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Full text of "Zeitschrift für celtische Philologie"

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i 



ZEITSCHRIFT 



FUR 



CELTISCHE PHILOLOGIE 



HERAUSGEGEBEN 



KLNO 3IEYER und L. CHR. STERN 



Vn. BAND 




HALLE A. S. 

MAX NIEMEYER 
LONDON NEW TOKK 

DAVID NUTT G. E. 8TECHEBT&C0. 

57-59 LONG ACRE J29-133 WKST 20th STREET 

1910 



I 



Inhalt. 



L. Chr. Stern, Davydd ab Gwilym, ein walisischer Minnesänger 

Einleitung 1 

Davydd ab Gwilyms Leben 5 

Davydds Gönner nnd Freunde 13 

DavVdds Franengestalten — Ehieingeydd 39 

Morrudd 63 

Der Eifersuchtige — Eiddig 80 

Schuld, Beue und Bufse 107 

Ars amandi 122 

Die Mönche Ii2 

Tenniächte Gedichte 151 

Davydds Tonkunst 157 

Schiidernn? der Xatur 159 

Davydds Flora 182 

Davydds Fauna 191 

Erbauliche Gedichte 215 

Theologica 218 

Kambrische Literatur 223 

Komische Literatur 233 

Eomanisehe Einflüsse 238 

Schlniswort 245 

Corrigenda 251 

Verzeichnis der Gedichte Davydds 252 

Register 258 

W.M. Lind sav. The Irish Glosses in Ambr. F. 60 sup 266 

EL Meyer. Altirische Reimsprüche 268. 489 

— , Mitteilungen ans irischen Handschriften (Fortsetzung) 297 

G.P.Williams. The preverbal particle re in Comish 313 

E. C. Quiggin, A case of stress -shifting in the dialect of Tréguier . . 354 

C. Marstrander, Hibemica 357 

A. Anscombe, Mr. E. W. B. Nicholson and the 'Exordium' of the 

'Annales Cambriae' 419 

A.O.Anderson. .•?yntax of the copula 'is' in modem Scottish Graelic . 439 

H. Gaidoz. Le nom de laraignée en Wände 450 

J.Lloyd-Jones, Some latin loan-words in "Welsh 462 

L. Chr. Stern, Altirische Glossen zu dem Trierer Enchiridion Augustins 

in der Königlichen Bibliothek zu Berlin " . . . . 475 

M. Esposito, Note on a ninth century commentary on Martianus Capella 499 

Miscellen 

1. K. Meyer, Lacus Benacns 270 

2. H. Zimmer. Altirische MisceUen 

1. Wb. 17d, 5. 2. irnigde, imigdid, ameigdet 271 

3. Cronsanacht 287 

4. L. Chr. Stern, Gälische Familiennamen in Galloway. . . . 287 

5. — , Folklore 288. 535 

6. — , Irisch Agustin 290 

7. — , Die Ausgabe der Würzburger Glossenhandschrift .... 291 



IV 

Seite 

8. K. Meyer, Nordisches im Irischen 508 

9. — , Irische mit Con- gebildete Eigennamen 508 

10. — , Noch einmal Lacus Benäcux 509 

11. — , Ein kymrischer Flufsname 509 

12. — , Ein uordische.s Lehnwort im Kanarischen 509 

13. — , A Collation of the Harleian Version of Tuchmarc Emire 510 

14. — , A Correction , 511 

15. L. Chr. Stern, Die Zusammen.setzung Adams aus acht Teilen 511 

16. — , Zu berichtigen 511 

Erschienene Schriften 

Anecdota from Irish Manuscripts, vol. II 294 

H. d'Arboi.s de Jubainville, Les dieux coruu.*! gallo -remains de la 

raythologie irlaudaise 294 

S. Baring -Gould and J. Fisher, The Lives of the British Saints . 292 

0. Bergin, Stories from Keatiug's History of Ireland 530 

A. C. L. Brown, Baliu and the Dolor[o]us Stroke 531 

G. Coffey. (íuide to the Celtic antiquities in the National Museum, 

Dublin 535 

J. H. Davies, The Morris Letters 531 

J. Dunn, La vie de Saint Patrice 532 

Q. M. Edwards, Sammlung von Ausgaben walisischer Dichter . . 532 

Ériu, The Journal of the School of Irish Learning, vol. IV, 1 . . 296 

S. J. Evans, Studies on Welsh Phonology 525 

H. Gaitloz, Du changement de sexe dans les coutes celtiques . . 295 
P. Iliuneberg, Die Kultur der Gegenwart, ihre Eutwickelung und 

ihre Ziele. Teil I, Abteilung XI, 1 534 

W. M. Lindsay, Contractions in early Latin miuuscle Mss. . . . 293 
K. Meyer, Kawlinson B. 502, a collection of pieces in prose and 

verse 521 

— , A primer of Irish metrics 527 

— , The Instructions of King Cormac mac Airt 529 

— , The secret languages of Ireland 530 

E. Mac Neill, Duauaire Finn, Part I 523 

J. Pokorny, Der Ursprung des Druidentums 295 

E. Philipen, Les Iberes 526 

Wh. Stokes und E. Windisch, Irische Texte IV, 2 529 

J. Strachan, Stories from the Tain 294 

— , An Introduction to Early Welsh 516 

— , Old-Irish Paradigms and Selections from the Old-Irish glosses 527 

R. ThTiriieysen, Handbuch des Alt-irischen 526 

V. Tourneur, La formation du Tain bó Cúalnge 294 

R. Trebitsch, Phonographische Aufnahmen der irischen Sprache . 295 

— , Phonographische Aufnahmen der bretonischen Sprache . . . 533 
— , Pbonographische Aufnahmen der welschen, gälischen und 

Manxscben Sprache 534 

J.Vendryes, A propos du rapprochement de l'irlandais claideb et 

du gallois cleddyf 295 

— , Grammaire du Vieil- Irlandais 512 

— , Sur rhypothese d'un futur en bh italo-celtique 531 

W. P. Williams, Deffyniad ffydd eglwys Loegr 526 

H. Zimmer, Beiträge zur Erklärung altirischer Texte der kirchlichen 

und der Profaiilitciatiir, 1 — 4 528 

— , Über direkte Ilniidclsvcrbindungen Westgalliens mit Irland im 

Altertum uii.l frühen Mittelalter 528 



DAVYDD AB GWILYM, 
EIN WALISISCHER MINNESÄNGER. 



Einleitung. 

Als ihren gTüfsten Dichter feiern die Waliser den Minne- 
sänger des 14. Jalirhunderts Dav3-dd ab Gwilym, dessen Poesieen 
seit 120 Jahren grofstenteils gedruckt vorliegen. Eines seiner 
Gedichte hat zuerst Gruffj'dd Roberts in seiner walisischen 
Grammatik 1567 abgedruckt. Ihm folgte Rhys Jones mit 27 Ge- 
dichten») in den 'Gorchestion Beirdd Cymru' (Amwythig 1773); 
und die Editio princeps der gesammelten Poesie des Barden, die, 
von Owen ilyvjT Jones und Edward Williams unterstützt, 1789 
William Owen Pughe lieferte, umfafst 262 Gedichte. Cynddelw 
verdankt man einen Neudruck, wie 1864 von den 'Gorchestion', 
so 1873 von der ' Barddoniaeth Dafj'dd ab Gwilym'.-) Einige 



') Es sind die Gedichte der Gesamtausgabe Nr. 137. 78. 231. 24. 201. 
144. 233. 69. 182. 40. 33. 4. 38. 18. 176. 110. 205. 83. 100. 132. 27. 44. 108. 
234. 13. 118. 119. 

2) Dieser Neudruck erschien hei Isaac Foulkes in Liverpool und der 
Herausgeber ist Eobert Ellis, geb. 1812 in Ty 'n y Meiui bei Llaurhaiadr ym 
Mochnant, gestorben 1875 und begraben auf dem Kirchhofe von Glynceiriog 
(Cymru XXIV. 1902, p. 5 ff.). Aufser zwei neuen Gedichten brachte der Heraus- 
geber aus einer Handschrift des Herrn 0. Williams von Gwaenvawr (Chii-k) 
manche bessere Lesart. Weiter läfst sich aber zum Lobe dieser Edition nichts 
anführen. Schon äufserlich mifsfällt, dafs die einmal feststehende Zählung 
der Gedichte gegen Ende ohne Not verlassen und die Yerszählung der ersten 
Ausgabe als übei-flüssig weggelassen ist. No. 229 ist in der Zählung über- 
sprungen und folgt auf S. 330; 239 a (p. 343) ist eine Variante zu 239, und 
257 a (p. 3G8) ist hinzugefügt. Dem Drucke wurde vermutlich eine Abschrift 
von unkundiger Hand zugrunde gelegt und so verwilderte die schon nicht 
ganz konsequente Orthographie der ersten Ausgabe gänzlich. Namentlich 
wurden die Buchstaben f (für das man ja freilich lieber s liest) und f die 
Ursache unablässiger Verwechselung. Die Ausgabe ist ohne durchgängige 
genaue Revision für das Studium der Gedichte ab Gwilyms nicht zu gebrauchen. 

ZaitscUritl f. celt. Pliilologie VII. 1 



2 L. CHR. STERN, 

50 Gedichte wiederholte bald darauf Owen Jones in den 'Ceinion 
Llen)'ddiaeth Gymreig', desgleichen G-t Gedichte 1901 Owen 
M. Edwards in der kleinen Sammlung von Llanuwchllyn, und 
einzelne sind sonst erschienen. 

Die erste Gesamtausgabe, die hauptsächlich auf den Ab- 
schriften der drei Brüder Morris beruht, war für ihre Zeit 
höchst verdienstlich. Ihr verdankt man im wesentlichen die 
Bekanntschaft mit dem walisischen Dichter; schon John Davies 
der Grammatiker hatte die Gedichte nicht anders gelesen und 
Silvan Evans hat mit Vorliebe sein Wörterbuch daraus bereichert. 
Kritisch ist sie freilich in keiner Hinsicht. An der Anordnung 
der Gedichte ist vieles auszusetzen; es sind manche darunter 
aufgenommen, die Davydd gewifs nicht gehören; viele Stücke 
des Textes sind verstellt und andere mit Interpolation beschwert. 
Die gedruckte ist nicht die ursprüngliche Fassung des mittel- 
kymrischen Dichters und für die sprachliche Untersuchung wenig 
geeignet: die unregelmäfsige und oft mehrdeutige Schreibweise 
der Codices ist durchgehends modernisiert und vielfach geändert 
oder ergänzt, nicht ohne schwere Schäden der strengen Versform 
der cynghanedd. Es sind Lesarten zugelassen, die keinen be- 
friedigenden Sinn ergeben; zahlreich sind unverständliche Aus- 
drücke und dunkle Verse, für die es in der Sache keine Erklärung 
gibt. Die Herausgeber haben der Oberfläche Glätte und Glanz 
verliehen, aber wer es näher prüft, findet den Untergrund rissig 
und rauh. Indessen sind sie für die unvollkommene Gestalt, in 
der der Dichter erscheint, wie schon angedeutet, nicht allein 
verantwortlich zu machen. Was aber die 16 von lolo Morganwg 
zu der Ausgabe beigesteuerten Gedichte (Nr. 247 — 262) anbetrifft, 
so erwecken diese ein Mifstrauen anderer Art: ob sich ein ein- 
ziges echtes Davyddsches darunter befindet, ist noch die Frage. 

Hin und wieder haben die spätem Herausgeber wohl Hand- 
schriften eingesehen, aber viel ist es nicht, was zur Verbesserung 
des Textes geschehen ist. Eine Neuausgabe der Gedichte auf 
Grund der Handschriften würde die Arbeit eines Lebens sein. 
Als ein hervorragender Kenner der walisischen Literatur, wir 
haben seine eigenen Worte, sich anschickte den kritischen Apparat 
zu sammeln und er schon gleich zu Anfang 120 Manuskripte 
zählte, eine Zahl die dann wöchentlich zunahm, stand er von 
einer hoffnungslosen Arbeit ab. Unter der Menge der Hand- 
schriften sind aber sehr wenige durch Alter oder Autoiität 



DAVYDD AB GWIIA'M. ó 

bemerkenswert.') und wer eine Edition auf alle begTÜnden wollte, 
würde nicht so bald zu Ende kommen und vermutlich viel Spreu 
unter seinem Weizen haben. Es wird sich zeigen, wenn wir 
nicht irren, dafs die Überlieferung der Gedichte Davj'dds seit 
Jahrhunderten unsicher gewesen, vielfach vielleicht sogar nur 
mündlich geschehen ist und dafs die Schreiber sich mehr und 
mehr der Willkür schuldig gemacht haben. Die cynghunedd der 
Verse, die eigentlich einen Schutz der Worte bilden sollte, hat 
sie in zahllosen Fällen der Unsicherheit und Entstellung preis- 
gegeben. 

Über dieses ungünstige Verhältnis kann man sich schon 
aus dem, was gedruckt vorliegt, einigermafsen unterrichten. Es 
wird bestätigt durch eine Anzahl in Aberj-stwyth liegender 
Handschriftenkollationen, die sich mit beharrlichem Fleifse Herr 
John Glyn Davies in Liverpool zusammengetragen hat.-) Ich 
bin diesem vortrefflichen Kenner des -walisischen Barden für die 
liberale Darleihuug seines Davydd ab Gwilj'm mit Varianten zu 
150 cywyddau zu aufrichtigem Danke verpflichtet. Schon aus 
dem hier gebotenen Material läfst sich der Text des Dichters 
in vielen Fällen berichtigen.') Bei fortgesetztem Studium der 
Handschriften würde die varia lectio fi-eilich gewaltig anwachsen 
und ihre Sichtung bald schwer werden. Gleichwohl ist die 
Arbeit nötig, um im Verständnis des Dichters, der an Schwierig- 
keiten so reich ist, Fortschritte zu ermöglichen. Ich habe mir 
daher die Frage vorgelegt, ob es nicht ratsam sei von der 
Kommentierung Davydd ab Gwilyms vorläufig abzusehen und 
es bei der gediegenen Abhandlung Prof. Cowells bewenden zu 
lassen.^) Und so sind diese Blätter Jahre lang liegen geblieben. 

') Einige Bruchstücke, wie die Pergamenthandschrift Peniarth 48 (mit 
8 Gedichten) stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Einige Codices sind 
aus dem 10. Jahrhundert erhalten, darunter das Havod Manuscript 26. Zahl- 
reicher werden die Handschriften des Dichters erst im 17. Jahrhundert. 

-) Diese Kollationen wurden gemacht zum Teil von dem Rev. Owen 
Jones in Hen Qorph, Llansantfraid in Powys und zum Teil von dem 'draper' 
Will. Jones von Llangollen. 

») Die au8 den gedruckten und handschriftlichen Hülfsmitteln ange- 
führten Varianten sind in dieser Abhandlung kurz bezeichnet mit A (Ausgabe 
von 1789), B (Ausgabe von 1873), C (Ceinion), K (Owen M. Edwards), 
G (Gorchestion 1773), R (Gruffydd Roberts), M (die Lesart eines Manuskripts), 
MM (die Lesung mehrerer Manuskripte). 

■*) Y Cymmrodor 2, 101—132 (1878), ins Französische übersetzt in den 
Annales de Bretagne 4, 387 — 419. 



4 I.. CHR. STERN. 

Wem jedoch die Strahlen der Nachniittagssonne auf Davydds 
Gedichte schon so schräg fallen, der darf keine langwierigen 
Hoffnungen mehr hegen. Daher haben die Erinnerung an die 
darüber zugebrachten Stunden und die Meinung, dieser Versuch 
möchte trotz seiner ünvollkommenheit nicht ohne Anregung 
bleiben, es über mich vermocht, dafs ich ihn den Freunden der 
celtischen Literatur vorlege. 

Der Name Davjdd ist bisher über seine Heimat noch 
wenig hinausgedrungen und seine Gedichte sind wohl nur denen 
bekannt, die sich mit der älteren walisischen Sprache einiger- 
mafsen vertraut gemacht haben. Die allgemein verbreiteten 
Angaben über ihn, denen man begegnet, sind der gut geschriebenen 
englischen Einleitung William Owen Pughes vor der Ausgabe 
von 1789 entnommen.!) Dieser Eoman seines Lebens beruht 
aber, wie leicht ersichtlich, mehr auf der Phantasie als auf 
historischer Überlieferung. Man hat aus den Gedichten bestimmte 
Schlüsse gezogen; man hat Legenden als verbürgte Wahrheit 
weitererzählt; man hat widersprechende Nachrichten erklärt und 
alles in eine feste Form und Folge zu bringen gesucht. Wie es 
zustande gekommen ist, läfst ein in Seren Gomer von 1838 ab- 
gedruckter Brief mutmafsen, den William Owen am 1. April 1788 
an den Lexikographen J. Walteis richtet. Indem er ihm ein 
Exemplar der Gedichte 'o gyuulliad Owen Jones' (noch ohne 
lolo Morgauwgs Auctarium) ankündigt, bittet er ihn um Nach- 
richten, die er allesfalls über Davj'dd ab Gwil^vm besitze, da es 
sich darum handele eine Einleitung und Erklärungen zu der 
Ausgabe zu schreiben. 

Einige wenige Übersetzungen aus Davj-dds Gedichten lieferte 
zuerst Edw. Jones in seinen 'Relicks of the Welsh Bards' 1794. 
Dann hat 183Í Arthur Owen Jones von Garthwj-1 50 und einige 
Gedichte oder vielmehr Bruchstücke daraus in englische Verse 
übertragen, die wohl den Dichter ein wenig kennen gelehrt 
haben, aber, da sie gereimt sind, dem Originale nur ungefähr 

») Vgl. John H. Parry, The Cambrian Plutarcli, London 1S37, p. 209—228; 
A. 0. Jones in der Kinleitung seiner Translations 1831: Cynddelw in Rhys 
Jones' Gorchestion Beirdd Cymrn , Caernarfon (1864) p. 52— ()6 ; Ch. Wilkins, 
The History of the Literature of Wales from the year 1300 to the year 1650, 
Cardiff 1884, p. 32 if. Kritischer sind K. I. Prys, Hanes Lleuyddiaeth Gymraeg 
o'r flwyddyn 1300 hyd y Hwyddyn 1650, Liverpool 1885, p. 31ft'., «nd T. Marchant 
Williams, Dafydd ab Gwilym in deu Transactions of the Liverpool A\'elsh 
National Society, Fourth Session 1888—1889, p. 49—69. 



DAVTDD AB fiW'II.YM. 5 

entsprechen.!) Andrerseits kann man aucli einer buclistäbliclien 
Übersetzung eines celtisclien Dichters nicht das Wort reden, es 
sei denn zu Lehrzweckeu, eingedenk des horazischen 

•Xec verbum verbo curabis reddere fidus Interpres'. 
Davydd ab Gwilym zu übersetzen ist schwer, selbst wo er klar 
ist; denn vne sprach- und versgewandt der walisische Barde 
auch ist, so fehlt es doch in der künstlerischen Form seiner 
cyivyddau nicht an -chevilles'. die eigentlich nur aus dem Originale 
mit dem unnachahmlichen Reichtum seiner Eeime und Stabreime 
verständlich sind. Die in den folgenden Untersuchungen ein- 
gelegten Übertragungen, die ich der Nachsicht der Kenner der 
kymrischen Sprache empfehle, schlief sen sich den Text Worten 
meist ziemlich genau an und begnügen sich mit der niedern 
Kunst des abgemessenen Tonfalls, die wenigstens den Eindruck 
erzeugen soll, dafs man Poesie und nicht Prosa liest. Dafs dem 
Dichter damit nicht genug geschieht, ist fi-eilich wahr.-) 



Davjdd ab Gwilyms Lebeu. 

Davydd war der berühmteste walisische Dichter des 14. Jahr- 
hunderts; aber die Nachrichten über sein Leben, die sich entweder 
in seinen Dichtungen oder in vereinzelten Überlieferungen finden. 



') Das seltene, W. 0. Pughe gewidmete Büchlein ist betitelt: Trans- 
lations into English Terse from the Poems of Davyth ah Gwilym, a Welsh 
hard of the fourteenth century. London, Henrj- Hooper 1834. (XLI + 127pp. 
kl. 8°). Es finden sich darin Auszüge aus den Gedichten Xr. 1 (p. 1), 2 — 3 
(p. 5), 4 (6), 10 (8), 11 (p. Xm), 15 (10), 19 (13), 28 (12), 32 (33), 33 (35), 
41 (15), 43 (16?), 44 (42), 45 (31), 46 (87), 47 (73), 51 (59), 54 (20), 57 (16), 
69(50), 70(43), 71(45), 76(65), 89(46), 95(91), 98(20), 99(55), 103 (p. XXVII), 
113 (58), 116 (19), 120 (67), 132 (79), 133 (61), 134 (52), 144 (18), 149 (26), 
160 (71), 171 (28), 183 (77), 184 (76), 190 (63), 205 <89), 207 (92), 208 (22), 
210 (83), 224 (p. XXVI), 226 (94), 238 (101), 246 (p. XXIX), 248 (93), 249 (48), 
253 (81), 255 (104), 260 (96), 262 (106). Einige Stücke daraus hatte der 
Übersetzer- unter dem Xamen Maelog schon in dem Cambrian Quarterly ver- 
öffentlicht. Die Ode an den Sommer (Xr. 260) wiederholt Th. Stephens, 
Literature of the Kymi-y 1849 p. 491 und nach diesem Em. David, Etudes 
historiques sur la poésie et la musique dans la Camhrie, Paris 1884, p. 245 — 254, 
wo aber auch Stücke der Pseudo-Ehys Goch als Poesieen Davydds bezeichnet 
werden. 

') 'Das Übersetzen', schi-eibt ein Meister der Kunst, A.W. v. Schlegel, 
1811 au Goethe, 'ist im Grunde ein undankbares Handwerk, wobei man 
immerfort durch das Gefühl unvermeidlicher Unvollkommenheit gequält wird'. 



6 L. CHK. STERN, 

kann man nur mit aller Vorsicht aufnehmen. Denn seine Ge- 
dichte sind zu seinen Lebzeiten jiicht gesammelt, noch auch sind 
[Urkunden, die ihn beträfen, nachgewiesen worden. Nur wenigen 
Angaben kann man unbedenklich Glauben schenken. 

Davydd war der Sohn des Gwilym Gam (120.4. p.YIII; 
mal Gwilym, 152, 27) auf Bro GjTiin in der Pfarre Lianbadarn 
vawr in Cardigansliire, und der Ardudvji (mw. Enluirul, EB. 1. 
112), der Tochter des Gwilym Vychan von Emlyn {muh Arduäfyl 
deg, 122, 48). Dafs er ein uneheliches Kind gewesen, ist wohl 
eine Erfindung. Nach Versen des Ehys Meigen wäre er 1300 
geboren (lolo Mss. 92) und nach der Andeutung eines Gedichts, 
das er als 21 jähriger schrieb (52, 9 ff.), wäre sein Gebui-tstag auf 
den 24. Juni gefallen.') 

Davydd ist, daran ist nicht zu zweifeln, ein südwalisischer 
Dichter: Als seine Heimat bezeichnet er Demetia {Dyfed a wyr 
mal difyiv. \ Difai ddysg a Dafydd yw, 18. 17 f.): oder auch Bro 
Gadell „Cadells Land", was dasselbe besagt (123, 33). Am Teivi,-) 
dem Grenzflusse von Cardiganshire, fühlt er sich zu Hause (38, 35); 
aber gelegentlich auch in Merionethshire {prif kicsmon ar Feiriou 
wyf, 200, 13 — nicht in allen Handschriften). Gruffydd Gryg 
nennt ihn den Pfau von Demetia (paun Dyfed) und die Säule 
der Musik des Südens (colofn cerddau V Di'au, Bardd. p. XXXV); 
Madog Benvras bezeichnet ihn als die Nachtigall von Demetia (cos 
Dyfed, Bardd. p. XXXIX), und lolo Goch sagt, er sei der Falk der 
Mädchen des Südlandes gewesen {hchog merched De]ieuba)th,ib.XL). 
Nach einem Siege in der Eisteddvod soll er Davydd Jlorganwg 
genannt sein, in Nordwales aber Bardd Ivor Hael geheiXsen 
haben (lolo Mss. 97); beide Namen gibt ihm Edward Llwyd, der 
jedoch sein 'floruit' um 1400 zu spät ansetzt (Archaeologia 
Britannica p. 255). 

Davj'dd lebte unter der Regierung Eduards III. (1327 — 77), 
wahrscheinlich schon unter dem zweiten Eduard (1307 — 1327), 
und ist vermutlich unter dem ersten geboren. Dafs er noch die 
Thronbesteigung Richards IL (1377 — 1399) erlebt habe, ist kaum 
anzunehmen. Sicher ist, dafs er ums Jahr 1346 auf der Höhe 
seines dichterischen Ruhmes stand: in diesem Jahre nahm an 
der Schlacht von Créc}', in der sich die Waliser auszeichneten 

') Ob die Stelle noch weitere chronologische Schlüsse zuläfst (CZ.2. 187), 
mag dahingestellt bleiben. 

') Vgl. 'in regione Deraetorum iuxta flumen Teivi', Nennius 47. 



DAVYDD AU GWILY.M. 7 

(lolo Mss. 65), Syi- Rhys Wgawn teil, wie lolo Goch in seinem 
Gedicht auf diesen Edelmann erwähnt; nur wenig älter kann 
ein Gedicht sein, das Davydd ab Gwilym bei Gelegenheit der 
Einschiffung seiner Truppe verfafst hat (Nr. 99). Sonst wissen 
wir noch bestimmt, dafs der Barde bis 1359 gelebt hat, denn 
er feiert in Nr. 228 den Dechanten Hywel von Bangor, der in 
diesem Jahre sein Amt antrat und 1370 stirb. 

Obwohl der Dichter unruhige Zeiten gesehen hat, Kriege 
in Frankreich und Schottland, so findet sich in seinen Gedichten 
doch kaum die eine oder andere Anspielung darauf. Als ihm 
eine Schöne seinen unkriegerischen Sinn vorwarf, gab er zu, 
dafs das Kriegshandwerk für ihn nichts verlockendes habe, wie 
denn auch ein Kriegsmann sich wenig um das Wohl eines 
Mädchens kümmere (58, 29 — 42). 

Ixhinwyllt fydd a rhy antvar, 

Bhyfel ag oerfel a gär. 

chlyw fod iaer-arfod^) iyn 

Brwydr y ngwlad Ffrainc neu Brydyn, 

Antur gwrdd, hwnt-) ar gerdded, 

Yn wr rhtvydd^) yno y rhed. 

datv, per }ioen,*) a dianc 

Oddiyno, medr'^) ff'nvyno Ffranc, 

CfeitJiiog fydd, saethydd a'i safhr, 

A clireulon ddyn tvßcli rylathrß) 

Micy y cur ei drym-bar'') draw 

A'i gledd — gwae a goel iddaivl 

A mael dur ag ami darian^) 

A march o lu^) na merch lán. 

„Von wilder Art und sehr verwegen, 
Liebt er sich Krieg und Ungemach. 
Hört er in ernster Zeit vom Kampfe 
Im Franken- oder Schottenland, 
(Ein starkes "Wagnis solcher Kiiegszug), 
So macht er wohlgemut sich auf. 



') y clyxü M. cadorfod AB. ^) natur M. hynt M. ') hyf B, rhaf M. 

*) pei rhon' AB. ») er AB. "; wychr lathr M. 

') adei-yn bar B, i drwmp ar M. 

*) A mwy y cur ei arian B, maid dur . . . myl darian M. 

^) na (ne) march MM. o liw M, liw öd B. 



8 L. CHR. STERN, 

Kntkommt er glücklich auf dem Zuge 
Zu des Franzosen Zügelung, 
Wird er blessiert, es tritt ihn nieder 
Ein Schütz, du grausam schönes Kind. 
Mehr liebt er seine schwere Lanze, 
Sein Schwert (wer wollte dem vertraun?). 
Den grofsen Schild, den Kettenpanzer, 
Sein Schlachtrofs als ein Mägdelein." 

Als nach der Besiegung des Llyweljm ab Gruffydd 1282 
Wales seine politische Selbständigkeit verloren hatte, scheint 
auch die Stellung der Barden, die vormals an den kleinen Höfen 
der walisischen Magnaten bedeutend gewesen war, eine andere 
geworden zu sein. Die Kunst der Cynddelw und Gwalchraai 
war erschöpft und ging dem Verfall entgegen. Unter Eduard III. 
tat man Schritte ihu aufzuhalten und auf dem Volksfeste (der 
Eisteddvod dadeni) zu Gwern y Cleppa, wo der angesehene Ivor 
Hael den Vorsitz führte, scheint man sich über allgemeine 
Statuten geeinigt zu haben. Nicht nur auf die Reorganisation 
des Standes bezog sich die Neuerung, sondern auch für die 
Formen der Poesie scheint man Muster aufgestellt zu haben. 
Schon damals erkannte man Davydd ab Gwilym den ersten 
Platz unter den Barden zu und auf ihn wird die neue Kunst- 
form des lyrischen Gedichts (ci/wydd) zurückgeführt, die dem 
Ausdruck des Gedankens mehr Freiheit gestattete als die steifen 
Metra der Alten. 

Die Nachrichten, die man über den Bildungsgang und die 
Rangordnung der Barden hat, sind nicht übereinstimmend und 
zum Teil (wie in den lolo Mss. p. 55; Cyfrinach p. 32) wenig zuver- 
lässig. Unterscheidungen gab es gewifs und sie liegen (ich be- 
schränke mich durchaus auf Davydds Gedichte) in den Ausdrücken 
beirdd "Barden', pnjdyddion 'Dichter', der 'fahrende Sänger' und 
cerddorion 'Spielleute'. Der allgemeinste Name des celtischen 
Dichters ist hardd, ein Wort, das die Iren erst von den Walisern 
unter der Form hdyd zurückempf äugen zu haben scheinen: Davydd 
nennt so sich (1, 19. 5, 27. -il, 8. 16, 22. 18, 25) und andere (54, 20. 
93, 75. 228, 26). i) Aber der vornehmere Name des schaffenden 



') Bei Davj'dd kommt vor gwanfardd 128,71; goganfardd 126,32; 
unfardd ofer ynfyd, 124,17; hardd lu 'das Bardenvolk' (Var. /biffiu) 235,47; 
beirdd byd, 99, 14; bcirddion hyd, 162, 41; beirddion cred, 60, 49. Eineu Göuner 



DAVYDD AB GWILYM. V) 

Dichters ist jmßtfdd (5.14. 7,25. 14.34. 32,52. 47.40. 70,33; 
priidifdd i Forfitdd 149, 1. 248, 1); er ist abgeleitet von pnjdu 
(42,6. 60.9. 107,33. 119.2. 126,12. 128,70. 157,8. 149,53. 198.2. 
201,15. 207,21. 232.13), von pnjd: ir. cmth 'Gestalt', so wie 

.TOItlTl'j^ von .TO/fÜ'.') 

Auch der Ausdruck der f. (ir. cliar, cUir 'Schaar, Gefolge', 
vgl. cllar aesa ddiia oder ceirdd Todd lect. 5, 58; cliara binne 
•Musikbanden' GJ. 4,106) wii'd wohl allgemein für die Barden 
gebraucht, 149,29; so dewiniaeth cUr 139,13; cacth y glir, 1,16; 
nodseuthu cíér, 2, 22; dt/ fedd ghcys difcddun i gier, 14,11; cwlm 
!l gier, 137,8; do y gUr, 64,23; hrodigUr, 126,17; der einzelne 
heilst derddyn 126,36; oder derwr (wr gleru-r glän, 153,33).-) 
Aus manclien Stellen geht aber hervor, dafs der die niedere 
Art der vortragenden Sänger und nicht die Dichter bezeichnet: 
crediad yiv a glyic y gUr, 124,6; hynod ytc ei glod gan gier, 
112,29; perais dysgu a dianu ei cherdd /V gier hyd eithaf Gcri, 
71, 25. Die Bedeutung des fahrenden Sängers zeigt sich deutlich 
in dem Verb clera: Einst war eine Zeit für Sängerfahrten, 
ira fit amser i glera, 139, 5; EhosjT auf der Insel ilön ist noch 
dafür geeignet, lie difai i glera, 138,11; und das dcra der 
Sänger ist ähnlich dem Almosenerbitten (cardoia) der Mönche 
149, 57. 

In einem gewissen Gegensatze zu dem fahrenden Sänger 
dertir steht teitluwr eig. 'der im Kreise der Familie singt' 
(entsprechend dem hard ieulu am königlichen Hofe in den Ge- 
setzen Hj'wel Ddas), im Plural teuhmyr 147, 56. Gorch. 121; 
davon tenluuriaeih "das Hausbardentum' 84, 39. 239, 10. Mit 
tculutcr gleichbedeutend ist teulmcas 36,7. 147,52. 178,9; denn 
das Wort gwas 'Diener' wird oft mit Beziehung auf den Barden 
gebraucht, der auch mydrwas 70, 50 oder gicawdivas 59, 39 oder 
prydyddwas 251, 5 helTst. 



heilst er cyfaiUt a mal aillt y beirdd, 1,1-1; liardd enaid beirdd au. clydwr, 
5,30; ähulich 6,45. 258,22. Von frarda abgeleitet ist éardáontaiáá 228,16. 24; 
barddoniaetli 235, 2-1. 

^) Zusammensetzungen úni prt/dyddwas 'IbX,?!-. prydyddgainc 'die Weise 
eines Dichters' 137,20; Ableitungen sind das Adjectiv prydyddaidd 2i8,'28 
und das Abstractum prydyddiaeth 38, 18. 128, 63. Eine prydyddes ist die 
Nachtigall 84, 16 ; prydyddion y dail sind die Singvögel 258, 20. 

'} Das Femininum cleruraig ist 'die Nachtigall' 45,27; clerwyr coed 
'die Sänger des Waldes' 203,16, und eine Ableitung lautet derwyraidd 228, 33. 



10 L. CHK. STERN, 

Der vierte Ausdruck, der den Bardenstand bezeichnet, wird 
von cerdd (ir. cerd) 'die Kunst', besonders "die Tonkunst,' ab- 
geleitet;') es gibt deren zwei Arten (y ddwy gerdd. 231t.), nämlich 
cerdd danncm •instrumentale Musik' und cerdd dafod 'vokale 
Musik'. Daher bedeutet ccrddor 13, 13. 83, 3. 199, 13 oder cerddmcr 
18, 41. 147, 39. 222, 15. 229, 27 und cerddmcr caingc 189, 14 sowohl 
'den Sänger' als 'den Spielmann'; im Plural cerddorion 203, 22. 
260,49 und im Abstractum cerddwriaelh 128,53. 229,28. 232,102. 
Von diesem Worte ist auch der Titel der höchsten Stufe her- 
genommen, die ein Barde erreichen konnte: pencerdd 'der Musik- 
meister' und 'der Meister der Poesie'. Er findet sich schon in 
den Mabinogion penkerd EB. 1, 57, 7, und mehrfach bei Davydd 
pcncerdd 137,28. 179,28. 219,20, wovon pcncerddiaeth 105,43 
und pcnceirddnjw 25, 25. 68, 23. Davydd ab Gwilym war ein 
pencerdd und von den zeitgenössischen Barden als solcher allge- 
mein anerkannt. 

i]r scheint ein Wanderleben geführt zu haben: peUgardd 
(1, 19) nennt er sich selbst. Meist weilte er allerdings wohl in 
Südwales und namentlich in der Nähe seines Gönners Ivor Hael in 
Glamorgan. Aber wie er den Schönen in Lianbadarn (136. 177, 21) 
und in Llandäv (52, 20) den Hof machte, so finden wir ihn auch 
in Nordwales, in Llanddwyn auf Mön oder Anglesey 'der Mutter 
von Wales', der für das Bardenvolk besonders günstigen Insel 
(Nr. 79. 208), und auf Rhosyr oder Niwbwrch hat er einen 
eigenen Hymnus verfafst (Nr. 138). 

Er war von Herzen ein Cambrer-) und spricht mit Stolz 
von seiner Heimat Wales, dem Lande der Kymrischredenden 

') Das Simples cerdd ist die Tonkunst 15, 35. 17, 24, auch die der Sing- 
vögel 44,3. 248,27. 260,17; daher: dyfu ü gerdd a'i dafawd 18,12; cof cerdd 
20,55. 227,21. 261,29; ferner: glangerdd 258,16; glwysgerdd 54,5. 78,15; 
hygarfalch gerdd, 258,15; meddylgu gerdd, 46,53; Imdolgerdd 46,43; cerdd 
dlawd, 2;i0, 13; und die Composita cerddgar 17,32. 187,6. 232,50; cerdd- 
rymgar 136, -11; cerddber 236,29; cerddgadr 30,17. Der Plural lautet cyrdd 
4G, 43. 147, 31. 232, 100 oder cerddau 2, 35, aber auch ccrddi 128, 34. 38. Es 
findet sich eiüo cerdd, 57,4; can cerdd, 89,18; ni chaiiaf cerdd 'ich singe 
kein Lied' 262,17; ci gerdd a wncif 'ich mache sein Lobgedicht' 259,44. 

«) Cymro 'Cambrer' 29,41. 120,11. 35. 142,4. 151,57. 163,17. 164,56. 
188,49. 228,41; das Femininum des Wortes lautet C(/»i»aes 210,16; der Plural 
Cymry 139, 6 und ein abgeleitetes Adjektiv Cymroaidd 92, 60. 228, 18. Cymm 
'Cambria' 13,4. 139,2. 232,106, im Reime auch Cymry geschrieben 149,15. 
188,41. 232,12; sonst auch Cymru dir 188,49 oder gelehrt gulad Gamber 
105, 70. Camber war einer der drei Sohne des Brutus, 1. G. 20, 34. 



DAVYDD AB OWILYM. 11 

(giclad gymräcg, 92, 59). Er war ein tiefer Kenner dieser Sprache 
(iaith giimräeg, 1, 29) und hatte ein Urteil über unreines Kymrisch 
{cum gymräeg, 122, 47). Er soll sogar eine kymrische Grammatik 
verfafst (lolo Mss. 94) und auch zur Triadensammlung bei- 
getragen haben (]iIA. 900). Aber er hatte auch einige Kenntnis 
von England und konnte seine Sprache verstehen und vermutlich 
auch lesen. Er nennt England {Lloegr 18, 34). neben Schottland 
{Llocgr a Fhrydyn, 231, 10), neben Wales {Lloegr a Chymro, 
232, 122; Cymro neu Suis, 164, 56) und neben Anglesey (o Farsdir 
Llocgr i Fan, 139,58). Er erwähnt englisches Kriegsvolk (Uti 
Loegr ddu, 87, 46). Er kennt auch London mit seinen Kauf- 
häusern und mit seinen Modedamen (Llundain 101,36. 118,12), 
englische Bildhauerei {yn ddiffaith o saerivaith Sais, 76, 26, wo 
eine Variante jedoch ddygn henrhaith hat) und englisches Tuch 
(i/ pan seisnig, 76, 29), aber er spricht von den Engländern nicht 
gerade mit Ehrerbietung: sie sind gefrälsig wie jene "Tedeschi 
hurchi' {Sais 19, 7, wo die Lesart schwankt): er nennt sie mürrisch 
{sarug, Yar. seisnig, 4, 56) und böse einfältig {anfadful 2, 16). 
Sehr gering denkt er von der englischen Musik (wie der des 
Jledrod Sais, 130, 32); ihre Harfe ist wie ein Sack mit klappernden 
Steinen {crwth cerrig seisnig yn son, 65, 33) und die verachteten 
Darmsaiten sind eine englische Erfindung (139, 46). Auch von 
den Iren hatte Davydd keine hohe Meinung, wie es scheint. >) 

Mehr Wohlwollen hat der Dichter für Frankreich {Ffrainc 
5.10. 58.32. 36. 99,5. 40. 202,5. 257,40): es ist ihm berühmt 
durch Bauten {cicpl ffrengig, 87, 17). durch sein Gold {aur Ffrainc, 
26,14), durch seine Waffen {arfau ffrengig, 3,30), duixh seinen 
Wein {givÍ7i Ffrainc, 231, 33), dui-ch seine Pfeifer {pihydd ffraeth 
Ffrainc, 137, 27). Es ist gut möglich, dafs Davydd das Land 
aus der Anschauung kannte; er erwähnt Paris {aur benv o gaer 
Baris 26,20) und spricht von der Gascogne {Gwasguyn 213,11) 
wie einer, der dagewesen ist. Er erwähnt auTser Santiago de 
Compostela {Sain-Siam, 10, 34) den römischen Papst (^ja6 Ehufain, 
36,10. 88, 19 und sonst 40, 35. 60,16. 74.6. 103,25. 126,28. 127,4. 
154, 30) und seine Mönche {tnenych Wiufain, 10, 14. 34; ancr 
Eufain, 101,13; nér a rifer o Rufain, 103,5); aber Italien 
{Eidial 26, 9) hat er schwerlich gesehen. 



») Gii-yaaei'Gaoidhear 105,40. 146,27: {em.Gwyddeles 139, b2; gwyddelig 
9,25. 257,3; gwyddekg 103,41. 



12 L. CHR. STEKX, 

Durcli diese Angaben wird die Zeit und die Welt, in denen 
Davydd ab Gwilym lebte, begrenzt. Dafs er die Schwelle des 
Greisenalters überscliritlen hat, ist nach manchen Andeutungen 
in seinen Gedichten anzunehmen. So denkt er einmal wehmütig 
an seine Jugendkraft und Lebenslust zurück, wo jetzt alles für 
ihn vorbei sei und ihm kein Lied mehr einfalle, wenn es nicht 
ein Weib begehre (227,24). Das Gedicht Nr. 261, in dem der- 
selbe Gedanke ausgeführt ist und namentlich der mit Gebresten 
aller Art behaftete, kraftlose, schmerzende Körper beschrieben 
wii'd, wo Bart und Haupthaar wie weifse Federn und die Zähne 
(kläglich davon zu sprechen) mifsgestalten und gelb sind, wird 
dem Sion Cent (S. Evans, Uict. 1, 346) oder dem leuan Brydj'dd 
Hir c. 1450 (ibid. 1,651) zugeschrieben. Da es Ausdrücke ent- 
hält, die sonst bei Davydd nicht vorkommen, auch ihm eine 
Verweisung auf Augustin kaum zuzutrauen ist, so ist das erst 
von lolo Morganwg gelieferte Gedicht gewifs nicht von ihm,') 
ebenso wenig wie Nr. 262. 

Nach den Versen des Hopkin ap Tomas ap Einion wäre 
Davydd 1368 gestorben (lolo Mss. 95) und in der Abtei Tal 
y Llychau in Carmarthenshire begraben (ibid.; Report 1, 25); 
nach einem Gedichte von GrufEydd Gryg auf einen Eibenbaum 
auf seinem Grabe (Barddoniaeth p. XXXIII; lolo Mss. 95; vgl. 
O.Jones, Ceiuion 1,96) ist er vielmehr in Ystrad Fflur in 
Cardig<anshire bestattet. Aber man weifs nichts Näheres und 
nichts Sicheres. Der apokryphe Charakter des Epitaphs Davydds 
(eigentlicli sind es zwei) bedarf kaum der Hervorhebung. (Vgl. 
Cefn Cüch Mss. p. 236; Report 2,337). 

') Einige Ausdrücke in dem Gediclite kommen sonst bei Davydd nicht 
vor: cairos Vs. .7, efrydda 30, cfrijddlawn 41, gwresgyn 45, llymsi GO; andere 
aber scheinen von ihm entlehnt zu sein: für setithu nodyn 23 hat Davydd 
nod-seuthu 2,22; llygad y llyn Vs. 24 'das Auge des Sees' d.i. seine Quelle 
(Rhys, Celtic Folklore p. 391) ^ semitisch "1" findet sich 190, 23, wo der Schwan 
ceidicad uwch llygad llyn heilst, und die beiden Verse 29f. sind aus 227, 21 f. 
entnommen; sie keinen zum dritten Male 20, 55f. wieder. Es gibt in der 
walisischen Bardeupoesie viele Pseudeiiigrapha. Die Hauptkriterieu der Echt- 
heit sind die Sprache und die Versform. Die Sprache eines Dichters des 
14. Jahrhunderts wie Davydd ab üwilym ist gegen die des 16. und 17. Jahr- 
hunderts altertümlich und schwer, während seine Metrik, vielleicht durch die 
Überlieferung, oft unvollkommen ist. Wer nun die Gedichte in lolo Morgauwgs 
Auctarium durchgeht, wird ihre Sprache leicht und ihre cynyhamdd meist 
tadellos finden; ich halte sie alle für ziemlich späte Nachahmungen der 
Davyddschen Muse. 



DÄVYDD AB GWILTM. 13 

Über Davydds äufsere Erscheinung besitzen wir einzelne 
Angaben. Auf die Schilderung seines Schattens (Nr. 171) oder 
seiner Gestalt im Spiegel, nach der er eine lange und spitze 
Nase gehabt hätte (226, 12), ist nicht allzu viel zu geben; ein 
ähnliches Gedicht hat auch Madog Benvras (Eep. 1,411. 428). 
In seinen jungen Jahren trug er langes Haupthaar, so dafs die 
Mädchen von Llanbadaru spotteten: 'er trägt seiner Schwester 
Haar auf dem Kopfe' (1' niab llicyd tvyneh mursen, \ A gtvalU 
ei chwaer ar ei ben\ 136,251); es war kastanienbraun (gwinau 
191,20.30) und kraus (226,15), und sein Barti) war dicht 
{Bafydd dewfaif, 122, 42). Aber schon früh, ehe er noch ergraute, 
hatte sich sein Haar gelichtet: eine Hand voll nach der andern 
war ihm aus dem Schöpfe gefallen (226, 16). Die schöne Morvudd 
hatte ihm schnippisch gesagt, sie wolle keinen Mann mit einer 
corona clericalis (117,8). Er verweist ihr das herbe Wort, indem 
er bemerkt, er sei so schon damals gewesen, als sie die Palme 
davongetragen und ihn auf ihrem Lager in ihre sommerblumen- 
schönen Arme geschlossen habe. Die Worte eines Gedichtes, 
wonach Davydd Schwert und Schild und einen weifsen Mantel 
getragen haben soll (158. 31), sind kaum auf ihn zu beziehen. 
Nach der Aussage einer alten Frau, der es eine andere erzählt 
hatte, die noch mit dem Dichter gesprochen hatte, berichtet der 
Rev. Dav. Jones o Lanfair 1572. er sei lang und zart gewesen 
und habe wallendes gelbkrauses Haar gehabt (gtccdlt llaes melyn- 
grych), das mit silbernen Spangen und Ringen geschmückt gewesen 
sei. Das ist noch weniger glaublich als ein 'chwedl heb warant'. 



Davydds Gönner und Freunde. 

Ein alter Vers gedenkt eines Ivor Hael, 'dessen Hallen- 
türen offen standen' (lolo Mss. 253, 38). Der Gönner Davydds 
Ivor Hael war der Sohn des Llywelyn (6, 34) und der Angharad 
(einen Stammbaum gibt Bardd. p. VI), und er soll ein entfernter 
Verwandter des Dichters gewesen sein. Er war Herr von 



1) Das war, nach einem bekannten Gedichte des Rhys Goch Erjri zu 
urteilen, von der allgemeinen Mode der Zeit ahweicheud. 



14 L. CHR. STERN, 

Maesaleg oder Maeslialeg') in Glamorg:an (2,36. 4,54. 13,39. 
63, 15. 259, 56), unweit Cardill' (mech Caenhjf 2, 10), und soll 
daselbst eine Kirche gebaut haben (lolo Mss. 221); der Dicliter 
erwähnt Jhjs Faesalcg 13,39 oder Ihjs Ifor 63,35. 80,40, und in 
der Nähe gab es ein coed Ifor 80, 28, aber das Schlofs ist längst 
verfallen und von Evan Evans (f 1788) als die Wohnung der 
Eule besungen worden. Ivor Avar auch Herr von Y Wennallt 
(4, 47) und aou Gwern y Cleppa (Bardd. p.Vl), die mit Maesaleg 
vermutlich das Uiphlas 'die drei Häuser' bilden, die ein späterer 
Dichter ihm beilegt (259,31). Die Ortschaften liegen in dem 
alten Glamorgan, dem Lande Morgans (gwlad- Forgan 259,22. 
lolo Mss. 256, 87. 258, 134) oder dem Lande Isoldens {gidad Essyllt 
259, 23, tir EssijlU 260, 23). 

Es ist ganz unwahrscheinlich, dafs Davydd Ivors Guts- 
verwalter gewesen sei;-) wenn er sich als maer dy dda bezeichnet 
(1,6), so ist das kaum anders zu verstehen, als wenn lolo Goch 
sich den Schenken eines seiner Gönner nennt (Gweithiau 25, 65). 
Nicht wie ein Untergebener, sondern wie ein Freund stand 
Davydd zu Ivor; seine Liebe zu ihm ist mehr als zu einem 
Buhlen und gleicht nicht der „eines bösen einfältigen Sachsen" 
{nid fal serch anfadful Sais, 2, 16). Er preist Ivors Edelmut, 
Tapferkeit, ^^"eisheit, Demut, Adel, Ki-aft, Schönheit, Einfachheit, 
VortrelYlichkeit (5, Iff.). In einem andern Gedichte in gemischtem 
Metrum will der Dichter Ivor über Arthur und Hektor preisen, 
er nennt ihn 'den Zorn der Angeln' {Eiugl gawdd),-^) stark wie 
Herkules, und wünscht ihm ein Leben so lang wie das Noahs 
(Nr. 6). In einer apokryphen Canzone wird seine Freigebigkeit 
mit der der alten Heroen Nudd, Mordav und Kiiydderch (RB. 
1, 304) verglichen und er der Salomo von Maesaleg genannt 
(259,56). Ivor war 'die Seele der Barden und ihr Heger' (enaid 
beirdd a'u clydivr, 5,30), 'ein Gesell und Schützling der Barden, 
den Spielleuten verbunden' {cyfaiUt a mab-aillt y beirdd . . . caeih 
y gUr, 1, 14. 16). Er scheint ein jovialer Herr gewesen zu sein: 
der Dichter nennt ihn. wenn schon einen Kichter guter Sitte, 



') ynglann Massaleg, Gorchestion p. 173. 

') So hat man aus 1st. 1 geschlossen. Vs. 8 Y$ deicr Ud ysdyriol ydtcyd 
kann nicht korrekt sein und wird auch kaum gehessert, wenn man, wie der 
Text in V Cyinmrodor 8, 1!)I, Ud streicht. Vielmehr muls is wegfallen (wie 
in einer andern Handschrift), damit die Cynghanedd in Eichtigkeit kommt. 

') Das Gedicht hat viele Varianten; hier emylgawdd, eurglawdd. 



DAVYDD AB GWIIA'M. 15 

einen 'Vater beim Zechen' (tad yfcd, 3,84, wo die Lesart Dyfed 
gegen den Vers ist) und einen Helden in der Ijiebe {rhysivr a 
sau'dwr serch, 80,42), der zugleich ein Feind seines eigenen 
Feindes, des Bwa Bach, war. 

So freigebig war Ivor, dafs keiner sein Schlofs 'mit einem 
Finger ohne Gold' verliefs (o'/ lys nid d hys heb anr, 4, 2). Dav3'dd 
erzählt, wie ihm sein Gönner einst ein Paar weifse dicke schöne 
Handschuh geschenkt habe und dazu Geld in jedem Handschuh, 
Gold in dem einen und Silber in dem andern. Er will sich nie 
davon trennen, wie sehr auch ein Mädchen oder ein Mann sie 
ihm 'as a favour' abzuschwatzen suchen möchte. Er will keine 
eingeschrumpften Handschuh aus Schaf leder tragen, sondern die 
wildle Jemen, die ihm sein gastfreundlicher Gönner geschenkt 
hat, und die nicht wie die 'eiues mürrischen Sachsen' sind (saritg 
Suis, 4, 27 ff.). Er entwirft ein heiteres Bild von dem Leben auf 
Maesaleg (2, 29 ff.): 

Mater atirhydded um dcddyw, 

Mi a gáf, tra •) Lyddaf byw, 

Hol a cliiin, nid haelach iór, 

■^9 yfcd gydag Ifor; 

Saethu rhy-geirw-) saeihynt^) 

A hwnv gweilch i wyhr a gwyni;*) 

A cherddau cildannau 'n deg 

A solos y' Maesaleg; 

Chtvareu ftnstial a ihauibwrdd-') 

Yn Uli gyflwr a'r gwr gwrdd. 

„Es widerfährt mir grofse Ehrung: 
So lang ich lebe, darf ich jagen 
Mit Hunden (ist doch kein Herr edler!), 
Mit Ivor auch zusammen trinken. 
Die Spiefser auf der Pirsche schiefsen, 
Div3 Falken in die ^^'inde werfen, 
Auf Alto-Saiten musizieren 
Und Solos singen in Maesaleg, 



') AB. 

>) rhy Rep. 1,503: ei ABCE: 

'} sythynt C, saeth-hynt E, ni sythynt M. 

') liynt E, ei iceilch i'r wybr wynt AB. 

') tliawlfwrdd B. Vgl. gwerin ffristial a thawlbwrdd, 208, G9. 



16 L. CHR. STERN, 

Auch würfeln und des Brettspiels pflegen,') 
Ganz gleichgestellt mit dem Gewaltgen." 

Der Dichter begab sich mitunter auf seine Wanderung nach 
Nordwales, aber es ward ihm schwer, seinen dem Eh3-dderch 
vergleichbaren Herrn auch nur auf zwei Monate zu verlassen 
(3, 25 ff.): 

Caivn ddawn a eiddunivyf,-) 

Cyivacthog ag entvog ivyf, 

eirion teg, o ariant 

Ag aur codh, fal'^) y gwyr cant; 

drwsiad,*) nid hivriad hai, 

Ag arfau ffr engig erfai; 

Ufudd góst^) fnld a givin, 

dlysau uil Daliesin. 

„Was ich nur wünschte, das bekam ich 
(So bin ich reich und angesehen), 
Von lieben Worten und von Silber 
Und lautrem Gold, wie hundert wissen; 
Von Kleidung (keine üble Absicht) 
Und tadellosen fränkschen Waffen.»^) 
Von Met und Wein bereiten Aufwand,') 
Den Schätzen eines Taliessin." 

So wie sich mit Taliessin, so vergleicht er die gastliche 
Halle Ivors mit der des Urien Rheged (4,33 — 54). 



') Tawlbwrdd, ehemals mit 16 weifsen Männern ffegen einen schwarzen 
König mit acht schwarzen Figuren gespielt, ist hier wohl das provenzalische 
'taulier' (Raj-nouard :'., 14:!). Über fristial a. CZ. 15, 18.j. 

■^) leaf (Ida a ddymumvyf M. 

') mal M. 

*) ddillad AB. ni M. 

») fydd gu-ydd M. 

") Der Franzmann licht Weih, Pferd und arvau lliicedig (Uivedig), 
MA. 8:ilb. 

') Aufser Met und Rotwein kommt hei Davydd auch osai oder 'Weifs- 
wein' vor: 111,40, osai a medd 156,2, osai dir 13,41 und osai du Í30, 10. Davydd 
Nanraor: neu flas dibr fal osai da, Gorch. p. 149; Deio ab leuan Du: gxvin 
osai a fydd gan ei iveision, ibid. p. 172. Diesen kennt auch das mittel- 
englische Gedicht Piers the Plowman: 'Good wyu of Gaskoyne and wyn of 
Oseye' oder 'White wyn of Oseye and red wyu of Gascoigne' oder 'pottes of 
Osey', d.i. der vin d' Aussai (Miitzner, altenglische Sprachprohen l,:{;i6) oder 
d' Alsace, wie Skeat in seiner Ausgabe 4,27 erklärt. 



DAVYDD AH GWILYM. 17 

An einer andern Stelle heifst es (13.29ff.): 
A lluchicin^) wyär y'm llochaint — ar hail, 
A niedd o fnaiP) nucy faddeitaint, 
A rhuddaur a main im' rlwddaint — höh am; 
A hebogau mawr y'm hehygaint. 

'Mit Feuerwein pflegten sie mich, aus dem Glas 
Kredenzend, gewährten auch Met aus dem Horn; 
Sie schenkten mir Steine und rötliches Gold, 
Sie machten mit Falken zum Falkner mich gar.' 

In das beredte Lob Ivors schliefst der Dichter auch seine 
Gemahlin Nest ein, die beste Frau bis hin nach Ceri in Powys 
(gorau gwraig hyd Gacr Geri oder hyd ar Gcri, 4, 7). Das Paar 
scheint in kinderloser Ehe gelebt zu haben; wenigstens deutet 
nichts an, dais die Gedichte Xr. 7 — 12, wie die Annahme ist, 
an eine Tochter Ivors gerichtet wären. Es ist glaublich, dafs 
sie um dieselbe Zeit in einer Epidemie (trymliaint, godediaint) 
gestorben sind; nach einer alten Tradition wäre das im Jahi'e 
1361 gewesen (Mo Mss. 9-4). Der Dichter beklagt beider Tod 
in einer reifen Ode (Xr. 13) und bezeigt seine Verehrung nach 
einem spätem Gedichte noch an Ivors Grabe (260. 84). 

Ivor Hael gilt als der Beschützer des Bardentums und als 
Urheber eines Volksfestes zur Wiederbelebung der Poesie unter 
Edward III., das nach dem Xamen eines seiner drei Schlösser 
benannt wird (lolo Mss. 97; Cyfrinach y Beii-dd p. 36). Was 
daran Wahres ist, wii'd sich kaum entscheiden lassen. 

Ein anderer Gönner Da^-ydds war Llywelyn ab Gwilym 
Vychan, der nach der Überlieferung der Bruder seiner Mutter 
Ardudvyl war, und der Dichter nennt ihn auch seinen Oheim 
{eicyihr 232, 105). Er war ein vornehmer Herr in Emlyn am 
Teivi und in Cryngae (231. tit.) in Dyved (Pembrokeshire), aber 
auch Dolgoch (232. 129) in Cardiganshire soll ihm gehört haben. 
Auf sein glänzendes Schlofs, das mehrfach erwähnt wird (231, 20. 
234, 13), konnten die Baumeister wohl stolz sein (231, 30); es war 
von einem Parke mit einem Teiche umgeben, der bis an den 
Teivi leichte (231, 5). Das Haus Llywelyns war als gastfrei 
weit berühmt (232, 119 f.): 



') Llychwain G. ') fual G. 

!ÍtMhriít f. celt. Philologie VIL 



18 L. CHR. STKKN, 

lÄyR nnf') nur, lies niferoedd, 

Llytc lies, pe hyiv, — llys paich oedd. 

Und Davydd singet von ihm (231.. 21 ff.): 

Lie gnmcd cael gwasgawd-) a (jivisgi — ddülad,^) 

Llety anghaiiad,*) ivastad westi; 

Lie cynnefin gwin a giveini — heilgyrn, 

Lie chwyrn, llwyhr tefyrn, lie bene Teifi. 

'Da hat man Schatten, wird umhüllt mit Kleidern, 
Ein offnes Bett, beständge Gasterei; 
Da gibt es Wein und man kredenzt die Hörner, 
Ein trefflich Wirtshaus, wo der Teivi braust.' 

Llywelyn starb im Jahre 1320 durch das Messer eines 
Strolches, -nie es heifst eines 'gwilliaid o Saeson Penfro' (Tolo 
Mss. 93); Davydd sagt (232, 75 f.): 

Lleiv syherw, llios^) wyhod, 
Llas ay arf glas gorf y glod. 

Er beklagt seinen Tod in einer trefflichen Ode, in der er die 
Rache auf das Haupt des Mörders herabruft {a laddo a leddir, 
232, 54), und rühmt, was Llywelyn dem Lande und was er ihm 
gewesen sei. Llywelyn") war selbst ein sprachkundiger Dichter 
(prydydd kithydd, 232, 16) und soll sich gleich Ivor lun die 
Wiederbelebung des Bardentums veidient gemacht und eine 
Eisteddvod in Dolgoch abgehalten haben (lolo Mss. 97). Es 
heifst. dafs er Davydd gewissermafsen erzogen und in der Dicht- 
kunst unterwiesen habe. Jedesfalls deutet dieser so etwas an, 
wenn er sagt: llyivodracth a ivnaeth i mi (231, 16), und: Uauenydd 
a roes a moes i mi (231,48). Er sagt ferner (232, 5 tT.): 

Gyn liyn Llytvelyn olud — tiriogaetli, 
Tß rhagof nis caeud; 
Agivrdd weydd y gerdd ocddud, 
Agor i mi, y girr mud\ 

'Llyweljni, reich an L<änderei! 

Du schlössest sonst mir nicht dein Haus, 



') nef M. *) Llc y gnawd gwasgawd B. ') (Íi7ía<í B. 

') Angharad M. ») llios (38, 26. 250, 12), lluaws M. 
«) Nach R. I. Piys, Haue.s p. 135, lebte er von 1280—1329. 



ÜAVYÜD AB GWII-yM. 19 

Des Liedes starker Weber du! ') 
So öffne mir, du stummer Mann!' 

Und ferner (232, 2 Iff.): 

Pendefig, givledig gtviad yr Ilud — is divfn, 

Ys difcü y'm dijsgnd, 

Pob meistroinvydd a tvyddud, 

Poenivyd fi er pan wyd fud\ 

'Des Zauberlandes Haupt und Fürst,^) 

Du lehrtest ohne Tadel mich. 

Du hattest jede Meisterschaft; 

Ich ward gestraft, da du verstummt.' 

Ll.ywelyn ab Gwilym A'ychau hatte einen Bruder, der kurz 
Rhydderch Vychan genannt wird. Der Dichter Ll.ywelyn Goch 
ab Meurig hat das Brüderpaar besungen (MA. 340 b): 

Mygr Rydderch gaethserch goethson, 
Meinlew ail mtvyn Lywelyn. 

Beide waren Kriegsmänner und den einen nennt er rki deutu 
Aeron 'einen Grofsen am Aeron', einem Flusse in Cardiganshire. 
Auf den Tod dieses Ritters Eh,ydderch Vychan hat Dayydd eine 
Elegie gedichtet (Xr. 234), indem er den übergrofsen Schmerz 
Llywelyns um seinen 'trauten Bruder' (ff'yddfraivd) schildert. 
Eine dreifache Klage erschallt — im Schlosse Llywelyns, in 
Emlyn und in dem Tale seiner Heimat. Der Dichter rühmt 
seine Kenntnisse und seine Eigenschaf teu, die nun in einem 
Steingrabe nicht länger als sieben Fufs unter der schwarzen 
Scholle begraben seien. 

Natur loen, nid hwy yiv V hedd, 
Sytli drudfalch, na saith droedfedd. 

Ein anderer Gönner Davydds war Hywel ab Tudur ab 
Ednyved Vychan, der 1359 — 1376 Dechant von Bangor auf der 
Insel Mon oder Anglesey war. Der Dichter besingt ihn in einer 
Ode, Arghvydd canon sivydd (Nr. 228), und sagt, er sei (o genedl 
y Gwinaii dau-frendtcyd) ein prophivyd o hil Bran. Er feiert 



. >) gweu 'weben', oft für 'dichten' (wie arab. hak): gweii gwMcd 14,15. 
17, 3C. 135,20; ebenso gweydd, gtcehjdd 4, 6. 126, 23. 22, 44 und ywehyddea 84, 16. 
=} gwlad yr Hud = bro yr Hud Vs. 2, d. i. Demetia oder Dyved. 

2* 



20 L. CHR. STERN, 

den freist liclien Tlerni als einen Dicliter und Freund der Barden: 
Nafhcirdd yir 'n dcon harddoniaukl. \'ermutlicli war er der Hj-\vel 
Yj'chan, der den P^ngel des Waldes gepriesen hat (132, 25ff.): 

Hyivel Fychan, hael fuchedd, 
Geirdicys guawd, gtvr deicis gicedd:^) 
Moli a tvnaeth, nid milain, 
Angel coed y ngn-ely-) cain. 

Es ist aber zweifelhaft, ob diese "^'erse von Dav3'dd sind, 
da sie in dem Texte der Gorchestion fehlen. 

Gleichfalls auf der Insel Mön lebte ein anderer Gönner des 
Dichters, leuan 'givalch o hil Lotvdden',-^) dem er eine Ode im 
Gwawdod}'n byr widmet (Nr. 229). Obzwar ein Kriegsmann, 
war er ein Freund der Barden: 

Oivared-feirdd ydyiv, gtcirod-faeth — cerddaivr, 
Givaivr a garodd atvr y gerddivriaeih. 

Er beklagt seine Abwesenheit jetzt im Monat Mai und spricht 
seine Sehnsucht nach ihm aus, unter dessen Schutz er sich sicher 
fühle (229,45fl'.): 

Da fygylarf gic^r l§r fihvriaetli, 
Difygylodd /5, da fugeiliaetlu 
Dirbled im' rym riryniedigaeth — Jliiryg, 
Dihlyg, mad edmyg yw 'r mau dadmaethl 

'Wohl schreckt sein Schwert die Kriegspiraten, 
Mir nahm's die Furcht, in guter Obhut. 
Fest schii-mt's mich wie ein A\'amms, ein Panzer, 
Und hoch in Ehren steht mein Pflegevater.' 

Möglicherweise ist Angharad Hael von Buallt (Brecknock- 
shire), deren Tod die Ode Nr. 233 beklagt, die Frau dieses leuan, 
der nach der Überschrift den Beinamen Llwyd haben würde. Sie 
selbst heifst Vs. 43 gormjr i Gynfrig (oder Gynicrig) und einer 
der ^"orfahl•en Davydds soll Cynwrig gewesen sein. Die Frau 
ist in Penuardd gestorben (Vs. 13), dessen Lage nicht bekannt 



') ddaioniis oder ddotvnus wedd M. 
') ngoheg M. 

') Dasselbe Qesolileclit wird 14:i, 4 erwälmt: hil Addaf Hael o Lowddm. 
Cf. LA. llit. 



DAVYUl) AB (JWII.YM. 21 

ist; aber ihr Andenken stand auch in Caer oder Chester in An- 
sehen (Vs. 29). Es heilst von ihr (233, 53 ff.): 

Gweddeiddbar^) gymlmr, geimiad — y ngarthan 

Giciw aicchdan leuan, cyflafan cád\ 
Gicaedgoel^) saff'wy, rluvyf^) rhuym guiad — a'i gafael, 

Givawdgael Ihvydgun hael, Ucdic gynheiUad. 

Das Gedicht, dessen Text keineswegs fest steht, gehört zu den 
schwierigsten. 

Ein Sohn eines leuan Llw3'd war Ehydderch o'r Gogerddan, 
auf den man die Elegie Nr. 234 bezogen hat, irrtümlich, wie ich 
glaube, da er erst kurz vor 1399 in Glyn Aeron in Cardiganshh-e 
starb (Arch. Cambr. IV. 6, 192). Er hatte einen Sohn Davydd 
und eine Tochter Llio, und auf jeden von beiden hat Davj'dd 
Nanmor, der 100 Jahre nach Davj^dd ab Gwilym lebte, eine Ode 
verfafst (Gorchestion p.l56. 159 und Ceinion Llen}-ddiaeth GjTnreig 
1, 159). Ein Bruder beider war der Dichter leuan, der zwischen 
1410 und 1440 blühte. 

Der Ki-eis, der den freundschaftlichen Verkehr Davydds bildete, 
waren die Barden. Unter den gleichalterigen Freunden scheint 
ihm Madog Beuvras ab Gruffydd von Marchwiail in Maelor 
(bei "Wrexham in Denbighshire) am nächsten gestanden zu haben. 
Er war der Bruder der Dichter Ednyved und Llj'welyn und alle 
drei sollen Schüler des Llyweljni in EmljTi gewesen sein (lolo 
Mss. 96). Seine Zeit wii'd auf 1328—1370 angegeben (E. I. Prys, 
Hanes p. 135). Davydd führt diesen wackern Poeten {mydruas 
mad, 70, 50) in einem Idyll als den Priester ein, der ihn mit 
seiner ilorvudd zusammengegeben habe. Ilim schüttet er sein 
Herz aus, als der Eifersüchtige den lauschigen Hain zerstörte, 
in dem er mit der Geliebten so manche glückliche Stunde durch- 
gekostet hatte (114, Iff.). Und ein schöneres Denkmal hat er 
ihm in einer Ode auf dem Birkenkranz gesetzt, worin er den 
geistverwaudten Freund dem auf Gewinn bedachten lorwerth 
ab y CyiTiog, einem etwas altern Barden (ilA. 335. 359), gegen- 
überstellt (CZ. 2, 168). Das Gedicht Nr. 147, das uni'ichtigJ) 'auf 



') Gweddeiddgar B. 
') Gwaedgael G. 
^) rhioy G. 

') Die Überschrift lautet in einer Handschrift Y cae bedw a ddanfonase 
i gariad i un M. B., in einer andern I gae bedw a i/rcsid i icr a eltvid Madog. 



22 L. CHK. STKRN, 

das Birkengewiiule unci den Ring, den Madog von seiner Geliebten 
empfangen liatte' iiberschiieben ist, gewährt einen Einblick in 
die Bardenbräuche der Zeit.') 

Anfon a /cnacih rkieinferch 

I Fadog, orseddog sercli, 

Dodrefn cariad hyd adref 

do dail, da'') dylai ef. 

1 Ddmv Madog a ddiylcli 

Gan ei chvaer kael caeP) y cylch; 
Ami y gwisg ymyJau gwi)dd, 
Am ei bell y niae hennydd. 

Cae o'r univedd, cywreinwaith, 
Ydyw V mau, nid o uur muith; 
Bagadfediv, hu egtvydfodd, 
A htm a'i rhoes yn hen rhodd.*) 
lilaenion cainc, hlin iaivn a'i cär^) 
Bleihedig o hlith adar; 
Band a'i Uuniodd, hcdir Uanerch, 
BJaguryn o^) synilyn serch. 

Gwell gan loncertli gy/icrthydd 
Ei tvawd nag') anrheg o tvßdd, 
Trysorer cerdd tros ariant 
Ag aiir coeth, fal y giiyr cant.^) 
Bhyiv dtidded serch'-') rhoed iddair, 
Rhod lall rliag rhydu ei hur; 
Illioi ivnaeth rhiain fain fynicaur, 
Bhicydd yw hi, rhoddi ei haurA") 
7i7io/rf") hychan oedd gan y givr 
Bhirymo hys cyfan rhinicrS-) 



') Noch Tiidur Aled spielt in seiner Elegie auf Davydii ab Eilnnvud 
darauf au (Rorcliestion p. 252): 

Gionai fifdr am qae neu fodncy, 

Ag ni tvf)l march a'i gicncl mtci/. 
-) Do dail ir da M. 

') gael AB. Eine Haudsclirift hat: ddiulch . . . yolch, eine andere läfst 
die beiden folgenden Verse aus. 

^) rhoddes oi bodd MM. ■'■) ci cdr C, blinion a M. 

") o M. ') nog AB. 

») Diese beiden Verse fehlen in MM. ») di/dded M. bys AB. 
">) Diese beiden Verse fehlen in M. Cywaeth rhiain M. 
") Jihad MM. '-■) rhiniicr M, ci/san rhimiicr M. 



DAVYDD AB (iWlLYM. 

'Ein jungfcs Friiulein scliickle Madog, 
l)er ist der Minne Präsident, 
Ein Angebinde aus dem Grünen 
Ins Haus, und wohl verdiente er's. 
Er dankt es Gott, dafs von der Trauten 
Er diesen Reif bekommen hat. 
Viel legt er an die grünen Zweige 
Und trägt sie täglich um den Kopt. 

•Ein solch Gewind. mit Kunst geflochten, 
Ist meins auch, nicht aus festem Gold. 
Den Birkenbusch, wie eine Fessel, 
Gab mir die Liebste als Geschenk; 
Zweigspitzen, der Verzagte Uebt sie, 
Geflochten aus der Vöglein Grün;*) 
Der Daumen formte aus der Birke 
Der Aue sie, ein teures Reis. 

'Doch für sein Lob hat lorwerth lieber 
Die Löhnung als ein Laubgeschenk; 
Der Säckelmeister, hundert wissen's, 
Der Kirnst für Silber und für Gold. 
Dem ward ein Liebesschmuck gegeben. 
Ein schöner Reif zum Schutz der Haud.^) 
Das Fräulein mit dem feineu Kragen 
Beschenkte nobel ihn mit Gold. 
Nur wenig nötig war dem Manne, 
Der tüchtig ist, das Fingerband.' 



23 



A\'eiterhin heilst es: 



Ehagawr maivr, gerddawr gordderch, 
Ysydd rhwng golud a sercli, 
Cae giviail,^) er na tlialo, 
Dda ei barch*) iddo y &o.*) 

•Ein Unterschied, o Minnesänger, 

Ist zwischen Liebe und Besitz. 

Ein Zweiggewiud, ob zwar nicht geldwert, 

Ist eine hohe Ehi-e ihm." 



') Vgl. blethu cainc o blith y coed, 57, fi. 

-) rhydu eigentlicli 'rosten' 54,17, übertrageu 255,47. 

') giL-ial B, nas talo JIM. ') fath M. '•) ydyw y fo M. 



24 L. CUK. STEKN, 

Eiue solche Gunst kann man ebensowenig' kanfen wie den Kufs 
der Jungfrau, und dann scldiefst er: 

MaeUer^) y gerdd a'i molaivd-) 
Yiv lorwerth, a irerth ei naivd?) 
A Madog, (ficeinidog gicf/dd,*) 
Digrifwas,^) da ei grefijdd; 
Cydgerdd Eos, gyw coedgae, 
Cur imi*') — ca7-u y niae. 

'Ein Händler mit Gesang und Lob 

Ist lorwerth, der sein Lied verkauft, 

Docli Madog ist des Haiues Diener, 

Von gutem Glauben, frohgemut, 

Ein Waldvögieiu, singt wie ein Sprosser — 

Der ist mein Freund, den hab ich lieb.' 

Dav}'dd wird auch eine Totenklage auf Madog Benvras 
beigelegt, die er auf die falsche Nachricht von seinem Tode ver- 
fafst haben soll (Nr. 235). Die Echtheit ist mindestens zweifel- 
haft, wogegen die Elegie auf Davydd Da ar feirdd a dear a fu 
(Bardd. p. XXXVII) wohl mit gutem Grunde seinem Freunde 
Madog zugeschrieben wird. 

Zu den Freunden I)av3'dds gehörte Gruffydd ab Addav 
ab Davydd, auch ein Dichter, der in dem höhern Teile von 
Pow3's, dem nach einem Fürsten in der ersten Hälfte des 13. Jahr- 
hunderts genannten Gwenwynwyn (AC. Ill 13. 129), gelebt haben 
soll. Es ist aul'ser andern Gedichten (Rep. 1,530. (578 c) ein 
parabolisches Stück, ein Traum, von ihm bekannt, dessen ein- 
gelegte Verse noch nicht die gewöhnliche Form der Cynghanedd 
zeigen (E. I. Prj-s, Haues p. 170). Er wurde 1344") ermordet und 
in Dolgellau in Merionethshire bestattet. In einem Garten, sagt 
Davydd in der Elegie, die er ihm gewidmet hat (Nr. 23(3), Uefs 
eine Nachtigall auf grünen ZAveigen Tag und Nacht ihi- liebliches 

•) Maeliw M. Cf. maelieres 62, 24. 160, 44. 
') a molwawd M. 
«) frawd M. 
*) cynhedlog hydd MM. 
') Digrifa dyn i M. 
") im' yw ABC. 

') A" 17 Edw: S nach einer Haudschrift (Rep. I,;i86); die .-Viigabe in 
der Aitssabc 1390 ist falsch. 



DAVYÜl) Ali GWII.YM. 'Í0 

Lied ertönen. Da kam ein wilder Schütz') mit seinem vier- 
spaltigen Bolzen aus Birkenholz dem Gesänge ein Ende zu 
machen, so dafs Powys keine Nachtigall mehr hat. 'Ist's nicht 
verrucht des Scliwertes Schärfe zu kehren gegen das blonde 
Haupt eines Wackern, Edlen!' (2315,47). 

Troi airch"^) y cledd, pand truan, 
Tricy felynflew dßn gleiv glänl 

Auch Sj-rpyn Cyveiliog hat ein Gedicht auf ihn (Eep. 1, 530). 

Es soll auch der Barde und Harfner Rhys ab Tudur von 
Alön, den R. I. Prys, Hanes p. 194. unter 1380 erwähnt, zu Davydds 
Freunden gehört haben. Aber die Elegie Nr. 237 ist schwerlich 
von ihm. Der darin betrauerte Rhys Hael 'der weinspendende' 
ragte im öiYentlichen Leben und in der Kirche von Nordwales 
hervor. Er war ein Mäcen der Kunst, aber dafs er ein tehjnor 
'Harfner' gewesen sei, ist aus dem Gedicht nicht zu entnehmen. 
Der Dichter sagt, Fiedel und Harfe seien nach seinem Tode 
verstummt oder haben einen herben Klang angenommen, der 
Frolisinn sei gewichen und Gwynedd alles Guten und Schönen 
beraubt. Eine Handschrift in Aberj-stwyth nennt ihn 'ap Rhiciart' 
und der in dem Gedichte erwähnte Tudur crychfarf oder 'ki'aus- 
bärtige Tudur' sclieint sein Sohn gewesen zu sein. Eine An- 
spielung auf die Zeitgeschichte scheinen die folgenden Worte zu 
enthalten (237, 31 ff.): 

Uch ddiivyd, miiy mordny maivr 

liisiart, eryr aesmvr,^) 

Bryd*) naid, hiler euraid här, 

Frenhin, gumaeth Eingl yn fraenar, etc. 

Ist hier Richard der Ratlose erwähnt, gegen den sich 1399 Boling- 
broke erliob, so kann das Gedicht nicht von Davydd verfafst 
sein, und wenn es, wie zwei Handschriften sagen (Rep. 1, 466. 
512), dem Gruffydd Gryg gehört, so müfste dieser sehr lange 
gelebt haben. 

Zu den Barden seiner Zeit, aber nicht zu Davydds Freunden 
gehörte Rhys Meigen,*) von dem man noch einzelne Gedichte 



') cf.Armati di saette. Come solean nel moudo andare a caccia. Iiifernol2,56. 

') Triawch M. 

') oesaivr A, oersawr B. 

") Pryd M. Vgl. Eingí 6, 23. 13, 45. 

5) Meigen nomen loci, sagt J. Davies. 



2G L. CHR. STERN, 

liat (Rej). 1, 283 o). Es sind vermutlich nui' geringfügige Ursachen 
gewesen, die einen so tiefen Groll Davydds gegen diesen Mann 
entstehen liefsen und nährten; was man sich darüber erzählte, 
ist kaum verbürgt.') Aber berühmt ist eine formvollendete, 
schwere Ode Davj'dds, die an einem Weihnachtstage den Gegner 
so überwältigte, dal's er tot hinfiel, "wie viele sagen' (Kep. 2, 3-Í2). 
Sie beginnt (230, Iff.): 

Ccrbi/d lledynfyd, llyilanfai — ysydd, 

Nid unnvydd á Gicalchmai; 
Clin poh parth ei cyfurthai, 
Cymyrrtd na eherdd ni chai. 

•Ein toller Karreu ist, des Unrats voll, 

Und nicht mit Gwalclmiai gleiches Amtes er; 

Um bellten allerorten Hunde an, 

Er hatte keine Achtung, keine Kunst.' 

Jede der 22 Strophen dieser derben Satire war für Ehys ver- 
mutlich schon tötlich, und als Davydd schlofs, er verstehe sich 
vortrefflich darauf, in den Kneipen die Neigen auszutrinken, 

Gwddtv' atisybertv cinvertv chwyrn — ag afrifed 
Y (jivyddiad yfed giraddod tefym — 

erlag er der Ungeheuern Satire. 

Gruffydd Gryg ab Cynfrig, ein nordwalisischer Dichter, 
hat Davydd überlebt, da er eine Totenklage auf ihn verfafst 
iiat (Bardd. p. XXXV. Eep. 1,226 e. 283 q. 604 i). Er war von 
der Insel Mön und lebte zwischen 1330 und 1370 nach den 
einen in Penmynnydd, nach den andern in Aberft'raw, wo er, 
wie er sagt, sieben Freunde hatte (126, 34). Es werden noch 
ca. 15 Gedichte von ihm angeführt (R. I. Prys, Hanes p. 149); 
bekannt ist ein religiiises (M. A. 346 a). Der poetische Wettstreit, 
den er mit Dav.ydd ab Gwilym hatte, verbreitet über das Vei'- 
hällnis der beiden Barden einiges Licht. Von diesen Cyiryddau 
ymryson oder 'Streitgedichten' enthält die Ausgabe acht (Nr. 120 
bis 127). Davydd war als der Dichter seiner vielgefeierten 
Morvudd, die ihn zu immer neuen freudvollen und leidvollen 



') Es heilst, Rhys hahe ilen jungen Dichter wie einen Pferdeknecht 
beliaudelt und dieser ihn einen Heudieb genannt (Bardd. p. X). Auch werden 
dem Rhys Verse beigelegt, in denen er sagt, Davydd sei wie ein Ilund im 
Gebüsch zur Welt gebracht (lolo Ms. p. 92). 



DAVYDÜ AU GWir.YM. 27 

Gedichten begeisterte, bereits beriiliiut. So tritt denn GrulTydd 
Gryg mit den folgenden Worten an ihn lieran (120, Iff.): 

Triian mor yJaf yiv Bafydd, 
Trtvyddew o scrch trtcyddo syddl 
Eres i Ddafydd^) oeryn 
Fob Gwilynt Garn, ddinani ddijn. 
Gwas trahy, cywely catvdd, 
Givewyr gamvaitJi a'i gwywawddl 
Uefyd mac'r'-) muh anhyfueth 
Yn llochl cerdd — llecku caeth; 
Maith eiddihcaith ei ddolcf, 
Mam i Dduiv\ y mac, medd cf, 
Artaith ddirym ar Gymro, 
Eres yw ei fyw e fol^) 

'Ach! wie krank ist doch der Dav^'dd, 
Der vom Liebespfeil dnrclibohrte; 
Seltsam, Gwilym Gams Sohn Davj'dd, 
Dieser arme, tadellose! 
Der so kühne, grimmgewohiite 
Siecht in hundertfachem Schmerze. 
Doch der Ungezogne pflegt noch 
Dichterkunst — ein peinlich Mühen! 
Lang und kläglich ist sein Leiden. 
Mutter Gottes! wie er selbst sagt. 
Kraftlos macht die Qual den C'ambrer — 
Wunder, dafs er noch am Leben!' 

Er deng mlynedd i lieddyw 

Dafydd a ddywaicd, wand tciw, 

Fod yniho*) gant, ond antiir, 

frathau dyrnodau diir\ 

Cclwydd y mwyn hrydydd brad-') 

Ä draethodd Dafydd druthiadl (120, 19 ff.) 

yw Dafydd AB. Vs. 3—4 siud in den Handscliriften (Rep. 1, 150. 280) 
die ersten des Gedichts. Aber sclion im 17. Jahrhundert findet sieh der An- 
fang Trmn etc. (2, 882). 

Í) y AB. 

') y f'o AB. Oeres yw ei fin medd fo Jl. ") iddo M. 

ä) y oin. , mewn brad AB. Cf. triältio ■ sclimeicheln ' 92, 28. 105, 62. 
149, 30. 224, 5. 



28 L. CHK. STERN, 

'Seit zehn Jahren bis auf heute, 
Sagte Üav.y(l(i (hübsch das Liedlein!), 
Hätte er wohl an die hundert 
Wunden von des Stahles Streichen. 
Hier wie ein Poet in Nöten 
Schwindelte der holde Davydd.' 

Wäre er in Arthurs Kämpfen verwundet, dann wäre er seinen 
Wunden längst erlegen, aber — 

Enhyd iddaic, rhag praw prtidd 
Angau am arfau Morfuddl (120, 43 f.) 

'Schlimm ist, ohne ernste Prüfung. 
Dieser Tod durch Morvudds Waffen!'') 

Auf diese höhnenden Verse, eine Art mamnad, eines wahr- 
scheinlich jüngeren Barden blieb Davj'dd die Antwort nicht 
schuldig, aber er beginnt mit einer tiefern Betrachtung (121, äff.): 

Nid Hai urddas, heb ras rydd, 
Na givaivd, geuivaud o gyiiydd; 
Cyivair ddelw cyivir ddoJef, 
Cywydd gwiiv-) Ofydd, guae cf! 
Un a'i cais, arall a'i cant, 
Enw gurtligas, un a'i gurthgant; 
Uii^) a'i teifl yn*) oed difhis, 
Hén faw ci, hon a fo^) cas. 

'Nicht minder würdig, ohne Anmut nicht. 

Ist ein fingiertes Lied als Poesie, 

Das wohlgeformt, von wahrem Widerhall 

Und eines echten Dichters Schmerzeuslied. 

Der eine sucht es und ein andrer sang's — 

Verkehrter Ausdruck! einer sang es nach, 

Und einer wirft's zur Unzeit hin 

Wie alten Hundedreck — der ist odios.' 

Dadurch, fährt er fort, dafs ein Lied zur Harfe gesungen werde, 
werde es leider gemein und man achte des Dichters nicht, der 
es niedergeschrieben habe (121, 13f.): 



') Diese Verse sind in ileu Hauilschriften die letzten des Gedichts. 
>) gwin M. ') Rwn M. *) hyn M. '-) fo i il. 



DAVYDD AB GWILYM. 29 

Telyn, ni roddnyd divylaw 

Ar ei llorf, glain irgorf) glair — 

Ni warafun Ihm o bi/dd 

Ei cheuedd gyda'i cliynydd. 

Y nhafarn acne anliyful 

Tincr a'i cant^) icrth fol tancr cnJ; 

Cicrach memrun, iceflgrtcn^) icaitii, 

Fr*) dorn a fieri iryd yniaith; 

Diddestl, nrth ei fedyddiau; 

Ei bennill ef, hinn a llaivfi) 

'Die Harfe, deren Schenkel Hände noch 

Nicht rührten, ist wie der Ivrjstall so fi'isch. 

Nicht ungern sieht das Weib, wenn sich vereint 

Mit ihrer Höhlung ihres Liedes Klang. 

Der Kesselflicker ohne Anstand sang's 

Im Bierhaus vor der schmächfgen Kanne Bauch. 

Das Pergamentheft, das der Dichter schrieb. 

Von Lippen schwellend, wirft man auf den Mist, 

Als seien liederlich, da sie getauft 

Die Verse ihm, die Feder und die Hand.' 

Ba 'r achos^) y barnasam 

Beio cerdd Ue ni bo cam? 

Cam amcan yiv V atvenydd,') 

Draw i'm disiryddaw y sydd. (121, 22 ft.) 

'Weshalb denn sollten wir die Poesie 
Bekritteln, wo sie doch verkehrt nicht ist? 
Verkehrten Sinns ist der Poet vielmehr. 
Der mich allhier diskreditieren will.' 

Und nun wird sich Davydd seines Wertes bewtiTst und behauptet, 
dafs Gruffydd nur ein Nachahmer seiner Poesie sei (121, 37 ff.): 



ffö»# ?^w argorjf M. Glain glaw scheint dasselbe zu bedeuten wie 
macn glaw, womit leuan Tew lenangaf den Hals eines Weibes vergleicht 

') cai M. cf. tincer . . . taiicr I. G. 41,86. Cwric, ir. cuinn 'Bier' 138,5. 
181,8. 230,57, und besonders genannt Cicnc San^raiiZ 140, 32. (lolo Goch p. 648). 

') icefldwn M. ■*) er M. 

') Die beiden Verse fehlen im M. Pennill sonst noch 14ö, 18. 

^) Byr a ckas M. bamaivsam M. 

') Fan y mae pen M. 



30 L. CHR. STEKN, 

Ni cltán hnrdíl iriir hardá ei linn 
Gytnjdd i ddf/n deg addivyn; 
Na cliano^) Gruffydd, hrndd hrau- 
Givedd eríhirch, gynydd nrfhau: 
Pawb a ivnai adail lyyhyr, 
chaid gicíjdd ag iechyd gußr; 
Hates yiv cael, lie bat''') gicael gußdd, 
Siwrnai d/rfn,^) saer na defnydd. 
0*) myn irand, tirddiraird'") enrddof, 
Aed fr coed, hennadur^) cof. 

'Wenn nicht ein werter guter Barde selbst 
Ein Lied dem hübschen, holden Kinde singt, 
So singt auch Gruftydd ihm ein Lied nicht nach 
Als eine 'ernste Probe', seufzervoll. 
Wohl jeder machte einen festen Bau. 
Wenn's Holz und rüst'ge Männer gab, 
Denn leichter findet sich, wo schlecht der Wald, 
Zur Not, ein Zimmermann als Material. 
Will er ein Lied, das würdig ist und fein, 
Zu Holze gehe dann der Geistesprinz!' 

Er soll doch mit etwas Eigenem hervortreten (121, r)3ff.): 

Cancd fardd i ail Jiarddhin 

Gyirydd o'i hcnnßdd ei hiinl 

lilioddaf, anirylaf yn öl, 

Rybydd i lluff'ydd ryß'ol: 

Taled y mab ataliuiih 

Tal am uaud, talm im' o'i~) icaith. 

'Der Barde singe einer andern Schönen doch 

Ein Lied aus seinem eignen alten Holz! 

Das sag ich, freundlichst noch nach alledem, 

Dem Toren Gruff3'dd zur Ermunterung: 

Es zahle mir für meine Poesie 

Der Stammler nun ein Stück vom eignen Werk!' 

Gruffydd Gryg weist die Behauptung, die Davydd seinen 
Südwalisern sagt, dafs er sein Lehrer gewesen sei und .seine 



1) Ag ni chdn AB. ') He 't bo M. ') dyfn M. 

*) A M. '■) orwawd M. ") i duri M. 

') «Hl i n-au(l talm o'i M., talm modd waitli M. 



DAVYDD Ali OWILYM. 31 

Poesie nur verdrehe, als eine Lüge zurück (Nr. 122). Jeder 
nilbescheidene Vogel sei über seine eigene Stimme in der Birke 
im Tale entzückt. 

Hoff gan bob edn aflednais 

fedw gled, hvysed et lais. 

Er sei ein Dichter, wenn seine Spraclie auch heiser sei. Dav3-dds 
Lied sei einst in Nordwales beliebt gewesen, als es noch neu 
war; jetzt sei es aber mehr und mehr verwelkt und verwildert. 
Schliefslicli verweist er ihm den versteckten Angriff (122, 49ff.): 

Fwy yto ef? ddig-lef ddeughvyf; 

A phny tvyf innau ? hoff iryfl 

bai ddecaf^) gan Ddafydd, 

Heb gel, gaffael rliyfcl rhydd, 

Bwgtvl gwlad fydd rliiiad rhai, 

Bawddyn oedd natu rhybuddiai, 

Piliug fy nghael-) y nghichn coddianf, 

Yn Jledrad,^) fal y cäd cant; 

Ceisiodd ft,, casäodd fudd,*) 

Eheibiwr^) y gerdd, heb rybudd; 

Ni roi^) neb, ag ni') roicn i 

Seren bren er ei sorri. 

'Wer ist er? Erbost, voll Ivi-aukheit; 
Wer bin ich? Ein Liebling bin ich. 
Wollte Davydd ohne Arglist 
Einen offnen Krieg erlangen 
(Schreien weuger schreckt das Land schon), 
War's gemein mich nicht zu fordern. 
Und verstohlen mich mit Tücken, 
Wie es oft geht, heimzusuchen; 
Griff mich an, den Vorteil neidend, 
Kunstbehexend, ohne Fordrung. 
Niemand gibt, ich gäbe auch nicht 
Einen Holzspahn'') für sein Zürnen.' 
Davydd erwidert entschieden und will nicht widerrufen, 



>) decaf AB. =) Nim cafodd M. ») ar ledrad M. 

*) casadd o fydd 11. =■) Breibiivr M. •) roe Eich. ') oni M. 

") Seren bren, march bruynen, a bardd annysgedig eind drei, von denen 
das eine so viel wert ist wie das andere. (MA. 908 b). Der Ausdruck erinnert 
an Shakespeare's 'That 's a wooden thing' (I. Henry VI. 5,3) für etwas Nutzloses. 



32 L. CHR. STERN, 

was er gesag-t hat (Nr. 123). Er erinnert an ein Gedicht über 
Tudur ab Cyfnerth oder Tudur Goch, einen Musiker (126, 17. 
127. 50). Es sei töricht ihm aus Mon nach Prj'deri dir oder 
Bro Gadell. d. i. Südwales, so üble Geschenke zu senden. Er 
fordert ihn angesichts ihrer beiderseitigen Landsleute zum Wort- 
und Schwertkampf heraus. Schmach über den, der den Kampf 
meide, er werde es gewifs nicht tun. Gicden im', o gadaicn i\ 
Gruffydd nimmt die Forderung an und will keinen FuTs, 
keinen Zoll vor dem Gegner zurückweichen, wenn sie sich mit 
dem Schwerte in der Hand gegenüberstehen (Nr. 124). Er gibt 
dann weiter seine Geringschätzung zu erkennen: ein traui'iges 
Paar sei Davj'dd und seine Geliebte Dj-ddgu. während ihm selbst 
und der von ihm besungeneu Gwervyl wohl sei (124, 47iT.): 

Truxh iaiin tj'ih farnaf, Bafijdd. 
Trist a fu Dyddgu o'r dj/dd; 
Didrivch^) tryf, ffieiddini/f ffo, 
Didrist WerfyJ a'm didro! 
Gtrae Ddyddyu, dyn-) giveddeiddgall, 
Guyn fyd Gaerfyl ni w0 icalJ! 

Er vergleicht sich einem starken Löwen und einem jungen Aar, 
wogegen Davydd ein Kalb und ein Küchlein sei (vgl. lolo Goch 
41,58). Er sei tapfer und böse, mit vornehmem Aufwände in 
der Not; er habe die Höhe der Kunst und man nenne ihn 
den Heisern und den Starken. Ihn kümmere nicht in seiner 
wachsenden Leidenschaft, was er hernach tue; er schlage ohne 
Nachgeben mit der Schärfe des Schwertes einem die Zähne aus 
(124, 53 ff.): 

Llen- ydiryf cryf, llo ydwyd! 

Cyw 'r cryr icyf, cyw 'r iár uyd! 

A deirr ydiryf a diriaid 

A rhwysg honeddig yn rhaid; 

Ä cherdd hen ysydd gennyf, 

A chryg y'm galwant a chryf. 

Ag ni'm dairr, neayddfaicr nnyf, 

Byth yn dl heth a nneliryf; 

A th'rairaf, heb aihrciryii^') 

Ä min fy nghlald don)U'dd dßn! 



») didnst AH. ') ddyn AB. ') dhrou-yn AB, y thrncyn JI. 



DAVYDD AB GWILYM. 33 

'Ich habe Verstand und beherrsche die Poesie — Wahre Dich! 
Ich bin kein Rhys Meigen,' d. h. dals ich wie dieser vor dir 
zusamnieubräche (124, 67 f.): 

Medra' bicyll a mydr o hen — 
'MogeJ! nid tni^) lihys Meigen. 

Davydd bietet ihm Trotz (Nr. 125): 

3Iefl ar dy farf yn Arfon 
Äg ar dy ivefl meß y' Món! 

'Schande über deinen Bart in Arvon und Schande über deinen 
Mund in Mon!' Er tadelt sein fades Gleichnis vom Adler und 
Küchlein und die von ihm sonst gebrauchten Ausdrücke draenen 
(jiraud und eiihinen iaitli Wynedd. Er fürchte ihn so wenig als 
er ihn liebe und werde es ihm dreifach heimzahlen (125, 39 lt.): 

.if i Wynedd ami tvledd im''') 

Ar dy dor, wr du diryni!^) 

Os cadarn dy farn arnaf, 

Main ag aur y' Mon a gáf; 

Tithe' o'r lie 'íh*) adnaenir 

doi di i'r Deau dir, 

Ti fydd, cydbar far y farn, 

Broch y nghod, hraicli anghadarn!'") 

Caicr dilyiv, cair dy weled 

Heb groeso yn crxydro cred. 

Cystal icyf, cais dy lay ic- foes, 

I'th id ad ti, ä thi i'th oes; 

Givell na thi, givall na'th eiddun,^) 

Ghid fy liaid') i'm gtclad fy hun. 

Trafferih blin^) yiv it', Ruffydd, 

Chwyrn braiv, od á V chtcarau 'n hrndd. 

Ystyr di, Ruffydd ruddlnm. 

Bod blaen dy dafod yn blivm; 

Gennyt m ddatv yn ddilestair, 

Druan lir,^) draian o air! 



') Medr bwyll gyda M. wyf AB. ") ynn M. 

') derwyn M. *) nith JI. 

5) Die beiden Verse fehleu im M. •) guiell na thy fin 31. 

') glod fo haws M. •) flin M. 

») gicr ... y gair II. 

iiBclirifl f. celt. Philolugio VII. 3 



34 L. CHR. STERN. 

'Man feiert niicli, wenn ich nach Gwj-nedd geh, 

So unlieb dii's, du kraftios arger Jlann! 

Wie zuversichtlich auch du mich verdammst, 

In Mön bekomme ich Gestein und Gold. 

Wenn aber du von dort, wo man dich kennt. 

Etwa einmal ins Land des Südens kommst, 

So bist du, der Geringschätzung gewifs. 

Gleichwie der Dachs im Sack, von schwachem \rm. 

Ein Grofser ohne Rat, und ungegrüfst 

Sieht man dich wandern durch die Christenheit. 

Ich gelte (zeige dich in deinem Glanz!) 

In deinem Land so viel wie du daselbst, 

I^ud mehr (ein Schade, dafs man dich nicht wünscht!) 

Steht meine Sache fest im eignen Land. 

Vergebne Mühe, Gruffydd, ist bei dir 

Die tüchtge Probe, kommts zum ernsten Spiel. 

Bedenke, Gruffydd, o du Glattgesicht. 

Dafs deine Zungenspitze dir wie Blei, 

Und ohne Austofs kommt, du Jammermann, 

Auch nicht ein Drittel Vers aus dir heraus.' 

In einigen Versen, die die Handschriften nicht wie die Ausgaben 
am Ende haben, fügt er hinzu, er wisse wohl, dafs Gruffydd 
nicht dem dicken Ehj-s Meigen gleich sei, aber vielleicht würde 
ihm noch dasselbe Schicksal zuteil. 

Gruffydd fährt im nächsten Gedicht (Xr. 126) fort den 
Gegner herunterzusetzen. Indem er sich bei seiner Geliebten 
Gwerv}^ entschuldigt und den Tudur Goch aus dem Spiele lassen 
will, sagt er von Davydd (126, 43 f.) 

Diofn i'r bardd o'r Dean 
Fyddaf — ni thawaf, o ihau!^) 

'Nicht den Barden aus dem Süden 

Furcht' ich; schweigt er, schweige ich nicht.' 

Und so trägt er ein ungeheuerliches Märchen vor, um Davydds 
Geburt und die Ehre seiner Mutter Ardudvyl zu verunglimpfen 
(126, 55 ff.): 

') th' au M. 



DAVYDD AB GWILYM. 

Ccfais ferch pan fum^) serchog, 

Lianen ged, yn Ihvyn y gog; 

Nid er host na thrybestyd, 

Ond er adde' beie 'r''-) byd. 

Ag ar hon, ddijn gyfion gu, 

Eniliais fab giran allu; 

A'i ew«-^) ydoedd yno 

Yn Ddafydd o'i fedydd fo. 

Myn'd a tvnaeth, yn grach-fachyen, 

Ar niwl haw, yn ól ei*) ben 

(Mater o'r orn ar gyfeiliorni) 

Tua V Delicudir dir du.'-') 

Ag ni dies mo hanes hwn 

Oer elhjll, er a aUivn. 

'Einst verliebt, genofs ich diese, 
Huld und Gunst! im Hain des Kuckucks. 
Nicht zu prahlen, aufzuregen. 
Nur der Welt Gebrechen sag ich. 
Hab von dieser stattlieh Schönen 
Einen schwachen Sohn gewonnen, 
Dessen Name wurde DaA'vdd 
Dort genannt in seiner Taufe. 
Dieses Bürschchen zog dann später 
Schmutzes wegen, in der Eile 
(Voller Schrecken war die Wandrung!) 
Nach dem schlimmen Land des Südens. 
Kein Gespenst hat die Geschichte, 
Die ich wuiste, je vernommen.' 

Und dann schliefst er (126, 73 ff.): 

Os mal) im' oedd, gyJioedd^) gof, 
Ni henyiv') ddim olionof; 
A drivg^) y peirch, er eirchiad, 
Y prydydd Dafydd ei dad. 



') strch gan fun. AB. ^) i'r M. ^) henw AB. 

*) i M, i'ic AB. Yn dl ei ben 'kopfüber', vgl. ac ac arllost y waew 
y tta« yny vyd yn ol y benn yr llaicr, RB. 1, 284. 

') Tia V deh-dir dihir du M. Die Verse 55 — 72 fehlen übrigens in einer 
Handschrift, und tiio Vs. 67 ist nicht alt. 

") yyfc^dd, gyuoedd MM. ') A M. Iianyw AB. ') is drwg M. 

3* 



36 I.. (UK. 8TERN, 

'War mein >Solin er. wie's bekannt ist, 

Hat er doch A^on meiner Art nichts. 

Übel ehrt der Barde Davydd 

Trotz dem Bitten seinen Vater.' 
Dav}'dd evAvidert in dem letzten Gedicht (Nr. 127) ruliig 
anf diese Verlenmdung. ohne seinem Gegner etwas schnldig zu 
bleiben. GruiTydd. sagt er, wolle noch höhere Ehre als die eines 
Lehrer.?, der er ihm gewesen; er wolle den Enhni. Davydds Vater 
zu sein. Aber es wäre eher denkbar, dafs der arge Mann der 
Vater des Bänkelsängers Bleddyn in Gwynedd wäre, als übers 
Meer sein, Davj^dds A'ater zu sein. Und er selbst sei docli der 
Sohn der notorischen Hure Malkl cwd.') einer Frau von Clei.'iion 
Uwch Conwy (127,25ff.): 

Gallasai, ar dröau draw, 

Beichi gu'ir, eitlir i athraic; 

Mynnai ylod o fod i fi, 

Diicyd amorfh,^) yn dad inii; 

Gier iau ydyiv metvn gtvradivyddj^) 

Mewn*} difri, na'm fi o fluydd. 

Dyna dd§n ynfyd anucl'') 

I'ch girydd ar gelwydd i'w^) yael. 

D§n ydtvyf di-anndon, 

A fu gan wreigan') o Fön. 

Yno cäd,^) oerfad yrfa, 

Mab cryg, nid meivn ditvyg da; 



') Es miifs hierzu erwähnt werden, dafs d.is alte Weib Hersdiiihogl 
oder Heglgamdin hoglgau, die lolo (lOch auf die Bitte seines Gönners Ithel 
Ddu besungen hat, die Mutter des tíwj'ddel^vn genannt wird (40, :!i). 41,26). 
Madog Dwyjjraig, der in dem Gedichte LG. 41, 47 erwähnt wird, hat eine 
Satire auf Mallt oder Maallt ferch Ddavydd verfafst (M.\. 324 b), eine ähnlich 
anstölsige Person. Nun hat man geschlossen, dais Hersdiuhogl und Mallt 
dasselbe Weibsbild wären und dals GrufTvdd Gryg eheu jener Gwyddelyn, von 
einer irischen Mutter, wäre. Die Frau <les Gwyddelyn, der er die Finger so 
zu Schanden geschlagen hat, dals sie nicht mehr backen und kochen kann, 
heilst I. G. 41,79 wirklich Gwervyl. 

^) anmorth AB. 

') gwcradwydd B. 

') mivy M. 

•') aiihael AB. 

°) i M. Ys. 25 — ;!2 fehlen in einer Handschrift. 

') wrcigdda M. 

') t cad M. 



DAVVIJU AU (ÍWILVM. 37 

Crruffydd liw deurmld dirwd,^) 
Molld y cwn, fab'') Malld y cwd, 
Gwraig-^) i Gleision JJwch Comvy — 
Giun, gwii — jmm na wypwu pivy'^ 
Haws y Nywynedd oedd wedda 
Tad i Fleddyn o'r dyn du, 
Nag y ho*) hwylio heli, 
dud Móii,^) yn dad i mi. 

Mit dem Ausdrucke der gröfst en Verachtung scliliefst Dav}-dd 
seine vierte und letzte Erwiderung; denn mehr ist von dem 
Sängerstreit der beiden nicht bekannt geworden. 

Der poetische Streit zwischen Davydd und Gruflydd Gr\-g 
ist, wie mir scheint, aus den Bardensitten der Zeit zu erklären. 
^\■ie nach Diodor 5, 31 zur Aufgabe schon der altceltischen 
Barden nicht nur das v^ivhv, sondern auch das iHacxfiiiaiv ge- 
hörte, so üben noch die irischen Barden das molad und das 
yldmad und die walisischen neben dem moli das dychanu, bald 
lobend, bald rügend.«) Unter den letztem war der cyff der, ein 
]\Io(iuierscliemel, beliebt, auf dem ein Barde Platz nahm, um 
sich zur Zielscheibe des poetischen Spottes seiner Genossen zu 
machen und ihnen mit gleicher Münze zu dienen. Es war ein 
Spiel, aber es hatte seine Schärfe und seinen Ernst und bewährte 
den Meister. Als ein ähnliches dramatisches Spiel ist der Sänger- 
streit zwischen L>a\\vdd und Gruff}'dd Gryg anzusehen, bei dem 
es sich darum handelte, ó.-rÓTtiioj cutoiv /t'/wr dinirmi- ((uvi^uiTaL. 
Noch in der Geschichte der spätem Barden kommen solche 
poetischen Duelle vor; so wissen wir von einem zwischen Sion 
Cent und Ehys Goch o Eryri (Y Brython 3, 390), zwischen Sion 
Tudur und Sion Phj'lip und von andern mehr (4, 11. 104. 144. 
156. 280. 25(5. 345. 390), und die lomarhhaidh der irischen Barden 
im Anfange des 17. Jahrhunderts ist w^ohl bekannt. Aber ob 
diese Form des Wettgesangs unter den Barden ihren Ursprung 



') debrydd dihrawd M. 

«) mab M. 

ä) gtoas M. Gonxvy AB. 

') e/b AB. *) odid mau M. 

') Tadel ertragen zu köuneu steht eiuem luiiuulicheu Charakter wohl 
au. Der irische Held Cüchuliiin lälst sich nicht nur loben , wenn er obsiegt, 
sonderii auch schelten, wenn er zurückweicht. Vgl. Táiu Bó Cúalnge ed. 
Windisch p. 542. 



38 L. CHlí. STEKN, 

gehabt hat, ist sehr fraglich. Ist ihr nicht vielmehr die 
romanische Tenzone vorbildlich gewesen? Schon vor Davydd 
ab Gwilym hat sich diese verbreitet und die Sonette, die Dante 
mit Bicci Forese Donati ausgetauscht hat, sind ein berühmtes 
Beispiel der Gattung.') 

Darnach sind nun ohne Zweifel die Angaben der Tenzone 
zwischen Davydd und Gruffydd Gryg zu beurteilen. Wenn dieser 
den Gegner als einen Bastard brandmarkt und wenn Davydd 
den Gruffydd zum Sohne eines verachteten Bettelweibes macht, 
so ist beides nicht ernst zu nehmen. Auch was man weiter 
über das Verhältnis der beiden Barden erfährt, mufs wohl als 
Sage gelten. Man kannte angeblich 22 Gedichte über ihren 
Streit (Bardd. p. XVIII). Um ihm ein Ende zu machen, wird 
erzählt, habe ein beiderseitiger Freund den Tod der beiden 
Barden ausgesprengt und so eine reumütige Totenklage jedes 
über den andern veranlafst (lolo Ms. 95; 0. Jones, Ceinion 1,89). 
Auch diese Epicedien auf Lebende sind in der Bardenliteratur 
etwas Herkömmliches; das Gedicht Davydds auf den lebenden 
Madog Benvras (Nr. 235) ist oben erwähnt worden.-) Ist es 
sicher, dafs das Gedicht auf den totgesagten und angeblich in 
Llanvae.s bestatteten Gruffydd (Nr. 128), das schon in eiuer 
Handschrift des 15. Jahrhunderts ihm zugeschrieben wird (Eep. 
1,382), Davydds Werk ist? In den Üiefseuden Versen dieser 
Totenklage wird sein ehemaliger Gegner als ein Taliessyn, als 



•) lu diesen sechs Sonetten, die Isidovo del Liuigu (Dante ne' tempi di 
Dante, Bologna 1882, p. 437 ft.) in die richtige Ordnung gebracht hat, wirft 
Dante dem Forese die Vernachlässigung seiner Frau, seine Schlemmerei und 
unredlichen Gelderwerb vor, während dieser den grol'sen Dichter als einen 
Landstreicher, Sehniarotzer und Feigling hinstellt. Ganz ähnliches kommt 
hier vor wie "bei den walisischen Barden, wie wenn Dante den Forese anredet: 

Bicci Novel, íigliuol di non so c«i, 

S'i non ne domandasse monna Tessa — 

d. i. Cuntessa, die Mutter Donatis. Es scheint kein triftiger Grund vorzuliegen 
an der Echtheil der Sonette zu zweifeln, für Wahrheit darf mau sie freilich 
nicht nehmen. Denn wenn auch der göttliche Dichter gewil's nicht ohne 
menschliche Schwachen gewesen ist, so steht er dennoch hoch über den 
Hunderttausenden, 'che visser senza infamia e senza lodo." 

-■) So soll auch der irische Dichter Carolan ein Gedicht auf seineu 
Freund MacCabe, den er tot wähnte, gedichtet haben (Hardiman, Irish 
Minstrelsy 1,!)4). Zu solchen Exerzitien gelangte die celtische Poesie, weil 
sie über den engen Kreis, in dem sie sich bewegte, nicht hinauskam. 



DAVYDD AH (iWILYM. 39 

die Niiclitigall von Anglesey {eos gtvßr Man), als das Gesetzbuch 
der richtigen Sprache {Uyfr cyfraifh yr iaith iawn) und als der 
Qut'll der Poesie (ff'ynnoii ccrdd) über die Mafsen gefeiert. Gruffj'dd 
hat zwei Totenklagen auf Davydd ab Gwilym, die eine mit 
dem Anfange Yr ijwen i oreu-icas (Bardd. p. XXXIII) und die 
andere mit dem Anfange Daf'ydd ab Gwilym, imi (ibid. p. XXXV). 
In der letzten vergleicht er ihn mit den ;rröfsteu Dichtern 
der Vorzeit — TaliessJ^l, Myrddin, Cynddehv, Aneurin, Trahaearu, 
Llywarch, Casnodyn und Addav Vras. Der Tod habe ihn dahin- 
gerafft {dicyii fihr (jicaicdair) uni den elenden, unansehnlichen, 
räuberischen ßleddyn verschont {Bhddyn yuJtcm fforddrych dritan 
cryman cram — es ist wenig über ihn bekannt, vgl. 127,42. 228,39). 
Er nennt sich den Schüler des Lehrers der Canzone {dysyawdr 
cyicydd) und gibt ihm Eecht und sich Unrecht; was er gesagt 
habe, sei unwahr gewesen und alles, was Davydd gegen ihn 
gesagt habe, verzeihe er ihm. 

Aufser seinen Gönnern und den erwähnten Barden lernen 
wir wenige Zeitgenossen Davydds aus seineu Gedichten kennen. 
Einmal nennt er Tyrrel (eine Handschrift hat Kurel), der sein 
Nebenbuhler bei der schonen Luued gewesen zu sein scheint 
(202, 40); in einem andern Gedichte Eobert Hael, den Herrn 
eines berühmten Parks (132, 22). vielleicht Ab Amon, doch fehlen 
die betreffenden Verse in dem Texte der Gorcliestiou. 



Davydds Fraueugestalten — Rhieingei'dd. 

Davydd ab Gwil}'m ist in der walisischen Poesie ein Neuerer 
gewesen, da er Gedanken und Stoffe dichterisch gestaltete, die 
mau vor ihm darin kaum berührt hatte. Zwar ist er nicht der 
erste Sänger der Liebe in Wales gewesen. Schon Hywel ab 
Owain Gwynedd, der in der Mitte des 12. Jahrhunderts blühte, 
hat sich darin ausgezeichnet (Mj-vjTÍan Archaiology p. 197 — 199; 
vgl. E. Jones, Welsh Bards 2. 36—38); und unter Davydds altern 
Zeitgenossen sind manche in der erotischen Lyrik vertreten: 
lorwerth Vychan, der viel altertümlicher ist (MA. 279); Goronwy 
Cyrriog (MA. 332b); Mab y Clochyddyn (MA. 338a); Gruffydd ab 
D. Tudur (MA. 318—320); Gruffydd ab Maredudd (MA. 305 f.), 



40 L. IHR. STEIÍN, 

Hywel ab Einiou Lygliw (IIA. 339a). Aber diese waren Vor- 
läufer; der erste und der einzige Minnesänger oder Troubadour 
der^^'aliser war Davydd ab Gwiljm. Der 'Danienpoesie' (iliiiin- 
(jcrdd) ist der gröfste Teil seines dicliteriscben Scbaffens gewidmet 
gewesen und er hat darin alle Barden vor ihm und nach ihm 
übertroft'en. 

Die Damen, von denen er uns nicht wenige mit Namen 
nennt, sind die eigentlichen Heldinnen seiner Poesie. Aber so 
viele er deren auch besungen hat, biographisches Material darf 
man darin nicht vieles zu finden hoffen. Auch nur eine zeitliche 
Folge der zahlreichen Liebesgedichte festzustellen ist in der vor- 
liegenden Art der Überlieferung ganz unmöglich. Schon in frühen 
Jahren gibt er sich als einen Anhänger der niedern Minne zu 
erkennen, wie in dem Gedicht Nr. 136, wo er von den schalk- 
haften Schönen von Lianbadarn erzählt: 

FUjijH rhag Hid yr ydnyf, 

Flä ar holl ferched y phryf! 

Am na chefais, drais draus- oed, 

Onaddim' yr un crioed — 

Na monvyn finjn o Fenniy, 

Na nierch fach na g/cmch na (jicraiy'J) 

'Ich winde mich vor Wut — da hole 
Die Mädchen in der Stadt die Pest! 
Nicht eine (widerwärtig Schicksal), 
Die ich von ihnen je gewann. 
Von Menaig keine holde Jungfrau, 
Nicht Mägdlein, Alte oder Frau.' 

IVIeuaig soll eine Stadt in Glamorgan sein; aber das Gedicht 
betrifft Lianbadarn vawr, in dessen Nähe der Dichter angeblich 
geboren ist; ebendort erwartet er 41, 31 Morvudd zum Stell- 
dichein und dort hat er 17.7, 2 noch eine andere Freundin. 

Ni chad'-) sid yn Lianbadarn 
Na haicn ag eraill a'm harn, 
A'm icyneb at fan gun goeth^) 
A'm gicegil at Ddnir gni/rgoetli. 



•) Den Anfaiig des Gedichts gibt Kep. 1.411 anders. Reii. 2,428 liest 
vanair (statt o Faiaig). 

') 6« A. ') gur-yoeth AB. 



DAVVUU AH HWILYM. 41 

A gicedi 'r hir cdri/ch triff 

Bros eu pht, ar draws y pluyf, 

E ddyiccd un yn fygr-groyw 

With y Hall, hairdd-ddeall hoyiv: 

'1' »lab lliryd iryneh mursen, 

A gnallt ei cluvacr ar ei ben." 

Godinehns fydd golirg, 

Gicir y ddrem gam i ddritg! 

'Ai 'n rhith Injnuy yir gantaiv?' 

Yic gair y Hall ger ci Han: 

Atel) ni's cdf tra fo fyd — 

'Atch i ddiairl beth yiifyd!' 

Tai maith im' reg y livys-fercli, 

Till bychan am syfrdan sercli. 

llJiaid oedd im' fedru peidiaic 

A'r foes hon, frenddivydion fraio! 

Goreu im' fyned fal gi'cr 

Yn feudwy, sicydd anfadwr. 

dra disgwyl, dysgiad certh, 

Drach 'y nghefn, drych anghyfnerth, 

Fe ddency im', gerdd-rym gar, 

Bengammu heb un gymmar. 
'Wohl jeden Sonntag in Llanbadaru 
Ward ich von andern kritisiert, 
Das Antlitz nach dem holden A\'eibe, 
Den Nacken nach dem lieben Gott. 
Als lang' ich über die Gemeinde 
Nach ihren Locken ausgeschant. 
Sprach eine Muntre zu der andern 
Im heiter leicht gefafsten Sinn: 
"Ein GeckenantKtz hat der Graue. 
Der Schwester Haar auf seinem Kopf.' 
Voll Lüsternheit erscheint das Auge 
Und dieser Blick ist bös verliebt. 
'Hat er denn wirklich solches AussehnV' 
Versetzt die andre neben ilu'. 
Im Leben krieg ich keine Antwort — 
'Dem Teufel dumme Antwort gib!' 
Verwünschung spendet mir die Schöne, 
Doch wenig für das Liebesweh. 



42 L. CUR. STERN, 

Da mufst' ich denn ein Ende machen 
Mit solcher Art — ein biiser Traum. 
Da war's mir besser noch, ich würde 
Ein Eremit, ein Taugenichts. 
Von langem Eückwärtssehen ward ich, 
Der ruhlos hin und her geblickt, 
(Liedstarker Freund, ernst ist die Lehre!) 
Ein Sciiiefkopf, aber unbeweibt.' 

Davj-dd ist, obwohl ein Freund des schönen Geschlechts, 
unverheiratet geblieben; das bezeugt Tudur Aled, der etwas 
über 100 Jahre nach ihm lebte, indem er ihn 'Mab Gwilijm heb 
(jywehf nennt (Gorchestion p. 241). 

Unter den Damen, die Davydd ab Gwilym in seinen Ge- 
dichten besungen hat, nimmt Dj'ddgu die erste Stelle ein.') Sie 
war eine Tochter des leuan ab Gruffydd, der ein wyr Gyhelyn") 
heilst (14,3; cf. 134,39?), eines Kriegsmannes, der aber von dem 
oben erwähnten leuan Llwyd verschieden ist. Sie heifst sonst 
vom Stamme Tudur (didoer locr o Dudur [Bcivdwr] Iwyth, 18, 40), 
und ihre Heimat war Towyn (Tolwyu?) dir (16, 28), o diroedd 
Macl (18,8), d.i. wohl Maelienydd, ein Cantref in Powj's Wen- 
wynwj-n; der Dichter ladet sie ein in das Aeron-Tal in Cardigan- 
shire {Dól yr Airon 19, 4). Er fand Zutritt in das gastliche 
Haus ihres Vaters und beschreibt seine ersten Eindrücke wie 
folgt (14, 9 ff.): 

By aur a gawn, radlawn rydd, 
Dy lotjw-win, dy lawenydd, 
Dy fcdd (jlwys difaddau'^) i yUr, 
By frayod du e/') friger. 
By fercli, gwn nas gorddcrchai, 
Feinwcn dcg o'th faenwyn'-) dai: 
Ni chysgais, ni ivikiis'') wuwd, 
Hull na'i dryll, hciniuu drallawd. 



') Per Name kommt in dem .Sinicliwort for: Byw ar i/aru y uiae 
Dyddiiv., M.\.S41b. 

'-) MM haben ap JAywdyii dafür. Für Cijhcbjn 134, ISl) lesen andere 
gyfeUjn oder fy nyclyti. 

') glas M., da fyddc M. 

") oi M. 

'-) feinwyn, fwyniun MM. •) wcuais M. 



DAVYDD Ali GWII.YM. 43 

Diiw hcydl pwy am dilea, 

Dim yn fy nghalon nid ä 

Eithr ei chariad taladwy — 

rhoed im' oll,^) ai rhaid mwy? 

Ni'm car Jwn, mac cur o haintp) 

Fe 'íH^) gad hiin, fe 'wí') gad lietiaint. 

'Yon dir bekam ich Gold, du gnädger Spender, 

Yon dir Willkommen und den klaren Wein, 

Den schönen Met, der Sängern nicht verweigert, 

Das Honigbier mit seinem dunklen Ivranz.'^) 

Die holde Tochter, die gewifs nicht buhlte, 

In deinen Hallen aus dem weiTsen Stein! 

Da schlief ich nicht, noch machte ich Gedichte — 

Nicht Schlaf, noch Schläfchen, Qual des Ungemachs! «) 

Erhabner Gott!') was wird mich denn vernichten? 

Nichts andres will mir kommen in das Herz 

Als ihre Liebe, die so hoch ich schätze; 

Hätt' ich das eine alles, braucht' ich mehr? 

Liebt sie mich nicht, dann läfst mich Kranklieit leiden. 

Mich flieht der Schlaf, mir bleibt das Alter fern."' 

Und dann jireist er ihre Gestalt und zumal das schwarze 
Haar, das ihre blendend weiTse Stirn einrahmt (14, 27 ff.): 

Gwyn ytv V ial dan'^) ivialen, 
Du ytv V wallt, diwair yiv Gtven. 
Duach ytv 'r gtvallt, diochr'^) givijdd, 
Xa mwyalchen na muchydd;^") 
Gwytider disathr ar lathrgnawd, 
Yn duo 'r gtvallt, iawnder gwawd.^^) 



•) roe im oll, rhyd im ol M. ni (statt ai) 31. 
'^) fo'm curia AB. 
») Nim MM. "J om M. 

*) Vgl. brngawd ditloyw, 1,10. Brigcr, eigentlich 'Haar, Scheitel' 
kommt noch 08, 26 vor, wo aber andere brig anr lesen. 
•) trallod 23, 3. 30, 42. lolo Mss. 188. 
') Diiic Iwyd, 203,12; lern licyd, 239,9. 
*) tan B. gwialen AB. 
=) dieithr M. 

'") mwyalch neu y muicchydd M. 
") Diese beiden Verse fehlen in M. 



44 L. CHK. STKKN, 

Nid anhehyg (hliddij/^) ddydO, 
Modd ci phryd, medd ci phrydydd, 
I'r fcrch hygar a garawdd 
Y niilwr gynt, mawlair g'awddp) 
Feredur ddwys-gur ddisgicyl, 
Fuh Efrog, givrdd farchog gwyl: 
Pan oedd yn edrych, wi]ch waivl, 
Yn yr dry, ion eryraivl, 
Lien asur ger llwyn Fssyllt, 
Lhvyhr lie hu 'r gwalch-^) gwyllt 
Yn lladd, heb un a'i lluddiai, 
Mwyalch, morivyn falch nr fai. 
Yno yr oedd iawn arwydd'ton, 
Fand Dmv^) a'i tál, paentiad hon? 
Mewn eiry, gogyfuwch Uuwch llwyth,'') 
Modd ei thai, medd ei ihyhvyth; 
Asgell y fwyalch esgud 
Megis ei hael — megais hud! 
Gwaed yr edn gwedi'r odi, 
Gradd haul,''') mal ei gruddiau hi. 
Felly y mae, eiirgae organ, 
Dyddgii a'r gwallt gloytvddu glán. 
'Weifs ist die Stirne unter ihrer Locke,") 
Schwarz ist das Haar und meine Feine keusch. 
Das Haar, endlosem Walde gleich, ist schwärzer 
Als eine Amsel, ein Gagatslein sind.^) 



') ddibig M. 

2) Statt gafaivdd. 

ä) gwallt AB. Llwyhr balch . . . biisai r gwalch M. 

') dan, dyn M. 

') gogyivch luicch hvyth M. 

'■) had E. 

') Gwial 104,36. 2G0,6 oder gwiail 40,38. 47,30. 54. 157,15. 179,15. 
255,14. 258,5. 19. 37. 61 lieifst 'Zweige" oder auch 'das Cirime' 81,36; der 
Singulativ gwinlen 'eiu Zweig, eiueRute' 32,22. 89,31. 181,20. ilVIIT: ghid 
tciail 181), 7 oder gwiail glud 186,38 'Leimruteu'; gwialwr 'ein Stockmeuscli' 
52,27; gwiala 'Zweige sammeln" Gorch. p. 179. Das Wort wird wie in der 
obigen Stelle 14,27 mitunter auf das Haar übertragen, 'Locken' 25,18. 22, 
gwiail aur 7, 2, aw wialen 53, 13. 

") muchudd, engl, jet, zur Bezeichnung der schwarzen Farbe wie hier 
auch 8,21. 130,17. 193,13; fachudd-aii ftm "HA. •iWa,. Eine altkjmrische 
Glosse »lukid übersetzt 'ebenus' CZ. 1,361, 



DAVYDD AB GWILYM. 45 

Des glatten Fleisches unberührte Weifse 
Erhöht des Haares Schwärze — trefflich Lied! 
Unähnlich nicht und wie der Tag so heiter. 
So sagt ihr Dichter, ist die Wohlgestalt 
Der anmutsvollen Maid, in die verliebt war 
Der hochgepries'ne Krieger ehemals. 
Peredur. der im ernsten Schmerze harrte. 
Der starke saufte Ritter, Evrogs Sohn. 
Als er erblickte, der so herrlich strahlte. 
Der adlergleiche Herr, im Sclmeee einst, 
Im blauen Schleier bei Isoldens Haine,') 
Wie dort der wilde Falke tödtete, 
Von niemand in dem Morde aufgehalten. 
Die Amsel, eine Jungfrau stolz des Mais.-) 
Bedeutungsvolle Zeichen waren diese — 
Hat Gott sie nicht in ihrem Bild ersetzt? 
Im Schnee, der wenig hoch wie Staub liegt, 
Ist ihre Stirn, wie die Familie sagt.-*) 
Dem Flügel einer flinken Amsel gleichet 
Die Braue — einen Zauber mal' ich aus. 
Des Vogels Blut, nachdem der Schnee gefallen. 
Sind ihi'e Wangen, sonneuartig hell. 
So ist, wie eine goldumspannte Orgel,-") 
Dj'ddgu mit ihrem glänzend schwarzen Haar.' 

So paraphrasiert der Dichter eine der bekanntesten Stellen 



') Mit dem 'blauen Sehleier' ist das wie von einem blauen Schleier 
verhüllte Zauberland (tir hud) Demetia gemeint; cf. Ar Ddyfed, yr addefynt, 
y bu len-gel o'r blaen gyvt, 47,21. Lhiyii Essyllt 'der Hain Isoldens' ist 
eine Örtlichkeit in Glamorgan, die in einer alten Urkunde als Essholte vor- 
kommt, wie T. H. Williams mitteilte aus G. T. Clark, Cartae et alia monumenta 
quae ad dominium de Glamorgan pertinent. Dowlais 1885, 1, 126. 

') Vgl. ar gog niorwyn gyjiog Mai, 119, 32. 

') Weil die Stirn dem Fremden bedeckt blieb; vgl. Dy dal rhag ofn 
dy dylwyth, | Dial parch, icyf heb dal pwyth, 32, 5 f. Als Sinnbild der weil'sen 
Farbe kommt sonst 'der Kalk' vor: calch ar blu mwyalch, 222,5. 

') eurgae organ, ein schwieriger Ausdruck; cf. cae ariant 151,1. Es 
scheint als seien die herabhängenden Locken mit den Pfeifen einer Orgel 
verglichen und. dafs sie diuch einen goldenen Reif zusammengehalten wurden. 
Organ kommt nicht selten bei Davydd vor: 32,46. 41,19. 80,8. 119,6. 122,35. 
123,18. 132,17. 219,24. 228,11. 235,33. 236,33; orgatiau 114,43. In der 
Waldkirche steht ihm die Hecke {cae) wie eine Orgel da, 32, 39. 



46 I.. CHR. STERN, 

der Mabiiiogion (KB. 1,211), deren Wortlaut er sicli freilich nicht 
genau zu erinnern weifs.') Das schwarze Haar Dyddgus erwähnt 
der Dichter auch sonst: (hion lugaid a dwyad, 18, 4; und Dyddyu 
a'r givallt Uiivddu lleddf oder llacs, 19,2 = 20,16; aber er nennt 
sie einmal (jtvmcit-ael 15, 32, was in einer Handschrift fehlt und 
Avohl wie ywineii ddu 238, 30 zu verstehen ist. Seine Leiden- 
schaft für sie war gewifs rein und tief; ihm käme es wohl nicht 
zu seine Augen zu der Tochter eines so vornehmen Mannes zu 
erheben (nuf oder ior ywaywsyth nennt er ihn), aber er nimmt 
sich ein Beispiel an dem Kletterer, der die Gipfel der Bäume 
ersteigt; an den Seefahrern, die .schliefslich das Ufer erreichen; an 
dem Schützen, der sein Ziel trifft. Und diesem Gedanken gibt er 
den folgenden AbschluCs (15, 35 ff.): 

Olli 'th yäf, er cerdd erddrym 

Ddidranc, yn icuanc wen ym, 

Mi ath gáf, addwyn wyneh, 

Fy nßn, ixryd nath fyno neh.'-) 

'Wirst du nicht mein, da du noch jung und schön, 
Trotz meinem inbruustvollen ewgen Sang, 
Sollst mein du werden, holdes Angesicht, 
Dereinst, mein Lieb, wenn niemand dich mehr will.' 

In einem weitem Gedichte (Nr. 16) entsendet der Dichter 
einen Kehbock mit einem Briefe in das Haus ihres Vaters in 
Towyn-dir. Er heifst ihn nicht Pfeil noch Hnnd fürchten, 
namentlich nicht die Hunde Piili und lolydd; sein Fell soll 
keinem Sachsen zur Kopfbedeckung werden, noch sollen sein 
Geweih, seine Hufe und sein Fleisch einem lügenhaften Eifer- 
süchtigen zufallen. Davor möge Gott und der Ai-m Cynvelyns 
den Hagebuttenfarbigen bewahren! In einem andern Gedichte 
(Nr. 19) getraut er sich schon die Geliebte zu einem AValdfeste 
einzuladen (19, 13 ff.): 



') Vgl. hierüber H. Zimmer, Keltische Studien 2, 2()0ff.; Campbell, Tales 
3,200fr.; D. Hjile, Beside the fire p. 18f.; Revue celtique 5,232; Y Cymmrodor 
7,52. 'Blutstropfen auf dem .Schnee' hat Davydd sonst {dagrau gtcaed ar deg 
eiry gtvyn, 8, 42). Die Vergleiche .sind übrigens nicht fernliegend und auch 
auf nicht-celtischem Gebiete nachweisbar. Shakespeare sagt: 'Whiter than 
snow on a raven's back' (Komeo I!, 2). In KXH Nacht ed. Calcutta 1,707 heilst 
es: Kaanna 'I chuläba 'alä ka/j'iki | yurdbun 'ala tluihiihi uaqifii 'als ob die 
Farbe auf seiner Hand ein Rabe wäre, der auf dem Schnee steht.' 

-) y ni'/n, y pryd nath fyn neb MM. 



DAVYDD AB GWII.YM. 47 

Os (law V) fun i'r ystafell 

fcdw ir, a fti fyd well? 
NId addawaf, da^) ddiwedd, 
I'm^) aur eitlir eos a medd. 
Tra fo'm allan dan*) y dail, 
Cijnnes fedw a'n'") cynnail: 

Lie cyrch iyrchod^) rhywiog-ryw, 

Lie can edn, lie cain ydyw.') 

Eos gefnllwyd ysgafnllef 

A hronfraith ddigrifiaith gref. 

Nawpren teg el Invynebpryd 

Ysydd goedydd i gyd; 

Lloches adar i chwarae, 

Llwyn mivyn — llyna 'r Hun y mae: 

1 wared yn grwn"') gwmpas, 
I fyny yn gloclidy glas, 
Odanyn',"^) eiddmi addef, 
MeilUon aur, myn Myllin nef. 
Lie golas hwyl, lie givyl gwg, 
Lie ger^") divfr llugoer,^^) difwg; 
Lie newydd adeilwydd da, 

Lie nwyf ami, lie nef yma\ 

Lie tew^-) lletyau mwyeilch, 

Lie niygr gwydd,^'^) lie megir giveilch; 

Lie anhysbys dyrys dir, 

Gwerdd dnr rhag caswr coeshir; 

Lie deuddyn. Hit'-*) a'u dyddawr, 

Neu dri, yn enyd yr atvr. 

Yno heno, hoen waneg. 

Awn, ai nad awn, 'y^^) nijn deg? 



') ddaf U. Eine Handschrift hat diese beiden Verse vor den beiden 
vorhergehenden. 

=) nid M. ••) tan E. 

°) au M. ') iwrched B. 

') Die beiden Verse fehlen im M. ") i iveled M, i waered C. gnitn B. 

') dyn mun JI. '") gloew 11. 

") lie glan M. Vgl. tiyth-big-dydd 247,8; llugiaicn 2G0, tiO; llugan 11,10. 
") mwyn add. M. ") Y mogr gicych M. 

») Ue M. a'n B. Vgl. enyd aicr 53,38. 94,41. 222, 16. 
") Aicn, atvn od atmi fy M. 



.18 I'. Cnií. STEIiN, 

Od awn — aw7i, icyneb guynloyu;^) 
Fy nßn lygaid gloyn gloyn.-) 

'^^'en^ zum Gemach ■') der grünen Birke 
Die Maid kommt, gibt's ein schöner Sein? 
Dem Schatz versi)rach zu gutem Ende 
Ich nichts als Nachtigall und Met. 
Wenn unterm Laub wir draufsen weilen, 
Umfafst die warme Birke uns. 
Wo sich die ait'geu Rehe tummeln, 
Wo Vöglein singen, wo es schön. 
Die Nachtigall die graue trillert. 
Die muntre Drossel fröhlich schwatzt. 
Neun Bäume stelm, von Formen stattlich, 
Vor dem Gebüsch beisammen dort, 
Den Vögeln ein Versteck zum Spielen, 
Ein lieber Hain — dies ist sein Bild: 
Hier unten rundet siclvs zum Kreise, 
Ist oben wie ein Kirchturm, grün, 
Darunter, wie man's nur sieh wünschet, 
Beim heiigen Mj-llin, goldner Klee. 
Ein grüner Weg, — ein scheuer Kuckuck, 
Klarkühles Wasser ohne Dunst; 
Da eine neue gute Laube, 
Da eitel Lust, der Himmel da! 
Dicht sind daselbst der Amseln Nester, 
Da glänzt der Wald, da wächst der Falk. 
Da ist ein Land, so fremd verwoben. 
Dem langen Neider wie ein Turm, 
■ Für zweie, die die Leute kümmern, 
Und auch für dreie wohl, jetzund. 
Gehn wir dahin, du Welleugleiche? 
Ja? gehn wir nicht, mein schönes Kind? - 
Wir gehn — wohlan, du strahlend Feine, 
Mein Lieb mit Augenfeuerglanz!" ') 



') gwynlyw C. 

") gloyw glyw C. Fy hoen icyneb gloen gloew M. lygad M. 
■■') Ystafeü 19, lli. 21, 27. 7S, II». 121, -14. I!t0, 47. 208, 8. 204, 1, kommt 
ancli noch in der uisprüngliclieu Bedeutung 'stabulum' = ystahl vor, lü(i,21. 23. 
*) Vgl. gloyn nod Duw 47,52; gloynau Duic gUiniau dail, 57,26. 



DAVYDÜ AH (5WILYM. I'.i 

Aber der Dichter schlägt aiu'li khigeude Töne an: Kr liat 
keinen Lohn für seine Liebe und seine Lieder, er welkt wie 
eine Zwergbirke (corfedw, cf. 4G, 47) dahin (Nr. 18). Ja, wenn 
er ihr auch ein Lied nach dem andern sang, es war für ihn 
nur ein Forsclieu nach ihrer I'nbeständigkeit (17, 35 ff.). Je mehr 
jedoch der Dichter die Bitternisse der Liebe kennen lernte, desto 
lieber mochte er sich D3-ddgu Avieder zuwenden (20, 60 f. — das 
Gedicht hat Bestandteile, die nicht dazu gehören).!) Als ihm 
eine Melodie wohlgelungeu war, sagte er (137, 19 ff.): 

Gwae-) ß na chlyiv, maivr yw V ainc, 
Di/ddgu hyn o hrydyddgainc! 
Os hyiv, hi aH clyw is Chvyd 
Yshyslef eos beishvyd. 

'Acli. dais Dj'ddgu (wie sehr wünschte ich's!) diese Weise nicht 
liiirt! Wenn sie am Leben ist, so wird sie am Clwyd (in Nord- 
wales) hören die klare Stimme der Nachtigall im grauen Rock.' 
Die Erinnerung an sie scheint nicht durchaus heiter gewesen 
zu sein; darum konnte sich Grutfydd Grj^g eine Anspielung an 
diese 'traurige D3-ddgu' erlauben, die er seiner fröhlichen Gwervyl 
gegenüberstellte (124, 47 ff.). 

Eine andere Jungfi'au, die das Herz Davydds entzündete, 
war eine Nonne, Gwenhonwy mit Namen.3) Er erblickt sie 
und vertieft sich in die Betrachtung ihrer unverhüllten Schön- 
heit (Nr. 8). Ihre Stirn ist weifs wie Schnee oder Perlen; die 
geschwungenen Brauen sind schwarz wie mwrai (engl, murray) oder 
wie sali "Zobel' oder wie Amseln; sie fassen die Augen ein, die 
klar sind wie die Quellen, wie zwei Goldfunken im Glase und 
wie die Sonne glitzernd, wie zwei Goldäpfel oder zwei Gold- 
nobeD) funkelnd; die Augenlider sind wie eine Schwalbe auf der 
^^'elle; die Wangen rot wie Korallen oder Vogelbeeren (duy sei 
Vnv graivn cehjn), wie Blutstropfen auf dem Schnee, wie Ensen- 
blätter oder Weifsdornblüteu. Dann preist er die Lippen, den 



') In einer Hamlschrift fehlen Vs. 17 f. 31—40, in einer andern 18 f., 
41 f. 53—58. 

^) gwim M. 

=) Guetwnwy lolo Mss. 249, Gicmhonici/ 231; cf. Tomvy 14C, IG. Nichts 
berechtigt zn der Annahme, die in Y Brython 2,195 wiederholt wird, dafs 
Gwenhonwy .eine Tochter Ivor Haels und Davydd ihr Lehrer gewesen sei. 

■*) iiohl aur auch 1G3, 8.' Die englischen Golduobel wurden 1343—1550 
geprägt. Bemerkt sei, dafs das Gedicht Nr. 8 in Handschriften selten ist. 

Zuitsohrlfl f. celt. Philologie VII. i 



50 I-. CHR. STEUN, 

Mund, die Xlistern und das Kinn der Jungfrau, die 'doppelt so 
liell wie der Sclinee' {<kuliw nyf) ist.') Al)er diese Liebe war 
liüffnung-slos; der Monat dehnte sich ilini zu sechs Monaten aus 
und ungeduldig spricht er (9, 15 ff.) : 

Gtvná, fanwyl, gwan tvyf innau, 

Gtvna un ai cael ai naccau;'-) 

Ai fy mynnu, fem anwyl, 

Ai rhoi nag, fy rhiain nyl; 

Ai canu, er imvy cyni, 

Yn iach, 'y niun, tvneivch á nii!^) 

'Rede, Freundin, ich bin leidend. 
Nimm mich oder weis mich ab! 
Wähle mich, mein teures Kleinod. 
Oder sage. Scheue, nein! 
Oder auch, wie sehr es schmerze, 
Biet, Weib, mir Lebewohl ! ' 

Auf dieselbe scliwarzäugige Nonne wird ein anderes fiedicht zu 
beziehen sein, in dem der Dichter auffordert iliin in den Wald 
zu folgen (Nr. 10): 

Caru (Ifjn h/f/aid-du hryd 
Yn ddyfal am yiinai 'n ddifiryd. 
Os nil ai car i urall, 
Myn Duir gnyn\ mi nid iry' gall. 
5 At girir, y ferch a garaf, 
Na fynni fedic hoyw-dic' haf; 
Ag na theiri yn y ty tau, 
Wyih-litv scr, á'th lastcyrau? 
Crefyddes a sanies wyd, 
lÖ Caredig i'r cor ydiiyd. 

Er Dmv, paid ar hara a'r dar 
A hcriv ar gas y bericr; 



') Ähnliclie Be.sclireibuiigen des Gesichtes findeu sich bei den Proven- 
zaleii selten. So hat Arnaut von Marueil (Bartsch, Chrestomathie ' p. 95): 

Las vostras belas saura^ cris, 

El vostre fron phts blanc que lis, 

Los vostros olhs vairs e rizens, 

Kl nas qti'es dreitz e be sczens, etc. 
*) 01V givna ddyn deg un o ddau M. 
') ym fun a wnewch i M. 



DAVYDD AB GWILYM. 

Paid, er Mair, ó'r pader main 

A chrefyilil menych Bhtifain. 
15 iSa fydd leian y gwanwyn, 

Gicaeth yiv lleianaeth na lltryn; 

Dy grefydd, deg oreu-ferch, 

Ysydd icriliivynch i serch. 

Gicarant modnry a mantell 
20 A gwyrdd tvisg a urddai ivelO) 

Dyred i'r fedir gadeiriog, 

I grefydd y ginjdd a'r gog; 

Ag yno ni'n gog en? r, 

Ennill nef-) yn y llicyn ir! 
25 A cliadw i'tli gof lyfr Ofydd, 

A pltaid á gorniod o ffydd. 

Kinnau gaivn yn y gtvynnydd 

Yn neutu 'r allt enaid rhydd. 

Ditic a fyn, difai annerch, 
30 Ar fyr rot pardtvn i'r fercli?) 

Ai gicaeth i ddijn gwiir ei tliaid 

Yn y Ihvyn ennill enaid, 

Na gicneuikur fel y gwnaetham 

Yn Ehufain ag yn Sain-Siam? 

'Eiu sittsam Mägdlein, schwarz von Augen, 
Die innig lieb mir, macht mir Pein. 
Sollt ich sie einem andern lassen, 
Beim sel'gen Gott!-*) war ich ein Tor. 
^\'illst wirklich du nicht, liebes Mädchen, 
Der Birke hübsches Sommergrün? 



51 



') gwerdd AB (cf . 19, 38) ; 'n well E ; ag urddas C. Vgl. yr urddivyd 
37,47; i'tc hurddo hi, 119,45; am hurddai, 144,21 (Va.!. liarddai). 

-) y nef B. 

ä) a saint roi pardivn i serch Rep. 1, 285, letzter Vers. Vgl. na phurdan 
im' na phardwn, 250, 34. 

■*) Beteuerungen wie diese sind bei Davydd häufig, z. B. myn glwys 
Diiiv, 12,34; myn Celi, 11,3; myn y Tad, 199,19; myn Dyn o stcydd (Var. 
Duw), 17, 37 ; myn gier a fedd (X&r. myn y giir, wodurch der Vers nicht 
verbessert wii-d) 21,32; myji Dyn 'bei dem Gottmenschen', 44,9; myn Dyn 
a Deinioel, 42,32; bei den Heiligen, wie myn Mair, myn Pedr etc.; myn 
eroes naid o fro Eidial, 26,9; myti y Pab atiwyl, 40,23; myn y nef, 198, 3G. 
212,18; myn y dengair, 12,56; myn llu7i fy llaw, 157,21; myn y crair, 
46,49; myn dyn a'r crair, 106,14; myn daivn y crair, 206,17; etc. 



52 L. CHR. STERN, 

Nicht schweigen, Stern von Überhelle,') 
Mit deinen Psalmen im Gemach? 
Du bist so fromm und bist so heilig, 

10 So hochverehrt in deinem Chor. 

Bei Gott! lafs von Brot und Wasser 
Und von der Kresse 2) — die verschmäh! 
Lafs, bei Marie! dein artig Pater 
Und Eümer Mönche Frömmigkeit. 

15 Sei nicht wie eine Friihliugsnonne, 
Mehr ziemt das Grün als Klosterzucht. 
Dein Beten, allerbeste Schöne, 
Verträgt sich mit der Minne nicht. 
Ein bess'rer Orden ist der Mantel, 

20 Ein Trauring und ein grünes Kleid.^) 
Komm her zum Sitze in der Birke, 
Zu Wald- und Kuckucksreligiou! 
Man schilt uns nicht, wenn wir den Himmel 
Verdienen uns im grünen Hain. 

25 Ovidü Buch behalt im Sinne, 
Entsage Betens ÜbermaXs. 
Lafs hier und dort im WaH die Seele 
In Geifsblattlauben uns befrein, 
Und Gott (er sei nach Pflicht gepriesen!), 

30 Der wird der Äfaid alsbald verzeibn. 

^\'är's schlechter für das edle Kind denn 
Die Seele läutern in dem Hain, 



') wyth-liio Sir eig. 'achtfarbiger Stern', wie deuliw 'r ser 61, 21. 207, 30 
(wo eine Variante deulhc ser hat). S. über diesen Gebrauch des eleu und tvyth 
CZ. 2,1(10. ■ Selten werden andere Zahlen ähnlich verwendet, wie iri-sawr mél 
'dreimal so süi's wie Honig' 202, >iil. 

') 'lyve by well-carse' ist auch in Piers the Plowman der Ausdruck 
für das bescheidenste Leben, 7,292 (3,111 ed. Skeat). In einem irischen Ge- 
dicht von Tigernach (Brüsseler Ms. 5057 — 59, BI. 45a): 

Mirin ardin eorna din . isí mo chuitig for dar 
gas biroir is uisce te . isi nio chuit cech naidche. 

'Ein Stück reines Weizenbrot, das ist meine Mahlzeit auf dem Tische; ein 
Büschel Kresse und warmes Wasser, das ist mein Mahl allabendlich.' 

*) gwarant modrtcy eig. 'die Gewähr eines Kluges', d. i. eines Ehe- 
ringes. Dessen Gebrauch ist uralt; auch Dante erwähnt ihn: Sálsi colui che 
inuanellata, jiria nisposata, ni'avea con la sua gemma. Purg. 5, 135. 



DAVYDD AB GWIIAM. ü3 

Als SO ZU tun, wie MÜr es sonsten 
hl Roma und St. Jagoi) tun?' 

Nach der schwarzhaarigen Nonne kommt die keusche Blonde 
au die Reihe, die man -nieder ohne Grund eine Tochter Ivor 
Haels genannt hat. Der Dichter beschreibt in eiuem Gedichte 
(Xr. 7), womit ein ähnliches (Nr. 25) zu vergleichen ist, ihr herr- 
liches Haar: es gleicht einem goldenen Kranze oder einer Krone 
von Wachs oder Gold; es ist wie ein Leuchtfeuer in der Nacht 
oder Avie das Feuer in der Schlacht von Camlan und von der 
hellen Farbe des Blitzes; es ist wie ein Busch Ringelblumen 
oder Goldgiuster; es reicht bis an die Kniee und ist ein Sprich- 
wort im Lande. Obwohl die Huldigung, die Davydd dieser 
Schönen darbrachte, sich in den Grenzen der Ehrerbietung hielt, 
so kommentierten sie doch böse Zungen in einer so hämischen 
Weise, dafs man das Schlimmste vermuten mufste, wodurch der 
gute Ruf der jungen Dame schwer geschädigt wurde. So sah 
sich der Dichter genötigt den Ehi-abschneidern entgegen zu treten, 
die geschwätzige Fama Lügen zu strafen und die fleckenlose 
Reinheit der besungenen Schönheit öffentlich zu beteuern. Er 
tut dies in dem folgenden Gedichte (Nr. 12): 

Y fercli o'r Fijnoclilog Faen-) 
Wiinlda^) orclmijl, (Idiweir-chnaen! 
Ai givir fod *) pohl a gwerin, 
A gair mall^) ar givr eu min, 
5 Yn hcuru im', y nJior'^) allt, 

Dy gad, cldijn ruädael rivyddicallt?'') 
Och im'! hum innaii cluvaith^) 
Erioed, Wen, irr yd tmwaith. 
Od ydyn' Jury yn doedtid^) 
10 Arnom hyn, er na iinaem hud: 



') Das beifst als Pilger in Rom und in Sant lago de Compostela. Das 
letztere war ein berühmter Wallfahrtsort zn Davydds Zeiten. Irisch heilst 
die Stadt CathaW San Sem (Four Masters a. 1480). 

^) fain M. 

') diai R, ddifai M. ddifarchfain (wain) M, dieirchuaen R. (Griffith 
Roberts p. 377 ff.). 

*) bodli. "■) meth R. 

•) yn haner M. Vgl. heuru 183, 30. 229, 4; heurio 46, 13. 

') rhyddallt M. ») i ychwaith B. ») d'wedyd AB. 



51 L. CHK. STEKN, 

Er hod son tlnvgddynion^) draw, 
Herod'') injf i'th ddUieuraiv. 
Yfory y gnnáf crod, 
Ar gelirydd beunydd eu hod; 

15 Mi roddaf yma ^) rmjddair 
Allor gryni,*) 'y Haw ar grair, 
^a'th gefais unwaifh gyfun'") 
Ag na'th geisiais, lednais Inn. 
Och iini, rliag mar iacli wyd,^) 

20 gtcn imm y'n') goganwyd. 
Ni 'n gwelwyd^) yn un gwely, 
F'enaid teg, nag o feivn tij, 
Na than frig nyrenig'') iredd 
Coed irion yn cyd-orwedd. 

25 Sefyll dan y cyll y'n cad, 
Ni hu orwedd na hwriad, 
Na meddyliaid, f'enaid fain, 
liechod, mwy na rhai hycliain. 
Ond dych'mygion dynion dig, 

30 A cham oedd pob dychymig ! ^^) 
Ni wnawn oed, na mynndiaw^^) 
Arnad, na ''^) llygad na Haw; 
Moliant oedd i'th^^) wallt nielyn, 
Myn ghcys JDuw, ni'm gweles dijn! 

35 Bibech heb odecli^*) ydyin, 

Dicithr, fcrch, fal d'ewylhr^'") fyiu. 



1) drygddynioH C. Vs. 11—14 om. R. 

2) herodr B. 

') Mi a roddaf, em AB, myfi . . . ma» M. arwydd<iii- M. 

*) Mawrllw yrym K, fourhiVi. 'rgryniB. a'mllawX. ou>UiwM,aUyryL 

•^) givwfun AC, giviirfwyn B. mewn cacth (caith) gyfyn M. 

') icen, mor tvych iazcn wyd al., ag mor ddihech M. 

') i'th al., ym M. 

*) gteelad AB, g\tcled K. mcwn un M. 

') gu-yrenig M. (cf. 47, 35. 107,5); ivyrdoniy^. (cf. gwyrddouiog 54, 30). 

'») Vs. 25—30 om. R. et JLM. 

") nag amneidiato al., HieitJi oed nag yiiuieidiaw M. 

>») a A. 

•^) yw dy M. Xa moliayit AB. 

'*) diodech, a diodech MM. 

■5) diirih RM; fal d'cuyrlh B, a diicarih M. 



clywan 



DAVYDD AB GWILYM. 55 

Ni ddanfonaist, ddyn feinael, 

Lattai im', ddyn Iwyttu ael. 

Ni bu ymddiddan o'r byd 
40 Ka rlunjm, hoyir ferch, rJi'om hcfyd;^) 

Ka chum^) serch, ni chemmais i, 

Yn chwimiiih im braicli imi 

Amdanad, grair ddiivair ddoetli, 

Hoff eigr, feingorph ') hoywgoeth. 
45 Xi 'icyllysiais i geisiaw 

Dy gorph main, dro elain, dmn:*) 

Pa icedd, eithr o'->) ryfeddod, 

Y'th gaini, locr eglurnann^) glod; 

Heb fod iin ddam') ddeall 
50 Garllaiv i garu y llall?^) 

Xi bu,^) garu gyniroed, 

Dy fin wrth fy min er moed, 

Xa'th anadl gtcan ">) per anner ch, 

Xa'th n-yneh tcrth f'mjneb, ferch. 
55 Hyn i gyd, henivn ^i) tin gair, 

A dyngaf^-) niyn y deny air: 

Myn Aryhnjdd yr arglicyddi, 

Cul^^) yw V ais na'm coelir i! 

Xi'th gefais, eneth gyfiaivn, 
60 Xa ddo 'rioed, ddyn ddkvair iaun;^^) 

Ni ddodais, unueddus - acl,^^) 

Fy mryd^'^) i gyd ar dy gael. 



Vs. 37—40 om. 3LM. ') chaem K, ni chaem JI, na 51. 

diplixig jiu dy gorph E, egr am corph htjgoeth 31. 
ttlgssiais R. Vs. 45 f. om. MM. 
eitha rh. M. 

eglur-laicn C, lloer (lloetv) jcatvr a lliw V od MM. 
ddyun B, ddiun, yn ddiwin MM. 

Vs. 47 — 50 om. R. Garllaw ffordd i gwelai'r (lie givele'r) MM. 
na fu R. 

gvafi R. Vs. 51—54 om. MM. 
cimin E, kymin hun, ein ni bu MM. 
dyngais R. 

cod B, fais ... ^ R. Cul yw daid om coelyd i M. Coelian oil am 
Í M. 
Vs.- 59— 60 om. R, MM. 

dan uyd adael R, biui wedd y fad M. Ni roddais fun gwyroedd ael M. 
fymryi R. 



56 I-. CIIK. STEKN, 

Ni H-c(l(lai V hyn a injddit,') 
Ni chawn fod yn ordderch it.-) 

' Maid, im Waudel keusch und bieder, 
Im Hause zu M.vnoclilog- Maeu! 
Sagt wirklicli der gemeine Haufe, 
Der böses Wort im Munde führt, 
5 Im ^\'alde wärst du mein gewesen,^) 
Eotbrauig Kind, A^on üpp'gem Haar? 
Leid soll mir. Feine, widerfahren, 
Hast du nur einmal mir gehört! 
Wenn jene über uns so sprechen, 

10 Die wir doch Arges nicht getan, 

[Von dem Gerede schlechter Menschen 
Entlaste ich als Bote dich.^) 
Gleich morgen tu ich's deinetwegen. 
Weil sie so lügen Tag für Tag.] 

15 Die Hand auf den Reliquien schwör ich 
An dem Altar ein freies Wort: 
Noch niemals hab ich dich besessen, 
Noch stellt ich. Züchtige, dir nach. 
Ach wüfst ich mu', du Tadellose, 

20 A\'arum man uns verleumdet hat! 
]Mau sah uns nicht auf einem Bette, 
Ja, selbst in einem Hause nicht. 
Noch, schöne Seele, unter Zweigen 
Des frischen Walds zusammeiiruhn. 

25 [Blan fand uns unter Haseln stehen. 
Es war kein Liegen, noch gesucht; 
•Noch dachten wir, du zarte Seele, 
An Sünde mehr als Kinder tun. 
Erfindung böser Menschen ist es 

30 Und die Erfindung ist verrucht.] 



') 7ii vei]c, hi/fi a ni/(Ji/t R. 

•■*) Die Reihenfolge der \'erse ist in R : 45—40. ö7— 58. 55—56. 51—54. 
61 — 64; uud in Mss. wieder abweichend. 

^) Cad ist eine Art terminus technicus in der Sprache der Erotik; vgl. 
Tri chodiad serch : ancrch, cad, a chitsan, MA. 834b. 

') Vgl. herod hiraeth, 175,12; «eu herod ehy gaivod gain, 186,2 ^ wo 
aber ohne Zweifel »ick od eirij zu lesen ist. 



DAVYDD AB OWILYJI. 57 

Kein Stelldichein fand statt, noch winkte 

Ich dir mit Auge oder Hand. 

Ich pries nur deine blonden Haare, 

Du güt'ger Gott! mich sah kein ^lensch. 
35 Ganz schuldlos, unverdächtig sind wir, 

Ich wie dein Oheim, Maid! dir fremd. 

[Du sendetest mir keinen Boten, 

artig Kind von feinen Braun. 

Durchaus kein Kosen, kein Verhältnis 
40 Gab's zwischen uus, du schmucke Maid.] 

Nicht einen Schritt zur Minne tat ich, 

Noch legte ich den Arm je keck 

Um dich, du keusch verständig Kleinod! 

Dein zarter Leib ist, Liebste, rein. 
45 [Nach deinem zarten Körper, Hinde, 

Hab ich noch nie Gelüst gehabt. 

Wie als durch Wunder könnt erlangen 

Ich dich, von Sommerfädenglanz! i) 

Wenn man nicht eins ist, sich verständigt, 
50 Dafs man verliebt sich nahe tritt? 

Nicht war im Stelldichein der Liebe 

Dein Mund an meinem Munde je, 

Dein leiser Atem, hold begrüfsend, 

Noch dein Gesicht an meinem, Maid!] 
55 Ich schwöre bei den zelm Geboten, 

Dies alles kurz in einem ^^'ort. 

Beim Herrn der Herren! ich bin elend,-) 

Wofern man mir nicht Glauben schenkt. 

') Gwaivn 'araneae tela in herbis et arboribus', eugl. 'gossamer', 
Sommeifädeu, Marieiigarn (fils de la Vierge), ist dem walisischen Dichter der 
Typns der zarten, weiisen, goldig schimmernden Farbe: a'i gwedd ful gwaivn, 
29,1; gicatvn ei gwedd, 11, bO; lliw eglunvawn, 58,46; cyflitv fflnr ag eglur- 
icawn, 67,5; gloywne gicau-n, 60,25; lliw gwawn, 142,12; icyth liw y gtvawn, 
58,8; lliw gwyfmaf gwawn, 17,27; lliw gwaicn oror, 97,25; gwyn eiry arial 
gwawn oror, 11,19; eurwawn 33,35; gwawn yn aur, 47,51; mänwaun, 42,25; 
cyfliic mänwawn, 58,17; glaswawn 116,24; givawn icisg, 204,26. 

^) Ais 'Rippen' (von dem Sing, as, Plur. asau 148, 5 und as'enau 261, 53), 
dann 'Brust'. Daher rlnaig f'ais 38,38; dan f'ais 90,7. 140,6. 118,1 (Var. 
yn f'ais); a fu saeth yn fy ais i, 247,9; und so 24,23. 52,38. 55,10. 157,1. 
208,63 Hnd 50,55. 73,52; etn nis 'Herzensjuwel' 148,53. Daneben kommt 
aber mehrfach fy nwy ais 'meine beiden Eippenreihen " statt 'meiue Brust' 
vor: 56, 13. 75, 53. 188, 13 — was in S. Evans' Worterbuche hinzuzufügen wäre. 



58 L. CHK. STERN, 

[Du warst nicht mein, du ehrbar Mädchen, 
GO Nein, niemals, o du keusches Kind!] 
Dich, ßrauenschöne, zu besitzen 
Kam mir noch niemals in den Sinn. 
Das ziemte sich nicht, wie man wufste; 
Ich konnte nicht dein Buhle sein.' i) 

Höher als alle andern stellt der Dichter zu einer Zeit 
seines liebereicheu Lebens 'die Morgenröte des Königreichs' 
{givawr hrevltiniaetJi), deren Xanien und Heimat er nicht nennt, 
die aber in Nordwales lebte (17, 39 ft'.) 'Wohl dem, der sie be- 
sitzt!' {(itvyn ei fyd a'i medd), sagt er. Vielleicht ist es jene 
aus Gw}-nedd, die er mit Policsena, Diodema und Helena ver- 
gleicht, die jünger war als er (29,54). Oder ist es die Kerze') 
von Gwynedd {canhivyll Giri/nedd), die er im Chore von Bangor 
auf der Insel Mön erblickte, als sie den Kirchengesängen Balchnoes 
lauschte? (22, 5 ft'.). Oder ist es jene blonde G wer vyl Gwynedd, 
um deren Liebe er sich so ausdauernd beworben hat? (Nr. 209) 
Es war freilich vergebens, denn von den zahlreichen Gedichten, 
die er an sie richtete, hatte er nichts als Schimpf und Ent- 
täuschung. Er kam sich vor wie der Schütz, der mit dem Eiben- 



') Eine ganz ilhuliclie Eechtfeitiguug- hat iiutcr den deutschen Minue- 
säugeni Herr Milou von Sevelingeu (Heidelb.Liederhdschr.J05): 
Vil schoen uü biderbe, dar zuo edel «ü guot. 
So weis ich eine frowen, der zimet wol alles das si tuot. 
Ich rede es umbe das niht, das ich der swlde habe gepflegen. 
Das ich ie mit ir geredde oder ir nähe si bi gelegen. 

Und der Frau legt er diese Worte in den Mund (ibid. 407): 

So we den nierkeren, die habent min übel gedáht. 

Sie habent mich äne schulde in eine gröfse rede bracht. 

Si wénent mir in leiden, so si so rüuent linder in. 

Nu wissen al geliche, das ich sin fründinne bin. 

Ane nähe bi gelegen, des hau ich weis got niht getan. 

Stecheut si ös ir ougen, mir räteut mine sinne au deheineu 
andern man. 
») cajm'2/H 'Kerze' (27,14. 81,30. !)2,C5. 174,45) gebraucht Davydd 
mehrfach zur Bezeichnung einer Schönen: ca7itcyU Gwi/nedd '22.22; canuyll 
merched ij giclcdydd, 169,5; canicyll mcwn iirael, 2iö, 24 (vgl. lolo Goch 
p. 46fi); auch wohl 105,70. Damit wird der schlanke Wuchs bezeichnet wie 
in unserni Küuec Ortnit 5, 41 : 

Sie was gerechter groeze, ze beiden siten snifU, 

Gedraet als eine kerze you den armen hin ze täl. 



DAVVDU AB GWILYM. 59 

Logen auf eine ilöwe am Strande schiefst ohne sie zu erlangen, 
ja wie einer, der nach den Sternen schiefst (209, 21 ff., vgl. 15, 23). 
Ob diese Gwerfyl <lc(j. (jicaivr fal y dyJd (166, 13) etwa die von 
Gruffydd Gryg gefeierte Schöne ist, läfst sich nicht sagen. 

Verschieden von ihr scheint jene resolute Dame in Rhosyr 
oder Newhorough auf der Insel Mon gewesen zu sein, in deren 
Gunst er sich zu setzen wähnte, indem er ihr am St. Peters- 
feste zwei Gallonen Wein übersendete, die er eigens in der Stadt 
gekauft hatte (Nr. 21). Da nützte ihm nichts der Hinweis auf 
seinen Dichterruhm, der wie Glockenklang tönte. 

Clod y iiGwynedd a eddyw, 
Clyivch ef, fal sain doch yiv! 

Die Schöne läfst den Liebesboteu hart au und giefst ihm zornig 
den Wein über den Kopf. Hätte der Dichter das ahnen können, 
so hätte er ihn lieber den Kumpanen Madog Hir und Einion 
Dofi) geschenkt. Die Schöne würde wohl dankbarer gewesen 
sein, wenn er ihr llonaid ll/cy o ddirfr Umagr übersendet hätte. 
Die Aufstellung eines vollständigen Katalogs der Schönen, 
die Davydd ab Gwilym besungen hat, ist kaum ausführbar; 
indefs werden noch einige Gestalten erkennbar. 

Cadi d.i. Kätchen (Kate, Catrin, Cymmr. 9, 270) war ein 
neckisches junges Mädchen, die den Dichter einmal begeisterte 
(199, 5 f.): 

Mariv fyth yma 'r wyf fi, 

Ä'm yicae ydoedd am Gadi! 

O'm ijolwy mae mwg ivylaw, 

Cadi län, fal cawad law! 

Cariad fal plam triim y trig, 

Cadi, me ten ttvr cauedig: 

Dygum gwynfan amdanad, 

Cadi, haul goletini gwlad! 

Cerddor ivyf mewn cae irddail, 

Cadi, down rhwng coed a dail; 

Callaidd tvyd y mhob celhvair, 

Cadi, da y ccdivi d'air. 



') Vermutlich zwei, die sich eines ähnlichen Rufes erfreuten wie jenes 
sprichwörtliche Paar bei Boccaccio: 'Chi noti sa c/t'e il vino ottima cosa 
a' viventi, secondo Cinciglione e Scolajo et assai altri?' 



60 I,. CllK. STERN, 

Canu (jiculth acen y (joy, 
Cadi, meivn givyrddlivyn cocdiog; 
Myn y Tud\ ni chair, Cadi, 
Amycn air o'm genau i. 

'Icli lebe liier Avie ein Entseelter, 

Um Käte nur ist all mein Leid. 

Ein Tränenfior steht, holde Käte, 

Yorm Blick mir ^Yie ein Regengufs. 

Wie schweres Blei, so liegt die Liebe 

Mir, Käte, im verschlofsnen Turm. 

Um deinetwegen klagt ich, Käte, 

du des Landes Lichtgestirn. 

Ich bin im grünen Hag ein Spielmann, 

Lafs in den Wald uns, Käte, gehn! 

Du bist bei jedem Scherze sinnig. 

Und, Käte, hältst getreulich Wort. 

Nur Käte, gleich dem Euf des Kuckucks,') 

Ruf ich im grünen Waldrevier. 

Bei Gott! kein ander Wort als Käte 

Soll kommen mir aus meinem Mund.' 

Llwyr war der Name einer andern Dame, deren der Dichter 
gedenkt, als er einst in finstrer Nacht durch einen Torfmorast 
{pwll mawn) ritt (133, '.)). 

Zu einer sendet der Dichter den Kuckuck mit einer Bot- 
schaft (Nr. 210); er deutet iin-en Namen (íSotai') nur an: 

iS ug E, a llytlir hcfyd, 
N ag A, dtvg Injnny 'gyd. 

Ein ähnliclies Spiel-) treibt er mit dem Namen einer andern 
wohlgeborenen Dame, die gewühnlich nacli Bardensitte mit Gwen, 

') Den \'figleicli seines Lieiles mit dem des Kuckueks gebraucht der 
Dichter iiocli ein andres Mal, 111), 31 ft'. 

=) Ob Nr. l(i(! Davydd gehört, ist zweifelluift; jedesfalls sind Xr. 166— IGS 
iu den Haudscliriften selten. — Die Andeutung des Namens durch Buchstaben 
findet sich auch bei den I'rovenzalen (C. Appel, Prov. luedita 1S92, p. 82); 
aber auch sclion bei den Arabern. Abu Nuwäs sagt iu einem tiedicht auf 
einen Knaben 'Ali: 

'Abum ica Idmun wa jäun 
Mallhatu 'l najamäti. 



DAVYDD AB GWIIA'M. (31 

einem 'llysenw', bezeichnet wurde, aber eigentlich Hiinvdd 
liicfs (Nr. ICG). Die Verse, die den Namen HUNYD ergeben: 

ü sy' fry, H hy hoytven 
A thair D ag Y ag N — 

sind in einem zweiten Gedichte auf dieselbe Schöne, in dem der 
Schwan der Liebesbote ist, vielleicht impassend, wiederholt 
(190, 15). Nach diesem Gedicht scheint es, als sei Hunydd aus 
Tal-j--llj-n und wohne in Cemmaes, was hier kaum einen der 
acht Cautref von Dvved oder Pembrokeshire bedeuten kann, wie 
W. Owen angibt. Der See Llyn Safaddon oder Syfaddon. der in 
dem Gedicht genannt wird (190, 8), liegt in Brecknockshire, und 
in der Nähe findet sich Llanfihangel-tal-y-llyu. 

Nicht nui" zu schönen Mädchen im Süden und im Norden, 
sondern auch zu verheirateten Frauen erhebt der Dichter seine 
Augen. Ein Beispiel ist die Dame aus dem Tale Dol, bei der 
er eines Tages schüchtern eiuti'at, um sie zu bitten, daCs sie 
ihn annehme (Nr. 191). Wenn sie ihn erhört, so will er ihren 
Ruhm hüben und drüben singen und er verspricht sich schöne 
Tage mit ihr. Das Gedicht ist jedoch in Handschriften selten. 
Ein anderes Beispiel ist Elen, die Frau eines Kaufmanns 
Robin Nordd in Bro Eithindau (17, 17 ff.): 

Elen chwannog i olud, 

iy anrhaith ar lediaith lud, 

Brenliines, arghryddes gwli'm 

Brcthyndai hro Eithindan. 

Die Engländerin scheint mehr geldgierig als willfährig gewesen 
zu sein: ein jüngerer Bewerber i) wäre nötig gewesen als es der 
Dichter war; aus Gedichten machte sich die Dame nichts und 
er bekam hier leichter gute Strümpfe (hosanau)'^) als sonst etwas 
imd gab sich damit zufrieden. 

Das Verhältnis, das er mit einer Schusterfi-au Madrydd 
anknüpfte (Nr. 169), bot auch wenig Aussicht, so lange der Mann 
lebte, dem er übrigens ein kurzes Leben wünscht. Besser ein 
barfüfsiger Dichter, meint er, als ein Schuster mit seinem 



•) Dyn ieuanc oedd raid yno, liest Pughe, Grammar p. 51. 

2) Vgl. hosati 46,47. 148.27. Strümpfe (obwohl schon in den Mabinogion 
RK. 1,49. 153f. vorkommend) scheinen lange fremdes Fabrikat in Wales ge- 
wesen zu sein. Nach einer Xotiz vom ,Tahre 1411 soll ein verschlagener See- 
mann sie stricken gelehrt haben (lolo Mss. 67). 



62 L. CHR. STERN, 

schmierigen Leder. Weiteres ist über diese Camvyll merched 
y gwleäydd nicht bekannt; sie war aber wohl ähnlich jener in 
Piers the Plowman 1, p. CO ed. Skeat, von der es heifst: 'Sesse 
the souters wj'f sat on the benche', d. h. auf der Bierbank. 

Man weifs nichts über jene Gwenhwyvar von der Insel 
Mön, die den Barden bei ilirem Gatten verklagt haben soll. Es 
scheint, sie habe ihm so freundliche Blicke zugewoi'fen, dafs er 
sich alles Ernstes in sie verliebte. In seinem Schmerze schreibt 
er in einem übrigens seltenen Gedichte (148,1111.): 

Dduw gtvyti! fcddyg einioes, 
N'ad i ferch niweidio foes! 
Ancr ivyf fi 'n c'iveirio ei fedd, 
Ond aros niyn'd i orwedd; 
Oni hat wyneb etvyn, 

E fuasai 'n hwy foes na hyn; 

Fe caid a'm dieneidiodd, 

Mi gaivn fun metvn amgcn fodd. 

'0 sel'ger Gott, du Arzt des Lebens, 
Lals nicht ein "Weib verderben mich! 
Ein Eremit, sein Grab bereitend, 
So hari-e ich zur Ruh zu gehn. 
Wenn nicht das zarte Antlitz wäre, 
Würde mein Leben länger sein. 
^^^enn einer mich ums Leben brächte, 
War eine mein auf bess'i-e Art.' 

JJnswydd fum y nos hcddyw 
A nofio mór yn fy niyw, 
Fal llong foel a ollyngir, 

1 h'le tyn,^) heb tveled tir; 
Twrch a'i dß dan -freichiau dar, 
A gae fdgivn gafaelgar, 

A mal) i ddivyn vi y ddau 

Oll feien cynllyfanan. 

Ni ddetyd niebyd, em ais, 

'Y"^) nhrcm o'r man y'^) rhwymais. (ib. 45 ff.) 

'So finde ich mich heute Abend 

Als schwamm ich lebend durch das Meer; 

•) y tyn B. >) mo B. ') i A, ci BC. 



PAVYDn AH GWILYM. G3 

Ein inastlos Schiff, das losgelöst ist, 
A\'ohin es treibt, kein Land in Sicht; 
Ein Eber in dem Eiclienstande, 
Von zähen Rüden diclit umstellt, 
Die dann ein Bursche hinter beiden 
Zusammen aus den Koppeln läfst. 
Nicht löst die Jugend mir, o Teure, 
Den Blick von dort, wo ich ihn band.' 



M r V u d d. 



Häufiger als irgend ein andrer Frauenname kommt Momidd 
in den (ledichten DaA'ydd ab Gwilyms vor; sie ist die eigent- 
liche Königin seines Gesanges — 'di cui conven che 'n tante 
carte scriva'. Gleichwohl ist es schwer sich von ihrer Gestalt 
ein deutliches Bild zu machen, so unbestimmt und unentschieden 
sind alle Andeutungen, die mau über die Verhältnisse der viel- 
gefeierten findet. 

Über die Heimat Morvudds geben die Gedichte, die an 
sie gerichtet siud, sehr spärliche Nachricht. Sie heilst öfter 
Morvudd Llwyd 37,48. 68,42. 85,42. 88,37. 92,66, und nach 
einer Stelle 74,5 wäre sie eine Tochter des Madawg Lawgam.i) 
Sie wird bestimmt als eine Nordwaliserin bezeichnet: Hon o 
Wynecld a lienyw, Hehddi ni hyddaf ß hijiv, 24, 25 (vgl. 56, 17. 
67,15). Vielleiclit war sie "die Kerze von Nordwales' (canhwyll 
Gwynedd), die der Dichter im Chore von Bangor erblickte 
(22, 5 ff.). Aber ob sie von der Insel Mön ist: Fön gynt yn 
firyn a gaid 88, 2, bleibt doch zweifelhaft, da die beiden letzten 



') Ganz verschieden von dieser Morvudd ist eine Alte gleiches Namens, 
die den Dichter in einem unedierten Gedichte in der Kunst der Liebe unter- 
weist. Es beginnt: 

Morfudd ferch lorwerth gerth gain, 

Wyr Fadog rywiog riain, 

Ti yiü '}• wenfun taer iaicnferch 

Ysydd feddyges i serch. 

iloes dy gyngor am forwyn 

I mi, fy ngicrach fantach ßvyn. 
Nach Kep. 1,71 heilst die Angeredete vielmehr Käte: 

Kat ferch lorwerth ddyn gerth gain. 



6 t L. CIIK. STERN, 

Verse dieses Gedichts, die sie erwähnen, vielleicht nicht dazu 
gehören. Ist das Gedicht von der Pilgerfahrt nach ilynyw 
oder St. David's (Nr. 33) wirklich auf Morvudd zu beziehen, so 
würde auch dieses Mön als ihre Heimat bezeugen. Sonst heilst 
sie y fun o Eithin-fynyää 31, 1. Eine Botschaft an den Dichter 
schickt sie 45, 7 aus der Stadt Caer d. i. Chester und befindet 
sich sonst vermutlich in Caer yn Arfon (Carnarvon) 54, 27 und 
Is Conwy 90, 25. Aber andere Spuren weisen nach dem mittleren 
"Wales, namentlicli nach Cardiganshire, und selbst nach Glamorgan. 
Der Dichter bittet die Welle des Dyvi (Dovey) Morvudd durch- 
zulassen, die er in dem dichten Haine von Lianbadarn erwartete 
(41, 30). Wir treffen sie auch in Glan Gw.y 54, 45 — das ist 
doch am Wye, einem NebenÜusse des Severn, und vom Ufer des 
Dyvi wird sie an das des Tav in Glamorgan geladen, in die 
Nähe der Besitzungen Ivors. In dem Gedichte Nr. 63, wo der 
Dichter seine Fahrt zu Morvudd beschreibt, gibt er uns eine 
ganze Topographie von Glamorgan: Celli y Meirch, Eleirch, Celli 
YleJdgu, Maesaleg. Bergul Avon, Bwlch meibion Davydd. Camallt, 
Rliiw (vgl. Ehiw Eheon 216,3), Pant CwcwU, Castell Gwgawn, 
Adail Heilin, Llys Ivor, Nant y Glo,') Gwern y Talwrn. Au einer 
andern Stelle nennt er Morvudd 'den Stern im Kreise von Nant 
y Seri (Seirc)' 17,2; das ist wohl ebenso in Südwales zu suchen 
wie Coed Eytun 84,2 oder Eutun 114,52, wenn auch der Name 
Eyton noch in Denbighshire erhalten ist. Nach ihrer angeblichen 
Verheiratung erscheint die Dame in Rhinwallt 72, 39. Vergebens 
aber sucht man alle diese Ortschaften auf der Landkarte. Nach 
so mannigfaltigen Angaben ist es schwer, Mor\aidd irgend einen 
Teil des Fürstentums als Heimat zuzuerkennen. 

Auch über ihre äufsere Erscheinung bieten die Gedichte 
wenig Anhalt. Sie war wie Petrarcas Laura eine blonde Schön- 
heit. Der Dichter vergleicht ilir Haar-) mit dem Ginster {hamuli) 
und der Ringelblume {gold), es hatte die Farbe des 'NA'achses 
und des Goldes (68, 9 ff.). Vielleicht ist sie die gelbhaarige 
{mclcn ei givallt) 254,32; die goldhaarige in Nr. 35 und die 
blondhaarige weinrotwangige 56, 1. 24. Einmal bezeichnet er 
sie als moricoryn rhudd 'eine rotglühende Kohle' 20,18, und 
lliiv morworyn ist bei ihm auch die Farbe des Fuchses 182,34. 



') Nautyglo lieil'st nooh ein Dorf in MoiiiiKHithshire bei Newport. 

■■') .Vhnliclie Vergleiche lial Klivilderch ali leiian Llwyd (V lirytliou .'i,34:!). 



»AVYDD Alt OWILVM. Cut 

Das Gedicht Nr. 25, das sich mit Nr. 7 ') mehrfach berülirt 
(7, 15 = 25, 20), küimte daher iramerhiu, wenn es überhaupt echt 
ist, auf das Haar Morvndds zu beziehen sein, die der Dichter 
am .Tühanuisfeste «jesehen hat. Geht das Gedicht über Morvudds 
Kopfputz (Nr. 26) wirklich auf sie, so nnU's sie einer vornehmen 
Familie angehört haben; sie trägt einen Ring an ihrer schönen 
Hand (Ihac fodncy-faich 37,7), und 28, IG ist von ihrem Schlosse 
die Rede, cyrch ysium caer ei chasttll. 

Der Dichter war, wie man aus Nr. 117 schliefsen darf, 
erheblich älter als seine Angebetete. Neun Jahre hat er sich 
um Morvudd gesorgt (48,4); ja, wenn 77,32 auf sie geht, so 
sind es gar 1 8 Jahre — eine lange Zeit, wenn man an Properzens 
'Quinque tibi potui servire fideliter annos' über Cynthia denkt. 
Nur Petrarca verbrachte gleichfalls 18 (Son. 207 in vita) oder 
20 Jahre in Tränen und Seufzern (Son. 158 in vita) um Laura. 
Aber au einer andern Stelle 249, 35 spricht Davj'dd nur von 
einem oder zwei Jahren, dafs Morvudd seine Gedanken beschäftige. 
Und eine andere Schöne hat er 7 Jahre umworben (97, 2), was 
wieder an Petrarcas Beharrlichkeit erinnert: 'Sette e sett' anni' 
(Son. in vita 69). 

Es scheint, dafs Morvudd eine Zeitlang im Kloster gewesen 
ist. Der Dichter sendet (in Nr. 11) seinen Boten an die Marien- 
jungfi-auen (merchcd Mair) und heifst ihn die Glöckneriu und 
die Äbtissin täuschen und die Ueian ddu zu ihm ins Haus 
führen. Er nennt die heiligen Fräulein climorydd hedydd hob im \ 
i Forfudd araf eitrfun 'jede eine Taufschwester Morvudds, des 
sanften Goldweibes'. Der Ausdruck merch fedydd 3Iai kommt 
sonst 24, 2 vor.-) Eine ähnliche Anspielung findet sich in Nr. 31: 
Die ihm alles ist, die er liebt, liebt ihn nicht; sie ist zum Spiel 
nicht aufgelegt, sie liebt Maria und die Heiligen und Gott, aber 
hat kein Vertrauen zu ihm. Sie kennt keine Uukeuschheit und 
■will weder ihn noch einen andern. 

Wir erfahren nicht, wie der Dichter es anstellte, dafs er 
sich j\Iorvudd nähern durfte, aber er konnte sich bald einiger 
kleineu Gunstbezeuguugen der Geliebten rühmen. So empfing 
er einstmals aus ihrer Hand einen Birkenzweig (cae hediv), der 



') Das Gedicht 7 ist bis zur würtliclien Entlehuuug benutzt woiJeu 
von Davydd ab Edmwnd (Gorchestion p. 123 if.). 

') Vgl. brawd bedydd, Cymdeithas Llen Cymni 3, 40. 

Zeitjchrift f. celt. Philologie Yll. 5 



66 L. Cllli. STERN, 

ihm werter war als ein Goldgeschnieide (Nr. 43); er nennt sie 
dalier seine Goldschniiedin {curyches y cae mangoed), ein Aus- 
drnck, den sich ein späterer Dicliter angeeignet hat (euraches 
(jicydil, Ceinion 1, 165). Ein andermal schenkte sie ihm einen 
Birkenhut (hct fahr), der ihn zu einem Lobe der Birke begeisterte 
(Nr. 85). Das Symbol von der Birke galt nach dem Minne- 
brauche der Zeit als eine Auszeichnung und bildete den Gegen- 
satz zu dem Haselzweige. Als er aber einstmals die Geliebte 
um ein Gewinde aus dem Grün des Waldes bittet, findet sie es 
grausam die Birke ihres Laubes zu entkleiden; sie beschenkt 
ihn vielmehr mit einem bunten Krauze von Pfauenfedern, der 
ihren Dichter nicht weniger erfreute (Nr. 57): 

GarJawnt cystal äg eurlen 
wisg paun i wasgu pen. 

Alle Leiden, die der Liebende durchzukosten hat, hat der 
Dichter in seinen Gedichten au Morvudd geschildert. Er ana- 
lysiert die Gefühle, die ihn bewegen, wie in dem Gedichte Nr. 23, 
das er durch eine Betrachtung über das Herz einleitet: 

le galon hengron hach,^) 
iJdiercs chiracn ddiciriacli! 
A fu dryll fuy ei dmllaicd 
Na thydi, gweJiydd-dß givawd'f' 
Fahleres, niymves a'i maeth, 
Pentryn gyhyryn hiraeth! 
Gron feriiyn, rliy dericyn daer, 
Cruglwyth mcddyliau croyuglaer, 
LJouydd fydd fodd difoesach, 
Llenni y hydd — Ihm wy bach. 

'Du kleines Herz mit rundem Kopfe, 
Natürlich regelrecliter Puls! 
Mehr hatte uie ein Teil zu leiden 
Als du, der Dichtung ^Vebgemach! 
Es nährt die Pilgerin ^) der Busen, 
Der Sehnsucht Muskel, weifs von Haupt. 



') Oi galon vergronn vach, Eep. 1, 383. 

') Der Dichter nennt das Herz eine Pilgerin, etwa wegen seiner Deunit': 
Vgl. wyneb palmyr, 171,47 (\'ur. tcyneb dincrth). 



DAVYDÜ AB GWILYM. (W 

Du kocheud Bund, so heits und mächtig, 
Gedankenvorrat, einfacli klar. 
Geruhig und doch ungeberdig, 
"Wie voll — du kleine Eigestalt!' 

Indem der Dichter dann darlegt, wie die Sehnsucht vom Gedanken 
zum Wort und zur Tat fortschreitet, erblickt er uierin die Wurzel 
der krankhaften Zustände, unter denen er mehr als ein anderer 
zu leiden hat: 

Hynny yiv guraidd yr^) heiniau, 

Hoenswydd faivr, hynny fsydd fau. 

Die Sehnsuclit jagt ihn wie einen Verbannten und seine Leiden- 
schaft ist nicht vorübergehend (24,1511'.): 

Hericr glän lieh alanas 
Heno wyf i'w phliiyf a'i phlas.-) 
Hi a roes, er') garuioes gwr, 
Hiraeth dan fron ei herwr; 
Ilicy trig na*) nwr ar y iraeth, 
Herwr Given yn ei hiraeth. 

'Ans ihrem Haus und der Gemeine 
Bin ich verbannt, von Frevel rein; 
Sie legte rauhe Mannesqualen, 
Sehnsucht in des Verbannten Biiist. 
Und länger als das Meer am Strande 
Harrt in der Sehnsucht, der verbannt.' 

In erbarmungswürdigen Seufzern machte sich der Schmerz in 
seinem Innern Luft, so führt der Dichter in dem Gedichte Nr. 27 
aus, das ich ganz hersetze, weil es Davj'dds Humor und seine 
echt celtische Freude an der Hyperbel veranschaulicht. Mehrere 
Vei-se mufs man allerdings wohl als spätere Zusätze bezeichnen. 

Uchcnaid ivedn aflednais 
A'm pair heb ami =) i'm pais, 
Uchenaid oer ryniad ran 
A dorres yn bedeir-ran.'') 



') et A, ein B. -) Die beiden Verse fehlen iu G. heddyw 31. 

') ond G, arwloes i wr M. 

*) na ')• M. ») ynni A, yni BG. «) Vä. 3—4 om. GM. 

5* 



68 li. CHE. STEUN, 

5 Bron a'i deil,^) hryii y dolur, 

Braidd na'm hyllt «'i^) gortnjllt (jur. 

Nythhryih calon! bron a hryd^) 

O'i trag ocliain ni fag iechyd*) 

Cyfyd rhyw son ohonof, 
10 Cyfing^) cawdd o nthring cof; 

Cynmvrf mynives, diles dnyll, 

Cynnar ddiffoddaraig *) canicyll; 

Vchenaid, lifaid lafur, 

O'i hlaen a dyr maen o'r imtr.') 
15 Ca/cad yir o flaen cyirydd,^) 

Cae niid o'^) hir feddui fydd. 

Bhiain a'i pair, gair gonnjn,^") 

Bhuad tost yiv ar hyd hynA^) 

Pawb a dcbyg pan ddigiwyf, 
20 Fe hai ddysg, mai pihydd icyf; 

Mae anadl micy ynof 

Nag y nghan meginau gof. 

Giracth na giryni helynt liydref 

O'm chwyth — y mae yn chivith cp'^) 
25 Airel glaw i grinaiv grau, 

Gwynt yw e/"i'0 hydrcf hocdran. 

Ni hu loenith na niihid 

Wrih hon, pan fai Ion o ?/<?.") 
Uthr fy sn-ydd er ys'^'') Ihryddyn, 
30 Führ Morfiidd ni'm dyhiidd '^) dyn. 

■) dyly AB. 
') nr Cj'friuach p. 42. 
") O.nythlwyth calon bromi hrid G. 
') yn athlach (e.thlych), o annoethlid O. 
') cyfyd B. Icyfrin a drykhin kof M. 
«) ddifodiad Cyfr. Zu gwraiy vgl. 9!), 37. 
') Vs. l;!— 14 om. GM. 
") Cawod drowynt cyivydd A. 
") Kwmwl M, niwl dwl B. 

'») y'm c6f, pair gofyn G. Rhiain fy vylutf am yofyn Cjfr. 
") yw ar hyd dyn BG, am yr hud liynn C.vfr. 
") Vs. 23—24 om. GM. 
") Ef yw ywynt AB. 
") Vs. 27— 2S om. GJI. 

"■) Uthr yw m' Cvfr., a thorit fy G', A thrht fy AB, crs ABG' 
") dyiidd Rep. 1, 429. 



DAVYDD AB GWILYM. 69 

'Ein Seufzer, tief und ungeheuer, 

Hält sich in meinem Rocke ') nicht; 

[Ein Seufzer, die Gestalt dm-chfurchend, 

Zerbrach wie in vier Teile mich.] 
5 Die Brust umschliefst ihn, Schmerzes Easen, 

Mich spaltet fast das ^\ilde Weh. 

Nest des Herzens, Brust und Denken 

Macht leeres Seufzen nicht gesund. 

Die Stimme hallt, verhaltnes Grämen 
10 Von seltsamer Erinnerung; 

Des Busens Aufinihr, eitle Täuschung. 

Löscht meine Kerze zeitig aus. 

[Ein Seufzer, di'ingend. laut ertönend, 

Bricht aus der Wand vor ihm den Stein.] 
15 Es strömt ein Schauer vor dem Liede, — 

Viel Grübelei, ein Nebelfeld.^) 

Das tat ein Fräulein, heilig Wort ist's, 

Ein heftig Stöhnen folgte drauf. 

Es meint wohl jeder, wenn mü- weh ist, 
20 Zu einem Pfeifer war ich gut; 3) 

Ich fühle stärkern Atem in mir 

Als in des Schmiedes Blasebalg.^) 

[Aus mil- bläsfs schlimmer als einherfährt 

Oktoberwind, so unheilvoll;] 
25 Der Regeusturm macht Wangen schi'umpfen,^) 

Unseliger OktoberwiudI 



') Vgl. dijn a'i boen dan ei bais, 256, 48. 

^) cae niicl ist aus der Geschichte von Geraint ab Erbyn bekannt 
(KB. 1, 291). 

') Dies erinnert au das Sprichwort: Digu paicb o anadl ij pibydd 
(MA. 849 b). 

•*) Die Bnist als Blasebalg erkennt namentlich die italienische Sprache, 
'luvidia muove il montaco ai sospiri', sagt Dante (Purg. 15,51) und dem Aus- 
druck 'l'affollar del casso' (24,72) liegt dieselbe Vorstellung zugrunde. 

^) gran ist die Wange am Augenlid, wo sich die Fältchen zuerst ein- 
stellen: auch am inuera Augenwinkel, wo die Tränen flielsen 128,7; oder an 
beiden über der Wange: Lliw 'r gicin, lliw eiry gweunydd, | gerUatv ei gran, 
yio lliw ')■ grudd, 193,9; wo auch der folgende Vers zu lesen ist: a'r gran 
megis y manod (nicht graen) 193, 11. Ebenso grayinau cwyr mewn grynniau 
calch 8,37;' aber 120,31 schwankt die Lesart: gran grymvyf (^dj. gwan 
gicynnicyf), ebenso iu 74, 23. 



70 L. CHK. STERN, 

[Der Weizen und der Worfler wären 
Nichts gegen den in seiner A\'uclit.] 
Seit einem Jahre geht's mir seltsam, 
30 Nur Morvudd mich besänffgen kann.' 

'Tödte deinen Barden nicht und lache seiner Qual nicht!' 
sagt Uavydd in einem andern tíedichte (Nr. 217). 'Befreie mich 
aus meinem Elend, Morvudd, nur mit einem einzigen Worte!' 

Aus dieser Stimmung ist auch das Gedicht Nr. 79 hervor- 
gegangen, das Gehet zu der heiligen Dwynwen von Llanddwyn 
auf der Insel Mön, von dem ich schon gehandelt habe: 

Olli chäf, hyddaf hytv, 
Forfudd — Ihjna oferfyw! 

'Wenn ich, so lange ich hienieden lebe. 
Nicht Morvudd habe, ist mein Leben leer.'i) 

Der Dichter bestellt sein Herz wie einen Acker um Mor- 
vudds Liebe zu ernten, so führt er in Nr. 30 aus. Nach dem 
toten Wintermonat wird seine Brust gepflügt, die Pflugschar 
steckt ihm im Herzen. Es kommt die Zeit zu säen; drei ]\Ionate 
harrt er nach den Maikaienden, aber Wind und Wassernot 
hindern die Ernte, und es gelingt ihm nicht die Feldfi-ucht 
zwischen zwei Schauern einzubringen. Hübsch deutet er das 
Gleichnis vom Landmaun (htvsmon), dem ein Mädchen allein ihre 
Liebe schenken will, in einem andern Gedicht (Nr. 200). Er ist 
der erste Laudmauu in Meirion, d.h. unter den Barden: sein 
Pilug ist die Liebe, seine Pflugschar das Gedicht, seine Halfter 
die \'erskuust, seine Joche die ^'erabredungen, das Werk des 
Herrn ist die Poesie und der Knecht ist der Liebesbote; die 
Ernte aber wird er von der Schönen gewinnen. 

Er wird sterben, wenn er nicht Morvudd besitzen soll, und 
sie wird an seinem Tode schuldig sein. Diesen (bedanken wieder- 

*) Die schwierige er.ste Zeile scheint mau richtiger Dwynwen deigr- 
arien degicch zu lesen. Ich trage noch einige \'arianten zu dem Texte 
CZ. 6, 228 nach: Vs. 4 druan-ddynion, S yno (statt ynddo), !) yw (statt ^)i), 
11 foer (statt oer), 12 yn ysig gan serch, 13 o zu streichen, 23 Duw fii ith 
wadd or raddef, 24 icnaf (tcnä?), 27 ni ddeil, 28 Poeth ddragwu, 3ö Duw 
nith, 43 perid, 44 ay hirddydd. 49 iawn d<lawn, 51 ooywryu; öii o (statt os), 
57 Bydd eriol ar greddfol gred | ar nn iraidd. Die Fassung der Handschrift 
in Aberystwyth, der diese Lesarten entnommen sind, ist kürzer: es fehlen ihr 
die Verse 17 f. 25 f. 29-34. 39-42. 47 f. 53 f. 



DAVYDU AB GWILYM. 71 

holt der Dichter in einem seiner bekanntesten Gedichte*) (Nr. 32; 
vgl. Cymmrodor 2, 118 f.), wo er poetisch seine Bestattung schildert. 
Sein Grab wird im Grünen unter Birken und Eichen sein; er 
wird auf einem Leichentuche von frischem Klee, mit Blumen 
beJeckt, auf einem Laubschreine ruhen, der auf einer Bahre 
von acht Zweigen steht. Die werden tausend Möwen tragen 
und das Volk des "W'aldes wird ihm das Geleit geben. Der Hain 
wird seine Kirche sein und zwei Nachtigallen die Heiligenbilder 
darin. An einem Felde sind Altäre von Backsteinen und ein 
Chor; dann kommen Mönche, die in der Nachtigallkirche lateinisch 
lesen, und der Kuckuck wird für seine Seele beten, auf einem 
grünen Baume gleich einer Orgel; man spricht Paternoster, Hören 
imd Psalmen. An seinem Grabe werden Messen gelesen imd 
Besuche abgestattet, und Gott wird seinen Dichter ins Paradies 
bringen. Dies Gedicht ist wohl auf Morvudd zu beziehen, ob- 
wohl ihr Name darin nicht genannt wird. In ähnlicher Weise 
werden auch in dem Gedichte Nr. 45 der Drossel und der 
Nachtigall priesterliche Funktionen verliehen. 

Es war dem Dichter endlich beschieden seine Morvudd zu 
gewinnen und die Seligkeit beglückter Liebe in manchem Ge- 
dichte preisen zu können. "\Vii-d sie kommen? fragt er besorgt, 
wird sie die dichte Birkenlaube, von dem Maivogel geleitet, auf- 
finden? (Nr. 46). Er sagt in einem dieser Idylle, Nr. 49, 19 ft".: 

Manodliw ddfjn munud-loyw, 
Morfudd Iman ddeurudd hoytv 
Ahn duUmodd, be'-) limodd, bti hy', 
Dal- dal y nghongl y deiJdy; 
Daliud cnim o gariad') coeth 
Dan arddwrn dyii ditveirddoeth.*) 
Da oedd yr haul^) uivch daear, 
Dal i'm cylch dwylaw a'm car. 
Dogn oedd im' o'ni hylym hwyl 
Dewr goler serch dirgelioyl;^) 
Nag aur"') coeth, myn y givir Nér! 
Gwell i'm^) co'l gall a'm coler 



') Es findet sich auch in dem italienischen Corpus von M. A. Canini, 
Libro deir Aiuore 1,580 (1885). 

2) o)i(i -AI. ') cwlwni cariad XB. ') ddiwcir ^. ^) hiL-ylTü. 

») Diese beiden Verse om. Jl. ') Xa gair M. *) o'm M. 



72 h. CHR. STERN, 

Am tvddw' bardd^) hun hardd-lun, 
Llai na baich oedd hefr-fraicli him; 
Govts dust goreuwas clod 
Gorthrech, ni ^) tvnáf ei gwrthrod. 

'Die Sonne Morvudd, weifs ■nie Schneestaub. 

Von Mienen strahlend, wangenfrisch, 

Hielt mich umfafst, war's leicht, doch traulich, 

Im "Winkel einer Laube dort; 

Es schürzt der lautern Liebe Knoten 

Die Keusche unterm Handgelenk. 

Schön schien die Sonne auf die Erde, 

Die Arme hielten liebend mich; 

Ein Halsband der verschämten Liebe 

Ward meiner Kühnheit da zuteil. 

Das zarte Brust an Brust, bei Gott! war 

Mir lieber als das lautre Gold. 

Die Wohlgestalt, die schönen Arme 

Beschwerten nicht des Barden Hals, 

An des berühmten Liebsten Ohre — 

Dem Druck entwinde ich mich nicht.' ■') 

Der Wald ist die Stätte, wo er die seligsten Stunden der 
Liebe durchlebt. Ein anschauliches Bild von diesem Glücke 
entwirft das Gedicht Nr. 252, das indefs zu wenig altertümliche 
Farbe hat, als dafs man es Davydd beilegen konnte. 

C'los a gefuis, das gwiwfardd, 
CoedbiU lioijw caued-bdl hardd; 
Clusgdl dan dew frig glasgocd, 
Glos y nlior Ihvyn, cnddlwyn coed; 
5 llan ucho 'inhell nienm adiel, 

Mcwn y llicyn coed, mau Uawn cd; 



•) Llathr i berfardd M. 

') na B. gorfhorch M. So liest auch Jüliu Davics im \Vürlerlniclie s. v. 
gorthorch, wo er das Gediclit, wohl irrtümlich, dem lolo beilegt. Er bietet 
auch gwrlhod statt gwrthrod; jenes ist freilieh ein bekanntes Wort (RB. 1,11- 
30. 144. LA. 11-4), aber in dem Verse kaum zulässig;. Eine Handschrift läfst 
die beiden letzten Verse aus. 

') -ihnlioh 140, ITff., wo indel's eine Handschrift erheblich abweicht. 



DAVVDD AB GWILYM. 73 

Mwyn-fan i fardd a mein fetch, 

Meudwyfan, plas eman serch. 

Minjn ar gryndivyn gwyrandardd, 
10 'Y myd yw V man hyfryd liardd; 

Yno 'r aivn yn yr ynial, 

Forfudd deg ysplennydd dal! 

Mae adar givlad haradwys, 

A'n ion glaer, ar y twyn gltvys; 
15 A'n cydgainc yn gwaii^) coedgerdd, 

Hyd y coed yn kudo cerdd. 

Mae cog, annifiog ei nad, 

I'll sirio y mac 'n siarad; 

Ceiliog micyaich, á halcliiaith, 
20 A min yn son iesin iaith; 

A gtvawd llinosod mcwn givig, 

A bronfraith ffraeth ar brenfrig. 

Awn, Forfudd, yno, f'eurferch, 

I'r llwyn eel, plas argel serch. 
25 Caivn sedd lliw can i'n 'syddyn, 

Cain wiail a glasddail ghjn; 

Caun ively fry 'nghoed y fron, 

Wiwloer, o'r cynddail irion. 

Cariad yiv 'n stvydd, rhwydd i'n rhan, 
30 lauii guru yn y gwyran; 

O'th gá' 'nghariad i'm adail, 

Tra bo 'r haf nid äf o'r dail.'^) 

'Icli fand im Hag ein Barden-Eigen, 
Wie eine Waldburg- dicht und schmuck. 
Von grünen Zweigen eine Klause, 
Im innern Hain ein Laubversteck; 
5 Da droben fern ein Ort zu lauern, 
Gebüsch, das ganz Verborgenheit, 
Ein lieber Platz der Maid, dem Barden, 
Einsiedeis herrlich lliunehaus. 
Das Gras spriefst auf dem kleinen Hügel — 
10 Ein lauschig Fleckchen, meine Welt. 



') ywae. B. — Gwaii (statt gweii) ist moderne Schreibung, die auch 162, 32 
und, wie hier in der oben (S. 19) erwähnten Bedeutung, 148, 6. 258, 2i vorkommt. 
■) Vgl. Tra fo (Var. bo) haf nid df o'r dail 83, 30. 



74 L. CIIK. STERN, 

Dahin, o Morvudd, liell von Stirne, 

Tjais in die Einsamkeit uns fjeliu! 

Auf dieser liebten HOh sind Vöglein. 

Klarstimmig, aus dem Paradies; 
15 Und unsre Melodien ver woben 

Dem Zauber dieser "Waldmusik. 

Da plaudert um uns zu erfreuen 

Der Kuckuck mit dem sauften Ruf; 

Tu seiner Sprache lieblich redet 
20 Das Amselhähnchen stolzen Tons. 

Im Wipfel sitzt beredt die Drossel, 

Der Goldiink dichtet im Gezweig. 

Auf! in den Hain, o gold'ge Morvudd, 

In der verschwiegnen Liebe Haus! 
25 Lafs uns am heitren Sitze rasten. 

Im Busch und grünen Laub des Tals! 

Lafs uns uns betten auf der Waldhöh 

In Erstlingszweigen, lieber Mond! 

Uns wird zuteil die freie Liebe, 
30 Die rechte Minne in dem Grün; 

Hab ich mein Liebchen in dem Baue, 

Bleib ich den Sommer lang im Laub.' 
Das Gedicht ist nicht von Davydd, ebenso wenig wie Nr. 250, 
wo der Dichter als Anachoret im Haine lebt und seinen Schmerz 
allein trägt, oder wie Nr. 251, wo er viel sinnlichere Farben 
aufträgt. 

Dagegen hat die Merkmale der Echtheit das Gedicht Nr. 78, 
von dem jedoch nicht feststeht, ob es auf Morvudd zu beziehen 
ist; denn in manchen Handschriften (wie Eep. 1, 457) fehlt der 
Name, abei- nicht im Texte von Rhys Jones. 

}' Ibvyn bcdiv di-annedwijdd, 

Lie da i aros lliw dijdd; 

Lhvyhr eiryhr^) glasivyhr-) glwyswiw,^) 

LIeii ddail wich ') gwiail gicin: 
5 Llen gel merch a'i gordderchwas, 

Llaicn glod ydyw 'r llwyn glas; 

Lie cynnes iarlles eurllen, 

Lie cyfiaiih broiifraiih ar hren. 

1) 'ivyhr A. -) yladicybr B. ») ylicydiw A. ') llathr G. 



DAVYDD AB GWIIA'M. 

Lie glinjs hron, lie glas y brig, 
10 Lie (Icuddgn er Hid Eiddig; 

Caf'iis ') ryw geidwad aduil 

I'r lien deg ar y llivyn dail. 

Eos glwysgerdd is glasgoed, 

Arivydd cijfanneddrtvydd coed;'') 
15 L'dfardd eriocd nieten cocdwig 

Ar Icthr hron ag ir laihr brig;^) 

Pair clod *) ar oror pare glas 

Farlivr o'r irddail piirlas. 

Gwnann ystafell meivn celH'^) 
20 Wyrydd'^) o newydd i ni; 

A') liiindy a gtiehj gwiw 

A glasloft't o fedw gltcysliw. 

Cicmpas fedw a gedwir, 

Conglaii cadeiriau coed ir; 
25 Lie daw meinwar o gariad 

I dij dail waith Duw Dad; 

Capel glwysfrig ni'm digiai 

ddail irgyll menfyll JUai."^) 

Dyhuddiant fydd y gnydd gwiw, 
30 Dihiiddygl o dy Jieddiw. 

daw y fnn i dy fan, 

1 dy fun y dof i)inuu.'^) 
Dinllues eos^*') adainllwyd, 
Lluttai ddcchreii Mai im' wyd; 

35 Bid ") nerth ar ael corberthi, 

Giniá ddydd rhwng Morfudd a miS') 

'Dei- Birkeuliaiu, beglückte Stätte, 
Drin harrt sich's wohl des Tageslichts; 
Ein leichter Pfad, grün schimmernd, traulich, 
Und Laubbehang an dem Gezweig. 
• Es birgt die Maid mit ihrem Buhlen, 
Preiswürdig ist der grüne Hain; 



1) cerais AB, eurllen B. ^) Vs. 13 f. om. Gorch. 

^) ar ael hron, er arail brig A. '') glod A. 

') Gwná ystafell neu gelli G. *) Gicinwydd AB. 

') om. B. «) O goed mentyll, tefyll tai G. 

') Vs. 31— 32 om. GB. '") yr eos fain A. 

") Bydd AB. '^) Bydd ddiwid 'y myd i mi Kep. 



íO L. CHU. STERN, 

Darin behagt's der gold'gen Gräfin,') 
Da schwätzt die Drossel auf dem üaum. 
Auf anmutsvoller Höh, im Grünen 

10 Verweilen zwei dem Tropf zum Trotz; 
Er fand des Baues einen Hüter 
Für dieses Haines schönen Flor. 
Die Nachtigall, im Laub melodisch. 
Bezeugt es, dafs der Wald bewohnt; 

15 Sie trillert bardengleich in Zweigen, 
Am Hügelhang, im AVipfelglanz. 
Berühmt macht dieses Parkes Halde 
Ein Saal von frischem, reinem Grün; 
Lais uns im Haselwäldchen schaffen, 

20 Das neu ergrünt ist, ein Gemach; 
Ein Kämmerchen mit schönem Bette. 
Den Obersaal 2) im Birkenschmuck; 
Den lü-eis der grünen Birken pflegt man 
Mit Eckcheu, die zum Sitzen recht. 

25 Es kommt die Zierliclie in Liebe 
Zum Laubenhaus, das Gott gemacht: 
Mich freut das gipfelhelle Kirchlein 
Mit frischer Haseln Maibehang. 
Wie laben micli die schmucken Bäume! 

80 Sie sind mein Haus heut ohne Eufs. 
Und kommt das Weib zu meinem Hause, 
So komme ich zu ihrem Haus. 
Sprosser, graues Vöglein, wippend. 
Du bist des Maien Bote mir! 

35 Es grüne auf den Zwerggesträuchen, 
" Mein Liebchen wird mir pünktlich sein.' 

Nach anderer Lesart lautet der letzte Vers: 

'Mach einen Tag mit Morvudd mir!' 



') iarlles eurllen 'die Giäfiu mit dem goldueu Schleier' oder 'Haar'. 
Ähnliche xViiwendungen des Wortes: iarlles dan gtiwd o eurUin, 7,11; ami o 
eurlliw mal iarlles, 25, 7 ; mae im iarlles mcw7i eurllin, 35, 1 ; y fun well ei llitn 
a'i lliw I 7ia'r iarlles tin o'r eurlliw, 47,1; und ferner: iarlles hael 187,14; 
iarlles y mangoeil, 200,4; iarlles mewn gwisg (gwe) eurlliw, 207,38; '»• iarlles 
mawl, lli4, 35; 47, '27. 105,!). Aher 183,5 beneichnet der Ausdruck die Eule. 

■-) Für gladufft findet sieh coedlofft 87,11; vgl. 21,20. 205,42. leuau 
Deuhvju hat cadcirlvfft, Gorch. p. 12t). 



DAVYDP Ali OWITA'M. / ( 

Ganz älinlicli !<cliildeit der Dichter das Glück in derA\';ild- 
liuibe in Nr. 83 imd 87, in denen der Name Morvndds jedocli 
wieder nicht erscheint. Ähnlich ist anch das Gedicht über das 
Arboretum {herber 'viridarium' HM. 2, 213) in Nr. 112, einem 
Gedichte, das in der Ausgabe vielleicht verkürzt ist (vgl. 
Rep. 1, 166). 

Diese Zusammenkünfte der beiden Liebesleute im Freien 
erleiden mitunter kleine Störungen, so durch ein hereinbrechendes 
Gewitter (Nr. 44), durch dicken Xebel (Nr. 54), durch einen 
Hasen, der Morvudd schreckt (Ni-. 50), oder durch den Klapper- 
sack {rhuglyroen) eines Schäfers, weshalb der Dichter in seinem 
Verdrufs sich sehr tadelnd über das harmlose Ger.ät aus- 
spricht (Nr. 65). Er beklagt weiter die vierzigtägige Fastenzeit, 
wo ihm nicht vergönnt sei die Geliebte zu sehen (Nr. 101). 

Pan ddél y Pasg ä'r glasgoed, 
Bun a ddaw beunydd i oed. 

'Kommt Ostern mit dem grünen Walde, 
Kommt täglich sie zum Stelldichein.' 

Er schickt den Wind mit einer Botschaft an Morvudd (Nr. 69) 
und preist den Mond, der ihm den Weg zu ihr zeigt (Nr. 51). 
Er klagt in regnerischer Nacht vor ihrer Tür (Nr. 53), und die 
Gedichte Nr. 96. 131. 194 haben ähnlichen Inhalt. 

Es ist nicht sicher, ob die Pilgerfahrt von Mön nach 
Mynyw oder T\'-Ddewi (St. David's) in Pembrokeshire, die eine 
Nonne unternimmt, weil sie den Dichter mit harten Worten 
getödtet hat,') auf Morvudd zu beziehen ist (Nr. 33). Möge sie 
ihren Weg in Sicherheit zurücklegen — über den Sund Menai, 
üljer Traeth mawr und Bychan draeth, über die Flufsläufe Artro, 
Abermaw, Dysyni, Dyvi, Eheidiol, Ystwyth, Aeron und Teivi; 
und möge ihr die in Purpur gehüllte Maria zwischen Mynyw 
und dem Meere vergeben, so wie ich ihr vergebe. Dieses Ge- 
dicht hat der falsche Ehys Goch nachgeahmt (lolo Mss. 240): 
bei ihm wird die Schöne, die das treue Herz ihres Liebhabers 
gebrochen hat, nach Rom geschickt, um im härenen Gewände 
den Mord zu büfsen. Es schliefst ganz ähnlich: 



') Übersetzt von Edw. Williams (Cambr. Quarterly 5,175) und von Cowell 
(Y Cymmrodor 2, 120). Worauf gestützt der erstere Cyric, den Schutzheiligen 
der walisischen Seeleute, in das Gedicht einfuhrt, ist nicht ersichtlich. 



78 I^. CHK. STKRN, 

Maddeued Mair i'm dpi ddiwair, 
Mai yddivyf fi 'n madden iddi. 

Es gab audi Verstimmungen in dieser Liebe und die 
Barden meinten, Morvndd sei ein carregryd nant, 'eine steinerne 
Furt im Flurslaufe' (60,50); aber dann folgte aucli eine Ver- 
söhnung (Nr. til, ähnlich 157) und sie gelobte Treue (Kr. 37). 

Morvudd wai' für den Dichter der Inbegriff des höchsten 
Glückes (218, 25 ff.): 

Vn ydwyf, hau huyf heb Wen, 

Äfrywiog, heb fawr auen, 

Ag ernych ') tost i'm gorniryf, 

flaen neb a flauen uyf, 

Heb gof, heb ynof enaid, 

Na rhith o'r synuyr fo rhaid. 

Gyda Given wy' 'n ddibenyd, 

Gicná hon ß 'n galon i gyd; 

A'm can yn rhedeg i'm cof 

Yn winaidd aicen ynof; 

A synivyr lliryr ar bob Hon; 

Ebrnyddiaith, i'm llirybrciddiair; 

Ag ni dda/r im' airr lauen 

I'm byiryd mcim byd heb Wen. 

'Ist sie nicht bei mir, bin ich einsam, 

Verdros.sen, ohne Dichterschwung; 

Mein Geist erleidet herbe Qualen, 

Ich bin vor allen ohne Lust. 

Jlir fällt nichts bei, mir fehlt die Seele, 

Und Jeder Sinn, der nötig ist. 

Doch bei der Feinen bin ich peinlos, 

Sie fügt zusammen mir das Herz. 

Da strömt Gesang in die Gedanken, 

Wie Weinrausch überkommt es mich; 

Gedankenfülle allenthalbeu 

Und leichte Zunge leitet mich. 

Es kommt mir keine frohe Stunde 

In einem Leben ohne sie." 

Das Gedicht indefs, aus dem diese Verse entnommen sind, 
') oeniych E. 



P.WYnp AR GWILYM. .'J 

ist nicht von Pavydd: auch die in Handschriften seltene Ode 
Nr. So. in der die Sehnsucht nach Morvudd in anderer Form 
zum Ausdruck kommt, ist über dem Zweifel nicht erhaben. 

Jlaicr yw cadr daear, mawr yic coedydd — byd, 

2Iairr yir bod yii gclfydd: 

Jlairr iatrn yw dyfnder mór-rudJ, 

Miry yir f'erfyn am Morfudd. 
Tuiraf, tra tairyf tyiryn girnipas — haul. 

Hael Forfudd gyireithas.' 

Xi icyr Duic fth deuhitcas 

Aur draic ond icylatr ghitc glas! 
Ni pheidiaf á Morfudd, hoff' adain — serdwg, 

Pes archai Fat Ehufain: 

Hoyir icatd ddeioudd haul ddicyrain, 

Oni ddel y mel o'r main. 

•Wie stark die Erde auch, die "Wälder weit. 
Wie gi-ofs der Menschen Kuustgeschicklichkeit. 
Wie \iel des grausen Meeres Tiefe miTst,') 
Nach Morvudd gröfser noch mein Sehnen ist. 

Und schweig ich von der Sonne Strahlenki-eis. 
Verstumme auch der schönen Mor^nidd Preis.-) 
Doch deinem Sänger Gott nicht Gold rerleilit. 
Nein, nur der Tränen graue Regenzeit 

Ich lasse nicht von meinem Tögelein, 
Und spräche selbst der Papst von Eom dai'ein. 
Der heitern Morgensoune. wangenlicht, 
Wenn nicht der Honig aus den Steinen bricht." 

Den Vergleich Morvudds mit der Morgensonne, den der Dichter 
hier andeutet [vgl. auch 49. 20). hat er in einem andern Gedicht 
(Xr. 62l weiter ausgeführt: •ch"é tra le donne un Sole\ sagt 
Petrarca, und ähnlich sagen oft die deutschen Minnesänger. 



•) Mär rtidd 'mare rnbrnm" scheint eine alte Volksetymologie zu sein 
für Sldr tidd, vielleicht eigentlich Mör Ith = ix. iluir Icht 'Mare Ictiiuu' 
(oder das Meer von Wight, lat. Veclis? K. Meyer. Otia Mers. 2.^4) d. i. der 
Ärmelkanal, vgl. o vor rxtd hyt ym nior Iicerdon, RB. 1, 89. 

') Ganz ähnliche Worte gebraucht Gm^dd ab Maredudd (MA. 306 a). 



80 L. CHR. STERN, 

Der Eifersüchtige — JEiddif/. 

Man erfälirt nicht, wie lange das Liebesolück, das der 
Dichter hei Morvudd gefunden hat, dauerte; es scheint, er sei 
nicht der unbestrittene Herr ihres Herzens geblieben. Ein böser 
Traum schreckt ihn: ihm ist als versinke er in die Fluten des 
Tav — und er erwacht zu einer traurigen Wirklichkeit. Das 
Gedicht Nr. 249 und einige ähnliche sind bezeichnend für Zu- 
stände, die der Barde durchlebt haben mag, aber Davydd ab 
Gwilyni kann man sie nicht zusprechen. Sie zeigen, wie sich die 
Legende um seine Poesie bildet. Es heifst 249,4911'.: 

iV canu, ag er cinjnaw, 

A givannu 'mron gan 'y mraw, 

Ni chäf Forfitdd, och! fenrferch, 

Na son icrth y fun fy scrcli. 

AraU sy 'n chirennych ■iriven, 

IJn cyfoeihog heiniog licn; 

A Given a'i myn, henddyn hyll, 

Abar (horch, a hryd crchyll. 

Ag anfiryn geraint girenferch 

I'm IbuJdiair sydd — c'm lladd serch! 

'Wie ich auch singe, wie ich klage, 
Tm Schmerz zer(iuäle meine Brust — 
Ach! Morvudd hab ich nicht, die gold'ge, 
Kann ihr nicht meine Glut gestelm. 
Ein andrer trachtet nach der Holden, 
Ein reicher, siecher alter Manu. 
Die Feine will den garsfgen Alten, 
Den stink'gen Eber, misgestalt. 
Es hindert mich des Mädchens Sippe 
\o\\ Mifsgunst — Liebe ist mein Tod!' 

'1st es wahr, dais du dich verheiraten willst? ' fragt der 
Dichter die Schöne eines Tages, und unbegieiflich erscheint ihm 
ihre Wahl. (GG, 7 ff. — mir wieder von zweifelhafter Echtheit). 

Carl pirdnr, giredd teilivr i) iom, 
Carlligird, (ricynffrird, iarian- /front; 

>) teiliur B. 



DAVYDn AB GWILYM. 81 

Tirrch haich/il, tra 'nhyfryd^) hi/n,-) 
I'raiisglerddestr,'^) hudr tresglerddyn : 
Ci oer-dirnc' /from, cor deru*) /frith, 
Crinicas hate aelfras holfrith; 
Llawdr gigagl grinfagJ groenfaw, 
LJwfraidd granc, byr afanc baiv; 
lihasgaJ bach, corn crach y crydd, 
Cuchiad cor, crnydrad credrydd. 
Givae fi, y ferch annerchael, 
Fod rhai ni'th garai i'th gael! 
Na bod dßn rheidus, tisicaUt,^) 
Diuych, i dynnu dy tvalU! 
Byicyd it', ferch, draserch dro. 
Bar Siiddas, byr-oes iddo! 
A boed garthgwd^) meivn gwden, 
Chwithau i minnau'') — Amen! 

'Ein garst'ger Kerl, Kloakenräumer- Art, — 

Ein Bardenscbinder, schmier'ger Bauerbiuscli; 

Ein fi-eclier Kläffer, Kiüppelbaum im Forst. 

Ein schmutz'ger Filz, dickbrauig, bimt am Wanst; — 

Ein feiger Krebs und di'eck'ger Biberknirps, — 

Ein grimmer Zwerg, infamer Vagabond! •>) 

Weh mir, o Maid mit anmutsvoller Brau, 

Dafs dich besitzen soll, der dich nicht liebt! 

Dafs ein armseVger, stoppelköpfger Bursch, 

Voll Widrigkeit, dir raufen soll dein Haar! 

Dir wünsch ich Leben, vielgeliebte Maid, 

Doch Judas' Zorn und kurzes Alter ihm! 

Es soll der Müllsack an den Galgenstrick 

Und du sollst mir gehören — Amen! Ja!' 



') tr'anhyfryd A, tra anhyfryd B. ') dyn E. 

') trawsglerddcat B. 

*) chr-darw Ed.; Tgl. cordderie t73, "27. °) yswallt AB. 

*) gathgwd Ed. ') A chivithe i minne E. 

*) Man kauu die niedrigen Ausdrücke dieser Sehmähverse nur mit 
Widerstreben übersetzen; mehrere davon kommen bei dem Dichter, dem sie 
beigelegt werden, sonst nicht vor. Carl findet sich häufiger, twrch ist ein 
Scheltwort 49,56. 99,32 wie 1}roch 254, i; crinwas (MA. 899 b) und rhasgal 
(engl, rascal) erscheinen nur hier, und com kann kaum etwas anderes sein 
als das engl. com. 

Zeitschrift £ celt. Philologie vn. (J 



82 Tj. chk. stern, 

Ein anderes Gedicht (Nr. 254), das freilich auch zu den 
unechten gehört, läXst sich über den unliebsamen Nebenbuhler 
so aus: 

1' fcrch a fum i'w herchi 

Gurhäodd o'i hanfodd hi. 

Fand truan, penyd trioch,^) 

Ei hod yn briod á broch! 

Ag i oeryti ei gwra, 

A'i rhoi i wr unrhyw 'r iá! 

lihoi 'r fcrch rhyddo a'r erchivijn, 

Rhoi V goddol i ffol y ffyn! 

'Die Maid, die ich erbitten wollte. 
Nahm wider Willen einen Mann. 
"Wie traurig, dreimal Ach und Wehe! 
Dafs sie sich einem Dachs vermählt! 
Sie einem Jämmerling verbunden, — 
Gegeben einem, der wie Eis! 
Sie zwischen dem und Bettes Raude,^) — 
Die Mitgift gönnen einem Narrn!' 

Luned, so nennt der Dichter die Geliebte, soll dem Verhafsten 
als Zeichen ihrer Absage einen Weidenkranz (ItcJig) senden. Er 
wünscht dem Widersacher erbittert den Tod: 'der rohe klägliche 
Gesell soll zur Leiche werden, mit dem Kinn bei seinem Hunde 
liegend, und sein Körper soll nach Caerphill.Y kommen!' Das ist 
eine Stadt in Glamorgan, und es ist fraglich, ob hier von Mor- 
vudd und ihrem Gatten die Eede ist. 

Als der Bewerber um Morvudd wird an einer Stelle C3'nfrig 
C!ynin genannt, der nach einer Tradition in Brynllin in Meirion 
gelebt hätte (Barddoniaeth p. XVI). Der Dichter stellt dem 
grindigen Kopf {pen modgrach y panel grin) des Verhafsten den 
herrlichen Haarwuchs Morvudds gegenüber (68, 27 it.). Der Kopf 

') Besser wäre teir-och wie 202,40; vgl. dtvy och im' 124,7. 140,33; 
dtvy och dyn, 237,3; deng-och 143,20; gan-och 234,3; och im', 9,9. 108,38; 
och if, 39,15; och wr! 69,11; och o'r hwyl, 71,8; och o'r boen, 170,14; etc. 

*) Vgl. Un drwg rhwng merch ag (Var. ar) erchwyn \ H(n ringyll, nid 
ennill dyn 103,24; A dymuno ei chlyiced | I'm giccly rho'f a'r pared 149,17. 
Erchwyn, schon aus den Mabiuogion bekannt (EB. 1,209), kommt auch 250.9 
vor und bei Ehys Goch: gwckd rhwng merch a'r erchwyn, Gorch. p. 88. 
Davyild hat auch .1 merch wen i'm crchtryniog, 44, 4. 



DAVYDD AB GWILYM. 83 

dieses mürrisclien Mensclien ist kalil, wo er gesund ist (Uum 
iairn ei iad lie mae 'n iach, nach einer Handsclirift); er ist wie 
ein Bienenkorb oder wie der Schädel eines Weihs. Seine Stimme 
gleicht einem scharfen Krächzen: 

Nid tehyg, ennyd tyhiais, 

Ei fflech^) lom i iflivch"^) lais — 

mid sonst nennt er den Eifersüchtigen oer floeddig flaidd (178, 28). 
Zum grofsen Verdrusse des Dichters war dieser wider- 
wärtige Jlann hinfort Morvudds beständiger Begleiter (90, 7 ff.). 

Carn-den fawr, cryd dan f'ais, 
CuTicgl, hychan y cerais. 
Y ferch tven at atvenydd, 
date i'r flair, da yw V ffydd; 
Fo ddaw, nid nes goratven, 
Btvch yn ei hol, hychan hen; 
CrycJi fyr yw, y^) crach feriog, 
Cryd givern, nid cariad y gog; 
Crihin glyn, crivban y glaiv, 
Crug Eiddig — can crog iddatv! 
Crwcwd chuerw antcyd chtcyrn, 
Crin gysgod croen ag esgyrn; 
Gwr anhardd, Hai na gureinin, 
Gwr llesg ond i g'weirio Hin. 
Ddmv! i'r fedivgoed ddien 
A gair hi heb y g'wr hén? 

'Ein rechter Tölpel, mii' ein Herzweh, 
Ein Aas,') und wenig liebt ich ihn. 
Kommt je die Feine zu dem Markte, 
So dafs ihr Dichter hoffen darf. 
So folgt (das ist kein Grund zur Freude) 
Ihr nach der alte kleine Bock. 
Verschrumpft ist er, mit wunden Beinen, 
Wie Erlen zitternd, Kuckucksfeiud.^) 



') fflwch M. =) iflech M. 

*) om. AB. ■•) cwrwgl ein Scheltwort wie 230, 17. 

') Gelyn y gog ist der Gegenstand eines besonderen Gedichtes (Nr. 100), 
das jedoch nicht deutlich auf Morvudds Gatten bezogen wird. 

6* 



§4 h. CHli. STERN, 

Er kratzt im Tale, krebst im Regen,') 
Der Eiddig — hundert Galgen ihm! 
Ein saurer Hocker, hastgen Wesens, 
Ein Schatten, Haut- und Knochen-dürr, 

So hiirslich und so winzig ') 

Und nur den Flachs zu hecheln gut^) 
Gott! wii'd im heitern Birkenhaine 
Sie ohne ihren Alten sein?' 

Zu der Charakteristik des Mannes sagt der Dichter weiter 
(89, 13 ff.): 

Ni char Eidäig*) chwaryddiaeth, 

Chtvertv dd(jn,^) dros chwareu ydd aeth. 

Ni char nag eos,^) na chog, 

Na llinos niny na Jlwynog, 

Na choed tew, na chae tyivyll,') 

Na chanu^) cerdd, na chnau cyll. 

Clywed can adar man Mai 

^'') dail ir a'i dolnriai! 

Siarad bronfraith^'') is iricydd 

Ag eos fivyn ei gas fydd; 

Casbeth gan Eiddig fethiant, 

Glyivaid bytheuaid a thant. 

Eiddig wyddelig ddtilas, 

Da fy^^) nghof, ydyiv fy nghas. 

Ysgared Given, dalcen dis, 

A'i chymhar cyn pen chwemis! 

Myfi a'i car hi y rhaug, 

Ni charaf ond merch wriatvg. 

Giveltcy' roi bridd^"^) a gwialen 

A main ar wr meinir wen, 

A llwyth yr wyth ychen llog 

O'r (ytveirch ar y taeog! 

^) cribin eig. 'eine Ilcuharke' (135,11. 174,23); crwban eig. 'eine 
Schildkröte'. 

') gwreinin? cf. gwreiuen 'a ring worm '. 

ä) d. h. zur Frauenarbeit. *) iddi M. 

=) oedd eff M. '■) na mwyalch II. 

') na diau Iwyn yo-dyivyll AB. ") chaiiu AB. 

'■') mew7i AB. 'o) fronfniith M. 

'■) yw y M. ") pridd AB. 



DAVYDD AB GWILYM. 85 

O'm treftad y canniadwn 

Ei hyd o'r ddaear i hmiA) 

Y ferch a itelir yn fan 

A gi\r EsylJt dan groesau, 

A ffos gati, a i)hais gynarch, 

A g icemen feJen yn farch! 

Fy XhicI jie'i caiin fy nenis, 

Ni hyddai fyir o'm bodd fisi'') 

Ki ddawr hi ddaear u hun, % 

Ei') ddaear u ni ddoritn. 

'Der Eiddig liebt den Zeitvertreib nicht, 
Der strenge Mann, und flieht das Spiel. 
Er liebt nicht Nachtigall noch Kuckuck, 
Nicht mehr den Goldfink als den Fuchs; 
Nicht Schummerlicht des dichten Haines, 
Nicht Haselnüsse noch Musik. 
Im Mai verdriefst es ihn zu hören 
Der Vöglein Sang im frischen Laub. 
Ihm ist im Wald der Drossel Plaudern, 
Die holde Nachtigall verhafst; 
Ein Greul sind dem verwelkten Eiddig 
Die Rüden und das Saitenspiel. 
Der düstre gäl'sche Eifersücht'ge, 
Ich kenne ihn, ist mir verhafst. 
war die Feine, schön von Stirne, 
Den Gatten in sechs Monden los! 
Mir sclienkt sie lange ihre Liebe,'') 
Ich liebe einzig diese Frau. 
Sah ich doch Erd und Eeiser werfen 
Und Steine auf der Zarten Mann! 
Die Last füi- acht gedungne Ochsen 
Gehören Schollen auf den Kerl! 



') Diese beiden Verse fehlen in M. 

-) Diese vier Verse fehlen in JI. 

») oi Bep. 1, 28i. 

*) yrhawg 'lange" besteht aus zwei Wörtern y rhawg, wie der Vers 
regelraäfsig zeigt: 23,17. 29,11. 46,2. 50,45. 57,20. 60,48. 61,53 (wo so zu 
lesen ist: deuliw 'r haul da loeic y rhawg). 79,55. 89,29. 98,50. 101,45. 
117,60. 123,2:!. 187,18. 220,33. 235,11. 257,27. 258,50. Das Wort steht 
immer am Versende, nur 107, 26 und 142 , 50 zu Anfang. 



86 L. CHR. STERN, 

Von Vaters Erbe würd ich schenken 

Ihm seine ganze Länge Land.') 

Als meines soll das Weib erscheinen — 

Und Plagen über Essyllts Mann! 

Ein Graben nnd ein hänfen Kleid ihm. 

Als Pferd 2) ein gelber Erleubaum! 

Mein Gott! wenn ich zu ^Yähle^ hätte, 

Er lebte keinen Monat mehr. 

Ob man ihn in die Erde brächte, 

Es kümmerte nicht sie, noch mich.' 

Morvudd erscheint hier schon als die Gattin des Verhafsten; 
der Dichter hat die Nachricht von ihrer Verlieiratnng in ein 
hübsches Gedicht gekleidet, das in den Handsclirifteu übrigens 
selten ist (Nr. 70). Als er die Geliebte an einem Maimorgen 
im Walde erwartet, redet er den Kuckuck an und vernimmt von 
ihm, dafs sie mit einem andern verlobt sei. Er will es nicht 
glauben. 

E'm rhoddcs litv tcs hv teg, 

Ni chatvn gan unfercli 'chwaneg, 

Lliv a chrcd, myn y hechjdd! 

I mi dan ganghcni^) girßdd, 

A rluvymatv llaw yn y Jhcyn 

Yn ddiddig, ä'i hardd adduijn. 

Myn Mair! a bu 'n offeiriad 

Madog lienfras, mydrnas mad. 

Ni wra Wen eJeni, 

Gi'vyr hon, mi yw ci gwr hi. 

■'SVw schwur die Sonnenschöne Treue 
(Von keiner Maid empfing ich mehr) 
Mit Eid und Glauben, bei der Taufe! 
Unter den Zweigen dort im \\'ald. 



') Derselbe Gedanke in eimin aiulern C'jwydil: O'm treflad y cannkidwn \ 
Ei hxjä o'r thlaear i hicn: | a yicelcd, i/7i ddigivylydd \ Dy xtr, TIch, ar forch 
prcn pmdd (257, 33 ff.). Dies Gediclit ist jedoch nur eine Xachalnmiug des 
Davyddschen. 

*) Das hänfene Kleid ist der Strick und das Pferd der Galgen. Ffos 
(sonst noch 152, 14. 205, 46) ist wohl auf das Grab zu beziehen. 

') ganghenau E. 



DAVYDD AB GWILYM. 87 

Sie fügte Hand irnd Hand im Haine 
Dem holden Barden ohne Arg, 
Und unser Priester, bei Maria! 
^^"ar lladog Benvras der Poet. 
Nicht wii'd die Feine heuer fi-eien, 
Sie weifs es wohl, ich bin ihr Mann.' 

Aber es war doch wahr: Morvudd war dem Dichter untreu 
geworden, sie wollte nicht länger seine Geliebte sein. Sein 
jahrelanger Minnediensi war nun vergeblich gewesen, die Eeue 
erfafst ihn und er macht seinem ümvillen Luft (71, 9ff.). 

Tretiliais dalm, clnvy loes dyJyn, 
gerdd dda i garii 'r^) ddtjn; 
TreuUais hefi/d, nid hyd hostp-) 
Tefyrn meddgyrti gormodd-gost?) 
TreuUais fy nglüod wrth rodio,*) 
TreuUais a gefais o go';'") 
Treidiais, gwelais yn gywir, 
Defyrn givin, Dinv^) a farn gwir; 
TreuUais fal ffol fy ngohtd') 
I'r dafarn, fo 'i harn y hyd. 
Wiois ystör iddi yn forivyn, 
DJysau mawr o'r mwnai mivyn; 
miiois^) ernioed rJios aur man, 
Fodrwyau, gwae fi druan! 
Perais, o iaivngais angerdd, 
Ddysgu''') a chanu ei cherdd 
I'r gier hyd eitliaf Ceri,^") 
£jry ii)-mán-hoen, er ei mivyn lü! 
Ymddiried im' a ddaroedd. 
Er hyn oll fy rhiain oedd; 
Ni chefais eithr nych ofal. 
Nid amod im' dim, ''^) o dal, 



•) y M. ') bds AB. 

=) gas AB. ") Traws eurgaeti wedd Iros argaii M. 

') gau M. ^) gwiw dtjn M, gwin nef AB. 

') «id fei gur trylwyn, M. mit Anslassimg der beiden folgenden Verse. 

*) rhoes B. ") dysgu AB. '») Gcri AB, lie y cerddi M. 

") eira AB, gry JI. Die folgenden beiden Verse fehlen in MM. 

'») ddim AB. 



88 L. CHR. STERN. 

Eithr ei myneil, gneUhrcd gall, 
Dl/na V orti,^) dan ívr arall, 
I'iv^) gtvncnúmr, nid Uafur lies, 
Yn feichiog — fy nf/n i) faches! 

'Verschwendet liab ich, schmerzlich langeud,') 

Dem Kind zu lieb manch gutes Lied; 

Verschwendet auch (nicht um zu prahlen) 

Manch Horn mit Met — nur allzuviel; 

Verschwendet lungernd meinen Leumund. 

Verschwendet was an Bildung mein; 

Verschwendet (ich erkannt es redlich) 

Die Weine, wie der Himmel weifs; 

Verschwendet töricht mein Vermögen 

Ans Wirtshaus, wie der Welt bekannt. 

Ich schenkt ihr eines Fräuleins Aufwand, 

Kleinode viel für liebes Geld; 

Auch eine Rose feinen (Toldes 

Und Ringe — ach, ich armer Wicht! 

Ich maclite, leidenschaftlich strebend, 

Dafs ihre Lieder lernt und singt 

Das Barden Volk bis liin nach Kerrj^^) 

(Die schneeig Schöne!) nur für sie. 

Zu Ende war's mit dem Vertrauen, 

Trotz alledem blieb sie mein Schatz. 

Nur Selinen liatte ich und Sorgen, 

Kein Zugeständnis zum Entgelt, 

Als dafs sie nimmt — ein klug Benehmen! 

Entsetzlich! einen andern Mann 

Und dieser (Ist es nicht absclieulich?) 

Mir schwanger macht mein kleines Lieb.' 

Dazu hatte er Schimpf und Spott über sich ergelien zu lassen 
und man nannte ihn cuckold. 

') dyner wawr M. 

ä) oi M. 

») myn M. 

*) dylyn (= dilyn) 20, 45. 1()4, 33. 

") Ceri eine Stadt im Cantref Maelieuydd in Powys WenwjTiwyn, jetzt 
in Montgomery; vgl. goran gicraiy hyd Gaer Geri 4,7; o Geri gaer Uiwelyt 
MA. 198 b 10. 192 b 6. 



DAVYDD AB GWILYM. 89 

Rhai a rydd rhyiv arwyddion 
I'm Haw, gorniod^) bratv i'm iron, 
Llaesgoed,-) (jirell im' eu Uosgi, 
gyll, er na hu im'^) gwall i. 
Eraill a rydd, dcfnydd^) dig, 
Am y tal im' liet helig. 

'Mail g:ibt mil- Zeichen in die Hände, 
Zu viel Verdrufs isfs für mein Herz: 
Die schwanken Hasehi, mir entbehrlich, 
Ich sähe lieber sie verbrannt! 
Und andre legen (Grund zum Ärger!) 
Den AVeidenhut mir um die Stirn.' 

Aber trotz alledem bleibt seine Liebe zu Morvudd bestehen 
und er leidet, wenn er sich vergegenwärtigt, wie sie der Atem 
ihres ]\Iannes gleich Torfrauch umgibt und wie ihre Schönheit 
durch seine Nähe verderben muis; so wie ein Bildwerk durch 
eine schwälende Lampe, englisches Tuch durch Rauch und ein 
Eichensitz durch das stürmische Meer; verliert doch auch die 
Sonne ihre Schönheit durch den Nebel. Aber er würde seine An- 
gebetete lieben, wenn sie auch hager, simpel und gelb werden 
sollte (Nr. 76). Darf man dem Dichter glauben, so hätte ihn 
Morvudd noch ferner begünstigt und ihm offen gesagt, dafs sie 
ihn mehr liebe als ihren armseligen Gatten: er sei männlich 
und klug, jener unmännlich und unklug; er sei der Körper und 
jener der Schatten (Nr. 109). Davydd findet hier die Sprich- 
wörter bestätigt: Vrcn y ngliocd maicrocd yw V mau,^) \ Arall 
ä bwyaU biau 'Den Baum, der lange mein ist, nimmt ein andrer 
mit der Axt in Besitz' (72, 63 f.); vgl. jiro« y nyJioed arall biau 
MA. 858 a 'Un semiua e l'altro ricoglie.' •*) Und ferner: Trech 
a gais nog a geidic 'Stärker ist der Suchende als der Bewahrende' 
(73,61); vgl. MA. 859 a. Aber dieses Verhältnis gewährte wenig 
Befriedigung." seine Geliebte war wie ein Ball (ckivareu á x>hcl), 



^) go^-modd M. 

^) Llesgion M. 

^) om M. 

') deuruäd M. 

^) Markiad mewn maivroed yw V mau, M. 

°) 'Like a fair house built upon an other man's ground.' Shakespeare. 



90 L. CHR. STERN, 

der im Spiel von Hand zu Hand geht, und er spottet: 'Zwei 
Joch Ochsen für einen Pflug!' Deuhar o ijchen dihaU \ Wrth yr 
nn aradr, cadr call (Nr. 74).') Er verzweifelte Morvudd an sich 
zu fesseln; man könne ebenso wenig Hasen, Eichhörnchen oder 
Hirsche zähmen (Nr. 77). Er legt ihr wiederholt nahe ihren 
Mann zu Aderlässen und einen Erbarmungswürdigen zu heiraten 
(257, 25 ff.). Derselbe Gedanke findet sich an eiuwandfi-eierer 
Stelle 75,66; aber es ist sehr fraglich, ob dieses Gedicht an den 
Lachs auf Morvudd bezogen werden kann, da die Frau darin 
Vs. 27 (wie auch 97,80) ad-ddu 'schwarzbrauig' heifst. 

Gar manches Gedicht ist in die Geschichte Morvudds ge- 
stellt worden, das schwerlich hineingehört. So Nr. 102, wo sich 
der Dicliter verstohlen dem Ihjs des Eifersüchtigen nähert und 
er am Fenster die herrliche Gestalt der Geliebten erblickt. Er 
begrüfst sie und sie erwidert seinen Grufs. Sie treten sich 
näher, ohne dafs es jemand bemerkt; nicht mehr als drei Worte 
fielen zwischen ihnen, und wenn es der Fall war, so wufste 
doch niemand etwas davon. Zum Schlüsse sagt er, er werde 
nie verraten, wer diese Schöne war: Peidio ä doedyd ptvy ydyiv. 
So wie Fran(;ois Yillon hat: 'Car je vueil celer mes amours'.') 
Auch in Nr. 257 (das Gedicht ist übrigens nicht von Davj'dd) 
ist keine deutliche Beziehung auf Morvudd. Hier schildert der 
Dichter das übergrofse Mifstrauen des Eifersüchtigen: Er gönnte 
seiner Frau nicht die Unterhaltung seiner eigenen Schwester 
und würde sie auch nicht mit einem heiligen Eremiten allein 
lassen. 

Die Leidensgeschichte des Eiddig kann man sicli leicht aus- 
malen. Oft mufste der Dichter um Mitternacht vor ihm die 
Flucht ergreifen, wenn jener in seinem Hause hinter den grünen 
Glasscheiben aufpafste, in die Hände klatschte und wie ein der 
Gattin beraubter Familienvater klagte oder wie einl^abe krächzte, 
der seinen Bruder verloren hat. Dann weckte er Südwales aus 



') In diesem Gedidite findet W. Owen (Baidd. p. XVI) den Sinn: 'As she 
and her husband passed him by chance on horseback on the banks of the river 
Wye, he made pretence of drowning himself. (?) Pas ist einer Handschrift 
entnommen, die mit diesem Argument beginnt: Cywydd a wnaeth y bardd 
yn ol idäo gymryd arno foddi, pan wdodd y Bwa Baclt ai ywraiy yn dowad 
heibio, rhag ofn ci ladd. 

») 'Si vous croyez que je vais dire, Qui j'ose aimer, Je ne saurais pour 
un empire Vous la nommer'. 



DÄVYDD AB GWILYM. Ol 

dem Schlafe, indem er in die Nacht hinausschrie: 'Ein Frauen- 
habicht!' (ha)-ctt(I bmi, 20, 23 ff.)- 

Der Eifersüchtige bemüht sich nach Kräften, die Freuden 
des liebenden Paares zu stören. Ihm war es nicht entgangen, 
dafs der nahe Hain ihnen für ihre heimlichen Zusammenkünfte 
mit seinem dichten Laube Gelegenheit und Schutz gewährte. 
Deshalb liefs er ihn abholzen. •Manchmal', sagt der Dichter 
über die Verfolgungen seines Widerparts, "trug ich es mit Humor, 
jetzt aber überwältigt mich die Fui-cht'. (9-i, 9ff.) 

Ydd oedd i'r neb a ddyddiai 
Lhiyn o goed, muyn gangau Mai: 
Llas y dos Uiiosaivg glän, 
Lladdfa Caer Droia, druan! 
Bau a fii á dicy ficyall 
Yn y coed, nid oedd un call: 
Angau a ddél i'r eanguyr, 
Eiddig u'i teas oedd y gtc(jr. 
Glyn yn noeth glän a unaethunt, 
Gehjnion ynt glo.n y nant, 

Y lleidr dan gynnal Iledicg 

I'iv Uadd yr oedd á llaw ddrwg. 
By IV yd oer a fo i'r bawai! 
Beunydd ar y dydd )iid ái, 
daw tynfarch du tanfoll 
Ban lias drug i'w^) dinystr oll. 
Chweruydd am ddfjn wych eirian, 
Chwannog yw V taeog i'r tan. 
Och! weled lie siommed serch, 

Y llwyn ar ael y llanerch! 
Llawn bonion, Ihvyn heb unoed, 
Llwybrau 'r ceir lie bu 'r coed; 
Bonion ag arwyddion gwraidd 
Äg ysglodion gicas gwladaidd. 
Uyn ydoedd eu hanicydau, — 
Hyll Biaui él ä hiiy ill dau! 

'Wer einen Tag bestimmte, hatte 
Von Maienzweigen schmuck den Hain. 

») yw A. 



92 L. CHR. STRRN, 

Nun ist der üpp'ge Hag verwüstet,^) 

Wie Troja einst zerstört — o web! 

Es waren zwei mit iliren Beilen 

Im Wald, die taugten beide nicbts; 

Tod treffe diese Bauernlümmel! 

Der Eiddig war es und sein Knecbt. 

Die feindlicb sind dem Rand des Brucbes, 

Entblöfsten ganz das öde Tal. 

Der Räuber, unwirscb sich ereifernd. 

Der bolzt' es ab mit frevler Hand. 

Ein Jamnierlos für den Hallunken! 

Du gehst nicht mehr zum festen Tag, 

Wenn jetzt der unglückserge Zuggaul-) 

Zum Roden bringt den Bösewicht. 

Der Groll ist's um die Herrlichschöue, 

Drum bat der Tropf am Feuer Lust. 

Ach! mufs den Ort des Liebekosens, 

Den Hain am Wiesengrund ich sehn 

Voll Stümpfe — wo einst Wald war, Wege — 

Kein Hain mehr für ein Stelldichein! 

Da liegen Stümpfe, Wurzelknorren 

Und Spähne durch deu rohen Kerl. 

Auf dieses waren sie versessen — 

Der Teufel hole diese zwei!' 

Aber wenn der Sommer kommt, schliefst der Dichtei-, so soll 
dem KMvalen mehr als eine Zusammenkunft (Telegenheit geben 
den Wiúá niederzubrennen. Die Echtheit dieses Gedichtes ist 
mir zweifelhaft, aber das Thema findet sich mehrfach behandelt. 
\'om Eifersüchtigen heilst es sonst: Ni äd hen ar Iren na hriy 
(177,34). In einem Gedicht an den Weifsdornbusch dmen-hiyn 
(Nr. 218) klagt der Dichter, dafs dieser unverständige Erzschelm 
(carnfilain), der Bauer, mit seinem Knecht ihn zur Hälfte, ja 
zu zwei Dritteln geschändet habe, der einst schneeweifs war, 



') dos Tom engl, dose 'ein mnschlosseuer Platz, ein Gebäge, eine Laube', 
oft gleich deildy, 32,27. 47,18. 87,20. 132,6. IGO, 6. 251,(3. 252,1, Fl. dosydd 
260, 79. eins 2.51, 5 ist kaum andern Ursprungs. Einige Male ist das Wort 
auf das Klostergcliöft zu bczielien (237, 16. 239, 5), so auch dasgdl 'die Klause' 
252,3. Verschieden ist dos vom engl, dose 'dicht' 111,11. 

') tan foil etwa ' feuerscknaubeud ' ? 



DAVYDD AB GWILYM. 93 

Korallenfrüchte trug und dessen Gipfel wie ein englischer Kauf- 
laden (sioj) Sais) schön war. ilan kennt noch ein Gedicht von 
Thomas Pryce (f 1634), in dem er die schlimmsten Verwünschungen 
über den Hainverwüster ausspricht: y Uaw a dorrodd y Uu-yn 
(Cefn Coch JIss. p. 103). Als aber Madog Benvras seinem Freunde 
Davydd die Kunde von der Abholzung eines Birkenhaines über- 
bringt, geht dieser leicht darüber hinweg, da er sie des Gewiunes 
wegen selbst angeordnet habe. (Nr. 114). Doch fügt er hinzu: 

Tra gntai Duw y celyn, 

Nis llysg ag nis diysg dpi; 

Ag er a ddél o ddrycin 

Ni bydd llwm, na chrinn, na chrin. 

'So lange Gott den Stechpalmenhain lassen möchte, wird ihn 
niemand verbrennen oder abholzen, und welches Unwetter auch 
komme, er wird nicht kahl noch krumm noch dürr sein.' Die 
Herausgeber scheinen dieses Gedicht, nach ihrer Überschrift zu 
urteilen, mifsverstanden zu haben.') 

Einen ernstem Ton schlägt Davydd in einem andern Ge- 
dichte auf die verfallene Waldhütte an, das indefs nicht zu den 
Liedern von Morvudd gehört (Nr. 140). 

Tydi y'^) hivth tinrhivth ticn, 
Bhtcng y^) giceundir a'r gwyndwn! 
Giiae a'th weles, dygesynt,*) 
Tu gyfannedd gyntedd gynt; 
5 Ag a'th tnjl heddyiv 'n frkv frig 
Dan dy ais yn dun ys^ig! 

Ef^) a fu ddydd, cerydd cur, 
A hef'yd gaer^) dy hoy w- fur; 
Ynod ydd') oedd ddiddanach 
10 Xog yr^) icyd, y grongluyd grach! 
Pan ivelais, pefr'^) gludais glod, 
■ Yn dy gongl im deg yngod; 



•) Die Echtheit dieses Gedichtes Nr. 114 erscheint mir ebenso wie von 
Nr. 94 nicht sicher, obschon beide in einer Handschrift aus dem Anfange des 
17. Jahrhunderts erscheinen (Rep. 1,282 f.). 

*) V Eep. 1, 285. s) y rhwng M. 

<) Eine Form wie dygessit LA. 79,19. 

*) Fe M., vorher du (statt dy). ') ger M, dan AB. 

') ir M. 8) Nag ydd M. ') j>er M. 



9 t L. CHU. STERN, 

Fortvyn fonheddig, fnyn fu, 

Iloyiv-dwf yn ymgyhydu; 
15 A braich {imlj un-goß fun fydd)^) 

Yn giilm am gyhh eu gilydd. 

Braich meinir, hriiv uiicli nianod, 

Goris clust goreuwas clod;'') 

A'ni braich innau, gorau givaicd,^) 
20 Am fein-gorjph yr cm fwyn-gnmvd! 

Yr haivddfyd da*) i'r ha'ddydd, 

A heddyw nid ydyw 'r dydd. 

Ys mau g>cyn geirswyn giversyUt,^) 

Am hynt a ivnaefh y gtcynt gicylU. 
25 Ai '»■'*) diriaid tcynt o'r dnyrain 

A wnaeth gur hyd «/') mnr main? 

Ynte^) gicynt, garw-hynt gaudd, 

Y deau a'i^) di-döaivdd? 

Ai V givynt^") a wnaeth helynt hicyr, 
30 Da^^) nithiodd dy do neithtryr? 

Hagr y torres dy essyth, 

Hudol enbyd yn- 'r byd byth. 

Yn ddiau mae i'th gongl^^) dduyoch, 

Gwciy im' oedd, nid gtväl mach! 
35 Doe V oeddid mcivn gradd addicyn, 

Yn glyd uiichbcn fy myd mwyii. 

llawdd ddadi heddyw \}d ydicyd, 

Myn Fedr! heb na chledr na chlivyd. 

Amryw bwnc ymunc amuyll; ") 
40 Ai hw)i yic V bn'lh twn, bath^'^) tuyll? 



') An deufraicli di fruch fydd M. 

*) Am qlust nswy ddyn glivya ddisynil M. 

•') seiniau syml M. 

') Ulf M, gän fasw oth lasicydd AI. 

°) ym i M, Mawr o'm cwyn gweirsicyn M. 

") air M, Ydorin o f'ynwes M. 

') fy M. 

') yntau A, y gwynt . . . gerynt M. 

») am M. 

">) ;;a wynt o hehjnt M. 
") Du'i M, A ]\1, ncithUvyr M. 
") Dy gongl mae dcogl M. 
") amincyll AB. •') ar beih M. 



DAVYDU AB GWILYM. 95 

Aeth talm o uaith y ieulu, 
Dafijild i/nigroes,^) da foes fu! 

'0 oft'ne und zerbrochne Hütte, 

Die zwischen Au und Brachland liegt! 

Ach! wer dich hier erbaut gesehen 

Als Wohnungsstätte ehemals, 
5 Und sieht dich jetzt zerstört im Dache, 

Morsch und verfallen im Gebälk! 

Einst war ein Tag, o Pein des Schmerzes, 

Bei deinem schmucken Baue auch. 

Da war es unter dir viel froher 
10 Als jetzt es ist, du kleines Dach; 

Als unter deinen Tragebalken, 

Den starken, ich, der Schönen nah. 

Die holde edle Jungfrau damals 

Von schönem Wuchs sich strecken sah; 
15 "Wo Arm mit Arm sich eng verknüpfte. 

So dafs dasWeib in jedem lag; 

Der schneeigweiise Arm der Feinen 

An ihres feuern Barden Ohr,^) 

Indefs mein Arm (wie süfs die Dichtung) 
20 Den zarten Leib der Holden hielt. 

selig jene Sommertage! 

Doch heute ist nicht solcher Tag. 
Die Stätte hegt nur meine Klage 

Um jenes wUden Sturmes Lauf. 
25 War es der unheilvolle Ostwind, 

Der an die schwache Mauer stiefs? 

War es der Wind, der zornig rauhe. 

Aus Süden, der dich hat eutdachtV 

War es der letzte Wind, der gestern 
30 Dein Dach umhergeworfen hat? 

Übel zerbrach er deine Pfähle — 

Trug und Fährlichkeit der Welt! 
Im trauten Winkel ach! da hatt ich 

Ein Bett, das keine Saubucht war.->) 



') ach rhoes Rep. 1, 285, a chroes 1, 388. 

") Dieser Vers Goris cluat goreuivas clod findet sich gleiclilautend 49, 33. 

') gicdl vioch; vgl. twlc moch 180,30. MA. 900 b. 



9Ö L. CHR. STEUN, 

35 Noch gestern wärest du voll Anmut, 

Behaglich meinem holden Schatz; 

Heut bist ein Platz du zur Versammlung,') 

Bei Petrus! balken-, hürdelos. 

So manches Ding ist unverständlich; 
40 Ist die verfallne Hütte Trug? 

Mir war so wohl — doch Elfen haben 

Gewaltet — DaA'ydd,^) mach ein Kreuz!' 

Drei glückliche Umstände für den Liebenden, heilst es in 
den walisischen Triaden (MA. 834 b), sind eine finstere Nacht, 
schlafende Hausgenossen und eine lautlose Tür; drei unglückliche 
Umstände sind eine kurze, regnerische Nacht, ein schlafloses 
Weib und ein kläffender schmieriger Hund. Für diese Wahr- 
heiten bieten Davydds Gedichte verschiedene Zeugnisse. Es sei 
aber sogleich bemerkt, daXs das erste Gedicht (Nr. 108) in einer 
Handschrift dem Bedo Brwjnltysc beigelegt wii'd (Eep. 2, 433), 
und unter den Gedichten auf Morvudd hat es keine Stelle, 

Tri pJiortJior ilygyfor dig, 
Trafferth oedd, tri phorth Eiddig; 
Trefnivyd liicyiif^) i'ni tra ofni, 
Trwch ftitn gyfarfod á'r tri. 
Cyntaf, i blas dygviras^) dig, 
Pyrth a'i rodd, jwrilior Eiddig: 
Ci glew, Uafarflew, llufrlud,^) 
Catvn ddrivg sen, cynddeiriog sud.^) 



') Vs. 37 hawdd o ddadl. Dadl 'Einrede, Widerrede, Beweistiihrung, 
Debattieren' = iriscli dal eigeutl. ' Zusammeukomuien ' : ciaer ddidaer ddadl 
'klare und sanfte Widerrede' 8,49; didu-f yw dadl dy gerddawr 'belanglos 
ist die Zurede deines Sängers ' 18, 41 ; carcdig urddedig ddadl ' liebe und werte 
Zurede' 110, 8; ddiddiryll ddadl 'Zurede ohne Falsch' 119, -13; ddirfod ddadl 
'unvermeidliche Berednng' 248,19; nid ai o'm dadl 'es wird nicht gehen ans 
meiner Zurede' 155,21; arluy dadl 'Bereitschaft mit Beweisen' 1(14,31; 
215,45. 232,125; ctvmpas ddadl 'ringsum zuredend' 2, 2C; i ftvrw dadl sicrth 
oddiwrthaw ' plötzliche Einrede widerlegend ' 5, 11. 

'■') Der Dichter nennt sich nicht selten bei seinem Taufnamen Darydd: 
21,39. 2ß,l. 39,32. 58,9. 04,9.70,59. 82,2. 97,23. 114,7. 117,25. 149,88, 151,2- 
189,20. 190,37. 224,29. AÍs Dichter von Südwales bezeichnet er sich 18,18= 
Dyfcd a wyr mal difytv, 
Difai ddysg, a Dafydd yw. 

') gicynt M. *) dyngas M. 

') llnfarleu- M. llyfrlud B, llwfrlnd G. ') siad (i. 



DAVTDD AB GWILYM. 

Yr ail bortJior') ytv 'r ddor ddig, 

Wae ei chodin;-) irichiedig. 

A'r trydydd,^) heunydd henyd, 

A'vi lliidd i (jael bitdd o'r hyd: 

Gnrach lieintus^) ddolurus ddig, 

Ddiuyd oedd i dß Eiddigfi) 

Pe cyd y nos, pe caid nef, 

A dtngnos^') uracil ddidangnef; 

In aivr meivn girdl chiceinial cJiwyrn 

Ki chtcsg, am nad iach esgyrn;'') 

Ccinach'-) nychJed yn cwynaw 

Ei cidun {ddrng ei Ihm) a'i Haw, 

A dolur o'i dau'') din 

A'i phalfais yn glais a'i glin. 

'Drei böse Pförtner, eine Plage, 

Die hielten bei dem Eiddig Wacht; 

Sie sind bestellt mich zu erschrecken. 

Unselig traf ich diese drei. 

Des grimmen Schlimmen erster Pförtner 

Für Haus und Habe des Rivals: 

Ein bifs'ger Hund, von Haaren straubig 

(Der knurrt mich au), von wilder Art. 

Der andre ist die böse Türe 

(Weh wer sie anhebt!) — wie sie knarrt! 

Der dritte Pförtner, eine Strafe 

Alltäglich, gönnt nicht eine Gunst: 

Die böse Alte, krank, voll Schmerzen, 

Dem Hause des Eivalen treu. 

Steigt auf die Xacht, und war es heiter, 

Zehn Nächte bleibt sie ohne Ruh; 

Sie schläft im Bett, von Flöhen wimmelnd,'») 

Nicht eine Stunde, knochensiech. 



•) a'r ail porthor M. '■') chydwr M. 

') Trydydd, givn A. *) lieinus A. 

^) Addaw dydd G. Dda i'w dydd, dditvyd Eiddig AB. 
•=) deugawr AB. 
') nid iach i liesgyrn M. 
*) Cynnar G, kynar M. nycldyd ABG. 
') diiy G. 
"•) Vgl. o'i nyth lie chwyth Hau a chwain 158,22. 

Zeitechrift f. celt. Philologie Yll. 



98 L. CHU. 8TEKN, 

Bejammert, eine kranke Hexe,') 
Die garst'ge Hüfte und die Hand, 
Den Sclimerz in iliren Ellenbogen, 
Das wunde Schulterblatt, das Knie.' 

Der Dichter erz<ählt nun in diesem Gedichte (Nr. 108), in einer 
Nacht, wo er sich der Tür genähert habe, sei alsbald der rote 
Hund aus dem Schweinekoben ^) gesprungen, die Tür habe ge- 
kreischt und die Alte habe den Mann geweckt. Da sei er zur 
Flucht genötigt gewesen, nachdem er mit der Schonen noch 
Blick und Grufs ausgetauscht habe. 

Der Zweifel, den die Überlieferung dieses Gedichtes an 
Davj'dds Urheberschaft hat, scheint nicht unberechtigt. Der mit- 
geteilte Eingang ist vermutlich einem andern Gedichte (Nr. 158) 
nachgedichtet, das eher die Merkmale der Echtheit trägt. Zwar 
nicht in der Form, die es in der Ausgabe hat.^) A.ber mir liegt 
die Abschi'ift einer andern Recension vor, die ich in der vul- 
gaten Orthographie trotz mancher Mängel und Unklarheiten 
ganz hersetze, weil sie für die Geschichte des Textes der 
Davyddschen Gedichte lehrreich ist. 

Cywj'dd yn dangos fal y gorfu i"r gwr ymadel 
ä'i gariad yn gynt nag y mynnasai. 

Tri pJieih nid yäyn' iann-rhyw,^) 
Tri anfoddog^) serchog syiv: 
Dar icichiedydd^) dryu-ydd drom, 
A givrach ivegilgrach gulgrom, 
5 A clii torn ■) a chyttimnid 
Ei flew hyddai leiv o lid. 
Agos im' echnos a hod,^) 
achos y iir iichod, 
Allan dan y dihunab, 
10 Ni ellid iraeih i'r macih mah. 



') ceinnch 'ein Hase' d. i. eine Hexe? J. Rhys, Celt. Folklore p. 2Ü4. 

') et coch dwlc moch, wo eine Handschrift o iiäl hat. 

') Diese kommt indefs schon iu einer Handschrift von 1574 vor. 

') nid i/nt unrriw Rep. 2,124; ?ii hydd eu heilryw 158,5. 

') grymialog 158, (!. — Dieser Vers ist in der Handschrift kaum richtig. 

«) wichiedig 108, 10. 

') ton? ") a'ni bod? daethum echnos . . . i fro Eiddig 108,23. 



DAVYDD AB GWILYM. 99 

A chnedi 'nyfod cliue-milldir^) 

Ar fy hynt hu yrfa"^) Mr, 

Mi a roddais dau gnipws^) 

Er ei mivyn ar drwyn y drws. 
15 Agori im' a garwn-i 

A chau yn esgus ei chi,*) 

A'm troi ar y Haw arall 

Is cil'=) y ddor, cyngor call. 

Ag yno ysigais^) fy ngen 
20 Ar uclia' cor yr ychen. 

Suganai V wrack gan ochain') 

O'i nyth, lie y chwyth y chwainß) 

'Beth sydd d'i Inn ger dy latv'') 

Heliod yn myned heibiaw?' — 
25 'Pa fath a dyhyd '") ei fod 

Onid mi hun^^) a'm cysgod? 

'Y nghysgod, tvrach, a ivelud 

Ar lun dfjn da '^) dremyn drud.' — 

'!> oedd y fantelP^) or wen 
30 In draseth am beih o'i ben.' — 

'Faladr y lleiiad ydoedd^^) 

Ar y ddor ag '^) arwydd oedd.' — 

'Yr oedd cledde' a bwcled^'') 

Dda ei llun i') ar ei glun gled.' — 
35 'Gen fy nghlun . . . dßn-dhvs^^) 

Doeth im' hol drosol y drtcs.'^^) — 



') Mi a gerddais icyth milldir 158,1. 

') fraw M. 

ä) dri chnipws, 158, 11. 

') egori diuyd latai \ a'i 'sgusodion chwithion chwai, 158, 13 f. 

°) j/sgil M. °) oni threwais gihr, 158, 17. 

') fantach fain, 158, 2. 

*) lie clnoyth llau a chtvain, 158,22. 

') ynm gar fy Haw, 158, 23. 
") beth a fynnit wrack, 158, 25. 
") myfi 158, 26. '^) day M. 

") heth a wnai 'r fantell, 158, 27. 
") pelydr . . . ydoedd, 158, 29 ; y gydwedh M. 
") a'i 158, 30. ") bdh a wnai 'r cledd a'r bwcled, 158, 31. 

") a dau lun, 158,32; ddaf M. 

'"*) myfi fy hun a lusgivs, 158, 30. '") ar fy ol drosol y drws, 158, 34. 

7* 



100 



Jj. CUR. STEKN. 



40 



45 



GO 



Tra fu y wrach'^) fantach faiv 
A'i morwyn yn ymeiriaw, 
Myfi a (Jdoethuni'^) i fyny, 
lihaid yiv tivyll ar hyd y t^, 
Lie yddoedd wely y fun^) ddiell 
A'i chern ar riniog*) ei chell. 
Agori im' o garu 

Y gell hoyw yn gall hu. 
Dyffroi o'r^) ivrach eilwaith 
O'r Imn er gwarafun '') gtvaith. 
'Beth fydd yna yn ehtvilfath?' ') — 
'Na tvn, myn Duic, ond y gath^) 
Yn lladd, oni haedd gan Grist,'->) 

Y II y god dan y llaivgisi.' — 

'Oc]t Dduw gwyn,^") gtvan yw'r ddicliell! 
Air gath a hyrddodd^^) y gell?' — 
'Nag ef, myn Blair! llatvgrair glcin,^'^) 
Cliciad y ddór yn clecian.' '^) — 
'Da gweddai y ddór mor^*) ddyrus, 
Mai dtvyn rhai o'r iryn yr ns.'^'") — 
'Nag ef, givaith poh lltvdwn gtvan 
Gyrlid gerdded y gorlan.' — 
Am fi yn orau ^^) fy nghyflwr 
Erchi agori o'r gar. 
Cad i minnau, hradiaii '') hratv, 
'Y nillad yn 'y ncillaw. 



') V ivrach 158, 35. 

2) a (hlocthum M, aethmn, 158,37. 

') hyd wrth ivcly bun, 158,39; llei ildoedd M. 

*) chyni M. rinnig M. 

^) Syganai 'r 158, 41. 

") er givarafun, 158,42; goreii fu yn M. 

') pa beth sydd yna 'n chwiltath, 158, 43. 

") tyngais i'm cyjf'ais mai cath, 158, 47. 

") Nagd, myn Mair, trymair trist, 158, 49. 
"') Rho Dmynwen, 158, 45. gwan gtoir M. 
") agorodd 158, 46. 
") loyivgrair Ian, 158, 47. 
") elided 158, 48. crecia7i M. 

") Och i mi! heniv, 158,51. "■) ond dwyn rliai o'r tcyn yr i/s, 158,52. 
") Píííi oedd orau, 158, 53. ") brodiau JI. 



DAVYDD AB GWILYM. 101 

yl(/ i'r dries arall allan, 

Drug fydd gras llaiver givas gwanA) 
G5 Bhykir-) y'm gedwaist i gtjsgu, 

Marchog trist taeog'^) traws du. 

cháf afcl ar y fagiar,*) 

Ar^) iad cydymaith yr iár, 

Mi a tvnaf i'r mehyn *) coesgrach, 
70 K(i cliano') niicy — mab liy bach. 

dof^) i dir gogyfmvch, 

Gwna' i'r cadno gno ei gnuioch.^) 

Pie drei Feinde des Yerliebteu sind liier dieselben wie in 
Nr. 108 nnd das Abeutener wird, oline Beziehung auf Morvudd, 
erzählt wie in Nr. 158. Der Dichter kommt nach einer Wanderung 
A^on sechs ]*Ieilen vor das Haus der jungen Fi'au, die ihm ihre 
Gunst zuwendet, macht sich diuxh Klopfen bemerkbar und findet 
Einlafs. Die Frau beschwichtigt den Hund und überredet die 
argwöhnische Alte, dafs sie sich in ihren Wahrnehmungen irre. 
Die Gestalt des Fremden ist der Schatten der Frau, sein weifser 
Mantel der Mond an der Tür, sein Schwert und Schild ihre 
eigenen Körperformen, das Geräusch in der Kammer verursacht 
die Katze, die den Mäusen unter der Truhe nachstellt. Die 
plötzliche Heimkehr des Mannes nötigt den Dichter zur Flucht 
und er verwünscht den Hahn, der ilin nicht zeitig gemahnt hat. 

In einem andern Gedichte Davydds werden als die drei 
Feinde der Liebenden der Eiddig im Versteck, ein eisernes 
Schlofs und die knarrende Tüi- bezeichnet (96, 45 ff.): 

Tnvstan ag enbyd ydyw 
Tri gelyn sercliogddyn syiv! 



') glan M. Fand diras fydd y gwas gwan? 1.58,60. 

"^) Rheir M. Hyd i'm yadodd, 158, 63. 

') farchog trist taeog, 158,64; march trist tuuod M. 

*) Pe cawn afiach athrugar, 158, 65. 

') ag ar M. 

"^) wnawn . . . lleidr, 158, 67. 

') chanai 158, 68. 

') ag dof M ; o dato 158, 69. 

') gwna ir kadno gneio i gnywch Rep. 2, 124; mi ar kadno mi a gno 
i gnych M. Die Terse 158,71—76 gehören nicht zu dem ursprünglichen 
Gedichte. 



102 r,. CHR. STEUN, 

Dor, sei gochel eti gtcichiad, 
Clo haiarn caäarn y cäd, 
Eiddig dun encil cilio 
Ä'r^) drws gwichiedig ar dro. 

Der Alten fällt hei dem walisiscben Barden die Rolle zu, die 
bei den deutschen Minnesängern die belauschenden "merksere' 
und die die Tuoend bewachenden "hnote' haben. In einer Stelle 
158, 19 (die jedoch in den Handschriften fehlt), ist die Alte eine 
Tante des Eiddig gtvrach ddygijn fantach ddig; und wieder er- 
scheint sie yr hvch o ddjjn, y wrach ddu, — eivinog grafangog 
gref, — fforchog ddeifiog ddu in Nr. 165, wo der Dichter aber- 
mals die Flucht ergreift und sich den Wald und den Sommer 
lobt. Aber nicht immer will er sich auf die Schnelligkeit seiner 
Füise verlassen (Nr. 134): Er hat sein gutes Schwert, das ihn 
vor dem stumpfsinnigen Eiddig schützen soll. Manchmal schweigt 
dieser löblicher weise, manchmal aber droht er auch. Doch der 
Barde wird seineu Mann stehen uud weder zu Fufs noch zu 
Pferde entweichen. 

Der Nebenbuhler des Dichters und Gatte Morvudds heilst 
in der Regel Eiddig 'der Eifersüchtige', womit dann überhaupt 
der betrogene Ehemann bezeichnet wird. Er ist bei den 
walisiscben Minnedichteru des 14. bis in den Anfang des 17. Jahr- 
hunderts eine stehende Figur, über die man sich weidlich lustig 
macht. Diesem 'Bastard Adams' {cysivynfah Addaf) soll der 
Winter gehören, meint Davjdd (201. 31 ff.), aber den Liebenden 
gehört der Sommer. 

Nur einmal wird der Gatte Morvudds mit Namen genannt; 
sonst mit dem Beinamen y Bwa lach 'der kleine Bogen' 69,14. 
70, 66. 74, 60 (== 24, 28. 82, 30). 80, 36 und einmal in einem un- 
echten Gedichte y Btva 251,16. Der Ausdruck ist als 'Little 
Hunchback' gedeutet werden, aber im Sprachgebrauche tindet 
diese Erklärung keine Bestätigung. Auch niclit in der Sache, 
denn wie übel der Dichter den Rivalen sciiildert, so sagt er 
doch nirgends, dafs er buckelig gewesen sei. Es ist daher wahr- 
scheinlich, dafs, wie Rob. Ellis (Bardd. p. XXXIX) meint, der 
Mann 'der kleine Bogen' von der Waffe liielX die er im Kriege 
führte. Der kleine Bogen würde den Gegensatz zu der Arm- 

») a Rep. 1,283. 



DAVYDD AB GWII.YM. 103 

bnist (aicubalista, balista grossa) bilden. Ähnliche bekannte 
beinaiiieu sind Spadalunga oder Longbow.') 

Zu einer leibhaftigen Gestalt wird der Gatte Morvudds in 
dem Gedichte Xr. 99, das nach der gewöhnlichen Annahme einige 
Zeit vor 134G verfafst ist. Darnach befand er sich unter den 
300 Kriegern, die mit Sir Ehys Gwgawn nach Frankreich zogen, 
hioihjr fí'ijdil llorfiuld;-) wackere Sliinner, sagt der Dichter, 
mögen sie mit Gott ziehen und alle heimkehren bis auf einen! 

Mab Gtvgan,^) mae hijgegyr 

Gyda chtvi, o*) gedwch ußr, 

Yn elyn^) di-anivylyd 

I fardd bun ag i feirdd byd. 

Un llygad, cymyniad caivdd, 

Ag un elust yiv ar^) ganclawdd, 

A charn') celwydd-dwyll, jnvyll pwl, 

A clwsbivr bun a'i cheisbwl. 

Pa sawl gwaith rhag trymfaitli*') irivch 

Y ffoais^) gynt, coffeiveh, 

Ehagddaw 'r caicell^") ysgaw can 

A'i dylivyth, fal medelau. 

Bid iddaw yn ei law livyth 

faw diaivl, e/"") a'i dylwyth. 

'Sohn Gwgans, eine Drohne habt ihr 
Bei euch, wenn ihr dort Männer lafst; 
Der ist ein Feind von Liebchens Barden 
Und allen Barden in der Welt. 
Der ist ganz Auge, zornerregend. 
An hundert Hecken auch ganz Ohr 



') DaiiT sei erwähut, dals der proven2<aliselie Dichter Peire von Auvergne 
(p. 113 ed. R. Zenker) von dem Vater eines Dichters, dessen geringe Herkunft 
er bezeichnen will, sagt: 

En son paire ac bon sirven 
Per trair' ab arc manal d'albom, 
E sa maire calfava 'l forn 
Et amassava l'issermen. 
^) Der Name fehlt 99,3 in il: Brodyr cefndyr cyfion daith. — Braicd 
ffydd eig. 'Bruder im Glauben' 192, 28; ff'ydd-frawd 233, 14; chicaer ffydd, 74,28. 
=) Gogan M. *) a M. '•') eidyn M. 

") a'r A, ceidw M. ylust, glatvdd M. ") chorn AB. ") trymivaith M. 
") yn y Ifoes M. ") caicall A. ' 'r om. M. ") efo M. 



104 L. CHR. STERN, 

Voll Lug und Trug und stumpf von Sinnen. 
Des Liebchens Büttel und Despot. 
Ihr wifst, dafs ich einst fliehen mufste 
Vor diesem jammersel'gen Tropf, 
Vor diesem hohlen Hollerkober i) 
Und seiner Sippschaft, die ihm folgt. 
Gebt einen Haufen Teufelsdreck, ihm 
Und seiner Sippe in die Hand!' 

Ohne Zweifel, fährt der Dichter fort, wird die Fahrt des Schiffes 
mit einem solchen Gast an Boid in bedenklicher "Weise gefährdet 
sein (99,25íY.): 

Od á ai enakl, laid hamv?) 

Fr IwydJong tcrjUt erlid-laiin;^) 

Llonydd ni hir-gydfydd hi, 

Llun ei hivyl yn llaivn heli; 

Givisg ei phen fo 'r ffrivd wen wawl,*) 

Gicasguynes y givaisg ganawl.^) 

Ni clierdda, ni hirylia hi, 

Trichanddyn a'r twrch ynddi. 

Gnihier ef cl'i givthr^) afanc 

Dros y hirrdd <ir draivs y banc! 

'Kommt der aufs Schiff, flink wie ein Ferkel, 
Aufs graue wilde, tiutumströmt. 
So wird's nicht lange ruhig gehen 
Im Segelschmuck auf hoher See. 
Das Haupt gehüllt in weiTse Fluten, 
Die hurtige Gascognerin.") 
• Es wird nicht fahren, wird nicht segeln 
Mit den Dreihundert und dem Kerl. 



') ysgaio Holunder, vgl. ysijmven lu-yihcen ledivag 103,38; ysgaw Mair 
oder ysgaiv 'r ddaiar wird als Zwcrglioluuder, Attidi, 'sambucus ebulura' 
erklärt. — Maid (ir. methel) eig. 'eine Reihe Schnitter', von medi 'ernten' 
200,50; sonst 105,8; medelicas 19,11; medelau dolw 30,38. 

') A da . . . vis caid can M. 

°) erllidlan M. ') nenwych 51. 

') y guaisg ganawl Ali ist verderbt. Tan grcst y mor dofn tin (ton'^) 
grych M. 

") gwthwr cm. a'i M. 

') Vielleicht wird so das Schiff vom Ziele seiner Fahrt bezeichnet. 



DAVYDD AB OWILYM. 105 

Drum stofst ihn mit dem Biberafter 
Die Bank hinunter über Bord!' 

So bittet er denn die Mächte der Tiefe sicli des Yerliafsten zu 
bemächtigen. (09, 35 ff.): 

Y äon hael, adain hell, 

Y teil a Myhvn i ti. 
Seithffncd aig tramwy-tvraig trai, 
Saig naw-ton a'i stign aiai.^) 

don i don, edn sttgndraeth,'^) 
Od á i Ffrainc y Du ffraeth — 

Y saul angeu-fagl y sydd,^) 
Hwynyn fo ei*) ddihenydd! 
MeddyUwch, graff hraff broffes,^) 
Am ei ladd — givnewcli imi les; 
Ag na edwch y civch cwm") 

I'm deol') am em deau! 

'0 edle Woge, Meeresschwinge, 
Ich schuldete dies Opfer dir. 
Zerteir der Siebnerstrom die Ebbe, 
Verschluck' ihn der Neunwellenschlund! 
Fährt er von ^^'og zu Wog gen Frankreich, 
Ein Triebsandvogel, dieser Schelm, 
So wird solch Todesuetz ihn fangen 
Und Hwynyn mach' ihm den Garaus! 
Bedenkt doch, eine wicht'ge Sache, 
Wie ihr ihn ti)dtet, mir zu lieb, 
Und lasset nicht den hohlen Wanst mich 
Verbannen um mein Lieb aus Süd.' 

Sollte er aber wider Erwarten in Frankreich landen, so möge 
er sein Ende in der Schlacht finden. (199, 47 ft'.) 



•) Capnor brigicyn a'i cefnai 31. 

-) A thncy bob blin fegindracth M. 

') yr hide foliog yonglog gudd M. 

') craig fo'i M. 

^) Cafiwch y tir o cefes M. 

') a neduch chwi y M. 

') dial M. em y deau AB. 



lOG I.. CUR. STERN, 

Tithaii, albrysiwr,^) tuthia, 

TaflechjiM defnyddwydd da! 

Brath y lleidr dnvy ei neidrwydd, 

Beth ddawr ei ladd hyth, gtvr yhijdd?-) 

Trywana,'^) na fetha frath, 

Traidd o'r alhras^) trwyddo 'r cilhrath! 

Adnehydd seuthydd syth-arf^) 

Sythion fJew-feinion ei farf;'') 

A thafl o'r pren ywarthafl-fijr 

Y saetli hytliornd ys hyr.') 

'Sei hurtig, o mein Bogenschütze, 
Du Schleudrer mit dem guten Holz! 
Durchbohr den Dieb durch seine Schläfe — 
Was liegt denn an des Ganten Tod? 
Durchbohre, fehle nicht im Schusse, 
Triff mit der Armbrust noch einmal! 
Der sichre Schütz wird ihn erkennen 
An seinem spärlich strupp'gen Bart. 
Aus kui'zem Bügelholze schleudre 
Den Pfeil .' 

Wie würde der Dichter triumphieren, wenn seine bösen Wünsche 
in Erfüllung gingen! (99, 57 ff.;. 

Diddan im' ei drigiun^) draiv — 
Deuddeg anhawddfyd iddaw! 
Yshiwr gwas hob ylaslwyn,'') 
Dydd a fii nid oedd ef fivyn. 
Diddig fydd bardd hardd o hyn, 
Diddel adref i'tv dyddyn. 

Y nos y dof nes i'w '") dl), 
Ca' 1') weled ei gyivcly. 

Cyd achwyn fi a'r i^) fwyn-ferch, 
lechyd in', a chyd annerch! 

') albris icr M. *) dod ffon chwy i galon gwydd M. 

') Gwahana M. *) yr albrys M. 

*) ylysen oedd roi y lasarf M. •) gna lo fo i gnaio i farf M. 

') Vs. 55 f. oin. M. ") y cgw britk a drigith M. 
") ysbicr M; Diddestl fuidd fl'anugl grtiglivyn AB. Vgl. ysb'iwr Ü4, C. 
169,12; ysbio 171,17. 222,43. 

■°) oi M. ") ga' M. ") ir M. 



DAVYDD AB GWILYM. 107 

Cyd adde', cyd weddio 
O'i 61 fytli na's del e*) fo. 
Ffrivyn Eiddig clöedig clod, 
Ffriw ddiftvyn o phraiv ddyfod, 
Wrth Wyn esgar, la far lef, 
Y du leidr, y del adref!-) 

•Mir walk's vergnüglicli, blieb er dorten — 
Ich bring ihm ans zwölf Pereat! 
Der Späher in dem grünen Haine, 
Der war mir eines Tags nicht hold. 
Der Barde wird nicht böse werden, 
Kehrt der auf seine Farm nicht heim. 
Dann nah ich nächstens seinem Hause, 
Darf sehen dort sein Ehgemahl. 
Dann darf ich mit der Trauten klagen, 
Und Grufs austauschen — Heil sei uns! 
Wii- dürfen uns gestehn und beten. 
Ach! kehre er doch nie zurück! 
Der Tropf ist zahm, sein Euhm zu Ende, 
Und wenn der Fratz zu kommen wagt, 
Soll Gwynn der Böse, laut von Stimme, 
Sich holen diesen argen Dieb.' 

Ein ganz ähnliches Gedicht ist, wie schon Prof. Cowell be- 
merkt hat, von dem provenzalischen Dichter Guillem Adhamar 
erhalten, der diese Worte an den König Alfons IX von Leon (f 1230) 
richtet: 'Wollte König Alfons, der Schrecken der Mamluken und 
der beste Graf der Christenheit, ein Heer gegen die Sarazenen 
rüsten und den eifersüchtigen Gatten mit sich nehmen, der meine 
Schöne verschlossen hält, so gibt's keine Sünde in der Welt, die 
ihm nicht verziehen würde. Ich wüi'de hier bleiben und nicht 
mit ihnen ziehen. Und wenn er mich fragte weshalb, so würde 
ich mich wohl hüten ihm mein Geheimnis zu verraten.' Ka}^- 
nouard 3, 198. Vgl. V. Balaguer, Historia de los trovadores 4, 128. 



Schuld, Reue und Bufse. 

Es geht aus dem Gedichte Davydds deutlich hervor (wir 
verfolgen- nun die Legende von ihm und Morvudd bis zum Ende), 

') y AB, M. -) Die letzten vier Terse fehlen im M. 



108 L. CHR. STERN, 

(Ulfs er von dem Ehemann der Geliebten Drangsale zu erleiden 
hatte, und glaublich genug ist, dafs er sie verschuldet hatte. 
Wahrscheinlich ist das Gedicht Nr. 81 auf die nicht genannte 
Morvudd zu beziehen. Darnach ging der Dichter vom Kühnen 
zum Kühnern über und wurde ein Räuber (81, 9 ff.): 

Nid lleidr march dihafarch-droed, 
Na bmvch, nag ych (jiv§cli o goed, 
Nag arian, nag aur gwiriach, 
Na nitvnws hijd, maniis bach! 
Cefais, dyiredaf rhag gofid, 
Ddgnes fwyn i'r llwyn rhag llid. 

'Kein Pferd von schnellen Füfsen raubt ich. 
Noch Kuh und Ochsen aus dem \\a\d; 
Auch nicht vollwertig Gold noch Silber, 
Kein Gut der Welt (geringer Tand !) ') — 
Ich nahm zum Hain (frohlockend sag ich's) 
Ein trautes \\'eib in meinen Schutz.' 

Die Hausgenossen, erzählt er, wären wie die Schweine trunken 
gewesen und hätten geschlafen, als er, nur von Liebe trunken, 
mit der Geliebten geflohen sei. Er frohlockt über das gelungene 
"\\'agestück (Nr. 82): er schreite nun auf dem Acker, auf dem 
ein andrer laufe. 

Das müfste in Südwales gewesen sein. Der Dichter sucht 
Schutz und Sicherheit im Walde, wo er mit der Geliebten wie 
Adam mit Eva leben will, wo sie der zornige Alte nicht erspähen 
könne, im Walde Ivors am Tav. Das darauf bezügliche Gedicht 
ist jedoch in Handschriften selten. (80, 33 ff.) 

Detnvell ytv 'ii llys blodcuog, 
Ucho 'n y coed, á chán cog, 
Na gwaedwrf á hen gadach 
Yn oer drigfa 'r Bicu Bach. 
Uaivddamor beunydd yma 
A gaini, gyda piiob daivn da, 
Llwyn is tivyn yn llawn ei 'stór 
A lies hefyd Uys Ifor. 



') mtvnu'S scheiut .so viel wie 'Hausrat' zu bedeuten, vgl. 165,13; 
i/ifliiits kommt uur hier vor. 



DAVYDD AB GWILYM. 100 

'Dies Blumeusclilofs ist zweimal scliöner 
Im Walde dort mit Kuckucks Sang 
Als in dem düstern Heim des Bögleins 
Die Sippschaft mit dem alten Fuchs. 
Alltäglich haben wir Willkommen 
Allhier und manches Gute mehr, 
Den Hain am Hang mit seiner Fülle 
Und dazu Schutz in Ivors Schlofs.' 

Aber der Triumph und das Glück währten anscheinend 
nur kurze Zeit: die Strafe für das Vergehen des Dichters blieb 
nicht aus. Wir finden ihn in Mj-uyw wieder, während ]\Iorvudd 
in Mön weilt (Nr. 88). Vielleicht ist er im Gefängnis und quält 
sich mit Selbstvorwürfen. 

Trist fum na'th gaivn, dntvn diivael, 
Tristach, wytJi gulacli o'th gael! 

'Traurig war ich, da ich dich nicht hatte; aber trauriger und 
achtmal elender, seit ich dich erlangt habe.' Du handeltest nicht 
recht, als du mii- deine Liebe schenktest. 

Chwareus fuom ar gam gae, 
Chwerw fu diwedd y chwärae. 

'Wir spielten auf einem unrechten Felde und das Ende des 
Spiels war herb.' Lafs mich nicht hängen, den Liebling der 
Frauen (d/Uyn y guragedd)l gib mir die Geldbufse, die ich zu 
zahlen schuldig bin, und lafs die Klagen!') — Das war die 
schwerere Bufse (dinnj), die der Entführer zu erlegen hatte, 
und sie betrug nach den alten Gesetzen 3 Pfund oder 12 Kühe. 
Wurde sie nicht entrichtet, so konnte Verbannimg ausgesprochen 
werden. 

Die leidermütige Stimmung, die sich nach seinen bittern 
Erfahrungen des Dichters bemächtigte, ist in mehreren späteren 
Cywyddau zum Ausdruck gebracht, so in Nr. 255, das mit Nr. 258 
Berührungen hat. 



') Ich folge in allem diesem, um die verschiedenen Gedichte zur Sprache 
zu bringen, der Tradition, die in den Überschriften ausgesprochen, aber nichts 
weniger als zuverlässig ist. So gibt eine Handschrift dem Gedichte Nr. 88 
eine ganz andere Beziehung: I wn Givenhwyfar (vgl. Vs. 33) a geüiasai i 
grogi ef am i threisio, so dafs es zu Nr. 148 gehören würde. S. oben S. 62. 



110 I^. CHK. STERN, 

Y fun alaic-ltin liwlivys, 
Morfmld hryd goleuddydd (jlinjs! 
llatvr yw fy nghán amdanad, 
A ferch a icelir yn fad. 
5 A mi neithwyr, liwyr hu liyn, 
Yn d'aros, litvbryd erwyn, 
Yn y man lie 'i caid annerch 
lih'om gyntaf fis haf o'n serch, 
Syllwn ag cdrycliuyi dro 

10 I'm hamgylch ag i'm hymgo '. 
Cyntaf dan gel pan irelais 
Dy lun a chlywed dy lais, 
Yr oedd ein Ihcyn ar ei ficyn fane 
Yn wiail ag yn ieuanc; 

15 Ag uwchbcn y fedicen fan 
Bregus nid oedd y brigau, 
Yn nuyfus ag yn hafaidd 
A gicryg ieuenetyd i'tv gwraidd. 
Teml oedd ir, ii) ami ei ddail, 

20 Tyddyn dan gapan teiiddail; 

Ttvr girßch capan-grych pengrivn, 
A chryf ei gangau a chncn. 
Ag adar u'u dysgeidiacth 
Acic 'n ffridd á'ii can fl'raeth. 

25 Micyalchen i'n hedwen her 
A'n doniai á chán dyner; 
Gwyddost i'n llnyn mityn y' mai 
Yn firain e lefarai. 
Y nos caid eos i'n dail, 

"30 1'« fyiCHS ag iaith fin-ail: 
A ninnau yn iaivn annerch 
Ei sahn, ar gynghannedd serch. 
Acthns yw V henaint neithian 
Yn dal meth ar y dail man, 

35 A'r cyff cr in frig yn trigaiv 
Dan auafnych, a girlych glaiv. 
Oedran sy 'n gadarn arno, 
A dug y llosgu-ynt ei do; 
A mny nid halch muyalchen 

40 Ag eurwe hnnc ar ei ben; 



DAVYDD AB GWILYM. Ill 

Nag eos vi una gyuydd 

Ar ei bivys,^) rhyoer y hydd. 
Mae cof ynof o'm ynni 

A'm serch oedd, wenferch, i ti; 
45 A'm cerydd maur i'm cariad, 

Ag ni 'th gaicn yn llaun hen- Had. 

Uir oedio 'm serch a'm rhydawdd 

A hyw hyd ni bu hairdd, 

Dan fy sivydd laicer hhvyddyn 
50 Gorfod bod liebod er liyti. 

A maith yw 'm dolur i'm tad 

A dunych bron atndanad; 

A heiniais i'm anhunedd, 

Imi ar bar y mae 'r bedd. 

'0 lilienschöne lichte Morvudd, 

So glänzend ■nie der klare Tag! 

So viel hab ich von dir gesungen, 

Maid, und noch — wie schön bist du! 
5 Verspätet harrt ich gestern Abend 

Auf dich, du helle Prachtgestalt, 

Dort wo ich einstmals dich begrüfste 

Im ersten Liebessommermond. 

Da schaute ich und sah die Wendung, 
10 Wie's um mich Jetzt und damals war. 

Als ich dich heimlich einst erblickte. 

Zum ersten Mal dein A^'ort vernahm. 

Da war am anmutsvollen Hügel 

Uns dieser Hain verjüngt, belaubt. 
15 Da waren über meiner Bh-ke 

Die Zweige noch nicht im Verfall, 

Von Saft und Kraft des Sommers strotzend, 

Bis auf die Wurzel üppig, jung. 

Da war umlaubt die fi'ische Halle, 
20 Das Haus mit dichtem A\'uchs bedeckt, 

Ein arfger Turm mit krauser Kappe 

Dui-ch seine Zweige stark und rund. 



') pwys 'Gewicht' wird hier ähnlich gebraucht wie in dem Ausdrucke 
ar bwys ei ffon 'auf seinen Stab gestützt' lolo Mss. 257, 111. 



112 L. CHR. STERN, 

Die Vöglein waren in dem Forste 

Gelehrt und im Gesang lieredt. 
25 Die Amsel iiusrer hübschen Birke 

Beschenkte uns mit zartem Lied; 

Du weifst, wie lieblich sie im Maien 

In unserm Haine plauderte. 

Wir- hatten in der Nacht im Laube 
30 Munter und sanft die Nachtigall; 

Und wir begrüfsten, wie sicli's fügte, 

In Liebesreimeu ihren Sang. 
Jetzt legt das Alter melancholisch 

Die Fäulnis auf das zarte Laub; 
35 Der Stamm nur bleibt mit dürren Asten 

In Wintersohnmacht, regenfeucht. 

Ihn hat das Alter überwältigt, 

Der scharfe Wind nahm fort sein Dach. 

Nun webt nicht mehr die stolze Amsel 
40 Im AYipfel ihren goldnen Ton; 

Noch macht die Nachtigall Gedichte 

Auf dem Gezweig — es ist zu trist.*) 
Der Ivi-aft von ehemals gedenk ich 

Und meiner Liebe, Maid, zu dir, 
45 Der Leidenschaft, die schwer ich büfste — 

Du warst mir kein vollkommnes Glück. 

Mich maclite stumpf das lange Harren, 

Mein Leben war seitdem nicht leicht: 

Ich mufste fürder dich entbehren 
50 Tu meinem Zustand manches Jahr. 

Mir Av.ährt der Schmerz in meinem Kopfe, 

Das böse Weh des Grams um dich; 

Icli wurde krank, von Schlaf verlassen. 

Nun ist bereitet mir mein Grab." 

Der letzte Vers kommt ebenso 32, 42 und ähnlich {y bedd 



') Herr Heinrich von Engge singt (GEL. 409): 'Icli sach vil lichte varwe 
hán I die heide uii al den grünen wait; | die sint nu heide worden vál, | uu 
muosseu gar betwungen stau | die bluomen von dem winter kalt. \ Ouch hat 
diu liebe nahtegal | vergessen das si schöne sane. | le noh stet aller min ge- 
danc I mit trouweu au ein schüue wib. | Ich enweis, ob Ichs iht gemessen 
mugc, si ist mir lieb alsam der lip'. 



DAVYDD AB GWILYM. 1 1 ^> 

sydd iwi ar bdr) 262.29 vor. Und das ganze Gedicht ist in 
Davydds Manier verfafst, aber gewifs nicht von ihm selbst.») 

In der Erinnerung an die Tage der Verfolgung scheint der 
Dichter auch dieseWorte über Morvudd geschrieben zuhaben (17,7 ft'.): 

Cyd hai hrid-) neivid i ni, 
Fr id oedd wr^) priod iddi. 
Eithr rhag anfodd uthr geinfyw, 
Bmc fry, diedifar yw. 
Gwedi 'chariad, brad fu 'r braw, 
Lloer hyd, rlioi llaw ar heidiaw. 

'Obwolil's füi- uns ein bill'ger Preis war, 
War doch ihr Preis ein Ehemann. 
AVär nicht der Wunderschönen MiTsmut, 
Crott! so ist's nicht zu bereun. 
Verrat erschreckte nach der Liebe, 
Nun heifst's Entsagen, Mond der Welt.' 

Den Dichter traf, wie schon die Andeutung in dem oben 
mitgeteilten Gedichte über den Bwa bach (Nr. 99) vermuten läfst, 
die ganze Härte des Gesetzes. Wurde er verbannt? In dem 
Gedichte Nr. 91, wo er sein Schicksal beklagt, ruft er Morvudd 
Lebewohl zu. Oder verlor er sein Vermögen in der leidigen 
Angelegenheit? Er verwünscht den unbarmherzigen Gatten, den 
Dieb und rohen Juden,*) der ihn unglücklich gemacht hat (92, 5 ff.). 

Ni adatvdd, ni hu naivdd ties, 
Da im' helw — Dmv^) a'm holes. 
Cyiveithas hoyivdras kydrum, 
Cyuaethog faivreddog fum; 
Yr icyf, tciw ^) mvyf yn iach, 
At lid hwyll, ivr tlaicd') bellacJt! 

•) Die Wörter alaw, bregus, aethics kommen bei Davyild sonst nicht vor. 

-) bu brid yn M. ') ir, ei MM. 

*) Die Juden (Iddewon 61,30) sind dem Dichter verhafst, weil sie das 
Kreuzige! gerufen (bloeddio fal pobl Iddew, 146,35) und den Heiland getötet 
haben {Iddewon a xvnaetlian' oll | amhcrchi ei bum' archoll, 242,22): er nennt 
sie auch Iddewon lladron rhy dwyllodnis (241, 24). Darnach wird der Name 
geradezu zu einem Schimpfwort: Davydd nennt den Eifersüchtigen Iddew 
gitladaidd (92, 4) und Iddew dygyn (92, 47); den Winter Iddeiv ffyrnig (258, 42) 
und die Eliähe Iddewes (84, 42). Die richtige Form des Wortes ist nach der 
Aussprache und den alten Handschriften Iddew, PI. Iddewon (nicht luddew). 

°) y du M. •) wir M. ') dtvyll AB, delid bivyll dylaivd M. 

ZeitBohrlft f. celt. Philologie VII. Q 



114 I,. Cllli. STEUN, 

Heb arian meivn llan a ') Uu, 
Heb drwsiad, heb wtresu, 
Heb farch a^) heb harch, heb ben, 
bur lid heb mvr latven!^) 

'Er liefs mir niclits (nah keine Hülfe) 
Von dem Besitz — Gott prüfte mich! 
Von Ansehn, vornehm und behaglich, 
Begütert, wohlig stand ich da; 
Ich bin hinfort, nun aus die Freude, 
Dem Zorn geweiht, ein armer Mann! 
Bin ohne Kleider, ohne Aufwand, 
Bin ohne Geld in Dorf und Volk, 
Bin ohne Pferd und Macht und Ehre 
Und frohe Stunde — -nur aus Grinnn.' 

Es ist eine Sage, die Landsleute Davydds in Morganwg 
hätten die Bufse für ihn bezahlt und er habe ihnen durch jenes 
Gedicht an die Sonne Yr Hatd deg ar fy neges (Nr. 93), worin 
er die Bewohner feiert und den Segen des Himmels für sie 
erbittet, gedankt.^) Er erwähnt darin auch das unverwerfliche 
Volk von Gwent d. i. Monmouthshire (Vs. 28) und Glj'n Nedd 
(Vs. 30) und nennt Morgan wg 'die Gräfin und Herrin Jedes 
Landes ' (Vs. 70). 

Cadiv bob man a cltyfannedd,^) 
Coed a maes, lie caid^) y medd; 
Lie gorcu'') llu a gwerin, 
Lie da gwßr, eti Had a'u gtvin;^) 
Lie daw pob man i'tv hannerch,'->) 
Lie detvr mab, lie diivair merch. 



') na M. 

*) heb barch a AB. Die letzten vier Verse fehlen iu einer llandsrhrift. 

») Wtrcs 'luxuria" 19ü, 21. 214,30; wtresydd 169,23; ivtresaf 2h\,\Q; 
aber 147, 47 ist wohl hwstres zu lesen (Var. guittti's). 

") Eine sclilechte Nachbildung- des Gedichtp in Versen von Samwell gibt 
E. Jones, Welsh Bards 1, 43. 

') man cyfancdd al. 

*) i kaid I (lolo Goch p. 657). 

') gwraidd I. 

») lie da gier ar lled ar gtvin I, lie daiv gwr lie da y gwin I. 

•) lie (i) seiniodd Uiaws anerch I, lie da M, 



DAVYDD AB GWILYM. IIT) 

Lie hmcdd, ar gyfair^) llu hoyiv, 
Giveled meini'^) dhvrnod grciw-loyw; 
Goren -ferch a'i gtvarafan,^) 
Gwraig wgch yn ancain ') gra gtcyn; 
Cornel ar gyfair Cernyw 
Cyntedd gwin a medd im' yw. 

' Bewahre jede "Wolinungsstätte 
]\rit Wald und Feld, wo Met es gab; 
Wo trefflich Volk und Eingesefsne, 
Die Mämier brav, mit Gunst und Wein-, 
Wo jeder Ort Willkommen bietet, 
Tai)fer der Sohn, die Tochter keusch;*) 
Wo wohl sich's lebt im schmucken Volke, 
Man heiter schöne Tage schaut; 
Die Mädchen züchtig sich bewahren, 
Die hübschen Frau'n im weifseu Pelz;") 
Für Wein und Met ist meine Halle 
Der Winkel dort am kornschen Land.' 

Der Schlufs des Gedichtes hebt die Gastfi-eundlichkeit und Hülfs- 
bereitschaft Morgan wgs noch besonders hervor: 

Pe bat ar gred, pylyr grip) 
Na bai rydd i neb roddi, 
Ni fedrai, fwnai fynag, 
Neb Forgantcg roi nag. 
Be^) cacth i fardd hywiog can 
Y byd oll, a bod allan,'') 



') guoedd I. 

') a giveled I. 

') goren, fydd ai giviw ofyn I. gorafyn II. 

•*) gwisgo I. 

') lie deter mab, He diwair merch 93, CO = 4, 40. 

') grá wird von alten Glossatoren als 'j-sgarlad gwynn' erklärt, ist 
aber wohl eigentlich das mhd. grä 'Pelzwerk" EB. 1,174. Davydd hat auch 
gra llu-yd, 95,32; ferner: gwaisg o grair (Yar. graidd) yn gwisgo gra, 29,8; 
gwyn grair yn arwain y gra, 155, 27. lu wisg ra, 63, 25 schwankt die Les- 
art, und für gwiwra bebyll 02,9 liest man sonst gwiwryw. Llwyd fydd y 
gra neicydd grym, Gorch. p. 89. 

') Pe bai tnvy gred i baxcb gri I. Vgl. cri 44, 42. 65, 16. 123, 51. 

8) Pe AB. 

') Diese 4 Verse fehlen in I. 



116 L. CHR. STERN, 

Ef a gai, heb ofwy gwg,^) 
Ei gynnwys-) y' Morganwg. 

'Wenn's zu glauben -wäre, wie man rülimt, so -würde in ifor- 
ganwg, falls einer niclit zahlen könnte, in einer Geldangelegen- 
heit niemand nein sagen. Wenn einem liedfrohen Barden die 
ganze Welt verschränkt und er heimatlos wäre, so würde er, 
ohne auf Verdrufs zu stofsen. in Morganwg Aufnahme finden.' 
Diese Worte (bis auf die letzten beiden Zeilen) haben nicht alle 
Handschriften und über den Urheber des Gedichts gehen ihre 
Angaben weit auseinander. Nach einigen gehört es dem lolo 
Goch (ed. Ashton p. 657), nach andern dem Gruffydd Llwyd 
ap y Caplan 1460 (Rep. 1. 183f.), nach andern dem Gruffydd 
ap Davydd ap leuan Lygliw (1, 542), nach einigen aber auch 
dem Davydd ab Gwilym (1, 40). Dafs es für die Lebensgescliichte 
des letzteren eine besondere Bedeutung habe, kann also wohl 
bezweifelt werden. 

Es gibt noch ein anderes Gedicht, in dem Morganwg ge- 
feiert wird: das berühmtere an den Sommer Tydi yr Haf, tad 
y rJncys, das man allerdings Davydd ab Gwilym kaum zuerkennen 
kann. Darin heilst es (260, 27 ff.): 

F'annercMon yn dirion dwg 
Ugein-waith i Forganwg; 
Fy mendith a llith y lies 
Dau-gan-ivaith i'r tvlad gynnes! 
Dymgais ä'm gwlad o'i hamgylch, 
Damred a cherdded ei chylch — 
Gwlad dan gauad yn gyicair, 
Llc nod gicíjch, llawn §d a gicair; 
Llynnoedd pysg, givlnllannocdd per, 
Ä maendai, lie mae mwynder; 
Ärglwyddi yn rhoi gwlcddoedd, 
Haelioni cun heilwin^) c'ocdd. 
Ei gtvelir fyth deg later fan 
Yn llwynaidd gan herllannau; 
Llaivn adar a gar y gwßdd 
A dad a hlodau dohjdd; 



') Efo gae heb ofn na gwg I. ») gynnal I. Rep. 1, 183. 

') /íei(ín;tn B. — c'oedd (für cyhydd) auch 112,24. 



DAVYDD AB GWILYM. 

Coed osglog, caeau disglair, 
Wyth rijw ßd a thri o tvair; 
Perlawr 2>u>'las, mewn glas glog, 
Yn llanuaidd a meillionog. 
Yno mac gwychion fonedd 
A dál im' aur mal a medd; 
Ag ami gar y cerddorion 
A ganant á thant a ihón; 
Ymborth, amred i'r gwledydd, 
A dardd olioni bob dydd; 
A'i blith a'i givenith ar g'oedd 
Yn doraeth i'r pelldiroedd — 
Morgantvg y mrig ynys 
A byrth bob man, llan a llys. 

'Bring meine Grüfse, zärtlich herzlich. 

Hin nach Morganwg zwanzigmal; 

Bring meinen Segen, treue Worte, 

Dem warmen Land zweihuudertmal! 

Nimm des Gebiets dich an im umkreis, 

Durchlauf es und umwandre es! 

Ein Land, das in sich wohl verschlossen 

Und schön beschenkt, voll Korns und Heus; 

Fischreiche Weiher, lieblich Weinland, 

Steinhäuser voll Behaglichkeit. 

Da geben hohe Herren Feste, 

Liebgastfrei stets man Wein kredenzt. 

Da sieht man meine schönen Fluren 

Von Gärten immerdar umbuscht; 

Voll Vögel, die die Bäume lieben, 

Und Laub und Blumen in dem Tal; 

Zweigig den Wald, die Hecken schimmernd. 

Acht Arten Korns ij und drei des Heus; 

Den schönen Easen, grün behangen. 

Gehöftereich und reich an Klee. 

Da wolint ein kräft'ger Stamm von Männern, 

Die spenden Münzgold mir und Met; 



117 



') OcM n-orbaind auch bei deu Iren, Mac Cougliuue p. 99, 3 ed. 
K. Meyer. 



118 L. CHR. STERN, 

Und mancher Künstlerchor, auf Saiten 
Und in der Stimme Ton geübt. 
Nahrung, die in die Lande ausgelit, 
Quillt alle Tage draus hervor; 
An ]Milch und Weizen so ergiebig, 
Dais ferne Länder es versorgt — 
Morganwg überragt die Insel, 
Hilft allen aus, in Hof und Haus.' — 

llit dem Danke des Dichters an Morganwg erhält der Roman 
des Dichters, váe ihn seine Biographen ersonnen haben, seineu 
Abschluls. Morvudd ist der gefeiertste Name in der Poesie 
Davj'dd ab Gwilyms; die Zahl der ihr gewidmeten Gedichte 
ist beträchtlich, doch läfst sie sich durchaus nicht feststellen. 
Dafs es viele waren, spriclit der Dichter selbst (in Nr. 118) aus. 

Y fun 1) a wnaeth iray/v yn ■') f\iis, 

A garaf ag a gerais! 

Dy liic a wnaeth Duw lyiiydd. 

By dal fal llygaid y dydd; 
5 Buw a roddes if ruddaur, 

By irallt fal^) caicad o anr; 

By lygaid fal dau liwgae, 

By drtvyn ar dd§n imvyn y mae; 

By fwmvgl yn dwf uniaivn, 
10 By fronnau 'n hellcnau^) llaivn; 

Beurudd ysgarlad is ael, 

Bull Llundain riain yw V ael.^) 

By wen yw V pum''') llawenydd, 

By gorplt hardd'') a'm dug o'r ffydd. 
15 Äth fywned'^) fal nitli Anna, 

A'th liw yn dcg a'th'') hm da; 

By fwyned dan dy fanwallt, 

By decced! — dyred iVi") allt! 

Gwtiawn nely fry yw ") y fron, 
20 Bcdeiroes mewn bedw irion, 



') ferch G, Rep. 1,328; // ferch a roes M. ») dan G. 

ä) fei G. ö— (i om. GM. loyivgae M. ') fronnau 2)ellenau G. 

») Vs. 11—12 om. GM. ») pump G. 

') hael Q. ") tcenned G, wnned M. 

') ''» deg yyda 'th G. '») hyd AB. ■') Bid ein gicehj /itj 'n GM. 



DAVYDD AB QWILYM. 119 

Ar fatras^) o ddail glas glyn, 

J.-) riäens o'r man redt/n;^) 

Ä chwrlid rh'om a ehurlatc, 

Coed a ludd caicad o latv.*) 
25 Gorweddaf lie hi Ddafydd 

Brophwyd, hir o hraff oed kydd;^) 

Y givr a wnaeth er gu-aicr nef^) 

Saith sahn, hu saith ") i Selef.^) 

Minnau a ivnäp) o'm^^) anner ch 
30 Salman o gusanau sercli; 

Saith gusan gan rianedd, 

Saith fedwen iiicchben eit") bedd; 

Saith osber, saith offeren, 

Saith araith^-) bronfraith ar bren; 
35 Saith acen o'r awen rydd, 

Saith gaeaii, saith gywydd; 

Saith gyicydd i Forfudd fain, 

Seih hoyn-gorph, a saith ugain. 

Llyma glo i^) cariad taladivy, 
40 Ni ddylai^*) hi i mi nucy. 

' Weib, das mir das Herzweh machte. 
Dich liebe imd dich liebte ichli^) 
Der Herrgott schuf dir deine Farben, 
Wie Tages Auge deine Stirn; 
5 [Gott hat dir rotes Gold verliehen. 
Dein Haar, dem goldnen Eegen gleich;] 
Wie zwei Juwelen deine Augen, 
Die Nase eines holden Kinds. 
Dein Hals ist grad und schlank gewachsen, 
10 Wie volle Bälle ist die Brust; 

[Zwei Scharlachwangen unter Brauen, 
Die ganz wie Londons Damen sind.l 



») A mahas AM. -) a'i Rep. 1, 84. 

s) man o redyn BG. ■•) Vs. 23—2-1 om. ti. 

ä) ieg hrajf i oed dijdd G, da hraff 51. «) iiyf AB. 

'■) faith A, saeih G. ») Sdyf AB. 
^) J/i'»!eit ganaf o'm M (a gän?), Canaf finau B, Canaf innaxi A. 

>») am G. ") y M., et AB. 

'-) geiliog G. ") Clo ar G. dyladiey 31. 

") ddyly AB. '^) a garaf ag a gerais = 157,2. 



120 L. CHR. STERN, 

Fünffache Freude ist dein Lächeln, 

Vom Glauben bringt dein schöner Leib.') 
15 Wie Anna's Nichte ist dein Antlitz, 

Der schöne Teint, die Wohlgestalt. 

Wie hold du unter deinen Locken, 

Wie schön du bist! — Komm in den A\'ald! 

Dort auf der Höh sei unser Lager, 
20 Vier Alter laug-) im Birkengrün; 

Auf einem Pfühl vom Laub des Tales, 

Der mit dem zarten Farru verhängt; 

[Die Decke schützt uns vor den Tropfen, 

Das Schauer hält der Wald schon ab.] 
25 Da lafs mich ruhn des Hirsches Leben, 

Wo einstmals David der Prophet; 

Der einer Schönen sieben Psalmen, 

Zum Sehmerz für Salomo, einst sang.') 

So will auch ich zum Grufse singen 
30 Die Psalmen von dem Liebeskufs; 

Yon sieben Küssen von den Mädchen, 

Von sieben Birken auf ihr Grab, 

Und sieben Vespern, sieben Messen 

Und sieben Drosselplauderein, 
35 Und sieben freierfundnen Weisen 

Und sieben Kränzen im Gedicht; 

Von Liedern an die zarte Morvudd 

Einhundertsiebenundzwanzig Stück. <) 

So schliefst die teuerwerte Minne, 
40 Von ihr gebührte mir nicht mehr.' 

Von suifh iiytnjdd spricht der Dichter auch 17!', 23. Die 
Zahl ist natürlich ganz willkürlich gewählt und die Í'berschrifl 
y seiUifed etc. falsch. Gwalchniai sagt, Owain Gwynedds Taten 
sollen gepriesen werden yn scith uijcin kith MA. 145b; die beiden 



') Dies hat eiu späterer Dichter, Gwilym ab leuau Heu (Gurch. ji. 144), 
so entlehnt: Dy wi-ii yw V piwi llawenydd, 

Dy galon yw ffynnun /j'ydd. 

') bedeirocs 'eine lauge Zeit' 210,6; cf. divyoes 97,37. 

') Scheint auf eine unbekannte Legende anzuspielen. 

*) Es ist sehr fraglich, ob dieses Gedicht an Morvudd gerichtet ist; der 
Dichter scheint einer Dame Gedichte jeder Art und auch eine grol'se Zahl 
Morvudd -Lieder zu versprechen. 



DAVYDD AB GWILYM. 121 

Verse 37—38 werden aber sonst auch dem Robin Ddu beigelegt 
(Edwards, p. 4), und die beiden letzten Verse finden sich auch 
einem Gedichte angefügt, in dem der Dichter sich gleichfalls als 
den Sänger Morvudds bezeichnet.*) In diesem (Nr. 119) sagt er, 
er habe wie der Kuckuck sein cwcu-, immer um- dieselbe Weise. 
So sei Morvudds Name populär geworden.^) 

Ehois-^) iddi hob rhyw snyddau, 
Ehugl foliant o'r meddiant*) mau; 
Gicrddlef^) tehjn ag orloes, 
Gormodd rhodd, gi'cr meddw a'i rhoes. 
Heuais, fal oroMan, 
Ei chlod y Xgicynedd ach lau; 
Hyduf y mae yn 'hedeg,^) 
Had iew^) — llytia heuad teg! 
Pybyr fu pawh ar fy ól 
A'u 'pivy-oedd' y mhob heol. 

'Ich tat ihr Dienst ia jeder Weise,*) 
Mit meiaer Kunst zu Lob bereit, 
Durch Leierklänge laut und leise, — 
Gar viel gab ich, der trunken war. 



') Hier heifst es in einer Handschrift: 

Ni ddeil i chariad celadwy, 
Xi ddyle hi i mi mwy. 
Der Ausdruck ei chariad taladwy begegnete uns 14, 19 und nach einer Hand- 
schrift 195, -13, wo eine andere dyladwy und die Ausgaben celadicy (206, 9. 
2.57 a, 43) haben. 

•) Auch Hywel ab Eingion Lygliw rühmt sich, dafs seine Gedichte auf 
Myfanwy im Lande gesungen würden (MA. 339 b); 

Megais Ihcyr gludais llaicer gtclad, yn dwys, 
Dy glod Iwys, cynmvys pob atceiniad. 
ä) rhoes AB, rhoais M. *) feddiant oi moliant M. 

5) gyrddlef M. «) 'n ehedey M. ') tau il. 

') Bhoi (für mw. rodi) 8,30. 10,30. 17,12. 79,58. 104,66; Impt. rho 
260,63; Praes.V/io/' (rodaf) 200, 18. 257a, 11. 261,61; Wioe (ryd) 4, 14. 7,2. 117, 

46. 152,31; rhon' (rodant) 21,36. 58,35. 49. 61,23. 95,55. 98,19. 435,5. 151, 

47. 193,29; Conj. rho (rodo) 16,7. 17,30. 34,19. 104,66. 201,3. 204,36. 208,1; 
Impf, rhown (rodwn) 20,50. 122,59; rhoit (rodut) 105,15; rhoi rhoe (rodei) 
122, 59; Piaet. rhois (rodeis) 89, 3. 105, 14; rhoist (rodeist) 1, 11 ; rhoest 233, 39; 
Wioes (rodes) 3,31 (Vai. rroys). 17,1. 21,36. 29,4. 119,14; rhoesom (rodassam, 
roessum LA. 124,6) 102,27; Pa:ss. praet. rhoed (rodit) 14,20. 37,14. 69,5. 156, 
39. 242, 30; = armor, roet. Vergl. Grammatica Celtica' p. 144. 



122 L. CHR. STERN, 

Ich säte ihren Ruhm in Gwynedd •) 

In Tönen des Frohlockens aus; 

Es wächst heran, sich weit A'erhreitend, 

Die schöne dichtgesäte Saat. 

Jlan ging mir nach und allerorten 

Ward eifrig: Wer war sie? gefragt.' 

Wenn der Leser alle Gedichte, in denen I)av3'dd ]\Iorvudd 
feiert, durchgegangen ist, so wird er dennoch kaum wissen, wer 
sie war. Ihre Gestalt, ihr Alter, ihre Sinnesart, ihre Heimat, 
ihre häuslichen Verhältnisse, ihre Schicksale — nichts von alle- 
dem lernt man mit einiger Sicherheit kennen. Ihr Roman bleibt 
in Zweifel und Unbestimmtheit; die fortspinnende Tradition hat 
eine Anzahl Gedichte, nicht nur die in lolo Morganwgs Auctarium, 
entstehen lassen, die zwar Da-\ydds Ton treffen, aber gewifs 
nicht von ihm gedichtet sind. Deutlich hat er selbst die Poesie 
auf Morvudd (jeun-an-ä 'eine fingierte' genannt (121,6). Das Lyrische 
besteht immer aus Wahrheit und Dichtung, und der Minnesang 
des Mittelalters hält sich vorwaltend in konventionellen Formen. 
Die Troubadours waren vorangegangen, die oberdeutschen Minne- 
sänger waren gefolgt, der Ruhm Beatrices und Lauras erfüllte 
die Welt. Nicht anders ist die Verherrlichung Morvudds zu ver- 
stehen, in deren Bilde viel Dichtung und \\enig Wahrheit zu 
vermuten ist. 



Ars amaudi. 



A\'ir haben bisher von den bestimmten Persönlichkeiten, 
die man in den Liebesgedichten Davydds zu erkennen glaubt, 
gehandelt; viele sind aber allgemeiner gehalten und behandeln 
einzelne Gedanken aus dem unerschöpflicheu Thema. Manche, 
die die Ausgabe bietet, wird man ihm aberkennen müssen; sie 
gehören zu seiner Gatuing, nicht zu seiner Person. 

Die Liebessehnsucht, die der Dichter oft ausspricht, ist seine 
Amme, hiracth maguriaeth yariad (175,4). Er ersinnt einen 
Stammbaum dieser Sehnsucht und führt ihn durch mehr als 
zwanzig Glieder auf fub si/lh, fab addu, fab serch zurück 



') Yf;l. llyd yr heuir y gtvenith . . . Hyd y tyf neb hadau teg . . . Hir 
dy gledd, heuir dy glod, 1, '25 ff. 



DAVYDD AB GWILYM. 123 

(Nr. 211).') Das Gedicht wird Davydd meist beigelegt, nui' 
Rei>. 1, 053 fehlt sein Name.-) Davj-dd beklagt jenen leidenden 
Zustand, wo er nicht krank und nicht gesund, nicht tot und 
nicht lebendig ist (212, 17ii'.), und ihn die Schlaflosigkeit um 
eine Schöne quält, die ihm viel zu untadelig ist (Nr. 221). Nur 
halb so viel wie ein Vogel schläft er, wenn er so viel schläft 
(170,5). Die Sehnsucht nach der einzig Geliebten verzehrt ihn; 
von ihrem Besitze hängt die Verlängerung seines Lebens ab; 
alles andre ist füi' ihn ohne Belang. So wird es in Nr. 256, 33 fi. 
ausgesprochen, einem Gedichte, das freilich nicht zu den echten 
gehört. Bis in seine Träume ^) verfolgt den Dichter der Gedanke 
an seine Geliebte (Nr. 111). Er hält sie umfangen wie eine 
Olwen und träumt süfser als der Apostel Paulus, als die Sieben- 
schläfer, als Melwas in seinem grünen Mantel. Er vergleicht 
sich mit dem Jünger, der an Jesu Brust lag, und dem heiligen 
Kystud, der auf dem Anger lag mit seinem Haupte im Schofse 
der heiligen Dwynwen. Aus einem gleich schönen Traume, in 
dem er sich bei der Geliebten in Ehiw Rheon wähnt, wird er 
durch eine Schlaguhr geweckt (216, 13 ff.). 

Da\Tdd pflegte die verborgene Liebe: wie die Vögel in den 
dichten Zweigen ihr Nest bauen, so hegt er seine Liebe im 
Innern seiner Brust; er ist ein Dieb geheimer Minne (Nr. 188). 
Der Tor, der seine Zunge nicht im Zaume hält und die Gunst- 
bezeugungen der Geliebten ausplaudert, ist ein Judas; aber der 
Weise, der sie verbii-gt und die eine Hand nicht wissen lälst 
was die andere tut, ist ein Engel (Nr. 170). Gerade das Geheimnis 
verleiht der Liebe so hohen Seiz, und Davydd vrird nicht müde 
es zu preisen. (195, 23 ff.) 

Cerddais,^) addolais i ddail 

Tref eurddyn, tra fu irddall; 

') Spätere Dichter haben ähnliche Stammbäume, wie Sion Tudiu- den 
des Geizigen Cybydd und den des Freigebigen Hael (Ceiuion 2,109), und 
Tielleicht sind sie eine irische Eilindung, da im Aisling Mac Conglinne (p. 32 
ed. Jleyer) eine ähnliche Abstammung eines Klerikers aufgestellt wird. 

') Vs. 32 ist nach einer Xote bei J. Glyu Davies yspenser zu lesen, 
d. i. ' twll dan grisiau ', ein in Carnarvonshire gebräuchliches Wort. 

^) So auch unter den deutschen Minnesängern Herr Friderich von Húsen: 
•In minem troume ich sach | ein harte schoeue wib | die naht unz au den 
tac ■ etc. (GEL. 898). Und bei den Provenzalen Arnaut von Marueil (Diez, Die 
Poesie der Troubadours p. 135). 

*) cerais a yddolais ddail M. 



124 L. CHR. STERN, 

Digrif fu V hin in' ennyd, 
Divijn dan un bedicluyn ein hyd. 
Cyd chirerfhin ar fin a fu,^) 
Y nghoed loches-) cydlechu; 
Cyd fyhicman marian mor, 
Cyd aros meivn coed oror; 
Cyd gadic bedic, guaith dedivydd, 
Cyd blanu gweddeiddblu girßdd; 
Cyd adrodd serch ä'r ferch fain, 
Cyd edrych caeau^) didrain. 
Cyd yfed niedd ar sedd serch,*) 
Cyd gerdded coed ä gordderch; 
Cyd icyneb, cyd airenu, 
Cyd chirerthin fin -fin a fu; 
Cyd ogtcyddaic^) ger llaiv 'r Uiryn, 
Cyd ochel pobl, cyd achwyn; 
Cydfod rmvyn, cyd yfed medd, 
Cyd artmin serch, cyd orwedd — 
Cyd ddal cariad celadivy,^) 
Cyicir, W2 ') mynegir miry. 

' Icli ging am AVald mich zu vergnügen,'') 

Dem grünen, meiner Trauten Heim. 

Das lieitre Wetter liefs uns weilen 

Im Birkenhaine eine Zeit. 

Da lachten wir aus Einem Munde 

Und kauerten im Waldversteck. 

Wir .sclilenderten am Meeresstrande 

Und rasteten am Waldesrain. 

Wir hüteten beglückt die Birke 

Und pflanzten Bäumchen, schmuck von Laub. 



') cyßownack diyrifach fu Jl. 

') coed y Howclmyd M. 

*) y coed JI. 

*) kre/ft digrif ri/dd fydd t ferch AI. 

*) gtvynaw . . . y llwyn M. 

•) talii . . . teuladtvy M, dyladtvy M. 

') 7ns Ed. 

*) Fraglicli, wie derA'ers herzustellen ist. Vgl. .1 ddaic i Iwyn addolwy'? 
4G,3. Addoli heilst soust uur 'aubctcu, huldigeu" 32, 29. Ü5, 43. 222, 42. 248, 13. 



DAVTDD AB GWILYM. 125 

"Wir sahn die Äcker einsam liegen, 
^'on Liebe sprachen ich und sie. 
■Wir tranken Met am Sitz der Minne 
l'nd schritten kosend durch den Wald — 
Nur Ein Gesicht und nur Ein Lächeln, 
Ein Lachen nur von Mund zu Mund. 
"Wir lehnten klagend an einander, 
Die Menschen meidend, in dem Hain. 
holdes bei einander weilen. 
Im Liebesglück zusammenruhn 
Und die verschwiegne Minne hegen 
In Treue — weiter sagt man nichts.' 

Nach seinen Gedichten zu urteilen war Da-\ydd ab Gwilym 
ein Mann, der Damen jeder Art umworben und kennen gelernt 
hatte. Nach ihm gleicht freilich die Schöne einem Vogelsteller 
(adaru-i) und ihre schwarzen Brauen sind die Leimruten imDohnen- 
stieg, in denen sich seine Liebe fängt (Nr. 186). Es gebührt ihr 
die Leier mit ihren schmeichlerischen, wechselnden, täuschenden 
Tönen, denn sie ist eine tdy notes ticyU (Nr. 105); ein altes 
Skolion vergleicht das Mädchen der Harfe (Jones 1,70). Eine 
andere hat es mit schönen Worten erreicht, dafs die Gedanken 
an sie ihn wie ein Stachel oder ein Pfeil quälen, dais er Schlaf 
und Gesundheit verliert und nur eine Zusammenkunft mit ihr 
ihn heilen kann (Nr. 223). Wenn er gelegentlich zögert den 
Lockungen eines Weibes zu folgen, so geht er doch hinterdrein 
in sich und bittet flehentlich; wenn sie nicht komme, so sei es 
als würde seine Kappe in Brand gesetzt oder er wie ein Hund 
mit Steinen geworfen oder mit einem Knittel mit Z-ninge und Spitze 
geschlagen (Nr. 220. fraglich). Es kommt vor, dafs es dem Dichter 
der Liebesmühe zu viel wird, wie auf jener nächtlichen Fahrt 
nach Llanddw}!!, wo die Sterne seinen Weg erhellten: es möchte 
leichter sein mit einer Holzaxt einen Stein zu spalten (208, 91 f.). 

Traiva! V fivijall afalltcy' 

Yn ochr maen, ni chara' imvy. 

Mit aller Vorsicht geht der Dichter zu Werke, wenn er die 
Stufenleiter der Liebeswerbung erklimmt. Ich grüfse die Tochter 
Macwysund darf sie nicht grülseu, sagt er (Nr. 17G). Er weifs, 
wer sie ist, aber was sein GruTs bezweckt, will er nicht sa^en 



126 I/. CHR. STERN, 

r]iag treth trais. Wird sie morgen kommen? Er weils nicht, 
wollin und wann? Sollte sie nach dem Griif senden fragen, so 
sage man: Ich weifs es nicht. Sollte sie sich aber ■\\111fahi-ig 
zeigen (der Dichter redet eine fingierte Person an), so mag sie 
winken, aber nicht reden. Und dieselbe Vorsicht beobachtet 
auch eine peinliche Schöne gegen ihn rliag cacl gogan (Nr. 177, 
wo jedoch eine Handschrift Vs. 25 — 32 und 37 f. ausläfst). Als 
der Dichter sie auf einer Bergwiese jenseits M3'n}-dd Gwyr 
trifft und mit ihr eine zärtliche Unterhaltung beginnt, will sie 
ihm nichts zugestehen; denn ein Eifersüchtiger habe ein Weib, 
eine wahre Göttin, ■nie eine Landstreicherin aufgreifen lassen. 
Leichter einigt er sich mit einer andern, die ihn nm- bittet Acht 
zu geben, dafs sie niemand sehe und dafs die Sache geheim bleibe 
— 'not to leave 't undone, but keep unknowii' (Nr. 257a). >) 

Eine vornehme Schwarze, von deren Schönheit viel Auf- 
hebens gemacht wurde, stand unter der Obhut ihrer Eltern. 
Der Dichter dachte alles Ernstes daran sie zu entführen und 
hatte vierzig Mann für das Unternehmen zur Verfügung. Aber 
die Befürchtung, dafs die Tat viel Zorn erregen würde, lieis 
ihn davon abstehen, wenn sie nicht willig kommen wolle (Nr. 193, 
mir von zweifelhafter Echtheit). Etwas anders liegt der Fall 
des Mädchens vom Geschlechte des Adda Hael o Lowdden, das 
bis nach Cwyr bekannt ist. Dei- Dichter ist hoffnungsvoll: Hire 
Familie scheint nicht im Wege zu stehen; die Sache geheim zu 
halten möchte das Glück, unbeständig wie es sei, begünstigen; 
vor Gewalt schrecke er nicht zurück, und endlich stehe ihm die 
Zauberei {nigmars) zu Gebote.'-) Nun sei er selbst nicht zu ver- 
achten, ein Dichter und Gentleman und auch nicht arm — 'da 
hast du ein Pfund! 's) fügt er hinzu (Nr. US). Auch dieses 
Gedicht gehört vielleicht nicht Davydd (wie nach Rep. 1,383), 
sondern dem Ll}'wel}'n Goch ap Meurie hén (Rep. 1, 428). 



1) Aul'ser 6 Versen nach V?. 44 bat B. auch nach Vs. 4 zwei ausgelassen, 
die iincntbehrlidi sind: 

Muda umoaith i'm adail, 
Meinir, i dy micyn o'r dail. 

'•') Eiu der Zauberei Kundiger konnte sich an der Frau, die ihn ver- 
raten hatte, rächen, wie Guillem Adhemar sagt (Le parnasse occitau. p. 259): 
Icu ai ja vist home, que conois fort, \ Et a legit negromansi 'e sort, etc. 

') Das Pfund als Reehnungsmünze kommt bei Pavydd sonst vor: p\mt 
197, 43. 207, 22 (Var. y incynt); ugem-punt 209, 26 (nicht in M); can-punt 26, 5. 



DAVYDD AB (iWII.YM. 127 

Eine ehrenfeste Jungfrau lehrt uns ein amöbäisches Lied 
kennen (Nr. 180. selten). Diese begegnet den Anträgen des 
Dichters mit Schlagfertigkeit, so dafs er auf die einzig mögliche 
Lösung hingedrängt wird, mit ihr zu den Reliquien unter der 
Obhut des Priesters zu treten und sie zu ehelichen.') Ja, er 
selbst hatte Anwandlungen, die ihm zur Ehre gereichen. Er 
erzählt (Nr. 153) von einem jungen ]\rädchen, das er nach rasch 
zurückgelegter Reise von 18 Meilen (vgl. 158, 1) in seinem Hause 
triift. So jugendlich war er damals, dafs im Laufe seine Fufs- 
spitzen kaum die Erde berührten und er das trockene Holz 
unter seinen Füfsen nicht zerbrach,^) während er rascher als 
der Wind, ohne sich umzuwenden, wie Tr,ystan seinem Ziele zu- 
strebte. Er ermahnt sie ihre Ehre zu bewahren, sich nicht an 
einen Lumpen Avegzuwerfen und nur den zu lieben, der sie liebe. 
Ihre Amme, erwidert sie, habe ähnlich gesprochen und mit 
trügerischen Männern habe sie schon Erfahrungen gemacht. Der 
Dichter antwortet bieder und versichert, dafs sie von ihm nichts 
zu befürchten habe. 

Einige Male begegnet es ihm, dafs er von Damen seiner 
Bekanntschaft verleugnet wird. Ein Mädchen, mit dem er einst 
im abgefallenen Laube vertraut verkehrt hat, will ihn nach 
einiger Zeit nicht wiedererkennen, als trage er, wie es auf 
dem Sommermarkte zu sehen ist, 'Bart und Hörner eines kurzen 
Bocks', harf a clnjrn hyrfwch arnaf (Nr. 141). Einer andern aus 
Gwj-nedd, die sich auch der frühern Bekanntschaft schämt, gibt 
er den Rat, wenigstens einen Freund zu wählen, der besser sei 
als er, keinen schlechtem (Nr. 156 — Vs. 62—66 fehlen in einer 
Handschi-ift). Und er tadelt eine vornehme Blondine namens 
Eva, die so tut als sei jede Erinnerung an ihr früheres Ver- 
hältnis in ihr erloschen. Solche Vergefslichkeit sei nicht gut 
und ein satirischer Vers pflege davor zu bewahren. (Nr. 214). 

Angof ni wna dda i ddijn, 
annglod gwylia englyn.^) 

Der Dichter beklagt sich mehrfach über Spröde und über 
die Qualen der Leidenschaft, die sie ihm bereiten. Da ist eine 



1) Eine Nachbildung des Gedichts steht im Cambro- Briton 3, 149 f. (1822). 
") Dieser leichte Lauf gehörte zur Ausbildung der irischen Fianna, vgl. 
Lismore Lives p. XLI. 

ä) Annglod meivn odl ne englyn, M. 



128 L. CHR. STERN, 

Scliöne so keusch, dafs er in seinem Bemiilieu um ihre Gunst 
sich wie einer vorkommt, der seinen Scliatten lialten will (Nr. 215). 
Mitunter erträgt er die Zurückhaltung solclier Damen mit Gleich- 
mut. Soll ich sie nicht haben, so wird sie auch mich nicht haben 
(Nr. 1G8, fraglich). Einer Spröden, der er den Sommer lang gefolgt 
ist, die ihn aber stets gemieden hat, versichert er, um allen 
Ausflüchten zu begegnen, dafs er ganz nach ihrem Wunsche 
gewesen sei, ob sie nun wünsche einen Ritter (knight) oder 
Squire oder Landmann oder einen Ausrufer') ihres Ruhmes oder 
einen Glücklichen oder Unglücklichen oder einen Jungen Stutzer 
oder gar einen Pferdeknecht. Aber er weifs wohl, dafs es auf 
Betrug abgesehen ist. Möge sie ihn hassen, er werde sie doch 
nicht erlangen (Nr. 155, zweifelhaft). Eine, die sein Lob zurück- 
weist, möchte er mit einem Pfeile durchbohren oder ihr einen 
eisernen Haken untei' den Mund legen oder mit einer Sichel 
den Kopf abschlagen — möchte sie nur keinen Schaden leiden! 
Indessen zieht er sich doch von einer solchen Liebe zurück 
(Nr. 150). Es kommt auch vor, dafs ihm eine Schöne den 
heiligsten Eid in die Hand schwört; aber er erweist sich als 
ein nichtiger Schwur (Nr. 178). Verhafst ist ihm jene Ver- 
schlagene, die, wo sie kurz nein hätte sagen sollen, verspricht 
und nicht hält. Eine Blonde oder Braune, so wähnte er, gab 
ihm Gold in die Hand um ihn zu beschwichtigen, aber er fand 
>seine lland darnach leer (Nr. 167, von zweifelhafter Echtheit). 
Es fehlt unter den Bekanntschaften Davj'dds nicht an 
Damen, die Geld und Wohlstand über alles andere setzen. Eine 
solche sagt ihm geradezu, dafs sie nur einen reichen Mann 
lieben könne. Er aber kann ihr nur ein Waldhaus mit zwei 
Pächtern von den kunstreichen Sängern in den Zweigen bieten, 
und wenn er die Schöne nicht erlangt, so schwört er es ab, 
solchen Liebesbau je wieder zu unternehmen (Nr. 179). Ähnlich 
war ein Mädchen in Jlon gesonnen, dem der Dichter begegnet, 
als er eben ein Pfund in der Tasche hat. Sie will nur einen 
Landmann oder einen Kaufmann zum Gatten, und es rührt sie 
ni{;ht, dafs er um mit ihr eins zu werden,-) ihr ein Pfund bietet, 
noch weniger wohl, dafs er ihr das Gold Arabiens') geben 



>) geilwad 1!)7, 20. 200, 28. 

') morgen oder bargen 197, 25. 150, 6. 

') «!(»• Arafia 197,48. 47, 4G. Vgl. ör tire Arabia, Silva gad. p. 130. 



»AVYOD AH GWILYM. 129 

würde, wenn er es hätte (Nr. 197). Schon der Troubadour sagt: 
Que Ovidj- retrai, Qu'amors per ricor non vai (Diez, Poesie* 
p. 111). 

Ein ganz merkwürdiges Bild eines Liebeshandels liefert 
das Gedicht Nr. 151: 

Lluniais ocd is mangoed Mai, 

Dawn Ddafydd, ä'm dßn ddifai. 
Als eine verliebte Jungfrau des Dichters selbstlose Absichten 
bezweifelt, versetzt er, dafs er nur aus Liebe zu ihr komme. 
Sie aber gesteht, nicht seinetwegen gekommen zu sein: 

Na ddown i oed i'r goedfron 
Erod, fab, diwybod dön, 
Ar hydcr ar rhyic adicy 
'Y niyd fod yn forivyn mtvy. 

Als er zu verstehen gibt, es sei allerdings zu befürchten, dafs 
der Archidiakon sie wegen Unzucht exkommunizieren werde, 
wenn er nicht 40 Shilling bekomme, wirft sie ihm schmutzigen 
Geiz vor. Er aber erwidert: Und wenn ich nun nicht 40 besitze? 
Diese will sie ihm darleihen und er soll ihr Verse dafür widmen. 
Da war jeder ^Mderstaud gebrochen. — Die Bufsen, die die alten 
Kirchenordnungen auferlegten, konnten später durch Geld ab- 
gelöst werden: 'Qui vero psalmos non novit et jejunare non 
potest, pro uno anno in pane et aqua donet in elimosinam solidos 
XXYI', etc. sagt das Poenitentiale Egberti (H. J. Schmitz, Die 
Bufsbücher und das kanonische Buisverfahren 1, 586). Die Höhe 
des ßufsgeldes schwankte. 

Die Gedichte Davydd ab Gwilyms gewähren manchen Ein- 
blick in die Sitten, die im 14. Jahrhundert in Wales bestanden. 
Grofse Freiheit herrschte ohne Zweifel im Verkehr zwischen den 
Geschlechtern, wenn auch jene lustige Gescliichte, wonach der 
Dichter einst 24 seiner Schönen gesondert zu einem Stelldichein 
eingeladen und vereint unter einer Eiche, in deren Zweigen er 
sie erwartete, begrüfst habe, samt den Versen, die er bei der 
Gelegenheit gesprochen haben soll, auf späterer Erfindung be- 
ruht (Bardd. p. XIII). Der walisische ilinuedienst beobachtete 
alle Ai-tikel der Ars amandi und einige davon wollen wir nach 
Davydds Anleitung näher betrachten. 

Zu diesem Minnedienste gehört der llaitai 'der Liebesbote', 
d. i. der Überbringer von Geschenken {Had). Der Plural ist 

ZeitBohxlft f. colt. Philologie VII. 9 



lf!0 r. CHR. STERN. 

llattäon 94, 52. 104, G3. (^efn Codi M.'ís. 201, 1.'); das Femininum 
lautet llatlcies DG. 210,49; Abstrakta sind llaileiacih 16,8. Cefn 
Goch Mss. 146,34. 149,6. 151,4, und llattemvydd 51,8 oder 
fehlerliaft llatteiddruydd 79, 19. Später tritt das Wort ccnnad 
dafür ein (wie Rep. 1, 39 g). 

Der llattai hatte eine Liebesbotscliaft zu überbringen: 'Tri 
ymlyniad serch: cyivydd, emjlyn, a lluttai', sagt eine Triade (MA 
834 b). Ein llattai war es, den der Dichter mit dem Geschenke, 
von zwei Gallonen Wein zu einer Dame in Mon schickte (21,41) 
und durch den er Morvudd aus dem Kloster in den Hain zu 
kommen einlud (11, 1), und solcher Boten geschieht nicht selten 
Erwähnung (12,38. 54,16. 200,27. 221,34. 230,41. 258,35); auch 
eine Dienerin, die im Einverständnisse Lst, heilst so (158, 13). 
Nun ist es eine artige Erfindung, dafs der Dichter für den 
Dienst des Liebesboten Tiere gewinnt, wie den carw-iwrch oder 
Rehbock in Nr. 16. Viel häufiger sind es aber Vögel, wie 46, 22. 
144,27. So entsendet er namentlich den Adler eryr (187), die 
Waldschnepfe cyffylog (72), die Nachtigall cos (78, 31), die Lerche 
liedydd (95), die Schwalbe givenol (164), die Drossel hronfraith 
(45,6), die Amsel imcyalchen (an Ivor, 259), den Kuckuck cog 
(210), die Elster hiogen (189), den Birkhahn ceiliog du (110), 
den Schwan alarch (190), die Möwe gtcylan 'die Lilie des Meeres' 
(28). Aber er wendet sich auch an die Fische und macht den 
Lachs eog (75) und die Forelle hrithyll (206) zu Mitwissern 
seiner Liebessehusucht. Endlich vertraut er dem AVinde seine 
Klagen, dafs er sie zu Morvudd gelangen lasse (69), und schickt 
in ähnlicher Weise den Sommer nach Morganwg (260). Noch 
spätere Dichter verwenden den llattai, so Sion Tudur die Drossel 
und Robin Redbreast (Rep. 1,12) und Thoraas Pryce die Schwalbe 
(Cefn Coch Mss. 133), den Kuckuck (148), die Nachtigall (170) 
und die Maus (74). Sion Tudur schickt in einer Ode dwr Cltcyd^), 
y llwynog, y tvennol und y gwynt zugleich als Boten (E. Jones, 
AVelsh Bards 1,77 b). Davj'dd ab Gwilj'm aber hat hierin in 
Wales keinen Vorgänger gehabt; denn Rhj's Goch ab Rliiccert. 
der als Liebesboten die Amsel, die Drossel, die Lerche, den 
Kuckuck, die Nachtigall (lolo Mss. 233) und die Möwen (ib. 239) 



') So gibt auch I^etrarca dem raschen Strome der Rbóiie eiucn Auftrag 
an Laura: 'Bacia '1 piede, o la mau bella e bianca: Dille: il b.iciar sia 'n vece 
di parole; Lo spirto é pronto, ma la carne é stanca.' 



DAVYDÜ AB GWILY.M. 131 

verwendet, ist ein pseudonymer Dichter und Nachahmer Davydds, 
der um 1600 lebte.») 

Xocli ein anderes Gleichnis für den Liebesboteu hat Dav}-dd 
ab Gwilym in einem unedierten Gedicht. Als einst der Dichter 
an einem verboraenen Orte schlummert, hat er vor Tagesanbruch 
einen merkwürdigen Traum. Ihn träumt, er gehe im Walde mit 
einer ileute Hunde an der Hand. Nachdem er sie losgelassen, 
hört er alsbald Geschrei voll Angst und Zorn und sieht, wie 
ein weifses Reh über die Jagdgründe verfolgt wird, bis es end- 
lich bei ihm Schutz sucht. Nach seinem Erwachen findet er 
eine alte Frau, der er das Gesicht erzählt nnd von der er seine 
Deutung empfängt. Die Jagdhunde, das sind die kühnen Liebes- 
boten, die er ausschickt, und das Reh ist die Dame, die er liebt 
und die sich sicherlich in seineu Schutz begeben wird. Das Ge- 
dicht (Cytcydd i'r hreiiddtvyd a ivelsai D. G.) lautet wie folgt: 

Fol yr oeddwn, gtvyddwn gel, 

Yn dargwsg meivn lie dirgel, 

Qwelais y' min dichlais dydd"^) 

Bretiddivyd yn ael boretidydd. 
5 TyhiivH'^) fy mod yn rhodiatv 

A llu hytheuaid i'm'^) llatv, 

Ag i /forest yn gestung, 

Teg blas, nid ty faeoy blicng. 

Gollyngwn i yn ddioed, 
10 Dcbygwn, y ciin i'r coed. 

Clywn orniau a lleisiau llid 

Canu 'n ami, ciin yn ymlid 

Ar ewig tcen mich llennyrch 

Debygwn, cerddicn lie 'i cyrch, 
15 A rhaivd fytheuaid ar hynt 

Yn ei Ml iaivn eu helynt, 

Cyrchu V allt yn diuallt-rym 

A thros ddtm/ esgair a thrym,^) 

•) Dieser Pseudo-Ehys Goch o dir larll ab Rhiccert ahmte die alten 
Dichter nach, erreichte aber nicht die Altertümlichkeit ihrer Sprache. S. über 
ihn John H. Davies in Cyradeithas Llen Cymru 3, "20 (Caerdydd 1902). 

-) gxcelxcn er gais dykiis dydd Var. ') gwdwn Var. 

*) 9 gwn yn fy Tar. 

') a thros y goedfron ai thrym Var. Esgair (ir. escair) 'Grat'; tntm 
'Band, Hüger 77,4. 

9* 



132 Ij. CHR. STEHÍT, 

A thracJiefn dros y cefnydä 
20 Ar hynt im-Jiclynt «">■') Jiydd; 

A(j i'r ßbrest orchestol 

flaen ci dai-) hi o'i Ml, 

A dyfod ivedi dofi 

Yvta yn ddig i'm nairdd i. 
25 Ar liyn darfod hynod Mm 

A deff'ro dan goed dyßryn. 

Cefais Jienaf girraig gyfiann,^) 

Pan ocdd ddydd yn ddedioydd') iawn. 

Addef a wneuthum iddi 
30 Goel nos niodd y gu-clwn i. 

'0 druan ddßn ddilanliw, 

Bydd dda hiryll, o hyddi hyirfi) 

Da lyth, y diobeühinr, 

Tic'') dy freuddwyd, od wyd irr. 
35 Y cum heb gel a ivelid 

I'th law, pe gtrypen' iaith lid, 

Dy helwyr diaii hclynt, 

Dy latieion eon ynt; 

A'r ewig wen imhenes 
10 A garit ti, hocn geirw tes; 

A diau hyn~') y daiv hi 

I'th nairdd, a Duir i'th noddi. 

Ein anderer Kunstausdruck der Avalisisclien Erotik ist oed, 
das mitunter so viel wie 'Zeit, Lebensalter' bedeutet: yn oed 
ieiienctid 227,4; hm/a' i oed, lolo Mss. 259, 151; oed Jesu, Cef« 
Codi Mss. 189,24; iriocd D. G. 64,13; oder 'Aufenthalt, Verzug', 
wie: (Christus) a rocd heb oed yn y hedd, 242,30. Diese Be- 
deutung ist auch in dem Adjektive oediog 'alt' 100,17. 225,1. 
230,63. LG. 8,23. CCMss. 192, 17; in dem Substantive oedran 
'Lebensalter' D.G. 20,3. 255,37; oe*aw/bd 217, 13; ferner in dem 
Verb ocdi 'aufschieben, aufhalten' 126,4. 231,26. 237,57. CCMss. 
117,28. lolo Mss. 248; oedio D.G. 255,47; nad oeda d/, 164,64; 
nag oetta fi nag attal, 41,4; oedai 144,5; oedaint^) 13,35. Aber 



') i helynl yr Var. ^) cLai = dexuii. 

^) cyfiawn Xar. ') ar glais dydd Var. 

') Bid da dy bwyll pe bait byw (?) Var. ') yn Var. 

') yw hyn Var. ^) Statt oedcnt im Keime. 



DAVYDÜ AB GWILYM. 133 

eiue gewöhnliche Bedeutung in der Lyrik, die auch die ältere 
Sprache kennt (RB. 1,5), ist 'das Anheraumen einer Zusammen- 
kunft, das Stelldichein der Liebenden'. So: mae addo oed, 129,1; 
oed ai bardd, 81, 48; oed á'm rhiain, 39, 1; 49, 18. 222, 35; 
/ gijnnal oed d merch, 258,34; heb oed rh'of a htm, 47,12; lieh 
unoed, 179,2; le unocd, 174,57; fwy nag tinoed, 94,57; unocd 
Ganvy, 136,13. 105,45. 223, 25 f.; gael oed unaa-r, 258,56 (CCMss. 
169,9); hiroed 46,13; ähnlich i'm hoed, 248,11; i'th oed, 259,24; 
o'm unoed, 57,5. 191,35 (vgl. ?>w oed, Ynr. erioed, CCMss. 185,24); 
der Plural dazu lautet oedau 164, 6. 31. CCMss. 177, 12. Mitunter 
tritt fiü- das Wort ein oed dydd 'der Aufschub, die Anberaumung- 
eines Tages", wie: gael oed dydd a giveled hon, 47,4. 65; rho yni 
oed dydd, 258,67; ni fyn oed dydd, 31,2; i gynnal oed dydd, 32,51. 
Daher sagt man die Verabredung eines Stelldicheins zu bezeiclmen: 
oed a icneiithinn, 97,4; doe y gwneuthum oed ä bim, 40. 1 f.; ni 
iciniwn oed, 12, 31; y gwnai oed, 34, 10 (ywna un oed, CCMss. 138, 14); 
und Utmiais oed, 151, 1. 52, 1.') Und so bedeutet auch das Verb 
ocdi 'jemanden zu einer Zusammenkunft bestellen, mit ihm zu- 
sammenkommen', wie: i'th oeda', 151,39; debre i oedi dy brydydd, 
256,30. Davon auch cijfoed oder cyocd 'das Zusammensein' 201,33. 
179,30 (aber cyfoed 'gleiches Alters' 46,39. 224,3). Für das 
unverständlich gewordene oed tritt später ^Jítí/H/Miawí 'appointment' 
(D.G. 40,9. CCMss. 53. 150) oder pnyntment (Eep. 1,39) ein. 

Das Stelldichein ist der Höhepunkt des Erotik des walisischen 
Barden; dieses zu erlangen sendet er die Boten seiner Phantasie 
aus. Der Dichtei- frohlockt, wenn es zum oed kommt, aber die 
Zeit bis dahin erscheint ihm endlos. Hat er ein Stelldichein 
am Sonnabend, so dünkt ihn vom Sonntage bis dahin eiu Monat. 
Einst war alle Tage Sonnabend, jetzt aber nur einmal im 
Monate (Nr. 129). Und schmerzliche Erfahrungen blieben ihm 
nicht erspart. Eine Schöne, Dianis -) mit Namen, verspricht und 
verspricht, alle Wochentage, vom Montag bis Sonntag. Ohne 
einen Tag in dieser langen Frist zu geniefsen liefs mich die 
Falsche von Tag zu Tag leben (Nr. 34). Und eine andere 
erwartet er geduldig vom fiühen Morgen bis ziu- Terze (anterth), 
bis zum Mittage, bis zum Nachmittage, bis in die sinkende 
Nacht — aber vergebens (Nr. 40). So ging es auch bei dem 



■*) William Llyn sagt: A luniais gynt ar lannerch | Oedd i mi fal addaw 
(Gorchestion p. 297). ^) Lewis Glyn Cothi p. 430. 



134 L. CHR. STEIíN, 

berühmten Stelldichein in Llandiiv, wo alles von langer Hand 
vorbereitet war, aber die Geliebte zu seinem Schmerze ausblieb 
(Nr. 52, das Gedicht gehört zu den zweifelhaften). 

Die Zusammenkünfte der Liebenden fanden in der Regel 
im Grünen statt, nach herkömmlicher Sitte, und wenn schon in 
den Gesetzen des Hywel Dda gnraig Ihnjn a phcrth 'ein Hain- 
und Hecken -Frauenzimmer" übel berüchtigt ist und mah llnyn 
a pherth einen Bastard bezeichnet, so werden sie in sittlicher 
Hinsicht anstöisig genug gewesen sein. Oft genug bat Davydd 
das oed im Freien besungen.i) 

Aber die Liebenden waren nicht auf den verschwiegenen 
Hain beschränkt; man erfährt von vergnügten Stunden, die sie 
in der Weinschenke verlebten, d. i. das yhildhus 'quales Anglici 
in singulis singulas habebant diecesibus bibitorias, ghUdlms dictas' 
(W. Mapes, De nugis curialium p. 79). Davjdd rühmt sich der 
Zechen, die er mit seiner Geliebten gemacht liabe (Nr. 213): 

Gildiais fal gildiirr ar fin, 
Gildio 'n lud, golden ladin. 

Da liefs er golden ladin"^) kommen {güdimv 'zahlen, schenken', 
L. Glyn Cothi 456), der wie ein Heiliger glänzt, nicht etwa ein 
geringes Getränk {elni-itafad), sondern echten Wein aus Bordeaux. 
Da kam es vor, dafs er es auf zwei Mark^) nicht ansah, wenn der 
"\\'eiu reichlicii flofs. Und es war kein '\^'under, dafs er ein Gold- 
stück nach dem andern aus dem Kasten nahm und den Vorwurf 
seiner Familie über seine A'ersch Wendung hören mulste (134, 49 f.): 



') Die Schilderuug eines oed von dem mehr erwähuteii Pseudo-Rhys 
Goch ist um mehrere Jahrhunderte jünger. Er erzählt, wie er mit seiner 
Geliebten unter Blumen und im Klee ruhte, Mund auf Mund: es war ein 
Fest wie das des h. Dewi in Hodnaut, Taliessius im Llys Elpliiu, der Tafel- 
runde in Caerllion und der Engel im Paradies. Da ei-schicu die widrige Ge- 
stalt des alten Eifersüchtigen mit einem Knittel auf der Szene. Er schlug 
die Treulose auf Brust, Stirn und Schläfe, dafs sie ohnmächtig zusammen- 
brach. .Vuch der Barde kriegte einen oder zwei ab, nötigte aber den Stören- 
fried die Flucht zu ergreifen (lolo Mss. 247; Stephens p. 481). 

-) Der Ausdruck ist schwierig. Vielleicht ist ladin vom ags. laden 'laden, 
schöpfen' und golden vom ags. geldan, gildan 'zahlen, verzollen' abzuleiten. 

') Vgl. Kr ugein-morc neu gan-miiw | Gicelit dwyll mewn gnlad Dmv, 
14fi,61f.; gan-morc, Glyn Cothi 228; tnorc i'r glä; Gorch. p. 174. Eine Mark 
ist in Altengland i:! sh. 4 d., sagt Skeat. Die Marca uununorum und deuariorum 
haben auch die Provenzalen: Que s'era de mil marcx ricx, D'un denier no t'eu 
valria, sagt Ugo de S. Ciro (Galvani, Osservazioni p. 98). 



UAVYDD AB GWIIAM. 135 

Tahn o'r tyluyth a'ni dihaur, 
Tew fy dl ger tai fy aur. 

Aber ein Verliebter ist immer nobel: Calon serchog syberw syädJ) 
Auf die Taverne verweist den Dichter auch eine Alte, die ihn 
in einem schon erwähnten Gedichte ein Mädchen betören lehrt: 

Oni feiddi di, fatvddyn, 
A hi ytnddiddan dy htm, 
Cais lattai difai duyfaui 
A hivn a'th dyn o hyn'-) haul; 
Ä hefyd, y hyd a'i barn, 
Do fa riain i'r dafarn: 
Bara a chaivs a bair ei chael 
A diod, fain ei dtcyael. 

•l'ar de la panse vient la danse', wie Francois Villon sagt. 

Im Winter war der Hain kein geeigneter Ort der Zusammen- 
kiint'l. obschon der Dichter sich auch dann mit der Geliebten 
dan berth trifft (98, 28). Sonst stellt er sich in unfreundlicher 
Nacht vor ihrer Wohnung ein {divyn brad nos dan bared neb, 
47, 8). So stimmt er vor Morvudds Hause in finstrer, regnerischer 
Nacht auf einer St raise, die schlechter ist als irgend eine in 
Caer-yn-Arfon, ein bewegliches Klagelied an (Nr. 53), und hält 
mit einer andern Schönen Zwiesprache durchs Fenster (Nr. 131). 
Als er wieder in kalter Nacht vor dem Fenster einer andern 
steht, ist ein Eisklump in seinem Herzen, ihn schmerzt der 
Kopf und eisige Tränen rollen über seine Wangen. Er bittet 
das Mägdlein zu öffnen und, damit Vater und Mutter nicht er- 
wachen, die Türangel mit dem .Speichel geschmeidig zu macheu. 

Giflych a'th boer lie y rhoe 'r rhestr 
Blaen ffyn bolyn'^) y ff'enestr. 

Als er Einlafs erlangt hat, spricht er von dem Schmerze, der 
ihn wie Spitzen von Stahlnadeln durchbohre, von seinem Herzen, 
das wie auf hundert Messern stecke (ein ähnliches Bild 29,43) 
und wünscht sich den Tod (Nr. 152). Das Ende dieses Gedichtes 
scheint zu fehlen. 



') .Ciliawdr . . . Colon- serchogioti ij sydd M. 
') hyn haut M. ') colyn Ed. 



136 L. CHR. STERN. 

Als Dav.ydd an einem ^^'interabend nach Weibnacliten aus 
der Schenke heimkehrt, kommt er vor dem Hause einer geliebten 
Frau vorbei, an dessen Dach ein Eiszapfen hängt. Er winkt der 
Frau nach dem Fenster zu, aber elier als diese, die ihn für 
einen Bettler hält, bemerkt ihn der Mann. Der schlägt Alarm 
und verfolgt ihn mit andern über die Felder. Der Dichter er- 
reicht seinen Birkenhain mit seinem Sommerversteck, dessen öde 
Kahlheit ihn zu wehmütigen Betrachtungen stimmt. Im Winter 
ist er einem Gefängnisse ähnlich, und er sehnt sich nach dem 
Sommer (Nr. 174, ist wohl nur eine Nachahmung). 

In kalter regnerischer Nacht ergeht sich der Dichter vor 
der Tür einer Frau ar ros (lyddijn dan harivydydd. Diese be- 
merkt ihn und veranlafst ihre Dienerin ihm auf seine Bitte zu 
öffnen. 1) Als er sich nun mit der Frau, -nie sonst im Hain, 
vergnügt, kommt der Hausherr und fordert gebieterisch Einlals. 
Der Dichter entflieht über den Acker durch den Eichwald ins 
Gebüsch, ohne von Hunden verfolgt zu werden (Nr. 9ö). Ein 
ähnliches Ende nimmt ein anderes Abenteuer mit einer Frau 
(158, 53 ff.). Verdriefslicher war ein drittes. Als der Dichter in 
einer Nacht bei einer treulosen Frau weilt, erscheint plötzlich 
der betrogene Ehemann mit einem Hirschsprunge und Löwen- 
augen, stürzt auf ihn zu und verfolgt den Fliehenden. Der 
Dichter läuft in den Wald und entkommt, indem er sich in einem 
Gänsestalle verbirgt, wo ihm allerdings von der Gänsin kein 
fi-eundlicher Empfang bereitet wird (Nr. 100). 

Einmal ist es ein starkes Fenster aus Eichenholz, das ihm 
Ärger verursacht. Er steht in Wintertagen davor und spricht zu 
der Geliebten ohne doch zu ihr gelangen zu können, in der Art 
wie Älelvvas in Caerllion ehemals. Die Enge der Öffnung hindert 
ihn und er wünscht, der Teufel möchte ihre beiden Pfosten zer- 
brechen (Nr. IGl). 

Diesen Gedichten schliefst sich eines an, in dem er der 
Geliebten auf der Insel Mon (vgl. Nr. 208) die entsetzlichen 
Leiden schildert, die er zu ertragen halte, als er auf dem Wege 
zu ihr ins Eis geriet {clwydcn o ia Ys. 16, statt clwydau) und 
sich schwer verletzte (Nr. 191). Dagegen gehört ein anderes 
Gedicht (Nr. 55) mit Liebesklagen, die der Dichter in einer 
Winternacht vor der Haustür seiner Geliebten sjiricht (vgl. Nr.53) 

') Dies eiimuTt au Ovids Ars amat. 2, 592 ff. 



DAVYDD A« GWILYM. 137 

wahrscheinlich niclit Davj-dd ab Gwilym, sondern ist dem Dav}-d(l 
ab Edmwnt beizulegen (J. Rhj's, Artliurian legend p. 67). 

Sehr bemerkenswert sind die Tagelieder, deren sich unter 
di-n Gedichten Ab Gwilyms zwei finden. Das eine, schon von 
E. Jones, AVelsh Bards 2,43, mitgeteilte (Nr. 97) lautet: 

Soniais feinnar am garu, 

Saith mhjncdd oferedd fu; 

Hyaivdl o serch ar ferch fum, 

Hyd neithlwr oed a wnactlmm. 
5 Cefais dal o'm gofalon 

Yn Ol tnyll gern eiltv ton; 

Cael cyrredd ') saith rhinwcdd -) serch 

Gyda hon gtvedi hannerch; 

Cael ymddiddan ychtvancg, 
10 Cusanti dyn aelddu deg, 

A rhoi 'mraich, laich dihechod, 

Dan hen lloer tven, fal lliw 'r od. 
Fal V oeddem, mi ag Em gu, 

I'm gtviic-radd, yn ymgaru, 
15 Soniais yn gall, deull dig, 

Am y dydd — amod Eiddig. 

Yno dyivod liiv od lein, 

F'enaid aur fivyn od eirian: 

'Clytvir cyn dydd cethlydd cog, 
20 Croyivgan y gwiwlan geiliog.' — ■ 

'Jicih daw cyn treiaiv dawn 

I'w dij Eiddig, wr diddawn?' — 

'Dafydd! son am ddaioni, 

'sywueth-'') drwg yw d'olaith di'. — 
25 'Gwen airaid liw gwawn oror, 

Gwelaf ddydd drwy gil y ddór' — 

'Lleuad newydd sydd, a sér 

A'u pclydr drwy höh piler.' — 

'I\age, 'nGwen, haul yshlenydd, 
30 Yn ivir Ddiiw mac 'n awr o ddydd!' — 



•) cyraedd B. 

') wiiwedd AB, rhnvedd Eich. 

') soicaeth AB; cf. 'sywaeth 157,3. Ygl. armor, sioaz 'leider'. 



L. CHI!. STEKN, 

'Od icyd anuadál dy daith, 
Detvis amod, dos ymaith!' 

Codais, ciliais rhag coelion, 
A'm crys i'm law, a hraiv Iron. 
35 lUiL'dais trny goed a rhedyn 

llhag dydd, i feivn glastvydd glyn; 
A'r dydd yn hwy na divyoes 
O'm hlaen i'm ') hol, fl'ól y fíoes.-) 

'Von Minne sprach ich zu der Holden, 
Doch war's A'ergebens sieben Jahr; 
In Keimen flehte ich das "Weib an, 
Bis gestern endlich ich sie traf. 
5 Da ward mir Lohn für meine Sorgen 
Um dieser Wellenweifsen Trug. 
Nachdem wir uns begrüfst einander, 
Ward höchste "Wonne mir zuteil.-') 
Ich weilte bei der Brauenschwarzen ') 

10 Im Kufs und im Geplauder noch 
Und hielt im Arm, schuldlose Bürde, 
Das Haupt so hell wie Mond und Schnee. 

Nachdem mit diesem feuern Kleinod 
Ich nun nach Herzeuslust gekost, 

15 S])rach ich bedächtig, ängstlich prüfend. 
Vom Tag und ihrem Ehebund. 
Darauf versetzt die glänzend Reine, 
Mein holdes Goldcheu, schön wie Sclinee: 
'Man liört vor Tag den Kuckucksi>artuer,'') 

20 Den klaren Sang des würd'gcn Hahns!' — 
. 'Wie aber, kommt vor gutem Ende 
Der widerwärt'ge Tropf zu Haus?' — 
'Sprich, David, doch von etwas Bess'rem! 
Schlecht angebracht ist deine Furcht.' — 



>) o'm AB. 

*) Ifotjs Kep. 1, 457. Ffoes steht des Beimes wegen für ffois, wie rhoes, 
rhoe gelegen tlicli für rhois, rhoi. 

') tnQÜyßij Tt\ fayiazcc — die Liebe von siebenfacher Tugend oder Vor- 
trefllichkeit, rhiiiwedd. Sieben steht hier zweimal als unbestimmte Zahl wie 
oft; vgl. pii'i di sette volte, Dante, Inf. 8, !I7. 

') aelddu xvúroifQv^. ') Vermutlich die Lerche. 



DAVVDD AU UWILYM. 139 

25 'Mein goldigs Lieb wie Sommerfäden, 

Im Türspalt sehe ich den Tag.' — i) 

'Der Neumond ist es oder Sterne, 

An jedem Pfosten stralilen die.' — 

'Nein, meine Feine, Glanz der Sonne, 
30 So wahr ein Gott ist. schon ist's Tag.' —2) 

'Bist du so uustät aufzubrechen, 

Tu wie's beliebt — so magst du gehn!' 
Da stand ich auf vor dem, was drohte. 

Ergriff mein Hemd, im Busen Furcht, 
35 Und lief dahin durch Wald und Farreu 

Vor Tag ins Dickicht eines Tals. 

"Wie vor und hinter mir der Tag nun 

Sich lange dehnte, ^) floh ich Tor.' 

In einem andern Tageliede Davydds (Nr. 59) sagt das Weib, 
der Tag sei angebrochen, und mahnt aufzustehen. Der Mond 
und die Sterne seien es, versetzt der Dichter, die es hell machten. 
Als sie weiter auf das Ki'ächzen des Eaben aufmerksam macht, 
meint er, Würmer, die ihn im Schlafe gestört hätten, töte er;-*) 
noch höre man nah und fern die Hunde bellen. Sie aber wieder- 
holt ihi-e Bitte sich zu erheben und vor den schlimmen Hunden 
in den Wald zu eilen. Er versichert rascher als die Hunde zu 
sein, und mit der Nachtigall werde er sich wieder bei ilu- ein- 
finden. Einmal (158, 66 ff.) verwünscht Davydd den Hahn {cijihj- 



') Die Verse hat H. de Villemarqué in seLnem Barzas Breiz nachgeahmt. 
-) Merkwürdig ähnlich ist dieses Tagelied einem griechischen, das 
Athenäen» XV. p. 697 b mitteilt : 

oJ it nuo/eii • /<í TiQoóvii cc/jft', ixtreíca. 

n^lv xcd /xo/.siv xelrov, civiazat, ft^ xuxov 

fiiya noira^ as xáfii zijv Stú.áxQav. 

UfiÍQu xal di], TÓ ip&q óiu zag itigidog ovx elaoQjjg; 

'Was ist dir? o verrat uns nicht, ich fleh dich an! 
Eh jener kommt, steh auf, dais er nicht grofes Leid 
Zufüge dir sowohl als mir, dem armen Weib. 
Schon ist es Tag! Siehst du das Licht nicht durch die Tür?!' 
') Eig. 'der Tag ward länger als zwei Lebensalter'. 
*) Ganz ähnlich sucht ein Mädchen eine Alte ron verdächtigem Ge- 
räusch abzulenken durch Erwähnung des jungen Hundes, dem Ungeziefer in 
die Ohren kröche, weshalb er so nngeberdig sei, dafs man nichts anderes höre 
(165, 23 ff.). 



140 L. CnU. STEKN, 

maith yr iar), weil er ihn nicht früh genug geweckt habe, und 
er preist die Lerche, die ihm vor Tagesanbruch den Weg zur Flucht 
zeigte. Ein andermal (107, 17 ff.) lobt er den Raben, weil er ihn 
vor Tage an die Flucht von der Geliebten erinnert habe. 

Es gibt wohl kaum ein Thema der erotischen Poesie, das 
von Davj'dd nicht behandelt wäre. Jenes Frohlocken über den 
Kufs, den er von Luned empfing, do ar y min, ceidw yno serch y 
fcrch fad, „das Schlofs am Munde, das die Liebe des Mädchens 
bewalirt", c/clm lianld rhinig mivyn-fardd a merch „den Knoten, 
der Liebende verbindet" und wie er ihn sonst nennt, scheint 
wirklich Davydds Gedicht zu sein, obwohl sonst Luned nicht zu 
den von ihm gefeierten Schönen gehört (Nr. 202). Ein Cywydd, 
in dem er zwanzig Küsse von der Geliebten erbittet (Nr. 86), 
erinnert an ein ihm zugeschriebenes Engl3'n Mnn län, mocs gusan, 
mocs yant, mocs ddwsin (E. Jones, Welsh Bards 1, 75). Ob beide 
Davydd gehören, steht dahin; jedesfalls wird ihr Dichter von 
dem angeblichen Eliys Goch ab Ehiccert übertroffen (lolo Mss. 232). 
Unter den Gedichten Davydds sind einige 'Cj'wyddau merch', die 
die Herausgeber bei Seite gelassen haben, so jenes Rhodiais er 
pan icelais Wen und Y yynnil ferch ganolfain. So gibt es auch 
ein Gedicht über den Mann {Cywydd y gal) und eines über das 
Weib {Cywydd y cont), die den Sprachgelehrten überlassen bleiben 
müssen. Ein Gedicht i ferch aethai 'n guJ, das J. Davies im 
Wörterbuche s. v. seirian anführt, ist mir nicht bekannt geworden. 
Einer schönen Frau, die sich nicht willfährig zeigt, sagt 
er (das Gedicht ist jedoch selten), daXs es in jedem Lande hübsche 
Mädclien gibt, und erinnert sie an die Vergänglichkeit der mensch- 
lichen Schönheit (222, 19 ff.): 

Fan cl y gwalli liirfclyn 

A'i frig fal y caprig giryn, 

A gorUiic'r mir o'r ddeurudd 

Ag yn grych mwmvgl a grudd — 

Gwrach a fyddi fth dij tau. 

Och! f'anwyl, a chhirch finnau. 

Edrych yn y drych dy dro 

A'th tvynch yn cethino! 

Ni'th eilw cerdd na thcJyn, 

Ni'th gär ar y ddacar ddijn. 

Car, y ddiJn rhyfedd, hcddyiv, 

Tra fyeh i'th hwych a'th liw. 



DA\'TDD AB GWILYM. 141 

Ann i'r goedwig, ewig tvych, 
A minnau tjn garw meinuych. 
Myn Lleuddad! o daw dy nr 
Ar ff'rwst ar hen ff'orestin; 
Mae dwy-hjs, Mai-adeiloed, 
daw i'n ceisiaw i'r coed; 
Yn olrhain y rhain yr haf 
Y bydd mal Seih ab Addaf. 

'Wenn erst das lange blonde Haar dir 
Am Scheitel weiTs vmi wie Battist,i) 
Der Goldglanz von der Wange schwindet, 
Gesicht und Hals dir runzlig ^"ird. 
Bist du ein altes Weib im Hause, 
Ach! Teure, und auch ich ein Greis. 
Sieh in den Spiegel, wie du ausschaust 
Und wie dein Antlitz sich entstellt! 
Dich wird nicht Sang noch Leier feiern, 
Dich liebt kein Mensch mehr in der Welt. 
Bewundrungswürd'ge, liebe heute. 
Wo du noch Glanz und Farbe hast. 
Gehn in den Wald wir, hübsche Hiude. 
Ich bin dein zärtlich schmucker Hirsch! 
Bei Lleuddad! Falls dein Gatte etwa 
Zum Förster eilte unversehns, 
Da sind zwei maigebaute Schlösser 
In dem Gehölz, wenn er uns sucht. 
Im Sommer diese zu erspähen,-) 
Wird er wie Seth sein, Adams Sohn.' 

Womit wohl auf das Evangelium Nicodemi augespielt wird, 
nach dem Seth, von Adam entsendet, bis ans Paradies gelangt, 
es aber nicht betreten darf (Hengwrt Mss. 2, 244). 

So rügt es der Dichter (in Nr. 103) auch, dafs ein alter 
Mann noch ein junges Weib lieben will, für den doch eine Alte, 
ein warmes Haus und ein Feuer 3) passender wären. Dies läfst 



') caprig für das gewöhnliclie camrig 'cambric'. 
>) rhain 74, 32. 75, 32. 94, 46. 224, 1 {rhiain B). 

') gwrachan a thy a chlydwr a than 163, 15 — wo B. a chán „und 
Gesang" liest. 



142 I,. CHR. STERN, 

sich der Dichter selbst in ähnlichen AVorten von der Elster sagen 
(198,45). Bei seinem weilsen Haar sollte jener Alte, meint er, 
lieber sehen, wie er es anstellen könnte sich zu verjüngen, etwa 
in der Quelle des Jordans, und wenn er auch früher ein König 
in der Minne und ein LUihler gewesen sei. Aber gehört Nr. 154 
unter die Gedichte Davydds? Die Handschriften scheinen es ihm 
zuzuschreiben (Rep. 2, 432), aber ein Zweifel an der Echtheit 
scheint berechtigt. Hier erzählt ein alter Prälat, wie er im grünen 
Walde mit einem jungen Mädchen zusammengetroffen sei, dessen 
Vater er schon getauft hat. Sie stellt ihn zur Eede, warum er 
ihr Sountags im Chorrock verliebte Blicke zuwerfe, sie auf die 
Fül'se trete, zu ihr von Liebe spreche und, wenn er ihr die Oblate 
reiche, ihre Rechte drücke. i) Er sucht sich auszureden, meint 
aber, ein Alter sei im Liebesverkehr {yn yr huj) noch besser als 
der Jüngste. 



Die Mönche. 



Es ist nicht wahrscheinlich, dafs Davydd ab Gwilym der 
Don Juan war, für den man ihn nach seinen Gedichten halten 
mül'ste, aber selbst ein "fanfaron du vice' wird leicht vielen anstölsig. 
Sein Verhältnis zur Geistliclikeit wird nicht das beste gewesen 
sein, und seine Abneigung erklärt sich aus den Anschauungen, 
die am Ende des Mittelalters verbreitet waren. Schon früher 
hatten Troubadours wie Peire (Cardinal und Guillem Figueiras 
lieftige Sirventes gegen die Pfaffen gerichtet und die Invektiven 
mehrten sich mit der Zeit; namentlich waren die Älönche, wie 
Dante in zornigen Versen bezeugt, in der allgemeinen Achtung 
tief gesunken. In England gab es zu Davydds Zeit aufser 
den schwarzen Dominikanern (i coreggieri) und Franziskanern 
(i cordiglieri) oder grauen Minoriten (Ffransis aeltri/d 228, 7) 
auch Augustiner und weifse Karmeliter. Davydd setzt sich in 
fünf (iedichten mit den Mönchen der beiden ersten Orden aus- 
einander, während lolo Goch in seinen Gedichten Nr. 38 und 39 



') Der Troubadour Savaiic sagt in einer Tenzone: 
A quascun fai d'amor semblan; 
L'un esguard amorosamen, 
L'autr' estrenh la mail donssamen, 
AI terz caussiga 'l pe rizen. 



DAVYDD AB OWITA'M. 1Á?> 

es mit Fraiizis^kalieni zu tun liat. wenn anders die Beiwörter 
Uicyd und Unydbdis darauf schliefseu lassen. Das 'iiregetli brawd 
llw3"d' ist übrigens bei den Walisern sprichwörtlich geworden 
(MA. 896 a). 

Einer jener Barfüfsler aus Rom 'mit Haaren wie ein 
Doruennest und einem Gewände so löchericht wie ein Netz' (Noeth 
(Iroed, ilr nniiaUt nijth drain, \ Bhwyd yic V bais yn rhodio 'r byd) 
trat der Geliebten des Dichters nahe um sie zur Chorschwester 
zu gewinnen (103, 17 ff.). 

Cymer dy hun, ben cun cant, 
Grysan rhawn, ambr a grisiant! 
Gwisg, na ddiosg tcyth noswaith, 
Wasgaicd mwythus lyfrgnaicd maithA) 

'Ximm du für dich, o Haupt so vielen lieblich. 
Ein hären Hemd statt Ambra und Kristall!-) 
Zieh du dir an und zieh nicht aus acht Tage 
Die Hülle für das zarte, glatte Fleisch.' 

Die Verse 25 f., die Morvudd nennen, gehören nach den Ausgaben 
und Handschriften zu dem Gedichte. Der Dichter sagt darin: 
Gott habe sie endlich zur Auachoretin gemacht (a'i hancrau-andd), 
und spricht vom Stande der Nonnen gering. 

Ein anderer brand llwyd trat auch an den Dichter heran 
um ihn von seinem gottlosen Leben zu bekehren (G-i, 1.5 IT.): 

Faid á bod gan rianedd, 

Cais er Mair casháu^) V medd! 



') Gicasgaicd ... lyfngnawd M. Gwasgod 'Kleidung' 135,13. 159,45. 
190, 28., vielleicht auch 231, 21. 

*) Wenn der Vers korrekt ist, so scheint der Sinn zu sein: Wähle die 
klösterliche Tracht (Corda rudis, vestis dura, Cingit, tegit sine cura) statt 
deines eleganten Gewandes, das glänzend und duftig wie Anihra und durch- 
sichtig wie Kristall ist. Ambr, dem S. Evans das Bürgerrecht bestreitet 
(ir. umra), ist dasselbe wie giccfr, das namentlich vom Haare ('amber hairs' 
Shakesp.) gesagt wird (gwefr o liw 7, 17 ; df/n golm-wefr 40, 25 ; cain wefr 
43, 17). Crisiant oder grisiant ist der durchsichtige Kristall, womit das feine 
durchsichtige Hemd verglichen wird: crys o liic maeti crisiant 190, '25; bliant 
«icc/i (Var. yti) y grisiant grys 77, 28. (Cf. blawt y krissa7it RB. 1, 205). Eine 
Nebenform davon ist crisial oder yrisial in o bryd grisial a'r tal teg 256, 6; 
devliU! 'r grisial 64, 40. Vgl. Dante: E come in vetro, in ambra od in cristallo 
Eaggio risplende si, etc., Parad. 29, 25; of amber, crystal and of beaded jet, 
Shakespeare, A Lover's Complaint 37. ') a cashau AB. 



144 L. CHK. STERN, 

Ymogd draics magi draserch 
A 'mogel nitnj magal merch. 
Gochel dafarn, difarn don, 
A gochel ferchcd ginjchion. 
Ni tliala ffáen gwyrdd girijdd, 
Na thafarn, na iaith Ofydd.^) 
Tri pheth a hair y'^) mctliu 
Fr dijn a'i dilyn o'i di) — 
Gwin, merch druck, a gwychder, 
Myn f'enaid gwitv, afraid gcr! 

'Lafs ab zu Weibern dich zu halten, 
Met sei dir, bei Marie! ein Greul!^) 
Hut vor der Liebe schlimmer Schlinge 
Und vor des Mädchens Schlinge dich! 
Die unheilvolle Schenke meide 
Und hübsche Mädchen lafs in Ruh! 
Es taugen nicht die grünen Bäume, 
Die Schenke und Ovids Geschwätz. 
Drei Dinge bringen einen Mens(;hen 
Und seinen Anhang aus dem Haus: 
Wein, Eleganz und leichte Mädchen, 
Bei meiner Seele! eitler Tand!' 

Der Dichter erwidert, wie er wohl von Morvudd lassen könnte, 
deren Liebe ihn krank und halb todt mache? Er könne nicht 
umhin ilir im Weinhause Wein und Zucker {siivgr steht Avohl 
nicht in Peniarth 48) reichen zu lassen, und wenn er sich nicht 
schmuck kleide, würde sie ihn nicht ansehen. 

Denselben ungebundenen Geist offenbart Davydd weiter in 
einer Thiterredung, die er mit einem Mönche bei einer anderen 
Gelegenlieit führte. Es ist die Rechtfertigung seines Minnesangs 



') Diese beiden Verse felilen in M. Ffáen 'Bohne' (ital. iico) niu' liier. 

2) oni. AB. 

') Medd {\v.nnd) 'Met' oder 'Honigwein' ist mehr als Wein, neben 
dem er genannt wird (;!, 31. 93,06), das berauschende Getränk der Barden 
(14,11. iKiöG. 'JI!),7. '200,48) und ihrer Damen (ID.IO. 05,3. 138,5). Er wird 
im Keller verwahrt (mcddydl 138,20. 2'21,'21) und aus Hörnern getrunken 
(medd o fuail 13,30; hail o fcdd 33,30; meddgtjrn 71, 12. 230,72). Abgeleitete 
Ausdrücke sind mcddlyn 0,33 und meddyijhjn 138,30. Von den übrigen bei 
Davydd vorkommenden Getränken ist die Rede gewesen: givin, osai, civrw, 
bragawd. 



DAVYDI) AB OWILYM. 145 

(Nr. 140). Das Gediclit, das scliou in zienilicli alten Handschriften 
Davydd beigelegt wird (Rep. 2. tiOS), hat die leichtere. Traelhodl 
genannte Form, die der Cynghauedd entbehrt. 

Givae fi na icyr y foruijn 

Glodfrys, a'i Uys yn y llivyn, 

Ymddiddan y Brand llygliw 

Amdana' i y dydd heddyiv. 
5 Mi a aethum at y Brawd 

I gyffesu fy mhechaicd. 

Iddair 'r addcfais, liyd givn, 

Mae eilun i^rydydd oeddicn, 

Ä'm hod eriocd yn cam 
10 FJiiain wyncbwen ael-ddu; 

Ag na hu im' o'm llofrudd 

Les am unhenes na hudd, 

Ond ei charu 'n Mr icastad 

A ckurio 'n fatvr o'i churiad, 
15 A dicyn ei chlod dricy Gymry 

A hod hehddi er hynny, 

A dymuno ei chlytved 

I'm gively rh'of a'r pared. 
Heb y Braud tvrthyf yna : 
20 'Mi a roun it' gynghor da! 

cheraist eiliw eivyn, 

Lliw papir, oed Jiir hyd kyn, 

Llaesa' hoen y dydd a ddatv; 

Lies yiv i'th enaid heidiuw, 
2h A theivi ä'th gyiryddau 

Ag arfer o'th haderau. 

Nid er cyivydd nag englyn 

Y prynodd Buw enaid dijn. 

Nid yiv 'ch cerdd chici, y Gier, 
30 Ond truth a lleisiau ofer, 

Ag annog gußr a guragedd 

1 hechod ag anwiredd. 

Nid da 'r moliant corphorawl 
A ddyco V enaid i ddiaivl.' 
35 Minnau atehais i'r Brawd 
Am höh gair ar a ddywawd: 



ilKhrift f. celt. Philologie VII. 



10 



140 I^. CHR. STERN, 

'Nid ydyw Dmv mor greulon 
Ag ij dytvaid hen ddynion, 
Ond celwydd yr offeiriaid 

40 Yn darllain hén grwyn defaid. 
Ni chyll Dmv enaid gwr mwyn 
Er caru guraig na morwyn. 
Tri pheth a gerir tnvy V hyd: 
Gwraig a hinon ag iechyd. 

45 Merch sydd decaf hlodeuyn 
Yn y nef ond Duw ei hun. 

nraig y ganed pob di)n 
O'r holl hohloedd ond tridyn, 
Ag am hynny nid rliyfedd 

50 Garu merched a gwragedd. 
O'r nef caed pob digrificch 
Ag uffern hob tristweh. 
Cerdd a bair yn llawenach 
Hcn ag ieuanc, claf ag iach. 

55 Gyn rheitied i mi brydu 
Ag i tithau bregethu; 
A chyn iatcned i mi glera 
Ag i tithau gardota.' 
Fand englynion ag odlau 

60 Yic 'r hyninau a'r secwensiau, 
A chywyddau i Dduw Iwyd 
Yiv llaswyr Dafydd hrophwyd? 
Nid ar im bivyd ag enllyn 
Y mae Dim 'n porthi pob dyn. 

65 Amser osoded i fivyd 
Ag amser i olochwyd; 
Amser i gynghaneddu 
Ag amser i bregethu. 
Cerdd a genir y mhob gwledd 

70 / ddiddanu rhianedd, 
A phader yn yr egltvys 

1 gcisio tir paradwys. 
Gwir a ddywed Ystudfach 
Gyda'i fcirdd yn cyfeddach: 

75 "Wynch Uawen Uawn ei d(j, 
Wyneb trist drug a ery." 



DAVYUn AB GWILYM. \i'l 

Cyd euro rai sancteidärivyäd, 

Eraill a gar gyfanneddrtvydd;^) 

Anaml a wyr gywydd per 
80 A jthaivh a ibyr ei bader. 

Ag am hynny, V dtcyfawl frawd, 

Nid cerdd sydd fwyaf pechawd. 

Pan fo cystal gan boh dyn 

Glywed pader ag englyn, 
85 A chan forwynion Gwyncdd 

Glywed cyivydd o faswedd, 

Mi a ganaf, myn fy llaiv, 

Y pader fyth heb peidiaw. 

Ihjd hynny, mefl i Ddafydd 
90 chan bader ond cyivydd!' 

Ach! wenn es nur die Jungfrau wufste, 

Die rulimessclinelle in der Hainburg, 

Wie sich der schwarze ^) Klosterbruder 

Am heut'gen Tag mit mii- besprochen! 
5 Um meine Sünde ihm zu beichten 

Begab ich mich zum frommen Bruder, 

Und ich gestand ihm, wie bewufst mir, 

Dafs ich, nach meiner Art ein Dichter, 

Seit langer Zeit ein Fräulein liebe, 
10 You weiísem AntKtz, schwarz von Brauen, 

Doch bei ihr wegen eines Schurken 

Gewinn nicht und nicht Fördrung finde; 

Doch lang und treu sei meine Liebe, 

Von der ich arg zu leiden habe. 
15 Ich trüge ihren Euhm durch Kambrien 

Und müfste dennoch sie entbehren; 

Und möchte sie so gern besitzen 

Als die Genossin meines Lagers. 
Darauf versetzte mir der Bruder: 
20 'Da kann ich guten Rat dir geben.-') 



') gyfanheddrwydd A., ganghaneddncydd B. 

2) llygliw ist der Beiname eiaes bekannteu älteren Barden. 

') Vgl. 149, 18. 163, 24. 

10* 



148 T'- CHR. STEIÍN, 

Wenn du seither so lange liebtest. 
Die weiTs wie Schaum und wie Papier ist, 
So kommt dereinst die ew'ge Strafe! 
Entsagung drum frommt deiner Seele. 

25 Schweig still hinfort mit deinen Liedern 
Und deinen Eosenkranz bedenke! i) 
Gott hat um Lieder und um Oden 
Sicli nicht erkauft die Menscheuseele. 
Nur Schmeichelei und leere Worte 

30 Ist eure Kunst, ihr Bänkelsänger! 
Um Mann und Weib damit zu reizen 
Zur Sünde und zu argen Taten. 
Den Körper preisen will nicht taugen, 
Wenn es zum Teufel führt die Seele.' 

35 Auf jedes Wort, das er gesprochen. 
Gab ich dem fi-ommen Bruder Antwort: 
'Gott ist doch nimmermehr so grausam. 
Wie es von Alten wohl gesagt wird; 
Nur Lüge ist das von den Pfaffen, 

40 Die alte Schafhautschriften lesen. 

Verliert denn Gott des Biedern Seele, 
Weil er die Fraun und Mädchen liebte? 
Drei Dinge in der Welt, die liebt mau: 
Das Weib, schön Wetter und Gesundheit. 

45 Das Mägdlein ist die schönste Blume 
Im Himmel, Gott nur ausgenommen. 
Vom 'Weib ist jedermann geboren. 
Bis auf die Drei, in jedem Volke. 
Und deshalb ist es doch kein Wunder, 

50 ' Wenn man die Mädchen liebt und Frauen. 
Vom Himmel stammte jede Freude 
Und aus der Hölle jede Trübsal. 
Die Poesie macht alle froher. 
So Alt wie Jung. Gesunde, Kranke. 

55 Mir ist das Dichten ein Bedürfnis, 
Sowie's dir selber ist das Pred'gen; 
Mir wollen Bardenfahrten ziemen. 
So gut wie dir die Bettelei ziemt. 



>) Vgl. Arfer d'th bader i'th ben \ A thewi fyth ä'th awen, 145, 21 f. 



DAVYDD AR GWIIAM. 149 

Sind denn die Hymnen und Sequenzen') 
60 Xiclit gleichfalls Oden und Gediclite? 

Die Psalmen Davids des Propheten 

Sind Lieder dem erhabnen Gotte. 

Nicht nur mit Speise und mit Zukost 

Gibt Gott den Unterhalt den Menschen. 
65 Geordnet ist die Zeit zur Speise 

Und zum ziunickgezognen Leben; 

So gibt es eine Zeit zum Reimen 

Und eine Zeit auch gibt's zum Pi-ed'gen. 

Man macht, die Weiblein zu ergötzen, 
70 Musik bei allen Festlichkeiten; 

Das Pater spricht man in der Kirche, 

Des Paradieses Land zu suchen. 

Das Wort ist wahr, das sprach Ystudfach, 

Als er mit seinen Barden zechte: 
75 Ein froh Gesicht, des Haus wird voll sein, 2) 

Der Trauermiene harrt nichts Gutes. ^) 

"Wohl lieben manche heilig Wesen, 

Geselligkeit dagegen andre. 

Ein lieblich Lied nur wen'ge wissen, 
80 Indessen jeder kennt sein Pater. 

Und deshalb ist, frommer Bruder, 

Die Kunst auch nicht die gröfste Sünde. 

Wenn"s alle Menschen gleich gern hören. 

Ob es ist Pater oder Ode, 
85 Und wenn die Mädchen hier in Gwynedd 

Ein Liebeslied nicht anders schätzen — 

Dann werde ich. bei meiner Treue! 

Das Pater unablässig singen. 

Bis dahin, Davydd Schimpf und Schande, 
90 Singt er das Pater statt des Liedes!' 

Es folgen in der Ausgabe (auch im Rep. 1, 283) noch 
6 Verse, in denen sich Bruder und Barde gegenseitig ver- 



•) Sequenzen sind die Gesänge, die im Graduale auf das Hallelnja folgen. 

') Vgl. Wyneb Uatcen calon iach (lolo Mss. 252, 22) ist der Ausspruch 
eines kanibrischen Weisen Ystudfach. 'Cor laetum pro medicina est, Spiritus 
vero tristis exsiccat ossa.' Prov. 17, 22. 

3) Dncg a ery (von aro) — vgl. 232, 60. 113. 261,37; lolo Mss. 253,39. 



150 I^. CHK. STERN. 

wünschen, aber sie felilen in anderen Handschriften (Rep. 1, 
388. 507). 

In einem anderen unvollständigen Gedichte (Nr. 224) er- 
mahnt der Mönch 'mit seiner traurigen ehernen Zunge' (á'r prucld 
äafaivd pres) den Dichter, an den Tod und die Höllenstrafen zu 
denken {pair poeth-groen), aber dieser weist ihn kurz ab. 

Wieder wird der Bruder in dem Gedichte Nr. 217 ein- 
geführt, das im Eep. 1, 282 v unter Davydds Gedichten steht, 
aber im Rep. 1,411 dem Madog Beuvras beigelegt wird. Der 
hier redende Schwarzniautel (y toryn du) gehört bestimmt dem 
Orden des h. Dominions an; er wird wie im vorigen Gedichte 
bezeichnet als tafod doch hrcs yn crcfu, 'die Zunge der ehernen 
Glocke, die rieht.' 

Coshwr y marivawl hecliaivd, 
Cashefh gennyf hregeth hrawd; 
Fohty y bara pieinioel, 
Fibl treddi, almari tnoeJ; 
Gosgedd gryglus, gtveddus gwiw, 
Gwas haglog metvn givisg hygliw; 
Lhcgirr o hys y llygod, 
Mair a glyn; nid mairr ei glod! 

'Es ist der Todessünde Strafer, 
Des Bruders Predigt mir verbalst; 
Ein Backhaus für das Brot der Bufse,*) 
Gebetepfeifen, leerer Tisch; 
Elirwürden, Haidebeerenfarbig, 
Mit schwarzem^) Kleid und Wanderstab, 
Ein fahler lilann von ]\Iäuseerbsen ■') 
(Maria hör es!), unbeinilimt.' 



') nier ist, ilcr .\usflrnck jxMy y bara peitiiod (die beiden Verse, in 
denen er vnikoiiinil, fclilen allerdings in einer Handschril't) einem lateinischen 
Hymnus nachgebildet (l)anict, Thesaurus hymuolug. 5, 251) : 
Salve, jiorta crystallina, 
Vivi panis officiua, 
Dirae mortis medieina, 
Flos mundi Maria 1 
') pygliiv ' pcchfarbeu ' ; gosgedd 'Gestalt' 103,4. 248,18, gosgeiddig 
103,23. 156,8. 

') llicg-wr (vielleicht llyngwr?) kommt sonst bei Davydd nicht vor: 
pys engl, 'peas" noch 42, 19. 



DAVYDD AB GWILYM. lól 

Der Bruder sagt, es sei besser Gott zu loben als den 
Menschen zu preisen und empfiehlt ihm wegen der Kraft der 
sieben Bitten eiu schönes Paternoster; ja, er rät ihm gleich 
lolo') den Leib zu kasteien. 



Yevniischte Gedichte. 

Als Minnesänger ist Davydd ab Gwilym berühmt geworden, 
aber er ist mannigfaltig und hat nicht nur nach der Weise der 
alten Bai-den seines Landes das Lob- und Eügelied gepflegt, 
sondern auch Gegenstände aus dem Leben in neuer und gefälliger 
Art besungen. 

Von den panegyrischen Gedichten, die zum Teil die schwerere 
Form der Ode haben, ist schon die Rede gewesen. Er war 
ebenso stark in der Satire. Das bezeugen das Gedicht auf Ehys 
Meigen (Nr. 230). die Gedichte gegen Gruffydd Gryg (Nr. 121. 
123. 125. 127) und die nicht endenwolle.nde Verhöhuung des Eiddig 
oder Bwa Bach (Nr. 66. 68. 90. 89. 20. 219. 99 usw.). Diese 
Poesieen sind voll Humor und mitunter gröblich im Ausdruck; 
doch fällt das meiste, was darin gefehlt ist, nicht ihm, sondern 
seinen Nachahmern zur Last. 

Als Satiriker erhebt Davydd seine Stimme auch gegen die 
Putzsucht der Damen seiner Zeit (Nr. 207). Er beginnt: 

Bhai ferched y gwledydd 

Ar ddyic-gwyl Fair,-) ddiu-air ddydd, 

Bhoi perl a riiihi purloyu- 

Ar eu tal yn euraid hoyiv. 

A gicnsgo rhudd niuyn fydd merch,^) 

A gwyrdd*) — gtcae a fedd gordderch! 

Ni welir braich, goflfaich gael,'") 

Xa mivntcgl un dfjn'^) meinael 

Heb o'i amgylcli,') taencylch tes, 

JBaderau y byd eres.^) 

') Vgl. Celtische Zeitsclirift 2, 169. 

') ffair Ed.; Tgl. delai i'r ffair icyl Fair Fön, M.\. 324a. Eine Hand- 
schrift: sef gwnan ar ffair ddiwan ddydd. 

') Gwisgo rhudd, llys-ieurwydd serch AB. 

*) ywerdd M, gwae arfer M. ') gwael M. ^) ddyn M. 

') yn i gylch M; amgeiUh y taerweilch M. 

*) yboicgdli, hyderes, aoei-esMM. — Oeceskommtmitunterfürdas gewöhn- 
liche eres -selten, wunderbar' (KB. 22. 31. 35 LA. 102,5) vor. Vgl. bei Davydd: 



152 L. CHR. STERX. 

'So manche Mädchen in den Ländern. 

Am sittigen Marienfest, 

Sclimücken die Stirn mit Glanz der Perleu 

Und mit Kubinen, goldig schön. 

Es kleiden sich die Damen modisch 

In Eot und Grün — weh dem, der buhlt I 

Man sieht den Arm nicht, zur Umarmung, 

Noch einer Brauenzarten Hals, 

Den nicht umgeben, flüssig Feuer, 

Die rarsten Perlen in der Welt.' 

Wenn man einen Eibenbogen, der nicht mehr ganz ist und 
bald entzwei bricht, mit Gold färbt, so hat das einen Sinn, denn 
er wird teuer bezahlt. Aber an dem heiligen Feste sollte man 
nicht täuschen, steht doch auch das Marienbild schmucklos an 
der weifsen Wand, und niemand denkt daran es zu bemalen. 
Braucht die Sonne noch mehr Farben als sie hat? So bedarf 
auch die Geliebte des Betruges nicht, weifszahnig i) und preis- 
würdig {daiihviklwyn haeddivmvd) wie sie ist. In ihrem weifsen 
Kleid sieht sie nicht schlechter aus als die Gräfin in ihren Gold- 
farben. Man wird durch dieses Gedicht an die proveuzalischen 
Satiren erinnert, die der Mönch von Monlaudon auf das Schminken 
der Damen seiner Zeit rei'fafst hat. 

Die Paitei der Frauen ergreift der Dichter übrigens bei 
einer anderen Gelegenheit (Nr. 106).-) Eine Frau klagte ihm, 
ihr Mann, ein Freund Davj'dds, sei ein Verschwender, Ehebrecher, 
Trinker, Stutzer, Prahler, und bat ihn auf ihn einzuwirken, dafs 
er, wenn er sich nicht bessere, sie verlasse. Der Dichter rät, 
seiner Pralilerei zungenfertig zu begegnen, und wenn er"s nicht 
ruhig aufnehme, so solle sie ihm mit der Faust eins auf den 
Schädel geben oder ihm einen Hieb auf den dicken Nacken ver- 
setzen, dann würde er wohl zur Vernunft kommen. 

Ich möchte hier noch einige andere Gedichte über ver- 
schiedene Gegenstände berühren, da sie zur Charakteristik des 



gwenivyn eres 47,51; cued eres 112,25; trugst eres (Var. oercs) 128,3; yn eres 
125,7; eres wedd (Var. oeres); eres i Ddafydd 120, .3; eres 'y myw 189,42. 

•) danhcddnyn 207, .32. — Vgl. dioincdduyn 81,25; uenddaint 13,27; 
gwytiddaint 105,16; hoywddaint 123,17. Nach Giraldns Oambreusis, Descr. 
eil, zeichueten sich die Waliser durch schöue Zähue aus. 

-) Das Gedicht würde nach einer Handschrift dem Robiu Ddu gehören, 
nach auderu aber (Kep. 1, 262. 649) Davjdd. 



DAVYDD AB GWILYM. 153 

Dichters dienen. Da ist ein Gedicht über das Schwert, ein von 
walisischen Dichtern melirfach behandeltes Thema (Nr. 134). 
Sein langes Schwert, sagt er, sei sein Wohltäter (mau gorodyn, 
wohl besser garodyn) und dulde keinen Schimpf auf ihm. Es 
sei ein Schlachtfresser (cadgno), ein Schinder (cneifiicr), ein Senger 
{deifiicr), und wie der Feuerstein setze es keinen Eost au. Es 
habe das Feuer des Blitzes {ufelfdU) und, wenn es geschwungen 
werde, gehe es wie ein Feuerrad (rhed y dur fal rhod o dein; 
(jleic sidell, cf. 164,48). Nicht der Schild') schütze ihn, sondern 
seine gute Klinge (fy metel mad). Es sei wie das Schwert Olivers 
in der Sage — ail'-) rhawt y elyr (lies Ehud cledd, ail haivd y 
clyr, wie in einem ähnlichen Gedichte lolo Gochs 28, 34).'') 

Davydd kannte die Schlaguhr che und verwünschte sie, als 
sie ihn einst am Rande eines Deiches (yn oclir y claivdd) aus 
einem süisen Traume weckte (Nr. 216). Diese Uhr war schwarz; 
sie hatte Kopf und Zunge, zwei Stricke (rhaff), ein Ead (rJwd), 
Gewichte {puysau). ein Gehäuse (bnarthau) und einen Hammer 
(mwrthwl), endlich huyaid, womit dann wohl die Zeiger gemeint 
sind. Sie war wie ruhelose Mühlen (melinau aflonydd), eine 
gespenstische Mühle {tnclin uyll oder tvrjUt, wie eine Handschrift 
hat), die auch nachts mahlt, mit einem dummen Ticken {dec 
ynfyd). Schon Dante erwähnt ein Orologio 'tin tin sonando' 
(Paradiso 10, 139) und aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts 
sind manche Räderuhren bezeugt, 1320 in Peterborough und 
1348 in London. Vgl. Y Brythou 3, 115. 

Des Klappersacks rkuylgroen, der dem verliebten Dichter 
gelegentlich gleichfalls zum .Ärgernis wui-de (Nr. 65), ist schon 
gedacht. Es war ein Sack an einer Stange (cod ar hen fton yn 
sonio); er war aus Widderhaut (croen eidion) und mit Steinen 
angefüllt. Vermutlich drohte der Schäfer seiner Herde damit 
oder er gebrauchte sie als Wegweiser für die Schafe. Der 
Dichter nennt den Klappersack eine Teufelsglocke und ver- 
gleicht mit seinem Geräusche das Rollen des Donners (44,40); 



') Statt ysgwyd Cyhelyn lesen die Mil. ysgwydd gyfelyn oder fy ngelyn. 

') gteyr AB. 

') Hante-Claire ist eines der berühmten Schwerter; die andern sind Arthurs 
caledfulch RB. 1, 136 (ir. caladbolg, O'Curry 2, 320), Julius Caesars ayigeii glas 
(MA. 566) oder angai cocTi (MA. 499a., I. G. 28, 32), Karls gtcrddoyn (Rep. 1, iOO) 
und Rolands Durendardd (Í. G. 28, 28). Ariost nennt Kinaldos Schwert 
Fusherta. 



154 L. CHE. STERN. 

(lie Eule liiefs allgemeiü 'das Weib rait dem Klappersaek' (givrach 
y rhugUjroen, 159,44). 

In dem Gedichte über die Zunge (Nr. 14G) tadelt der Dichter 
ihre Geschwätzigkeit und ihre Trinksucht; dabei dulde sie Betrug 
'für zwanzig Mark oder hundert Kühe' {er ugein-morc neu gan- 
inmv)}) Der Text dieses Gedichtes, das mitunter dem lolo Goch 
beigelegt wird (ed. Ashton p. 646), ist sehr unsicher und die 
Reihenfolge der Verse in den verschiedenen Handschriften gänz- 
lich verschieden. 

Der Spiegel (dri/cli) wird Veranlassung, dais uns der Dichter 
etwas von seinem Aufsern in spätem Lebensjahren berichtet 
(Nr. 226): 

Ki thyhiais, ddcivrdrais ddirdra, 
Na bai deg f'tcyneh,-) a da, 
Oni S7jniais^) yn amlivg 

Y drych — a llyna im drtvgJ) 
Im' y dywod, o'r diwedd, 

Y drych, nad wyf wfjcli o wedd. 
3Ielynu am ail Enid^) 

Y mae V grudd, nid mawr y gtvrid; 
Gtvydr yw V grudd, gwedi V griddfan,^) 
A chlais melynlliiv ach lfm.') 

Odid na ellid ellyn^) 

O'r trivyn hir — pand^) truan hyn? 

Ond diriaid fod^'>) llygaid Hon 

Yn dyllan terydr dcillion; 

A'r ffhitvch bcngrech ledecluryrth^^) 

Bob dyrnaid o'i said a syrth.^-) 

' Icli glaubte nicht (es drückt mich nieder), 
Dafs mein Gesicht nicht edel schiin, 
Bis dafs ich es im Spiegel walirnahm: 
Da war ein Mann von Hälslichkeit. 



') Del 710 per li denar vi si fa ita, Dante, luf. 21,42. 
') fy n'yneb B. ^) symiais M. 

*) In y drych llyna y dnvg M., f'al dyna M. ') a mod eniiyd M. 

•) gnuldfan E. grain ydyw 'r gruddiau M. ') a chlai M. 

") ollyn M. ») pan nad M. '») hod M., bob M. 

") Ar gwallt glan mor anferth M. ") serth M., i syrth M. 



DAVYDD AB GWILYM. 155 

Der Spiegel sagte mir es endlich, 
Dafs ich nicht hübsch bin von Gestalt. 
Gelb ward um eine zweite Enid 
Die Wange mir. die kaum noch rot; 
Wie gläsern ist sie durch das Weinen. 
Das Grübchen gänzlich gelb gefärbt! 
Mit meiner langen Nase könnte 
Man fast rasieren — ist's nicht arg? 
Unselig, dafs die klaren Augen 
Blind wie gebohrte Löcher sind. 
Von meinem krausen Haar (wie närrisch!) 
Fällt mii-"s stets handvoU aus dem Schopf.' 

Der Dichter fährt fort: entweder ist meine Wange infolge 
langer Leidenschaft (driiy naivs hirmcyf) wirklich so übelfarbig, 
oder der Spiegel lügt. Er ist rundgeformt, einem Magnetstein 
ähnlich, wunderbar, zerbrechlich, ein Bruder des Eises (braivd 
i'r ia), ein schwarzgrauer Betrüger und schiefmäulig {mingam 
oder maingrych mingras). 

Ni 'm gtvnaeth neb yn wyneb-grych,^) 
Os givhv coeliaw draiv i'r drych, 
Ond y f ereil fivyn"^) o Wynedd — 
Yno gtvys^) ditvyno*) gwedd.^) 

'Mir machte das Gesicht voll Kunzein 
(Darf man dem Spiegel dort vertraun) 
Nur jene holde Maid aus Gwj-nedd, 
Wo zu entstellen man versteht.' 

Nichts berechtigt in diesem Gedichte 'eine elegante Para- 
phrase' eines horazischen zu erkennen: gemeint ist Od. 4, 10. Vgl. 
Cambro-Briton 3,149. 

Ebenso eigenartig ist des Dichters Gespräch mit seinem 
Schatten (Nr. 171). Er bemerkt ihn wie eine Eiesenbrut {cenau y 
catvr). bogenförmig (enfys 139,34. 217, 13), wie einen Storch (garan) 
oder Kranich (gryr) oder wie eine Vogelscheuche (y drug kud/cg 

') frych M. ') Oiiid y ferch M. 

') yna gicyr Eep. 1,286; yno y gicys 1,385; da y gi'cyr AB. 

*) ddiicnaw 1.286; ddifwyno AB. 

^) ei gwedd 1, 385. Noeth om gicawr hi aeth am gwedd M. 



156 t,. CHR. STERN, 

hir und garrau V wyll ar gwr yr i)d): gespensterhaft {tuf ellyll, 
Inyail cllyllon haivgoel), wie eine siierrmiuilige Hexe (gwiddoti 
gcgrwth) und wie die Schenkel eines alten Weibes auf Stelzen 
{llorpau, Yar. Uorpi, gwrach ar dudfach du); wie einen Pilger, 
einen Tropf, einen Mönch, oder auch wie einen alten Pfahl in 
einer Hürde {Iwn baid btuirth) oder einen Topf mit langem 
Halse {icddiv ysten) oder endlich wie den Springer im Schach- 
spiel (heusor mcnm sccr^) yn crem) oder wie eine andere Figur 
im Spiele (grewr y chicareu griors? Vs. 41). Die Schreckgestalt, 
vor der sich der Dichter bekreuzigt, sagt, dafs sie ihm beständig 
gefolgt sei und seine Streiche und tausend Verfehlungen be- 
obachtet habe. Worauf er sich verteidigt: 

Ni chatgenais fy nghwmmwd, 
Ni leddais gwn,-) leddf ysgivd, 
Ni theßais ieir á thafl-fain, 
Ni ftvbecJiais'^) rat hy chain, 
Ni rivystrais ivraig yr*) estraicn 
Ncmawr tcaith, na morwyn iawn. 

'Ich habe meinen Commot^) nicht verleugnet 
Und Hunde nicht getötet wider Recht; 
Nicht Hühner mit dem Schleuderstein geworfen 
Und auch die kleineu Kinder nicht geschreckt; 
Kaum, dafs ich eines Fremden«) Frau belästigt. 
Geschweige eine, die noch Jungfi-au war.' 

Der Scliatten aber sagt, wenn er sagen wollte, was er 
Wülste, so würde der Diciiter docii an den Galgen kommen. 
Dieser bittet ilin lieber zu schweigen. 

Ein Rügelied widmet der erregbare Dichter dem Echo oder, 
wie es der Waliser nennt, dem carreg akh oder carreg hfain 
'dem antwortenden' oder 'tönenden Felsen' (Xr. 113). Ks ist 
geschwätziger als Myrddin fab Saith Gudj-n. Als der Dichter 
im Walde seine Geliebte suchte 'wie die beiden kühnen alten 



') coccrwth hyssor M. 

») %)i AB. Diese beiden Verse fehlen in einer Handschrift. 
*) stvbechriis, fwbachcs MM, ct. 261, iO. *) gwr M. 

°) Commot (cwmmwd 26, 13. 41, 37) ist in der Regel die Hälfte eines 
Cantred {cantref 32, 1) oder Kantons von hundert Dörfern. 
•) estron 92,25; estrawn 171,65. 241,18. 



ÜAVYDU A» GVVILYM. 157 

Rinder mit einer Blässe' {fal y ddau ychen hcnhy' fannoij),^) da 
hatte ilm das Echo, das wie ein Hornbläser (cyrnei) schalt, zum 
Besten, so dafs die Zusammenkunft vereitelt wurde. Was steckt 
in der gespensterhaften Erscheinung, die wie ein alter Almosen- 
kasten (ahiiari) klingt? sind es winselnde Hunde im hohlen 
i'elseuV ist's eine heulende Hündin in ihrem Hause? sind es 
Becken, die geschlagen werden? oder ist es das ängstliche Ge- 
schnatter einer C4ans, die man schlachtet? Vermutlich ist es das 
heisere Kreischen einer wütenden Hexe.') 



Dayydds Tonkunst. 

Davydd ab Gwilym war als Barde nicht nur ein Dichter, 
sondern auch ein Musiker a nyr Jlaiv 'der zu spielen versteht', 
wie es in einem alten Gedichte (BBC. 5 a) heifst, und in seiner 
Totenklage um Ivor und Nest sagt er: Ni chcin fy nivyfrakh 
ennyd (13, 15), dafs er in seinem Schmerze nicht musiziere. Das 
gehörte zur Bardenkunst und Dav}'dd war ein Komponist. Er 
hat eine Melodie geschaffen symlen hen hys 'das Liebchen, das 
mit der Fingerspitze winkt', die sich lange erhalten zu haben 
scheint, wie denn noch Edw. Jones, Welsh Bards 1, 163 eine Ton- 
weise dieses Namens überliefert hat. Der Dichter war auf seine 
Komposition nicht wenig stolz: die Instrumentalmusik des Hildr^) 
schien ihm nidit das Eechte zu treffen und eher für einen 
englischen Soldaten berechnet; auch ein fi-anzösischer Pfeifer 
und ein anderer Musiker haben für Stimme und Saite nichts 
Brauchbares geliefert. Von seiner eigenen Melodie sagt Davj'dd 
(Nr. 137): 

Dysgais ryiv baradwysgainc 

A'r divylaiv mau ar dal mainc, 

A'r dysgiad d-iwygiad d()n, 

Eurai dalm, ar y delyn. 

') Das sind die beiden Eiuder Xynniaw und Peibaw, die schwer unter 
ein Joch zu bringen waren, weil sie durch den Berg Bannawc getrennt waren. 
Vgl. RB. 1,121: Lady Guest 2,349; J. Rhys, Folklore p. 580. 

2) (rwiddon groch yn gwaeddi 'n greg, 113,39; vgl. Gwiddon goch yn 
gueiddi 'n gau, ü, 37. 

') Ob Hildr, das J. Davies ohne Erklärung hinstellt, ein Eigenname 
ist, mag bezweifelt werden. 



158 í. CHR. STERN, 

A hon yw V gainc ar fainc fau, 
hlith oed o blethiadau, 
deilyngfawl edlingferch^) 
A hrydais i á brwyd'^) serch. 
Meddant^) ferched y gwledydd 
Anidanaf ß, o'm^) dawn fydd: 
'Symlen, fy newis'->) amhvg, 
A symlyn yw V d'Qn a'i dtvg.' 
Solffeais u'm salw ffuaint 
Salm nvydd, ys aelaw^) 'y mrainf. 
Ag 'erddigan') gan y gainc 
Garuaidd', medd gicijr ieuainc. 
Cael^) ufuddhivnc celfyddber, 
Cael im' glod neud^) cwlm y gUr. 

'Icli lehrte eine Himmelsweise 

Fürs Instrument mit meiner Hand 

Und lehrte auf der Leier spielen 

Ein herrlich Stück von Menschenkunst. 

Ich schuf die musikal'sche Weise 

Von mannigfalt'ger Webekunst, 

Vom würd'gen Lob des Edelfräuleins, 

Mit meinem Minne -Webgeschirr. 

Die Miidchen sagen allerorten 

So über mich und was ich gab: 

"Das Liebchen hab ich mir erkoren, 

Und der es brachte ist mir lieb." 

Ich stimmte an mit kleinen Mitteln, 

Voll Fülle, einen freien Psalm. 

"In dieser trauten Weise", sagen 

Die .liinglinge "ist Harmonie." 

Durcli kunstvoll wohlgefäirge Noten, 

Durch Spielmanns Weise ward mir Ruhm.' 

Dafs Davj'dds Lieder gesungen wurden, sagt er selbst mehr- 
fach. Von Komponisten erwähnt er sonst nur den Balchnoe 

') edlinferch C. ÍAllingfardd i deilyng/'erch M. 

») bnvd JI. 3) Meddai Rep. 1, 428. merched M. 

') a'm M. ') yw V gainc os M. °) oedd islaw M. 

') orddigan CG; oddigan M. «) coel GM. ») ivneud CG. 



DAVYDD AB GWILYM. 150 

(wenn SO liclitig gelesen wird), der sich in der Kirchenmusik 
ausgezeichnet zu haben scheint (22, 5). Ein englischer Musiker 
in Davydds Zeit ist vermutlich Medrod Sais (130, 32). Maestran 
(114,43) wäre nach "W. Owen eine Örtliclikeit. 

Als feinsinniger Tonkünstler zeigt sich Davydd in einem 
Gedichte über die Harfe (Xr. 139), das gelegentlich wohl mit 
Unrecht dem lolo Goch zugeschrieben Avird (ed. Ashton p. 652). 
Er spricht sich sehr abfällig aus über eine wohl aus England 
eingeführte Harfe llkUardau llcdr^) 'mit Darmsaiten' o ddcfaid 
meirw 'von toten Schafen' und tritt eifi'ig für die altkambrische 
Haarharfe ein (y dthjn ratvn), mit Saiten aus schwarzglänzendem 
Pferdehaar (o raten dnloyii). Alles mifsfällt ihm an jener neu- 
modischeu 'Lederharfe': der Kasten mit Knöpfen (cafn botijmog), 
der gelb oder bunt ist; der Bauch (croth) mit seiner leinenen 
Umhüllung {lliain ei chrys); der ausgeschweifte, gebogene Winkel 
{cwr bergani ddisgammar); der krumme Schenkel (Uorf gam), der 
ihr das Aussehen gibt einer hölzernen Sichel (crymman pren o 
fursen) oder des Schienbeines eines alten Weibes {crimog hen 
wrach yn crymmu); der hornige Nagel (ewin), womit ein Bursch 
ohne Anstand sie reifst; dabei ist sie schwer zu stimmen. Un- 
erträglich ist die Musik, die das Instrument macht: wie eine 
gelbe Stute, die nach den Hengsten wiehert {gwilff feien am 
gyjfylau); oder wie die gelbe Bestie von Rhos {per fad feien o 
Bos) d. i. die gelbe Pest (ir. huidechair); das Geschnatter einer 
lahmen Gans (5«/»! gnydd gloff); das Geklapper der Mühle (ysgtvd 
[rhuad] melin); ein krummhälsiger schi'eiender Hase (ysgyfar[n] 
uaeddgar ivddwgam); junge Krähen, die umherrollen (cyicion brain 
yn ymgreiniaw oder ymgaingiaiv); oder eine Schaar, die sich vor 
dem Regen zusammendrängt {ciived yn ymglytced glaw). Dagegen 
lobt er sich die Haarsaitenharfe, zu der schon der Prophet David 
seine Psalmen gesungen hat, die die Groi'sväter hatten und der 
er aufs neue Pflege und Verbreitung von den Marken Englands 
bis nach Mön wünscht. 

Schilderung der Natur. 

Am gröfsesten ist mir Davydd ab Gwüym immer als Dichter 
der Natur erschienen: aus seinem innigen Verhältnis zu ihr nimmt 

') lUdiardau, eigentlich 'Pförtchen', eine Tür aus Weidengeflecht. Vgl. 
llidiardau dagrau, 30, 49. 



160 I^. CnU. STERN. 

er seine beste Kraft. Üljcrall mo er die Wunder des Weltalls, 
die Offenbarungen des Unendlichen, die Erscheinungen des Himmels, 
die Flora, die Fauna betrachtet, setzt er durch die Mannigfaltigkeit 
und Schärfe seiner Beobachtungen in Erstaunen. Hier entfaltet 
er in endlosen Vergleichen den ganzen Reichtum seiner Phantasie 
und versteht e.«, alles zu seinen besondern Zuständen und persön- 
lichen Verhältnissen in nahe Beziehung zu bringen. 

Es wurde oben gedacht eines Gedichtes an die Sonne, 'das 
feuerige Rad' (rhod tes),^) 'den schönsten Planeten, der da 
kreist, in Gottes Besitz' (Nr. 93), und der Nachahmung an den 
Sommer (Nr. 260): beide müssen dem Dichter Boten an sein ge- 
liebtes Morgan wg werden. Ebenso preist er den Mond, weil er 
ihm den Weg zu Morvudd zeigte (Nr. 51). Zu umständlich war's 
einen einfältigen Boten an sie zu schicken oder eine alte Kupplerin 
für den Weg zu bezahlen,'-) oder, wenn er selbst in der Nacht 
zu ihr eilte, Laternen oder Wachskerzen vor sich hertragen zu 
lassen; und zu dumm käme er sich vor, wollte er sich etwa in 
der Finsternis auf den Weg machen. Da erhellt die Kerze Gottes 
seinen Weg — die Hostie am Himmelsgewölbe, der Boden der 
Schale der Dreieinigkeit, der Perlenstein Marias, ») jener lichte 
Schild, ^) jene Ringelblume aus geprägtem gelbem Golde. ^) In 
einem andern Gedichte (Nr. 104) spricht der Dichter anders von 
diesem Monde, 'der Sonne der Gespenster':**) wie er dem Diebe 
hinderlich ist, so auch dem Liebenden, den beim Mondeuschein 
das Auge des Eifersüchtigen erspäht. Allerdings möchte eine 
klare, trockene Nacht wohlgeeignet sein eine Botschaft ins Haus 
der Geliebten gelangen zu lassen. 

Die Sterne, 'die Kreise des Mais', feierte Davydd, als er 
auf Mön in grausenvoller Nacht eine beschwerliche Reise nach 
Llanddwyii zur Geliebten unternahm (Nr. 208). Da liefs Jesus 
die zwölf Steruzeichen des Tierkreises über ihm aufgehen; er 



') Vgl. rotac factor i. e. Solis, Tripartite Life p. 490. 

') na rhoi gwerth i wrach serth swydd, ül,7. Vgl. yohrin im' roddi 
gwobrau I wrach am hen gilfach gaii, 203, 33 f. 

») Dieser Vergleich (»inen mererid Mair) fehlt in MM. 

*) Otvir fueled y goleuni; Glan o fwcled goleuni M. 

') goldyn o aur mclyn mal, Vs. 38. — Vgl. gild y rhew, goldwyr awyr 
(über deu Moud), 208,78. GM 'das Geld' des Winters (vgl. S. 134). 

') haid yr ellyllon; htuin nos und hatd y tylwyth leg sind Namen für 
den Moud (lolo Mss. 8'J). 



DAVYDn AI! GWILYM. IGl 

erblickte die "Fuuken von der Feuerflamme der sieben Heiligen' 
{(jicrcichion goddaith saith o saint), d. i. den grofsen Bären. Er 
nennt die Sterne') •Flammenschlelien vom unlieben Monde', 'die 
überreichen Früchte des Frostmondes', 'Hagelsteine von der licht- 
reichen Sonne', "die Heller des grofsen Gottes', 'ein Saatfeld, das 
er durchwandert', 'eine Schlacht von Camlan am Himmel', 'Nägel 
in einem Brette' oder 'Steine im Brettspiel', 'PÜocklöcher in der 
Luft' oder 'Asclienkohlen', 'die blanken Nadeln vom Kopfputze, 
in den sich das Firmament hüllt', 'ein Sieb', 'Klee auf den Fluren 
des Himmels', 'Ringelblumen in der Luft', 'Wachskerzen am 
Himmel',-) 'zerstreute Perlen vom Rosenkranze Gottes', die nicht 
auf einem Faden gereiht sind. Dieses Spiel der Phantasie, das 
sich in immer neuer Erfindung kühner Vergleiche gefällt, ist eine 
der Eigentümlichkeiten Davydds. 

"Wohlbekannt ist sein Gedicht über das Gewitter (Nr. 44), 
den Kampf des Feuers mit dem Wasser, für den er wieder die 
eigenartigsten Vergleiche findet. Der Donner ist 'das Brüllen 
eines heisern Stiers', 'ein Waffengeklirr in der Luft', 'eine un- 
geheuere Trompete', 'Tauseude von Sternbildern, die durchein- 
einander reden', 'ein Gewehrgekuatter', 'eine kreischende Hexe', 
'eine Alte, die ihre Becken schlägt',^) 'ein Klapperfell', 'das Zer- 
schlagen von Trögen', 'ein Rühren der Trommel'. Der Dichter 
verwünscht den Donner, der wieder, wie sich versteht, eine Zu- 
sammenkunft mit der Geliebten gestört hat. 

Zu seinem Gedichte über den Wind hatte Davydd ein altes 
Vorbild in dem Rätsel Taliessins Dechymic pwy yiv (Skene 2, 159. 
MA. 26 b). Es giebt noch spätere Gedichte über den Gegenstand, 
so von Meredig ab Rhys {i'r gtvynt), den W. Owen s. v. Gorzygan 
anführt; und auch der falsche Rhys Goch beauftragt. Davydd 
nachahmend, den Wind, seinen Sang der Geliebten zu überbringen 
(lolo Mss. 246). Davydds Gedicht lautet (Nr. 69): 



') Die ganze Stelle über die Sterne 208, 25 — 82 fehlt übrigens in einer 
Handschrift. 

^) So wie hier 208, 79, so werden die Sterne auch sonst Kerzen genannt : 
canhwyUau cwyr, 54, 5G; cantcyll yr uchel Geh, 51,23; canhwyllau V gibr 
biau V byd, 51,17; tief ganwyll, 59,8; camcyll byd, 104,47. Vgl. 'those gold 
candles fixed in heaven's air', Shakesp. Sonn. 21. Auch die Augen vergleicht 
Davydd mil Kerzen, fal divy gantcyll 8,56; ebenso die Eiszapfen 174,28. 

^) gwrach hagr dan guro'i chawgiau, 44, 38. — Vgl. sícn caicgiau (über 
das Echo) 113,36; cnyciau (cnociau) ci yn cneciaw (cneciau) cawg (über die 
Schlaguhr) 216, 36, wo eine andere Lesart cenau y ki yn knoi kawg lautet. 

Zeitsclirift f. celt. Philologie VI. Ü 



162 I-. CHR. STEUN, 

Yr wyhrwynt helyni hylaiv, 
Agtvrdd drtvst, a gerdda draw; 
Givr eres'^) tvyd, gariv ar'^) sain, 
Bind hyd, heb drocd, heb adain. 
5 Uthr yiv, mor'^) aruthr y'th roed 
bantri uybr, heb untroed; 
A buaned y rhedy*) 
Yr awr hon dros y fron fry. 
Dywaid'") im', diwyd emyn, 

10 By hynt, ogleddrvynt y glyn!"') 
Och li-r! dos o Utcc)v) Aeron 
Yn glaer deg, yn^) eglur dón; 
Nag aro di'->) nag eiriach, 
Nag ofna er^") Bwa Bach. 

15 Cyhuddgwyn^^) ivemvyn weini, 

Caeth^'^) yw V tvlad a'i niaeth i tni. 

Noethid^^) tivyn,^*) cyd nithid dail, 
Ni'th ddiiia^^) neb, ni'ih ataiJ, 
Na llu rhugl,^^) na llaiv rhaglatv, 

20 Na llafn glas na llif na glaiv. 
Ni boddi,^') ni'th^^) rybuddiicyd, 
Nid ei^'->) y nglßn, diongl wyd; 
Ni'th ladd"^") mal mam o amhwyll, 
Ni'th lysg tan, ni'th lesga tivyll. 

25 Nid rhaid march buan danad, 
Neu bont ar aber na bad; 
Ni'th ddeil swyddog'^^) na theulu, 
I'th ddydd niiluvydd blaenwydd blu.-'^) 



oerias AB. ') ei AB. 

uthr wyd mor A, Eithr a thrust E. Pantri 9-i, 49. 132, 19. 138, 17. 

yr 'hedy A. ') diwed A, doivad M. 

ryw ogleddicynt glyn G, hynt di om. y E. 

odduch E, oddiHvch M. *) yn glaiar deg E. 

Äc erof fi B. ">) er y ABE, rhag y M, mor M. 

Cyhyd gwyn E. ■'■') coeth E. 

nithid . . . noethid E. '*) dioyn A. 

hitia E, thitia MM, '«) rhygl E. Ue . . . Ute M. 

ni'th boddir A, beiddir M, Ni foddai (f'oddi?) M. 

ni E, ni ryfcddwyd M. Boddi neutral 249, 67. lolo Mss. 252, 12. 

ot A, ei E; deongl, difangol, diangol Mil. 

ludd O, mam mewti M. ") chwthiad M. ") planwydd plu M. 



DAVYDD AK OWILYM. 163 

Xi'th M'í/Í') drem i'th wed dramaicr, 
30 E'th glyw mil, nyth y glatc inmvr!'^) 

Koier^) wybr, natur ehrwydd, 

Xeifiwr giiiw*) dros naictir gwijdd. 

lUiad Duw tcyd ar hyd daear, 

lihnad hlin dorriad hlaen dar. 
35 Sych natur, creadur craff, 

Seirniaivg^) ivyhr, siwrnai gohraff; 

Seuthydd ar foreuddydd^) fry, 

Seithug eisingrug songry' ; 

Saer drygkin y' min y~) mór, 
40 DrythyUfab ar draethellfor; 

Hyaicdl leidr, hudol^) ydivyd, 

Hauivr,^) dyliidwr^") dail tvyd; 

Hoyivddwr hreiniivr, hyrdditvr^^) hryn, 

Hicylbrenwyllt^-) lieli hromvyn; 
45 Uydoedd^^) y hyd a'^) 'hedy. 

Hin y fron, bydd heno fry. 

Givae fi, pan^^) roddais i^^) serch, 

Ar Forfudd araf eurferch!^'') 

Rhiain o'hí''') gtvnaeth yn gaethwlad, 
50 Bhed fry rh'od d") thi) ei thad! 

Cur-") y ddór, jyar agori, 

Cyn y dydd i'm cennad i, 

A chais ffordd ati, o chaid, 

A chdn lais fy uchenaid.'^^) 
55 Dywaid-^) o'r sngnau'-^) diwael, 
Bywaid hyn i'm diwyd hael: 

•) noetlitcal GE, traman, druan M. 

^) yno ith . . . nithia'r glaio man M. ') neitim- GE. 

') gtcych 51. ^) sereniog A, serenawg B, seirniog E. 

^) fronfynydd E. Eisingrug 205, 33. 

') Vryghin yr. Mehefin G, dryc-hin ym myddin y E, om. saer M. 

") awdwr blinderoed A, sawdr awdr hiiaicdr M. 

») /leitwT A. '") dylydtcr A. 

") Hyrddiwr breiiiiawl chwalwr G, hyrddiior chxvarddwr breinwr E. 
") WyhremcylU G, brotucyUt A, hyivl brenwynt E. 
") ar hyd E, hydol M. ») yr E. '=) ban C. 

") fy E. ") Gobrudd ar F. f'ettrferch AB. 

»*) a'n C, yr hon a'm M. ") rhed Uta E. ''°) cwr C. 

*') a chwyna lais ochenaid E. '^) deui G. 

'') sugnaw C, deui o'r sugwae E. — Sugtiau (signau) 22, 1.5. 44, 32. 184, 4. 

11* 



1C4 I'. CHK. STERN, 

'Er liyd yn y hyd y hivyf, 
Carodyn^) cyivir ydivyf.' 
Ys (jwae fy'^) ivyneb hebddi, 
GO Os (jivir nad aiujhjwir hi.^) 
Dos ohry, deivis tcyhren, 
Dos fry tua (jively*) Gwen; 
Dos at Forfudd^) a guddiivyd, 
Dehre 'n iach,^) da wyhrcn tcyd. 

'0 Himmels-n-iiifl, im Laufe hurtig, 
Mit lautem Lärm ziehst du dahin, 
Du ^Yuudermann von rauhei- Stimme, 
Flügellos, fufslos, Held der Welt!') 
5 Erstaunlich Avie du losgelassen 
Aus Himmels Kammer, ohne Bein, 
Und wie geschwinde du dahinläufst 
Jetzt über jenen Hügel dort! 

Sag deinen Weg mir, du Gepriesner, í') 

10 Der du ein Nordwind aus dem Tal! 
lauf, meiu Mann, von Ober-Aeron, 
Hübsch heiter und mit hellem Ton. 
Halt dich nicht auf und lafs das Zaudern. 
Furchte den Kleinen Bogen nicht! 

15 Ich habe eine böse Klage, 

Eng ist mir Land und Unterstand.») 

Den Busch entblöfst du, worfelst Blätter, 
Und niemand ft-agt dich oder hemmt, 



•) co.rroäijn G, creded niai EMM. 

2) Ys pruchl ytv f E, Uwyr gwae fi M. 

^) hyn nas cywir hi A. Os mae anyhyxvir hi Eep. 1,204. 2S1. 

*) ti a tvtli Wenn G. 

') serin E, feimvenM.; felenllivyd AB, Uu-fudd Ixvyd M, a gyddiwyd M. 

") yn nos Rep. 1,245; y nos, y nes M. 

') Drud y byd gleichbedeutend mit dewr y byd (Cefn Goch Mss. 93,28). 
Die drei Naiuen des Wiudcs drud y byd, saer y dryghin (Vs. 39) und 
hyrddiur y bryniau (Vs. 43) sind iu den Trioedd yr Addumau (lolo Mss. 89) 
zusammeugefafst. 

») cmyn 'Ilymnns' wie 130,3; ditcyd ist mehrdeutig. — Ihvch Aerou 
und is Aeron sind vom Flul'se Aerou in Cardiganshire genannt. 

^) Man hat die A'erse auf die gerichtliche Verfolgung des Dichters und 
sein Gefängnis bezogen. 



DAVTDD AB GWILYM. lOS 

Nicht dienstbar Yolk, uoch Hand des Laudvogts, 
20 Nicht blaues Schwert, noch Regenflut; 

Wirst nicht ersäuft, wirst nicht bedrohet, 

Ungreifbar, bleibst du stecken nicht;') 

Dich brennt nicht Feuer, schwächt Verrat nicht. 

Erwürgt nicht töricht ^[utters Sohn. 
25 Dir ist kein rasches Pferd von Nöten, 

Noch Flusses Brücke oder Boot. 

Dich hält kein Häscher, nicht Gespenster, 

Streust du der Bäume Blätter aus. 

Dich sieht kein Blick, dich hören tausend 
30 Auf weitem Feld, im Eegennest, 

Du Luftdurchmesser, der in EUe 

Neim Waldgelände überspringt. 

Du, Walten Gottes auf der Erde, 

Brichst Eichenwipfel mit Gebrüll, 
35 Im Äther heiter, mächtig wandernd. 

Kraftvolles Wesens, trockner Art. 

Frühmorgens schleuderst du hoch oben. 

Und fegst den Schober lärmend weg. 

Du machst am Meer das schlechte Wetter, 
40 Du Kecker an der Sandbanksee. 

Ein flinker Eäuber, voll von Tücken, 

Verstreust du und verfolgst das Laub. 

Du freier Stürmer, Hügelnehmer, 

Mastkobold auf weifsbrüst'ger See, 
45 Die Weiten dieser Welt durchfliegst du, 

wettre auf der Höh zur- Nacht! 
Ach! dals ich leider mich verliebte 

In Morvudd, meine goldge Maid, 

In sie, die mich zum Sklaven machte — 
50 Steig auf zu ihres Vaters Haus! 

Und poche an die Tür, lafs öffnen 

Für meinen Boten, eh es tagt. 

Such einen Weg zu ihi", wenn möglich, 

Lafs meinen Seufzer hören sie, 
55 Und sprich mit wohlgewählten Zeichen, 

Sag meiner edlen Trauten dies: 



') diongl uyd — so auch diongl rhag brad (st. diangol) 144, 15 zu lesen. 



1(36 L. Cnií. STERN 

"So lange ich am Ijcben bleibe, 
Werd ich dein treuer Trauter sein." 
Weh mir, soll ich sie nicht erblicken. 
60 'W'enn's wahr ist, dafs sie mir noch treu! 
Nun auf! du mein erlesner Lufthauch. 
Tritt vor das Bett der Schönen hin. 
(Teh hin zu Morvudd im Verborgnen, 
Wohlan! Leb -n-ohl, du wackrer Wind!' 

Ahnlich wie den Wind schildert der Dichter den Nebel 
(nhvl), der ihm ein Stelldichein vereitelte (Xr. 39). Er ist eine 
Brut der Nacht, casiil yr aivyr ddultvyd, Yar. yr tcyhren ddivlyd 
•ein schwarzgrauer Rock in der Luft'; abid tew ar y hyd Incn 
'ein dichtes Gewand über der Welt';i) givrthban dryghin lato 
irymlyd, Var. y glaw draw drymlyd 'eine schwere Decke des 
Regenwetters'; (jwn i'r graig, gnu ainjr gron 'ein Kleid der Felsen, 
ein rundes Fliefs iii der Luft';^) earthen anniben, Var. earthen 
iaivn amben 'ein endloses Worfellaken' (vgl. 54,22); ucheldop 
adergopwe 'ein hochreichendes Spinngewebe';^) gue ddu 'ein 
schwarzes Gewebe'; ehvyd (clud) forlo rhyngof a'r haid 'eine 
Hürde von Steinkohlen zwischen dem Dichter und der Sonne' ;^) 
dyferelwyd 'eine Tropfeuhürde'; nmg eUylldan o Ännun, Var. 
tmvg ellyllon tan Annwn 'der Rauch des Gespensterfeuers aus 
der Unterwelt'; mor o Annivn 'ein Meer aus der UnterAvelt'; 
tarth nffern-barih ffwrn-'bell 'die Ausdünstung der Höllentiur mit 
ihrem fernen Ofen';'-) ewmul blaenedau ceimion 'die Wolke 
falscher Hochlande'; ager o donnaii (odynau) eigiawn 'ein Dunst 
von den Wogen (von den Öfen) des Ozeans'; /*/?• boerlwyth i'r 
iylicyth leg 'der Speichelliufs der Elfen';") laid llwydrew 'der 
Ahn des-grauen Frostes'; tad y glaiv 'der Vater des Regens' und 
tad y lladron 'der Diebe'.") 

') Vgl. die Ausdrücke toron faxer 54, 15. 3Ü; cwfl llwyd 'eine graue 
Kutte" 23; cu-/7 y tnaes, 26; cwfert ar bob cwm caufaicr 'eine Decke über 
jedem giibnendeu Tale' 24; torsed 'eine Decke' 34; llwyttii Icn, 54. 60. 

-) Vgl. cun teiclivyd, 54, 25. 

•'') Vgl. give adrgop, ffrhu isop ffrwyth, 54, 51. 

') Vgl. dn-ydau uchel, 54,31; dyfcriog 'tröpfelnd' 18,30. 

">) Var. tradh budrwern bell M; vgl. anhardd darth lie cyfarth cwn 
(Var. anadl earth) 54,27; tarth y tir, 32. 

«) hyd barthlwyfh y tylwyth teg, Y Rrython 4,220. 

') Nr. 39 wird in einer abweichenden Rezension in Y Brython 4, 2'20 
als ein Gedicht des Sion ab Howel ab Llywelyn Vychan bezeichnet. 



DAVTDD AB QWILYM. 167 

Mit dieser Bilderfülle ist der Reichtum des Dichters noch 
uiclit erschöpft; denn in einem zweiten Gedicht (Nr. 54), dessen 
Beziehung auf Morvudd übrigens nicht sicher ist (da der Name 
Kep. 1,383 am Schlüsse fehlt), verwendet er einige derselben 
zwar wieder, aber er fügt neue hinzu. Hier ist der Nebel cnu 
tewhct/d 'ein dickes graues Fliefs'; cyfliw ä viug, cwfl y viaes 
•ein rauchfarbiges Kleid des Feldes'; dais matvr invch garth 'ein 
groiser Streifen über dem Berge'; rhestri gleision 'graue Streifen'; 
cae anghlaer mewn cyfijng Iwybr 'eine undurchsichtige Hecke 
auf engem Wege'; rhtcyd adar y ddaear ddii 'ein Yogelnetz der 
schwarzen Erde'; rhidyll ystcn yn rhydtt 'ein rostendes Zinn- 
sieb'; talaith y giiynt 'das Diadem des Windes'; tyicod man 'ein 
feiner Sand'; lltcch nielhi gencin mawn guern 'ein rauher gelber 
Staub in einem Erlensumpfe'; y lluiich anncuydd 'der unglück- 
liche Wasserstaub'; dust uff'ern 'Staub der Hölle'; guan dalar 
Gicyn a'i dyhcyth 'die feine Ackergi-enze Gwynns und seiner Sippe"; 
iyrati uchel eu helynt tyhcyth Givyn 'die hochragenden Türme 
der Elfen"; enaint gurachiod Ännun 'die Salbe' oder 'das Bad 
der Vetteln der Unterwelt' (die gicragedd Än7iun leben noch in 
der Yolkssage fort. Archaeologia Cambrensis 11. 4, 203); anhardd 
darth,^) Ue cyfarth can 'ein ekler Dunst, in dem die Hunde 
bellen"; anadl diaid 'der Atem des Teufels'; anad maur fagad 
foclt 'die Art einer grofsen Schweinetrift'. Er ist ein Qualm 
wie von den Öfen der ganzen Welt {odynau y lyd): Sollte man 
nicht meinen, dafs hier im Tale des Wye alles kocht und bäckt 
und dafs alle Kessel dampfen? Der Dichter verwünscht diesen 
Nebel (y bawled rygydd?). 

Ein anderes Spiel der Phantasie Davydds hat den Schnee 
zum Gegenstände (Nr. 205). 

Ni cherddaf,-) nid äf o dt), 
T mhoen ydd ivyf am hynny. 
Nid oes hyd,^) na rhyd, na rhiic, 
Na Ue rhydd, na llaur heddyw; 
Ni'in iuyllir o'7n*) ty allan, 
Ar air merch, i'r eira'^) man! 



') anadl arth 31, anadl earth J. Davies. 

') (:hysyaf G. und T. M, Williams p. 62, allaf Eep. 1, 130. 204. 281. 047. 

») fyd AW. •) i'm W. >) eiry G. 



1G8 L. CHK. STEKN, 

Pia yiv 'r givaiih,^) plu ar y gun-) 
A drig fal ckwarae^) dragivn. 
Fy esgus yiv 'r fau ivisg fydd^) 
Mai univisg y melinydd. 

'Ich wandre nicht, geh aus dem Hau.s nicht, 

Wiewolil's mir eine Strafe ist. 

Heut giebt es keine Welt, nicht Halde 

Noch Furt noch freien Platz noch Flur. 

Mich lockt mit Worten aus dem Hause 

Kein Mädchen in den feinen Schnee. 

Am Kleide haften (eine Plage) 

Die Federn wie beim Drachenspiel. ■"•) 

Da mrd man wohl mein Kleid entschuldgen, 

Das wie des Müllers Kleidung ist.' 

Im Monat Januar macht Gott die Menschen zu weifsen 
Mönchen (nieudicyaid). Die Flocken kommen wie Bienen'"') vom 
Himmel {givemjn o tief), oder es sind Federn von den Gänsen 
der Heiligen {plu gwyddau saint); oder die Engel zimmern (yn 
saerniacth) und ihre Spähne fliegen umher. Die Erde wird zu 
weilsem Kalk (gn-yngakhu) und Kalklast liegt auf den Bäumen 
{Ihnjth o'r calch yn Ikthrii 'r coed). Der Wald ist in ein weifses 
Gewand gehüllt (icisg icen) und kein Busch ist ohne Laken 
{llywioneti).') Feines Melil {hhurd man) oder Weizenmehl (blaicd 
girenith) fällt auf die Kleider, oder sie werden zu einem Zinn- 
panzer (llurig ystaen, Yar. ystcn, yslym) oder zu einem stahl- 
dicken Eocke {pais durdeii). Die aufgeworfene Erde liegt'') wie 
kalter Kies da (grut oer) oder wie ein dicker Talgkuchen {gweren 
dew); bald Avie dichter Schaum {cauad rydcic o eiryn) und bald 



') gwaith A, grü C, mae plu M. 

") grun B, gryn W. 

') chwaraii AG, chware W, deunydd C, mal eurtrisg B. 

") f'J ngwing sydd C. 

') dragtvn — vgl. dragivm 79, 28. 

") Die Bicucu, die das Wachs der Opferkerzen liefern (cwyr aberth), 
stammen aus dem Himmel, heifst es in den Gesetzen des Hywel Dda. 

') Die Zweige der Bäume tragen Haar von Kaulifrost {barugwallt) 253,10. 
Ein irischer Autor sieht in den beschneiten Zweigen abgeschälte Weidengärten 
(Suva gad. 196). 

") Statt 'ji gweryd hat Kich. gweryd Vs. 25; grut tnccli weryd tir är W. 



DÄVYDD AB GWILYM. IGO 

wie Nüsse gröfser als Mannesfäuste (cnuau [Var. cnapiau] mwy 
no dymau dijn); der Staub ist zu Schaum geworden {ij llicch 
adli yn Ihucch^) ueithian). Da zieht man eine Planke aus dem 
Mehlbüden {lifí't y hlanc o lofj't y hiaicd); hier ist das kälteste 
Quecksilber in der T\'elt {ariati hyw oera! 'n y byd). Hügel, 
Schlucht und Graben sind mit Mörtel bedeckt {siomant oder 
simmant oder seihiant). Das Ganze ist eine Jlarmorplatte gröfser 
als das Grab des Meeres {palment vunj na mynwent mar) oder 
eine weilse Mauer von Meer zu Meer {mur gwehv, Var. gival). 
Es sieht aus wie das blofsgelegte Gehirn der Erde (a'i 'menydd 
allan) oder wie ein Zauberptiaster (jylastr o hnd, Var. hyd). Ein 
kalter Bleimantel — wo bleibt der Eegen? 

Fl um oer^) ei glog — p'le mae V glaiv? 

Davj'dd kommt (wenn das Gedicht echt wäre) auf die ^^'inter- 
landschaft zurück, wo er uns caseg eiry 'eine Schneestute' oder 
einen Schneemann beschreibt (Nr. 253). Als er einst um Mitter- 
nacht aus dem "Wirtshause heimkehrt, stöfst er gegen einen 
solchen Schneeballen, den ein bäurischer Tölpel aufgehäuft hat 
(er sieht fast wie ein Mönch oder ein alter Geizhals auf seinem 
Geldsacke aus), und zerstöfst sich Bein und Nase. So ärgerten 
ihn bei einem ähnlichen Abenteuer, dem dieses wohl nachgebildet 
ist, die Eiszapfen, die am Hause des Eiddig wie die Kerzen 
hingen (N'r. 174). Dafs er eine den Verliebten so imgünstige 
Jahreszeit W'ie den Winter 'den Vater des Schnees'^) nicht liebt, 
bedarf kaum der Erwähnung (vgl. Nr. 98). 

Dagegen wird der Sommer in drei Gedichten besungen, 
die nach Sprache und Fassung freilich ohne Zweifel zu den un- 
echten gehören. Von dem einen (N'r. 2G0) ist schon die Rede 
gCAvesen. Ein anderes (Nr. 258), das an Nr. 255 erinnert, lautet so: 

IV Haf, hendefig rkyfalch, 
P'le V aethosi? ti fuost falch. 
Per oeddyd, y byd a'i harn, 
Fennaig coed, faP) paun cadarn. 
5 Flethiur,^) ir-gamvr giviail, 
Feiriad hardd yn peri dail; 

■) Vgl. Uuwch er fre, 253, 9. ») ar M. 

^) 0er was, tad eiry yw ef, 98, 6, ist jedoch ein fehlerhafter Vers, für 
den eine Handschiift bietet: Oenias tad yn ias yw ef. 
*) fei B. 5) plethwr E. 



170 I>. CHH. STERN, 

Tefr farchog glan a llanerch, 

Ter drwshvr llivyn er ttuvyn mcrch! 

Fand ocddych yn wijch dy icedd, 

10 For glnysliw 'n j)orio glastvedd'f'^) 
I'lvynius dy fir ar diroedd, 
Facntinr fflivch imh liarddwch hoedd; 
Feriadur fflur ar hoff Jivyn, 
Purlas drwsiaditr jierhvyn. 

15 Gicna 'r fwyalch hygarfalch gerdd, 
A glyn-goed yn Jlairn glan-gcrdd; 
A hoywdon game ehediad 
Fth ddydd yn y givtjdd a gaid; 
Yr cos ar ir wiail, 

20 Bhion, iwrjdyddion y dail; 

'Deryn oedd 'min dwr y nant-) 
Yn dysgu beirdd a descant. 
3Iivyna' cerdd y' min gicerddon 
Y' mysg Uu 'n gwaii niitcsig lion; 

25 A merch i'm annerch y' 3Iai, 
Dßn dlosdeg dan dy lasdai; 
Bun wen, ag airen ar gof 
A'r enaid yn daer ynof. 

Weithian o'n gidad yr actJiost 

30 A daeih bar hyd daear dost. 
Mae poh Ihvyn ar dnyn a dol, 
Ys dyddiau, yn gystuddiol. 
Nid oes gelfan min llanerch 
Im' i gynnal oed á merch, 

35 Na llattai, ddifai ddivyfol, 
A gaf fi metvn deri dol. 

Gauaf sy' 'n 1 1 add y gwiail 
A dug goedydd y dail, 
J'i ehwithig uynt yn chuythu 

40 .-/'/■ riiad arth á'i reiv du. 

Mawr ei sain yn darmain dig — 
Ffai arnaw, Iddciv ffyrnig! 
Ni ddaiv Given yn haicdd i goed, 
JS'i myn nythgell mctrn noethgoed. 

') glasiedd A. ') ijm miri diir nant E. 



DAVYDD AB GWILYM. 171 

45 Ni chaf i Wen hen a hriy 

Unrlujw gudd in' rliag Eiddig; 

them droed menn coedydd, 

Ef a'n gicel o fenn y gnßdd. 

Ein 2)arlwr glas cicnijíasaicg 
50 Acíh yn fwth rhynrth y rhawg; 

Y Uenyrch He 'dd oedd Uonydd, 

Wers oer yn Imddfaiir y sydd. 

Kid oes babell menn celli 

Na man fal bu gynt i mi; 
55 Ka merch wen dan fedicen faicr 

Ka dani gael oed unaur. 

Yr Ilaf hynaics, rhivyf hinon, 

O'm serch amdanad mae 'm son. 

Dychivcl yn ol i'r dohjdd 
60 Y71 drum draw er gwisgaw gwßdd. 

Bho ddail a gwiail ar goed, 

A'th degwch i berth dew -goed, 

A doldir yn Uaicn deildai, 

A thrydar man adar Mai, 
65 I'th irlas bais a'th erJawnt 

Yn Uawen rhull, yn llawn rJiawnt. 

Bho im' oed dydd a gwfjdd gallt 

Yn gaer i'm dßn deg eurwaUt; 

A'th glod achlan a ganaf — 
70 Can-hawddfyd hyfryd i'r Haf! 

'0 Sommer, du ei-liabner König, 
Wo gingst du hin mit deiner Pracht? 
Du warst, den alle preisen, lieblich. 
Ein Waldfürst, 1) -wie ein mächt'ger Pfau,') 
5 Die Zweige flechtend, frisch A'erdichtend, 
Mit Anmut wirkend Laubes ^^'uchs. 
Du Ritter, 3) schön an Bach und Wiese, 
Schmückst für die Maid den Hain mit Reiz. 
Wie warst du auf der grünen Weide 



') pennaig coed — der Dichter uennt den Sommer auch wdioart (wood- 
ward) 162,3. 

») paiííi cadarn, ähnlich heifst der Mai jjnitn asgell-las 144, 39. 
') marchog, ebenso der Mai cadarn farchog HC, 3. 



172 h. CHR. STEUN, 

10 So schmucken Ansehns,i) heitrer Herr! 
Gar stattlich scheinst du durch die Laude 
Keicli malend was es schönes giebt,'-) 
Verleihest Glanz dem lieben Haine 
Uud schmückest ihn mit reinem Grün. 

15 Liebherrlich musiziert die Amsel, 
Das Waldtal hallt von edler Kuust; 
Der \'ögleiu frohgestimmte Weise 
Erfüllt die Bäume, waltest du; 
Die Nachtigall auf frischen Zweigen, 

20 Die ersten Dichter in dem Laub. 

liin Yögleiu safs am Eand des Talbachs 
Und lehrte Barden im Diskant. 
Da ward die liebste Kunst der Töue 
Am Wiesenrande froh gewebt; 

25 Mich grüfste unter schönen Dächern 
Im Mai ein reizvoll schönes Kind, 
Die Feine — da erwacht die Muse 
Und mächtig regt es sich in mir. 

Nun gingst du fort aus unsern Landen. 

30 Die spröde Erde traf der Zorn. 
Seit Tagen ist, in Höh und Tiefe. 
Voll Unbehagen jeder Hain. 
Am Rand der Au ist keine Zuflucht 
Fürs Stelldichein mit meiner Maid, 

35 Und keinen Boten, göttlich Guter, 
Hab ich im Eichenstand des Tals. 
Der Winter tötet ab die Zweige 
Und macht vom Laub die Wälder blofs, 
" Mit seinen scharfen Winden blasend, 

40 Mit BärenbrüUen, grimmem Frost. 3) 

Er kommt mit zorn'ger Vorbedeutung — 
Der schlimme') Jude sei verwünscht! 
Nicht leicht kommt in den Wald die Feine, 
Sucht sich im kahlen Wald kein Nest, 

45 Ich hab für sie nicht Baum noch Zweige. 



') P0>' glwysliw 'n 2>orio glaswedd — vgl. pawr ar glawr y glaslawr 
ghoys 260, 11. 

') liocdd? ') rhew du 'a black frost' K. Meyer. 

') /7!/»"«i 198, 5i. 218, IG. 222,11. 43. 



DAVYDD AB GWILYM. 173 

Vor dem Rival uns keiu Versteck; 

Verfolgt im Walde er die Fursspur, 

Entdeckt er durch die Bäume uns. 

Denn unsre grüuumsclilofsne Stube 
50 "Ward eine offne Hütte längst. 

Die Auen, wo die Stille wohnte, 

Sie frommen leider uns nicht mehr. 

Da ist kein Zelt iu den Gehölzen, 

Kein Plätzchen, wie ich's einst gehabt; 
55 Kein Trautchen bei der grofsen Birke 

Und unter ihr kein Stelldichein. 

güfger Sommer, Herr des Wetters, 

Aus Liebe weih ich dir den Sang. 

kehre wieder in die Täler 
60 Und kleid am Eain die Bäume dort; 

Verleihe Laub und Zweig dem Walde 

Und deinen Schmuck dem dichten Busch; 

Füll an die Niederung mit Lauben 

Und Vögleins zartem Maigesang; 
65 Mit deinem grünen Kleid und Kranze, 

Lebendig fi'oh und voll von Lust. 

Ein Stündchen gieb mir, einen Waldsitz 

Der Schönen mit dem gold'gen Haar; 

Des Sommers Ruhm dann sing ich vollends: 
70 Sei hundertmal er froh gegrüfst!' 

Davydd wird nicht müde die schöne Jahreszeit zu preisen; 
Fwy ni chwardd, pan fo hardd haf? 'wer lacht nicht, wenn der 
Sommer schön ist?' sagt er in einem andern Liede (Nr. 201), in 
dem jeder zweite Vers das Reimwort haf 'Sommer' hat, ähnlich 
wie Nr. 144 den durchgehenden Reim Mai und Nr. 83 den Reim 
dail 'Laub" haben. Er beklagt die Kürze der Jahreszeit (201, 49ff.): 

daic hydref) neu'^) auaf, 
Eiry a rhetv^) i yrru V haf, 
Guae finnau ddyn!*) gofynaf 
Os gyr, mor rhyfyr,'") mae^) V haf? 

') hydrau G, hydraf C. ') ef A. *) eira a rheiv G, a om. G. 

*) Crist G. 5) rhywyr Eep. 1, 38ö. 

") yw G, Eep. 1, 282. 653. Die vier Verse fehlen übrigens in einer 
Handschrift. 



174 L. CHK. STEUN. 

'Und führt Oktober, führt der Winter 
Mit Schnee und Eis den Sommer fort, 

weh! so fi'ag: ich, wenn er fortzieht. 
Wo ist so bald der Sommer hin?' 

Diese Frage richtet der Dichter an den Sommer, 'den Vater 
der Pi'acht' i) auch in einem dritten Gedicht (Nr. 162) und erhält 
von ihm diese Antwort: 

Dyfod tri mis i dyfu, 
Defryddiau Uafuriau-) llu; 
A phan ddarffo im' do dail,^) 
Dyfu a gwau*) y giciail, 

1 ochel atvel auaf,'-') 

I ivlad Annicfn ddtvfn'^') ydd áf. 

'Drei Monde kommen für das Wachstum, 
Der Leute Ernte birgt's in sich. 
Wenn ausgewachsen ist das Laubdach 
Und das Gewebe des Gezweigs,') 
Geh ich, des Winters Hauch zu meiden. 
Ins Land der tiefen Unterwelt' 

Das klingt an die alten Sagen an vom gwlat yr IIaf(RB. 1, 136), 
der 'aestiva regio' des Gildas (ed. Momnisen p. 109). 

Von den Monaten giebt der Dichter dem Mai. der die Bäume 
mit Goldregen behängt und die Gefilde mit 'fleurs-de-lis' schmückt, 
den Vorzug, wie in dem schon erwähnten Liede (Nr. 144). 

Mynmvn, pe nef^) a'i mynnai, 
Pei^) deuddeg mis fo^") mis Mai. 

'Ich wollte, wenn's der Himmel wollte, dafs zwcilf Monate Mai 
wäre.' 'Die Kaienden des Mai' waren den Gelten seit alter Zeit 

>) tad y rkyfyg 162, 4. Vgl. rhyfyg i'r ha f. 201, 20; tad y rhwys 
'Vater der Üppigkeit' 260,1. 

-) a lliiviaii M. Porthiant a llwyddiant poh llu M. 

') gwedi i darffo ym do dail M, ddarffo do a dail AB. 

*) Tyfu a gteagxi, M. 

") i ochel awel gauaf 162, 3i) = 72, 15. 

") i atmwn o ddwfn M. 

') ^S'- «'/"(joí nitÄiiti te iviixiov tt>.ao? Zifairov, Theocrit. 7, 8; 
darnach: et lentae texunt uiubracula vitae, Virgil. Ecl. 9,42. 

8) pes Duw (i. ') pe A. •») deuddeng mis fat Q. 



DAVYDD AB GWILYM. 175 

ein hoher Festtag,») sowie auch die kalenda may a den Pro- 
venzalen (C. Appel, Chrest. p. 89). In einem andern Gedichte 
(Nr. 116) stellt Davydd den Mai dem Dezember oder Januar 
gegenüber. 

Hawddamor, gltcysgor glasgoed, 

Fis Mai, o'i leision dai doed!'^) 

Cadarn^) farchog, serchog sal,*) 

Cadwynog'') feistr coed anial; 
5 Cyfaill cariad ag adar, 

Cog a") serchogion a'i car; 

Cennad naiv ugain cynnadl, 

Caredig urddedig ddadl.') 

Mawr a^) fydd, myn Mair, ei fod, 
10 Mai-fis^) difai, yn dyfod 

A'i fryd^^) arddel fncd urddas, 

I oresgyn ii) poh glyn glas; 

Gwisgiad praff, givasgod prif-ffyrdd, '^) 

Gtvisg '3) Itoh lie á'i ivc tvyrdd. 
1 5 Pan ddél yn '^) Ol rhyfel rliew, 

Fill doldir y pall^'>) deildew, 

Gleision fydd, Mai grefydd grill, 

Llwyhr^^) ohry lie hu V Ehrill; 

A daio ar ucha' blaen dar 
20 Caniadau cywion adar, 

A chog ar lan ") poh rhandir, 

A dedtvydd o '*) hafddydd '^) hir, 

') Dyw calan mis mwynlan Mai 144,4; calanmai 30,23. 250, 1; dyw V 
calan gauaf, 192, 8; ywedi V calan, 126,7; ivedi V calan, 205, 11. Vgl. T. S. 
Cymmr. 1894—95, p. 180. 

') Mis Mai haf, canys mae hoed E. 

») Cadair E. ") fal BE. 

') cadicyn-rvyrdd E. ^) cof y E, serchiogion A. 

') Diese beiden Verse fehlen iu den MM. 

«) A matcr M. ») Mis Mai E, Fis Mai M. 

">) Ar ddail AB, Ai fryd ai dail M, frawd E. Eine Handschrift läfst 
die beiden Verse aus. 

") Yn goresgyn ABE. ") givasgod . . . gwisgiad MM. 

") gwisgai AE, gicisgith pob M, gwisgod M. 

") ar M. 'S) paill B, pwll adeildew M. 

") Llwybrau E, llwybrau mai yn lie M, ar gangau tvybrau Ebrill M. 

") fan E. ">) A chethlydd a AB. 

'») hoywddydd M. 



170 U CIIK. STEKN, 

Ä'r wyhren hoyic ') ar hrynhmvn, 
A ghrysuydd teg a glaswaivti ; ^) 

25 Äg adar ami ar goedydd 
Ag irddail ar niail irfjdd;^) 
Co' a fydd am Forfudd, f eurferch,*) 
A chyffro saith natvtro serch.^) 
Anhebig yiv V) mis dig du 

30 A gerydd i bawh garu; 

A hair ddu law') a byrddydd 
A gii-ynt yn yspeiliaw giv^dd; 
A nini guyn yn aeP) y gwynt, 
Yn diffriiv canol dyffrynt,") 

35 Ag wyhren '") drymled ledoer 

A'i lliiwch^^) yn gorclmddiaw 'r lloer: 
Ag annog llanw ag aniryd^-) 
Ag mewii naint llifeiriaint^^) llwyd; 
A llawn '^) son nieivn afonydd 

40 Yn ysii dwr nos «i^) dydd; 
Ag oerfel, du ryfel draw,^'') 
A llaesglog a chenllusglaw. i") 
Del iddaw, rhyiv addaw rhwydd, 
JDeuddrwg am ci wladeiddrnydd ! 

'Sei mir gegrüfst in grünen Häusern, 
Im präcbt'gen Clior des Walds, der Mai! 
Der stai-ke Ritter, Liebesleuten 
Ein Hort, der Yogt des stillen Hains; 
5 Der Freund der Minne und der Vögel, 
Dem Kuckuck, den Verliebten lieb; 



') A hron-loeiv hocw E, bnjd nawn B, ac wyhcn AB. 

'■") A ylasuydd ami eglunjswmvn E, A bydd B, A fydd A, Fydd a M. 

') Diese beiden Verse fehlen in M. 

*) A chof am ABE, f'eurddaivn M. 

'') Dan y dail yn dau i dawn M. 

«) ir M. ') trist-wlaw E, brithlaw AB. 

*) yn ol, ar ol M. ") yn diffryd JI, a heia a miiryn helynt JI. 

'») aicyr E, drymb/d, drymled MM, dremled ABE. 

") lliw E, lluch AC. 'ä) .'l'it pair yn llawn o anwyd E. 

") ^l'í' nant yn llifeiriant E, ymhob nant M. ") dwyn E. 

''-) A llidiaw a duaiv E, A llidiaw a digiaiv dydd M. 

'") A llesgedd breuolwcdd braw E, a rhyfel rhew M, rhyfel á rhew AB. 

") chenllysg-wlate E, chenllxisglew AB, Ar fron a gloesion glasretc M. 



DAVYDD AB GWILYM. 177 

[Geplauder gönnend oline Ende,') 

Für das Gekose wertgescliätzt.]-) 

Ein Grofses ist es, bei Maria! 
10 Kommt ohne Fehl der Monat Mai, 

[Eifrig verlangend nach der Ehre,-') 

Sich zu erobern jedes Tal;] 

Der dichte Schmuck, der Strafsen Schatten, 

Alles in grüngewebtem Kleid. 
15 Bezieht er nach dem eis'gen Kampfe 

Der Ebne Burg mit busch'gem Thron,') 

Dann grünt ^) (es schallt von Maienandacht)«) 

Der Pfad, wo vormals der April. 

Da kommen auf die Eichenwipfel 
20 Der kleinen Vöglein Melodien, 

Der Kuckuck an den Eand der Felder, — 

Glück, wie ist der Tag so lang! 

Die Luft erquicklich gegen Abend, 

Der Wald mit Sommerfädenglanz;") 
25 [Und viele Vöglein in den Wäldern 

Und auf den Zweigen frisches Grün.] 

Dann denk ich Morvudds, meiner Gold'gen, 

Und viel bewegter Leidenschaft.^) 
Nicht so der böse schwarze Monat, 
30 Der alle Liebe uns verdenkt. 

Der kurze Tage bringt und Eegen 

Und Wind, der das Gehölz entblöfst ; 

Und mit dem Wind den weifsen Nebel, 

Der uns des Tales Grund entstellt,") 
35 Und di'ückend schweren'») rauhen Luftzug, 



') 3. 7. 9. 20. 100 sind die celtischeu Zahlen konventionellen Gebrauchs 
von allgemeiner Bedeutung; so hier 9x20 = viel. 

•) urddedig ddadl — gemeint ist hir ddadl o serch, 112,2. 

=•) a'i fryd arddel frwd wddns — vgl. Pan ddél Mai a'i lifrai las | ar 
irddail i roi urddas, 47, .31 f. 

*) pill cf. coedbill 252,2; pall 'Thron' RB. 1, 27. 30. 

=) gleision 'das Grün'; vgl. dail gleision 110,13; 54,16. 174,30. 194,24. 

') grill 'Geräusch' nur hier. 

') glastcawn 'die schimmernden Sommerfäden'. 

*) a chyjfro saith nawtro serch — cf. cy/f'ro 142, 37. 

*) diffritv nur hier. 

") drynded, cf. trymlyd 39, 27. 

Zeitíchriít f. celt. I'hilologio VII. 12 



178 L. CHR. STEKN, 

Der mit dem Dunst den Jlond verhüllt; 
Den Fluterreger und die Kälte, 
Den grauen Schwall im Bett des Stroms 
Und das Getose in den Flüssen, 
40 Die Wasser schlürfen Tag und Nacht; 
Die Fröste und die grimmen Kämpfe, 
Das Hängekleid,') den Hagelschlag. 
Es soll ergelin, um's frei zu sagen, 
Dem Ungeschlachten doppelt schlecht!' 

Die Lust des Sommers beschreibt der Dichter weiter in den 
verschiedenen Gedichten über sein Jlinneleben im Walde, nament- 
lich in seinen reizvollen Schilderungen der Sommerlaube {deihly, 
ha fill/, tfj bediv) oder, wie er sie einmal (Nr. 112) nennt, des 
herber d. 1. 'arboretum'. Diese schöne Halle, sagt er ein andermal 
(203, 23 ff.), hat der Mai gebaut: seine Mefsschnur (??/«]/«) ist der 
Kuckuck, sein Winkelmafs ('syicir = ysyu-ir 'norma', engl, squai'e) 
die Nachtigall, und das Beil {bnyaU) ist der Dichter; der Hasel- 
busch aber ist der Altar der Liebe.') Umständlicher beschreibt 
er seine Laube in dem folgenden Gedichte (Nr. 87): 

Adeilials dy fry ar fryn, 
Diddos, i gadw dcuddyn, 
Ar dl ffair, nid ar ael /fyrdd, 
frig coedivig cacadwyrdd. 
5 Givn nad'-') ar tvaitli diffaithdy*) 
Cefndtcn yr adeilitcn^) dß, 
Ond ar waith fry hafdy hir 
gocd mán,^) i gadw mcinir. 
Clymmu brig, clwm o breycfh, 
10 Cyrs gruen coed a'u blaen yn bleih; 



') llaesglog — ivolil das licrabliängeude Eis. 

') Ag allor serch yw'r gellt 
Yn gall a'i ftcijall iryf fi, 
wofür eiuc Haudschrift liest: 

Yagyniydd gwcll yiv'r gelli 
Heb pall a'i ficyall u-yf fi. 

>) nid AB. «) kyfradhdy M. 

•'•) adcil wiw M. «) mwyn M. 



DAVYDD AB GWILYM. 170 

Coedlofft ysthjshir fírain, 

Cell draws o frig') cyll a drain; 

dort i feinwar i chtcarau, 

Campus gaead-wcddus gau; 
15 Cap ddail, copa ddulas, 

Canyen i gadtv Gwen a'i gwas; 

Cwpl ffrengig honeddig-ryw, 

Caban o ddail man im' yw. 

Capel crwn-) o'r cyplatt cred, 
20 Clos glwys diddos glas diidded; 

Cain guddigl, cyrs ffenigl ff'yn, 

Cywir diddos cor deuddyn. 

Cadair Iwys coed o ir^) Iwyn, 

Cor iarll cywir i orllwyn. 
2") Ccfais*) noswaith gyweithas, 

Cysgit dan bin dien blas. 

Gael icrth'-') ymddiddan dranoeth, 

Clywed c'lymau ceingiau coeth; 

Cathl bér^) o ben aderyn, 
30 Cerdd oedd ef a'i ') carai dd()n; 

Ceiliog coednyth cilcadnaid,^) 

Clymmwr celhceiriur cull haid;^) 

Cyw adeinfrith cydynfrych, 

Cynnydd car gwydd y cywir gwßch. 
35 Swydd dditcladaidd yw 'r '") eiddo, 

Siamhrlcn i feinwen yw fo. 

A d'rogenais '•) na cheisiivn 

Ond myfi a hi a hwn, 

EUhr y bardd trwyadl rhadlon, 
40 / ddal fy nhy i-) fry ar fron. 

P'le bynag, diorwag diorn, 

Tr adeiliais ar dalwrn, 

Mae 'n ddiogel fy ngwely, 

TJn liaf ni noetha fy nhi); '^) 

') icydd M. ') kivpl yw crwn M, cwplaii M. 

») ti- AB. *) ca/fom M. 

'') caffael M. ») per AB. 

') ifoi M. ') kil kydnair M. 

^) air M. '") yr M. ") Dyrogenais M. 

'=) i gynmd ty II. ") ni noethaf un haf fy nhy M. 

12* 



180 T-. CHR. STERN, 

45 Dr ofn im twrw' o ryfel, 
Na llu Loegr ddu a ddél; 
Lie anliysbys dyrys dir 
Blawdivralg, neu gatcstvraig^) goeshir; 
Lie cadarn gerllun'^) coedydd, 

50 Lie mae hedduch goedgae liydd; 
Lie gicrthyd^) llaivn-fchyd llu, 
Dirtjfron allt, dwfr^) o neilltu. 
Hafdy dail, hefyd o daw 
Ein *) ca.t i'r llethr i'n ceisiaw. 

55 Ni wyr Eiddig, nr addoed, 

Gynghvr^) catcdd, pa gongl i'r coed, 
Pa hvyn o'r bedu;~) pa lanerch, 
I ddisginjl i *) feinwyl fercli. 
Na chaffo chivedl diledlyth 

60 Na cJiymun am ei fun fyfh! 

'Ich baute droben auf der Höhe 
Ein trock'nes Wohnhaus für ein Paar, 
Dem Markte fern und nicht an A\"egen, 
Von grünen Zweigen eingehegt. 
5 Ich weiis, nicht wie ein öd' Gemäuer, 
Zerbrechlich, baute ich das Haus, 
Yielmehr wie eine Dauerlaube 
Aus feinem Holze, für mein Lieb. 
Sorglich'') verknüpfte ich die Zweige 

10 Des scharfen Rohrs und bog sie ein. 
Da ist ein Altan, hübsch uiul länglich. 
Aus Dorn und Hasel ein Gemach, 
Ein Hof zum Siüelen für die Holde, 
Vortrefflich, wohlgehegt und dicht; 

15 Mit Jilätterkappe, grünem Gipfel, 
Ein Schinil für sie und ihren Schatz; 
Ein vornehm fränkisch Dachgesparre, 
Ein Hüttchen mir aus zartem Laub. 



') Blottai lie gowsai M. ') garllmv M. 

') 'n gwiieuthyd M. *) dyf'r M. 

'■) yn M. '•) geinylwr M. 

') fedw M. ") am AB. 

°) ciioj» bregdh, eig. der Kuoten der Predigt, als die llauptsache? 



DAVYDD AU GWIIA'M . 181 

Es wölbt das Dach sich zur Kapelle, i) 
20 Ein Prachtgehege, grün bedeckt; 

Ein traut Gemach aus Fenchel-Rölu-icht, 

Ein traulich trocknes Heim für zwei; 

Ein prächt'ger Stuhl im fiischen Haine, 

Ein Grafensitz, zu pflegen lieb. 
25 Da könnt ich nachts behaglich sculafen, 

Im Federbett des fiischen Baus, 

Und hörte tags die Unterhaltung 

In Tönen lautrer Weisen an, 

Den süfsen Sang aus Yögleins Munde — 
30 Das Liebchen liebte solche Kunst. 

Das Hähnchen, das im Nest sich duckte. 

Das schwatzt' und scherzte klug im Schwärm. 

Ein Vöglein, traut und schmuck, im Waldchor, 

Von Tolle farbig, flügelbunt, 
35 Dem wird ein höfisch Amt gegeben: 

Der Kämmrer für die Feine ist's. 

Ich sah's voraus, ich würde wünschen 

Nui- mich und sie und ihn daselbst, 

Dazu den Barden, 2) flink, begnadet, 
40 Zu hüten droben mir mein Haus. 

Wo immer ich im Freien baute, 

Und solches Glück ist nicht gering. 

An sich'rer Stätte steht mein Lager, 

Ein Sommer macht mein Haus nicht kahl. 
45 Ob man ein Kriegsgetümmel fürchtet. 

Bös englisch Volk, das kommen mag, 

Fremd ist und unerforscht die Gegend 

Langbein'gen Mehl- und Käsefi-au'n; 

Wie eine Feste in den Wäldern 
50 Und Friede in dem Hirschgeheg. 

Da mag wohl junges Kriegsvolk trotzen. 

Zwei Hügel, Wasser beiderseits. 

Sommerlaube I WiU am Abhang 

Uns suchen selbst, der uns verhafst, 



') capd . . . cred 'eine christliche Kapelle'. Zu capel Tgl. 78,29. 84,20. 
95, 35. 132, 41. 235, 43. 

■) Möglicherweise ist mit dem Barden Madog Benvras, der Frenud des 
Dichters, gemeint, wahrscheinlicher aber ein Singvogel. 



182 L. CHR. STEUN. 

55 Der Eiddig auf der Lauer weifs nidit, 
Der niürr'selie Schleicher, avo im \\'ald, 
Im Birkenliaine. auf der Aue, 
Er nach der P'einen spähen muis. 
Kein Trostwort, keine Kommunion soll 

60 Zu 'i'eil ihm wei'den um seiu^^'eib!' 



Davydds Flora. 

Dav3-dd ab Gwilym hat uns einige seiner Li^'blingsbiiume 
und Sträucher besonders beschrieben, namentlich solche, die der 
Landschaft in seinen wirklichen oder erdichteten Liebesabenteuern 
Abwechselung und Reiz verleihen. 

Vor allen schätzt er die Birke {hediv f., armor, hedo, ir. hcith 
'betula'), die in seiner Heimat vielleicht der häutigste Baum ist. 
Bedw ist ein Kollektivum {hediv glas, 47, 10; cainfediv, 2.2; irfedw, 
46, 26; coedfcdw 2. 23; gorallt fcdu; 39, 18), hcdtceu ist der einzelne 
Baum {hed/ren las, 94, 38. 201, 14), wovon sich ein Plural hcdiceiii 
bildet (91,9. 147,43); oft kommt vor ein Birkenwald {hcdiv-gocd, 
179,30) oder Birkenhain (llinju hediv, 41,30. 78,1; bedirlirgn 
45,34. 49,46. 88,28. 114,10. 117,53. 174,51. 195,26. 210,51). 
Der Dichter preist das Birkenhölzchen: dahin lädt er die Geliebte 
(19,5); er weilt mit ihr unter dem grünen Baume (258,55), der 
ihm einen Platz zum Sitzen bietet (bedw gadeiriog, 10, 21). Es 
ist schon oben gesagt worden, dafs die Barden die Birke hoch 
in Eliren hielten, und dafs ein Birkenzweig (y gangen haf oder 
urn-ydd ar ui)dd hirddydd haf, 180, 36 oder y fedwen fach, 222, 52) 
oder ein Birkenkranz {cae hcdtv, 43, 21) oder ein Birkenhut {hed 
fedw, 85, 1) in der Sprache der Verliebten eine günstige Bedeutung 
hat.i) Als Davydd einstmals eine Dame um einen solchen Birken- 
kranz (garlant) bat, schenkte sie ihm vielmehr einen aus Pfauen- 
federn (Nr. 57). Als eine Entwürdigung des Baumes, der ihm 
so viele schöne Erinnerungen erweckte, empfand er es, als er 
ihn in Llan Idloes (Tref Idloes) zu einem Marktpfahle {pawl, 
die Überschrift sagt pawl haf 'may-pole') umgewandelt erblickte. 



') Hed fedwen cain erwähnt aucli Dav3-(lrl ab Edmwnt um 1460 in einem 
Gedichte (0. Jones, Ceinion 1, 89). Und ein späterer Dichter sagt (Ceinion 1, 165): 
Xi hyddaf nuvy na Dafydd 
Ab Gwilym heb gwlwm gwijdd. 



DAVYDD AH GWILYM. 183 

unter lU'iii nuiu kaufte und verkaufte (»tare porthmonacih), oder 
d'^r gar als Pranger (pillory) diente (Nr. 160). 

Die Kiciie {ßCir f., armor, dero, ir. duir 'quercus') kommt bei 
Da-ydd viel weniger häufig vor (110, 11. 110, 10. 148,40. 260, 16; 
blaeA dar 60,34. 187,5); der Plural des Wortes lautet deri (44, 
;i4. I'jI, 17); die kollektive Form ist dcnv (eine eichene Tür, 
108,36. 238,24; ein Fenster, 161,8; eine Kiste, 128,49), die 
singulaUve dcriren. Der Dichter spricht von den Eichen des Tals 
(dcri dói. 258,36); von einem Eichenhaine, wie ihn der Hase liebt 
{dcniiivi/n, 50, 5. 76, 33) oder von einem ^^'alde {derwgocd 06, 39. 
159, 2). und von einer Eichenstadt {caer ddenc, 203, 22). 

5Iit Begeisterung lobt der Dichter deu Besenginster (lanadl, 
ysgiib, armor, balan, ir. sgnah "spartium') in Xr. 47. Ich rechne 
das Gedicht fi-eilich nicht zu den echten. Kann er sich der 
A\'uhnang der Geliebten nicht verstohlen nähern, kann er sich 
mit ihr kein Stelldichein in der Birke geben, so macht er sich 
ein Gehege aus dem grünen Ginster {dos o fanadl glas feinion), 
worin er so geborgen ist wie Myrddin in seinem Glashause, oder 
wie unter jenem verhüllenden Schleier, der einst über Dyved 
geworfen wurde. Und nun preist er den gelben Maischmuck des 
Busches iblodau gorau a garten): es wächst wie Gold an seinen 
Fäden, er ist wie ein Saft'ranmarkt, wie Arabiens Gold, goldene 
Beeren, eine feurige Masse, die Juwelen des Sommers und der 
Keif des Sommers;!) er ist ein Zelt Gottes, dessen Goldstoff die 
Engel gestickt haben, oder er ist ein Schleier der Engel. Gern 
vergleicht Davydd das Haar der Blondine mit Ginsterblüten vom 
Kopf bis zum Knie (banadl aur o ben hyd lin, 7, 12; banadl ysgiib, 
68, 10). 

Davydd lobt auch den Weifsdornbusch {draenlwyn, ir. dral- 
ghcan 'Crataegus') in Nr. 218. Zwar ist er ein tückischer, be- 
waffneter Gesell {mab lledrithog arfog), aber schön sind seine 
schneeweiXsen Blüten {matwd-lliw), denen die Geliebte {tinlliw 
hiodau V drain, 67, 14) und die weifsen Flecke im Gefieder der 
Eule (bloicman du a'i blu mean drain, 84,54) gleicheu, und die 
korallenartigen Früchte {curcl), die auf seinen Blättern wie die 
Herrlichkeiten in einem englischen Kramladen-) liegen (iegach 



■) harrug 39, 37. 55, 23. 253, 10. p. XU. 

*) Einige Male kommt bei Davydd auch sio/jait Sieb 'Cheapside in 
London' vor: bronbelau fal ßliw) siopau Sieb, 7,15. 25,20; Yr anadl oll a'r 
tcyneb fal aroglav, siopau Sieb, 163, 5f. ; Siop lawndeg fei siep Lundain, 101,36. 



181: , L. CHR. STERN, 

chj doj) na stop Sais). Statt draenlluyn 198, 42 kommt auch 
draenwydd vor, 198, 34. 58, oder allgemein drain 96,41. 101, 3á 
114,40. 154,67. 242,24. Der Dichter verwendet diese Dornen 
zum Bau seiner Waldlaube 87, 12, die Elster zum Bau ilires 
Nestes 145, 28. Das ir. dniighean würde nach dem "N^'örterbuch 
eher den Schlehdorn oder Schwarzdorn ('prunus spinosa'i be- 
zeichnen. Das armor, drez, vaun. drein ist der Brombeersti'auch. 

Ihm ähnlich ist der Brombeerstrauch (miaren, PI. niieri, ir. 
sin ear, muinc 'rubus'), aber der Dichter weifs von einem ärger- 
lichen Erlebnis mit ihm zu erzählen, i) Auf einer Fahrt zur 
Geliebten fiel er in einen Brombeerbusch, dessen Dornen ihm 
arg die Füfse verletzten. Es war die Masche eines böswillig 
ausgeworfenen Netzes, eine Schlinge am Abhänge des Acker- 
raudes, eine Klammer über einem Loche, ein starker Strick über 
einem Kinnsal (Nr. 173). 

Mit besonderer Liebe gedenkt er aber der Stechpalme (cchjn, 
armor, lielenn, ii'. cuilmnn 'ilex'). Er erwähnt die scharlachrote 
Beere des Baumes {yrau-n celyn 8, 41) und rühmt seine Zähigkeit 
(114, 17 ff.), vor allem aber den Schutz, den er den Verliebten 
gewährt (Nr. 132). 

Y celynllwyn cau"^) lawnUuyth, 
Cae^) ar ael ffridd, ctvrel ffnvytli; 
Ttrr i fcimvar, im'*) arail, 
Fiyau yspurdunau dail. 
5 Cor gweddaidd nis ditvraidd dijn, 
Clos teiv diddos, ig deuddyn. 
Gihr tvyf yn rhodio gar allt, 
Dan goedydd, mivymvydd manicaUt. 
Hhoed^) i gadiv rliyw dcg^) adail, 
10 Bhodiais wßdd, dolydd a dail. 
Ptvy mcivn gaiiaf a gafas 
Fis Mai yn') dwyn lifrai las? 
Cof ysydd, cefais heddyw, 
Cehjnlhvyn y nlirwyn*) y rhitv. 



1) Nach einer Handscluift lautet die Übei-schrift : Fr fiarcn y cwympasai 
y bardd ynddi ivrth ymweled ä'i gariad. 

») cu laiin G., cau imcn Aß., kyva laxen Eep. 1, 245. 2S0, cyfiown 1, 622, 
kyvylion 1, 170, cofl 1, 38G. (i53, cod 1, 149. 1G7. 

») caer 6. *) em B. ») rhád G. ') rhydeg A. 

') mal mis mai 'n G. ") yn rhivyn G. 



DAVYDD AB GWILYM. 18Í 

15 Yn adail serch im' ydocM,^) 

Un lifrai d Mai im' oedd; 

Cyd irgoed lie caid-) organ, 

Cadr-hlas tuvch^) piler glas glán; 

Pantri cerdd, ') nid paentiwr c'atvdd, 
20 Fcniis, llaiv Ddmv a'i pacntiaicdd. 

Deuwell y gwnaeth JDiiw diwael 

lUiyiv bare teg na Hhohert Uael;'") 

Osglaii utveh na phennau ffyrdd/') 

Tew hyrwalU was taharwyrdd.') 
25 Hytcel Fyehan, hael fuehedd, 

Geirduys gwatvd, gier dew is gwedd;^) 

Moli a tvnaeth, nid milain, 

Angel coed y ngively cain.'->) 

Tref^^) adar gwlad Faradwys,^^) 
30 Teml gron o ddail gleision gltvys; 

Kid feW-) henfwth, glwfh y glaw, 

Diddos fydd divynos danatc. 

Ni pliawr^^) gafr hyd yn llafren, 

Un batch o htcn,^^) na bicch hen; 
35 Dail ni chrinant, and antur, 

Celyn tmdcrfyn á dur; 

Fen far hciyrn pan fo 'r hirnos^'^) 

A^^) rheiv y mhob glyn^'') a rhos; 

Capel cyivir dail^'^) irion, 
40 CysylUicdig^^) mcch'">) brig bran. 

Ki chyll pren teg ei ddegivm, 

Er lief gwamvynwynt-^) oer llivm. 



') JJn gadr serch iawn goedoedd G, tm gadair . . . un gijdoedd M. 

') cad (i, cadeirgoed M. ^) cadair las M. 

') can G, pand da'r coed il. ') Vs. 21—22 om. G, a Rhohert JI. 

•) Hardd osglau ffynnbnau ffydd A.' 

') tabartcydd A. ') ddaionus (ddatcnus) wedd M. 

") Vs. 25—28 om. G., yngolwg M. 
'») ty A. »') Baradwys B. 

") Md fal A, GwcU iia B; lie glwth glaio AB. 
") chny G. ») hyd G. 

'*) <rr i hoerni yr hirnos M. ") ai M. 

") llwyn M. ") ddail A, siampler gyivir M. 

■^) cysylltedig al. '°) itch Rep. 1, 622, gair gaer ger gar al. 

■"") y ywamvynt Eep. 1, 149, a gwamcymcynl llwm 1, 167. 



186 L. CHR. STERN, 

•Der Ilexbuscli, wie ein Familienobdach, 
Des Forstes Halsband, mit Korallenfrucht; 
Den Schnäbeln gleichen die gezackten Blätter, 
Der ]1oldeu ist's, dem teuern Schatz,') ein Turm; 
5 Ein rechter 'Chor', von niemand auszurotten, 
Ein trocken dicht Gehölz, ein Haus für zwei. 
Ich pflege einsam an der Höh zu schlendern 
Im Wald, der anmutsvoll, von feinem Haar. 
Mir war vergönnt den schönen Bau zu hüten, 

10 Erging ich mich durchs Tal, durch Wald und Laub. 
A\'em ist im AMnter wohl zu teil geworden 
Der Monat Mai mit seinem grünen Kleid? 
Des Ilexbusches au des Hügels AMndung 
Gedenkt man, heute dachte ich au ihu. 

15 Zur I\Iinnewolinung ist er mir geworden 

Und mit dem Mai trug er das gleiche Kleid, 
Am frischen AValde, wo's wie Orgeln tönet, 
Auf edelgrünem Pfeiler aufgebaut. 
Den Kunstsaal hat ein Maler nicht erfunden, 

20 Das A\'etterdach hat Gottes Hand gemacht. 
[(n)tt der erhabne schuf ihn zweimal schöner 
Als Eobert Hael seinen hübschen Park;] 
Die Zweige höher als der Wege Häupter, 
Dicht kurzes Haar hat er im grünen Eock. 

25 I Herr Hywel Vj'chan, der von edlem Wandel 
Und ernster Dichtung, ein erkorner Mann, 
Der hat gepriesen, nicht in niedrer Weise, 
Des Waldes Engel au der schönen Statt.] 
Das Heim der Vögel aus dem Paradiese, 

30 Ein Vunder Tempel, glänzend grün von Laub; 
Nicht eine Hütte, dran der Regen zehret. 
Zwei Nächte bleibt es trocken unter ihm. 
Nicht einen Büschel frifst davon die Ziege 
Bis an den Severn, und kein alter Bock; 

35 Das Laub vertrocknet nicht, als nur durch Zufall, 
Die Hex ist von Zähigkeit des Stahls; 
Ein Eiseupfühl dem Kopf in langen Nächten, 
Wenn Frost in jedem Tal und AMesenland; 

') amil für araul (8,29. 35,23)? 



DAVYDU AB GWILYM. 187 

Ein wahres Kirchlein ist's von frischem Laube, 
40 Das überm Hü^el sich zusammenfügt. 

Der schöne Baum verliert nicht seine Zierden,') 
Wie kalt und scharf der Frühlingswind auch tobt.' 

Der Geifsblattstrauch oder die Geifsrebe (gui/iiici/ddcn, armor. 
gnivoud, 'lonicera xylosteum'?) bildet Lauben (10, 27. 78, 20. 
131,20). ii) gici/nni/dd 52,3; die Drosseln sitzen darauf («r ici/n- 
ici/dden, 75. 35). Der Strauch hat weifse Blüten, denn das Kleid 
des Schwans gleicht ilinen (190, 30); aber sie färben sich gelblich, 
denn das Haar der Geliebten-) ist ihnen ähnlich {bri<j gtvynaydd 
gn bare yitial, 35,13; gicyimgddaui serch gicincu ddu, 238,30). 
Die Geliebte selbst wird gr irytucgddcn genannt (75,55). Ver- 
schieden von dem Wort ist gu-innijdd 'vitis' in gwinivydd Ffrainc 
213, 10. 

Die Erle (guern, ir. fearn 'alnus glutinosa") wächst auf 
feuchtem Boden; daher liegt der Xebel auf dem Erlengehölz 
{Ihvch mclin gerwin mewn gwcrn, 54,37; fal i^) ttfjhn fign-ivcrn 
faith, 39,48; giicrn ttffenwl, 39,51). Manche Ortsnamen werden 
mit Gaeni gebildet, so wie bei Davydd Gicern y Tahvni 03,44; 
gu-cini wird in dem alten Leben des Gruffydd ab Cyuan "paludes' 
übersetzt (Archaeol. Cambr. IIL 12, 112). Der Baum hat sehr 
weiches Holz und ist wenig geachtet; die Zunge heifst cloproi 
gu-cni (140,20); der Eifersüchtige cryd giiern (90,14) oder ddw 
hrcn gaern dan fernais (76,25); auch als Galgen scheint der 
gelbe Erlenbaum benutzt zu werden {gwcrnnn feien yn farch, 
89, 40). Doch macht man auch Hütten aus seinem Holze {lyddyn 
gtierndy diddos, 98,21); den Heuhaufen nennt der Dichter givyrain 
adail giceni (204, 15). 

Die Hasel (coli, ir. coli, armor, gwez hclvez 'corylus') bildet 
gleichfalls einen Busch (coll-hcyn), der Verliebten zum Versteck 
dient (172,40. 225,11), allerdiugs keinem sonderlich guten (204, 
35). Doch verwendet der Dichter Haseln (cyll) und Dornen zum 
Bau seiner Waldlaube (57, 12). Der Haselzweig (collcn) gilt in 

') degwm eig. 'Zehnten'. 

^) So hat auch Davydd Xanmor: 

A/iiitr yw 'r twf, mne ar iad hon 
Mit icimcydd (1. wynicydd) melynion. 
Goi'chestion p. 158. 

') ful u/fern i AB; sugemceni, Y Brython 4,220; figweni M. 



188 L. CIIK. STKKN, 

der Zeiclienspraclie der Minne so viel wie eine Absage (225. 8), 
im Gegensatz zum Birkeuzweige (bechccii). Man giebt dem Dichter 
Haseln (cijIT) zum Hohn, als ihn seine Morvudd im Stiche läfst 
(72, 44). Und als eine Schöne ihm einen Haselzweig schenkte, 
wünschte er ihr Vernachlässigung bei ihrer Hochzeit (Kr. 225). 
Sion Tudur sagt in einem Gedichte, in dem er den Verlust seiner 
Geliebten beklagt (Y Ery then 3,65): 

Canmaui bcduen heb iceniaith, 
Collen fydd äybcn y daith. 

Der Haselnüs.se bediente man sich im Liebesgetändel zu einem 
Katespiel 1^ aiau i'm Uaw (Rep. 1, 234), und ein solches kennen 
wir aus Nr. 49 in den Gedichten lolo Gochs, i) Es bildet auch 
den Gegenstand des Gedichtes Xr. 42 bei Davydd. Er, der in 
Morvudds Banden liegt, bittet seinen Kameraden, etwa Madog 
Benvras, 'ihm in seiner drückenden Liebe zu helfen und ihn in 
den Zuständen seiner Sehnsucht zu beraten' — 



Cymhorthiad o'in cariad caeth, 
Cynghoriad cangau kiraeih. 



Es wird liugiert, dafs Morvudd ihm als untrügliches Zeichen 
ihrer Zuneigung eine Handvoll Nüsse geschenkt habe, manr fudd 
ei datvn. Triumphierend ruft der Dichter aus: Sie liebt mich! 

Yscynwas wyf is ceinoed, 
Os givir cacl, ysgivkr y coed; 
Os cyirydd, crefydd ni'm cred, 
Os cnel gicir, ys cael girared. 

•Hoffnungsvoll bin ich für das traute Stelldichein; Avenn ich's 
wirklicli erlange, so bin ich der Junker des Waldes;-) wenn's 
nur ein Gedicht ist, wird selbst der Glaube mir nicht glauben; 
wenn das Erlangen wahr wird, so bringt das Erlangen Hülfe'. 



') Die 'neun Nüsse' bei lolo Goch 49,20 eriniieni an die neun Nüsse von 
Segais mit Liebeszaubeni bei den Iren {iwi cnii Segsa co n-upthaib seirce intib, 
LL. 200a. BB. 267 b. 2G2a,48). — Schon Aristophanes kennt xÚqvu im Kate- 
spiel (Plut. lOöC); aber das ludere nucibus der Römer hat eine andere Bedeutung. 

") ysgwicr y cocd ist wohl dasselbe wie i/sgwier ywijdd (130, 2('). was 
Madog Benvras in seiner Totenklage (Bardd. p. XXXIX) wiederholt. Ysyicier 
entspricht der altenglischeu Schreibweise squier. 



DAVYDD AB GWILYM. 189 

So läfst sich der vermutlicli verderbte Text nur mit allem Vor- 
behalt übei-setzen, und das Ganze wird nicht recht klar. 

Die ^^'eide (Jiclig, armor, hcick, ir. sailcóg 'salix') hat unter 
Liebesleuteu eine ganz ähnliche Bedeutung wie die Hasel. Zwei- 
mal kommt sie bei Davj'dd vor. Einmal legen ihm die Spötter 
einen Weidenhut um die Stirn, als er bei Morvudd vom Böglein 
ausgestochen ist (71,40); und ein andermal rät er einer Schönen 
seinem Nebenbuhler einen Weidenzweig zu schicken, damit er ihn 
wie einen Hut über die lange Nase setze — das ist freilich in 
einem unechten Gedichte (254, 23 ff.): 

Änfoned Lluned ä'r Uatv, 
Uaul ci gwedd, heiig iddaiv; 
A'i dicyn fal ei hadwuenir 
A'i droi 'n hed am ei drwyn hir. 

Als das Symbol der unglücklichen Liebe ist die Weide aus vielen 
Stellen Shakespeares bekannt (RC. 20, 208). 'A green willow 
must be my garland', singt Desdemona. Auf der Insel Man 
tragen Brautführer und Brautjungfern Weideugerten im Zuge 
(A. W. Moore, The folk-lore of the Isle of Man p. 158). 

Die Eibe {given, h: eo 'taxus') ist ein Trauerbaum, findet 
sich daher nach der wirklichen Totenklage Gruffyd Grygs auf 
Davydds Grabe (Barddoniaeth p. XXII. XXXIII). In seineu 
Gedichten wird nur der Bogen aus dem Holze des Baumes er- 
wähnt: hwa yw 182,16. 207,11. Die itcenbogen, die auch in 
unsern alten Dichtern vorkommen, waren allgemein. 

Das Merkmal einer öden Landschaft bildet bei Davydd 
der Stechginster oder das Pfr-iemenkraut {eithin, ir. aiteann 
'genista') 249.21. Der Fuchs springt darüber hinweg {llammur 
eithin, 182,51) und die Elster baut ihr Nest davon [fal inijn o 
eithin, 198, 57). Das Geringwertige zu bezeichnen sagt der Dichter 
draenen guawd und eithinen iaith Wynedd 125, 23 f. Lie noeth 
mivy na Ihcyn eithin, sagt Khvs Goch ErjTÍ (Gorchestion p. 90). 

Der Farrn {rhedyn f., armor, radenn, ir. raiihneach 'filix') 
ist ein anderes Kraut, das der Landschaft des Dichters ihren 
Charakter verleiht. Er spricht von einem Farrnhaine (Ihcyn 
rhedyn, 10,30) oder von Wald und Fa.vin (coed a rhedyn, 97,35); 
hi-ufiger aber wird das unbebaute Gefild kurz mit rhedyn be- 
zeichnet (mewn rhedyn, 38,11. 49,51. 130,15; yn y rhedyn, 96,9. 
257 a, 27. 155,6. 157,20. 160,50. 185,14). Das Wild liegt im 



190 L. CHR. STKKN, 

l<';urn {rhahjuiral 77,18) iiiul ebenso verbirgt er den Dicht ei- an 
der Seite seiner Geliebten den Blicken (118, 22). 'Der Farru- 
liahn' (ceiliog rlteihjn oder rhedyngar (jeiliog 192,4. 27) ist das 
Heiipferdclien. 

Oft gedenkt der Dichter der Blumen {hlodau 57, 29. 2G0, 13; 
Singulativ llodemjn 104,20. 149,45. 232,65), von zarten Zweigen 
{iiiáu-(janyau 45, 12), im Hain {blodaii llinjni 32,21) und im Walde 
{hlodau (joed 230, 16), des Aprils {hlodau Ehrill 205, 20) und des 
Sommers {hlodau haf 117,39 oder V haf 159,20). Einige nennt 
er besonders. 

Die Eose {rhos m. 'rosa') gebraucht Davj^dd mitunter im 
Vergleiche mit der Wange der Geliebten: 8,35. 163,8; dcuros yn 
ei dvurudd 75,31; namentlich 'die Rose des Kreuzes' ('rosa 
crucis', Dominici corporis sanguis): a'i gntdd fal rliosyn y grog, 
25,6. Aber er kennt auch die weifse Rose rhos gn-yn, 190,29; 
und einen rosenförmigen Schmuck: rhos aur man. 71,21. Casgluf 
y rhos o'r closydd, 260,79, ist zu modern, als dafs es Davydd 
geschrieben haben könnte; rhos mayawd 125,33 wná rhoslan goed 
173,51 sind nicht recht klar. 

Die Ringelblume {gold 'calendula' vom engl. mar}'gold) liefert 
dem Dichter das Gleichnis der schönen gelben Farbe, die das 
Haar der Geliebten hat, 25, 17. 22; goldwallt 213,6; oldliw 68, 18; 
daher auch der Mond goldyn o aur melyn mal 51, 38 lieifst. 
Goldwlr (aus gold Mairi') ist eine abgeleitete Form, und die Sterne 
sind golduyr auyr 'die Ringelblumen in der Luft' 208, 78. Das 
Wort ist als das engl, 'gold, goldwire' erklärt worden. 

Der Klee {mcilliou, armor, mclchcnn 'trifolium') ist ein 
häufiger Schmuck auf Davydds Gefilden: 32, 18. 260, 81; y meillion 
man, 204,80; tus o feüliomvellt, 204,21. Er erwähnt gelben Klee: 
meillion aur, 19,31; von der Farbe der Gestirne 208,76; und 
weifsen Klee meillion givynnion a givynwydd (Var. o meillion 
guynnion gweunydd) 159, 18. Er hat llwyni meillionawl 219,4 
und auch meillionmvg findet sich, 260, 46. 

Die Lilie {Uli) kommt wegen ihrer weifsen Farbe in Ver- 
gleichen vor: liw Uli lau, 197,51; fal Uli yw 'r ial, 32,1; duhled 
ful mil im, 190,27; die Möwe Uli mar 28, 12; ni hu 'r hcril na 
V Uli, I nith haul, gan deced á ihi, 222, 3. Einmal tritt das 
kymrische alaw 'die Wasserlilie' dafür ein, 258, 1. 

Aul'ser den genannten Bäumen, die dem Dichter in seiner 
Erotik wichtig sind, konunt seiner Kühnheit noch ein anderer 



DAVYÜD AB GWILYM. 191 

Unort zu statten. Er rülimt ias o tcair 'den Heuhaufen' (Nr. 204), 
der besser als Gras ist.') Er ist ilim wie ein weiter Mantel 
{tfaling (jivvipas) und seiner Geliebten wie eine Sonimerhülle 
(girann wisg); er verdient den ^'orzug; vor einer durchlöcherten 
Hecke oder einem Haselbusche. So bietet ihm auch viinlid ynair 
'der Heuschober' eine angenehme Unterkunft, zu der er die Ge- 
liebte einladen kann (Xr. 135). Er lobt den iidelen Burschen, 
'kraushaarig, grün und stumpf (iligrificas pengrychlas pui), 'den 
untersetzten Bürger der Wiesengründe' (bicnlnis y ucirglodd 
bynlcic), den man drei Tage lang aufhängt und dessen Leib er 
seinem Boden und dessen Seele er dem Himmel befiehlt. 

1'« dyfod i gnocio (Var. guro) V drws, 
Y mirdirl gicair a'i madics! 

Neben diesen erfreulichen ländlichen Schilderungen fehlt 
endlich auch ein verhafster Ort nicht (Nr. 133). Als der Barde 
sich in finsterer Nacht einst verirrte, geriet er mit seinem Pferde 
in einen Morast {mawn LwU, pull niairn; vgl. viaicn, ir. wiJ/n, 
'Torf 76,21. 80), den er weidlich verwünscht. Diese Torfgrube, 
die sich mit Wasser gefüllt hatte, ist ein Fischteich für den 
Köuig der Elfen, ein Loch zwischen Wiese und Flufsbett, das 
Heim der Gespenster und ihrer Kinder; ein Essigsee, eine braun- 
rote Meerflut, ein Winkel wo sich die Schweine baden; und der 
Dichter 2) verdarb sich seine Kerseystrümpfe aus Chester {osanmi 
cersi Gaer) in dem Sumpfe. 



Davjdds Fauna. 

Auf seinen Streifzügeu durch die AVälder von A\'ales ward 
Dav)'dd ein vorzüglicher Kenner des Tierlebens. Er nennt ge- 
legentlich auch die Haustiere (Pferd, Ochs, Schwein, Schaf); und 
Hund und Katze kommen häufiger vor. 

Der Hund {ci, ir. cú 'canis') ist bei Dav5'dd vor allem der 
Jagdhund (2, 80. 16, 20) namentlich milgi, ir. milchi 'der Wind- 
hund' (16,17. 96,42), Flmilgwn (4,44. 148,50); daher ist er der 
Feind des Rehs (16,25), des Hasen (50,8. 58) und des Fuchses 
(192, 12). Aber der Dichter kennt ihn auch als den Wachsamen 



1) Vgl. Facetiae H. Bebelii, 1570, fol. 103 b. 

-) Die Verse 29 — 32 felilen iu M; vermutlich gehört kersey nicht zu 
des Dichters Sprachschatz. 



192 L. CHR. STEKN, 

(107, 7 ff.), und als den Kläffer (54,27. 142,60. 230,3), den man 
mit Steinen versclieuclit (220,37); ja, der Donner erscheint ilim 
als ein Gebell von gewaltigen Hunden in der Luft {rlmad gun 
yr aiiyr, 44, Sß). Er ist dalier auch ein verachtetes Tier (254, 
37), wie im Spricliwort (jan fariced á ein (218, 34) und in den 
Au.sdrückeu ciyagl 66,13 und hen fan- ci, 121,12. Bytlienad ist 
ein Synoymon von ci (63,34. 89,24); vgl. armor, jni.^e, V\. puzecd? 

Die Katze {cath, ir. cat 'cattus') wird als die Feindin der 
Mäuse (158,44. 181, 9 ff.) und wegen ihrer üblen Musik (159,58. 
183, 3) erwähnt; sie erinnert in manchem an den Hasen (50, 15. 
33) und wird nicht ohne Tadel genannt (66, 23. 74, 54). 

Vertraut zeigt sich Davydd den Tieren des Waldes. 

Es wurde schon erwähnt, dafs er den Rehbock (c«í ic-nirc//, 
armor, iourc'h ioQxod) als Liebesboten verwendet (Nr. 16). 'Nimm 
diesen Brief, sagt er, ar dy din noeth, und nennt ihn, um seine 
Kaschheit in der Flucht zu bezeichnen, ffivrch-ffoaivdurA) Nicht 
Pfeil noch Hund soll er fürchten. 

Ni'tli fling llatv, bydd iach lauen, 
Nid á dy hais am Sais hen,-) 
Nath gyrn, f'amvyl, nu'th yarnaii, 
Na'ili gig, nt'th guiff eiddig gait.*) 

'Sei froh und munter! Dich soll niemand häuten. 
Dein Rock nicht schmücken eines Sachsen Kopf; 
Noch soll der falsche Eiddig dein Gehörn bekommen, 
Noch deine Hufe, noch dein Fleisch, mein Freund!' 

Der Hirsch wird öfter erwähnt: liydd^) 50,45. 77,10. 87,56. 
123, 17. 154, 20. 175, 7, oder canv (armor, karo) 2, 27. 222, 32, Plur. 
ceirw'") 82,27; ceirw 'r Yryri 237,43. Das Femininum ist euig 
50, 80. 222, 31. Der Hirsch ist ein edles Tier und Davydd nennt 

') Die Lesart tydi 'r canv-hvrch ffwrch-fl'aivdr mufs wohl nach Eep. 1, 
864 geändert werden, da iwrch in diesem Gedichte (Vs. 7. 39) einsilhig ist. 
Eine Handsi^hrift beginnt; Di/dil da fo i'r iwrch. 

') hcn M. ^) nis can . . . cau M. 

') Dieses Wort scheint crlialten z\i sein in dem albanogälischen sithionn 
'Wihlpret' Nicolson, Proverbs 184; Campbell, Tales 2,210. 3,26; Mac Innes, 
Tales 74, 116. 

') Mitniiter wird geirw, Phir. von gaiiv 'rauh', in der Bedeutung 'Wellen' 
mit ccirw verwechselt. Vgl. »ic geirw ffrwd, 26,14 oder //Vicíí peine, lolo Mss. 
230; unnc geirw, 77,26; hoywliw geirw, 143,15 und hoen geirw mOr gwyllt, 
lolo Mss. 232. 



DAVYDÜ AB GWILYM. 193 

seinen vereliuten Olieim fy nghanv mud, 232, 20. Er gedenkt 
der Jagd auf stattliche Hirsclie {rhygcinv, 2, 33) und war bekannt 
mit dem hohen Alter') des Tieres {otd hydd, 118, 2ö) und mit 
der Sage vom Hirsche von Cilgwri (52, 33). Er spricht von 
Handschuhen aus Hirschleder Qiyddgeti, 4,30). 

Auf den Hasen (jjsgyfarnog) ist der Dichter nicht gut zu 
sprechen, da er ihm einstmals ein Stelldichein mit Jlorvudd störte, 
die er wie ein Elf erschreckte (Nr. 50); doch ist zu bemerken, 
dafs in einem Texte dieses Gedichtes (Cefn Goch Mss. 181) diese 
ganze Episode Vs. 37 — 62 fehlt.-) Der kurzrüekige Langohr 
mit buntem Bocke oder wildgrauem Balge, gestutztem Schwänze 
und grauweifsem Spiegel (laudrivcn luyd, Vs. 12 — er nannte 
d;is Reh hcydtccn lan-dr, 16, 2) läuft wie eine weitwaudernde 
Katze in haarweichen Schuhen leicht und rasch und springt 
behend den Hügel hinan oder liegt auf verfaultem Waldlager. 
Er ist das Verlangen der Eüden, deren Muskelkraft er ermüdet, 
ein Mannweib, der eigentliche Mittelpunkt des Waldsports (civlni 
coedgirdd, "\'ar. cydgerdd), und versorgt die Küche (ceginfiiyd). 
Ein Teil des Gedichts, von dem Stücke in der einen oder in der 
anderen Handschrift fehlen, ist schwer zu verstehen und die 
Lesarten gehen weit auseinander. In einem anderen Gedicht 
(Nr. 77) vergleicht der Dichter die unbeständige Geliebte mit dem 
Hasen, dem Eichhörnchen (gwiicair, ir. feoróg) und dem Hii-sche. 

Der Fuchs {lluynog 89,16. 220,36. 182, 12 ff., einmal wac?*/« 
182, 26, armor, louarn, h: madadh riiadh, und einmal caduo 158, 
70) wird von Davj'dd mehrfach genannt. Er erzählt (Nr. 182), 
wie er einst im 'S^'alde seine Schöne erwartet habe, sei er eines 
Fuchses ansichtig geworden, der bei seiner Höhle wie ein Affe 
(gicnib) auf den Hinterläufen safs. Er legt den Eibenbogen 
auf ihn au, aber der zerbricht in drei Teile. Nun läfst sich der 
Dichter über den listigen Räuber so aus (182, 29 ff.): 

Givr yw ef a garai iár 
A choeg edn a cliig adar; 
Giir yw^) ddilyd,'^) gyr^) ddolef, 
Garw ei lais a'i garol ef. 

■) Vgl. CZ. 2, 174. Gaelic Jonrnal 5, 190. 9, 346; Jac. Grimm, Eeinhard 
p. IV; ZDA. 3,28. 5,508. 

*) Cefii Coch Mss. und andere lassen auch Vs. 15—18 ans, Verse, die 
eine Handschrift in Nr. 77 nach Vs. 2 einschaltet. 

ä) i'ic GC. *) ddulio C, ddilid A. =) gyrn A. 

Zeitschrift f. celt. PhiloloBÍe VII. 13 



194 L. CUE. STERN, 

Gwrklog yir y mlaen grodir, » 

Givedd ah y mhlith y givydd ir; 
Llitmman hrwnt^) gerllaic min hryn, 
Llammur env, lliic marivoryn; 
Drychnod hrain a phiod /fair, 
Draig umvedd daroganair; 
Cenatv ar fryn,'^) cnöwr iär fräs, 
Cna' diarab,^) cnaicd eirias; 
Taradr daeargadr deicrgau, 
Tanllesir ar gwr ffenesir flau;*) 
Bua latwm,'") didrum draed, 
Gefail'') unicedd gyflaivmvaed.'') 
Nid liawdd i mi ddilyd*) hivn 
I'w df)'^) annedd hyd Annnn. 
Cyfarth a wnai V ci efydd, 
Ihjrglust, y lore glas ddyddA") 
Deugivae V talicrn lie digicydd, 
Deliv ci 'n ") adolwg givydd; 
Ehodnvr cock, rhydaer^'^) yi') caid, 
Bhedai 'mlaen rhawd ymlyniaid; 
Llym ei ruth; llammwr eithin, 
Lleivpart a dart yn ei din. 

'Der ist ein solcher, der die Hühner liebte, 
Einfält'ge Yöglein und Geflügelfleisch; 
Wird er verfolgt mit dem Hallo der Hetzjagd, 
Ist seine Stimme rauh und sein Gebell. 
Eötlich erscheint er vor dem stein'gen Lande, 
Dem Affen ähnlich in dem frischen "Wald; 
Ein häfslich Banner n) an dem Hang des Hügels, 
Springt über Äcker, wie die Kohlen glüh; 



') hrain AB. 

') ceiiait A, cynnur' fryn GC, kiniawr fry yn huri M. 

') oiit diareb GC. 

') fau 0. ffau 39, 8. IGl, 43. 182, 14. 245, 15. 

») latrwm A, latltan GC. Vgl. llo lattivm Gorch. p. 9G. 

•) gefel A. ') yyßinwaed AB. 

") ddilyn C. ») dai .M. 

>") Vs. 47—48 om. GC. ") yn GC, y dohcy M. 

>») rhydir AB. '») i A, ei BG. 

") Human hrain AB, „Jas Kriibeubauuer". 



DAVYUD AB GWILYM. 195 

Ein schlimmes Zeiclien für die Kräh'n und Elstern, i) 

An Yorbedeutuug- einem Drachen gleich; 

Ein Kind des Bergs, Verspeiser feister Hennen, 

Ein lusfger Schelm, =) mit Fleisch wie Feuerglut. 

Der bohrt die feste Erde sich zur Höhle, 

Scheint als Laterne au dem FensterlocL; 

Gleich einem Kupferbogen, leicht von Füfsen, 

Und kneipt wie eine Zange, blutgetränkt. 

Mir ist es leicht nicht diesen zu verfolgen 

In seinen Bau bis in die Unterwelt. 

[Er beUte wie ein Hund aus rotem Kupfer, ^) 

Von Ohren kurz, am frühen Morgen schon.] 

Bedauernswert das Brachfeld, wo er hinfällt 

Und einem Hunde gleich der Gans sich naht. 

Der rote "\\'andrer, überlästig ward er. 

Lief vorn vor der Verfolger Trupp dahin, 

Stechginster überspringend, kühu im Angriff, 

Ein Leopard mit einem Pfeil im Steils.' 

Der Fuchs hat hier noch keine von den Zügen, die ihm das 
burguudische Volksepos verliehen hat; aber schon bei Nennius 4G 
bedeutet 'vulpicino more' falsch und hinterlistig. 

Mit dem Eber {tivrch, ir. tore) und der Jagd auf ihn war 
der Dichter wohl bekannt, wie die oben mitgeteilte Stelle 148, 49 
zeigt. Er nennt ihn ehrend 95, 12, aber verächtlich GG, 9. 249, 5G. 

Der Dachs {brock, iv.hocc) wird 254,4 im pseudodav}'ddschen 
Gedichte despektierlich genannt; das alte Sprichwort brock y 
ngkod 'der Dachs im Sack' (125, 46; vgl. givare brock ygcot, RB. 
1, 16) fehlt in einer Handschrift. 

Von andern wilden Tieren, die der Dichter nennt, ohne sie 
vermutlich gesehen zu haben, finden sich der Bär {arth 171,32. 
182,26. 183,5(?). 217,14. 253,44. 258,40), der Löwe («e«- 13,46. 
106, 10. 231,36. 236,27. 239a, 9. 251,30) und der Leopard {llew- 
part 182,52). 

>) ffair 'des Marktes'? vgl. 47,44. 57,32. 87,3. 90,10. 121,31. 141,21. 
160,45. 197,28. 

') CKo' diarab AB, cnit diareb O. 

') Ahuliche Ausdrücke kehren wieder in einem dixrch seine Kiuist der 
Reime und Assonanzen berülimteu Gedichte des Rhj's Goch Erjri auf den 
Fuchs (Gorch. p. i>2ff.). Er heifst dort efyddicuUl. coprbryd, mab tanf/lam, y 
ei fjlamlin usw. 

13* 



196 li. CHR. STERN, 

Mit Vorliebe beschäftigt sich Davydd ab Gwil.vm mit den 
gefiederten Bewohnern der freien Natur; es sind dies die Drossel, 
die Amsel, die Nachtioall, der Goldfink, der Kuckuck, die Lerche, 
die Schwalbe, die Waldschnepfe, der Birkhahn, die Elster, die 
Krähe, die Eule, der Falke, der Weih, der Adler, die Gans, der 
Schwan, die Möwe. 

Unter den Singvögeln nimmt die Singdrossel oder Zippe 
(ceiliog hronfraith, armor, drasld, ir. smölach, smóilín 'turdus 
musicus') neben der Nachtigall den höchsten Eang ein. Davydd 
erwähnt den Vogel 78, 8. 89, 2, und nennt ihn lliiyd 45, 6, wie 
er denn oben ölgrau, unten gelblich weiis und braungefleckt ist. 
Die Singdrossel ist die Königin (hrcnhics) des Waldes (83,21) 
und ihr Vortrag \\1rd hervorgehoben: araith hronfraiih ar Iren, 
118,34; hronfruHh aur uraifJi, 251,30; hronfraitli ddigrifiaUh gref, 
19,22 (= 198,15, wo die Lesart') nicht richtig sein kann). Der 
Plural lautet hronfnthion 179, 20. Der Dichter preist die Drossel 
so (Nr.219, 9ff., womit das Gedicht in den Handschriften anfängt): 

Y ceiliog scrchog ei son, 
JBronfraith dilediaith loyw-dön, 
Dann fad-) hin dan fediv ei lais, 
Deg loyiciaith, doe a glijuais. 
Ba rtjic ddini a fu beracJi,^) 
Na'i llcthiad chnihaniad') bach? 
Pylgain y'-) darllain deir-Uith, 
Flu yjv^) ei gasid i'n pl/lh. 
Pell y clywir mrch tiroedd 
Ei lef o'i ') liiyn a'i loyiv floedd. 
Tropltivyd rhiu; praff'^) airdttr Jioed,^) 
Fencer dd gloyic angeidd glyngoed; 
Poh Hais diicael yn aal nant 
A gCin ef o '") gu mcyfiani; 
Pol) caniad mad mydr angerdd, 
Pol) cainc ar organ, pob cerdd; 



') Die Verse 198, 15 f. fehlen auch iu einer Handschrift. 

») fod Y Brython 3, 384, wit Vs. 12 vor 11. 

') fai burach Br. ») Blcthiad ei AB; chwibianiad Br. 

') Plijgain yn Br. «) yn Br. 

') Br. >i) rhyw praff A. 

») mvdwr rhocd Br. ") i M, yn Br, mit Vs. 22 vor 21. 



DAVYPD AU GWIIAM. 197 

Fob civh)! addicyn/) cr minjn merch, 
Ymryson am oreuserch. 
Pregethicf a Ihtniwr lUn 
Per eiri/br, jjmí- ei awen; 
Prydydd ccrdd Ofydd ddifai, 
Prif urdda^ tnuynims y 3Iai;-) 
Adlais Ion o dlos^) lanerck 
Odlau a niesurau serch. 

"Das Hahnclien von verliebtem Sange, 

Die Drossel, deutlich hellen Tons — 

Unter der Birke hört ich gestern 

Die Stimme, klar und schön von Klang. 

Ihi'es Geflötes zart Geflechte — 

^^'as wäre anmutsvoll wie das? 

Beim Hahnenkraht,*) im Federkleide, 

Liest sie uns drei Lektionen vor; 

Schon hört mau weithin durchs Gelände 

Aus dem Gebüsch den Jubelsang. 

Prophet der Halde, Sehnsuchtssänger, 

Und mächt'ger Meister im Gehölz! 

Am Rand des Talgrunds singt er trefflichst 

Aus seiner süfsen Leidenschaft, 

Gesänge von der Kj-aft der Dichtung, 

Wie Orgeltöne, jede Kunst, 

Gar hübsche Noten von dem Mägdlein 

Und von dem schönsten Minuestreit. 

Er ist ein Prediger und Lehrer, 

Lieblich behend, von reinem Schwung, 

Edler ovid'scher Kunst ein Meister, 

Ein lieber werter Maipoet, 

Des hübschen Angers fi-ohes Echo 

Von Minnereim und Poesie.' 



') cidtcm addfwyn Br. -) yw jmmas Mai Br. ') dlws M. 

*) Ptdgain erinnert an den mittelalterlichen Hymnus ad galli cantnm. 
Das Wort kommt sonst 73, 19. 154, 48 vor und doch plygain 2.37, 15. Ein un- 
gedrucktes Cywydd merch beginnt: 

Rhodiais er pan tcelais Wen 
O'i phleyid nos a phlygen; 
A lliw dydd dl iaethydd coed 
A cJian Wen ni chaicn imoed. 



198 I^. Cnu. STKRN. 

Die beiden letzten Verse dieses Gedichtes stellen einige 
hinter Vs. 80 (vgl. Kej). 1, 167. 383); 219, 40 ist gleich 130, 21. 
In dem Gedichte Nr. 45, an das Nr. 32 mehrfach erinnert, stellt 
sich der Dichter den "Wald als eine Kirche vor, in der das 
Rauschen der Bäume wie Glockeuklang tönt. Die Drossel ist 
der Priester, der das Evangelium ohne Stammeln verliest und 
ein schönes Blatt als die Hostie erhebt; die Nachtigall begleitet 
ihn als Küster {clcrnraig nnnt) und das Opfer steigt himmelan. 

Ein anderer Liebling Davydds ist die Schwarzdrossel oder 
Amsel {niiryalch, armor. mouaWh, ir. louäubh^) 'turdus merula"). 
Es findet sich nnnjalch oder mivyalchcn (14, 30. 255. 25. 259, 1) 
oder ceiliog mmjalch (83, 19. 130, 1) und im Plural miri/cikh 
(19,35. 144,30. 258,15) oder mmjulclwd (8,25). Der Dichter be- 
singt das Amselhähnchen in dem Gedichte Nr. 130, das in Hand- 
schriften übrigens selten ist: Jesus hat ihm ein schwarzes Kleid 
verliehen, wie das duukelrote ijiurray"-) glänzeud, das ihm als 
tiefschwarz gilt (8, 25. 14, 30. 50. 83, 20. 180, 39. 222, 5). Es ist 
wie ein Geistlicher {cryfijddwr) gekleidet: Kutte {cirfl) und Choi-- 
rock (casul) sind schwarz, dazu auch das "Wams (dicllcd). Es 
trägt eine seidene Kappe auf dem Kopfe {sidan gapan am (JOjhi); 
die Wangen sind schwarz wie Gagatsteiu oder Ebenholz (íiinchudd), 
der Schnabel koralleuartig (pig curcJ)^) und die Füfse zierlich 
(mcindroed). Es ist der Junker des "Waldes (ysguier gußdd) und 
der Dichter rühmt seinen zierlichen Gesang (can dyncr, 255,26; 
vgl. 92, 33. 144, 30. 250, 11. 258, 15. 260, 18) und sagt, es sei darin 
kunstvoller als der Sachse Mcdrod {incdrtd sou mcch Mcdrod Sais, 
130, 32). Die Amsel ist dem Dichter der eigentliche Vogel der 
Liebe {cdn y scrch, 130,31, oder traiciadur sercli, 259,12); in der 
Nac-hahmung Nr. 259 wird sie als Botin an seinen Gönner Ivor 
Hael gesendet. 

Die Nachtigall (cos f. ') 'luscinia") wird in Davydds Gedichten 
oft gepriesen. Er nennt sie cos gcfnUwyd ysgufnllcf, 19, 21; 



') lu der Sage kommen aucli iiiin gela vor, Tripart. Life p. XLIII. 

') Er sagt auch vom Birkhalm: dy lifrai o'r mwrai main (110,15, wo 
andere mivtlai lesen), und vom schwarzen Haar: mivyn y gosodcs Icsu am eiry 
dal y niivrai du (8,18). Tudur Aled: Mari dan y mwtrai du, Gorch. p. 254. 

«) Vgl. Uiw criawol Ihvyn (8, -10); cwrd ffrwyth der Stechpalme (132,2), 
desWeifsdorns (218,27); cwid-ael des Birkhahns (110,2). 

*) Wal. cos ist das annorische costik, im Dialekt von Vanue.s esiik und 
in den Lais der Marie de France laustic, ein schwieriges Wort füi- die Etymologen. 



DAVVnn Ali GWILYM. 199 

hithrltis asgcll, 84,67; dinllacs eos adeinlhcyd llatlal (fdcchrcu Mai 
im' inid, 78, 30, cos hcfrdlos bach, 235,39; o'r ir wiail, 258, 19; 
Dieivn (juiail, 209,12; o'r allt, 18-4,36. Sie kommt mit der Nacht, 
59,51. 83,17. 236,4; eosydd nos, 81,49; sie ist die Psalmistin 
der Liebe, lasinjr-iiraig y cariad, 84,23, und ihr Gesang wird 
»eriihmt, cerdd cos, 248,21; eos glicysgcrdü, 78,15. Sie wird 
nebeu dem Kuckuck geuanut, na chog nag eos a'i chun, 262,20; 
ni chdr nag cos na chog, 89,15; mit der Drossel (45,25); zwei 
Nachtigallen (32,30). Gruffydd ab Addav wird mit der Nachtigall 
verglichen (236, 4) und Davydd selbst ^^'ird von Madog Benvras 
'Eos Dj-ved' genannt. Berühmt ist dem Dichter der A^'ald Kytun 
als ein Haiu der Nachtigallen (84,2. 114,52), und er beschreibt 
ihren Gesang so (84, 9 ff.): 

Ilain y can prif amcan ') pritdd. 
Men a threhl tnnyn ei-) thrahludd; 
Egwyddor gain fireinfyw 
gor dail i gariad yw; 
Catid icynfyd cocth laicen-fcrch, 
Canghenddring, cain sandring scrch. 
Prid yw ei chof gati Ofydd, 
Prydyddes, givehyddes givßdd. 
Llon fydd yn nydd ag yn nos, 
Lief ddiledlef, dda loyicdlos. 

'Den ernsten Grundton singt sie zierlich. 

Liebeifrig Mezzo und Sopran;') 

Der Liebe ist im Chor des Laubes 

Das siilse Alphabet geweiht. 

Das sel'ge Lied der heitren Jungfrau, 

Zweigkletternd, hold im Minnedienst. ^) 

Ovid») gedenket mit Entzücken 

Der Dichtrin, die im Walde webt. 

Bei Tag und Nacht ist sie voll Frohsinn, 

Die Stimme flüssig, herrlich, schön.' 



') Man M, acen AB. ') a M. 

ä) Men ist die Mittelstimme, trebl die Oberstimme; letztere wird dem 
Kuckuck beigelegt (mwyn o drebl, 210,61). 

') sawdring vom engl, soldering 'löten, zusammenfügen'. Vgl. llu-ybr 
satcdriny Sah, 137, 26. 

=*) Ein Gedicht 'de luscinia' etwa aus Davydds Zeit s. ZfDA. 14,490. 



200 I^- CHR. STEKN, 

Tu einem andern Gedichte beklagt der Dichter, dafs die 
Naclitigall aus Nordwales nach dem Walde Eytuni) fortgezogeu 
sei (114, 25 ff.): 

Nid oedd im' o ddiddanivch 
Na dylniddiant, traclmant trirch! 
N(i cherdd ar fediccn iven iciiv 
Ond eos loijivdlos hajdliw. 
Sylwa"^) ami os giveli 
l'sioficraig mijdr, gacn htjdr Inj ; 
Scrchog y can dan y dail 
Salm tciiv is Jielm o wiail; 
Deohrraig ar fynaig fwyn, 
Daffithlen meivn diff'cithJnijn. 
Clock aherih y serchogion, 
Ciaer clureg a theg yw ei thon. 
Bungaw fydd ei hun bengerdd 
Ar fJaen y ivialen werdd; 
Boreuivraig serch ferch firain, 
Biirddti drem uicch hyrddau drain; 
Cliiraer Cuhelyn,^) hcfrddyn hack, 
Chwihanogl, chwe buanach, 
Meist res organau Macs trän, 
Na chant o'r cildant y can. 
Ni adeivais y Ngivynedd, 
Er pan aeth, ond waethwacth trcdd. 

'Icli halte keine Unterhaltung 

Noch Trost in meiner Sehnsucht Schmerz 

Als auf der lieben weifsen Birke 

Der grauen Nachtigall Jlusik. 

Betrachte sie, wie kühn und munter, 

Das Lied anscherend,') sie sich zeigt; 

') Llys Eitun, llawr Eittun werden mehrfach sonst erwähnt MA. 319h; 
pare Eulyn, Gorch. p. 27-i. Es gab eine solche Örtlichkeit in Denbighshire 
am Ufer des Dyfrdwj-, Goch.' p. 173, aber hier möchte man eher au Süd- 
wales denken. 

') synia A. ') Cyhdyn A. 

*) ystofwraig, ein vom Weben entlehnter Ausdiuck. Über den Gebrauch 
des gwraig zur Bildung des Nomen agentis oder Participii, vgl. 27, 12. 99, 37. 
Gaen 'die Oberfläche, dasÄuIsere'? 42,86. 84,5.131,46. 208,33. 209,5. üebn 
eig. 'Schober' '232,79. 



DAVTDD AB GWII.YM. 201 

Wie sie verliebt im Laube zwitscliert 
Auniut'f^en Psalm im Zweiggerüst, 
Im Banne hält mit holdem Plaudern 
Und in dem stillen Haine kost;') 
Die Opferglocke der Verliebten.-) 
So hell, süfs, lieblich ist ihr Ton. 
Beredt sind ihre lieisterweisen. 
Wenn sie auf gi'iinem Zweige sitzt. 
Dunkel erseheint sie, lieblich, liebend, 
Auf 'Weifsdornbüschen in der Früh; 
Cuhelyns Schwester, das Poetlein, 
Sechsmal so rasch ist ihr Geflöt, 
Der Meisterin der Orgeln ilaestrans, 
Als hundert, wenn sie spielt den Alt. 
Seit sie aus Gwj'nedd fortgezogen, 
Ging's schlecht und schlechter mii- daselbst.' 

Der Dichter fügt hinzu, sie werde Weihnachten in Eutj-n feiern, 
aber werde wiederkommen, wenn es auf den Sommer gehe. 

Der Goldfink oder Stieglitz (llinos 'fringilla elegans') wird 
wegen seiner gelben Flügel genannt, 7,8; llinos aur (eine Art 
Kanarienvogel?) 67,4; aber auch als Singvogel ist er berühmt, 
89, 16. 128, 33. 252, 21. Llinosen wird als Kosewort gebraucht, 
75, 43. Sein armorischer Name ist meleneJc. 

Der Kuckuck (cog, armor, koulcoug, ir. cuach 'cuculus canorus') 
wird von dem Dichter einmal als Liebesbote gebraucht (210, Iff.). 
Er nennt ihn den grauen {coy luyd, 198, 6; loywlais icaicd, ferch 
liwlas ivyllt, 210, 50). Er ist der eigentliche Bewohner des Haines 
{stcyddoges giiijdd hafddydd hir, 210,56; 101,34. 115,30. 162,45. 
203,27; daher llwyn y gog 50,39. 126,56). Der Dichter liebt 
seinen Gesang (80, 8; ga7t glyucd digrifed ton \ y gog las ddigocg 
leision, 98, 13 f.); neben dem der Drossel (44, 3) oder der Nachtigall 
(262, 20) oder der Lerche (128, 32) oder des Zeisigs {ysgydogyll 
•carduelis spinus', 198,7), obwohl darin die Abwechselung fehlt, 
gerade so wie in seinem eigenen Liede, wenn es immer nurMorvudd 
besingt (119, 31 ff., vgl. 199,17). 

») daffithlen? 

*) doch aberth y serchogion — Tgl. doch aberth claic á chwiban, 
45, 28, und zwei Verse, die M nach 210,2 hat: 

Klock y dail Mickied eiliaw, 

Klok aberth dyrysberth draw. 



202 I^. CHU. STKKN, 

Unllais u-ijf, yn llc safai, 
Á'r gog, monvyn gyjlog Hai. 
Honno ni fcdr o'i haniri/d 
Eithr un Ilais, á'r ') tlioryn llnijá. 
Ni tltau-) y go(j d'i chogor, 
Crygii mac rhwng craig a mór; 
Ni chán gyivydd, lonydd Iw, 
Nac acen, onid^) 'ctcciv!' 

'Wo sie, liab ich nur eine Stimme, 
Dem Kuckuck gleich im Dienst des Hais: 
Der Graurock hat uacli seiner Weise 
Nur Einen Ton in seiner ilacht; 
Doch schweigt er nicht mit seinem Sänge, 
Der wietlerhallt vom Fels zum Meer. 
Er singt kein Lied, ein froh Gelöbnis, 
Und keinen Laut als Kuku! ') nur.' 

Der Kuckuck brütet nicht und gilt als ein frecher Ehebrecher; 
dem Dichter wird geraten (115,291): 

A gicrthod hob prtodas 

Ond givaith y gog dan glog glas. 

Dalier liebt der Eifersüchtige den Kuckuck nicht (nid caiiad y 
gog, 90, 11), er ist sein Feind {gdyn y gog, hour y gog), wie das 
Gedicht Nr. 100 ausführt. Bei Shakespeare heifst es über diesen 
Spottvogel schwacher Ehemänner: 

'Cuckoo, cuckoo! word of fear, 
Unpleasing to a married ear.' 

Zweifelhaft bleibt kaum, dafs mit der "Tochter Gugans', die 
zweiuuil vorkommt (i fhxh Wgan farclioges, 119, 29; a chogau 
fal modi Wgon, 101,34), der Kuckuck gemeint ist. Morvudd 
wird an der einen Stelle eine Schwester der Tochter Gugans, 
und eine andere Schöne wird nith y gog (177,38) genannt. Der 
Kuckuck heilst gelegentlich ceildydd 'der Sänger', so: ceiJdydd 
lasddydd ar hcysddail, docltyddes a dmvics dail (83, 23); aber 
vielleicht wii-d damit auch eine Gefährtin des Kuckucks, eine Früli- 



') a JI. '-) chan JI. ') micy mwy M. 

*) Cf. xíú.To&' (5 xóxxi'i HTioi xóxxv, etc. Äristopliaues, Aves 505. 



UAVYDD AI! CaVII.YM. 203 

aufstelierin bezeichnet {ccthJi/dd cog, 97, 19. 116, 22, wo jedoch 
eine Handschrift iledinjdd liest). Da sonst (128, 32) die Lerche 
in Verbindung mit dem Kuckuck erscheint und sie gleichfalls 
celhh/dd aircnydd winau heifst (95,34), so meint Silvan Evans, 
dafs diese ceihhjdd cog ist. 

Die Lerche {hcdt/dd, armor, cc'houcder, :"']n(idcr,^) ir. uiscog 
•alauda") mufs gewifs wie 95, 31 ;/«•/?;«(« 'rostbraun' heifsen, aber 
der Dichter bezeichnet sie melirfach mit einem allgemeineren 
Ausdrucke als 'grau': cticivU-luyd cdn, 198, 22; Uedneisgamp 
lliii/dion esgyll, 95,8; mcicn gra Utcyd, 95,32; copa Uicyd yiv V 
cap llydiin, 95,38. Auch ist es nicht ganz sicher, ob 'Alauda 
arvensis' gemeint ist; oder vielmehr 'arborea' (sie singt über 
dem Ha^elhain, 95,7) oder 'cristata' (da sie eine breite Haube 
trägt). Sie eröffnet den Monat April {portlior Ebrill, 95,4), 
steht früh auf (boreuwr hyd, 95, 3) und kündigt den Tag an 
(yn daiogan dydd, 158,72;-) vgl. 107, 14). Da vydd rühmt sie als 
seine Kollegin im Gesauge {braicd awdnrdmcd, 95, 16), die Gott 
den Dreieiuigen preise {cantor o gapcl Cell, 95,35. 44). Er nennt 
sie auch liaisg dön mich ff'ymion y ff'ydd (95, 10), ein Ausdiuck, 
der erinnert an hardd osglan ffynnonau ffydd (132, 23^1) und 
ffynnon cerdd bei Gruffydd Gryg (128, 16). Davydd sagt (198, 21): 

A'r hedydd aflonydd ei lais, 
Ctccull-luyd cdn, cu call-lais,'^) 
Yn myned, metvn lludded llwyr, 
Ä chywydd i entrych*) aicyr. 

'Die Lerche, ruhelos von Stimme, 
In grauem Kittel, lieb und klug. 
Steigt, wenn noch alle müde liegen, 
Zum Himmelsdom mit ihrem Lied.' 

Die Schwalbe {gicennol, armor, gwcuneli, ir. fainncl,-') dinlcog 
'hirundo') erscheint bei Dav}'dd nicht häufig. Zweimal erwähnt 
er ihre schwarze Gestalt über den Wellen: mor deg a'r tccnnol ar 
y tvaneg, 75,24; amrant du ar fcmrwn teg fal givcnnol ar fol 



') Armor, alc'houeder scheint em hybrides Wort von alouctte uud hedydd 
zu seiu. 

*) Die Verse zum Lobe, der Lerche 158. 71—76 fehlen übrigens in 3LJI. 

ä) cwcicllicyd edn, cu call-ais M. 

') enlijrch M. =) da fhdinil PKIA. 7, 188. 



204 L. CHR. STEKN, 

givancg, 8, 32. Er nennt sie einen kleinen lebendigen Vogel (ecln 
hywiog bach) mit zarten Schenkeln (main yw d'omach). und wo 
er sie als Liebesbotiu aussendet (Nr. 164), sagt er, wenn man sie 
nicht in die Tür einlasse, so solle sie ihrer Xatur nach (Jujn yw 
dy natu)) über die Stufen der Mauer hüpfen oder durchs olYene 
Fenster oder diu-chs Dach. Zum Lohne verspricht er ihr zwei 
hübsche Lieder: Dy tvohr fydd dau gywydd gain. In diesem 
Gedichte wird Vs. 28 ihr Name genannt, daher man es nicht 
richtig (wie bei Richards) an 'die Meise' {penloyn) gerichtet 
sein läXst. Nach dem Ausdrucke nyth odo (Vs. 39) würde sie ein 
Nest aus godo 'typha, orchis' bauen. 

Die "Waldschnepfe {cyffylog, armor, hefeleg, ir. creabhar 'scolo- 
pax rusticola') ist ein AVintervogel (72, 7 ff.). Davj'dd schildert 
sie als bunt, langschnäbelig, scheuer und verdriefslicher Gemüts- 
art: Y cyffylog liidiog Utvyd \ Edn hryd dilewyrch o ') liiv | adar 
gauaf ydiiv, 98,34; taer gyffylog lidiog Iwfr (Ihvrf), 72,3; aderyn 
liardd durun hir, 72,20; hrych leidr anghyfrwys, 98,31; gicyllt- 
nähr, pcisfrych, gwacll-drivyn, 98,48. Statt des Epithetons liyddyf 
y tcivddwfr (72, 3), das für sie nicht pafst, ist wohl clicdiat oder 
hedijf teivddwrf (Rep. 1, 384) zu lesen. ]\Ierkwürdig ist auch die 
Bezeichnung codi uesiai, 210,36. Der Vogel wurde mit Bogen 
und Bolzen verfolgt (72, 23. 98, 62) und es wurde ihm mit Lauf- 
dohneu nachgestellt (72, 32. 98, 60). Als der Dichter ihm eine 
wichtige Botschaft an Morvudd anvertraute (Nr. 72), schärfte er 
ihm ein vor Bolzen und Schlinge auf der Hut zu sein: 'Zieh 
mit deinem starken Schnabel kräftig von deiner Klaue die trockne 
Schlinge aus Pferdehaar' — 

Tyn yn lew oddknn d'ewin-) 

Ä'th ddurun cryf tvyth-rawn crin.^) 

Das war am Charfreitag {gwyl y Grog, 210, 40). Aber gleich- 
wohl wurde sie, wie hernach der Kuckuck zu erzählen wufste 
(210, 41 fl'.), dan gwr y berth von dem Bolzen eines Jägers getroffen. 
Da der unliebenswürdige Vogel die Geliebte bei einer andern 
Gelegenheit unter einer Hecke erschreckte, so hält der Dichter 
nicht viel von ihm (98, 25 ff.): er ist bäm-isch und stumpf, sagt 

') Var. eden om. o. 

•) (Idcwin M. 

') iürth ronnyn M. 



PAVYDD AR GWILYM. 205 

nicht viel iiud singt keine Liebeslieder, sondern grübt mit seinem 
ííclnvarzen Speere im Kote.i) 

Von den Hübnervögeln erwähnt der Dichter den Hahn (cciliog> 
armor. Icilcg, ir. coileach "gallus') als Frühaufsteher {aoyugan y 
tjahdan yciliog, 97,20); er verwünscht den Herold des Tages'^) 
einmal, weil er ihn nicht früh genug zum Aufbruch gemahnt 
hat {miib ivy bach, Ueidr cocsgrach, 158,66). Aber der Halin 
Arthurs mit dem kostbaren Mantel (107, 16) ist der Rabe oder 
die Krähe. Die ilühner kommen nur gelegentlich vor {iár 124, 54. 
1S2,27; PI. /e/V 171,63). 

Der Birkhahn (ceiliog du, ceiliog mynydd, armor. IcileJc gouez 
'tetrao tetrix') ist dui'ch seine Unersättlichkeit in der Liebe und 
durch seine Rauflust bekannt. Ein Waidmaun sagt über den 
wilden schwarzen Hahn: 'Es giebt auf der weiten ^^'elt, soweit 
ich sie kenne, keinen verliebteren Kerl als den Spielhahn'. 
Davydd hat ihm ein Botenlied gewidmet, in dem er ihn genau 
beschreibt (Nr. 110). 

Gydag^) ieir cei*) dy garti, 
Y ceiliog dewr^) á'r clog du; 
Ctvrel-ael yn caroli, 
Cyfliw bais fal'') cwfl y hi. 
5 Cydwr') fry coedieir y fron, 
Ctcbl 0*) amod, cytc bloicmon; 
Casfellwr,"') diddanwr dijn, 
Casulivyrdd^'>) edn ceseilwyn; 
Yscutull^') yn cynnidl cad. 
10 Esgud wybr ysgod abad; 

Ysgwl du ymlaen osgl^-) dar, 
Esgoblun mewn ysgablar;^^) 
Delw eglwyswr dail gleision, 
Delw '*) V braud, bregethwr bron. 



') In einer Handschritt fehlen die beiden Vei-se 98, 57 f. 

') y ceiliog sydd vrgan y nos, rhingyll y dydd etc., sagt ein alter 
Autor (E. Jones, Welsh Bards, 2, 58). 

') gida ag Rep. 1, 176. *) i kai, i kei Kep. 

4 duys S. Evans. «) fd B, oni. G. 

') cydiwr G, coedittr M. ") at M. 

^)kadelUcr M. "") casulwydr 51. 

") yscyttull G, syutuU M. '-) ar ysgol il. Cf. ysgwl 189, 15. 

") ysgoblen . . . esgohlar M. '*) ddliw GM. 



206 L. CUK. STEKN, 

15 Dij lifrai o'r nnvrai^) main, 

Divy lawes dew o liain;'^) 

Dwhled it' hlu y don, 

Dwyael dy fenlyll duon; 

Crefydd-tcisy it' a wisyicyd, 
20 Crefydd serch, crefydd was^) nyd. 

Ni mynni,*) her ymivamvr, 

Bivyd y dydd, ond hediv a di'cr; 

Bwyd frig^) coed lediv j/'') fron, 

liu-yd icir mewn'') hediv irion. 
25 Dy tvaith fydd^) duywaith lob'-') dydd, 

Er e/i") mivyn, ieir y mynydd, 

Yn ael coed gymial^^) cadoedd, 

A rhif giv))r^^) tra rhyfyg oedd. 

Gicyddost gyfran ar lanercli, 

30 IIoll gawpau i^) mcsurau serch; 

Bciddwr^^) aer, hydd yr awron, 

Lattai im' at eiliio ton. 

Cyfeiria acw yforu, 

Y dtvyrain, aderyn^'") dii, 
35 Oni ddelych i ddolydd 

A dyffryn givcddciddftcyn '^) gnydd; 

A phrif afon ffcrf^'') firyfivy, 

A ran y "*) ddól wair yn ddivy; 

A dail yn lied eilio •■') 'n llaivn, 
40 Ag adar gogyfocdiawn. 

Disgyn cdn, dos gennadwr, 

Ar'^'>) livyn dail «r'^') Ian y dwr; 

Gwßl o'r coed, gtvylia, tir cain, 

llacl deter, am liaul y duyrain. 



') tnurai B, mwtlai G, motlai M. 
') dy laices o dew liain A. Dy lewis di M. 
') crefyddus G. ') niyiinyd AB. 

'■) bod ar frig M. «) ir M. 

') dy ieir ytc JI. ') yw M. 

») bod M. ■») eu G. 

") cynnal A. ") rhwtjf gwr M. ") bynciau M. 
") bciddiivr A. ") deg, adcryn AB, dan donjn G 

") giveddeiddwyn A, giraisg nddmyji G, A om. M. 
") If'jrf O, ofwy M. ■») reitni M. 

'") deilio G, deiilio yn M. '»'/•') ir M. 



DAVYDD AB GWILYM. 207 

45 Deglc 'n nes, dwg i Utv^) Nyf 

Ddeg anncrch oddi gennyf; 

Ban aricydd ddoe, dawn i'r-) ddijn, 

Erchi im' ei^) gorchymyn. 

Doe 'n llan ei char a dan Hau;*) 
50 Äg beíh ei gobeithiaiv ; 

By wed i Wen ysplenydd,^) 

Beled i oed, dculiw dydd; 

Os daw hon, nos da i'w hwyneh, 

I fynydd, ni tvyhydd neb. 

'Du treibst dein Liebesspiel mit Hennen, 

taiifrer Hahn im schwarzen Rock 

Von Farbe Avie das Kleid der Elster, 

Du Jodler mit Koralleubrau'n! 
5 Der Hennen Gatte auf der Waldliöb, 

In Treu verbunden, ein Äthiop; 

Im blauen Rock mit weifser Aclisel, 

Ein Bürger, 6) der die Menschen freut; 

Ein Renuer, Schlachten abzuhalten, 
10 Ein flinker ^Mnd, in Abtes Tracht; 

Schwarzmassig auf dem Eichenzweige, 

Ein Bischof mit dem Skapulier; 

Ein Geistlicher im grünen Laube, 

Ein Hügelprediger und Mönch. 
15 Dein Anzug ist aus zartem Tiefschwarz, 

Die dicken Äiuiel sind aus Lein; 

Du hast ein 'W'amms aus weilseu Federn, 

Zwei Schuf se an dem schwarzen Kleid. 

Du bist in Ordenstracht gekleidet, 
20 Des Minueordens ein Gesell. 

Als Kost begehrst du, Meisterringer, 

Die Biike und das Wasser nur; 

Die Kost von frischen Bii-keuzweigeu, 

Die auch der Hennen Nahrung ist. 
25 Zweimal vollbringst dein Werk du täglich 

Für diese Hennen des Gebii-gs, 

') Ujw B. -) i dyner M. 

') ai JI. ') Tn llittin, ei charv meum llaw G. 

') iiii' 'splennydd Q. "*) Vgl. castellwyr 'oppidani' RB. 2,10. 



208 L. CHK. STERN, 

Am Walde deiue Kämpfe lialtend 

Mit einer stolzen Mänuerscliar. 

Du weifst Bescheid dort auf der Aue 
30 In jedem Spiel des Miunedieusts. 

Drum, Scblachtenwager, sei mein Bote 

Zur wellen weiTsen Maid jetzund. 

Bricli auf dahin, du schwarzer Vogel, 

Nach Osten, wenn der Morgen tagt, 
35 Bis dafs du kommst in Niederungen, 

Ins anmutsvolle Tal des AValds, 

An jenen Strom, der sich verbreitert 

Und der den Wiesengruud zerteilt, 

Und an den dicht verilochtnen Laubwald 
40 Mit Vögeln gleiches Alters drin. 

Lafs dich hinab und geh, mein Bote. 

Am Rand des Wassers in den Hain. 

Schau aus dem Wald, erwarte, Edler, 

Die Morgeusonne, schmucker Held. 
45 Tritt näher, bring von mir zehn Griifse 

Ihr, die der Nyv vergleichbar ist; 

Beim Zeichen, gestern ihr gegeben. 

Erbitte ihr GeheiTs für mich. 

Schon war's am Ort ein heimlich Lieben 
50 Und etwas auch von Hoffnung war's. 

Sag ihr, die taghell strahlt, der Feinen, 

Sie komme zu dem Stelldichein. 

Kommt sie herauf, ihr guten Abend! 

Und niemand soll es wissen je.' 

Die Elster dn, piogcn, auch j)ia, lolo Mss. 257,110, armor. 
pile, ir. pioghaid 'pica caudata') kommt in mehreren Gedichten 
Davydds vor. In dem Gedichte Nr. 189, wo ihr Name aber nicht 
genannt wird, ist sie trotz ihres schlechten Fluges zur Botin 
aus dem Süden {Deheubartli) an eine Frau in Mehion gewählt. 
Der kleine Vogel hat vier Farben: grün und grau (glas), weifs 
und schwarz, graue Wangen (edn hochltcyd bach) und einen 
grauen Schnabel (adain flinlais gylfin livyd); seine ermüdende 
Stimme ist der der Kohlmeise (penloyn, armor, pcnglaou 'parus 
maior') ähnlich.') Er sitzt im Weifsdorn (vgl. 198,42), fliegt 

•) In einer Haudschrifl ist ilas Gedicht 189 /')■ bcnloen überschrieben. 



DAVYDD AI! GWllA'M. 209 

rasch über die Hecken, schreitet auf den Zweigen (ccrihlnwr 
cainc) und reitet auf den Birken {marclwg bcihv) wie ein stolzer 
Junker (csgwier hoytcfalch). Die Elster hat Lust an Zwist und 
Geheimnissen (i/siitvl trin a chjfrínach) und ist die Wahrsagerin 
des ^^'aldes (thwin coed); daher klagt ihr auch der Dichter sein 
Leid. Als er aber ein andei-mal seine Geliebte im A\'alde er- 
wartete (Nr. 145 — die Echtheit des Gedichts ist mir fraglich), 
gab ihm zu seinem Yerdrufs die Vorwitzige {edn dig á'i llemhig 
Uymbni/U) den Rat sein einsames Dichten aufzugeben und sich 
vielmehr ans Paternoster zu halten. Und nochmals erscheint die 
Elster als Ratgeberin in einem schönen Gedichte (Nr. 198),') wo 
sie dem Dichter sagt, dafs er für die Liebe zu alt sei (vgl. 163,11). 
Hier helfst es, sie habe den schwarzen Kopf einer Krähe und 
einen schwarzen spitzen Schnabel {dncynllem); ihr Gefieder sei 
bunt {viuilai, jilu hrithdu, frcith ddu asgell) und ihre starke, weit- 
hin vernehmbare Stimme heiser (mac 't lais hygreg). Sonst rühmt 
der Dichter auch an ihr, dafs sie trockne Zweige zu flechten 
und mit Lehm und Dornen zu verbinden verstehe (145, 25 ff.; vgl. 
198, 37 ff. 57f.), 

Die Krähe {hrän f., armor. Äraya», in hran-) 'corvus corone'?), 
die durch die schwarze Farbe (&/oíí-mn» rírazt', 84,54; yr Iddeives 
ddu, 84,42; cyßitc nmsgl, 84,52) gekennzeichnet ist, vergleicht 
der Dichter mit einem Dominikaner (217, 41). Er nennt sie neben 
der Elster (drych nod brain a lúiod /fair, 182, 35). Sie hat ein 
hängendes Gefieder (llaes ei pMu, 84,38; hug dorllaes, 84,55; 
rhinllacs frän, 103, 2); ihr Kopf mit rundem Schnabel (i/r edn 
gylßngrun, 84, 68) ist hinten krätzig {ff'oUach tvegilgrach giilgreg, 
84,48). Sie hat kräftige Füfse (dwy goes gadr) und horstet auf 
den höchsten Zweigen der Bäume (107, 5ff.). Ihre Jungen rollen 
umher (cyicion brain yn yrngreiniau; 139, 85 — Var. ymgaingiatv 
bei L G.). Sie schreit viel {lufar, 84, 80; lleisiau fflwch, 84, 38) 



>) Viele Verse des langen Gedichtes fehlen in der einen oder anderen 
Handschrift, namentüch Vs. 5— 12. 15 f. 19 f. 27 f. 49 f. 55—58. 61— C4. 69 f. 
75 f. 77—82. 

*) Der Rabe (armor, brati) heifst w. cigfran, ir. f,ach, scheint aber nicht 
überall angetroffen zu werden. Fynes Morysou im 16. Jahrh. sagt in seinen 
Reisen: 'Ireland hath neither, singing nightingale, nor chattering pye, nor 
undermining mole, nor black crow, but only crows of mingled colour such as 
we call Royston crows'. 

ZeiUobrift f. cell. Philologie VII. 14 



210 L. CnU. STERN, 

und unscliöii (lieh dón (leg, 84,47); ilir Gesang') von drei Noten 
klingt wie Erz {prcs 84, 42) und fast wie <ßuw, glaiv! d. li. 'Eegen' 
(84,36); sie läfst ein triibseliges Äclizen vernehmen {curychcs yn 
oer ochain, 84, 53), und grofs ist ihr Lamento um iliren Bruder 
(20,38).-) Sie ist räuberisch (ysgyflijas). man sieht sie mit einem 
Stück Fleisch {goflgig 84, 30) odei- mit Eingeweiden {cofl ymysgar, 
84,52); sie tötet Ungeziefer, das sie nachts belästigt (59,32), 
aber sie stürzt sich auch auf Lämmer- (84, 56). Die Schlachtkrähen 
verkünden das Schwert {coelfain brain hrwydr irwy gncydr trin,^) 
134, 27). Sie schläft nicht lange (digtvsg, 107, 3) und meldet in 
der Frühe den Tag (yn darogan dydd, 107, 14; vgl. 158, 72). 
Daher lobt sie der Dichter in Nr. 107, weil sie ihn bei einem 
Liebesabenteuer aus Gefahr errettete. Er nennt sie eine Äbtissin, 
eine Prophetin und ceiliog Arthur, 'den Hahn Arthurs'. Er 
wünscht ihr Marias Schutz vor Streit. Frost, llam coesud, Leim- 
ruten, Schlingen, Bosheit, Bolzen, Gift in Honigwaben und Er- 
schlagen (107, 23 ff.), woraus zu entnehmen, dafs ihr viel nach- 
gestellt wurde. Aber in dem Gedichte Nr. 84 widerruft er alles, 
weil er beobachtete, dafs sie sich mit gespreiztem Hinterteile auf 
eine Nachtigall stürzte. Nun nennt er sie den Vogel (oder die 
Nachtigall) des Eifersüchtigen, der ihr Freund sei {edn Eiddig, 
84,4011".). 

Die Eule {tylluan f., ir. nalcliaochdu, armor. koc'kann, laouenn, 
'bubo maximus') ist ein unliebenswürdiger Vogel, eine Teufels- 
brut (cytv V ddera, 159,38; cenau diawl, 159,50; edn Givyn ab 
Kudd, 184,40), der Hafs aller Vögel (cas yr adar, 159,63; bar 
holl adar y byd, 183, 12), das Gespenst unter den Vögeln (ellylles 
adar, 184, 32ff.), das die Hunde in der Nacht erregt (annos ciin 
y nos a tvna, 184,22). Sie sieht alt aus {pryd hcnuint, 183,18). 
Sie ist das Rebhuhn (coriar, armor. Idiijar) der Nacht (coriar nos 
yn cam 'r naint, 159, 52) und ebensowenig mit Gesang begabt 
(coriar awen, 57). Sie mufs tags umherschweifen und fliehen 
(183, 15), oder sie sitzt in Schluchten (iiicivn ccunant, 183, 7) und 



') Die Verse 84, 35 f. fehlen iu MM; für gan hrcs (42) liest M bloeddies. 
Das Gedicht 84, das viele Variauten hat, beginnt nrspriinglich mit Vs. 19. — 
Einzelne Worte glaubt man iu der Sprache der \öge\ auch auf der Insel 
Man zu erkennen. Vgl. A. Moore, The folk-lore, 4891, p. 150 f. Die Stimme der 
Elster klingt den Bretoneu wie |;j7c al lagad 'hacke ihm die Augen aus'. 

') Durch ihren ominösen Schrei erschreckt 'ein vil unselig krä' auch 
Walther von der Vogelweide (GHL. 439). ') drin AB. 



DAVYDD AH (iWlI.YM. 211 

ill \erfalleuem Gemäuer (uyslyn ei Ihjs, 18-t, 28), wo sie in Eegen- 
und Scliueewetter mit den Fledermäusen baust {tg o dnjm yr 
ystlyniod \ a geifí' rhag piglaw ay od, 184, 7), und liebt den 
Galgen (crogicydd a gar, 159, 64). Sie hat einen dicken Kopf 
{benfras, 184,24) ohne Zähne (claprhew bendew heb undaint, 
159,51), eine kahle breite Stirn (ialccn nwel hiyharen maicr, 40; 
hjdan dal, 184. 25) und ein Gesicht wie eine alte Äbtissin oder 
ein Affensteifs {icyneb hudr hén^) abades neu din ab, 159, 41 f.), 
mit einem Hexendiadeui (tulaUh wyll, 183,2); sie ist hohläugig 
wie eiu altes Weib (gwrach lygadyau, 159, 46) und hat ein spitzes 
Kinn ((/én oer yul, 159,66). Sie hat einen Krähenafter {cwthr 
bran, 159, 54). Ihre Farbe ist wie Zinn (ystaen ei lliiv, 184, 28), 
der Kücken gelb (ctfndedyn croenfelyn eras, 159, 60), der Bauch 
rötlich {griafol groth, 184, 25), das Gefieder wie das einer jungen 
Gaus {cyw guydd Hai na blicydd o bin, 183, 4; vgl. Mn famicydd 
bluydd bin, 100. 37). Ihre Krallen sind scharf (etcingethr, 159, 54) 
und der Schnabel hornartig (j/lfingorn, 159, 57).-) Sie sitzt voll 
von Läusen und Flöhen (159, 45), diese graue Räuberin (ladrones 
hryd, 159, 28), mit ihren beweglichen Augenlidern, die die Mäuse 
liebt (lygodtvraig hin lygadroth, 184,26). Ihre Stimme ist rauh 
(croch yw 'r Hais, 159,53; crygedd gwijdd, 159,64; gicreigan gul- 
greg yn galw, 159, 48; a'i chrocincaedd ami ei chrechuen, 184, 15; 
uchel ei chrec^) ntewn teccoed, 184, 29; annghyweiihas waedd, 184, 
24), mitunter schwach {uangan, 159, 54), oder wie eine Trompete 
(coeg utgorn, 159,59); wie der Ruf des Kranichs {gweryriad 
gregyr aran,*) 159,49), oder wie Katzenmusik (cenau cafh yn canu 
com, 159,58; cenau niab mih yn canu, 183,3); wie ein Klapper- 
fell {gwrach y rhuglgrocn, 159, 44) oder gespensterhaft (cryglais 
gtviddoti mewn croglaih, 159,62; cloc''>) ellyll, ceiliog gwilliaid, 
159, 55). Ihr Geschrei ist voller als der Gesang der Nachtigall 
{ffracthach, 184,35) und stört im Schlafe (184, Iff.); es hört sich 
an bald wie gúr^) y god 'der Mann mit dem Beutel' d. 1. Judas 
Ischariot, ein verbalster Name (159, 50), und bald wie htv ddy hw! 
(184, 20). Die Eule ist verdriefslich vou Charakter (cuchiog, 



') udo yn M. 

") Ein Ms. liest 159,57 coriar enein gelfingorn, entsprecliend tlem elfin- 
gorn 107,2. 

') J. Davies hat im Würterbuclie die Variaute ffrecc. 
*) Anders eine Handschrift gioyr yr arian. 
=) doch M. ») gyr M. 

14* 



212 L. diu. STERN, 

183, 8), steckt den Kopf am Tage nicht aus dem hohlen Baume 
(184, 37) und singt uachls für die Diebe (184, 41). Sie liebt den 
Eplieu (cur ciddiorirg, 15'.), 38; lliajn ciddew, 184, 46), den der 
Diditer deshalb an jedem Baume mit Feuer vertilgen will. Er 
verwünscht die Eule in Xr. 159, weil sie einst die Geliebte 
erschreckt und so eine Zusammenkunft gehindert habe. Bei 
einer anderen Gelegenheit aber (183, 21 ff.) betrachtet er sie mit 
Mitleid, indem er der Sage in den Mabinogion gedenkt, wonach 
Blodeuwedd in eine Eule verwandelt wurde (KB. 1, 80; vgl. 
J. Rhys, Arthurian Legend p. 356). 

Der Falke {gualch, armor, falc'han 'falco') kommt bei Davydd 
nicht selten vor: 14, 42. 222, 17, im Plural (jiveüch 19, 36. 144, 30. 
Wohlbekannt war er mit der Beizjagd mit Falken (2, 34. 4, 49). 
Aber noch häutiger ist der Edelfalke das Bild des vornehmen 
Helden (2, 26. 5,19. 67,13. 99,7. 128,50. 221,35. 229,26. 232.50. 
233, 45). 

Der Gabelweih oder schwarze Milan {barcud "milvus' oder 
vielmehr 'hydroictinia atra') wird von Davydd wegen seiner 
guten Haltung gelobt {clud dodfaivr, 115,5); er heilst ihn einen 
stolzen Falken {fy ngwulch laich, 115, 13), aber er nennt auch 
einen Mönch harcutan (103, 10) und legt dem verhafsten Eiddig, 
den auch Sion Tudur (Y Brython 2, 448) mit harcutan bezeichnet, 
einen Milanschädel bei {clol y barcud, 68, 36). Dem Fraueuräuber 
ruft der Gatte nach: barcud bun! (20,44). Der Dichter hält den 
^\'eih, wie er aus der Höhe herabkommt, für einen weisen Seher: 

Yn disgyn mal dcwin dwys. 
Bur edyii o baraduys — 

und läfst sich von ihm raten, er möge sich die Mädchen, die ihm 
so viel Liebesweh bereiten, aus dem Sinne schlagen und wie der 
Kuckuck leben (Nr. 115, ein zweifelhaftes Gedicht). 

Der Adler (eryr, armor, er, ir. iolar 'aquila fulva') ist der 
König der zahmen und der wilden Vögel {breniu adar givár a 
gtvyllt, 187,34). Er wächst iui Waldtale auf (mabmaeth eriocd 
glynyoed glün, 37), lebt auf felsenreichem Walde (!<«c/i niarian- 
goed, 187, 3) und umkreist wehrhaft seine (Frenzen {mihvr cylcli 
ymylau 'r coed, 4); aus den Mabinogion (BB. 1, 130) wissen wir 
schon, dafs er sehr alt wird (52, 31). Der Dichter vergleicht 
gern vornehme Männer mit dem Adler (eryr, 232,2. 237,32. 44; 
ytir eryraidd, 5,34; ión eryrawl, 14,40. 237,35). Er bezeichnet 



DAVYDD AB GWILYM. 213 

audi ihn als einen trefflichen Seher {y deivin diu-ad) und ent- 
sendet ihn zu einer schönen ^^'itwe {mcivn gweddwdod giviw) als 
Boten (Nr. 187, Echtheit zweifelhaft). 

Die Gans (gicydd, armor, gtraz, vann. girca, ir. geadh 'anser') 
spielt in einem Liebesabenteuer des Dichters (Nr. 106) eine Rolle. 
Als er sich vor seinem Verfolger in einen Stall flüchtet, erhebt 
sich die alte Gänsin mit ihrer flachen Nase (drwgnbant), deckt 
mit den Flügeln ihre Kinder und, indem sie ihm den Mantel ab- 
reitst, versetzt sie ihm Schläge mit dem Schnabel (gogam iveddiv- 
goeg). Der Text des Gedichtes ist leider wenig befriedigend; 
vgl. am ei kicyl, yr icyl yr üydd (106,44) mit le V icyl gcnnyf, 
liw V ahirch (105, 72). Der notorische Feind der Gänse ist der 
Fuchs (182,48); ihr Geschnatter ist dem Dichter verhafst (sain 
givydd gloff, 139,51; vgl. gzvaedd Imnlle 'n lladd givydd henllom). 

Der Schwan (alarch, ir. eala 'cygnus olor'), den der Dichter 
einstmals als Boten nach Ceramaes entsendet (Nr. 190), wird vor 
allem seiner Farbe wegen gerühmt. Er hat ein kalkweifses 
Gewand wie ein Abt {ahid galch fei ahad gwyn, 2), oder wie der 
Schaum (lletvyeh edn y lluivch, 3; cyflnvaidd cofl o etcyn, 24; clog 
icyn, 32); oder er hat ein Hemd wie von Kristallstein (o liw macn 
crisiant, 26), ein Wams wie tausend Lilien {fal mil o Uli, 27), 
eine Jacke aus weifsen Eosen (o ros gwyn, 29) und ein Kleid 
aus Geiisblatlblumen (o floduu 'r gtvynivydd, 190, 27), dals er wie 
ein Himmelsmanu aussieht {lliw givr o nef, 190,4; ceiliog o nef, 
32). Daher vergleicht der Dichter mit ihm nicht nur seine Ge- 
liebte (liw 'r alarch, 105,72. 177,7), sondern auch einen würdigen 
Freund (gorivyn alarch, 234, 27). Der Scliwan, mit runden Füfsen 
(llawgrwn, 190, 4) hat zwei vortreffliche Eigenschaften: einmal 
ist er ein Hauptfischer und lauert auf den Wellen reitend den 
Fischen auf, wobei ihm sein langer Hals als Angelrute dient; 
sodann fliegt er hoch und weit (190, 9ff.). Vor allem ist er 
heimisch auf dem See Safaddon oder Syfaddon (Brecknock Mere) 
in Brecknockshire (190, 8) und er ist der Wächter der Quelle 
dieses Sees (ceidwad gormvch llygad llyn, 190, 23). 

Auch die Möwe {gwylan, ir. faoiledn, fi'anz. goeland, 'larus 
argentatus') zeichnet sich durch ihr glänzendes weifses Gefieder 
aus {unlliw V uraf wcnUocr, 28, 2; llithr umvaith, llathr o an- 
uyd, 13); wie ein Stück Sonne und wie ein weifser Handschuh 
ei-scheint sie auf der Salzflut {dam fal haul, dyrnfol heli, 4); sie 
ist die Lilie des Meeres (12) und die Nonne des Meeres (lUian 



2 11 I.. CHR. STEIIN, 

y mruj llanw mot; 14). i) Es lieifst 'weifser als die Möwen' 
(75, 38), und das ist ein Gleichnis für Fraueuscbönlieit (21, 63. 
33,44. 40,9. 105,06. 115,3. 202,49. 221,18). Füfse und Gang 
der Möwe sind ungescliickt (coes gtvylan craig, treighcraig trai, 
230,44), aber iiire Krallen sind zähe {eivimvedn, 209,34). Sie 
lebt auf dem Meere {givyJanod y mar, 32,23; V wylan ar rydfor, 
6, 2), ist leicht auf den Fluten {yi<gafn ar don eigion, 28, 5) und 
nährt sich von Fischen ihysgod fivyd, 28, 6). In seinen Liebes- 
qualen sendet der Dichter die Möwe zur Geliebten als Botin 
(Nr. 28). 

Von den Sumpfvögeln erwälint Davydd den Krauich {yryr, 
armor, garan, ir. corr 'griis'), der im Schilf weidet {gryr llawn yn 
pori caivn cors, 171,42; gryr llivyd ar ia, 43; aucli crcgyr kommt 
159, 44 vor); und den Storch (garan, armor, c'ltuibon, 'ciconia 
alba'), der die Erde aufscharrt (yn hwrw ei gweryd, 171, 45), 
langbeinig wie der Kranich und böse (cocs garan ddygn, 173,57). 

Von den Fischen kommen bei Davydd der Lachs und die 
Forelle vor. Der Lachs (eog, armor, eolc cog, ir. eo, iach 'salmo 
salar') ist der Wanderer des Meeres (tuthitvr eigiaiin), der Eber 
der Salzihit (hvrch hcli). Der Dichter sendet ihn von Dovr nach 
Mynyw oder St. David's als Boten zu einer schwarzbrauigen 
Dame, die ihr Versprechen nicht gehalten hat; er soll sidi ihr 
durch einen Sprung bemerklich machen (Nr. 75, Echtheit frag- 
licli). Er verhelfst ihm, dafs er bewahrt bleiben werde auf dem 
Seetang (ar ivimon, y äug bendefig y don) vor Schlinge, Netz, 
Schlag und dem Fischspeer (llaiv-dryfcr) des Flufsräubers. 

Die Forelle (brithyll, armor, dluscnn, dluc'henn, ir. breac, 
earc 'salmo lacustris'), kurz und dick, wohnt im Llyn Tegid (dem 
See von Bala), im Conwy, im Tav und in dreihundert Flüssen. 
Stahl tötet sie nicht und Wasser ertränkt sie nicht; es hört sie 
keiner ilüstern und kein Träger sieht sie im schwarzen Wasser; 
sie brauclit keine Kälte und keinen Fischspeer zu fürchten. Ohne 
Arme schwimmt sie zum Himmel, ohne Füfse kehrt sie zurück. 

Di-ddu'ylaw ar nanf i'r nef, 
A didrocd y doi adref. 

Der Dichter sendet sie in Nr. 206 als Botin nach Llys Grairwy, 
damit sie ihm von dort gute Nachricht bringe. 

') Die letzten beiden Vergleiche fehlen in einer TIaudsehrift. 



DAVYDD AB GWILYM. 215 

Erbauliche Gedichte. 

Davydd ab Gwil}-!!! war ein guter Christ und stand im 
katholischen Glauben seiner Zeit, wie er denn selbst eine Reihe 
erbaulicher Gedichte hinterlassen hat. Er giebt seinem Gott- 
vertrauen Ausdruck (Nr. 243, jedoch zweifelhaft), und in einer 
Ode an den Heiland, die noch ungedruckt ist, schliefst er die 
einzelnen Strophen an die Anrufungen eines lateinischen Gebets: 

Anima Christi, sanctifica me! 
Emcog trugarog ranwyt tri — ag im 
annog proplnvijti; 
Enaid ieg croesteg Christi, 
Fal glain o feien glanha fi. 

Dann folgen die Strophen: 'Corpus Christi, salva rae! Sanguis 
Christi, inebria me! Aqua lateris Christi, lava me! Passio Chiisti, 
couforta me! bone lesu! exaudi me. Et ne permittas ne 
separer a te. Ut cum angelis tuis laudem te. Amen.' 

Pocd gtcir, ny ddygir y frenhiniaeth — nef 
Tn ufttdd urogaeth, 
Gicledd uchelwlad, feithiad faeth, 
Gwledd ddiicagedd ddmcogaeth. 

Ein Zeugnis der tiefen Frömmigkeit des Dichters ist seine 
Beichte (Nr. 245). Demütig und reuig bekennt er hier eine grofse 
Zahl sündiger Gedanken und Handlungen, von denen er den 
Sohn Marias bittet ihn zu befielen, damit seine Seele aus der 
Gewalt des Teufels errettet und der himmlischen Seligkeit teil- 
haftig werde (vgl. den Text in Y Cj-mmrodor 8,49). 

Trugarog frenhin, 'Barmherz'ger König, 

Wyt fi cyffredin Du dreigemeiner, 

Ag nn cyntefin, Im Wesen einer, 

Detvin diwad; Klarer Seher! 

Afeh a draethaf, Ich stehe Eede, 

Atat y trosaf, An dich mich wendend. 

I ti cyffesaf, Und dir bekennend, 

Naf nefolwlad. Herr des Himmels!' 

Dieses Gedicht von ISO Versen hat Mo Goch in einem 
noch etwas längern (von 208 Versen), 'Audi cyff'cs' (Nr. 53 ed. 



216 I'. CHR. STERN, 

Asbtoii), uacligeabiiit und vielleicht in der Gliederung und An- 
ordnung der Gedanken iibertroffen. Beide sind in dem Metrum 
linpynt hir abgefafst , das die Waliser anscheinend dem irischen 
Oclitfhoclach heg nachgebildet haben, wenn sie nicht jedes für 
sich aus den lateinischen Hj'mnen des Mittelalters abgeleitet 
sind (vgl. CZ. 5, 284f.). 

In einem seiner erbaulichen Gedichte (Nr. 238). dessen Echt- 
heit mir freilich nicht sicher steht, predigt Dav}'dd die Vergäng- 
lichkeit des Irdischen. Am späten Nachmittage eines Sonntags 
steigt mit Erdbeben der Geist eines Verstorbenen auf und redet 
eindringlich mit ihm: Er habe die Lust der Welt genosseu [filwr 
taith, fal V u-yt titliau, Vs. 28) und liege nun als Skelett unter 
der Erde (Vs. 41 f.): 

Trculiais fy mjtvallt, fal alltmJ, 
Dan y cldaear fyddar fud. 

Er hat sein Haar verloren wie ein Höriger und mit dem Fleische 
auch das Gesicht, die Nase, die Zunge, das Kinn, die Augen, imd 
ist wie eine Predigt für Arm und Reich. So werde es auch ihm 
ergehen; möge seiner Seele der Himmel zu teil werden! Byd 
lieh ddim yw hod lieh Dduiv 'Nichts haben heifst ohne Gott 
sein', sagt Dav3'dd auf seinem Krankenlager i) in einer kleinen 
Ode (Nr. 246). Er spricht daiin von seiner Furclit vor dem Tode 
und seiner Ergebenheit gegen Gott; sein liebet ist, wenn sein 
Leben aus dem Körper weiche und sein Tun ein Ende nehme, 
so möge sein Widersacher, d. i. der Teufel, ihn nicht erblicken.^) 
Auf diesen Ton ist auch das Gedicht gestimmt, das als des 
Barden letztes bezeichnet wird (Nr. 262). Ich halte es freilich 
für eine Nachahmung. 

Galar ar öl maholaeth 
Ysydd i'm gtvanu fal saeth! 
Gwaefyd yw 'mytvyd i mi, 
Galtvuf am nerth ar Geli. 
5 Barfu 'r ieuendyd dirfawr, 
dcwr fu 'nydd, darfu 'n aivr! 



') Man kennt ähnliche Gedichte auf dem Totenbette von Meilyr (MA. 
142), von l'vnddchv (M.\. 100), von Bleddyn Yardd (MA. 255) und von Johu 
Kent (lolu Mss.2;)0). Die Echtheit des davyddscheu unterliegt ernsten Zweifeln. 

') Im ersten Verse ist wohl mit dem Kritiker in Y Brython 4, 277 
gwarlh-wyncb (»t. gwrth icyncb) zu lesen. 



DAVYUU Ab GWllAM. 217 

Darfti 'r pen a'r ymenydd, 

Dial serch i'm did y sydd; 

Buriuyd awen o'm genau, 
10 Bu liir á chán i'm byu-Jiau! 

Mae Ifor a'm cynghoraivdd:' 

Mae Nest, oedd nntcaith i'm nawdd? 

Mac dan wi/dd Morfydd fy myd? 

Gorwedd ynt oil meivn gweryd; 
15 A minnau 'n drum i'm einioes, 

Dan ocr Itryth, yn dtvyn hir Iocs. 
Ni chanaf gcrdd, na 'i ckynnyg, 

I goed micy na cJtuyn a gicijg; 

Ni ddoraf y nguydd eirian, 
20 Na chog, nag eos a'i chán; 

Na chusan merch a serchais, 

Bun uár! na 'i llafar na'i llais. 
Mae gwayw i'm pen o ') henainf, 

May nid serch harddferch yiv V haint. 
25 Aeth cariad a'm Had o'm Haw 

A gofid yw ei gofiau: 

Usyn icyf ag eisiaiv ncrth, 

Ag angau yn ogynghertli ;-) 

Y hcdd sydd imi ar bar, 
30 A diwcdd oes a daear. 

Crísí fo'm porth a'm cynhorthicy. 

Amen! ag nid aclws may. 

'Der Schmerz lun die vergangne Jugend 
Duixhbohi-t micli einem Pfeile gleich. 
Ein Jammer ist für mich das Leben, 
So rufe ich um Kraft zu Gott! 
5 Die grofse Jugend ist vorüber — 
. War schön der Tag, er ist vorbei. 
Vorbei ist's nun mit Kopf und Hirne, 
Der Liebe Rache hält mich fest; 
Verbannt ist aus dem Mund die Muse, 
10 Die mich so oft mit Sang belebt. 
Wo ist nun Ivor, mein Berater? 
Wo Nest, die einst mh- Schutz gewährt? 

') o'm A. ') Vgl. a'i gangau yn ogyngerth, i, 49. 



218 L. CHR. STERN, 

Wo meine Morvudd im Geliölze? 

Sie alle unterm Hügel rulin. 
15 Und ich, beschwert mit meinem Leben, 

Der traur'gen Bürde, seufze tief. 
Ich musiziere nur und stimme. 

Was wie im Wald das Unkraut ist. 

Es schert mich nicht im grünen Haine 
20 Des Kuckucks und des Sprossers Lied; 

Der Kufs nicht des geliebten Mädchens 

(Das holde AVeib!), noch Klang und Wort. 
Des Alters Weh macht mir den Kopf krank. 

Ach! nicht der Schönen Minne mehr. 
25 Dahin ist Lieb und Gunstbezeugung 

Und gramvoll die Erinnerung. 

Ich bin wie Spreu *) und ohne Kräfte, 

Und drohend steht der Tod schon da. 

Es ist das Grab für mich bereitet, 
30 Die Erde und des Lebens Ziel. 

Sei Christus Helfer mir- und Heiland! 

Ich sage Amen! weiter nichts.' 

Die beiden letzten Verse finden sich ganz ähnlicli in 240, 53 f.: 
IJuic fo 'n porth a'n cynJiortkici/, 
A»icn, a(j nid rhaid in' (Var. im', iiii) »nci/. 

Den Schlufs hat aber in Handschriften das Gedicht auf die 
Apostel Nr. 239; vgl. Rep. 1, 388. 283. 382. 4;!2. 169. Die Un- 
eclitheit dieses 'letzten' Gedichtes ist für micli ebenso zweifellos 
wie die der andern von lolo Jlorganwg gelieferten. 



Theologica. 

]\Ian kann die Bedeutung Davydd ab Gwilyms niclit richtig 
wü)-digen ohne sich vom Stande seiner geistigen Kultur Keclien- 
scliaft zu geben. Die Wissenschaft seines Zeitalters war die 

') Das Wort usyn (von jjs oder us 125, 22. 158, 52) küimnt auch iu 
einem iiuverölTent lichten Gedichte Davydds vor: 

I b'ic 'r acth mabolaeth byd? 
Y gciriau ocdd gijnnau ijcnnydf 
Ef aeth fei i/ tradh tirmi/nt 
Ag usyn i ganlyn gwynl. 



DAVYDU AB GWILYM. 219 

Theologie, und obwohl ihn lolo Goch einen pensaer yr ieithoedd 
'einen Meister in den Sprachen' nennt (Bardd. p. XL), so kann 
man ihn docii nach den damaligen BegrilYen kaum einen Gelehrten 
nennen. Er selbst sagt, dafs er nicht Latein verstand (117, 29 f.): 

Ni ddysgais, gtcbl drais o drin, 
Ar wkv ledr air o ladin. 

'Ich habe nicht, die ganze gewaltige Arbeit, auf einem würdigen 
Tergamen ein "Wort Latein gelernt' — Verse, die freilich in einer 
Handschrift fehlen. Die Angabe ist auch nicht buchstäblich zu 
nehmen, denn Lateinisches (lladin iaiih, 32, 36) kommt hin und 
wieder in Davydds Gedichten vor. ») Aber er ragte in scholasti- 
scher Gelehrsamkeit nicht hervor und wurde darin von seinem 
Zeitgenossen lolo Goch vermutlieh übertroffen. Bekanntschaft 
mit der Bibel zeigt er wenig und einige Kenntnis der kirchlichen 
Literatm- kann er sich aus den vorhandenen Übersetzungen an- 
geeignet haben: eine uns erhaltene Sammlung von Stücken der 
Art, Llyfr yr ana; ist aus dem Jahre 1345. 

Davydd preist in seinen Gedichten die Dreieinigkeit (Nr. 244) 
nebst der heiligen Anna-) und Maria;-') in seinem Bekenntnisse der 
christlichen Lehre (Nr. 240) erwähnt er Sain Sierou 'Hieronymus'; 
über das Leben und Leiden des Heilandes hat er eine Ode (Xr. 241) 
und ein anderes Gedicht (Nr. 242), das fi-eilich sonst auch dem 



') Das lateinische Gebet, zu dem Davydd die Glosse verfafst bat, ist 
oben S. 215 mitgeteilt. Mehrere lateinische Wörter enthält das Gedicht Nr. 241, 
nanieutlich pinus, den Namen des Banmes des Kreuzes, der au paiyd (poena) 
erinnert. In einer Handschrift fehlen diesem Gedichte die Verse 33 — 36, in 
andern endet es: 

Gwedi dy angau nid gweddus i neb 
Da fu i Siosseb dy fyw Siesstts. 

') Anna, die Mutter Marias, wird sonst wegen ihrer Schönheit geriihmt: 
llitn Aytna 9,2; jryd Anna 35, 24; Anna ddiicair tcyneb 244, 4; »ití/í Anna 
HS, 15; cares Anna 191, 5; myn giryrlh Anna 184. 21; merch Anna 61, 41. 
Hier ist wohl eher an die heilige Anna zu denken als an die Grofsmutter 
der Nou, der Mutter des heiligen Dewi und Tochter des Cynyr von Caer Gawch. 

') Der Name kommt sehr oft vor: er Mair 10,13. 247,30; my7i Mair 
29, 34. 53, 6. 70, 49. 158, 47 ; myn delw Mair 18, 38 oder Fair 81, 40; mab Mair 
37,19. 119,58. 242,26, fab Fair 26,23; mcrched Mair 11,8; Mair deg 32,4; 
Mair u-yl 77,30; gwae finnati, Fair 218, 28; deuriidd Mair 1S,S; canu-yll Fair 
174,45; maddeuant Mair 33,43; nawdd Fair arnad 107,21; Mair a'i ywailh 
207, 19; caru Mair 31, 16; Mair ro gm Kair 204, 36; Mair a Dewi a Mordcym 
209, 13, usw. Joseph kommt 61, 44 vor. 



220 L. CHK. STERN, 

Griiffydd Gryg- beigelegt \vird. Auf die Hyiimendiclitimg der 
walisischen Barden ist die lateinische ohne Zweifel von EiufluTs 
gewesen; auch in Davj'dds Gedichten läfst es sich erkennen.') 
Mehrfach fufst er auf den apokryphen Evangelien. Er 
erwähnt den Jünger Johannes, der an Jesu Brust lag (111,47), 
und die Visio S. Pauli (hün Bawl ahostani, 111, 41), die in manche 
Sprache des Mittelalters übersetzt war und Avalisisch im Liyfr 
yr aner vorkommt. Einmal spielt er auf die "Quinque gaudia 
Mariae Yirginis' an: Dy nrn yic 'r p%im' llmvenydd (118, 13), über 
die es namentlich auch ein altenglisches Gedicht giebt (Mätzner, 
Sprachproben 1, 51). Wenn er sagt: Jesus war nachsichtig gegen 
den \'erblendeten, der ihn verriet; Maria war sanft so wie Joseph, 
()l)schon sie von ihren Angehörigen verhöhnt wurde (61. 33ff.), so 
nimmt er vermutlich Bezug auf das Evangelium P-seudo-Matthaei, 
Kap. 12 (HM. 2,221). Judas Ischariot, dessen apokrj-phe Ge- 
schichte man walisisch las (HM. 2, 271ft".), wird von Davydd mehr- 
fach genannt {Snddas 66,22. 241,17. 242,17. 18; uyncb Stiddas 
yn crasn, Bardd. p. YIII; cf. ail Suddas, lolo Mss. 248); einmal 
bezeichnet er ihn als gi'cr y god "den Mann mit dem Beutel' 159, 50.-) 

■) Pie lateinische Literatur scheint den Walisern näher zu liegen als 
die romanische. Wenn es in einem Gedichte lolo (lochs heifst, der heilige 
Geist sei zur Jungfrau wie die Sunne durchs Glas eingedrungen (CZ. 2. 173), 
so geht auch das schwerlich auf einen proveuzaliscbeu Dichter zurück, sondern 
atif lateinische Hymnen. In einem heilst es (Daniel 5,251): 
'Sicut vitrum radio 
Solls penetratur, 
Inde tamen laesio 

Mulla vitro datur, 
Sic, immo subtilius, 

Matre non corrupta, 
Dens dei filiiis 

Sua prodit nupta.' 
Und in einem anderen Hymnus wird gesagt (Daniel 2,67): 
'Si crystallus sit humecta 
Ätque soli sit objecta, 

Scintillat igniculum: 
Xeo crystalluni rumpitur 
Nee in partu solvitur 
Pndoris signaculum.' 
Dasselbe hnt ein unheiliger Dichter so ausgedrückt: 'il penetre — sans casser 
les vitres' (Anthologie satyrique !!, 198). 

") 'Quia fur erat et loculos habeus ea quae mittebuntur portabat', Ev. 
Johaunis 12, 6. 



DAVYDD AH CIWILYM. 221 

Wo er sagt, die Liebe wachse ihm aus der Biust wie die Bäume 
lies Moses (52. 38): Cctriad a ilyf o'm ais fal prcnnau Moescn, 
d. li. wunderbar und geheimnisvoll, scheint er anzusiiielen auf die 
Legende vom Kreuze (vgl. W. Mej^er, Abhandlungen d. ISayer. Akad. 
XVI, p. 129) oder auf das Evangelium Nicodemi (Hil. 2, 246). 
Auch das croes nakl 'das Kreuz des Schutzes' (naicäd), eine 
Reliquie 'aus dem Land Italien', kommt bei Davydd vor, 26,9 
(vgl. S. Evans, Dictionarj- 1, 922). 

Davydd hat auch ein Gedicht (Nr. 239), wovon die zweite 
Auflage eine etwas abweichende Recension einfügt (Nr. 239 a), 
auf eine Darstellung Christi und der dreizehn Apostel (Paulus 
ist auch unter ihnen): auf der einen Seite Pedr, leuan, Philip, 
Andras, lago, Seimon und auf der andern Pawl, Thomas, Matheis, 
Bartholomeus, Matheias, lago Vychan (nach A a'r ddau lago 
ddiogun) und Sud. Für lago und lago Vychan (Jacobus miuoi) 
hat das Verzeichnis in Cefn Goch Mss. p. 152 einfach dau lago, 
entsprechend der irischen Aufzählung im Liber Hymnorum 1, 159 
{du lacoh). Der letzte Sud (ir. Tatha) ist bekanntlich Judas 
mit dem Beinamen Lebbaeus oder Thaddaeus {Sud o gcnedl y 
Girinait Dau-freuddinjd? 228,5).') Das Gedicht scheint in sehr 
verschiedener Fassung vorzukommen; Rob. Davies, Gramadeg 
Cymraeg, Caerlleon 1808, p. 84, teilt als ein Beispiel der Figur 
rhiniydorriad-) unter Davydds Namen zwei Verse mit, die sich 
in den vorliegenden Drucken nicht finden: 

Barthol {ni raid neb lorthod) 
Omeus glaer rymus glodJ) 

Von den zahlreichen walisischen Heiligen {samt), das sind 
vornehme Personen christlichen Glaubens der ältesten Zeit, 
kommen die folgenden in Davydds Gedichten vor: 

Asa ap Sawl Benuchel, d. i. St. Asaph (JIA. 417b. lolo Mss. 
102): 7nyn Asa 152,39. 44. 



') Petrus findet sich häufiger: myn Pedr 131,32. 181,32. 140,38. 210, 
10. 212,19. 217,20, er Pedr 162,39; Simon zweimal: myn delw Seimon 193, 
31. 228, 4. 

') Diese Figur ist alt und schon der Ire Dicuil wendet sie in einem 
Gedichte de grammatica au: Prisci — canit pueris haec — ani cuucta libellus. 
Vgl. Poetae latiui aevi Caroliui ed. Dümmler 2, 667. 
') In einer Handschrift lauten die Verse: 

Bartho fydd heb i urthawd 
Lomeus glaer weddiis glod. 



222 L. CIIK. STERN, 

Benno fier Sohn des Bugi (LA. 119. Cambro-British Saints 
ed. J. W. Eees p. 13): 188,47. 

Bryclian Yrt h der Soliii des Anlleeli goronawc, eiues Königs 
von Irland, gewöhnlich Biychan Biycheiniog genannt, der von 
drei Frauen 23 (oder 25) Söhne und 25 (oder 26) Töchter hatte 
(MA. 418a, lolü Mss. 109. 118 ff.): 79, 56. \g\. A. W. Wade-Evans 
über die i'amilie des Brychan in Brecheniawc (einem Teile von 
Denietia oder Südwales) in Y Cymnirodor 19, 181'f. 

Cadvan in Ynj-s Eulli (d.h. der Insel Bardsey) aus Areraorica 
(JIA. 419b. lolo Ms.s. 108): 67,23. 76,49. 

Cybi ap Selyv ap Geraint ap Erbin ap Custenin Gorueu 
(MA. 421a, lolo Ms.s. 104. 113): 61,27. 72,43. 228,3. 

Cyndeyrn Garthwys ap Ywein ap Urien Kheged (MA.421b): 
myn Cyndeyrn 230,74. 

Deiniol ap Dunawd (M.\. 423a), der Erbauer einer Kirche 
in Bangor (lolo Ms.s. 102): 22,6. 42,32. 88,5. 146,51. 

Dewi = Davydd ap Sant (LA. 105, Cambro-British Saints 
102. 117ff. lolo Mss. 298): 38,4. 122,11. 151,44. 156,23. 209,13. 
224.26. 161,11. 183,22. 221,4. 228,2. 

Dwynwen die Tochter des Biychan Brycheiuiog, über die 
CZ. 6, 226 gehandelt ist. Sie war die Heilige von Llanddwyn und 
Davydds bestes Gedicht (Nr. 79) ist an sie gerichtet. Als Göttin 
der Liebe gilt sie noch den Spätem, so Ehys Goch Eryri: myn 
Dwynwen ileg (Ceinion 1, 142). 

Elien, Sohn des AUtud Redegog, der unter Caswallon 
Llawhir aus Rom kam und sich in Wales niederliefs = Elien 
Ceimiad (lolo Mss. 101. MA. 416b): 228,8. 

Lleuddad ab Dingad in Enlli, als dessen Bruder Maelgan 
oder Baglan in Coed ahm genannt wird (Tolo Mss. 103. MA. 427a): 
222, 33. 

Mordeyrn, der Enkel des Cunedd Wledig (MA.428a): 228, 1; 
Mail- a Lewi a Monkyrn 209, 13. 

Myllin, der Gründer von Llanfyllin in Montgomeryshire, 19,30. 

Non, die Mutter Dewis (lolo Mss. 106. 258,25): 7,4. 9,2. 
83,3. 158,23. 256,31. 

Oswallt, König von Northumberland, der Sohn des Oswi 
aelwyn (MA. 428b): myn OswalU 163,28. 

Ehystud mab Hywel Vychan (MA. 429b) hat eine Kirche 
in Caredigion; nach ihm ist Llan Ehystud genannt (^^lA. 366a). 
Es heilst bei Davydd (111,4911; vgl.'s. 123): 



DAVYOn AH OWILYM. 223 

Ilhijsfnd sanf, rinjiv ystod scrch,^) 
A'i eUnecld ar hinerch-) 
A'i hen ar Dduyniven cnnyd 
Iluno bit 'n hiri/a 'n y hyd. 

Silin oder 83- lien. Sulien. mit Cad van aus Aremorica ge- 
komuien (MA. 429b. lolo Mss. 103): 228, 7. Sullen ddoeth war 
Bischof von St. David's, Arcliaeol. Cambr. I. 1, 122. 



Kanibrische Literatur. 

Davydd ab Gwilym, dem man bereitwillig- die erste Stelle 
unter den Barden zugestand, war ohne Zweifel ein tiefer Kenner 
der einheimischen Literatur. Die zeitgenössischen Dichter, die 
zu seinen Freunden gehörten und die ihn hochstellten, sind oben 
genannt. Er erwähnt auch einige der älteren. 

Taliessin ist ihm der Dichter der Lobpreisung (den Gruffj-dd 
Grjg nennt er einen Talicmi maui 128, 2), der Liebe 28, 28 und 
des Weines 3,32. 4,35 {icingost B, u-inhost A). In seinem Ge- 
dichte an den Wind (Kr. 69) scheint sich Da^^dd an ihn an- 
zulehnen. Vielleicht spielt er auch auf die Legende an: zwar 
rührt die Erwähnung des Elffin 237, 42 nicht von ihm her, aber 
in einigen andern Versen bezieht er sich auf den steinernen 
Kessel, in dem der alte Barde seine Weihe empfing (208, 31 ff.): 

Dysgais, ocrais yn aruthr, 
Gyicydd i gyiceithydd utlir; 
Canaug nisg meicn euruisgaen, 
Garte fu yn y genvyn faen. 

Eine andere Anspielung auf die Zauberin Ceridwen Ogyrwen 
(BBC. 5a; Sken3 2, 145,2. 158). die spätere Dichter wie William 
Cynwal als eine Muse einführen (E. Jones, 2, 34), liegt in den 
Versen Da-\-ydds, wo er Ehosyi- auf der Insel Mön einen Ver- 
jüngTingskessel {pair dadeni) nennt (138,28). Die Prophezeiung 
Taliessins auf Davydd. dessen Lied wie Wein wirken würde 
(Hopcin ab Tomas ab Eiuion erwähnt sie in Versen angeblich 
von 1380, lolo Mss. 95), ist natürlich eine sehr- späte Erfindung. 

') Var. (uttul fetch. «) Yar. a roe 'lin ar ryic lannerch. 



224 T,. CHlt. STKUN, 

.M\-rddin Wyllt, ab Morvi}'!!, dessen angebliche Dichtungen 
das schwarze Bucli von Carmarthen entliält, wird von Davj'dd, 
der ilin I^Ierddin nennt, gleiclifalls erwähnt als ein Dichter der 
Tjiebe: Merddin weninethfin^) iacli, 28, 27, und des Weines: Cwplws 
caniadcjcrdd Merddin, Cwpl iiortldoedd, golyijoedd givin, 235, 27. 
Zu Davydds Zeiten glaubte man an diesen gänzlich sagenhaften 
Dichter, der vom prophetischen Myrddin Emrys nicht ver- 
schieden ist. 

Cuhelyn, ein alter Dichter, der auch aus dem schwarzen 
Buche von Carmarthen bekannt ist {Cuhelin hart, Skene 2, 5; 
Culielin docih 2,6), kommt einmal vor: Davydd nennt die Nachtigall 
cJiirucr Ciihelyn 'eine Schwester Ciihelyns' 114,41. 

Auf (!ynddelw, den Barden des 12. Jahrhunderts, ist ein 
Ausdruck zu beziehen: Davydd rühmt den Gesang des Dechanten 
von Bangor im Gegensatz zu dem des Bleddj-n und nennt ihn 
can ciddilivas ferw cyndddicaidd , 228, 40. Bei Gruffydd Gryg 
kommt myn Cynddelw als eine Form der Beteuerung vor (Bardd. 
p. XXXV). 

Gwalchmai endlich, Cynddelws Zeitgenossen, stellt Davydd 
als einen wahren Dichter hin, indem er sagt, sein Widersacher 
Rhys Meigen sei nicht von seiner Art, 230, 2. 

Davydd ab Gwilym war mit dem Sprach- und Sagenschatz 
seiner Heimat wohl vertraut. Er ist nicht sententiös, aber 
Sprichwörter wendet er gelegentlich an, wie: a laddo a leddir, 
234, 54; a wnel duyll ef a diryUir, 181, 32; pryn hen heb ddad, 
pryn eihvaiih, 168,21 (= MA. 858a); o'r holl ddrygau, dian da 
gwyr lluwer, gorau V Heia', 220, 13 f. (vgl. o'r drygau gorau V 
Ueiaf, lolo Mss. 253). Zu seiner Zeit hatte man mit der Samm- 
lung der. Trioedd oder Triaden, deren Zahl in der Folge in die 
Tausende anwuchs, schon begonnen. Mehrere fuhrt er in seinen 
Gedichten an, wie in den oben mitgeteilten Versen 64,23 und 
149, 43. Eine dritte Triade, die der Pseudo-Rhys Goch benutzt 
(lolo Mss. 248): 

Tri pheih 7ii cheir eu hcilrliyw: 
Grymialog, serchog a syw. 

'Es haben drei nicht ihres Gleichen, 

Der sciiilt. der liebt und der sich ziert' — 



') chwenych jvin oder fin, MM. 



DAVYDD AB OrWILYM. 225 

ist iiTtiimlich in ein davyddsches Gedicht geraten (158, 5), wo 
sie durchaus nicht hinpafst (vgl. S. 98). 

Die vier 'Zweige' des Mabinogi waren unserm Dichter be- 
kannt, da er die darin auftretenden Personen hin und wieder 
erwähnt. So kennt er jene drei Zauberer Math ab Mathonwy 
(ir. Math mac Mathgamnai, G6A. 1890, p. 512), Rudlwm Gorr 
und Menw ab Teirgwaedd (vgl. Aichaeol. Cambr. IV. 3, 195), aber 
er hat ihre Namen, wie sie die Triade liest (RB. 1, 302), ein 
wenig geändert, indem er den ersten Maeth rhvi/' arfaeth, rld 
Arfon und den z\\eiten Eiddüic Corr u-yddel call nennt (105, 35). 
Die Heldin des zweiten 'Zweiges' Branwen merch Llyr erwähnt 
er als eine berühmte Schönheit, Bromven ferch Llyr (102, 14). 
Auf den vierten 'Zweig' nimmt er wiederholt Bezug. Gronw 
Peb\T Bennlyn (EB. 1, 74 ff. 305) heifst bei ihm Gronw fob 
Perf (Var. Fefr) Goronhir,^) arglwydd Penllyn, hoyivivyn Mr (183, 
31 f.). Die aus den Blüten der Eiche, des Ginsters und der 
Wiesenkönigin geformte Blodeuwedd (RB. 1,73 ff.), die in eine 
Eule verwandelt wurde (183, 20), ist nach Davydd merch i arg- 
lwydd all Mtíirchion o Fön 'eine Tochter eines Herrn des Sohnes 
Meirchions aus Anglesey'; darnach ist ihr Vater wohl jener March 
vab Meirchawn oder Meii'chyon (Marcus Marciani), der als Fürst 
über die Lochlanner (RB. 1, 151) und als llyngcssnr (1,303) vor- 
kommt, und von dessen Schweinehirten in den Triaden die 
Rede ist (RB. 1, 307). Anders J. Rhys, Celtic Folklore p. 439. 
Davydd erwähnt in demselben Gedichte auch den Zauberer 
Gwydion vab Don ar Gonwy (183,25), d. h. von Ar-Gonwy in 
Carmarthenshii'e. 

Pryderi vab Pwyll, der Herr des Südens d. i. Dyvet und 
Morganhwc (RB. 1, 59 ft'.), erscheint bei Davydd als solcher mehr- 
fach (ail Bryderi 231, 42 A), auch mit seinem zweiten Namen 
Gwri wallt eurin (RB. 1, 21): llwybrcidd ivlad, gariad Guri icalU 
euryn (231, 39) besagt Südwales. Dasselbe bedeutet 'Pr}-deris 
Land': o Fön . . . hyd Bryderi dir (123, 32) und byd Bryderi (231, 18). 
Auf Llwyt vab Kilcoet, der einst einen magischen Nebel über 
die sieben Cantref von Demetia ausbreitete (RB. 1, 57), spielt 
der Dichter mit den folgenden Worten an (47, 21 ft'.): 



') Garankir EB. 1, 122,4 ist wie Garanwyn ab Kei (EB.l, 110,5) ohne 
Zweifel die richtige Aussprache. E. Jones, Welsh Bards 2, 48 übersetzt Gwyddno 
garanhir kaum zutreffend 'with the high crown'. 

Zeitíohrift f. colt. Philologie VII. 15 



22G I- CHR. STEUN. 

Ar Ddyfecl, yr addefynt, 
Y bu len-gel o'r hlaen gynt, 
Yr awr hon, dan yr irivydd, 
Fy llys i felly y sydd. 

'Auf Dyved lag, so wie man sagt, 
Ein dichter Schleier einst vordem; 
Derartig unter frischem Laub 
Soll mir jetzund mein "Wohnhaus sein.' 

Daher heilst denn das Land auch gwlad yr hud 228,2. 232,21; 
Iro yr hud 232, 2 (vgl. J. Ehys, Arthurian Legend p. 291). 

Von den alten britannischen Sagenkönigen erwähnt der 
Dichter Bell, Eliodri und Maelgwn. Unter dem ersten, in den 
Worten llinon-gadr haludr Bell 231, 45, ist der Zeitgenosse Julius 
Caesars Bell maur ab Manogan (Skene 2, 204) gemeint, den 
Nennius Belliuus filius Minocanni nennt und dessen Name aus 
dem Minocybclinus des Orosius und weiter aus dem Adminus 
Cynobellini filius Suetons entstanden ist (Zimmer, Xennius vind. 
p. 272). Rhodri, auf den Llywelj^n zurückgeführt wird {Uew o 
Bodri, 231. 46), ist wohl jener König von Wales, der bei seinem 
Tode 877 das Land unter seine drei Söhne teilte. Ob Maelgwn 
G\^'ynedd, einer der huulogyon (RB. 1, 305, 23), in dem Verse 
Davj-dds hir hün Faclgicn ei haros (81, 50) gemeint ist, bleibt 
fraglich, da die Lesart unsicher ist (Var. faelgu-yn). 

Wohlbekannt zeigt sich Davydd mit den Sagen von König 
Arthur und seiner Tafelrunde, worüber ihm vermutlich noch 
mehr 'brituusche' Bücher zugänglich waren als heute erhalten 
sind. Der Name des Königs kommt mehrfach vor: Davydd nennt 
ihn rhwyf Artliur 6,10 und dur deivrgorf 120,20; er vergleicht 
sich mit ihm, wie er vor der Tür der Geliebten spaziert: Arthur 
ydwyf u-rth rodiaw am y drivs (55, 17), um seine Ausdauer zu 
bezeichnen; endlich nennt er den Raben clog-iverlhiog ceiliog Arthur 
(107, 16), weil Arthur sich in einen Raben verwandelte (Geoffrey 
of Monmouth p. 219. 463 ff.; J. Rhys, Folklore p. 611). 

Arthurs Mutter Eigr, die Fran des Uthr Bendragou, oder 
Igrayne (nach dem Brut T3'silio), die Tochter des Amlawd wledic 
(Olaf?), gilt den Dichtern als ein Typus weiblicher Schönheit 
und \'ollkouunenheit, und Davydd nennt sie oft: Eigr gariad Uthr, 
233,47. GS; ail Eigr 'eine zweite' oder eine Tochter Eigrs 76,20. 
221,26; nith Eigr 'eine Nichte Eigrs' 109,6. 154,64; Eigr-wedd 



DAVTDD AH ftWII-YM. 227 

42, 16; Eigr o liir, 28, 18; liw Eigr fain, 256, 8; hocn hryd Eigr 
30,65; fainicedd Eigr fonedJig ryw, 159,7; Eigr da/eel, 33,4; em 
Eigr, 86,20. Durch den häufigen Gebrauch ist die Bedeutung 
des Namens so abgeblafst, dafs er nur noch so viel wie 'Weib' 
oder 'Jungfrau' zu bezeichnen scheint, so namentlich 12,44. 22, 
8. 58,8. 131,8. 

Arthurs Gattin Gwenhwyvar erwähnt Davydd einmal, 
wo er Girenhinjfar hardd mit Morvudd vergleicht (62,12). 

Arthurs Neffe Medrod oder Medrawt (RB. 1, 147. 299. 301. 
303) wird einmal mit Anspielung auf sie genannt (75, 47f): 

Ymadrodd chwedl fal Medrod 
O'r llyn ivrth liw V llewin od. 

Die Schlacht von Camlan (guaith Camlann in qua Arthur et 
Medraut corruerunt, nach den Annales Cambriae acht Jahre nach 
Patricks Tode), in der Medrod fiel (EB. 1, 108. 110. 249. 299. 301. 
303. 305), erwähnt Davydd zweimal. Das Feuer, das die Waffen 
in jenem gewaltigen Kampfe erzeugten, war wie das Gefunkel 
der Sterne (208,62): 

Cijivraint bob ddicy cyweiritvyd, 
Cad Gamlan ivyhr lydan hvyd; 
und von einem goldig-blonden Haar heilst es (7,211): 
Maner aur pan ymtvenynt, 
Lliw tan y Gad Gamlan gynt. 

Das Bild beruht auf einer Hyperbel, wie sie dem epischen Tone 
der Iren eigentümlich ist: schon in Lü. 101a kommt vor, in 
einem Gefechte sei durch die Schwerter und Lanzenspitzen, wie 
sie aufeinander schlugen, eine Feuerwolke entstanden {co mho 
ncm tened lasna claidbin ocus la fdebru na ngdi). 

Jlelwas, der hiernach zu nennen ist, war der Kiinig des 
gidad yr haf — 'Melwas rege regnante in aestiva regione', wie 
es in der Yita Gildae heilst. Er war ein grofser Weiberfreund 
und raubte Arthui'S Gattin Guennuvar und hielt sie in Glastonia 
i. e. 'lU'bs vitrea' gefangen, i) AVer denkt hier nicht an die schöne 
Etain, die nach dem irischen Märchen (CZ. 5,529) in einen 'Söller 
mit durchsichtigen Fenstern' grianan co senistrib soZsíft^) ge- 

') Vgl. gwydyrblas (MA. 282a). 

') grianan gloinidhe, Caithréim Conghail Cláiringhnigli, ed. P. M. Mac 
Sweeney p. 72. 



228 L. CHR. STEKN, 

setzt wurde? Davj'dd wünscht sich die Kunst dieses Mädchen- 
räubers (55, 31 ff.): 

Y Ihidr, druy hucl a Uedryd, 
Aeth ä bun i eitha' byd; 

Fr coed ir ái V Jwcedydd 
I furiaii cainc o frig ytcydd. 

'Der Räuber ging durcli Zauber und Täuschung mit einem Weibe 
bis ans Ende der ^^'elt; der Betrüger ging in den grünen AVald, 
in die Zweigmauern von Baumkronen'. An einer anderen Stelle 
sagt Davj-dd (111, 44), er habe unter dem grünen Mantel der 
Bäume einen süfsen Schlaf getan wie Melwas — hün Melwas 
dan y glas glog (Var. yn y). Ob auch in baich guiail (40, 38) 
eine Anspielung auf Melwas zu finden, ist fraglich. In einem 
andern Gedichte führt Davydd an, dafs dieser Bösewicht in 
Caerllion zu der Tochter des Riesen Gogvran oder Ogjrvan 
durch ein Fenster eingestiegen sei, ohne dafs er die Befürchtungen 
der Liebe, wie er selbst, gehabt hätte (161, 19f.): 

Y doe Felicas o draserch 
Driryddi, heb arsirydi scroll. 

Vgl. J. Rhjs, Arthurian legend p. 65. Alte Dichter erwähnen 
gurhydri Ogyrvun (MA. 211a) und Uys Oyyrvann (MA. 196a). 

Auch mit dem Zauberer Myrddin Emrys ist Davydd be- 
kannt. Er nennt diesen Ambrosius i. e. Embreis Guletic (Nennius 42): 
Myrddin sonfatvr maurddig fab suilh gudyn, y dyn dig (113, 7), 
wo mir nicht klar ist, was mit 'dem Sohne der sieben Locken' 
gemeint sei. Ein andermal sagt er, er mache für seine Geliebte 
eine Klause aus zartem grünem Ginster, so wie Myrddin einst- 
mals für seine Buhle ein Glashaus gebaut habe (47, 17 IT.): 

Gwnaf yno. i hudo hon, 
Glas fanadl glas feinion; 
Modd y gicnaeth, saerniaeth serch, 
Myrddin df) givydr am ordderch. 

Das ist wiederum das Glashaus iß gmjdr oder irisch grianan, 
das ich vorhin citierte. Dem Myrddin schreibt es auch ein 
Dichter des 15. Jalirhunderts zu, leuan Dyvi, der diese Verse hat 
(E.Jones, Welsh Bards 2,47): 

Myrddin aeth, mawr ddawn ei tvedd, 
Mewn givydr, er mwyn ei gydwedd. 



DAVYDD AU GWILYM. 229 

Es kommt in der Dichtung vom arthurischen Sagenkreise öfter 
vor, wie in dem altfranzösischen Epos von Tristan.') 

Dav.vdd erwähnt eine ganze Reihe von den Helden der 
Tafelrunde. So den Kei ab Kj^ner y gwr hir, den er seinem 
Feind Ehys Meigen gegenüberstellt: nid gwrol Gai hir, htvyr y 
mniydr y safai, 230, 33. 

Wie der Dichter Peredur paladyr-hir ab Evrawc einführt, 
ist oben (S. 45 f.) gesagt worden. 

Geraint ab Erbin wird einmal bei der Erwähnung seiner 
Geliebten genannt: ail gariad Geraini, 170,8. Enid die Tochter 
des Yuywl ist dem Dichter ein Vorbild weiblicher Schönheit: ail 
Enid. 46,18. 226,7. 251,27; ail Enid Um, 61,50. 164,38; tyfiad 
Enid, 49,3; eiliw Enid. 178,7. So kommt der Name Enida auch 
bei den provenzalischeu Dichtern häufig vor. 

Geraints Sohn Selyv (MA. 421b) ist als der Verehrer der 
Ny V berühmt und beide gelten als Wunder der Schönheit (118, 28 
nach einer Lesart). Lewis GIjti Cothi (p. 126) sagt: PrydNyfa 
Sclyf a roed i Sion. Bei Davydd kommt sonst vor: pryd Nyf, 
41, 24. 105, 69. Oft ist das Wort vielleicht nicht Eigenname, sondern 
das Nomen nyf 'Schnee', das dem irischen snechta entspricht: 
/ii<- nyf. 110, 45; deuliic nyf 8, 11; Morganug nyn ohvgnyf 259,27. 

Tristan, dessen Geschichte bei den Walisern nur in neueren 
Handschriften erhalten ist, nennt der Dichter einmal, aber nicht 
in seiner richtigen piktischen Form Drystan vab Tallwch RB. 1, 
159,27 [taleithaiic 1,303, galovyd 1,304, gwr veichyat 1,307), 
sondern in der romanisierten (Trystan, MA. 339 b), wo er von 
einer beschwerlichen und sein- eiligen Reise zu einer Geliebten 
erzählt 2) (153, 7 ff.): 

Un fryd wyf yn y fro deg 
A Thrystan, eithr ar osdeg, 
Ni thyr crinbren, dien dwyll, 
Dan droed i'm di}n drttd amJmyll. 



') Tristan ed. F. Michel 2, t03. 

■■') Es ist nicht wahrscheinlich, dafs eine ähnliche Stelle (208, 15 f.) 
anders zu verstehen ist: 

Neithiioyr hir-ffordd gaivr orfu (Xat. gam orddu), 
Fal Trwstan am feingan fn! 
Das Wort- irit-sian 'infelix' kommt sonst vor: 39,47. 95,60. 96,41. 131,10. 
225,2; dazu tricstaiieiddivch 142,2, tricstannddnvydd 194, t. J. Davies sagt: 
'Est forte appellativum a nomine proprio viri'. 



230 L. CUK. STERN, 

'Eines Sinnes bin ich in der schönen Landschaft mit Tristan, 
aufser im Öffentlichen; niclit bricht ein trocknes Holz, offenbarer 
Trug, unter dem Fufse meinem lieben unverständigen Kinde'. 
Den Gatten seiner Geliebten nennt er einmal gtir EmjUt, 89, 38. 
Sonst ist Isolde die gefeierte Schönheit: ail EsyJJt, 46,21. 153, 
1-i. 233, 14; nith EsijUt 67, 2 ') (vgl. chwaer EssijUt, Gr. Roberts 261); 
Esyllt tvedd. 89, 4. Ihre Heimat ist Glamorgan: tír EsißU, 260, 
23; gwlad Esyllt. 259,23; bro Esyllt, 187,33. Cae Esyllt. 210,49 
ist der Name einer Örtlichkeit, ebenso Lhcyn Esyllt 14, 41. 

Aus der Erzählung von Kulhwch kennt der Dichter nicht 
nur die schöue Olwen: fain Olicen. 111,24; nith Ohren 180,31; 
sondern er erwähnt auch die drei alten Tiere, die darin eine 
Rolle spielen: den Adler von Gwernabwy, den Hirsch von Cilgwri 
und die Eule von Cwm Cawlwyd 52,29ff. (vgl. RB. 1,1291; lolo 
Mss. 188). 

Garwy hir, der Sir Gareth im Mort d' Arthur, ist dem 
Dichter als ein Weiberheld bekannt (136, 13); seine Geliebte 
Creirwy kommt wenigstens in einem Llys Grairwy vor (206, 31). 
Die älteren Barden erwähnen den Ritter häufiger: neud athuyf 
nicyfyn eil Garivy hir, sagt Hj'wel ab Ywein (MA. 197 a, 4v. u.); 
mewn arfuu gorau oedd ail Garwy (MA. 323a); und als Geliebten 
Creirwys nennen ihn Hywel ab Einion Lygliw (MA. 339a) u. a. 

Die Tochter des Garwy hir. In dec verch Arwy hir(RB. 1, 
112. 302), ist wieder eine gefeierte Schönheit, daher die Aus- 
drücke: cttin Indeg, 233,9; ail Indeg, 41,45. 91,1; jwb Indeg, 
197, 59; llairendtvf yn llaw Indeg, 37, 43. 

Iweins Geliebte Luued ist eine andere Schönheit, mit deren 
Namen Davydd seine Damen bezeichnet: Luned oleuni, 37, 5 
(vgl. ail Luned em oleum, MA. 305a); Luned, ail i 'leuni dydd, 
164, 52. 202, 16. 44. 254, 23. Zweimal liest man ail E luned 
67,9. 75,42. 

Ebenso Tegau Eurvron. die durch ihre Sittsamkeit berühmte 
Frau des Caradog Vreichvras, die Siegerin des Mantels: cerais 
Began, 173,1; Tegau uyt, 218,32; legaii eurfalch, 61,1; «/7 
Beguu, 131,1. 211,1; Tegau du-f, 49,52. Gorch. 120. An einigen 
Stellen aber ist tegau nicht Eigenname, sondern bezeichnet so 
viel wie Juwel odei- Kleinod: degau glacr. na deg o glod. 61, 18; 
tegau icsin ddoeihineb. 221,49. 

') Da.s Geiliclit Nr. 67 Yn achwyn fod i gariad ar briodi arall (M) 
hätte im Zusammeuhaug S. 87 erwäbut werden soUeu. 



DAVYDD AB GWILYM. 231 

Teo:wedd, die der Dichter einmal nennt: Tegiccdd foneddig, 
160, 59, hat man als die Tochter des Tegid Foel o Benllj-n er- 
klärt. Sonst ist dies der Name der Schwester des heiligen 
Tydecho von Llan y mawddwy, die vom Fürsten CjTion von 
Powys und seinen Leuten geraubt, aber durch die Kraft des 
Heiligen aus ihren Händen als Jungfrau errettet wurde. So be- 
ricLtet eine Legende des Davydd Llwyd ab Lljrn'elyn ab Gruffydd 
(c. It50) bei E. Jones 2, 46. 

Enron (Enron wy), die Tochter des Clydno Eiddin, war auch 
eine Schönheit (L. Glyn Cothi p. 232); Da-vydd hat nitJi') Enron 
150. 24 

Neben diesen Schönen kennt der Dichter auch den häfslichen 
Morvran ab Tegid (EE. 1, 108. 159. 304), er nennt einen Mönch 
Morfran yr ijshryd glán ghrys, 217. 36; der Doppelvers fehlt 
fi-eilich in einer Handschrift. 

Häufig werden aus dem Altertum die durch die Freigebig- 
keit berühmten Männer (EB. 1, 304) erwähnt, nämlich Ehydderch 
Hael ab Tudval Tudclyd 1, 12, 3, 17. 114, 3. 259, 35 (davon 
rhydderchaidd 228,42); Nudd Hael ab Senyllt 5,1. 6,26. 63,41. 
232,48. 259,35; und Mordav Hael ab Servan 114,3. 259,37 
(lolo Mss. 253, 42). Diese drei und Rhun nennt auch ein älterer 
Barde zusammen (MA. 22G a b). 

Hu Gadarn und seine beiden Ochsen (MA. 400. 406. 409) 
erwähnt der Dichter in dem Gedichte über das Echo, wo er 
sagt, er und seine Geliebte seien so wenig zusammengekommen 
wie die beiden Ochsen der Sage (113,15; vgl. oben S. 157): 

Fal y ddau ychen Mn hy"-) 
Fannog, pa befh a fynni? 

Von der mittelalterlichen Literatur scheint Davydd auch 
die 'Septem sapientes' gekannt zu haben. Die letzteren werden 
allerdings in etwas seltsamer Verbindung genannt (14, 23 f.): 

Bhyfedd yw doethion Bhufain 
Bhyfeddod pryd fy myd main — 

') nith eig. 'Nichte', dann 'verwandt, ähnlich'. Vgl. nith Anna, 118, 15; 
nith Fair, 146,8; nith Eigr, 109,6. 154,64; yiith Olwen, 180,31; nith Esijllt, 
67,2; nith i'r Mai, 65,26; nith yr haul, 159,25. 216,54. 222,4. 2.33,36; nith 
y des, 29,25; nith gicawr, 256"; 22; nith y gog, 177,38. 

') Wie es scheint, lesen hier einige hen Hu, was auTser dem 'twyll 
awdl' wohl noch ein anderes Bedenken hat. 



232 L. CHR. STERN, 

WO im ersten Verse mit einer Handschrift yan doeihion zu lesen 
ist, im zweiten aber 0. M. Edwards rhyfeddach bietet. Die 'sieben 
Weisen Roms' sind liier weniger die Helden des den Walisern 
durch die Übersetzung bekannten Eomans als spricliwortliche 
Weise wie die sieben griechischen; als solche kommen sie auch 
in den Triaden vor (MA. 906 a). 

Von anderen Sagen, auf die Davydd ab Gwilym anspielt, 
ist vielleiclit eine normannische zu nennen. Es heifst, Ivor war 
tm arial á Ffivg Morganu-g nnir gijnnal 'so stattlich wie í'fwg 
Morganwg' (5,37). Fulk Fitz-Wariu war ein geächteter nor- 
mannischer Ritter im Anfange des 12. Jahrb., von dessen Leben 
in den Wäldern und von dessen abenteuerlichen Zügen ein alt- 
französisches Gedicht und ein Roman erzählen (H. L. D. Ward, 
Catalogue of romances 1, 501). Auch lolo Goch erwähnt das 
Schlois und das Pferd des Syr Ffwg 7, 41. 73. 48. 

Ob der Ritter Guy von Warwick, von de.ssen Liebe zu der 
Grafentochter Feiice ein französisches und ein englisches Epos 
handeln (vgl. F. N. Robinson, CZ. 6, 9 ff.), in den folgenden Versen 
Davydds genannt wird (74,31): 

]'Ji>y liier Guy a'i ddicyivisg^) 

A'r rhain gan"^) dynned á rhisg, etc. — 

ist zweifelhaft, da die Zusammensetzung und die Lesarten des 
Gedichtes unsicher siud. Auch Madron 55.21 ist unerklärlich. 

In Davydds Gedichten werden mehrere Dämonen des Meeres 
genaunt. Der häufigste Name für den Beherrscher der See ist 
Llyr (ir. Ler): gulad luddiad Lyr, 20,11; ginjr Lyr filwriaeth, 
229, 25; Uwyr nans Llyr hoyivdraus, 231, 4t5; Jlwnv iawnicito 
Llyr enaint, 13, 45. 

Aber auch Neivion (das aus Neptun freilich kaum zu 
deuten ist), scheint eine ähnliche Bezeichnung zu sein. 'Aquas 
et niaria videtur significare, ut in quibus res natant', sagt John 
Davies; llys Xcifion ist ein Name des Meeres geworden (lolo 
Mss. 89) und Davydd sagt (55, 27): 

Nofiad a wnaeth hen Neifion 
Droia faivr draw i Fön. 

'Der alte Neivion schwamm von der grofseu Troja dort nach 
der Insel MOn. 

') ysgwiair guiw i ddiwisg M. ") cyn M. 



DAVVDD AB GWILYM. 233 

Vermutlich ist auch Hwynyn (99, 42) ein Dämon des 
]\Ieei"es; eine Lesart sclieint aber einen Felsen im Meere, der 
den Seeleuten gefährlich war, mit dem Namen zu bezeichnen. 

Als letzte der Sagengestalten, die in Dav.ydd ab Gwilyms 
Gedichten vorkommen, ist Gwynn ab Nudd zu nennen. Der ist 
als der Geliebte der CreurdUad mercli Lid (BBC. 49 a) oder 
CreidyJat vicrch Llud llaicereint (RB. 1, 113. 134) bekannt, um 
die er an jedem Jiaifeste {boh duiv IcaJan Mai) mit Gwythyr mab 
Greidawl zu kämpfen hatte. Darnach scheint er ursprünglich 
ein Dämon des Sommers gewesen zu sein und Gwythyr ein 
Dämon des Winters. Er erscheint auch in einem dem Gwyddno 
beigelegten alten Gedichte über die Krieger Britanniens, miJwijr 
Frijdcin (MA. 126 a). Bei Davydd ist er der König der Elfen, 
die seine Familie {tyhi-yth) bilden, wie bei einer fi-üheren Gelegen- 
heit dargelegt worden ist (CZ. 3, 608 f.). Er wohnt im Nebel, 
im Sumpf und in der Nacht (54, 40. 52); der Morast ist sein 
Fischteich (133, 23), die Eule sein Vogel (184, 40). Sein Schlofs 
QJys Ginjn ab Nudd) ist eines der unsichtbaren Dinge, heilst es 
in einer Triade (MA. 895b). Endlich ist er der Böse, der den 
Bösen holen möge (123, 54. 99, 71). Ich habe sonst darauf hin- 
gewiesen, dafs die Ähnlichkeit des walisischen Gwynn ab Nudd 
mit dem gälischen Find mac Nuadliad sich nicht nur im Namen, 
sondern auch in dem allgemeinen Charakter dieser Dämonen zeiat. 



Römische Literatur. 

Man hat die Kenntnis, die Davydd ab Gwilym möglicher- 
weise von dem klassischen Altertume gehabt hat, sehr über- 
trieben. ') Homer und Virgil hat er gewifs nicht gekannt. Was 
ihm von den alten Sagen bekannt geworden ist, hat er aus 
walisischen Übersetzungen wie der des Dares Phrygius und aus 
Triadensammlungen, wie sie noch im Codex Hergestiensis vor- 
liegen (EB. 1, 297). So beginnt er ein Gedicht (Nr. 29) : 

Tab' gicragedd a'u givedd fal givaivn 
A gafas yn gwhl gyfiaivn 

') Vgl. T. Marchaut Williams in den Transactions of the Liverpool Welsh 
National Society, Fourth Session 1888—1889, p. 50. 



234 l' cuk. stern, 

Tryä cain, pan fit'r ddanucain^) dda, 

A roes Duw nef ar Efa. 

Cyntaf o'r tair disglaerloyw 

A'i cafas ehuduas hoyiv, 

Folicsena ferch Bria, 

Gtvaisg o grair-) yn gu-isgo gra. 

A'r ail fu Diodema, 

Gnitvhryd goJeudraul haul Iia'. 

Trededd^) fun, ail rJiun y rhaivg, 

Fu Elen feimcen fannaicg. 

Yr hon a her is ^) y rha' 

A thin rhivng Groeg a Throia. 

Ted tear edd disymledd^) serch 

Y glain eglurfain glaerferch, 

Yn dyfod'') yn deg ddiseml, 

Heb ug nod amhcg, i'r deml, 

A'r llu oedd ami 'n edrych 

Ar laicr disgleirfaicr,') waiir ivßch. 

A'') vtyfi daeth i m'ofeg 

Ymofyn: pwy ytv V dpi deg?^) 

'Drei Frauen wie der Glanz des Sommers, 
Die hatten ganz die Wohlgestalt, 
Die, wie das gute Schicksal wollte, 
Der Gott des Himmels Eva gab. 
Die erste von den drei'n, hell strahlend, 
Besafs ein rascher schmucker Held: 
Polj'xena,!") die Tochter Priams, 
Von hoher Ki'aft im Scharlaclikleid. 
Die andere war Deidamia. 
Die liebliche, von Sonneuglanz. 
Die dritte Feine, einst berühmte,'*) 
War Helena mit ihrem Mal, 



>) damwain A. ») graidd M. =) Trydydd AB. 

*) a bares gyffron M. rha' = rhaf? rhae? yr ha A, yr ha' B. 

') disymlwedd \. «) dytcad M. 

') dysyl mawr M. ") I . . . ymofeg AB. 

") Ar lies pwy or ddyties ddeg M, — ddyn zu lesen? 
'") Gutyn Owaiu scheint auf dieses Gedicht auzuspieleu : Soniicn amdanat, 
Policsena ail \ Elen Diodema, Gorch. p. 189. 

") lihun ist eiu Mauuesuame, daher hier kaum richtig. 



DAVYDD Ali GWILYM. 235 

Die zwischen Griechenland und Troja 

Zum Kriegeszug den Anlafs gab. 

Die Vierte ist die Minnetraute. 

Die strahlendschüue helle IMaid. 

Die sittsam schön zum Tempel schreitet') 

Ohne gesuchte Art im Blick. 

Die Morgenschöne ward vom Volke 

Auf heller weiter Flur bestaunt. 

Da kam's mir in den Sinn zu fragen: 

Wer ist denn dieses schön.e Kind?' 
Die hier Besungene war Gwynedd entsprossen, mit Sonne und 
Mond verwandt, weifser als der Kalk, als die Woge, als der 
Schaum oder als irgend ein weifses Kleinod und glänzender als 
eine Fackel. 

Über Polyxena. deren Schönheit Dares Phrygius (ed. 
F. Meister p. 16, 1 = walisisch RB. 2, 12) beschreibt, sagt dieser 
Autor: 'Hecuba dum fugit cum Polyxena, Aeneas occurrit: 
Polj-xena tradit se ei, quam Aeneas ad patrem Anchisen 
abscondit' (Dares 49, 19 = EB. 2, 37). Dies deutet Davydd an, 
aber unrichtig hat der Verfasser der Triaden: 'Diadema gorderch 
Eneas ysctcydwyn' (RB. 1, 297). Deidameia, eine Tochter 
Lycomedes, des Königs der Doloper, war die Mutter des Pyrrhus 
von Achill (Ovids Ars amatoria 2,704); beim Dares kommt sie 
nicht vor, aber oft bei den Dichtern des Mittelalters. Helena 
•uotam inter duo supercilia habens' (= w. Elen vannaux) wird 
von Dares genau besclu-ieben (p. 14,15 = EB. 2,12; CZ. 3,612); 
Davydd erwähnt sie als berühmte Schönheit auch sonst:-) EJen 
ail (171, 2), wo kaum Elen llwydog, die Tochter des Eudaf (RB. 
1, 87. 298), gemeint ist. Die Zerstörung Trojas (Uaddfa euer 
Droia) erwähnt Davydd 94, 12 (vgl. 55, 28); auch Hektor (Echdor 
6,41; so auch MA. 221a, 5 v. u., aber Ector gadarn EB. 1,297); 
und Achilleus {Achel oder Eckel) kommt sonst bei den Barden 
vor (MA. 276b, 2). Der troischen Prophetin Sibylla, einer an- 
geblichen Tochter Priams und Hekubas, die durch Schönheit 
hervorragt (HM. 2, 277j, legt der Dichter schwarze Augenbrauen 
bei: dail sali fal dwyael Sibli, 8,22. Von den alten Göttern 

') Man könnte hierin eine Erinnerung an das 'fanum' finden, das Helena 
besuchte, als sie von Paris geraubt -nurde (Dares p. 12, 22 = RB. 2, 10). 

-) Ebenso die Troubadours und die deutschen Minnesänger (O.Wilmanns, 
Walther Ton der Vogelweide p. 211. 243). 



236 L. COR. STERN, 

kennt er nur Yeniis, die er seinen Schönheiten vergleicht: Fernes 
her, 159, 9; all Fenns, 80, 11. 170, 41. i) Auch Herkules erscheint 
bei ihm: nerth hraisg Ercirlf 6, 25. also in der Form, die das 
Buch Talie.'jsins (Skene 2, 196) und die Triaden haben {Eradf 
gadani, RB. 1,297). 

Den römischen Dichter Yirgil kennen die walisischen 
Barden kaum dem Xamen nach; denn der Yirgil. der bei ihnen 
vorkommt, ist, ebenso wie bei den Provenzalen (Diez, Poesie der 
Troubadours- p. 113), der Zauberer des Mittelalters (Dunlop, 
History of fiction- 1,431). Mit Hilfe virgilischer Bücher dncy 
gdfyddyd Ihjfrau FherylJt braut Caridwen in ihrem Kessel Kunst 
und Wissen für ihren häfslicheu Sohu (Lady Guest, Mabinogion 
3, 322). In ähnlicher Weise gebi-aucht auch Davydd nur den 
Namen: drychau o ffciriau Fferyll, 57,32; o ffnrf gelfyddyd Fferyllt, 
105, 58. Dieses ff'eryll, fferyllt hat die allgemeine Bedeutung 
'Künstler', namentlich 'Metallarbeiter' angenommen. 'Wenn du 
die Zurichtung und Bebauung des Landes kennen lernen willst, 
dysg lyfr FhcryU, yr hau a ehcir VirgiV, sagt der kambrische 
Cato, womit er auf die Georgica verweist. 

Der einzige römische Dichter, den Davydd oft erwähnt, ist 
Ovid. Nachgedichtet hat er ihm freilich nichts, auch nicht Nr. 88 
über das Anwachsen der Liebe, die er wie ein Pflegekind {mab 
viaeth) hegt; man hat dabei an das ganz verschiedene Gedicht 
au Cupido (Amores 2,9) gedacht, wenn ich nicht irre. Ovids 
Gedichte über die Liebe gehören zu den verbreitetsten Büchern 
des Mittelalters. Die provenzalischeu Dichter haben einige 
Kenntnis davon, vielleicht durch Übersetzungen, und eiguen sich 
Sprüche aus ihnen an, wie Dietz, Die Poesie der Troubadours* 
p. 111 ff., zeigt. Es giebt eine ganze Literatur französischer 
Nachbildungen (G.Paris, Histoire littéraire de la France 29, 455 ff.), 
und eine normannische der Ars amaudi, etwa aus dem Jahre 1280, 
betitelt 'La clef d'amour', ist 1890 von A. Doutrepont aufs neue 
ediert worden. Es gab auch eine lateinische Nachbildung des 
Buches, die älter als das 14. Jahrhundert ist (ZfDA. 34, 270). 

Davydd citiert ein 'Buch Ovids' immer wieder: A chadw 
i'th gof lyfr Ofydd, 10,25; salm yw 'tighof o lyfr Ofydd, 42,1; 
Ihvfr wyf ar ivaith llyfr Ofydd, 58, 22; heb fy llyfr hoyubuyll 



') Nr. 170 ist nacli einer Handschrift von Rhys Goch o Lanilyfrihvy 
verialst. 



DAVYDD AB GWILYM. 237 

Ofydd, 63, 42; gicyddost, Gadi deg uiuddyn, hjfr Ofydd meun 
ghisin/dd ghjn, 199, 3 f. Er führt daraus selbst eiuen Spruch an, 
den man freilich im ovidischen Texte nicht finden wird (103, 17 f.): 

Ond Cymro, medd llyfr^) Ofydd, 
Pa ^) hynaf ynfytaf fydd. 

•Aber der Waliser, sagt 0\1ds Buch, je älter er ist, desto törichter 
ist er.' Und von der Nachtigall sagt er (84, 15 f.): 

Frid yic ei cliof gan Ofydd 
Prydyddes, guehyddes guydd. 

•^^■ert ist ihre Erwähnung bei Ovid, der Dichterin und vSängerin 
des Waldes.' Aber der Name der Nachtigall kommt in Ovids 
sämtlichen Werken nicht vor. Der Dichter kann kaum eine 
walisische Ars amandi meinen, da von einer solchen nichts 
bekannt ist. Hatte er vielleicht eine der Nachahmungen in 
provenzalischer, französischer oder normannischer Sprache im 
Auge? Das Walu-scheinlichste ist, dafs das Buch fingiert ist. 

'Ovids Liebe war nichts', sagt Llj'welyn Goch, 'gegen die 
meiuige zu Lleucu Llwj^d' (E. Jones, Welsh Bards 2, 51). Ovid 
bedeutet allgemein einen Dichter der Liebe: iaith Ofydd, D. G. 
64, 22; Ifor euriaith Ofydd, 5, 15; prydydd cerdd Ofydd ddifai, 
219,29; cyuydd giiiw Ofydd, 121,8; deigr Ofydd, 143,7: dull 
Ofydd, 16,36; Uattai Ofydd giiyl, 200, 27 f.; ciliawdr nahiiyf iiyf 
Ofydd, 134, 51. Davou bildet sich ein Femininum offyddes 168, 11 
(merkwürdigerweise ist Ofydd auch ein nom. pr. fem., 166, 14), 
und ofyddiueth ist der 'Minnesang' 128, 66. 229, 22. 

Das Wort wird von späteren Barden mit immer mehr sich 
schwächender Bedeutung augewendet. Davydd Nanmor im 15. Jahr- 
hundert: eirehiad uyf archiad ofydd, Ceinion 1, 164b; Ivan Dewi: 
ofydd drosof oedd draserch, Cefn Goch Mss. 169,27; William LljTi: 
maeth ofydd y Mythafarn, 173,2; laco ab Dewi 1713: am gan 
maul Ifan mal Ofydd, Cymmrodor 8, 44. Man gebrauchte den 
Ausdruck auch für einen dilettierenden Barden ohne die vor- 
geschiiebene Schulung (lolo Mss. 55 ff.); oder, zum Unterschiede 
vom Barden und Sänger (teuliur), für einen Dichter der Liebe 
und Em-zweil {Cyfrinach Bdrdd ynys Prydain, Caernarfon, p. 32). 



') fo y ngwaith M. ») Pu>y M. 



238 I'. CHR. STERN, 

Endlich bedeutet ofjidd ganz allgemein einen Weisen oder Ge- 
lehrten, einen Lehrer oder Kundigen, wie in den Zusammen- 
setzungen achofydd 'Genealog', credoftjäd 'Urheber des Glaubens', 
cijnofijdd 'erster Lehrer', gallofydd, Uidofi/dd, Uitofydd, rhegofi/dd 
(Revue celt. 0, 274). In dieser Bedeutung 'doctor' ist Ovidius 
bi.s zu den Iren gedrungen (Irish glosses p. 17). 



Roinauische Einflüsse. 

Davydd ab Gwilyra hatte ohne Zweifel noch Literatur- 
kenntnisse anderer Art. Im Süden der walisischen Heimat auf- 
gewachsen, nicht weit von der Grenze der verbalsten 'Sachsen', 
hat er sich, wie schon die von ihm gebrauchten zahlreichen 
Fremdwörter beweisen, von ihrer Sprache vieles angeeignet. Der 
altenglische Dialekt der Zeit bahnte ihm vielleicht den Weg 
zu der Literatur Frankreichs, mit dem ohnehin die Berührungen 
im Verlaufe eines hundertjährigen Ki-ieges unablässige waren. 
Er erwähnt die Gascognei) (213, 11), und hier herrschte die 
Sprache des Oc. Schon oben erinnerten uns das Gedicht Nr. 99 
und manche andere Verse an provenzalische, und wenn man 
Davydds Werke im allgemeinen darauf ansieht, so verkennt man 
nicht, dafs die Literatur derProvenzalen auf ihn einen bedeutenden 
Einflufs gehabt hat. Wenn sie auch ein Jahrhundert vor seiner 
Zeit geblüht hat, so hat sie doch auch auf die nord französische 
und die normannische wie in gewissem Sinne selbst auf die 
deutsche nachhaltig gewirkt. 

Die provenzalische Literatur zeigt schon in ihrem Umfange 
eine gewisse Verwandtschaft mit der walisischen. So wie ihr 
Virgil und Ovid nur mittelbar bekannt sind, so hat sie anderer- 
seits ihren Cato und so manche Übersetzung aus der lateinisclien 
Literatur des Mittelalters. Die epischen Stoffe der Bretonen sind 
den provenzalischen Dichtern so bekannt wie den walisischen.'-) 
Selb.st die Entwickelung, die das Bardentum bei den Walisern 
genommen hat, ist der der Troubadours ganz ähnlich. Nach dem 
Berichte des Guiraut Kiquier an den König AlfonsX. von Castilien 

') Gwasgwyn, Var.Oasgyn 'die Gascogue'; Givasgwynes 'die G.ascogueriu' 
nennt er ein Schiff 99, .SO. Dagegen scheint gwasgwyn 250,5 'einen sauften 
Hügel' zn bedeuten; und 123,5'! ist mir das Wort dunkel. 

«) Vgl. A. Bkch-Hirschfeld, Epische Stoffe des Troubadours, 1877, p. 39. 



DAVYDD AB GWILYM. 239 

1275 (Diez, Poesie^ p. 68) gab es vier Arten von Sängern, die 
sich alle Troubadoiu-s nannten: bufo, der Possenreif ser, der eigent- 
lich nicht zu ihnen gehört; joglar (jongleur), der Instrumente 
spielt, Novellen erzählt und Verse anderer vorträgt; trohaire 
(trouvere), der Verse und Liederweisen erfindet; und doctor de 
trobar, der ein Grolsmeister der Kunst ist. Ganz ähnliche Barden- 
klassen haben sich in "\\'ales herausgebildet, wenn auch manche 
technische Unterscheidungen einer verhältnismäfsig späten Zeit 
angehören. So möchte der walisische bardd 'der Barde' oder 
prydydd 'der Dichter' dem trobaire der Provenzalen, der chnvr 
'der fahrende Säuger' dem provenzalischen joglar entsprochen 
haben; tatsächlich übersetzt cUr das lateinische 'Joculat ores' 
(LA. 40, 4). Die geringsten Jongleurs haben vielleicht im cUr y 
dorn oder ban y gier ein Gegenstück (E.Jones, Welsh Bards 1,33; 
L. Glyn Cothi p. 281), während dem doctor de trobar der walisische 
jjencerdd zu vergleichen wäre. 

Schon die Barden des 12. und 13. Jahrhunderts werden 
einige Kunde von der Poesie, die in Frankreich blühte, gehabt 
haben; und wenn man vergleicht, was die walisische Poesie vor 
Davydd ab Gwilym war, dann kann man kaum zweifeln, dafs 
ein fremdes Element in sie eingedrungen ist. Die Seltenheit des 
Liebesliedes iu den früheren Zeiten der ii'ischen sowohl als der 
walisischen Literatm- ist charakteristisch, und man hat sogar 
bemerkt , dafs die celtischen Sprachen kein einheimisches Wort 
für den Kiifs besitzen, i) Der romanische Einflufs auf Davydds 
Poesie ist vielleicht nicht unmittelbar gewesen, aber er ist deut- 
lich und sicher. Seine Frauenlyrik hat wirklich etwas von dem 
Minnedienste der Provenzalen, von dem sich auch die süddeutschen 
Dichter des Mittelalters einiges angeeignet zu haben scheinen. 
Dafür sprechen nun mehrere Einzelheiten. 

Da ist zuerst der llattai oder Liebesbote. Die occitanischen 
Dichter lassen ihr Gedicht durch einen Boten messatge, messatgiers 
überbringen- und vortragen. Die artige Erfindung des geflügelten 
Liebesboten-) liegt nicht allzuferu: 'War ich eine Schwalbe um 
in ihre Kammer zu dringen', sagt Bernart von Ventadorn (Bartsch, 
ehrest. 67). Marcabru entsendet den Star znr Geliebten und diese 

') Kaum widerspricht ir. mem. i. póc mit O'Davorens Erklärung-, Archiv 
2, 413. 

ä) y.iüvioi^ 'die Mücke' kommt als Liebesbote in der griechischen An- 
thologie vor (AP. 5, 152). 



240 L. CHR. STERN, 

trägt iliin ihre Antwort auf: EstorneJ, coiU ta voluda (Bartsch, 
Chrestomathie ^ p. 55). Peire von Auvergne (ed. E. Zenker p. 102) 
schickt die Nachtigall aus: Ilossinhol, ei sen repaire. Ein Un- 
genannter trägt der Schwalbe seine Botschaft auf: Arondeta, 
de ton chantar m'a'ir, und in den 'Novas del papagaj'' des Arnaut 
von Carcasses ist dem Papagei die Rolle des A'ermittlers über- 
tragen. (Vgl. R. Zenker, Die Lieder des Peire von Auvergne, 
1900, p. 46). Der werbende Bote kommt auch bei den deutschen 
Minnesängern vor, so schon bei Reimar dem Alten, aber selten 
ist er geflügelt. Heinrieh von Stretelingen hat: 

'Nahtegal, guot vogellin. 

Miner frowen solt du singen in ir ore dar' — 

und in einem Yolksliede helTst es: 

'Nahtegal, sing einen don mit sinne 
Miner höhgemuoten küniginne'. 

In dem Liebesgetändel bediente man sich gewisser Er- 
kennungszeichen, wie es bei Davydd heifst, arui/ddion nnvtinion 
merch, 225,12. cf. 71, 41; arn-ydd sercli, 174,59; annjdd ar nijdd 
hinhhjdd haf, 180,36. 156,33; dan arwydd, 110,47.187,17. Dem 
Adler trägt der Dichter einen Grufs an eine schöne Frau auf 
und es solle den Sommer über zwisclien ihnen das verabredete 
Zeichen gelten (187, 21 f.): 

A hod arwydd a wyddwn 
lih'of fi a hl yr haf hicn. 

Der Forelle als Uebesbotin übergiebt er ein Zeichen und trägt 
ihr auf- ihm ein solches zu überbringen, auf dem inscl cariad 
'das Siegel der Liebe' ist (206, 28 f.). Das walisische arwydd 
heifst dem Provenzalen ensenha. Bei Peire von Auveigne fliegt 
die Nachtigall hin, wo die Geliebte des Dichters weilt, tro qu'en 
troh Venscnha 'bis sie ihr Abzeichen findet' (p. 103 ed. R.Zenker); 
es war ein gegenseitiges Erkennungszeichen und heifst daher 
auch enlresenha. 

Der Zusammenkunft {oed) mit der Geliebten gedenken die 
pi-ovcnzalischen Dicliter nicht so häufig wie Davydd, aber d;is 
Stelldichein der Liebenden im Fieien ist audi bei ihnen üblich; 
es fand statt 'dins cambras o sotz folh' (Le Parnasse occitanien 
p. 258), und 'sotz folh' ist das walisische dan ddail. 



DAVYDD AI! (iWILYM. 241 

Weiter ist hier das Tagelied zu nennen, von dem Davydd, 
wie oben bemerkt, mehrere Beispiele hat. Der Gegenstand liegt 
der lyrischen Poesie so nahe, dafs man kaum an das alte 
griechische Volkslied, an Ovid (Amores 1,13), der die Morgen- 
röte zu weilen bittet, an Sliakespeares 'It was the nightingale, 
and not the lark' und an andere i) zu erinnern braucht. Von 
gröf serer Bedeutung ist uns das Tagelied der Troubadours, die 
es Alba (eigentlich Morgendämmerung) nennen (vgl. Diez, Poesie^ 
p. 106. 133). Bekannt ist jenes liebliche Lied einer Dichterin 
'En un vergier, sotz fuellta d'albesjn' und ein anderes von Guiraut 
de Borneil; es giebt auch ein lateinisch-provenzalisches Tagelied 
(ZDPhil. 12, 333 ff.). Dafs Davydd zu seinen beiden Tageliedern 
durch romanische Vorbilder, weuu auch vielleicht nur mittelbar 
angeregt wiu'de, ist ebenso wahrscheinlich wie es bei den deutschen 
Minnesängern ist. Wie oft werden diese im Arme der Geliebten 
von der Stimme des Wächters geschreckt, der an der Zinne den 
Tag verkündet. 

'Wahter, nu lä din singen, 

Es ist noch niender tag.' 

Vgl. die Grofse Heidelberger Liederhandschrift 54. 306. 391. 434. 
539. 596 usw., — ich will nicht wiederholen, was ihrer Zeit 
K. Bartsch und W. Scherer mit Sorgfalt behandelt haben. 

In nichts zeigt sich die A'erwandtschaft der walisischen 
Literatur des 14. Jahi'h. mit der provenzalischen deutlicher als 
in der komischen Rolle des Eiddig.') Das ist keine cel tische 
Erfindung, denn bei den Troubadours kommt der giJos 'der 
Eifersüchtige' als eine stehende Figur häufig vor. Es giebt ein 
neckendes Tanzlied mit dem Kehi-reime (C. Appel, Chrest. 85): 

') Auch bei den Arabern fehlt es nicht an Tageliedem, wie jenes ist, in 
dem es heifst: Ja lailu, dum li, lä arädtt ^abähan 'Weile mir, o Nacht, ich 
wUl keinen Morgen'. Noch in andern Punkten beiühit sich die erotische 
Lyrik der Araber des Mittelalters mit der abeuilländischeu, ohne dafs das Zu- 
sammentreffen aus der steten Gleichheit der menschlichen Verhältnisse wahr- 
scheinlich wäre. 

') Eidic 'eifersüchtig' EB. 1, 290 (von eidaw 'eigen') kommt bei Davydd 
nur selten als Adjektiv vor, 220,31; gtvr eiddig, 60,6; gicf/r eiddigion, 185,2; 
davon eiddii,,jdd 'Eifersucht' 60, 8. Gewöhnlich bezeichnet Eiddig (ohne Artikel) 
den Eifei-süchtigen, wie 16, 14. 32, 34. 50, 65. 68, 31. 76, 17. 79, 27. 83, 9. 85, 2. 
87, 55. 97, 16. 134, 22. 158, 19. 171, 28. 177, 53. 189, 26. 201, 31. 237, 60. 257, 3. 
258, 46. In dieser Bedeutung kommt das Wort indessen schon bei Cynddelvf 
vor: Ny mat gyrchaicd givenn gtvely eidic, MA. 183a. 

Z«it«ohrift t oelt. Philologie VII. J^g 



242 Tj. CHR. STKRN, 

Quant Jo gilos er for a, 

Bel ami, 
Vene-vos a mi — ; 

uiid eiu anderes beginnt so (ebenda p. 86): 

A Ventrade del tens clar, eya. 
Per joye recomen^ar, eya, 
E per jalous irritar, eya. 
Vol la regine mostrar 
Qu'ele est si amourouse. 
Alavi', alavie, jalos, 
Lassaz nos, lassaz nos 
Ballar entre nos, entre nos. 

In dem ersterwähnten Liede lieiTst es (C. Appel, Clirest. 85): 

Se 7 gilos mi menaza 

De baston ni de maza, etc. 

Und das erinnert an manche Stelle in den walisischen Gedichten. 
In der vorhin angeführten Alba heifst es: 'cn despeit del gilos' 
(Bartsch, Chrest. 109), und bei Guü-aut de Borneil (ibid. 109) sagt 
die Dame: 'et ai paor que 'l gilos vos assatge'. i) Ja, es gab eine 
eigene Dichtungsart gilozesca (C. Appel, Chrest. p. 261). 

Es würde zu weit führen, wollte man einzelnen Gedanken 
Davydds in den Dichtungen der Provenzalen nachgehen. Als 
ein Beispiel sei jene Stelle Davydds erwähnt, wo er sagt, er 
würde nicht zwei Königreiche für die Hütte seiner Geliebten 
nehmen (58, 49 ff.): 

Fe rhon' im gael gafael gaeth 
Dei fr unhoen, dwy frenhiniaeth, 
Dan yr haul, nid awn er hyn, 
Wyth-liw dydd, o'th loyic dyddyn. 

Häufig begegnet uns bei den Troubadours'-) der Gedanke, sie 
möchten ohne die Geliebte nicht Herreu von Frankreich sein 



') Noch Moliére gebraucht iu der École des femmes 4, den Änsdrnck 
'Bon jaloux'. 

') So auch bei den deutschen Minnesängern, wie Herrn Wachsmuot von 
Mülnbiiäen (GIIL. (;i4), der lieber seine Geliebte behalte« als 'küuig in 
Tschampauige' sein will. Der Gedanke leuchtet noch auf in jeuer 'vieille 
chanson' mit dem Anfange 'Si le roi m'avait donné Paris sa grand'ville'. 



DAVYDD AH GWILYM. 243 

(Diez, Poesie' p. 217). Und Peii-e von Auvergne p. 95 hat lieber 
seine Geliebte als das Königreich der Schotten und der Waliser 
— 'qu'tsser reis assats non-re d'Escotz ni de Gulics'. 

Dafs Davydds Bekanntschaft mit ausländischer Ijiteiatur auch 
bis in die italienische gereicht und dafs er die Werke seiner Zeit- 
genossen Petrarca (f 1374) und Boccaccio (f 1375) kennen gelernt 
habe, mufs durchaus bezweifelt werden. Die Sonette und Canzonen 
an Lauretta sind denn doch von einem anderen und ernsteren 
Geiste erfüllt und auch in der Form von den Cywj'ddau des 
walisischen Dichtei-s sehr verschieden. Doch finden sich unter 
den gereimten Erzählungen (iracthodlau) Da^'ydds einige, die ver- 
muten lassen, dafs er von fi-emder Literatur mehr als nur die 
romanische Lyrik gekannt hat. Es sind namentlich zwei Fabeln 
unter seiuen Gedichten, über die ich bereits gehandelt habe 
(CZ. 5, 416f.): die eine (Nr. 192) ist die allbekannte von der 
Ameise und dem Heupferdchen, die aus gleicher Quelle in ein 
walisisches Fabelbuch in Prosa (lolo Mss. 156) übergegangen ist; 
es scheint mir nicht sicher, dafs Davydd der Verfasser ist. Die 
andere Fabel (Nr. 181) ist die von der Katze und der Maus, die 
in einen Braubottich fiel. Wenn diese beiden Stücke Davydd 
wii'klich gehören, so empfing er die Anregung dazu vermutlich 
aus einem englischen oder französischen Äsop, der vielleicht schon 
ins Walisische übergegangen war. 

Dafs er den Decameron gekannt habe, ist ganz unwahr- 
scheinlich. Zwei Erzählungen daraus, die seine Gedichte enthalten 
(CZ. 5, 187 f.), waren im Mittelalter so verbreitet, dafs man zu 
solcher Annahme nicht genötigt wird. Die eine (Nr. 172) handelt 
von dem Ehebrecher, den die Frau uuter dem Bottich versteckt, 
ein Schwank, der auf Apuleius zurückgeht; die andere (Nr. 185) 
ist die Novelle von dem Eifersüchtigen, der aus dem Mantel 
seiner Frau verstohlen ein Stück ausschneidet, um sie hernach 
überfühi-en zu können. 

Aus seinem eigenen Leben erzählt Davydd ein Abenteuer, 
das an diese decameronischen nicht unpassend augeknüpft wird 
(Nr. 142). Cymro i'r hijd o fehyd fum^) 'ich bin von Jugend auf 
ein Kambrer für die \\'elt gewesen', sagt er. Als der Dichter 



>> Cgmro o'r byd febiid fam M. Der Anfang des Gedichtes ist übrigeus 
zu lesen Deuthum i ddinas dethol (nicht ddethol), weil dinas vormals masc. 
gen. war. 

16* 



244 L. CHR. STEKN, 

eines Abends mit seinem Burschen in einem ansebulicben Gast- 
hof eingekehrt war, wendete er alsbald einem schwarzbrauigen 
hübschen Mädchen seine Aufmerksamkeit zu. Er liefs ihr Braten 
und guten Wein geben und man war lustig und guter Dinge. 
Obwohl er heimlich mit ihr keine drei Worte sprach,') so wurde 
er mit ihr doch eins, wenn alle schlafen gegangen seien, zu ihi- 
zu kommen. Als nun alles dunkel war, trat er seinen gefahr- 
vollen V^'eg an, geriet aber unversehens an das stinkende Lager, 
wo drei 'Sachsen' mit ihrem Gepäck lagen — Kicking und 
Shocking und Jack. Einer von ihnen mit feuchtem Muude be- 
merkte ihn und weckte seine Kameraden: 'Ein Waliser geht hier 
im Dunkel, ein Dieb — nehmt euch in Acht!' Da tat der Dichter 
einen ärgerlichen Fall, stiefs mit Schienbein und Schenkel an 
einen dummen eckigen Stuhl und schlug mit der Stirn gegen die 
Tischkaute. Der Tisch, zwei Anrichten, der ganze Hausrat mit 
Schale und eherner Pfanne, alles fiel mit grofsem Gepolter durch- 
einander. Die Hunde bellten, der Wirt schlug Lärm und alle 
suchten nach dem armen Barden, der sich in der Dunkelheit ganz 
still verhielt. Es war eine häfsliche Geschichte {clavedl dißryd 
oedd), sagt der Dichter, der mit dem Schrecken davongekommen 
zu sein scheint. Es mutet seltsam an, dafs er in seiner Be- 
drängnis Jesus anruft und die göttliche Verzeihung erhofft. 

Dienyais i, da myn y saint; 
I'm Naf arcliaf faddcuaint. 

Diese beiden A'erse fehlen übrigens in einer Handschrift. 2) 



') Die Worte des Testes (142, 21 f.): 

A rhyngom ni bv, dri-air, 
bu, ni chlybu neb air, 

findeu sich fast gleichlautend in einem anderen Gedichte (102, 23f.): 

Ni bu rhyngom mvch trigair, 
O bu, ni wybu neb air. 

') Dais diese Erzähhiug-, wenn sie Davydd zugehört, von späteren Barden 
ausgeschmückt worden ist, wird dadurch wahrscheinlich, dals Handschriften 
eine Anzahl Verse auslassen, nämlich Vs. 9— 18. 25f. 41—44. Gl— 04. 73—74. 



DAVVDD AU GWILYM. 245 



Schill fswort. 



In dem ilythus von Davydd ab G-nilyni steht nur fest, dafs 
er der Barde Ivor Haels, eines südwalisiscben Edelmanns im 
14. Jahrhundert, gewesen ist. Die Gestalt de^ Dichters bleibt 
im Dunklen und selbst seine Gedichte hinterlassen Zweifel der 
verschiedensten Art. Denn wenn jene nicht in der Geschichte, 
sondern nur in der Sage lebt, so sind diese von der Kritik so 
wenig gepflegt, dafs man nur mit vielen Vorbehalten auf sie 
bauen kann. Gleichwohl sollte die vorstehende allgemeine Dar- 
stellung der davyddscheu Poesie auf die Gesamtheit der in der 
Ausgabe vereinigten Gedichte begründet werden. In solchem Ver- 
suche war seit dem Ende des 18. Jahrhunderts niemand voran- 
gegangen, und auch ich habe von den ca. 13000 Versen der 
Sammlung nur eine kleine Auswahl vorlegen können. 

Die persönlichen Gedichte Davydds würden besondere Wichtig- 
keit haben, wenn man aus ihnen wirklich Aufklärung über seine 
Lebensgeschichte gewinnen könnte. Aber in dieser Absicht stöfst 
man auf grofse Schwierigkeiten, weil Echtes und Unechtes, Wahr- 
heit und Fälschung fast unzertrennlich und unentwirrbar ver- 
mischt sind. Es giebt eine Überlieferung, wonach Bedo Brwynllys 
im 15. Jahrh. eine Sammlung der Poesie des Barden zu verdanken 
wäre; aber erhalten ist sie nicht. Leider können die Überschriften 
der Gedichte, die genealogischen Aufstellungen, die Manuskripte 
des lolo Alorganwg nur dann als historisch und zuverlässig gelten, 
wenn sie eine einwandfreie Bestätigung erhalten. Dieser Zustand 
der Unsicherheit ist schon alt. Wenn Lewis Glyn Cothi, der 
ein Jahrhundert nach Davydd lebte, in seiner Angabe, dafs dieser 
seinem Gönner Ivor Hael im Tode vorausgegangen sei,') nicht 
irrt (der Herausgeber nimmt den Irrtimi an, J. Glyn Davies ver- 
neint ihn), so kann die Totenklage auf Ivor und Nest (Nr. 13) 
nicht Davydds Gedicht sein. Wenn der in Nr. 234 gefeierte 
Rhydderch der 1397 verstorbene Besitzer des 'Weil'sen Buches' 
Rhydderch ab leuan Llwyd ist, wenn der Khys ab Tudur in 



') Áeth Davydd gwawdydd dricy gor 
I nevoed o vlaeii Ivor. 

Gwaith Lewis Glyu Cothi, Oxford 1837, p. 176. Er erwähnt auch Davydd ar 
vord Ivor, p. 189. 



21lj L. CHR. STEllN, 

Nr. 237 er.st 1112 gestorben ist,') und wenn diese Gedichte Davydd 
zugeliören, so kann sein Rhys "\^'g•awu in Nr. 99 nicht 1346 an 
der Schlacht von Crecy teilgenommen haben,-) so niufs sein 
Llywelyn von Enilyn ein ]\Ienschenalter später gelebt und so 
kann er nicht Nr. 236 anf die Ermordung des Gruffyd ab Adda 
verfaXst haben und kann nicht 1368 gestorben sein. Eütteln wir 
an einem Punkte der Überlieferung, so gerät alles ins Schwanken, 
denn der Widerspruch macht sich überall vernehmlich. Doch 
sind arcliivalisclie Untersuchungen über die persönlichen Ver- 
hältnisse des Dichters im Gange und zu unumstöfslichen Ergeb- 
nissen bisher noch nicht gelangt. 

Geradeso wie mit den persönlichen Gedichten verhält es 
sich mit den andern. Die Authenticität so vieler ist anfechtbar, 
so dafs sie als Beweismittel in irgend einer Beziehung ganz un- 
tauglich sind. Sehr bemerkenswerte Stellen in anderen, wie in 
den Sti-eitgedichten von Davydd und Gruffydd Gryg, erweisen 
sich als spätere Zusätze, weil sich Handschriften finden, in denen 
sie fehlen. Nicht wenige Gedichte sind ohne alle Frage nach- 
träglicli über den Liebesroman verfafst, dessen Held Davydd 
und dessen Heldin Morvudd ist. Davydd ab Gwilym ist der 
Finder und Meister des walisischen Minnesangs gewesen, aber 
er hat viele Nachahmer gehabt, die nicht nur sein Genre sich 
angeeignet, sondern auch seinen Namen niifsbi-aucht haben. Unter 
den ihm zugeschriebenen Gedicliten finden sich solche aus dem 
15. und aus dem 16. Jahrhundert, und obschou ich nur wenige 
als unecht bezeichnet habe, so zweifle ich doch nicht, dafs weit 
mehr in einer Weise überarbeitet sind, dafs die Hand des alten 
Dichters darin kaum noch zu erkennen i.st. Die Sichtung kann 
erst durch beharrliche.s Studium der Handschriften, der Sprache 
und des Versbaues gelingen. Wenn es aber glaublicli würde, 
dafs Davydds Gedichte oder doch die meisten erst lange nach 
seiner Zeit aufgezeichnet sind, so würde die Wiederherstellung 

') Den in dem Gedichte genannten Lljwelyn hält .1. II. Davies in den 
Transactions of the Society of Cymnirodorion 190i— 1905, p. 67 für Llywelyn 
Vychan ab Llywelyu Gaplan, der Abt von Strata Florida gewesen wäre, indem 
er die Lesart Emlyu 2.'Í4, 15 statt erlin oder erlyn, wie die Handschriften 
haben, beanstandet. Nach ihm würde Davydd ab Gwilym zwischen 1340 und 
1400 gelebt haben. 

') Den Zweifel hat Llewelyn ^Villiams ansgesprothen (.Transact. Soc. 
Cymmrodorion 1905—1900, p. 62). 



DAVYDU AB CiWILYM. 247 

der wirklich ilim o:ehörigen Poesie eine Aufgabe von aufserordent- 
Kcher Schwierigkeit bilden. Sein Fall steht nicht vereinzelt da. 
Wir besitzen nur siiärliche Beste von dem Sänger von Teos, aber 
eil. ganzes Liederbuch, das seinen Namen trägt. 

Was indessen von den Dichtungen Davydd ab Gwilyms 
Sicheres erhalten ist, läfst erkennen, dafs er ein Dichter von 
uugeTöhnlicher Begabung war. Schwung der Phantasie, Reich- 
tum Qer Anschauung, lebendige und nicht selten humorvolle Dar- 
stellung wird man ihm zugestehen. Obwohl auch er den Weg 
der altea Poeten beschritten hat, deren Kunst sich in der Eulogie, 
der Elegie, der Satire und dem geistlichen Gedichte erschöpft 
hat, so ist er doch mehr als ein routinierter Barde gewesen. 
Seine Überlegenheit wird auch allerseits anerkannt, und Gruifj^dd 
Roberts, der von der bardischen Poesie seines Vaterlandes gering 
dachte, nennt Davj-dd wenigstens den Einäugigen unter den 
Blinden. Ein so extremes Urteil ist von der W^ahrheit ebenso weit 
entfernt wie die Überschätzung anderer, die ihn Horaz und 0\id 
an die Seite stellen. Geistig verwandt möchte er CatuU, Burns 
und ßeranger sein, aber der lyrische Dichter nimmt aus sich 
selbst nicht mehr als er aus seiner Welt empfängt. Ich zweifle 
nicht, dafs Davydd seinen Geist duixh mannigfaltige Bildung be- 
reichert und seinen Gesichtskreis erweitert hat ; was ihn vor den 
Barden vor ihm und nach ihm auszeichnet, hat er sich erworben, 
und der romanische Einflufs auf seine Poesie scheint mir un- 
verkennbar. 

Der Vergleich, den man zwischen Davydd ab Gwilym und 
den provenzalischen und französischen Lyi'ikern und den deutschen 
Minnesängern des Mittelalters anstellen könnte, fällt nicht zu 
seinem Nachteile aus. Gedichte sind wie Gemälde: je allgemeiner, 
unbestimmter, gewohnheitsmäfsiger, nebelhafter sie sind, desto 
geringer ist der Eindruck, den sie hinterlassen ; je mehr wir- das 
Einzelne und das Besondere, das Lebendige und das Erlebte darin 
erkennen, desto bedeutender wei'den sie uns. In dieser Hinsicht ist 
der deutsche Minnesang des 12. und 13. Jahrhunderts, von Walther 
und Neidhart abgesehen, mit seiner 'senenden" oder 'senelichen 
swoere', seinem 'trüren' imd seiner 'klage' zu ideal, zu fi-auen- 
haft. als dafs er das Höchste in der Kunst hätte erreichen können. 
Das 'reine Weib', das 'Got nach siner muoter gebildet hat', seines 
Herzens Königin bezeichnet der deutsche Dichter nicht einmal 
nach dem Namen; Sommer und Winter, Wald und Feld, Bäume 



248 L. CUR. STERN, 

und rJlunien bleiben farblos; und die Nachtigall wird nur iu 
heikünimlichei- Weise eingeführt. In allem diesem ist nun dei" 
walisische Minnesänger, der weit mehr epische Elemente h.it, 
realistischer als seine deutschen Vorgänger. Wie diese der 
romanischen Lj'rik das ernstere Gepräge verliehen, so Da^ydd 
das leichtere mit den Avechselndeu Farben des celtischen Geistes. 

In der "Würdigung Dav^ydd ab Gwilym muTs man das Wesen 
aller celtischen Poesie in Eechnung bringen, in der eine durch 
Reime und Alliteration künstlich geschmückte Form die vor- 
geschriebene Fassung jedes Gedankens bildet. Zu den Endreimen 
der Verse kommen innere Keime zwischen zwei Wörtern oder 
zwischen einem Worte und einer Silbe des Schlulswortes; und 
die Alliteration, die im Irischen nur zwei Wörter durch den 
gleichen Anlaut auszeichnet, ist in der walisischen Poesie zu 
einem Sj^stem ausgebildet, in dem sich eine ganze Konsonanten- 
folge wiederholt. Davydd verwendet noch in seinen strophischen 
Oden die Metra der Alten, vor allem das Emjlijn nnodl union 
(wie in Nr. 5. <) 36. 232. 243). das häufiger noch übertritt in das 
Doppel-2'o(?f?rt/(Z mit durchgehendem Reime (wie in Nr. 6. 13. 230. 
231. 233. 241. 246) oder in das Gwaivdodyn hyr (wie in Nr. 228) 
oder mit dem Cyhydded gemischt ist (wie in Nr. 232). In seiner 
Beichte wälilt er das liupynt hir (Nr. 245). 

Wie erwähnt, ist es Davydds Verdienst, für das lyrische 
Gedicht eine Versform gefunden zu haben, die leichter und be- 
weglicher ist als die steifen Strophen der Alten, ohne auf die 
Strenge der Kunst zu verzichten, die diese geübt hatten. Es 
ist das Cyivydd deuair hirion d. i. ein fortlaufendes, durch Strophen 
nicht unterbrochenes Gedicht von zwei langen, d. h. siebensilbigen, 
gereimten ^'ersen.-) Der Vers aber hat vier verschiedene, arbiträr 
verwendete Formen: die ärmste, die nur den Binnenreim (zwischen 
Wort nnd Wortsilbe) hat, heifst llusg, z. B.: 

O'm iaitli I y rhyluniaei/iir; 

') Hier kphrt das letzte Wort der Strophe im Anfanjie der folgeuden 
wieder, ähnlich wie iu eiuer Canzone redonda. Andere Spielereien sind der 
gleiche Anlaut aller Verse eines Gedichtes (wie D in Nr. 18, H in Nr. 24 
und 17.")) oder häufiger einer Folge von ^'ersen, und ein durchgehendes Keim- 
wort (wie dail in Nr. 83, Mai iu Nr. 144, haf in Nr. 201) ähnlich wie in 
einer Ghasele. 

») Wal. /yni)- 'Wort' entspricht in der Bedeutung 'Vers" dem alt- 
französischen 'Mot'. 



DAVYDD AB GWILYM. 2i9 

die mir den Parallelismus der Alliteration hat, heilst croes, z. B.: 

il/ae>- í7y dd?i \ «lawr yw (7y rff?awn. 

Liegen zwischen den beiden alliterierenden Konsonantenfolgen un- 
beteiligte Konsonanten {llanw 'Ausfüllung '), so ist es ein traws. Z. B. : 

J)y ddilyn \ dieiddihxr. 

Eine vierte Art besteht in einer Mischung (q/mmysg) zwischen 
Keim und Alliteration: in dieser zerfällt der Vers in drei Teile, 
von denen die ersten beiden unter sich reimen, der di'itte aber 
mit dem zweiten in einem, zwei oder di-ei Lauten alliteriert.i) Z. B. : 

DewTö/ 1 wyt a gwriiaf | g\h: 

Die Cäsuren dienen weiter zur Charakterisierung der Verse, deren 
vier Ai'ten sich in deutschen Worten (der Metriker sehe über 
einige heimi hinweg!) etwa so ausnehmen: 

Geliebter, gelobter Herr; 
Mein Port und Hort, herrlicher; 
Wert an Mut, in Worten mild; 
Held Ivor, du mein Vorbild ! 

Für die Länge des Verses sowohl als für die Kegel des 
Endreimes, wonach immer ein einsilbiges Wort auf ein mehr- 
silbiges reimt, scheint das irische Debide das Muster gewesen zu 
sein. Selbst von der nerzeiligen Strophe glaubt mau noch zahl- 
reiche SpiU'en zu erkennen. Und noch eine andere Überein- 
stimmung mit dem Irischen finde ich in der Alliteration, die den 
Spiritus lenis, d. i. den vokalischen Anlaut, einem Konsonanten 
gleich achtet, z. B.: 

Ifor aür | o /aw)--íí;?iaeth, 
Air nid giwael | arnsid y gviir. 
Ufudi I serchogion | ofeg. 
ddya \ i ymdaith | a ddé\. 

Y\'enn man es beachtet, so liest man 1, 26 nicht: 

A hyd y ^w?ych | hoywdeg wlith — 

') J. Morris Jones (Dosbarth ar y cynghaneddion , 1904) unterscheidet 
im Croes noch Y groes o gyswllt, worin die Cäsur nach dem ersten Laute des 
zweiten Teiles eintritt. L'ber die walisisclien Metra, ihre Cäsuren und ihre 
Accentnieruug vgl. denselben Gelehrten, CZ. 4, 123 ff. 



2Ö0 I>. CllK. STEUN, 

sondern mit einer Handschrift (Y Cymmrodor 8,191): 
Hjd y (/wiych | yr hoywdeg w?ith; 

und ebenso 1, 30 niclit A hyd y iyf hadmi teg, sondern 
Ilyd y iyf | neb /ia(?au /eg. 

Dies sind die Yersformen der walisischen Barden des 15. und 
1(5. Jahrhunderts. Aber in den Gedichten Dav3-dds, wie sie vor- 
liegen, sind die Bande der cynglmnedd (concentus) oder Harmonie 
im Reim und Stabreim vielfach gelockert, weil der ursprüngliche 
Wortlaut verloren gegangen ist. Die Üljerlieferung bezeichnet 
Davydd als den Erfinder des Cywydd; vielleicht ist er nur der 
erste Barde, der es für das lyrische Gedicht zur Hauptform 
gewählt hat. 

Auch durch die Sprache sind die Gedichte I>avydd ab Gwilyms 
höchst schätzbare Denkmäler, da sie das Kymrische seiner Zeit 
in einem grofsen Umfange kennen lehren, i) Sein Wortschatz, 
der etwa 5300 ^\'örter umfaXst (viele Composita ungerechnet), 
hat die lexikalischen Kenntnisse ansehnlich bereichert. Es ist 
davon aber eine Anzahl abzuziehen, die den Nachahmern Davydds 
gehört, und ein genaues Studium seiner eigenen Ausdrucksweise 
mufs die notwendige Grundlage für die definitive Wiederher- 
stellung seines Textes bilden. Wenn seine Sprache in den Hand- 
schriften und Ausgaben seiner Gedichte modernisiert erscheint, 
so hat sie doch auch von ihrer Altertümlichkeit noch vieles be- 
Avahrt, was heute nicht allgemein verständlich ist. Es fällt auf. 



') Die Glciphniärsigkeit ist in den in (licser Ali!i:\ntlhing ausgeliobenen 
Texten durch den allgcnuiuen nnbefriedigenden Zustand der walisischen 
Kechtschreibung beeinträchtigt worden. Bedenklich ist die in ihr eingeführte 
^Vereinfachung der Konsünanleugeminatiun, wonach man ylynn 'Tal' (ir. glenn) 
nicht anders als ylan 'rein' (ir. glati), cior 'Winkel' (ir. con) ebenso mit 
einfachem Auslaut schrieb wie gwr 'Manu' (ir. fer). Es stellte sich nämlich 
alsbald das Bedürfnis anderweitiger Unterscheidung heraus, wie gldn 'reiu', 
CUT 'Winkel', giir 'Mann'. Diese Accentuierung ist nutzlos und unerträglich 
verallgemeinert worden, dabei aber der Willkür überlassen geblieben. In dem 
Büchlein 'Welsh Orthography, the Report of the orthographical committee', 
Carnarvon ISlto, sind einige Regeln aufgestellt, die jedoch kaum ausreichen 
und nicht wenige Ausnahmen zulassen. Es ist darnach aber namentlich un- 
nötig den Vokal der Mouosyllaba mit dem Circumflex zu versehen, wenn er 
i, u ist oder auslautet, odei- g, b, d, II, eh. ih, jf, f, dd. s nach sich bat, weil 
er in solchen Fällen ohnehin lang ist. 



DAVVDU Ali (iWlLYM. 2ül 

dafs er nicbt wenige englische Wörter gebraucht, und ganz mit 
Unrecht tadelt ihn deshalb Goronwj' Owen, der freilich auch 
Gwalchmai weit über ihn stellt. Das Walisische des 14. Jahr- 
hunderts hatte schon viele Fremdwörter zugelassen, und in Siid- 
wales, A'on wo Davydd ausgegangen ist, mehr als in Xordwales. 
Das sprachliche Studium des Dichters ist ein Gegenstand 
von grofsem Keize, aber das Verderbnis von Jahrhunderten, das 
seinen Text entstellt hat, verleidet es fast. Zur Zeit nur aufs 
Sachliche gerichtet, habe ich an der Echtheit der Gedichte nur im 
allgemeinen und an ihren Lesarten nur gelegentlich Kritik üben 
können; zu mehr reichte mein Material nicht aus. Die Not- 
wendigkeit der Verbesserung zu erkennen ist leichter als sie zu 
finden. Die ausdauerndste Vergleichung der Handschriften ist 
es, worauf zunächst alles ankommt, und hierin hat John Glj'n 
Davies einen rühmlichen Anfang gemacht. Zweifellos wird der 
Tag kommen, wo man die Arbeit der Owen Jones und William 
Owen gänzlich verwirft, und eine ki'itische Ausgabe der Gedichte 
Davydd ab Gwilyms wii-d einmal einen gi'ofsen Fortschritt der 
celtischen Philologie bezeichnen und wird auch das Bild des 
Dichters, das wir mit den unvollkommenen Hülfsmitteln der 
Gegenwart zu skizzieren unternommen haben, schärfer hervor- 
treten lassen. 



Corrigenda. 



Es ist zn leseu: Seite 53, Zeile 21 Fynachlog; S. 56, Z. i Myuachlog 
Vaen; S. 64, Z. 10 ihu zu Morvudd: ibid. Z. 22 (Seiri); S. 105, Z. 30 (99, 47 ff.); 
S. 116 1. Z. cyhoedd; S. 152, Z. 24 Xr. 196; S. 166, Anin. 2 cnu; S. 169, Z. 1 wie 
Fliel'se oder (besser) Klumpen; S. 220, Z. 4 v. u. pénetre; S. 237, Z. 23 ofijddes. 



Verzeichnis der Gedichte Davydds. 



1. Lob Ivor Haels. S. 14. 

2. Davydds Anliiingliclikeit an Ivor und sein Leben in Jlaesaleg. S. 14 f. 

3. Dank für Ivors Gastfreundschaft. S. 15.f. 

4. Dank für ein Paar Handschuh. S. 15. 

5. Ode an Ivor. S. 14. 232. 

6. Ivor Hael der Held, eine Ode. S. 14. 

7. Die Blondine. S. 53. 65. 

8. Die schöne Nonne Gwenhonwy. (?) S. 49. 
9- Ihre Keuschheit. S. 50. 

10. Einladung an sie in den Hain. S. 50 £f. 

11. Botschaft ins Kloster. S. 65. 

12. Die Rechtfertigung der Verleumdeten in Mauachlog Yaen. S. 53 ff. 

13. Elegie auf Ivor und Nest. (?) S. 17. 245. 

14. leuau ab Gruffydd und seine Tochter Dyddgu. S. 42 ff. 231 f. 

15. Die Liebe zu Dyddgu. S. 46. 

16. Der Rehbock als Bote an Dyddgu. S. 42. 46. 192. 

17. Liebschaften. S. 49. 58. 61. 113. 

18. An Dyddgu, Gedicht in D -Versen. S. 42. 46. 49. 

19. Einladung an dieselbe ins Grüne. S. 46 £f. 

20. Stücke an Dyddgu und an Morvudd. S. 49. 64. 91. 

21. Die Weinsenduug an die Stolze in Rhosyr. S. 59. 

22. Die Schone in der Kirche zu Bangor. S. 58. 63. 

23. Das Herz des Verliebten. S. 66. 

24. Gedicht auf Morvudd, in ii-'N'ersen. S. 63. 67. 
23. Das blonde Haar. S. 53. 65. 

26. Der Kopfputa. S. 65. 

27. Der Seufzer um Morvudd. S. 67ff. 

28. Die Möwe als Botin zur (ieliebten. S. 65. 213 f. 

29. Die vier Schönheiten. S. 58. 233 ff. 

30. Der Landbau der Liebe, an Morvudd. S. 70. 

31. Morvudds Sprödigkeit. S. 65. 

32. Das Begräbnis des Barden, der an ihrer Liebe stirbt. (?) S. 71. 198. 
35. Die Pilgerfahrt der Geliebten. S. 64. 77. 

34. Die wortbrüchige Dianis. S. 133. 

35. Die Blondine. (?) S. 64. 

36. Ode an Morvudd. (?) S. 79. 

37. (ielöbnis der Treue. S. 78. 

38. Die Liebe ein Pflegekind. S. 236. 

39. Der Nebel. S. 166. 

40. Die Versüumuug des Stelldicheins. S. 133. 



DÄVYDD AB fiWILY.M 253 



41. Bitte des Dichters an die Welle auf der Fahrt zu Morvudd iu 

Lianbadarn. S. 64. 

42. Das Nüssespiel. S. 188. 

43. Der Birkenkranz. S. G6. 

44. Der Donner. S. 77. IGl. 

45. Die Drossel, Grüfse von Morvudd bringend. S. G4. 71. 198. 

46. Die Erwartung. .S. 71. 

47. Der Ginsterbusch. (?) S. 135. 183. 225 f. 2*28. 

48. Liebesqualen. S. 65. 

49. Die Umarmung. S. 71 f. 

50. Der Hase. S. 77. 193. 

51. Der Mond, an Morvudd. S. 77. 160. 

52. Das Stelldichein. (?) S. 134. 221. 

53. Die icgnerische Nacht vor Morvudds Tür. S. 77. 135. 

54. Der Nebel. S. 64. 77. 167. 233. 

55. Die kalte Nacht vor der Tür der Geliebten. (?) S. 136. 228. 232. 

56. Schönheit und Liebesqnal. S. 6. 64. 

57. Der Kranz aus Pfauenfedern. S. 66. 182. 

58. Der unki-iegerische Barde. S. 7. 242. 

59. Tagelied. S. 139. 

60. Mifsvergnügen des Verliebten. S. 78. 

61. Versöhnung, an Morvudd. S. 78. 220. 
63. Morvudd und die Sonne. S. 79. 

63. Die Eeise des Dichters zur Geliebten nach dem Süden. S. 64. 

64. Die Warnung des Mönches vor Morvudd. S. 143 f. 

65. Der Klappersack. S. 77. 153. 

66. Der verbalste Gatte der Geliebten. (?) S. 80. 

67. Die Geliebte freit einen andern. S. 230. 

68. Morvudds Haar und der Kopf ihres Gatten. S. 64. 82 f. 

69. Der Wind als Bote an Morvudd. S. 77. 161 ff. 

70. Die Erzählung des Kuckucks. (,?) S. 21. 86. 

71. Morvudd verheiratet. S. 87 ff. 

72. Die Schnepfe als Botin an die Geliebte. S. 64. 204. 

73. Über den Eifersüchtigen. S. 89. 

74. GroU gegen Morvudd nach ihrer Verheiratung. S. 90. 232. 

75. Der Lachs als Liebesbote. (?) S. 90. 214. 

76. Die Schönheit der Geliebten neben ihrem Gatten. S. 89. 

77. Die Geliebte wie Hase, Eichhörnchen und Hirsch. S. 65. 70. 193. 
7S. Der Birkenhain. S. 74 ff. 

79. Das Gebet zu der heiligen Dnynwen. S. 70. 222. 

80. Einladung der Gattin des Bwa Bach in den Hain. (?) S. 15. 108 f. 

81. Der Frauenraub. S. 108. 

82. Gestorn und vorgestern — Triumph über den Bwa Bach. S. 108. 

83. Einladung der Geliebten ins Grüne, Verse auf dail. S. 77. 173. 

84. Nachtigall und Krähe. S. 199. 209f. 

85. Der Birkenhut von Morvudds Hand. S. 66. 

86. Die Küsse. (?) S. 140. 



25+ T.. CITlí. STERN, 



87. Die Sommerlaube. S. 77. 178 ff. 

88. Drangsale wegen der Geliebten. S. 63 f. 109. 
8Í). Schmähung des Eifersüchtigen. S. 84. 

i/o. Desgleichen. (?) S. 83. 

'jl. Sorge und Lebewohl. S. 113. 

<J2. Die Bnfse. S. 113 f. 

ÍI3. Gedicht an die Sonne und Glamorgan. (?) S. 114fif. IGO. 

94. Der Hainverwüster. (?) S. 91. 93. 

95. Die Lerche. S. 203. 

96. Die gestörte Zusammenkunft. S. 77. 101 f. 136. 

97. Tagelied. S. 65. 90. 137. 

98. Das Stelldichein im Winter. S. 135. 204. 

99. Auf Ehys Wgaus Fahrt nach Frankreich. S. 103 ff. 24C. 

100. Der Feind des Kuckucks. S. 83. 202. 

101. Die Fastenzeit. S. 77. 

102. Stumme Verständigung. S. 90. 

103. Des Mönchs Versuch zu Morvudds Bekehrung. S. 143. 
lOi. Der Mond. S. 160. 

lO'). Die Geliebte eine Harte. S. 125. 

106. Der Gänsestall. S. 136. 213. 240. 

107. Lob der Krähe. S. 140. 210. 

108. Die drei Pförtner des Eifersüchtigen. S. 108 ff. 

109. Der Liebhaber Morvudds und ihr Gatte. S. 89. 
HO. Der Birkhahn als Liebesbote. S. 205 ff. 

111. Der süfse Schlaf. S. 123. 228. 

113. Das Arboretum. S. 77. 

113. Das Echo. S. 156 f. 228. 231. 

lU. Hain und NachtigaU. S. 21. 93. 200 f. 

llö. Der Gabelweih. (?) S. 202. 212. 

116. Mai und Dezember. S. 175 ff. 

117. Die Glatze des Dichters. S. 13. 65. 219. 

118. Allerlei Lieder für die Geliebte. S. 118 ff. 

119. Morvudds Kuhm. S. 121. 201 f. 

120. Griifiydd Grygs luvektive. S. 26ff. 

121. Davydds Antwort an ihn, seinen Nachahmer. S. 28 ft'. 

122. Gruffydd Grygs Verteidigung. S. 13. 31. 

123. Davydds Selbstgefühl. S. 31. 

124. Gruffydd Grygs Forderung zum Zweikampf. S. 32 f. 
123. Davydds Entgegnung. S. 33 f. 

126. Gruö'ydd Grygs Ruhmredigkeit und Verleumdung. S. 26. 34 ff. 

127. Davydds Zurückweisung. S. 36 f. 

128. Davydds Elegie auf Gruffydd Gryg. S. 38f. 

129. Die Zusammenkunft am Sonnabend. S. 133. 

130. Die Amsel, ein Zwiegespräch. (?) S. 198. 

131. Vor dem Hause der Geliebten. S. 77. 

132. Der Uexbusch. S. 20. 39. 184ff. 

133. Der Morast. S. 60. 191. 233. 



DAVYDD AH GWILYM. 255 

Xr 

134. Das Schwert. S. 102. 134. 153. 
133. Der Heuschober. S. 191. 

136. Die Mädchen von Llanbadarn. S. 40. 

137. Davydds Liedweise. S. 49. 157 f. 

135. Gedicht auf Rhosyr oder Newborough auf Mou. S. 10. 223. 

139. Die Lederharfe. S. 159. 

UO. Die verfallene Waldhütte. S. 93. 

Ul. Die Vergefsliche. S. 127. 

U2. Das Abeutener im Gasthause. S. 243f. 

143. Überredung durch Zauberei und Geld. S. 126. 

144. An den Mai, mit dem Reimwort Mai. S. 173f. 
US. Die Elster. (?) S. 209. 

146. Die Zunge. S. 154. 

147. Der Birkenkranz Madogs und lorwerths Goldreif. S. 21 ff. 

145. Die unglückliche Liebe zu Gwenhwyvar. (?) S. 62 f. 

140. Der Mönch und der Barde. S. 145 ff. 

150. Zorn und Mitleid. S. 128. 

151. Die Furcht vor dem Priester. S. 129. 

152. Liebesklage vor dem Fenster der Geliebten. S. 135. 
1.53. Ermahnung der Jungfi-au. S. 127. 229. 

154. Das Mädchen und der Prälat. S. 142. 

155. Unverzagtheit in der Liebe. (?) S. 128. 

156. Vergefslichkeit aus Scham. S. 127. 
isr. Die Werbung. S. 78. 

158. Die Alte und die Junge. S. 13. 98 ff. 136. 139. 241. 

159. Die Eule. S. 210 f. 

160. Der Marktpfahl. S. 182 f. 

161. Das Eichenfenster. S. 136. 228. 

162. Lob des Sommers. S. 174. 

163. Der verUebte Alte. S. 141. 

164. Die Schwalbe als Liebesbotin. S. 204. 

165. Die alte Tugendhüterin. S. 102. 139. 

166. Der Name der Geliebten. (?) S. 61. 
16/. Ja oder Nein. (?) S. 61. 128. 

16S. Gleichmut in der Liebe. (?) S. 61. 128. 

169. Die Schusterfrau Madrydd. S. 61f. 

170. HeimUche Liebe. S. 123. 

171. Der Barde und sein Schatten. S. 13. 155 f. 

172. Der Mann unter dem Bottich. S. 243. 

173. Der Brombeerstrauch. S. 184. 

174. Der Eiszapfen. (?) S. 136. 169. 

175. Die Sehnsucht, in fl- Versen. (?) S. 122. 

176. Dei verstohlene Grnfs. S. 125. 

177. Es geheim halten. S. 126. 
17S. Die- Unzuverlässige. S. 128. 

179. Ein reicher Ehemann. S. 128. 

180. Die Ehrbare, ein Zwiegespräch. (?) S. 127. 



256 i'- t:"'í- STERN. 



181. Die Katze und die Maus. S. 243. 

182. Der Fuchs. S. 193 ff. 

183. Die Abstaramuug der Eule. S. 210 ff. 

184. Die Eule. S. 210f. 

185. Der gezeichnete Mantel. S. 243. 

186. Das Mädchen und der Vogelsteller. S. 125. 

187. Der .\dler als Liebesbote. (?) S. 212 f. 240. 

188. Die verborgene Liebe. S. 123. 

189. Die Elster als Liebesbotin. S. 208. 

190. Der Schwan als Liebesbote. S. Gl. 213. 

191. (xespriich des Barden mit einer Frau. S. 13. 61. 
193. Das Heupferdchen uud die Ameise. (?) S. 243. 

193. Beredung zur Entführung. (?) ü. 126. 

194. Die Leiden einer Winterreise zur Geliebten. S. 77. 136. 

195. Verborgenes Liebesglück. S. 123 ff. 

196. Rat für die Frau eines schlechten Ehemannes. S. 152. 
19r. Die Vernuuftheirat. S. 128 f. 

198. Der Rat der Elster. S. 142. 203. 209. 

199. Hütchen. S. 59 f. 

200. Der Barde als Landmann. S. 70. 

201. Lob des Sommers, mit dem Reimworte haf. S. 102. 173 f. 

202. Der Kuls. S. 39. 140. 

203. Die Sommerlaube. S. 178. 223. 

204. Der Heuhaufen. S. 191. 

205. Der Schnee. S. 167 f. 

206. Die Forelle als Liebesbotin. S. 214. 

207. Die Putzsucht der Damen. S. lölf. 

208. Die Sterne. S. 125. 136. 160 f. 

209. Verliebtheit. S. 58. 

210. Der Kuckuck uud der Barde. 8. 60. 201. 204. 

211. Der Stammbaum der Liebessehusucht. S. 123. 

212. Liebesleid. S. 123. 

213. Das Zechgelage mit der Geliebten. S. 1,34. 

214. Die den Dichter nicht kennen wollte. S. 127. 

215. Hoffnungslose Liebe. S. 128. 

216. Die Schlaguhr. S. 123. 153. 

217. Der Dominikaner, der den Dichter bekehren wollte. S. 150. 

218. Der Weilsdornbusch. S. 92. 183. 

219. Die Drossel. S. 196. 

220. Liebespein. (?) S. 125. 

221. Schlaflosigkeit. S. 123. 

222. Liebe in der .lugend! 8. 140 f. 

223. Liebesglut. S. 125. 

224. Der Mönch mahnt das Ende zu bedenken. S. 150. 

225. Der Haselzweig. (?) S. 188. 

226. Der Spiegel. 8. 13. 154f. 



DAVYDD AB GWILYM. 257 

.Vr. 

227. Das Alter. S. 12. 

228. Hj-wel Vychan, der Decbant von Bangor. S. 19. 

229. Lob des Íeuan Lhvyd auf Món. (?) S. 20. 

230. Die Satire auf Khys Meigen. S. 26. 

2ol. Lob des Lly welyu ab Gwilym Vychan. S. 17 f. 

232. Elegie auf denselben. S. 17 ff. 

233. Elegie auf Angharad Hael. S. 20 f. 

234. Elegie anf Rhyddereli. (?) S. 19. 21. 245. 

235. Elegie auf Madog Beuvras. S. 24. 38. 

236. Elegie auf Gruffydd ab Adda. S. 24 f. 246. 

237. Elegie auf Ehys ab Tudur. (?) S. 25. 246. 

238. Der Geist. S. 216. 

239. Christus und die Apostel. S. 221. 

239a. Dasselbe in jüngerer Fassung. (?) S. 221. 

2i0. Davydds Glaubeusbekeuntiiis. S. 219. 

211. Ode "auf Jesus. S. 219. 

242. Das Leben und Leiden des Heilands. (?) S. 219. 

243. Gottvertrauen. (?) S. 215. 

244. Preis der Dreieinigkeit. S. 219. 

245. Davydds Beichte. S. 215. 

246. Ode auf dem Krankenbett. (?) S. 216. 

247. Lob Morvudds. (?) S. 2. 70. 

248. Die Liebe zu Morvudd. (?) S. 78. 

249. Traum von Morvudds Verlust. (?) S. 65. 80. 196 f. 

250. Der Hain ohne Morvudd. (?) S. 74. 

251. Die versteckte Laube. (?) S. 74. 

252. Einladung Morvudds in die Waldlaube. (?) S. 72ff. 

253. Der Schneemann. (?) S. (54. 169. 

254. Der eifersüchtige Ehemann. (?) S. 82. 189. 

255. Erinnerung an Morvudd im Alter. (?) S. 109 ff. 

256. Liebesflehen. (?) S. 123. 

257. Der Eifersüchtige. (?) S. 86. 
257a. Die Geheimhaltung. S. 126. 

258. Der Sommer und der Winter. (?) S. 90. 109. 169 ff. 

259. Die Amsel als Botin an Ivor Hael. (?) S. 14. 198. 

260. Der Sommer als Bote nach Glamorgan. (?) S. 17. 116. 160. 

261. Das Greisenalter. (?) S. 12. 

262. Des Barden letztes Gedicht. (?) S. 12. 216 ff. 



Zeilichrift f. celt. Philologie VII. 17 



Register. 



Abei-ffraw auf Anglesey 26. 
Abermaw (Barmouth) in Merioueth- 

shire 77. 
Addav Vras 39. 
adduli 124. 

Aeron, Fhifs in Cardiganshire 19. 77. 164 
Aestiva regio 174. 227. 
aethiis 113. 
ais 57. 

alareh 'der Schwan' 213. 
alaiv 113. 
Alliteration 248 ff'. 
ambr 143. 
Aneurin 39. 
Angharad Hael 20. 
Anima Christi, sanctilica me (Stimmen 

aus Maria Laach 1898 p. 493) 215. 
Anna, die heilige 219. 
Apostel, die 221. 
araul 186. 

Ardudvyl 6. 17. 34f. 
arfer 148. 

Ars amandi Davydda 122. 
arth 195. 
Arthur 28. 226. 

Artro, Fbifs in llerionethshire 77. 
Arvon, das Land ar fön 'der Insel Mön 

gegenüber', 33. 
arivtjdd 240. 
as, ais 57. 
Asaph, St. 221. 
Augustinus, St. 12. 
aur Arafia 128. 

Balchnoe 159 

banadl 'der Besenginster' 183. 

Bangor 19. 

barcud 'der Gabelweih' 212. 

barrug 183. 

Bedo Brwynllys (Brwynllysc) 96. 245. 



bedio 'Birken' 182; Birkenkränze 21. 

beirdd 8. 

Bell 226. 

Benno 222. 

Bleddyn 36. 39. 

bhdaii 'Bhimen' 190. 

Blodeuwedd '225. 

Blondine 64. 

Boccaccio 59. 242. 

bragawd 43. 

brän 'die Krähe' 209 ff. 

Branwen (Bronwen) 225. 

braml ffydd 103. 

brawd llwyd 143. 

bregus 113. 

briger 43. 

brithyll 'die Forelle' 214. 

brach 'der Dachs' 195. 

Bro Ethindan 61. 

Bro Gadell 6. 

Bro üynin 6. 

bronf'raith 'die Singdrossel' 196. 

Brychan Yrth 222. 

Bwa bach 102. 

Bychan draeth 77. 

bgrwr 52. 

t'adi 59. 

Cadi verch lorwerth 63. 

cadno 193. 

Cadvan, St. 222. 

Cae 7iitd 69. 

cael 56. 

Caer (Chester) 64. 

Cai Hir 229. 

calan mai 175. 

calck 45. 

Camber 10. 

Camlan 227. 

Cantref 156. 



DAVYDD AB GWIIAM. 



259 



canu-yll 5S. 161. 

capel 181. 

caprig 1-tl. 

carl 81. 

Carnarvon 64. 135. 

Carolan 38. 

carreg ateb 'das Echo' 156. 

cane 'der Hirsch' 192. 

canc-iicrch 'der Rehbock' 192. 

Casnodyn 39. 

cath 'die Katze' 192. 

caicgiau 161. 

ceiliog 'der Hahu' 205. 

ceiliog du 'der Birkhahn' 205. 

ceinach 98 

ceirw 192. 

ceí^/íi 'die Stechpalme' 18i. 

Ceuunaes 61. 

cerdd, cerddorion 10. 

Ceri (Kerry) 17. 88. 

Ceridwen (Caridwen) 223. 

Cernyw (Cornwall) 115. 

cethlydd 202 f. 

ci 'der Htmd' 191. 

das 92. 

cleddyf 'das Schwert' 152 f. 

der 9. 239; der y dorn 239. 

cloc 'die Schlaguhr' 153. 

cioc/i aberth 201. 

CÍOS 92. 

ciicm, cwlwm, ctdm 180. 

Clwyd, Fluis in Flintshire 49. 

ouM 'Nüsse' 188. 

c'oedd für cyhoedd 116. 

co^ 'der Kuckuck' 201. 

coM 'die Hasel' 187. 

Commot 156. 

Conceptio Tirginis 220. 

Conwy (Conway), Flnfs in Carnarvon- 
shire, 64. 214. 

cor-berth 75; cor-dderw 81; cor-fedw 
49. 

coriar 210. 

corn 81. 

Oowell, Prof. 3. 107. 

Crecy 8. 

cregyr 214. 

Creirwy (Crairwy) 230. 



cribiti 84. 

crinwas 81. 

crisiant 143. 

croes naiii 221. 

crwban 84. 

Cryngae 17. 

cuckold 88. 

Cuhelyn 224. 

ciisan 140. 

cwrd 198. 

ciíTi» 29. 

cicricgl 83. 

Cybi, St. 222. 

cyff' y der 239. 

ci//f»-o 177. 

eyffylog 'die Schnepfe' 204. 

Cynddelw 39. 224. 241. 

Cyndeyrn, St. 222. 

Cynghanedd 250. 

(3ynvelyn 46. 

Cynvrig Cynin 82; vergl. Bxea bach. 

cysgod 'der Schatten' 155. 

Cytcydd deiiair hirion 8. 246. 

Dadl 96. 177. 

danneddicyn 152. 

Dante 38. 

Dares Phrygius 233 ff. 

David, der König 120. 149. 159. 

David, E. 5. 

Davies, John Glyn 3. 245. 251. 

Davies, John H. 131. 246. 

Davydd ab Gwüym (David der Sohn 
Wilhelms), der Barde 96; sein 
Leben 5; sein Alter 12; seine Ge- 
stalt 13. 154: seine Gönner und 
Freunde 13 ff.; sein Streit mit 
Gruffydd Gi^g 26 ff.: seine Damen 
und Liebesgedichte 39 ff'. ; seine ver- 
mischten Gedichte 151 ff. ; seine Ton- 
kunst 157; seine Naturschilderungen 
159 ff. ; seine erbaulichen Gedichte 
215 ff. ; seine theologischen Gedichte 
218f.; seine Kenntnis der kambrischen 
Literatur 223 ff.; der römischen 233 ft'.; 
der romanischen 238 fi'.; seine Vers- 
formen 248; seine Sprache 250; 
Kritik der Überlieferung 245 ff'. 



2G0 



L. CHR. STERN, 



Daryda ;il) Edmuiul fi5. 182. 
Davvdd 1,1 wyd ab Llywelyn 2S1. 
Davydd Kanmor 21. 187. 
Debide 249. 

Decaineronische Erzähluugeu 2i3. 
degwm 187. 

deildy 'die Sommerlaube' 178 ff. 
Deiniol, St. 222. 
dene 'Eichen' 183. 
Demetia (Dimetia) 'Südwales' passim. 
Dewi, der heilige 2'22. 
Diaiiis 133. 
Dicuil 221. 
dijfriic 177. 
Dimetia s. Demetia. 
dinas m. 213. 
Diodema 235. 
diongl 165. 
dirwy 109. 
Dol (il. 
Dolgoch 17. 

draetibvjjti 'der Weil'sdorubusch' 183. 
Drei Feimle der Liebemleii 96 ff. 
dnul y hyd 164. 
dryeh 'der Spiegel' 154. 
Dvvynwen, die heilige 70. 222. 
Dyddgn 32. 42—49. 
dyycsynt 93. 
dylluan s. tylliian. 
Dysyni, Fluls iu Meriuuethshire 77. 
Dyved = Demetia 'Südwales' passim. 
Dyvi (Dovey), Fliiis iu Cardiganshire 
64. 77. 

Edwards, Owen M. 2. 

Ehering, der 52. 

Eiddiy 'der Eifersüchtige' SOff. 102. 

241 f. 
Eiddilic Corr 225. 
Eigr 226 f. 
Eingl 25. 
Eiuion Dot 59. 
eiry 'der Schnee' 167. 
eisingrug 163. 
Eist.eddvod dadeni 8. 
eithhi 'das Pfriemeukraut' 189. 
Eithiu-fynydd 64. 
Elen 61. 



Elen vaunawg 235. 

Elffin 223. 

Elien, St. 222. 

Ellis, R. 1. 

Eluned 230. 

Emlyn 17. 246. 

emyn 164. 

eyifys 155. 

England 11. 

Englische Lehnwörter bei Davydd ab 

Gwilym '250. 
Enid 229. 
ennyd awr 47. 
eog 'der Lachs' 214. 
eos 'die Nachtigall' 198. 
erchwyn 82. 
ery 149. 

eyyr 'der Adler' 212. 
esgair 131. 
estron 156. 

Esyllt (Essyllt) 45. 230. 
Étáin 227 f. 
Enron '231. 

Evangelien, die apokryphen 141. 220. 
Exkommunikation 1'29. 
Eytun 200. 

Fabeln 243. 

Fanua, Davydds 191. 

llacH 144. 

jt'air 195. 

ifau 194. 

il'eryll, fferyUt '236. 

ffos 86. 

/fristial 16. 

Ffwg Morganwg 232. 

If'yniig 172. 

Flora, Davydds 182. 

Frankreich 11. 16. 

Franziskaner 142 f. 

Gaen 200. 

gair 248. 

garan 'der Storch' 214. 

Garanhir 225. 

Garwy Hir 230. 

Gascogne 11. 

gauaf 'der Winter' 169. 



DAVYUD AB GWIIAM. 



2G1 



geirw 192. 

Geraint 230. 

Getreidearten, acht 117. 

glúldhús 134. 

gild 160. 

gildio 134. 

gilos, prov. 241 f. 

glain glow 29. 

Glamorgan, Ortschaften in (U. 

gleision 177. 

ghyn 48. 

Glyn Nedd (Neath) in Glamorgan 114. 

Gogvran 228. 

gogyngcHh 217. 

gold 'die Ringelhlume' 190. 

golden 134. 

Gorouwy C.vrriog 39. 

gorthorch 72. 

gosgedd 150. 

yrfl 115. 

gran 69. 

griandn, ir. 2271. 

griii 177. 

Gronw Pebyr 225. 

Gruftydd ab Adda 24. 

Gruffydd ab Davydd ap leuau Lygliw 
116. 

Gruffydd ab D. Tudur 39. 

Gruffydd Gryg 6. 12. 25. 26 ff. 220. 

Gruffydd LlwTd ab y Caplan 116. 

Gruffydd ab Maredydd 39. 79. 

gryr 'der Kranich' 214. 

Gnillem Adhamar (Adhemar) 107. 126. 

Gutyn Owain 234. 

Guy Ton Warwick 232. 

gualch 'der Falk' 212. 

Gwalchmai 120. 224. 251. 

glial moth 95. 

gwas 9. 

gicasgod 143.- 

Gwasgfwyn 238. 

gwaivn 57. 

gicefr 143. 

Gwenhonwy 49. 

Gweuhwyvar 62 f. 

Gwenhwyvar, die Königin 227. 

Gwenuallt 14. 

Gwent in Monmouthshire 114. 



gwennol 'die Schwalbe' 203. 
Gwenwynwyn 24. 
gwenyn o nef 168. 
givei-n 'die Erie' 187. 
Gwern y Cleppa 8. 14. 
Gwervyl 32. 34. 36. 58 f. 
gtveu, gicau 19. 73. 
gwial 44. 
Gwilym Gam 6. 
Gwilj-m ab leuan Hen 120. 
gwiwair 'das Eichhörnchen' 193. 
gwlad yr haf 227. 
gwlad yr hud 19. 226. 
gwraig 200. 
gwreinin 84. 
Gwri 225. 
gwrthod 72. 

Gwy (Wye), Nebenflufs des Severn 64. 90. 
Gwydion ab Don 225. 
gwydd 'die Gans' 213. 
gicyddelyn 36. 
gwylan 'die Möwe' 213. 
Gwynedd 'Xordwales' passim. 
GwjTin ab Nudd 233. 
gwynt 'der Wind' 161 ff. 
gwymoydden 'der Geifsblattstrauch' 
187. 

Baf 'der Sommer' 116. 169 ff. 

hafdy 'die Sommerlaube' 72 ff. 178. 

Hafren (Severn) 185. 

Hainzerstörung 91. 

Handschuh 15. 213. 

haul 'die Sonne' 160; in Vergleichen 79. 

Haute-Claire 153. 

hed (het) 182. 

hedydd 'die Lerche' 203. 

Hektor 14. 235. 

Helena 235. 

helig 'die Weide' 189- 

helm 200. 

herber 178. 

Herkules 14. 236. 

herod 'Herold' 56. 

Hersdinhogl 36. 

heuru, heurio 53. 

Hieronymns, St. 219. 

Hildi- 157. 



262 



I.. CHK. STERN, 



Ilopkin alj Tomas 12. 223. 
hosan 61. 
Hu Gadarn 231. 
Hunydd 61. 
hurddo 51. 
hwsmon 70. 
hrvstres 114. 
hwyaid 153. 
Hwyiiyn 233. 
kydd 'der Hirsch' 192. 
Hjwel ab Einion Lygliw 46. 121. 
Hywel ab Owain Gwynedd 39. 
Hywel ab Tudur, der Dechaut vou 
Bangor 7. 19. 

lár, ich 205. 

iarlles 176. I 

Iddeivon 113. j 

Icnan Brydydd Hir 12. 

leuaii Lhvyd 21. 

leuan Lhvyd o hil Lowddeii 20. 

leuan ab Gruft'ydd 42. 

ludeg 230. 

Inedita 63. 98. 131. 135. 140. 215. 218. 

lomarbhaidh, ir. 37. 

lolo Goch 6. 36. 116. 154. 

lolydd 4(). 

lorvverth ab y Cyrriog 21 ff. 

lorwertli Vycliaii 39. 

Ireu 11. 

Italien 11. 

Ivor Hael S. 13ff. 245. 

Jesus 219 ff. 244. 

Jones, Arthur Owen 4. 

— , David (Llanfair) 13. 

— , Edward 4. 

— , J. Morris 249. 

— , Owen (golygydd Cynirn) 2. 

— , Owen (Hen (Jorph) 3. 

— , Owen Myvyr 1. 

— , Rhys 1. 

— , William (Llangollen) 3. 

Joseph, der heilige 219 f. 

Judas Ischariot 220. 

Kambrisclie Literatur und Sage 223. 
Kirtheubufsc 129. 
Kriegszeiten 7. 



Ladin 134. 

Lewis Glyn Cothi 245. 

Uli 190. 

Lianbadarn vawr 6. 10. 40. 

Llandäv 10. 

Llauddwvu 10. 70. 

llattai 'der Liebesbote' 12911. 239f. 

lleuad 'der Mond' 160. 

Lleuddad 222. 

llcw 195. 

llewpart 195. 

Uidiardau 159. 

Uinos 'der Goldfink' 201. 

lloer 'der Mond" 160. 

llug 47. 

lltvgwr 150. 

LlTv^d ab Cilcoed 225. 

— , Edward 6. 

— , Morvudd 63. 

Llwyn Essyllt 45. 

llwynog 'der Fuchs' 193. 

Llwyr 60. 

llygad 12. 

Llyn Safaddon (Syfaddon) 61. 213. 

Llyn Tegid 214. 

Llyr 232. 

Llywarch Hén 39. 

Llywelyn Goch 237. 

Lly welyn Goch ab Meurig Hén 19. 126. 

Llywelyn ab Gwilym Vychan 17ff. 246. 

lofft 76. 

London 11. 183. 

Luued 230. 

Mab y Clochyddyn 39. 
mad feien o Hos 159. 
Madog Beuvras 6. 21 ff. 
Madog Hir 59. 
Madog Llawgam 63. 
Madron 232. 
Madrydd 61. 
madyn 193. 
Maelgwn 226. 
maelier, maelieres 24. 
Maesaleg 14 ff. 
Maestran 159. 
Mai 173 f. 178. 
Mallt cwd 31. 



DÄVYDD AB GWILYM. 



263 



Manuskripte der Gedichte Davydds 3. 

marchog 171. 

margen, bargen 128. 

Maria, die Jungfrau 2 19 f.; Marien- 
jungfrauen 65. 

Matli (Maetli) 225. 

t)i(iir)i6tríí 191. 

medd 144. 

medel 104. 

Medrod 227. 

Medrod Sais 159. 

meillion 'der Klee' 190. 

Mehvas 227 f. 

mein, ir. 238. 

men 199. 

Menai, die Meerenge zwischen Anglesey 
und Carnarvonshire 77. 

Meuaig 40. 

merch Wgan (Wgon) 202. 

miaren 'der Brombeerbusch' 184. 

Minnepoesie 39 ff. 

Minnesänger, deutsche 58. 123. 112. 2-tO. 
247. 

— provenzalische 50. 60. 103. 107. 126. 
238 ff. 

mis du 177. 

modrivy 52. 

Mönche 142 ff. 

Mön (Anglesey) 10. 19 f. 64. 136. 

»iOiC 134. 

Mordav Hael 14. 231. 

Mordeyrn, St. 222. 

Morgan 14. 

Morgan wg ((Glamorgan) 114 ff. 

Morris, die Brüder 2. 

tnör nidd 79. 

Morvran 231. 

Morvudd 63—122. 

morworyn 64- 

muchudd 44. 

mivdwl gwair 191. 

micnws 108. 

mwrrai 198. 

mwtlai 2ü6. 

mwijalch 'die Amsel' 198. 

Myllin, St. 222. 

myn 51. 

Mynachlog Vaen 'das Steinkloster' 53. 56. 



Mynyw (St. Davids) 64. 77. 109. 
Myrddin (Merddin) Wyllt 224. 
Myrddin Emrys 228. 

Nant y glo 64. 

Nant y Seri (Seiri) 64. 

Naturschilderujgen 159 ff. 

Neiviou 232. 

Nest 17. 

Newborough 10. 59. 

nigmars (necromancy) 126. 

nith 231. 

Niwbwrch s. Newborough. 

nohl aur 49. 

Nou 222. 

Nudd Hael 14 '231. 

Nyf, nyf 229. 

Nynniaw und Peibaw 157. 231. 

Och 82. 

Ochtfhoclaeh beg 216. 

oed 'das Stelldichein' 132 f. 240. 

oeres 151. 

ofydd 237 f. 

Ogyrvan 228. 

Olwen 230. 

organ 45. 

Orthographie des Walisischen 250. 

osai 16. 

Oswallt, St. 222. 

Ovid (Ofydd) 236 ff. 

Owen, Goronwy 251. 

Pair dadeni 223. 

pall 177. 

palmyr, palmeres 66. 

pantri 162. 

Papst, der 11. 

pardicn 51. 

Paris, die Stadt 11. 

paun 171. 

pencerdd 10. 239. 

penloyn 'die Kohlmeise' '208. 

pennill 29, 

Peredur 45 f. 229. 

Petrarca 64 f. 114. '242. 

Petrus, St. 221. 

pi, piogen 'die Elster' 208. 



264 



L. CHR. STERN, 



pill 177. 

pinns 219. 

pohty 150. 

Polyxena 235. 

Provenzalische Literatur 238 fl'. 

Pryderi 225. 

prydyddion 9. 239. 

Prys, R. I. 4. 

Pughe, W. Owen 1. 4. 

pid(](án, plugain 197. 

Puli 46. 

punt 126. 

Putzsucht der Damen 151. 

pn-yntniiint 133. 

pwyf! 111. 

pys 150. 

({uinque gaudia Mariae Virginis 220. 

Keim 248 f. 

rime, rhaf (?) 234. 

>7ií7!?í 141. 

rhasgal 81. 

rhedyn 'der Farm' lS9f. 

Rheidiol. Fhifs in Cardiganshire 77. 

rhicingcrdd 39. 

Khinvvallt 64. 

Ehiw Rheon 123. 

Rhodri 22(i. 

rhoi (roddi) 121. 

rJios 'die Rose' 190. 

Rliosyr = Newborough 10. 59. '223. 

rliuylyrocn 153. 

rhun 234.. 

rhwnydorriad 221. 

rhydu 23. 

Rhydderch Hael 14. 16. 231. 

— ab leuan Llwyd ()4. 

— Vychan 19. 

— o'r Gogerddan 21. 245. 
Rhys Gocli o Eryri 13. 37. 195. 

— Goch Landyfrdwy '236. 

— Goch ab Rhiccert 77 f. 130 f. 

— Gwgawu (Wgawn) 103. 246. 

— Hael 25. 

— Meigen 6. '25 f. 33. 

— ab Tudur 25. 245. 

Rliy.'., Sir John 137. 2'25. '2'28 



Rhystud, St. 222. 
Risiart 25. 
Robert Hael 39. 
Roberts, Gruffydd 1. 247. 
Robin Ddu 121. 152. 
Robin Xordd 61. 
Römische Literatur 233. 
Rom 11. 

Romanische Einflüsse 238. 
Riigegedichte 39. 151. 

Saint, die walisischen Heiligen 221 ff. 

Salome 14. 120. 

Santiago de Compostela 11. 53. 

Satiren, Davydds 151. 

sawdring 199. 

Selyv 229. 

Se.na 60. 

Septem sapieutes 231 f. 

Sequenzen 149. 

ser 'die Sterne' 100 f. 

Seren bren 31. 

Seth Adams Sohn 141. 

Severn, Flufs in Montgomeryshire 185. 

Sibli (Sibylla) 235. 

sieb 183. 

Siebenschläfer, die 123. 

Silin, St. 223. 

Simon, St. 221. 

Sion Cent 11. 37. 

— ab Hywel ab Llywolyn Vychan 166. 

— Phylip 37. 

— Tudur 37. 1'23. 130. 
sithionn, gäl. 192. 
siwgr 144. 

Sprichwörter 89. 224. 
Stammbaum der Liebe 122 f. 
Streitgedichte von Davydd u. Gruffydd 

Gryg 26 ff. 246. 
suynan (signau) 163. 
sywaeth 137. 

Tafod 'die Zunge' 154. 
Tagelieder 137 ff. 241. 
Taliessin 16. 39. '223. 
Tal y Llychau 12. 
tanfoll 92. 
taran 'der Donner' 101. 



DAVYDU AB GWILYM. 



265 



tas tcair 191. 

Tav, Fliils in Glamorgan 64. 108. 214. 

taidbwrdd 16. 

Tegau Eurvrou 230. 

Tegwedd 231. 

Teivi, Flufs in Cardiganshire, 6. 17. 77. 

telyn 'die Harfe' 195. 

teubttcr 9. 

Tenzonen 37 f. 

Theologica 218 ff. 

tincr 29. 

Tonkunst, Davydds 157. 

Ton-yn in Cardiganshire 42. 

Traeth niawr in Carnarvonshire 77. 

Trahaearn 39. 

ttebl 199. 

trioedd 'Triaden' 224. 233. 

Tristan 229. 

Troja 235. 

trum 131. 

tnithio 27. 

trwsto.7t '229. 

trymlyd 177. 

Tudur '25. 

— Aled 22. 42. 

— Goch ah Cyvnerth 32. 34. 
twlc 95. 

turch 81. 195. 
ti) gu-ydr '228. 
tylluan -die Eule' 210ff. 
Tyrrel 39. 

Urien Eheged 16. 
us, usy7i 218. 

Versf'ormen 248. 

TirgU 236. 

Tisio St. Pauli 220. 



Waldidylle 71 ff. 

Wallfahrt nach Llanddwyn 70; nach 

Mynyw 77. 
líiííifarf 171. 

Wgawu, Syr Rhys 7. 103. 246. 
Wilkins, Ch. 4. 
William Llyn 133. 
Williams, Edward (lolo Morganwg) 

1 f. 12. 77. 218. 
— , T. Marchant 4. 167. 
wires 114. 

y ddau ychen 157. 231. 
ymgroesi 'ein Kreuz schlagen' 95. 
yrhawg 85. 
ysbitcr 106. 
ysgaw 104. 
ysgol, ysgwl 205. 
ysgwir 'square' 178. 
ysgwier 'squire' 188. 
ysgydogyll 'der Zeisig' 201. 
ysgyfarnog 'der Hase' 193. 
yspeiiser 123. 
ystabl 48. 
ystafell 48. 
ysiof 200. 

Ystrad Fflur (Strata florida) in Cardigan- 
shire 12. 246. 
Ystudvaeh 149. 

Ystwyth, Flufs in Cardiganshire 77. 
ywen 'die Eibe' 189. 

Zahlen in Zusammensetzungen 52. 
Zahlen, konventionelle 1'20. 177. 
Zauberei 126. 



Berlin. 



L. Chr. Stern. 



Zeitichrift f. celt. Philologie VU. 



18 



THE IRISH GLOSSES IN AMBR. F 60 SUP. 



The Irish Glosses (oue of them, fobirge, not yet explained) 
in a Milan MS. of 'Sententiae Patrum' (Anibr. F 60 sup.) were 
first published by Zimmer (Gloss. Hib. suppl. XXII 1) from notes 
of Ascoli's and have been reproduced in the Thesaurus Palaeo- 
hibernicus (II, p. 234). 

The MS., which I saw this summer, is in Irish minuscule 
script of the eighth century (with ni 'uostri' and oncew'non'). 
But my hasty examination of it did not enable me to decide to 
what extent it was in the last part a mere 'recueil factice'. 
The last leaf certainly belongs to a quite different MS. It 
contains a portion (words begiiming with C) of a Latin Glossaiy 
(published by Pascal in Boll, filol. class. XI, 88-90, 1905). The 
Irish glosses appear on p. (51 and are accompanied by other 
scraps of monastery lore. Immediately befoi-e them stands a 
note on Antichrist: 'Haec sunt noniina quae habet antecristus 
in g(raeco) cum suis litteris et numeris in unatjuaiiue littera cum 
interpretationibus eai-unv', etc. Before this note stand (pp. 60—61) 
extracts from Isidore's Etymol. Y, xxvi 'Crimen carendo dicitur', 
etc. The scribe of p. 61 is not identical with the scribe, or 
rather scribes, of the MS. itself, but may be equally old. 

Here is my (hasty) copy of that portion in which the Irish 
glosses occur: 

Piamuni, id est ^'euatorum vel sagitariorum. Arenaria folia, 
id est quasi folia curbata id tairUrihi, ab eo quod arcus. Cum 
cuspinio sapore; cuspis proprium ligni, id est cuilen; cuispi . . . 
cuilendu . . . ptilias venenosas . . . nnica fohisge (? fohirgc) . . . 
sura . . . oratorio. Hamus escarum sermo rapacis capial[] acuta 
risus oris eins. In senis deciau, id est in tabernaculis iusti;o)ru'm\ 
III bachtriosi sunt. Puteus inlustratus, id est neb glan. 



W. M. LINDSAY, THE IRISH GliOSSES IN AMBR. F. 60 SUP. 267 

The lacunae represent holes in the parcliment produced by 
a bookwoi'iu whose dead bodj' I found at this very leaf. 

All this entry is nothing but a collection of glosses which 
the scribe had culled from a copy of the 'Proverbia Graecoruni'. 
Whether a complete set exists of these proverbs remains to be 
seen. Hellraann. •Sedulius Scottus', p. 121 has published the 
portion contained in Sedulius' common-place book. It does not 
comprise the proverbs in which occur -piamum', • arenaria folia ', 
•cum cuspinio sapore'. But no. 21 is 'Impiorum divitiae cito 
consurgunt qua-si brittanica, in tempore suo velociter decidunt'; 
no. 29 'Haraus escarum sermo rapacis, capialis aculea rictus oris 
eius'; no. 38 'Chordae tinnulae citharae electae prudentium seu- 
tentiae in scaenis diceon (= ^r/.aínr) [iustorum]: stultorum 
clamores in domibus malorum aures iustorum violant et sensum 
cordis eorum inpediunt'; no. 39 'Tres bacheriosi sunt: terribilis 
bellator armatus promptusque ad proelium, leo de spelunca 
quando praedam devorat, aper ferus de silva quando furore in 
aliquem irruif; no. 59 'Fous niuudus sermo innocentis; sermo 
vero inimici puteus infrustratus: quantum perversus, tantum per- 
versa locutus est. nee potest ex sordido fonte purus egredi senno. 
Ideo inimicorum verba cavenda sunt. Sicut enim stilla sanguinea 
vel venenosa quae cadens in vas lacteum inficit, ita sermo iniqui 
in iustorum consilio multis nocet'. 

What the word -fragment 'sura' in my copy belongs to I 
cannot .say. But the 'oratorio' must belong to no. 24 'Sub- 
sellium in pedibus pigri pigritudo eius. Similis est piger foratorio 
quoa nihil boni facere potest, nisi nialleo percussum fuerit.' 

On ' brittannica ' see Goetz, ' Thesaurus Glossarum ' s. v. 

St Andrews. W. M. Lindsay. 



18* 



ALTIRISCHE REBISPRÜCHE. 

Die folgenden fast alle noch der altirisclien Periode ent- 
stammenden Reimereien finden sich in der von Michael O'Clery 
g-escliriebeuen Handschrift B. IV. 2 der Königlichen Akademie 
zu Dublin, die ich Archiv III, S. 302 kurz beschrieben habe. 

(fo. 130a) 

1 In rannán dogniat-som sáncán a n-iathoiü íli, 

is form-sa dusliat-sonih: for coin liter cech ndibhe. 

2 issiol fri hard, ni bee biiaidh; slemoin fri garú caich ar n-iiair; 
inti diroindi samlaid, bidh réidh riem cech n-aimhréidh i). 

3 Ciall do duine ocus cruth, mogénor dian suidhiughudh; 
madh an cruth álainn naniá, is corrthoir gan tablanna. 
Duine teinihen co céill nglain, mogénor fristibhe gen; 
madh in I'oalainn cen céill, ni mad aicci gréin dia leu.-) 

4 Diamad me douéradh fuiriocc, robadh méth cech niamic,3) 
nobetis déra geiredh dar eneach gach caratt. 

5 A duine triiaigh, dirsan duit! it olc[a] álcho^) do c/iOiVp: 
tan it sáithech Uütge[i]b íiall,'') it toirsech") trúag [tau] 

it goiVt. 
Ü Is gnáth do neoch iar tóchall toidecht ina athbóthar: 
súaill inni as buide le bocjit cen co n-apa>- acht athgort. 

') Zu lesen amraid, wie soraid aus so-réid enstaiulen. Vgl. eleu Spruch 
Brigittens im Codex Berueusis (Zeitschr. TV, S. 186). 

*) Mit dieseu Vcrscu vergleiche das Zeitschrift VI, S. 2ü7 abgedruckte 
Gedicht. 

') Statt manach, gleichsam Deminutiv in -iic, des Reimes wegen. 

«) O'Clerj- setzt in unbetonten Silben gern o statt a. 

") uaill MS. 

•) toirsich MS. 



K. -METEK, ALTIRISCHE KEIMSPRÜCHE. 269 

7 Ni coil" indus berdar in coidh: 

ní rop cora dech in rí isin tír ataat inbi. 

Is coir indus berdar in co'ídh: 

sellaidh [ind] inti nat ibh, iiiidh inti dian coii-. 

8 Condig ind anim for cúi co roscara frisin cri: 
CO rodeglat immale nocha dernat bith gun ni. 

9 Is mo ri, is mo t[h]igerna dogni; 

is ferr guth in gabair mairbh iná gairm in ghobhair bi. 

10 Bidh Buccaiti ainm do mheic, bidh Minsecli mad ingen d[e]it, 
bid Gobairsech ') t' ainm fadéin. 

11 Xi dot clioiriuccbadli, a De, trúagh an sainiugliudh dogni: 
marbai in ri[gj foloing in slúag, aingi in tniagb nat 

túartéit ni. 

(fo. 130 b) 

12 Téid mo menma'-) don mir íil il-láimli rígli Temra tréiu: 
madli maitb lais. douéra im láiiii, mad ferr lais, doméla féin. 

13 Dia mo ruire, Dia mo ri, Dia mo duine, Dia mo dia, 
ni nomsainmescca ó mac De dirairmescca mac De dia. 

14 Domuin gach sétach is ri, dáigli fogni bréccacli^) bitli cé; 
ecmaing is do nach terc ni, cech ri dia tecmoing sere De. 

15 Eser ni re ndol ar fecht, do tluiaro ni rob imt[h]erc, 
acht ma tresoide do nert, ni ba mesoitti t' imt[h]echt. 

16 Treabar doberar do grés, is é a bés cia roféis: 
beiridh a buidhe dotmél^), forbeir a bfágoibh dia eis. 

17 A Chathail mic Finugoine '), fo lim cacha erbara, 
ceat olca na hairchinnigh, it maithe na herlamha.«) 



') gobairsich MS. 

') Zu lesen menma-sa, wenn nicht Reim mit Temra beabsichtigt ist. 

^) nibreccach oder inbreccach MS. 

*) Zu lesen dodmcü't 

') Besser Fingv,ine. 

') Vgl. Ériu IV, S.40, Ahm. 3. 

Liverpool. Kuno Meyee. 



MISCELLEN. 



1. Lacus BeuaciLS. 

Dafs der lateinisclie Name des Gardasees, Lacus Bcnäcus, 
auf gall, bennäcus = ir. hennach, k,vmr. hanawg zurückgeht, ist 
längst erkannt worden. Siehe z. B. Holder, Altkeit. Sprachschatz 
s. V. Das kurze c des gallischen Wortes i.st im Lateinischen 
vor der Doppelkonsonanz lang geworden.') Der von Holder 
gegebeneu IJbersetzung von bennäcus kann ich dagegen nicht 
zustimmen. Er nimmt für hennum die Bedeutung ,. Vorgebirge" 
an, so dafs Lacus Benacus den an Vorgebirgen reichen See be- 
deuten würde. Nun sind aber weder hennum noch die verwandten 
irischen und kymrischen Wörter in diesem Sinne nachgewiesen. 
Ir. henn und kymr. ban bedeutete zunächst das Horn eines Tieres, 
dann eine wie ein solches Horn gestaltete Bergspitze, engl, 'peak', 
schliefslich allgemein 'Bergspitze'. Ferner aber sind Vorgebirge 
durchaus kein charakteristisches Merkmal des Gardasees. Da- 
gegen fällt sofort als Hauptmerkmal seiner eigentümlichen Ge- 
staltung in die Augen, dafs der untere breite und runde See 
nach Norden in eine lange, spitz zulaufende Bucht endet, die sich 
wie das gerade Horn etwa einer Ziege von Kap S. Vigilio bis 
nach Riva hin erstreckt. Auf solche Erscheinungen gründeten 
die Kelten gerne ihre Ortsnamengebung (vgl. z. B. ir. Inher Scene 
'die Messerbucht', Inber Tuaiye 'die Axtbucbt') und so zweifle 
ich nicht, dafs Lacus Benacus 'den gehörnten See' bedeute. 

Sirniione am Gardasee, L Sept. 1908. Kuno Meyeh. 

') Sielie Liiulsaj-Xolil, Kap. IT § l.io (S. 129 ff.). 



MISCELLEN. 271 

'i. Altirisclie Miscellen. 

1. Wb. 17d, 5. 

Als ich meiuen Aufsatz 'Zu den A^'ürzbui-ger Glossen' 
(Ztscbr. 6, 455 ff.) scbrieb, hatte ich meine Kollation zu der oben 
angeführten Stelle bei Seite gelegt, weil ich -iunäcbst schwankte, 
unter welchem der verschiedenen Abschnitte meiner Arbeit ich 
sie am wirkungsvollsten zur Beleuchtung ■N'on Stokes' Heraus- 
gebertätigkeit in der 'Kevised edition' (1887) und dem 'Tliesaurus 
Palaeohibernicus" (1901) verwenden sollte; sie geriet durch Ver- 
seben in ein Konvolut minder \\ichtiger Notizen, die ich bei 
dem l'mfang meiner Arbeit scbliefslich unverwertet bei Seite 
schob. Wenn ich meine Kollation zuWb. 17d, 5 nachträglich 
ans Licht ziehe, so geschieht es jetzt hauptsächlich aus dem 
Grunde, um das Altirische von einem Wortungeheuer zu befreien, 
mit dem Stokes die Sprache beschenkt hat. 

In meiner Ausgabe von Wb. habe ich die Glossen der Hs. 
zu 2. Corinther 11,25 so gegeben (Glossae Hiberu. S. 114): 

'25. Ter uaufragium feci .i. fomldmas háditcl /b/A»/ (ZE. 307). 

Nocte et die in profunde maris fui .i. inter fliictus 1. secundum 
veritatem et rananacht dia (ZE. 330).' 

Stokes verbessert mich in der Revised edition so (The 
Old-Irish Glosses at Würzburg S. 105): 

•25. ter naufi-agium feci*, nocte et die'^ in profundo 
maris fui*. 

4. .i. fomldmas bddtid fothri 5. ndeJit dia. 6. .i. inter 
ductus 1. secundum veritatem et rananacht dia.' 

In der beigefügten Übersetzung gibt Stokes für die neue 
Glosse 5 ' a night (and) a day ' (1. c. S. 295), ohne eine Bemerkung 
in einer Note, als ob es sich um tadelloses Altiiisch handle. 
Dies ist nun bekanntlich nicht der Fall. Abgesehen davon, dais 
man im Altiricchen zwischen nacht dia ein ocus (7) ebenso er- 
wartet wie im Lateinischen et steht, ist doch nacht in ver- 
schiedener Hinsicht ein Monstrum. Das Wort füi- 'Nacht' hat 
nicht nur nach Ausweis des Lat. (noctem), Kymr. tranoeth, Bret. 
tronnos, sondern auch in allen Phasen des gälischen Sprach- 
zweiges (Alt-Mittelii-isch, Neuii-., schottisch Gälisch, Manx) festes 
als Vokal: altir. nocht, innocht; ferner ist der Vokal sicher 
kurz, sodafs auch die Längebezeiehnung des «' in Wb. sonderbar 
ist, es sei denn, dafs man .sich entschliefseu wollte anzunehmen, 



272 MISCELLEX. 

es habe neben dem gemeinkeltischen Stamme nod- noch einen 
Stamm nöd- (näd-) gegeben, der in dieser einzigen Stelle be- 
legt sei. Eine solche Annahme liegt aber soweit von aller 
"Wahrscheinlichkeit ab, dafs Ascoli, der ja auch Gelegenheit 
hatte, Stokes' eigenartige Eevisorentätigkeit am eigenen Leibe 
zu erproben, lieber eine andere Annahme macht, indem er 
(Glossarium Palaeohib. S. CCCLXII) s.v. nocht schreibt: 'Stokes 
sibi fingit, 17d,5, ndclit dia 'a night [and] a day', glossam 
fabulosam, ut mihi certe videtur, ad verba latina „nocte et 
die". Deest omnino in editione Zimmeriana; et certe nihil est 
aliud nisi prava iteratio literarum, quae proximam finiunt 
glossam: rananacht dia.' 

Ascolis Scharfsinn hat das Richtige erkannt. In der Hs. 
schliefst die eine Textzeile mit 'semel lapitatus', und die nächste 
lautet ' sum. ter uaufragium feci, nocte et die in profundo '. Hier 
steht nun über 'ter' beginnend i) die Glosse '• . fomldmas iddml 
foihrí'; dann steht über 'feci' als Glosse '.i. sustuli'; hierauf 
folgt gegen Ende der Textzeile lioch an die vorhergehende Zeile 
heraugedrückt direkt unter 'semel lapitatus' und über 'et die 
in profundo' die Glosse '.i. inter fluetus 1. s. ueritatem et rana' 
bis auf den Rand der Zeile, sodafs der Schreiber in einer zweiten 
Zeile unter 'uctus 1. s.' der Glosse und über "in prof des Textes 
fortfahrt 'nacht dia\ Es ist also alles in Ordnung, wie ich es 
gegeben und Ascoli sich die Sache gedacht hat. Die Erklärungen 
in ^Yb. sind ja aus einer anderen glossierten lis. abgeschrieben. 
Nun ist es eine ganz gewöhnliche Erscheinung, wie sie sich 
jedem sorgfältigen Benutzer der Hs. aufdi-ängt, dafs wenn der 
Schreilier der Glossen in Wb. in seiner Vorlage eine längere 
Erklärung vorfindet, von der er annimmt, dafs sie aus irgend 
einem Grunde nicht in einer Zeile in "\^'b. Platz findet, er sie 
auf zwei Glo.ssenzeilen zwischen die Textzeilen verteilt: er be- 
ginnt hoch über den Text werten, wozu die Erklärung gehört, 
direkt unter der vorliergehenden Zeile, schreibt soweit der Raum 
reicht und fährt dann, oline jede Rücksicht auf Worttrennung 



') Dies, uämlich dais die Glosse iu der Hs. zu ' ter ' stehe, sagt ja auch 
meiue Ausgabe. Weun Stokes die Glosse zu ' feci ' stellt, wo eine andere lat. 
Glosse steht, so erklärt sich dies so, dal's Stokes, wie ich Ztschr. 0, 500— 520 
(besonders 515 ff.) gezeigt habe, meine .\usgabe milsverstauden hat und auf 
(jrund solcher Mil'sverstiiudnissc — gegen meine Ausgabe und gegen die 
Ue. — in mehr als 100 Fallen eigenmächtig mich verbessert hat. 



MISCELLEN. 273 

— die die altir. Hss. nicht kennen, s. Ztsclir. 6, 488 if. — unter 
dieser ersten Glossenzeile weiter fort bis zu Ende. Alles ist, 
wenn man die Hs. sieht, so einfach und natürlich, dafs meistens 
auch blöde Augen nicht zweifeln können. So auch in unserer 
Stelle, wie meine Ausgabe bietet. Die augebliche Glosse 17 d, 5 
steht gar nicht in der lis. Ascolis oben angeführte Worte 
lassen in ihrem Schlufssatz die Möglichkeit offen, dafs es sich 
mit Glosse 17 d, 5 ndcht diu um eiue 'prava iteratio literarum, 
quae proximam finiunt glossam: rananacht dia^ der Hand- 
schrift \^'b. handeln könne, die nur Stokes nicht als solche 
erkannt habe. Dies ist nicht der Fall. Die Glosse 17 d, 5 
neben Schluss von 17d, 6 hat sich Stokes rein aus den 
Fingern gesogen. Es ist klar, warum Ascoli eine andere 
Möglichkeit offen liefs: Stokes gibt als neue Glosse ndclit dia 
mit Akzent (Längezeichen) über a, während er den Schlufs von 
17 d, 6 ganz wie Zeufs (ZE. 330) und ich ohne Längezeichen 
{rananacht dia) druckt. Ascoli hat offenbar, trotz der trüben 
Erfahrungen, die er selbst mit Stokes gemacht hat, es nicht für 
möglich gehalten, dafs jemand, der eiue 'revised edition' einer 
editio princeps auf Grund neuer Kollation der Hs. zu geben be- 
hauptet, so weit und so verschmitzt in seinen Erfindungen 
zum Verderben des Vorgängers gehen könne; wie denn 
in der Tat das in der Hs. nicht vorhandene Längezeichen 
über dem aus rananaclit dia fi'ei erfundenen núcht dia das 
Raffinierteste an sogenannten ^'erbesserungen ist, was mir je 
vorgekommen ist. 

Nach der angeführten Beschuldigung durch Ascoli sollte 
man annehmen, dafs Stokes, als er mit Strachan im Jahre 1900/01 
eine Neuausgabe der Wb. Glossen in dem monumentalen Thesaurus 
Palaeolübernicus veranstaltete, die Hs. sich genau angesehen oder 
Herrn Chroust, der ja nach Ausweis der Addenda und Corrigenda 
so viel uachseLen mufste, veranlafst hätte, die Stelle anzusehen. 
Nichts von all dem ist geschehen. Thesaur. Palaeohib. 
S. 615 prangt die frei erfundene Glosse nacht dia mit dem 
Längezeichen neben der wirklichen Glosse rananacht dia ohne 
Längezeicheu, und in den Addenda S. 726, wo sich zu S. 615 
drei Verbesserungen finden — darunter eine von Chroust — 
kpin AVort darüber. Gegenüber diesem Verhalten von Stokes 
wird Ben Akibas Behauptung 'Alles schon dagewesen' sich nicht 
länger aufrecht erhalten lassen. 



274 MISCEIiLEN. 

2. irnigäe, irnigdid, artieigdet.^) 

Ein ungemein häufiges Wort in der alten kii-chlichen 
Sprache ist imigdc in der Bedeutung 'oratio, precatio'. Es ist 
Femininum (Wb. 4d, 18) und kommt in Wb. fast in allen Kasus 
des Sing, und Pluralis vor. Seine Form ist hier gewöhnlich 
?VM/(7c?e (Wb. 4a, 27, zweimal; 4d, 18; 5 c, 20; 5d, 22; 7a, 12; 
lOd, 1.5; 23a, 13; 24c, 2; 25c, 28; 27c, 12. 19); neben 12mal 
irnigde kommt einmal irnaigde (4d. 20), mit jüngerem ai in un- 
betonter Silbe für das ältere i in der unbetonten Silbe, und ein- 
mal irnichthe (17 a, 5) vor. In 111. finden sich schon 3 ernaigde 
neben 1 ernigde imd 1 irnigde (s. Ascoli, Gloss. Pal. Hibernic. 
S. CCCLVII s. V. neg), mit der Verteilung von i : ai in unbetonter 
Silbe im Verhältnis zu Wb. ganz dem überall nachweisbaren 
jüngeren Charakter der Lautgebung in Ml. entsprechend. Ein 
Mittelding in der Orthographie zwischen den vereinzelten 
Formen ernaigde (Ml.) und irnaigde, irnichthe (Wb.) ist die 
ziemlich reguläre Schreibung in jüngeren Hss. wie LBr., wo 
ernaigthc, ernaigthcch (Atkinson, Pass, and Hom. S. 685. 686) 
Eegel ist; ebenso in anderen Hss. (s. Windisch, Wtb. S. 527). 
Vereinzelte Schreibungen wie aurnaigthe, nrnuighthi, urnaithe 
in jüngeren Hss. (s. ZE. S. 7 unten) nehmen nicht weiter Wunder 
(vgl. irdic, airdirc, aurdirc; irlam, crlam, airlam, aurlam u. a.). 

Zu diesem Nomen irnigde gehören in Wb. sicher zwei 
Verbalformen: 1. eine zweite Plur. Imperativi irnigdid 'bittet, 
betet' in forcunud cäch alailc 1. irnigdid dilegenter 'es unter- 
weise Jeder den Andern oder betet fleifsig' Glosse zu 'Loquentes 
vobismet ipsis in salmis' (Wb. 22c, 8), und 2. eine dritte Plur. 
Präs. arneigdet in einer längeren Erklärung zu den Textworten 
'sine intermissione orate', in der es heifst (\\h. 25c, 23) arneigdet 
iarum fridia quando bonum faciimt 'sie beten dann zu Gott (vgl. 
isi moirnigde fridia Wb. 4d, 18) quando b. f.' Darnach hätten 
wir ein Verbum anzusetzen: orthoton. arnéigdim und enklitisch 
ni irnigdim. Auf Verbalformen aus jüngerer IJberlieferung, auf 
Grund deren Ascoli eine Etymologie aufstellt und dann die 
beiden ältesten Formen in Wb. emendieren will, komme ich im 
Verlauf der Erörterung. 

') Im folgenden habe icli die Lauge der Vokale luit Längestrich über 
dem Vokal bezeichnet ((7, c usw.) und das Zeichen der altirischen Hss. für 
die Akzentbezeichunng verwendet («' betontes «). 



MISCELLEN. 275 

Welches ist die Etymologie des in der alten Überlieferung 
regelmäfsig iniigde (12 mal AVb., Imal Ml.) geschriebenen 
Nomeus und der offenkundig zu ihm gehörigen Yerbalformen 
iniigdid, arneigdet in Wb.? Keine Etymologie direkt, aber doch 
einen Hinweis, der einen wertvollen Fingerzeig abgeben könnte, 
bietet die Gramm. Celtica, wenn sie (ZE. 7-±) das gd in irnigde 
wegen des einmal in Wb. belegten imichthe für chd stehen 
liiist und den Wechsel mit airegde : airechas auf gleiche Stufe 
stellt. Wenn sich durch die Annahme, dafs in dem regelmäfsigen 
alten irnigde und dem regelmäfsigen jüngeren ernaigthe in dem 
g ein für etymologisches ch stehendes gh stecke, eine klare ein- 
leuchtende Etymologie ergäbe, dann liefse sich die Annahme 
immerhin hören und verteidigen, dafs in dem einmal in Wb. 
vorkommenden imichthe in der Schreibung ch etwas Altertüm- 
liches stecke. Da aber eine solche Etj'mologie sich nicht ergibt, 
wird man bis auf weiteres von der regelmäfsigen Orthographie 
von Wh. irnigde mit g (d. h. gh) ausgehen müssen, die doch in 
den daneben liegenden Yerbalformen {imigdid, arneigdet) und 
der regulären jüngeren Schreibung (ernaigthe) Stütze durch die 
Überlieferung empfängt; aufserdem aber auch Stütze in der Er- 
wägung, dafs die seltenen oder jüngeren Schreibungen imichthe, 
ernaigthe mit ihrem cli und ih für g und d der regulären alten 
Schreibung in Laut- und Orthographiegeschichte des Altirischen 
Erklärung finden, während eine regelmäfsige alte Schreibung 
irnigde statt irnichde oder imichthe weniger wahrscheinlich ist. 
In der altirischen Sprache des 9./ 10. Jhs. konnten sich ge- 
schriebene irnigde und imichthe [irnigthe) nur unterscheiden wie 
irnijje und irnihhe, d. h. tönende oder tonlose Doppelpalatal- 
spirans {jj : hh) zwischen vorletzter und letzter Silbe, also nicht 
viel mehr wie z. B. im Neuhochd. ' Siege ' (victoriae) und ' Sieche ' 
(aegroti).') Bedenkt man nun Schreibungen, Etymologie und 



') Wenn erst neben Vendryes' Grammaire du Vieil-Irlandais Pedersens 
Vergleichende Grammatik der Keltischen Sprachen vollständig: und Thurneysens 
angekündigtes Handbuch des Altirischen erschienen sein wird, werde ich eine 
Eeihe von Problemen der Altirischen Grammatik erneut vornehmen, darunter 
auch die Frage nach der lautlichen Geltung der altirischen Zeichen th und 
d (wo neuir. dh). Ich bemerke schon hier, dafs ich im Laufe der Jahre in 
meiner vor fast 30 Jahren gewonnenen Anschauung über die Geltung dieser 
Laute immer mehr bestärkt worden bin. Der Übergang der ur.sprüuglich 
dentalen Spiranten th, d (phonetisch gleich Aga.p, d, ukymr. th, dd, engl, th 



27G MISCELLEN. 

Aussprache in Fällen wie altir. óinugud, oenaigthe, oenichthe, 
roainmnigthe und roainmnichthe, hruthnigthe (tnesraigthe) aber 
foammamiclithe, cttmscaichtM aber conflechtaigthi u. ä., dann ist 
leiclit A-erständlich, wie neben altem etymologisch berechtigten 
irnigdc (ernigde), jünger irnaigde (ernaigde), ein irnichthe oder 
crnaigthe als Schreibung aufkommen konnten unter dem Ein- 
druck, dafs es sich bei irnigde um eine Ableitung von einem 
Vei'b auf -igim handle. Nach all dem ist der ZE. 74 angedeutete 
Gedanke zu verwerfen und bei Ausschau nach einer Et3-mologie 
an der alten Schreibung irnigde als der histoi-isch berechtigten 
festzuhalten. 

Davon geht auch Ascoli im Thesaurus Palaeohib. S. CCCLVII 
aus. Er nimmt daselbst eine Wurzel neg mit Präpos. air in der 
Bedeutung 'precari' an. Diese "Wurzel neg hat mancherlei 
gemeinsam mit der von Ascoli (1. c. S. CCXXIV ff.) nach dem 
Vorgang anderer (s. Kevue Celtique 6, 138 ff.) angenommenen 
Wurzel sale mit Präpos. od in der Bedeutung 'aperire'. Beide 
Wurzeln (neg und mlc) sind weder als Yerbum noch in einer 
Nominalbildung in irgend einer andern indogerman. Sprache vom 
indischen bis atlantischen Ozean nachweisbar und kommen auch 
in den keltischen Sprachen sonst nicht vor: es handelt sich also 
um reine Erfindungen; beide "Wurzeln {neg und sah) erklären 
gar nicht ungezwungen alle Formen des Irischen, zu deren 
Erklärung sie erfunden sind; beide Wurzeln sind aufserdem 
völlig liberflüssig, da die vorliegenden sprachlichen Tatsachen 
sich aus dem anderweitig vorliegenden irischen Sprachmaterial 
ungezwungen verstehen lassen. Bleiben wir hier bei sogenannter 
Wurzel neg mit Präposition airJ) Hiervon kann in regulärer 

tonlos und tiiueud), die die nenirische Sprache nicht kenut und die kein 
Ire heutigen Tages selbst iu fremden Sprachen (Englisch, Kynirisch) 
aussprechen kann — der Übergang dieser Spiranten in die gleichen Laute 
der nächstbenachharten .\rtikulationsstelle, also in pal a tale Spiranten, hatte 
sich im 9. .Th. .schon vollzogen; es war also ein teilweises lautliches Zu- 
sammenfallen mit den aus c, y entstandenen Spiranten vor palatalen Vokalen 
eingetreten, und im Inlaut und Auslaut bahnten sich die Weiterentwicklungen 
dieser beiden, etymologisch und in historischer Orthographie getrennten, 
Gruppen palataler Spiranten zu Spiritus Asper (/i) und weiterhin Schwund 
an, wie sie die heutige Sprache aufweist und wie sie für die Sprache des 
II..II1S. in heutigem Umfang nachweisbar sind. 

') Hingewiesen sei hier, dafs die einer nirgends nachweisbaren Wurzel 
sulc mit od zugewiesenen Formen (Ascoli, Gloss. Palaeoh. S. CCXXVff.) alle 



jnSCELLEN. 277 

Bildung das altir. irnigde, ernigde 'precatio' kommen, wie Ascoli 
annimmt; dies Xomen mufs also vorläufig; bei Seite bleiben, 
^'on Verbalformen zieht Ascoli in erster Linie herbei aus Ml. 
die Stelle Ml. (31b, 1 läse aranneget, die Glosse ist zu dem Text 
'orando curatur egrotus' und von Ascoli mit 'quum precantur' 
übersetzt wird. Die grammatische Auffassung (läse ar-an neget) 
und die Übersetzung siud tadellos. Dies mufs gegenüber der 
Auffassung der Stelle im Thesaur. Palaeoh. I, 203 betont werden, 
wo übersetzt ist 'when they complain'. Hier ist offenbar an 
das gerade in Ml. häufige Yerbum egim mit air 'queror, con- 
queror' gedacht: arcgi 'queritur' Ml. 31a, 20; dies ist jedoch 
nach Form und Zusammenhang unmöglich: ' when they complain ' 
(quum conqueruutnr) könnte nur heifsen läse aianeget (oder läse 
araiieget) sicher mit einem n, wie anaranegi gl. conquerens Ml. 
18 d, 1, araneget gl. quum couqueruntur Ml. 97 d, 9, araneiget gl. 
conqueri Ml. 20 b, 8, emid aranegea gl. conquerendi Ml. 95 c, 7 
ausweisen. Eine Besserung von Ml. 61 b, 1 in läse araneget mit 
einem n ist aber unbedingt durch den Zusammenhang aus- 
geschlossen, da doch lat. 'orando' glossiert wird, also in der 
Glosse nach der Art wie solche lat. Bildungen wiedergegeben 
werden (s. ZE. 720) ' quum orant (precantur) ' stehen mufs. Nach 
all dem kann kein Unbefangener zweifeln, dafs in Ml. 61b, 1 ein 
anleget 'orant (precantur)' steckt, also anscheinend eine kräftige 
Stütze für Ascolis Wurzel neg. Eine zweite Stütze für dieselbe 
holt sich Ascoli aus der bekannten Langzeile des Fiaccs Hymnus, 
wo es von Patrick heilst (26) Fridchad haitsed arniged demolad 
de nianad 'er predigte, taufte, betete, vom Preise Gottes liefs 
er nicht ab '. Wie die Überlieferung liegt, kann ein Unbefangener 
wieder nicht zweifeln, dafs in arniged eine 3. Sing. Imperfecti 
eines Verbes arnigim 'ich bete' vorliegt, also eine Stütze für 
Ascolis Wurzel neg. 

Damit scheint es mit dieser Wurzel neg aufs beste bestellt. 



nach Form und KedeiUung aus einer Komposition des bekannten altir. Yerbums 
slucim 'absorbeo' (vgl. nkymr. llwnc, Uynycu 'to swallow', altbret. roluncas, 
gl. gutturicavit, mittelbr. louncajf, nhxtt. loimka 'ayaler') mit der Präposition 
od sich ungezwungen erklären. Durch den Tortritt von od 'in die Höhe' 
wird die Bedeutung von slucim genau so in das Gegenteil verkehrt, wie im 
In^Jschen die bekannte Wurzel yuj (indogerm. j'ii^ m jimgo, jugwn) 'ver- 
binden" mit vorgetretenem vi- die Bedeutung 'trennen' hat; vgl. auch 
indisch yoga 'Verbindung', viyoga 'Trennung'. 



278 MISCELLEN. 

Es scheint aber nur so. Was macht Ascoli mit den beiden 
sowohl nacli Überlieferung als Sprache ältesten Verbalformen, 
die wir S. 274 kennenlernten: imigd id 'or&te^ arncigdet ' or&nV? 
Er sagt zum Schlufs seines Artikels ziemlich kleinlaut: 'Pro 
urneigdet, orant, Wb. 25c, 23, arneiget legerim; pro irnigdid, 
orate, Wb. 22c, 8: irnigid'. Das ist doch das Gegenteil von 
jeder metliodisclien Forschung. Aus einem Nomen (irnigde) und 
zwei Verbalformen jüngerer Überlieferung (aniegei, arniged) 
wird eine Wurzel erschlossen, die auf dem weiten Gebiet der 
indogerm. S])rachen ebenso vereinsamt steht wie die vor langer 
Zeit von einem noch lebenden Sprachforscher aus asinus er- 
schlossene Wurzel «.5, und auf Grund dessen, dafs diese Formen 
zu der aus ihnen und zu ihrer Erklärung erfundenen Wurzel 
passen — das Gegenteil wäre ja Ungeschick in höchster Potenz 
— werden die an Zahl ebenso häufigen, in Wb. stehenden alten 
Verbalformen {irnigdid, arneigdet) durch Konjektur einfach um 
die Ecke gebracht. Das wäre bei einer wirklich — sei es sonst 
im Irischen oder den übrigen kellischen Sprachen oder sonst im 
Indogennaiiischeu — nachweisbaren Wurzel tieg ein Kopfschütteln 
hervorrufender Notbehelf. Eine Lösung der Scliwierigkeiten hat 
Ascoli offenbar nicht gefunden. Sehen wir uns nach einer ander- 
weitigen Erklärung um. 

Wenn wir von den tatsächlicli überlieferten alten 
Formen in Wb. (irnigde, irnigilid, arneigdet) ausgelien, läist 
sich in dem tatsächliclien Material des Altirischen eine voll- 
ständig befriedigende Lösung finden, die auch eine Erklärung 
der jüngeren Formen {urneget, arniged, ernaigtite) an die Hand 
gibt. Es handelt sich bei dem Nomen irnigde und der Verbal- 
form irnigdid um ganz reguläre I^ekomposita des bekannten 
altir. Nomens gndc (guide) 'Bitte' und des Veibums gnidim 'ich 
bitte' (rogäd 'ich liabe gebeten') mit den Präpositionen «/)- 
cum- di-. Sehen wir uns die Erscheinungen einzeln an. 

in allen Perioden der iiisclien Spiache werden mit Prä- 
position fo 'unter, heran' ebenso wie im Kymrischen mit dem 
etymologisch gleiclien go- (älter giw-) Komposita mit Substantiven 
und Adjektiven gebildet, die in der eigenartigen Bedeutungs- 
nüance zu den einfaclieu Substantiven und Adjektiven stehen, 
dafs sie etwas melir oder weniger nahe an das Simplex heran- 
reiciiendes bezeichnen: so bildet man im Neukj-mr. in der ge- 
sprochenen Sprache zu fast jedem Adjektiv ein neues mit go-, 



SaSCELLBN. 279 

um unser vorgesetztes 'ziemlich, leidlich' auszudrücken: go lew 
go (Ida 'ziemlicli gut', í?wW«jtMst ein 'Halbgott', und jedes kymr. 
AVörterbuch zeigt Dutzende von weiteren Belegen auf; aus dem 
Neuir. weise ich auf fodlniine 'a person (diiine) here and there'; 
im Altirischen ist so zu cath Genit. catho 'Schlacht, Kampf ge- 
bildet fockiih (fochaid) Genit. fochatho 'Antochtung, tribulatio', 
ferner fochamm, fochas, fochrilaid 'ein wenig camm, cas, crúmd\ 
In derselben Weise gehört im Altir. zu guide 'Bitte' als Kom- 
positum foigde 'Bettelei'. Dieselbe volle Wirkung des Akzentes, 
die foigde aus *fógmde aufweist, zeigt sich in dem Kompositum 
aus guide und Präposition di-: digde 'das Wegbitten von Unheil, 
der Segenswunsch'. Wenn auch dies Kompositum sich nicht in 
den allen Glosseuhandschriften findet, so ist es doch sicher so 
alt wie das in WV). vorkommende foigde, denn es findet sich im 
Felire von Oengus zu 26. Dezember Ateocham diarndigdi 'wii' 
wollen bitten, dafs er uns segne'. Durch ein weiteres Zutreten 
der Präpositionen air- cum- entsteht das in Untersuchung stehende 
altir. intigde. Die Assimilation des d an das n der Präposition 
con ist selbstverständlich, vgl. ni cüingem Wb. 14d, 38 zu con- 
dieig, conddig, condégar Wb. Die Reduzierung aber von air-con 
{irchon) unter der Wucht des expiratorischen Akzentes hat sein 
volles Analogou in einem häufigen altirischen Worte. Zu der 
in zahlreichen Kompositis vorkommenden Wurzel gar 'rufen' (s. 
Ascüli, Gloss. Palaeohib. S. CCCCXXXV ff.) gehört das De- 
kompositum for-covgar: läse forcöngur, ished inso forchóngrimm, 
forcóngair, intí forclióngair, neicli forchóngair, forcóngarar, co- 
forclióngramni forruchóngart sind von Ascoli 1. c S. CCCCXL be- 
legt; dazu gehört, wie schon ZE. b82 erkannt wurde, sowohl 
fórngarthid {fórgartaid) 'imperatinis' als das gewöhnliche Nomen 
förngaire 'jussum' Wb. und Ml. (s. Ascoli 1. c). Ganz so wie 
unter dem Akzent fóm- aus *fórcon- entstanden ist, haben wii- 
trn- aus diichcn- in irnigde, und an der Entstehung von irnigde 
aus *úircondiguide kann weder nach Form noch Bedeutung An- 
stols genommen werden; vgl. auch iuimgire (ZE. 886). 

Wie muTs nun das mit denselben Piäpositionen — wie 
häufig Dekomposita mit di'ei und mehr Präpositionen im Alt- 
irischen sind , kann man aus ZE. 886 ff. ersehen — von dem 
Verb guidim gebildete Yerbum lauten? Da die enklitische 
Form des Terbums sowohl bei Komposition mit einer als auch 
mit zwei und di-ei Präpositionen denselben Akzent, also auch 



280 anscELLEN. 

dieselbe Form wie ein zugehöriges Nomen hat, — vgl. ni épir 
: épert, ni idbir : tdbairt, ni tormaig : tonnach, ni cümscaiget 
: cúmscugud, ni tóirndct : tórand — so kann sie hier nur lauten 
ni irnigdim 'ich bitte nicht', 3. Plur. ni irnigdet und die 2. Plur. 
Imperat. irnigdid. Letzteres ist die tatsächlich Wb. 22 c, 8 be- 
legte Form. Es ist also für die Enklise alles in Ordnung. 
Wie mufsten die dazu gehörenden orthotonierten Formen lauten? 
Sie mufsten mit unbetontem nr- beginnen; das "Weitere hing 
davon ab, ob der Akzent vollständig zur Wirkung kam oder 
durch andere Älomente — wie oft — teilweise gehemmt wurde, 
sodafs wir Formen wie arcüinigdim 'ich bitte', arcüinigdet 'sie 
bitten ', A'ielleicht auch arcúingdim, arcúingdet bei voller Wirkung 
des Akzentes erwarten können. Die dritte Pluralis Präs. lautet 
Wb. 25c, 23 tatsächlich arncigdet statt der zu erwartenden 
arcttingdef oder arcüinigdet. Niemand, der sich im Altirischen 
die Kenntnis verschafft hat, die ein ordentlicher Primaner in 
lat. und griech. Grammatik haben mufs, wird sich sonderlich 
über die Abweichung wundern. Der Umstand, dafs jede Yerbal- 
forni nach ihrer Stellung im Satze nach altindogermanischer, 
auch in vedischer Sprache liewahrten Weise einen doppelten 
Akzent hat, verbunden mit der Tatsache, dafs im Altirischen 
der Akzent durch seine destruktiven Wirkungen auf die dem 
Akzent vorausgehenden und nachfolgenden Silben die Gestalt 
der Wörter bestimmt, hat im Altirischen dazu geführt, dafs von 
jeder Verbalform zwei Formen bestehen, die sich oft viel un- 
ähnlicher sehen als franz. je dois, je sais, je rerois : nous devons, 
savons, recevons, wenn sich auch die ursprünglich identischen 
Formen nicht immer gerade so unähnlich geworden sind wie 
doslüindim "nego' : ni diltaim 'non nego' (aus dislöndim : ni 
dtslondim). Beide Formen (enklitische und orthotonierte) haben 
sich bei der grofsen Unälinlichkeit infolge der Lautgesetze oft 
direkt und nach analogen Formen beeinflufst, wobei sich meistens 
— nicht immer — die enklitischen Formen als die stärkereu 
ausweisen, offenbar weil sie bei gleichem Akzent gleiche Laut- 
gestalt wie das Yerbalnomen aufwiesen. Ein Blick auf ein ganz 
klares Beispiel wird das Aufkommen von arncigdet an Stelle 
von *arcúingdet neben enklitischem ni irnigdet {irnigde) ver- 
ständlich machen. 

Zu altir. sctii)! 'ich blase'. Infinit, setiud, das, wie kymr. 
clnvythu 'blasen' ausweist, mit etymologischem sr begann — Avie 



anscELiiEN. 281 

stur gleich svcsör — niüfsten die Formen eines Kompositums 
mit Präposition uir- lauten: 1. ortliotoniert arsélim 'ich blase 
(auf dem Dudelsack 0) vor, ich spiele auf', 3. Pliu'. arsétet 'sie 
spielen vor'; 2. enklitisch ni dirfitim, ni dirfitet, Infinitiv dir- 
fitiud. Der reguläre Lautwechsel zwischen s und f, wo ur- 
sprünglich SV zu Grunde liegt, wie ihn z. B. shir, scthar neben 
afiur, afdhar (aus svesör) und altir. sih 'ihr' gleich kjTiir. chici- 
chwi (aus svisvi) in demselben Wort aufweist, war schon im Alt- 
ii-ischen des 8. 9. Jhs. unverständlich geworden; entweder hielt 
man beide Formen — die uuaspiiierte aus sv (= s) und die 
aspirierte (= f) so fest, als ob es sich um uisprüngliches s und 
f handle (so sollus, soillse, soillsigini neben foUus, foillse, foill- 
slgit»); oder man mafs das im Status aspirationis stehende f an 
Parallelen wie ih : t und ch : c, d. h. man sah es wie das 
phonetisch gleiche i)h (:j)) als eine vokalische Mutation von 
p an. Wie also im schottisch Gälischen unter solchem Eindruck 
das alte ^'erhältuis stur, Gen. setliar neben afiur, afethar so um- 
gestaltet wm-de, dafs im Status durus, wie Zeufs sagt, für sethar 
ein pethar (peathar) und unter seinem Einflul's das alte shir 
(= svesör) zu piuthar 'die Schwester' verwandelt wurde, váe ja 
infolge mannigfacher Lautgesetze und auf ihren Wirkungen auf- 
gebauten Analogiebildungen indogerm. *sves5r im Gälischen er- 
scheint — , ganz so wurde das alte *arsétim, *arsetet auf Grund 
der enklitischen Formen ni airfitim, ni airfitet zu arpéttim, ar- 
péitct umgestaltet, sodafs uns das alte reguläre *arsétim, *arsétet 
(arsi'ttim, arséttet) fürs Altii-ische des 9. Jhs. schon völlig ver- 
loren ist: in zwei Stellen von Fled Bricrend haben wir ar-do- 
petet {ardopettet) LU. 101a, 19. 107 a, 29 und in einem der Ge- 
dichte der aus dem 9. Jh. stammenden St, Pauler Hs. arbeittet 
'sie spielen' (Bardenkompositionen). 

Ganz ähnlich wie so schon im 8./9. Jh. aus dem Yerbal- 
nomen airfitiud und den enklitischen Formen ni dirßim, ni dir- 
fitet, die orthotouierten Formen urpéttim, arpéttet entstanden und 
die einst sicher vorhandenen alten orthotonierten Formen ar- 
séttim, arséttet {arsétim, arsetet) im 9. Jh. verdrängt hatten, so 

') Der bei den Kelten der Hochlande so beliebte 'Dudelsack', nicht 
etwa die Harfe oder Violine oder Flute, ist das inselkeltische Musikinstrument 
xac iio/rii; daher im Altir. arpettim 'ich blase vor' die generelle Bedeutung 
'ich mache Musik, spiele' hat und äirfitiud 'das Vorblasen' allgemein 'das 
Musizieren' und 'das Amüsement an Musik' bedeutet. 

ZeiiKlirift f. celt. Philologie VII. j^tj 



282 MISCELLEN. 

baut sicli auf dem Yerbalnomen írnigde 'Bitte' und den en- 
klitisclien Formen, wie sie in irniydid 'bittet' belegt sind, das 
in Wb. vorkommende arnfigdet ' sie bitten ' auf, unter Verdrängen 
des zu erratenden anúingdet (oder arcúimgdel). Die Muster, 
nach denen sich diese Neubildung im 8. 9. Jh. vollzog, liegen im 
Altirischen noch klar zu Tage. Ich greife eines heraus. Im 
Altirischen haben wir eine verbreitete Wurzel net, die auch im 
Germanischen (got. ni])an, ahd. giiiäda, uhd. Gnade, alts, ginäilia) 
und im Altindischdn (sanskr. luitha, niithita) vorkommt; sehr ge- 
bräuchlich ist sie mit der Präposition dir- (unbetont ar-): 1. ortho- 
toniert arncutsa, anaranéthem , arncithet, arroinéithiussa , lasse 
arroneith u. a. aus Wb. und Ml. bei Ascoli, Gloss. Palaeohib. 
S. CCCLVII ö". belegt; 2. das Yerbalnomen ist für Wb. und Ml., 
in denen es nicht belegt ist, — nach inncuth : indnithe, indnide 
(Ascoli, 1. c. S. CCCLVIII) jünger indnaide — anzusetzen irnithe 
{irnide) wozu die häufige jüngere Form irnaide (urnaide) stimmt, 
und die enklitischen Formen müssen für Wb. und Ml. ni irnidim 
(irnithim), ni irnidet (ni irnithet) oder in jüngerer Lautgebung 
ni imaidim, ni irnaidet sein, was direkt belegt wird durch die 
erste Pers. Fut. enclit. ni imaidiuh im 'Siechbett Cuchulinns' 
(LU. 50 a 31) neben dem Verbalnomen ocurnaidi an gleicher 
Stelle (LU. 50 a 28). Nun, nach dem Verhältnis der laut gesetzlich 
regelmäfsigen Formen irnide (irnaide), ni irnidim, ni irnidet (ni 
irnaidet) : 3. Plur. arnéithet (Ml. 39 d 25) 1. Plur. arnithem ward 
zu irnigde (irnaigde), ni irnigdmi, ni irnigdet (belegt irnigdid) 
eine dritte Pers. Plur. arncigdet gebildet, die Wb. 25c23 vor- 
liegt; das Verhältnis irnide : arncithet (Ml. 89 d 25) = irnigde 
-.arncigdet (Wb. 25c23) ist in die Augen springend. So ersetzte 
spätestens um die Wende des 8.,9. Jlis. ein orthotoniertes ar- 
ncgdim, arncigdet altes *arcüindgim, *arcúindget, wie zu derselben 
Zeit arpcttim, arpätet für arscttim, arséttet eingetreten war. In 
beiden Fällen war eine durch ungehemmte Wirkung der Laut- 
gesetze in der Sprache unverständlich gewordene Differenz bei 
dem Verhältnis von enklit. Formen und Verbalnomen zu ortho- 
tonierten Formen (ni dirßtet, dirfitiud : arsrttct; ni irnigdet. 
irnigde : arcúindgct) auf Grundlage der Lautgestalt der en- 
klitischen Formen und des Verbaluomens nach deutlicheren 
Mustern (dort /':j), hier im- : am-) umgestaltet und eine neue 
Gestalt der orthotonierten Flexion (arpéttim, arnégdim) geschaífeu 
worden. 



misceijLen. 283 

Es hat sich also aiis den Erörterungen von S. 278 ff. er- 
geben, dafs die in unserer ältesten und wichtigsten umfangreichen 
altirischen Quelle Wh. belegten Nominal- und Verbalformen 
trnigdc, irnigdid, arntigdet aus vorhandenem Sprachgut (guide, 
guidÍDi) ohne Erfindung von Wurzeln und oline Verletzung der 
Überlieferung nach den Lautgesetzen und Neigungen der altir. 
Sprachentwicklung vollkommen klar und verständlich sind. Wie 
steht es nun mit den beiden jüngeren Formen arnéget (Ml.) und 
arniged (Fiacc's H3'mnus), denen zu Liebe Ascoli seine Wurzel 
neg ei-fand und denen zu Liebe er die ältest überlieferten Formen 
{irniydid, anu'igdet Wb.) 'besserte' (s. oben S. 276)? Sollen wir 
läse araiineget Ml. 61 b 1 in läse arannegdet und arniged Fiaccs 
H3-mnus 26 in arneigded {arnigded) bessern, wie bei letzterem 
Stokes (Thesaur. Palaeohib. II, 315 Anm. a) möchte? Wenn unser 
Ziel hier wie überall ist, die irische Sprache in ihrer geschicht- 
lichen Entwicklung zu verstehen, werden wir uns von solchen 
Doktor Eisenbartkuren fernhalten. Es kann bei der Betrachtung 
der ii'ischen Sprachentwicklung vom 9. bis 19. .Jli. der Gesichts- 
punkt nicht scharf genug im Auge behalten werden, dafs das 
Altirische — namentlich soweit seine Konsonantbezeichnung 
in Betracht kommt — im 9. Jh. ebenso eine historische Ortho- 
graphie hat wie im 19. Jh., wobei nur zu beachten ist, da.ss die 
Differenz zwischen Laut und Zeichen im 9. Jh. oft noch nicht 
so grofs ist wie im 19. Jh.: heute sind die Unterschiede so grofs, 
als ob man Latein schriebe und Französisch des 19. Jhs. spreche, 
im 9. Jh. waren sie ähnlich wie zwischen dem Französisch der 
Strassburger Eide und geschriebenem Latein. Dieses Verhältnis 
zwischen Laut und Lautgebung im Irischen seit dem 9. Jh. bringt 
es mit sich, dass manches als Sprach entwicklung demjenigen, 
der den Dingen ferner steht, erscheint, was nui- Orthographie- 
entwicklung oder wenigstens teils Sprach- vmd teils Orthographie- 
entwicklung ist. Heutigen Tages werden historisch geschriebene 
suidhe und Inighe bis auf den Anlaut (s oder l) ganz gleich 
gesprochen, ebenso croidhe und righe (bis auf er oder r), wie es 
auch für die Aussprache gleich ist, ob man amhahi oder ahhain 
•Flufs' (gesprochen au-en wie kymr. aiven) schreibt. Diese und 
Hunderte von Fälle gehen sicher bis ins 11. Jh. und waren im 
9. Jb. sicher angebahnt. Es ist daher leicht verständlich, wie 
im Laufe der iiischeu Sprachgeschichte bei gleicher oder fast 
gleicher Aussprache verschiedener Wörter und Formen von 

19* 



284 MISCELIiEN. 

Grammatikern auf Giund ihrer si)raclietyinologischen An- 
schauungen Änderungen in der Orthographie vorgenommen 
wurden, die für die Aussprache ganz oder so gut wie ganz 
ii-relevant waren, jedenfalls nicht auf tatsächlichem Lautwandel 
selbst, sondern auf dem Wandel der Anschauungen von Gram- 
matikern und Schreibern über die Etymologie von Wörtern oder 
ihren Beziehungen zu anderen Wörtern oder Wortkategorien 
beruhten. 

Halten wir diese Gesichtspunkte im Auge und wenden uns 
wieder der Frage zu, wie wir die jüngeren Formen arncget 'sie 
beten' (Ml.), arnigcd 'er betete' (Fiacc's H.ymn.) neben den S. 278 
bis 280 erklärten älteren, gute historische Orthographie auf- 
weisenden irnigde {érnigde, irnaigäe), irnigdid und der auf diesen 
aufgebauten Analogiebildung arncigdet (S. 281 ff.) auffassen sollen. 
Da ist zunächst zu bemerken, dafs wir Aveiter die neben dem alten 
in Wb. und Ml. vorkommenden irnigde {crnigde, irnaigde, érnaigdé) 
einmal in Wb. sich findende Form irnichthe mit chth für- älteres 
gd ebenso mit heranziehen müssen wie die reguläre mittelirische 
Schreibung crnaigihe (LBr.) mit ihrem th für älteres d. Ferner 
müssen wir uns gegenwärtig halten, welche Laute der wechselnden 
Schreibung der Konsonanten in irnigde (irnaigde), irnichthe 
und ernuigthe zu Grunde liegen. Durch den Übergang der einst 
auch im Altirischen vorhandenen dentalen Spiranten p, Ö 
(j^ \^'\\vc. ill, dd. tonlosem imd tönendem engl, tli) in die Spiranten 
der nächst rückwärts gelegenen Artikulationsstelle, in palatale, 
waren die den in historischer Weise im Alt irischen geschriebeneu 
th, d zu Grunde liegenden Laute mit den geschriebenen eh, g vor 
palatalen Vokalen zu Grunde liegenden Lauten fast völlig zu- 
sammengefallen; es hatten also th und palatales ch, je nach 
Stellung im Anfang oder Ende der Tonsilbe sowie im Inlaut 
oder Auslaut, den Wert eines Lautes wie im Auslaut im ale- 
mannischen 'Viech' bis zum 'Vieh' unserer Literaturspraciie. und 
d sowie palatales g repräsentierten den entsprechenden tönenden 
Laut. Demnach waren, wie schon S. 275 angedeutet, annähernd 
irnigde, irnaigde, crnigde = irnijje, irnejje, érnijje; arnéigdet = 
arnéjjcd; érnaigihe = érnejhe und irnichthe = irnihhe. Endlich 
ist drittens zu beachten, dafs im Altirischen derselben Zeit zahl- 
reiche abgeleitete Verba auf -igim, -aigim vorhanden waren wie 
munigim, cuiligim, ualligim, gortigim, dainynigim, fliuchaigim, 
cumachtaigim, hruthnaigim u.a. (ZE. 435ff.), zu denen sowohl 



MI8CELLEN. 285 

\'erbalformen wie Xomiiialformen auf -the gehörten wie oenaigthe, 
roainmnigthe, hridhnigHie, mesraigfhe, und in denen chth mit gthe 
wechselte wie oenichthe, roainmnichthe, foammamichfhc u. a. zeigen. 
In diesen zahlreichen Verben war in allen Formen, wo kein th 
folgte, also z. B. ciiiligim, munigim, die Aussprache des -igim von 
dem -igdim in ni irnigdim, irnigdid nicht weiter verschieden wie 
ein -ijim von -ijjim. also in den ersteren einfache tönende Spirans 
und in ni irnigdim, irnigdid, arnéigdet doppelte tönende Spirans 
vor der Schlufssilbe. Der Unterschied in der Sprache zwischen 
munigim, munigid und ni irnigdim, irnigdid war also viel geringer 
als er nach der Orthographie scheint : er beschränkte sich darauf, 
dafs in der unbetonten Silbe in dem einen Falle ein etymo- 
logisch berechtigtes j, in dem anderen ein ji/ vorhanden war, wii'd 
also in der unbetonten Silbe akustisch kaum zur Geltung ge- 
kommen sein. 

Die durch die beiden zuletzt angeführten Momente in der 
gesprochenen Sprache nahe gelegte Anlehnung von Yerbal- 
formen wie ni irnigdim, irnigdid, arneigdet an die Verba auf 
■igim, -aigim, oder, wenn man will, ihre T^mdeutuug nach solchen, 
empfing nun eine mächtige Stütze durch die S. 280—282 be- 
sprochenen, schon in Wb. vorliegende Analogiebildung. Wir 
sahen daselbst, dafs, wie z. B. im Altirischen, die alten ortho- 
tonierten Verbalformen *arscttim, *arséífet auf Grundlage der 
enklitischen ni dirfitim, ni dirfdet und des Verbalnomens dirßtiud 
durch die Neubildungen arpéttim, arpéttet ersetzt wurden, in 
gleicher Weise die alten, regulär zu erwartenden orthotonierten 
Formen wie *arcúingdim, *arcúingdet zu den enklitischen ni 
irnigdim, ni irnigdet ersetzt wui'den — nach dem Muster von 
Verben wie ni irnithim (irnaidim), ni irnithet (irnaidei), irniihe 
: arnéthem, arnäthet — duixh eine Neubildung für die ortho- 
tonierten Formen, die uns in Wb. diu'ch die 3. Plur. Präs. arneigdet 
(Wb. 25 c 23) repräsentiert wird. Mit dem Durchdringen der 
Neubildung und dem völligen Verschwinden der alten ortho- 
tonierten Formen wie *arcúingdim — was für die Zeit, aus der 
die Wb. Glossen stammen, der Fall war — ergab sich für das 
Sprachgefühl ganz natürlich die Auffassung, dafs in imigde 
'Bitte', irnigdid 'bittet' : arneigdet 'sie bitten' ein Kompositum 
vorliege .aus Präposition dir {ar) und einem Verb -nigd-, -negd-, 
also eine Art Wurzel -negd-. War diese falsche Auffassung 
des alten Nomens imigde und der alten enklitischen Formen wie 



286 MISCELLEN. 

íniigdid durcligedrun<>-en, dann war die Anlehnung an die Verba 
auf -igim, -ai(jim in der natürlichen Aussprache gegeben (s. 
S. 285) und damit die Unideutung in der Schrift. Eine solche 
Anlehnung und Umdeutung — also eine Art Abstrahierung einer 
Wurzel nej- nij statt nejj- nijj (in der Schrift nig- mg für nigd- 
negd) — ist für 'W'b. durch das einmal belegte irnkhthe neben 
13 maligem alten irnigdc {irnaigde) sicher gestellt und liegtauch 
der regulären mittelirischen Orthographie ernaigthe mit th zu 
Grunde: beide Formen stehen zueinander wie im Altir. oenichthe 
und oenaigfhe, roainmnigthe und roammniclithe , bruthnigthe uud 
foamniamichthe von Verben auf -igim, -aigim. War aber diese 
Umdeutung vollzogen, wurde also das alte irnigde — ein Kom- 
positum von guide — als Ableitung mit -the aufgefafst, dann 
war die weitere Umbildung der alten enklitischen Formeu ni 
irnigdim, imigdid und der Neubildungen wie arnéigdet zu ni 
irnigim (ni irnaigim), irnigid {irnaigid) und arnciget die ganz 
natürliche Folge: die wirklich gesprochene Sprache legte kaum 
ein Hindernis in den Weg, und der Grammatiker, der ni irnigim, 
arncgim für die ältere Schreibung ni irnigdim, arnégdim ein- 
führte, kam sich vielleicht ob seiner Verbesserung der Oi'tho- 
graphie grofs vor. 

Da also armget in Ml. (für anu'igdct in Wb.) nur- beim 
Verb das in der Orthographie zum Ausdruck bringt, was das 
einmalige irnichthe in Wb. beim Verbalnomen als Sprachbewufst- 
sein bezeugt, so ist jede Änderung der Formen umigct (Ml. 61 b 1) 
und arniged (Fiacc's Hymn. 24) ebenso vom ('bei wie Ascoli's 
Versuch, die alten Formen imigdid, arnéigdet zu beseitigen, oben 
(S. 278) zurückgewiesen wurde. Sprachgeschichtlich haben wir 
also 3 Stufen der Entwicklung anzunehmen für das Dekompositum 
von guidim 'ich bitte' und seinem Verbalnomen (/«íí/e 'Bitte' mit 
den Präpositionen -air-con-di: 

1. Verbalnomen irnigde, enklit. Formen ni irnigdim, imigdid 
orthoton. *arcúingdim, *arcúingdet. Diese Stufe liegt unseren 

Denkmälern voraus, soweit die orthotonierten Formen in Betracht 
kommen, ebenso wie dirßtiud, ni dirfitei : *arsittim, *arséttet. 

2. Verbalnomen irnigde, enklit. Formen ni irnigdim, imigdid 
: orthoton. Formen arncgdim, arncgdct. Diese Stufe entspricht 
dem dirfidud, ni uirßtet : arpéttei und liegt in dei' Sprache von 
Wb. vor, woselbst aber in der einmal belegten Form irnichthe 
sich die dritte Stufe anbahnt. 



JUSCELLEN. 287 

3. Yerbalnomen íniichthe, érnaigthe, enkl. Formen ni irnaigim 
{ii dirnaigim) : orthoton. Formen anicgim, arnéget, arníged. Es 
stallt ill. mit seinem íniigde, íniaigde, crnaigde : arnéget auf der 
Übergangszeit von Stufe 2 und Stufe 3. In der Zeit, aus der die 
Honilien in LBr. stammen, war Stufe 3 wohl ganz durcligedrungen, 
da Tir bier das Yerbalnomen als érnaigihe und die enklitische 
FoiTL ctiich no dirnaigfed (Atkinson, Passions and Homilies, 
Z.603 haben. 

Eine 4. Stufe kann man fürs Neuirische ansetzen, wo als 
Verb durchweg nrnuighim gilt, als ob es ein altes Verb auf 
-aigim wäre. Als Yerbalnomen wird urnaighe angegeben, das 
seinen Plur. als nniaightJte bilde; das Adjektiv umaightheach und 
die Angabe, dafs 'the plur. form urnaighthe is that generally 
used' statt des Sing, urnaighe. macht es sein- zweifelhaft, ob 
eine solche Singularforra überhaupt in der gesprochenen Sprache 
existiert und nicht eine Grammatikererfindung zu dem alten Sing. 
urnaighthe (=^ crnaigthe ^= irnigdc) ist. den man fälschlich nach 
sonstigen Analogien als Plural ansali und aus ihm einen Singular 
erschlofs. Bei der Diskrepanz zwischen Schrift und Laut im 
Neuii-ischen — man schreibt oidhche shamhna und spricht ihhe 
houne — ist ja bei vielen phonetisch gleichen Formen neben der 
Überlieferung die Auffassung des Grammatikers und Schreibers 
entscheidend für die verschiedene Schreibung. 

H. ZlJEUEE. 



'i. Crossanacht. 

Kuno ileyer verweist zui- Erklärung dieses Ausdi-ucks für 
ein IjTÍsches Gedicht, der CZ. 2, 582 vorkommt, auf den Urheber 
der Gattung, der in den Annalen genannt wii'd: 

■'Moyle Issa called Crossan ffyn, a king and arch-poet of 
Ireland, in that kind of meeter which is called Crossanaght, died 
at Cloneom-ie in Leinster". Annals of Clonmacnois, A. D. 1137. 



4. Gälische Familieuuaiueu aus Galloway. 

^Y. E. Crum, dessen verdienstliche Arbeiten auf einem andern 
Gebiete philologischer Forschung wohlbekannt sind, teilt uns eine 
Liste zum Teil seltener gälischer Familiennamen mit, die er vor 



288 MISCELLEN. 

einigen Jahren anf den Kircliliöfeu seiner südschottischen Heimat, 
in der Grafscliafl (lallo^vaj', gesammelt hat. 

Aus Newton Stewart, der östlichsten dieser Ortschaften- 

llc Canuick (Mac Cormaic). Mc Ihvraith {Mac GiUeriabhaich). 

Mc Conchie (Mac Dhonnchaidh). Mc Keaud. 

Mc David. Mc Kinnel. 

McFadyean {Mac Fhaidcin). McLiirg; (? McLure Mac Ghillwdhir). 

Mc Fee {Mac Dubhshithe). Mc Meekiu. 

McGaivie {Mac Gafraig?). McMonnie.s. 

McGeoch (von Sitheach). McNaniy. 

McCiuifock {Mac Dubhög?). McQueen {Mac Shuibhne). 

Mc Harg. Mc Readie {Mac Biada). 

Mc IIoul {Mac Cumhaill'i'}. Mc Whister. 

Aus Stranraer an der Westküste: 
Mc Carva (cf. Mc Garvie). Mc Harvie (cf. Mc Garvie). 

McClumpha. Mc Geacliin {Mac Eadiain. Eachumi). 

Mc Colm {Mac Caluim). Mc Math. 

Mc Cubbin. Mc Morriue. 

Mc Clachry. Mc Noe. 

Aus Porti)atrick auf der Südküste, Irland gegenüber: 

Mc Cammoii. Mc Craith {Mac Bath). 

McClew {Mac Lmjhaidh). Mc Fredrick. 

Mc Crew. Mc Kie. 

Mc Crea {Mac Craith). Mc Murrich {Mac Muireadhaigh). 

McClyiuoud (jUíic Laomuhut). Mc Murry {Mac Moireach). 

Mc Credie (cf, Mac Readie). Mc William. 

Die Grabsteine, von denen die Namen genommen sind, 
stammen wohl sämtlich aus dem Anfange des 19. oder aus dem 
Ende des 18. Jahrhunderts. Manche sind ohne weiteres klar oder 
A'on AI. Jlacbain in seinem Etymological Dictionary p. 856 ff. und 
in den Transactions of the Gaelic Society of Inverness 22, 152ff. 
erklärt. 

5. Folklore. 

Jlit Vergnügen und Anteil wird man den Aufsatz gelesen 
haben, worin Henri Gaidoz unlängst über den Umfang und die 
Verbreitung der unter dem Namen Folklore zusammengefafsten 
Studien berichtet.') Er zeigt darin, wie diese neue Wissenschaft 

') De l'Etude des Traditions Populaires ou Folk-lorc en France et ä 
l'étranger. Kxtrait des Exploration.s Pyreneennes, Bulletin trimestriel de la 
Société Ramond. íi' Serie. I. 1006. p. 174—193. 



MISCELLEN. 289 

der Märchen, Tolkslieder. Spriclnvörter, Sprüche, Rätsel, Kinder- 
spiele, Volksbräuche und des Aberglaubens, die er als das Studium 
der mündlichen Tradition bezeichnet und die Frossard die zeit- 
genössische Archäologie genannt hat, sich fast in ganz Europa 
und selbst schon in fremden Erdteilen entwickelt hat. Für uns 
ist Jacob Grimm der eigentliche Urheber und wissenschaftliche 
Begründer dieser Forschungen, denn die deutsche 'Volkskunde' 
bildet einen Teil der von ihm aufgebauten Deutschen Mythologie. 
Grofs und weitreichend war die Wirkung dieses Buches, und ich 
nehme diese Gelegenheit zum Anlafs, einen warmherzigen Brief 
mitzuteilen, den der Finder des englischen Folklore W. J. Thoms 
1848 an Jacob Grimm gerichtet hat. Das Original liegt in der 
Berliner Königlichen Bibliothek und lautet wie folgt: 

25 Holy-Well S.-Millbank 
Westminster, May Day 18-48. 
My dear Sir, 

For so I trnst You will permit me to address You, letting my knowledge 
of some of your interesting and admirable books stand in the place of that 
personal knowledge, which I have not the good fortune to enjoy — our mutual 
friend .T. E. Taylor tells me he is sure You will not think me intrusive in 
writing to You — and as I have the opportunity of doing so — on sending 
the monthly part of the Athenseum I gladly avail myself of liis sanction. 

I am the more amorous to do so, as I tind I have been the innocent 
cause of inflicting a great weekly tax upon You in the shape of postage for 
the Athenaeum. When I got the conductors of that periodical to admit into 
their columns contributions on the subject of Folk Lore (a word I ventured 
to coin to supply a want greatly felt in our literature) it immediately occurred 
to me that You as the head of that branch of literature — the European head — 
ought to know what England could contribute to your Deutsche Mythologie. 
Finding that by the postal convention You ought to receive the Athenceum 
free, I sent it to You week by week. Your post office have I think done 
You a wrong, but be that as it may — I have altered the arrangements & shall 
now have the pleasure of sending You it in Monthly parts. I hope therefore 
that You will feel I have some excuse for gratifying a wish I have long felt 
that of being honoured with an occasional Note from You. In the articles 
which I myself jotted down under the head of Shakspeare & Folk Lore, I felt 
that the Notes from Cornwall in which I have preserved some notices on the 
subject of the Cornish Fairies — or Piskeys as they are called — and the 
belief that Moths and Butterflies were Piskeys or Fairies — and the souls of 
the depart -d — were matter that would greatly interest You — more especially 
as these peculiar views are found in that part of the country, where the 
anciint British language was spoken during the last century. Should You 
in acknowledging this Note, favour me with any comments on these curious 
points, or any other of the Folk Lore papers which seem to You deserving 



200 MISCELLEN. 

of notice, I forewarn Yon, that nnless You forbid me, I shall give the English 
Keader the benefit of snch comments. 

I enclose with this some few matters connected with our popular 
literature which You would not very readily obtain in Germany — and ou 
the principle that Trijies show respect — copies of a little paper of mine on 
the White House of Berkshire, which pray do me the favour to accept. 

Believe me, my dear Sir, 

with the greatest respect and esteem 

Yours very sincerely 

William J. Thorns. 
To D'' Jacob Grimm. 

Ein Ausdruck in diesem Schreiben erinnert an ein anderes 
in Jacob Grimms Nachlafs, womit ßigoUet, der Präsident der 
'Société des Antiquaires de Picardie' den deutschen Gelehrten 
1849 zur Enthüllung des Standbildes Du Ganges in Amiens ein- 
lud. Es heifst darin: 'La société dont je suis Torgane me charge 
de vous inviter ä cette cérémonie. á 1 eclat de laquelle il 
manquerait quelque chose, si TEurope savante n'y était re- 
presentee par son plus digne et plus glorieux interprete.' 



(i. Irisch Agnstin. 

In der Mitteilung, die ich letzthin über den Inhalt der 
St. Pauler Handschrift gemacht habe, sind auch die Abkürzungen 
10 und ag erwähnt, in denen Eigennamen von Autoreu zu ver- 
muten sind. Die erstere ist vielleicht als Johannes zu erklären, 
und inbetreff der letztem, für die ich Agauo angenommen hatte, 
fragt Prof. Lindsay, ob sie nicht etwa vielmehr als Augustinus 
zu deuten sei? Die Vermutung ist durchaus richtig, wie ich 
nachträglich sah. Eine Bestätigung liegt in dem St. Pauler Codex 
selbst; denn das A<j am Rande zu Bl. 1 a verweist auf Augustinus 
de civitate Dei Í. 3 (Migne 41, 16), und dasselbe Zeichen auf 
Bl. 4 b. 5 a gehört zu einer Stelle der Confessiones 1. X. 23 des- 
selben Kirchenvaters (Migne 32, 793). Von Agano (rede Hagano) 
kann also keine Rede sein. 

Als die eigentlich irische Form des Nameiis Augustinus ist 
wohl Ägustin anzusehen, die öfter vorkommt und für die mir 
einige Beispiele gegenwärtig sind: Irische Texte II. 1. 145; 
Lismore Lives 3322 und Cod. Brux. 5057--9. Bl. 6b20. Auch 
Agustinus kommt vor (Hev. celt. 1, 332). Der Name wurde wohl 



MISCELLEN. 291 

Aghustin fresprochen, dem ■walisischen Aicstin entspreclieiid, worauf 
der englische Name Austin beruht. 

Augustinus war bei den Iren des Mittelalters einer der 
gelesensten Autoren. ^Mr besitzen seine irisch glossierten Soli- 
loquia aus Eeichenau, und demnächst werde ich die altirischen 
Glossen zu einem andern augustinischen Werke, dem Enchiridion 
aus Trier, herausgeben. 



7. Die Ausgabe der ^Vürzburger Glosseuhaudsclirift. 

Den Freunden der altirischen und der patristischen Studien 
wird die Nachricht willkommen sein, dafs der Wüi'zburger Codex 
der 'Epistolae beati Pauli giosatae' baldigst allgemein zugäng- 
lich sein wird. Die durch Lichtdruck hergestellte Ausgabe wü'd, 
mit einer Einleitung des Uuterzeichueten versehen, bei Max 
Niemever in Halle a. S. erscheinen. L. Chr. Stern. 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 



The Lives of tlie British Saiuts, the Saints of Wales and 
Cornwall and such Irish Saints as have dedications in Britain, 
by S. Baring-Gould, iL A., and John Fisher, B. D. In 
four volumes. Vol.1. London 1907. 8". XIH- 344 pp. 

We have every sympathy with the attempt made in this hook to 
extract some measure of truth out of the legends that have grown 
around tlie names of nearly every Welsh, Cornish and Irish saint. If 
the result in most cases has not heeu very successful, the reason is that 
fable has almost completely overgrown the slender basis of historical 
fact, to arrive at which nothing but severe methods of philological and 
archaeological research will ever enable us. These the authors, who 
have often been content with secondhand information instead of working 
direct from the sources, have not always applied. This is especially 
apparent where the Latin and Welsh texts with which they have to 
deal are derived from Irish sources, which is so often the case. It would 
have saved them from many a mistake and idle conjecture if they had 
sought the help of a well -trained Irish student. Had they done so, 
they would not on p. 3 have spoken of Abban mac Cormaic instead of 
moccv, Cormaic; nor ascribed a poem to Tadhig (sic) O'Kclly (p. 9) 
instead of to Mac Liag; they would not have spoken of Map Letliain 
as- a fortress (p. 30), nor of the sons of Guill (p. lo2 &c.) instead of GoU, 
nor of a "vow called dibherc'' (p. 134). Instead of taking their account 
of the BOruma Laigen from O'HauIau or Keating they would have gone 
to the text published by Whitley Stokes in Revue Celtique vol. XIII, which 
would have prevented their writing Camiiscacch instead Cummascach 
(p. 123). Such monstrosities as ' the country of the Nan-Desies ' (p. 122 &c.), 
or D('s^f»•f Maimbrc for Disert nAirbre^) (ib.), 'S. Fintan Miinu' for 
'S. Fintan or .Muunn' (p. 123), would not have disfigured their pages. 
Nor would tlioy have followed Macalister, a most untrustworthy gnide 
in Irish philology, in identifying the Ogam name Vlcagmis, Ir. Olcdn, 
with Olacon-, nor accepted Eh<s' equation of tlie Irish name Aed with 
the Welsh Fdd (p. 110). S. Achobran cannot possibly bo identified witli 

') Now Dysert, a towuland in the parish of Ardmore, co. WaterforJ. 



ERSCHIENENE SCHHIFTEN. 293 

Aed Cobran (p. 105). The name Brioc has nothing to do either with 
Brychan (p. 289) or witli Brec (p. 2!)1); Briac is certainly not an Irish 
name (p. 2C2); to say that S. Patrick changed Ceredig into Coroticus 
(p. 290) is putting the cart before the horse; Cerp is quite a different 
name from Irish Coirpre (p. 290); the river called Scene (p. 293) is not 
the Cleddeu that flows into Milford Haven, nor the brook Cyllell, but 
the Kenniare river in county Kerry (see Eiiu III, p. 85); the name 
Brigit has no connexion with the Irish word brig (p. 264, 285) &c. 

I have instanced these mistakes in order to show that reliance cannot 
always be placed on the authoi-s' arguments when these are derived 
from the interpretation of place-names and proper names, which iu many 
cases constitute the only trustworthy information come down to us. 
Apart from this decided drawback, the book is a useful compilation of 
pnd commentary on the extant records, remains and traditions relating 
to eighty-one saints, arranged in aljjhabetical order, from S. Aaron to 
S. Bnriena. It is useful to have all that is known about them put to- 
gether in a readable form, and the industry displayed by the authors in 
collecting material from all available sources is worthy of every praise. 
In the case of the Irish and several of the Welsh saints further material, 
mainly of a genealogical nature, will be forthcoming when the older 
Irish manuscripts have been thoroughly investigated. The metrical 
Rule of 8. Ailbe mentioned on p. 13tí has now been edited and trans- 
lated by Mr. Joseph O'Neill in Ériu III, p. 92. 

In an Indrodnctiou Messrs Baring -Gould and Fisher deal iu an 
interesting manner with various matters relating to the early Celtic 
Church of Britain and Ireland. Nine genealogical tables of Welsh Saints 
and numerous illustrations enhance the value of the book. K. M. 

W. M. Lindsay, Contraction in early Latin minuscle Mss. 
(St. Andrews University Publications Nr. Y). Oxford 1908. 
54 pp. 8». 

Abkürzungen für häufige Wörter finden wir schon in den ältesten 
lateinischen Handschrifteu. Die Bedeutung ergab sich leicht aus dem 
Znsammenhange, z. B. D Dens, dx dixit, /f'kk fratres carissimi. Nament- 
lich haben die theologischen und juristischen Handschriften einen über- 
lieferten Bestand abgekürzter Wörter. Als aber die Abbreviatur auf 
auf alle Wortklassen ausgedehnt wurde, war die einbuchstabige, wie 
n für 'noster', kaum noch ausreichend; im 6. Jahrb. fügte man wenigstens 
die Casnsendung hinzu, wie ni für 'nostri', was im 8. Jahrb. zum Zweck 
gröfserer Deutlichkeit zu nri erweitert wurde. Diese Entwickelung der 
Abbreviatur ist für die Zeitbestimmung der Handschriften von Wichtig- 
keit. Prof Lindsay hat das Verhältnis für mehr' als 100 Wörter in einer 
grofsen Zahl Handschriften des 8. — 9. Jahrb., sowohl insularen als kon- 
tinentalen, geprüft. Seine zusammengefafsten Ergebnisse bilden eine 
Ergänzung zu den weitschauenden Untersuchungen, die der verstorbene 
L. Traube über die lateinische Schrift des fi-ühen Mittelalters gefühlt 
hatte, und werden allen höchst schätzbar sein, die sich mit paläographischen 
Fragen zu befassen haben. 



294 ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 

John Strachan, Stories from tlie Tain. Edited, with vocabulary. 
Dublin, School of Irish Learning 1908. VI + 125 S. 8". 

Dies ist das dritte Büchlein, das der Verfasser der jungen Dubliner 
Hochschule zur Einfühniug in die irischen Studien geliefert hat (vgl. 
CZ. 5, 421. 582). Es enthält 10 Kapitel aus der Tdin bó Cúaibtge nach 
der Recension der Leber na huidre und des Gelben Bnches von Lecan, 
mit textkritischen Anmerkungen und einem Glossar der vorkommenden 
Wörter. Durch dieses hat es einen Vorzug vor dem ersten Drucke im 
Gaelic Journal von 1903. Den Arbeiten des Verfassers, der die Publikation 
vorbereitet hatte, aber ihre Drucklegung nicht mehr erlebeu sollte, 
widmet K. Thurueysen in dem Anzeiger zu den Indogermanischen 
Forschungen XXH. 79 ein Wort der Erinnerung und der Anerkennung. 

y. Tourneur, La formation du Tain bó Cíialnge (Melanges Gode- 
fi-oid Kurth p. 413—424). Liege 1908. 12 pp. gr. S». 

Eine kurze Analyse der Sage von der Tdin, ihre Überlieferung durch 
Senchán Torpeist, die Geschichte ihrer Komposition und ihres Textes. 
Der Verfasser hebt einige alte rhythmische Gesänge hervor, die noch 
nicht nach der Metrik der klassischen Zeit geformt sind, und urteilt 
von dem Ganzen, es sei Toeuvre d'une corporation d'artistes iucapables 
de douner á la creation une forme definitive'. 

H. D'Arbois de Jubainville, Les dieux cornus gaUo-romains 
de la mythologie ii-landaise (Revue Archeologique 1908. I, 
p. 4-8). 

Die gehörnten Götter der Gallier, wie der Cernunnus im Museum 
zu Cluny, haben nach dem Verfasser ihre Verwandten in den boccainig 
'den Bocksgesichtigen', den buarainig 'den Rindsgesichtigen' und den 
goborchind 'den Ziegeuköpfigen' der irischen Sagen. In einem An- 
hange werden aus diesen einige Stellen erwähnt, wo von mehreren 
Göttern die Rede ist. 

Anecdota from Irish Manuscripts. Vol.11. Halle a. S. 1908. 
80 pp. 8». 

Dem ersten Bande der Sammlung (CZ. 6, 560) folgt hier der zweite, 
nicht minder wertvolle. Annie M. Scarre liefert nach einem Stowe-Ms. 
'die Nachtwache Fingeus', dem eine Fee von wichtigen und wunder- 
baren Ereignissen und Gegenständen der Sage (buaid) Mitteilung macht; 
und aus einer andern Handschrift eine Erzählung über die Schlacht von 
C'ennAbrad, in der Lugaid Mac Con den Söhnen des Oilill Olom und 
ihren Verbündeten unterlag, eine Vorgeschichte der Schlacht von Mag 
Mucrime, die für ihn einen glücklichen Ausgang hatte. Mary E. Byrne 
ediert die phantastische Erzählung von der Zerstörung der Feste des 
Mael Milscothach, unter welchem Namen sich der Dichter Urard Mac 
Coise verbirgt. Bekannt und wichtig ist die Einleitung dazu (ceaniiphort) 
mit ihrer alten Sagenliste. R. I. Best ediert aus einer Brüsseler Hand- 
schrift ein Leben des heiligen Adanmán, des berühmten Abtes von Hi 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 295 

oder loim, und Wh. Stokes veröffentlicht aus derselben Quelle 24 fromme 
Gedichte des heiligen Moliug. 

H. Gaidoz, T>\\ cliangement de sexe dans les contes celtiqiies (Revue 
de Thistoire des religions, Tome LYII. Nr. 3, p. 317 — 332). 

16 pp. 8». 

Aus dem ersten Bande der eben erwähnten Anecdota übersetzt Prof. 
Gaidoz die Erzählung vom .A,hte von Drimnagh, der in ein Weib ver- 
wandelt wird und mit dem Vorsteher (airdiinnech) seiner Kirche sieben 
Jahre in ehelicher Gemeinschaft lebt. Freilich sind es verträumte Elfen- 
jahre, die sich in der Wirklichkeit zu einer Stunde zusammenziehen. 
Zur Erläuterung werden ähnliche Sagen und mehrere Stellen aus den 
Mabinogion herangezogen. 

J. Vendrj'es, A propos du rapprochement de I'li'laudais claideb 
et du gallois clcddyf (Melanges de liuguistique offerts ä M. 
Ferdinand Saussui-e. Paris 1908. p. 309—321). 

Auf dem Gebiete der celtisohen Etymologie sind die Fälle nicht 
selten, wo mau vor der Frage steht: 'identité initiale ou empruut d'un 
dialecte ä l'autre?' Der zweiten Möglichkeit wird hier der Vorzug 
gegeben. Für das Wort claideb : cleddyf cledd 'Schwert' fordert der 
Verf. die indogermanische Urform *kiad-yo-. Indem er das walisische 
cleddyf nach einem viel bezeugten Lautwechsel auf cleddydd zurück- 
führt, vermutet er, dafs das irische claideb ein Lehnwort aus dem 
Britannischen sei. 

Julius Pokorny, Der Ursprung des Druidentums (Mitteilungen 
der anthropologischen Ges. in "Wien. Baud XXXVIII. "Wien 
1908). 12 pp. gr. S". 

Der Verfasser vertritt die Ansicht, dafs das Drnidentnm keine celtische 
Einrichtung ist. Die Druiden sind nach ihm die Priester und Zauberer 
der präceliischen Bewohner der britannischen Inseln und die celtischen 
Einwandrer haben sie von diesen übernommen. Sie würden ihren Ur- 
sprung unter den Volksitämmeu gehabt haben, die lange vor der An- 
kunft der Indogermanen Süd- und Westeuropa bevölkerten. 

Eud. Trebitsch, Phonographische Aufnahme der irischen Sprache 
in Irland and einiger Mu.sikinstrumente in Irland und Wales, 
ausgeführt im Sommer 1907. (Anzeiger der philos.-hist. 
Klasse der Wiener Akademie der Wissenschaf ten 1908, No.V.). 

17 pp. 8». 

Wenn einmal eintreffen sollte, was Uuheilspropheten so oft verkündet 
haben, dafs die irische Sprache ausstürbe, so wird man sich noch über 
ihren Klang und ihre Aussprache durch die Proben unterrichten können, 
die der Verfasser in Süd- und West -Irland aus dem Munde geborener 
Iren aufgenommen und in dem Phonogramm- Archiv der Wiener Akademie 
niedergelegt hat. Prof. Zimmer hatte ihm für seine Veränderung die 



296 ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 

Wege gewiesen; unter denen, die das ünteniehmen gefördert haben, 
finden wir R. de Heunebry, und unter denen, deren Aussprache fixiert 
wurde, einen so ausgezeichneten Kenner seiner Muttersprache wie Peter 
0' Leary. 

Eriu Tlie Journal of the School of Irish Learning, Dublin, 
edited by Kuno Meyer and Osborn Bergin. \o]. IV, Part 1. 
London 1908. 

Den neuen Baud eröffnet ein Aufsatz K. Meyers über die in dem 
altnordischen 'speculum regale' vorkommenden 'Wunder Irlands', die 
nach dem Verfasser auf mündlicher Überlieferung und nicht auf Nennius 
und Giraldns Cambrensis beruhen. Aul'ser diesen w-ird damit das lateinische 
Gedicht über den Gegenstand verglichen, das Mommsen aus einem Pariser 
Codes ediert hat. Dieser Test ist, wie beiläufig in Erinnerung gebracht 
sei, wenig befriedigend und steht einem zweiten in dem Cod. Cotton. 
Titus D.XXIV, Bl. 7ib, den Tb. Wright in den Eeliquiae antiquae, 
Londuu 1841 — 43, Vol. II, p. 103 — 107 abgedruckt hat, weit nach. Dem 
letztern fehlt zwar der Anfang, aber er hat noch ca. 60 Verse mehr. 
In den hier p. 11 abgedruckten Versen, Zeile 4, ist mit Wright qua cito 
zu lesen. In einem zweiten Aufsatze weist K. Meyer nach, dafs der 
Name Brian nicht ursprünglich irisch, sondern bretouisch ist, und dafs 
der König Brian Borumha seinen Beinamen von der Stadt in Thomond 
hat. A. Auscombe tritt für die Eichtigkeit der Angabe im Libcr 
Hymuorum ein, wonach der heilige Sechuall von einem lougobardischen 
Geschlechte in Lelha (Aremorica) abstammte. Ediert und übersetzt werden 
weiter die Legende über Conchobar (LL. 106 a) von Wh. Stokes und die 
neuere Erzählung Tochmarc Fhearbhlaide von E. 0' Ncaehtain, während 
C. Plummer eine Übertragung der Cäin Einiine Biiiu (CZ. (), 5()1) vorlegt. 
Schliel'slich werden zwei metrische Stücke ediert und übersetzt: Cuan 
hua Lotbchains Gedicht über das Leben des Niall Nóigíallach (Rawl. B.502 
und LL. 33 a) von Maud Joyut und Christi Höllenfahrt aus dem Buche 
von Fermoy von 0. J. Bergin. 

Im Dezember 1908. L. Ciiu. Stern. 



MITTEILUNGEN 
AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 

(Fortsetzung.) 



He im.spr ü che. 

Alis H. 3. 1? {Trinity College, Dublin), col. 676. 

Is fu lim-sa mu laiget, do t[lijalmain tairnes cacli cland, 
ce nobeith nech nl bud Tsliu, dotlioillfed serc Isa aim. 

Collud ocus sädaili, longud gibe tan tairi, 
ifern cona ilplanaib, issed doberar aiii. 

Lepaid üar ocus clerchln tana trüag, 

smacht ar colaiun, snige der, a^) crig nell bid mör a lüag.') 

Is bes do mac De, tacu, nl sraiglend a lesmacu, 

meic neich aile noclia n-aii'g, acht a meic ten rostimairg.s) 

Imad fesa finnad nech, mör a maith don äes cräibdech, 
tuilled dlgla, is ed rostä don lacht nachatcomailfea. 

Cäemgen dixit. 
Is maith mäin mesrugud in träth ric co longud, 
ferr a ruda imud, atcota bith bronnud. 



») Lies i. 

') Derselbe Spruch steht in der Edinburger Handschrift XL. 
^) Der Spruch findet sich auch in der Brüsseler Handschrift 3100—4, 
fo. 87b. Siehe Otia Merseia7ia I, S. 120. 

ZeitacUrift f. oelt. Philologie VII. 20 



298 KVNO 5LEYER, 

Aus IL 3. 18, S. 364. 
Is ed dleg&Y dou aos gaoth,') tincosc in ueich^) bus robaotli, 
ocus airnaiglitlie luid len ocus forcedal fann treu. 

Tecli üigedä) la comairglii ocus celiubrudh büan biun, 

in cenn do bithre[i]r na mball, na baill do bithreir in cintt. 

Dede nad carann duine: a aor ocus a ghuidhe, 
dede is aiulira Dia dorad: a rath^) ocus a molad. 
Is aun is etail duine i m[b]a cuma lais uile,') 
a aur ocus a mo] ad. a rath ocus a gbueidhe. 

Franciscan Library, Dublin, Handschrift A (9). 

Cid niaith áine is iniaigtbe, cid maith treiden is troscud, 
is ferr ni do thidnacul ocus tenga do cbostud.'') 

Brigid dixit. 
Bid niaith fri foicliill brátha na duiue gnátha d'ingnais, 
díscail céille din donuui. cubus lobar, bee n-iudmais. 

Ni maith gorta, ni maith sáith nä dechas da chlú do ráitli: 
dia mbat sáithech, clú cen brath, bidat úallacli, adaltracb; 
dia mbat goirt, bid fann do chli tri báiue, fri ernaigtiii. 

Mad comairle duit do ben, nítbia talani, nitbia neni: 
is niairg tréces na huili ar grád anma úeuduini. 

AiiS D. 4. 2, fo. 54 b marg. sup. 

Mairg dianad bes bithdiultad,") mairg n&ch riaraig a liathu.*) 
olc le borb a chairiugud, bewidli'') slemaiu a fiachu. 

.lits B. IV. 3, fo.l29a. 

1 Mad bägach, as mil)ladach, nathir, mad sädal serecb, 
is becc do maitli dar Claran, menip fialuär in clerech. 



') baoth no gaoth MS. '-') neitb MS. 

^) aidhidh MS. *) radh MS. 

") uili MS. 

") Dieser Spruch findet sich auch in Laud 613, S. 138. 
'; beith diultad MS. ») liatba MS. 

») b-igh MS. 



Mll'TKlMiNliEN AUS IlilRCHKN IlANUSCHlilFTEN. 299 

2 Gid gäetli, gid giinn, gid graifiiecli, in läech cid fiun, cidh 

feitbmecli, 
gid docbt fo riagail rachrecli, is olc mad triamain teclithech. 

3 Menip nathir, cidh treSracb, aclit rop eölach ce» arach, 

cid clerecli, cid läech llgach, bäeth brlgacb, menii) bägacb. 



ßuodeeiiu ') apostoli. 

Aus 23. N. 10, S. 56. Vgl. Félire Óengusso, S. 168. 
Simon, Madian is Matba, Partalön, Tomas togda.2) 
Petur, Andriass, Pilip, Pol, Eöin ecus da lacöb. 
Da Findian, da Colum cäid, Clarän, Caindecb, Comgall eäin, 
da Brenainn, Eüadän co li, Ninue, MobI, niac Natfräich.^) 



Fothad dixit Jioc. 

{ib. S. 55.) 

Atdius däib a u-aicned fir ina nder fri tuirim*) tür: 
crü a cleitbib cridhe crüaid, fail a feitbib, febdae^) run. 
Srutb Serb saile i süilib saigli, aslocha fraigb n-abrat n-üar, 
glanit[b] pecdo, es blai? binn, usci glan an c[h]iun tav gruad. 



Corniac und Eniíne Bán. 

Aus U. 3. 17, col. 678. 

Cormac mac Cuilennäin räinic co Eos nGlaise na Muimnecb. 
Robi goba maith a n-oirc[b]innecht na cille. Berid Cormac uad 
an oircbinuecht na cille. Tic in t-erlom ar amus Cormaic 7 
asbert Ms: 'Nir cöü- dait', ar Emin, 'olc na cille do denum 
gemad olc in t-oircbinnech ' 7 dixit: 

'A Chormaic maic Cuilennäin, ad flra na hebertha, 
gid olca na hairchinnig, is maitbe na herlumha'. 



') In Wirklichkeit sind dreizehn aufgezählt. 

') Tatha tnit Fei-. 

'■') '.i. Molaisse add. FéP. 

') tuirem MS. 

^) febdi MS. 

20* 



300 KUNO MEYER. 

IJie reiche J)fnin(i(h. 

(ib. col. 070.) 
Dubli Diiaiiach, is e seel foratlimenait/ie/- sunn .i. bui 
banclioairt mna do Ulltaibb, Dttanacli a bainm. Rosmolastar 
Atbairne. Bädar didu') secht cet bo 7 ctiic coici 7 cúic bancboici 
ac each cet dib 7 ciiic buairgbi cacha eeta 7 cuic fiebit ar 
triclia[it] d'fiebtib ann sin uile di buaibb .1. tricba d'fiebtib lesi 
7 cnic fiebit bancboici triebat 7 cilic buairgbi triebat fona bilaib, 
condat a decb ar tri ficbtibli samlaid. Nobid iarum crand tarsna 
tarsin tecli 7 secbt n-Mibbi and 7 cfiic biiairglii in each inblii 7 
eadh [e]aturru 7 atgnTed cacb baneboic dibb a buaraigb. Secht 
carpait le Anno 7 ceitbri beicb dec fuitbibb 7 seaclit n-araidh 
occaib. 

liiifse für mivei'dieute Schmähung. 

{ib. col. 663) 

Bäi rl^) for Ulltaib. Taissecb Ceruodon ainm ind rig. Ba 
dibecb in rl frisna filedu. Eanfersat co tarla teora bolga corcra 
for a grtlaid: on 7 anim 7 esbaid a n-ainm-side. Eoböi fili hi 
ngnäis Cernodon, Foacbtach Feigh a ainm. Fiarfaigis á&no 
Moiund do Foaclitacb^) cia dire doberar inn-ainmedh 7 inn-sir 
cen c[li]inta 7 bir-roniolta. Is ann asbert Foacbtach: 'Secht 
u-aingelgeine (sic) ', ol se, 'hi nglaim digind cen c[li]inta do ueocb 
näd airtbar riam, teora uingi deac do gelargat ar cacli cuin dib 
.i. trian do argut 7 trian di stän no da huma. A beith insein 
i n-öenaicdi 7 or fair. Secht n-uingi trichat annsin do gelargut 
7 trian uiuge leo'. Less coitchenn la Foacbtach insin do each, 
a less fesin immuryu dognl Foaclitaeb cenmotba rig arrosund 
suidbigud 7 rl. 

Gedichte (iiis Ltuid (}J5. 

(S. 5.) 
Colum Cille cecinit ag fregra Annaig niic Diiibinsi mic 
Caibhdhenaig mic Knna mic Néill Nóigiallaig. 



') Amgeschriehen. 

») rig MS. 

') fotbachtach Mä. 



MirTEILi:NGEN AUS UtlSCIIEX IIANDSCHUIFTEN. 301 

1 Nä Sir fis do tsaegail shuaill daolaigli drochrathmair 

dbimbnain, 
na hlar re ndul as do clilT coibeis fesa 's a[nj t-Airdrl. 

2 Ar tri cüisib nadi füaii- necb fis a re S Dia düilech, 

a Andaigh taiiiic dorn ri'ar, ümeösad duit a c[h]äimclilall. 

3 Da bfinnadh gaeb necli re ndul gomadli re fada a shaeghul,') 
iiacha dinguadh maitb re beadb nogo tlsadh do deredh. 

4 Damad derb leis dul go grod. acht dobiadh se 'na tocbt, 
m dingnadh egna na modh ar egla a dul don sliaeghul.-) 

J Is Í in tres cnis go fiadlmach, räidhim rit do reir riaghlach, 
CO uach naduiadb necli a radb coimes aigi is Crist comlán. 

6 Bim-si gach dardáin, a Andaigh an chrotha cáimh, 

rem Righ aghaid^) a n-aghaid: anni nach larraim go fir 
in fad her a cli nátagair (sic). 

7 Na dena faisdine grod, abair maith 's nä habair ok, 
niaith saith«) da cluinteá gach la, gurab hi an maith 

adertheá. 

8 Xá derbh le niaith nä le saith.^) issed aithnius diot an 

Flaith, 
fuirech re dál Elgh nime, úir is he an fáidh firiride. 

9 Ni hindderbh lium tocht a^) criaidh, ni mo is roderbh linn 

ga hiiaii', 
ni fhuil ag fissid ar ndll, acht ag Rig na righ go mbuáidh. 
10 Nocha cuinnghim bethaid mbi ótii ar sith mo Elgh amuigh, 

ni meiste lium dol a cli, nocha sTrim crich mo chuirp. 
IIA Annaig au chräbuid choir, bind lium do glór is do ghuth, 
aithnim thi'i do Righ na righ. dogebha sIth ass gach 

mudh. '■) 

12 Da tugthái duit do reir rlaghla mile blladhna gusaniugh, 
is he a shamail an la ané a farradh do re iar ndul. 

13 Comairle uaim duit go mbáigli sul ticfa an bráth bid gan 

chair, 
inni nach dligedh don Righ, ar mac De bi ad c[h]li nä sir! 



') saeghal MS. 

») bhaeghal MS. 

') adh- MS. 

*) ■= altir. saich. 

>) = i. 

*) mugh MS. 



302 KUNO MEYEE, 

(Jh.) 

Colum Cille ceciiiit ac dol a iiAlbaiii do ag ianaid ar 
Brenaind cunghnam leis "na dliiaidli. 

1 'A Bienaind, abair rium sin, ciiinus doggnam aentaidli. 
caidlie do greini daiiili abhus, do cliaivdis. do clioiufogus.' 

2 'Budh lie mo greim duit ar h'éis mar dobemis ar enmheis, 
neam ag clannaibli Neill abus go tugat beim ar h'amus.' 

3 ' Jlilllidrr ar n-aonta ar n-naii,' ar ('olum Cille an cäembslüaig, 
'iiT cbeilim ort, a cliara. a Brenaind mic Fhindlaglia.' 

4 (p. 6) 'Doberim-si briatliar ris, ocus nT briathar öislis, 
go mbia gorta ocus ditli fer 'sa crTch ina millfider. 

5 Marb-sa gach midlaeoh 's gacli mugh') far n-éigen. far 

sarugudb, 
go marbhar-sa an rlghraidh reil a fogus, a n-eidíVché[i]n.' 

6 'Is fada lern do dliol soil-, a Coluim Cille an chräbaid, 
is til is annsa lium do gliein, a clilerigli is ferr tainec' 

7 'Nil habair sin, flair is brec, is ferr tlinsa go iná chef, 
tlair ni tainec necli a'-) cll da nach cuniaing diabul ni' 
(no: 'ar nach fuighbedh baogul griuii acht tu at äenar, a 

Hiénaind'). 
A Brenaind. 

Colum Cille cecinit. 
Vgl. YBij. S.SlSb und Miscellany of the Archaeoloipcal Society, S.3. 

1 M'aonaran dam isan sllab, a Ri grian, rob soraidh sed! 
nocha n-eglrtüy/ dam ni no da nibeinn tri í\ditib ced. 

2 Da nibeinn-si tri fichtib ced do tsltiagh') Greg go soillsi cuis, 
o tig caingen in bais brais. ni fail daingen ghabhus riss. 

3 Ni tnalaing nech mo marbad ge dogebad me am aonar, 
ni mo as tualaing m'anacal on lo tiucfus mo s[lijaeghal. 

4 Mo saoghal léicc mar as ail le Dia. 

enred de ni theisteobha, tuiller? air nocho bia. 

5 Bidh a ngalar nech is slán is bidli slán nech is eshiii. 
is bidh aninill nech is trú is bidh aneisinill étrii. 

G Gach ni cindess Dia do nech ni teid don bliitli gu ruscaitli. 
ge iarradh neacli ni biidh mo, urdail frighedh nl fo fair. 

') modh MS. 
») tsluadh MS. 



MITTEILUNGEN AFS IRISCHEN nANBSCHEIFTEN. 303 

7 In comairce beirios duine leis ar sett, 

ocus gidli In an cliomaiixi créd rosainic lii ar in écc? 

8 In luss bentar dona bilaibli ar toidheaclit doibh asin') 

tsleibh, 
cred dobeir ar fer na mbö gan an lus do büain dö fein? 

9 Xochon fidir mac duine cia da udeuand a c[li]ruinne, 
an cruinn do fein doni dlie nö an cruind do neocli eile. 

10 Is minie in maith caiter co tairicc, 

ocus an maith nach caiter gen gu caiter hi tairicc. 

11 A De bi, maircc doni deirb-eile im ni: 

dogeibh duine nl nach faic, teitt asa glaic innl atchi. 

12 Maircc neoch cheisess ar a chuid, maitli in randadöir 

mac De: 
is duillech in coill ütt tall. robo lom a barr ané. 

13 Nl hag sreoidh ata mo chuid, ul ag énaibh do bharr slat: 
ferr in triiir ris'tabhruim taobh, Athair, Spirat naom is Mac. 

14 Nä hadhair do ghothaibh gerg, ná sreödh na sen ar bith cé, 
nä creid mana bis ag mnái, is é is ri[g]fäidh Crist mac De. 

15 CrTstt mac Muire, mo gacli dail, Athair, Mac is Spirat naom, 
lium a Cenandus na righ, a Sord 's a nDoire mar aon. M. 



(lb. S. la.) 
BaithTu mac Ciianach cecinit. 

1 Loch Febail Coluim Cille mar do cheaduigh Kl nime, 
ic diladh äighed^) co fir mac Fei[d]!imid gan anflr. 

2 In uair bái a Carruig Eolairg Colum Cille gan mebail, 
dogeibt[h]i lasg ga« doinnme do coinnme ag Loch Febuil. 

3 As g Dia rodelbustair, raidliim-si rib co tuigsi, 
doberl[h]ai bias lemnachta is brig fina 'na uisge. 

4 Cochall tana iss lapar lin, inar när min fa cnes nua, 

a c[h]omräd ba soglan seim os hnib lebrain "ga luadh. 

5 Colaim. ö Neill. näemht[h]a in tsäi, robo maorda a reim 

rea re, 
fidh flesgach fa üaig a nHl docüaid a cll eshuic e. 

6 Fada lea Elg co ruacht nem, tir gan füacht an tir do togh 
beitii 'ga eäi rohad cle dam. ö do bl toil De 'na dul. 



') = isin. 

=) aiilbed MH. 



304 KVNO jMKYF.K, 

7 Ger maitli leis beith mur dobi, nochar deis e le dreich iiDe, 
ge dosamitítíéi bhetha[id] mbl, nlr tsechain Kl an alltaiV e. 

8 As ferrdi do eg don iir, bed as mfi ina gach mogli, 
cinmis rosia nech ar nem. ar ceal mana dech re ndol? 

9 Nech fa binne inä gach bei, drech fa gili ina gach gruadh, 
deslam glegeal os cinu gräd, slän teigheadh gach eslan uadli. 

10 Ba maith da coinniin rea re, gid beg do loingedh 'na cli, 
nocha tainic ar mag raon läech nä näem rob ferr ainO nl. 

11 Fa robeg do midh a dil, robo min é, robo mór. 

corp De rocaithf'f? dar ndin, fin nocharb e a niiau a öl. 

12 Giíaire mac Colmain aniar, Cuchulaind. Colaim na cllar. 
rob lad-sin an triar gan deibech as ferr enech tainic riam. 

13 NT da roichedh 'na hiim cll Colum cille, fath gan gäi, 
nocha soichcrf 'na láim deis gan a imirt gan eisleis. 

14 Ba maith a gelloii' gerbh oil, nl fellad ar a comall, 
dobid da gach leith gach drong ag i&rraid neich ar Colam. 

15 Nochar taiscc*? peinginn rlam do chisti ag Colum na cllar, 
acht a bronniíí? da gach neoch ar feile ocus ar einech. 

16 Doteighei/ Colum gu fir d'agallaim a Eigh gu mocli, 
cac/i oin peturlaic do legh, coinnmi do riarad gan locht. 

17 Is mesi fein Baithln ban ata ar ndal gu Rig na roth, 
is-) fada dam beith a coluiun ocus gan Coluim 'ga loch. 

L. F. 



Bestrafter Pferdediebstahl. 

Aus H. 3. 18 (Trinity College, Dublin), S. 754. 

Araile fealmac feigli don Mumhain, Maol ainm [do], do Tnath- 
mumhain int[sJainríMc?/í. Atnacobi'ustor mnáoi siú rosiacht cleithe. 
Rombói dia thsotla-sum go romenair na budh ferr iudi dosoigh. 
Gab«ic//t oc cuinngidh na mná. Fonarra?(//í a gcrlch Corca 
Baiscinn nmaoi co setoibh iomdlia et cet|hjra. I'a togha lais. 
Eoncar co mór. 

Eocuirestor dl moghoid die sainmuinttir feissin co n-innile 
leo co cathroigh n-amhr* Luiuinech attacomnaic, ar go ttistais 
go sédoibh sainemloibh dia saigidh-siumh dia tabhairt dia 
cédmuintir a ttirfochraic. AUmuroigh rcinaitreabsat an ionbaidh 



•) = im. 

^) Auszulassen. 



MITTEILrXGEN AUS lEISCUEK HANDSCHBIFTEN. 305 

sill in dii sin. Kofiiactnaigliseat tuatli an filed M fer do iiiuiiintir 
na cathraighe. Rohiorgabadli inuinnter an filed. ludollais biodli 
saoph. Tiaglia[ir] giisan gcathraigh, dotaott gussan gfleitlie. 
Eoinnis a lisaoire ndóv. Atbert pa liaoncairdiu fon Eilg. 'Nisfil 
mar in pesc nainiv,' ol iu cleithe, 'nlsbia ní'. Atgeall in fil«ni 
lanili for a dan. 'NitpTa bá di sodain', ol in cleithiv. Luidh in 
file, ba lontt deisidlie. 

Baói filidli amra isin Tiladlnminiain liin inbaidh sin. Ni 
ba toigh dóv. Do Connachtuibli side. Fer frit[h]gnamai máir. 
Éicsiue Iai[s]-sidhe oc fritlignam, coibnesa donti iuirordiis eimli. 
Acäiui imned Ms. Eonguidh di áocliraitiu. 

Tíagait lais ein athc[li]ombarc dia fltliidhir. Xl ba sindadli 
(8. 755) no aoradh fognlset, acht gatprat fo comang .i. gabsat 
di marc hi n-atligabhäil. Eiglither. Ni breth forrai. Robiii mat; 
in tiled di Connachtaibh isin cathraigh in tan sin. Ergabt[h]or. 
Ba machtnadh lais. Roiarfoc/i/ cidh ronboth dóv. Rohinniset. 
Asbert sunih pa hainbfios. Fugeallsat immiu. Robreathuigeth 
forsan lUid di Connachtaibh cuiudrech na n-eigslne batar oc 
fi-itbgnam occa uombeitiss ein goin, ein merligh. Asluigit in 
eixTne. Gattsat a lihur leó. NT damhsat cert dia fithidhir. 
Eatliai guisin filidh. Nip aisc nee co n-eipisdil di euinngeth na 
marc. Roforüaslaii//i brlathar a fit[h]idhir. 

Is aun cacha/K in fil/dh di Connachtaib ind so: 

Oidh ar huilletli n-oismentai . doruimen nat fil occa 

luighiv mac in tsoilifesai . ronbuich tres beim úi Rossa 
Romdlomsat nirb indlomlithai . in dhi gabor ein peillge 

fath fotrüair ga« miomraissi . a beith iua occ iár sriugcne 
Nir ergart dúa in flliu . rouol a daif diar puitric 

ni fo llth diar teisclimim . teisclim donti romc[h]iiitigh 
On laithiu romc[h]iiitc[h]estuii' . suaill a n-aiscidb rohsiress 

taobh re dalta forcetail . co dia mbräthai ni tibher. 



Aided Bresail. 

Am B. IV. 3, fo. 144a. Vgl. Lives of Saints from the Book of Lismore, 
S. XXVII; LL. 358; 23. P. 3, S. lib. 

Fledh dirinne Bressal mac Diarmata dia athair feet anu .i. 
di Diarmait mac Cerbaill et nl testa nl ar in fleid acht bs co 
n-äib itlia. Rosired isidhe S Bresal 7 nl frith. Co cüala 



SOG KrXO MEYER, 

Bresal a bith na bö sin ic cailliV/ Cilli Helgraiglie i termonn 
C^enannsa. Liic[li]air ainm na cailligi. Cündechaid Bresal dia 
cendach, co tarccaid secht mbái 7 tarb don diaillig 7 nistard do. 
Co tucc Bresal ar eiccin in mboin 7 co tard in fledh dia athair 
i Ceuandus, ar ba he ba [a] prlmdün an tan sin. A nibatar ann 
üc fledrd CO cualatar eigem na caillige. Eofiarfact dl cid foraba 
et ro-indis. conid de rocett na raiud si: "^^ 

Tan rop aine duib ag fledöl, co cüala in gutli min amuigh, 
doniaclit cuca in cliaillecli cnesgeal rosäraigh Bresal "ma boin. 
(fo. 144b) 'Écoir 'na ndernais', ar Diarmaid. 'a Bresail na 

mbriatliar nibiun, 
tarrastar ind do chond ceilli, raclia dochum n-écca ind'. 

Berair iarsin Bresal la Diarmait go Gilalainn Bresail for 
abhaind Lorgaid. gur baided Bresal innsin. 

Täiuic aitbrecbus di Diermait a mac di bädhadh. Conidh 
annsin ispert fii Colum Cille a cur a coniairli cuigi. 'In fil mo 
cobair-si ale etir din gnlm dirignius?' 'Atä', ar Colum Cilli- 
•Aircc cosin at[ii]Uicli fil isin insi .i. Beccan mac Cüla eskle.' 
'Nl lamaim', ar se, 'richtain chuice.' 4iegat-sa let', ar Colum 
Cille. Ö rängatar, is ann füaratar Beccan ic denum caisil a 
chilli 7 culc[h]i fliuc[h] ime 7 oc eruaigthe simul, ut dixit: 

'Gnlm caisil, croisfighill, slechtain, ernaigthi idhan. 
a diiera uadh cen ettail. btiaid Becgain cen cuid criad. 
Lanih i ccloich, lämh ind-airde, glün lillte fri cairgge, 
suil ag siliudh der cäid ale ocus bei ag ernaigthe.' 
Lude dicitur Becan gusna buadhaibh. 

Ö rodech Becan for Diarmait, is ed ispert: " Fon ttalmain. 
a liugalaig!' or se, co ndecha[id] gurrige a gluiue fon talmain. 
Ms cenann a coimirce, a Beccäin', ar Colum Cille. 

'Indeo, a Becan cusna buadaib' ar Colum Cille cen coli, 
'is misi in coimirce cenann tucc leis ar t'fei'ann, ar [t]'fonn.' 

'Nt sechbaidh', or Becän. 'Tainic Diarmait cuccut-sa ar 
mo coimirce-si '. ar Colum, 'ar daig todiusc/Zi« Bresail a uiflic do.' 
'Is tualaing Dia sin', or Becän. Töcba((Z Becan suas a öeuläini 
7 dogni ernaigtlie co didira fri Die fo thri 7 üheir coicait 
Breasal la gacli n-ernaighthe a hitTíVn. Doberar iarsin a mac 
don rig iarua todiuscad et feraid failti fris. co u-epert: 



MITTEILUNGEN AUS IRISCHEN IIANDSCIFRIFTEN 307 

'Dia do betha, a Bresail binn, iar tichtain duit asin liun, 
rob aire áet 'san usee fuar,') tugais bnaid hit as is iud.' 
'Cotlifrf contuilius CO saiiii. as roruidiiis maith no mladh, 
aiifir docoid form, ul fir. maith mo dll la teg Rig grlaii. 
'Ale ciunus aichnid lat secht trath taithnid illeith frit, 
cairm i fetar fir sech go, noea n-abraim fritt (s/c)'. 
(fo. 14:5a) 'Tainie aiugel ar mo cheiid, caingen daingen ar mo 

ci[u]nd, 
rängatar seela don Rig siu noteisinn öm t[h]ir sund.' 
'Cinuus bre/7ie rugad dnit? nl ba caingen cléithi lat, 
cid rotaithmig ar do c[h]ül, cisi run doradad duit?' 
"Mesrugud for aälaib De nl tarda nech for bith cé, 
indara fer teite d'ecc, is araile for set uDe.' D. 



Crechán und Cianóg. 

Alis der Handschrift C. I. 2 {Royal Irish Academy) fo. 24a. 

Brugaid cetach comrumach böi isin leith iartharaig do 
Chonnachtaib darsat (s/c) comainm Crechän Ciantestaeh mac 
Angaile - isi ba baneeile don brugaid sin .i. Cianög. Ingen I 
Cicharain .i. aircinnech Etargabla a crich Lughna an Cianög sin 
7 nl bäi ni a n-easbaidh acht a nibeith can gein mei'e nö iugeine. 
Ocus roaitc[hJetar n»ma 7 erluma ac troscad 7 ic iaraid-) 
cloinne do cait[h]im a comorbaise 7 nl hiaii'utar a n-inat da 
Uienidacht an atheuindee. Condubratar aroile oidc[h]e ina 
n-imdaigh 7 ina n-ardlebaidh: 'As olc immorro' for siat 'cen 
mac uö ingin acuind 7 imad mait[h]esa linn'. (fo. 24b) Con- 
debairt Creachän re Cianöig: 'Ata senöir craibdeeh a faidhc[h]e 
Sogain Sälbuidhi3) .1. i ClüaiuJ) Caraill .i. Caii-ell Sen mac 
Curnäin meic Trena meic Finnc[h]ada mctc Näir meic Erca meic 
Tipraiti meic Soghain Sälbuidi meic FiachracÄ Araidi 7 is e in 
t'airill sin indara Pädraig in c[h]uigid sin. Üair gach inad inar 
deimin le Pädraig beudaeharf do C[hjairill, nirbennaigh'') fein 
ann 7 eirc-siu du 7 troisg aige ocus dogeba h'Icce ilada.' 



') Lies öar. 
') iaraig- MS. 
ä) salbuighi MS. 
') cluail MS. 
^\ bennaidh MS. 



308 KUNO JIETEn, 

Acus tauic Cianrig co Clnain Cairill 7 rotroisg fo t[li]n re 
Cairill isin cathraigh 7 rotroisg Cairell lln a teglaigh do 
runinam') le Ciaiioig .i. seclit iia^m ar dec 7 secht cet näem, rob 
Tat, sin tra muinter Cairill do buiiad, ocus täinic Cairell co Cianöig 
d'innisin a uirigill Bictar aiiigel-) tar eis a treideiiais.') 

' Docuamair-ni tra' for Cairell .i. derbcli ar in duilenia[i]n 
7 ic a cantain fria Cianöig secht naim dec 7 seclit cet do iaraid^) 
toirc[h]esa do tliecuiSil dnit 7 nl füaraniar uile a heifh 'na mac 
7 nach fuaramar tra itä uem can athc[h]er)d dot anmain. Ocus 
imthig') do[t] tig 7 teicemaid toirc[h]es duit ocus bera da ingen 
.i. ingen i tosaigh«) oi[d]chi 7 tabair Osnadli d'ainm uirri. Ocus 
iiiitidh in Osnaid sin re Erchaji mac Murchada 7 beraid sin 
iugin ■) .i. Bebinn ingen Ercha/f/, conid iside berus Brian Boruma 
mac Cinnedig 7 secht nxcic coscracha Cinnedig arcena. Ocus 
faifidh ina diaig sin la rig mBoirne M£el[s]echlainn mac Arga, 
conads) I berus da mac maithi do .i. Lochia«» 7 Concubur ö 
mbiat Hüi LochlafH« 7 Hui Conchubuair na crich sin. Ocus an 
ingen bert["h]ar deradh oidhche, tabair Creisi fuirri 7 faifi'(//i in 
Cresin la Tadg na trT tor 7 beraid tri maccu do .i. Concubur 7 
Mi3elrsoHa/(Z 7 Muredach.' Ocus tosaeh a baile an aidc[h]e sin 
ar n-imtecht do Cianöig da cathraig, conid ed asbert:'') 

Sil Bebinn for Boirinu bain, sll Cresi a Crüachain comläiu 
gach a?n díb da ragha rim. nl bla i rigi co foiltfinn. 



Drei Wünsche. 

Aas D. 1 V. 2, fo. 150a tind H. 1. 11, fo. 151a. 

1 Mo tliL-ora ucsi forsin Rig inlan noscairiub frim chri: 
nimraib dorat i coibsi,'") nimraili náma, niinraib ni. 

2 Mo tlieora ucsi indiu for Big fallnathar griana, 
nimraib orddan na") feba nodombera i plana. 



>) = clmngiiam. ^) aiugil MS. 

•) treigenais MS. •) iarig MS. 

<■) iniid MS. ») tosaidh MS. 

') iiigen MS. ») conag MS. 

•) coiuiiäberi MS. 
'") (lorath i cob cosiu (1) H. 
'■) ra B. 



MITTEILUNGEN AITS IKISCHEX HANDSCHRIFTEN. 309 

3 Ni dern •) sáetliar ceu fochraic fiad Crist in domoin chia, 
intan bus glainiu^) m'auim, rob^) aim rusfuccae^) Dia, 
nírbo einlach armotba intan dobreth^) mo theora. 



JJie Welt i'ei:schUnunert í»íc7<. 

Aus B. IY. 2, fo. 150a. 

1 Rogab Dia deiliugad, rogab demon däirigad, 

rogab cidh gaot[h] golugad, rogab bit[h] baotb bailiugad. 

2 Eogabsat rig rorugad, rogab sit[b] slän släiniugad, 
rogab go mt'«d mainigad, co cleirchiu cell cairigliad. 

3 Rogabsat oig brecbtruccadh, rogab[sat] mna lochtugadh, 
rogab torad tercugad, rogab talam olcugadh. 

4 Hil-lucc pene rii-sitiV, i tig De ni ainsiter, 

il-lúan brätha ic bertuccadh techtogad roghabsator. Ro. 



Coluni Cille cecinit. 

Aus B. IV. 3, fo. Ula und 23. K. 10, S. 91. Vgl. den Abdruck und die 

Übersetzung des Gedichtes nach der Brüsseler Handschrift 5100— 4 bei Reeves, 

Life of St. Columba, S. 2U. 

Mr.\air yr^e-cU. 

1 Robad mellach. a mic mo De, dingnaib reimenn, t- 
ascuam tar tuind toiiurf') ndllenn dochum nEirenn. 

2 Go Mag nEolairg sech Binn Aibne') tar Loch Febail, 
airm i cluinliun cuibdius cubaid ac na helaib. 

3 Slüag na fäilenn*) robdis fäiltig'-') rer seul süntach, 
dia risadi") port na fert") fäiltecli in Derg Drüchtacb. 

4 Domgui maiclinecb ingnais Erenni-) diamsa cuimsech, 
'sau tir aineoil iss ed domgnl taideöir tuirsech. 

5 Trüag in turus [dorat] form-sa, a Rl rüine, 
ach! nl 'mondecha budeine do chath Cuile! 

6 Ma mongenar do mac Dima 'na chill credlaig, 
miau dom aumain[-se] co n-aicinn thiar an Dermaig. 



■) demd R derd B. ^) glaiue B glan H. 

') rop H. *) düsfuca H. 

') dobreta B. *) tsobar N. 

'■) saible N. *) feb lán B feblain N. 

») failtech N. >") rised N. 

") fercc B. ") beith a n-iongnais Eirinn B. 



310 



ICUNO MEYER, 



7 Füaim na gäithe frisin leman ardonpeiti, 
golgaire in luin leitli co n-aiti iar mbeim eiti. 

8 Kistecht co mocli irRos Grencha frisin damiaid. 
coicetal na cüacli don fidbaid ar cinn samraid. 

9 Treide as dile lern forfäcbusi) ar bitli bnidnecb: 
Deimag, Daire, dtln ard aiuglecb, is Tlr Luigdecli. 

10 Mad niodh rotgen,^) a uiic mo De, deilm gan ellach. 
feis ac Cünigall, diil go Caindecb robad uiellach. 

Robad ni. 



Anmchairdes 31tmciiaiit Leitli so. 

Aus Eaiuhchrifl ,?3. N. 10 {Royal Irish Academy), S. S9 und Stowe B. lY. 2, 
fo.l39a (S). 



atcosna^) in flaitli, 
tathai^) eolus maitb. 

slecbtuid") fo tlirl slos, 

tabroiZ aiixlbe croicbe^) CrTst. 
nip dermadacli foir, 

nändenad") la toil. 



1 Nech atcobra dul fors) neiiih 
seobed riagail [in]na näem. 

2 Maiden«) Iar n-eirgi do gres 
tar*) a broinde, tar») a gnüis 

3 CelebrciiV? '") cecb aontratha, 
cech gnim dia te bad la cet, 

4 Is [s]T deine teigi fri cecb clocc a liss, 

amail bid '2) aoibell tineadb nobeith fo'^) do cbiiiss. 

5 Üairen) is col duinn nammä anad co roisc beim an rluig, 
bid trom digal aratha in slän fallacb'*) nad ruicc.'") 

Na bi a n-espa, is ed tiniarna in Rl, 
hibra, legarf, '" ernaigtbi, denadli egin na nl.'*) 

7 Ma concela a cubus cotaraeinfed i^») denina fris, 
CO nach urusae d' ainglib^t') breith a-') annia ü demnaib. 



') rofacbns i\'. 

=>) ar .§. 

■>) tatha SiV. _ 

') slechtad S. fiV- ■ v|»V- 

") airrdhi ciuiche S. 

") iiadenad S. 

") for A'. 

'*) fallau «. 

") Icgadh S. 

'*) codaraiufed .S'. 

'°> urusa do aiuglip A'. 

'^') om. N. 



2) rotligen N. 

*) atcosna> S atacosua N. 

*) matan S. 

«) dar S. 

'") ceilebra S. 

") amhail budh S. 

'*) oaire N uair S. 

") natricc S. 

'") éicceii nach ui &'. 



MITTEILUNGEN AUS IKISCHEN HÄNDSCHEIFTEN. 311 

8 Taidled abond') arcid sena[i]d, atlaiged a proind, 

cid maith, cid saich^) doberar, dö nä fodordad^) il-laind. 

9 Nä bud sgélach ceilidhecli. dena torba aii-m i mbT, 

ba täi ccan brlatlira nabair. iss ead tim[mar]na an Ri. 

10 Cairigud cecli n-aimlere cen amainsi, ciu näire,'*) 
ciirsacliad cecli udiumusach ^) co n-umalJid tre gäire. 

11 Ba Immal. fial, irlataid,«) diüid, dlloclit ö mennniiii, 
is do Christ is descibul bammad tukiV/') foi- talmuin. 

12 Necli bus diumsach, flrfercach, rurda leis nT ba meab«/, 
anfial, slatra, soerbräthacb, is mog diles do^) deman. 

13 Nech atchobra flaith nime denad firles a^') anmae,'") 
nä rab curcuis imaeta,") na bud'^) üallach a menma. 

14 Ar nä tabort/iar for corp nT näd forcumang'') do breith, 
säethor coimsi. fit cosmuil, figell fo déraib i cleith. 

15 Saothor obuud nö reniar, is gnäth contibe deman, 
ferr in cosmail caol fodae, dOs in airsed") ecc occa. 

16 Cräbud in buirb co n-iudmus, los diüit nit goiie a gris, 
cech inocba'5) secba süas conitnaice dotuit sTs. 

17 Riasiu tls de saicarbaic, coibsen leii-e"*) do nertad, 

ar nä tardathor'') corp Crist i'^) corp duine co peacadli. 

18 Ar isrubairt in Comdi beta do neoch nimairicc, 
mina te's) do sacarbuic none peinde conatric.^«) 

19 Mad CO peccad tiasair do corp Crlst is beo, 

dobeii- tedmann-') is pläga iar mbäs i pein na hl seo. 

20 Abair22) fii nech aoines sirthroscad 

is asso in tsirgorta oldäs in sirloscadh. 



') abhand S. -) saitli iVS. 

^) deberar do. na fodhordatZA S. 

*) cen náire cen amainse S. 

') ndiumsaig S. 

^) irlatea N erlataigh S. 

') tuloigb S. ») om. N i di S. 

') 01)1. iN'. »») anma N. 

") na bndh coicns imaeta S, zti lesen immagtha 'utnhergetrieben' '? 

'■) bnt S. 

'^) nat forcnmal X. 

") inn airsidh S. ") auocaibh S. 

'") leir iV. >') tardad . . N. 

'») a N. ") the S. 

*") nonipenne conitricc S nö go danic add. N. 

") tedmanda X »^) abbair S. 



312 KÜNO MEYEK, MITTEIIiUNGEN. 

21 Bad') cuma la necli frisnebir troscud,-) 

bid oc seire'*) consilsad muna dagsad*) a losead. 

22 . . fiacli inna haibne doberar cid dTchra, 
annsa ferg maic Miiiri cona clilaidem dighla. 

28 Nech atcobra bithbetliaid nä cuindced a moladh, 
bat umlial fri cürsacbad. bat urlataid') fria promad. 

24 Slechtoid intan cairigther,^) intan promthar epred ced, 

fri gach säetb') bat aiumuedacli, na bid fodord leis na cned. 

25 Ai" atäit teora brlatbra ata lögmaire for nini: 
umanaire,*) cet gacli tan, epert dogres arcu fuin. 

26 Is ed sin ara namra") arcu fuin: 

cendus, urlataid,'") Isel, isse is üaisli[u] for nim. 

27 Diumus frithbruithe indrigha") dona buimlib dobeir ratb. 
foimned dlgal duen dognl iwat aiugil ita batb.'^) 

28 Amail inia fortagat''') memra in cuirp co leii'e, 
tucad gadi öen arde seirc a pein anmuin a cele. N. 

') ba S. 2) troscad S. 

^) seri S. ') miuidagsad S. 

'■) urlaido S urlatnidh S. *) carigectar N cairigter N. 

•) cech soetar S. *) immanndaire S. 

°) arinamra iJ. ") urlaide SN. 

") iudrigh S. ") aiiigil adigbath S. 
") amoil imma fortagad .S. 

Liverpool. Küno Meyek. 



THE PREVERBAL PARTICLE RE IN CORNISH. 



The particle ro plaj^ed a very importaut part in the earlier 
history of the whole group of Celtic languages. How significant 
its role was, has only become evident after careful enquiiy, and 
minute investigation into its functions in Old-Irish. Its chief 
uses in the earlier stages of that language, as we know it, are 
now fairlj- clear and well established, and thej' have such a 
bearing upon the whole complicated Irish verbal system and 
Irish syntax as to justifj- to the full all the attention hitherto 
given to the elucidation of those uses. The main features of 
the results of these investigations may be briefly summarised 
as follows: 

(1) ro gives to the preterite tense the foi'ce of a perfect. 

(2) Coupled with the verb, ro enables it to express ability 
or possibility. 

(3) It gives to the subjunctive an optative force. 

(4) In general statements, it turns the present into a 
perfect. 

But it was not in Old Irish alone that ro was of importance. 
The late Professor Strachan while working at the Old Welsh 
poetry contained in Skene's Four Ancient Books of Wales, and 
the Myvyrian Archaeology, detected several points of affinity, 
hitherto unobserved, between the uses of ry in early Welsh and 
those of ro in Old-Irish. His paper in Ériu II, pp. 215-220 
supplies the evidence, and it is perhaps not without interest to 
point out how completely and diametrically opposed are the uses 
of ry in Old-^^'elsh, as observed by Slrachan, to those which 
obtained in Middle -Welsh. The Grammatica Celiica p. 419, states 

ZeitichTift f. celt. Philologie VII. 21 



314 G. p. ■V\^LLI.VMS, 

'Particula ry in illis quidem libris semper adhaeret verbo ipsi, 
quare pronomeii, si quod infigendum est, praecedit cum particulis 
aliis a, y, ny'.^) In summing up the usages for early Welsh, 
Straclian, though he does not refer to the above passage, gives 
a blank denial to all four points contained in it. He saj^s (1) a 
pronoun is infixed after ry. (2) ry is not preceded by ydh. 
(3) ry is not preceded by the relative particle a.. (4) ry is not 
used after the negative ny. 

In a later paper in Eriu III, pp. 20-28 he returns to the 
same subject to prove that in the oldest Welsh, as in Old-Irish, 
when the verb, following ry, was used relatively, there was 
mutation of its initial consonant. He claims rightlj- that this 
discovery throws light upon the general development of the 
Celtic verb; for there is, at least, some ground for believing that 
this mutation of the initial consonant of the relative verb after 
ro was a characteristic not only of Old -Irish and of Old -Welsh, 
but also of Cornish. 

In the paper already referred to (Eriu II, p. 220) he says: 
'But while the meanings of ro and ry are similar, the syntactic 
usage in the two families was not in all i-espects the same. 
However, before the Welsh usage can be satisfactoril.y discussed, 
it will be necessary to have a thorough investigation of the 
usage in Cornish '. It was with the object of finding out exactly 
what the Cornish usage was that the euiiuiry, the results of 
which are contained in this paper, was undertaken. If that 
enquiry has not been productive of such significant addition to 
l)revious knowledge as might have been desired, it will at least 
serve some useful purpose, if, after examination of all the 
available" material, it confirms views previously held, based 
though tiiose were on a comparatively limited number of ex- 
amples.-) The collection of examples, — it is hoped an exhaustive 
one, — of the use of re in Cornish may enable other observers to 
detect usages which have not become clear to the writer. 

In Welsh, at an early period, ry was already a disappearing 
particle: its functions in Middle-Welsh have been shown to have 
differed considerably from those of Old -Welsh; while of its 

') Cf. also p. 423. I'laeterea hac re differt coruica a cambrica quod 
pronoinen iutigit post particulam (viz. re). 

') The main features of the Cornish use of re have been pointed out 
by Thurueysen, in KZ. XXXVII, pp. 87, 88. 



THE PRE\TERBAL PAItTICf.E EE IN CORNISH. 315 

earlier use the modern language retains no trace whatever.') 
When, therefore, we remember that our oldest extant monument 
of literary Cornish is the Fascon agan Arluth — 'the oldest 
copy of which is pretty certainly of the fifteenth century"-) — 
it can be no matter for surprise to find that the Cornish use of 
re is much more circmnscribed than that of Old -Irish and Old- 
Welsh, preserving-, as these do, a condition of things which pre- 
vailed some centui'ies earlier. Fortunately, however, Cornish 
was in many respects more conservative than \\'elsh, and what 
testimony it supplies with regard to the use of re confirms and 
corroborates the Old-Welsh usage, as stated by Strachan, as 
against that of Middle-Welsh. As might be expected, the par- 
ticle is much more common in connection with certain verbs, 
and in certain expressions than it is in others. It has there- 
fore been deemed simpler, and preferable, to arrange all the 
examples according to usage rather than according to the texts 
fiom which they are taken. 3) The usage may however admit 
of finer distinctions, and the instances of further division into 
subsidiary groups: — thus, all the instances of the use of re 
with the subjunctive have been grouped together without dis- 
tinguishing between that use in principal and in subordinate clauses. 
It is of coiu-se important to bear in mind that the litera- 
tiu-e from which the examples are taken does not all belong to 
the same stage in the history of the language. Between the 
Fascon and OrJinalia, (probably contemporary), at the one end, 
and Jordan's Creation, copied in 1611, at the other, is a span of 
between one hundred and fifty, and two hundred years. The 
Life of Meriasel, finished in 1504, comes between. This lapse of 
time, although it did bring about many other linguistic changes, 
does not seem to have affected the use of re. The particle is 
indeed less common in the Creation than in the earlier texts. 



') Rhys' siig-gestion (Bed Book of Hergest, vol. U, p. XXXV) that there 
are traces of ry in such locutions as paicb ar a icelais has been dealt with at 
length by Zimmer, Z. C. P. II, pp. 86 ff. 

-) Norris, Ancient Comish Drama, vol. II, p. 437. 

=*) In the arrangement of the contents of the paper generally the 
method is the same as that adopted by Strachan in his paper on Irish ro- 
(T ansactious of the London Philological Society, 1895-98): that is, aU the 
examples are first brought together and classified; and such remarks as will 
be made upon them are reserved for the latter part. 

21* 



316 G. p. ^nLLIAMS. 

but. so far as has been observed, no new usages such as those 
of ^íiddle Welsh were developed. It was. no doubt, evanescent; 
and by Lhuyd's day it had so far fallen into desuetude as to 
be scarcely recognisable. 



a) Instances of the use of re with the preterite. 

a (las ty r\e] ihros thymmo: Father thou hast brought 
to me. 0. 111. ogh trv trv my re behas ha re dorras an dyfen: 

woe woe I have sinned, and broken the prohibition. 0. 250. 251. 
y uon the uyr dev an tas re sorras dreicyth benen : I know truly 
God the Father a sorry woman both angered. 0. 256. rag why 
re sorras an tas : for that ye have angered the Father. 0. 347. 
rag cola north un venen gvlan ef re gollas an plas: by listening 
to a woman he has quite lost the place. 0. 420, 920. My re 
brederys gul prat: I have thought of doing a thing. 0.487. 
hey] syr arluth lucifer my re gyrhas thifs the dre: Hail sire, lord 
Lucifer, I have fetched home to thee. 0. 564. hy re gafes 
dyliogd dor dyseghys yn nep U: she has certainly, found the earth 
dried in some place. 0.1148. Moyses sur my re beghas: Moses 
surely I have sinned. 0. 1863. My re tcel<is y'm hunrus: I have 
seen in my dream. 0.1955. Cosel my re bowesas: I have rested 
softly. 0. 2073. ty re thysurug eredy hevelep thoni face vy: Thou 
hast destroyed verily, the likeness to my face. 0.2336. my re 
veicas termyn hyr: I have lived a long time. 0.2345. a tus 
vas why re tcelas: good people you have seen. 0. 2825. 

re ftthas an fals ievan: he has overcome the false demon. 
P. D. 154: hag ef thyn re lererys: he has spoken to us. P. D. 364. 
ef re thyswrug an marhas: He has destroyed the market P.D. 
376. my re thysyryas . . . dybry genogh: I have desired to eat 
with you. P.D. 718. yn creys me re ysethas: I have sat in the 
midst. P. D. 803. ha why gynef re drygas : and you have dwelt 
with me. P. D. 805. ha thywhy vie re ordynas glas nef: and 

1 have ordained for you the kingdom of heaven. P. D. 807. 
lyes gutyth me re besys: many times I have prayed. P. D. 884. 
me re pysys lour ov thas: I have prayed my father enough. P. D. 
1095. pie re stth the thyshyblon: where have thy disciples gone? 
P.D. 1246. hemmys theihe re geusys: as much as I have said to 
them. P.D. 1262. an fals re scornyes gyne: the false (man) has 



THE PREVERBÄL PARTICLE ifjE IN CORNISH. 317 

trifled with us. P. D. 1335. efre thyndylas yn ta: he has deserved 
well. P.D. 134:2. why re levei-ys otv bos: 3'ou have said I am. 
P.D. 14:93. me re pcghcs: I have sinned. P. D. 1505, 1518. me 
re peghas: (id.) P.D. 1519. pylat ty re leverys: Pilate, thou hast 
said. P.D. 1585. pur wyryoneth re geusys: verj' truth hast thou 
spoken. P.D. 1587. Cayphas re hyrghys thytvhy: Caiaphas has 
enjoined you. P.D. 1648. pylat thywlty re thanvonas uii adla: 
Pilate to you . . . hath sent a knave. P. D. 1686. y tceles my re 
yevnys: to see him I have wished. P.D. 1701. y vos ef re leverys: 
that he is so, he has said. P. D. 1723. myghtcrn erod . . . re 
thanfonas iliesit thy's : King Herod , . . has sent Jesus to thee. 
P.D. 1843. efre trylyas lues cans: he has turned many hundreds. 
P. D. 1995. ty re leverys an guyr : thou hast said the truth. 
P, D, 2019. viyns re geusys: he has said the Avhole. P.D. 2204. 
pylat re sorrow: Pilate has been angered. P.D. 2253. hymmys 
dagrow re olys : so many tears I have shed. P. D. 2608. rag 
gwander ef re cothas: for weakness he has fallen. P. D. 2618. 
ty re tportkyas war nep tro an fals losel: thou hast worshipped, 
on some occasion, the false knave. P. D. 2692. an hmd y lytc re 
gollus : the sun has lost its brightness. P. D. 2992. my a grys 
ny re peghas: I believe we have sinned. P. D. 2993. emskemunys 
nep re ordenes y lathe: accursed who have decreed to kill him. 
P. D. 3092. 

ty re glewas : thou hast heard. R. 174. an heth me re 
anysyas : I have arranged the tomb. E. 399. me re goskes pos : 
I have slept heavily. E. 511. pos re teulseugh: heavily have ye 
darkened. E. 523. ha re pel ny re strechyas: and too long we 
have stayed. R. 721. py le re seth : to what place has it gone ? 
R. 789. ef re thassorghas hythyw : he has risen today. E. 1026. 
yn sur re re thyscryssys: surely too much hast thou disbelieved. 
E. 1040. an voran re geusys gow: The girl has told a lie. R. 1044. 
me re clewas: I have heard. R. 1231. ef re thassorhas: he has 
risen again. E. 1272. ha mur a paynys re thuk: and many pains 
he has borne. E. 1280. yn cref bras me re peghes : very gi'ossly 
I have sinned. E. 1569. an corf hepar renothas ef re thuswruk: 
The incomparable body, by the Father, he has destroyed. E.1840. 
rak pur ovn me re vrammas: for very fear I have exploded. 
E.2091. me re teulys dew grabet: I have cast two gi'appling 
irons. R. 2271. lemmyn thy's my re deve: now I am come to 
thee. R.2620. 



318 G. p. WILLIAMS, 

rag an termyn re deve: for the time has come. P. -ISc. 
plema dhe dus mar voldh re dhyssys: where is the folk so bold 
that thou hast chosen. P. 78 b. yn della y re dhy^Jcas: as they 
have learnt. P. 80 c. pur tvyr te releverys: Full truly hast thou 
spoken. P. 101 a. givyr re gwesys {leg. gewsys) : thou hast spoken 
truth. P. 102d. dremas yto ef neh re iverdhys: supremely good 
is he whom I have sold. P. 103 d. fest yn creff rae re begkas: 
very strongly have I sinned. P. 104 b. yn y golen fast regeth 
mur a gerense tvordhys : into his heart quite hath gone (?) much 
love for thee. P. 115 b. rag haneth me re u-elas: for tonight I have 
seen. P. 123d. an denma re drehevys: this man has arisen. P. 245 c. 

an heivnans ny re gollas: we have lost our lives. Cr. 674. 
ogh. ogh. tretv ny re beghas: oh oh sad we have sinned. Cr. 852. 
eave regollas der avail an place: he lost through an apple the place 
Cr. 2135. rag cola orilie udn venyn glane efre gollas ati place: for 
hearkening to a woman he hath clean lost his place. Cr. 2214. 

Icmmyn grace an spyrys sans re ivoloways ov shyans: now 
the grace of the Holy Ghost has enlightened my knowledge. 
Mer. 213. me re glowes: I have heard. Mer. 527. 802. 2520, 4349. 
me re gloways: (id.) Mer. 430. omnia me re fondyas plas: here 
have I founded a place. Mer. 990. omma me re powesys: here 
I have rested. Mer. 1067. hies den eff re lathays: many men 
hath he slain. Mer. 1118. me re lathes lues cans: I have slain 
many liundreds. Mer. 1167. viij cans sur me re gavas: Eight 
hundred surely 1 have found. Mer. 1583. ihesit crist pur thefry 
me re ivdcys: Jesus Christ right certainlj- I have seen. Mer. 1847. 
eff' re ros thyn deth hyr lour: he has given to us a day long 
enough. Mer. 1930. lia re usias . . . raff'na ladra : and (we) have 
used to rob, to plunder. Mer. 2143. ty re wores mcs an glnas: 
thou hast put out of the Kingdom. Mer. 2374. omma avel hohosek 
. . . ty re veicas: Here like a poor man thou hast lived. Mer. 
2940. del re glowys : AS I h&ve heard. Mer. 3102. ny re eves ree: 
we have drunk overmuch. Mer. 3328. agen tassens . . . re roys 
thynny : our holj^ father has given to us. Mer. 3428. an horsens 
revue mcthov ha re uses tus an pov: the whoresons were drunk 
and have allowed the people of the country. Mer. 3735. ty re 
proves eredy: thou hast proved readily. Mer. 4107. eff' re 
thendelas . . . treges : he has deserved to dwell. 'Mer. 4337. ihesu 
re groniyas detha age desyr: Jesus has granted to them their 
desire. Mer. 4555. 



THE PEEVERBAL PARTICLE ii£ IN CORNISH. 319 

b) Instances of re wWXx the preterite infixing a pronoun. 

1st singular. 

ty ru'm tullas: thou hast deceived me. 0.254. efru'm sorras: 
te has provoked me. 0.424. ham pen ol hy ncm was: and all 
my head she has anointed. P. D. 525. onan ahanough . . . ru'm 
guerthas : one of you has sold me. P. D. 7 37. the gueth ru'm 
lath.as: thy shame hath killed me. P. D. 2606. ha ru'm kemeres 
drok glos: and an evil pang hath seized me. R. 512. an emprour 
re'u >) danfonas: The emperor hath sent me. E. 1645. otv thai 
rom growntyas dhewy: my Father has granted me to you. P. 75 c. 
iy ram tullas: thou hast deceived me. Cr. 885. te rom lathas: 
thou hast slain me. Cr. 1119. Meryaseh rum saivyas: Meriasek 
who saved me. Mer. 2623. ky rum lathes: she has killed me. 
Mer. 4095. 

2nd singular. 

dew re'th ros: God hath made thee. 0.2136. yn beth del 
re'th worsyn : within the tomb as we have put thee. R. 312. 
me re'th cervyes : I have served thee. Mer. 3595. me re'th pesys : 
I have prayed thee. Mer. 3615. 

3rd singular. 
ha re'n dros the vur anken: and has brought him to great 
soiTOW. 0.282. ty re'n lathes: thou hast killed him. 0.611. 
my re'n servyas ef: I have served him. 0. 852. my re'n collas : 
I have lost it. P.D. 149. ty re'n levcrys: thou hast said it. P.D. 
759, 1325. ef re'n dyndylas : he has deserved it. P. D. 1402. me 
re'n cafas: I have found him. P.D. 1570. me re'n cusullyes: 
I have advised him. P.D. 1811. ef re'n guyscas: he has clothed 
Mm. P.D. 1844. ty re'n lathas: thou hast slain him. Cr. 1201. 
nyrenwelas: we have sought him. Mer. 1038. me re'n moghheys 
eredy : I have greatened it akeady. Mer. 2402. 

1st plural. 
the tas her . . . ren danvonas : the dear Father hath sent us. 
P. D. 167. ef ren nahas : he refused us. Mer. 2907. 

3rd plural. 
homma gans daggrow re's holchas: she with tears has 
washed them. P. D. 520. 



') MS. reu perhaps = ref for re'm (NoiTis). 



320 G. p. -WILLIAMS. 



c) re with the i»retcrite of the ver)> substantive. 

ov arluth Irr me re hue yn cyte: Mj' dear lord I have beei 
into the citv. 0. 2429. hythqueth re Ime us (/enough: There his 
always been a cnstom with you. P. D. 2034. my re hue . . . ov 
themloth: I was (have been) wrestling. P. I). 2508. my re bue 
hoijhes coynt: I have been little cunning. P.D. 3031. me re hue 
pcghadoras: I have been a sinner. E. 1097. yans vn hmn re 
ben tullys: by a sleep we have been deceived. P. 246b. rtg ny 
rehe laddron dres: for we have been forward robbers. P. 192 d. 
drefen an torment in heys thagis corfoic rehtte grneys: because 
of the torment on earth which was done to your bodies. 
Mer. 1304. a me revue ree cruel orth crustynyon: ah.' I have 
been too cruel to Christians. Mer. 1364. me re hue snr ov stu- 
tliya: I have been surely studying. Mer. 1490. ny reinie ov ste- 
thya sur: Ave have been studying surely. Mer. 1495. lafuryys 
rag the pJeysour a dro in pov nie revue: Laboured for thy 
pleasure about in the country have I. Mer. 1568. Benedycite 
pan tcolov revue oma sollehrys: Renedicite, what a light has 
been here some time ago. Mer. 1845. ny revue tus ongrasyes: 
we have been graceless folk. Mer. 2142 me revue in mes dres 
nos: I have been out during the night. Mer. 3056, 4187. eff 
revue treytour ihynny: he has been a traitor to us. Mer. 3356. 
pyv an iovle revue oma: who the devil has been here. Mer. 3719. 
golovder ganso revue: Radiance was with liim. Mer. 3726. an 
horsens revue methov: the whoresons were drunk. Mer. 3734. 
Maria revuff relogh in the gever: Mary, I have been overlax 
regarding thee. Mer. 3798. cans den Icfliys ... re vue in an 
gcth gensy hy: a hundred men were slain in one day by her. 
Mer. 1010. hcunans meryasek certan gencn revue dysgucthys: 
Meriasek's life certainly by us hath been set forth. Mer. 4551. 



d) I'e with the preterite «i' Ihe verb substantive iufixiuíí 
a pronoun. 

1st singular. 

molothov 7)iur a hohyl rug the plesya me rumhue: curses 
great fiom the people for jileasing thee I have had. Mer. 1580. 



THE PKEVEKBAL I'ARTICLE RE IN COENISH. 321 

2nd singular. 

/// refue >) fest lafnr bras: to thee very great labour has 
been. R. 2628. ty refue^) napytli redovni: Thou hast been some- 
wliat (?) lofty. Mer. 3570. 



e) re with (jruk (/'eci, fecit) the preterite of girra. 

ty re gamicruJc: thou hast done evil. 0. 281. an surf re 
>•»/.■ ow iholle: the serpent hath deceived me. 0.286. pythneth 
re rity ow syndye: ever she hath held me. 0. 288. yn ketella ty 
re ivrvl:: in that way thou hast acted. 0. 2243. mj re wriik y 
rusyrye: I have measured it. 0.2568. 

re tcruk re maystry: he has done too much violence. P. 
D. 363. ef re uruk mur a theray: he has made much tumult. 
P. D. 380. the fay re tiruh the sawye : thy faith hath made thee 
whole. P. D. 531. cerian an denma lyes den re icruh treyle: 
that man certainly many men has turned. P. D. 2424. nep hus 
ef re tcruk thotho: some jugglery he has done to him. P.D. 2695. 
me re ivruk scrife: I have written. P. D. 2791. lyes torn da . . . 
re wriik the vohosoyyon: many good tiu'ns he hath done to the 
poor. P.D. 3108. 

kemniys re tcruk both oiv thas: as manj' as have done the 
will of my Father. R. 157. an dour re wruk thy'm henna: the 
water has done that to me. R. 2211. me yv myyhtern re wruk 
cas ol: I am a King, I have suffered all. R. 2517. ma2J den me 
re wruk prenne: mankind I have redeemed. R. 2624. 

an mm re riik inclynya: the stone has bent down. Mer. 1094. 
moy me re ruk kuntel: more have I gathered. Mer. 1587. me re 
ruk . . . ragas: I have made . . . for thee. Mer. 1589. ran in 
kerth re ruk flya: some awaj' did flee. Mer. 2156. lues re ruk 
y gorniel: many have praised him. Mer. 2241. mur a throk eff 
re ruk: much of evil has he done. Mer. 2265. an poddreu . . . 
re ruk harber: the rotten fellow . . . has made a harbour-. 
Mer. 2291. ef re ruk agan tolla: he has deceived us. Mer. 3348. 
me re ruk . . . y sesia : I have seized him. Mer. 3547. hy re ruh 



') The b^f vs. dne to the second singular infixed pronoun (v. ZE. 568). 
Stokes in his note on Mer. 3570 says ' re ftie (if not a mistake for revue) 
means habuisti " and refers to R. 2628. 



322 G. l'. WILLIAMS, 

ov tMyfnja: she has delivered me. Mer. 3758. lus re ruh ov 
hcslcey: folk have advised me. Mer. 3818. 



f) re with gruh\ infixiiii? a pronoun. 

/_)/ rum (jruli pnr hard finj's: thou hast made me very like 
to thee. 0. 88. hj rum gruk vy morothclr. thou hast made me 
sorrowful. Mer. 365. 

g) re with the preterite of dos, to come. 

thy'm the amme ty re dufh sur: to kiss me thou hast surel}' 
come. P.D. 1107. u-hy re tkuefh thy'm gans arvotv: ^'ou have 
come to me with arms. P. D. 1171. me re thuth the'th comfortye: 
I am come to comfort thee. E. 473. me re thuth th'agas myres: 
I am come to comfort you. K. 1536. pyv henna gans dcusys 
mas re thtiefh mar uskys the'n idas: who is that with Godhead 
good who hath come so swiftly to heaven. R. 2487. henna a 
edom re ihucih: He from Edom hath come. R. 2505: me redeth 
omnia deffry: I have come here indeed. Mer. 234. in kernov 
. . . theth desyr ty re du fa: In Cornwall according to thy desii'e 
thou hast come. Mer. 623. ny rediife gans an gennas: we have 
come with the messenger. Mer. 1432. me re duth: I have come. 
Mer. 2700. ny reduth oma adre: we have come here fi'om home. 
Mer. 2899. pyv reduth thymo ome: who has come to me here. 
Mer. 3678. me ham crosser re duth: T and my crozier-bearer 
have come. Jier. 3932. o»ia me re dnfc: here 1 have come. 
Mer. 3995. 

IT. 

a) iv «illi the iiluiterlVcl. 

gulan ef regollas an plus am luf thyghyow a u-russcn: clean 
he has lost the place which my right hand had made. 0. 921. 
Then tyller crist re dethye: to the place came Christ. P. 33a.i) 
gans an re yn y servys tvar an bys redkewesse: with those that 
he had chosen into his service on the world. P. 41 d. an ioul 
ynno re drecse: the Devil had dwelt in him. P. 47d. hag an 
dydhghtyas pur lotven maga tek del rebye: and dighted it right 
gladly as fair as it had been. P. 71d. Pcdyr sur a omdennas 
yn urnu del rebcglisc: Peter surely went out in thai hour that 



THE raEVERBAL TARTICLE RE IN CORNISH. 323 

he had sinned. P. 86 c. a dus faU y redodhye an purre laddron 
yn pow. of false folk there came the veriest thieves in tlie 
coiintr.y. P. 90d. lemmyn an tol re tvrussens: but the hole thej' 
liad made. P. ISOd. Fylat a vynnas scrife . . . praga dampnys 
rebec: Pilate would write why he was condemned. P. 187b. 
hytqueth yn Ian revewse: he had ever lived pure. P. 204b. yn 
mernans crist a getcsys hytqueth dremas rebye: at Christ's death 
he said he had ever been supremely good. P. 214b. dal o ny 
wely hanna ef rebea de^i a brys: Blind was he, he saw not a 
drop: he was a man of worth. P. 217b. •) Eddreh mur an 
kemeres rag an ober re tcresse: Great sorrow seized him for the 
woriv lie had done. P. 220a. a thotlio a leverys re saffe crist 
Itch strevye: and to liim (the}-) said that Christ had arisen in- 
contestably. P. 248c. scrttfh own mur aslccmeras rag an marthus 
re tcehens: a shiver of great fear seized them at the marvel 
which they saw. P. 254d.i) 

1)) re Mitli tlie pluperfect, iiifixiiia: a pronoun. 

3rd singular. 
rag an heth re re'n crotvse: for those same that crucified 
him. P. 185 b.») 

III. 

a) Instances of the use of re with the subjunclivc. 

am off'rym re tvoffc gras, to mj»^ offering may he acknowledge 
favour. 0. 530. {iioffe for gothfe). yn della tinjn re wharfo : so 
be it done to us. 0. 667. bugh offrynnc my a vyn . . . y gran re 
tlianvonno thy'n : I will offer a cow ... his favour that he maj^ 
send to us. 0. 1187. ha'y gras theughtvy re wronntyo: and his 
grace may he grant to you. 0. 1726. ejus atque spiritus re 
worro ivyth am ene: and his spirit, set a guard over my soul. 
0. 1978. 

mar nyn gorraf an myl dyaul If I do not take him the 

accursed beast 
re dorroic melloiv y gyn The reins of his back may break 



') In these instances Stokes" translation is given. Elsewhere they are 
otherwise translated and eonunented upon. See pp. 28 seq. 



324 O. V. WILLIAMS, 

vijmjúui na cfí'o coiil: So that lie may never escape indeed. 

P. D. 1619 ') 

mar tue venians ryfli ragtho uarnan ny ef re gotho: if anj' 
vengeance come for him upon us may it fall. P. D. 2502. my a 
pys an tas ... re thanfono ungeans cref warnough: I pray the 
Father that he send heavy vengeance upon you. P. D. 2631. 
Jhesti yelics dyuhy re gronfya: May Jesus grant healing to you. 
JFer. 701. du re tharlarra ychas thyichy: Maj* God provide health 
for ,you. Mer. 1681. neJ> a vyrtuys in groviip{r)cn regronntya dyso 
lernen: may He who died on the cross grant to thee now. ]\Ier. 1834. 
yehes dhym re grontya: may he grant health to me. Mer. 2537. 
ny a leys rag venythu cri.sf re sensa (he gallos: we will praj^, 
for ever may christ keep thy power. Mer. 2675. ha grays fhym 
dhy ventine re iharharre: and grace to me to maintain it may he 
vouchsafe. Mer. 2686. Jhesu regrontya yches: May Jesus grant 
healing. Mer. 3073. Maria a tvonethaff' dyuhy re urontya yehays: 
may Marj-, whom I serve, to you grant healing. Mer. 3141. 
Jhesu re werese creff ha yuan : may Jesus aid strong and weak. 
Mer. 3822. Jhesu . . . re tharbarra dis yehes: May Jesus provide 
healing for thee. Mer. 4221. ha regrontya y both mar pea yehes 
ihyso: and may she grant, if it be her will, healing to thee. 
Mer. 4229. Jhesu . . . thy ena re grontya joy : May Jesus grant 
joy to his soul. Mer. 4385. Du re saicya an colgy: May God 
save the college. Mer. 4407. 

b) Instances of re 
with the subjunctive, and infixing a proiiouu. 

1st singular. 
rum gorrc thy tvlas: may he bring me to his laud. 0.532. 
an tas dev rum gorrc the gosoleth: the Father God, may he put 
me to rest. 0. 855. Jhesu the teller da rum gedya : may Jesus 

') Tlie version given above is that bj' Korris. Williams in liis Dictio- 
nary gives another which seems preferable. 

If I do not talie him, may a thousand devils 

Break the joints of his back 

So that he may never drink broth. 
effo = 3rd sing, subjunctive of eve, to drink = (W. yfed). Coul = W. caicl, 
broth. Norris, too, in his additional Notes on 0. '270t, says of ' vynylha etc' 
— 'this may mean, 'thou shalt never di-ink broth". 



THE PREVERBAL PARTICLE RE IN CORNISH. 325 

to a good place guide me. Mei-. 629. 1090. arluth nef rum 
gueresa: may heaven's Lord help me. Mer. 2536, 2539, 4037. 

2nd singular. 
an tás vier re'th ordene: the great Father may he ordain 
thee. P. D. 685. synt iovyn wlieh re'th caro : sweet saint Jove 
love thee. P.D. 3016. arluth neff re'th tveresa: May Heaven's 
Lord help thee. Mer. 741. Jhesu Christ ... re'th ycdya: May 
Jesus Christ guide thee. Mer. 3015. Neb a yl ressaivhyagy (for 
*re-th-sawya gy) : May he, who can, heal thee. Mer. 3844. Jhesu 
. . . retraliava (for *re-th-drehaca): May Jesus raise thee. Mer. 
4227. Maria re'th weresa: May Mary help thee. Mer. 4228. 

3rd singular. 
ha pesyn rag y ene may fo dev ren hyrho thotho: and let 
us pray for his soul that God carry him to Him. 0. 2270. an 
ioul ren dogo th'y plath: the Devil carry him to his place. 
R. 2189. re'n kergho an dewolow: the devils fetch him. R. 2277. 
Synt iovyn tvhek re'n carro ha dres pup ol ren gorthyo: Sweet 
saint Jove love him and honoui- him above ever3"body. P. D. 
1852-53. Crist Jhesu dys ren tola: Christ Jesus repay it to thee. 
Mer. 558. me a beys crist luen a reys in neff' thywhy ren tala : 
I beseech Christ full of grace in heaven to you may he pay it. 
Mer. 755. rengeffo moleth y vam: may he have his mother's curse. 
Mer. 1022. Bu ren tala thy ugh tus rays: May God pay it to 
you good people. Mer. 1097. neb na vo rengeffo croh: may he 
who is not (ready) have the gallows. Mer. 1277. an ioule mur 
re'n ancombra: May the great devil encumber him. Mer. 2112. 
Jhesu ren talo dis: May Jesus repaj' it to thee. Mer. 3082. 
Jhesu avan thyugh re'n tala: May Jesus above repay it to you. 
Mer. 4248. arluth re'n benyga: May the Lord bless him. Mer. 4541. 

1st plural. 
re'n sawye arluth huhel: maj'^ it save us exalted Lord. 
0. 1088. Jhesu jnip ur regen gueresa : May Jesus always help us. 
Mer. 1331, 1758. 

3rd plural. 
an iovle res pela : may the devil peel them. Mer. 1268. 



326 G. p. WILLIAMS, 

c) Instauces of the use of re with the subjuuotive after 
hyner. 

Frut da hyner re dhocco: may it never produce good fruit. 
0.583. siiw vyner re dheuelly (jenes me atvrapysy: but always 
tliat tliou mayest return I will pray with tliee. 0. 2196. hener 
regcffy the con: never mayest thou have thy supper. Mer. 1020. 
ny reys thyn fors j)y thellen rag hener re theivellen: needs not 
for us to care where we go, for never may we return. Mer. 3489. 

d) iiisiances of the use of re with the subjunctive of tlie 
verb substantive. 

With the 2nd singular present. 
gorthys re hy: be thou worshipped. 0. 107; P.D. 35; Mer. 
618, 2(370, 3699, 4106, 4124. re hy gorthys: (id.). 0.1379; P.D. 
119, 2703; E.2523. hynyges re hy: blessed be thou. P.D. 817; 
Mer. 672. veneges re by: (id.). 0. 2023. henyges re by: (id.). 
0. 819, 831, 938,1795; R. 1557, 1743,i) 2069. mylleges nefre re by: 
cursed ever be thou. 0. 580. amalec re hy creges: Amalek may 
you be hanged. 0.2786. malegas nefra rehy: accursed ever be 
thou. Cr. 1158. benegas rehy. Cr. 1328. 

With the 3rd singular present. 
an tas dei^ gorthyys re ho: the Father God be worshipped. 
0. 115. tJie gorf her gorthys re bo: Be thy dear body worshipped. 
0. 408. amen yn delta rebo: Amen so be it. 0.462. hynyges re 
ho an prys: Blessed be the time. 0.674. jnih ober ol yn hysnta 
a wrew rebo plygadoiv: all work in this world we do, be it 
agreeable. 0. 1008. an tas dev re bo gorthyys : the Father God 
be worshipped. 0.1125. beneges re ho an tas: Blessed be the 
Father. 0. 1745. hynygys (hynyges) re bo an prys : blessed be 
the time. 0.1979; R. 152, 485. gorthyys re ho dev an tas: wor- 
shipped be God the Father. 0. 2075. otc tas ynny rvolouys rebo 
gueres iheugh pup preys: my Father in him is light, may he be 
a lielp to you always. P. D. 224. otv thas Jeer gorthys re ho : my 
dear Father be worshipped. P. D. 1051. the volnogeth re ho 
gueres: thy will be done. P. D. 1072. otv banncth y'th chy re ho: 



') Xorris translates as 3rd singular; but it is clearly 2ud. 



TIIE I'KEVERBAT. PARTICLE RE IN CORNISH. 327 

my blessing be on thy house. P. D. 1803. Maria re ho gynes 
lenncth ol an hmenes: Mary be with thee all the blessings of 
women. E. 817. ow bennath genogh re ho: my blessing be upon 
YOU. K. 1579. ihemi crist myghtern a joy re ho gynen: Jesus 
Christ, the king of joy, be he with us. R. 2417. thet vlonogath 
rcho coUenn-ys: thy will be fulfilled. Cr. 9:-5, 1331, 2471. the 
vlonogath reho gnreys: Thy will be done. Cr. 2123. gorihyes 
rcho deii: Cr. 1394, 1911, 2122. 

y hosta arluth heh pare Thou art a lord without peer 
in pub place reho gwerthys In every place that shall be 

worshipped. Cr. 1417 ') 
yn seth rcho collemcys In Seth shall be fulfilled 
par dell vo tha roth nefra as is thy will always 
onia pur greyf Here full strong. Cr. 1419 ') 

dew reho grassyes : To God be thanks. Cr. 2460, 2532. virtu crist 
reho yly : may Christ's virtue be a salve. Mer. 556. the ihesu 
rcho grasseys: to Jesus be thanks. Mer. 634, 1066, 1962. 2180, 
2656, 3142. 4240, 4257. an ioul re ho the worfcn: May the devil 
be thy end. Mer. 782. then arluth reho grasseys: to the Lord 
be thanks. Mer. 983. henyges re ho an preys : blessed be the 
time. Mer. 1261, 4062. arluth neff reho gorthys: Heaven's Lord 
be worshipped. Mer. 1751. gorthys rcho henytha: worshipped be 
He ever. Mer. 2193. Jhesu arluth galosek reho gorthys henytha: 
May Jesus, might}- Lord, be worshipped ever. Mer. 2621. gallus 
ha confort an ias reho genen pub termen: the might and the 
comfort of the Father be with us alwaj-s. Mer. 2736. Banndh 
crist reho genes: Christ's blessing be with thee. Mer. 2781. 
Banneth du genogh reho : God's blessing be with you. Mer. 8093. 
ov map hanneth Maria genes reho: my son, Mary's blessing be 
with thee. Mer. 3180. an iovle agis accetour re ho pan vowhy 
marrow: the devil be youi- attendant when you are dead. Mer. 
3524. Maria reho-) gorthys: Mary be worshipped. Mer. 3761. 
Jhesu arluth nor ha neff' . . . reho-) gorthys: Jesus, Lord of earth 
and heaven be worshipped. Mer. 3888. 



') Stokes' translation. 

■) Of these two instances Stokes in a footnote states 'perhaps revo'. 



328 Q. P. wiLi>rAMS, 

e) IiistaiK'cs of re with the subjuiictive of the .substantive 
verb, infixing a pronoun. 

1st singular. Pronoun infixed. 
croij ro'm ho: hanging be to me. 0. 2G51. 

2nd singular. 

myna ns yn heys ry'fh fo : all that is in the world be thine. 
0. -159. hcnneih . . . re'ih fo : blessing be upou thee. 0. 2265. 
thons re'th fo : confusion be to thee. 0. 2822. benneth maghoni 
re'th fo: the blessing of Mahound be on thee. P.D. 947. vyl 
despyt re'th fo : vile treatment be to thee. P. D. 1267. re'th fo 
crolc: hanging be to thee. P.D. 2097. y desjnt re'th fo: a plague 
be on thee. P.D. 2132. re'th fo drok lam: a bad leap be it for 
thee. P.D. 2247. re'th fo drok pyn: bad pain be to thee. P.D. 
2727. re'th fo nieaol: curses to thee. R. 79. mnr gras re'th fo: 
great tlianks be to thee. R. 167. ioy re'th fo: joj' be to thee. 
Mer. 3230. 

2nd plural. 

hannetli an tas ragas ho: the Father's blessing be on you. 
0.1723. hanncth re gesho: blessing be on you. 0.2585. henneth 
ol rugas ho : blessing be upon you all. P. D. 265. ham henneth 
ragas bo : and my blessing be upon you. P. D. 706. res bo drok 
lam: be it an evil step for you. P.D. 1125. re's ho spit: evil be 
to you. P.D. 2322. ragas bo eres: may peace be yours. R. 1285. 

Remarks. 

One of the most widely distributed and, therefore, naturally 
one of the earliest recognised uses of ro- was that of 'nota actiouis 
perfectae'. ') In general it ma}" be said that ro with the preterite 
gives to that tense the force of a perfect. But how far its use 
was essential or dispensable, whether the perfect with ro had 
or had not a significance peculiai'ly its own, whether, again, certain 
verbs wliieh do not take ro, originally denoted perfectivity; as 
well as the question of how it came about that ro took upon 
itself the function of denoting completed action — these, and 
other questions, lui\e given rise to much discussion and con- 

>) ZE., p. 411. 



THE PREVEHBAT, I'ARTICI-E TIE IN CORNISH. 329 

siderable diversitj' of opinion ranging over a much wider area 
than that covered by the Celtic languages. Pedersen, for in- 
stance, opens his article ') — 'Zur Lehre von den Aktionsarten' — 
with the following words. 'Durch die neuesten Entdeckungen 
auf dem Gebiete der altirischen Grammatik ist die Frage nach 
der Rolle der Perfektivität in den indogermanischen Sprachen 
wieder brennend geworden.' The subject, then, opens up a wide 
field; but with these remoter and more ultimate issues this paper 
is of much too modest a nature to attempt to deal. If it 
succeeds in making tolerably clear, as a mere matter of fact, 
what the Cornish usage of re was, it will answer its piu-pose. 

On the positive side, then, where re actually is used mth 
the Preterite it gives the same meaning in Cornish as ro in Old 
Irish and ry in Old Welsh. This becomes clear at once upon 
consideration of a few examples: 

ogh tru tru my re heglias woe woe I have sinned. 

ha re dorres an dyfen and have broken the prohibition. 0. 249, 250. 
ty ren lathes rii'm loivte: thou hast killed him by my faith. 
0.611. thy re ihysurtig eredy hevelep tho'm face ty: thou hast 
destroyed veril}^ the likeness of my face. 0. 2336. Uy rum 
lathes gans hy gvyns: she has killed me with her wind. Mer.-i096. 
dremas yw ef leun a ras neb re werdhys: supremely good is he 
full of grace whom I have sold. P. 103 d. pylat thy why gans 
onour re thanvonas un adla: Pilate to you with honour hath sent 
a knave. P.D. 1686. thy'm the amme ty re dnth sur: to kiss me 
art thou surelj- come. P.D. 1107. oma prest me re dufe: here 
at once I have come. Mer. 3995. syrys me re tvruk scrife agas 
cheson : Sii'es, I have written your accusation. P. D. 2791. the fay 
re uruh the sauge : thy faith hath made thee whole. P. D. 531. 
bevnans Meriaselc certan gcnen revue dysquethys: the life of M. 
has been displayed by us. oiv holon ger caradow dew ruth ros 
flour hy hynse : My dear beloved heart God hath made thee the 
flower of thy sex. 0.2136.2) 



') KZ.XXXVn, 219ff. 

') This example is interesting because it contains the rare form ros 
as 3rd singular Preterite of gid, to do, to make. Norris renders the lines — 
' My dear beloved heart God made a rose, flower of her sex'. 'A doubtful version', 
as he says, ' modified from Pryce '. In his note he states further, -dew' maybe 
'come', and ruth ros, 'red rose', or 'on thy promise", or, we may read, 'God hath 
given thee.' None of the suggested alternatives will, however, meet the case. 

Zeitschrift f. celt. Philologie VII. 99 



330 Ct. p. WILLIAMS, 

In these examples we have the use of re with the Preterite 
in the exact sense of the Perfect, — of a definite action begun 
and completed at a certain definite point of time. As will be 
seen by referring to the complete list, this maj' be regarded as 
the most common use of re in Cornish. But, like ro in Irish, re 
is not confined to such uses. It was pointed out by Pedersen, 
(KZ. XXXVII, 219ff.) that ro in Irish has really nothing to do 
witli the kind of action (aktionsart) denoted by the verb, whether 
'punktuel' or cursive, but denotes simply the conclusion, the com- 
pletion, of an action. It is a perfect particle, but not perfective. 
It is so in Cornish as well, as the following examples show. 

fest pel my re'n servyas ef: very long I have served him. 
0. 852. ha re usias liager gas raffnu laddra pur lues fest: and 
we have used, an ugly case, to rob, to plunder very many indeed. 
Mer. 2143. Maria me re'th cervyus: Mary I have served thee. 
Mer. 3595. omma avel hohosch solla dcth ty re veivas : here like 
a poor man for a long time hast thou lived. Mer. 2940. ha tchy 

The translation above given may appear to contain a somewhat violent tran- 
sition from the second to the third person; but snch a change is not \vithout 
its parallels. Cf. Colom whek ylas hy lagas, ke nyg a -ugh lues pow: Sweet 
dove, with thy (lit. her) bine eye fly over mncli country again. 0. 1135. 
a leverays ath ganow the. honan py ggns keti re yu dyssys: hast thou spoken 
of thy own mouth or by others art thou taught (i. e. quite literally, is he 
taught). P. D. 2002. The form ros occurs also in the expression re thn am ros. 
P.D. 1228, 22(55; Mer. 3728. This last instance Stokes translated as: 'By God 
who made me', and he is certainly right, although he seems to hesitate 
between ros as a form of gnl, on the one hand, and of ry, to give, on the other. 
The two instances in P. D. puzzled Norris and he gave Pryce's vei-sion in 
both cases, 'but with no confidence'. The first passage runs as follows: 
'portheres my ath yyn a lavarsos dry oic couyth aberveth ha mar tue re thu 
am ros me a wra mar vur r ages' and the rendering is: 'Porteress, I pray thee 
venture to bring my companion within and if thou grant me my request 
I will do very much for thee'. Pryce evidently took tue as a variant of the 
second sing, pronoun te, and thu a form of some verb meaning to grant, used 
with the particle re. The correct rendering would seem to be: venture to 
bring my companion within, and, if he come, by God who made me, I will 
do very much for thee. Cf. mar tue nep guas: it any fellow comes. 0.2063. 
The second passage is 'me a fyn re thu am ros the gemeres gans curios'. It is 
rendered. 'I will give thee my promise to take thee with a cart'. It should 
be; — 'I will, by (iod who made me, take thee' — Williams under carios gives 
the same. Jenuer p. 130. thinks ros is more probably the preterite of ry, to 
give. It is difficult to see how any other meaning than that of made can suit 
the passages and the form ros as the preterite of gut, to make, should be 
regarded as established. See further Stokes' 'Cornish Glossary'. 



THE PREVERBAL PARTICI.K UK IX CORNISH. 331 

gynef re dnjgas: and you have dwelt with me. P. D. 805. pel 
me re'n seicyas (leg. servyas) omma: long' have I followed (leg. 
served) it here. Cr. 2006. 

It is so also in the use of the preterite ytvrnh, he made: 
and the preterite of the verb substantive, hue. why a whartli 
l;emmys re tvrulc both otv thas: you shall laugn, as many as have 
done the ^vill of my Father. R. 137. pyihuefh re rug otv synchje: 
Ever she hath held me. 0.288. me re hue peghadoras: I have 
been a sinner. R. 1097. bythqueth re hue us geneugh: there has 
always been a custom with you. P.D. 2034. drefen an torment 
yn beys thagis corfow rebuc grueys: because of the torment on 
earth, ffhich was done to your bodies. Mer. 1304. 

In the following examples re with the preterite seems to 
be used narratively. 

Syr jtistis thy's lowene Sir justice joy to thee 

my rebue tvar oiv ene I was on my soul 

or themloth may then pur sqiiyfh wrestling till I was very 

much tired 
uslys na yllyn ponye I could not ruu immediately 
del esof of tyene as I was panting. P. D. 2507-11. 

The use of the imperfect form en after may th- iu the clause 
following rcbue precludes the possibility of translating my rebue 
by, / have been, and hue is not the form used for the pluperfect. 
The following lines fi'om Meriasek 2152-2157 are part of 
the outlaw's story to the saint, of how he and his companions 
had been scattered by a 'blow of fire' and lighteuiug. 

me a greys truethek I cried out piteously 
gueres thymo meryaseJc Help me Meriasek 
der henna y fuff sawys By that I was saved 
ha part am felschyp gena And part of mj^ fellowship with me 
ran in kerth re ruk flya Some away did flee 
rati ny won pythens gyllys Some I know not where thej"^ are 

gone. 

Here the translation given by Stokes seems to be the natural 
one ; although it might also be possible to render ra ruk flya by 
sohie have fled. 

The Earl of Yanues, in giving his account of his mission 
to Meriasek, with the offer of a bishopric, closes his statement 

22* 



332 G. p. Am.i.iAMS. 

thus: A«).- eff ren nahns dyson: but be refused us at once. Mer. 
2907. Enoch's speech on being carried to Paradise contains the 
following : 

der temptacion an tehall Through tenijjtation of the evil one 
ow hcndas adam pur weare My grandsire Adam full truly 
eave regollas der avail (He) lost tlirougli an apple 
an place gloryous pur sure The glorious place full surely. 

To translate regollas here as perfect would scarcely suit the 
context. There is one other similar instance in 0.420. pan 
■wruge dres ov dyfen fest yn tyn ef ru'm sorras: when he acted 
against my iHohibition very grievously he provoked me. 

Presence or absence of re with tlie preterite. 

From what has been said it is clear that when re- is used 
with the preterite it gives it, as a lule, the force of a perfect. 
How far its use in the Cornish we know, represents its earlier 
use, it is, of course, impossible to say; but as already intimated, 
it was becoming less and less frequent, and its functions more 
curtailed in the period that elapsed between the composition of 
the 'Pascon' and the writing of the 'Creation'. Later, the rate 
of decadence was even more rapid, and to sucli an extent 
had it proceeded by Lhuyd's day, that the particle would 
seem to have lost all significance. Under tlie heading 'Words 
united and abbreviated in Cornish'.') Lhuyd gives rum, hath or 
hast nie, Ty rum gruJc. Thou hast made me: while as the pre- 
terite of gureháv he gives gurig me, me re urig and me a 'urig, 
\ did or have done. In his past tenses of the regular vei'b the 
particle does not appear at all, unless we are to assume that 
the form ryguclez, (side by side with mi 'urig guelcz), represents 
the older re welas. Even so, his translation did see, sliows 
that it was no longer the index praeteriti which it formerly 
had been. The probability is that Lhuyd confounded the particle 
with the pi'eterite rug.'^) The same process of simplificalion of 
the functions of participles, a process api)r()acliing to tlieir com- 
plete elimination, is a marked feature of modern Welsh. The 
relative particle a survives in the spoken language because it 

') Archaeologia Britannica, p. 232. 

■') This view was shared by Williams. See his Dictiouary under »e. 



TITE TREVERBAL TABTICLE EE IN CORNISH. 333 

lias taken upon itself a novel and peculiar duty to perform. It 
has virtually became a sign of the perfect. Of this use An\vyl 
says'): 'So completely has their relative origin (i.e. of j/rand a) 
sunk into oblivion in the minds of modern A\"elshmen that a 
before the aorist may be lengthened and emphasized to form a 
perfect, e.g. »i* ä welais, I have seen'. Whether this was also 
a usage of spoken Cornish it is impossible to say. The particle 
(I however is used with the preterite in the sense of the perfect 
just as often as re, and under precisely similar conditions. The 
consideration and comparison of a few examples ^\'ill make this 
clear. The instances are taken, where possible, fi-om the same 
text, or from one that is contemporary, and with the same I'erb. 
Moyscs Ihyso larara ty a (jamivruk yn ionna: Moses I will tell 
thee, thou hast done wrong in this time. 0. 1646. Ty re gani- 
icruk eredy ha ren dros the vur anlen: Thou hast done evil 
verily, and hast brought him to much sorrow. 0. 281. Adam an 
tas dev guella a yryhys thy's yroicethe: Adam, the Father God 
most good, liath commanded thee to lie. 0.645. dev a yryhys 
thy's Moyses the icelen y hemeres: God has commanded thee Closes 
to take thy rod. 0.1663. Cayphas re hyryhys-) tJiytchy a thos 
the ierusaleni: Caiaphas hath commanded you to come to Jerusalem. 
P. D. 1648. Dmc a ros thy'n naw ran: God hath given us the 
nine parts. 0.493. eff re ros thy'n deth hyr lour: He has given 
us a long da\" enough. Mer. 1930. nn gusyl da ha lyerfytli thym 
ty a ros: a counsel good and perfect to me thou hast given. 
R. 2143. pur wyr te re lever ys: full truly hast thou spoken. 
P. 101 a. Arluth yuyr a leversough: Lord you have spoken 
true. P. 50d. ty re tvores mes an gluas Meryaseh: thou hast 
put, out of the country. !Meriasek. Mer. 2374. An corf a worsyn 
yn hedh : the body we have but in the grave. E. 49. aberth yn 
bedh del re'th uorsyn: within the grave as we have put thee. 
K. 312. genaf lower y a sorras: with me they have been angi-y 
enough. Cr. 1356. dev an tas re sorras: God the Father has 
become angry. 0.256. fatel fue Crist mertheryys why a icelas 
yn tyen: how Christ was martj-red you have seen entirely: 
P.D. 3222. tohy re welas a thasserghyens Crist del fue: You 



') .Welsh Grammar, § 570. 

') The /i here has, of course, nothing to do with the h after ro- in Irish. 
In Cornish it is also occasionally fonnd after a; cf. mc a hyrgh. P.D. 2928. 



331 G. p. WILIJAMS, 

have seen the resurrection of Christ as it was. E. 2631. tij re 
thysivrug eredy hevehp thorn face vy\ Thou hast destroyed verily 
the likeness to my face. 0. 2336. rag an harlot a thystvruk 
an Izeth map ol agan giiruk: for the villain has destroyed the 
same Son who made us all. E. 1974. dev a'm danvonas thyso 
the tvof'yn: God hath send me to thee to ask. 0. 1480. an 
emperour rc'u danfonas a whi/kis in pow giveras: The emperor 
has sent me to seek help in the country. E. 1645. hy re gafes 
dyhogel dor dyseghys yn nep Ic: she has certainl}- found the 
earth dried in some place. 0. 1143. nep caryn hy a gafas: 
Some carrion she has found. Cr. 2465. 

Such instances might be multiplied almost indefinitely, but 
those given suffice to show how the particles a and re inter- 
change, and how similar they are in function. 

re in interrogative sentences. 

Under certain conditions, again, the use of re with the 
Preterite in the sense of the Perfect is either very rare or non- 
existent. It is. for instance, but seldom so used in interrogative 
sentences. The following are instances of its use in dependent 
interrogative clauses, thy'm lavar . . py le re seth : tell me — in 
what place is it gone. E. 789. lavar thymmo — pie reseth the 
thyahjhlon: tell me where are gone thy disciples. P. 1). 1246. 
An example of a similar use with the pluperfect is: pylat a 
vynnus serife praga dampmy rebea: Pilate would write wli}' he 
had been condemned. P. 187. 0. lie however is not always used 
even in dependent questions. Cf. ny won py thcth the tvandra: 
1 know not where he has gone to wander. Cr. 1197. 

In independent interrogative sentences the Perfect is used 
without re. pie clevsta gelivel deo crist: where hast thou heard 
God called Christ. 0.2642. Abel pie feste mar hel: Abel where 
hast thou been so long. 0.468. prag y tcresta in delta: why 
hast thou done so. Cr. 876. a otv coivs why an cleivas: have j-e 
heard him speaking? P. 95. a. a gleivsyugh tdiy coivethe: have 
ye heai'd, comrades? 0.2727. fattel thuthte gy the'n eres: how 
hast thou come to peace ? E. 260. a wylste gy Meryaseh : hast 
thou seen Meriasek ? Mer. 1017. a glosugh tchy cows annotho : 
have ye heard speak of him. Mer. 2224. jjj»- a wylste war an 
Jcee gcnys yn bysma cneff: Hast thou reallj'' seen on thy way a 
soul left in the world? Mer. 1253. 1896. 



THE PREVEKBAL PARTICLE RE IN CORNISH. 3o5 

re not used after 2)un : when. 

1 have found no instance of re being used after jmn : when. 
E.xainples of the use of pa7i with the preterite (as perfect) 
Aithout re are fairh' common. The following will suffice : nynstis 
ethom nag onan fhytchy a dustymje pan clewsetigh cotvs an gevan: 
There is no need of anj'one to testifj^ to y-iu when you liave 
heard him speak the lies. P.D. 1338. fy thy so pan Icversys 
temple dec yn tystrewys: F3' on thee! when thou hast said the 
temple of God thou wouldst deslro}'. P.D. 2861. a ban golste 
orty hj: since thou hast hearkened unto her. Cr. 881. 

re after del, (as.) After del, as, re with the Preterite 
is also of rare occnrrence. aberth yn bedh del re'th icorsyn: 
within the grave as we have put thee. R. 312. del re gloivys 
mcryasik a icereses tus bohosek: as I liave heard Meriasek has 
healed poor folk. M. 8102. These are the only examples that 
I have noted. 1) On the contrary del without any particle is 
fi'equent. my an gura hepar del yrghsys: I will do like as thou 
hast commanded. P. D. 187. 64-2. gura ol del leverys: do all as 
I have said. 0. 1471. del erghys ef: as he has commanded. 0. 442. 
del welsough tvarbarih omnia: as ye have seen together here. 
Cr. 1005. f/eí we/s?/» WÍ: as we have seen. R. 807. del dythywys: 
as he has promised. R. 796. 

re not found after the negative ny: not. 

As in old Welsh the particle ry, is not used after the 
negative ni,-) so also in Cornish. The only case which gives 
even the appearance of re being used after ny occurs in Meriasek 
1038. The passage runs thus: in trevoiv hag in gonyotv ny ren 
welas stir heb wow annotho covs ny wor den. The lines form 
part of the speech of the third Torturer on his return from the 
search after Meriasek, who had, however, been warned by a 
vision, and was therefore not to be found. Stokes translates, 
'In villages and on downs we have not seen him siu-ely without 
a lie: of him no one can speak'; and, as it stands, the trans- 
lation certainly conveys the general pui-port of what the Tor- 



') With tlie Pluperfect there are a few other instances where re 
follows del. See p. 30. 

') Thumeysen, KZ. XXXVH, p. 87. Strachau. Eriu II. 



336 G. p. WILLIAMS, 

turer had to say. But tliere are grammatical difficulties. First 
comes the quite exceptional and, therefore, suspicious use of re 
after iiy. Secondly, if ny were really the negative we should 
expect to find the verb iu the plural. The explanation is simple. 
The verb welas is not the preterite of gueles, to see, (w. gweled). 
but rather of wlielas to seek (w. chwilio). For the form tvlielas 
as preterite, cf. en edhewon yn trcdhe a whelas dusteneoir: the 
Jews amongst them sought witnesses. P. 90a: and for the mutation 
of the initial irh (generally not mutable), cf. ^)o yu- neb a weleuyh 
■wy : who is he whom you seek. P. 69 b. The passage then 
should read. 'In villages and on downs we have sought him 
surely: without a lie, no one can speak of him'. ^Mth this 
emendation disappears the only instance in which re seems to 
be used after the negative ny. 

Negative perfects without re, on the other hand are very 
common. The following are examples: ny wruJ: an dennia vyth- 
qtieth war an hysma drokoleth na ny ])eglias war neb cor: This 
man has nevei' done evil deed in this world, nor has sinned in 
any sort. P. D. 2903. na rum fay my nyn (jwehjs : nor by my 
faith have I seen him. P. D. 1286. Fedyr ny wokys y fas: Peter 
thou hast not watched well. P. D. 1504. yolhy oiv treys ny 
hyrsys: to wash my feet thou hast not offered. P.D. 518. ny 
thetli drolcc whath anothe: Evil hath not yet- come. Cr. 797. 
ny thassorghas: it (i.e. Christ's body) has not risen. R. 1036. 
ny brcfsys anlccn na droh: Thou hast not felt grief nor evil. 
R. 278. rag ny glcirsyugli yn nep plas sa/vor an par ma rythqueth: 
for you have not smelt in any place savour like this ever. 
0. 1990. ny thyndylas lowenc: he has not deserved bliss. R. 2325. 
benyihe me nys care: never have I loved them. Mer. 2044. ny 
tcelys in'bys na mur: I have not seen on earth or sea. 
Mer. 1414. 



re n»! used willi //f7/i. 

Again, after the particle ydh (y), re is never used in Cornish. 
The example fiom P. 90d which seems to be translated as if it 
were a case of y + re is somewhat loosely rendered. The stanza 
is as follows: 

En edhetcon yn trcdhr a whela,f dusteneoiv rag paync crisi 
ha syndye ny gewsys dhc blegadow Saw war thu y a rynne dre 



THF, PKEVEKIiAL I'AIÍTICLE BE IN CORNISH. 337 

ency leverell gow a dus fah y rcdodhye an purre laddron yn 
poic. 'The Jews amongst them sought witnesses, to torture and 
hurt Clirist: they spoke not to (their) wishes. But of God thej- 
would through envj- utter a lie: of false folks there came the 
veriest thieves in the country'. Rcdodhye is rather the pluper- 
fect form, and y the third person plural pron-^un. The last line 
would, then, seemingly be better rendered thus: false folk", 
they had come of the veriest tliieves in the countrj'.') 

Of ydh prefixed to the perfect without re there is a large 
number of examples, apert vyth qtteih y tysl-ys oic dyshcs: 
openly alwaj's I have taught my doctrine. P. D. 1251. y thadder 
yic íí'-oA' iyllys pan yn latlisons dy byte: his goodness is ill re- 
warded, since they have killed him without pity. P. D. 3098. 
y varcJc icarnaf y settyas: his mark upon me he hath set. 
Cr. 1530. hag yth coicsas yn delma: and hath spoken thus. 
Cr. 1533. ha falslych yn juggyas ef: and falsely hath sentenced 
him. E. 2263. yn mes an dor y lammas: out of the earth he 
has leaped. Cr. 2090. yth ymwnth pur uyr heb fal dev ha den: 
he hath truly made himself, without doubt, God and man. P. D. 
2395. yth ymbrovas givan dyach: I have proved myself a weak 
husbandman. Or. 920. 

The use of these preverbal particles a and ydh in Cornish 
is, in general, identical with that of modern Welsh; — y being 
used before a verb in affirmative sentences when the nominative 
foUows or is omitted: a when the nominative precedes: a stands 
for the relative when subject or dii'ect object of the verb, and 
y when the object is in other oblique cases. The modern Welsh 
usage differs in some respects, however, from that of Middle 
Welsh. Thus, in Mid.W., y can stand at the beginning of a sentence. 
Cf. the frequent use of y dywawt, in Kulhtvch ac Oliven. It 
may not be without interest to point out that Cornish similarly has 
y before meth: he says. Cf. yn meth Crist: quoth Chi'ist. P. 44 b, 
45 b, 46 b, 49 b, 52 b. 55 d etc. y leverys: he spoke. P. 99 c. 
ytterevys: (with provected d for ydh +derevys) he declared. P.94c. 
But ydh thus standing first in the sentence is not even con- 
fined to verbs of saying. Cf. above, yth ymuruh: he hath made, 
and, y carsen gwelas an fvu anotho: I would wish to see the 
form of Mm. R.469. 



') Cf. ZE. p. 595. Venerant periectissimi latrones in terra. 



338 G. p. WILLIAMS, 

Verlis not taking re in the perfect. 

Ill Irish there is a number of verbs, e. g. idnic, he has come, 
with whicli ro is not found in the perfect. The number of such 
verbs may originallj' have been much larger, but owing to the 
process of analogy they were gradually brought into line with 
those taking ro. Similarly in Cornish the preterite (/alias, ^) he 
went, — belonging to the same class as Irish tdnic — never lakes 
re. The following list of instances of the use of gallas is, if 
not quite exhaustive, at least nearly so, and in no single case 
is re used. 

ayan corfow noth (jallas: our bodies are become naked. 
0. 253. gallas ef the nef wolotv : he has gone to the bright 
heaven. 0.587. gallas an glatv the vas gvlan: the rain has clean 
gone away. 0. 1097. gallas Moyses hay pobel: Moses and his 
people have gone. 0.1627. gallas hy gohyr gynsy. her reward 
has gone with her. 0. 2764. gallas oiv colo7i pur claf: gone is 
my heart veiy sick. P. D. 2610. gallas lemmyn lour ganso: Thou 
art now very able with it. 2) P. D. 3018. corv crisi ijn heth gallas: 
Christ's body is gone into the tomb. E. 39. gallas an porthoto 
hreicyon: Gone are the gates to pieces. R. 126. gallas mur a 
enefow a payn : gone are many souls from pain. E. 304. ow 
harluth yn heth gallas : my Lord is gone into the tomb. R. 680. 
otv harluth yn kerth gallas mes an heth: my Lord has gone his 
way out of the tomb. E. 722. ihcsu agan .syhvadur gallas an heth: 
Jesus our Saviour, has gone out of the tomb. E. 801. ow colon 
yn ccrlan gallas pur claf: My heart is certainly gone very sick. 
E. 1846. gallas ny wodhan pcle : he has gone we know not 
where. P. 245 c. gallas the gen Ic: he has gone to another place. 
P. 255 c. gallas lueifer droke preve: gone hath Lucifer evil worm. 
Cr. 335. gallas gync hager doicle: There has gone with me an 
ugly fall. Cr. 420. otv holan icr dcaw gallas : my heart is gone 
in two. Cr. 1212. gallas genaf sor an tas: the Fathers anger 
hath gone with me. Cr. 1339. y vernans gallas gan(dh)a: his 
death has gone with it. Cr. 1566. han segh gallas quyte drethaf: 

') With adjectives it has the meauiug' of become, fact us sum. ZE. 
J). 575. Cf. the Welsh use of aeth — he went, iu such a senteuce as aeth y 
dyn yn dlawd: the mau became poor. 

'■') So Noiris: but literally, 'it has gone enough with him' (viz. the spear 
which pierced Christ'n side); i.e. it has gone far enough into him. 



THE PKEVEKBAL I'ARTU'I.E JÍE IK CORNISH. ;53i) 

and the arrow bath gone quite through me. Cr. 1573. gallas 
gon(dh)a hagcr feast: Gone (it) has with him, ugly beast. Cr. 1583. 
molath dev . . . gallas gcnaf: the curse of God hath gone with 
me. Cr. 1687. ov envy in Jcerth galsons: my enemies have gone 
away. Mer. 1069. Meriaseh in kcrth galles: Meriasak has gone 
away. Mer. 1940. gallas henna the ken iyr- he has gone to 
another land. Mer. 2231. galles an turant then fo: the tyrant 
has gone to flight. Jler. 2494. galles an tnrent then guclfoys : 
The tyi-ant has gone to the wilderness. Mer. 8246. In Cornish 
then it is quite clear that the preterite gallas never took re. 
It conveys the sense of the perfect without it. In Old Welsh 
it seems to have taken ry — if we are to take the one example 
quoted by Williams i) from Llywarch Hen as significant and 
reliable — Gwae fy llaiv Ham rym gallas: "Woe my hand! the 
step that befell me." 

re with the preterite eth, he went. 

Of re with eth there are but few examples, yn y golon 
fest regeth mitr a gerense wordhys: into his heart quite hath 
gone(?) much love for thee. P. 115c. jjZe reseth the thyshjhlon: 
where are gone thj' disciples. P.D. 1246. an corf py le reseth: 
the body, in what place is it gone? E. 789. ow colon re setk 
yn claf: my heart is gone sick. P. D. 1027. 

Stokes' translation of regeth as 'hath gone' is followed by 
a quaere. The origin of the prosthetic s in these cases is not 
clear. Norris U, p. 266 says, ' this verb in all its forms beginning 
with a vowel takes s or its equivalent th after the conjunction 
mar and some others', and Jenner p. 144 speaking of the above 
forms says: "This is the preterite iih with the particle re and s (y) 
for th prefixed'. But this does not explain the phenomenon; 
s and th being (luite distinct in Cornish. Mar causes provection, 
and before vowels is followed by s; whUe re on the contrary 
stands before vowels without the elision of its vowel, and 
without the insertion af any intermediate consonant, e.g. dv a 
syv emsl-emunys nep re ordenes y lathe: black they shall be 
accursed who have decreed to kill him. P. D. 3092. hymmys 
dagrotv re olys: so many tears I have shed. P.D. 2608. ha 
thywhy me re ordynas glas nef: and I have ordained for you 

') See Dictionary under gallas. 



310 G. p. WII.T.IAMS, 

the kingdom of heaven. P.D. 807. yn creys me re ysethas: 
I have .sat in the midst. P.D. 803. By God ny re eves ry. By 
God we have drunk over much. Mer. 3328. an heih me re 
atiysyas: I have arranged the tomb. E. 399. ha re usias ... 
rajfna ladra: and we have used to rob and plunder. Mer. 2143.') 
On the other hand the e of re is always elided before the in- 
fixed pronouns (dural : e. g. ragas, ya(jcn for re agas, and re agen. 
(nilla.s is u.sed so frequently for the preterite and perfect 
that eth is very rare except after conjunctions; e.g. jmn, when, 
and interrogatives e.g. f)»/. An corf eth hythev yn pry: the 
body has gone this day to earth. E. 21. ogh me re hue boghes 
coynt hug eth yn rale re a poynt: oh I have been little cvmning 
and have gone forward too much point blank. P.D. 3031. 

re with the pluperfect. 

The pluperfect is not a common tense in Cornish, and the 
instances of its use with re are few. As will be seen from the 
list given (p. 10, 11) all the examples quoted (with one exception) 
are taken from the Pascon agan Arluth. This is the only 
nari'ative poem we have, and that fact may perhaps account for 
its more frequent use of this tense. It has been pointed out 
already by Thurnej'sen ^) that re can be used or omitted Avith 
this new Britannic tense form Avithout any appreciable change 
of meaning. Two or three of the examples collected above 
require a few words of explanation, e. g. Scruth otvn mar as 
kemercs rag an niarihus re welsens. P. 254d. re wclsens is 
tran.slated by Stokes simply by 'they saw'. The line forms part 
of the descrijitiou of the events which took place on the morning 
of the Resurrection. • The three Marys ' '■'■) came to Christ's tomb 

') The form hiirghys for yrghys after yc has already lieeii mentioned. 
Whether the h is of any significance seems very doubtful as we liave the 
form hyrgh after a in 1'. D. 2923. 

There is a doubtful instance in K. 2355 where possibly a g may have 
been introduced after re. The words are ye reyymmy tol ow jite«, which 
miglit perliaps be rendered : ' mayest thou kiss my anus '. Norris regards the 
form as being rc-g-ymmy from amme to kiss. See Ancient Corn. Drama, 
vol. IT, Additional Notes p. 122. 

■) KZ. XXXVU p. 85. 

') Stokes translates tyr Marea P. 252d and 252 a as 'lovely Mary'. It 
clearly means the three Marys. 



THE PREVERBAr. PARTICLE RE IN CORNISH. 341 

and found the stone rolled awa.y. Leaning upon the tomb they 
saw the angel, and 'thej' knew it not and a shiver of great 
fear seized them'. If the fear came about tlirough seeing the 
angel. Stoke.s translation is the natural one, for they continued 
to look upon him and afterwards conversed with him. The 
meaning, however, is rather that the fear was caused, at least 
quite as much, by finding tliat Christ's body was not in the 
tomb, and, in that case, we should translate re welsens by 
'they had seen' — strictly in accordance with the pluperfect 
form, and referring to the whole series of events. Similarly the 
sentence — Fylat a vynnas scrife proga danqmys rebce P. lS7b 
is translated, -Pilate would write why he (i. e. Christ) was 
condemned'. According to the poem, Christ had already been 
crucified when this thought occurred to Pilate. The pluperfect 
would, therefore, be quite as natural and grammatically more 
correct: i. e. why Christ had been condcnined. Thurneysen has 
remarked that Ebel was wrong in translating cf. rebea den a 
hri/s, P. 217 b, by 'is fuisset vir magna pretii'. ') The meaning 
simply is; the blind soldier had been a man of worth before he 
became blind. 

The same tense form is used for secondary preterite with 
the meaning of would, or would have: but in this modal use re 
never appears, e.g. givelas on- map y carsen: I would like to 
see my son. R. 442. y carsen gwdas an fvu anotho : I would 
wish to see tlie form of him. E. 469. an gwclesta a thyragos a 
alsesta y asivonfos : If thou shouldst see him before thee wouldst 
thou be able to know him. R. 8G3. 864. galsen y ta: 1 would 
be able well. E. 865. 

As the pluperfect tense forms themselves are comparatively 
recent formations the uses of re- with them are, in consequence, 
also but newer developments due to analogy with the preterite 
usages. It is therefore natural that re- with these forms 
should have precisely the same limitations as when used with 
the preterite. Thus re is never used with the pluperfect after 
ny (negative), cf. ef a doys . . gans Crist na vye tregis na 
bythqucth ef nan guelse : He swore that he had not been staying 
with Christ: that he had never seen him. P. 85d. hedhow pan 



») ZE. p. 422. 



312 (i. p. WILLIAMS, 

eähys i/n mes cleves vj/th ni/fh hcmerse: wlieu thou wentest out 
today no illness had taken thee. P. 157d. 

After pan, (when), re is not found with the pluperfect. 
a vernans Crist pan weise ki/ni/ver tra martlmsy: when he had 
seen such a number of marvellous things at Clirist's death. 
P. 208b. drc y holon y dheth seth y mab syndis pan weise: 
thi'ough her heart went an arrow when she had seen her son 
hurt. P. 223 a. 

After del (as). I have noted but two instances of re with 
the jjlupt'jfect. Thej' are — Pedyr sur a omdennas yn urna 
del rebryJise: Peter surely went out in that hour that he had 
sinned. P. 8Gb. hay an dydhyhtyas ninga teh del rehye: and 
dighted it (the ear) as fair as it had been. P. 71 d. 

The following are examples of the pluperfect after del 
without re. thy your liy a dlian(v)onas a Crist hepar del weise: 
to her husband she sent as she had seen of Christ. P. 123 a. 
loivan y ram a sensy marya crist del arse:^) John took Mary 
(for) his mother as Christ had bidden. P. 199 b. 

The pluperfect galse. As y alias is used in the perfect 
without re, so the pluperfect form galsc, in the only instance. 
I have noted, of its occurrence, is also used without it. rag 
galse ylati dhe worto y ivoys: For clean from him his blood 
had gone. P. 207 b. 

The i)luperfect is used after ydh without re. ol y heyn 
yn '-) trcmense : all his pain had passed him. P. 258 c. 

Of the pluperfect with a we have the following example: 
1:emmys tra a lavarsa ena y an rehidyas. P. 112 a. Stokes 
translates 'wliatever he said there they rebuked him' and ZE. 
•quidquid loquebatur' — both renderings taking ena as referring 
to lavarsa. It seems better, however, to read ' ^\'hatsoever He 
had said (i. e. during the whole period of his public life) became 
tliere, (before the judges), the subject of rebuke'. 

The use of re with the indicative is therefore in C!oruish 
much simpler than its use in Old Irish and Old Welsh. In Irish, 
for instance, under certain conditions, (e. g. in a dependent clause 
of a general sentence), ro gives to the present indicative the 



') arse for aryhse. 

'') The use of y here as relative particle, when the subject precedes 
its verb, is peculiar and certainly contrary to the general rule in Cornish. 



THE PKEVKlUäAIi PAKTICI.E BK IN CORNISH. 343 

force of a perfect. Cf. is in núall dongniat ho runiaith fora 
ndimtca remib: or is it the cry which they make when their 
enemies have beeu routed by them. ') Strachan finds in Old 
Welsh also, several instances of ry with the present indicative, 
wliieh lie would explain as perfects in meaning.-) Of such use 
there are no examples in Cornish, unless the difficult passage in 
0. 366 be a case in point. The words are : otv holon gvak 
dy votier rum kymmer Jia yatvel bos. Norris translates: 'my heart 
is weak and empty by my taking and having food ' — a rendering 
that is, from eveiy poiut of view, unsatisfactory. It ignores 
both the grammatical difficulte.s and the context. Adam and Eve 
have been driven out of Paradise, and the words form part of 
Adam's lament that he had to go 'through the land without 
clothes and shelter, wellnigh perishing with cold' etc. With such 
a context the translation as given is absurd: it could, indeed, 
be scarcely anything but absurd under any conceivable circum- 
stances. Norris evidently took gawd to be the same word as 
gavel (to have. W. caffael) and hymmer as the infinitive of 
Itemeres (to take. W. cymeryd). Stokes would read nim hjmmer 
hag awcl bos.'') comparing atcel with eff' an gcve aivell boys: 
he had a desii-e for food. P. 10 d and further with Welsh 
euijUys, will. He then translates the whole line thus 'through 
my trouble and desire for food'. This fits in with the context: 
but the word kymmer, meaning trouble, does not seem to be 
found elsewhere. Moreover the preposition re is only found in 
imprecations : e. g. re dev an tas : by God the Father and such 
phrases as ru'm Icute: by my faith. If we read with Williams ^) 
'and a desire for food hath seized me' we should then have 
kymmer the regular 3rd singular present form used with re in 
the sense of the perfect. But this too is not without difficulty. 
Why should the conjunction hag come between the verb and its 
subject? Again, the form dyvotter is strange, and the whole 
passage so difficult that nothing can be based upon it. 

Another difficult passage where re (if genuine) would seem 
to have a quite exceptional use is E. 388. There we read ; scon 
me a re clout thotho may ro'n mayle ivar an dor: translated by 

')M1, olc9. 

-') Eriu n, p. 218. 

=) P. p. 83. 

*) Dictionary, under dyotter. 



344 G. p. ■K^LLIAMS, 

Xorris. 'soon T will g:ive him a clout that shall wrap him to the 
earth'. There are several difficulties here. In the first place 
re is not found elsewhere after the conjunction may J) Again 
maylc is the infinitive form, and the particle re only appears as 
ro befoi-e the infixed pronouns of the fii-st and second persons 
singular. Befoi-e the third singular it is always re. These facts 
seem to justify us in doubting whether we have here a genuine 
case of the use of re. Can it be that may ro stands for may fo, 
wlien we should read, I will give him a blow so that he be 
rolling on the earth? 

In Irish and Welsh ro can be used to express possibility. 
But of this use which seems to have been common to the two 
families, Cornish has no trace. Nor has it any new formations 
such as the Sliddle Welsh use of ry with the verb-noun forming 
a kind of perfect inflnitive: e. g. gwedy rygysyu ohonatv. after 
he had slept. Nor again is it used with the future as in Welsh. 2) 

lie with the suhjuuctivc. 

As with the indicative, so also with the subjunctive, the 
use of re is, in Cornish, much simpler than in the sister languages. 
Strachan has dwelt upon the great significance of the use of ro 
with the subjunctive in Irish. With the preteiite indicative, 
perfectivity can be expressed with or without ro; but 'whether 
ro be present or absent the force of the tense is the same. If 
we had only these indicative tenses to reason from it would be 
difficult to reconstruct its life history. Fortunately ro is also 
found in the subjunctive mood, and with this difference, that here 
in the same verb, subjunctive forms are found both with and 
without ro and that a difference of meaning is sometimes clearly 
appreciable.' It has long been pointed out that in particular 
cases ro gives to the present and imperfect subjunctive the force 
of the Latin future perfect and a pluperfect subjunctive. 

In ('Ornish however re with the subjunctive is strictly con- 
fined to the expression of wish in positive sentences. The 
very large number of instances of the stereotyped form, pre- 
dicative 4- reby or reho, is a fair index to its use with this mood. 



') ThÍ8 is the same as sayiug that re is nut found after ydh: for maijth 
= »m + ydh. 

ä) Strachan, Erin II. p. 216. 



THE PREVERBAL PAKTICLE RE IN CORNISH. 345 

Modern Welsh has completely lost ri/ in this as in other cases. 
On the contrary the use of the jussive form in -ed (e. g. gwareded 
duic ni, may God preserve us), so common in Welsh, is very rare 
in Cornish, e. g. hath icereses amalel; and may Amalek save thee. 
0.2781. 

Of the examples cited above little more n^ed be said. They 
belon» mostly to the same class of simple principal sentences 
expressing wish. In some cases, however, the wish sentence is 
dependent, e. g. my a pys an tas a nef re thanfono ungeans cref 
wamough: I pray the Father from Heaven that He send heavy 
vengeance upon j'ou. P. D. 2G31. ha pesyn rag y cne may fo 
dev . . . ren kyrho ihoth thy wleth: let us pray for his soul that 
God may carry him to His kingdom. 0. 2-370. me a leys Crist 
yn neff thywhy ren tola : I beseech Christ ... in heaven may he 
pay it to you. Mer. 755. ihesii me a beys . . . re therhara dis 
yehes: I beseech Jesus . . . may provide healing for thee. Mer. 4221. 
ny a beys . . . Christ re sensa the gallos: we will pray — may 
Christ keep thy power. Mer. 2675. 

In negative wish sentences after na as already pointed out 
by Thurney.sen re is not found in Cornish. He quotes: na allons 
caff'us cheson the tcruthyl crothval: may they not be able to find 
cause to make complaint. 0.1835. Cf. also: tynytha na ejfo coid: 
may he never drink broth, P. D. 1619. 

After byner^) however re is found. 

Friit da byner re dhoco: may it never produce good fi'uit. 
0.583. bener re geffy the con: never mayest thou have thy 
supper. Mer. 1020. ny reys thyn fors py ihellen rag bener re 
thewellen : needs not for us to care where we go, for never may 
we return. Mer. 3439. In the following instance vyner is trans- 
lated 'always' by Norris: satv ryner re theivelly genes me a tvra 
pysy : but always that thou mayest return I will pray with thee. 
0. 2196. The words form part of Bathsheba's farewell to Uriah 
before his departure for the war and she could scarcely tell him, 
to his face, that she wished him never to return. 

Another point in connection with the Cornish use of re 
remains to be noticed. It is now well established, as already 



'j Williams is probably right in reyarding the word as a compouud 
similar to W. beunydd < *bebnnydd — every daj'. Hence the meaning — 
every hour. ZE. however connects with byfh — nnqnam. 

Zeitecbrift i. cell. Philologie VII. 23 



346 G. p. WILLIAMS, 

mentioned, that ro in Irish wlien standing before a relative verb 
(with no intervening rehitive particle) causes aspiration of the 
initial consonant of that verb. Near the close of his paper on 
Irish ro Strachan says: 'If statistics are worth anything it is 
impossible to avoid the conclusion, from which, I confess, I at 
first shrank that the rule in these glosses is, that in relative 
forms, where no relative particle was introduced, there was 
aspiration, in non-relative forms there was no aspiration'. Sub- 
sequently in Eriu III, 20 — 28 he has made it cleai- that the 
same rule obtained in Early Welsh. 

Can the same be said of Cornish? Before attempting an 
answer it should be remarked that in Cornish, as in the earlier 
periods of Irish and Welsh, the committing to writing of the 
initial mutations was very erratic. In this respect Cornish is 
no better, if it be not even worse, than the others. But when 
the mutation is actually recorded, even though it be rare, its 
weight as evidence bearing upon the practice of the spoken 
language is great as against those cases, which may be far more 
numerous, where the mutation is not written. Hitherto it has 
been generally believed that the particle re in Cornish uni- 
formlj-, causes the initial consonant of the following word to pass 
into what is known as the second stage, i. e. re is followed by 
lenation. On examining the collection of examples given above 
it will be seen that, by far the larger proportion have the leuated 
forms after re, especially of those cases where re is used with 
the preterite. But with regard to them it should be noticed that 
almost all such examples are of the form, subject (mostly pro- 
nouns) + re + verb. The verb is nearly always in the third 
singular; It has been shown too that a frequently stands in the 
place of re under such circumstances. In these cases the verb 
is indubitably relative and the lenation after re is in accord 
with the practice of the other languages. 

But, it may be asked, is it not a fact that re always lenates 
in Cornish irrespective of the verb being used relatively? To 
give a definite unqualified answer either way is not easy, as will 
be seen after consideration of the instances where the unlenated 
forms occur. Leaving out, for the moment, the verb substantive, 
these instances occur: 
From P. (three instances), re deve (rel): 48c. re dcthi/e {ie\.}: 
33a. re dothje (rel): 90 d. 



THE PREVERBAL PARTICLE RE IN COENISH. 347 

From P.D. (eight instances), re codhas (rd.): 2G18. re pcghas 
(rel.): 2192, 2993. re peghes (rel): 1505, 1518, 1519. 
re pysys (rel.): 1095. re duth (rel.): 1107. 

From R, (five instances), re teulseugh (non-rel.): 523. re clewas 
(rel.): 1231. re i^eghas {rel.): 1569. re teulys (rel): 2271. 
re deve (rel.): 2620. 

From Meriasek (thirteen instances with the preterite, and six 
with present subjunctive), re potvesys (rel.): 1067. re 
trylyas {re\.) : 1995. re ^roues (rel.): 4107. re groniyas 
(rel): 455. re du fa (rel.): 623, 650. re dufe (rel): 
1432, 3995. re duth (rel): 2700, 2899, 3678, 3972. 
re deth (rel): 234. re grontya (rel): 701, 1834, 2537, 
3073, 4229, 4385. 

The foregoing examples (apart from the verb substantive) 
are the only cases I have noted of re with the relative verb 
where no lenation is recorded. (The non-relative instance wUl 
be referred to later). Many of them, however, have, as might 
be e.xpected. under identical cii'cumstances their lenated parallels; 
and it is probably only the rarer occurrence of the remaining 
verbs which accounts for our not having the lenation recorded 
with them as well. 

For example, as against the unlenated re peghas (six times) 
we have re beghas (four times) 0.249,1893; P.D. 1042; Cr. 852 
and as against re potvesys (once) compare re howesas (once) 
0. 2073. Against the one instance re doivas we have the lenated 
form (six times) in R 174; Mer. 527, 730, 802, 2526, 4349. The 
unlenated me re pysys. (once) is paralleled by me re hesys. (once) 
P. D. 884. The preterite dcfa (deve) after re does not occur at 
all in the lenated form. The 3'ounger as well as the older texts 
have defa (deve). Compare also the only two instances of the 
pluperfect — Crist re dethye P. 33 a, and y redothye P. 90 d — 
both unlenated. On the other hand the form duth (deth) — live 
times unlenated appears in the lenated form thueth (thuth) in 
E. 473, 2487, 2505 and P.D. 1171. As against the subjunctive 
form re gronntya (six times) in Meriasek we have one instance 
of re uronfya. Mer. 3141. 

Praterite of the verb substantive unlenated (seven instances). 

F. ny rebe (rel) 192 b. re hen (non-rel) 246 b. JÍ. rehue 
(rel.) 1097. 0. rehue (rel.) 2429. P. D. rehue (rel.) 2508. 3031 

23* 



348 G. p. WILLIAMS, 

hjthqtteih re hie (non-rel.) 2031. Pluperfect of the verb sub- 
stantive unlenated (four instances). P. rehye (non-rel.) 71d. 
rehee (non-rel.) 214 b. rebee (non-rel.) 187 b. rebea (rel.) 217 b. 
These are all the instances of the use of the perfect and plu- 
perfect of the verb substantive after re (without an infixed 
pronoun) in the older texts, and in no case, whether relative or 
non- relative, is there lenation. In the Mer. we have rebue 
(twice) 1304, 1490; but on the other hand revue (sixteen times) 
Mer. 1304, 1364, 1490, 1495, 1568, 1845, 2142, 3056, 3356, 3719, 
3726, 3734, 3570, 4010, 4187, 4551. 

The examples of re with the present subjunctive of the 
verb substantive in wish sentences have alreadj^ been given on 
pp.14, 15. As thej' are all unlenated (with two possible exceptions in 
Mer. 3761, 3888) it is needless to repeat them here. It should be 
remembered that the second singular re by is never used rela- 
tively, while the third singular re bo is, in some cases, relative 
and in others clearly non-relative. As relative may be taken 
such instances as virtu crist rebo ijly: Mer. 556. an iovle agis 
ace.toiir rebo: Mer. 3180; while as non-relative we have: amen 
della rebo: 0.462. gorthys rebo bcnytha: Mer. 2193. benyges 
rebo an preys: 0. G74, 1979; R 152, 485; Mer. 1261, 4062. 

The subjunctive forms of the verb substantive, then, are 
always unlenated — whether the verb be relative or not. This 
is so in the older texts — the Ordinalia — as well as in the 
Meriasek. In the latter text, as already noted, there are two 
doubtful instances: otherwise it is in every instance unlenated. 
The subjunctive forms difler from the preterite indicative in this 
respect: the latter, although unleuated in the earlier texts, have 
the lenated form in Meriasek. 

Thus it is the verb 'to be' which forms the great exception 
to what would otherwise seem to have been the universal rule 
in Cornish of lenation after re. The question naturally arises: — 
Why should it be so? More especially in wish sentences, which are 
of so frequent occurrence, how came it about tliat lenation was 
never recorded if it was in use in the spoken language? Have 
we here a trace of the non -relative verb in Cornish, as in the 
sister languages, remaining unlenated? The second singular by 
must always be non-relative, can it tlien be that the unlenated 
tliird singular forms, even in relative use, have been generalised 
fi'om the second singular? In this connection it would peihaps 



THK PREVEEBAL PARTICLE RE IN CORNISH. 349 

be as well to make a few further remarks upon the great simi- 
larity of function between the particles a and re in Cornish. 
It is already known that a, when it is the subject of the verb, 
is always followed by the third singular form of the verb, 
often referred to by Breton and Cornish grammarians as the 
impersonal form: when it is the object, it is of coui'se followed 
by the personal form : e. g. an corf a tvorsyn yn beth : the body 
(which) we have put in the grave. Similarly re is, as a rule, 
followed by the third singular: but it takes the personal form 
after it in circumstances identical with those in which a would 
be the object, cf. lemyn an tol re tcrussens: but the hole which 
they ha-l made. P. 180 d. cf. fuither: re dhyssys. P. 78 b. re 
u'clscns. P. 254 d. re wcleys. Mar. 1847. re geusys. P. D. 1587. 
re thyscrysseys. K. 1040. re iverdkys. P. 103 d. re icryssys. 
P. lOld. re olys. P.D. 2608. re geusys. P.D. 1262. 

One reason for dwelling upon this similarity of function 
between a and re is that it is not without a wider interest in 
view of the theories put forward to account for the mutation 
after ro with relative verbs in Old Irish. No quite satisfactory 
explanation has as yet been offered. Strachan, for instance, asks 
'Why should there be this difference between the two sets of 
forms? Was the ro more strongly emphasized? Did it form 
more of a unity with the verb in the relative forms?' To 
support the suggestion that that the mutation was due to emphasis, 
he compares the usage in compound verbs whereby in relative 
sentences the enclitic form of the verb is permitted. Pedersen 
however (KZ. XXXV, 361) suggests another explanation — 
namely, that before the relative forms (between the prepositions 
and the verb) there may have been an infixed pronominal element 
standing in the relation of subject or direct object to the verb, 
and that the mutation was brought about by the action of this 
infixed element. 

This theory, from the Cornish point of view, is at first 
sight at least very tempting: the phenomena connected with re 
in that language become all the more difficult to explain if some 
such theory be not adopted. How, for instance, are we to account 
for re being used with the thiid singular form of the preterite 
of relative verbs to the almost complete exclusion of other foims ? 
and fui'ther, if the personal form of the verb is used, how came 
it to be under precisely the same conditions as when a would 



350 G. p. WILLIAMS, 

be the object and therefore also followed b}' the personal form? 
If it were assumed for the purposes of Cornish, that the infixed 
pronominal element suggested b}' Pedersen was the relative par- 
ticle a {re and « are never found thogether). we should have 
immediately to hand an explanation of the general use of the 
third singular verb (except when a would be the object), as well 
as of the lenation. The use of the personal form hy after re 
would exclude the possibility of a being infixed, and therefore 
according to the theory there would be no lenation. The un- 
lenated forms of the relative verb in wishes might then be re- 
garded (as already intimated) as having been generalised from 
those cases where a could not possibly have been present. 

In P. 246 b we have one of the few cases of the non-relative 
personal verb offer re, which are not in wish sentences. The 
words are: gans an Imxjn reben tuUys: by a dream we have 
been deceived. Here we have no lenation. Unfortunately, 
however, such value as it might possess is considerably counter- 
balanced by the fact that the preterite forms of the verb sub- 
stantive are not under any circumstances — relative or non- 
relative — lenated in the text from which it is taken. There 
can be no doubt that there was lenation of the preterite of the 
verb substantive after re in relative use. The Jleriasek forms 
sup])lj' abundant ])roof of that, and where relative bue is written 
for vue, in the older text, it is only one other case of the 
lenation not being recorded. On the other hand four of the in- 
stances of rebne (rebee) quoted above are non- relative and their 
being unlenated would be in complete accord with the theory 
under discussion. 

Of re with the personal form of tlie preterite of verbs other 
than the verb substantive in relative use I have but one example: 
pos re teulseugh agas dun. 11.523. Norris seems to have been 
in some uncertainty as to how to render it. The translation he 
actually gives is 'heavily have ye darkened your senses'. In 
his note he adds "Price gives this 'But cast off your com- 
plaint' — not a word of which is in the whole line'. The 
meaning is clearly 'you liave slept soundly, but I cannot justify 
my version. Clun is an unknown word". Williams gives 'heavily 
have ye thrown down your haunches'; — comparing cJnn with 
the Welsh chm, a thigh. There can be but little doubt that he 
is right. In North ^^'ales ^ rhoi chm iddi' is familiarlv used for 



THE PKEVERBAL PARTICLE EE IN céENISH. 351 

to rest.') Here again we have the imlenated form of the per- 
sonal verb where a could not have been infixed, and so far, it 
"ontirnis the theory. But this verb, too, is paralleled in not 
Laving lenation in the onlj^ other instance of its use after re, 
where, moreover, it is clearlv relative. Cf. me re teulys K. 2271. 
So much then can be said in favour of accepting the theorj'. 
Bui the evidence in support of the view that the personal forms 
of tie verb after re were unlenated is so extremel}' meagre and 
the vriting generally so unreliable that in spite of its apparent 
plausibility, it can at best command but a hesitating assent 
couplel with considerable misgiving. In the last resort it would 
have t( be based upon the unlenated forms of the verb substantive. 
There are indeed certain facts which tell directly against it. 
We hav3, for instance, the personal forms of the verb in non- 
relative use after lyner, and here in each case lenation is found. 
The exanples are : hener re geffy the con. Mer. 1020. rag bener 
re theuellen. Mer. 3439. saw vyner re dhewelly. 0. 2196. Iriit 
da hyner re dhocco. 0.583. Then in Mer. 3798 occurrs, ^ Maria 
revue relogh in the gever\ which Stokes translated — 'Mary 
I have been overlax regarding thee ' ; — another example of the 
personal form of the verb in non-relative use, but with initial 
mutation. It would seem to be true of the Meriasek that (with 
the exception of the second singular subjunctive) there was 
always lenation after re. It even has two possible cases of 
lenated bo. 

Moreover if the theory of an infixed a were adopted for 
Cornish to explain the use of the third singular verb and the 
mutation after re, it would be robbed of a considerable part of 
its value if it were not applicable to the other Celtic languages 
as well. We should expect confirmatory evidence from other 
sources. What, for instance, has Old Welsh to say ? Now, with 
regard to the use of the verb after a (as subject) Breton agrees 
with Cornish in having only the third singular. Old Irish, 
although the Britannic a is not used, has only the third singular 
or third plural in sentences of the form — subject + relative 
verb. i. e. the verb does not necessarily agree in person with the 
subject. Written Welsh, on the other hand, at an early date 
made the verb agree in number and person with the logical 



') Cf. also Pughe: rhoddi'r glun i laict; to sit down. 



352 "> G. p. WILLIAMS, 

subject latlier tlian with a. The different languages are not at 
one in this matter. But as between Cornish and Breton on the 
one hand, and Welsh on the other, there would seem to be nc 
doubt that the former represent the older usage of the Britannic 
group in having a with the third singular onlj'. In the oldest 
"Welsh the thii-d singular after a is still by far the more comnx)n. 
Witness the frequent expression gwyr a aeth in the Gododin 
and such lines as gu-yr ae dilynei — men followed him, 1. I41;i) 
Trychan meirch a gryssyivs ganthud: three hundred horses did 
with them hasten, 1. 409. i) But even in the same poems ^^e find 
givyr a gryssyassant, 1. 330, 340.') If then from the Cornish stand- 
point we were tempted to regard a as having been originally a 
relative of the third singular, we must not ignore such instances 
as the above of the third plural in Old Welsh, nor, the Old 
L-ish usage. 

Nevertheless one of the most interesting results of Strachan's 
investigations into the use of rliy in Old Welsh is the discovery 
that rliy and the relative particle a are not found together. In 
this matter Old Welsh agrees with Cornish and in view of our 
theory a natural question to ask is, whether it agrees further 
in having the third singular after rhy. ^Vhere an infixed a (as 
subject) might be assumed the instances of relative verbs after 
rhy collected by Strachan afford some material for investigation 
and comparison. In the Book of Taliesin (Skene II, p. 129, 
1. 7) we have a iheyrned deivs rygeduys eu ffyd: and the kings 
of God who have kept their faith. This example is exactly 
parallel with the Cornish usage; but, so far as I have been able 
to discover, it is the only instance. On the other hand in the 
line a gwyr mvython ry yollesyn: and the men of Nwython lost 
the day (Gododin, Skene's ed. 1. 751) the verb is in the plural. 
Many of the instances do not, for various reasons, affect the 
issue. Some are i)assive forms, some are used according to the 
newer development in ^^^elsh of having a prefixed to rhy, while 
many would have a as object, and therefore followed by the 
personal verb. The Old Welsh evidence then is contradictory. 
We have one clear case where it agrees with Cornish, and 
several where it disagrees. Taking all the circumstances into 



') The references are to the lines in Stephens' Gododin published by the 
Cymmrodoriou Society. 



THE PKEVEEDAL PARTICLE RE IN COÜNISII. 353 

I'onsideiation. after due regard has been paid to what may be 
said for the theory of an infixed element after re and what may 
be said against it, it is only possible with the available evi- 
dence, to give a verdict of 'not proven'. 

Briefly recapitulated, the main features of the use of re in 
Cornish are 

(1) Optional with the preterite to denote completed action. 
Likewise its use with the pluperfect is optional. 

(2) In wish sentences its use is obligatory: even in ne- 
gative wish sentences after hyner. After na only is 
it not used. 

(3) Leuation generally follows. The greatest number of 
exceptions occur in the various forms of the verb 
substantive. 



Ordinalia 



References and Abbreviations, 

I 0. Origo Mnndi. 

I P. D. Passio Domini nostri. 

I R. De KesujTesione Domini uostri. 

' The -incieut Cornish Drama ed. by Edwin Xorris. 

P. Pascon agan Arluth, ed. Stokes. 

Cr. Gwreans an Bys, or The Creation of the World, ed. Stokes. 

Aler. Beuuans ileriasek, ed. Stokes. 

EZ. Kuhu's Zeitschrift für vergl. Sprachwissenschaft. 

Z.C.P. Zeitschrift fur celtische Philologie. 

ZE. Zeuss-Ebel, Grammatica Celtica. 

Carnarvonshire (Wales). G.P.Williams. 



A CA8P: of STRESS-SHIFTING IN THE DIALECT 
OF TRÉGUIEH. 

Peiliaps the most interesting feature of the Breton dialects 
of the present day is the way in which the position of tlie stress 
varies in the different localities. Like Cornish and Welsh Breton 
shifted the accent during the middle period from the final (the 
primitive penult) to the penultimate syllable. The speech of 
Vannes has however retained the old stress down to the present 
da}'. In Haute-Cornouailles and Goelo on the other hand the 
accent is placed on the ante-penult wherever possible.') Traces 
of this are to be observed in the immediate neighbourhood of 
Trégnier itself, any rate on the east side of the R. Jaud}^ 
The dialects of Leon and Tréguier have a strong expiratory 
accent on the penult, which reminds one not a little of Welsh. 
French as spoken locally is largely influenced by. the stress- 
system of the vernacular, thus one frequently hears mcr'credi, 
petit [pM'ti], donner [dome]. 

Some time ago whilst copying two XVU. century canticles 
I was struck with the frequency with which the negative particle 
Icet was joined on to a preceding verb form, e. g. comps giter 
er bet nc hallequei, qiterset na comps ne hullequet, car comps ne 
aUciiuct. I do not know how frequent this orthographical pecu- 
liarity may be, as printed texts do not always follow the MSS. 
closely in such respects. Several instances however are to be 
found in the XVIII. century JMystere de saint Crépin et de saint 
Crrpinien published by Y. Tournour in Bevue CeUique vol. XXV. 

') Sec F. Vallée, Lemons Elcmoitaircs <lc Grammaire Bretoniir p. 10. 



CASE OF STRESS-SHIFTING IN THE DIALECT OF TRI'.GUIER Oü5 

pp. 290-343, e. g. 1. 134 na gredan-quct, 1. 141 n-en dint-quet, 1. 226 
na reon-quet, 1. 250 na vet-quet, 1. 334 ne allquet. From a state- 
ment in the introduction the editor seems to consider these cases 
as mere ortliographical mistakes. After spending some time 
however in the Tréguier district I am inclined to regard these 
instances of seemingly careless copying as having a deeper signi- 
ficance. Under certain well defined conditions the accent in the 
Tréguier dialect is transfen-ed from the penult to the final 
syllable. This occurs regularly in the case of a verb form followed 
b}' the enclitic negative particle ket, e. g. givélcd [gwa : lat], 
•to see', but tcclan Icet [we :1a ket], 'I do not see'; lar(et) rdfe 
an (d)en, 'one would say', but rafé kct, 'he would not do'. 
Similarly [ma mi: ice kat] 'if I had not', [ma n9 ro:zénk9t| 'if 
I had not given'. This holds good without exception and in 
consequence the complexion of some forms is liable to be com- 
pletely changed. Thus the present 1st sing, of ret, 'to give', 
is [róa] but with the negative one hears [rwil kat], similarly in 
the future [róí] but [rwl k9t]. The pret. 3rd sing, is [róas] but 
[rwás kat]; ne roint Icet appears as [rwánt'at]. In all these 
cases the verb form and the negative particle kdt are stressed 
as if they formed one word. Precisely the same phenomenon 
is found when a numeral is followed by a frequentlj' employed 
monosyllabic substantive such n&lla, sJcoued, eur: e.g. naountelc, 
'nineteen', but naountég 'la, '19 years', petcdr IIa, '4 years'; 
iigent [y:geu, y:g9n] 'twenty', but [ygen la], '20 years'. In the 
latter case it may even happen that the indeterminate vowel 
a receives the stress, for I have frequently heard [y:gán la]. 
Further examples hdnter, 'half, but eun hanter eur, [oen anté:r 
8r], 'half an hour'; pemzek, 'fifteen', but [pemze(k) te:], 'a fortnight'; 
da tinnek eur, [dané : gar], ' at 11 o'clock '. Unnek alone is pronounced 
[anek]. A substantive thus standing encliticaUy after a numeral 
is liable to considerable reduction. For instance, skoued [skwet], 
'a three franc piece', commonly becomes [skot] or [sko], e. g. 
[dáu skot], 'six francs', [pém sko war ny:gen], '75 francs'. 

To my knowledge the only Breton texts in phonetic 
transcript are the song published by Loth in the Annales de 
Bretagne vol. XI, pp. 237 if. and the fable pubKshed by J. Le 
Gall ib. vol. XII, pp. 423fi"., but neither of these throw any 
light on the point in question. Nor do the excellent grammars 
by Hingant, Vallée and Le Clerc notice the special rules relating 



356 QUIGGIN, STRE6S-ßHIFTING IN THE DIALECT OF TRKGUIER. 

to stress which obtain in Tréguier. If I might judge from 
conversations with Bretons from districts other than the one 
with wliich I am acquainted, it would seem that the above 
mentioned cases of stress shifting are unknown in and round 
Morlaix, but that they occur south of Guingamp in parts of 
Cornouailles. 

Cambridge. E. C. Quiggin. 



HIBERNICA. 



Xeuiriscbe Wörter werden in diesem Aufsatze oft in phonetischer Schrift 
ang:efiihrt. Die Aussprache ist die in West-Kerry übliclie, besonders die der 
Great Bliisket Island. Zur Transskriiition ist zu bemerken: ' := palat. 
Konsonant (wo die Palatalisation besonders deutlich hervortritt schreibe ich 
.' : k.'au7i. hau. Umgekehrt " bei überaus gutturaler Aussprache: (/"w'fin, 
h'ÍM), ä palat. a, o offenes, u geschlossenes o, ' nasaler Vokal: küugr, 
gJäit'r. Konsonanten- und Vokal -Länge wird durch " bezeichnet. 



1. Ir. gnohh, {/nnsacJi. 

Dies "Wort ist soviel icli sehe nur im Neuirisclieii sicher 
beglaubigt. Dinneen gibt gnohh, gen. gmiihh, pl. (/nohhanna 
•Knoten im Holze, línast', O'Naughtons handschriftliches Irish- 
English Dictiun.'uy <jnomh mit derselben Bedeutung, O'Reilly 
gnumh 'Beule, Klumpen. Scharte, Haufe, Stapel'. Die Grund- 
bedeutung ist 'Gewülbe, etwas rundlich zusammengedrücktes' 
und ' Scharte, Zeichen ' erst nachträglich daraus entwickelt (die 
Grundbedeutung wäre ' durch Schlag entstandene Beule '). Gnobh 
scheint speziell irisch und mufs vom schottischen gnoh 'tuber 
tumor, colliculus' (Highl. Soc. Diet.) wegen seines aspirierten b 
getrennt werden. Letzteres wird aus dem Englischen entlehnt 
sein. Im Irischen entspricht dem englischen h in Lehnwörtern 
immer ein h (p), vgl. brib, blabarán, scrub, drab, scrubar, stob usw., 
ein Umstand, der Entlehnung ausschliesst, falls man sich auf die 
Richtigkeit des von den obigen Lexikographen angesetzten ir. bh 
verlassen kanu. i) Bei Wörtern mit anlautendem gn- und solchen 



') In LhuyJs Archaeologia Britannica (1707) ünde ich S. 53: cumulus 
.i. gnúv, und später gmimh ' a heap or pile, a dent, a notche '. 



358 CARL MAKSTKANIIEII. 

mit cn- fragt es sicli zuerst, wie sich diese Ankutsgruppen zu 
einander verhalten. Im nördlichen Irland scheint altes cn- und 
f/n- ausnahmslos zu er-, gr- A'erschoben. Den AVörtern knäv 
'Henkel', knäv 'Bein', kndd'tuj 'stöhnen', knäsu 'heilen', konuh 
'Berg, Gipfel', knu 'Nufs' und mit gfw- : grnwi ' Aussehen ', gnähsx 
'gewöhnlich', (jne 'Aussehen', ijmrhd 'Taten' in der Blasket- 
Mundart entsprechen in Donegal die äquivalenten häh'd, krClv, 
k/äiM, kfdsai; krok, kru, gr"!, gräx, (jre, (jfiusrwí. Für Aran notiert 
Fiuck II, 156 kriik neben knuk, aber im südlichen Irland ist das 
sekundäre er-, gr- nicht verbreitet.') In West-Kerry wenigstens 
bleibt das n immer stehen, ja es scheint bisweilen ein älteres 
r verdrängt zu haben. Hierher gehört Blask. kn"i<) 'Made' (zu 
einem [in meiner Materialsammlung leider nicht belegten] Plur. 
Z:w'<i [= Aran knevd] neu gebildet nach Muster von Plur. t'l : Sg. /'«>/?), 
Aran kncv (neben kröv) und aufserdem noch das unten besprochene 
Blask. knüdän ' Knurrhahn '. Da neben gnohh keine Nebenform 
grohh belegt ist, so scheint die Annahme eines ursprünglichen 
Anlauts gn- berechtigt.'^) Der nächste Verwandte dieses echt- 
irischen *gnuho- ist in der aus allen germanischen Dialekten 
bekannten Sippe knupp, -bh, -p zu suchen: norw. Dial, kntthb 
'Knoi'ren, Knoten', meng, knoble 'Knorren, Ivnast', hoUänd. 
knobbd 'Knoten im Zweige', mhd. knouf {*gnoubo-) 'Flachsbolle, 
Knauf, norw. Dial, knupp = ahd. knöpf usw. Bemerkenswert 
ist gerra. bb dem irischen b gegenüber. Ein näheres Eingehen 
auf die problematische Kousonantengemination im Keltischen und 
Germanisclien würde hier zu weit führen. Die vorgesclilagenen 
Erklärungsversuche befriedigen m. E. nur teilweise. ^) Die ganze 
Frage niufs einer zusammenfassenden unbefangenen Untersuchung 
vorbehalten bleiben. Hand in Hand mit knnlb- geht im Ger- 



') Das Alter dieses dialektischen Übergangs von cn in er ist mir un- 
bekauiit. Auf das Bikcni in der Egerton -Version von Conii)ert Oonculaiud 
ist nichts Sicheres zu bauen. Mehrdeutig ist auch der Wechsel t-r : t-n 
(vgl. Doneg. tr ans tn) in dem Personennamen Dechtire, Deichtine (so die 
LU. -Version des Comp. Conc.)- 

') In West-Kerry ist das Wort nicht mehr in Cehrauch, wenigstens 
erinnere ich mich nicht es gehört zu haben. Ebenso in Donegal. Dafs es 
bei Dinncen aufgefühi-t wird, besagt nichts von seinem heutigen Fortleben 
nach allem, was wir von der ungleichartigen oft unkritischen Zusammen- 
stellung seines sonst in mehreren Beziehungen guten Wörterbuches wissen. 

ä) Vgl. fürs German, neuerdings Hellqiäst ' Isägra Anmärkningar cm de 
nordiska Verben med Media-Geminata ' Göteborg Högskolas Arsskrift 1908. . 



HIBERNICA. 359 

manischen hitis- (altnorw. Z.-«o/?r 'Hügel'). Damit zu vereinigen 
ist O'Reillys gtuisadh 'Scharte" (wie gnohh), Arehaeologia Britt. 
gnttsach 'a notch' aus *gnusto-, in formeller Beziehung das 
genaue Ebenbild des norw. Dial, hiust {hmstra) 'Knorren, 
Knast'. O'Mulconry's gnod .i. a cono. conum est summa pars 
galeae (vgl. Forus Focal 75: gnod is rinn mar dorala) scheint 
urverwandt, vgl. die Dentalerweiterungen im Germanischen. 



2. Ir. cuinneog. 

In Hogans Luibhleabhran findet sich S. 25 ein Pflanzen- 
name cuinneog: c. viidhe, c. mhidhe, c. meig, in 0' Currys 'MS. 
English -Irish Botany' c. nieidgh und bei Dinneen cuinneog 
'Angelica sylvestris'. Mit dem gleichlautenden cuinneog 'Eimer, 
Butterfafs ' (kymr. cunnog) hat der Pflanzenname offenbar nichts 
zu schaffen. 

In dem vorauszusetzenden aber nicht belegten *ciiinn- steckt 
wohl eigentlich der Akkusativ eines «-Stammes, dem ein Nominativ 
cttnn, conn entsprechen würde. Damit ist die Möglichkeit gewonnen, 
das ii-. cuinn{eog) mit dem gleichbedeutenden altnorw. hvgnn zu 
identifizieren und somit einen indogermanischen Pflanzennamen 
*kuondhnä- 'Engelwm-z' aufzustellen. Ich weiTs fi-eilich keine 
sicheren Beispiele des Überganges ndn > -nn im Irischen. Falls 
dieser mit Ersatzdehnung verbunden war, würde dem altnorw. 
livi^nn im Irischen ein *cuan entsprechen und cuinn wäre auf 
*kuondhi-, -ä (*kuend1n-) zurückzufühi'en. •) 

Ir. cuinn- beruht m. E. zugleich mit hvonn, lat. comhretum, 
lit. ssveftdmi auf einer idg. Wurzel '^kuendh-, Icundh- 'waschen, 
reinigen' (ski*. sündhaii, sundhyus), was ich später näher aus- 
führen werde. Die ro- Bildung war bei dieser Wurzel indo- 
germanisch. Gr. xct&ttfföi 'rein' {xafhal^ico 'wasche ab, reinige') 
aus *kundh->ro- ist mit dem substantivierten baltisch - italischen 
*I:uendltro- ursprünglich identisch. 



>) Lidén behauptet BB. 21, 110, die Lautverbindung n 4- dent, explos. 
+ ii sei schon indogermanisch zu nn reduziert. Aus dem Keltischen erwähnt 
Lidén die altgallische Festusglosse benna 'genus vehiculi' aus *bhendhnä eig. 
'Geiundenes' und air. ceinn 'squama' (kymr. cen 'Haut') aus *keiidni- 
altnorw. hinna 'dünne Haut'. Vgl. im Anschluls daran Holger Pedersen, 
Vgl. Grammatik der keltischen Sprachen S. 157. 



360 GAEL MAESTRANDEK, 

3. Vív'A. er]:- im Irisclien. 

Im IV. Bande von BB. hat Bietet S. 355 ir. erc 'Himmel' 
mit skr. arlca- 'Stralil. Glanz, Sonne' zusammengestellt. Damit 
hat Bugge arm. erlcin ' Himmel ' vergliclien, was unmöglich scheint, 
da arm. /.• nach r nicht idg. Ic ist. Walde sucht zweifelnd sie 
insgesamt zugleich mit got. -airhis 'rein, klar' an die Sippe des 
lat. argenium anzuschliefsen, allein man kommt mit seinem *areg-, 
*erc(j nicht aus. Der Vergleich erc : arka- ist m. E. richtig. Ich 
stelle zur Wurzel hrk- noch ein paar irische Wörter. 

Im Neuirisclien lebt noch heute ein Wort siiairc mit den 
Bedeutungen 'behaglich', vom Wetter 'gut, schön' {tairav sü^rk 
'angenehmer Traum', lä s. 'schöner Tag' Blasket). Das Gegen- 
teil ist ditairc, in Kerry gewöhnlich von einem unwilligen Menschen 
und von sauren Mienen gebraucht: für dü^fk gan jrann gan 
solt. In den Glossen scheint das Wort nicht belegt, in Täin Bö 
Cualuge bedeutet es 'angenehm', als Epitheton eines Helden 
' edel ', sonst auch ' schön '. Die Grundbedeutung wird ' strahlend ' 
sein und die anderen Bedeutungen davon abgeleitet, genau so 
wie mit skr. rucira- 'strahlend, schön, angenehm' der Fall ist. 
Vgl. ferner germ. *slcauni-, ski: söbhana-, tejasvin- (glänzend, 
würdevoll). Für die Bedeutungseutwicklung sind besonders 
wichtig die Stellen Acallamh na Senörach Z. 2960 : medhonJae 
suairc soillsiglii (wie noch Ja sU^rk sail'sax 'sonniger Tag') und 
Tochmarc Ferbe 458: ropo shegda suairc do daih. 

Suairc scheint mit dem KV. 2, 3, 2 belegten svarci- 'schön 
strahlend ' gleichen Stammes zu sein. Weder *su-erki- noch *su-orki- 
hätte suairc geben können (aus beiden wäre wohl *suirc [*soirc] 
geworden), sondern nur *su-arki- (vgl. sualach aus su-alach). 
Zwischen ir. erc und aire besteht somit scheinbar ein Ablaut e : a. 
Lat. armcntum : got. Airmana (reiks). ir. airgcad : got. -atrkns, 
gall, arios : skr. rksa- zeigen denselben Wechsel, zu dessen 
Erklärung man mit der so sehr benutzten Annahme langer 
süiiantischer Liquida kaum ausreicht. Wenn ich mit Kecht skr. 
rtika- zu unserer Wurzel stelle, so wäre in diesem Falle der 
Ansatz einer langsilbigen Basis *erck- berechtigt. Die Ablaut- 
verhältnisse ordnen sich folgendermafsen: 

Acc. I: ir. erc, skr. -arci-. 

Acc. II: skr. raka- 'Vollmond, die Genies des Vollmondstages' 



HIBEBNICA. 361 

(vg-1. arJ:a von glänzenden Himmelskörpern), das natür- 
lich nicht mit Ztjxäm verwandt ist. 
BeJuktionsstiife: a) rh-: ir. -aire; aber ir. ari ' edel ' (Cormac, 
O'Clery, art .i. uasal, Leac. gloss.) kaum aus *r]cto- 
(wie -ort aus *orMo, ir. art = gr äQy.rod), sondern 
= ard{(i) 'hoch'. Wenn die auf Media auslautende 
Wurzel des got. airhis, des skr. rajata- usw., wie ge- 
wöhnlich angenommen wird, mit unserem erJc- identisch 
ist, so stellt sich hierher ir. airgead, lat. argentum. 
h) rJc-: skr. rfc- ' Glanz ', rl-sa- 'kahl' (vgl. zur bed. *?mAso- 
im abg. ZysT. 'kahl'), -rhti, vgl. *r]ctu- im ir. riocht 
'Gestalt, Form, Art, Erscheinung', air. richis 'Kohle, 
Feuer' {.i. tine O'Dav., O'CL). 

Ir. rieht und richis sind bereits von Zimmer und Ascoli 
liierher gestellt worden, zugleich mit deu beiden Adjektiven 
dorcha und sorclia, vgl. Stokes Sprachschatz 229. ') Macbain geht 
für dorcha von *do-regio- aus. Zu einer derartigen Verhärtung 
der Media im Inlaut kenne ich aber kein Seitenstück. 



4. Ir. naoscach, 

Blasket nesl;3x 'Schnepfe' PL nesl-^iij (männlichen Geschlechts 
wie in Conej"s Ir.-Eugl. Diet., opp. Dinneen), Donegal nyslidu 
(Quiggin § 235). Daneben auch faosc. In Verbindungen wie 
nomin. an naosc (spr. 9nei]i), kompos. {nW) Sneak (b f'isknt': 
keine Schnepfe zu sehen) wurde das n- fälschlich zum Artikel, 
bezw. ersten Kompositionsgliede gezogen und na faosca als regel- 
mässiger Gen. und Plur., faose als einfache Form dazu neu- 
gebildet. Vgl. den Plur. Blask. nshahrmho 'die Natter' zum 
Sg. 9nahrm (als einfaches Wort gefühlt) , Blask. as aus air. ness, 
Munster ir aus lat. numerus, Munster bisw. 9skod' 'empfindliche 
Geschwulst'. (Blasket noslmV) : air. neseóit, schott. eumhann 
= ii'. nem (gen. nemann). Wie enüs 'ein Wiesel' als en-äs ist 
im Norwegischen ei-nisa 'ein Braunfisch' als ein-isa aufgefafst 
worden. 2) 



") Ib. 56 verbindet Bezzenberger richis mit lett. pirkstes 'glühende 
Äscbe \ 

») In Baile na n-Gall (West-Kerry) ist aus naomhog in derselben Weise 
ainog entstanden. 

Zeitschiift f. celt. Philologie VU. 24 



362 CARL MAESTEANDEE. 

Mit ir. naosc wird gewifs richtig das gleichbedeutende 
german. '''snipjyön- verglichen, das seinerseits mit mnd. snippe 
'Zipfel, Schuhschnabel ' etymologisch identisch ist. Der Sinn ist 
somit ' Langsclinabel ', dlrghacanicuh. der Name dieses Vogels in 
dem Nighanta Prakäsa. Zweifelhaft bleibt dagegen wegen des 
ags. snila (s. die Glossen in Sweets Oldest Engl. Texts), ob man 
mit Macbain von vorkelt. *noib-slo- auszugehen hat. 



5. Wrz. *uere{n)k- im Irischen. 

Vergleicht man altnorw. rö (seh wed. vrä) 'Ecke, Winkel' 
mit altnorw. rgng (altschwed. vrang) 'Spante eines Bootes', so 
erkennt man fürs Germanische eine in anderen Sprachen m. W. 
bisher nicht belegte Wurzel ^iiranlrg- d. i. idg. *urenk-, zu welcher 
ich ein paar keltische Wörter stellen möchte. In Munster (Jeden- 
falls in Kerry) heilst f'trk (PI. f'erhnd) 'Buckel, Höcker, Heft, 
Schaft' (eines Messers: tä sl go f. an 'bis zum Heft'), ein Wort, 
das aus engl, firkin 'Kübel, Bottich' wegen des grofsen Bedeutungs- 
unterschiedes nicht entlehnt sein kann. Feirc ist vielmehr echt 
keltischen Ursprungs, obwohl es weder im Kjinrischen noch im 
Schottischen vorhanden scheint, und auf vorkelt. *ue):lci- ') {*ijerM-, 
feirc dann acc. wie Blask. f'erii) 'Zorn' in nomin. Funktion), oder 
aber auf *ucrt-hä zurückzufüliren. Ersteres steht dem nasalierten 
germ. *uranhö- am nächsten, letzteres dem aw. v3i-dctl;a-, skr. 
vrklca- 'Niere'2) (eig. 'Gerolltes, Wulst', worüber Verf. IF. XX, 347). 
Neben vrIcJca- erscheint in der Taitirijasamhita ein gleich- 
bedeutendes liapax legoni. vrhjä-, das wenn richtig überliefert 
unserem ^ijcrek- sich angemessen anschliefsen würde. 3) Aus dem 
Kymrischen stellt sich liierlier cijtvarcli '"\^'erg', dessen cli auf 
idg. Tennis beruhen mufs. Dem gennanischen *uranlw- entspricht 
Laut für Laut das mehrfach belegte gaelische frUg: Highl. See. 
Diet, frög, f. 'spelunca, palus', frogag 'latibulum', frögshuil 
'morosus aspectus', O'Reilly frög 'Moor, Sumpf, Fallgrube. Höhle, 
Kluft' aus *i<>-on/iä-. Zur Bedeutungsentwicklmig 'Drehung, Ein- 
biegung ' : ' feuchte Niederung " s. "Waide, Lat. Et. WB. lacus, vgl. 



') Eig. abstr. auf -i wie O'Reillys feirt 'Radspur', das lautlich mit 
skr. varli- begrifflich mit skr. vartman- übereinstimmt. 

') Zum Suffixe vgl. norw. dial, rikk 'geflammtes Holz' aus *ir\dka- eu 
viiöa, 8. Falk u. Torp rikket. 

•) Lat. rcni- vielleicht aus *iiyeksni-, IF. a. a. 0. Note. 



HIBEBNICA. 863 

ferner ir. léana 'Wiese, Sumpf zur Wrz. lenk 'biegen'. i) Die 
Bedeutungen ' latebra : palus ' verhalten sich zueinander ungefähr 
so wie altnorw. vä 'Winkel, entlegener Ort' zu vayigr 'Wiese'. 
Ging die Wurzel des Akzentes verlustig, so muTste z. B. 
einem vorkeltischen *urJc-nó- (oder *uit-Jco- wie vrMa-) im Irischen 
roc oder *freac entsprechen. Ein roc liegt zwar vor, aber sein Ur- 
sprung ist zweifelhaft. So vermutet Thurneysen (Keltoromanisches 
S. 77) dafs roc in der Bedeutung 'Runzel' aus engl, rucl-, altnorw. 
hridka stammt. Die Bedeutungen 'Luftblase, kleiner Auswuchs, 
aus dem Wasser emporragendes Seegras ' berechtigen kaum auch 
ein echtkeltisches (zu urJc-. ijrt- gehöriges) *ruMo- anzusetzen. 
Dazu stfht das Wort vorläufig zu vereinzelt. 



6. Ir. inéadal, niaothal. 

In Kerry bezieht sich n'nadl auf den inneren Magen, synonym 
mit (7»i7'3 (goile) und putög}. Miad^Hl' neisk und piitdg' dne'sk 
ist auf Blasket dasselbe. Formell entspricht in Donegal 
vic^dl, im Schottischen dagegen ist das Wort statt des zu 
erwartenden *meudál dui'ch maodal 'ventriculus, pantex, alnis' 
vertreten. Letzteres kann mit ii-. méadal in keiner unmittelbaren 
Verbindung stehen, sondern muTs seiner sonderbaren Vokal- 
gestaltung wegen in analogischer A^'eise erklärt werden. Dinneen 
gibt Kunde von einem mit mcadal synonymen ir. maothal, das 
allerdings in Kerry nicht mehr vorhanden ist, dessen Alter aber 
und Echtheit wir keinen Grund zu beanstanden haben. Während 
im Irischen die beiden Wörter auseinander gehalten blieben 
(0' Reillys maodal wii'd aus Shaws oder M' Farlaues Wörterbuch 
excerpiert sein), flössen sie im Schottischen durch eine leicht 
ersichtliche Kontamination {medl : mehj > medl) in maodal zu- 
sammen. Schwieriger zu erklären ist das in Lhuyds Archaeologia 
Brittanica-) erwähnte und durch das medhal der Ir. Gl. (235) 
weiter gestützte ir. meadhaü. das eine Aussprache n'ieiH' wieder- 
geben kann. Ein meadhaü könnte zwar auf *medoli- beruhen 
und mit der ui'sprünglichen Bedeutung ' Taille, norw. midje ' sich 



•) Dazu stellt Stokes, Urk. Spr. Seh. 244 ir. log {o\) 'Höhle', das er un- 
richtig aus *lon)co-{lanko-) erklärt. 

-) S. 155: siomachus: gaile, steik, braghada o vun go vair meadhaü 
und später im Würterhnche meadhaü 'a belly-tripe'. Ebendaselbst auch 
meiidal mit dem Zusätze 'al(ii) meudhaV. 

24* 



364 CAHL MAKSTnANDER. 

dem altnorw. medial-, alid. metal eng anschliefsen; allein die 
Annahme liegt wohl am nächsten, dais es wie schott. maoJtil 
aus meadal in irgend einer Weise umgestaltet sei. i). 

Wenn ich Macbain recht verstehe, so schert er diese drei 
Wörter über einen Kamm, indem er eine gemeinsame Grundform 
*mand-to- ansetzt. An der Wurzel *ma{n)d- haftete aber im Idg. 
die Bedeutung 'kauen, mit den Kiefern zermalmen', aus der 
zwar Wörter wie kymr. mant, lat. mandihida, aber unmöglich ein 
Wort für Magen hervorgehen konnte. Dinneens maothal gehört 
zu maoth, lat. tmtis 'weich' mit der ursprünglichen Bedeutung 
WeicMeile genau so wie kjuir. mivydion 'die weichen Teile, 
Mark'. Ebenso das von der Weiche zwischen den Hüften und 
Eippeu angewendete Blask. heihän, das mit unursprünglichem h- 
zu maoth gehört, s. Dinneens maothän. Die Bedeutungen ' innerer 
Magen, Mund (Kehle)' wohnen öfters demselben Wort iune. So 
bedeutet im Irischen goile 'Kehle' und 'Eingeweide. Magen', ir. 
men heifst 'offener Mund', aber das Stammwort altnorw. magi 
'Magen', vgl. darüber Strachan, Compensatory Lengthening {men). 
Ir. meadal (' Mageuöffnung ') ist somit aus *mntlo- oder *mentlo- zu 
erklären und mit germ. *mun]>a; '^mivjda- zu vergleichen. 

7. Ir. ftiaimni, fuach. 

Strachan meint Bezz. XX, 20 (und im Auschlufs daran 
Stokes, Bezz. XXI, 134) das irische fuaimm 'Schall, Lärm' aus 
*uogmen- erklären zu können. Das doppelte mm wäre von 
Bildungen auf -smen wie uaimm 'das Nähen' eingebürgert. 
Aber die Umbildung nach dem Muster der -smew-Stämme müfste 
in diesem Falle nach dem Übergange von -ogm- in -öm- erfolgt 
sein. Sonst würde ja einem uoksmen- im heutigen Munster- 
irischen eine Aussprache */■«<«» (und nicht fa^m) entsprechen. 

Der Ansatz einer Grundform *upo -uoksmen- würde alle 
Schwierigkeiten beseitigen. Der Gebrauch von fo- wäre genau 
so wie in dem s}qiouymen fothrom-) (Blasket fuh^rv^m), dem das 

') Die doppelte Aussprache e und ei des nir. ao iu Kerry (kreisän, bcihCin, 
nciifög, tciifun, seirüdix usw.) zugleich mit der von beithidhcach als behx 
(nahen behüx) gestattet wohl die Annahme einer einst vorhandenen Aus- 
sprache »ieí''í neben »ic/i^. Das pal. m- müfste von mvadal herrühren. 

') Für -irom(m) vgl. torann (auf Blasket wie fothrom gebraucht: tont 
gHh9, t. tar'k vom Winde, von der Brandung). Toghail Bruidhne Da Dearga 
erscheint ein fothrond, dessen letztes Glied mit torann identisch ist. 



HIBBENICA. 365 

Wort in Táiu Bo Cuahige immer zur Seite gestellt wird, oder 
in pttjhar ' Widerschall , sonus', wenn (wie mir wahrscheinlich) 
ans *fo-(jar und vom skr. vagnu-^) 'Euf, Ton' zu trennen 
(vgl. Ascoli, Glossarium Palaeoliib. S. 438). Fnaim bedeutet im 
Irischen wie im Schottischen auch 'Widerhall, Echo', wo fo- 
dieselbe Bedeutung zu haben scheint wie prati- in skr. prati- 
vacana-, -dhvani-, -sabda- 'fuaim'. Das Egerton Metr. Gloss, 
kennt auch die Bedeutung ioleim d.h. 'Tadel, Vorwurf, urspr. 
'Anrede' wie skr. npa-vac- 'zusprechen' {^"upo-iiolcsmen- : fuaim 
dazugehöriges Abstraktum), iy)a-mca- 'Anrede' 2) (vgl. noch npá- 
lamha 'Vorwurf').^) Die allgemeine Bedeutung 'Lärm, Brausen' 
ist aus der älteren Bedeutung Widerhall (der Wellen, der 
Brandung, der Schmiedeesse [fuam cerdcJiae, Triads of Ireland, 
ed. Meyer 140, f. arathair ib.] des Schlages, mór fuaim do buille 
fii cend, Tochm. Ferbe) weiter entwickelt. Dem skr. upa-vaca- 
würde ein ir. fuach Laut für Laut entsprechen. Dies liegt tat- 
sächlich vor, z.B. bei Cormac, O'Clery {fuach A. focal) und in 
dem Leacan Glossarium, und muTs somit als sicher beglaubigt 
gelten. Aus Bezz. 19, 79 sehe ich, dafs auch Stokes bei fuach an 
die Wurzel ueq'A gedacht hat. 

8. Ir. guaire. 

In dem metrischen Glossarium des Stowe Manuskrijits III 
(fol. 96 b) wird fiuaire durch foU fonn erklärt. Die neuirischen 
Wörterbücher führen sämtlich die Bedeutungen 'rough hair, 
bristle' auf. In Father O'Learys 'Séadua' erscheint indessen 
das Wort in einer Verbindung, die den Gedanken auf die 
erwähnte Stelle im Stowe -Manuskripte hinleitet. Es heilst 
S. 45, 8ff. : 'd'fhenchas go cruinn ar a smeigin, agus tá sé lán 
de ruibibh mora fada ramhra aijus lad liuth mar a hhcadh 
guairí'. 

Es bieten sich zwei Etymologien dar. Wenn folt fionn die 
ursprüngliche Bedeutung ist, stellt sich das Wort zum skr. gaura 
'weifsUch, hell, rötlich' (als masc. weifsliche Farbe, weifser 



') Offenbar vorarisches a: Lit. vögrauti, lat. vägio. 

') ati-vac- heifst in dem Bhägavatapuräua ' tadeln, vorwerfen '. 

^) Zur rbereinstimmuug zwischen ir. fo- und sk. upa- vgl. ir. foyniu 
'ich diene' wie skr. upa-hiröiin, und ir. foicldim. das ich in der Bedeutung 
'gehe an die Hand" dem gleichdeutigen i^r.upa-carämi gleichsetzen möchte. 



366 CAKL MARSTEANDER, 

Senf usw.), vgl. zur Bedeutung arm. alilc ■ weifses Haar, weifser 
Bart': lat. piillus, altnorw. fglr. Wenn dagegen 'starres Haar' 
das ältere ist, -wird mau norw. Dial, kaur 'fein gekräuselte 
Wolle ', altnorw. Jcärr ' Kralle ' vergleichen können. Im letzteren 
Falle müfste die Bedeutung 'starres Haar' aus einer im Irischen 
offenbar unbelegten Bedeutung ' krauses Haar, Ki-ulle' entwickelt 
sein, denn an der Wrz. gu- haftet die Bedeutung des Krümmens, 
nicht die des Starren. 

Zu gu- 'krümmen' gehört Jedenfalls das in Galwaj- ge- 
bräuchliche guairc (giiairm) 'Sandbank', eig. 'Wölbung, aus dem 
Wasser sich rundlich emporhebend', vgl. das wurzelverwandte 
altnorw. Mla 'Geschwulst', schwed. liFit "Buckel, Höcker, Rücken'. 

9. Ir. cam. 

Norw. horg 'Haufen, Schaar, Menge' ist gewifs dasselbe 
Wort wie altnorw. hgrgr 'Steinhaufe', indem — wie Falk und 
Torp, Et. Ordb. I, 299 a bemerken — die erstere Bedeutung 
sich aus der letzteren entwickelt hat. Dieselbe Doppelheit der 
Bedeutung findet sich bei dem wurzelverwandten irischen cam 
wieder. Die Bedeutung 'Schaar, Menge' scheint fi-eilich in den 
neuirischen "\^^'Jrterbüchern nicht verzeichnet. Allein ich habe 
sie so oft in Kerry gehört, dals ich für ihre Eicht igkeit einstehen 
kann. In meiner Materialsammlung kommt z. B. vor: do hcinsdr 
nd garn («e garn, na garhi^v) dmd askaxcn ähV an 'sie kamen 
dahin in grofser Menge von jeder Gegend ' ganz wie na-nromdns 
{nanrümonS) dtna; vi fjöl' no Jcarhiiv ht 'sie hatten Fleisch 
zum Überflüsse'. 

10. Ir, trilis. 

In den Glossen scheint triliss nicht belegt. Im Mittel- 
ii'ischen kommt es in den ältesten Texten vor, z. H. Tüchniarc 
Etaine; Ir. Texte I, 119, 21: da triliss orbuide for a cind ocus 
figlie chetliurdhualuch for cechtar n-ai,') Täin Bö Fraich; TBC. 213: 
teora triUsi da fult imma cend, trilis alle co mbenad foscad fri 
colptha; Imram Brain 12: dosnig amnmir fri tir toind trilsi glano 
asa moing. Auf das Haar sich beziehend, bezeichnet somit trilis 
die einzelne aus mehreren duail geflochtene Flechte. Später 



') Cf. Silva Gadelica: tabraidse fighe cethardualach ar bar bfolt, 
S. 274, 20. 



HIBEENICA. 367 

aber wird seine Bedeutun» erweitert, sodafs es O'Clery geradezu 
durcii foU glossiert; liierzu stimmt die Stelle Pass, and Homil. 2104: 
trilis conice a sluilu fhair. Im cälteren Neuii'ischen besonders 
vom krausen, geringelten Haare gebraucht {trillseach: casadh 
iona CÚ1 go biiclacli troillseach, Ci'iirt Jlheadh. Oidhche 489, wie 
Cöcänach o. dgl.) scheint es im heutigen Irischen wie im Schottischen 
verloren. Dagegen ist in gewissen nir. Dialekten — so sicher 
in Donegal — ein mit trilis lautlich übereinstimmendes triheán^) 
(Donegal t'nl'sán, Quiggin § 225) vorhanden, das in Donegal 
'gewundenes Schilf, geflochtene Binse, Docht' bedeutet, sonst 
auch Fackel, Lateine", eine regelmäfsige Ableitung von dem 
bei Dinaeen verzeichneten trilis ' Fackel : Diesem letzteren wird 
auch die Bedeutung 'schimmern, Strahlenglanz' beigelegt, Sie 
beruht natürlich auf der älteren Bedeutung ' Fackel ' und scheint 
schon im Félire Oenguso (23. apr.) vorzukommen: an hhreo uas 
titind trilis 'flamma quae super aquam fulgebat' (0' Donovan, 
Supplement), vgl. ferner Anuals of the four Masters 606: trilis 
treab 'strahlendes Haus'. Die Stelle Fis Adamnáin, Ir. Texte 1, 

191. 11: marai mora co ndracaib co trillsib tened foraib 

enthält ganz einfach trilis in der Bedeutung 'Flechte'. 

Nach Macbain soU trilis 'Fackel etc.' von trilis 'Flechte' 
etymologisch verschieden sein und mit air. trirech 'Gesang der 
Vögel' (später in trllech dissimiliert), schottisch trileanta 'mo- 
dulans, vibrans, celer' zusammenhängen. Das ist nicht gerade 
einleuchtend. Trilis ist in beiden Bedeutungen ein und dasselbe 
Wort. Der erste Teil des Wortes ist die bereits indogermanische 
Kompositionsform des Zahlwortes 'drei'. Soweit stimme ich 
Macbain bei. Wenn dieser aber in -liss eine Ableitungsendung 
sieht, so ist das natürlich ganz ungereimt. Lissi- ist ein selb- 
ständiges Wort mit der ursprünglichen Bedeutung 'Geflecht', 
es ist ein mittels des Suffixes -ti gebildetes Substantiv von der 
im gotischen falpan und skr. puiati vertretenen Wurzel pelt-) 
oder aber von der verwandten Wrz. pléíc-{s)-: gr. .-t/.oyjia^ (aus 
'^plok-s-mo-), .T/.óxfíMo,- 'Locke', lat, plecto, plexus, abg. lüesti. 

Betreffs des Ablauts stimmt es mit gr. -jculxoa, jt/moioc 
aufs genaueste überein. Diesem vorkeltischen *tri-plt-ti- kommen 

') Ossian VI, 80: trillseain plur. 

') Über die Vertretung der Wurzel *pd-t im Irischen s. Urk. Sprachsch. 
p. 41. Das a des ir. alt ' Gefüge, Gelenk ' ist (falls das Wort hierher gehört) 
noch nicht genügend erklärt. 



368 CAKL MABSTKAlOJEn, 

am näclisten Hri-pUo-, *tri-pltio-, im gr. Tftl:iaÁToc 'dreifach 
geschwungen', tqutPmiuoc 'dreifältig', *tri-xwlto- im altnorw. 
pr'ifaldr. Die ursprüngliche Bedeutung von -triUs ist somit 
'aus drei (Locken, Weiden, Zweigen) geflochten', also eine fi(jhe 
tridhialach. i) Wenn wir nun erwägen, dafs das Flechten dreier 
Faden das von altersher übliche Verfahren war, so darf es nicht 
auffallen, wenn sich aus dem spezielleren 'aus drei Flechten' 
der generelle Begriff 'Flechten' entwickelte. So liegt der Be- 
deutung ' Fackel ' zu guter Letzt die in Donegal übliche Bedeutung 
'geflochtene Schilfe' zu Grunde. Noch heutigen Tags werden 
in West -Irland ganz urzustäudliche Fackeln in der Weise ge- 
fertigt. Vom Gebirgsrücken werden die struppigen sogenannten 
gätdfl (Blasket) herabgeholt, die Rohre werden zusammengebunden 
oder verflochten und geben — wenn angezündet — ein ganz 
kräftiges Licht. 

Hier möchte ich auch über die Stelle Aislinge mic Conglinne 45, 
20 — 21 ein paar Worte sagen. 'Dobér-sa beos" .spricht Pichän 
zu Mac C. * ca?ra find cacha tige ocus cacha trUlsi o Charnd go 
Corccaig ' d. h. ' ich werde dir ein weirses Schaf geben für jedes 
Haus und für jede trilis von C. bis C. Kuno Mej'er übersetzt 
treffend 'Schafhürde', es ist mir aber unbekannt, ob das Wort 
in dieser Bedeutung auch sonst nachgeAviesen ist. Falls trilis, 
wie oben behauptet, schon früh auf das Flechten überhaupt an- 
gewendet wurde, so widerspricht nichts der Annahme, dafs dies 
trilis in der ursprünglichen Bedeutung 'geflochtener Zaun' mit 
dem obigen identisch sei. Zur Bedeutungsentwicklung beobachte 
mau das wurzelverwandte ags. fold 'Schafhürde',-) mnd. valt 
'Einfriedigung', ferner d. Idirde usw. 

11. Ir. tétu/ar. 

In Macbains Etym. Diet, heilst es p. 32(5 u. a.: ttiujair, collect, 
proA^ide, shelter, Ir. icagar, provision, shelter, tcaganuli, warm, 
snug, tcagairim, store, provide; cf. eagar. 

Hier hat Macbain — wie Stern, ZCP. V, 409 und viele mit 
ihnen — zwei lautlich und etymologisch verschiedene "\^'örter 



' TBC. 752, Note 2: slabra tredhualach tréchissc. 

') Ags. falod, as. f'aled weisen auf eine kürzere Wurzel 2>cl- liiu, wozu 
ir. ailc ' Zaun ". Den Dentalstamm aüed{aib) ALaws III, 18G I halte ich aus 
mehreren Griincleu für alt. D.arauf komme ich aber später zurück. 



HIBERNICA. 369 

verniiscbt, ein tcagar 'das Zusammenbringen' mit kurzer und 
ein tcagar mit langer "Wurzelsilbe. Den Fehler hat ülacbain 
von dem Highl. Soc. Diet, übernommen, wo das Wort nach dem 
immer unzuverlässigen O'Eeillj- zitiert wird. In gleicherweise 
knüpft Macbain (p. 140) fehlerhaft das air. eithcch 'periurium' 
an die Wurzel pet- 'fallen' an, weil er mit d-n- langvokalischeu 
nir. Aussprache chox (ehig) unbekannt war.*) Von den beiden 
teagar will ich hier nur das langsilbige besprechen.-) Der Et}-- 
mologie mufs aber die Bestimmung der ursprünglichen Bedeutung 
vorausgeschickt werden. Dabei sehe ich von den Wöiterbüchern 
ab und gebe die Bedeutungen, wie ich sie in Kerry gehört habe: 

is mUr an t'iagr ag9s a l'elidd etä so v'dr sön von 
einem dicken, breiten Manne. 

nW t. dri'ehonut (air bith ionnat) von einem Schwäch- 
linge. 

kn9pän träum rünälhd t'¥'grli9: ein schwerei', ge- 
wölbter, dicker Buckel. 

f'är t'iagrha vierschrötiger, untersetzter Mann, ein 
tuairgin fir. 

In Verbindung mit Zat; ' Hand ', tun 'Hinterer', itw^a 'Nagel' 
usw. = raii^r 'dick'. Von einem Kleidungsstücke angewendet, 
nimmt es oft die Bedeutung von Mohr 'warm, dicht, gut deckend' 
an wie das tcagarach der Donegal-Mundart. Wenn das Wort in 
Déise noch die Bedeutung 'Menge, grofse Zahl' aufrs'eist, =) so 
ist diese Bedeutung natürlich eine abgeleitete ebenso wie die von 
* (grofser) Ertrag, (grof ses) Vermögen ' in Aran. In der Literatur 
scheint teagar erst spät aufzutreten; mir wenigstens ist kein 
früherer Beleg bekannt als der von Merrinians Ciiirt Meadh. 
Oidhche Z. 272. 

Ir. t'iagr • Festigkeit, Dickheit, Stärke ' ist die lautgesetzliche 
Entwickelung eines vorkeltischen *tenJc-ro-, einer Xominalbildung 



') íh3x beruht auf *( p)eiii-ká-. 

-) Beiläufig sei bemerkt, dafs teagar • Sammeln ' schon in dem irischen 

Marco Polo auftritt : fil loch isin erich cétua sin immut niamhann 

lais. Dia leiced Cnhlay a teccar dotliicfad dia n-imut nach biath anoir forro. 
Stokes sagt unrichtig (ZCP. I, 437), teccar sei für teccal eingetreten und aus 
teclari verdorben. 

') ninid a fáilt aon téagair éisg; nin aon t. slacUair sa talamh son. 
Sheehan, Seanchaint na nDéise S. 125. 



370 CAUL MARSTKANDER. 

zum Yerbum *tenlc^ti 'zieht zusammen, gerinnt (von ]\Iilcli). wird 
dicht, dick': Ir. co-técim 'coagulo', skr. tanalcti (ätanakti dugdham 
dadhnä PW. III, 195), germ. *J)itihan "gedeihen, wachsen'. Das 
Suffix scheint auf ursprüngliche konkrete Bedeutung zu weisen.') 
Allein mit skr. taJcra- 'Buttermilch, átaucana-' ist téagar nicht 
identisch, denn jenes steht zum neuisl. Jn-l 'dicke Milch' (aus 
*Jiinhla- wie altnorw. ])Cl 'Feile' aus *fmMó-) in einer so engen 
Beziehung, dafs sie beide auf einem gemeinsamen idg. *ténk-lo- 
{liik-Io-) beruhen müssen. Auch sonst sind im Irischen Ab- 
leitungen aus derselben AVurzel vorhanden. So z. B. techfaidc 
'gefioren' Pass, and Hom., das dieselbe Begriffsentwicklung er- 
faliren hat wie gr. -rayoa, :r('r/r/j 'Eeife, Frost', und x^iio^ 'Frost' 
(uid.hroso 'Eis'. Das zugehörige Verbum findet man Annais of 
the Four Masters 1093 : sncachta mar ocus reodh . . . co ro ihcchUat 
locha na hErenn. Besonders interessant ist die völlige Über- 
einstimmung des german. *Jnnhta- im ultnovw. ])etir 'dicht' mit 
dem in der Aislinge Mic Congl. vorkommenden (von der Milch 
gebrauchten) techt: meirhie hec — deit — d'ass rothecht — d'ass 
Icharthccht, d'ass eter da thecht (S. 101, 6 ff.); vgl. Acall. na Seuor. 
5576: fuil do chuirp ina crü thecht. Man ist somit berechtigt, 
ein idg. *tenJc-to- anzusetzen. 

Mit Bezzenberger möchte ich auch kymr. tank 'Friede' zu 
derselben Wurzel (oder der 'Nebenform' tncnk) stellen. Begriff- 
lich wäre CS wie lat. pax zu beurteilen. 

1'2. Ir. beo. 

Dem ir. hco, kymr. hiw und dem germ. *kuiya- ist nicht nur 
die Bedeutung 'lebendig', sondern auch die von 'Vieh, Fleisch 
im Hufe' gemeinsam. 

Bei ü'Clery ist beo durch ceathra nö airncis •Vieh' glossiert, 
in dem Metr. gloss, in dem MS. 23 L. 21 (ed. Stokes Bezz. 19, 22 ff.) 
durch (/ach hnainchethru. Genau so wird ja mnd. queck und 
in gleicher Weise — wie Stokes bemerkt — altnorw. kvik- 
vcndi gebraucht. 

In der norwegischen Volkssprache (wie im Schwedischen) 
wird durch kvik (kvek, kvwk) die weiche Hornniasse bezeichnet, 

') Das zugehörige Abstraktuni ist mittels it gebildet Ml. 44 a 10, 
62c4r, 84 b 7, 145 a 3 (coiteidhea) uud gebt auf *tenhti- zurück mit them. 
Vokal wie skr. dabati-, drsati-, vasati-. 



HIBERKICA. 371 

die den inneren Hornraum erfüllt, aufserdem noch der empfindliclu; 
Teil von Huf und Nagel. Die letztere Bedeutung liegt sowoiü 
im Gälischen als im Kymr. vor. So spricht man noch heute 
in West-Kerry: xa^f/ tarins a»i/'o'/'e (i mbeo aige) 'ein Nagel 
drang in sein Huf- Fleisch hinein' und im Kymr. wii-d hyicyn 
etwa wie micijdion von den Weichteilen eites Körpers (eines 
Hufes) gebraucht. S. Spurrell. Figiu-lich ist die Anwendung im 
Ausdrucke: v'l sc dul 9ihjö dfs nähr 'er machte seinem Vater 
Kummer'. Im German, ist *buna- auch als Pflanzenname ver- 
breitet, s. Falk nnd Torp Icveke. Im Indischen werden durch 
jiva- und Ableitungen davon zahlreiche Pflanzennameu gebildet. 
Allein die Benennung spielt hier auf den Gebrauch als Heil- 
mittel an. Deshalb darf ein Pflanzenname idg. *gmuo- nicht auf- 
gestellt werden. 

13. Mir. biialtech 'Kuhstall'. 

Das mir. bualtech, Ir. Texte III, 98, 6 enthält nicht etwa 
icch 'Haus' und ein dem skr. gavala- (Hemacandras Synonym. 
Wörterb. 1283) gleiches ir. iual-, sondern es ist wie Blask. 
luH't'än ' kleine Weide ' (nicht in den Wörterbüchern) von &í(ai7e, 
PI. buailie 'Hürde, Eiufi-iedigung, Kuhstall' (s. Me3^ers Contri- 
butions p. 283) abgeleitet und somit eigentlich mit dem nir. 
buailteach 'zui' Weide, zum Milchplatze gehörig' identisch. 



14. Ir. ala, ruaidhbhreac, gilidhi, sanihnachán. 

In Co. Kerry ist nach Dinneen ein Wort ala 'Forelle' im 
Gebrauch. Selbst habe ich das Wort nicht gehört, im Blasket- 
Dialekte wenigstens ist es nicht gebräuchlich. Da bei Dinueen 
auch eine (seltnere) Nebenform eala verzeichnet ynvd, so ist 
es für unseren etymologischen Zweck zuerst nötig, hier wie 
bei Doppelformen wie a{ea)la 'Schwan', a{ea)la ' Kunst(werk) ', 
a{ea)rradh 'AVare', a(ea)sair 'Streu', fra{ea)s 'Überfluls' usw. 
deu Wurzelvokal ins Eeiue zu bringen. Schon im ältesten 
Neuirischen scheint das palatale und gutturale a vielfach ver- 
mischt und in den modernen Dialekten herrscht eine starke 
Tendenz zur- Ausgleichung vor.') Im allgemeinen entscheidet 



') In Donegal ist der Prozefs insofern schon abgespielt, weil es sich da 
hauptsächlich nur um ein einziges a handelt. In Munster werden das d und 



372 CARL MAESTEANDER, 

die ältere Sprache über den Ursprung des a -Lautes. Ala wird 
man aber selbst in der jüngeren Literatur vergebens nachsuchen. 
Mit eala ' Schwan ' darf es nicht zusammengebracht werden, jeden- 
falls nicht, wenn Falk und Torp dessen Wurzel richtig im norw. 
Dialekt aJka 'Händel anfangen', afiies. uUcen 'schreien, höhnen' 
wiederfinden. Legt man dagegen das üblichere ala zugrunde, 
so ergibt sich sogleich eine passende Etymologie. Da aus- 
lautendes -dh im ganzen mittleren und südlichen Sprachgebiete 
Irlands schon früh verstummte {casadh in ^Munster wie in 
Connaught kaso ausgesprochen) so ist die Annahme berechtigt, 
dafs ala- phonetisch statt aladh geschrieben, ein neuirisches 
Überbleibsel des mittelirischen alad]i 'bunt, scheckig, gestreift' 
sei. Über dessen Gebrauch s. Meyers Contributions p. 77. ') Statt 
aladh schreibt O'Brien ala (s. Stokes, Ir. Texte IV, S. 377) mit 
Weglassung der stummen Media. 

Ala bedeutet somit ' gestreifter, bunter Fisch '. Bekanntlich 
zeichnen sich die Forellen — besonders die Teich- und Bach- 
forellen — durch ilire dunklen Querstreifen und roten Flecke 
aus. Darauf bezieht sich auch der Name ruaidhhlireac 'rote 
Forelle', der an das mit ruadh- verwandte altnorw. re?/f??-, norw. 
Dialekt röi/r erinnert, eine schöne rotfleckige B'orelle, deren 
Bauch zur Laichzeit sich feuerrot färbt. Von anderen Namen 
vgl. kyrar. bri/chell, hrithog, ir. earc und ir. hrcac, -) das mit dem 
in norw. Dial, gebräuchlichen biölc 'Sälmling'-') ablautet. 

a noch ziemlich gut auseinauder gehalten, obwohl sie — wenn durch be- 
nachbarte Konsonanten modifiziert — auch für ein feines Ohr sieh vielfach 
vermischen. 

') alad 7 riabach LL. (von einem Gewände), tcan a. BB., eich alaii 
(gen.) LU., d'énaih alathaib ibd., von einem Windhunde (milchú alath) LLeac. 
col. 020, bei 0' Clery durch hreac, bei 0' Dav. durch écsamail glossiert. Die 
Zusammensetzung alad-brccc gewöhnlich vom vielfarbigen Schilde; Stowe 
MS. IV, D. 2, fol. TG 1)2 vom gestreiften, bunten Segel: rothocbait a seol 
aladbrecc. 

^) Der Artikel breac Dinueeu S. 82 f. ist irreleitend. Breac ist 
jetzt in Munster ein Fisch im allgemeinen (lose KoUektivum^. Forelle heilst 
breac geal. 

') brok bezeichnet wohl ursprünglich den Sälmling in seinem ersten 
•Jahre, nach welchem seine dunklen Streifen und Flecken allmählich verschwinden 
und seine Seiten eine helle silberne Farbe bekommen. Diese spätere Ent- 
wickelungsphase berücksichtigt die irische Benennung gilidin 'Sälmling' (zu 
gcal 'w'cifs"). Ein anderes Wort ist sanihuacliän, samhnän, das ich mit 
samh- 'Sommer' zusammenbringen möchte. Samhnachän heilst also dereinen 



HIBEBNICA. 373 

Leider scheinen weder im Gälischen noch im Kymrischen 
Verwandte des ir. alaiih vorhanden. Aus dem Irischen gewinnt 
man eine Grundform aläto-, wo das {a)to- sicher ableitendes 
Element ist. "Wo findet sich aber sonst ein al- 'bunt, scheckig' 
wieder? Lat. alaternus 'immergrüner Wegdorn' kommt nicht 
in Betracht, nocli das farbebezeichuende germ, eliva-. Dagegen 
scheint mir der germanische Fischname ahd. alant, altint 'Leu- 
ciscus idus', das sicli mit altnorw. nlunti 'Makrele' eng berührt, 
mit ir. aladh 'Forelle' auf eine gemeinsame Wurzel al- zurück- 
zugehen. 1) Die Benennung trifft bei beiden Fischen zu. Die 
Makrele ist ja eben durch ihren geflammten mit 30 bis 35 wellen- 
förmigen Querbändern geschmückten Kücken gekennzeichnet, und 
der Aland spielt in allen Farben (vgl. dessen norw. Namen id 
mit gr. (cii&o)i:). In gleicher Weise heilst im Schottischen die 
Makrele rionnach, reannach eig. 'bunt, scheckig', im Cornischen 
Irilli. zu brüh, während w. hrithyll, hrithog Forelle bedeutet. In 
der Mundart von Man heilst brack (ir. heac) sowohl Forelle als 
Makrele. Sonst weiTs ich über dieses al- nichts sicheres zu sagen. 
Wenn man mit Recht ein indogermanisches al- 'brennen' auf- 
stellt (vgl. Walde adoleo), so könnte man fiii- aladh an eine 
ursprüngliche Bedeutung •(jehrannt' denken, vgl. engl. Dialekt 
branded 'rot- und schwarz-scheckig', doch s. dazu P\alk und 
Torpl, 13 a. 

15. Idg. mrkto-. 

Dem Nordgermanischen gehört ein Fischname *miirta-. norw. 
morl, schwed. nwrt. Damit identisch ist der altnorw. Schimpf- 
name mnrir von einer winzigen Person. Falk und Torp scheinen 
Verwandtschaft mit gr. oftar/u 'einem bestimmten kleinen Fische' 
zu behaupten, weisen aber die Anknüpfung an die Wurzel mer 
'glänzen' ab, weil diese sonst kein anlautendes s- aufweise. 
Aber aus eben demselben Grunde wäre wohl die bei F. u. T. 
vorgeschlagene Verbindung mit mcr 'zermalmen' abzulehnen, da 
eine Variante smer soviel ich sehe noch nicht erwiesen ist. Mir 
scheinen immerhin sowohl (o)//(i(</-' als murtr auf mer- ' funkeln ' 
zu beruhen. In Fischnamen, wo die urspr. Bedeutung leicht in 



Sommer alte Sälmling, der nach seinem einjährigen Aufenthalt im Bache als 
gilidin das Meer aufsucht. 

') Für alant fehlt im Germanischen jeder etjinologische Anhalt. 



374 CAEL MAHSTEAUDEE, . 

den Hintergrund tritt, könnte sich von der Stellung in Sandhi 
und Komposition aus ein loses s- besonders leicht einschleichen. 
Hinsichtlich der Stammbildung müssen sie aber getrennt werden, 
gr. OftaQK^- und nordgerni. murta- können doch nicht ein und 
dasselbe Wort sein. Das erstere möchte ich als einen durch 
-(5 erweiterten alten «-Stamm auffassen und dem irischen hri 
'Forelle' (LL. 12b 43: am hri [.i. am Irec] danae, Contrib.) 
gleichsetzen, gem eins. Grdf. *mrn-, mn-, altes Femininum des 
idg. *mero-, lat. merns, ir. mer (in emer .i. ni glé O'Mulc). Im 
letzteren sehe ich das germanische Äquivalent des keltischen 
*mrichto-: &h: miecht 'bunt, scheckig', mir. hrecltt. kymr. hriih, 
wovon abgeleitet die Forellennamen hrithyll [wäre altuorw. 
*mt/rtill], hrithog wie island, murta „kleine Forelle" von miirtr. 
Danach ist mort mit dem oben erwähnten norw. hrulc 'Sälmling' 
und dem Adj. hroget, sv. brocJcig 'bunt, scheckig' nahe verwandt. 
Bemerkenswert ist, dafs auch diese Wörter auf das Nord- 
germanische beschränkt sind. 

Idg. *mrlc-to- (Sj'non. mrg-nö- ir. hrcac)^) ist das <o-Parti- 
zipium zu merg- 'funkeln, flimmern', vgl. idg. Wícr/c-ío- ' glänzend, 
hell', an. hjartr, kymr. berth zu h]icrg{]c). Auf mcrg- ist oben 
norw. dial, brüh 'scheckiges Tier' bezogen. Ich mache darauf 
aufmerksam, dafs das Wort dem skr. iiirga- 'scheckiges Tier, 
Antilope, (razelle' ziemlich nahe kommt.'-) Dies hat man höchst 
ungli'icklicli mit gr. ('goQfló^ 'Hirt' vergleichen wollen. 

10. Ir. brcan. 

In Donegal und Meath findet sich ein Fischname hréan, 
Gen. hréin, Plur. brcanta. Die Bedeutung ist nach Dinneen in 
Meath abramis. Dazu pafst gut die Stelle dar a hhfuil de bhric 
is do bhrcautaibh | ar ihóin locha blucachmhuighc im Volkslied, 
woraus jedenfalls auf einen Flufsfisch zu sclilielsen ist. O'Reillj-'s 
brcantadh 'abramis' (soll brmntadh sein) ist aus Shaws Wörter- 
buch excerpiert. 

\'om iri.^chen Standpunkte aus läge es beim ersten Anblick 
nahe, das gleichlautende Adjektiv bréan 'faul, stinkend' zu ver- 
gleichen. Allein bei dem Brassen träfe eine solche Benennung 
gar nicht zu, denn er scheidet nach allem, was ich in Erfahrung 



') Andere leiten hrccc aus *pHcnö- bor, vgl. gr. Tifoxvuc, nQuxrói;. 
') *mri)go- íind *mrgo-. 



HTBEBKICA. O / O 

gebracht habe, keine übelriechende Flüsiigkeit aus. Dagegen 
möchte ich ir. hrcan mit dem germanischen Namen desselben 
Fisches zusammen bringen. Diese sind zunächst: 

Dial, von Blekinge (Schweden): bras. 

Ahd. lrahs(i)a, bralisina, nhd. hassen, Dial. v. Smaalenene 
(Novw.) und schwed. hraxen. 

Dial. T. Snialand (Schwed.) hrassm, hoU. und mnd. brassem. 

Nonv. Dial, und schwed. brasma, südd. brachsme, as. bres- 
semo, d. h. germ. *brahsa-. *brahsiö-, *brahsinö-, *brahsma; 
*brahsnwn-. Auf ein ablautendes *bnüismön- weist altnorw. u. 
norw. dial, brosma (eine Dorschart). Was bréan betrifft, so 
kann es nicht das s- der germanischen Bildungen enthalten, 
denn ein *hrelisno- oder *brilcsno- hätte zu nii\ *breann führen 
müssen. Ein s-loses *brekna (*bre]c]ca-) oder *burhna- liegt m. W. 
im Germanischen nicht vor. Die schwedischen Brassennamen 
björha. björhia können nicht auf germ. *bcrlön, *berlcnön- be- 
ruhen (wäre schwed. *bjailca, *bjarhia). Wenn ich mich recht 
erinnere, so hat man diese schwedischen Wörter zum Birken- 
namen schwed. björJc stellen wollen: die silberglänzenden Seiten 
sollen an die weifse Birkenrinde erinnern. Ich halte diese 
Etymologie für richtig, obwohl die Art der Ableitung sich 
meiner Erklärung entzieht. Von *bcrl:ö 'Birke' ist nämlich in 
der Bedeutung 'Birkenfisch' kein björla zu erwarten, sondern 
vielmehi- *birking, vgl. norw. dial, hcsling (Smaalenene Itaslung 
'leuciscus grislagiue' zu ImsI 'Haselstaude' wie altnorw. 7if?.>;iM(/r 
'anas Bernicha' zu helsi 'Halsring' gebüdet, ahd. erlinc 'Eller- 
ling' zum Baumnamen erleA) 

Das ir. und germ, br- ist mehrdeutig. Falls die Grund- 
bedeutung 'heller, lichter Fisch' ist, was bei dem Brassen zu- 
trifft , so möchte ich brean zur Wrz. bhereg k- stellen und von 
breac 'gefleckter Fisch' trennen.-) Man sagt gewöhnlich die 



') Genau dieselbe Bedeutung 'Erlen-Fisch (Laclis)' liegt in dem irischen 
Fischnamen brdän ftirna (Blasket) 'Stör' vor. F'áma, das anfser dieser 
Verbindung auf den Blasketinseln nicht gehurt wird, scheint der Genitiv eines 
Xom. fam = mir. fern. F'äm Gen. färn3 wäre in der Mundart von Blasket 
die lautliche Vertretung von älterem fem: ferna. Zur Dehnung vgl. b'üma 
= mir. berna, darm = mir. derna usw. Zur Bildung von Fischnamen aus 
Baumuamen vgl. noch schwed. asp, aspare 'Abramis' zu asp 'Espe'. 

•) Gthürte das Wort zu merg- wäre es von breac 'bunt' nur hinsichtlich 
des Akzentes verschieden, ungefähr so wie im German, das Substantiv *hauga 
'Hügel' von *liauha 'hoch". 



376 CARL MABSTBANDEB, 

Wrz. hhereg- und *mer9g- seien sj'nonym. Allein bei dieser tritt 
die Bedeutung des wechselnden bunten Farbenspiels besonders 
hervor, bei jener die allgemeinere Bedeutung 'hell, klar sein, 
strahlen'. Es ist bemerkenswert, dafs von merag- besonders 
Lachs-, Forellen-, Makrelen- und Antilopen -Namen entspringen, 
von hhcrsg- dagegen Brassennamen i) (wie norw. dial, löiga aspius 
albunius von lulc {*loukwii-), dän. biege, d. bleihe von bhltgü), dafs 
lit. mirgétt 'flimmern' bedeutet, lit. berszta aber 'wird weifs'. 

Der Plur. brcanta ist wie sccalta, ncalta, cuanta, dUnta, 
seolta usw. zu beurteilen. Die im Neuirischen besonders deutlich 
hervortretende vom lautlichen Verfall der Schlufssilbe her- 
rührende Tendenz, den Pluralis vom Singularis scharf zu unter- 
scheiden, geht in ihren Anfängen bis ins Frühmittelirische 
zurück. 

17. Ir. aithirne, Suff. in{i)o- im Keltischen. 

LU. 8 a 25 wird das Wort aHhirní durch die Glosse Ueg 
'Kalb' erklärt. Als Eigenname kommt es in derselben Form 
{Aiflicrni) mehrmals vor, z. B. Cath Euis na rig §§ 30, 43, 44; 
vgl. das Nom. propr. Lóeg. Sonst Aveist es aber immer, von der 
dunklen Stelle Aue. Laws IV, 846, 11 vielleicht abgesehen, die 
Form aithrinnc auf.-) Letztere ist wie dcsmirccht neben dessim- 
»•ec/i< (Sg. 49 a 12), tuaslucud neben iwasoZcHrf (Sg. 157 b 7) oder 
wie indrissi neben indirsi zu beurteilen, d. h. beide Schreibungen 
suchen ein aithrne mit (nach dem Haupttone) irrationalem or 
wiederzugeben. Das doppelte tm von aithrinnc beruht Aielleicht 
auf der Willkür der ir. Grammatiker, nach denen das Wort in 
äith 'scharf und rinn 'Spitze' zu zerlegen wäre. So O'Clerj': 
a. .?'. Idog. óir is áith no gér é ris na riunibh .i. ris na siuea- 
dhaib. Ähnlich O'Davoren. Dazu stimmt jedenfalls, dafs die 
WM- Form aufser dem Kreise der Grammatiker, soviel ich sehe, 
überhaupt nicht vorkommt. Lhuj^ds aiihrinne, Archaelogia Brit- 
tanica I, stammt aus O'Clery. Er sagt ja selbst a.a.O. 311: 
do chub- me asteach an leabhar sin (d. i. 0' Clery's Glossar) go 



') Zu bh gehört ,iuch der Forellenname norw. dial, sjo-byrting 'See- 
forelle'. Diese färbt sicli im Seewasser allmiihlieh silberhell. Durch den 
Kamen -byrting, der an den altuorw. Fischuameu birtingr erinnert, ist sie 
somit der scheckigen IJachforelle gegenüber als 'die weilse, helle' gekenn- 
zeichnet. 

') airgirne Bezz. XIX, 21, Note 11 korrupt. 



HEBEBNICA. 377 

hiomlan ann mo leabhar fein. Oder nn ist auch liier wie sonst 
öfter in unbetonter Silbe an die Stelle eines urspr. einfachen 
M getreten, was mit Hinblick auf das Leithrinne des LU. wahr- 
scheinlicher ist. 

Bezüglich der weiteren Anal3'se, so meine ich zunächst das 
th als ^\•urzelhaft betrachten zu müssen. Das wird geradezu 
durch O'Clery's aithech .i. cräin 'Sau' (aitheach ag iarraidli 
cullaigh), das ich von aiihirne nicht trennen kann, als richtig 
erwiesen.') Daraus folgt natürlich, dafs -ime, -rine suffixal ist. 
-ne hat deminuierende Bedeutung wie in cattne 'kleine Katze', 
nir. faoisne 'kleine Krabbe', Uaicme 'Knäbchen" usw.-) Dazu 



') athach H. 3. 18. 623 (s. Contributions) ist dasselbe Wort. So schreibt 
das Stowe MS. Leabhar Hj Maine (aus dem 15. Jh.) lathra gleich älterem 
laithre 'Kuh'. Im heutigen Desmond- Irischen wären aitheach und athach 
beide als *ah3x auszusprechen. 

*) Von dem Suffixe -«e seien hier ein paar Worte gesagt. Das Alt- 
irische bietet mehrere Beispiele: Sg. 47br2 äime 'annellus', \Vb. 13c24 
gräiniie, 21 granne (zu grän), Cod. St. Pauli gasne (zu gas); allein glainine 
'masilla' Sg. -iöblS mufs langes i haben (vgl. viell. gall. Oievvixiiot, Ted- 
dignios und s. Strachan, Bezz. XX, 14; gloinini TBC. S369). Aus dem Mittel- 
nud Xenirischen erinnere ich mich ailcne (.i. scillec beac e romebaid don ailig) 
bei Cormac, das zu dem in Keny noch vorhandenen auch im Mir. belegten 
ailce 'Stein, Felsen' gebildet scheint nach dem allgemeinen Muster -e : -ne (von 
*alek- kann ailoie nicht direkt abgeleitet sein^; blaiccne 'Knäbchen' (zu 
blaicce); cisairne 'Brosche' = casair; deilgne Aisl. Tund. (delg); deircne 
Dindsenchas {derc); ekne 'Lachs' : minne Mac Congl.; puincne Forus Foc. (ponc); 
die Tiernamen /aoiswe (Mayo) 'kleine Krabbe', vgl. Diuueen /«oisccfm, baircne 
.i. cat ban, craibne A. ainim caitt O'Davoren), caittne 'Kätzchen', wohl auch 
^iie .i. CÚ, snáithe, adharc leagha (O'Clery); vgl. auch die Wörter luibhne, 
rincni, roibyie (alle = Speer, luibhne auch Schild) bei O'Clerj'. Aufserdem 
scheint es in Personennamen ganz üblich, vgl. Bluicne : Bloc, Bruidne 
: Brod, Biccne : Becc, Bailcne : Bailc, Caichne, Caime, Cuimne fviell. = 
gall. (?) Cmniiiia), Demne, Krgne {Airgne), Eithne, Glaisne : Glass, leicne, 
Laigne, Luigne, Luimne, Sinne : Is'in, Oircne : Ore, Silne, Sime. Namen 
wie Blattine, Bledine, Briccine, Ninine sind offenbar wie das oben be- 
sprochene glainine zu beurteilen. Ebenso Artinne (TBC), das ich dem gall. 
*Ai-tiaiios (aus Articnos erweitert) gleichsetzen möchte. — Singulativische 
Bedeutung hat das -nc der folgenden Bildungen; brothairne (O'Cleiy) 'ver- 
einzeltes Haar' zu brothar 'Haar', cäithne 'vereinzelte Spreu' zu cäith 
'Spreu', ciialne 'Stange' (ALaws) zu cual 'Sammlung von Staugen', foiltne 
(Mac Congl.^ 'vereinzeltes Haar' zu folt. löine, ri(iii'/i«e Blasket 'vereinzeltes 
Haar' (ruainme P. O'Cl.) zu ritnim. Kollektive Bedeutung zeigen caisirne 
'Haiibtones" Contrib. (casar 'Hagel') feocliuine 'Haben', maicne 'Xachkommen- 
sehaft', luibhrie .i. meoir O'Clerj- und aubthine 'stürmisches Wetter' zu 
anboth 'Sturm'. 

Zeitschrift f. celt. I'hilologie VII. 25 



37S CÄKL MAESTRAXDÉR, 

pafst die Bedeutung 'Kalb'. Die dem Deminutiv zu Grunde 
liegende »--Formation ist im Mittelirischen offenbar nicht belegt. 



Über den Ursprung dieses -ne ist, soviel ich sehe, nichts geschrieben. 
Aus dem Altirischen läfst sich nur schliefsen, dafs -ne auf -nio- (-nia-) mit 
vorangehendem palatalem Vokale beruht (vgl. Bruidne, Caicime. cäithne) und 
aus -n{o)- erweitert ist. Über die Quantität dieses ausgestol'senen Mittelvokals 
gibt das Altirische keine Kunde; die Oghaminschriften auch nicht. Aus den 
Letzteren ist -inio-, -iyiia- als Vorstufe des -ne zu erschliefsen , vgl. DOVVI- 
NIAS (Ballintaggart), DOVINIA (Coumeenoole, Burnhara), der Gen. Fem. 
eines Stammes *clovinio-, bei Macalister (Studies in Irish Epigraphy n, 8) mit 
Duben, (Corco) Duibltne verglichen; ferner lAqDsI (Donard), nom. *IaqÍ7iio-s 
oder aber *Iaqino-s (vgl. viell. gall. Jacckos und Cod. Bern. gen. lacchi, The- 
saurus Palaeohib. II, 235); ISINI (Kilfountain) , nom. *lsinos, -inios, dessen 
is- offenbar mit dem Wurzelelement der gallischen Nora. Propr. Iserios, Isas, 
liilos gemeinen Ursprungs ist; SACATTINI (Ballyhank) und CATTENI (Ballin- 
taggart), CatTINI (Ballinrannig), Nom. Caitmos, -inios. [.\ber 51EDDUGLNI 
{Middyen LL.), COMGINI sind fernzuhalten, vgl. Aedgen, Cathgen, Cúemgen, 
Etclicn, Clothgen, Cetgen = gall. Centugenos]. Ich gebe zu, dafs dies Cat- 
tÍ7n — wie Holder (.Utkelt Sprachschatz 844) und Macalister (a. a. 0. I, 31) 
meinen — auf dasselbe Cat- aufgebaut sein kann wie die zu *caUi- 'Kampf 
gehörigen Nom. Prop. ogh. CATUVIQ (Gortnagullenagh), CATüVVIQQMAQI 
(Corkaboy), beide mit einfachem t, ir. Cathe.r LL. (vgl. acymr. Gen. Catiri), 
gall. Catos (ir. Cath), Cateios, Catiissa (ir. Cathttssach) und besonders gall. 
Catinos, Catinios, das dem Cattini der Oghaminschriften Laut für Laut cut- 
sprechen würde, falls die Schreibung tt lediglich eine speziell irische (aspirierte?) 
Aussprache eines urspr. einfachen t auszudrücken sucht. Wenn ich aber er- 
wäge, dafs Catuviqq stets mit einfachem, Cattini dagegen stets mit doppeltem 
( geschrieben ist, dafs ferner iu allen keltischen Dialekten dem Cattini sehr 
ähnliche Nomina Propria mit ursprünglichem tt vorhanden sind (gall. Cattos 
= ir. Catt, gall. Catto(n), Cattonius, Catteniiis), das endlich ogh. Cattini mit 
dem Nom. pr. Caittne (Book of Armagh f. 10 a 2: Cathaceus Cathurus, Cat- 
neits et soror illorum Catnea; ib. f. 14b 2: Ros filiorum Caitni) der Koseform 
von Catt völlig übereinstimmt , — so kann ich vorläufig nicht umhin Cattini 
von Catuviqq zu trennen. Dem Verhältnisse Catt : Caittne (ogh. *Caltos 
: Cattini) entspricht das von Ore : Oircnc, Becc : Biccne, Brod: Bruidne. gall. 
Altos : ArtÍ7iios (ir. Art : Airtne), gall. Nertos : NertÍ7iios usw. Das hier 
erwähnte Catt ist mit dem Tiernameu identisch. In ähnlicher Weise werden 
die Tiernamen art, c7-imthaH7i , era, dawiaH, loern, ore und viele andere als 
Personennamen verwendet. 

Im Gallischen entsprechen den irischen Substantiven mit -jie zahlreiche 
Nomina Propria mit -inios, -inia: Artinios (vgl. Artos, -i»ios), Brismiios 
(ir. Bress), CaimdÍ7iios (Camulos, -inos), CastÍ7iios, (Castos, -inos), Comnn7iiu$ 
(Com7nos, -iwos), Corbinion {Corbos [Ogh. Gen. Corbbi], -jjios), Coti/iios 
(Cotos, -inos), Daminios (Damos, -inos), 2\ertinios {Nertos, -inos), Sassinios 
(Sassos, -inos) und vor allem gall. Epinia (CIL. V, 4024: lÜVI 0. M. EPINLi 
TREBIS V. S. M.), das ich dem irischen Frauenuamen Eicime gleichsetze. 



HTBEENIOA. 879 

Die neuirisdien "Wörterbücher verzeichnen dagegen ein aithre 'a 
beast of the cow kind (ox, bull, cow etc.) ' (Dinneen, Lhuj'd), das 

Holder meint, Epinia sei von EpPnos abgeleitet; allein von Epi'nos (die 
häufige Schreibung £7///.Y0^" erweist langes f) wäre *Ep?nia zu erwarten; 
?. scheint aus ei entstanden, vgl. awest. Bildungen mit -aena wie zaranaena 
'golden'. Epinia gehört vielmehr zu einem mit dem irischen Eichen 
identischen *Epitios (das sich zum gall. Epínos etwa so verhalten dürfte wie 
lat. ArgcnUnus zum awest. er'zataeva), wie ja den Formen mit -inio- fast 
immer solche mit -ino- zur Seite stehen, s. die Beispiele oben und vgl. noch 
Caruntinos : -itiios, Catinos : -inioi', Cinttuimina : -inios, Mutitios : -ittios u. a. 
Die Wörter auf -in-io- enthalten doppeltes demin. Suffix ganz so wie gr. 
ftiiQttXiov mit .«£(()«!, skr. maryaka- verglichen (vgl. gall. Castos : -icos : -icia), 
wie ahd. biidüin im Verhältnis zum altnorw. try gill 'kleiner Trog'. Hier 
wäre auch ir. Suibne zu erwähnen, falls ich es richtig aus "'Sobinios erkläre, 
vgl. gall. Sobinos, den Namen eines Abtes vom Monasterium Nivellensis. 

Die Quantität des -i ist in den gallischen Namen mit -inio- uubezeichnet. 
Daraus ergibt sich natürlich nicht, dal's das i überall kurz gewesen ist. In 
Fällen wo neben -inios ein -ino-s mit sicher erwiesenem í steht, darf man 
auch für jenes langes t voraussetzen. Von den überaus zahlreichen Namen 
mit -ino-s im Gallischen scheinen die folgenden zweifellos langes í zu haben: 
AvTiyot (Ptol.), Brigar.tinos (cynir. brenhin), Carantlnos, Katov).}.fivo<; 
(Catulllnos), Cuntlnos (vicus), Dercinos, *Iassinos (= cj'mr. iesin), Isaminos 
(= Isernimis Book of Armagh, cymT. Hernin, Vihtet. Hoiernin = got. eisar- 
netiis), Lerinos (I durch das Metrum erwiesen), Messlnos, I'emiinos (Poe- 
nlnos), Tricastini, Taurini und das von D'Arbois de Jubainville für ligurisch 
gehaltene Ticinus (das í der drei letzteren ist durch das Metrum gestützt). 
Demgemäfs darf langes i auch für Carantinios, Catidlinios, Dercinios, Tau- 
rinios behauptet werden. Man beobachte den (vielleicht zufälligen) Umstand, 
dal's in all diesen Fällen dem -i(>io-) entweder eine Konsonantengruppe oder 
aber lauger Vokal + Konsonant vorausgeht. 

Kurzes t zeigen Bdinos (var. -enos), Killinos (var. -ena), Cinninios 
(var. -enios) , Sabrina (ags. Scefern, cymr. Uafren) und mit durch das Metrum 
gestütztem i: Licimus (Juven.), J/oriwi (Verg.), il/iti»m (Prop.). Holder setzt 
auch für Accilinus, Cicinus und Alhovinus 1 au, was ganz willkürlich ist. 

Es scheint mir wahrscheinlich, dal's die überwiegende Mehrzahl der 
mittels -ino- gebildeten gall. Nomina langes i enthält. Ausmachen läl'st sich 
dies (von den obigen Fällen abgesehen) freilich nur da, wo im Kymrischen 
das betreffende Nomen erhalten ist. Hier blieben bekanntlich altes í und altes 
i auch in unbetonter Silbe streng gesondert; der gall. Quantitätsunterschied 
-ino- : -ino- wird im Kymrischen dnrch -yn : -in wiedergegeben. So würde 
dem gall. *Epino- (vgl. Ecken, Epinia) im Kymrischen *Epin entsprechen, 
falls Epinia aus dem idg. *ekiilno- (airitia-, equinxui) erweitert ist, was wahr- 
scheinlich aber nicht erniesen ist. Heifst es doch lat. marinus, germ. *biina-, 
kelt. dagegen *morino-. 

Der Ursprung des irischen -cn, erv. eitert -ne, ist somit kein einheit- 
licher. Es entspricht dem kymr. -yn (Fem. -en) und -in, gall, ^ino- und -tno-. 



380 ' CARL MARSTEANDEK, 

ich als das Stammwort von aitJärne betrachte.') Neben aithre 
wird der Aussprache gemäfs aire geschrieben. Zum Vertonen des 



Genau wie im Keltischen liegen auch im Arischen, Griechischen, Slawischen 
und Italischen ilas lang- und kurzvokalische Suffix nebeneinander. Über deren 
Gebrauch und Bedeutung s. Brugmanns Grundrifs II', l-tGiT. Hier sei nur 
erwähnt, dal's das kurzvokalische -inio- auch im Litauischen verbreitet ist 
(metUnia ' hölzern ' aus -Inio-s). Das langvokalische -Inio kehrt im Germanischen 
wieder, vgl. island, fedgini 'Vater und Tochter', altnorw. viodgini 'Mutter 
und Sohn', systkindi 'einer von mehreren Geschwistern' (daneben auch /eöpin, 
modgin, systkind). Ich bemerke endlich, dafs dem ir. -ne auch -mno- und 
-einio- zu Grunde liegen kann; jenes liegt im Griechischen und Italischen, 
dieses im Altindischen vor; ob auch im Keltischen und in welchem Umfange, 
mul's einer späteren Untersuchung vorbehalten werden. 

Es fragt sich jetzt, wie sich das irische -en, -ne seiner Bedeutung 
gemäfs zum gall. -í/í(i)o- verhält. In beiden Sprachzweigen werden die 
Suffixe, wie schon angedeutet, überaus gewöhnlich zur Bildung von Personen- 
namen (im Gallischen sehr oft auch von Götternamen, fast immer -itio-), 
weiter von Orts- und Volksnamen verwendet. Zur Bildung der letzteren 
scheint doch das erweiterte -inio- im Gallischen nicht gebräuchlich: auch das 
Irische zeigt hier gewöhnlich -hio-, z.B. Laigin, wäre gall. *Lay1m, vgl. 
irische Volksnamen wie Dar'ini, Erdini, AuHin. — Die Grundbedeutung von 
-tM(i)o- scheint mit derjenigen des sekundären -io- übereinzustimmen: 'zur 
— gehörig, von — abstammend'. Durch eine leicht ersichtliche Bedeutungs- 
eutwickluug glitt das Suffix im Irisclieu iu rein deminutivische Bedeutung 
über ebeuso wie es im Germanischen der Fall war, vgl. got. gaitein, ahd. 
fuhsin, mnii. ferken, womit man besonders ir. oircne (*f}orkin-io-) vergleiche. 
Von der oben erwähnten singulativen und kollektiven Bedeutung des -ne ist 
im Gallischen keine Spur vorhanden. Die Bedeutungsentwicklnug liegt auch 
hier auf der Hand. Von 'zum Haar gehörig, aus Haar bestehend' (*j}o/<iwio-) 
zu 'Haar' ist nur ein kleiner Schritt. Von grofseni Interesse scheint mir die 
kollektive Bedeutung von maicene, liiibhne. Hier ist besonders auf litauische 
Kollektiva wie akmenijnas 'Steinhaufe' (akiiiii) zu verweisen (Brugmanu, 
Grundrifs II', 150). In ähnlicher Weise wurde im Germanischeu und Keltischen 
das in vielen Beziehungen au -ina- erinnernde Suffix -ia- zur Darstellung 
des Kollektivbegrifi'es verwandt, vgl. altnorw. fylld (ags. gefylce), birk'e, ir. 
eitlire. Im Irischen wird -ine (aus -iniä) auch als abstraktbildendes Suffix 
verwendet, z.B. cnirddine 'Freundschaft'. Dazu stimmen vom Geschlecht 
abgesehen altnorwegische Bildungen wie faierni 'Vaterschaft'. Die irische 
Kebenform -sine ging von Abstrakten auf -css aus (fdithsine aus *fríithess-Í7ie). 

Das Suffix iHo-, -i;irt- zeigen noch die gemeiukeltischen Bildungen *cn- 
gVlnä- (ir. itigen, kymr. ewin), *bodinä- 'Schaar' (ir. bilden, kymr. byddin), 
*laglnä 'Lanze' (ir. laigcn, kj'mr. Ilain). Meines Erachtens steckt es auch in 
dem von *ago- (skr. aga- 'Wasserkrug') abgeleiteten irischen agen 'Topf, 
Pfanne' (*agino-). Es gibt in den verschiedenen idg. Sprachen so viele durch 
-tno- gebildete Wörter für 'Topf, Napf, Gefäfs' u. ähul., dafs mau geneigt 
sein könnte ein indogermanisches Geschirruamen bildendes -uio- anzunehmen, 



HIBERNICA. 381 

aspirierten th \g\. ihil 'Funke' neben driihle, crcanach 'Meer- 
gras' : crcathnach, Blaslcet «í"7m3x<?s 'Betriibung' : maoiihneachas, 
schott. farum 'Getöse' = fothrom usw. Dem Verhältnisse /raíí/í 
: aithrine entspricht genau blaicce : blaiccne, Biccc : Biccne 
(vgl. die Note). — re ist aus ro durch -io (-?a) erweitert, so 
dafs aiihre älteres *athar (aus * atro-) voraussetzen könnte. Im 
Ganzen erinnert das Wort an das mehrmals belegte mir. laithre 
'Kuh' (s. Bezz. XIX, 90), das zweifelsohne mit dem bei O'Clery 
verzeichneten laith .?. hainne zusammengehört, dessen weitere 
Etymologie aber unbekannt ist. Ein mit ailhime hinsichtlich 
der Bildung völlig übereinstimmendes Wort finde ich Acallam 
na SeiK'Tach ed. Stokes Z. 1791, wo das Franziskanermauuskript 
S. 29a liest: ro soich tretir}2Í tulaigh . re cuanairt con craeb 
tubaid. Rawl. hat tretkirne. Ich möchte hier das tret{h)irne 
rücksichtlich der Bedeutung dem Z. 1786 vorkommenden tréntorc 
allaid gleichsetzen und formell als vom seltenen mir. in'afh ./. iorc 
trom (Forus Focal, Bezz. XIX, 9) abgeleitet betrachten. Dasselbe 
Suffix enthalten die Nom. Propr. Ceisirne, Dmnairne, Laihahne, 
Leithrinne, Mugairne, vgl. noch Hiiidrine (Thes. Palaeohibern. 
II, 287). Briccirne wird aus Bricriu erweitert sein. Es scheint 
also, als habe sich von »-Formationen aus ein demiuuirendes 
Suffix -irne, -rin(n)c losgerissen. Die vorauszusetzenden r-Formen 
sind tatsächlich mehrmals belegt. So geht Athairnc auf aithre 
(oder aber auf ein unbelegtes *athar) zurück; mit Ceisirne vgl. 
das Nom. Propr. Fem. Cessir; Damairne ist gewifs mit dem 
gallischen Nom. Propr. Damer ... zu vergleichen (vgl. noch gall. 
Bamos : ir. Barn); Lathuirne erinnert besondei'S an den Eigen- 
namen Laihir in Adamnani Vita Columbae; mit Mugairne vgl. 
Muyhran und gall. Namen wie 3Iagtirio{n), Magnrios, Magunia 
(das dem ir. Miigain [ebenfalls Fem.] sehr- nahe kommt) von 
*mugo-, *mogo; gall, -mugos, ir. Mogli als Nom. Propr. gebraucht. 
— Dem ir. -r-ne entspricht, vom erweiternden -io- abgesehen, 



vgl. u.a. lat. calmui 'Napf, flache Schüssel' entsprechend dem ags. heden 
'Kochgeschirr' (Zupitza), gr. 7}.«ri« ^ xozi'/.rj und die vielen Gefäfsnamen 
mit -Ina ans dem Germanischen hei Kluge, Stammbildungslehre S. 29 f. Dem- 
entsprechend wird auch lat. corttna 'rundes Cef als, Kessel, Kreis' aus *cor- 
tinä-, nicht aus *cortic{s)ná- zu erklären sein; es beruht auf *k^-to- 'gedreht, 
rund", dasPc. Perf. der im ir. cor 'Kreis' abg. o-krinii 'rundes Becken' vor- 
liegenden Wrz. ker- ' drehen '. 

') Im jetzigen Irischen ist aithre gewifs nicht mehr vorhanden. 



382 GAEL MAESTEANDEK, 

gall, ■r-ino- in Nameu wie Äharinos, Aperinos, Cuvarinos, Lige- 
rinos usw. Mugairne wäre gall. *Magorinios, *Magurinms. Ob 
solche Formen belegt sind, ist mir unbekannt. 

Die ursprüngliche Bedeutung von uiihre wird 'gefüttertes, 
gemästetes Tier ' sein. Dann ergiebt sich ganz ungezwungen die 
Zugehörigkeit unserer Sippe an die aus den meisten idg. Sprachen 
bekannte Wurzel j)at- 'nähren, füttern': ahd. vaton 'pascere', 
fatunga 'Nahrung, Speise', gr. jraTtoiuu 'esse', (UaOTog 'ohne 
Speise'; von jmi-: germ. föJra 'Futter', lat. pasco 'füttere' (^^ä- 
bulfim 'Futter' *imd]do-). Genau so gehört Cormacs niüt .i. 
muco (pl. »lata) zugleich mit dem üblicheren mala zum ahd. 
mast 'Fütterung, Mästung', s. Bezz. XIX, 75; skr. ^)e/ra- 'Schaf- 
bock, Hammel' gehört zu pay- 'schwellen, nähren'. Es läfst 
sich vermuten, dafs die Bedeutung 'gemästetes Tier' auf einer 
lU'sprüngliclieren abstrakten 'Slästung, Erziehung, Ernährung' 
beruht. Zu diesem überaus gewöhnlichen Übergange von Ab- 
straktum in Konkretum vgl. lat. sagiiia 'Mästung' : "gemästetes 
Tier' und norw. föstr 'Ernährung. Erziehung' : "das Erzogene, 
Leibesfrucht' {*pät-tro). Zur "Wrz. |Ja^ gehört noch a/ss 'Futter, 
Eichelmast', worüber später gehandelt werden soll. 

18. Ir. adJiairchi. 

Ädhairdn (P. O'Clery) und adhnrcdn sind die echt gaelischen 
Nameu für 'Kibitz', eig. ,.gehörnter Vogel ' ebenso wie im Kjmi- 
rischen cornkgll (zu com). Die beiden Wörter spielen au den 
stattliclien Federbusch des Kopfes an wie das nordgerm. *oipön- 
(norw. dial, vipa) und ital. vancllo, frz. vanncuti. 

1*.», Ir, coraghiobach, eithre. 

Das Irische besitzt eine Menge von Lachsnameu, die zum 
Teil noch auf ilire etymologisclie Erklärung warten. Ohne weiteres 
klar sind Namen wie carc, fir-iasc, ylasog (kymr. glasfaran junger 
Lachs), dunkel aber Namen wie ailliiibus, hradän, eigne, co, 
gruanach (Männchen vom S{)runglaclise), gadluin{n)ü (salmon 
after spawning, Dinn., auch ein dünner scluvaclier Mensch, Higlil. 
Soc. Diet.) und wohl auch maighrc, moghna u. a. Was colgän 
'Lachs' betrifft, so liat es mit dem norwegischen helt corogonus 
lavaretus (ein Lachstiscli) nichts zu schaffen, sondern es gehört 



HIBEENICA, 383 

— wie iu den Bedeutungen 'Schwertfisch' und ' Stachelroche ' — 
zu cohj 'Schwert. Speer, Stachel'. Das iu Munster verbreitete 
das Manuellen bezeichnende coraghiolach erinnert an Bildungen 
wie concharänach 'ki'unime Wadenbeine habend', corrhiirgnech 
ds. Die Schreibung coraghiohach ist phonetisch statt corrghiohach 
und scheint eine Aussprache *korDjub9x wiederzugeben. Die Be- 
deutung wäre 'dessen giob (Schwanz) corr ist'. Hier mufs corr- 
dieselbe Bedeutung haben wie in dem LL. 172 b 10 erscheinenden 
Tiernaraen corrchcnd {róin 7 rossdil 7 corrcMnd) d. h. spitz, 
schlank, vgl. corrchichech 'mit spitzen Brüsten'. Somit bezieht 
sich der Xanie auf die schlanke Schwanzpartie des Männchens 
im Gegensätze zu der schwereren des Weibchens. — Bei Dinneen 
und 0" Keilly findet sich ein im heutigen Irischen jedenfalls nicht 
mehr vorhandenes eithrc 'Lachs' verzeichnet. Man darf wohl 
vermuten — ohne ihm Unrecht zu tun — dafs Dinneen dies 
Wort aus O'Reilly excerpiert hat, wo der Artikel eithre so 
lautet: 'eithre, s. a salmon; a burden; an end, conclusion, the 
tail of a fish', eithre in der Bedeutung 'burden' ist schlechte 
Orthographie für eire; so findet sich bisweilen in späteren Hand- 
schriften -thr-, -</iJi- geschrieben, wo -»()■)-, -^^(»^)- zu erwarten 
wäre. Die Bedeutung 'Lachs' ist gewifs falsch. Sie rührt 
zweifelsohne von einer unrichtigen Wiedergabe des Artikels 
eithre beiO'Clery her. Es heilst hier: 'eithre .i. err no deireadh 
no criochnugadh, oir adeirthear eithre re deireadh miosa no 
bliadhna 7 adeirthear eithre re herr bhraddin 7 gach éisg oile'. 
Daraus ergeben sich die Bedeutungen 'Schwanz eines Lachses, 1) 
eines Fisches überhaupt; das Äufserste, Hinterste von Etwas; 
Schlufs, Ende (eig. und übertr.)'. Sonst erscheint das AVort 
auch LL. 393 b 44: eithre na slabraidhe: Félire, 31. Aug.: sernait 
ethri tiÄuguist ' — the end of — ', MacConglinne 79, 18: böshall 
mo mac taidnid a brat tar ethri noU, was Meyer so übersetzt: 
'Corned Beef, my son, whose mantle shines over a big tail'; in 
dem Stowe. Gloss. (Archiv f. celt. Lexikogr. Ill, 274) wii'd es 
dui'ch dered, in dem Gloss, zur Félire durch deiredh no forbera 
no err glossiert. Durch diese Belegstellen wird das th als alt 



') Die Bedeutung 'Schwanz eines Lachses' stammt aus Stellen, wo 
ei(/i>e sich zufällig auf den Schwanz (die Flossen) dieses Fisches sich bezieht, 
wie Cóir Anmann 133: Jssed rochoimpir, braddn airgdidhe co neithribh ürda 
'Dies ist was sie gebar, ein silberner Lachs mit goldenen Flossen'. 



384 CARIi MAESTIíANDHE, 

erwiesen. Also kann eithre mit dem s}-uon3'men crr, gen. eine, 
nicht verwandt sein. 

Ich sehe in eithre 'Schwanz' ein mit altnorw. /JcTj-t N. 'Ge- 
fieder' (ags. fi])ere N. 'Fittich') von Hause aus formell und be- 
grifflich identisches Wort. Gemeinsame Grundform *])etrio-. Zu 
Grunde liegt *petro-, *peirä- 'Feder' (abg. j)tro = skr. pdtra-; 
altnorw. fiodr = ahd. fedara). Die Bedeutungseutwicklung: von 
'Gefieder' zu 'Schwanz, Schluls, Ende' liegt auf der Hand. Zum 
KoUekt. -io- vgl. Uäthc 'Blumen'. 



20. Blasket bru»x. 

In dem auf den Blasketinseln gebräuchlichen Fischnamen 
Irrcx, das ich in den "Wörterbüchern vergebens gesucht habe, 
liegt das einzige neuirische Überbleibsel von dem bei O'Clery 
aufgeführten mir. bruach vor: hruach :i. hm vihór, fear hruach 
'ein dickbäuchiger Mann'. Sonst scheint das "Wort verloren 
gegangen. Heute wird in der Bedeutung 'dickbäuchig' hräur 
gesagt = mir. brUmar. Eine ältere Ableitung von demselben 
Nomen ist hruinncach 'schwanger, Mutter'. 



21. Blasket b'tiis-ox, heiluin, m<ix. Anluntsstövunneii 
im 2>'etiifiscJten. 

Im westlichen Co. Kerry wird in der Bedeutung ' weibliche 
Zicke' immer b'msjx oder h'íúfin gesagt. Die ältere Lautgestalt 
ist *})'iinsyx. Zum Stammworte gemeinkeit. *mendo- 'Zicke' (mir-. 
nicnn, kymr. mynii, corn, min) ist ein femininbildendes Suffix 
-scch getreten, vgl. mir. athches 'die Frau eines alhcch', mir. 
clamsech 'aussätziges Weib' zu clam, nir. ciairseach, céirscach 
' Schwarzamsel' zu cinr, und das auf den Blaskets übliche (in 
den Wörterbüchern aber nicht verzeichnete) bunsax 'weifse 
Kuh' zu bnn.^) Wann die i-Form aufgekommen ist, läfst sich 
schwerlich ausmaclien. Sie kann bis ins Frühmiltelirische zurück- 



') Die Meinmig Stokes' (mir aus Macb. Et. Diet. S. XL bekannt), dafs 
-seek mit dem kymr. fem. Suff, -ess (cathes, cenawes) und dad»ircli mit lat. 
-issa zusamnieugehört, wird richtig sein. Es handelt sieh um dasselbe Suffix, 
das uns etwa seit dem 11. Jahrhundert im Niederliindischeu begegnet, wo es 
ebenso aus dem Lat. Roman, entlehnt ist. Vgl. Kluges Stanimbildungslehre. 



HIBEKNICA. 385 

gehen,') könnte aber auch in dem Dialekte, wo ich sie gehört 
habe, aus späteren Zeiten herrühren. O'Davoren kennt ein 
be7idän .i. laogh ho und ein g-leichdeutiges Deminutiv hcmhigän, 
wovon das Erstere auch in den Brehon Laws V, 62, 18 (hindan) 
erscheint. Das b von b'lnsdx kann mit jenen Formen von 
gleichem Alter sein, braucht es aber nicht. 

Von einer derartigen Anlautsstörung kennen die neu- 
irischen Dialekte mehrere Beispiele. So heilst es auf den 
Blasketinseln heihan 'die weiche Höhlung an einer Kuh an 
beiden Seiten des .Rückgrates' statt nmoihän der Wörterbücher, 
weil anlautendes m und b. wenn aspiriert, völlig zusammenfallen. 
Ähnlich bannaiste = manage AVaterford. Umgekehrt Blasket 
mäx 'Biene' statt beach. Da ein fh schon in altirischer Zeit 
stumm war (311. und "\^'b. lassen es bekanntlich oft ungeschrieben), 
so kann es nicht auffallen, dafs mehrere vokalisch anlautende 
Wörter in unaspirierter Stellung ein falsches f- angenommen 
haben. Sehr gewöhnlich sind im heutigen (Munster-) Irischen: 
faura 'Augenbraue ', fai^b 'Auswuchs', fail' 'Felsen', /«iV/ies 
'Nachricht', fan)>' 'ich warte', fäs 'wachsen', f'ág 'Zeitraum', 
f'iaru'i 'fi-agen', f'tdr 'Adler', a twgas dum 'in meiner Nähe', 
ffHtisög 'Esche', fusa 'leichter'.-) Seltener ist der Wegfall eines 
ui'spr. f-, doch vgl. die Wendung í'Jxih xif er 'einen zu etwas 
nötigen' (wie auch O'Leary, Seadna 26,21: cad a chuir fhia- 
chaibh air usw.). Im westlichen Kerry wird man hören sowohl 
f'eimdnds (feadhmannas) als eimanas : tä mo ualc a-'veimdnos und 
a neinaws nah 'er hat eine gute Stellung', is h'fä i"d är 
n-eimanest'i; cimatas uint'as (von etwas Brauch machen), wo die 
/"-Form nach Ausweis von ALaws fedm alt ist. Dinneens foghmos 
'Ehrfurcht' lautet auf Blasket ömüs. Ähnlich liegt die Sache 
beim Wechsel p : f; fn'amh 'Wurzel' wurde in Munster als 
aspirierte Form gefühlt und jrridv dazu neu gebildet; Munst. 
pl'ih'ln 'Brachvogel' (Doneg. j)ilipin), peil'dkän 'Schmetterling' 
heilsen anderswo auch filibtn, feidJdeacän. — Das aspirierte s 
hat bekanntlich im Irischen die Aussprache h. Bei der Be- 
handlung von Lehnwörtern auf h- läge es nahe, das h in 

') SchDn LL. C378a24) buimme = muhnme 'Amme'. Andere mir. Hand- 
schriften bieten mehrmals buide = muide 'modius"; baeth = maeth: bucaid 
= mvcaid (H. 3. 17). 

-) Ans dem Air. vgl. falsche /b -Verba wie do /uissim (*to-ud-sem-), do- 
fuarat (*di-tcd-reth) usw. 



386 CAKL MAESTRANDEE, 

iinaspirierter Stellung diircli s- zu ersetzen. So erklärt sich 

ir. sauk (seabliac) 'Habicht/ aus ags. hcafoc. Das in Highl. 

Soc. Diet, aufgeführte saidhc 'Heu' (spr. sei) beruht geradezu 
auf dem engl. hay. 



22. Ir. Mr it 'Sau'. 

0" Clery hirid A. oTiin A. niuc hlidrloUiis. Schon von Cormac 
richtig auf her kl 'gebiert' gezogen. Der Genetiv lautet birite 
(Triads of Ireland § 148: hiú birite, so das Buch von Ballyniote). 
Die Flexion ist die der i — ?c- Stämme. Dem ir. beirit entspricht 
somit skr. hharantl 'tragend' genau so wie iv. Brigit, skr. brhail 
und wohl auch mir. ethait 'Vogel' (Aided GulU §20, RC. XIV), 
skr. patunil 'fliegend'. In adjektivischer Funktion erscheint es 
in den Kompositen ambreit 'nicht gebärend, steril', Salt, na 
Kann 5372, Pass, and Homil. 4232 'unfruchtbar' (das amhrite 
des Glossars ist falsch), combrit 'schwanger', LL., Lisni. (s. 
Meyers Contrib.). 

28. Gall. Berbera, ir. Berha, ir. Bir. 

Die alte Form des Flufsnamens ßlhre (Nebenllufs von 
Loire) ist Ikrhera. Dazu gehört das latinisierte Adjektiv (ad 
vicum) Berberensim (. . . veniens) bei Greg. Tur. vit. patr. 13, 1. 
Eine verschiedene Stammform weist der Flufsuame Berberis auf 
Greg. Tur. virt. Mart. 1, 36: trans Bcrbercm fluvium. Bei Holder, 
Altkeit, Sprachschatz 401, wird Birbera in Bcrb-cra zerteilt; 
über den Ursprung dieses vermutlichen btrh wird aber nichts 
gesagt.. 

Ich meine, wir haben im gall. Berberä-, -n- eine redupli- 
zierte Bildung der Wrz. Iher- 'in unruhiger Bewegung sein', 
die zur Zeit der Gemeinsprache besonders vom strömenden, 
wallenden Wasser verwendet wurde.') Die Reduplikation ist 
eben bei einer Wurzel solcher Bedeutung an ihrem rechten 
Platze. — Neben bhcr- steht bekanntlicii ein erweitertes bhcreit-, 
das im Keltischen wie im Lateinischen viel verbreiteter scheint 
als hher-, und worauf ich aus dem Irischen die beiden folgenden 
Flufsnamen beziehen möchte: Berba d.h. Bearbha 'Barrow' mit 

') Lat. fretiui 'Walhiug, Strünumg des Meeres", /cnro 'siede, walle' 
: ir. brenn im iii Komposita 'fliefse', berbaim 'siede'. 



HIBERKICA. 387 

demselben bh aus u wie hcrhhaim, und das in der 'l'äin B6 
Cualnge 4226 als einen der Heilungsflüsse Cucliulinns erwälmte 
Bir. Vgl. von Seite der Bedeutung den ebendaselbst 4222 er- 
scheinenden Flufsnamen Bede = nir. hiodhg 'leai», bound, dash, 
a start". Formell gesehen ist Bir dasselbe Wort wie das bei 
den Grammatikern erwähnte hir 'strömendes Wasser, Quelle', i) 
ein alter ?<- Stamm *i)er«-, dessen Genetiv ALaws 1, 130,3 (ar liiuu 
in bera) vorliegt. Aulser in Berbera steckt die kürzere Wurzel 
hher- auch in dem bis an unsere Tage als o- Stamm unverändert 
gebliebenen tobar, aii'. topur 'Quelle', das sich angemessen aus 
vorkelt. *to-od-bhcro- herleiten läfst. Das Wort ist im Air. wie 
im Nif. als iobr ausgesprochen gewesen; das u der SchlurssUbe 
wird ein in unbetonter Stellung in der Nachbarschaft von b und 
/• entstandenes labiales 9 bezeichnen. 

24. Ir. hTTithTin, ir. hlTithnat. 

üiuueen gibt folgende Bedeutungen für das nir. hläthän: 
' a small flower, a bud ; a fiy, as salmon fi'y, a kind of i-ockfish '. 
Hier liegen zwei etymologisch verschiedene Wörter vor; denn 
bläthän ' Meergrunsel ' mufs von bläihän 'Knospe' usw. ver- 
schieden sein. Ein hervortretendes Kennzeichen der Meergrunsel 
bilden ihre gelben Brustflossen, und darauf bezieht sich, wie ich 
glaube, die Benennung bläthün,-) die in irgend einer Weise mit 
dem aus O'Davoren (Three oldir. gloss. S. 56 bzw. 61) bekannten 
Adjektiven biä und bJaith .i. buidhe^) zusammenzuhängen scheint. 
Wenn bläthän aus dem Desmond -Irischen stammt, wäre das 



') Connac bir .i. tipra no sruth, O'Clery b. A. iiobra no tobar, b- .i. 
tiisge. Dies bir scheint sehr früh aus der lebendigen Sprache verschA\'Uuden. 
Am längsten hielt es sich in Pflauzennamen wie bior-chopüg, bior-railhi- 
neach u. s. w. und in der adj. Ableitung mir. birda 'wässerig' (Ir. Teste Ell, 89, 
32: Berba birda), dem im Xeuirischeu biorra zu entsprechen scheint. Es ist 
behauptet worden, dafs auch nichtpalatales -rdh- sich im Nir. überall zu -ri- 
entwickelt habe. Das hält nicht Stich. Ich kenne z. B. aus der Blasket- 
mundart keinen einzigen Fall, wo das adjektivische -dha mit einem voraus- 
gehenden -»•- zu -rH- gefuhrt habe. Dagegen heilst das Äquivalent des 
miiinteida in Fled Brier, im heutigen Blasketirischeu (wie in Donegal) «i«i;i- 
t'ird mit verschollenem dh. Darauf komme ich anderswo zurück. 

-) Wie auch norw. smürbuiing (zu biding vgl. nd. 6iííf 'klumpig', nd. 
Butti, Steitibutt). 

^) Was Stokes, Archiv f. celt. Lexicogr. 11, 24S über bläith sagt, über- 
zeugt nicht. Die Bedeutung 'Stickerei' ist ja bei bläthe gar nicht belegt. 



388 CAKL MARSTKANDEE, 

niclitpalatale -ulh- durch die Eigentümlichkeit dieser Mundart 
zu erklären, zufolge der caith als Ää'«, flaiihis als fluJias und da 
fhicltead als dali3d ausgesprochen werden. Es ist mir aber un- 
bekannt, wo Dinneen das Wort gefunden hat. und ob es über- 
haupt noch in Gebrauch ist. 

Zu derselben Wurzel wie hin, hläith geliört zweifelsohne auch 
das in Donegal noch vorhandene (bei Dinneen nicht verzeichnete) 
hlán3d {*bJäthnad). Die Donegalaussprache setzt niclitpalatales 
-ihn- voraus i) (denn aus '*hlálthnct wäre wolil Doneg. *hlatridd 
entstanden). Deshalb bleibt zweifelhaft, ob Udtlmut direkt von 
hJaith oder aber (zugleich mit bläüiän?) von einem unbelegten 
*hlalh abgeleitet ist (wie clethnat von cleth, pócnat von ^jo'c, 
breccnat von brecc usw.). In Fällen, wo vor einem nichtpalatalen 
Konsonanten ein palataler Vokal ausgestofsen war, ergab sich 
regelniäfsig eine palatale Konsonantengruppe. Bei Formen wie 
bldümat und cetnat (zu cit) handelt es sich vielleicht um ana- 
logische Restitution der normalen Suffixgestalt -nut (s. die Bei- 
spiele unten). 

In mehi-eren alten Handschriften ei'scheint ein mit Mätlmat 
'Wiesel' völlig übereinstimmendes weibliches Nomen Propr. 
Bldthnat, s. den Koumientar zum Hymnus des Broccán, Thesaurus 
II, 384, weiteres bei Meyer, Contributions 226. Wie Beccnat 
zu Bece, Ercnat zu Erc, so scheint auch Bldthnat zum Nom. 
Propr. BJdth (Gen. Bldtha LL. 329 e) zu gehören. Falls dies 
letztere mit dem Nom. Propr. Bid (= bid 'gelb', lat. Flärus) 
in etj-mologisehem Zusainmenhange steht, so wird bldthnat als 
Tier- und Frauenname ein und dasselbe Wort sein. Gehört es 
dagegen zu ''"blä- 'blühen' (vgl. den lat. Nom. rvo\n: Flönts), so 
hat blathnut 'Wiesel' mit dem Frauennamen gewifs nichts zu 
schaffen. 

Bezüglich der Bedeutung ist auf germ. *e//«- '^^"iese^ zu 
verweisen, über dessen Zusammenliang mit *clwa- s. Falk und 
Torp üdcr. Der Iltis ist gelbweifs und der Baummarder be- 
sonders an seinen gelbgrauen Haaren zwischen den Deckhaaren 
und einen grofsen gelben Kehlflecken kennbar. 

Von den vielen Deminutiven auf -nat sind m. W. nur zwei 
im jetzigen Irischen erhalten, nämlich aufser blathnad Doueg. 



') Dazu stimmt die alte Form bldthnat Ambra Cohiim Cille: nes iarum 
is aitim don pcst re nabarthar bldihnait (->iai Egert.) H. 3. 18 c. 1335. 



HIBEENICA. 389 

dedntad 'FMV = AL. V. 276, 5 deargnad(aib). Dem letzteren 
entspricht hi Munster d'ráuh'íid'a (auch d'raiwk'ud'o). zum Plur. 
d'niuk'^id'i nach dem Muster der /o- Stämme neu gebildet, — 
indem der zwischen r und g entwickelte Gleitlaut durch Ver- 
schiebung des Akzents silbentragend wurde und das « vor dem 
g des Stammwortes vorgeschhigen. Zur Verliilrtung des g vgl. 
Blask. d'fük PI. d'iühoca (und d'auuh)x^ ' Keil ' ^= ding Diuneen. 
Sonst ist dies Deminutivsuffix von -7m-, -og völlig zui-ückge- 
dräugt. 1) 

25. Ir. bleitJieach. 

Der Eotbart (ir. bleiiheach, b. dearg) zeichnet sich durch 
seine prachtvoll schimmernden Farben aus. So nannten ihn die 
Römer midlus ' den rötlich Schimmernden ' — und es ist bekannt, 
was von ihnen erzählt wird, dafs sie ihn lebend ins Speise- 
zimmer brachten um sich an dem prächtigen Farbenspiel beim 
Absterben zu ergötzen, bevor er für die Tafel zubereitet wurde. 
Der mullus barbatus ist karminrot, uuterseits silbern schillernd, 
an den Flossen gelb, die Streifenbarbe (m. surmuletus) blalsrot 
mit mehreren goldenen Längsstreifen und roten Flossen. Beide 
Arten leben aulser im Mittelmeer im Atlantischen Ozean, wo 
der Eotbart bis nach England geht, die Streifenbarbe sogar bis 
zui' Ostsee. 

Im ir. blcifheach sehe ich die /.o- Erweiterung des germ. 
*bleiln- ' strahlend, hell ' : got. bhi])s, ahd. blidi ' gnädig, freundlich ', 
as. blJ])i 'hell, strahlend', anorw. bJidr (von schönem Wetter). 
BUitheach ist vorkeltisches *blädti-lio- und wäre im anorw. 



') Anhangsweise verzeichne ich hier aus dem Alt- und Mittelirischen 
Demiuutivhildungen auf -nat (-nait). Air. aus Sg. altöirnat, hronnat. columnat, 
clethnat, gligernat, lemnat, Senat, öthatnat, piicnat, siurnat, talaiunat, tunnat. 
Mit -«ef: fochricuet, nngainet. Mir. Becnait (Mac Cgi.), bönat (Contrib.), 
bothnait (LL. 268 a 17), breccnat (Salt, na Rann: cuili biasta brecnata 3934, 
nach Stokes 'locust' (ganz willkürlich, zu hrecc 'scheckig'), broccnat, 
Buadnat (Contr.), cetnait (O'Davoieu), ciarnat, cindnit, cöimnat (Contr.), 
colmuat (LL. 308 b), dathnait (0' Davoren), Dámnat, Datlmat, Delbnat, Dicnait, 
Didnat (alle ans LL.), Desnat, Dianait (Contr.), Ercnait, Gartnat : Garnait 
(Ann. of Ulster, Ir. Nenn.), gothnat (O'Clery, TBC), mátharnait LU. 105 b 30. 
Dopptltes demin. Suffix: fraccnatän (LL. 252 a 3), Num. Propr. Fem. wie Baub- 
uatän (Contr.), Corpnatäu (LL. 314 a 59), vgl. noch Dindnatach Korn. Propr. 
Mask. LL. — Das ?i des Sutfiies rührt wohl von den M-Stämmen her (n-ijtä-). 



390 CAEL MAB8TBANDEE, 

*bhdigr; die Ableitung') ist als eine ganz gewolinlicbe keiner 
Erklärung bedürftig. Nur Fai-be bezeichnend ist germ. *blaita-, 
ags. llät 'bleich', vgl. asl. hli'ch, etc. Von einer Parallelwurzel 
germ. *bWiio- sind ausgegangen die Fiscbnamen norw. dial. hleiJcja 
'Wittling, Albe', a.M.hlcih]ia 'Albe'. Die kürzere Wurzel *WiZei- 
iinden Falk und Torp (Appendix bly) im germ. Bleinamen *bl~i-iva- 
wieder. Dem Keltischen war bisher keine Wrz. *bMei-{t) zu- 
o-eschriebeu. 



2(i. Die Wrz. {/ar-, (/erb-, 

kreb-, kor-, krök-, kroks- (Í) in neiiirischon Vogel- und 

Tiernamen. Skr. kakara-, caköra, cätra-, 

1. Gairg, gairg-éan, gairy-fJiiacJi, gairgeach, gairgre sind 
die Namen der Scharbe im Neuirischen. Im älteren Irischen 
bin ich keinem von ihnen begegnet — betrachte sie aber immer- 
hin als altererbte echt irische "Wörter. P.O' Council denkt an 
Entstehung aus fairrgre, fairrg-éan (s. Dinneen); allein die Auf- 
fassung, dafs gairgre mit der Bedeutung 'Seevogel' aus f- um- 
gestaltet sei, ist durchaus sinnlos und braucht keine besondere 
'\\'iderlegung. — Die AVörter gehören sämtlich mit der ursprüng- 
lichen Bedeutung 'schreiender Vogel' (wie auorw. slarfr 'Scharbe' 
: norw. dial, slarra vom Naturlaut des Schneehuhns und des 
Auerhahns) zur idg. Wrz. gar- 'schreien', wozu norw. dial. 
kar[r]a ' girren, gackeln ' (bes. von dem Schneehuhn) nach Bugge, 
Bezz. III, 104.'^) Das g von gairg gehört wohl zur Wurzel 
wegen skr. garjati, mnd. JcraJccn. Älteste Stammform wohl *gargl; 
eine neuirische Pluralendung -{e)aclia (gairgcacha) braucht be- 
kanntlich nicht einen alten Ä-Stamm vorauszusetzen. — Mit 
dem reduplizierten gairgre ist im Besonderen das redupl. skr. 
gargara- 'ein Musikinstrument' zu vergleichen. Die Bedeutungen 
verhalten sich zu einander etwa wie skr. Icarlcara- 'Rebhuhn' 
zu Icarlcart- 'ein best. Musikinstrument'. Das g von gargara- 
weist auf idg. a hin; dafs es auf *gorgoro- zurückgehe, will 
mir gar nicht einleuchten. Bei der Wrz. gcr- 'schreien' ist 



') Vgl. fcithcack zu feith und gall. Namen wie Lwictts (eig. 'stialileud', 
ßeiiianie Apollos), *moricvs in Aremorici, lielinicos, Itiiticos usw. 

'■') Für das Keltische genügt es auf bret. yaran 'Kiauicli", ir. gCiir 
'Schrei', gar- 'schreien' (z. B. vom Kraniche) zu verweisen. 



mBEENICA. 391 

die o-Stufe nämlich niclit beliebt, — wenn überliaui)t er- 
weislich. •) 

Hinsichtlich der Eeduplikation erinnert gar-garo- als Vogel- 
name besonders an das schon erwähnte skr. Icarkara- 'Rebhuhn' 
(mit a aus o nach Ausweis des Vogelnamens gr. xo'oxopoc). 
Was das aus der Vajasanej-i-Sainhitä geholte nalcara- 'ein best. 
Vogel' in Uhlenbecks Ai. Et. WB. betrifft, so dürfte es einfach 
aus l-ar];ara- mundartlich dissimiliert sein. Eine derartige Dissi- 
milation würde im Skr. gewifs nicht ohne Seitenstück sein. 
Ich möchte z. B. skr. caköra- 'eine Hühnerart, perdix rufa' am 
liebsten mit dem gr. Vogelnamen y.i:oxov()lc vergleichen unter 
Annahme einer gemeinsamen Grundform *kerlcouro-, -?-,-) und 
das dunkle skr. cätra- ' Spindel ' auf Irmtii ' dreht, spinnt ' (Abstr. 
lariana-), citati beziehen, Grdf. *]certlo- (ir. certle 'Knäuel'). 
Die doppelte Quantität könnte auf mittelindischen Einflufs 
deuten. Hinsichtlich der Dissimilation stimmt endlich mit lahara- 
vöUig überein Jcalura 'gesprenkelt' aus larbara- (so schon ühlen- 
beck). 

Redupliziert sind auch die irischen Vogelnamen giugrann 
(c}"mr. guyrain). gcgda (acorn. giiit), und vielleicht auch ilar aus 
*tnir (cj'mr. eryr). 

2. greabhög heilst 'Möwe' in Connaught. Das voraus zu 
setzende *greahh ist aus kelt. *griho- hervorgegangen und weist 
mit altnorw. lcor2)r 'Raben' auf keltogerm. *grho- 'schreiender 
Vogel' hin. Die Möwen haben im allgemeinen nach ihrem 
Naturlaute den Namen bekommen. So gr. Xagoc, lat. gävia,^) 



') Umgekehrt idg. kor- (niclit her-) vom Krächzen gewisser Vögel. Auf 
die ganze Frage nach der Verteilung der e- und o- Stufe ist später zurück- 
zukommen. 

') Dann ist -ovqií von oi'pä ' Schwanz ' (aus *ors\iä-) zu trennen. Dafs 
ovQu doch in griech. Tier- und Vogelnamen auftritt, geht aus oxtovQoi; 
'Eichhörnchen' {oxi = ki 'bewegen'? — anders über das Wort Piellwitz') 
— xD.i.ovQOQ 'Bachstelze' hervor. Es wäre doch zu sonderbar, wenn jenes 
-ovQoc eben bei diesen beiden durch ihren Schwanz gekennzeichneten Tieren 
nur scheinbar an ovqÚ erinnern sollten. Einen Ausgang -Orn- zeigen noch 
skr. ki'süra- 'füllen', kakköla- ein PÜanzenname, patola- eine Gurkenart (zu 
patH-), picciiOrä 'Flöte' u. m. Vgl. -Sra-. 

') gävia mit Walde als eine Umgestaltung eines gr. xava§ 'Mövenart' 
zu erklären, halte ich für unrichtig. Im Slavischen und Germanischen gehören 
zur Wrz. gu- 'schreien' mehrere Vogel (llöven-)namen. So kleinruss. gava 
'lúahe', norw. kaie, kaa 'Dohle" und isl. kjüi 'Raubmove', faröisch kjove. 



392 GAEL MAESTEANDEE, 

norw. dial. Icrytja zum gr. y.QVL,(o = altnorw. Icryfja 'murren' 
und aus dem irischen faoileann, falls mit bret. goela ff ' weinen, 
jammern ' verwandt (Fick II, 285). 

Aus Mayo erwähnt Dinneen ein gurög 'kleine Seemüwe mit 
schwarzem Kopfe und weifsem Körper '. Dies mufs von gcabhrög 
getrennt werden. Ich vermute, dafs Dinneen das Wort aus 
einem lokalen Wörterverzeichnisse escerpiert hat , >) wo u (nach 
englischem Muster) eine Aussprache iu wiederzugeben gemeint 
ist; dies fjxuyög wäre seines etymologischen Ursprunges gemäfs 
giughrug zu schreiben; vgl. air. giugrann "Anas bernicla' (wäre 
Munster *tjmrn). Eine Ableitung liegt in dem giuirneach 'bar- 
nacle' der Aranmundart vor. 

3. Das Wort creabhar verwendet das Neuirische haupt- 
sächlich in zwei Bedeutungen. In der Mundart von Blasket (wo 
es lifau^r ausgesprochen wird) meint es 'Waldschnepfe', im 
östlicheren Irischen dagegen 'Viehbremse'. Letztere Bedeutung 
scheint im älteren Irischen die gewöhnlichere. So Vis. Mac Cgi., 
Book of Ballym. (Ir. Texte III, 91, 12; 104,3), Book of Lis- 
more usw., s. Meyers Contributions 507. In den Ir. Glossen, ei 
Stokes 204 wird lucifugla durch creabhar glossiert. Das im 
heutigen Connaught- Irischen gebräuchliche creabhar caech ent- 
spricht von Seite der Bedeutung Blask. creabhar, formell scheint 
es aber die Vorstufe des Blask. kl'áu{^)r-hHx 'Rebhuhn', 
das zweifelsohne aus kfau^r-hi-ex dissimiliert ist;-) das an- 
gehängte cacch förderte die Dissimilation. — Die starke Be- 
deutungsdifferenz von 'Waldschnepfe : Schleiereule : Rebhuhn 
: Bremse' darf uns nicht davon abschrecken, dem Worte einen 
einheitlichen Ursprung zuzusprechen. Bedeutet doch ir. earc so- 
woiil Lachs, Forelle' als '^^'espe, Bremse, Eidechse'. Wälirend 

') Dinueens Wörterbuch ist iiiimlicli in einer eigeutümliclien Weise ent- 
standen. Von den verschiedensten Landesteilen sind lokale Wörterverzeichnisse 
Ton oft zweifelhaftem Werte dem Herausgeher zugeschickt worden. Ich hatte 
voriges Jahr die (Gelegenheit, ein derartiges Verzeichnis vom westlichsten 
Kerry durchzusehen und mich persönlich von der irrigen unwissenschaftlichen 
Wiedergebung zu überzeugen. Mit seinen umfassenden Kenntnissen im Xeu- 
irischeu hat Dinneen im allgemeinen mit kundiger Hand die eingeschickten 
Listen gereinigt. Allein in der Weise ein Wörterbuch zusammenzuwerfen — 
ohne über die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter Qewifsheit zu haben — darf 
mit Recht getadelt werden. 

') Die Lexikographen erwähnen kein dcabhar. 



HIBERNICA. 393 

dieses auf eine urspr. Bedeutung 'gesprenkeltes Tier' zurück- 
führt, erklären sich die Bedeutungen von creabhar zwanglos von 
der allgemeineren Bedeutung 'knurrendes, bnmimeudes Tier' 
aus.i) Denigemäfs wird creabhar aus *kreh-ro- herzuleiten sein. 
Vgl. *{s)hrep- im lat. crepo 'krache, knattere', altnorw. hrafn 
'Raben', sharfr 'Scharbe'; mit demselben h wie creabhar und 
mit Vorschub von s: altnorw. slcrap 'rasseln, prasseln' {oräa-s 
'laute Prahlerei'), nmv!. sh-apa 'knarren', sAra/je 'Sturmtaucher', 
skreppa von den Naturlauten gewisser Tiere, litt. Jcreh'zdh 
' rascheln '. 

In seiner Ausgabe von Aisl. Mac Cgi. (S. 170) bringt Meyer 
(wie später Macbain S. 95) ir. creabhar mit kymr. creyr 'Reiher, 
Bremse' zusammen, was sprachlich unmöglicli scheint. Wörter 
wie kymr. gafr (ir. gabhar), dwfr (ir. dobhar), niefl (ir. meabhal), 
llafar (ir. lablira). llwfr (ir. labhar) erweisen, dafs ir. creabhar im 
Kymrischen *crefr hätte lauten müssen. — Dagegen nehme ich 
(wie Stokes, Sprachsch. 98) für kymr. creyr und die Nebenform 
creydd Verwandtschaft mit lit. ssirszh 'Wespe', lett. sirsis 'Horniis' 
an. Mit diesen ^^'örtern gehört auch das irische cearnabhän 
'Hornifs' zusammen,-) mir aus der Bibelübersetzung (Josua 24, 12) 
bekannt. Mit dem cerndubhdn bei Cormac (Trausl. 81) möchte 
ich es nicht verbinden; iu alltäglicher Rede könnte freilich aus 
cerndubhdn ein certiabhän (spr. *karnduän) entstanden sein; allein 
die Bedeutung 'ein ge^sässes Seetier', die aus der erwähnten 
Stelle bei Cormac hervorgeht (. . . iarsindi bis fo thuind amail 
in cerndubhan) läfst sich mit derjenigen von 'Hornifs' kaum 
vereinigen. Vielmehr scheint mir cearnabhän phonetisch für 
cearnbhän geschileben. Es wird mittels tierbezeichnendem -bho- 
von dem im bret. kern 'Scheitel' {Je. arpenn, Le Gonidec 191), 
cymr. cer« 'mala' vorliegenden kelt..*/ierMä- (-o-) abgeleitet sein. 
Im Gälischen scheint für dies *kcrno- eine Bedeutung 'Horn' 
vorausgesetzt werden zu müssen, weil die Grundbedeutung von 
cearnabhän ebenso wie die des lat. cräbro, alid. horniiz, lit. 
szirszü gewils 'gehörntes Tier' ist. Die Bedeutung 'Scheitel, Kopf 
ist einst auch im Gälischen vorhanden gewesen, falls cerndubhan 
— was gut möglich ist — mit •Schwarzkopf' zu übersetzen ist 



') Die Eebhühner geben in der Begattnngszeit einen sonderbaren 
knurrenden Ton von sich. 

«) Vgl. ilacbain S. 69. 

Zeitachrift f. celt. Philologie VII. 26 



394 CABL MAUSTEANDEB. 

(vgl. die Fischnamen ceanndearg, ceannduhh). Zur Doppel- 
bedeutung 'Horu, Kopf (Scheitel)' bei demselben "Worte vgl. gr. 

Dem irischen cearnahhän kommt besonders nahe skr. Sarahlia- 
'ein bestimmtes Tier'. Man hat dies AYort zum gr. xlrjatfog 
'Fuchs' stellen wollen. Erwägt man aber, daXs sarabha- an 
mehreren Stellen ausdrücklich dem Hii'schgesclilecht zugezählt 
wii'd, so kann man sich ruhig für die Verbindung mit cearnabhan 
entscheiden. Dieses geht auf *kenio-bho-, jenes auf *kern-hho- 
zurück. Das -bho ist in sarabha- an die schwächste Stammform 
getreten, genau so wie im gr. i/.acfoi 'Hirsch' aus *el)>-bJio-. 
Wie wenig sich über das Nebeneinander der Bed. 'Hii-sch' und 
'Horuis' zu verwundern ist, erweist gr. xtrjaoTija aufs Klarste: 
bei Sophokles als Adj. = xíqccoc/ óqoj gebraucht, verwendet es 
Eui'ipides in der Bedeutung '^Yidder', Theophr. = 'Käfer' und 
Nicander = ' Hornschlange '. 

In dieser Verbindung mache ich zuletzt auf das formell 
ähnliche cornabhän 'Käfer' aufmerksam. Die Übereinstimmung 
mit ski\ Jcanabha- 'Stechfliege' ist zufällig; denn dafs cornabhän 
wie cearnabhan und gr. xtnaiißc^, xíqí'íódj^ (beide = 'Käfer') 
urspr. 'Hornträger' bedeutet und zu com gehört, lälst keinen 
Zweifel übrig. 

4. Ir. cóirneach 'Seeadler, Vogel aus dem Krähengeschlechte' 
gehört zur Schallwrz. Aw- 'krächzen'. Es ist mit cojt 'Kranich, 
Eeiher' zweifelsohne wiu'zel verwandt, wird aber davon nicht ab- 
geleitet sein. Vielmehr ist cóirneach aus *lcor-n'ih-o- enstanden 
und mit dem synouj-m. lat. cornic- vergleichbar. Der lange 
Vokal ist kaum lu-sprünglich , sondern sekundär vor rn ent- 
standen, vgl. Blask. d'ántd = mir. derna 'die flache Hand', 
f'ärn3 (Gen. zum Nom. fearn 'Erle') = mir. ferna, b'iirn» 
'Öffnung in einem Steinwalle' = mir. berna, iürtiB 'Rocken' 
(daneben turn), ürnn 'Gebet' = irnigde, Déise kah't 'Haufe' 
PI. lürilB. — Zum erweiterten krok- gehört cräin (Stokes, 
Sprachsch. 96), dessen ältester Genitiv cränach ') auf eine Stamm- 



>) So noch im Neuirischen. Im Blasket-Irischen steht neben PI. kran^xs 
auch kränti, das im ganzen West- und Südirischeu verbreitet scheint, ohne 
aber von Dinneen aufgeführt zu werden. Man beachte, dals der Dentalstamm 
schon Leabh, na gCeart (S. 190, 3) vorkommt (Geu. cranadh). 



HIBERNICA. 395 

form *kröhiik- hinweist, vgl. bezüglich des Suffix die lat. Vogel- 
namen com'ic-, coturmc: 

5. Ir. crommän ' Krähe, Weihe ' (Dinneen) enthält nicht die 
im skr. haksaniäna-, -kraJcsa- 'knarrend' vorliegende Schalhvrz. 
kroks-, sondern gehört einfach zu cromm 'krumm, gebogen'. Der 
Name bezieht sich auf die kräftigen, krummen Ki-allen und den 
gebogenen (bei der Weihe iu einem grol'sen Haken schliefsenden) 
Schnabel beider Vögel. Die Weihe ist überdies durch ihren 
stark gekrümmten Kücken besonders gekennzeichnet. In ähnlicher 
Weise gehört das altnorw. kritmmi, krunm 'Haben' (norw. dial. 
Icrump ds.) zum d. krumm. Schott, fang 'Raben, Geier' könnte 
zugleich mit skr. vanjula- 'ein best. Vogel' (der wegen seines 
harten Schnabels gerühmt wird), 'Name versch. Pflanzen' auf 
*uang- 'krümmen' (worüber Uhlenb., Aisl. "\^'b.) beruhen. Das 
bleibt aber aus mehreren Gründen ganz zweifelhaft. 

27. Ir. gahhlan. 

g. gainmhe 'a sand martin', g. gaoithe 'a kind of swallow', 
Dinneen. Zu gahhal 'gabal', nach seinem langen gespaltenen 
Schwanz. Vgl. norw. srde, isl. (haßsrda 'Tölpel' zum altnorw. 
süla 'gespaltener Stock, gabelförmiger Eahmen', s. Falk und 
Torp sah. — 'Schwalbe' bedeutet auch hruilin (Connaught), 
augenscheinlich ein onomatopoietisches Wort wie gr. ßQvV.tiv 
vom Eufen kleiner Kinder. 

28. Ir. camnióg, ir. faoch. 

Der idg. Adj. *kamho-s gehurt zu den wenigen Wörtern, 
die uns auch aus dem Altgallischen gut bekannt sind, — wo es 
in Ortsnamen, besonders in Flufsnamen, ungemein häufig ist. 
Hier hat es dieselbe Bedeutung wie ir. cass und camm. Den 
Flufsnamen gall. Camhus, Camhio entspricht von Seite der Be- 
deutung genau der Flufsn. ir. Cais (ZCP. III, 4tj3), vgl. cas 'ge- 
bogen, gekrümmt', — das altgall. *kambro-dubrä (Greg. Tur. 
Camhidobrensis , wäre ir. *cam-dolhar) erinnert besonders an ir. 
cam-link'ch, das Epitheton eines Flusses im Book of Leinster. 
Im Mir. wird das Abstr. cammas im besonderen von einer Flufs- 
winriung gebraucht. 

Von diesem camm liegen im Neuir. mehrere Ableitungen 
vor mit der Bedeutung 'etwas Schiefes oder Gebogenes'. So 

26' 



396 CAKL MAKSTRANDER. 

bedeutet Blask. Jcoman (= LL. caman) das gebogene Ballholz 
(vgl. gall, camhuia- Krumnistab), das Subst. cammög 'Biegung, 
Windung, jedes Gebogene, Spange (wie cassän zu cass)' und 
aufserdem noch 'die konkave Seite einer Kammniuscbel, eine 
Art von Strand- oder Meersclinecke ". Hieraus ergibt sich 
deutlich die Zugehörigkeit von skr. Jcanihu- ' (zweischalige) 
Muschel'. Die Nebenform sambu- wird schwerlich altes k ent- 
halten, sondern durch Verquickung mit dem S3-nonymen Sankha- 
aus kamhu- entstellt sein. 

Die Bedeutungsentwicklung 'Windung (Gewundenes) : Muschel, 
Schnecke' ist auch sonst nachweisbar. Ich brauche nur auf litt. 
hraulde 'Meerschnecke' zu verweisen, welches sich zum skr. 
kruncati stellt, und auf ags. winde 'Muschel', dän. vinkel 
'Schneckenhaus', ags. ivindelsiän ds., schwed. vindel 'der spiral- 
förmige Teil des Schneckenhauses ' (wie gr. í/.f^, L/.ly.)j). Ähnlich 
liegt die Sache beim ir. faoch 'Strandschnecke'. In Co. Kerry 
scheint dies Wort verloren, auf Aran wird faoclia (PL -ain) und 
faochög gesagt, in Doneg. faocJwg, sonst nach Diuneen auch 
faoch und faoscög. Es kommt für unseren etymologischen Zweck 
zunächst die Frage nach dem Ursprung des ao in Betracht. 
Die älteste Belegstelle ist, soviel ich weifs, Ir. Gloss. 188, 194 
von ungefähr 1500. Das hier au beiden Stellen auftretende 
faechog entscheidet aber nichts über den Diphthong, da ae und 
oe in jenen späten Glossen denselben Laut vertreten — kann 
also ebenso gut air. de wie de enthalten. Es übersetzt das lat 
concha, coquilla, bezieht sich also ur.sprünglich auf die Schale 
wie cammög nicht wie lat. Imiax auf die Schnecke ohne Schale. 
Ich führe faoch auf *mikä- {*mikön-) zurück und stelle es zur 
idg. Wrz. *uik- ' drehen, winden ' : lett. ulkt ' sich biegen ', ulkne 
'Ranke', lat. vicia 'Wicke', vincio 'winde um, binde', vgl. *m>g- 
im norw. veihr 'biegsam, geschmeidig'. In formeller Hinsicht 
stimmt mit faoch genau überein ags. wäg, afries. tväch 'Wand' 
aus *uoiko- ('das Winden, das Gewundene'). Das erweiterte 
faoscög enthält dasselbe sk wie skr. vüska- 'Schlinge'. 

2i>. Ir. claghaire. 

In Peter O'Connell's Jlanuscript Irish-English Dictionary 
erscheint ein claghaire 'a fish after shedding its spawn'. Dies 
Wort sollte seiner Etymologie nach richtig mit dh geschrieben 



HIBEKNICA. 397 

werden, denn es ist i^ewifs mit dem LL. 29b30 vorkommenden 
clmlaiic 'a digger, a dykemaker' identisch. Dies erweist zur 
Evidenz kjTiir. dadd 'a pool where fish slied : digging', claddfa 
ds., claddu • to dig a pit, to deposit spawn '. — Das Bedeutungs- 
verhältnis ist klar. 

30. Ir. crinniKiol. 

Im uir. crin-mlüol "Wanze, Holzlaus, Motte' hat sich ein 
einziges Überbleibsel des seltenen mir. crin 'trockenes Holz' er- 
halten. Sonst ist dies Wort überall durch das KoUektivum 
crwnach ersetzt worden. 

31. Ir. crohhang. 

Crohhang, -aing 'the quautites that may be grasped or 
held in the hand (of nuts or small fi-iiit); a bunch, a cluster', 
Dinneen. Ob das Wort noch in irischen Dialekten fortlebt, ist 
mil' unbekannt. Im Blasket-Irischen ist es Jedenfalls verschollen, 
man sagt an Stelle davon lan a chruibh, l. a dlmirn. Fürs 
Mitteiirische s. Meyers Contr. 523 mit mehreren Belegen aus LL. 

Dafs wir es in crohhang zunächst mit croWi 'Hand' zu tun 
haben, scheint mir einleuchtend. Das schlief sende -ang aber 
wird nicht ableitend, sondern urspr. selbständiges Wort sein. 
Es dürfte sich einwandslos aus *angos- erklären und mit skr. 
anjali- verbinden. Dies wii'd besonders von den beiden als 
Zeichen der Ehrerbietung hohl aneinander gelegten Händen ver- 
wendet, bezeichnet in Verbindung mit salila-, töya- oder jala- 
die dem Verstorbenen dargebrachte Wasserspende von zwei 
Handvoll. Endlich ist es auch der Xame eines Hohlmafses (eig. 
was in den beiden Handhöhlungen gefafst werden kann, zwei 
Handvoll). Uhlenbeck geht Ai. Et. WB. m. E. richtig von der 
Bedeutung 'Höhlung' aus und vergleicht gr. äy/oa 'Eimer, 
Schale, Gefäfs' (dy/üor ds.). Damit düi-fte ir. -ang eigentlich 
identisch sein. Die Flexion Xom. -ang, Dat. -aing, wie sie Contr. 
a. a. 0. füi-s mir. gegeben wird, kann die eines neutralen s-Stammes 
sein, ebenso wie die vom nir. Xom. -ang, Gen. -ainge. Im nir. 
ist das Wort ins Feminin übergetreten, genau so wie der alte 
s-Stamm glan. Die Veranlassung dazu bildet die Überein- 
stimmung im Xom. Gen. . und Dat. Sg. zwischen den s- und 
ä-Stämmen. Der nir. Plur. -amgeaclia ist wie alle anderen 
sekundären Pluralbildungen auf -eacha zu beurteilen. 



398 CA KL MARSTRANDEK, 

32. Ir. luhhTin. 

Das nir. lubhän ') wird nicht in der allgemeineren Bedeutung 
'Lamm' verwendet, sondern bezieht sich immer auf ein fettes, 
wohlgenährtes Lämmchen, ein uan cotlmighthe. Das anzusetzende 
Huh{h)o- stimmt in bemerkenswerter ^Yeise mit dem (besonders 
aus dem nordischen belegten) germ. *h(h- überein, das vorzugs- 
weise von der gedeihlichen, ein wenig klumpigen Gestalt 
gebraucht wird. So dän. ?m?>, luhhc 'merlangus pollachius', norw. 
luhbe-fisJc, -torsk 'Fisch von abgestumpfter, abgerundeter Gestalt', 
altnorw. Itihha 'grolser Dorsch', norw. dial. Inbb 'rundlicher, 
voller Wuchs, besonders von Tieren ' (Ivar Aasen, Norsk Ordbog 
460). an vielen Orten = feistes Schaf, schwed. dial, litbha ' träges, 
klumpiges Weib', lubbig wie norw. liibben 'dick und klumpig, 
wohlgenährt' (Rietz, Ordb. ö. Svenska Allmogespr.). Zum germ. 
bb gegenüber ir. b vgl. germ, hiubb- : ir. gnub-, worüber s. oben. 
Das Grundwort (einfaches lub-) finden Falk und Torp I, 470 im 
ostfries. luf 'schlaff, abgespannt, matt, kraftlos' wieder. Die 
Grundbedeutung wäre 'schlaff niederhängen', woraus einerseits 
'klumpig, feist, von vollen Formen', andererseits, 'schwach, müde' 
von den kraftlos abgespannten Gliedern. Ob auch ir. lobhadh 
'Verwesung', lobhar 'schwach' hierher gehöre, lasse ich bis auf 
weiteres dahin gestellt. 

33. Ir. gnxitliüg. 

Gnäthöy 'a hare's lair; the couch of a wild beast, a place 
for hiding money etc' (Dinneen). Zu gnath 'gewohnt, gewöhnlich'. 
Zur Ableitung vgl. talamhög "Bieuennest in der Erde', cuansög, 
«iaswöi/. 'Bienennest', zur Bedeutung gv. /jDo^ 'Wohnung, Wohn- 
ort, Stall', eig. 'gewohnter Sitz'. 

34. Ir. fl. 

Cormac Transl. 79, O'Clery ft ./. olc, LL. 395a: fö ainm do 
mhaith ... ft ainm dulc is dhaimhriar. — Die Ansieht von 
Stokes, Bezz. 19, 76, dies Wort sei entweder mit dem Subst. fl 
'Gift' identisch oder aber ein Naturlaut wie vac, o'i, tveh, ist 
eben nicht einleuchtend. Es stellt sich viel besser zu ift- 
' drehen, vom rechten Wege abweichen' im lat. vi-timn 'Fehler, 



') O'Clery luhhain A. Itibdin. 



HIBERNICA. 399 

Last' (das dem as. invid. anorw. Ividjarn 'Bosheit' besonders 
nahe kommt), skr. uci- 'Yerfülirung, Trug' usw. Aus derselben 
■Wrz. kommt das synonyme ir. fiar 'gedreht, schief, quer, böse'. 
Urk. Sprachsch. 270 wird dies aus *imro- erklärt. Es fragt sich 
aber, ob nicht zwischen ir. ß : fiar dasselbe Verhältnis bestehe 
wie zwischen kymr. rydd (^priio-) : ii". riar (*priürä-). Dann 
wäre fiar ein durch ro erweitertes fl {*ißio-). 



35. Ir. credb. 

'Asnedfit ém' sagt Mac Conglinne (ed. Jleyer 93, 24) 'indrud 
mo chredha ocus a ndomgni mifii-ech mignimach', 'ich werde dir 
erzählen, was mich verzehrt und mutlos, untätig macht'. Ge- 
wöhnlicher als das hier erscheinende cvedh, dem ich sonst nicht 
begegnet bin, ist crcdhad (O'Mulconry 598) und die dazu ge- 
hörigen Verben credhaim, crcdhaigim, s. Meyers Contr. 510. Die 
Bedeutung ist teils eine sinnliche 'an etwas nagen, von etwas 
zehi-en, abnehmen, einschrumpfen, hinschwinden ', teils eine über- 
tragene 'zehren, nagen, peinigen': nls credhbha linn na tine . . . 
intör 7 intaii-ged 7 in liag lögmar 'weder Wasser noch Feuer 
zehrt das Gold und das Silber und den edlen Stein' 0' Davor., 
cain in eraud na creadba corp YBL. (Contr.). Eine Wi-lose 
Form weisen die Substantive crcdam (Denomin. dazu credmnigim) 
creimm 'das Nagen' auf. Während credb früh verloren ging, 
tritt creimm in einem so späten Texte wie Merrimans Cúirt 
Meadhöin Oidhche anf, und zwar in der übertragenen Bedeutung 
'nagen, Pein' (603), vgl. die Ableitung creimioch^) ib. 54 von 
einer verwitterten Stirn. Im heutigen Ii-ischen scheint keine 
Spur dieser Sippe vorhanden. 

Dies ir. credb ist auf vorkelt. *Jird]m- zurückzuführen und 
mit dem aus den Veden mehrfach belegten ski'. 7.Td/*M- 'verkürzt, 
verstümmelt, klein, mangelhaft' zu vergleichen. Das u von 
letzterem wird durcii den Superlativ l-radhista- (Komparativ kra- 
dhlyas-) als Suffix erwiesen, und die Doppelheit Inedh : hedlm 
ist somit den beiden Sprachzweigen eigen. Was das Bedeutungs- 
verhältnis betrifft, so hat idg. l:rdh die Bedeutung 'durch 
Scheeren oder Kratzen verkürzen ' gehabt und beruht im letzten 
Grunde auf leer- 'schneiden'. Scheeren und Kratzen sind Be- 



•) Lawlor S. 136 durch 'crippled' (verkrüppelt) übersetzt. 



400 CAKL MARSXnANDEH. 

griffe, clip, auf einer primitiven Kulturstufe natürlich ineinander 
übergehen. — Über andere Verwandte s. Uhlenbecks Ai. Et. Wb. 
(l-rdhusi). 

Das Mir. kennt auch ein Verb crinnim 'nage' (Stowe 
B. IV, 1, fol. 60b: buidline bran crinnfid cinn bur ccuradh 'ein 
Schwärm von Raben soll die Köpfe eurer Helden nagen'). Darin 
sehe ich ein Verb derselben Art wie skr. bliindUi, rundddhi 
(med. hhintté, runddhé) oder h-ntäti, Ihnpdti d. h. das n gehört 
zum Präsensstamme. Zu einem skr. *]n-ndddhi (med. *l;rnddhé) 
würde sich ir. crimiid so verhalten wie \AX.jtingit zu skr. yundldi 
oder eben aus dem irischen air. hong id zu skr. hhanükti. 



36. Lehnwörter im Irischen. 

1. Tr. ciwl. Es heifst in dem Cath Muighe Eath S.64, 14f. 
nach der Ausgabe 0' Donovans: Ba buidech tra inti Congal de 
sin ocus teit lueht tricha long co Bretnu, co riacht dun in rig. 
So liest aber nicht die beste Handschrift, das gelbe Buch von 
Lecan, dessen ciüil 0' Donovan (vermutlieh weil er es nicht 
verstand) durch das long der späteren Stowe- Mss. B. IV, 1 und 
23. K. 44 ersetzt hat — gewifs mit Unrecht. Denn ciúil 'Schiff' 
erscheint auch in Nennius' Hist. Brit. § 13 und sonderbarerweise 
mit deniselijen Zahlwort verbunden: Et postea veuerunt III filii 
cuiusdam militis Hispanici cum triginta ciulis apud illos. ') Ich 
sehe in diesem meines Wissens sonst nicht vorkommenden ciúil ^) 
ein Lehnwort aus dem altnord. kjoll 'Schiff, Fahrzeug' (ags. 
ctoT). Aus der Form cmil ergibt sich, dafs das ó des Altnorw. 
geschlossen war und das II des Altnorw. dem breiten l des 
Irischen, gegenüber als palatal empfunden wurde. Unter den 
irischen Lehnwörtern nehmen eben die der Schiffersprache einen 
hervortretenden Platz ein. Vgl. u. a. carbh und cnarr (Battle 
of Ventry 30: a cnairre 7 a cairpthi, altnorw. hierrir ok karfar), 
cocca Contrib. (vgl. eng. cock 'kleiner Nachen'), scod (altnorw. 



') Nach dem Zitat von Wiudisch, Erscli und Gnibers Encyklophdie 
35, 139 zitiert. 

') In The Gaelic Marco Polo (ed. Stokes, ZOP. I) dürfte das § 145 er- 
scheinende faensctiil, das 'schwache Schiffe' bedeuten uiufs, im letzten Gliede 
unser ciidl mit vorgeschlagenem « enthalten (vgl. sniding, altnorw. nidingr, 
starga \i. m.). IXis scheint mir jedenfalls wahrsclieinlicher als die unglückliche 
Heranziehung Stokes' von altnorw. »tei 'Schale'. 



HIBEKXICA. 401 

slnta, O'Clery scuä mit u) und die in Kerry noch vorliandenen 
lärc (mlat. barca, altnorw. harlci), coitc (spr. k"it'9; lat. cotta, 
altnorw. kati), had (gemeiniriscb). Ferner acaire 'Anker' (altnorw. 
akkcri, Meyer, ZCP. I, 357), accarsóit (Cath Muiglie Eáth 236, 20) 
= altnorw. ciMarsceti (s. Contr.; in Kerry wird jetzt acar- 
suidhe gesagt); lonn (altnorw. hlunnr), lipting 'der oberste Teil 
des Schiffspiegels ' (altnorw. hjpting, Bezz. 18, 123), O'Clery 
scib .i. long (altnorw. skip), mir. scöti 'die Schooten' (altnorw. 
skant), Schott, seis = altnorw. sessi, schott. stid = altnorw. súá 
(Macbain); nir. sfinir 'Steuerruder' (altnorw. sUjri ds.), iafta, 
tochta 'Ducht' (altnorw. ^Jop/a, ags. Jwft), tile, feile 'plank, par- 
tition' (altnorw. /)i7í Meyer). Aus der nordischen Sclüffersprache 
stammt m. E. auch ir. tedlta 'an improvised hut or tent (nau- 
tical)', Dinneen. Ygl. altnorw. tjald ds.i) Braine 'Vorsteven' 
dagegen ist echt irisch und hat mit anorw. brandr 'Stock im 
Vorsteven' nichts zu schaffen. Nir. grodan 'Boot' gehört zu 
grod 'rasch, schnell'. 

2. Blasket knfax (geschlossends u). Ein seltenes Wort im 
jetzigen Irischen ist citiireach. Ich erinnere mich, es auf den 
Blaskets gehört zu haben und zwar in der Bedeutung Kuh: do 
häiiig an XUÍ9X 'die Kuh ist gekommen', PI. kürirj. Ich sehe 
darin eine i'.utlehnung aus dem altnord. Ä-^;- 'Kuh'. Zui- Wieder- 
gebung des j/ dmxh -iui- vgl. stiuir = altnorw. styri'-) und zum 
ableitenden -ach schott. grimeach = norw. grimmr, engl, 'grira', 
Cameron, Reliquiae Celt. II, 683. 

3. Ir. loma ' ein dem Kormoran (Seeraben) ähnlicher Vogel, 
aber gröfser als dieser', Blask. Itmid, scheint aus altnorw. lömr 
'Lumme' entlehnt. Der löma gleicht in mehreren Hinsichten 
der Lumme, ist ungefähr von derselben Gröfse und Farbe und 
zeichnet sich ebenso wie diese durch seinen trägen, schlechten 
Gang aus.-') Als Schimpfwort ist das Wort auf den Blaskets 



') Ans 0' Currys Battle of Moy Léana macht mich Kuno Meyer auf die 
beiden Lehnwörter achtuaim und eibliü aufmerksam, die er mit altnorw. 
ak-tanmr und he fill identifiziert. 

') Da.- nir. ciiiir 'ruhig' wild dagegen nicht aus dem gleichdeut. 
altnorw. kyrr, kuirr entlehnt sein, sondern (zugleich mit ciuin 'ruhig') alt- 
ererbtes Wort sein. Vgl. vielleicht altnorw. hyrr 'freundlich, sanftmütig'. 

^) Vgl. die Etymologie von lönir bei Falk und Torp lom I (holt, loom 
' faul, träge "). 



402 CAUL MAESTRAXDEE, 

ganz geläufig: löma gan anaim iseadh ihn von einem faulen 
Burschen gesagt. 

4. Ir. sclm, ir. scimeal. Nir. sclm 'a film, a fine covering, 
scum of liiiuid' und nir. scimeal *a film or web, scum of liquid' 
(Dinneen) stimmeu genau zu norw. dial, slam (= Jam) 'dünne 
Haut, dünne Decke', dän. dial, slcimmel 'dünne Decke, dünne 
Kalimhaut'. Allein von Urverwandtschaft kann wegen des 
unaspirierten ir. m nicht die Rede sein. Es liegt daher die 
Vermutung nahe, dafs die ir. Wörter aus den nordischen 
entlehnt sind. 

5. Ir. cadairne. Dem auf den Blaskets noch gebräuchlichen 
liadrno 'scrotum' steht das island. /rorfr/ 'scrotum' besonders nahe. 
Ich vermute, dafs jenes aus dem Nordischen entlehnt sei und 
dafs die Form hidairnc vom bestimmten kodrinn ausgehe. Das a 
darf garnicht auffallen. Die nordische Lautverbindung ho- kam 
aller Wahrscheinlichkeit nach der von ir. Ica- mit ihrem überaus 
guttuialen /; sehr nahe. Im Nir. können die beiden Laute 
einander so nahe liegen, dafs man bisweilen, besonders in der 
flüchtigen Rede, ein o (statt a) zu hören glaubt. Diese Ver- 
quickung von a : o ist zu allen Zeiten eine Eigentümlichkeit der 
irischen Sprachentwickelung gewesen. Vgl. u. a. gall, rassus : ir. 
foss, idg. 0? vgl. skr. npa-sti- 'Untergebener'? (oder aber *i(po- 
stho-);^) lat. vastus : air. fot(a), aber nir. fads; Blask. ok'res : mir. 
accoras; Bl. iort : air. fart; Bl. fasJcg : air. foscad; Bl. sahax : mii\ 
soitheach, saithencli; Bl. tafn : mil', tofunn; Blask. kariös : Dinn. 
corgkas; Dinn. caidrcamh : Bl. Jco'd'^'rav mit schön erhaltenem alt- 
irischen (cotreh). So hat auch das engl. mocJ: im Irischen die 
Form magadh angenommen. 

6. Ir. gluiii. Blask. (/Z(jH»i (glam) 'Geheul. Bellen, Getöse', 
glamdr^Hii (glaniraigh) 'das Bellen. Heulen', glam'nl (glamghail) 
ds. Stokes und Strachan haben glumm aus *glag-s-ma- erklärt. 
Ich betrachte das Wort als aus dem altnorw. glam 'Getöse, 
Gepolter', glamma 'tosen', dän. 'bellen' entlehnt. 

7. Ir. colamöir. Der ir. Fischname colamöir ' Kümmel ' 
(kobmür Bl.) stammt aus dem Noi'dischen, wo derselbe Fisch die 

') Möglich ist aucli *>ipo-dh(3)to; vgl. skr. upahita-, lat. subditm. Zum 
Ablaut vgl. sUr. bhägatii-, (Uvälta-. Das a des Gallischen scheint mir jeden- 
falls uuursprUnglich. 



HIBERNICA. -103 

Namen Jculniulc, IcolUmale, Jeollcmör führt. Die Bedeutung ist 
' Schwarzmund ' k)'mi'. cegddu. 

8. Ir. cilfing 'Beutel', Stowe Voc, Merug. Uilix. s. Messers 
Contrib. Später clifing ' lederner Beutel, Wasserflasche ' (Dinneen, 
P. 0' Clery). Der Auslaut ist echt germanisch und erinnert ins- 
besondere an die nord. Lehnwörter sniding, lipting. Allein aus 
dem Nordischen stammt das Wort nicht. Ich vermute Ent- 
lehnung aus einer -/«r/- Erweiterung des ags. cyll, cille 'skin, 
leather bottle, flagon, vessel', wobei mir aber das /" des Irischen 
unverständlich bleibt. 

9. Ir. cuif i. tulcnha, Cormac Transl. S. 47 (aus der späten 
Handschrift H. 2. 16). cuife A. htlchnmae H. 3. 18, s. Mej-ers 
Contrib. 549. Aus dem altfranz. coffe 'Trog, Bottich, Eimer, 
Fafs', das seinerseits aus dem Germanischen stammt. 

10. Aus dem Englischen entlehnt ist nir. creall (P. 0' Connell) 
'Totenglocke' = engl, cndl, ags. cmjll 'Glockenklang, Glocken- 
geläute am Begräbnistage' mit dem vielfach belegten Übergang 
von cn in er. Ferner die Vogelnamen ir. fäsprög 'grofse Move, 
Fischadler' (schott. arspag) aus engl, osprey 'Fischadler' (vgl. 
fortas = eng. orts, falcag Mach. norw. alka), Blask. lüfl'ün 
'grofse Keilhake' aus engl, curlew, vgl. zum Auslaut ijäJün 
' Sperling '. 

11. L-. mulrus, murlus. Dies Wort bedeutet in Mayo 'Lub', 
in Tory und Donegal dagegen 'Maki-ele'. Es wird aus franz. 
merluche (ital. merluzzo, lat. maris lucius) im Anschlufs an mitir 
'See' umgedeutet sein. 

37. Ir. cit, cetnait.^) 

Stokes hat Urkelt. Sprachsch. 76 ir. cit 'Schaf aus ''kefti- 
erklärt und mit ultnorw. hadna 'Ziege', mhd. Jiatele ds. ver- 
glichen. Ich bezweifle mit Osthoff (Etym. Parerga I, 250) aus 



') Die air. Quellen kennen m. W. das Wort nicht. Die aspirierte Form 
ceathnait, die u.a. O'Reilly und O'Brian aufführen, ist üherall die spätere. 
O'Mulconry schreibt f; cit, -in, cette, cetnait, O'Davoren roceltnaitt, YBL 
col. 295 ceatnaidi, th dagegen die jungen Hss. des Forus Focal (Bezz. XIX, 12, 
quatr. 17) und die späten Stowe -Mss. B. IV, 1 (70 a ) und 23 K. 44 (74) deren 
cethnaidhi resp. ceniiaithe das ceatnaiti der YBL. -Version (a.a.O.) entspricht. 
Die Schreibung -ihn- der späteren Hs. weist wohl anf eine Aussprache *enne 



404 CAKL MAESTEAXDEB, 

mehreren Gründen die Richtigkeit davon. Die Etymologie 
verdankt ihre Entstehung der weit getriebenen Vorliebe Stokes' 
für den Lautwandel tn ' >tt. 

Es scheint mir zunächst einleuchtend, dafs ii\ cit irgendwie 
mit alban. A'í.9- 'Ziegenbock', altnorw. Jcid "kleine Ziege', ahd. 
Jciz^l, Icizs'in zusammenhängen nuifs. Ich möchte aber dann nicht 
an Entlehnung aus dem Nordischen denken, sondern an Ur- 
verwandtschaft. Gegen Entlehnung spricht die (freilich nicht 
sehr) abweichende Bedeutung im Irischen. Das unverschobene 
k- im Germanischen erklärt sich daraus, dafs die ganze Sippe im 
letzten Grunde auf einem alten Lockruf für Kleinvieh beruht, 
unter dessen Einflufs die Tenuis stehen blieb. Im Serbischen 
und Norwegischen liegt dieser Lockruf noch vor. Dort lockt 
man die Ziege durch Iccc an, hier das Zicklein durch ein mehr- 
fach wiederholtes lad. 



38. Ir. cnudan, crK(a)dan. 

Crndän, cruadän, crughdän, cnudän heilst der Knurrhahn 
im Irischen. Nach Jlacbain wäre der Name vom Schottischen 
gekommen, wo derselbe Fisch crooner heilst. Um die ab- 
weichende irische Lautgestalt zu erklären, nimmt er an, cnUdän 
sei durch Verquickung von crooner mit dem Verb cront 'croak' 
entstanden. Ich bin nicht überzeugt. 

Die obigen Schreibungen geben drei Aussprachen wieder: 
krüdän : hu^dän und knüdän. Die beiden ersteren verhalten 
sich zu einander wie Doneg. Äit« zu Blask. A'«"» 'Hafen', Doneg. 
alias zu Blask. «9/as 'Schrecken', Blask. «ji, jííTs 'Neu(heit)' zum 
geschriebenen nuu{dh), nua{dha)s. Es handelt sich mit andern 
"Worten von einem fast über das ganze Sprachgebiet verbreiteten 
Schwanken zwischen ü und «». Über die Anlautdoppelheit kn 
: kr s. oben. So hindert also nichts, von cru{a)dän als ältester 
Form auszugehen. Dies leitet sofort den Gedanken auf das 
überraschend ähnliehe altnorw. hrjótr 'Knurrhahn' aus germ. 
*hrcuda-3 hin, mit dem es aber nicht unmittelbar verbunden 



hin, indem sich das -tu- zur Zeit der Abschreiber in -nn- assimiliert hatte 
(vgl. die Schreibung cetmaithe oben und nir. mainnc = ttiaitne). Ahnlich 
wird auch eitluie statt ettne, liaiiic st. úntne ge.«chriebcn und besonders häutig 
cédhna statt cédna, der heutigen Aussprache kl''an3 (Kerry) entsprechend. 



raSERNICA. 405 

werden kann. Denn erstens darf hrjütr nicht von hrjöta 
•knurren, brummen' getrennt werden') — ein Verb, das aufser- 
lialb des Germ, niclit wiedergefunden ist — und demnächst kann 
nil', d germ, t nicht entsprechen. — Das -dän ist zweifelsohne 
mit dem von caoladän 'hinger, magerer Mensch' (so gehört in 
Kerry), diihhadän 'schwai'zer Gegenstand', lapadän 'eine Art 
von Seefisch', troigheadän 'Laus' identisch.-) Ist somit -dän als 
Suffix auszuscheiden, so liegt es sehr nahe, das vorangehende 
hrip- mit dem von hrU^tn 'Mühsal' (cruadhtan), krii^xt 'Gierig- 
keit' (cruadhacht) und mit dem in Zusammensetzungen häufig 
ei-scheinenden ]crü{'^)- (Blask. hrU-xrl'x 'hartherzig') zu identi- 
fiizieren. cniadän gehört somit zu cruaidh 'hart' (wie caoladän 
zu caol) und sollte seinem Ursprünge gemäfs cruadhadän ge- 
schrieben werden, wie h-ü(^)xäti 'Geizhals', cruadhachän. Die 
Bezeichnung trifft eben bei dem Knuri'hahn mit seiner rauhen, 
harten Haut und starrenden Stachelflossen gut zu. In anderen 
Sprachen sind von derselben Wrz. ungemein viele Tier(Fisch)- 
namen abgeleitet. 

Wenn man mit Falk und Torp altnorw. hrjota und das 
dem ir. cruaidh nahe stehende hrär 'rauh' (Jirjafr 'uneben') auf 
eine gemeinsame Wrz. heu- zurückführen will — was m. E. 
richtig ist — so ist hjötr freilich mit crüadän urverwandt. 
Allein von engerer Verwandtschaft kann nicht die Rede sein. 



39. Ir. dearbh, drol, drolani{h) , drotnJdach. 

Dearhh :i. cuinneog no ballün ... d. loma .i. hallän hainne, 
O'Clery. Derb -loma 'Butterfafs' .i. de urhaujh donlter l (also 
femin. Geschlechts), Cormac Transl. S. 58, Gen. derba ALaws, 0' Cl. 

Im ir. dearbh erblicke ich das Äquivalent des britanischen 
^■deruä : Derva 'Ort in Pannonien', Derväcius Xom. Propr., vgl. 
Bervus ('in foreste Dervo' Holder 1'272), kjTur. derw-en, bret. 
deru-enn 'Eiche', Eichenholz'. Das Bedeutungsverhältnis bedarf 
keiner Erklärung. Von aufserkeltischen Verwandten verweise 
ich besonders auf sk. dar vi 'Löffel', lit. derva 'Kienholz' (altnorw. 



') Tgl. altnorw. glpmmungr 'Knurrhahn' zu glam. 

') Tgl. das demiuutÍTÍsche -dän der folg. Bild.: faoileadän 'Seemöve", 
feothadän 'Distel', gabadän 'Gefahr' (Mac Congl.), gabhadäu ' receptaculum ', 
gioradän ' Seesclmecke ', mönadän ' eine Art Beere ' u. m. der Art. 



406 CARL MARSTRANDEE, 

tyrve ds.), sk. dröna 'hölzerner Trog, Kufe', germ. *truga, ir. drochia 
ds. und im AnschliiTs an Osthoff, Et. Parerga I lat. trulla, trulleum 
usw. Da die irischen Handscliriften öfters eichene Kufen er- 
wähnen z. B. Anc. LawsV, 94,9: iana 7 dromlacha 7 dabcha darach, 
und das Wort mit den britt. Eichenuamen formell übereinstimmt, 
so wird die Grundbedeutung nicht 'hölzerne' sondern bestimmter 
als 'eichene Kufe' anzusetzen sein. Bei einem derartigen Haus- 
gerät ist eine harte Holzart besonders erforderlich. 'Eichene 
(Kufe)' ist auch die Bedeutung von Daradach. So hiefs der 
grofse aus Eichbrettern verfertigte Braubottich in dem Cuirm- 
thech des Conchobars. 

Es fragt sich jetzt, ob vielleicht andere Verwandte dieses 
idg. *dercu im Irischen vorliegen aufser den bei Stokes, Sprachsch. 
147 verzeichneten. Im heutigen Muusterischen heilst dromhlach 
(spr. drauldx) 'grofser Milchkübel'. An der Identität dieses A^'ortes 
mit dem Täin Bö Cualnge 65 erscheinenden drolmach(a), das dem 
späteren dromlach{a) ALaws V, 94. 9, 104. 5 gleich ist, kann natür- 
lich kein Zweifel sein. Nun wird dromlach ALaws a. a. 0. fi'eilich 
als ein crandlcstur bezeichnet; allein die ursprüngliche Bedeutung 
ist 'mit drolam versehener Kübel', da das Wort von dem in LL. 
und LBr. von den Handhaben eines coire bezw. eines cailcch ver- 
wendeten drolam abgeleitet ist. So wurde es noch zur Zeit 
0' Donovans (Supplement dromhlach) in Ossory für die mit zwei 
Griffen versehenen dahhach gebraucht. Was ist denn mit drolam 
anzufangen? Es wird auch wie Mac Congl. 123. 11 von dem Tür- 
klopfer verwendet. Zunächst ist klar, dafs es mit dem kürzeren 
drol zusammenhängen muls. An der Stelle Pass, and Hom. 3874: 
diinaid bar ndóirrsi umaide 7 tabraid druil iarnaigi form 
CO daingen liegt von diesem drol die Bedeutung 'Türriegel' 
deutlich vor. Ebenso LBr. 226 a 6: cuirid sabai 7 druil iaraind 
forru, während es YBL. col. 328 dia mbad choire ördaigi co 
ndrolaib 6ir da fognann die Bedeutung von drolam 'Griff des 
coire' aufweist. In Munster hat drol jetzt die einzige Be- 
deutung 'Kesselhaken, pot-rack', vgl. O'Clerys drol :i. lab. Ich 
glaube darin eine auch im macedonischen ()(i(/iv./o^ 'Eiche' 
vorliegende /-Erweiterung dru-lo- 'Baum, Holz' erblicken zu 
dürfen. Somit wäre drol ursprünglich ein hölzerner Tür- 
riegel, eine hölzerne Handhabe, ein hölzerner Kesselhakeu. Der 
letztere ist freilich, soweit ich gesehen habe, in unseren Tagen 
überall aus Eisen und im obigen Zitate aus den Pass, and Hom. 



HIBEBNICÄ. 407 

bezieht sicli drol mit zugefügtem iarnaigi auf einen eisernen 
Riegel, ebenso wie LU. 19 a 17 drolam iaraind auf einen eisernen 
Türklopfer. Allein dies spricht alles ebensowenig gegen unsere 
Etymologie wie die Stelle Mac Congl. 123, 12, wo Mac Congi. 
mit einem drolom aus Butter an eine Tür von geronnener Wúdi 
anklopft! Wir täten gewifs besser, wenn wii uns bis in jene 
primitiven Zeiten der menschlichen Gesellschaft zurückversetzten, 
als Holz und Stein noch die wichtigsten Hülfsmittel des Menschen 
waren. Ging dnt-(I) als selbständiges Wort in der allgemeinen 
Bedeutung 'Baum, Holz' früh verloren (es findet sich in historischer 
Zeit durch crann ersetzt), so kann es nicht auffallen, wenn die 
Bedeutung des hölzernen bei den Ableitungen allmählich zurück- 
trat. Ähnlich bedeutet das mir. crannöc jeden Behälter ohne 
Rücksicht auf seinen Stoff (aus Silber, aus Flechtwerk, s. Meyers 
Contr.) trotz des erhaltenen Stammwortes cratm. Hinsichtlich 
des Kesselhakens, so ist dieser hier in Norwegen — besonders 
in den weit entfernten Sennhütten — auch zu unserer Zeit oft 
aus Holz gefertigt. 

Kehren wir jetzt zu drolam zurück. Darin eine »«o-Ableitung 
von drol zu sehen kann ich mich nicht verstehen wegen der Selten- 
heit eines derartigen sekundären mo. Dagegen scheint es mir 
möglich, drolam durch Kontamination {*dndo-mo) aus id. *dru-lo- 
und *dru-mo- zu erklären. Letzteres liegt im Indischen und 
Griechischen vor (druma-, gv. pl. órniia), kann einst auch im 
Keltischen vorhanden gewesen sein. Weil aber dies nicht erweislich 
ist und weü drolam vor allem Handhabe bedeutet, so möchte 
ich es lieber aus *dru-lamo- erklären, wo läm die Bedeutung 
'Griff, Handhabe' (wie im Neuirischen) hat. Dru- war im idg. 
die Kompositionsform von *d(e)reu- wie tri- die von *trei- und 
*qVetru- die von queiyur. Das erweist skr. dru-ghana 'Holzkeule', 
dru-sad 'im Baume sitzend' verglichen mit gr. íSqí- -tojio^, óqv- 
jtíjttlq und eben aus dem Irischen das damit identische intensive 
dru-A) Infolge der lautgesetzlichen Verkürzung des letzten 
Kompositionsgliedes (vgl. solam 'bereit', foscadh 'schirm') bekam 



^) Dics dru-lämä- könnte auch durcli eine zur Zeit des Akzentgesetzes 
schon vollzogene (man könnte sagen nötige) Silbenverkürzung aus *drulo- 
ämä- entwickelt sein. Dann schlielst drolam das syuon. drol in sich ein. 
Zu dieser Umgestaltung kann das in der Kompos. Fuge einheimische dm- mit- 
gewirkt haben. 



408 CARL MAßSTEANDEE. 

*dndäm- die Aussprache *drülov {drolm), weshalb sich das Gefühl 
für die Zusammengehörigkeit mit läm verlor und drolam das 
Geschlecht des synon3mien drol annahm.') 

40, Ir. crib. 

Die ältesten Belege weisen -b auf, so Ml. 61 a 25, LU. 57a22, 
LL. 208 a 28. Ich hege demnach keinen Zweifel, dals im 
Altirischen ein crih mit aspiriertem hh vorhanden war. Der 
spirantische Charakter des -h ergibt sich aufs klarste aus der 
Yergleichung: Ml. crib : LL. 61 a 16 crim. Letztere Form scheint 
bisher nicht genügend beachtet. Sie kommt auch in der Leabh. 
Hy- Maine -Version des Forus Focal vor (Bezz. 19. 13 Note 10), 
ist also hinreichend gestützt. 

Crih mufs mit island, hrii) 'eilige Arbeit', hrippa 'schnell 
arbeiten', norw. dial. ri}^p 'Eile, Hast', )i))^ja 'sich sputen', dän. 
dial, rippen 'in Bewegung setzen' verbunden werden. Näheres 
über diese Wörter siehe Falk und Torp rap. 

Neben crib erscheint bisweilen die Schreibung crip (ALaws 
III. 536. 5, Cormac Transl. 37), vgl. (jripp, gribb, (jripe Bezz. 19. 86. 
Dies crip ist (falls auf *kribni- beruhend und nicht durch sekundäre 
Erhärtung von b nach irgend einem Vorbild aus crib entstanden), 
mit demselben Suffixe gebildet wie die Synonyme ir. tricc, 
skr. türni-, tarani-. Gr. xoiikti'Ö^ 'crip' beruht auf der Parallel- 
wrz. *krip. 

41. Ir. hudecha{i)r. 

Bndecha{i)r hiefs die fürchterliche Seuche {teidm). welche 
nach den Annalen um 664 Irland heimsuchte und der wir den 
Hymnus Colmans zu verdanken haben. Das schliefsende ■ch(i{i)r 
hat mit cair 'fault, blame, rebuke' nichts zu schaffen, sondern 
gehört zur Sippe des ir. ara-chrin 'stirb, zerfällt, geht zugrunde', 
irckre 'Untergang', dorochair 'cecidit', gr. x//ft 'Verderben, Tod', 
lat. caries 'das Morsclisein, Faulsein', skr. siryate 'zerfällt', awest 
sairi- 'Überbleibsel beim Glasbrenneu, Schlacken'. "Woher Meyer 
den Nominativ -cliar gekriegt hat, ist mir unbekannt. Ich möchte 
für die mir bekannten Formen Dat. -chair, Gen. -chaire, -chrac 



') Wenn drol imd drolmach auch einen bestimmten Teil der Nadel be- 
zeichnen, so liegt hier die sekundäre Bedeutung Griff vor. Dazu könnte 
die Stelle LBr. 214b stimmen: atnaig a mér tria drol a delci. 



HIBERNICA. 409 

einen Nom. -chair vorziehen, der mit lat. caries auf einen ab- 
lautenden idg. i-, ie- Stamm hinweist. 



42. Ii-. (lubhan alia, dubhan. 

Es heifst Scadna S. 69. 20 ff.: Chonaic sé ar an dtor beach 
bheag i n-achran i snáith ruadhäin alia. Hier mufs ruadhan alia 
'Spinne' bedeuten. Nun heifst diese bei Dinneen (wie auf den 
Blaskets) duhhän alia, während ruadhän alia (daneben r. aille) 
nach ihm 'Sperber' bedeutet. Die Bedeutung 'Spinne' ist bei 
ruadhan alia unursprünglich. Das altererbte Wort war in dieser 
Bedeutung daman allaid (Ml. 59 d 1), dem Blask. f/ö««« ab genau 
entspricht. Das hier erscheinende allaid 'wild' enthält auch 
ruadhän alia; die Bedeutung von ruadhän ist 'roter (rotbrauner) 
Vogel'. Die Nebenform r. aillc beruht auf volksetymologischer 
Anlehnung an aiU, gen. aille 'Felsen', nachdem die Bedeutung 
von allaid verloren gegangen war; der Sperber baut sein Nest 
an jäher Felsenwand. Die Bedeutung 'Spinne' verdankt r. alia 
dialektischer Vermischung mit dem lautlich sehr ähnlichen 
duhhän a. 

Bei Macbain (S. 110) wird dies duhhän dem altir. damhdn 
'Ochs, Hirsch' gleichgesetzt. Man versteht aber bei dieser Er- 
klärung nicht leicht, wie von 'a wild little deer' (so wird d. allaidh 
von ihm übersetzt) zu 'Spinne' zu kommen ist. Duhhän ist 
vielmehr von dem in mehreren Insektnamen vorkommenden damh 
abgeleitet: duhh-dhamh .i. daol 'Käfer' (O'Clery ahhraid), daol- 
dhamk ds. P. 'Clery, s. Meyers Contributions, wo fernerhin die 
Bedeutungen 'Wurm, Eidechse, Laus' verzeichnet sind. Die 
Etymologie ist mir unbekannt. Mit deim 'finster' darf damh 
(als *dh3mó-) nicht verbunden werden, weil deim nie wie duhh 
von der dunklen Farbe eines Körpers verwendet werden kann. 
Duhhän heilst auch 'kleiner Haken, Angelhaken' (so Blask.). 
Wie die Bedeutung dartut. ist -an als deminuierendes Suffix ab- 
zulösen. Duhh- ist das irische Äquivalent des aus Hesychius be- 
kannten gr. TV(f02 "Keir, das wiederum mit dem norw. dohb 
'kleiner eiserner Bolzen', schwed. duhh 'Pflock' identisch ist. Die 
Verdoppelung der durch Tvtfo. : duhh- als idg. erwiesenen ein- 
fachen Media hat sich auf germanischem Boden vollzogen. Das 
einfache 6 bewahi-en ahd. tuhili, mhd. tühel 'Holznagel, Pflock', 
mnd. dovel 'Zapfen'. — Über rryo»- handelt Fick, Bezz. 19, 322. 

Zeitichrift f celt. Philologie VII. 27 



410 CAEL MAESTEANDER, 

43. Ir. f'eithlend. 

Falk und T'orp behaupten Ordb. vedhcnd, das isl. victvindill 
Epheu' (im altuorw. 'Geifsblatt'), ags. tvidmvindl 'Geifsblatt', 
wi])ouinde 'Epheu', mnd. wcdewinde ds. entlialten nicht germ. 
*vktu- 'Holz', sondern ableitungen der Wrz. *«/- 'drehen': altuorw. 
w'íí. Gen. viäjar 'gewundenes Band', ags. tiip])r, irij)ig 'weide'. 
Diese Etymologie findet im kj^mr. gwyddfid, mir. feithlmd 'Epheu' 
eine gute Stütze. 

44. Ir. mothar, ir. mnr, ir. inadra. 

Dem uir. mothar 'a woodj^ swamp' entspricht aufs genaueste 
md. moder 'Sumpf; gemeinsame Grundform ist *mu-tro- (oder 
*tmit-ro-, vgl. md. niot 'Sumpf'). Hierzu stelle ich auch das aus dem 
Täiü Bo Cualnge bekannte mUr : ar mur - grian 'auf Schlamm 
und Gries' LU. 76 b 16, das Stokes ZOP. III. 470 m. E. unrichtig 
als aus altuorw. myrr 'Sumpf, Moor' entlehnt betrachtet; 9 aus 
altnorw. myrr wäre im Irischen mmir zu erwarten, vgl. stiair 
: styri. Die Ablautsstufe mu- auch im ir. mün (sk. mütra-) und 
kymr. mign 'Sumpf. 

In Ost-Kerry bedeutet mothar eine bestimmte lange, trockene 
Grasart (vielleicht ayrostia). Es ist in dieser Bedeutung nicht 
mit dem isl. mcutra 'Galium verum', norw. mo(d)ra 'Galium boreale', 
schwed. riid madra 'Rubia tinctorum', ahd. matara zu vereinigen, 
sondern mit mothar 'Sumpf identisch. Vgl. dieselbe Doppelheit 
der Bedeutung bei hiorrach 'bulrushes: a marshy field', ruadhän 
'weeds: a moorish tract', sdiwed. hven 'Sumpf : norw. /ri'eíM 'agrostis'. 
Aus dem Germanischen entlehnt sind ir. madra 'Krapp' (rubia 
tinctorum) 'Hungerblume', madra {mada) fraoich 'echtes Lab- 
kraut' (gallium vei'um). Da ags. mmddre, eng. madder nur 'Krapp' 
bedeutet, das nordische madra dagegen auch 'Gallium verum', 
so stammt ir. madra aus dem Nordischen. 

45. Ir. ijnnsach, gnusarnach, suft". -arnac/i. 

Tä'n HO gmisW {gnusiij, gnusrnig) sagt man auf den Blaskets, 
wenn die Kuh durch ein schwaches freundliches Brüllen ihr Kalb 

') Für unrichtig halte ich auch die ZOP. a. a. 0. vorgeschhvgeue Her- 
leitnng des ir. suarttech 'a Sciindiuaviau (!) warrior' aus norw. svartleggja. 
Ich komme später darauf zuriick. 



HIBERNICA. 411 

heranruft. Die Annahme Macbains (Et. Diet. 179), das 9»?- dieser 
Sippe sei aus gr- entstanden .(vgl. lat. grundtre), halte ich für 
A'erfehlt. Denn nicht nur weisen die modernen Dialekte so 
gut wie ausschliei'slich gn- auf (es wird nicht nur in Munster, 
sondern auch in Coiiuaught gnUsacM gesagt), sondern es weist 
auch ein so alter Text wie die Tain Bö Cualuge gn- auf: ni ro 
gnuisistar 7 ni ro gesistar roth no fonnud no fertas d'fhertsaib 
in charpait 'und nicht krachte und nicht schrie ein Ead oder . . 
usw.' (ed. Wind. Z. 772), vgl. das gnnsachtach 'ein unterdrückter 
Ton' in der ii- Version ibd. 6126. Dazu kommt, dafs sich im 
Nordgermanischen ein begrifflich und formell genau entsprechendes 
Wort mit anlautendem gn- findet, nämlich norw. dial, hiijst 'Muck, 
schwacher Laut', wozu hiysta 'mucksen, murmeln'. Die un- 
erweiterte Wurzel bewahrt norw. knyja, gnyja = hnysta, altuorw. 
gnyr 'Getöse', vgl. gnyär 'mucken, murmeln' (dazu gnyäja), 
gnauS ds. Da das hi- dieser Wörter auf älterem gn- beruht, 
so geht ir. gnusach auf vorkelt *ghnusto- zui'ück. 

Gnusarnach ist durch ein im gesprochenen Irischen ungemein 
häufiges Abstraktsuffix -arnach gebildet, vgl. briosc : brioscarnach, 
(mii\ l.Sg. Pr.) bruitim:brutarnach, clog : clogarnach, cnagaimrcna- 
garnach, greath :greatharnach. lapa : laparnach, lübaini : lübarnach, 
miog : miogarnach. puth : putharnach, siosaim : siosarnach, snagaim 
: snagarnach; ferner brädarnach, bruidearnach, glaf arnach, lia- 
charnach. scalfarnach (Aran), scriotharnach, slaparnach, srann- 
farnach, tatharnacli u. m. Wie dies Suffix entstanden ist, ergibt 
sich aus den folgenden Bildungen: clagarnach : ciagar, cogarnach 
: cogar, gliogarnach : gliogar, glotharnach : ylotlmr usw.') In 
Bildungen wie luacharnaeh 'a rushy place', coillearnach 'a wooden 
place' hat es die Bedeutung einer Örtlichkeit. Vgl. damit die 
kollektive Bedeutung von dahliascarnach 'Rohre' (zu clahhscar), 
lamparnach 'a mass of things brought together', luihhearnach 
'pflanzen' (Blask. lohrndx). 

46. Ir. creahhar, cruihhe. 

Creabhur 'a forkcock of hay' (Dinneen). Dies Wort gehört 
zum idg. *kreb- (daneben *kremb-) 'greifen, gi-apsen, zusammen- 
häuf eu', im norw. rapa 'zusammenhäufen, zusammenrechen' = mnd. 

') Abstr. -nach (cnetnach 'stöhnen', ging von n-Stämniea aus, vgl. 
giimneach), vgl. die vielen abgeleiteten Verba auf -naigini (crecidnaigim). 

27* 



412 CAEL MARSTRAXDEE, 

rapen 'greifen, grapsen', altnorw. hrcppn 'grapsen, anfassen', 
Grundform *lcrebro-, *l;rhro-. 

Aus derselben Wurzel leiten Falk undTorp den altnorwegischen 
Baumnamen Itrapi, norw. dial, rape her (II, 95). Ich mache auf 
die formelle Übereinstimmung dieses Wortes mit dem Ir. Texte III, 
S. 30 (coli, ceirt, cruib(h)e, cuilend) vorkommenden mir. Baum- 
namen cruibhe (aus *krobio-) aufmerksam. 

47. Idg. krifito, kri-t. 

Mir. cressaim, cressaiijhn 'schüttele, schwinge', a-esach{tach) 
Abstr.: crothis a sciath 7 cresaigis a slega LU. 77 b 32, s. Meyers 
Contr. Ir. cressaim stimmt mit altnorw. hrista formell und be- 
grifflich völlig überein, und die (s)<- Erweiterung (vgl. noch lat. 
crista) ist somit als indogermanisch erwiesen. 

Es wäre m. E. unrichtig, cressaim auf Hritto- zurückzu- 
führen, vgl. erith "das Zittern'. Wie im Germanischen liegen auch 
im Keltischen die beiden Erweiterungen kri-t und hri-st- vor. 
An der ersteren haftet besonders die Bedeutung 'zittern, fiebern': 
ags. hrid ' Fieber ', hridja ' fiebern ' : ir. crith ' das Zittern, Fieber ', 
an der letzteren die von 'schütteln': hrista : cressaim. 



48. Ir. cean, ir. cion. 

Ir. cean 'Ergebenheit, Liebe' wird gewöhnlich aus *q\tina- 
erklärt und zur Wurzel von ciall 'Sinn' gezogen, zu dessen 
Wurzel '*qnei- auch ir. ein, gen. cinad 'Schuld' m. E. richtig 
gestellt wird. Somit sollte in derselben Sprache von der Wurzel 
*2!ie?- ' sowohl ein *quina-, *quinu- (Blask. cion, gen. ceana) 'Liebe' 
als auch ein *qvinet (ein gen. cinad) 'Schuld' abgeleitet sein. 
Das leuchtet nicht ein. Ich stelle cen, cion 'Liebe' zum aw. 
dnö, cinnia 'Liebe, Huld', skr. canas 'Gefallen, Befriedigung', 
canistha- 'sehr gnädig, günstig, genehm', can- 'sich einer Sache 
freuen, befriedigt sein', lean- 'sich etwas belieben lassen, lieben', 
idg. ken-. 

49. Ir. draid. 

Ir. draid 'the mouth; a contemptuous expression of the 
face; a dog-mouth' (Dinneen). Dies Wort gehört ebenso wie 
altnorw. Irani 'ßüssel, draid\ isl. trantr, altnorw. tryni, trjöna 



HIBEENICA. 413 

ds. zum idg'. der- 'spalten'. Draid ist vorkelt. *dm:di- (vidi. 
dr::di- Vgl. skr. dnia-) iiud *d>as; das auch im nonv. tras 'Reisig, 
Keisholz', trasast "sicli auffasenr vorliegt, aus dra- im uorw. 
trani erweitert. 

50. Ir. dif/en. 

Digen 'fast, firm; a fastness' Contributions. 

Wenn das í?í- dieses Wortes zur Wurzel gehört, so stellt 
sich digcn zum idg. dhigh- 'fest zusammenkneten', genau .so wie 
das synonyme dangen zum idg. *da-w-^- 'fest zusammendrücken'. 
Vgl. besonders norw. dial, digen 'dick', digna 'dick werden', 
altnorw. digr 'dick, wohlbeleibt', worüber s. Falk und Torp, 
Ordbog I, 103, Fick IHS 205 f. 

Dies digen liegt nach Meyer (Contr.) Sg. 39 b 13 vor, wo 
digen geschrieben wird. Das / wird — falls meine Etymologie 
richtig ist — durch sekundäre Dehnung vor Media entstanden 
sein. Vgl. Schreibungen wie dliged, nime u. a. der Art, Thurneysen, 
Air. Gramm. S. 30. 

51. Ir. glinn, glinne, gluar, glass. 

Wrz. ghli-: ii*. gle aus *gleiuo- 'hell, glänzend', gleir (vgl. 
da,s verwandte nisl. glwr ' klar '), altnorw. gly ' Freude ' (ags. glm 
■Lustigkeit'), gljä 'scheinen, glänzen', gr. -/Xiaoöc 'warm'. 

Wrz. ^/iííí-: VC. gluar 'strahlend', germ. *^íaMMa- 'klar, klug', 
nhd. glau 'strahlend', gr. /kti-ij 'Scherz', altnorw. glaumr, mhd. 
glüche 'strahlend'. 

^\tz. ghlis-: ir. glinn 'rein, klar, einleuchtend, scharfsichtig ' 
(genau wie das m. E. verwandte glicc), glinn 'Firmament, 
Himmel' aus *glis-ni-, glinne 'Blei',') altnorw. gli3s 'Schimmer' 
(Synon. glys), ags. glisian, glisnian 'glänzen'. 

Wrz. ghlus-: ir. gluss 'Licht', schwed. dial, glysa 'gadus 
minutus" ('der Glänzende"), altnorw. glys 'Schimmer', norw. glossa 
'hell werden'. 

Wrz. gJdid-: ir. glicc gr. yXiOcöv 'Schmuck, Prunk', ahd. 
glis 'Glanz', nhd. glitzen, altnorw. glit 'Etwas Schimmerndes', 
glita, glitra 'schimmern'. 



') Von Stokes m. E. nnrichtig mit gr. yuh'ivrj 'plumbago' zusammen- 
gebracht; Bezz. 19, 84. Wie daä germ. *U\wa- 'Blei' zu 'i/iii- 'strahlen' (s. 
oben bleitheach) so gehört wohl -yalt'jvr) 'plumbago' (zugleich mit ya?.rvij 
'Meeresstille') zu yi/.eif ■ /.aft^ieiv Hesvch. 



414 



CARL MARSTEANDEK, 



Wrz. ghhid-: novvf. glytt 'ein Schimmer des Sonneulicbtes', 
eng. gloat 'stieren' (nach Falk und Torp gli/tte). 

Man beobachte die paarweise Übereinstimmung: i : u, is : us, 
id : ud. Die is-, «ís-Erweiterung scheint auf das Keltische und 
Germanische beschränkt. Das ir. geal 'hell, weifs', das man zu 
einer Grundwrz. ghd- gestellt hat, scheint mir vielmehr zugleich 
mit gealach 'Mond' auf dem yt/.ilv • /miictuv des Hesj-ch. zu 
beruhen. 

Nachschrift. Bhit. Die Gleichsetzung hirit : bharanU hat vor mir Thurneysen 
(ZfvglSpr. N. F. XVII, S. 424) vorgeschlagen. 

Clayhaire. Entschieden abzulehnen ist Lehmanns Verbindung mit d. Leichen, 
ZOP. VI, S. 433. 

Citi/". Darüber neuerdings Zimmer. Ber. d. Berl. Akad. 1909, XV (S. 457 f.). 

Suff'. ln{i)o-. Kollektivisch wird dies Suffix auch im Nordgermauischen ver- 
wendet: altnorw. /ie(ri)s« 'Hühner' aus *hünisma-, yxin und yxni aus 

Seite 403, Zeile 1 v. u. lies kenne; Seite 404, Zeile 1 v. u. lies Ai»)ia. 



a : ea 371 

acaire 401 

accarsüit, -suidhe 401 

achtuaim 401 

adhaircin 382 

ageu 380 

ayyoQ gr. 397 

ailcne 377 

alle 'Zalin' 368 

ailliubns 382 

Airmanareiks got. 360 

Airtinue 377 

Airtne 378 

aiss 382 

aithech 377 

aithime 376 if. 

aithre 379 

aktaumr anonc. 401 

ala 371 

alant ahd. 373 

alik' nn». 366 

alka íioiit'. 403 



Wörterverzi'ichni.s. 

alt 367 

ambreit 386 

anjali- nkr. 397 

ao als S und ei aits- 

gesprochen 364 
aoir, uimhir 361 
aomhóg Baue na nGall 

361 
arka- skr. 360 
-arnach Suff'. 411. 
arspag schott. 403 
art 'edel" 361 
Articnos gall. 377 
Artinios gall. 377 
aspare schwed. 375 
athairnimhithe, -nithe 

Blask. 361 

bad 4Ül 

baeth = niaeth 385 
báiuseach Blusk. 384 
bannaiste ]]'atcrf. 385 



baothän Bla.sk. 364, 385 

bare 401 

bb : b 358, 398 

Bearbha 386 

Bede Flufsname 387 

beithidheach Aussen: 

364 
bendän, bendagäu 

O'Dav. 384 
beo in 3 Bcdeut. 370 
Berbera gall. 386 
binnseach Blask. 384 
biorra 410 
biorrach 387 
Bir, bir 387 
hirit 386, 414 
birtingr anorw. 376 
biw kymr. 370 
björk(n)a schived. 375 
blä(itb) 387 
Blätb 388 
bláthán 387 



HIBERNICA. 



415 



bláthe KoU. 384 
bláthnat 388 
biege dän. 376 
bleihha ahd. 390 
lleikja nottc. 390 
bléitheach &S9 
blíl>i as. 389 
*bliwa- germ. 390, 413 
bradin 382 

bradáu feárua Blask. 875 
brahs(iu)a ahd. 375 
braine 401 
breac 372 
bréan abratnis 374 
bréanta l'bir. 376 
bri Forelle 374 
brilli körn. 372 
brithóg kynir. 372 
brók norw. 372 
bruach Blask. 384 
bruilin Connatight 395 
bruiimeach 384 
ßffv/.'/.eiv gr. 395 
brúmhar 384 
bnaltech 371 
bncaid = m- 385 
bndechair 408 
bnide = m- 385 
buimme LL. 385 
-b.vrting nonv. 376 
bywyn kymr. 371 

cadaime 402 
Cais Flufsname 395 
caköra- «tr. 391 
camán 394 

Cambodubra gall. 395 
camlintech 395 
cammóg 395 
canas skr. 412- 
carbh 400 
carghas Blask. 402 
caries lat. 408 
earn 366 
Gather 378 
Cathussach. 378 
Catínos, -inios gall. 378 
catlnus lat. 381 



Catiri akymr. 378 
Catos gall. 378 
cStra- skr. 391 
Catt, Caittue 378 
CATTINI ogh. 378 
Cattos gall. 378 
CATUVIQ Oí/7i. 378 
cean 412 
ceaniabhán 393 
ceggdu kymr. 403 
Ceisirne 384 
Centngenos gall. 378 
cerudubháu (Jomi. 393 
certle 391 
Cétgen 378 
ciairseach 384 
cilfing 403 
cino aw. 412 
cion 412 
cit, cetuait 403 
ciúil 400 
ciúir 401 

ciúireach Blask. 401 
cladd kymr. 397 
claghaire 396, 414 
cleabhar caoch Blask. 

392 
cnáibh 'Henker Blask. 

358 
cnarr 400 
cnúdán 404 
cnuig Blask. 358 
coffe a franz. 403 
coidreabh Blask. 402 
cóirneach 394 
coite 401 
colgán 382 
combretum lat. 359 
eombrit 386 
coraghiobach 383 
comabhán 394 
comicyll kymr. 382 
corrchend 383 
cortina lat. 381 
cotta lat. 401 
er :cn 358 
crannóg 407 
craosán Atisspr. 364 



cräiita Plnr. 394 

creabhar ' Wald- 
schnepfe' 392 

creabhar 'forkcock' 411. 

creall 403 

creassaim 412 

credam, credb, créimech 
399 

creyr kymr. 393 

crib, -pp, grip 408 

crim 408 

crin(mhiol) 397 

criunim 4Ó0 

crionach 397 

crista lat. 412 

crith 412 

crobhang 397 

crommán 394 

cruadán 404 

cruibhe 411 

cuasnóg 398 

cuiffe 403, 414 

Cuimne 377 

cuinneog 359 

cúirliún Blask. 403 

cyll ags. 403 

cywarch kymr. 362 

damhán aUaid 409 
Damairne 381 
Damer . . gall. 381 
Damos gall. 381 
-dán Suff. 405 
Daradach 406 
darvi skr. 405 
dearbh 405 
deárnad Doneg. 389 
Deichtine, -ire 358 
Derva(cius), Dervus 

gall. 405 
derva lit. 405 
derwen kymr. 405 
digen 413 
digr anorw. 413 
dinnc Blask. 389 
dobb none. 409 
dorcha 361 
dovel mhd. 409 



416 



CARL MARSTKANDER, 



draid 412 

drean(n)caide Blask. 389 
drol(ani), drolmach, 

dromhlach 406 
dröna- skr. 406 
dru- idg. 407 
dubbäu (alia) 409 
dubb schwed. 409 

eadhmannas 385 

eas 361. 

eascóid 301 

^»og gr. 398 

eibhil 401 

Eichne, Eichen 378 

eigne 382 

-eiuio- Suff. 380 

éitbig 369 

eithre 3H3 

ijfüra gr. 381 

EniL\0^ gall. 379 

Epinia gall. 378 

éo 382 

ere 360, 382, 392 

erkin arm. 360 

erlinc ahd. 375 

elhait 386 

eumhann schott. 361 

f falsches im nir. 385 
faeuscuil 400 
faill 385 

falcag schott. 403 
falüd ags., faled as. 368 
falpau got. 367 
fang schott. 395 
faoch, faoscüg 396 
fada 402 

fascadh Blask. 402 
fáspróg 403 
fatunga ahd. 382 
feadhmaniias 385 
feag (feadh) 385 
feirc 362 
feilt 362 
feitlilend 410 
ferkeu rnnd. 380 
fern 375 



fi 398 

fiar 399 

fiarui 385 

fiöri anorw. 384 

firiasc 382 

fo, skr. upa 365 

fogas 385 

■foghar 365 

foichlim 365 

fortas schott. 403 

foss 402 

fothromm, -thronn 364 

fréamh 385 

frog schott. 362 

fuach 364 

liiaimm 364 

fuinuseog 385 

fuisnéis 385 

fusa 385 

gabhlán 395 
gadluinne 382 
gairg(each, -gre) 390 
ya).tji/i gr. 413 
garan bret. 390 
gargara- skr. 390 
garjati skr. 390 
gaura- skr. 365 
gava klruss. 391 
gavia lat. 391 
geal 413 
ytXeiv gr. 413 
gilidin 372 
giob 383 
giugranu, ginirneach 

392 
glaininc 377 
glam anoriv. 402 
glamm 402 
glasfarau kymr. 382 
glasóg 382 
glau nhd. 413 
glaumr anoru-. 413 
glé(ir) 413 
glicc 413 
glinn(e) 413 
gliss anortc. 413 
glit(r)a aiioric. 413 



gljä anoric. 413 
gloat eng. 414 
glüclie nthd. 413 
glÄT iiisl. 413 
gluap 413 
gluss 413 
gly anoric. 413 
glysa schwed. 413 
glytt norw. 413 
gnáthóg 398 
gnobh 357 
gnodh 359 
guusach 359, 410 
gnusadh 358 
gnjja norw. 411 
gr : gn 358 
greabbóg 391 
grimeach schott. 401 
grodáu 401 
gruanach 382 
guaire 365 
gurog 392 
gwyddfid kymr. 410 

haöna anorw. 403 
heden ags. 381 
heflll anorw. 401 
belt norw. 382 
hesling norw. 375 
bim none. 402 
hlunnr, anorw. 401 
bqrgr anorw. 366 
hrafu anorw. 393 
hrapi anonc. 412 
breppa anorw. 412 
briö ags. 412 
hrip isl. 498 
briste anorw. 412 
brjútr anonv. 404 
brukka anonv. 363 
bvQnn anorw. 359 

iach(uibb) 385 
lacchos gall. 378 
lAqlNI ogh. 378 
io- Koll. 380, 384 
id none. 373 
Isas gall. 378 



HIBERNICA. 



417 



ISINI ogh. 378 
TviCgjarn anonc. 399 
jTva- skr. 371 

ka(r)bara- skr. 391 
kaie none. 391 
kakara- skr. 391 
kambn-, sambu- skr. 396 
kan- skr. 412 
kanabba- skr. 394 
karkara- skr. 390 
karr »lont-. 366 
karra nortc. 390 
kati anortv. 401 
xtt&agóg gi. 359 
kaur »wnc. 366 
kec alban. 404 
jrije i/r. 408 
xtpá.Ujíi'l </f. 394 
zípáoTjj; (/r. 394 
xtQaaifOQOi gr. 394 
xiQxovQÍí gr. 391 
kern 6feí. 393 
ki6 anorw. 404 
kid aíftíin. 404 
xí>.).ovpog gr. 391 
xÍQaifoq gr. 394 
kj5i tsi. 391 
kjoll anorw. 400 
knollr fl/iorif. 359 
knnpp nortc. (mhd. 

knouf eic.) 358 
knnst none. dial. 359 
knyst(a) none. 411 
koöri isí. 402 
xÓqxoqoí gr. 391 
korpr anorw. 391 
krdhu sir. 399 
kradhistha- skr. 399 
zpoirifo's ^r. 408 
kraukle lit. 395 
krebz'din lit. 393 
krammi, -si, krump 

norw. 395 
zpiSCio = nortc. krytja 

392 
knla anortv. 366 
knlmnle none. 403 



kvein «one. 410 
kveke norw. 371 
kyik(vendi) none. 370 

Lathi r, Lathaime 381 

lipting 401 

lobhar 398 

lóma 401 

lómr anonc. 401 

lonn 401 

lubbe none. 398 

lubhan 398 

lypting anorw. 401 

maSra is/. 410 
magadh 402 
magi anonc. 364 
Magurio(n) gall. 387 
maighre 382 
maodal schott. 363 
maothal 363 
mat 382 

meach Blask. 385 
méadal. meadbail 363 
men 364 
menu 384 

merluche franz. 408 
mümseach 384 
müder «íí. 410 
moghna 382 
murta tsi. 374 
mot nid. 4lO 
mothar 410 
mrga- skr. 374 
mrecht 374 

Mugaime, Mngain 381 f. 
mninnteardha Ausspr. 

dess. 387 
mulrus 403 
*munpa- germ. 364 
múr 410 
mj'nn kymr. 384 

naomhóg tcie ausgespr. 

364 
naoscách 361 
-nat, -natän 389 
-ne aus -ínio 377 ff. 



ocras Blask. 402 
óghmús Blask. 385 
oircne 380 
Qlnnn aiiorw. 373 
-öra skr. 391 
•ovQtq in Tiemam. 391 

-nálTog gr. 367 
nazéofiat gr. 382 
peidhleacán 385 
pStva- skr. 382 
plibin 385 

räkä- skr. 360 
rapa norw. 411 
-rdh- im Mr. 387 
reni- lat. 362 
reyör anonc. 372 
riar 399 
richis 361 
rikk norw. 362 
riocht 361 
rk(sa-) skr. 361 
-rn> ^rn 375, 394 
rö anorw., schwed. yra 

362 
roc 363 
rQng onorif., schwed. 

Trang 362 
ruadhän 409 
r. aille 409 
ruaidhbhreac 372 

saidhe schott. 386 
sairi- atc. 408 
saitbech Blask. 402 
samhnaohän 372 
saorádacb ausspr. 364 
sarabba- skr. 394 
scib 401 

scim, scimeal 402 
scüd O'Cl. 401 
scsti 401 
seabhac 386 
-sech Suff. 384 
seis Schott. 401 
siryate skr. 408 
skarfr anonc. 390, 393 



418 



CARL MAESTRANDER, HIBEBNICA. 



8karra 7iorw. 390 
skimmel dän 402 
axíovpoí gr. 391 
skrapCa) none, skrape 

{Vugel) norw. 393 
afici>iq gr. 373 
smörbutmg norw. 387 
sniding 400 
*snippön- germ. 362 
snTta ags. 362 
stiüir 401 
styri anonv. 401 
snairc 360 
suartlech 410 
súd Schott. 401 
súle notic. 395 
sundh- skr. 359 
svarci- skr. 360 
svartleggja anonv. 

410_ 
szirszü Zii. 393 
szvendrai lit. 359 

tafann Blask. 402 
tafta, tochta 401 
takra- skr. 370 
talamhüg 398 



tanakti shr. 370 
tauk fci/mr. 370 
taobhän wie aiisgespr. 

364 
teagar 368 
teálta 401 
tegar 369 

técht: anorw. pettr 370 
co-téicim 370 
tue 401 
tobar 387 
torann 364 
tort Blask. 402 
tráni, tryni anoric. 412 
trasast none. 413 
trethirne 381 
triath 381 
tricc 408 
triliss 366 
trilsean 367 
TQiTia'/.TOi; gr. 368 
trirech 367 
tubili alul. 409 
türni- skr. 408 
tyrve anonc. 406 
tv<pog gr. 409 
fcl anorw. 370 



pili anonc. 401 
frifaldr atiorw. 368 

uimhir 361 
upasti- skr. 402 

vagnu- sfcr. 365 
vanello it. 382 
vanjula- skr. 395 
varti-, vartman- sfcr. 

362 
vassus gall. 402 
veraöka- aic. 362 
veikr »iOiic. 396 
veska- skr. 396 
vTci- sfer. 399 
wlkt lett. 396 
winde ags. 396 
vindel schtved. 396 
*vipön- Jen«. 382 
Vitium int. 398 
wifowindle ags. 410 
vrkyä skr. 362 
XAfi'»? jr. 413 
y?.iaoó^ gr. 413 
/AíiScúv jr. 413 



Kristiania. 



Carl JIarstraxdek. 



MR. E. W. B. NICHOLSON AND THE 'EXORDIUM' 
OF THE 'ANNALES CAMBRIAE'.O 



In the third volume of Ériu : The Journal of the School of 
Irish Learning, pp. 117-134. there is a little note on the Ex- 
ordium of the "Annales Cambriae'. This note was wi'itten in 
correction of various mis-statemeuts made in the Celtic Eeview, 
and elsewhere. In it, on pp. 121, 122, I expressed the opinion 
that the Cambrian Britons were possessed of a copy of the 
'Cui'sus Paschalis" of Yictorius of Aquitaine, at a very early 
date; and I pointed out — (1) that several consular syn- 
chronisms which occur in the Exordium of the Cambrian Annals 
are computed in the particular era of the Passion invented by 
Yictorius; and (2) that, although the tenth-centiu-y compiler of 
these Annals undoubtedly intended his amms IX. to equate 
A. D. 453, it is nevertheless noteworthy in consideration of the 
computistical notice given in it, that that annal, when computed 
in the era of the Saxon Advent as assigned to A. D. 449, equates 
the year of the consulship of Constantinus and Ruf us, namely, 
A. D. 457, the one in which Yictorius completed his Paschal 
computus. 

In what year the hypothetical manuscript of the 'Cursus 
Paschalis' was brought to Britannia is quite unknown. No 
evidence whatever has been detected which could serve as a 
guide either in identifying the year of its importation, or in 
detennining the particular locality whither it was carried. It 
may have been brought over by Iltut, as I guess; or by Patern, 
in a later generation, as Mr. Nicholson guesses; or by someone 



') See 'Remarks on The Date of the First Settlement of the Saxons in 
Britain. 1.' Ztschr. f. celt. Phil. VI. 439-453. 



420 AIiFEED ANSCOMBE, 

else. The reason adduced by the last-named wi'iter for his 
belief that the ' Cursus ' was taken to St. David's, is remote, and 
depends upon the fact that eleven entries in the 'Annales Cam- 
briae' relate to the affairs of that episcopal see. These entries 
are enumerated by Mr. Nicholson, S. 446, as follows: '601, 606, 
645, 810, 831, 840, 873, 906, 908, 944, 946', and he observes, 
quite truly, that he need not spend time in proving the con- 
nexion with St. David's. Speaking of the first entry, he says, 
S. 451, that those authorities who rely upon it have erred to 
the serious extent of fifty-seven years, in dating the death of 
the first bishop of the see. In view of the fact that the 
'Annales Cambriae' have nothing to say about St. David's till 
= A. D. 601, and are then fifty-seven years in error, I prefer 
to think that they originated in some other monastery, and 
that the connexion with St. David's must be assigned to a later 
period of their evolution — probably to the ninth century. 

The 'Annales Cambriae' are unique among Latin chronicles 
in development and frame -work. There is no Latin annalistic 
work, I believe , with which they can be compared. Their* 
'original basis' was certainly not a Paschal Table, as Prof. Bury 
has suggested.!) Order and chronological consistency are the 
prominent features of chronicles based upon such Tables, and 
both characteristics are absent from the compilation in question. 
It is really a conglomerate of little chronicles, which were badly 
fused together, and the incorporation of which into one body 
shews distinct traces of computation from different epochs, or 
era-years. This could not be the case if the 'original basis', 
i. e. the frame-work, had been a Paschal Cycle, or Curstis Pa- 
schalis. 

Professor Bury conjectured that the liypothetical Paschal 
Table of 532 years was brought over by Germanus of Auxerre, 
on his second visit. He came to this conclusion because he be- 
lieves that the 'Annales Cambriae' commence with = A.D. 444. 
But that is not the fact: they commence with = A. D. 445. 
This mistake does not reduce tlie force of the argument that 
accompanies it. Neither does Mr. Nicholson's objection made in 
his 'Remarks', S. 451, do so. The latter is of the opinion that 
the 532 -years' cycle had not been invented when Germanus 



•) 'The Life of St. Patrick and his Place in History', p. 285. 



NICHOLSON AND 'eXORDIÜm' OF * ANNALES CAMBRIAE '. 421 

came to Britain. But that is erroneous, and the idea that 
informs the construction of the Great Paschal Cycle was not 
first applied by Yictorius, in A. D. 457, as Mr. Nicholson asserts, 
but by Anianus, an Egyptian monk, in A. D. 400, or there- 
abouts.«) Moreover, Professor Bury merely said 'a Paschal 
C.vcle'. It is Mr. Nicholson Avho, having discovered that the 
•Annales Cambriae' comprise 53 decads and three 3'ears over 
(errors apart), has attempted to give precision to the vague 
statement made by Professor Bury, by identifying the supposi- 
titious Paschal Cycle as the Victorian one. 

In his 'Kemarks', S. 443, Mr. Nicholson tells us that the 
changes in the computistical data which regulate the observance 
of Easter Day exhaust themselves in 532 years, and he goes 
on to say that a complete Paschal Table consequently consists 
of that number of years. He then infers that these 532 years 
can start with any year one pleases, and asserts that ' year 533 
will always agree with year 1 ', which is quite correct, provided 
we mean nominal and relative year 1. That such a year will 
not agree with year I. of Yictorius is obvious. Consequently, 
when Mr. Nicholson adds — ' and begin a new cycle ' it would 
appear that he does not fullj' understand the nature of the 
Paschal computations he is dealing with. The 3rd, the 30th, 
and the 300th year of one Great Paschal Cycle are identical 
with the corresponding years in any recurrence of it. But we 
cannot take the third year, or the thirtieth, and call it the first 
just because all thirds, and so on, are identical. The 532 years, 
in short, cannot be reckoned from any year you please. They 
must be reckoned fi'om A. D. 28, A. D. 560, A. D. 1092, and so 
on. It is quite wrong, in this connexion, to ignore the facts 
that lie before us — namely: the ' Cui-sus Paschalis ' of Yictorius 
commences at =^ A. D. 28, runs for 532 years, and ends with 
= A. D. 559; the XIth-centm\v copy of the 'Annales Cambriae' 
commences Avith = A. D. 445, includes 533 years (errors apart), 
and ends with = A.'D. 977. I know of no reason for supposing 
that there is any connexion between Annus I. of the Annals and 
Annus I. of the 'Cui'sus Paschalis', or that the number 533 is 
not an accident. 



') Vide Riihl, 'Chronologie des Mittelalters nud der Neuzeit', 1897, 
S. 117. 



422 ALFRED ANSCOMBE. 

That tlie 'Annales Cambriae' run from = A. D. 444, is 
asserted by Mr. Nicholson in his 'Remarks', SS. 446, 447, and 
elseA\here. I have often endeavoured to correct the impression 
that that is the fact, but the slight success I have had must 
be regarded as a measure of the computistical attainments of 
English and other historical scholars who deal with the document 
in question. ') On S. 450 Mr. Nicholson equates annus IX. with 
A. D. 453, and we are all agreed that that is systematically 
correct. But if annus IX. = A. D. 453 annus I. must equate 
A. D. 445. Perhaps those investigators who do not possess an 
abacus will be convinced by the following elementary table 
that I am right. 



Annus IX. 


= 453 




Amius VI. 


= 450 


„ nil 


= 452 




V- 


= 449 


„ vn. 


= 451 




,. IV. 


= 448 




Annus 


III 


= 447 






n 


II 
I. 


= 446 
^ 445 





If the Annals commenced with ^ 444, as Mr. Nicholson 
maintains so stiffly, Annus IX. would be 452. He has not 
mastered the elementary computistical rule that, in equations, 
the whole number of years given in an era must not be added 
to the equation of the annus primus. Before we add we must 
reduce the number by unity. Thus — 445 jj/xs {IX. minus 1) 
= 453. 

Mr. Nicholson makes tlie same computistical mistake on 
S. 440 where he undertakes to shew that, 'generally' speaking', 
the chronological memoranda handed down to us in the Ex- 
ordium of the 'Aunales Cambriae' are 'as inaccurate as they 
well can be'. The second item of the Exordium reports that, 
from the consulship of the two Gemini to that of Stilicho there 
are 373 years. This is exactly what Victorius arranged. But 
Mr. Nicholson has not read Victorius. Consequently he postu- 
lates the true date of the Gemini in A. D. 29, wliich is syste- 
matically incorrect when computing in the era of Victorius,-) 
and he says there are only 371 years. But even when we count 



') Vide Kriu, it. s., p. 123, note 2. 
*) Vide Eriu, ii. s., p. 127, note 1. 



NICHOLSON AND ' EXORDIUM ' OF 'aNNALF.S CAMBRIAE '. 423 

from A. D. 29 as A. P. 1 there are 372 years: A.D. 29 jylus (372 
minus 1) ^ A. D. 400. Hence it is Mr. Nicholsou who is wrong. 
Fiu-ther — Victorius assigned tlie consulship of the Gemini and 
the Passion of Jesus Christ to = A. D. 28, and A. D. 28 plus (373 
minus 1) = A. D. 400, in which StUicho was consul. Hence the 
Exordium is right. The critic, therefore, makes two mistakes 
in this attempt to prove that the AVelsh computist, who was 
systematically correct, made one mistake. One of the critic's 
errors is computistical, as I have said already; the other springs 
from the fact that he does not understand Victorius's method. 

In Erin, p. 128, I have given reasons why we ought to 
accept Petrie and Hardy's identification of • Decius et Yalerianus ' 
with Aetius and Valerius. These consuls were in office in 
A.P.CCCC]'. secundum Victorium, i. e., in A. D. 432. In the 
word decius we get the fi-equent misreading of < as c; and the 
first letter of the word is another instance of a ' tall-necked „a" 
having been misread as a „d"": cf. Mr. Nicholson's own words, 
S. 447. The variant Valerianus for 'Valerius' is due to magni- 
loquence, like 'Aurelianus {Ambrosias)^ for 'Aui'elius', in the 
Excidium. It might, therefore, have been supposed that so 
reasonable an emendation as that of d into a, which Mr. Nichol- 
son himself wishes to make in the case of iudeorum, would have 
had especial claims upon his consideration in the case of decius. 
But no, he seeks divergence and a name Decius; and, having 
found that name, though he does not say where, he rejects the 
equation decius et valerianus = 'Aetius et Valerius', and states 
that decius et valerianus = •Importunus Decius'. This Im- 
portunus is not unknown, for it is probable that the official of 
that name who is mentioned as a senator under Theodoric of 
Ravenna, in the historical fragment preserved by Valesius,i) is 
the same as the consul. But his name is Importunus, and what 
we have to remember is that the Consular Fasti is a list of 
official names, and that it is probable that many consuls bore 
the name of Decius in addition to the official name under which 
they are ranked in the lists.'-) This Importunus, moreover, is 

') This is printed by Gaidthausen at the end of his edition of Ammianns 
Marcellinns. 

') E.g., Mommsen identifies the Decius Marius Venantius Basilius of 
the inscription no. 1716, 'C. I. L.', vol. VI., as the consul Venantius Basilius 
of A. D. 508. 



424 ALFEED ANSCOMBE, 

recorded sine conlega. Mr. Nicholson, it is true, gratuitously 
suggests that perhaps there was a Valerianus in the East, in 
509, whose name has escaped the annalists. But if the Vllth 
century copy of Victorius's 'Cursus Paschalis' only knows 'In- 
portunus', and makes no comment, the copy of ]\Iarcellinus's 
'Chronicon', written in the same century, adds 'solius' to 'Op- 
portuni'; and so with other annales which depend for their 
chronological framework upon the Consular Fasti. If we inspect 
the Greek list known as the 'Fasti Heracliani' we find the 
same thing indicated in the form of words employed therein — 
viz. (h-TooTorrov itoror. There was but one consul, therefore, in 
A. D. 509, and his official name was Inportunus. This is quite 
independent of the question whether he may have been called 
Decius, and Mr. Nicholson should have known of it. He started 
to identify the two consuls miscalled decius et valerianus, and 
has only dealt with one of the pair. If he will now assert that 
valerianus is a corruption of ' Imporlunus ', his position will be- 
come intelligible, though difficult, perhaps, to maintain, even for 
him. If Mr. Nicholson should see fit to cite his authority for 
adding Decius to ' Importunus ', at A. D. 509, perhaps he will, at 
the same time, consider — (1) the nature of the confusion in 
the Fasti Consulares in the'Paschale Campanum', at the period 
in question; and — (2) the probability that the addition he 
relies upon is due to a misreading and misplacement of the 
name of the consul Boetius. In the 'Paschale Campanum ',*) 
which belongs to the Ylth centurj-, the names run thus: 

507] Venantio 
508] Busilio Venantio 
509] Anastasio Inportuno 
510] Boetio. 

Having succeeded in finding a consul Decius where, so it 
is alleged, Mommsen had failed, Mr. Nicholson sets out to apply 
the new criterion. He asserts that the 'Annales Cambriae' 
commence with = A. D. 444 because that is the actual year of 
the Saxon landing. The annalist, he says, mistook the meaning 
of the words before him and counted the 69 years of interval 



') The various lists of coubuIs extiiut may be compared in 'Chronica 
Minora', vol. 11. 



NICHOLSON AND ■EXOIíDIUm' OF 'ANNALES CAMBRIAE ". 425 

from the accession of Vortigern, which is to be assigned to 
A. D. 440; this brouglit him to A. D. 509, as we have seen. If 
the Saxons landed in the fourth year of Yortigern, i. e., in 
A. D. 444 it is obvious that the annalist should have said 
65 years, and it becomes clear, according to Mr. Nicholson, why 
the 'Anuales" commence in = A. D. 444. Bui they do not so 
commence, and the erroneous interval of 69 years, in the para- 
graph 5 (6) of the Exordium, is not to be accounted for in tliis 
way. It should be explained as follows. The pai'agraph enume- 
rated, as I have pointed out in Erin, p. 128, 'is an interpolation 
which was made by the compiler of the 'Annales' as an intro- 
duction to his own work, and which was interposed by him 
between the Exordium of another set of annals, which he was 
about to absorb into his own series, and the commencement of 
that series'. Paragraphs 1 to 4 (5) of the Exordium are har- 
monious with the Victorian system; paragraph 5 (6) was written 
by a compiler who did not understand that system; who was 
responsible for writing ah incarnutione d. n. I. Chr., in para- 
graph 4 (5), instead of a passione; and who took his dates and 
consuls, not fi-om the „Cursus Paschalis" of Victorius direct, but 
at second, or thii-d hand'. Victorius's date for Aetius and 
Valerius, as I said above, is CCCCV. a passione. Now CCCGV. 
a p.. when wrongly ascribed to the era of the Passion computed 
secundum Evangelicam Veritatem [12], gives CCCCXVI. a. p. If 
we deduct the mysterious interval Ixix. irom this year it yields 
CCCXLYII. as the date in the era of the Passion at which the 
Saxons were received into Britannia by Guorthigirn. Now this 
is actually the date to which theii- reception is assigned in the 
'Historia Brittonum', cap. xxxi.; cf. Eriu p. 128. It is quite 
clear, therefore, — (1) that the compiler of the 'Annales' con- 
fused the different eras of the Passion; (2) that he was hampered 
by the misreading of the datum CCCXCYII. {= A. D. 428) as 
'CCCXLYII.'; and (3) that the interval of 69 years on which 
Mr. Nicholson's consular theory is dependent, is a direct con- 
sequence of the confusion and misreading referred to, and has 
no other origin than scribal error. As A. P. CCCXLYII. plus 
Ixix. = A. P. 416, that datum must be reduced to the era of 

') For the variation of 28 + 3 years in the reduction of passional data 
see Ztschr. f. celt. Phil. VI, 380, 389. 

ZeilBchriit f. celt. Philologie VII. 28 



426 ALFRED ANSCOMBK, 

tlie Incarnation. The Xth- century compiler of the 'Annales' 
computed in the era of the Passion according to Prosper [29], 
and made the reduction as follows: 29 plus (416 minus 1) 
= A. D. 444. This year is the last year that the compiler of 
the 'Annales' indicates before he comes to Annus I., and that 
annus, as I have pointed out a great many times, is A. D. 445. 
I remarked just now that the Xth -century compiler of the 
'Annales Carabriae' did not understand the Victorian systematic 
era, and that he did not get his dates and consuls fi-om the 
'Cursus Paschalis' direct, but at second, or thii'd hand. Mr. 
Nicholson, however, asserts in his 'Remarks', S. 446, that the 
533 j'ears comprised in the 'Annales' were transcribed from a 
supposititious copy of the 'Cursus Paschalis' which, so he alleges, 
was made at St. David's, in A. D. 509, fi-om the hypothetical 
manuscript carried into Britannia by Iltut, or Pateru, or some- 
body else. The year 509 has been arrived at by adding 28, 12, 
and 69 to the year of Stilicho's consulship; and 'this calculation 
of 69 j^ears indicates that 509 was the date when the memo- 
randa were written'. 'Otherwise', says Mr. Nicholson, 'what is 
there to account for it?' Well, we have seen how the figures 
Ixix. of the false interval reallj' did originate, and we will pass 
on to the statement made about what was done at St. David's 
in A. D. 509. It is quite easy to speak, or write, of transcribing 
Paschal Cycles. Let us, therefore, ask ourselves exactly what 
we mean by that phrase with regard to the 'Cursus Paschalis' 
of Victorius, in particular. That cmí-aí/s is not a trifle: it presents 
about 2900 computistical items, and the correct and careful trans- 
cription .of it, in A. D. 509, would have taken about twenty 
hours, or some three day's labour of a scribe. Fourteen folios 
of vellum would have had to be prepared, or procured, and when 
the work had been done, what use could it have been put to? 
and what value would it have possessed? Mr. Nicholson has 
not ventilated any of these considerations. It is true he assures 
us that the Cursus was transci'ibed in 509, 'when it would be 
near its completion', but that is a mis-statement. The Cursus 
did not end until =^ A. D. 559; consequently, in A. D. 509 it 
had exactly 50 years to run. Moreover, the Welsh ecclesiastics 
would not observe the Victorian Easter, which was kept on a 
Sunday, between March 22 and April 21, and from moon 16 to 
moon 22. The Scoto-British Easter, also, was kept on a Sunday, 



NICHOLSON AND ' EXORDITTM ' OF 'aNNALES CAMIiRIAE '. 427 

but between March 25 and April 21, and from moon 14 to 
moon 20. Inspection of tbe Victorian Cursits^) will shew that 
about 170 Easters out of the 532 could not be observed by the 
Britons, even if their Paschal lunations had been computed by 
the methods of Yictorius. Why, then, did the alleged scribe at 
St. David's, in A. D. 509, undertake and perform the drudgery 
of copying out a list of Easters which nobodA' ever wanted in 
Britannia, and which would not be required in Gaul for another 
half-century? 

Mr. Nicholson informs us on S. 446, that the Church of 
St. David's accepted orthodox, that is, Dionj'sian, computation, in 
A. D. 777. That means, among other things, that it began then 
to enumerate the Julian years in the era of the Incarnation 
computed according to Dionysius Exiguus. It is certain that it 
had not counted in that era previous to that year, and it would 
appear that Mr. Nicholson has not realised the utility of this 
particular criterion. For he speaks of the alleged marginal 
entry — Obi it Dauid . . . anno dxlvii., as 'the original entry of 
David's death '. This year is computable either in the Dionysian 
era, or in the era of the kg% of our Lord; consequently, it 
could not have been entered anywhere in Britannia until the 
Welsh had resumed communion with the Bishop of Rome, i. e., 
not until about A. D. 777; and it could not be 'original' in the 
sense requii-ed by Mr. Nicholson's hypothesis, which postulates a 
contemporary entry made in the sixth century. Letting that 
pass, we may return to the thesis of which Mr. Nicholson's 
'Remarks' are the vehicle. Now, between the year 777 and the 
year 940 the supposititious Paschal list with which the schis- 
matic Menevians were not concerned in any way, but which one 
of them copied out in A. D. 509, according to Mi*. Nicholson, 
underwent a curious experience: its edge was so continually 
thumbed (S. 451) by turning OA^er of the leaves, that, first, a 
part of the letter 'd' in dxlvii. was rubbed oS, leaving cxlvii.; 
and, second, after an interval, the x, also, was rubbed out, 
leaving clvii. But why should the Menevian monks of the latter 
part of the Vlllth century, who had but recently been won 
over from their schismatic practices, thumb the edges of the 
leaves of a Paschal List the computation and directions of which 



') See Ztschr. f. celt. Phil. VI, 341, note 1. 

28* 



428 AURED ANSCOjrBE. 

had never been respected even, much less observed, bj' anj- in- 
sular Churches? There is but one reply, which is that Mr. 
Nicholson's ingenuity has misled him. The two sets of figures 
which he seeks to deal with and elucidate did not originate in 
so occult a way as he suggests. The age of Saint David at 
death, according to the legends, is cxlvii a7ini. These figures 
were left over after the first stage of fi-iction had been passed 
through, so Mr. Nicholson is able to assert; but he would have 
accounted for them in a more practical way if he had attached 
proper value to the suggestion made by Mr. A. W. Wade-Evans, 
in the Celtic Bevieiv, to the effect that the Britons, in early 
medieval times, computed in an era which began after Stilicho's 
consulship. A. D. 544, one of the computed dates of David's 
death (-Eemarks', S. 451), = A. D. I. 547; cf. 'The Date of the 
First Settlement of the Saxons in Britain', Ztschr. f. celt. Phil. 
Ill, 507. This year 547 is 147 years after Stilicho, when the 
number 400 (instead of 399) is heedlessly subtracted fi'om it. 
The age which M'as WTongly assigned to St. David at his death, 
is the year from Stilicho's consulship, therefore; and no com- 
plicated machinery such as that elaborated by Mr. Nicholson is 
necessary in order to explain so simple a mistake. 

The second stage in the alleged abrasion of the factitious 
figure in the supposititious marginal entry made after A. D. 777 
in the lost copy of the In^iothetical 'Cursus Paschalis' which 
was brought to Britannia in 509 (?), was signalised hy the dis- 
appearance of X. from cxlvii. The Cambrian annalist, according 
to Mr. Nicholson, supposed that the residual numerals clrii. were 
the number of the annus at which he was to enter the death 
of St. David. But why so? By Mr. Nicholson's own hypothesis 
the obit of St. David ought to have been found entered at a7imi^ 
C + 3. Wh}' then should its appearance have been retarded? 
Further, the date of St. David's death was not Tuesda}', March 1, 
as Mr. Nicholson and many other writers suppose. The date of 
the obit is given in the Welsh Life, as — dmv Maivrth y dyd 
hjntuf (jalan Maiirth^) That does not mean the kalends of 
March, but 'the first day fi-om', i.e., before, the kalends, sc. 
Pridie Kaltndarum Martiarum. It is true the Latin Life savs 



•1 The Lives of the Canibro-Iiritish Saints', ed. Rees. p. 41C. 



NICHOLSON AND ' EXORDIUM' OF 'aNXALES CAMBRIAE '. -129 

tliat David died on the kalends; but there is no contradiction 
involved in this, inasmuch as the ecclesiastical calendar-day') 
began at Vespers, on 'the day before', and in the particular 
case we are considering the evening of the kalends fell on dydd 
Mawrth, and the morning on dydd Mercher. Consequently, as 
David died on Tuesday, Fridie Kal. Mart, which is the date 
that we who follow the civil computation of diui-nal time ought 
to use, he died in a year in which March 1 fell on Wednesday. 
Such a year would have A for Sunday Letter in March, and 
the years connoted by A, in the first half of the Vlth century 
are 545, 534, 528, 523 and 517. Of these, for a variety of 
reasons which I cannot now advance, I select the earliest. 
A. D. 517 = Ä. F. CCCCXC. secundum Victorium, and those are 
the annuary numerals, and the era of the annus, as they were 
given by computists who counted the years in the Victorian era 
of the Passion. An annalist who preceded the Xth- century 
compiler of the 'Annales Cambriae', and wrote after the re- 
sumption of communion in A. D. 777, mistook the data Ä. F. 
CCCCXC. for a year in the era of the Passion computed secundum 
Veritatem Ecangelii. He therefore reduced it to A. D. by adding 
11, according to rule. This yielded 501, which was written 
DC. I.'-) The compiler of the Annales misread DC. I as DCI. 
(= 601), and got his interval clvii. by deducting Annus I 
(= A. D. 445) therefrom. For another instance in the Annales 
of similar confusion caused by DC-dating vide Zfec/ir. VI, 393, 
nro. xliiii. I believe that this explanation, and the exposure of 
the factitious nature of Mr. Nicholson's hypothesis, warrant me 
in rejecting the alleged marginal entry, together with the hypo- 
thetical and insecure framework of a supernumerary Pascha 
cycle around which Mr. Nicholson has wreathed his conjectiu-es 
so ingeniously. 

I shewed Just now that Mr. Nicholson had made two mis- 
takes when dealing with the second paragraph of the Exordium 
of the "Annales Cambriae'. He did this with the avowed object 
of convicting the Welsh chronologist of inaccm-acy. I will now 
examine r-ome other attempts directed by the same laudable 



•) The computislical peculiarities of the ecclesiastical day have been 
elucidated in the Athenoeum of Dec. 28, 1901, pp. 876, 877. 

^) For instances of -DC dating vide Erin, u. s., p. 124, note. 



430 . AT.FKED ANSC03IBK, 

desire in connexion with the same chronological passages. In 
the 'Eeniarks', on S. 440, we are told that paragraphs 3 and 5 
state that — 'Also from Stilitio until Valentinianus son of 
Placida and the reign of Guorthegirn are 28 j^ears (But V. 
[Mr. Nicholson objects] became Caesar in 424 and consul and 
Augustus in 425)'. 'Guorthegirn. moreover, held imperium in 
Britain when Valentinianus and Theodosius were consuls' {i. e. 
425, 426, 430, 435), which contradicts the '28 years' already 
given.' The foot-note — '. . . Theodosius was consul in 439 and 
Valentinian in 440' is also appended thereto. The nature of 
Mr. Nicholson's objections discloses the fact that he does not 
know what the Welsh writers he criticises so unkindly meant 
by the word consnles. In the Vatican and Paris Mss. we read 
(1) that in the time of Gratian, 'a consulibus Romanorum totus 
orbis regebatur'; ed. Mommsen, p. 201, note. (2) 'A tempore 
illius [sc. Maximi imperatoris] consules esse coeperunt et Caesares 
nuuiiuam appellati sunt postea'; cap. xxvi., p. 166. (3) '. . . a 
Valentiniano et Tlieodosio consulibus . . . spoliatus [Maximus] in- 
dumeutis regiis, sistitur et capite damnatur'; cap. xxviiii., p. 168, 
1. 23. These passages shew that the Welsh author we are 
quoting continually used the word consnles as equivalent to m- 
peratores. Conseijuently, when we read that Guorthigirn had 
imperium in Britannia when Valentinianus and Theodosius were 
consuls, wliat we are to understand is — at some time during 
their joint reign, which ended in June, 450. Similar considerations 
ajiply to tiie statement in the Exordium tliat 28 years elapsed 
from Stilicho unto Valeutinian and tlie reign of Guorthigirn. 
Nothing appears in the passage cited, about con.sulsliip, or about 
the 'beginning' of a reign, and it cannot rightly be said to 
have 'placed Vortigern's accession in 428' (S. 440). That is 
merely Mr. Nicliolson's illation. Wliat we are to understand is 
that Valentinian and Guorthigirn were botli ruling in tlie year 
XXVIII. from tiie consul Stilicho, and we may fairly assume 
that there was something recorded at tliat year wliich caused 
the annalist to mention it. Tiiat sometiiing, of course, was the 
arrival of tlie Jutes in the particular region in Britannia that 
Guorthigirn ruled over. The annalistic year in which the Jutes 
arrived was current from September 1, 427, to August 31, 428, 
and it is connoted by the names of the consuls whom we assign 
to 428. 



NICHOLSON AND ' EXORDIUM ' OF ' ANNATES CAMBHIAE'. 431 

the consulship of Stilicho was an epoch in British chronography, 
he would have allowed himself to appreciate this. 

Mr. Nicholson is also unaware that the eras of the In- 
carnation and the Passion are so often confused in earl}^ me- 
dieval writers that no investigator who is acquainted with the 
sources of our liistorical knowledge of British affairs, would feel 
surprise at the discovery of an instance of such confusion in 
the Exordium of the Welsh Annals. Felix and Taui'us were 
consuls in A. P. CCCCI. secundum Vktorium. or in A. P. CCCC. 
secundum Prosperum. The Xth - century compiler of the ' Annales 
Cambriae' carelessly substituted for the style of the unfamiliar 
era of the Passion, the style of the era he was accustomed to use, 
and he wrote down ah incarnatione dominica. The later scribe, 
who wTOte out the MS. which was the parent of the Harley 
MS., no. 3859, rejected the computation of Victorias at this point, 
wrote CCCC, instead of CCCCI., and either did not notice, or 
did not trouble to correct the mistake in ascription. But the 
true Victorian numerals are preserved in at least three Cotton 
MSS.: viz. Vespasian D XXI., Vitellius A XIII., and Vespasian 
B XXV. There is very little in all this to excite surprise, much 
less warrant the use of three notes of exclamation to indicate 
its volume. The chronological memoranda which have offended 
Mr. Nicholson's sense of accuracy so greatly, and of which he 
remarks that they are only found in two manuscripts (S. 443), 
actually occur in four; cf. Ériu, u. s., p. 127. 

Mr. Nicholson asserts (S. 441) that 'the date 428 is no- 
where found in words or figui-es'; but let us see: 

(1) Exordium, par. 4 (5) . . . the Saxons came to Britain 
in the consulship of Felix and Taurus in the year 
CCCCI. [from the Passion, secundum Victorium]; MSS. 
K and two others: A. P. CCCCI sec. V. = A. D. 428. 

(2) Par. 3 — from Stilicho to Valentinian and the reign 
of Guorthigirn are 28 years: 400 plus 28 = 428. 

(3) 'Historia Brittonum', cap. xxxi., p. 169. 'Factum est 
autem post supra dictum bellum [at Aquileia] ... et 
occisionem Maximi tyranni . . . per quadraginta annos 

■ fuerunt (Brittones) sub metu. Guorthigirnus regnauit 
in Brittannia et dum ipse regnabat urgebatur a metu 
Pictorum Scottorumque et a Eomanico impetu, nee 



■132 ALFKEB ANSCOMBE, 

non et a timore Ambrosii. Interea uenerunt tres 
ciulae a Germania expulsae in exilio in quibus erant 
Hors et Hengist . . .' As Maximus met his death in 
A. D. 388, the 40 yeavs mentioned above elapsed in 
A. D. 428. 

The date 428 may be doubted, and it may be alleged to 
be erroneous in fact, but it is inaccurate to say that it is 'no- 
where found in words or figures'. It is conveyed in the three 
passages I have quoted, and it is correct, important and reliable. 
The equation of chronological statements made in documents 
written before the era of Dionysius Exiguus came into use is 
necessarily a matter of computation. No scholar expects to find 
that era employed by Welsh writers before the Ylllth century. 
Consequently, if Mr. Nicholson, by the objection he has raised, 
merely wishes to say that the words Annus doniinicae incarna- 
tionis CCCCXXVIII. secundum coniputationem JJiomjsii Exigui 
are nowhere found in Welsh documents of the period indicated 
I can only reply that such a statement is as uncritical as it 
is true. 

On S. 444, in the course of his 'Remarks", Mr. Nicholson 
treats the venerable ii'.ron//M»n of the 'Annales Cambriae' in his 
own way. He transposes the order of two events in this unique 
source, and certain statements which are found with them, and 
which naturally cohere with that order, are rejected by him 
because they are necessarily incoherent with the dislocation he 
has thought fit to bring about. Such methods as those Mr. 
Nicholson has employed here are irresponsible and ai-bitrary. 
The particular application of them we are dealing with is de- 
pendent upon Ml-. Nicholson's discovery of the name Decius at 
= 509, in a list of consuls, or some other document, — a dis- 
covery the value of which we have appreciated already. The 
deduction of Ixix. from the annus yielded 440. as the date of 
the Saxon landing, and 440 was identified by Mr. Nicholson as 
the fortieth year after Stilicho's consulship. But the Exordium 
says that the landing of the Saxons took place 28 years after 
Stilicho, in the consulship of Felix and Taurus, and it rejects 
the unnecessary and erroneous identification of Decius that Mr. 
Nicholson, as we have seen, relies upon. Having misused the 
Consular Fasti Mr. Nicholson then transposed tlie two events 



NICHOLSON AND 'EXORDirJl' OF ' ANNALES CAMBRIAE '. 433 

dated respectively at 28 j^ears, and at 28 jjZms 12 years after 
Stilicho. tliereby placing the quarrel between Ambrose and 
Gwitlieliu before the Saxon landing. He also predicated error 
in the chronography of the date of a third event; misapplied a 
fourth datum; and equated the erroneous result with the first 
year of the 'Annales'. This annus he persists in equating with 
the second year before the Annus II. These feats were per- 
formed with the avowed object of shewing how inaccurate the 
ancient Welsh annalists were. By doing that Mr. Nicholson 
hoped to prevent the use of native testimony by those who seek 
to rectify the Venerable Bede's report; while he (Mr. Nicholson) 
garbled the testimony in question in order to quash that report 
in another way. On S. 445 of the ' Remarks ' we are told that 
the evidence of the need for the transposition of two events 
calendared in X\\& Exordium is 'very short and conclusive'. But 
when we examine the 'Remarks' proffered as evidence we per- 
ceive — (1) that the only Guithelin Mr. Nicholson knows is 
Guorthigii-n's grandfather, and (2) that he finds it difficult to 
harmonise certain views of the meaning of the words Cat Guo- 
loppum with the tenor of the evidence provided by the unique 
document in w'hich those words appear. It is characteristic of 
the uncritical nature of Mr. Nicholson's method of research that 
it is the original document that has to be altered to fit the 
views referred to, and that he has made no attempt to discover 
a third Guithelin. In the first place the worthy Geoffrey of Mon- 
mouth, as Mr. Nicholson points out, knew, or pretended to know, 
a Guithelin who was archbishop of London; in the second, there 
was a Guithelin whose father Gurgiunt or Gurgint Barbtruch, 
son of Beli son of D}'fnwal Moelmud ('H. R. B.' Ill, xi.), was 
probably the Gurind Barmhtruch i) who, according to the Xllth 
century Cotton tract 'De Situ Brecheniauc ', married a daughter 
of Brychan of Brecknock. If that were as I suggest Guithelin 
the son of Brychan's son-in-law might have been active in the 
middle of the fifth century, sc, in A. D. 440. On the other hand, 
Guithelin the son of Glouiba^) was the gi-andfather of Guor- 



^) Gurind = an older Gurgiut, and is now represented by Gwrin. The 
medi? d in place of the tenuis occurs elsewhere in the same MS.: e.g., Sanaud 
for Sanant. Cf. Archiv f. celt. Lexikogr. I, 527. 

-) Cf. Archiv f. celt. Lexikogr. in, 100. 'Gloiuda' of the printed books 
= Gloidda [with d :: h] for*Glouiba, which represents Glev- in Glev-imi Colonia. 



434 ALFRED ANSCOMBE, 

thigira, that is to say, of a man vvlio married one of tlie orphan 
daughters of that Emperor Maximus who was beheaded in A. D. 
388. •) It is not possible, therefore, that this Guithelin could 
have taken an active part in politics in either 440, which is 
what the documentary evidence requires, or even in 428, which 
is what Mr. Nicholson believes. In the last-named j^ear the 
daughter of Maximus was between 40 and 50 years old, and 
her husband Guorthigirn had at least two sons of tighting age. 
Mr. Nicholson remarks that Guithelin the grandfather of Guor- 
thigirn 'died out of British history so quickly that he is not 
(named) in Gildas or Bede'. But who among fifth century 
British worthies really are named by those writers? Bede 
mentions two by name — sc. Ambrosius and Vortigern; Pseudo- 
Gildas mentions one only; and Mr. Nicholson denies, by impli- 
cation, that the kings mentioned by Gildas in his Epistle belong 
to the fifth century. Such remarks as that just now quoted are 
hopelessly uncritical. On S. 451 Mr. Nicholson says that "the 
latest authorities have erred to the serious extent of 57 j'eai-s' 
in dating the death of St. David. AVhat value can be attached 
to the opinion of "authorities' who play such tricks? and what 
a phantasmagoria must that national story be the guilt of 
having made an error of 57 years in connexion with which does 
not deprive those who have made it of the title of 'autho- 
rities ' ! 

I have named three Guithelins. and there may have been 
others. I know no reason, indeed, for limiting their number but 
my own ignorance. Mr. Nicholson, on the other hand, though 
he has -restrained himself from investigating this question, has 
invented a second Ambrosius. He has done this because he per- 
ceives that one result of his dislocation of the evidence of the 
Exordium, is, that he cannot assign an active part in 428 to 
Aurelius Ambrosius, the uncle of that Arthur who was fighting 
at 'Mons Badonicus' in 492 (according to Bede's chronology), 
which is what his hypothesis requires. There is another point 
connected with this tampering with the order of the events 



') The oii)lian daughters of Maximus were sent by the emperor Theo- 
dosiua to be brought up by a kinsman ; S. Ambros. Epistola XL , cap. 32. 
Pascent sou of Guorthigiru w;vs son of Severa, one of Maximus's daughters; 
see the pedigree of Concenn, king of Powys, inscribed c. 850 by his own 
orders; Archiv f. celt. Lexikogr. 1, 514. 



NICHOLSON AND ' EXORDIUM ' OF ' ANNALES CAMBKIAE '. 435 

named in tlie 'Exordium, about which Mr. Nicholson is uneasy 
— namely, the victory of Ambrosias. This is reported by Pseudo- 
Gildas to have taken place between the arrival of the Saxons 
and the victory in the forty-fourth year after tliat. Mr. Nicholson 
says that Gildas mentions Ambrose as "winning a victory over 
the Saxons', S. 446; and it is suggested that the author of the 
Exordium may have been moved thereby to transpose the two 
events which Mr. Nicholson would have us believe he has now 
re-adjusted, because he argued that, since Ambrose won this 
victory over that people he must have been of later date than 
Guorthigirn. But this is all illusory: the 'victory' was won 
after the cruel enemy, i. e., the Saxons, had returned home. So, 
at least, Pseudo-Gildas reports, and he does not tell us whom 
Ambrosius really did win this alleged victory over. But when 
referring to Aurelianus Ambrosius Pseudo-Gildas does this — 
he obviously confounds Cystennin Corneu, i. e., Constantine, petty 
chief of Cornovia, the father of Uthyr Penteyrn, Emyr Llydaw 
(/. e., Ambrosius), and Erbin Dyfneint, with Constantine, the last 
British emperor. The true Gildas, the son of Caw, who was 
born in A. D. 470, would not have made any mistake of this sort. 
Cystennin Corneu, moreover, was still alive in about A. D. 450. 
He was father-in-law of Peibiaw, king of Gwent and Ercig, 
and he witnessed one of the earliest Llandaff charters. >) 

The author of the 'Excidium Britanniae' may be safely 
and absolutely ignored. The imploring letter to Aetius in, or 
soon after, the year 446, on which Mr. Nicholson only professes 
to rely, was not sent by the insular Britons at all. Pseudo- 
Gildas lifted the information about it from his fransmarina re- 
latio (cap. iiii., p. 29, 1. 22), and misunderstood what he pillaged. 
Germanus of Auxerre, who, like Guithelin, 'died out of British 
history so quickly that (he) is not (mentioned) in Gildas', came 
to this island a second time in A. D. 447, and was successful in 
composing the schism caused by a recent recrudescence of the 
Pelagian heresy. 'Porro Germanus post haec ad Rauennam pro 
pace Armoricanae gentis supplicaturus aduenit, ibique a Valen- 
tiniano et Placidia matre ipsius, summa reuerentia susceptus, 
migrauit ad Christum.' -) 



') See my 'Landavensium Ordo Chartarum .1.', Celtic Review, 1909. 
'') Bede's ' H. E.' I, xxii., ed. Plummer, p. 41. 



436 ALFRED ANSCOMBE. 

Germanus died after Vespers on July 31 — August 1, 
A. D. 448. Aetius, who had been consul three times, had ordered 
Eocharich, chief of the Alani whom he had setted at Orleans, 
to punish the rebellious Britons of Armorica, and it was the 
latter who indited the famous letter, and Germanus undertook 
to carrj^ it, and did carry it, to Aetius, at the court of the 
emperor and empress. 

Lastly, I adhere to the views expressed in the little paper 
on 'The Date of the First Settlement of the Saxons in Britain' 
in connexion with Bede's date for that event. Bede says — 
'Anno ab I. D. CCCCXL Villi. Marcianus cum Valentiniano . . . 
regnum adeptus septem annis tenuit. Tunc Auglorum sive 
Saxonum gens inuitata a rege praefato [sc. a Vortigerno] Brit- 
taniam tribus longis nauibus advehitur (I. xv.). Mr. Nicholson 
is of the opinion that there is nothing to shew that " tunc ', here, 
refers to 449 rather than to the period of seven years in which, 
so, at least, he alleges, Marcian reigned with Valentinian. But 
the general meaning of tunc, namely, 'then, at that time, then 
only (i. c, not before, not till then) ', will not help Mr. Nicholson 
to date the Saxon advent in A. D. 444. The particular meanings 
of tunc, namely — 'Then, just then, then precisely, at that time 
(denoting a fixed and definite point of time past)', do not help 
Mr. Nicholson, either.') The word tmic really never seems to 
have the meaning conveyed by the provincial English 'any- 
when ', which is what Mr. Nicholson's hypothesis requires. The 
view that tunc refers to the year 449, the year to which Bede 
erroneously ascribed the accession of ]\rarcian, was never contro- 
verted by the supporters of Bede's dates for the Saxon advent 
until his authority on the point was disputed. Bede"s use of 
circiter has been adduced in order to prove that he was in doubt, 
and did not profess to know. But the use of that word by him is 
no criterion of the doubtful nature of his periods. The statement 
made in the 'Excidium' that 43 years and one month elapsed 
between the arrival of the Saxons and the victory at 'Mons 
Badonicus', was accepted by Bede; yet, when quoting it, he inter- 
polated circiter. Similarly, in his letter to Archbishop Egbert 
he uses circiter of a period that had elapsed during his own 



') A Copious and Critical Latiu-Euglisb Lexicon". By the Kev. .1. 
E. Riddle, M. A., 1844. 



jaCHOIiSON AXD 'eXORDIFM' of ' ANNALES CAMBEIAE '. 437 

lifetime. I am quite aware tliat ease in argument, as well as 
the retention of the supposed authority of the Venerable Bede 
in this particular, are gained by asserting that Bede did not 
mean to give an exact date for the coming-in of the Saxons, 
and by assuming that tunc means 'any -when', /. e., before or 
after A. I). 449. But on mature consideration of all the points 
involved I am constrained to characterise the renewal of this 
plea as disingenuous. 

On S. 443 Mr. Nicholson states that Bede 'undoubtedly 
meant' to refer the Saxon arrival to the seven years' reign of 
Marcian, i. e., from 449 to 456. On S. 441 he takes that tech- 
nical chronologist under his protection, and be declines ' to throw 
over the testimony of Bede (not to mention the Gildan author- 
ship of the ' Dc Krcidio Britanniae) ', ' for the supposed evidence 
of this tissue of blunders', to wit — the Exordium of the 
' Aunales Cambriae '. But on S. 445 we find that he is prepared 
and desirous to throw over the testimony of both Bede and 
Pseudo-Gildas if he can be allowed to substitute in its stead his 
own wilful version of the Exordium, the facts in which he has 
arranged in such a way that he dates the Saxon advent in 
A. D. 444, five years before the year given by Bede, and two 
years before the year indicated, so it is affirmed, by Pseudo- 
GUdas. 

With respect to that view of the prophecy interpolated in 
the Excidium which I commented upon in the Archiv f. celt. 
Lexikogr., it is incorrect to ascribe the theory bound up there- 
with to myself. The opinion I adhere to is about seven hundred 
years old. 

Mr. Nicholson's challenge to me to provide evidence of the 
use of the computation of the j-ears of the Incarnation and the 
Passion secundum Vcriiatem Evangelii, before the middle of the 
Xlth century, was met in the same Heft of this Zeitschrift as 
that which contains the 'Eemarks' I have reviewed. 

In conclusion I venture to make an appeal to those his- 
torians who are diversly concerned with the story of the events 
that occurred in Celtic and Anglian Britain in the fifth and sixth 
centui'ies. • I make this appeal to them not merely as scholars, 
but as practical men who are willing to recognise and admit 
that probability is the guide of life in all doubtful things, and 



438 anscombe: Nicholson and •exordium' of 'ann. camub.'. 

that utility is the immediate, necessary sanction of the results 
of their labours. I ask them, then, to apply these two criteria, 
and to enquire of themselves what is the value of the recon- 
structive work that has been performed in the course of the 
numerous attempts made during the last century to give con- 
sistencj- to the Pseudo-Gildasian reports of the circumstances of 
the times referred to. I ask them, first, to pass in re\'iew the 
vast chaotic mass of undigested, unclassified information, which 
lies in the Welsh genealogical, hagiographical, legendary, and 
poetical collections; which no scholar could deal with unassisted; 
and which the 'Excidium Britanniae' rejects and nullifies; and, 
next, to set that tiny book on one side by itself. I ask them, 
with the two criteria of probability and utility in theii' minds, 
to appraise the worth of a piece of historical writing which is 
as jejune and shadowy as it is uncritical; which names but one 
fifth -century Briton, and but one fifth -century battle, and of 
which it has been remarked, with evident trutli, that the nearer 
it draws to the times of its alleged author the less exact does 
it become. In view, then, of all the fond attempts that have 
been made from time to time to harmonise its verbose, vague 
reports, I ask them to acknowledge that this poor fount of ob- 
scurity and contradiction, which controverts so much that is 
undeniably native, probably genuine, and potentially valuable, 
is not trustworthy, is not useful, and is not necessary. 

Stroud Green, Middlesex, June 19, 1908. 

Alfred Anscombe. 



SYNTAX OF THE 
COPULA 'IS' IN MODERN SCOTTISH GAELIC. 



Uses of is. 

1. Is is used to predicate an adjective of its subject, 
which may be a noun, pronoun, substantive clause or infinitival 
phrase. ') 

Sentences of this kind maj' be called 'Sentences of attri- 
bution '. 

2. Is is used to predicate a noun or pronoun of its subject. 
Such sentences are either (a) 'Sentences of classification', 

or (b) 'Sentences of equation'. 

3. Is may form (a) with an adverbial adjunct, a predicate 
of wliich the subject is a substantival relative clause; or (b) with 
an adjective a predicate which has as its adjunct an adverbial 
clause. In the latter case the copula still contains its ovm. 
subject, a pronoun of the third person singular. 

In sentences of class 3(a) the copula acts as a substantive 
verb. These sentences belong to the larger class of 'Sentences 
of emphasis'. 

Order of construction with is. 

Is is a mere link between ideas, and is the only verb 
which cannot be separated from its complement, even in answers. 

The order of construction is: is, complement of predicate, 
subject. 

Is with its complement (a 'subjective complement", the 
logical predicate), forms a grammatical predicate which may be 
qualified by an adverbial adjunct, as if it were a verb. Such 
adverbial adjuncts, if brief, may precede the subject; but more 
usually they follow it. Sometimes they precede the verb. 



') Also a word used as its own name, or words cited in direct quotation. 



440 A. 0. ANDERSON, 

The same order prevails after lu; and in negations, and 
questions introduced bj' the particles an and nach, although in 
these cases is disappears. The relative forms contain theii- 
subject. 

Historical!}- regarded, tlie subject stood in apposition to the 
pronoun formerlj' contained in the copula. This pronoun is still 
present in the forms scadh 'it is so'; cha 'n eadh 'it is not so'; 
(jkllieadh 'although it is so'. In these sentences endli 'it, that', 
is the complement of the predicate, while the subject (it) is con- 
tained in the verb, and is implied with the verb when the verb 
is not expressed. 



Sentences of attributiou. 

The position of the subject, after its predicate, favours its 
qualification by adjectives, phrases or clauses. Is is preferred 
to ilia in sentences of attribution where, construed with tha, 
such qualifications of the subject would separate awkwardl.v the 
subject from its predicate. 

Bu taitneach r' a fhaicinn an t-saothair a ghabh a pharantan 
ris, ann an laithibh öige. 'Pleasant to be seen were the pains 
his parents took for him in the days of his youth.' 

B' iiluinn an la ann an céitein an t-samhraidh 'n uair a 
dh' fhalbh mi. 'Beautiful was the day in the first month of 
summer when I went awaj'.' 

Frequently the more precise construction of a sentence of 
classification is preferred, especially when the subject is a noun 
unqualified by the article. E.g.: is ni maith coiseachd. "walking 
is good'. Such sentences fall more naturally into the emphatic 
form (see below:) is maith an ni coiseachd. 

If the attribute is complex, the simple sentence of attri- 
bution stands. E. g.: is fearr coiseachd na seasamh, 'walking is 
better than standing still'. 



Sentences of classification and equation. 

Sentences of classification are constructed as in English: 
the class is predicated of the instance. 

Is ainmhidh bo, o 'm faighear bainne, 'a cow is an animal 
which gives milk'. 



THE COPULA 'is' IK MODEHN SCOTTISH GAELIC. 44 1 

Is eun sgarbli, a thig beö air iasg, 'a cormoraut is a 
bird which feeds on fish'. 

Is gnothach anabarrach iongantach e, ' it is an exceedingly 
strange affair'. 

Is miorbhuil gu "ni b' urrainn duit a dheanamli, 'it is 
wonderful that you were able to do it'. 

"When the class is restricted to the instance we have a 
sentence of equation. In Gaelic sentences of equation the English 
construction is sometimes reversed, that element which in Engush 
is the subject of the sentence appearing in Gaelic in the pre- 
dicate. 

Certain words and word-groups cannot complete the pre- 
dication of the copula. These are: 

(a) proper nouns;') 

(b) common nouns, or adjectives used as nouns, qualified 
by a demonstrative adjective'') or by a possessive 
adjective; 

(c) substantive clauses; 

(d) infinitival phrases. 

When one of the elements between which an equation is 
made belongs to any of these classes, that element is made the 
subject of the sentence. 

Is mise do bhrathair, 'I am your brother'. 

Is i sin bean-tighe. 'she is the housewife'. (Compare with 
this the sentence of classification: is bean-tighe i sin, 'she is a 
housewife '). 

^Vhen the equation is between two such elements, one of 
them must be placed in apposition to an anticipative complement 
of the predicate, namely the demonstrative pronoun of the third 
person. 3) For the subject, a noun is preferred to an infinitival 



') Also words used as their own names. 

') Those cases also are included in which the article has disappeared 
before the nonn, because another noun in the genitive case follows and relates 
to the first. Interrogative adjectives are not included. 

ä) Such pleonastic pronouns are frequent in English, but as anticipative 
subjects and objects only. 

Zeiucnrift f. celt. Philologie VII. 29 



442 A. 0. ANDERSON, 

phrase, and an infinitival plirase to a substantive clause. A 
proper noun is preferred to a common noun. *) 

The pleonastic pronoun agrees in irender and number with 
the subject of the sentence. 

Is e Seumas righ Sliasuinn, 'James is the king of England'. 

Cha 'n e; is e Uilleam an righ. 'No, "William is the king'. 

Is i Mairi a' bhanaracli. •Alary is the milkmaid.' 

B' iad na Gaidheil luchd-aiteachaidh na h-Eireann. 'The 
Gaels were the inhabitants of Ireland." 

B' i 'oidhirii a h-uile ni ionnsarhadii. ' it was his endeavour 
to learn everything." 

B' i a' chomhstri co bu luaithe ruigeadh am baile. 'The 
contest was who soonest should reach the town.' 

Cha 'n e blii an so as iiill learn. 'To be here is not what 
I should wish.' 

Thus exactly as the ^•irtual subject is historically in appo- 
sition to the pronoun formerly contained in the copula, so in 
this case is the virtual complement of the predicate in appo- 
sition to the real comi)lement, — a pronoun which adds nothing 
to the meaning, although it fulfils the structure, of the sentence. 

(A clause in apposition to the complement of the predicate 
may precede the verb. Thus: 

Am fear a streapas, 's e am fear a thuiteas. 'Tlie man 
who falls is the man who climbs.' 

Co ruigeas am baile an ti'is, "s i sin a" chéist. 'Tlie (juestion 
is, who reaches the town first.') 

By a peculiar extension of this usage a pleonastic pronoun 
takes the place of a demonstrative pronoun-) when it is pre- 
dicated of a proper noun, or of a comiuon noun in the singular 
number qualified by a demonstrative or possessive adjective. 
The demonstrative i)ronoun follows the subject in apposition to 
the anticipative complement of the predicate, and both pronouns 
agree in gender with the subject of the sentence. E.g.: 

') Logically, the subject of tlie equation should be the element which 
would be expressed in a question to which the statement of equation is the 
answer. Thus the answer to the question 'who was the author of Paradise 
LostV should be 'the author of Paradise Lost was Milton'; whereas we say 
instead, in English as in Gaelic, 'Milton was the author of Paradise Lost'. 

-) i. e. the demonstratives, e, i, so, sin and sud. 



THE COPt'LA 'is' IN JIODERX SCOTTISH GAELIC. 443 

Is e Senmas e. 'it is James'. 
Is i ar bo i, 'it is our cow'. 

This construction is favoured by the fact that the emphatic 
pronoun is here unstressed. 



Sentences of emphasis. 

To emphasize a statement, it is customary to turn it into 
a substantival relative clause, and to make it the subject of the 
copula completed by the prepositional compound ann (there, in 
existence.) Thus: 

Is ann a tha sibh ri feala-dha, '.surely you are Joking'. 

Mar a b' äird' a dhirich iad, b' ann na bu lionmhoire 's 
na bu truime bha na grainueinean oir a fhuaii- iad. ' The higher 
they climbed, the more plentiful and the heavier were the grains 
of gold they found.' 

Completed by ann, the copula becomes a verb of existence 
whose subject must be a substantive clause. 

An adverbial adjunct of the predicate of the substantive 
clause may be placed before its verb (as in the last example). 
E. g.: Cha 'n ann mar sin a rinneadh e, 'that is not how it was 
done'. In this case emphasis falls upon the adjunct; but the 
adjunct still belongs to the verb of the subordinate clause. 

By an elliptical construction is ann is sometimes followed 
by a clause introduced by the conjunctions gu 'n or nach; and 
in this case such a clause implies some verb of speech or thought, 
unexpressed, of which it is the object. Thus: 

Cha 'n ann gu 'm bheil sin fior, 'not that that is true': for 
cha 'n ann a tha mi 'g rädh gu 'm bheil sin fior (literally, ' it is 
not that I say that that is true'.') 

Sentences of emphasis are formed by inverting the direct 
statement so as to bring the word or word-group to be em- 
phasized toward the beginning of the sentence, as the comple- 
ment, or the subject, of the copula; the remainder of the state- 
ment becoming a subordinate clause, with its verb in relative 



') Contrast with this the sentence: cha 'n e gu 'm bheil sin fior, 
'[what I say] is not that that is trne'. 

29* 



4-11 A. 0. ANDERSON, 

form. Negative sentences of emphasis are formed bj- placing 
the negative particle before the copula. 

1. When an adjective is to be emphasized it is predicated 
of the noun which, in direct statement, it qualifies; and the 
remainder of the statement becomes an adjectival relative clause 
qualifying the noun. Thubhairt fear glic sin, 'a wise man said 
that', becomes in emphatic construction, laj'ing stress upon 
'wise': bu ghlic am fear a thuirt sin, 'he was a wise man who 
said that'. Here a thuirt sin is an adjectival relative clause 
qualifying fear. The subject of such sentences is always qualiüed 
by the article. 

The same construction may emphasize an adjective relating 
to a noun which in direct statement completes the predication 
of the copula. The direct statement: is oidhche fhuar i, 'it is 
a cold night', becomes, when 'cold' is emphasized: is fuar an 
oidhche i, 'a cold night it is'. Here i stands in apposition to 
oidhche, the subject of the sentence. (Is fuar an oidhche would 
mean 'the night is cold', or 'nights are cold'.) 

Similarly: bu dileas an gille e, 'he was a faithful servant '. 
Here e is in apposition to gille. This is an emphatic sentence 
for hu ghille dileas e, and is quite distinct from Im dileas an 
gille, which wonld mean 'the servant was faithful'. 

So also: is eagalach an duine thu, 'you are a timid person'. 

In this construction the noun is always qualified by the 
article, and the only difference from the previous construction 
is in the fact that the relative form of the copula does not 
occiu" before the pronoun or noun in apposition, in as much as 
no fornj of the copula exists implying a relative pronoun as its 
complement. 

An adverb in direct statement may become, when em- 
phasized, an adjective predicated of some noun not expressed, 
but originally implied as the antecedent of a relative clause. 
Here the relative clause is an adjectival clause of indirect 
relation, used now as a substantive clause and serving as the 
subject of the copula. 

Is trie a cluiala mi e, 'I have often heard it'. 

Is beag a shaoil mi e, 'little did I imagine it'. 

Is olc a rinn mi e, 'I have done it badly'. 

The same construction occurs when an adjective completing 
the predicate of a direct statement is taken to complete the 



THE COPlTiA 'IS" IX MODERN SCOTTISH GAELIC. ±15 

predicate of the principal clause, and leaves tlie predicate of tlie 
subordinate clause incomplete. 

Is ciunteach a tlia mi gur fior e. ■! am sure that it 

is true.' 

Nach dorcha dh" fluis e! 'How dark it has grown!" 

This construction is scarcel,v distinguishable from that in 

which the predicate formed of copula and adjective, mthout 

subject, is related to bj- an adverbial clause. 

Is fada na chuala mi e loinihe, 'it is long since last I 

heard it.' 

Is olc gu 'n d" rinn mi e. 'it is unfortunate tliat I have 

done it.' (Here the subordinate clause is now regarded as a 

substantive clause, the subject of is olc.) 

The construction with an adverb is exactly similar: 
Ciamar a tha iad 'g a fhaotainn? 'How do they get it?' 
But when a prepositional phrase or any other adverbial 

adjunct (not interrogative) Ls to be em])hasized, the construction 

with ann is preferred. Cha 'n ann an diugh a rinn mi e, 'I did 

not do it to-day'. Here the subordinate clause, although inverted, 

remains complete. 

Ann and the compounds of le are now practically the only 

adverbial adjuncts which may stand after the copula. 

2. A noun or pronoun which is the subject or object of 
a direct statement may, for emphasis, be predicated of the 
remainder of its sentence, the sentence being put in the form 
of an adjectival clause used as a substantive clause. 

Instead of the direct statement: bidh mis' a' togail orm am 
maireach, 'I shall start to-morrow', the construction to emphasize 
'V would be: is mise bhios a' togail orm am maireach, 'it is I 
who start to-morrow'. 

So also: is cü a mharbh thu, 'you have killed a dog'.i) 

When the construction of emphasis would bring into the 
predicate one of those elements which cannot complete the predi- 
cation of the copula, that element is made the subject of the 
sentence, being preceded by the anticipative complement e, in 



') In such sentences, when the verh of the subordinate clause is tran- 
sitive, the sense alone decides whether the word following the verb is its 
subject or its object. 



4i6 A. 0. ANDERSON, 

apposition to wliicli is tlie adjectival clause used as a substantive 
clause. The construction is the same as that of other sentences 
of equation. 

Is e an c(i a mharbh thu, 'the dog is what }-ou have killed'. i) 

Specially noteworthy are elliptical sentences which empha- 
size substantival clauses introduced by gii 'n or nach, the objects 
of some verb of speech or thought, etc., unexpressed. Such 
sentences begin thus: — is e gu 'n, 'truly'; cha 'n e gu 'n, 'not 
that'; an e gu 'n, 'is it the case that'; ma 's e gu 'n, ma 's e 
agus gu 'n, 'if it is the case that;' and so on. Thus: 

An e gur fior e? 'Do you mean to say that it is true?' 
Here the subject (e. g. tha thu ciallachadh, 'that you mean') is 
not expressed; the clause (jur f'lor e is in apposition to the 
anticipative complement c. 

Compound sentences introduced by an interrogative pronoun 
exhibit the emphatic structure, as also do some sentences in 
which the comparative of adjectives is used. 

The emphatic structure is sometimes used less for emphasis 
than for the better construction of an awkward sentence. 

Sentences of classification or equation may themselves be 
inverted to emphasize their subject (excepting those sentences of 
efiuation which are constructed with anticipative complement of 
the predicate). 

Is ciobair againn ci'i, 'a dog is our shepherd". In the con- 
struction of emphasis: — is cii as ciobair againn. 

Is righ an cam am measg nan dall, "a one-e3'ed man is 
king among the blind'. In the construction of emphasis: — is e 
an cam "as righ am measg nan dall. 

Other uses of is. 

The subject of is is sometimes omitted. This ellipsis is 
permitted by the fact that the copula may still retain the 
meaning of the pronoun contained in it. Thus: 

Cha 'n eagal duinn, 'we need have no fear'. 

Ni mi e, ge b' oil leo. 'I will do it in spite of them'. 

This is freciuently the case when the complement of the 
predicate is an adjective which has its own meaning completed 

') See the note on p. 445.. 



THE COPULA 'is' IK MOUEUX SCOTTISH GAELIC. 447 

by an infinitival iihrase. Thus: Is mithicli dhuinn a bhi bogadh 
nan gad, "it is time for us to be packing'. In these cases, how- 
ever, the infinitival phrase may be regarded as the subject of 
ihe sentence. 

In statements and questions is sometimes drops out, without 
change in their construction, except that adveibs which cannot 
follow the copula may then sometimes stand in the predicate. 

In exclamatory sentences is is fi-equently omitted: 

So agaibh e! 'Here you have it!' 

Coma learn e, 'I don't like it'. 

An imperative of the copula is implied in the third person: 

Urram na h-uaisle dhuibh, gabhaibh air 'ur n-adhart, 
'Yours be the honour of precedence; go forward". 

Oidhche mhaith leibh! 'Good night!' 

Wishes may be introduced by the future of the copula, 
preceded by the conjunction gu: gu ma (for Old-Irish co m-ha). 
This eon junction introduces a substantive clause, and implies 
some verb of wishing understood, of which that clause is the 
object. 

Gu ma fada bhios sibh beo, is ceo as 'lu- tigh! 'Long 
may you live, and your heai-th smoke!' (I. e., live and prosper.) 

Many idioms formed by the copula with its complement 
have become more or less petrified. Thus: 

Is äithne dhomh e, 'I am acquainted with him.' 

Is léir dhomh sin, 'I perceive that'. 

Is beag nach d' rug iad air, or: cha mhor nach d" rug iad 
air, 'they almost caught him'. 

Is aill leam a radh, 'I am glad to say'. 

Na 'm b' aill leaf, 'if you please'. 

Is leam an cii, 'the dog is mine'. 

Mar a b' abhaist daibh, 'as they were accustomed'. 

Is dócha gu 'n tig e, 'he will probably come'. 

The following, followed by the verbal noun or infinitival 
phrase, take the place of English auxiliary verbs with the in- 
finitive: 

Is unainn domh. is mrainu mi, 'I can'. 

Is coir dhomh, 'I ought'. 

Is eudar dhomh, "I must". 

Is éigin domh, 'I must, I am compelled to'. 



448 A. 0. ANDERSOK, 

Paradigm of the Copala. 

In the paradigm must be included certain compounds, and 
conjunctions whicli implj^ the presence of tlie copula. 





Indicative 






Subjunctive 


Absolute 


Belative 


Conjunct 


Absolute 


Conjund 


is, 's, — 


as, is, 's, — 


h-, - 




is, 's 




Present 




gur li- 
ma 's 






ma, (mi dh') 
ge h-, ged a 


seadli 




gu de? 






gidheadh 


Past {^"'^' 


bu, a b' 


bu, b' 
gu ma 


h- 


bu, b' 


bu, b' 


Future 




gu ma 


h- 







Absolute and relative forms of the present subjunctive are 
supplied by a modal or potential use of the indicative forms, 
both present and past. 

All the parts of the verb is are unaccented. In this respect 
is differs from thu, which is accented like other verbs. The 
complement of is is accented when a verb would be accented, 
i. e. wiien its subject is not a noun. 

The vowel of bu, and usually those of is and as, are dropped 
when an initial vowel-sound follows. The s of is and as is 
usually palatalized before the initial sounds of e and i. Is and as 
frequently cause aspiration of a succeeding initial f in common 
phrases. Bu causes aspiration of an initial consonant succeeding 
it; except of d and t, and usually of s. The h of bu is never 
aspirated. Gu ma does not cause aspiration. 

In tlie present tense the copula disappears after the con- 
junct particles. Hence we have: — An 'is . . .?' Cha 'is not' 
(causing aspiration of initial consonants with exception of t, d, 
and usually .s). Ni h- 'is not' (obsolete). Mur h- 'unless . . . is'. 
Nach h- 'is not . . .?', 'that ... is not', 'in that' (because) ... is 
not', 'who is not', etc. 

Gur, gur A-,') 'that . . . is', frequently introduces a rheto- 
rically emphatic statement in a subordinate clause serving as the 
object of some verb of speech or thought in a principal clause 



') Chir is for 0. 1, conid, as mur is for mani. (lu takes the form gur 
in conjunction with the copula only. 



THE COPULA 'is' IN MODERN SCOTTISH GAELIC. 449 

unexpressed. Similar negative sentences introduced bj- nach are, 
on the contrary, rhetorical (luestions. 

Dependent forms of the copula occurred also after inter- 
rogatives, and after the conjunctions ge, ma and na. 

The copula of the present or past indicative is implied with 
its complement after the conjunction na, 'than'. In the com- 
pound »a 'n the 's is the relative form of the copula: its com- 
plement follows it. Na 's and na bn now introduce adverbial 
clauses which can only be used to complete a verb of incomplete 
predication (not the copula). 

The copula of the present indicative Ls implied after the 
interrogative pronouns, adjectives and adverbs: except in the 
phrase ge h' e, where V is either present or past subjunctive. 

The copula of the present or past indicative is implied 
after the conjunction ge before adjectives (formerly) and gcd a, 
ged before verbs, but not when ge precedes hu. The former final 
consonant of ge (0. 1. cicJ, i. e. cidh) appears in gidheadh, 'never- 
theless' (literally 'although it be so'.) When cidh preceded the 
verbal particle, cidh do became ged a, just as cidh? 'what is?' 
('what is it?') with the verbal particle gave ciod a. The use of 
the forms ged and ciod has extended so that we find them even 
before is. 

The use of ma is exactly similar to that of ged a; it is 
followed by a verb in the relative form. Therefore ma also now 
implies the copula. Ma is no longer followed by the past sub- 
junctive, except in ma dh' fhaoidte, 'perhaps', where the verb is 
used as a present potential. If ma is for madh the verbal par- 
ticle did not follow it; its final consonant might have given rise 
to the particle now inserted before the relative form of the 
future. But ma does not check aspiration of a following aspirated 
dental, except perhaps in mata, 'well!' 

The preservation of the subjunctive of the copula (although 
its presence is not very obvious) permitted the loss of the sub- 
junctive in other verbs. The tenses of the subjunctive were 
merged in tlie modern future and secondary future tenses of the 
indicative. 

Edinburgh. A. 0. Anderson. 



LE NOM DE L'ARAIGNEE EN IRLANDE. 
Etude de sémantique. 



I. 

En lisaut la Grammairc du Vicil-Irlandnis de iL J. Yendryes 
(Paris, 1908), si remarquable k tant d'égards. je suis resté pensif 
au passage suivant, p. 116, § 210, da chapitre des adjectifs: 

'Au génitif pluriel, ä cóté de la forme ä desinence -c n, 
existe une forme plus courte, caractérisée seulement par la position 
antérieure de la consonne. Ainsi: inna daman n-allaid, 'des 
araignées', Ml. 59dl, ä cóté de inna n-dam n-altae, 'des bceufs 
sauvages', 121 c 19. 

Comment le meme nom d"animal — en suppossant ([ue ce 
soit deux fois le meme mot — peut-il — et ä une ligne de 
distance! — se traduire successivement par 'araiguée' et par 
'bíjpuf sauvage"? Cette question de sémanti(|ue u'a pas préoccupé 
M. Vendryes, parce que pour lui, linguiste, 11 Importe surtout de 
noter si .telle consonne de tel mot est, dans la cavité buccale. ce 
qu'il appelle de position ou antérieure ou posterieure. — Puis, 
lors(|u'il s'agit d'un terme compose, compose d'uu substautif et 
dim adjectif, pourquoi M. Veudryes n'a-t-il traduit Tadjectif que 
dans le second cas? Car, si le b«?uf est ici — grammaticale- 
ment — 'sauvage', I'araignee Test égalemeut, meme du point de 
vue grammatical. — Et enfin, que peuvent étre, en dehors d'une 
grammaire et dans la réalité, des 'boeufs sauvages'? A supposer 
(lu'on puisse donner ce nom, par extension et par analogie, ä des 
auimaux comme Vurus de l'ancienne Germanie, rauroclis de la 
Lithuanie, le büffle de l'Amériíiue du Sud, le yak du Tibet, ces 
auimaux nont jamais existé en Irlande. Et un bcieuf s'échappát-il 
de la servitude, il ne pourrait devenir sauvage et vivre ä l'état 



LE NOM DE l'aBAIGNÉE EN IRLANDE. 451 

de liberie comme le cliat, le chien ou le cheval, car il lui uianque 
par definition (Je pourrais dire: par soustraction) les sources de 
l'énergie et de la volonte. Bien loin d'etre 'sauvage', le boeuf 
est un etre de civilisation: l'animal ne nait pas tel, il le devient 
par la main de rhomnie. 

Voulant tirer au clair cette question de Zoologie ling-uistique, 
je nie suis d'abord reporté au texte des gloses citees par 
M. Vendryes, pour me rendre compte des termes latins que les 
mots irlandais traduisent. Dans le premier cas (Ml. 59 d 1) il y a 
bien aranearimi, mais daus ie second (Ml. 121 c 19) il y a cervos, 
ce qui ne peut se traduire, en francais meme poétique, par 
'b(pufs sauvages'. .J'en appelle au témoignage des dictionnaires 
latins et au jugement des latinistes. 'Sauvage' est une épithéte 
qui peut, avec droit, s'appliquer au cerf, car le cerf est, par 
nature, un animal sau vage, tandis que le boeuf est un animal 
domestique. 

Mais le Probleme n'est que déplacé, car il faut maintenant 
expliquer comment le meme nom a pu designer, en méme temps, 
l'araignée et le cerf. 



II. 

H est aisé de voir que le terme ii-landais est forme de 
deux mots, du substantif dum et de l'adjectif allaid. Ce dernier 
signifie 'sauvage', non pas au sens de fauve ou d'ennemi de 
rhomme, mais silvaticns, vivant loin de I'liomme, puis, par 
extension, non apprivoisé, non domestique. L'adjectif sert done 
de 'determinant' ou 'exposant' quand il est joint au nom d'un 
animal, et qu'il l'oppose ainsi á l'animal que Thomme a soumis 
ou qu"il connait dejä. C'est ainsi que pour les Irlandais le loup 
est 'le chien sauvage'. 

C'est un procédé natm-el et ordinaii-e en psychologic de 
nommer un objet inconnu par le nom d'un objet dejä connu, nom 
auquel on ajoute un 'determinant' pour le différencier. Ainsi, 
lorsque les Romains virent pour la premiere fois des elephants 
dans l'armée de Pyrrhus, et cela en Lucanie, region de I'ltalie 
du Sud, iis les appeléreut ' boeuf s de Lucanie ', Lucae boves. De 
meme, on assure que lorsque les habitants de l'extréme nord- 
ouest de TEurope, Lapons ou Finnois, virent pour la premiere 



452 HENRI GAIDOZ, 

fois des boeufs. ils appel(''i'eiit ceux-ci du nom (|u"ils donuaient ä 
leurs rennes.i) 

ICii ce ([iii coiicerne i'emploi du 'determinant' irlaudais 
allaid 'sauvage' nous ne pouvons raieux résuraer la tiuestion 
([u'en citant M. AVh. Stokes dans sa preface aux Lives of Saints 
from the Boole of Lismore (Oxford, 1890, p. xciv): 'Wild animals 
are the stag {ag allaid, dam allaid or oss allaid) where the 
adjective allaid ' wild ', is added to the name of a bovine animal 
(04S, gen. oiss, cognate with Skr. akhsan-, Goth, auhsa), in-t-agh, 
ócdam. For deer, the word is fiad. The name of wolf, cú 
allaid, pi. coin allta is, like those of stag, formed with the aid of 
the adjective allaid'. 

Le mot dam signifie, grosso modo 'ba-uf'; mais sans doute 
il avait, ä une époque ancienne. le sens plus general de 'quadru- 
pede apprivoisé'. Pour les Irlandais qui s'en servaient an labour, 
qui se nourrissaieut de son lait et de sa chair, pour lesquels la 
vaclie était une valeur d'échange et une sorte de 'monnaie de 
compte', It! bceuf était Tauimal domestique par excellence. Mais 
on ne pent oublier qu'au ménie radical da7n appartient le gallois 
da fad 'a sheep, a ewe' et le breton-armoricain dan fad 'brebis'. 
On ne pent pas oublier non plus notre fran^ais duim qui vient 
d'un bas-latin damun, et celui-ci est le gallo-latin damn ou 
damnia. Nous pouvons dire gallo-latin, car le mot ne s'est con- 
serve que dans les dialecte.«? de Fi'ance: les formes italienne et 
espagnole sout, nous dit M. Körting'-), empruntées au francais. 
Et I'ancien gallo-latin, dans de nombreux exemples réunis par M. 
A. Holder-'), parait bien avoir désigné le chamois. II faut meme 
encore élargir ce domaine géographique pour citer les mots grecs 
octgah^i^ 'jeune taureaii' et óagáhj, óágaXic 'jeune génisse'. La 
definition étj-mologiiiue du mot doit done couvrir et englober 
les sens, aujourdhui différents, des mots irlandais, gallois, bretons, 
latins, franoais et grecs. 

A I'occasion du breton danvad (gallois dafad) M. V. Henry <) 
a revendi(|ué l'étjmologie par la racine qui se présente aussitót 

') 0. Sckrader, Reallexicon etc., Stralsburg, 1!X)1, p. 374, avec reference 
ä Miillenhoff, Deutsche Altertumskunde, II, 356. 

'•') Lateinisch -romanisches Würterbnch, 3" Edition, 1907, s. v. dämüs. 

') Ält-Celtüscher Sprachschatz, s. v. 

') Dictionuaire etymologique du breto7i moderiie, Rennes, 1900, p. 87 
et 104. 



LE NOM DE i/aRAIGNÉE EN IRLANDE. 453 

ä l'esprit des linguistes. C'est, dit-il, le mot correspondant ;i un 
celtique *dama-iú. 'apprivoisé, doux', par suite 'moutou', leciuel 
est identique au participe grec oaf/arog; cf. latin domitus'. Et un 
peu plus loin, sous le mot (Íoh = gallois dof 'apprivoisé, doux', 
il ajoute: 'soit un celtique dom-o, vieil-islandais iam-r, angl. icnne, 
all. ííí/iíH, qui se rattache k la méme raciue que le latin dom-äre\ 
M. A. Walde, dans son recent Lateinisches etymologisches Wörter- 
buch, Heidelberg 1906, s. v. däma, n'admet pas cette explication 
(unwahrscheinlich, dit-il) et il veut voir, ä Torigine, le sens de 
'betes ä comes', niais sans s'expliquer ä cet égard; il y aurait 
d'apres lui, melange (je dirais hj'bridation) de deux racines. >) 
II nous parait bien plus ^Taisemblable qu'apres avoir eu le sens 
general d'animal dompté, apprivoisé, domestiqué, le mot a 
passe avec un •determinant" ou épithéte, ä des animaux que 
riiomme connaissait et clmssait; puis, par abréviation, comme il 
arrive souvent dans I'histoire des langues (par exemple, en 
frani^ais poulain pour ^puUanus equinus) le determinant est tombé, 
et le substantif. resté seul, a été fixe dans un sens derive et 
particulier. 

m. 

Nous avons done en irlandais les termes: dam 'boeuf, d'oii 
ro-dam 'grand boeuf, et dam allaid 'cerf, litt, 'dam sauvage'. 
Comment le méme nom a-t-il pu s'appliquer ä l'araignée? 

II convient d"abord d'observer que dans le manuscrit de 
Milan, quand il s"agit de traduire le latin aranea, le glossateur 
écrit daman — et non pas dam — allaid. M. Yendryes n'a pas 
remar(|ué la longueur de \'á final, exprimée par Taccent. II s'agit 
done la d'un diminutif en -«'«, comme les substantifs si nombreux 
de cet ordi-e: M. Yendryes les a lui-méme étudiés un peu plus 
loin, p. 161, § 306, mais il lui a écliappé que daman devait figurer 
dans cette Uste. — M. Kuno Meyer, dans ses Contributions to 
Irish Lexicographi/ donne le mot (s. v.) ä la fois comme sub- 
stantif isolé quil traduit 'a calf, or fawn', et comme nom d'homme. 

Damdn allaid: ce nom qui était celui de l'araignée au 
Vme siécle de notre ere, Test resté comme on peut voir par les 



') P. S. Je vois que M. Thurneysen adhere ä Texplication par la meine 
racine qne le latin domare dans son Handbuch des Alt-Irisclun , Heidelberg 
1909, p. 114, § 188. 



454 HEXRT GAEDOZ. 

textes et les dictiounaires. et il est, en quelque sorte, la larve 
d'oii est sorti le nom actuel de Faraignee dans la langue parlée. 
Nous sommes force de multiplier les exemples pour montrer la 
genese de cette ti'ansformation. 

M. Kuno Meyer, dans ses Contributions etc., référe ä trois 
exemples: la gl ose de Milan; — line citation dans Standish 
H. O'Gradj-, Catalogue of Irish Mss. p. 182; — et un texte des 
Transactions of the Ossianic Society, T. V., 1860, p. 42. — C'est le 
terme employe dans la traduction (protestante) de la Bible, 
connue sous le nom de Bedel: Joh, VIII, 14, Isaic, LIX, 5. — 
Mac Curtin dans son English-Irish Dictionary, pubUé ä Paris en 
1732, donne I'article: Si)idcr, s. ikmdn calla .i. ]}eist.'^) Les autres 
dictiounaires, O'Brien, O'Reilly répétent le méme mot, comma 
aussi les dictiounaires postérieurs, puisqu'un dictionnaii-e est 
fait d'ordiuaire avec ceux qui Tout precede, parch (plus ou moins!) 
deforta.'^) Mais ils donnent eu méme temps des variant es oü 
Ton pent voir qu'au coiu-s des temps le mot s'est deforme et 
transformé. 

Nous avons déja, grace ;i John K'eogli une forme plioné- 
tique de ce nom recueillie voici bientöt deux siecles. John K'eogh 
était originaire du Sud de Tlrlande: il ne connaissait sans doute 
pas I'irlandais par les livres, mais par Tusage, et a ce titre, les 
noms irlandais qu'il cite, pour I'identificatiou, dans sa Botanologia 
et dans sa Zoologia sont intéressants pour les philologues. en 
méme temps que ses remarques le sont quelquefois pom- les folk- 
loristes. II vaudrait la peine de relever, en forme de liste, pour 
cette revue ou pour Ériu, les noms de plantes et d'animaux 



') Nous ne coinprenons pas bien ce que vient faire ici cette explication 
additionnelle : A. ptist, car ce mot a, irordinaire, le sens de 'moustre', et il ne 
figure dans ce méme dictiouuaiie de Mac Curtin, ni sous beast, ni sous animal, 
ni sous monster. 

-) Eu voici un exemple. O'Reilly contient cet article: damh-alUa, s. a 
wild ox, a buffalo. Buffalo est d'autant moius á sa place que c'est le nom 
anglais d'un buffle exotique: de plus 'wild ox' est I'explicatiou littérale des 
termes composaut le nom, uuUeraent la traduction. M. Skeat a parle un jour 
de ghost-icords ; ici c'est ce qu'on pourrait appcler un <//i06Í-meaning-. — A la 
suite d'0'E.eilly, et par ce qu'O'Keilly couteuait cet article, le P. Dimieen a 
douné celui-ci : Damh allaidh (damit allta) a wild ox, a buffalo, an elk, a roe- 
buck. Au buffalo le P. Dinneen a ainsi ajoute l'élan {Cervus alces) qui n'a 
existé en Ii'lande qu'a une époque préhistorique, de méme qne le cerviis mega- 
ceros hibernicus. 



liE XOM DE l'aRAIOXKE EX IRLANDE. 455 

présentés par John K'eogli comnie traduction des mots anglais. 
Pour nous en tenir ;v l'araignée, dans sa Zoologia Medicinalis 
Hibernka publiée iv Dublin en 1739, K'eogli donne, p. 82, 
duanalla. 

Buanalla: voila ce quest devenu, au bout de mille ans, 
daman allaid. La consonne m. étant eutre vojelles, est tombée, 
et a fini par donner lieu k uu simple hiatus. Puis, comuie en 
irlandais, les vo3-elles de méme ordre, c. ä d. larges ou minces, 
sont pen distinctes et se confondent volontiers, on a eu des 
formes avec if radical au lieu d'«; et comme le sens initial — 
diminutif de dam — était oublié, et que I'irlandais écrit, entre 
voyelles, des consonnes qui ne se prenoncent pas (pour marquer 
uue diérése historique et traditiounelle), hh a dans I'ortliograplie, 
remplacé souvent mh. De celte fac^-on, les dictiomiaires nous 
donneut aujourdhui les formes concurrentes — mais concm-rentes 
seulement en apparence, car la prononciation est la meme — 
damhdn, dahhdn et enfin diihhdn. 

J. O'Brien (je cite d'aprés la seconde edition de 1832) a 
I'arricle 'Damhán alia, a spider; potius duhhdn alia'. 0"Eeilly, en 
1817, donne, k la fois, damhdn allaidh et dtibhdn alia. Folej- 
(English- Irish Dictionary, Dublin 1855) a: dahhdn alia. Le 
P. Dinneen (en 1904) donne également damhdn alia et duhhdn 
alia; et U ajoute, sous ce dernier terme: 'See dabhdn alia' le 
dernier terme est resté dans I'encrier du P. Dinneen, car il 
manque au dictionnaire: mais on voit, par la citation, que 
I'auteur I'avait in petto, et que pour lui dabhdn, damhdn et 
duhhdn, sui^is du determinant alia 'sauvage' sont seulement des 
prononciations un pen différentes du nom de l'araignée. — Tout 
récemment encore, M. T. O'Neill Lane (English-Irish Dictionary, 
Dublin, 1904), nom offre I'article: Spider, duhhdn alia, damhdn 
alia. — En somme, les Irlandais ne reconnaissent plus le radical 
dam 'ba?uf dans leur nom de l'araignée. 

Malgré k renaissance de la langue irlandaise, et le renouveau 
des etudes celtiques en Irlaude, on ne s'est pas occupé de la 
langue parlée et réeUe, au point de vue de la lexicographic. 
Ou étudie les mots au point de vue de la phonétique ou de la 
grammaire, pas au point de vue de la sémantique. Quand on desire 
connaitre la forme reelle du nom d'une plante ou d'un animal, 
il n'y a guere que les listes tres sommaii-es de J. K'eogh d'il y 
a deux siecles. Les glossaii-es sont faits avec les livres, ou dans 



456 HENRI GAIDOZ, 

l'ortliograplie rectifiée des livres et l'amas de consonnes qui ne 
se pronoiicent pas; ils ne dounent pas non plus les usages, pra- 
tiques et superstitions populaires qui sou vent, seules, expliquent 
le nom d'un auimal, ou d'une plante, ou d'un mineral. II n'y a 
pas pour rirlande d'ouvrage qui ressenible k ce que M. Rolland 
a fait pour la France et nos pays voisins sous le nom de Faune 
pojmlairc et Flore populaire, ouvrages rédigés d'aprés la classi- 
fication de I'bistoire naturelle et oil, par consequent, chaque nom 
est scientifiquement identifié et precise. Ce qu'on appelle en 
anglais, je crois, les vords of mouth, manquent au pliilologue 
qui étudie les mots celtiques et qui cherche dans ces mots 
riiistoire des idées ou des choses, non pas la formation physio- 
logique des phonemes.') 

J'aurais voulu avoir les noms reels et vivants de l'araignée 
— et méme des différentes espéces d'araignées — en Irlande. 
J'ai seulement pu apprendre, grace ä M. Fabbé Patrice 0' Gorman, 
qu'eu Munster duhhán-alla est la forme généralement connue, et 
que le second terme est compris comme étant le génitif de falla 
'mur'. Le premier terme, lui-méme, semble se rattacher k dubh 
'noir', comme l'indique déjá la grapbie adoptee (on vient de la 
voir) dans les dictionnaires actuels. Dans la conscience de 
ceux qui parlent aujourd'bui irlandais, le nom de l'araignée 
signifie done 'la uoiraude du mur': c'est un cas d'etymologie 
populaire. 

L'oubli de la forme premiere et l'obscurité imprecise de la 
voyelle du radical aprés la chute de la consonne mediane, ont 
ainsi amené la variété des formes prononcées da-an', do-an', 
dou-an'. La derniére prévaut, parceque commen(;ant par le doo 
(ortbograpbiquement duhh) 'noir', eile offre un sens et une ex- 
plication. II n'en a pas été autrement dans les autres dialectes 
gaeliques, ceux d'Ecosse et de Man. Nous trouvous la meme 
gamme de noms en Ecosse: 



') C'est-á-dire que la forme littéraire avec I'orthograplie traditionnelle 
devrait veuir apres la forme populaire, et cela quand eile est ou couune, ou 
connaissable, ou supposable, et dans ce dernier cas avec uu astérisque, comme 
lorsque les linguistes recoiistruisent une forme non liistorique et par bypo- 
tbese. C'est uu sj-steme que ne désapprouvera pas le P. Edmund Kogan, á 
ce que je toís par la preface de son utile Luibhleabhrdn , Dublin 1000: mais 
I'exemple qu'il y donne lui-mfme, dohough, dugh, n'est pas phonétique, puis- 
que dans ces deux mots la consonne finale ne se prononce pas. 



LE NOM DE l'aRAIGNI'IE EX IRLANBE. 457 

damlian allaidh dans la traduction écossaise de la Bible 
publiée ä Loudi'es en 1807 par la Société Biblique (aux mémes 
endroits que dans la Bible irlaudaise de Bedel) dabhan-aUuidh, 
dabhaneallaich [autre graphie de Tepithete parceque la cousonne 
finale ne se prononce pas], damhan-alluidh . e' dtibhan-alluidh, 
dans le Bktionarinm Scoto-Ccllicum de la Highland Society, 
Edinbui'gli 182S, 1. 1, p. 323, 327 et 376; — mémes formes dans 
le Facclair Gdidhlig (on Gaelic Diclionary) d'E. Macdonald, Herne 
Bay (Kent), 1902 (s.v.) — et dans A.R.Forbes, Gaelic Names 
of Beasts, Edinburgh 1905, p. 49 et 419. i) 

Le gaelique de Man a uue forme contractée d'oü a disparu 
le suffixe -an, et qui donne Timpression de signifier seulemeut la 
•noiraude' et il figure dans la longue liste des mots qui com- 
mencent par ce terme. C'est. dans Thorrible graphie du mannois, 
doo-oaUee chez J. Kelly, Manx and English Dictionary, edition 
de J. I. Mosley. Douglas 1866, s. v., et doo-oalee dans Cregeen, 
Dictionary of the Manhs Language, Douglas 1835, s. v. 

Comme autres noms irlandais de l'araignée, nous trouvons 
daus les livres: figheadúir, dans Fournier d'Albe, English-Dish 
Dictionary, Dublin 1903, s. v. Spider; — de méme figheadair, dans 
le Dictionariitm Scoto-Celticum, t. II, p. 779b. Le mot signifie 
simplement 'la fileuse' et traduit au moyen-äge le latin textor, 
voir- Wli. Stokes, Dish Glosses, Dublin 1860, p. 34 et 126, n« 1095. 

Le dictionnaiie anglais-irlandais de Foley donne aussi cui- 
deog (p. 324 a) dont je ne vois pas TexpUcation. 

II y a certainement, du reste, bien des noms en existence 
pour designer les araiguées en Irlaude, d'autant plus qu'il y a 
de nombreuses variétés de I'insecte. Ainsi je n'ai pu trouver 
nulle part de nom irlandais pom- cette araignée des champs, k 
pattes fort longues, qu'on appelle en fi-ancais faucheiu; parceque 
dans sa demarche eile ressemble ä un homme qui fauche. On 
I'appelle aussi en anglais de noms analogues, harvest man, hay- 
mul-er, daddy long legs etc.: c'est le phalangium opilio des 
naturalistes. -) Comment Tappelle-t-on en Irlande? car eile y est 
indigene comme chez nous, et. comme chez nous, eile doit y avoir 
un nom pupulaire. 



*) Cet ouvrage de M. Forbes est de pen d'utilité, car il est écrit sans 
critique philologique et sans precision scientifique. 

^> Toil- Eug. Eolland, Faune jiopulaire de la France, t. Ill, 1881, p. 244. 

ZeilBchrift f. celt. PMlologie VII. 30 



458 ITENEI GAIBOZ, 

IV. 

Revenons k notre point de depart et h la question de 
sémantique que pose le nom ancien de Taraignee, daman allaid, 
'le petit dam sauvage', plus exactement 'le petit cerf sauvage': 
Comment Taraignee a-t-elle pu étre appelée du nom dun mammi- 
fere quadrupéde? Car un nom analogue ne se rencontre guere 
ailleurs, sauf quelques exceptions que nous dii-ons tout-a- 
rheure. On u'en connait pas dans les laugues celtiques de 
la famille britanniques ni dans les laugues germaniques oü le 
nom de l'araiguée signifie en general 'la fileuse. Les noms 
romans dérivent — sauf exceptions locales et populaires — 
du latiu aranca. et le mot latin vieut probablement lui-meme 
du grec. 

E s'agit done, dans Taucieu nom irlandais de laraiguee, 
d'une métaphore. La métapliore est uu rapport oil Ton voit, 
comme dans un éclaii", certaine analogie des choses par un cóté 
ou par un autre: le peuple, á cet égard, posséde un esprit plus 
vif et plus poétique que le lettre. I)amdn allaid, ne I'oublions 
pas, est, ä proprement parier, non pas un mot compose, mais 
un dimiuutif d'un terme existant déja, dam allaid. Ce dernier 
nom désignait un animal boudlssant, rapide, fuyant ä Tappi-oclie 
ou ä la vue de I'homme: l'araignée, aussi, fuit rapide et comme 
bondissante lorsque I'homme veut la saisir ou quelle I'apercoit: 
ainsi l'araignée a du a sa demarche agUe le nom de 'petit cerf 
sauvage', puisque déjá par le determinant allaid 'sauvage', le 
mot dam avait, du sens de 'bffiuf, passe ä celui de 'cerf. 

La méme idee s'est presentee en France, en plusieurs 
endroits, et eile a donné naissance k des noms populaires et 
locaux de l'espéce particuliére d'araignée appelée, en fran^ais 
general 'le faucheux'. Je les cite d'aprés M. Eug. EoUandi): 
Chiebe c. ä d. chevre; et tchieve-arine c. ä d. chévre-araignée — 
les deux noms viennent de localités diverses du Berry. Cabro, 
c. á d. chévre, dans le département des Basses-Alpes; Tsabro- 
martelo, c. k d. chévre-marteau'-) dans le département du Puj'- 
de Dome. 



•) Faujie popitlaire, T. XII (non encore publié), p. 140—141. 
'^} L'epitlii'te de 'marteau' s'explique par une pai-ticularité dii faucbeur, 
BUT laquelle voir Holland, Faune, T. Ill, p. 244—245. 



I,E NOM DE li'AI!AI(JNt;E EN IRLANDE. 459 

En Irlande, Taraignee était nommée d'aprés le cerf: eu 
France eile Test (iiieLiuefois d'apres la clievre, animal tout aussi 
disseiublable dans I'ordre de la nature. Mais la dissemblance 
n'est pas plus grande ici qu'entre la chevre et le petit crustacé 
décapode des naturalistes qu"on appelle k Pai'is crevelte (en anglais 
shrimp, en allemaiul (jarncclc). Crevette est une forme normande 
et picarde de notre diminutif chevrette c. ii d. 'petite clievre' aiusi 
nommée des petits sauts que fait Tanimal dans le sable du rivage. ') 
De liv aussi pour le méme crustacé le nom de sauterellc de mer, 
ou simplement sauterellc et d'autres noms analogues.-) Le sens 
originel du mot crevette est vivant sur nos cotes du Nord, puis- 
((ue c'est simplement une forme dialectale. mais il ne Test pas ä 
Paris; et les Parisiens, k moins d'etre philologues, ue pensent qu' 
au crustacé comestible, et non á la clievre, quand ils entendent 
les marcbandes au panier crier dans les rues: 'la crevette, fraiche 
et bonne! ma belle crevette!' L'etymologie est également ignorée, 
sauf des philologues, quand il s'agit de mots qui vieuneut, par 
métapliore, du nom de la cliévre, comme cabriole, cabriolet, sc 
cahrer. 

Ces rapprochements d'ordre psj'chologique, oü l'on voit le nom 
de la chevre donnée ä une araignée et ä un crustacé, aident k 
comprendi-e comment le nom du cerf a pu etre donné, par 
métaphore, ;i l'araignée. Mais le nom irlandais damdn allaid 
apporte un autre enseignement. II y a mille ans il signifiait bien, 
pour ceux qui Temployaient 'le petit cerf sauvage': aujourdhui, 
par suite d'une transformation, reguliere eu phonétique, son 
premier sens n'est plus sensible; et, Tetymologie populaire s'en 
melant, le nom signiiie maintenant 'la iioiraude du mur'. C'est ce 
qu'on pourrait appeler du métamorphisme étvmologique. Et 
supposons que l'ancienne langue irlandaise ne nous alt pas laissé 
de document écrit, que Ton conuaisse seulement la forme moderne 
duanalla: le sens moderne paraitra la veritable étjTnologie, et ce 
sera chose certaine et indiscutable pour les philologues . . . N'est- 
ce pas ainsi que Ion raisoune avec les laugaes de l'antiquité dont 
nous ne counaisons pas les périodes antérieures? Credc iHirum! 



') Dictionnaire general de la langue fran^aise par Hatisfeld, Darmesteter 
et Thomas, s. v. crevette et chevrette. 

») S. RoUand, Faune populaire, T. XH, p. 99 et HI (1881), p. 228. 

30* 



460 HENRI GAIDOZ. 

John K'eogh préeurseur de la phouétique. 

Le nom de Keogh est géuéralement la transcription anglaise 
du nom ii'landais Jlac Eochaidb. i) On a vu dans l'article pre- 
cedent comment j'écrivais le nom de John K'eogli: c'est parceque 
I'auteur écrit ainsi son propre nom dans sa Botanologia et dans 
sa Zoologia. 

Evidemment c'est pour indiquer que dans la prononciation de 
son nom il faut bien distiuguer la consonne initiale, et presque 
la séparer de la vo3'elle qui suit. C'est un exemple de ce que 
les linguistes appellent un 'k palatal', celui qu'on entend quelque- 
fois A Dublin dans le mot car quand un coclier vous interpelle 
dans la rue: 'Do you want a Icyar, your Honour'?' 

Le K' de John K'eogh est done la plus ancienne notation 
connue du K palatal irlandais, et cela par le méme sigle (K') 
que devaient inventer plus tard les linguistes modernes. 

L'orthographe personnelle de J. K'eogli a été respectée 
par A. Webb, Compendium of Irish Biography Dublin, 1878, 
p. 272. 0" Donovan n'en avait pas tenu compte, comme on peut 
voir dans ses Topographical Poems, Dublin, 1862, p. Lxxxni. 
Mais il est sui-prenant que dans la preface de son Luibhleabhrdn 
Dublin, 1900, le P. Edmund Hogan, lui-meme un grammairien, 
écrive systematiquement ce nom: K'Eogh (p. v, ix et xii). 

Une lettre majuscule a sa raison d'etre dans des noms 
comme O'Reilly on M'Millan par ce qu'elle commence un mot 
nouveau, et qu'on prononce le préfixe 0' on M' (Mac) comme un 
phoneme qui peut se distinguer: mais le K' de K'eogh ne forme 
ni un mot ni un phoneme, et il n'a ([u'une valeur de signe 
phonétique, non etymologique. En imaginant cette graphie 
coutre-nature K'Eogh, le P. Hogan a été instinctivement trompé 
par I'analogie usuelle des noms en 0' et en M'. 

L'aualogie niene souvent ;i des erreurs. En voici une que 
j'apprenais récemment de M. Diverrés et qui mérite d'etre notée. 
On sait qu'en Bretagne pour abréger dans l'écriture on écrivait 
autrefois la syllabe Ker, si fréquente comme préfixe de noms de 
lieu et, par suite, de noms d'homme, en un sigle: une lettre K 



•) La graphie K'eogh comme nom de famille existe eiicore, car je la trouve 
— en méme temps que Cuhy, Kehoe, Keoghoe, Keoghy, Keongh, Eough et 
McCahugh — dans E. E. Matheson, Varieties and Synonyms of Surnames 
and Christian Names in Ireland, Dublin, 1901, p. 47. 



LE NOM DE l'aRAIGNKE EN IRLAXDE. 461 

dout la brauche de droite, un peu allongée, est traversée par ime 
barre. Le K barré se lisait done réguliérement her, et soit dit 
eu passant, ce sigle d'abréviation donne quelqiiefois lieu ä des 
difficiiltés avec des employes de l'état-civil , ignorants de la 
Bretagne ou du passe. Or il y a ä Lorient une rue Kleber; 
uaturellement, les gens du peuple ignorent ce iiéros que 1' Alsace 
a donné ä la France, et ils disent — ou. du moins, disaient 
liabituellement il y a une dizaine d'années — 'la rue Kerleber', 
prenant ce nom étranger pour uu nom breton écrit ä la bretoune. 
Pour en revenir ä Jolin K'eogh. c'est iin précurseur de la 
science pbonétique si en honneur aujourd'hui: il m'a paru con- 
venable de le rappeler au passage. 

Paris. Henki Gaidoz. 



SOME LATIN LO AX- WORDS IN WELSH. 



The following list consists of Latin loan-words in Welsh 
which to mj' knowledge have not previously been published and of 
others of which a somewhat different explanation is here given 
from that commonlj- accepted. If. unwittinglj'. I have inserted 
words jwhich do not come under either of these categories, I take 
this opportunity of humbly begging the reader's forgiveness. Many 
of the derivations suggested themselves during a perusal of the 
early Welsh Texts and may be considered as attempts to explain 
some of the numerous difficult passages that occur there. The 
majority of them seem to me lo be (|uite satisfactory, but of 
others I feel somewhat diffident inasmuch as the various words 
occur only in one context from which the exact meaning cannot 
be determined. 

The development of the Latin sounds in Welsh is too well- 
known to require a special treatment here, and where a comment 
has been considered necessary it has been inserted below. I shall 
confine myself to a description of some general features that 
characterise the loan-words. 

Syncope. 

The suppression of an unaccented vowel is a feature of those 
languages wiiicli have a stress -accent and was very prevalent 
in collofiuial or vulgar Latin, producing such forms as rir'dcm. 
cal'dus and dominum. Now, it is evident that where syncope 
has befallen the penultimate vowel in the loan-words, it must 
have occurred in Latin, because under the Brythonic system of 
accentuation this vowel would invariably be preserved. Examples 
are bagl -- hac{u)lns; cnckl = cocc(ii)la; discybl = discip(u)lui; 
ffagl = fac(u)lä; gtcyrdd = m-(i)dem ; (jwyl = vig(i)Ua : llafn = 
lam(i)na\ perigl = perlc(ii)lmn; 2>ohl ^ po2)(u)lns. 



SOME LATIN LOAX-WOKUS IX WELSH. 463 

Syncope of the antepenultimate vowel ma}- be the result 
either of the Brythonic accent or of the Latin penultimate accent 
when the penultimate vowel was long, but in several cases we 
are able to distinguish between them. Thus in the following 
instances the reduction occurred in Brythonic: — aivdurdod 
= aii(c)töritatem and cardod = caritutem inasmuch as the Latin 
combination rt would have become rth in Welsh; hendigo = 
bcnedwerc, bendith ^^ henedictio, giveryndaivd = virginitätem, 
because medial nd becomes nn and nt becomes nnh which com- 
bination is also reduced to nn except when it immediately 
precedes the accent; escob = episcopus, because the antepenultimate 
vowel was accented in Latin; plijgain. ptßgain = pullicantio, 
because Ic produces the combination Ich in Welsh; while in 
tajlod = tabulätum and ysclod, asclod = *ascidätium a formation 
from Lat. astitla, the reduction may have been due to the 
Latin accent. 

Anaptyxis. 

In Latin, tlie parasitic vowel inserted to facilitate the difficult 
pronunciation of some combination of two consonants was either 
i( as in extcmpulo = extemplo\ I as in cucinus = Gr. y.vy.ro^ = or e 
as in TEllEBOXIO = Trebonio C. L L. L 190, e being found only 
in inscriptions. This insertion of a vowel arose in Mediaeval 
^^'elsh chiefly at the end of a word when a nasal, a liquid or 
an open consonant followed another consonant. It was always 
the dull vowel, written i or y, as in the following examples from 
the Black Book of Carmarthen: — toryuulu Ih, atdylY, kenetyl 
V b, gretyic Y b, detyw VI, pedir VI, cathyl VI b, vthir VII, creaw- 
rfiVXIb. ereidir XYU, 2)ekidir XKIY. JcathilXXYlh etc. It was 
not however regarded as forming a syllable, and in modern 
Welsh it has either totally disappeared or become assimilated to 
the preceding vowel as e. g. in gwyryf= virgo, sorod = sordes, 
and the colloquial pobol for pobl = populus, bagal for bagl = 
bacuhis, amal = ami for ampins etc. This assimilation to the 
preceding vowel may have been the origin of forms like yme- 
rawdicr from ymheraivdr or amheraicdr = imperätor, aivdwr from 
aivdr = au(c)tor, creawdtvr from creaudr = creator etc. 

Prosthesis. 

When a Latin word commenced ^vith s followed by one of 
the voiceless stops p, t, c, a prosthetÍQ vowel arose which was 



464 .1. LLOYD-.IO^•ES, 

Avritteii y oi- / in mediaeval Welsh, but ahvaj's y in modern 
Welsh. This prosthetic vowel existed already in popular Latin 
and forms like iscribere, isperare, istare were commmon. In 
French it appears as e preceding the initial groups sp, st, sc, 
sm from which the s has disappeared in modern French, as e. g. 
ecu = scutum, étahle = stahula, cpine = spina (esprit, esp'ixe and 
the like being of learned origin). Welsh examples are iscol 
BBC XLI = schola, ystarn XLII = sterno. yscafn = scamnum, 
yscol = scäla, yscrif = scriho, yscud BBC XXV iscvd LUI 
= scutum, yspaid = spaiium, yspail ^= spolium, ystor = 
storax, ystrodur = strätüra etc. In Mediaeval jjoetry this 
prosthetic vowel was not considered syllabic, but in modern 
Welsh, where possible, it generally bears the accent as e. g. in 
{fscol, yscrif, yspaid. yspail. Its origin appears to have been a 
voiced on- glide which represented the bringing of the vocal 
organs into position for the production of the initial con- 
sonantal group. 

ic and / i'roni vowel-glides. 

There are several instances among the loan-words of the 
development of iv from the on-glide from a vowel to a following 
u or o, or fi'om the off-glide from n to a following vowel. E. g. 
distryw = dcstruvit = Lat. destruit; ystryiv = struvit = Lat. 
struit; Iddew = Judevus = Lat. Judeus for Jiidaeus; oleic = 
olevum = Lat. oleum; Matliew = Matthevus = Lat. Matthcus; 
pydetv = xmtevus = Lat. putens; lleiv = leva = Lat. leo. An 
example of i as an oif-glide is probably Mai = Maiius = Lat. 
Maius. This is the origin also of the Welsh terminations -ydd, 
-edd through -idos, -ida, -ijos, -ija from earlier -ins, -ia, and 
although the Romans wrote patrius, statuo, denuo etc., thej' 
pronounced them patrijns, .<itatuvo, demivo. and in inscriptions 
"we find pvver (= pttcr). perpetvvo (^= perpetuo), rosvvrr 
(= posuit). 

The Latin Aspirate. 

The asph-ate was lost at an early date in popular Latin 
pronunciation, and this caused great uncertainty in its use in 
writing. With the exception of learned boirowings such as 
haeru = Lat. haerco. h has disappeared in the loan-words, as 



SOJIE LATIN- LOAX-WOKDS IX WELSH. 465 

e. g. aftvyn = hahétia, atcr ^= hora, efroeg = *hébraica, efrydd = 
hibridan, esjjijd = hospitium, onest whence gonest = honestus, 
osp = Iwspcs, ufyll = humilis, Ynyr ^^ Honorius. Except in late 
and learned borrowings the Latin aspirated groups ch i^ th 
have the same development as the corresponding stops c p t. 
E. g. arch (-escob) = archi(-episcopus), hatch =-; hracchium, corun 
= corona, 3Iatheiv = Mattheus, pasc = pascha, yscol = schola. 
Mynach, orgraff and projfwyd from monachus, orthographia and 
propheta respectively are of learned or half-learned oiigin. 

The Latin qii. 

Qu is usually treated as c in the loan-words, as e. g. in 
cadraivd = quadrCitum (agmen). Grawys from Carawys = Quadra- 
gesima, cegin = coqulna. cog = coquits, torch = torqucm, but 
Professor Thurneysen has called mj- attention to the fact that 
in all the Eomance Languages coquiua has been treated as cocina, 
•so that this is by no means a peculiarity of the Brythonic 
development. It is very difficult to explain why in chu-arthor 
and rhelyu- it has suffered a different treatment, but one is 
inclined to believe that the antecedent of the former was not 
the simple quartärium, but pars quartaria. In rhelyiv, if the 
derivation is correct, tlie Brythons have disregarded the stop 
and retained the labial element, the preciu'sor of rhelyiv then 
being *relivus or *reliviae for reliquus, reliquiae. This was 
facilitated, perhaps, by the fact that q was in an unaccented 
position and therefore weakly pronounced. 

The Latin x. 

This sound was a combination of guttural c and dental s, 
but it is probable that in Gaul and Britain it was regarded as 
a combination of / ^^^ ^ ^''^^j ^^ Professor Tlnu-neysen has 
pointed out to me, this receives corroboration from the Old Irish 
use of X for chs. See Thurneysen. Handbuch des Altirischen, 
p. 17. Welsh, like French, has from tliis combination disengaged 
the j'od which combines with the preceding vowel as e. g. coes 
= coxa (Fr. cuisse), croes = crux (Fr. croix), llaes = laxus (cf. 
Fr. laisser), Sais ■= Saxo, i)ais = pexa (tunica), and perhaps aes, 
apsairr = Lat. arem (Fr. ais). The open consonant ■/_, on account 
of its point of production being far removed from that of s, 



466 .1. LLOYD- JONES, 

was brought forward to the front open position of f (Germ. ich). 
Afterwards it was voiced into i which followed the same deve- 
lopment as / of the combination -ith from Jd, d, i. e. being 
retracted to the high -mixed -narrow position after the guttural 
vowels and written e after a, o and y after tv, becoming merged 
in a preceding i, and remaining a fi-ont- open -spirant after e. 
This account of the Welsh development of x is based on that 
given by Professor Morris Jones in his lectures on Welsh Philo- 
logy at Bangor 1903-4. The loan-words exhibit s for Latin x 
before a consonant, as e. g. cstron, esfrawn = Lat. extraneus, escus 
= exCHSo, escusawd = cxcusätio, estyn = extendit. 

addoli 'to worship' = Lat. adoleo 'to burn incense, to 
worship by burning incense or sacrifices in honour of. This is 
phonetically more probable than the derivation which is usually 
accepted from Lat. adoro although the Old Irish ad-ordais points 
to a pronunciation '"adoro. See Hdb. des Altirischen, § 917. 

dig in the combination pen aig 'leader, chieftain' = Lat. 
acks. -battle, battle array, contest'. 

anulur (BBC XXIIb) 'a ploughman' = 'aratdrem for Lat. 
arätörcm under the Brythonic system of accentuation. 

ascell 'wing, pinion' = late Latin ascella for classical Lat. 
axilla. See Lindsay's Latin Language, p. 102. 

asserw (Myv. Arch. 142 b, 143 a, 144 a, 171b) = Lat. asservo. 
Silvan Evans translates 'polished, brilliant, shining', but eiliiced 
asserw 143a may quite as well mean 'protecting trappings'. 

atvdur (Myv. Arch. 274a, 285b, 293b, 302a) ' author = Lat. 
au(c)tureni. Cf. awdr 'author' = Lat. au(c)tor, and aicdurdod 
'authority' = Lat. au(c)töritätem. 

halleg 'purse, bag', a derivative from *hall- = Lat. half cm 
'girdle, belt". 

hevyr (Skene, Book of Aneurin 79 1. 22) ^-^ Lat. hebra "a 
weapon of the barbarians'. 

herf 'ver-b' = ^berbum for Lat. verhum. 

bothell 'blister, weal' = Lat. *bottcUvs. This derivation 
was suggested to me by Principal Rhys. Botltcll was originally 
masculine, but as it had the appearance of a feminine word, a 
new radical pothcll was formed to it. 

brcichyaid (Myv. Arch. 55a, Skene, Four Ancient Books 
p. 100) = Lat. bracchialis. 



SOME LATIN I,OAN-WORDS IN WELSH. 467 

broch '(orig.) showing the teeth, snarling', then 'anger, wrath" 
= Lat. hroccus, hrocchus' having projecting teeth'. Gf. the Welsh 
verb brochi, 'to lower, become threatening'. 

buelin 'belonging to a buffalo, made of buffalo horn, bugle' 
= Lat. bnbalhiHS. Cf. bual 'buffalo, drinking horn' := Lat. 
bnbahis. Mod. Ir. buabhall. The Welsh bilabial development of 
Lat. b was immerged in the preceding u which was probabl}- 
pronounced with protruded lips. 

bur (Myv. Arch. 26a) = Lat. bura, bfiris 'the plough-tail'. 

Caerwys = Lat. castre(n)sis. Cf. casteesis CIL IV 1646. 
This derivation was suggested to me by Principal Khys. 

caUcdd -stalks', callod 'fungi, husks', 0. W. callet (BBC XVIIa) 
are derivatives from "^call- = Lat. callum 'the hard skin or rind 
of plants'. 

caiv (Skene, Book of Taliessin 130132) = La.t. cM ma 'a 
gaping mussle, cockle". Cf. W. Haw 'hand' for eai'lier "llawf- 
(= *Jama) a foim which is preserved in llofrudd 'murderer, (lit.) 
red-hauded' and llofí'a 'to glean' = Uof+ha formed like coffa 
'remembrance, to remember' ^ cof+ha. 

Ceiriog, Ceiryauc (Myv. Arch. 237b) = Ciriäcus. Cf. Lib. 
Land. p. 25. 

clwyr 'clergy' (Myv. Arch. ó8a, 226a), doer (id. 105b) = Lat. 
clems. Cf. Ir. cliar. 

coludd (Myv. Arch. 366b) 'stems, stalks' = *coIödes for Lat. 
cauludes 'stalk-like'. Can cohuldion 'bowels, entrails' be of the 
same origin? 

corun "crown of the head, tonsure' Lat. corona. Cf. Myv. 
Arch. 367b, and Ir. corann f. 'crown, garland, tonsm-e', for which 
see Kuno Meyer, Contributions to Irish Lexicography p. 488. 

crog 'hook, crook' = Low. Lat. croca (Du Cange 'sustenta- 
culum, baculus iucurvus'). Professor Thurneysen, however, is of 
the opinion that crog and crogi are based on Lat. cruciare which 
meant both, "to crucify' and 'to hang' and has called my attention 
to Ir. crock 'a cross, a hook, gallows', crochaim 'I crucify, I 
hang', for which see Kuno Meyer ib. p. 524. It is possible that 
the antecedent of W. crog and Ir. croch was *cruca based on 
Lat. crucem. 

cynge.tt •collection, assembly', hjghest (Myv. Arch. 189a) 
= Lat. congestus. 



468 •!. LLOYD-JONES, 

cyngres tow. line, congress' = Lat. congresu ss 'union, 
combination, contest: 

cyllid 'revenue, tax' = Lat. collectio or collecia' 'a pecuniary 
contribution'. The stages in the development are unusual. 
Collectio became *cyllith and later ""cyllid (== Mod. W. da) 
through a process of weakening due perhaps to the presence of 
the voiceless II at the beginning of the syllable. For the deve- 
lopment of cyllid from cyllid, cf. machlud 'to set, go under' 
= ym-acMud = Lat. occludo, and gormod 'too much, excess' = 
gor-mod; cf. BBC 70, My v. Arch. 42 b. This difficulty concerning 
the final consonant would be avoided if we accepted the deri- 
vation from Lat. collatium with a change of suffix in Welsh. 
This was suggested to me by Professor Thurneysen and is very 
probable on account of Bret. coUot. 

cymlcmdd 'applause' ^ Lat. complaudo 'to applaud together'. 

cymhlegyd (Myv. Arch. 22a. 229a) = Lat. complacitus. 

cymliih 'intermixed, intermingled' = Low Lat. complictus 
for classical T^at. complicitus. 

cynnyg 'offer, proposal" =: Lat. condicio 'a stipulation, 
compact". 

cysson 'accordant. Iiarmouious' = Lat. consonns 'in harmony, 
harmonious'. 

dawg 'carrot' ^= Lat. daucum. ditncns. Cf. caicg 'goblet, 
urn' = Lat. caucus. 

difenwi 'to disparage, make nothing of" = Lat. dvminuo or 
diminuo. Professor Kuno Meyer has suggested to me that the 
Welsh word owes its form to the influence of mici 'to name", 
but is may also be an instance of the intercliange of y and c 
which is so common in Welsh. 

difflais appears in some passages to liave the sense of Lat. 
defluxio, in others of dcflexus, while in the meaning of 'perfect, 
certain, fast' it seems to be a compound of Brythonic di + Lat. 
flcxus (i. e. 'not bent'). 

docthur (Skene, Book of Taliessin 1121 28) ^^ T^at. doctorcm. 

dugaird, ducawt (Skene, Book of Aneurin) 'leadership' = 
Lat. diicdins. 

Edern == Lat. aeiernus; Edyrn = aeferni. Cf. Myv. Arch. 
01 a, 282b, 41.^, b. 4'24a, Skene Book of Aneurin 661 '26, Book of 
Taliessin 1Ö0126. 201132. The two forms have been confused 



SOME LATIN liOAX-WORDS IN WELSH. 469 

iu Edeyrn, the name of a district in Carnarvonshire, but the 
local lu-oiiunciation of the word is Edam (from Edern.) 

elestyr (Skene, Four Ancient Books 253 1 16) is probably a 
plural = Lat. oleasiri. 

eli 'salve, ointment' ^ Lat. oZícííj« "oil urguent, bath', but 
it is difficult to account for the disappearance of tv. 

enaint, ennaint 'ointment, unguent, bath' = Lat. mun(c)tio. 
Unaccented i became a or y, a mid-mixed-open vowel-sound which 
very often interchanges with e in ^\'elsh. Cf. efrydd 'maimed, 
crippled' = hihridem, and for the i-unilaut of u cf. haich 'bellow, 
roar' which is cognate with Lat. hucca, hucco. Professor Thur- 
neysen has called my attention to 0. Fr. enoint and it is quite 
possible that enaint is an Old French loan-word. 

enivyn, engivyn (Skene, Book of Taliessin 116 117) = Lat. 
unguinis. Llaeth enivyn = butter-milk. 

jfad 'foolish' =^ fatmis. 

ffenigl 'fennel' is either a learned borrowing from Lat. 
femc[ti)lum or derived from *femc'liim a Brythonic development 
like *oceänus (W. eigion) fi'om öceanus. 

ffestiniaw (Myv. Arch. 187b) 'to hasten', festinyawr (Skene, 
Book of Aneurin 74) = Lat. festlno. 

ffossaivd 'gash, cut' = Lat. fossätum 'ditch, fosse'. Cf. Book 
of Aneurin 69 1 24. 

ft'ur 'cunning, crafty' (Book of Taliessin 155 1 20) = Lat, 
furem. 

ffynnu 'to be productive, thrive, prosper', fynedic (BBC Va 3) 
'prosperous' = Lat. ftuido 'produce in abundance". 

genet- in the phrases culwydd ener and diwair ener (Myv. 
Arch. 307 b) may == Lat. Generis. 

Generus a feminine proper name written (G)enerys in the 
line Am Enerys ivyry ny waraicd ym hoen (Myv. Arch. 198) = 
Lat. gcnerösa 'of noble birth". This derivation was suggested 
by Prof. Morris Jones in his lectures on Welsh Literature at 
Bangor in 1906. 

grill 'chii'ping' = Lat. gryllo 'to chirp like a gryllus (a 
cricket, a grasshopper)'. 

grynniatv (Skene, Book of Taliessin 116) may be either 
borrowed fi-om Lat. grundio grunnio or cognate with it. 



470 .r. LLOYD-JONES, 

(jicaun 'gossamer' = Lat. vanus. 

gtvifivru{wydd) 'the gelder rose = Lat. viburnum 'the waj'- 
faring tree'. 

givst which Pughe wrongly translates 'humid, moist, fluid' 
= Lat. gusius 'taste, flavour'. Cf. especiallj- gicst uffern dan 'a 
taste of hell' (M.yv. Arch. 287) and further My v. Arch. 243, 284, 
324. 332' Skene, Bed Book of Hergest 290, 306. 

ginjfon 'gooseberries (Pughe)" = Lat. vibones 'the flowers 
of the plant Eritannica' Pliny 25, 3, 6. 

gu-yll 'shade, gloom, darkness' = Lat. velum. The various 
stages in the development were probably *gwoil, *gwoUl, *giDuyU, 
gu-yll. The i of the oi development caused / to become mouilU, 
and / Diouillc become II. Cf. Ebrill ^= Lat. Äpfili.9 and twyll below. 

gwyr 'luxuriant, verdant (Pughe)', giiyran 'pasture, grass' 
= Lat. vireo 'to be green, verdant'. 

gtvyllennhin Eed Book of Hergest Vol. I (ed. Khys and 
Evans, Oxford 1887) 110 1 14, givilcnhin 139 1 5 ^ Lat. Valentinus. 
This word was mentioned and its derivation suggested to me by 
Mr Glyn Davies of the Liverpool University. 

Girytlmr (Myv. Arch. 42, 61, 397), Guythur (BBC 67) = 
Lat. Vidorcm. 

haeru 'to affirm, assert, insist' is a mot savant derived from 
Lat. haereo 'to cling, adhere to'. Hacr occurs as an adjective in 
Myv. Arch. 142b ^^ 'stubborn, obdurate'. The W. aer 'heir' is 
also a learned borrowing from haeres. 

Jestin = Lat. Jttsimus. 

Jeuan = *Jonannes from "Joannes = Johannes, u being a 
development of the off-glide from the round o to a. 

ir{Ilawn) 'wi'ath (-ful), furious' = Lat. ira. Cf. Ir. ir. 

lleban 'a lank figure', a derivative of *llci- = Lat. lepas 
'limpet, a kind of shell-fish that adheres to rocks', or lepis 
'a scale'. 

llogaivd, llogaml (BBC XXVII) = Lat. locätio or locätnm. 

Ihcgr 'damage, corruption, lucre' = Lat. lucrum 'gain, 
avarice', whence also llygru 'to corrupt, pollute'. 

llyther (BBC XVIlíb) 'a letter of the Alphabet" = Lat. 
littera. 

magi 'knot, mesh, snare' = Lat. mac'la for macula. Vi. bagl 
from bac(u)lus. 



SOJrE LATIN LOAN-WOUDS IN -WELSH. 471 

maws, maus (BBC ^Ta) = Lat. mä(n)sio. Maus i^edir 
pedror = tlie square mansion of Peter; mates llafar adar (My v. 
Arch. 142 b) = the abode of singing bii'ds. Cf. fui-ther 143 b, 
153b. 203 b. 204 b, 282 b, 299 b, in all of whicli passages the 
meaning "dwelling, abode, palace' appears to suit the context. 

megi/r (-teas) (Skene, Book of Aneurin 62 1 4) • sword (-snian)' 
:= Lat. macherium 'a short sword; 

mestyg 'a bite', mestig (My v. Arch. 236b) = Lat. mastico. 

miledaicr (Myv. Arch. 51b, Skene, Book of Taliessin 
192 1 31) = Lat. militaris. 

modur (Myv. Arch. 26a, Book of Taliessin 165 1 2) 'swift, 
fleet' = Lat. mutorcm or motorius. 

munerawd 'maintenance, bounty" = Lat. münerätio. 

mwst (My\-. Arch. 284b) 'new wine' = Lat. mustum or 
Ags. mxist. 

nais (earlier neis) 'band, tie' = nexus. 

nyfel (Myv. Arch. 42a, Book of Taliessin 175 1 75) 'cloud' 
= *nubila for Lat. nilbila. 

palfaud 'a sti'oke with the paw or the palm of the hand' 
= Lat. pahnatus. Ct pal f 'paw, palm' = Lat. jjaZwrn. 

2}aU 'curtain, mantle, throne' = Lat. palla. 

parch 'honour, respect', iiarchu 'to respect' ^ Lat. parco 
'to preserve, spare, use carefully'. The stages in the change of 
meaning were probably (a) to spare, not to injure, (b) to spare, 
not to touch out of respect, (c) to respect, honour. 

pellt (Myv. Arch. 145a, Book of Aneurin 6914) 'a shield' 
= Lat. pelta. 

pennaivt (Book of Anemin 90 1 28) 'plumed' = Lat. pennatus. 

pcnnyg 'entrails' = Lat. jjani/ces 'bowels, paunch'. 

perthic (BBC XXVII) = Lat. portims. 

peuaw 'to strike' used of a bull and referring to its 
striking the ground with its hoof before attacking = Lat. pavio 
'beat, strike". 

plaid 'partition, wall (Pughe)' = JjaX. plutius or pluthim for 
pluteus or pluteum. In Mid-Welsh plaid meant 'breastwork'; 
e. g. plaid am gaer (Myv. Arch. 62) 'a mound or breastwork 
around a fort'; pan droho givijnt yng hjlch pleit (Skene, Red 
Book of Hergest 239) 'when the wind whirls round the breast- 
work'. From 'shed, parapet, breastwork' its meaning changed 



472 .T. LLOYD-JONES, 

into 'protection, protector' as e. g. in M}"v. Arcli. 28"), and ulti- 
mate]}^ 'party, supporters' as in Myv. Arch. 81. 

2)laivdd (Myv. Arch. 58) plattd (Myv. Arcli. 122, Book of 
Taliessin 155, 188, 192 'to strike, he&V = Lat. plaudo. 

phvyn 'full, perfect', luinjaiau 'the haii's on the breast and 
other parts of a full-grown person', j)Zi<;«/na2f 'to show signs of 
puberty' = Lat. id&ius 'full, mature'. Pughe gives no quotations 
but is was improbable that it was coined by him on the analogy 
of the Latin word. 

pres (Myv. Arch. lG6b, 228 a) = I^ai. pressus, and the Mod. 
Welsh pres 'coin, money' is apparently of the same origin. 

puratvr (Skene, Book of Aneurin 65 1 17) 'helmets" = Lat. 
purus 'crest, helmet'. 

pivng (Myv. Arch. 266, Anc. Laws, ed. Aneurin Owen 455) 
'point' = Lat. pungo. Pughe has also pyngu which he translates 
by 'to cluster, swarm'. 

pmjllad (BBC 71) hw'gU'yat (Book of Aneurin 65 1 27) 'a 
stroke' = Lat. pugiUor 'fight with the fists or cestus'. 

pyr (Myv. Arch. 363 a, Skene, Red Book of Hergest 243) 'a 
pear-tree' = Lat. pirus. 

rhehydd (Myv. Arch. 85b, 152b, Skene, Eed Book of Hergest 
270) = Lat. rajndiis. 

rliu-nc 'snort, rattle', rhvncian 'snorting, grunting' = Lat. 
rhonco. 

said, which occurs in phrases like pa sawl dyn 'how many 
men', pia sawl tin 'how many single units', i. e. counting each 
one separately, by itself, := Lat. solus. For the development of 
aw from Lat. d, of. aivdl = öda with inorganic I, atcr = hora, 
nawn = nöna. It is difficult to account for the open sound of 
in these words, but it is noteworthy that in the last three 
instances u is followed by a in the next syllable. 
Seissyll = '^Sexilius for Lat. Sextilius. 

sorod 'dregs, dross' = Lat. sordes with the following stages 
in the development, (a) sord, (b) soroö, (c) sorod, with the 
closing of final d as in machlud and gormod. For the secondary 
vowel of. tumf (BBC XXXVII) turvf (id. XXXIX b). Mod. collo- 
quial iwrw = Lat. turbo. 

syhc 'observation, remark, notice' may ^ Lat. solvit 
'explains, solves'. 



SOME LATIN LOAN-WORDS IN WELSH. 473 

symud 'to move, remove' = *sem(>tus for Lat. semötus, se- 
moveo 'I move, put aside, separate'. Professor Tliurneysen has 
suggested to me a somewhat better derivation from Lat. sum- 
möttis, summovere. 

taicl (fwrdd) 'back-gammon' = Lat. talus 'an oblong die'. 

ierncyn, ternyn CSiyx. Arch. 161a, 179b, 217b) 'terrestrial' 
= Lat. terrenus. The passage which occurs on p. 179 is especially 
clear, viz. Can tenvyn, can toryf egylion 'the song of men (terre- 
strials), the song of a host of angels'. 

terydd (Mr^^ Arch. 60, 100, 188, Skene, Red Book of 
Hergest 255) 'ardent, vehement' = Lat. torridns. 

traethadur (My v. Arch. 77 a) ^ *iraciaiörem for Lat. 
tractäiörem. 

tristyd, tristkl (Skene, Book of Taliessin 124) tristit (id. 132), 
tristyt (id. 197) 'sadness' = Lat. tristit ia. 

tron 'a throne' = Lat. thronus. 

twyll 'deception, deceit, fraud" ;= Lat. tela 'design, web'. 
For the development of W. II, see guyll above. 

lined 'Unity' (BBC XVIII b) ^ ünitas. Cf. trined = trlnitas 
and syched == siccitas. 

yngres, ygres (Myv. Arch. 202b) 'assault, conflict' = Lat. 
ingressus. 

y sea fell 'a ledge' ^= Lat. scamellum. In Pughe's Dictionary 
the word occurs a.s yxcaffell, but wether the collo(iuial pronun- 
ciation justifies the spelling is uncertain. Yscafell is the ordinary 
pronunciation in the Venedotian dialect. 

yscitd 'a shield' (BBC XXV), iscvd (id. LIII), yscut (Skene, 
Book of Taliessin 158, Myv. Arch. 57) = Lat. scutum. 

yspar (Skene, Book of Aneurin 89) 'spear, weapon' = Lat. 
spams 'a kind of weapon'. 

ysjnn (Book of Taliessin 139) 'spine, prick' = Lat. sjnna 
or splneus. 

ystre, which Pughe translates 'course', occurs frequently 
in the Myvyrian Ai'chaeology, the Books of Aneurin and Taliessin 
and the Red Book of Hergest (Skene), and appears to be a 
military term = Lat. striga 'the space between two squadrons 
in a camp'. Striga means also 'a swath, a furrow' which might 
very easily acquire the meaning 'coui-se'. The word occurs in 
the following passages: (Myv. Arch. 37b, 70a, 98a, 101a, 149b, 
207a, Book of Aneurin 75 1 3, 77 1 24, 81 1 25, 83 1 30, (as stre) 

Zeitschrift f. celt. Philologie VII. 31_ 



47 1 J. LLOYD-JONES, SOME LATIN LOAN'-tt'ORDS IN VTELSH. 

103 1 4, 105 1 7, Book of Taliessin 152 1 2. Red Book of Hergest 
257 1 14, 262 1 5, 265 1 8. 

ysti/Uen 'a board, a piece of wood', yshjllod (My v. Arch. 
87b) = Lat. stilus 'a stake, pale'. The Welsh // would then be 
due to I becoming monillé after i, but this is unnecessary if the 
derivation, which Professor Thurneysen has suggested to me, 
from Lat. hastilla is correct. 

Freiburg i. Br., 15. July 1909. J. Llotd-Jones. 



ALTIRISCHE GLOSSEN 

ZU DEM TRIERER ENCHIRIDION AUGUSTINS 

IN DER KÖNIGLICHEN BIBLIOTHEK ZU BERLIN. 



Die handscliriftlichen Zeugnisse, die von seiner christlichen 
Kultur in dem alten Trier überliefert sind, reichen schwerlich 
in vornormannische Zeiten zurück. 'Omne territorium urbis 
circumquaque usque ad solum demoliti sunt, oraues quoque quos 
intra et extra urbem reppererunt gladio occiderunt, ipsamque 
urbem et monasteria omnia igne succenderunt', heilst es in den 
Gesta Treverorum (Monumeuta Germaniie, Scriptores 8, 167) über 
die Heimsuchung durch die Normannen, die die Stadt im Jahre 
882 traf. Die Herkunft des berühmten Codex der Ada in der 
Trierer Stadtbibliothek und des noch altern Evangelienbuches 
in der Domschatzkammer, das zu den frühesten Denkmälern 
wenn nicht der schottischen, so doch der insularen Schrift gehört, 
ist in Dunkel gehüllt. Auch die Bücherei der ehrwürdigen Abtei 
St. Maximius, deren Katalog aus dem 13. Jahrhundert erhalten 
ist, wird erst später angelegt sein; was aber hier an theologischer 
Literatur gesammelt war, ist au verschiedene Orte nah und fern 
verstreut worden, namentlich in den Kriegswirren, die die poli- 
tischen Ereignisse am Ende des 18. Jahrhunderts über die rhei- 
nischen Lande brachten; die Abtei selbst ist seitdem in eine 
Kaserne umgewandelt worden. 

Gröfstenteils alter Besitz St. ]\Iaximins waren die circa 200 
mittelalterlichen Handschriften aus dem Trierschen, auf die in 
jener Zeit der Publicist Joseph v. Görres die Hand legte. Von 
diesen (es sind meist Pergamentcodices) sind die wertvolleren 
länger als ein Jahrhundert in seiner Familie in Baiern verblieben, 
kaum bekannt und unbenutzt, bis sie 1902 in einem kurzen Ver- 
zeichnisse zum Kaufe ausgeboten wui'den. Einige Nummern wurden 

31* 



476 M"DW. CHE. STEEX, 

nach Paris, London und München veräufsert. die ührigen 61 aber, 
fast ausschlief slich theologischen Inhalts, erwarb die Königliche 
Bibliothek zu Berlin. Als das für uns bemerkenswerteste Stück 
dieser Berliner Sammlung hat sich nun Codex 87 erwiesen, der 
als ehemaliger Besitz St. Maximins dopiielt bestätigt wird. Der 
starke Quartband in Schweinsleder, der die Jahreszahl 1750 
trägt, enthält nach dem Eückentitel 'S. Augustini opera varia' 
und zwar in Texten des 9. — 10. Jahrhunderts. Sein aufserordent- 
licher Wert aber liegt in den irischen Glossen zu einem darunter 
befindlichen Traktate, durch deren Nachweis mich Herr Prof. 
A. C;lu'oust zu Dank verpflichtete, als er im Herbst 1908 unsere 
Trierer Handschriften durchsah. 

Das Volumen von 188 Blättern besteht aus zwei Teilen, 
von denen der erstere mit blasser Tinte geschriebene jünger er- 
scheint als der andere. Dieser ist von stattlicheren Schriftzügen, 
hat jedoch einige kleinere Nachträge von verschiedenen Händen. 
Unter augustinische Schriften sind mehrere andere gemischt, und 
der zweite Teil, der uns allein angeht, bietet namentlich das 
Folgende: Bl. 6öa Enchiridion ad Laurentianum sive de fide, spe 
et charitate (Migne, P. L. 40, 231); Bl. 116a Scs abbas Cherimon 
de libero arbitrio sicut in sua legitur collatione (d. i. Cassianus 
bei Migne, P. L. 49, 915); Bl. 117 a Pauca de fide catholica a beato 
Hieronimo contra omnes hereticos generaliter conscripta, an- 
fangend 'Errare hereticos haec maxinie causa facit' (das sonst 
dem Papste Leo dem Grofsen zugeschriebene Breviarium. siehe 
dessen Opera ed. P. Th. Cacciari 1, 357, Eomae 1753); Bl. 129 b 
Conquisitio scorum episcoporum Basilii et Gregorii Nazonzeni; 
Bl. 135 b Epistola papae Caelestini de praeuaricatione Adae et 
originali peccato et gratia Dei (Migne, P. L. 50, 531); Bl. 140a 
Seriuo Augustini de eo quod per Adam mors et per Christum uita in 
omnes homines pertransiit (Exe. ex libro contra lulianum): Bl. 141a 
Liber Augustiui de quaestionibus LXXX (Migne, P. L. 40, 9); 
Bl. 175 b de Epicureis et Stoicis conferentibus cum apostolo Paulo 
(Migne. P. L. 38,808); Bl. 180 a Sermo de die Quid dictum est a 
Deo ad Moysen Ego sum qui sum (Migne, P. L. 38, 63), u. a. Zu 
Anfang wird dieser Teil als 'Codex Sti. Maximini' bezeichnet 
und, nach seinem Hauptinhalte zu urteilen, ist es nicht unwahr- 
scheinlich, dafs er der nämliche ist, der in dem erwähnten alten 
Verzeichnisse der 'Libri de armario sancti Maximini' in der 
Handschrift der Trierer Stadtbibliothek 839 unter Nr. 44 mit 



ALTIRISCHE GLOSSEN ZU AUGUSTINS ENCHIRIDION. 477 

diesen Worten angeführt wird: 'Augustini encheridion, in quo 
habentur LXXX quaestiones eiusdem et de iide catliolica '. i) 

Per Codex zeigt den kai'oliugischen Schriftcharakter des 

9. Jalirliunderts, doch nicht eben in seiner reinsten Schönheit, 
sondern sich dem 10. Jahrhundert zuneigend. Unter den Buch- 
stabenformen ist allerdings das a bemerkenswert und altertüm- 
lich, da es oft die schon im 8. Jahrhundert aufgekommene Form 
cc hat, die über Britannien hinaus verbreitet war. Vgl. die 
Urkunde von Worcester vom J. 759 (Palaeogr. Soc. 1, 10); die 
vom J. 764 (Arndts Schrifttafeln 3, 72); den Text vom J. 794 
bis 814 (ebenda 1, 48) und den vom J. 823 (Palaeogr. Soc. 
1. 123). Nach allem wird man indes wohl von der Wahrheit 
nicht allzuweit abirren, wenn man die kontinentale Hand des 
Trierer Codex in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts setzt. 

Hiernach darf man dem Ende des 9. oder dem Anfange des 

10. Jahrhunderts zuerkennen die Schrift der Argumenta der ein- 
zelnen Kajiitel des ersten Traktats, die mit blasserer Tinte und 
in kleineren Charakteren am Rande nacligetragen sind: 'Incipiunt 
capitula libri enchiridion secundum alios auctores'. Tinte und 
Hand sind ähnlich denen im ersten Codex, der 1750 mit diesem 
zusammengebunden wurde. Ton derselben Hand sind auch die 
interlinearen lateinischen und irisclien Glossen zu dem Enchiri- 
dion, die den Gegenstand dieser Mitteilung bilden; sie erstrecken 
sich über die ersten 51 Kapitel der Schrift und sind über den 
Eest bis Kapitel 121 nicht fortgesetzt, vielleicht nur von dem 
Abschreiber, der diese Zusätze gemacht hat. Wir besitzen schon 
ein anderes irisch glossiertes Werk Augustins, die Karlsruher 
Soliloquia, deren Edition man Prof. Windisch verdankt. 

Der Text des Trierer Enchiridion (der Glossator erklärt das 
Wort Bl. 67 a 'lumanuale') ist nur von sehr mäfsiger Korrektheit 
und hatte, obwohl auf dem Kontinente geschrieben, vermutlich 
die Vorlage eines irischen Schreibers. Durch diese Annahme 
scheint sich so manche fehlerhafte Schreibweise zu erklären, 
die auch sonst in den lateinischen Codices der Iren vorkommt. 
Es findet sich inminiri (imminere), e.rhorrit (exhorret), trihklat 
(trepidat), tumiscant (tumescant), laut (latet), ne(jit (neget), eli- 
menta (elementa), henivolentia (benevoleutia), uindito (vendito), 

') Jahresbericht der Gesellschaft fiir nützliehe Forschungen zu Trier 
1894—1899, S. 52. 



478 liUDW. CHR. STEHN, 

crededisse (credidisse), incedit (incidit), suhsiderat (subsederat), 
actenus . . . quatinus (bactenus . . . quatenus), sobriae (sobrie), 
planae (plane), motata (mutata), acendi (accendi). inquid (inquit), 
fucace (fugace), acerua (acerba), habe (ave), uiiiio (biuio), fillius 
(wie 5Iarc. 9, 9 Licbf.) u. a. m. 

Die lateinischen und irischen Glossen (die ersteren sind die 
bei weitem zahlreicheren) sind, wenn auch von kontinentaler 
Hand kopiert, doch von irischer verfalst. Auch jenem nigilat 
'er schliefst aus', das in den Würzburger Glossen so gewöhnlich 
ist'), begegnen wir. Es heilst in Kapitel VIII (Bl. 68b): 'Spes 
autem non nisi bonarum rerum est (.i. nigilat fidem quae et 
malarum est) nee nisi futurarum (.i. nigilat fidem in III tempo- 
ribus) et ad eum pertinentium (.i. sibimet tantum .i. nigilat fidem 
suarum et alienarum), qui earum spem gerere perhibentur'. 

Der Schreiber der Glossen war keinesfalls ein Ire, da er 
die irischen Wörter nicht selten verliest und entstellt. Erwähnt 
seien ao (statt do) Gl. 2, nube (st. imbe) 18, annt (st. and) 45, 
enmitb (st. emnib) 50, dilthut (st. dütiith) 54, accbor (st. accobor) 
65, ein (st. er, crist?) 94, comlarUcti mit dem Punctum delens 
unter l (st. coniairleeti) 105. 

Die Glossen haben indes auch einige Merkmale einer ver- 
hiiltnismäfsig späten Periode der altirischen Spraclie. Der alten 
Schreibweise eigen sind wohl die Formen mit / (statt der spä- 
teren ai) in den Fällen von cótil Gl. 16, érasigethar 47, dcrbid 27, 
diroseider {diroscaitlur) 28; aber doct'tbid Gl. 58 ist auffallend. 
Das ia wird durch i ersetzt in cifiu Gl. 3, cifot 25, ciobriy 23. 
Die Schreibung bf für bh (aus mf wie in der Glosse 124) ist kein 
Zeichen hohen Alters. Wie in indocrig Gl. HO (für indoehraidh) 
an die Stelle des inficierten d vielmehr </ zugelassen wird, so 
scheint es in dculaithe Gl. 102 (= deuladte 122) zur völligen Liqui- 
dierung gekommen zu sein. Für die gewöhnlichere Aussprache 
des Diphthongen di (oi, oe) findet sich ar, in sacth Gl. 69 und 
sadhrigu Gl. 4. Die Form des Pronomen infixum -tab- (Gl. 115) 
ist jünger als die mit dem Vokale o oder u. Mehrfach wechseln 
d und t, wie in credtm (statt crelem) Gl. 57, eundttbari (st. eun- 
tubart) 60, derbat (st. derbad) 59, und dem auch sonst vorkommenden 



') Ein gutes Beispiel ist aufsei- den CZ. 6,540 f. erwiiliuten Wb. '24 32, 
wo zu 'deo uiuo et uero' 1. Thess. 1,9 gesagt ist: 'uigclat idula niortua et 
deos meudaces'. 



ALTIRISCHE GLOSSEN ZU AUGUSTINS ENCHIRIDION. 479 

(lilgent (st. dilgend) 19. Dergleichen ist schon aus dem Würz- 
burger Codex nachzuweisen, und in der Tat finden sich in den 
Trierer Glossen, die aus einer frühern Handschrift übernommen 
sind, auch sehr altertümliche Sprachfornien. Im ganzen aber 
scheinen sie mir den Mailänder und Sanktgallener Glossen am 
nächsten zu stehen, für die eine genaue Datierung noch nicht 
gefunden ist, wenn man sie auch mit einiger Sicherheit in das 
9. Jahrhundert setzt. 

Nach diesen Vorbemerkungen lasse ich nun den Text, soweit 
er in Betracht kommt, mit den dazugehörigen Glossen folgen und 
knüpfe daran die sprachliche Erklärung der irischen. 

Euchiridiou Sancti Ausustini episcopi. 

Cap. IV. Quae autem nee eorporeo sensu experti sumus 
nee mente adsequi uoluimus ac ualemus, eis sine ulla dubitatione 
credenda sunt (.i. credi potest) [67 b] testibus (.i. scriptoribus), a 
quibus ea quae diuina uocari iam meruit scriptura confecta est 
(.i. conglobata, farrocimad). 

Cap. V. Si enim diligenter quae ad Christ imi pertinent 
cogitentur, nomine teuus (.i. aoanmitn 1. counim X. quasi i) nomini) 
inuenitur Christus apud (juoslibet hereticos. 

Et quam sit (.i. ciftu) hoc (i. fimdamentum quod est Christus) 
uerum, per singulas quasque (.i. hereces) monstrandum (.i. est). 

Cap. VI. [68a] Operiosioris (magnus labor .i. saethrigu) 
uberiorisque (.i. abundantioris) doctrinae est. 

Quae [seil, doctrina] ut habeatur, non breui inchiridion 
manus debet impleri, sed grandi studio pectus acendi (.i. iulumi- 
nari .i. dochuimni). 

Cap. VIII. [68 b] Ut quisquis eas [seil, poenas] inminiri (.i. 
uenire) sibi credit ac fucace (.i. airingahthach) motu animi exhorrit 
(.i. timet 1. tribidat). 

[69a] Quamuis (.i. adas) quando se quisque non uerbis ... 
sed praesentium rerum euideutiae crededisse, hoc est, fidem adcom- 
modasse dicit. non ita uidetur absui-dum (.i. inhonestum), ut recte 
reprehendatur (.i. Paulus) in uerbo (.i. quando-) dicit credidi). 

Cap. IX, [69b] De ui (.i. de fortitudine .i. dinhrig) et numero 
elimentorum. 

Eerum creaturariun^) (.i. tuiste). 



') gs nomini (f) Ms. =) qn Ms. ') creatanm zu lesen. 



480 LCDW. CHK. STERN, 

Cap. XL [70 aj Usque adeo (.i. inmeitso .i. ualde). 

Nihil est aliud morbis et uulneribus affici (.i. contriiione') 
.i. frisnorratar) quam sanitate priuari. 

Cap. XII. [70b] Quocirca (.i. isarsc). 

Cap. XIII. Ac per hoc nullum est (.i. nihil ; .i. níní) quod 
(.i. ani) dicitur malum, si nullum sit bonum. 

[71a] Uitiatum aut uitiosum (.i. corruptum .i. ab alio .i.fuhide). 

Conexio (.i. reue.latio) tamen ratiocinationis {.i.indligedchetUso). 

Quid est malus homo nisi malum bonum? (.i. fó r,ole). 

Quisquis ergo dicit malum est hominem esse (.i. nuheduine) 
aut bonum est iuiquum esse, ipse incedit in propheticam illam 
sententiam. 

Cap. Xl\. [71b] Boni exterminatio (.i. alienatio .i. lobe 1. 
dilgent). 

Nam si esset in quantum (.i. isinmét) natura esset, profecto 
bona esset. 

Cap. XV. [72a] Nou patetur^) hoc dominicae sententiae 
refragari (.i. contrarie .i. frishtra). 

Cap. XVI. Causa magnarum in mundo corporalium motionum 
(.i. innagluasacht). 

(Si sciamus,) unde tremor terris, qua ui (.i. ciobrig) maria 
alta tumiscant, etc. [Virgil. Georg. 2, 479]. 

Sed bonarum et malarum [72 bj rerum causas nosse debemus 
et id actenus (.i. isctise cidedon) (juatinus (.i. cifut 1. cicnith) eas 
homines'') in hac uita erroribus erumnisque plenissima ad eosdem 
errores et erumnas euadendas nosse conceditur (.i. a deo per- 
mittitur). 

Quis non uideat quod (.i. an!) de secretis caeli et terrae 
nos latit. 

Cap. XVII. Pro uero quippe adprobat (.i. firmat .i. dctlid) 
falsum. 

Nam in una eademque re et nescienti sciens et erranti non 
errans recta ratione praeponitur (.i. diroscidvr). 

Nam nobis ipsis accedit, ut in quodam uiuio falleremur et 
non iremus per eum locum ubi operiens (.i. afresnaccache) tran- 
situm nostrum Donatistarum (.i. scola Donati heretici) manus armata 
(.i. aam A. exercitus) snbsiderat. [73 a] Atque ita factum est, ut 
eo (.1. indu) (juo tendebamus per dubium') circuitum ueneremus. 



') contriti Ms. ') puietur Ed. ') hotnini Ed. *) deuittm Ed. 



ALTIKISCHE GLOSSEN ZU AUGUSTINS ENCHIKIDIOX. 481 

Cum aliud nihil sit errare quam ueruni putare quod falsum 
est, falsumue quod uerum. uel certum habere pro incerto, incer- 
tumue pro certo, siue falsum, siue sit uerum; idque tam sit in 
animo deforme atque indecens (.i. eccuni) quam pulchrum (.i, ndaas) 
ac decorum esse seutimus, uel in loquendo uel in adsentiendo (.i. 
si utrumque nescientes adfirmamus), est est, non non, profecto et 
ob hoc ipso') est uita misera ista qua uiuimus, quod euint-) 
nonnumquam, ut non amittatur. error (.i. aliter ised saiges in- 
sensso condici absit et infra disponitur etc) est necessarius, 
Absit ut talis sit ilia uita (.i. in regno dei). 

Usque adeo (.i. in tneiso). 
^„, Cap, Xyill. [73 b] Uerum hinc difficillima et latebrosissima 
(i deä rem 1, clithem) gignitur questio, 

Non enim sie peccat ille qui consolendi (.i, cöarle 1. remcissen 
.i. boni sibi 1. alteri) quomodo ille qui nocendi uoluntate mentitur. 

[74 a] Promptum est (.i, isaioiam 1. dorarhad). 

Nonne illo modo mentii'i quam isto modo falli incomparabi- 
liter praestat (,i, caniferr)? 

Cap. XIX. In quibusdam ergo rebus magno, in quibusdam 
paruo, in quibusdam nullo malo (.i, nionaclndc 1. nephulc), in qui- 
busdam nonnuUo (.i. rugä) etiam buno fallimur. ' 

[74 b] Nee in eum cadit illa prophetica detestatio (.i. ind- 
ather^) 1. indasfenad). ■■' ■ ■,.■ 'vr. -i-.u^'v-^.) 

Qui uero ipsum hominem dicit bonum, quem putat castum, 
nescit adulterum (non dicit re') bonum malum esse 1. malum 
bonum), non in doctrinam^) rerum bonarum et malarum (.i. non 
nesciendo .i. lasseroindfiteir castum .i. genmnide), sed in occultis 
humanorum fallitur morum. 

Non ipsum errorem (.i. anascuit erroris annt) dico nullum 
malum uel nullum bonum, sed malum quo non uenitur, uel bonum 
quo uenitui- errando, etc, 

[75 a] Quis enim nisi eiTans malum negit adprobare (.i. 
derhas) falsa pro ueris aut inprobare (.i. érasigeihar) uera pro falsis. 

Cap. XX. Aut in ipsis rebus corporeis lene putatur esse 
quod asperum est ... aut tonare (.i. tornigedar) cum reda transit 
(.i. carjmi 1, dirim), aut illum esse hominem cum alius sit, quando 
duo simillimi sunt, quod ija geminis (.i, inemnitb) sepe contingit. 



') ipsum zu lesen. -) euenit zn lesen? ei Ed. ') indather? Ms. 
*) dt r e Ms, ') doctrina zu lesen. 



482 tX'BW. CUR. STERN, 

Nec <iuestio nod(os)issmia. (juae homines acutissimos acliade- 
micos (.i. dubios in omni re) torsit (.i. forrubart). nunc milii (.i. 
A'' datiuus 1. aim) enodanda (.i. taidhcdi) suscepta est. 

|75bJ Ut et quae fuerant remouenda (.i. motata) inueni- 
ende disperatio (.i. indilthut) ueritatis, quae illorum (.i. acha- 
deraicorum) uidentur argumentationibus (.i. onaibtuiscurntih) 
roborari (i. confirmari). 

Adsentitur incertis (.i. conetet .i. credit). 

lustus ex fide (.i. óchredim) uiuit, ac si tollatur adsensio 
(.i. derhat 1. docéihid), fides tollitur. 

Qui non uicturos in aeternum sed in jiraesentia se uiuere 
nesciunt (.i. iscundubart leu indathii innacorpaih). 

Uidelicet non adsentiendo quod uiuant cauere sibi uidentur 
errorem. cum etiam errando conuincantur (.i. donctarthatar) uiuere. 

Sicut ergo nos uiuere non solum uerura sed etiam certum 
est; ita uera et certa sunt multa, [76 a] quibus non adsentiri, 
absit ut sapientia i)Otius quam dementia nominanda sit. 

Cap. XXI. In quibus (.i. isachirctib) autem rebus nihil 
interest ad capessendum dei regnum, utrum credatur an non. 

Neque enim ab hac uia deuiabat (.i. nidilled) in gemiuis 
filiis gratus ille parentibus. 
/Ji, Corporum imaginibus (.i. honafuathaib). 

Non dinosceret (.i. nifitir). 

Cap. XXII. [7öb] Loquitur uoluntate (.i. o accfcor) fallendi. 

Cogitationes suas perferat (.i. folohuj). 

Si pauper cui palam datur sentit commodum et diues cui 
(.i. isar) clam tollitur (.i. focoslider) non sentit incomodum (.i. 
y ecomlecht 1. saeih), nec ideo tale fui-tum quisquam dixerit non 
esse peccatum. 

Teraporaliter rerauneratur (.i. mercede salutis hominis .i. 
adrenal) beniuoleutia (.i. caindrechf), non fallacia. 

[77 a] Sit in ore uestro est est, non non, quod enim ami)lius 
est (.i. iurare- luge) a malo est. 

Cap. XXIII. Ab immotabili bono deficientem (.i. asloi) 
boni mutabilis (.i. angeli et homini.s) uoluntatem. 

Cap. XXIV. Ex his morborum non ubertatis sed indigentiae 
(.i. innaadlicne) tanKiuam fontibus omnes miseria naturae ratio- 
nalis emanat. 

Cap. XXVII. [78 aj Natura . . . quae in se sui condiloris ima- 
ginem ab eius lumine contumaciter .(i. intnndacht) auersa uiolauit. 



ALTIRISCHE GLOSSEN ZU ACCiUSTINS ENCHIRIDION. 483 

Cap. XXVIII. Residuus (.i. djumdle) numerus angelorum. 

Cap. XXIX. [78b] Placuit itaque uuiuersitatis creatori atque 
moderatori deo (.i. mearitjtliiu .i. temperans omnem creaturam). 

Quod angelicae societati ruina (.i. cutdim) illa diabolica 
minuerat suppleretur. 

In contemplatione (.i. in considei-atione .i. isindimcisin). 

Cap. XXX. [79 a| Ipsa est uera libertas propter recti fa- 
ciendi laetitiam, simul et pia seruitus propter praecepti oboe- 
dientiam. 8ed (ad) benefaciendum ista libertas uude erit bomini 
addicto (.i. dassilhthu) et uindito, nisi rediuiat cuius illa uox est, 
Si uos filius liberauerit, tunc uere liberi eritis? [Job. 8, 36]. 

Nisi sé uana superbia inflatus (.i. inJmilcthe) extollat. 

Cap. XXXI. [79b] Et ne putarentur fidelibus bona opera 
defutura (.i. arincredim), rursus adiecit. 

Ipsius enim sumus figmentum (.i. dolbnd .i. noster figulus 
enim est) creati in Christo Jesu. [Ephes. 2, 10] 

Neque enim cor eius, quantum pertinet ad naturam cordis 
humani, non iam creauerat deus (.i. aminadlorsamad). 

Cap. XXXII. Si homo eius aetatis est, ut ratione utatur 
(.i. ocheill). 

Cap. XXXIII. [80b] Anni nostri sicut aranea {.i. itersnidith 
1. aiersnidith) meditabantur. [Psalm. 89, 9]. 

Necessarius erat mediator, hoc est reconciliator, qui haue 
iram sacrificii singularis, cuius erant umbrae omnia sacrificia 
legis et prophetarum (.i. figurabant oblationem Christi), oblatione 
placaret (.i. notadad). 

Cap. XXXIV. [81a] De quo mediatore longum est. ut quanta 
dignum (.i. cómndas) est, tanta dicantur. 

Quis enim hoc solum congruentibus (.i. cocorib) explicabit 
(j. assinde) uerbis? 

Xon qualis de utroque sexu nascitur per concupiscentiam 
carnis, cum obligatione (.i. cocuimriuch) delicti, cuius reatus rege- 
neratione (.i. baptismi) diluitur (.i. glanter), sed qualem de uirgine 
nasci oportebat, quem fide(s) matris non libido conceperat; [81b] 
quod si ') (.Irobn) uel nascente (.i. annogenad inticin) corrumpe- 
retur eius integritas, non iam ille de uirgiue nasceretur. 

(Ecclesia,) quae inütans eam^) (.i. aninsamladur .i. eccle- 
siam) matrem cotidie parit membra eius et uirgo est. 



') Lies quo si. ') eius matrem Ed., d. i. Mariam (nicht ecclesiam). 



484 LUDW. CHK. STEHX, 

Cap. XXXV. Quocirca (.i. idcirco .i. isarse). 

Exinaniuit autem sé (.i. liumilianit .i. imincdorlig) accipiens 
formam sevui. [Philipp. 2, 7] 

Cap. XXXVI. [82a] Quae (.i. interrogatio i' ) bona uoluntas? 
cuius (.1. interrogatio) boni propositi studiumV (.i. ciacossir inder- 
stiigtho sainemU). 

Nempe (.i. quippe .i. niargói 1. äerhduit) ex quo homo esse 
coepit (.i. hondi doninscan), non aliud coepit esse. 

Unde (.i. can) uaturae humanae tanta gloria nullis praece- 
dentibus mentis sine dubitatioue gratuita (.i. deulaithe), uisi quia 
magna hie et sola dei gratia fideliter et sobriae considerantibus 
euidenter ostenditur? 

Habe, inquid, gratia plena (.i. saua sis ó Maria .i. sldn bee). 
[Luc. 1, 28]. 

Cap. XXXVIII. [83b] Factum uel creatum uel conditum 
uel institutum (.i. possitum .i. sudigthe) ab illo. 

Cap. XXXIX. Non igitur concedendum est (.i. non perniit- 
tendum est .i. nicomlarhcti) , (|uidquid de aliqua re nascitur con- 
tinuo eiusdem rei filium nuncupaiiduni. Ut enim omittam aliter 
de homine nasci filium, aliter capillum, aliter peduculum (.1. mil 
étgiidó), lumbricum (.i. fedomon), (luorum nihil est (.i. nímaccní) 
dicere fillius; ut ergo haec (.i. innanisiu) omittam (.1. deformia), 
quoniam tante rei (.i. Christo nato de si)iritu sancto) deformiter 
(.i. hidocrig) conparantur; certe qui nascuntur ex aciua et spiritu 
sancto non aquae filios eos rite dixerit (.i. nierbera) quispiam. 
sed planae dicuntur filii dei patris et uiatris ecclesiae. 

Cap. XL. [84a] Insinuat (.i. desiguat) nobis gratiam dei, 
quam -) homo nullis praecedentibus meritis, in ipso exordio naturae 
(.i. conceptionis) suae quo esse coepit, uerbo dei copularetur (.i. 
coroaccomalta) in ta(n)tam personae unitatem, ut idem ipse esset 
filius dei qui filius hominis, et Alius hominis qui filius dei. 

Cap. XLI. Dei quoque gratia uerbo patris unigenito, non 
gratia filio, sed natura, in unitate personae modo mirabili et 
ineffabili adiunctus atque concretus (.i. conroihéccd). 

[84 b] Tarnen propter similitudinem carnis peccati in (jua 
uenerat dictus est (.i. in apostolo [Rom. 8, 3]) et ipse peccatum. 
sacrificandus (.i. conbed nedberihc) ad diluenda peccata. 

') Ms. iro. ') Lies qua. 



ALTIRISCnE GLOSSEN ZU AUGUSTINS ENCHIRIDION. 485 

Obsecramus pro Christo (.i. aiabtecliam) reconciliari deo. 
[2. Cor. 5, 20 j. 

Cap. XLn. Ipsum est quod in nobis celebratur (i. erdir- 
cidir), magnum baptismatis sacramentum. 

[85 a] Et uiuant a lauacro renascendo (.i. o glandiunucht). 

Cap. XLIII. A paruulo enim recens natu (.i. denuo .i. mn() 
usque ad decrepitum senem (.i. cosim sen dibelta^>). 

Cap. XL VI. [86 a] Patres manducauerunt uuam acerua') 
et dentes filiorum obstipuerunt ') (i. rodétsinigsetar). [Jere- 
mias 31, 29J. 

Ut de legitime matrimonio procreatus (.i. hituiste .i. Dauid) 
dicat: In iniquitatibus conceptus sum et in peccatis mater mea 
in utero me aliiit. [Psalm. 50, 6]. 

Eeatu tarnen obligaut iilios. nisi gratuita (.i. deuladtc) gratia 
et misericordia diuina subueniat. 

Cap. XLVII. Progeneratoribus suis (.i. isdosuidih tuistib 
1. scnathrih). 

[86 b] Xon inmerito disceptari potest, utrum omnium malis 
actibus et multiplicatis delictis originalibus qui nascitur impli- 
cetur (.i. incohjUlter). ut tanto^) peius quanto posterius quisque 
(.i. nachmct besnire ó adani) nascantur. 

An propterea (.i. fdinarse) deus in tertiam et quartam 
generationem de peccatis parentum eorum posteris cominetur 
(.i. domathi), quia iram suam . . . non extendit ulterius . . ., (ne) 
nimia sarcina in ipsa sua damnatione premerentur, si cogerentui- 
ab initio generis humani omnium praecedentium parentum suorum 
originaliter peccata contrahere et poenas quod^») eis debitas 
pendere (.1. domessatar). 

Cap. XLYIIl. Xon soluitur ac non diluitur (.i. niglaniar). 

Cap. XLIX. [87a] Quodam precursorio (.i. remeroirsid) illius 
(.i. lohannis) ministerio. 

Ubi enim dies nee externi '^) (.i. desnechdi) iine incoatur nee 
initio crastini terminatur, semper hodiernus est. 

Cap. LI. [87b] Satis indicat ex Adam nemiue(m) natum 
nisi damnatione detiueri (.i. achiarafurechar) et neminem nisi 
in Cliristo renatum a damnatione liberari. 



') Aus debelta korrigiert. ') Lies acerham. 

») Lies obstupiterunt. *) tanta Ms. 

') Lies pro. *) Lies hesUrni. 



486 LUDW. CHE. STEEN, 

Die irischen Glossen. 

1. [67b] farrochuad 'confecta, conglobata est' d. i. 'die 
vollbraclit, zusammengebracht ist' = forcuad Tur. 49, das Prae- 
teritum pass, aus for-co-ro-fed, zu forfcnar 'wird vollbracht' 
Tur. 45 und der aktiven Form forruchui . . 'conficit' Ml. 121c 24. 
Über die Aussprache far- (st. for-) vgl. Thurneysens Grammatik 
p. 465. 

2. ao anniim 1. co anim 'nomine tenus'; zu lesen do anmini 
1. CO ainm. 

3. cifm 'quam sit' hoc verum. Vgl. ciafiu esämain 'quam 
temerarium' Ml. 27 d 8; dafiu ascrib 'quam cite est' 61 a 25; 
ciafiu mórní 'quam admirabile' 17 b 12, 62c 6a; ciafiu .i. mórni 
'quam' 59 b 8, 138 cl4, 146 dl (wórwíí ' quanto ' 80 a 5, 82 c 4); 
ciafiu Ml. 23 a 10, 24 a 10b, 38 c 22, 42 a3, 48 c 7, 122 c 7 etc.; 
fill (w. (ßviic) ' quam ' = engl. ' than ', Ml. 59 c 9, cf. 75 c 7, 94 d 5. 
Vgl. Ascoli, Gloss, p. CCCXXII und Thurneysen, Gramm. § 298. 

4. [68 a] saethrigu 'operosior'. Komparativ von saethrech 
oder saefhrach 'operosus', nir. saofJiraighe, von sdithnr 'labor'. 

5. do chuimni ' grandi studio ' (iuluminari), von Gedächtnis- 
arbeit, Studieren wie Ml. 32 d 11, Dat. Sg. von cuimne f.. von 
cuman : W. cof 

6. [68b] airingabthach 'fugax'; vgl. erngahthi 'fugiendus' 
Ml. 16 a 5; airngabail 'fugere' 29 c 14. 

7. [69 a] adas 'quamvis' = adaas Gl. 33 und zu vergleichen 
comadas Gl. 88. Das Wort, eigentlich wohl 'natürlich, freilich', 
wird oft als Konjunktion gebraucht, wie adas cia dagnco 'ob- 
schon ich's freilich tue' Wb. 3d2; adas cia citabé 'etiamsi per- 
sentiat' Ml. 68dl5; adas ma bcit 'et si sint' Sg. 40 a 21; 'quam- 
vis' Sg. 7 b7, 16 a 1, 17 a 3. Die Grammatica Celtica p. 489 leitet 
das Wort, wiewohl mit Zweifel, von aid (wie oldaas). 

8. [69b] din brig 'de fortitudine, de vi'; vgl. ciobrtg 'qua 
vi ' Gl. 23 ; nir. brigh f. ' Kraft ' : w. bri ' Achtung '. 

9. iuiste 'creatarum', geschaffen, vgl. intuiste 'procreatus' 
Gl. 121, das Participium pass, von dofuismim, tuismim. 

10. [70 a] in ntéit so 'valde, usque adeo' (GC. 707). vgl. 
Gl. 20. 35, von met, ntcit f. : w. maint ' Gröfse '. 

11. frisnorratar 'morbis et vulneribus affici', wo das nasa- 
lierende Relativ die Bezieliuiig auf den Subjektsbegriff ausdrückt 
(nach Thurnej'sen § 491 ff.); Futurum (Konjunktiv) pass. pl. 3 
von frisorgim; vgl. frisnorr ' (pestilentia) inficit (corpora)' Ml. 



ALTIEISCHE GLOSSEN ZU AUGrSTINS ENCHIRIDION. 487 

If) a 10; frisnorrat 'adficere' 80 b P, 100 c 9; /"morcoi 'inficere' 
15 a 8, 86 c 6; frithottac 'affectus' 127 b 10; /"riYAortoi 'adflicti' 
132 b 1. Vgl. Ascoli, Gloss, p. CXXI. 

12. [70 b] is arse 'quocirca' (GC. 347) = Gl. 96. 

13. ni ni 'nihil est, nullum est', 'nicht etwas', das Gegen- 
teil von na ni 'etwas' Ml. 62 b 20. 

14. am 'quod', eigentlich 'id (quod)' GC. 213 = Gl. 26. 

15. [71a] fuhide 'vitiatum, corruptum', Participium pass, 
zu fuha, dem Infinitiv von fobenim (O'Davoren 930); sowie 
töhaide 'succisus' zu tobe Ml. 48 d 13, vgl. Gl. 19. 

16. in dligedchétil so ' ratiocinationis ', d. i. der gebührenden ■ ' 

Rede; dliged-cMtal von dliged n. : w. died, dyled 'Pflicht, Recht', Txhi-^VAfy-^-'' 
und cttal n. : w. cathl : armor, quentel 'Gesang, Rede'. 

17. fó noic 'malum bonum', von fó n. 'bonum'. 

18. nubeduine 'hominem esse'; zu lesen imbe duine 'ob er 
ein Mensch ist'? vgl. imp óge 'an sit virginitas' GC. 494; nach 
Thurneysen eher numbe 'dafs der Mensch sei' (existiere). 

19. [71b] tobe 1. dilgent 'exterminatio', d.i. tobe 'decisio' 
von do-fo-henim GC. 23 und dilgend ' internecio ' GC. 795. Die 
Schreibung dilgent auch Ml. 33 c 13, 48 b 1, 83 a 12, dilgint 48 b 17. 

20. isin met 'in quantum', vgl. Gl. 10. 

21. [72 a] frisbera ' reö'agari ', genauer ' dafs er widerstehe ', 
3. sg. conjunct, praes. von fiisberim ' obsisto ' ; vgl. frisbcrsa ' enitar 
contra' Cr. Aug. 15a 2; frismherat Ml. 14 c 21. 

22. in7ia gluasacld 'motionum'; nir. gluaiseachi f. Es handelt 
sich wohl um den Genitiv pl., obschon die Nasalierung nach dem 
Artikel fehlt, wie in innagrec Sg. 1 a 2. 

23. cióbrtg 'qua vi', für ci ó brig; vgl. Gl. 8 und ci ó fid 
(Thumeysen, Gramm. § 453). 

24. [72 b] is cuse cidedon 'hactenus'; cose, cuse 'adhoc' 
GC. 347 ; cid edon nach Thurneysen ' sogar das ', et id. 

25. cifot 1. cicrtdh 'quatenus', genauer 'welches Umfangs' 
{ciofut 'usque quo' Ml. 20 a 17, 22 d 10, 93 a 15. 113 d 10, von fot 
'longitude', nir. f od) oder ' welcher Gestalt ' (cia cruth, cia chruth 
' quomodo ' GC. 355 f., von cndh : w. 2»'yd ' Gestalt '). 

26. ani 'quod', vgl. Gl. 14. 

27. derbid 'firmat, adprobat', für späteres derbaid von 
derbaitn; vgl. derbas Gl. 46 und derbat Gl. 58, von derb 'sicher' 
Gl. 99. 



488 LUDW. CHR. STERN, 

28. cliroscicler 'praeponitur', 3. sg. praes. pass. = diroscaither 
'ad contraria comparatur' Sg. 42 b 1, von diroscaim 'unterscheiden'. 
Vgl. dirósci 'praestat' Ml. 57 a 1, 'autistat' 114 cl, 'praeminet' 
115 b 16; diróscai 'dift'ert, excellit' Sg. 42 b 1, 40 a 18; duróscai 
Ml. 113 a 9, 139 b 3; diroscat 'eminent' Ml. 66 d 12, duroscat 
69 a 1. 7, 84 b 1. 4, 87 b 4, 89 c 12. 

29. a fresnaccache 'operiens', indem er erwartet oder auf- 
lauert, das Perf. von frisaiccim 'ich sehe entgegen"; vgl. frissaccat 
'operiuntur' Ml. 39 d 27, frisnaccat ibá\l\ f r isr acacha-sa 's]^erei.vi' 
Ml. 47 a 8; ni rufrcscachtar 'neu speraverunt' 26 b 25. 

30. aum ' exercitus, mauus armata ' = amm ' agmen ' GC. 269. 

31. [73 a] indü 'eo'; vgl. in each du GC. 961. 

32. eccáin 'deforme atque indecens', = écdin GC. 862; 
ecdin ' indecens ' Cr. Bed. 43 c 2. 

33. adaas 'pulchrum ac decorum', A'gl. Gl. 7. Die Form 
adaas kommt auch als Konjunktion vor, Sg. 193 a 2 a. 

34. isi'd saiges in sens so 'aliter', 'darauf geht dieser 
Sinn'; von saighn 'adeo' Sg. 217a3 und sens = sians 'sensus'. 
Vgl. ished on saigcssom ' das deutet er an ' Wb. 22 a 3. 

35. in met so 'usque adeo'; vgl. Gl. 10. 

36. [73 b] deä rem 1. clithem 'latebrosissima' seil, quaestio, 
also 'verwickelt, dunkel'. Anscheinend zwei Superlative; der 
erstere nach K. Meyer diamrem (von diamair 'geheim') zu lesen, 
der andere von clithe 'verborgen'. 

37. comarle 1. remcissen 'consulendi boni sibi vel alteri'; 
d. i. comarle f. 'Rat' und rcmcaissen 'provideutiae' Ml. 27 d 10, 
Genitiv von rcmcaissiu Ml. 20 c 3, remcisiu 50 d 1, cen remcaissin 
Ml. 19 c 17. 

38." [74 aj isaurhim \. dorarhad ' promtum est'; d.i. airlam, 
irlani, crlam (die Form aurlam Thurnej'sen p. 452, schon "Wb. 8a4), 
mcidlamh 'bereit', und do-ra-rbad das Praeteritum (perfectum) 
pass, von do-erhaim 'bereiten' (?), oder etwa dorarhad 'es ist ge- 
fördert worden', wie Thurneysen meint'? Vgl. Gramm, p. 52S. 

39. cani ferr 'nonue praestat?' vgl. cani GC. 748. 

40. ni Ó nach ulc .i. nephulc 'nuUo malo', d.i. 'nicht von 
irgend einem Übel', 'unbösartig'. 

41. rugü 'nonnullo' — nach Thurneysens gütiger Mitteilung 
rug-il 'sehr viel' (vgl. Gramm. §367). 

42. [74 b] ind aiher 1. ind asfenad ' detestatio '. Das erstere 
ist möglicherweise ind alhis zu lesen (doch steht unter dem e im 



ALTIRISCnE CiLOSSEX ZU AÜGUSTINS ENCHIRIDION. 489 

Originale ein kleiner Strich, vielleicht ist ? gemeint), also etwa 
atliiss (Ascoli p. L), nir. aithis f. -Tadel, Rüge', Thurneysen ver- 
mutet athber 'Tadel' (?); und asfmad der Infinitiv von asfhiimm 
•testificor' Wb. 22a20; vgl. Iiita aspcnud ' contestatione ', 'ad- 
testatione', Ml. 102 d 2 f. 

■Í3. lasse roindfiteir 'non nesciendo', seil, castum, da er 
ihn wohl weifs; ro-ßtir 'er weifs' mit dem Pronomen relat. infix. 
in- und dem Pronomen person, infix. 3. sg. d (GC. 344); vgl. amal 
rundfifir dia 'ut deus ea seit' Ml. 140 c 10. Lasse ist der ge- 
wöhnliche Ausdruck des lateinischen Ablativus gerundii, wie 
Ml. 96 a 12, 97 a 12, 97 d 14, 102 d 5, 104 b 8, 130 cl2, 132 a 11, 
139 d 3. Sg. 29 b 11 etc. 

44. genmnide ' castus ', nir. geanmnuidhe. 

45. anas c<«'í erroris amit 'ipsum errorem', d.i. 'was' oder 
•wenn ist ein Teil erroris darin'; cuit : w. peth 'ein Teil', und 
annt steht vermutlich für atid 'da'; vgl. antsin für andsin 
GC. 355, 8 und sunt für sund GC. 355, 10. 

46. [75 a] derhns 'adprobare', die 3. sg. praes. relat. von 
derbaim; vgl. Gl. 27. Ml. 35 a 2. 

47. érasigetJiar 'improbare', er verwirft = erassaigedar 
Ml. 51b 27, 3. sg. praes. depon. von erass{a)igim. Vgl. cerasaiged 
'improbet' Ml. öd 17; na herassiget 'ne contradicant ' Wb. 30 b 10; 
cerassaigthe 'reprobatum' M\.2idl; cerasaigihi 'inviti' 109 cl; 
mrsigthi 127 a 4, 127 c 25; érassaigthiu 'reprobatio' 131c 7. Das 
^^'ort wäre nach Ascoli von er-fdssach abzuleiten. 

48. tornigedar 'tonare', es donnert; von <omec/i 'donnernd', 
torainn (Ml. 40 d 7, 96 c 11) : w. iarann 'Donner'. 

49. carpat 1. dirini 'reda', d. h. 'der Wagen' oder 'die 
Schaar'; von carpat : w. cerhyd 'der Wagen' und dírim n. "die 
Schaar, das Heer'. 

50. i nemnitb 'in geminis'; verschrieben und i nenmib zu 
lesen, falls es der Dat. plur. von enmin 'Zwilling' (sanskr. yama) 
ist, dessen Acc. pl. emnu K. Meyer aus Rawl. B. 502 belegt 
(Facsimile 155b 37, wo es in der Bedeutung 'Drillinge' steht). 

51. forrubart 'torsit', d.h. 'es plagte', also dem forrubart 
'inolevit' Ml. 33 c 10 (GC. 875), wovon nir. forbairt -Mehrung', 
kaum entsprechend, ^'ielleicht ist die Form von föbairim (fo- 
od-ber-) ' angreifen ' abzuleiten, wovon man das Praeteritum foro- 
bart, fosrobart (Irische Texte II 1, 175) kennt; im Altir. wäre 

Zeitschrift f. celt. Philologie VII. 32 



490 LÜDW. CHE. STERN, 

nach Thunieysen foröpart zu erwarten. Dann würde sich in 
dem rr (statt nr) ein relatives n verbergen. 

52. óim 'mihi', genauer 'von mir', archaisch statt úaim, 
wie sonst hóid statt hüaid vorkommt (GC. 23). 

53. íaííZ&ecíí 'euodanda', d.i. taidbechti, Participium necessi- 
tatis von iaidbegim {do-aith-hmch) mit dem Infinitive taidbech 
'lösen' (Tripart. Life 160,90); vgl. trihi tnidbcchtai 'aufgelöste 
Haarflechten' Eev. celt. 12, 84 

54. [75 b] indilthiit 'disperatio', wohl diltuth zu lesen = 
diltiid 'negatio', aus di-slonduth. 

55. ónaib tniscuriiiib 'argumentationibus', d. h. 'von den 
Eaisonnements', der Dat. plur. von tuscumud 'Erdichtung, Ein- 
fall' LL. 125 a 11; vgl. ci:n dolbad, cen tuscumud, Saltair na 
Eann 3324. 

56. conctet 'adsentitur, credit'; ebenso concief 'ist iu Cber- 
einstimmung' Sg. 197 b 17 und 203 a 22; zu cométig, mit dem 
Infinitiv coniéteclit, comaitcclä. 

57. Ó chredim 'ex fide', Dativus sg. von creiem, mii\ credem, 
nir. creideamh. Vgl. Gl. 82. 

58. derbat 1. docctbid 'adsensio'; d. i. derbad 'probatio' 
Ml. 19 d 17, der Infinitiv von derbaim (s. Gl. 27), und docétbaid 
gleichsam 'ad-sensus', von cctbuid : w. canfod. 

59. is cttndubart leu indat bü inna corpaib 'in praesentia 
se vivere nesciunt', genauer: 'sie zweifeln, ob sie in ihren Leibern 
lebendig sind '. Mit dem immer wiederkehrenden Wechsel zwischen 
Tennis und Media erscheint cuntubart 'Zweifel' mit rf; bii 'vivi' 
ist der Plural von biu béo wie Wb. 5 b 22. 

60. donciarfhatar 'cum convincantur', 'da sie getroffen 
haben' (mit dem nasalierenden Relativ wie Gl. 11), der Plui'al 
des Perfekts tarrukl (aus do-ar-rmth), mit einem zweiten do als 
Substrat des Relativs zusammengesetzt; vgl. dosnetarraid 'es 
traf sie' LU. 76 a 18. 

61. [76a] isachiretib 'in quibus autem rebus' — 'worin 
auch immer', d. h. in allen diesen Dingen; nach Thurneysen 
Erklärung -i-sachi-reiib — sachi für sonstiges seclii 'wer auch 
immer ', was Wb. 23 b 22 saichi geschrieben ist ; rctib ist der 
Dat. plur. von rat ' res '. 

62. ni dilled 'neciue . . . deviabat', die 3. sg. praes. sec. von 
do-ellim, diUim, zu dem der Infinitiv di(dl und später dilliud 
lautet (Salt. 6933). Vgl. Ascoli, Glossarium p. LVl. 



ALTIRISCHE GLOSSEN ZU AUGUSTINS ENCHIRIDION. 491 

G3. hó na ftiaihaib 'imaginibus'. Dat. plur. von fitaili. 
64 n/ fitir 'iion dinosceret', genauer 'er weifs nicht', m. 
ni ihyr. Vgl. Gl. 43. 

65. [76 bj Ó accbor 'voluntate', versckrieben für accobor 
(aus adcobor). 

66. foloing * perfert ', 3. sg. praes. von folongim. 

67. isar 'cui'; eigentlich 'es ist für' (cui est), ähnlich wie 
isa 'es ist sein' (cuius est). 

68. focoslidcr 'clam tollitur'. das Praesens pass, von focoslim 
(später fochoslim) 'heimlich wegnehmen', subduco, wozu der In- 
finitiv foxal heilst. In gleicher Bedeutung steht das Praeteritum 
pass, fochoissled suns ' er wurde aufgehoben, entrückt ' Trip. Life 
p. 130, 22 und die 3. sg. praes. act. focoisle ' er entführt ' CZ 5, 534, 
was eine Glosse in 0' Donovan's Supplement als 'foxlas' erklärt. 
Durch den Nachweis des einfachen coislim 'mitgehen' (Lü. 64a 14) 
begründet H. Zimmer (Sitzungsber. Berl. Akad. 1908, p. 1114) 
die Ableitung des Verbalstammes von con-sibal (nir. siulhal), 
während man ihn sonst wie tellaim, tallaim 'wegnehmen' oder 
tuislim 'fallen' (tuislider 'laberis' Ml. 2d 6, dufuisUdar 30 c 10) 
auf die Wurzel sei- oder sal- zurückgeführt hat (vgl. conselaim, 
K. Meyer, Contributions 1, 481). 

69. écomlecht 1. saeth 'incommodum'; d. i. écomlecht oder 
écumlecht Ml. 39 c 36, 106 b 10, von cumUucht 'commodum' 112 c 9, 
'Behagen', also 'Unbehagen', und sdith {saeth, sóeth) 'Leid, 
Mühe, Krankheit' : w. hoed. 

70. adrenar 'remuneratui'', Praes. pass, von adrenim 're- 
munerai'e', von reni7n "dare, vendere', mit ad vortonig für aiih; 
vgl. asrenim 'reddere'. 

71. cdindrécht 'benevolentia', von cdin, nir. caoin 'mild, 
gütig" und drécM 'Teil, Anteil' Ml. 38b 8. Vgl. aber caindutJiracht 
'bona voluntas' Wb. 23b 15. 20. 

72. [77 a] luge 'iurare' = lugce, luige, firluge : w. llw. 

73. asloi 'deficiens', abfallend = aslüi ' er entgeht', Imperf. 
asluad Ml. 54 c 21. 

74. inna adlicne 'indigentiae', von adlicen 'egens' Ml. 36c 12, 
'indigens' 70 b 7, von adlaic 'Not, nötig'. 

75. [78 a] intnúdacM 'contumaciter', also tnúdacM f. (tnudach? 
Thurn.) ' contumacia ', Trotz, von tmUJi 'Zorn, Eifer'. 

76. diuradte 'residuus', adjektivische Bildung zu diurad 
'Rest', Zimmer in KZ. 30, 53, Gen. diurtha O'Davoren 689. 

Otéj tri -v-i cliA,iMi>' '^^* 



492 LUDW. CHB. STEEX, 

77. [78 bj mesrigthm Miioderatori"; wohl verlesen für mes- 
rigthid von mesraigim 'moderor'. 

78. cutdmi 'ruina' = ciitvim Ml. 91c 19, d. i. der Sturz, 
der Fall (der Engel), von contuHini,