zufall beide gleichmässig zu 
Qgen genommen hat, können demungeachtet Schädel mit dem Monde 
sich messen?^ — niravady&ni 6, 2: 




64 Aufrecht, über die PcuUUuUi von ^mgculhara, 

„Was schadet es, wenn auch ein Unedler tadellose Verse 
schreibt? Verliert das Zackerrohr seinen Geschmack, wenn dii 
Bettler es in seinen Band gesteckt hat?^ — pakshmWpiBga- 
limna]^ 4, 13. M&latt bhramaya jaladin ambhogarbhftn 106, 9. 
Mälad. vajrad api kathoräni 12, 7. Uttara. — vitarati gumti prftr 
jfie 26, 2. Kälidäsasya A. B. G. D. 0. Der Yers findet sich jedoch 
im Uttara. — sänandaip nandihastagata 4, 5. Mälati. 

135. Vaidya Bh&nnpandita. kurvantn 59, 46: 



„Auch andere Bäume sind mit der Falle ihrer spottbilligen 
Blüthen » Schatten und Frflchte dienstlich ; aber nur die Birke er- 
trägt für das Wohl anderer erbammtigsvoll den fidtmen der FU- 
lung.^' — kshanaip käntärägaprasara 74, 5. dhammillo bhafigam 
etu pravigatu 124, 7. mitafigakottibbasaipsarga 98, 43. varatara 
43, 1: 

„Es fahren viele scharfe Winde daher, die fähig sind edle 
Bäume zu zerschmettern; aber den mannigfachen edlen Duft ihrer 
Blttthen zu vertheilen versteht nur einer.*' — (;äkh&^ta 58, 8: 

„Wie viele Bäume gibt es nicht im Haine, die mit ihren hin- 
dert Aesten die Luft erfüllen, aber wie wenige, deren Blätter von 
durch die Duftfülle angezogenen Biehen zerstochen werden.^ 

136. Bhäratikavi. kas tvaqi güli nqigaya bhishajaqi 4, 9. 

137. Bhäravi. Alle Verse sind aus dem Kirätäijuntya ent- 
nommen. 

akritrimapremarasä 91, 18. karau dhunänä navapallaväkriü 
134, 18. tathft na pürvaip kritabhüsbanoddhurati 134, 19. tirohi- 
tftnt&ni nitäntam 184, 20. niptyamänastavakä gilimukhair 185, 24. 
präpyate gunavatäpi 121, 3. mäninijanavilocana 120, 26. vnganti 
te müdhadhiyab 75, 122. 



Aufireckif über die PadtiÜuUi von (Jdmgadhara. 65 

138. Bhftsa. Wird von Raja^khara; Jayadeya, und dem Ver- 
fuser des Sk. erwähnt. 

asyft lallte racitä sakhibhir 98, 7. — kapäle m&rjftra^ paya 
iti 120, 20. Sk. 3, 113. Kävyapr. 342. Uebersetzt von Böhtüngk. 
— tikshnaip 186, 6: 

ffW «^<rrt ^i^ft^r ^i^Rrii 

„In dieser Herbstzeit verursacht die Sonnenhitze grosse Noth, 
wie ein gemeiner Maisch, der plötzlich reich geworden ist; der 
Hirsch lässt sein Hom fahren, wie ein Undankbarer seinen Freund ; 
das Wasser ist klar, wie des Heiligen Anschauung von Tugend; 
dflrr wird der Sumpf, wie ein Liebender ohne EUkbe.^ — dayitä- 
bäbu 98, 45: 

„Mit dem Armseile meiner Geliebten hat es eine absonderliche 
Bewandtniss: legt sie es um meinen Nacken, so lebe ich, und 
sterbe, wenn sie es loswindet/' 

139. Bhikshätana. svämi ni^vasite 'pi asAyaü (Sttityad. 
45.) , drigbhangibhangimagatair (findet sich im Mahän&taka), anärya- 
pngMnäm iha Jana 132, 16 — 18. 

140. Bhima. ä^ankya pranatim patinta 112, 5. Findet sich 
im Amarü^taka. — kani sthänani 134, 5 : 

<mßi : 5^rf^ ftmftRsr T^ sf^lm: 

„„Welehd Orte sinid bereits verbrannt? wo findet sich ein 
grosses Dickicht? was bleibt vom Walde noch übrig Y^ '^ So spricht 
^ Waldfeuer , dessen übeht durch das Geleite des Windes ver- 

«iXIVIL 5 



ÜQ Aufrecht, über tue Paddhati von (Jänigculhara, 

grössert ist, stösst, indem es mit seiner heissen Flamme die Knoten 
der Sclüingpflanze beleckt, ein gellendes Gelächter ans, und sieht 
gleichsam von dem dicbtbeästeten Gipfel eines trockenen Baumes 
nach allen Seiten sich am/^ — bhadrätra 135, 34: 

« 

„„Mein Lieber, wohnst da in dieser Nachbarschaft? bist da 
mit allen Vorfällen vertraut? kannst du mir sagen, ob nicht etwa 
hier die Gattin eines Reisenden in Gram über das Dröhnen der 
Wolken gestorben ist?"" So erkundigt sich ein Wanderer, fürch- 
tend , dass in Folge der Versäumniss der festgesetzten Rückkanfts- 
fhst seiner Geliebten ein Leid wiederfahren sei; und wagt in Angst 
nicht in sein naheliegendes Haus einzutreten/' 

141. Bhimasinhapandita. avayaveshu 98, 81: 

'^ni'nt «(«IHM! jfff ^5^ 

5FTfH f^Rsi^fi ^^ Sfx? W* II 

„Ihre unvergleichlich reizenden Glieder halten einander ein 
solches Ebenmaass, dass selbst ein Kenner nicht klar entschei- 
den kann, ob dieser oder jener Theil ihres Körpers besondere 
Schönheit besitze/' — piba paya^ prasara kshitipäntikaip 71, 51. 

142. Bheribhänkära. uccair uttälakheladbhigavana 3, 10. 
uccair brahmä^dakhandadvitaya 3, 2. kalpäntakrodhanasya tripura- 
vijayinah 4, 11. yenänandamaye 46, 7: 



Aufrecht, über die PaddhaÜ von ^mgadhara. 67 

Jln der wonnigen Frühlingszeit verlebte der junge Koknk seine 
Tage anf dem Gipfel des Mango ; wo Hammeln und Bienen des 
Duftes willen versammelt summten ; aber wehe ! durch die Macht 
der Zeit flieht er jetzt nach allen Richtungen, weil ihm Krähen zu 
ihrer Kurzweil mit ihren Schnäbeln den Kopf zerrupfen.** — yenä- 
nargalabälakeli 53, 9. 

143. Bhojadeva, Bhojanarendra, Bhojaräja. iüig&- 
rail^ 134^ 4: 

iH^lHlfti H<5IM^|(h ^Rrimi^ll ^<j3f{l^ ^ 

^ie Erde ist gleichsam mit glühenden Kohlen gefüllt, auch 
die Luft erstickend durch die heissen Strahlen der Sonne; der 
Wind ergiesst gleichsam von allen Seiten ein glühendes Hülsenfeuer 
aus ; auch die Fluthen der Flüsse sind karg, und die Weltgegenden 
scheinen in Brand gesteckt zu sein : in diesem Hochsommer ist die 
ganze Welt gleichsam von einem nie dagewesenen Feuer erleuchtet/* 
— atyachaip sitam anQukaqi 134, 10. ä pushpaprasarän manohara- 
tayä 59, 42. upari 135; 23: 

„Oben die Wolkenschichten, fern die Geliebte, wie hat sich 
das begeben? Auf dem Himavat wachsen göttliche Heilkräuter, aber 
auf dem Gipfel reckt sich der grimmige Qesha." — kiip te namra- 
tayä 59, 18. Hgg. von Böhtlingk, dessen Aenderung pathika^ii sto- 
mai^ für das allein richtige pathikastomaih unbrauchbar ist, 
weil Stoma niemals ein gemeines Lobgedicht ist. — kiyanmätraqi 
jalaip 35, 11. Auswahl 33^). — kritopakäram priyabandhum 117, 
7. Auswahl 6. — tavaitad 46, 5: 

„Ich weiss, Kukuk, dass die Süssigkeit deiner Stimme nur 
erheuchelt ist; denn du verlässt, sobald du flügge geworden bist, 
diejenigen, von denen du auferzQgen worden bist^ — bhima^yäma- 



1) Im Texte ist bhavMri^ih za lesen. 



g3 Au/recht, über die Paddhati van ^dmgadhara, 

pratanavadana 68, 3. bhüribbärabharäkränto 35, 12. Auswahl 34. 
— bbräta^ 59, 7: 

'hnsnf^ n^if«!«!: Two^jfft g^ ^ ^' y 

„Brader Sandelbaum, was soll icb dazu sagen, dass diese 
fOrchtcrlicben und hochgiftigen Schlangen mit ihren grossen fun- 
kelnden Kämmen zu Wäcbtern deines blossen Wohlgeruches be- 
stellt worden sind? Hätte die Vorsehung dir noch Blttthen und 
Früchte gegönnt, so weiss ich nicht, was besonderes sie zu deiner 
Behütung ausfindig gemacht hätte/' — mayi 59, 42: 

^ ift^ 4\^\^ im^ ^fNiparr: i 

^ #^ ^I^TOT f^ <lf^4{lMK!} II 

„„So lange ich körnerreich lebe, von welchem Nutzen sind 
alle anderen samen vollen Citronen?^^^' So dachte der Granatapfel 
und barst in der Mitte/' Findet sich nur in C. F. — m&ndhfttft 
sa 141; 6: 

%g^ »rft^ f^rf^: imS ^siii^l^*» : i 

„Dahin geschieden ist der König Mandhätn, der im goldenen 
Zeitalter die Zierde der Welt war. Wo ist der Vemicbter Ra- 
vanas; der eine Brücke über das Meer schlug? Auch viele andere 
Könige wie Yudhishthira sind gestorben; aber mit keinem ist die 
Erde zu gleicher Zeit dahin gegangen, wie sie, ich glaube sieber, 
bei deinem Hinscheiden es thun wird/' Diese Strophe soll an 
Muilca gerichtet sein und findet sich im Bhojaprabandha. — ya^ 
piyüsha 71, 5; 

HT?i^f^ rt4HfM ftaifni^ <»mrt'^ri) f^sKur- 



Aufrecht y iU>er die PcUUihati voii Qdmgadhara. 69 

„Der eiDe badet dich allenthalben mit ambrosischen Licht- 
flnthen, die andere durchglüht dich über alle Maassen mit heiss- 
brennenden Strahlen; dennoch gestattest du ihnen beiden, Bruder 
Aether, unwandelbar einen Standort; diese unvergleichliche Gross- 
muth von deiner Seite ist weltberühmt." — yah saiptäpam 44, 14: 

,Jnsofem als du der Grösse der Wolke gram bist, die die 
Pein der Welt entfernt, die allen Dienste erweist, und mit ihrer 
ambrosischen Gestalt die Augen entzückt: bist du, Schwan, nur 
der Farbe nach weiss, aber deinem Wandel nach ein Finsterling 
(schwarzfüssig)." — yad etac candr&ntar jaladalava 35, 13. S. 4, 
HO. Sähityadarpana S. 295. — yeshaiji 147, 17: 

„Denen im Verein mit der Geliebten die Nacht rasch wie 
eine Minute verfliesst, diese brennt in der Trennung der kaltstrah- 
lende Mond so beiss wie ein Meteor. Wir aber kennen weder 
Geliebte noch Trennung, und so scheint, im Mangel von beiden, 
dieser Mond wie ein Spiegel uns weder warm noch kalt." Hat 
die Unterschrift : Bhojaräjacorakavikritam padyam. — abhüt 128, 1: 

^i Tagesanbruch ist der Himmel roth, wie Quecksilber, wenn 
es GoW verschluckt hat — der Mond verliert seinen Glanz, wie 
ein Gelehrter unter Unwissenden — die Sterne vergehen im Nu, 
wie Fürsten ohne Thatkraft — die Lampen verlieren ihren Glanz, 
wie die Vorzüge der Unbemittelten." — viralaviralibhütäs 128, 2. 
Auswahl 17. Die beiden letzten Strophen sollen von Bhoja's Hof- 
dichtem verfasst sein. 



70 Aufrecht y über die Paddhati von ^mgadhara. 

144. Bhohara. präleya^aila^igiränalasamprayogat 137, 7. 
Bhoharasya B. Bhohasya 0. Keine Unterschrift in C. D. 

145. Madana. nayanapathanirodhakrodlia 36, 26. yady api 
41, 9: 

„Wenn aach der wüthende Raha im Zorn ihm auf den Kopf 
tritt, so gibt dennoch der meergeborene Mond das Reh nicht auf, 
das bei ihm Zuflucht genommen hat^^ 

146. Madälasä. 38, 7: 

^ % ^j^4iii*^<i r<4mchrHirinjmrri n 

,,Mein Sohn, wenn du früh aufstehst, so nimm in Bedacht, was 
im Jenseit dir frommen wird ; hienieden wird die Frucht deiner 
Werke deiner Bedacht nehmen.^' 

147. Manu. Nur zwei Verse werden ausdrücklich ihm zuge- 
theilt, und diese sind aus anderen Werken genommen. 

prajäpidanasaiptapät 75, 11. brahmahatyä suräpänaqi 39, 7. 
m&trä svasr^ duhiträ 37, 57. sabhä vä na praveshtavyä 75, 64. 
sükshmebhyo 'pi prasangebhyah 75, 60. — somaJhi Qaucaqi dadau 
91, 11. Manoh. Findet sich in Yajfiavalkya 1, 71. — striyaf^ pa- 
▼itram atulaip 91, 12. Manoh. Unbekannt 

148. Mayüra, der Verfasser des Süryagataka und anderer 
Weike, wird von Trilocana und R^jagekhara erwähnt. 

äghr&yaghräya gandhaip vikatamukhaputo 36, 17. ähatyähatya 
36, 29: 

r^ljfi<H}l<MKI<^^iM^<^^l^f4jiJW | r^rH §f« II 

„Während das Kalb , wiederholentlich mit dem Kopfe stossend, 
mit ein wenig gebeugten Knien und rastlos bewegtem Schwänze, 
das triefende Euter der Mutter trinkt, stösst die Kuh in Zärtlich- 
keit ein dumpfes Gebrttll aus, und leckt, bis es gesättigt, ihres 
Kindes emporgerichteten Mund, der von herabfallenden Milchtropfen 
fleckig ist." Das nennen die Inder in der Kunstsprache eine j&ti, 
wir mit einem Zwitternamen ein Genrebild. - jambhäratibhakum- 
bhodbhavam 4, 51. SAryagataka. — bhaktiprahv&ya dätum 4, 52. 



Aufrecht, über die Paddhati tson ^dmgadhara, 71 

SArya^at. — sanivishto gramadevyah kataghätitakntikudyakonaika- 
de^ 138, 14. 

149. Mallabhatta, s. Bhallata. 

150. Mahädeva (Qrimahädeva). etäsn 59, 27: 

»Unter diesen blühenden Schlingpflanzen geniessest da, Ketaki, 
die wundersamste Seligkeit ; denn der Bienenjüngling, ohne anf die 
ilin verwundenden Stacheln zn achten, eilt zu dir allein heran um 
mit dir zu liebkosen." — devo harir 39, 4: 

V% ^ ^ fron 5R%^fTf^ II 

„Zwar fuhrt Vish^u auf seiner Brust den Eaustubha ; aber der 
Sonnengott hat ein ganz anderes Kennzeichen erwählt: denn er 
trigt auf seinem Haupte LiOtusblumen, die durch die Berührung 
Miner Strahlen Yon Duft überschwellen.'' — bhuktani yais tava 
58,11: 

prf^ ^w^r ^^\U ^^[^H \ U 

;,Dieselben Vögel, die deine reifen Früchte genossen und in 
deinem Laubdache sorglos geschlafen haben, sehen ach! jetzt am 
I^fer stehend , wie du , Baum , von der Flussströmung fortgerissen 
wirst« 

151. Räjapitamaha Mahädeva. Damit ist wohl der Gross- 
^*ter von Hammira gemeint, na yatra 71, 36: 



72 ^/VadU, iih€r die Paddkati von Q&tngadhara. 

„Wenn nicht ein einziger mit einem Seil versehener Eimer 
sich in der Nähe befindet, wie wirst dn da, Wanderer^ ans dem 
Bronnen Wasser schöpfen kennen ?^' raksha 71, 37: 



f^^ Ä^ >^^W H'nTt ^WTi 



;;Bewahre im Gel&ss das Gel, das den Glans der Lampe ver- 
mehrt ^ sonst wird dein Docht zn Asche werden.*^ Beide Verse 
leiden an dem Fehler, daas die beabsichtigte Doppelsinnigkeit man- 
gelhaft ist. 

152. Mahämannshya. atha 136, 1: 

„Nnn ist mit mondenklarem Antlitze , mit weissen Gewändern 
and blauen Lilienangen das Herbstmidchen gekommen die Erde 
heimzusuchen, und trägt wie Lakshmi Lotus als Zierrath und be- 
dient sich junger Gänse als Fächel*^ — käranotpanna 138, 4: 

„Obgleich arg beleidigt, umarmen die Frauen in der harten 
Wintemacht die Gratten eng und enger unter dem Verwände sich 
vor der Kälte zu schätzen.^ — In D. fehlt dieser Vers, hingegen 
wird der ungleich bessere 138, 3 Mah&manushya zugeschrieben: 

„Die Kälte, bei den Reichen durch Decken, Kohlen, Schlaf- 
gemädier und den warmen Busen liebender Frauen zuräckgeschreckt, 
stOrzt auf die Armen«^* 

153. Mahipatimandalika. asminn ambhodavnndadhvani* 
janitarushi 53, 13. 

154. M&ghakavL Siehe Dhanapäla. Der Dichter gehört der 
mittleren Schule Indischer Kunstdichtung an und dürfte ein jüngerer 
Zeitgenosse von Bhavabhüü sein. Mit einer einzigen Ausnahme 
sind alle Verse aus dem ^^opAlavadha entnommen. 

adhingani jagama dhäma 115, 5. anurägavantam api locanayor 
117, 3. arthä 25, 7: 



Aufrec/U, über die Paddhaä pon ^dnig<HUi€Hra, 73 

t^lHIW ti^nffi ^<5f^fl ^PRt ^ I 

^ch habe kein Yennögen und doch verlässt mich nicht die 

tische Hoffnung und mein verwöhntes Herz verschliesst sich nicht 

gegen Freigebigkeit. Betteln führt zu Erniederung und Selbstmord 

ist Sflnde. Fliehe^ mein Leben, aus freien Stücken, wozu das lange 

Zögern !^^ — asampädayata^i kaincid 30, 9. idam idam iti bhüruhäm 

133, 23. udayati vitatordhyaragmi 129, 9. kirn kramishyati kilaisha 

Yämano 142, ö. kumudavanam apagri 128, 8. jitarosharaya mahä- 

dhijali 12, 8. tulye 'parädhe svarbhänur 17, 6. nanu saipdi^eti 

sndngoditayä 105, 3. paritoshayita na ka^cana 22, 3. p&dähatam 

jad utthäya 15, 14. p^ätyabhägam iha sänushu 142, 7. pratikü- 

lat&m upagate hi vidhau 29, 16. priyasakhisadrigam pratibodhitä^ 

133, 14. bahu jagada purastät 130, 4. madhurayä madhubodhita 

34, 13. mahätmäno 'nug^ihnanti 12, 15. mä jivan yah parävajüä 

15, 15. jkm yäm priyah praikshata 110, 12. yugäntakälaprati- 

saiphrit&tmano 142, 6. lulitanayanatarah kshamavaktrendu 128, 9. 

yikacakamalagandhair 129, 1. samkshobham payasi punar 134, 21. 

samAlaghätam aghnantab 15, 16. sampadä susthitammanyo 30, 8. 

salilay&täni na bhartur 140, 33. sahajandhadrigati 22, 4. hävahäri 

hasitaip 121, 6. 

15Ö. M&tangadiväkara. Ist älter als Rajagekhara. 72, 10: 

i|j*d! wi^ n*[ini^<^<i <iRü<iiiKiHm^: I 
^^^^ «PRfif >Tsr#t ^i^HT ^^cjfiyrÄ: II 

„In fremde Angelegenheiten soll man sich zwar nicht ein- 
mengen; aber ich bin als ein Südländer von Natur geschwätzig 
und kann nicht länger still schweigen : in jedem Hause, auf Markt- 
plätzen , in Höfen und Zechen treibt sich wie rasend deine Geliebte 
hemm, die Ruhmesgöttin.'* 

156. Mägadhamädhava. 59, 47: 

„Was nützt es andere Bäume zu hegen und zu pflegen, da 
der Agvattha besteht, der gehegt von der Hölle rettet, und berührt 



74 Aufrecht, über die PaddhaU von (/imgadhefra. 

alle üblen Vorzeichen vernichtet." Mägadhamädhavasya C. V, Ma- 
dhavamägadhasya A. B. D. 0. 

157. Mälavarudra. ayaip väram cko nilaya 62, 15. Kavyapr. 
311. Uebersetzt von Böhtlingk. 

158. Muktäpida. 55, 9: 

rnnfq ^^m fftwr ;ni^ 

,J)ie Rehe leben im Walde, nähren sich von Gras and trinken 
herrenloses Wasser; dennoch werden sie von Menschen getödtet: 
wer ist im Stande die Welt zu befriedigen? 

159. Murari, der Verfesser des Anarghyaraghava, wird von 
einem Ungenannten in dem folgenden Verse (8, 7) gepriesen, den 
ich nar einseitig wiedergebe: 

,Jch kümmere mich weder um Bhavabhüti noch B&na, sondern 
richte meinen Sinn auf die Ergründung der Schreibweise von Ma- 
räri." Ein Vers wird von Dhanika in der Erläuterung zum Dr. 
erwähnt, das Sk. kennt den Dichter nicht. Zwei Verse finden sich 
nicht im Calcuttaer Drucke. 

acintyäh panthänah 1dm api mahatam 12, 14. anäkfttair eva 
priyasahacarinäin 97, 10. anena rambhoru tavänanena 98, 36. 
äjanma brahmacari prithnlabhujagilS. 140, 34. ärabdhe dayit&mokha 
98, 40. ägleshacumbanaratotsava 122, 8. indor ekakaläyä 120, 17. 
— kirncitkopakaläkaläpakalanähaipkära 144, 6. Nicht im Drama. 
Vararuceh C. — trailokyatranagaundab 146, 5. — pralayasahäya- 
kauavati 32, 17. Nicht im Drama. — yena sväip vinihatya ma- 
taram api 146, 4. samtushte tisrinäm puram api ripau 140, 32. 

160. Mürta. naishä vegam mridutaratanus tavakinain 124,12. 
Keine Unterschrift in 0. 

161. Mentha. Siehe Bhartrimcntha. atasi 32, 19: 

^rt^Mm^*<*|V| ^ ^fh^ ^^<HI*^ I 



f^ra% 



„Diejenigen, die in der Regenzeit den Himmel dunkel wie eine 
Flachsblüthe sehen, und von der Geliebten getrennt beim Leben 
bleiben, kennen keine Furcht," mahadbhir 117, 12: 



Aufrecht, über die PaiicUiati von ^mgadkara. 75 

„Wenn aoch die grossen Fluthen der Finsterniss ringsum Uu- 
beimlichkeit err^en, so wandert dennoch die Sonne ruhigen Sinnes 
10/ der Erde nmher, und verweilt, als ob sie ihren Leib vielfach 
vertheilt hätte, in jedem Hause in Gestalt einer Lampe." — limpa- 
tiTa tamo 'ngäni 118, 3. Dieser vielfach, unter anderen auch von 
Dindin erwähnte Vers wird Vikramäditya und Mentha zuge- 
schrieben. 

162. Morikä. ma gacha pramadapriya priya^atair 107, 23. 
Hkhati 102, 6: 

«^Puf^ci^M^M ^ ^[f^ vlkrii ^rT55T n 

JDie Schöne, deren Wangenfläche von unzähligen Thränen 
blass ist, zieht zwar Linien, aber zählt sie nicht , aus Furcht, dass 
die bestimmte Frist für seine Rückkunft noch nicht abgelaufen sei." 

163. Bhat^a Yagas. mädyanmätangakumbhasthalabahulavasa 
144, 8. 

164. Ya^ovarman. praudhachedänurüpocchalana 144, 7. 
KaTjaprakä^ S. 224. 

165. Raghu Kavidarpana. 129, 6: 

„Als der erglühende Sonnengott die in ihren Nachtroantel ge- 
hüllte Ostgegend küsste, da ging die dunkle schäm voll mit ge- 
schlossenen Sternenaugen von dannen." 

166. Ratnäkara. Siehe Räja^ekhara. astävalambiravibimba- 
Uyodayädri 117, 2. kaficigunair viracita jaghaneshu lakshmir 98, 
10. kurubaka 74, 3: 

^R?rrai;üTOt ^rreaiOTt^ «^<*hi- 



76 Aufrecht, über dU Paddhati von ^mgadhara. 

„„KurubakA; nun wirst du des HandschlagspieWergnttgens ent- 
behren müssen ; du, Bakula^ wirst nach der Mandsaftbenetzang dich 
sehnen; du, kummerloser Agoka, wirst, nicht länger von Mädchen- 
füssen berührt, in Kummer gerathen!"" So klagten die Frauen 
seiner Feinde, als sie die Stadt verlassen mussten.^ — pitas toshä- 
rakiraiio madhunaiva 121, 2. Findet sich im Amarftgataka. 

167. Ravigupta. präpt^^ ^V^ ^^9 '^' 

Genuss erworbner Güter mag 
Kein Knauser sich erlauben; 
Den Krähen ist der Schnabel reif, 
Sobald gereift die Trauben, 
labdhocchräyo 22, 7 : 

^a il't^iirt ;ft^: inwHt ^rrftR miHifH 1 

„Wenn ein Niederer in die Höhe gelangt ist, so kränkt er 
allererst seinen Meister: der Staub auf der Landstrasse bedeckt 
den Wanderer, der ihn erhoben hat." — siyano (sumanä) na yäti 
vairam (vikritim) parahitanirato 14, 7. Hgg. von ßöhtlingk. 

168. Ravidatta. mätar dharmapare dayäip kuru mayi 36, 12. 

169. Räkshasapanditau. udaficatkäverllaharishu, kftveriti- 
rabhümiruhabhigaga 133, 28. 29. 

170. Räghavacaitanya (^riräghavacaitanyagricaranan&m). 
arthän kecid upäsate kripanavat 7, 14. änandam ädadhatäm äyata- 
locanänäm 3, 14. indum 77, 28: 

„Die Nachtiilien sehnen sich nach dem Monde, die Cakraväkaa 
nach der Sonne, die Gätakas nach der Wolke, die Bienenschwärme 
nach dem Frühling, und die Schönen nach dem verreisten Grelieb- 
ten : aber meine ganze Seele dürstet nach deinem Anblick, o Her- 
zensfreund (Kyishna)." — nityam brahma yatha smaranti munayo. 
Nach 77, 28 nur in G. — pufyibhütam prema gopäiigananäm 3, 15. 
mänikyadravaliptamauktikatuläm 49, 4. 

171. Räghavadeva (^riräghavadevänäm). gatäs täta bhratri- 
pramukhasukha 147, 19, 



Axifreckt^ Über die PtuidheUi von ^rngadhara. 77 

172. Räjagekhara. Er ist der Verfasser von drei Dramen, 

die auf nns gekommen sind y hat jedoch nach eigener Angabe im 

ganzen sechs Werke verfasst. Aus der Einleitung zu dem Balarä- 

miyana nnd der Viddha^älabha^jikä erfahren wir, dass er ein Sohn 

Ton Dui^iika (Daqrduhi) «nd ^ilavati und Lehrer des Königs Ma- 

hendrapäla (Nirbhajaräja) und Zeitgenosse des Dichters Krishna- 

(ailkaraYarman war. Er war ein Urenkel von Akälajalada, und 

uter seinen Yor&hren werden die Dichter Surananda, Tarala, Ea- 

Tiri^a erwfthnt. Von früheren Dichtern erwähnt er in den Dramen 

oor Bhartnmentha und Bhavabhüti. Eine grössere Anzahl ist in 

da folgenden Versen aufgezählt, 8, 17. 18: 

Sft ^ II 

„Bhäsa, Bdmila, Somila, Vararuci; der Dichter Sahas^ka, 
Mentha; Bhäravi, K&lidäsa, Tarala, Skandha, SubandhU; Dandin, 
B&na, Diväkara, Ganapati, und der reizende^) Ratnäkara: wer mit 
der erhabenen Redegöttin wohl vertraut ist; was braucht sich der 
um alle diese zu kümmern?^' 

„Gross ist die Macht der Redegöttin! Sie bewirkte es, dass 
Matangadiväkara ein Zunftgenosse von Harsha, und Ba^a und 
Mayüra gleich geachtet war." — Ich halte Raja^khara für den 
nädisten Vorgänger von Jayadeva. 

abhyutthanam upägate gphapatau 131, 8. Bälar. amandamani- 
nftpirakvanana 137, 11. Viddha. — ähj^e viratih samagra 103, 
10. Uebersetat von Böhtlingk. — upapräkärägram prahinu 110, 3. 
Viddha, knlagurur abalänäm 91, 5. Viddha. caficalloläficaläni 137, 
8. oeläQcalena calahäralatä 136, 11. Viddha. taip vande padmasad- 
nftnam 3, 29. tad vaktraip yadi mudrita 99, 6. Balar. Viddha. 
tanqgpiya drigo 'ngane 122, 6. Balar. — trayo 'gnayas 8, 3. Siehe 
Dandin. — dhatte pankajinitale 134, 14. ninyäjä dayite nata 131, 
1. Bälar. — nAnaip dugdhäbdhi 14, 21. Herausgeg. von Böhtlingk. 
— ye doläkelikaräh 133, 34. Viddha. vaktra^rijitalajjitepdu 137, 

1) HaU maeht auf seine Gefahr bin aus dem Adjoctiv einen Dichter 
KiDta. 



78 Aufrecht , über die PaddhaU van ^mgadhara. 

10. Yiddha. vahneh gaktir jalam iva 138, 2. Bolabh. sarasvati 
8, 19: 

„Als der Töpfer Droiia im Bhärata mit Yyasa in der Dicht- 
kirnst wetteiferte, da konnte noch nicht der Aasbund der von der 
Sarasvati geläuterten Menschen zum Vorschein gekommen sein.^ — 
sairandhrikarakrishta 117, 9. Yiddha. 

173. Ränaka. Rajaka 0. Ranaka A. Ravanäka B. Yänak» 
D. Ranaka C Cänakya F. 59, 73: 

„Was nützen alle diese Bäume, die an Höhe mit dem Himmel 
wetteifern? Selig zu nennen ist diese am Ufer des Flusses stehende 
niedrige Staude, die den Entschluss gefasst hat: entweder will ich, 
wenn Leute in den in Folge hohen Wassers bewegten Wogen unter- 
sinken, sie sofort erretten, oder mit ihnen untergehn/' 

174. Rämacandrabhatta. kvacit pänipräptairi findet sich 
nur in G. B. £. nach 29, 1 : 

r!^ Iri^MIfjMfl MflrTl WRfif f^^- 

fUTös^: ^ s^ 3R ^ ^RT^rr^^rf^ ii *) 

„Manchmal vereitelt sie ein bereits in Händen befindliches yolP 
zogenes Geschäft, und ein anderes Mal bringt sie ein unmöglich 
scheinendes unvorbereitetes Werk zu Wege : da in dieser Weise 
die Yorsehung allenthalben über allen wacht, wie kommt es, dass 
die Menschen ihr Yorwürfe machen, wenn es sich darum handelt 
Reichthümer zu erwerben?" 

175. Rämilasaumilau. savyädheli 133^ 40: 



1) ea für ▼& die Hss. 

2) Jana nanu ist schwerlich ricJitig. 






Aufrecht, Über die PaddhcUi von ^rngadhara. 79 

^wi^* «[iiidi JSfrtwi ^fiit ^[TOi ^rr^yF|fiT: 

,,6eschah es in Folge einer Krankheit, so wäre er abgemagert; 

wurde er erschlagen, so sähe man Blut; wurde er von einer 

Schlange gebissen; dann stände Geifer vor seinem Munde. Da von 

tllem dem nichts zu sehn ist; auf welche Weise ist dieser büssende 

Wanderer gestorben? Ua! ich verstehe: der unglückliche hat 

sicherlich vorwitzig seinen Blick auf die Mangoknospe gerichtet, 

auf der die honiglüsternen Bienen ein wildes Gesumme erhoben 

hatten.*^ Eine der schönsten Strophen in der Sammlung. 

176. (RameQvaramaithila.) Nur in C. nach 143, 19: 

„Der Schöpfer nahm die ersten Silben von purisha (Schmatz), 
rosba (Leidenschaftlichkeit), hiusä (Schadenfreade) nnd taskara 
(Dieb) and bildete daraus den parohita (Hohepriester;. 

177. Bähalaka. 135, 14: 

„In dieser Regenzeit, wann trunkene Bienen summend in den 
Bl&ttem des aufgeblühten Kandala nisteu; wer auch nur im Traume 
daran denkt seine Geliebte zu verlassen und in die Fremde zu 
ziehen, dieser hornlosen Bestie zollen wir unsere ergebenste Ver- 
äurang.^^ Das erinnert an einen Vers in Sarasvatikanthäbharana 
2, 36: 

„Wer der Schönen Antlitze mit seinen langen schwarzen Augen 
und tändelnd gefalteten Brauen nicht unterthan wird, vor dem beu- 
gen wir uns als einer Mannbestie ergebenst zu Boden.^ 

178. Rudatipandita. 103, 7: 



gO Aufrecht^ über die PcuUViati von (^änigcuihctra. 

„Der Tag ist zu Ende, die Sonne geht zn dem Samne des 
Untergangsberges, der Himmel ist jetzt mit hangenden Locken yon 
aufgetauchten Wolkenmassen bekleidet. Mondantlitzige , komm und 
tritt ins Haus ! Weshalb stehst du^ die Schlingpflanze deiner Hand 
an den Pfosten des Thorschwibbogens lehnend, und siehst weinend 
(rudati) auf die Strasse hinaus ü^^ Fehlt in 0. 

179. Rudra; Rudrata, Rudrabhata, Bhattaradrai 
der Verfasser des ^iügäratilaka , aus dem die Mehrzsjil der fol- 
genden Verse entnommen ist. 

asmakaip sakhi väsasi 131, 5. Qt 1, 30. Uebersetzt von Bdht- 
lingk. — ullafighyäpi 105, 7: 

^rr^ I 
ft f^: u|Mr4^ifa^ViiyHi-j^^w<^ ?lfw: ii 

„Den Rath meiner Freundinnen habe ich missachtet, die ge- 
bührende Scham bei Seite gel^, alle Furcht verlassen, und den 
Stolz auf meine Würde fast vergessen. Nur dem Befehle des Liebe- 
meisters folgsam, bin ich zu dir gekommen, zu dir, der du als der 
Diademstein unter allen losen Liebenden betrachtet werden kannst^ 
gt 1, 114. — ekakini yad abalä taruni 132, 13. 0. und D. haben 
keinen Namen. Die Strophe steht nicht in Qt. — kopät kiiiicid 
upänato 'pi rabhasäd 115, 2. gt. 1, 35. -- dhanyäs ta^ sakhi 
yoshitab, D. nach 130, 9. gt. 1, 75. Nachahmung der Strophe 
von Amarüka: dhanyäsi yä kathayasi. — dhülidhüsaratanavo 36, 7. 
Nicht in gt. — nirandhram parirabhyate priyatamo 123, 2. Nicht 
in gt. — pibann asrig adan mäüsam D. nach 145, 1. gt. 3, 60. 
— malayänila 133, 6: 

„Dieser Frühling erquickt das Herz, wann der Koü, erfreut 
durch den Malayawind, vor Liebe und Entzücken in lauten Gesang 



Aufreckt^ aber die Paddhati ffon ^mgadhara, 81 

ausbricht, and die Bienen von dem süssen Meth tränke trunken 
ausgelassen schwärmen/' Nicht in Qt. — mngdhä svapnasamägate 
prijatame 102, 12. ^ 1, 95. — väco vägmini kiip tavädya 116, 
5. Ql 2, 60. — virama nätha vimnfica mamäficalaip 123, 7. Qt. 
1,51. — satyaip vallabha esha dorlahhatamo 116, 4. Qt. 2, 12. 
- sft b&dham 115^ 3. gt. 1, 81: 

m ^n^ H^fiRüf^fd f^M ^Nwi ^Tjft* ¥5n 

>jp^ ??5fH Wt 5ü^fd f^Hil #^ ^ 

„^a Falscher hast jene wohl besucht and willst sie wieder 
sehn!^^ So sprach die Aufgebrachte ihn mit dem Kranz der Arme 
omschlingend, und schalt und drohte ihm. Als er jedoch in Gegen- 
wart der Freandinnen alles ableugnen wollte, da stiess sie ihn 
xomig mit Füssen so stark, dass ihre Fnssglocken erklangen, und 
der Geliebte wurde bei diesem Gebahren ein Agoka (in Wonne 
Tersetxt)." — sftrdham manoratha^tais 114, 10. Qt. 1, 68. Ueber- 
setzt ¥on Böhtlingk. — s& sundara tava virabe 107, 1. Nicht in Qt 

180. Lakshmanasena. t4po nftpagatas ttishä 54, 6. Ueber- 
setzt "von Böhtlingk. 

181. Lakshml 45, 3: 

^er Bieneiijttngling, der im Haine auf allen frischen Blumen- 
itOckea omherschwftrmte , Hess nur die Fenchelblüthe ungekOsst. 
Ist sie nicht reizend und er kein Kenner? Der Grossen Sinn 
atrebt nur nach Hohem.^^ 

182. Lakshmidhara, wohl der Bruder von Q&rngadhara. 
kka^^Sfthasto 'rim Uokya 86, 10. gambhiranAbhthradasaqmi- 

dUoe 98, 68. paüki^& jaleshu yäsatji prltir 67, 2. vegajvaladvita- 
pipaiya 48, 8. yepante kapayo bhri^^aip 137, 3. 

183. LoQitaka. jiyämiti viyogini 105, 5. Lohitakasya C. D. 

184. Vatsaräja (Qrivatsardjadey&näm). 147, 18: 
Bd. xxvu. ü 



g2 Amfrechij über die Paddfmti wm ^mgadhata, 

^^ UNrü^H H**fV|^| m«iiKi. 

bald Iraner, bald liebeerregte Stimmangen, bald die Menge aos- 
fobreitsler Terwamtecbift , bald auf grossem Beicbtham Ibemhende 
Macht: in dieser verschiedenen Gestalt kommt diese Welt 2ar Er- 
scheinung.^ 

185. Ynri^raci. ««jf& 9g, 1: 

,,Die Yaks Und Pfauen, ureil sie des Mädchens reizende Uaar- 
flechtenfftlie nicht besassen, zogen sich aus Scham in den Wald 
znrflck." — nyaScaceaficalacafieacambana 36, 4. bahun&tra kirn 
nktena dtti 109, 2. 

186. Yar&hamihira. loka^ Qubhas, h& t&ta täteti, samm&r- 
chitaip sai^jmgasamprahärai^ 140, 9—11. 



gi: H^HiOr^ ^^Nfir u 



,,Mag es den Männern, die in der Schlacht 4«n BQcken ge- 
kehrt haben , in der Welt aach sonst leidlich erglAii ; dber selbst 
ihre eigenen Gattinnen schämen sich ihr Gesicht vor den Freun- 
dinnen zu zeigen.^ 

187. Vallabhadeva. agumr iti yadatn loko 69, 14. Her- 
ausgegeben Y(m Böhüingk. — ayam avasarah saras te 66, 3. Hgg. 
von Böhtliig^. ' — nandanarendradravi^air 23; 4. parimala 59, 8: 



5tPWRH5Rt ^^ni^* <*H«liir<MR*k J(K^ 



IRSfR 5^!rilt %ffft? 



„Im Umkreise des Meru finden sich viele Bäume, die mit ihrem 
Dufte die Luft mit Wohlgernch erftillen ; dennoch hat der Eorallen- 
baum allein seinen Sitz gleichsam im Herren der (Mtter 'aufge- 
schlagen." — präne^ 104,. 4: 



Aufreekt, tlier di« PadtüuUi von gämgadhara. ^ 

„Hen^eliebter, ich empfehle dir noch einige T«ge in der 
Fremde in bleiben. IMeser Ort ist jetzt nnbewohnlich, denn selbst 
des Mondes Strahlen brennen jetzt wie Fener/' Hier wird der 
Dichter einfach Yallabha genannt. — bhüijali 59^ 70: 



'R^NsTR 5 ^tRsy: ^^^«^fNftJTt «toll H 

,^ie Birke läset sich zum Wohle anderer die eigene Hant 
abstreifen, dasselbe thnt der Hanf, aber nnr um andere zu binde» ; 
seht, wie gross der Unterschied zwischen beiden ist/^ — y^ matto 
54, 19: 

,,Wenn da wfithend bist; Elephant, weshalb büssest du deinen 
Grimm an diesen schwachen nnscholdigen Bäumen? Gehe zum 
Ldwen, der wird dir mit seinen scharfen Klauen den Kitzel deines 
Rüssels beschwichtigen.^ — rüdhasya 59, 74: 

„Selbst der Wachsthom des Schilfes am Seeufer hat seinen 
Werth; denn die Leote k()nnen sich daran mit den Händen an- 
klammem, wenn sie hfUflos im Wasser untersinken.'' YgL Bä^aka. 

188. Yasnindhara. 4, 34: 

ü^ ;tr ^iJgRi 5 ii<«i«)i jfl^kfk f wt ftg- 



„„It&ma waltete einst, Heil ihml Seine Gattin Sit&, Heil ihrl 
wurde, als er auf Befehl seines Vaters im Paflcavatiwalde wohnte^ 
von Räva^a geraubt.'^ '^ Kaum hatte Knshna diesen Bericht von 
leinen firOheren Erlebnissen gehört, so rief er laut: „„Lakshmana, 

6» 



84 Au/recht, über tue Pcufdhati von Q&rngadhara. 

WO ist mein Bogen, der Bogen, Bogen 1"^ M9gen diese von ihm 
gesprochenen Worte euch Heil verleihn!" 

189. Yastnpäla. 42, 2: 

,^etzt gibt es keine Wnnderbäume mehr, keine Zauberkräfte, 
keine wunschverleihenden Gottheiten: anf dir allein, Wolke, bemht 
die Schöpfang des Weltalls.'' 

190. Yäkpatiräja. cataccaUti carmani 4, 40. Findet sich 
im Dag&vatärakhandapragasU 35. 

19L Yämanasvämin. avacanam vacanaqi gorasaipnidhfty 
189, 9. — kopo yatra bhmkntiracanä 114, 9. Wird sonst Ama- 
rtlka zngetheilt. 

192. Yälmikikari. gäyantn kiqinaraganäti saha kiqinaribhih 
73, 1. — hanso yath& rdjati pankajasthati 120, 5. Ans dem San- 
darakända des Bftmäya^a. Oxf. CataL S. 344. 

193. Y&lmikimnni. ca^d&lag ca daridra^ ca 25, 12. Her- 
ausgegeben von Böhtlingk. — catnrshy api samudreshn saqidhy&m 
anväsya 142, 9. tasyäh 98, 70: 

Vgl. oben den Yers von GuQäkara. — na k&lasya na gakrasya 
140, 28. — na me duf^kham priyä dAre 106, 12. Mah&n&taka 4, 
51. — mitaip dad&ti hi pit& 141, 15. vftnti kahlirasubhag&b 186, 
15. saptashashtir hatftb ko(yo yänaränäip 140, 36. häro 104, 6: 

i<i41*^ffl ^nm: ^rtm: ^iftfft ??fT: ii ') 

B&ma spricht: 

Sonst that ich ab mein Halsgeschmeide, 
Damit nichts Fremdes kalt uns scheide; 
Jetzt drftngen zwischen beide wehel 
Sich hohe Berge, Flüsse, Seee. 

194. Yäsudeva. 109, 9: 






1) Das Mahftn&taka 4, 25. UMt in b besser: idAnim &yayor madbye 
saritsIfaimbLüdhar&h " 



Aufireehi, über die Paddhaii von ^^dmgadhorti. 86 

J^feime nicht länger des Grausamen Namen ?or mir; es ist 
stets die alte Geschichte, die Zeit ist vorflber; — oder, Freundin^ 
sprich, sprich mir von ihm, denn selbst des Feindes Antwort ist 
betchtenswerth." 

195. Sarvajfia Väsudeva. idaqi nabhasi bhlshanam bhra- 
ludiilüka HS, 6. 

196. Yika(anitamb&. Siehe Govindasvämin. 

aayisa tftvad opamardasahftsn. Erwähnt im Oommentare zu 
Dr. 4, 31. Uebersetct von Böhtlingk. — bäl4 tanvt mridutanar 
iyam 133, 3. 

197. Yikramiditya. Siehe Hertha. 

ashtan hftt&kakotayas 85, 16. — kiqi tayäkriyate lakshmyä 
16, 10. 

198. Tijjaki. nnnamayya sakacagraham 82, 16. Findet 
lieh in Sk. Aaswahl 41. — kiögokakalik&ntargatam 138, 12. kenft- 
tn 59, 17: 







„Wer, Campakabanm^ hat dich in diesen Garten gepflanzt, der 
an einem annseligen Dorfe liegt and bäoerischen Leuten angehört? 
Hier bricht das Bindvieh dnrch die Hecke am sich an dem frischen 
Gemfise za weiden, aber niemand weidet sich an deinen BlAthen.^' 
ko^asphltatarasthitäni paritah 98, 37. — drishtiip he prativegini 
132, 9. Angefahrt in Sk. and Dr. — dhanyäsi y& kathayasi 130, 
8. K&vyapr. Uebersetzt von Böhtiingk. — niiotpaJadala 8, 9. Siehe 
unter Da? din. — priyasakhi vipaddandaprftnta 29, 17. — mftdyad- 
diggiya 66, 6: 

>9 

„Dieser Teich, wenn an^geregt von den brünstigen Weltelephan- 
ten, die in ihm ihre triefenden Schläfen waschen , sandte unaafhalt- 



f}g Auflrecht, Über die Paddhati von (Jdrnffadhara, 

sam seine reinen Wellen bis za dem Saume des Aethers. Jetz 
aber ist sein Wasser; das bis zu einer neuen Schöpfung hätte vei 
bleiben sollen, leider durch ein widriges Geschick so auagetrockne^ ^^ 
dass es von einem einzigen watenden Kranich getrübt ?drd.'^ — >^ 
viläsamasrinollasanmusala 36, 14. 

199. Vidy&pati. janmasthänai}! na khalu yimalain varnani:^^^ 
71, 43. — ye samtoshasukhaprabodhamanasas 60, 2. Ffndet sioi 
im Bhartriharigataka. — v&tä 135, 40: 

,,Mögen auch von Eadambablüthcnstaub gefärbte Winde wehen, 
die Pfiauen tanzen, und die Wolken von frischem Regen belastet 
gewaltig dröhnen; wie aber kommt es, dass du, unbarmherzige 
Blitzflamme ; zuckest; wenn du mich in ein Meer von Gram aber 
die Trennung von dem Geliebten versunken siehst? Als eine Frau 
solltest du mit einer Leideni^ieflUirtin Mitleid ftlblen.^ — Mbhm 
114, 3: 

„Weil ich weiss, dass du, Schönbrauige, mir zQmest, so ver- 
schmäiie ich alle Kost, meide die Unterhaltung mit Frauen, und 
werfe duftige Kränze, Salben und Gewürze fort. Stehe, Zornige, 
von deiner Leidenschaft ab und sei mir Fussfälligem gnädig; denn 
ohne dich; Treffliche; wird die ganze Welt für mich finstere Nacht^ 

200. Vidyaranya (Vidyaranya^riiaranänam). 4, 6: 

„Der hochmachtverieihende , sQndenmeogeverzeiheBde, erdeada- 
seinbefreiende Fuss des Allherrcn möge euch Heil bringen.^ 

1) Dms Sk. enthftlt diesen Vers; und liest in d. hanta f&r sadyas und 
dayite fUr subha^e. 




Aufrecht, über die Paddhati von gdmgadkcura, 87 

201. Vinäjakapa^dila. mandag candrakirttap^anarase 73, 
8. Erwähnt einen König Pritbviraja. 

202. Viahna^aroian, der Verfasser des Paficatantra. Nor 
ftnf Verse, die ich mit Sternchen bezeichnet habe, werden ihm 
aasdrflcklich zngeschrieben. Dass nicht alle Qbrigen von ihm her- 
rfihren, ist selbstverständlich. 

^jatamntamürkbebhyo 76,62. antal)Ls4rair akntilaiU 75, 71. apa- 

rikshya na kartavyaqi 76, 23. arakshitaqi tishthati 29, 12. artMr- 

thi jivaloko 21, 4. avadhyo brähmano bälab 75, 76. ^grii^vann api 

boddhavyo 75, 77. *aQvah gastraqi gästram 20, 12. äsannam eva 

nnpatir 75, 100. ndirito 'rtbah pa^nä 10, 7. ndyamena hi si- 

%anti 30, 4. npakärishn ya];i s&dhnb 14, 3. n^^sba? cägni- 

C^sfaal^ 76; 69. ekaqi hanyän na vä hanyäd 75, 74. käke ^acaip 

s. klibe dhairyam. — kiqri tena j&ta jätena 76, 61. ko 'rthän 

prl^ya na garvito 77, 6. kanrmaip saipkocam ästhäya 75, 25. kau- 

^yaip krimijaip 18, 12. klibe dhairyam madyi^ 77, 7. khanann 

äkhnbilaqi 53, 12. gridhräkäro 'pi sevyab 75, 96, gräsäd ardham 

api gräsam 37, 46. dittvä pftgoa apäsya 55, 4. j&nann api naro 

daivat 75, 40. jivanto 'pi mritäb pafica 75, 94. tädito *pi da- 

mkto 'pi 75, 46. tisral^ kotyo 'rdhakoti^ ca 37, 11. tnlyärthaip 

tnlyasftmartbyam 75, 86. trin&ni bhtimir ndakaqi 37, 45. Manu. — 

tyajed ekaip knlasyftrthe 76, 43. *daridrasya parä mftrtis 19, 3. 

ditavyam bhoktavyaip sati 31, 7. dordivase ghanatimire 132, 7. 

dormanträn nripatir vinagyati 77, 5. dv&v imau pamshao loke 

sArya 80, 917. dbaval&ny ät^aträni 75, 102. na tac ch&strair 

na nftgendrair 75, 75. na daivam iti saipcintya 30, 1. na mfttari 

na d&resha 76, 68. narapatihitakartä 75, 72. *na vittaip dargayet 

pr^fiabi 21, 7. na vigvased amitrasya 75, 21. na sä vidyä na tac 

21, 5. nägnis tripyati käshthäoäip 76, 76. nimittam a4dicya hi yab 

22, 16. i^ähato 'pi dricjihada^da 22, 18. prajä na rafljayed yas ta 
75, 9. bälasyäpi ravedi pädä|^ 17, 1. brahmaghne ca saräpe ca 39, 
9. bhdmir mitraip hlranyaip vä 75, 19. yac cbakyaip grasitnip 75, 
27. yaj jivyate kshagam api 76, 60. yath& by&nkorat sAkshmab 

75, 13. *yathäm!8haip jale matsyair 21, 6. yayor eva samaqi viüaqi 

76, 56. yasmin knie ya|^ paroshati 80, 209. yasminn evädhikaqn 
cakshnr 75, 101. yasya dharmavihinasya 38, 2. raho nästi kshano 
oisti 76, 77. räjamätari devyftip ca 75, 103. rlü& ghrinl brähma^a^ 

77, 12. rdjä tnshto 'pi bhptyänäm 75, 105. varaqi vanaip varam 
bhaikshyaqi 76, 93. vfikshaili ksUnaphalaip 77, 14. vrikshläf? chit- 
tYä mahim 37, 42. gatam eko 'pi saipdhatte 75, 84. gapathail^ 
laipdbitasyäpi 75, 22. shatkarQO bhidyate mantrag 75, 73. — 
Saipti^itäyasi saqisthitasya 20, 11. Findet sich allerdings im Pt, 
gehört jedoch Bhartrihari an. — saqitoshämritatiiptanäin 19, 4. 
sapta Bvarfts tnyo grftmä 81» 100. sarp&t^ pibanti pavanam 19, 12. 
BibhäshitarasAsv&da 7, 2. solabhäb puroshä loke 75, 79. sevayi 
dhanam ichadbhib 75, 92. stokenonnatim äyfcti 22, 29. sprigann 
ipi gajo hanti 76, 28. 



gg AaifrtcM, Über die PaddhaU von ^mgadkara. 

203. Triddhi. Vgl. gakaTriddhi. nUeneva 61, 1: 

„Wenn das alte Eranichweibchen mit gebogenem Nacken aof 
einem Fasse , wie anf einem Stengel , dasteht, so wird es von den 
jungen Fischen für einen Lotus verkannt/' — yatnotth&panam&tra- 
nibsahi^araccarmäva^sha 143, 31. 

204. Yaidyan&tha. 98, 20: 

^Obwohl ambrosisch scheint der Mond, um seine Schwindsucht- 
anftlle zu heilen, unter der Maske deiner perlengleichen Nasenspitze 
den Nektar deines Mundes zu trinken, und erlangt dadurch die 
Macht den Liebesgott zu neuem Dasein zu erwecken.** 

205. Bhagavat Vylisa. akritvä parasaiptftpam 19, 1. Hgg. 
von Böhtlingk. — ajarämaravat prl^&o 38, 6. ad&t& purushms tyägi 
31, 6. — ayyakt&dtni bhütäni 148, 25. Bhagavad§^tft 2, 28. — 
asatpral&pam pärushyam 37, 39. asah&yah sahfty&rthi m&m 141, 12. 
ahiüs& satyavacanaip 37, 40. aho bata mahat Inishtaip 31, 5. ttar> 
napalitah ^y&mo 140, 26. — &tm&dh!nacariräQ&ip svapatftip 19, 9. 
Hgg. von Böhtlingk. — okasartha 148, 26: 

Blflthen ans Hindnstan S. 84. — karabha 66, 11: 

„Weshalb klagst du, Kameelweibchen, voll von Sehnsucht dar- 
über, dass du nicht länger das sOsse Wasser, das du im Walde 
getrunken, erlangen kannst? Gib dich mit den in der Wüstenei 
allein crrcichbaron Blättern des Pilu zufrieden ! Wer in der ganzen 




Aufreckt y über die Paddkati von gämgadhara, 89 

Welt l^ann Glück in ananterbrochener Folge geniegsen?^^ — ksha- 
triyasyorasi 140, 3: 

Hift^wji^^fa ^ ^ ?rai ws(fm^ i 

?^ "^ 5? ^I?!**i TJ^ ^^^I^ ^%1t. M 

^n des Kriegers Brost weilt der Kriegsmnth, in seinem Rttclien 
du Priesterthnm; deshalb soll er nicht den Rttcken kehren, sonst 
Icuui er leicht ein Priestermfirder werden." — khalah sarshapa 
28, 1: 

(fov öov, Ttjy di hf T^ cr^ otp^aku^ 8oxdv ov xaravoele ;^\ 
Die wörtliche Uebersetznng ist von Böhtlingk gegeben. — tatali 
komada 120, 4: 

'Ter: ^^<rii«>H ^STfMW¥Rl|^ i 

^*l M^H ^%1!F H\^{ji f<^l^«^fll ll 

,;Niui kam der Pfleger der Nachtlilien , der aogenentzttckende 
Mondy bleich wie der sehnsflchtigen Liebenden Wangen, nnd be- 
leuchtete die Ostliche Himmelsgegend." — tasmin ynddhe kshane- 
nalTa tvarito 142, 4. te kshatriyah knndalino ynvsLnat^ 140, 19. 
dar^ayanti garannadyai^ paiin&ni 186, 2. — na vinä parivädena 
22, 2. Hgg. von Böhtlingk. — pürne ^tasahasre dve 140, 25. 
bhagirathädyäl^ sagarati kftkatstho 141, 7. — bhftre^udigdhän na- 
vaparijäta 140, 20. K&vyaprakft^ S. 205. — mätnlo yasya govinr 
da|^ 141, 10. m^kho hi jalpatäm pnfisftip 26, 5. yad dad^i vi* 
^htebhyo 16, 9. rathebhyo gigav^ibhyab 140, 24. lohitllyati cädi- 
tye 140, 28. vepathnr 24, 2: 

„Fieberisches Zittern, ein aschgraues Gesicht, eine leise Stimme, 
^e stotternde Zunge, alle die Zeichen, die bei einem Sterbenden 
sich finden, sind auch bei einem Bettler anzutreffen.'* — ^rAyatäip 
dbanBasanrasvaip 88, 6. Auswahl 2. — saipnyasta 99, 5: 



90 Aufrecht, über die PadtOmü «on ^mgadhara. 

„Selbst wenn sie allen Schmack abgelegt hat, erscheint sie 
stets eine andere; selbst ohne Halskette fesselt sie dureh ihre Lieb- 
lichkeit; selbst ohne Rausch scheint in lockender Verstellung sie 
zu schwanken; und ist sie lautlos, so spreehen ihre Augen/^ — 
sarvatra sampadas tasya 19; 1(T. s&kshän maghavatali paotro 141, 
11. hate 'bhimanyau kruddhena 140, 22. 

206. Qakavarman. pärgväsphälävalep&c catulita 36, 19. 

207. gakavriddhi. asthiram 185, 2: 

„Unbeständig, vielgestaltig; ohne Wölbung (Tugend) und uner- 
reichbar sieht man in der Regenzeit den Regenbogen, grade so wie 
der Mädchen Sinn.^ ~ kanthasya 98, 42 : 

«11«^ f'J'^ ^itfff ^nWiffHI ^WT \ 

„Ihrem von Natur reizenden Nacken verlieh der Halsschmuck 
viel weniger Reiz, als der Mangel an aller Zierrath ihn schmückte.'' 
janghe tadiye saqitipaip yaj 98, 73. dahyamftue pi hndaye mriga- 
kshyä 102; 5. Qabdavadbhir 98, 46: 

„Geziert mit wohltönendem Schmucke, überaus zart und abge- 
rundet, glänzte ihr Handwindeopaar, wie ein Gedicht'' — ^udir^ul 
rdgagalinyo bahuparva 98, 50. 

208. Qaktikumära. kas tvam bho|]i kathay&mi 59, 60. Dr. 
und Kävyaprak&^a. 

209. Qankarakavi. r^jan riUamrig&&ka ^lOikarakave, indham 
dänavavairinä ginjayäpy 73, 12. 13. Lobsprüche auf Bhojarfija. 

210. Qafikuka. Wird im Kävyaprak&^a als ein Schriftsteller 
über Alaipkära genannt. 

bhrätab päntha prasida samprati virama 135, 33. 

211. ^ankuka Mayürasünu. So D. Mayürasünob ^!aüku- 
karnasya B. Marasünoh Qakutolasya O. 111, 4: 



1) hasativa die Hss. in b. 



Awfireeht, über die Padelhati von ^ämgadhara. 91 

Trt ^ 5rt ^wt sfTnßRTJ unffTt ^ 



,;Die Pfeile des Liebesgottes sind nnabwehrbar, mein Oelieb- 
ter ist in der Ferne, mein Herz voll Sehnsucht , meine Neignng 
gross, ftisch meine Jugend, das Leben hart, mein Geschlecht ma- 
kellos, meine weibliche Katar der Standhaftigkeit feindselig, die 
Zeit der Liebe günstig, der Tod unbarmherzig: wie soll ich jetzt, 
Freundin, alle diese unerträglichen Feuer ertragen?^* 

212. Qankhadhara^ esha sTargatarang]9^a]amilad 120, 12. 
katipaya 7, 1: 

,Jn dieser nur wenige Augenblicke wahrenden; von Geburten, 
Alter and Tod auf and ab bewegten Welt schimmert far die Ewig- 
keit der weitreichende Rahm der Dichter hervor." 

213. QarTavarman. kenftsinati 63, 18: 

„Welcher grausame Mensch hat dich aus der Mine, in der du 
l»ehaglich weiltest, herausgerissen? oder wer hat dich in dieses 
elende Land gebracht um dich zu verkaufen? Gesetzt auch es 
filDde sich ein Käufer, der dich mit vielem Gelde erstehen könnte, 
80 findet sich, armer Smaracd, niemand 4iier, der dich zu schätzen 
im Stande wäre." — sa dhürjatijatajüto 4, 15. Hier lesen alle 
Hss. Süravarmanah, mit Ausnahme von B. 

214. ^agivardhana. tan n&sti kärayati yan na manobha- 
vasya 125, 1. 

215. gändilya. 140, 1: 



92 Au/reeht, über die Paddhati von Qämffadhara. 

„Jetzt (in der Schlacht) ist der Zeitpunkt gekommen; wo es 
sich darum handelt dem Gehieter die Schuld f^r den gewährten 
Unterhalt abzutragen, den grossen Einsatz zur Grewinnung von 
Ruhm zu machen, oder eine göttliche Nymphe als Gattin zu freien.^ 

216. Q&rügadhara, der Sammler der Anthologie, hat oft 
in den einzelnen Abschnitten seine eigenen Beithaten hinzugefügt. 
Dichterischen Werth haben diese nicht, denn im yierzehnten Jahr- 
hundert war Sarasvati längst versiegt. In den technischen Theilen 
stammt vieles von ihm selbst her, oder ist wenigstens nach älteren 
Quellen überarbeitet. Seinem Stande nach war er ein Arzt, und 
seine Saiphit4 ist auf uns gekommen. 

217. Q&lihotra ist der Verfasser eines berühmten A9va^ 
stra. Von ihm stammen die Verse 14 — 31 in dem Abschnitte 
turangapra^sä. Sie beginnen: 

Das heisst den Kastenunfug auf die Spitze treiben I 

218. Qivad&sadeva (Qii^iyadäsadevänäm). ishatkampapa- 
yodharaip 125, 8. yad asmäbhir 148, 18: 

„Alles was wir gesehen haben war vorübergehend wie ein 
Traum-, manche Zustände sind sogar unserem Gedächtniss entfal- 
len: dennoch kann mein Herz, obgleich es alle Freunde in die 
Grube gesunken sieht, schamlos von den Dingen dieser Welt sich 
nicht losreissen ^)." 

219. Qivasv&min. nli&payanty& 109, 7: 

UHMAl «Rift g^w ir% 

1) Das zweite a k h i 1 a i»t mir anverstftodUch. 



Aufrecht, über die Paddhati van gdmgadhara. 93 

„Als das Mftdchen der Botin des Geliebten liebkoste und ihre 
Toilette anlegte, zeigte ihr Gesicht einen Liebreiz, den entweder 
der Schmnck oder die Nachricht von ihrem Freunde hervorgemfen 
hatte.^ — yä bimbaashthamciJI^ kvacid dromamaQih 101, 6. 

220. Qil4bhattärikä. Wird von einem Ungenannten in 
8, 8 erwähnt: 

„Der P&ficftia Styl besteht in £benmaass von Ansdmck und 
Gedanken , and man findet ihn iu Vollkommenheit in den Schriften 
von gUäbhattärikft and Bäna."" 

idam anacitam akramag ca 35, 14. Die erste Hälfte soll von 
der Dichterin, die zweite von Bhoja herrtthren, was mindestens auf 
eine angenommene Gleichzeitigkeit beider hindeutet. Findet sich 
in Bhartiihari. — priyä 106, 3: 

„„Jetzt wo er von der Geliebten getrennt ist, wird Gram sein 
Herz erftlllen"", so denkend schlief sie ein. Wer möchte mit Un- 
dankbaren sich beschäftigen?^ — yah kaamäraharah sa eva 132, 8. 
Käyyaprakäga S. 4. — virahavishamat^ käme 115, 7. Wird Amarü 
zagetheilt. — gväsati 109, 3: 

^to: f% ^ftm »T?fT g^f%?n «ft¥4ii)i^ie^: f?r: 

|f?r ^HM< l <?^ l ^friMiMn ^ 8f^l H "^^ifm II 

„„Woher dieses tiefe Athmen?'^^^ ^Ich bin schnell gelaufen', 
n „Weshalb wallt dein Haar empor ?*^^^ ^Mir ist ein Gefollen ge- 
schehn.' »^ie Haarlocken lose?'^'' 4ch bin gefallen.' „„Und 
der Scharzband?^^ ^Yon beständigem Hinandherzerren.' „„Dein 
Oesicht schweissbedeckt?'^^ 'Von der Hitze/ ;M>Da siehst so dünn 
tos?^^ 'WOZU; Botin, die langweiligen Fragen?' „„Nor noch eine, 
was wirst da von den Lippen sagen, die so trocken sind wie ein 
welker Lotus?"*' 

22L QrtkaQthapapdita. nftnaqi vädalachä ivaiha pasar! 
ü^rft^a^bda^ khara)^ 34,17. Erwähnt ^rimalladeva. Kantha- 
pu^ditasya 0. A. Der Vers besteht aus Sanskrit and Präkrit. 



94 Aufireeidy über die Paddhati von ^i/mgadhata. 

222. Qrikan(ha^aoibha. pr&tab knahtbasya yac cürnaxp 
lihen 95, 110. Aus einem medicinischen Baclie. Vgl« OxC Catal. 
308 b. 

223. grip&lakaviräja 133, 7: 





„Dieser sanfte Malayawind, die neue Knospe des Mangobanmes, 
das Flöten des sehnsüchtigen Kokila, der Duft des Yicakila, und 
alter Wein : diese fttnf Pfeile liefert der Frtlhling dem fünfpfeiligen 
Liebesgott nm der Jünglinge fünf Sinne za bestricken, und diese 
bilden den sechsten.'* 

224. Qriyaka. ädäya vari paritah saritäm 62, 7. Kävyapra- 
kä^ S. 394. Qrigokasya D. C. F. SnrikKiya 0. RlaokaBya A. Ra- 
sakasya B. 

225. Qrutadhara. Wird in der Einleking zum Gitagorinda 
erwähnt. 

kämam bhavantn madhnlampatashatpadaagha 67, 12. ceta^ 
karshanti saptachadakosnmarasÄsära 136^ 9. 

226. Saqikala. tad eväjlhm&ksham mukham avigadäs 112, 6. 

227. Satkavimigra. 107, 16: 

f^: w 

„„Sie knospen auf ^' 'S 'Pflücke sie mit den Fingerspitzen;' 
„„Es bläst"", 'Bedecke dich mit dem Saume des Gewandes'; ,),,Sie 
kommen in den Garten"", 'Verscbenche «ie mit dem Klang ddüner 
Armspangen '; so ahmen, Glücklicher, ihre Freundinnen in deiner 
Abwesenheit euer Treiben bei der Zusammenkunft nach, indem sie 
auf die Yafiijnla, den Südwind und die Kokilaweibchen anspielen.'* 

228. Sarasvatikutumba. mndünäm 59, 19: 

1^ ^1^1 ^1^ ^»wIRt 5T f^il^- 



AntfireOU, iiher die Paddh&U von gdmgadkara, 95 

iWRiJ ^<rT^ ^wnfn53 ^ww^ i'PT^Rt ii 

^Dt bringst keise mürben nad süssen Früchte ber?or und 
deine Blamenbüschel sind gering in Anzahl and dazu geruchlos. 
Falls du nicht von den anmnthigen Händen and Füssen der Schö- 
nen berührt einen reizenden neuen Schoss ansetztest, wer würde, 
A^ka, anter allen Bäamen gemeiner sein als dn?^ — sarasvat! 
72, 1: 

^<Hffl f^»mT ^^ ^JT^: «IRJl^l^^ { 

Uebenetzt in der Zeitschrift XXV, 243. 

229. SarasTatlka^abAdahitri. ftS, 18: 

^eil dem weltbeglückenden Ehebette, aas dem Männer wie 
da, Bhi^l^, hervozgegaagen sind/* Diese Stelle wirft Licht aaf 
das Zeitalter der Dichterin and ihres Vaters. 

230. Sarvadäsa. 135; 1: 

„Der Himmel, als «geschähe es aas farcht vor dem kalten 
Winde der Regenzeit; legte ein dichtes Wolkengewand an«^ 

231. Särvabhaama. odaradvayabharaQabhayäd 3,8. pnthvi 
grimad — Aaangtfhhtma aahitt 78, 14. vAmAfigtkrlta^&ml^gi 3, 6. 

232. Siuhadatta. äkarshann iva gäip vamann i?a kharaa 
36, 15. 

233. Singäpidi. äbhagn&ngalipaHavaa kacabhare vyäpära- 
yanti karaa 98; 6. Sifigäpiddeb B. 

234. Sadarganakavi. Siehe Harihara. vindhyadrül^ kari- 
sUhane nirapamo 73, 18. Preist einen König Pändyäkhandala Yira- 
pft^^y^a, der im Süden regierte. 

235. Sabandha. Die aai^ehobenen Terse sind sämmtlich 
ans der Yäsavadattä entnommen. 

atimaline kartayye 23, 6. aviditagan^i satkaver 6, 1. kara- 
badarasadrigam 3, 3. khinno *si mofica Qailam 3; 22. vishadharato 
*iiiy ativishamab 22, 5. sä rasavatt& vigatä 141, 5. 



1) SBOBbaBgi jOk.ü«. 



96 Aufrecht, über die Paddhati van ^mgcMara. 

236. SomakarL 111, 2: 

„Wem, Freaudin, soll ich zaerst Dank abstatten, der Krfthe, 
die seine Ankunft angekündigt, oder dem Kameel, das ihn ins Hans 
gebracht hat?^^ 

237. Somila, s. Rämila. 

238. Bhatta Somegyara. pratikshanasamollasannavakalä- 
kaläpänvita 122, 14. 

239. Bhatta Sv&min. 36; 23: 

^ ^^ 'üf^'J 'H^J 

„Als der Löwe brüllend in der stromdorchflossenen Felssohlacht 
seinen eigenen Wiederhall vernahm, machte er sich totori snm 
Sprunge fertig, weil er ihn für den Ton eines Nebenbuhlers be- 
trachtete.^ Aus dem Bhattikävya II, 9. 

240. Hansabhatta. C. D. F. nach 45, 23: 

„Bieneigttngling, befürchte nicht den Tod auf der Campakar 
blüthe, sondern flatlre umher und nimm ihren Duft freundlich ent- 
gegen. Wenn ein reizender Gegenstand gewonnen ist, so liegt 
wenig daran; ob der Genuss in Freuden oder Leiden endet^ 

241. Hanümat. Dieser Affe ist angeblich der Ver&sser der 
Da^ävatärakhandapraQasti , Oxf. Catal. S. 129. Ein Abdruck ist im 
Pandit erschienen. Dieses Gedicht ist, ebenso wie das Mahftn&(aka, 
aus allerlei Dichtungen zusammengerafft, und wenn die fremden 
Federn ausgerupft sind, so bleibt wenig Erhebliches zurück. Beide 
Werke scheinen übrigens yon einem und demselben Sammler sn- 
sammengestellt zu sein. 

iha khalu vishamati 149, 1. Oxf. Catal. S. 161. — kiip dor- 
bhyäqi kim u karmukopanishad& 4, 42. — kürmali pädo 'sya yashtir 
bhi^agapatir 73, 2. Findet sich im Mah&n&taka. — krftmantja)i 



Aufrecht^ über die PadiÜicUi von ^4mgadharu. 97 

kshatakomalängali 74, 3. jiyäsnh ^kaläkriter bhagavata^ 3, 25. 
daiishtrasaiiikatavaktrakandala 144, 2. digyäd vali Qakuläkntili 4, 
37. dripyaddaityakutambinijana 4, 39. na paükair älepaip kalayati 
dhahtri 3, 17. — nishkandäm aravindiniqi sthapntitoddegäip 71, 54. 
Findet sich in Sk. — nishpratyüham aualpakalpa 4, 38. -- päthi- 
nab kamathak kirir uaraharih 4, 47. Nicht in dem Drucke. — 
bhagini madanab ^rimän esba yadi tvayä likbyate 103, 3. Nicht 
in dem Drucke. — bhrämyan mandarakandarodara 4> 28. mnr^tir 
laksbmiqi triparavijay! 60, 5. — räjan räjasuta na päthayati mäip 
74, 2. Angeführt in Sk. nnd Kävyaprakä^. — vigbne^o vah sa 
payäd vihntishu 4, 4. Mabänätaka. — viyatpachoccbäloccbalita 3, 
26. — samgramänganam ägateua bhavata 72, 8. Sk. Eävyapraka^a. 
Vgl. Väsavadattä S. 41. — snätab prävrishi värivähapatalaib 74, 14. 

242. Hammiranarendra. 140, 14: 

l|riMm¥1l«h H^ iRTäW ^gfti^ 



„Liebe Schakale, versprecht es mir, ich bitte euch inständigst: 
einen Wnnsch hege ich, damit der Heldenmuth nicht in Vergessen- 
heit gerathe. Wenn wir sterben, ist unser Leib anderen unter- 
than; ihr müsst nicht, mflsst nicht von ihm euch abwenden.'^ 

243. Harigana (Qriharigana). adhitya 152, 3: 

„Eis ist vergebliche Mühe die vier Veden gelesen und die acht- 
zehn Gesetzbücher erläutert zu haben, wenn der Geist nicht er- 
£asst(?) ist^^ — ghanaghanam api drishtaip vyoma 115, 8. Hara- 
ganasya 0. A. D. — dhyänavyäjam upetya cintayasi 4, 45. Ist der 
Einleitangsvers zum Nägänanda. — mundi jat! valkalaväns tridaridi 
152. 2. — vishamä malinätmäno 22, 9. Hgg. von Böhtlingk. — 
santy eva 59, 4: 

,ß8 gibt zwar grössere Bäume, die mit ihrem Wüchse den 
Aetber Terschlingen zu wollen scheinen; dennoch erfreut das Herz 
der Leute allein der Sandelt' — säksbät premävatärab kamalada- 
ladfi^ 143, 19. 

Ikt XXVIL 7 



98 Aufrecht y über die Paddhati von ^^drtigadhara, 

244. Hariharadeva (^rihariharadevanäm). citrotkirnäd api 
vishadharäd bhitibhäjo 107, 21. — na mugdhadayitädhare na visha- 
bhäji ratnäkare 8, 12. Lobsprach auf den Dichter Sudargana. 
— nepathyäd api räjate hi nitaraip 126; 3. uicesha yävani Täni 
35, 9. praürajani pratidivasai)i vihara 131, 11. makariviracana- 
bhangyä 3, 21. 

245. Qri Harsha; der Verfasser der Katnävali und des 
Nägänanda. 

anaügo 'y^m anangatvam 133, 16. Rv. ndayagiritat&ntaritam 
iyaip 120, 1. Rv. adyadvidrumakantibhih 133, 8. Rv. kasamasa- 
kamäramürtir 133, 15. Rv. drishta drishtim adho dadäti 123, 4. 
Näga. dvipäd anyasmad api 29, 7. Rv. parimlanam piuastaniga- 
ghana 102, 4. Rv. smitapashpodgamo *y^m te 122, 3. Naga. 

246. ^ri Ilarsha, der Verfasser des Naishadhacarita. 
nalinam malinai)! vivrinvati 98, 16. madarthasaipdishtamrinäla- 

mantharah 141, 17. madekaputrä janani jaraturä 141, 16. yadp ad- 
mam äditsa tavänaniyain 122, 7. 

247. Hetuka. yo drishtah sphutadasthisampotava^dn 59,33. 



B. Werke. 

248. Äsinagaraprakärapragasti. Asimänagara^ £. A91- 
mänagara« D. K&sinagara<> B. 4, 3: 

„Möge der Herr der Wesen, Gaiiega, euere Hindemisse ans 
dem Wege räumen, der lauschend dem Summen trunkner Bienen, 
welche den aus seinen Schläfen tröpfelnden Saftstrom umflatterten, 
vor Freude gleichsam sein Augenpaar langsam zuthat/^ 

249. Koka. Damit ist wahrscheinlich der Verfasser des Ra- 
tirahasya gemeint, Oxf. Catal. S. 218. In den Abschnitten 94 and 
95 siüd daraus fünf Verse entnommen. 

250. Gandhadipikä, ein medicinisches Buch. 95, 115. 

251. Jayatungodaya. samaiu viläso 'nkuritastanäbhyäip. 
97, 7. 

252. Padmapurana rämaip dürvädala^yämaip 39, 41. 



Aufrecht^ Über die Peuidhati t>on (^dmgouiharfi. 99 

253. Pälakäpya, ein Werk über Elepliautenkande, aus dem 
in Abschnitt 78 vier Verse mitgetheilt werden. 

2&4. B&iabhärata. nad^a lankegavamraketar 33, 18. Die 
Uss« geben : Bälabhäratasya, als ob damit ein Schriftsteller gemeint 
sei. An das langweilige Werk von Amaracandra ist dabei nicht 
za denken. 

255. Mahäuätaka. Siehe Hanümat 

atyoktan yadi na prakupyasi 72, 29. adyäpi stanagailadarga- 
vishame 120, 16. adhUcshin no laükäm ayam 74, 1. kapole jäna- 
kyäb karikalabha 140, 30. Sk. kürmo mülavad älabälavad 4, 43. 
— ko 'harn brühi sakhe sa eva bhagaväu 141; 14 (in den Aas- 
gaben: ke yüyam raghun4tha natha). — kshudr4|^ saqiträsam ete 
140, 35. — chinne 'pi Qastrabhinne 'py äpatpatite 'pi 140, 29. 
Nicht in den Ausgaben. — deva dikpataya^ prayäta parata^i kham 
nraücatämbhomacaJ^ 4, 22. Nicht in den Aasgaben. — pätälatah 
kim a sadhirasam änayami 146, 1. Nicht in den Aasgaben. — 
lÄtaian na vimocito bata lö, 6. päta trini jaganti saiptatam akft- 
parit 142, 2. madanadahana^ushyat 102, 16. r&mäbhisheke mada- 
Yihvaläyäh 32, 14. Sk. vijetavya lailkä caranataraniyo 32, 11. 

256. Märkandeyapuräna. arish^ni vigishtäni gn^u 162, 
3. und das ganze Kapitel über Vorbedeatangen nach M. P. 43. — 
kämah sarvätmanä heyal^ 153, 16 =M. P. 37, 24. — pntramitra- 
kalatreshu saktah 147, 1 =66, 37. — poram ekaqi jagaty asmin 
153, 49. und die vier folgenden Verse = 3, 59. — bhünägati käü- 
OLDagaväip 39, 35 = 15, 33. — mayüro varnakän hfitvä 39, 34 
= 15, 29. — mänaparoänan yäv etäv 161, 3. nnd der ganze Ab- 
schnitt =41, 2. — raaravaip kütasäkshi ca 39, 13= 10, 80. — 
s^ati sarvätmanä tyäjyah 153, 15 = 37, 23. — h^ite känsye ta 
hiritah 39, 33 = 15, 26. 

257. Yogaratnävali, eine Schrift über sympathetische Heil- 
kunde. Ein solches Werk hat Gangädhara verfasst (I. 0. 2357). 
Ans diesem oder einem ähnlichen sind im Abschnitte 95 acht Verse 
entnommen. 

258. Yogarasäyana, ein ^iva in den Mund gelegtes Werk 
tlber mystische Beschauang 153, 2—13. 154, 1—13. 155, 1—65. 

259. Räg&rnava wird am Schlass von 82 als eine der 
Qaellen des Abschnitts über Musik (gändbarva^astra) bezeichnet. 

260. Lakshmanakhandapragasti. äsine pushni tüshnijp 
T^asaaim ^a^ini 4, 7. 

261. Loharatnäkara and Lohär^ava werden in dem in 
C. nach 79 eingeschobenen Abschnitte erwähnt. 

262. Vasishtharämäyana, oder kurzweg Väsishtha 
Oxford. CaUL S.363. — 148, 1. 7 — 12. 149, 5. 6. 150, 8. 153. 
3. 17—48. 54—78. 155, 66—76. 

7* 



100 Ati/recht, über die Piuldkati von i^mgadhara, 

263. Süktisahasra. Dem Namen uach war dieses eine Aus- 
wahl von tausend Strophen nach Art der Paddhati. Da sie voraas- 
sichtlich manches Alte enthielt, so sei die Auffindung derselben den 
in Indien weilenden deutschen Fachgenossen hiemit dringend emp- 
fohlen. 

gantur 100, 3 : 

„Als die Schöne das Geräusch der Morgensänger hörte, erbebte 
sie bei dem Gedanken; dass ihr Herzgeliebter bei Sonnenaafjgang 
scheiden mtlsse, und weckte ihn mit heissen Thränen, die aus ihren 
Augenwinkeln auf seine Schulter herabtropften/* - paro nunnah 
pa^cäd vrajati 36, 16. vajrena tr^jagatpater balaripor 135, 7. santn 
drumäb 133, 22: 

„Wiewohl es im Lenze viele mit Knospen und Blüthen bela- 
dene Bäume gibt; wie kommt es, Liebliche, dass sogar die Erde 
unter den Tritten deines reizenden Fusspaares zu blühen und zu 
knospen scheint?^ 

264. Somanäthapra^asti. saipdhyätandavadambaravyasa- 
nino bhargasya 4; 23. 



ۥ KonigsnameD. 

Der dreiundsiebzigste Abschnitt enthält zwanzig Verse, in 
denen, mit Ausnahme von Rämacandra I. 2., geschichtliche Könige 
gepriesen werden. Diese sind 1) Anangabhima 14. Siehe S&r- 
vabhauma. 2) Arjunadeva 20. mnficati muficati ko^aip. 
3) Karna 16. mukhe häräväptir. 4) KairaYavirarudra 
(oder bhadra fttr rudra) 17. kirtih kairavavirarudra bhavatah. 
5) Jagaddeva 15. cakrab papracha panthai)i- 6) Pändyä- 



Aufrecht f über die Paddhati von QänigatUKira. 101 

khandala Yirapändya 16. Siebe Sudarganakavi. 7) Prithvi- 
r&ja 8. Siehe Vinäyakapandita. 8) Bhoja. 5. 6. 7. 12. 13. Siehe 
YiDÄyakapandita und Qankarakavi. 9) Yikramäditya 3. 4. tat 
kritaip yan na kenapi^ hast! vanyali spliatika. 10) Yisala^ König 
TOD Qakambhan, aus der Familie Cähubina; der um 11G4 regierte, 
9. 10. ä yindhyid ä himädrer, brüte samprati Cähubinatilakah Qä- 
karobharibhApatih ^rimän Yigraharäja esha. Der Unterschrift nach 
sind diese Yerse ans der N^riganrip&tipäshänayajfiayüpa- 
pra^asti entnommen. Beide fanden sich anf einer Säule in 
Delhi. Colebrooke, Miscell. Essays S. 232. 11) SandarapäQ- 
dyadeva 19. tavängane Sundarapändyadeva. Sundaravirapändya 
C. D. 12) Hammira 11. mä cakraväka virahajvarakätaro hhtljL. 



Bei der voranfgehenden Behandlung der Paddhati habe ich auf 
solche bunt zusammengewürfelte Sammlungen, wie sie im Kävyaka- 
lipa vorliegen; und ans den leichtfertigsten Gründen alten Dich- 
tem zngetheilt werden, keine Rücksicht genommen. £ine genauere 
Durchforschung von handschriftlichen Quellen, die an diesem abge- 
legenen Orte unzugänglich sind, wird zu vielen anderen Nachwei- 
suDgen führen. 



Nachtrag. 

8. 9 I. cri-Änanda. — 8. 11. luthatkrimi zu treoneD. — S. 31. lieber den 

Kamen Cbinnama, wie O. A. lesen, bin ich in Zweifel gerathen B. hat Chit- 

tama. Chiunaka E. In dem Gaiiaratnamahodadhi finden sich zwei Verse von 

einem SchriftsteHer , der Chittapa genannt wird. Dieser scheint ein grammati- 

scbes Gedicht nach Art des Bhattik&vya verfasst zu haben. — S. 30. Jaya- 

deva svairam kairavakorakftn 120, 11. aus Präs. einzuschalten. — S. 80. 

Ein Bndra verfasst ein Gedicht mit dem Namen Trailokyasondari. 



102 



Auflrecht, über die PaddhaH w)n ^mgadkara. 



Versanfänge. 



an^ukam iva | Amritavardhana 
anslLkrishtadnküIay& | Karnotpala 
akritrimaprema | Bh4ravi 
akrity& parasamtäpam | Vj&aa 
akri9ain nitambabhAge | K&lid&sa 
akBhatr&rikritä | Ni^&nArftyana 
agnrur iti vadatn , Vallabhadeva 
agre gftam sarasa | Bhartribari 
anganam tad idam | Biihaiia 
anganayedi vasudhll | Bäna 
angam angena sampidya | VAsishtha 

149, 6 
angllraih khaciteva | Bbojn 
angnllLyftm da^ftrdhena | Jayadatta 79, 

110 
angalibhangavikalpana | Kshemendra 
angulikisalay&gra | K&lid&sa 
angulishu karangäksliyäh | BilLaiia 
ange 'nangajvara | Kshemendra 
acinty&h panthftnah | MurAri 
achinnam nayan^mbu | Amarüka 
ajaramaravat prdjno { Vy^a 
ajätamritamürkhebhyo | Vishnu9annan 
ajltnan d&h&tmyam | Bhartribari 
ajnah sokham llrlldhyah | Bhartrihan 
atasipnshpasamk^am | Mentha 
at&dayat pallava | Bilhana 
atit&maso 'jagandhih { (^arfigadhara 92, 

30 
atimaÜDe kartavyc | Subandhu 
atlvipulain kacayugalaTn | Arasithak- 

kura 
atisfthasam atidashkaram | Kshemendra 
atyacbam sitam an^akam | Bboja 
atyantanirgate caiva | QAlihotra 79, 24 
atynkUn yadi na prakupyasi | Mah&- 

n&taka 
atyiuinatapad& | Kshemendra 
atha k&l&gniradrasya | Yngaras&yana 
154 8. 



atha pathikavadbd | Kshemendra 

atha prasannendumukhi | Mahämannshya 

athatah sampravakshylimi lakshanlkni hi 

Tkjinam | Nakula 79, 45. 
atli&tah saropravakshyCUBi baylLrohanam 

I Jayadatta 79, 81 
adlit& purushas | Vylsa 
adrishtavy&p&ram | Änandavardhana 
adya dyütajitA | Gopiiditya 
ady&pi tat pracala | Bilhaua 
adyftpi tan manasi | BUbana 
ady&pi tftm kanaka | Bilhana 
adyäpi nojjhati | Bilhana 
adyftpi stanä^aila | Mah4n&taka 
adyftpy unmada j Krishiiami^ra 
adharoshthe ca ghon&yäm | ^fiT^b* 79, 68 
adhftkshin no | Mahftu&taka 
adhigataparamärthän | Bhartribari 
adhtrigani jag&ma | M4gha 
adliitya cataro ved&n I Harigana 
anangenkbaläsangäj | Kshemendra 
anango 'yam anangatvam | Harsha 
an&kütair eva | Mur&ri 
andgbrätam pushpam | KüUd&sa 
aniLratam pratidi9am | Vftsishtha 155,69 
an&ryaprajnänftm | Bbiksh&tana 
ani9am mattagaj&nftin | ^gdh. 53, 11 
anukurutah kbalasojan&v [ Gobhütta 
anar&gavantam api ' Mligha 
anena rambhoru | Mur&ri 
ancnettham sad& bhävyam | V&sisbtha 

153, 62 
nnenaiva prak&rena trayo griy&^ | Na- 

kuU 79, 55 
antahprataptamaru 1 Dharmavardhana 
antahsarair | Vishnu9arman 
autraih kalpita | Bhavabbdti 
antraih svair api | Dhanika 
anyamakhe durvlldo | Gk>vardhana 
any&su tftvad upamarda \ Vikatanitambft 



Außrechtf über die Paddhati von ^itigadhara. 



103 



AnyonyAsphAla | N&rl^na 
mnyony&hAtadanU | B&na 
apariksbya na | Vishnu^arman 
apasarati na caksbusho | Trivikrama 
api mudam upayftnto { Jayadeva 
apüjitaiT&sta | Bilhana 
abhinavanalin! | Dhanadadeva 
ik\Mt prftei pingft | Bhojar^'asevaka- 

kavivarga 
abbyisena sthiram cittam | Yogarasftya- 

na 153, 7 
abbyäsenitmasamc&ro | Yogarasftyana 

153, 8 
abbyutthlLnam up&gate | R&ja^ekhara 
unandamaninüpura | R&ja9ekbara 
tmam k&lakshepam | Acala 
amftlyasya mama | Bilhana 
imritotprekshane c&ror | ^g^^^- 7, 16 
unbbojiniTananiväsa | Bhartiihari 
ayim ykrkm eko | M&Uyarudra 
lyuQ avasarah saras | Vallabbadeva 
lye bel&TeU | Bilhana 
artkshiUm tishthati | yishnu9arraan 
trttir iyam npaiti | Bilhana 
arisbtAni vi9lshtÄni | M&rk. P. 
Kihk na santi I Mägha 
irtblin kecid | UUgbavacaiUnya 
Mthirtbi jivaloko | Vishnu9armau 
arthinlim kripanä | Dandin 
artho Ȋrna janiLn&m | Kshemendra 
irdhtm suptvä ni^Äyah | Bhartrihari 
irdbam d&oavavairiuä | ^ankarakavi 
udhiprothasthit& rekhk \ Jayadatta 79, 

109 
udhonmiliUlocanasya | Bilvamangala 

tlain aticapalatvlLt | Bilhana 

>üam alam aghrinasya | V&sudeva 

«iMavalitaih | AmarAka 

^ipatalair annyit&m | BhavabhAti 

ilika eva tradbbftvo | VMisbtha 153, 

e? 

ilpiyasaiTa payasit yat kumbhali { i^gdh. 

61, 3 
mkre mUnsahine ca | gälihotra 79, 29 
ftvacanam vacanam 1 Vftmanasv&min 
aTadbyo bribmano | Visbnn^arman 



avayavesha paraspara i Bbimasinba- 

pandita 
avalambi suvrittamca | gälihotra79,31 
avalokya stanan | Dhannadisa 
av&hitä vina^yanti sarva | Jayadatta 

79, 94 
avijuätavi^eshasya | Avantivarman 
aviditagunäpi | Subhandhu 
avyaktädini bhütllni | Vy&sa 
avyäjasundarim täm • K&lidäsa 
a^rinvann api boddhavyo | Vishnu^ar- 

man 
a9Dimahi vayam | Bhartrihari 
a9vah 9astrain | Vishiia9arman 
a9vasäläm samAs&dya | Nakula 79, 75 
ashtau hfttakakotayas { Vikramftditya 
asamkhyapushpo *pi | Bilhana 
asatpratigrahtt& ca | Vishnaparftna39, 15 
asatpraläpam pftmshyam | Vyftsa 37, 39 
asatsaug&d gunajno *pi | Yogaras&yana 

153, 10 
asampadayatah kamcid | M&gha 
asahäyah sahfty&rtbi | Vyäsa 
asiUkhuracatusbkah | (^^dh. 79, 115 
asau maruccumbita | Bhatta Bgaka 
ast&valambiravi | Ratnftkara 
asthÄne tädito vftji | Jayadatta 79, 93 
asthiram anekarftgam | ^^l^&vriddhi 
asmäkam sakhi v&sasi | Kudra 
asm&kain jalajivinftm | Anandadeva 
asminn ambhoda | Mahipatimandalika 
asyah sargavidhau | Kftlidäsa 
asyä manohar^kära { Vararuci 
asyft lalftte | Bhftsa 
aham iba kritaTidyo | Damodaradeva 
ahinsft satyavacanam | Vy&sa 
aho kirn api citrilni | Devo9vara 
abo prabhävo vftgdevyft | Rltja9ekhara 
aho bata mahat kashtam { Vyftsa 
ahau v& häre | Bhartrihari 
kh kashtam vanavltsa i Bilhana 
äkarnapalitah | Vy&sa 
ftkarnya garjitaravain | 9g^l>- 71, 57 
äkarnya smarayauva | Trivikrama 
fi,karshaDn Iva gäm | Siühadatta 
ftkhyUyikänurftg! | Kshemendra 



104 



Aufrecht^ Über lUe Paddhati von ^dmgadhara. 



ftgachan sücito | Somakavi 

ägftrad&hi mitraghuah | Vishnupuräna 

39, 16 
ftghr&y4ghr{iya | Mayura 
lijanma brahmac&ri | Murari 
atämrau pfijit&v oshthau | ^^älihotra 

79, 22 
4ttam fiittam adhikaotam | Kala9a 
ft,tmftdhina^riränftm | Vyäsa 
ädäya väri paritah | ^^uka 
ftdye y&me tu 9aijkhah syftn | Padma^ri 

95, 1 

&.dhm&toddhata | Kshomendra 

&nandam &dadhat&m j K^havacaitaiiya 

a pushpaprasarän | Bboja 

CLbadbnan parivesha | Trivikrama 

&bhagn&iiguli | Sing&piddi 

ämaotranajaya j Kshemcndra 

&inDäy&n&m &bäntyä | Dandiu 

kykte dayite manoratba \ . ,, , . 
^ ^ I Adbhutapaiiya 

&y4te dayite maru j 

&y&to bhavatah pita | Utk ata 
ftrabdbe dayit4mukha | Muräri 
Mokatrastanfln | Diviraki9ora 
Mokavantah santy eva | Prahladaua 
&lokya cikuranikaram | K&marftja 
&v)lso vipiii4yate , Jayadcva 
& viiidhylul I Lobsprach auf Visala 
a^ankya prauatim | Bhiina 
ä^k nftma nadi | Bhartrihari 
a^äpäi^aUir baddhft | Väsishtha 155, 72 
a9le{>hacambaua | Murari 
iLsamsftrani i Bhartrihari 
asane lAlayed bälftm { Paduia9ri 94, 7 
äsannam eva | Vishnuvarinan 
iisavaratir atibahubhuk | (^gdh. 92, 29 
Asine puslini | Lakshmanakhandapra- 

9asti 
&haty&hatya | Mayüra 
&h&re viratih \ R&ja9ekhara 
lihüto 'pi sah&yair | Bharchu 
itah svapiti | Bhartrihari 
iti viracitabandhä paddhatir | Qgdb. 

163, 27 
ito vidyutpuoja^ | Govindaräja 
idam k^^ishnam krisbnam 1 Amarüka 



idam uabhasi bhishana | SarvigiiaT&sa- 

deva 
idam anucitam | ^iUbhatUrikA 
idam apatu | Krishiiami^ra 
idam idam iti | Mägha 
idam maghonah | Dandin 
idaiiim tivräbhir \ Pushtika 
iuduin kairaviui | RftghavacaitaDya 
induprabhftrasa | Deve^vara 
indor ekakal&y& | Mur&ri 
iyam unnatisattva | Deve^vara 
iyam palli | Bhartrihari 
iha khalu vishamah | Da^&vatHrakhan- 

dapra9asti 
ishatkampa | ^Mvad&sadeva 
ishanmilitadrishti | Jayadeva 
uccitya prathamam i Jayam&dhava 
uccaihsth&na | Trilocana 

ufcair utt&la \ Bheribh&nkara 

uccair brahmända J 
ujjrimbhänauam | Dhanika 
utkrityotkritya krittim | Bhavabhüti 
utkhatadaivatam | Devevvara 
uttansakautuka | Utpalaräja 
uttishthaotyä rat&nte | Ni94n&r4yaua 
uttungais tarubhih | Ränaka 
utphullagallair | Trivikrama 
udaucatkiiven | RIJcshasapHnditau 
udayagiritatä | Uarsha 
udayati vitatordhva | Mägha 
udaradvayabharana | S&rvabhauma 
udasyoccaih | Indur&ja 
udirito 'rthah | Vishnu9armau 
udyatakarakarabälah | Qgdh. 4, 46 
udyadbarhishi i Bäna 
udyadvidruma | Harsha 
udyamena hi | Vi8hnu9arman 
udyüginam purusha | Krisbnami9ra 
uimamayya | Vijjakä 
unnamya düram | Bilhana 
uunidrakandala | R&hulaka 
uumilanti nakhair | Satkavimi9ra 
unmilanmadhugandha \ Jayadeva 
uumrishtapattrih | Jayam&dhava 
upakärishu ya^ | Vishnu9armaii 
upacaritavy&h santo | Bhartrihari 



Aufrteht, über tUe Paddhati von Cdmgadhara. 



105 



apade^o hi mfirkhftnftm | CAuakya 
ap«pr&k&rftgram | Käja^ekhara 
np&yuktakhadira | Kshemendra 
«pari gbaBam ghaoa | Bhartrihari 
npari pajodharamMä I Bhoja 
npaharanain vibhav^nftin | Vidy&raiiya 
opidhibhih samtatasamgato 'pi | 9s^^- 

nacli 50, 1 nur in F. 
ipodharAgena | PHninl 
oraii nihiUks tkro ' Argata 
BTO Tl941am ^astam ca | (^-äHhotra 79, 

28 
nUanghy&pi | Kudrata 
üllapayaotyH | ^vasv&min 
nna9e8ha9 | VishiiU9arman 
ritor m^advayeDaiva | Yogaras&yaua 

154. 3 
ekam hanyän na vä | Vishnii9annan 
ekih sa eva jivati I Govardbaua 
ekaträsanasamsthitih | Amarüka 
ekadantadyuti | Dhanadadeva 
ekas&rthapravrittÄnftm i Vyäsa 
ekasmin chayane | Amarüka 
ek&»ya tasya manye I Prahlädana 
ekikini yad abaiä | Rudra 
ekäyalikaliU Utprekshävallabha 
ekÄ rk dagdhikft tombi { Yogaratnavali 

95, 103 
ekc kecid yatikaragatiU | Purushottama 
«ke 'dya pratar | Kshemendra 
ekeo&kshnä { Candraka 
eko Itläte dvao mürdhni { Nakala79,51 
etad atra pathikaika | Prakä9avarsha 
«tad rthasyam paramam etac ca | Vä- 

sishtha 153. 78 
ctayoh prexasc lakshmi9 | Väsisbtha 

U8, 9 
^tasiDät paramänand&c chuddhacinmä- 

tra I V&aisbtba 153, 56 
ttanün vanainärga | Bhattanäyaka 
^i nihsahatanor K41id4sa 
ctl«a ketaki latilsa | Mahftdeva 
^ te daratikrama | Krlsbnapilla 
ete satpomsbÄh | Bhartrihari 
«te bi jiy^ ddbhAv& | VAsishtha 155, 
68 



evamvidhlLn gaj&n j4tylL | PHlakftpya 

78, 35 
esha svargatarangini { ^aokbadhara 
aurvä ivätilubdhä | Kshemendra 
kans&ricaranodbhüta | Qgdh. 44, 1 
kanthasya tasyllh | K^lidasa 
kauthasya vidadhe | Qakavriddhi 
katipayadina | Dhanadadeva 
katipayanimcsha | Qankhadhara 
katham api sakjii | Amarüka 
katham iha manusbya | Cänakya 
kadarthitasyäpi | Bartrihnri 
kapäle mftrjärah | Bhäsa 
kapole jänakyäh | Mahänätaka 
karakisalayam dhütvä | Amarüka 
karabadarasadri9am | Subhandhu 
karabhadayite yat | Vyäsa 
karikrishnft9vagandhä ca | Koka 95, 89 
karaa dhunänä | Bh&ravi 
karnägre pidite yesh&m | Jayadatta 79, 

105 
kariikmritam | Bilhana 
karpürami9rasehuiida | Koka 95, 90 
karpürämbunishekabbäji ] Trivikraraa 
karmanah samcayät svarganarakau | 

VÄsishtha 153, 60 
karshadbhih nicayänjaläny { Dhanada- 
deva 
kalakvanita | Dandin 
kalamägrauirgata | Kshemendra 
kalpäntakrodhanasya | Bheribbänkara 
kalpantapavanft vftntu | Viisishtha 153, 

44 
kalpänte 9amita | Chinnama 
kavayah kälidäsUdyäh | Krishnabhatta 
kavayah paritusbyanti | Dhanadadeva 
kavibhir nripaseväsu | Kshemendra 
kaviväky4mritatirtha8n4naih | ^gdh. 7, 

15 
kavindram naumi välmtkim | ^gdh. 

8, 1 
ka9cid dvisbatkhadga | Kdiideisa 

kas tvam 9Üli | Bhäratikavi 

kas tvam bhoh | Qaktikumära 

kasya marau duradhigamah | Dharma- 

d&sa 



106 



Aufrecht ^ über tue Pctddhati von ^dmgeuHhara. 



k&n9cit kalpa^tam | ggdh. 151, 4 

kkkutsthena 9ir&iisi | Bilhaua 

k&ke ^aacam s. klibe dhairyam 

kftnkolavajrakam | Lohärnava 80'i, 13 

k4cin nivÄrita | ütpreksbävallabha 

kAncigunair viracitä | Ratnakara 

käni stb&n&Di dagdhAny | Bhima 

käutakcliin kalayatu taruli | ^gdb. 59, 5 

käntämakbam i 

kante talpam j 

kainah sarvätmanä | MArkandeyap. 
kamam priy&n api | Bharcbu 

kämam bhavantu | ^-rutadhara 

kamiike bbramarah proktali | Padma^ri 

95, 6 
karanjib kunjayanto | B&na 
k&raiiotpanua | Blahamanushya ? 
kälena ksbitivarivahui | ^gdb. 151, 5 
käveritira | Raksbasapunditau 
kftveriväri | Krishnapilla 
k&9äli ksbirauikfi^A \ Gaiidagopäla 
k&vmiragaurava | Jayadcva 
kasämcid dbavala9 | Candra 
kirn yftcyo mahima | Badhirakavi 
kiin xiittäntaih { MAtangadivakara 
kiin9akakalik&ntar | Vijjaka 
kiin kandarpa karam | Bbartribari 
kirn karoti narah | Caiiakya 
kirn kaves tasya | Trivikrania 
kini kramishyati | Magha 
kirn krtürain stri 1 Dandin 
kiin gateca yadi | Bbartribari 
kimcitkampita | Trivikrama 
kimcitkopakala | Murari? 
kirn jftto 'si | Bhadattajn»navarman 
kirn taya kriyate | Vikramaditya 
kirn tcna kila | Jayamadhava 
kirn tena jatu | Visbnu9arman 
kirn te namrataya | Blioja 
kirn dorbhyäm | Hanftmat 
kirn asi vimanäb | Narasiüha 
kirn mAlatikusama | Nammaiya 
kiyanmfttram | Bhoja 
kitagribam kutilo 'ntab | <;;gdb. 46, 2 
kirtib kairayavira | Lobsprucli aufKai- 

ravayira 



kupite pucbasamstbftnam | Jayadatta 

79, 92 
kumudavanam | Mftgba 
kumuda9abalaih | JivanAyaka 
kumbaka karft | KatnAkara 
kuryAn nicajanft | Ksheinendra 
kurvantu n&ma | Vaidya Bb&nnpandita 
kulagumr abalAnftm | RAja9eUiara 
kule mabati j&tena | Yogara5ayanal53,2 
kusuraam ko9&takyA | Krishna 
kasumasttkumära | Harsba 
kusumastavakasycva | Bbartribari 
kusumolläsidbaminillu I Väsisbtha 153, 

43 
kürmah pado 'sya | Hanftmat 

kiirmo mülavad { Mabän&taka 
küsbmaudipbalavat pbalani na | 9f>^* 

59, 36 
kricbrena kftpi | UtprekshATallabha 
kritc pApe *natllpo vai I Visbnnpnr&na 

39, 19 
kritopakärara | Bboja 
kripanasaroriddbinftm | Praka9avarsha 
kripanena samo dAtft j Vyasa 
krisbna tvain nava { Bilvaniangala 
krisbnArjuuänuraktA | Daiidin 
krisbno vnji bbaved yas tu j NaknU 

79, 50 
kekA kaniämritam te | ^^gdh. 48, 2 
kccit i)ratbamajanxnAnab | VAsishtba 

155, 70 
kccil locanabarinab | Pasbp&karadeva 
kenätra campakataro | VijjakSi 
kcnftsinali sukbam | ^ar^-avarman 
ke 'pi svabhavalubdlias | Ksbemendra 
kelim kurusbva [ Änandavardbana 
ke94m Akulayan | Bbartribari 
kosaram ca jatabinam | ^Alibotra 79, 27 
kailAsayitam { Trivikrama 
kokilakalapralApair | Dbanadadeva 
kopat kimcid | Rudra 
kopo yatra Vftmana 
ko 'py esba kbandita | Vftgi9irara K&n- 

cana 
ko 'rtb&n prApya | Visbnu9armaii 
ko9aspbitarastbitani | VijJakA 



Aufrecht, Über die Paddhati von (^mgadhara. 



107 



ko *2iAm brfthi sakhe | Mahftnataka 

kaamtm samkocam \ 

, . i .. ? Vishnucarman 

sAo^fam knmijam | • ^^ 

krayarikrayakütatulft | Kshemendra 

kiimtotTah kshata | Hanümat 

kfibe dbairyam I Vishnu9annan 

kndt kantUdhärt | Bhartribari 

kradtpftnipräptam | RiUnacandrabhatta 

kra prasthitäsi | Govindasvftmin 

kra j&si khalu | Dipaka 

kshanam k&ntürfLga | Bh&nupapdita 

kshanam api virabah | Jayadeva 

ksbanam b&lo | Bbartrihari 

kfthatriyasyorasi { Vy^^ti 

k9kap4h ksbamikritya | P&nini 

ksbiotam na ksbamayä | Bbartrihari 

ksbiped Tftkya^ar&n | Ksbemendra 

kskirasägarakallola ( Äkä^apoli 

kshir»bdbeb kamaleva | ggdb. 163, 28 

kshatksb4mo 'pi | Bbartribari 

kahadraTfilsanayft ccUh | V&sisbtha 153, 

22 

ksbndräh saintr&sam | Mabänfttaka 

khacatushkam radft veda^ | Yogaras^- 

yana 154, 5 

kbadpihasto 'rim | Laksbmidbara 

kbadg&l laksbmih | Kakula 80> 1. C. 

kbanaon &khubilam | Visbnu^arman 

kbalah sarsbapamatr&n! | Vyasa 

khalyftto divaae^varasya | Bbartrihari 

kbinno 'si munca | Subandbu 

gacba gacbasi cet | Daiidin 

gandasthaligalad | ÄsiDagarapr4klirapra- 
9asti 

gata^ cetomudani | ggdb. 163, 29 

gatis tita bhrätri | Bagbavadeva 

gate tasmin bblinau ( Bballata 

gatenftpi na sambandbo | Devaganadeva 

gate prernftbandbe | Amarüka 

gantar vivasvadudaye | Süktisahasra 

gaodbarasftgaroguggula | Padma9ri 95, 

119 

gandbarranagarikärah { Devaganadeva 

gambhiraDibblbrada | Laksbmidbara 

garjan barih sAmbhasi | Svlmin 

gaUt&nindralaksb&ni | VHsiabtba 148 7 



gavädinim payo | Deve^vara 
gädbatarabaddba | Gobbatta 
gädbälinganapürvam | Uddiyakavi 
g&dbftlinganaväman! | Amarüka 
gätram samkucitam | Bbartribari 
gätram te malinain tatba | (^%^h. 50, 1 
g&yantu kimnara | V&Imikikavi 
gitvft kirn api vyftdbah | ggdb. 33, 9 
gunaparicitlim Ary^m \ 
gunavad agnnavad \k \ Bhartribari 
gunair uttungat&m J 
gridbräk^ro *pi | yisbiiU9annan 
gribini sacivah | Kälidasa 
grihitam tambülam | Bilhana 
gaiirim campakakalikam | ^'gdb. 45, 2 
grämÄn&m apa^alya I Bilhana 
grAme g09vakharosbträdyäh | Togarasä- 

yana 153, 5 
gräsäd ardbam api j Vishnucarman 
grivästambbabbritah | Ksbemendra 
grisbmosbmaplosba | Bana 
gbatht patam uptiydti pat&t | Vasishtba 

153, 39 
ghanagbanam api drishtam | Harigatia 
gbanasamtamosa | Bballata 
gbanasnigdbtih subaddb&9 ca | ^Mibotra 

79, 23 
ghritamadhusabadovftnvita | Yogaratn^- 

vali 95, 75 
gbrishte yasmiu bhaved vange | Loba- 

ratncLkara 80» 27 C. 
cakrah papraeba | Lobspruch aufKönig 

Jagaddova. 
cancaddvädacanilanirajayutam | ^gdh. 

33, 19 
cancadbbnjabhramita | Nftr&yaiiabhatta 
cancallol&ncaläni | Kl^a9ekbara 
cataccatiti carmani | Väkpatir^a 
candllla9 ca daridra9 ca | Välmiki 
caturbhir arbudaih kalpam | Yogaras4- 

yana 154, 6 
caturyugasabasrena kalp&kbyam 

brabmaiio dinam | Yogaras&yana 
154, 7 
caturshy api samudreshu samdhyfim | 
VUmiki 



108 



Aufrecht , Über die l\iuidhaU von (^drngacüiara. 



candanftgurukushth^ni | Yogaratnftyali 

95, 112 
candane vishadharftn | Bhallata 
calakisalayap&dah | Jayadatta 79, 88 
cänmftpuraraiiatkritaiii | ^gdh. 124, 11 
citrotkiniäd api | üarihara 
cidänaudamaye deve | Vftsishtha 155, 

75 

ciravirahiiior | Amarüka 
cumbanesha parivartitA | Kälid&sa 
cumbanto gandabliittir | Bhartrihari 
cetah karshanti j ^rutadbara 
ceta9 cancalayil vritty& | Väsishtha 

153, 37 
celancaleDa | Rdja^ekhara 
cyut&m iudor | Kridücandra 
cbayäsaptamrigah j Bijaka 
chitty& p&9axn | Visbnu^arman 
chintse brahma^iro | Dboikavi 
chinnavastram tu vichcde | Padtna9n 

95, 8 
chiune *pi 9astra | Mab&nutaka 
janghc tadiye samt4pain , ^Hkavriddhi 
jantoh pravartate karma | Vasisbtha 

153, 61 
janmasth&i>am na kbala | Vidyäpati 
jaiimendor amale knie | Käräyanabhatta 
jambhärätibha | Mayüra 
jayaty avirat&rambhä niyatih | Vn^ish- 

tba 153, 54 
jayanti te sokritino | Bhartrilmri 
jarjaratnnägram | Jayavardhana 
jaladhara jalabhara | Candrakavi 
jalanividitavastra | Bhavabhdti 
jalpanti särdbam | Bhartribari 
javo hi sapteh | P&ndavanakula 
j^ratab kamaUl | Bilbaiia 
jfttah kürmah \ ^^^,^^^^^ 
jätir ylLta | 

jUnann api naro j Visbnu^arman 
j&oe kopapar&nmukhi | Nidrädaridra 
jitaro8haray& | Mägha 
jiyftsub 9akulä | Hanümat 
jirno 'pi krama | Pushpftkara 
jivah ^ivah 9ivo jivo | (Jgdb. 159, 8 

bis zum Scbluss des Abschnittes. 



jivati jivati n&tbe | Qgdb. 131, 6 
jfvatvuc cittasftmgatyam | Vllsbfatha 

153, 59 
jivanto *pi mritäh | Visbiiu^annan 
jivann eva mrito | Diimodaragupta 
jiVHmiti viyogiiii | Loiütaka 
tarn vando padma | Rftja^ekhara 
tatah kumudanäthena | Vyftsa 
tata^ kokavadbübandhur bandhftka | 

ggdh. 129, 5 
tat karma yan na bandhayn | VlL^sli- 

tba 155, 76 
tat kritam yan na keoftpi | Lobspmch 

auf Vikram&ditya 
tattvabaläu nftdibalam | ggdh. 83, 463 
tatli4 na pürvain | Bbäravi 
tadft todangasya bibbarti 1 ^gdli. 99, 13 
tadürdbvam abhirüdbä sy&t | Padma^ii 

94, 3 
tad eväjibm&ksham | Samkula 
tad dvutriu^atsabasrais tu | Yogarasä- 

yana 154, 4 
tad vaktram yadi j Raja^ekhara 
tadvakträbbimukbam | AmarAka 
tau niisti kA.rayati | ^a^ivardhana 
tanuitambasya nindanti | Bilhana 
tanvangya guru | Amarüka 
tapa cva yatbil väri rorigäitftm | Va- 

sisbtba 153, 64 
tapahparämar9a | Kälidäsa 
tapte mab&viraba | ChamacbamikAratoa 
tamabstomah pür\ram | Devabodbi 
tamasi ▼aryLa9 coro | Kshemendra 
tarangaya dri90 | RAja9ekbara 
tarattaralatrisbne ua | Vasisbtha 150, 8 
taruiii taranitejahpniga | ^S^^* \Z^^ 16 
tavängane Sundara | Lobspmch auf 

Sundara 
tavaitad v&ei | Bboja 
tasmftt prajAgarah k&ryah | Vftsishtha 

153, 48 
tasmad ycgayutam v^bam | Jayadatta 

79, 83 
tasmän mabipatin&.m | Ksbemendra 
tasmin yuddbe | Vyllsa 
tasy^i padmapal&9& | V&lmtki 



Aufreeht , über die Pctddhati von ^dmgadhara. 



109 



U^yAh pManakha^reni | Bilhana 
tuy&i^ ^aUkAnjana | KUicUlsa 
tidito 'pi dumkto | Vishnu^anxiRn 
tftdldalai|i kftncana | Bilhana 
tIdnksapUsamiidra | Badhirakavi 
tipo nipagatas | Lakshmanasena 
Um bhakshayitvft pitvä ca | Yogaratua- 

TaH 95, 74 
UnUntarair | KäUdisa 
t&rat kaTiyihaogftn&m | Trilocana 
tirad bhramanti samsftre | Vasishtha 

155, 74 
tiloilitantini | Bhäravi 
tisrah kotyo | Vislma^annaii 
HirfKn^m rayis tapati I Bh&sa 
Um tapasi | Kshemendra 
tnlyftrtham talya | Vishna^armau 
tolye *paiidhe | Mftgha 
tnnioi bbilmir | Manu, yishnU9anDan 
tritlyft pürnakanthi ca | Jayadatta 79, 

96 
te kahatriyj^ kundalino | Vy&sa 
tebhyo. nirgatya bbüteshu | Yogarasll- 

yana 155, 65 
tyajata m&nam | K&lidisa 
tyajed ekaip kulasy& | Vishna^arman 
trayo "gnayas trayo | RAja9ekliara 
trtyo yasya lal&tastbi | Nakula 79, 54 
trinayanajat&valli | Pbalgubastmi 
tnQokyatraiia | Morftri 
I tram rftji yayam | Bhartrihari 
train cet samcarase | Dboikavi 
tTiffl era efctak&dbftra | Bhartrihari 
trlm eittena sadft rahan | Jayadeva 
trim Uikbya pranaya | K&lid&sa 
daubtrAsamkata ' Hanümat 

■ • • • 

dattrft difi di9i | Kshemendra 
daatlgranirbhinna | GovindarAja 
damodbbedam prayaksbyftmi | Jaya- 
datta 79, 101 
dampatyor ni^i | Amarüka 
dambhftrambboddbaram | Kshemendra 
dayit&bihnpi^asya \ BhAsa 
daridrasya parüt mürtis | Vishnn9annan 
darpaaesbu-paribhoga ; K&lid&sa 
darvmyaati ^arannadyab | Vyisa 



dalam malayajam m&nsi | Yogaratnft- 

vaU 95, 1 11 
da9&Dgo 'yam mahädhüpo | ^gdh. 95, 114 
dahyam&ne *pi hridaye | ^akavriddhi 
dädimam tu dvije jueyam | Padma^ri 

95, 3 
dätavyaui bhoktavyam | Vishna9arman 
dänam sattyä9ritain | Kshemendra 
dänam bhogo | Bhartrihari 
dänäya lakshmih j Devaganadeva 
dämodarakaräghäta | BUna 
d^erakasya däsiyam | KarpArakavi 
dinaih pancada9aih pakshah | Yogara- 

säyana 154, 2 
divi devä bhuvi narah | Ylisishtha 155, 

73 

divyacakshur aham | Dhairyamitra 

di9yäd vah 9akalä | Hanümat 

diptakshudvcgayogäd | ^gdh. 144, 1 

duhsahatäpa | Avantivarmau 

durjanah parihartavyo | C&uakya 

durdivase ghauatimire ) ... . 

\ Visbnu9armaii 
durmanträn nripatir f 

duilabham tau mabämülyain granthiva- 

jrakam | Lobärnava 80^, 14 
durväräh smaramärganäh | (^aukuka 
dürastho 'pi bau 9atrar | ggdh. 79, 12 
dür^ eva krito 'ojalir | Baua 
ddrvä ghritam yavä niram |,^gdh. 79, 

114 
drigbbaugabbangima | Bhiksh&tana 
dridhä mandQkikä krisbnä | gälihotra 

79, 30 
dridhäsano '9vatattvajnah \ Jayadatta 

79, 87 
dripyaddaityakutumbini | Hanümat 

dri^a dagdbun 1 Kshemendr. 
dri9yate p&na J 
drishta^ k&tara | Amarüka 
drbhtamätresba bbAveshu yatbä | Vä- 

sishtha 153, 38 
drishtA drisbtim | Harsha 
drisbtim he prati | Vijjakä 
drishte candramasi | Bhallata 
drisbtvaikäsana | Amarüka 
drishtvaiva vikritam | Devagauadeva 



110 



AufrtcU^ Über die Paddhati von Qämgcuihara, 



devä dikpatayah | Mahän&taka 
devo harir vahatu | MahAdeva 
de^&d de9am gate citte | V&sishtha 

153, 71 
de^air antaritä | Amarüka 
dehärpaiie raktasütrain | Padma9ri 95, 7 
daityän&m adhipe | Indrakavi 
dainyam kvacit | Vatsarüja 
daiväd yady api | Bhavabhüti 
dorbhyäm samyamitali | Jayadeva 
doläyftm jaghanasthale | Bilhana 
daarjanyam ätmani | Goviudaräja 
dräghiyasä dhftrshtya | Bilhana 
dvayam idam atyanta | Jayagapta 
dv&y iinau parushau | Visbiia9arman 
dridhä vidhUya | Kapolakavi 
dvipAd anyasmä^ | Harsha 
dhatte pankajini | RAja^ekhara 
dbany&näm giri | Bhartribari 
dhanyäsi yä kathayasi | Vijjakä 
dbany&s tkh. sakbi | Bndrata 
dhammillo bhangam eta | Bh&nnpaudita 
dbavalAni ätapaträni | yisbna9arman 
dbäyantah prativäsaram | Dämodara- 

deva 
dh&vitvä susamilhitena | Dcvaganadeva 
dbik tasya maudamanasah | Dbanada- 

deva 
dbik tväm re | Bilhana 
dhülidhilsaratanavo | Rndrata 
dhritadhanoshi 9aurya | Bäna 
dbyänavyäjam upetya { Ilarigana ? 
dhruv&vartä da^a proktä | Nakala79,52 
na ka9cic canda | Bhartifihari 
na kälasya na 9akra8ya | ViLlmiki 
na kimcid kenaoid vy&ptam | V^ishtha 

153, 65 
na kuryftt paradärechtlni 1 
na karyäd abhichftrcchäm iKshemendra 
na krodbayätudhftnasya J 
nakbägurusihlakarftla | Padma9ri 95, 

116 
na gajair na uarai^i käryam | ^gdh. 

79, 13 
na j&ne sammokhfty&te | Amarüka 
na tac cbastrair | Vi8bnu9arman 



na taj jalam yan na | BhartriSYdaiii 
na tad asti jagatk09e | Vftsish^a 153,20 
nadija lanke9a | Bälabhftrata 
nadin&m ca nakhtn&m | Kshemendr 
na daivam iti | Visbnn9annan 
na dhyätam padam i Bhartrihari 
nanu 8amdi9eti | MAgha 
nandanarendra | Vallabhadeva 
nandanti mand&h | Devaganadera 
na pankair Alepam | Hanümat 
na puträyattam | Kshemendra 
nabbo jighranti ye v&h& | Jayadatta 

79, 107 
na madyavyasanai^ | Kshemendra 
na mayägoras& | Dandin 
namas tanga9ira9 | Bäna. 
namasy&mo der&n | Bhartrihari 
na mfttari na däreaha | Viahnu^annaD 
namämi m&manononnam&nam | ^gdh. 

34, 10 
na mugdhadayiUUlbare { Haribaradeva 
na me di^ikbam priyä | V&hniki 
na yatra gonavat j BfahAdeva 
nayanapatbanlrodha | Madaoa 
nayanain asi jan& | Um&patidhara 
nayanavikärair | Ksbemeadra 
narapatibitakarti | Vi9hnii9annaD 
nalinam malinam | Harsha N. 
na lokäyattav&dena | Kshemendra 
navadviLram mabäbbütaih | MArkaa^ 

deya P. 
navanilamegba | Bilvamangala 
na vittam dar9ayet | Vi8hxiii9annaa 
na vin& parivädena | VyiLsa 
na yi9va8ed amitrasya | Vi<iK^^^arman 
na vishkiranti ye gräsam | Jayadatta 

79, 106 
navoktir j&tir | B&na 
na s4 vidyä | Vishnii9arman 
na so 'sty ati9ayo ioke | Vtohhtha 

153, 25 
na hayä na ca | Dandin 
nägavi9eshe 9esbe | De^e^vara 
nilgnis tripyati | Vishna9armaii 
n&hhüvan bbavi | Bilhana 
nabhyast& bbavi | Bhartrihari 



AufrecTU^ über die Fculdhati van ^mgadfiara. 



111 



näyätah sakhi | Jajadera 
BirabheU ratam tävad | Padma^ri 94, 8 
nileneva sthitvft j Vriddhl 
nilpijasi nibadhnaiiti | Deye9vara 
nUyocchrftyavati | Änandayardhana 
niham raksho na | Näräyanabhatta 
Biham mänsaip na cästhini | Väsisbtlia 

153, 31 
oibsneho ykti nirvänam | Dämodaradtira 
oitjam vi seyyam&näpi | Padma^ri 94,5 
BijiD^okävriUm | Raghu Kavidarpaiia 
xujäm kajachayain | Kshomcndra 
nhyam brabma yathA | Kaghavacaitanya 
nidagha^rador hklh, | Padixia9ri 94, 4 
xüdrärdhamilita | Bilhana 
oindanta nitinipuuä | Bhartrihari 
nipiyamanastavaka | Bhartrihari 
nhnittam uddi^ya hi yah | Vishuu^arman 
mnuthakani janma | Bilhana 
niraTadyaui padyäni | Bhavabhüti 
nirvy&jä dayite | Käja9ekhara 
niahkandAm aravindiDiru | Hanümat 
nbhkalankakaUyaikayä | ^gdh. 31, 2 
nishkiranain ni^änte yo | Nakula 79, 72 
nishpratyfUiam analpa | Ilanümat 
nicesha y4vaiii vaiii | Hariharadeva 
airandhram parirabhyate | Rudra 
nOotpaladala | Vijjakä 
DilotpaUbhaDayanä^ | Väsishtbal48,12 
oäDam yädalachä | ^rikanthapandita 
n&Dam dngdh&bdhi | Räja^ekhara 
n&Dam t^nikaras | Bhartfihari 
oripasya tasya catväro | MArkandcya F. 
nendriy&ni na va rftpam | Y^tsish^ha 

153, 76 
nepaifay&d api rijate | Harihara 
oaisha vegam mridu | Mürta 
xMttarasyim praticyäm | Kshemendra 
DO mallün ayam ibate | Pushpäkaradeva 
nyancaccancalacancu | Vararuci 
Dyastftni danta | Utpreksh&vallabha 
pakshmidipingalimnah | Bhavabhüti 
panki^a jalesha väsa^i | Lakshnudhara 
pankaj&sanalayena padminim | Koka 

94, 9 
pankinodhangam { Abhinanda 



pancatvam tanur | Äk&^apoli 

panca dhäräh pravakshyämi | Jayadatta 

79, 95 
patälagne patyau | Amarüka 
patatu tavorasi | Bäna 
pathi nipatitäm | Bhallata 
payodharäkäradharo | Kllidisa 
paramani imam apade9am | Bilvama- 

ngala 
paramäuor api param | Vädshtba 153, 77 
paralokahitam | Mad&lasä 
parasparagunän kiiü^cid | ^gdh. 92, 31 
parasparciia kshatayoh | Kälidäsa 
parärthc yah pidam { IndurAja 
paritoshayitÄ na | Mägha 
paribbramanty^ bhramari | Gunäkara 
parimalasurabhita | Vallabhadeva 
parimlänam pinastana | Harsha 
])areshäni kle9adain { Kshemendra 
patyau hato manmatha | Kumäradäsa 
patalayä vanamadhye kusumatayä | 

ggdh. 59, 28 
päthinah kamathah | Uanümat 
pänau padmadhiyd, | Acala 
pänau mk kuru | Jayadeva 
pütah püshno bhavati | Bhallata 
p&talatah kirn u 1 
pÄtÄlän na / Mahinätaka 

pätito 'pi k^riLghätaih | Bhartrihari 
pätu trini jaganti | Mahänataka 
pädany&sam kshitidhara | Kälidäsa 
pd,dähatam yad | Mägha 
pädähato 'pi dridha | Viahna^arman 
p&niyam nftlikeri | Bilhana 
pär9yäsphäljlvalepäc | ^akavarman 
päfcHtyabhägam iha | Mägha 
pä^cätyair maromärutais | Qgdh. 134, 8 
päshänakhandeshv api | Gopäladeva 
pidadhati timire samasta | Q*gdh. 118, 1 
pinftkaphanibälendu | Deve^vara 
pippalimäsha^älinftm | Yogaratnftvali 95, 

73 
pibann asrig adan | Rudrata 
piba payah prasara | Bhimasinhapandita 
pi^htpraksbAlanena | Kshenendra 
pitas tashiLrakirano | Ratnftkara 



112 



Aufrecht t über die Padilhati von ^rngadkara. 



pinottuugapayodhar&h | ^vetämbara 

Candra 
punso nijamanomohah | Väsishtha 153, 

28 
puche jäuuul kakshäyäm | ^gdh. 79, 67 
puojibhütam prema | K^havacaitanya 
punyägnau pün^a | BAna 
punye gräme vane | Bhartrihari 
putramitrakalatresha | M&rkandeya P. 
punah srisbtih punar nft^ah | Togara- 

säyana 154, 12 
pamprakrityoh katliftm cva | Väsishtha 

153, 3 
puram ekam jagaty | Märkandeya P. 
purftnabäuatyäg&ya | Bilbana 
purft svarge snkbenäsan | ^g^^** 78, 2 
purisbasya ca rosbasya | R&me^vara- 

mutbila 
puro Dann ah pa9cäd | Süktisabasra 
pulakankitapacbo yah | Nakula 79, 73 
pasbpagandbab sadA viprah | Qälibotra 

79, 16 
pusbpam prabälopabitam | Kälidäsa 
pfirne 9atasahasre | Vyäsa 
pürvaiu yatra samani | Jayadeva 
pärvain ceti tato | Ksbemendra 
prithvi ^rimadananga | Sarvabhauma 
paurastyair däkshinätyaih | Acyuta 
prajft na ranjayed | Visbnu^armaii 
prajftpidanasamtäpät | Manu 
praiiayena yamani jitvä | V:\sishtha 153, 

24 
pratikülatäm upagate hi | Mllgba 
pratikshanasamuUasan { Some9vara 
pratirajaui pratidivasam | Harihara 
pratyäsannasakhi | K&thakumära 
prabhavati manasi | Krisbnami^ra 
prabhupras&de vi9väsam | Ksbemendra 
pray&te 'stam bbftnau | Bballata 
pralayasahllya | Mur&ri 
prasannftb k&uti | Trivikrama 
prasabya manim | Bbartribari 
prasäde rartasva | Candra 
pras4rya padaa | Bilbana 
prastb&nam valayaib | Ainarüka 
praharaviratau | Jbalajjbalaväsudcva 



prane9A vijnaptir | Vallabha 
prätal^ kusbtbasya ya9 cürnam | ^ri- 
kantba9ambhu 

praptäh ^riyah . Bhartrihari 

präpta jarÄ j 

präptftn api na labhante ' Ravigapto 

präpyate gunavatft | Rbftravi 

präpya jnlLnada9lUn etftm | V&sishtha 

153, 74 
präyeua br&bmanab 9uklah | yälibotra 

79, 15 
prärabdhe ratikeli | Jayadeva 
präleya9aila9i9ir& | Bbobara 
prävaranair angftrair | MahftmaDashya ? 
priyasakbi vipaddanda | Vijjakft 
pnyasakhrsadri9ain | Mägba 
priyävirabitasyäsya | ^!il&bhatUlrik& 
praudbacbedänurüpo | Ta90varman 
plÄvayitvA tato yogi j ^K^^^** 15ö> 28 
bandbükadyatibändbavo | Jayadeva 
balibbir mokbam | Bliartribari 
babih kritrimasamrambbo | Vftsishtba 

153, 70 

babu jagada | Mägba 
babunätra kirn oktena | Varamci 
bälasyäpi ravcb | Visbnu9arman 
balä tanvi mrida | Vikatanitambä 
bälcti giyate näri | Padma9ri 94, 2 
bule nätba vimanca | Kumäradä^a 
bäle mäleyam uccair | Dbäräkadamba 
brabinagbne ca snräpe | Visbua9annan 
brabmabatyä suräpftuam | Manu 
brabinabarau ban rudro | Togaras&yana 

154, 11 

brabinäudaiii kiyad | Devaganadera 
brabmändacbattradandab 1 Dandin 
brabmändainandali ) 

• • • • ■ 

brabmä yena kuläla 

bräbmanah kshemakrityesbu | ^^lihotra 
79, 18 

brHhmanaksbatriyavi9äm | ^älihotra 79. 
14 

bräbmanam bhaktidänena | Jayadatta 
79, 89 

bräbmanän navamanyota | Ksbemen- 
dra 



> Bbartribari 



Aufrecht, über die PaddhaU von ^dmgadhara. 



113 



brihmAny&m kandapusfapam syäd | Pad- 

mm^ri 95, 5 
brihinye mnliürte purushas | Kshemen- 

dn 
Mte samprati cfthab&na | Lobspruch 

auf Visala 
bhaktam raktaqi sadä | Kshemendra 
bhakü^ preyaai | Bilbana 
bhaktjprahyiya dfttum | Mayüra 
bhagavantaa jagannetre ! Dandin 
bbafini madaDah 9rimän | HanAmnt 
bhagiraibädy&h | Vyäsa 
bhajaDtyäs talpAntam | Jayadeva 
bliadr&tra grftmake | Bbima 
bhadro mando mrigo mi9ra9 | ^gdh. 

T8, 3 
bbait^pind&nrina | ^^dilya 
bbarabbütiin aii&d|itya | Lob auf Mar^ 
bbAso rimila | Räja9ekhara 
bblma^yämapratana | Bboja 
UmkUni yaia tava | Mabftdeya 
bbtU^ paryaDkam | Bhart^hari 
bhftnigah kAncaoa | Märkandeya P. 
bbümir mitranii i Visbua9annan 
bbftribb&rabharft | Bboja 
bbftrenudigdhft | Vyftsa 
bbfirjab paropakritaye | Vallabhadeva 
bbekaih kotara | Ak&lajalada 
bfaogi na bbaktä | Bbartrihari 
bho bbob kartndra | Govindari^a 
bbo bbob kirn kirn | Abbinava^pta 
bbo bbob fribboja | Deye9varapandita 
bbraman Yanänte | Laksbmi 
bbramaya jaladftn | Bbavabbüti 
bbramara bbraxnatä | Devagauadeva 
bbramara maranabbitim 1 Hansabbatta 
bbramftt prakirne | Gunftkara 
bbritah kasb^m | BbartriJfari 
bhiitah pftntba prasida i ^ankuka 
bhrftta9 candana kirn | Bboja 
bbriotam y&caoil i Bbartfibari 
bbrftmyaedtk&ra | Bftna 
bhrftmyan mandara | Hanitnat 
bfarnkotikiitilalaUtah | ^gdb. 143, 8. 
bhrfte&taryftt | Bbartribari 
bhrde&pe nihit&h | Jayadeva 
Bd XXVU 



bbrüpallayarn dhanur ] Jayadeva 
bhrübbange 'pi racitc | Bbagadattavarman 
bhrübbedaih katicid | Abbioanda 
bhrürekb&yugalam | Bilbana 
makariviracaua | Harihara 

m^jatv «mbh«i . Bhartphari 
manih 9&nollidhah | 
mandalikritya barhäni | Dandin 
mattebhakumbba | Bbartrihari 
madanadahana9ushyat | MahäuAtaka 
madarthasamdishta | Harsba N. 
mad&ti9ayamuktena | Väsishtha 153, 23 
madekapntri janani | Harsha N. 
madhukara tava karanikaraih | Cgdb. 

45, 1 
madbu ca vikasitotpala | Bbartrimentha 
madburayA madbu { Mftgba 
madbubft gr&mabantA ca | Vishnupnrftua 
manonirmftnamfttrena | Vftsishtha 153, 41 
manom&tram jagat sarvam | V&sishtba 

153, 42 
mantrinan tasya buddbi9 ca | M&rkan- 

deya P. 153, 51 
mantrodbbävita | Devaganadeva 
mantbäyastftrnavä | Närftyanabbatta 
mandam mudrita | Amarüka 
manda9 candrakirita | Vinftyakapandita 
mando *yan^ malayä | 9»"ip&lakavirÄja 
manyftmabe malayam | Bbartrihari 
manye tadürü ) 
mayft kumäryäpi j " 

mayi jivati bij&dhye | Bboja 
mayüro varnakän | Mftrkandeya P. 
malayftnilamilano | Kudra 
malinabutabbug | Bijaka 
mallikftmälä | Daudiu 
mabadbbir ogbais | Mentha 
mahftghonä mabakäyä | Jayadatta 79, 

104. 
mahätmäuo 'nugribnanti | Mägba 
mahäpralayamftruta | Närüyanabbatta 
mabipateh santi na yasya | Bilbana 
mabe9as tväm dhatte | Prahlädana 
m&kandamülasamyukta | Yogaratnävali 

95, 105 
mft gacha pramad&priya | Morik& 

8 



114 



Aufrecht, über die Paddhati von (^mgadhara. 



mighena yighnitotsÄhft | Dhaoap&la 
m& cakrav&ka | Lobspruch auf Hamm! ra 
mk jivan yah | MÄ-gha 
m&iukyadravalipta | Räghavacaitanya 
m&tangakumbha | Vaidyahhänapandita 
mfttangair api yair | GunAkara 
mUtar dhannapare | Ravidatta 
mfttar medini | Bhartnhari 
m&tulo yasya govindah | Vyftsa 
rnfttrü svasrä dubiträ | Manu 
mftdyaddiggajadftua | Vijjak& 
mädyanmätangakambha | Bhatta Ya^as 
mAnftpamftnau | M&rkaiideya P. 
m&ninSjaiiavilocana Bli&ravi 
mikne mlftyini | Bhartrihari 
mlindhätä sa mahi \ Bhoja 
märgam dehi padam Pnshpäkara 
m&rgo bhürimarur jalain | ^gdh. 42, 12 
mfirjärihimabälukä | Govindar&jadeva 
mitam dadäti hi piUl | Välmiki 
mitram kalatram | Devaganadeva 
rnukundadämodaraväsudeva | ^gdh. 39, 

37 
muktäbhft urikapäla | Krishnami^ra 
mukham tasyäh smitain j ^f?^^* ^06, 28 
mukhamiitrena kävyasya | Bftna 
mnkhe candrakasamvito | Nakula79,49 
mukhena caiidrakäntena | Bhartrihari 
mukhe häräv&ptir | Lobspruch auf Kania 
mugdhasya te vada | Bilhana 
magdha svapnasamftgate | Rudrata 
mugdhe kirn nakharaih { ^gdh. 113, 13 
mugdhe dorlatikftip | Dorlatikäbhima 
mugdhe dhänushkat& | Bhartrihari 
muncati muncaü ko^am | Lobsprach auf 

Arjuuadeva 
mundicürnam kashsLyena | Yogaratnftvali 

95, 104 
mundi jati valkala | Harigaiia 
mundo JatUo nagnah j Kshemendra 
mudhaiva te vayam aho | Väsishtha 

153, 66 
murfträtir lakshmirn | llanümat 
mürkho hi jalpatam | Vyäsa 
mürtimantam iva räga | Jayaroädhava 
mrigach&gädihant& ca | Vishnupuräna 



ti } »'»> 



mrigänko V^>P dhatte gaganajaladheh 1 

ggdh. 120, 7 
mfityuh ^arira | B4iia 
mridünäm svädün&m 1 Sarasvatikatumba 
meghair meduram | Jayadeva 
meghair vyoma navä | Bijaka 
meruh sthito 'tidüre | Kshemendra 
mokshadvilre pratihArft^ caty&rah | V&- 

sishtha 153, 17 
mauui pädaprahAre | Kshemendra 
mriyamauam mritam | Devaganadeva 
yatn lokam väjiprishtheshu , Jayadatta 

79, 100 
yah karoty asakriu mütrani | Nokula 

79, 71 
yah kaamAraharah | ^ilibhatt&riki 
yah piyushasahodaraih 
yah samtÄpam apäkaroti 
yah sanmaddho hayo r&vam | Naknla 

79, 70 
yac ca stimitagambhiram | V&sishtha 

153, 75 
yac chakyam grasitam i y.,!^,,^^ 
yaj jivyate kshanam ( 
yat karoty aratim | Kshemendra 
yatnäd api kah | Bhartrihari 
yatnotthäpanamätra | Vriddhi 
yat padmam Mitsa | Harsha N. 
yatpädäh 9iras& | Parimala 
yatrodärA, dluräs | Dlnakaradeva 
yat satyavrata j Nfträyanabbatta 

yath& bfjänkurah i 

^UÄ • 1- •1? Vishnußarman 
yathämisham jale j * ^^ 

yath4 rajobhir gaganain | V^sbtha 

153, 69 
yathä v&tasya calanam | Vllsishtha 153, 

58 
yatheyam ^Agdevi | Dhanadadeva 
yathodite dinakarc kv&pi | VlLsbhtba 

153, 30 
yad ami da9anti | Deve9vara 
yad arjyate pariklefair | Kshemendra 
yad asmäbhir drishtam | firadAsadeva 
yadftkimcijjno 'harn | Bhartrihari 
yadä tu sa nripas { Märkandeya P. 
yadä tvarn candro 'bhüh | Acala 



Äufrtchtf üher die PcuUUiaii vaii (^drngfuikarcL 



115 



Bhartrihari 



I 



Govardhana 



yadäbhftd asmikam | Amarüka 

yadäsid ajn&iiam i 

yadi nama daivagaljA f 

yadi priyaviyoge 'pi | Dagdliamarana 

yadi nuuto *si | Vallabhadeva 

jadi varshasahasr&ni tapa9 carati | Vä- 

sisbtha 153, 33 
Tadi Munaram apftsya ) Näräyauabbatta 
jad etac candräntar | Bhoja 
jad dad&si vi^isbtebhyo | Vyäaa 
jadj api candanaTitapi 
jady api baddbab 

yady api 9iro Mhirobati | Madaiia 

yad rätraa rahasi | Amarüka 

yad vicibhib spri9a8i i Gaud&bbinaiida 

yaa lükga mada | Bbartribari 

yan madÜye yac ca paryaute | V&sbh- 
tba 148, 11 

yan manoratbafatair | Devagana 

yam priyah ksbitipah | Loharatu&kara 

80>, 30 
yayor eva samam | Visbnn9arman 
ya^ ca sanr&tmako devah | Väsishtha 

153, 55 
yaamio knie yab | Visbna^annan 
yasxnin kbadge ^arfram pratipbalati | 

Lobarato&kara 80», 40 
^rasminn evädbikazn i 
jas3ra dbarmaTibinasyaj 
yasya n&sti srayam | Canakya 
jasya pidäh sitüi sarve tathft vaktre 

ea I Kaknla 79, 47 
yasya p&d&b sit&h sarve pncbam | Na- 

knU 79, 48 
jrasyih kosama^ayyäpi | Dandin 
yasyAkarnya vacahsudbä | Bballata 
yasy&Dge stbüUrekhä | Luharatnäkara 

80», 29 
yasyifiti vittam sa | Bhartrilmri 
y&m y4m priyai^ | MÄgba 
yiUÜ^ kirn ua | Amarüka 
yfttft yftnti ca | Anantadeva 
yft bbobaiiBbtharucih | ^Uvasvämin 
yivat svastham idam | Bhartrihari 
jii samkbylk rotnaküpftuäm | Jayadatta 

79, 99 



Visbna^arman 



yäsam katiksbavi^ikbaih | Qgdh. 98, 14 
yoktyä samtarato jnasya | Visisbtha 

153, 26 
yugäatakAlaprati | M&gha 
ye kuntbikrita | Bilbaua 
ye jätylL laghavali | Bballata 
ye tatra lin&li pataine pade | Togara- 

s&yana 154, 13 
ye doläkelikar&h | Riya9ekbara 
yena svam viuibatya | Marftri 

yenin«idam«ye i Bheribhinki« 

yeitAnargalabÄla j 

yesb&m vallabbayA | Bhoja 

yeshftm nimesbonmcsbibbyäm jagatAm | 

Väsisbtha 148, 1 
yesbu yesbu dridhä baddbA | V&sisbtb 

148, 10 

ye samtoshasukba | Vidyäpati 

ye sampatsu viv&dina^ | Kshemendra 

yair badhaih katbayanty ^90 | Nakula 

79, 69 
yo drisbtab sphutadastbi | Hetuka 
raktam uaktHmcaraughab | Kavi9vara 
raktamäüsamayah k&yah | Vä!»islitha 

149, 5 

raksha pätragatam | Mahädeva 
rajanyäm etasy&m { Bijäkara 
ratakhinnatanum prütar | ^gdb. 130, 7 
ratarabhasanitHnta | ^gdb. 124, 10 
ratoabbittisbu samkräittaih | Daiuliu 
ratn&karatanu | Dbanadadeva 
rathebhyo gajaväjibbyah | Vyasa 
ramyam harmyatalaiii j Bbartribari 
ravirnanir api ni9cesbtab | Inilrasiiilm 
raver mayükbair | Kitusamb^ru 
rasati taranike9a | Jivauäyaka 
raslda9ikbaräsiii&h | Candradeva 
rabo n&sti ksbano | Visbiiuv'Arman 
räjau räjamngänka | ^ankaiakavi 
räjan rljasutä na | Haoümat 
rdjapatre dvitiyendub | Padma9n 95, 4 
räjamätari devyäm ca \ 
räjd, gbrini bräbmanali l Visbnu9Hrmuu 
rftj& tusbto ^pi J 

rätrau väribbar&las& | Amardka 
rämaiii dürvädala9yHinain | FadmapurAiia 

8* 



116 



Aufrecht, über die Paddhati von (^dmgadhara. 



rftmas ta pancame khyftto j Padma^ri 

95, 2. 
r&mänäin ramaniya | Amarüka 
r&m&bhisbeke mada | MahAn&taka 
r&mo nima babhftva | Vasamdhara 
ripar iva sakb! I Jayadeva 
racirasvaravarnapadA | Dharmad&sa 
rftdbasya sindhatatam | Vallabhadeva 
rüpkvartagatichAy&h | JayadatU 79, 82 
re kira kaitarasugir | Candradeva 
re padmiüSdala tavätra may& | (^%ä\i. 

67, 1 
re mätanga madAmbu | Bilhana 
re läDgalika | Acyata 
romantham Aracaya | DharmaTardhana 
rohanäcala ^ailesba | Prabl&dana 
rauravam kütas&kshi | M&rkandeya P. 
lakshmano laghu | Ksbemendra 
lakshmikrfdiUdAgam | K&lidÄsa 
lagnA n&n^uka { Amarüka 
laghatvam m&tridoshena | Jayadatta 

79, 103 
lagboni trinakutire | Kamalftyudha 
lankäpateh samkucitam | Bilhana 
labdhocchr&yo nfcah | Ravigupta 
labheta sikaUsu | Bhartrihari 
laUUm urasi 1 ^^^^^ 
läksh&lakshma j 
likhati na ganayati | Morikft 
ISkhann Aste | Amarfika 
limpativa tamo | VikramÄdityamenthaa 
lUädolätikhelä | Dhanadade^a 
lilftsmitena ^ucinä | Dandin 
lulitanayanat&r&h | HAgha 
lokall ^ubhas tishthatu | Varähamihira 
lobhah sndft vicintyo | Ksbemendra 
iobha9 ced 'agunena | Bhartrihari 
lolair locanaväribhili | Amarüka 
lohitäyati cäditye | Vy&sa 
vaktram 9itakaro 'dharo | Deye9vara 
vaktra^rijita | Kaja^ekhara 
vakraih krüratarair | Ksbemendra 
yajräd api katborilni \ Bhavabhüti 
vajrcna trijagatpater | Sfiktisahasra 
vanitikarat&marasä | Kälid&sa 
vapur annpamaiii | Jagbanasthaligbataka 



vapor vishamasamsth&nam | Bhallata 
vapushali snkritÄti | Devadäsa 
vayam yebhyo jätft^ I Bhartrihari 
vayahprakarsh&d | Kum&radAsa 
vayam iha parltashtä | Bhartrihari 
vayasy&h kroshtJtrah | Hammira 
vayovriddh&s tapo | C&nakya 
▼aram vanani varam | Vishna^arman 
varataruvighatana | Bh&napandita 
varam asau divaso | Amarüka 
varam abimakhe | Bbartfibari 
varjayed indriyigayair ] Ksbemendra 
varnll yatbA masbikalke | VAsishtha 

153, 63 
vardhitaib sevitaib | M&gadbamAdbava 
varshanti stanayitnavo | Um&patidhara 
vasanty aranyesha | MoktApida 
vahneh 9aktir | IUija9ekhara 
y&co vAgmini Rudrata 
vAtAk!rnayi9!rna | BAna 
vAtA vAnta kadamba | VidyApati 
vAnti kablArasubbagAh | VAlmfki 
vAmaskandbauisbanna | Ksbemendra 
vAmAngikrita | SArvabhauna 
vAsanA dvividbA proktA | VAsiahtba 

153, 18 
vAsanAvAgurAkrishto | VAsisbtba 153,46 
vikacakacakalApa | Panya' 
vikacakamalagandhair i MAgba 
vikasati nayanAbhyAm | AbbirAmapa^n- 

pati 
vikasadasitanetrah | 9gdb. 79, 116 
vikirati muhah | Jayadeva 
vikiniaharicandana | Indrakavi 
vikramA gatir ity uktA | JayadatU 79,97 
vighne90 vali sa pAyAd | Uanümat 
vicAradarpane laguAm dbiyatn | VAsisb- 
tba 153, 29 
vijitiltmabhava | Dandin 
vijetavyA lankA | MahAnAtaka 
vitarati guruli prAjne | Bhavabhüti 
vidrAue rudravrinde | BAna 
vinatah pürvakAyena | Jayadatta 79, 111 
vinaivArabbovAbam | Jayadeva 
vindhyamandarasumerubbübhritAip j 
ggdh. 60, 1 



Aufrecht , über die PofUihati von (^ämgculhara. 



117 



Tindbyidrih kari i Sudar^nna 
Tipadi dhaiiyam | Bhartrihari 
Tipaonam padminyä | Nftgapaiya 
TiyatpnchoechAlo | Hanümat 
Tirama timira | Ball&lasena 
▼irama n&tha vimauca | Rudrata 
TiralaTinüibhfitäs | Bhoja 
TinfaaTishamali k&mo | ^iläbhatt&rikA 
▼QftsamasrjDollasan | VijJRk& 
firiktah 9füitasamkaIpo | V^islitha 

153, 72 
meki saghriuo vipras | ^älihotra 79, 17 
Ti^ramya Ti^ramya vana | Bhartrihari 
▼i^nto diTasas | Rudaüpandita 
▼i^rasya hetar amarair | Qgdh. 34, 9 
Tiskadharato 'py | Subandhu 
▼ishamA maliofttmäno | Harigana 
rishayeaby api kashto 'yain | Yogara- 

siyana 153, 11 

Tihanmtijagatkecin | V&sishthal55,71 

▼iro 'saa kirn n | Bilhana 

▼riksham kshinaphalami „, , 

' l Visbnacarma 
TTiksb&n^ chittTä } ' ^ 

vrikahAndolanam adya | Dämodaradeva 

TegaJTaladTitapi | Laksbmtdhara 

rem Tidambayati | Kidldäsa 

▼e&i TeUanamangalain | (}^d}i. 99, 16 

vedui nddharate | Jayadeva 

^epathnr malinaiu | Vy&sa 

repaDte kapayo | Lakshmidhai a 

rjikiüo 'pi vipat | Ksbemendra 

ryäghriTa tishtfaati { Bhartrihari 

i^äloia^ ke9ap^as | Jayadeva 

TjaiolAm alakä | Amarüka 

vyomavy&loUiDaktti j Devadasadeva 

▼yoshaj&jiYi^angahinga | Vijali Nakula 

79, 113 
rrajati ratisukhÄrtham Koka 94, 10 
rrajanti te mtdbadhiyal^ | Bhäravi 
vrid&yog&ii I Netratribh&gabrahmaya- 

^aavin 
9a]ikbih santi sahasra^ | Kaviratua 
^atapadi ^aUp&da | Bhallata 
fatam eko 'pi aaipdhatte | Visbiiufar- 



man 



^apatbail^ samdhitasy&pi | Viahnu^arman 



^abdavadbhir alamk&rair | ^akavriddhi 
^abdärthayoh samo | Lobspruch auf ^- 

läbbattärika 
9araitanikhiladipe | ^gdh. 127, 1 
9arirMitavritti8 tvam | V&sishtha 153, 

68 * 

9arkarft saindhavani sarpi^ | Koka 95, 91 
^a^inakliagirimadamftiisi | Gandhadipi- 

k& 95, 115 
9891 divasadhüsaro | Bhartrihari 
9äkhft9atayrita | Vaidya Bhänupaiidita 
9äkhäsamtati | Namaiya 
9Äkhotakai9 candana | Trip&thi Puru** 

shottama 
9äkhota9AImali | Gftngadeva 
9&nta8aindehadanrfttmyam | ViLnshtha 

153, 36 
9äntasyftpa^atechasya | Visishtha 153, 

57 
9&strasat«angadhirena | Väsishtha 153,45 
9ästrabdhim sakalam | ^gdh. 163. 30 
9i9irasikaravllhini | Kumftradäsa 
9ighram bhümigribe { Bilhana 
9itatr&sam dadhad | Raja9ekhara 
9ital4d iva samtrastam | Sarvadasa 
9itftrtiprasara | Bhoja 
9iI&Tijj& I Dhanadadeva 
9iikatuiulachavi | N4ganiin4 
9uka yat tava | Dhanadadeva 
9ucir iti paritah | Bilhaiia 
9ubhavfiLsanayä ceto | Vasishtha 153, 21 
9ubha9ubhäbhyam m&rgäbhyain | Va- 
sishtha 153, \S) 
9U9rüshasva gurün | Kalidasa 
9Üdrft9 cänyeshu kÄryeshu | ^aliholra 

79, 19 
yurani arohakaui kury^d | Palakäpya 

78, 36 
9ravanftnjaliputa | Naräyanabhatta 
9ribhoja sämynm | Deve9varapandita 
9rutismrityuktam | Ksbemendra 
9rutväpi yad anabhy^so | Yogarasäyana 

153, 9 
9rutv& bälamrigi | Durgaseua 
9rüyatam jnftnafarvasvam | Vasishtha 

153, 73 



116 



Aufrecht, über die Paddhati von (Jdmgadhara, 



rAmas tu pancaxne khyftto | Padma^ri 

95, 2. 
rllmänäm ramauiya | Amarüka 
r&m&bhisheke mada | MaliAn&taka 
r&mo n&ma babhftva | Vasumdhara 
ripar Iva sakh! | Jayadeva 
racirasvaraTarnapadA | DharmadAsa 
ra^hasya sindhutatam | Vallabhadeva 
rüp&vartagatichfty&h | JayadatU 79, 82 
re kira kaitarasugir | Candradeva 
re padminidala tavätra mayft | 9s<^^* 

67, 1 
re mätanga madAmbu | Bilhana 
re lAngalika | Acyata 
romantbam aracaya | Dharmavardhana 
rohanftcala ^aileshu | Prahlädana 
raaravam kütas&kshi | M&rkandeya P. 
lakshmano laghu | Kshemendra 
lakshmikrfdiUdägam | K&lidAsa 
lagnA n&n^aka | Amarüka 
laghutvain m&tridosheua | Jayadatta 

79, 103 
laghuni trinakutire | KamalAyudba 
lankApateh samkacitam | Bilhana 
labdhocchrAyo nicah | Ravigupta 
labbeta sikatAsu | Bhartrihari 
Iriitam aruft 1 ^^^^^ 
lAkshAlakshma j 
likbati na ganayati { MorikA 
Jikhann Aste | Amarfika 
Ihnpatiya tamo | VikramAdityamenthaa 
lilAdol&tiklielA | DhanadadeTa 
lilAsmitena ^ucinA | Dandin 
luiitanayanatArAh | HAgba 
loka^ 9ubhas tishthatu | VarAhamihira 
lobhall sadA vicintyo | Kshemendra 
lobha9 ced 'aguneoa | Bhartrihari 
lolair locanavAribhih | Amarüka 
lohitAyati cAditye | VyAsa 
vaktrain 9itakaro 'dharo | Deve^vara 
vaktra^rijita | Raja^ekhara 
vakraih krüratarair | Kshemendra 
vajrAd api kathorAni j Bhavabhüti 
vajrcna trijagatpater | Sfiktlsahasra 
vanitAkaratAmarasA | KAIidAsa 
vapur annpamam | Jaghanasthalighataka 



vapar vishamasamsthAnam | BhallaU 
vapushah sukritAti | DevadAsa 
vayam yebhyo jAtA9 l Bhartrihari 
vayahprakarshAd | KumAradAsa 
vayam iha paritushtA | Bhartrihari 
vayasyAh kroshtArah | Hammira 
vayovriddhAs tapo | CAnakya 
▼aram vanani yaram | Viahna^arman 
varataruvighatana | BhAnapandtta 
yaram asau divaso | Amarüka 
yaram ahimukhe | Bhartrihari 
varjayed indriyigayair ] Kshemendra 
yarnA yathA mashikalke | VAsishtha 

153, 63 
vardhitaih seyitaih | MAgadhamAdhaya 
yarshanti stanayitnayo | UmApatidhtra 
vasanty aranyesha | MuktApida 
yahneh 9aktir | Rdja9ekhara 
yAco yAgmini . Rudrata 
vAtAk!rnayi9Srna | BAna 
yAtA yAnta kadamba | VidyApati 
yAnti kahlArasubhagA^ | VAlmfki 
yAmaskandhanishanna | Kshemendra 
vAmAngikrita | SAryabhaoma 
yAsanA dyiyidhA proktA | VAsishlka 

153, 18 
yAsanAyAgurAkrishto | VAsishtha 153, 46 
yikacakacakalApa | Punya' 
yikacakamaiagandhair | MAgha 
yikasati nayanAbhyAm | AbhirAmapa^o- 

pati 
vikasadasitanetrah | 9gdh. 79, 116 
yikirati muhuh | Jayadeya 
yikirnaharicandana | Indrakavi 
vikramA gatir ity oktA { JayadatU 79,97 
yighne^o yah sa pAyAd | Uanümat 
yicAradarpane laguAm dhiyam | VAsish- 
tha 153, 29 
vijitatmabhaya | Dandin 
yijetavyA lankA | MahAnAtaka 
yitarati guruh prAjne | Bhavabhüti 
vidrAne radrayrinde | BAna 
yinatah püryakAyena | Jayadatta 79,111 
vinaiyAmbhoyAham | Jayadeva 
yindhyamandarasumerubhübhritAip | 
ggdh. 60, 1 



Aufrecht , über die Paddhati von ^dmgculhara. 



117 



Wodbj&drih kari I Sudar^na 

Tipidi dhairyam | Bhartrihari 

Tipunam padminyft | NAffapaiya 

TJyitiNichocchAlo | Hanümat 

Tinina tiiiiira | Ballftlasena 

virama nfttlia vimauca | Radrata 

TJnfaiTiralibhQUs | Bhoja 

Tinhayishainali kftmo | ^iläbhattftrikH 
Tifisamasrinollasan | Vijjakü 
Tiriktali flintasamkalpo | Vftsislitha 

153, 72 
mekl saghriuo vipras | ^älihotra 79, 17 
Ti^ramya Ti^ramya vana | Bhartrihari 
n^riato divasas | Rudatfpandita 
vifrasya hetar amarair | Qgdh. 34, 9 
Tishadharato *py \ Subandhu 
fithamä maliofttm&no | Harigana 
Tishayesbv api kasbto 'yam | Yogara- 

s&yana 153, 11 

riharaiitijagatkecin | V^ishthal55,71 

nro *saa kirn a | Bilbana 

vriksham kshinaphalami .,. , 

' \ Vishnacanna 
TnkshAn9 chiUy& | ' ^ 

tnkab&ndolanam adya | Dämodaradeva 

vefajraUdTitapi | Laksbmtdhara 

Tcm Tidambayati | KilidlLsa 

▼eni TeUanainangalam | 9li<^^* 99, 16 

T«d&n nddharate | Jayadeva 

^ejMithiir malinani { Vy&sa 

Tepante kapayo | Laksbmidhai a 

vriknlo 'pi vipat | Kshemendra 

^ighriva tishtfaati | Bhartrihari 

^Uola^ ke9apä9as | Jayadeva 

^oljim alakä | Amarüka 

^yomavy&loUiDaktd. | Devadasadeva 

"Toshij&jiYidangahinga | Vijuli Nakula 

79,113 

Tnjati ratisukhärthaTn > Koka 94, 10 

vujtnti te mtdbadhiyati | Bhäravi 

vr!(jlijog^ I Netratribb&gabrahmaya- 

^khlh santi sahasra^ | Kaviratiia 

^pa^ ^tap&da | Bhallata 

?*taiD eko 'pi aamdhatte | Visbua^ar- 

man 
^M>athai^ samdhitasy&pi | VUhnu^armaD 



9abdavadbhir alamk&rair | ^akavriddhi 
^abdärthayoh samo | Lobspruch auf (^i- 
läbhattärikft 

a • 

9ainitanikliiladipe | ^gdh. 127, 1 
^arir^itaTrittis tvam | Väsishtba 153, 

68 
9arkarA saindhavam sarpih | Koka 95, 91 
9a9inakhagirimadamfliist | Gandhadtpi- 

kft 95, 115 
9891 divasadhüsaro | Bhartrihari 
9AkhA9atavrita | Vaidya BhA.nupaudita 
9ftkh&samtati | Namaiya 
9äkhotakai9 candana | Tripftthi Puru"* 

shottama 
9äkhota9ftlinaIi | Gftngadeva 
9Anta8amdehadanrAtmyam | ViLsishtha 

153, 36 
9&ntasyftpaß:atechasya | Visishtha 153, 

57 
9&8trasat«angadhirena | Väsishtha 153,45 
9^trabdhim sakalam { Qgdh. 163. 30 
9i9irasikaravlLhini | Kumärad&sa 
9ighrain bhümigribe | Bilhana 
9itatr&sam dadhad | R&ja9ekhara 
9ital4d iva samtrastam | Sarvadasa 
9itftrtiprasara | Bhoja 
9ilävijjä I Dhanadadeva 
9ukatun(lachavi | Nllgan)in& 
9uka yat tava | Dhanadadeva 
9ücir iti paritah | Bilhana 
9ubhav£lsanay& ceto | Vasishtha 153/21 
9ubh&9ubhäbhyain inA.rgäbhyam | \k- 

sishtha 153, H) 
9U9rft.shasva gurün | Kalidasa 
9ftdra9 canyeshu kftryeshu | ^alihotra 

79, 19 
yüram arohakaiii kury&d | PMakftpya 

78, 36 
9ravand.njaliputa | Naräyanabhatta 
9ribhoja sjUny«m | Deve9varapandita 
9rutismrityuktam | Kshemendra 
9rutvStpi yad anabhyäso | Yogarasayana 

153, 9 
9rutvä bftlamngi | Durgasena 
9rdyatäm jnÄnasarvasvam | Vasishtha 

153, 73 



118 



Aufrecht , üiber die PacldhaU von Cdmgcuiäara. 



9rüyatltm dharmasarvasvam [ VyUsa 
^leshe kecana 9abda { Candradeva 
9T&sah kirn tvaritft | gil&bhattirikft 
^vetam padam | Bbartrihari 
shatkarno bhidyate mantra9 | Visbiiu- 

^arman 
sbadbbib pränaih palam | Yogaras&yana 

154, 1 

sbadbbir daDtaih sitäbhair bbavati | 

Jayadatta 79, 102 
»amvishto grämadevy&Ii | Maydra 
samsdrar&tridulisvapDe | Vftsishtha 148, 8 
Sftkhi bbikshftm y&ce | Gandabhinanda 
sa guni sa ca dharmishtbah | Yogara- 

s4yana 153, 4 
sagunaib sevitop&nto | QS^^* 68, 4 
sanfikalpatantAv akbil4 bbäväh pmtäh | 

VÄsisbtba 153, 35 
samksbobbam payasi | Magha 
samkbyfttitÄb pur& jfttA { V&sisbtba 

155, 67 

sangah sarvfttmanA | Mftrkandeya P. 
samgr&mänganam | Hanümat 
sajjitah kalpitah ^ürab | Plllakilpya 

78, 37 
8ajjitasakala9arira | 9gdb. 111^ l 
satatod&ravritt&su katb&su | V4sisbtha 

153, 47 
satkonam lolanetrain | Dipaka 
satyam vallabba | Kndrata 
8atyapra9ainatapobbih | Rsbemendra 
sadft suptA bhavanty Pte | gÄlihotra 79, 

20 
sadbbir bbavye hite | Pittamaciituryeda 
sa dbürjatijaU | ^arvavarman 
saintaptayasi | Visbiiu<;armaii? 
santi 9väiia ivä | Baiia 
Santa dnimah kisalayo | Suktisabasra 
samtushte tisrin&m | Murari 
samtoshAmrita | Vishnu^armaii 
santy ckc dbanal&bha | Dcvadasadeva 
sauty eva gilitli | Harigaiui 
samdasbtAdbara | Amarüka 
samdebo vaisbnave niärgc | ^gdb. 76, 

105 

saipdbyitandava | Soman&tbapra^asti 



samoyastabhüsbftpi | Vy&sa 
sanmärge ULvad | R4na 
saptashasbtir hat&h | Vftlmiki 
sapta svaras trayo | Vishna9arinaji 
sapbalo määsadebasya | Väsisbtha 153, 

40 
sabbayacakitam | Jayadeva 
sabbä vk oa | Visbna9annan 
samam vilftso | Jayatungodaya 
samftgamisbyato | Candra 
samA ca vipal4 caiva | Jayadatta 79,85 
»maiüghaUm t jjj^j^ 
sampad& süstbitamj 
samprati na kalpataravo | VasiapAla 
sammnrcbitatn samyaga | Var&hamililra 
sarataqfi vlLrayed yatn&t | Nakula 79, 76 
sarasvatipavitrftn&m | Rftja^ekbara 
sarasvati sthitÄ | Sarasvatikuttmiba 
sarosbadasbtidbara | Kilidäsa 
sarp&b pibanti | Visbua^arman 
sarvatra sampadas tasya | Vyäsa 
sarvaplttakasaingbäta j (J^gdh, 39, 36 
sarva^veto hayo yas tu | Nakala 79, 46 
sarvft drisbtih parityajya | Väsisbtha 

153, 32 
sarvä^rudhl | Bflna 
sarvesbam tu pad4rtbiUi&m | Yogara> 

sayana 153, 6 
salilayätani na | M&gba 
savyadbeh kri^atä | RAmilasomilaa 
sahakärakusama | Kapilarudra 
sabaj4ndhadri9ah | Mftgba 
sabishye viraham nätba j Dandin 
sitksb&t prem&vaUrah | Harigana 
s^ksb^n magbavatah pautro I Vylsa 
sftgasi priyatame | Nagnajit 
sa toran&ntikam | Pritbvidhara 
sä drisbt4 yair na vk | Prabhilkaradera 
sanandam nandi | BbavabbüU 
sandr&m sakatbin&m caiva | Jayadatta 

79, 84 
saindbyarftgarudbira | BbattaUpamaoyn 
sa badbam bbavate | Radrata 
sA mlim draksbyati | Jayadeva 
sä yivanti padäny | Bha^ta Indnri^a 
s& rasaTattft | ßubandha 



Aufrechi, über die Paddhati von Qdmgadhara. 



119 



sirdham numoratha | Badrata 
savartAm ca vif&lam | Q41ihotra 79, 25 
sa sandara tava j Rndrata 
Bähah ^i^ar api | Bhartrihari 
anidftram simantAt | Dhanadadeva 
siDdftrasprihayi { Trivikrama 
sitkAraiii samjanayati | Dharmaddsa 
sajano na jkti vairam | Ravigupta 
saiaau jahihi Amarüka 
ndSr^hA rllga9lÜinyo | ^akavriddhi 

sadhimayo 'pi kshaya | Vaidyan&tba 

ssndari sft na vety | Dandin 

nbh&shitamayair | Cänakya 

»bbli^hitaras&syida | Visbnn^arman 

mbbra tram kapitety | Yidyftpati 

fvaütviratan | Amarüka 

ssratftya namas | Sarasvatikatnmbadu- 
bitri 

suradAmmaravainastaka | Padma9ri 95, 
118 

salaksbani mabivegäb | Q&lihotra 79, 
21 

^olabbah purnsbä loke | Vishnu9armaD 

tasamnaddhasamastängam | A^ilsishtha 

153, 27 
stksbmebhyo 'pi prasangebhyah | Maon 
sdranadyipadAoftbhy4m | Qgdh. 45, 113 
sftryicaDdramasaa mürdhni | Nakala 

79, 53 
mjati t&vad a9esha | Bhartrihari 
scyain stbali nava { Indrakavi 
sevanam yoshit&ip kury&d | Padma9n 

94, 1 
scvayft dhanam | Vishna^annan 
ttioyott&ranato | Gunakara 
»«iraiidhrikara | Raja9ekhara 
soma^ 9aacain | Manu? 
MnodaryapHtre vaktrendau | Bilhana 
stanan maüsa | Bhartrihari 
^klmbbabpari | ludrakavi 
stokenonnatim | Vishna9amiaii 
strijah pavitram | Mann? 
rtriyo Vat4rayanty ete | Pfklak4pya 78, 

itribUasvJunimitra | Vishna9arman 



strimndr&m knsnmft | Bhart^bari 
striratnam dhyflnanifttraTn tu | Yogara- 

sayana 153, 12 
striratnam mohanam sprishtam | Yoga* 

ras4yana 153, 13 
sthäne sthftne malaya | Bilhana 
stbitvft sthairyäd up&mbhah | Oovin- 

dar^adeva 
stbüla9 ca krodbano mürkbo | Jaya- 

datta 79, 86 
snätah priivrishi | Hanümat 
sn&n&mbhobahas4dhitA Dipaka 
snänärdramukteshv j Kftlid^a 
snigdhä dirgh&9 ca bahvya9 ca | Jaya- 

datU 79, 108 
snigdhe yat pamshäsi i Jayadeva 
8pri9aDn api gajo | Vishnu9arman 
sphitam 9itam gatam kva | ^g^^b. 134,7 
aphurati jatbare yishnoh | 9gdb.32, 15 
sphulingä yasya dri9yante | Nakata 

79, 74 
smayam&näm äyat4kshy4h | KälidÄsa 
smitapushpodgamo | Harsha 
svakälapariiiamena | Yogarasayana 154, 

10 
svacbandam harineiia j Dharmakirti 
svapato brahmano svedftd | Yogaras&y- 

aoa 154, 9 
svaparosbam abhivtkshya | Vishnupu- 

rana 39, 40 
svaniaih skandhaparigraho | Bilhana 
svämi ni9vasite 'pi | Bhikshätana 
svavjlsanäva94ve94d | Väsishtha J55, 

68 
svasty astu Tidramavanäya | Indrakavi 
8v&min prabho priya | Kum^rabhatta 
svecbayä tvarita dhär& | Jayadatta 79, 

98 
svairam kairava | Jayadeva 
hanso yathä räjati | Valmikikavi 
hate 'bhimanyau Vy^sa 
harakanthagrahä | B&na 
haro yady upadeshtd, sy&d | Vftsishtha 

153, 34 
bartur ykti na | Bhartrihari 



120 



Aufrecht, übet' die Paddhati von ^mgcuUiarcu 



hasti vanyah | Lobspruch auf Vlkra- 

mArka 
faft t&U ateti I Var&hamihira 
hiritAh sarasam | Candradeva 
h&ro niropiUh | V&lmiki 
hAvahllri basitam | M&gba 
bitopade^am 9rinayftt | Kshemendra 
bimadbavaladanta | Bijaka 
hrite kinsye tu | Mftrkandeya P. 
hrito ^DgarlLgas | Jayamädhava 
hpdayam kaustubbod | Kumada 



hridi lagnena b&nena | Trilocana 
hridi visalatä | Jayadeva 
hrisbyatkrisbtäsi | Deye9yarapaxidita 
hetapramAnayoktain | Kshemendra 
bemamanjira | Bilhana 
hemiLmbbomhapattane | K&lidäsa 
brasvatä kariiayoh 9astil | ^ftlibotra 79, 

26 
bresbite skandbam uddisbtam | Jaya- 

datta 79, 91 
bresbite skhalite bbite ! Jayadatta 79, 90 



121 



Streifziige in das Gebiet der Geschichte des 

Schachspieles. 

Von 

K. Himly. 

Seit meinem kleinen Aufsätze über „das Schachspiel der 
Chinesen^^ im 24. Jahrgange dieser Zeitschrift^) ist mir so man- 
ches Neue auf diesem anziehenden Gebiete aufgestossen , dass ich 
Dicht mehr unterlassen will, das Wichtigste davon mitzutheilen, 
obgleich es die frühe Ausbreitung dieses Spieles über einen grossen 
Theil der Erde vielleicht so mit sich bringen mag, dass mehr 
Streitfragen aufgeworfen, als beantwortet werden. 

Da die Zeitschrift der „Asiatischen Gesellschaft^' von Schanghai 
(Journal of the North China Brauch of the Royal Asiatic Society) 
wohl den meisten Lesern unbekannt sein wird, sei es mir vergönnt, 
ans einem in dieser gehaltenen Vortrage Einiges mit anzuführen, 
worauf sich die nachfolgenden Bemerkungen stützen. Zunächst ist 
die betreffende Angabe auf S. 175 des im 24. Jahrgange dieser 
Zeitschrift enthaltenen Aufsatzes dahin zu berichtigen, dass nach 
dem Tai-Ping-Yü-Lan zwar Tschou-Wu-Ti ein Hsiang-ci erfunden 
hat, dass dieses hsiang-ci jedoch dem späteren nicht gleich sein, 
sich vielmehr auf Sonne, Mond und Sterne bezogen 
baben soll. Es schliesst dieses nicht aus, dass möglicherweise 
schon vor Wu Ti ein anderes Spiel dieses Namens gang und gebe 
war. Das Tan Öen Tsung Lu spricht zuerst von einem Buche 
hsiang-cing (siang-king ), das dieser Fürst verfasst und den ver- 



^) Es sind dort folgende Druckfehler zu verbessern : S. 172 Z. 3 das Dr. 
n streichen, Z. 12 muss es heissen st, Z. 14 snai, Z. 15 Pao, S. 175 Z. 19 
Tschon« Wg-Ti , Z. 22 ci mit langem i und hartem c, früherem k (q). Sodann 
^tt« ich mir zu Gute halten zu wollen, dass ich damals noch nicht recht 
^Bsste, dass die hinterindischen Sprachen sich hinsichtlich der Töne ähnlich 
^e das Chinesische verhalten und danach die betreffende Bemerkung S. 176 
Z. 29 „allein** u. s. w. zu berichtigten. — S. 177 Z. 12 ist das t in tien, 
2* 13 das r in 6i ; Z. 14 das p in pao hart ; wir haben dafür nicht so be- 

qoeme Zeichen wie q für das arabische ^, doch ist der Härtegrad ganz ent- 

tpreehend. [Da unsere Druckerei leider nicht aUe von dem Herrn Verf. bei 
d«r Transscription der chinesischen (namentlich harten) Consonanten gebrauch- 
^ iMtem besitzt, hat auf one vöUig correcte Wiedergabe seiner Transscription 
▼«nichtet werden müssen. D. Red] 



122 Himlffi Streif Züge in das Gebiet der Geschichte des Schachspieles, 

sammelten Gelehrten erklärt habe und führt dann einen Roman, 
dessen Namen es nicht nennt, als Zeugen dafür an, dass in dem 
hsiang-ding des Wu-Ti die Bilder von Sonne, Mond und Sternen 
in einer gewissen Beziehung auf Werkzeuge des Krieges aufgestellt 
seien, und fügt hinzu, dass dieses Spiel sich vom Schachspiele 
(hsiang hsi, während zu Anfang hsiang 6i steht)*) seiner Zeit sehr 
unterscheide. Letzterem Urtheile nun schliesst sich das in seinem 
Uranfange aus dem zehnten Jahrhundert stammende Tai Fing Yü 
Lan an, sagt aber auch (wahrscheinlich ungenau), „das hsiang hsi 
habe Tschou Wu Ti erfunden," ganz wie vor obiger Stelle das 
Tan Cien Tsung Lu. Wu Ti, der sich den ehrwürdigen, über 
anderthalb Jahrtausende alten Namen des Tschou Eung, Bruders 
des Kaisers Tschou Wu Wang, angeeignet hatte, befriedigte viel- 
leicht nur seine Neigung zur Nachahmung des Alterthums, indem 
er eine alte Gestalt des Brettspieles der Vergessenheit entriss; 
jedoch sieht es wie eine Verwechselung des Tschon Wu Ti mit 
Tschou Wu W^ang aus, wenn Legge in seiner Ausgabe des Lnn-yü 
S. 193 das hsiang chi auf den „ersten Kaiser aus dem Hanse 
Tschou" zurückführt**). Wu Ti's Liebhaberei für die Sternkunde 
ist auch aus seinen Münzen erkenntlich, welche die sieben Sterne 
des Bären tragen. 

Es ist jedenfalls eine beachtenswerthe Thatsache, dass immer 
mehr Beispiele auftauchen von einer Beziehung der Brettspiele auf 
die Sternkunde. Bei Hyde, Historia Nerdiludii S. 113 heisst es: 
„Plato (qui circa 400 ante Christum annis floruit) in Phaedro 
dicit „ „Daemonem Theuth Aegyptium esse Inventorem Geometriae 
et Astronomiae et fiBtreiag et xvßsiag.^^^^ Ad haec (inquit Eusta- 
thius) Piatonis Interpretes Graeci dicunt „„eum uon intelligere 
Graecorum ftetTeiav, dlka Tr,v rov Xeyofiivov HBTTevTrjgiov^ 
ubi quidem lineis notatur Latcrculus, nt in altero Ludo Pettentico ; 
sed in eo motiones Solls et Lunae, et Elleiptica designabant 
Aegyptii."** — Birch in seinem Rharapsinitas , and the game of 
draughts (Transactions of the R. S. of Lit New Series IX) führt 
Herodots Erzählung, „dass Rhampsinit in der Unterwelt „mit der 
Demeter gewürfelt habe und dass die Aegypter seit seiner Wieder- 
kunft ein Fest feierten" nach einer anderen Angabe bei Plntarch 
auf ein Brettspiel zurück, in dem Thot dem Monde die 
fünf Schalttage abgewonnen haben soll, und bringt hierzu aus den 
ägyptischen Denkmälern Belege bei. Dass man in Felder getheilte 
Bretter zu Berechnungen im Alterthume gebrauchte, ist an und für 
sich nicht unwahrscheinlich, noch weniger vielleicht, dass ein 



*) ci wird nur von Brettspielen , hsi aber anch namentlich ▼om Schau- 
spiel gebrajicht. 

**) Tschou Wu Ti war freilich der erste länger herrschende Gegeukuser 
aus dem Hause der n Ö r d 1 i c he n Tschou, der die Macht der Wei brach und 
zugleich den im Südosten herrschenden Tschdn Wön Ti zum Oegner hatte. 



Bimhf, Streifzüge in das Gebiet der Geschichte des Schachspieles. 123 

Priester des Thot und Astronom dieses that und seinem Gotte 
den Ruhm der Berechnung lassen musste. — Dazu kommt die 
Benennung der Felder des Schachbrettes als ,^äuser^S welche 
besser auf die Sternkunde , als auf die Kriegesknnst zu beziehen 
ist, 60 persisch ^iL>, spanisch casa'*'). Hyde (Mandragorias, seu 

hist. Shahiludii Blatt e der prolegomena curiosa) spricht von einer 
bei den Sterndeutern für heilig geltenden Mensula seu tabella 
Mercorii, die ganz mit unserem Schachbrette übereinzustimmen 
seheint. Derselbe Hyde erwähnt in seinem elenchus quorundam 
eorum qui de Ludis scripserunt unter 11. Lib. Ouranomachia seu 
Astrologomm Lndus, in Abaco rotnndo cum calculis ubi duo Pla- 
netamm ordines pro Mnndi Imperio decertantes, 4. Forbes in seiner 
„hist(H7 of Chess" S. 138 will dieses in den Nafa'is - ul - Funiin 
wiedergefunden haben ; wo die sieben Planeten gegen die 12 Zei- 
chen des Thierkreises kämpfen welchem ein vorsündfluthliches 

Alter beigelegt wird, hat 361 Durchschnittspuncte (324 Felder), 
welche die Tage des Jahres darzustellen scheinen. Das wei chi 
(„Umzingelungsbrettspier'). 

Um nun auf das hsiang cing des Wu Ti zurückzukommen; so 
kann dieses hsiang wohl nur „Bild^' bedeuten, eine Bedeutung, 
welche das ebenso geschriebene hsiang in hsiang-ci schwerlich hat; 
Legge übersetzt dieses durch ivory chess, indem er zu hsiang ya 
,JZahn^ ergänzt, da hsiang-ya (Elefantenzahn) soviel wie „Elfenbein*^ 
ist Es ist aber meiner Meinung nach viel weniger bezeichnend 
für das Spiel, dass die Steine zuweilen von Elfenbein gemacht 
werden, als dass darin ein Elefant vorkommt. Ich übersetze daher, 
— zumal sich nach Forbes a. a. 0. S. 262 auf Sumatra der Name 



*) Andere BenennuDKen sind sanskr. padam unser ,,Feld^S kost;ha ,, Korn- 
kammer, Schatzkammer'', was nach Herrn Prof. Weber's Vortrage in der 
Berliner Akademie vom 8. Februar 1872 über ,,EiDige Daten über das Schach- 
spiel nach iodiscben Quellen auf die bekannte Erzählung von der Belohnung 
des Erfinders mit Weizenköraern sich beziehen könnte. Vermuthlich gebrauchten 
die Inder auch aksa ,,Auge'' für „Feld", da die Tibeter das Schachbrett mig- 
maotf (mig ,,Auge'' mang ,,viel") das „Vielauge'' wahrscheinlich nach den tn- 
deni benannt haben. Auch die Japaner nennen die Felder me ,,Auge." Der 
Übetbche Ausdruck ist dann wieder zu den Mongolen gedrungen, die daraus 
ihr migmaxi gemacht haben. Beiläufig finde ich auch in Schmidts mongolischem 
Worterbuche sitara Schachspie), welches wolil nach desselben Vcrfasscr*s mon- 
gol. Sprachlehre S. 12 ^atara zu sprechen .«tein wird, augenscheinlich das indi- 
sche Wort ^«turanga. Dass ak»a auch Würfel hci.sst, kommt wohl daher, dass 
n der Sprachgebrauch nicht so genau nimmt. Wir nennen geschecktes Zeug 

nch gewürfelt. Noch wunderbarer wäre e.s , dass das persische j^XämJ^ 

„Würfel** und ,, Schachbrett" bedeutet, wenn nicht die morgenländischen Schach- 

^tter oft sehr dick wären und so wirklich sehr sichtbar sechs (jjiuw) Seiten 

zeigten. Für die von Hyde S. 59 enn'ähnten mVcW *• c. aggeres, valla scheinen 

<ii« io Aegypten aufgefundenen Ueberbleibsel von Brettspielen, wenn auch nicht 
4i« Bilder auf den Denkmälern und die bekannte Hieroglyphe, eine Stütze, zu 
Met«n. 



124 Ifimlyy Streifzüge in tlas Gclnei der Geschichte des Schachspieles. 

„mäin gäjah, or „the game of the Elephant'^ auch findet, ohne Be- 
denken „Elefantenschach/^ 

Das „Elefantenschach'' nun ist als solches, wenn anch immer 
noch nicht vollständig dem jetzigen gleich, mit Sicherheit bis los 
achte Jahrhundert zurückzuführen, da das dieser Zeit ent- 
stammende Hsüan Kuai Lu folgende Geschichte erzählt: 

„Im ersten Jahre des Zeitraumes Pao Ying hörte Tsön Schun 
aus ^u-Nan in dem alten Gebäude der Frau Lü während der 
Nacht den Laut der kriegerischen Trommel. Ein Mann in Rüstung 
und Helm meldete die Nachricht des Feldherrn vom goldenen Ele- 
fanten vom Kampfe mit den Tien-No-Dieben. Schun leuchtete hin, 
um besser zu sehn, und nach Mittemacht war ein Mauseloch in 
der Ostwand in ein Stadtthor verwandelt. Dort standen zwei Heere 
einander gegenüber. Nachdem er das Heer aufgestellt, kam der 
Feldherr herein und sagte: „„Das Himmelsross*) fliegt Ober drei 
(Fuss) schräg. Die Anführer gehen seitwärts und greifen nach 
allen vier Seiten an. Die Gepäckwagen rücken gerade vorwärts 
und gehen nicht zurück. Die sechs Geharnischten gehen in 
Reihe und Glied. Dann wird die Trommel gerührt, und aus beiden 
Heeren kommt je ein Ross schräg hervor drei Fuss. Wieder wird 
getrommelt, und auf beiden Seiten geht ein Fnsssoldat seitwärts 
einen Fuss. Nochmals wird die Trommel gerührt , die Wagen 
rücken vor, und augenblicklich fallen die Steine der Geschfltse 
nieder wirr durch einander.'''' So machte er ein Loch in die Ost- 
wand, wo er ein Elefanten-Schach-Spiel in einem alten Grabe fand 
mit Wagen und Rossen in Reihe und Glied." 

Man sieht hier^ dieses Elefantenschach konnte zur Zeit der 
Verfassung dieser Erzählung nicht wohl etwas neu' Erfundenes sein. 
Die Uebereinstimmung mit dem jetzigen chinesischen Schachspiele 
ist aber im Ganzen so auffallend, dass wir nur die Abweichungen 
hervorheben wollen. Zunächst fillt der „Feldherr vom goldenen 
Elefanten" (ein hsiang ciang cün) auf, da hsiang und <5iaDg heut- 
zutage verschiedene Steine sind; sollte dieses der kin sho (din 
diang) oder „goldene Anführer" des japanischen Spieles sein? Das 
zweite Mal ist „Feldherr" durch suai ausgedrückt (s. meinen Auf- 
satz im Jahrgänge 1870). Die Anführer, die nach allen vier 
Seiten angreifen, heissen auch wieder ciang; auch das erinnert an 
das japanische Spiel, wo der yok sho (yü ciang) oder „£>ielstein- 
Feldherr" von zwei kin sho „Gold-Anführern" und diese von zwei 
gin sho (yin ciang) „Silber-Anführern" umgeben sind und noch eiA 
kaku sho (cio ciang) „Hörn- oder Flügel -Anführer*' im zweiten 
Gliede steht. Was die Gepäckwagen betrifft, so werden es woM 



*) ticn ma , so genannt wegen seiner Schnelligkeit , gleichsam als flöge es 
durch die Laft. Für diese hat der Chinese, wie so manche andere Sprachen, 
keinen rechten Aasdruck ; das Volk kennt diesen unsichtbaren Stoff eben nicht ; 
kung ist eigentlich „die Leere". 



Hitnly^ Strei/züffe in das Gebiet der Geschichte iles Schachspieles, 125 

Streitwagen sein müssen; es scheint nnr den sonst durchgängig 

eine wahre Liebhaberei fttr das Alterthum bezeigenden chinesischen ^ 

Gelehrten nicht in den Kopf zu wollen , dass ihre Vorfahren , wie 

andre alte Völker, die Wagen zum wirklichen Angriffe gebrauchten, 

was doch aus einer Stelle wie Möng-tse (Mencius) VII, II, 4^ 4, 

VC 300 Wagen und 3000 Mann ein Heer bilden, und die Wagen 

zoerst erwähnt werden, klar hervorgeht Dass die Wagen nicht 

zorflckgebn, ist ebenfalls im japanischen Spiele der Fall. Die 6 

Gehamischten sind offenbar unsere Bauern , im japanischen Spiele 

sind ihrer neun, im jetzigen chinesischen 5. Die Zahl 6 scheint 

aber andre Abweichungen zu bedingen. Sechs Bauern sind näm- 

lidi auf unserem Brette wohl ebenroässig zu stellen, indem man 

die Yor den Läufern fortlässt; im chinesischen Spiele aber sind 

zwei Umstände hinderlich, nämlich der, dass sich die beiden Feld- 

herm nie gegenüber stehn dürfen, ohne dass etwas dazwischen 

steht, und der, dass die Steine auf den Ecken der Felder stehn. 

Sollen also beide Gesetze beobachtet werden, so ist das Ebenmass 

dahin. Hier lässt uns das japanische Spiel mit seinen 9X9 

Feldern ebenfalls im Stich-, ihnen entsprechen eben 9 Soldaten (ho 

hei = pu ping „Fusssoldaten^^), die mitten auf den Feldern stehn. 

Sollten wir hier den Zeitraum vor uns haben, wo die Chinesen des 

Ebenmasses halber neben dem Könige oder Feldherm einen zweiten 

Batbgeber (Wesir, Königin) hinzufügten? Die Geschütze sind nicht 

üothwendig mit Pulver geladen zu denken. 

Tsohao Wu Tschin, ein Zeitgenosse der Sung, weiche von 970 
bis 1127 herrschten, berichtet, dass das Elefantenschach eine 
Nachahmung des Krieges sei, wie ja Huang Ti wilde Thiere zum 
Zwecke der Kriegführung gebraucht habe. (Dieses scheint sich auf 
die Elefanten zu beziehen.) Er habe als Knabe die Leute Schach 
spielen sehn. Später habe er versucht 19 aus den ursprünglichen 
U Strichen zu machen, welche das Brett nach beiden 
Kichtnngen t heilten, und die ursprüngliche Anzahl von 32 
Steinen auf 98 zu vermehren*). 

War nun das Spiel des Tschao dasselbe, wie das im Hsüan 
Knai Ln erwähnte, so bleiben nach Abzug der 6 Bauern nur 10 
Steine auf jeder Seite, und diese können den Rand des Brettes 
itor ausfüllen, wenn sie nicht auf den Ecken, sondern auf der Mitte 
der Felder stehn, die 2 Geschütze können dann auch nicht in 
einer besondem Reihe gestanden haben. Alles dieses beruht je- 
M auf der Voraussetzung, dass die Steine nicht in Zwischen- 
r&amen schon in der Hauptreihe, die dem Spieler am nächsten 
^i^ standen. Keine Voraussetzung irgend einer Art braucht je- 
doch die Behauptung zu beschränken, die wir nun wagen, dass 

*) Diese VermehruDgen scheinen noch sparloser verloren gegangen zu sein, 
^i ähnliche im Abendlande, beziehungsweise im westlichen Asien versuchte 



Erweite 



ruDgen. 



126 ffi^^y Streif Züge in das Gebiet eler Geschichte des Schachspieles, 

uämlich der Fluss auf dem alten gleichseitigen^ 11 X H Striche, 
oder 10 X 10 Felder enthaltenden Brette keine Stelle finden kann. 
' Dieses scheint dem Verfasser der die Sache betreffenden Bemer- 
kung im Hu Ying Lin Pi Tsung entgangen zu sein, welche wir 
hier einrücken wollen: 

„Die Geschichte vom Tsön Schun im Hsttan Kuai Lu beweist, 
wie das Elefantenspiel zur Zeit der Taug beschaffen war. Dass 
das Boss drei Striche weit in schräger Bichtung, der Soldat seit- 
wärts einen Schritt geht, das ist gerade, wie heutzutage. Wenn 
aber der Wagen gerade vorrückt und nicht rückwärts geht, so ist 
er wie der jetzige Soldat; und ich argwöhne, dass das Uebrige 
nicht ganz stimmt. Was nun das Hsü des Tschao sagt^ dass das 
Elefantenschach zur Zeit der Sung nach beiden Bichtungen 11 
Striche gehabt habe, ist wieder ein grosser Abstand von heutzu- 
tage, wo geradeaus 10 Striche, seitwärts 9 sind. Dazu kommt 
noch, dass auch das Schi Wu Tschi Yüan aus der Zeit der Sung 
die Geschichte mit Tsön Schun als mit der Sung-Zeit ganz über- 
einstimmend anführt. So stimmten sicherlich die Zeiten der Tang 
und der Sung mit einander überein, und die Zeit unseres gegen- 
wärtigen Herrscherhauses mag wohl nicht ganz damit überein- 
stimmen". 

Es ist wohl nicht überflüssig zu bemerken, dass, wenn nach 
dem Zeugnisse des Schi Wu Tschi Yüan das Spiel der T&ng mit 
dem der Sung übereinstimmte und dieses Sammelwerk sich dabei 
auf obige Erzählung im Hsüan Kuai Lu stützt, der Nachweis dieser 
Uebereinstimmung sich nicht auf das erstrecken kann, was letzteres 
unerwähnt lässt, z. B. die Zahl der Steine und das Vorhandensein 
oder Nichtvorhandensein der si. 

Nicht lange Zeit nach Entstehung des Hstlaii Kuai Lu, näm- 
lich im ersten Jahrzehnt des 9. Jahrhunderts, war Kobodaisi in 
China, welcher von dort das verbesserte Buddhathum und das 
Schachspiel nach Japan brachte. Eigenthümlicher Weise sprechen 
jetzt die Japanesen hsiang di (siang ki) statt zo gi , wie man er- 
warten sollte, so gi aus, als ob die erste Sylbe das chinesische 
diang (tsiang) wie bei ciang-cün wäre, aus welchem letzteren sie 
ihr so-gun gemacht haben, welches bis vor wenigen Jahren der 
Amtsname des weltlichen Herrschers von Japan war. Es ist dieses 
derselbe Fehler, den Irwin in seiner Abhandlung über das chine- 
sische Schachspiel in den Transactions of the Boyal Academy of 
Dublin begeht, indem er sein „chong-ki^^ durch „royal game" über- 
setzt, während schon Hyde a. a. 0. S. 165 sagt: „Shahiludinm lin- 
guä Sinicä vocatur Siang Ki, i. e. Elephantum Ludus^; doch ist 
der Irrthum der Japaner, wenn es einer ist, deshalb verzeihlich, 
weil ihr Spiel die Elefanten nicht mehr (oder noch nicht?) ent: 
hält. Auf einem aus 9 mal 9 Feldern gleicher Farbe bestehenden 

Brette werden je 20 Steine von dieser Gestalt f\ und mit den 
Namen beschrieben mitten auf die Felder (nicht auf die Ecken, 



Himlyf Streifzüge in das Gebiet der Geschichte des Schachspieles. 127 

wie in China) hingelegt in drei Reihen. Dem Spieler zunächst ist 
in der Mitte der yok so (yü ciang) oder „Edelstein-Feldherr", zu 
seinen beiden Seiten befinden sich die beiden kiii so oder „Gold- 
Feldherren", dann kommen die beiden gin so oder „Silber-Feld- 
herren", dann die beiden ke-ma „Pferde", danu die beiden kio-shia 
„Wagen", in zweiter Reihe der hishia oder „fliegende Wagen" und 
der kaku so „Flügel-Anführer". Vor diesen in der innersten Reihe 
stehn die 9 ho hei (chinesisch pu ping) oder „Fusssoldaten". Einen 
FIoss enthält das Brett nicht, und die Bauern haben wie bei uns 
die Fähigkeit, in höhere Steine verwandelt zu werden. Wären 
hier nicht 9 Soldaten statt 6, so wäre das des Hsüan Kuai Lu 
das am nächsten verwandte Spiel, da in beiden die Wagen nicht 
rückwärts gehn und auch im Hsüan Kuai Lu die ciang genannten 
Steine zahlreicher zu sein scheinen. Will man im japanischen 
Spiele ein Ueberbleibsel eines auf die Sternkunde und in Folge 
dessen auf die Götterlehre sich beziehenden Brettspieles sehn*), so 
mag man den yok so mit dem Yü Ti oder Himmelskönig der Chi- 
nesen vergleichen; der „Goldstein" war eigentlich die Venus ; sonst 
ist der Edelstein yü (Jaspis, Nephrit, jade) Zeichen der kaiserlichen 
Würde, die vornehmsten der Siegel, welche ja ein Hauptzeichen 
der Amtsübertragung in China bilden, waren ja von diesem Edel- 
stein, sonstige hohe Würdenträger führten ein goldenes, andere ein 
silbenies Siegel. 

Wäre die Quelle, welche Irwin a. a. 0. (abgedruckt in der 
Abhandlung von Coxe über das birmanische Spiel im 7. Bande der 
Asiatic Researches und von Forbes a. a. 0. S. 275) unter dem 
Namen Concum anführt, nicht so zweifelhaft, so liesse sich ein 
hsiang-di genanntes Brettspiel bis ins zweite Jahrhundert vor 
Christas zurückführen. Ehe wir jedoch hierauf eingehen, wollen 
wir noch erwähnen, dass nach Kang-Hsi's Wörterbuch das Zeichen 

ftkr ci, welches sonst auch mit dem Zeichen für Stein "ip-i si ge- 
schrieben wird, schon im Suo-wön, also um 100 n. Chr., mit "jt" 

ma „Holz" vorkommt. Da nun di (ki) die Steine und nicht das 
Brett bezeichnel;, kann hier nicht wohl das wei chi gemeint sein, 
dessen 360 Steine immer aus Stein, oder Glasfluss gemacht werden 
und nicht wohl aus Holz gemacht werden können, da sie nothwendig 
Uein sein müssen. 

Der übrigens von Irwin mehr umschriebene und ausgeschmückte, 
als übersetzte Text besagt, dass 379 Jahre nach Confucius der 
Hankaiser £ao Tsu, dessen Name Liu Pang war, einen 36 Jahre 
alten im Kriege und Frieden gleich erfahrenen Beamten (ta yüan 
st), Namens Han Sing, mit mehreren Zehntausenden, Reitern und 
Fossvolk, ausgesandt habe, den König, welcher sich die Herrschaft 

*) Beides mochte wohl zusammenhängen , wie sich ja bei dem Brettspiele 
der alten Griechen und Körner ein Ueiligthum in der Mitte als Zufluchtsort 
befand. 



128 ^fnlyy Streif ȟge in daut Gebiet der Otschichte des SehaehspieleM. 

in Tschü (Tsu) angemasst, za bekriegen. So sei anverrichteter 
Sache der Winter hereingebrochen und die Truppen hätten nach 
Hause zurückkehren wollen. Da hätte Han Sing das hsiang di er- 
dacht, um seinen Truppen die Grillen zu vertreiben u. s. w. 

Je höher uns die chinesischen Quellen ins Alterthum zurück- 
führen, desto unsicherer und spärlicher fliessen sie natürlich. Das 
St-Wu-Öi-Yüan erwähnt nach dem Sammelwerke Eo-cT-cing-yüan, 
wo dieses von der Geschichte des Elefantenschaches spricht, folgende, 
offenbar einem alten Schriftsteller entnommene Stelle : 

„Yung-Mön-6ou sagte zu Möng-Öang-Öün : Mein Herr, wann 
Ihr bei Müsse seid, so spielt das Elefanten-Schach ! '' 

Hieran knüpft das gi-Wu-öi-Yüan die Frage : „Gab es denn 
zur Zeit der „streitenden Reiche^^ schon ein Elefantenschacb ? '^ 

Die streitenden Reiche (can kuo) befehdeten sich zur Zeit des 
letzten anerkannten Tschou - Kaisers Nan bis gegen die Mitte 
des dritten Jahrhunderts v. Chr. , und Möng - öang - öün war 
Minister eines dieser Theilreiche, Namens Ci ^Tsi), im jetzigen 
Schantung. 

Ueber diese Zeit hinaus reichen die Spuren des hsiang-di nicht, 
ja der Ausdruck ci ist verschwunden. Im Lun Yü und bei Möng- 
Tse dagegen findet sich das Wort yi, welches allgemein als Brett- 
spiel aufgefasst, chinesisch durch di, im Mandschu durch das ebenso 
dunkele tonio wiedergegeben wird. 



Zum Schlüsse sei es mir vergönnt, noch einige Streitfragen 
näher zu beleuchten. 

In Forbes* History of Chess S. 283 wird die Frage aufge- 
worfen ^ ob die zwischen dem chinesischen Geschütze und seinem 
Ziele stehenden Steine alle feindliche sein müssen. Diese Frage 
ist mit „nein^ zu beantworten, da ein befreundeter Stein denselben 
Erfolg hat, was sehr zu den Feinheiten des Spieles beiträgt. Bei- 
läufig ist Irwin's Schreibung chinesischer Wörter sehr unzuver- 
lässig und durch die Mundart von Kanton schwerlich ganz zu 
rechtfertigen; aber Coxe verbessert ihn noch durch Ballhorn and 
macht das Wort ciang noch zu einem zweisylbigen choohong; besser 
Hyde. Das Ziel des Heereszuges des Ilan Sing war nicht Schansi, 
sondern Tsu im Süden Chinas, und so fällt leider die Folgerung 
des Herrn Forbes (S. 283), dass das Schachspiel über Tibet ein- 
geführt wurde, fürerst zu Boden! 

Es ist merkwürdig; dass die so ausführlichen Darstellungen 
der Abweichungen des neueren indischen Spieles, welche Forbes 
wiedergiebt, eine Thatsache nicht enthalten, die Herr Professor 
Weber a. a. 0. schon hinsichtlich des alten Spieles aus der angeb- 
lich dem Bhawishya Puranä entlehnten Sanskntstelle schliesst (S. 
70 der Abhandlung und Vers 10 der Unterredung zwischen Yu- 



Himly, Sireiftüge ins QeJßiet der Geschichte des Schachspieles. 129 

dhlsbthira nnd Vyäsa); dass das Taaschen unerlaubt ist. Dieses 
Gesetz bezieht sieb bier nur auf den König, den Elefanten nnd das 
Pferd. Wie mir ein Parse ans Bombay jedoch mittheilte, ist in 
dem dasigen Spiele alles Tanschen verboten. — Da ich gerade beim 
Spiele der Parsen bin], will ich doch hier die Namen erwähnen, 
welche die Figuren bei ihnen führen. Sie sind: pässä Könige wa- 
zir Königinn, dt („Kamel^^) Läufer, ghora Springer (auch hindu- 
sUnisch fflr „Pferd''); päda Banef; hatthi („Elefant"') Tburm^ letzterer 



'U* 



auch, qal'e =: Mtiä genannt. Dieses letztere ist (neben dem ma- 
laiischen tir oder t6r) ein Beispiel mehr für die Anwendung von 
Tbfirmen im morgenländischen Schachspiel. Ich halte es fflr durch- 
aas unerwiesen, ja unglaubwürdig, dass die Thflrme nur dem Um- 
stände ihr Dasein zu verdanken haben sollen, dass die Italiäner 
einen Felsen; oder eine Felsenburg rocca*) nannten. Ganz abge- 
sehn von der Erklärung, dass die Thürme auf den Elefanten ge- 
neint sein können, findet ein Thurm eine ähnliche Erklärung wie 
di8 doch nnn nicht mehr hinwegzuletrgnende Boot**); der Thurm 
teilt einen Belagerangskrieg voraus ; und vielleicht ist nntel* der 



« a ^ 



IuU3 des Timar ein solcher Belagerungsthurm zu verstGfhn ***). 

Das unter den in Europa im Mittelalter eingeführten Spielen 
loeh solche waren, welche den persischen ^. (sinnrerwftndt :^U.« 

hü Scliihnämeh) als Recken darstellten, beiweist datf Spiel von 
d«r Insel Lewis, von dem Massmann's Geschichte des mittelaltet*- 
lidren Schactispieles sehr gute Abbildtingen enthält. 

Die rassischen pn&ki (Kanonen) sind vielleicht nicht die canotis 
des französischen Freistaates von 1793, sondern Verwandte der chi- 
nenschen /mo. Die Mongolen, welche auch die Karten nach Europa 
gebracht haben sollen, mögen hierbei die Vetmittl^r gespielt haben. 



*) Der Urftpmn^if dieses Wortes mass auch erst noch entschieden werden 
leh h^weifle, dass es yon mpes abzuleiten sei, da man ausserdem rupe sagt 

Vidkieht ist es QioynQ\ oder |»^^?? 

**) Sanskrit nanka, malaiisch prau, siamisch rüa (nach Bastian 111. Zt%. 
Ho. lOHÖ), russisch ladiya. Das von Korbes angeführte Sanskritwort roka wird 
itt dieaer Bedeutung wieder angezweifelt von Weber a. a. O. S. 84. 

♦•*) Das Spiel des Timur enthielt auch die ff^uJli? SpSher , aus welches 

Wortes Mehrz&bl %S%h das spanische atalaya entstanden zu sein scheint, 
^Hcbes nunmehr einen Wartthurm bedeutet. 



1W,XXV11, 



130 



I 



Siebente Athenische Phoniltisehe Inschrift. 

Von 

J. Gildemeister. 

(Mit einer litbographirten Tafel.) 

Herr Dr. Geizer von Basel, der im Herbst 1871 an der von 
£. Gartias geleiteten archaeologischen Reise nach Kleinasien TheU 
genommen, stiess anf der Rflckkehr, am Piräens amherwandemd. 
am innersten Theil des s. g. Limenaki auf dem Gute des Herrn 
KaXovStiq ^) anf einen Bau, zn welchem verschiedene ans altem 
Gemäner ausgegrabene Steine gerade venvendet werden sollten. 
Er fand darunter einen grossen viereckigen Marmorblock, der oben 
mit geschweiften Ornamenten versehen war und eine einzeilige 
Phönikische Inschrift trug, von der er zwei Abklatsche nahm. Die 
Wissenschaft ist ihm nicht bloss für die Bekanntmachung, sondern 
auch für die Erhaltung des Denkmals verpflichtet, da er dasselbe 
vor dem Schicksal neuer Vermauerung bewahrt hat. Die Abklatsche 
übergab er Hm. Dr. A. Socin, der sie zur Veröffentlichung an den 
verstorbenen Levy schickte und nachdem er sie mit dem in dessen 
Nachlass gefundenen Bronillon einer Erklärung zurück erhalten, 
mir mitgetheilt hat. 

Da die Schrift überhaupt nur ziemlich flach eingegraben war 
und vielleicht auch schon etwas verwittert ist; sind die Abklatsche 
nicht überall gleich scharf ausgefallen und einzelne Buchstaben 
lassen sich kaum und nur unsicher ermitteln. Die Lithographie 
giebt sie in natürlicher Grösse, aber aus Rücksichten des Raames 
in gebrochenen Zeilen wieder. 

Levy hat die Inschrift gelesen: 

nnn p«« nay p cawJn in-^b^a p tim -p nsi tri« t när» 

^^n-^ ^n« po «b^a 



1) Die Inschrift ist, und zwar offenbar nach Levy*s Dentnng, bereits er- 
Wfthnt im Bullettino dell' Instit. Apr. 1872 p. 103, wo die LoealitiU beseichnet 
wird ab an eiuem kleinen Meerbusen westlich von der Halbinsel Eetioneia ge- 
legen. Ganz in der Nähe fanden sich zwei Griechische Votivinschriften ein« 
an den Hermes, die andere an den Zevs JSwxrf^ gerichtet. ' 



1 





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.^.s 



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C. 




^ 





X 

























Güdfwmti^, Si^nt4f Athenuche Phnnä.-hrhe hutchrlfl. 131 

Es mag gleich bemerkt werden, «la^s «in den Zeichen kein 
Zweifel ist. Nor das siebente and achte sind in dem Abklatsche, 
der darch Hin- and Hersenden vielleicht etwas gelitten haben 
könnte, jetzt nar mit Mtthe and anter günstigstem Licht einigermassen 
eikennbar. 

Vfii die Uebersetzang war in dem l^roaillon Kaam gelassen, 
ne hat sich aaf besonderem Blatte vorgefanden, and mtindlicher 
Mütheilnng nach ist darin das allerdings wenig verständliche MbTa 
als Imperativ geüasst: Erfülle [das Gelübde oder die BitteJ. 

Es gebührt sich znnächst Levy's Erläuterangeu mitzatheilen. 

Pttr n:- zieht er anzweifelhaft richtig das Hebräische T^iy\ in der 

Bedentang des ,,Niedersetzens, Niederlegens, Hinstelleus'' herbei, die 

er mit den bekannten alttestamcntlichen Stellen belegt; ein Pual 

dtvon findet er in Bourgade 9 (Phoen. Studien U 71) und lässt 

dihin gestellt sein, ob rD:n da^. H 85 damit zusammenhängen könne. 

Zn dem Namen Benchodesh verweist er natürlich auf Ath. 2 und 

Cit. 35 nach Meier's Copie [32 Schroeder). Das rnn, meint er, 

lasse schwerlich eine andere Deutung zu, als „der Chitier" und sei 

soviel als ts «« Kitui'\; in Ath. 2. Er citirt [offenbar wegen 

rn=n3] Gesen. Mon. 122. 152. Knobel Völkert. 96 fg. Ewald 

Jakrb. in 209. Zn nn« vergleicht er, ohne nähere Angabe in 

velchcm Sinn, -;bcnl^( auf der Münze von Byblos bei Brandis S. 

572 und am» aw« rnr;oy Sid. Z. 16 [nach seiner Worttheilung, 

fken. Stud. I 28]. 

Dass diese Erklärung von nn unhaltbar ist, wird keiner Aus- 
ftirung bedürfen. Zu lesen ist crnn. Dies (oder Qpnn) kann 
^ach einen SiegelafecJier bezeichnen, doch war ein solches Prä- 
^egt schwerlich wichtig und ehrenvoll genug, um noch bei dem 
^amen des Grossvaters, auf den es doch zn beziehen sein wird, 
angewendet zu werden. Desshalb scheint eine andere Erklärung, 
'Ol Sinn des Besiegelera, möglich und vorzuziehen. Nach Herodot 
ll 38 waren bei den Aegypteru eigne Priester bestellt, welche die 
Ochsen in Bezug aof Reinheit und Opferfähigkeit zu untersuchen 
Ond die gut befundenen mit einem auf den au die Hörner ge- 
bundenen Papyrus zu setzenden Siegel zu versehen hatten; ohne 
dessen Vorhandensein ein Thier bei Todesstrafe nicht geopfert werden 
durfte. Ein solcher Priester hiess (fq)gayiaTr,s nach Plutarch de 
Is. et Osir. 31 oder fioaxocifgayiarri^ nach Pori)hyrius de abst. 
IV, 7 ; die Thiere ^oaxoi (fva(f^ayiC,6uBvoi das. li. 55 und ra /Aoa- 
Z^ffgayiarixce war nach Clcm. AI. Strom. VI. p. 758 Pott. 269 Sylb. 
^ Theil der Aegyptischen Priesterwissenschaften. Obgleich uns das 
lAmliche von den Phoenikiem nicht überliefert ist, so steht doch 
to den vieifachen Berührungen zwischen A^}7)tisclien und Phoe- 
Aschen Ritualien und bei der Sorgfalt, welche namentlich nach 
Zeogniss der Massilischen Opfertafel die Phoenikier der Behandlung 
^^ Opferthiere zuwandten, nichts im Wege, auch bei ihnen eine 
deiche Einrichtung anzunehmen (der jüdische Schärliter ging aus 



132 Oüdemeister^ Siebente AtJumische Pltönikuche Inerhrift. 

derselben Fürsorge hervor, und es liegt in der Natur der Sache, 
dass die Phoenlkier ähnliche Beamte gehabt haben mflssen) and den 
Dnn der Inschrift dem atpQayiar-^g gleich za setzen. 

Die folgenden Worte, welche nunmehr lauten ^n» pOKb^ 
knüpfen sich ungezwungen an das Vcrbum an und müssen den Oott 
bezeichnen, welchem der Altar errichtet war. Ein solcher Gottes- 
name kommt in den Inschriften nicht vor und würde unter den 
mehreren bis jetzt nicht sicher erklärbaren einzureihen sein, böte 
sich nicht von selbst die Gombination mit dem von I^ferj hier di- 
rect gelesenen po (vgl. die vollständigen Nachweisungen bei Schroeder 
S. 197) dar. Auf eine Vermittlung beider Formen wird man ver^ 
ziehten dürfen, so lange der grammatische Cliaracter der Form ^DO 
noch nicht feststeht. 

Gehört "^.id^ nicht etwa als Bestandtheil zu dem Eigennamen, 
wozu ein Analogon der Mijr^ Ti^awog in den bei Laurium ge- 
fundenen Inschriften Btälelm de Cecole Frangcuse cPAiAPnes N, 
IJL IV, Sept. 1868 p, 55 ff, böte, so wird es, wie Levy getlian 
zu haben scheint, als Adjectiv n'^iM zu fassen sein, obschon ein 
solches nicht recht am Platze sein dürfte. Ueber das letzte Wort 
rj'nh^ kann auch hier der Zweifel entstehn , ob es auf den Gott in 
dem' Sinne: er sei geprteseji, oder, was der Analogie gemässor ist, 
auf den Weihenden als: er ^nerde gesegnet zu beziehen sein. 

Blicken wir schliesslich auf das Ganze, so zeigt sich hier noch 
eine Schwierigkeit. Nach dem Gesagten ist zu übersetzen: 

Dieser AUar welchen erridit^t Benchodesh Sohn de^ Baal' 
jatan des RidUers Sohnes des Abdashmun des Besiegelerg. 
dem hehreti. •^DON. JEr sei gesegnet^ 
aber es fehlt dann das Prädicat, als welches '^in'^ nicht gelten* 
kann. Dieselbe Constmction zeigen Vogüe's beide kyprische In- 
schriften 37. 38 (35. 36 Schroed.) und die Formel ist also eine 
stehende gewesen. Gegen die Auffassung, dies ist ein Altar 
(Yogü^, Lev}) hat mit Recht als eine ungrammatische Derenbonrg 
Einspruch gethan (Joum. As. 1867 X 499) und verlangt: dieser 
Altcar, welchen ... (ist) für deii ... wobei aber, wenigstens bei 
dieser Stellung der Satztheilc, die pronominale Copula nicht wohl 
entbehrlich scheint. Auch ist der Ausdruck ein unnöthig gezwftng^ 
ter, der nur dann natürlich sein würde, wenn er einen Gegenaati 
gegen nebenstehende, einem andern Gott geweihte Altäre hervor- 
heben sollte , was doch schwerlich der Fall war. n:*' würde dann 
besser als Perfectum des Iliphil mit *> zu nehmen sein; liegt der 
Nachdruck auf der Beantwortung der Frage , wem der Altar gewid- 
met sei, 80 ist die Errichtung ein Nebenumstand, der im Perfect 
erwähnt werden muss; sonst wird man im Zweifelsfall Formen 
mit "^ am nächsten als Imperfecta fassen. 



Zeitsch. d. deutsch, mor^enl Ges. Band XXVII Seite 




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133 
Ueber InsehriftenfiUschungeii. 

Von 
Dr. A* Soelii. 

(Nob»t einer llthogr. Tafel.') 

Vor mehr als einem Jahre kam mir durch die gütige Vermitt- 
log des Herrn Dr. Zimmermann in Basel die Copie einer naha- 
tlisehen Inschrift zn, welche ihm von Jerusalem geschickt worden 
war. Ich schickte das Biatt dem nun verstorbenen Prof. Levy in 
Breslau, und er übersandte mir als Antwort einen Probedruck der 
Lithographie ebenderselben Inschrift; indem er bemerkte, die £r- 
kÜTODg dieses nabatäischen Grabsteines werde nächstens in unserer 
Zeitschrift gedruckt werden. Dies ist Bd. XXV, S. 429 ff. in der 
Thftt geschehen. Auf welche Weise die Inschrift in die Hände des 
ersten Finders Warren gekommen ist; bleibt vorläufig unklar; con- 
statieren wir einstweilen nur, dass nach seinem Bericht der Stein 
von Umm-er-resäs stammt und dass Levy urtheilte, meine Copie 
würde ihm viel Kopfzerbrechen erspart haben, da sie viel klarer sei. 
Im Februar 1872 erhielt ich auf demselben Wege ein ganzes 
Packet neuer Inschriften und zwar diesmal Abklatsche. Schon war 
durch die Presse bekannt geworden ^ man habe eine Inschrift ge- 
funden, die von Mose selber herrllhre, lautend: Wir trieben weg 
die Leute von Moab im Marschgrund; dort machten sie ein Fest 
ihrem Henrn und König und Jeshurun freute sich nebst Mose 
ihrem ^Eabbi^. Dennoch giebt es nicht etwa bloss in Jerusalem, 
sondern auch in Europa noch Leute, welche daran festhalten^ dass 
keine Fälschungen vorliegen. Der Verfasser des Aufsatzes in 
Zeitschr. XXVI, S. 415 fordert uns auf, die Fälschung zu beweisen, 
weil er glaubt, dass es sich dabei um die neuen moabitischen Funde 
handle. Allerdings halten wir noch jetzt mit mehreren Gelehrten 
daftir, dass der strikte Beweis einer Fälschung auch auf die neuen 
moabitischen Funde einen Schatten von Zweifel werfen kann. FiS 
wird daher von Interesse sein, zunächst das Original obiger Moses- 
inschrift (vgl. nun auch Burton Uncxplorated Syria II, 34&) kennen 
zn lernen; wir lassen daher den Abklatsch (nota bene nicht bloss 
Zeichnung), den wir davon besitzen, unter No. I lithographieren. 
Zar Ergötzlichkeit theilen wir auch die hebräischen Zeichen mit, 
welche Schapira tiber den Abklatsch dieses sechszeiligcn Steines 
gesetzt hat, und woraus sich obi^e Deutung ergeben soll : 

Das Wort T« hat ein Fragezeichen über sich. Diesen scchs- 
zeiügen Stein hat nach der Times Sir Henry Lumley bei Schapira 
gesehen. 

Inzwischen hatte sich ergeben, dass von dem durch Levy er- 
klärten Grabstein verschiedene Varianten in Umlauf seien, worüber 



X34 Socin^ üeöer iMchriflat^äJUckuHgen. 

vgl. Beil. zur Allg. Aagsb. Zeit. 1872. 20. März S. 1193. 
haben die beste Copic, deren wir habhaft werden konnten (Ic 
noch kein Abklatsch) unter No. II abdrucken lassen. Unser 
ginal gicbt aber nach glaubwürdigem Zengniss auch die Gi 
der Zeichen wieder; es wird nur beklagt, dass die fünfte und 1 
Zeile verstümmelt ist, unzweifelhaft hätte sie das Datum enthi 
Die Copie bestätigt, nach meiner Ansicht, Levy s Erklärung, 
die Zeichen sind viel klarer und andern Inschriften entspreche 
Vergleichen wir aber I und II, so finden wir (wie Em. Deutsc 
gleicher Zeit, wie wir, entdeckte), dass *Abd Malkn bar Hc 
(au der Lesung letzteren Namens möchte vielleicht noch am f 
zu zweifeln sein) sich sowohl in Umm-er-rei;^&9 ah^ in Medeba 
her I nach Schapira stammt, einen Grabstein bat setzen li 
einen in fünf und einen anderen in sechs Zeilen. Doch nicht 
durch einen denkwürdigen lapsus calami sind in I die zwei i 
Buchstaben des zweiten uns fraglichen Eigennamens ausgol 
worden ; während sonst für einen auch nur oberflächlichen K 
nabatäischer Inschriften die Genuität der Inschrift II sofort fl 
allem Zweifel steht. 

Zu gleicher Zeit erhielten wir ebenfalls aus Jerusalem 
Abklatsch einer grossen zwölf zeiligen Inschrift, welche im ] 
eines Antiquitätenhändlers Namens Hilpem ist ; wir lassen äe 
No. ni lithographieren, ohne im Stande zu sein, sie erklän 
können, denn manche Zeichen weichen von den bisher bekai 
völlig ab. Aber merkwürdig, gerade wie bei der obigien Ina 
erhielten wir auch hier eine Donblette und zwar ebenftik AUd 
aus Schapira's Hand; wir geben sie unter No. IV. Scfaapin 
richtete ; ein Araber habe ihm den Abklatsch aas „Amman' 
bracht, während unser Correspondent den Stein bei HUpem gn 
hat. Die Grösse und Form der Buchstaben deatet anch Ue 
rauf hin, dass irgendwo von diesem Denkmal ein zweites Exa 
geschmiedet worden ist ; denn die Identität von III nnd IV kl 
sofort ein. Uebrigens sind wir nebst andern , denen wir dl 
Schrift No. III gezeigt haben, weit davon entfernt, üe flDir UÜM 
acht zu erklären. . . 

In dritter Instanz erhielten wir durch Schapira eine Do« 
der berühmten griechischen Tempelstele Revue archtelogiqi 
Avril p. 2 14 ff. Ein Abklatsch, den wir von der ächten 
sitzen, stimmt haarscharf mit der Photographie flberein. Dto 
blatte gehört augenscheinlich in die Categorie der „grossiörefl oo 
von „maladroits faussaires^^ von denen Ganneau p. 218 mit ' 
spricht. Fast auf jeder Zeile kommt eine Lächerlichkeit < 
Ranges vor. So beginnt der Abklatsch des gefälschten Stein 
MHJENAAAOibYyiilN mit Auslassung eines A. Im 
zweiten Zeile fehlt das E von fvlog ; später das A von VQWfm 
weil es auf dem Stein undeutlich ist! Schapira kann iwa 
weihen, wie wir nun erfuhren, dass er den Stein aus zweiter^ 



Socin^ üeber Jusckri/teiifälöchungeti. 135 

gekiaft hity aber für uns war doch das Factoni höchst befremdend, 

ku die Inschriften, die durch seine Hände gegangen waren, gefälscht 

um und er die Originale davon besass. Das Zeugniss des preos- 

■Kkenfii8dio£s nnd des preassischenCüonsuls sprach freilich wiedcroin 

M Nhr la seinen Gunsten, dass wir unsem Verdacht gegen seine 

ftdkhkeit widerrufen mussten (Allgem. Zeitung 14. Juni dess. 

Uqv^ & 262 und Academy 1872 p. 260). Wir könnten noch 

Miire Inschriften, die durch seine Hände gegangen sind, vorlegen; 

tWaeh deren Authentie ebenfalls höchst fraglich ist, wollen wir 

öt nh^ abwarten, bis sich die Angelegenheit etwas abklärt. Wir 

IMahen darunter, dass Schapira nachweist, woher die als gefälscht 

hndmeten Steine herstammen; sein Interesse als Antiquitäten- 

Wler fllhrt ihn dazu, die Fundorte bis in die neuste Zeit so ge- 

Ub ab möglich zu halten; aber ich denke, unserer Aufforderung 

A TeAftofer jener Steine zu nennen (auch neueren Anschuldigungen 

neHber wie Academy 1872. p. 280. 319) wird er sich als ehr- 

jäff Kann, wie ihn die Zeugnisse darstellen, weder im Interesse 

fcWiwenachaft noch in seinem eigenen, entziehen können ; übrigens 

Mha wir in kürzester Zeit an Ort und Stelle die Sache selber 

Irtidlidi zu untersuchen ; heute lag uns nur ob, nachzuweisen (wie 

4r ei versprochen hatten), dass in Jerusalem Inschriften und zwar 

■frohe Weise gefälscht worden sind. 



Nachschrift. 

Von 

K. Sehlottmann. 

Obigem Aufsatz sei mir gestattet einige wenige Bemerkungen 
Mnhgen, die vielleicht zu der auch von dem geehrten Herrn Vf. 
pilBiebten möglichsten Klarheit etwas beizutragen geeignet sind. 

Obgleich ich zunächst in eine sachliche Besprechung der frag- 
Uü Inschriften nicht eingehen kann ( schon desshalb , weil mir 
yhh Schreiben dieser Zeilen die Lithographien noch nicht vor- 
Hbd), darf ich doch Herrn Dr. Socin meinen lebhaften Dank 
^iliahüü, dass er meiner Aufforderung in dieser Zeitschr. (XXYI, 
ti6) gefolgt ist Ich erlaube mir nur hervorzuheben; dass ich 
'Jim keineswegs bloss desshalb ausgesprochen habe, weil „ich 
lihbca, dass es sich dabei um die neuen moabitischen Funde 
^imlk,^ Er selbst meint aber auch noch in obigem Aufsatz, dass 
^4r Beweis einer Fälschung „allerdings auch auf die neuen moa- 
iKUien Funde cineü Schatten des Zweifels werfen kann". Ich 
dkf indess in dieser Hinsicht getrost auf Zeitschr. XXVI, 722 ff. 
Ürweben. Durch die Aussagen der Herren Duisberg und Weser 
■t in der That auch die beharrlichste Skepsis entwaffnet. Ich bin 
ttenengt, dass Herr Dr. Socin selbst, der in Jerusalem inzwischen 



136 Schtottniann , N<ichschr{ft. » 

die Moabitica mit eigenen Augen gesehen hat, aach den „Schatten 
jenes Zweifels*' aufgegeben haben wird. 

Von Wichtigkeit auch fOr das öffentliche Urtbeil über die 
Aecbtheit der rooabitischen Funde ist es, dass Herr Dr. Socin selbst 
den zuerst gegen Herrn Schapira aufgetauchten persönlichen Ver- 
dacht entschieden zurQckweist. Was den Umstand betrifft, dass 
wiederholt gefälschte Steininschriften ^) durch seine Hände gegangen 
sind, so verhält es sich damit so. Es sind ihm wiederholt durch 
Araber Steine mib Inschriflen für eine hohe Eaufsunmie angeboten. 
Er hat dann öfter ein Goldstück als Aufgeld gegeben, mit der Er- 
klärung die geforderte Summe zahlen zu wollen, wenn sich die 
AechtHeit des Steines herausstelle: die Verkäufer sind aber, trotz 
des Versprechens wiederzukommen, hernach ausgeblieben. Einmal 
(wegen des a. a. 0. S. 722 erwähnten Steines, auf welchem der 
111. Psalm eingeschrieben war) hat er bei dem Pascha Klage ge- 
führt. Dieser erklärte die Untersuchung anstellen zn wollen, wenn 
zuvor die Unächtheit des Steines bewiesen werde. Das war aber 
auf eine der türkischen Justiz genügende Weise schwer zu leisten. 
So gab Hr. Schapira die Klage auf. Die ISamen der Verkäufer 
hat er Hm. Weser und andern genannt Was für ein Interesse 
es aber haben sollte, dieselben zu veröffentlichen, vermag ich nicht 
einzusehen. 



1) Dass diese zahlreich in Jernsalem auftauchen , darauf habe ich seihst 
Zeitschr. XXVI S. 722 hingewieMO. 



13 



Die naophore Stetoe des flarnal. 

Von 

Georg Ebers. 

Bei meiner Abreise nach Aegypten versprach ich Herrn Pro- 
fessor Krehl der Zeitschrift der Deutschen morgenl. Gesellschafib 
nicht zu vergessen^ falls mir auf meiner diesjährigen Reise nach 
A^arpten etwas Nenes begegnen sollte. Non hat mir ein freund- 
liches Geschick namentlich in Theben ^ woselbst ich mit meinem 
Reisegefährten, L. Stern, einem höchst talentvollen jungen Aegyptologen; 
sechs Wochen verweilte, soviel Wichtiges und Neues zugeführt, dass 
es mir schwer wird, unter dem reichen Material, das ich in Heften 
und Papierabdrflcken mit nach Hause nehme, die Wahl zu treffen. 
Ueber den grossen Papyros , den ich in Theben zu erwerben das 
Gtflck hatte, und der an guter Erhaltung von keinem anderen an 
Grösse wohl nur von dem Papyros Harris im British Museum über- 
troffen wird, werde ich in einer besonderen Abhandlung Näheres 
mittheilen. Hier nur soviel, dass dieses ehrwürdige von Anfang 
bis zum Ende vollständige Werk, welches den Titel führt: „Das 
Buch vom Bereiten der Arzneien für alle Körpertheile von Per- 
sooen'^ die Gesammtheit der medicinischen Schriften der alten 
A^gypter zu enthalten scheint ^). Eine höchst interessante histo- 
rische Insehrift, welche wir zu Abd el ^umah in dem Grabe eines 
gewissen Amen em ^eb entdeckten, befindet sich bereits seit Wochen 
in den Händen der Redaction der Zeitschrift für ägyptische Sprache 
und Alterthumskunde und wird in einer der nächsten Nummern 
di^es Organs mit voller Uebersetzung den CoUegen vorgel^ wer- 
den ^. Sie ward im siebzehnten Jahrhundert vor Chr. verfasst und 
enthält die Lebensbeschreibung des Würdenträgers, der sie her- 
stellen liess. Amen em heb zählt die Feldzüge auf, an denen er 
unter der Führung Tutmes HI. (Rä-men-Xeper) Theil nahm, nennt 
die westasiatischen Städte, die er zu erobern half, theilt uns die 
Regierungsdauer Tutmes III. bei Jahr und Datum mit und erzählt, 
dass Amen em heb, nachdem Amenhotep (Amenophis) II. den Thron 
bestiegen, als hochgeehrter Pensionär am Hofe des neuen Pha- 
rao gelebt habe. So bemerkenswerth diese Inschrift als ein Bei- 
trag zur Geschichte und Chronologie der alten Aegypter genannt 
werden mnss, so interessant erscheint eine andere gleichfalls von 
keinem Europäer vor uns gesehene Inscription, welche den Torso 
einer im Privatbesitze befindlichen naophoren Statue bedeckt, theils 



1) Seüdem ist dieses grossartige Denkmal von der Sachs. Regierung er- 
vwben und der Leipziger ünirersitXtsbibliothek einverleibt worden. 

2) Ist seitdem erschienen in der Zeitschr. für ägyptische Sprache nnd Altern 
Ünnaakmide Jannar und Febr. 1873, S. 1 ff^ 



138 Ebers ^ Die naophorc Statue des Hartud. 

wegen ihrer eigcnthümlicben SchreibaDg, tbeils wegen der Art und 
Weise in der hier das Vcrhältniss des Verstorbenen zu seiner 
Königin y seinen Zeitgenossen and den Nachgeborenen dargestellt 
wird. Wohl sind viele ähnliche Grabschriften vorhanden ; die hier 
mitzatheilende ist aber von grösserem Reichthume, als die meisten 
der bisher bekannt gewordenen Inscriptionen dieser Art. 

Unsere naophore Statue besteht aus grauschwarzem Granit 
und hat eine Höhe von etwa zwei Fuss. Der Text ist nicht eben 
tief in den Stein eingegraben und wird dadurch an einigen wenigen 
Stellen undeutlich. Er ist übrigens vollständig wohl erhalten und in 
vier Theile getheilt, die die vordere und hintere, die linke und redite 
Seite des Naos bedecken. Die Vorderseite enthält zehn horizon- 
tale, die Hinterseite vier vertikale Zeilen ; auf der linken und rechten 
Seite befinden sich je zwölf Linien^ die, angemessen den nach oben 
hin sich erweiternden Stelenflächen, in die sie g^raben wurden, 
nach unten hin immer kleiner werden. Oben, unter der rechten 
und linken Seite des Kopfs, finden wir den Namen der Königin 
Amenärtes (gewöhnlich Amenmtis gelesen) in deren Diensten der 
Wtlrdenträger der unser Denkmal herstellen Hess, gestanden. 

Diese Namen geben volle Gewissheit tlber die Zeit der Ent- 
stehung unseres Monuments, denn Amenärtes ist eine durch mehrere 
andere Denkmäler wohl bekannte Persönlichkeit. An dem nörd- 
lichen Aussenthcile des grossen Reichstempels zu Karnak befindet 
sich ein kleineres Heiligthum mit ihrem Namen, ihre Alabasterstatue 
wird im Museum von Bula^ conservirt und ein Scarabäus im selben 
Museum lehrt, dass sie die Tochter des Königs Kasta ^) gewesen. Sie 
wird auch als Schwester des Aethiopen Sabako (XXV. Dyn.) ge- 
nannt Ihr Königsblnt veranlasste später den Usurpator Pianjjd, 
von dessen Thaten uns die berühmte Stele vom Berge Barkai aus- 
führliche Kunde giebt, sie zu seinem Weibe zu machen; und als 
Psamtik I. eine neue (die XXVI.) Dynastie gründete, führte er ihre 

Tochter Sep en äp heim, die, wie das häufig in der ägyptischen Ge- 
schichte vorkommt, abermals die Thronbesteigung ihres Gatten zu legi- 
timisiren hatte. Ueber ihre Zeit ist kein Zweifel. Sie lebte am Ende 
des achten und im Anfange des siebenten Jahrhunderts v. Chr. und 
genoss, nachdem sie von Sabako mit den Würden einer souveränen 
Königin bekleidet worden war, aller Ehren einer Beherrscherin von 
Aegypten. Das lehrt, besser als selbst die Inschrift an der Amenärtes- 
statue zu Bulalc der mitzutheilende Text unserer Stele. Dieser Text ge- 
winnt eine besondere Eigenthümlichkeit durch die in der Zeit seiner 
Herstellung fast unerhört sparsame Anwendung der Determinativ- 
zeichen. Dem Schreiber scheint der Wunsch möglichst viel auf dem 



1) der Name des KasU wird auf dem Scarabäus 



Q 




geschrieben. Die ihn umgebende Cartoucbe beweist, dass er in der That „König"' 
genannt werden muss. 



Eber9, Die naophore SUUue des Harual. 



139 



kirnen gegebenen Räume zu sagen, veranlasst zu haben, die fttr das 
FentAndniss seiner Schrift nicht unumgänglich nothwendigen Hiero- 
glyphen fortzulassen. Durch dieses Verfahren und eine besondere 
Knappheit in der Ausdrucksweise wird die Uebersetzung unseres 
Textes zu einer an manchen Stellen sehr schwierigen Arbeit Den- 
noch meinen wir auf den ersten drei Seiten, die cruces interpretum, 
an denen es in diesen wenigen Zeilen nicht fehlt, glücklich ttberwunden 
m haben. Nur die letzten fünf Linien der rechten Seite lassen wir 
■nftbersetzty weniger der grammatischen Schwierigkeiten halber, die 
sie bieten, als um des Umstandes willen, dass sie sich auf An- 
fdiaoaiigen beziehen, die nur durch ein eingehendes Studium ge- 
wisser Abschnitte des Todtenbuchs aufhören werden für uns etwas 
anderes zu sein, als leere Worte, deren Veröffentlichung uns wider- 
ttdbt In Deutschland, wo es uns nicht, wie hier, an allen litera- 
rischen Hfllfsmitteln und ununterbrochenen Arbeitsstunden fehlt, wird 
es uns später vielleicht gelingen, den Sinn dieser schwer verständ- 
lichen Worte zu erfassen. Wir theilen schon heute den ganzen 
Text mit, da die Publication neuer und wohlerhaltener Inschriften 
nie früh genug erfolgen kann und wir lebhaft wünschten, dass andere 
Collagen die letzten Zeilen dieses Textes mit uns klar zu legen 
versoditen. 



1 



Die naophore Statue des ^ ^p ^ Harual ^). 



Die GüUin u. 
Herrin beider 
LandefÄmen- 
^ *\ ärtea die ge- 



Vorderseite. 





Die Gmin 
AmenärUit 
d. gerechie. 



-s>i* 



^ I 



TJ 



Mih. 



1) Trots des sehr auffkUaoden h für ^, doch irohl mit dem Namen 

rO >C^ -^^ auf einer Stockholmer Stele (Lieblein Dictionnaire des noms 
<=>0 { I ^^ 

kifaogL No. 1285) ittsammensabringeo. Das ^y steht doatlich da; ist uns 
ther nirgend anders begegnet. Wir erinnern an die Begel, dass der lüttel- 
Tokal in sweiconsouantigen Warsein oftmals hinter den sweiten Consonanteq 
gesetst wird. 



140 Eber9j Die naophore Statue des Harual. 






I I I 




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5) ^•=^?^™-ii-T*™iÄpn 

O ^^ -<SC>- /S A^^/v^A^ ^^ U >Lä^ I aa/ww I ilD I i ^ 



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9) aaaaaa(] -U-^ ^^*T^ J^ ^. >^^ ^\ 

I ( I -J AAAAAA^Ä'^ ^ AAAAAA -Ht'^ 



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^ AAAAAA 
AAAAAA 

i::^ ^ £^ 




'»1 ir;^lSo^^JS^kä5l^l 



Eben, Dis nnophore Statne des Harual. \^\ 

Uebersetzang der Vorderseite: 

Z ]. Der Prinz, der Si^elbewahrer, der königliche Anverwandte, 
der Wahrheitsliebende, der erste Hüter der Schönheit der 
Königin, der Kammerherr und Vorsteher 

Z. 2. des Harems der königlichen Frau, der Geheimerath der 
Königin Amenärtes, der gerechten ^), der Prophet im Hanse 
ihrer Anbetung, der Vorsteher des Tempels der Osirispriester- 
Schaft. 

Z. 3. Es wird verliehen das Leben dem Hausmeister ^ama1, dem 
Sohne der Petmut, der gerechten. Er spricht: ihr Pro- 
pheten, 

Z. 4. ihr heiligen Väter, ihr Priester und Festordner und ihr 
Eingehenden alle in den Tempel des Ammon im östlichen 
Theben ^^ um Lobgesflnge zu singen, um zu 

Z. 5. libiren und Darreichungen zu leisten von dem, was der Mo- 
nat erfordert; das Leben gehört euch! Der ehrwürdige 
Gott, heiligt ihr euch ihm, so bestätigt er euch 

Z. 6. in seinen Innren, wie wenn ihr sprecht das ^)* „Dies ist 
eine Opfeigalie von tausend Trank- und Speisespenden, 
Stieren, Grinsen, Kleidern, Weihrauch, Oel 

Z. 7. und allen guten und reinen Dingen'*. Saget ohne Falsch 

(^k M ^T^^° ^^®* *^ ^^ ^^^^ ^^^ Harual, 
Z. 8. für seine Person. Bin ich doch ein vollkcmimener Schemen, 
geschmückt mit seinen Ehren, dessen Wohlwollen die Welt 
kennt Möchten opMm 

Z. 9. meine Diener, durchkreisend die Ueberschwemmungsflut % 
an der Stätte derer, die in der Tiefe weilen. 



1) Diese von Stern vorgeschlagene Uebersetzang des K I scheint uns wegen 

der Cansatiirfonn ll [\ I soiaäjt^i^ besonders ansprechend zn sein. Es wird 

äbrigens das maa^era schon frih gebrancht, wie unser „der selige*^, am Jemand 
seUechthin als einen Verstorbenen einsufBhren. 

2) An der Nordseite des Tempels des Ammon vK ff n [1 ®™ ^petu 

d. 1. im dstl. Theben, befindet sich ein fast gänzlich zerstörter Anbau der 
Ameoltftes; hier wird indessen wohl der Hauptteropel des heutigen Kamak, in 
dem die grossen Ammonsfeste gefeiert wurden, gemeint werden. 

3) Sehr gewöhnliche Gebetformel. 

4) Die Nekropolis von Theben, in der sich auch das Grab des Hlmiai be- 
ftäoA^ lag am westlichen, die Stadt Theben, in der auch das Hans nnseres 
qrooflim mit seinen ihn überlebenden Dienem gestanden haben mnss, am östlichen 
Ufer des MUs; beide wurden also dareh den Strom getrennt. 



142 



Ebers, Die. naapharf. Sialhui tieg Harual. 



Z. 10. Sprach man über den Elenden, siehe dann war er bei der 
Hand. Weise mit Hand and Mond war auf- dem Posten ^) 
der vollkommene, dem König ergebene ^anlal. 



Die Rückseite. 



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Uebersetznng der Rückseite. 

1) Dies ist eine Darbringung dem Mont, dem Herrn von 
Theben. Das ihm gereichte besteht aas Speis- und Trankopfem, 
Rindern, Gänsen, Kleidern, Weihrauch 



«nk; 



® 



km 9ep-f genan das fransßsisebe k son tonr. 



Mp entspricht dem koptischen cn, COVI ^^* vices. Laath im Pap-Prisae 
übersetzt ^er sep-f sehr passend, auf dem Posten. 



M 



Ebers, Die naophore Siaiue €le8 Harual. 143 

2) Gel und allen guten und reinen Dingen (für) den lebendigen 
jrott, der den Himmel ausbreitet, die Erde beherrscht und herbei« 
tlhrt den Nil; (zu legen) auf 

3) Den Tisch des Herrn der Ewigkeit am Feste des Neu- 
monds, des Vollmonds, des Tot und allen Panegyrieen immer- 

4) dar, für die Person des dem Mont, dem Herrn von Theben 
seireihten königlichen Anverwandten, der die Wahrheit liebt^ Harual 

Die linke Seite. 









A/WWV 



AA/VW^ 



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]44 Eibers t Die naophore Statue des HaruaL 



8) 



9) 






9 ö^JU. 
I I I 



Uebersetzung der linken Seite. 

Z. 1. Der Prinz seines Landes, der sdner Gebieterin eiigebene, 

der geehrt ward von der anmiitiiige& Palme; genannt ein 

Liebling nnd ein Grosser 
Z. 2. Yor dem Geringen ^ dessen Angesicht Ehrfurcht gebietet, 

dessen Wille geschieht, dessen Gerechtigkeit besteht, dessen 

Worte 
Z. 3. und Hand bereichem die Frommen, der da gelangen l&sst 

den, der, weil er nichts besitzt, deswegen Mangel leidet, 
Z. 4. Yor die göttliche Hand (der Königin), ^anlaI, df^gerechte. 

Er spricht: Ich sage euch, die ihr kommt 
Z. 5. nach mir als Spälgelnmiie in Millionen von Jahren, es 

machte mich gross die FfirsKn, als sie ein Kindlein 
Z. 6. war und erhöhte meinen Sitz als sie zur Jungfrau geworden. 

Es sandte mich der König ^) als Boten aus 
Z. 7. in seiner Jugend, und ich wurde gross, als eit Palastherr 

war. Was jede Botschaft angeht, die ihre Majestät mich 

sandte, 
Z. 8. die verrichtete ich für sie in Treue *); niemals sprach ich 

eine Lüge dabei. Nicht that ich schid- 
Z. 9. liches, nicht verübte ich gemeines, nicht spraei ich über 

einen anderen unter den Leuten, auftretend als 
Z. 10. Zeuge, um zu vergrössem, zu verkleinern und absutrennen 

von seinem Namen den Ruhm eines Herrn der Tugend. 

Ich gab mancherlei dem, der nichts 



1) Hier tritt der K5nig auf. Es kann nur Sabako, der seiner Schwester 
Ämenkrtes bei Lebzeiten die Würde einer Königin nnd Begentin beflegte, ge- 
meint sein. 

2) <:^> l) ^^ er bii maä; eigentlich am Orte der Wahrheit oder Treoe. 



E6er9f Die naopTiare Statue des Harual. 145 

Z-11. besass, und machte reich wiederholen tlich die Armuth in 
meiner Stadt. Wenn ihr opfert *), so erin- 

Z. 12. nert euch an mein Wohlwollen and haltet fest das Andenken 
an meine Herzensgüte; Qaroal. 

Die rechte Seite. 






/SA/ww ^ , w — . . ' . ' . , /s/^/^/v^A 



/vvwvA K -S^ (^3) '^:z:::'' Ö 



4)Tuj^^4<f>i^f)[l|X 



/NAA/V>A 










A^VW\ 



AG 



1) hotep kommt in ähnlicher Schreibung ^ auf der Pariser 

fliilt Ton der Bentrest vor. Brugseh wiU dafür in seiner ausserordentlich empfeh- 



ksswertfaen Grammatik lesen , doch verbietet unsere Variante, die ich auf 

cÜMOi im Besitse des Herrn von Haller zu Prag befindlichen Sebti (Osiris- 
Sutnettchtn) wiedergefunden habe, diese Conjectur. 

Bd. XXVU. 10 



]^46 Eher$f Die naophore Statue tlee Harual, 






CD 







.is,^Piu-?t^:*kiQ 



C>- ■ k.--oAM 



Uebersetzang der rechten Seite. 

1) Unter der göttlichen Königin, der königliche Haasmeister, 
der Grosse der Königin, der Geheimerath der königl. Gemahlin, 
der königliche Anverwandte, der die Wahrheit liebt, der oberste 
der hohen Priester der Königin and des Landes des Ammon, ^anlal. 

2) £r spricht: ihr Propheten, ihr heiligen V&ter, ihr An- 
zeiger der Standen im Hanse des Ammon und desgleichen alle, die 
herantreten an diese 

3) Stele. Das Leben ist euer, aber diese Seele bei der ehr- 
würdigen Königin weilend in ihrem Gemache, wenn ihr sprecht 
das „tausend von Speis- und Trankopfem und allen guten Din- 

4) gen'^ der Person des der Königin ergebenen königlichen An- 
verwandten Harual des gerechten, hochwärdigen ; dieweil ich bin 
ein Schemen, der sich gutherzig erwies bis zum 

5) Beschlüsse seiner Lebenszeit. Ich liebte meine Stadt, ehrte 
meinen Nomos und war ein Liebling in meinen Dörfern, der die 
Menschen liebte und die Götter ehrte. 

6) Geweiht der Wahrheit, war er kein Uebelthäter. Er gab 
Brote dem Hungernden, Kleider dem Nackten, niederschlagend das 
Böse räumte er fort 

7) das Unheil Ich lobte die Würdigen und nahm aof die 
Alten. Ich schlug nieder die Bosheit dessen, der kein W<^ 
wollen hat. 



147 



Notizen und Correspondenzen. 
Zar Erklärung yon Tendidad L 

Von £daard Saehau. 

In V. 42 (khnefitem yim vebrkänöshayanem) ist das Wort 
khnefitem noch anerklärt, wenn auch im allgemeinen feststeht; 
dass mit diesem Worte Hyrcanien (^L>«>) bezeichnet ist. Hang 

hat es einmal mit l^andahär combinirt, Justi weiss, dass es der 
Garganrüd ist. Vorsichtiger als beide hat Kiepert sich jeder Con- 
jectar enthalten; s. seine Abhandlung „Ueber die geographische An- 
ordnung der Namen arischer Landschaften im 1. Fargard des 
Yendidad^' in den Monatsberichten der K. Prenss. Akademie der 
Wissenschaften in Berlin 1856 S. 631. 

Ich identificire khnefita mit XctQivSct^y welches nach den alten 
Geographen (Ptolemäns nnd Ammianns) der Name des Grenzflusses 
zwischen Hyrkanien nnd Medien war. Diejenige hyrkanische Völker* 
a^aft, welche dies Grenzgebiet gegen Medien hin bewohnte, wurde 
sach dem Flusse benannt XQtjvSoi. 

Wir übersetzen demnach v. 42: „Den Charindas, den Sitz 
der ^rkanier^. Wenn man bedenkt, dass in Centralasien alle Cnl- 
tnrstatten ihren Ursprung und ihr Gedeihen den Flössen verdankten, 
dass nur an Flussufem die alten Eranier sich ansiedelten, so ist 
es begreiflich, wie man dazu kam, bei der Nennung des Wohnsitzes 
dnes Volkes den Namen des Flusses, an dessen Ufern es wohnte, 
als die Hauptsache voranzustellen. 

Die lautliche Correspondenz zwischen khnefita und Xa^lvSag 
{XfiiwStxgy vgl. Forbiger, Handbuch der alten Geographie II; 570. 
588) bedarf keines Commentars. Den Wechsel zwischen r und ti 
kOnnm wir allerdings an ähnlichen Beispielen nicht nachweisen ; er 
beruht nicht, wie der zwischen r und l, auf einem nachweisbaren 
eranisehen Lautgesetz. Vielleicht ist dies eine dialectische Ver- 
leMedenheit, sodass wir XaglvSag als die medisch - hyrkanische 
Form fiElr das baktrische khnefita aufzufeissra haben. Wenn, was 
wir nicht behaupten wollen, die Silben kand und kard in den En- 
dungen der Stfidtenamen identisch wären ( =» kereta, s. Pott, Ueber 
al^iersisehe Eigennamen Z. D. m. G. Xin, 394. 395), so könnten 
wir io den St&dtenamen des südöstlichen Alteran's (Bactriana, Sugdiana, 
F^C^i&Qa) g^^nübcr den Namen des Westens und Nordwestens 
(Khnräsän, Hyrkanien, Armenien) einen ähnlichen Wechsel zwischen 
11 und r wahrnehmen, vgl. jüJüüC^t , J^^^^ , Paikand, Ma^äxavda 

10* 



J48 Notizen und Correspowlemen, 

(Samarkand), Tashkand, Uzkand, Khokand, Yarkand n. a. mit 
^Sj^ neben ^SJ> ^S^ neben njS^ (Istakhii, ed. de Goeje 
S. 268. 285), ZaSgccxccQTa, TtyQavoxsgra, KaQxau-voxsgra u. a. 
Darch diese Deutung von khnefita ist eine sichere Analogie 
für die Erklärung von w. 14 und 34 gewonnen. Nachzuweisen, 
mit welchem Namen heutigen Tages der alte XccQlvSccg bezeichnet 
wird, überlassen wir den Geographen. In den arabischen Geographen 
haben wir vergebens nach diesem Namen (Jü3>, JJSs>, JJls> 

oder jü-:>! etc.) gesucht. 



Massorah bei den Syrern. 

Von 

Abr. €toifer. 

Das ganze Punctations- und Accentnationswesen, wie es fdr 
die hebräische Bibel eingeführt worden^ ist von den Syrern aus- 
gegangen; die dafür gewählten Ausdrücke sind aramäisch. Das ist 
vor Kurzem von mir nachgewiesen worden (Jfid. Zeitschr. Bd. X 
S. 20). Wir erfahren nun durch zwei vortreffliche Abhandlungen 
des Abb^ Martin, dass auch in der massorethischen peinlichen 
Beobachtung und Feststellung die Syrm* den Joden zum Vorbilde 
gedient haben. Die erste dieser Abhandlungen, bereits 1870 im 
Journal asiatique vom J. 1869 erschienen, in einem SonderabdmckB 
(150 Seiten nebst zwei lithographirten Beilagen, 19 Seiten und drei 
Blätter Facsimile) mir vorliegend, führt den Titel: Tradition Kar- 
kaphienne, ou la Massore chez les Syriens, die zweite ebendaselbst 
im J. 1872 veröffentlicht von S. 805 — 483 mit beigegebenen 20 
lithogr. Seiten trägt die Aufschrift: Syriens orientaux et occidentaux. 
Essai sur les deux principaux dialectes Aram^ens. 

Wir lesen, so belehrt uns Hr. Martin in der ersten Abhand- 
lung, in alten syrischen Werken vielfach von der jLoaaQ^jüO, was 

bisweilen den Bibeltext nach seinem Wortlaute, dann auch die 
überlieferte Sinnesauffassung, aber auch femer den Text nach seiner 
äussern Darstellung, nach Aussprache und den diese bestimmenden 
Zeichen bedeutet. Das Wort entspricht demnach dem hebräischen 
„Massorah*', dem — was Hrn. M. entgeht — auch das aram. W<Hrt 
MPTabiDfii gleichsteht Es wird nun nachgewiesen, dass in dem letz- 
ten Sinne besonders von der karkafischen Maschlemonntho die Rede 
ist und dass darunter eine mit peinlicher Sorgfalt ausgearbeitete 
Massorah über die syrische Bibel zu verstehn ist, die nicht selten 
von unserm gangbaren Texte abweicht Diese syrische Massorah- 
schule benennt sich nach der Stadt Karkaf, welche dV, Meilen 
westlich von Bagdad gelegen, und einem Kloster KA.rkAftha^ dessen 



Notizen und Corre^pondenzen. 149 

Möndie diese Schule gegründet haben. Reiche Beispiele ihrer Be- 
mflhiingen werden ans nach Handschriften mitgetheilt ^). 

Wir erüediren schon hier, dass die Sorgsamkeit in Betreff der 
Feststellung des Textes and dessen äusserer Ausstattang von dem 
Ostm, dem eigentlichen Syrien, Mesopotamien and Persien ausge- 
gangen, nach dem Westen, Palästina, dann erst vorgedrungen ist 
and dort einen, in manchen Punkten von den ersten Begründern 
abweichenden Abschluss erfahren hat. Darüber werden wir in der 
zweiten Abhandlung ausführlich belehrt, indem hier die Verschieden- 
heit der Orientalen und Occidentalen in Beziehung auf Aussprache 
und grammatische Formen auseinandergesetzt wird. Wir finden 
hier das Analogen zu den jüdischen Madinchaä und Ma'arba^. Wir 
können die Einzelnheiten, die noch dazu, bei dem peinlichen Auf- 
merken auf den Laut, überall ihre abweichenden Eigenthümlichkei- 
ten haben, nicht verfolgen und machen blos auf Weniges aufmerk- 
sam. Sain lautet, werden wir belehrt, vor Kaf und Kof wie Samech, 
Samech vor Beth und Gomal wie Sain, ebenso Zode vor Dolath. 
Das erklärt uns die (vgl. Jüd. Zeitschr. Bd. X S. 20) auch von den 
Tludmudisten empfohlene Vorsicht für die Aussprache von i^lpTn, 
dass das Sain nicht wie Samech laute, und umgekehrt bei 1*^0^. 
Dass Olaf im Drange der Buchstaben wie Jod ausgesprochen wird, 
eridftrt uns, warum das Alef in drei Bibelstellen, nämlich bei ifit'^nn 
and iirn*«i einen Punkt erhalten hat zum Festhalten seines Lautes. 
Die Orientalen lesen ^oo^^O, Eappadocien, als stände ein Theth; 

mit diesem Buchstaben finden wir das Wort wirklich in den ba- 
bylonischen jüdischen Schriften, während die palästinischen das 
Daleth beibehalten. — Der palästinisch-syrische Dialekt liest femer 
in einigen Wörtern das das Wort beginnende Kof wie Olaf, und 
dies erklärt uns das mischnaitische t'^btsK, das dem griech. xccrä- 
Xwftg^ Karavanserai , Markt, entlehnt ist — Makkef ist bei den 
orientalischen Syrern in Gebrauch, ebenso kennen sie den „Naguda^S 
den Halter und Dehner, ganz entsprechend dem Metheg, das auch 
ymm oder »Dn«73, verlängern, heisst. Sie verdoppeln noch Pa- 
thach, aber nicht vor Resch oder 'Ain, da sprechen sie es viebonehr 
wie Sekofo, was ja bekanntlich auch für das Hebräische zur fest- 
stehenden Regel geworden ist. 

Wir ersehen aas diesen Beispielen recht bestinmit, dass den 



1) Wir arlaaben ans zwei fierichtigungen zur Uebersetzung syrischer Stel- 
len. Weon der Mönch David in der einen Stelle (S. 60 Anm. 1) der mfihe- 
ToIleD Hingeboog gedenkt, mit der er zur Herstellung eines richtigen Bibel- 



Ton überall her gesammelt habe jVGÜk,| JJ |*2bt^. so heisst dies nicht: 
d» Dombreuses confrontations, sondern: mit nicht geringem Geldaufwand. Von 
dCB Hafrian heisst es S. 102, er habe sich mit den Mönchen, die sich gegen ihn 
«■fjgdehnt hatten, wieder ausgesöhnt, sei zu ihnen zurückgekehrt, yon Omen 

ftwidBch empfangen worden OJSw OOO) ^'^OCOJ . Das ist nicht zu über- 
: qni le d^testaient cependant, sondern: die ihn früher bekämpft hatten. 



150 Notizen und Corretpondenzen. 

Jaden Zeichen und n&here Bestimmungen ttber die Aussprache von 
den Syrern zugekommen, Verschiedenheiten der zwei grossen unter 
sich abweichenden Schulen von Ost und West gleichfalls auf sie 
übergegangen sind. Dennoch haben sie nicht gedankenlos aufge- 
nommen, sondern Grundsätze und Verfahren nach ihren eigenthüm- 
liehen Bedürfnissen selbstständig ausgearbeitet. 



Einige neuere Entdeckongen auf dem GeUete 
der syriselien Literatur. 

Von 

Abr. Gelger. 

Seitdem das nitrische Kloster erschlossen worden ^ sind uns 
aus dessen Schätzen reiche Mittheilungen geworden, und den ganzen 
Umfang derselben, soweit das britische Museum sie erworben, führt 
uns Wright in seinem Kataloge vor, dessen drittem Bande wir 
wohl binnen Kurzem entgegensehen dürfen. Man erfuhr dann auch, 
dass Einzelnes aus jener Vorrathskammer noch anders wohin zer- 
sprengt worden, und so fand Rödiger vor Kurzem in einem Ein- 
bände eines syrischen Manuscripts drei Blätter, welche zu der von 
Cure ton schon vor längerer Zeit veröffentlichten alten Evangelien- 
Uebersetzung gehören. Da dieselben nun in der Handschrift, 
welche das brit. Mus. besitzt, fehlen, daher von Cureton nicht gegeben 
werden konnten, hat sie Rödiger in den Monatsberichten der K. 
Preuss. Akademie der Wissenschaften, Juli 1872, S. 557 ff. raitge- 
theilt, und Wright hat davon einen neuen Abdruck in blos hun- 
dert Exemplaren veranstaltet: Fragments of the Curetonian Gos- 
pels (5 Seiten gross 4.). 

Nicht minder aber eröffnen sich noch andere ergiebige Quellen. 
Schon seit einiger Zeit beschäftigt die gelehrte Welt weit ttber den 
Kreis der Semitisten hinaus die aufgefundene alte syrische lieber- 
Setzung des im ganzen Orient weitverbreiteten Fabelbuches Kalilah 
wa-Dimnah. Während wir deren Veröffentlichung durch vereinte 
gediegene Kräfte entgegensehn, bat Wright in einer Dabliner 
Handschrift eine jttngere syrische Uebersetzung, die nach einer ara- 
bischen angefertigt ist, aufgefunden. Er giebt darüber in einer 
Abhandlung Bericht, welche das Journal of the Royal Asiatic Society 
of Great Britain and Ireland, new series vol. XII, part II. 1878 ent- 
hält und welche mir in einem Sonderabdrucke vorliegt: A specimen 
of a Syriac translation of the Kalilah wa-Dimnah (London 13 und JL 
Seiten. 8). Diese bisher gänzlich unbekannte uebersetzung mag 
allerdings eine untergeordnete Stelle einnehmen in dem reichen Aus- 
bau, welchen dieses Fabelwerk gewonnen hat, dennoch verdient sie 
echon aus dem Grunde Beachtung, indem sie ein neues Zeugniss 



Notizen itnd CorrfJipondenaen. 151 

dJtrbietet, mit welcher Sorgfalt man lange Jahrhunderte hindorch 
bemfiht war, sich den Inhalt dieses Werkes dnrch die verschiedensten 
Uebersetziingen anzueignen. Dabei enthält diese neu aufgefundene 
syrische üebersetzung manches sprachliche Gut, das zur Ergänzung 
unserer Kenntniss auf diesem Gebiete dient. Die Bemerkungen, 
welche Hr. Wr. der Üebersetzung des Specimen anfttgt, belehren 
darüber hinlänglich. 

Dieselbe Dubliner Handschrift enthält noch einiges Anderei 
das wiederum nach andern Beziehungen hin Interesse erweckt. 
Ausser einigen Spruchsammlungen giebt sie auf 14 Blättern „von 

einer sehr jungen Hand'^ opoSUCDO«; JJKoö, 83 an Anzahl mit einem 
arabischen Index , ^j^Ju^j^^ v^iJC5 u>^^^ . So jung die Abschrift 

sein mag, so datirt doch sicher diese syrische Bearbeitung äsopi- 
scher Fabeln aus einer weit frühern Zeit, und ist sie das Ori- 
ginal der mit hebräischen Buchstaben in einer Hand- 
schrift Torhandenen Fabeln, welche zuerst 1846 in dem 
Sammelwerke „Chofes Matmonim^' erschienen, dann aber von 
Landsberger ausführlich bearbeitet wurden in: omon N'^br», 
die Fabeln des Sophos, syrisches Original der griechischen Fabeln 
des Syntipas u. s. w. (Posen 1859, vgl. diese Zeitschr. Bd. XIV 
8. 686 ff.). Aus der Probe nun, welche Herr Wr. mit den drei ersten 
Fabeln aus der Dubliner Hdschr. liefert (S. 4 f.), ergiebt es sich mit 
Bestimmtheit, dass die in hebräischen Buchstaben vorhandene Re- 
cension lediglich eine Umschrift der syrischen ist, nur verkürzt, 
indem sie blos 67 statt der syrischen 83 enthält, daher schon die dritte 
in der syrischen Sammlung, welche Wr. mittheilt, in der hebr. 
Ausgabe fehlt, und arg durch Fehler entstellt. Dafür liefern uns 
die zwei ersten syrischen Fabeln, welche der ersten und fünften 
der hebräischen Sammlung entsprechen und für welche wir einer 
sonstigen Controle entbehren, da sie griechisch nicht vorhanden 
sind^ belehrende Zeugnisse. Wer beide Texte mit einander ver- 
gleicht, findet, dass im Hebräischen nicht blos die Wortformen ent- 
stellt, sondern auch die Sätze versprengt sind, und daher Manches 
unverständlich bleibt. So ist in Fab. 1 die Erzählung mitgetheilt, 
dass Leute, die einen Gast eingeladen und ihn dann beim Mahle 
geringschätzig behandelt, denselben, sich entschuldigend, zum zwei- 
ten Male einladen, tr^rT^yn tr^b cibnmöm ^^n. Für diese wenig 
hl den Znsammenhang passenden Worte hat das Syrische richtiger 
^AOM«^^ Jä^uJSjLJ; Koo|o , »als wenn sich ihre Gesinnung geändert 
bittet Und die Nutzanwendung, die dem Gaste in den Mund ge- 
legt wird, die Bösen könnten nun einmal nicht gut werden, schliesst 
mit den Worten: 'jinrnö'^i yn T^^Dirwn Viüw, was sprachlich wie 
inhaltlich unzutreffend ist, da nDnn» nicht mit yn construirt wird, 
die „Erinnerung^' an ihre Bosheit aber hier den Sinn ungenügend 
ansdrOckt. Alle Schwierigkeit schwindet bei der syrischen Lesart 
^«9jpDj ^ „weil sie von ihrer Bosheit überwältigt werden". — Die 



152 Notizen und Corrupöndenun. 

fünfte hebr. Fabel ist bis zur vollstäDdigen Sinnlosigkeit entstellt» 
während die entsprechende zweite syrische Alles richtig angiebt 
Bie sagt: Der Mensch und der Schwan beweisen , dass das ganze 
Leben (j^soQX, was auch das corrumpirte aamso sein mag, wofttr 
L. MPTai"«) der Menschen aus Leiden besteht; der Mensch nftmlichy 
sobald er geboren wird (^XAäj |x> Vs^, ^^br. iyn"»ttT imym, L. 
'n rr^iaK»), weint er, wie ein Solcher , der Uebel zu ertragen be- 
stimmt ist (^^sr^v^ ^J^ jbkjuo; o6f ^j ungelenk im "ptt 
bnon iT3^ Mr«)''^, lies »nv^'^si i»)/ der Schwan abw, wenn er 
aus dem Leben scheidet (;^^dsd; J2D, hebr. fehlerhaft n'^n^K yo 

ibT^Tai)! singt wie einer der nun den Uebeln entrinnt (0*0^00; 

jo^^Ä, T^^ *]Miiö*i!). — Dass der hebräische oicno eine blosse Cor- 
ruption aus Aesop ist, bestätigt die syrische Lesart, die ihrerseits 
opO^^caDO« daraus gemacht. 

So reihen sich Ergänzungen und Berichtigungen an einander; 
so schlinge sich Jahr an Jahr in Förderung geistiger Klartieit! 



Das ^aminatisdie Bach 310 ^^Q). 

Von Abr. ewiger. 

In einer hebräisch geschriebenen Biographie des Moses 
Kimchi, welche die periodische Schrift „Ozar nechmad^ Bd. II 
(Wien 1857) enthält (S. 17—24) ging ich (S. 18 ff.) auch auf das 
Büchlein 310 bD« ein, welches Balmes in ,,Mikneh Abram^ dem 
Moses Kimchi beilegt; dessen Autorität folgend, fährten die Biblio- 
gTi^[>hen eine grammatische Schrift unter diesem Titel von ihm 
an. Nun aber befindet sich eine solche, die sonst niiigends ange- 
fahrt wird, in Karlsruhe als Reochlin'sdier Codex , und aas MSt- 
theüungen, die Dukes früher über dieselbe gemacht und die ich 
mir dann aas Karlsrohe vervollständigen Hess, ging henror, dass 
dieselbe zwar einem Moses angehöre, aber nimmermehr dem Moses 
Kimchi« da dieser selbst in der Schrift angeftihrt wird; ja der ¥f. 
nennt auch den Menachem ben Simeon aas Posqoieres, einen Schi* 
1er des Joseph KiBMrhi« der in seinen handschrifUidi erhalteiieii 
Coamentaren bereits des Moses Kimchi gedaikt, als seinen Oiieim. 
Der Vf. des in Karismhe befindlichen 3*t3 bso ist demnach nicht 
Moses Kimchi» sondern ein später lebender Moses. 

Isl aber dieses Büchlein identisch mit dem gletchnanugeii, von 
Balmes alldem Moses Kimchi at^hOrigangeftÜirten? Dieses moss sidi 
daraas effseben« ob die von Balmes mitgeiheihe Stelle aoch in jeaer 
Hdsehr. sich voribdet Ui^riücklidier Weise ist dieselbe gerade 
aa dem Oite. wo maa das Citat la sachea hat, defect. Bahaes 
aimlkh flhrt im KaoMa Mocm Kimchis ia 3X: b^ aa, das No- 

l^ealiUaam ww^ «fsl bet dem Tiettea GescUaehfte gabraacht» 



NoUaen und Cümspandenzen, ]53 

tiao "nbri prTK, nicht aber früher, man sage daher nicht piK"^ 
«^anv^. Nnn ist aber gerade, wie gesagt, in dem Karlsruher 
Codex kurz nach dem Anfange eine Lflcke, so dass die kaom be- 
gouieiie Behandlung des Nomens gänzlich fehlt. Allein am Schlüsse 
ta Bnehes ist ein Inhaltsverzeichniss des Buches, und da erfahren 
irir, dass der Yf. von sieben Arten der Nomina spricht, in der 
dritten das Gentilicium (on^'n um) behandelt und daftlr als Beispiele 
nfthrt: O'^nnn -ibn pti« -«ntT^fi mi^^r^ -»^ayti DSna«. In die- 
len Abschnitte des Buches ist nun mit hoher Wahrscheinlichkeit 
die Bemerkung, welche Balmes anftlhrt, zu finden, und Balmes hat 
irrthttHilich das Buch dem Kimchi beigelegt. 

Bis jetzt hatte man kein weiteres Exemplar des sits bs«) ge- 
kamt; nun aber theilt Hr. Prof. Lasinio mit (diese Zeitschrift 
Bd. XXVI S. 807), dass auch eine Florentiner Handschrift das 
Bdiriftchen enthält Es wäre daher immerhin von Interesse, wenn 
das dortige Exemplar genauer untersucht würde, und namentlich 
asf die von Balmes angefahrte Stelle hin. Da der Florentiner 
Codex nicht gerade auch an dieser Stelle defect sein wird, so 
wttrde jede Unsicherheit tkber die Sachlage schwinden. Hm. Prof. 
Lasinio aber möchte ich das thalmudische Wort zurufen: dem, 
der ein verdienstlich Werk begonnen hat, sagt man: vollende es! 



Au« einem Briefe des Herrn l^r. Socin 

an Prof. Fleischer. 

Alexandrien d« 19. Febr. 1873. 

Ein Sturm hält mich hier vor meiner Abreise nach Jaffa einige 
Tage zurück und lässt mir Zeit, Ihre aus Basel nachgekommenen 
Zeilen vom 17. Jan. zu beantworten. In Cairo habe ich viel neue 
Bacher gefunden und bin mit der Ausbeute ganz zufrieden. Leider 
wird der Tä^ el-arüs, von dem fttnf Bände bis o erschienen 

sind, nicht weiter gedruckt; mit vieler Mühe habe ich mir von dem 
gedmckten Theile zwei Exemplare verschafft und bin davon ent- 
sttckL Nach meiner Rückkehr hoffe ich eine ägyptisch - orienta- 
lische Bibliogriqphie veröffentlichen zu können, zu der ich fortwährend 
Materialien sammle ; darunter natürlich auch Curiositäten neuen und 
neuesten Datums, Opemtextbücher u. dgl., sogar die Offenbach'sche 
Schöne Helena, in's Arabische übersetzt und in Bula^ gedruckt, 
ebenso Yerüi's A'ida, deren Aufführung ich leider nicht beigewohnt 
habe. Die Oper in Cairo ist wirklich ganz vorzüglich, aber freilich 
suchte ich dort keine europäischen Kunstgenüsse, sondern immer 
nur die Buchhändlerladen bei der Azhar-Moschee auf. Die Druckerei 
von dahin, die den'Antar-Koman geliefert hat, ist, seitdem ich das 
erste Mal in Aegypten war, eingegangen, dafür aber eine neue 
entstanden: die Druckerei der Zeitung Wädi en-Nil; die Zeitung 



154 Noiizen und Corrcspondenzen, 

selbst jedoch erscheint seit einem halben Jahre nicht mehr. Man 
druckt dort nicht ttbel, wenigsten besser als bei Castelli. Das 
Anfsuchen vieler Bücher in Cairo wird besonders dadurch erschwert, 
dass Privatleute Werke, die sie handschriftlich besitssen, auf ihre 
Kosten drucken lassen und dann die ganze Auflage sobald als mög- 
lich wieder in Geld umsetzen. Ist dies geschehen, so figoriren die 
Bücher zwar noch eine Zeitlang auf den Listen der betreffenden 
Druckerei, sind aber in ihr selbst nicht mehr zu haben; man sagt 
dann, sie seien taht el-iltizam. Per nefas freilich bereichert sidi 
wohl auch dann und wann ein Druckereibesitzer durch den Vertrieb 
auf die Seite gebrachter Exemplare von Büchern^ die Andere bei 
ihm haben drucken lassen. Manche Bücher dieser Art aber sind 
von den Listen ganz verschwunden, und wenn man nicht durch 
einen glücklichen Zufall ein käufliches Exemplar bei einem Privat- 
besitzer entdeckt, kann man sie nur noch bei den Buchhändlern 
im Bazar auffinden. Daher auch das beständige Schwanken der 
Preise; die Tausend nnd eine Nacht kostete eine Zeitlang 20 Frank, 
jetzt aber 40, weil sie selten geworden ist Seitdem die (reni^et 
el-maärif nach der Verbannung 'Arif Pasa's sich in Nichts aufgelöst 
hat, ist auch eine der besten Druckereien in Cairo, die von Mus- 
tafa Wahbi bei dem Bäh es-sar^je, fast ganz eingegangen. Da- 
gegen hat sich eine Druckerei in Alexandria aufgethan, aus der 
schon einige hübsche Bücher hervorgegangen sind. In Bula^ ist 
noch immer der Mangel eines zuverlässigen Katalogs zu bedauern; 
doch herrscht dort im Allgemeinen jetzt grössere Ordnung als 
früher. Der g^enwärtige Vorsteher der Druckerei, Hösein Bey, 
ist ein verständiger Mann; er wird selbst einige Erzeugnisse 
seiner Pressen nach Wien auf die Ausstellung bringen und wohl 
auch nach Leipzig kommen. Hanptcorrector ist noch immer der 
grösste Gelehrte Cairo's, der ^eih ed-Dasüki. Hösein Bey wtLnschte 
gegen Bücher aus seiner Druckerei den Jäl^üt und ähnlidie in Eu- 
ropa erschienene orientalische Werke einzutauschen. Hierbei sei 
bemerkt, dass gegenwärtig Ihn el-Atir in Bulak nachgedruckt wird, 
und zwar vollständig, von Anfang an. — Eine der schönsten Nen- 
schöpfungeu ist der Diwan el-madäris unter Vorsitz von 'AI! PiLsa 
Mnbärek, dem Director der hohen Schule; auch ist der Anfang zai 
Bildung einer öffentlichen Bibliothek nach europäischem Muster ge- 
macht 1). Man hat dort schon viele Handschriften , die bisher im 
Staube der Moscheen- Bibliotheken verkamen, zweckmässig unterge- 
bracht, und selbst NichtOrientalisten weiden ihre Augen an den 
alten dort aufgelegten Riesenkoranen. Einige, etwa acht Stück, 
sind 3—5 Fuss lang, ungeheure Folianten, meist 500 — 700 Jahr 
alt; darunter einer vom Sultan Barkü^:, ganz mit grossen Gold- 



1) Neuerdings ist Dr. Stern, ein Schüler Ewald's, als Bibliothekar an 
darselben angestellt nnd mit der Anferti|rung des Katalogs beauftragt worden. 

D. Bed. 



Notizen und CoiTCspondenzen. 155 

lettem geschriebeo. Der Katalog der Bibliothek soll nächstens gc- 
dmdEt werden. Im Fache der Grammatik fand ich nach kurzem 
Suchen zwei schöne Exemplare von Sibaweihi's Kitab, ein älteres 
tocalisiTtes (me^ül) und ein jüngeres; dazu ein drittes mit dem 
Gommentar von Ihn es-Sir4fi in drei Bänden. Ich fragte sogleich, 
Hamm man nicht vor allen dieses Bach drucke? Die Antwort 
nr: ^Dazu mnss Befehl von oben kommen/^ Dieser |,Befehl 
TOB oben'' — sollte es kein Mittel geben ^ ihn durch europäischen 
Einflius auszuwirken? — Leider musste ich schon den Tag darauf von 
GuTO abreisen^ aber der Gedanke an „Sibaweihi's Buch'* verläset 
flidi nicht 

Ans zwei Briefen Dr. Ooldziher's 

an Prof. Fleischer. 

Budapest d. 19. Febr. 1873. 

— Thorbecke's Darrat al-gauwäs leistet mir bei meinen Ar- 
beiten tiber Taälibi's Fip al-lugah und Ihn as-Sikkit's KitAb al- 
alA? wesentliche Dienste. Es wundert mich nur, dass in den mir 
bisher zu Gesicht gekommenen Besprechungen dieser trefflichen Aus- 
gßibe ein kleines literargeschichtliches oder besser bibliographisches 
Versehen noch nicht berichtigt ist. Seite 8 der Einleitung fahrt 
der Herausgeber unter den Werken ttber die Abweichungen der 
Gemeinsprache vom Altarabischen das Eitab al-fasl baina '1-kalam 
al-^iss wa'l-änmi von Ihn Ginni auf; dieses gehört aber nach 
meiner Ansicht nicht unter diese Rubrik, sondern zu jenem Zweige 
der lexilogischen Literatur, welcher einen Hauptgegenstand der 
Synonymik, nämlich den Unterschied der Wörter von genereller 
und spedeller Bedeutung behandelt. Al-kaläm al-ämm scheint mir 
ziemlich gleichbedeutend mit al-kuUijät im ersten Capitel von Taä- 
libi's Synonymik, d. h. nach seiner eigenen Erklärung: \Jilh\ üo 

JjT 'tihiü n^Ji^*Jü ^ iütÜt iUS! , wie gleich im ersten Beispiele : jy 



M f. 



s^^^yp (esUbi^ ^^U uo. Kaläm bedeutet demnach hier nicht Spra- 
che, Rede oder Redeweise ; sondern Wortgattung. In der phi- 
lologischen Encyclopädie Sujüti's, Muzhir Bd. I, S. T.f f. , ist ein 

Capitel über diese zwei einander entgegengesetzten Begriffs- und 
Wortklassen (•btil* u^i-i^ '»zjla überschrieben; dem entsprechend 

ein Capitel bei Taälibi ^yl^S^ ^y^\ j (Fi<ch al-lugah, Pariser 
Ausg. von Rusaid Dabdäli, S. Ha, — ganz excerpirt von Snjüti 

O «^ IM O > 

a. a. O. S. f.\) mit folgendem Anfange ' [j^ \ji ^ ^J^'^^ c^ ij:«^' 



156 Notizen und Corretpondmzen. 

Budapest d. 31. Mai 1873. 

In meinem letzten Briefe habe ich den Ihn (jinni ans dem 
Verzeichnisse der Schriftsteller über die Fehler der Gemeinsprache 
gestrichen ; heute möchte ich die dadurch entstandene Lücke durch 
Jaküb b. as-Sikkit ausfallen; denn nicht weniger als 11 Abschnitte 
seines Hauptwerkes Islah al-mantik, von dem mir durch die Gflte 
des Herrn Prof. de Goeje die Leidener Handschrift Leg. Warner. 
Nr. 446 vorli^ sind jenem Gegenstande gewidmet; z. B. B&b 65 
aber die Wörter, deren erster Yocal Easr, in der Gemeinspradie 
aber Fath oder Pamm ist; Bab 68 über die Wörter, in denen die 
Gemeinsprache §ad an die Stelle von Sin oder dieses an die Stelle 
von jenem setzt; Bab 69 Ober die Wörter , in denen die Gemein- 
sprache Je an die Stelle von Wäw setzt; B4b 70 über die Zeit- 
wörter der ersten Form, denen die Gemeinsprache in der zweiten 
Sylbe des Perfectums statt Fath Kasr oder Pamm giebt; B&b 78 
und 79 über die Zeitwörter^ in denen die Gemeinsprache die vierte 
Form statt der ersten oder diese statt jener gebraucht; Bab 80 

und 81 über absonderliche Fehler der Gemeinsprache (U^ Pl^ 
ikiutJt ^ o^^)\ ß^^ 82—86 über Wörter, welche die Gemein- 

spräche an unrechter Stelle gebraucht [^ ^ iULjüt &ju^' U>i 

&ju^) . — Diesem Nachtrage muss ich aber noch etwas beifügen. 

Der Sprachgelehrte Abu 1-l^sim 'Ali b. Hamza al-Basri ver&sste ein 
Buch unter dem Titel: At-tanbihat *ala aglät ar-ruwat, worin er 
eine Domenlese aus den Schriften des Talab, Ibn Duraid, Mubarrad 
und Andrer liefert und auch unsem Ibn as-Sikkit nicht ungetadelt 
lässt Das Rügenverzeichniss zu dem Isla^ al-manti^ ist, wie aas 
dem gedruckten Katalog der morgenl&nd. Hdschrr. der Leidener 
Bibliothek, I, S. 61 zu ersehen, der genannten Hdschr. beigefügt 
Ich erwähne dies hier besonders deswegen, v^eil der Verf. dieser 
kritischen Anmerkungen die von Ibn as-Sikkit der Gemeinsprache als 
Fehler augerechneten Abweichungen grossentheils rechtfertigt» indem 
er dem Eufenser Ibn as-Sikkit parteiische Eingenommenheit g^^ 

den Sprachgebrauch der Basrenser vorwirft: ijo\y& ^j,xs>\ ^^l^ 

^%l^^^- '9^^ wÄ-»^ ^t ^..fU^ ( — auch ai-Mubarrad, Kämil S. M 

Z. 2 sagt: S-xaJ! J^l iüo^ w J^JLäj Jj \Sj> — ) und überhaupt 
als freisinniger Vertheidiger der Gemeinsprache auftritt So sagt er 

an einer Stelle : ^Ul;ü^l! Jj Jü j^ ^ ^.juojiJ^ iüi'oJJ pLi> \J^ 
.jj^uwu^ ^y^jÄj ^♦xs Ä^juiU iSA ^: an einer andern: ^äU^ j^^' cf* 



Notizen und Carretpondenzen. 157 

Nachwort zu Bd. 26, 8. 751 ff. 

Von 

G. M. Redslob. 

Die mir nach Einsendang meines Aufsatzes über b^ zu Gesicht 
»ne Abhandlung Nöldeke's ttber den Dual im Semitischen 
(IJMns o. Steinthal, Zeitschr. f. Völkerpsychologie n. s. w. Bd. 7 
Baft 4) llsst mich in dem daselbst über die Plurale ü^ü und D^^ 
einen geeigneten Anknüpfungspunkt ftbr eine ergänzende 
za Nöldeke's Ausführungen erblicken. 

Idi stimme ganz mit Nöldeke darin überein, dass, wie das 
HdMäflche überhaupt im Vergleiche namentlich mit dem Arabischen, 
io aach insbesondere der hebräische Dual im Vergleiche mit dem 
anübisehra eiujs geschichtliche Vorstufe der Unentwickeltheit bildet. 
Maa kann sagen, dass der hebräische Dual nicht nur kein fertig 
gewordener Dual, sondern überhaupt noch kein Dual, sondern ein 
Plural ist, welcher vorwiegend von der Mehrheit je zwei oder 
paarweise auftretender Gegenstände gebraucht wird und erst in 
irenig«! Beispielen (D'^nj^, D'^ps^E) bis zum wirklichen Dual fort- 
schreitet Denn wie könnte' Jes. 6,' 2 gesagt werden D'^p^s «51$, wenn 
trci^ nicht vollständig als Plural gedacht wäre? Oben haben wir 
es mit zwei offenbaren Pluralen zu thun gehabt, in denen die 
Endung oy— sogar als wirkliche Piuralendung auftritt. Ganz der- 
selbe Fall findet Hohesl. 7, 1 in ^'>^1V2 statt, wo es schon von 
Andern anerkannt ist^ dass das Wort ein Plural, kein Dual, ist, 
80 dass auch der gleichnamige Ortsname 1. Mos. 32, 3 für eine 
Fliindform zu halten sein möchte. 

Es ist also die hebräische Dualform im Grunde nichts als eine 
Abzweigung und ursprüngliche Nebenform des Plur. masc., wovon 
der schlagendste Beweis darin liegt, dass sogar die Endung D"^—, 
wenn auch nur in dem einzigen Beispiele D'^^to^, dualiter gebraucht 
vorkommt. Die angeführten Beispiele zeigen nun auch die Quelle, 
ans welcher diese Endung entsprungen ist. Es sind die Derivate 
der Stämme ''rtb, welche je nachdem sie in der Flexion ihren 
dritten Radikal entweder abgeworfen oder in der Form des Jod 
festgehalten haben, wie sie ebendadurch für ihre Singulare doppelte 
Snffixformen ausgebildet haben, so auch zu dieser doppelten Plural- 
form, entweder mit voller Pluralendung oder mit deren Verstümmelung 
SQ einem blossen Mem plurale, den Anlass g^eben haben. Die 
Sprache aber hat später nach dem Gesetze der Spracbökonomie 
mit diesem Ueberflusse die zweckmässige Vertheilung vorgenommen, 
welche wir jetzt vorfinden. 

Warum mag aber gerade die Endung dy--, nicht d*^ -, die 
dnale Bedeutung erhalten haben? Antwort: Zu den Derivatis ^'nb 
welche dieses doppelten Plurals fähig sind, gehört auch das Zahl- 
wort w^yty Derivat von ns^ iterum, alterum fecit. Es ist 



158 Notizen und Carreapondenzen, 

darchaas kein Grand vorhanden, in dem Worte doale Bedeutung 
der Endung anzunehmen, gleichsam als ob seine Bedeutung ihm 
erst durch diese Endung zugef&hrt wäre, denn diese Bedeutung liegt 
schon vollständig im Etjrmon begründet; vgl. ^JsS». Also haben 
wir es auch bei diesem Worte ein&ch mit der Pluralform zu thnn, 
unter Beibehaltung des dritten Radikals mit dem blossen Mem 
plurale gebildet und hier vor der andern vorgezogen, um der Ver- 
wechselung mit w^yo (Jahre) auszuweichen. Einmal in diesem Worte 
constant geworden, 'ist diese Endung dann als zur Bezeichnung der 
Zweiheit mitgehöriger Bestandtheil des Wortes erschienen und weiter- 
hin zur Bezeichnung deijenigen Mehrheit, wie sie bei ü']ytf statt- 
findet, verwendet worden. — Es wurzelt also der semitische Dual 
wohl so tief und fest in einer Form der semitischen Sprachen, 
welche heutzutage nur noch durch das biblische Hebräisch reprft- 
sentirt erscheint. Als Beispiele zu der grammatischen Regel, nach 
welcher ausser den auf Jod qniescens endigenden Wörtern auch die 
auf Jod mobile ausgehenden Wörter b^^ und D*^ den Plural durch 
blosses Mem plurale bilden , kann also getrost' auch ta^sn» und 
D^w)ä, hinzugefügt werden. 



159 



Bibliographische Anzeigen. 

JSr. Siraek, Dr, pkä.j Frclegomena critiea in Vetus Te$tamentum 
H^raieum, qitibus agüur 1. de codictbun et deperdiiis et adhuc 
extUmiiibuSy 2. de texiu BibUorum qualia Talrnndtstarum temporüme 
fuerit. IJpsiae, 1873. ^^. 132 SS. 

In den Bemühungen om Heratellang eines zuverlässigen Textes der maso- 
raÜa^en Bibel A. T. ist in unserem, für verbesserte Ausgaben alter Schriften 
«nsl 80 geschäftigen Jahrhundert ein aufPallender Stillstand eingetreten. Die 
Ursache davon liegt auf der Hand: gerade die umfangreiche Handschriftenver- 
in der sweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat wenigstens den 

xor Gewissheit erhoben, dass alle wirklichen Varianten zwischen den 
Handschriften sich fast nur auf Orthographie und Aussprache (masor. Punk- 
tation) beziehen , im eigentlichen Consonantentext aber sie sämmtlich auf die 
antfiche jüdische Textesrecension, wie sie in den ersten Jahrhunderten unserer 
Zeitrechnung vollendet ward, zurückgehen. Da man nun zwar nicht läugnet, 
dass dieser amtliche Text der Juden sammt seiner masor. Lesung immer die 
Gnmdlage und den Ausgangspunkt fQr alle weitere kritische Bearbeitung bilden 
■USB, aber doch von der frühem übertriebenen Werthschätzung desselben und 
von der abergläubischen Identificirung desselben mit dem Text der Urschriften 
der biblischen Schriftsteller selbst entschieden' zurückgekommen ist , so kann 
man sich nicht wundem, dass die neueren Gelehrten die Forschung mehr den 
älteren kritischen Zeugen, den alten Uebersetzungen, zugewendet, und wo auch 
diese nicht ausreichen, zur Conjecturalkritik ihre Zuflucht genommen haben, 
othne jedoch bis jetzt mehr als sporadische Versuche zu machen, die Ergebnisse 
dieser Arbeiten in neuen Textausgaben niederzulegen. Die Voraussetzung war 
dabei immer, dass der masor. Text in den bisherigen Ausgaben und Sammlungen 
des kritischen Apparats genau genug erkennbar vorliege. Allein gerade diese 
Tomnssetzung hat sich neuerdings doch weniger begründet erwiesen, als sie 
lange Zeit geschienen hat. Ueber die Geschichte der Ifasora und die Masora- 
icbriften hat man richtigere und genauere Erkenntnisse als früher gewonnen ; 
der handschriftliche Urkundenschatz hat sich durch neue Funde ziemlich ver- 
mehrt; über den Gebrauch dieses Apparates zur Herstellung des gesuchten 
Textes sind richtigere kritische Grandsätze zur allgemeinen Anerkennung ge- 
langt. Es ist nicht zu bestreiten, dass man unter Anwendung dieser Grand- 
siixe und Mittel den masor. Text des AT. jetzt doch noch vollkommener her- 



160 Bibliographische Anzeigeti, 

stellen kann, aU es bisher geschehen ist, nnd ohne dass man in die alte 
Uebersch&tzung des Wertbes einer solchen Herstellang zurfickf&Ut, mnss man 
es doch wünschdnswerth finden, dass eine solche wirklich unternommen werde. 
IDt lebhafter Befriedigung machen wir darum in dem Verf. der oben veneicb- 
neten Schrift auf einen jungen Oelehrten auftnerksam, welcher nicht blos die 
die Lust zu einer so mühseligen und langwierigen Arbeit zu besitzen scheint, 
sondern auch durch seine classiscb -philologischen und hebräiseh-rabbinischen 
Studien die dazu nöthigen Vorkenntnisse sich erworben hat. Seine Prolegomena 
critica, eine erweiterte Doctordissertation , betreffen einige Vorfragen, welche 
vor einem solchen Unternehmen gestellt werden müssen, und die Art, wie er 
dieselben behandelt, erweckt ein günstiges Vorurtheil nicht blos für seiiie 
Kenntnisse und seine Vertrautheit mit der rabbinischen und neujüdischen Li- 
teratur, sondern auch für seine philologische und literarliistoriiche Akribie. 
Der erste Theil seiner Schrift handelt von den Handschriften. In der richtigen 
Einsicht , dass in der bisherigen Handschriften - Collation nnd -Benatsnng die 
alten, ursprünglichen nnd guten Handschriften noch viel zu wenig tystematiseh 
von den jüngeren, abgeleiteten und unzuverlftssigen geschieden wurden, bespricht 
er theils die verlornen alten Musterhandschriften, aus welchen in Bandnoten 
und Schollen der Bibelhandschriften und in den Schriften der Masoreton und 
Rabbinen noch viele Lesarten erhalten sind, sowie die Verzeichnisse der Varian- 
ten zwischen den Becensionen des Ben Asher und Ben Naphthali, and die 
durch B. Jacob Ben Chajim bekannt gemachte Liste der Lesarten der Orientalen 
und Occidentalen, von denen beiden er nachweist, dass sie noch ziemlich ver- 
vollstfindigt werden können, theils die noch vorhandenen alten und besseren 
Handschriften. Das meiste, was hier vorkommt, ist freilich schon IXngßt, a. B. 
in Eichhornes grossem Einleitungswerk, zusammengestellt; aber der Verf. hat 
manche der Angaben seiner Voi^gitnger verbessert, andere vervollständigt, auch 
da und dort vielverbreitete Meinungen (wie z. B. S. 42 f. über die Qründe der 
Seltenheit sehr alter Ck>dices) berichtigt; sein Hauptverdienst jedoch besteht 
darin , dass er zu allen den einzelnen Fragen nnd GegenstJUiden , die hier in 
Betracht kommen, die literarischen Nachweisungen bis auf die letzten Jahre 
herab möglichst vollsti&ndig gesanmielt und mit grosser Sorgfalt verzeichnet 
hat Im Einzelnen verweisen wir auf seine Zusammenstellung dessen, was man 
jetzt über den Codex EUllel und die aus demselben erhaltenen Lesarten sagen 
kann (S. 15 ff.), während über den Codex Sanbnki noch immer nichts Sicheres 
ermittelt ist (S. 22. 117), besonders aber auf seine Mittheilung der Angaben 
des Jac. Sapphir (S. 44 ff.), womach der berühmte Codex des Aharon Ben 
Mose Ben Asher noch heute in Aleppo (was Vf. fälschlich mit dem biblischen 
li2lbn <^ identisch hält, s. dagegen Z. d. d. m. G. XL 490 ff. und Bödiger 
in den Additam. zu Gesenius' Thesaurus S. 89), und ausserdem ein Propheten- 
codex von Mose Ben Asher (dem Vater von Aharon ?) in Cairo vorhanden wäre. 
Wenn das sich bestätigte — nnd erst eine genaue Untersuchung durch zuver- 
lässige Sachverständige kann diese Bestätigung geben — , so wäre allerdings 
angezeigt, vor jeder andern weiteren HandschriftencoIIation jenen Codex des 
Aharon abzudrucken, da sämmtliche occidentalische Handschriften auf ihm zu 
beruhen scheinen. — Im zweiten Theil seiner Schrift bespricht der Verf. die 



Bibliographische Anzeigen. XQl 

lüDgst bekannten Erscheinungen, aus denen mau das Vorhandensein der festen 
anntlicben Textesreccnsion schon in der talmudischen Zeit zu erweisen pflegt 
(a|so die Qeri's, Ittur und Tiqqun Sopherim, puncta extraord. u. s. w.), auch 
hier frühere Angabeu im Einzelnen berichtigend und die literarischen Naeh- 
«tis&ugen aus neuerer Zeit hinzufügend, und geht dann eine lange, meist schon 
TtD Vorgängern zusammengestellte Keilic derjenigen Mischua- und Gemara- 
ftKlIeo, in welchen Worte der Bibel etwas abweichend vom masor. Texte angeführt 
vtrdeD, einzeln durch, kommt aber dabei, in Anbetracht der Unzuvcrlässigkeit der 
Tahnad ausgaben , der Ungeauigkeit der talnmdisclien Lehrer im Citiren und der 
Freiheit derselben im Gebrauch der Bibelworte, auch seinerseits su dem schon 
fOD Früheren gezogenen Ergebniss, dass diese Abweichungen auf wirkliche 
Virianten des den talmudischen Lehrern vorliegenden Bibcltextes zu Si'hliesiheu 
erlaahen, jedenfalls ein kritischer Gebranch voll denselben kaum zu 
sei. Das Verdienstliche der Arbeit des Verf. Hegt auch hier nicht in 
allgemeinen Besultaten, sondern in der Revision, beziehungsweise V^er- 
TnOrtändigning der hergebrachten Beweismittel und in der sorgfaltigen Ver- 
laduiiaiig der literarischen Nachwcisungeu. — Schliesslich freuen wir uns hier 
bemerken zu können, dass Herr Dr. Strack auf den Kath verschiedener Ge- 
lehrtea ^b entschlossen bat, seine Zelt und Kraft zunächst auf eine genaue 
Durcbfortfchung der Firkowitsch*schen Handschriften in Petersburg zu ver- 
wenden und mit einen namhaften Reisestipendium von Seiten des Königl. 
Prensaisehen Ministeriam^s der geistlichen, Unterrichts- and Mediciualangelegen- 
heiten uterstützt, diese Arbeit in der russischen Hauptstadt bereits angefasst hat. 

A. Dil 1 m an n. 



Gregorii Barhchraei Chronic on Ecclesiaaticnm eic. etc. 

JädideruiU ei iüiMtrarunt Joannes B. Abbeloos S, Theologiaej 

Ihr. etc. Profßitsor Ling, Hebt.: in maj. Seminar. Me^hlin: et 

TK Joe. Lamy S. Theolog. Dr. ac L. L. Orienial. Pro/esitor in 

Univ. Cath. Lav€kn. 

Die Kamen der zwei gelehrten Herausgeber dieses schützbaren Werkes 
li&d in der Syrischen Literatur bereits rühmlich bekannt. Vom ersten haben 
vir eine sehr fleissig gearbeitete Monographie über den nach Ephracm berühm- 
testen Syrischen Kirchenlehrer Jacob v. Sarug unter dem Titel: „De vita 
et tcriptis S. Jacobi Batnarum Sarngi in Mesopotamia Epis- 
copi.'*^ Lovanii 1867; vom zweiten die Dissertatio de Syrorum Fide et Dis- 
ciplins in re Eucharistica. Lovan: 1859. 

Was nun das Interessante des Werkes, worU))er wir jetzt berichten , be- 
^aoAtsti für die Oriental. Kirchcngeschichte betrifft , so ist der Name des Gre- 
godBS Barhebraeos als bedeutenden Syr. Schriftstellers zu bekannt, als dass man 
dinuif erst aufmerksam machen dürfte. Zum Verständniss und zur Brauch- 
btrkeit des Werkes haben die Herausgeber alles Wünschenswerthe sorgsam 
geleistet; für Nichtkenner der Syrischen Littcratur Aufklärung über den Ver- 
fasser und seine religiöse Stellung, lateinische Uebersetzung des Original.^, znhl- 
reiche belehrende Anmerkungen. Von S. XX der Praei'atio an wird eine genaue 
Bd. XXVII. 11 



\Q2 Bibliographische Anzeigen. 

Aufzählung seiner vielen Werke gegeben und besonders über das Chronicon 
Syriacnm Bericht erstattet^ dessen erster Theil, die politische Geschichte 
bis 1297, von Bnins und Kirsch leider siemJich fehlerhaft bekannt gemacht 
wurde. Das Chronicon Ecclesiasticnm umfasst in der I. Abtheilung die Namen 
der Hohenpriester des alten Bundes von Aaron an, dann die Namen und Ge- 
schichte der kathol. Patriarchen von Antiochien vom h. Apostel Petrus an bis 
zum Beginne des VI. Jahrhunderts, endlich die Namen und Greschiehte der 
Jacobitischen Patriarchen von Severus an bis zum Jahre 1492. Die II. Ab- 
theilung stellt die Reihe der Bischöfe des Orients dar vom h. Apostel Thomas 
und seinen JQngem Adaeus und Aghaeus an, danach die Patriarchen oder 
Catholikos der Chaldaer bis zur Zeit, wo gegen das Ende des V. Jahrb. der 
Nestorianismus in Persien festen Fuss fasste. AufgetBhrt werden die Reihe. der 
Nestorianischen Catholicos , dann die Reihe der Jacobitischen sogenannten Mi- 
phriani vom Jahre 559 an. Das Werk bezeichnet der berühmte Assemani all 
„opus luce dignum et omnium, quae Barhebraeus edidit, doe- 
tissimum aeque ac utilissimum." 

Der Text ist aus einem Codex des Brittischen Museums von Abbelooi 
abgeschrieben. Dieser Codex, im Catalog des Brit. Mus. mit N. 7198 be- 
zeichnet, ist nach einer Vermuthung etwa im 16. Jahrh. fleisslg md genai 
geschrieben, und ward von Claudius Rieh bei seinem Aufenthalt in Bagdad als 
Gesandter von England angekauft. Die Abschrift wird als sehr genau und 
fleissig bezeichnet. Zu bedauern ist nur, dass nicht andere Codices, z. B. von 
Rom, Florenz u. s. w. verglichen werden konnten, eine genaue kritische Aus- 
gäbe also nicht vorliegt. 

Die Ausstattung ist sehr schon, der syr. Text links, die latein. Ueber* 
Setzung rechts auf jeder Seite. Dieser erste Band zählt 456 Spalten und gilt- 
bis zum J. 1088 nach Chr. — 

In der latein. Uebersetzung kommen einzelne Versehen vor. Abbeloos 
belbst bezeichnete mir in einem Briefe vom Herbste vorigen Jahres folgende: 
Spalte 121. 122 ist ZeUe 7 das Wort jV^DQftk. nicht sedes, sondern der filge«- 

name Omar. Pag. 151 lin. 2 ist ^j Jjk^«20 umzuändern in ^j |^^^3ff = 

vitupero, male tracto. Pag. 171 I. 13 ist die Anmerkung 2 über Oftfl^^^ 

unrichtig, und zu übersetzen „explorate vi, manus injicite. Pag. S4S^ 
lin. 8 ist |ij -|**^^<^ zu geben mit veneror, revereor, so dass zu leaea 

ist : a laude quidem abstineo, ne domestica mea nimio honore prosequi ozistiner.** 
Was Abbelous zu pag. 379 angibt, nämlich ^JCDO, hab' ich im Texte nieht 
gefunden. Es sei zu übersetzen margaritae. Die richtige Uebersetsuf 
sei: „ex lateribus (seu tegulis) construxerunt (seu colliganintj la* 
quearia ejus (coelum ejnsy^ Die gegebene bezeichnet er selbst als „haee 
reddita sunt perabsurde.** Forner p. 418 lin. antepennlt: Jl»0^ji3 
ist der Eigenname Nahabsajoru tha zu verbessern in „in arte pingesdi 
(delineandi). Pag. 445 lin. 20 jb^} ^Mj\ =„homines dolosi** 

anstatt „nonnulli, quibus dolendum." Das Wort jj^bSw** leitet Abbelos 
von der Rad. ^\m, arab. S^-^ == ^^H ab. 



Bibliographische Anzeigen. 163 

ADdere etwaige Versehen werden sprachkundige Leser leicht selbst aaf- 
finden. Indessen will ich doch auf das eine oder andere aufVnerksam machen. 

Qkieb Spalte 3 Zeile 3 wfirde ich das mit „antiquis übersetzte Jbw(JL 



frequentibus oder j,freqaenter o ccurrentibus tradi- 

tinibiia'* amändem. Man kann das Wort doch nicht von der Rad. -^J^^^^ 
lUöten. Dann die gleich folgende Stelle ,,in istins sectione priori, 
!■ qno etc., mnss entweder „in qua sectione" (sc. ago) heissen, oder 
qqnae sc. secdo de snmmo sacerdotio agit. Spalte 128 Z. 23 muss an- 
iliit „redncere jussit*' richtig latein. .^reduci jussit** gelesen werden. 
'- Spalte 218 vorletzte Z. im Texte ist anstatt passem zu lesen panem. 

Ip. 374 wird das früher mit margaritae übersetzte - tjg^^ mit ,,vesti- 

■eDtm'* and Fragezeichen (?) latein. gegeben, wie wenn es von |CQiO texit 
ilmleiteD wäre. 

Zum Schlösse mögen noch einige einzelne Bemerkungen folgen , z. B. 
ft. 21. 22 findet sieh die Legende, der Greis Simeon, der bei der Darstellung 
JetB im Tempel ihn auf den Armen getragen, sei der Vater des Jesu, Sohnes 
UtmA gewesen , des Verfassers des Baches Eeclesiasticos , 48 Jahre Hoher- 
piiester, habe 216 Jahre warten müssen, weil er an die Weissagung des Isaias 
fiber iBBanael nicht geglaubt habe. Vom Apostel Petrus berichtet er genau, 
er sei der erste Pabst in Rom gewesen und zwar 25 J. lang. Vom h. Ignatios 
4ia IlirtyTer erzShlt er die Legende , dass er in einer Version Engelchöre ab- 
VMhMlnd singen gehört and deswegen den Ghorgesang in der Kirche ein- 
fiAkrt habe. Ueber Manes, den Stifter der manichaeischen Secte berichtet er, 
tatibe sei Christ und Priester gewesen, habe sogar die h. Schrift ausgelegt; 
htm habe er sich selbst als Christus ausgegeben und 12 Apostel in die Welt 
•■gtaendet, um die Lehre vom guten und bösen Princip zu verkünden. Grosses 
lob apciidat er den grossen Kirchenvätern Athanaslus und Chrysostomus. Die 
L^gande von den 7 Knaben in Ephesns, die solange geschlafen, führt er aos- 
ilhrlieh an. Auffallend grosses Lob spendet er dem berühmten Jacob von 
flinigy so dass man auf die Vermuthung kommen möchte, dass er ihn für 
tlMii Monophysiten gehalten habe. Abbeloos sucht in einer Note mit Assemani 
te Katholicismus dieses nach Ephraem am meisten gefeierten syrischen Redners 
■ad Dichters zu retten. Professor Dr,. Gustav Bickeli, der Herausgeber der 
Carmina Nisibena Ephraems, äussert in der Lebensbeschreibung Jacobs, die er 
sücn Uebersetzongen aus ihm für die bei Kösel in Kempten erscheinende 
Bibltotbek der Kirchenväter S. 58 vorausstellte, sich über diese Frage dahin, 
tes gegen Jacobs Orthodoxie, während seiner bischöflichen Amtsfilhrung einige 
DmatiDde zu sprechen scheinen , z. B. 2 Trostbriefe an monophys. Bischöfe, 
dk In Londoa sich finden , das Endresultat aber sei, dass Jacob v. Sarug 
Jedenfalls durch seine letzten Lebensjahre und seinen Tod der 
Kirehe angehöre, während die Orthodoxie seiner frühern Lebenszeit sehr be- 
denklich erscheine. Barhebraeus erzählt, Jacob habe 70 Amannenset gehabt, 7(>0 

»»genannte Mimre veriasat nebst einer Menge JjtV^Sd und jN«y%^ 

11* 



164 Bibliographische Anseigen. 

Soviel mag sar Empfehlaiig dieses Werkes genSgen and es bleibt nur 
der Wunsch, das Cbrouicon, welches Bmns und Kirsch herausgaben und Bern- 
stein verbessert ans Licht stellen wollte, möge wirklich bald in einer neuen 
minder fehlerhaften Ausgabe erscheinen. Plus Zingerle. 



Kdgividydsudhdniähih, — The Pandii^ a monüdy jaumml^ 
of the Benares College ^ devoted to Sanskrit LUercUure. Not. 
1—79^) Benares June 1866 — Dec. 1872. voL I Nos. 1—12. p. 188. 
VIII. -^ II Nos. 13—24 pagg. 274. — lU Nos. 25—36. pagg. 268. IIL 
XIL — IV Nos. 37- 48 pagg. 276. XUI-LX. — V Nos. 49—60 pagg. 
328. LXl—CIV. — VI Nos. 61—72 pagg. 306. CV— CXVIIL — VU 
Nos. 7;J— 79 (Dec.) pagg. 170. p. CXIX— CLXVL Polio. — Preis des 
Jahrgangs 24 shill. 

Diese nun schon im siebenten Jahre stehende Monatsschrift verdient aaeh 
bei uns allgemeiner bekannt an werden, als dies bis jetat der Fall ist Die- 
selbe wird von den Professoren des Benares College herausgegeben, su dea 
Zwecke, wie es in dem in TrübneWs American and Oriental Record abgedruck- 
ten Prospectus hiesi: „to publish rare Sanscrit works which appear 
worthy of careful editing, to off er a field for the discussion of con. 
troverted points in Old Indian Philosophy, Philolegy, History and Lue- 
rature, to communicate ideas between the Aryan sekolars of tbe Eatt 
and of tbe Wett, botween the Pan^its of Benares and Caksntta and the Sana- 
kritists of the Universities of Europe.'* 

Von dieseu verschiedenen Aufgaben ist insbesondere die erste in den vor- 
liegenden Binden in wirklich durchaus respectabler Weise gelost worden, wcna 
auch unter Beschränkung auf swd bestinmite Gebiete, das der Philosophie 
und das der sogenannten schönen Literatur. 

Bleiben wir zunfichst bei der ersteren. Gleich in Nro. 1. beginnt Vi((bala- 
9&strin') nach einer leider unvollständigen, mit fol. 78 im Beginn dea aehn- 
teu Buches abbrechenden Handschrift die Herausgabe der prakaranapaijikA') 
desQ&likan&thami^ra, eines Anhängers, ja nach Hall (Bibl. Iudex of theladian 
Philos. Systems p. 195; eines Schülers des PrabhAkara, clBssen Avlusang 
der pürvamimäüsä-Lehre au vertreten er sich darin zur Aufgabe isacht 
Die in den Nos 1—16 mitgetheilten Abschnitte, prakarana, führen folgende 
Namen: I v&stramukham , U (metrisch; 50 w.) nitipatha, Ul j&tinirnaja, IV 
nayavithi ^metrisch, 77 w.), V pramänap&rAyanam (mit 6 parichcda), VI amfi- 
takaia ^metrisch, 73 vv.) VII uirmalä^janam, VIU tattvftloka, IX nyfLya^ddhi, 
X mimius&jivarakshll (Polemik gegen die Bauddba etc., bricht eben leider bald 



1) Nos 68. 70 fehlen in dem mir vorliegenden Exemplar der BerUner 
Kön. Bibliothek. 

2) dessen Tod leider während der Arbeit erfolgte; s. den von Gofvinda- 
deva9ästrin in Sanskrit abgefassteu Nekrolog in No. 12 p. 177 --8. 

3) so, nicht pancikä wird der richtige Titel sein, da das Werk eben weit 
mehr aN fünf präkarana nmfasst. 



BilUographUch^ Ansuigmi. Ifö 

ab). I>er Scfalnss des Werkes wird, and swar nacb FoL 100^126 derselben 
Handschrift 'saniTat 1641), die mittlerweile anfgeftinden waren, in Nos 58~5€ 
TOB B&la^ästrin, Professor der S&mkfaya-Lehre , publlcirt; die swiscben 
Biegenden Absebnitte (fol. 79 — 99) fehlen noch. Dieses zweite Fragment be- 
liHit im zweiten paricheda der Tik7Jkrthamlitnk& nnd es folgen dann noch drd 
piakarana Namens Tishajakaranfjam , angapftrftyanam und atide9apftri]rviam 
[■etrisch, in 67 ▼▼.)• — Als Ckgenstfick zu dieser Darstellung ^des Gnrnpra- 
bh&karamata gibt Bftla^Astrin sodann in Nos 57 — 65 den tarkapAda des 
Bk&ttacint&mani des OftgAbhatta, alias Vi^ve^varabhatta, ans dem Ge- 
MUedit (Einl. v. 3.) des BhattanArAyana, resp. Vi^vAmitra. Von den drei 
■f Jaimini^s System basirten Lehren des Guru (PrabhAkara\ des Bhatta 
[KoniftTila') und des Mnr&ri*) sei nXmlich der dT&da^ftdhyüyivyAkhy&naparo 
Aandhah des Letzteren (MuravidTish nennt ihn G&gjkbhatta selbst im Ein« 
{■nge) nicht mehr vorhanden, und von den Bh&tta-Schriften seien BhAttadipikA, 
(Jlstrmdipika . Bhittarahasya etc. zu ausführlich, zu schwierig, überdem leicht 
n haben, der Bhittacintftmani aber sei klar geschrieben, und wenn auch nicht 
nhr alt, so doch auf die ältesten Ueberliefemngen sich st&tzend, gedrängt 
(«nkshiptah) und das Wesentliclie aller Bhatta-Schriften zusammenfassend, fiber- 
dem sehr selten (atidurmilapn^takah). Nun, mit der Gedrängtheit ist es nicht 
wdt herr Nur im Eingänge liegt der Anschein vor, als ob das Werk direkt 
ein Gommentar zu dem ersten (tarka-) pada des Jaiminisütra sei (so Hall 
p. 181% in der That aber werden in den vom Herausgeber im Eingange auf- 
geiihlteB 54 prakarana weit darüber hinausgehende Fragen erörtert, und zwar 
recht ausführlich. — 

Das System der uttara-mim&nsft (ved&nta) ist zunächst vertreten durch 
pankara's upade9asahasri*) in Nos 33 — 53 nebst dem Commentar (pada- 
joJBiiiklL) des Rämatirtha, Schülers des Kfishnatirtha, ebenfalls durch Bäla- 
^ttri n herausgegeben. Das Werk zerfallt, s. Hall p. 99, in zwei Thoile, einen 
Salogisch gehaltenen Proea-Theil (gadyaprabandha) in drei prakarana (bis 
Bo. 87), und einen metrischen (padyaprabandha) in 19 prakarana, Namens: 
I npodgliJUa, II pratishedha, III i^vara, IV ahampratyaya , V mütr&^aiika, 
VI ehittvii, VII buddhyärüdha, VIII mativilftpanam , IX sükshmatä, X dri;!, 
XI Ikshitritva, XII prakä^a, XIH acakshushtva, XIV svapnasmriti, XV nK *nyad 
iBj«d, XVI pArthivam, XVU samyanmati, XVIII tat tvam asi, XIX ätma- 
■anmhsainv&da, mit in Summa 673 w. — Sodann liegt in Nos 69 — 79 der schon 
■ehrfach pubticirte von demselbou Rfcmatirtha abgcfasste Commentar zuSadänan- 
da'« Vedäntaslira, Namens VidvanmanoranJ ini, in Text und Uebersetzung 
vor, eine gemeinschaftliche Arbeit von A. £. G. (Gough) und G. D. (Go- 
▼inda-Deva^ästrin). — Besonders stark aber ist die theistische Richtung 



1) Colebrooke und Hall kennen keinen mimkns&-Autor dieses Namens. 
Aber in If&dhava's Sainkshepa^aipkanigAya 15, 162 wird Muririmi^ra als von 
^amkara besiegt erwähnt, s. Aufrecht Catalogus 258b. Der bei Hall p. 24 
Xenannte Murari bhatta ist ein Logiker und wohl viel später (vgl. etwa den 
Mnrärigupta bei Wilson Set works I, 152 ?). Ueber einen Logiker Murärimi^ra 
hl MithiU 8. Mookerjea Magaahie I, 123 (1872). 

2) resp. sakalavedopunishatsiropade^asahasri. 



1^ Biblioyraphüche Anzeigen. 

der Ved &nta-Lehro yertretcn. £m dgl. Commentar zum Ved&ntasütr», Namens 
9aivabhÄ8hy a, liegt in Noa 72—79 (geht bis U, 4, 27) vor, edirt durch Veca- 
narAma9armaD. Derselbe ist das Werk des ^rikan^ha^iväcärya, eines 
Schülers des ^ri^vet&c&rya'), and bezieht die Angaben des Textes durchweg 
eben auf ^iva (ist resp. säkftra^ivanirüpanatAtparyaka). Der Herausgeber 
schätzt ihn etwa 5—6 Jahrhundert alt; er mag aber leicht noch älter sein« 
Eine metrisch abgefasste „^rikanthiya-samhitll or ^rikanthi'* nämlich wiid 
von Kshemar&ja, Sofattler des Abhinavagupta, in seiner ^ivasfttravimarfiirf 
mehrfach citirt, s. Hall p. 197; Abhinavagupta aber wird schon in Mädhavt^ 
sarvadar^anasamgraha (p. 94) unter den Gonunentatoren des ^vaitlschen praty- 
abhijnä- Systems genannt (s. auch noch Hall p. 199). — Und zwar findet 
sich ein dgl. Conunantar desselben, Namens ifvarapratyabhijn&sfttraTl- 
mar^ini, hier in Nos 23—32 vollständig vor*), in drei prakaraiia (mit 15 
ähnika), edirt von B&la9ästrin. Das commentirte Werk selbst wird dem 
Utpaladeva zugeschrieben, der ebenfalls ibid. vonM&dhava (p. 92) gonaMt 
wird. — Ein drittes dieser Richtung angehöriges Werk ist der uare9Tara- 
parikshäprakä9a des Bhattarämakantha, Sohnes desNäräyanakantha, 
in drei prakarana resp. k&iida, in Nos 16 — 22 durch Vecanar&ma9armaB 
edirt, und auch zur älteren Literatur gehörig, da der Verf. sowohl wie sein 
Vater von Mädhava a. a. O. p. 87. 88 unter den Erklären! des 9<^iv>^~<l*'9' 
ana aufgeführt werden. — Zur gleichen Richtung gehörig , aber nicht dem 
^va, sondern dem Vishuu huldigend, ist die tattvamuktävali des Gauda^ 
Pürnänandacakravartin in 122 w. , iu Nro. 64 ebcufalls durch Veeana- 
räma9annan edirt. Der Verf. war, s. Hall p. 160, ein Schüler des NAriya- 
nabhatta, und sein Werk wird bereits von Mädhava in dem Abschnitt über 
das Rämänujadar9auam citirt (p. 51). 

Die Sämkhya-Lehre ist in No 56 durch die von B4Ia9ästrin edirti 
und von ihm, auf Grund der bekannten landläu%eu Identifikation, in d« 
Ueberschrift geradezu dem bhagavat-Pataiijali zugeschriebene äryäpanc^ 
9iti des ^eska vertreten, in welcher das Verhältniss von prakriti und pm 
rusha erörtert wird, jedoch so, dass dabei, wie soeben, in der Weise der viafa^a- 
itischen Richtung der Vedanta-Lehre Väsudeva, resp. Upendra, Vi ahn« aft 
dem brahman identifioirt wird. Es steht diese Schrift denn auch zu einem der w 
eben erwähnten 9iYaitischen Vedänta-Texte in einer ganz besonderen Beziehmg. 
Es wird nämlich, s. Aufrecht Catalogus p. 238b, im schol. zu Abhinava> 
gupta*s Paramärthasira dem (Jesh&khya muni, resp. Anantanätha, ein metri 
sc hes Werk gleichen Inhaltes (sämkhya nayoktopade9auusärena prakriti- 
purushavivekajn&nät param brahmäväptir iti) zugeschrieben, dasselbe in- 
dess allerdings mit anderm Namen genannt , Paramärthasara selbst näm- 



1) Einleitung v. 4 lautet: namah 9vetäbhidhänäya n&nägamavidhayine j 
kaivalyakalpatarave kalyänagurave namah |{ Dieser 9ivaitische Cveta spielt be- 
kanntlich auch in den Purina (Väyup. bei Aufrecht CaUlogus 52 a) eine Rolle, 
vgl. hiezu meine Vermuthung Ind. Stud 1, 421. 2, 398; danach wäre dort 
etwa ein versprengter christlicher Missionar darunter zu verstehen. 

2) über eine andere derartige Schrift (paramärthasara) desselben Autors, 
iu 100 äryä-Versen s. Aufrecht Catalogus p. 238, so wie das unter Sämkbya 
B-mcrkte. 



BibUographüche Anzeigen. 157 

bchy oder ÄdhärakArik&s. Und Abhinavagapta seinerseits bexeichnet in 

▼. 2. 3 der Einleitung ein Werk letatern Namens direkt als Grundlage 

leiner eignen Arbeit, welche nur tatsäram darstelle, freilich eben, seiner 

Stdhmg gemäss, unter Uebertragung des darin von brahman Gesagten nicht 

nf Tishnn, sondern auf ^iva '}. Da nun den 85 Versen der fcryipanc&^iti 

■ Schlnss noch, offenbar wohl als sekundäre Zuthat, ein SSster Vers zugefügt 

itaiit folgendem Wortlaut: 

red&nta^ästram akhilam rilodya Q^s^as tu jagad-ädhärah *) | 
Ib7ftpancä9ity& babandha param&rthasäram idam || 
nd da femer auch in v. 7 der äryäp. selbst sich ausdrücklich letzterer Name 
MSr direkt gebraucht findet: 

tarn pranipatyo 'pendram vakshye param&rthasäram idam | 
m kann an der Identität derselben mit den AdhärakärikAs in der That wohl 
kam noch irgend ein Zweifel bestehen. Der Wortlaut der bei Aufrecht noch 
■tgotheilten 13 Verse Abhinavagupta's zeigt freilich wenig direkten Anklang 
n dem der äryl^>anclt9iti , indessen der Gedankeninhalt ist eben offenbar von 
dl berflbergenomiDen. — Aus Tärftnätha Tarkav4caspati*s Commentar zu 
dtr von ihm edirten Sämkhyatattvakaumudi finden sich in No. 79 zwei 
Stallan durch A. £. Gough übersetzt vor, nebst dem Text; die erste Stelle 
hftiidcU fiber the illusory evolution of the Universo as taught by certain Ve- 
dlnting, die zweite über Buddhist sensationaiism. 

Vir das Yoga -System treten die Nos. 28 — 68 ein, in welchen Goviuda- 
devafästrin') das dem Patanjali zugeschriebene yogasütra, mit Auszügen 
Bhoja*s Commentar dazu, von Buch III an „in continuation of the work 

by tbc late Dr. Ballantyne^S in Text und Uebersetzung mittheilt. 
Das nyäya- System des Gau t am a (Akshapäda) ist in Nos. 66—79 durch 
te Schlnssabschnitt eines der neueren Hauptwerke darüber vertreten, durch das 
^bdakhandam nämlich, das vierte Buch, des nyäyacintämani des Gan- 
ftfa, mit dem Commentar des Rncidatta, herausgegeben von Bäla^ästrin. 
Säum in Ko. 5 p. 64. 65 hatte Vitthala9ä8trin zur HerauAgabe des Cintä- 
■ani aufgefordert, unter Angabe der einzelnen Abschnitte des gewaltig weit- 
Khichtlgen Werkes, das vollständig kaum irgendwo zu finden sei und mit sei- 
MB massenhaften Commentaren ^} die grdsste Beachtung verdiene , wenn auch 
eine Heransgabe auch nur eines derselben im Pandit selbst, eben wegen dieses 
CmfjuigSy kaum als möglich erscheine. 

1) garbhädhiväsapürvaka -maranäntakaduhkhacakravibhräntah | 
Ädhäram bhagavantam ^ishyah papraeha paramärtham || 2 || 
Ädhärakärikäbhis tarn gurur abhibhftshati sma tatsäram | 
kathayaty Abhinavaguptali 9iva9äsanadrishtiyogena || 3 || 

2) eine Kürze fehlt. 

3) Professor of Hindu Astronomy in the Benares S. College. 

4) da deren Aufzählung dabei sehr concinn gefasst ist, so mag dieselbe 
Uer eine Stelle finden: Gautamena maharshinä pranitasya nyäya9ästra8ya 
Mparishkritavicärena vyavasthäpitftnäm siddhäntanirmalaratnänäm präptisthänap 
bhfitatayä '*karagrauthamürdhanyo nyäyacintämanir näma Gange^opädhyä- 
yena Mithiläde^älainkaranabhütena pranitah prathamam Cakravarti-Pra- 
galbha- Pakshadharami^ra- Särvabhauma -M athurinäthaprabhriti- 
bhir Vanga-Maithilapanditeir vistritam vyftkhyl^tah pa^cäd Raghunätha^iro- 
maninä naiy&yikapravarena Bhavänanda-Jagadi9a-Oadidhar&dimahä- 



16g Bibliographische Anzeigen. 

Endlich enthalten die Nos. 32- ^)9 aacli eine vollständige Ausgabe der 
yai9eshika-sutra des Kanada nebet dem upasklira genannten Commentare 
des i^anikaraini9ra ') , and zwar Beide begleitet von einer voUstiudigeD 
Uebersetznng durch A. £. Gough (vgl. Roer's Hebers, in voll. XXI. 
XXII dieser ^Zeitschrift). 

Zu diesen höchst verdienstlichen grössern Arbeiten, Text-Ausgaben wio lieber- 
Setzungen von Werken der philosophischen Literatur, gesellen sich nun aber 
noch eine ganse Reiiie kleinerer demselben Zweige der Literatur gewidmoler 
Artikel. Insbesondere enthalten die ersten zwanzig Nos. mehrere dgl. ,,fraB 
tbe pcn of the lamented Dr. BAllantync*' ^), wiederabgedruckt aus frfiherea 
Jahrgängen (1840 fr.) des eingegangenen Bona res Magazine, so Nos2— 4 seine 
Abhl. ,,on thu nymya-systcm of Philosophy and the corre^wndence of its divi- 
ftious with thosc of modern scieucc'^, Nos 5. 6 „otemity of sound^', Nos 7 — 8 
„the tlircud of Gnutama's aphorisms^% No 10 „the Pandits and thelr manner 
of tcaching'*, Nos 14. 15 „the gist of the Vcdiknta as a philosophy", Nos 16 
—19 „on the Ontology of tho Ved&nta", Nos 21 —25 „the pandits". — BUla- 
9ästrin handelt, und zwar in Sanskrit, in No 3 über die Ansichten der ver- 
bchicdenen Sekten vom r9vara, und in Nos 17. 19 über verschiedene einzelne 
Formen von Syllogismen (nyäyasvarupAnirüpaiia j , nämlich den brilhmanavaslali- 
tbanyayHy gobalivardanyHya , sthälipulakanyäya , dehnlidipanyaya , madhyamani- 
nyaya, käkakshigolakauyäya , vriddhabrähraanHvaranyäya. Ebenso Vitthala- 
fjistrin in No 8 überKaii&da und Akshap&da, und Vecanar&ma^arman 
in Nro 13 über Kapila's sütra und die sonstige Samkhya- Literatur. 

Nicht minder thätig und erfolgreich sind die Mitarbeiter des Pandit auf 
dem Gebiete der schönen Literatur, und zwar sind es zum guten Theil d!*- 
sclhen Namen, deren Träger auch hier als Herausgeber fnngiren. 



uaiyäyikavyHkhyütayä maiiididhitiu}lmikay& vyäkbyayä vi9adikrita IdAjiiqita- 
nanaiyayikapaiiditaih pu^takablmvHt kurtsnyona na pari^ilitah kvacid eva de^e ka- 
syacid ovn paiiditasya pustuknlnya upalabhynto . . . Näheres hierüber s. bei Hall 
p. 28 40 (nach ihm führt auch Gadftdhara den Beinamen Cakravartin), Aufreckt 
Oatal. p. 240. 242, mein Vcrz. der Berl. S. II. p. 197—202. — Ein ganz minanU- 
scher Bericht über Streitigkeiten unter den verschiedenen Partisauen desselben, 
auf Grund der an die Namen Pakshadhara, VAssudeva, Bagbunätba und 
don Sieg des Letztem (ungcfKhr um 1514) über den Krsteu sich knüpfenden 
Traditionen findet sich in dem interessanten Artikel „the antiquity and impor- 
tanve of Nudd ea (Navadvipai and the history of its Sanskrit university, 1. the 
school of Logic*' in Mookerjeu's Magazine Sept. 1872 p. 123 ff. Der Ar- 
tikel stammt vom Ilerausgelior ^ambhu Candra Mukhopftdhyäya selbst, unter Be- 
nutzung zweier von Pandit Mädhava Candra (^arman (Educatioual Doputy In- 
bpector) erstatteten Berichte und anderer Materialien, s. das Feuilleton der 
Spenerschen Zeitung von 2ti/4. 1873 Nro. 193. — GangC9a lebte danack 
„sevcn centuries ago" in Mithilä. 

1) beide übrigens schon früher in Calcutta publicirt, in der Bibl. Indica 
New Series 4. 5. 6. 8. 10 (1860. 1861). 

2) nach dem in Nro. 8 auf pag. 120 befindlichen Verzeicfaniss von 
„Dr. Ballantyne's publications , procurable from the English läbrarian, Queens 
College, Beiiares^* (unter Angabe der Preise) kann man sich von der fabelhaften 
Thätigkeit dieses in der That unseru Studien viel zu früh entrissenen Mannes 
einen ungefähren Begriff machen. — In Nro 18 ist eine neue Aufgabe seiner 
trefflichen Bearbeitung der Laghukaumudi, durch Griffith besorgt, 
gezeigt. 



BibUoffraphische Anxtigen. 169 

An die Spitze stellen wir die Ucbersotsang des zehnten Baches des 

Sähityadarpana (§ 631—757) in Nos. 4—23 durch P. D. M. (PramadA 

Däsa Ultra?). Und im Anachluss daran mögen denn auch gleich die poeti- 

tfben Uebersetsungen verschiedener Abschnitte des Raghuvan<;a in Nos 

10. 26 — 28. 34, und des Rämäyana in Nos 11—50, letztere doch wohl von 

Griff ith*s ^) Hand?, sowie die des Meghadüta in Nos 20 — 24 erwähnt werden. 

Wichtiger ah» diese letzteren sind für uns die Texte, unter denen die Dramen 

besonders hervortreten, unter diesen resp. wieder die des RÄ.ja9ekhara (s. 

Wibon Hindu Th. U, 360. 362;. So das auch sonst schon edirte Bälarämä- 

janam desselben, in 10 Akten, in Nos 25 — 35 cdirt von Govindadeva^^s- 

trin, und zwei bbhcr noch nicht publicirte Stücke, die Viddha9ftlabh anj- 

Ik&, in 4 Akten, in Nos 65~773 und die nur in Pr&krit abgcfassto Karpü- 

ramanjari, auch in 4 Akten, in Nos 73; 76, beide herausgegeben von \ k- 

■ anjicärya'). Ein durch Aufrechtes Catalogus p. 141 bekanntes Drama Ja- 

^adeva's'), Prasannaräghavam, in 7 Akten, liegt in Nos 18 — 25 vor, 

ifirt durch Govindade v af kstrin; und ein bisher ganz unbekanntes dgl., 

tieVrishabhänuja (= Radha") des Mathurädiisa, in 4 Akten von Krishna 

und Rlidhä handelnd, in Nos 36 — 39, edirt durch Vecanarämara^&strin. 

Der Inhaltsverwandtschaft mit dem letztgenannten Stücke wegen mögen 
sieh hier aus der kävya-Literatur zunächst anreihen das Ilarivilabakü- 
vyam des Lolimbarftja ^), in 5 sarga '^j, in Nos. 16. 17 edirt durch Ve- 
canarltma^arman, — die Gopalalilä des Uämacandrabhatta ^j, in 19 
8ai]gB. in Nos 65—71 ebenfalls durch Vecanaräma9arman edirt, - sowie die 
u^bllch von dem Affen Hanumant, dem Bundesgenossen Räma's, stammende 
kkindapra9asti, ein von den zehn avatära Vishnus in 129 w. handelndes 
Aem , nebst dem samvat 1641 von dem Jaina Gunavinayaguni, Schüler 
in Jayasomaguni verfassten ausführlichen Commentar, in Nos. 49 — 63 edirt 



1) dessen „RlLmftyan of V&lmiki, translated into English verse" vol. I. II 
von Nro 56 an mehrmals als nunmehr erschienen „advertised" wird. — Grif- 
fith (Griphitha) wird, neben Gough (Gäpha), in den Einleitungen der eingc- 
boraaen Herausgeber mehrmals als die Anregung, anujn&, zu den betreffenden 
EdkioDen gebend erwähnt. 

2) ebenso wie Govindadev. jyotih9ftstrftdhyäpaka in Benares. 

3) nach Hall Vorrede zum Da9arüpa p. 36 vor Dhauika. Am Schluss 
»änes candrftloka (!n 10 mayfikha) nennt er sich Sohn des Mahädeva und der 
Somltrii (der Vf. des Gitagovinda war Sohn des Bhojadeva und der Ram&- 
devi). 

4) Vf. des Vaidyajivana, zur Zeit König Bhoja's am Hofe dos Harihara im 
Dekhan lebend, resp. 9T1 Sftryasünu-Haribhümibhujo niyogät schreibend. 

5) Cap. I mit 31 w. Knshnabälakridävatnanam, II mit 29 vv. räsakridä* 
▼ara. , UI mit 59 w. ritnvarn. , IV mit 45 vv. bhagavadvarn. , V mit 80 w. 
Kaiisavadho näma. 

6) der Einleitung des Herausgebers zufolge samvat 1540 in KaTpkara^rü- 
ma in Tailamga geboren, als Sohn des Lakshmanabhatta und jüngerer Bruder 
des9nVallabhäcärya. Er verfasste ausserdem ein anderes Gedicht Kriahna- 
kantühalam, und zwar dem letzten Verse desselben zufolge, im Jahre samvat 
1577 in Siketa (Ayodhyi) ; da dasselbe im Vergleich zur Gopälalilä „suparish- 
krita^* sei, so sei es vermuthlich später als diese verfasst. 



170 Bibliographi9che Anzeigf^u 

▼on V&manftc&rya'). Endlich ist hier noch ciii ganz modernes Gedicht s« 
nennen, das K&^iräjakanana9atakam des Bengalen T&räcaranatarka- 
ratna '), eine erotisch- elegische Waldidylle in 105 (meist vasantatilaki-) Ver- 
sen, 9ake 1790 (? randliränkftrunar&jicandravimite khyMe fakäbde = AD 1868) 
▼erfasst zu Ehren des (^ri9variprasada-N4rayana8iäha, Bäja vonKi^i'), 
und inNos25— 29 (June— Oct. 1868) cdirt durch R&managarar&JAdhfcDin«> 
Ein hesonderer poetischer Werth kommt allen diesen Mnsenprodokten nicbt f^ 
rade zu. Dos Stoffes wegen verdienstlicher schon ist der K&dambarikatki- 
s&ra des Abhinanda^), Sohnes des ^bhatta Jayanta, in 8 sarga, in Not 10 
— 15 cdirt durch Anon. — Und nunmehr kommen wir zu den beiden Haaptw«w 
ken der kAvya-Litcratnr , die uns der Pandit bietet, zu dem B&labh&ratan 
in Nos 40— 64 und dem zweiten Theile des Kum&rasambhava iu Nos2~-9. 
Was zunächst ersteres Werk betrifft, so liegt uns diese in der vortreffliebsi 
und von guten Anmerkungen begleiteten neugriechischen Uebersetsung ^ du 
Demetrios Oalanos (Athen 1847 pp. 69. 867) schon lange bekannte Beaibd- 
tung des MahÄbh&rata durch den Jaina Amaracandra, Schüler des JinadaV 
tasüri, HAsillasüri und Jivadevasüri, in Vayata im Dekhan wohnhaft^ 
hier mm zum ersten Male im Originaltexte vor, herausgegeben von Vecanir 
räma9Astrin (samkhya^&strapradhänftdhyäpaka). Nach den einleitenilen Be- 
merkungen des Herausgebers , in denen er noch theils über die Juna im AU- 
gemeinen theils nach den Angaben des Schluss-Oapitels über JivadevasftrI 
handelt, wird der Vf. von den Jaina selbst später als Amarasiüha gesetzt; 
es gehören ihm resp. noch zwei andre Werke zu, eine kavyakalpalatA, in 8350 
w. und ein syädi9abdasamuccaya in vier ulRsa, letzterer abgefasst saipTatsar« 
1548 *). Es zerfällt das Werk im Wesentlichen in dieselben parvan, wie aeia 
Vorbild das Malmbhftrata selbst ; doch geht auch eine andere Abtheilung in 44 
sarga durch. Der Gesammtumfang wird vom Autor selbst am Schluss (44, 46) 
auf 6550 anushtubh angegeben ^). Damit stimmen aber zunächst souderbanr 



1) der einleitende Bericht desselben über die Entstehung des Werks nad 
»eines Namens lautet: ... ^ri Hanüm&n minädyavatiravishayakam padjritna- 
kam kävyam racayitvä jaladhisetuprastareshu vililekha | tato *naipe kAle 
vyatite dhanarjanärthiuo dvipäntaram gachantab svapotay&näh sainyiitrik&ft ka- 
dncit sctupatham ngatya prastaroshu padyabandham kävyain drishtva tallekhawi 
prayata habh(\vuh, param tu jaladhijalakallolair drishad&ip nä^ät tat sampAnam 
110 'palabdham | tata9 ca to khanditam eva tad vilikhya svapuram etya vidvatsar 
dasi pradar9ayan, te ca dhimantah kavayo drishtvä tat khanditam kavyam tva- 
9Aktyä pürayanti sma khandapra9astyabhidhayä tair vyavahritam ca. 

2) s. unten p. 186. 187. 

3) s. unten p, 186. 

4) wenigstens lautet so [^dhäni] die Unterschrift jedas Abschnittes; all 
Name eines Mannes klingt dies freilich etwas fremdartig! 

5) s. Bühlers interessante Abh. darüber im Indian Antiqnary II, 103 ff. 
Danach lebte Abhinanda bereits 830—850 AI). [Zusatz bei der Correctur, 
'JO. Juni]. 

6) über den ersten Theil derselben hat Hö f er in dieser Z. I, 201. 202 berichtet 

7) der Vira-Aera wohl V das gäbe nach der Rechnung der Jains of Chi- 
jerath, Stevenson Kalpasütra p. 96, welche Vira's Tod 526 a. Chr. ansetzen, 
1022 p. Chr. 

8) catnryuktacatvärin9at8argair äsaun auushtubham | shat^ahasram panca- 
9ati pan''ä9ad bidabh&rate || 



f 



BibliographUche Anaeigen. 171 

die je am Schluss der eiuseluen parvan befindlichen Angaben des Autors 
fiber deren Umfang nicht fiberein; deren Addition ergiebt 6955 anoshtnbh! 
Hoch weniger sodann stimmt jene Angabe su der wirklichen Verszahl, die sieh 
ndmelur nur auf 5421 beläaft! Diese letztere Differenz ludessen löst sich 
Udbt IVIr haben einfach hier unter annshtnbh offenbar nur die Zahl von 
Sflben zu verstehen, und die in andern Metren abgefassten Verse darauf 
radncireD ^), vgl. ttber das analoge Vorgehen ün ^rauta-Ritnal meine An- 
in den Ind. Stud. 8, 25. Der Vf. zeigt nftmlich eine ganz besondere 
Kunstfertigkeit; der ^loka ist selten verwendet; in der Kegel be- 
kmcht je ein Metrum einen ganzen sarga, jedoch so, dass fast durchweg am 
IcUsM auch noch andre Metra zur Verwendung kommen. In einigen sarga 
Ivncht kein bestimmtes Maass. — Ich halte es fQr angemessen, hier eine Ge- 
■BMilflbersiGht über den Umfang des Werkes zu geben. 

I. Ad i parvan (Galanos p. 1—230), 12 sarga mit 1908 auushtabh, 
nach 12, 99 *). 
■k 40 aargm 1, 107 (upiyAti'i Purürava(^)prabhritir&jacatushtayavarnano nAma 

41 — 2, 84 (upig&ti) Pärupramnkhäsh^da^arljavaniano nama 

42 — 3, 131 (manjubhftshiiii^)BharaUprabhfitidvftda9ari^avarnauo^)näma 

43 — 4, 236 (^oka) Pändava-Kauravasambhavo niuna 

44 — 5, 121 (vasantatilaka : Draupadisvayamvaro n. 

45 — 6, 103 (upajäti) PJliidavaräjyärdhal&bhavarn. 

— — 7, 84 (vasantatilaka) vasantavarn. 

46 — 8, 84 (van^asthA) pushpävacayAmbukelivarn. 

— — 9, 108 (rathoddhatä) candrodayavarn. 

47 — 10, 84 (svftgat&) surftpänasuratavarn. 

— — 11, 73 (m&Uni) Krishnftrjunftstralftbho n. 

48 — 12, 99 (pramitäksharä) Kh&ndavavanavarn. *) 
IL sabhäparvan (Galanos p. 281— 310), 5 sarga mit 680(683 Gal.) 

anushtubh nach 17, 106^). 

— — 13(1), 105 (upajfcti) Jarftsamdhavadho n. 

49 ^- 14 (2), 154 (^loka) sarvadigvijayo n. 



1} freilich würde es dabei manchmal wohl schwer halten die Angaben des 
Alters mit dem vorliegenden Bestände von Silben völlig in Einklang zu brin- 
|n; eine mühsame und wenig erspriesslichc Arbeit übrigens. 

2) sargli dv&da9a tair ekam sahasram nava^aty api | ashtety anushtubhim 
nmkhyli nl^eitA 'trft "diparvani || Capp. 1 — 12 enthalten aber nur 1214 vv. (Ga- 
kaos stimmt hier, wie durchweg, wo nichts Abweichendes bemerkt ist, mit den 
betreffenden Zahlen völlig überein, enthält aber resp. ebenso auch am Schluss 
ier einzelnen parvan je dieselben Angaben über die Gesammtzahl der anu- 
shtubh darin). 

S) nicht pramitiksh arft , wie Aufrecht Catal. p. 5 a angiebt; s. noch Ind. 
Smd. 1, 466. ^ 

4) von den beiden letzten Versen dieses Cap. bemerkt Galanos: ovtos 

fuiiyaßv fiovov 10 TeXoe Tff£ TlaQßas. 

5) amnshmiu paticabhih sargai][^ sabhAparva^y anushtubhAm l jAtAut a d h i- 
kA^itiwipyntAniflies: tryadhi^) 9atAni 8hat|| iSaxoatoi 8e nai cyBoriHOvra 
T^tlfi 9tixo*^ Galanos. Cap. 13—17 enthalten nur 555 vv., bei Galanos resp. 553, 



172 Bibliograph itche Anzeigen, 

No. 49 ssrga 15(3), 84 (85 Galiinos; rathoddhaU), r&JMÜjavarn»no n. 

- — — l^W» 1^ (103 Galanos, 9loka), Kaurav&marsho n. 

- 50 — 17(5), 106 (upaj&ti ct.). Pftndayapravaso n. 

III. Äranyakaparvan (Galanos p. 311—371), 4 sarga mit 477 
anashtubh nach 21, 111 ^). 

- — — 1Ö(1), 81 (npajAti etc.) , tirthopAsano nima 

- — — 19 (^ 99 (98 Galanos, rarr.), Himavadadhirohano n&ma 

- 51 — 20(3), 80 (ratboddhatä) ArjnDasamgamo n. 

. -- ^ 21(4), 111 (110 Galanos, 9loka) dharmadar^ano n. 

IV. VlrAtaparran (Galanos p. 372—437), 4 sarga mit 586 am- 
sbtubh nacb 25, 87 *). 

- 52 — 22(1), 108 (▼arr.), P&iid*vagupür n. 

- ~ — 23 (2), 63 (anpachandasaka) Kicakaradbo n. 

' 53 — 24(3), 158 (laliti), daksbinottaragograhe PAndaviO^yo »• 
* — — 25(4), 87 (upajati). Abhimanyap&nigrabano n. 

V. ndyogaparvan (Galanos p. 438—516), 5 sarga mit 627 (635 

Gal.) anusbtabb&m ^loka, nach 30, 109*). 

- f>4 — 26(1), 151 (^loka) sainyasamvuiiano n. 

- — — 27(2), 86 (rathoddhat&), darbodbaDiiryodhano n. 
55 — 28(3), 88 (vaA^asthA), pray&navarnano n. 

- — — 29(4), 52 (dmtayilambito) , niT&sanive90 n. 

- 56 — 30 (b\ 109 (upaj&ti) , samarasam&rambho n. 

VI. Bhisbmapairan (Galanos p. 517—572), 2 sarga mit 426 
anusbtnbh, nacb 32, 280 «). 

- — — 31^(1)» 103 (102 Galanos, svftgatA) pratbamadinasamgr&mararna- 

no n. (s&mgrama® Text) 

- 57 — 32(2), 280 (281 Galanos, ^loka), da^divasasamgrämaTarnanaat 

tadann Bhishmavadho n. 

VII. Dronaparvan (Galanos p. 573—665), 4 sarga mit 680 (677 
Gal.) annshtnbb, nach 36, 196*). 

- — — 33(1), 84 (upig&ti), diuadTayasamgrimavarnano n. 

- 58 - 34(2), 97 (svagata), tridyadivase 'bhimauyuvadho n. 

. _ _ 35(3), 218 (vloka und varr.), caturthadine Jayadrath»vadh» m, 

- 59 — 36(4), 196 (^loka), pancamadine Dronavadbo n. 



1) catuh^atisaptasaptivi^ishtik "sid annshtubh&m || Capp. 18' — %i 
enthalten nur 471 rv., bei Galanos 469. 

2; anushtnbbkm panca^ati shada^iti^ ca ni^citiH Capp. 22 — 25 ent- 
halten nur 416 VT. 

3) sargaih pancabhir udyogaparvany asmlnn anushtnbb&m| ^lokäh saptit- 
dhikit vin^at (tri**?) tathft caiva ^atani shat || ^^axoamt Si xni r^idxotrta n%trwa 
axixoi xatä ro ftix^ov rrjs 'ArovojovTut^j Capp. 26 — 30 enthalten nnr 486 tt. 

4) sargäbhyfcm abhavad dv&bhy&m amushmin bhishmaparrani | aniishfabb&in 
catuh^ati s h a d v i n ^tisamanvita || Capp. 31. 32 haben 3b3 tv. 

5/ sargai9 caturbhir apy atri 'nushtubhäm Dronaparvan! | a 9 i t i aanmikrish- 
tknl nirdishtini ^atini shat || i^axoato* 3a xnl eßBofi^KOvxa inra mtixoi^ Gm- 
Ihdo«. C^pp. 3i}— 36 haben 595 tt. 



BibUograpJtische Anzeigen, 273 

VIII. KarnapÄTvan ( Galanos p. 666 — 687), 1 sarga mit 173 
anasbtubh , nach 37, 125 *). 

No 59 sarga 37 «)(1), 125 (upiy&ti), Kaniavadho n&ma. 

IX. ^alyaparvan (Galanos p. 688-712), Buch IX u. X ein sar- 
ga mit 300 anu8h|ubh, nach 38 b, 111»). 

• 60 — 38 a, 185 (184 Gal. 9loka), sagadAyaddham valyaparva 

X. Saaptikaparvan (Galanoa p. 713 — 727). 

" ~ 38 b, 111 (109 Gal., ^loka), saishikasauptikaparvakirtano n. 

XI. strfparvan (Galanos p. 728—753), 1 sarga mit 208 anasbtubh 
nach 39, 161*). 

- 61 — 39, 161 (aupac)iandasaka) striparvakirtano n. 

XII. 9Antiparva (GaUnos p. 754-781), ein sarga mit 186 anu- 
shUbh, nach 40 b, 49 <^). 

- - — 40 a, 134 (183 Gal. «), yloka) rfljadharmaii 

• 62 — 40 b, 49 (9loka) 9äntiparvaprakirUno n&ma. 

Xiri. anu^Äsanaparva (Galanos p. 782—791), 1 sarga mit 76 
(86 Gal.) anushtubh nach 41, 54 ^). 
~ — 41, 54 (upi^&ti) bhishmasvargamano n&ma. 

XIV. a^vamedhikam parva (Galanos p. 792-802), Buch XIV 
-XVIU bilden einen sarga mit 281 anushtubh nach 42e, 27 *). 

- — — 42 a, 93 (92 Gal., 9loka) 

XV. &9ramavasikam parva (GaLinos p. 803—811). 

- - — 42 b, 61 (9loka;> 

XVI. maa9alaparva (Galanos p. 812—819) 

• — — 42 c, 58 (9loka) 

XVII. prftsthftnikam parva (Galanos p. 820—824) 

• 63 — 42d, 32 (9loka) 

XVm. svargftdhirohanam parva (Galanos 825 — 829) 
- — — 42e, 27 (varr.) 



1) anenaikena sargena karnaparvany anushtabhAm ; 9atam ckam iho '^an- 
■am Iribhir juktk ca saptati^i | 

2) 86 bezeichnet (als 37ster sarga) ; bisher wurden die sarga nur innerhalb 
der parvan gezählt. 

3) anayor ekasargena 9alya8auptikaparvanoh | ekena kalitAny äsan 9at&ni 
tripy annahtubhäm II es sind nur 296 vv., darunter aber 6 vierzeilige. Gala- 
nos hat in fortlaufender Zählung 293 w. 

4) 9atadvayam iha spashtam ashtottaram anushtubhftm | es sind nur IGl 
Verse. 

5) etasminn ekasargena 9ftntiparvaiiy anusbtubhäm | 9atam ekam yutä shad- 
-bkir a9itar abhavat tathä j| es sind 183 9loka , darunter indess zwei vierzeilige 

Versa in andrem Bllaass. 

6) nämlich bei GaL findet keine Trennung des Cap. in zwei Theile statt, 
sondern die Zählung geht ununterbrochen fort. 

7) anash(nbhftip vinirdish^ä saptatih shadbhir nttarä j oyBorjxoytn xai /|, 
Gal. Es sind 54 w. 

8) asy&m ekena sargena pancaparvyäm anushtubhäm | prapancitaui 9ata- 
dvaodvam ekä9itisamanvitam || Es sind 271 (270 Gal.) floka, darunter 20 vier- 
seiHge Verse in andrem ICaass. 



174 bibliographisch« Anaeigen. 

XIX. (bei Oalanos p. 830—864), 1 sarga mit 258 Miüshtubh, nach 
V. I(i5»). 
No. 63 sarga 43, 165 (164 Oal., npajÄti), ftdiparrasambandhi ^ri Ästlkap»- 

bh&vo nftma 
- 64 — 44, 46*) (▼»".), pra9a8ti8arga. 

In dem 8chlass-Cap., welches in seinem letzten Theile durch einige Lücken 
entstellt ist, bei Oalanos resp. gänzlich fehlt, giebt der Aator allerlei Knode 
über sich selbst, sefaie I^hrer Jinadattasüri etc. wie über die Entstehnags- 
geschieht« seiner Arbeit, aas denen der Heraasgeber die Date für seine lOi- 
leitang geschöpft hat lu einem Nachwort berichtet dieser noch , dass er für 
sarga I— XI auf ein einziges Mspt, welches Ooyemor 9rf Meklant (Mac Leod?) 
in der Königl. pAtha^&lä hi Benares deponirt habe, beschränkt gewesen sei, 
von da ab aber noch ein zweites Mspt. habe benatzen können, das sich im 
Besitz des 9reshthivara Harifcandra in Väränasi befinde. 

Der von Vitlhala^ästrin edirte zweite Theil des Kam äras am bhara 
umfasst folgende zehn sarga (8 — 17): 

VIII (91) ^Tayol;i sambhogavarnano näma 

IX (51) Kaüäsagamano n. 

X (60) Kumäro^>atthr n. 

XI (49) Komärakaamäravarnano n. 

XII (58) Kamärasainäpatyayarnanam n. 
Xm (50) Komärasainäpatyäbhisheko n. 

XIV (50) sen&pray&nain n. 

XV (56) soräsurasaiuyasamghatto n. 

XVI (50) dvandvapradhanam n. 
XVU (56) Tärakäsnrabadho n. 

Und an dieses Werk knüpft sich denn eine ganze Reihe kritischer Dis- 
kussionen in den Nos. 2. 5. 9. 10. 25. 27. 28, auf die wir hier im Interesse 
der Sache etwas näher eingehen wollen ^). 

Zunächst tritt in No. 2 der Herausgeber selbst für die Aechtheit dieser 
zehn sarga ein. Er beginnt mit dem Diktom, dass KilidAsa^s Werke nach 
seinen drei Lebensaltem zu vertheilen, einem jeden derselben resp. ein khaada- 
kävyam (kleines Gedicht), ein mahäkävyam nnd ein nä^kam zuzuweisen sei, 
seiner Jugendzeit nämlich (anatiprandhe vayasi) der Shadritusamhära, Knmä- 
rasambhava und das MälaTikägnimitram , seinem reiferen Alter (praudhe bod- 
dhipratibhädyati^ayavati) der Meghadfita , Kaghuv'an9a nnd ^akontaU , seinen 
höheren Alter endlich (parinämonmukhavayfth) das Räkshasakävyam, der Na- 
lodaya und die Vikramorva9i , — eine röUig willkürliche, durch nichts irgend 
motiyirte Vertheilong, in welcher überdem sonderbarlichcr Weise ein höchslr 
erbärmliches Ding, das R äkshasak&vyam , welches mit Kälidäsa gar nichts zu 



1) sarge *mashminn annshtubhäm 9atadyayam samuddishtam ashtapaücä- 
9adanTitam | es shid 211 Verse. 

2) 89 (navä^itir) anushtubh nach ▼. 45. 

3) Tgl. das über die beiden ersten derselben and die Frage selbst bereits 
im Lit. C. Bl. 1867 p. 442 (Ind. Streifen 2, 370-^} tou mir Bemerkte. 



BibliogroiphiMche Anzeigen. 175 

than hat , demselben sugetheilt wird , wälirend doch das unter diesem Namen 
bekannte khandak&vyam vielmehr das Werk eines ganz modernen Stümpers 
(Namens Rarideva) ist. Wenn nun von dem Kam&rasambhava , fährt er fort, 
in der Regel nnr 7 sarga erklärt und studirt würden , so liege dies einfach an 
tan Inhalt des achten sarga, der von dem Liebesgenusd des neuvermählten Oöt- 
kvpaares handele, und daher verpönt sei. Dagegen trete für dessen Aechtheit 
4tr Umstand ein, dass v. 6 daraus im schol. zum Sarasvattkauthäbharana 

/ • • • 

oter K&lidftsa^s Namen cltirt i^erde; dass aber auch der Rest von Kälidäsa 
Itunine, dafür spreche, dass derselbe doch wohl schwerlich ein in seinem 
^mgendalter*'^) abgefasstes Werk Namens „Entstehung des Kumära" 
mit der Hochzeit von dessen Eltern geschlossen haben würde, ohne eben auch 
4ie Geburt dieses K. zu schildern; wenn er nun aber in Cap. 10 diese dar- 
gestellt hat , so werde er dann doch wohl auch in den übrigen 7 sarga den 
schon in Cap. 7 angedeuteten Sieg über T&rakAsura, um deswillen die Geburt 
)/L eben nur stattfand, geschildert haben. Es fänden sich im Uebrigen nicht 
mx einige Verse aus Cap. VII bei gleicher Veranlassung im Raghuv. Cap. 7 
wieder ') , sondern ebenso auch ebenda einige anushtubh- Verse aus Kum. 
Cap. 16, mit der Differenz freilich, dass sie in das dem übrigen dortigen Text- 
bestande des Raghuv. entsprechende Metrum (^up^äti) umgesetzt seien^). End- 
lich kehrten auch einige Verse aus Kum. Capp. 2. 3. 6. 10, nur mit einigen 
THfIbrenzen im Ausdruck, in Raghuv. 10. 16. 15 wieder, und es ergebe sich 
bierans zur Genüge, dass die 17 sarga des Kum. von demselben Dichter 
wie der Baghuvan^a verfasst sein müssten. 

Hiegegen tritt nun in No. 5 ein Anonymus^) auf, zwar in sehr kuriosem 
Bottkrit und überhaupt in etwas verworrener, mit Wiederholungen überladener 
Weise, aber unstreitig theilweise mit krtischem Acnmen. Der Kumärasam- 
bhava habe es seinem Namen nach nnr mit der Entstehung des Kumära 
so than , schliesse somit mit Recht bei Cap. 7 ab ; dessen Geburt und sein 
Kampf mit dem Asura in Cap. 8 — 17. gehörten gar nicht mehr dazu; dieselben 
leien vielmehr das Werk irgend eines D&kshiu&tya; in den rhetorischen 
Ldlirb fiebern gäbe es nirgendwo ein Citat daraas; dieselben zeigten zudem nicht 
einen Schatten der Feinheit K&lidftsa's, vielmehr vielfach Anklänge an Mä- 
dhftTicilrya, den Vf. des (^ftipkarajdigv^jaya , der sich selbst den Namen „der 
neue KiUdäsa " gegeben habe (digvgayakärakamidhaväcäryety (sie) abhinava- 
UUidAseti svasaipjnäm abhikathayata eva bahudhft ch&yä *sti); auch gramma- 
tisch seien Cap. 1 — 7 viel reiner gehalten (tädri^avyäkaranavyutpanna) ; wenn 
das Gedicht bb zum Tode des Tftraka gegangen wäre, hätte es Tärakavijaya 
oder, wie der ^i^upiUavadha, Tärakavadha heissen müssen. Da nun Mallinätha, 



1) dies ist ein circulus vitiosus. 

2) die Beden der Städterinnen über das Brautpaar Kumäras. 7, 57 — 62. 
64. 66. 69. und Raghuv. 7, 6—11. 12. 14. 16. 

3) die Differenzen sind hier überhaupt denn doch etwas grösser, als im 
vorigen Falle, doch ist im Ganzen die Gleichheit der Schilderung unverkenn- 
bar, und zwar ist dieselbe im Kum. 16, 2 — 49 ausführlicher und dem An- 
sebrin nach eine Nachahmung von Ragh. 7, 34 — 56. 

4) mit den Anfangsbuchstaben (^^ markirt; ob Qivaprasäda? 



I 

176 Bibliographische Anzeigen. 

der getreue Scholiast Kälidäsa's , vom Kum&ras. nur Cap. 1—7 erkläre , so sei 
somit die Abfassung von Cap. 8 ff. erst später als dessen Zeit zu setzen. 
Das schol. zum Sarasvatikauthäbliarana sei neu, der eine Vers darin könne 

• • • 1 

etwa auch aus einem andern Werke genommen sein (. .ekam yat padyam tat 
tv anyagranthiyatvenft 'pi tftdri9apadyasya tatro Mftharanam syftt). Nach dem 
Jyotirvid&bharana habe der an Vikram&ditya*s Hofe unter den neun ratna 
lebende Kftlidftsa überhaupt nur drei k&vya verfasst, und zwar, demselben 
Werke zufolge^), im 24sten Jahre von dessen Aera ( vikrama9akayar8he cai 
*t&vati gate 24 sati). Es habe überhaupt dreimal dgl. nean ratna gegeben, bil 
y ikramftditya , bei Bhojarftja, und bei — Akbar, Akabarasya(!), und 
dem entsprechend, wie mehrere VarfLha(mihira) ^\ so auch drei K&lidTisa. Die 
Dramen (dri9yam) rührten resp. nicht von demselben K. her, wie Raghuvaiifa 
und die andern dgl. Gedichte (fravya); sie gehörten nebst Ritusatnhära und 
Nalodaya dem K&lidftsa des Bhoja an, die y,drei kävya** dagegen (also Kam. 
Raghuv, Heghad.) und das Jyotirvidäbharanam dem Kftlidäsa des Vikramäditya ^), 
wie dies ja im Jyotirvidftbh. ausdrücklich gesagt sei (s. daselbst 22, 20 kävya- 
trayam raghuvan^apfirvam) ; vom KlLlid4sa des A k b a r endlich stamme : ary&- 
dandakacaudavrishtiprayäteti kllvyaprakft9avi9esharacanftvi9csha9 ca ^). 

In Kos. 9. 10 antwortet Vitthala9ästrin hierauf, unter Bezeichnung 
seines Gegners als eines die von ihm (V.) angeführten Gründe zu würdigen nn- 
fiUiigen Gau da, Folgendes: 1) durch Cap. 2, 1. 31. 33.52—58. 62. 63. sei das 
sainApatyam des KnmAra gegen Tftraka deutlich als Ziel der Dichtung hingestellt, 
die Capp. 8 — 17 daher nothwcndig dazu gehörig; — 2) wie aus Capp. 8 — 17, so 
finde sich auch aus Cap. 2 kein Citat in irgend einem S&hftyagrantha, und doch 
werde man dasselbe deshalb dem Kftlidäsa niclit abstreiten wollen. Uebrigens 
habe Mammata (K&vyaprakft^a Cap. 7) mit seinem Verbot der Schilderung des 
liiebesgennsses von Götterpaaren (er bezeichnet dies als eine liöchst unpassende 
Profanation, wie wenn man von den eigenen Eltern dgl. schildern wollte) offen- 
bar gerade Capp. 8. 9 des Kum. Im Auge; — 3) Capp. 8 — 17 zeigten in jeder 
Beziehung dieselbe Feinheit des AusdruciLS (^abdälarnkdra, wie arthälainkara), 
wie sie in Capp. 1 — 7 vorliege, und dem Kftlidäsa speciell zu eigen sei; es 
lasse sich im Uebrigen dgl. mir durch genaues Studium und Special-Angaben, 



1) nach 22, 22 n&mUch „im Jahre Kali 3(>68" ; die samvat Aera beginnt 
resp. Kali 3044 (56/57 a.Ch.; das Kaliyuga beginnt 3101 a. Ch.). 

2) evaio vilr&hädibhedo *pi vartate, sarahitfty&m hy ayaiiäu9&mkabhe- 
d&d (!) iti. Diese Worte sind mir nicht klar ; sollten sie etwa auf die (Brihat-) 
samhitä, die yfttrft und das gaintam gehn? In JyotirvidAbh. 22, 10 steht 
übrigens Var&ha nicht an der Spitze der neun ratna, sondern erst an achter 
Stelle; die Astronomen werden allerdings in v. 19 Varflhapürv&h genannt, in 
V. 9 aber steht V. erst an zweiter Stelle. 

3) auf die Abfassung des raghuvaÜ9a durch Kälidftsa legt die indische 
Tradition auch noch sonst besonderes Gewicht; im TrikAiida ^*esha II, 7, 26 
erscheint raghukärali unter den Beinamen desselben; daneben noch Mcdhil- 
rudra^ und Kotgit. 

4) so an der ersten Stelle ; &rylicandavrishtiprayätadandakastavak&vyapra- 
kl9avi90shabhaTTigiracan&di ca an der zweiten Stelle. Was eigentlich hiermit für 
Schriften gemeint sein mögen, ist mir einstweilen noch unklar; s. übrigens 
diese Z. 22, 714 (1868). lieber candavrish(iprayAta ab Name einer Species 
des daudaka-Metrums s. Ind. Süd. 8, 40&— 12. 



Bibliographische Anzeigen, 177 

meht durch blosses Hioeingucken in ein Bach erh&rten; rasch über dgl. ab- 
sprechen und ein ganzes Werk oder Stellen darin einem Antor absprechen, sei 
höchst wohlfeil; — 4) der Name T&rakayadha sei um der Capp. 8—17 willen 
nicht nothwendig; wohl aber würde für Capp. 1 — 7, da am Ende von Cap. 7 
Knmira noch gar nicht geboren sei, der Name KumArasambhava höchst 
unpassend sein ; nicht jeder Vorgang, der in einem Dichtwerk geschildert werde, 
sei geeignet, demselben den Namen zu geben, vielmehr nur der, welcher sich 
als der Hauptgegenstand desselben ergäbe; das sei aber hier die Geburt des 
Samizm, deren DarsteUung hier, mit ihren Vorstufen, die ersten 11 sarga um- 
fioee, somit den grossten Theil des Werkes einnehme ; — ö) dass Capp. 8 — 17 zu 
HallinAtha^S Zeit noch nicht ezistirt haben sollten, weil er sie nicht erklärt habe, 
sd lächerlich. Hallinitha sei jünger als Mammata ^), der doch nach dem ad 2) 
Bemerkten Capp. 8. 9 gekannt habe. Eben wegen des von diesem über diese 
C^^. ausgesprochenen Tadels habe Mallinätha dieselben nicht kommentirt. 
Bttm ^fupftlabadha habe Übrigens Ifallinfttha die letzten beiden 9loka sowie 
die tlSad ^loka, welche das G^chlecht des Dichters schildern , auch nicht kom- 
Bentiit; sei das etwa auch ein Beweis dafür, dass er sie noch nicht gekannt 
habe? — 6) wenn sich in Capp. 8 — 17 nach Ansicht des Gauda einige gramma- 
tia^ auinUlige Wörter finden , so liege das nur daran, dass er selber wohl da- 
mil nieht recht Bescheid wisse. Das Wort vrindära für Gott sei ganz korrekt, 
dareh das Wörterbuch ') so wie durch die Analogie des im Sähitya^&stra üb- 
Hebeii Wortes ^ringllra gesichert. Uebrigens hätten Bh&ravi, Bhatti, Mägha 
alleriuuid apa^abda gebraucht, das sei licentia poetica, und wohl auch mit auf 
Berhnmig davon zu setzen, dass K&Udäsa den Kum&rasambh. verfasst habe, als er 
noch Jvng und noch nicht voll entwickelt war. Letzterer Umstand aber er- 
helle cur Genüge, wenn man die im Kum. und Raghuvanfa sich findenden 
Fluvliftlstellen vergleiche, aus denen eben theils die gemeinschaftliche 
Hailninft von demselben Dichter, theils die spätere Abfassung^ des Bagh. klar 
hsnrorgehe. Also der Lobpreis des Brahman in Kum&ras. 2, 4 — 8. 17. 18. 
und der des Vbhnu in Bagh. 10, 16. 20. 33. 36, der Kampf der deva und 
isgra ia Kum. 16, 2. 45. 46. 47 und der des Aja mit seinen Gkgnem in Ragh. 
7, d7. 47. Ö3. 51; — und so gebe es noch viele andere Stellen, welche für die 
finlieit des Vfs. der 17 Capp. des Kum. und der 19 Capp. des Ragh. einträten. 
Wenn llbrigens bei den in Dh&rä wohnhaften Abkömmlingen (van9ya) das 
KllidMa noch jetzt der Baghnvau9a (nicht 19, sondern) 26 sarga 
habe, so beruhe dies nicht auf Verschiedenheit des Vfs., sondern auf Ver- 
•chjedenheit seines Aufenthaltes ^). 

1) TgL Aufrecht Catalogus p. 113 b. 

2) ko9e cä*pi tathaiva pathitah. Nach dem ^abdakalpadr. findet es sich 
hl der QiibdamAlä, aber nicht in der Bedeutung von deva, nur in der von 
aaaojna; wohl aber ist v^dUraka in dieser Bedeutung mehrfach belegt. 

5) der bftlabhäva des Vfs. zur Zeit der Abfassung des Kum., und der 
atiprau^habh&va zur Zeit der Abfassung des Baghuvan9a. Worin dies 
Kegen toll, darüber spricht sich Vi|th. freilich gar nicht ausi es ist eben nur 
eioe AaMrtkm. Der Vergleich zwischen Bagh. 7, 34 ff. und Kum. 16, 2 ff. 
^ricfat Jedenfiüls vielmehr zu Gunsten der Priorität des Ragh. vor diesem 
TheQe dee Kum., s. oben p. I7ö note 3. 

4) na kart|ibheda]^ , kimtu kartur avasthftbbeda eva; wie sich V. dies 
gedaeht haben mag, darüber spricht er sich ebenfalls nicht aus. 

Bd. xxvn. 12 



J78 Bibliographische Anzeige». 

Der nächste hergehörige Artikel, in Nos. 25. 27. 28. Juui, Aug., Sept. 
1868, ist von Rftma-Nfträyana^ftstrin. Und hier wird ans ein unverhoftes 
Licht. Es war nämlich mittlerweile die dritte Auflage von TftriLnAtha Tar- 
kav&caspati's Aasgabe des Kam. nebst Mallinitba^s Commentar erschieneo^)« 
in deren Vorrede *) die Angabe enthalten ist, dass Kftlidisa denselben, und swar 
eben in 17 sarga, auf Grund der in adhyftya 12— -18 des uttarakhanda 
des (^ivapuräna vorliegenden Geschichte von der Todtung des asura Tiraka 
verfasst habe ( 9aivftbhidhamahäparänottarakhandi7ad vftda9&vadh jashtlkda^- 
dhyftyaparyantapratipftdyatärakAsuravadhakathftm Ai9ritya pranitam). Dad 



1) Calc. 1868; die erste Ausgabe 1851, die aweite 186B. — Die dritte Auf- 
läge enth&lt eben auch den Text von Capp. 8 — 17 (pp. 4. 53). 

2) diese Vorrede handelt im Debrigen in etwas wundersamer Weise von 
KälidAsa. Auf Grund von Jyotirvidäbharaiia 22, 7. 10. 19. 20. 22 wird n&n- 
lieh erhärtet, dass K&lidftsa, als eine der neun Perlen am Hofe des vor 1925 
Jahren in Ujjayini residirenden M&lava-Fttrsten Vikramftditya , snnftdist „drei 
kävya*' d. i. Raghuvan9a, Kam., Meghadüta, sodann ein von vodischea 
Ceremonien handelndes, aus Utkala (Orissa) verdrängtes (? oder umj^ekehrt: 
dort verbreitetes) Werk Namens smriticandrikä (! smriticandrik&bhidha 
Utkalade^apracallto vedoktakarmapratipftdakaprabandhah; im Jyot. heisst es 
nur: kiyachrutikarmavjlda^), endlich das Jyotirv. selbst, die darin nicht 
genannten drei Dramen dagegen eben d&rum erst später verfasst habe. 
Das Gleiche gelte von den im Jyot. ebenfalls nicht erwühnten beiden Gedichten 
Ritusamhära und Nalodaya, in Bezug auf welche es indess zweifelhaft sei, ob sie 
von demselben Vf. herrährten, yadi tatkritatvam , während bei den Dramen dies 
feststeht, tatkritatvam savyaktam eva. (Ueber ein modernes Werk Namens: 
smriticandrikä s. Aufrecht Catalogus p. 275a. 279b. 295a.). — In der 
Vorrede zum zweiten Theil erwähnt Tär. zuuächst, dass das eine der betdea 
Mss., ans denen derselbe im Pandit publicirt sei, vor 40 Jahren durch Blarsbal 
(MArseias&hebena) aus dem D e k h a n (djikshinfttyade^&d) mitgebracht sei , und 
führt sodann unter Anschluss au Vitthala^ästrin's Behauptung der Aechtbeit 
von Capp. 8 — 17, resp. ihrer Zugehörigkeit zum Vf. des Raghuvan^a, nodk 
einiges Weitere dafür an. Schlösse das Werk mit Cap. 7, müsste der Xitel 
etwa ^ivaviväha sein; der Schluss von 7, «H kautukägäram ägat weise an* 
bedingt auf etwas noch Folgendes hin, so könne das Werk nicht schliessen. 
Ebenso weise Cap. 2 auf den Tod des T4raka in Cap. 17 hin. Der Kmn. 
werde im Uebrigen stets als mahft,kftvya bezeichnet, ein solches aber kabe 
mindestens 12 (bis 18) sarga. Es seien ferner die, welche Capp. 8 — 17 als Werk 
des Bbojadeviya Kft.lidlLsa (oder irgend eines andern Dichters) betrachten woU- ' 
ten, einfach damit abzuweisen, dass man ja doch nur dichte, um sich selbst 
Ruhm zu erwerben; wie werde wohl ein Dichter sein Werk als das eines An- 
dern ausgeben ! Lasse ein Dichter ein Werk unvollendet zurück , so pfl^;e es 
ein Anverwandter unter seinem eignen Namen weiterzuführen , wie dies das 
Beispiel der durch Bftna's Sohn vollendeten K^ambari lehre. Wenn ferner weder 
Mallinfttha noch ein Andrer dieselben kommentirt habe, — nun es gäbe noch vide 
andere Werke, bei denen dies zutreffe; den richtigen Grund hiefür habe übri- 
gens Vitthala<>ftstrin bereits angegeben (die ünpasslichkeit des Inhalts tob 
Cap. 8). Endlich sei auch der Name Kumärasambhava, welcher [dies iai 
sehr sonderbarlich] als kumftrasya mahAmahimä zu fassen sei, deutlich auf 
die Besiegung des Täraka in Cap. 17 hinweisend, daher auch die Fordorung 
hinfällig, dass der Name des Gedichtes im Fall der Aechtheit des sweaüen 
Tbeiles Tärakavadha heissen sollte; das Wort sambhava vereinige eben beide 
Bedeutungen: utpatti und mahimllti^aya ; beim ^W^P^'^^'^db'^ spiele die otpatti 
keine RolIe| daher dort eben jener Name ausreiche, während hier dagegen rä 
fthnlicher nicht an der Stelle wäre« 



Bibliographische Anzeigen. ]^79 

zwar habe sich der Dichter dabei in einigen Punkten von der Darstellung des 
Parftna entfernt; während nftmlich dort Mah&deva auf Grund der Büssungen 
der Pftrrali sich ihr sofort geneigt zeige und den svayamvara yerstatte, werde 
hier erst die Schaar der sieben rishi als Brautwerber zum Himavant entsendet, 
um die Pkrr. ron ihm zu erbitten (Kum. VI, 1 ff.: tatra P&rvatitapasy&nanta- 
ram Pirvathn prati prasannena MahAderena syajamTararidh&nakartaTyat&yll 
npade^ , iha tu saptarshimandalasya tatpr&rthanftrtham Himavantam prati pre- 
afaanam ity eva kayikalpitam, na tu tat purlLnakathimfilam ity era vi9e8faa^). 

Hiegegen tritt nun RAma^Nftrftyana9ä8tHn znnichst in Nro 25 ziemlich 
seharf auf, bezeichnet resp. diese Angaben als h5chst verkehrt (atyantam asam- 
gatam). Nicht das ^t&rtt, PniUna, sondern vielmehr der ^ivarahasya- 
Abschnitt in der ^amkarasamhit& des Skanda Purina^) bilde die Quelle 
des KnmArasambhava. Daselbst werde die Entsendung der 7 rishi ganz ebenso 
ersihlt wie hier*), und zum weiteren Erweise möchten die folgenden nahezu iden- 
Btellen dienen : Kum. I, S5. 26 und zwei Verse in ^ivarahasya adhy. II, 

t. n, 16. 19. 31. 33 und vier Verse in adhy. IV. V, Kum. lU, 42 und 
swd Verse in adhy. X , Kum. IV, 3 — 10. 18 nnd neun Verse in adhy. XII, 
Knm. V, 57. 68. 70 und ffinf Verse in adhy. XIII. XIV, Kum. VI, 32. 34. 65 
mid 3 Verse in adhy. XV, Knm. VII, 49. 60. 59. 58. 62. 64. >) 65 und acht 
Verse in adhy. 22. Der Parallelismus dieser Verse nun (nnd ihnen schliessen 
tSeh gewiss auch noch andere an, vgl. das von R. N. für den ganzen Inhalt von 
Kmo. VI speciell Bemerkte) ist in der That ein s 6 enger, zumal wenn man die 
Yeraefaiedenheit des Metrums (9loka im (Jivarahasya) in Rechnung bringt, dass 
•B der speciellen Beziehung des einen Werkes zu dem andern kaum irgend ge- 
iweSfeK werden kann. R. N.*s Annahme, dass hierbei das Puräna die Q u e 1 1 e , 
der Knm. der entlehnende Theil sei, mag von vornherein fdr Capp. VHI— XVII 
imhJ auch ganz passlich erscheinen. Oerade aus diesen Capp. aber bringt er 
keine dgl. Analogieen bei, vielmehr nur aus Capp. I — VII, bei denen jeden- 
falls die umgekehrte Annahme, uns wenigstens, weit näher liegt. 

In Nro. 27 wiederholt R. N. zunächst seine in Nro. 25 dargestellte Ansicht ; 
statt aber nim anf eine weitere AnfQhrung von etwaigen Parallelstellen zwischen 

Glvarahasya und Kum. 8 — 17 einzugehen , wendet er sich vielmehr dazu, 



1) in dem mit 50 khanda ,4;eschmückten" Skändam Pur&nam befindet 
sidi (tadantargatü) eine 9&mkari samhitä mit 30,000 (9loka, tr]n9atsaha8ra- 
gnwthastirena [vistarena?] suvist^tä); ein Abschnitt darin heisse 9ivarahas- 
ya, nnd zerfkUe in 7 kända (sambhaväsoraviramähendraynddhadevada- 
ir fh ^ pfi^A^akAn a^hhedAt) , welche die Tapferheit des Kftrttikeya schildern; die 
Kämpfe mit den drei Brüdern ^ürapadma, Simhavaktra, T&raka bilden den 
Inii^it der äsnrakändiyä kathä; der Kum. resp. beruhe auf dem sambhava- 
klf^a: KMid^ftM tu Knmftrasambhavam kävyam sambhavak&ndiyakath&mä- 
^rtb^ye^a racay&mäsa, na tu Qaiväbhidhamahäpnr&nasya kath&m ft9ritya. 

2) vakshyamäne poräne P&rvatiparinayechayä saptarshimandalasya smara- 
9aap, tena ea samägateshu teshu tatparinayirthaip fiimälaye tanmandalapresha- 
nam ity ädikathä yathä varUte tathai 'vä *smimi api kävye *8ti , anene 'dam 
tfa purinain taÜEävyaraHlam iti ni^eiyate | 

8) fiese letzten f&nf Verse gehören zu denep y welche im Raghuv. Cap. 7 
identiseh sich vorfinden. 

12* 



]^gO Bibliographische Anzeigen. 

für sechsaehn Verse des achten Cap.'s (VUI, 1. 5. 6. 8. 13—16. 18 20. 25. 
32—34. 41) den yon ihm aufgefundenen CommenUr desMallintitha^) darüber 
mit dem neuen Comm. des Premacandra, Herausgebers des Kävylldar^a, zu 
vergleichen, wobei er ziemlich unbarmherzig über Letztern herföhrt*). 

In Nro. 28 endlich kommt R. N. zunächst auf Tärän&tha's Ansicht zurück, 
stellt resp. aus der im uttarakhanda des Ci^^P^^*^ vorliegenden, der Dar- 
stellung des Kum. von der Geburt der PÄrvati") an bis zum Tode des Kkma 
entsprechenden, Relation acht Verse aus adhy. 13. 14 mit ihren Parallelstellen 
in Kum. I, 23. 24. 26. 30. 51. 60. IL 3. 6, deren grosse Congraenz*) an- 
zuerkennen er nicht umhin kann, zusammen, meint aber dennoch, dass nicht 
das ^i^^P t sondern das SkandapurUna (Qivarahasya) Quelle für den Kum. sei. 
Er stützt sich daffir zunächst auf die zwischen Kum. 3, 51 und einem Verse 
des 11. adliy. des ^ivarahasya bestehende Analogie^), sodann darauf, dass im 
9iva Pur. nichts dem Klagelied der Rati in Kum. IV ähnliches sich finde, 
dieselbe vielmehr daselbst, gleich nach dem Verschwinden des (^ly»- durch eine 
himmlische Stimme getröstet, nur wenig Schmerz leide und auch von dem durch 
ihre phjk gnädig gestimmten Mahädeva bald Erfüllung ihres Wunsches erlange. 
„Wenn dies nicht so wäre", fahrt R. N. kurioser Weise fort, „müsste man ja 
auch das KäH-Purftna als Quelle des Kum. ansehen*'. Denn auch da erhalte 
MahAdeva, durch die Askese der Käli erfreut, auf seine Anfrage an sie wegen 
des Grundes derselben etc. von ihr die Antwort, dass sie ohne Erlanbniss des 
Vaters ihn nicht heirathen dürfe , nehme dann, von ihr veranlasst , auf dem 
Bergesgipfel seinen Aufenthalt, und sende ganz ebenso wie in Kum. VI die 
auf sein ihrer -Gedenken herbeikommende Schaar der sieben Rishi als Braut- 
werber ab '^. Dagegen finde sich im K&li-Pur. ebenso wenig wie im ^iva-Pur. 
etwas der im^ivarahasya adhy. I verheissenen und dann später speciell ge- 
schilderten Kum ära-lilä Entsprechendes, folglich könne nur dieses Werk für 
die betreffende Darstellung (in adhy. XI) des Kum. Quelle sein. Und um dies 



1) der sich also durch die ludecenz des Inhalts nicht hat abschrecken 
lasseu , ebenso wenig wie Premacandra , dies Cap. zu kommentiren. Beide 
scheinen aber über dies Cap. nicht hinausgegangen zu sein. Bei MalUnätfaa 
heisst es in der Einleitung dazu v. 5: atha sambhi^A^ringäram anayoh sama- 
r&gayoli | kumärasambhavaphalam k&vye 'sminn &ha samprati. 

2) derselbe war nicht mehr am Leben, sonst würde er wohl nicht minder 
scharf geantwortet haben! Er starb am 25. März 1867, s. seinen Nekrolog in 
Nro. 12 des Fandit (May 1867). 

3) die Darstellung der Geburt selbst diiferirt. Im Pur&na ist Menakä schon 
5 Jahre schwanger, und kann die Beschwerden kaum noch ertragen; die Ver* 
Sicherung Nftrada*s aber, dass die Geburt nach 10 Jahren sicher stattfinden 
werde, erleichtert ihr den Schmerz, und so wird denn Pftrvati nach 15 Jahren 
endlich geboren. 

4) dieselbe ist um so grösser, da die Verse des ^iva Pur. nicht durchweg in 
floka, sondern auch in andern, vierzeiligen Maassen abgefasst sind ; sie schliessen 
sich daher zum Theil sogar viel enger dem Wortlaut des Kum. an, als die 
Verse der 9*mkaras. , was sich insbesondere bei einem Verse (Kum. I, 26), 
der in beiden Puräna seine Parallele hat, deutlich zeigt. 

5) mit der es indessen gerade gar nicht sehr weit her ist; weder wort* 
lieh noch inhaltlich; R. N. tiher meint: ittham asmatpakshe kathäsftmyani 
sfftshtam eva, tatpakshe (des Tärftn. nämlich) tan uä 'sti. 



Bibliographische Anzeigen, Ig]^ 

sa enreisen giebt er sodaun eine snmmarisclie Inhaltsangabe von Kum. IX — XII 
sowohl wie von den entsprechenden im Einzeldetail indess erheblich abweichenden 
Abschnitten des ^varahasya. Seltsamer Weise soll dieselbe zugleich auch daför 
eintreten, dass Kam. Capp. IX— XVII nicht von Kftlid&sa herrühren könnten >), 
wie er sich denn zum Schluss auch noch ganz ausdrücklich mit den in Nro. 5 
entwickelten Gründen für die Unächtheit des zweiten Theiles des Kum., 
unter Beschränkung indess auf Capp. IX — XVII, da Cap. VIII von Mallin&tha 
kommentirt, dieser Commentar resp. schon lange Telngude^e gedruckt sei^), 
einverstanden erklärt. Da er nun ja aber doch in Nro. 25 specielle Bei- 
spiele aus Capp. I— VII zum Erweise dafür, dass das ^i^^^^^t^sya die Quelle 
dmfBr bilde, beigebracht hat, während er hier in Nro. 28 dafür plaidirt, dass 
es die Quelle auch für Capp. IX — XVII sei, so müsste er von Rechtswegen 
nicht blos diese letzteren, sondern auch die ersteren, also das ganze Werk 
dem Kälidäsa absprechen. Wie er sich die Sache somit eigentlich gedacht 
bat , bleibt unklar. Möglich , dass er nur nicht den richtigen Ausdruck für 
die Losung hat finden können, die sich für uns aus dem Bisherigen in der 
Tbat wohl als die wahrscheinlichste ergiebt , dass nämlich der erste Theil 
des Kam. als Quelle für die betreffenden Darstellungen des ^va. Pur., Skanda 
Pur. and K^ Pur. zu erachten sein wird, während dagegen der zweite Theil 
seinerseits wohl etwa auf dem entsprechenden Abschnitte des Skanda-Pur. (Civa- 
rahasya) beruhen könnte, wo dann der aus R. N.'s Angaben zu schliessende 
Kaogel an speciellen Uebereinstimmungen im Wortlaut etwa als absichtlich 
•afaufassen sein würde (?). Ohne eine Vergleichung desselben lässt sich indessen 
einstweilen hier nicht recht artheilen , und ist die Möglichkeit , dass entweder 
aiieh hier das Puräna der entlehnende Theil sei, oder dass etwa beiden Texten 
dne gemeinsame Quelle zu Grunde liegt, jedenfalls zunächst ebenso berechtigt. 
Für die Aathentität der Cap. VIII ff. würde sich übrigens hieraas, mag 
die Frage nun so oder so entschieden werden , direkt kein Beweis entnehmen 
lassen; sie könnten ja immerhin die Quelle für das Pur. sein, ohne doch von 
dem Autor der Cap. I — VII herzurühren. Nur wenn sich etwa durch eine 
Vergldchung des Wortlautes die Abhängigkeit der Cap. VIII ff. von dem 
Skanda-Par. herausstellen sollte, würde umgekehrt ihre Unächtheit natürlich 
ohne Weiteres entschieden sein. 

iSnstweilen bleiben dieselben jedenfalls zum Mindesten ziemlich verdächtig. 
Fir Cap. VIII liegen zwar in der That noch allerhand direkte Beglau- 
bigoogen seiner Existenz in den rhetorischen Texten vor^), ein Commentar 



1) attarakumäranavamädisargänära kavivarak&lidäsakrititväbhävam sphuta- 
yitsm. 

2) ich habe bis jetzt hierüber keine weitere Kunde. 

3) s. Ind. Streifen 2, 372. Der fünfte Vers wird, ohne Nennung des 
^Hdiehtes allerdings, in Dhanika's Schol. (zehntes Jahrhundert ?) zum Da9arüpa 
IV, 12 eitirt; ebenso v. 31, und zwar unter Kälidäsa's Namen, nach E. B. 
Cowell*» Mittheilung im Samkshiptasära des Krumadi^vara, resp. mit einer Variante, 
die in einem hiesigen Mspt. des achten Baches wiederkehrt (dürayati, während 
VitthaL und Tärän. dhünayati lesen). Ausserdem wird im Sähityadarpana zu 
§ 218 und SU § 577 auf Stellen daraus, auf die Darstellung nämlich des ver- 
stellten Unwillens einer nlkyikä, und (wie von Mammata) auf die unschickliche 
Schilderung des Liebe«>genusses des vermählten Götterpaares hingewiesen. 



132 BibUographüche Anzeigest. 

des MftUioitha hat sich ja nan aach dazu eingefundcu ; die folgenden Cap. aber 
sind ganz ohne dgl. äussere Beglaubigung ihrer Existenz zu irgend welcher 
annähernd fijurten Zeit Es müsste denn sein, dass (Ue in Nro. 5 darin ge- 
suchten Anklänge zu dem digvijaya des Mädhava, der sich selbst als abhinava 
K&lidftsa bezeichnet habe ^) , sich wirklich bewahrheiten sollten. Colebrooke 
(misc. ess. II , 102) spricht gar von ^2 Büchern des Kum., als der Tradition 
nach früher vorhanden. — Bei den speciellen Beziehungen, welche unstreitig 
zwischen dem Kum. und dem Raghuvan9a bestehen, ist die Angabe Vitthala- 
9&9trin*8 von Bedeutung, wonach „die Geschlechtsgenossen des Kälidasa, 
welche in Dhärä wohnen" noch jetzt einen Text dieses Gedichtes hätten, 
der nicht 19, sondern 26 sarga umfasst^). Dieser Umstand möchte nämlich, 
falls er sich bewahrheitet , in der That dafür eintreten ^) , dass dies Werk 
nicht dem Kälidäsa des VikramÄditya, sondern dem des Bhoja, Königs von 
Dhära, zuzutheilen sei, wie denn ja auch die spedelle Verherrlichung des 
B h o j a - Geschlechtes bei ihm (a. meine Abh. über die Räm. Tap. Up. p. 279) in 
gleicher Richtung zu verwerthen sein könnte. 

Für eine berühmte D reibe i t des Namens Kälidäsa, etwa nach Art dessen, 
was uns in Nro. 5 vorgeführt wird, habe ich schon früher (s. diese Z. XXII, 
713) die in der kavikalpalatä des Devendra (Aufrrecht Catalogus p. 211 b) 
vorliegende Aufführung dieses Wortes unter denen, welche drei bedeuten, 
geltend gemacht. Unsere Kenntniss von Männern dieses Namens wächst fort- 
während. Der im QKDr. unter punarvasu als Vf. eines rätrilagnanirüpanam 
citirte^) Kälidärta könnte wohl mit dem Vf. des Jyotirvidäbharana identisch sein. 
Höchst interessant ist die neuerdings von f a9agiri ^ästrin in Madras im Ind. 
Antiquary I, 341 (Nov. 1872) gemachte Mittheilung, dass sich auf der dortigeo 
Bibliothek ein gewissermassen einen praktischen Commentar zu den Unidisütia 
bildender ko^a befindet, der als von 9ri-Kalidäsa verfertigt bezeichnet 
wird, und zu dem ebendas. auch ein Comm. von Nicula Yogindra vorliegt. 
Diese Gruppirung zweier Namen, die sonst unter ganz andern Verhältnissen 
verbunden erscheinen (s. diese Z. 22, 727. 26, 808) hat in der That etwas 
sehr Ueberrascbendes. 

Doch nun zurück zum P and it. 

• ■ 

Die Streitfrage über den Kumärasambhava mag uns hinüber leiten zu den 
sonstigen „discussions of controverted points'^, welche ausser den 
Text-Ausgaben noch zu den speciellen Zielen und Zwecken desselben gehören. 
Es sind dies theils rein wissenschaftliche und zwar entweder dem sprach- 
lichen oder dem astronomischen Gebiete angehörigCf theils aber auch 



1) s. Hau a. a. O. p. 222, diese Z. 22, 729. 

2) der tibetische Geschichtsschi eiber Taranatha weist dem Kaghuvanfa 
80,000 Verse zu, und nach einer brieflichen Mlttheiluog G. Bfihler's (16. Sept. 
1871) haben die Jaina ein Werk : Raghuvan9asütra, das sie auch dem Kälidäs& 
zuschreiben. 

3) s. meine Abh. über das Rämayaiia p. 44. 

4) der daraus citirte Veis (in ratboddhatä) lautet: madbyavartmani ^arA- 
sanäkritAv amvarasya suramAtribhe gat4h | liptikäh sumukhi panca tärake 
pakshapävakamitä dbatodayät || 



Bibliographische Anzeigen, 183 

hUtoriseh-sociale PrageD, die so zur Erörterung kommen *) ; auch MittheUungen 
M15 der Gegenwart finden sich einige Male vor, die von erheblichem Intc- 
resae sind. 

In erster Besiehang sind zunächst die kritischen Untersuchungen zu nennen, 

welche in Noe. .>-7. 10. 14. 17. 29 von RftjÄrAmavftstrin (dharma- 

^trftdhy&pak«) nndB&la9Astrin gemeinschaftlich«) über Werth und ünwerth 

dMT verschiedenen Commentare und Glossen zum ParibhAshendn^ekhara 

aagestellt werden, eine ziemlich scharfe castJgatio derselben mit Rücksicht auf 

einselne speciell hervorgehobene Punkte. Es sind ihrer dreizehn»); es ver- 

faaste nämlich : 1) pratliamatah Pftyagundo panAmaka Vaidyanätho 

gadäm, 2) BhimAcäryah paribhAshArthamai^jarfm , 3) Qamkarah ^ämkarim, 

4) Ifanyndevo 'py ekäm, 5) Sadft9ivabhatta9 cai 'kftm, 6) Vishi^u- 

bhatta^ cai 'k&m, 7) Bhairavamifra^ cai 'kAm, 8) Räghavend rftclkryas 

tripathag&bhidh&m, 9) ka^cid Gaudadandi pradar9itavy&khyäbhya eva katipaya- 

paäktir uddhrityai 'kAm, 10) anyah ka9cana satn grahäbhidh&m, 11) ka^cana 

Maithilo ^präptasamicinavjrutpattir adhyayanakftla eva gurubodhitirth&bhijninäya 

kathamcid udgrathanagrathitäm ambäkartriti prasiddhAm, 12) UmApatir 

iodiiftpatim, 13) svodayam kartukAmeno 'dayamkarenA 'pi prakritam niban- 

dham asamicinam abhimanvAnenA 'dhyAyatrayAtmakah paribhAshApradipAr- 

eir-abhidho 'bhinavo granthah prAnäyi. Es gehören hieher femer Prama da - 

dAsa-Mitra's treffliche Bemerkung in Nro. 1 über Goldstücker's enlarged 

•ditioB of Wilson's Sanskrit Dictionary , speciell zu den Artikeln abhidhAna, 

aaidtirtba, aparopita, abhavanmatayoga , amataparArtha, abhavya, •— die kri- 

tiaefae Studie eines Anon. „KAlidAsa and M. Hippolyte Fauche'^ in No. 3 

(nwe really tliink K. haa snffered enough at the hands of M. F. . .*') ), — 

VecanarAma's kuriose Untersuchung über das Indeklinabile put in Nro. 8, 



1) ein interessantes Curiosum aus einem dritten Gebiete ist eine in Nro. 31 
(Dse. 1868) sich findende Anfrage von L^on Rodet, Ingenieur des manu- 

' jictares de T^tat, Service des tabacs k Paris, der im Interesse seines Schwagers, 
Hr. Goubaux, Professors der Anatomie an der Veterinärschuie in Alfort, sich 
üi „assiduous reader** des Pandit an den Editor wendet, um durch seine Ver- 
mittelung von den „leamed men meeting at Benares^* zu erfahren, ob es irgendwo 
in Indien eine Rasse von Pferden gebe, die durch irgend ein charakterbtisches 
Kerkmal von den europäischen Pferderassen getrennt sei, speciell wie viel 
Wirbel (vertebrae) dieselbe in den Lenden habe, ob sieben, wie nach Ansicht 
Einiger das afrikanisch-asiatische Pferd ? oder nur sechs (or five) , wie nach 
deren Ansicht das ursprünglich asiatische von den Ärya nach Europa mitgebrachte 
Roas? and ob diese IMfferenz stets oder etwa nur accidentally dabei sich zeige, 
wie dies Gk>ubaux's Meinung sei , der von einem konstanten Rassenunterschied 
hierbei nichts wissen wolle. Im Pandit findet sich keine Antwort; auch ich 
Termag natürlich keine zu geben, doch will ich bei dieser Gelegenheit wenig- 
itens darauf hinweisen, dass mau beim Schlachten der Opferthiere schon bemerkt 
Ittt, dass das Ross 34 vankri Rippen (R. I, 162, 18), der Ziegenbock dagegen 
»w 26 hat (Ait. Br. II, Ü. ^Ankh. gr. V, 17, 6). 

2) dieser innigen Verbindung Beider verdanken wir ja auch die im vorigen 
Jtbre in Benares erschienene Ausgabe des MahAbbAsbya. Möchten sie uns doch 
inia auch noch die KA9ikA vritti zugänglich machen! 

3) drei derselben, die unter 1. 7. und 8 genannten, hat auch Kielhom in 
^ner äusserst sorgsamen Ausgabe und Uebersetzung dieses schwierigen Werkes 
(Bombay 1^6H und 1873, Nros. VII und IX der Bombay Sanskrit Series) benutzt. 



184 Bibliagraphüche Änaeigen, 

'-^ (JivakpTABikdA*sBemerk.vLBg über die zu ßaqßuQOi stimmenden indischen 
Wörter in Nro. 23, — desselben Memorandum über die translitemtion of 
Oriental words in Nro. 28 Suppl., nebst B&bu Räjendra L&la Mitra's 
Gegemrede in Nro. 29 und den daran sich knüpfenden weiteren, sum Theil 
etwas erregten^) Erörterungen in Nos. 35. 37. 38, — endlich der in Sanskrit 
geschriebene Bericht ^ivapras&da's über Max Müller 's translation of the 
RigVeda in Nro. 41 nebst der unmittelbar angeschlossenen Replik der beiden 
brahmanisch-conservativen Dioskuren Rftjftr&ma^ftstrin und Bäla9& sirin 
gegen Alle, welche Sftyana's Commentar des asv&rasikatva seihen, und der 
darauf wieder in Nro. 43 folgenden Gegenrede von Adityarlima9arman. 

Die astronomische Wissenschaft ist schon in Nro. 1 vertreten durch 
Blipüdeva9ästrin's') Beschreibung (in Sanskrit) der astronomischen Instrumente 
und Bauten, die zu der berühmten Sternwarte (mänamandira) des Mänasinha in 
Benares gehören, und von dessen Geschlechtsgenossen Jayasinha vor c. 150 
Jahren derselben hinzugefügt worden sind; sodann in Nro. 3 von Govin- 
dadev&9astrin durch einen Artikel (ebenfalls in Sanskrit) s4yanavftda, 
in welchem er die Ansichten der früheren (präcina) und der jetzigen (navina) 
siddhinta einander gegenüberstellt; auch die alten Astronomen hatten übrigens das 
richtige Verh&ltniss in Bezug auf Umlauf der Erde um die Sonne etc. gekannt, 
nur der Bequemlichkeit halber die Sache umgekehrt dargestellt. Aebnlicben 
Inhalts ist ein Artikel von Bipudeva in Nro. 6, und desselben siddhänta- 
tattvavivekaparikshft in Nos. 14. 21. Einer seiner Schüler Vinäyaka- 
9ftstrin (Vetäiopähva) giebt in Nos. 76 — 79 unter dem Titel katipayapra9na- 
vic&ra in Frage und Antwort eine metrische Lösung verschiedner alter und 
neuer geometrischer Probleme (bahünäm navin&näm pra9nänäm bhangän pur- 
voktakatipayapra9näniLm prakäräntaräni ca) in drei prakarana, I mit 38 w. 
akshakhetra, II mit 37 vv. carajyädi, III samamandalaprave9a in 2 khanda mit 
39 und 53 vv. 

Was die Erörterung historischer u. dgl. Fragen anlangt, so ist zunächst 
aus Nos. 10 — 14 SU nennen J. Muir's Abhandlung „the relations of the 
priests to the other classes of Indian Society in the Vedic age^S ®>i> „reprint** 
aus dem Journal R. As. S. , wie denn auch einzelne der bekannten poetischen 
Schilderungen Muir's sich hier vorfinden, so sein „Indra*' in Nos. 32. 33, 
„Parjanya" in Nro. 78, „Varuna" in Nro. 46, „Asita and Buddha" in Nro. 60. — 
^ivapras&da theilt in Nro. 38 eine leider verstümmelte alte Säulen-Inschrift, 
wie es scheint eines Dharmapäla, nebst Facsimile mit, und in Nro. 40 eine 
Kupferplatte von König Jayacandra aus samvat 1232 (Variante, resp. Duplikat 
SU einer schon bekannten dgl.). — Hall's Monographie: Benares ancient and 
medieval ist „reprinted'* in Nos. 30. 31. — Ein Anonymus giebt in Nro. 11 
in Sanskrit seinen patriotischen Gefühlen einen etwas elegischen Ausdruck in 
einer Untersuchung über den früheren und den jetzigen Stand von Wissen- 
schaft und Kunst (vidyä9ilpayos) in Indian (bhärate varshe). — Gegen „ido- 
«latry and the Hindu doctrin of necessity" tritt ^a9i9ekhara Sanyala ia 



1) Qivaprasäda hatte von der „awkwardness of Bengali pronuuciation 
gesprochen, was ihm sein Gegner etwas scharf heimgiebt. 

2) Ki9ikapäthälayiyajyotii^9ästrädbyäpaka. 



BibUographiBche Anzeigen. 185 

No. 16 krXflig auf, mit Bezug auf einen Angriff, den Lingam Laksbmaji 
PaDtln Garnes „lecture on the social statu3 of tbe Hindus*^ von Seiten eines 
Partisanen jener beiden Doktrinen erfahren hatte. — ,,My daty towards my neigh- 
bor** eine Zusammenstellung verschiedener Aussprüche darüber, insbesondere aus 
dem Mah& Bh&r. , in Text und Uebersetzung in Nro. 19 bezweckt ebenso wie 
ein Andrer dgl. Artikel von Pramadä Däsa Mitra in Nro. 57 die indische 
KoraUehre als der christlichen ebenbürtig hinzustellen. Auch A. E. G. (Gough) 
widmet der „Indian Morality" in Nro. 39 einige treffliche Worte. — 

Der Zeitgeschichte gehören zunächst einige Nekrologe an^), so die 
TOD Vitthala9ä8trin und Premacandra in Nro. 12, von Hir&nand in Nro. 15, 
von TätrAmulle und Goldstücker (nach Trübner's Record, in Sanskrit) in Nro. 74. 
— Sodann einige Artikel über widow marriage. Den Reigen beginnt 
A. £. G. (Gough) in Nro. 34 mit einigen Bemerkungen über die von Vishnu 
Para9arima ^Ästrin in Bombay gegebene Antikritik des punarudvähapra- 
tishedha, in welchem die ,,BenaresPandits understook to refute the arguments 
of Pandit t9varacandra Vidy&sägara and others*^ zu Gunsten der Wieder- 
verheirathung. Insbesondere ist es ein floka der Näradasmriti resp. Brihat- 
pari^arasmriti, der dafür hervorgeholt wird: nashte mrite pravrajite klivo 
ea patite patau | pancasv äpatsu närinäm patir anyo vidhiyate || A. E. G. seiner- 
seits verweist speciell auf den ,,Veda and the residuum of history in the legends 
of the epies'* zum Erweise dessen, dass die „early Aryas" in dieser Beziehung 
anders dachten als ihre Nachkommen noch bis jetzt. In Nro. 36 folgt hierauf 
eine geharnischte Replik von Bäla^&strin, in welcher er den Vishnu9ästrin^ 
dessen Polemik gegen Räj&rftma9ästrin freilich auch ihrerseits nicht gerade 
sehr höflich gehalten zu sein scheint, geradezu pi9&cäve9adüshitacitta nennt 
mid in seinem Auftreten einen Beweis dafür sieht, dass der dakshinade9a 
(<leoi er ihn zuschreibt), dessen Bewohner früher doch die Zier Indiens (Bhära- 
^TUBha) gewesen seien, jetzt in sehr übler Lage (durda9&) sich befinde, da so 
sehamloses Geschwätz von da ausgehe (yat tatrai Vamvidhä avyutpann& nih- 
9*mkam khelanti nirbhayä nirvridll9 ^^ pralapanti). In Nro. 41 findet sich so- 
dann eine gemeinschaftliche Apostrophe von R&järlLma9ästrin und Bäla- 
V^strin, in welcher der Vers ud irshva näri (und zwar als in Taitt. Ar. 
^I befindlich, s. daselbst VI, 1, 3) auf Grund von Säyana's Gomm. zu Rik X, 18, 8 
*Bf das anusaranam') bezogen wird. In Nro. 52 endlich berichten zwei Schüler 
Bddar, Dhandhiräjapanta und ^äligrämami9ra über eine zu Poonah (punya- 
P^) abgehaltene sabhä, in welcher nach Abhörung der Gründe und Gegengründe 
^ Vishnu9&strin und seines Gegners Näräyanäcärya die Majorität sich 
^"tiefaieden für die Unzulässigkeit der „widow marriage'^ ausgesprochen habe etc. 



1) Erwähnung verdient auch die freudige Aufnahme, welche Dr. Max von 
^^ielmann's am Tage nach der Schlacht bei Sedan in Sanskrit an mich ge- 
•^iiriebencr Feldpostbrief in Nro. 55 (Dec. 1870) gefunden hat. ^ivaprasäda 
^^ennt in diesem Faktum allein bereits eine Bürgschaft ffij den Sieg das 
fristen, in dessen Lande solche Männer wohnen: dhanyah sa bbüpatir yasya 
^'^^idrigvilakshaiiavyavasäyinah purushäh santi { atas tasya jayah sambhäv- 
^*ta eva I 

2) d. i. doch wohl das anumaranam? der Text hat übrigens daselbst, ebenso 
^i< jetzt auch Müllers Ausgabe, nicht so, sondern asusarana (!) . nämlich: janitvain 
J^^^tTam abhilakhyasambabbütha sambhüt& 'si a s u saranani9cayam akärshih. 



186 BibUographiitciie Anzeigen. 

4>8 sich resp. dabei abermals ein Hieb über die Abnahme der Sanskritkenntniss bei 
den Däkshinätya einschlich, so folgt in Nro. 54 ein im Gänsen indes6 doch 
etwas elegisch gehaltener Protest, unterzeichnet: ma. bho. ku. näma dakshi> 
n&tyakaravirastha9ä8tri. — Von erheblich höherem Interesse sind verscbiedeae 
Aktenstücke, die sich auf die Colleges in Benares und die „examinations for 
hononrs in arts^^ daselbst beziehen. So zun&chst in Nro. 25 die Sanskrit- 
Uebersetzung einer bei solcher Gelegenheit gehaltenen trefiTlichen Rede des 
Gen. Gouverneurs Will. Muir. Danach ist die samskritapätha9äliL da- 
selbst 1791 gegründet, ein englisches (&ügala) CoUeg 1830 hinzugekommen, 
und beide 1844 vereinigt worden unter der Leitung seines Bruders Dr. John 
Muir (Jä,n Myüra), welchem 1853 Thomson (Tämasana) als Vorstand folgte. 
Aus den Ansprachen Beider, bei ähnlichen Preisvertheilungen gehalten, Einiges 
von hervorstechender Bedeutung, z. B. über das gegenseitige Verliältniss von 
Gautama und Bacon, entnehmend, richtet der Gen. Gov. milde umi eindringliche 
Worte an die Schüler, um sie zu ernstem Studium der Wahrheit zu ermahnen. 
In Nro. 56 (Jan. 1871) sodann berichtet Pandit Qitalapras&da tripathin in 
Sanskrit^) über die im vorhergehenden Jahre, samvat 1926, durch den B&ja 
von Kä9i, i^variprasilda Närftyanasiüha^armau^) mit Hülfe der Pandit 
Bastir&madviveda, 9ri T&rftcaranatarkaratna^) etc. gegründete 9ri- 
K&9idharmasabhft, für deren Prüfungen derselbe jährlich lOUO mndr& au 
Preisen ausgesetzt hat; und die nächste Nro. (57) bringt von ihm einen SpeeiaL- 
ausweis über eine demnächst bevorstehende dgl. Prüfung. Danach umfasst 
die Anstalt 200 Schüler und es wird darin über alle Zweige der indischen 
Wissenschaft und Literatur, sogar über Musik und ars amandi(I) examiuirt. 
Die „honours'^ stufen sich dreifach ab; das Prädikat (^upädhi) der ersten 
(uttama) Classe (9reni) ist: „tadvidyäpäramgata^S der Examinand moss 100 
Striche für gute Antworten erlangen und bekömmt ausser dem dafür festgesetz- 
ten Preise (päritoshikam) einen Beinamen (upanäma) und ein Belob iguugsdekret 
(pra9ansftpattra) ; in der zweiten Classe (madhyama) mit dem Prädikat „tadvidyä- 
pravina** einen Beinamen und ein pra9aus&patra, in der dritten Classe mit 
dem Prädikat: „tadvidyäpravishta** nur das letztere. Jedoch gilt dies nur für 
die Brähmana ; Kshatriya und Vai9ya können sich zwar auch examiniren lassen, 
und die drei Prädikate sowie das pra9an8äpatra erlangen, aber keinen Preis. 
Die regulären Preise sind: 

1) vede 101 (Rup.) in erster 9reni, 31 in zweiter, 11 in dritter; Exa- 
minatoren: Pandit Bäpübhatta^) und P. Jayarämabhatta , resp. für die mit 
der Mädhyamdina9äkhä beginnenden (oder: in der M. hauptsächlichen?) vier 
Gegenstände (mä^kh&pramukheshu caturshu vishayeshu) noch P. KripUqishna 
und sechs andere; — 

2) vyäkarane 51. 31. 11; P. Sakhärämabhat|a, P. Candra9ekharatri- 
päthin; — 

3)jyotishe 51. 31. 11; P. Bapüdeva9ästrin, P. DevakrishTiami9ra ; — 



1) vgl. seine ebenfalls in Sanskrit abgefassten beiden Artikel in Nos. 64» 65 
(Uebersetzung aus dem Benares Mag. 1849), in denen er dafür plaidirt, das 
Sanskrit für die indischen Gelehrten als lebende Sprache festzuhalten. 

2) 8. oben p. 170. 

3) jedem Namen ist ein 9ri vorgesetzt. 



BiblioQraphische Anzeigen. 187 

4) Dy&7e51. 31. 11; R&dhämohRnatarkabhüsfaanabhattac&rya, Tftraearana- 
tarkaratDabhattftc&rya; — 

5) s&mkbyayogayoh 21. 11. f>; P. BecaiiarÄmatriplithiii , P. RljÄrÄ- 
ma^Astrio; — 

6) dharma^ästre 51. 21. 11; RämadulAravidy&mauibhattAcIlrya, P. Ba- 
lakrlshna^ftstrin ; — 

7) ved4nte 51. 31. 11; Examinatoreu uocb unbestimmt; — 

8) pürvamimaDsfty&m 51. 31. 11; P. Harakrishna, P. Gaiieva- 
^istrin; — 

9) saryadar^ane 51. 31. 5; Jayan&iAyanatark&lamk&rabhattAcäry», Tarü- 
canmatarkaratnabbattacftFya; — 

10) dvaitaväde 31. 21. 11; ExamlDatoren noch unbestimmt: — 

11) k&vyÄlainkÄrayoh 41.21. U; P. yitalaprasÄdatripftthin, P. RAma- 
caDdra9ltötrin ; — 

12) pnrftnetihäsayoh 41. 31. 11; P. BhÄü^Hstrin, P. Parame^vara- 
datta; — 

13) vaidyake 31. 21. 11; P. Ramacandra^ästrin, P. Harir&ma; — 

14) saing!te41. 21. 11; Harirämavftjapeyin (für svarabheda), andere Exa- 
miDatoran noeh unbestimmt; — 

15) mantra9llstre 31. 21. 11; P. Oauri9arnkara , Udayacandra9iroma- 
nibhm$(4c&rya ; — 

16) sütre^) 31. 21. 5; Examinatoren noch unbestimmt; — 

17) koshe 51. 21. 11; Examinatoren wie eben; — 

18) k&ma9ästre(!) 31. 21. 11; Examinatoren wie eben. 

Den genannten Examinatoren gesellen sich als Beisitzer noch su: P. Deva- 
4attadYiveda, P. Vastirämadviveda, P. Vibhavaräma, KälipraslLdaviromanibhatUk- 
ciiy», Kailäsacandra9iromanibhattäc&rya, P. Anautarftmabhatta, P. Lakshminri- 
■lAhtylgtrin, P. Dhundhiräjapantadharmädhikarin , P. yeniräma9esha, P. Vima- 
nftclrya; und als Aufseher (nirikshaka, kritäkritävekshaka) , resp. wohl als 
Patrone: BAbü Ai9varyan&räyanasinha, B&bü ^ivaprasäda, Bäbü Prama- 
did&sa Mhra (Mitropan&mako Bäba Pramad&d&sah), Bäbü Hari9candra, P. Raghu- 
niitliaprasluU. Ausser den regulären Preisen waren noch ausgesetzt: 

1) 101 Rup. von Ai9varyanär4yanasiüha für richtiges Lesen und Er- 
kUren der Kauthuma-Schule (Kauthuma9äkhäyftm päthe vyUkhyäne ca); — 

2) von TftrAcaranatarkaratnabhatt4c&rya, a. 25 für die erste Classe 
in nyiya, ß. 25 für richtiges Lesen und Erklären der M ä d h y a ni d i u a schule, 
aber nur für einen aus Bengalen stammenden Schüler (Gaudaj&tiyäyft 'ntevftsine), 
y. 10 für die erste Classe im samgita9ästra. 

3) ton BäbüHari9candra r/. 50 für die erste Classe in kävya oder 
in klma94stra (!), ß. 1000 für richtiges Lesen und Erklären des ganzen 
^*JU8 (samagrasya yajushah), y, 100 ved&nta9ästre ra9mau (V) bhä- 
ikyaprakä9e (?) ca, Ö. sollte in irgend einer Classe irgend einer Wissen- 
Kluft, mit Ausnahme des vedftnta , irgend eine v a n i t ä , ein weibliches 

Individuom also, die Prüfung rite bestehen, so soll sie den achtfachen 

Preis erhalten. 

1) was mag damit eigentlich gemeint sein? 



188 Bibliographische Anzeigen. 

Diese letztere Bestimmung ist in der That vom höchsten Interesse; es hat 
ja allerdings, von den weiblichen rishi des Kik und den gandharvagrihitä Frauen 
der Br&hmana-Texte ganz abgesehen, auch im neueren Indien von Zeit zu Zeit 
immer einige Frauen gegeben , die sei es in der Dichtkunst , sei es in der 
Wissenschaft selbst, sogar in der Jurisprudenz ^) thätig waren, wie denn Ja die 
indische Geschichte auch von einigen trefflichen Fürstinnen und Königinnen zu 
erzählen weiss; doch waren dies eben immer Ausnahmen; dass aber bei einer 
solchen Gelegenheit, wie hier, die direkte, erfolgreiche Betheiligung von Frauen 
daran, an einem gelehrten Examen also, ihr Gelangen zu academischen 
Würden so zu sagen, als eine wenn auch, wie die bedeutende Erhöhung des 
Preises zeigt, ferne, immerhin aber doch als eine effective Möglichkeit ins Auge 
gefasst wird, und dass dies überdem in dem so streng an der alten Sitte hal- 
tenden Benares in so zu sagen officieller Weise geschieht, ist in der That höchst 
bemerkenswerth. 

Zum Schluss ist hier denn noch eine äusserst werthvolle Beigabe zu er- 
wähnen, welche von Nro. 35 an dem Paiidit als „Supplement" beiliegt, und 
zwar Nummerweise je 2 oder 4 Seiten, ein Catalog nämlich der in der Uni- 
versitätsbibliothek in Benares befindlichen Sanskrit -Mss. (rajakiyaVäränasivid- 
yämandirasarasvatihhavanavartipustakänäm). Derselbe ist zwar nur sehr kurz 
gehalten , — nach dem Namen des Werkes folgt eine Angabe darüber , ob es 
vollständig oder nur ein Fragment, sodann die Blattzahl, die Jahreszahl, der 
Schriftcharakter, endlich der Name des Vfs. und etwa eine Bemerkung über 
Correktheit oder Incorrektheit der Handschrift — , trotz dessen aber sehr will- 
kommen. Fast jeder Band (veshtanam) enthält mehrere Schriften, und die 
Gesammtzahl ist daher eine beträchtliche. Vom R i g v e d a werden 20 veshtana 
aufgeführt; darunter ein Mspt. des Kaushitaki-Brähmana von samvat 1414 
(AD. 1358), wohl eine der ältesten Handschriften, die überhaupt vorhanden 
sind. Vom Yajurveda, mit 41 veshtana, hebe ich ein gutes (9addham) 
Mspt. des Nigamapari9ishtam von samvat 1718 hervor, ein ebenfalls als gut 
bezeichnetes Mspt des Uvvatakrita yajurbhäshya von samvat 1834, und ein 
andres von samvat 1635, ein ^ulvasfttra des Baudhä.yana mit Comm. des 
Dvärakftnathabhatta und ein dgl. von Äpastamba mit Comm. des Kapardisv&min, 
zwei dharmasütra auf 34 foU. samvat 1797 und auf 24 foll. satnvat 1731, 
ein Exemplar der Känvasanhitä, einige Bücher des Känvabrähmana, ashtaka 
I. IV. VI. der Kapish thalasamhitä (foU. 48. 52. 57. samvat 1709), den khila- 
kända der Maiträyanf yasamhitä (foll. 105 und 64, samvat 1529), ein 
Yajurvedänukramanibhftshya von Deva in fünf adhyäya, das Hiranyake- 
^isütra (sainvat 1667). Dem Sämaveda gehören zwölf Bände zu, darunter ein 
upagranthasütra (foll. 21, prapäth. I — IV) und ein kshudrasütra (foll. 15, prap. 
I — III, samvat 1534), ein sämapaücavidhisütra (11 foll. samvat 1678); — dem 
Atharvaveda vier Bände, ~ dem vyäkarana 57, darunter verschiedene 
Schriften der Kätantra- und der Käläpa-Grammatik, — dem jyotisha 39 Bände, 

1) der Commentar der Lakshmidevi zur Mit&ksharä steht in hohem An- 
schn, 8. West-Bühlcr Digest of Hindoo Law vol. I (Bombay 1867) introd. 
p. V und p. 369, Hall Index p. 175. — Auch im Mahäbhäshya ist von weib- 
lichen Lehrerinneu mehrfach die Rede. 



Bibliograpliinche Anzeigen. 139 

dAmnter eine ParA^arahorä (43 foll., samvat 1860), ein Pärasiprakä^a 

(7 foU.) von Krishnad&sa, die Gargasamhitä (50 foll. , doch wohl das von 

Kern benutate Mspfc. ?), ein YavaDajätakam (20 foll.), — dem chandograntha 

3 B&nde, — für ko9a^)- nätaka-sähitya-saingita-iiiti-kflvyädi 45 

Bände, darnnter eine subhäshitamuktAvali von Purushottama (32 foll. s. 1835), 

eine V4mana«ütravritü (foll. 64 samVat 1884), g&rügadharavrajyft (211 folU, 

Samvat 1851), ein Pärasikosha (foll. IG) von Krishnadäsa, eine caturar- 

thik& genannte Qt^^^^nasaptafativyäkhya (120 foll., navintl '9uddhft ca), 

eine üsh&rägodayan&tikä von Rudracandradeva (folU 46, samvat 1639), ein 

Kansavadhanfttakam (foll. 57, samvat 1883) von ^eshakrishnapandlta , ein 

yainkarisamgitam von Jayan&räyaua ; — dem mantra9ästra (tantra-Sprüche) 

30 Binde, darunter einige Fragmente von Siddhanägärjuna's Kakshaputa 

(21 folL, 50 foU.); — den puräiia 58 Bände, — den upapur&na 13, — den 

itihisa 51, — den vaidyakagrantha 17, darunter eine von den Krankheiten 

der Elephanten handelnde gajacikitsä, auch pälakftvyam und güdhaprakä9ikä 

gesaunt (186 foll.), eine Schrift über Veterinärkunde 9älihotram (foll. 8), — 

der 8&mkhya- Doktrin 5 Bände, der Pätanjal a- Lehre 6, dem vedänta 96, 

darunter sahireiche Commentare zu den kleineren Atharvopanishad von ^^ a in - 

kar&nanda (nicht von ^amkaräcärya) , z. B. zur atharva9ikhop , äruiiop., 

hansop., jäb&lop. , garbhop. , amritavindüp. , nrisiühatäpaniyop. etc., so wie ein 

Taittiriyavärttikara (foll. 38 und foll. 10) und eine tikä dazu von Anan- 

dajn&oa (60 foll. und 84 foll.), eine brihadäränya v&rttikatikä (foU. 114 und 

foIL 149), ein Sure9varav&rttikam nebst einem Comm. Namens sArasamgraha 

(19 foll.), die von ^amkaräcärya verfasste vajrasüci upanishad, — der mim aus ä 

149 Bände, darunter zahlreiche Fragmente von Kumärila's tantrav&rttika , von 

9Abara8vftmin's bhäshya, von P&rthasärathimi9ra*8 ^ästradipikä und Somanätha's 

Comm. dazu, Namens mayükhamälikä, — dem dharma9ä8tra^) 75 Bände, 

danmter') nur wenige eigentliche Smriti-Tezte , ausser Manu und Y^navalkya 

Doeh Atri, Badha, Daksha, P&rft9ara, — dem nyAyavai9eshika9ästra 

26 Binde (Nro. 79 bricht hier ab) , darunter hauptsächlich die an Gange9a's 

tattvaeintimani sich anlehnenden Schriften. Da die Aufzählung rein auf der 

Reihenfolge der Bände beruht, die ihrerseits zwar stets innerhalb einer bestimmten 

Literatnrgruppe sich halten, aber doch oft sehr gemischten Inhalts sind, somit 

innerhalb jeder Gruppe Alles pele-mele durch einander geht, so wird hoffentlich 

am Sehlnss ein alphabetischer General-Index beigefügt werden. 

Möge diese Monatsschrift, deren Textausgaben sich durch Correktheit vor 
manchen der neuerdings in Calcntta edirten Texte höchst vortheilhaft aus- 
aeiebnen , kräftig weiter blühen ! Die alten Vorurtheile , die darin mehrfach 
ooeh scharf genug hervortreten, werden mit der Zeit schon besserer Erkennt- 
aiss weichen. Fehlt es doch auch jetzt bereits darin nicht an begeisterten Ver- 
tretern der europäischen (yuropiya) Wissenschaft. Zu wünschen wäre, dass bei 



1) d. i. Wörterbuch, nicht etwa: Anthologie; die Zusammenstellung freilich 
der Gruppe ist sonderbar. 

2) sonderbarer Weise hier dazwischen geschoben. 

3) hier gerade fehlen freilich in dem mir vorliegenden Exemplar des 
Pandit die sechs zu Nros. 68. 70 gehörigen Seiten des Supplement. 



}90 Bibliographische Anaeigen. 

der Auswahl der su publicirenden Texte fortab noch etwas mehr aaf i 
Alter nnd auf ihre Bedeutung für das alte Indien, die vedische Zeit al 
Rflcksicht genommen würde, die Beschranlcung auf die Philosophie und * 
Dichtwerke überhaupt fortfiele. 

Berlin, 29. März 1873. A. Weber. 



Als Anhang lasse ich hier noch, da der „Pandit", schon seines xiemli 
hohen Preises wegen, bei uns ziemlich selten ist, theils diejenigen Verse < 
^varahasya und des 9ivapurftna folgen, welche R&ma Nftrftyaiia9ftstr 
als Parallelen zu Versen des Kumftrasambhava anführt (s. oben p. 178 f 
theils auch seine Inhaltsangabe der Erzählung des erstem. 

a) ans dem Qivarahasya (QaqikarasamhitlL des Skanda-Pur&na , 

adhyäya 2 > 22). 

1. adhyäya II. Kum. I, 25. 

dine dine vardham&nä rekhä c&ndramasi 'va s& | 
apushad vapusho vriddhim änandena pitu^ saha || 

2. adhy. H. Kum. I, 26 (s. unten b. 2). 

parvat&patyatäm ylLtä pärvati 'ty abhidhäm dadhe | 
mitro me 'ti nishiddhä yad umäkhyä pranav&tmikä || 

3. adhy. IV. Kum. U, 16. 

iti stutah sura9reshtha^ surafresh|hair nüä^ritaih | 
prasädäbhimnkho bhütvi präha sma karunänidhi^ || 

4. adhy. V. Kum. U, 19. 28. 

kim idam kim idam vatsä yüyaip sambhüya sädaram | 
vishannavadanä devfth 9aranam mäm sam&gatlüi || 

5. adhy. V. Kum. II, 31. 

yad ättha bhagavaun evam snrä viprakritäs tarftm | 
sanrätmanäqi tvam htmk 'si kathain nai Va tu budbyase 

6. adhy. V, Kum. IL 33. 

padmabandhuh padmahastah 9Ürapadmasya vidvishah | 
vikäsayati padmJUu tävanm&trätapah sadä || 

7. adhy. X. Kum. lU, 42. 

gatavastraip nabhas tüshniin nandi9ftjnäva9ena vai | 
cakampire na vriksh49 ca cakrur bhnng& na humkritim | 
caküjire 'n^^O^ naiva tadä citrärpitft iva j 

8. adhy. XL Kum. III, 51. 

atha kshanena nirmuktatp mohät pauca^aras tadä | 
puna9 cä "däya sa^aram vepamftnab 9aräsanam || 

9. adhy. XU. Kum. IV, 3—9. 18. 10. 

hä nätha jivasi 'ty ä9n bruvantyo "tthitayä tayä | 
kana9a^ kana90 bhasma samftloke (^ki?) nabhahsthale || 
tata^ sft vahu9okärtä viluthanti dhar^tale | 
vikirnamürdhajä oA 'tha vilaläpä "kulendriyä || 
ayi nätha ri^äläksha tavä 'ögam atisundaram | 
Jagatsn snkumäränäm upamänam kva vä gatam || 



Bibliographische Anzeigen, 191 

api mäm tvatparftdhinajivitäm tyaktasauhdda^ | 
vihftya vidnito 'si tvam nissetv ambnjam ambnvat || 
aparftddbam mayä kirn te tvayft mafayam na kiincana | 
akasm&d dar^aiiam mabyain vilapantyai na diyate || 
bandhanam mekhal&dftmnä tvam gotraskhalitesha te | 
kshamasva tac ca me känta svakarnotpalat&danam || 
mama tvam hridaye nityam vasasi *ti mrisbft vacah | 
na satyam yadi tat satyam tvayi dagdbe na me ksbatih || 
tvayä kritam idam me 'fige mandanam pausbpam ftrtavam | 
dri9yate na tvam adye 'ttham katham i^ena nft^itah {| 
asmftl lok&d am um lokam prasthitasya tavft 'dhunft | 
padavim pratipadye 'bam vidbinA vancitft 'munft || 

10. adhy. XIII. Kum. V, 57. 58. 

ksbanam nidr4m gatft bälä 'pararfttrau pratiksbapam | 
svapne drisbtv^ patim bbüyah prabuddb& vilaläpa ca { 
be kAnta vrajasi kva tvam iti gribnftti bäbunä | 
. . . sarve 'pi ca tväm vedäntÄ rodasi vyäpya visbtbitam | 
vidväüso 'pi purä "ry&dyäh paripürnam vadanti hi | 
katbam na vetsi bhävastbam janam jagadadbi^vara |{ 

11. adby. XIV. Kum. V, 70. 

mattavAranam ärüdban dampati dv^japumgavaib | 
svastivAcanakais türyai(b) stnvanti kila vandinab || 
yuvftm vriddboksbam Arüdbau bbütavet&lasevitau | 
niHkshya janatä loke smeravakträ bhavishyati || 

12. adby. XV. Kum. VI, 32. 34. 

arundbati ca kalyäni prilgaibbyaqi tatra yätu sft | 
puramdbri bbüdbarendrasya yath& na vivadet tatbft | 
evamvidbedbu käryesbu puramdbrin&m pragalbbaUl || 
... iti vedAntavijnänavini9citayati9vare | 
parigrabonmukbo te 'pi jabor vridäm tatbftvidb&m |j 

13. adby. XV. Kum. VI, 65. 

procur angirasam sarve katiiayeti katbävidam | 
atba tesbAm purah 9rimAn angir& monisattamah | 
uvftca madhuram vAkyam sarvabbüdbaranäyiücam || 

U. adby. XXII. Kum. VII, 49. 

kbelagämi sa tarn devam uvMia vrisbabhe9varab | 
dbunvan mubuh protagbane visbäne dbritacämare || 

15. adby. XXII. Kum. VU, 60. 59. 58. 62. 64 (Ragb. VU, 9. 8. 7. 11. 12). 
utsnsbtanivivasanam savyenA "däya c4 'rbbakam | 
anyena kacit tvarayä, pAninlt präpa jftlakam || 
anyd. sambbAvya nayanam aiijanena 9al4kayA | 
anyad vismritya nayanam ftgaväksbam jagäma %k \\ 
alaktakena sambbivya p&dam ekam atbä 'parä | 
nirgatya tavanmätrena vartma cakre tadancitam || 
pure puramdbryah prAsAdajftlftai svarmnkhAmbnjaifci | 
ambbojikvarantol 'va cakrur (ndivareksbanä^ || 



192 Bibliographische Anzeigen. 

▼ilokja devadeve^am &8&m aksb&ni m&nasaih | 
8&kam sair&tmanä cakshah präpa tarn sutarftm iva || 
16. adhy. XXU. Kum. VII, 65. 

b&lä 'pi devadeve^am bälendakrita^ekharam ') | 
cacär& 'to mahad gauri tapo ') du9caritaqi ciram |j 

b) aus dem ^iTaparftna, nttarakhanda adhy. XIII. XIV. 

1. adbyäya XIH. Korn. I, 23. 24 

di^h prasedo^ pavanah sakham vavaa 

9amkhai|i nidadhmur gaganecar&s tad& | 
papftta bhümau kusum&i^alir mudä 

babbüva tigjanmadinam sukhapradam || 
menA tayA pürnaiii9e9avaktrll 

sphuratprabbftmandalayft rarftja s& | 
yathä vidür&calabhümir ambuda 

svaDottarft ratna9al&kayft mune |j 

2. adhy. XIII. Kam. I, 26 (s. oben a. 2). 

Um pftryat! 'ty ftbhyan&c ca n&mato 

juhftva sadbandhujanah svabhävatah | 
vakUk nishiddhA tapase yad& ta sA 

yayAv umAkhyAm bhavabhaktibhAvint || 

3. adhy. XIU. Kum. I, 30. 

gaügAm yathA hausaganA^ 9aratsu vai 

rAtrau svabhAsas tu yathA roahaushadhih | 
gurüpade9Ad upade^apanditAm 

tAm pürvasamskAraganA yayur mudA || 

4. adhy. XIII. Kum. I, 54. 

yadA deham sati devi daksharoshAt sasaija ha | 

tato Timnktasaiiigo 'bhüt (virAma) ^amkaras tr aparigrahah || 

5. adhy. XUI. Kum. I, 60. 

samAdher anumene tAm giri^ah paripanthinim | 

6. adhy. XIV. Kum. II, 3. 

atha sarrasya dhAtAram te sarve sarratomukham I 
▼Agi^aiu rAgbhir arthyAbhih pranipatyo ^patasthire |j 

7. adhy. XIV. Kum. II, 6. 

daTvayan mahimAnam tvaiu tisribhir müitibbih prabho | 
utpattisthitiDA^AnAm eko 'bhü^ kArauam smritah || 

babokAIaparyantam ^ülv erani ricitrodyAnikdishtt ^anaih 9anais tyrnktarridii^ 
narodbayA ^faba kridAsaktamanAb »amabhavat. tado *tsaTinte aram sram lokaa 
prati ^Üly-atsfishtA mahAMTuguhArAsA HarimukhA devAh sambh&ya maalnir 
yimAsatt: ,.satyaTAk satyapratguo MahAderah: ,,STam Atmajam otpAdyA 'dym tu 



1) yiwharam, iai Pandxt, 
^> tayo d«n«L 



Bibliographische Anteigen. 193 

vikthiihT»** ity aroeat, tad evam tasy&h pratijniyi mahto rilambo jita iti^ 

SXtri-diTyftnta^piiravftsi jagatpati^ kina karotiti jnfttnm Sad&gate^ pHknimfttra- 

V^si^&t tatra Vftyiir eva preshja** iti ; param ta klUnasye 'va svasyft *p! gatim 

manyamiDal^ PrabhaJ^aoo devakiryam kartuip oft 'niim«iie; tad& Brahmftdisa- 

kilasiinüokaprftrthaiiayft n^atAcalam sa gantamani^ prabhur babhüva; tadik 

Vljvr dTirasthair bbiknair ganair alakshita^ sam^loikalpasya „Candraoüdlknta^- 

pmun coraTat kfan iti pimyi^aat** 'ti yftclk bhartaajato 'nta^qpmidhipater Kandino 

BiUtaiiiJagima; „ath&'sti mamft 'paridbo mabint, trayai Va kshamyaUlip, Can- 

^nettdAnta^pnram ca m&m naye" *ti Vftyii-iiiTeditalt kniddho Nandi: „na to 

/im aamaya^ Samtrane*' 'ti taip niT&rayftmisa. tata^ sar^ritam ratnasioam 

H^ A^oga^ Uünno Jagima ; Parame^Faragatim i^lknatH Vftyoiii niredyamAnl 

OeTAdhideTadTirade9a8amA9rayaoam ero *pftyatT«iia iii9cinTaiitah snragan&h Sn- 

fterayailatah KailAsa^ailam Agatya taira yadricbayft bahirdTftrade9am A^ritam 

siddhagandbarraganopaseritam ^) Nandinam samt&nakapraaünakair abhyarcya 

•tutibhis tosbayitTi ca T&rakak^ta9okamah&rnaTaiiiagiii^agadaddharanakftranam 

^anuiie9Taram npaMvitoip oiTedayim&siib* Atba Nandi tasmai sorlLn sevftyai 

» m ig Btin vyiggnapat ; atha Nandi tadl^nixn samprikpya pa^cftt surin pr&payat. 

s^ba Deryi diyyasiähftsanArüdha^ smayaminamakhUmbiijo Mahltdeyah pritikan- 

tmkitatragbbyo dertbhyo daryanam pradadan; aTa9&ntarfttmftna8 te 'pi stutyaqi 

Um stntibbir asturan. atba diTishatprftrthito ▼adanaabafkaiamkritatano^i Pftr- 

^atSm BfcktnkshaTn Tyalokayat; tadaivo "rdfavaretaso nayanasba^ena ko^ftrya- 

kUigniaaquübham teja^ shodbi niragit; tenft *titarim bbttinUm devteftm prftrtba- 

aaji samtnshtasya Mahltdevasya smritimAtrena carftoariu'agadvyftptam api 9irvam 

ntu tadantikaip tatksbanam era samprftpa; athi *ti94ntam sttksbmSbhütam tat 

t^d«Tfta9 ca Tilokya „he Vahni-TAyü idam mattcjo nayat4*) "9V Apagftm anta 

fmTaaam ca«' iti MahAdevo 'i^t*). 

cram „ Muririprabhritayo 'marft apy anuy&ntv idam** iti Mahideva l^nft- 
ptjiinftM, Pavamina^ P&vako*pi parasparam shadyidhai;! tat samühya kathamcid 
Qtigiip nayatal^ sma, sA ca ^Inram reto 'sahamänA 9arata^kanuidhya8thapad- 
■imadbyam anayat, tad al^aip t^as tatrft *lpenaiva kUena radanashalkena 
^Tida^abhi^ai^ pAdadrayena ca viri^aminam vapnh pupotha, tata9 ca sarram 
jigit tatosha; atha sam&hüya Krittiktohatkam Vishnar enam sUnyam ap&yayat; 



1) ^ganapa^ im Pandit 

2) Sic! der Dual iet nSthig. 

3) im Kam. ist dies Alles viel kfiner mid statt Vftyu ist es Tielmehr 

Agni, der in Gestalt einer Taube als Kondsobafter in das sambhogagribam der 

PInratI dringt nnd Ton der Ersflmten verflacht mit ^^va's entfallnem, resp. auf 

ika gefiUlnem, Saamen abgebt (9, 16). Mahidera beschwichtigt die Pirv. wieder, 

nd nun erst meldet Nandin ihm die an der Thfir harrenden Götter. Er ent- 

lisst dieselben (IX, 36), steigt mit Pirvatf auf seinen Stier nnd reitet aof ihm lam 

Kalliia. Beim Anblick des daselbst ihm in Ehren einen Tans anfffthrenden 

Psares Bhringin nnd KAli wurd PftrratS so entsetst, dass sie sich eng an Ma- 

hid«Ta anschmiegt (IX, 49). (Wer ist denn diese Kill? sie trftgt einen 

fl#ii«i^jJirT^f>« um den Hals, nnd beim Tansen ist ihr Antliti danshtrUkarftla. 

Mahftdera ist ihr Herr, prabhn; ihm an Liebe begrttsst sie die junge Braut 

mÜ Ihrem Tanse. Bbringin wird als caladvishAna, TikatiLiigabhanga, dantura, 

^ttitf^rtfr|V»a*ii«H^ beaeichnet). 

Bd. XXYH. 13 



194 Büdiograpkuche Anzeigen. 

athA eko 'pl b&Uh sluitkrittikitoshirtham tadaiva sbodhimfirtir abbaTat. atha 
pntravaktr&mbnjeksbauotsiiko Mabftdevab saba parvatarftjapntTyft Trisbam ämbya 
pratastbe, Ud-aDU ^arayaoAntikam ägat& P&rrati Parame^YariJnayft sbad api 
bilftn ilfliöga, pAiravad eva sbadvaktram ekam evai lucakira, aüui pitaraa 
pntrena saba Kailftsam ijagmatub *). 

bälas tv aciraoai Va k&Iena sakalavidyftb samabbyasya sakalaloktlokana^ 
Tismayakarain mallayaddb&dikain Tidhftyai Icadi Bomera^rmgaTiksbcpakifdiip 
knnraäs tanm&yftpabntjyiiliMna DeveDdrepa saba samanTflisam Iracayaii Qialh 
patistatyi tasbto bbütrft tatpiirtbitaiii samipatyam*) angieakftra; tadana Marft- 
riprabbritayo 'mari api KiüUsasyai "yai 'kasmin ^ikbare sarvaaagbblgyabhijanain 
Skandaporain viracayya tatra Haittmajam sainipaty« *) ^byasbiSean. ermm gate 
mabati k&Ie MnritriprabbritideTaprirtbaiiayft saintusbUraAnasan Pirvatf-Para- 
me^Tarau sarra^atmnibarfainim ekäm 9aktiin manaso *^»idya tatsampannam 
pstram Uingya mftrdbm ci "gbrftya ,^iiriLr&tiii sambare'* 'ty ftjnftpayinykaatiib, 
nAiiistrasampaimam etam prastbipayAtnAsatii^ ca*). A. Weber. 



1) im Kam. eriteimt Agni, dessen Leib Ton dem flammenden Saamtn 9^Ta*s 
gebrannt wird, naeb Berednng mit Devendra als einsiges Mittel dagegen ein 
Bad in der GaJigft angeseigt, findet ancb in ibrem Wasser (X, 35 Macbbildong 
VOL Bbartribari I, 31) Erqaicknng, wibrend sie das von ibm in ibre Flotben 
gesenkte ^ftnram retas nur scbwer tragen kann; daaselbe tbeilt sieh dordi ibr 
Wasser den znüillig, da es mAgba-lf onat ist (eine Anspielung auf den alten y«g>^ 
Beginn?;, zum Baden berbeikonmienden secbs KrittikA mit, die es damiy anflhig 
es zu tragen, im Röbricbt (farayana) deponiren (X, 09} , wo es sieh aim 
Shanmakba gestaltet, nnd von der OaägA mit der Milcb ihres Bnsens genihit 
wird (XI, l). Als sich nun einst die Oang&, Agni und die KrittIkAs darlber 
stritten, wem der Knabe gehöre, kamen soWig Pitvad and Parame9rara daan, 
und von ihrem Gatten über das Sacbverh&ltniss unterrichtet, nahm Pftrrati des 
IBLnaben auf ihren Schooss (XI, 22), reiehte ihm die Brust, sie' hoben ihn aaf 
ihren Wagen und fuhren mit Uim naeb dem KailAsa, wo darob g ross e r Jabel 
entstand (XI, 30). — Die Legende von der Geburt des Kriegsgottes im ^an- 
vana, Röhricht, ist wohl eine volksetymologisehe Deutung des Pfeildielüehts 
der Schlicht, ebenso wie seine Beziehung zu den sechs Krittikäs nur eine 
fSlscblicbe Deutung seines Namens Kftrttikeya, der vielmehr darauf surflek geht 
(s. Ind. Stud. I, 269), dass im herbstlichen kftrttika- Monat (kirttikim sassa- 
tikramya) die Kriegszfige unternommen zu werden pflegten (also umgekehrt 
wie die Römer den Mirz nach dem Mars benannten). Der Pfau als Vogel 
des Gottes (s. z. B. Meghad. 45) bezieht sich wohl auch auf den prableriseban 
Schmuck und Stolz des Kriegers. 

2) senA« un P. 

3) im Knm. wird lunlehst geschildert (XI, 39X ^i® <1^ Knabe nan tt^Yt- 
lieb und zur Lust seiner Eltern gedieh und mannichfaehe Korsweil (btlakifdA) 
trieb. Als nun Devendra einst seinetbalben mit den Gütern den Maheyi, «äf- 
suchte, ertbeilte dieser, durch die Bitten der Götter bewegt, ihm den Auftrag 
als ihr Heerffibrer den TAraka zuvemichten, worauf er denn auch bereitwUHg 
einging (XII, 56) und worob sieb P&rvati höchlichst freute. — Im Ownsn 
machen diese Differenzen des Kum. einen günstigen Eindruck, «nd 
eher die Vorstellung, dass das ^ivarabasya spSter sei, als die «mgekehrts, 
es die Quelle mr Kum. IX — XÜbilde. 



Bibliographische Anzeigen, 195 

W. Wrtgkt^ Catalogue 0/ Syriac Manuscripts in the British Mtueum 
acquired since the year 1838. Part III. Printed by order of the 
Trnstees. Sold at the Briüsh Museum (London) 1872. — S. 1039—1349 
and XXKVIII S. nebst 20 photographischen Tafeln. In Quart. 

Kaum zwei Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes von Wright*s 
Catalog erhalten wir schon den dritten und letzten. Derselbe führt die Be- 
sehreibang der Handschriften zu Ende, indem er uns die nicht im strengen 
Sinne kirchliche literatur darstellt. Ich sage ausdrücklich ,, nicht im strengen 
Snne", denn obwohl diese Literatur noch nicht den sechsten Theil des für 
& kirehlicbe nothigen Baumes in Anspruch nimmt (ungefähr 160 S. gegen 
mehr als 1000), so haben doch bei Weitem die meisten der uns hier vorgeführten 
Schriften wieder enge Beziehungen auf Kirchliches. Von der Geschichte erhalten 
wir hier grosstentheils Kirchengeschichte, von Biographien Heiligenleben und 
Viitjreracten u. s. w. Man muss freilich beachten, dass diese Sammlung fast 
giai aiu einer Klosterbibliothek genommen ist; aber die kirchliche Literatur 
hatte ja Überhaupt bei den Syrern ein sehr unerfreuliches und wenig heilsames 
C^MTgewicht über die weltliche. 

Unter der Rubrik „History«' ist vor Allem die erste Nummer (DCCCCXI) 
Wrvunoheben , die 5 ersten Bücher der Uebersetzung von Eusebius' Kirchen- 
gesehiehte in einer Handschrift des 6. Jahrhunderts. Nach dieser wie nach 
d« Petersburger Handschrift vom Jahre 462 gedenkt der Verfasser des Catalogs 
iwimiphiit die ganze Uebersetzung herauszugeben , ein Unternehmen , weiches 
fir die Feststellung des Urtextes, dessen Handschriften natürlich alle weit jünger 
tind, TOD allergrösster Bedeutung zu werden verspricht. Leider finden wir auch 
im British Museum keine • syrische Uebersetzung von Eusebius* Chronik und 
GsDon, sondern nur einige Auszüge und Fortsetzungen. Wichtig ist nament- 
Bdi das Bmchstück einer Fortsetzung der Chronik, wahrscheinlich durch Jacob 
von Edessa (S. 1062 ff.); da es bis auf Abu bekr geht, so ist zu erwarten, 
da« sieh daraus wenigstens für die Chronologie der späteren Sasaniden Einiges 
fcvinnen llsst. Auch einige unechte Eusebiana sind in der Sammlung; so das 
von Wright herausgegebene Büchlein über den Stern und auch wohl die Er- 
Uinuig der Völkertafel (S. 1040.) Von den syrischen Originalwerken dieser 
AbtheUung sind (da des Barhebraeus Chronik hier nicht vertreten ist) ohne 
Zweifel die Werke des Johannes von Ephesus die wichtigsten. Daran reiht sich 
die von Land herausgegebene Compilation, welche hauptsächlich auf Zacharias 
von Mityiene beruht Mit diesem Bande, besonders dem legendenhaften Stoff seiner 
fluten Thelle, berührt sich mehrfach ein anderes Sammelwerk (nr. DCCCCXVIII). 
DsMelbe enthält u. A. die Geschichte der Sieben Schläfer in einem Text, der, nach 
te Proben zu nrtheilen , vollständig mit dem Land^schen (Anecd. III, 87 ff.) 
tbersinkommt , während die Version einer andern Handsclirift (S. 1090 b) in 
tei Abweichungen, namentlich rücksichtlich der Eigennamen, zu der des Dio- 
■jsfau Ton Telmalir 167 ff. stimmt; alle diese Textgestalten der Legende gehen 
aber suletzt auf eine einzige zurück. Merkwürdig und vielleicht wichtig ist 
der In Jener Handschrift enthaltene historische Roman vom Kaiser Jovian , wie 
aneb die ihm vorangehenden Stücke über die Söhne Constantins und über die 
Verfolgong des Eusebius von Rom durch Julian romanhaft sein werden. Es 

13* 



^96 Bibliographische Anzeigen. 

wäre zu wünschen, dass einmal ein historisch und sprachlich hinreichend ge- 
schulter Gelehrter diese Sachen sorgfältig prüfte und sie, wenn sie durch ge- 
bchichtlichen oder legendarischen Stoff oder auch nur sprachlich Werth haben 
sollten , herausgäbe. Auch suuät finden wir allerlei erbauliche Erz&bhingeu an» 
christlichen Sagenkreisen. Ebenso hat die Sammlung begreiflicherweise keinen 
Mangel an Heiligenleben und Märtyreracten. Wir heben vor Allem herror, dass 
wir hier wieder einige neue ,,persische^^ Märtyrer kennen lernen und zu den be- 
kannten Acten mehrfach neue Handschriften finden. Ich glaube, es wäre sehr 

m 

au wünschen, dass sich ein daiu Befähigter entschlösse, die gesammten Acten 
der persischen Märtyrer noch einmal herauszugeben. Durch das bei Wright und 
bei Kosen verzeichnete Material wird das von St. Ev. Assemani benutzte sehr 
erheblich vermehrt, und diese Acten haben ja einen überaus grossen hbtorischen 
und daneben, als alte Erzeugnisse des syrischen Ostens, der von griechischer 
Sprache weniger berührt war, auch einen hohen sprachlichen Werth^). Von dta 
aus dem Griechischen übersetzten Heiligenleben dürfte wohl das Wenigste 
einigen Werth haben. Dagegen lohnte es sich vielleicht, aus den ziemlich zahl- 
reichen Originalbiographien syrischer fronuner Männer eine passende Auswahl 
tu treffen und herauszugeben. Wir werden dabei jedenfalls viel Eintöniges 
und Abstossendes finden, aber wir bekommen doch aus solchen Schriften einoi 
Einblick in das wirkliche Leben und Denken des syrischen Volks , wir lernen 
den Boden genauer kennen , der nachher das Hanptgebiet des Isläm*s ward. 
Nebenbei flült Manches für Geschichte und Geographie ab. Das erhellt ja aas 
den durch Land herausgegebenen Sachen von Johannes von Ephesus*]^ ud be- 
sonders aus dem Leben des Simeon Stylites. . Vielleicht entschliesst sieh Land 
einmal, in einem weiteren Bande seiner Anecdota eine solche Auslese von sy- 
rischen Heiligenleben zu geben. Zu diesen ganz oder doch fast gana geseiiieht- 
licheu Ersählungen von Heiligen und Fromm<:n bilden den sdtsamsten Gegen- 
satz die Biographien des heiligen Georg, der seine ausserordentliche Terehru^ 
ganz be;^uders seinem völlig mythischen Wesen verdankt. Koch in sieaüich 
modernen nestorAnischen Georgs-Liedem im |y90} j^K^*^ &nd ich sehr alter- 
thümUche Zuge. Es wäre sehr zu wünschen, dass v. Gatschmki's üntersach- 
ungeu über diesen Heiligen mit Hülfe des reichen syrischen ud 
Materials m»ch einmal weitergeführt wurden. 

Philosophie und Naiarwissenschaften nehmen in dem Catalog ketne« 
Kaum in Anspruch; doch enthalten die betrellendeii Abschnitte Mandwt, was 
thei's an sich, theüs zur Herstellung des Textes der griechisclieii Origiaule, thcib 
lexicsdisch von Wichtigkeit ist In letzterer Hinsadit bnmcbe idi an- aa fie 
Lagarde herausgegebenen Geoponica zu erinnern. Von dem. was diese 
ausoMcht, ist übngeos schon MaaclMs durch Lagaide, Sachau n. s. w. 
gegeben. HiiM- Anden wir anch das ..Buch vom den Geseisen der 



1 k Ich saöchte wissm, ob die ^ U^S b 



Ads<kreibelehWr beruht, oder «b hier virküch noch das 
th etwa Varathrin =r Verethraghna «^^bliebeB in 
i DariU5 ä»ien wir hier $. llijb die Oesckickle 
Ma^ie - La&>£ IL 3.U C 



Bibliographische Anzeigen. 197 

cjnem Schüler des Bardesanes. Ich zweifle, beilfiafig bemerkt, nicht darao, dass wir 
in dem syrisebeD Text das Original haben, ebenso wie ich den augeblich von 
Meliton Tcrfassten Discurs für ein kaum jüngeres syrisches, speciell Edesse- 
nisches Originalerzeugniss halte. Dass der syrische Stil dieser alten Schriften 
schon stark unter griechischem Einflnss steht, so dass sie leicht den Eindruck 
TOD Uebersetzungen machen, kann uns bei genauer üeberlegung der Schul- und 
CsltunrerblUtnisse gar nicht Wunder nehmen. — Ein gewisses Interesse be- 
inspnichen vielleicht ein alchymistiscbes Werk und ein Physiologus, dei* den 
Von Tychsen herausgegebenen an Umfang sehr übertrifft. 

unter deo sprachwissenschaftlichen Werken ragen vor Allem die Fragmente 
4s6 Jacob von Edessa hervor, welche Wright hier wieder abdruckt, so weit sie 
eben im British Museum vorhanden sind. VergL darüber meine Besprechung 
ia den Gott. 6eL Anzeigen 1871 Stück 44. Von Barhebraeus ist hier nur die 
kleinere Granunatik vertreten. Dagegen finden wir eine Reihe von nestorianischen 
iprachwissenscbaftlichen Schriften, welche zum Theil eine gründliche Durch- 
forsehang verdienen. Für mich würde ein ganz besonderes Interesse habnn 
dne kurze Schrift mit neusyrischen Paradigmen. Da diese im Jahre 1676 
fesehrieben ist, so giebt sie unzweifelhaft das älteste Specimen dieses Dialects, 
wie denn die Probe, welche Wright abdruckt, wirklich zwei Formen enthält, 
die alterthümlicher sind als die jetzt wenigstens in Urmia gebräuchlichen. Der 
Sammelband, welcher diese Schrift enthält, trägt u. A. die türkische Beischrift 

eines Besitzers in syrischen Buchstaben : ^JuJ fCü Of^^ Az^ -^|>i^f^^ GLD 



jlo/ )0O\ \X> ^ <^ ^ ^o/ MÜQU^l , I ril VI O V^ ^^ d. i 

• i • ^» * m * • ^ •* • * 

jJ^t j>JLjr/o (sie) ^^yjf^^^\ „diese Paradigmen sind mein, des Presbyters Nfir- 
eddin , Eigentbum gewesen ; mau wisse , dass Niemand sonst Autheil' an dem 
BtsÜB hat.** . Ofc;v<ws scheint ein wunderlicher arabischer Plural von dem 






in dem Buche mehrmals gebrauchten und auch sonst üblichen 

(^weigbildung**, dann = ^^Ju^aoÜ gebraucht) zu sein ; die Verstellung des ^ 
riUirt wohl daher, dass der Schreiber dasselbe nach nensyrischer und türkischer 
Weise gar nicht aussprach. 

Von lexicalischen Werken enthält die Sammlung nur den Elias von Nisi» 
bis. Auch bei Rosen und Forshall befindet sich weder ein Rar ' Ali noch ein 
Bar Bahlül. Es wäre sehr zu wünschen , das es dem British Museum gelänge, 
fiese Werke in guten Handschriften zu erwerben, schon wegen des Nutzens 
den sie beim Studium der übrigen syrischen Handschriften als Nachsohlage- 
bftcher gewähren müssten. 

Den Schluss des eigentlichen Catalogs bildet die Beschreibung einer Reihe 
von losen Anfangs- und Schlussblättern, welche theils noch Stücke von Texten, 
theils bloss Unterschriften u. dergl. enthalten. 

Da Wright leider die ältere Sammlung aus seinem Cataloge ausschliessen 
mosite, 80 ist es wenigstens erfreulich, dass er (im Appendix A) eine lange 



X98 Bibliographische Anzeigen. 

Reihe von Verbesserungen und Zusätzen zu Rosen*s und Forshall*s CaUlog 
giebt. Dass derselbe sehr verbesserungsbedürftig war, hatte ich selbst sehon 
ausgesprochen ; aber in dem Grade , wie es sich hier zeigt , hatte ich es doch 
nicht geglaubt'). 

Der zweite Anhang giebt eine sorgfältige Beschreibung der mandäi sehen 
Handschriften, Die Sammlung, welche nur der Pariser nachsteht, enthält u. A. 
3 fast ganz vollständige Handschriften des Sidra Rabba, welche , wie ich aas 
umfangreichen Proben sehe, die ich Wright's Güte verdanke, nicht selten zur 
Verbesserung des herausgegebenen Textes zu verwerthen sind. 

Den Band beschliessen vortrefiQiche, sehr umfangreiche Indices, welche sich 
alle mit auf den Rosen^schen Catalog beziehen. Besonders dankbar bin ich dem 
Verfasser für den „Index of Syriac proper names, chiefly geogra- 
phical*^ Diese Ortsnamen zerfallen in rein syrische und in arabische oder 
doch in ihrer Schreibung durch das Arabische beeinflusste. Die erstere Gruppe 
ist natürlich die wichtigere. Wright hat die arabischen Namensformen, soweit 
er sie nachweisen konnte, beigesetzt. Hier Hessen sich noch einige Nachträge 
machen. So finden wir )oio/ nicht bloss als Ovqtua (Ptol.), sondern auch als 

1 1 «^kJÜQJtVf ^ifOnfAoaaia ist ^LmX^nw^ (wohl zu unterscheiden von 



r^ 






, Saftonaia^ Jju-i»»».,iA-4.,Aw) * J ^ ^ bt .»>, m^ W u. s. w. Dass 
H>OM-*? 1134 & wirklich das bekannte jy^ (im westlichen Medien) ist, 
ergiebt sich aus seiner Zusanmienstellang mit ^J, i'i^^ (^S^* *^^4^^ s. v.). 

• 

Das ib. genannte s^^X00^20 ist \JxX3 ..^L:>>.^ , welches auch bei den 

Historikern öfter vorkommt. Hier ist die alte Form wohl erst durch die syrischen 
Abschreiber entstellt; das dem Jäqüt unerklärliche vJkXÄ ist =: neup. scXX 
„Haus^^ Von den schon in meiner Anzeige des zweiten Bandes besprochnen 
„arabischen" Orten werden sich, hoffe ich, mit der Zeit noch manche verifScieren 
lassen. Zunächst möchte ich fragen, ob j^^VOüOI lüSJL vielleicht OL^^t Cj^^' 
sein kann ; dann hätte sich das Reich der Ohassaniden allerdings ziemlich weit 
nordwärts erstreckt. Wenn Wright's Identificierungen syrischer und arabischer 
Ortsnamen sich also wohl noch etwas ei^änzen lassen, so werden sie doch sehr 

selten zu verbessern sein. Ich möchte nur ^^^ lieber durch KJLa.^- 

(heute „Djebleh'*) „Gabala" als durch Jyc*^ „Byblos'' und |.^X>OOtyi jLt«* 

durch CAX^t sUtt durch KjUlX^^I erklären. Grade die Reichhaltigkeit 
dieses Verzeichnisses regt aber den Wunsch nach einem noch umfassenderen 
Ortsregister an, welches sich wenigstens auf die ganze gedruckte Literatur 
erstreckte. Schon Assemani's Bibl. or. und der Pa^'ne-Smith'sche Catalog der 



1) Ich bemerke hier, dass die Z. d. D. M. G. XXV, 272 von mir ans 
Rosen als vulgär angeführte Form \L*i^( (JL^aD) auf einem blossen Druck- 
fehler beruht: die Handschrift hat nach Wright's Angabe (S. 1204 a) J^ yv^ 



Bibliographische Anzeigen, 199 

Ozforder Sammlung*), welcher wegen der snm grossen Theil muronitischen 
flerkmift der Handschriften viele Orte ans dem Libanongebiet enthält, würden 
m reiches weiteres Material geben. Dazu käme dann, was sich in den Schrif- 
tea des Johannes yon Ephesos und sonst findet. 

Diesem Bande hat Wright 20 photographische Facsimile's beigeben können. 
Sie dod, Alles in Allem, gewiss das Beste, was wir in dieser Art haben. Vor 
den Land'schen haben sie u. A. das voraus, dass sie je eine volle Seite aus 
ooem llaniiscript geb^i, so dass wir ein vollständigeres Bild von der Art der 
Schrift erhalten, als es bei den kleinen Proben möglich war, mit denen sich 
Land meistens begnfigte ; freilich konnte dieser dafür wieder aus bedeutend mehr 
Handschriften Abbildungen liefern. Unter den Facimile's erregen ein besonderes 
Interesse die sehr alten, welche griechische Vocale zeigen. Weniger gilt das 
von Tab. VII, welche eben nur griechische Wörter mit solchen versieht, wie 
von Tab. VI, wahrschdnlich ein Autograph des Jacob von Edessa darstellend. 
Ist die Handschrift das wirklich und sind die Vocalseichen >) , wie Wright fest 
veniehert, von erster Hand, so muss man allerdings annehmen, dass schon 
Jaeob das alte d wie 6 gesprochen und Oberhaupt im Wesentlichen die Aus- 
sprache der späteren Westsyrer gehabt hat. Ich meinerseits hege aber dagegen 
noch entschiedene Bedenken. Hätte Jacob diese bequeme Vocalbezeichnung ge- 
kannt und gebUligt, so hätte er sich kaum so viel Mfihe mit der Erfindung 
neuer Methoden gegeben. Sprach er 6 statt d, so ist es schwer zu begreifen, 
dsss er den Voeal durch Alef beaeichnete, womit er sonst griechisches a 
•■sdrfickte. Und dazu bat er ja in seiner neuen Vocalisierung noch zwei be- 
ssadere o *) neben dem u bezeichnet, während die späteren Westsyrer alle durch 
Wau ausgedrückten Vocale gleiehmässig u sprachen; die Annahme, dass er 
n dem Z ' q ä f ä noch ein drittes o gehabt hätte , ist doch bedenklich. 
Ual« diesen Umständen kann ich nur annehmen , dass entweder jene 
Veealaciehen trotz alledem erst von späterer Hand sind (die dann allerdings 
sach wohl das griechische Wort gesetzt hat , das wir Tab. V am Bande finden), 
oder aber, dass die Handschrift doch nicht das Autograph ist. Möglicherweise 
kdnate ja selbst ein Amanuensis die ihm anderweitig bekannten Zeichen gegen 
dta Willen des Verfassers gesetzt haben. Denn ich leugne keineswegs die 
, dass die spätere Aussprache z. B. des d damals schon in Edessa 



m sich gegriffen hätte, aber ich halte es für höchst wahrscheinlich, dass Jacob 
riebt diese, sondern die ältere für die bessere hielt und durch seine Bezeich- 
BBOf darstellte. 

Unter den gegebenen Proben zeigen im Allgemeinen die älteren die schönste 
Schrift, und selbst die von Wright mir geäusserte Vermuthung ist gerechtfertigt, 



1) Dies trotz einiger Schwächen vortreffliche Werk konnte ich endlieh 
liitr in Strassburg benutzen, da die Oxforder Universität es mit ihren sämmt- 
Bchen übrigen Publicationen unserer Bibliothek geschenkt hat. 

2) Wright macht mich brieflich darauf aufmerksam, dass ausser den rothen 
Voealen auf Lin. 1 ein schwarzes Y über dem Worte JbOO^ und auf Lin. 23 

cb ebensolches O über dem Worte Q\y^ erscheint. 

8) Der lautliche Unterschied dieser beiden ganz verschieden bezeichneten 
\A «oeh Dieht klar. Barhebraeus hat dies AUes nicht mehr recht verstanden. 



200 BihUographitehe Afueiffen. 

das» Edessenische Handschriften des 4. Jahrhunderts, wenn wir solche Mitten, 
noch schöner geschriehen wSren als die des 5. Jedenfalls erhellt schon mum 
dem Bchriftcharacter die auch sonst feststehende Thatsache, dass genau in diesem 
Dialect auch in vorchristlicher Zeit schon Viel geschrieben war. Uebrigens 
seigt sich das Estrangelft auch noch in einigen etwas sp&teren Handaehriflen 
schön und sierlich; yrgL namentlich Tab. XI (vom Jahre 600) und XII (von 768). 
Später wird es immer hftsslicher, w&hrend die neueren Cursiven hie und da gans 
geftllig aussehen. Es w&re zu wünschen, dass einmal Jemand die parallele 
Entwickelung des EstrangeUl und der Kufischen Schrift genauer untersuchte. 
Namentlich in ihren Ausartungen haben beide überraschende Aehnliehkeiten 
Ebendies gilt von dem Uebergange der älteren in die neuere Schriftgattnng. 
Ich erinnere mich s. B. eines Korän's, dessen Schrift gani den Eindruck machte 
wie die syrische auf Tab. VIH (vom Jahre 790). 

Die drei letaten Tafeln stellen die christlich-palästinische Schrift dar und 
xwar zwei in ihrer Ausartung, eine in ihrer bessern, alten Gestalt Die be- 
treffende Handschrift ist ein Palhnpsest ; die Photographie ist so gelungen, dass 
man, während man auf den ersten Blick nur einzelne Buchstaben glaubt er- 
kennen zu können, nach und nach den ganzen Text herausfindet. Zu be> 
dauern ist, dass nicht auch einige Tafeln zur mandäischen Schrift gegeben 
sind, für welche es an ganz zuverlässigen Abbildern noch sehr fehlt 

Ausser einigen „Verbesserungen und Zusätzen*' enthält endlich dieser Band 
noch die ziemlich lange Vorrede (XXXIV Seiten) zu dem ganzen Werk. In 
derselben finden wir eine aus den besten Quellen geschöpfte Geschichte dieser 
syrischen Bibliothek von ihrer Sammlung in der Wüste von Skete bis zu ihrer 
üeberffihrung nach London und ihrer jetsigen Aufteilung. Es ist eine zum 
Theil sehr ergötzliche Erzählung: europtischem Wissensdrang und enropäSeeber 
Beharrlichkeit gelang es , sich orientalischen Stumpfsinn und orientalische Ge- 
winn- und Genusssucht dienstbar zu machen, um die Schätze zu heben« In 
der Vorrede ^ebt Wright femer eine vortreiBiche Ueberaicht über die wiehtigeteB 
Werke dieser Sammlung. All^^ngs muss es eine Freude sein, diese Schfitae 
unter Händen zu haben, mit denen höchstens die schwer zugänglichen dee 
Vatican's wetteifern können, deren Hauptmasse aus derselben Klosterbibliothek 
stanomt! Freilich ist das British Museum nicht in allen Literaturzweigen gkich 
gut versehen ; so kann es sich im Fach der Sprachwissenschaft durchaus nieht 
mit der schönen Sammlung der Bodleiana messen: aber selbst wenn der Orient 
noch ungeahnte syrische Schätze herausgäbe, selbst wenn wir, was höchlich 
zu wünschen und durchaus nicht unmöglich, noch bedeutende Massen neatorin- 
nischer Literatur aus den östlichen Ländern erhielten, hat diese Sammlung durch 
ihre vielen alten und werthvoUen Handschriften stets die Aussicht, die erste 
oder doch die zweite zu bleiben. Einige Bemerkungen über das Verfahren der 
Syrer beim Schreiben, von der Auswahl der Materialien bis zum Einbinden, 
femer über die gegebenen Facsimile's und über die Abfassung des Catalogs 
selbst schliessen die gehaltreiche Vorrede. 

Seit Assemani's Bibliothek ist kein Werk erschienen, das für die gesammte 
syrische Literatur von der Wichtigkeit wäre wie Wright's Catalog. Unser 
yoUer Dank gebührt dem Verfafser wie allen denen, welche ihm vorarbeiteten 



BtbUoffraphisehe Afmeigen, 201 

ni flm uttntfitsten, vor Allen den Tnisteet des British Musenm's, welche 
dii Ifittal so dem Werke bewUligten. 

ftnatbwf i £. Th. Nöldeke. 



^li\ wU^" 27^ booJe V Hebrew roois, hy Abu'l Walid Mer- 
wan ihn Jannah^ atherwise ccUled Rabbi Yonah. Now firat 
€dUedy taith an appendix, conUnning extracts from otker Hebrew- 
arabic DieHonaries , by Ad. Neubauer. Fascicalus I. Oxford 1873. 
gr» 4. 386 Colnmnen. 

IHs firfiher so sehr ersehnte, nun schon lange erwartete arabisch abgefasste 
hebrfische W5rterbnch des berfihmten Abolwalid, des Mannes, welcher ffir 
lange Zelt die hebräische Sprachwissenschaft abgeschlossen und die Quelle für 
aOe ^Item war» ist nun endlich seiner ersten H&lfte nach erschienen. Wenn 
wir ans beeUen, dayon als von einem wichtigen Ereignisse Kenntniss an geben, 
to mflsaen wir uns doch gegenwärtig mit einer vorläufigen Anzeige begnügen 
Du Werk ist nämlich erst sur Hälfte da , und es empfiehlt sich , vor einem 
writom Eingehn seine Vollendung abzuwarten. Dann aber gebührt auch dem 
der Vortritt, um uns über so manches Wissenswürdige in dem 
wie zur näheren Würdigung desselben und seiner Ausgabe zu belehren 
er e« sicher zur Zeit nicht fehlen lassen wurd. 
VorIJbillg bemerken wir nur so viel. Dtr Text ist nach zwei sehr vorzüg- 
AehsB Handsebriften gedruckt, einer in Oxford und einer in Ronen ; die letztere 
erst bekannt, als schon mit dem Drucke begonnen war, so dass desshalb 
nnterbroehen ward und mit Beseitigung des schon Gedruckten nach 
benieherten Hfilfsmitteln nun seinen Anfang nahm. Auch die handschrift- 
kebriische Uebersetsung bt, wo es erforderlich, zur Feststellung und Be- 
des Textes benfitzt. Beide Original-Handschriften haben noch den 
Vdtsig, dass sie auch Olossen haben, welche Interessantes bieten. 

Dm Werk Abuhralid's ist allerdings von den Späteren so stark benutzt, 
imm et fisst ausgeschöpft sein mag, doch wird man non jedenfalls bei Vielem, 
was wir tos Spätem gelernt , erfahren , dass wir es ihm zu verdanken haben, 
md «0 wird auch an einzelnen Belehrungen, die übergangen werden und die 
■Bt aneli Jetzt noch neu entgegentreten, nicht fehlen. Seine Beaeutung bleibt 
fir VHS allerdings vorzugsweise eine literarhistorische, und dazu gehören auch 
die bei ihm sich vorfindenden Anführungen. 

Bahr zahlreich sind die thalmudischen Stellen, die er zur Vergleichung 
bcnttisty and da begegnen wir beachtenswerthen Lesarten. Eine solche findet 
siek s. B. in einer Stelle, welche überhaupt zur Worterklärung von seinen Nach- 
onberüclcaiohtigt geblieben. Abul walid nimmt nämlich "^^^ nicht in der 
von „schon^*, „längst*^ sondern mehr als BeAtätigungspartikel, wie 

das arab. JÜi ^ die freilich in jenen Sinn leicht übergeht ; besonders wendet 

er Mine Attiiastang für I^DlDä Koh. 2, 16 an, wo er es mit ^t wiedergegeben 
>abflB will, das die Bedeutnng der Vergangenheit gar nicht einschliesst, indem 



202 BibUoffraphißche AnMcigen. 

hier im Gegen theile mehr in die Zukunft geblickt wird: ,,weS] wahrlich In des 
kommenden Tagen Alles vergessen ist^^ Dafür nun fährt er «Ine Stelle ans 
der Misehnah an (Chagigah 1, 7): „f^^^ nennt man einen Oeg^nstaed, der 
Anfangs in gutem Zustande gewesen ^^^ niTHSI und nun mangelhaft ge- 
worden/' Gerade das Wort ^^!3 fehlt aber in unsem Mischnah- und Gemara- 
Ausgaben, und die neueren textkritischen Vergleichung^n bieten keine Spur von 
dieser Lesart, wie auch Pärchen und Kimchi Ser Stelle überhaupt nicht ge- 
denken. Abulwalid*s Zeugniss aber bleibt von Gewicht. — Auch über die 
Aussprache mancher thalmudischen Wörter belehrt uns A. Er will nicht, dass 
l^^^'^TK) gelesen werde, wie man auch su seiner Zeit that, als komme ee von 
yy^ } sondern '{'^5^'^^^, weil von !^T^ (unter diesem W.); doch seheint auch das 
syr. jfc^OJ für einen Stamm med. Wav zu sprechen. Er liest V^?*^ * obgleich 

wir immer I^Om^ geschrieben finden (St. DH''). — Dass er den sechsten 
Abschnitt von Berachoth mit T^ rtT'^Kn anführt (St. ^'H'^), wfihrend es bei 
uns ^^"^^ lautet, deutet darauf hin, dass letzteres Wort erst allm&Ug das 
erstere verdrängt hat. 

Auch auf Formen, die in den Gebeten vorkommen, beruft er sich. 
Seltsam ist die hierher gehörige Angabe unter 2^2tD, wo er *ntlD '^b&'lS^^ als 
in n^tDb 13**b^ befindlich anführt, womit er sagen will: in dem Mussafgebete 
des Neujahres, aber in dem mit ri*^bw(D SlZlM beginnenden Stücke. 

Natürlich beruft er sich auch nicht selten auf die Massorah, und dürfte 
eine so alte Autorität manche Berichtigung für sie bieten. Ihm ist auch wohl 
zun&chst die Mittheilung zu verdanken, dass Ben-Naftali das Chirek des 
Jod auf die vorangehende Partikel, der blos ein Schewa zukommt, aarück- 
gezogen, also z. B. bK*1tD**ä gelesen wissen will für tD**ä; woher auch bei 

, .j . ,. . (St. S^p7 — Auch der babylonischen Lesarten 

(vJjt-JaJt J^!) erwähnt er unter ^DD. 

Vorgänger fährt er sparsam an. Ich finde einige Male Saadias (fin^ 
p^*», ms) *) Jehudai (nbatltl), Samuel ben Chofni in der Einleitung 
zum Thaimnd (die unter dem Namen Samuel Nagid's bekannt ist) unter tD1*l 
häufiger Scher ira und Hai in ihren Worterklärungen zum Thalmud, letsteren 
auch aus dem „Hawi", und sie sind auch gemeint, wenn allgemein auf Worter- 
klärungen in Mischnahstellen berufen wird ^l^fl y^'>\ auch Chef es im Buche 
der Gesetze ("n^nsV Mcnachem ben Saruk (jtj^); mit Vorliebe gedeakt 



1) Auch wo er ohne Namennennung davon spricht, man habe so und so 

übersetzt {jm*3^ ^»->0*), wie z. B. unter bjl« und tD"^T, meint er wohl 

Saadias, den auch Parchon zu den Stellen ausdrücklich nennt. Ob dieser anders- 
wo eine Uebersetzung , die Abulw. anonym anführt, mit Recht dem Saad. bei- 
legt, ist zweifelhaft. So hat S Gen. 40, 16 für ^ITi nicht O^LaJ, wie bei 

Ab., sondern \^J^^' , was dem Sinne nach der Angabe Parchon's ( "jab nD 

"^yi) fr^^I^^^ entspricht Wohl sicher mit Unrecht schreibt P. Erklärungen Über 

die Bedeutung von y^^ an einigen Stellen (Spr. 14, 33. Ps. 90, 12) dem S. 

zu, die Abulw. offenbar in eignem Namen giebt. Auch Ewald führt eine gans 
abweichende Uebersetsung der Psalmstelle von Saad. an. 



Bibliographische Anzeigen. 203 

er sdnes Lehrt» Isaitk ben Saal (nn^^, tlOD), «nd mit Abu-Sakaria, 
i b. CLaju^, rechnet er hier wie in den vorangegangenen kleinen Streit- 
sdiriften, auf die er vielfach Bezug nimmt, sehr häufig ab. Auflallend ist, 
dass er, soweit ich sehe, keine Veranlassung findet, Dunasch's eu gedenken, 
doch scheint er überhaupt sämmtlichen Vorgängern, mit Ausnahme Chaju^'s, 
wenig Aufinerksamkeit zuzuwenden , und haben die Geonim für ihn nur insofern 
Wertb, als (ie thalmudischc Wörter erklären. 

Abulwalid hat diesem seinem Werke auch, nachdem es bereits in die 
Oeffentlichkeit gelangt war, seine bessernde Hand zugewandt, und manche Ver- 
schiedenheit in den Handschriften mag darauf zurückzuführen sein. Wir haben 
einen ausdrücklichen Beleg für diese spätere Nacharbeit in einem Znsatze, 
den wir am Schlüsse des Artikels W[2 lesen. Er bemerkt daselbst, in der 
Boleitung zu seinem Werke habe er sein Verfahren dahin angegeben, dass er 
die von zweibnchstabigen Stämmen abgeleiteten Formen unter dem zweibuch- 
subigen Stamme behandeln werde, darnach hätte ri1DI2C3 ^^^^ seine Stelle finden 
Mllen, er habe das Wort aber aus Versehen unter n^^ behandelt und es nach 
^nt3 eingereiht. Er wolle es jedoch unterlassen, jetzt eine Umstellung vorzu- 
nehmen, da sich das Buch nun einmal in der früheren Anordnung weit ver- 
lireitet habe. Diese Nachschrift fehlt in der hebr. Uebersetsung. 

üeber das Verhältniss der Handschriften wird uns wohl Hr. Neubauer 
in zu erwartenden Prolegomenen belehren. Vorläufig sei nur bemerkt, dasf 
beide dem Drucke zu Grunde liegende mit Glossen versehen sind, die manches 
Beachtenswerthe enthalten. Auch hier dürften es wieder die angeführten Autoren 
sein, die besonders unsere Aufmerksamkeit erwecken. Häufig begegnen wir ben 
Bileam, aus dessen Buche über die Partikeln Einschlägiges mitgetheilt wird, 
sowie aus seinem Tedschnis die Eigennamen zu den gleichlautenden Appellativen 
hiazugefögt werden. Auch Saadias zu den Psalmen und zu Jesaias wird 
nehrfnch benützt; wie es scheint, lag dem Glossator auch ein Commentar zu 
letzterem vor (zu -pan ^^®'' ^^^ ^» 1)> ^^^ **"'* *^^** Berichtigungen zur 
gedruckten Uebersetzung aus den Anführungen zu entnehmen *). — Auch 
andere weniger geläufige Autoritäten kommen vor, wie Abu-Ibrahim (Isaak) 
benJaschusch (zu ^^^) und der 'Aaak des Moses ben Esra (zu CIDD). 
Die Glossen der Rouener Handschrift geben vielfach Erklärungen , ohne einen 
Gewährsmann anzugeben, doch sind auch sie blos Excerpte aus älteren Werken. 
Als Beispiel führe ich an die Annahme, ^nD ^^- ^^» ^^ ^®^ ^^^ ^IDH ^^ ^^' 
küren; diese Auffassung gehört Saadias an, wie sie A. E. schon im Namen 
ones der Geonim mittheilt, Ewald in den Beiträgen aus Saadias. 

Jedoch ich wuUte blos auf das Werk hinweisen, die Theilnahme der Sach- 
verständigen dafür erwecken und der Hoffnung auf dessen baldige Beendigung 
Mbst der weiteren Ausstattung durch den Herausgeber, der schon auf dem 



1) Als Uebersetzung von nn*! n33tn)3n '(J®*» 51 , 9) giebt die Gl. 
Bonen im Namen Saad. .^LiajI Sl " ' MnbM ; das erste Wort ist, mit dem Heraus- 
l^ber, nach dem Drucke wohl zu AJC>>'ijJt zu ergänzen und zu berichtigen; 
^ sweite a er, welches 3n*1 entspricht, fehlt bei uns ! 



204 BMiographüche Anzeigen, 

Titel noch einen Anhang aus andern nngedruckten hobräisch-arabischen Wörter- 
büchern verheisst , Aasdruck geben. So beschränke ich mich denn yorULofig 
auf diese allgemeine Anzeige, kann aber nicht unterlassen, den Dank an die 
Verwalter der Oxforder Bibliothek, die uns endlich dieses grundlegende Werk 
sngftoglich machen , und an den Herausgeber, der das Unternehmen mit Sach- 
kenntniss und Sorgfalt ausführt, hiermit voll und warm aussusprechen. 
Berlin 25. März 1873. Geiger. 



Kitdb-ul^misbdhi-l'muniri ft garibi-^'äarfii-l'kabtri li- 
r-Rdfvtj, d, i. die leuchtende Fackel zur Erklärung iler seliewn 
Ausdrücke in dem grossen Commentare RafCifs von Abu4-'Abbds 
Ahmed b, Muhammed b. 'AU al-Faijümi al-Maqqari. BüUüc 
1S»1 H. 

Die Quellen der arabischen Lezicographie für europäische Werke sind haupt- 
sächlich der Sali äh und der Qämüs, deren Verfasser dkwhari und Firüzabadi, 
der eine von türkischem , der andere von persischem Ursprünge, durch mehr als 
400 Jahre Ton einander getrennt sind; wenn auch in dieser Zwischenzeit drei 
Lexicographen besonders erwähnt werden: IbnFäris, Zeitgenosse des Gewhari, 
als Verfasser des Mu^mal (t 390), Abu-l-:pasan *Ali b. Sidah ad-darir, 
Verfasser dos Muhkam (f 458), aus Spanien, und Radi ed-din Hasan b. 
Mu^. as-Sal^&ni (fGÖO), Verfasser des Ob&b ez-zakhir, sind diese Werke 
nur grössten Theils unbekannt geblieben. Ein Streit der relativen Vorzüge des 
Öewhari und Firuzabädi hat sich fast bis zur neuesten Zeit fortgesetzt, und 
mehrere Abhandlungen liegen vor zur Schlichtung dieser Frage, von denen wir 

hier nur die letzte in Bulak 1281 H. erschienene erwähnen: 'Um^I ^\jS 
OUJ ^1 5ü.;il*» g-s-äJÜ ^l^^^t J^S (^yi Öj j ^UJ? wiuSÜa 

jjjjut *^^^^ L-y^ Ct^^^'^^ <Aa£: d. i. das Buch des Gürtels und der ausge- 
streckten Lanzen zur Widerlegung der Angriffe Ma^d's (Firuzabädi's) auf den 
Sah&h von Abu Zeid 'Abd-er-Rahmän b. Abd el-'Azfz; die meisten Meinungen 
kommen aber dahin überein, dass die grosste Sicherheit, was die Reinheit der 
Sprache betrifft, wenn auch nicht erschöpfende Vollständigkeit, dem Sahäh als 
dem älteren und einer Periode angehörend , wo die arabische Sprache noch 
nicht so vielen fremden Einwirkungen aasgesetzt war, zu vindiciren sei. 
(iewhari war, wie es in der Vorrede des Herausgebers der neuesten Bulaker 
Ausgabe von Sahäl^i heisst ') , der erste der allein die rein arabischen Formen 



1) S. Bul. Ausg. p. 3 in der Vorrede: LxaÄJU ,^\-i=UaJ! (»jXJl {^ vJ^I 



Bibliographischie Anzeigen, 205 

beracksichtigte , wesswegen auch seiu Sah^ deuselben Rang in der Lezicogra- 
pliie, den Bokhari's Sahih in der Traditionskunde , einnimmt. Das Werk al- 
ITisbfth, dessen vollständigen Titel wir schon als Ueberschrift dieses Artikels 
gegeben haben, ist zwar als im J. d. H. 734 = 1334 Cb. verfasst nur ein 
wenig älter als der QlUnüs; sein Verfasser lebte aber auf klassischem Boden 
in Fayjum in Aegypteu , und , wie wir sehen werden , war es ihm vor Allem 
daran gelegen die ältesten und besten Quellen zu benutzen. Nach dem Titel 
zu nrtheilen , konnte es als angeblich nur einem andern Werke sich anschlies- 
send von zweifelhaftem Nutzen zu sein scheinen, und es war desswegen nicht 
ohne Bedenken, dass ich es für meine Bibliothek in Cahirah ankaufte; um so 
angeaehmer bin ich aber nachher überrascht worden darin ein sehr brauchba- 
res, in condser und klarer Sprache abgefasstes arabisches Wörterbuch zu finden, 
deasen Werth ich nun seit mehreren Jahren Öfters Gelegenheit gehabt habe 
bekräfdgen zu können. Wie es mit den arabischen Bnchertiteln öfters der Fall 
ist, hat dieser in der Wirklichkeit nur den Werth eines Eigennamens , der uns 
höchstens die Darstellung der ursprünglichen Entstehungsweise der Bücher giebt. 
Nach der Absicht des Verfassers war er nämlich bestimmt nur eine Erklärung 
der in dem Commentare Fath ul-'aziz *ala kitftbi -I-wa^iz vorkommen- 
den ungewöhnlichen Ausdrücke zu geben. Der Verfasser dieser Arbeit JEtafi^i, 
mit dem vollständigen Nameu Abu-1-Qäsim 'Abd el-Kerim b. Muhammed al- 
Qaxwini [f 623 H.j i), hat in 12 Bänden Gazz&li's berühmte Abhandlung über 

die Schafeitische Jurisprudenz ^^jaJI ^ Lfj:>'Ji\ kommentirt, die als ein Haupt- 
werk von den Schafe'iten angesehen wird. Das ursprüngliche Werk al-Misbä^ 
ist aber vom Verfasser gänzlich umgearbeitet worden, indem er um der Arbeit 
eine grössere Anwendung zu geben, ihr die gewöhnliche Form eines arabischen 
Wörterbuches ertheihe, nur mit dem, europäischen Lesern nicht unangenehmen 
Unterschiede, da^s die Worte alphabetisch nach den ersten und zweiten Radi- 
calen, nicht wie in Sahäh und Qämüs zuerst in Abtheilungen nach den letzten, 
und nachher innerhalb dieser nach den ersten Radicalen geordnet sind. Die 
Infinitive der assimilirten Verba, die den ersten Radical wegwerfen, sind unter 

den Grundformen zu finden; wo in den hohlen Stämmen ^ und ic in I ver- 
ludert sind , sucht man die Wurzeln auf den gehörigen Plätzen unter ^ und 
<c* wo Hamza wegen des vorhergehenden Vocallautes in ^ oder ^ fiberge- 

gangen ist, z. B. lytyi , -j<^ , findet man die Worte unter ^ und ^ als zwei- 
tem Radieale , dagegen wo es in ein Verlängerungselif wie in ^t . , ^l^ 

In der Bnlaker Ausgabe des Khafagi (1282 H.) über die Fremdwörter der ara- 
bischen Sprache wird ebenso der Verfasser des Qämfis gerügt, dass er ohne 

Kritik eine Menge Fremdwörter aufgenommen hat, so p. 1 1 : ^jM^Lftit \,.^/^\^o^ 

WS 

1) S. Kutbi's Fawät nl-wafiät U, p. 4 ed. Bulaq 1283 H. und 
meine Bhetoiik der Araber, p. It^v v. 238 und p. 202. 






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Bibliographische Anzeigen. 207 

grosse laadealiflche Werk at-Tahdib von Abu MansAr Muh. al-Azharl 
[t 370 H.] ^) und der Commentar desselben zu dem Makhtasar über das 
Sehafatiscbe Becht von al-Mozani Ismail b. Jabja [f 264 H.]*), das Wör- 
teriraeh al-M«j:mal von Ibn Faria [f 390 H] und desselben Mutahajjiz 
min al-alffts" d. i die Wortsammluug ^) ; Islä^-nl-mantiq, Kit. ul- 
alfis, Kit. nl-mudakkar wal-muannat (über die nom. masc. und fem.), 
KiL nl-tewaiat yon Ibn Sikkit [f 244], Erzieher MuUzz's, des Sohnes des 
ChaUfen al-MotewakkU «) ; 

Kit ul-mamdüd wal-maqsür (über die Worte die auf das verlängerte 
oder verkürsbare Elif enden) und Kit. ul-mudakkar wal-muanuat von 
Ibn-nl-Anbari [f 328] >); 

Kit. nl-mesftdir (über die Infin.) und Kit. an-newädir (über seltene 
Aaadrficka) von Abu-Zeid b. Aus al-Ansari [f 215]'); der Edeb al- 
K&tib (Bildung des Schreibers) von Ibn Qutaiba [f 270J ^) ; der Diwan 
«1-Edeb von Ish&q b.Ibrahim al-Far&bi [f 350]**); Sa^&h von Öewha- 
ri; al-Fa^ih von Ta'leb Abu-1- Abbäs Ahmed, einem der berühmtesten Ku- 
teiseheo Grammatiker [f 291 in Bagdad] ^) ; 

Kit nl-memdüd wal-maqsür von Abu-Ish&q ez-Za^^a^ [f 310] '*'); 
Kit «1-afäl von Abu-Bekr Mu^. Ibn-ul-Qutijah, berühmtem Gram- 
Bitiker ana Cordoyah [f 367]^^); das ebenso genannte Werk von Saraqo- 
sti, wahrscheinlich Abu Tfthir Ismail aus Saragossa [f 455], und 'Ali b. 
Gafar, gewöhnlich Ibn al-Qatt&' genannt, aus Sicilien , gestorben in Ka- 
Ufih 515 H. "). 

Asis-ul-bel&get d. i. Grundlage der Beredsamkeit, berühmte Rhetorik 
TOD Zamakbsan [f 538] >*). 

Kit ul-Mngrib, Erklärung seltener in den Traditionen vorkommenden 
Ansdräcke von Abu-1-Fat^ N&sir ul-Mutarrizi, dem Nachfolger Zamakhs&ri's 
all Graminatiker in Khowarezm und denselben Rang unter den Hanafiten cin- 
wie Azhari unter den Schafilten [f 610] ^^) ; 
Kit ul-muarrabftt über die Fremdwörter der arab. Sprache und Kit. 
jel^an bihi el-'&mmet d. 1. über die schlechten Redensarten des Volkes 
▼oo Ahn Man^fir Mauhüb al-Gawäliqi [f 539 H.] ^^), 

I>a8 Commentar-Werk „Safr as-se'ädet wa safir ul-Ifädet*' von 
'Akm ed-Din as-Sekh&wi, Grammatiker und Lexicograph aus dem Dorf Sakha 
ia Aegypten [f 643 H.] ^') zu Zamakhsari's Mofassal. Von anderen öfters be- 
Bititen Werken werden noch erwähnt die zur Erklärung der in den Traditio- 
Ma vorkooQunenden seltenen Ausdrücke verfassten und sogenannten Garib, 
wie: daa Öarib-ul-Hadit von Ibn Qutaiba, das Nihäjet fi (^aribi- 

1) V. Ibn KhaU. Bul. Ausg. I p. 716. 2) v. ibid. p. 99. 3) v. Ibid. 
P* 49. 4) y. Ibn Kh. II p. 459 und H. Kh. V p. 66. 5) v. Ibn Khall. I 
^ 718 imd H. Kh. V, 149, 156. 6) v. Ibn Kh. I p. 293. 7) v. ibid. 

h 866. 8) ▼. H. Kh. m p. 260. 9) v. Ibn Kh. 1 p. 41. 10) v. ibid. I 
P^ 15. 11) V. ibid. p. 731 und H. Kh. V p. 156. 12) v. Ihn Kh. I 

P. 107, 482. 13) V. ibid. U p. 119. 14) v. ibid. II p. 223. 15) v. 
^ U p. 210 und H. Kh. V, 357, 632. Das erste Werk ist von Saehau, 
l4^^ 1867 , herausgegeben. 16) Ibn Kh. I p. 491 u. H. Kh. lU p. 599 
«^ VI, p. 39. 



208 BibUograpkiMche Anzeigen. 

I-Uadft Ton Ibn el-A|lr [1606]^); Kit. al-bftri'fi ^aribi-I -liadit Ton 
Abu 'AU Ismail al-Q4Ii [f 356] >); Öarfb ol-lngat von Aba ?Ubaid ul- 
Qftsim [t 224]') 

der Mnkhtasar al-'aini d. i, die yei^ünte BearbeHung des ersten 
arabischen Wörterbuches el-'ain des Khalil, so benannt, weil der Verfasser 
mit dem Buchstaben ^ anfing, von Ahn Bekr Mul^. as- Zabel di [f 379], 

einem von den berühmtesten Grammatikern und Lezieographea Spaniens ^) ; 
Kit. al-mugarrad von Aba 1-Hasan *Ali al-Hen&i; Kit. al-waha& d. L 
„über die wilden Thiere'* and Kit al-nakhlet „Über die Palmen", beide Ton 
Abu H&tim Sahl as-Segestftni [f 248 in Basra] <»). 

Unter den seltener su Sathe gesogenen Werken werden endlldi noeh an- 
geführt: 

Das Wörterbuch äomhoret von Ibn Doreid [f 321]*), das schon er- 
wähnte Wörterbuch al-mu^ikam von Ibn Sidah, gestorben su Dftnia in Spa- 
nien 458 ^) ; der Ck>mmentar me*älim-at-tensil des Kha|t&bi Abu Sulel- 
m&n Hamd b. Muh. aus Bost in Kabul [f 388] *) ; ein Werk tou einem der 
ältesten Grammatiker Yünus b. Habfb [f 182] nach der Ueberlieferong des 
berühmten Basrenser Gelehrten Abu *Obeidah Ma^mar Ibn nl-Mutannft 
[f 209]»); das al-6aribin von Abu Obeid A^med al-Harawi [f 401] ^®) ; 
das grosse schon erwähnte Wörterbuch el-'Obäb es-säkhir (das wogende 
Meer) von Hasan b. Muh. as -Sa^äni [f G50]^'); dasTraditlonswerk Rand- 
ul-Onof von Suhaili [f 581] ^') neben verschiedenen Diwansammlongen, 
Grammatiken und Korancommentaren wie von Ibn-al -'Arabi [f 231] and Ibn 
Ginni [t 392]. — 

Das Verdienst dieses Werkes , wenn es auch neben der Anfnahme eines 
Theiles von technischen , der Theologie und der Jurisprudens angehörlgen Aus- 
drücken im Wesentlichen dem Sahfth folgt, ist, wie es aus dem Vorhergehenden 
erhellt, eine Menge älterer Quellen benuut su haben , die jetst grössten Thells 
verloren gegangen sind. Es muss uns deswegen von Interesse sein doreh die 
sehr erleichterten Buchhändlerverblndongen swischen Deutschland und Aegypten 
eine sehr schön ausgestattete Ausgabe eines älteren Qaellenwerkes, das In dem 
grossen, einer glücklichen Vollendung sich nähernden Werke von Lane mir als 
handschriftlich vorhanden aufgeführt ist ^'), erhalten zu können. Indem wir 
indem von Butrus Bistäni neulich beendigten Muh!| al-Mahi| eine dareh 
die Anfnahme einer Menge von technischen Wörtern und modernen Hedensarten 
bedeutend erweiterte Bearbeitung des Qimüs besitsen, and schon ein wichtiger 
Schritt sowohl sur Förderung unserer Kenntniss des spanischen Dialektes vom 



1) V. H. Kh. VI p. 403. 2) V. Ibn Kh. I p. 104 und H. Kh. U p. 3. 
3) V. H. Kh. IV p. 331. 4) V. Ibn Kh. I p. 733 und H. Kh. V p. 122. 
5) V. Ibn Kh. I p. 309 und H. Kh. V p. 156, 167. 6) ▼. Ibn Kh. I 

p. 710. 7) V. ibid. I p. 486. 8) v. ibid. I p. 234 und H. Kh. UI p. 80, 
das Werk wird an beiden Stellen „me'älim as-sunan*^ genannt als Commantar 
SU der Sunna Abu Däud's. 9) v. Ibn Kh U p. 154, 620. 10) v. Ibn 

Kh. I p. 39 und H. Kh. IV, 333 und VI, 403. 11) ▼. die Vorrede «nr 

Bttlaqer Ausg. von Saliah 1282 p. 3 und H. Kh. IV p. 179. 12) ▼. 

H. Kh. ni p. 486. 13) Arab.-BngUsh Lexicon , PreCsce p. ZVI , wo ein 

Theil der hier genannten Werke erwähnt Ist. 



Bibliographische Anzeigen, 209 

12 — 13ten Jahrhundert durch die elegante unter Amari's Auspiden bewerk- 
stelligte Herausgabe des Vocabulista in Arabico von Schiaparelli, 
als snr Erläuterung des Einflusses fremder Elemente nuf die arabische Sprache 
durch die schon erwähnten Ausgaben von Gaw&Hqi und Khafagi gethan 
ist, scheint die Behandlung der arabischen Lexicographie nicht länger irgend 
welcher der europäischen Sprachen im erheblichen Grade zurückzustehen. 

Den Text des obigen Quellenverzeichnisses erlauben wir uns schliesslich 
hier mitsutheUen 

* "• 

«-JOJ'j *J Jüu^t V^S vi*jy!5 j-^'J^' V'-^i ^Ui^t V^5 

^ijSji r^yi vjü$u.l ^"^ JjJuit; jyoJiii,\ ^\JS^ '„ A iul g-ft'^aäit^ 
,jj-»|5 ^JaSiS ^\ »iUstj ^_^k«iyJJ ^JL*9■il V^i M'yi^' o^*^ 'il-»^' 

,^,jjül ^.Jül! äJb'!^! ^fJuH^ solltet ^^ &J ÄÄLaJt «H!-9 er^ ^ 

kJ^JoS UJ &A/0 IjAA^ vi>at:>-L uo xJUi <i)J3 v^£^ V^ O^ ^^^L^uJt 

^^ «iH v«*j j, ^isJu osyuJ! ^o<JutJt ^UÜ! ^^ J^*^.< J* 
Vl<5 ^_^SU^? ,j^ ^ ^ ^ '^ ^ ^-i J>l v'^3 
uUTj ^Ik^ Ju^< ^üM5 ^t^ «j^b- ^u«J5 er ^Mä *>^ 

1) Das Wort ist wahrscheinlich ja^Oq zu lesen, indem der Punkt etwas 
▼cnehoben ist. 



210 BWUographiache Anzeigen» 

oLfcUiÄ Q^ i^tj^l lP*?^ l53>-^' A4^ ^^ ^4^ ^^ ^X-Tt ^^-^^-^ 
jjtL^^S qJjI^Jj j^^^Ij r-y**^' v^ cr5 *j«^|^ «5 »[;j* ^-^ v^sii 

^y^ ^> ^ A.->.i ^>uLt 0^3^t ^tyJcJ i^uJt Qrjj L ?^"^^ ^^*^' O^ 

•kW 



A. F. Mehren. 



tl**3^TD^ *1&D. Liber Jeaaiae, TexUim masareticum accuratUnme ex- 
pressU , e fonUims Mcutorae varie iUwttravü , notis crüicts co^firmavit 
S. Baer. Jhraefatus ett eäendi operis a^utor /'V. Delitzsch, Kx 
officiua Bernhardi Taucbnitz. Lipsiae lb72. gr. 8^ VIU, 96 SS. ^4*^* 

Friedrich Böttcher hatte u. a. auch den Plan gefasst, eine kritische Aas- 
gabe des alttestamentlichen Textes zu veröffentlichen, welche aaf Qrund der in den 
alten Versionen erkennbaren abweichenden Textesüberliefemngen unseren textos 
receptas berichtigen und den arsprünglichen Text möglichst wiederherstellen sollte. 
Aehnliche Pläne and Wünsche sind auch von anderen Seiten verlautbart worden 
und dahingehende Vorarbeiten in Commentaren und Einzelantersuchungen liegen 
mannichlach vor. Der textus receptus für den unfehlbar richtigen und in allen 
Einzelfällen für den ursprünglichen zu halten wird niemandem mehr beikommen. 
Jene Aufgabe mag also wohl die Wissenschaft im Auge behalten und zu lösen 
versuchen. Freilich, es wird stets bei einem blossen Versuche sein Bewenden 
haben müssen. Denn mag man den kritischen Werth der Versionen und zu- 
mal der Septuaginta, um welche es sich zumeist handelt, so hoch anschlagen 
als möglich, es wird schwerlich je gelingen, mit ihrer Hilfe einen Text herzu- 
stellen f welcher einst in Geltung gewesen ist, geschweige denn den ursprftng- 
lichen. Und nicht minder ist das über allem Zweifel erhaben, dass der 
„masoretische'' Text die ehrwürdigste, einheitlichste, relativ zuverlässigste 
Textesüberlieferung repräsentirt. Zumal in der grammatischen Darstellung des 
Althebräischen werden wir immer an die masoretische Ueberlieferung gebunden 
sein. Um so auffälliger ist die Thatsache, dass sich die biblische Wissenschaft 
die Feststellung zunächst des masoretischen Textes selbst, in neuerer Zeit sogut 
wie gar nicht hat angelegen sein lassen. Unsere neueren Textausgaben sind 
meist kritiklose Ueproductionen älterer Ausgaben, in denen kaum mehr &la ein 
zufälliger Griff über die Aufnahme einer Lesart entschieden hat. Eine riihmlidie 
Ausnahme machen nur die Ausgaben einzelner alttestamentlicher Bücher dnrch 
jüdische Gelehrte. Unter den neueren Grammatiken ist Böttcher's Lehrbuch 
das einsige , welches consequent wenigstens die verschiedenen älteren Editionen 
des Textes bei Behandlung der einseinen grammatischen Erscheinungen sa 

Bathe gesogen hat Freilich, es ist eine mühselige Aufgabe, sich in dem bunten 



BilUograjjhüche Anzeigen, 211 

Gewirr masorctischer TraditioD zu orientiren, und es gehört seltene Energie und 
Selbstverleugnung dazu, sich ihr zu widmen. Unsere modernen Commentatoren 
lohnen derartige saure Forschung meist durch vornehmes Ignoriren der mühsam 
emuigencn Resultate. Um so dankbarer ist jeder Beitrag zur endlichen Fest- 
stellang des alttcstamentl. Textes in der Form masoretischer Ueberlieferung zu 
begrüssen Seligmann Baer und Franz Delitzsch, neben dem Veteranen 
S. Frensdorff in Hannover, zweifellos die gründlichsten Kenner der Masora 
unter den lebenden Gelehrten, haben sich in dieser Beziehung mannichfache 
grosse Verdienste erworben. Wer es einmal versucht hat, wie es Referent 1869 
mit dem kleinen Stück Prov. 30, 1 — 31, 9 gethan, einen Abschnitt des atl. 
Textes masoretisch treu wiederzugeben, der wird einen Begriff haben von der 
Schwierigkeit der Aufgabe und wird den beiden gelehrten Foschcm den auf- 
richtigsten, wohlverdienten Dank für ihre Leistungen nicht versagen. Delitzsch 
hat in seinen Commentaren mit zunehmender Gründlichkeit die textkritischen 
Fragen behandelt. Sein neuester Commentar zum Salomonischen Spruchbuche 
(Leipzig 1873) enthält auf jeder Seite dahin zielende Bemerkungen und ist in 
dieser Hinsicht noch werthvoller als es z. B. der Commentar zum Jesaja 
(2. Ausg. Lpz. 1869) schon war. In dem lehrreichen Aufsatze „Bemerkungen 
über masoretisch treue Darstellung des atl. Textes^^ (in Ztschr. f. d. ges. luth. 
Tbeol. u. K. 1863, 3, S. 409—416) hat er sich über Princip und Methode der 
textkritischen Forschung zum A. T. ausgesprochen. Baer hat durch seine 
einzig dastehende >Darstellnng des falschlich sogenannten „poetischen^* Accen- 
toitionssystems (Thorath Emeth. Bödelheim 1852 und in Delitzsch's Commen- 
Ur über den Psalter 2. Th, Lpz. 1860 S. 477 ff.) gezeigt, wie gründlich 
vorbereitet er an die in Gemeinschaft mit Delit z sc h unternommenen kritischen 
Teztansgabeu alttcstamentl. Bücher herangetreten ist. Nachdem bereits im Jahre 
1861 die Psahnen (Lpz. Dörffling u. Franke) und 1869 die Genesis (Lpz. 
B. Taachnitz) erschienen waren, liegt uns nun eine neue Textausgabe des Jesaia 
vor. Aus Delitzsch's Vorrede erfahren wir, dass es den Herausgebern ge- 
lang, den zur Psalmen- und Genesis-Ausgabe verwandten kritischen Apparat 
noch wesentlich zu erweitem. Drei bisher unbekannte Codices wurden aus- 
gebeutet, von denen der wicl|tigste eine etwa aus dem 14. Jh. stammende Per- 
gamenthandschrift ist, welche Schapira in Jerusalem entdeckt hat und die 
io den Besitz des Buchhändlers Alt in Frankfurt a. M. übergegangen ist. Sie 
lunlasst einen grossen Theil des A. T.'s (das Buch Jesaia vollständig), ist mit 
^ grossen und kleinen Masora versehen und enthält ausserdem eine Menge 
beigeschriebener Varianten aus dem berühmten Cod. Hillel (s. über ihn Strack, 
Prolegg. erit. p. 15 ff.) Ein Blick in den Baer-Delitzsch'schen Text des Jesaia 
Wirt, wie viel hier noch zu thun war und wieviel wir der unermüdlichen Sorg- 
^ der Herausgeber zu verdanken haben. Referent kann es sich nicht ver- 
Mgen, wenigstens durch einige Beispiele die Genauigkeit dieser neuen Ausgabe 
iB cbarakterisircn und den Werth der aufgenommenen Lesarten nicht nur für 
^ Teztgeschichte, sondern auch für Grammatik und Exegese anzudeuten. 

Weitaus die meisten Emendationen betreffen die Accentuation und Punk- 
Ution. Wir wollen, was die Accentuation betrifft, welche der gründlichsten Re- 
vision unterzogen worden ist, nur an die consequente Setzung des Gaja-Meteg 

14* 



212 Biblioffraphuche An&eigen. 

erinnftni, z. B. in Fällen wie rin:73 1, 13, während unsere Edd. dasMeteg fast 
nur in den analogen Formen des Vb. fl"^ (^'^•7^ w. s. f.) beibehalten haben. 
Die Punktation betreffen Fälle des Dagesch lene nach vokalischem Wortaas- 
gange (wie 69, 19. 21 u. ö.) , oder in allerlei Consonanten in Fällen wie O'^V?« 
u. 8. w. (1, 15. 7, 10. 30, 33 u. ö.) nach der Regel bei Delitzsch, Bemm. 
a. a. O. S. 413 f. , oder bei identischem consonantischem Wortaas- and Anlaut 
(51, 18 u. ö.), nach der Regel bei Delitzsch a. a. 0. S. 413.; des Dagesch 
conjunctivum (1, 26. 5, 14. 44, 21. 50, 8 u. ö.), des Dagesch dirimens (5, 28 
u. ö.), des Mappik ^23, 18 u. ö.), des Makkef (1, 10. 30, 21 f. 32, 7), des 
Rafe-Striches , eines vernachlässigten Stiefkindes unserer Editionen (5, 28. 17, 
11. 20, 1. 21, 10. 45, 19. 54, 12. 55, 3 u. ö.), und besonders auch des 
Schwa Simplex und compositum. Die nach cörrecter Schreibung häufigere An- 
wendung des Schwa compositum scheint mir von Bedeutung zu sein für die 
Entscheidung der Streitfrage, ob das Schwa als silbenbildend anzusehen ist 
oder nicht. Die von Delitzsch (Commentar zu Job S. 184) für Jes. 54, 9 
empfohlene LA. *'1^72^ ist nicht aufgenommen worden, obgleich sie Beispielen 
wie "^JJÜ*I Hi. 17, 9 entspricht, und auch von Baer Jes. 37, 17 3^»^^ 45, 
14 "^HO^ *«ifgenommen ist, vgl. die Anm. z. St. S. 78 (wo Z. 6 zu lesen : 
Gen. 27', 26 st. 27, 25) und Böttcher 's Lehrbuch § 205. Andersartig ist 
das Schwa compositum bei Wiederholung desselben Radicals (2, 6. 33, 3. 45, .. 
20. 59, 19. 62, 9), s. Delitzsch a. a. O. S. 411 n. Ps. 62, 5. Dagegen 
finden wir 21, 13. 30, 19 Schwa quiescens sUtt des hergebrachten Hatef patat^ 
wiederhergestellt. Der für die Uebersetzung wichtige Fall 60, 5 ("'^l^ st. ^SHrjl 
wie unsere Edd. haben) ist schon von Delitzsch in seinem Commentar z. 
St. besprochen worden. — Die Fälle der sogenannten kleinen Pausa sind ver- 
mehrt worden durch Aufnahme von LAA. wie 30, 33. 41, 10 bei Tarka, vgl. 
16, 10 in den neueren Edd.) Dagegen dürfte die Form ^"^173 bei Kadma nach 
unmittelbar vorausgehendem Rebi«) schwerlich als Pausalform haltbar, and ohne 
Pausa grammatisch unhaltbar sein, vgl. Delitzsch's Jesaia 2. Aasg. S. 433 
Anm. 1. 

Die Grammatik wird eine ganze Auzahl nun sicher gestellter Formen regi- 
striren müssen. So die Nominalformen : ^^nia st *)^IU unserer Edd. 
(analog p:m u. a. Ol s hausen § 179») 29, 15.42, 16 (Ps. 88,19 Steht das 
Wort in Pausa) , vgl. ID^O 55 , 13 ; 'Dfit? 29 , 16 von einem Singular "^rj, 
der sonst nicht vorkommt (Ez. 16, 34 ist ^tH Pausalform für *^f^f s. 
Böttcher § 848); 1T)^ 56, 12 und bap 66, K^Äp^ 34, 11; ^rX^\ 1 
(eine Form die unsere Grammatiken nicht kennen, vgl. Ewald § 146,^. Ols- 
hausen § 152, a; Böttcher 824, a); 'niD^ 41, 21; — die TorlM^ 
formen TrVjy^ mit Zere 64, 3 (s. Delitzsch's Commentar S. 648); l'^DttQ 
62, 9; 'MCKDI St. '131 (wodurch Hitzig's Herleitung des Verfoi von ITO 
hinf&Uig wird) 14, 23. — In 14, 3 ist das grammatisch kaom haltbare ''Xyo 
unserer Edd. wieder in yt^ verwandelt. Anders verhält es sidi mit dem 
daneben stehenden und von Baer beibehaltenen 9^^» weldiee sein ALUalogon 
hat an der Form t^'yo 1. Sm. 23, 28. 2. 8m.* 18, 16 (s. Norai sa letz- 
terer St). — Die corrumpirte Form 0*^50 und *]^Ä0 1, 22. 25, Weldie'llas. 
and neue Edd. haben , ist , dem ausdrücklichen Zeugniss der Vasora sufolge, 



ßibliograiihische Anzeigen, 213 

verworfen , und das ^ mit Rafe-Strich versehen worden. Die Zahl der Bspp. 
eiuer an Stelle eines langen Vocals eingetretenen Verdoppelang bei Böttcher 
9 766 , Olshausen § 83, c dürften Überhaupt za reduciren sein (vgl. auch 
r>, 25, wo n^^^n die Unfonn der neueren Ausgaben n^H ersetzt; auch 21, 
10: ^rC*1)a). Die defective Schreibweise 0*^30 und ^'^yO kann selbstverständ- 
lich nicht für jene Verdoppelung entscheiden, sondern ist nach bekannter ortho- 
graphischer Regel zu beurtheilen. Vollends aber hfttte in Gesenius Wörter- 
buch nicht auf die Analogie von O'^p'^T neben O'^pT verwiesen werden sollen, 
denn hier ist letztere Form die ursprüngliche und erstere die spätere aramäisch- 
artige Dehnung (vgl. talmud. pp'^T Zwang, ppIT zwingen). — Die Form 
des Suffixes in JlK'lpTa 4, 5 (1. tT^K — ) welche als Form des Nominalsuffixes 
der 3. Ps. Sg. ohne Analogie wäre, ist aus unseren Grammatiken zu streichen (vgl. 
Olshausen g 198, b). Böttcher's Aenderung der Puiictation (§ 886, B) be- 
darf es also nicht. 

Grosse Sorgfalt ist der Scriptio defectiva und plena zugewendet worden. 
Aber auch andere orthographisch interessante LAA. finden wir hin und wieder. 
8o ist das verkehrte nii;:2 3, 16 (st. nilül) beseitigt. 39, 1. ist ^1*^73 
obne K ( assyr. Marduk , s. Schrader, die Kellinschriften und das AT. S 
276) geschrieben, der Name inn^ON ist ein Wort (37, 38), ?lpTD-3n dagegen 
getraut (36, 2) geschrieben. 

Eine nicht ganz geringe Anzahl der aufgenommenen LAA. modificirt den 
Consonantentext Oefter finden wir ein 1 copulativum hinzugefügt, wie 3, 23. 
10, 15 (hier ist es das 1 explicativum wie Gen. 4, 4. Jud. 10, 10. l.Sm. 17, 40. 
Sich. 9, 9. Dan. 2, 9. 16 f. 8, 10). 46, 2. 65, 20 ; oder anderwärts gestrichen, 
» 19, 13. 31, 1. Cap. 10, 16 ist mn'' St. -^riK, 38, 14 umgekehrt «^Sn« st. 
TDiT hergestellt. 10, 28 u. 37, 38 ist ein TS statt des IS der neueren Edd. 
Rstitiiirt (iD)3D73 und I^Klii: ; welche beide auch Norzi stets mit tO st. US 
lehreiht, s. Minhat Sehai zu 1. Sm. 3, 2 und Jer. 39, 3. Ersteres entspricht 

derSchreibuDg mit D Esr. 2, 27, vgl. ^jfL^ [anders ist nbil29 neben >üCj^^^t], 

ietxteres dem assyrischen Sarusur). Die Schreibung tlS^llA 15, 2 statt Sl3^11A 
repräsantirt doch wohl eine falsche Tradition (ähnlich 30, 14 die Punctation 
rW^ als Ptcp. statt r'irD als Infinit.). — Als exegetisch bemerkenswerth sei 
soch der LA. ^'^^ 9, 16 gedacht, auf welche schon Delitzsch in seinem 
Commsatar S. 168, Anm. 3 aufmerksam gemacht hat. Auch das Pasek hinter 
^y^m 11, 11 scheint dem Ref. exegetisch beachtenswerth. Es dürfte darauf 
hiiideiiten, dass die traditionelle Auslegung zu CJ^D*!^ ein n^Tljb ergänzte (s. 
dagegeo Vaehinger in Merx' Archiv I, S. 482 f.) 

Anhangsweise folgen dem Texte S. 65 — 96 kritische Noten zur Recht- 
IsrtSgiiDg einselner LAA (hier hätten eigenthfimliche LAA. wie 40, 31. 41, 2. 
44, 24 wohl einer näheren Erläuterung bedurft) und masoretische und kritische 
CebeniehteD, ähnlich denen der Genesisausgabe beigegeben. Schliesslich sei noch 
dftnHif aufinerksam gemacht, dass die vorliegende Ausgabe des Jesaia die erste 
iifci in welcher die alte Paraschen-Eintheilung (mit D und D bezeichnet) durch- 
gSoglg genau im Texte notirt ist. Auch 62, 5 ist ein in den Codd. durch eine 
nme Sefle markirter Sinnabschnitt , den die neueren Edd. aufgegeben hatten, 
w]«d«rlMrgeftellt worden. 



214 Biöliographische Anzeigen. 

Aasstattang und Druck sind vorzüglich , wie man es von der Yerlagshand- 
lung Beruhard Tauchnitz nicht anders erwarten wird. Hoffen wir, dass 
die gelehrten Herausgeber in ihrer uncigeuuützigeu und aufopferungsvollen Ar- 
beit nicht ermüden, und Editionen einzelner anderer Bücher den bereits er- 
schienenen bald nachfolgen werden. Auf das Erscheinen des ganzen A. T. dürfte 
ohnehin nicht sobald zu zählen sein. Unter den jüngeren Gelehrten scheint 
sich eine tüchtige Kraft den gleichen Studien zuwenden zu wollen. Hermann 
St*rack hat in seiner Dissertation „Prolegomena critica in V. T. Hebraicnm" 
Lips. 1872 gezeigt, dass er gründliche Studien zur alttestamentlichcu Textge- 
schichte gemacht hat 

Dorpat, Januar 1873. F. Mühlau. 



MOHETLI BOCTO^JHArO XAJUT^ATA. Münzen des Orienta- 
lischen Chalifats von W. T iesenhausen. Mit 4 Uthogr. 
Tafeln und 4 Holzschnitten. St. Petersburg, Druckerei der Kais. Akademie 
der Wiss. 1873. LIV und 374 SS. 4« 

Ein Thesaurus der Chalifen-Münzen , wie er von Freunden der orienta- 
lischen Numismatik längst ersehnt war, liegt hier vor uns, und Russland, das 
Land, in welchem seit Fraehn dieser Zweig der Münzkunde vorzugsweise ge- 
pflegt worden ist, bringt ihn uns entgegen aus der Feder eines Fachmannes, 
der durch selbstständige Arbeiten auf diesem Gebiete seine Befähigung dazu 
bereits anderweit dargethan hatte. 

Eine fleissige Sammlung eines vielzerstreuten Materiales, eine übersicht- 
liche Aufzählung aller bisher bekannten Münzen des Chalifats, ein Nach- 
schlagebuch für alle Forscher und künftigen Sammler, vereinigt das Werk in 
sich alles, was bei dem heutigen Stande der Wissenschaft zu erwarten war, 
und schliesst für geraume Zeit wieder einmal diese Partie litterarisch ab, indem 
es zugleich dem weiteren Fortschritte darin die Lücken zeigt, auf deren Aus- 
füllung es ferner ankommen wird. Hoffentlich stösst sich Niemand, der Sinn 
und Lust für diese Studien hat, daran, dass der Text in russischer Sprache 
abgefasst ist. Es wird doch einmal Zeit mit der russischen Wissenschaft zu 
rechnen , und gerade solche Werke nöthigen den Fachmann sich die Mühe zu 
geben, mit nothdürftigem Vcrständniss des Russischen sich su helfen. Dem 
Orientalisten erleichtert ja zumal die Beischrift der wesentlichen Legenden in 
arabischen Lettern den Genuss, und Zahlzeichen und Citate erscheinen in 
russischem Gewände nicht fremder, als in jedem wissenschaftlichen Werke in 
einer beliebigen eurojiüischen Sprache. Also sei Tiesenhauscn's Thesaurus jedem 
Fachgenossen empfohlen ! 

Er umfasst in der Einleitung einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über 
das Chalifat , eine knappe , klare Skizze der Münzgeschichte , Erklärung und 
Zusammenstellung der geläufigeren und selteneren Legenden und Beischriften, 
Formeln und Sätze auf den Münzen, dann ein Verzeichniss der Münzstätten 
der Omajjaden und Abbasiden, deren 134 aufgezählt werden, ein Verzeichniss 
aller Münzfunde in Europa nach Ländern und geographischen Gruppen geordnet; 
endlich eine Uebersicht der Litteratur. Verfasser beherrscht den Stoff in tadel- 



ßiötiographücke Anzeigen. 215 

loser Weise und giebt dem Referenten nur selten Gelegenheit zu Besserungen 
und Nachträgen. 

In dem Verzeichniss der Münzstätten ist ein dem Ref. immer zweifelhaft 
gebliebener Punkt auch von T. nicht ganz ins Keine gebracht: ob nämlich 

der Münzhof ..yjax^Ji in Ramie oder Aelia (Jerusalem) oder wo sonst zu 

suchen ist? Die Identificirang mit Ramie hat Autoritäten , wie I^tachri und 
Sprenger für sich , die mit Aelia stützt sich auf Kodäma und Gawäliqi ; aber 

iJüoJl sowohl als ^>^AJLjt kommen unter diesen Namen als Münzstätten vor; im 

3. und 4. Jahrhundert der H. , wo ^^-wusuwJi auf Münzen erscheint , hiess 

Jerusalem bei den Arabern (jm^AÄjL Unter solchen Umständen entscheidet 

vielleicht der im 11. Jahrb. unsrer Zeitrechnung schreibende Assaf Hebraeus 
(Orient und Occid. 2, 664) durch die Angabe: ,,Po8tea est Palestine ubi 
est civitas Aschelond que iam fui t vocata Phylistines^^ dafür, unter 
Philistin ,yAskalon'' zu verstehen. — In dem Abschnitt p. Llllf. Über die 

Vulgarbczeichnungen gewisser Münzsorten vermisse ich die iüjLAjtit ^i^ttJÜt 

Qamas türk. I, S. 640, und der Analogie wegen sei auf die ÄjuLo^Xt jaJÜsJl!! 

hingewiesen, die von Abdulmumin in Folge von dessen Münzreform benannt 
wurden (Rousseau, Voyfvge du Scheich et-Tidjani p. 400), wie sonst die Almo- 

haden-Münzen 'iLkX4>^ (Dombay, Münzen v. Marocco 34. 35) heissen. 

Die Beschreibung der Münzen umfasst einschliesslich der Nachträge 2950 
Ntunmem , d. h. Varietäten; indem da, wo von gleichem Gepräge mehrere 
Stacke in den verschiedenen Cabineten oder Catalogen nachweisbar waren, die 
Angaben darüber jeder Nummer beigefügt sind. Der Text hält überall das 
rechte Maass in der Mittheilung des wesentlichen Theils der Legenden. Inner- 
halb zweier grösserer Gruppen, deren Grenze durch die Münzreform unter 
Abdulmelik markirt wird, sondert sich das Material in folgende Classen: 

A. Byzantinisch-arabische Bilingae . . . No. 1 — 26. 2670 — 2680. 

B. Kufische Münzen nach byzant. Typus . „ 27- 65. 2681. 

C. Pehlewi-arabische Münzen „ 66 250. 2682—2710. 

D. Lateinisch-arabische Münzen .... „ 251—272. 2711—2715. 
I. Münzen der Umejjadcn-Chalifen . . . „ 273—655. 2716—2755. 

n. Interregnums-Münzen „ 656—660. 2756—2759. 

III. Münzen der Abbasiden-Chalifen . . . „ 661—2669. 2760—2950. 

Die dem Chalifat gleichzeitigen, aber nicht untergeordneten Dynastien der 
Idrisidon, Aglabiden, Ichschiden, Tuluniden, Taheriden, Soffariden, Samaniden 
I>eilemiten u. s. w. sind dabei nicht inbegriffen. 

Sehr werthvoUe Beigaben sind endlich S. 310 — 316 eine Gewichts-Tabelle 
▼OD mehr als 650 Stück in Gran-angaben ; S. 317 ff.: Index der Legenden, 
die sich als Ortsnamen erweisen lassen, S. 341: Verzeichniss von noch un- 
entzifferten Legenden von Münzstätten (28 No.), S. 342 ff. Liste der auf den 
Iffinsen vorkommenden Personennamen, S. 354 ff.: alphabetisches Verzeichniss 
der Legenden, Titel und zuletzt der Abkürzungen und Münzmarken ; endlich 370 ff. 
Nachweis der auf den beigegebenen Tafeln abgebildete^ 68 seltenen Münzen, 



216 BibUographiscIu Anzeigen, 

Ist es dem Reichthum des Gebotenen gegenüber erlaubt, auch ein Deside- 
ratum auszusprechen, so ist es das, dass durch Beigabe einer kartographischen 
Uebersicht der Münzhöfo in den einselnen Zeitaltern, eine anschauliche and 
ffir die Geschichte nicht unwichtige Darstellung der Grenzen und Machtsphare 
des Chalifats hätte geboten werden können. 

Zweifelsohne ist die Numismatik des Chalifab» trotz der Masse des schon 
bearbeiteten Materiales noch nicht zu einem definitiven Abscbluss gekonmien; 
in jedem Jahrzehend bringt der Orient noch neues und unbekanntes an den Tag, 
und in einzelnen Privatsammlungen , wie ich namentlich aus dem Cataloge des 
reichen Cabinets des früheren Russischen Consuls Jaba in Erzerum weiss, 
steckt schon jetzt noch manches Kleinod verborgen. Es ist und bldbt aber 
im hohen Grade dankenswerth , dass Tiesenhausen alles Zugängliche in diesem 
Bande zusammengebracht hat Möge ihm in dem neuen Berufskreise, den er, 
dem Vernehmen nach, demnächst in Warschau finden wird, Kraft und Stoff zu 
weiteren Arbeiten auf diesem Felde nicht mangeln! 

Dr. Blau. 



The hook of Arda Viraf. Tlie Pahlavi text prepared by Deeiur Ho- 
shangji Jamaspji Asa, revised and collcUed wiOi further msB. , ttrith 
an English translation and irUroductian , and an appendix cantcUn- 
ing the texts and translations of the Gosht % Ftyano and ffadokht 
Nask by Martin Haag, Ph. D. , Professor of Sanskrit and com- 
parative phüoloffy at the universüy of Munieh , assisted by E, W, 
Westj Ph, D. Published by order of the Government of Bombaj. 
Bombay , govemment central book depot. London , Messrs. Trübner and 
Co. 1872. 

Bei der Ueberein Stimmung, in der ich mich in den wichtigsten Fragen, 
die in dem citirten reichhaltigen und trefflichen Werke behandelt sind, mit den 
Verfassern befinde, sei es mir gestattet, nach Voraussendung einiger Worte zur 
Kennzeichnung der verschiedenen Ansichten Spiegel's und Justins einerseits und 
Haug's andererseits über den Charakter des Pehlevi , sogleich an die Bespre- 
chung der einzelnen Punkte, in denen ich anderer Ansicht bin, zu gehen. 

Wer Pehlevitexte von Spiegel oder Justi umschrieben mit solchen die 
Hang umschrieben hat vergleicht, dürfte leicht auf die Vermuthung kom- 
men , dass hier zwei wesentlich verschiedene Dialekte einer eigenthümlichen 
Sprache vorliegen : so gross ist die Verschiedenheit der beiderseitigen Le- 
sungen. Es steht nämlich bei beiden zwar das fest, dass Pehlevi sich aoa 
semitischen und iranischen Elementen zusanmiensetzt , aber diese sind bei 
Spiegel und Justi ganz anderer Art als bei Hang. Spiegel hat z. B. ein 
dehavanntann == sein , und doch soll dies mit chald. M1Ü zusammenhängen, 
und seine semitischen Verba beginnen oft, wie auch im erwähnten Falle, mit 
einem räthselhaften d (traditionell j) , das Spiegel mit dem armenischen praefix s 
vergleicht. Und im iranischen Theil muss das Pronomen der ersten Person aus 
dem Afghanischen, das der dritten aus dem Kurdischen erklärt werden (wäh- 
rend das der ersten Person pl. wieder semitisch ist). Kurz, die Lautgesetze, 



Biblioffraphiache Anzeigen, 217 

durch die nach Spiegel's Ansicht Pehlevi aus dem gewöholicheii Semitischen 
und Iranischen entstand , müssten ganz eigenthümlicher , nach meinem Daflir- 
halten imerh5rter Art gewesen sein. Hang hingegen erklärt den semitischen 
Theil des Pehlevi als reines , nicht erst entstelltes , dem chaldXischen nahe 
stehendes Semitisch. Er liest fttr Spiegers dehavannUnn (trad. j&nüntan) : 
yafavüntann, weist diese Lesung auf den Sasaniden-Inschriften nach (yahvün) 
ond erklirt sie aus dem Futurum von K"Sl . Jenes Verhalpräfix, das Spiegel d 
Uest, ist also das y der semitischen Futura, nicht das arm. c. Und der irani- 
sche Theil ist für Hang reines Persisch , zwischen dem der Keilinschriften und 

dem Firdusi*s liegend , das daium zwischen altp. kartanaiy und neup. i*«*^-^ 
kein kantann, zwischen Auramazda, z. Ahuramazda und ^LA*y^ oder ^j^jy 
kein anhnma, sondern ein kartanu, ein auharmazd (oder etwa 6hnnazd?) ein- 
gesehoben haben wird. Und diese Lesungen werden aus den Sasaniden 
Insehrifteu beglaubigt. Als allgemeiner Grundsatz ergiebt sich so, dass, wo 
immer die traditionelle Lesung des Pehlevi der Bücher dem der Sasaniden- 
Inaehriflen, soweit sie vorhanden sind, oder der Etymologie, soweit sie sicher 
ist, gegenüber als unmöglich erscheint, jene -aufgegeben und die Pehlevizeichen 
»•eh Massgabe der Inschriften oder der (chaldäischen oder persischen) Etymo- 
logie gelesen werden müssen. 

1) Introductory Essays. Wie nun im Speciellen das Pehlevi zu lesen sei, 

lehrte bereits der Appendix zum Pahlavi-Pazand Glossary p. 25 — 41 und damit 

vir die Lautlehre in ihren Hauptzügen, verschieden genug von der in Spiegel^s 

Pehlevi-Grammatik aufgestellten, gegeben, wenn auch Professor Sachau sie 

oiaete. Was hier noch fehlte, ist, soweit es überhaupt bis jetzt gegeben wer- 

^ konnte, m den Introductory Essays des erwähnten Werkes nun hinzugefügt 

vorden. Es handelt sich jetzt wesentlich darum, die Pehlevischrift, die be- 

bontUeh sehr unvollkommen , weil vieldeutig, ist , möglichst richtig zu lesen 

Bod zo umschreiben. So steht das eine Zeichen t für n, v, r, 1, Ü, ü, 6 und, 

wenn die Sprache den Laut hatte, für o. Hieraus ergiebt sich, dass wir bei 

einer nur einig^rmassen genauen Umschreibung nicht je ein Pehlevizeichen 

dorch ein römisches ersetzen können, sondern versehiedene römische, soviel 

aus jedes Zeichen Laute repräsentirt , dafür anwenden müssen. Bei dieser 

Sachlage würde ich mich nicht so sehr an die Pehlevischrift gebunden haben, 

ab Hang und West es thun, sondern würde der Etymologie mehr Einfluss 

sngestanden haben , besonders in der Umschreibung des erwähnten Zeichens, 

das unter anderen auch die u und o Laute darstellt. Wenn die Verfasser das 

eine t der Schrift durch t und d, das eine p durch p, f und v, das eine f 

durch n, ▼, r, 1, ü, 6 und Ö umschreiben, so hätten sie dem letzteren auch 

des Lantwerth ü beilegen sollen, wo die Etymologie es fordert. So hätte 

(p. XXXVII) burd&r nicht bürd&r, pur nicht pur etc. etc. geschrieben werden 

•olleii. Und unter den nächstfolgenden Fällen wäre doch wohl hurust, rust, 

statt hürdst , röst zu schreiben gewesen ? Bei der Umschreibung der Worte 

aber, die p. XXXVII zuletzt besprochen werden, ist die Setzung von 5 nur 

in Worten wie pöst, varöishn, gdhar etc. richtig, in den übrigen, wie ävurd, 

amnrdad, barsum oder barsöm, bundak etc. war der kurze Vokal zu setzen. 

Und so hätte ich auch p. XLU tishn, dil etc. nicht tishn, dil etc. geschrieben. 



218 ßibliographürhe Anzeujen. 

Für miDid konnte wobi minid geschrieben werden, ein min = z. nuiiu wäre gani 
unstatthaft. In den p. XLIII unten angeführten Worten deuten, wie die Ver- 
fasser sehr wohl gesehen haben , die Etymologie wie die Varianten auf einen 
kurzen Vokal. Auch hier hätte die Umschreibung sich besser der richtigen 
Aussprache als, systematisch, der Schrift anbequemen sollen. Die Identificimng 
von phl. tmit z. 6 oder ko, wie sie p. XXXVIII gelehrt wird, ist ebensowenig 
gerechtfertigt wie die von rubäno (p. XLI) mit z. urv&no (pl.), srübo mit srv&o 
etc. Und die p. XL — XLI angeführten Fälle, in denen t = z. 6 ist, sind, da die 
besprochenen Worte Lehnworte aus dem Zend sind, nicht massgebend. Darum 
billige ich die p. XLI Regel 5 aufgestellte Unterscheidung von o und o nicht. 
In der Umschreibung von anlautendem yj (p. XXXIV) als U-Laut möchte 
ich wieder mehr der Etymologie als der Schrift folgen, und uftinand, azdist&r, 
urvar etc. , wie ja die Worte gesprochen wurden, schreiben. Für aüpast aber würde 
ich 6past oder avapast schreiben. Das Wort findet sich Arda Viraf Cap. 93, 1 
und der dazu gehörige Imperativ ist häufig im'Gosht i Fryano, wo er avapat 
gelesen wird. Beide Worte sind von der Wrz. pat abgeleitet und mit 6 = ursp. 
ava zusammengesetzt. Zu jenem avapast (=z. avapasta) stellt sich z. avapasti 
in Js. 43, 4: kasnä deretft zamcft ad^ nabhftoscä 

avapast6ish' ? 
Die Tradition hat: abarä uftishn, wodurch ava ganz falsch gedeutet wird, 
avapasti heisst: das Herabfallen, unsere Form ist Ablativ, der ausser bei den 
a Stämmen in den Gothas ja mit dem Genetiv zusammengefallen ist. So über- 
setze ich , theils mit Hang , theils mit Spiegel : 

Wer hält die Erde und die Wolken darüber 

zurück vom Fall (= dass sie nicht fallen)? 

p. LI mnss statt rüd „brass*' röd gelesen werden. Das Wort geht auf ein, in 

den Texten nicht vorkommendes, z. raodha zurück, abgeleitet von Wrz. indog. 

rudh roth sein. Es ist = skr. 16ha , aus r6dha entstanden , cf. ksl. mda. 

Im Np. ist es zu iCjj od. ^., wovon ..jj>^^. abgeleitet ist, geworden. — Was 

p. XXXII über pers. 6, ß etc. gesagt wird, ist gewiss unbegründet. 

2) Arda Viraf nämeh. 

Interessant ist es, das8 p. 5, 16 bereits der Dinkart erwähnt wird. Zwar 
später als der übrige Theil des Arda Viraf Buches, garantirt die Einleitung 
doch genügend das hohe Alter des Dinkart. Ich weiss nicht, was Prof. 
Sachau bewogen hat, an der Echtheit dieses Werkes zu zweifeln. Schon 
das Volumen stellt es gegen eine derartige Verdächtigung sicher. Was Hang 
im Zand-Pahlavi Glossary und im Essay on Pahlavi daraus mitgetheilt hat, 
zeigt dass das Buch ebenso interessant wie schwierig ist, und letzteres um so 
mehr als kein Pazend dazu vorhanden ist. Ich muss es bewundern, dass 
Haug und West sich die Mühe nicht haben verdriessen lassen, die im Arda 
Viraf p. 5, 16 angedeuteten Stellen in dem gewaltigen Buche aufzusuchen. 
Der letzte Satz der zweiten dieser Stellen, die p. 145 mitgetheilt wird, ist der 
Pehleviübersetzung von Js. 46, 6, d (nach Sp.) entnommen. Für Spiegels n 
nirang liest Haugs pehl. pers. Handschrift zak , es ist also mit dem Dinkart 
zak i nirang i var zu lesen. Das Verständniss dieser Glosse zu Js. 46, 6 d 
wäre ohne die Stelle des Dinkart gewiss unmöglich gewesen. — Das Wort 



BUfliographUche Aniseigen, 219 

für „golden" wird p. 11,29: zababiu uud p. 40, 9: zahabaiu gelesen; die den 
Stoff ansdrflckende Endung en = z. aena aber ist hier gewiss nicht zu missen. 
— Die Worte, p. 41, 21: ahv^ i yasharüb4n i roshan i hamak-khv&rih I 
far&khüih werden tibersetzt durch: the — world of the pious, which is the 
all-gloriotts light of space. Die Worte sind aber die Uebersetzuiig von yahis^tem 
•hüm ashaonam raocanhem visp6qäthrein , also zu übersetzen: die Welt der 
Frommen, die glänzende, ganz strahlende. farAkhftih ist das ravanh, der weite 
Raum des Himmels gegenüber dem äaanh, der Enge der Hölle. - p. 50, 7: 
pavao t&rikih aetün tarik i mün pavan yadman fräz shäyad vakhdüntanÖ wird 
Übersetzt: in darkness so gloomy that it is necessary to hold by the band, 
und Hinokb. Cap. 7 , 31 : u hamvärshä täriki edum humänä cbuii ka pa dast 
bg sh&yad griftan dureh: and always their darkness is such like as when it 
will be necessary to hold by the band. Beide Üebersetzungen sind zwar wört- 
lich geben aber keinen rechten Sinn. Es ist wohl zu übersetzen: an Pinster- 
aiss so dunkel gleich als ob man (sie, die Finstemiss) mit der Hand greifen 
konnte. — FUr das letzte Wort auf p. 50 ist gewiss, wie vermutbet wird, 
isUlE SU corrigiren. — Die Antwort in Cap. 42 ist nicht richtig übersetzt. 
Die schwierigen Worte: münshän abidar yin amidar kard erläutere ich durch 
die Fehle viübersetzung von Vd. 13, 115—116: amat kalb& yin gurg kunad 
ugh cigün gurg yin kalbä =r welche ein Hund in einer Wölfin erzeugt oder 
ein Wolf in einer Hündin. Die beiden folgenden Verse 6 — 7 werden ihrem 
lohtlt nach durch den Gegensatz von Cap. 43 vollkommen erläutert. Also: 
das sind die Seelen von solchen, die ihr Vater in ihrer Mutter erzeugte, und 
tls sie geboren waren, wurde der Vater (von ihnen) nicht anerkannt und jetzt 
v^en sie immer wegen ihres Vaters. (Cap. 43: das ist die Seele des schlechten 
Muuie9, der in der Welt seine eigenen Kinder nicht anerkannte). Beachtens- 
wenb ist vielleicht dass in Cap. 65 statt unseres U padiraftan: beshidan steht. 
— Von Cap. 53 an folgt eine neue Beschreibung der Hölle. Hang bemerkt 
ober das Verhältniss dieser Beschreibung zur vorangehenden: Whether this hell 
is identical with that one already described in the preceeding chapters or 
different from it, does not seem to be very clear. Mir aber unterliegt es keinem 
2veifel, dass diese neue Beschreibung nur eine andere Recension ist, und was 
Hang, der diese Ansicht nicht ausspricht, p. LXV- LXVl darüber sagt, be- 
tt&tigt nur meine Vermnthung, die sich, denke ich, dem Leser, der unbefangen 
die beiden Beschreibungen im Oanzen und Einzelnen vergleicht, leicht auf- 
dringt. Es lag also keine alte sanktionirte Höllen beschreibung vor, sondern 
tt war der späteren Zeit überlassen, sich im Einzelnen die Hölle nach Belieben 
recht heiss zu machen. Wenn gleichwohl die beiden uns hier erhaltenen Re- 
zensionen im Oanzen so übereinstinunen als ^ es der Fall ist , so ist dies nur 
ein Beweis dafür, dass beide auf demselben Boden, dem des reinen Parsismus 
erwachsen. Ich fasse darum auch av&rik Cap. 53, 4 nicht in dem Sinne von 
.,the oäier besides thoso already described, sondern als: die übrigen ausser 
Ahriman, den Teufeln und Drujas. — Aufi'allend am Stil dos Pehlevi sowohl 
de» Arda Viraf-Buches als der Geschichte von Gosbt i Fryano ist der Gebrauch 
^n rfti. Die älteste Bedeutung des Wortes ist: wegen, in dieser findet es sich 
gewdholich in den Pehlevi hüchern und so auch häufig (sowohl = veranlasst 



220 Bibliographische Anzeigen. 

durch , als = zum Zwecke von , für) in ansern beiden Schriften. Doch dient 
es auch schon zur Dativbildung wie im späteren Persisch, z. B. p. ^ 1; 14, 
8; 99, 17, 243, 26 etc. Das aber ist auffallend, dass es auch den Accnsatir 
bildet z. B. 4, 9; 231, 54, 60, ein Gebrauch, der meines Wissens sich in 
den andern bis jetzt bekannten Pehleviwerken nicht findet, p. 231, 56 Agt 
die Handschrift H. 7 allein dem Accusativ li ein t . hinzu. Wurden etwa auch 
an den andern Stellen die persischen Schreiber, durch ihre eigene Sprache be« 
wogen, riLi in den Text zu setzen? Man denke an die p. XL VI erw&bnten 
mb&nikg&n und rüdikgän ,,which forms indicate the influence of modern Peraian 
on the copyist.^' — Zu beachten ist noch das häufige yekavtmünftt (lies — at?) statt 
yekavtmün^t, und fQr die ursprüngliche Bedeutung des np. ^^ ^ c^ das in 
der HöUenbeschreibnng' immer wiederkehrende hamlii. — Erwähnen möchte ich 
noch das apiyüu =: np. ..^^^^t, offenbar =: gr. ontov. Das persische Wort 
ist also aus dem Grieohischen entlehnt. Aber auch in das Indische scheint der 
Name des Danaergeschenkes mit diesem selbst eingedrungen zu sein, denn wir 
finden im Skr. aph^na == Opium , in welcher Bedeutung es im P. W. als ent- 
lehnt bezeichnet wird. 

3) Hadokht Nask. a) Jt. 21. ashemstüt6 in 2 als Locativ von ashemstüiti 
aufzufassen , trage ich kein Bedenken , da der Loc. der i Stämme , wie sich 
leicht an Beispielen zeigen lässt , sich sowohl auf i , a , resp. ä als auf 6 
endigt. Das y6 in 3 gehört nicht zu stüt6, sondern wird von den folgenden 
hö aufgenommen. Za übersetzen ist also: Worin allein besteht die Rede, 
welche aussagt etc? Antwort: In der Recitation des Ashemrohu Gebetes. Wer 
das Ashem Gebet recitirt, — der preist mich, den Ahuramazda etc. Ob es 
Hang gelungen ist, die schwierigen Worte fraore^ — anhuyal haca in Vers 3 
richtig zu übersetzen, muss ich bezweifeln. Da ich aber darüber auch nur 
Vermuthungen anstellen könnte, so wiU ich mich darauf beschränken, die p. 
305 gegebene Uebersetzung von Jt. 9, 26 zu corrigiren. Das ca in sarasea 
dät dieser Stelle ist weder ezpletiv noch emphatisch sondern gehört zu dem 
ca des folgenden apa^ca aot&t Und dät ist nicht Indicativ sondern Co^junc- 
tiv. Also etwa : (verleihe mir die Gunst) dass sie (Hutaosa) meinem guten 
mazdayasnischen Gesetze geneigt werde und sich darin unterweisen lasae. — 
Vers 4 ist recht schwierig und die Uebersetzung unsicher, daina muss nicht, 
wie Spiegel wiU , Nominativ sein , sondern kann formell sehr wohl der In- 
strumental sein, der es hier, wie Hang gesehen hat, wegen nruna sein muss. 
— Die Uebersetzung von qafnädha ustryamnö ist gewiss richtig, die Deutung 
Spiegels lässt sich mit dem qafnddha und dem us in ustryamnö nicht ver- 
einigen. — Vers 13 muss frabidhyamn£ in frabudhyamnö corrigirt werden. 
Das b ist durch H 6 und die Pehleviübersetzuug sicher gestellt. So werden 
wir endlich das nnerklärbare franudhyanw6 los. — Die Uebersetzung von mat- 
rathem paiti-virem in 14 ist kaum haltbar, b, Jt. 22. Dem Sinn nach die 
beste Uebersetzung von avavat shätoish' urva ishaitß gibt Arda Viraf p. 17, 
12: zak and nadftkih va äsänih va khübih mad yekavimündd (chand ham&k 
nadükih zyash pavan stih khadltünd). SoUte darum i s h nicht =r gelangen su 
bedeuten und in dieser Bedeutung an Wrz. ish in Js. 30, 1 und 45, 1 ansu- 
schliessea sein? — Die Erklärung, die Haug von thraosh^to in 7 gibt, billige 



BibUographißche Atuteiffen 221 

ich nicht Das Wort ist Loeativ (Vers 25 findet sich die Variante thraosb'td, 
ebenso m6glich) von thraosh*ti, das von einer Wnriel thrash kommen, und wie 
die Tradition angibt, Ende bedenten wird, vynsä scheint fttr vyosant zn stehen, 
also Part, praes. ntr. an sein, und mit dem folgenden sadayditi einen imperso- 
Bellen Aosdmck an bilden. Die Partikai yat ist wohl au erginsen. Also: 
Am Ende der dritten Nacht, wenn es hell wird. Aehnlich Vd. 19, 28« thrityfto 
khahapd vinsaiti nsraocay^ti bftmya in der dritten Nacht, wenn es tagt nnd 
die giftnsende (MorgenrSthe) auflenchtet — Die Form asgerembyö erkläre ich 
anders als Hang. Gebildet scheint es durch ya von Wrz. geremb wie aibi- 
gnirya, paitiricya von gar nnd ric. Die Wurzel geremb verhUt sich su gerew, 
nrsp. garbh wie s. B. lat. jung (in jüngere) zu Wrz. ursp. yug. Natürlich 
wurde in unserem Falle der eintretende Nasal vor dem Labial zu m. — Für 
Mrenta hätte ich fir^reta erwartet; es ist Loeativ, nicht Instr. von fr^renti. — 
Die Uebersetzung von 11 : I am , O youth , thy good thoughts , good words, 
good deeds (and) good religion ist gegen die Tradition und falsch. Gute Ge* 
danken, Worte , Werke heisst : humata , hükhta , huvarsh'ta ; humano , huvaed, 
hnah'kyaothana , hndaSna heisst: gute Gedanken, Worte, Werke, guten Glauben 
habend. Die Izafet der Pehleviäbersetzung h&tte nicht übersehen werden 
dürfen. Man vergleiche nur Vers 18, sowohl Zend wie Pehlevi, Arda Viraf 
p. 19, 24 und 47, 14, Minokh. 2, 130. Bei den Worten humanauh etc. sind 
darum auch nicht mit Justi zwei Bedeutungen zu unterscheiden; die substan- 
tirisehe ist zu streichen. y& hava dadna ist nicht Instr. sondern Nominativ 
qadpaithd nicht Loeativ, sondern Nom. sing. fem. tanv6 ist Gen. sing. Die 
Sitae cish'ca thwäm cakana ava masanaca vanhanaca etc. - yatha yat md 
sadhayfthi, v. 12 : tum mdm cakana — ava masanaca etc. — yatha yat td sadha^ 
ytei sind wegen cakana schwierig. Die klarste traditionelle Deutung der Stelle 
gibt Arda Viraf p. 19, 25, wonach der Sinn wfire: wegen deines Strebens und 
deiner Werke bin ich so gross, gut etc. als es dir erscheint Doch 15st dies 
die Schwierigkeit unserer Stelle nicht. Die Bedeutung „lieben^S die man dem 
eakana beilegt, passt wohl für 11, nicht aber, so scheint es, für 12, wie 
auch die Form wohl eine 3. pers. perf. act. nicht aber eine zweite sein kann 
Vielleieht stand in 12 ursprünglich ein anderes Wort und cakana aus 11 trat 
dafür ein. Unter der Annahme, dass cakana = er hat geliebt und du hast 
geliebt ist, w&re 11 — 12 zu übersetzen : Da erwiederte ihm sein eigener Glaube : 
ich bin, o Jüngling von guten Gedanken, guten Worten, von gutem Glauben, 
der religiöse Wandel von dir selbst. Jedweder *) hat dich geliebt wegen dei 
Grdsse, Güte, Schönheit, des Duftes, der Feinde bewältigenden Sieghaftigkeit, 
in der (wie) du mir erscheinst Du hast mich geliebt (?), o Jüngling von guten 
Gedanken, Worten, Werken, von gutem Glauben, weg^n der Grd8S6>'^üte, 
Schönheit etc. in der ich dir erscheine. (In letzten Falle hätte man vielleicht 
erwarten können: du hast mich bekleidet mit der Grösse etc.). — Das abavaf 
in 16 möchte ich nicht als Praeteritnm übersetzen, sondern wegen des Sinnes 

1) cish*ca=:quisqne, Jeder, beim Superlativ verstärkend cf. Js. 46, 5: 
yt xi cicft vahish'tä was gerade das beste ist, 42, 16: ylstd cish'cä sp^nish'td der 
der allerbeiligste ist ; sonst verallgemeinernd cf. vd. 3, 148 (Sp.) sh*kyaothna yä 
.ciea veceayöiti welche Vergehen auch inmier Jemand begeht. 



222 Bibliographische Anzeigen, 

und dem anhat in 34 durch das Futurum , also : wie lange doch wird dir Heil 
SU Theil werden ! Gegensats 34 : wie lange doch wird dir Weh sein ! — Für 
baretanäm in 18 muss barentäm Impt med-pass. gelesen und danach übersetzt 
werden: Speisen sollen ihm gebracht werden bestehend aus dem Zaremaya-Oel. 
In zaremayßhe raoghnahe sehe ich den Oen.-Ablativ des Stoffes wegen Vers 36. 
— Vers 90 wird kam nemöi zäm übersetzt : val kad&r damik anaümed -, die Peh- 
leviübersetzung zu Is. 45, 1 hat: avu kadär damik änuämam. Letzteres trifft 
wenigstens die Endung (l.Pers. Sing.) des Zend nem6i. Ich glaube aber dass 
die Pehleviäbersetzung ursprünglich ä-nftmam gehabt hat, und zwar deshalb, 
weil sie gewöhnlich z. nam durch ft-näm-idan, von eben der Wurzel nam, 
übersetzt und die andern Formen anaümed und änuämam mir falsch zu sein 
scheinen. Die P. U. wird darum von Haus aus das Original ganz richtig 
übersetzt haben durch: zu (avu- val!) welchem Lande soll ich mich wenden? 
und Neriosengh wird sie eben missverstanden haben. — Vers 34 ist unbedenk- 
lich ava-mairyanha und für druJ5 nach Westerg. Vermuthung drvö in den 
Text zu setzen. 

Wenn ich nun auch noch an andern Stellen anders lesen*) und übersetzen 
würde als die Verfasser es gethan haben, so muss ich doch in allen Haupt- 
fragen, die das Pehlevi betreffen, ihrer Ansicht beipflichten und die Herstellung 
der Texte und Uebersetznngen im Ganzen durchaus billigen. Gkwiss ist dieses 
Werk ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Kenntniss und Erkenntniss der 
Pehlevi-Sprache und Litteratur. Vielleicht wird auch von anderer Seite dem 
Buche die verdiente Anerkennung nicht versagt werden, und die Verfasser, 
hoffentlich auch femer von der indischen Regierung unterstützt, dadurch er- 
muthigt werden in der Publieation von Pehlevitezten eifrig fortzufahren. 

H. Hübschraa nn. 

*) Wie statt der häufigen yadad&no und yedatÖ zu lesen sei, habe ich 
dargethan in den Sitzungsberichten der philos.-hist. Classe der k. baierischen 
Akademie d. W. 1872, p. 708-709. 



223 



Berichtigongen zn Bd. XX Yl. 



An Stelle von: 

Seite 805 Z. 22 ho anch' io esaminato ist zu lesen bo esamiuato 
„ — Z. 24—25 chh i libri lies cU molti libri 



806 Z. 8 a . . . a lies o . . . o 

Z. 13 iüuu^ jUt lies juuuJ> 'gji\ 



»» 



„ — Ä. lo guuuc;^ Ä^j lies «uuuc=> a^) i-m 

,y — Z. 15 svX«£ lies BvX«£ 

,y — Z. 35 Marrasi lies Marwazi 
^^ _ Z. 37 al titolo lies col titolo 

,, 806 Z. 5 malto lies molto 
„ — Z. 17 für die hebr. lies für hebr. 
„ — Z. 28 de barÄi lies d'bAräi 
- Z. 39 Tihämi lies Tihftmi 



l 



224 



Bekanntmachung. 

Die 29. Versammlung deutscher Philologen ^ i 
rnftniier und OrientaUsten wird in den Tagen vom 83 
Sept. d. J. zu Innsbinick stattfinden, wozu die'T 
zeichneten hiemit ganz ergebenst einladen. 

Indem sie die geehrten Fachgenossen ersuchen, 
sichtigte Vorträge sowohl für die allgemeinen als anc 
die Verhandlungen der Sectionen baldmöglichst (längstes 
20. August) anmelden zu wollen, erkUuren sie sich sui 
bereit, Anfragen und Wünsche, welche sich auf die 
nähme an der Versammlung beziehen, entgegenonii 
und nach Möglichkeit zu erledigen. 

Innsbruck, im Juni 1873. 

Das Präsidium: 

B. Jälg. W. BiehL 



XIU 



Terzeiehniss der bis zum 20. Angust 1873 filr die Bibliotlieli^ 
der D. M. 6. eingegangenen Schriften u. s. w. ^) 

(Vgl. S. VIII -XII.) 

I. Fortsetzungen. 

Von dem Britischen Musenm: 

1. Zu Nr. 66. Catalogue of the Syriac Manascripts in the British Museum, 
acquired since the year 1838. By W. Wright Part UI. Printed by 
Order of the Trustees. 1872. Hoch-4. (S. Nachrichten u. s. w. zu 
Bd. XXV, S. XXVI. Nr. 4.) 

Von der Deutschen morgenländischen Gesellschaft: 

2. Zu Nr. 155. Zeitschrift der D. M. G. Bd. XXVU. Heft I. u. II 
Leipzig 1873. 8. 

Von der Asiatischen Gesellschaft von Bengalen: 

3. Zu Nr. 593 n. 594. Bibliotheca Indica. New Series. No. 264. Gobhi- 
liya Grihya Sdtra. With the Commeutary of the Editor. Ed. by Chan- 
drak4nta TarkÄlafikara., Fase. III. Calc. 1872. 8. — New Series. 
No. 2S3. The Taittiriya Aranyaka of the Black Yajur Veda, with the 
Commentary of SiyanichÄrya. Ed. by R4jendral&la^ Mitra. Fase. XI. 
Calc. 1872. — New Series. No. 264. 275. The Ain i Akbari by Abul 
FazI i Mub&rik i 'AllÄmi, ed. by H. Blochmann. Fase. XV. XVI. 
Calc. 1872. 1873. Fol. — New Series. No. 265. 276. The Atharvana 
Upanishads, with the Commentary of N&räyana, ed. by R&mamaya 
Tarkaratna. Fase. D. lU. Calc. 1872. 1873. 8. — New Series. 
Ko. 266. 271. The Farhang i Bashidf, by MuUä 'Abdur-Rashid of Tattah, 
ed. and annot. by Manlawi Zulfaqir 'AH. Fase. VIU. IX. Calc. 1872. 
1873. Fol. — New Series. No. 267. 274. 278. Chaturvarga-Chintimani, 
by HemAdri. £d. by Pandita Bharatachandra Sfromani. Part II. 
Dankhanda. Fase. VU. Vm. IX. Calc. 1873. 8. -— New Series. No. 
269. The Prithirija RAsau of Chand BardaL Ed. in the original 
old Hindä by John Beames. Part I. Fase. I. Calc. 1873. 8. 

m — New , Series. No. 270. S4ma Veda Sanhit& with the Conmientary of 
Siyana Ach&rya. Ed. by Satyavrata S&mÄsrame. Fase. VI. Calc. 1873. 8. — 
New Series. No. 272 and 273. The Tabakat-i-Nä$irI of Minhäj-i-SariU, 
Abtl *Umar-i-'U§mftn, Son of Mo^ammad-i-Minhiy, Ai-JnrjänI. Translated 
from the Persian by Kajor H. 6. Baverty. Fase. 1. u. II. London 
1873. 8. 

Von der Königl. Preuss. Akad. d. Wissenach. zu Berlin: 

4. Zu Nr. 642. Monatsbericht der K. Preuss. Akad. d. Wissenach. zu Berlin. 
Febr. (Nr. 2.) Mftrz a. April 1873. Berlin 1873. 8. 



1) Die geehrten Einsender werden ersucht, die Au£Fuhrung ihrer Geschenke 
hl diesem fortlaufenden Verzeichnisse zugleich als den von der Bibliothek aus- 
gestellten Empfangsschein zu betrachten. 

Die Bibliotheksverwaltung der D. M. G. 
Prof. Gosche. Prof. Fleischer. 



XIV Verz. der für die Bibliothek der DMG, eingeg, Schriften ». 9, to. 

Von der Asiatischea Gesellschaft von Bengalen: 

5. Zu Nr. 1044. a. Journal of tlie Asiatic Society of Bengal. Part. L No. 
in. and IV. 1872. Calc. 1872. - Part n, No. IV. 1872. Calc. 1872. 
Part I, No. I. 1873. Calc. 1873. — Part II, No. I. H. 1873- Calc. 
1873. 8. 

b. Proceedlngs of the Asiatic Society of Bengal. No. X. Deeonber, 
1872. Calc. 1872. — No. I. U. III. and IV. January, February, March 
and April, 1873. Calc. 1873. 8. 

Von der Geographischen Gesellschaft in Paris: 

6. Zu Nr. 1521. Bulletin de la Socidtö de Geographie. Avril , ICai 1873. 
Paris 1873. 8. 

Von dem Konigl. Institut für die Sprach-, Länder- und Völkerkunde 
von Niederländisch-Indien : 

7. Zu Nr. 1674. Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- 
landsch Indie. Derde Valgreeks. 7^ Deel, 3« en 4« Stuk. 's Ckaven- 
hage 1873. 8. 

Von Herrn J. Muir: 

8. Zu Nr. 2011, 2334 u. 2356. Original Sanskrit Texts on the origin and 
history of the people of India, their religion and institutions, coUected, 
translated and illustrated by «/. Mvir, Volume fourth. Second Edition, 
revised. London 1873. 8. 

Von der M eyer'schen Hofbuchhandlung in Detmold : 

9. Zu Nr. 2124 und 3026. Etymologische Forschungen auf dem Gebiete 
der Indo-German. Sprachen von Prof. Dr. A. J, Poti. 2. Aufl. Vierter 
Band. Wurzeln mit consonant. Ausgange. (In 2 Abtheil.) Detmold 
1872—73. 8. 

10. Zu Nr. 2559. Boeginesche Chrestomathie, door Dr. B. F. Bfatthes. 
2— (3) Deel. Amsterdam 1872. 8. (Deel IIL ,^anteekeningen** nur 
auf dem Umschlag so bezeichnet.) 

Von der Verlagshandlung J. C. Hinrichs: 

11. Zu Nr. 2771. Zeitschrift für ägyptische Sprache und Alterthumskunde, 
herausgeg. von R, Lepsiue unter Mitwirkung von H. Brugech, Mai- 
Juni 1873. Leipzig d. J. 4. 

Von der Regierung von Bengalen: 

12. Zu Nr. 3219. Notices of Sanskrit Mss. by Röjendraldla Mitra^ pnbli- 
shed under Orders of the Government of Bengal. Vol. II. Pari III. 
Calc. 1873. 8. 

Von der Redaction : 

13. Zu Nr. 3224. Hamagid. (Hebr. Wochenschrift, erscheinend in Lyck, 
redig. von Rabb. L. Silbermann). 1873. No. 25—32. 

Von den Verfassern und Herausgebern: 

14. Zu Nr. 3348. Kieletär. Toimittanut Aug. AhlqvisL 5 Vihko. Hel- 
singissä 1873. 8. 

15. Zu Nr. 3364. Neue Beiträge zur Erklärung der hin^jarischen Inschriften 
von Franz Prätorius, Halle 1873. 8. 

16. Zu Nr. 3350. Handwörterbuch der Tibetischen Sprache von H. A. Jäechke, 
Zweite Lieferung (p. V*-XX*» u. p. 153—322). 4. >) 



1) Von diesem lithographirten Handwörterbuch der Tibetischen 
Sprache ist mit der zweiten Lieferung die erste Hälfte des Ganzen vollendet, 
und dieselbe wie die erste Lieferung gegen Baareinsendung des Betrages direct 
an die Unitätsbachhandlung in Gnadao bei Magdeburg (C. H. Pemsel) sa 



Verz, derfikr die Bibliothek der DMG. eingeg. Schriften u. s. w. XT 

II. A n dere Werke. 

Von der Regierung von Bengalen: 

3^2. Descriptive Ethnology of Bengal. By JExiw, Tidte Daldon. lUastrated 
by lithograph portraits copied from photographs. Printed for the 
Government of Bengal, ander the direction of the Council of the Asiatic 
Society of Bengal. Calc. 1872. 

Von Herrn Prof. Radioff in Kasan: 

3423. Bra^noje prawo drewnago wostoka etc. A. Oaipawa. Wypnsk I. Kasan 
1872. Gr. 8. 

3424. Grammatika russkago, jasyka sostawlenni^a dlae Tatar wostoönoj Rossii. 
Öast' 1. Etimologia. Kasan 1873. Gr. 8. 

3425. ^^ »S^, ^ J /ü'Lj ^JrO^^ .V'^-^^^ r^ c^ vJlb'u^^ 

1873. ^ytjä y^i*i*ai- 

Von den Verfassern und Herausgebern: 

3426. n'n'^tl rtll3 u. s. w. Nohga Hajareiach, Organ fUr Wissenschaft, ReU- 
gion und Bildung. Herausgegeben von Beriech Goldberg, L^ahrg. 
1, 4—7. Heft. Lemberg 1872. 8. 

3427. Catechismo dei Missionari cattolici in lingua Algonchiaa pubblicato per 
cura di E. Teza. Pisa 1872. 8. 

3428. De trecentis Cänakyae poetae indici sententiis. Dissert. inaug. scr. 
Joh, KUUL Hiäis (1873). 8. 

3429. Sexti Sententiarum recensiones latinam graecam syriacas conionctim 
exhibnit Jb. Gfildemeieter, Bonnae 1873. 8. 

3430. I|finnes-tal öfver Q. GeOUn . . . hallet pa Finska Vetenskapssocietetens 
Ars-och Högtidsdag den 29. April 1872 af W. LagtM. (Aftryck ur 
Acta Soc. Scient Fennicae. Tom. X.) Helsingfors 1872- 4. 

3431. Beilage zur (Augsb.) Allg. Zeitung 1873 Nr. 1&&~156. (Darin: Die 
Kosmogonie der Inder. ' Von Martin Haug. Vortrag gehalten im 
anthropologischen Verein zu München). 

3482. Cape of Good Hope. Report of Dr. Bleeik conceming bis Researches 
into the Bashman Langaage, presented to the Honourable House of 
Aasembly by command of His Excellency the Govemor. (1873). Fol. 

3433. The Vam^abrähmana (being the eighth Brfthmana) of the Säma Veda 
edited together wiüi the commentary of Säyana, a Preface and index 
of words by A. C. BumeU. Mangalore 1873. 8. Mit Portrait und 
Facsimile. (Nur ,Preface and index' enthaltend).' 

3434. Das Gebiet von Medina. Nach Arabischen Geographen beschrieben von 
Ferd. Wüstenfeld. Mit 1 Karte. Aus d. 18. Bde. der Kgl. Ges. der 
Wiss. Gottingen 1873. 4. 

3435. The Book of Arda Viraf. The Pahlavi text, prepared by Destur Ho- 
shangji Jamaspji Asa^ revised and coUated with further mss., with an 
Eoglish translation and introdnction , and an appendix containing the 



^^^hen. In Folge der während der Arbeit eingetretenen Steigerung der Her- 
>Mluigsko8ten ist auch der Preis derselben höher gestellt, nftmlich: 

Lieferung I 1 Thlr. 10 Gr. 
Lieferung U 8 „ — „ 
Ausserdem ist noch ebendaselbst vorräthig: 
^>« Briefe Johannis, ins Tibetische Übersetzt, mit deutschen Erläuterungen, 

▼on H. A. Jäschke. 10 Gr. 
'^omanised Tibetan and English Dictionary by H. A. Jäschke, 
RyeUng 1866. (158 Seiten). 1 Thlr. 



XVI Ver». der/ür die Bibliothek der DMO. eingeg. Schriften u. s. w. 

text, and translations of Gosht-i Fryans, and Hadokht-Nask, by Martin 
Haug, ' Msisted by E, W. West. Bombay «nd London 1872. 8. 

3436. On trae Anthropology ; or the Spiritual, Mental, and Physical Constitu- 
tion of Man. By W. Hitchman. (Reprinted from the Journal of 
Transactions of the Victoria Institute. — London 1870.) 8. 

3437. De Carmlnum in libro Numerorum (Cap. XXI) reliquüs, interpretationibns 
antiquis et cum verbis masoreticis et interse collatis. Scripsit CaroUu 
Flöckner (o. O. a. J.) 4. 

3438. Et Par Bidrag til Bedömmelse af den nyere Folkelitteratur i Aegypten. 
Af A. F. Mehrpi. Kjöbenhavn 1872. 8. 

3439. Tablean gön^ral des monuments religieux du Gaire. Par A, F, Afehren. 
8. (Ans M^langes asiatiques tir^s du Bulletin de l'Acadäfaiie Imperiale 
des Sciences de St.-Pötersbourg. Tome VI). 

3440. Snpplementnm corporis Ignatiani a 6uil. Curetono editi pnblici juris 
factum a Dr. G, Moesinger, Oeniponti, 1872. 8. 

III. Handschriften, Münzen u. s. w. 

Von Herrn Prof. W. Wright: 

382. Facsimile der unter 370 aufgeführten himjarischen Steininschrift im 
"britischen Museum. 



225 



Dialectische Studien über das Mehri im Ver- 
gleich mit verwandten Mundarten. 



Von 

Helnrieh Freiherrn tou MaltuiB. 

In Folge der VerÖffentlichQng meines Aufsatzes ^Ober den 
Dialect von Mahra'' (in dieser Zeitschrift Bd. XXV S. 196) ist 
mir von verschiedenen Seiten ein vollständigeres Bild dieses Dia- 
leetes als wQnschenswerth bezeichnet worden. Die nachstehende 
Arbeit soll diesem Wunsche entsprechen. Eine vollständige Gram- 
matik bin ich freilich nicht im Stande zu geben. Ist auch die 
Formenlehre in dem Folgenden eingehender behandelt, so mnss 
doch die Satzlehre noch sehr unvollständig bleiben. Das Mehri 
ist eben niemals eine Schriftsprache gewesen, und die Syntax eines 
Ynlg^rdialects , der wie dieser auch nur sehr schwache Spuren 
eigenartiger Volksdichtung verräth, beschränkt sich auf die Ele- 
mente. Anders ist es in Bezug auf den Wortschatz. Hier bin 
ich im Stande, ein ziemlich reichhaltiges Vocabular zu geben, das 
zwar ebenfalls wieder weit entfernt von irgend einem Anspruch 
aof Vollständigkeit ist; aber doch mehr enthält, als die bis jetzt. 
veröffentlichten Wortsammlungen des Mehri, 

Von solchen Wortsammlungen existiren meines Wissens bis 
jetzt folgende: 

1) Fnlgence Fresnel, den wir den Entdecker des Mehri 
nennen können, veröffentlichte im Journal Aslatique (IV S^rie 
Vol. VI) einige Vocabeln, eine Beschreibung der Lautwerthe, ein 

Paradigma des Verbum J?^ (schlagen) und einige grammatische 

Notizen, alles sehr kurz gefasst, aber doch bedeutungsvoll. Er 
nennt den Dialect, den er behandelt, Ehkili, also ist dies nicht 
das eigentliche Mehri, sondern der Schwesterdiaiect des Volkes 
von Mirbat, welchen die Mehri „Hakili^ nennen, und der nach dem 
Volke, das ihn redet, ^Qaraawi^, gewöhnlich „Grauwi^^ gesprochen, 
heisst. 
Bd. xxvif. 15 



226 McUizan, tlialeciinche Studien über tlas Mehrt 

2) Prof. Ewald veröffentlichte nach den Notizen des Missio- 
närs Krapf (in Hoefer's Zeitschrift für die Wissenschaft der 
Sprache. Bd. I, S. 311 ff.) eine Liste von etwa 100 Mehri- 
Wörtern, denen die Gleiches bedeutenden Grau wi- Wörter zur Seite 
gestellt sind, was dieser kleinen Wortsammlung einen Vorzug vor 
allen andern giebt. 

3) Houlton gab in einer Bombayer Zeitschrift*) eine Liste 
von etwa 200 Grauwi-Wörtern heraus. 

4) Dr. Carter gab im Geographical Journal of the Bombay 
brauch (Bd. II) ein etwa 600 Wörter enthaltendes Vocabular des 
Dialects von Mahra, und zwar von ^aQÜel beim Ras Fartak. 
Dies ist die vollständigste bis jetzt veröffentlichte Wortsammlung; 
sie ist zugleich arabisch geschrieben und englisch transscribirt Die 
arabisch geschriebenen Wörter zeigen nun freilich recht deutlich, 
was für ein vergebliches Bemühen es ist, das Mehri mit diesen 
Schriftzeichen wiederzugeben. Im übrigen aber zeichnet sich diese 
Wortsammlung durch Treue und Grenauigkeit ans, und selbst das 
müssen wir ihr als Verdienst anrechnen, dass sie die Wörter nicht 
von ihren heterogenen Bestandtheilen reinigt (z. B. Suffixe, welche 
„mein*% „dein'* bedeuten, stehen lässt), denn die Ursprünglichkeit 
gewinnt dadurch und der Kenner sondert das Fremde leicht ab. 

5) Ausserdem wurde mir von dem Assistant Political Agent 
in Aden, Captain Miles, eine handschriftliche Liste mitgetheilt, 
die beinahe ebenso vollständig ist, als die Carter's, aber keinesw^ 
durchaus aus denselben Wörtern besteht. 

Alle diese Listen zeigen grosse Aehnlichkeit, was für ihre 
Richtigkeit spricht, sowohl untereinander, als auch mit den meini- 
gen. Wenn gleichwohl kleine Abweichungen vorkommen, so sind 
diese theils der englischen Aussprache, theils aber auch dem 
Mehri selbst zuzuschreiben, in welchem oft ein und dasselbe Woft, 
je nach den folgenden oder vorhergehenden Lautwerthen, des Wohl- 
lauts halber verschiedene Form annimmt, und ausserdem auch noch 
eine Menge ünterdialecte existiren. 

Ich will hier eine kurze Uebersicht über einige der geläufig- 
sten Vocabeln, wie sie die verschiedenen Listen geben, mittheilen, 
deren Zweck hauptsächlich der sein soll, um zu meiner eignen 
Vertrauen einzuflössen, indem ich zu zeigen hoffe, wie unwesentlich 
die Unterschiede zwischen ihr und den andern sind. 



*) Ich konnte mir hiervon nur eine Copie verschaffea , auf welclier der 
ToUsUndige Titel nicht angegeben war, die aber sonst richtig sein soll. 



im Vergleich mit rennandten Mvndarim. 



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im Verfjleich mit ventmndtea AfuncUirten. 231 

Der Arabist wird leicht das nicht zu den Wörtern selbst 
Gehörige (wie Vorsätze, Suffixe etc.), das sich in den drei von Eng- 
ländern herrührenden Vocabularien findet; absondern, und die sich 
dann ergebenden Formen als den von mir mitgethcilten im Wesent- 
lichen völlig gleich erkennen , ausgenommen natürlich die Fälle, in 
denen die eine Liste ein Synonymen von verschiedener Wurzel 
bringt. Fast alle diese Listen haben neben dem Mahra-Wort auch 
jedesmal das arabische gegeben, was gewiss die sprachverglcichende 
Uebersicht erleichtert Aber, da das Arabische so ausserordentlich 
reich an Synonymen ist, so scheint mir mit einem einzigen Worte 
fttr einen Begriff in vielen Fällen nicht genug gegeben. Auch ist 
es ja weniger das Schriftarabische; als vielmehr das DialectischO; 
dessen Vergleich mit dem Mehri ans Aufschlüsse geben kann. Ich 
habe deshalb in meinem Vocabular die drei Hanptdialecte von 
West- and Süd-Arabien, die von He^Z; Yemen und IJadramaut be- 
sonders berücksichtigen zu müssen geglaubt. Diesen den euro- 
päischen Arabisten weniger bekannten Dialecten habe ich Wörter- 
listen von zwei anderen hinzugefügt, dem von Aegypten und dem 
▼on Algerien; welche, obgleich dem Mehri selbstredend ferner lie- 
gend | doch an and für sich schon, sowie im Vergleiche mit den 
Ifnndarten der arabischen Halbinsel dem dialectischen Studium 
Interessantes bieten. Der Arabist wird so in den Stand gesetzt; 
einen and denselben Warzelstamm vom Westen bis zum Osten des 
arabischen Sprachgebiets durch seine verschiedenen Metamorphosen 
hindarch za verfolgen. 

Als Einleitung zum Vocabular dürften einige Vorbemerkungen 
Ober die darin vorkommenden Dialecte am Platze sein. Tch muss 
bier ausserdem noch vorausschicken; dass ich weder für den einen, 
noch den andern arabischen Dialect andere Arbeiten zu Hülfe ge- 
sogen habe. Ich vermied dies sogar absichtlich-, denn, was beim 
Schriftarabischen ein Nachtheil gewesen wäre, seinen mir hier das 
Gegentheil. Bei Dialecten kommt Alles auf die Ursprünglichkeit 
an. Ich gebe deshalb die Worte durchaus so, wie ich sie aus dem 
Yolksmund hörte, angestört durch die Abweichungen von der 
Schriftsprache, ja durch die offenbaren Unrichtigkeiten, denn es ist 
ja das Wesen der Dialecte, grammatische Liccnzen zuzulassen. 
Stiinmen meine Angaben nicht mit denen Anderer überein, so wird 
das in den meisten Fällen gegen die Richtigkeit weder der einen 
noch der andern Arbeit sprechen, denn was ich schon oben vom 
Mehri gesagt habe, dass auf dialectischem Gebiet die Mannichfaltig- 
keit oft gross ist, das gilt in noch erhöhterem Grade vom Ara- 
bischen. 



232 



Arabische Vulgärdialecte. 

Von 

Heinrich Freiberrn Ton Maltzan. 

1) Dialect des Maghrib. 

Die Ansicht ist bei Earopftcrii vielfietcb verbreitet, dmss der 
magbrebinischc Dialect durchaus verderbt; der schlimmste von alloii 
Mosta^eroa sei, and kanm noch würdig, überhaupt ein Arabisch 
genannt zu werden. Sogar Arabist«n theilen diese Ansicht. So 
sagte mir ein Professor in Algier, der früher in Aegypten gelebt 
und dort den prätentiösen Cairiner Dialect erlernt hatte ^ von der 
Algierischen Mundart „c'est un affreux cbarabbia^S Ich antwortete 
ihm „die Araber sind nicht dieser Ansicht''. Unter diesen f^An^- 
bern'^ meinte ich natürlich nicht die des Westens, denn an ihrem 
Selbstlob war weder zu zweifeln, noch bewies es etwas. Ich meinte 
vielmehr die ächten, die Araber Arabiens. Wie oft habe idi von 
^egaz-Bewohnem vernommen , dass man in Nordafrika im Westen 
besser spreche, als im Osten. Freilich beleidigt das die anspruchs- 
vollen Aegypter, die sich einbilden, das schönste Arabisch der 
Welt zu reden. Aber selbst von Aegyptern habe ich zuweilen 
Aussprüche gehört, welche das Gesagte bestätigen. Sie gUuiblen 
den maghrebinischen Dialect recht tief zu stellen, wenn sie sagten, 
er sei „el kaläm men ez zemän^% also etwa eine altmodische 
Sprache, noch altmodischer, als die der ägyptischen Fellahin, and 
nicht viel besser , als die der Beduinen. Damit hatten sie ihr 
freilich das grösste Lob gespendet; doch die Städter kennen heat 
zu Tage nicht mehr die Traditionen der Grammatiker von Ba^A 
und Baghdäd, die bei den Beduinen in die Schule gingen. Ihnea 
sind vielmehr die Beduinen Barbaren , folglich muss ihre Sprache 
auch barbarisch sein. 

Beduinisch das ist die wahre Bezeichnung für den maghre- 
binischen Dialect; und dies bestätigte mir auch Dr. Wetzstein, der 
berühmte Kenner der nordarabischen Beduinen, dem als ich ihm 
Vocabcln und Sätze im algierischen Dialect vorsagte, die grosse 



MaUzan, Arabische Vtdgärdialecte. 233 

Aehnlichkeit zwischen diesen westlichen und der ihm wohlbekannten 
östlichen Bedninen-Mnudart auffiel. Natürlich ist ^^Beduinisch*^ im 
Allgemeinen nicht ein Ausdruck, der einen bestimmten Dialect, 
sondern ein solcher, der eine ganze grosse Classe von Dialecten 
umfasst. Aber alle be(]uinischen JMalecte, mögen sie auch sonst 
Boch 80 sehr von einander abweichen; haben dennoch gewisse Merk- 
male gemein. Alle haben mehr oder weniger die alten guten 
Aosdrflcke und Yocabeln bewahrt. Die Wörter haben meist ihre 
ursprüngliche Bedeutung behalten, und nicht, wie in den städtischen 
Mundarten so vielfach, einen ganz andern Sinn angenommen. Es 
soll feiner sein, wenn der St&dter statt „krank^ das Wort für „raüde^S 
statt „Garten^* das Wort für „bewässerter Raum^ gebraucht, wenn 
er statt „was willst du** sagt „was ist dein Bedarf *; wenn er statt 
die Leute ehrlich mit „du** anzureden, ,4hr** anwendet, oder gar, 
wie in Aegypten^ das lächerliche „deine Gegenwart" (hadretek). 
Von all' diesen Dingen wissen die Beduinen nichts. Was die 
beduinischen Mundarten so recht charakterisirt, ist ihre Vorliebe 
für die GoUectiv-Plurale und für die Diminutiv-Formen. Der regel- 
mässige Plural findet bei Masculinen fast gar keine Anwendung, 
bei Femininen ist er häufiger. Die Präpositionen haben fast 
inuner ihre ursprüngliche Form bewahrt. Ein solches Unding wie 
das ägyptische ^lJU (von) kommt in beduinischen Dialecten gar 

nicht vor. ^ 

In allen diesen Punkten berühren sich Maghrib und Arabien. 
Es war mir immer, wenn ich von Algier nach Arabien kam, als 
ob ich erst durch ein fremdartiges Gebiet gereist sei, Aegypten 
nimlichy wo das Arabisch so ganz anders ist, während ich in 
Arabien den maghrebinischen Dialect im Wesentlichen wiederfand. 
Hielt ich mich eine Zeitlang in Aegypten auf, und hatte ich mich 
an die dort üblichen Yocabeln gewöhnt, so musste ich, wenn ich 
nadi Arabien kam, die meisten dieser wieder fallen lassen, und die 
altgewohnten algierischen hervorsuchen. Ich mW einige Beispiele 
anfllhreD. So nennt man die Milch im Maghrib „halib**, in Aegyp- 
ten dagegen ,Jebn**, was freilich auch schriftarabisch ist, das aber 
im Maghrib nicht „frische Milch** bedeutet. Als ich mit Aegyptern 
nach Gedda reiste und Milch verlangen wollte, kam zufällig das 
algierische Wort wieder über meine Lippen, und rief die Bemerkung 
eines meiner Begleiter hervor, ich kenne ja schon den Dialect von 
0qj;As, wo man auch die frische Milch „halib**, und „lehn** nur die 
schon gestandene nennt. Aehnlich ging es mir in Yemen mit 
einem andern Worte. Um mein Wohlgefallen an einer Sache zu 
iassem , rief ich einmal , unwillkürlich in den algierischen Dialect 
znrQekfUlend, aus: „hada meleb^' und erndtete dafür das Compliment, 
ich spräche ja schon ganz wie ein Yamani, während mein ägypti- 
scher Begleiter die Stirn runzelte und meinte, es wäre doch feiner 
statt hada ,,dd** und statt des ganz barbarischem meleb „qwayes** 
zu sagen. Der gelehrte Qädi von Aden, der den bei heutigen 



234 Maügafty Arabucke Vulffärdialede. 

Arabern seltenen Vorzug besitzt^ auch den Dialecten einige Anfinerk- 
samkeit zu widmen, versicherte mir wiederholt, ich wftrde mit dem 
algierischen Dialect unter den Beduinen viel besser forÜconmeD, 
als mit dem ägyptischen. 

Einst wurde ich im höchsten Grade in Erstaunen gesetzt, als 
ich die Begrflssungen zweier Beduinen aus Qadramaot mit anhörte. 
Es waren fast genau dieselben Formeln, welche auch in der Stadt 
Algier üblich sind, dasselbe ;,Waschenta^S hier „W^henta^, das- 
selbe „Wasch b^lek^^ für „Wesch ^älek" ausgesprochen; Redem- 
arten, über die der prätentiöse Ägypter als barbarisch spottet, 
die aber unter den Beduinen von Ost wie West gleich flblich sind. 

Es giebt übrigens auch im Maghrib eine sprachliche Oase, wo 
sogenannte städtische Verfeinerung die Reinheit der Mondart ver- 
dorben hat. Dies ist die Stadt Tunis, in welcher wir etwas ganz 
Aehnliches beobachten, wie in Aegypten. Auch hier hat prätentidse 
Ausdrucksweise den ursprünglichen Sinn der Wörter entstellt 
Z. B. braucht der Tuniser für „viel" das Wort „yesser** ( ..-«^j), 

das eigentlich ;,mit Leichtigkeit" heisst, er sagt für „barbieren" 
„ha^em", also „Schröpfköpfe ansetzen", weil er eben den Barbier 
ha{^gam d. h. ;,Ansetzer von Schröpfköpfen"; was er immer aoch 
nebenbei ist, nennt, und von diesem Appellativ dann ein Yer- 
bnm bildet, das aber in der Form mit einem andern collidirt, . 
welches eine ganz andere Bedeutung hat. Wie allen prätentiösen 
Dialecten, so fehlt es auch dem Tunisischen nicht an Lächerlichem. , 
So braucht man dort das Wort* „behima" ausschliesslich fftr deoK 
„Esel" und findet es barbarisch, wenn der Algierer die Vierfüsslec- 
im Allgemeinen mit diesem Ausdruck bezeichnet^ der bekanntlict? 
in dieser Anwendung richtig ist. 

In dieser Beziehung steht übrigens Tunis im Magbreb ganv 
vereinzelt da. Schon die umwohnenden Landleote sprechen mehr 
oder weniger beduiniscb. In Algier findet zwischen dmn städti- 
schen und ländlichen Dialect kein wesentlicher Unterschied statt 
liCtzterer ist natürlich immer reiner. Die Küstenbewohner habea 
ausserdem eine kleine Anzahl von Wörtern aus der lingoa firanca 
aufgenommen, die dem Dialect mitunter ein höchst komisdieB Ge- 
präge geben. Ich verstehe unter dieser Aufnahme natürlich niefat 
das barbarische Kauderwelsch, welches die Küfetenalgierer zuweilen 
mit Europäern reden und das meist aus verhunzten spanisdien 
Wörtern besteht Wörter wie „mughiera" für „Frau", „tsch^iar^ 
für „nehmen'' kennen zwar alle Küstenbewohner, aber de sind 
keineswegs in ihren Dialect übergegangen. Dagegen bedient sieh 
der Dialect unzweifelhaft einiger ursprünglich spanischer Wörter, 
in neuester Zeit auch französischer, aber eben meist nur um Dinge 
zu bezeichnen, die erst aus Europa eingeführt wurden. So ge- 
braucht man für Strümpfe ein Wort: „skatscher", das ursprünglich 
spanisch sein soll, für Wagen sagt man „karosa" u. s. w. Die See- 
leute bedienen sich noch mehr europäischer Wörter, und sie haben 



MaUzan, ArahUche ViUgärtUalecU. 235 

wohl auch in den a]gieris>chen Dialect das Wort „malü'^ eingeführt, 
das allgemein für „schlechtes Wetter"^ gebraucht wirc^ Bei andern 
Wörtern will es nnr scheinen, als seien sie europäisch , z. B. 
„sabbät^^ (Schuhe), das ich von savatte ableiten hörte, das aber in 

Wirklichkeit vom arabischen c>«a^ (Ochscnfcll) kommt. 



Indcss solche Barbarismen kommen meist nur in der Rede 
der Ungebildeten vor, die Gelehrten geben sich oft Mühe, sie zu 
▼ermeiden, was ihnen freilich nicht immer gelingt. Dieselben 
nehmen übrigens im Dialect eine durchaus unwesentliche Stelle ein, 
viel unwesentlicher, als die Entlehnungen aus dem berberischen 
Idiom, welche letztere indess bei den kabylischen Grenzstämmen 
vorzugsweise gefunden werden, bei den ächten Arabern aber fast 
ganz fehlen. 

Es ist schon viel über den algierischen Dialect geschrieben 
worden. Ich will mich daher darauf beschränken, nur einige 
wenige sprachliche Eigenthümlichkeiten anzuführen , welche mir 
besonders aufgefallen sind. Von der Aussprache habe ich schon 
anderswo geredet (in dieser Zeitschrift Bd. XXIII.); hier sei also 
vorzugsweise der grammatischen Formenlehre gedacht 

Dass die Maghrebiner den Plural der ersten Person des Aorist 

für den Singular gebrauchen und dann durch Anhängung eines ü 

gleichsam einen Plural Pluralis schaffen, ist bekannt Ana nem- 

schi heisst ,4ch gehe'\ nahnu jiemschiü „wir gehen'^ Dies ist 

übrigens nicht diesem Dialect allein eigenthümlich. Ganz dasselbe 

fimd ich im Arabisch des ägyptischen Sudan, das allgemein für 

sehr rein gilt, wenigstens in Bezug auf den Singular. Auch die 

Nabier, die mitunter ein reineres Arabisch reden, als die Aegypter 

(da arabisch bei ihnen als Fremdsprache weniger der dialectischen 

Gormption unterliegt) hörte ich oft nefham für „ich verstehe'^, na- 

kol für „ich esse^^ u. s. w. sagen. Dieses n des Singulars ist ohne 

Zweifel aus ana (ich) mit hinübergezogen, und in der That brauchen 

auch diejenigen Dialccte, welche die ursprüngliche einfache Form 

beibehalten haben, selten die erste Person Sing. Aorist, ohne das 

Fürwort vorzusetzen. Die andern Dialecte sind der Gefahr dieser 

Verkehrtheit wohl nur dadurch entgangen, dass sie meist den Aorist 

durch das Part. Activ. umschrieben. Im Maghreb dagegen ist diese 

Umschreibung fast ganz ungebräuchlich. Diejenige Form, welche 

man gewöhnlich Partie. Activ. nennt, ist hier nun Adjectiv verbale, 

wu sie ja auch im Schriftarabischen nach Silvestre de Sacy sein soll. 

Dass im Imperativ die Vorschlagssylbe oft wegfällt, beruht 

ttf den von mir anderwärts erwähnten Gesetzen der Aussprache, 

indem der Dialect nur in den wenigsten Fällen ein Hamza am 

^ortanfang leidet Man sagt schrob (trinke), schri (kaufe), dagegen 

oktnb (schreibe), oqtel (tödte), obwohl man auch ktub und ktel 

^en kann. Diese Unregelmässigkeit gehört also mehr in die Lautlehre, 



EUlc grunmatikaliEche AbwetehuB UXen dtgagdi die Vorl* 
primae Hamna dar. Die Vorliebe, das AalhiigihMUif ■ImUm»'"'' 
madit sich bier soweit geltend, dan dtoM Verb« im PeclBCt ''^ 

nltimae ^ werden. So macht man au juM (nelutn) i^ldl^ * 
tjt3-, ODd coqjDgirt dann: cbdlt (n n. ISng.), chdU (HI |lii***^ 

chdltfl {II pioral), cbdlna (I plnral). Ebenso ans Jj t (esson) **lö 
fer ass), klit (ich ass), klAä (sie uaeo), klUä (ihr at>set), klS*^ 
(wir ssaen). Der Aorist ist aber giu regelrecht: jäcboil, yik ^ol 
der Imperativ dagegen wirft wieder diu Hainzu ab: ubod (nioL -W* 

kolOSB). . - . 

Die Vcrba mcdiae Hamxa aind den cümw gM».tf* *ig ^ 
stellt, ebenso dio olUmae Hanua dea aehwMhuulirtNAak k-M 

Aorist von ^'u« (fragen) lastet ni<^ iaU (^JL^j) sünileni isai f j— . -j), 

der von tJu (anfangen) nicht yebdl (Vxlj). sundern mit kurzem a, 

yebdä f^jw). Daaselbo gilt von des Vcrba nicdiau gemiuntue 

(TT). Hau sagt hollt (ich Ofinota) flir i^^JO;?.. Duch diese Vn- 
regelm&Bsigkeiten laaaeo sich nm Theil bereits im Schriflarabiscbef 
verfolgen. Hier sind sie die Regel. 

Von den abgeleiteten Coiyngationen ist dor Gebranch der IV. 
fast gans dnrch den der II. TerdAi^t mrüeu, die aberiiaopt nach 
der ersten am Häufigsten Yorkommt*, s. H. hcisst vom VL-rbni» 
,_äL. im SchriftarabiBchen die IV. Conj. „leihen", im Dialocl ü' 
zweite. Dasselbe gilt von Uä. desaen IV. ConJ. sonst „bmlim'' 
heisst, während hier die II. diese Bedeutani- hat. Die IV. i<' 
aberhanpt selten and kommt mehr bei solchen Verben vor, d'^ 
eine acf die Religion bezOglicbe BedeUnng haben, und die dartt^ 
das Volk äfter ans dem Hände der Gelahrten , die mehr t*^ 
Schriflarabiscben bewahren, vernimmt ud dadurch verliiodcrt 
dem Hang, auch sie dnrch die n. Goiq. zu ersetzen, nacl 

Ein solides Verbnm ist . ' ml (Modem werden), das meist «^ 
in der IV. Coiy. gebrftochlich , obf^eieli ich auch schon den i^ 
isellem hörte. 

Sehr oft vertritt anch die 11. Conjogation die orste, d«* 

ßedentnng sie dann annimmt, i. B. flb- J.30 (hineingehen) J^^' 

Aorist idachchel, ftlr . ■- ■'- (streiten) *.*=_> Aorist iehagvo'". '•' 

s_ft ftS (erdrosseln) \Jis~- Aorist icbanneq. 

Wo im Schriftarabischen die I. oder die IV, neben ittf*^ 
Conj. nngefUr in gleicher Bcdentong vorkommt, kennt der Dilf 



Mnlizofif Arahische Vvlgörtlwlecte, 237 

r die letztere, z. B. JaJL5> und JaJLi> beisst beides „miscben^^, 

jLtt und ^^JLc beides „lehren", der Dialect braucht aber nur 

die letzteren Formen. 

Von den andern abgeleiteten Conjugationen ist eigentlich nur 
die V. in häufigem Gebrauch, und hat meistens dieselbe Bedeutung 
wie im Schriftarabischen. Sie dient hier viel seltener als Passivum, 
wie in anderen Dialecten. Die X. Conj. erleidet oft eine Vcr- 
kflTznng, indem man das „t" abwirft z. B. isoqsi (er fragt) für 

tj ^ \j , m 

^jNw>,>JtÄ,»M,j von ^j^ (quaesivit). 

Da dieser Dialect das participium nicht als praesens gebraucht, 
wie so viele andere, so hat er eine andere Weise, dieses auszu- 
drücken, gewählt Dies geschieht durch das Wörtchen rani, j^f., 

eigentlich „Sieh mich", das förmlich wie das Httlfszeitwort „sein^^ 
gebraucht wird. Rani heisst ;,ich bin'S räk „du bist'^ räh „er ist" 

Soweit sind die Suffixe einüach pronominal, das fem. der III. 
Singular, rähi, und die III. Plural rähü sind aber offenbar dem 
Aorist nachgebildet, denn sonst müssten sie räba und rähum 
heissen. Letzteres kommt freilich auch neben rähü vor, aber räha 
niemals neben rähi. Die I. Plural ist räna. 

Das Verbum wird diesem Wörtchen im Aorist nachgesetzt: 
rftni näkul, wörtlich „sieh mich, ich esse", d. h. „ich esse so eben". 
Daas man aber ganz die ursprüngliche Bedeutung „sieh mich" ver- 
gessen hat, beweisen Sätze wie folgender: „kaddasch rähi es saa", 
dp h. „wie viel Uhr ist es". Ein Unsinn käme heraus, wollte 
man hier wörtlich übersetzen: „Wieviel, siehe sie, die Uhr" (oder 
gar) „die Stunde''. 

Nicht nur bei Verben, sondern auch bei den Nomina ist der 
Gebrauch des Dual fast ganz verloren gegangen. Man sagt nicht 
kItabSn, wie im Orient, sondern „zü^ kutüb" (züg für zwei). Nur 
in wenigen Wörtern, in denen die Zahl „zwei" als Werthbestimmung 
gilt, wie in dirhemain (2 dirhem) und bei Bezeichnung der Doppel- 
glieder hat sich der Dual erhalten, und seine Aussprache „ai" 
(casus obliquus) ist rein geblieben und leidet hier nicht den 
mschlaut S. 

Die unr^elmässigen Plurale von der Form J^u6, wie über- 
haupt alle die letzte Sylbe verlängernden (unter den dreisylbigen) 
VAd nicht üblich. Statt ihrer braucht man die einfache Form 
JJvjtt y z. ß. memlük, plnral memälek, nicht mamälik, sekkin, plural 

^ifficen, nicht sekäkin. Die Vorliebe für den innern Plural geht 

f^ weit, dass sie manchmal selbst auf die regelmässigen Plurale 

'^ren Eiuflnss äussert So heisst der Plural von meslem (moslim; 

^^^\A rooslimtn, wie im Orient, sondern man verändert die Yocale 



238 Maiixan, Arahuiehe VnlgärdiaUcUi. 

und macht daraus mesdlmin, die pennltima betont and die ultima 
kurz, so dass es fast wie ein Collectiv klingt. 

Unter den Bildungen mit Praepositionen spielt das „df al*' eine 
merkwürdige Rolle. Es vertritt mit darauf folgendem Suffix das 
Pronomen possessivum: diali (mein) di^älek (dein) dfdlnh (sein) 
dfälah (ihr) di'dlbum (ihr pl.) di'dlkum (euer) dt'dlna (unser). 
Der Ton lic^ hier auf dem a, obgleich es kurz, dagegen das i 
lang ist 

Es ist offenbar aus ^o für ^«jJt (pron. relat) und der praep. 

JLx: entstanden. Dies ist dem Maghreb ganz eigen und wird im 

Orient ebensowenig verstanden, wie das schon erwähnte rani. 'E& 

erinnert auffallend an das Sjrriscbe J^j (mein) Jl^j (dein), das nur 

mit einer andern, aber fast gleichbedeutenden Praeposition gebildet 
ist, und dies zeigt wieder einmal, wie oft sich auch andere, nament- 
lich neuere semitische Schriftsprachen mit arabischen Vulgärdialecten 
berühren. 

Es ist übrigens gewiss , dass die jetzt, in Maghreb lebenden 
Stämme auch Örtlich früher Berührungen mit Syrien hatten. Wir 
können annehmen, dass der jetzige maghrebinische Dialect erst ver- 
hftltnissmftssig spät in Afrika eingeführt wurde. Er rührt im 
Wesentlichen von der grossen Einwanderung nomadischer Araber 
her, welche die Fatemiden aus Rache für den Abfall des Maghreb 
dortiiin organisirten , und welche einen vollkommenen Umschwung 
aller dortigen Bevölkerungsverh&ltnisse hervorbrachte.^) 

Diese Einwanderung fand zur Zeit des Ztriden-Snltans , el 
Moezz ben Badis, in der Mitte des 11. Jahriiunderts statt; dies 
war die einzige Einwanderung ^ welche ganze arabische St&mme 
in's Land brachte, und von ihr stammen alle heutigen Araber des 
Maghreb (wenige Stftdtebewohner und die Stämme der Cyrenaika 
ausgenommen) ab. Vor dieser Einwanderung wurde Arabisch nur 
in den Städten gesprochen. Desshalb finden wir auch ältere Städte^ 
wie Tunis, noch im Besitz eines eigenen Dialects, der weniger 
Beduinisches aufweist, dagegen die neueren, wie das erst viel 
später emporgekommene Algier, fast durchaus beduinisch redend. 
Diejenigen Berber, die nicht, wie die Tuaregg, in's tiefe Innere 
verdrängt wurden, nahmen erst jetzt zum Theil die arabische Sprache 
an und lernten natürlich das Beduinische, zum Theil aber blieben 
sie bei ihrer eigenartigen Mundart. Aber die Arabisining des 
Maghreb machte von jetzt an reissende Fortschritte, und dieae 
Fortschritte haben auch heute noch nicht aufgehört, denn noch jetit 
kann man sie bei einzelnen Berberstämmen beobachten. 



1] Vgl. Slane, Histoir« des Berb^res par Ibn Khaldoan, Tome I, p«|^ 
XXDC (introdnetion). 



MaUzan^ Arahisclie VfUffärdialecie, 239 

Diese Arabisirong fand also durchaus anf bedoinischer Grund- 
lage statt. Die beiden üauptstämme; welche zu Moezz Zeit in's 
LAnd kamen, waren die Solaim and die Ililal von der Gruppe der 
Qais Ghailän. Ibn Kbaldonn sagt nun ausdrücklich, dass die üiläl 
xur Zeit der ersten Religionskriege nach Syrien kamen und dort 
blieben, bis sie nach dem Maghreb einwanderten^). Dies erklärt 
wohl 80 manche Anklänge des maghrebinischen mit dem syrische 
Beduinendiaiect , die mir Dr. Wetzstein bestätigte. Mit den Hilal 
kamen die Maqil, ein sQdarabischer Stamm. Eine Abtheilnng der- 
selben, die Beni Talaba, bewohnte die Gegend um Algier, und dies 
erklärt wohl die Aehnlichkeit grade des städtisch Algierischen 
Dialects mit dem südarabischen. Die Spuren eines Unterstammes 
der HilM, der Riah, sind noch heute in l'unesien zu bemerken, sie 
zeichnen sich durch die Reinheit ihrer Mundart aus, und dies kann 
man von allen acht arabischen Stämmen des Maghreb beliaupten. 
Es ist sogar oft das einzige Merkpml ihrer Abstammung, denn die 
alten Namen sind vielfach neueren gewichen. 

So stehen denn die Araber des Maghreb genealogisch dem 
Stanimeslande , Arabien , nicht femer, als viele andere Beduinen, 
nSher vielleicht als manche mesopotamische Stämme, die schon vor 
Mohammed auswanderten. Dass sie auch sprachlich jenem Centrum 
nicht so entfremdet sind, wie man glaubt, wird jeder Kenner ihres 
Dialects bestätigen. 

2) Dialect von Aegypten. 

Dieser ist einer der bekanntesten; von ihm sei daher nur im 

Vergleich mit den andern gesprochen. Er entfernt sich unter den 

in meiner dialectischen Tabelle erwähnten am Meisten vom Be- 

duinischen, hat einestheils durch sogenannte städtische Verfeinerung 

viel von der ursprünglichen Kraft des Arabischen verloren, andern- 

theils aber hält er sich oft sklavischer an den Buchstaben der 

Sprachregeln, deren Geist ihm jedoch ferner steht Arabisch ist 

bier noch mehr als im Maghreb eine verpflanzte Sprache, die in 

der Hauptmasse des Volks keine Wurzel hat. Aber die Art der 

Qnfllhmng in beiden Ländern war eine ganz verschiedene. Im 

Maghreb bewohnten die erobernden Stämme, die alle durchweg 

Beduinen waren, das flache Land, wo sie die dort ansässigen Berber 

theils verdrängten, theils sich assimilirten, so dass bald über die Hälfte 

des Landes von beduinisch redenden Stämmen bewohnt war; ihre 

Spreche blieb unverdorben und drang erst vom Lande nach den 

wemgen städtischen Mittelpunkten, die nicht wie Tunis eine ältere 

vabische Cnltnr hatten, hin. In Aegypten dagegen siedelten sich 

die Araber vorzugsweise in Städten an; die Landbewohner waren 

1) Ihn Khaldonn a. a. O. I S. 29 der französischen Uebersetzun^. Die 
B3M wnrdui flbrigcna, ehe sie nach dem Maghreb kamen, für karse Zeit in 
^ TlnbftU angesiedelt 



240 Maitznn, Arabüche VfUgärHiaitcU. 

Kopten and wurden nicht verdrängt*, das eigentliche bedoiniscbe 
Element fand in Ägypten kaum eine Stelle. Die Fatimiden ver- 
sncbten zwar die Qaisitischen Stämme, Solaim und HilÜ, am MU 
anzusiedeln, waren aber froh, sich ihrer wieder zu entledigen, als der 
Maghreb Gelegenheit bot, sie dorthin zu schicken. Die AraUstnuig 
der Köpfen geschah von den Städten aus, zwar zu einer Zeit, als 
diese noch reineres Arabisch redeten, und deshalb ist auch die 
Mundart der Fellahin eine weit bessere, als die der hentigei 
Städter; da aber die Bertthrung mit dem beduinischen EUemeni 
fehlte, die allein den Sprachgeist in lebendiger Frische erhalten 
kann, so erstarrte die Sprache mehr oder weniger, und sachte dofch 
ängstlicheres Festhalten an den Kegeln das zu ersetzen, was ihr an 
acht arabischem Geiste abging. Das Arabisch der Maghrebiner ver- 
hielt sich zu dem der Aegypter, wie etwa die Sprache eines firan- 
zösischen Bauern zu der eines Deutschen, der sein Französisch von 
einer Gouvernante gelernt hat Letzteres ist richtiger, ersteres 
aber dem Sprachgeist verwandter. 

In den ägyptischen Städten dagegen blieb zwar die Sprache 
nicht erstarrt, aber sie entwickelte sich inuner mehr in anbedoi- 
nischer Weise, sie ^verfeinerte^^ sich, und ein Resultat dieser Ver- 
feinerung ist; dass man jetzt eine Menge Dinge ganz falsch benennt, 
indem man andere Ausdrücke als die bedninischen wählt, und 
letztere, d. h. die ächten arabischen, als ungebildet and barbarisch 
verachtet. Der Cairiner wird die Nase rümpfen, wenn man das 
Brod bei seinem arabischen Namen „chobs"^ nennt und nicht statt 
dessen das Wort „'aisch'^ (Lebensmittel) gebraucht StaU „Wind** 
(rih) muss man in Oairo „Luft"^ (hauwa), statt „krank" (merid) 
muss man „müde'' ('ayyän), statt „Huhn** (de^a) „Hühnchen** 
(fercha) sagen. Eine andere Folge dieser „Verfeinerung** ist, dass 
man manche Adjective stets im Diminutiv braucht, z. B. qo$air 
statt qe^ir (kurz), ^oghair statt ceghir (klein), was ganz sinn- 
verwirrend wirkt Das ist eben nur in einer Mundart möglich, 
die sich so weit vom arabischen Sprachgeist entfremdet hat, dass 
das Diminutiv in seiner wahren Bedeutung ihm abhanden gekommen 
ist Wie unarabisch zeigt sich nicht dieser Dialect, wenn er z. B. 
statt „Kuäblein** (wolaid, in Algier üliid gesprochen) sagt „ein kleiner 
Knabe** (weled goghair) oder statt „Mädchen^' (bonaita, algieiisdi 
benita) „eine kleine Tochter^^ (bint Qoghaira); statt „Hündchen'' 
(kolaib, algierisch kliib) „ein kleiner Hund** (kelb ^^hair), .und 
so mit allen Wörtern. 

Dieser Dialect bat mehr als irgend ein anderer" mir bekannter 
die regelmässigen Plurale bewahrt, worin man allerdings einen Vor- 
zug erblicken kann. Aber es ist eben ein Zeichen, dass in ihm 
die Sprachentwicklung in's Stocken gerathen ist, denn die Tendenz 
aller acht arabischen Dialecte geht einmal dahin, sich der regel- 
mässigen Plurale so viel wie möglich zu entledigen und sie durch 
die Colleetiva zu ersetzen. 



MaltBon, Arabürhe VnlgärdialetU. 241 

Im VerbBm spielt das Particip. Activ. eine grosse Rolle. 
Was SiWestre de Sacy ^) von den schriftarabischen Partidpien sagt, 
daas sie nicht diesen Namen verdienten, sondern nur Verbal- 
a^i^ctive seien, kann fOr diesen Dialect «nicht gelten. Von dessen 
Farticipien kann man nicht sagen: „qa'ils ne contiennent Tid^e 
scee88<»re d'ancnne circonstance de temps^; vielmehr kann von 
ÜHMii fiuit dasselbe gdten , was Ewald ') vom Aramäischen sagt : 
fli$m das Participiiim ganz wie eine dritte Tempasform als Praesens 
antritt.^ Man findet es im gewöhnlichen Leben sogar meist nicht 
nOtfaig das Pronomen hinzasasetzen. So fragt man „woher kommend? 
woUn g^end?'' (gfti min *ain, rähi fa'in) and Jedermann versteht, 
dass diess „woher kommst Du? wohin gehst Da?^ bedeutet. 

Caossin de Perceval hat in seiner „Grammaire de l'Arabe 
Tnlgalre** schon auf eine andere seltsame Constmction aufmerksam 
gemacht, welche beim Volke gleichfalls oft die Rolle des Praesens 
TOlritt, nämlich den Aorist mit vorgesetztem „bi'* oder „be'^ So 
sagt man ,4ch schlage^ ana b'edrib, du schlägst ,,anta be tedrib'* 
o. & w. Ob dieses „be'^ etwa die Ptaeposition „in'' sein soll oder 
ob hier irgend eine arge Verstümmelung eines andern Wortes vor- 
\\ß^ wage ich nicht zu entscheiden. 

In Befeng auf did abgeleiteten Gonjugationen gilt für diesen 
Düüeet im Wesentlichen das beün Algierisden Gesagte. Aach hier 
ist die IV. Goig. wenig im Gebrauch. Die VII. und VIII. dienen 
meist als Passivom, aach die V. wird sehr oft in diesem Sinne 
gebraucht IMe X. Coiy. kommt hier viel öfter vor, als im algie- 
rischen Dialect, ja selbst häufiger als in den bedninischen Mund- 
arten Arabiens. Statt wie in letzteren sie abzukürzen, das t fallen 
zn lassen, wird sie in Aegypten fast immer schriftgemäss gebraucht, 
anch wieder ein Vorzug, wenn man will, aber ein solcher, der 
wenig ürsprünglichkeit verräth. 

Aehnlich wie der ^Igierische Dialect für das Praesens des Hülfs- 
leitwortes „sein^ in seinem „räni'' sich einen Ersatz geschaffen hat, 
80 finden wir im Aegyptischen ein eigenartiges Worteompositum, um 
den Wunsch auszudrücken, das mit folgendem Aorist oft für das 

Fatnram steht Dies ist das Wörtchen „bidd'' (vielleicht für J^ 

niB der Absicht*^ von j^ optavit facere), das mit dem Suffix ver- 

taBdm, in „mdner, deiner, seiner Absieht'S ^^ heisst „ich, du, er 
vir badentet So sagt man : biddi „ich will'S biddak „du willst'', 
Uddsh, ,,er will" biddina „wir wollen", biddikum, ,4hr wollet", 

1) SUvestre de Sacy, Orammaire Arabe Paris 1810. § 617 u. folg. S. 229 
^ tiitoa Auflage. 

2) Ewald Lehrbach der bebräischen Sprache $ 136 , S. 355 der acbten 

B4. xrviL 16 



242 MalizaBy Aräbuche Vvtgärdidkete. 

biddiham, „sie wollen/^ Biddi akul heisst „ich will essen^, Btebil 
aber oft für „ich werde essen''. 

Die Aassprache des ägyptischen Dialects ist weit entfernt 
davon schön zn sein. Das ^ ist so hart, wie in keiner andern 

Mundart 9 so dass sogar die Yemener, die doch aach das ^ hart, 

aber freilich nicht so hart, wie die A^;ypter, ertönen lassen^ diese 
Aassprache gradezu barbarisch finden, von den Qe^ftaem die wei^ 
(,idj'') aassprechen; gar nicht zn reden. Die FelUübin sprechen dss 
vj> wie in Arabien, d. h. wie g (in Gott, gat) ans, dagegen die 

Gairiner, wie Hamza, was ihrer Sprache etwas ganz Entstdltes 
giebt. Wer erkennt z. B. in Wörtern wie aT, de T, das arabische 

aqiq (ql^ät , Achat) and deqiq (sJuäJ, Mehl) wieder. Aber das 

ist Gairiner „Feinheif^ and wehe dem, der das q anders, als wie 
flamza, aassprechen wollte. Er wird fQr einen FeUah erklärt 
Wie weit der Sprachdttnkel der Gairiner geht, bewies mir einer, 
den ich in (xedda traf, wo er schon Jahre lang gelebt, aber tren 
an seinem Hamza festgehalten hatte. Er zog es vor, ausgelacht 
and nicht verstanden za werden, als das „barbarisdie^ Q anszo- 
sprechen. „Was wird man sagen, wenn ich nach Gairo zorflck- 
komme and man entdeckt, dass ich mir diese Aassprache angewöhnt 
habe% meinte er. 

Der Bachstabe ijo hat hier ganz seinen arsprttnglichen, dem 

trillernden 1 verwandten Laut verloren and klingt wie ein einfeu^hes 
d. In der Aassprache der drei Zangenspitzenlante \^^i und Jb 

scheint gar keine Regel zu herrschen. Bald klingen sie wie die 
verwandten Dentalen, bald wie die Sibilans z. 

So spricht man itaub (für ^^.^, er gähnt) tel^ für ^^^ 



Schnee) taleb (für «^^JLju Fachs). Dagegen *Ozmäu (Ar UAr) 

zäniya (äjJLj , Secande) lez (vj^^ ^ Löwe). Das 6 klingt in mädena 

(ÄJ^Lc, Minaret) drä (g|y, Arm) debbftna (iüU3 Fliege) wie d, 
dagegen in haza (tj^, dieser) talmiz («AxJLj, Schüler) kizb (vi^aÄT 
Lüge) wie z. Aehnlich ist es mit Jb, man sagt dahr (-4^, 
Bücken) adm ( » ^ ^ Knochen) dagegen 'azim {^^Jäc. eiiiaben) 
zarif (\^^ fein, elegant). Dass hier keine Regel der Lautlehre 

herrscht, beweist, dass man oft ein and dasselbe Wort verschieden 
aasspricht. So hörte ich haza neben hada, dahab neben zahab 
(für s^3 Gold). Dass diese Laute assibilirt werden müssen, davon 

bat man keine Idee, ja man erklärt sogar die Aussprache von 



Maltzmi y Arabische Vtdgärdialecte, 243 

He^ nnd Yemcn für bedninisch-barbarisch. Dennoch lernen die 
Leute ganz die richtige Aussprache in den Qoränschulen. 

Eine sprachliche Hässlichkeit haben übrigens der äg>ptische und 
der algierische Dialect und; so viel ich weiss, alle Mandarten ausser- 
halb Arabiens, gemeinsam; das ist das Anhängen der Sylbe schi 
oder sehe, oft auch blos seh oder esch, (für J;;*^ Sache) an fra- 
gende oder verneinende Redensarten. In Algier^ wie in Gairo, sagt 
man ma 'andisch ( ji^jjUfi U) für einfaches „ich habe nicht% nicht 

etwa für ^^ habe nichts^S wo es richtig wäre. „Es schadet nicht** 
heisst in Algier „ma idorrschi*^ (valgo freilich mä kän h^scha) in 
Tonis „ma isalsch^*; in Cairo „mä idorresch**. Ueberall dasselbe 
hässliche ^^^ in dieser Anwendung ein voUkommner Pleonasmus, 

dem wir von nun an Lebewohl sagen können, denn in den jetzt 
zu besprechenden Dialecten der Halbinsel Arabien kommt er nicht 
vor, mit einer einzigen Ausnahme, welche das vielbeliebte ägyptische 
und maghrebinische „mafisch*^ betrifft (mit scharfbetonteu i und 
kurzem a) das in He^z noch zuweilen als „mä fisch^^ (mit langem 
tonvollen ä und tonlosem i) wiedergefunden wird; obgleich die ein- 
fachere und richtigere Form ^^mä fi'* daneben nicht selten ist. 

3. Dialect von Qe^äz. 

Unter allen arabischen Mundarten dürfte diese gewiss, nach 
deijenigen des Negd; am höchsten zu stellen sein. Dass sie nicht 
unbedingt die erste geblieben ist, rührt wohl von dem fürchter- 
lichen Sprachwirrwarr her, den die Hogg alljährlich nach Mekka 
bringt nnd von dem vielleicht wohl e^was hängen geblieben ist. 
So hat trotz Allem, was man zum Vorzug des ^e^äz-Dialects sagen 
mnss, doch die Aussprache nicht die gewünschte Reinheit bewahrt, 
wenigstens nicht in den Städten 6edda und Mekka. Die Zungen- 
spitzehlante werden auch hier nur von den Gelehrten richtig aspirirt; 
das Volk verwechselt sie vielfach mit den verwandten Dentalen. 
s3 wird wie g gesprochen; ein Gelehrter ans Mekka sagte mir, 

man nenne es hier das ;;Gäf 'arebi^', da die Aussprache g in ganz 
Arabien allgemein, eine Behauptung, die wenigstens so weit meine 
Erfahrung reicht (Mahra ausgenommen) richtig ist Er behauptete 
sogar, man spräche es selbst in vielen Qoränschulen so aus, was 
freilkh ganz dem gelehrten Brauch von Cairo und Damascus ent- 
raen wäre. . ist weich wie französisches „cy^. t ist immer 

ndur rh, als ^; daS; französische r grassay6. Die Diphthonge 
ti and au lauten hier, wie in ganz Arabien, meist e und ö. 

Sonst lässt sich von diesem Dialect grade desswegen am 
Venigstcn sagen, weil er der richtigste ist. Alle Abweichungen 
von der Schriftsprache welche mir aufdelen, Hessen sich mehr oder 
weniger auf die Aussprache zurü('kführen. Dass sich das Tanwin 

16* 



244 MaJtzan, Arabische Vulgärdialecie. 

erhalten habe, konnte ich nirgends finden, ausser in den Adverl^ieii 

■r .5 

wie tju!, weiches abad^nn (mit sehr korzer, aber scharfbetonter 

Ultima) nicht abadftn , wie in einigen Orten Aegyptens, gesprochen 
wird. Aach die Vocabein sind meist die der Schriftsprache. Die 
Vergleichnng in der dialectischen Tafel wird zeigen, wie oft sie 
sich dem algierischen Dialect nähern. 

Uebrigens zweifle ich nicht, diss «ich in der Mandart der 
Beduinen von ^e^ manches Interessante entdecken liesse. Heine 
Bekanntschaft mit diesen Beduinen war leider an kons, un mir 
andere Entdeckungen, als vocabularische zu gestatten, die man in 
meiner Tabelle finden wird. 

4) Dialecte von Yemen^. 

Wir haben es hier nicht mit einer, sondern einer ganzen 
Gruppe von Mundarten zu thun. Jede Stadt , jeder Stamm bat sc^ 
viel dialectische Eigenthümlichkeiten bewahrt^ dass er auf einei^ 
eignen Dialect, mitunter fast auf eigne Sprache Anspruch macheim. 
kann. Dennoch lassen sich gewisse allgemeine Merkmale kenn- 
zeichnen. Um zuerst von der Aussprache zu reden, so haben alle 
Dialecte die schärfste aspirirteste Betonung der Zungenspitzenlaote 
gemein, die ganz der Regel entspricht, wie sie in den Qorftnschuleo 
gelehrt wird, (jo wird jecloch fast immer mit Jo verwechselt und 

sogar in gewöhnlichen Schreiben statt dessen gesetzt. So sah ieli 
oft statt j^ und ^^Lb, j^ schreiben, i wird in einzelnen Namen 

zu j, auch in der Schrift. So hörte ich Madhi^ statt Madto^ 



o « 



sprechen und sah auch ;^spOüc schreiben. Selbst in Hamdtni'i 

y^xJt ^rjj^ ^^^ <^ Manuscript von Aden diese Schreibart, was ganz 
unverkennbar ist, da Hamdäni nie den Punkt unter dem dal weglftast, 
den noch heute alle Stldaraber gebrauchen, ebenso wie den unter tft* 
Viele Beduinen Stldyemens sprechen übrigens in allen Fällen 3 wie j 

aus. ö wird wie g (in Gott, gut), ^ fast ebenso, nnr etwas 
weicher gesprochen; in 'Aden hört man zuweilen auch 4i- Das p 

wird in der Gegend von üod&la wie Hamza intonirt, sonat aber 
überall mit voller gutturaler Kraft, t lautet sehr verschieden, ge- 
wöhnlich und fast bei allen Städtern wie rh, bei den Hanschebi- 
Beduinen dagegen wie g; während bei Weitem die Mehrzahl der 
südarabischen Beduinen es ganz fallen läset oder höchstens wie 



1) Ich nehme hier Yemen in einem etwas weiteren Sinne, indem ieli 
noch Yftfi'a und alle Länder bis aar Grenae ron Hadhramaat d«an rsehn 
also unKefÜlir das Land der alten Sabäer und das dar Himyaren, ra 
die Yftfi*i gehören. 



MaWutUy Arabische Vtdgärdialeete. 246 



>y£ 



un» betont. Z. B. lautet der Name .jjüt (die Hauptstadt der 
ideli) bei den Stftdten „cl Ghoder^' oder „el Rhoder'S bei den 

doinen dagegen Ldder (für el 'Oder) als wäre er ^^| geschrieben. 

In der Grammatik hat sich viel Altsüdarabisches erhalten, im 
«den and bei den Städtern, wo das centralarabische Element sich 
ihr geltend macht, natürlich weniger, bei den Beduinen des Südens 
dir. In der Stadt Raima bei Zebid, bei den Yäfi'i, Hanschebi, 
Ubi, femer bei den Qomeschi und Oicbi werden noch die alt- 
hnbischen (sabäisch-äthiopischen) Yerbalsuffixe gebraucht. Man 
ijngirt das Verbum käu (er war) folgendermassen : kunk (du 
rst) konkA (sie waren) kunau (wir waren). Auch das weibliche 
ODominalBof&x „es^ statt L^ ündet sich bei einigen Stämmen. So 

rte feh von Yäni achadkes für ^üJs3-! oder ^lä:>! (ich habe es, 
k die Sache, genommen). 

Eine seltsame Eigenthümlichkeit bildet der bei den himya- 
ichen Beduinen übliche Artikel „em** oder ^m^. Etwas Aehn- 
hes findet sich in andern Dialecten nur in einem Beispiel, näm- 
h embftrah (gestern) für elbärali oder elbäriha. Hier ist es aber 
(t bri allen Nomina, namentlich bei den Eigennamen, verwendbar. 
IB sagt M'auleqi für el 'Aulaqi; Maudeli fbr cl Audeli. Folgt 
I BelatiY mit Artikel einem Namen, so wird das m letzterem 
lahängt So sagt man Halm Sa idi für Ahl e& Sa'idi (^^XouJt JJ>t) 

h. das saiditische Volk. Ich glaubte Anfangs in diesem an- 
klagten ^^^ einen Rest der himyariscben Mimation erblicken 

können, wie schon Blau und von Eremer (in dieser Zeitschrift 
ttd XXY S. 527) vermuthet haben. Wäre dies der Fall, so 
rite der Art. „m^ nicht am Anfang eines Satzes vorkommen. 
kM er nur mitten im Satze und nach einem Nomen vor, so 
■Bte man glauben, dass das „m*^ der Mimation des vorderen auf 
■ Anfimg des folgenden Wortes hinübergezogen wäre. Dem ist 
hch nicht so, und „m*^ ist dialectischer Artikel. Dieser unterliegt 
A nicht den Gesetzen der lunaren und solaren Artikelbehand- 
% londem ist unverdrängbar ^). 

Was die Wortbildung betrifft; so finden wir oft den Vorsatz 
* in Wörtern; wo das Schriftarabische diesen nicht hat, z. B. 

te ^J für (jM?. Haupt; teben für ben, der Rabe (bildlich). 



1) Lane in seinem «^rabic-English Lexion" I, 4. S. 144 führt einen stid- 
Aiielien Vers «n, worin Amsahm und Amsalima fdr Essahm f Pfeil) und 
iriim (Stein) stehen und bemerkt dazu: ,,This usage of Am" for „AI** is 
tki <Uateet of T^iyÜ and Himyar. Heutzutage hört man jedoch fast niemals 
I Hamia in „Am" aussprechen ; sondern „m** ist meist stumm, seiton ver« 



BBt mftn ,|ta'*. 



246 MaUzan, Arabische VtdgärdidUcte. 

Um vou Eigcunamen die Nisba zu bilden, liebt man es vor 
der Endung noch einen Consonanteu, n oder 1; einzuschieben. So 
heisst ein Mann vom Stamme (ja da „(jradeni'*, einer vom Stamme 
'Abd „Abdeli^^, einer vom Stamme Aüd ,,Audeli^ 

Alle Beduinen zeigen auch hier eine auffallende Vorliebe fftr 
Diminutive und Collectiv-Plurale. Bei Eigennamen von Stftmmen 

ist die Form j^tli vorherrschend. Diese ist hier so beliebt, 



dass man sie auch da anwendet, wo eigentlich die Elemente za ihr 
fehlen. Die Regel ist, dass sie nur von solchen Singularen gebildet 
werden soll, welche einen Halbvocal nach dem ersten Badical haben. 
Der Dialect kümmert sich darum nicht und bildet nicht nur aus 

'Aulaqi „'Auwäliq (vjü!^ oder vJLS^), sondern auch aus 'Atfi 
( J^) „'Awätif* (^Ä%£). Hat im Singular die Nisba eine Ver- 
längerung erfahren, so bleibt sie auch im Collectiv. Z. B. : „Audcli^ 
im Collectiv „Auwädel" (^t^f), AbdeÜ im Collectiv „'Ab&del^ Bei 

andern Stammesbezeichnungen ist der Collectiv älter als der in der 
Nisba stehende Singular und dieser erst von jenem gebildet, z. B. 
„*Aqärcb^^ (die Skorpione) wovon man die Nisba *Aqrebi bildet 

In den Vocabeln hat sich ohne Zweifel manches Altsttdarabische 
erhalten, am meisten bei den Beduinen, jedoch nicht in einer solchen 
Ausdehnung, dass wir sagen können, es spräche heut zu Tage noch 
irgend ein Stamm in Yemen einen nicht vorwiegend centralarabischen 
Dialect. Ein unternehmender englischer Reisender, der mit Hun- 
zinger zusammen im Sommer 1870 einen Ausflug nach den Wfthidi- 
Staaten macht, glaubte bei den Diebi und Qumusch (Collectiv von 
Qomeschi) noch einen himyarischen Dialect entdeckt zu haben, aber 
er selbst berichtigte diese Ansicht, als wir im Frühjahr 1871 zu- 
sammen einen Mann dieses Stammes examinirten. Der Hauptsache 
nach war die Sprache dieses Mannes durchaus Arabisch. Was 
jedoch den mehr an städtische Dialecte Gewöhnten täuschen konnte, 
war der Gebrauch einer Anzahl Vocabeln, welche in diesen nicht 
üblich, aber nichts desto weniger Arabisch waren. Wenn z. B. 
der südarabische Beduine für „viel^ habsch und duff sagt, so klingt 
das ungewohnt, ist aber ganz schriftgemäss. Es sind die nomina 

actioms vou ,j^^.> und ^m?, die beide „sanmieln^^ bedeuten and 
gewiss dem 'Adener cherat (von .Uki> eligeudi copia) vorzuziehen. 

Aber Einzelnes ist denn doch von den alten Vocabeln haften 
geblieben, wenn auch nicht immer leicht zu erkennen, da ja eben 
jene alte Sprache auch schon dem Arabischen verwandt war. Dahin 
gehören Worte wie birsinn (Linsen), Aethiopisch •fK^fi'Jj statt 



MaUzan^ Arabiöche Vulgärdialecte. 247 

^des arabischen ..Jb; lAmi (Limone) das Mahra ond Tigre-Wort 



JO^ 



statt des arabischen ^y^^; leben (weiss) wie im Mahra-Dialect 

and im Hebräischen (während es im Arabischen nie die Farbe be- 
zeichnet); *aawäf (Tag) ein etymologisch mir dunkles Wort. Andere 
Wörter sind zwar arabisch; werden aber hier in einer Bedeutung ge- 
braucht; die sie im heutigen Arabisch nicht haben» wohl aber im 
Hgre oder im Aethiopischen. Doch über diese Alterthümlichkeiteu, 
die wie gesagt nur eine kleine Bolle im Dialect spielen; kann 
ich auf mein Yocabular verweisen. * 

Zum ScUuss zwei poetische Dialect-Pröbcheu; der Aussprache 
nach transcribirt» die ich eben so fragmentarisch mittheile ; wie 
ich sie aus dem Munde der Sängerin aufschnappen konnte. 

^Ali ben Simbel Hamed: mas6r feragh el mehabba, 

K'seläm el woddät; tiqsa bei hal el häl, wa lä tchcmet dochül. 

Meddet ts&llem 'ala Sidina inni chäli el bäl. 

Qäli trobod menni? wa qult min Lahe^. 

Min heit el beladden? bellabel aschAlek! 

Agwäti i^uwebek, la yakul el kaat wa ismurr ma dödjel 
el 'ayän. 

Bachtl tftl cazmän *Ali ben Simbel Hamed. 

Ei habb mit! el ghiul 

Uebersetzung. 

Ali ben Simbel Hamed, schwer wird das Verlassen der Liebe, 
Wie der Gruss des Scheidens; gehe mit Maass, mit Maass 

und denke nicht an die Einkehr! 
Ich streckte die Hand aus zum Gruss zu unserm Herrn, darauf 

hatte ich wohl mein Augenmerk gerichtet; 
Er sprach zu mir: von wo kommst du? und ich sagte, von Lahe^. 
Von wo des Orts? (so sprach er) ich Hess dich doch ohne 

Kameel (bellabel) zurück? 
Meine Stimme antwortet dir: man esse nicht den Kaat, der 

verbittert und den Augen weh thut. 
Geizig (bist du) zu allen Zeiten, 'Ali ben Simbel Hamed, 
Die Liebe ist wie die GhtU 



Ta labs el bM min f6q el chayatäni 

Schäfek el *On&ni, wa la chatr bc 'äni 

Wa qäl el 'Onäni laqit aliyum schey täni. 

El chagr wa eg cedr bustän el fawakih. 

El batn wa el onq, bennur wa tö'bani 

Wa qäl el 'önäni bä föq el ontäni 

Wanni schebän mil ra^el hebbet min el *önäni 

Tlät teras el ^ebl wa schkit schuka Tllah . . . 



248 Maltaan, ÄrMicke Vuigflrdittheit. 

Uebersetsangi 

Du, die du's Hemd übers Kleid ansiehst, 

Dich sah der önäni, aber an mir ging er nicht xorbd (d. k. 

mich w&hlte er). 
Und es sprach der Onftniy heute fimd ich eine sdteiie SkIjP 

( JÜ das zweite) 

Eine Taille and eine Brost! ^ Garten vw FrllchteB. 
Einen Leib und einen Hals ! Glas o^jl eine Schlange (i k. 

der Hals ist wie Glas nnd der (4^b wie die BohlMl^) 
Und es sprach der önäni: komme auf das Bnhebettl 
Doch ich war müde des Hannes, entfoh von depi Onfadi 
Stieg auf den Gipfel des Beiges nnd erhob m^ine Klv u 

Gott .... 



Labs el bM (das Weisse) min f6q el «h^yatAnj lat ein Sfrtek- 
wort, welches den Uebermuth geissein soll,, etwa iqo mUkU^* 
„er weiss nicht wie er die Kappe aofsebsen. spU.** (BidilptitiH 
Redensart). 

Folgendes kleine Dictum mag auch noch ^ Dialec^iobi Uv 
stehen und zugleich zeigen , dass das Historische im Toiki BOck 
fortlebt. 

Du Nowäs ret;ob am yebäss! 

Säl teräs bannfts (bans Zahnstocher hannfts acy. Terb.) 

Du Nowäs nass oder trocken? 

(Wer kanns sagen?) frage das Hanpi mit 4eiii Zihwtodff 
(bans). 

(Die Bedeutung von nass oder trocken ist hier obaeoepi M 
Sinn ist, ob der Könige den Du Nowas ermordete« foiter Mta* 
schändlichen Zweck erreicht hatte oder nicht). 

5) Dialect von ^a4ramaat 

Auch dieses Land ist hier in einem etwas weiteren BbM f^ 
nommen und darunter die Gegend zwischen 48* Oeatl, ?• flp^ ^^ 
Mahra verstanden, während das engere Qiadramaiit nq^dfi^-^i^ 
Kesr (jM*S nach Hamd&ni) und seine Seitenthfller begreUL ^ 

wir die Diebi nicht mehr hinzurechnen, so können wir wohl 
dass wir hier schon ausserhalb des himyarischen Qehtote»^^^ 
Dies zeigt auch die Sprache, die weniger Eigenartiges hati ab ^^ 
von Nord- und Süd- Yemen und die der Himyaren-Iiftnder, 0. W^ 




1) Ich nenne die Hirnyaren-Länder neben Stid-Temeo, w«U Jft 
Qimyaren in dem , was man hente Sttd- Yemen nennt, wohnen, s« Bl dto 
Humusth, pi^bi öttlicb rom eigentlichen Temen, ab«r doeh 

Hadramiiut. 



Maitaan^ Arabuche Vulyärdütkcte. 249 

lot hat eben schon sehr frühe das ccntralarabische Element in sich 
genommen, nämlich durch die sehr alte Einwanderang der ^dif 
1 die relaüT jüngerci aber gleichfalls alte, etwa 2 Jahrhandertc 

der Qf^ erfolgte der Kiuda. Zu Hamdäui's Zeit war das 
id spracUich so eingetheilt: in Kinda, welche gut, in ^adif, 
ehe schlecht, und in Hadramauti welche sehr schlecht Arabisch 
Bchen. Letztere mögen wohl noch einen altstldarabischen Dialect 
edet haben. War die Sprache der Kinda schon vor dem Islam 
r nichtig, so masstc sie darch ihn immer mehr zur Herrschaft 
ngen. In der That finden wir auch in diesem Dialect jetzt das 
ildanMadie yiel schwächer vertreten, als in Sfldyemen. Hier 
ueht meltf die Rede von Suffixen mit ka und andern altsüd- 
Uichen grammatischen Eigenthttmlichkeiten. Die Vocabeln sind 
it durchweg centralarabisch , zwar vielfach andere, als die in 
[ii üblichen, aber nichts desto weniger durchaus schriftgemäss. 
ist eben ein sehr alterthttmliches Centralarabisch; das hier sich 
Uten hat und wird im Wesentlichen noch die von den Kinda 
|«Mkrte Sprache sein, denn eine namhafte ccntralarabische Ein- 
deroDg ftuad nach der ihrigen nicht statt. Fast alle Stämme 
bamauts rechnen sich jetzt zu den Kinda, die mehr als je hier 

herrschende Volk sind. Alle von Wredc in Iladramant ge- 
Dten Stämme wurden mir von den Eingeborenen als Unter- 
leiiungen der Kinda bezeichnet, so auch die 6a da, die nichts 
lein haben mit den 6a da von Südycmeu; welche letztere in 
m alten Wohnsitzen westlich von Yä^a geblieben sind und noch 

t den Collectiv-Namen 6a ud ( N^r^-) führen. Wie wenig sich 

ladramaut im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, beweist 
1 der Umstand, dass die bereits von Hamdäni genannte Dynastie 
Keüri (^^^i)^) noch jetzt im Besitz der höchsten Gewalt ist. 

Nur in der Aussprache mag sich hier manches anders gestaltet 
eD| obgleich wir auch hierin irren würden. Alles was uns jetzt 
idartig erscheint, auf sOdarabische Einflüsse zurückzuführen, da 
ja den alten Dialect der Kinda nicht kennen. 

Was die Aussprache betrifiPt, so ist vorerst die des ^ merk- 

dig. Dies klingt hier wie „dy^ oder „ghy'^; jedoch ist dieser 
iddag eines „d'^ oder „gh'' sehr schwach. Nur in einigen 
rtem wie ghyocha (von ^y?- Tuch) hörte ich ihn stark; meist 

er ein sehr schwacher Dental , wie in ^yebel ( Jw.*^^) ^yemel 



1^ Ich fand diese Angabe in dem 10. Baode des ueuaufgefundenen Iklil, 

M Titd: ^\J^\ JL*s^J ^\ cr^^ H-^ V-«-i' i J^ ^" 

mA, Bis jetat ist nur der 8. und 10. Band wiedorentdeckt und befand 

■b Ich 'Aden Terliess (Sommer 1871) im Besitz des dort lobenden Capitaiu 



250 MaliMaHf Arabimshe VidgärdMeeiß. 

(Jt-^) '). vj> ist auch hier immer g. y^ ist in eimelnen iremgen 
FäUeu gleich ji,. So hörte ich *alteeh fllr*al£k (JLaU). ^ wird 
durchweg mit (jo verwechselt und diese Yerwechsluig gAt anch 
in die gewöhnliche Schrift über, j wird abwechselnd mit j uil ; 
verwechselt So sagt man hadin (Schuhe vor IJl> indrit cakeoi) 
dagegen zabih (Schlächter f^) . Die Diiriithonge sind waA hiv 
6 und d. Wie in den meisten Bedninendialecteni so beginnt H 
gleichfalls in Hadramant ungern ein Wort mit Hafaxa^ man sagt kal tk 
J^t , Hamed ftlr Ju^! u. s. w. Die Beduinen werfion sog» lokte 
Anfangssylbeu; in denen ein Halbvocal steht gana w^. So ngsa 
sie „schent^^ für „waschenta^ (wie geht diFs), „sdudt^ flür ^wasdnl^ 
(etwa dasselbe). 

Von eigentlichen grammatikalischen Abweichongen koDSte ick 
hier nichts Wesentliches entdecken. Die OriginaUtftI des Diatoots 
liegt im häufigen Vorkommen von alterthttmlichen, -swar danhaai 
arabischen, aber in andern Mundarten kaum mebr üblichen Yoeabslii 
die man in meinem Wortregister finden wird. Einige pootii^ 
Dlalectproben mögen hier Platz finden. 

I. Klage über das Kriegsloos.der Stadt Scherg i9 

Wadi DA'an, 

Al^sch ya Sch^rg menn gilbi wa afni beU, 

Li hädro ha aul df 'ala el hft' tistehf, 

In kä n büche'r min, d6mm el awä'di rAhi. ^* 

Uebersetsnng. 
lieber dich o Scherg bricht mein Hers und mein Auge wtißr 
Die es bewohnten früher, bis in ihre BArte f«^ lL'^' 

)U^) mussten sie sich schämeui ^^ 

Als der Erdboden vom Blute der Hftnner erfloss. \\ 

(Bdehcr, der „Vater des Wohles'' d. h. die Erde^dtefl 
Gute hervorbringt. Awädi steht für Aw&dim, CkilleotiT ftr BM 

Adam). 



1) KtwAs Aclinliche? berichtet Dr. Socin Z. D. M. G. Bd. XXIV B. 4' 
vnn den Muntcfiö in Mesopotamien, nur dass dort das -^ wto raliiw Jod (li 
K^üprochen wird. 



MaUzan, Arahisehe Vtdgärdialecte, 251 

II. Klage einer Matter über den Tod zweier junger 

Krieger. 

K&n 9obain, ya sähet el cbä'tr, wa ba'f min genn^, 
Wähad min el *dm wähad zabni dcssenne, 
Wainschi *awädbam; min A'ilah *Mri bass benn6. 
Wa kama el wal laqet 6nkesr methenu6 
Lagaib bi eher el *irgä erkebt tethenn^. 

Uebersetzuug. 

Es waren zwei Jünglinge^ o Fülle des Wohlgefallens; and sie 
zogen vom Bergesgipfel, 

Einer vor einem Jahr, der andere ward Krieger in diesem Jahr, 

Und wo ist ihre Rückkehr? von Gott blieb mir nar die Barm- 
herzigkeit. 

Und wie die Gazelle fand ich mich; die zerbrochen ihre Hörner. 

Der Name der unter den besten des Bergwegs war, ist unter- 
gegangen. 

Bcmerkangen. 
Z. 1 sähet von \uL^ potu satiatus fuit, hier „Fülle^\ ha'j von 
festinavit. genne 'xJJi cacomen montis. 
Z. 2 zabni für 'ilkj\ miles. dessenne 'xLjl ^ j ;;in diesem 
Jahr'«. 

Z. 3 ^i|^ reditus eorum, 'adüi voü jU reliquit. henne 

misericordia. 



Z. 4 läqSt ^yvch üeuid^ steht eigentlich für ,,i<^ ^&^'- methenne, 
^OQst Zähne, hier Homer,, von ^v^ zermalmen. 

Z. 5 Lagaib für v^. erga, 2^^, „der Aufsteig" steht für 
*»^iW^CJ'*d". erkebt steht einfech für „es war", tethenne ^^^^ 
^In. CoDj. von Q^d? mit Passivbedeutung : „ward zermalmt*' d. h. 
'^er Name ging verloren" vulgo „ism räh". 

^- Lrob der Krieger auf das ungezügelte Leben in 

Makalla. 

Yä chSr b^nder fi'l me^äbba; menne dächel tzng t! tn^ddem^ 
Sebain räm di isrholü di elha'gü' eUil lödlam. 



252 MaUzatit ArabtBche VuigärdUUeeU, 

Uebersetzang. 

schöner Hafeoort am Hügelabhang! wer ihn betritt, findet 

Gefährten nnd Lostgenosseni 
Siebzig Krieger, theils schwärmen sie wie OhnlB umher, tkeils 

bereiten sie Wirrsal des Nachts im Dnnkelii. 

Bemerkungen. 

IM 

Z. 1 me^abba von v^^^uo descendit decliTO loco in valle. tzil|;, 
von ^»* conjnnctus fuit, hier mit Passivbedeutung „er wird ver- 
bündet^ d. h. „er findet Gefährten*'. Aehnlich ist der Sinn von 
tneddem V. Conj. mit Passiv- oder Beflexivbedeotuug eines Ver- 
bnms, das mit ^»tjLJ (socias) verwandt ist und natttrlich nur die 

Form mit ^jü, bereuen; gemein hat. 

Z. 2 sebain, siebzig, steht hier bildlich für ^^ne grosse An- 
zahlt räm^ |»L, Jüngling, Krieger, di — di, zwei pronom. relativa, 

stehen etwa für „die einen — die andern^, was wir durch y^theils 
— theils" geben, isrholü für t^yü^^, X. Conj. von JLc, hier 

den Sinn von ^^, nächtlicher Spuk, entlehnend, elh&gfi steht für 



) m ^ 



t^:fL5^ II. Conj. von fs^^ confusam reddidit rem. 

Der Umstand, dass die Krieger im Bender des Nachts hemm- 
schwärmen und gleichsam die ;,Ghul8'' spielen dürfeUi ist nattrUch 
das höchste Lob im Munde der zügellosen jungen Beduinen, welche 
oft die Truppen des Negib von Mahalla bilden, denn; wie man mir 
sagte; sind die Verschen zu Ehren dieses Benders gedichtet 

lY. Sittenspruch. 

Qatt el qitab ya mül el bachisa wa in^eddeb, 
Sälet schi ab bcsut fi'l wädi hamim. 
Hosba fi'l denia wa hosba fil ochra 
Rah miltegi and ^irät el mustegün. 

Uebersetzung. 

Zerbrich den Kameelsattel, Herr der Schwachheit; und gehe weg^ 
Es floss der Giessbach sich ausbreitend zum weiten Fiuss. 
Abrechnung in der Zeit, Abrechnung in der Ewigkeit! 
Gehe einher auf dem Wege der Gerechten. 

6. Dialect von Muhra. 

Zur weiteren Ausführung meiner in Bd. XXY d. Zeitschriftai 
(S. 198 — 214) entworfenen Skizze dieses Dialects mögen ansseoH 



MaÜzan, Arabische Vulgärdialeete. 253 

dem YoGabular noch einige Bemerkungen dienen. Die beiden von 
mir im Vocabular behandelten Unterarten des Mehri sind abrigens 
nicht etwa für die Haaptabtheilangen der südarabischen eigenartigen 
Sprache zo halten. Diese sind Mehri und Qaräwi, valgo Granwi, 
auch Hakili genannt. Aber letzteren Dialeet wnrde ich leider dnrch 
die Umstände gänzlich yerhindert zn erforschen. Es handelt sich 
hier also nur um zwei Zweige des Mahra-DideetBi die ich West- nnd 
Ost-Mehri nenne. Ersterer wird vom Wädi Mesile und Sayhut an 
bis östlich Ton Keschin, auch auf der Insel Soqotra gesprochen. 
Er ist jedoch weniger rein, noch mehr mit Arabismen gemischt, 
als der andere, nebenbei scheint mir auch die Aussprache sehr 
verderbt. Das östliche M6hri ist die Sprache von B&s Fartaq und 
sclMint in der Umgegend von ^a9^61, ^jjas>^ am reinsten ge- 
sprochen zu werden. Oestlich davon beginnt, in Doflr (JJu^o für 
.Ui^) das Gebiet des Granwi, obwohl ün Hauptort, Bender Risüt, 

der unter dem Kedri von Qadramaut steht, noch vielfach Central- 
arabisch gesprochen wird. Das unabhängige Grauwi-Land ist die 
Gegend von Mirbat. 

Uebrigens scheint auch mitten im Mahra-District keineswegs 

absolute Spracheinheit zu bestehen. Meine Informanten, der N&chodä 

Mostaif ben Mobarrek und seine Seelente (aus ^a9ASl stammend) 

erzählten mir, dass man im Innern bald ein arabisch, bald ein 

iea Dialeet redendes Dorf fände. Durch dieses Ineinanderreichen 

der verschiedenen Sprachgebiete, droht das schwächere, d. h. das 

Mehri, immer mehr zu verschwinden. Die Mehri können fast alle 

arabisch, nicht aber die hier wohnenden Araber Mehri. So erklärt 

sidi wohl, warum der eine Dialeet, der von Keschln, schon mehr 

arabisirt ist, als der von Qagüel, das weniger von arabischen 

Dörfern umgeben ist Ich habe allen Grund, letzteren Dialeet für 

den besten za halten, obgleich auch er an eigenartigen Yocabeln 

woit hinter dem Granwi zmUckbleibt. 



I* Zur Lautlehre, im Vergleich mit dem Arabischen. 

Die kurzen Vocale sind im Mehri fast noch flüchtiger, als im 
^tabiachen und haben immer eine starke Tendenz zu verstummen, 
^^st die (jezmirung der ersten Sylbe ist ziemlich häufig, z. B. 
^Q6b (Morgen) ktön (Wanze) pl. ^ten. Das kurze i geht meist 
Ui e Ober, z. B. läkenn arab. läkinn (aber). 

Die langen Vocale sind : ä, e, i, ö, ü. 

Langes ä ist verhältnissmässig selten und findet sich fiist nur 
in rein arabischen Wörtern, wie hogän (^Ui:>) Pferd, den Pluralen 

^ tey ot, und manchmal an Stelle eines weggefallenen ^^ z. B. 
^«nit, Aermelhemd, von cL3 Arm, dofdäd, Frösche pl. v. iLtuato . 



254 Maltzan, Arabische. Vnigärdialeeie. 

Langes e vertritt die Stelle des arabischen langen ft in Noraimbns 
und Collectiv-Pluralen von der Form JLäs? and Jljö, z. B. *auwd§ 

krumm (Arab. ^t^l); direr pl. v. derrät; ausserdem sieht es in 

der Plural-Endung ^n (statt lu) z. B. senSn Jahr» Arab. 



Auch findet es sich anstatt des aralnschen kursen a, wie in 

scheb^k Fenster, arabisch 'iS^. Selten ist es aus dem Diphthoifg 

ai entstanden^ und wenn, nur in arabischen Wörtern*, wie b^ 

Haus für u>^. Endlich in der Femininendung St, statt des häu- 
figeren it, z. B. gitSt, die gute, heriet| Brunnen, hedawdt, Köcher 
des Yatagan. 

Langes i ist am häufigsten im regelmässigen Plural in, z. B. 
^d, gaddin ; und in der Endung it beim nomen unitatis, wie ^^ferit, 

Nagel ; chobzit, ein Stück Brod ; b§zerit, Dattel. In den Adfjectiven J^ 

und den Relativen, wie im Arabischen; z. B. feqir, arm; 'arid weit; 
und Mehri, Grauwi; *Arbi etc. etc. 

Langes ö steht viel&ch an Stelle des arabischen ft: harrdt, 

Bauer (für c:^!^); mer^ön, Coralle (für ^.,1:?;%^); schewöt, Feuer 

(für ol^'; namentlich in den Collectiven JJüii* mezömer, die 

Flöten; mesdmer, die Nägel; makönes, die Besen. Im Feminin. 
Sing, der Adj. Verb. pass. heddemöt, zerstört, und im Fem. Plural 
einiger Adj. cbayehöten, die Hässlichen, harköten, die heissen. 

Langes ü erscheint am häufigsten im regelmässigen Plural des 
Feminin der A(]yectiva und Appellativa, der Endung Uten: selgit, 
seilten, die grobe; rayyit, rayyüten, die Hirtin; in Adjectiv verb. 
der Form jyc. hanüb, alt; qanün klein; in Collectiven ^jyet 

(für arab. ^\M^)\ hatofU (v. tifi Kind) hakelAt (von kelet Knopf). 

Der Diphthong ai ist sehr häufig und zwar hauptsächlich in 

eigenartigen Mehri-Wörtern , z. B. rhaig. Mann; klaini, Abend; 

terain; Bein; qaiter, Leopard; haidiU; neu; aibos, Frühstück. Zu- 
weilen ersetzt er ein weggefallenes ^^ wie in 

merain, Gras (von arab. c^) pabulo abundavit); 

scbafaik, geheilt (vom arab. «a;^); 

raiy Hirt (arab. pL) . 

Er nimmt seltner die Stelle anderer laugen Yocale, z. B. die 
von ü in 

haiglit, Feld (arabisch Jw>^}. 



Malixan, AraJti^cke VtdgänUaleät^ 2&5 

Der Diphthong aa dient meist bei Bildung weiblicher Plurale 
io der Endung anten, wie foteret, fdterauten; die Fastenbrecherin ; 
zalhait, zaihauten, die Fette; waida, wadauten, Muschel. In 

GoUectiv-Pluralen, JJUs und JJbe , wie raergön, meraugen, Coralle ; 

Mbel^ kobanwel, Balken; minge'e; menan^e', Affe. 

Ausserdem kommen alle langen Yocale und Diphtonge, vor- 
zQglich aber 6 und au in Aoristen der II. Co^j. vor, in denen das 
teschdid des Perfects wegfällt und die betonte ^Sylbe lang wird; 
z. B. baffer, ibanfer; graben; ^emmed| i^aumed, gefiieren; knffSt; 
iköfet, hinabsteigen; kennds, ikönes, kehren. Langes d in der End- 
sylbe im Aorist der Verba mediae geminatae und in den ent- 
spredienden 4 Buchstabigen, z. B. fereri; iferfir; fliegen; qirre, 
bäqerfir, ich nehme; hegoll, ih^gelül, kochen; nechorr, inch^rür, 
schnarchen. 

Endlich kommt, wiewohl selten, noch der Diphthong oi vor, 
z. B. qui, plural qaiwoi stark; man hört es oft statt ai, wie in 
ois Messer fOr ais, hoir Esel für hair etc. etc. 

Die Hauchlaute sind dieselben wie im Arabischen, Hamza, 

6' t' *"' t' Z' 

Hamza tritt zuweilen mit ausserordentlicher Kraft auf, so dass 

68 nicht, wie im arab. ^t., ^, v^v3, den vorhergehenden Vocal 

verlängert, sondern ganz selbständig einen eignen continnirlicheu 
lAut darstellt; z. B. ankel, ein Bein stellen, von JjCi, compes, 

war wohl ursprünglich IV. Conj., jetzt ist aber Hamza hier Radical 

und JJul tritt als quadriliteral auf, was der Aorist zeigt, der nicht 

,jaakel'* (der lY. Gonj. entsprechend), sondern i 'ankel lautet; 
ebenso: ömer (reden), Aorist i ömer. Aehnlich in Plnralen mediae 

bainzi^ z. B. rö 'es (von yS\J) ske 'a (Plural von sköt, Dom) fü'et 

(Plsral von futdt, Lendentuch). Am Anfang der Wörter geht das 
Hamza des Arabischen im Mehri meist in ha über. Z. B. häm, 

Mütter, ^!; haiden, Ohr, ^3!: hächer, alt, von J>] portremus. 
Oft verliert das so vom verlängerte Wort seinen hinteren Radical, 
wie in hanwar, Erde, von (joj; higebba, Finger, von ^^t. In 

den Collectiv-Pluralen geht der arabische Vorsatz Hamza auch stets 
in ha über: häbuebet (pl. von bäb, Thor) häquebet (von qöb 
Schakal). Die Nomina, in denen Hamza am Anfang bleibt, sind 

selten. Beispiele ämer, voll (arab. ^| multus fuit) alleg, anzünden 

(u«b. vjkJt splenduit). Mehr Widerstandskraft zeigt Hamza in der 
^ ^'^ Sing, des Aorist. 



356 MnlUan, Arabüeks VtUgärdiahcle, 

P erleidet im Mehri dreierlei Behandlnngen : es verschwindet 

ganz^ es verwandelt sich in ha, oder es hat seinen gewöhnlichen 
semitischen f Aotwerth. Wir können deutlich im Heihri die Tendenz 
entdecken, das p ganz ans seinem Alphahet verschwiiden im tauen, 

ähnlich wie es de facto ans dem Amhärischen versehwanden ist, 
wenn es auch noch geschrieben wird. Nnr der umstand, dass 
das Mehri so viel Arabisches aa%enommett hat, and noch tiglich 
aufnimmt, verhindert das gänzliche Vwschwinden dieses Laatweitlu. 
Ein arabisches Wort, mit ^ beginnend, weiches in's HeliH «af- 

genommen wird, behält dieses p^ z. B. arüs, Braat, [j^^^yt; 6^, 

Elfenbein, ^U; *ar!d, breit, (j^x^; 'aisch, Darra, fJjJs-. Dagegen 

zdgen alle Namenstämme, die der eigenartigen Sprache angdiftven, 
die eben erwähnte Tendenz und haben das in andern semitischen 
Idiomen ia denselben Wnrzeln gefundene p ausgestossen , wdnn es 

in der Mitte oder am Ende des Worts vorkam, dnrch ha ersetzt, 
wenn es am Anfang stand. Beispiele des letzteren sind: 

hair oder hoir, Esel (arab. .j^); 
hätem, Nachtwache (arab. >UÄr); 

hanscher, sich gesellen (arab. wÄ^); 

hame^, kramm (arab. ^s^^) ; 

hanwir, einäugig (arab. jj^l); 

ha^eb, gefallen (arab. ww:^^) . 

Diese Stämme sind zwar zugleich auch arabisch, was nicht za 
wandern, da ja das Mehri gleichfiüls in seinem eigenartigen Theile 
mit Arabisch verwandt ist, indem beide sttdsemitische Sprachen sind; 
aber dennoch halte ich sie fOr eigenartig, weil erstmis ihre Be- 
deutung eine im Arabischen weniger tlbliche Schattirung desselben 
Begriffs zeigt und weil zw^tens ihre Biegung in Tempus, Qenus 
und Modus unarabisch ist, während die oben genannten, das e 

behaltenden Wörter fietöt ganz so gebraucht und flectirt werden, wie 
im Arabischen. 

In der Mitte oder am Ende der eigenartigen Wörter geht aber 
p ganz verloren und sein ehemaliges Vorhandensein verr&th sich 

nur durch einen längeren Yocal. Beispiele: 

^ ^ O J 

dofMe, pl. dofdad, Frosch, (arab. y.fUaÄA:>) 
bäl, fem. bälit, Herr, (semitisch bal) 
säftk, part pass. safaik, heilen, (arab. <a^) 
ferrfl, part act. ferröne, hinaufsteigen (arab. ^ ^) 
foza, Aorist ifdza, fürchten (arab. c is). 






Mahzany Arabische VulgärdidUeie. 257 

Ihn hört neben bäl allerdings aoch manchmal bal, aber im 
B. UUit and Ploral böliya verschwindet e ganz. 

In einigen Fftllen verhärtet sich das p der andern sttdsemitischen 
neken im Mehri in t. 

Beispiele : 

tferUt, pl. ^ferh, Kameelfladen (Wurzel nJu^o) 

ihorab oder rhomf, wissen farab. o^) 

gloniSt, Haarschopf (vielleicht Wurzel ,tsJ^ torquere) 

l^malita, Kinder (wohl von JU aluit familiam snam). 

Wir haben schon ans Obigem gesehen ^ welche wichtige Bolle 
Mehri der Hauchlaut „h*' spielt. Er tritt aber nicht nur am 
hm der Wörter statt Hamza und c auf, sondern, er bildet auch 

Hhr vielen Fftllen eine ganz neue vorschlagssylbe meist mit dem 
:il a oder ft; mit a, wenn im Worte lange Yocale vorkommen, 
I, wenn diies nicht der Fall ist. Diese Sylbe ist, ob kurz 
r lang, meist betont, mitunter sehr scharf. Zuweilen kommen 
lere Voc$le vor wie 6, ü, i, auch kurzes e, das aber nicht betont wird. 

Beispiele : 

hftsonmi, Gift (arabisch ^) 
hadid, Oheim (fttb. Ji^J^) 

hibMy Ortschaft (arab. s^) 

hamait, todt (arab. ^\^) 

hftberk, das Kameel sum Liegen bringen (arab. «^^) 

habAn, Daumen (vielleicht v. ^^ disüncte patens) 

halb, Vater {\J^) \ das Hamza bleibt hier in der Mitte. 
B^qriele, dass das „h^' mit anderen Vocaleu verbunden den 
leUag bildet, sind seltener: 
hebr, Sohn (aram. her, 'ns) 



o ^ 



hteuBS, Reis (arabisch :^) 

hAyöm, Sonne, (arabisch ^ Tag) 
Ubechftdi, Chamftleon (eigenartig); dass das hi hier Vorsatz 
bezeigt der Plural bachechüten, in welchem es verschwindet. 
Auch bei einigen solcher durch eine ganze Vorschlagssylbe 
ftngerter Wörter geht der III. Badical verloren. 

Beispiele : 

her&j Haupt (fflr y^^U. Uamza bleibt, wie das lange § au- 
et, y» fiUlt weg. 
. XXVIL 17 



^58 MaÜMOn, Arabüdie Vm^färdiaieeU. 

hebet, frieren («rab. o^) 

hai^f Nacht <arab. jJj), kommt neben dem flblicheren halil 

vciT. Immer jedoch, wenn vor halil dne Präposition etefat, geht 
der III. Radical verloren, z. B. b'haliü bei Nacht 

Vom Verlast des II. Radicals kenne ich nur wenige Beispiele: 

harn, Name (^!). 

Mit Verlast des IL and IIL Radioais ins haibit, Snieelk 
(,xju). Dass dies wirklich von dieser Wu^l, beneiat denPioral 

bAbbär, in dem der IIL Badical wieder jarscheinl und nv das 
^ fehlt 

h am Anfang der Wörter nimmt nicht selteo die Stelle anc^ 
anderer Consonanten ein, die es dann gapz verdirftii§ty indem es 
sich als I. Radical sabstitairt. 

Z. B. hfiriq, Dieb (v. ar. sjj^) daneben hfiUq 

hemft, hören (arab. j^) 

hadaner, grOn (v. arab. y^?>) 

haid, Hand (arab. ju). 

In Zeitwörtern hat es eine Tendenz, im AnfiEmg der Wörter 
aafzatreten, sowie dieser yocalisch wird. So in der ersten Person 
Sing. Aorist, z. B. haqerür für aqertlr, ich nehme ', oder aoch' beim 
Imperativ, blos am dem Wort mehj» Körper zv geben^ z. B. hitk 
nimm, Imperativ von tok. 

Dieses Vorschlags -h scheint nrsprOnglidi d^' sehlvichere 
Laat 8 gewesen za sein. Jetzt ist die Ansspraehe vencMeden. 

In Ost-Mahra, wo man am besten spricht, höft maxt mehr , als », 

in West-Mahra htnfiger n . Alles hängt hier ttbrigehk rtm Wohl- 

laat ab, nnd die Stärke oder Schwäche des h richtet sieb mwi nach 
der Qaalität der nächstfolgenden Lautwerthe. 

Das arabische ^ hat im Mehri eine Tendenz, in ^ ttWzagehen. 

Beispiele : 

chöfi, Banch (Warzel ,yj») 

chaider, Hütte (Warzel ^woa^) 

^ neigt oft zam Uebergang in di^. 

Beispiele: 

karmaim, Berg (arab. ^^ cacnmen montis) 
keflf, leicht (arab. vJUis>) 



■ ^ o 



^kber, fragen, hört man neben ^hber (von „gjsu^tj, 

Dass' oder ^ Tevloren geht , ist sehr seltepu Es gMchielit 
mit ^ in woröt Mond (äth. (DQi l ) 



3t' 



MakzaUi Ämhütclie VtdgärdiaUetn. 259 

Bei den Deutalen finden wir die arsprttn^iche semitische 
tenois zuweilen am Sohloss der Wörter, wenn noch ein Vocal an- 
gehängt wird| in die media übergegangen; so im jMurt. act fem.| 
in der £ndnng ide, die doch höchst wahrscheinlich aus Ursprung- 
liebem tt entstanden ist Sonst hat die tenuis die ausgesprochene 
Tendenz, in die aspirata überzugehen, aus t wird t, aus t wird z. 
Im Dialecct von West-Mahra ist dies sogar so aligemein, dass 
selbst die Femininendungen it, 6t und im Plural öten, auten, üten, 
sowie die Versal-Präfixe im Aorist (IL und III Person) oft mit s^ 

ausgesprochen werden. Dasselbe gilt in West-Mahra von der me- 
dia. In Ost-Mahra dagegen verwandelt sich umgekehrt die aspi- 
rata oft in die media, d in d. \Sj geht manchmal in die media 

aber, wie in l;aibed oder daibed, nehmen (arab. vi>^). * 

u> kann verloren gehen, wenn der vorhergehende Gon^onant 

gezmirt ist , wie im liemin. von debdöne (t8bdi5ne) „nehmend^ 
welches tßblde oder debide heisfst^ 

Die beiden Zungenlaute ^ und (jq zeigen auch im Mehri recht 

deutlich ihre nahe Verwandschaft. In West-Mahra geht o» S^n^^ 

zu in 1 Ober: 

Beispiele : 

blaiq, eng (arabisch vJLyto) 

ijrettli&n, er verrtcbtet die Abwaschung (vom arabischen U?^*) 

Wie {jo in den meisten Dialecten auch zu d neigt, so ge- 
schieht dies gleichfalls im Mehri. Nur geht es dann nicht schlecht- 
weg in d Ober, sondern löst sich in zwei Lautwerthe, in d und 
den ihm verwandten ^pngenlaut auf, z. B.: 

dlöt^ek, lachen (urab. ijIljsu?) 

dltf und Idtf, Gast (arab. v^aa^) 
v) g^t zuweilen verloren, Beispiele: 

chaiffl, Haifisch (arabisch ^) 

hajet, Bart (arabisch i^) 

chtö , Jagd , vom Mehri-Zeitwori chetöl , jagen. 

saselit, Kette (arab. J^iJU). 

Die ZiaGklanlB sind im Mehri : ^ , ^ und (j^ ; diesen ent- 
sprechen in diesem Dialecte drei andere dumpfere Laute, nämlich 
^ ^ {i) und j. Das j geht zuweilen in den ihm entsprechenden 
l^qKferai Laut, den wir i geschrieben haben, Aber. Dieser Laut 
^ der Aussprache nach ein Gemisch ans c;^ und j^. Man vergleiche 
^ was Ewald ^) ((ber den nr^ranglichen Lautwerth des heb- 



*] Ewald , Lehrbnch der hebrXSscheii Sprache 8. AuS. (v. 1870) Seite 132. 

17» 



260 Maltsan, ArMsche VtägärdialeeU. 

räischen tb sagt: „Es war dann gewiss dem y entsprechend ein 
noch dumpferes sb; als das gewöhnliche.** Dem ^jo entspricht das 

z dieses Dialect« in so fem, als ersteres oft zu j erweicht, and in 

der That finden wir, dass Mehri -Wörter, mit l geechriebeii, n- 
weilen arabischen mit ^^ geschriebenen entsprechen, z. B.: 

zahh, gesnnd oder lebendig (arab. ^^u^;$^^). 

Meistens jedoch finden wir da, wo i auftritt, im Arabischen :. 

Beispiele : 

*oiz, aufstehen, sich krftftig erheben (arabisch j^ stark sein). 

zär, Gazelle (arabisch ^\^\. h ist hier weggefallen und 1 in 

den yerwandten Laut r übergegangen. 

karmöz, G^pAck (karmoz Dialect t. Yemen). 

(jo hat seinen ursprünglichen Lautwerth nur in solchen Wörtern 

behalten, die fast unverändert aus dem Arabischen aufgenomman 
sind, wie in: 

qo^air, kurz (arab. .xAsi) 



oS 



^r, gelb (arab. Juo\) . 
In den mehr eigenartigen Stimmen erweicht es sich fast inuDer- 
zu y (z). 

Beispiele : 

zailah, vollkommen (ar. ^JLo) 
hazib, Ostwind (Wurzel v^Uo ausgiessen) 
machzi, verschnitten (Wurzel Uo^) 
qäzem, kalt (Wurzel ^«j^) 

qezzü neben qOQQÜ, finden (Wurzel ,^) 
rezöz neben regog, Erz (ar. jjobo,) 

zurt neben ^ürt, Bild (ar. 'ijyo) 
zäber, bitter (Wurzel .aao) 
zauwar, Stein (Wurzel ^yo^ . 

Zuweilen geht es in einen dumpferen Laut, j, über, der d^ 
französischen j in jour, jeu entspricht: 
higebba, Finger (ar. ^-y^t). 
Dieser Laut findet sich aber auch da, wo im Arabischen s ster 

jalfel, schielend (Wurzel J;) 
Ausserdem in ganz eigenartigen Wörtern: 
be\jen, Schwalbe 
nsg, Tragbahre. 



MaUaan, Arabische VuigärdialecU. 261 

^ and ^ wechseln mehr mundortig, wie im Hebräischen u) 
m 0: 

yemschiy gestern (ar. ^j^\) 

liKhte, ZoDge (ar. ^.,LJ). 

Aach gehen beide gern in t (c:^) über: 

(iqi, trinken (arab. ^jbüJ) 

qaata, trocken (Wurzel ^U) 

eiit6k, ateehen (Wurzel d^Ut) 

{Adi, alt (Wnrzel ^U) 

l»rq, Osten (ar. vJJyä). 

Dies ist besonders im Dialect von Wiest-Mahra der Fall, in 
nUhem Cast alle Worzcln, die im Arabischen ^ haben, mit t, 

iktf nebenbei auch oft mit £ gehört werden. Das Mehri ist über- 
hnpt in Bezog auf solche verwandte Laatwerthe nicht fizirt und 
Nrwechselt gern einen mit dem andern. 

Ansaerdem hat das arabische ^js, zuweilen eine härtere Aus- 
VMbe, tsch, dem äthiopischen HY entsprechend: 

tschobby Jüngling (ar. u^). 

fai Bezog auf die Gaumenlaute ist die Aussprache so, wie sie 
> den Qoränscholen gelehrt wird: ^ =:= k; o> = q (selten g), 
p ^ 4) (selten schwaches g). 

In einigen durchaus eigenartigen Wörtern hat jedoch ^ stets 

^ härteren Laot: 

get oder git, gut, niemals cU^t, djit gesprochen. 

. geht in einigen wenigen Fällen in z Ober; wie auch in 

%fararabi8chen Dialecten: 
ghonzlt, Haarschopf (Wurzel ^j^ torquere) 

IMe flflssigen Nasenlaute ..^ und ^ fallen am Ende der 

'''^n, wenn ein langer Y ocal oder Halbvocal vorhergeht, oft weg : 
iriiamA, fikr irhamüm, böse 
terbamA fär terfaamflm, Fem. des obigen 
*agew6, Plural von 'a^m, stumm 
qedAwe, Plural von qedAm, Hammer 
*a|ait, im Plural 'atain (arabisch J^, Knochen) 

trbiyA, Plural von firbtn, Pferd 

fiokköy im Plural dokküt, Laden (arabisch ^.,üv>) 
liediye, Plural von bedSn, Körper (^^Ju) « 

Rrwllifth scheinen sich im Mehri auch noch jene u- haltigen 
^1« und Oanmenlautei wie im Aethiopischen , jedoch ungleich 
^ner, zu finden. Ich kenne nur wenige Beispiele : 

htqoebet, Plural von qöb, Schakal 



262 MaUzan, Arabüche VülgärdiaUde. 

^a&^, Plural t. ^i\}, gesuftd 

ghualiän, die Kinder^ obgleich ursprünglich mit c geschiiebeii, 

doch ganz wie gaalian gesprochen. 

kndr oder kuwdr, Plural von kdwert; geprentd Daltfel. 

II. Zur Wortableiivng. 

Die Wortableitung wird im Mehr! Utohr enehK^ert einerseits 
durch die Aehnlichkeit, welche bereits du eigenartige EieMent, das 
ja auch ein südsemitisches ist, mit dem Arabifichen-^iglti «idrerseits 
durch die vielen späteren Aufnahmen aas dem Arabischen, so dass 
es oft unmöglich wird« zu entscheiden, welches Wort dem einen 
und welches dem andern Element angehört In einer Beziehung 
können wir das Mehri mit dem Englischen verlachen, nur dass 
die beiden Idiome, aus denen letzteres eiitstandeD| sieh yM femer 
Strien, als das Centralarabische und das Altsttteabnche, Aus deren 
Vermischung sich das heutige Mehri gebildet h$,t Wie dto Ei$- 
lische, so hat auch das Mdiri oft für einen und dena^keii Begriff 
zwei verschiedene Wörter, jedes aas einem andern Element ge- 
bildet. Wie im Englischen das germanische „wait" neben dem 
romanischen ,,attend^^ besteht, so zeigt auch das Mehri eise Reihe 
von Wörtern, die in doppelter Form vorhanden sind, .ki der cratral- 
arabischen und in der eigenartigen. Da aber letztere «uch sfld- 
semitisch ist, so bieten diese zwei Formen oft nur Varianten eines 
und desselben Wurzelstammes dar. 

Beispiele. 

Eigenartige Form. Dem Arabischen ontlehnt. 

here, Haupt ras, Haupt 

ksöba, Morgen gabaf^, Moigen 

hamait, tjodt möt, todt 

lotaq, tödten chetöl, jagen 

(vJüJ aus Jj3 verkehrtj) (Jj:i> statät Jjö) ' 

hemä, hören sema', horchen 

zatih, lebensvoll ^^bi ges^ad 

desöq, stehlen hiriq, stehlen 

(für ^^ ohne r) (für ^Jf^) 

behör, Matrose baheri^ Matrose 

b^rha, Maulthier baghel^ Maultliier 



T' 1 



«fr^ 



(beides für vl^ mula) 

hs^oh, lieben 'a^ob, gefallen 

hayet, Bart lahit, Bart 

hebftr, Eameele bayür, lUmeele 

ba^wit, Kameelin haibtt, Eaiäe^lin 

(habßrit) 






MaUaam, Arabische V^OgärdiaheU. 263 

tschobb, Jüngling i^bftb, Jtfngliug 

daresk; verbeirathet barüsl ^ . 

'arüs I fi^Ätigam 

nebait, Hase harDlb, Hase 

(für v^l,da8^| feblt und das Wort ist hinten verläii^ert) 

babet, Ortschaft bet, Hans 

^tl, Hant ^,: Haat 

iiöUur, grtln hadauwer, grün 

haibi bab, Grossvater haibi abA> Grossvater 

hdriq, Blitz bdfiä, Tftllt4 

isbdtün, er beschneidet ich^ien; ' er ^ beschneidet 

zerbat, Bild gort, .KM- 

zAr, Gazelle rhdzeli Gazelle 

hägel, Angenbmviien bäg^y Aagenbraue 

(mit 1) (mit h); | 
elbds, er zog an (Kleider) lebus, er zog an 

rhaeret, anders T'^S' *°'^''' 

^ imerbaürehn 

^.*j fw» Verrichtet dkl fyntÄdin, er verrichtet die 

^ - . 'lAbwascbnng l ■ ' Abviraschnng 

h6i; 2iege I 'anZ| Ziege. ' ; 

Auf dies^'lfelsä erhält die Sprache eiben ansserordentlichen 
Reichthnm, der sich noch täglich vermehrt, denn wir können die 
Aufnahme centralarabischer Wörter in's Mehiri noch beatzntage an- 
nehmen. Die nenaafgenommenen WÖtter bestehen dann neben den 
alten, eine Zeitlang mit einander üih^ den Vorrang ringend. Da 
aber die Mehri viel mehr Yerkehi mit Arabern , als mit den 
Granwi haben, durch deren Umgaqg siei.ihre Sprache eigenartig 
restaoriren könnten, so wird das Besnltat, das aUmählige Verschwin- 
den des Eigenartigen und das imih^ Siiefar fortschreitende Arabisiren 
des Idioms sein. * - * 

Ausser den oben angeführten ei{[^iläitigbn Stämmen, welche zu- 

^'eich im Arabischen vorkommen , - besitzt das Mehri jedoch noch 

^^^ grosse Anzahl von Vocabehi, lülr die wir in derselben Be- 

dei^tuBg umsonst im Centralarabisd|9D ;^b^ Analogie suchen. Bei 

^^i^igen finden wir diese Analogie ih'^d(em semitischen Sprachen, 

^^xiächst im Aethiopischen, welches* seilier Formenlehre gemäss von 

^oa dem Mehri am Nächsten steht , wenn dies auch in Bezug 

^^^tf den Wortschatz jetzt nicht mehr der Fall ist. Beispiele von 

^^rtern, die zugleich im Aethiopisehili und im Mehri, dagegen nicht 

(^^^«iiigstei» Bieht In* dMdlben Bedeirtling) im Gentralarabischen 

Vorkommen, sind: • = , < . , 

♦ » • I • 

Mehri. Aethiopisch. i i Arabis^ch. 

berd, Hagel . nZJ?«: Hwpl . oy kalt ; 

bU, Herr QÖAJ ^^^ • iJ^ Ehemann, nuf im 

' iDialect v.Yemen „Herr** 



264 



MoUmm, Ärabitehe VvlgärdiaiseU, 



Mehri. 
warech, Monat 
woret, Mond 
hadidy Oheim 

mat^, sttsB 



qetano, fein 

reheq, entfernt 

ftoi 

idetui ««"*" 

dai, Gerach 

tolei anstecken 
(von Krankheiten) 
kellön, Bräutigam 



Aethioiusch. 
(D^fJ: Monat 

dieselbe Wurzel 
J^J^l Obeim 

f^ftt^l sttss 
Cdbt"^I entfernt 



Arabisdi. 
fehlt 



^_'»^t^ gastavit rem 
gnstin sentiendi causa 

fehlt 



chali, Ei 



fehlt 

\^jp^ Kalb 
v5U nähren 



aap: ernähren „ 

/^^^ ; übler Gemch „ 

•f A(D l »nl>*n«en , ^- folgen 
ankleben 

VlAX; Gefährte, 
Freond 

sNord-Tigre enqalcho 
ISttd-TIgre engolat 

dewet; Henschrecke JI^£\P l obrepere, 

ex improviso invadere. 

flf)^(^; hinkend jxS bredies 

7hf^: morgen 

"f4iÄI sP'icken 
I^Am; ^ö»en 

Ihebräisch C3i& 



tebir, hinkend 
karfif, Lippe 
^hmenn, morgen 
rehabety Flecken 

täfa, spacken 

fer&t, getrennt 



\Jü Pfui! 



herauwi; verlobt 
rhe^lt, Schlange 



s^? Joch Ochsen 
ijJuS;^^ reptilia 



(^CPi^l sponsus 
^ül: Piscis 
(Das Aeth. steht hier näher, denn p geht leichter in e^ Aber, als ^). 

^CQJrl Muskel fehlt 

fJ^l Wurzel UCD^^; erscheinen fehlt. 

JA'ftn: scWafen „ 

|hebr. »«^ id. 

/^ Jgff * Ueberschwemmung n 

^^f^; Bahre 



teraini Bein 
rhauq, erscheinen 

skof, schlafen 

hauch, Than^ Nässe 
ri^m, Holzgestell 



MaUaan, Arabische VulgärditUeete. 265 

So Hessen sieb noeh viele Wörter anführen, die entschieden 
in ihrer heutigen Bedeutung und Form dem Aethiopischen n&her 
stehen, als dem Arabischen. Seltner stehen sie der Form allein 
nach näher, wie die folgenden: 

m&b? Butter f^{J(S)l ^^ssig sein A^ fliessen 
lumi, limone /^(Rl limone ^t"j Limone. 

Ausserdem sind noch fast alle dem Arabischen ähnlichen 
Wörter zugleich auch äthiopischen Wurzeln verwandt Man kann 
wohl sagen, dass der eigenartige Theü des Wortschatzes dem Aethio- 
pischen eben so nahe wenn nicht näher steht, als dem Arabischen. 
Solcher Wörter, die weder im Schriftarabischen, noch im Aethio- 
pischen in gleicher Form und Bedeutung gefunden werden, giebt 
es eine gewisse Anzahl. Ich habe sie im Vocabular als „eigen- 
artig^ bezeichnet. Aber nur bei wenigen dieser Wörter gelingt es 
in andern semitischen Sprachen eine Analogie zu finden, wie zum 
Beispiel in folgenden: 

hebr, Sohn, im Chaldäischen ^a, Sohn, aber in allen sttd- 
arabischen Dialecten üblich in Formen wie beruro, „Kinder'^ embara 
„Söhne'^ etc. etc. 

Aus diesem und einigen andern Wörtern aber auf eine nähere 
Verwandtschaft mit dem nordsemitischen SprachzWdg schliesseu zu 
wollen, wie Fresnel gethan hat, scheint mir ein unnöthiges Herbei- 
ziehen femer stehender Elemente. So habe ich mich auch Über- 
zeugt, dass das berühmte ^ von Fresnel im Mehri durchaus nicht 

dasselbe heisst, wie im Hebräischen, wo Qyp „Schritt, Tritt, Fuss'^ 
bedeutet und wohl auch fOr ^'Bein^ stehen kann. Das «jb des 

Mehri-Dialects dagegen müssen wir direct vom Arabischen ableiten. 

^ heisst „pulposus fuit'% ^ „pulposns^S und dem entspricht 

durchaus die Bedeutung des Mehri- Wortes. Dieses bezeichnet nicht 
schlechtweg den „Schenkel oder das „Oberbein'^, wie ich früher 
glaubte, sondern nur einen Theil ipB Oberbeins, nämlich den fleischigen 
Theil unter dem Sehenkel und oberhalb des Knies, der bei den 
meisten Menschen, wenn sie stehen, etwas schlaff herabhängt und 
nur durch das Sitzen angespannt wird und sich zum Oberbein 
etwa so verhält, wie die Wade zum Unterbein, nur dass er flei- 
Bchiger ist 

Uebrigens will ich durchaus nicht behauptet haben, dass die 
>on mir als „eigenartig'^ bezeichneten Wörter nicht auch dem 
Arabischen oder Aethiopischen verwandt seien. Ihre Stämme 
«dieinen nur so gründliche Wandlungen durchgemacht zu liaben, 
^Um8 es oft ^schwer wird, sie an die richtige Stelle zu verweisen. 
Wenn sie nicht auch die Bedeutung geändert, oder wesentlich 
modificirt haben, so lassen sie sich dennoch erkennen, wiQ lotaq, 



266 ilf uliiftn AHAmoki F^UkMtM^. 

tödten, »it Jjcd ranrandt; «B1A4, Mdeft^ ntt^^i >lUn die» 

BcSspielen eraieM mun, wS» *fMiidliA «if*fMdlltt^^ 
nngek^rt mrden kann. GMit mi a iM wrti i ^noili- di^*Latt*^ 
loren and tritt ein neuer hinni, so IHM M,"» •#€««' HtgllMhiBi 
der Sinn geftadert ist, oft CMt4iiia4Kli<4kifHit'«qpr^ 
wiederzufinden. Ich will nur ein Beispm «ner'sokliiMi gctodficj 
Yeränderaog von. Sinn und F€inn mMofif;^ 
ein ausnahmsweiser Znfall gestattet, ]|i äner varwai|dtflB l^pnM 
die Wurzel za entdecken. So lidaiit kttn BritiUel'W v 

Ost-Mahra das Chamäleon ^^bliiecliMl^^ jAÄI^v *^ 

-TW." -1;,!' »*- irj-T' .1 •■! '■ 

chAten'' (mit Verlust des ToiiafaM.M), i Oie1Rnr99l.iH''l^<^ 
L,. Aus dieser iri^en idr dU^'l*^'^^ 

C* ■■■.'=. il »r .1!".». -7 T^. .'."■•^ 'II- •• 

uns nicht hier der Dialect wm Oal-Mahia-i»i Bilftyla Mkim 
das ChamJUeda ,;nefteh'' hetsst DatfdieaeB .Woit adieriyifiH 
Dicht yerändert hat, so Usst es sich leicht Hm* junthirliH-»^ 

,;aufblasen'' ableiten. ,t)as Chamllecni ,1hlf(rt''idBh' '^ 
deutung scheint also ilicht widersinnig. tiMB^[m^ätäfk;Vk 
verwandten Sprachen nach einem andern Stamm ftr '^farfltfeliM 
so finden wir das ithtopbche f^Yl^lh?' ^i^*'"^'^ Jftlkm 
und diess entspricht etwa imscfim •^Wftäicäi**. • ' " "^' '***••;• ' 

III. {|roiipm}n%f„.,.„., ,« ^ .5 ,^j,^. ^.j 

Zu dem schon frflhOr (XXV, 8i «Ol) fOnaijCeri 
das damals von tthr no<ih nicht drkaaite «ondiMi 
razuAkgen. Sieees iat „i'^jatt einen aohMehe%.(dft 

Vocal, einer Art von Öwa. Dieses stfd|^ selbstetj 
eines Belatiy-^tzes, ganz übseim n^'^'BlfS^iN^'enäpit 
attch ansgelaseea werden, wie^ dal idli XAr :eltoli^! kkl 
Valgirdialecten. Es idleiü^aMhzwBildongM 
sivam, mit angehiagtem^ penOaUcheaMFIllnMrl imLi* 
Ealle nicht mit dem kttttwraa! Prtwwmiiwiliwlte 
Pronomen seibat . verbnndeo. . : •// .u^ik/nnsM 

Singuhir. ' Ptaral.^ »^''^ "^' •»^^"•^ 

I. deho, mein. denhai unser. . 

U. m. dehöt, dein. detSml ' 

f. id. detfln f '^w^iu; j«wnM ^ 

in. m. dehe, sein, 
f. dess^y ihr. 
Das so gebildete Pronomen possestfvM wird antt^i 
angehängt, um den Begriff des Beeities 
als durch das ProneniiMifenfIt IteeeMeht* MkifteiiN» 
Ausdrud^sweise Ar den persOalMen Besitz. '■■ "^''^ ^ 





dehMi iltfai40{Mai, ^*i^«j^** 
desto ulid'»ae|esaM*"| ™^^*'*S 





MaUzan, Arabische Vttl^rdialecte. 



267 



NMieu mit Snffii. 


Nomen mit angehängtem Pron. poss. 


Singular. 


Plural. 


Singular. 


Plural. 


b«ti 


Mtan 


bet deho 


bSt denha 


(mein Haas) 


(anser B.) 


(mein H.) 


(unser H.) 


[. m. Mtak 


Mtknm 


bet dehct 


b£t datSm oder detem 


^dehi H«qb) 


(euer H.) 


(dein H.) 


(euer H.) 


f. idttB. 


betkann 


idem 


bet datSn oder deten 


m 


(euer H.) 




(euer H.) 


L m. Mt^a 


MMm 


bet dehe 


bSt deteün 


(sein H.) 


(ihr H.) 


(sein H.) 


(ihr H.) 


bel6M 


b^tsenn 


bet desse 


bit detesann 


(Ulf H.) 


(ihr H.) 


(ihr *H.) 


(ihr H.) 



Db» PronominalsufSx ist bei Verben ganz dasselbe, wie bei 
Ohiba, nur d^ Flnnd der III. Person masc. hüm (nach Verben) 
>tl An (nach Nomina); und ausserdem werden zuweilen noch 
Mhstaben eingeschoben, wenn es der Wohllaut erheischt, so in 
T erstill Person Sing, ein „n^ Tor dem „i*^ , in der zweiten ein 
** vor dem ,^'' oder „ek". Die erste Pers. Plural wird manch- 
ü Uatto TerUngert, „enna'^ fttr „an'' oder ,,en.^ 

Verbum mit Suffix. 



I. 



Singular. 

zemmi (gieb mir) 
uzmi (er gab mir) 
hatenni (reiche mir) 
m. uzemmek (er gab dir) 
f. id. 



Plural. 

zemmen (gieb uns) 
uzemenna (er gab uns) 
hatenna (reiche uns) 
uzemkum (er gab euch) 
uzemkann (er gab euch (Frauen)) 

m. nzm&nek ((ich) gebend dir) uzmänekum ((ich) gebend euch) 
(part. act uzmöne) 

uzm&nekenn ((ich) gebepd euch 

(Frauen) ) 

uzmidekum ((ich Frau) gebend 

euch) 



id. 



|m. nzmidetek ((ich Frau) 

gebend dir) 
(part act fem. uzmide) 

f. ideiB« 



Ij 



uzmidekann ((ich Frau) gebend 

euch (Frauen)) 
eemhftm (gieb ihnen) 
zemmesenn (gieb ihnen (den 

Frauen)) 
uzembAm (er gab ihnen) 
uzemsann (er gab ihnen (den 

Frauen)). 

Das Suffix der Ifl. Person Feminin, Singularis hat sehr oft 
^ BeAatang eines Neutrum und kann in den meisten Fällen 
i^h unser «es^ wiedergegeben werden. Nicht jedoch; als ob 



m. senile (gieb ihm) 
t zemmess (gieb ihr) 

m. ttsemba (er gab ihm) 
f. BMnmiess (er gab ihr) 



268 MaUsany ArabUche Vulgärdüdede. 

das Mehri wirklich ein Neatnim beBässe. Vielmehr vertritt dieses 
Suffix die Stelle von l^auga (Sache), welches weiblich ist 

Beispiele: 

qeak (ich fand) qezketess (ich fand es), 

dai (Geruch, vorzüglich übler) dais (sein Geruch, von Dingen 

im Allgemeinen). 
8t6m (verkauft) stöms lä (es verkauft sich 

nicht, es ist unverkäuflich), 
hörn (wollend) höms lä ( (ich) will es nicht), 

r^hit (Geruch) rehwess (sein Geruch). 

t*am (schmecke, koste) t'amesa (koste es). 

Dieselbe Form wie die des obenerwähnten Pron. rehitivum, 
^<3^, dient auch als nächstes demonstratives Fürwort neben tftme 

(dieser) und tek (jener) (Bd. XXY. S. 201). Es verhält sich zu 
töme etwa, wie unser deutsches demonstratives • „der, die, das,^' 
welches ja auch für „dieser, diese, dieses^ stehen kann, zu letzterem. 
Beispiel: 

rhaig (Mann) rhai^ de (dieeer Mann, da: 

Mann da). 

Es kommt gleichüalls sehr oft im Sinn des Neutrum vor. 

h6m (wollend) ho höm 4^ (ich will das). 

Werden Suffixe an Praepositiouen angehängt, so sind die 
Lautwandlungen oft bedeutender. Beispiel: 

Singular. PluraL 

I. sohl (mit mir) schin (mit uns) 

(schuk mit dir sküm (mit euch) 

schukke Bali (GoU f. skenn , 

mit dir) 

III { ^' ^^^^'^ (^^ ^^) schAm (mit ihnen) 

' ^ f. schutess (mit ihr) schutesenn (mit ihnen (den Frauen) ). 

IV. Verbum. 

Wie in andern semitischen Sprachen, so sind auch im Mehri 
fkst alle Yerbalstämme triliteral. Jedoch ist in einigen ein Badical 
ausgefallen, selbst bei rein consonantischen Stämmen, z. B. tui (er 
ass), itui (er isst), tfi (iss). Neben dieser Form hört man zaweilen 
die ältere vollständigere, detui. Anderes Beispid: tok (nehmen), 
ituk (er nimmt), hitk (nimm). Neben dieser Form kommt di& 
längere, hautek, in ganz derselben Bedeutung vor. Yerba, die ina 
Perfect einsylbig sind, entsprechen meist den schwach auslautenden , 
den concaven oder den doppellautigen arabischen Formen. Bei— 
spiele: rhaul (eilen); sokk (schliessen) ; 'oii (aufstehen); nh6 (ver- 
gessen); bdü (lügen); bke (weinen). Auch bei einigen Wurzeln mit 
3 starken Lauten ist dies der Fall : skof (schlafen) ; foth (öSkien) ; 



MaUzan, Aralnsche Vulgärdialeeie, ^69 

Hob (bitten). Oft wird jedocb diesem so vericttrzten Worte ein 
schwacher e-Laat angehängt: zemme (geben); girre (weggehen). 

Perfecte mit zwei kurzen Sylben kommen vor, sind aber 
selten: Carer (fliegen); areb (strafen); sam^a (verzeihen). 

Bei weitem am häufigsten finden wir eine Yocalverlängerung 
der 2. Sylbe schon in der ersten Conjugation: dehöl (uriniren); 
qohüt (wachen); elb^ (kleiden). 

Im Aorist sind oft die abgekürzten Stämme zweisylbig: yenhe 
(er vergisst); itöb (er hustet); auch einige mit starken Lauten: 
isk^b (er schüttet aus); ift^b (er öffnet). Die Mehrzahl bildet 
jedoch den Aorist dreisylbig, indem der erste Radical einen kurzen 
Vocal hat und nicht, wie im Arabischen, gezmirt ist Die erste und 
die zweite Sylbe sind kurz, dagegen die dritte meist verlängert Dies 
gilt für die erste Conjugation. FX^ diese ist es characteristisch, 
dasa der Ton trotz der Länge der letzten, doch meist auf der ersten 
Sylbe (des Aorist) d. h. auf dem Praefix ruht Beispiele: 

ftrer (er flog) ifSrftr (er fliegt). 

tlöb (er bat) itolöb (er bittet). 

girre (er ging weg) igerür (er geht weg). 

daqoq (er klopfte an) ideqüq (er klopft an). 

dehöl (er urinirte) y6dehöl (er nrinirt). 

qohüt (er wachte) iqohöt (er wacht). 

chosob (er sandte) ichosdb (er sendet). 

Wenn ein Yerbum ursprünglich mit einem c, oder Hamza be- 
gann und selbst dann, wenn es dieses noch im Perfectum bewahrt 
hat, fällt es im Aorist oft weg; der Yocal wird lang und bildet mit 
dem Praefix eine Sylbe, so daas der Aorist zweisylbig wird. Bei- 
spiele : 

'oiz er stand auf yäiiz. 

'illö (es regnete) tili! (es regnet) (beides im Feminin.). 

*atd^ (er nieste) yautesch (er niest). 

Ausser der gewöhnlichen Aoristform giebt es noch eine durch 
Anhängung der Sylbe on, yen oder ten verlängerte, die ich bei den 
abgeleiteten Gonjugationen schon früher (XXV S. 203) beschrieben 
liabe. Die Vermuthung, welche ich damals aussprach, dass sie auch 
in der I. Conjugation vorkäme, hat sich bestätigt Manche Verba 
liaben sogar die beiden Formen des Aorist Ursprünglich scheinen 
Bio dieselben wohl alle gehabt und die eine den gewöhnlichen, die 



w ^ ^ Oo 



«udere den energischen Aorist, die Form qJLaaj, vertreten au haben. 

Jetzt kommt bei vielen Verben nur die eine oder die andere vor. 
Wo beide neben einander existiren, drückt die Form auf en das 
eigentliche Praesens, die andere mehr das Futurum aus. 

Da wo die lange Form fehlt, gebraucht man für das Praesens 
meist das Part, activ. 



BeiKpiela dei v«Tliiig'ert*n Aiolriaid*rl.'Coaj«(|Ati' «»' 

■ uiiiui.- ■.■. ")'.ii: I - ■ . i'i.f*' • 
areb (er Btrmfte) i'lurlMif (er fnfi^. -.. , .„^.,,.,: 

sam^a (er verlieh) iuun^ (« Wngfrtijt j, , ,,,., • . . - 
häme (er wollte) iUmen, oftaiUHrgevroeli«(ar«&l.^ 

fonme (er Bcfawl^) ifiniM '(d?''kinMtt)l -l'/ 

DzeD (es wog) ynwesAanrjfiitalHl' (<M'«Mi|C).' '■ ' 

Iah« (es blockte) ilhlTea (et Ifl0dct]t'" ' 

desOq >) (er ruhte) IdMqea («rlaibÖ- "','\ ' ' 

, , tt. Cfl«ji^«tj\ftj^','',!;. ; -,.., „,,';. , 

Diese sobeiBt tn Kdui ■■—wtrdentlicli reich %a aelD axii 
Tiele Wörter zn ornftsaeii, die In der ersten gar nicht mehr vcp'- 
komnen. Es ist fl-'rfUdi oft tclimr za erkennen , in welche Cv*^' 
. JQgatioD BMI ein Mtdhri-Wat stcBlu muss, da die Verdoppln *>t 
des HitleUoats der HC ii^' itewAhii liehen AorUt wegfällt u«"' 
auch im Perfect sich nicht InVer' 4eotlk'h maclii, so dass die er?*' 
der Form nach In Perfect tM^ Air LI. oft kaum eu unteradieiil^'' 
ist Aehnlicbes gilt ia Besag «aTdie ünterEchcidung der U. vC" 
der m. C. Ich gbmbe 'jMoeh Italg^ude cbaracteristiscben Ken»*' 
zeichen fOr diese drei' ConivgMiMa aufstellen zu kfinoen : 

Erste Coojngition : Perftet 0^ ,^^^J^lfM.^^^i»^ 

and AfcnflH '!<. .-1 .1 j >it^ iHiit Dill''' "^ 

■'^ . ...... -.>. i. ...>.Ä. -. ;im,ii^ 

Zweite Coiuiigiiüoa: Perfect Jydb».A«9M ,^^ JMlM«^ 

Aorist ^^. , j , ^,,_ ^., ..i,, ^ 

Dritte ConjugatloB : Ftoftlet ,>J^, jJ^yJ-AlMMj^^iJLJ^ 

rerllDgerter Aorist ^ ^ LL|. 

Die erste C. unterscheidet fich aho von der zweiten dor^^^ 
die Länge der letiteu Sylbc dea Aorist, während bei der zweit^^ 
die mittlere lang wird, indem das Teschdid des Perfect wegftL-' 
Von ißt ni. onterscheidet sich ^e II, durch die Kttrze der ersL^^ 
Sjlbe im Perfect, während sie die Aorist-Form mit ihr geme^'' 
hat Der verlAngerte Aorist ist immer deutlich, da er die char^ ' 
terittisahen Keuzeiehu dir rerschiedenen Conjogatiooen |>eib e h* ■* 
Er kann ans sogar oft snm Wegweiser dienen, wenn wir zweifeV * 
welche Stelle einer Verbalform ansaweieeu sei. , a ^ 






Matbum^ ArtänMehe VtUgärilialecie, 



271 



So hat z. B. das VerboiB gallt (beten) im Aorist i^dli, im 
«rläpgerten Aorist dagegen igalliyeu, welches letztere uns sicherer, 
W das Perfectnm, auf die II. Coi^agation hinweist, denn dieses 
^«vird abosive statt gall! aach oft ^ölt gesprochen. 



Beispiele von Verben der II. Gonjagation mit ge- 

wohnlichem Aorist. 



^emmed (es fror) 
koffet (er stieg hinab) 
ferrü (er floh) 
kennös (er kehrte) 
'a^^ön (er knetete) 

hakköm (er richtete) 

chettdr (er reiste) 

f haffer (er grub) 

land haffdr. 

qaddör (ep besiegte) 

chobb§z (er back) 

gabb^h (er schimpfte) 

sarrdch (er krähte) 

aawö (sie (die Eatve) miaute) 

horrüq (er stahl) 



i^umed (es friertV 
iköfet (er steigt hinab), 
iföra (er flieht), 
ikönes (er kehrt), 
langen (er knetet), 

daneben yaa^en. 
ihaokem (er richtet), 
ichöter (er reist), 
ihaofer (er gräbt). 

iqdder (er besiegt), 
icbanbez (er backt), 
igöbe^ (er schimpft), 
isaarach (er krähty. ' 
te'auwQ (sie miant).* ' 
ihüriq (er stiehlt), 
ihauseb (er zählt). 



hassöb (er zählte) 

Ein Beispiel' ohne Wegfall des Teschdid im anyer|ängerten 
Aorist: 

hoddäm (er zerstörte) ihodden^ (er zerstört). 



Beispiele ?on: Verben der II. Gonjogatlon mitver- 

längertem Aorist. 

^aU! (er betete) 



sefför (er reiste) 
'allöm (lehren) 
qeBsdm (er badete) 
chayyüt (er oäfai^) , 

challöt (er mischte) 



iQ^lliyen (er betetX 

Bebenbei ig6)i. 
i86ffbren (er reiet). 
Themen (er lehrt), 
iqessaimea ^) (er badet), 
ich&yyeten (er näht), 

nebenbei ichayyüt. 
ichälleten (er mischt), 

nebenbei ichdlet 



1 



1) Hier ist MumÜMmreit^ die penaltima, totnt ftber in Aeser Form stets 
^« aotepeuuUima belDai». otigleloli sie kurx ist., 



272 



Maitzau, Ardbitche Vvi^ärdiakeU. 



UI. GoQJagation 

hat im Perfect den langen Vocal in der ersten, im Aorist 
in der zweiten Sylbe. Aach hier kommen die beiden Aoriste neben 
einander vor, wie Oberhaupt in allen Coi\jagationen , die X. aus- 
genommen. 

Beispiele von Verben der UI. Gonjagation mit ge- 
wöhnlichem Aorist 



ömer (er sprach) 
rhömb (er wasste) 
näka (er kam), 
töbach (er kochte) 
qöri (er las) 
taibed (er nahm) 
zöqe (er schrie) 
dülef (er sprang) 



i'ömer (er spricht). 
yarhArib (er weiss), 
inüka (er kommt), 
itanbach (er kocht), 
iqayer (er liest), 
itöd für itdbed (er nimmt), 
izdqe (er schreit), 
idülef (er springt). 



Beispiele von Verben der IQ. Gonjagation mit ver- 
längertem Aorist. 

möschi (cacavit) imöschian 

hödi (er vertheilte) ihftdin (er vertheilt) 
bütü (er fischte) ibüton (er fischt) 

n. yebüten 
. güöb (er antwortete) i^wiben (er antwortet) 
chöten (er beschnjtt) ichfttenen (er beschneidet) 

(nebenbei ichftten) 
mtei (er küsste) ' imäsian (er kllsst) 
fiten (er unterschied) ifteniten ftlr ifitenen (er unterscheidet). 

Der Imperativ bildet sich in diesen drei Coigugationen meist 
vom Aorist der gewöhnlichen Form, doch so, dass die lange Sylbe 
in der Mitte oft wieder kurz wird, namentlich in der zweiten Con- 
jngation, wo dann das Teschdid wieder zum Vorschein kommt. Er 
steht fast immer ohne Vorschlagsylbe, und wenn eine solche vor- 
handen isty so hat sie meist den Hauchlaut. 

Beispiele der Bildung des Imperativ vom Aorist. 



I. Goi^. ilotaq (er tödtet) 

y&iiz (er steht auf) 
yesiur (er geht) 
itni Ter isst) 
yuzemme (er giebt) 
yamel (er macht) 
i(uk (er nimmt) 
ifrft^ (er öffnet) 



l'taq (tödte) 
'aiü (stehe auO 
sSr (gehe) 
tS (iss) 
zemme (gieb) 
'amel (mache) 
hitk (nimm) 
ftd(i (öffne). 



Mahxan, Arabitche VtdgärdiaUcte. 273 

U. Co^j. hafför (er grub) ihaafer (er gräbt) haffer (grabe) 
igöre (er rasirt) gorre (rasire) 

icoli (er betet) 94111 (bete) 

XXI. CoDj. Itdd fflr itöbed (er nimmt) töd (nimm) • 

i'ömer (er spricht) ämer (sprich). 

Beispiel der Bildung des Imperativ vom Perfect. 
qessto (er badete) qessöm (bade). 

IV. Gonjugation« 

Diese scheint anch im Mehri dasselbe Schicksal, wie in den 
meisten modernen Vulgftrdialecten gehabt zu haben, nämlich fast 
gcuiz ausser Gebrauch gekommen und beinahe verschwunden zu 
Bein. Als Causativ versieht beinahe immer die II. ihren Dienst. 
l>ennoch ist auch die vierte nachweisbar und in der Form eine 
A.xt Hiphil, da das Hamza des Vorsatzes sich in die Syibe he, ha 
oder ho verwandelt 

Beispiele: 

*oä (er stand aufrecht) hdzi (er richtete auf) 
bered (es war kalt) heben (es fror) 
gelM (es war klein) hegeil, Aorist ihegelül (er machte klein) ; 
dieser Ausdruck ist beim Kochen gebrauchlich. 

naka (er kam) hauka (er brachte), selten gebräuchlich. 

Dahin scheint auch das Wort hehw6 (fliehen, eilen) zu ge- 
^<lren, möglicherweise ebenfalls hautek (nehmen), das freilich in 
^^r Bedeutung nicht von tok unterschieden wird. 

In der Flexion der Personen, Geschlechter und Zahlen des 
^erfeet unterscheiden sich diese Verba nicht von den 8 andern 
^^^^oigngationsformen. Im Aorist jedoch scheinen sie entschieden 
^^en, als die Formen der IV. arabischen Goigugation behandelt 
^n werden, indem das h fest bleibt ^ was dort mit dem Hamza 
^icht der F^ ist So sagt man ihöii, iheberi, ihegelAl, ihauka, 
^^AumtdKv nur he^wfi bildet yebwä. Diese Eigenthflmlichkeit hat 
^^siander auch im Himyarischen gefunden, von dem er bemerkt, 
^188 das h des himyarischen Hiphil mehr Widerstandskraft zeige 
^Js das des hebräischen, indem letzteres bekanntlich im Aorist ver- 
loren geht, was bei ersterem nicht immer der Fall ist (ausnahms- 
weise konuit es vor). Dies beweisen Formen, wie yt^rr (Fresnel 
^V, 5) wm^ (Fresnel UV) oa-irrn (Fr. LVI, 8). Oslander hält 
«Ibo mit Recht das himyarische Hiphil fQr alterthümlicher, als das 
^tbriiscfae. Nun ist es Jedenfalls bemerkenswerth, was wir oben 
ahnden liaben, dass das heute noch als lebende Sprache bestehende 
^bbri dieselbe ehrwftrdig alte Form bewahrt bat Die Entdeckung^) 

1) In dteMT Ztitoehrift Bd. XX, S. 214. 
Bd. XXVU. \a 



274 MaltzüH, Arahiuhe VulffärtUateeU. 

dieser MerkwOrdigkeit reiht sich an die des auf n aaslantendeii 
Aorists an, den wir ja bekamitlich ebenÜEÜls im Himyarischen finden. 

V., VI. und YIII. Conjagationen. 

Alle drei finden sich im Mehri, am häufigsten die Vni. Bei 
ihnen herrscht der verlängerte Aorist vor, obgleich auch der andere 
gefunden wird. Beispiele: 
V. Conj. tchaawel (er setzte sich) itchaawel (er ^etzt sich) 

(das intransitive „sitzen^' hat die merkwürdige Form 

fechaawel^ 
tekennes (es wai-d gekehrt) tetknessen (es wird gekehrt^ 
tetammä (er horchte) ittammän (er horcht) 

VI. Conj. dfiilfe (er gewöhnte sich) yedwllfen (er gewöhnt sich; 
(das t ist zu d erweicht) 
tsäfa (es heilte) passiv itttfa (es heilt) 

thö'ok (er spottete) itl^A'ok (er spottet) 

(eigentlich „sich gegenseitig verhöhnen'^) 
trädin (er zOmte) itr&din (er zfimt) 

trähe (er Hess) iträti&n (er lässt) 

VIII. Conj. qtebeh (er balgte sich, iqtebhan (er streitet 

er stritt) mit Jemand) 

(vom arab. ^^ schimpfen) 

ntahe (er schlag sich hemm) intaohan (er schlägt sichheram) 

(nähe ist transitiv „Jemanden prt^geln'O 
chtiür (er wählte) ichtiüren (er wählt) 

eftiker (er erinnerte sich) yifteklren (er eri9ii^rt sich) 
atadä (er wusch sich ab) yüta^in (er wäscht aich ab) 
äitm (er kaufte) i^töm (er kauft), 

sitm klingt zwar fast wie ein Verhorn in der L Ooi\)« Dei 
Umstand aber, dass somma, Aor. isom, „verkaufen, zum Kauf aa« 
bieten^' heisst, deutet auf Ableitung und zeigt ons das »t** als 
nicht radicaL Die Bedeutung war wohl ursprüngliph refl^v von 
somma „sich gegenseitig Dinge zum Verkauf bieten^', etwa Tapsck' 
handel treiben, wobei ja der Verkäufer immer zugleich Käufer lA 
ftüwati (er schöpfte Athem) iftüwe^an (er schöpft At|iem} 

^^ (er biatf icHri'eite) «««*« <« «*» "I-—^ 
vom arabischen ^\^«o amplus fait. 

Was die VII. und die auch im Arabischen aekne DL (kur 
jugation betrifft, so habe ich sie nicht entdedcen können. 

« 

X. Conjugation. 

Diese nimmt, wie ich schon firtther bemerkte, im Mehri 4le 
Form eines ^ph'el ai^ Sie kann von einer gtosatem AniaU vim 
Verben gebildet werden, ist aber häufig nur bei wenigen. Woim^ 
Stämmen. Sie hat meines Wissens niemals den verlängerten Aorist, 
Beispiele: 



MaUzan, Arahiache Vulgär dialede, 275 

^htan (er beschnitt) i^hStÜD (er beschneidet) 

Wurzel ^yü> 
^tak6t (er brannte (die Wunde)) ii^t6k (er brennt) 

^ber oder ^hber (er frug) l^abör (er fragt) 

s'agAb (er wunderte sich) i^4gub (er wundert sich) 

setäb (er hustete heftig) istibet (er hustet heftig) 

(das t des Wortlauts wegen angehängt) 

^fragh (er brach sich) iäafiragh (er bricht sich) 

arabisch pJ^^ 

^unma (er badete sich) iäat^emma (er badet sich) 

arabisch >.^UmI. 



Mehriylbige Verba. 

Sie seheinen in geringerer Anzahl vorhanden zu sein, da die 
Teadenz best^t, eher Laute ftiUen zu lassen, als die Dreizahl der 
Bidicalen zu übersteigen. Folgende wenige Beispiele sind mir be- 
liumt geworden : 

delöhek (er lachte) idlehdk (er lacht) 

(mi dem arabischen \^^ durch Auflösung des (jo in 2 Laute 

^ otstanden) 

'ankel (er steUte ein Bein) i'änkel (er stellt ein Bein) 

das fibmza ist hier Radical geworden, 

fechanwel (er sass) ifechäuwel (er sitzt) 

iensoq ((das Pferd) wieherte) i^nsoq (es wiehert) 

encfaorr (er schnarchte) inch^rdr (er schnarcht) 
bachairor (es schrie (vom Kameel) ) ibechäirür (es schreit). 

y. Participien. 

Oben bei Besprechung des ägyptischen Dialects wurde schon 
I^MMrict, dasB Jene Annahme Silvestre de Sacy's, das Arabische 
hte keine eigentlichen Participien mehr, sondern nur Verbala^jec- 
tive^ ftr viele Dialecte nicht gelten könne, indem dieselben das Part. 
^v. iaat wie ein tempua bebandeln und es statt des Praesens ge- 
Iniichen. Auch das Mehri hat diese EigenthQmlichkeit und des- 
Ub gebohrt den Participien ihr Platz bei den Verben und nicht 
M den A4}6ctiven. Aber während in den arabischen Yulgärdia- 
leeten dieselbe Form f&r das eigentliche Participium und das Verbal- 
mectiv gebraucht werden kann, was freilich nur dann der Fall 

, nt, wenn letzteres (in der I. Coigug.) auch die Form J^li hat, so 

iM ifli Mehrt ttiese Formen verschieden. Das Participium activ. 
«Biet immer auf öoe, dieselbe Endung, welche nach Oslander auch 
dtt Umyarische P« a. hatte (z. B. "isniD semdoC; "jinn radön (Fresnel 
XX und Wrede, Zeile 1)) und diese Endung wird all^n N«c\^^\v 

1»* 



276 HaitMo», JnOUdu ^^rMKiM«- 

oliue Ausnahme, aach in den »bgeUntettti posjjlgrtfeneii, ugaUi 
Diese Fonn würde also etwa der «mUieben qm$ entqtredH 
freilich nnr die Fonn, nicht der BiB%'daBB dMer Ist in Hii 
immer rein verbal nnd nimmt lüeBmhr (die' '"«*— »«"tI liOlat Ad) 
Uvs an. Will man t. B. sagen JOt MUf, H bebst es i>) id 
bdne" (ich bin reitend), dies bedeutet !■ ^adtiHih „Mi' rdt« 
eben". Daneben kann man ab«r eagea: bo rOtob (ich Mn bedtk 
and dies warde bedeuten ^i± reite ttbeHlMVtr, hUBt Jajkici w 
bin ein Reiter", denn rdkel) ist YerfaaiajDeptly. pnA.iiicia idJM 
oder wie es beim Worte ,3eitet^ der SUi wln^ tun AppolliäT , 
norden. Nehmen wir, .tun diesen UnterMAiediM>.*lMaB%'a% r 
Uänner reisten sasammen, von denen der eine (da Kaineel, 
andere keines h&tte. Wtlrde nnn dw KifceallieritW sein Tl 
einen Angenblick dem Fasagknger leihen* ao kfinnta dieiK d 
Ton sich den AaedmclE gebraiulteBi J)o iifekifcflne^'* d. h. ,^ n 
im AngenhUck", aber gewiss nic^ ^..ip^t-^u mmm,i*lf»^ 
Kameelbesitzer. nach wie vor von iji^ tigfof^ 4Üi* fr,fiti%.iil 
Keise beritten, nicht der, den er seilt lÜfic,c«M#|fll>i<^hlip 
aber desswegen dnrcbaos kein ^^teitar" d. h! sin .TTlfl|t|r,'lil 
KoDst des Beitens an sein. 

Nicht alle Stämme habeii, indess neben dem Parücipiom sc 
ein 80 auBgepr&gteB Verbaladjectiv. Bei sehr vielen ist tOiU 
znm wirklichen Adjectiv geworden , da das BedOrfniss , so ichi 
zwischen Verbaladjectiv und Adjectiv eu unterscheiden, nicbt ii\ 
Wnrzelbedentangen, wie de der Diolect eebrancht, innelic^ 

Der Gregensats swischen Verbaladjectiv und Adjecüv mag im 
stracto subtil erscheinen, er ist es aber nicht iu der Praxis. ErsUif 
tiat nftmlich immer noch eine weun audi entferntere verbale BedeaUi 
letzteres nie. Im Deutschen ' lönnteo wir das Verb&ladjeutii <1 
Hebri etwa durch „ich pflege" m reiten, sa laufen, zn lisclieii, 
jagen etc. aasdrUcken. Beim passiven Verbaladjectiv lässt >' 
der Unterschied schärfet- beieithnen. 

Der Form nach entspricht das Verbaladjectiv des Activs At 
arabischen Part acÜT., das In dea Ynlgär-Dialectea fa^t nur i 

Form ^U hat, denn aUa anderu Formen wie J^ou, S^, '^ 

in den Dialectenadjectivisch. Nebenbui giebt es aber im Mchri stlif vü 

eigentliche Adjectire nnd Appellative, welche gleichfalls die Forpi y 

annehmen. Von diesen sind Jedocb die eigenllichen Verbaladjeeti 
stets leicht zu unterscheiden und zwar durch ihren Plorol, der d 
regelmässigen Formen angehört und auf et endet, wahrend • 
Adjective im Ma«culin«m den CoUectiv- oder inneren Plural xägf 
(Im Feminin sind fiut alle diese Plurale regelmässig). Bei der 

Coqj. kommt mwdleu fie Form ^'.j^ far das YerlalSidjetatiT TW 



Maltzan^ Arahiache Vulgärdiatecte, 



277 



Plur. 

Sing, femin. 

Plar. 

Sing. masc. 

Plnr. 

Sing, fenun. 

Plnr. 

Sing. masc. 

Plnr. 

Sing, femin. 

Plnr. 



fdterät 

ftfteret 

föteranten 

QÖ'im (der Fastende) 

gaimet oder gayemet 

^6'imet 

yayemöten 

toUöb (der Bittende) 

tolldbet 

tolloböt 

iolloboten. 



Seispiele vom Particip. Activ. und Verbaladjectiv. 

Particip. Activ. Verbaladjectiv. 

Sing. masc. fetröne (die Fasten brechend) föter (der Fasten- 
brecher) 
fetriye 
fetride 
fetrüten 

Qaimdne' (fastend) 
^aimdye ' 
^aimlde 
gaimüten 
(loböne (bittend) 
tlobeye 
tlobide 
tlobüten 

Selten ist in der Endung des Part act. der Vocal ein anderer 
als d, wie z. B. in metoane (sterbend) und in buttüue (tischend), 
oder der Consonant ein anderer, als n , wie in home (für homöne). 
Neben letzerem kommt die verlängerte Form ^hamelöne'^ vor. 
Beides heisst „wollend**. Vor Suffixen wird dieses „ono'* zu „an*' 
Qod ^ide'* zu „idef*. Die Plurale erleiden vor Suffixen keine 
Verändemng. Beispiele : 

ho uzmänek (ich gebend dir) 
ho nzmidetek(ich (Frau) gebend dir) 
ho tebddnes (ich nehmend es) 
ho tebidetes (ich (Frau) nehmend es) 

tebide steht fär tebdide, der 3. Radical fällt hier auch ohne 
^ffix w^. 

ho katebänek (ich schreibend dir) 
nt^ katebSyek (wir schreibend dir) 
n^a katebütenek (wir (Frauen) schreibend dir) 
ünregelmftssig ist auch hier hömC; das mit dem Suffix es ,,homs*' 
«od mit dem Suffix de ;^ämde** bildet. 

Participium passivum. 

Das Participium passiv, wird zwar seltener statt eines tempus 
gAraucht, als das Part, activ., obgleich auch dieser Gebrauch vor- 
kommt, ist aber doch immer sehr wohl vom passiven Verbaladjectiv 
a unterscheiden. Seine ursprüngliche Form, die sich jedoch nicht 
is tllen Verben erhalten zn haben scheint, ist ohne äusseren Vor- 
titKy nor mit einer inneren Vocalverändemng und gleicht sehr der 



Beispiele: 

Part Passiv, 
äi'üm (verkauft) 
^ti'üm (gekauft) 
mdt (gestorben) 
daneben hamait 



Part. Activ. 
femdne (verkaufend) 
ätm6ne (kanfend) 
metoftne (sterbend) 



878 

Part Activ. P|it PuÜT. 

tobrAne (HrlH«diend) tebflr (urbroelwo) 

fett^Ane (Ö&end) ftfl^ itOm) 

hedmAne (senUrrad) koddtn (senUrt) 

elbesftDO (kleidend) IbAi (g<Üd4et). 

Wie du Beiepiel ^tm" (kanfn) le^, kw« diw luM 
BilduDg anch bei den tbReleiteten Conjogitlovw Torkonowi, iß 
scheint dies nnr dson der Fill, wenn jßaa («ie öbn) elM ■■ 
Dahmsweise TerktLnte Form «nnehmen. IXs gwrittinlkhe Sldug 
anch im Mehri, wie im Arabiiohfln, die JBit d«n Tonati ^ 
welche indesB gleichfalls bei vielen enten OmiogatiooeB, die i 
ursprOngliche innere PaBsivom nilona luban,. ^giiaifäiBt wixd. 



Part aetir. Put pim. 

äerrAne (EcrreiBsend) mettirot (nniaaen, 



bachrOne (rftachemd) mebicher (bertwAccQ 

chtiArAne (wählend) mechtiflr (enri)itt) 

lateqdne (Udtend) miltaq (getOdtat) 

tekAne (nehmend) metttk (genommvi) 

kerriAne (mlethend) makriU (gsAiMialj) 

(tanin.) 

'allemAne (lehrend) mAllem (gelehrt) 

'a^enAne (knetend) nu^ftn (gekneUt) 

sekköne (Bchliessend) meaulk (geschlossen) 

labdAne (achlagend) mUbad (geschlagen) 



1 



amerAne (sagend) mftmflr < gesagt). 

Der Vorsatz ,^1" kommt flbijgens auch bei den Adjecii 
verb. activ. der abgeleiteten Coqiogatiuiieu vor. Z. B. 

metf&cher (der stolze) 

Das AtJjectiT verbale pasaiT, hat eine ganz eigenthamlicbe E^ 
dnng, nämlich anf „k". Es entaprioht dem Sinne nach oft dem tu 

bischen ,-,^Üj>± , indem es, wie dieses, i?ineii Zustand ausdrQckL i 
wird Dbrigens nicht aoBflchlieaalicb von den Passivformeu der Terh 
gebildet (diess geschieht bei den transitiven;, suudern ancli w 
Activ bei den intransitiven ZeitwArteiQ. Wir küuuteu es iessia- 
ebensogat als intransitives Adj. verii. auliv. beieichnen. Jt^och i 
Bedeutung des letzteren liegt dem Passiv, so nahe, dass wir es >o 
zn demselben rechnen kAnneo. Bei transitiven giebt übrigens i 
Eodnng „k" entschieden einen absolut passiven und verb^n Sin 
indem es zugleich oft das Perfect ausdruckt 

Beispiele: 

Part Act A4j. arab. ?«».'";_ "l^JJ; 

gafAne (heilend) fafaik (geheijtt) ■■,"'',' 1,*.^^ 



MaUzanj Arahieche VtUgärdiaUcU. 279 

dares6ue (verhcirathend) darosk (vcrhcimtliet) 
hozdne (aufladend) hOzek (aufgeladen). 

Bei den intransitiven bezeichnet diese £uduug einen leidenden 
Zustand im Praesens. Bei ihnen scbliesst die Bedeutung gcwöbn- 
üek die Möglichkeit der Bildung eines Partie. Activ. aus und die 
Form mit k kann deren Stelle vertreten. 

Beispiele: 

taimak (durstig) 

^äk (hungrig) 

»ebäk (satt) 

hark (erhitzt) 

heberrek (kalt, von Menschen). 
Bei andern Verben existirt ein Particip. activ., welches das 
l^nfesens ausdruckt und die Bildung auf ;;k" dient dann zuweilen 
(wenn sie überhaupt verbale -Bedeutung annimmt) zur Bezeichnung 
te Perfect. 

Beispiele: 

hebdne (gehorchend) haibek (der gehorcht hat) 
siröne (gehend) sark (der gegangen ist) 

nbftne (vergessend) nhek (der vergessener Natur ist). 
Ungleich der arabischen £ndung y^kn^^, haftet das „k'' im Mehri 
Dicht am Feminin, und Plural. Letzterer nimmt sogar merkwürdiger 
Veise beim Masculinum ganz die Form an, welche im Arabischen 
der Singular hat. Beispiele : 

Singular. Plural. 

Masc. taimak (durstig) taimän 

Fem. tomAuet tomonüten 

Masc. ^'ftk (hungrig) ^än 

Fem. giait gi*üten 

Masc. iteb&k (satt) seban 

Fem. febönet sebenüten. 

Die Plnrale und Feminine des gewöhnlichen Part. Passiv, sind 
i^dmässig. Beispiele : 

Singular. Plural. 

Masc. äi'üm (verkauft) si'ümin 

Fem. sfümdt ^i'ümöten 

Masc. hodddm (zerstört) hoddümin 
Fem. heddemöt heddemüten. 

Eine eigenthtlmliche Erscheinung; welche so recht den verbalen 
(ikineter dieser Form andeutet, ist, dass das Feminin, zuweilen, 
*h Im Aorist, die Yorschlagssylbe ,,te'' zeigt. Z. B. 

Masc. Femin. 

fohft (dnrchnftsst) tefehait 
kenAs (gekehrt) tekneset. 
Maaehmal bat das Feminin, beide Formen nebeneinander. Z. B, 
MakriAt und tekriflt (vbrmiethet). 



280 MaltMon, Arühi9the Vulgärdiakeii. 

VI. BildoDg der Nomina and Adjective. 

1) Einfache Bildung. 
a) Die einfachste Bildung der Nomina des triliteralen Stammefi 
ist Joe. Sie findet im Mehri sich am häufigsten bei concayen 



Wurzeln, solchen, die es ursprünglich waren oder solchen, die es 
durch Ausfall eines Lautwerths, namentlich eines p, geworden sind, 

ebenso bei Wurzeln mediae geminatae (99). Diese Wörter haben 
meist einen concreten Sinn. Beispiele: qöb (Schakal); bSt(Hau6); 
cbaim (Haifisch); ras (Haupt); gaid (Fisch); dikk (Hahn); hair (Esel); 
qait (Stockwerk); sedd (Sattel); kaff (Hand). Bei Appellativen, 
wie rhai^ (Mann); rha (Bruder); rai (Hirt); bei Adjectiven wie g^ 
(gut); zäbb (lebendig, gesund); t6ch (alt). Andere Stftmme, welche 
einsylbige Nomina bilden , entlehnen ihre Formen direct ans dem 
Arabischen y wie keb^ (Schaaf); tifl (Kind); fitr (Spanne); cha^r 
(Taille) ; tarq (Osten). Hierher gehören auch viele nomina actionis 
wie rahm (Barmherzigkeit) ; gabr (Geduld). Diese können im Mehr! 
fast als Fremdwörter, dem Qorän entlehnt, angesehen werden, da 
sie nur im religiösen Sinn gebraucht werden und in der Volkssprache 
eigentlich keine Wurzel haben. Die eigenartige Abstractbildnng ist 
im Mehri nicht so einfach. 

Endlich müssen wir hierzu auch solche Gollective wie chahz 
(Brod); nachl (Palmen); möz (Bananen); löz (Mandeln) rechnen, 
da sie, obgleich man sie jetzt als Plural gebraucht, doch ursprüng- 
licher sind, als ihr Singular, chabzit, nachlit, mözit, lözit, welcher 
erst vom Collectiv als noinen unitatis gebildet wurde. Auch diese 
Form ist arabisch. 

b) Eine zweite Bildungsstufe bezeichnet die Zweisylbigkeit 
der Nomina und Adjective. Diese ist selten ohne Vocalverlängerungy 
wie in heme^ (dumm); kelet (Knopf); matdq (süss). Die Ton- 
verlängerung in der zweiten Sylbe ist sehr häufig bei Adjectiven und 
Appellativen. Die Form ist J^*^ ^^^ ^3^ • Beispiele : 

kefif (leicht); hedeb (bucklig); usech (schmutzig); hanAb (alt); 
liön (sanft); qanAn (klein); tqtl (schwer); mrtd (krank); tebir* 
(lahm); qui (stark); feqir (arm); *artd (breit); gafir (gelb). 

Einige nom. act haben gleichfalls diese Form, wie berens 
(Unrecht); neschauq (Schnupftabak d. h. wörtlich das Schnupfen)^ 
ndteh (Rauch). 

In der ersten Sylbe findet die Verlängerung bei coBGreiea 
Wörtern und bei Adjectiven, welche eine Farbe oder Körper- 
beschaffenheit ausdrücken, statt , femer bei einzelnen Appellativen 
und ausserdem noch, wie wir gesehen haben, bei dem Adject verb. 
activ. Die Form ist fast immer J>^l3^ das aber in der Aussprache 

sich manchmal zu Jo^ gestaltet Beispiele: 



AfoKsan, Arabiseke VulgärdUdecU, 281 

tö^r (KaufmanD) ; chödem (Diener) ; Afer (roth) ; böwer 
(schwarz); zaila^ (fett); köbel (Balken); taicher (Kohle); t6wer 
(Stein); naidaf (Strohmatte); hügel (Augenbraue); rfaözel (Oaselle); 
wdrecb (Monat); äneb (Strich). 

2) Bildung mit Verdoppelung eines Lautwertbes. 
Die so gebildeten Nomina sind Appellative. Ihre Form und 

ihre Bedeutung entspricht dem arabischen ^\ab^ das sich im Dialect 

«• 
xneist zu ,3^ gestaltet. Beispiele: 

kellAn (Bräutigam); harrAt (Bauer); gayydd (Fischer). 

3) Bildung von abgeleiteten Gonj ugationen. 

Dahin gehören die obenbeschriebenen Partie, passiva mit m als 
Vorsatz, die zuweilen auch als Appellative gebraucht werden, wie 
möllern ^) (gelehrt) zugleich „Meister^' heisst. 

4) Bildung von mehrlautigen Wurzeln. 
Diese Nomina haben alle einen concreten Begriff. Ihre Form 
ist JJje3, ^J^Mh und v5^JLb. Sie sind meist zweisylbig. Beispiele: 

hamib (Hase); qandll (Lampe); ^endAq (Koffer); gendAf 
(Stockwerk) ; hendAb (Bett). Die meisten dieser Wörter sind durch 
^^rdoppelung eines Radiciüs entstanden, yrit: 

kermaim (Berg); nachrir (Nase); charfif (Lippe); k^ibeb 
(Spinne); derdtr (Floh); kobkib (Stern). 

5) Bildung mit äusserem Vorsatz. 

a) Der Vorsatz ^*' oder ,yye'' ist jetzt nur noch äusserst 
selten. Ich kenne nur das Beispiel irhamtUn pl. irhamümen (böse), 
offenbar eine zum A^jectiv gewordene Aoristform, wie das Feminin, 
terbamüm andeutet 

b) Der Vorsatz ^^a'^ ist meist ein integrirender Theil des 
Worts geworden. Von ihm war übrigens bei der Lautlehre und 
Wortableitnng schon genügend die Rede. 

i) Der Vorsatz ,,m'' steht wie im Arabischen und Aethiopischen 
bei nomioa instmmentii wie mesmör (Nagel); mechait (Nadel); 
«ttmör (FUMe). 

d) Der Vorsatz ,,t^ scheint im Mehri auch auf den Aorist zu- 
rftekgefiüirt werden zu müssen. Er findet sich nur noch selteui 



1) hn Arabischeo ist das der Form nach entsprechende Wort actiT y,leh- 
rend'\ hn Mebrl dagegen paMhr. 



282 MüUitem, Arubisehe 

wiewohl etwas bftiifiger bei Femimo-Formeu als der Vonalz ;^i''. 
Beispiele ausser dem obigen lerham6m sind iemile (voll) alB femin. 
von mel6n, teget (gut), als fem. v. git Häoiger ist jedoch die 
Form getet. 

6) Bildung mit Nachsatz. 

a) Die Endung i, im Arabischen so hänfig, beschränkt sich im 
Mehri hauptsächlich auf Abstammungsbezeichnungen, wie Mehri (ein 
Mann vom Stamme Mahra) ; Grauwi (einer von Gara) ; Hakili (einer 
vom Volke Hakel). Einige Appellative, wie ^ri (der Nachbar) 
werden gleichfalls so gebildet. 

b) Die Endung it ist ausserordentlich häufig. Sie bezeichnet 
das Nomen unitatis. Beispiele: 

deferit (der Nagel) ; gebetit (der Riemen) \ tamerit (die Dattel) ; 
chabztt (ein Laib Brod); augerit (der Kessel); mozit (die Banane). 
Ausserdem dient diese Endung zur Bildung des Feminin, vom 
Mascalin., 

hol (Herr); bölit (Herrin). 

c) Die Endung ^t entspricht der obigen. Beispiel: 
mamedet (ein Kissen); sie bezeichnet andi Instrument« wie 

heduwet (Köcher) ; neblet (Pulvertasche) etc. etc. Auch sie dient zur 
Bildung des Feminin, vom Masculinum, wie gitdt (gut). 

Beide Endungen It und it werden tkbrigens so oft mit einander 
verwechselt; dass es schwer wird zu sagen, welches Wort die eine, 
welches die andere Form vorzugsweise bat. In der Regel isl jedoch 
!t häufiger. 

d) Endung dt in gleicher Bedeutung wie it und et, meghenz6t 
(HaarschopO; und als Femininum des Part passiv. 

e) Endung ät im Singular selten. Beispiel : medaheqät (Foss). 
Ausserdem dienen alle diese Endungen auf it, et, 6t, at, auf 

einfaches et oder blos angehängtes t als cbaracteristische Merk- 
male der meisten Abstracte. Dies ist die wahrhaft eigenartige 



o« 



Abstractbildung, die andere Jü6 ist arabisch. Beispiele: 

meteqet (Süssigkeit>; qetbehit (Zank); feqirßt (Armuth) ; kefif6t 
(Leichtigkeit). 

Indess sind diese Formen doch von einem verhältnissmässig 
beschränkten Gebrauch, da der Dialect die Abstracte meist durch 
umschreibende Ausdrücke umgeht. 

f ) Die Endung an findet sich bev einzelnen ans dem Arabischen 
entlehnten Wörtern wie robbän (Steuermann) ; sekkön (Steuerruder) ; 
sonst ist sie immer in die eigenartige Endung ak Obergegangen, 
von der schon bei den Participien die Rede war. 

g) Diese Endung „k'' scheint in dem Mehri frOher einen viel 
ausgedehnteren Gebrauch gehabt zu haben, von dem wir jetzt nur 
noch Trümmer constatiren können. Ihrem passiven Sinne entsprach 
erstens, dass sie sich bei einzelnen nomiua instrumenti fand. Ein 



NaIUan, Arabückß VtdgöMiakete. 283 



Beispiel ist noch jeUt chatrak ^der Stock'', von der Warael 

sehlagen y also etwa ;;da8, womit man 8cblägt^^ Aach nomina 
act wurden damit gebildet^ jedoch nar solche, welche einen Zustand 
ansdrflckten, wie hawenk ,|die Schwäche^; anwerk „die Blindheit'^. 
Indess auch diese sind jetzt selten und man zieht die Form auf it: 
hanwenity auwerit Yor. 

h) Endung Ane, fem. ide, behn Particip. actiy. 

7) Verkleinernngswörter. 

Dafür giebt es im Hehri keine besondere Form mehr. Wie 
im Aethiopischen, so sagt man nicht ,,da8 Schäflein'S sondern ;,da8 
kleine Schaaf ^ Bei nomina fllgt man also qanfin (klein) fem. qanett 
hinzu. Ein Schäflein heisst „kebii qauün^'. Einige Adjective haben die 



o ^ > 



arabische Form der Verkleinemng J^xas bewahrt, die indess bei 

ihnen, wie im ägyptischen Dialect, einfach für Ju^je steht. So 

sagt man qo^air^ gorhair, das hier aber schlechtweg „kurz^^ nnd „klein** 
nicht ^ehr korz^' und „sehr klein'' bedeutet, wie z. B. im Dialect 
von Yemen, wo das Diminutiv beim Adjectiv häufig vorkommt. 

8) Infinitive werden durch die oben erwähnten Formen der 
nomina actionis ausgedrückt Sie haben im Dialect übrigens keine 
verbale Bedeutung mehr. 

Ehe ich zur Beschreibung des Plurals ttbergehe, muss ich noch 
folgendes voraus schicken. Dass es im Mehri keinen Artikel giebt, 
habe ich schon früher (in dieser Zeitschrift Bd. XXV. S. 220) be- 
merkt und seitdem nur Bestätigendes dafür gehört Ebenso wenig 
giebt es einen Dual. Die Idee einet solchen liegt sogar dem Mehri 
8o fern^ dass man sogar die Doppelglieder mit der Zahl ^^zwei** 
«osdrücklich bezeichnen muss. So sagt man nicht *ainön wie im 
Arabischen, ^dern ayent terin „die zwei Augen*'. 

Vn. Bildung des Plurals. 

1) Eigentlicher Plural. 

Dieser wird im Masculinum durch Anhängung der Sylbe in, 
in gebildet, wie ^d (Fische) plural ^idin; denöb (Schweif) den- 
bin ; kt6b (Buch) plural ktebin. Manchmal ist der Yocal vor dem 
Schloss-n kurz, wie in guöb (Brief) plural ^wiben; rhä (Bruder) 
plural rkisren« Jedoch ist dieser regehnässige Plural im Mascu- 
linum selten geworden, da man ihm den Ck)llectiv vorzieht. 

Die Endung ät, im Arabischen häufiger bei Femininen, findet 
sich hier mehr bei Masculinen, wie fftter (fastend) plural föterät; 
löteq (Mörder) plural loteq&t. Daneben kommt et und et vor, 
wie in (Alm, pl. (aimet; hau|;ur (Sklave) plural haderet 



284 MaUxan , ArabUehe Vulgärdiaieete. 

Weit häufiger kommt der regelmässige Plnral beim Femininum 
¥or. Er hat fast immer die Endung „ten^. Diese wird mit yor- 
hergehendem langen Yocal ^^eten, öten^ üten, aut^n ;^ seltener findet 
idch einfaches ten und zuweilen enten, anten oder die Abkürzung 
davon ^lent'*. 

Beispiele des'regelmässigen Plurals auf Aten. 

heri^t (Brunnen) plural heritfiten. 

nebait (Hase) nebadükten. 

hibechäch (Chamäleon) bachechüten. 

m^henzAt (Haarschopf) meghenzüten. 

rayyit (die Hirtin) rayyAten. 

cbaidir (die Hütte) chaiderüten. 

sihAb (Dolchscheide) sihobüten. 

angerit (Kessel) angeraten, 

möllem (Gelehrter) ^) mallemüten. 

Beispiele des regelmässigen Plurals auf auten. 

waida (Muschel) pl wedauten. 

haitmdt (die Waise) haitemauten. 

zeltiait (die fette) zel^auten. 

za(ihait (die lebende) ^abbauten, 

föteret (die Fastenbrecherin) föterauten. 

Beispiele des regelmässigen Plurals auf ten. 

'ain (Auge) plural ay^nten (neben ayent). 

terain (Bein) terinten. 

kelbit (Hündin) kil^bten. 

ne^lit (Dolchklinge) negilten. 

gelalit (Kugel) gelalten. 

hanuwet (Kugeltasche) hew^nten. 

qo^airet (die kurze) qe^ärten. 

chö 1) (Mund) chüten. 

^erM (Heuschrecke) ger^dten oder ^ereten 

chellefet (Fenster) chell^ften. 

qetanit (die feine) qetanten. 

Beispiele des regelmässigen Plurals auf enten. 

rigem (Tisch) pl. rigementen (auch rigemüteD). 

haid (Ohr) haidenten. 

hedawdt (Köcher am Jathagan) hedanten. 



1) Nicht aIIo diese Nomina sind weiblich, nehmen aber die Bildung des 
weiblichen Plnrals an. Namentlich bei „m6Uem** ist dieee Endung merkwürdig. 



MaiUan, Arahüchs VvHgäräUäeeU, 285 

Alle anderen Endungen sind selten. Beispiele: 

aof ent: qelim (Feder) plnral qelam^nt 

auf §ten : {ödi (Busen) tidfiten. 

dwülefdt (die gewohnte) dwülefdten. 

auf äten: memedet (Kissen) memdäten. 

auf 6ten: chiobet (die hässliche) chayeMten. 

auf nuten: rha^it (Jungfraa) rha^enüten. 

Eine andere Bildung des Plurals mit äusserem Nachsatz, die 
wir vielleicht zu den regelmässigen rechnen können, namentlich 
deswegen, weil sie zugleich auch beim Part activ. yorkommt und 
die Form des Nomens sonst fast gar nicht verändert, ist die auf 
^O^e"* mit einem Vocal davor, der meistens „i^^ ist. Beispiele: 

bdl (Herr) plural böliye. 

bölit (Herrin) böUÜye. 

herre (Haupt) herriye. 

alliü (Schmetterling) alliye. 

rhait (Schwester) ^) rhütye (für rhutfye). 

kirsi (Stuhl) kirsiye. 

Qdn (Mastbanm) ^(Nrdye. 

Unregelmässigkeiten zeigen folgende Formen, die aber gleich- 
wohl ihrem Wesen nach noch zu den regelmässigen Pluralen ge- 
hören. 

beten (Körper) pl. betiye. 

kt6n (Wanze) ktöten. 

nescböb (Pfeil) neschemten. 

behdr (Seemann) baheriyet 

Wie man gesehen hat, ist der eigentliche Plural nur in den 

seltensten Fällen ein rein äusserer. Aber, ol^leich Vocalverände- 

Tangen bei ihm im Innern des Worts vorgehen, so sind sie doch 

unwesentlich und lediglich durch den Wohllaut, nach den Begriffen, 

irelche die Mehri über diesen haben, beein^^88t - Sie ändern nichts 

an der Bedeutung, wefehe immer eine rein pluraHsche ist. Anders 

war es ursprünglich und ist es auch zum Theil jetzt noch mit dem 

Lautwechsel in den 

2) CoUectivpluralen. 

Biese werden ganz wie in arabischen Vulgärdialecten behandelt. 
Ursprünglich nur eine Anhäufung, die als Einheit gedacht wurde 
(etwa wie unser Oebirge als Anhäufung von Bergen) bedeutend, 
kann der Collectiv im Mehri, wie im Schriftarabischen den Singular 
(im femininnm) darstellen. Aber der G,ebrauch hat ihn zu einem 
wirklichen Plural gemacht und man findet jetzt viel häufiger , dass 
das Verbum ihm in dieser Zahl beigegeben wird, als im Sing. fem. 
Nur jene kurzen Colleetive, die ursprünglicher sind als ihre Sin- 



1) Das n ist kars, aber betont. 



gg MaliMa», ArabMie kfM9av,_ 

^ulare, wie chabz (Brod) etc. etc., habe ich niemals als PI 
brauchen hören. 

Von den im Arabischen üblichsten CollectiYformen 
die Hälfte im Mehri vorhanden, wenn a«ch leichthin ' 
Von den kürzeren nnd mittellangen fehlen diciJenigen, we 
als die 3.; 4., 9., 10., 11., 13., 19., 20., 91., 92., nnd 
anführt, gänzlich. Die Vorliebe des Mehri Ar lange Voc 
dies erklärlich nnd zugleich aach, dass es eine Anzahl 
d. h. durch Verlängerung ihrer Vocale gedehnterer Fom 
welche im Arabischen nicht existiren. Folgendes scheine 
Hanptformen des GollectiTs im Mehri zu sein. Die he 
Zahlen bezeichnen die Stelle, welche Saoy ihnen im A 
anweist. Diejenigen, bei denen keine Zahl steht, kommei 
bischen nicht vor. Da, wo bei der Zahl ein ? steht, entf 
Form nur ungeföhr der Arabischen. 

^'^'(8) Jo^lif Ju^Kl3?) ^!(14?) KU« (15? 



J^jHoe S^ vJ^iiö^ J^ vi^JUljö vJ^. 

Wir haben also hier 82 Formen, von denen die 
Arabischen nicht vorkommen. Dies hat jedoch wen^ 
da Alles im Mehri von seinem eigenthümlichen Wol 
der ein andrer ist, als im Arabischen, abhängt So 
Beispiel im Mehri die mit Hamza, als Vorsata, beginne» 
nicht den ersten Radical ^miren, da das Hamm 
Sylbe ha übergeht, welche, sei sie nun lang oder ki 
den Ton hat und ungern ein 6ezma nach sich leidet 
würden noch viel mehr sein, wenn die arabische f 
stattete, zwischen ai und ^, zwischen an nnd 6 zu ^ 

Beispiele der Collectiv-Plura 

Fonn des Plurals des Siogolars B«bpiel Sing. 

1. jJtd fo*l v^>yJLj6 fallt mözit (Banane) 

(für mawztt) 

2. ^ fal id. chobzit (Brod) 



oi 



3. JL»9 tfäl J^ fol t6ch (Greis) 

' fil 



Makaauif Arabische Vtägärdiateete. 



287 



Form te nmb 
Sil 

id. 

tkil 

i- JLi^ fil'&l 

fB'ftl 



5.J 



-A 



*• 



faäl 
fall 
fafil 

faAl 
id. 
id. 

ft'öl 

id. 

ft'61 

id. 
id. 

id. 

&'A1 



i^i; 



fe"«l 



vV*tVÄ| 



des SinguU» 

oSUi falät 
ii &'ldt 



o^ o^ 



Beispial Sing. 

git (gut) 
derrät (Hand) 
chaim (Haifisch) 
qagbSt (Rohr) 
qabbit (Hare) 



PlonU. 

giyÄt 

dirSr 

chayem 

qa^b 

qehäb 



09 



tdfalet(fult)gacht (Tuch) 
oJLj^ folöt 



o.^o> 



o> 



L» foüt 

id. 
jJä fe'el 

oJU» foelt 

J^ feaii 
id. feil 
J^li fl'el 

id. 



^u*ach 

mo'köt (Lanze) mu'Sk 

kohlt (Ferse) knüb 

mn^sit (Fn8SYordertheil)mu^d8 
hemeg (dumm) humög 

kowert(gepre88tcDatte]) kuwdr 



mebail (Hund) 



meb6l 



fered (Eameelfüllen) fcröd 



äneb (Strick) 



anöb 



hägel (Augenbrauen) ha^dl 

baqör 



o ^ 



o^ 



fe'Al 

ffAl JJ6 fei 

&"el Ju^ fö'el 

fo"&l v-jjb fult 



9 &e]it baqerit (Kuh) 

'aiiig (Kameelfüllen) 'aiög 

bayür 
qenüm 
b^t (Haus) bi'At 

t6ger (Kaufmann) ta^^r 



J^jfc^ faiii 

fall bair (Kameei) 

\ faelit qenemit (Laus) 



{zurt 
gurt (Bild) 



Izoww^r 
igowwer 



.. o« 



ik"» J^ fOfel 



.. u 



i feiet 



^V^theftfeljjij^ fadl 



töwer (Stein) towwer 

dewet (Heuschrecke) dewwe* 
baehör (Räucherwerk) heb&cher 



288 



ifalbum, Ärabi$ehe YtttgärdiateeU. 



Form dM Plurmls 


des Singulars 


Beispiel Sing. 


Plural. 


10. 


jiifh&Yeel 


jJÜ fal 


kaff (Hand) 


1) hä'kefef 




id. 


fei 


^edd (Sattel) 


h^^ed 




. id. 




kehi (Schaaf) 


h&'kebes 


11. 


^^|h4feül 


Job feel 


kelet (Knopf) 


Ukkelftt 




häfoül 


jJbfifl 


tifl (Kind) 


hätofftl 




hdfeöi 


jJÜ fei 


deff (Trommel) 


hädeföf 




id. 


jIä fo'l 


« 

torr (Tamburin) 


häterör 




id. 


v£>JUd feiet 


debbet (Fliege) 
sSbet (Rader) 


hädeböb 
häsi6b 




id. 




kefif (leicht) 


h4kef6f. 


12. 


^Äl^h&ieelti^ fe'öl 


kellön (Bräutigam) 


hft'kellent 




vi..ÜMhiYelet jU fal 


8üq (Harkt) 


. hä'sneqet 




id. 


fol 


qdb (Schakal 
bdb (Thor) 


hftqaebet 
h&'buebet 


13. 


..•*Ii«itwmt>i tu 


^ki (Schwert) 


hä'^kiy^t 




v;;i«5TliäYilet JJUs f'üel 


k^ibeb (Sack) 


h&'k^ibbet 



14. JJü6 feäyel kommt nicht vor, statt dessen: 

J4^ feöyel v^^üLb failet geridet (Hatte) geröyed 

üaalet metayet (Dromedar) metöye 

15. Ji^üb fo auwei J^ ftfel köbel (Balken) kobanwel 



o-«> 



faSwel jJib fail qer§n (Hom) 

(vulgo ger^n) 
faöwel i^ fafil 'arCls (Braut) 



qerSwen 



'ar^wes 



1) Der Ton liegt hier immer anf dem Vorsats , selbst wenn lange Vocale 
im ttlirigen Theil des Worts Torkommao. Die F6nn hiLfeel wird gesprochen, 
ab ob der letste Consonant doppelt wäre, hikefeff, b&kebe^. 



itaüzan, Ärabitehe Viitgärdiatette. 



d89 



Form des PJurmls 


des Singulai» 


Beispi«! Sing. 


Pioral 


16. 


.^ feiän 


.^:^ felftk 


äebäk (satt) 


äebän 1) 




tflän 


tflak 


^i4k (hangrig) 


^^&n 




falän 


u5ÜUi &'lak 


taimak (dnrstig) 


taimän 


17. 


^ ^ 

^ 










JLuü foaile 


jJisra'i 


rhai^ (Mann) 


rhoyai^e 


18. 


J>^ fnüle 


^&*u 


wa^hi (Gesicht) 


WQ^fthe 




feöli 


«^^/sjJLsd feliyet ^embiyet (Dolch) 


^enöbi 




ia«9 f 161a 


. o^JL«9 fe löt 


^ekköt (Dorn) 


^ke'a 


für 


l'IU» 0*1618 
LT" - 


eigentlich äkkS'a 
für ^ikk6*a 


19. 


.J-oifc'il 


c^sJUi fem 


hermtt (Prao) 


bartm 




^ fe'il 


jii fe"el 


herrS (Hättpt) 


heni 




3^ fa'wel 


1 - • 


qantt (I^anze) 


qanwS 


2( 


\^ 1^61 


j^ fii'i 


i^s (Hanpt) 


rrSs 




id. 


oi«^ fem 


rSschit (Schlange) 


r6'Ssch 






jii fal 


hair (Esel) 


höjtr 








ffttet (Tacb) 


fü'^t 




^ faT^l 


v^^aU^ feelit 


^betit (Riemen) 


QaibSt 




&i'oil 


jJii fii'i 


qni (stark) 


qaiwoi' 


21 


• JJJ^ Ca diel 


jJUi &'lal 


chatrak (Stock) 


chatdrek 




id. 


v:;^aU» faelltt 


makensit (Besen) 


makönes 




feftlel 


JpUi felöl 


niesm6r (Nagel) 


mesömer 




id. 


id. 


mezmdr (Flöte) 


mezömer 



1) Dts c. gel^t hier rerioren. Die Wurselif wefded dadmtih biliteral. 

^d, XXVII, 19 



290 



MakMon^ ÄrahiM^ke VtägäräialeeU. 



Form des Plurals des Singulars Beispiel Sing. 

feöle] v^^Lb iaöllet ^)seDorret (Katze) 

(oder senöret) 

feaalel ^jl^ felöl mer^n (Goralle) 

id. jdJUs fi^lele ming^e (Affe) 
fe&lel c^wJÜUs' fedleltt metä^enlt (Zahn) 



Plural. 

s^drer 

meraa^en 

menao^e 

metät^en 



22. ^CA fo iy^l J^ji fö'el rhözel (GazeUe) rMziySl 



^ c 



23. jULjö fe liyäl J^JL«» fif lÜ firbtn (Stute) 



fer)iij&n 



o<>o« 



faliy^l ^jJU^ falöl harröt (Baaer) haniy^t 

24. J^ f&el J^li fitel w&rech (Monat) würech 

25. JJiA» fi^el v.i>yJb6 f" eltt tferit (Kameelfladen) tifer 



«o.» 



, <J^ 



26. JaL[^ f<S^el J^ ftf d chödem (Diener) 

id. k::^^ feelit bezerit (Dattel) 

id. id. deferit (Nagel) 

fiaiel Joe &1 als (Messer) 

27. ^^Ijö £aiül ^^ faul hanüb (die Alte) 
^uüifaiäl v^^J^Cadlet de^ö^et (Henne) 

feiel jJid fi^l dikk (Hahn) 



y ,, 



J>5y6feewül Jljö fe^l 
vJ^ jJb fa uwöl JuuJ fa il 
vjt^ feow&l J^ tfÜ 



se% (Grab) 
*artd (breit) 
hiHq (Dieb) 



o « o. 



> o« 



28.^^ felöl ^^ felül hendül (BeU) 
id. JuJUi feltl derdir (Floh) 



chMem 

bSzer 

dSfer 
aiyes 

[haniAb 

degi^ 

dekiSk 

selewiig 
'amwöd 
herow&q 

hend61 
derdör 



1) livt Wortlaot im Mehri lisst immer gern das te^dtd fallen und Ter- 
lingert den VocaL Im ArabisclMn bat dasselbe Wort das taftdid auf dem ^^ 
das r aber einfacb, hier umgekehrt. 



Malltan, Atnthüehe VuigänUalseU. 



2dl 



Form des Plarala 


des Singalan 


Beispiel Sing. 


Plural. 


fe'ldl 


J.IUS f(^laU 


kennaim (Berg) 


kermöm 


fal61 


J.«U4' falll 


qandtl (Lampe) 


qandöl 


id. 


id. 


charflf (Lippe) 


charfdf 


id. 


id. 


harnib (Hase) 


hamöb 


id. 


id. 


halbtt (Schah) 


halböt 


SJJ^ faiai 


id. 


nachrir (Nasenloch) 


nachrür 


29. Si^ fom 


Jh^ foÄle 


dofede (Frosch) 


dofd4d 

• • • 


30. Sjiiö fi'eldl 


vtt^^fiiellit figerrit (Pfeife) 


fi^erür 


fealfil 


^ fttall 


metia^t (Turban) 


me)^a§&| 


äi.vttJüUbfeUelet ^J^ felftl 


^ndftq (Koffer) 


9«i&deqet 


id. 


id. 


bendftq (Flinte) 


benftdeqet 


32.,Wi feyi^l 


A^fe'll 


terlr (schmal) 


teyirör. 



Im Ganzen haben wir also hier etwa 80 Formen, wenn man 
die Unterabtheilongen der 32 Haaptclassen zusammenzählt. Die 
Heihenfolge, in der wir letztere anffahrten; ist lediglich durch die- 
jenige der entsprechenden Formen im Arabischen (wie sie Sacy 
Aufeinander folgen lAsst) bestimmt! Bis zn nnsrer 28. stehen den 
Mehri-Formen noch arabische, wenn anch yielfach dnrch Lant- 
^echsel umgestaltet , cor Seite. Dann folgen mehr eigenartige. 
Von letzteren giebt es ohne Zweifel noch mehr, als es mir gelangen 
ist, in Erfahrung zu bringen. Die Mehri-Sprache ist sprichwörtlich 
^ CoUectivformen rdch. £in Mehri sagte mir einmal, es g&be 
deren tausend weniger eins. Bedenkt man^ dass der Plural sehr 
^ft im Ost-Mehri anders lautet, als im West-Mehri, dass viele Wörter 
Verschiedene Formen dafür besitzen, dass der Lautwechsel oft grosse 
^iheiten gestattet, dass die (jezmirung keiner so festen Regel 
^terworfen ist^ wie im Arabischen, und dass die kurzen Vocale 
f^t nach Belieben ausgesprochen werden können , so bekommt man 
^e Ahnung dayon, wie yerschiedenartig sich eine und dieselbe Form 
^urch locale dialectische Aussprache gestalten kann. Man wird 
^Mui den Ausspruch Jenes Mehri-Mannes nicht allzu hyperbolisch 
finden. 

ScUiesslich giebt es noch eine Anzahl unr^lmässiger CoUectiv- 
^vralC; welche Consonanten fallen lassen oder solche aufnehmen, 
tie im Singular fehlen. Z. B. 

'aj;an (stumm) plural a^wo 

qedftm (Hammer) qed&we 

19* 



m 



ilofaflü^ ArmhMkm Ki 



Jcemkeb (Schleier) pIliM WaeDkeb 
hebr (Sohn) herMn . 

hebertt. (Tochter) tiOmaHr ' 

bfdbit (KameeliDjt :. . . lutbb&ff,. ... 

Aach bilden eini^ Wörter ihren Pland nach ein 
Warzel, Wie 

rhaigän (Knabe) • i^nmi gboalÜn 

IW», (Ziege) : . .. harftn 

oder h6z 



{ 



TIIL. A.dje«ttYJi^ 

Obgleich yon/ttMlng def^.A^eetiV^'iHid ibrer «i 
theilweise die Rede war, so will loh doch dM* Tollatfaidii 
einige Bcmiiele (ip^yychlvm .1^ mtm ^f D* M. 6 
218, verOffenÜichte Liste) geben, ans denen ihre Oeedi 
ZaU^ildnag übersiGiitiaher. hmtfinMt mmin kM», » 
obigen zerstreuten FftUen ihres Toriomimens. Anf i 
adJeethrlB tkbd Parttd^en köttiM^ icb ^dabei nicht mehr 
sie nf^ .Q^ns and $(WPerai|, aqhon tnii "^.AbacWt^i 
Satzes flbersichtlich znsammengestellfc worden. 

.. I Ü '••>Ji 



• -Uli 



< t :■ 



AfljectfTe «e*- Förto A*««." '""'' 

I .!■..'■ iTV^ 



• «1 



PlnraL 

. iOgflOfSm t.. •' . ii:»u 

.: fBgf0|te9:-!'.i..' i^ 

.. vMiyAr- , iü 'i^ i*.^- 

. >7Ciift)f.i iW 

'ajflrfttai..^)/! '!(-« 

. Otitfc ij. -•• > • 'i'. 
-OatailiB.-i •'■ I :*i 
■ uiniiö^' .■■■»■■■■•'- 

.• IMHÄltitv 

■ t0ririltaü . -«'-*<:it ,; 
Mqtt- ..■■:.i)i< "ii 

haidAn 
liaidoQilleii .. li il^^s^ 

1} Der Plural des Fem. isl hier v/^m Pinna MM^nt^NHitaib 



' StngüUr. ' 

MjiaCn f^pbr (ann) 
jf^m, f4t0r4t 

MiMux . wwtei (bUad) 
Fem, 'i^wrlt . . 
Vase. *«rt4 (kreit) 
Fem. 'ari^ot 
Masc. 9aflr (flielb) 
Fem. ^2>lBrret 
Masc miid Qmufki 
Fem, mtü^iAt 
])laBc. (erlii (pchmal) 
Fem. tertret 
M#ßc« tftU (schwer) 
fi^em. (eqrtBt 
Masc. haidtn (nea) 
Fem. hiodc^iHi. 



Maii»an, Aräbiiiche Vülgärdiäkcie. ^gg 

Masc. kern (leicht) häkeföf 

Fem. keifet ketfüten 

Masc. tebir (i&hm) tebier 

Fem. tebiret t^lurüten, 

Adjective der Formen fe*el, fael, fu*61. 

Singalar. PlvraL 

. Masc. hedeb (backlicht) hidieb ^) 

Fem. hMebit hddebAt^n 

Masc. ^b^h (gesund) Qa^uah ') 

Fem. ^abl^ait ^a^haotön 

Masc. seleg (grob) > selewtkg 

Fem. selfpt selgAtep 

Masc. nsteh (schmntzjg) as6ch 

Fem. vsech^t . , . n^cb^t^. 



o. 



Adjective d^r Formen jJS jJe. 

Sing. • Plural. 

Masc. t6ch ') (alt, gross) tifteh 

Fem. hanüb (die altd^ grosse) Ifaniüb (der Form 

nach Mascnlin) 
Masc. hemeg (duipm) . . hnm6^ 

Fem. heme^t (i karz) heme^ten 

Masc zaUi (gesund; aber gewöhnlieh ^^^bendig^O Sttawuab 
FenL iihl^eAt Safibanten 

Vase, 'a^em (stamm) *a^wo 

Fem. 'i^mit ""a^emAteo. 

Adjective der Form vJ^. 

Singular. Plural. 

Masc. qanün (klein) qaniftn ! 

Fem. qanett qanetlen 

Masc. zebftn (thener) hizebün 

Fem. zebünet zebenttten 

Masc. liön (sanft) liyftn 

Fem. Unit linkten. 

1) Di« Sylb« hd am Woiianfang Moh weob sie, wie Bier, aam 8taiiim 
f^^^^.t !>** dennock ÜMt immer den T^n, bbeaso wie der Wort-Vofrsats hk 
^«r hi. 

2) Ein weiteres Beispiel des U-lautigen Hauchlautes. 

3) Im Mehri giebt es kein Feminin, von der Wurzel t6ch, die dem ara- 

'^ben ^^JMM entspricht. Im Dialect von He^is sagt man stets >L^U^. Es 
*^ dies der geacfateteste Frauentitel. 



204 Maiiaan, Arabiufke VtdgärdiaUeU, 

Adjective der Form Ju^. 

Sing. Plural. 

Masc. chödem (dienstbar) chMem 



Fem. 


chedemet 


chedemAten 


Masc. 


Afer (roth) 


äfiySr 


Fem. 


Afir6t 


ifirAten. 



Adjective der Form JJij6. 

Sing. Plural. 

Masc. tilef (krank) til6f 
Fem. tUefftt tilefftten. 



o,i 



Adjective der Form ^u^. 

Sing. PlnraL 

Masc. qo^r (kurz) qai^ör 

Fem. qegairet qai^artan * 

Masc nedaif (rein) nidöf 

Fem. nedaft nedaf&ten. 



QZ. 



Adjective der Relativ-Form ^lai. 

Masc. ^ri (nachbarlich) ^w6r 

Fem. ^owerit |Awerftten. 

Es kommen übrigens im Mehr! von einem und demselben 
Adjectiv verschiedene Formen vor. So bildet z. B. das Ad^ectiv, 
welches zugleich ,/ein^; ^jmager*^; ;,schwach'' bedeuten kann, bald: 

Sing. Plnral. 

Masc. qetann qöten 

Fem. qetantt qetanten. 

Und daneben existirt die Form: 

Sing. Plural. 

Masc. qt& q6t&n 

Fem. qetait qetauten. 

Nun behaupteten zwar meine Informanten, dass qetaun «^fein'^ 
dagegen qtä ,;mager^ heisse, aber die Wurzel ist offenbar dieselbe, 
und ich zweifle, ob das Volk mit den beiden Formen scharfe Unter- 
scheidung verbindet. 



1) Das Mehri-VocabuJar bleibt einer spftteren Publicatton vorbebaUen. 



295 



Altarabische Sprachstudien. 

Von 
GeDeralconsul Dr. 0. Blau« 

Mit einer Karte. 

8. TheU. 

(Vgl. Bd. XXV. S. 525—592.) 

Im ersten Theile dieser Studien hatten wir das altnordarabische 
Sprachgebiet in ethnologischer, historischer und linguistischer Hin- 
sicht zu dem besonderen Zwecke durchforscht, in ihm die Heimath 
der Artikelform al, als eines dialektischen Merkzeichens für die 
Epoche yor der Ausbreitung des koreischitischen Arabisch zu er- 
kennen. 

In ähnlicher Weise wird die folgende Abhandlung eine metho- 
dische Behandlung der Zeugnisse für die Verbreitung der Diminutiv- 
form o-ai, als eines zweiten charakteristischen Merkmals der alt- 
nordarabischen Sprache versuchen. 

Eine besondere Wortbildung füic das Dimidutivnm ist in keiner 
Sprache etwas Primitives, am wenigsten eine solche durch innere 
Umformung des Themas, sondern sie setzt eine gewisse üeppigkeit 
und Ueberreife der Formenerzeugung voraus, wie sie nur in einem 
sehr vollkommenen und lebendigen, rasch und warm pnlsirenden, 
fein und tief empfindenden Organismus gedeihen kann. 

Unter den semitischen Sprachen ist, im Gegensatz zu der 
hebr&ischen und aramäischen, deren Mechanismus starrer, deren 
Thfttigkeit gemessener ist, gerade das Arabische ein gtlnstiger Boden 
für solche Bildungen, und die Erscheinung, dass dem Arabischen 
eine unendlich reichere Fülle von Diminutiven und Garitativen als 
jenen, sowohl im appellativen Sprachschätze, als in der Nomenclatur 
von OerÜichkeiten und Persönlichkeiten, eigen ist, hat ihren tief 
innerlichen Grund im ganzen Wesen des arabischen Volkes. 

Die Spuren einer der arabischen inneren Diminutivbildung 
entsprechenden Form im Hebräischen und Aramäischen sind in der 
That so ärmlich , dass sie kaum als ein Versuch des allgemein-semiti- 
schen Sprachgeistes : eine gleichmässige Form für den Verkleinerungs- 
begriff zu erzeugen, angesehen werden können, noch weniger als ein 
Beweis dafür, dass in einer gewissen Periode dieselbe Umlautung für 
diesen Zweck allen semitischen Dialekten gemeinsaim gewesen sei. 



296 Blau, aUarabUche SpraehHudien. 

Olshausen ^) betrachtet einige hebräische Wörter als alte 
Reste solcher inneren DiminutiTbildnng und rechnet dahin '^"^sn 
„ein wenig", ntp-^bs „Rest" und den Ortsnamen 1J«. 

Levy ') macht darauf aufmerksam, dass in der Sprach^ der 
Mischna von nn ein Diminutivum Nnins gebildet wird. 

Nöldeke') findet eine Bestätigung yon Olshausens Annahme 
in ein paar sjrrischen Vocabeln jv^xv nebst Femin. =^t^JL^ Jung- 

ling und JL)Q\=Juj£ junge Gazelle. 

Und Levy hat es für nützlich erachtet, diese Thatsachen noch- 
mals ^) als Einschränkung der Patiauptung Osiander's^ dass das 
Vorkommen der Diminutiv a ein schlagender Beweis für den arabischen 
Charakter der sabäischen Sprache sei, in Erinnerung zu bringen. 

Von meinem Standpunkte aus kann ein The^ dieser sprachlichen 
Erscheinungen überhaupt nicht als stichhaltig^ Belege Ar die in 
Rede stehende Nominalbildung gelten. 

Der Ortsname rciMi^ W im Stamme Ephraim ^), scl^on durch 
Verdoppelung des mittleren Stammbuchstaben einer yerschiedenen 
Classe von Formen zugehörig, ist für mich eine Pual- Ableitung in 
der Bedeutung „Zugemessenes" d. i. „Erbtheil der Scheera^^ yon 
IJ» „ponderari" ®). 

Die beiden syrischen Wörter sind geradezu Lehnwörter ans 
dem Arabischen: die älteste mir bekannte Belegstelle für W^hy ist 
die Palmyrenische Inschrift no. 33 vom Jahre 40 ü. Chr. ''), dieselbe, 
in welcher ein anderes arabisches Wort vJ^ in der Schreibung nriD 

die Aufnahme arabischen Sprachgutes ins Aramäische bekundet^ und 

JL)c^ Als Name eines yorzugsweise in der arabischen Steppe hei- 
mischen Thieres*), das ja auch wir mit dem arabischen Name 
Gazelle nennen , Terräth seinen fremdländischen Ursprung durcbm 
die yolle Schreibung des U-Vocals der ersten Silbe, die genau so i 



1) Olshmusen, hebr. Grmnm. 342. 

2) Z. D. M. G. XIV, 385 Anm. 3. 

3) Orieot and OccidoDt U, S. 176. 

4) Z. D. M. 6. XX, 219 Anm. 5. 

5) 1 Ohron. 7, 24. 

6) 8. Qeseoias, The««ar. l, 60 s. v. H^ I. - Aach Nöldeke a. a. O- 
urtheilt mit Recht, dass aus einem solchen isolirteu Ortsnamen keine Schlfi«»^ 
auf die Formenlehre gezogen werden dflrfen. 

7) Vogü^, luscr. S^mitlques I, p. 39; letzte Zeile der Inschr. 33 b. 

8) Ehrenberg gab ihr im System den besonderen Namen Antflop^^ 



w«J 



arabica. JaqÄt MB. UI, 800: JiJ>yi\ ^y. i\ jMi\ jfJuAi ^,jä5i toia-- 
plettirt den betr. Artikel in Freytags Lexicon. 



Bkm, aUarabitche BpracKaiudien, 2d7 

sjrrischer Schreibmig von OrtsDamen arabischer Formation, z. B. 

^^..«.^Ck^ Statt Jwuj> ^); üblich ist. Das sind keine organischen 

Gebilde aramäischer Zange, sondern mehr oder minder mangelhafte 
Anläufe, arabisches sa transscribiren. 

Die flbrigen Beispiele, deren Berechtigung ich gelten lasse, 
zeigen 9 ab charakteristisch für die hebräisch-aramäische Diminutiv- 
bildung, in der ersten Silbe den schwachen nnansgeprägten Halb- 
vokal ') , und unterscheiden sich gerade dadurch von der entspre- 
chenden arabischen Form, deren Typus den 0- oder Ü-Yocal in 
der ersten, den Diphthong ai oder ei in der zweiten Silbe aufweist. 

Dem Aramäischen nähere sich in der Undeutlichkeit des Vocabs 
der ersten Silbe unter altem Dialekten diejenigen , welche einem 
aus arabischem und aramäischem gemischten Grenzgebiet augehören, 
wie z. B. dar Palmyrenische , wO; wie weiter unten näher gezeigt 
werden wird, öfters da3 arabische o-ai durch e-ei ausgedrückt wird 

{Z^ßdoaq statt Jeu;) und unter neueren das Vnlgärarabische in 

Syrien, welches in der Aussprache des Diminutivs den ersten Vocal 
entweder ganz verschlackt ') oder in a, e abplattet ^). 

Dieser Erscheinung gegenüber ist es um so nöthiger unsere 
Aufgabe dahin zu präcisiren, dass uns nur solche Wörter als Be- 
lege fftr die Diminutivform im Altarabischen dienen, welche die 
typische Vocalreihe o-ai enthalten. 

So vermögen wir denn nicht die Auffassung Wetzsteines, 
der leer wohl etwas zu sehr unter dem Einfluss seiner vulgär- 
arabischen Meisterschaft steht, zu theileu; wenn er in den' Haura- 
nischen griechischen Namen neben der grossen Zahl solcher, die 
nacb der normalen Regel die Vocale des Diminutivs durch o-ai 
^viedergeben, auch eine ganze Reihe mit den Vocalen a-B wie Fü- 

iU<ro(, Näifiog^ TiciaBQog als arabische Diminutive (,j««lIJL>, h^% 



1) Z. D.M. G. XXV, 517, »US einem Aktenstück, das der Zeit 570—580 



•• y 



u. Chr. angehört. Vgl. ««JQ^ für arab. ^ls. Land, Aneed. Syria«. UJ, 247, 

»• pr. der G5ttin. 8. S. 90, Anm. 2. 

2) Um nicht miasverstanden oder falsch beartheilt zu werdnn, wenn ich 
^^ Sehwa uieht acJilMbthin filr gletehwiegend mit arab. Dhamm in diesem 
f^^e nehmen kann, verweise ich aaf die Bemerkungen Schröder 's Phon. 
^Vr. 136 ff. aber das Schwa mobile, und Dietrich anr kebr. Gramm. 

P 3) So schreiben Seetsen, Wetastein a. aa. neuere Reisende in der 
^^^^1 diesen Vocal gar nicht. 8. Wetastein Rb. 124 Anm. 

4) E. Smith in Rob. Pal. III, 849: „Die Deminntiva werden gewöhnlich 
"^ l^esprochen, als wenn ihr erster Bnchstab ein Fatha hätte.** 



298 Blau, aUarabüche SprachHudim, 

^^umj) erkl&rt ^), während ich*) dieselben als Repräsentanten des 
Particip J^li gefasst wissen möchte. 

Es wflrde aber in diesem Punkte Meinong gegen Meinung nnd 
Behanptnng gegen Behauptung stehen, wenn ich nicht den, Manchen 
vielleicht ttberflfissig scheinenden, Beweis erbrächte, dass wiridich 
die moderne Aussprache der fraglichen Formen in Syrien nicht 
eben alt ist, sondern yielmehr im Altarabischen durchaus die Yo- 
calisation o-ai vorgeherrscht hat. Diesen Beweis führt die gani 
constante Art der Transscription arabischer Diminutiva bei Völkern 
nichtarabischer Zunge. 

Mir ist unter den älteren Zeugnissen, die ich daf&r gesammelt 
habe, nur ein einziges aufgestossen, welches die Abschwächung des 
Dbamm in Fat^ belegen wttrde. Stephanus von Byzanz, der hier 
wahrscheinlich aus Olaukus ^ schöpft ^ schreibt in alphabetlsclier 
Keihenfolge ^) zwischen Mcc^vb^ und Maiai Ma^aiva^ noXiq^ 
naXauxrivtig , am Ma^alvov. ol noXixai MafyuvrpfoL Eine 
Stadt dieses Namens in Palästina gibt es nicht und alle Mühe eine 
solche zu finden ist vergeblich. Vielmehr beziehe ich die Notiz 



«o^ > 



auf den altarabischen ^) Stamm Mozaina äJuj^, dessen Wohnsitie 

in die römische Provinz Palaestina tertia hineinreichten 9 nad der 
unter dem Namen, wie neuere Reisende ihn hörten ^ Museiny, 
Mezeine, Misene noch heute die Sinaihalbinsel bewohnt^. 



1) Wetzstein, Ausgew. Inscbr. 349. 356. 358 u. a. -^ Er gebt fiber- 
haupt mit dem Behelf einer ^^leichtfertigen Behandlung der arabiscbon Vocale 
im griechischen Munde", viel weiter als eine strenge philologische Methode ge- 
statten kann. 

2) Z. D. M. G. XV, 445; vgl. XVI, 881. 

3) Bei zweien unter den wenigen StKdten, die Stephanus in Falaestiiia 
tertia nennt, führt er Glaukus' arabische ArchXologie namentlich an, mater 
yfpit'SrjXa und XaQaxfn6ßa\ ihm dürften daher auch die Artikel jiSa^a^ 
HWfitj ßitiydXfj rpinjg Uakrtinrivtis fißxaSv XapanfttSßtov nai *Apson6Xst^ 
X. T. X. und 'EXorarr ttoXi? Ttjs %^v fiiv TlnXnitnivtjg r^injg^ ntilat 
^ 'Agaßin^ entlehnt sein. 

4) Meiueke 425, 16 bemerkt dasu: „litteranim series Mntwn postalat; 
sed videntnr baec sno loco mota esse et ante Ma%a%a transponenda.'' Die 
dreimal gleichmfissige Schreibung im Namen des Ortes, dem Gentile und dem 
des Eponymus schliesst die Annahme eines Copistenfeblsrs ans. 

5) In Cod. V fehlt wohl mit gutem Rechte das Wort n6Xt^ 

6) Einen interessanten Synchronismus , der das hohe Alter des Stammes, 
der nach seiner Stammmutter benannt war, ungeAfar fllr das 1. Jabrli. nach 
Christo beaeugt , bespricht Wästenfeld, Reg. d. arab. Stiaunenamen Von*. 
S. VIIL 

7) Vgl. Z. d. D. M. G. XXIII, 589 ; und onten. 

8"^ Robinson Pal. I, 220; Berggren im Art. Arabes seines dict. p.61: 
Meziyyine; Burckhardt Trav. app. 458: Meseyne (Omeieyiie) ; Bflp- 
pell Reisen 193: „Misene seheint schon in den ältesten Zeiten der Name 
eines arabischen Volksstammes gewesen su sein. S. auch R5diger*s Not 109 
an Wellsted Reue 2, 124. 



Biau^ aUarabiiehß SpraehttudimL 299 

Die moderne Aassprache des Namens kommt hier der ältesten 
Ueberliefemng ademlich nahe, and die Nfthe der syrischen Grenze 
mag in diesem Falle die Modification des echtarabischen Yocal- 
saties bedingt haben. 

Andere Nflancen des Typas sind kaam als solche za betonen. 



<t, > 



So z. B. wenn der arabische Name XaaäS», den die Byzantiner ^) 

KovraßSg schreiben, in älterer Zeit von Griechen in etwas ab- 
weichendem Klange gehört worde^ sofern Ptolemaeos' ^ Kv&rißa- 
ißltat and Theophrasts ') Kirlßaiva dasselbe arabische Warzel- 
wort wiedergeben; oder wenn ein arabischer Inselname, den Ptole- 
maeas ^) and Stephanas yon Byzanz ^) Zvyatva schreiben, sich als 

eine Diminativform za «yu^, das als Bezeichnnng einer Localität 

vorkommt and von JaqAt etymologisch erklärt wird ^; ergeben 
sollte. 

Abgesehen von solchen vereinzelten Aasnahmen ist vielmehr 
das arabische Diminntiv von den verschiedensten Nationen, die 
firemde Namen lediglich nach dem Gehör darstellten, in den ver- 
schiedensten Zeiten and den verschiedensten Gegenden, wo arabisch 
gesprochen warde, darchweg in einer Weise wiedergegeben, die die 
Yocalisation o-ai oder deren nächste Aeqaivalente o-ei, a-ei, o-e 
zar Yoraassetzang hat. 

Syrer des 6. Jahrhunderts drücken den O-Lant des ersten 
Gonsonanten in möglichst voller Weise ans, indem sie arabisches 



o* > o ^ > 



jyöj darch ^^y^DO^. ^u jCO amschreiben ^), was andenk- 
bar wäre, wenn man damals (7 bei, Bz^ gesprochen hätte. Und 
die Baaem arabischer Nationalität, welche im 13. Jahrhandert aaf 
den venetianischen Besitznngen an der syrischen Küste als Pächter 
and Leibeigene dienten, werden in den Berichten des Gonsals Mar- 

1) Theophan. Chron. 515 nennt so den bekannten Feldherrn Qotaiba b. 
Modhn, geb. 49 Hedschr. — Wegen des a der zweiten Silbe vergleiche man 

ebenda 512: Kov^aaos = ^JiJiJi , 

9) Ptol. 6, 7, 24. Vgl. Z. D. M. G. XXn, 670. 

3) Theophrast H. PI. 9, 4, 2. 

4) Ptol. 6, 7, 43. 

5) Steph. Bys. 297. 

6) JaqAt MB. III, 475. — I>a jedoch Aristotel. H. Anim. 2, 16 eine 
^all- oder Haifischart ^vyatva nennt, so will Bensei er griech. Bign. 447 
iiaeh feiner Manie, griechiacbe Etymologien auch aaf orientalische Namen an 
applidimi, den Inselnamen durch ,, Haifischland ** ttbersetsen. Mir scheint 
^m» Umgekehrte, dass der Fisch von der Insel benannt ist. wie in andern F8l- 
l«ii, so besonders in diesem, nm so aalüasiger, als Joba bei Plin. 32, 4 von 
IVaUfisehea gerade in den arabischen GewKsaem lu beriehteo weiss. 

7) Z. D. M. G. XXV, 517; und oben Ann. 1 auf 8. 297. 



300 ^^Ott , aUanOdache Spraehstudim. 

silioA Geai]gio8 ^) in lateinischer Sprache mit Namen genannt, die 
sicherlich die damalige yulgäre Aussprache der Gegend znm Ans- 
dmck bringen, und also, wenn darnnter ein rilstioas Homeil '), 
ein anderer Hobeid ^), ein Vorwerk Homeire*), ein anderes 
Homehise oder flameisie ^), eine goastina Toreig ^) ver- 
zeichnet werden, ebensoviel Beweise dafür sind, wie die landes- 
ttbliche Form des arabischen Diminutivs damals lantete. Die ent- 



O, » O' > 



sprechenden arabischen Namen sind unverkennbar 

H.A4i>>, Xj>a.*4i.'>> iO^Jo oder \^Jj, 

Der unter dem Namen Leo Africanns b^cannte, des Arabiachea 
als seiner Muttersprache kundige Verfasser oder üebersetzer. einer 
geographischen Beischreibung Afrikas ''\ ans dem Anfkng des 16. 
Jahrhunderts hält ganz constant dieselbe Yocalisation in Namen 
fest , die er aus dem Arabischen ins Lateinische hinübemimmt und 
lateinisch declinirt. Ortsnamen wie Nuchaila ^), Hunain^), 
Gfiunaibe^o), Vodein»*), Subeita"), Zuaila^^), lacnsBu- 
chaira **), Stammnamen wie Subaiti ^*), Sobairi **), Chu- 
saini"),Sumaitae**), Personennamen, wieHusein^^,Noair*®), 

Hubaidalla *') geben getreu und vollständig arabisches äJLJ^J, 

[jy^y '^y ^>> cr*^^> '^ ^ » '-' " 9 '^^^ji "»>^i uy*^^> r^^-*-*' 

«C O ^ f 

aUI j^^mx u. s. w. wieder. Und ebenso werden in lateinischen 
Unterschriften magrebinischer Documente des 12. und 13. Jahrhun- 



<J ^ } o - > 



derts '*) die arabischen Namen ^«.x^ und .>aj^t Soami (lies 

Soaim) und El-Moreisse geschrieben. 

Die byzantinischen Historiographen der muhammedanischen Er- 
oberungskriege in den ersten Jahrhunderten der Hedschra erw&hnen 
oft genug Persönlichkeiten aus der Chalifengeschichte, deren Namen 
uns durch arabische Autoren in ihrer authentischen Form bekannt 



1) Marsilii Georgii, Baiuli io Syria, relatio in Fontes RR. Austriac. 
XIU, 2, a54 ff. - Vgl. XIII, 1, 75 ff. wo unter aodein die arabische Glosse: 

„domtis quae olim nuncupata est Darus" d. i. .tj 'in einem Docnment ▼. 

J. 1117 deutlich seigt, dass die Landbevölkerung arabisches Volk war. 

2) A. a. O. 384. 3) A. a. O. 383. 4) A. a. O. 374. 
5) A. a. O. 378. 387. 388. 6) A a. O. 376. 

7) Sein eigentlicher Name ist El-Hasan b. Mohammed el-Warsan el-Fazi 
el-6amatl. 8. Kose garten Ihn Batnta p. 6. 

8) Leo Afric. ed. Elsevir p. 246. 

9) A. a, O. p. 495. 10) A. a. O. p. 481. 11) A. a. O. p. 31. 
12) A. a. O. p. 188. 13) A. a. O. p. 689. 14) A. a. O. p. 672. 
15) A. a. O. p. 30. 16) A. a. O. p. 32. 17) A. a. O. p. 30. 
18) A. «. O. p. 80. 19) A. a. O. p. 31. 

20) A. a. O. p. 576: Muse NoAhr. 21) A. a. O. p. 31. 40. 

22) Fontes RH. Austr. TUU, 2, p. 306. 457. 



Blau, akardbische Sprachstudien, 301 

sixul. Da finden wir 'm\ in der Schreibang Ovfiala ^), den 

Abdallah b. Zobeir *), das erste Kind, das den Mnha^erin 
geboren ward , der später ein berühmter Feldherr Othman's wnrde 
und. im J. 78 d. Flncht starb, anter dem Namen ^Aßdtkäq vlog 



o^> 



Zovßig >), einen andern ^j ^) unter dem Chalifen Walid in der 

Form ZovßtQj den Seehelden Ju^, der anter Harun die Flotte 
gegen Rhodus führte, XovfAdS geschrieben ^), einen Ilovfialf % 
einen *lßiv^ovßeiQ ^) , einen Xowet ^) , die ich geschichtlich nicht 

so ohne Weiteres nachweisen kann , aber unbedenklich anter ^i , 

^aac: ^\ and {j^Jk^ Sachen würde, — lauter Zeugen für die voll- 
em > 
gehörte Vocalisation arabiscber Namen der Form Jua6. 

Dieselben Namen, die wir hier in griechischem Gewände sehen, 
kehren aim Th»\l in Fehlerischrift auf den Münzen der persischen 
Statthalter anter den Omi^jjaden wieder, und aach da wird der alt- 
arabischen Auasprache in so ausgiebiger Weise Rechnung getragen ^, 
dass der Yocal der ersten Silbe durch die mater lectionis 1 deut- 
lich als n markirt wird; so M'^'^)aiM für K^l, t^^t für ^, 
»bwö-^rai« für Jjf JuJi *^). 



1) Theophan. Chron. 654. 

2) 8. WüsteDfeld Reg. 25. ' 

3) Theoph. a. m. O. 551. 557. — In der Orthographie, Accentaation 

«nd DeoUoatioii der arabSseheo Kamen in dem Corpus Byxantin. der Berliner 

Jkkademte herrscht eine Willkür, die z. Tb. den Herausgebern zur Last f&Ut. 

So z. B. steht bei Theoph. 589 in wenigen Zeilen hintereinander Savietfiä 

und ^ovlsftav, 633 ^avX§iady, 

4; Theoph. a. a. O. 594. Devselbe Name in einer Inschr» C. I. II« 
2079 b Ztaßsiff geschrieben. 

5) Theoph. a. a. O. 750. 

6) Theoph. a. a. O. 558. Vgl. Jaqfit MB. U, 377 Z. 11. 

7) Theoph. a. a. O. 655. Accus. Tor'ißipovßetfa, ▼. I. IfitpSdi^a. 

8) Theoph. a. a, O. 570. 

9) Die gleiche Erscheinung zeigen ein paar Vocabeln des Appendix vocum 
zead-pazendiearum hinter Yullers Lex. Pers. verglichen mit den entsprechen- 

j > 

den arabischen: z. B. S. 1541^ L^^' Apfel neben arabischem J^i S« 1549 >> 

Ijy«^ neben araMsehem ^cJUi^ Birne; U^ Ghranatapfel S. 1545 *> neben 



«> 



trab. 4M^j. wo fiberall kurzes u der ersten Silbe in der seriptio (lena, wie 

sie dem System der Pehlevischrift überhaupt eigen ist, weil sie nicht yon Con- 
•onanten- sondern Syllabarschrift ausging , durch Vay als der einzig möglichen 
<Dater lectionis ausgedrückt wird. 

UQ) Mordtmaan in Z. D. M. G. VUI, 154 bis 169; XIX, 471 ff. Vgl. 
Htickel Hdb. d. Morg. Mflnzk. II, S. 89 f. 91. 99 ff. lia Armenieohen finde 



302 Blauj aUarabiache Spr€idutudien, 

Das Ohr und Organ indogermanischer/ speciell der hellenisdien 
and romanischen Völker hat sich in Betr^ der Anfnalime und 
Wiedergabe semitischer Laute im Laofe der Jahrhunderte nicht 
wesentlich modificirt. Nach den obigen Zeugnissen einer Zeit^ 
welche die Controle derselben durch arabische Seitenstücke ge- 
stattet, wissen wir also, was wir in nichtsemitischen Quellen der 
Yorislamischen Zeit, wo uns die Parallelen aus der arabischen ein- 
heimischen Litteratur al^hen, als Material fEür unsre Frage an- 
sehen und verwerthen dürfen. 

Viel weniger sicher und unyer&nglich ist hingegen das, was 
arabische Autoren selbst an Personen-^ Orts- und Dingnamen als 
Ueberbleibsel ihrer Vorzeit bieten; denn es kann hiergegen jeder- 
zeit der Verdacht entstehen, dass die Gewährsmänner sich Fremd- 
artiges nach den Sprachgesetzea ihrer Zeit zurechtgelegt ba]>en, 
gerade wie sie etwa im Anlaut von ^Akt^cepSgag ihren Artikel AI- 
zu erkennen glaubten ^), und wie sie altarabische, arsprünglidi des 
Artikels entbehrende Namen mit letzterem versehen'). Uh oieine 
also, wenn in der muhammedauischen Legende ans einem ttnpank- 
tirten oder masorethisch vocalisirten ü^v» Genes. S6, 8 eise Form 

^A^l gemacht '), wenn Josephs Gemahlin in demselben L^fenden- 

kreis Zuleicha L^^J; ^)^ Hiobs Weib, eine Tochter Ephraims, 

mit Namen Ruheima si^^^j ^), Moses' Schwäher „auf hebräisch 

Jethro, auf arabisch Schu*aib^ heisst ^), und der biblische Elzra 
unter dem Namen *Ozeir figurirt J), so sind das sprachliche Ana- 
chronismen um so unschuldigerer Natur als sie sich selbst ver- 
rathen, und die Entstehung solcher Legenden einer Periode aoge- 



ich den Namen dlj| iAj^a xt mit consonantischer Aussprache eines in die erste 

Silbe eingeschobenen v in der Form OvbedlA. S. Gh^yond (Leontiiis} bist. , 
des Arabes en Arm^nie p. 160. 

1) So entstand die spftter geläufig« Form .uKx^t . — Auf aramäischen 

Münzen wird ^*T3«9Dbfi< gefunden; s. Levy in Z. O. M. G. XVni, 102 
Anm. 1. 

2) Z. B. der südarab. Name Gauth , im Haaran griechisoh Pavv0s 
(Wetsst a. Inschr. 262), bei den Arabern stets Cl^^jtit; 'Aßt6^'HBOog der Bj- 

santiner (Z. D. M. G. XXIU, 578), bei den Arabern stets ,jM..AJÜt ^; 

Ptolem. MaioafMiv Z. D. M. G. XXUI, 672 arab. i^UvJt s\jk. 

3) Z. D. M. G. XXV, 580 Anm. 8. 

4) Tabari tnrc. I, 92. 

5) Tabari a. a. O. 121; die Landschaft jLxJ'uJÜt soU heissen 'iUJyb 
Batanaea. 

6) Beidhawl su Sar. 7,83; Tabari 125 sehreibt statt ^yü g«r C^j^. 

7) Abulfeda H. Anteisl. FI. 52. 54. u. aa. 



Blau, aUarahüche Sprachstudieti^ 303 

hört, die um viele Jahrhunderte abwärts von deijenigen liegt ^ in 
der wir die dialektischen Merkmale des altarabischen Sprachgebietes 
ra suchen nnd zn sammeln haben. Den Gesetzen derselben Logik 
nnterli^en dann aber anch solche genealogische Nachrichten oder 
Erfindung^ die in den ältesten Generationen arabischer Geschlechts- 
register Namen anffhhren, wie Znhair, Tnreif, Husei*, 'Ufeir, 
Jvthai*, Humeis, Hudzeil n. aa. ^), bei denen Niemand 
sagen kimn^ inwieweit die Ueberlieferung altes mit neuem gemischt, 
echte alte Formen bewahrt oder durch moderne ersetzt hat*, denn 
daas in den genealogischen Namenreihen vieles kttnstlich ein- 
geflochten und modernisirt ist, räumen auch diejenigen ein, die 
ihnen eine gewisse Glaubwürdigkeit in^ (einzelnen Partien nicht ab- 
sprechen. — Mit arabischen Ortsnamen, die uns in der späteren 
arabischen Orthographie erhalten sind; wird es sich ähnlich ver- 
halten. Auch da werden Überall; wo nicht durch anderweite schrift- 
liche Ueberlieferung die Aussprache in der Vorzeit verbärgt ist, 
die I^igonen sich gegen die Annahme zu rechtfertigen haben, die 
Nomendatur ihrem Idiom und den Lautgesetzen ihrer Zeit angepasst 
m haben. Ein bekanntes Schloss der birensischen Könige heisst 



o ^ > 



bei den Späteren ^jJLm» Sodeir'); das ist umgemodelt aus dem 
älteren Sedir und dies wiederum entstand aus persischem Si h-di r ^), 



1) Wästenfeld, Tabellen der arab. St u. Reg. 8. vr. — Dabei kom- 
men dJann in Handseluiften und ParalielqueUen oft genug Varianten vor, s. B. 

^^jy^ St. j^j (Z. D.M.G. XXV, 563),'Taiif st. Toreif {Wüst. a.a.O. 445). 

Der ▼Oll' den Neoeren Jutbaf fuSij gescbriebene Name scheint identisch mit 

dem nach Lenormant H.A. m, 333 in Keilschriften Iwaith^, von Oppert 
£. D. H. G. XX, 179: Juaite gelesenen n. pr. eines arabischen F&rsten. — 
Beleih bei Ma^udi III, 189 ist Irrthum der Heraasgeber st Selih. — Ueber 



b ' > 



fj^^aS und ^juiaä s. Fleischer sa Abolf. H. Anteisl. 122, Z. 6. 

2) Jaqüt KB. UI, 61 nennt Sodeir ein cid awischen Kufa und Basra; 
schon der Commentator des Qamfts I, 889 macht darauf aufmerlisam, dass dies 
bloss ebne Verwechselung mit Sedtr und letzteres aus persischem ^jJ 2um 

= „drei Stock hoch** old -^^! arabisirt sei. 

8) Ausser Fleischerne Note su Abulfeda H. Ant. 122 vgl. Vullers L. 
P. I, 750 s, V. vjüj^^', wo aus Burh. Qat. ein Pehleviwort ^ in der Be- 
deatong Kuppel angeführt wird , und wonach ^ 2um ein mit „drei Kuppeln** 

^«rsehenes Schloss gewesen wäre. Jaqüt MB. III, 59 gibt die gleiche Bedeu- 

^ einen pers. xJj tu«, Asmaf ebenda S. 60 deutelt vV^Lm, Öawftliqt 

< 8sch. 84: -b t^ gleichsam „Drelhenburg**; Vujlers L. P. II, 241 



304 BtaUy akarahische Spraekstiidie». 

ungefähr wie der Talmud '•p'^tdiK n**! Beth-Oneike ans griechischem 
Bi&WMcc geschaffen hat '). — Wer verbargt unter solchen Dmst&a- 
den, dass die alten Araber, welche nach späteren Nachrichten die 
Gottheit Uqaigir *) und die Gestirne Suhail ') and Tharajji^) 
verehrten, diese Namen gerade so aassprachen? wer, dass die alten 
vorislamischen Monatsnamen ^^s^ ^) and Ju^^ ^) wirklich ond rich- 
tig, so wie es die Lexicographen thun^ Haneir «jmI Maeil ge- 
sprochen wurden? Zwar haften alle diese Namen an der Vorzeit, ait 
der wir uns beschäftigen, aber sie sind ons nur durch das Medi« 
einer Litteratorepoche zugekommen, der wir den Gebrauch der Diai- 
nutivbildung weder zu vindiciren noch abzustreiten nöüiig haben. 

Nur dürfen wir im Allgemeinen ans der Häufigkeit und weiten 
Verbreitung solcher Diminutiva, die nach den eigenen Angirfwn der 
Araber in der geographischen und sonstigen NomencUtur der Uteaten 
Zeit vorkommen, abgesehen von anderweiten . BeweisBittelin den 
Schluss ziehen, dass in gewissen Regionen Arabiens und in eüMr 
und der anderen dialektischen Sphäre die DiminutivfonQ o-ai von 
jeher heimisch war. War sie aber Eigenthum aller Araber, oder 
speciell den Sfldarabem oder besonders den Nordarabern eigen» 
oder einem in der Mitte zwischen beiden liegenden Dialekte, das 
festzustellen genügen die einheimisch arabivehen AutorMten nicht 

Indem ich mir nun den Weg durch dieses Zwielicht in meiner 
Art suchte, hat sich mir ergeben, dass jeneinnereDi-miniitiv- 
biidung, wenn nicht ausschliesslich so doch weit 



o ^ 



denkt es sich als j^ 2Um aus pers. and arab. gemitehi, -* ▲ehnUcb wird su 
persischem nsXJ^^-^iiJ^^i^^^ Hamza it^A bei BeJadori aO t|jid^J>. 

1) Neubauer Geogr. Talmud. 263. 422. — Aus peraisehem bJJg^ 

entstand in arabischem Munde \zi\^^^^ Gawaliqi 132. 

2) Krehl Belig. der Torisl. Araber 18 f.; JaqAt MB. I, 340. DieQotfii*- 

Stämme, denen dies Idol zugeschrieben wird, sind gerade diejenigen, welche 

der Oberherrlichkeit des griech. Kaisers «aoaS gehuldigt hatten! 

3) Krehl a. a. O. 14. Besonders soUen die Stftmme Tajj und Fihr ihn 
verehrt haben. QamQs III, 251 stehen noch einige Notizen aus jemeniscber 
Quelle, in der türkischen Uebersetsung. 

4) Qamüs III, 776; Krehl a. a. O. 25. In der angeblich von Oerfaard 
V. Cremona herrührenden Kalenderübersetzung Z. D. M. G. XVIII , 127 : 
Athoraje. 

5) Freyt Lex. ar. I, 434: ty r*^ und f^Jj^- alter Name des Djnma- 
di el ulA". 

o C> 

6) Qamüs III, 353: „J^^ war der alte Name des Re^jeb". In den 
altarabischen Monatsnamen (s. Golius Alferg. 4) konunt mir manches, wie 



»o „■ 



B. B. Vü.^ = I>ilka*da, unarabisch vor. 



Blau, altarabische SpraehHudien. 305' 

überwiegend im altnordarabischen Sprachgebiete 
zQ Hanse ist, und daher, wie der Artikel al, zu deigenigen sprach- 
lichen Merinnalen gebOrt; die io den Jahrhunderten vor der Fasion 
der Dialdrte mit den Ismaeliten gewandert sind; von ihnen dem 
ttbrigen Arabien zngebracht wurden, nnd erst alhnälig dort das 
BQi|;erreoht erworben haben. 

Wftre das Dinimitiy o-ai eine dem Arabischen in allen seinen 
Zweigen gemeinsame Bildung , so wttrde sie vor allem in den bim- 
jaritischen Sprachdenkmälern, die umfangreich genug sind, um schon 
jetst ein^ üeberblick ttber die Formen dieses Dialektes zu ge* 
statten ; in deutlicher Weise zu Tage treten müssen. In der That 
glaubte Osiander sie erkannt zu haben: „Ganz besonders wichtig 
ist,'' sagt er ^), ;,da8S wir fast mit Sicherheit das arabische Demi- 
nutlTum im Hin^arischen nachweisen kOnnen. Diese Deminutiv- 
blldnng ist ^ner der schlagendsten Beweise fttr den acht arabischen 
Charakter der Sabäer/^ Allein der Schein trttgt. Wie schon die 
den Griechen geläufige Form des Volksnamens 'Ofif^QiTm *) statt 

nur eine scheinbare Aehnliohkeit mit der Vocalisation eines 



^o 



o^> 



DiminutiTam ^f> hatt so sind auch die von Osiander angefllhrten 

Beispiele keine yoUgOltigen Zeugen für seine Behauptung, wenn 
man sie näher ins Auge &sst. 



• o^> 



Bei dem ersten Beleg; den er anführt; dem Namen KaaJL^, 

vermag ich nicht nachzukommen, woher er entlehnt ist Er ver- 
weist anf Bitter, Erdk. XIII, 190 \ an dieser Stelle aber ist nur 
von der Ortschaft Bedr Honeyn die Rede, welche Burckhardt auf 
dem Wege von Medina nach Janbo passirte ^). Die hat offenbar 
mit dem Beweis für das Vorkommen des Diminutivs im Sttd- 
arabischen nichts in thun, sondern wäre, wenn Oberhaupt Orts- 
namen in spätarabischer Orthographie für unsere Frage herbeizn- 
äeben wären *), in ganz anderem Sinne zu verwerthen , da der 



1) a. D. n. G. XX, 219. 

2) ZMTSt $at der Expedition des Ael. Oallas bekannt. PI in. 6, 32, 
1161: HoMerStse; Ptolem. Mmreian. Peripl, M. eiythr. und daraus Steph. 
fiji. sowie die ByianÜner Überhaupt schreiben 'O^f/^iTac. Nur Nonnosus 
bigSB. H. Chr. IV, 178: ^/cff^iTac. — Selbst Reiske pr. lin. 137 schrieb 



o ^ y 



ttoch: „Vera scriptio est forma diminutiva Arabica ,*s4^>' Homair"; s. da- 

S^liB Wfittenfeld Vorr. dasn p. VIL — ▼. Kremer Sttdar. 8age beruft sieb 
inüilniUch auf das Vorkommen des Namens bei Strabo, als erstem ^ider ihn 
erwUuie. 

3)Ein andres Hunain oppidulnm ab Afris conditam bei Leo. Afric.485| 
^^ ^^ bemerkt derselbe: Vetnstissimo loqauntar Arabum more neque 
^^^&ai Ulis est cormpta, qualis vicinis omnibus illis est regionibus. 

4) 8. die treffenden Bemerkungen Oslanders in Z. D.M. G. XX, 236. 
Bd, XXVII. 20 



306 Blauy aUarahische bpraehttiuUm. 

Eponymns dieser, wie einer andeni bloss ^^^^^ benannten Localitit 
bei Mekka von den Arabern selbst gar nicht für einen der Ihrigen, 
sondern fQr einen Amaleqiter erklärt wird ^); womit gesagt ist, 
dass die Ortschaft zwar sehr alt, ihre Grfindnng aber von den Nord- 
arabem der Vorzeit ausgegangen war. 

Oslanders zweites Beispiel ist der Xolaißog im Periplm des 
rothen Meeres, der Reisebeschreibnng eines alexandrinischen Kauf- 
manns, der nm 240—250 n. Chr. die Hanpthandelsplatse des am- 
bischen und persischen Meerbusens besuchte. Ans seinem Beridit 
ergibt sich, wie C. MtQlers Atlas zu den Geog. Min. ziemlieh git 
veranschaulicht '), dass damals die Sfldwestkflste Arabiens and das 
gegenttberliegende Gestade des Africanischen Continents einem alten 
Herkommen gemäss, unter der Oberherrlichkeit des Königs von 
Hinwar und Saba, von dem Statthalter der Landschaft Mi^haritis 
verwaltet wurde '), der in Save ^), drei Tagereisen landeinwärts von 



O^ 9 



Muza ^) residirte. Der Verfasser nennt ihn XoXccißog d. i. s^^ZJS, 

Die Landschaft Mapharitis hat unzweifelhaft ihren Namen von dem 
himjarischen Stamme Ma'äfir^), deren Hanptsitze Savä und öaba 
in dem Mihlaf Maäfir auch cUe Araber kennen. Dieselben wissen 
auch von den Königen von Ma&fir zu berichten, fOgen aber, was 



1) Jaqüt n, 351: „Sohaili sagt: Honain bei Mekka erhielt seinen Kamen 
TOB Honain b. Qama b. MihlaU (s. Z. D. M. G. XXV, 581 Note 5) ; leh halte 
den für einen AbkQnunling von Amaliq.^* 

2) Ungenau wird jedoch a. a. O. pi. XI die Insel Dioscoridn als lam Ge- 
biet des Charibael gehörig beseichnet, wKlirend doch ans Peripl. 81 klar ist, 
dass sie nnter dem König des Weihranchlandes Bleasos stand. 

3) PeripL U. Er. 16: Nifurai S* avx^v (so. x^^^ ^^^^^''0 '^^K-a «« 
Sinatov d^x^^^^ vnonintovaav tj ßaaiisiq rtjs *** k&vmfUvfig 'A^-^ 
ßias 6 MofaQBitri£ (v. 1. 31 Matpageirr^s) rvQawog; 22: vnäfKMttat 8i 
avTfjS (sc Mov^s) Sind z^uav rjfia^oSv TioXtg JSavrj r^g nsql avx^ Ma- 
ya^ljtdog Xsyofiivfis x^P^^f ^<^* ^^ rv^avros xal xaToateSr avri^ X6Xa&» 
ßog. — In der dnrch *** bezeichneten Stelle steht in den Handschriften sr^- 
TTjg und St. Aeyo/iävije yivofiävrjg. C. Müller geogr. m. I. 271 vermathet 
^OfAfiqiTiSoQf wie % 23 UfiriQixov steht 

4j Gleich Ptolem. 6, 7, 38: ^aßrj^ Steph. Byz. 558: JSava. Aehnlich 
transcribiren die LXX Genes. 14, 17 n. 2 Sam. 18, 18 ^W durch Saß^. 

5) Mw^a, das bisher noch von Allen verkannt ist (s. C. Mfiiler sd 

Geogr. Min. 273), ist das arab. p\y^ Müza', Sprenger KR. 149. Ibn-el- 

Mog&wir hat noch eine Spur der Erinnerung an unsern XoXaißog anfbewahrtf 
wenn er bei Sprenger a. a. O. notirt: „Müza ist das Land der Mohalhal 
nnd Kolaib"; nur verwirrt er damit die Sage von einem jängem Kolaib, der 
nach der Besiegung eines himjaritischen Könige Schntzherr versehiedener 
Araberstiimme wurde und Anlass zum Besus-Kriege gab. Wästenf. Beg.268f. 



o ^ o^ 



— Jaqüt IV, 681: p;^; Z. D. M. G. XIV, 533: Pj^. 

6) Ausser Z. D. M. G. XXII, 656 Not. 1 siehe Jaqüt M. B. HI, 172, 
Z, 6; 367, Z. 3: Saw& ist eine Burg auf dem Berge ^^bir, im Lande der 
Maafir. Ibn Doreid bei Kremer Südar. Sag. 31. Bekri Ann, Mara9. 1,446. 



BtäUy aUairabisehe SprachstttdiBn. 807 

fOr uns wichtig ist, hinzu, dass diese aas dem Hanse Oarandl 
waren ^). Vergegenwärtigen wir uns nan, dass jener alte Rechta- 
titel, wonach einer der Unterkönige des hingarischen Reichs die 
Statthalterschaft zu beiden Seiten der Meerenge verwaltete, mit der 
Einrichtong der Präfektnren in Zusammenhang zu denken ist, die 
die Ägyptischen Könige seit Ptolemaeus Philadelphus längst der ganzen 
Küste des arabischen Meerbusens errichtet hatten^), um den See- 
handel nach Indien zu organisiren und gegen die arabischen See- 
räuber zu sichern '), dass ferner gerade die der Spitze Arabiens 
gegenüber liegende Stadt Berenike Epidire eine ptolemäische 
Grflndnng war ^), und die Präfekten der Ptoiemäer in der Regel 
Dicht die einheimischen Häuptlinge, sondern eigens zu diesem Zweck 
entsandte Stationscommandanten waren ^), so dürfen wir unbedenk- 
lich das Geschlecht Garandä yon jenen roQwSouoi^) odeeFc^iW' 
SaußBig ^ ableiten, die in der Ptolemäerzeit im nördlichen Theile 
des arabischen Meerbusens sassen, der yon eben ihnen der Sinus 



2.. 
1) Jaqüt M.B. IV, 434: ^j±J^ U:> ^jy^^ /**t' 

lu. er J^MJ^ JT/Ui!; n, 12: iü^^t iLUXo l^ ^\JL ^\ JLäj 



^ j5^ er i^^j^^ i^ ^^ *^^^ i '^>^ Z-*^' Sprenger B.B. 
152 nach IbD-al-Mogiwir: Öabi heiast einer der Wege, der auf das Oebirge 
CaUr führt. Plinias enrfthnt dieselbe Dynastie nnter der Beseiebnnng reges 
Gebanitarum*. M. H. 12, d2. 42. Der Geogr. Kavenn. 55, 12 sählt unter 



p ,^ 



eivitatibns Omeritiae soerst Gabonita auf. Naeh Spr. BB. 158 war U:>> 
einea der Sehlösser, welche die Tobba erbaut hatten. 

8) Wellsted Beisen in Arab. 2, 261 vgl. mit Bddiger's Anmerkungen. 
Plin. 6, dd, |168: Begnm hispräefecti fnere. Agatharehides de m. erythr. 
88, 102. 

8) Agatharch. 88, 26 ff.: tcSv anb T^ffjilsSavd(^tiag ßaaiXiotv nlaf^ 
TM^ %0Ts k/AHÖffOiQ noiijoävTeav rov ndgov^ oi xov Aauivixfjv xoXnov na- 
ftoutovmts jiffaßeq iXijovevov rovt niiovrn^. fiera 8i ravta Xrifd'ivte% 

4) Plin. a. a. O. S 170. Berenicen tertiam qaae Epidires, insignem looo ; 
«it ddm Sita in cerviee longe procorrente , ubi fances Babri maris IIU D p. 
ib Arabia distant Sie war nach der Matter des Ptol. Philadelphos benannt. 
PliD. a. a. O. 16a 

5) Der Beweis dafür liegt in der Benennung der Inseln des rothcn Meeres 
Dach den einaelnen Befehlshabern. Siehe Strabol6,4,8: ^ Sr^drafvot 
trif#»6; 4, 14: ^Mnnov rijocg', Plinius a. a. O. § 175: Malichn insulae; 
Ptolem. 4, 7| 38: JioBoi^ov^ Mv^wvos, 'AfiBinov, M^rd rijooi^ 6» 7, 
43 ff.: T^futyirovt, üolußlav, JS^K^axavs, MaXidxov ^ Makiuov ^ jiBdvQv^ 
\iym%^QnJiäov9 f Koxxopdyov , Zijroßiav vrjoot, Jiooxopidovs n6lig. Neben 
4an ▼orwiegend griechischen Namen tragen ander» sichUieh arabiseh-nabatäi- 
•ehsB Geprige. — Was hiernach von iiassens Vermathung, dass die Etymo- 
logie des Namens der rtjoct JiOPxoQlBov Peripl. m. er. 30 u« aa., des heuti- 
Cen Sokotora, in indischem Dvipa Sukhatara au suchen sei, au halten 
ist, leuchtet ein. 

6) Artemidor b. Strabo 16, 4, 18. 

7) Agathareh. dem. Erythr, 88 = Diodor. III, 43. v. 1. rnavvSnvflu 

20* 



308 Blau, aUarahiBehe Spnwhshtdien, 



Garanda ^) heisst; und in dem Xolcciftog also den Nachkommen 
einer jener ägyptischen Präfekten erkennen, der ans der Glegend 
der Sinaihalbinsel dahin versdtzt war. Panülel dem Seew^, den 
die Ptolemäer im arabischen Meerbnsen eröffnet hatten, lief in 
römischer Zeit >) ein Landweg fflr Carawanen von Oasa bis zur 
sodspitze Arabiens gerade in dieselbe Landschaft, die der Stamm 
Maäfir bewohnte and so erklären sich auch auf die ein£EU2hste 
Weise die freniidschaftlichen Beziehungen, die nach dem Zengmas 
des Periplns ') der König der Hingaren mit den römischen Kaisem 
nnterhielt, so dass Plinins ^) seine Angaben über die Tölkerschafteo 
der Larendani, lies Carendani ^) d. i. ^JüJ', Gatapani *), 

and Gebftnitae ^) von u>, aas wohlanterrichteter Qaelie geschöpft 

haben wird, wenn er sie in die Nähe des dem afrikanischen Gon- 
ünent gegenüberliegenden Vorgebirges ansetzt, wo der flu* des Ver- 
kehr mit Indien so wichtige Hafen Akila oder "Oxtihs *) iüf- 



1) Pilo. 6, 32, § 167: Arsinoen conditam aororis nonüiM in ainn Cftran- 
da (▼. 1. Carandra) a Ptolemaeo PhDadelpho. 

2) Fun. 12, S2: Thns evehi non potest niai per Gebanitas .... eapnt 
eomm Thomna abest a Gaza nostri littoris in Judaea oppido qaadngies et 
qnater centena ac triginta sex millia passuum, qaod diyiditnr in mansiones 
camelorum LXV .... Jam quocunqne iter est, aliabi pro aqua, alinbl pro 
pabolo, aut pro mansioulbas variisqne portoriis pendnnt. — Ueber das. €Üo- 
graphiscbe s. die folgenden Anmerkungen. — Der Zog des Aelina QaUnt 
(Strab. 16, 4, 24; Piin. 6, S 160-162) folgte tbeilweise dieser %tnmam, ge- 
rieth aber halbwegs in die Irre. — Ein Seitenstfick an diesem Verkehr ist es, 
wenn bis in die Mitte des ö. Jahrhunderts die Beihe der cbfistKdien WiirtliflnMir 
in Arabien unter dem erabisohöflicben Stuhl -von Alexandrien sieh bis Ina Laad 
der Hinyaren hinsog. Nilus Dozapatrins 123 ff. sfthlt auf: 4 f*fir^9noJit£ 
T96 ^JÜQv&Qäs ä'aAdaorjg , r) iPaQav xai ^ ji^ri \ letateres ist ^^17 BaQÜätaw 

PtoL 6, 7, 41= ^f^ Z. D. M. G. XXII, 654. Philostorg. Eist. Bcol. III, 

5, p. 477 ff. Wright Christ. Arab. 34 ff. 

3) Peripl. m. erythr. 23. Plin. XII, ai: Qni mea aetate legatl ex Arabla 
:Yenerunt. 

4) Plin. 6, 82, S 158: Gens Larendani, Catapani, Gebbanttaa ptnribns 
oppidis , sed mazimis Nagia et Thomna . . . Promontorium a quo ad eontinen- 
tem Trogodytarum L H passuum. 

5) Harduin hat schon Garyndani. S. Sillig Note an Plin. a. a. O. 

6) y. L Gataphani, CatabanL Azab. ...LaLiP kommt aneh in jeme- 

aisohen Genealogien vor Krem er S.S.dO. Wüst. Beg. 170. — Theophrast 
h. pl. d, -4, 2 nennt zusammen 2aßd nai jidf^ufvora uai Ktrifia^rm. »ai 
Affx/ad/* (MAfiaAa Ptol. 6, 7, 5); nnd Strabo 16, 4, 2 : Knrraßmt^Mls 
na&ijnovTeg n^e rä axiva nal xi^v Sidßmow X9v ^Afaßiav m41k0¥. t^ ii 
ßaailuio^ aifxtov TufAva MaAciTac ; Tersehieden dayon Ptol. 6, 7, 24 ITar- 
raßavoi od. Koxraßaroi In 'Oman. 

7) Mit der Note 2 angeführten SteUe des Plin. vgl. 12, 32. 42, und oben 
S. 307 Note 1. 

8) Plin. 12, 42: Portum GebaniUrum qui vocatnr Ocila; 6, 82, I 151: 
Emporinm Sabaeomm Acila, ex quo in Indiam navigatur; 6,26, 1 104: Indoa 



Blau^ oUarabMie Spraehstudien, 309 

Die Ungleichmässigkeit der überlieferten Aussprache dieses letzteren 
Namens hindert nns^ in 'Okel ^) etwa einen neuen Beleg für das 
arabische DiminntiT zu erkennen; und um nichts sicherer ist der 
der alten Btadt 'Odaina >) in der Nähe Ton Taizz mit einer 
himjaritischen Inschrift, da ebenderselbe von andern Autoritäten 
'Adina ') geschrieben wird. 

Kann unter solchen Umständen auch aus dem Namen XoXcU' 
fiog ein sicherer Schluss auf den Gebrauch der Diminutivform bei 
den Sfldarabem nicht gezogen werden, so bleiben von Oslanders 
Beweiastflcken nnr noch die Beisjnele übrig, die in den sabäischen 
Inschriften selbst vorkommen. Er rechnet dahin (D)n'^)DK 11,1 = 

ju^t, (D)3'»*ip=^3 18, 1. 5 und zweifelnd trn?i=^*Jj^ 24, 1. 

Hienni tritt noch in einer neuerdings publidrten Inschrift das 
einem Gentilnamen ähnelnde ^ytin *). Im Ganzen also bis jetst 
nicht mehr als vier Beispiele, und diese nur der Gategorie von 
Personennamen angehörig, während Appellativa der gleichen Form 
nicht vorzukommen scheinen. Ist jene Zahl schon an und f^ sich 
unter der grossen Menge von l^gennamen in den Inschriften eine 
versehwindend kleine, so vermindert sie sich noch durch folgende 
Betrachtungen. 



pflfttntibi» irtJHsBinmm est ab Oceli egredL Artemldor b. fitrabo 16, 4, 6: 
TO JtifTiMeijuetfOv in rif9 jiQaßla^ änQanijpiov tfj Ja^fj xaXeXa&ai ^Axl- 
iar; PsripLnutfytlir. 25: Xar<i tovtov %6v Vo^)»^ na^a&aXcio0i6c iofiv 
*A0dße»¥ neS/$fj %i}g aMl9 rvQnwiSoQ (sc MntpHpiri8o^''09it]Xi9\ Ptol. 
6, 7, 7 Q. la. T>9(«7>l«ff. Die La|^ ist hiernmch volikommen deutlich. Bei 
umbiscfteii 8olnrlft8teU«rn scheint der Name aof eine benachbarte Insel über- 
tragen an aein. B. folg. Arno. 

1) Als Ortsname findet sich i. B. JuJifi fan Haaran Jaq. M.B. III, 708. 



o , 



— £iB Beat das Namens steckt vielleicht in der berfihmten JwJuüi ^jAjS^ 
bei M a^adl m, 35, einer Wasaerstation der Indienfahreft 

8) Oaiander in Z. D. H. O. XIX, 286. Ritter Arab. I, 782 nach 
Seetaen: „Ueber der Stadt Ta£s am Berge Sabber sieht maa die Bniaen 
awder alter StSdte, öddene und Thdbad. Die erste soU anfangs der SUtz 
der KSnige gewesen sein.'' 

3) Jaqüt M. B. III, 624: ,/Odaina Name einer Vorstadt von Tafizz 
in Jemen. Sie hat 3 VorstXdte, die genannte 'Odaina and die westliche (statt 

jü^jut bei Oslander a. a. O. ist zn lesen ÄjuJU^ and die östliche. Nach 

Abft-r-rihan al-Mekki heisst 'Ad! na das Dorf zwischen Ta'iza und Zebid.'' 

Eieehiels (27, 19) IT), nach Movere Ph9n. 8, 302 Oden oder Uden zu 
apreehen, mSchte ebenfaHa hierher, za ziehen seht. 

4) Z. D. M. G. XXIV, 195 f. Die . Inschrift ist so eben auch von 
Praetorias, Beitritge aar Erkl. d. Hhnjar. Inschriften, Halle'1872 No. IV 
behandelt: er nimmt, wie ich aas L. C. Bl. 1872 S. 362 ersehe, auch den 



Franennamen n^n«=ühait als Diminativform. Mir scheint *^^' mindestens 
ebenso entaprechend. 



310 Blau, äUarabiBchß SpraekHudien. 

Wenn Levy ^) fEür ^b'^nn die Möglidikeit andentete, dass es 

ein Gentile von dem Personennamen Ju^inWOstenfeldaBeglBter 
sein könne, so beruht das aof einem Irrthom. Es kann keinen 

arabischen Eigennamen J^c^' geben, weil es keine Wnrzel J^ 
gibt, nnd thatsftchlich heisst jier Mann bei Wttstenf. 1, 83 nieht 

j4^', sondern J.1:^. Es bleibt also nnr die andere Möglichkdt 

flbrig, den Namen an Jjc^* anznknflpfen, nnd damit wird das Bei- 
spiel hinflUlig. 

Ebenso bedenklich steht es mit D-<nti. Oslander ^ selbst ist 
geneigt, den Schlassbnchstaben als blosses Zeichen der Mimation 
za nehmen, und dies ist wahrscheinlich das richtigere, da dw da- 
nebenstehende Name cibS-nD die Mimation aufzeigt. Dann aber ist 






das übrigbleibende "^nrr nicht ^^J^, was vielmehr (&)'f'fnn ge- 
schrieben sein mOsste, sondern steht auf gleicher Stufe mit den no* 
minibus actionis von vocalisch auslautenden St&mmen, wie (D)'^afcn, 
(D)'^&n ') oder, wenn man noch etwas weiter gehen will, entspricht 

es arab. ^J^ oder olP. 

Selbst wenn aber das D~ zum Stamme gehörig und Oslanders 

So ^ > 

Gleichstellung mit dem n. pr. ^«.jJl^ zulässig wftre, so böte sich 

noch ein anderer Weg der Erklärung. Der Vatersname thirt^ 
kehrt, wie Oslander schon gesehen hat, in der merkwürdigen In- 
schrift von Wa^h in der Nähe der Meeresküste im nördlidien Theil 
des arabischen Busens, in midjanitischem Gebiete wieder^), 
und andererseits greifen micUanitische Namen und Geschlechter mehr- 
&ch in die Welt der hin^arischen Sagen und Denkmäler hinüber. 
Ein Rest der altmi^janitischen Sprache soll ^) der Dialekt von 
Mahra gewesen sein ; und die Ansiedelung mid|janitischer Geschlechter 
in Südarabien besingt unter anderem das Gedicht von den Thaten 
Hainama's in Raid&n ^). 



1) Z. D. M. G. ft. a. O. 196. 

2) Z. D. M. G. XIX, 228. 

3; Osiander Z. D. M. G. XX, 218. 

4) EbeodA XIX, 228 Not. 1. 

5) Nach Hischim ibn al Kdbi bei Jaqüt M. B. lU, 635 f. — Vgl. 
Z. D. M. G. VIU, 601. — Indirekte Quelle fUr solche Ueberliefenuigen werden 
auch hier j&dische Sagen sein , wie bei J o s. Ant. 1 , 15 die Nachkommen 
MrtSiävov • . TTJs avSaifiovoi *Aqaßlai Zqov htl t^ ^E^v&Qav na&^nai 
colonisiren. 

6) Ma^ndi bei Osiander Z. D. M. G. X, 24. 31. — Za dem Titel ^ni 
in hinüaritiichen Inschriften hat Ewald (Z. D. M. G. X, 58) das mi^anitische 

n. pr. I^ri^ Tergliehea, 



Blmuy (dtarabUche Sprachshkdimi. 311 

Bei allen Fragen, die ethnographische Einzelheiten in den 
sfidarabischen Inschriften betreffen, ist indess noch grosse Vorsicht 
geboten, ehe sich Schlüsse anf Einmischung fremdartiger Elemente 
liehen lassen. Selbst Aber die nationalen nnd sprachlichen Unter- 
schiede zwischen den Hauptvölkem, Sabfler, Eüngaren; Hadhramiten 
ist noch wenig Licht ausgegossen, noch weniger ttber das gegen- 
seitige Verhältniss zwischen den herrschenden and coltortragenden 
Stammen oder Familien einerseits und den unterworfenen oder ein- 
Yerleibten Eingebomen und Fremden andererseits. und doch 
maefaen schon jetzt einzelne Inschriften den Eindruck, als redeten 
sie Ton Persönlichkeiten fremdländischen Ursprunges, die nur in 
Sitten und Götterdiensten das sfldarabische Wesen angenommen 
haben. Unter dem Vorbehalt, jeder besseren Erklärung ihr Recht 
zu hissen, beleuchte ich hier einige derartige Erscheinungen, die in 
Bezug zu unserer Frage nach den Belegen für die Diminutive im 
sfidarabischen Idiom stehen. 

Der obenerwähnte himjarisch-midjanitische Name Hainama steht 
an der Spitze einer der Weihinschriften Ton Amrän, die dem Ge- 
schlechte der tSD^M "^^n gelten ^). Auf ebendasselbe bezieht sich 

der Text; in welchem der Name (D)n'f)DK vorkommt, d. i. juumI '). 

Oslander hat bereits bemerkt, dass d&'ik kein arabischer Name ist, 
und überhaupt der Stamm us'n sich im Semitischen gar nicht fin- 
det '). Eine eigenthümliche Bewandtniss muss es mit diesem Namen 
haben, und mit der Familie, die ihn fährte. Einmal heissen sie 
schlechthin t3D^M isn, das andere mal. DTK tSD'iM isn. Oslander 

nimmt das Dn» als Laqab gleich arabischem «jt, der Rothe ^). 

Allein ein paar andere Stellen, in denen der gleiche Beisatz dtm 
vorkommt, erheischen eine andere Erklärung. 

In der Inschrift von Marib No. 36, Z. 1 steht in einem wegen 
der fragmentarischen Erhaltung des Steines freilich zweifelhaften 
Zusammenhange pbn onK, was Oslander durch „Verwandter der 
Könige^^ deuten wollte ^). Ich erkenne darin den bekannten Titel 
des „Grosskönigs*', der in der Inschrift des Eschmunazar, pM 
nabü geschrieben, von dem persischen Könige ^), in der Inschrift von 
Lapethos, &Db»ifi< d. i. Adommelakim geschrieben, von dem 
ägyptischen Könige Ptolemaeus Soter ^), in der Inschrift von Umm- 



1) loschr. No. 9 in Z. D. M. O. XIX, 192. 

2; Inschr. No. 11 ebenda 199. 

3; a. a. O. 193. 

4) a. a. O. 200. 

5} Z. D. M. G. a. a. O. XIX, 285. 

6) S. Schlottmann Inschr. Esmunazars S. 148 f. 

7) 8. Vogttö Möl. d'arch^logie Orientale p. 36 ff. In dieser aua d. J. 
312 T. Chr. stammenden bilingaen Inschrift ist das grieeh, ßaallatüi Utolß^ 



312 Blau, altarabuche SpraehsktdimL 

el-Awamid DsbnonK yod den Seleaciden überhaupt ^) gebraucht 
wird, also dass pb» D*iK aus pbn yivt in Folge der geliafigen 
Aussprache Adom^melakin durch Assimilation des i an das 
folgende D *) entstanden wäre. Gerade wie in den Yaaallenitaaten 
PhOnisien, Gypem and Syrien, wftre hiemach anch in Bttdarabien 
dieser Titel des jeweiligen persischen, igyptischen oder tyriadien 
Fremdherrschers gebräuchlich gewesen, sei es nun, daaa in vnaenn 
besonderen Falle bloss an die ans andern hin^jarischen Inaohriften 
ersichtliche seleucidische Aera % wie in Unun-el-Awamid« n den- 
ken ist, oder an einen direkten Besag anf die persische Herraehaft, 
die anter den ersten Sassaniden sich Aber Bttdarabien verbreitet 
hatte, wie wir weiterhin erörtern werden. Die fingmentarische Ge- 
stalt des Textes lässt das nicht mit Sicherheit erkennen. Dem 
pb» D-iK voraus geht Dni^i'^, was eine Apposition au dem Haupt- 
namen der Inschrift b'^an'^ sein muss, da ans Z. 4 klar ist, dass 
nicht von zwei, sondern nur von einer Person die Bede ist; *nri 
aber ist als Bezeichnung ^iner Wttrde oder eines Amtes bekannt ^); 
und ^ als Relativum genommen, ergäbe sich also der Sinn: „welcher 
war ein Vatr des Grosskönigs'^ ^). Neben der möglichen semi- 
tischen Etymologie dieses Titels ^ni kommt hierbei die Wahr- 
scheinlichkeit in Betracht, dass der Name mit der Sache voai Aus- 
lände eingeführt war und ^rti aus einem persischen Worte, wie etwa 
JCj1^ orator, interpres ') entstellt ist, womit das gleiche Amt 

bezeidinet wäre, ttber welches Levy ^) gelegentlich des ähnlichen 



fMiov übersetzt durch td'^Xlbnn QlsbXlIKb. Vogü^ hat richtig erkannt, dass 
dM schliessende '\ von I^K* durch Verschleifung in das n aufgegangen ist, 
wie In Ö^in»=D^''rjK. 

1) Levy PhSB.8tiid. d, 35. Das Datatm der Ineehrilt ist, suauü aaeh der 
ingeniösen Vennnthong Schlottmanns a. a. O. 149 Anm. 1, nach Seleucid. 
Aera 280, nach tyrischer (▼. 126 ▼. Chr.) 93, also 32—33 v. Chr. 

2) AehnUch wird Dn"'?^» zu Ö^l^», und D'np ^b» zu n^pbö ^^^ 
weiterhin zu MnXlxa zusammengezogen Oesen. M. Phoen. 97. 

3) Relnaud, MMne 73 hat geftinden, dass die Daten der Insduriflen 
Y. Hi9n Qorab 673 und 640 sieh auf die durch die Juden nach Jenoa rer- 
breitete Seleucidische Aera beziehen und also den Jahren 261 u. 818 n. Chr. 
entsprechen. Vgl. die Daten jüdischer Grabsteine aus Aden nach denaUMn 
Aera Z. D. M. O. XXI, 159. 

4) Häufig in den F r es n ersehen Inschriften I. XI. XXXIII. XXXIV. LIV. 
und LVI. V^. Oslander in Z.D.M.O. X, 58; XIX, 285. Als rageasaMBe 

eines Mannes v. Stamme Marthad scheint ^m zu stehen 'Amr. 14, 1. 

5) Nach der granunatischen Regel, dass ein Stat. construct. nicht die 
Mimation behalten kann, erheischt der Satz allerdings eine andere, ans dem 
Fragment nicht yöllig deutliche Constraction. Desshalb Übst sieh nur nngelahr 
der Sinn der Stelle erfassen. 

6) Vullers L. P. II, 1402. Im Isfahanischen DialelU sagt man yatem 



'a. 



St. äjiii dizi, vgl. lat. vates. 

7) Levy Siegel and Gemmea S. 11 u. 12. 



Bktttj aUarabUehe Spraehdudien, 313 

Titels D^D^s fbfo in einer cypriBohen InBcfarift bemerkt: ,,'^0^ ist 
das Amt eines Gesandten nnd ybn der Dollmetsch der Gesandtschaft, 
der bei Verhandinngen mit fremden Yölkem zugezogen wurde; spe- 
dell bei den Yerhandlnngen mit den Gesandten des Orosskönigs 
▼on Persien, zn dem die cyprisehen Könige in naher Beziehung 
standen j werden die Dollmetscfaer ganz besonders für die persi- 
sehen Gesandten gebraucht worden sein.^ 

In die persische Beamtenwelt in Jemen versetzen nns aber 
überdem ein paar andere hierher gehörige Namen, die ursprüngliche 
Utel gewesen zn sein scheinen, und dann als Ehrennamen der Fa- 
milie oder einzelnen Persönlichkeiten verblieben. In No. 18 der 
^amranischen Weihtafeln nennen sich die Widmer ,, Söhne des 
Dlfii T^f S^bne des Marthad^; in No. 16 heisst der Vater der 
.Weihenden „triK D^snd Sohn des Marthad^; nnd in No. 11 be- 
zeichnen sich ^nfi und -i-<)DK als ,^öhne des Dn» Hfi» Sohn des 
Hartfaad^. In einer nnd derselben Familie und Generation die drei 
Söhne durch den Beisatz DnM auszuzeichnen, erscheint bei Oslan- 
ders AniEassung des Wortes als Laqab ,4er Bothe^ &st widersinnig, 
zumal die nomina propria y^Hi^ ü^fö und dd^k eben nicht ge- 
brftnchliche arabische Namen sind. Mich erinnert ynni an persi- 
sches OvagaqAnjg^ Varanes, Varahran ^), die sassanidische Form 
des nenp. Benram, eigentl. victoriosus, und an den sassani- 
dischen Wflrdennamen ovoQlCfjg^ der soviel als xvßt^v^tfg be- 



o^u ^ 



deutet ^ und als -^^ im Namen eines persischen Satrapen und 
HeerfUurers in Jemen wiederkehrt '). D^riD könnte unter diesen Um- 
standen so, wie ^5T4 aus .Li^U^ „Schatzmeister^ entstanden ist. 



persischem ..Xj^^jS entsprechen ^), und ot*^ endlich enthält so 
sicher wie syrisch isertt, tDüi» ^), huzvar. mn^ ^, chald. KneOM ^) 



1) Z. D. M. G. Vni, 89. Voll. L. P. 1, 285: „,.L^ peW. I^tl^l = 

Zd. verethragna, qnod Syri scribaot Varahran et scriptores graed et 
latfaii Tarie proDiuitiant : Bararanes, Ouaranes, Varanes, Vararaoes;*' 
TgL Ltagarde Ablnuidl. '260 n. 179: „Eigennameii penificher Beamten lassen 
flieh nicht selten als Wilrdenamen verstehen''. Ammian XIX, 2: Persis 
Saporen appeUaiitfbiu pirosen (i. e. Teretfaragna VnlL, 11, 699) qnod ... 
bellorniD victor interpretatnr. 

2) Proeop. bei Lagarde Abb. 192: SxQaxfiybv avi^a HiQOtiv äva^ifyiv 
tb J^iia/ia ^turnen, Wari^. 

3) Ma9adi m, 168 ff. Hamia 109. 

€) Vnll. L. P. n, 1084. 

5) Lagarde a. a. O. 187 — 189; vgl. armen, dehpet p. 184; a^o^a- 
' nttwtiU Hesjeb. = arm. baia^ apetsTr^cA^a^jt^s* 



JO 



6) VulL L. P. U, 1492: Ju^, nc*^«»«, ad. aethrapaiti, ar. JUyP, 
fldiilatMr pyrd, antistes magonun. ^ 

7) Esther 9, 7. — vgl. *^a7frriM n.pr. Theopb. Chr. 228; arab. ^X^\ 



314 BiaUf aUQrab%9che SpraduUuUä», 

palmjr. «nfiA^K ^) in Beinern «weiten Tlieile ein altpersisches paiti 
Herr, im ersten aber dann entweder, wie juy> altpersiacbes aethra, 

oder wie das n. propr. 'jtQucfiBl&tjg^ airya*), in beiden. raien 
eine WOrdenbezeichnong, woneben das folgende D^M in geneüviscber 
Verbindung als eine Abkürzung fklr das vollere oben gefundene 
Adommelakin stünde "). — Ich dente demnach pb» Dnet ^ni 
durch ^^Internuntius des GrosskOnigs^, dtk pm ,|HeerftLhrer des 
Orosskönigs/* &tk tinfö „Schatzmeister des Königs^^ DnM tan« 
,^önigllcher Oberpriester^. Das Geschlecht der Marthadiden, dem 
alle diese Personen angehören, müsste also zu einer gewissen Zeit 
jene Ehrenämter in persischen Diensten bekleidet und von da die 
Ehrennamen seiner Glieder entlehnt haben. Merkwürdiger Weise 
wird nun der Name der Marthades schon bei seinem eristen 
Auftreten mit dem Feldzuge des Cambjses in YerbinduQg gebracht *) \ 
nur ist die Notiz ; dass die Kranken in Cambyses' Heer in eine Stadt 
am heroopolitischen Meerbusen zwischen den Ansiedelungen derNeler 
und der Marthader translocirt wurden, zu dürftig, um darauf Schlüsse 
auf ehemalige Wohnsitze dieses Stammes in nordarabischem Gebiete ^) 
zu basiren. Wir dtlrfen überhaupt für das Terständnisa der him- 
jaritischen Inschriften nicht in so hohes Alterthum hinaui^hen, 
sondern haben die geschichtlichen Andeutungen darin in die Zeit- 
Iftufte des dritten und vierten Jahrhunderts nach Christo einzureihen. 
Die Inschriften von Hi^n Gorab geben durch ihre Datirung 
von den Jahren 261 und 328 n. Chr. ^) einen Fingerzeig, dass 
wenigstens ein Theil der himjarischen Schriftalterthümer nach der 
zweiten Uftlfte des dritten Jahrhunderts , also nach der Auswander- 
ung der jamanischen Stämme entstanden, und wir in den darin vor- 
kommenden Persönlichkeiten demnach eine Generation vor uns haben» 



1) y ogü« loser. San. p. 27. Nach Nöldeke Z. D. M. O. XXIV, 107 



mrab. JU J> -J, 

2) Brookhaus Vend. gloss. 337 8. y. airyapaiti. 

3) Aach an arab. |wj| antistes könnte gedacht werden. 

4) Plin. 6f I 165: A sinn Laeanitico alter sinas quem Arabes Soean 
(y. L Aean) yocant, in quo Heroon oppxdnm est fhit et Gambysn inter 
Nelos et Martha das (so DF) dednctis co aegris exercitns. 

5) Die mit ?K| Jut componirten Eigennamen sind auch nicht spedfisoh 

südarabisch, Wetzstein Ansg. Inschr. 363; in "^nbl^TD 4, 1. 17 fand 
Osiander a. a. O. XX, 235 nordarabischen Klang. Der sonderbare Name 

D^SfilD 34, 1 sieht persischem kXj^jJJJum ähnlich. 

6) Rödiger su VS^eUsted 2 , 402 n. 380 hat die Kamen 'Abdkolal n. 
Marthad dieser Inschriften schon mit den gleichlautenden der himjarischen 
Königslisten um 273-297 n. Chr. und 321 n. Chr. combinirt, ohne die chro- 
nologische Bedentang des Datums der Texte errathen zu haben« 



BloHy aUarabiache SpraduiudimL 315 

die der peraschen SassaDidenhemdiaft g^eidizeitig ist Wenn niin 
der Verfasser des Periplus (um 240—260 d. Chr.) meldet, dase 
kvs vor seiner Reise ein Theil Sfldarabiens ansserhalb des per- 
sischen Meerbusens yon den Persem erobert worden war nnd per- 
sische Besatzung hatte ^), nnd arabische Quellen dies durch die Naoh- 
ridht bestfttigen, dass mehrere Jahrhunderte vor dem Islam Ardeschir 
Babek, der erste Sassanide^ eine Flottenexpedition nach Schihr *Oman 
nntemahm >) , nnd dass in uralter Zeit persische Satrapen, darunter 
ein Sasaan, Aber eben diesen Theil Arabiens gesetzt waren *), so 
ist im Verein mit sonstigen Andeutungen über Handelsinteressen der 
Pener in den H&fen Sfldarabiens^) Grund genug für unsere obige 
Annahme vorhanden^ dass persisches Beamtenthum unter den ersten 
Sassaniden Eingang in Jemen gefunden hatte und das Geschlecht 
der Benn-Marthad hierbei eine heryorragende Rolle spielte. 

Die beiden dieser Familie angehörigen Namen i'^tdK und Y*^p 
sind unter diesen Umständen immerhin beachtenswerthe Zeugnisse 
fflr die Verwendung der Diminutivform in sttdarabischen Namen in 
der Zeit, wo fremde Zuzügler in Jemen sich schon mit der ein- 
heimischMi Bevölkerung vermengt hatten; aber sie haben nichts 
Zwingendes für die Entscheidung darüber, ob dem hingarischen 
Idiom jene Formbildung eigenthümlich war. 

S^ien wir uns also nach unverftnglicheren und älteren Zeug- 



Znnächst fesselt am Ostgestade Arabiens unser Interesse der 
Name einer vergessenen Berühmtheit der Geschichte von 'Oman 
ans vorchristlicher Zeit. Isidor von Spasinucharax, der zu Kaiser 
Angostus^ Zeiten schrieb, berichtet ^), dass damals über die „Omaner 
im Oewürzlande^' ein Fürst Namens Focucog geheirscht hatte, der 

in dem hohen Alter von 115 Jahren starb. Da Gol^aisch *^ 



1) Peripl. m. er. 32. 38. Vgl. Reinaud M^toe 78ff. 

2) Jaqüt M.B. IV, 522: cj>j5>^ Oj^sW Jjo^ ^b ^^ ^jJs^jJ ^L^ 

aJUm juUjUu |.^l(t Jm^ ^.^L4^ /^- Ardeschir hat xwar nicht 600 Jahre 
Tor Mnbammed geiaht; aber im Uebrigen hat die Notiz ToUen historischen 
Werth« Vgl. auch Qamna s. t. imj)«^ nnd Kremer 8. Sage 57, worfther unten. 
8) Hamza Isf. 109. 

4) Btraho 16, 4, 4: rt^faloi 3" aU t^v XatffafianlfP iu rtrrapä' 
Horra rjftä^fatg a^utravvTai, Ptolem. 4, 7, 37: Mdytov rrjaog^ 6, 7, 17: 
Mdy€9r xohtos, Ibn-al-Hogawir bei Sprenger R.R. 149 Aber * persische 
Colonien , besonders erberden in Jaman , 145 ttber die persische Grflndmig 
▼on Mirbal bei Tzafar n. a. hat wohl eher die Zeit der späteren persischen 
Hemehaft Aber Sfidarabien unter Annschirwan im Auge. 

5) Isid. Char. fr. 35 bei C. MfiUer it. H. Gr. IV, 256: r6a$0os Siy 
(Sg ^otv ^JaiSat^og 6 Xa^axijpdsy inl t^s avtov iflixias H)fULvmv t^s 
dpmf€nT0^6if^v flaa$Xevoas , nspjBxniSeHa nal inardw ywyavm^ Hmv 



316 ^^^^^j aliarabimAe Spraekstitdimi. 

tein gelftttfiger anibisdier Name ist ^), so kdnnte es gentigen, diesen 
•dahn. wieder zu finden. Allein ich gehe einen Schritt weiter und 
flnige^ sollte kncht von einer so ausgezeichneten Persönlichkeit sidi 
eine Spur in der arabischen Sage erhalten haben? nnd glanbe sie 
gehnden tu haben. Ich halte diesen langlebigen König Goaisos 
TOn 'Oman für denselben, den Hamza IsCahany ^ Dn-Craischan 
nennt, und von dem es heisst: ,|Es herrschte Sn (jaischan 
S. d. al-Akran S. d. Abn-Halik znr Zeit des Dara S. d. Dan 8. 
d. Bahman nnd in der Zeit nach diesem wfthrend 70 Jahren. Er 
ist der, welcher die Tasm und Gadis in der Jemaaut bekriegte, und 
zwar vor der Regiemng Alexanders. Es gab nämlich einst in '0 m an, 
Bahrein nnd Jemama eine zahlreiche Menge von Tasm, Öadis nnd 
anderen Stämmen, ausgezeichnet durch Körpsrlöwft nnd hohen 
Sinn; in allem sieben Stämme, jeder einzelne so ein Stamm, wie 
Rebta nnd Modhar; sie hiessen: 'Ad, TamAd, QohiTy (ksim, Yab&r, 
Tasm nnd 6adis. Sie waren aber alle zn Orunde gegangen, bis 
änf Reste von Täsm nnd (jadis, die znr Zeit des JDn-uaisehan 
noch übrig waren. Diese nnn bekriegte Dn-dfaischan^ [folgen Verse 
des alten, L J. 6 der Hedschra gestorbenen in der Jemama heimischen 
Dichters al-A'scha über den Untergang jener Stämme]. „Die 
Nachfolger Dn-6aischan'8 aber regierten znr Zeit Alezanders, d. i. 
zur Zeit des Nadhr b. Kinana.^ Der chronologische Wirrwarr ') 
in . dieser Sage hat nichts auf sich; auf ein paar Jahihnnderte 
kommt es dem Ordner der sfldarabischen Sagen ältester Zeit nicht 
an. Die Verwechselung des Tobba Du*l-qamain ^) mit Alezander 
Du-1-qamain that das ihrige dazu. Ohne also an der chronologischen 
Anordnung Anstoss zu nehmen, stütze ich mich auf die Umstände, 
dass von dem historischen Goaisos, gleichwie von dem ])u-6aischan 
der Sage, die auffallend lange R^erungs-, resp. Lebenszeit ange- 
geben wird, dass beiden als Schauplatz ihrer Herrschaft 'Oman an- 
gewiesen wird, und dass endlich beider Namen zusammen klingen '), 



1) V^ustenf. Gon. Reg. 187. Aach (j^^ würe bildbar, von iJm^ 
n. pr. Qam. II, 317. 

2) Hainzm Isf. ed. Gottw. \U, 101. — Reiske pr. lin. 19 f., wo Wö- 



'Btenfeldfl GoDJecttir ...U^j>> 8t. ^jlAx> unstatthaft ist, da ^.^LmuJ>- als 

sttdarabisoh durch Jaqüt MB. II, 179 u. Qamos 3, 318 best&tigt wird. Es 
hiess so ein Mieblaf in Jemen. Z. D. M. G. XXU, 655. 

3) Man bemerke, dass es znerst heisst , dass pu-Öuschan noch unter den 
Nachfolgern des Dara, der nach Hamsa 28 eben Alexander des Gr. 2dt- 
genosse war, herrschte!; dass seine Nachfolger am Ende der 8age in die Zeit 
Alezanders des Gr. gesetzt werden!; dazwischen aber die Bekriegnng der Ta^ 
in die Epoche vor Alexander gerückt wird! 

4) Kremer Sfidar. Sage 70. 116. 

6) Die Hingaritche Sage modelt oft die Namen nach einer gewiaaen Schab- 
lone, ähnlich wie die Xthiopiscbe. So z. B. ist der JSaraxov^xfig ßaoiXws 



Bkm^ aUarabitehe Spnu^huHem. 317 

am ZD folgern, dass beide Persönlichkeiten identisch sind. Dass 
die Sage bei Hamsa ihre Heimath in 'Oman hat, wird aber noch 
weiter deutlich, wenn man dazu hält, dass in der älteren Gestalt 
der bin^arischen Königschronik, wie sie bei Hamdani ^) und Mag- 
*odi *) erhalten ist; der Da-(jfai8chan nicht yorkommt, vielmehr der 
Krieg mit fäsm and Öadis erst einem viel späteren Herrscher za- 
gesdirieben ist '). Es liegt hier einer der Fälle vor, wo die Local- 
sagen der sQdarabischen Colonien nnd Statthalterschaften in den 
Haoptaagenkreis der Hinyaren eingeschaltet worden sind. 

Das Geschlecht (jaischan, ans dem hingarischen Königshanse 
stammend, war in SOdarabien ansässig^); seine Beziehangen zu 
'Oman verbfligt aber ausdrücklich die Nachricht, dass einer seiner 
Vorfithren, Qatan b. 'Ai^ib b. Znheir b. Ajman b. Hameisa ^), 
der erste war, der 'Oman unterwarf. „Qatan'S heisst es, „folgte in 
der Herrschaft und sein Rathgeber [und Markgraf] war M&zin b. 
Azd, der die Länder Schibr und 'Oman nnteijochte. Sein Manifest 
an die Bewohner dieser Länder begann: 

Von Mftzin ein Mahraq ^, auf dem die Botschaft 
an alle die 'A^;am und AraJber, die Schibr bewohnen.^' 

Das war lange yor dem Dammbruch^, in Folge dessen der 
Stamm Azd nach 'Oman auswanderte ^. 

Es fiind sich also zu der Zeit, wo die Azditen zuerst von 
Scbihr und 'Oman Besitz nahmen, dort eine Miscbbevölkerung yon 
Arabom (d^ h. im Sinne der himjarischen Sage, von nichtjemenischen, 
orarabischen Antochthonen) und Nichtarabem vor. In Schihr, dem 
Kttstenlande zwischen * Aden und 'Oman ^), welches aiich die Heimath 
der Qodh&'a gewesen sein soll ®), wird namentlich der Stamm Mahra 



T«i(y *0/ti7^«V«>y (FngnL h. gr. IV, 271) io r>*UÄ y^ wimlenutrluniMB, YgjU 
L«g«r4e AUi. 181. 

1) Bei Kremer a. a. O. 68 ff. folgt auf Sduanmar sofort sein Sohn, 

Tobba el-aqran. Daraas erklärt sich die Textverderbniss beiHamza tfi Z. 4, 
die Gottwaldt 102, Z. 16 nur verschlimmert hat. 

8) Ma^ndi m, 154 schliesst sich fast durchweg an Hamdani an. 

3) Kremer 55. 88. — Hamsa 103. 

4) Jaqftt U, 177. Qamns U, 318: ^^^LÄuO-. 

6) 8o gflit Hamdani die Genealogie bei Kremer 56. Bei Jaq&t a. a. O. 
fehlt der Name 'Arib, was Kremer's Vermiithiuig bestätigt, data das ein ^n- 
teUebtel sei, «m die Einmiflchnng arabischen Blatea In die hiii4*riaehes 
OflSfhlnrhfrfir au markiren, wie das gleich der erfandene Name Jaarob an- 



6) Kremer a. a. O. 57 ttbersetat dies alterthümliche Wort darch ,,Papyni8- 
blatt*'. 

7) Z. D. H O. XXU, 666. 

8) Jaqftt HB. s. v. ^^S^^t* Makdist bei Wetsstein Nordarab. 16. 
9} Abnlfeda H. Antelsl. 182. Rremer Südar. 8. 58 f. 



318 Blauj aUarahi9€^€ Spraehstudim, 

als seit den ältesten Zeiten wohnhaft angegeben. Edrisi ^) zfthH 
diesen aasdrücklich zn den *Arab al-Ariba, und was er Aber eine 
eigene dem Althimjarischen verwandte Sprache dieses Volkes nach 
älteren Gewährsmännern berichtet '), findet seine Bestätigimg durch 
die neuesten Untersnchnngen dieses Dialektes von Maltian *). Den 
heutigen Namen desselben Hakili oder Ehkili kennt w^on 
Hischam b. el Kelbi bei Jaqüt «) ; wo statt Jo^ zu schreiben ist 

JuJi^, und die Nachricht, dass dies vor Zeiten die Sprache der 

Midjaniter gewesen sei, Beachtung verdient üeber die Ver- 
breitung des Stammes giebt eine willkommene Notiz Ibn-Mogftwir 
bei Sprenger ^): ;^Die Mahra bewohnen die Gebirge von liafiff, 
die Insel Sokotra ^) und die Insel von Magyra. Sie sind lange 
schöne Leute und haben eine eigene Sprache, welche kein Fremder 
versteht. Sie nennen sich selbst Sabra^^ 

Hinsichtlich 'Omans ist zuerst eine Nachricht des eben citirten 
Ihn Mogäwir abzuthun ''), wonach „vor den Arabern zuerst die 
Sel^qen von Eerman und dann die Ghozz die Beherrscher von 
'Oman waren^. So alterthflmlich diese Nachricht im Zusammen- 
hange der Stelle aussieht, so bezieht sie sich doch, wie ich aus 
der Erwähnung der Ghozz schliesse ^), erst auf das 7. Jahrhundert 
der Hedschra. Hingegen weisen auf üraraber in 'Oman in der 



1) Edrisi ed. Jaab. I, 16a 48; wo statt ^^fU^ su lesen ist ^^^^^ 

2) IstsebrI fibers. y. Mordtmsnn S. 13. Vgl. Bitter Erdk. v. Arsh. 
I, 48 ff. 265 ff. Krem er Sfidsr. S. 13, Not 1. 2. 

3) Z. D. M. G. XZV, 196 ff. S. 208 bemerkt M., dass den Habra 4er 
Artikel noch beute in der Form al unbekannt ist — Der Mahradialekt HakiU 
(das Fresnel Ehkili schreibt) ist danach eine Schwester des hin^arisehen, „eine 
moderne Mundart jener alten sSdarabischen Sprache, deren eine Phase ridb im 
Hingaiischen su enthäUen beginnt'*. Nach Bekri, Wanderungen 51 stsmmrn 
die Hahra von Maadd ab; waren also von Hause aus nicht Sfldaraber. 

4) Jaqüt MB. UI, 635. 

5) Sprenger RR. 145. 

6) Bitter Erdk. ▼. Arab. I, 347 wagte nur als Vermuthnng es anssa- 
sprechen, dass die Sprache des Volkes Mahra höchst wahrscheinlich auf die 
ferne Insel Sokotora hinüber reiche. 

7) Sprenger RR. 146: Qohar war von Backsteinen, Oyps und Tikhols 
erbaut. Jetat ist sie serstSrt und die Geister der Wüste hausen um die 
SehlSsser herum. Anflugs waren die Sel^uqen von Kerman die Beherrscher von 

'Oman, dann die Ohosa, dann gewannen die Araber ^j»i\ die Oberhand und 

serstdrten ^ohar. — Zuerst blühte Raysüb, als es unterging, kam ^ohar in 

Aufiiahme, nach dem VerfaU von ^ohar wurden al-Byn (j>^t und Hormos 

grosse Stapelpl&tse und nach deren FaU wurde 'Aden ^aut. Zu S. 145: 

oLfJi3 YgLRitter Erdk. v. Arab. 1, 377 und Jaqüt MB. IV, 168, wonach 

sie Ton Hormus aus erst im 5. Jhdt. der Hedschra gegründet wurde. 

8) Die Ghoss und ihre Besitsnahme von einzelnen Punkten Südarabiens 
(etat Iba Mogawir selbst (Spreng. 133) ins Jahr 615 H. 



Blau, äUarabiiche SpraehsttuUsn, 319 

Zeit Tor der azditischen Wandernng indirect wenigstens die Golonien, 
die ¥on dort nach der gegenttberliegenden Küste von Kannanien 
and Oedrosien ansgiengen, wo der Küstenstrich der Arabiten ^) mit 
gldehnamigem Finss ^) nnd Bergrücken ^\ das Gap 'Al-ctfißanif % 
der Hafen Omana ^) n. aa. die Vennathnng des finstathins ') be- 
sütigen, dass sich dort in alter Zeit Colonisten vom arabischen 
Festlande niedergelassen .hatten. 

Andrerseits sprechen die wenigen überlieferten Vocabeln des 
landschaftlichen Dialektes Ton 'Oman ebensowohl für den arabischen 
Gnmdtypns desselben als für die Beimischnng nichtarabischen 
Sprachgates ^. 



1) Arrian Exp. Alex. 6, 21, 4: ji^aßhag Md'voq avr^vofiav nsQl 
r6v'u4(>aßiov noxafAbv ptfiöfttvoi, Arr. H. ind. 21, 8. Dlonys. perieg. 
1096: Zi^aßgg; Steph. Byi. 108, 3. 111, 8. MaTclan peripl. 1, 92. 

2) Plin. 6, 26. 7, 2. Arrian h. Ind. 22, 8. Ptolem. 6, 19, 2. 21, 2. 

3) Ptolem. 6, 21, 3 und C. Mfillers Note Oeogr. Min. I, 335. 338. 

4) Marcian peripl. 1, 28 f. mit C. MüUers Note G. Min. I, 532. Der 
Name mit Art. al scheint arabisches jJ^*i\ nnd bedeutet „exsortes, exnles'*; 

JSi\ „qni deserit cognatos snos*^ Freyt. — Vgl. J»b! Name einer Localität in 

Ne^, Jaqüt MB. I, 71. — ISSaa anderer Bel^ für altarab. Artikd al an der 
gleichen Kfiste weiter südlich ist 'EXa-ßaxa^fj, wie cod. peripl. m. erythr. 58 
den Hafen schreibt, der ebenda 55 bloss Bcuta^^ heisst. 

5) Marcian peripl. I, 28: "O/iftava i/jinoQi&p'^ Arrian. peripL 36: 
"Ofuum^ woan C. M filier a«a.O. 285: „Faerit Arabum fmaaiUmm colonia*^ 

6)Eastath. ad Dionys. Per. 1095: 'A^aßag ... tdxa ota^t^ras %wa6 
QvxaSf onoloi Mal kv tij ßa&vxi(^q lA^aßiq $tolv. 

7) Im peripL m. eryth. 36: 'iS£a^/Srra4 . . • äst' ^O/^avoi^ als t^f ^^a- 
ßlcuf itnonta ^an%a nlout^ia rä Üayöfuva ftn^df^a vennnthe i^h, -obwohl 
die genahten K&hne nicht imbekannt sind (ebda. 16 und Aeschyl. Snppl. 127: 
X*ifü(^a^fjs BofAog jiivvnriofv), statt nXoiäqia etwa ntXaQia „Stoffe ans 
gekrXmpelter Wolle" (rgl. if/Mttofivs ivrontog in demselben Capitel des peri- 



^ o 



plns) and stelle es dann zu arab. Ä£ .J^ plnr. a JvX« „indnsinm ex lana con- 
feetnm'^ — Der Pflanaenname 2k^L&. wie i-«U^ mL die Mentha offic. 



(BQ. bei Vau er s LP. II. 597; vgl. Qamos s. v. ^U) aeigt das spe- 
dell arabische e^. — Eine Dattelart, die 'Oman producirt, nennt der Qamus 

vjüdb, — Den Dill, Anethnm grareoleus L., den sonst die Araber 



ataneB, wie er im Talmnd FDVS heisst (Lagarde Abh. 82), woneben pers. 
ö^ steht, nandtön die Einwohner von Bahrdn v^^wum, also mit ^J^t st. (Jmt 

und O st v^ (ÖawUüqt Mo. 94). — Die Anneiwnnfel ^^^^uu hiess bei den 

ChattSem (s. onten) \^,j^ (Freyt. L. Ar. I, 253; t|^. Qamns U, 314), 



320- Biauj aUaraÜaeke Bprcttkatudi&m. 

BiiC dem Yorgefandenen yolksthom yerschmolaea sich die ja^ 
maniachen Zuzügler bald^ gerade wie die nach ihnen kommenden 
Ahdnlqeis, als sie Bahrein besetzten, sich mit den dort yorgeeehobenen 
IjAditen» einem sehr alten Araberstamm, nnd den El-Aid T«r- 
einigten ^). Das drttcken auch die Genealogen ans, indem sie in 
die Ahnenreihe der in *Oman einheimischen altlamaditischen Ge* 
schlechter den Namen el-Azd einschieben. So lieisMn baU die 
Tasm nnd (jktdis nnd deren Bmder Qohar, der E^nymii der 
alten Landeshauptstadt >), Söhne von el-Aid b. Aram b. LaM 
b. S&m % bald wird * Amlaq — die Personification der 'Amaliqa, Yon 
denen ein Zweig sich in Bahrein nnd 'Oman zerstreut hatte ^) — 
zu einem Sohn des *Amr b. Azd b. S&m gemacht ^). Die An- 
gabe ^), dass in 'Oman and Bahrein ein Stamm der Amaliqa Namens 
Gas im existirte, ist als richtig dadurch verbilligt, dass derselbe 
noch jetzt anter gleichem Namen yorhanden ist ^. Sage nnd G^ 
schichte reichen sich aach die Hand in den Erzählungen der Araber 
über das alte Königsgeschlecht (julandä^), das bald aof Azd 

WM ans persischem rj^^j^ vL^ (Valiers L. P. I, 300) verderbt ist. -^ Sine 
Art Schafe von Bahrein^ die soost bei den Arabern JÜÜ hiessen, werden land- 

schaftiich dort t^^jS genannt (BQ. bei VuU. a. a. O. U, 797). — ünt«r Kar- 
manischen Qlossen ISiift tttrkisches unter; s. B. Ferh. bei Vullert Q, S12: 

y^S Erinaceos, tk« ^j^^* ^^ aJÜ^ ein Spiel der KarmaidMbeB Jogead 

•• 
Vttllers a. a. O. 1468 Tgl. ^jfX» 1464, ist der Form nach ein tftrkUehar 

Optativ 1 pers. phir. ' : 

1) Bekri b. Wastenf. Wander. 75. Ueber die Ijad, die ron da selion 
Sibhr frfib in Iraq einbrachen, siehe Z. O. M. O. XXIU, 567; Tabari tk. 
m, 24; Reiske pr. lin. 31, und weiter unten die nüheren AnslUnmi^Bn. 

2) Jaqüt MB. UI, 399, Z. 14. 15; m, 718, Z. 7. Sprenger BS. 146. 

Ma9adi I, 233.238, wo irrig ^Ls^JLm^ „Sen4jar'' st.^L5:U» Sobar; I, 381: 

^ohar^ das die Perser ••t^j-'O nennen.** 

3) Jaqüt a. a. O. ivf 1028 Z. la 

4) Jaqüt a. a. O. lY, 1028, Z. 4. 

5) Tabari tk. I, 120 Z. 2 v. n. 

6) Jaqüt a. a. O. IV, 461, nicht nach eigener Reiseerfahmng, sondern 
nach medinensisohen Sagen. Da diese in der Regel durch das Medium Jüdi- 
scher Sagen an alttestamentliehe JNamen angeknüpft sind, so suche ich das 

UrbUd des ^L:^ in Dn9| ▼. 11. 15 des 36. t)apitels der Genesis, welches 

die Quelle für den gesammten Stammbaum der 'Adiien und Amaleqiter bei itm. 
Arabern geworden ist; insbesondere werden die Eliphasiter (t. 11 ff.) schon 

von der LXX nnd Josephus mit ostarabischen Namen combinirt, aus ^filK 

^Qfuiv, aus 1&X JSoffoif (su Hiob 2, 11 LXX: SmfuQ 6 Mtralas TgL Doiy 
Isr. 68 Note) gemacht Vgl. Aristeas bei Alex. Polyhbt. fragm. 12. 

7) Ausser Z. D. M. G. XXII, 666 s. Guarmani in Z. für Erdkunde 
1866,222. 

8) al-A'sehi bei Öawftltqt 47 u. Qam. 1, 589: qU^ v5 ^' 



ßlauj aUarabische SprcicJistudien. 321 

von 'Oman 9 ^^^ &nf den Amaleqiter Kerker^) zorttckgeführt 
viifd, and noch in der Zeit des Islam von 'Oman aus eine ge- 
ivaltige Herrschaft über die Insehi nnd die beiden Gestade des 
persischen Meerbusens übte ^). Mehr als solche vereinzelte Nach- 
klinge aus der Blttthezeit eines selbstständigen Königthnms von 
*Oman bieten aber die einheimischen Nachrichten nicht. 

Die Bestätigung dieser arabischen Sagen durch Isidorus ist 
um so interessanter^ als 'Oman, wie die Ost- und Sttdostkttste der 
Halbinsel überhaupt, den Griechen lange fast ganz unbekannt ge- 
blieben ist 

Nearchs Blotte hatte ^ längs der Carmanischen Küste segelndi 
das gegenüberliegende Vorgebirge der Maken (Maxira) nur von 
fem gesehen ^). Auf einer der Inseln, ^Odgaxta % herrschte damals 
ein kühner Seeheld Ma^vvrjg, der die Führung der Flotte nach 
Susa übernahm, und jener Mäzin b. Azd sein kann, dem die him- 
jarißche Sage als Eroberer 'Omans ein Andenken bewahrt hat. 
Eine andere Expedition, die Alexander von Babylon aus unter 
Androsthenes zur Erforschung der Ostküste Arabiens entsandte, ent- 
deckte zwar einige Inseln und berührte auch einige Male die Küste 
der Gerrhäeri kam aber nicht über das genannte Kap hinaus ^). 
Und Arrian versicherti dass noch zu seiner Zeit keiner um dasselbe 
südwärts herum vorgedrungen sei ^). Etwas mehr lässt uns Pli- 
niüs ahnen. Nach ihm ^) wurde der erste Versuch zur Erkundung 
der fraglichen Küstenstrecke von Antiochus Epiphanes (also um 
170 V. Chr.) gemacht und dabei festgestellt , dass jenseits des Ge- 



1) Abiilfed& hist. ant. 186. Jaqüt U, 411. 

2) JHqüt a. a. O. lY, 974. — Die Benu-Kerker kemit als amale- 
qitischen Stamm Ma9adi in, 95, der hinzufugt, dass sie nach anderen 
Öorhomiten waren, und aus Schihr ausgewandert sein sollten. 

3) Tabari ed. Koeeg. I, 202. JAqüt 11, 411 berichtet, dass sie das 
SchloM DigdAn nahe bei Hormuz besassen; l9tachri ebda., dass sie bis an 
die Grense von Kerman herrschten, und ihr Geschlecht in die Zeit Moses su- 
rüekfUhrten; Jaqüt IV, 974, dass sie eine ZoUstätte in Huzfi, gegenüber der 

Insel Kisch angelegt hatten; und III, 217, dass sie eine Station ^ v^-^a^ 

jÜuoJt an der penischen Küste besassen. 

4) 8 trabe 16, 3, 7. Arrian h. ind. 32, 6! 7. Vgl. C. Müller Geogr. 
U. I, 353. 

5) & Bitter Arab. I, 445. 456. — Arrian a. a. O. 37. 

6) Arrian a. a. O. 43, 8. 9. 

7) Arrian a. a. O. 9. 10. Vgl. jedoch Strabo 16, 4, 4. 

8) PI in. 6, §. 147. 152. Naumachaeorum Promontorium an letzter 
SteUe ist nur eine griechische ümdeutung des alten Namens (Strabb: iv 
Mdicaig) sMt dem Seesieg, den Numenius dort über die Perser erfocht Steph. 
By». 427: Mdxai ifd'vos /isra^v KaQfiavias xai ^Aqaßiai, 

Bd. XXVU. 21 



322 Blau, aUarahische Sproukatudien, 

bietes der nomadischen Kttstenvölker NochaeÜ ^), Zoraci *), Bor- 
godi ^) nnd Catarrhei ^) die Emporien der Omani, Batrasave 
und Oma na aaf der arabischen Küste lagen, während man nach 
früheren Schiffemachrichten Omana für einen Hafen in Gannanien 
gehalten hatte ^). Indessen hatte schon Jnba ^) von diesen beiden 
Stationen keine Kunde mehr, nnd die erstere wenigstens, Batrasave, 
scheint nachher überhaupt ganz Terschollen ^), während "Ofunfa in 
der arabischen Archäologie des Glaucus ^) (aus der Zeit der Fftrther- 
kriege) als eine Stadt im glücklichen Arabien , in der Nähe der 
Völkerschaft EvaXifPol ^) genannt wird, und eine Spur derselben, 
die auf römische Quellen deutet, auch in Ptolemaev yorhanden 



o^ > 



1) Sichtlich arab. Diminutiv v,;>wc^\ Nach Qam. ü, 331 hieas JuJL 






A^ ^ der Mörder des äabala b. Zohar. Bei den Geographen veimag ich 
den Namen nicht nachzuweisen. 

2) Zuraci ▼. Zurasi, wohl von \j^y. wie ein TheU der Landschaft 
Dehnft an der Orenze von Bahrein und Jemama hiess, JHqüt MB. H, 92&. 

3) Der Name Borgodi ist bei den Arabern erhalten in vX:>>-^. So 

hiess 1., ein Landstrich zwischen Jemama u. Bahrein JHqüt MB. I, d50, und 
2. y eine Art gestreifter Stoffe, Tarafa Moall. v. 12, die ans jener Gegend 
ezportirt wurden. S. folg. Anm. 

4) Die Catarrhei v. Catharrei gehören nach JbÄ, was nach Gaw&liqi 

bei Jftq. IV, 138 ein Hafenort zwischen Bahrein und 'Oman war (vgL Bekri 

bei Juynboll zu Marä^. II, 430), von dem die äüjad genannten Kletdentofb 

kamen (Qam« s. v.) Ueber den mannigfachen Handel mit Kleidern und Stoffen 
im arabisch-indischen Verkehr s. Movers Phon. 3, 97 ff. 301 f.; C Mftller 
prolegg. in Geogr. Min. I, ex. — Aehnlich sind unter andern auch die XirtJvei 
aßoiXat (PeripL M. Eryth. 6) von der Stadt AboUa, OboUa an der Tigris- 
mflndung benannt. 

5) Plin. a. a. O. §149: ab eo latere ... mentio oppidi Omanomm Batn- 
saves et Omanae, quod priores celebrem portum Carmaniae fee«re. VgL 
Periplus m. . erythr. 36 : ifino^iov ioti lijg üa^oiBtn ta XtyofiBva tf/nava 
und C. Müllers Note dazu, der auch Ptolem. 6, 8» 7 Nöfifiav€L naeh 
Marcian per. 1, 28: *'Ofi/Aava corriglrt. Ueber ihre Lage s. Beinaud 
Mös^e 76. 

6) Juba fragm. 45. 

7) Geogr. Rav. 59,^1. 2 stehen Petria Sabea als 2 Städte. Bocharts 
Co^jectur bei Plin. a. a. O. (s. Sillig Note) Petras Sab es zu lesen, bringt 
uns um nichts weiter. Auch Polyb. 11, 34: Adßa xni JSfSßa im Gerriiiar- 
land passt der Lage nach nicht. Vielleicht liegt das Rftthsel des Namens, wie 
ihn Plinius schreibt fvarr. Batrasavaves, Batrasavanes) in einer Textverderimisi 
seiner Quellen, da „quod*^ sich doch nur auf ein oppidum besieht, 

8) Glauk. fragm. 1: "Ofiava TtoXie rftS evdaifiovoe jiqaßlaQ • 

E^aXrivoi t&vos. . 

9) Die EvaXfjvoi halte ich für Bewohner der Insel ^|^t oder AwtU im 

persischen Meerbusen, Ritt. Erdk. v. Arab. I, 395 f. Jaqüt s. v. Vgl. »iV^in 
Elda Genes. 10, 29. 



BlaUj aUaraMsche SprachHudien. 323 

« 

ist ^)| wie denn Plinins *) sich ausdrücklich auf römische Handels- 
berichte dafi&r beruft, dass zu seiner Zeit Homna ^) und Altana ^) 
die wichtigsten Plätze im persischen Meerbusen waren. 

Finden bis hierher die abendländischen Nachrichten ihre Be- 
stätigung durch solche aus orientalischen Quellen, so haben andrer- 
seits dieselben griechischen und römischen Seefahrer eine heillose 
Verwirrung in Plinius' anderweitiger Angabe *) über die Wohnsitze 
der Omani angerichtet^ wo er schreibt, dass diese „Ton Petra bis 
nach Gharax mit den einst berühmten von Semiramis gegründeten 
Städten Baesamnisa und Soractia siedelten^; dass man Ton diesem 
9,Petra in zehn Tagen zu Schiffe ^ den Tigris aufwärts, nach Du- 
matha gelangte (!)^ und dass ^^Petra vom persischen Meerbusen nur 136 
Hill., Ton Gaza aber 600 Mill. entfernt war^' ! Alles Interpretiren 
und Aendem der Zahlen hilft hier nichts. Das nabatäische Petra, 
von dem Plinius ^) eben vorher deutlich hat reden wollen und ge- 



1) Z. D. M. G. XXII, 666. •— üeogr. Ray. 58, 2: Ommti Q?=:Vfiavop 
PtoL 6, 7, 36. 

2) Plin. 6, § 149: item Homnae et Attanae [Genetiv!] qnae nunc maxime 
celebraii a Penico man nostri negociatores dicont. Dieselben Berichte 
werden noch öfters (§ 146. 140: nostri negociatores qui inde venere] erwiümt. 
In der BildergaUerie des Vipsanius Agrippa befanden sich sogar landschaftliche 
Gemilde von Küstenstfidten des persischen Meerbusens. S. Urlichs vind, 
Plin. 136. 

8) Plinius hat nicht gemerkt, dass Homna dieselbe Stadt ist, wie die 

ebearorher genannte Omana, mit etwas stärkerer Aussprache des c in ^^X^^ 

4) Wiedemm gleich Attene §. 147 und Chateni (SiU.) in demselben 
Abschnitt. Ptolem. 6, 7, 15: 'Axxaltav Uria xüj/utj, Polyb. 11, 84; Steph. 
Bj«. 689, 14: Xarnjviay tq^ttj x^(f^ "^^^ re^^aitov iotl 8e rtjs ^JE^d'^ig 

&aXaa<ni9. oi noXlxai XaTir,vol, Qamus u. Jftqüt MB. II, 453: Ja^t 
eine Landschaft, von der die ohattischen Lanzen benannt sind, die ans Indien 

kommen; dies ist die Kflste von 'Oman ^U^ Ja^j^^; Gauhari bei 

Freyt L. A. I, 499: J?^ Jb3-; Codama J. A. 1862, 178: Jai-t ein 
Canton von Bahrein. 

5) Plin. 6, f 145: A Petra incoluere Omani ad Characem usqne, oppidis 
qnondam daris a Samiramide conditis Baesamnisa [so D F] et Soractia 
.... f 146: Qoidam et alia duo oppida longis intervallis Tigri praetemavi- 
gari tradnnt, Barbatiam (d. i. Barbitace In septentrionali Tigris alveo § 133), 
moxDomatham (falsch Sillig: Thumatam), quod abesse a Petra dierum decem 
navigatione (nostri negotiatores dicont Characenorum regi parere)! — 
Wegen Soractia v. 1. Socrate, Sosirate, Sostrate, Sostra, Scytra s. Anm. 2 S. 325. 

6) Plin. a. a. O. f. 144, mit Silligs Note. -^ Diesen ganzen §. 144 hat 
Plinins hineingeflickt, nachdem §.143 und 145 schon geschrieben waren. §. 143 
nimmt die in §. 136 abgebrochene Beschreibung des Tigrisgebietes wieder auf; 
and das „nt dizimos^* besieht sich nicht, wie Detlefsen wiU, auf 1. 5 0. 86, 
sondern auf 6,*§. 125: Nomades Arabiae. Da aber in §. 145 vom naba- 
♦yty>iMMn Petra die Bede war, das vorher nirgend erwähnt wurde, so holte 
Plinins das, so gut es gehn woUte, nach. 

21* 



324 ßlau, aUarabische SpracJiHudien. 

redet bat, ist mit irgend einer andern Stadt verwechselt worden; 
denn es ist ein geographischer Unsinn, von einer Schifflohrt zwischen 
Petra im Felsthal der Nabatäer und dem persisdien Meere zu 
sprechen nnd die Omaner von der änssersten Ostseite Arabiens bis 
an die Grenzen Palästinas anzusetzen. — Vielmehr gilt ein Theil 
jener Nachrichten vermnthlich einer Stadt in Snsiana, die sonst 
S e 1 a heisst nnd über welche Ritter ^) bemerkt : ;,Der Name 
Sela oder Sele, womit Ptolemaeus (VI, 3, 5) nnd auch Ammian 
Marcellin (XXIII; 6. 26) eine der vier grossen Städte Snsianas be- 
legten, deren Lage sonst unbekannt, bedeutet soviel als Fels (Petra) 
und könnte etwa mit den antiken Felswohnungen bei Shuster ea iden- 
tificiren sein'^ Letzterer Vermuthung steht nur entgegen, dass 
Sela nach Ptolemaeus iVi Orad südlich von Susa auf gleichem 
Meridian mit diesem lag, und also vielmehr am untern Lanfe des 
Pasitigris zu suchen ist. Im Uebrigen begreift sich, wenn dies 
Petra am Pasitigris lag, vieles in der Stelle des Plinius: zunächst 
die Verbindung zu Wasser zwischen Tigris und Pasitigris ganz wie 
in der Fahrt des Nearchus '); sodann auch, wie Plinius gleich 
fortfahren durfte: „hierauf folgt eine Stadt am Ufer des Pasitigris, 
mit Namen F o r a t '), die dem Könige der Characener gehört'S d. i. 
jenes Forat-Maisan der arabischen Historiker und Geographen *), 

1) Ritter, Iran I, 191. Ob auch Sila Geogr. Rav. p. 72, 5 hierher 
gehört, wie Pinder u. Parthey wollen, ist mir zweifelhaft; eher die ^üu- 



'JO 



xffvoi Strab. 16, 3, 18. — lieber den Namen «JLm »= 9^0 des A. T. fUr das 

nabatäische Petra noch bei den Arabern s. Nöldeke in Z. D. M. 6. XXV, 
259 f. — Die Berechtigung, Ortsnamen in Susiana semitisch su deuten und da^ 
neben eine griechische Uebersetzung statthaft zu finden, ergibt sieh aas der 
Mischung älterer semitischer und jüngerer griechischer Colonien daselbst. Vgl. 
Steph. Byz. 583 s. v. JSovaa. 

2) Strab. XV, 3, 5. Arrian h. ind. 42. — Auch die zehntfi«!«« Fahrt 
von Sela nach Dumatha, die Tagesfahrt zu c. 800 Stadien flussanfwirts den 
Tigris, flussabwärts den Pasitigris gerechnet, stimmt zu den analofan Bat- 
femungen von Babylon zur Euphratmündung 3300 Stad. (Arr. Ind. 41. Plin. 
6, §. 124) , von Susa nach Aginis 800 St. (Strab. XV, 3, 4 vg^. mit Arr. a. a. O. 
42). Ebenso passt die Entfernung vom persischen Meere nach Petra 135 
m« p. = 1080 Stadien Plin. §. 143, genau soweit wie von Susa nach Barbitace 
(Plin. §. 133). — M eineke hat in Strabo XV, 3,' 5 : flkijaiov rad oröfutrot 
10V Tiyqios xcJfiTjv oixeiad'ni iriv 2ovmnrr,v Suxovaavtciv £ovatov ottUfiovt 
TitvTaxoalovs bemerkt, dass der Ortsname fehlt. CM Uli er G. m. 1, 366 will, 
statt f^v lesen rtva] ich vermnthe nach dem Obengesagten ^i'Xrjr ^ovoi 
avr'iv. Auch Aple (PI in. 6 §. 134) ist vielleicht nicht davon zu trennen. 

3) C. I. Gr. 4489 nach Vogüä Insc. S4m. 9: <P6^a^ov. Arria 
parth. fr. 14: "O^a&a nöXiQ i^s iv Tfy^rjjt Meoi^vrje ist, wie ich glau 

auch ^oQa&a zu lesen. — Im Talmud Joma 10 wird T'J^ män*1 durc 

'jlü'"»»^ niB Perat-de-MSschon erklärt (Neub. G. Tahn. 382). 

4) Reinaud, M^s^ne 37. 50ff. , der diese ganze SteUe des Plinius, wen 
auch nicht immer mit ^ gleichem Glück, behandelt hat, macht auf die Identi 

mit dem ...LAMuyo ot3 der Araber und Syrer anfknerksam. Siebe am 

Jaqüt M. ß. ij 770.^111, 761. 





BlaUf altarabische Sprachstudien, 325 

dessen GrOnder Artaxerxes I. Langhand gewesen sein soll ^). Dann 
ist auch Soractia nicht verschieden Ton Soracte ^) in Elyma'ls, 
dem Kfistenstrich von Susiana unterhalb des Eulaeas (Pasitigris), 
and identisch mit der alten Stadt Sorraq in Chusistan, deren 
Kunstbauten gleichfalls Artaxerxes dem Langhändigen zugeschrieben 
werden^). Dann ist ferner Baesamnisa in dem Baiaafitpa 
zu suchen , das am erythräischen Meere lag ^). Dann ist endlich 
auch wahrscheinlich, dass Plinius für die Angabe, dass hier am 
Pasitigris und bei Charax-Spasini Omaner wohnteui keinen andern 
Grund hatte, als der babylonische Talmud ^), der in gleicher Gegend 
eine Colonie von tK^^m kennt, nämlich in der Stadt Humanija 
M'«M-tn, die unter demselben Namen den Nabatäem ^) und Arabern ^) 
bekannt ist und gleichfalls eine Gründung Artaxerxes I. gewesen 
sein solL Neubauer ^) hat vielleicht Recht , dass nur eben dieser 



1) Hamza 27. 

2) PI in. a. a. O. §. 136: Infra Eolaeum Elymais est in ora juncta Per- 
sidi (ygl. §.111. 134) .... Oppida ejus Seleucia et Soracte (Codd. Socrate 
and Sosirate; Geogr. Rav. 44, 20 Sostrate) adposita monte Chasiro 
(SiU: CasTTo). Vgl. Ptolem. VI, 3, 3: Karexovai 3i t^s JSovaiav^q 
ra fiBv int ^aldoot] *EXv/jtaXoi\ und PI in. 12, §. 78: In £l3rmaei8 ... 
oltra Pasitigrim flnibiu oppidi Sostra (v. Scytra) in monte Scanchro [DE: 
Schaadro]. 



w > 



3) J&qüt MB. m, 80 8. V. vjj^, vgl. IV, 837, Z.12, wo ö-o eben- 



m i 



falls in OVm zu corrigiren ist. Unter den ersten Chalifen aus dem Hause 

Umi^a war es noch Münastätte, Stickel Hdb. I, S. 8; später nur noch 
landiehaftlicher Name des Distriktes, dessen Hauptstadt Dauraq, Ibn Chor- 
dadbeh 233. Qamus U, 926. — Ueber Sagen von der Semiramis in gleicher 
Gegend s. Bitter a. a. O. ^2. 

4) Steph. Bji. 155: Baiaa/Axpa TtoXis iv lo) "^Aqaßmt^ HoXnoj nsgi 
tfiv 'Ef/vd'Qav d'aXaoaav 8 ioxiv olxog i^Xiov. In allen Handschriften steht 
diM«r Artikel hinter Baerifi, wird also vollständiger gelautet haben: Baixaafiyfa 

ij Baiaaft^a^zt^XOIS^ ri*^!l. Auch Ptol. 5, 18, 5 ist statt BaQadfixfft} zu 
IsBen Baufdfiffnj, Vgl. Steph. Byz. 554: £afjL\pa Htufitj t^s ^j4^aßiae , 

5) Talm. Babyl. Kiddusch 73 a bei Naub. G. Talm. 367 Not 4, der da- 
bei an Ammoniter denkt, wie Nöldeke AmaL 8. 

6) Hamia 27:-Cai Ardaschir sive Bahman filius Isfendiaris in terra 
B«vad urbem condidit, quam. ex sno nomine Abad- Ardaschir vooavit; ad ripam 
^•bi ssperieris sita est et in lingua Nabataeorum Hemania dicitur. 



o ^ y 



7) J&q. MB. IV, 980: mI^ und 992 s. v. LuL^ berichtet: q^ ^i^l 

^ ^ ^ 

yj^J^ ^)JLo 'uJOA^t ^ ^^^4^ LPLü. Qamus IH, 957: qL^, Neub. 

m. a. O. fahrt ans lütter ER. XI, 931 den Ort Hymenia mit alten Ruinen 
mn. Nach der Lage gehört auch Ptolem. 5, 20, 7: Tta^a lä iXtj xai xrjv 
4[ffißOv lAf^aßlav . . Xovfinva 79<* L. u. 33^ 10" hierher. 

8) Neubauer a. a. O. Nur lege ich mir die Sache anders zurecht. 
IHwnania ist augenscheinlich nabatäische Corruption aus Bahmania, wie die 

Stadt nach dem Beinamen ihreS' Gründers Bahman geheissen haben wird ; Bah- 
man lautet altpersisch Vohumananh (Vull. 1,287); wie daraus das griechisch« 



326 Blauj altarahische SprachHudien, 

Stadtname missgedeutet worden ist. Doch sind auch die histori- 
schen Verhältnisse nicht der Möglichkeit entgegen, dass in der That 
diese Colonisation von 'Oman ausgegangen war. Jene altpersischen 
Niederlassungen hatten natürlich unter den FeldzOgen der Antiochen 
in SusianCi Elymais und Mesene ^) besonders gelitten, waroi yer- 
fallen und entvölkert ^). In der letzten Hälfte des zweiten Jahr^ 
hunderts v. Chr. nahmen unter andern Einwanderern auch Araber 
in mächtiger Zahl ^) Besitz von den verlassenen Stätten, und maditeii 
sich den schwachen sjrrischen und parthischen Fürsten so furcht- 
bar, dass sie bald die Herrschaft an sich rissen und ein eigenes 
Fürstenthum bildeten. Um 129 v.Chr. warf sich Hyspaosines der 
Sohn des Sagdodonacus „der König der benachbarten Araber*' zum 
Selbstherrscher auf, gründete die nach seinem Namen genannte Stadt 
Spasinucharax ^) und ward der Ahn einer Dynastie, die bis zum Sturz 



kappadokische 'i^/tat'oc entstand, habe ich de Num. Achaem. 11 and Lagarde 
Abh. 156. 262 gezeigt. Zum Ueberfluss weist Lagarde ebda. 258. 263 die 
adjectivische Bildung *Qofinvia „dem Ooman=Vohumananh gehörig^ im al^ 

persischen Kalender nach. In semitischem Munde ward dies zu 1733^ Z. D.M.G. IX, 77. 

1) Strab. 16, 1. 18. Diodor. 28, 3. Appian Syr. 66. Makk. I, 6, 1. 
Porphyr. Tyr. 12. Tabari tk. U, 126. Reinand MMne 28ff. unter 
,,Antiochus quintus regum^^ Plin. 6^ §. 139 verstehe ich Antiochas Eapator, 
von dessen Bauten in jener Gegend auch Marä^id 11, 252 die Bede ist, wo V. 

ijLÄ^jyS, L. »'u^i^l, Moschtar. »'wÄ^j^! = MB. IV, 846 aus E^notof^ 

= 3^X3) entstellt ist. 

2) So führte jt. B. Antiochus der Grosse in seinen Heerzfigen in Nord- 
syrien grosse Schaaren von Hülfstruppen mit, unter denen Appian belL Syr. 33 
die 'EXvfiaiove xai 'Aqaßas als die vorzüglichsten iTtTtOTO^ora* , ot xa/tt^lavs 
S^vrnrovg e'mxa&ilftevoi ro^evovatr , aufzählt. — Neubauer g^ogr. Talm. 
325 citirt aus Kiddusch 71> die Klage: y^Mdscha est morte; M ad ai malade; 
l^lam etGobaj pr§ts k mourir'* und erkennt darin Mesene , Medien und 
Elymais. Aus Note 1 ebenda ergibt sieh, dass der Spruch einer Zeit an- 
gehört, wo für Babel noch der altpersische Name Babirn verstanden wurde. 

3) Eratostben. bei Strabo 16, 4, 1: 'AqxV ^^ ''^s /igaßia^ ano xrje 
BaßvXofviag ^ariv 17 Maixrjvrj (1. Maioi^$ij), Plin. 6, 6. 125: Eophrates 
ubi desiit alveo munire, ad confinium Ohara eis accedente tracto, statim in- 
festant A ttali latrones, Arabum gens ... Ambitu vero Enphratis Nomades 
Arabiae usque ad deserta Syriae. §. 143: Nomadas inde infestatoraa- 
que Chaldaeorum Scenitae, et ipsi vagi, sed a tabemaculis cognominati, quae 
ciliciis metantur, ubi 1 i b u i t. §. 145 : Infra confluentem Euphratia et Tigris laeva 

fluminis Chaldaei obtinent, dextra Nomades. — J&qüt IV, 843: (j^.\ ,^\ji^ 
«yaJb jJOäJt ^ ^ji^ ^\ iÜJ^t ^ o^J ^ V-yJt zeigt, wie noch 

in persischer Zeit — denn er fugt hinzu ^-^Jt ^r^ ^ — dieser Strich als 

altarabisches Land bezeichnet wurde. Aehnlich heisst bei den heutigen Per- 
sem Chuzistan gewöhnlich Arabistan, Gobineau Lect. 106. 

4) Plin. §. 187: Charaz oppidum Persici sinus intumum a quo Arabia 
eudaemon cognominata ezcurrit .... conditum est primum ab Alezandro Blagno 
... 6.139: Spasines Sogdodonaci fiUus, rex finitimorum Arabum ... oppo- 
sitis molibus restituit nomenque suum dedit. Auf Münzen (s. Vogfiä Inscr. 
SÄn. 10), wird der Name T2nA0£I]SiH2 geschrieben; bei Lucian Macrob. 16: 
*Tonaoivri£. In palmyren. Inschriften (Vogü^ a. a. O. No. 5) lautet der 



Blau, dUarabische Sprachstudien. 32^ 

der AnaUden die Landschaften Mesene nnd Bahrein unter ihrem Scepter 

Tereinigte, in der Regel als Vasallen der arsakidischen Gross-Eönige % 

Um uns deutlich zu machen^ wann und von wannen arabisches 

Tolk in dieser Gegend solchergestalt Platz gegriffen hatte, müssen 

wir etwas weiter zurückgreifen. Die Araber, die einst (1518—1278 

Y- Chr.) über Babylon geherrscht hatten *), waren den Chaldäem 

gewichen. Nebukadnezar schränkte die Araber auf ihre Halbinsel 

ein und baute gegen ihre Einfälle die Stadt Teredon s). Seine 

Kriege gegen 'Elam ^) vernichteten das arabische Element auch an 

der Ost^ränze Babyloniens. Nur in einzelnen Städten des Landes 



Btadtaame «5D6D» '^ID oder einfach «ID^D (No. 6), gr. JSnaoivov Xd^aS 
(•- «. O. und Steph. Byz. 584). Bei Hamza t*t ist ^^J^ dasselbe V^Tort. 

^ Käme der Landschaft war ...Ljum.a^ ^r^ °^^^ ^®° Arabern bekannt; 
Jiqftt IV, 257 wUl wissen (vgl. I, 242), dass sie auch Jut^l geheissen habe. 

1) St. Martin, Recherehes sur la MMne. Langlois Nomismat. Arab. 
^fll Relnaad M^m. sur le royaume de Mösöne. — Das Ende des Konig- 
'dchs Maisaii In Folge der Eroberung durch Ardeschir, den ersten Sassaniden, 
achtet Tabari in der bisher übersehenen SteUe T. III, 50: „Nach der 
oriliidBiig von Snq-el-ahwas sog Ardeschir gegen das Reich Maisan, wo da- 

"^*li «in König, Namens Tabnz J vö regierte. Der sammelte sein Heer, es 

um mm Kampfe, Ardeschir schlug ihn und nahm Besitz von seinem Lande. 

^^^*nt baate er in diesem Lande Maisan eine Stadt nnd nannt« sie ^|X 

S*rch, und setste daselbst einen Emir ein*^ Reinauds Einwendungen 
^Rtti Langlois* Chronologie der Könige von Mesene erhalten hierdurch eine 
K^^faiehte BesUtignng, M^s. 51. 

2) Niebahr Assnr u. Bab. 272, nach Beros. fr. 11 in Fr. H. Gr. H, 
^^: Arab es novem reges annosque duceutos quadraginta quinque. Eine 

Bpttr davon bei Hamsa H*. — Vgl. Lenorm. H. a. I, 419. 

8) Nie bahr a. a. O. 503. Abyden. fr. 8: 'Eneraix^at 8i Naßov^ 
t^wpigoQog nai %rje ^Eqv^q^q &akaa<nis rrjv inixlvoiv xal TagriBöva 
2^1iy itet^aw Knrn tag l4^dßotv ßigßokds. Ausser den bei C. Müller 
^- V. I. dßß dtirten SteUen erwähnt sie noch Niceph. Blemm. 6. M. II, 467: 
^«^»y S* iml noktg üeqoixfi na^dltog. Dieselbe ist A r rians H. Ind. 41, 6: 

f^t#. VgL Movers Phon. 3, 308. Z. D. M. G. XXV, 581 Not 5. 

4) Jerem. 49, 34—^9. Ich habe bereits Z. D. M. G. XX, 175 angedeutet, 
"^ tfa). Jedenfalls jüdischer Tradition zu verdankender, Zusammenhang zwischen 

w Weissagong wider ^^V tSXÖp , dessen Zerstreuung in alle vier Winde der 
^^^^Pbet T. 36 betont, und den'^Sagen von Nebukadnezars Kriegen gegen die 

^''^ber von i«|^LAfi im^ unverkennbar ist. Auf die Ursitze dieses Stammes 

^ ^jaait wdst vielleicht noch die Sage von einem verschollenen Stamm ,dJL:>, 
w IQ Qait-'Ailan gerechnet wurde, aber unbekannter Herkunft war (Qamus s. v.), 
^^'lUchen mit Mirchonds Nachricht VI, 20, dass die ^^3 ^^ in Bolutschi- 

*|^ ■nprfinglich Araber waren. — Auch die Urheimath der Tamud finde ich in 
^^ bttaehbarten Landschaft zwischen Snsiana und Persis, die Ptolem. 6, 4, 3 
^^ftioSia nennt und wo auch Plinius 6, fi. 133 die Temyzaeorum XL po- 
^ Uberae feritafiis, snpra Elymaida kennt. Die von Detlefsen wieder aufge- 
^^^'Btob Leaart: et Miiaeomm ist gegen die Autoritftt von DR und Tomy- 
«»•oruni F. vwwerflich. Vgl. Z. D. M. G. XXV, 562, 2 u. 582, 4. 



328 Blau, altarafnsche Sprachstudien, 

siedelte er Schaaren von Kriegsgefangenen ans Arabien, wie aus 
Jndäa an ^). Die Achämeniden trachteten danach , Babylonien zn 
iranisiren nnd vertrieben nach Möglichkeit die semitisdie fievölke- 
mng; die Rückkehr der Juden in ihr Vaterland, die Answanderang 
der chaldäischen Nabatäer oder Oerrhäer nach Arabiens Ostkflfite '), 
die Gründung persischer Städte durch Artaxerxes, ja selbst die An- 
siedelung griechischer nnd karischer Oolonisten an den Eophrat- 
mündungen ^) bezeugen diese Tendenz, während in Susiana eine 
Reaction dagegen, die sich in dem König Umani verkörpert^), 
von der nichtarischen Bevölkerung aüsgieng ^). Die SeleokideD hin- 
wieder begünstigten das semitische und speciell das arabische Yolks- 
thum als Vorhut gegen die Arsakiden % Mit den Gerrhäem tn^ 



1) Joseph, c. Ap. 1, 19. Hieronym. ad Jes. 19, 18. Abalmondir 
bei JaqütMB. II, 376 ff. Ihn Chaldün beiDozy Isr. in BL 143. Tabari 
tk. n, 21. Ab Ulf. H. ant. 72. 

2) Eratosthenes b. Strab. XVI, 3. Movers Ph. 3, 305 sieht ans den 
daselbst Anm. 111^ angeführten Stellen den richtigen Schluss, dass sie erst seit 
Alexander dem Grossen als mächtiges Handelsvolk auftreten, wiU aber S. 308 
ihre Auswanderung aus Chaldäa unnöthiger Weise schon mit Nebnkadnezars 
Translocationen arabischer Stämme in Verbindung bringen. — Naoh Sehol. sn 
Nicänd. Alexiph. v. 244 galten sie für einen räuberischen arabischen Nomaden- 
stamm. Und von ihnen gilt, was Ajjub b. Kiribba bei Öaohari (citirt von 
Bitter Arab. I, 136) sagt: „Die Bewohner von 'Oman sind Araber, welche 
Nabatäer geworden und die von Bahrein Nabatäer, welche zu Arabern ge- 
worden**. Vgl. Z. D. M. G. XXIU, 576. 587. 

3) Nach Her od. 6, 20 siedelte Darius die gefangenen Milesier an iv 
*^finfj Ttoki TioQ* ^V Tiygrji noxafios nnQaüoimv is d'dlaaoav iS^el, Das 
ist Ampelome colonia Milesiorum bei PI in. 6, §. 159. Der StadtDame 
kommt schon auf Keilschriften des Merodach-Baladan um 700 v. Chr. vor, 
,,Gamboul aux embouchurcs du Schatt-el-Arab'*, Lcnormant H. anc. III, 
328. Derselbe dürfte in dem OboUa, Abolla der Späteren erhalten sein, 
den die Syrer Abul-Ulaj d. i. ostium fluminis Eulaei (^Bemst. L. Syr. I, 

17^) schreiben, die Araber xbt . — iZu denselben Colonien gehSren die Ka- 

Qtov KOf/uai in Babylonien Diodor. 19, 12; und die Ansiedelung der Eretrier 
in ^Avdi^iKxa in Susiane, Forbig er A. G. 165. 

4) Benfey Pers. Keilscbr. 21. 50. 

5) Tabari tk. II, 120: Zur Zeit des Dara stand in ;t^ (d. i. ;?^l) 

ein Mann auf vom Gcschlechte 'Ad, der hiess Du(lli ASy^ und bemäch- 
tigte sich der Herrschaft.** — Graf Gobineau hat bekanntlich versucht, in 
der Sprache der sog. zweiten Kcilschriftgattung eine starke Beimischung ara- 
bischer Wörter nachzuweisen, Lecture des inscr. cun^if. p. 105 ff. Indess fehlt 
dafür die historische Begründung, von linguistischen Bedenken abgesehen. Eher 
ist das Vorhandensein turaniscber Elemente in Chusistan wahrscheinlich (siehe 
Z. D. M. G. XXIU, 576 Not. 6), wenn ich auch weit entfernt bin, Mordt- 
manns Andeutungen in dieser Richtung Z. D. M. G. XXIV, 78 für zutreffend 
zu halten. — Syrer aus Commagene hatte Sargon nach Elam verpflanzt Oppert- 
u. Mönant Joum. as. 1864, 10. 13. 21. Von ihnen werden die Culte des 
Bei und der Belti dort stammen (Fürst in Merz Arch. I, 13, Lagarde 
Abhandl. 16, 8), und ihre Nachkommen sind die Syrer, die von Susiana 
nach Hormuz vordrangen Ritter Arab. I, 384. 

6) Z. D. M. G. XXV , 546 , Not. 6. — Dass in Babylon damaU vo! 
wiegend aramäisch geredet wurde, bezeugt* direkt (2, 4) und indirekt das 
174 V. Chr. verfasste Buch Daniel. 




BlaUy dltarahiBche Spro/chHudim. 329 

Antiochns der Grosse ein friedliches Abkommen ^); die persischen 
Reiterschaaren I die Namenios anf arabischem Boden am Gap der 
Maken schlag ^) | scheinen arsakidische Besatzungen oder Söldner 
gewesen zu sein. Gegen die Arsakiden insbesondere richtete sich 
der Band ^^ den^ ^^bevor noch das Königtham von ^^Sawad-Iraq 
(Gharakene) in die Hände der Armanier ^) Tom Geschlechte 'Ad's and 
TamAd's fiel'% arabische Fürsten in 'Oman and Bahrein mit Hftlfe 
der aas Nebakadnezar's Zeiten in Anbar ansässigen Araber schlössen^ 
and in Folge dessen vornehmlich die Ijäd and Azd in Iraq Fnss 
fassten. Eine der ältesten Ansiedelangen der Ijäd war ^^n der 
Grenze von Iraq'' die Landschaft 'Ain-Ijäd mit vielen Dörfern and 
Aeckem, an einer Qaelle, die Ijäd, ,;ein Mann von amaleqitischer 
Abstammang/' erschlossen hatte. Sie . lebten dort anter eigenen 
Forsten bis in die Zeit des Gadima-el-abrasch, der selbst 
azditischer Abkanft war *). Vor den Benn-Ijad war bereits ein 
arabischer Stamm nach Iraq vorgedrangen, der nach der allgemeinen 
Richtung dieser Zazttge gleichfalls von Bahrein her vorgeschoben 
wurde, ;^aiqar b. Hif mit seinem Volke and Anhange^' '). Nach 



1) Poijb. 11, 34. 

2) PI in. 6, 6. 152. Trümmer solcher persischer Besatzungen in Bahrein inr 

Zeit der Sassaniden waren die BJu'u^^t und bJ^LmI Gawüliqi 10 ff:, Beli- 

dori 78. 372 ff., über welche S ach au zu dfawäl. S. 3 f. näheres ermittelt hat. 
Von ihnen soll eine Ortschaft zwischen 'Oman und Bahrain lXmmI benannt 
worden sein. Jaqüt I, 237, Qamus s. ▼. — Vgl. Bein and Mis. 47. 52. — 
Tabari m, 51 gedenkt eines Königs \J^.j^ von Bahrein, der von Ardeschir 
um 230 n. Chr. besiegt wurde. 

3) Tabari tk. II, 21: „und sie machten miteinander ein Bündniss, dass 

wenn einer der Aschkanier oder der KÖDige von Rüm gegen sie zöge, 
SBch sie ihrerseits einander Hülfe leisteten, sich den Rücken deckten und den 
Konig angriffisn, um ihn nicht in ihr Land zu lassen. Zn dem Zwecke sandten 
sie von Zeit zu Zeit Leute nach Iraq und Anbar, unter dem Vorwande, von 
den in Anbar wohnenden Arabern, die von den Gefangenen Bochtna^ar's waren, 
6etr»ide und Lebensmittel au kaufen, um Kundschaft Über die Aschkanier- 
Fürsten dnzuziehen.^* — Fürsten von 'Oman erwähnt dabei Ihn Doreid 
in Belake pr. lin. p. 9. k. 

4) Tabari a. a. O. fügt hinzu: Jeder vom Geschlechte *Ad, der König 
irird, heisst Arm&ni, v3W'" ~~ Wüstenfeld Wander. 49 übersetzt das 

CMehe Wort bei Bekri immer durch Armenier! Dass Aramäer gemeint 
alnd, hat Nöldeke Z. D. M. G. XXV, 120 angedeutet, aber nicht scharf 
g^rnig hervoii^hobcn, dass darunter im Besonderen die Dynastie von Characene 
^-n irerstehen ist. 

5) Tabari a. a. 0. U, 23, Hamza Isf. 74. 

6) 8o Tabari tk. H, 21: v^A-^ r^ jlÄp.; Bekri b. Wüstenf. 



"VTand. 49: UjJl ^^ Vyj'JuJl, Cod. Cambr. ^Uu^!; JÄqÜt 11, 377: 
5^ VN . ixÜ 




O^ o 



mUJ.. 



330 Blau^ aUarahUche SproGhttudien. 

einer sehr fragmentarischen arabischen Sage war Haiqar Herr von 
Märid in der Jemama, gerieth in Kampf mit andern Arabern, ver- 
bündete sich mit Persern nnd wird sogar znm König der Parser ge- 
macht ^). Die Genealogen reihen ihn in die altarabischen Ge- 
schlechter ein *). In Wahrheit aber ist er kein anderer als der 
abenteaerliche Sohn des Antiochns Grypns, den Josei^as *) 
EvxaiQog nennt, nnd der in den Jahrai 95 n. 94 v. Chr. an 
der Spitze eines Heeres von 40000 Syrern nnd Jnden nnd 3000 
arabischen Reitern nnter dem Titel König von Damaskos den Ver- 
such machte, noch einmal die selencidische Herrschaft in Ostsyri«! 
nnd Arabien aofznrichten , dabei aber in parthische Gefongenschaft 
gerieth. Die Statthaltersdiaften im untern Euphratlande waren da- 
mals, schon seit einem Menschenalter, sich selbst überlassen; Partei- 
gänger aller Länder, bald von syrischer; bald von parthischer Seite 
zu Satn^ien bestellt, machten sich die Wirren zu Nutze and grün- 
deten selbstst&Ddige Herrschaften. 

Insbesondere ist der Bildungsprocess des Königreichs GharakeDe 
nach dem zu beurtheilen, was gleichzeitig in Babylon' vorgieng, wo 
der Hyrkanier Himerus, den Phraates U. zum Statthalter eingesetzt 
hatte, als er nach Ueberwindung Antiochns VU. den Zug g^;en 
die Scythen unternahm , sich mit Gewalt festsetzte, Artaban dem 
UI. (Arsakes VIIL) trotzte und sogar Münzen mit seinem eigenen 
Bildniss schlagen liess *). (}anz ebenso machte es Hyspaosines, 
der nach Juba ^) ursprünglich Satrap des Antiochns YH. gewesen 



1) äaw&liqi 54 mit Sachaas Not«: jUur^t. Dies Marid wird das 

▼on El-A*scha bei Jaqftt IV, 389 erwfthnte in der Jemama sein, wo ein YoUls- 

stamm persischer Abkunft JkJLiuuoit (Öawal. 100. Qamos HI, 5) ange- 
sessen war, 

2) Tabari a. a. 0.: Hif b. 'Amr b. 'Adn&n, nnd besser und voUer Jaqüt 
II, 377: HiTa b. 'Omeir b. Qana9 b. Ma'add b. 'Adnin: Nach Bekri a. a. O. 
war er von den Bena-*Amam b. Qana^ b. Ma'add, einem alten, früh in Grunde 
gegangenen Stamme, der bei Bekri a. a. O. 19 mit den diorfaom insammen 
erwähnt wird^ Ich leite alle Angaben über diese Benu-Qana9 aus einer 

jüdischen Quelle in Medina her, die den edomitischen Allüf TwJ> Gknes. 36, 11. 

15, Nachkommen des Eliphas, des erstgebomen unter den 71*1!^ ^!!^(*Aditeni) 
in derselben Qegend, wohin ^Ufidv LXX, 'Ofiavo^ Joseph. Ant. 2, 1, 2 weist 
(oben S. 320 Anm. 6) , untersubringen wusste. 

3) Joseph. Ant 13, 13, 3, 4—14, 3. BeU. Jud. 1, 4 ff. Fragm. H.6r. 
UI, 715. Wie .Uu>> aus EvMai^oij so ist auch \Jo^ nur aus ^^Ju^^- 
r^nos oorrumpirt. Die Urquelle der arab. Sage werdeh Ueberlieferungen eben 
jener Juden und Edomiter sein, die an dem Zuge theilnahmen. 

4) Siehe v. Prokesch-Osten in Numism. Ztsch. 1869 S. 225 anliss- 
lieh der Münse des EGmerua v. J. 139 SeL Aera == 123 v. Chr. ; die von Hys- 
paoeines eriialtene Münse ist ▼. J. 188 = 124 n. Chr., ebda. S. 251. Vgl. 
Reinaud Mte. 32. 

5) Plin. 6, f. 139: Juba Satrapen Antiochi fuisse falso tradit Dass nur 
Antiochns YII. Sidetes gemeint sein kann, hat Reinaud M^. 30 erwiesen. 



BlaUy aUarahuehe Spradutudien, 331 

seiii soll. Sein Spiel im Sawad war noch leichter, je femer die 
syrische Oberherrlichkeit gerückt war. Er huldigte den Arsakidetf 
um den Preis der Anerkennung als König. Eine hierher gehörige 
wichtige Notiz über die Satrapen oder Markgrafen, welche im Namen 
der Orosskönige den Grenzstrich von Hira bis Bahrein^ also ein- 
schliesslich der Landschaft Maisan oder Charakene verwalteten, hat 
Hamza ^) aufbewahrt In S i n d a d ; dem Nachfolger des S a c h t *), 
der das Gestadeland von der Grenze der Wüste bis Bahrein be- 
herrschte und dort unter anderm die Burg Du-Scharafät erbaut hatte, 
erkenne ich eben unsem Hyspaosines, den Sohn des Sagdo- 
donacus ^), den ersten König von Maisan und dem Küstenstrich 
des erythräischen Meeres % den Erbauer von Spasinucharax. 

Seine Nachfolger, soweit sie, vorzugsweise aus Münzen, be- 
kannt sind, führen theils persische Namen, me*A^aßdCvSf 'Ogaßa- 
^ijQ, 'AgrdßcevoSf theils aramäische^ wie* ArrdfißiXog/^ßiW^Qi^yos^ 
es ist ein vergebliches Beginnen^ wenn Langlois ^) darin arabisches 
Sprachgnt finden will. Die Inschriften der Münzen selbst sind an- 
fiLnglich griechisch, später auch zuweilen aramäisch^). Die ganzen 
Cultnrzustände Babyloniens zeigen in der folgenden Zeit das ara- 
mäische Element als das dominirende in der geistigen und litter- 



1) Hamaa 109 (tt^v des Textes verdient gelesen zu werden). In wie 

alte Zeit diese Notis zurückweist, zeigt die Voraussetzung, dass die Kinda 
noch in Hadhramant wohnten (s. Z. D. M. G. XXIII, 582 Not. 9), worüber 

ausführliches Jftqüt II, 100 s. v.' JumJL:>> (So hiess der Gtötse, den die. 
Kinda n. Hadhramaut verehrten). 

2) OtvXJuM ist verglichen mit OtJüu, Ol<->jj und ähnl. ein Ck>mpositnm 
mit dem Oottesnamen Sin = Jlfi/iAd^oTOg; c^v-^Um konnte bloss Abkürzung 



aus Sagdo-donac sein;, vgl. ^OJLm'=^ yiJ^^jH VuU. II, 298a. 

3) Diese Namen halte ich wie Vogü^ Inscr. S^m. p. 11 für semitischen 
Ursprungs und möchte 'Tanaoairr^s (obgleich auch persisches *jia7ta^ivTjs 
Herod. 3, 70 anklingt) als ein Compositum aus Y^i und 3^G^ „abundantia, 
opes** vgl. '^ytpa^ n. propr. , oder 3^?tD vgl. 3? ^^'»bÄ , ^5^^«^ ? ansehen , wo- 
TOD SindAd eine f^ere Uebersetzung wäre. In Sogdodonacus ist die erste 

Hilfle araoL HwlD „qui colit^S die zweite doch kaum ASI"?; sondern ein mir 
unbekannter Gottes- oder Genienname. 

4) Lucian llacrob. 16: 6 Xd^axos nal räfv Mar* ^E^v&(fav ronai^ 

«* 
ßiufdsvs, Hamsa*s y^J^J^ bezeichnet dieselbe G^end, S. II^'a, Z. 1. 

5) Langlois Nuol Arab. 62. Bdos ist sicher aranL b*^!l und N^Qiyoi 
^=s\y\^j mandXSsch nirig s. Gesen. thes. II, 913. 

6) Langlois a. a. O. 57 ff. Ausser der Bilinguis bei Langl. 76 kenne 
ich eine mit aramäischer Legende im Besitz des Grafen Prokesch, auf der 

tetlicb KSb^a und ein nicht ganz sicherer Kdnigsname I^Ü^ITM zu lesen ist. 



332 Blau, aUarahitche ßpraeh^udimi. 

arischen Sphäre | gerade wie in Palmyra und in Petra. Die aj 
bischen Eroberer schmiegen sich der vorgefundenen und herrschend! 
Bildung der Zeit ftlgsam an. 

Dabei geht aber arabisches Volksthom nicht zu Grunde, sondei 
erstarkt melir und mehr, je dichter die Nachschübe aus dem Innei 
Arabiens; die den Anstoss von der sabäiachen Wanderung eibalftei 
auf einander folgen. Tabari ^) schildert in dem Capitel: „ftber di 
arabischen Könige von Iraq und Babel aus den Beni-Ismail ui 
den Beni-Maadd^' mit kurzen Strichen den Fortgang der Benli 
nähme des mesopotamischen Niederlandes durch die Araber in de 
Arsakidenzeit folgendermassen: 

,;Als die Tage der Herrschaft der Nachkommen des Arsakes ' 
zu Ende gegangen, fiel das Eönigthum von Iraq an eine Dynastie 
die man Armanier nennt Diese also wurden Könige an Stdie de 
Arsakiden. Doch blieben sie es nicht lange; die Hoidenkönif 
waren ihnen nicht botmässig, vielmehr entstand zwischen bdda 
viel Streit Da nun die arabischen Fürsten, die in Bahrein waien *) 
Amr b. Taim b. Asad, Malik b. Fahm b. Täim, Zoheir b. el-Qui! 
äatafan b. Zoheir b. Ibfid, Moseih b. gobaih b. el-Harit b. QU 
Mähir b. Dochar nnd Malik b. Zoheir hörten; dass das Beleb voi 
Ira([ in den Händen der Armanier war, aber die Hordenkönige Bid 
ihnen nicht unterwerfen wollten, sondern sie hart bekriegten, eiliobei 
sie einmüthig das Banner von Bahrein, sammelten ihre Heere a» 
griffen an. Sie entrissen jenes Reich den Armaniem, veigewaUigto 
sie und trieben sie weg; sie selbst aber besetzten ffira und Ai 
bar. Dort wohnten dazumal die Nabatäer, welche jetst das Niad* 
land von Iraq bewohnen , und , auf die Dörfer znrückgedringt, dfl 
Acker bauen. Diese alle sind Ueberbleibsel der Armanier. IM 
als die Araber kamen und die Macht ihren Hftnden entwandtt 
wurden jene aufs Land flüchtig und beschränkten sich da aof ds 
Ackerbau , indem ihnen das Regieren vergieng. So kamen die m 
bischen Fürsten nach einander ins Land und Hessen sich da nedtf 
Die bereits ansässigen Araber leisteten ihnen liülfreiche Hand U 
sie die Armanier gänzlich von Iraq*s Boden verdrängt hatten. AI 
mälig nahmen sie Hira und MoQul und die 6ezira bis nach Agito 
Holwan und bis an die Stadt ^^Ü ^) ein ; aber Is&han und CÜ* 

1) Tabari tOrk. üebers. II, 21ff. VgL Bekri bei WttatenWd W»< 
49. Ma9adi lU, 183ff. Jäqüt MB. II, 376f. 

2) Tabari anterscheidet immer die AflcbkanilLn , die eigentUeh« Ai* 
kiden, die in Iraq residirten (Mircbond in Z. D. M. G. XV, 665 t) * 
den MuIük-i-tawMf; worüber ich hier nur auf meine Andeutungen in Z. D. V>* 
XVIII, 683 verweisen kann. 

3) Ibn Doreid bei Reiske pr. lin.^9 lässt den Halik b. Fahm itt ^^ 
angesessen sein. Nach 'Oman flüchtete auch später dessen BobB ft**" 
Hamza 74. 

4) Ein Copisten- oder DruckfBhler im türk. Texte, den leh nickt « * 
richtigen weise. An einer andern SteUe UI, 16 aählt Tabari ils die «i» 



Blau, alUrrabische SjyrnchstMlien. 333 

8tn and das Land bis an den ^aihün blieb im Besitze der Horden- 
könige^ die Nichtaraber waren/' 

Sonstige fragmentarische Nachrichten über die Kämpfe jener 
innanischen Dynastie mit den Ardawaniem (der zweiten Arsakiden- 
reilie) % aber ihren letzten von dem Gründer des Sassanidenreichs 
Qrtenrorfenen König Baba '), denselben der anch vom Talmud als 
eia saracenischer Fürst und Bandenführer und Zerstörer der Hoch- 
Kknle Nehardea (um 259 n. Chr.) genannt wird ^), und über die 
Kihiigsgrftber in 'Akarküf, welche einer Dynastie zugeschrieben 
werden, die vor den Sassaniden über die Nabatäer herrschte und 

dea Namen der .,^lL/ tr ägt, geben sowohl über die Zeit, in 

wdehe diese arabische Einwanderung in Iraq anzusetzen ist, Anfang 
bis IGtte des 2. Jahrhunderts n. Chr., einen unsem Zwecken ge- 
oflgenden, und durch die Münzgeschichte der Arsakiden noch näher 
n detaillirenden ^) Aufschluss, als anch machen sie es fast zur 
Gevissheit; dass das Königsgeschlecht der Armanier oder Kinanier 
kein anderes ist, als eben jene Dynastie von Gharakene oder 
Vaisan, die Nachfolger des Hyspaosines. Die Geschichte kennt 



Anbentidte auf: Hosul, HadtU (falsch K>.aä^), Sahba, Hira, Samirra und ei- 

l^^dn, — Reiske prim, lin. p. 9 nimmt nach einor, wie ich glaube, missver- 
'^udfloeii Stelle Nawairis an, dass Hira schon um Christi Zeit unter Sapor, 
^ iweiten Arsakiden, von den Arabern und ihrem ersten Könige Malik b. 
^^ ia Besits genommen worden sei. 

l)Bekri bei Noldeke Z. D. M. 6. XXV, 121 und Wanderungen 49. 
Bamia 76. 

2) Ibn-al-Athir I, 244. 275, ciürt v. Nöldeke a. a. O. 

8) Lery in Z. D. M. O. XVIII, 97. fi^ClC. bb nehme ich, wie Gut- 

'^^üd smnt gethan, als einen Ehrennamen, nach Analogie von Atabeg, 
^cbsleh u. dgL 

4) jaqftt MB. m, 695: „Bei 'Akarkftf ist ein grosser Erdhügel, Trümmer 
'h« fetten Schlosses, von dem Ihn el Fakih berichtet, dass es die Gruft der 

'^iBtnier*K5nige (^^^v^LäaXJI «i)^JUt ^-!^) ^^^ welche vor dem Geschlecht 
^nSüsaniden über die Nabatfter herrschten/' Chwolsohn hat aus dem 
^fi^iu el-Boldan eine fthnliche Notiz über eine kanan&i sc he' Dynastie, die 
■> Babylon recpert hätte, beigebracht (Z. D. M. G. XV, 7). Gutschmida. 
^ 0. rieht darin nur einen jüdischen Sagensynkretismus, der die Nimrudsage 
^ kananiitchen Elementen ansitaffirte. 

5) Beadhtenswerth dürften für diesen Zweck insbesondere die Arsakiden- 
mit dem Monogramm XAP , welches die PrXgstütte Charax beaciehnet, 

^ 8. T. Prokeseh- Osten in Num. Zeitschr. 1869. S. 251. Mündlich 
^*chte Prokesoh mich vor Jahren darauf aufimerksam, wie etwa seit dem 
'^ Jahnehend dea 1. Jahrhunderts unsrer Aera , der Wechsel der Prägstätten 
*i*Ukehe noch unbenutzte Fingerzeige für die räumliche Ausdehnung der arsa- 
^^dbeben Herrschaft biete, und bis ins 9te Jahrzehend hinein diese Probleme 
^ hänfen, insbesondere ist in den Jahren 371—389 Sei. eine Doppelung 
^ DTaastie erkennbar. 



334 Blau, aUarabuehe Spraektiudimt. 

kein zweites staatliches Gebilde, das in gleicher Zeit neben diesen 
Königreich in den unteren Enphratländem Platx gehabt hAtte. 

In dieselbe Zeit nnn, wo Armanieri Aramäer, die Herren des 
Landes waren, Araber aber schon in grösserer Zahl danrischen 
Fnss gefasst hatten, versetzt nns ein Schriftsteller, der zwar grieduBdi 
geschrieben hat, aber ans Babylon gebOrtig war, Jamblidnu, mit 
seinem Roman, dessen Anszfige Photias aufbewahrt hat^). Jdb- 
blichas war ein Zeitgenosse M. Anrels nnd befand sich in Balqrloo 
zor Zeit des parthischen Feldznges des Lndns Veras (1€8'106 
n. Chr.) '). Die Hauptpersonen der Erzählung, neben dem Uxb» 
paare Rodanes ') und Sinonis, der König Garmos m 
Babylonieu; der Quacksalber Soraichos, dessen Vater der Zöllaer 
Soraichos, der Oberrichter Bochorös, der reiche Wflit- 
ling Setapos^), der Scharfrichter ZobaraSi die Eoniiche& 
Damas, Sakas^) und M o n a s o s sind nicht phantasHsche 
Figuren des Dichters mit willkQrlich ersonnenen Namen, sob- 
dem Typen der babylonischen Gesellschaft aus einer bestimmtei 
Zeit, die zu dem Schauplatz der Erzählung, am Tigris und EnpM 
und auf der Insel am Zusammenflusse beider mit dem Heiligtin* 
der Aphrodite-Tanais (Anahid) ^, völlig harmoniren. Sie stdlei 
ein Gemisch arabischer und aramäischer Elemente in den HotkrtiMB 
vor Augen, wie Jamblichus sie aus eigener Anschauung kaoote. 



1) Jamblichi Dranutticon in R. Hereher, Erotici a c riptow i OtM^ 
Tom. I, 216-230. 

2) Jambl. a. «. O. c. 10. S. 225. — Vgl. Fragm. H. Qtms. 01,^ 
Lagardes ^bh. 188 Not.) Anstoss an dem inl JBoaifiav t»v ^jäpuftiftit^ 
loii ^AffonttiSov l&88t sich auf eine weit weniger gewaltsame Wrfü, ik ' 
thut , beseitigen, wenn man erwägt, dasi Tigranes III sehr wenig Ben !■ ^ 
nen Lande war und eine andere arsakidiscbe Linie daneben thronte (Btrlt- 
sanes liist. d* Arm. in Fragm. H. Gr. V, 2, 65.) Ba ist danaeb ti *■ 
Texte des Photius nichts au ändern. 8. SUbhi Bey, AnakideB & S^* 

8) *Po8avrjß=zOvaif8drti£ Theoph. Bys. in Fr. H. Gr. IV, 271, iiiP''' 
sisch-armenischer Name (ygL Pott Z. D. M. G. Xm, 890), den ich S. D. Vi ^' 
XIX, 855 auch auf einem babylonischen Cylxnder so erkennen glniMi, V0 J** 

doch statt p9^ jetat 1^9^^ gelesen wird (Leyy Siegel 7). 

4) JS^vanos viell. nt3*^ti v. Ws. Üta*^ , von der 'Jandmi bekinntv IP- 
ist. Vgl. auch bNar»'? Nehem. 3, 4, und b«:pÖ'^rJ9 Genei. 8Q, 89. 

5) £axai pflegt Titel der Mundschenken an sein : so heisst der 

des Astyages (Xcn. Cyrop. 1, 3, 8) ^axas, nnd i^S^*? die gWibe 
am assyrischen Hofe Jes. 36, 2. 4. • 

6) Ueber den Guit der Anahid in Bäbylonien 8. Langloitam^. 

126, Not. 1. — n*^dM hiess sie insbesondere in SosiaDa, bei im V^ 
Lagarde Abh. 14 f. Ebendieselbe wird 2. Makkab. 1, 18 Nrnrnm ftfü^ 

nnd wenn also Bar Ali bei Lagarde 16 angibt, dass sie bei den IICV9^ 

Namen ^^^ gehabt habe, so können damit nur unsere Araber In Maseas fi*^ 
sein, denen Jambl. c. 8. 9 die l4f(^oBixr, Tatvat^ ansehnibl, Ihä V* 

mais yerlegt Melito die *^33 Gott. G. A. 1871 S. 1107. 



BktUj aUa/rahUche Sprachstudien. 335 

irftre ein solches Bild der Cultorznstände und ethnographischen 
ttnisse Babylonlens von einem Angenzengen schon interessant 
y wenn es nar den Thatbestand zur Zeit des Verfassers 
feite. Denn selbst dann wären die Namen SoQoiyoQ Vater 
ohn *), Moväiaog *), Boxogog *) und vielleicht idgiaog *) 
isse Ar die Existenz der altarabischen Nationalität in jener 
d om die Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christof), wie 
der dem Jamblichus wirklich gleichzeitige, historische König 
we einen durchaus arabischen Namen trägt ®). Noch pikanter 
aber die Geschichte dadurch, dass der Verfasser — sei es 
lach eigener Erfindung, sei es etwa nach einer von ihm be- 
i Quelle — seine Begebenheit in einer um 200 Jahre zurück- 
ien Zeit spielen lässt, indem er die Königin Berenike von 
ten ^ einfllhrt, die keine andre ist, als die ungltkckliche 
r Ptolemaeus XL, die nachdem sie drei Jahre Regentin ge- 
war, im J. 56 y. Chr. zum Tode verurtheilt wurde ®). Suchen 
ie fischen Gestalten des Jamblichus in dieser Zeit unter- 
gen, BO ist der babylonische König Fagfiog kein andrer 
r dritte Nachfolger des Hyspaosines von Charakene, den Lu- 
*) nif€aog, die Münzen TIPAIOS^^) nennen. Vielleicht 



Lagarde Abh. 183: ^jJSoQatxos des Jamblichos ist Schar aich, ein 
rkoimnender trabischer Name". Wetz st. A. Inschr. 863: äord^ 



O« J 



ff, Insehr. bei Vogfiö No. 11: JSoQaixoe^'^^^^^j also (i)u^ (Wust 

tt); Hiebt g^wÄ. 

M6vatoosj vvo/ta xv^tor Suid., wahrscheinlich aas Ja mb lieh, c 16, 
tt MavaaoQ edlit wird, wird am so mehr herzasteilen sein, als aach 
B Mopaünjs bat. Vgl. Langlois Nam. Ar. 72. 

V(^ j4flXO(fog in einer haaranischen Inschriff v. Jahr 155. Wetzst. 

Z. D. M. O. XVI, 355 f.: ^j^. 
I Man erinnere sich, dass in eben dieser Zeit die verbündeten Tanach- 

• in Iraq dnrftekten Z. D. M. G. XXU, 660. XXIU, 576. 

) Lagard e Abb. 183: ff£6ai/ioe würde das arabische Sahaim sein vgl. 
Bin de Perceval bist. lU, 596". Vgl. Z. D. M. 6. XXV, 534 Kot. 9. 

Uess dn Dichter, Öaw&liqi 107. Wüst. Jaqüt VI, 445. 

I JambL 17. 20. Ueffi Ba^avixpis ^rtg ijv &vydTi]Q tov ßaaditog 

ittmVf ual TÖfv äyQimv avrijs xai äx&äoficov igoireav ..• are tov 

ff taXav%f}0aytos ßaatXtvovaav, 

)Dio Gats. 89, 57. 58. Strab. 17, p. 7%. Porphyr. Tyr. 7, 6 

iW wdteren Nachweise bei C. Müller fr. H. Gr. UI, 723. Nar regierte 

>kt aaeh ihres Vaters Tode, sondern nach dessen schinählicher Vertreibang 

ifty. Chr. 

) Laelan llaqfob. 16: T^näios (v. Tei^atog) Se o fia&^ 'Tanaaivtiv 

) IiaBgL Nnmim. Arab. 59 setzt die Münze desselben pL II, 2 am 

* 29 T. Chr., die Begierangtaeit desselben im Allgemeinen zwischen 61 



633 Blau^ aüarabuche Spraehsiudim. 

liegt sogar bloss eine NamensverderbiüsS; FAFMOS ans THPAIO 
vor; aber auch ohne diese Annahme fügt sich der Stoff des Rom 
ebenso gut in die vorchristlichen Zeitverhftltnisse, als in den Bahn 
der zeitgenössischen Zustände von Babylomen, inmitten deren Jf 
blichns lebte. 

Ganz ähnliche Aufschlüsse über das Nationalitätengemisch 
Gharakeue nm dieselbe Zeit geben femer die palmyrenischen '. 
Schriften ans den Jahren 155 bis 193 n. Chr., die der Hindc 
karawanen gedenken, welche damals zwischen Spasinncharax 8 
Palmyra verkehrten ^). 

Die Handelsstrasse, auf der damals der immense Wasrau 
ans den reichen Emporien des persischen Meerbusens nach i 
Häfen des Mittelmeers gieng, nahm den Umweg über Pahnyra. I 
direkte Weg durch die Wüste , auf dem der nabat&ische Em 
zwischen Petra und Babylon sich bewegt hatte ^, derselbe, auf d 
Cambyses' Heer von Unterägypten nach Susa sich gerettet ^) o 
auf dem Ptolemaeus Lagi um 311 v. Chr. seine Hfllfstmppen 
Seleukus gesendet hatte ^), war seit dem Fall des Nabatämeid 
mehr und mehr verlassen, und um so unsicherer geworden, als( 
Vorschieben der sabäischen Stämme aus dem Inneren Arabiens gq 
eben diese Linie begonnen hatte. Die politischen Wirren auf d 
Grenzgebiete des parthischen und römischen Reiches machten vollei 
den Waarenhandel zu einem gefahrvollen Unternehmen. Es g 
für ein hoh^s Verdienst um die Wohlfahrt des palmyrenischen Exak 
die mit den kostbaren Gütern des Ostens beladenen Garawaooi v 
dem Mündungsgebiete des Euphrat glücklich durch den Bereidi i 
räuberischen Araberstämme hindurch geführt zu haben. Wie fli 
allen Zeiten natürlich gewesen ist, dass man zum Schutz soidi 
Züge von Waaren und Reisenden im Gtebiete unbotmässiger Nonil 
sich der Gunst und 4hatkräftigen Hülfe der Stammhäuptlinge t< 

— 14 V. Chr. (S. 57). Sollte nicht von demselben König der Nahr-Tl 

^.jo* j^^ einer der Canäle im Sawad, benannt aein, wie vom Kftlff^ 

berichtet wird, dass der letzte „Konig der Nabatfter*' Um gnibtti Ums (J*4 
MB. IV, 846.) 

1) Vogü^ Inscr. S^m. p. 8 ff. 

2) Eratosth. bei Strab. 16, 4, 2; 2, 30. Wetist Nordanb. 41 
Movers Phon. B, 306 ff. 

3) Arrian h. Ind. 43, 4: aXXa ol an* Aiyvnxov ycLQ ig Sovaa AC 
&ivTes xrjs oJQarirjs Kaußvaeto xai oi na^d IlxoXeuaiov rov My99 M 




yttQ fifi6(»a£ vnaid'Qioi dvix^a&ai 9ta xav/ua advvaxoi i^oav, 

4) Droyson Hellen. I, 399 ff nnd nach ihm C. Mfiller Chogr. H*- 
369 , der indcss vorsichtig hinzufügt : qnando et qua oeoasione boe fulO0 ' 
non constat. Ueber den 10 tigigen Wüstenweg von Sarchad nadi Wm^J^ ' 
römischer Zeit s. Wright Christ. Arab. 105. 



btau, aUarabische Sprachstudien» 337 

sicherte, deren Machtbereich berührt wurde, so war es auch hier 
der Fall. Von ihrem Aosgangspunkte Spasinncharax bis znm Fluss- 
übergang Forat innerhalb des Gebietes der Fürsten von Charakene 
Terlaufend ^), folgte diese Strasse dem rechten Euphratufer in der 
Richtung über die Ton Yologeses I erbaute Stadt Yologesias '), in 
der Nfthe des späteren Hira, nach Anb&r; welches damals noch den 
alten Namen uqxov führte ^), und wendete sich von da, je nach 
Umständen entweder direkt durch die Wüste nach Palmyra oder 
im weiteren Bogen über Circesium ^); sie ist also dieselbe, welche 
die lünerarien der ältesten arabischen Geographen als die Strasse 
vom Euphrat nach Syrien beschreiben und auf der sie noch viele 
alte Namen anzugeben wissen ^). Unter den arabischen Stämmen, 



1) Plin. 6 9. 145. Stromabwärts benatzte man gern den Wasserweg: 
Chmracem inde XII m. p. aesta navigant. — Strabo 16, 4, 1 gibt die Qren- 
sen Ton Matte^nj^ womit natürlich MaiOTJtnj gemeint ist. 

3) Plin. 6, «. 122: Ad Selenciam ezhanriendam, Ctesiphontem jozta ter- 
tinm ab ea lapidem condidere Parthi, qnod nunc capat est regnorom. Et 
postqnam nihil proficiebatnr, naper Voiogesas rez aliud oppidom Volo- 
gesocertam in vicino condidit. Ptolem. 5, 20, 6: Oifolyaiaia, Steph. 
Bys. : BoXoyBOOi&s noXts fCQOs tqT Euy>^dTTj ix BoXoydaaov ßaotXito^ 
4^X10 funj, Inscr. C. J. 4489 und Palmyr. Vogü^ No. 4 Oloyeoidg, Nach 
Tab. Pent. 62 mp. von Ctesiphon. Es ist klar, dass Vologeses, der Zeitgenosse 
Neros, aus handelspolitischen Bücksichten die Stadt auf gewissermassen neu- 
tralem Boden anlegte, um den Durchzug der Waaren zu erleichtem und zugleich 
dem babylonischen Handel Concurrenz zu machen. — Die Araber kennen in 

der Oegend kein v^JCäm*^ wohl aber ein aj>^ das einen Best des alten Namens 
enthält JAqüt IV, 939. Aram. M*>\D:(bfi< Vogü^ a. a. O. 

3) Ptol. 5, 20, 7: ^Oqx^j P1>>^ 6, «. 128: Orcheni quoque in eodem 
ritu eoUocantur ad meridiem versi (sc. a Hipparenis ^ Sinfa^a Ptol. vgl. 
Weissenborn Jul. Perserzug in Ersch u. 6r. Eacycl. 236 Not. 399); und 
Jftqüt MB. I, 368: Die Perserkönige nannten es Ahrä d. i. horrea and 
als die Araber einwanderten, Messen sie es 'An bar, Oetreidespeicher, weil dort 
die königlichen Magazine für Weizen , Qerste ,' Heu und Stroh waren. — An 

diese« Hör j i^j^ pl- ^tj^t» vieUeicht indogermanischen Ursprungs, knüpfen 
Araber die Sage yon der Auswanderung Abrahams aus Ur in Chaldia. Jftqüt 
t. a. O. 

4) Wenn gleich dieser Name der Stadt am linken Ufer des Euphrat, am 
^inflnss des Chaboras, erst aus Diocletians Zeitalter stammt, so muss doch der 
^nnkt selbst, wegen des Anschlusses an die mesopotamischen Strassen (vgl. 
Weissenborn a. a. O. 236, Not. 386) von jeher bedeutend gewesen sein. 

^v steht die traditioneUe Gleichstellung mit dem «)t733^S des A. T. auf sehr 

«ehwacben Füssen. Da 18'«X)=MV3'^» Gen. 10, 30 Maisan ist, so Uegt 

tfeiindestens ebenso nahe qLmuuo ^ji J&qüt IV, 257. 

5) Sprenger BR. 91 ff stellt die Bouten nach Ihn Chordadbeh, Codama 
^aad Idiist ausammen, wie sie sich an das Strassennets von Iraq S. 62 an- 
^efalietsen. Im Ganzen trifft er das Bichtige; von Einzelnheiten ist für die 
^Ite Geographie folgendes das Interessanteste: Nach Ihn Chordadbeh hiess 

llaqqa auf rvmiseh jM^Lu^ld?; es ist zu lesen ^jM^iuj^l3 KnXXiviHog oder 
Bd. XXVU. 22 



338 Blau, altarahiache SprachshuUen, 

die nm die Mitte des zweiten Jahiiiunderts nach Chr. als die be- 
rufensten znm Schatze der hier durchziehenden Handelscarawanen 
erscheinen, lassen schon die arabischen Nachrichten die Benn- 
Ijad hervortreten. Diese hatten bei ihrer Einwanderung sich in 
dem „Lande des Sindad'' an der Tigris-Enphratinflndting festgesetit ^), 
eben jenem Striche, den Hyspaosines zum Könqireich Charakene 
erhoben hatte, unter ihren Niederlassungen da^ibst wird alB 
älteste 6abal genannt % das als Station der grossen Strasse nodi 
Codama verzeichnet. Insbesondere waren sie im Besitz der Wasser- 
stationen anf der Wttstenseite, eine Hauptsache fflr die Yersoi^gniig 
der Oarawanen. Ihrer Ansiedelung in 'Ain-Ijad wurde schon 
oben gedacht '). Eine zweite Quelle mit Anpflanzungen , bekannt 
durch einen Kampf, den die ersten arabischen Ankömmlinge dort 



^jMjJsLfSi\^ Ballanikos, beides spätere Namen fBr Nicephorium 8. Benseler 
Or. EigenDAm. S. 602. — Von Ro^afa 35 IC in der WOste lag ÄJ^^ dessen 
eigentlicher Name LyQ^Ll3J Ptolemae'a? w&r. — Dann 64 M. weiter nach 

DamascQS zu «^y>^ d. i. Geroda Itin. Anton. 196, 1 s. Z. D. M. G. XXV, 

5&4. — „Anbar hiess bd den Persem Firas'-Sabar, bei den Chiechen 
Sippara*^ vgl. Uv^ufaßo^a Weissenborn a. a. O. Not» 400. Jftqftt 
UI, 929. 

1) Bekri bei Wüstenfeld, Wand. 64 nach Ibn-Schabba „in die Gegend ron 
Sindad". Die Versuche der Späteren, Sindad als Oertiichkeit geographisch fest- 
zulegen, knüpfen immer an den Vers des Abniaswad an oLswmJI ic3 ^^aüiU 

OtsXLkM ^J^ y der nach Hamza 109 bedeutet ,, das von Sindad erbaute Schloss 

Du-i-scharafSkt" ; und suchen in Sindad bald einen Fluss zwischen Hifti und 
Obolla (Uischftm b. el-Kelbi bei Nöldeke Or. u. Oco. l, 708), bald eine 
Oertiichkeit bei Knfa (Nöldeke 694). Jiqüt sagt aidit, das« es im untern 

** 
Tbeil des Sawftd lag, sondern: J^j^b JjU^ oIsJUam ^^^JCmJ( Ju^aXi j^t ^ 

io^t Ol^ ^Ajh\ j^^ v.A^( \:>^J^ Ui '4^ , und citirt gleich darauf 
die Stelle aus Hamza, der den Sindad b. Sacht als Marzuban von er>Rif nenne. 

Uebrigens bedeutet JJUuid soviel als cL^UÜI s.^ -j^Lit und t^- V Vi/f- 

war auf dem Wege von Iraq nach Schäm ein Ort, wo Ijaditen noch zur Zeifc. 
der Feldzüge des Chalid b. el-Walid wohnten, J4qüt UI, 420. 

2) WÜ9tenfeld Reg. 244: „Dann kamen sfe^aeb al-^abal hi€«N«tf^ 

vgl. Jftqüt U, 28 ^^/^ awischen Ko*manüja und Wäab. Godidva hd 

Spreng. RR. 63: el-Öobl swf der Strasse von Ba^ nach at^^dlid & Fanii^ 
vor No'man\ja. Die richtige Ansprache des Namens wage ich bei diesar Ve^ 
schiedenheit nicht zu entscheiden. 



8) In gleicher Gegend lag auch die „ KameelqueUe ** ^S**^ C)!^ ^t^tt 
in, 760. Vgl. P 1 i n. 6, «. 158 : Föns Aenuscabales quod signiflcät cametomiD. 
J^t=J^4^. Siehe auch Bekri Wand. 82. 



BlaUy dUarabUche Sprachstudien, 33^ 

mit den benachbarten Garamäern ^) zu 'bestehen hatten, hiessen 
'Ain-Ubag >) imd lag in der Nähe von Anbar ^), Auch das war 
eine Station der Ijaditen auf der Enjj^ratstrasse ^). In gleicher 
G^end war *Ain-tamr ^), die Palmenqnelle, deren Umgebung 
wir nns nach den Berichten über Julians Perserzug ^) als einen 
Wald von mit Wein umrankten Palmen zu denken haben, der 
Gabelponkt der Strasse, die von da links durch die Wttste, rechts 
den Euphrat weiter aafwärts lief ^). Hier verproviantirten sich die 
Garawaaen fttr die Weiterreise, und nahmen Führer und Escorten 
auf®). Nichts also k£um natürlicher sein, alsdass auf solche Art 
gerade ][jaditen nach Palmyra gelangen jnussten. 

Und dass sie in der That dahin gekommen sind und sich den 
reichen Bank der Palmyrener für die glückliche Führung der Cara- 



1) Ptolem. I, 12, 5; 6, 1, 2 ragafiatoij ein assyrisches Volk, kommen 
als 6ikramiq# in den meBopotemitohea Sagen der Araber oft for; mit den 
Kabatäern zusammea, von denen sie sieh 8]»rachlich onterschieden (Z. D. M. O« 

XV, 33 f.) Hamsa 25. 28. Das Bi>od nannten sie h;}^^ GawälSqi Muarr. 

41.. Andre Glossen, , der e<*^p7a^A hat Lagarde (z. baktr. Lexicogr. 79) ans 
syriscbai» Lexfeis ezcer{nrL Saadja erkULrt ^rj Oenes. 10, 23 dureb 
AiUL>>l. Nach Jäqüt II, 284 war der Gründer von Atra ein Jto^, 

und der Epon^us von Ain-Ubag J^UU^I L^rvJLMt qJ ^ut ebenda ]II, 757. 

Hiemach ist Z. D. Bf. Q. XXDI, 576, wo des Kampfes zwischen den B. Bahra 
oJii Obag b. Salih Erw&kuung geschehen, zu beesem. 

S) Jfcqftt ni, 757: ^LiJ! J« oLäJ! vjLi ^>c jbt yyi. 

3) Abn-nävis b. JHqüt a. a. O. bemerkt, dass es zu seiner Zeit nur 
«xi^efi trockenen Wadi des Hamens gab, der bei Anbar vorbeiging. 

4) Abul-hnseia el-Temimi bei JlUjüt a. a. O. III, 756: My^\S 
i 

^a\ H^Ai .! 11 ^ oLiI v53^>^ 9 ^K^' h 73 ff, wo noch ehiiges über den Schlacht- 
tag bei 'Ain-Ubag zwischen den Gassaniden und den Lahmiden v. Hira. 

5) «.CK ü a. ZXUI, 577. Hamza 74. Ijaditen im Besitz von Aia- 
taar erw&hnt ausdrückUd^ Tabari ed. Koseg. U, 63. Jftqüt UI, 757 eetat 
^ in die KfiJie von Anbär. Sichereres über die Lage weiss ich nicht. An ein 
^^ flftefiien' komml mir der Verdacht, dass man es geradezu mit Tadmor „der 
^tirwitiiHidt" Busammen g^eworfen hat, die nach PI in. 5, f. 88 durch ihre 
^«bUchen GewKsser bekannt war. Vgl. Joseph. Ant. 8, 6, 1. 

6) Weissenborn, der Perserzug Julians in Ersch u. Gruber's Encydop. 
237, Not. 404. 

7) Sprenger RR. 64: „Ain-tamr kann nicht weit vom Euphrat sein/* 

8) Schon s. Z. des Sassaniden Schapur I c. 250 n. Chr. Jäqüt U, 283; 
^Ä Z. D. M. G. XXm, 577. Der Wüstenzug d. Chalid i. J. 14 d. H. ging 
«Walls von Ain-Tamr aus, Tabari ed. Koseg. 11,62. l:;i. JAqüt UI, 113 
^ a. a. Ein schwer zu enträthselndes Itinerar von Ain-Tamr nach Bo^ra 

^Hanran bietet Ibn-Chordaäbeh bei Sprenger RR. 64; \.^ daselbst ist 

■•* Z. D. M. G, XXIII, 571 in s-^y^ zu bessern, einem bekannten Wasser 

*i^ ^eaer Strasse. 

22* 



340 Blauj aUaralfüche SpradiHudieiiL 

wanen erworben haben , das beweiBen nun die palmyrenis 
Schriften in willkommener Weise. Die *Ia88aio&^ 'ladtj, ^T 
denjenigen Texten, die sich anf die so eben erörterten Ca 
reisen beziehen, sind Lente vom Stamm Ij&d. Die gr 
Transcription des Namens folgt denselben Lautgesetzen, n» 
der 'Ijädh b. Ganm, der nnter dem Ghalifen Omar Heso 
eroberte nnd i. J. 20 der Hi^, 60 Jahr alt, als Statthi 
HimQ starb ^), von den Byzantinern *) 'laAn; geschrieb 
Als Gentilicia sind schon nach der Analogie anderer Beispi 
Namen zu fassen. Eine noch wenig verstandene Ersehe 
den pahnyrenischen Texten« ist nftmlich, dass hftnfig am 
von einer Reihe Eigennamen Znsätze steheni ohne das flb 
welche mit der Genealogie des Genannten nichts zu thn 
auch von den gewöhnlich wiederkehrenden Personennamen a1 
und vielmehr die Heimath oder Stanunesangehörigkeit dei 
anzeigen. Es genügt ein Blick auf folgende Beispiele aas T 
No.124, 5: tfyoy» biann-« na 

„ 124, 6: -^na« bnms na 

„ 124, 7: ^^^y labö na 

„ 7: ^^^ Kbn na gr. Mai^ xovAßi 

„ 73: -^a^n« «bn na 

„ 22 : "^yn Md-^bD M-^n» na gr. nicht flbersetst 

„ 67: K"»33 Kpbia na • 

„ 3 : na««3ia p-^n na gr. AIqovov rov 1 

„ 11. 12: «ncat MS'^by na gr. xov'jiimrii 2 

n 24 : «n-^n in!?» na gr. JSoaSov xov A 

„ 4 : «T»anin«3^ «T^at na gr. rov ZaSuSa A 

ßaüu 
„ 6: fi^aaA iTa-^p» na gr. xov Moxlfwv rc 

„ 123 a, III: -^a^Dip« KT^at "^öb-^yK na gr. 'AluXafui xov j 
S. 64, Not. 2: •^üTDüb NöT na [xov'Axot^ 

und eine Vergleichung der griechischen Texte No. 85 : J) 
rov BcDkßagdxov q>vXi}g KXavSidSoq und S. 50. JkO\H*Ayat 
^Aßiltrvog^ um augenfällig zu machen, dass das alles Gea 
Stammes- und Städtenamen sind. Ohne sie alle anderw 
weisen zu können, halte ich KnfiSt zu 2lnq>a(ftt am Ei 

1) WUstenfeld Reg. 244 nach Nawawi 492: ^ ^ (j^Uc 
a. a. O. . 

2) Theoph. Chron. 520, 20: AnoXvBi Ovfiaqoi r^v Ua^o\ 
2v^av xai vntta^a ndoav Tijf^ ^v(fiav JSa(^aicijpois^ 521, 18? inap 
^ladoe naoav atqaxiav xov ßvip(fdTr/v nal xaxaiafi.ßäre& rfr 

3) Inscriptions S^itiques I, chap. 1: Palmyra pl. 1 — ^12. — ^ 

nur in No. 36 a. b. das an gleicher SteUe stehende M^nnnn alt „ 
von Palmyra** erkannt. 

4) PtoL V, 18, 7 neben ß/adijda d. i. Kehardea (Neubaner Ti 
350), jeut Sefeire. In den Keilschriften Sippar (Oppert Z. D. M 
590). Plin. 6, %. 123. — Hipparenum n. Kiepert 



Blau, aUarabiscJie Sprachstudi/en, 341 



•• y 



»*T^n zu 8^a5^, *) KMa za sXj^ bei ^bUt {'änq>aSava) inChara- 
kene *), '«y^ zn ^Fayua in den Marschen am unteren Euphrat '), 
"«ynpM zum Canal Pallakopas ^), &<ntn^ini&9 zu Asterabad, wie 
Sposinu-charax auf persisch hiess ^)j und ra^ &<:-i^ zu Biava im 
JBawtd'* 6) f«g g{Q j ^f^QQ fremde Geschlechter, die Tom babylonischen 
Lande heraufgezogen waren , aber die Verbindung mit dem Stamm- 
lande gerade durch das Hin- und her-geleiten der Carawanen unter- 
hielten: Der Enkel der Mokim von Oabbä führte i. J. 193 eine 
Garawane Ton Spasinu-charaz nach Palmyra ^, der Enkel des 
Zebeid von Asterabad i. J. 147 eine solche von Palmyra nach 
Vologesias '); der Sohn des Male 'Abdi ') war gleichfalls ein agx' 
ifmoQog, Mn^i'^iD y^ i^chef de carawane^^ Die Fülle Ton Ehren- 
bezeugungen, die dem commerziellen Verdienst gespendet wurden, 
erscheint fast wie ein Kunstgriff der palmyrenischen Handelspolitik, 



* 1) Hira war seit Anfang des 8. Jahrhunderts der Name der neuen Stadt 
(Ritter Brdk. t. Arab. I, 87 ff).; unsere Inschrift ist t. J. 262. Was meint 
Theoph. Chron. 510, 8: "jä^aßss iXaßov ttjv ^'^If^av Mal naaav xtoQav 
Fal^ (Anastas. 166 bloss: eepemnt Ran et totam regionem Gazae)? Es 
ist leichter niiQav herzustellen, als an Hira su denken. Vgl. Theoph. 
241, 12, wo Matofiä räiije und Ilit^at beisammen stehn; u. Plin. 6, f. 
144. 

2) Talmud Kidd. 71 ft (Neubauer 825) '^MIÜA mit Elam zusammen. Ueber 



mf 



LkS^y die Landschaft zwischen Ahwaz (Susiana) und Ba^ra, utn die alte Stadt 
'Abbadftn belehrt uns J&qftt n, 12; des letzteren Identität mit Ptol. V, 18, 

Mi 

13 ^An^dava ergibt sich daraus, dass J&qüt s. ▼. ..JoLac die L&ngen und 

Breitenangabe aus Ptolemaeus selbst citirt. — Juba fr. 52: Oabba; Steph. 
Bys. 192: rdßßtik ndXis JSvfiae. 

3) Ptolem. V, 20, 8 neben ^lafißa, was ±= PdiAßa=i\^yz^ ist, oder 
'AfAnti ? 

4) Arrian Ezp. AL 7, 21, woraus deutlich ist, dass schon zur Zeit 
Aleannders Araber Anwohner des rechten Ufers dlises nachher verschütteten 
Canals waren. 

5) Jftqftt s. ▼. und IV, 257. Levy Z. D. M. O. XVUI, 112, Not. 2 
meint Asterabad in Tabaristan am Caspischen Meer! — Der Name Asterabad 
bezeichnete wahrscheinlich speciell das Quartier der Kameeltreiber und 
Csarawanenflihrer in8pasinu*charaz; denn ^AoTB^oitri ist schon bei Diosoo ri d. 
3| 109 Uebersetznng von gr. KafirjXoTtödiov und dieselbe Pflanze, die neup. 

lAmJ^ijSi] heisst (Vull. s. ▼.); also mit altpers. Ustra componirt. 

6) Ptolem. V, 20, 7: Biava rj Biava naga x« SXrj xal t^v "EQijfiov 
*A^ßiav, PÜlD ist bloss nähere Bestimmung dazu, und im griech. Biovviooi 
nicht ausgedrfickt , möglicher Weise = Jl^^ . 

7) Vogfii No. 6. 

8) Vogfiö No. 4. 

9) Vogfi< No.7. auch Beer hat richtig ^^^ gelesen, während Levy 
2. D. M. O. XVIII, 111 Not. 5 behauptet: „Wir haben daselbst '^'l^l^r |pe- 



342 Blau^ altarabische Sprachstudien, 

um die fremden Zuzügler an das neu aufblühende Gemeinwesen 
zu fesseln; und aus aller Herren Ländern anzulocken. Araber 
waren, zumal in der ersten Zeit, seit dem Ende des letzten Jahr- 
hnnderts v. Chr., gleich in merklicher Zahl dabei^ wie ich ans ge- 
wissen sprachlichen Eigenthümlichkeiten der älteren Inschriften 
schon gefolgert habe ^). Um nun auf die Ijaditen zarückzakommen, 
so beziehe ich auf diese folgende Inschriften, welche ich von dem 
eben entwickelten Gesichtspunkt aus verstehen zo müssen glaaba. 

No. 6 : Ehrenvolle Erwähnung eines Zabdeathi bar Zabdelä 
Jadi "tn*^, der im August d. J. 155 n. Chr. sich als Chef der Cara- 
wanen eines Grosshändlers Marens Alexander ausgezeichnet hatte, 
indem er sie von Karak-Yspasina heraufführte. Im griechischen Text 
ist der dem "^n** entsprechende Name nur fragmentarisch erhalten: 
Sia Zaßäea&ovg ZaßSsXa rov *Ia . . . , 

No. 63 : Inschrift desselben Mannes für sein Familienbegräb- 
niss, im griech. Texte v. J. 171, im aramäischen v. J. 183 n. Chr. 
datirt; hier heisst er ZaßSacc&ijg ZaßSiXa *) rov 'laSSaioty 
aram. •^^■» ^a „Sohn des Ijaditers »)''. 

No. 13: Widmung der Statue einer Marthi, Tochter des 
Alexander ^) mit dem Beinamen der Ijaditer (AXx^avSQov tov xcm 
'IccSij,^ pahn. nur t« erhalten), Sohn d. Wahballat B. des i^'om *) gr. 
^Vfivivov, im März 179 n. Chr. gesetzt von ihrem Manne SwQa^xog 
aus dem Geschlecht SttptpBQa (No. 11. 12.), yy^^ hergestellt 
von Vogü6 nach No. 11. 12. 

No. 26 : Der Urenkel des ebengenannten JScüQaixog und der 
Marthi, Julius Anrelius Septimius mit den Beinamen 'laSrjg K^*" 



1) Z. D. M. G. XXV, 550 ff. — Anm. 1 daselbst ist st. .lÄ>Jüt zu lesen: 
jlÄAit. Habe ich dort in Inschr. 67 richtig As6yr«r gewittert, so ist auch 

das ^^33 ebenda, der Beiname des Npbli^ als Qentilc von Niniv« sa 

fassen. — lieber die KjAiL^m, die ich a. a. O. und XXIII, 587 besprach, 

erfahren wir jetzt aus Öawäliqi 82, dass sie aus Sind stammten, schlits- 
^^e (jir^) ^'^^^ y ^^ Ba9ra den Dienst als Schergen and GefXngnisswtrter 
verfahren. — Häthselbaft bleibt auch mir das L yÄL^ j Saebau S. 4(X -^Ooeje's 
Note zu BelÄdori I, 194 greift fehl. * 

2) Vogttä p. 47. Ueber den Gnmd dieser Vocalisation s. unten. 

3) Aehnlich ist die Ansdrucksweiso der Nabatäisohen Inschriften (Tuch 
No. 5) "^^np ^^ *>!. Die Geneologie wird damit noch um eine Generation 
hinauf gerückt. 

4) Etwa der Alexander in No. 5? Im palmyr. Texte ist der griechische 
Name gar nicht ausgedrückt. 

6) Vogü^ p. 16 wiU II^TW) herstellen. Auf der Inschrift Taf. 2, 13 
5teht aber ohne Lücke bloss IJS^ntD. 



ßlaUj aUarabüche Sprachstudien. 343 

it dem Argapet ^) Septimius Worodes im J. 264 n. Chr. eine 
itoe. — Die Beibehaltaiig des Geschlechtsnamens von der mfltter- 
ken Seite bestfttigt meine früheren Bemerkongen ttber Metronymika 
1 den alten Arabern ^). 

No. 6 : Gedftchtniss eines "^n*^ *Ia8Salov^ der der ältere Sohn 
I Ommwenchefe Taimaroa S. d. Talma S. d. Mokimu von G a b b a 
r» der i. J. 198 eine Garawane anter Verzicht auf den Kosten- 
fnsA Yon 800 „alten^* Dinaren ^) aus Spasinncharax herauf- 
leitet bettte. Das hier zom Personennamen gewordene Gentilitiiun 
weU wieder auf die Abstammung mütterlicherseits zu deuten. 

No. 98 : Eine von Voguö glücklich restaurirte Aufschrift eines 
eikltirsi iden zum Heile desselben ^n*^, den No. 6 erwfthnt, seine 
ttin ttb^r T. d. Zebeida gestiftet hat. Die hier und in einer 
ihe älmlicber Yotivsteiae seit dem J. 111 n. €hr. gebrauchte 
Bihformel ,;dem dessen Name gelobt sei in Ewigkeit^^ hat eine 
visse cbristiiche Färbung ^). Das Bild einer fronmien liebevollen 
ttin und Mutter, die, während der Mann und die Söhne auf ge- 
inrollen Handelsreisen abwesend sind, um deren Wohlergehen 
1 Mimen des Hochgelobten anruft, wie unsre Inschrift es zeichnet, 

das einer Christin, wie Petrus in seinem von Babylon aus ge- 
triebenen Briefe ^) sie haben will : ,;ihrem Manne unterthan, auf 
» auch die, so nicht glauben an das Woit, gewonnen werden, 
Dn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht Gottes^ 
reidorbenen Herzens^ mit sanftem und stillem Geiste'^ 

Die Predigt des Ghristenthums am Euphrat hatte frühzeitig 
1 tiefeingreifend besonders unter den empfänglichen Kindern 
abiens gewirkt, und wieder sind es die ßenät-Ijäd, die den 



l)NicbdeDBom€rkimgenTon Leyy Z.D.M.6.XVUI,90tt.Nöldoke XXIV, 
r (vgl. Sehefer bei VogU^ p. 27) ist der Titel ä^yaTTtTt^e = pen. arg-pet 
ibioaskaoptmum** ins Reine gebracht. Ich bemerke nor noch, daas auch bei 
trag patrleius 14 (Fragpn. H. Or. IV, 189) a^aTs^i^e nur persischer Titel 

>nd gleich darauf durch v7ta(fxoQ npaiTto^itov übersetzt wird. Die Er- 
ibag dort beiieht sich auf d. J. 297 Chr. 

8) 2. D. M. G. XVI, 232. XXV, 567 f. 

3) Vogüi p. 12. Mit der Ucbersetzung des griechischen a9e)fiA^i7(iavri — 
^fuiT49v liter vnd No. 16 kann man nicht einverstanden sein; es kann 
' Menton; ^U leur gratifia les döpenses^^ vgl. a. B. Herodian 2, 7: 
Mm dvaJUSfiaTa. JlaAatd drjvd^in kann ebenfaUs nach der Wortstellung 
' „alte Denare^ beieichnen; es ist augenscheinlich dieselbe alte Rechnungs- 
ni^, die im Handel voo Syrien und Iraq noch in muhammedanischer 
k fibUeh, and unter dem Namen tyrische Denare bekannt war; s. 
•er den Angaben in Z. D. M. G. VIII, 837 ff. Raschi bei Ewald Aboda 



i) Vogtt^ p. 54 f. denkt an Judenchristen, die aus Palästina' gekommen 
rtu. Siehe dagegen folgende Anmerkung. 

^ 1. Petf . 3 , 1—7. Was Petrus in Babylon (5, 13) schrieb, das redete 
auch vor ,^amitom und Arabern'*, Apost. Gesch. 2, 8 — 11. — üeber die 
Arehiiiig 4«t Christenihnms in Ostsyrien im 2. Jahrh. siehe Wetzstein 
NA«r, ]^, Not. l. 



344 BlaUy aUarabiscJie Sprachstudien. 

andern Stftmmen yoranlenchten. Die Matter des lachmidischen 
Königs Nnman I. der zam Ghristenthum übertrat nnd den Pnrpor 
mit dem Mönchsgewand yertauschte, war vom Stamme Ij&d «nd 

trog den christlichen Namen Hegömene, ar. ÄiUrpw^; ^) und seine 
Orossmutter ') Mävia, Kj^Ut , ist unzweifelhaft jene Mteifta iotfct- 
xfjväv ßceaiXufca, welche nach Theophanes >)^ Chronographie nm 
370 die Einsetzung des Einsiedlers Moses zum Bischof der Sara- . 
kenen verlangte. Nach einer anderen Frau von Ijäd, des Namens 
Sawä, war das Kloster Sawä bei Hira genannt ^); desgleidien das 
Kloster A'war bei Knfa von al-A'war, einem der Benn-HndAqa b. 
Zohr b. Ij&d ^). Unter Nnmans I. Nachfolger Almnndir *) starben 
400 Nonnen in Hira den Mftrtyrertod; sie wurden der Göttin *Uzz& 
geopfert ^), deren Tempel jener Wflrfelbau pAlkaab&t gewesen 



1) Ma9ad] m, 199. Vgl. Reiske pr. lin. 34; Z. D. M. O. XXV, 
&36. — Harn 2 a 81 wird eine von ihr stammende Familie der Heignmaniden 
erwShnt. 

2) Ibn-el-Öauzi bei Reiske a. a, O. didt Amrilqaisi primi axorem et 
Amri secundi matrem foisse Maviam; und p. 32: Ammlqais primus decessit 
anno aetatis et regni Saporis vigesimo, i. e. p. Chr. n. 362 — 363. 

3) Tl)eophnnes Chr. p. 100, snb a. 369 A. C. Tovrt^ t^ ffa& Mavta 
JBaQaKTivmv ßaaiXtQoa noXXä xaxa *PiVfiaiotg noirjoaaa st^v^v i^ijaaxo 
Mal Mmaf}v riva rtSv aaxovvrtov MaTa f^v SQfjfiov äniananov 9o^imi 
ro7g x^fcTTiaf^^ovac Trauer loig ^agaKtjvoU njijosv. Das wXre also nach 
dem Tode des Konig-Gemahls und eine Folge cftsselben gewesen. — In die 
chronologischen Widersprüche der arab. Quellen bei Reiske kommt dadnrdi 
Klarheit. — Vgl. Wright Christ, in Arab. 74. 

4) JÄqftt MB. U, 672 s. V. !^t ^: ^t V-^^-^mJL^^ iS^^ 6^ 

5) Jftqüt a. a. O. 644 s. v. ^^yS^\ ^\ äJ vilßJ ^U q^ J^ »Lü 
oLt Q^ j^ Q^ iüJ!c\>» ^^ Q» JL?^^' • Ebenso ist äy^ ^ JÄqft t a.A.0. 

685 und nach Belädori bei Jftq. a. a. O. 652 auch das bekannte -_0 
OL^ (*->^t eine ijaditische Stiftung. Ueber die Bischofssitze in dieser Ge- 



gend s. J&qüt a. a. O. 642 s. ▼. v.jÜ$Lm^{ ^tjLo und dazu den Titel des 

arabischen Bischofs Qeorgius bei Lagarde Abhandl. 142: fit^^^ltsni M^:3i:nn 
«••blpy^l d. i. von Tenüch, Taiji und 'Aqül, nämlich vJ^^LäJI -jJ 
JAqüt a. a. O. 676. 

6) Zachar. Mityl. ed. Land p. 247 nach Nöldeke im Litt. C. BL 1871, 
S. 2, der indess nicht yerdeutlicht, welcher Almundir gemeint ist, so dass ich 
nur aus dem Umstände, dass Almundir U, um 510 Christ war (Theopb. 
Chron. 246) schliecse, dass nicht er, sondern Ahnundir I (c. 450 n. Chr.) der 
Christenfeind war. 

7) Ueber die hier nnd bei Bar Bahlul syrisch ^t19 geschriebene Göttin 
der Sarakenen und Tajjiten, K^''C3 s. Lagarde Abb. 14, 16. und Pseado* 



BlaUf aUardbiache SprachBtudietk 345 

1 mag, wo die heidnischen Zaditen im Lande Sindad and nach 
m die Bekr b, W&il ihre Götzendienste begingen ^). 
Es treten sonach die Ijaditen ans den dunkeln Umrissen der 
rabischen Sage als ein geschichtliches bedeutendes Cultnryolk 
108, das in einer flSr die Verkettung des Orients und Occidents 
xtigen Epoche recht eigentlich die Brücke zwischen arabischer, 
ntischer und griechischer Cultnr und Yolksthümlichkeit bildet. 
iff wird ihnen auch gewiss nicht mit Unrecht die Einführung 
^arabischen Schrift'*, deren die yorislamischen Araber in Anbär 
1 bedienten, zugeschrieben '), und es ist nicht eitle Ueberhebung 
s Dichters von den Ijaditen , wenn er singt ^ : „Mein Volk 
Qid; wären sie ein grosses Volk gewesen oder geblieben, so 
e Glückseligkeit geblieben ; jenes Volk , dem 'Iraq gehörte , als 
rereint sich erhob, jenes Volk, das Tafel und G ri fiel führtet 
In Falmyra haben sie Tafel und Griffel genugsam geführt; 
I griechischen Inschriften und Namen bezeugen ihre Hinneigung 
abendländischer Cultur und lassen die Thatsache ihrer späteren 
^randerung nach Kleinasien, nach Ankyra *) und der Stadt, die 
ihnen und ihrer hauranischen Volksgenossen Ansiedelung 
Jdfaat-el-'Arab^' d. i. 'AQccßiaao^ hiess ^\ erklärlicher erscheinen, 
den Ruinen von Anbär aber werden sich sicherlich noch ein- 
Denkmäler finden, die den Uebergang der Schrift von Palmyra 
den Arabern anschaulich machen ®). In den Eigennamen ihrer 
ayrenischen Schriftdenkmäler sind Formen aramäischer und ara- 
hßt Bildung gemischt. Die auf kv auslautenden sind nach 



deianes In Fragm. H. 6r. V, 2, 87 = Euseb. Praep. Ev. 6, 10, 0. 16. 
ander Z. D. M. G. VU, 487. Tebrtzt z. Hamllsa tH. ' 

1) Kitab el-agaoi b. Ndldeke in Or. u. Occ. I, 691. Bckri Wander. 64. 

2) Tabari ed. Koseg. n, 60. Nöldeke Z. D. M. G. XIX, 638 verhält 
neb dieser Nachricht gegenüber unnöthig skeptisch. 

8) Tabari a. a. O. Etwas verändert werden dieselben Verse bei Bekri 
tonfeld Wand. 63 dem i. J. 2 H. gestorbenen Umajja b. Abn-galt zage- 
sben. 

4) S. Z.D.H.G. XXni, 568 Not. 5. In Bekri steht nach WUstenfeld 



d. 66: BJb statt HJü!. Ebenda ist auch SiclKreres über den OrtKA;>'t^>- 
ttden, als ich a. a. O. Not. 3 zu geben wusste. 

5) Bekri a. a. O. „Die ^ad unterwarfen sich den 6assaniden und wur- 
ChristSB, nnd der grösste Theil von ihnen war bei denen, welche mit dem 
üddeD Öabala ben e1-£ihem auf das griechische Gebiet hinüber giengen. 
ebiBn bis auf den heutigen Tag zusammen; ihr Hauptort heisst die „Stadt 
Araber**. ^Aqaßtoaogj die Vaterstadt des Kaisers Mauritius, am obern 
mos In Melitene, lag an der Haupthandelsstrasse von Syrien nach Armenien 
PMitns kcnnmt schon in dem Itin. Anton. 181. 188 vor, ist also wenigstens 
• erst sdt der Ansiedelung des Öabala IV so benannt. 

6) DaUn gehört schon die Inschrift von Abu Shadr, die Dietrich zu 
n versnehte. 



346 Blauj aUarabifchß SpradutuHien. 

grammatischen Gesetzen ^)y wie nach dentlichen Paradigmeii au 
andern Landschaften '), aramftisch-einheimisehe Namen oder doch, 
sofern sie — wie m^^^t gr. 2kPuSi^ — aber zweimal ZißtiSov ^ 



o,> 



ans einem ursprünglich arabischen — hier jujj abgeplattet sindi 

aramaisirt. Die Nisbehs in ^ — , wo sie in griechischer Beiachrift 
durch — ato€ wiedergegeben werden , zeigen eine griechiache, viel- 
leicht auch dialektisch aramftische Färbung ^); wo ihnm dagegen 
griechisches 17 oder u entspricht, 'laäij neben 'laSSäloc^ Ist damit 
das arabische ! ausgedrückt ^). Das auslautende 1 — an yitAai 
Namen kennzeichnet sie als arabische % n73*^p73, iD^ltD, od^ dient 
wenigstens dazu einen ursprünglich nichtarabischen zu arabiairen; 
das könnte z. B. bei '^^Tam neben ^vfAiivov hehr. V^m$ der Fall 
sein ^). Arabische Yocalisation ist es auch, wenn neben dem ge- 
wöhnlichen aramäischen ZaßäeXa von nb» ^) zweimal ZaftSiXa '), 

wie von v^t, geschrieben wird. Deutlicher noch arabisch ist die 

Beibehaltung des — ai in Diminutivformen, wie SÖQwxog, 3«i- 
gaixog ^% während es unarabisch dialektisch ist, wenn das ^ dieses 
Namens einmal durch **) 1D'«10 transcribirt wird. 

Was von den ijaditischen Namen gilt, findet seine weitere An- 
wendung auf die Analyse des arabischen Elementes im Allgemeinen, 
das wir sonst noch in Palmyra finden. Dass die ^ton "«sn, die 



1) Nöldeke Z. D. M. G. XXIV, 91, Not 1. 

2) Ausser Zoßdpag in Babylon JambL 20 ist besonders instruktiv Jo- 
sepbnsB. J. 5,11,5: ^A8iaßriv6g T#fi vidi Naßataiov rovvofia Mhj&eli 
and TTJs TvxfJQ Xayeigas, ons^ arifia/rei x^^^s d. i. aramfiisch tt*V»5n 
▼on einer im Arabischen nicht vorhandenen Wurzel. 

3) Aosser der von Nöldeke a. a. O. citirten N. 124, auch No. 4, 2; wo 
der Grossvater noch ZeßsiSog, der Enkel schon ZMßaidas heiMt, obirohl im 
palm. Texte beide N1^3T geschrieben werden. In hauranischen Inschir. (Weta- 
stein S. 262) ist die reinere arab. Form ZSßatSog erhalten. 

4) Nöldeke a. a. O. 90 Anm. 5. Vgl. Tt^alos in Gharak«n« oben 
8. 335. 

5) Ein Beispiel für «*=^— ist ^Asika/uei spr. A'ilami ^ob'^^« No. 1 
u. 124 Ox. II, „der Elaniiter". Vgl. unten S. 347 Anpti. J. 

6) Siehe meine Bemerk, in Merx Arch. I, 3, S. 352. Nöldeke Z. D. 
M. G. XVII, 706. 

7) Ebenso wird der uns als babylonisch bekannte Name *[aftßli9eoSf der hebr. 
I/??- 1. Chron. 4, 34 im SUmme Simeon lautet, in Palmyra No. 36» u. b 125 
IDblO*^ geschriebeu. 

8) Z. D. M. G. XXV, 552. 

9) Vogü^ No. 63 u. 15. 

10) Vogüö No. 11—13: — Nöldeke a. a. O. 86, Anm, 2. 

11) Vogüö No. 101; ID""*!« dagegen No. 11—13. 129—130. 8. folg. 
Anm, 



BlaUf aUarabUehe Sprachstudien, 347 

■»ntan '»53, die «•>ny»o, ein -»»na«, ein •»i^y, ein •^sara von arabischem 
Geblüte sind, dürfen wir mindestens wahrscheinlich finden, da sie 
nnter. altarabischem Volk anch anderswärts wiederkehren ^). Andre 
Geschlechter, wie die B. Maithä, B. Magdat, B. Zabdibol, B. 
Mab at toi zeigen, wiewohl der arabische Typus der Namen kein rei- 
ner ist, nichtsdestoweniger durch die dialektische Eigenthümlichkeiten 
der Texte die sich auf sie beziehen , wess Ursprunges sie waren '). 
Arabische Aussprache ist — ßak in N^ßoßaXog ') neben aramäischem 
— ßriX und palmyrenisch dialektischem — ßvaX in andern Namen ; aus 
arabischem Wortschatz und Wortbildungslehre sind alle in 1 — 
auslautenden Nomina propria zu erklären ^), und nicht minder die 
in n -■ *). 

Insbesondere gesellen sich zu diesen Zeugnissen fflr altarabische 
Nationalität unter den Bewohnern Palmyras die Namen der Bildung 
o — ai. Der häufige Männernamc Odainat ^ sattsam bekannt als 



1) "^DSn '♦3a Vog. 133, vgl. Beni-Hanifc, die nach Tasm und (^a- 
di8 das Gebiet Jenama bewohnten Wetzstein Nordarab. 473; '^'HtSn "^3^ 

No. 31 ▼. J. 128 n. Chr. sind Bewohner v. ^^'pg*» Atratene, Z. D. M. G. 

XXV, 544; '*^5© von Slyyaqa nSXts "AgaßiaQ n^og xrj *ESeaofj Uran. 
fngm. 3, d. I. Sing Ar; Z. D. M. G. XXV, 545; "^32^ v^VUqaßsg Mavredhai 
Z. D. M. G. XXV, 548, Not. 1; N-^iyTaiö vom Geschlecht der B eni- Sa- 
ni eida*, Vettern des altgileaditischen Hauses ^IT'l'^XnD Num. 26, 32, deren 

Namen die arabische Sage mchrcm sog. amaleqitischen Fürsten beilegt, Ma- 
9udi ni, 91 ff. Ibn-Badrün ed. Do»y 96 f. Z. D. M. G. XVI, 374. — 

Wlfe auf der Tessera No. 134 der Name M:^D^^ ^^^ sicherer als er ist, da 
die zwei, mittleren Buchstaben „tris douteuses** sind, so würde man an die 



«C#' 



^Lm«j ^J^ erinnert , die vor Zeiten in der Wüste zwischen 'Ain-Tamr und 

Hanno sassen, Tabari ed. Koseg. II, 70; aram. D sUtt^jM. 

2) Z. D. M. G. XXV, 550. 

3) Vogü< No. 24 u. wahrscheinlich No. 66: biin5. 

4) 173'^p73 also gew. Moxstfi in No. 4 Moxifiov lat. Mocimus Lamb. 2, 
f^eschrieben, ist nicht hebr. D'^pTa (part. Aphel. VogÜ^ p. 5), sondern arabisch 



M > 



^^f^^ ^0 MoßaKXBQOi in nabatälschcn Inschriften •)^p^73 = Ju^. 

h) ma73 No. 123»; rb-^ia No. 111, und m» No. 21 ff. Von zu- 
sammengesetzten geboren dahin der mit pbK — , das auch allein vorkommt 
No. 8. — Arabischer Formation und aus arabischer Quelle geflossen scheinen 
nur auch die Namen der drei Weisen aus dem Murgcnlande (Matth. 2), in den 
apokryphischen Legenden Magalath, Galgalath und Sarakias genannt 

werden (s. Winer BibL Rw. II, 524). In den beiden erstem steckt nb&<, 

bn dritten *J1tD oder plttJ. 

9)X)8airet&äs Vogfi< No. 21. '08frn,'^og Fetr, Patric. fVagm. 10. 
*^>gin. H. Gr. IV, 195. Odenathus, Odenatui bei den Lateinern. Vgl. 
<>»iinder Z. D. M. G. XX, 3, Levy XVIII, 111, Nöldeke, XXIV, 89 f., 
^ogfii a. a. O. p. 23. Etymologisob bedeutet der Name weiter nichts als 



348 Blauy aUarabuche Sprachstudiefi, 

derselbe, den die Araber »jloI schreiben^ gehört einem Geschlechte 

an, dessen Ahnen als alte Araber anderweit bekannt sind^). Der 
ib'^A^ S. d. 'Abdall&t in Na. 94 hat zum Grossvater einen .^^V\ 



0^9 



arabisch ') jl^ ist er nm so sicherer zu schreiben» als ein anderer 

gleiches Namens in No. 70 durch gr. "Oytikog wiedeigetgeben wird. 
Zn einer Zeit, wo der Itacismos der Aussprache noch nicht an- 
genommen werden kann — No. 94 ist vom J. 249, aber No. 70 
viel früher — begegnet uns in No. 30 v. J. 9 vor Chr. ein 'ib^'^O, 
dessen Grossvater « gleichfalls ib'^D, also ein Zeitgenosse des 

Goaisos von Oman gewesen wäre, arab. ^ Jy^> im Geschlechte 
R Maithä; den Araber verräth zumal der Gebrauch von yi statt 
^1 *). Ein Verwandter von ihm aus demselben Hause (No. 3S) 
i^ljuu« ^ J^ ^y% und vom J. 56 n. Chr. heisst M'^ia d. L nicht 

Gadia; sondern ^Jl> (jrodaij ^). Femer rechne ich noch da- 
hin die Mannsnamen vis^ = vX-^J-c No. 84, nb'^na =«= jJLlxrv 



„der kleine Adonis.^* "Admv n. pr. eines ^P^av^a^x^ ^^^ ArUgiim am ob«m 
Enphrat, Strabo 11, 14, 5. und &<3inM n. pr. Palmyr. Ko. 34 ▼. J. 79 p. 
Chr. bezeugen den Gebrauch des Stammwortes in Eigennamen gleicher Zeit 

und Gegend. Ein Compositum mit ^IHK, wie Adon^ah, Aduniram, Adftnibal 
ist in Charakene 'Adivviyaos (Langlois a. a. 0. 68 u. 52) nämlich 1>3 wie in 
155^^3^ Dan. 1, 7. 

V) Z. D. M. G. XXV, 552f. — Vogüö a. a. O. 8. 91. Näheres uitsn 
S. 353. 

2) Qam. in, 281, Jc^^^ ein arabischer Stamm ; KL^, ry^^ Penonen- 

namen ; das Diminutiv Ju^ auch appellativisch „etwas das rasch fertig wird^'. 

Derselbe oder wenigstens ein ganz analog gebildeter Name kehrt in dem Kdo" 
tgov *09iiXotv an der mesopotamisck-armenischen Grense wieder; 8. Parihey 
Addenda ad Notic. episcop. 1, 929 S. 321. 

3) Koheila altarab. Frauenname Wüsten fei d Gen« Reg. 268; die berühmte 

Pferderace Koheil (Bitter Erdk. v. Arab. I, 211) und ^^.J^ altarab. M&nner- 
name Qam. III, 434. 

4) Vogüä a. a. O. p. 37: „la Variante '^1^33 = '^^'^^ nons montre k 

Palmyre Temploi simultanö de fl et de "1^ pour signifier le mot fils." 
doch ist SU beachten, dass es Pluralformen sind, da von swä 85hnen die 
Rede ist. 

5) Häufiger Name bei den alten Arabern s. Wüsten feld Reg. 186. — 
Auf derselben Seite bei Wüstenfeld findet sich aus Bekri die Notiz: „Öodda 
b. äarm erhielt von der Stadt (^odda (dfidda), wo er geboren wurde, den Namen*'. 
Das bestätigt meine obige Auffassung der palmyrenischen Beinamen, wo sie 
den Stadtnamen ohne Nisbeh bieten, als der altarabischen Sitte entspreeheod. 

6) Wüstenfeld Reg. 175 führt auf: (Wila b. Asad, dessen Mutter 
Stamme Ijad war, und Öadila b. MuHw^a mit der Variante Hodeila. 



blau, altarahische Spratkttudimi. 349 

Ko. 111 mit der arabischen Endung n — , und »nna No; 141, mit 

aramftischer Endung m-t- aas arabischem v^.^^^ ^). Nach dem 

Toigang von 2kßü8ag kann auch luiXctg^ palmyr. Mb'^iDei No. 17. 
18 als Diminutiv von Saül gedacht werden, da es an einer 
sonstigen sichern Erklärung mangelt^); doch muss andrerseits der 
nachwdslichen Geltung des griech. u ftkr den reinen I-laut.^, und 
der Wechsel des t der ersten Silbe mit a in analogen Bildungen ^) 
Rechnung getragen werdeui so dass hier die Grenze zwischen 

Jyui3 und Jju6 schwer zu ziehen ist. Endlich ist eine recht cha- 



rakteristische arabische Diminutivform 'f^DV) gr. Soxal^^S No. 37. 
Wie nämlich ^I>-!, verkürzt J^f von j^g^l, ^JL^?. verkürzt 
von ^j^. r^^elrecht gebildet wird ^) , so ist ^"«DU} 




eigentlich ^aXä von *tid\D abzuleiten, mag dies nun, wie ich in 



dieser Zeitschrift XXY, 550, Not 4 vermuthet habe das syrisch- 
dialektische ^i^vj „Hahn^ oder arab. ^yCi^ sein. 

Onomatologische und sprachgeschichtliche Ergebnisse dieser 
Art verwerthen sich aber, im Zusammenhang mit den politischen, 
eonunerziellen und religiösen Verhältnissen der Zeit, noch nach 
einer andern Seite hin. Falmyra war in der Zeit seines rapiden 
Aufblühens das Bind^lied zwischen dem babylonischen Tief- nnd 
dem syrischen Hochlande, zwischen dem parthischen und dem 
römischen Reiche gewesen. Bei dem Zusammenfluss der ver- 
schiedensten ethnischen Elemente begegnete sich die alte aramäische 
und hellenische Cultur mit dem frischeren arabischen Blute auf 
einem neutralen Bodeui der die eigentliche Vorbedingung des Wohl- 
standes und Ruhmes von Palmyra während seiner Glanzepoche 



1} Wfittenfeld Reg. 189. 

2) Levy Z. D. M. G. XVni, 87. „Der Nftme Mb'^MlZ) ist = bvt^ 
Sani; «ich im Talmud ist jener Name nicht selten*'.? 

8) In den bis jetst vorliegenden Bei^ielen *AaiXafi9iv No. 1, Bapeixeiv. 
No. 2y^<rraiUiV No. 8, Md^d'aiv No. 18 (Unter Accnsattve), JSoxaieis No. 87, 

Somin.), ^aadal No. 70 (Oenitiv) ist, wie auch Nöldeke Z. D. M. O. XXIV, 
l^etehen hat, sicher nur die Transcription des anslantenden i durch et er- 
wiesen. Da in No. 17 die nebeneinander stehenden Namen Mb^MU9 1T^T9 
gr. 'A^i^av XL ^aeüä geschrieben sind, so deutet die Verschiedenheit der Vo- 
eaSsatimi doch auf verschiedene grammatische Oeltung; oder es mtisste wenigstens 
*jtJißi(ßv hergesteUt werden. 

4) 'O't^n (Vogü« p. 6 ID'f'nD ist Druckfehler) gr. Baqeix'iv No. 2; 

K)^b:^ gr. Alawii No. 11. Vogfi^ vergleicht danach auch nbt73A No. 138 
Bit Faft^iov Waddingt No. 2169. 

5} S. a. Saey Gramm, arab. 2« ^t I, I. 703. 



350 BlaUf aUarabische Sprachstudien, 

war ^). Je mehr aber seine Grösse und Selbstständigkeit dnrdl 
die politischen Zeitläufte gebrochen wurde, desto mehr war es darauf 
hingewiesen, seine Neutralität gegen den Anschlass an die STriischen 
Provinzen preiszugeben. Von Syrien her war griechisches Wesen 
nach Palmyra gedrungen, von Syrien her schoben sich die römiachen 
Legionen vor ^), deren Einzug das £nde der eigenartigen palmy- 
renischen Litteratur bezeichnet ') , mit Syrien wiederum stand Pil- 
myra in kirchlichem Verbände, als bei weiterem Wachstfanm der 
cluistlichen Gremeinden die Bildung und Abgrenzung biscIiöflidMf 
Sprengel in der arabischen Kirche nöthig wurde ^). Die Bischöfe 
von Palmyra standen wie die der benachbarten ostsjrrischen Meth^ 
polen, Bostra, Salamia^ Jebruda u. a. a. ^) nicht unter dem erz- 
bischöflichen Stuhl von Seleukia, sondern unter Antiochien, und 
spielten ihre Rolle sowohl auf dem Concil von Nicaea ^ als be* 
sonders in dem monopbysitischen Kirchenstreit in der Mitte des 
5. Jahrhunderts ^;. Aus der Zeit seit dem Falle der Stadt i. J. 
272 n. Chr. bis zu ihrer Wiederherstellung durch Justinian ®j wissen 



1) Vogüö p. 30. 

2) Inscr. no. 22, bezeichnet der Haaptmanii der Legion too Botm 6tm 

Fürsten von Palmyra als seinen Patron. Vgl. No. 15. 16. 

8) Die jüngsten palmyrenischen Inschriften sind v. J. 271 n. Clir. 

4) HierocL Synecd. 717, 7. — Notit. epiac. 1, 992—996: üi^vf^i 

xXifta MayXovBmv (? MnyovSa PtoL 5, 18, 6?), SaX'fr r«fv<arm6¥, ^k- 

kafäiai (d. i. SaUminias Uin. Alt. 197, 6; >UJLm JAq ft 1111,128. Y all er« 

L. P. II, 318> In der Aufzählung bei Nil. Doxapatr. 98-^102 ist Jalat-^ 
fiioiv dieselbe Stadt; in Ba^ovacjv ebenda erkenne ich dag den Mb^dibm- 

dancm bekannte 'iao^\^ im Hauran. Jftqüt'IV, 893; Tabari I, 156 ist sU 
iük^^iLi wohl ÄJoy>Li zu lesen; BeUdori 114 mit 6oeje*s Note. 

5) Notit. episc. 1, 990—1048. 5, 46—138, wo Sala/iU^ MaQuovaä^ 
ihfe Srklining ans d. vorhergehenden Anm. finden. Nil. Doxap. 142. 

6) Auf dem Coneil v. Nieaea 325 Chr. erschienen unter andern arabSseiieit 
Bischöfen: Martinas Palmyrenus, Thalassius Alalius (v. '^XaAig Z.D.M.G. 
XXV, 546 Not 2), Gennadius Jabrudorum (Notit. ep. I, 990 * Fafiß^ovSa^' 
V. 1. p. 321: ^laßQOvScav) und Severus Sodomorum, wo aber die Var. So- 
elimon auch eher auf Salimon=:Salamia fahrt. 

7) Auf dem Chalcedonischen Concil 451 Chr. waren ein episcopus Sarrs- 
cenorum gentis und einer t. CkrTBOpoiis Arabia-s (Wright Cht. Arab. 
116 Not.); in der Liste der monophysitischen Bischöfe bei Assemani (.WriglKt 
124) finden sieh die Ton Jabrudi, Palmyra und daneben Hurini r= 

ÖJ Theoph. Chron. 267 s. a. m. 6020 (^528): Tovrio rtp ä« .,, Ofd' 
yas *IovaTiviav6ß nqoeßtiktro xou^ra avaroXr^G tov TtaxQix&ov r^t^ ^'^(iM' 
viov <f TiVi 8iS(oxe x^^uaxtty xeXevaag avn^ dneX&e'iv xni avavBwoa* ^rt- 
Xw ti^« <]>o^ixfi9 Xißavrjoüxi eis ro Xt^tanov ro iaoirtQOv t^v xtrkavflät^ 
IlaXfAvqaVy ueX»v0ms tov xad'i^eo^ai iv avrfj t9P Süvxa xal vavc 
ayiovs rdnovs (fvXdrTe^v), — Uranius firagm. 10 (4. Jahrh.) kennt sie 
nur als ndXfAv^u^ tfoov^tov J^v^it^e, 



Bktu, akaralnschs Sprachstudien, 351 

ftber ihre Bevölkerung so gut wie nichts. In dem Besitze der 
aniden erscheint sie erst nach dieser Restauration, unter 
m II in der Mitte des 6. Jahrhunderts ^). Die Ausbreitung 
eugewanderten Sttdaraber füllt gerade diese drittchalb Jahr- 
ßti/6, y.on besonderem Interesse für unsere Aufgabe aber ist 
len Anflbigen des Wechselverkehrs zwischen den Arabern von 
^ und denen an der ostsyrischen Wttstengrenze nachzn- 

D. 

Hier bieten nun die epigraphischen Denkmäler aus dem Ebiuran 
beachtenswerthe Berührungspunkte mit den palmyrenischen 
Ah&mern in der Epoche vor der Elinwaaderung der Sabäer, 
wiederum sind neben Spuren des religiösen Cultus die Per- 
inmen in den Inschriften unser Leitstern. 
In der Familie der Königin Zenobia oder Bat-Zebina wurden 
bumgOtter Zeus und Athene, wie sie in griechischen Inschriften 
en, verehrt. In einer Inschrift^ die den Namen ihres Sohnes 
b-AlUt mit der Uebersetzung */4&7]v6dtapo^ enthält; steht an 
ipite die Weihformel: Jdvtfjiarq^ ^X ^^^ arabischen Nach- 
m,. die durch das Vorkommen des Geschlechtes der M'^nviat) 
aliiyra bestätigt werden '), stammte aber Zenobia aus dem 
laiiohen Hanse der Benu-Somaida' ^), und richtig erscheint in 
tanranisohen Inschriften dasselbe Geschlecht unter dem Namen 
äftmaidener als eine jener angesehenen Familien , die in 
leideBSdit sich dsr^ Tempelbauten zu Ehren deraelben beiden 
leiten Zens ond Athene einen Namen gemacht haben. In 
i geaehiohtlichen Zusammenhange geben die hierher gehörigen 
aiften AnfschlOsse iber die Vonfahren des Geschlechtes Somaida' 
n die Zeit vor Christo. 

Folgen wir den Spuren der Familie von ihrem ersten Auftreten 
ihttjrra^ wo die Inschrift des JE9nTifuog ^OSalva&og I. unge- 
mn 830 Tki Chr. verfasst ist ^); aufwärts, so ist kaum eine 
36 einer Generation, da stossen wir auf die letzten Erinnerungen 
Thätigkeit im Hauran. 



m^^^^m-^m^tm 



\ 



\) Bmm» Iflf« ISlw Vgl. Rei»k6 pr. lin. 89. Aus der Stelle des 
^h. in vor. Anm. mikslile ieb sfiUi«aaen , cUss som Diu von Falmyra eben 
ChttsanidenfÜrst , der jii Christ wiur , eingesetzt wurde. 

Wftddington Inacr. No. 2628; Vogü^ S. 32. 
\) Vogfi« No. 145. 

\) Bekri Wind. 26. Hmuze 75. Vogü^ p. 35. Die Entstehung der 
Kben Sagen, in denen Zenobia mit ihrem Verwandten, dem Feldherrn 
lai raaammengeworfen wird, beleuchtet Vogü^ a. a. O. mit dem ihm 
U kritischen Tacte. Ueber den Ursprung des Familiennamens Septimia 
MMeK nlffends, aueh niefat bei Sallet Knmism. Ztsdir. 1670, 31, 
fUtk BeMmmg g^iden: Am Ende ist Septimia nur latiniairte Ver- 
Bg dee CkacblechteBamens Semidia oder Semeidia au Ehren und seit 
sä de« Kftiaers C. aeptlmins Severus, durch dessen FeldzUge di«: 
■ilfldelftng der Familie nacli Palmyra veranlasst worden sein mochte, 

6) Yoga« A. A. O. p. 32. 



352 Blauy akarahiwhe Sprackstudim. 

In das Jahr 201 setze ich die Inschrift No. 91 bei Wetsstein ^X 
entstanden za Ehren des Kaisers Ladas Septimios Seyems und zwar 
aller Wahrscheinlichkeit noch aas Anlass Ton dessen, in jenes Jahr 
fallendem, Zage gegen Gtesiphon and Atratene, and erkenne in den 
freilich fragmentarischen Namen der 3 — 5 Zeile äia . imful^mr 
. . ov 'Avdfiov [^w]i]Xov [rov x]al 2vfiSlov x, t. 1. einoi 
■»^^nniD aas dem Geschlechte Somaida', in dem die Namen ^jipofMg 
and ^Awfjlog gleich noch weiter aoffallen werden. 

Bestinmiter ist die Erw&hnang der <pvX^ JSopLtu&i^fiHüv in 
der Inschrift des Athene-Tempels, die ich frtlher einmal besprach 
and in das J. 204 setzte, Waddington ') non aber nach einer beBserea 
Copie anf die Zeit des Kaisers Conmiodas^ also 180 n. Ckx^ be- 
zieht. Die Restauration dieses Tempels dnrch das Geschledit So- 
maida* ^) tritt in ihr rechtes Licht ^ wenn man sich gegenwärtig 
hält, dass die ersten Erbaner desselben dem gleichen Hanae an- 
gehörten. 

Handert Jahre frOher, i. J. 78 n. Chr., stiftete nach Inhalt 
der Wetzstein'schen Inschrift No. 179 ^) ein *AovttiSog MaXu^^ 
&0V einen dem Zens geheiligten Altar. Diesen MetldxaSog hSlte 
ich für denselbeni welchem, nach Aasweis der Yogatechen Xnaclirifi 
Haar. No. 3 ^) zam Gedächtniss des Aasbaaes des Tempels das 
Geschlecht der Obaisener eine Statae darch den Kaddou b. Obaisal 
setzen liess. Sohn and. Vater haben sich einen Namen als Biid- 
haaer gemacht; denn eine griechische Inschrift ') beseogt, dass 
Obaisat dem Könige Herodes dem Grossen eine Statae gefertigt 
hatte. Wie Obaisat war also aach der Vater des genannten Mald^ 
Xadog riD'^b», der MocUßQog heisst and wieder einen üy^bn 



1) Wetz 8t. 8. 291 aus Hnsdfix«: ^ü ^oXn inoivjOBt^ tot lat^S^iartat] 
... ylovxlov 2eoviqQOv . .. Biä i7Hf*eXfjTc5v . . . ov Avafiov }^Avp\fjkov (Kirehh. 
Tavt'ijXov) [tov x\ai JSvfiBiov , Bäooov {K\Tchh,Bafioy7),,.vad'ov (^SfioSodaw 
(v. Thamüd?), .... avov *Aoov/idvo\>. In einer nabatlüscben Inschrift bei 

Vogü^ 122 No. 10 kommt ein b^Sn Sohn eines ta^SM vor, der ^eUdebt 
ein Vorfahre des in unserm Texte erwähnten war. VgL auch W et s stein No. 188« 

2) Z.D. lf.G. XV, 438 f. nach Porter's Five years in Damasou II, 12& 

3) Inscript. Syr. 2308. Das Verdienst der JEntdecknng der Inschrift go- 
btthrt übrigens Porter, was Vogüö p. 91 ignorirt. 

4) Zeile 10 ff: aai rov vaov TtjgAdtjrä^ iv *A^eoi^ avr to7c aydlfutoi» 
äve'orrjoev äntoxonovarjs fvkrje ^o/Aa^&i^vaiv, 

5) Wetzstein a.a.O. S. 318: ^Exove Trj ßaatki»s ^Ay^inna nv^iov 
^AovelSoe MaXeixd&ov ijioitjOBV Ter &vQ(6fiaxa avv x61^fM4f^ %al xo9 

ßcD/AOv .... Ju KVQica. Vgl. «T»i:^ VogU^ No. 9, S. 120. 

6) vogü< p. 94: r^'^yn "n ns-^böb nway-b« lö-'p« "»i «Ax »n 

Griech«: *0 SijuoQ 6 reSr Vßa&orjvotv ixeifitjoev MakMixo.b'o^ Mo'aii'^ 
QOv vneqoiKoiofifjoavxa t6 Uqov di^erijs ual e^tßgiag xd^iVm 

7) Waddington Inscr. Syr. 2364: BnotXet 'H^cadet Kv(fiip *Oßaiotif^ 
JSahdov $^fjKa rov avSf^iavra rai$ i/xaU dandvaig. 



• Blauj aUarahiwhe Sprachstudien, 355 

Yater hat ^), dem Herodes dem Grossen gleiobzeitig , der i. J. 
24 Y. Chr. die Proyinzen Aaranitis and Trachonitis von Kaiser 
Angnstas erhielt nnd i. J. 4 v. Chr. starb. 

Von demselben Moaltgog finde ich mit Hülfe einer anabweis- 
liehen Conjector eine Erwähnung in der Inschrift Wetzstein No. 119'), 
die sich wiederum anf den Bau der Propylen eines Athene-Tempels 
bezieht, welchen ein "AwrjXog MoaUgov herstellen liess. Diese 
Inschrift ist eine der äusserst seltenen, die nicht vertieft ein-, 
sondern erhaben .ausgehauen ist, nnd verräth sich schon dadurch 
als eine der ältesten griechischen im Hauran. Wir dürfen die 
Brfider Mai^ixaSog den jüngeren und "AwtiXoq Söhne des MoaU- 
gog unbedenklich in das Zeitalter Christi, sagen wir bis 30 n. Chr. 
ansetzen, "jirmjlog bMsn aber ist auch Vater des 'Odalva&og, 
dem das ausgezeichnete Grabmal für seine Gemahlin XafigaT in 
Smweideh '), dem Fundort jener oben erwähnten Denktafel der (ft^Xrj 
2ofiai&rßfunf ^ seinen Ursprung dankt, und welcher, wie ich mit 
Yogfl^ ^) und Waddington ^) überzeugt bin, der auch den Arabern 
bdoumte Phylarch Odainat aus dem Hause Sameida* ist, dessen 
Enkel Dharab oder Darius ^} unter Agrippa II um 70 n. Chr. also 
^eichzeitig mit seinem Oheim * AovBiSog als Eparch eines Theiles 
von Batanaä und Hipparch der hauranischen Reiterschaaren diente. 



1} Auf M«leichat I besieht sieh die Inschrift Siah No. 2 bei Vogü« 93, 

'Vi rpaWO in W1« *na nD-^bab nCD l'l'l^T; die im iwciten Bruchstück 

wiademm ron TempelbMiteD ')'^731D9:3 b^ sa Ehren des Ba(l)&emin (Tgl. Wets- 
ttain No. 125. Zsv avlxtjxa "T^ov ov^dviv) redet 

2) Wetsstein8.299aiisD&mA; 'A(^fivaTti xv^lqUvvtilos MOAIOPOT 
%6 n^6nplar iti^ä&ipctr. Kirohhoff hat Moal^ov gelesen und Wetsstein 



<»*» 



g. 357 dies durch j^^f«, „dM FüUen*< erkl&rt. Es ist kein Zweifel, dass, 

wena nicht MoawQOv sa behalten, jedenfalls MoaUqov sn lesen und aramlUsch 

1*V*a^B SU schreiben ist. — Diese Inschrift ist das wichtige BindegUed swischen 
^ien Vogfl^sehen Inschriften Sneideh 1 und Siah 2. 3. 

8) Vogü« a. a, O. Chap. U, No. 1, p. 89: ^3^ ''n nnttn •»! rT«B3 

SlbS^n r3^Ä Slb griech: 'OSaiva^o^jivvi^lov taixodö/Aijoev r^v onjltjv 
XBtft^drn Tg avrov ywatui^ 

4) Vogfli a. a. O. 91: n est cerUdn. que ce monoment par des propor- 

tioBs rsmarqnables, appartient k an personnage historiqne et la figure da phy- 

krqw alllA des Bonudns est la seule portant le nom d'Odheyna qoi sargisse 

ia chaot des Annales Arabes. Voir Caassin de Perceval Hist. des Ar. I, 

13. II, 27. 191. 

5) Waddington b^ VogÜ^ a. a. O. propose d'identifier l'aatear da 
tonb«« et le chef des Benoa Somayda''. 

6) 2. D. M. O. XXV, 535 Anm. 7; 553, Anm. 1. — Die Landschaft 

**^, in der er Aber die „Araber** geherrscht haben soU, wird in coptischen 
^oetbniarien TVi^a^/a. Ta^aßiOy Tm^a^ia genannt, was, wie Qaatremöre 
*^ s. TEgypt. I, 358 erkannt hat, 'A^aßia mit ägyptischem Femininartikel 
"*) «lao eine Besiichnang xax' i^oxA^» 



354 Blau, aUarahische SpracJisttuiien, . 

Aus diesen historischen Daten; zusammengenommen mit den dabei 
unterlaufenden Afinenreihen stellt sich die Genealogie des Hauses 
Somaida% etwas vollständiger als Vogü6 versucht hat, folgender- 
massen her: 

Moaieru I. t c. 90 v. Chr. 

I 

Ausu t c. 60 V. Chr. 

Maleichat I. f c. 30 v. Chr. (aranoL Inschr.) 

I 

Moaieru IL z. Z. Herodes d. Gr. 23 — 4 v. Chr. 

! 

Maleichat II. (biling. Inschr.) Hanne! f c. 30 n. Chr. (gr. Inschr;} 

Aveidos (gr. Inschr. 78 n. Chr.) Odainat f c. 60 n. Chr. (bil. Inschr.) 1 

Hasan 

Dharab (Jagsioa) 70 n. Chr. 

I (gr. Inschr.) 

Amr 

* 

■ 

Zenobia 

Einige andre Glieder desselben Hauses sind ' Aßaßairi n 
JSofjiai8d&7j *Avdfiov, deren Grabschrift wir besitzen ^) und die, 
wenn ich richtig vermuthe *), auch in der Widmung einer Condü 
an die Athene aus Anlass der Bettung ihres Sohnes Dositheos 
(Vahbil), sich verewigt hat; und die Ehegatten ""jivafiog und *0&- 
vd&9j in Schaqqa mit Ruinen eines Zeustempels ^). 

Die weitere Vorgeschichte des Geschlechtes verliert sich in eine 
Lücke von Jahrhunderten. Da es aber nicht für ein eingewandertes 
sttdarabisches ^), sondern für eines der alteinheiraischen zu halten 
ist, da femer das altgileaditische Haus 7i*^73U) seine Besitzuugen 



1) W'addington Inscr. Syr. 2495 vgl. mit Vogüö, Bemerk, a. a. 0. 91 - 

2) Wetzstein No.17. Statt Vfiatvd^tjß :^{ÖÖ)ov wie Kirchhoff will» 
lese ich So/u.a&(8)d&rj ^yivä fiov, da jedenfalls vorn ein Bachstabe «b e« 
ganzen ist , wie in der folgenden Zeile und W. besonders angibt , dass d^' 
Stein vorn abgebrochen ist. 

3) Wetzstein No. 127. 128. 

4; AUerdings kehrt der Name in südarabischen Sagen wieder; v. Krem^' 
SUdarab. Sag. 58 wehrt sich dagegen mit der Bemerkung : „So m c id a ist gar i^^^^^ 
arabisch , sondern aus der hebräischen Uebcrlieferung herüber genommen*^ I^* 
glaube, dass man vieUeicht dort eine Verderbniss ans dem iiischriftlich verbürgt^^ 



' O ^ o 



südarabischen 7p'^731D, was andere Araber in y.g^».**» corrumpirt haben (^Fleisch 
in Z. D. M. G. VIII, 473 Anm.) annehmen darf. 



BUmu^ altarabische Sjyrachsttulien. 55ö 

iTheil IQ Batanäa (Basau) von jeher hatte ^), da ferner in den 
lealogien eben dieser Gileaditer so auffallende Namen wie ri;^b72 

Or^fi^ hebräische Pendants zu obigen Maksixct&og und '^Ava- 
, wiederkehren *) and da endlich Gilead recht eigentlich der 
en ist, wo der Uebergang altaramäischen Yolksthums ^) in ara- 
lies ^) sich vollzogen hat ^) , noch bevor Palmyra nnd Mesene 
D ähnlichen Process erfuhren, so ist es durchaus nicht unwahr- 
inlich, dass die alte '«ipn'^Tp^ri nn&iDTa von Gilead ®) ihrejttngeren 
Minge direkter Abstanunung in *den Somaidenem des Hauran 
ieben hat, zumal ein Theil der von diesen herrührenden In- 
iften in Oertlichkeiten gefunden sind, die zum alten Gebiet von 
m gehören, die Personennamen gleichmässig an hebräische, 
QftlBche und arabische Formen anklingen ^). Wie n:*tnM das 
inutiv zu lin&j^ so ist il'«:^» dem hebr. n. pr. n'^^n entsprungen ; 
933 und tt(i'^9 in der Aussprache Maltixa&og und 'AoveiSog 

in ihrer Vocalisation dem palmyrenisch- aramäischen Idiom 
^isst; bK^n ist ein jüdischer ^)f iiDiK ein ganz arabischer 
le, und arabische Aussprache ist es jedenfalls, wenn MoaUgog 
n«m 'Oßaiaarog st. rnö-^ay % 'Oäaivarog st. na*»!« Sofiai- 
H^^ JSofiaidfjvoi geschrieben wird. 

üeberhaupt bieten die hauranischcn Inschriften ; nicht bloss 
e älteren, sondern durchweg bis in die christliche Zeit und 

6. Jahrhundert hinein eine reiche FtUle von Beispielen dafür^ 

in Personennamen, männlichen wie weiblichen, die arabische 
snativform gang und gäbe war. Aus dem Namenverzeichniss, 
ihes die von Wetzstein und im Corpus Inscriptionum gesammelten 
hriften umfasst ^®), hebe ich folgende als mit Jahresdaten ver- 



1) Jostta 13, 30 ff. 17, 1. 2. 

^ 1 Chron. 7, 18. 19. Siehe auch Anm. 8 anf dieser Seite. 

8] 1 Chron. 7, 14 heisst Manasae*s Kebsweib, die Ahnfrau der Gileaditer, 

Ift d. i. die Aram&erin und Genes. 31, 47 ist Nninrjto ^?^ = n?b3. — 

1 die Widmung Jtt Md^vq seitens eines "j^pvtjäos Wetasteiu 183 ist 
liisch. 

4) Steph. Bys, 196 PdXnSa x^P'^ *Apnßiae» 

5) Vgl. Z. D. M. G. XXV, 540, Anm. 5 
^ Mnmert 26, 32. 

7) Analoge Erscheinungen in geschichtlicher, wie onomatologischer Hinsicht 
t das Baus der Beni-Dej&n — in Petraea, dessen Fürsten mosaischen 
Botabset die Namen 'Adi&, Schoreich, Sam6al, Schaja führen und nach 
•Said vom Geschlechte Aarons waren, Wetzstein Inschr. S. 362. 

8) W etastein a. a. O. S. 343. Statt bfcrjt 34, 23 wie ein Fürst im 
D Ifanasse heisst, schreibt die samaritauische Version bMDn. Also 
alls ein alter speciell os^ordanischcr Name. 



o ^ » 



J) ^'9^ if^^at^ ■*• P^' Q*""^*»* II» 258 ; diminutiv, au ,jw^>^ u. (j^W* • 

23 



}) W et «stein ». «. O. 261 ff. 



356 Blau, aUarahUche Sprachstudien, 

sehene, heraus : *Oai&ikov v. J. 1 55 ; 'Otaiaov v. J. 250 ; 'OSwldw ^) 
Y. J. 253; ""OßsSog v. J. 289/ Orifuog von 310—364; JSoßiavBS^\ 
Moyicugog 386; JSotSog und ""Oye^og 397; Noviga 563 n. Chr^ 
2tAiiioVy 'Ovivov, Toßeii], ZofieSog ans cfaristUcher Zeit. Die 
Contraktion des Diphthongen ai in e scheint hiemach spUer ill- 
gemeiner geworden zn sein; ohne Datnm, aber wie ich hiemacii 
glaube, der älteren Zeit angehörig, sind die Namen Nd 10: 
2oai8ov nnd Sovairov mit dem Titel argatfiyog Nofuiimf *) 
' OqcUXov, JSovaiog^ MßaiSog ') ' OvcU&ov^ jioaloVy Moe^ifiaog^ 
Sovßalü-Mg zu einem Text ^); in dem xk nnd yrnfing statt 
xai und ywciix^g geschrieben ist, steht * Okalfwv also gewisser- 
massen auf der Grenze. 

Für die etymologische Deutung aller dieser Namen hat Wets- 
stein genügendes beigebracht. Ein sachliches Interesse bot Eth- 
nographie und Geschichte des Landes bieten nur wenige derselbe!. 
Das (j^ntile ' Orifuog mag zu dem altarabischen Stamme Hnteim 
in Beziehung stehen ^). 2ovßai&iog erinnert an den SQbai(» der 
in der Geschichte des Streites zwischen den Selihiden und Qissa- 
niden eine gewisse Berühmtheit erlangt hat % und bestätigt somit 



o<- > 



die Richtigkeit der Vocalisation ^--^ wie sie die Mdmshl der 

Araber geben. 

Verdienen sie in diesem Falle Vertrauen, so dürfen anch ein 
paar Ortsnamen aus Gassanidischer Zeit im Hanran und seinff 
Nachbarschaft als Belege für die Verbreitung der Diminatiybildiiqg 

in dieser Gegend angezogen werden. Zwar Suweidft i^tJu^^«Jl, wo 
Norman m sich ein Schloss gebaut haben soll ^), heisst in grie- 



1) Bavlavrjg ^OSavi^ov No. 186; doch ktnm Tenchieden von *t>^a«ra^av 
der Name M^bll auch in Palmyra Vogfiä No. 95. 

2) Vgl. Lcvy in Z. D. M. G. XXV, 433. 

3) Zoßal3o6 Mal ^IdfifiXixo^ (nicht ' AfiftXixf^)^ No. 20; Tgl. in Palmyra 
IDb»'' Vogtiö No. 125. 

4) Wetsstein No. 75. 

5) Z. D. M. G. XXV, 556 Not 5, wobu noch su vergleicben dia SehU> 
derong in Nonnosus Fragm. 1, am Schloss. 

6) Hamaa Jsf. 91 h- \ Meidftni prov. I, 421 äIx^am. Belske 
pr. lin. 75 f. Ueber die Zeit, in welcher die Gassaniden suerst an SteUe der 
Selihiden römischer Seils als Phylarchen der GrenKstibnme eingesetat wnidai, 

gibt Hamsa einen Anhalteponkt durch die Angabe der ^f^ vsUL^, dar daa 

Amr mit dieser Würde betrante, habe ^j^^IxmO geheissen. Schon A. SchaK 

tens hat -glücklich conjicirt ^jm^JxmÖ und Reiske sowohl wie Wfistaa ^ 
feld (pr. lin. 80 Anm. haben wohl bloss BufUlig nicht an den Procn ra t^^i^ 
P. Festns Act 24, 27; Joseph Ant. 20, 8, 9. B. Ind. 2, 14, 1) gedacht, ^. 
nms J. 60 n. Chr. Syrien verwaltete, and auf dessen Zeit aUes andere 
passt. 

7) Hamza Isf. 93. 



Blau, aitarabiBche Sprachatudien, 367 

chischem Mund JSootSa ^) ; aber an der Stelle von ^\ j^ einem 

Yon Harith 11 nm 170 n. Chr. gebauten Schlosse ') nennt auch 
Ptf^emaens ^y'^Oßtuga-j nnd sonach dürften auch die Oertlichkeiten 

jU^ und <2^jJö Koreije ^) und Fodein ^) in der Geschichte der 

Oassaniden authentische alte Namen tragen. 

In der Hiobsage, deren Schauplatz Batan&a ist, lässt die 
jtidiflche Ueberlieferung ^) die Boten, welche die Post Ton der 
Wegnahme seiner Heerden bringen, Tom Dorfe Di3*«'^np *^fiD her- 
kommen. Wie andere Ortsnamen desselben Sagenkreises, so ist 
andi dieser nicht erfunden, sondern wird zur Zeit, wo solches 
Detail in Umlauf gesetzt wurde, in der G^end ezistirt haben. 
Die Orthographie, von der griechischen Endung — og abgesehen, 



O, i 



verlangt ein arabisches ^ß und man möchte an das heutige el* 
Or£n^) denken, wenn dessen alter Name' ^;^(»cmvi^ oder Fpcuvi^^) 



o^ > 



nicht damit in Widerspruch stände. Sonst ist _^ als Ortsname 

auf arabischem Gebiete häufig genug ^). 

In weiterem Umkreise reihen sich an diesen Kern von Bei- 
q^ielen fllr das häufige Vorkommen der arabischen Diminutive in 
Ostsyrien eine Anzahl von Personennamen aus Gegenden und Städ- 
ten, die wir schon in der ersten Abhandlung: als Sitze altarabischen 
Yolkstbums kennen gelernt haben: ein ^oefiog aus Ituräa nm 
50 n. Ghr.^®); ein anderer gleichnamiger aus Emesa etwas später ^^ 
eine Soct$pug ebendaher im 3. Jahrhundert ^^) , ein Joliaog aus 



1} Wftddington a. a. O. No. 2807. 

2) Harns a Jsf. 92. 

3) PtoL 5, 19, 7. Auch das corrapte 'PSßaia Tte^ivs bei Stepb. Byz. 
M6, iat TieUeiebt dnreh Aendernng in Vßai^a üt^aifii ku retten. 

4) Hamza 92 nach Wetzsteins (Rb. 121) Berichtigiing. Griecbisch 
neifi^rj K^^aa&fig in der bischöflichen Diöces Bostra, Notit. Episc. 1, 1039. 



O M 



5) M ar&9id 2, 388. Doch hat Jftqüt MB. UI, 858 stett dessen qjJo. 

6) Midrasch, Vajjikra rabb. 17. Neubauer giogr, Talm. 258. 

7) Wetastein Rb. 76 ^j^^^ »pr- Gr^n- 

8) Wetzstein Inschr. No. 113—115 vgl. Z. D. M. G. XXV, 561 Not. 1. 

9) JAqüt MB. IV, 80. Zamachsari Lex. Geogr. 120, 12. 

10) Joseph. A. 15, 6, 5; 7, 1 u. 4. 

11) Joseph. A. 20, 8, 4. B. J. 2, 18, 9; 3, 4, 2. ^oaifios D. Cass. 
79,17. 

12) Harodian, 5, 2, 2. Joan. Antioch. 136. Meier Z. D. M. G. 
^nm, 680 f. tneht das Etymon aUer dieser Namen in hebr. t3tl\b 1. Chron. 
Sfti 27 , wobei Indess dem Diphthong in der griech. Umschreibung, die auch 

Tteitas' Sohaemns aufweist, kefaie Rechnung getragen ist, wie arab. 
Tastenfeld Bg. 426 erheischt. 



358 BlaUj altarabische SprachstutUen. 

eiDem der angesehensten Geschlechter von Gadara zar Zeit Yespa- 
sians ^). Und daran schliessen sich, gemäss dem nationalen Zn-» 
sammenhange zwischen diesen Arabern und den Nabatäem von 
Petra, die entsprechenden Bildungen im Bereich uabatäischer Zunge. 

Um hier nicht zu wiederholen, was ich vor 10 Jahren habe 
drucken lassen, verweise ich über die Nomina propria der Dimi- 

nutivform Juoe in nabatäischen Inschriften auf die Zasammen- 

Btellung in dieser Zeitschrift XVII, 383 ff. £chon dort schickte 
ich die in griechischen Beischriften erhaltenen Bogälog^ Bovgiog^ 
Ovig, 2ovtßog als sichere Bürgen für die Existenz jener Diminu- 
tiFform voraus und habe als weiteren Beleg nur hinzuzufügen, dass 
nach Josephns ^ ein Zeitgenosse des Syllaeus^ einer der ange- 
sehensten Bürger von Petra, den uns schon bekannten Namen 
Soefiog führte. Meier ^) hat einige Bemerkungen dagegen ge- 
richtet, von denen die schwächste die ist, dass die griechischen 
Formen Bogeog und Bovgaiog (sie! ungenau!) sich an eine ganz 
aramäische Bildung, nämlich an D'^Vs^ (! s. oben S. 5), anlehne; 
die begründetste aber die, dass un^r den bloss in uabatäischer 

Schrift erhaltenen einige der Form }^ inbegriffen sein dürften*) 

da z. B. einmal ^) die griechische Beischrift "^Agicog bestimmt da- 
rauf hindeutet, dass auch diese grammatische Bildung gebräuchlicli. 
war ; nur entspricht gerade in diesem Falle im nabatäischen Texte ^ > 
nicht niD'^^n, sondern iiD^n, wie ich in Gl. V zu meinen Ganstevs. 
hätte erwähnen sollen. Alles zusammengenommen sehe ich aucVi 
jetzt noch alle mit vollem "^ — geschriebenen, dort äofgeführtei^^ 
etwa zwanzig Namen, zu denen aus neuentdeckten Inschriften noc^li 
ein iiö'^i^ 7) und ein n^-^iK ®) kommt, als Repräsentanten d^^ 
arabischen Diminutivs an, so lange einzelne Ausnahmen, nicht bloss 



1) Joseph. B. J. 4, 7, 3. W^rz. ,jaJj. 

2) Joseph. B. J. 1, 29, 3. Ant. 17, 3, 2. 

3) Z. D. M. G. XVU, 620. ' ^ 

4) Diese Möglichkeit muss ich desshalb zugeben , weil arab. ^^t auc^s 
plene 1^-73« geschrieben wird. Tuch Z. D. M. G. III, 140. 

5) L e p s i u s No. 93. — Um die bilinguis Leps. 76 zu verstehen , mus0 
J>0//;Af07' rückläufig gelesen werden Ovfitiov=z'\'^12'y, 

6) Lepsius No. 96. 

7) Inschrift von Ümm-Resas, Z. 2 Lcvy hat bei dieser seiner letzten Ar* 
beit über Nabat&isches in Z. D. M. G. XXV, 429 das Unglück gehabt, nock 
einmal recht fehl zu greifen, indem er behauptet: die Inschrift bestehe offenbar 
aus zweien, und dann natürlich nicht znrecht kommt. Es ist einfach xa 
übersetzen: ,,r>ies Denkmal machte Malku bar 'Obaisu .... er machte diest» 
seinem Bruder B.<< u. s. w. die Familie 'Obaisat ist uns als ein Künatlerge- 
schlecht im Hauran schon bekannt. S. oben 8. 352. 

8) Vogüö Inscr. Nabat. 



Blau, alinrahische Sprachstudien, 359 

hypothetisch, sondern inschriftlich darch zweisprachige Texte, nicht 
nachgewiesen sind. 

In die Gränzen des Nabutäorreichcs fUllt endlich noch ein 
Stammname; der der Form nach hierher gehört, den Auslegern aher 
fiel zu schaffen gemacht hat. Agatharchides ^) nennt in seiner 
KOstenbeschreihnng die Anwohner der Strecke, die gegenüber der 
Spitze der Sinaihalbinsel, deutlich als das Ufer zwischen dem 
hentigen 'Ainnnne und Moweilih erkennbar ist^ mit dem Namen 
BttTfii^fievB7g\ die Handschriften Diodors ^) bieten statt dessen 
Bam^fABvelg ^ Bvi^ofXBveJg. Weder Fresnels Vermnthnng, dass 
dmnter die Benn-Djodam zn verstehen und Bavv^ovSa^ievets zu 
lesen sei •), noch Wesselings Verweis auf die Mvaaofievilg (recte 
Maiaaficcveig) des Ptolcmaeus vertragen eine Kritik bei einiger 
geographischen und historischen Detailkenntniss dieser Küste. Man 
hrancht sich nur gegenwärtig zu halten, dass ebendort in alter Zeit 
der Stamm Mozaina ^) ; des Stephanus von ßyzanz 'Ma^avvrjvoi ^), 
wohnten, um ans den beiden Lesarten der Handschriften das rich- 
tige herzustellen, nämlich Bccvi-fio^eveig, genau entsprechend ara- 



^ b'> 



hiBchem äJüi^ ^ . Wenn Agatharchides ^) hinzufügt, dass in ihrem 

&)biete ein vorzugsweise besnchtes und allen Arabern gemein- 
^^BieA Heiligthum lag, so lebt die Erinnerung daran auch noch bei 
dea späteren Arabern. 

In der Nähe des Gebel-Mozaina ^) nach Janbn zu lag das 

WiadySarif ®), darin war ein Brunnen, genannt Sarif, und dabei 

öne Säule, die Mil-Sarif hiess. Die Beduinen und heidnischen 

■Araber, pflegen zu sagen: .,es trifft einen das Schicksal" und ge- 

^^UBchen die Formel: „Sarif, Sarif! ich bekenne meine Schuld**. 



1) Agttb. do mar. Krythraco 90. 

2) C. Müller O. Min. I, 180. 

8) S. Rittor Erdk. v. Arab. 1, 312. 

4) Z. D. M. G. XXJII, 589, nomasa I, fft. Nach Hokri W. Wandc- 

'^*^^ai 86 erhielten sie einou Theil de^ Gebietes der rjuheina, welcbos üben 
^'^^'WirUch beschrieben und sicli bis an die Küste heranzojB^. 

5) Stepb. Byz. in der oben citirten Stelle. 

f 6) Agath. bei Diodor 2, 44: *Uq6v b'^ayltornrov Tdpvrai, runouerov 

Jf*"^ ndvxotv ^Agaßtov Tts^iTToregov. In der Nähe lag auch der hoilipe 

^^^aenhain, den Procop. B. Pers. 1, 19, und Ptolemacus 6, 7, 3 cr- 
,^^^^en; verschieden von dem weiter nördlich auf der Sinaihalbinsel gelegenen 
^A- ^temid. 6. Strab. 16, 4, 18, Nonnos. fragm. H. Gr. iV, 180. Diodor 

* -41 f.) , dessen berühmte Festversammlungcn zu dorn jährlichen oder fü?>f- 
Ij *^"*igen Friedensfest aus Anlass der sinaitischen Inschriften Tuch Z. D. M. G. 
^> 158 besprochen hat. 

7) Zamachsari Lex. Geogr. 167. 

8) v-i.-M* nach Abu Obaid b. Jaqüt MB. III, 77 bedeutet das soviel al^ 



360 BlaUj altarabische Sprachstudien. 

Zu dieser Notiz Zamach&ri's haben Fleischer und de Gocge ^) be- 
merkt, dass aogenscheinlich hier ein Rest von heidnischem Goltiis 
vorliegt. Da nun Agatharchides ') gleich darauf fortfiLhrt: jyLAngs 
der genannten Küste liegen drei Inseln, deren erste der Isis heilig 
ist'% und Plinius ') gegenüber davon am andern Ufer die insulae 
Sarapinae nennt, so wird es wohl nicht zu kühn sein, hier Spa- 
ren eines Sarapis-Cultus zu vermuthen, und demzufolge anzu- 
nehmen, dass die Arabägypter der gegenüberliegenden Küste der 
Verbreitung desselben nicht fremd waren. Ausserdem verehrten 
die Mozaina ein besonderes Idol Nohm^), welches auch den 
Stämmen Ghuzä'a, Bagila und Hawäzin heilig war:; und an ihrer 
Grenze lagen die beiden heiligen Berge, der weisse und der schwarze 
Qods *). 

Gentralheiligthümer, wie sie hier am Rande der nordarabischen 
Zone bestanden; verbunden mit Wallfahrten und Messen, an denen 
Besucher aus den verschiedensten G^enden und Stämmen Theil 
nehmen, sind in Arabien in alter wie in neuerer Zeit — ich 
brauche nur an Täif, Okkadh, Mekka zu erinnern -^ die Knoten- 
punkte gewesen, an denen die Fäden des Verkehrs geknüpft, die 
Produkte des Handels und des Kunstfleisses ausgetauscht, die Er- 
zeugnisse geistiger Arbeit entgegengebracht und entgegengenommen, 
die volksthümlichen Besonderheiten in einander verschlungen, dia- 
lektische Verschiedenheiten abgeschlissen, das Bewusstsein der Zu- 
sammengehörigkeit gestärkt, die Einheit in Sitten und Sprache, in 
Glauben und Streben vorbereitet wurden ^). 

Von solchem Schlnsspunkte aus ladet der Rundblick auf die 
Elemente, die da zusammenströmen, zu einer Umschau nach den 
Ergebnissen unserer Untersuchung für die Erkenntniss einer idio- 
matischen Grenzscheide ein. 

Die Landschaften Arabiens, in denen wir im obigen den Ge- 
brauch der Diminutivform mit Sicherheit nachweisen konnten, sind 
dieselben wie diejenigen, in denen wir die Ueimath des Artikels 
al gefunden. Die Beispiele häufen sich in besonderer Dichtigkeit 
in Ostsyrien in dem Bogen von Babylon über Palmyra nach der 
Sinaihalbinsel zu. Eine Ungleichheit des Materiales erklärt diese 



1) Zamach&ari a. a. O. 169. 

2) Agatharch a. a. O. 91. 

3) N. H. 6, I. 168 hat Detlefsen ans den Handschrifleu Sarapinae 
wiederhergesteUt statt Silligs Sapirine. Gleichem Cultas verdankten die Insel 
^a^aniSos ir rj ia^ov an der Südküste Arabiens und die 'Oai^iztSeg vijoüt 
und "loiSog vijaoi an der Troglodyten-Küste ihre Namen Ptolem. 6, 7, 46; 
4, 7, 37. 38. 

4) Siehe Oslander in Z. D. M. G. VU, 498. J&qüt MB. IV, 851. 

5) JÄqÜt BIB. IV, 39. 

6) Vgl. Ihn- Sa ad in Z. D. M. G. VII, 20, nach welchem solche jKhr- 
liehe Versammlungen und MKrkte in Medina noch im 6. Jahrhundert Ton den 
Nabatäern gehalten worden. 



BlaUf äUarabiache Sprachgtudien. 361 

'ErscheiDiiDg nicht allein. Wir besitzen aus Mittelarabieni wo man 
rein arabische Formen erwarten darf, in Plinins, Ptolemäns and 
anderen eine mindestens ebenso lange Reihe Ton Stammes-, Orts- 
and Personennamen wie aas den nordarabischen Grenzgebieten; 
and aas Sttdarabien, wo eine rein nationale Inschriftenlitteratnr 
die Nachrichten der Alten ergänzt, eine wohl ebenso inhaltreiche 
Masse von Schriftdenkmälern, als von den Mischvölkem der Gegen- 
den, wo Araber aramäisch oder griechisch schrieben. Es ist daher 
eine anfbUende and für die Feststellung einer Sprachgrenze be- 
zeichnende Erscheinung, dass Hand in Hand mit dem Verschwinden 
der Belege fftr den Artikel al nach dem inneren und mittleren 
Theil der Halbinsel zu, auch die Zeugnisse für das Vorkommen der 
DiminntiYbildnng o-ai spärlicher und fast gleich null werden. 

Ausser den oben erläuterten oder doch nachgewiesenen, etwa 
90 an Zahl betragenden Fällen, wo die Beispiele dieser Diminutiv- 
form dem Bericht des altarabischen Idioms angehören, kenne ich 
in der That nur zwei, die uns auf Mittelarabien hinweisen, und 
die zum Schluss noch das Recht der Würdigung beanspruchen: 
Die Stammnamen Nomeritae bei Plinius ^) und 'loXu&irai bei 
Ptolemaeus ^. 

Mit dem ersteren dieser Namen lässt Plinius eine Reihe von 
Völkerschaften anheben, unter denen zwar einige einen bekannten 

Klang haben, wie Hamiro^i = ^U, Bachylitae = iJL^b oder J^xXj, 

kein einziger aber sich aus dem Zusammenhange oder mit Hülfe anderer 
einheimischer Nachrichten so bestimmt localisiren lässt, dass wir 
daraas für Plinius' Zeit eine geographische Uebersicht der Stämme- 
vertheilung zu gewinnen vermochten. Doch glaube ich nicht zu 
irren, wenn ich nach dem ungefähren Verlauf der Beschreibung in 
diesem ganzen Abschnitt die darin erwähnten Stämme und Ort- 
schaften im Innern des Randes, nach der Ne^d und der Jemame 
hin, suche, and demzufolge das Zusammentreffen der Hamiroei und 
Nomeritae als einen Wink benutzte, sie in der 'Alia, dem Ober- 
lande, nach Wetzsteins Definition '), zu placiren, wo „im Norden 
die 'Abs, in der Mitte Gani, in ,,Süden 'Am ir, im Osten NomSr,'' 
die Bewohner waren % Die Ortschaft Masala, welche nach Plinius 
den Nomeriten gehörte, weiss ich auch heute noch mit nichts 
besserem und sichererem zu identificiren, als mit Mäsal oder Därat- 
Hlsal ^). — Die TiolM^ixai setzt Ptolemaeus an den Ostrand des 



1) Plin. N. H. 6, I. 158 Cod. R. Nomeritae; Detlefsen sowol\| als 
Billig haben nachlftssiger Weise dem Barbar das bequemere, weil bekanntere 
^^nieritae nachgeschrieben. 

3) Ptol. 6, 7, 22. 

i) Wetsttein Nordarab. 40. 

5) W et! stein a. a. O. 267 Not 1. 

e) Z. D. M. G. XXIII, 589. 



362 Blau, altarabische SprachsttuUen. 

Zamcs-Gcbirgcs nnter eine Grnppe von Stämmen, in denen ich 
Zweige von Tamim erkannt zu haben glaube. Näheres Ober die 
Benu-*01eiQ, die ich früher verglich i), wissen wir aber nicht 
Wetzstein ') hält sie nnter Bevorzugung der Variante 'IoXvüJtm 
(Wilb. 409) und Annahme einer Entstellung aus rsSvtffxat.^ ftlr die 
öadis ^J,.u0c2>- der Araber. Er hat vielleicht Recht, aber — „Gott 

weiss es am besten.*' 

Mit diesem arabischen Trostspruch mag auch der Schlnss der 
gegenwärtigen Untersuchung begleitet werden. Ich stehe am Ziel 
des Versuches, in einer den vorhandenen Denkmälern entsprechenden 
Vollständigkeit die charakteristischen üeberreste ausgeprägter gram- 
matischer Formen einer todten, der altnordarabischen , Sprache za 
sammeln und zu beleuchten. Aber — um ein beherzigenswerthes 
Wort Fleischer 's hierauf anzuwenden *) — welche Kritik ver- 
möchte den Buchstaben solcher Uebereste in durchgängiger Ur- 
sprünglichkeit wieder herzustellen? welche Erklärungskunst ihren 
Inhalt in allen Einzelnheiten und Feinheiten mit nie irrender 
Sicherheit zu deuten? welches Abstractionsvermögen das Ganze der 
der darin enthaltenen Sprachgesetze in voller Objectivität zu ent- 
wickeln? und wo soll man die Scheidelinie in jener Uebei^gangs- 
periode ziehen, welche der Sprache mit neuen ßildungsstoffen die 
Keime eines neuen Bildungsprincips einimpfte? Wo hört das Alt- 
nordarabische auf? wo fängt das classische Mittelarabisch an? 

Fliessende Momente, wie sie die Ethnographie wandernder und 
nomadisirender Völker immer bietet, geben an und f&r sich keinen 
festen Anhaltepunkt. Das habe ich auch bei der Constmction der 
versprochener Maassen hier beifolgenden Karte empfunden, auf der 
ich die Ergebnisse meiner Studien zu veranschaulichen bemtlht ge- 
wesen bin. Nur das Ineinandergreifen ethnographischer und lin- 
guistischer Factoren ermöglichte ein einigermaassen sicheres Fixiren 
des flüchtigen Stoffes. In einen bekannten Rahmen ^) habe ich die 
in beiden Abtheilungen besprochenen wichtigeren Völker, Stänune, 



1) z. D. M. G. XXII, 671. 

2) W^etz stein a. a. 0..473, Kot. 2. An einer andern SteUe (449 Not. 
2) macht derselbe auf eine höchst interessante Notis bei JAqüt MB. III, 659 
aufmerksam, wonach die Tasm und (radis aus Babylonieo ausgewandert 
waren. Vgl. Z. D. M. G. XXV, 581. 

3) Fleischer über ThaMibis arab. Synonymik (Verhandl. der K. Sacht. 
GeseUsch. d. Wiss. 25. Febr. 1854) S. 2. 

4) Ich habe das Netz von Spruncr-Menkc Ilist. Atlas antiquus 1865 
Blatt XXX zu Grunde gelegt. — Von Kieperts verschiedenen einschlS^pgcn 
Karten ist die v. 1864, Arabien zu Ritters Erdkunde, revidirt v. Noldeke, das 
Gediegenste, was wir über die Halbinsel besitzen. Durch Ausnutzung der ara- 
bischen Geo.raj>hpn werden wir auf dem Wege, wie er neuerdings von Wttsten- 
feld mit Kieperts Hülfe für die Strasse von Ba9ra nach Mekka (Gott. I^IV, 
eingeschlagen ist , zu ebenso guten Speeialkarten für die früheren Jahrhunderte 
gelangen. — Für Altarabien ist der Atlas zu C. Müllers Oeographi Minores 
ein Musterwerk. 



BlaUf altarabische Sprachstudien. 363 

Landschaften, Oertlichkeiten, Strassen und Grenzen niedergelegt 
ohne ein anderes Verdienst als diese Gmppimng zu beanspruchen. 

Die Linie, welche das altnordarabische Gebiet, nach meinem 
Begriffe, südlich begrenzt, fällt, wie auf den ersten Blick erhellt, 
ungefähr mit der zusammen/ die von den Alten, wie von den Ara- 
bern selbst als die Nordgrenze der Halbinsel genommen wird, vom 
aelanitischen Meerbusen nach dem maisanitischen. Nördlich davon 
bis an die Marken von Edessa und Mosul bildet dies Gebiet ein 
geschlossenes Ganze, ostwärts über den Tigris hinübergreifend, west- 
wärts bis zum Nil reichend. Vereinzelte Sprachinseln ausserhalb 
dieser Grenzen sind angedeutet, lassen sich aber bis jetzt noch nicht 
mit gleicher Sicherheit umschreiben. 

Die Zeit, deren Bild das vorliegende Kartenblatt darstellt, 
nmfasst der Hauptsache nach — ein paar ältere und neuere Namen 
laufen natürlich mit unter — die letzten Jahrhunderte vor und die 
ersten nach Christus, wie es die benutzten Quellen mit sich brachten. 

Die Reichhaltigkeit der Hülfsmittel hat für diesen Theil des 
arabischen Gebietes in umfänglicherer Weise, als es für den Rest 
der Fall ist, die kartographische Veranschaulichung der Resultate 
unserer Untersuchungen ermöglicht, und diese wird zur Klärung 
mancher landläufigen Vorstellung mehr beizutragen vermögen, als 
das geschriebene "Wort *). 

Von der weiteren Erforschung und der Ergiebigkeit an Schrift- 
denkmälern des inneren Arabiens steht zu hoffen, dass die Nach- 
richten der Alten auch über andere Theile der Halbinsel je länger 
je mehr einem besseren Verständniss entgegenreifen werden , und es 
den vereinten Bemühungen der Forscher vergönnt sein wird, die 
Räthsel zu lösen, die das alte Arabien noch birgt. 



1) Einijire sehr richtige Bemerkungen über die Nothwendigkeit sprachge- 
scbichtliche Forschungen nur im engsten Zastmmenbange mit geographischon 
iiDd poUtischen zm betreiben, um nie ohne ein klares Bild des Landes, dem sie 
gelten, ssu bleiben, bat neuerdings Lagarde Gott. Gel. Arg. 1871 Stück 28. 
S. 1108 — llil an einen Fachgenossen gerichtet. 



364 



Jeimini Bh&rata. 

Zweitos Kapitel. 

Aas dem Eanaresischen amschrieben, übersetzt ond erlintert 

von 

Dr. H. Fr. MSg^Bf . 

(Fortsetzuug von Bd. XXV, S. 22—41.) 

V. 21. Jiya, citteis'! ädod' inn' akhila sämrdjya 

ip ayit' emb' utsavaii tanag' illa. Eama, Gän- 
geya^ Garn, C^alya, Kaoravaran' nlid' i mMini mandalayanA 
VäyigaDol' irisi, näü götravadhe geisid' i 
käyamaip vanaväsak' eidisaven', ene, Bäda- 
räyanaü gahagahisi nagata, nodi, Dadi(y) arasa, matte nudi 
yendanü. 

Herr ! höre ! Aber fortan habe ich keine Freude, dass mir die 
Weltherrschaft geworden. Diesen ganzen Erdkreis , welchem 

Kama, 
Bhishma, Drdna, ^lya, vom Earogeschlecht fehlen, 
will ich in Bhima's Hand lassen und diesen Leib, der mich 
den Verwandten-Mord hat vollziehen lassen, in eine Wald- 
einsiedelei gehen machen. Da 
sagte Vedavyäsa laut auflachend : sprich, sprich, König, noch 
einmal, sprich! 

1. 1. Jiya, Vater, Grossvater, überhaupt ehrfarchtsvoUe Anrede, 
citteis* für citteisu imper. des Zeitworts , mit elidirtem u; dtteisu 
kan. derivativ von citta, Sinn, Gemüth, Wille, eigenU. animadverte! 

1. 2. emba Verbalacljektiv von enu, sagen, für enuva, sagend, 
es vertritt die Stelle unseres „dass*^. emb(a) utsava eigentlich: 
sagende Freude = Freude, dass. tanag(^) pron. redpr. statt pron. 
person. ; ipsi st. mihi. 

1. 3. nlid(a) Verbaladjektiv der Vergangenheit, AppositioB zu 
mSdint mandalavanA, von uli, bleiben, welches scheinbar entgogen- 
gesetzte Bedeutungen hat 1) am Leben bleiben, leben. 2) n 



MögUng^ Jekidni Bhdrata. 2. KapUd, 365 

übrig sein, fehlen. 8) noch nicht gekommen sein, abwesend sein. 
4) sich aufhalten. Halt machen anf einer Reise. 

1. 4. YäyiyanoKn). V&yiua> vom Winde geborner, Bhima, 
Bmder Dharmar&ya's. Der Locativ hat die Bedentang von ^^u 
seiner Oewalt^S anter Bhima. irisi pari. perf. von irisn, Kaasal- 
form von im, sein =" sein lassen, näü gdtravadhe geisid(a) i k4ya- 
maqi, altkan. fttr nänn götravadheya geisida i kftyavannn, wörtlich: ich 
Familien-Mord machen gelassen habenden diesen Leib, d. h. diesen 
Leib^ darch welchen ich den Familien-Mord verttbt habe, geisida, 
Adjektiyform des perf. von geisa, ELaasalform von geiyn f&r keiya, 
machen, abznleiten von kei, Hand, eine dravidische Warzel (wie mei, 
Leib, kkl, Fass, kan, Ange, kivi, Ohr.), parallel mit dem sanscr. kara. 

1. 6. matte, aas marta. mar and mär bedeuten „anders", »»wie- 
der^ aber auch „wider^. mara dina, andern Tages, inämadi, 
(nadi, Wort, Rede) Antwort, aber auch Widerrede, m&r bala, Feindes 
Macht, feindliches Heer, martn part. perf. von einem verkommenen 
Stamm mara odor mare, bedeutet „wiederholt^, dann „wieder^, 
endlich „und". In dieser letzten Bedeutung, ist es im geläufigsten 
Gebrauch. Das Wort lässt sich in der sechsten Linie mit dem 
nAchst-stehenden nudi, aber auch mit dem folgenden yendanü kon- 
Btroiren. Im ersten Fall wäre der Sinn: Yfidavyäsa sprach: sag' an 
sag* an, sage noch einmal an! im andern Fall: Y6d. sprach: sag' 
an, sag' an, und noch einmal: (sprach er) sag' an. 

V. 22. kshStra dharmavaü nirtkshisal', ninage pfttakaü 
götravatheinda bappude? mahäddval ntn' 
dhAtriyaqi pUisad ' iral', nirdöshiye? nftv' ariyev', Iga, ninnä 
gfttramaqi vanav&sak' eidisuva mataqi äva 
sAtrado)' kA^isitoI 16su! lös' ära^ya 
yfttreyaqi m&du niip I m&rutige patianuüi gaftuvevu päv", endanü. 

Wenn du das Kri^ger-Stammes-Gesetz beobachtest, wird dir 

Sflnde 
aus dem Geschlechts-Mord entstehen? Grosser Gott! wenn du 
die Erde nidit pflegst, bist du schuldlos? Wir wissen es 

nicht. Nun, der 
Gedanke, deinen Leib in die Wald-siedelei zu tragen, in 

welchem 
GesetzabschniU hat er sich gefunden? Wohl! wohl! mache 

du 
die Wald-Pilger&rth ! wir werden dem Windessohn die 

Krone aufsetzen. 
L 1. nirikshiBal(u) infin. histor. von nirikshisu, ins Auge fassen, 
^«obachten. 

L 2. bappude ? bappudu altkan. fttr baruvadu, 8. pers. neutr. 
'ü^^. des futurum von baru, kommen. Das finale e ist Fragelaut 
1. 3. p&lisad' iral' für pÜisade iralu. palisade part neg. iralu 
infl iiist^ von iru, wenn du nicht htttend, beschtttzend, bistj wenn 



366 Mögling, Jeimini Bh&rata, 2. Kapiiel. 

da die R^ierung des Landes aufgiebst. nirddshiye za verbinden 
mit dem 1. 2 vorangegangenen nin(u) nirdöshi^ vorworflos. Zwi- 
schen das finale i and den Fragelaat e tritt der Halbvocal y. ,,bist 
da schuldlos?'^ ariyeya nom. plar. der negativen Form des Zeit- 
worts ari, wissen, iga^ jetzt, lässt sich mit dem YoraiigegaDgeiieD, 
aber auch mit dem Folgenden verbinden, ninnä; ninna, ddn, mit 
am Schluss der Linie verlängertem a. 

1. 4. eidisava Yerbaladjektiv des kausalen Zeitwortes eidisa. 
eida kommen , eidisu kommen machen, eidisava mata kommen las- 
sender Gedanke^ d. h. der Gedanke, kommen za lassen, hinzatra- 
gen. äva altkan. fttr yäva, pron. interrog. 

1. 5. sütradoKu) locat. = sütradalli. känisito 3.^ pers. neatr. 
sing, des Perf. von känisu, känisitu mit angehängtem" Fragelaat o. 
lesa etc. gat ! gat — so geh' du nur fort in den Wald. Die Krönung 
des Bhima will ich schon, ohne dich,* besorgen. 

1. 6. pattaman gattuvevu filr pattavannu kat^avevu. wir werden 
die Krone binden, d. h. befestigen, aufsetzen, endanu zu konstroiren 
mit Badaräyai^an v. 21. 1. 5 and 6. 

V. 23. dharmasuta! marule! nin' int' ädutirdode. bu- 
dhar' meccuvare? säkM ad' ant' irali! sdmakula- 
jar' mahäkratngalaip mädid' allade sallar'. adarinda ninag' 

ileyolü 
nirmala saJurti/ appante, yigfiädi sa- 
tkarmangalan' uegalcal', g6travadhega}i]i 
nirmisid' agham pdgi, Quciyagi; baldapay enal' bküpan' int' 

endanu : 

Dharma-Sohn, Wahnsinniger! Genug I Lass das! Wenn du 

so sprichst, werden die Verständigen Gefallen (an dir) 

haben? 
Die Männer vom Mond-Geschlecht dürfen nicht sterben ohne 

die grossen Opfer gebracht zu haben. Daher damit dir 
auf der Erde fleckenloser Kuhm werde, verrichte Opfer und 
andere gute Werke, und nachdem die durch Verwandten- 

Mord(e) 
entstandene Sünde weggeräumt worden , bist du rein und 

glücklich, als er sagte, der König also sprach: 

1. 1. marule Vokativ von marula, wahnsinniger, int'adutirdode 
für intu ädutta iddare, wörtlich wenn du so sprechend bist, d. h. 
wenn du so fortredest, meccuvare, meccuvaru, 3. pers. plur. fut. von 
meccu Gefallen haben, einverstanden sein, mit angehängter Frage. 

1. 2. ad' ant' irali, das so sei. Ablehnungsformel. Nun folgt 
Vedavyäsa's eigener, neuer Rath. Sömakulajar(u) nom. plar. von 
s. k. janu, ein vom Mondgeschlechto (welchem die Pändava angehörten) 
geborner. 



Mögliug, Jeimini BhäratÖK 2. Kapitel. 367 

1. 3. madid* allade, wörtlich gemacht habendes nicht sagend, 
ni&dida Adjektivform des perf. von m^a, machen, im Neutrum, 
masc. mädidavanu. fem. mädidavalu^ nentr. mädiddu das gemacht 
haben. Das zweite d ist elidirt. allade negat. Form des Partie, von 
ägu, werden. Negation des Soseins, wie illade von im, sein^ Nega- 
tion des Seins, sallaru negat Form des Verbum salin ; 3 pers. 
piur. Grundsinn des Zeitworts sallu ist: gehen, in der Bedeutung 
von im Gang sein, passiren z. B. eine Mttnze^ die Zeit, ferner: 
in allgemeinem Gebrauch sein, gelten, anerkannt werden, aber auch 
fertig werden, daher sterben. Die beiden letzten Bedeutungen sind 
an unserer Stelle zulässig; vielleicht eine Vermischung beider, wie 
wenn es hiesse, sie werden nicht absolvirt, nicht fertig, dürfen nicht 
sterben^ ohne u. s. w. 

1. 4. sukirti/, entweder sukirtiyu mit weggefallenem u, wegen 
des folgenden Vokals, oder die prakrti Form, sukirti mit yakärägama, 
wegen folgenden Vokals, appante ftir &guva ante, (og ysvea&ai, 

1. 5. negalcal(u) inf. bist, von negalcu für negalisu, kausale 
Form, jedoch ohne besondere Bedeutung von negalu, beginnen, ver- 
richten, vadhegaliü, altkan. für vadhegalinda, instrum. plur. von 
vadhe. 

1. 6. pögi := högi, part. perf. von högu, gehen, vorüber-weg gehen, 
abgethan sein, dn part absolatum: caedibns creata culpa remissa. 
^ciägi, part. perf. von ^uciägU; purefactus. bäldapay altkan. 2. 
pers. sing, praes. von bälu, leben, glücklich sein. Die neukan. 
Form ist b&lutti. Das praesens hat die Bedeutung eines intensiven 
Futurums, oder auch Imperativs, enal' bezieht sich wieder zurück 
auf B&daraya^a v. 21, wie endanu am Schluss von v. 22. ßhüpan' 
für bhüpanu, d. h. Dharmaräya dessen Rede v. 24 folgt 

y. 24. ädode, tavänugraha prabhävadol innu 
mediniyan' äne pälisuven. i gotraha- 
tyädösham etariip pöpud, ä teranaü tilupi, rajakulada n^para 
sädhu Charitram enninda sogad' ägad' an- 
t', lUlarisi, n!ve kärunyadiqi mälpudu qu- 
bhOdayavan' enag', endu, kei mugiye, dharmajaug' ä munipau' 
int* endanü: 

Wenn es (so) ist, in deiner Gnade Kraft will ich ferner 
die Erde behüten (regieren). Diese Schuld des 
Verwandten-Mordes wie zu tilgen ist, die Weise kund ge- 

than habend; dass die reine Sitte 
der Könige vom Mond-Geschlecht durch mich nicht stinkend 

werde, 
Beistand geleistet habend, sollt ihr in Barmherzigkeit mir 
das Glück aufgehen lassen, sagend, als er die Hände faltete, 

zu Dharmaräya der Munifürst also sprach: 
1. 1. ädode, wörtlich: wenn es geschieht sc. so, d. h. „Gut 
also!" tavänugraha zusammengezogen aus tava anugraha.. 



368 MögUng, Jeimini Bhdrata. 2. KapUeL 

1. 2. äne altkan. fOr n&ne, nänu mit angehängtem e Suxtixo^t 
ego ipse, nicht Bhima, als mein Nachfolger. 

1. 3. etariip a. k. für yätarinda, instr. sing. pron. interr. nentr. 
wodurch. pdpnd(n) fttr höguvadu, 3. pers. sing, nentr. des fat yon 
hdgn, gehen, teranan, ak. fttr teravannu, acc. sing, von teravo, die 
Weise, tilupi; altkan. für tilisi, part perf. yon tilisn, cansat von 
tili, wissen. 

1. 4. sädhu Charitram reine, edle Geschichte, oder anch edler 
Wandel, enninda, altkan. fttr nanninda. 

1. 5. mälpnduy altkan. fClrmädnyada,yerbainomeny „das Machen", 
mit Imperatiy-Bedentnng. niv. m&L ihr mttsst machen. 

1. 6. mogiye inf. hist 

y. 25. yenike bed', ele magane ! Raghayaqa pinte Ra- 
yananaip mathisi, yäjimedhadol päryaran 
danisidaü. ninnm anta mahädhyarayan* esagal*, ninage mü ja- 

gadolA 
yene ill', enalk', entu mälpe nän'? äya la- 
kshaij^ada hayaqi adake? rtyijar' enibar*? enisu da- 
kshinegal'? adar'andamaqi besay^lynd', enal', Mnnin&thaü int' 
endanü: 

„Sorge (ist) nicht noth, o Sohn! Räma hat yor Alters den 
Räyana getödtet und dann dorch ein Pferde^pfiar die Brab- 

manen 
Völlig zufrieden gestellt Wenn auch du ein solches Gross- 
Opfer verrichtest, hast du in den drei Welten 
Deines gleichen nicht, so als er sagte, Wie soll idi es 

machen? Weicher 
Art Pferd ist dazu nöthig? Wie viele Priester? Wie 
viel Geschenke? seine Weise sag^ (sc. des Opfers)! da er 
sagte, antwortete der Munifürst also: 

1. 1. yenike, G^anke, Sorge, wie q>QOVTig. bed' fOr bSda (negat. 
von b^ku, es ist nöthig) es ist nicht noth. pinte ak. für binde, 
rttckwärts, im zeitlichen wie örtlichen Sinn. 

1. 2. pärvaraü = häravarannu, acc. plur. von härava, tadbh. für 
brähmana. 

1. 3. danisidali, 3. pers. sing. perf. von da^isu, causat. von 
dani, ermttden. da^isu, vollkommen befriedigen, ninum — altkan. für 
ninü, auch du, antä, neukan. antha. esagal(n) inf. hist mü altkan. 
fttr müru, drei. 

1. 4. yei^e, Gleichheit enalk(e) inf. hist e, alu, alike, zusgez. 
alke, sind Infinitivformen. 

1. 5. entu B= yentu, altkan. fßr hyäge. Hier beginnt Dharma- 
rftya*s Redcmälpe = m&4avenn. 

1. 5. adake sc. mahidhvarake, dem Grossopfer. enibar(u) neu- 
kan.: yeshtaru. enisu, neukan.: yesbtu. 



Mögling, Jdmini Bh&rata. 2. Kapitel. 3g9 

1. 6. andamam, acc. sing, von anda, Weise, Art. be8av^lvu(l(u). 
besä eigentl. Befehl, d. h. Wort eines Höheren, yelvada altkan. 
für helavada. Nom. verbale mit Imperativ-Bedeotang. enal(o) sc. 
Dharmaräya. 

V. 26. svacchatara dhavalängada, atimauöbara pita 
pacchada, sagamanada, onde kiviyol eseva ni- 
la chavia^ kömala tarangamaü sädbisi, mahäkratavan' äcaripadd 
icche geid*, ure sakala mSdini talavan' ^- 
ka chatradiqi palisuva naregyaran', avan- 
g^ acchidray&gi nadepadu. Bhüpakaladfpa! kSl' adara mälke- 
galanA. 

Ein König, welcher das ganze Erden-Rand anter 

Einem (Schirm) Scepter wohl behfttet, wenn er ein liebliches 

Pferd aofgefanden, dessen Leib vom reinsten Weiss , der 

Schwanz vom schönsten Gelb, von schönem 
Gang, and mit einem glänzend schwarzen Ohr, and das 

Grossopfer zu 
bringen wünscht, ihm wird es 
ohne Fehl gelingen. Erdenherren-Stammes-Leachte 1 Höre, 

was dabei za geschehen hat 
1. 1. dhavalängada gen. appos. , wie das folgende pacchada 
und sogamanada ond cchavia, za taranga. 

1. 3. äcaripade altkan. für äcarisalikke, infin. abhängend von 
icche, Wunsch za verrichten, icche geid(a) wörtlich: Wansch ge- 
macht habend, wenn er wünscht. 

1. 4. nre, gat, za constr. mit palisava 1. 5. 
1. 5. nar^varan(a) eine Art nom. absoL, an welchen sich das 
pron. relat avange »= avanige, ihm, wie nach einem Gedanken- 
strich, anschliesst 

L 6. nadepadu, altkan. fOr nadeyavadu. 3. pers. sing, neutr. 
fat. von nade, gehen, hier mit dem Sinn: gerathen. adar(a) sc. des 
Opfers, mälkegalanu, abhängig von kel(a). mälke, altkan. Verbal- 
nomen von mälpa, das Machen. Der Plural bedeutet: Alles was 
dabei zu thun, zu beobachten, ist. Bbüpakuladipa , ein compo- 
situm, Leuchte des königlichen Stammes. 

V* 27. ftatya^aucacärakula veda^istrapän- 

dityada saviprar' ippatta sävirake nei- 

patya vasträdi pAjegalinda satkarisi, bSre b^r'avar' avargl 

pratySkaip' ond' ondu baUa muktäpalava- 

n' atyadhika haya gaja rathangal' ondondan', au- 

citya sälankära gös&hasravan*, ondu bhära ponnaä koduvudü. 

swanzig Tausend Brahmanen aus Geschlechtem wahren heiligen 
Wandels, voll Erkenntniss der Weden und Schastren, 
musst du erfreuen mit köstlichen Kleidern u. dergl. Ver- 
ehrungen, jedem Einzelnen 

Bd. XXVU. 24 



370 MögUng, Jeimini Bh&rata. 2. KapUd, 

insbesondere je ein Balla Perlen (balla hftlt 48 mal soviel 

als beide Hände, neben einander gehalten, fittsen), 
ein vorzflgliches Pferd, Elephant and Wagen, tausend Kühe 
jede reich geschmückt, nnd ein Bhara Gold (Bhara = 20Tala 
= 2000 Pala, etwa 140 Pfund). 

1. 1. Da veda ^astra pändityada, wie ans vorkommt, znsammen- 
gehören, and als Compositum im genitivus der Apposition zu 
suviprar' stehen, so scheint es wahrscheinlich, dass auch die vier 
ersten Wörter der Linie als eine Zusammsetzung zu betrachten 
sind. Doch sollte man in diesem Fall erwarten, dass dieses nomen 
compositum dann auch im Genitiv stünde und dass es hiesse: satya 
^ucäcära kulada. So ist der Sinn in unserer üebersetzung ge- 
geben. Im andern Falle wären die Worte anders zu fibersetzen, 
nämlich: 20,000 Brahmanen, wahrhaftig, heilig, von gatem Wandel, 
und. edlem Geschlecht, im Besitz von Weden, Schastren and Gelehr- 
samkeit, u. s. w. 

1. 2. neipatya für neipathya (Schmuck), des Beimes wegen 
verändert. 

1. 3. bSre her' avar'avarge. bSre, allein oder redoplicirt, ander, 
verschieden, verbindet sich mit dem pron. dem. avann, phur. avaru. 
Hier wird sowohl bSre als avaru wiederholt, um den Distributiv- 
begriff aufs stärkste auszudrücken. Darauf folgt noch ausdrücklich 
pratyekam; und dazu noch ond* ondu balla, wörtlich : „ein, ein^ balla 
d. h. je ein balla. Es soll gewiss kein einziger Brahmane über- 
gangen werden, und jeder sein Theil erhalten. 

1. 4. muktäphalavan', acc. sing, von muktäpfaalava, wörtüeh die 
(von der Perlenmuschel) abgelöste Fracht 

1. 5. atyadhika — ondondan(a), eine etwas gewagte Constraction, 
welche aber unmissverstehbar ist rathangal' endondan beisit^ 
„Wagen je einen'S Der accusativ ist regiert, wie die übrigen der 
Vershälfte, nämlich muktftphalavanu, gösähasravanu und ponnaii 
(von ponnu = honnu, Geld) von dem Schlusswort, kodovudA, geben, 
d. h. du musst geben. Mit dem compositum rathangal' ondondan' ist 
atyadhika haya gaja (sehr vorzüglich Pferd Elephant) in ein Wort 
verschmolzen, welches als eines deklinirt wird : sing. nom. .-atyadhika 
haya gaja rathavu, ein Wagen mit sehr vorzügliehen Pferden and 
Elephanten; accus.: a. h. g. rathavannu, etc. Plur. nom. : a. h. g. 
rathangal(u) ondondu, Wagen, je einer^ mit sehr vorzüglichen Pf. 
u. Ei. accus: die Worte, wie sie in 1. ö stehen. Distribntivzahlen 
werden durch Wiederholung des num. card. ausgedrückt. Aehnlich 
gebraucht das Kanaresische auch die Wiederholung anderer Wörter- 
klassen z. B. mane manege von Haus zu Hans, oder jedem Haus, 
tirugi tirugi wörtlich : wieder, wieder, d. h. ein Mal um das Andere, 
kügi kügi wörtlich: schreiend, schreiend, in einem fort oder immer 

wieder schreiend. 

• 

V. 28. sannuta kul' ftc&ra gupa vSda Qästra sam- 
panna bhüsurar' inibar* i terada saukhyatara 



Mögltng, Jeimini Bharata. 2. KapUd. 371 

roannanegalaqi pa^edu , sabheyägi kn}}' ird' , aniyneyaii ^o(]a 

balikä, 
„iBDO medinijol' äradodam minaka}la (midakoUa) 
d' annata paräkramigal' tadejal' i'vlgiyan'" endu, 
tanna birudaqi bareda, pombattamaü katti biduvoda hajada 

pa9^e. 
^enB so viele Brahmanen von gep^riesenem Geschlecht; 

Wandel 
Tugend, Weden und Schaster-Kunde, solch' (dieser Art) hoch- 

beglttckende 
Ehrenbezeugungen empfangen habend, in Versammlung sitzend, 

Weisung gegeben haben, 
so lass auf die Stime des Pferdes eine goldene Tafel binden, 

auf welcher deine Ehrentitel stehen, 
mit der Herausforderung : ,, sind auf Erden irgend welche 

mehr erlauchte (illustres), 
hohe Heiden^ so mögen sie diesem Pferde den Weg yerlegen I^ 

oder, (nach der uns 
besser scheihenden Ljsseart n)idukn)la{}e), ^enn noch irgend 

weiche hohe Felden auf 
Erden unzufrieden sind (nämlich mit des Königs Anspruch 

auf Weltherrschaft), 
so mdgen sie das Pferd aufhalten! 
1. 3. kuir ird' altkan. für küt(u) idd(n); k. j^rt. perf. von 
ku)i, sitzen, idd(n). part perf. von iru, sein, sabheyftgi, ägi part. 
perf. von &gu, werden, wörtlich: Versammlung £|ewbrden seiend, 
' d. b. in Versammlung. Das grosse Concil der 20,000 Brahmanen 
\ifX also die Weltherrschaft zu vergeben, wie der röiqische Papst. 
At)sichtlicli ' ist in diesem Satz den Brahmanen der NiMne Erd-Götter 
gilben. Als solche näm'lich haben sie Macht, einem sie so hoch 
e^nden Könige die Herrschaft über die ganze Erde zu übertragen. 
1. 4. innn, adv! mehr, noch, femer. Eis ist zu konstruiren 
entweder mit ärädodam, noch irgend welche, d. h. irgend welche 
andere, oder mit unni^ta, welches durch innn Comparativbedeutung 
erhielte, „höhere Heldien". 

ftriidodaip altkan. für yärädarü wörtlich: wer es auch sei. 
mi9QkulIag(e) : ul|ade altkan. für iddare Conditionalform des Zeit- 
worts im, „wenn ist^ ulla gewöhnliches Adjektiv des Besitzes 
(gu^ Tugend, gunavulla tugendhaft) kommt wie ullade von dem 
alten, defektiven, aber ganz gebräuchlichen untu, ist, war', wird 
seiiL iDQipuku,, Glanz; midnku, Sorge, Unzufriedenheit. 

I. 5. ' iadeyali, imperat. 1. u. 3. pers. sing, und' plur. von tade, 
aafhalten, ,fpög9n sie aufhalten^'. 

I. 6. iahna für ninua pron. recipr. für pron. 2. pers. wie v. 21.1. 
2. für pron. l.pers. pombattama^ altkan.' für honnina pat^avannu eine 
goldene Platte, kleine Tafel *, honnn, Gold, wird mit manchen Wörtern, 
aasammei^zpgen in hoip, verbunden, z. B. hombapna GoldfarbCi 



372 MogUng, Jeimini Bhdrata. 2. KapiieL 

banna tadbh. von varna; homb&le, Goldbanane (bäle, Banane) hon- 
dävare; Gold-Lotus, (tävare, Lotus), katti biduvudu. kafti part p€»f . von 
kattu, binden, bidnvudu, nomen verbale mit Imperativ-Bedeutong. bidu 
lassen, entlassen, verlassen. Es wird oft mit Zeitwörtern im part. perf. 
verbunden und bat dann den Sinn des VoUendens, Fertigmachens, 
Abschliessens. z. B. hell bidu, ^in fttr allemal sagen, baredu bidu, 
niederschreiben, kat^i bidu festbinden. bit(u bidu verlassen. h6gi 
bidu, weggeben, pan^e altkan. für han^e. 

V. 29. ä kudureyaip bitt' ondu varusha paryanta, tft- 
ne kanda kadege teralk*, adara sangadaip 
bhükäntasünugal' palabar', adig* adige mani kanaka rägigala 

surisi, 
Idkamaü danisut* eitaral*, akhila deseyol' ada- 
n' äkevälar' tadeye, bidisa bek^ anibarhi 
nükadodO; kartu X&d! ädodaqi p6gi nadesnvadn balik' & haya- 

vanüL 

Ein Jahr lang nach der Freilassung des Pferdes geht 
es frei umher wohin es ihm beliebt. Mit ihm ziehen 
viele Königssöhne, die Welt mit Edelsteinen und Gold sättigend, 

welche sie von Schritt 
zu Schritt ausstreuen. In allen Gegenden, wenn 
tapfere Recken es aufhalten, müssen sie es befreien. Wenn 

so viele 
es nicht durchbringen; muss der Herr in eigener Person hin- 
gehen und darnach dem Pferde den Weg bahnen. 
1. 1. ä kudureyaqi bitt(a) ondu varusha paryanta, wörtlich: bis 
zu einem Jahr (nachdem man) das Pferd entlassen, bitt' ftlr bifta, 
adj. verbale im perf. kudureyaqi bi^ta varsha, das Pferd entlassen 
habendes Jahr, d. h. das Jahr, in welchem man das Pferd ent- 
lassen hat. k. b. 0. V. paryanta ein Jahr lang, von der Entlassung 
des Pferdes an gerechnet. 

1. 2. kanda kadege nach der gesehenen Richtung, nach der ge- 
wählten Richtung, täne k. k. nach der selbst erwählten Richtung. 
teralk(e) infin. bist, von teralu, sich vorwärts bewegen. 

1. 3. palabar(u); altkan. für halabaru, viele, adig* adige, Schritt 
für Schritt, adige dat. sing, von adi, Fuss, Fnss-Mass, Schritt. 

1. 4. danisut' für danisutta, part. praes. von da^isu, eigentl. 
ermüden, mit Gaben überfüllen, eitaral* infin. bist von eitaru, 
kommen. 

1. 5. tadeye, inf. bist, von tade, aufhalten, anibariii nftkadode, 
wenn es von so vielen nicht vorangeführt wird mit Gewalt, nüka- 
dode conditionale Form des verb. n^ativum von nükn treiben, 
stossen, mit Gewalt fortbewegen. Die active Form hat hier passive 
oder vielmehr mediale Bedeutung. 

1. 6. kartu für kartr. tän' ädo(Jam altkan. für tänädarft, er 
selbst, sei's auch. pdgi. altkan. für högi, part. perf, von högu. nade- 



MÖgUngj Jdmini ßhärata, 2. Kapitel 373 

savado , yerb. nom. für imperat. nadesu oder nadisu in Gang setzen, 
Eansalform von nade gehen. 

T. 30. Inf & hayan täne mediniyol* onda yam- 

shaö tirng], tann' liege bandn, niluvalli pari- 

yantaip, asipatraip emb' omtara vratavan' äcarisut' ird'^ ä 

makhavanü 
mante yMAktadiip mälpad'. idar' andam idn. 
Ennti knmära! nin', ärpad', i^jugisM ena- 
r, cintisota nndidan oyyane dharatrttalädhipan' i tapddha- 

nanolü: 

Bis das Pferd so ein Jahr lang auf der Erde selbst (frei) ge- 
wandert ist; und dann; in 
seine Heimat gekommen, stille steht, musst da 
das sogenannte Schwertblatt-Bassgelübde, das sehr schwere, 

erflülen; darnach dann das Opfer 
nach Weden-Wort darbringen. Diess ist seine Weise. 
Eanti-Sohn! Wenn da vermagst; versach's! sagte er, (VMa- 
vyäsa). 
da sprach sorgenvoll, mit leiser Stimme ; der Eönig za dem 

Büssangsreichen : 
1. 4. idar^ andaip ida, seine Weise ist diess, die Antwort aaf 
Dharmarftya's Frage v. 25. 1. 6. 

1. 5. nin\ ärpad', ajjagis'! für ninu, ärpade, ojjagisa! ärpade 
Conditionalform eines obsoleten Zeitwortes, ärpo. Dieses selbst ist; 
abgeschliffen, noch vorhanden in dem Defectivom äpena, äpe, äpano; 
ftpala, äpada; ich kann, da kannst, er, sie, es kann. Aach der 
Plural ist noch gebräachlich. Die entsprechende N^ationsform 
ftrenii, ich kann nicht; kre, ärana, ariüa, ärada, äreva ftriri; arani, 
äravü, 'ist ganz gebräachlich. Die einfache Conditionalform von 
ipena, welche äpare heissen würde, ist ganz verschollen im Neukana- 
resischen. Hier ist die altkan. Form, ärpade, aafbewahrt. i^jagisa; 
nntemebmen. n. a. a. wörtlich: da, wenn möglich, antemimm sc. 
das Opfer. 

1. 6. dhananolü für dhanana sangada oder dhananige, za konstr. 
mit nadidan 3. pers. sing. perf. von nadi; sprechen. 

V. dl. dravyam enag' illa. mediniyol' arasuvade, kaa- 
ravyarind' ile nondada. inisa lakshanam all* 
divya hayaip iir. södärar* ähavadol alasidar'. sabäyangal' illa. 
savya sicia mitran' ill' illa. tanag* adhva- 
ravyasanam entod* ärpada, peli! yenal*, oda- 
ne Tyftsa man! karnnadind' ä yadhishthiranor int' endanü : 

Schatz habe ich keinen. In der Welt za sacken, daza ist 

die Erde 
zu sehr geqaält worden von dem Eoro^eschlecht, Ein gött^ 

liches Pferd, 



374 MögUng^ Jeimini Bhdraia, 2. KapiteL 

welches so viele Merkmale hätte, besitze ich nicht. Die 

Brttder sind vom Krieg mttde. Hufe fehlt 
Aijnna's Freund ist nicht hier. Wie soll das Opfer- 
Geschäft mir gelingen, saget! sagte er, da sprach 
sogleich der heilige Yyäsa in Gnaden za Yndhishthira also : 

1. 1. arasQvade, altkan. fttr arasavadakke, dat. cas. des verb. 
nom. von arasu, suchen, fttr das SucheOi am zu sA6hen. Des folgen- 
den ile nondnda (die Erde ist geqoält worden ; nondndn 3. pera. neatr. 
sing. perf. von nd, Schmerz leiden , neukan. nonditu) wegen bat 
es den Sinn : als dass ich suchen könnte, sc. die nöthigen Sch&tze. 
1. 2. uU(a)| habend, ad|j. verb. von dem defectivum un(a, es ist, 
giebt; u. s. w. ähavadoV im Kriege wider die Kuru. sMarar(n) 
=i= sahödararu, die Pandu-Söhne. 

1. 4. tanag' fElr nanage s. v. 21, 1. 2. 

1. 5. vyasanain hat hier wohl die Bedeutung von „Versuch 
mit Aufbietung aller Kräfte'^ ärpudu s. y. 29. I. 5. p^li imper. 
plur. für peliri, altkan. fttr h^li = heliri. 

1. 6. yndhishthiranol' s. tapddhananolü v. 30, 1. 6. 

V. 32. räya, nin' idake cintisa beda. dhanamaip, sa- 
häyamaä, turagaman töruveqi. maruttan' em- 
b* ä yugada nrpan' agvamSdhamaip midi, bahu kanakamaip 

bhüsurarg^ 
tyal', avl^^ oyvut', edeyor alasi, bittar* a- 
priyadind. ä vastuv' ade himalayado}'; ada- 
k' äyasaqi pirid'illa. tandu, nin' upaydgis', enal', arasan* Inf 

endanu: 

König, desshalb brauchst du nicht zu sorgen. Schatz, Hilfe, 
Pferd will ich dir zeigen. Ein König eines frttheren 
Weltalters Namens Marutta hat das Pferdeopfer gebradit 

und dabei viel Gold den Brahmanen 
Gegeben. Als sie dieses wegtrugen, wurden sie unterwegs 

mttde und liessen's 
Aus Verdruss liegen. Das Ding ist im Schneegebirge. Das 

macht keine 
Grosse Mtthe, bring es her und gebrauch es, sagte er. Da 

sprach der König also: 

1. 2. töruveqi (==: tdruven, wegen des folgenden m wird n in 
ip verwandelt) altkan. fttr törisuvenu 1. pers. sing. fut. von törisu, 
zeigen. 

1. 3. ä yugada nrpan, ein König nicht dieses, sondern jenes, 
d. h. eines anderen, frttheren Weltalters. 

I. 4. iyal(u), inf. bist, von i, geben, oyvut' fttr oyyutta'; neukan.: 
veyyutta , part. praes. von veyyu. alasi part. perf. von alasu , mttde 
werden, bittar(ü) 3. pers. masc. plur. des perf. von bidu, lassen, sie 
Hessen es liegen. 



Alögling, Jämini Bhärata, 2. KapiUl. 375 

1. 6. ayasaqi, altkan. für äyäsavu, Mühe, pirid(u) = hiridu, 
gross, biriyani, migores. 

y. 33. akata! jadamatige marnl' ammattavan' ikkidode, 
sukaleyappade ? jlya! gdtrasaühara^apä- 
takavan* orasuva makhavan' & Yiprar* odaveyiip madal', enag* 

iha paradolA 
prakataiyi enipude ktrti sadgatigal'? ene, magane 
sakala bhAmandalaii dyijarad' allave? rftja- 
nikaramaü tarid', iyane Para^uräman' i dhareyan' aTanisurarge? 

Ach, wenn da dem Blödsinnigen die Wahnsinns-Pflanze ein- 

giebst, 
wieder zu gntem Verstand kommen? Herr! wenn ich mit 

dem Eigenthnm 
jener Brahmanen das Opfer darbringe, welches meine Ver- 

wandten-Mord-Schnld tilgen soll, wird 
mein Rohm nnd meine Seligkeit in dieser und jener Welt 

offenbar werden? sagte er; Sohn, 
ist nicht der ganze Erdkreis der Brahmanen Gnt? Nach- 
dem er 
die Menge der Könige erschlagen, hat nicht Paraguräma 
diese Erde den Brahmanen geschenkt? 
1. 1. ammattavanafarunmattayana.unmattagida,datarafa8tuosa; 
Domapfel, der Wahnsinn vemrsachen soll, ikkidode, altkan. für 
ikkidare, Conditionalform des Zeitworts ikka, legen, vorlegen sc. zum 
essen. So wenig als ein Blödsinniger zu Verstand kommen kann 
durch den Gennss eines Wahnsinn erregenden Mittels , so wenig 
kann mir die Sünde des Verwandten-Mordes vergeben werden, wenn 
ich eine noch grössere begehe damit, dass ich mich an Brahmanen- 
Eigenthnm vergreife um das Opfer zu bringen. 

1. 2. sukale-y-appude? wörtlich: wird guter Verstand werden 
sc mir. Das y in der Mitte ist entweder als yakärägama, zwischen 
e und a eingeschoben , zu erklären, oder es ist anzunehmen, dass su- 
kaleyn sein letztes u, wegen des folgenden Vokals verloren habe. 
Dann wäre sukaley* appude zu schreiben. 

L 2. üya, Vater, Grossvater, Ehrentitel überhaupt, ähnlich dem 
Sanscrit ayya. 

1. 3. orasuva, verb. aoy. von orasu, auswischen : orasuva makha, 
auswischendes Opfer, Opfer welches die Sünde tilgen soll. 

1. 4. enipnde, altkan. für enisuvadu, mit fragendem e, wird 
bmsaen oder werden, zu verbinden mit dem vorausgegangenen 
prakafaip. ktrti, das höchste Gut in dieser Welt, sadgati, Seligkeit, 
das höchste Gut in jener Welt. Beide Wörter sind verbunden und 
znaanimen deklinirt kirti sadgatigalu = kirtiyü sadgatiyü. 

L 5. sakala bhumandalaii dvyarad(u), , allave? der ganze Erd- 
kreis ist Brahmanen-Sache, ist er nicht? nannadu, ninnadu, avanada 
das Meine, das Deine, d$ts Seine* 



376 Mögling , Jetndni Bhdrata. 2. KapUa. 

1. 6. r&janikaraü tarida , die Kshatriya-Menge vernichtet habend, 
tarida part perf. von tari, abstreifen, wie Blätter von ihren Zweigen, 
znsammenhaaen. Paraguräma soll die Kshatriya-Stämxne einund- 
zwanzig mal ausgerottet und dann die ganze Erde den Brahmanen 
geschenkt haben. Eine Indische Schenkung Konstantin's. iyane 
negative Form des Zeitworts i; 3. pers. sing, mit angehängtem fra- 
gendem e. Die negative Form des Zeitworts ist dieselbe ftlr praes. 
perf. und futur. Bier heisst iyane: hat er nicht geschenkt? 

V. 34. bfthnbalam ulla nrpar' odeyar' i dharege; saü- 
dehaip illad'; adariü dvijarge salladu. bageva- 
' d', k himälayadol' iha vastu ninnadu. Yauvanä^van' emb' ava- 

niganii 
mdhadiip bhadrävati nagaradol' da^a- 
kshdhini s^neyiip pälisuvan* intappa ma- 
hä hayöttamam ondan'. adu ninage b&rad' irpude, gaurain 
untädode. 

Armeskraft habende Männerfürsten sind dieser Erde Herren, 

daran 
ist kein Zweifel. Desshalb passt es nicht fdr die Brahmanen 

(Herren zu sein). Wenn 
du's begehrst; ist jenes Gut im Himalaja dein. Der König, 

Namens Jauvan&^va, 
htktet eifrig in der Stadt Bhadrävati mit einem 
Heere von zehn Aksböhini eine solche grosse Selten- 
heit von einem Pferd. Wird das nicht dein werden, wenn 

du Muth hast? 

1. 1. der Sinn dieses Satzes, wenn sich Yedavyasa nicht selbst 
gleich widersprechen soll, muss dieser sein: de jure, wie ich eben 
gesagt, sind die Brahmanen die Eigner der Erde, aber de facU), 
sind die waffenmäcbtigen Könige die Herren. Hiezu taugen die 
Brahmanen nicht, bagevade, altkan. für bagedare, Conditionalform 
von bage, denken, verlangen, begehren. 

1. 3. iha. altkan. adj. verbale praes. et fnt = iruva. 

1. 4. dagakshöhini; gen. sing. Das letzte i lang, weil es fikr 
iya steht, akshöhini ist ein Heer, bestehend aus 109,350 Mann 
Fussvolk; 65,61ü Mann Reiterei; 21,870 Wagen; 21,870 Ele- 
phanten. 

1. 5. pälisuvan(u) Form der 3. pers. sing.'masc. des Futurum, 
welches aber hier im Sinn eines Aorist gebraucht wird, er pflegt 
zu hüten, intappa altkan. für inthäda, ein solches. Vielleicht ist 
int'ippa zu lesen = iutu iruva 

1. 6. hayöttamam, eigentl. ein Pferdebestes, mahähayött. ein 
allerbestes Pferd, bärad' irpude, fDr bftrade iruvade ? wird es dir nicht 
zufallen (kommen), untädode altkan. für unt(u) ädare. Conditional- 
form von untfigu zu Stande kommen, zu Theil werden. 



Mögling, Jämini ßhdrata. 2. KapUO. 377 

V. 35. i gha(dtkacana taüosambhavaqi badavane, 
m^hanädaqi? Earnasüno Y^hakka tä^l 
möghavikramane? ninn' anigar' en? kirnkulare? Uari, nena- 

sidare, bäräue? 
ni ghanav' id' ennad' irM kei koU' adhvarava! ta- 
ii6 ghatipnd. innu saiigayaip eke? kareso vi- 
praoghaman', enal', iin)aii naguta kali Bhimanaü nodal', avan* 
int' endanA: 

Ist dieser Leibessprosse des Gha|dtkaca, Meghanada, 
ein Schwächling? Ist Karua's Sohn Vrshaketn selbst 
ein leerer Schein- (blosser Maul-) Held! Deine jüngeren Brüder, 
was sind sie? etwa geringe Bursche? 

Wird Hari(Rrischna), wenn da dich nach ihm sehnst, nicht 
kommen? 
Do mnsst nicht sagen, die Sache sei schwer. Beginne das 

Opfer ! Es 
wird von selbst sich machen. Wozu noch Bedenklichkeit? 

Lass die Brahmanen- 
Menge mfen !^ sagte Vedavyäsa. Da blickte der König lachend 

den tapferen Bhima an. Dieser sprach also: 

1. 2. Meghanada, wörtlich Wolkenstimme habender, Donnerer. 
Sein Vater war der Sohn des Bhima und der Hidimbä, und er 
selbst also Bhima's Enkel. Karna , Sohn der Kunti , Matter der 
Pändaya, und des Sonnengottes, vor Kanti's Ehe mit Panda. Diess 
blieb ein Geheimniss bis znm Tode des Karna. Die Wehklage über 
seinen Tod verrieth die Matter erst. 

1. 3. mögha, Leerheit; Hohlheit, leerer Schein, kirakolare, nom. 
pliir. von kiruka}ana, >lftstigy verächtlich, das Frage-e tritt an die 
Stelle des a bei kirakalara. hari nenasidare, bäranS ist za con- 
stmiren: hari bärane, wird Krischna nicht kommen^ nenasidare sc. 
nina, wenn da seiner gedenkst, ihn herbeiwünschest. Die Hindn- 
Sagen lassen den Gott sich gegenwärtig ojffenbaren; wann der Gläubige 
sein ganzes Gemüth auf ihn richtet, bärane, 3. pers. masc. sing. 
der negativen Form des Zeitwortes baru, kommen: bäranu mit 
angefügtem fragendem e. ennad'(e) part. negat. ir'(a) imperat. sing. 
von im, sein, kei koU' adhvarava für kei kollu adhvaravannu, lege 
Hand an das Opfer, heb' an mit dem Opfer! so bald du angefangen 
hast (sagen die folgenden Worte), wird sich Alles von selbst ergeben. 

1. 5. ghatipadu, altkan. für ghaUsnvadu 3. pers. neutr. sing. 
fat Ton ghatiso sich begeben, vorfallen, za Stande kommen, innu 
sad^yup eke? Dharmaräya scheint dem Vedavyäsa, trotz des 
ermothigenden Zospruches, immer noch allzobedenklich. Daher 
dringt er non aof s neue in ihn , und treibt ihn zum ersten Schritt, 
der Berofong des Brahmanen-Gondls. 

1. 6. enal* and nödaV sind inf. bist, ayan(u) sc. Bhima. 



378 Mögiing, Jeimini Bhdrata. 2. EapM, 

V. 36. jiya! sandehaip ek'? ojjügisa! dbanftmtti; sa- 
hayaman, taragamaü töridaii ninage nir- 
däyadind' i Bädaräyanaii. näip pögi Bhadr&vali nagarige, 
ä Yanyanä^vaDaü geld', avana sSii& ni- 
k&yamaii tarid'^ Ä suv^iyaii tandu, makha- 
k' iyadode, paralöka b&hiraii tän' appen', endo, marati nn- 
didanik. 

m 

Vater ! Wozu noch Bedenklichkeit ? Fang an ! Schatz^ 
Hilfe, Pferd hat dir Badarajana hier nneigenntttzig (in treuster 

Weise) gezeigt, 
aufs bestimmteste gezeigt. Ich gehe nach der Stadt Bhadravati, 
besiege den Yauvanä^va, vernichte sein 
zahlreiches Heer, bringe jenes edle Pferd, und 
gebe es zum Opfer — wo nicht, so will ich selbst vom 

Himmel aufgeschlossen werden, sprach M&mti (Bhima) 
]. 2. 3. nirdäyadind' wohl mit Uneigenntttzigkeit, von däya, 
Nutzen, d&ya bedeutet nach dem Sanskrit- W(Merbuch von Böbtlingk 
und Roth auch Theil und das Zerstückeln. So möchte nirdäya den 
Sinn haben : ungetheilt, Alles zusammen, nftmlich Ctold, Helfer, Pferd. 
Ein kanaresischer Erklärer gibt die Erklärung: nishprayatnodinda, 
ohne Anstrengung I eigene Bemühung, naip st. nan(u). 

1. 4. geld'(u), altkan. part perf. von gellu, besiegen; neukan. 
geddu. 

1. 5. tandu, part. perf. von tarn, bringen. 
1. 6. iyadode, altkan. für tyadare, seltene Ck)nditionalform des 
verbum negat. In der Uebersetzung ist die Construction etwas frei 
gegeben. Wörtlich sagt der Kanaresische Text: ich will selbst 
vom Himmel ausgeschlossen werden, wenn ich nicht, nach Bhadr. ge- 
gangen, Yauv. besiegt, sein zahlreiches Heer vernichtet, das Pferd 
gebracht habend, es gebe für das Opfer. 

V. 37. yajfiakke turagaman tahen', endu, Bbimain pra- 
tijfleyaip mädut' iral', ä kshanadol' ävahak' a- 
bhijfian' enisuva Kamasuta Vrshadhvt^an' eddu, nagnta k^ 

mugidu nindu, 
vijfiäpanan geidan: ele, täta, kodu tanag' a- 
nujfSeyaip! Pavamänatanayan' ädida nudig' a- 
vajfie bandode, Ravikumarange janisidane? ndd' enn* adha(an! 
endanu. 

Als Bhtma den Schwur aussprach, dass er das Pferd 
für das Opfer bringen wolle, stund augenblicklich der als 
kriegskundig geltende Vrshadbvaja, des Karna Sohn, anf^ 

. stund lächelnd mit gefalteten Händen, 
und trug die Bitte vor : 0, Grossvater, gieb mir Erlaubnis^» 
(lass mich ziehen). Wenn das Wort, welches Bhima geredi 
zu Schanden wird, bin ich dann des Sonnen-Sohnes Kind? 
sollst pieine Heldenkraft sehen! sagte er. 




Mö^ftg, Jeintini Bhdraia. 2. KapUa. 379 

1. 1. tahen(o), altkan. fht. 1. pers. sing, von tarn, bringen. 

]. 2. m&daf für mädatta. pa!rt. praes. iral' inf. hist 

1. 3. edchi, part perf. von 61a anfstehen 

1. 4. geidan, 3. pers. sing. perf. von geiya, machen, tata, 
Orossvater. tanag' für enage. 

1. ö. nadig' avajffe bandode st. bandare, wenn Schande kommt, 
d. h. wenn das Versprechen nicht gehalten wird. 1. 6. Ravika- 
märange janisidane sc. nän', bin ich dann ein dem Karna gebomer? 
Sinn: dann will ich nicht mehr Kama's Sohn heisseA. 

V. 38. Yyagradiip bälan' ädida nadige bhüpati sa- 
magra santdshadin tegad' appi kondO; nin- 
n' agra pratäpamaip ballen' äip, magane! k&V\ anda nelad'ä 

agrajan' iridnd' allade, pasa]e, ninnan' i 
vigrahake kalahi seirisaven' enVl akata! vä- 
jigrahana kdiyaqi ant' iralM endod', avaniQvarang' atan' int 
endanft: 

Auf das hochherzige, dienst-eifrige Wort, weiches der Jüng- 
ling gesprochen, omarmte 
ihn der König mit höchstem Entzücken, and sagte: 
„Deine gewältige Kraft kenne ich, Sohn. Aber höre: 
Einst habe ich aas Ländergier den älteren Brnder darch- 

bohrt. Wenn ich 
daza nan dich, Kind, in diesen Krieg schickte, wie könnt' 

ich's ertragen! ach! 
Lass das Pferdholen dahinfahren ! ^ Da sprach jener also 
zam König: 

Anm. Kant! Devi hatte, vor ihrer Verbindang mit dem Vater 
der Pändava, den Karna geboren, welchen der Sonnengott mit ihr 
gezeagt hatte. Dieser war Vrshaketa's Vater. 

1. 5. kalahi seirisaven* ent', wörtlich: geschickt habend, er- 
tragen werde (oder würde) ich wie? 

1. 6. ant' irar = anta iraii, so sei es! das möge aaf sich 
berahen, ich will Nichts damit za than haben. 

endode, gewöhnlich = endare, eine Conditional-Form, wird 
&ehr häafig aach in der Erzählung gebraacht — ätana sc. V^shak^ta. 

^•39. „t&ta! UYl sahajätar* äda nimm'eivaror 

tä ta}t' (ta}k') irade, virodhisidan' emm' eyyan' an- 

t', ätan' aparädhamaip pariharisad' irdod'e, an* irda phalav' 

ena balikä? 
ä tarangamake pAp' anilajana kAde nade- 
d', ätarado}' eitappa ripacätarangak* idi- 
r'äta, ra^adol' gelven* ahitaraii, tanage besas'!^' endan* & 

kar^asftnft. 



380 MögUng, Jdmini Bfidraia. 2. Kapitd. 

,,yater, höre! statt an euch fünf Brüder sich anznschliessen 
hat unser Vater sich feindlich entgegen gestellt; wenn ich 
nun seine Schuld nicht gut machen würde, was nützte dann 

mein Dasein? 
Mit dem Windsohn (Bhima), der nach dem Pferd ansueht, will 
ich gehen; dem hcranstürmenden Feindesheer entgegen tr^en^ 
und in der Schlacht die Gegner besiegen! Lass mich!^ 
sprach des Karna Sohn. 
Karna ergriff in dem Kampf der beiden Verwandten-Häuser, 
der Kaurava und der Pändava, die Partei der Eaurava und fiel in 
der Schlacht. Hiermit habe sein Vater sich versündigt. Die Schuld 
zu sühnen sei die Aufgabe seines Lebens. Diese zu erfUlen, soll 
ihm Dharmaräya erlauben. Diess der Sinn der Strophe. 

1. 2. talt' stünde für taltu, part. perf. von tale^ sich aufhalten, 
bleiben: Die andere Lesart talk' stünde fttr talki, part perf. von 
einem alten Wort talku, umarmen. 

1. 4. pApa altkan. für hAguva Verbaladjektiv Präs. von högu, 
gehen, (adjectivum verbale temp. perf. ist hdda.) 

1. 5. ätn, part. perf. von änu, sich lehnen^ stfltzeiL. idiru 
^u, oder contrah. idiränu, sich entgegensetzen. 

1. 5. eitappa adj. verb. praes. von eitaru, kommen; so wird 
aus im, sein, ippa^ aus ägu, werden, appa. Die älteren Formen 
dieser drei Zeitwörter sind nämlich eitahu, ihn, ahn. Der Uebergang 
von h in p ist in den Dravidischen Sprachen ganz gewöhnlich. Im 
Kanaresischen sind auch die Buchstaben der beiden Elementarlante 
ganz ähnlich. 

V. 40. apratima paräkrami V^kAdarain mädida gha- 
napratijfieyanV Inajatanayan' ädida gabht- 
ra pratäpavan' ägal' ä Ghatötkacana suta Meghanädan keHdA, 
kshipradind' edd*, avanip&lakana cara- 
na prade^akc tanna holaholava lalita ra- 
tna prabhä QÖbhita kiritaman cacut'^ oyyane binnapaü geidand. 

Als Ghatötkaca's Sohn^ M^ghanäda^ den schweren Eid, 
den der Held ohne Gleichen Vrk6dara gethan , und die hehre 
Kraft-Rede, welche Karna's Sohn ausgesprochen, nun gehört hatte^ 
so erhob er sich rasch, und, seine strahlende von lieblichen 
Perlen-Licht glänzende Krone vor die Füsse 
des Erdenherrschers ausstreckend; trug er ruhig seine Bitte vor : 
1. 1. Vyködara, Wolfsleib, Bhima. 

1. 2. Inaja der von der Sonne gebome, Karna; dessen Sohx^ 
Vnhaketu ist Inajatanya. 

1. 3. ägal = ägalU; dann, nun. Ghatötkaca, der Sohn des Bhinc^ft 
und der Hidimbi. MSghanäda ist also Enkel des Bhima. ke}iA.i^ 
altkan. für keli, part perf. von kgju, hören. 

1. 4. edd' = eddu, part. perf. von yelu, sich erheben. avani[^' 
laka, Dharmaräya. 



MdgUng, Jeindni Bhdrata. 2. Kapüel. Sgl 

1. 6. kiritama^ cäcnta, seine Ki^one ausstreckend. Er warf sich 
auf die Erde^ so dass seine Krone vor die Füsse des Königs zu 
liegen kam. 

binnapaii altkan. ftlr binnahavannu , die Bitte. Die Rede des 
Untergebenen heisst Bitte ^ die des Höheren appa^e, Befehl, oder 
besä, besagn, welches die gleiche Bedeutung hat. oyyane sanft, ruhig, 
in der Bedeutung von demttthig. Alle diese Wörter gehören der 
Conventionellen Indischen Höflichkeits-Sprache an, welche sich bis 
heute erhalten hat. 

V. 41. Bhadrävatige nadedu, Yauvanä^vana bala sa- 
mudraman kalakad' ihane? keraldade Kala- 
rudranallä, Yrködaran'? i Yrshadhy^ganol' idir'ämbad' ähavadolü 
Adrimathanang' aridu. Säk'! ad' auf irali! vei- 
ri drumangalane khandisuven' emb' älotana- 
d'ndrSkaip enag^ illa. ninnavarg* a^vamaip pidid', oppisnven', 
endanü. 

„Will nicht Bhima nach Bhadrävati gehen und YauYanäQva's 
Kriogsmacht-Meer in Sturm versetzen? ist er nicht ein 

wahrer 
Kälarudra, wenn er zornig wird? Diesem V^shakStu zu 

widerstehen in der Schlacht 
ist dem Indra unmöglich. Genug! Lass däsl ich 
habe nicht den Ueberschwung der Kraft, dass ich sagen 

könnte, ich wolle 
den Feindes- Wald zusammenhauen. Aber ich will das Pferd 

w^nehmen und den Deinigen ttbergeben'S sagte jer. 

1. 3. idir' ämbade altkan. = idiränuvadakke, zu widerstehen, 
(s. 39^ 6.), abhängig von aridu, es ist unmöglich, eigentl. selten, ausser- 
ordentlich. 

1. 4. Adrimathang' altkan. für adrimathanige , dem Berg- 
zerstörer, d. h. Indra. Dieser soll in dem Tretayuga den vorher 
. geflttgelten Bergen mit Donnerkeilen die Flügel abgeschlagen haben. 
Dennoch kann auch er dem Y^haketu nicht widerstehen im Kampfe. 
' — SakM 'ad' ant' irali I Sinn: es ist nicht nöthig, diese Helden 
ZQ rflhmen. Die ganze Welt ist voll ihres Buhmes. 

1. 5. Sinn: ich bin kein so riesenhafter Recke, dass ich es 
mit einem Heer von Feinden allein aufnehmen könnte. Aber durch 
List und Schnelligkeit ersetze ich den Mangel an riesiger Kraft. 
— Das letzte Wort in L 6, endanu schliesst an das binnapaä gei- 
dann des 40sten YerseB an. 

V. 42. Kamatanu sambhavaqi bandad' @n? i M^gha- 
vaman' eitandad' en'? aip pödad' ^v! idu? Su- 
pama vähanana balp' untädod' appud'. ivar' irvaraii küdi kondü, 
amavöpama Tauvanä^va caturangaman' 
nimämav' enisi, väjigrahanakäryaman* 



382 MögUng, Jämini Bhdrata. 2. Kapiid. 

nirneisi koduven*. ittapud' emäge vilejavan', end'^ Anilajaii 
nudidAuü. 

Bhima sprach: ,;Was ist es, wenn Earua's Sohn* kommt? 
Was ist es, 

wenn dieser M^havarna kommt? Wenn ich gehe, was ist das? 

Wenn des vom Adler getragenen Vishua Kraft da ist, 
gelingt es. Mit diesen Beiden 

will ich das Meer-gleiche Yauvan&^ya-Heer 

ausrotten, das Pferde-Ergreifnngs-Geschftft 

vollenden und (das Pferd) übergeben. Gebt ups das Betel- 
blatt!" 

1. 1. Kama statt Kanjia; so 1. 2. vaman' Air var^ao', ebenso 
1. 3. pama statt parna, ferner 1. 4. amavöpama statt ar^avöpama 
und 1. 6. nirneisi fdr nirneisi. 

Alle diese n werden des Konsonanten-Reimes ^i^W vertauscht 

Der Sinn der ersten 3 Linien ist: All* andere Macht reicht 
nicht aus. Krisbna muss mit uns sein , • wenn unsere Sache ge- 
rathen soll. 

1. 1 u. 2. Meghavarna = Meghanäda. Yarna steht ffir Laut, 
s. Sanskrit Wörterbuch von Böhtlingk und Roth Sechster Theil. 
S. 740. 6. 

1. 3. balpu altkan. für balavu. — appndu = äguvadu sc. 
das Unternehmen. 

1. 5. nirnämavenisi =^ nimäma mädi. Es könnte aber auch 
bedeuten: für namenlos, für nichts, achten. 

1. 6. koduven' sc. das Pferd, aus dem vorhergehenden zu 
suppliren. — Vileyavan* tadbh. für vitikejan. Betelblatt und Areka- 
Nuss, seit uralter Zeit also, Abschiedsgaben in Indien. 

V. 43. Indu kula tilaka, Janam^jaya, narendra, ke- 
1'! and' avar' müvaruü turugaman kondu bähe- 
v', endu, besanaip bMi, nind' iral', Mdarayanana mogamaa 

nödutä, 
„ind' ivaran' äu kalupal', Asuraveirige bdsa- 
r* ond' inisu tdrad' irpude? jiya, tanag' idake 
mundu gänisadu; karunipudM ene, Yudhishthirang' fitap^nidki 

nu4idanü. 

Krone des Mondgeschlechtes, iJanamgjaya, Mftnnerfürsty höre: 
als nun jene drei dastunden mit der Absicht das Pferd zn 
bringen und sich Auftrag erbaten, und der König, den Bada- 

rayana anblickend, 
sagte: wenn ich heute diese absende, wird es nicht deok 

Asura-Feind (Krshna) 
irgend wie missüallen? Herr, ich sehe nicht wie die Sach« 
hinauslaufen wird ; gebt mir gnädigen Bescheid, da antworte£%ft 

dem Yudhisbthira der grosse Büsser: 



MögUng , Jeimini Bhdrata, 2. Kapitel. 383 

1. 1. bei diesem Abschnitt der ErzäblaDg wendet sich der 
Sänger wieder an den König JanamSjaya, welchem diese Geschichte 
Ton Anfang an erzählt wird. 

1. 2. bahevu altkan. für baraveya. — müvaran altkan. für 
müvarA. 

1. 5. ond' inisa altkan. für ond' ishto, wörtlich ^in so viel!^ 

y. 44. bhftpa! niip marule? Hari ninn' edeyor alasa- 
r äpane? besana bedava Vrködaran' apra- 
läpane? V^shakSta Meghavarnakaran' oda gonda, kudurege 

nadejali. 
1 Payanatanayanan kaluhM endn^ nayadol' a 
taposöttaman' odambadisi nndid' äjfiann 
rüpadind' arasan' ittaip Bhima Heidimbi Karnajarg' annmati- 

yanü. 

König, bist du Yon Sinnen? kann Hari über dich ärgerlich 
sein? Ist Bhima^ welcher am Bescheid bittet^ nicht 
tapfer? lass ihn mit YcshakSta und MSghanäda nach dem 

Pferde gehn! 
Sende diesen Wind-Sohn I'' So sprach er. Gemäss dem Rath, 
den der Beste der Büsser lieblich überredend ausgesprochen; 
gab der König dem Bhima, dem Hidimba - Sohn und dem 

Karna-Sprössling seine Zustimmung. 
1. 1. ninn' e4eyor alasal' äpane, wörtlich: an deinem Ort 
(bei dir, in Beziehung auf dich) kann Hari lässig sein? alasal(u) 
Infin. Yon alasn lass, müde, verdrossen , ärgerlich sein oder werden. 
Der Sinn kann sein: l) ist es möglich, dass Krshna Dir nicht 
rechtzeitig zu Hilfe komme, oder: 2) dass er bei dir, d. h. über 
dich ärgerlich sei^ über dein Vorhaben zürne. JedenfiaUs beziehen 
sich die Worte auf die von Dharmaräya v. 43, 4. 5. ausgesprochene 
Besorgniss. YMayyäsa erinnert den Yndhish^hira an die zweifellose 
Liebe und Treue Krshna's gegen ihn, auf welche auch Bhima v. 42, 3 
seine Hoffnung setzt. 

1. 3. oda gondu, wörtl. mit sich nehmend, genommen habend. 

gondu = kon^ü part perf. von kollu, dem verb. auxil. reciprocum. 

1. 4. Pavanatanaya == Anilaja, Bhima. 

1. 6. Bhima Heidimbi Karnajarg' für Bh. H. Karnaja-rige, 

mehrere engverbundene Nomina werden im Kanaresischen als ein 

zusammengesetztes Nomen im Plural deklinirt, statt durch „und^ 

(bin. ü) verbunden, besonders gerne, wenn sie in einem anderen 

KlttuB als dem Nominativ stehen. £ine andere Form ist diese, 

<U88 die Nomina in Nominativform neben einander gestellt, und 

(ktiü durch ein deklinables pronomen demonstrativum im pluralis 

iisammengefasst werden. Hiezu wird aber das pron. dem. der 

^^he verwendet sc. ivaru, ivugalu. Die obigen Namen, nach dieser 

.^«ise, würden so zusammengestellt: Bhima, Heidimbi, Karnaja — 

''^-arijie. 



384 MögUng , Jeimim Bhdraia. 2. Kapitel. 

V. 45. balika nrpanaip parasi, bilkoDda, Munivarad 
talardan' ä^ramak'; ittal' anjata Yndhishthiraü 
„Nalin4k8han'illad\ adhvarak' npakramise, nadejadu. Kirttian* 

igale 
kaluhi karesuven'" emb' enikeyol' iral', annegaii, 
tolalut' arasuva balli käl' dodalcid' ant*. arasa- 

• • • • 9 

gala Qirömanige sanibhramador eitanda^ binneisidafi caran* 
örvanü. 

Dann brach der Munifttrst auf nach seiner Einsiedelei^ nach- 
dem er den König 
gesegnet and sich von ihm verabschiedet hatte. Alsbald 

befürchtete Yndhishthira, 
dass das Opfer, wenn er es ohne Krshna beginne, nicht ge- 
lingen werde and beschloss, 
sogleich Aijana za senden und ihn (Krshna) einladen zn 

lassen. In dem Augenblick 
nahte der edelsten Perle unter den Königen mit Freuden ein Bote, 
wie eine herumsuchende Schlingpflanze den Fuss (eines Stehen- 
den) umschlingt. 
1. 5. balli k4r dodakid' ante' far balli kälannu todagida hage, 
wie eine Schlingpflanze einen Fuss umschlingt, tolatuta arasuva, 
,8ich umdrehend suchende'^ schönes, malerisches Bild einer Schling- 
pflanze. Sinn der V ergleichung : Der unschltlssig Überlegende Yn- 
dhishthira wird mit einem auf seinem Wege stillstehenden Wanderer 
verglichen, um dessen Fuss sich eine einen Halt suchende Schling- 
pflanze windet Mit dieser wird der unversehens angelangte Bote 
verglichen. 

V. 46. „Avadhäna ! Jiya ! namm* i polala porege Yä- 

davar' ereyan' ide baudan"' ene, ghalilan' eddu^ nin- 

d, avana nudig' ucitaman kodutst, „bhaktävaliya bageyan' oda- 

ricuv' edeyolü 
tavakam enito Murarige! Mahadeva, trei- 
bhuvanadol' täne Iqtärthanalla?*' kantu- 
kavan' indu kanden', enut' arasan' aramaneyinda poramatto, 

nadetandanü. 

„Aufgemerkt! Herr! der Meister des Yadu-Stammes ist 

eben draussen an 
dieser unserer Stadt angekommen'^ sagte er. Da stand der 

König sogleich auf, 
gab ihm für seine Botschaft ein Greschenk^ verliess den Palast, 

und kam daher, indem er sprach: 
„Wie ist doch der Murafeind so eilig in der Erfüllung 
des Verlangens der Gemeinde der Frommen! Orosser OoU! 

Bin nicht 
ich in den drei Welten der Glückliche? Ein Wander hab' 

ich heut erfahren!^' 



MögUng^ Jeimini Bhdrata. 2. Kapitel 385 

1. 1. avadhänal AtteDtion! Ein uns sonderbar klingender 
Zuruf eines Dieners. Aber heutiges Tages ruft in den Indischen 
Audienzhallen jede Minute einer der hiezu aufgestellten Hofbedienten 
dieses avadhäna. Der Fürst ist so erfüllt von Regiemngssorgen, 
nach Hindubegriffen, dass er beständigen Aufweckens bedarf, um 
seine Aufmerksamkeit den Personen zuzuwenden, welche zur Audienz 
kommen. - Regieren heisst daher in gewöhnlichster Redeweise räjya 
bhära mädi kollu „sich der Reichs-Last unterziehen/' polala porege 
altkan. für ürina horage. 

1. 2. ereya altkan. Gatte, Liebhaber, Meister. K^shua trägt 
diesen Namen im vollen Sinn seiner Bedeutangen. 

1. 2. bhaktävali s. I, 1, 2. ide (idu mit e deiktikon), diess 
hier =ig6, siehe. 

I. 3. odaricuva yedeyolu wörtl.: am anfangenden, ausrichten- 
den Orte (hat Krshna wie viel Eile!) 

1. 4. Mahad^va, meint Qiva. 

1. 5. kantukavan indu kandenu, er wundert sich über das 
plötzliche Erscheinen des Gottes im erwünschten Augenblick, ehe 
er noch durch Arjuna eingeladen worden ist v. 45, 3. 

V. 47. mitrödayät paradol' eitandu, haya m§dha- 
satra sädhanake Vedavyäsa muni Dharma- 
putranam bödhisi maraldan. ä ratriyol bandan' olid' Ibhana- 

garige 
Patrindravahanaqi. balik' eide, Pändava dha- 
ritii ramanar' idirgondar' uggadaneya, vi- 
citra päthäkara kalakalada, vädya dhvaniya, säla keidivigeya 

sambhramadolü. 

Von Sonnenaufgang war Vedavyäsa gekommen, 
hatte dem Dharma-Sohn zur Darbringung des Pferde- 
Opfers gerathen und sich entfernt. In der Nacht kam, aus 

Freundschaft, nach 
Elephantenstadt der auf dem Adler daherfahrende. Als er 

nun anlangte, zogen ihm 
die Landes-Herren aus Pandu's Geschlecht entgegen unter dem 

Jubel 
der Volks-Menge, des lauten Rufs verschiedener Herolde von 
Musikbanden und Fackelzügen. 
1. 4. patrindravähananu wörtl. Vogel-Fürst- Wagen habender 
sc. Krshna, Vishnu. 

1. 6. kalakalada lässt sich sowohl mit dem vorangehenden, 
als mit dem folgenden Worte verbinden. Alle diese Genitive ge- 
hören zu dem letzten Worte des Verses, sambhramadolu. 

Y. 48. mimpa mani makutad', öranisid' alakävaliya, 
pere nosala katturiya, lalitatara bhrülateya, 
turu geveya, nittesalu gangala, sunäsikada, polevallan* asu 
döruvä 

Bd. XXVIL 25 



386 Möglmg, Jelmini Bhdraia. 2. Kc^nUl. 

kira nageya, kadapagala kuDdalada celtiniip 
mereva sadvadananaip, mdhanada sadananaA, 
nere sobagn madananaip podeda nija rüpanan kandan' aYani- 
pälanü. 

Da erblickte sein edles Angesicht, strahlend von der Schönheit 
der leuchtenden Perlen-Krone, der zierlich geordneten Locken- 
fülle, 
des Moschus-Zeichens auf der breiten Stime, der lieblichsten 

Augenbrauen, der grossen Augenlider, 
der lang-blätterigen Augen, der schönen Nase, des, scheinende 

Zähne ein wenig zeigenden, Lächelns, 
der Ohrenringe an den Wangen, ihn des Liebreizes Heimat, 
die leibhaftige Erscheinung des entzückenden Liebes-Gottes. 

Anm. Die Konstructiou des Verses ist folgende. Drei Appo- 
sitionen des Krshna stehen in 1. 5. u. 1. 6. sadvadananaqi , sada- 
nanan , nijarüpauaü. Die ganze in 1. 1 — 4 incl. enthaltene Aus- 
malung ist verbunden mit sadvadananaip. Das Gesicht scheint von 
Schönheit, und diese Schönheit wird in an einander gereihten Geni- 
tiven ausgeführt. 

1. 2. katturi = kasturi sc. tilaka. 

1. 3. nittesalu gangala für nitta yesalugal' ante iruva kannu- 
gala mit Augen, welche langen Blättern gleichen. 

1. ö. mereva altkan. ftlr mereyuva a^j. verb. praes. von mere 
scheinen. 

V. 49. Bhüramana kel*: Muradhvaiisi naraliläva- 
täramaii täldu, hondSran' ilid', eitandu, 
cäru häsadol' ä Yudhishthirana kälg* eragal', ä nrpaü küde 

tolagi, 
Värijämbakana pada pallavake maniyut' ir- 
r, ä räyanan tegadu takkeisal', arasan' Asu- 
räriyam premadim bigi-y-appidaip, mun^ana beragägalü. 

Landes-Herr, höre: Zur Verwunderung der Muni kam Vishuu 
in menschlicher Gestalt, stieg herab von dem goldenen Wagen und 
fiel mit lieblichem Lächeln dem Dharmaraya zu Füssen. Der König 
wandte sich schnell ab und beugte sich zu dem Fnss-Spross des 
Lotub-Augigen, da fasste und umarmte ihn dieser liebevoll. 

1. 1. Hier wieder Anrede an Janamejaya. 

1. 4. pada pallavake, dem Fuss-Spross (sich zu-neigend). 
Die Füsse, die Extremitäten des Leibes, werden mit den Extremi- 
täten eines Baumes verglichen. 

V. 50. Mnraharaip balika vandisuva Bhim' &di bhü- 
vara sahödararan* älingisuta, harushadin- 
d'aramanege nadedn bare, Päncäle: „Sarasiruhanayanal Pha- 

uiräjagayana ! 
Qarana Jana durit' äpaharanal Dciteya saii- 



Mögling, Jeimini Bhdrttta. 2. Kapiid. 387 

haranal Gövardhanöddharana : Pit&mbara-varana, Kaustabhä- 
bharana ! salah' ! endu, Haricaranak' eragidalu bandü. 

• Darauf mnarmte Krsbna den ßhima und die 
anderen Königsbrüdei-, und begab sieb bocherfrcnt 
nach dem Königsbans. Da kam Päncale; warf sich dem Hari 

zu Füssen 
und rief: Hilf, Lotosaugiger , auf dem Schlangenkönige 

Ruhender, 
Tilger der Sünden der Gläubigen, Teufel-Zerstörer, Gövardhana- 

Träger, 
Gold-Kleid-Träger , Eaustubha-Juwel-Geschmückter I 

1. 3. Päncäle, Name der Draupadi, des Weibes der fünf 
Pandava-Brüder. s. Lex. von ßöbtlingk u. Roth IV, 628. 

V. 51. Drupada tancgäteyaiii pidid* etil, karunadin- 
d'upacarisi, manege bilkottu, saudanisi nera- 
d'aparimita paurajana parijanarol' avaravara taratamyagalan' 

aridü, 
kn>eyinda kaluhi behavarodane, balika Sura- 
ripu nrpage kei got^u nadeyar, ästhäna man- 
tapake band', all! kullirdaü. utsavaip ädud' andiä irul' ölaga- 
dolü. 

Krsbna richtete Drupada's Tochter auf, begrüsste sie 
gnädig und entliess sie nacb Haus ; dann entsandte er freundlich 

sammt den heimlichen 
Aufsehern die in dichten Massen zusammengekommenen Bürger 

und ihr Gefolge 
jeden nacb seinem Kang ehrend, darnach gab er dem Könige 

die Hand; und 
setzte sich, als er in den Königssaal gekommen. Gross war 

jene Nacht der Jubel in der Halle des Palastes. 

1. 4. behavarodane wörtlich : mit den heimlichen Beobachtern; 
d. h. der geheimen Polizei, doch könnte das Wort auch mit den 
folgenden Worten construirt werden, und „Geheimen Rath*^ bedeuten 
wie wenn es hiesse mautrigalodane. 

1. 5. andin irnlu nom. absol. wörtlich: jenes Tages Nacht, 
für in jener Nacht. 

Y. 52. ^akrau' ästhänamam vividha veibhavadind'a- 
tikramisid' arasan' ölagamaü uirikshisut*, u- 
pakramisuv' ele nageyol' Asuräri nudidan* : ele, nypati ! bhü- 

mandaladolü 
vakrisuvar' illa ninu* i sirige. rajadhar- 
makriyege Nala^ Purürava, Hari^candr' adi 
cakravartigal' eide sdlvar'; initarol* innu krtakiftyar' 4v', en- 

dantiU 

25* 



388 MogUng, Jeimird Bhdraia, 2. ^apM. 

Krshna schaute sich den Audienz-Saal des Königs an, 
welcher an manichfaltiger Herrlichkeit Indra's Halle überbot, 
und begann zu lächeln. König! sagte er, in der ganzen 

Welt ist Niemand, 
der es diesem deinem Reichthum gleich thnt In B^emngs- 
Sachen müssen Nala und Purürava, Hari^^ndra und die 

anderen 
Weitherscher dir entschieden nachstehen. Hierin sind auch 

wir glücklich. 

1. 4. kriyege der Dativ hat hier die Bedeutung von ^n Beziehung 
auf''. Nala s. Lassen', Ind. Alt. Kunde I, Beil. I, pag. XI. Purü- 
rava s. ebendas. p. XVI. Hari^candni; ebendas. p. VII. 

1. 6. äv' für ävu altkan. statt nävu. 

v. 53. yenal', „ahudu ; balikenu ? nimm' adiya s^vakara 
ghanateyolu krta krtyar'ahiralä niy? idaro- 
l'anumänave? Pändavara sthäpanäcäryan' endu, dbarey* ull*a- 

negä 
janani ädad' irpude? säk' ad' ant' irali! mun- 
d'enage mäduva räja käryamam besä velvu- 
d', enuta Bhimana kadege moga diruhid' arasange Nalinäkshan' 

int' endanü: 

Sprach's, da richtete der König sein Gesicht nach Bhtma and 

sagte: 
„Ja; aber was bedeutet das? Seid nicht ihr glücklich in der 
Grösse eurer unterwürfigen Knechte? Kann man hieran 

zweifeln? Werden, so lange 
die Welt steht, die Menschen aufhören Euch den ünter- 

stützer der 
Pandava zu nennen? Genug! Lasst dass! Weiset mir 
meine weitere Königs-Aufgabe an. Da erwiederte ihm der 

Lotusaugige also: 

1. 1. yenal' d. h. als Krischna so gesprochen hatte. Der Sinn 
des Verses ist etwa dieser: Krischna hat den Dharmaräya glück- 
lich gepriesen. Diesem aber liegt vor Allem sein Pferde-Opfer, zu 
welchem er Krischna's Beistand begehrt, am Herzen. Er will da- 
her zum Ziel kommen und sagt: richtig. Aber die Herrlichkeit 
der Knechte fUllt auf den zurück, welchem sie dienen. Unser Ruhm 
wird den Namen Krischna's^ unseres Helfers, in der Welt verewigen. 
Darum zur Sache. Ich habe ein königliches Werk auszurichten; 
in Beziehung auf dieses sagt mir, was ich thun soll. Weil er da- 
bei des Dienstes des Bhima bedarf, blickt er nun diesen an. 

1. 6. diruhida, altkan. für tirugisida acy. verbale perf. tem- 
poris von tirugisu, wenden. 

V. 64. „däyädyar' illa. märmalava paramandalada 
näyakara suluv' illa. ninn' äneg' elliyuip a- 



MögUng^ Jdmitd Bkärata, 2. Kapüel. 389 

payaip avaniyo!' illaip. innu digvijayaip ill'. avasarada bente-y- 

iUl 
Yäyanandana Dhanaivlayarol' era?' illa. Mä- 
dreyarol' tapp' illa. CataraDgak' edar' illa. 
räya! ninag* dnn mädava r^a käryairi? endaiii Maradhvaiisi 

nagntä. 

Ihr habt keine entfernte Verwandte. Keine Spur von feind- 
« seligen Fürsten frem- 

den Landes. Dein Herrscher-Gebot findet nirgends auf 
der Erde Hinderniss. Es braucht keine Welteroberung mehr. 

Keine grosse Jagd liegt vor. 
Bhima und Aijuna hegen keine Feindschaft. Nakula und 
Sahad^ya sind tadellos. Mit dem Heer giebt es keine Noth. 
König! Was für eine Reichsarbeit habt ihr zu thun?^^ sprach 

der Mura-Tödter lachend. 

Anm. Krischna stellt sich, als merke er nicht, was Dharmaräya's 
Begehren sei. 

1. 1. ferne Verwandte, d. h. solche, welche nach der Herr- 
schaft trachten. Feindselige Nachbar-Könige sind keine vorhanden, 
ja, es ist kein (bedanke, dass sich solche erheben könnten. 

1. 2. änege altkan. fttr äjfiege. 

1. 3. innu digvyayai|i illa — keine Welteroberung mehr. 
Eben um diese , d. h. um die Anerkennung der Oberhoheit handelte 
8ich*s bei dem Pferdeopfer. Krshna sagt dies „lachend'', wie das 
letzte Wort des Verses sagt, avasarada bente illa, die Ausrottung 
der wilden Thiere ist eine der Pflichten eines E^önigs nach altindischen 
Begriffen. 

1. 4. 5. Sinn: deine vier Brüder sind dir treu ergeben. 

V. 55. i caräcara vicara vyäpti nimm' adig* 

agöcarave? ^iva ^ivä! Säk* id*! etake bände 
näcisuvir' indu? Vedavyäsa munivaraqi bandn, kärunyadindä, 
äcärav' idu Bharata kuladayarg', enuta, kä- 
löcitavan' aritu, hayamedha vidhiyan' nanage 
sftcise, pratijfie geidaip Bhiman', adak' a^vaman' tandu 
koduven', endü. 

Ist Eurem Fuss verborgen das allgegenwärtige Wissen um das 

Bew^liche 
und Unbewegliche? Qiva, Qliväl Genug! Warum treibt Ihr 

heute 
Spott mit mir? Der heilige Vedavyäsa ist gekommen in Gnaden 

und hat mir das Pferde- 
Opfer geschildert als eine Sitte des Bharata-Gcschlechtes, 
indem er sich die gelegene Zeit dafür ersehen, und 
Bhima hat geschworen, dass er das Pferd für dasselbe bringen 

werde. 



390 MögUng^ Jeimiiu Bhdrata, 2. Kapitel. 

1. 1. Sinn — Eare Füsse vermitteln Eure Allgegenwart nnd 
Allwissenheit. Wie könnt Ihr Euch stellen, als wüsstet Ihr irgend 
Etwas nicht. Jetzt bringt er, genöthigt, seine Bitte vor, und er- 
zählt als Einleitung von dem Besuch and Rath des VMavylsa. 

1. 4. 5. K416cita, als Yudhishthira betrübt war über seinen 
Verwandten-Mord, im rechten Augenblick. 



V. 56. tvatpada kamalad' ägrayadinda nänä vi- 
patparamparegalaii däntidevu, raja sam- 
pat padavan' adhikarisidevu. balik' idara saukhyadinda näv' 

irutirdode, 
satpurushar' eide meccuvare? Bharat' änvaya sa- 
mntpannarägi phalav' en'? ava teradifi 
jagatpävau*a ägvamedhavan' ägisuven? idakc niv'embud' en? 

endanü. 

Unter dem Schutz eures Lotusfusses sind wir 

durch viele Wandlungen des Unglücks gegangen, haben 

königliche Gewalt an uns gebracht. Nun aber, wenn wir bei 

dieser Glückseligkeit bleiben, 
werden die Edeln mit uns zufrieden sein? Was frommt es 

dann, dass wir 
in Bharata*s Stamm geboren sind? — Auf welche Weise 
soll ich das weltsühnende Opfer zu Stand bringen? Was 

sagt ihr hiezu?^' sprach er. 

1. 3. Wenn wir im Genuss dieses Glückes bleiben, sc. ohne 
Etwas Anderes zu leisten. 

V. 57. marulahare, bhüpäla? Bädaräyanan* ikki- 

d' urula gannige silukuvarc? Bhiman' embavan 

durulan', ariy4? hinda^avar' alla Yauvauägva pramukhar*, 

ativirarü. 
aralada malligeya podarolage tirugidode, 
terala ballude sampageya banake mari dumbi? 
taralatanadinda haya medhak' udydgipare? helM endu, Uari 
nudidanü. 

Krischna sprach: sag' an: bist du tolL König? wirst du dich 

in der von Bädaräyana gelegten Strick-Schlinge fangen las- 
sen? der sogenannte Bhfma 

ist ein Schurke, weisst du's nicht? Niclit wie die früheren ^Geg- 
ner), sondern überaus tapfer sind YauvanäQva's Helden. 

Wenn das schwarze Bienlein sich im blühenden Jasmin-Ge- 
büsche bewegt, 

kann es darum auch schon nach dem Champaka-Walde 
gehen? 

Willst du in knabenhaftem Leichtsinn dich an das Pferde- 
Opfer machen? 



MögUng^ Jemdid BhdrtUa, 2. KapUeL 391 

L 3. hindanavar' alla, sie sind nicht die früheren, d. h. sie sind 
nicht nur Krieger, wie die gewesen sind, mit denen du es bisher 
za thnn gehabt hast hindanayanu = hindinavanu. 

1. 6. sampage tadbh. ftlr jampaka, Michelia champaca. Der 
Geruch der Blttthen dieses Strauches soll die Bienen tödteu. Sinn 
der Vergleichung : Die Feinde welche du bisher bekämpft und 
besiegt hast,i dürfen dir nicht Hoffnung geben auch auf Sieg über 
Yauvanä^va's Helden, so wenig als eine Biene, welche den Jasmin- 
Geruch ertragen kann, sich in ein Ghampaka-Gebüsch wagen darf. 

1. 6. udyögipare, altkan. für udj6gisuvare , von udyögisu, 
unternehmen. 

V. 58. mati-y-ullod', ivan' asura balig* odagisida küla- 
n' atimahödarak' adasi kombane? nitigala 
gatiyan' aridode',