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Full text of "Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Volume 33"

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ZEITSCHRIET 




FÜB DIS 



GESCHICHTE DES OBERRHEINS 



HERAÜSGEOEBEM 



QBOSSHERZOGLICHEN &ENERAL-LAMSABGBI7E ZD imLSRUHE. 



XXXIII. BAND. 



KARLSRUHE. 

OBUOK nin> TIBLAQ DKB 0. Bit AUN'SOHKN UOVIlliCUHANllLUKG, 

1880. 



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THE NEW YORK 
PUBLIC LIBRARY 

930033A 

ASTOR, LENOX AND 

TILDEN FOUNDATIONS 

B 1937 L 



r'rinted in tterm&ciy« 



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Inhalt. 



Seita 
Werner von Themar, ein Heidelberger Humanist. ( Hart f eider,) . . 1 
Briefe Jacob Sturms, Stettmeisters von Strassburg. (Wille.) . . 101 
Eine Kundschaft über das adeliche Herkommen der Familie von 

Wolfurt. (Roth von Schreckenstein.) 116 

Beiträge zur Geschichte des Klosters Gengenbach. (Ruppert,) . . 128 
Kulturgeschichtliche Miscellen. Verordnung gegen den Missbrauch 

der Kanzel, (v, Weech.) 160 

Der Rechtsstreit der von Reisebachischen Vormundschaft mit Carl 
von Schwenndi, wegen des reichsieh enbaren Gutes Linz bei 

Pfullendorf, 1572. (Roth von Schreckenstein.) 161 

Das Tagebuch und Ausgabenbuch des Churfärsten Friedrich IV. von 

der Pfalz. (WilU.) 201 

Die Aufhebung des Klosters Herrenalb durch Herzog Ulrich von 

Wirtemberg. {v. Weech,) 296 

Ordnungen der Stadt Oberkirch. {Hartfelder.) 362 

Die Aufechwörung des Constanzer Domdecans -Job. Sigmund von 

Wolfurt als Domherr zu "Eichstädt. (Roth von Schreckenstein.) 410 
Zu Peter Luder's Lobrede auf Pfalzgraf Friedrich den Siegreichen. 

(Wattenhach.) 439 

Badische Literatur aus den Jahren 1877-1879. (Hartfelder.) . . 440 

Register 608 

Druckfehler und Berichtigungen 522 



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Werner Ton Themar, 

ein Heidelberger Hamanist. 

Als im 15. Jahrhundert der neu erwachende wissenschaft- 
liche Geist aus Italien sich nach Deutschland verbreitete, 
fand er besonders an einigen Hochschulen Aufnahme und 
Pflege. Freilich kamen ihm nicht alle Facultäten mit gleicher 
Bereitwilligkeit entgegen, und zumeist waren es die Lehrer 
der Artistenfacultät, die sich ihm am zugänglichsten er- 
wiesen. Die Professoren der Theologie und Jurisprudenz ver- 
hielten sich häufig ablehnend, und nur sehr allmählich wurden 
auch diese von der Schönheit der classischen Welt gewonnen. 
Neben den Universitäten fanden die „besseren Wissenschaften", 
wie das Schlagwort der Humanisten lautete, auch Aufnahme 
an einzelnen Höfen, wo rechtsgelehrte Käthe oder lateinisch 
dichtende Prinzenerzieher dieselben einführten. So war es 
auch an dem üppigen pfälzischen Hofe, der in Heidelberg 
residierte und die innigsten Beziehungen zur Universität hatte. 

Friedrich I., der Siegreiche, war am 12. Dezember 1476 
gestorben, und es folgte auf ihn sein Neffe, Philipp der Auf- 
richtige. Seines Vorgängers Umsicht und Thatkraft hinter- 
liess ihm ein stattliches Erbe, und es war nun seine .nächste 
Aufgabe, durch Abschluss von Verträgen und Bündnissen 
seinen Besitz zu sichern.* Der kriegerische Geist seines Vor- 
gängers mangelte ihm, und die ruhmvollste Seite seiner Re- 
gierung bildet seine Thätigkeit auf dem Gebiete der geistigen 
Bestrebungen. Philipp wurde der Gönner und Beschützer der 
humanistischen Gelehrten, die an seinem Hofe stets will- 
kommene Gäste waren. Bald versuchte er den Geist des 
Humanismus auch in der Universität herrschend zu machen, 
aber die steife scholastische Gelehrsamkeit, der die juristische 
Facultät schützend zur Seite stand, sträubte sich gegen das 
Eindringen des neuen Geistes, und gestützt auf ihre reichen 
Privilegien konnte die Universität die Versuche des Chur- 
fürsten siegreich abweisen. 

« Häusser, Gesch. d. rh. Pfalz I, 422. 

ZeitBchr. XXXIII. 1 




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^ y\ Es war ein grosser Kreis von humanistischen Talenten, 
'er sich damals in Heidelberg zusammenschloss. Die Seele 
^•/desselben war Johann von Dalberg, entsprossen dem ruhm- 
< vollen rheinischen Geschlechte der Dalberge.* Seine Studien 
hatte er in dem humanistischen Erfurt gemacht und in 
Italien eine weitere Ausbildung erstrebt. Hier schloss er auch 
Freundschaft mit dem berühmten Rudolf Agricola. Im Jahre 
1482 bestieg er den bischöflichen Stuhl von Worms und weilte 
von jetzt an sehr häufig in Heidelberg, wo der Kurfürst ihn zum 
Kanzler erhob und seine Gewandtheit oft zu diplomatischen Ge- 
schäften benützte. Dalberg war es, der Rudolf Agricola nach 
Heidelberg zog, und im Jahre 1484 stellte sich auch der damals 
erst fiinfundzwanzigjährige Konrad Celtes ein, einer der 
bedeutendsten unter der ersten Generation der deutschen 
Humanisten. Nach dem Tode Agricola's (1485) verliess er 
wieder Heidelberg, und sein unruhiger Wandertrieb führte ihn 
weit herum, bis er wieder im Jahre 1491 in die Gegenden 
am Rhein kam. Am irrsten Februar dieses Jahres wurde 
in Mainz die Sodalitas litteraria Rhenana gestiftet, deren 
Präsident Dalberg wurde, und die Celtes für würdig er- 
klärte, die Dichterkrone zu tragen, die er bereits aus der 
Hand des Kaisers Friedrich IH. erhalten hatte.* Diese rhei- 
nische Gesellschaft vereinigte die verschiedensten Talente, 
darunter z. B. den gelehrten und frommen Abt Trithemius 
von Sponheim, den Juristen Wacker oder Vigilius aus Heidel- 
berg u. a. zu gemeinsamem Streben und sollte ein fester 
Ausgangspunkt für die humanistische Thätigkeit im Rhein- 
thal sein. 

Mit allen diesen Männern auf das innigste befreundet 
und doch wieder eig^artig und selbständig ist der Mann, 
dessen Leben hier kurz geschildert werden soll, und von dem 
hier eine Anzahl Gedichte meines Wissens zum ersten Mal 
gedruckt erscheinen. Werner oder, wie er selbst auch öfters 
mit der alterthtimlicheren Form schreibt, Wernher war ver- 
muthlich um die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts geboren 
im Städtchen Themar an der Werra, das jetzt in Sachsen- 
Meiningen li^. üeber seine Jug^d ist nichts bekannt, 
ebensowenig darüber, wo er sdne erste Ausbildung erhalten 

* Häasser, die Anfange d. class. Stud. in Heidelb. S. 15. — * Aach- 
bach, Gesch. d. Wien, ünivas. II, 199. 



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hat Nicht unmöglidi wäre, dass er ia dem benachbarten 
Erfurt, wo die humanistischen Studien blühten, die Anregung 
zur Erforschung der classischen Autoren erhalten hat. Ge- 
nauer sind wir über sein Leben erst mit dem Jahre 1484 
oder 1485 unterrichtet, wo Werner Lehrer wurde zu Neu- 
stadt a. d. H. (Noua ciuitas). In welchem Sinne er sein 
Amt führte, erfahren wir aus dem Abschiedsgedichte an seine 
Schüler vom Jahre 1488/ Er gibt sich das Zeugniss, dass 
er nach Kräften darnach gestrebt habe, ihren Studien und 
ihrem Charakter nützlieh zu sein. Streng und unerbittlich 
gegen ausgelassene Schüler, war er doch milde und g«ut gegen 
solche, welche eine lid[)evolle Behandlungsweise verdienten 
und ertragen konnten. Er hat seine Schüler so Heb gewonnen, 
dass er von ihnen nicht vö*gessen sein möchte, und wie er 
dieselben zum Gebete an Maria in allen Nöthen auffordert, 
so richtet er selbst ein Gebet in der Form einer sapphischen 
Ode an die Gottesmutter, dass sie seiner Schüler sich er- 
barmen und zum Rechten führen möge.* 

Dass dieses Selbstzeugniss von Werner nur die Wahrheit 
besagt, dafür spricht die Thatsache seiner Behifung an den 
Pfälzer Hof. Im Jahre 1488 siedelte er nach Heidelberg 
über, um die Söhne des Pfalzgrafen Philipp zu erziehen. Es 
handelte sich gewiss zunächst um die Erziehung des Kur- 
prinzen Ludwig, der damals zehn Jahre alt war^ denn der 
zweite Sohn Philipp zählte erst acht Jahre. Aus verschie- 
denen Gedichten aber ersehen wir, dass er auA noch andere 
Söhne des Pfalzgrafen erzogen hat. Dean Pitilipps Ehe mit 
der baierischen Prinzessin Margaretha war sehr kinderreich. 
Sie gdbar ihm in siebenundzwanzigjähriger Ehe neun Söhne und 
fünf Töchter. In der Stellui^ eines Erziehers weilte Werner meist 
in Heidelberg, doch ergibt sich aus den Untörsehriften der Ge- 
dichte, dass er mit dem Hofe auch gelegentlich die schönen 
pfälzischen Schlösser Dilsberg am Neckar, Lindenfels im Oden- 
wald, Schwetzingen in der üppigen Rheinebene bewohnt hat. 
Besonders geschah dies, wenn das immer wieder erschei- 
nende üebel jener Zeit, die Pest, Heidelberg heimsuchte 
und den Hof in gesundere Gegenden trieb. Auch sonst 
scheint er gelegefitlich freie Zeit zu einer Ferienreise er- 
halten zu haben. So treffen wir ihn im HeAste des Jahres 

< carm. 69. — > c. 70. — » H&uaser, Gesch. d. Pfalz I, 495. 

1* 



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1494 auf einer Wanderung begriffen in Maulbronn, Beben- 
hausen, Tübingen und Freiburg. ^ 

In der Stellung als Prinzenerzieher mag Werner auch in 
Berührung mit dem grossen Reuchlin gekommen sein. Dieser 
war 1496 aus Würtemberg in die Freistätte des Dalbergischen 
Hauses in Heidelberg geflohen, und 1497 ernannte ihn Philipp 
zum kurfürstlichen Rath und „obersten Zuchtmeister" seiner 
Söhne mit einem Gehalte von 160 fl. nebst einem Hofkleide 
und der Entschädigung für zwei Pferde.^ Die Benennung eines 
„obersten Zuchtmeisters" erklärt sich so, dass Reuchlin die 
Oberleitung erhielt, Werner aber mit einem zweiten Collegen 
in seiner Stellung als Pädagog belassen wurde. ^ Das Ver- 
hältniss zu Reuchlin scheint sich günstig gestaltet zu haben, 
und als der grosse Pforzheimer in seinen Scenica progymnas- 
mata eine dramatische Satire auf die schlechten Advocaten 
geschrieben hatte, hängte Werner' der Comödie ein Gedicht 
in Distichen an, in dem er den Druck des Gedichtes wünscht.^ 
So wachse der Ruhm unseres Vaterlandes, da wir jetzt nicht 
mehr nöthig hätten bei Latium wie bisher zu betteln. 

Die Thätigkeit des Erziehers erfüllte aber nicht alle Wünsche 
Werners. Auch scheint ihm noch ziemlich viel freie Zeit zu 
anderweitiger Beschäftigung geblieben zu sein. Er las an der 
Universität 1489 über Persius ^, 1491 über Juvenal ^ und 1492 
über Statins.'' Unter den Zuhörern, die seinen Juvenal be- 
suchten, befand sich auch der später berühmt gewordene 
Eonrad Pellikan.^ Freilich machte er dabei eine Erfahrung, 
die fast keinem akademischen Professor erspart bleibt: es 
kamen manche Zuhörer regelmässig, oime das Gollegiengeld 
zu entrichten. Werner war aber, was auch aus anderen 
Dingen hervorgeht, arm und offenbar nicht so glänzend be- 
zahlt wie Reuchlin. Er richtet deshalb an seine Zuhörer 

1 c. 89. 90. 91. 92. — < Hautz, Gesch. d. Umv. Heidelberg I, 327. 
Geiger, Reuchlin S. 45. >- ' Die Bestallangsurkimde im Pfiüz. Copialb. 
n. 16 fol. 342, sagt, dass er dem Churfürsten dienen und Jn sunder den 
andern zwey en vnser sone leeremeistem zusehen vnd anweysung geben etc.* 
Lamey , Reuchlin S. 90 (Progr. Beil. d. Pädag. in Pforzh. 1855). — Es wäre frei- 
lich nicht unmöglich, dass V^Temer mit der Ernennung Reuchlin's sein Amt 
niederlegte und sich ganz der Th&tigkeit an der Universität widmete. Denn 
nach Schwab, syllab. rector. in Acad. Heidelb. S. 81 hat W. nur 8 Jahre 
als Erzieher fungirt, und so dürfte möglicherweise Reuchlin der Nach- 
folger von Werner gewesen sein. — ♦ carm. 166. — * c 41. — ^ c. 40. 
— » c. 42. — » Chron. d. Konr. Pellic, ed. Riggenb. S. 9. 



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in dem CoUeg über Juvenal* eine poetische Aufforderung zu 
zahlen. Fünfmal will er das Hospitieren gestatten,* „wen 
aber die Liebe zum Dichter weiter ins CoUeg zieht", der soll 
ihm auch die schuldige Gebühr entrichten, damit nicht der 
gratis ausgelegte Juvenal dadurch verächtlich wird. Nur 
wenn einer von harter Armuth gedrückt ist, soll er vom 
Zahlen befreit sein, und der Dichter hofft dafür auf eine Be- 
lohnung vom Himmel. Nach Art der Humanisten, wie es 
z. B. Celtes in Ingolstadt und Wien gemacht hatte, ladet er 
die Zuhörer in lateinischen Versen zu seinen Vorlesungen 
ein.^ Daneben unterrichtete er auch noch in dem St. Jakobs- 
stift, das ursprünglich der Cistercienserabtei Eberach in Franken 
gehörte und in dieser Zeit mit der Universität vereinigt war. 
Es waren metrische Uebungen, die er hier mit seinen Schülern 
anstellte. Der gesammte Humanismus legte auf die Gewandt- 
heit im lateinischen Vers den allerhöchsten Werth, und in 
c. 71 erhalten wir eine interessante Probe, welcher Art diese 
Uebungen waren: Werner gab einen lateinischen Satz in 
Prosa, und nun mussten die Schüler daraus einen Hexameter 
oder ein Distichon bilden. Wie leicht ihm selbst die lateinische 
Versification geworden ist, ergibt sich aus dem Umstände, 
dass er selbst sein Thema in sieben Variationen wiedergibt. 
Selbst seinen Freund Zasius in Freiburg hat er durch eine 
solche poetische Spielerei gepriesen.^ 

Aber sein strebsamer Geist fand selbst an dieser Doppel- 
thätigkeit kein volles Genügen: in einer schönen lateinischen 
Ode^ klagt er dem Kurfürsten sein Leid, wie ihn die Liebe 
zur Rechtswissenschaft hinziehe. Seine bisherigen Studien 
waren offenbar ausschliesslich theologische und humanistische 
gewesen. Wenn andere sich an Krieg oder Jagd oder Reich- 
thum erfreuten, so strebe er nach Erkenntniss des Rechts, 
und um sich die akademischen Grade in der juristischen 
Facultät erwerben zu können, fleht er die Freigebigkeit seines 
Gönners an. Als sich sodann Philipp seines Rufes als Mäcen 
der Dichter und Gelehrten würdig zeigte und ihm 1492 frei- 
gebig die nöthigen Mittel gewährte, da dankte er in lateini- 
schen Distichen dem Pfalzgrafen ^, „der Zierde des Vater- 
landes", durch den er dahin gelangt sei, wornach er gestrebt 
habe, und so lange er lebt, will er dafür dankbar sein. 

1 c. 45. - * c. 43. - 3 c. 113. - ♦ Mone, Quellens. III, 162. — * c. 1. 



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6 

Damit hatte Werner in der That auch das Feld gewonnen, 
auf dem er die Hauptthätigkeit seines Lebens entfaltet hat. 
Er wurde Lehrer der Rechtswissenschaft an der Universität 
Heidelberg. Es ist bemerkenswerth, wie viele von den Hu- 
manisten Juristen geworden sind. Nicht blos der berühmte 
Ulrich Zasius in Freiburg war Lehrßr der Jurisprudenz, auch 
in Heidelberg selbst war einer der bedeutendsten aus dem 
humanistischen Kreise, Johann Wacker aus Sinsheim, mit 
seinem latinisirten Namen Vigilius geheissen*, Jurist. Die 
poetische Thätigkeit ist von da an nur nebensächlich für ihn. 
Sie füllt seine seltenen Mussestunden aus, und mehr als ein- 
mal klagt er in Vers und Prosa seinen Freunden, wie ihn 
die Pandekten nicht loslassen und die sanften Musen ihm 
deshalb zürnen. Daher preist ihn Trithemius^ auch haupt- 
sächlich als einen Kenner und Ausleger des Rechtes. 

Werner muss sich der Achtung der Collegen und Schüler 
erfreut haben; denn schon 1497 wurde er zum Rector der 
Universität gewählt , welches Amt er noch zweimal bekleidete, 
nämlich in den Jahren 1504 und 1510.^ Das erste Rectorat 
von Werner war sehr bedeutungsvoll für das Studium der 
Rechtsgelehrsatnkeit an der Universität Heidelberg. Schon 
bald nach der Gründung der Universität war für die Artisten- 
facultät eine Burse gegründet worden, in der Lehrer und 
Schüler Wohnung und Kost erhielten. Um nun der Juristen- 
facultät dieselben Vortheile zuzuwenden, stiftete der Pfalz- 
graf im Jahre 1498 eine Juristenburse, Nova Bursa genannt. 
Die Schüler der Juristenfacultät hatten bisher zerstreut in 
der Stadt gewohnt, „was inen müsam, schimpflFlich,*an Stu- 
dien hinderlich und ihren Eltern viel costlich ist". Von nun 
an sollten sie, wie die Artistenschüler, zusammen wohnen 
unter der Leitung von zwei Doctoren, von denen jeder 100 fl. 
Besoldung hatte. Die Einweihung der Burse wurde durch 
den kurfürstlichen Grosskanzler Johann von Dalberg voU- 

1 üeber Wacker vergL Geiger, Reuchlin S. 43, 294 und sonst. — 
> Die beiden Artikel aus dem catalogus des Trithemius über Werner sind 
unten abgedruckt, — ^ Schwab, syHab. rect. 81. 85. 86. — In den Annal. 
Univ. Ueidelb. III (cod. Pal. 362, 3 der Heidelberger Universitätsbibliothek) 
steht fol. 367: Bectoratus Magistri Adae Wernheri de themar utriusque 
Juris licentiati in vigiliae diui Thomae apostoli concorditer electi anno 
d^mini MCCCCXCVII. 



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zogen, der als ein trefflicher Kenner des Rechts auch die 
Anregung zu dieser ganzen Einrichtung gegeben haben mag. ^ 

Weniger erfreulich war eine andere Angelegenheit, die 
ebenfalls unter dem Rectorate von Werner spielte. Zwischen 
der Juristen- und Artistenfacultät waren allerlei Reibereien 
vorgekommen, die zu so ärgerlichen Auftritten führten, 
dass beinahe Thätlichkeiten unter den Lehrern entstanden 
wär^. Zu den Streitpunkten gehörte auch der über die 
Form und Farbe der Birrete, der amtlichen Kopfbedeckungen. 
Um dem widrigen Gezanke von Professoren und Studentea 
ein Ende zu machen, ordnete der Kurfürst ai» 1. März U98 
an, dass die Magister der freien Künste runde Birrete, die. 
Professoren der anderen Facultäten solche von anderer Form 
tragen eilten, aber diese Anc^rdnung blieb ohne Erfolg,, da 
sich die Universität nicht fügte. ^ 

Als im Jahre 1519 ein kurpfalzisches Reichs -Yicariats- 
Hofgericht in Worms eingesetzt wurde, da wurde Werner 
durch seinen ehemaligen Zögling Ludwig, der unterdessen 
seinem Vater als Kurfürst gefolgt war, zum Assessor an 
diesem Gerichtshof ernannt. ^ Sonst seheint sein übriges 
Leben ohne bedeutende Wechsel des Schicksals verlaufen zu 
sein. Er schdnt mit der Hofmeisterin am Pfalzer Hofe, Apnn 
Hinderöf, verheirathet gewesen zu sein.* Vermuthlich ist der Adam 
Werner, welcher in der Matrikel der Heidelberger Juristenfacul- 
tät mehrmals gaiannt wird, ein Sohn von unserm Werner,^ 

In die Zeit von Werner fällt auch jener Streit über die 
unbefleckte Empfängniss der Maria, der die Gemüther von 
Humanisten und Mönchen im obern Rheinthal sehr lebhajft 
erhitzt hat. Die Frage, ob Maria in oder ohne Erbsünde von 
ihrer Mutter Anna empfangen wordra sei, war sohon eine 
Streitfrage des Mittelalters gewesen, und während der Orden 
der Dominikaner die unbefleckte Empfängniss leugnete, be- 
hauptete der g^nerische Orden der Franziskaner sie xm so 
entschiedener. Das Goncil von Basel hatte in seiner 36sten 
Sitzung am 17. September 1439 die unbefleckte Empfängqiß^ 
der Maria als orthodoxe Lehre festgesetzt, aber das Goncil 

* Haut« a. a. 0, I, 334. — » Hautz Gesch. a. ünivers. I, 850. 
— ' Des Kayserl. etc. Cammer-Gerichts-Staats-Archiv IV, 89. — ♦ Ich 
schlJesse das aus einer Urkundenüberschrift des Pfälzer Copialbuches n. 475 
fol. 205 im General -Landes -Archiv in Karlsruhe. Leider fehlt die Ab- 
schrift der Urkunde selbst. — ^ Hdschr. Heidelb. 358, Öle. 



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von Basel war mit dw Zeit häretisch geworden, und so blieb 
die vielverhandelte Frage trotz dieses Beschlusses eine offene. 
Im oberen Rheinthal scheint schon lange der Glaube an die 
unbefleckte Empfängniss verbreitet gewesen zu sein. 1492 
schrieb Jakob Wimpheling * eine Verherrlichung der Maria, 
betitelt De triplici candore Mariae, und theilte das Manu- 
Script seinen Freunden mit. Eine Anzahl derselben beant- 
wortete die Zusendung mit lateinischen Gedichten. Neben 
Jodocus Gallus, Georg von Gemmingen, Peter Schott, Jakob 
Han, Peter Boland u. a. erscheint auch Werner mit einem 
Gedichte in Distichen, in dem er den Wunsch ausspricht, 
Wimpheling möge sein Gedicht drucken lassen. Die Belohnung 
dafür werde die Jungfrau selbst dem Dichter zu Theil werden 
lassen.* Im Jahre 1493 liess dann Wimpheling sein Gedicht 
im Druck erscheinen , und unter den empfehlenden Gedichten 
des Anhangs steht auch das von Werner. Doch der Streit 
ging weiter und steigerte sich zu noch grösserer Heftigkeit. 
In Heidelberg trieben es die Dominikaner und Franziskaner 
allmählich so weit, dass der Kurfürst im Jahre 1501 den Mit- 
gliedern der Universität verbot, einer angekündigten Dispu- 
tation über die unbefleckte Empfängniss zwischen den beiden 
Orden beizuwohnen, und als sich trotz des Verbotes manche 
betheiligten, wurden sie um 6 fl. gestraft.' In Frankfurt 
predigten der Franziskaner Johann Sprenger und der Domini- 
kaner Wirt, der früher schon Wimpheling litterariscb befehdet 
hatte, gegeneinander, und Wirt verklagte schliesslich seinen 
Gegner bei seinen Vorgesetzten. Die Sache wurde Thomas 
Wolf dem älteren in Strassburg zur Entscheidung vorgelegt, 
und Sprenger wählte sich Sebastian Brant zum Rechtsbei- 
stand.* Wirt bekam Unrecht und appellirte nach Rom. Der 
Papst Alexander VI. legte nun beiden Theilen Stillschweigen 
auf, aber ohne Erfolg, denn im Juli 1502 erschien eine 
Schmähschrift gegen Sebastian Brant und seine Gefährten, 
besonders Thomas Wolf und Wimpheling, und auffallender 
Weise erscheint hier Werner von Themar als Gegner seiner 
früheren Freunde. Derselbe Werner, welcher ein Lobgedicht 
auf die hl. Anna, die Mutter der Gottesgebärerin, seinem 
Freunde Trithemius geschickt und dasselbe gemeinschaftlich 

1 Ch. Schmidt, bist, litt^r. de l'Alsace 1, 20. — » c. 164. — 
3 Hautz a. a. 0. I, 351. — ♦ Ch. Schmidt a. a. 0. I, 219. 



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9 

mit solchen von Trithemius hatte drucken lassen, derselbe 
Werner, der in panegyrischer Weise nach Humanistenart 
Wimphelings Verherrlichung der Maria gepriesen hatte, er- 
scheint plötzlich im feindlichen Lager, ohne dass wir den 
Grund dieser auffallenden Erscheinung sicher wüssten. Es 
wäre nicht undenkbar, dass Pallas Spangel, Professor der 
Theologie in Heidelberg*, der eine vermittelnde Stellung zwi- 
schen den Humanisten und Scholastikern einzunehmen suchte, 
und mit dem Werner befreundet gewesen zu sein scheint 2, 
auf ihn Einfluss gewonnen und ihn dazu bestimmt hat. 

Es ist nicht unmöglich, dass durch diese veränderte Stel- 
lung Werners sich auch die Freundschaft mit Trithemius 
lockerte. Früher hatte den gelehrten Abt von Sponheim, 
den alle Humanisten wegen seiner Kenntniss der drei Haupt- 
sprachen, des Lateinischen, Griechischen und Hebräischen 
anstaunten und ansangen, mit dem kurfürstlichen Erzieher 
die innigste Freundschaft verbunden. Beide Männer vereinigte 
nicht nur die gemeinsame Begeisterung für das classische 
Alterthum, sondern auch ihre innige Frömmigkeit. Fast über- 
schwänglich preist Trithemius in den beiden catalogi seinen 
Freund. Er verehrt in ihm einen Mann, der „in weltlicher 
Wissenschaft ausgezeichnet gelehrt und wohl kundig der hei- 
ligen Schrift sei, ein Kenner und Ausleger des weltlichen 
Rechts, von feinem Geiste und beredtem Ausdruck, geübt in 
Prosa und Vers, ein Philosoph und nicht zu unterschätzender 
Dichter, dessen Infame sich weithin verbreitet habe".^ Ebenso 
hatte Werner seinen Freund und dessen handschriftenreiche 
BibUothek in einer Reihe von Gedichten gepriesen.* Er be- 
wundert seine Sprachenkenntniss , und sein Kloster erscheint 
ihm als ein Heiligthum der Pallas und der Musen, und vor 
seiner Bibliothek verblaue selbst der Ruhm der berühmten 
Ptolemäerbibliothek in Alexandria; er beklagt es, dass es 
ihm nicht vergönnt sei, immer die Worte des gelehrten Abtes 
zu hören und seine Bücher zu betrachten. Sein Lied auf 
die hl. Anna erscheint gemeinsam mit denen des Trithemius.*'^ 

Fast eben so innig sind die Beziehungen zu dem grossen 

» Hautz a. a. 0. I, 349. - » c 13. * Die betr. Artikel des Tri- 
themius über Werner in den catal. sind unten abgedruckt. — ^ c. 51 - 57. 
— ^ Der Titel der Schrift heisst : De laudibus sanctissime matris anne trac- 
tatus perquam utilis domini ioannis tritemij etc. (Magunt. 1494). 



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10 

Hnmanisten Ulrich Zasius, den er im Jahre 1494 in Freiburg 
selbst besuchte, und der auch seinerseits wieder in Heidel- 
berg den Freund aufgesucht hat.^ Als Zasius sich wieder 
zur Heimkehr anschickte, da begleiten ihn zwei Oden von 
Werner, die zu den schönsten gehören, die er gedichtet hat. 
Eine ganze Schaar heidnischer Götter und Göttinnen werden 
angerufen, über dieser Heimkehr zu wachen, und wie „eine 
Turteltaube** weint Werner, dass der Freund scheiden muss.^ 
Diese Neigung wurde von Zasius erwidert, wie der zärtliche 
Ausdruck beweist, mit dem er Werner in einem Briefe an 
Locher benennt.* 

Besonders befreundet war Werner noch mit Gresemundt 
dem jüngeren^ in Mainz. Derselbe war in Speier geboren, 
hatte seine Studien, besonders juristische, in Italien gemacht 
und war dann Canonicus in Mainz geworden , wo er in rascher 
Folge eine Beihe geistlicher Aemter erlangte. Werner und 
Gresemundt wechselten fieissig Gedichte und Briefe miteinander, 
und besonders Werner hat auch von andern Orten ausser Heidel- 
berg seinen Freund mit Erzeugnissen seiner Muse erfreut.^ 
Mehrfach wurde dabei die Form gewählt, dass als Ueber- 
bringerin des Briefes oder der Verse die Muse gedacht ist, 
und dies gibt dann Anlass zu allerlei scherzhaften Wendungen. 
Ungern sahen es beide Freunde, wenn der Briefwechsel oder 
der Austausch der Gedichte ins Stocken gerieth, und Werner 
muss sich öfter mit seinen Amtsgeschäften und Pandekten ent- 
schuldigen, damit der Freund nicht zürnt. Gresemundt er- 
scheint ihm als ein Liebling der Musen, den eine gütige 
Natur reicher als andere ausgestattet hat, ohne dass eine 
Gottheit deshalb ihm neidisch gesinnt wäre. In einer sap- 
phischen Ode besingt Werner, der bedeutend älter gewesen 
sein muss, seinen jugendlichen Freund, „wie andere einen 
fullius und Orpheus preisen", und in seiner zärtlichen Be- 
wunderung meint er, dass selbst Ovid vor seinem Freunde 
zurückstehen müsse. ^ Umgekehrt wünscht Gresemundt dem 
Pfalzgrafen Glück zu einem solchen Erzieher seiner Söhne 
und vergleicht den Macedonier Philipp mit dem Pfalzgrafen 

1 c. 93-102. 104. 105. 108-116. - ^ c. 115 u. 116. — ^ Zasii 
epistol. ed. Riegger, p. 365: „dulcissimas meas delicias Adam Wemherum.^ 
— » üeber Gresemundt vergl, Geiger in der Allg. deutsch. Biogr. IX. — 
* c. 73—80. Briefe III— XII und die Gedichte von Gresemundt unten. — 
6 c. 75. 



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11 

Philipp, da Werner die Stelle des Aristoteles vertreten 
würde. Die Freundschaft wurde durch gegenseitige Besuche 
lebendig erhalten. Bei einem Aufenthalt in Heidelberg ergötzte 
Gresemundt im Hause des Vigilius die Tischgenossen durch 
seine gewandten improvisierten Verse über die Gegenstände des 
Gesprächs oder die aufgetragenen Speisen *, und dass auch 
Werner im Jahre 1495 in Mainz gewesen ist, ergibt sich aus der 
Unterschrift von Gedicht 80.^ In dem Verkehr der beiden Männer 
herrscht ein schalkhafter Humor und eine hohe Anmuth des Aus- 
druckes, wie z.B. wenn Werner von Heidelberg aus schreibt: „Was 
soll ich schreiben, mein Dietrich? Ich weiss es nicht, unsere 
Musen sind im höchsten Grade eifersüchtig, da sie neulich 
sahgn, dass ich sie zurücksetzte und mich etwas allzueifrig 
der Kechtsgelehrsamkeit widmete. Sie argwöhnten, wie junge 
Mädchen leicht aufgebracht sind, dass meine Liebe zu ihnen 
erkalte und sie verschmäht würden. Sie schimpften auf Hiich, 
obgleich sie dabei jungfräulich schüchtern bliebeuj und meinten, 
wenn ich überhaupt etwas sei, hätte ich es ja doch nur ihnen 
zu danken" etc.^ 

Aber noch eine Reihe anderer Männer zählte Werner nach 
den Gedichten zu seinen Freunden, wie den tretflichen 
Eychmann*, der in dem Städtchen Calw geboren und Pro- 
fessor an der theologischen Facultät in Heidelberg war, den 
pfälzischen Kanzler Dr. Jakob von Ramung.^ Auch mit 
Gaguinus, der als französischer Gesandter in Heidelberg 
erschien, traf Werner zusammen, und seine an den Franzosen 
gerichteten Gedichte beweisen, dass Werner nicht weniger 
patriotisch fühlte als Jakob Wimpheling, der ebenfalls dem 
Franzosen in metrischer Form entgegentrat.^ Mit Celtes da- 

* Riegger, Amoen. litter. Frib. fasc. II, 349. Die in diesem Buche 
eingerückte Biographie von Gresemundt nennt Werner Ton Themar nicht. 

— 2 Lusum Moguntiae IV Kai. Decemb. 1495. - 8 Brief VIII. — * c. 
14-16. 151. — Hautz a. a. 0. I, 329. 330. 332. 347. - Weiss setzt 
in der „Allg. deutsch. Biogr.** sein Todesjahr 1491. Da aber anzunehmen 
ist, dass Werner, der ihm mehrere Epitaphien gedichtet hat, sich darüber 
nicht irren konnte, ist dasselbe vielmehr 1489 za setzen. — ^ c. 17 20. 

— « c. 66. 67. - Die fraglichen Gedichte Wimphelings an und gegen 
Gaguinus bei Riegger, Amoenitat. litter. Friburg. fasc. III, 575. Diese 
Gedichte stehen auch in der Handschrift, aus der die hier veröffentlichten 
Gedichte stammen, me es schdnt, von Werners eigener Hand eingetragen, 
ein Bewei». dass er ihre Tendenz billigte. 



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12 

gegen scheint er sich wenig berührt zu haben. Ein einziges 
Gedicht (n. 61) an Hasa, die Geliebte des Geltes in Krakau, 
beweist, dass er zwar nicht ganz unberührt von dem genialen 
und unsteten gekrönten Poeten geblieben ist. Die grosse Ver- 
schiedenheit der Lebensauffassung mag der Grund dieser Er- 
scheinung sein. Es steht allerdings dem frommen Werner, 
dessen Lyra dann die schönsten Weisen erklingen lässt, wenn 
er die Gottesmutter oder den „süssen Namen Jesu" feiert, 
schlecht an, wenn er die leichtfertige Edelfrau Hasa ermahnt, 
den Wünschen des Geltes, die sehr sinnliche Ziele hatten, 
sich zu fügen.* Da passte es vielmehr zu seiner ganzen 
Lebensanschauung, wenn er seine Freunde hauptsächlich in 
den Klöstern suchte. Einige Stunden von Heidelberg ^t- 
fernt lag das Cisterzienserkloster Schönau, in welchem da- 
mals Nicolaus von Neidenstein Abt war. ^ Mehrere Gedichte 
Werners gelten diesem achtungswerthen Manne, und als einst 
die Söhne des Kurfürsten freundlich von ihm beherbergt und 
bewirthet worden waren, meint der Dichter, dass Abt Nico- 
laus mehr als Euander werde gepriesen werden, obgleich 
dieser Götter bewirthet habe.^ Im gleichen Kloster lebte der 
Mönch Wendelin, mit dem Werner noch inniger befreundet 
war. Derselbe mochte im Jakobsstift Schüler Wemer's ge- 
wesen sein. Dieser schickt ihm in sein einsames Schönau 
ein langes lateinisches Gedicht, in dem er ihm die Pracht 
des Frühlings schildert und die Zeiten zurückwünscht, wo er 
mit dem Schönauer Freunde in der herrlichen Umgebung 
Heidelbergs gemeinsame Spaziergänge machte, auf denen sie 
sich an den Werken Virgils ergötzten. Einstweilen soll Wen- 
delin seiner im Gebete gedenken, wenn er vor dem Altar 
stehe. Viel bedeutender als Schönau war die Cisterzienser- 
nKf^i Maulbronn, die heute noch, in eine würtembergische 
ichule für zukünftige Theologen umgewandelt, die Be- 
mg der Besucher hervorruft. Dort lebte um die Wende 
Jahrhunderts der gelehrte Leontorius, so genannt 
lem Geburtsort Leonberg, der Freund Reuchlin's und 
nderer Humanisten, der Herausgeber des berühmten 
rkes von Nicolaus a Lyra.^ Auch mit diesem setzt 

erner hat übrigens auch einige Epigramme des Geltes auf die 

k des Trithemius in seine Handschrift eingetragen. — ^ Mone, 

III, 161. Anm. — « c. 60. — * Bäumlein, Gesch. u. Schilde- 



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'^T^'^fTif^irT' - 



13 

sieb Werner in Verbindung. Er bat gebort, dass der ge- 
lehrte Cisterzienser lateinische Gedichte geschrieben habe, die 
er gerne lesen möchte. In poetischer Form trägt er ihm die 
Bitte um Zusendung dieser Gedichte vor, und als Leontorius 
nicht alsbald den Wunsch erfüllt, widerholt der Dichter sein 
Anliegen in einem weiteren Gedichte.^ 

Besonders zärtlicii ist Werner mit einigen seiner Schüler : 
einer derselben aus Neustadt a. d. H. , der schon sein Schüler 
gewesen sein mochte, als Werner noch lateinischer Schul- 
meister daselbst war, stirbt in Heidelberg 1490 an der Pest, 
und wenn er auch vorher Grund gehabt hatte gelegentlich 
mit ihm unzufrieden zu sein ^, so ist jetzt das alles vergessen, 
und in einem Gedichte, das seinem Herzen läire macht, be- 
klagt er, dass ein so reiches Talent geknickt werden musste, 
ehe seine Früchte reiften, und in nicht weniger als sechs 
Epitaphien, als ob er seinem Schmerze nicht genug thun 
könnte, stiftet er dem geliebten Schüler eben so viele Denk- 
male seiner Zuneigung.^ In einem Briefe sucht er den Vater 
über den Verlust seines Sohnes zu trösten.^ Ein anderer 
Schüler, der die Hofithungen Werners nicht täuschte, ist 
Johann Herbst von Lauterburg, später Kaplan in Heidel- 
berg, den Trithemius in seinem Gatalog der Erwähnung 
würdig erachtete.^ Mit diesem verband ihn besonders die 
gemeinsame Frömmigkeit, und er schickt ihm von Dilsberg 
•aus seine Marienlieder jeweils mit einem begleitenden Ge- 
dichtchen.® 

Diese Marienlieder bilden einen bedeutenden Bestandtheil 
seiner sämmtlichen Gedichte.' Wenn ihm sonst der Vers 
manchmal schwer wird und häufig der Ausdruck sehr weit 
entfernt ist von der durchsichtigen Klarheit und Anschaulich- 
keit etwa eines Geltes, so scheint sein Talent jeweils einen 
höheren Schwung, seine Verse schöneren Fluss, sein Aus- 
druck grössere Freiheit zu bekommen, wenn er religiöse 
Stoffe behandelt. Man fühlt es diesen Gedichten recht wohl 

rang des Klosters Maulbroon (Progr.-Beil. von Maulbronn) 1859, S. 3. — 
Geiger, Reuchlins Briei'wechsel S. 22. Anin. 3 in der Publ. d. Stuttg. 
litt. Ver. 126. - Geiger, Reuchlin S. 43. 78. u. sonst. — * c. 10—12. 
- 2 c. 22—26. — » c. 27-33. — ♦ Brief I. — » Artikel Adamus Wer- 
nenis. - < c. 139. 144. 145. 147. ~ » c. 70. 130. 134. 140. 141. 143. 
146. 152. 154. 155. 



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14 

an, dass hier sein Herz mit dabei war. Das Marienlied, 
das dem Clerus vielfach die Stelle des Minneliedes ver- 
trat, ist ein ecbt mittelalterliches Erzeugniss, und doch 
hat die erste Humanistengeneration trotz ihres sonstigen 
Gegensatzes zum mittelalterlichen Wesen das Marienlied mit 
vollster Hingebung gepflegt. Neben den schönen Liedern auf 
die Gottesgebärerin von Brant und Wimpheling werden aber 
auch die Lieder von Werner ihre Stelle behaupten. Der 
deutsche Humanismus löste sich in seinem ersten Stadium 
nur in einzelnen seiner Vertreter von der Kirche los. Wäh- 
rend die Mehrzahl der italienischen Humanist^i der Kirche 
mindestens gleichgültig gegenübersteht, bleiben viele deutschen 
Humanisten in der Kirche, und selbst ein so lasciver und 
unsteter Charakter wie Geltes entlockt gelegentlich seiner 
Lyra ein Lied auf die Gottesgebärerin, die „Mutter des 
Donnerers". Für Werner ist die Himmelskönigin in allen 
Nöthen seine letzte Zuflucht. Wenn die Pest ins Land kommt 
oder ihn schwere Sorgen darnieder drücken oder er sich 
schuldbewusst fühlt, so wendet er sich an Maria. Sie ist 
keusch und rein, thront über den Sternen und hat Macht 
über die ganze Welt. Denn sie war von Gott auserlesen , die 
Mutter des Erlösers zu werdai, und zu jeder Zeit darf sie 
mit ihren Bitten dem Sohne nahen. Ein Gebet oder ein Ge- 
lübde an Maria hilft darum zu jeder Zeit, denn wie könnte 
ihr der Sohn eine Bitte abschlagen? Wenn Maria die Führerin 
ist, dann braucht man den Zorn Gottes nicht zu fürchten. 
Einen tiefen Blick in die religiöse Stimmung des Dichters 
lässt hauptsächlich Gedicht 143 thun, in dem der Dichter in 
seinem Sündenbewusstsein die Gottesmutter um Wunden an- 
fleht. Ganz im Geiste mittelalterlicher Mystik versenkt er 
sich in die Betrachtung der Leiden Christi und der Schmerzen 
der Maria und will lernen, dieses Leiden und diese Schmerzen 
mitzufühlen, und dazu bittet er, dass sein Herz durchbohrt 
werde. Auch andete reglose Lieder, die nicht Maria mm 
Gegenstande haben, hat er gedichtet.* 

Eine ganz besondere Vorliebe hatte Werner für metrische 
Epitaphien. Wie Beatus Rhenanus, dem Verse nicht gelingen 
wollten, sein heimisches Schlettstadt der Art mit lateinischen 
Inschriften ausgestattet hat, dass nian die elsässische Stadt 

* c. 40 41. 42. 46. 132. 148. 149. 150. 156 u. a. 



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15 

für eine rcmusche Colonie ansehen konnte, so hat sich Werner 
keine Gelegenheit zu einem Epitaphium entgehen lassen, und 
oft dichtet er demselben Todtai sogleich mehrere. * Viele der- 
selben ahmen den Stil des klassischen Alterthums insofern 
nach, als sie den Todten in erster Person zum Leser sprechen 
lassen. 

Werner selbst dachte sehr bescheiden über seine poetische 
Gabe. Freilieh darf man in Humanistenbriefen nicht jedes 
Wort als baare Münze nehmen, wenn die Schreiber von ihren 
eigenen Werken reden, und sehr häufig drückt der Verfasser, 
fern von antiker Offenheit und von antikem Selbstgefühl, 
seine eigenen Leistungen in einer solchen Weise herunter, 
dass die wahre Ansicht des Schreibers unmöglich seinen 
Worten entsprechen konnte. Aber bei einer so frommen und 
lauteren Seele, als welche wir Werner kennen gelernt haben, 
dürften die Worte doch nicht blos dazu gesagt sein, um seine 
wahre Meinung zu verhüllen. In einem Briefe an Trithe- 
mius^ erscheint ihm seine Muse als eine rohe; seine Ge- 
dichte seien theilweise nachlässig gearbeitet, theilweise mit Un- 
bedachtsamkeit, weil er vertrauend auf die Nachsicht einer 
innigen Freundschaft sie meist für Freunde gedichtet habe. 
Dann habe ihm auch oft die Zeit zum Feilen gefehlt. Er 
will sich nicht, wie viele Poeten, durch Affenliebe für 
die Erzeugnisse seines Talentes verführen lassen und lächer- 
lich machen. Ihm habe bis jetzt ein Kritiker gefehlt, der 
ihm die Härten und schlechten Wendungen seiner Gedichte 
angezeigt hätte. Manches ist in dieser Selbstkritik unstreitig 
richtig. Oft mangelt seinem Verse der schöne Fluss und der 
plastische Ausdruck, durch den uns die Gedichte des Celtes 
heute noch entzücken. In Folge der religiösen Grundstim- 
fiiung Werners geht ihnen auch die frische Sinnlichkeit und 
die damit verbündte plastische Ausdrucksweise oft ab, aber 
daneben findet sich auch viel Schönes und Gutes, so dass 
wir den Dichter g^en sich selbst in Schutz nehmen müssen, 
wie das neuere Bk>graphen bei licssing gegen dessen Selbst- 
charakteristik in der Hamburger Dramaturgie gethan haben. 
Unter den zahlreichen Formen, in denen er seine Empfindung 
auszusprechen wusste, gelingt ihm die Odenform am besten. 
Sein Latein ist, wie überhaupt bei der ersten Humanisten- 

* c. 14-21. 28-^33. 35-42. 49. 50. 187. 138. 151. — « Briefe XIII. 



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16 

generation, noch nicht von ciceronischer Reinheit und noch 
von manchen mittelalterlichen Wendungen getrübt, wie er z. B. 
gelegentUch fore für esse braucht. 

Nicht blos als Dichter, auch als Uebersetzer lateinischer 
und griechischer Texte ins Deutsche ist Werner thätig ge- 
wesen. Die Handschrift 298 (Pal. Germ.) der Heidelberger. 
Universitätsbibliothek enthält sechs Uebersetzungen von Werner, 
deren Titel nebst einer Probe unten beigefügt werden. Sie 
sind sämmtlich dem Kurfürsten Philipp gewidmet und ein 
Beweis dafür, dass an dem pfälzischen Musenhofe ausser 
Dietrich von Plenningen, von dem solche Uebersetzungen ins 
Deutsche gedruckt wurden, auch noch andere Gelehrte auf 
dem gleichen Felde thätig waren. 

Auch mit Mathematik hat sich Werner beschäftigt. In 
einer Münchener Handschrift (cod. Germ. 821), die aus Te- 
gemsee stammt, steht fol. 76 — 86 ein Eintrag, überschrieben 
„ Algorismus Adam Werner de Themar ahne vniuersitatis haidel- 
bergensis suppositi", und die daselbst aufgestellten Regeln sind 
durch Figuren verdeutlicht. Am Ende steht die Jahreszahl 150Ö. 

Werners Muse verstummte mit den Jahren, und die letzten 
Gedichte scheinen aus dem ersten Jahrzehnt des 16. Jahr- 
hunderts zu sein. Das eingehende juristische Studium, das 
ihm sein Beruf an der Universität auferlegte, scheint der 
Tod seiner poetischen Thätigkeit geworden zu sein. Auch 
darüber haben wir keine Nachricht, wie sich Werner zu dem 
grössten Ereigniss des sechszehnten Jahrhunderts, der Refor- 
mation, verhielt, die er noch erlebt hat, da er erst 1537 ge- 
storben ist '. Doch werden wir schwerlich irren, wenn wir an- 
nehmen, dass ein Dichter, dem die Marienlieder am besten 
gehngen, dessen ganze Lebensauffassung katholisch und 
so kirchlich ist, dass er die Gleriker in einem eigenen 
Gedichte zur Einhaltung der horae canonicae ermahnt ^ 
kaum grosse Sympathie für den Wittenberger Reformator 
hatte. Ohnedem stand Werner damals schon in einem Alter, 
in dem man die fundamentalen Lebensanschauungen nicht 
mehr leicht ändert. Vermuihlich wird es ihm ergangen sein 
wie der Mehrzahl der älteren Humanistengeneration: die 
meisten derselben wie Erasmus, Zasius, Beatus Rhenanus 

* Begraben wurde er in der Heüiggeistkirche. Seine Grabschrift steht 
Aj^ogr. Monum. Haidelb. 16. — ^ c. 183. 



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17 

hatten trotz anfänglicher Theilnahme keine Freude aü der 
stürmischen Umgestaltung der deutschen Kirche und zogen 
sich in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts von der 
Bewegung zurück. Die Reformation schien ihnen einen zu 
gewaltsamen und gefährlichen Charakter angenommen zu 
haben, und sie suchten desshalb den Frieden ihrer Seele 
hinter den schützenden Mauern der katholischen Kirche. 



Trithemius über Werner. 

Adam Wernerus Theraarensis, vir in secularibus literis 
egregie doctus et diuinarum scripturarum non ignarus, legum 
imperialium cultor et interpres, non minus eruditus quam 
facundus, ingenio subtilis et clarus eloquio, metro exercitatus 
et prosa. Scripsit non spernenda opuscula, quibus nomen 
suum posteritati et memoriae consecrauit. Inter quae extat 
ad me volumen diuersorum carminum et epigrammaton lib. I. 
Carmina multa diuersi generis ad me scripsit de sancta Anna. 
Epistolas praeterea tarn ad me quam ad alios complures dedit 
singularis eruditionis et eloquentiae. Scripsit autem et alia 
nonnuUa, suo tempore in lucem producenda. Huius disci- 
pulus est Johannes Herbst Luterburgensis, capellanus in arce 
Heydelbergensi, vir aeque doctus et eruditus, qui et ipse de 
sancta Anna multa ad me carmina et epistolas ornatissimas 
scripsit. Sed et quaedam alia propediem publicanda. Viuunt 
adhuc ambo in gymnasio urbis Heydelbergensis sub Maxi- 
miliane imperatore anno, quo haec scribimus, MCCCCXCV. 

Trithemius, catal. iUustr. vir. in der Ausgabe der Werke des 
Trithem. von Freher (Frankf. 1601) 1. S. 180- 

Adam Wernerus Themarensis, natione Theutonicus, vir 
in secularibus literis egregie doctus et diuinarum scriptura- 
rum non ignarus, philosophus et poeta non futilis ac iuris 
Caesarei clarissimus interpres, ingenio praestans et disertus 
eloquio, varia scribit, metro ludens et prosa, quibus nomen 
suum longe lateque notificauit. Extant eins et multa et ele- 
gantissima carmina sparsim de diuersis rebus et materiid. 
Carminum ad me lib. I. Reverendo in Christo patri. Epi- 
stolae quoque multae. Ad me cudit de sancta Anna lib. I. 

Zeitachr. XXXUI. 2 



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18 

Alia insuper complura scripsit et scribit in dies publicanda. 
Viuit usque hodie apud Heydelbergam paedagogus iuuenum 
principum sub Maximiliane rege anno domini, quo ista con- 
scripsimus, MCCCCXCIIII. 

Trithemius, catalogus de scriptor. eccles. in der Ausgabe des Trithem. 
von Freher I, 898. 



I. Gedichte yon Werner, 

Die Mehrzahl der Gedichte, die hier meines Wissens zum 
ersten Mal gedruckt erscheinen, ist der Papierhandschrift 340 
im Grossh. General -Landes -Archiv zu Karlsruhe entnommen. 
Dieselbe enthält ausser den hier gedruckten Gedichten einen 
alten Druck: In laudem gloriose virginis Marie multorum- 
que sanctorum varii generis carmina Sebastiani Brant. utri- 
usque juris doctoris famosissimi. S. 1. e. a. , ferner noch einige 
Gedichte von Jakob Wimpheling, die schon Riegger in seinen 
Amoenitates Friburgenses hat drucken lassen, und einige 
wenige Gedichte von Geltes und Gaguinus, die aber auch 
schon bekannt sein dürften. Der einzige, der unsere Hand- 
schrift schon benützt hat, ist meines Wissens Mone, welcher 
in der Qnellensammlung der bad. Landesgesch. III, 155 flF. 
einige historisch wichtige Gedichte aus derselben herausge- 
geben hat. 

unsere Handschrift ist vermuthlich Autographon von Werner. 
Wenigstens hat die Schrift grosse Aehnlichkeit mit der im 
dritten Band der Annal. ünivers. III (cod. 362, 3 der 
Heidelberger Universitätsbibliothek), wo von fol. 367 an die 
Ereignisse an der Universität unter dem Rektorat von Werner 
im Jahre 1497 verzeichnet stehen, welcher Eintrag wahr- 
scheinlich von Werner selbst herrührt. Der grösste Theil der 
Handschrift ist gut geschrieben, die Titel häufig mit rother 
Tinte. Manchmal aber artet die Schrift in ein unleserliches 
Gekritzel aus, was besonders bei den Briefen der Fall ist. 
Die Handschrift wurde genau wiedergegeben, nur im Interesse 
des leichteren Vewtändnisses das e der Genitivendung der 
ersten Declination in ae verwandelt. Auch wurden einige offen- 
bare Schreibfehler verbessert. 



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} 



19 

L Ad sorwiistauii pHneipem et d. d. Pbüippam, comitem faiitimm SImdI, 
gratiaram actio. 

Cläre leo', patriae decus, illustrissime princeps, 

Te duce perueni, quo mihi cursus erat. 
Qua me iuridica velauit sancta facultas, 

Lauro iam viridi tempora cinctus eo. 
5. Insignisque nouam gero te auxiliante coronam. 

Quam petere adiuuit me tua larga manus. 
nie dicatus honor meus esto tibi sobolique, 

Qua tua vita tibi perpetuata manet. 
lUa tuo laurus olim florebit honori 
10. Et tua iam baccas pignora clara legent. 
Ast ego, quas potero, totus supplex ago grates, 

Ingratus nee ero, dum mihi vita comes. 
Viue, vale, nostri decus admirabile secli, 

Inclite dux Rheni, sceptra Philippe regens. 
(18 Kai. Maii 1492.) 

2. Ad generoauB eoniieB Wil. de flenDenberg ezhortatio, Qt iBceptmn 

atudium contiiiaet (1490). 

Desiderata diu patriae spes unica nostrae ^, 
Vilhelme, tuum qui nomine et ore parentem 
Ostentas, charae genitricis sola voluptas, 
Posthabita dulci patria qui iam colis arcem 
5. Heydelbergen'sem, Studiosus discere possis 
Claras virtutes, clarae soboli sociatus, 
Rem dignam facis atque probam, puer inclite, nunquam. 
Illud (crede mihi) tete fecisse pigebit. 
Perge, ut cepisti fausto pede; sie tibi virtus 
10. Crescet et imperium. Nam tuta (neget quis?) ubique 
Verret gallina forti defensa leoni. 

3. Optimae indolis aAeiaaceoU Duiasa Ada« FenilMriia TheiDarenais s. p. d. 

Gratus ut accepi mbrum spectabile malam. 
Quo me donasti, Damase, chare puer, 

Sic cape pro strena manuum monimenta mearum 
Carmen. Id orandum dum petis ore cibum. 
5. Disce tuosque doee socios, precor, atque valeto 
Et bene viue, vale die, Themarensis Adam. 

* Anspielung aaf das Wappenthier der Pfala. — * Werner ist ein 
Landsmann des Grafen, da Themar unweit von Henneberg gelegen ist. 

2* 



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20 

4. 8«o d. ABtbftBio Kftnlg, plebano !b Themar, A. Veraer Th0Btrouia s. p. d. 

decus et nostrae patriae clarissime splendor, 
AnthoDi Kegis, te nostro in amore Meiern 
Urere nee fictum totiens mihi epistola lecta, 
Ad me quam dederas, testatur et approbat imo 
5. Pectore in ardenti coctam se, deinde sub auras 
Scriptanti calamo venisse fideliter unum 
Ad me, quam rapidis manibus me credis eandem 
(Signum ter pressum quam muniit) aperuisse? 
Ut legere incoepi, mox tristia nuntia nostrum 

10. Cor timuit gelidusque tremör per ossa cucurrit, 
Nil tamen inueni, quam quod me scire iuuabat 
Moerentemque animum releuantia scripta legebam, 
Quae tua solanti calamo mihi dextra notabat, 
Hinc mihi sunt laeta (mecum laetare fidelis 

15. Alter ego) nimium turbato gaudia nata. 

Quas possum, hinc tibi ago grates supplexque precabor 
Caelicolas, quum fateor me insufficientem, 
Praemia digna ferant et te solentur, amande 
Frater, iamque vale, tuus optat Adam tibi, fauste. 
Ex Castro Lindenfels 3 Non. Febr. 1491. 

5. Carmen in honore YendaliDi monaclii SchonauieDsis^ Insuni, quo lacun* 

dum amoeni Terls tempus et Musae Oalllopes planctns describitur. 

mea Calliope, cur moesta siles? Chelis enge, 

Die mihi, plus solito cur tua muta silet? 
Quid fies et lachrimas cur ora bibunt tua largas, 

Heu tibi condoleo, me quoque sollicitas, 
5. Threicius vates ceu quondam coniuge rapta 

Flebat, dum Stygias uxor adiuit aquas. 
Nil tibi laetificat iucondi temporis ortus, 

Temperies verni nil quoque laeta poli? 
Nonne vides cuncta, quae tristis hiems modo pressit, 
10. Entia consurgunt laetaque ouncta micant. 
Altior igniuomus rutilo sol ducitur orbe, 

Prolongatque diem, quem breuiabat hiems. 



Dieser Wendelin war Mönch in dem Cisterzienser-KIoster Schönau, 



zwei Stunden von Heidelberg. Vergl. oben S. 12 



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21 



Verl cessit hiems. nebulas iam dispulit aer 

Splendidus obscuras, murmurat aura leuis. 
15. Jam caelum blanditur humo, iam semina surgunt, 

Quae spoudent homini pellere posse famem. 
Froudea tecta parans gratas spatiantibus umbras 

Arbor amoena suis incipit esse comis. 
Hoc tempus vario venerantur auesque susurro, 
20. Jam philomena suam barbiton ore mouet. 
Et quae conticuit brumali tempore pigra, 

Ecce petens superos cantat alauda melos. 
Floribus instrepitat et Daedala tecta relinquit 

Nunc apis et vernam gaudet adesse diem. 
25. Vix ea fatus eram, lachrimans quaerulis ita verbis 

Dixi: Pegasei maxima Musa chori, 
Temporibus laetis genio, cor nostrum dolor ingens 

ürget: Pyerius hoc quoque causat opus. 
Delegi comitem, qui spes foret unica nobis, 
30. Deliciae Musis et mihi duice decus. 

Hunc nondum natum sacratis ipse Camoenis 

Addixi, electus ut foret ipse comes. 
Te mea verba putant, o Vendaline, modo qüi 

Schonauiae deges relligione sacra. 
35. En Heydelbergae studiis quum te applicuisti, 

Tunc tibi ceu vultus magna minantis erat. 
Gaudia saepe dabas, tacite michi quando meabas 

Auditum vatis ipse Maronis opus. 
Conradoque Leontorio (mihi crede) poetae 
40. Creuisses similis, heu, breue tempus abest 
Immatura dies Musis, heu, te abstulit, ante 

Virgilii finem, res mihi flenda nimis. 
Vollem Heydelbergam nunc, Vendaline, redires, 

üt possis Studium continuare tuum. 

6. Ad eiiiidem. 
Vendaline, Musarum dulcis alumne, 

Qui seruis summo relligione deo, 
Cernuus ante deum nostrum quum stes crucifixum, 
Te precor, ut nostri tunc memor esse velis, 
5. Neu tibi sordescat Carmen, quod lusimus ipse 
Adam Vernherus, quom tuus ardet amor. 



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22 

7. Invitatio AnthotU Regis.^ 
Cras meus esse velis hospes gratissimus, oro, 

Anthoni Regis, dignos neu sperne rogatus, 
Quos eflfundit Adam tuus ad te supplice voto, 

Ipse venito precor iterumque mea prece pulse. ^ 

8. Carmen congratnlatorinm, quam monasterinm Yessera onttnis 
praemonstratensinm reformatnm est. 

Lustrum praeteriit, ego quum de Vessera vidi, 

Aula locusque dei relligione sacer, 
Tunc tunc (ni fallor) ibi vita monastica (dicam 

Vessera pace tua) ficta celebris erat, 
5. Ordine posthabito confusio regna tenebat. 

Hie pene relligio tunc violata fuit; 
Singula quum tacitus nunc exploro, variata 

Conspicio laetus congratulorque tibi. 
Coepti tarn celebris auctor celeberrime, saluus 
10. Esto: monasterium Vessera viue^ vale. 

9. Ad Anthoniam Regis plebannm in Themar valedictlo.^ 
Clara monasterii lux et nostrae r^ionis, 
Anthoni Regis, decus: en properans modo terapus 
Corpora seiui^ens, quae semper amore vicissira 
Et mutuo flagrant, venit: nunc fautor amico 
5. Abstrahitur: locus hie tibi faustus super et ultra 
Opto permaneat. Ego rursus ducar ad udas 
Labentis Rheni ripas, ubi nobilis illa 
Illustris soboles Palatini modo vitam 
Ducit et adiunctum seruat comitem generosum 

10. Hennenbergensem sibi^. Tu, suauissime fautor, 
Viue, vale faustus, tuus optat Adam tibi semper. 
Tu bene viue, vale, rursus cupioque reposcens, 
Opto vale demum: quid enim fugientis amici 
Ultima vox plus ferre potest quam viue valeque, 

15. Anthoni Regis, sie dixit Adam Tbemarensis. 

1 Dieser Anton König ist auch carm. 9 und 158 erwähnt. - ^ Solche 
metrischen Einladungen Hess auch Celtes an seine Freunde ergehen, die 
unter seinen Epigrammen erhalten sind, und die ich demnächst an einem 
andern Orte zu veröffentlichen gedenke. — ^ Derselbe König, an den n. 7 
gerichtet ist. - ^ Erklärt sich aus c. 2. 



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23 

10. Conrado Leoatorio la Ivll^rou < deo maieipato A. Ten. Tt miren. i. p. d. 

Te celebris magnum depromit phama poetam, 

Fac precor, ignotos ut videam amneros. 
Si tibi relligio, si Pyeiides tibi charae, 

Te rogo, discipulo carmina mitte tuo. 
5. Garrulus ipse licet Ghoridon, taciturnus Alexis 

Neu sis, ne saeuum te mea Clyo vocet. 
Quis sim, forte roges. Heydelbergensis alumnus 

Sum modo, nuper Adam rector in urbe noua. 

11. Ad Galliopen carmea, at fritrem reUgiosuD diaino aaminf afllitam 

Gonridam Leontoriam ad rescribendom incitet. 

Maxima Musarum mea Calliope rogitata, 
I cita, rumpe moras, accede virum mihi phama 
Notum immortali, sacer ipse est relligione, 
Pyeridesque colit, humiles praemitte salutes, 
5. Ut tua germana mea Musa domi modo moeret, 
Deinde refer tristis verecuudaque velat amictu 
Ore nigro, cytharam nee Phoebi audire sonoram 
Euterpesue lyram iuuat horrescitque sorores, 
üt despecta latet, nee vult prodire in apertum, 

10. Dum sibi responsum mittatur amabile earmen, 
Ergo virum blandis mouens iterumque mouebo 
Suppliciter precibus; eins misereseat honestas 
Reddere iamque vices ne dedignetur, et ipsam 
Te rogo, speratum referas charissima Carmen. 

15. Tandem viue vale, die, o diuine poeta. 

12. Ad eiindem carmeD Sappbif am. 

Tristis Achillem Priamus ferocem 
Supplici quondam potuit rogatu 
Flectere, ut victum sibi non negauit 
Reddere natum: 
5. Fila dum mouit cytharae canora, 
Cerberum vates superasse fertur, 
Traxit infernum furias deumque 
Ad sua Vota. 

1 lieber Leoutorius vergL oben S. 12. Dieses Gedicht auch bei Mone, 
QueUens. lil, 159, v. 2. 



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24 

Te pium mitem facilem vocatum 
10. Rusticum sistit, nequit heus mouei'e 
Te meuni carmen: geris ipse, credo. 
Saxea corda. 

13. Ad doctorem Pallanta SpangeU.^ 

Carmen quod cecinit nostra iain triste Thalia, 
Doctor magnifice, te rogo, Palla, legas. 

14. Epitaphiam doctoris Jodoci Eychmann de Calw, Heydelbergensis 
praedicatoris clarissimi. 1489.' 

Qui fuit exemplar imitandaque regula nobis, 

Eximius doctor, hac reqüiescit humo, 
Phama eius vasto doctrinaque fulget in orbe, 

Consiliis dandis ipse fldelis erat. 
5. Hie est Jodocus Eychmann, quem Sueuia tellus 

Calw genuit; dicas te precor ista legens: 
Qui verbis, opere' docuisti tempore longo 

Heydelbergenses, docte Jodoce, vale. 

15. Aliad. 

Ipse dei verbum coelestia semina spargens 

Heydelbergensi doctor in urbe fui. 
Hostis eram vitiis, acer virtutis amator, 

Haec detestatus, has pius ore probans. 
5. Ex Calw Jodocus Eychmann nunc sie requiesco, 

Tu modo, qui transis, die pie, lector: aue. 

16. Aliad. 

Cursum, quem dederat deus, hie tua vita peregit, 
Ex Calw Jodoce doctor ibique iaces. 

17. Epitaphiam doctoris Jacobi de Ramang 1493.^ 
Integer humanus qui prudens -consuluisti. 

De Ramung Jacobe hie doctor humate iaces. 

* Pallas Spangel aus Neustadt a. d. H. war Professor der Theologie 
an der Universität. Hautz a. a. 0. I, 172. 326. 343. 346 u. s. w. - 
2 Auch bei Mone, QueUens. III, 159, 1. — Eycbman oder Aichemann 
war 1459 Rector der Universität (Schwab, syU. rector. S. 63), nachdem 
er 1455 Decan der Artistenfacultät gewesen war. (Hdschft. 358. 73. f. 29 
d. Heidelb. Univers.-Bibliothek.) — Ein anderes Epitaphium auf denselben 
c. 151. — 5 Mone liest falsch epere. — * Ueber Dr. Jakob von Ramung 
vergl. oben S. 11. 



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25 

Ante diem extinctum te princeps, ciuis, arator 
Moeret, flet, queritur, iuste patrone, vale. 

18. AUq«. 

Juris ego insignis doctor, dum fata sinebant, 
Consiliis dandis omnibus auctor eram. 

Mortuus ante diem tumulo hoc tegor; oro, viator, 
Die mihi de Ramung; die, Jacobe, vale. 

19. ÄllBd. 

Doctor ego insignis et castris notus et urbi, 

De Ramung Jacobus iustitiara volui. 
Die rogo, quisquis ades, mihi det deus ille quietem, 

Cuius hie opperior ultima iussa tubae. 

20. Aliud. 

Juris ego doctor saxo prenK)r hoc, Jacobus 
De Bamung mihi die, chare viator: aue. 

21. Epitapbiam Joannis Lapi prioris in Heyne. 
Relligione pia fratres qui rexerat olim. 

Hie Joannes Lupi iam requiescit humo; 
Te sua commoneat probitas, die, optime f rater, 
Ut deus eternam praestet ei requiem. . 

22. Carmen ad snnm Angnstinnm Brechtell.' 
Musa mihi de te, modo quid faceres, rogitanti 
Dixit Calliope nomen bene, sed neque vultum 
Nosco nee frontem, facit hoc prolixa pilosae 
Cesaries frontis: verum? sed proh pudor, est, est, 

5. Si sapis, abbreuia crines, nee despice Musam, 
Insuper ut hastam congressoris violentam 
Plus timeas, mando vitare periclaque discas. 

23. Ad enndem ex indignatione Haccas poeta. 

Ridebit monitor non exauditus, ut ille, 

Qui male parentem in rupes protrusit asellum 

Iratus: quis enim inuitum seruare laboret? 

< üeber Brechtell vergl. oben S. 13 und das Klaggedicht anf seinen 
Tod n. 27. 



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26 

M. Ad enndem. 
Guius mite negas frenum iam ferre cachinno, 
Sic ridebit Adam tuus impositum graue collo 
Cumque iugum cernet, tener Augustine rebellis. 

25. Ad eQBdem. 

Stare sinas hortor haec neu mea scripta refutes, 
Mando: si quid amas m& vel fortassis amasti 
Indolis egregiae miseret me, qua redimiuit 
Te natura potens, cogis iam flere Camoenas. 

26. Ad Yerneros Aognstino Brechtell, sao discipulo charissimo, s. p. d. 
Flamma tui nunquam (fateor modo) prorsus amoris 
In me extincta fuit, quamuis scintillula saepe 
Tecta mori timuit, mea dum praecepta putabas 
Irrita, seductus vitiorum calle sinistro. 
5. Te tarnen intacta genitrix errare vetaret 
Sepius orabam tacitus, sie ardor amandi 
Me iussit, nee ego flamma nunc flagro minori, 
Narcissi quondam dea quam resonabilis echo. 
Oh quotiens legere cupio te serta Mariae 

10. Deuotum, tenero vel ei depromere stilo 

Garmina dulcisona. Quid enim magis appetit ipsa? 
Sic ego permotus, quae lusi carmina, mitto 
Ex Castro Dilgsberg, tu fac tibi scripta legenti 
Sepius occurant, sint exemplarque Gamoenis 

15. Digna tuis, teneram ne ledat inertia mentem. 
(Vale. Ex arce Dilgsperg* pridie Non. April.) 

27. Elegia super obitn Aagnstini BrechteU de noua cinitate.- 
Dicrogo, cur cytharam fastidis, Phoebe, sonoram? 

Tensaque cur digitis tangere fila fugis? 
Geu quondam genitor quum extinctum fulmine flebas 
Phaetontem, incaute qui patris egit equos? 
5. Tibia cur sileat, Euterpes grata voluptas, 
Et dulci flatu carmina nulla canit? 

< Das pfälzische Schloss Dilsberg am Neckar, gegenüber von Neckar- 
steinach, drei Stunden östlich von Heidelberg, von dem jetzt nur noch 
wenige Mauern stehen, nachdem im Anfang dieses Jaluhunderts dasselbe 
auf Abbrach versteigert worden ist! » ' Noua ciuitas ist Neustadt a. H. 



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27 



Terpsichore pulaare cbelin quae leta solebat, 

Tristi eur vultu moesta sedendo sedet? 
En praeter solitum Polyhymnia barbiton odit 
10. Blandam nee Musis uUa Chorea datur. 
Parnasusque biceps Helicon Pyndusque Pyrene 

Nee reboant strepitum, quae sonuere lyrae. 
Pegaseua refluit fons et longo ordine circura 

Stant nymphae tristes Pegasidesque deae 
lö. Mussant et querulis implent mugitibus auras, 

Res noua nee visa res miseranda nimis. 
Ingens fit gemitus, die, Phoebe, precor, rogitanti 

Quid res portendat, non mihi visa prius. 
Vix ea fatus eram, tum Cynthius ore soluto 
20. Abstergens lachrimas bec mihi verba dabat: 
Pyeridura cultor, quid nos tristet, rogitasti. 

Aonidum luctus quaeris et ipse tuos. 
Praestantem puerum nosti, qui carmina vatum 

Sub te mirari coepit adhue iuuenis, 
25. Heydelbergense ad Studium te deinde sequutus 

Neu te deseruit et patriam atque patrem, 
lUic ingenio socios superauerat omnes, 

Musarum o quotiens dictus alumnus erat! 
Sepius auditum est, qualis dialeetieus ipse, 
30. Palmaui ipsi meritam docta palestra dabat. 
Dulcia, quae lusit, oblectauere Gamoenas 

Carmina: sunt fidibus haec quoque digna meis. 
Deliciae fuit ille nouemque sororibus, at qui 

Ex superis sola huie vita negata fuit. 
35. Huie Maro eessisset vates, si vixerit, alter 

Hie Augustinus Aureliusque foret. 
Docto est hie genitore satus, sed doctior illo 

Natus, si Lachesis tempora longa daret. 
Si modo vixisset, legeret noua carmina vates 
40. In Latio et celeri scriberet ipsa manu. 
Tum primum ingenia Germanis esse videret 

Perspicua; Italiam quoque poeta colit. 
Quid moror? Hunc Augustinum Brechtel bene nosti, 

Qui tibi discipulus nuper amatus erat. 
45. Is natale solum moriturus philosophiae 

Assecia respiciens tecta pater^a subit. 



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28 



Mors Uli pestifero telo ipsum lurida fixit 

Tempore nee longo frigida membra iacent. 
Hynnulus interdom ceu quem letalis arundo 
50. Sauciat incautum, qui gemit atque cadit. 
Sic spes Germaniae, sie expeetaeio gentis 

Occidit: hinc planctus, hinc dolor iste venit, 
Hinc Dryades lugent, Musae hinc, Jouis inclita proles, 
Moerent et lachrimas, non retinere valent. 
55. Tristis uterque parens gemit, hinc fraterque sororque 
Fundit ob id lachrimas urbs noua moesta pias. 
Veros hinc fletus praesenti cemo rigare 
Tristia plus aequo largiter ora tibi. 
Fletibus adde modum, luctus compesce furorem 
60. Indomiti et lacrimas reprime quaeso tuas. 
Talia non curat mors impia nilque mouetur 

Luctibus, heu, iuuenem cum sene saeua rapit. 
Jus habet in corpus, animae sed nulla potestas 
Est illi, terrae hoc, pertinet ista polo. • 
65. Mors et terra suum corpus petiere, nee uUi 

Hoc prohibere datum est, spiritus astra subit. 
Terge precor lachrimas, letare haud Tartara sentit. 

Hie peana canit Elysiumque colit. 
Tristibus a poenis rapuit regina polorum 
70. Hunc, cui dum vixit, mistica serta dedit. 
GcysBime ex arce Lindenfels 1490. 

28. Epitaphivn stndlosissimi piieri Aagostini BrecMelL 

Ante diem metuit me lurida pestis acerba 

Morte, Augustinum Brechtel, hie ossa cubant. 
Me gremio fouit Heliconia turba tenellum, 

Dum vixi, Musis carmina digna dabam. 
5. Ast ego Pyeridum dulcis dicebar alumnus, 

Ingenio similis tum mihi nuUus erat. 
Quam mihi Musa dedit, phama, iam viuo peremptus 

Corpore: die valeam, lector amice, precor. 

29. Disticlion. 

Hie Augustini Brechtel parua ossa quieseunt, 
Annis qui in teneris carmina clara dabat.* 

< Darunter geschrieben dedit. 

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29 

3a ilind. 

Carmina qui quondam lusisti, peste peremptHs 
Hie, Augustine Brechtel humate, iaces. 

31. Aliad. 

Cui citharam Phoebus puero concessit humata 
Parua Augustini Brechtel hie ossa, cubant. 

32. Aliud. 

Garmine qui Musis plaeui, sum peste peremptus, 
Ipse Augustinus Brechtel ibi iaeeo. 

33. TetristichoiL 

Augustinus ego Brechtel sum peste peremptus, 
Preeox ingenium cui dedit ipse deus. 

Annis in teneris diuina poemata finxi, ' 

Die valeam lector, hie requieseo puer. 

34. InsigDi magistro Joanni Rotenbarg. 
Si vacet, in^ignis vir, perlege carrajna nostra, 

Haec, quae Augustinum Brechtel obire gemunt \ 
Qui fuit Aonidum, duleis quoque noster alumnüs, 
Viuere dum Laehesis seua fauebat ei. 
5. Conqueror ante diem rapuisse hunc funere aeerbo 
Parcas, ante diem si quis obire potest. 
Ore pio legitans haec, Augustine, valeto 
Dices tuque bene tempora longa vale. 

35. Epitaphiam infaBtis trinm annoram Angostiiii a Acta matre in 

Steynach eis Necharam* occisi. 

Quem mors ante diem rapuit seuissima, trime 
Augustine puer, hac requiescit humo. 

Vulnere te genitrix seuo simulata peremit, 
Sic corpus periit, spiritus astra subit. 

36. Epitaphium Magdalenae paellae ab Impia matertera occisae in 

dio6G68i Spirensi. 

Hie iacet extinctum, populo speetacula, corpus 

Vulnere crudeli, quod miseranda dedit. 
Lustrum non vixit, hem, cur virguncula frigiBt? 
Vulnificus forfex impia causa fuit. 
1 Es Bind das die Gedichte n. 27—33. — » Neckarsteinach, drei 
Stunden oberhalb von Heidelberg am Neckar gelegen, gehört jetzt zu 
Hessen-Darmstadt. 



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30 

5. Sic corpus periit, sed Spiritus ethere viuit, 
Tali mote nece, die Madalena vale. 

37. Epitapbion axoris magistri Caspar \ rectoris scholamm in 
Esslingen. 1491. 

Sum sata Wimpinae* Katherina viri unius uxor, 
nie scolis Caspar Hoeniger hie preerat. 

Cum semel edideram natum, me funere acerbo 
Mors tulit. Hie iaeeo, die mihi, leetor: aue. 

38. Ad idem distichon. 
Filius unus erat et Caspar Hoeniger olim , 
Coniimx, hie iaeeo nune Katherina loco. 

39. Epitaphion Margaretbae oxoris Johannis de Zasato doetoris (1493). 
Vixi ego doctoris de Zusato uxor honesta, 

Ut perhibent homines, casta, benigna fui. 
Prole quae dicebar foelix, nunc hie requiesco, 

Die: Maiigretha vale, leetor amice, precor. 

40. Kpitaf binm Jnaenalls poetae, lecti per Ad. Yernh^rui 
Heydelbergae 1491. 

nie ego sum vates, qui crimina euncta notaui, . 

Dum Juuenalis ego ciuis in urbe fui. 
Ut satyra fremui, Matho, Crispinus quoque sensit, 

Caesaris intactum nee mihi crimen erat. 
5. Egiptum petii praefectus, ut ultio lesi 

A satyra Pa.ridis possit habere locum, 
Carmine cuius ego postquam risi ydola gentis, 

Spiritus ascendit, membra recepit humus. 

41. EpitopbiiiA Fwsü peetaie, leeU 1489. 
nie ego qui in satyris non ultimus esse poeta 

Dicor et obscurum composuisse librum, 
Ex Flacco grauida peperit me Fuluia mater. 
Tu mihi, Comute docte, magister eras. 
5. Quatuor in studio nee adhuc Qgo lustra peregi, 
Cumque opus haud facile fiiigere Musa dedit, 
Ante expectatum Lachesis me pressit acjerbo 
Funere, die: Persi, leetor amice, vale. 

» Caspar Höniger, Schulmeister zu Esslingen. - « Wimpfea am Neckar. 



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31 

42. Epitaphium Statu po^tae, quem legit L Yenilieras Eeydelbergae 1492. 

nie ego sum Statius, vestigia certa Marqnis 

Gui Ire fauens maxima Musa dedit. 
Thebas, Eaciden, siluas quoque versibus orno, 

Hinc mihi qua viuo Candida phama nitet, 
5. Nomine et ore patrem refero, satus ex Agelina, 

Die rogo, quisquis ades: clare poeta, vale. 

43. TetrastichOB ad aaditaros Jaaenalem poetam et intimatio horae 

lectionis.^ 

Virtutes canere et mores damnare prophanos 
Scire volens discat me, Juuenalis ait. 

Post coenam sexta stellis properantibus hora 
Me legere incipiet cras Themarensis Adam. 

44. Hamanissiiiiis diilciiuB Hoftamm ooltorilMiB fleyüelbergae Ad. Veneros 

s. p. d. 

Qui sacros inter satyros poeta 
Acrior mores salibus prophanos 
Damnat, hunc librum Juuenalis, oro, 

Perlege lector. 
5. Te nihil vatis tenebrae situsue 
Territent ultra, facie serena 
Lucidus fulget modo, qui latebat 

Nubibus ante. 
Huic dedit vati Studium aitorem, 
10. Quod leo clarus* fouet ad frementem 
Imperans Rhenum: colite hunc valeque, 

Candide lector. 

45i Singnlis Jauenalis poetae aaditoribns A, Yeraems s. p. d. 
Quisquis est auditor nostri Juuenalis, abire 

Gratis te immunem lectio quinta sinit. 
Incoepti sed amor vatis si huc te amodo ducit, 
Mercedem meritam non petat ipse labor? 
5. Gratis hie expositus vates ne vileat, albos 

Quinque decem iunetos ppstulo: quisque dabit, 
Quisque dabit, nisi quos dura excusabit egestas, 
Pro quibus aflfectans premia spero dei. 

^ Nach c. 40 las Werner 1491 über Juvenal Vergl. auch Pellicani 
chronic, ed. Riggenbach S. 9. — « ^Vergl. die Anm. zu carm. 1. 



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32 

M. ArfiBOiitiim in 16 latyras Jniitiiatts. 

1. Semper cur satyras scribat, causas tibi narrat, 

2. Ultra, pseudo (!) nota ficta probitate nitentes. 

3. Quamuis, commemorat fugienda crimina Rhomae, 

4. Ecce, gulam carpit quam Caesar auarus amabat, 

5. Si te, reprendit scurras mensamque gulosam, 

6. Credo, malae varium carpit vicium mulieris, 

7. Et spes, deridet doctis ingrate poetis, 

8. Stemmata, nobilitas quae vera sit, indicat apte, 

9. Scire, notat paticos execrandos sodomitas, 

10. Omnibus, optanda dat votaque damoat inepta, 

11. Atticus, ostendit quem mensa modum tua poscat 

12. Natali, carpit qui rem cupiuut alienam, 

13. Exemplo, recitat mentis poenas sceleratae, 

14. Phirima, qui teneros doeeant ge&itores, 

15. Quis, deos plures hominum ridet feritatem, 

16. Quis miliciae corruptae incommoda narrat. 

47. In libmm, qni specalnm stnltoram intitnlatar, flnxi seqaentia, motns. 
prece Jacobi Kobell. 

Stultorum nitido speculum fulgore choruscans 

Hoc radiat libro; lector amice, vide. 
Heydelberga situ terso tarn leue poliuit, 

Purior effigiem reddat ut ipse nitor. 

48. Pronido specnli stnltomm inspectorl A. Yernems s. p. d. (1491). 

Quisquis es, hoc speculo stultorum ceme figuram, 

Si potes a risu te cohibere parum. 
Quod natura negat, stultus sibi poscit asellus, 

Nemo potest fratres connumerare suos. 
5. NuUum peniteat speculi vidisse nitorem 

Sepius, insanae mentis ut acta notet, 
Hie nihil obscuri te darum terreat, emptor, 

Notida facili forma notanda venit. 
Stultitiam fugias, careat mendis tua vita, 
10. Emptor, habes speculum, conspice, cautus eris. 
Et Jacobe Kobell non neglige dicere grates, 

Qui dedit in lucem, quod modo cemis opus. 



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33 

49. Epitaphiam comitissie de moBte domini in ecclesii ordiais predi- 
catonim Coloniae sepaltae 1492 Ommak 1494). 

Vixi ego de monte domini comitis pia coniunx\ 
Quam Sarawerd Bauaraque edidit alta domus. 

Turba stipem poscens fuerat mihi maxima cura, 
Nomine neu solo* dicerer Helizabet. 
5. Me quoque^ quae colui* perhibent sacraria largam, 
Hac ego condor humo, die mihi '^ lector, aue. 

50. Ad idem. 

Hoc tegitur tumulo montis domini comitissa, 

Ex patre de Sarawerd, matre Bauara sata; 
Quam pia quamque humilis, perhibet sua phama celebris. 
Quid moror? Helizabeth nomine reque fuit. 
5. Bis Septem postquam triphatos vixerat annos, 
Ipsam spem miseris abstulit atra dies.^ 

5L Abbat! Spanbemensi tetrastibon Ad. Yerneri: Ad hospitem in 
bibliotbeca Jo. TritemU abbatis.' 

Tritemii abbatis quicunque subis pia tecta, 
Haec quae condiderat, aduena, quaeso, vide, 

Isti num simiHs toto inueniatur in orbe 
Bibliotbeca suis conspicienda libris? 

52. Item. 

Quid miraris hians? quicunque es amabilis hospes, 
Palladis ingressus Aonidumque lares. 

En nostris congesta legens sacra scripta priorum, 
Tritemii abbatis hie monimenta vides. 

^ Darüber ist geschrieben „tenera uxor*. - * Darüber steht „vacuo". 
— * Darüber »pia**. — * Darüber „omaui**. — ^ Darüber steht „pie** 
und darunter „rogo**. — ^ Diese zwei Gedichte überschickte Werner an 
seinen Frennd Wimpheling nut folgendem Briefe: Sao do. Jacobo Slet- 
stat A. Vern. Them. s. p. Etsi tot implicitus sim occupationibas, tarnen 
petitioni toae ut hie coram cemis, morem gessi. Tuum erit abortos, qnos 
arsino modo fudi, versus effingere. £go profecto tua fretus humanitate 
ipsos sie acceleraui ad te, retrahere non volebam. Vale ex castro Heydel- 
bergo 4 Id. Marcii 1494. cf. Ch. Schmidt, histoire Mtt^. de TAlsace 
etc. I, 17. — "^ Auch Geltes hat solche Epigramme auf die Bibliothek des 
Trithemitts gemacht, die ich demnächst in der vollständigen Sammlung 
der Epigramme dieses Dichters veröffentlichen werde. 

ZeitMhr. XXXIU. 3 



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53. Item. 

Visere si quaeris, scripsit quae cana vetustas 
Et nostri vates, aduena, siste pedem. 

Hoc opus intuere precor et mirabere doctum 
Tritemium Unguis posse sonare tribus. 

54. Item. 

Qui ceu vulgus iners agitare cupidine* caeca, 
Cui venter deus est, hospes abesto procul. 

Palladis hie locus est, quem Trithemius struit abbas, 
Qui triplici lingua praeditus alta canit. 

55. Item. 

Si spectare velis^, quae finxit prisca vetustas, 
Palladias gazas, quisquis es hospes, aue. 

Hie noua foeta libris armaria conspice; dices: 
Hie Phoebus residet Pegasidesque deae. 
5. Haec pater insignis post se monimenta reUnquit 
Tritemius trino Palladis ore loquens. 

56. Distichon. 
Si conferre velis huic nostrae bibliotheeam, 
Rex Ptholomee, tuam, victus abire gemes. 

57. Ad. Yenieras se hie abesse dolet. 
Si votis deus annueret, tua iam Spanhemensis 

Atria lustrarem relligiosa domus. 
Conspicerem Hbros, audirem verba Joannis 

Tritemii abbatis, qui triplice ore canit. 

58. Panegyris ad Joannem Gensfleisch, primom librornm impressorem.^ 

Ansiearo, vigili praestantior ansere, Romam 
Qui monuit, Gallos limini inesse canens, 
Arcem is seruabat, vasto tu consulis orbi, 
Qui se felicem non negat arte tua. 
5. Si' conferre libet, diuinae inuenta Mineruae 
Et® tua spectentur, cullcta pudore rubent. 
Praeterea auctores operis mirabilis omnes, 
Se iactare quibus secula prisca volunt: 
Dedalus ingenii laudatus aeumine cedat 
^ Darüber geschrieben „libidine**. — « Darüber geschrieben „cupis 
inspicere**. — * Darüber geschrieben „cu:n*. — '^ Auch bei Mone, Qaellens. 
III, 163. 



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10. Et tibi, qui melior Alchimetonte fuit; 
Post te vafer eat Sisiphus, tibi clarus Apelles 

Judice se palmam ^ Parrasiusque ferat. 
Protulit haud simile, quamuis spirantia signa 
Solers mirifice fingere quisque fuit. 
15. Tanti est te littris sculpta excudisse metalla, 
Quae effundant fidas tarn cito pressa notas. 
Hinc tua, si possit, dignas Moguntia grates 
Solueret ante alia, quam colis ipse, loca, 
Terraque iam multo Germana volumine diues 
20. Te colit inuento facta* beata tuo. 

Italia, ex nostris quae hanc mendicauerat artem 

Emula, grata tibi non pudet usque fore. 
Ecee tua innumeras intus, laetare, per urbes 
Feruet et auctorem te probat esse suum. 
25. Yiue, vale, Ansicaro! Latii iactantia spectet 
Et doleat talem non genuisse virum. 
Ex Heidelbergo III Kai. Decembres 1494. 

59. Super altart in cipella cistrt Heydelbergeiisis.^ 

Adnena, si dubitas, quibus hoc altare dicatum, 
Tres numero sanctae nos sumus ecce deae. 

Hie Eatherina sciens, comes est Margreta venusta, 
Magdalena parem flens tenet ipsa locum. 

60. Super bomanissima bospitalitate reaerendi patris ete. licolai de 

Mydestejn, abbatis Scbonaniensis, qoi nno die Septem principes comites 

Palatinos Rheni inaltatos bospitio ezceperat, boatns/ 

lUa dies niueo fausta est numeranda lapillo, 
Qua hospes tot claros excipit abba duces, 
Ecce Palatini soboles septena Philippi 

Mota prece abbatis haec sacra tecta subit 

5. Nee facile est dictu, quam conuiuatur honeste, 

Dum tot habet teneii^ vnica mensa duces. 

Euandro hinc, abbas, maior celebrabere, quamuis 

Hospitio indigites fouerit ille deos. 

In monasterio Schonaw 4 KaL Decembres 1499. 

^ Mona druckt palmum. — - ' darüber geschrieben dicta. — * Auch 
bei Mone a. a. 0. S. 163. — ♦ Mone a. a. 0. S. 161. 

3* 



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36 

61. Ode tetrastrophos ad Hasam pnellam ^ qaam Conradas Geltis poeta 
lanreatQs misere amat. 

Ore par diuis roseo Hasa, salue, 
Virgines cunctas superans, Dyana 
Naiadas quantum, nisi fama Celtis 
Carmine fallat. 
5. Dura, te digni miseras amantis 
Cur negas fusas totiens querelas? 
Tune fastidis viridi reuinctum 

Tempora lauro? 
Quem Jouis magni soboles, Camoena 
10. Ardet, ha demens nimium superba 

Despicis? Nunquam hoc (mihi crede) abibit 

Crimen inultum. 
Tempus inuisae veniet senectae, 
Quo tuum rugis macies arabit 
15. Corpus eflfoetum viduoque lecto 
Sola iacebis. 
Tum color qui iam nitido refulget 
Ore, vanescet; iuuenes proteruos 
Impetes frustra, patiens repulsam, 

Biblis ut olim. 
Tum graui Celtis tuus ultione 
Faetus* exultans et Adam, fideles 
Cuius irrides monitus cachinno, 
Concutientur. 
Lasa Heidelbergae in Castro pridie Ealend. Angusti 1491. 

62. Ad viatorem exbortatio, at oret in sacello sancti Yolfgangi in 
foresta Swetxlngen.' 

Cum te forte pedes huic adduxere sacello 
Umbriferum carpens, chare viator, iter, 

Siste precor gressum paulisper et hie pia votis 
Non graue sit tenui fundere verba sono. 
5. Vana supersticio procul esto, deus veneretur 
Hie in Volfgango praesule mirifico. 

< Hasa oder Hasilina ist eine polnische Edelfrau, welche die Geliebte 
des Celtes in Erakau war (Aschbach, Gesch. d. Wien. Univers. II, 196). 
— ' An einer andern Stelle, wo dasselbe Gedicht nochmals steht, liest 
man Laetus. - < Bei Mone a. a. 0. S. 163. 



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37 

Hie quantus meritis sua per miracula vasto 

Ciaret in orbe, vides, noscit id omnis homo. 
Quae cupis, ille potest, confidenter pete supplex, 
10. Crede mihi, in nihilum non tua vota fluent. 
Et te primus araans quum pro te verba dedisti, 

Quae placare queant numina magna poli, 
Dehinc tenera pro prole Palatina rogo, saltem 
Ad dominam caeli die, pia mater, aue. 
Lusa in castro Swetzingensi ipso die Sixti anno 1494. 

63. Distichon.' 
Doctum non vidi Latium, me barbara tellus 
Edidit, incomptis, te rogo, parce modis. 

64. Promit beatas Hieronymas, quam in heremo trinerat vitam. 

Qui fui saerae fidei choruseans 
Lumen et Christi modulatus hymnos, 
Musa, Stridonis^ referas alumni 
Carmine laudes. 
5. Saepe desertus regionis oris 
Solis exustae radiis putabam, 
Vietor ex caeli residens triumphis 

Urbis adesse. 
Edibus lueis residens in arctis 
10. Solus et moerens lachrimans gemensque 
Pauperis duxi miseranda raoestus 

Tempora vitae. 
Horruit duro eutis haec amietu 
Faeta deformis veluti virorum, 
15. Quos ealor Phoebi recoquens ealentis 
Arserat ingens. 
Semper orantis gemitus ocellis 
Cordis ex imo laehrimaeque surgunt, 
Cum subit Christi erueis illa mortis 
20. Impia poena. 

Prebuit tellus requiem cubilis 
Nuda perduri, volitans per umbras 
Quando nocturnas tacito subintrat 
Lumina somnus. 
* Dieses Gedicht, sowie c. 64, könnte möglicherweise auch von einem 
andern Verfasser herrühren, da Werner seinen Namen nicht beigeschrieben 
hat. — * Stridon ist der Geburtsort des hl. Hieronymus. 



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3? 



25. Linquitur fontis gelidus in undis, 

Me sitis quando cruciat famesque, 

Pellitur foetu nemoris silentis 
Arboris altae. 

Me nemus vidit comitem ferarum, 
30. Ante quae nostros iacuere gressus 

Supplices omni feritate (mirum) 
Me duce pulsa. 

Hie ubi ruptos residere colles 

Cernis et valles strepitu carentes, 
35. Feruor est nobis superos in omnes 
Visus inesse. 

Languidus ardor Veneris furentis 

Igne furtiuo populatur artus, 

Quem tames, postquam nequiit redemptor, 
40. Expulit ignem. 

Junximus noctes (memini) diebus, 

Cum meum saxi miserum subegi 

Ictibus pectus, dominique cesso 
Postmodo iussus. 
45. Gellulam nostri metuens petebam 

Antra deserti, locus ima vallis 

Aptus oranti fuit atque celsi 
Aspera montis. 

Fletibus mundis lachrimisque fusis 
50. Dumque diuinis oculi coherent, 

Testis est Christus, superum videbar 
Aflfore turmis. 

Sum pedes stratus domini ante sacros, 

Saepe qui nostris madidi fuere 
55. Fletibus, quos hi studuere cani 
Tergere crines. 

In deum postquam positus quienit 

Feruor et cessit requies ' labori, 

Plura conscripsi memoranda, quorum 
60. Milia cernis. 

Scripta quae priscis fuerant libellis 

Barbaris, lingua cecini Latina, 

^ Hdschft requiem. 

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89 

Ut forent cunctis monumenta patrum 
Gognita seclis. 
65. Haec fuit vastae regionis aruis 
Vita, quam Christi colui timore, 
Post senex victum scelus omne foelix 

Astra subioi. 
Conditi sacri cineres fuerunt 
70. Yirginis templo, ntiseranda tellus 
Sancta dum poenas luit et ruinae 

Subditur hostis. 
Qua pius princeps tumulo sub aram 
Gratia donat veniae perennis, 
75. Cuius est dignus meriti viator 
Griminis expers. 
Mira quae foecit, referunt vetusti 
Godices, Jhesus tribueus honori 
Nominis nostri yeneranda totum 
80. Jure per orbem. 

Principi laudes superum canamus, 
lücolo cuius meritis Olimpum, 
Guius et fusi cruce nos redemit 
Sanguinis imber, 
85. Qui legis nostrae documenta vitae 
Ut tuis mundi precibus redemptor 
Annuat, supplex pia vota fundam. 
Tempus in omne. 

65. Scolasticis HeydelbergeDsii studtt Robertns Saguliiis \ «d illostrissi- 
mam comitem Palatinam Pbillppnm Fraocas orator s. p. d. 

Dum mihi per Gallos comes iret Delius agros, 
Ut veni ad Rhenum, rettulit ille pedem. 

Gredo meos spreuit (meditor dum grandia) nixus 
Et Germana rudi noluit ore cani, 
5. Quippe quod excedit nostras Germania vires, 
Et Sit opus illi carmine Meonio. 

1 Robertus Gagainus, Ordensgeneral der Trinitarier, geb. in Callin«^ 
Er stand bei den Königen Karl VIII. und Ludwig XII. von Frankreich 
in hoher Gunst and wurde wiederholt mit Gesandtschaften nach Deutsch- 
land, Italien und England betraut Vergl. oben S. 11. 



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40 

Terra ferax hominum, quos Mars deus instruit armis, 

Orbis habet vasti Caesare rege decus, 
Acris et ingenii lumen sie fundit et artis 
10. Non secus ac gentein diua Minerua colat. 

Inuentum est eius, quod nunc sine arundine passim 

Excerptos paruo congeris aere libros. 
Hec docuit muros bombarda auferre tonanti 
Et tonitru similes reddere mole sonos. 
15. In reliquis vero fortasse minoribus actis 

Si quaeris laudem, vincit et omne solum. 
Haec sunt maiori toUenda poemate celo, 
Quam queat exilis nostra sonare lyra. 
Altera multa prius terrae cum climata nossem, 
20. Hec e£frena mihi natio visa fuit. 

Nunc postquam didici, quam sit plane hospita tellus, 
Pono metum et gentem non simulanter amo. 
Valete foeliciter et literarum studiis diligenter incambite, quae tob red- 
dant iUustres atqne beatos. 1492 in Idus Februarii. 

66. Roberto Gagnino, Franco oratorl dilecto, A. Wember, lllastristimorom 
prlncipam comitam Palatin. Rbenl etc. pedagogas 8. p. d. 

Digne comes Phoebi, tantum mihi nomine claro 

Phama et carminibus note poeta tuis, 
Carminibus cythara lusis modo pollice docto, 

Quam tibi discedens liquit Apollo comes. 
5. Orphea dum Stygios mulcebat pectine manes, 

Non puto tam dulci perstrepuisse sono, 
Quam te quum nostras armis et Marte feroci 

Intrepidas vires, aduena docte, canis. 
Nostraque sulphureos inuenta vomentia globos 
10. (Ceu Jouis ira) placent aenea vasa tibi. 
Sculpere in aes literas (quo se Germania digne 

Jactat) nos primum nee reperisse negas. 
Quid moror? Hanc oram super omnia climata tollis 

Visam, ubi culta ferax Necchara arua rigat, 
15. Et leo fortis ubi dux inclitus ille Philippus 

Ad rapidi Rheni flumina regna tenet. 
Quid cantata tibi pro tali carmine, vates 

Gandide, quid donet, hospita terra stupet. 
Reddere Musa nequit te dignos rustica versus, 
20. Tales ergo vices gratus habeto precor. 



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41 

Nee mihi, qui verso petiit Gallos pede, presens 

Cynthius; o superi, reddite digna* viro. 
Jamque vale et Rheni gestantis sceptra leonis 
Heydelberga scholis quem colit, esto memor, 
25. Et quum olim nostras sors te reuocabit in oras, 
Fac precor, adueniat clarus Apollo comes. 
Ocyssime pridie Idus Februarii 1492.* 

67. Ad Robertam Gagaiiiiim, Francam oratorem, Ode, at Apollo ad 
Germanos veniat. 

Candidum vatem fidibus canoris 
Barbiti exoraans comitem Robertum, 
Phoebe, quid Rhenum fugis et potentis 
Regna leonis? 
5. Te fremens siluae per opaca latro, 
Hospes, horrendaue domo Lycaon 
Non fuget, tutus peragrat viator 

Cornua Rheni. 
Hie quies, hie pax, satyri virentes, 
10. Qui colunt siluas Driadumque nostra 
Turba te inuitat, rogitate, nostras 

Neu fuge terras. 
Posthabe Gallos Heliconque Pyndon, 
Et veni lauro viridi recinetus, 
15. Hospes optate, et chelyn hec sonoram 
Audiat ora. 
Ocyssime scripta in arce Heydelbergensi 13 die Febraarii 1492. 

68. Lnsi episcopo Yormatlensi' in aalaea texenda. 

a. 
Quod tibi Dalburgi Joannes, praesul tuus, offert, 
Hoc opus intextum suscipe, sante Petre. 

* Darüber geschrieben dona. — ^ Mone, Quellens. III, 162. — 
' Bischof Johann III. Yon Worms aus dem Geschlechte Dalburg. Diese 
zwölf Epigramme, von denen Mone (Quellens. III, 158) drei hat drucken 
lassen, waren bestimmt, in Teppiche eingenäht zu werden, welche der 
Bischof für d'e Domkirche in Worms anfertigen liess. Die Kirche ist dem 
Petrus geweiht, und darum war dessen Leben auf diesen Teppichen dar- 
gesteUt (Mone, a. a. 0. 158). Yergl. Anzeiger f. Kunde d. deutsch. 
Vorz. 1877. S. 13. 



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43 

b. 
Hanc vitae seriem tibi quae monimenta Joannes 
Dalburgi praesul dat, cape grata, Petre. 
c. 
Hoc decus ingratum non sit tibi, spero, Joannes 
Dalburgi, praesul clauiger aetheree. 
d. 
Ipse tui pastor gregis hec monimenta Joannes 
Dalburgi praesul, quod tibi, Petre, fero. 
e. 
Hanc seriem vitae textam tibi dono Joannes 
Dalburgi praesul, suscipe, sancte Petre. 
f. 
Clauiger ista poli grate accipe dona Joannis 
Dalburgi, vitam qui colit ecce tuam. 

g- 
Hoc opus intextum, Petre clauiger, accipe, coeli * 
Joannis Dalburgi quod tibi sponte dedit. 
h. 
Clauigeri vitam contexuit ecce Joannes 
Dalburgi, sperans quoque patronus erit 
i. 
Te, Petre, patronum Joannes Dalburg sibi foecit, 
Clauiger, ut reseres regna beata poli. 
> k. 
Cui, Petre, Dalburgo baculum atque tyara (!) dedisti. 
Hie te patronum noscit^ adesse sibi.^ 
1. 
Janitor aethereus quo vixerit ordine quiuis 
Quoque crucem tulerit, aduena, nosse potest. 
m. 
Es fidei assertorque aulae, Petre ianitor, altae 
Atque mei tutor, te precor, esse velis. 
n. 
Te docuit Christus humanes prendere pisces, 
Me fidei rhete (!), sancte patrone, cape. 

^ Darüber geschrieben „gratum". — ' Darunter „gaudet". — ^ Dar- 
unter steht Msuum.*' 



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49 

69. A4. Farnerl Temareasli reetorU sehoUruB lo Ion« dnttote ad sibi 
dUectos discipiüos Yaledictio 1488.' 

Nondom sol jdene ter voluerat aureus orbem 
Anni, sed quarta pars irreuoluta remansit, 
Dum tibi rectorem me praefoecit dominorum 
Prouida nostrorum sollertia, chara iuuentus, 
5. Te mihi subiecit rite, teneris quae in annis, 
Sic ratus ordo dei (ni fallor) forte manebit, 
Sub me praeceptore tuo triuii rudimenta 
Imbiberes, primis et me mireris ab annis, 
Geu natum Phrigio Pallanta Antipater olim 

10. Tradidit Euander, graue Marüs opus tolerare 
Disceret inque piis Enean cemeret armis 
Emulus et duram sequeretur militis artem, 
Sic tibi profueram studiis puerilibus atque 
Moribus, ut potui: moderator eram modo durus, 

15. Mitior interdum ferulis virgis monumentis, 
Sic ego lasciuos, petulantes atque proteruos 
Terrebam, quid enim moror? Oiuuenes, mequoshic 
Yirga coercebat et rexerat hactenus, ipsi 
Scitis, ut exosos ignauos atque rebelies 

20. Detestor, quantumque probos mihi semper amatos 
Ardeo discipulos, vos non latet, atque labores 
Quos operosos ^o foeci vestraque salute 
Captus ut inpigra vobis me scribere nocte 
Ludiis erat. Pueros quoque sepe docere iuuabat, 

25. Si quid erit nostri vobis fortasse laboris 
Utile seu gratum, si quid doctrina fidelis 
Mentibus in vestris profoecit, deprecor, euge, 
Dulces discipuli, non hoc obUuia toUant, 
Sed mihi vos grati quandoque referte valete. 

30. Fauste noster Adam Vemerus de Themar olim 
Rector in urbe noua 

En fateor, praeceptor eram tuus, o puerorum 
Grex docilis, nee ero magis, alter ad hoc ouile (!) 
Pastor succedet, cui te committo docendum 

35. Tradoque pascendum, qui cura non leuiori 

< Dieses Gedicht mafls als unvollendet betrachtet werden. Nor so er- 
klären sich die vielen Verstösse g^gen Metrik and Qrammatik und der halb 
vollendete Vers n. 31. 



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1 



44 

Fouerit (!) et pascet. Illum metueto (!) magistrum, 
Hunc pro me vestrum rectorem noscite, chari 
Discipuli nostri, iam vix nostri, veniens nam 
Inuida me vobis rapiens cito segreget hora. 

40. Vester praeceptor vos desero vosque relinqao 
Abstrahor a vobis, ad maius opus modo nostram 
Musa trahit mentem; quae narro nouissima verba, 
Figite, quaeso mea, fixa quoque corde tenete, 
Hoc unum moneo, prae cunctis omnibus unum 

45. Hortor et hoc repetens nunc nunc iterumque monebo: 
Caeli reginam, quae corpore cuncti potentem 
Virgineo peperit, quae nunquam deserit in se 
Sperantes, precibus semper placate sacratis, 
Ipsa quidem miseros refouet presensque votanti 

50. Assidet, ignarum docet, ast inopis * miseretur.^ 
Eins qui laudes neglexerit, ille salutis 
Immemor est propriae, se desertum quoque flebit, 
Cum venit infausta, quam non sperauerat, hora, 
An ter in ebdomada graue sit dyademate sacro 

55. Castae virgineos matris redimitae capillos, 

Aut cum nocte petis lectum seu mane relinquis, 
Te labor iste grauet quo eam scilicet ore salutes 
Angelico et supplex dicas scilcet : aue Maria. 
Viuite foelices virtutis amorque sciendi 

60. Ferueat, in vobis concrescat et horreat opto 
Et timor ipse dei haud desit castaeque parentis. 
Non pigeat castae semper meminisse Mariae. 
Hec cecinisse sat est, ego iam discedo, valete. 
Verba notate mea, iuuenes, iterumque valete. 

65. Aue Maria precor olim pro me date, solum 

lUud ego rogito, tandem bene quisque valeto. 
Dat. in Noua ciuitate Spirens. dioeces. pridie Idus Septembr. 1488. 

70. Garmen ad padicissimam dei genitricem, at discipnlos in Noaa ciui- 
tate non deserat, sed eos ad bene beateqne viaendam regende institnat 
einsqne amor in ipsis non tepescat 

Sola tu caelo similemque terris 
Non habes, summus quia te creator 
Orbis elegit meritam parentem, 
Virgo Maria. 
^ Hdschr. inopi. — ' Daneben geschrieben „miserescit^. 



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45 

5. Insuper coeli dominam potentem 
Te deus noster, tua sancta proles, 
Foecit et laetum profugis asilum 

Constituit te. 
Credo nee fallax e(][uidem fides est, 
10. Excipis nee te renuis petentes, 
Digna iam posco preeibus, benigna 

Euge faueto. 
Est mihi hie grex tener (hos alumnos 
Dico, quos* foui studiis iuuante 
15. Te) relinquendus mihi, nunc tuus sit, 
Hunc tibi trado. 
Sis herum ductrix, precor, et regende 
Vince, virtutes studiumque poscant, 
Nee tui viuax in eis amoris 
20. Frigeat ignis. 

Cura nil mordet, sua cum salute 
Fertur in portum nauis, ore laudes 
Si tuas puro retinet libenter 
Grata iuuentus. 
Pridie Idus Septembris 1488. 

71. Houicbis S. Jacob! Heid6lb•rgae^ dorn artem canniDom docui. 

Prosa metrificanda: 
Tento fingere carmina: pudica dei genitrix sancteque 
pater Bernarde, faue meis coeptis. 

item metriftcatar sie. 

Pegaseos fragili latices paro visere cymba, 
Gasta Notho velum tende Maria nouum. 

Tuque, beate pater Bernarde, viam titubanti 
Dans facilem nostram dinge, nauta, ratem. 

Item. 

Nectere verba iuuat pedibus, Bernarde, precamur, 
Assis, sancte pater tuque, pudica parens. 

1 Hdschrft quo. — ^ Das St. Jakobsstift lag am Fusse des Schloss- 
ber^es und gehörte der Cisterzienserabtei Eberach in Franken. 1394 
wurde es als Gollegium Jacobiticum mit der Universität yerbunden. Hautz, 
Gesch. d. ünivers. Heidelberg I, 107. 184. 208. Vergl. oben S. 5. 



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46 

Item. 

Garmina cudo nouis in cudibus, oro, beate 
Bernarde pater tuque, Maria, faue. 

Item. 

Pyeridum choreas tentabo visere, coeptis, 
Beraarde, meis virgoque casta, faue. 

Item. 

Artis iter metricae curram, tu virgo Maria 
Et Bernarde, pedes dirige quaeso meos. 

Item. 

Fingere da versus, Bernarde beataque virgo. 

Item. 

Quam metrieis vates pedibus diuine measti, 
Bernarde, nouam, te rogo, pande viam. 

Tu quoque, casta dei, currenti suffice vires. 
Mater, et bis coeptis annue, virgo, meis. 

72. Ad ecdesiasticos praelatos boatus. 
Quisquis es insignis titulo, praelate, chorusco, 

Te petit inprimis Trittemii illud opus *. 
Excipe nee pigeat semel huic infigere ocellos, 
Quod non sperares, crede mihi, inuenies. 
5. Non loquor auctoris blando corruptus ^ amore, 
Sed me communis res tua calcar agit. 
Addere nil opus est rutilanti lumina Phoebo, 
Laude mea noster nee Spanhemensis eget. 
Quäle viro ingenium, quis amor sit relligionis, 
10. Nee tu nee toto nescit in orbe locus. 
Nee dubito Latium (nulli se cedere terrae 

Jaetans) Trittemium velle habere patrem. 
Sed nequit, est noster: taJes Germania alumnos 
Parturit auspiciis ingeniosa nouis. 
15. Quid moror? Et si hominem non vidi, tot monimentis 
Et studio darum, non simulanter amo. 
Viuere, qui mecum non sentiat, haud reor uUum, 
Et cui displiceat, quod pater edit opus. 
Ex Heidelbergo VII Kai. Julii 1495.» 
^ Wahrscheinlich über de ecclesiasticis scriptoribus. — * Darüber 
steht „detentus". ~ ' Vergl. den unter dem gleichen Datum an Wimpheling 
geschriebenen kurzen Brief n. IL 



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ii 

7S. RespoBsiiia ad praecedentem^ lliustr. corattnm Palat. A. Yeraerl 

Tematensis pedagogi carmeD ad snam Hiisam, at Hogaotlae Theoderi- 

cum CIresmimdt' ivniorem visitet 

Lintre petes urbem, qua Moganns (o mea Musa) 

Imbibitus Bheno nomen habere sinit. 
Quaere vimm ignotum mihi, qui gratatur amicus 
Esse volens; testis sunt mihi scripta sua. 
5. Quae nisi me moueant, seua crudelior essem 
Tigride, tarn suaue littera missa rogat, 
Guins rhetoriea lector dulcedine captus 

Humanum Gresmunt viuere credo virum. 
Blanda adeas et aue, ceruice et poplite äexo 
10. Fare precor, nostras has quoque redde vices. 
Garmina quae nostri monimentum et pignus amoris 

Sint, inculta licet forte legenda semel. 
Ipseque, si tepido nostri succensus amore est, 
Flagrari Aethneo roe sciat igne sui. 
15. Si responsa dabit, manibus comprende^modestis, 
Et mihi poscenti nuntia fida refer. 
Discedens yaleat, viuat quoque Nestoris amos, 
Optato. Haec summa est, pergito, laeta redi. 
Ex arce Heydelbergo qninto Kai. Jalii 1493. 

74. Illiutrissimonim principam cemitam Paiattnonim Rheni pedagogi 
Ad.Yemeri Temareiisis Carmen ad snam Husam Tbaiiam, at iiantia 
praeclarae indolis adolescentem Theoderlcmn Gresmiuit Itemm Hogan- 

tiae vlsitet. 

Praecipitato moras, nihil obstet, iter röpetendum est 

Lintre prius mensum; scis, mea Musa, locum 
Scis mihi quae nuper et quam iuconda tulisti 
Imberbis Gresmunt scripta notata manu. 
5. Tum te iactabas iuuenem vidisse tenellum. 
Pro mercede viae quod tibi sponte dabas, 
Guius forma genus pueri moresque decentes 

Mensque tibi ante alios, docta Thalia, placet, 
Hunc iterum vises. Nos altera epistola lentos 
10. Aduocat. En nostras increpat ille moras 
* Dies ist die poetische Antwort Werners auf den Brief von Gres- 
mond vom 20. Mai 1493, der als n. m unter den Briefen abgedruckt ist. 
— 2 Ueber Gresmund vergl. Geiger in der Allg. deutsch. Bi<^. IX und 
Horawitz, Beatus Rhenanus (Situngsber. der Wien. Akad. [phil.-hist» Gl.] 
Bd. 70. 1872. S. 217). 



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48 

Pertesam te urbis (quam vos ödere Camoenae) 

Biiuga Farnasi te colere alta putat. 
I precor et reditus tardi blandissima causas 

Edoce, te comitem non habuisse parem 
15. Nee dubita, ignoscet socio (seit et ipse) puellam 

Indigno aut solas non decet ire vias. 
Me quibus absentem mediis tuearis honeste 

Mille yides, tu illi conciliata refer. 
Credere si durum se finxerit, adde magistrum 
20. Petrum Karg testem, qui datur esse comes, 
Brachia complexus pueri tua deinde pudicos 

Et repetat dulci murmure lingua: vale. 
Immemor haud sit Adae quoque, qui ciuilia voluens 

Jura; meum Gresmunt aemulor arte pari. 
Ex arce HeydelbergeDSi m Id. Angosti 1493. 

75. Hiua L Yemeri Temarensis kortatnr carmifte SappUco TheoderiGum 
^resemand ad carmina ladenda. 

Laudibus toUunt alii superbis 
Tullium et vatem^ fidibus mouentem 
Tartari regem, mihi tu celebris, 
Docte adolescens. 
5. Promptior versu celeri poeta 
Cederet Naso tibi, si meanim 
Te modo cantus caperent sororum, 

Chare adolescens. 
Quousque Musarum fugies pudore 
10. Rustico lusus? reputasque inanes 
Barbiti laudes fidibus canori? 

Stulte adolescens. 
Hern, sat erratum est, propius fugaces 
Huc pedes vertens, cape grata Phoebo 
15. Dona, Pamaso tibi missa ab alto, 
Digne adolescens. 
Hanc decus Phoebi cytharam teneto, 
Quis chelin dulcem resonante plectro 
Donat, impressis patet hie sigillis, 
20. Grate adolescens. 

£x bicipite Pamaso anno noetri Apollinis 1493 III Idas Angnsti. 
* Orpheus. 



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49 

76. Ad. Yeraeri Temarensis carmen ad saam CalUopen, nt Hofln>ntiaiii 

saam sororem Thaliam qQaesitQm pergat adhortetarqne Gresemmdiiiii, 

ne nimiiim ciiiili inri insudans dimnam poesim negligat. 

I, mea Calliope, Musarum prima, sororem 
Quaesitum, iuueni quae missa Thalia venusto 
Non redit et celerem nuper mentita recursum 
Me cupidum optati suspendit lenta responsi. 

5. Ipsam ego tam longae (fortassis mente sinistra) 
Suspicor esse morae causam, dum capta superbae 
Urbis amore nouo, saxis constructa vetustis 
Sacra deum delubra vagans pulcramque coluranis 
Excisis artem (nostri ceu rusticus alta 

10. Castra leonis hians) miratur, ubi auspice Christo 
nie Moguntinus gaudebat figere sedem 
Praesul et illacera Martini veste amiciri 
Dignus coelesti Bertoldus munere regnat. 
Huc ubi peruenies, frustra et quaesiueris alta 

15. Imberbis Gresemundt tecta haud inuisa Camoenis 
Ingredere, a pueroque pete expedienda doceri; 
Ipse seit atque viam, qua germana comitante 
(Jam tibi querenda) redeas letissima, pandet. 
Veloci interea percurre oculo, quibus ampla 

20. Tam docti iuuenis Theodrici armaria libris 

Constipata tument; vatum monumenta sacrorums 
üt spero, asiHcies, tunc tunc gratare poetae 
Crescenti, calcar tu verbis blanda volenti 
Imprime, diuinos legat augmentetque poetas; 

25. Ante oculoB tum pone suos aeterna Maronis 
Carmina dactiloqui, qui viuit adfauc et in aeuum 
Ipse superstes erit; tanti est coluisse Camioenas* 
Flaccum praeterea et Naßonem carminepromptum 
Meonidem, (rraium decus insigiiemque Tibuüttm » 

30. Adiicere ipsa potes. Quid opus numerare seien ti? 
Scis hoSf scisaUos^ mea Calliope, tibi alumnos, - 
Qui phama celebres toto cantantur in orbe 
Vates, cum luna semper, cum sole perennes, 
Immortale quibus decus et nomen reparatum est, 

35. Hisque alüsque potes docilem; mulcere facunda 
Theodrici mentem, ne plus nimio capiatur 
Legibus Aonidumque oblitus forte sororum 

Zeitachr. XXX11I. 4 



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50 

Vendere verba foro perdiscat litigiöse. 
Sat dixisse reor, tantum hoc volo, perge, fidelis 
40. Nuntia, perge, citum tibi det deus oro recursum. 
Ex Castro Dilgsperg ni Non. Nouembres 1493. 

77. Sao Theoderico Sresemondo A. Yernenis Themarensis s. p. d.^ 

Musae primicias auidus tua carmina legi, 

Et mihi turbato dulce leuamen erat. 

Ira mihi in lentam, fateor, succensa Thaliam 

Deuouit tardum quo abfuit ipsa diem, 

5. Pene morae impatiens ut Demophoonte morante 

Infelix fuerat Phillis amore furens. 

Sed tua praecocis animi ut vidi monumenta, 

Mox (damnata prius) nuncia grata fuit. 
Et sibi Musa timens quum se purgare pararet, 
10. Amplexans retulit: conciliata sile. 
Paret laeta, dehinc recitat nobis rogitata, 

Quales in Aonides sit Gresemundus amor. 
Ceteraque insignem quis te natura benigna 
Supra alios tollit nulla negante deo. 
15. Hinc tibi grator ego mirans puerilia fata 
Et te felicem censeo: viue, vale. 
Pridie Idus Febroarii. 

78. Resptnil« Adae Yernerl Temarenais, cnrreiia eodem geoere metri^ 
ad Thoodorun Onaemimdiim. 

Quae mihi plectra dedit sibi reddita, seruet ApoUo, 

Threydamque lyram. 
Neu rogita, cur te non visat nuncia, quondam 

Quae tibi missa fuit. 
5. Nil mihi cum Phoebo est, nil sunt mihi barbita curae. 

Quo moduler nihilum, 
Jus legerem, etsi non esset de pane lucrando: 

Spondet Apollo £amem. 
Oceanum linquens si sol geminauerit horas 
10. Et rediens eodem, 

Certum est pandectas totis üs voluere nostras 

Et numeros fugere. 

^ Dieses Gedicht war in Brief n. 9 Yom 6. Mai 1494 eingeschlossen. 
— * Dieses Antwortgedicbt ist im nämlichen Metrnm abgefasst, wie das 
▼on Gresemimd an Werner gerichtete, das weiter unten abgedruckt ist 



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51 

Non mihi, sed rigidos variat^ tibi Musa labores 
Correcreatque tuos. 
15. Verbis ecce tuis tarn longa silentia rumpens 
Exuo Pythagoram. 
Pro cytharae neruis Baldum tractat mea qnondam 

CaUiopea manus* 
Sint prociil Aonides, subeant* Gresemundia tecta, 
20. üt releuent animos; 

Auspicio tristi ut nuper non deliniant me, 

Exilio pereant. 
Haec tua si excipies ®, explebis munus amici 
Officiumque tuum. 

Ex Heidelbergo X Eis. Januarias 1494. 

79. Ad saam Thaliam tetrastichon Adae Yerneri Themarensis. 

Duc, mea Musa, precor Gresemundum ad me iuniorem, 

Sit mihi visendi copia grata sui. 
Die ad me veniat, vultum ne horreseat amici, 

Quem mihi riualem, blanda Thalia, foues. 

80. Ad Ciio et Eratho duas Hasas tetrastichon Adae Yernberi Temarensis. 

Vestras delicias, iuniorem oro Gresemundum 
Ad ranam mihi duc, Glio sororque Eratho. 

Conspiciam vultum, mirer quoque verba loquentis, 
Verba mihi seriptis quaUa sepe dedit. 
Lusam Moguntiae lY Eal. Decembr. 1495. 

81. In llnem artis poeticae Horatii, qnam legit in bnrsa realistarnm, 

tefrasticbon A. Yerneri Themarensis 1495.^ 

Vatum plectra, chelyn, numeros phamamque perennem 
Et lauro cingi tempora quisquis amas, 

Hunc tibi quem^ legi Themarensis Adam reuoluta 
Librum; non sterilem credito arabis humum. 

82. Thalia Hnsarom nna sno Adae Vernero ThemarenBi s. p. d.^ 
Mutua quid totiens credi tibi, no^ter alumne, 
Aera petis socios soUicitando tuos? 
^ Hdschft. Y9fAet — * Darüber geachriebea „habitent^. — 3 Darüber 
geschrieben „releges^. — * Die Bealistenburse, in den Akten häufig die 
„Realisten-Bürsch^ oder „Grosses Contubernium^ genannt, ist das collegium 
artiHarun an der ümveriität. Hautz, Gesch. d. üniy. Heidelb. I, 190 und 
öfters. — ^ Hdschft; quam. — ^ Am Bande beigesohrieben : tempore, quo 
legit Virgilium ad sanctum Jaoobam, ut meroedem extorquefet, affixit. 

4=^ 



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52 

Hoc scio, te multus fore non soluendo pauescit 
Creditor atque leui te properare rati* 
5. Cessurumque bonis, puteaP deludere dicit, 
Sic tibi decrescit, quae fuit ante fides. 
Ergo age ne cunctis (monita haec non vana putato,) 

Lecto, veste, libris excruciare miser, 
Fosce aliquid mercedis, Adam, nil te pudeat, die, 
10. Virgilii auditor, da rogo, quod merui. 
Imputet ex nostris nuUus tibi, yv&%^i ösavtov 
Quisque seit et scriptum pectore sepe legit, 
Hinc sibi calcar habens, quo fasque nefasque petendo 
Et fugiendo suum quisque reflectit iter. 
15. Hinc tibi sponte ferent, quodcunque poposceris illos, 
Posce modo et precium coUige presto tuum. 
Posce age mercedem, et quibus ipsa licencia iuris 

Nexibus implicuit, te explicare para. 
Haec nisi te moneant, totam vulgabo per urbem, 
20. Garrula pauperiem nee reticebo tuam. 
IUI Nonas Augusti 1495. 

83. Ad Hasam Thaliam at Herbipolim pergat, Ad. Yemenis Temarensis. 

Ohara Jouis proles, nimium dilecta Thalia, 

Herbipolim celeri vade rogata pede; 
Indolis egregiae pueris die blanda duobus 

Germanis, quos Fuchs natio nostra vocat, 
5. Die rogo propositum dignentur currere callem 

Et Studium coeptum continuare suum. 
Sint memores, quales illos natura benigna 

Supra alios fecit nuUa negante deo. 
Ipsis forma, genus addiscendique facultas 
10. Virtutumque gradus scandere posse datum est, 
Ante oculosque loca, qui sint qualesque futuri, 

Si teneras mentes artibus imbuerint. 
Nee dubita, monitis mox auscultent Studiosi 

Et credent verbis pondus inesse tuis ^. 
15. Die Heidelbergam properare velint, ubi multum 

Ipsa antiqua viget atque moderna via. 

^ Am Bande beigeschrieben: In das licht schiff. — ' Am Rande: 
pateal locus, ubi pecuniae distribnebantur ad osoram. ~ ' Am Rande: 
alias: verbaque censebunt pondns habere tna. 



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53 

Laudibus insignis victricibus utraque certat, 

Se victam tristis altera raro gemit. 
Hie teneri a Musis facile instruuntur alumni, 
20. Hie quiequid cupiet, mens studiosa videt. 
Hie diuina strepunt neenon eiuilia iura, 
Doetrinatque suis vera sophia scholis. 
Dehine pueri valeant, optato, domus quoque tota, 
Hoe precor, haee summa est, pergito leta redi. 
X Ealendas Septembr. 1495. 

84. Ad saam Hnsam, nt manticam accomodatam sno domlno in domo 

sancti Jacob! extra moros Heidelbergenses stadenti reportet. 

I, mea Musa, preeor, i quaesitum mihi fratrem, 

Mantica quem dominum nouerit ista suum. 
Ipsam redde viro (quisquis sit) grata benigne. 

Et supplex grates funde rogo innumeras. 
5. Insuper inquiras, quis sit bonus ille vir, ultro 

Qui soeium propriae me dedit esse rei. 
Die iterum grates, grates die nomine nostro, 

Utque recompensam poscat habere parem. 
Gratus ero, similesque viees nunquam ipse negabo, 
10. Ast ego maiores si potero usque feram. 
Pera prius nitida die eece vetustior horret, 

Si velit, aere meo faxo sit illa mea. 
I, mea Musa, domum,^mihi quae solet esse legendi 

Aula, illuc, cape iter, nuncia fida redi. 
V Id. Septembr. 1495. 

85. Sno domlno et fratri Henrico de Sberaco^ stadenti A. Yemhens s. d. p. 

Gratus ago grates, mi Henrice, piissime frater, 

Ni facerem ingratus et rudis ipse forem. 
Altera nempe ad me te soUicitante volauit 
Mantica. Quid seriptis glorior ipse tuis? 
5. Scripta tua hospitum magna pietate dederunt. 
Cum patria in nostra iam peregrinus eram. 
Fundere quas possum placido ergo pectore grates, 
Suscipe et in similes me reuocato viees. 
V Idos SeptembrJs 1495. 

* Die Gisterzienser- Abtei Eberach in Franken hatte za Heidelberg 
das sog. St. Jakobsstift, in dem Werner Vorlesungen hielt. 



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54 

86. Super hospitalitate et recommendatlone dOBini abbatis Kberacensis ^ 
boatQs Ä. Yerneri Themarensls, qoem scripsit ia eins habitatione in 

Swinftirt. 

Vite, monasterium qui abbas regis Eberacense, 

Viue vale, insignis et reuerende pater. 
Clarior Euandro semper celebraberis hospes, 
Quamuis indigites fouerat ille duos. . 
5. Ille modo praesens, praesens tu largus et absens 
Excipis hospicio, quem bene noscis Adam. 
Te mitem natura deo fingente creauit, 
Christi discipulus aptior ipse fores. 
En tibi forma decens, qualem praelatus habere 
10. Vellet, quae membris gaudet inesse suis. 

Tum quid agis prudens! o quanta modestia fulget, 

Quae matura suo temperat acta suo. 
Martha licet fueris, non desinis esse Maria, 
Et tranquillus agis omnia solicitus. 
15. Tu vitae exemplar, speculum tu virginitatis, 
Virtutis specimen relligione nitens: 
Perge modo et ceptum, pater inclite, neu fuge callem, 
Hac, mihi crede, via sidera celsa petes. 
Vni Id. Septembr. 1495. 

87. Sao domino sanctimoniae religionis deditissimo Udalrico de Raite- 
hassloch iam stndenti Heidelbergensi i. Yemenis Temarensis s. p. d.' 

I felix ante ora patris te iam reuocantis. 

Quem phama insignem relligione canit. 
Perge, monasterium Batehassloch ut modo spectet, 

Quid coepto studio poUiceare tuo. 
5. Nil dubito, solers tanti prudentia patris 

Non arere sinet semina iacta modo, 
Moxque riganda suo censebit fönte sophiae, 

Mellifluus nostris qui fluit usque suis. 

* Vergl. die Anm. auf der vorhergehenden Seite. — - Dieses 
Gedicht war von folgenden Zeilen begleitet : A.Vernerus Temarensis 
suo domino Udalrico de Raiteshasloch s. p. d. Affectu quo te in 
visceribus cruciöxi domini sinceriter ardeo, mi Udalrice, hoc carmen incultum 
mea rustica Musa in leuamen viae tibi lusit ante ezpectatum. Tu ita, ex me 
pro ultimo vale iam eo animo suscipias precor et oro et aliquando mei 
memor bene vale. 



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55 

Sano ergo venies iterum iussu et reuerendus 
10. Sic sibi, sie aliis consulet ipse pater. 
Vade igitur laetus, Ulrice, reduxque redito, 
Hoc precor et superos in tua vota deos. 
Denique tu celebres missae solemnia supplex, 

In mentem veniat tunc Themarensis Adam. ^ 

Yale ex Heidelbergo m Kai. Octobr. 1495. 

88. Distichon ad emidem. 

Teste Marone, ülrice, trahit sua quemque voluptas, 
Me tua qua tractus scripsimiis ista: vale. 
Ut cann. 87 datam. 

89. Sno d. Jacobe Bretheym id. Yernemi Themarensis s. p. 

Quam vellem Mulbron * tua limina sacra videre, 

Fac potiar votis, chare Jacobe, meis. 
Ocyssime ex diuersorio Molbronn VIII Eal. Septembris U94. 

90. Ad snnm obseroandiim patrem priorem Bebenhnsensem' distiehon 
id. Vemems Themarensis. 

Te compellandi vellem mihi copia detur, 
Fac rogito venias, relligiose pater. 
VI Kai. Septembris 1494. 

91. Ad florentissimam Dnbingensem nninersitatem tetrastichen 
id. Vern« Them. 

Motus amore tut celebri phama studioque 
Dubingen foelix visere te volui. 
. Spes mea frustrata est fatis exclusus iniquis, 
Praeteriens fugio, docta palestra, vale. 

92. id lectorem VirgUianiim Fribnrgae tetrastichen. 

Quisquis es altisoni cantator clare Maronis, 
Salne, Friburgae gloria magna scholae. 

Hie Dryades solus Musasque canendo moraris, 
Perge age tam duces nee sine abire deos. 
IV Nonas Septembres 1494. 

^ Die berühmte Cisterzienserabtei Maulbronn nahe bei Pforzheim. — 
' Das bekannte Kloster Bebenhausen, Oberamt Tübingen. 



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56 

93. Ad dnlces Aonides com mirantar Udalricnm^ secretariam nrbis 
Friborgi in Prisgao sine nomine Pyeridam posse insanire. 

Numine quo? Non Pyerio, noua carmina mirans 
Lusa mihi legito, dielte Pyerides, 

94. Ad enndem. 

Phoebe, qui presens vati deus affuit ultro, 
Quo duce Udalricus scripserat ille tuus, 

Hinc tu crescenti petimus gratare poetae, 

Qui decus huic terrae et noster alumnus erit, 
Nonis Septembribus 1494. 

95. Fernido Mnsaram cnltori Udalrico Zasio secretario. 

Qui comites credens nostras Ulrice Camoenas 

Ad coenam inuitas carmine, Zasi, tuo, 
Seu me siue ego eas comitor dominas preeuntes 
Assecia, quo ducunt preuia signa pedum, 
5. Ipsas Aonidura vehementer amore tuarum 
Captas, nil precibus crede negare tuis. 
Vale Vn Idus Septembres 1494. 

96. Ad sQom Odalricnm Zasiom secretarinm distichon. 

Me excipere errantem non vult lecto domus expers, 
Dulce decus vatum te precor affer opem. 
V Idus Septembris 1494. 

97. Sqo Udalrico Zasio Friborgensi secretario. 
Non Jouis ambrosias, Ganimedis nectare (!) dulces 

Preferimus mensae, dulcis alumne, tuae, 
Quaenos posthabito Pyndo tam lauta refoecit, 
Pocula quum tu hospes non Acheloia dabas. 
5. Nil dubitato, prius squamosus flumina piscis 
•Liquerit et montis per iuga celsa volat, 

Sarmata et hie placidas quem tibi nosco 

Esuriens non edet ante bonas 

Quam tanti in nobis abolescet gratia facti. 
10. Quid? Zasi, semper phama superstes erit. 

1 Udalricus = Ulrich Zösi, latinisirt Zasius, zuerst Stadtschreiber, 
später auch Gerichtschreiber und Rathsconsulent zu Freiburg i. B., zu- 
gleich Lehrer an der Universität. Schreiber, Gesch. der Stadt Freiburg 
IJI, 245. 



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57 

Atque tuum nomen celebret primum Austria tellus 

Et sibi gratetur, qui tua scripta leget. 
Se quoque iactabit de te tua patria foelix, 
Mox insignedecus te canet omnis homo. 
15. Friburgi ülricus en secretarius urbis 
• Morte carens nostro numine clarus erit. 

Vale VI Kai. Septembr. 1494. 

98. Ad enndem. 

Tanto tuo officio si nunc largita taceret, 
Degener, ingrata nostra Thalia foret, 

Sit procul hoc vitio Musas utcunque notari, 
Cetera quum devsint, carmma grata ferant. 

99. Ad enndem. 

Bartholus obstiterat, solito ne more venirem 
Ad tua tecta grauis carmine, parce precor. 

Parce precor nostro iuri dedito Themarensi, 
Qui tua post coenam limina presto petet. 

100. Ad eundem innitantem me ad Goenani et ad bal&ea. 

Mille mihi causas, quibas impedior, reuocatus 
Coniice ne domini sim comes ipse mei. 

Da poenam, tecum si non modo balnea inibam. 
Accumbam coenis, nil dubitato tuis. 

lOL Ad saam Hnsam Ad. Yemeriis. 

Quid preter solitum Zasiana tacet lira miror, 
Si potes, explora, certa Clio, refer, 

102. Distichon ad eundem. 
Si te forte iuuat manuum monimenta mearum 
Conspicere, incultas has lege, Zasi, notas. 

103. Ad. Verneri Themarensis boatns lamentabills snper recessa Hartini 
Sarmatae in Fribnrg in prissgow. 

Qui Colitis Faunum, Dryades et numina Bachi 

Mutantis duci pocla Acheloia mero, 
Vos ipsi quibus cordi est doctas spectare Camoenas, 

Tuque Friburgensis docta palestra simul, 



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68 



5. Plangite per totam magnisque ululatibus urbem 
Echo sonet, lachrimae fluminis instar eant. 
Jam nunc flere licet cordisque profundere luctus, 

Horrere nunc decet usque nigris. 

En horror, en specimen, decus en rairabile nostrum, 
10. Sarmata Martinus moenia nostra fugit. 
Quo ruis instructus praefixa cuspide telo? 
Quid villosa comas pilea vincta tegunt? 
Ceu quae bella petit vaga Martis perdita proles 
Casside nuda caput, pectus inerme ferens. 
15. Ha quantum vereor, patriae sie captus amore 
Dulci Sarmatiam iam paret ire suara! 
Quonam tendis iter magni tuba clara Maronis? 
Quo Phoebo et Musis concomitante nauem? 
Naturae causas quis nunc te absente latentes 
20. Fandet et a superis fata statuta deis? 
Subtilis Scoti quis nunc proplemata (!) laxet, 

Et quae Ute sua philosophia mouet? 
Quas segetes miseri nobis speremus inertes, 
Cum tibi deserimur non bene cultus ager? 
25. Quid sulcasse iuuat tantillum Virgiliano 

Vomere? nunc tribulos arua inarata ferent. 
Eya, age, vnice .... qui forte libidine captis 

Nescio, qua ignotum capere suadet iter. 
Verte pedes, placeat Friburgi velle mirari. 
30. Heus, quanam fugis hinc, Imoniense decus V 
Neu sese linquas, qua te schola chara precatur, 

Ne precibus turpe succubuisse puta. 
Hostili immitem Priamus prece flexit Achillem, 
Et te nostra valent flectere verba nihil? 
35. Nil nostri miserere, nichil iactura tuorum 
Te mouet? Et terra semine digna tuo? 
Nilque Friburgensis tua secretarius vrbis 
ülricus Zasius tangere corda potest? 
Quem mihi laudatum totiens super astra ferebas 
40. Insignem vatem et mellifluo ore grauem, 
Cui mentem clarus dictanti inspirat Apollo 
Et celerem calamum docta Thalia regit. 
Die est, in cuius scriptis pia numina sentis, 
Garmine seu incedat seu pede Über eat, 



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59 

45. Quem sibi Adam colit hie Moecenatem Temarensis, 
Qui te delicias luget abire suas. 
Nil memor illius? ea nil tua saxea tangunt 

Corda et proposito nil reuocare tuo? 
Et tibi tam vehemens abeundi et dira libido 
50. Insidet, ut coeptam cogens ire viam. 
Aut te forte trahit debentem soluere vota, 

Numen lucivoma quod regit astra potens. 
Omine foelici fausto pede perge viator, 
Moxque reuersurus, Sannata noster abi. 
V. Idu8 Septembris ex Friburgo 1494. 

104. Ad hoc ^ sinim Carmen nondom castlgatnm ad imgaem tetrastichoii. 

Bumpe moras Zasique domum pete adhuc rüde Carmen, 

Qui te limabit censor amore mei, 
Cuius honore venis lusum, mox ipse videbit 

Nee dubita, ingrata non capietur^ manu. 

105. Ad evndem tetrastichoii. 

Prima erat hora, prius tua bis terque quaterque 

Atria personium coneuciendo fores. 
Nemo nisi eeho miehi non reclusura respondit, 

Cum Juuenali abii, cras (eredo) adero. 

m Kls. Octobris. 

106. Ad GoBradttm. 

Quem puto, scis, nostrum rogo te, Conrade, libellum 
Mittas, moxque tuam reppetet ipse domum. 

107. Sno domino iasigni magiatro Hartino Sarmata^ Ad. Veraems. 

£ Zasiana vocat conuiuam Sarmata cena, 
Cum quinta occiduum clauserat hora diem. 

Tu pareto precor, etenim parere necesse est 
Nee graue, teque tuus comitetur Adam. 
XVni Kls. Octobris. 

108. Ad Zasivm. 

Ipse tuis epulis aeeumbam bis vocitatus, 

Nee tibi iam deero, quum tibi nulla negem. 

* Hoc Carmen ist n. 103. ~ ^ Gapietnr ist Gonjectur, da die Schrift 
in der Handschrift, wie noch öfters in diesen Gedichten an Zasius, ganz 
erloschen ist. 



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1 



60 



109. Ad eiiiidem. 

Tene via lassum Juuenale grauem peregrinum 
Hesito, tu dubium certificato anitnum. 

110. Ad eoBdem. 

Bile nichil tumeo, quamuis Zäsium ter her! te 
Quaesieram incassum, predominetur amor. 

Spe totiens lusi Silenum in tempore tandem 
Excipiunt pueri, te quoque captet Adam. 

111. Ad enndem. 

Te curis vacuum prima visamne sub hora? 
Quid menti sedeat, Zasi, rescribe, precor. 

112. Ad eandem. 

Tene post cenam comitante nostro 
Sarmata visam Thetidem petente 
Fulgido Phoebo, decus urbis huius, 

Zasi, rescribe. 
Sin rescribendi tibi denegatur 
Tempus, ast albis alios in aruis 
Jam tuum sulcos aratrum profundit*, 

Verba remitte. 

113. Distichon mira varietate losom, qno sibi alteri Udalrico Zasio 
Friborgensi A. Vera. Themarensis s. p. 

Quam vellem, nostrum, Zasi, iam legerem Juuenalem, 

Forte carere potes, iam mihi mitte precor. 
Copia spectandi foret oh utinam Juuenalis, 

Neu frustrer votis, fac Zasi queso, meis. 
5. Credo operae pretium foret, ut legerem Juuenalem, 

Dum tibi abesse potest, iam rogo mitte, Zasi. 
üt mihi visendi Juuenalis parua facultas 

Sit, cupio votis annue Zasi meis. 
Fac tuus ut nostras Juuenalis visitet aedes, 
10. Me veniente tuam reppetet ipse domum. 
Si tibi non graue sit, Juuenalem tempore paruo 

Mitte, Zasi; redeat, dum tua tecta petam. 
Ut mihi praeuideam, Zasi, mitte precor Juuenalem, 

Ante expectatum iam rehabebis eum. 

^ Darunter geschricbeu „scindit^. 

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61 

15. Non graue erit nostras Juuenalem mittere ad aedes, 
Spero, Zasi, et mecum te petet ipse comes. 
Si graue, Zasi, putas, ego non precor, ut Juuenalem 

Mittas; si mittas, mox reuidebis eum. 
Fac tuus ut accedat Juuenalis limina nostra, 
20. Zasi, rogo haud aberit tempore crede suo« 
Si mihi iam mittes Juuenalem, Zasi rogate, 
Tempore non longo sub tua tecta feram. 
VI Kai. Octobr. 1494. 

114. Ad enndern. 
Ipse hodie frustra Zasi tua limina adiui, 

Post coenam ne iterum sint repetenda, sciam. 

115. Ad. Vemeri Themarensis congratulatoriam dycolon tetrastichon 

choriambiconi super reditn homanissimi firi Iribargenals in Prfssgaa, 

Udalrici Zasli prothonotarii Ininm. 

(4 Kai. Nov. 1494.) 
Salue, fausta dies, Candida calculo 
Albo, foelicium portio temporum^ 
Qua noster superans tot iuga montium* 
Friburgum Zasius redjit. 
5. Noppurgis tenerae clara puerpera 
Prelis, quae patriam prodit imaginem, 
Letare, ecce tui dulce decus thori 

Friburgum Zasius redit. 
En quem viduo frigida lectulo 
10. Incassum niueis prendere brachiis. 
Cum somnus speciem obtulit^, 
Friburgum Zasius redit. 
Arreptis pueris obuia cq^iugi 
Lassum candidulis excipe bra^hüs,. 
15. Dehinc casta labris imprime basia, 
Friburgum Zasius redit. 
Occursus celebri, qui colis hunc locum, 
Laetos tende viro suasibus utili, 
Friburgense decus, protbonotarius 
20. Friburgum Zasius redit. 

^ Darüber geschrieben „rupium". — » Daneben geschrieben „finxerit 
irritam'*. 



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62 

Plaude, ex Sarmatia Scotides inclite, 
Tristis solus Adam deesse tuum gerne, 
Ulricus quam animi dimidium tui 
Friburgum Zasius redit. 

116. Ad diserttssiniQm Tinim et clarnm oratorem et dininnm vatem 

mirandiim, Udalricvm Zasiani nrUt Frilnirgl in Pryigaw Mcrotariom, 

ittneraria vota Ad. Vernhen. 

(In tempestate XIY KaL Nou. 1494 lusum.) 
Jam tuum ^ tanta pietate captus 
Deseres darum* tenerumque nidum, 
Zasi? Nee quicquam retrahet beata 
Vota luentem? 
5. I precor felix, reducique gressu 
Ocyus Victor reuenito saluus, 
Interim diuos faciles in ipsa^ 

Vota trahemus. 
Non tibi sacros hominum deumue 
10. Audeat quisquam violare calles, 
Ulla nee celo moueat sub alto 

Nubila Orion. 
Iridis tristes teneatque nimbos 
Numen et hie clause Borea frementi 
15. Eolus claram Zephiro per auram 
Laxet habenas. 
Hospes immanis niehilum Lycaon 
Nee latro tristet, tibi si benignus 
Jupiter presens aderit deique 
20. Rura colentes. 

Nocte si detur nemori immorari, 
Tum torum ertement Dryades virentem, 
Et feris tutum tibi det Dyana 
Carpere sompnum. 
25. Quem dulcem magis Philomena grata 
Garriens preter solitum susurro 
Inflet, inuisa hinc proeul esto tristi 

Noctua cantu. 
Vota quum diuo luerfe beato, 
30. Ut domum satis reuehi sequundis 

' Hdschft. tuam. - > HdschfL claram. — ^ Darüber steht „Ula"". 



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>i-i^fB.wbir.^> 



Detur, orandum est, pia nee profundes 

Murmura frustra. 
Hoc domus poseit tua perpudica 
Urbsque Fryburgum tibi euncta credens 
35. Acta, quae tractat caiamo notanda, 
Zasi, preeatur. 
Quos foues suasu pater et patronus. 
Tu acer orator, rogitant clientes 
Et neuem Musae tibi federatae\ 
40. Gandide vates. 

Sarmata hoc nostrae rutilum palestrae 
Lumen affectat, tuus hie Adam vult, 
Qui velut turtur viduatus eger 
Te flet euntem. 

117. In chiromavta aGciiMlatorem ipsiis mouae dIsticiMB Ad. Ternh. 
Tolle graues cubitos, oonuiua, rotareque cultrum 
Desine, Ghironion, te tua mensa precor. 

HS. benidm. 

Vah pudeat mensae cubitus onerare tabellai» 
Gultelloque breui Gfaironomanta fore. 

U9. Item. 

Ghironion pigris tabulas en quam grauat ulnis, 
Et conuiua velut bestia prona sedet. 

120. Iten. 

Ecce nouos mores, en Ghiromanta videndum, 
Quam cubitis mensam bestia prona grauat. 

12LIteDL 

Erige colla precor, nostrae mensae accubitator, 
Teque verere leuo Ghiromanta fore« 

122. Rem. 
Perge precor, pulchrum est, sie Ghiromanta videre 
Et pronum cubitis accubitare choris. 

123. In aeeiiMtatoreB mwm dbttfkOB. 

Has onerent mensas, cubitos tolle hinc seabresos, 
Quod stomachum reficit^ Bachus et alma Geres. 

* Darüber getcbrieben „copnlatae^. — » Daranter geschrieben „quod 
Btomacho dulce est^. 



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64 

124. Item. 

Prone quid accubitas mensae? Nichil ipse vereris 
Pacis a tergo pinsere (crede) piger. 

125. Item. 

Pocula cum dapibus en non Acheloia mensam 
Quam curuant, cubitis parce grauare magis. 

126. Item. 

Ne preme plus equo, mensae conuiua, tabellas, 
Tot dapibus curuas tolle precor cubitos. 
(Lnsi haec rogatus a regente bursae aquilae ^ in Fryburg in Pryssgaw 
anno domini 1494 quinto Nonas Octobres.) 

127. DlstichOB ad maglstmm Leonhardiuii regentem bnrsae aquilae ^ 

In Friborg. 

Rustica quae lusit tibi Musa carmina, mitto. 
Excipias gratus, te Leonharde precor. 

128. Panegyris ad doctorem Petnim et priorem moaasterii Betlehemensis 
Tigilantinimiim leydelbergae. 

Ni tua vidissem, doctor celeberrime, facta, 
Quae mire exigxu) construis aere prior, 
Et te dulcifluum celestia verba serentem 

Audissem, quae etiam saxea corda mp.uent: 
5. Humanum ingenium moribundo in corpore et ullam 
Non ego sperassem talia posse manum. 
Dedalus implicito multum insignis labyrintho 

Judice se victus cederet lila videns. 
Ecce latex scatebris Iric lasciuiens, salientem 
10. Se rursum condens euomit ipse lacum, 
Qui varie ^arrit dulei erumpendo susurro 

Et suadet somnum murmure inire leuem. 
Hern quid aperta cano? magis est auctor memorandus, 
. Quo latitans viuam phystula ducit aquam. 
15. Sed quis cuncta, quibus pollet vir, carmine tanget? 
Non mea quae tenui pectine Musa strepit. 
Viue monasterio doctor Petre Betlehemensi 
Nestoris aetatem, sie tuus optat Adam. 

Lusa ipsis Kai. Juli! 1496. 

^ Es ist die Börse im Hanse zam Adler gemeint, lieber dieselbe 
vergl. Schreiber, Gesch. d. Univ. Freib. I, 37. 



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65 

129. Epitaphium Helchioris Trochsess, cortisasi plaralis in beneflciis (1495). 

Rufus eram magnusque dolo sub corpore paruo, 

At me callidior Pluto fefellit atrox. 
A templis pepuli doctos cathedralibus et me 

Exclusit regno Juppiter ipse suo. 
5, Ingenio nostro doctus comes atque sacerdos 

Pellitur, ut puero cederet iste locus. 
Gaudebam vexare alios, sed nobile scortura 

Imposuit capiti cornua sepe meo. 
Non suffecerunt Christi patrimonia viuo, 
10. Jam sedant nostram Tartara nigra famem. 

130. Hymnus snper assnmptione Hariae dinae parthenices.^ 
Virgo transsuperans angelicos choros, 
Jam tandem superis inclita ciuibus 
Aspectanda venis, mirificum decus, 

Salue, digna dei parens. 
5. Te circum radiis lucifluus suam 
Sol stipans dominara lunaque mistica 
Te noscit pedibus Candida sub tuls, 

Salue, digna dei parens. 
Fulges stelligero iam diademate 
10. Et regina poli sceptrigera manu 
Designata potens, carmine nobilis, 

Salue, digna dei parens. 
Tu caeleste iubar, quae reparas diem, 
Solls iusticiae diua puerpera, 
15. Depressos releua, qui tibi pangimus, 

Salue, digna dei parens. 
Placatam sobolem fac petimus tuam, 
Sublimi solio proxima cui sedes, 
Prosit dulci sono gutture psallere, 
20. Salue, digna dei parens. 

Duc nos, virgo potens, quo superi chori 
Te spectant cupidis visibus arduam, 
Ne fatum miseris hoc melos eximat, 

Salue, digna dei parens. 

* Bei dem Titel steht noch : ode dicolos tetrastrophos A. V. Temarensis. 
Primi tres versus sunt Asclepiadei tetrametri, quartus vero Glicouius tri- 
meter. 

Zeitochr. XXXIII. 5 



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66 

25. üni, quem triplicem nomine credimus, 
Sit laus digna deo, dehinc Mariae suus 
Assumptae sit honor, cui resonant chori, 
Salue, digna dei parens. 
Lusum in collegio Heidelbergensi in profesto assnmptionis Mariae. 

131. Ad lectorem distichon (1495). 

Virginia assumptae precor, hoc graue non sit, amore 
Hymnisono Carmen perstrepere ore nouum. 

132. De Bonüne Jhesa. 

Dulce eThesu nomen, quod nemo dixerit unquam, 

Ni gerat in puro pectore pneuma sacrum. 
Omne bonum superas, tu animae basis aenea nostrae 
Et turris, quam vis bellica nulla quatit. 
5. Non adeo redimit gestautem insigne monile, 

Quam Jhesus hymnisona dulcior usque cheli. 
Te rogo peccati nunc obliuiscere nostri 

Per nomen sanctum, quod colo, Christo, tuum. 
Cor mihi finde, Jhesu, cordique inscribere nostro, 
10. Dulce Jhesu nomen, sis mihi praesidium. 

Dum mihi vita comes, benedic me, nomen Jhesus, 

Membraque dum gelida liquerit ipsa mea.' 

III ydus Septembr. 1495. 

133. Ezhortatlo ad cleriim, nt horas canonicas non negligat.^ 
Placatum quicumque deum tibi clerice quaeris, 

Horas septenas murmure funde pio. 
Qui simulare potest, olim duram rationem 
Exiget, et nuUo fallitur asse deus. 
5. Quam misere ipse lues neglecta, luenda memento 
Prouidus, et domino debita redde tuo. 
Tempore redde suo, quae debes; absit, ut unquam 
Te retrahat, vehemens sit licet, ipse labor. 

* Darunter geschrieben: „Vitaque dum membris fi^rit ista meis^. lieber 
fugerit ista steht wieder : „cesserit ipsa**, — ^ Dieses Gedicht steht auch in 
Petri Schotti Argentinensis, patricii iuris utriusque doct. consult. Lucu- 
bratiuncnlae ornatissimae. Argent. 1498. fol. 185. b. Doch lautet v. 3: 
Qui iam dissimulat, olim duram racionem. v. 4 steht ast für et. v. 10 
dagegen ist eris ein Druckfehler für erit in der Hdschft 



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67 

Sic ad Vota tibi succedent prospera cuncta, 
10. Et nunc et gelidum quum tibi corpus erit. 
Horrisonoque tubae nihilum clangore pauesces, 
Sed venies laetus iudicis ante thronum. 
16 Kls. Octobr. 1495. 

134. Ad dinam parthenicen Hariam, cordis nostri specnlum, hexastichon. 
Virginitatis aue speculum candore relucens, 

Purins aetherio te puto, casta parens. 
Te quando aspiciam, rogo talis imago resultet, 
Qua videam faciem pectoris ipse meam. 
5. Teque pudicicia matris säte Christe supernum 
Hoc post exilium visere da speculum. 
IX Kai. Nouembr. 1495. 

135. Ad spec^atorem organi in HeiUpron carmeD. 

Quid miraris hians? Quid suspicis? Ecce canoris 

Dulcisonum , aduena, cernis opus, 

Quo discors votum concordia disparitasque 
Compar in organicis est modulanda modis. 
5. Quid plus quam satis est obtutu herendo Mathei 
Ex Vuingarten* opus conspicis arte nouum? 
Aspice die sodes, die verum, num simile usquam 

Sit? Brentzenreuter illius auctor erat. 
Praesidet is prior hie prouincia, quem sibi nostra 
10. Doctorem egregium relligione colit. 
1495 VII Id. Julii. 

136. Tetrastlchon ad snam Masam, ot renerendo In Christo priori 
domino Jo. BreDttenreirtero praescriptam carmen offerat. 

I latum, raea Musa, patri carmen reuerendo, 

Qui prior et doctor relligione nitet. 
Vir satis humanus te suscipiet reuerenter, 

I precor et nöbis nuncia grata redi. 
Ex Heidelbergo III Id. Julii 1495. 

137. Epitaphlam Eberhard! cantoris. 

Magnanimi illustrem comitatus principis aulam 
Cantor Eberhardus hac requiescit humo. 

^ Vermuthlich das Kloster Weingarten in der Gegend des Bodeiuee'B. 

5* 



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68 

Sta moriture precor toeditans et pro tumulato, 
Qui te praecessit, die Gabrielis aue. 
Obiit 1496 4 Idu8 JuliL 

138. Distichon. 
Hie iaeeo insignis dulci modulamine eantor, 
Die mihi, mi lector, die Eberharde vale. 

139. Ad Joannem Laterbargensem.^ 

Quae de matre dei, nostra spe, carmina, lusi, 
Neu redeat vacuus mulio, mitto tibi. 

Versus fac similes, genitrix te casta iuuabit, 
In Castro Dilgsperg scripsimus ista: vale. 

140. Gannen heroicam in festo annnnciationis pndicissimae dei geni- 

tricis Mariae. 

Per Gabrielis aue, quo exordia prima salutis 
Sunt data terrigenis, quum verbum eoncipiebas, 
Aetemum, genitrix virgo tarnen inuiolata, 
Da miseris veniam, rogo; qui peccasse videntur, 
Fae doleant crimen, da propositum fugiendi. 

141. Sapergloriosissimae Mariae et aetema et temporali conceptione 

Ode. a490.) 

Salue, Stella maris sole micantior 
Lunarique magis sidere Candida, 
Communis maculae criminis inscia, 
Gaude purior aethere. 
5. SaJue, necdum erat terra, polus, fretum, 
Nee flabat Zephirus floriger aut nothus, 
Jam concepta dei consilio patris, 

Gaude, mirificum decus. 
Salue, quae viciis corporeis carens 
10. Es concepta tuae matris in aluulo, 
Pomi vis vetiti nil noeuit tibi, 
Gaude, sie placuit deo. 
Salue, labe carens, ut sata Candida, 
Sic noxam famulis pelle preeor tuis 
15. Neu mens sorde grauis deserat, arduum 
Caelum, casta parens, vale. 

1 Jobannes Herbst aus Lauterbarg im nördlichen Elsass. Vergl. c 
144. 145. 147. 



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142. Sao Jounl laterbnrgensl Ad. Yenienis s. p. d. 

Virginis intactae, quae lusi carmina, mitto, 
Si vacet, illa lege, dulcis amice, vale. 

143. Ad duldssimam virginem Hariam, nt Ulesam rigidamqiie cor pec- 
catoris compassionis vnlnere transfodiat. 

Casta, te summi genitrix tonantis 
Oro, sira quamuis scelerum minister 
Graciam quaerens venioque, cordi 

Vulnera posco. 
5. Jam tuum natum, genitrix pudica, 
Vulnerum riuis video rubentem 
Et meum cor uil dolet, ergo supplex 

Vulnera posco. 
Corpus horrendis tenerum flagellis 
10. Aspera spinisque caput Corona 
Cemo contusum, miser ergo cordi 

Vulnera posco. 
Kegis aeterni crucifixa specto 
Membra, cor dura quoque perforatum 
15. Lancea, supplex ob id ipse cordi 

Vulnera posco. 
Compati discam lacrimosa mater 
Et tibi natoque tuo cruore 
Illito, pro me repetenda cordi 
20. Vulnera posco. 

Per tuum natique tui dolorem 
Te precor, virgo, precibus faueto 
Neu sinas frustra fore, quod petiui, 

Vulnera posco. 

144. Ad. Yenenis svo Joanni Laterbargensi. 

Urbis amator, aue, qui me scribendo salutas 
Buris cultorem, tu dissentis mihi tantum 
Hac in re, similes ad cetera, ceu duo libra 
Quos peperit geminos aequata vel innuba virgo, 
5. Idem nos Studium complectimur, ambo puellas 
Pyerides colimus, Parnasi quas tenet alti 
Vertex sublimis, riuales ergo vocemur, 



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70 

Esto. Concordes tarnen unanimes velut, vna 
Quos genuit mater, nil plus modo viuito fauste. 
Vale ex aerea arce Dilgsberg 11 Eis. Junias. 

145. Carmen heroicvin ad Opim, castae Dyanae pedlsequam, at si 
nomine snnm slbi alternm H. Jo. Herbst Lnterbnrgensem accedat. 

Opis, nympha sacrae delecta ministra Dyanae 
Labere prona polo, ripas quas Neccarus udus 
AUuit, aggredere; rogito mea nuntia velox 
Sis, Heydelbergam te semita ducat in orbem, 
5. Quam colit alter ego Joannes Herbst captus amore 
Pyerio, latices quos Pegasus eliciebat 
Calce cauans terram sitiens, qui libat amoenas, 
Hunc pete cumque salutasti verbis cedo nostris, 
Quid rescribendo versus me cudere inertem 

10. Compellis? qui segnitie modo torpeo Musis, 
Musas posthabeo, quae suo me coepit amore 
Cynthia, pulcra soror Phoebi, sua iam gero certe 
Arma, arcus pharetramque et tela volantia mille, 
Carmina nuUa canam, magis hoc facit ipsa Dyana, 

15. Carmina fingenda tibi commendo, quia tete 
Luminibus placidis Heliconia turba beatum 
Vere respexit, ast Eolio tibi phamam 
Carmine parturiet, quam mors nee tempora terrent. 
Perge iter inceptum fausto pede, dulcis alumne, 

20. Melpomenesque metris tornandis ocia pelle, 
Insuper agnosce, modo quae mihi significabas, 
Perfoeci nee te frustra scripsisse putato, 
Jam valeas fauste, tuus optat Adam tibi saepe. 
Ocyssime ex arce Dilgsperg 4 Kai. Junii 1490. 

146. Ad diaam genitricem dei. 

Salue, Stella maris, saluo integritatis honore 

Sola sine exemplo facta pudica parens. 
Machina te dominam veneratur trina potentem, 

Tanti est nostratem te peperisse deum. 
5. Astriferum inde tuum dyadema insignia regni 

Fert Caput et niuea regia screptra manus. 
Et licet immense bissena nitore choruscant 

Astra, tamen vultu lux tibi maior inest, 



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71 



Sole humeri fulgent crispantibus undique flammis, 
10. Et seruit pedibus Candida luna tui8. 

Presto tibi assistit ^uperum, o regina, minister 

Plurimus et volitat ad tua iussa celer. 
Atque tuus digno te obseruat natus bonore 
Matrem, maternas non negat iUe preces. 
15. Ergo meos ad te, nostram spem, fundo rogatus 
Supplex, quae miseris mitior esse soles. 
Ad te suspiro, solita pietate vocantem 

Audi, qua es cunctis cognita virgo locis. 
Turpi mole premor cordis, releuato fatentem 
20. Crimina, virgineam porrige quaeso raanum. 
Heu pressus iaceo, fac te auxiliante Maria 

Erigar, et stabiles sistere dato pedes. 
Judicis haud timeam ductus tandem ante tribunal, 
Te duce nee vindex terreat ira dei. 
25. Hoc potes et facies, nil spes me lubrica versat 
Et tua perpetuo numina sancta colam. 

147. Ad. Jo. Herbst Uterbnrgensem. 

Has mensae laudes tibi mittit rustica nostra 
Musa, reposcendo quae noua metra canis. 

Monstra Pyerides te nondum deseruisse, 
Antea non visa carmina redde precor. 

148. Benedicite noanm. 

Te precor, alme Jhesu, qui viuus panis ab alto 

Venisti caelo, sine quo nee dulce repertum 

Est nee quid sapidum nee tangere quid decet ore, 

Ni prius imbuerit benedictio caelica mensam, 

5. Has benedic epulas tua donaque, pocula nostra, 

Qui deus es solus et regnas triuus et unus. 

Amen. 
149. Gratias noaam. 

Sumptis muneribus, o Christe, ciboque comesto. 
Quem lex corporea poscit, tibi nostra rependit 
Grates lingua pias, qui cuncta cibas, pater alme, 
Quae viuunt usquam, nostras rogo, suscipe grates 
5. Et benefactoris nostri memor esto, quietem percipiant 
Animae, quas Stix tristissima torquet, 
Per te qui viuis et regnas trinus et unus. 



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( 



72 

150. Ad diaam paerperam carmen herolcum.^ 

caeli terrae potens regina, relictae 
Praesidium plebis, nunquam frustrata, vocatus, 
Ad te perfusus suppliciter, ipse sagittas 
Pestiferi morbi fugiens erransque sub alto 

5. Caelo, confugiens ad te venio, pia mater, 

Spes mea, te rogito supplex tua numina poscens. 
Aspice nos propius gremiumque tuae pietatis 
Pande, precor, genitrix dulcissima, coUige, serua, 
Protege, nos flatu ne pestifer ille nocenti 

10. Aer hie inficiat et mens a corpore cedat, 
, Membraque tantisper vegetet da vita superstes 
Haec, dum contritum labem cor eleuet atram. 
Ast animam celso mundam mittamus Olympo, 
Jam Palatinum totamque domum tibi trade 

15. Seruandam, teneram tarn claram protege prolem 
Atque pium genus hoc, precor, inclita virgo Maria, 
Commendata tibi soboles specialiter illa 
Sit rogo, tum pestem non sentiet hanc fugiendam. 
Lusa in arce Lindenfels 16 Kai. Octobr. 1490. 

151. Epitaphium doctoris Jodoci Eychmano.' 

EQc ego qui iaceo doctor Jodocus. in oris 
Sueuorum genitus Eychman et hie docui, 

Interpres qualis fueram, Germania testis, 
Quae mea vulgata iam monimenta colit. 
5. Phama meam celebrat vitam non ficta per orbem, 
Debita naturae nunc ego morte dedi. 

152. Ad gloriosissimam dei genitricem. 

regina poli, quae radiis nites 
Phoebi lucifluis clara, premens pede 
Lunam, verbigenae mirifico dei 
tartu facta puerpera. 
5. Si iam digna peto, non miserum fuge 
Orantem famulum, spes mea maxima, 
Nobis altra (!) salus nee data, cum prole 
Quam tu, respice me, pia. 

* Auch bei Mone a. a. 0. S. 159. — * Andere Epitaphien auf den- 
selben c. 14—16. 



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73 



Castae matris amor sensibus in meis 
10. Et nati caleat, fac precor, inclita 
VirgD, lingua pias sie retinet mea 

Landes et fngiet dolor. 
Nee da diuicias, pauperiem fuga 
Tantum, quod satis est, sufficiat mihi 
15. Affeetus nimium neu satur eüomet, 
Quod mens hauserit improba. 
Nee me pauperies eogat inops pati 
Ingens obprobrium, deseret arduam 
Yirtutisque viam mens mea conscia 
20. Percurretque deum meum. 

Presta, muneribus quo potiar datis 
Et dandis sapiens, ast timeam magis 
Laeto flagitium, faustus et exitus 
Tandem me maneat precor. 

153. HymBvs de saictisslma Anna. 

In laudes Annae pangimus inclitae 
Cordis plectra, Jhesu chare nepos, moue, 
Nee tu nata canenti 
Desis, easta parens, ehoro. 
Regum progenies, Anna viro datur, 
Infoeeunda diu se sterilem gemit, 
Prolem flendo precatur. 
Nee frustra lachrymae fluunt. 
Promittunt sobolem nuneia celica, 
10. Pregnans iuncta viro deinde puerpera 
Nata prole probatur, 
Per quam nostra venit salus. 
Jesse sie viruit stirps venerabilis, 
Exit virga ferax germine fertili, 
15. Cuius flore refecti 

Vieta morte reuiuimus. 
Hoe partu Joaehim sistere delubris 
Fit dignus, remouens pontificis probra, 
Sie nos Anna nepoti 
20. Puras ferre preces para. 

Gommendes puero, quem pia eastitas 
Natae parturiit, nos preee poscimus. 



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74 



O matrona beata 
Christus nil tibi denegat. 
25. Christo, qui socius cum patre flamini 
Begnat, gloria sit secla per omnia, 
Quem dent conciliatum 
Nobis, Anna, tuae preces. 
Amen. 1494 3 Kai. Februarias. 

154. Ad padicissimam dei genitricem Carmen Sapphicam, at nos ad 
samendum venerabile aacratam dirigat (1490). 

Te precor, Christi genitrix pudica, 
Sis mihi presens veniam petenti 
Hocque pojlutum viciis laua cor 
Tempore sacro. 
5. Labitur nostrae subito salutis 
Tempus et dirae venit hora mortis, 
Nil, nisi tu des, caro nostra menti 

Cedere curat. 
Mundus inuoluit, sua concupiscit 
10. Corpus et fallax laqueos tentendit 
Hostis. virgo, miserum foueto 

Me pereuntem. 

Manna sumendi sacra iam propinquat 

Hora, nee purum satis hanc tremiscit 

15. Cor, rogo tu me famulum benigna 

Dirige mater. 

155. Ad dlaam paerperam. 

Quae similem nescls, o casta puerpera, salue, 

Ex te factus homo prodiit ipse deus, 
Qui mundi tenebras lux vera nitore corusco 

Dispulit et noctem iussit abesse procul. 
5. Abstulit a nobis infectae crimina labis, 

Poscenti veniam spondet amore suo. 
Ergo quis horrebit largam sperare salutem 

A facili puero, quem dedit halma parens? 
Deleat ut labem, venit verbum caro factum, 
10. Expers ne pereat tristis et exul homo. 
Te precor ergo tuae genitrix pia prolis amore 

Et propter matrem te rogo, nate Jhesu, 



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75 



Ne fragilem superet caro propria, mundus et hostis 
Callidus excessus abiiciamque meos. 
15. Crimina lugendi spacium detur rogitanti 

Gorque meum semper flagret amore dei. 
In arce Lindenfels anno verbigenae 1490. 

156. A4 nofttmm redemptorem carmen Sapphieon. 

Mitis bumani generis redemptor, 
Christe, qui nunquam veniam negasti, 
Pro quibus passus (mihi parce) piagas 
Mille tulisti. 
5. Vinctus et pro me (raemoror) flagellis 
Gaesus es, tristique caput Corona 
Ginctus, ut latro crucifixus, balma 

Matre vidente. 
Ergo laus, grates, bonor et potestas 
10. Semper a cunctis tibi sit creatis, 
Qui deus regnas sine fine solus 
Trinus et unus. 
£x Lindenfels. 

157. Ad iBsiKnem Christi militem, sanctiim Sebastlanmn, carmen 
Sapphieon.^ 

Feste quis tutus locus est? et illum 
Turba nunc errans subito petamus, 
Regis aeterni praeelecte miles, 
Pande roganti. 
5. Fila disturbans Lachesis seuera 

Seuit, heu, passim, miserumque morbus 
Pestifer sternit populum peritque 

Sexus uterque. 
Tutus baud toto locus est in orbe, 
10. Gredo, ni tu des, venerande martir, 
Qui potes nobis venenata solus 

Vertere tela. 
Te per bas supplex rogito sagittas, 
Quae tuum torsae biberant cruorem, 
15. Pro Jhesu poenam moriendo victor 
Quando dedisti. 
1 Vergl. c. 163. 



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76 



Ne lues nobis noceat misellis, 
Sub tuo simus clipeo latentes, 
Miles insignisque Sebastiane, 
20. Pestis ademptor. 

Si patri, nato simul et benigne 
Pneumati virtus, honor et potestas, 
Qui deus regnant sine fine et ultra 

Trinus et unus. 
In arce Lindenfels lusum 18 Kai. Octobris 1490. 

158. Insigni magistro Petro Starm. 
Haeret aduc menti vox ultima, clare magister, 
Quae me poscebas mensae laudes repetentem 
Castrum Lindenfels; tua nulla petitio fiat 
Irrita, coram me decet ergo, precor, cape gratus, 
5. Quod tibi mitto nouum cannen, tu primus ocellis 
Spectas, quod precibus poscenti rustica lusit 
Nostra tibi Musa, primus cui dedicat, ipse es. 
Offer id Anthonio Regis ^ precor insuper; ille 
Carmina nostra legat, tua iam reuerentia viuat 
10. Et valeat, fauste Petre Sturm, fautor recolende. 
Ex arce Lindenfels VI Non. Septembris 1490. 

159. a. Benedicite. 
Omnipotens potum nobis benedicat et esum. 

b. Gratias. 

Grates reddo tibi, qui nos, deus alme, cibasti. 

160. Alia laas mensae. 

Vos benedicite iam: deus en gustate, videte, 
Quam suauis dominus, foelix, qui sperat in ipsum, 
Gloria sit patri genito cum flamine sancto, 
Sic ab aeterno fuerat, sie nunc et in aeuum. 

16L Kyrie. 

Oremus: benedic, deus, haec nobis potienda, 
Quae tu donasti propter Christum tibi natum. 
Domine, iube benedicere. Nos accumbere diuum 
Fac epulis dignos, rex inclite, maxime regum. 

^ Dieser Anton König kommt auch c. 7 und 9 vor. 

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77 

5. Est amor ipse deus, in amore manens et in ipso, 
Qui benedicat nos et celos ducat in altos. 

162. Gracias. 
Alme deus, grates agimus tibi iam saturati, 
Duice Jhesu nomen matrisque eins benedictum, 
Quaesumus omnipotens large bona cuncta repensans, 
Qui nobis bene agunt, per Christum cuncta refunde. 
5. Ast animae tristes laeta modo pace quiescant, 
Mulier haud noceat nee mors mala terreat. Amen. 

163. Ad sanctnm Sebastianiim.^ 

Lurida mortiferae terrent nos spicula pestis, 

Diue Sebastiane, respice nos, fer opem. 
lUud amore huius, propter quem plurima passus, 
Poscimus, summi martir amate dei. 
5. Protege nos clipeo, quo tu miles superasti, 
Tum fiet tutus amodo quisque locus. 
Pestifera auerte tua propter tela rogamus 

Horrida, quae membris fixa stetere tuis. 
Neu nos incautos subito inclementia mortis 
10. Sternat, praesidiura luceat enge tuum. 
Sed potius nostram tribuatur claudere vitam 
Tardius et finem prendere posse bonum. 
Lusa in Grutzennach ipso die sanctae Ceciliae 1501.' 

164. Illiutrissimoniiii comitnm Rheni Palatinornm pedagogns Yernerus 
Themarensis sao Jacobo Y. Sletstatensi. 

Virginis intactae noua te cecinisse susurrat 

Fama loquax nuUi carmina visa viro, 
Et Jone digna legi queritur te saepe rogatum 

Condere et immerito carcere scripta premi. 
5. Quid preter solitum precibus non flectere amicis 

Durus? Te fallax spes (mihi crede) capit, 
Custodit Danaen occluso limine turris 

Frustra, et te Minos, Dedale clause; tenet. 
Palladium multo non seruat milite Troia 
10. Solaque prodebant te Amphiaree loca, 

^ Vergl c. 157. - » Dieses Gedicht steht in der Hdschft. Pal. Germ. 
298, fol. 133 der Heidelberger Universitätsbibliothek. 



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78 

Et tu Clara teges semper noua carmina? Phoebum 

Crede prius radios condere posse suos. 
Ergo nouum castae rogitatus amore parentis, 

Quam colis, in lucem fac modo pergat opus. 
15. Fac decus huic terrae quondam insuetum atque negatum 

Prodeat ante oculos (ere premente) auidos. 
Hoc primum videat mirans rapidi accola Rheni, 

Hoc grandi charum Neccharus ere luat. 
Quod dixit tociens Germania barbara tellus, 
20. Tum Latium doctas hie sciat esse deas. 
Sic nostrae fidei splendorem, virginis almae 

Lustrabit trifidus candore in orbe nitens, 
Premia nee deerunt tibi; quam canis, inclyte vates, 

Ipsa dabit manibus Candida virgo suis.* 

165. Ad adolescentem de honesta volnptate tetrasüchnin. 

Non te blanda puer capiat, sed honesta voluptas, 
Quam deus atque graues non vetuere viri. 

Blanda tibi dulci virus sub nectare miscet, 
Infigitque animo spicula dira tuo.* 

166. Ad InstKnem viram magistrum Joannem Richartzhasen, receBsorein 
Gomoediae nonae Joaimis Renchlin. 

Te duce res nostris agitur rarissima terris 

Quondam, o Boma, tuis ludier apta scholis. 
Vidi equidem, et placuit ficti simulatio sexus 

Gestus et innumeros qui salit arte chorus. 
5. Plus tamen interior me significantia veri 

Commouet inque suos ars noua ficta dolos. 
Huic vetus in nostris comoedia cede theatris, 

Jara libeat soccum conspicere arte nouum. 
Nunc ex Germano dabitur spectare poeta, 
10. Mendicata prius quae tulimus Latio. 
Prodeat in lucem saltem et te soUicitante 

Ere premente nouum multiplicetur opus. 

^ Aas Wimpbeling'sDe triplici candore Mariae. S. 1. et a. (Die Vor- 
rede ist datirt aus Speier 1. Mai 1493), auf dem vorletzten Blatt. — Die 
fraglichen Gedichte des Wimpheling auf Maria sind offenbar die in dem 
genannten Werke vereinigten. -- ' Aus der Adolescentia Wympfelingii 
(Argent. 1500) fol. 66. 



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79 



Sic tua, sie nostri crebrescet gloria vatis, 

Quem patria haec genuit, barbara dicta prius, 
15. Cui dea (preter eam docuit quam Sueuia tellus) 
Dat Pallas Unguis posse sonare tribus. 
Viue, vale et valeat nostratis ille poeta 
Phorcensis socco clarus in orbe nouo.* 



II. Briefe yon and an Werner« 

I. 

Lindenfels. 26. Sept. 1490. 

Praestanti viro iaris consnlto, darissimo sno domino, licenciato Petro 
Brechtel in nona ciaitate Ad. Yernenis s. d. p. 

Non potuit se continere nostra Thalia, vir humanissime, 
quin nostrum Augustinum Brechtel, tuum dulcem filium, 
pestiferis infectum, simul et imaturo funere extinctum elegiaco 
carmine defleret. Quanto moerore haec res meum animum 
afficit, quamquam unice ipsum semper amauerim, praescriptis 
carminibus^ quae tristi dictante Caiiioena nuper in arce 
Lindenfels lusi, ipse deprehendere potes. praeclarissimae 
indolis puerum, Pyeridum delicias, totius Germaniae decus, 
tam celeri pede iussam acerbam mortem obire! Cur autem diem, 
studiosissime puer, impia Lachesis tua fila cupit'? Cur Ion- 
giora tempora tete mortalibus vixdum monstratum visere 
aspera fata non sinebant? Sed quid longiora dixi vulgi opi- 
nionem, quum apud mortales longum fore possit nihil, nisi 
quodvirtus ipsa nedum longum, verum etiam eternum efficit. 
Phamam etenim (ut Maro inquit) extendere factis hoc vir- 
tutis opus. At ut nobilius loquar, ante diem moritur nemo, 
sed non omnibus dies idem poeta teste. Stat sua cuique dies, 
breue et irreparabile tempus. Ad quam quisque dum venerit 
metam, attigit. Constitutus unicuique terminus preteriri non 
potest. Quid ergo plus equo insolentes turbamur? Ablatus 
est suo tempore, ne (mundus adhuc in höc seculo nequam) 
superstes ipse contaminaretur. Dominus dedit, dominus abstuMt, 

^ Aus Joannis Reuchiin Phorcensis Scenica Progymnasmata etc. 
Phorce 1508, am Schloss. — * Es sind die oben erwähnton Gedichte 
n. 27—33 auf den Tod des jungen Brechtel. 



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80 

sie domino placuit. Cui prohibere illud datum est? Quid 
ergo aliud quam illud Job. dicamus: Sit nomen domini bene- 
dictum. 

Bene vale ex castro Lindenfels VI Kai. pctobres 1490. 

IL 

Heidelberg. 26. Mai 1495. 

Jacobo^ YOmphelingo)' Sletstatensl, sao domino semper obsemando, 
A. YCembems) Temarensis s. p. d. 

Quod ex multis aliis et me super nouo opere ^ nostri ab- 
batis Spanhemensis postulas, et vidi et legi, quo motus nee 

inuitus ex nostra iam officina tibi 

quodeunque Carmen transmitto ... expectatum, tuum erit rubi- 
gine ipsius carminis antea expurgata tarn pio priori Spanhe- 
mensi, meo obseruandissimo domino, destinare. Vale. 
Ex Heidelbergo Vn Kai. Julii 1496. 

m. 

Mainz. 20. Mai 1493. 

Tbeodoms Gresmimt innior celeberrimo darissimoqae poetae, Ad. Yemero 
Temarensi, principam Palatin. pedagogo sibi qaam obseruandissimo s. p. 

Lectitaui nuper ornatissima grauissimaque earmina tua 
in peruenusti operis magistri Jacobi Vimpflingi Sletstattensis 
de triplici eandore Mariae laudem abs te, celeberrime vir, 
edita. Quae adeo mihi placebant, ut viuacissimam tuam 
industriara non potuerim non vehementer admirari, quafretus 
ea fingas poemata, quae priscorum doctissimorum vatum 
carminibus vi et maiestate non inferiora sunt iudicanda. 
Gaudeat illustris princeps tuus non magis, quod natura tot 
ei dederit bonae spei et indolis filios quam eos hac tempe- 
State natos esse, qua tu artium humanarum eruditissimus 
aura frueris maximoque haberis in pretio, cui ad eonsequenda 
litterarum omamenta traderentur. Sequaturque Philippus cla- 
rissimus princeps tuus Philippum Macedoniae regem, qui 
magna se leticia de Alexandro filio sibi nato aifectum dicere 
consueuerat, maiori vero, quod eum Aristotelis eruditissimi 

1 Hdschft. Jacobi. — > Hdschft. hat blos V. - ^ Dieser kleine Brief 
ist am gleichen Tage geschrieben wie carm. 72. Darnach dürfte das frag- 
liche Werk des Trithemius sein liber de ecclesiasticis scriptoribus sein. 



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81 

pbilosophi etate nasci contigisset, cuius institutione illi^ ad 
sapientiam consequendam aditus pateret, quam rem persepe 
Alexander testatus est, cum se Aristotelem non minus quam 
Philippum patrem amare praedieabat, quod ab illo viuendi, 
ab hoc autem bene viuendi rationem se accepisse diceret. 
Gratulor igitur et prineipibus eins, qui talem habeant ad 
morum integritatem literarumque decus adipiscendum duc^m 
ac praeceptorem. Et tibi, qui in loco haud obscuro, sedtua 
prestantia digno versaris, ut enim tibi eciam ignotus gra« 
tuler, cogit tum tuae vitae grauitas tum bonarum artium 
splendor et amplitudo. Quibus rebus ubi te multorum verbis 
praeditum intellexi, nequiui non plurimum te amare cuperem« 
que maiorem in modum mutuae inter nos amicitiae funda- 
menta literis vicissim dandis stabiliri. Gratissime in futurum, 
si ea me beneuolencia complectaris quam ego, cumulatissime 
prosequar. Si qua in re tibi officio meo obsequi potuero, me 
semper paratissimum offendes. Bene vale. Datum Mogunciae 
XIII Kai Julias anno 1493. 

IV. 

Sao Theoderico Grosemando A. Yemenu Themarensis 8. p. 

Si mihi, quam ad te, charissime adolescens, nuper nun- 
ciam misi, reuenisset Thalia ^ et iam mea iunctis impariter 
versibus altema scripta legeres, cuius absencia quum tale 
carminis genus mihi non succedit, ideo heroico stilo presenti 
Galliopes, quam modo legatam cernis, numine afflatus pro- 
lixius forte quam debui sequentia scripsi. Tuum erit pro tua 
humanitate ipsam maximam Pyeridum excipere veniamque 
inculto scribenti facilis non negare. Bene vale et me ama.* 

V. 

(Mainz.) 24. Aug. 1494. 

PrestaBttssimo docUssfmoque viro, Ä. Yemero Themarensi, siio praeceptorl 

a€ donlBO siBgnlartter precipaeqne colendo Theodericns Gresemmd 

ianior Mognntlaiu s. p. d. 

Bedditas mihi tandem literas tuas^, doctissime vir, auide 
perlegi, quibus expectationem meam de primae nostrae Ca- 

^ Hdsbft. ille. -- ^ Diese poetische Redewendung erJcIärt sich aus 
carm. 73—75. — ' Dieses Briefchen wurde dem cann. 76 als Begleit* 
schreiben beigelegt. — * Es ist Brief IV. 

Z«itechr. XXXIII. 6 



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82 

moenae reditu ardenter susceptam, sed diutürniore mora 
prope coUapsam instaurasti. Spes enim omnis feuisendae 
Musae mihi fere exciderat concidissetque prorsus, nisi mature 
et tempestiue aduenissent literae tuae, quibus sororem tuam 
tarditatis expurgas, quae comiti haud satis tibi spectato cre- 
dita institutum iter neglexerat. Eandem te denuo trans- 
mittere mihi pergratum fuit. Quod autem postremo carmine 
meo Sapphico non respondes, tribuo et occupationibus tuis 
et legum studio, quod hominem totum sibi exposcit. Atta- 
men meminisse debebis officii tui. Solus enim es, qui me ad 
carmina ludenda coegisti, dum ego totiens abs te ad Musas 
inuitatus, pudoris impaciens tandem rusticam et minime 
poesi accomodatam Mineruam peruici, salebras paululum 
aequaui Musis quantulumcunque, id est iter foeci, uec in- 
docta manu cytharam ferire asperosque et incompositos per- 
sonale modos erubui. Facilius enim yidebatur mihi superare 
naturam quam tibi me ad poesim cohortanti quicquam negare. 
Obtestor itaque te per deos imortales, ne cesses ad me sepius 
ludere. Non enim sopitae sunt etate nostra Camoenae, sed 
viuunt viuentque per secula. Id ego carminibus quibusdam 
endecasillabis nuper a me in liaudem operis magistri Ja. W. S. ^ 
de triplici candore beatae Mariae rudi Ijtsl raodulatis decla- 
raui, quae tibi corrigenda mitto. De iis hactenus. Scripsi 
praeterea reuerendo domino episcopo Vormaciensi, vnico tem- 
pestate nostra literatorum hominum asylo; apud eum tu. me 
leuitatis expurga, quod scilicet ignotus ei scribam. Non enim 
hoc temeritas, sed preeipuus erga doctos amor suasit Qui 
profecto, licet ipse sim rudis et bonarum disciplinarum iners, 
eruditos tarnen plurimi facio eorumque familiaritatem maximo- 
pere exopto, ut pote quorum consuetudine possim quandoque 
exuere barbariem. Amicicia enim coalescunt animi, et quod 
uni deest, id ei alterius conuersacione accrescere solet. Ideo 
inuataui hunc virum doctisämum celeberrimum. corporis fortu- 
naeque dotibus foelicissimis preditum ad conuietionem. Uti- 
nam mihi pari animo respondeat. Tu autem, quod literis 
meis ad eum datis deest, verbis tuis suppleto. Lusi ad eun- 
den^ Carmen Sapphicum, quod ad te examinandum transmitto.^ 

1 Es ist Jacobus Wimphelingus Sletstadensis, und das fragHohe Ge- 
dieht des Gresemaad ist abgedruckt unten n. 4. — ^ Dasselbe steht 
unten n. 5. 



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83 

Vale et ine ama. Ex edibus paternis 9 Kai. Septembres 
anno natal. Christian. 1494. 

VI. 

Mainz 26. Sept. 1494. 

Dignissimo eruditissimoqae viro, magistro idae Vernhero Themarensi, 

SQO preceptori et domino colendissimo et obseraandissimo Theodericns 

Gresemtindiis ianior Mogantinas s. d. 

Quae de silentio tuo Musarumque intermissione tecum 
superioribus litteris egi, illa ut etiam carmine prosequar, 
non ab re futurum existimaui, non quod ingenio ineo confi- 
dens tantuni mihi laudis usurpem, ut arbitrer plus me ligato 
quam soluto genere ötationis valiturum, quia dum utroque 
uti contendo, neutri satisfacio, sed quia speraui facilius car- 
mina carminibus elici posse, nisi ad te rusticam meam Ca- 
moenam, praesertim ne in eo, cuius te incuso, ipse delin- 
querem. Quapropter grato animo suscipe hanc incultam 
Musam, cuius votis, ubi abs te fuerit responsum, gratissi- 
mum iucundissimumque apud me beneficium collocaris. Vale 
nostri memor. Ex Moguticiaco septimo Kai. Septembfes an. 
pietatis 1494.^ 

VII. 

Mainz. 22. Aug. 1494. 

lUnstrisaimo principi domino Ladoiifo comiti Palatino Rheni dnciqae 

Banarlae ete. sno domino gratiosissimo Theodericas ianior .fireMflmndas 

Mogantinns s. d. 

Iliustrissime princeps, legi nuper summa voluptate optima 
et elegantissima, quae in diuae virginis Mariae laudem ceci- 
nisti carmina, quibus non modo pietatem religionemque erga 
superos, sed eximium etiam rei litterariae pondus te conse- 
quutum demonstras. Alterura tenellis animis deuota . paren- 
tum integritas infudit, alterum tibi praeceptorum diligentia 
contulit, utrumque, si ut coepisti pergas, mirum in modum 
est profecturura , quod et facis. Audio enim te iäm rei militari 
deditum litteras reliquisse, sed ita reliquisse, ut eas nihilominus 
semper in promptu habeas, sequutus hac in re Alexandrum illum, 
qui in Asiam proficiscens Aristotelem et Callistenem philosophos 
itineris sibi comites asciuit. Itideni et tu fiicis, qui magistrum 
Jodocum Gallum Rubiacensem ^ virum utique doctissimum ac 

^ Dieser Brief war dem unten abgedruckten Gedicht n. 6 beigelegt. 
— * üeber denselben vergl. Ch. Schmidt, histöire litter. de l'Alsace tl p. 40. 

6* 



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84 

integerrimum tibi adiunxisti, ut etiam inter armorum stre- 
pitus illius conuersatione litteratus euadas pulcruni existimans 
Martern fulmineum et ferocem hümanitate litteraria temperare, 
rursus gloriam optimarum disciplinarum studio quesitam ad- 
dito rei bellicae exercitio illustrare, ut nedum dorai, sed foris 
etiatn ceteros omnes aeui nostri principes antecellas et doctis- 
simi viri iuxta praestantissimi ducis nomen consequare. Perge 
igitur, adolescens inclite maiorumque tuorum optimis vesti- 
giis inherens; eum te ostende, quem uniuersi velut unicum 
nostrae Germaniae solem intueri venerarique non immerito 
possint, quod fiet, cum et in litteraria palestra et in tyrocinio 
militari te etiam atque etiam magis quottidie exercitaris. Vale 
ex Mogunciaco undecimo Kai. Septemb. anno salutis humanae 
1494. 

Ceterum lusi adte, illustrissime princeps, incultum quod- 
dam (pro tenuitate ingenioli mei) elegiacum Carmen \ quod 
licet asperum et incompositum pro singulari hümanitate tua 
non aspernabere ac vel solo animo respondebis. Id mihi gra- 
tissimum est futurum. Nescio enim, quid nunc pluris faciam, 
quam ut ea tibi sint iucunda. Quod ubi recepero, maioribus 
olim te ornabo. Modo tuum Theodericum mutua beneuolentia 
prosequare. Vale iterum. 

VIII. 
Heidelberg. 

Sao Theoderico Gresemando, adolescenti stadiosissimo, A. Vemeriis 
Themarensis foelicitatem. 

Quid scribam, mi Theoderice? Nescio, quid scribam. Zelo- 
tissimae sunt Pyerides nostrae, cum nuper ipsis paulisper 
posthabitis vidissent me aliquantulum ardentius iuridicae 
facultati intentum adherere, mox nescio qua puellarum leuitate 
stomachantes animum meum Pyerio animo intepescere sese 
fastiditas suspicabantur, nee mora, quaraquam virginalis mo- 
destia fuit, mihi conuiciantes, si quid essem, numine earum 
illud essem etc. Et post longam et acerbam exprobrationem 
me ingratum et tanquam apostatam execrabantur, qui ver- 
bosis illis iuribus, quae tumultuoso foro prostituuntur, adeo 
inhiarem et multa alia, quae non est iam srcibendi locus, obie- 
cerunt talique salutatione euanuerunt. Vereor, ne olim redeant. 

^ Dieses Gedicht steht unten als n. 7. 



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85 

Hinc coniicere potes, cur tanto tempore nulla Musarum 
mearum ad te missa peruenerit. Tu bene vale et si 
quid super statu tui Adae audire übet, percontare saltem 
latorem modestum hunc virum, magistrum Jo. Swartz, satis 
theologiae litteratum. Humanus est singulariter, singula fide- 
liter edocebit. Iterum vale ex HeidelbergOi 

IX. 
Heidelberg. 6. Mai 1494. 

Clarissimo adolescenti Theoderico Gresemiudo inniori Mogantino 
i. yerahenis s. p. d. 

Quamquam ex tuis litteris, quas quarto Kalendas Maias ob- 
latas perlegi, ipse coniectura coUigo meae responsiuae, qua- 
rum exemplum hie inclusum coram spectas *, super tuarum 
Musarum primiciis ad te iam pridem datae non peruenerunt, 
equo animo feras, precor. Fraude et iniuria nuncii non satis 
probe mihi probati hoc euenit. Quod autem vires ' meas 
nuper a me procul fugat..., solus adhuc desertusque ciuilibus 
(ne dicam verbosis) iuribus vacans quicquam ludere carmini- 
bus tentare non ausim. Vale foeliciter et me ut soles ama. 
Ex Castro Heydelbergo pridie Non. Maii 1494. 

X. 

id. Vernhenis Temarensis Theodorico Gresommido s. p. 

Nihil eorum, quod bonum decet virum, tu optimus in me 
praetermittis, charissime adolescens, et quam mihi Horesti 
Pylades sis, ex tuis scriptis et legi et credo, ipse scis (non 
repetam singula), uti vices nostras nuper tristes indoluisti, 
ita iam mihi reduci postliminioque ...erso gratarunji et 
vehementer nee iis tua humanitate contenta, sed ultra 
hoc me tuis lucubratiunculis, quas mihi gratissimas dominus 
licentiatus Schwartz obtulit, donasti egregie, quibus perlectis 
(inprimis tarnen gratias quas possum ago referre, quum meae 
opis non est) spectatisque, quamquam ego cuncta mirabar, 
etiam amplissimae tuae virtutis prosequendae campum potius 
ad alios (ne gnatonizare videar) et scribendi et praedicandi 
censeo rigidus. Quid memorem noua illa carmina ? adeo pia, 
adeo humana venustaque ut nihil supra; angelici acuminis 

* Es ist das Gedicht n. 77 oben. 



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testes, taceam? nee dubitans tua monimenta olim amplexans 
recognoscam et tandem respondebo Musis placidiori lumine 

me reuisentibus nee credis, quam male me 

offieina iam Musis vacua viees nou red- 

dantur. Si quid tarnen hie videris, meae tuum 

est tarnen et inuentio et stilus nee quiequam propra in eo 
mihi vendieo, quod ita legas velim, ut et tibi rursum postu- 
lanti et mihi Musis abdicanti utcumque satisfactum credas. 
Ceterum de carminibus tuis illustrissimo principi nostro 
Ludouico et domino Jodoco lieentiato Rubiacensi ostentandis 
ut volebas perfeei, sie et in quibuseunque tibi morem gerere 
potero; manda saltem, paratus aeeurram et quam lubentissime. 
Una eum duleissimo genitore tuo vale, Germaniae insigne 
decus. Iterum vale. 

Haee quae puer ille Petrus Guntherus de noua ciuitate, 
mens quondam diseipulus« ad te dat rudimenta, si speetata 
mereantur, rursum vel solitas viees tuas non denegare pro 
tua humanitate et preeor et oro. 

XL 

Mainz. 23. Jan. 1495. 

Doctissimo viro idae Vernhero Temarensi, artiiim et philosophiae magistro 

in Heidelbergensi gymnasio legenti, sao praeceptori ac amico singolari, 

Theodericns ianior Gresemandas Mogantiniis s. p. d. 

Doetissime vir, redditum est mihi nuper lepidissimum 
Carmen tuum^ quo tu meo illi superiori respondes, adeo 
Seite arguteque sirigula illius Archilochia dymetra hypereata- 
leetiea aemulatus es, ut plus gratiae vetera ingeniöse repe- 
tita habere visa fuerint quam noua et vel elegantissime effieta 
adiieere potuissent. Laudo in te solertiam * simulque admiror, 
qui Musarum illeeebris grauiter et Industrie utendo Musas 
repellis, abdieas et ad nos remittis Musamque eogis ipsam 
se poemate exeerari, lieet salibus uti. Quapropter ignosces 
lasciuienti, sed ne prorsus ad elinguem Camoena tua iisse 
videatur, eecini heri apologetieo stilo Carmen, quöd mitto 
eastigandura. Veloei enim ealamo editum est. Potes autem 
tu haud ab simili instituto et dialogice haee mea continuare 
figmenta moestae Musae et a me missae ad te venientis in- 

* Es ist üed. n. 78 oben. — ^ Hdschft. solertie. 

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87 

troducere, ostendere poetas in precio iis temporibus non haberi 
ideoque iuribus nauandam operam; age, mi Adam, et vel 

que Musas alloquaris, hoc Sit, deinde cum sie honeste 

ingenue ac liberaliter Camoenis aliquantiaper 

videat uterque nostrum leges, quae uberiora suis cultoribus 
emolimenta elargiuntur. Preterea spero diis conniuentibus, 
cum paucis post diebus ad Spirensem patriam meam ascen- 
dero, venturum deinde Heidelbergum ad te magistrumque 
Jodocum Gallum Rubiacensem, homiuem doctissimum, visen- 
dos, cui multas ex me dicito salutes. Valeto faustus. Datum 
Mogunciae X Kai. Febr. ann. nostrae salutis 1495.* 

XII. 
Heidelberg. 6r Jan. 1495. 

Stndiosissimo adolescenti Theoderico Gresemnndo ianiori ■ogontliio, 
Nnsanim alamno perdalci, Petrus Gaithenis s. p. d. 

Accepi nunc nuper, admirandae indolis adolescens, et ex 
literis et versibus, quae procaci ex ingenio mirifico stilo pro- 
silueie, te haud parum quae ad scripturae venustatem comoda 
sunt et inprirais necessaria, sapere.* Quo fit, cum literas, 
quas sudantibus neruis elaboratas ad magistrum Adam 
Themarensem , virum celeberrimum meumque praeceptorem 
obseruandissimum, dedisti, cum summo amoris studio et in- 
timo animo aflfectu lectitarem repetensque resumerem atque 
ruminarem. Namque gestiebas in bis literis, ut te haud alie- 
num a viris apprime eruditis reputarem, qui tam in verbo- 
rum elegancia elimatus quam sententiarum maturitate venustus, 
praeterea cum Camoenas tam grandisono carmine agitares, 
non solum te Castalii gurgitis non ignarum minime tacerem, 
veruni etiam bicipitis Parnasi domesticum te proclamarem, 
modo morulam non potui percunctari longius ullam, neu ad 
te carmina, quamquam inculta et rustica, darem. Ceterum 
rogito, ut Musam meam nihilominus rüdem quam agrestem 
non defalces, uno mox alio occurras carmine meumque erga 
te amorem modo initum mutuo ostendas. Vale et me Omni- 
bus in tuis obsequiis mancipatum inuenis. Scriptum ocyssime 
ex urbe Heydelbergo 8 Jd. Januarias anno salutis 1495.* 

* Dieser Brief war begleitet von carm. n. 8 unten. ~ ^ Darüber ge- 
schrieben intelligere. — ^ Dieser Brief war begleitet von carm. 9 unten. 



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88 

xin. 

Heidelberg. 30. Dez. 1493. 

Reaerendo in Cbristo patri ac domino, domino Joanni de Trlttenheym, 

abbati Spanbeymensi optima merito, domino sno sempor obsernando, 

illistrinm principiam comitnm Palatinornm Rheni pedagogns A. Verneros 

Temarensis s. p. d. 

Tot noua carmina tarn fideliter sigillo munita, quibus me 
donasti, reuerende pater, gratissime accepi sepultasque in 
eisdem literas, pariter tuis caracteribus propria manu deara- 
tas, reperi, reclusi, perlegi, in quibus primum, quae te ca- 
piunt negotia, tardae responsionis excusationem ipse credulus 
agnosco, deinde qualiter me rursum hoitaris, si quid lucu- 
bracionis habeam, eciam qualecunque, vel titulos saltem con- 
signatos nouo operi tue de ecclesiasticis scriptoribus forte 
seruientes transmittam. Sane ut bonum virum decet, agis, 
et profecto indignum esset, ubi facultas suppeteret, tuas 
preces repulsum iri. Sed heu nihil, nihil, quod tali libro tuo 
dignum commendes, lucubrasse mihi conscius sum. Paucula 
etenim quamuis adhuc mihi restant, quae rudis mea Musa 
inculte olim cuderat carmina, tamen ad rem forsitan nihil 
pertinent. Partim enim rubigine contacta et deturpata sunt 
situ, partim quoque (fateor quidem) neglegenter conficta, 
partim vero ipse nimia familiaritate fretus his, qui mihi alter 
ego visi sunt, inconsiderate scripsi, partim vero nee longa 
dies nee multa litura coercuit, ante expectatum prodierunt, 
scilicet fortassis lecta, aduc auctoris incuriam detestantur 
dolentque cecos angulos occupantia, nee audent in apertum 
exire. Hinc est. quod pusilla... ego meis scriptis (et si 
quendam mihi non prorsus displicuere) nunquam assentari 
aut quicquam laudis asscribere presumpsi, ne credulum me 
insanus proprii operis amor corruraperet, seduceret et Eso- 
pianae symeae (quae deformem natum ceteris animantibus 
insolenter pretenderat ridicula) assimilaret, frequenter illud 
Aristotelis mente voluens ex ethicorum tractatu potius dicentis : 
Magis enim unusquisque proprium amat opus quam ipse ab 
opere amaretur, si animae particeps esset; maxime vero for- 
sitan hoc circa poetas accidit, ii namque diligunt sua poe- 
mata supra modum et perinde atque filios amant etc. Hinc 
mihi suspicio proprii laboris oriebatur. Quid facerem? Aberat 
mihi iidus censor, qui duros culparet versus, qui incomptis 



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89 

transuerso calamo nigrum allineret Signum, qui ambitiosa 
ornamenta prescinderet et aspera lima ad unguem singula 
castigaret. Quid, facerem? Non spectata carmina tenebroso 
carceri interclusa celaui, ibique hactenus inertes tineas ipsa 
taciturna pascebant pascerentque diucius, nisi eorum ego 
durus tangerer querela totiens in lucem prodire flagitantium, 
nisi tu meorum carminum iam aduenisses redemptor, qui 
iterum meas lucubrationes (ne dicam ineptias) qualescunque 
etiam instanter expetis; vereor itaque, si non vices rependerem, 
qualibus saltem ingratitudinis vicium declinem, foeci itaque, 
quod potui, mittens tibi talia, ut coram vides, sequentia 
scripta, tuo examini subiicienda. Tua sunt, dignissime pater, 
te censorem agnoscant, et ante omnia primum Carmen, nouus 
hymnus, quem in honore sanctissimae Annae iam lusi* te 
desiderante, qui te modo habet lectorem secundum antea 
nulli Visus, nee minus cetera tuam sentiant limam. Ulis utere 
ad placitum nee dubites, verecunda, tiraida parentiaque 
inuenies, audacter argue, emenda compone, suum erro- 
rum fatentur, victas manus prebebunt, non reluctabuntur, 
non rebellabunt. Mihi enim tot innumeris implicito negotiis 
elimandi, emendandi scribendiue facultas iam adempta est, 
nee Pyerides mei ocii testes quippiam aliud quam tempus 
deesse mihi gemunt. quam vellem tuae patemitati inno- 
tesceret coramque quid toto tempore ago, frequenter cerneres, 
tunc inerti ocio me torpere minime profitereris. Nee dubi- 
tarem, ipsa tua frequens operositas me desidiae excusaret. 
Quicquid enim ocii temporisue, sedula illustrissimorum meorum 

principum cura et ludus intempestiue quam indulgens 

forte permittit, totum hoc ciuilia iura, quorum lector in 
Heydelbergensi uniuersitate constitutus, proprium sibi postu- 
laut, vendicant inglutinantque, vix denique contenta sacian- 
tur. Volo tarnen olim, dum maior libertas arriserit, tuae ex- 
hortationis non obliuisci. Tu interea meam negligentiam 
benigne animo tolerare digneris benign issime, precor. Cete- 
rum dignitati tuae tales, quas mihi indigno gratias agis, 
reddo cumulatissime. Presertim ob diuina illa carmina missa. 
quae manuum tuarum monimenta colo, obseruo tuique amore 
plus quam credis reuerenter tracto, quae etquum nuper illu- 
strissimis inclitae indolis meis principibus nonnuUa exponenda 
1 Das Gedicht n. 153 oben. 



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90 

in tui recommendationem et noticiam proposuerim, singulari 
quadam affectione non inmiti complectebantur, qui tuam 
paternitatem mecum (qui te in charitate non ficta ardeo) 
bene valere optamus. Scriptum in Castro Heydelbergensi III 
Kai. Januarias anno virginei partus 1494. 



III. Oediebte von Freunden Werners. 

1. Suis düectis discipalis in Esslingen eoram mornm et disciplinamm 
institntor magister Caspar Honiger s. p. d. 

Lux solemnis adest hilari noua gaudia largis 
Belligione ferens totum cdebrata per orbem, 
Salue, larga dies clamidisque dimidiati 
Conscia, quo astrifero residens se Christus Olimpo 
5. Velatum iactat, hominis dum texerat aitus 
Nudi Martinus. Ergo, studiosa iuuentus, 
Absit auaritia tristis; quis munere largo 
Non celebrare viri tarn sancta exempla beati 
Possit? Adesto, precor, cui presideo, puerilis 

10. Grex, veteri ritu et donis fulgeto paratis, 
Coram ast ante tui vacuis hodie ora magistri 
Non stabilis manibus, festi hoc solemnia poscunt, 
Muneribus certare decet, se quisque priorem 
Emulus en studeat meliori vincere dono. 

15, NuUum bic excusat paupertas: Codrus habere 
Jam valet effusus, adeo est prediuitis anni 
Fructus et autunmi Bacchus ditauerat almum. 
Approperent ergo calathi longo ordine dona 
Rustica, vel lectos saltem de vite racemos 

20. Nuper siue suos matura Cydonia ramos 
Curuantes seu castaneas vel mitia poma 
Qui portent. Forsan si non quae donet egestas, 
Cetera habet gratas fere sie quas Phillis amabat 
Cretae nuces, leti non effundenda Lyei 

25. Munera prospicies. Nostras ante omnia mensas 
Assis anseribus ornes, haec qualiacunque 
Gratus ego accipiam, doni nunc ero immemor unquam. 

U92. 



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91 

2. In landem reoerendi domini Bertoldi arcUpresolis Nogiutiiil Tbeoderici 
Gresmondi imiioris Carmen. 

Antistes Bertolde sacer, spes, gloria, splendor 

Germanis, nostrae es magnae pater patriae, 
Me nuper celebrare tuos Cirrheus honores 

Jussit et in tenera nectere fila cheli. 
5. Si male tensa graui suspirent carmina neruo, 

Da veniam, nostrae est crassa Minerua domi. 
Uranius meritum vates vix promere pean 

Vixque Thrax posset: gloria tanta tibi. 
Progeniem antiquo deducis stemmate claram 
10. Romanaque trahis nobilitate genus. 
Romanas armis praefers et rite columnas, 

Romani es templi firma columna sacri, 
Gallinasque geris, nemo vigilantior est te, 

Nanque agis excubias peruigil imperii, 
15. Maximiliani etiam fidus modo regis Achates 

Res geris eximias pondere sepe pari 
SoUicitoque graues voluens in pectore curas 

Prudenti versas omnia consilio, 
Rebus qui afflictis sapiente mederier arte 
20. Possit, et auferri qui exitiale malum, 
Nee sudorifico concedunt corda labori, 

Ante alios satigis nocte dieque frequens, 
Presertim ut placidae iungantur federa pacis. 

Nam grata est animo semper oliua tuo, 
25. Calcatusque pedem pateris ne bella cruento 

Harte fremant, cui tu sepe moraris iter, 
lUius horrendam rabiem nisi continuisses , 

Cuncta graui nimium turbine versa forent. 
Legiferaeque ferax ager haud Cereri paruisset 
30. Foenore nee multo diua beasset humum, 
Villicus euersis coleret loca deuia tectis 

Erarretque gemens tristia fata miser. 
Milia multa hominum ferro famaque perissent, 

Facta tarnen fierent funeris officia. 
35. Auertit tua sed nunc has prudentia clades 

Auertetque, quoad sit tibi vita comes; 
Sic tuus instanti prosit labor usque periclo, 

Deducas laceram ad litora tuta ratem. 



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92 

Continuent sie longa tibi et pia stemmata Parcae, 
40. Stamina supino vix resecanda die, 

Stamina longeui siiperent tua Nestoris annos, 

Stamina foelici sorte beata fluant 
Post fata aethneo statuarum culmine Olimpi, 

Sub pedibusque tuis aurea et astra raicent. 
45. Pulcraque Teutonicum tibi crescat * phama per orbem 

Et memorent laudes extera regna tuas. 
Tu, deus altitonans, da premia digna labori, 

Premia dent superi syderiferque * polus. 

3. Tetrastichon einsdem. 
Suscipiens nostram, princeps celeberrime, Musam, 

Gresraundi placidus sis memor usque tui, 
Depromptos digito modulos nee sperne tenello, 

Integer ad te animus, rustiea Musa, mihi est. 

4. Theoderlci Gresemundi ianioris Nogantini carmen endecasillaboii de 

reditn Mnsaram et opere magistri JacoM Yimpflingi Sletstatteiisis de 

triplid candore beatae Nariae. 

Sanetas Castalides deas poetae 

Prisci earminibus parum pudieis 

Aggressi violare montibusque 

Deturbare, nephas nimis seelestum, 
5. Curant, sacrilegis locum puellis 

Esse inter iuga dedicata nymphis 

Et Phoebo, satis ultus ille tandem 

Est se, nam subita proreptus ira 

Obseoenas pepulit eitus ehoreas. 
10, Argutas cytharae fides retendit, 

Jussit Pyerides tacere Musas. 

Hine vates siluere totque lustris 

Spreuere Argoliea cheli crepare. 

Hine exaruerat latex Medusae, 
15. Hine nullus fuerat locus Caraoenis, 

At nuper miserata sunt sororum 

Rem indignam agmina, Cynthiumque Phoebum 

Conuenere preces pias ferentes, 

Ad montes liceat redire dulces, 
20. Ut rursus gelidum nemus Dyanae 

1 HdscMt. cresca. — > In der Hdschft. fehlt que. 



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Undas Gorgoneas Pyreneasque 

Valles et repetunt lyram canoram. 

Duices noQ negat has preces Apollo, 

Lasciuos modulos vetat redire. 
25. Hec postquam didicit respersa phama 

Phoebeis referentibusque nymphis. 

Vimpflingus Jacobus dar! Camoenis 

Rursum pristina iura gratulatus, 

Excoepit cythara canens sonora, 
30. Laetus concecinit modis pudicis 

Mariam altitonantis ardui pareutem, 

Teraa quod nitidam serenitate 

Lusit; res placida est magisque multo, 

Quod, Bertolde, tibi beatae praesul 
35. Moguntinae dicauit hoc celebre 

Carmen, tu solita benignitate 

Fretus munera dulcibus rependis 

Donis atqtte doces amare Musas. 

Etemum merito tibi parandum est 
40. Nomen post cineres cado tepentes. 

5. Ad reoerendum dominum Joannem Dalborgium, presulemVormacieDsem, 
Theoderici Gresemandi Carmen Sapphicon. 

decus Phoebi, sacer et sororum 
Sole doctarum venerande Apollo, 
Quos rudis pangit numeros Camoena, 
Suscipe, quaeso. 
5. Nobilem Dalburgia te propago, 
Strenuum virtus facit, at bisulcum 
^ Te beat culmen, meritis rependens 

Premia digna. 
Te iuuant Musae et Pegasi liquores 
10. Atque Pamasi geminum cacumen, 
Vatibus quicquid placet omne doctis, 

Diligis ipse. 
Barbiton tu tendere scis canorum 
Et potes dulcis modulos crepare 
15. Atque amas cunctos superorum ^ vätes 
Plectra mouentes. 

^ Hdschft. superas. 



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94 

Ergo nunc turbae properent dlsertae, 
Quis Caput cingunt hederae sequaces, 
Te suum digno celebrent patronum 
20. Carmine semper. 

Gresemundi te rogitat Camoena, 
Ut benignos in se oculos reducas, 
Quo tuos tandem numeretur ipse 
Inter amicos. 

6. Tbeoderlci Gresemandi ianioris Nogimtiiii Carmen * ad id. YerDheram 
Themareuem, monens lllooi, at Camoenam remtttat.' 

Docte Adam, cui plectra dedit iormosus Apollo 

Threiciamque lyram, 
Ludere cur cessas diflfersqüe remittere Musam. 

Quae tibi missa fuit? 
5. An tu diruptis pessundas barbita neruis, 

Quo modulere nichil? 
Jura legis dicens, haec sunt de pane lucrando, 

Spondet Apollo famem? 
Bissenas höras fert linquens Oceanum sol 
10. Et rediens eodem. 

Omnibus iis tanti pandectas voluere non est, 

Ut numeros fugias. 
Dulcior ac rigides alternat Musa labores 

Correcreatque tuos. 
15. Interrumpe moras diuturni quaeso silenti, 

Exue Pytagoram. 
Nunc cytharae leui transcurrat poUice neruos 

Calliopea manus. 
Ergo piae redeant tandem doctaeque Camoenae, 
20. Ut releuent animos. 

Deliniant mentem curae, ut sie cordis edaces 

Exilio pereant, 
Has mihi si mittas, explebis munus amici 

Officiumque tuum, 

^ Carmen dicolos distrophos constans hexainetro et Archilochio dimetro. 
~ * Carm. 7Ö ist die Antwort Werners auf dieses Gedicht. 



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98 

7. Ad UliistriBsinifim oomitem PaUtinun Bheiii dacemque Baoariae etc. 
Udoaicam Carmen elegiacam Theoderici Crresemiudi iasiorU ■ogantini.^ 

Qui satus illustri genere es, Ludouice, Bauaro, 

Flosque iuuentutis, nobilitatis bonos, 
Cui fortuna fauet praesens, quem nubila pellens 

Ingenii illustrat irradiatque iubar, 
5. Heroum memora foelicia gesta priorum, 

Qui saepe inuictas conseruere manus, 
Hostibus edömitis claros statuere triumphos, 

Parta trophea decus testificantur idem. 
Hos imitare rogo et facies pulcerrima, si quid 
10. Stemmata roaiorum nobilitatis habent; 

Tu modo perge cito patriumque capesse vigoreni 

Robur et infractum, Martia tela cape. 
Pergito, Cyre alacer, Pallas tua cepta secundet 

Inflammetque animos, perge, Neoptoleme. 
15. Ostendas priscas iuuenili in corpore vires, 

Faustis ordire ac indolis auspiciis. 
At strepitus inter Martis non visere temnas 

Scripta poetarum doctiloquosque libros, 
üt sis Augustus, Moecenas esse memento, 
20. Quo tua gesta canant Flaecus et ille Marö. 
Etemum statuant nomen laudemque celebrem. 

Et monumenta tibi non moritura parent, 
Ut tua dinumerent Mauortia bella nepötes, 

PoBteritasque omnis facta vetusta legat. 
25. Clarescens tua sie viuet per saecuk virtus 

Gloria, splendor, bonos lausque perennis erit. 
Ecce Palatini proles Ludouice Philipps, 

Qui maior natu es, roaximus ingenio. 
Hos tibi deprompsit modulos Gresemtlildia Musa, 
30. Et rogat, ut grato susclpias animo. '■ ' 

8. Theoderici Greaeaimdl cvr bodie Msae pbsthal^eantar, cafmen 
apologetioun ad Adam Veradieraai TbeiMtriiiseiiii' 

Quid gemis et faciem lachrimae tibi Musa sereilam 
Obfuscant? Quid edax haec tibi cura sotdr? 

* Dieses Gedicht war dem Briefe n. 7 (vom 26. Sept. 1494) beigelegt. 
— * Dieses Gedicht war heflettet vntidem Brief ii. XI vom 23. Jan. 1495. 



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96 



Me terret tristemque facit tua tristis imago, 
Et sunt te moesta gaudia nulla mihi. 
Musa respondet. 
5. Chare puer nostras, sat erit deflesse dolores, 
Desine rimari, quae mala pectus agant. 
Non potuit nostro Phoebas pater ipse mederi 
Languori nee opem tu puto ferre queas. 
Theodericus. 
Hunc releuabo tarnen, si integram afferre salntem 
10. Posse negor. Quis seit, fortene morbus eat? 
Solabor moestam: quantum velatus amaros, 
Quidue ferant nescis vulnera tecta mali? 
Musa. 
Nulla mihi possunt solamina, nulla mederi 
Pocula, nullae herbae, nulla Medea valet, 
15. Postquam abiit Vemherus Adam tempsitque sorores, 
Qui mihi perdulcis nuper alumnus erat 
Theodericus. 
Illene Adam, cythara quem ardens donauit Apollo? 

Hie mihi perpetua est iunctus amicitia. 
Non spreuit Musas, sed habet sacra munera Phoebi, 
20. Carmen enim nuper luserat ille mihi. 

Musa. 
Nunc parat, est nobis addiscere iura reiectis 

Legibus et totos dedicat ipse dies, 
Qui misere patimur, multos tibi Musa labores 
« Fecerit usque licet, tandem aliena cupis. 
Theodericus. 
25. Zelotypae nimium Aonides, sed semper egenae 
Sepe coli vultis, premia nulla datis, 
Diuidas amplas ciuilia iura ministrant, 
Cum victum tenuem vester Apollo neget. 
Musa. 
Heus hodie solis opibüs mulcetur auara 
30. Gens hominum et pulcra et suauia nulla placent. 
Principibus modica est de doctis cura poetis, 
Muneris et sine spe nee Maro plectra terit. 
Theodericus. 
Munera quin placeant, mihi non suadebit Apollo, 
Muneribus magnis uncta popina calet. 



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97 

35. Poscuntur leuibus lupus et chamaleo ventis, 
Exigit ast hominis venter araatque cibum. 
Musa. 
utiliam redeat Vernherus, ut aspera saltem 

Legum cura modis sit releuanda lyrae, 
Verbosusque cheli concedat Bartholus Orphei, 
40. Sic animi fugiet tristis ab arce dolor. 
' Theodoricus. 

Vade Heydelbergam, haud dubita, pius est precibusque 

Flectitur ac illis (tu pete) pandet iter. 
£x Dobis faustas refer huic soror alma salutes, 
ütque arabi exoptes secula viuat auis. 

9. Theoderici Gresemiudi Nogmitiiii tetrasticlioii ad Adam Ternheium 
Thefflarensem. 

Accipe turbatae suspiria moesta sororis, 
Adam docte, alto qui mihi corde sedes. 

Tu numeris tristem laetis placato Camoenam, 
Non semper modulos iura diserta negant. 

10. Stodiosiisimo adolescenti Theoderieo GresemoEdo ianiori üogiuitinOi 
Niiaanim alamno perdnlci, Petn» Guatberiva s. p. d. 

Maxima Pegasidum, precor adsis, o mea Musa 

Calliope et votis annue queso meia. 
Heus age carpe viam nee sit mora, nam breuis euge 

Matura et celeres flecte per arua pedes. 
5. Nam via tuta patet nulla caligine tetra, 

Ai*dua nee saxis nee scrupulosa petris. 
Hunc preeinge gradum properans, hune arripe gressum , 

(Si graue sit), modulis hoc releuabis iter. 
Ausculta modicis modo, quae tuus optat alumnus, 
10. Et tere mutati marcida rura soli. 

Quid cessas? nihil obstabit, modo p^rge, quid haeres? 

Anne tuo vati parcis habere vices? 
Hem, quaeris quoquo iuuenem haud nosti Gresemundum, 

Quem tenet in tenera pube inuictä decens. 
15» Indole miranda puer hie, virtutis amator, 

Artibus exuberana atque poesis a9iaiis. 
Ingenio praestans, sacro deuinctus amore 

Musarum, Phoebo carmina digna cai^ens. 

Zeitoohr. XXXllI. 7 



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98 



Hunc colit atque fouet studiis Moguncia magnis 
20. Et talem Latium non genuisse gemit. 

Illuc in primis pro me per salutes, 

Opta cum digno die et bonore: salus. • 
Dehinc memora, 3ua dum monimenta stupenda* videntur, 
Carminiß atque libri me mouet ardor amans. 
25. Quare si potis est, rogita se flectere curet, 
Alter ut alterius possit amore frui. 
Et tibi quae referet, sublimi mente recondes, 
Tandem cum venia die redeundo: vale. 
Heidelbergae lusiun 8 Idus Januarifls anno 1495. 

IL Ladoaid comitis PalatiDi RheDi et dacis Baaariae tetrasticbon. 
Ecce Palatini maior natu ista Philippi 

Scripsimus in laudem, diua Maria, tuam. 
Die pie pro i^obis, die leetor, aueto Maria, 
Nee graue pro tenero hoc dieere finge duce. 



IT. Eine Uebersetznngsprobe toh Werner. 

In der Handscfar. 298 (Pal Germ.) der Heidelberger Uni- 
versitätsbibliothek stehen folgende Uebersetzungen von Werner 
V. Themar: 

1) fol. 76-79: „Ist dies bQehlin Ai da genannt durck Adam Wemher 
YOD Themar lieentiatum geteatzscht'^, dem Pfalzgraf Philipp dedicirt. 1502. 

„Das Argument. Alda, ein zarte hübsche jungfrawe wart von eynem 
falschen treuwlosen liebhaber vberredt, ein weg in eynen wilden walt ge- 
fürt, do selbst gefeilt vnd zuletzt jemerlich von synen henden ermordt 
vnd vnbegraben verlassen'. 

2) foh 80->100: „Ycm leben der grossem herm, wie lustig rnd wen 
same vnd ob es besser von eyns schlechten gemeyns manes leben sye, der 
on gewalt, on oberkeyt vnd on vnderthan für sich vnd im selbst lebt, eyn 
schöner dyalogus, frag vnd antwort des alten philosophi xenophontis.' 
Dem Churfürsten Philipp gewidmet, „durch mich Adam Wemher von 
Themar Hcentiaten gedeutzscht**. 1502. 

3) Rosuita. fol. 101— 122. „Ein hübsche comedia Abraham genant 
in lateiynischer zungen mit schönen lieblichen Worten von eyner cristlichen 
poetin, gewest ein closter jungfraw Rosuita genennt vs teutzscher nation 
ein Sächsin geboren künstlich beschrieben^, dem Pfalzgrafen Philipp ge 
widmet. 1503. -^ Am Schlüsse steht: „Qeteutzscht durch mich, Adam 
Wemher licentiaten vnd geendet of mittwochen nach Valentini anno 
domini 1503.'^ 

■ Hdschft. stupeiida 



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9d 

4)' fol. 125—126. Üebersetzung der achten Ecloge des Vergil, eben- 
falls dem Pfalzgrafen Philipp gewidmet. Am Schluss steht „geendt 1502^. 

5) fol. 127—129. üebersetzung der zehnten Belöge des Vergil. Am 
Schluss stehet 1502. Bei dieser Ecloge fehlt die Widmung. 

6) fol. 130—132. üebersetzung der neunten Satire desHoraz, Pfalz- 
graf Philipp gewidmet. Am Schiasse steht 1502. 

Üebersetzung der achten Ecloge des Vergil. 
Egioga. Zu eren vnd gefallen dem durchlüchtigsten hoch- 
gebomen fursten vnd herrn , herrn Philipsen pfalzgrauen by 
Ryn, hertzogen in Beyern, des heiigen römischen Rychs ertz- 
truchsessen vnd churfürsten etc. raynen gnedigsten herrn ist 
disse achte egioga eyn rede der geysshirten des hochberümbten 
poeten Virgilii in synem buch genant Buccolica durch Adam 
Wemher licentiaten geteutzscht. 

Argument. 
Disse egioga sagt im ersten teyl das jemerlich, hertzlich, 
senlich clagen des hirten Damonis, desshalb das syn biile 
Nysa den hirten Mopsüm zur ee nam. Im andern teyl be- 
zaubert der Alphesibeus in der person eyner hexan den 
schönen hirten Daphnim, das er sie lieb gewinne vnd vss 
der Stadt zu ir komme. 

Der anfang vnd yngang des poeten. 

Wir wollen singen das liet der zweyer hirten Damonis 
vnd Alphesibei, ob der sich das vihe verwundert vnd syner 
weyde vergessen, do sie zankend vrab die wette süngen, auch 
die luchse sich ob solchem gesenge entsetzten vnd die flies- 
send Wasser in irem lauf verändert synt still gestanden, disser 
zweyer Damonis vnd Alphesibei liet woUen wir singen. 

Du, keyser Auguste, es sye joch dastü itz zihest vber 
das steynacht gebirge des grossen wftssers Timaui oder schief- 
fest joch an dem eusserten ort des Illirischen meres, oh got^ 
Wirt auch immer der tag kommen, das mir werde gebtiren 
dyn gescbiechte zu beschryben; ja, nim war, der tag wirt 
komen, das ich dich werde durch den vmbkreys der ganzen 
weit vsbreyten vnd bryssen, wie wol dyn gediechte alleyn 
dess hohen poeten Sophocle wirdig, von dir ist myn anfang 
vnd ende, entpfahe diss gediecht vss dynem geheysse ange- 
fangen , lass gescheen vnd verheng das diss epphauwen krenzlin 



930033/» 

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^^^^'r^ 



100 

dir zii eren vnder den sickhaftigen lorber vmb dyn heubt 
kriche. 

Der, kalt schatten der nacht was küm vom himel gewiechen 
vnd lag noch der thäuw dem vihe fast angeneme, do sich der 
hirt Dämon an eynen Hinten oelbaum leynet vnd finge also an : 

Dämon. 

Stehe vf, hüi doch, du morgenstern vorkommend den 
nerend seligen tag, so ich betrogen vs der vnwirdigen lieb 
myner gehoflften hussfrauwen Nyse mich beclage, vnd doch 
die götter (wie wol ich, als sie mir selbst zügnis geben, 
nichts schafft) itz sterbend in myner letzten stunde ausprech 
vnd rüffe: 

Fähe an mit mir Menalisch vers (vnd * gesatzt stücke) , o 
du myn pfeif. 

Der berg Menalus hat alleweg ein rüschend klingende 
wald vnd widerhellend kinbeuwen^ Er höret auch alle weg 
der hirten lieb, auch (der hirten got) Pana, der mit erst die 
falschlütende pfeifen nit mocht dulden. Fähe an mit mir 
menalisch vers, o myn pfeif. Nysa wirt dem Mopso geben, 
was werden wir liebhaber nit hoffen? Es wirt nü dar zu 
kommen, das die gryffen werden zun pferden gespannt vnd 
in künftiger zyt die forchtsamen gems mit den hunden zur 
trenk komen. O Mopse, mache neuw breutkerzen. Man fürt 
dir here die hussfrauwen. du husswirt, würf nüss vs, dir 
zu gut verlesst der abetstem den berg Oetam, das dester 
beider nacht werd. 

Fähe an mit mir menalisch vers, o myn pfeif. Nysa, 
die du hast vberkomen eyn man, der dyn wol wert ist, dwyl 
dir keyner gut genüg was vnd dir verachtet vnd verhässt, 
myn pfeif, myn geysslin, myn rüwe augbraen vnd myn langer 
menlicher bart, meynestü noch, das nit irgets eyn got auch 
vf vnsere vergengliche ding acht hab. 

Fähe an mit mir, menalisch vers, o myn pfeif. Ich hab 
dich, Nysa, mit dyner mütter, als dli noch kleyn wärest, 
in vnserm garten gesehen tauwicht epfel abbrechen. Ich ging 
euch vor, vnd als bald ging ich in das dritt jar nach dem 
eylften. Ich was so lang, das ich von der erden mocht die 
swachen est erreychen. So bald ich dich ersähe, o wie ent- 

1 Darüber steht: das s^t — ^ Eienbäame, Fichten. 



101 

setzt ich mich ! wie wart mir so seltzam vnd schir * ge- 
schwonnen, so fast bename mir der vngluckhaftig irsal der 
lieb sinn vnd witz. 

Fähe an mit mir, menalisch vers, o myn pfeif. Nu weyss 
ich, was die lieb ist, die aller rüwesten berge Ismarus vnd 
Rodope ader die eussersten vnmenschlichsten vÖlker Gara- 
mantes haben diss kind weder vnsers geschlechts nach ge- 
blüets in den harten wetzsteynen geboren. 

Fähe an mit mir, menalisch vers, o myn pfeif. Die grim- 
mige lieb bracht darzü. das die mütter (Medea) ire hende mit 
irer eygen kind blüt bdleckte, blutgirig vnd freysam bistü du 
mütter. Ob aber dise mütter freysamer? Ader diss kind vn- 
gestümer sye? Diss kind (ich meyne die lieb) ist vngestüme 
vnd mütter bist nit miner freysam. 

Fähe an mit mir menalisch vers, o myn pfeif. Nu wirt 
auch selbst der wolf die schaf flilien, die harten eychbaum 
werden gülden epfel bringen, der erlenbaum wirt mit der 
edeln blümen narcisso blüwen, die heyde wirt vs irer würtzel 
die feysten hartz electra switzen , die nachteuwel werden zan- 
kend mit den (sterbenden) schwanen vmb die wett singen, 
(der hirt) Titirus wirt syn (der hochberümbt herpfer) Orpheus 
vnd Orpheus im wald wirt syn vnder den merewüdern Arion 
vnd Arion vnder den merewiddern im mere wirt syn Orpheus 
im Wald etc. 

Hartfelder. 



Briefe Jacob Sturms, Stettmeisters von 
Strassburg. 

Bei dem lebhaft erwachten Interesse für die Geschichte 
des Elsasses wird die Vergangenheit der alten Bischofsstadt 
und ruhmreichen Republik Strassburg stets ein Mittelpunkt 
und Hauptgegenstand historischer Studien bleiben. Hier ver- 
lässt die Forschung den rein localen Boden, seit Strassburg 
in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für das deutsche 
Culturleben eine hervorragende Bedeutung gewinnt und mit 
der beginnenden Reformation die Interessen des evangelischen 
Deutschland und Europa auf sich zieht. Die grösste Zeit 
ihres politischen Lebens aber knüpft sich an den Namen 
ihres grössten Bürgers und Staatsmanns — an Jacob Sturm. 



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102 

Eine eingehende Darstellung seines Lebens und bedeutungs- 
vollen Wirkens ^ bleibt für den Historiker noch eine ehren- 
volle Aufgabe und eine schwierige zugleich , die nur auf Grund 
eingehender Studien der Reformationsbewegung und der Stel- 
lung Strasaburgs zu ihr gelöst werden kann, wenn sie Sturms 
politisches Wirken in seiner ganzen Bedeutung und nach allen 
Seiten hin beleuchten will. 

In einer für das evangehsche Deutschland und vor Allem 
das Oberland wichtigen Frage wollen es die beifolgenden dem 
k. Staatsarchive zu Marburg '^ entnommenen Correspondenzen 
thun. Sie betreffen das Schicksal Wirtembergs, das nach 
einem glücklich ausgeführten Feldzuge des Landgrafen Philipp 
von Hessen seinem Stammesherzoge Ulrich wiedergegeben 
und mit ihm dem Protestantismus befestigt werden soll 

Der erste der Briefe führt uns noch mitten in den Krieg ; 
der Landgraf naht sich siegreich den Grrenzen Oesterreichs 
und die Frage ob ein Angriff auf die Erblande Ferdinands 
rathsam oder nicht, wird dem weisen Rathe des Strassbur- 
gischen Staatsmanns zur Entscheidung vorgelegt. 

Die weitere Correspondenz ^ (I — IV) , der Briefe Phüipps 
an den Magistrat von Strassburg und Sturm beigegeben, be- 
rührt eine Clausel des Friedens von Cadan (29. Juni 1534) 
nach welcher „Sacramentirer und Wiedertäufer** von den Er- 
rungenschaften des Nürnberger Religionsfriedens (1532) aus- 
geschlossen sein sollen, eine Bestimmung, welche in ihrer 
Zweideutigkeit gerade die Strassburger mit ihrer freiem 
und vermittelnden Theologie zu beeinträchtigen scheint. 

Die Briefe zeigen uns besonders das innige Band, das die 
Oberländer an Philipp und das wieder gewonnene Wirtem- 
berg festknüpft. 

Wie energisch aber gerade hier Jacob Sturm seine evan- 
gelische Politik verfolgte, beweisen uns die beiden letzten 
Briefe aus späterer Zeit. Die Zukunft des Evangeliums in 

^ Bis jetzt kann nur auf Baumgartens Kectoratsrede'über Jacob Sturm 
verwiesen werden (Strassburg 1876). In einer Jenaer Doctordissertation hat 
F. A. Stein (Jacob Sturm, Stettmeister von Strassburg. Leipzig 1878) eine 
Biographie Sturms gegeben, die ohne jede neue Forschung längst be- 
kanntes fleissig zusammenstellt, aber als ein allzufrüher Versuch an schwerer 
Arbeit beurtheilt werden muss. — ' N^ I, IV, V u. VI unter den württemb. 
Akten, II u. III unter Religionssachen (1532-39). - ^ Vergl. auch den 
Brief Sturms an Philipp bei Sattler württemb. Herzöge in, S. 114. 



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103 

Wirtemberg scheint ernstlich bedroht. Noch unversöhnt steht 
Herzog übich seinem Sohne gegenüber, ein unseliges Miss- 
trauen erfüllt ihn gegen den jungen katholisch erzogenen 
und von katholischen Fürsten beeinflussten Prinzen Christoph. 
Nach dem Tode Herzog Uhichs, an dessen Sturz Bayern schon 
längst vergeblich gearbeitet, steht ein Rückfall zum alten 
Glauben nach allgemeinen Befürchtungen bevor. 

Dies die Verhältnisse, in welchen Sturm sein entscheidendes 
Wort mitredet, auch als Gesandter an Herzog Christoph selbst 
thätig mitwirkt und in den Nachkommen des wirtembergi- 
schen Füfstenhauses das Evangelium zu erhalten und äu be- 
festigen sucht. 

Dr. J. Wille. 



I. 
Starm an Landgraf Philipp d. 22. Mai 1534. 

Durchleuchtiger hochgeborner fürst, genediger her! E. f. g. 
syen min underthanig dienst zuuor. Genediger her! E. f. g. schrey- 
ben dorin sy mins ratz * , do mitt man ein bestendigen fridden 
erlangen mochte, hab ich empfangen und were e. f. g. mins 
geringen Verstands zu wilforen zum höchsten geneigt, alz 
der wol ermeßen khan, vurs^ nitt allein e. f. g. sonder allen 
euangelischen stenden und der gantzen teutschen nation 
doran gelegen sein will. Ich khan aber by mir allein zwen 
weg gedencken: Den einen, das e. f. g durch verner kriegs- 
handlung das gegenteyl dohin tringe sollichen fridden zugeben 
oder anzunemen, der ander, das mitt den jhenen, so dem 
euangelio anhengig und sonst dem land Wirtenberg gunstig 
oder geseßen, ein verstand und buntnuß uffgericht, dorauff 
das kriegsvolk geurlaubt, aber die hauptleut und furnempsten 
dorunder in bestallung mit wartgelt erhalten, biß durch under- 
handlung und genaden gottes der fridd erlangt wurden mocht. 
Nun will aber der erst weg, daz man weyter angreyffen solt, 
by mir uß vill Ursachen gar abscheulich und kheins wegs zu 
raten seyn, als der vil unrats mit ime bringen wurde, dan 
do durch kay. Mt. ander chur undfursten, so erbeynigungen 
mitt dem hauß osterreich haben , zu hilfif und rettung getrungen 
wurden. So musten des kunigs erblande, die in disem handel 

* sc begeren. — ^ sie! (was) 



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104 

still geseßen zu ir selbst rettung, all ir vermögen doran 
strecken, wie ich auch verneme das die Beheym in disem fall 
zusag gethon haben sollen. Deßhalben die jhenen so e. f. g. 
schon gunstig, erschreckt und abgestöUet und zu besorgen, ein 
gantz verderbnuß teutscher nation folgen wurde. So ist der 
ander weg mit der bundtnuß auch scbwurlich zu erlangen. 
Dweyl die stend des bundts das landt Wirtenberg uff so vill 
practiken des konigs nitt wollen in bundt namen, do mitt 
si sich nitt des kriegs, so sy in kunfftigem besorgten teyl- 
hafftig machten, ist zugedencken, es werden die selben und 
andere vill minder sich ietz dohin begeben, do der krieg 
schon gewißlich vorhanden; so mage e.f. g. der kriegs kosten 
halben kein lange underhandlung liden, derhalben ich in der 
Sachen gantz irr und zu klein verstendig. Do mitt abere.f.g. 
spur, das ich ehr min torheytt derselben eroffnen dan gar 
nichts schryben wolle, wer min eynfeltig beduncken, ob dis 
nitt ein weg were, das e.f.g. durch mittel personen by beyden 
Churfursten Mentz und Pfaltz oder andern anrichte, das sy ver- 
stendigt wirden, wie e.f.g. wo sy nitt fridden erlangen mochten 
fürt zu drucken gedechten, was unratz, verderbnuß und scha- 
den sollichs teutscher nation bringen wirde, wer gut zu er- 
achten, do durch sy zubewegen, das sy sich ernstlicher und 
furderlicher underhandlung undernamen, und das sich e.f.g. 
mitt allen sachen also schickte, als obsy fürt rucken wolle, 
doch nitt angriffe und den wie verhofflich sy oder an- 
der sich der Unterhandlung underfingen und aber nitt also 
furderlich als e.f.g. notturft und der kriegskost erfordert, ein 
bestendigen fridden erlangen mochten , das doch zum wenigsten 
ein stillstand disen ietzigen summer oder ein benampter zeyt 
betadigent wirde, acht ich, wer by dem kunig zuerheben* und 
e. f. g. in ansehung villerley Ursachen vill ehr dan das sy fürt 
zuge an zu nämen. Doruff mocht e.f.g. das kriegs volck urlou- 
ben, die haubtleut und doppelsoldner in bestallung under- 
halten, hette ich do für, so der stillstand usgieng und schon 
der fridde (das ich doch nitt hoffe) nitt erlangt, e.f.g. mochten 
gar mitt geringem kosten, dan ietz beschehen das kriegsvoUc 
wider zusammen bringen, mittler weyl auch des styllstands 
den andern wege der bundtnuß halb für die band namen, der 
alßdan villicht ehe dan ietz zuerlangen. Dan solte e.f.g. wyter 
greyffen, besorg ich, wirde by denen so e.f.g. guts gönnen, vil 



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105 

Schreckens und abfals und dem kunig, so des lands Wirten- 
berg halb hilffloß, vill zufals und hilff bringen und wirde die 
kay. Mt. getrungen, iren bruder nitt zuuerlassen, der sich 
sonst villicht des lands Wirtenberg halb ietz nitt so hoch 
annamen wirde. Diß min einfaltig und dorecht bedenckcn hab 
ich also e.f.g. uff deren begeren underthaniger und getreuer 
meynong nitt wollen verhalten , die gott der almechtig , uff den 
e.f.g. fumamlich in allem handel sehen wolle, glucklich be- 
warn und zu synen eren erhalten geruhe. Datum freytags 
den XXII. des monats Meyen 1534. 

II. 
Landgraf Philipp an Bürgermeister nnd Rath von Strassbnrg d. 13. Jnli 1534. 

Unsern gunstigen grus zuuor, ersame, erbare weisen, 
lieben, besonderen! Wir tragen keinen zweiuel, ir habet ver- 
nomen, daz die Sachen belangend die spen in der religion, 
die königliche wal in der person konig Ferdinandi, unsers 
gnedigen hern vnd oheimen, und daz landt zu Wirtenberg 
durch den cardinal und ertzbischoff zu Mentz und hertzog 
Jeorgen zu Sachsen unsern lieben hern, oheimen und 
schwehr gütlich vertragen sein. Und derhalben so geben 
wir euch, als denen wir besonder guts gönnen, gnediglich zu 
erkennen, daz die bede Sachen, der königlichen wal und 
des landes zu Wirtenbergk halben uff mittel und wege ab- 
geredt sein, die wir achten underhalten, daz sie beden 
teilen auch dem heil. rhom. reich erlich und nutzlich seien. 
So sein die sachen der religion uf mas vertragen, wie ir in- 
ligend habt zu vernemen, und dweil dan der almechtig got 
die Sachen also zu gutlichem vertrag und zu einem gemeinen 
frid in theutscher nation geschigkt, so sollen wir gott billich 
lob und dangk sagen, sonderlich darumb daz wir. in sachen 
unser christlichen religion belangendt unangefochten bleiben 
sollen, wuchs wir für hoch nutzlich achten und halten. Der- 
halben auch ydermann hinfür daz wort desto freier annemen 
und bekennen mag, der Zuversicht ir werdet darin euers 
teils auch gefallen haben und dafür achten, daz wir hirine 
nicht alleine uns sondern auch uch und andern gedynet 
haben, ündwiewol darin ein wortlin , „Sacramentirer" befunden, 
wuchs villeicht etlichen für beschwerlich angeseen mocht 



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werden, so wissen wir doch wol, daz ir uch dartzu nicht, 
sondern far Christen bekennet und vom sacrament und 
nachtmal unser lieben hern Jhesu Christi vil und erlich 
haltet. Ob es aber bei imands in einen misverstandt solt 
getzogen werden, als wir uns nicht vermuten und uch 
deßhalben anfechtung begegnen, so wisset ir vormals unser 
gemutt, und wie wir ein andter geneigt gunstig und ver- 
want sein. Das wollen wir, ob got will, stet und unverrugkt 
halten und mit sampt hertzog Ulrichen zu Wirtenbergk, 
unserm fruntlichen lieben vettern, uns gegen uch keins wegs 
bewegen lassen, noch auch in allen gerechten Sachen von uch 
nicht setzen oder sondern. Das sollet ir uch zu uns, als zu 
sonderm euern gnedigen hern endlich versehen und wir 
versehen uns auch zu hertzog Ulrichen deßgleichen und 
hoffen, es soll im hinfur durch diesen vertrag im heiligen 
reich frid und ruhe entsteen, dartzu auch wir sonderlich 
gern ratten, helffen und furdern wollen. Das weiten wir uch 
besonder gnediger meinung nit verhalten. 
Dat. den 13. Juli 1534. 

Derselbe an Sturm, (dat. ut in litt) 

Als wir auch aus euerm nehern schreiben vermerken, das 
ir des worts „Sacramentirer" , so im vertrage verleipt nit wol 
zufridden seit, im zweifFel, das es der Stadt Straspurgk so 
man den frutel ersehe, zu nachteill reichen mocht — daruf 
wollen wir euch gnediger meynung nit verhalten, das wir 
desselbigen wortleins halben, den verstandt widder euch nit 
nemen mögen, dan ir seit ye mit uns in eynung und einer con- 
fession des glaubens, und ob gleich ein ander verstandt darin 
gesucht wolt werden, so ist es doch gut gewesen das wir in 
den vertragk gewilliget haben, auß denen vrsachen: ob wir 
schon den nit angenommen, so hette doch der churfurst 
von Sachsen sich hinther uns hin mit dem konige vertragen, 
wie wir dasselb mit seiner lieb brief , sigeln und handzeichen 
beweisen können. Weil wir aber nu mit im vertrage begriffen, 
und man etwas durch denselben vertragk jegen euch deuthen 
und practiciren wolt, so mögen wir alwege zu euerm besten 
dorin handeln und euers teils sein, das uns sonst benomen 
were. Derhalben vast gut, das wir den vertragk also ange- 
nommen, und haben keinen zweiffei, es werde der sorge nit 



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107 

bedorflfen, dann wir solliche deutung oder verstandt widder 
die von Straßbargk noch andere stedte, so in unser yenung 
sein, versehen mögen noch wollen. Das weiten wir euch gne* 
diger meynung auch im besten also zuerkennen geben. 

DerseBe an Sturm, (d. ut aap.) 

Auch lieber Jacob Sturm, ich schick euch hieneben die 
Spaltung ein artickel des sacraments betreffen, da lat mich 
eur gemut furderlich uf wissen. Mir ist angezeigt, das her- 
zogk Ulrich euch und andern zu raidt frage, ob er den vertrag 
ratificiren sol, ist derhalb mein bith, wolt dahin reden, das 
der herzogk den vertrag halt, dan solt solchs nit gescheen 
ist gewißlich, das der herzogk den krieg habben und kan ich 
im uff den fal des nit haltens nit helffen, dan ich hab den 
vertrag zugeschrieben. Was unrads darus volgen wurde, so 
der herzogk allein bekringt, ist zugedencken. Dut darumb wie 
ich euch getrau, das wil ich in gnaden erkennen, und so der 
herzogk beim landt pleipt und in ein genunglich possession 
endhelt?, ist euch allen oberlendern nit ein geringer trost. 
Es kan auch wol durch Wirtembergk, Hessen und die ober- 
lendischen stet so wol ein christlich verstendtnus und die 
fast nutzer ufgericht werden, dan die itzige ist, aber für 
allem mus herzogk Ulrich denvertrag halten, an das kan ich 
mich mit ime in weiter verstentnus nit einlassen. 

m. 

Landgraf Philipp an Starm. Gassei 13. Jali 1534. 

Lieber besonder! Dweill wir wissen, das du unser sach 
gut meyhest und ane zweivel verlangen tregst, uflf was 
massen der hochgeporn fürst her Ulrich hertzog zu Wirtem- 
berg und wir mit rhom. königlicher m. vertragen seien, so 
schicken wir dir hiemit ein copei solichs Vertrags mit gne- 
diger beger, du wollest den mit fleiß lesen; so achten wir, du 
werdest daraus befinden, daz solicher vertrag nicht allein 
hertzog Uhrichen und uds, sondern auch teutsch nation und 
dem heiligen reich erlich und nutzlich sei; und wiewol daz 
wortlin „sacramentiren" darein gefligkt, so achten wir doch, es 
treffe uns oder unser gonner nichts an, die sich dartzu nicht 
sonder für from chrii^ten bekennen. Haben auch deßhalb den 



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108 

von Straßburg geschrieben , wie du als der furnemste vnder 
wol erfaren wirdest, mit gnedigem beger, du als einer der 
wol verstehn mag wie es in solichen vertragen zugeet und 
daz solich wortlin zu disputiren dismals oder auch itzt nicht 
von notten ist, wollest solichs bei understen (?) dingen zum 
besten wenden, und dieweil nu uuserm freuntlichen lieben 
vettern und gevattern hertzog Ulrichen an redlichen getreuen 
und verstendigen leuten vil gelegen ist, und wir sein sach 
ye so gern gut sehen weiten als die unsern, auch wissen 
daz sein lieb ein sonder neygung zu dir tregt, so werden 
die von Straßburgk und du hertzog Ulrichen und uns ein 
sonder gefallen ertzeigen und uns bede inen mer dan vor 
verwandt machen , so du dich in seinen dienst vor einen hoff- 
meister oder andern befelhaber nach gelegenheit seins regi- 
raents thun wurdest, und so wir solichs von dir verstehen 
mochten, weiten wir es mit seiner lieb furderlich handeln 
und uns versehen, dir ein erliche condicion zuerlangen, 
darin du denen von Straßburg nicht minder, dan so du bei 
inen bist und bleibst, dynen mochtest, gnediglich begerendt 
du wollest solichs von uns gnediger meynung verstehn und 
umb unser willen darin verwilligen. Daz wollen wir umb die 
von Strasburgk und dich in allem gudten und genaden be- 
schulden und begeren, dauon deine anthwort. 
Dat. Cassel den 14. Juli 1534. 

IV. 
Sturm an Landgraf Philipp. Stattgart 13. Angast 1534. 

Durchleüchtigter , hochgeborener fürst! E.f.g. seyen mein 
underthänig dinst mit vleyß zuuor bereyt. Genediger her! 
E. f. g. schryben sampt der instruction und rathschlag hab ich 
empfangen und verlesen und ist nitt one, es hatt m. g. h. 
hertzog Ulrich des Vertrags halber min ratt und gutbe- 
dungken hierin auch zu hören begert; dweyl aber der handel 
etwas schwer und mynen verstand zu hoch, zu dem im thun 
und lossen vill daran gelegen, so hab ich s.f.g. undertheniglich 
dafür gebotten, doch da neben nitt underlassen s. g allerley 
geferlichkeyten anzuzeigen, wo s. g. den veitrag nitt ratificiren 
solte, doch die sach s.f.g. und andern hoherns Verstands zu 
er wegen geben. Daneben hab ich was e.f.g. tur die von Eßlingen 
geschriben auch verstanden und das e.f.g. ye vermeint wir 



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im 

sollen vnß des wort* nitt irren lassen, es gang uns nit ane, 
das hoffen wir auch. Wir müssen aber sorgen, das unfe der 
konig und der underhandler, gott woll, nitt yemants mehrer 
mitt disem wort wollen gemeint haben, und so sy iren vor- 
theyl ersehen, wir wollen oder nitt, unß under diesem namen 
uberzucken. Ich hoff aber , gott der herr soll es genedigküch 
furkhomen. Daneben sez ich in khein zweivel, e.f.g. werd sich 
irem erbieten nach hierunder genedigMich und fürstlich halten 
und sich von unß nit trennen lassen. Hie mitt will ich mich 
e.f.g. als meynem genedigen hem gantz underthaniglich be- 
uolhen haben, die gott der her in langwiriger, gesüntheytt 
und glucklicher regierung wolle gefristen. Dat. Stuttgart uff 
donrstag nach laurentii 1584. 

E.f.g. underthaniger gutwilliger Jacob Sturm. 

V. 
Jacob Stvrm an Landgraf Philipp, d. L Deeembar 1SS7. 

Durchleuchtiger hochgeborner fürst! E.f.g.seyen mein- under- 
thanig gutwillig dienst zuuor. Genediger her! E. f.g. schreyben 
Wirtenberg belangen, hab ich empfangen, verlesen, und dar- 
auß vermerckt, was e.f.g. hievor graue Georgen ^ heurats 
halber mitt Meckelburg gehandelt, woran auch die sach 
ersessen, daneben auch, dweyl durch graue Georgen beheu- 
rathen dem euangelischen handel nitt geholff^ mag werden, 
vernommen was e.f.g. hertzog Cristoffels^ halb gesucht, was 
ir auch für antwort worden und das die Sachen also standen, 
das sy nitt woll wissen mögen, wie beyder Sachen halb ferner 
ansuchen fuglich zu thun seye. Aber sollichs unangesehen 
seyen e.f.g. uff mein gethon erinnern und für sich sefos ge- 
neigt, zu hertzog Ulrichen zu schicken und bey sinen f.g., so 
gut sy es machen khonnen, handien zu lassen, so« baM sy 
sich entschliessen mog«i, wie sollich sach zum fuglfchsten 
anzusinnen seye, mitt genediger beger, ich wolle e.f.g; mein 
bedencken, wie sollichs mitt besten fugen beschehen mochte 
zuerkhennen geben und wie dem euangölischen handel an 
dem ort zu helffen sey. Nun gn fürst und her! ich khan uß 
e.f.g. schreyben nitt anders abuemen und verstoß, dan» das 

' Sacrainentirer. — » Bruder Herzbg Ulrichs. — ^ Die Cowespon- 
denzen in Betreff der Verhcirathting Herzog Cbristophs g^enke ich anderü 
Otts mitzotheilen. • i. .1. 



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110 

dieselb bey den Sachen, vor und ehe ich geschriben, weyters 
und besser dan ich und also nachgedacht, dorin auch den 
vleyß, muge und arbeyt angekhört haben, das wo man uff 
ihenem teyl furderung der eren gottes, erhaltung sins euan- 
gelii, wolfartland und leut, auch aller deren, so es getreulich 
und woU meynen, darzu e.f.g. bewißne guthaten und beharrlich 
getreu gemüt ansehen wolt, man die Sachen nitt also ersitzen 
oder mit rauhen antworten abschlagen solte, derhalben ich 
woU gedenckhen khan, das e.f.g. Ursachen genug hette, den 
handel audi gott dem herm und der zeyt zubeuelhen. Dweyl 
aber e.f,g. wissen, was am handel gelegen und hieuor auch in 
ettlichen Sachen, do man zum ersten gar nit wolt, doch zu 
letzt bewilligt, so wer nachmals an e.f.g. mein underthanig 
bytt, sy weiten in der Sachen, nitt abstone, sondern durch 
aUerley Ursachen, die e.f.g. woll im handel finden werden, 
m. gn. hem hertzog Ulrichen underston zu persuadiren, die 
gefaßte Ungnade und.argkwon fallen zu lassen, dan ich be- 
sorg sonst uß allerley starcken Vermutungen, wo es lenger 
also ston solle bleyben, hertzog Cristoff werde durch armut 
und. desperatioB dohin getrungen, das er die mittel, die im 
von sinen vettern den fursten von Beyern angebotten werden, 
und nitt allein von beyern sonder von den geistlichen und 
irem anhang vorlengst practicirt sind, anneme und bewillige, 
die er, so er bey sinem vatter gnad und vatterlichen willen 
haben möcht, sonst ußschliege, und sich uff dises teyl und in 
unser eynigung begebe. Wo dan e.f«g. über hievor angekhorten 
vleyß bey dem vatter ietz auch nichts erheben möcht, acht 
ich gentzlicb da& die sach durch e.f.g. an den churfrusten von 
Sachseoft und also nachmals an gemeine stende zu bringen 
were, ob man durch gemeine bandlung und ansuchen den 
vatt^ dohin bewegen möcht, das seine f. g. deren land und leut 
und aUer der^nigen so es treulich meinten, nutz und wol- 
fart were, Mittler weyl wer aber von nöten, das e.f.g. bey dem 
sone bandelten, domitt er sich nitt uff des gegenteyls fur- 
schl^ bj^ebe, dan wie man mich bericht, soll man am selben 
ort nitt feyren. So gött daneben ein rede, als ob disen ver- 
gangnen sotvuner zween pundt gegen und wider unser ver- 
stentniß selten uffgericht sein, doch auch allein, wie sy fur- 
geben, defensions und gegenwers weyß, der ein im oberland 
dorin ko. maj. mitt allen behemischen und österreichischen 



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111 

landen, alle fursten von beyern und alle bischoff der selben 
landsart gesessen, der ander im niderland, dorin kay. mt. mitt 
allen börgündischen niderlanden, . der hertzog von Gülich, 
Lutich und alle andern bischoff der landtsart gesessen. Nun 
kbundt ye kein fuglicher ansproch im Oberland gesucht 
werdra, dan im fall so hertzog Ulrich abgienge, oder bey 
seinem leben , so er synen sone also on ursach nitt begnaden 
oder mitt notturfftiger underhaltung versehen wolte, den sone 
in das land mitt wider uffrichtung des babstumbs zu setzen. 
SoUichs mocht als furkhomen und ctom gegenteyl dise ge-* 
sdiwinde practike gebrochen werden, so hertzog Ulrich wolt; 
dan durch e. f. g. underhandlung die mittel woll zu finden , durch 
welche e.f.g. versichert wurde und das nitt besorgen durfft, 
das er sorgt, welche sorg und gefor, die sein genad gern ver- 
hüten wolt, durch den weg, den s. g. fumimbt, gemeret und 
so es schon nitt by seinem leben, doch gewißlich nach sinem 
tode erfolgen wurt, mitt grossem nachteyl und schaden aller 
deren, die sin gn. treulich gedient; wurde auch wenig veiv 
stendig und vernunfftig diener geben, dan jedermann den fall 
scheuhen wurt. Graue Jörgen verheurathung belangen, ist 
woll war, wie e. f. g. schreyben: der Sachen des evangelii wurt 
do mitt nitt geholffen, es mocht aber do durch ein te^l lands 
bey dem euangelio bleyben , zu dem, wo er erben uberkhöme 
und hertzog Gristoff kbeiner, das land Wirtenberg mit der zeit 
uff die selben erben khommen. Dan das e. f. g. schreybt, es 
stund noch sorg darauff , ob in der kinig mitt dem land belehe- 
nen wurde, acht ich, diweyl er und sine erben wermog der 
evection des furstenthumbs und gemeinen des heyligen reichs 
lehenrecht durch den Cadanischen vertrag nitt mögen ußge- 
schlössen werden, es wurde bey den euangelischen und allen 
frommen richstenden der weg wol funden, wie sie vor ge* 
walt geschützt und bey recht gehandthabt wurden. Derhal- 
ben wo e.f.g. nochmaln in diser Sachen aucb ettwas guts mocht 
bey hertzog Ulrichen ußriohten, thätte sy dorin auch ein nutz 
gut werkhe. Wie aber die saclmi foglichen wider anzufahen, 
weyß ich diewege nitt anzuzeigen, allein das ich bytt, e.f.g. 
wollen umb der eren gottes iwd gemeins euangelischen hau- 
dels willen sich mitt ungeschickten und ruhen antworten nitt' 
abwisen, matt oder unlüstig machen lassen , sonder fürt und 
fürt, oportune und importune wie man sagt anhengen. Ob doch 



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U2 

gott gnad gebe, das der man verstünde, das die Sachen alle 
ime und den seinen zu- nutz, eren, wolfart und gutem geschihe! 
Ich stell auch in e. f. g. bedencken, wo der nutz und wolfarth in 
nitt bewegen wolt, ob im die sorgnuß und gefar, so im doruflf 
stott, für zu bilden were, dan ich sag in der Wahrheit, wurt 
s.fcg. mitt deren sone nit verglichen, so hatt Beyern souill ge- 
legenheytt des adels im land, der prelaten, ettlicher nach- 
baureu, so auch zum teyl des geraenen maus im land halber, 
das er mit dem namen hertzog Cristoffs vill zu weg bringen 
mag und hertzog Ulrichen in die gefar setzen, das s.f.g. nitt 
wurt wissen mögen, wem sy im land vertrauen dorffe oder 
solle, uß welchem mißtrauen folgen wurd: lichtüche verende- 
rung der rate, amptleut, diener, uognedige erlaubnissen, ge- 
fengknissen, peinliche befragung, stroffen, dorauß dan kheia 
gut ende folgen msige! £s mochten auch e.f.g* bey sinen f.g. 
erkhundigen ujoid begeren , was doch sein entlicher rattschlag 
und bedencken wer sins sons halber, und wie er, so er den 
son uff die beymsch seyten also trybe, dem unrat(?) und der 
gefar zu begegnen gedecht, wurde on zweivel uß dem selben 
e.f.g. so vill befinden, das es der sachen undinstlich und sin 
f.g. deren land und leuten do durch nitt geholffen, sonder die 
selben viU mher in grossere gefahr gesteckt wurden. Mir 
fallet auch ietz ein schriben in, wo ye m. g. h. hertzog Uhich 
uff sinem iurnemen also besten und sich weder durch e.f.g. 
noch gemeyner stend ansuchen bewegen lassen wolt, ob nitt 
zufurkhomenung solUchs unrats, gemeine stende oder der 
m^erteyl dersielben insehens hett^, uff die weyß, das der 
jung hßYtzog ein zeytlang bey jemants diß teyls erhalten^ 
wurde, und das dieselben «tende bewilligten ein benampte 
SQBoana gelts all jor s. f. g. darzuleyhen, welche er, so er zu 
land und leuten kheme, bezalen solte; doch muste in 
alwi^g in der jachen nitt zu lang verzogt wanden , domitt 
Bayern und sin anhang »itt vorkhemen, dan zu besorgen, diß 
lest mittel sey durch Beyern und sin geistlichen anhang vor- 
langest auch bedacht und im hertzog Cristoffel angebottenr 
worden. Das alles hab e.f.g. ich also allem der sachen verner 
nach^ugedenken, wie sy uß hohem fürstlichen verstand weyß^ 
und kha^, miderthaniger getreuer^ und in geheym unangezeigt 
nitt wollen lassen^ underthanigklich bitten, e^ f.g. wollen. mir 
dfiß mm lang uageordent und eyl^uds. schreyb^ gened|gk]ich 

' seit. Meinung. 



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113 

ufl&iemen, der sachen weyter nachdenken und sich also er- 
zeigen, wie ich weyß, das sy one das für sich selbs zuthün 
geneigt ist. Das bin ich gantz unterthänglich zu verdienen 
urputtig und willig. 

Straßpurg samstag den ersten decembris 1537. 
E. f. g. undertheniger 
gutwilliger 

Jacob Sturm. 

VI. 

Starm an Landgraf Philipp, d. 14. JqU 1540. 

Durchleuchtiger hochgeborn er fürst genediger herr! E»f.g. 
seyen mein underthanig dienst zuuor, genediger herr! 
Ich acht, e.f.g. seyen nun mher bericht, uß was Ursachen mein 
g. her hertzog Cristoff von Wirtenberg uff sins hern und 
vatters erfordern gen Riehen weyler nitt khomen ist, nämlich 
dweyl es der konig zu Frankreich nitt für gut an- 
gesehen, ime auch sollichs miCraten, dorzu nit erlauben wollen, 
über das er, hertzog Cristoff. sollichs bey dem konig zum un- 
derthanigsten gesucht und gebetten; dweil er nun des konigs 
diener und sich der konig erbotten, er wöll sinem vatter 
schreyben, das er die sinen zu ime, hertzog Cristoffen, gen 
Bergarten in Luthringen schicke, hatt er dem konig gefolgt 
und nitt vermeint, das sin her vatter sollichs also beschwer- 
lich uffgenommen und verstanden solt haben. Nun ist aber dorauß 
erfolgt, das er, m. g. h. hertzog Ulrich, zum höchsten erzürnt 
worden und die sach dahin verstanden, das der abschlag nitt 
von dem konig, sonder von hertzog Cristoffen herkhomen, 
welcher ime nitt vertraue und sollich schreyben bei dem 
konig practiciert und uß bracht, derhalben sein f. g. ime hertzog 
Cristoffen ein gantz ungenedige rauhe schrifft zugeschickt, 
dorume er ime solliche mißtrauen zum höchsten verwist und 
alle khünftige oder verhoffenliche handlung abschneydet. Uff 
solliche schreyben hatt hertzog Cristoff ein gantz underthanige 
entschuldigung gethan, erbeut sich noch male, wohin in sin 
her vatter bescheidt, zukhommen, mag leyden, das er bey 
dem konig die worheyt erkhundige, wird sin f. g. erfaren, 
das die besuchung des ernenten blatz von ime nitt uß miß- 
trauen underlassen, sonder allein on sein ansuchen von dem 

Z«U8chr. XXXIII. 8 

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^^F?;^^ 



114 

konig mißraten sey worden, ist also antwert von sinem hern 
vatter warten. Nun besorg ich, es werd m. g. her hertzog 
Ukich ine antweders on antwort lassen, oder vill ein rauhre 
antwort dan zuuor geben und alle verner zusammen kunfft 
oder handlung abschlagen. Soll nun sollichs beschehen wie ich 
mich nitt woll anders vermuten khan, und der vatter also 
in Ungnaden gegen dem sone beharren, trag ich nitt wenig 
fursorg, die nott werd hertzog Cristofifen tringen anzunamen, 
das er bißhiehar ufigeschlagen , auß welchem dan vilerley nach- 
teyls unser religion und allen derselben verwanten mitt der 
zeyt erfolgen möge, und villicht das ihenig, so m. g. her hertzog 
Ulrich zu furkhomen vermeint, zum höchsten gefurdert wer- 
den ^ dan unser widerwertigen fyren * nicht und gedenken der 
Sachen verner und weyter nach, dan m. gn. her hertzog Ulrich 
meint. Dem selben allen , so uill gott gnad wolt geben, vor zu 
sein, hab ich gedacht, dweyl e. f. g. durch iren alten marschalckh 
Herman von .der Malsperg vill in diser Sachen mit hertzog 
Ulrichen handien lassen, ob e.f.g. den selben erstlich zu hertzog 
Cristoflfen, welcher noch zu Bergarten ein zeytlang bleyben 
und uflF femer antwortt von sinem vatter warten und onbe- 
schwert sein wurde, an ein ort umb Straßburg zu ime zukho- 
men, abgefertigt betten, do mitt er hertzog Cristofien munt- 
lich hören und mit im von der sach notturflftiglich reden 
mocht, darnach sich zum alten hertzog verfugt hett und mitt 
allem vleiß bey ime gehandelt, ob er die sach zu einer an- 
dern zusammen khunfft hett bringen mögen. Es khonte auch 
villicht nitt onnutz sein, ob er der marschaick hertzog Ukichen 
gesagt hett, was zu besorgen, wo er in der ungnad gegen 
dem sone verharren wurd, und das sin f.g. eben das begeg- 
nen mocht, das sy dodurch zufurkhomen vermeint; dan solt 
sich ein unrug zwischen den papisten und euangelischen im 
reich, da gott vor sey, zutragen, khonte man ime hertzog Ul- 
richen durch khein wege ein grossem abfall im land machen 
dan durch das man inen den sone zu geben anbitte, so er 
dan in Ungnaden, wer zu besorgen, er solte es ehe annemen 
dan wan er in gnaden were, wie e.f.g. lichtlich zu bedencken 
haben, wiewoU, so vill ich verstand, hertzog Cristoff sollichs 
gar nitt im sinne hette; nichts destweniger sind wir alle men- 
schen und all stund enderlich. So thun sollich unverschuldt 
Ungnaden wehe und verwandelt sich zu lange gedult gern 
' feiern. 



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115 

zuletst in ein ungestümmigkeit oder Verwegenheit, sonderlich 
so die hoflfnung der besserung zerfeit und hinnweg genom- 
men wurde. Ich hett woU mögen leyden, der jung hertzog hette 
den platz zu Bichenwyler besucht und dem fconig nitt gefolgt, 
aber das ist geschehen und nitt meher wider zu bringen; so 
sind auch vill Ursachen, worumb der sone scheuhens gehabt 
möcht haben, nämlich die hefftig und höchst verklagung, so 
der vatter über ine vor dem konig gethon und über sine 
entschuldigung und höchster erbietten ime nitt geschrieben, 
das er derselben zufridden, sonder, als er ime den platz be- 
nent, den briue also angefangen: Sone Cristof, wir haben die 
vermeinte entschuldigung empfangen u. s.w., one einiche zuentbie- 
tung einichs grüß oder anderem, dorauß er vememen hett mö- 
gen, das die vätterlich ungnad ettwas sich gemiltert hette. Was 
solte er nun thun, do es ime der konig also über sein zum 
andern moll ansuchen mißriett? solt er khummen sein und 
wer die sach mitt dem vatter unuertragen Blibben, hett er 
vilUcht den konig auch erzürnt, wer also zwischen zweyen 
stulen nidergesessen; diß und anders mochte der alt mar- 
schalch sin f.g. anzeigen und versuchen, ob die sach wider vif 
gute baue mocht bracht werden. Dises alles zeyg e.f.g. uff der- 
selben verner nachgedencken und Verbesserung ich in bester 
und getreuer woUmeynung ane , gantz underthaniglich bittend, 
sy wollen es genediger meynung auch also uffoemen und den 
Sachen nachgedenken und mit Schickung des marschalcks 
oder uflf ander weg , die sich dohin richten , domit khunflftig 
verhutt, so uß Verzug des handeis entstone mag, furkhomen 
und verhinter werden möcht; wes auch e.f.g. gedachten, das 
hierin furzunemen were, dozu ich meins geringen Verstands 
helffen mochte und ich desselben verstendigt, wdt ich mitt 
willen und gern thun, und hab es e.f.g. unterthaniger woUmey- 
nung (deren ich zu dienen geneigt bin) nitt wollen verhalten. 
Dat. Darmstatt montag den XHII. JuU 1540 
E.f.g. unterthaniger 
williger 

Jacob Sturm. 



8* 

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116 



Eine Enndsehaft über das adeliche Her- 
kommen der Familie Ton Wolfart. 

In unserer Zeitschrift III. 247 wurde bereits mit der er- 
forderlichen Vorsicht und unter Hinweisung auf den verdien- 
ten Localhistoriker Weizenegger^ erwähnt, dass das Adels- 
geschlecht derer von Wolfurt (Wolfurth, Wolffurth) eine räthsel- 
hafte Geschichte habe. Es soll nämlich im 13. Jahrhun- 
derte die schottische Familie M' Dewr the Wolf wegen poli- 
tischer Verfolgung ihr Vaterland verlassen und sich sowohl 
in Italien als in Deutschland angesiedelt haben, wo dann — 
wie das möglich war, ist freilich nicht gesagt — ihr Name 
in Wolfesford und Wolfurt übergegangen sei. Auf die Prü- 
fung einer so wunderlichen Sage werden wir uns nicht einzu- 
lassen haben. Archivrath Bader hat, a. a. 0., S. 480 und 
247 bereits festgestellt, dass 1278 und 1295 ein Rudolfus de 
Wolfurt (miles) in Salemer Urkunden genannt wird und dass 
der Stammsitz des im 14. und 15. Jahrhundert oft erwähnten 
Geschlechtes am Eingang des Aachthals eine Stunde ober- 
halb Bregenz liege, woselbst sich in der That das Dorf Wol- 
furt mit einer Burgruine befindet. Dagegen ist die Angabe, 
dass der im Rheinthale gesessene Zweig 1530 verschwunden 
sei, nachdem er die Stammburg Wolfurt an den vertriebenen 
Abt Kilian von St. Gallen vermiethet habe, ^ nicht ganz richtig, 
denn wir kennen noch, zum Jahre 1609, einen Junker 
Laux von und zu Wolfurt, welcher auch Brüder hatte und 
das Amt eines fürstbischöflich Constanzischen Eaths und Ober- 
vogts der Herrschaft Bohlingen ^ bekleidete. Dieser Laux von 
Wolfurt war nun aber wegen seines Herkommens angefochten 
worden. Man hatte gesagt, es seien seine Voreltern keine 
rechten Edelleute, sondern reich gewordene Holzhändler ge- 
wesen und als solche, unter Bekleidung bürgerlicher Aemter, 
in Bregenz zu Rath gegangen, ein Vorwurf, welcher damals, 
was der Junker von Wolfurt auch selbst andeutet, wegen der 
Lehensfähigkeit, eine materiell empfindliche Seite gewinnen 

^ Vorarlberg aus den Papieren des in Bregenz verstorbenen Priesters 
F. J. Weizenegger, heraasg. von M. Merkle. Innsbr. 1839. — ^ Ild. v. 
Arx Gesch des Kantons St. Gallen II, 571. -- ' bei Badolfzell. 



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117 

konnte. Was die, vom finanziellen Standpunkte aus betrachtet, 
ebenso wichtige Stiftsfähigkeit betrifft, so war dieselbe nicht 
beanstandet. Vom Domcapitel in Constanz wenigstens hatte 
man gegen das Herkommen der Familie nichts einzuwenden 
gehabt, denn ein Sigmund von Wolfurt, vielleicht ein Bruder 
des Laux, war 1594 Domherr und 1601 sogar Domdecan 
daselbst. Derselbe soll 1621 gestorben sein.^ Um sich nun 
möglichst zu decken , begab sich Laux nach Bregenz und er- 
wirkte daselbst vom Stadtrathe eine ausführliche Kundschaft, 
über das Herkommen seiner Familie, welche in besiegeltem 
Original^ vorliegt und hier in genauem, vollständigem Ab- 
drucke folgt. 

Die Kundschaft, ein in seiner Art eigenthümliches Instru- 
ment, verdient es publicirt zu werden; nicht sowohl wegen 
der durch sie gesicherten genealogischen Thatsachen, sondern 
als ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Ahnenproben. 

Dass sich Junker Laux eine solche Kundschaft geben 
lassen musste, scheint allerdings darauf hinzuweisen, dass sein 
— die freilich noch nachzuweisende Abstammung von den 
alten Wolfurt vorausgesetzt — schon im 13. Jahrhundert 
genanntes Geschlecht etwas in Abnahme begriflFen war. Da 
er aber vom Magistrat zu Bregenz von und zu Wolfurt ge- 
nannt wird, so darf man wohl annehmen, dass er in dem 
betreffenden, jedem Mitgliede des Rathes wohlbekannten Dorfe 
damals noch begütert war. 

In erster Linie war es ihm darum zu thun, durch ein 
durchaus authentisches Zeugniss nachzuweisen, dass jene von 
Wolfurt, von denen er abstammte, niemals zu Bregenz, als 
Bürger dieser Stadt, im Rathe gewesen seien oder öffentliche, 
städtische Aemter bekleidet hätten, was man bekanntlich, in 

1 Eiselein Gesch. der Stadt Constanz S. 260. Auch Weizenegger II, 
349 kennt diesen Sigmund von Wolfurt als Domdecan in Constanz und 
Kanonikus in Eichstätt und cimmt an, derselbe sei, 1529—1530, zugleich 
mit zwei Brüdern, deren Taufnamen er aber nicht angibt, Besitzer des 
Schlosses Wolfurt gewesen. — * Das Orig. gehört zu den Roth von Schrecken- 
stein 'sehen Familienpapieren und fand sich in der Gutsregistratur zu Billa- 
fingen vor, wobei es wahrscheinlich vermöge der 1674. Juni 1. erfolgten 
Aufschwörung des Job. Paul Roth von Schreckenstein, Domherren zu 
Constanz, gelangt sein dürfte, indem sich unter dessen Ahnen ein W^ol- 
furt befindet. Vergl. Constanzer Wappenbuch Fol. 47 im G. L. A. lieber 
diese Handschrift unten. 



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^■s-y^jy*»^ 



118 

jener das Wesen des Adels recht gründlich verkennenden ab- 
solutistischen Zeit, für eine Standesunwürdigkeit hielt. * 

Durch die erlangte Kundschaft wird nun allerdings im 
höchsten Grade glaubwürdig gemacht, dass Junker Laux, 
dessen Mutter selig, Cleophe geborene von Reischach, der 
vierte Zeuge noch persönlich gekannt hatte, von jenem ritter- 
bürtigen Geschlecht abstammte, welches das ScUoss Wolfurt 
bei Bregenz besass. Verbindet man hiermit die in P. Ga- 
briel Bucelin's Constantia Rhenana pag. 125 gegebene 
Ahnenprobe des Sixt Wernher Brimbsi von Herblingen, wel- 
cher Dompropst in Eichstätt war, so ergibt sich, dass Maria 
Cleophe von Reischach, die Mutter des Junker Laux von 
Wolfurt, an Johann Georg von Wolfurt verheirathet war. 
Fernerhin erhalten wir daselbst, wenn auch ohne Angabe von 
Jahreszahlen, noch zwei weitere Generationen der Wolfurt, 
nämlich die Gross- und ürgrosseltern von väterlicher und 
mütterlicher Seite. Johann von Wolfurt, der Vater des 
Johann Georg, hatte Barbara von Hohenlandenberg zur 
Frau, Jacob von Wolfurt aber, der Grossvater des Johann 
Georg, also Urgrossvater des Junker Laux, die Barbara Schil- 
ling von Wildeck. Bucelin ist nun freilich ein Gewährsmann, 
dem man sich nicht unbedingt anvertrauen darf; allein im 
gegebenen Falle hat er doch wohl das Richtige getroffen, 
denn seine Angaben stimmen mit dem im General -Landes- 
archiv befindlichen sogenannten Wappenbuche des Domcapitels 
zu Constanz überein. ^ 

* Vergl M. Praan Aueführl. Berschreibang der Herrlichkeit Ehr. 
Stand der Adelichen und £rbaren Geschlechter in der Reichsstadt. 
Ulm 1667 S. 71. — * Es ist dieses Wappenbuch eine mit dem Jahre 1601 be- 
ginnende und bis zum Jahre 1754 reichende Sammlung von Original- 
Ahnentafeln, welche dem Domstifte von den Exspectanten , beziehungsweise 
deren Eltern übergeben worden sind. Zum Theüe sind diese Proben le- 
galisirt , zum Theile auch nicht ; allein auch in jenen Fällen , in welchen 
eine eigentliche Beglaubigung fehlt, verliert der Umstand, dass die in der 
Regel mit einem Jahr und Tag genau nachweisenden, amtlichen Präsen- 
tatum versebenen Blätter in das officielle, domcapitularische Wappenbuch 
eingeklebt worden sind, einige Beweiskraft. Ich kann indessen nicht um- 
hin, bei diesem Anlasse zu bemerken, dass ich die Bedenken, welche Graf 
J. von Oeynhausen im Deutschen Herold IX, 29 hinsichtlich der absoluten 
Zuverlässigkeit der bei Stiften und Landtagen erfolgten Aufschwörungen 
ausgesprochen hat, vollauf theile. Während Bucelin 1. c. die 16 Ahnen 
des Sixt Wernher Brimsi von Herblingen gibt, sind, damit im Wesent- 



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119 

Weitere Angaben über solche Glieder der Familie von 
Wolfurt, welche mit Laux in nachweisbarer Verwandtschaft 
standen, habe ich nur noch eine einzige gefunden. Nach 
Hattstein, Hoheit des Teutschen Reichsadels I, 564 und III, 
447 war Balthasar von Wolfurt, der Gemahl der Maria Mag- 
dalena von Bollweyl, ein Sohn des Johann Georg von Wolfurt 
und der Maria Cleophe von Reischach, also ein Bruder des 
Junker Laux. Ich habe keinen Grund dazu, die Richtigkeit 
dieser Angabe zu bezweifeln. 

Jener Zweig der Familie, welcher zu Anfang des 15, Jahr- 
hunderts im Schwarzwalde die Herrschaft Blumeneck und 
Bondorf besass , wanderte nach Ungarn aus und erwarb sich 
dort beträchtliche Besitzungen. Wie aber die von Weizen- 
egger erwähnte, neugeadelte Familie von Greifeüegg-Wolfurt 
zu diesem Beinamen kam, weiss ich nicht zu sagen. Die nach 
Kneschke's Adelslexicon im Jahre 1707 mit dem Prädicate 
von Wolfurt nobilitierten Tröndlin (Fröndlin bei Weizenegger 
351 , ist wohl ein Druckfehler) standen in Oesterreichischen 
Diensten und bekleideten mehrfach in den Vorlanden sehr 
ansehnliche Stellungen. * Nach Weizeneggers Angaben scheint 
Franz Xaver Konrad von Greifenegg, welcher Waldvogt über 
den Schwarzwald war, das Schloss Wolfurt bei Bregenz be- 
sessen zu haben. Dessen Wittwe habe dann, im Jahre 1772 
das Schloss sammt den Gütern, um die sehr bescheidene 
Summe von 3600 Gulden, an einen Bauersmann verkauft. 

Betrachten wir nun die vorliegende Kundschaft unbefan- 
gen, so wird sich wohl aus derselben nichts weiter folgern las- 
sen, als dass die Voreltern des Junker Laux, in mehreren 
Generationen, das Schloss Wolfurt und dazu gehörige Güter 
und Gerechtsame besassen; fernerhin auch, dass sich die 
ältesten Leute nicht darauf entsinnen konnten, dass die be- 
sagten von Wolfurt Holzhändler und Bürger in Bregenz ge- 
wesen seien, sondern vielmehr darauf, dass man solche stets 

liehen übereinstimmend, auf Fol. 19 des Wappenbuches nur 8 Ahnen ge- 
geben. Bucelin hat also, in seinem 1667 erschieneneu Druckwerke , eine 
weitere Generation beigefügt, wozu er wohl die erforderliche Quelle be- 
sitzen konnte. Alles stimmt überein, nur heisst im Wappenbuch die Gattin 
des Johann von Wolfurt nicht Barbara sondern Engeltraut von Hohen- 
landenberg. — ^ lieber den Regierungspräsidenten von Greifenegg zu 
Freiburg i. Br. 1803 vergl. Schreiber Gesch. der Stadt Freiburg IV. 401, 
407 und Bader die ehemaligen Breisgauischen Stände S. 181 ff. 204. 



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120 

als Junker anerkannt habe. Von Belang ist die Erwähnung 
des mit der Jahreszahl 1517 versehenen Wappens in der 
ßathsstube, auf welches wir zurückkommen müssen. Es war 
in verschiedenen Städten Sitte, den Rathhaussaal, oder in Er- 
mangelung eines solchen die Rathsstube, mit Glasgemälden, 
die Wappen geehrter Nachbarn darstellend, zu schmücken und 
es lässt sich vermuthen, dass solche Glasgemälde, welche, 
wovon die Vincent'sche Sammlung zu Constanz Zeugniss ab- 
legt, gerade im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, in der 
Seegegend und der benachbarten Schweiz, mit besonderer 
Bravour ausgeführt worden sind, in der Regel von den Nach- 
barn, gewissermassen als Wahrzeichen des guten Einverneh- 
mens, gestiftet worden sein dürften. Ich erinnere mich, im 
Rathhause zu Pfullendorf solche Glasgemälde gesehen zu 
haben. 

Dagegen geht aus der vorliegenden Kundschaft ein genea- 
logischer Zusammenhang zwischen der im 13. und 14. Jahr- 
hunderte urkundlich vorkommenden Familie und jener des 
Junker Laux keineswegs hervor. Dass der gleiche Name 
nicht auch noth wendig das gleiche Geschlecht nachweise, ist 
an und für sich klar und kann, zu weiterem üeberflusse, 
durch eine Menge von Beispielen erläutert werden. Es ist 
möglich, dass die Voreltern des Junker Laux mit Rudolf von 
Wolfurt und anderen frühzeitig genannten Personen gleichen 
Stammes sind, aber keineswegs erwiesen. Weizenegger sagt 
auf S. 347 ausdrücklich: „In der Gemeinde besteht die Ueber- 
lieferung, dass nach einander zwei Familien das Schloss be- 
sassen ; sie starben aus , und Oesterreich verlieh den Edelsitz 
wieder an Männer, die dem Staate treu gedient hatten." 

Die unmittelbare männliche Descendenz des Junker Laux 
scheint gegen das Ende des 17. Jahrhunderts ausgestorben 
zu sein. „Im Jahre 1686 bewarb sich der Stadtamraan von 
Bregen;z, Benedict Reichhard um den Adel und erhielt das 
Prädicat von Wolfurt (WolfFurth). Das alte Wappen wurde 
damals vermehrt; der Schild ist dreimal schräglinks silber 
und blau gefluthet und auf dem gekrönten Tumierhelme 
kauert ein links schauender, ebenfalls gekrönter Wolf, mit auf- 
gerichtetem Schweife." So Weizenegger, nachdem er vorher, 
hinsichtlich der im Jahre 1530 als Besitzer des Schlosses ge- 
nannten drei Brüder gesagt hatte: „Ihr Wappen bestand in 



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121 

einem linksschauenden, aufrechten Wolfe, der auf dem Tur- 
nierhelme wiederholt ist." 

Obgleich diese- Wappenbeschreibung nicht als Muster einer 
heraldischen Blasonierung gelten kann , so bietet sie doch zu 
Missverständnissen keine Veranlassung. Das Wappen der 
alten Wolfurt war, nach Weizeneggers Annahme, von jenem 
verschieden, welches 1686 dem Stadtamman ßeichhard ver- 
liehen wurde. Hiemit stimmt auch die im letzten Absätze 
der Kundschaft von 1609 enthaltene Angabe über das Glas- 
gemälde von 1517 hinreichend überein. Die daselbst erwähn- 
ten „zween blawen Wolf" sind natürlich so zu verstehen, dass 
sich der eine im Schilde, der andere aber, als Kleinod, auf 
dem Helme befand. Was dagegen im offenen Schild sein 
solle, mögen die Herren Rathsverwandten verantworten. Sie 
wollten wahrscheinlich nur vom Helme reden, diesen aber, der 
damaligen Auffassung gemäss, als einen adelichen, offenen 
Turnierhelm bezeichnen , während sie einen geschlossenen für 
einen bürgerlichen gehalten haben werden, eine damals ganz 
verbreitete Ansicht, die freilich dem Mittelalter fremd war. 
Es wäre nun von Interesse, Siegel der alten Wolfurt zu ken- 
nen, allein es ist mir bisher nur ein einziges, nämlich eines 
Heinrich von Wolfurt, an einer Urkunde vom 2. Mai 1353, unter 
die Hand gekommen, dieses aber in schadhaftem Zustande. Ein 
Wolf im Wappenschilde ist erkennbar. ' Die Umschrift ist bis 
auf die wenigen Buchstaben . . DE WOL . . abgebröckelt. Ob 
der Wolf gekrönt war oder nicht , lässt sich nicht mit Sicher- 
heit sagen; ebensowenig ob der untere Theil des Schildes 
gefluthet war, wie sich Weizenegger ausdrückt. 

Dagegen zeigt uns das mehrfach erwähnte Constanzer 
Wappenbuch das Wappen der Ahnen des Junker Laux von 
Wolfurt auf Fol 19, 40, 47 und 101 und zwar in einer Art 
und Weise, welche so ziemlich jener angeblichen Vermehrung 
des Wappens entspricht, welche erst 1686 erfolgt sein soll. 
Der gekrönte blaue Wolf steht in einem goldenen Felde, wel- 
ches zwar nicht, wie Weizenegger sagt, dreimal schräglinks 
Silber und blau , sondern durch zwei oder drei silberne Bäche 
am Fusse des Schildes gefluthet ist. Auf Fol. 19., wo das 
Wappen recht hübsch gemalt ist, entstehen in dieser Weise 
drei von heraldisch rechts nach links gezogene, weder mit dem 

* Both V. Schreckenstein die lusel Mainau, S. S47. 



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122 

oberen Schildrande völlig parallel laufende, noch aber völlig 
geschrägte silberne Fluthen. Auf Fol. 40 und 47 erfolgt 
die Fluthung in der Diagonale des Schilds. Man sieht also auch 
bei diesem Anlasse wieder, dass bei Darstellungen von Wap- 
pen den betreffenden Künstlern ein grösserer Spielraum blieb, 
als die durch pedantische Diplome eine gewisse Berechtigung 
besitzende Zopfheraldik will. 

Doch nun, nach diesen, auch ohne Abschweifungen etwas 
lang gewordenen Vorbemerkungen , zum Abdrucke der Kund- 
schaft! 

Verhörte khundtscbafften vor ainem ersamen rhat der statt Bregentz, 
wegen dess adelichen geschlechts deren von Wolfurth. Anno 1609. 

Wir stattaman vnnd rhat der statt Bregentz bekhennen 
öffentlich vnnd thuen khundt menigelichem mit dem brief, 
daß anheut dato, alß wir one daß rathsweiß versamblet bey 
ainandern gesessen seind, vor vnß erschinen ist der edel vnd 
vest Laux von vnd zue Wolfurth , fürstlich bischöfflicher Con- 
stantzischer rhat vnnd obervogt der herrschafft Bollingen , auch 
deß schwäbischen reichspraelatenbanckhs bestellter kriegsrath 
etc., vnßer günstiger junckher, kurtzlich erzeilende, wie daß 
jene, seinem gantzen adelichen geschlaecht vnd stamen deren 
von Wolfurth, von etwelchen vbelnachredenden leüthen vnd 
diffamanten, jres adelichen heerkhomens vnd stamens halber, 
etwaß eintrag vnd vercleinerung bej hochen und nidern 
standts personen begeginet vnd widerfahren seye, dardurch 
sie, alß alte, redliche, erliche vom adel, nit allain anjetzo 
sonder auch noch jus khünfftig, an ji-er wolfarth (insonder- 
hait sovil die adelichen leben betreffen thuet) merckhiichen 
verhindert werden vnnd zu schaden gerathen möchten, dann 
von oberzelten vbelbedachten diffamantes öffentlich, daß er 
vnd seine herren brüdere von Wolfurth mit nichten von adel, 
sonder daß jre voreiteren allain alte bürgere, gewerbs holz- 
handels vnd steckhen^ leüth geweßen, auch allhie in der 
statt Bregentz zue rhat vnnd gericht gegangen, bürgerliche 
ambter getragen vnd versehen haben, dem adelichen heer- 
khomen gentzüch zuewider vnnd jnen selbsten vnd jrem ade- 

^ Bezieht sich das noch aof den Holzhandel , oder enthält es vielleicht 
eine Anspielung darauf, dass, einer bekannten Stelle der Eaiserchronik 
entsprechend, der Bauer, statt eines Schwertes eine Gerte, einen Stock, 
Stecken führen soll? 



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123 

liehen stammen vnnd namen zu sonderm schimpff vnd spott, 
diffamiert vnd verschrayt worden seyen. 

Wann dann vilen auß vnßerm rhats mitel, vnd sonderlich 
den eltisten sowol jn alß außerhalb des rhats alhie in der 
statt Bregentz gesessen, wol bewüsst sein werde, wer jre* 
eitern vnd voreitern geweßen, auch waß jro von Wolfurth 
vraltes heerkhomen vnnd vrsprung seye, alß were sein 
fretindtlich ersuechen vnd piten, wir wolten bi den eltisten, 
jres adelichen heerkhomens, stauimens vnd namens halber, 
wie obsteet, deßwegen khundtschaflft einzueziehen vnd jme alß 
dan dasselbig schriflFtlich vnder gemainer statt Bregentz secret- 
jnsigel zuezestellen (sich dessen jm fahl der notturflft haben 
zuegebrauchen) onbeschwert sein. 

Dieweyl dann khundschafft der warhait niemandts ver- 
zigen, sonder menigelichen vmb dero befürderung willen ge- 
geben vnd zuegestellt werden soll, alß haben wir sein, junckher 
Lauxen von Wolfurth, freundtliches piten vnd ersuechen ange- 
sechen , auch seinem begeren gemäß die khundtschafften zue- 
verhören vnd beschreiben zelassen nit einstellen, sonder 
gleich heut dato für die handt zuenemen nit vnderlassen 
wollen, vnd lautendt solche wie hernach volgt. 

Der erste zeug. 
Herr Christoff Hundertpfundt , diser zeit ambts stattaman 
zue Bregentz, seines alters 65 jar, bekhundtschafftet, solang 
er gedenckhen möge vnnd er von alten leüten gehört hab, 
so hab man die von Wolfurt alzeit für edelleuth gehalten, 
daß sie aber ainmal ain handtierung getrieben, hab er nie 
gehört noch hören gedenckhen. 

Der andere zeug. 
Hanns Bildtstain , genant Hermans Hannß, alter pawmaister 
vnd deß rhats, seines alters 82 jar, zaigt an, jme sey be- 
wüßt, daß sein vatter seeliger, Herman Bildtstain, so wol 90 
jar alt gewesen vnd anno 1573 gestorben sey, junckher 
Hanßen von Wolfurth vnd seinem junckher vatter, Jacoben^ 
von Wolfurth seeligen , allwegen den zechenden hie herumben 
eingezogen hab. Dise alle von Wolfurth hab man alzeit für 

1 Wolfurts und seiner Brüder. — 2 Also ganz in üebereinstimmung 
mit Buceliu. 



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124 

stattliche leüth vnd junckhern gehalten vnndt junckhern ge- 
nent. Wüsse nit, das er ainmal gehört, daß ainicher von 
Wolfurth in den rhat gangen, vilweniger das sie holtz- oder 
handelsleüth geweßen seyen. Vnd obwolen sonsten andere 
vom adel, alß die Schnäbel*, die von Wellen stain^ vnd die 
Locher^ jm rhat gewesen, so seyen doch die von Vilenbach* 
und die von Wolfurth nie darjnnen gesessen, auch mit 
bürgerlichen ämbtem nie beschwärt worden. 

Der dritte zeug. 

M.^ Conradt Fröewiß deß rhats, seines Alters 66 jar, de- 
poniert, sein vatter Jacob Fröwiß seeliger sey vor 45 jaren 
gestorben vnd 68 jar alt worden, von deme hab er alzeit 
gehört, daß die von Wolfurth vom adel, auch kaine handels- 
oder holzleüt geweßen seyen, vnnd er, sein vatter seeliger, 
alß ain schuechmacher hab denen von Wolfurth vil gewerckhet 
vnnd sie alzeit junckhern genent vnd für guete stattliche vom 
adel gehalten, hab aber nie gehört, daß man^ sie, wiewol 
man andere vom adel jn rhat genommen, alß die Schnäbel 
vnd die von Wellenstain, jn rhat gegangen seyen. 

Der vierte zeug. 

M. Michael Brendlin deß rhats vnnd goldtschmid zue Bre- 
geniz sagt, Juncker Lauxen von Wolfurt fraw mueter, Cleophe 
von Reischach seeliger, hab jme vor 4 jaren ainen becher zue 
verschmelzen geben, darauf seye deren von Wolfurt wappen 
mit zween wölfen' vnd ainem offen heim, darbey die jarzal 
1405 gestochen geweßen, dise jarzal stee noch dahaim an 
seiner wand geschriben. 

Der fünfte zeug. 

Lienhart Schedler burger vnd des rhats bezeuget, er hab 
brief in der alpp bey Lingenaw hören leßen, die vber zwei- 
hundert jar alt seyen, darjnnen sey gestanden: dises allpprecht 
stosst oben vnnd vnden an die junckhern von Wolfurth etc. 
Disen brief hab er anno 1608 hören leßen. 

^ üeber die Sclinabel von Schönstein vergl. Weizenegger II, 346. — 
2 Weizenegger II, 334. — » Weizenegger II, 332. - * Weizenegger II, 
337. - 5 Meister. - « Das Wort man ist überflüssig. - ' Der eine der 
Wölfe natürlich als Helmkleinod. 



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Der sechste zeug. 
Bascha* Eißelin burger vnd deß rhats sagt, er sey vor 
38 jaren im closter Mereraw koch geweßen vnnd von abbt 
Caspar Metzlerri seeligen, so vor 27 jaren gestorben^ vnd 
vber die 60 jar alt worden, allwegen gehört, daß er die von 
Wolfurt für stattliche vom adel gehalten vnd an der tafel 
genembt hab. 

Der sibende zeug. 

Hannß Beckh, seines alters vngefahr 80 jar, zaigt an, sein 
vatter Hannß Beckh seeliger sey anno 1566 gestorben vnd 
auch auf die 80 jar alt worden, von dem hab er nie änderst 
gehört, dann daß riian die von Wolfurth für große vom adel 
gehalten hab. Hab auch niemals gehört, daß sy selten kauf- 
oder handelsleüt geweßen sein. 

Der achte zeug, 
Abraham Herman stainmetz, seines alters 70 jar, bekhundt- 
schaflftet, sein vatter seeliger, Thoni Herman, sey vber 85 jar 
alt geweßen vnnd ohngefahr vor 18 jaren gestorben. Der 
hab denen von Wolfurth vil gewerchhet, von deme er alzeit 
gehört vnd nie änderst, dann daß die von Wolfurth dapfere 
junckhern geweßen seyen, aber daß sie khaufmanschaflft oder 
handtierung getriben, hab er niemalen verstanden. 

Der neunte zeug. 
Hannß Büchelman, seins alters 74 jar, deponiert, sein 
vatter seeliger Peter Büchelman sey 70 jar alt worden vnd 
gestorben vor 66 jaren,* von deme vnd sonsten mehr andern 
alten leüthen hab er alzeit gehört, daß die von Wolfurth 
guete vom adel geweßen seyen, doch hab er nie. verstanden, 
daß sie kauf- oder handelsleüt geweßen. 

Der zehende zeug. 

Ulrich Ospilt holtzhandelsman, seines alters 69 jar, zaigt 
an, so lange er gedenckhen möge, so habe er nie änderst 
gehört, dann daß die von Wolfurth alzeit edelleüth geweßen 
seyen. Sein vatter vnd sein eni* seeliger seyen nit alhie, son- 
dern zue Vaduz dehaim geweßen. 

^ Sebastian. — ^ Abt Caspar Metzler starb, nach Weizen^gger II, 
289 im Jahr 1582, was also völlig stimmt. — ^ OlSenbar ein Schreib- 
fehler statt 6 jaren. — * Grossvater. 



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^^::i}^%mfr. 



126 

Der ailfftfe zeug. 
Jerg Bojs holtzhandelsman vnd burger, seines alters 69 
jar alt, bezeuget, seinen vatter seeligen möge er nit, aber 
seinen eni Gregori Staudacher, auß dem dorff Wolfurth ge- 
bürtig, wol gedenckhen, der sey vast 100 jar alt worden. 
Von deme hab er gehört, daß man die von Wolfurth alzeit 
gejunckheret hab, aber daß sie handelsleüt geweßen, hab er 
nie verstanden. 

Der zwölflFte zeug. 

Hannß Reiner * burger vnd schiffman, seins alters 64 jar, zaigt 
an, sein vatter Peter Eeiner seeliger sey vber 80 jar alt ge- 
weßen vnd ohngefahr vor zechen jaren gestorben. Von deme, 
wie auch von Hanns Keßler von Eieden, so gar ain alter 
mann vnd seiner mueter vatter^ geweCen, hab er vernomen, 
das man die von Wolfurth alzeit für edelleüth gehalten hab. 
Handelsleüth seyen sie seines wüssens vnd hörens nie gewesen. 

Der dreizechende zeug. 

Ulrich Muxel genant Zaiger, auch burger alhie, vber 70 
jar alt, deponiert, sein vatter Hanns Muxel seeliger sey vast 
60 jar alt worden vnd ohngefahr vor 36 jaren gestorben. 
Von deme hab er vilmals gehört, daß er die von Wolfurth 
stattlich edelleüth genennet, hab nie gehört daß sie handels- 
leüt ainmal geweßen. 

Der vierzechende zeug. 

Bartlome Kurtz burger vnd holtzhandelsman alhie, seines 
alters 70 jar alt, zaigt an, sein eni, Hanns Lipp seeliger, sey 
vber 80 jar alt worden vnd sey vast vor 36 jaren gestorben, 
der hab ain guet gehabt, welches an deren von Wolfurth guet 
gestossen hab. Wann also seinem eni seehger in seinem guet 
an holtz oder etwaß gemanglet, so hab er alzeit gesagt, wir 
wollen den junckhern von Wolfurth vmb holz piten, haben 
jren trost zu demselbigen gehabt. Der hab jnen auch ver- 
gunnt in seinen höltzern holtz zue nemben, waß jnen von 

^ Möglicher Weise ist Steiner zu lesen. — ^ Yot vatter stand brueder, 
was aber durchgestrichen ist. Wahrscheinlich hätte nicht brueder sondern 
vatter durchstrichen werden sollen, denn den Vater seiner Mutter nannte 
man „eni". 



1 



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L 



127 

nötten geweßen. Daß sie von Wolfurth aber mit dem holtz- 
handel vmbgegangeii, daß sey nicht. 

Der fünffzechende zeug. 
Jerg Stauder burger allhie, seines alters 78 jar, bezeuget, 
sein eni seeliger, Hanß Stauder, welcher im haißen summer 
ohngefähr vor 70* jaren gestorben, hab in seinen lebzeiten 
die von Wolfurth alzeit gejunckhert, aber niemals hab er von 
jme gehört, daß gemelte von Wolfurth jemals khauf- oder 
handelsleüth gewesen weren. 

Die letste khundtschafft. 

Sodann bekhundschaflften auch wir, anfangs bekhennende 
stattaman vnnd rhat der statt Bregenz ingemain, das deren 
von Wolfurth wappen mit zween blawen wölfen , offnem schildt 
vnnd heim anno 1517 in vnßer gewonlichen rhatstuben jn 
ain fenster geschmelzt, bey vnnd neben deß hochloblichen 
hauß Oesterreichs etc., zwayer grafen von Embs, der grafen 
von Montfort vnd herren zu Bregentz, der statt Bregentz 
Selbsten, deß abbts auß der Mereraw allen offnen schildten 
vnd helmen eingesetzt steet vnnd noch heutigen tags augen- 
scheinlich zue befinden ist. Derowegen vnnd dessen alles wie 
obsteet zue wahrem vestem vrkhundt, so haben wir erstge- 
melte stattaman vnnd rhat der statt Bregentz gemeltem 
junkher Lauxen von und zue Wolfurth, auf sein pitlich er- 
suchen vnd begeren dise obbeschribne vnd inserirte khundt- 
schafften vnnder gemainer vnßerer statt secret insigel (doch 
vnß, gemainer statt vnnd vnßren nachkhomen in allwegen ohn 
schaden) hiemit öffentlich zuestellen vnnd verfertiget vber- 
geben lassen. Geben vnnd beschechen freytags den acht- 
zehenden monatstag Decembris, nach Christi geburt gezehlt 
sechzehenhundert vnnd neun jar. 

Pap. mit W^asserzeichen , ein Stadtthor darstellend, darunter der Buch- 
stabe M. 4. Bogen. Es ist das Siegel der Stadt Bregenz aufgedrückt. 
SigiUum civitatis Bregancy. Das bekannte Wappen des Grafen von 
Bregenz: Hermelinpfahl in Feh, ungefähr wie es bei v. Hefner Handb. 
der Heraldik, taf. IX. nr. 65 abgebildet ist. 

Roth V. Schreckenstein. 

^ Doch wohl Schreibfehler für 7 . . Es kann auch nach „im alter 
von^ ausgelassen sein, wo dann aber „vor^ zu streichen wäre. 



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128 



Beiträge zur Geschichte des Klosters 
Oengenbach. 

IL Abt Melchior Horneck von Hornberg. 

Unser erster Beitrag ' entrollte uns ein Bild aus dem Kloster- 
leben unmittelbar vor der Reformation; die nachfolgenden Zeilen 
führen uns in die ersten Zeiten dieser Bewegung. Wie keines 
der ortenauischen Klöster unbeschädigt dem Bauernkriege 
entrann, so blieb auch keines unberührt von dem geistigen 
Kampfe, der ganz Deutschland durchwogte. Mancher wirk- 
lich fromme, redliche Klostermann, den der Zerfall der Sitten 
und des Glaubens, die Trägheit und Zuchtlosigkeit der Mönche 
schon längst mit Schmerz erfüllt hatte, begrüsste freudig 
Luthers muthiges Beginnen und unterstützte mit Wort und 
That das Streben nach Besserung. Neben diesen Anhängern 
mit reinen Beweggründen finden wir jedoch auch solche, 
welche sich der neuen Sache nur anschlössen, um sie als 
Deckmantel für ihren Abfall von der alten Zucht und für ihre 
Habsucht und als Erlaubnissschein für weitere Ausschweifun- 
gen und Zügellosigkeiten zu benützen. Und leider müssen 
wir gestehen, dass die Zahl der letzteren gegenüber den 
ersteren unverhältnissmässig gross war, dass auf einen Paul 
Volz^„eine ganze Reihe von Melchior Hornecks kommen. 

Viele der Klosterleute verhielten sich aber dieser Bewe- 
gung gegenüber gleichgültig, sie waren theils zu alt, um sich 
noch zu neuen Anschauungen aufzuraffen, theils zu beschränk- 
ten Verstandes, um überhaupt die Bedeutung und den Zweck 
der Sache zu begreifen. Diese Klasse bildete zumeist das 
Gefolge Jener, welche aus Ueberzeugung oder aus andern 
Ursachen an der alten Lehre festhielten und den Kampf 
gegen die neuen Ansichten aufnahmen, welche aus allen 

iZtschr. 31, 315 ff. 32, 309 ff. - «Paul Volz, der Freund des berühm- 
ten Erasmus von Kotterdam, der ihm sein Encheridion militis Christiani 
widmete, war ein sehr gelehrter und wegen seiner Sittenreinheit und seinem 
ernsten Streben hochgeachteter Mann. Am 19. Januar 1512 war er aus dem 
Kloster Schultern als Abt nach Hugshofen postulirt worden. Er schloss 
sich der neuen Lehre an , verliess sein Kloster und wandte sich nach Strass- 
bürg. Als Calvin, aus Genf vertrieben, 1538 nach Strassburg kam, ward 
Yolz sein Anhänger und bald nachher Prediger an der Stadtkirche. 



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129 

Kräften die Klosterpforten gegen das Eindringen dieser revo- 
lutionären Ideen sperrten, welche voraussahen, dass diese 
über kurz oder lang entweder eine totale zeitgemässe Um- 
gestaltung oder das Ende aller Klöster herbeiführen müssten. 
Während die Anhänger der Reform ihre Hoffnung auf die 
weltliche Hülfe, besonders auf die Stadt Strassburg und den 
Markgrafen Philipp von Baden, dessen Haltung in Religions- 
sachen übrigens noch sehr der Klärung bedarf, oder auf den 
Landvogt Graf Wilhelm von Fürstenberg setzten, und vielfach 
durch die unlauteren Elemente, welche sich unter ihnen be- 
fanden, ihre Sache bei dem Volke in Misskredit brachten, 
schlössen sich die Vertiiieidiger der alten Ordnung enge an- 
einander an und erhielten sowohl von der benachbarten bischöf- 
lichen Regierung, als auch vom kaiserlichen und päbstlichen 
Hofe alle Unterstützung. Dazu kamen die eigenthümlichen 
Verhältnisse des Landes, welches aus verpfändetem Reichs- 
land und kleinen Territorien der ortenauer Reichsritterschaft 
bestand, wodurch wechselseitige Intriguen sehr befördert 
wurden. In jedem der ortenauischen Klöster finden wir diese 
Kämpfe und jedes hatte mehr oder minder darunter zu leiden, 
ja Gengenbach und Schwarzach waren der Aufhebung und 
Auflösung sehr nahe gebracht. Leider ist aber unsere Kennt- 
niss von diesen Vorgängen durch den Mangel urkundlicher 
Nachrichten noch sehr lückenhaft. Denn von den Urkunden, 
welche diese Vorgänge im Innern der Klostermauem bezeug- 
ten, sind die einen durch die Ungunst der Zeiten, die anderen 
wegen ihres inopportunen Inhaltes durch die Hände derer, 
welche die Klöster wiederherstellten, zu Grunde gegangen. 
Nur sehr wenige derselben hat uns ein gutes Geschick erhal- 
ten, sie gewähren uns einen kleinen Blick in jenes Treiben 
und Leben. 

Schon Vierordt klagte, dass er über die Reformation in 
Gengenbach auf seine in das badische Kirchenblatt eingerückte 
Frage als Antwort nur erhalten habe, was aus Kolb schon 
bekannt war, dass er sich überhaupt erfolglos auch in zahl- 
reichen Fascikeln des General-Landesarchives nach genaueren 
Nachrichten umgesehen habe.* 

Was bis jetzt über Abt Melchior bekannt war, ist wirk- 
lich sehr wenig und nicht einmal mit einander übereinstim- 

^ Geschichte der Reformation in Baden p. 317. 

Zeitschr. XXXUI. 9 



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130 

mend. Gerbert in seiner Geschichte des Schwarzwaldes tiber- 
geht ihn mit Stillschweigen. Kolb sagt*: „Abt Philipp von 
Eselsberg starb am 24. Juni 1531. Melchior von Homeck 
vergeudete durch 9 Jahre die Einkünfte des Klosters , beraubte 
am Ende die Kanzlei, verliess die Mönche und nahm Luthers 
Lehre an. Er kehrte in der Folge wieder* reumüthig zurück 
und starb im Erlöster Schuttem." Der in Beitrag I ange- 
führte Sammelband : Gengenbach 8486 erwähnt seiner mit den 
Worten: „Melchior Horneck deHornberg electus 1531 die.... 
Apostata. Hat sich an den Landvogt gehenkt, wurde dahero 
zur Wahl geschritten. Er hat sich wieder bekehrt und ist zu 
Schuttem gestorben 1540." Auch in Mezlers handschriftlicher 
Geschichte des Klosters Gengenbach wird seiner nur kurz 
gedacht: „Melchior ab Horneck parum profuit, immo omnia 
dilapidavit, cancellariam nostram spoliavit, turpis factus apo- 
stata. t l^^O 6t quia in apostasia interiit, nomen ejus in 
mortuario non invenitur." ^ 

Durch die nun folgenden Aktenstücke, welche ich in einem 
Fascikel unter Rubrik: Ortenau. Generalia. Conv. 68 auf- 
fand, wird unsere Kenntniss von der Persönlichkeit dieses 
Abts und von den inneren Verhältnissen des Klosters Gengen- 
bach während der Zeit seiner Regierung eine ansehnliche Er- 
weiterung erfahren, die um so werthvoller ist, als in der 
That weder in den Copialbüchern des Klosters noch in den 
übrige© erhaltenen Klosterurkunden von ihm etwas Weiteres 
als ein paar unbedeutende Belehnungen und Kauf- oder 
besser Verkaufsverträge gefunden wird. 

Melchior Horneck von Hornberg stammte aus dem schwä- 
bischen Geschlechte, welches auf der Burg Hornberg bei dem 
Dorfe Hornberg im 0. A. Calw seinen Sitz hatte und von 
welchem Mitglieder wiederholt in dieser Zeitschrift genannt 
wurden.^ Als die Versuche des Landvogtes, Graf Wilhelm 
von Fürstenberg, das Kloster Gengenbach zu secularisiren 
und dessen Güter an sich zu bringen, an dem Widerstände 
des Reichsregimentes zu Esslingen gescheitert waren, hatte er 
darum noch nicht auf seinen Plan verzichtet. Vor Allem 
suchte er nach dem Tode des Abtes Philipp von Eselsberg 
die Prälatur in die Hände eines in jeder Beziehung von ihm 

1 Lexikon von Baden I. 363. -- ' General- Landesarchiv. Hand- 
schriften 512. - » Band U. 463. V. 207. VH. 414, XXH. 208. etc. 



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131 

abhängigen und darum stets gefügigen Werkzeuges zu bringen. 
Dazu wählte er den noch jungen und leichtsinnigen Conven- 
tualen Melchior Horneck, welcher schon den Vertrag vom 25. 
Februar 1525 über die Abtretung des Klosters mit unter- 
zeichnet hatte.* Um zu verstehen, wie Solches dem Land- 
Vogte, der zugleich Kastvogt des Klosters war, möglich ge- 
wesen ist, darf man nur in den folgenden Aktenstücken das 
Schreiben des Priors Friedrich von Keppenbach an die bischöf- 
liche Regierung zu Zabern vom 30. Juni 1532 vergleichen. 
Als Kastvogt besetzte er überdies während der Zeit der Se- 
disvacanz das Kloster mit seinem Amtmanne und einigen 
Knechten. Das Kloster zählte im Jahre 1525 mit dem Abte 
noch 9 Mönche, 1533 aber finden wir ausser dem Abte nur 
noch den Prior Friedrich von Keppenbach und Hans Suffeln- 
heim als Conventualen. Es mag darum nicht allzu schwer 
gewesen sein, die Wahl auf Melchior Horneck zu lenken. 
Graf Wilhelm wartete nicht allzu lange, um die Erwartungen, 
welche er auf die Wahl Melchiors gesetzt hatte, zu verwirk- 
lichen. Wir finden schon in der ersten Klageschrift des Priors 
an Bischof Wilhelm, dass der Abt einen Theil des Silber- 
geschirres zu Strassburg für 200 fl. versetzt habe, um diese 
an Graf Wilhelm zu geben, „dass er im zu der prelatur 
geholfen habe". Dass die Stadt Gengenbach bei dieser Wahl 
mit geholfen, wird durch den Umstand, dass bei den Hand- 
lungen des Fürstenbergischen Amtmannes gegen das Kloster 
der Stadtschreiber stets anwesend ist, sehr wahrscheinlich. 
Schon bei den früheren Versuchen des Landvogts hatte die 
Stadt sich an ihn angeschlossen. Und wie auch sie dabei 
ihren Vortheil nicht aus dem Auge verlor, beweist der Ver- 
trag wegen der Anstellung eines Schulmeisters und der Pen- 
sionsvertrag vom Jahre 1539. 

Ueber das Lebensende Melchiors Ton Horneck und ob er 
wirklich reumüthig im Kloster Schuttern gestorben sei, habe 
ich in den Urkunden keine Nachrichten gefunden. Doch geht 
aus dem Briefe, in welchem Graf Wilhelm am 12. März 1540 
aus Strassburg seinem Amtmann auf Ortenberg den Tod des 
Abtes zu Gengenbach meldete, hervor, dass dessen Tod nicht 
zu Gengenbach erfolgte.^ Dagegen scheint mir die Angabe 
Mezlers, dass er nicht zur alten Lehre zurückgekehrt sei, 
* Freiburger Diöcesanarchiv VI. 3. — * FreiburgerDiÖcesanarchiv VU. 86. 

9* 



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132 

glaubwürdiger, weil sein Name nicht in das Nekrologium 
des Klosters eingetragen wurde und auch unter den Urkunden 
des Klosters Schuttern sich nichts über den Aufenthalt und 
Tod des Abtes Melchior findet. 

Auch für die Beurtheilung des Abtes Friedrich von Kep- 
penbach bieten die folgenden Aktenstücke reichliches Material. 
Wir sehen ihn seit der Wahl Melchiors von Horneck den In- 
triguen des Landvogtes entgegen arbeiten; wir finden ihn 
stets auf die weltlichen Interessen des Klosters bedacht, jedoch 
nie in solchem Grade, dass er dabei die seinigen völlig hint- 
angesetzt hätte. Wir finden bei ihm weder tiefe, innige 
Frömmigkeit, noch Muth und Energie, im Gtegentheil oft 
Selbstsucht, Engherzigkeit und kleinlichen Sinn. Pass der 
Abt seit Jahren keine Klosterkleidung mehr trägt, keine 
Kirche besucht, keine Gebete verrichtet, sondern in jeder 
Beziehung ein scandalöses Leben führt, macht ihm fast we- 
niger Kummer, als dass er mit den Klostereinkünften und 
den Klostergütern so leichtsinnig und verschwenderisch um- 
geht. Gleichwohl ist es sein Verdienst, dass das Kloster der 
Secularisation entging. 

1532. April 4. Prior und Convent zu Gengenbacb melden dem Bischöfe 
Wilhelm von Strassburg die schlechte Aufführung des neuen Abtes. 

Hochwirdiger fürst, gnediger her. Ewere fürstlichen 
Gnaden sigendt unser arm gebett gegen gott im zitt auch 
underthenig gehorsam willig dienst zu bevor. 

Gnediger herr. Nachdem und wir ein zitt lang ein nuwen 
herren und prelaten gehabt, weren wir der hoffnung gesin, 
daß er nach sim vilfeltigen zusagen sich darein geschickt 
hett und dem gotzhuß fürstendlich und nutz gesin were. 
Diewyl wir aber deglich spüren, daß wir keiner besserung 
warten von im sindt, haben wir uß guter meynung auch 
erenhalb soUchs E. f. G. nit witter kinden verhalten. Damit 
aber E. f. G. sins wesens ein genugsam bericht haben, fügen 
wir heruff E. f. G. zu wissen: Zum ersten, dass er sich noch 
nit hat lassen ordiniren, noch sin regalia empfangen, noch 
kein lehen der man oder sust verlühen, frogt auch ganz 
nütz darnach, ist auch nit des willens, als wir noch spüren, 
solchs zu vollbringen. Dorneben halt er sich noch allent- 
halb, wo er hin gewonhatt, also ungeschickt und licht- 



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133 

fertlich, daß es dem gotz huß und uns allen ein nachtheil 
ist, haben auch kein zwiffel, E. f. G. hab sy sunst gut Wis- 
sens. Er hat auch , die wyl er prelat gesin ist , kein meß nie 
gehabt, auch nit zu kor gangen. Er ist auch vor der kar- 
wochen hinweg geritten gen Allerheiligen zum probst und do 
die helg zitt gesin. Wir werden auch bericht, daß er weder 
celebrirt noch sunst communicirt hab. So bet er sine oras 
nit weder im noch ußwendig dem closter. Item er hat auch 
ein unnutzen schweren verderblichen costen im gotzhuß mit 
unnutzen gesindt , mit deglicher gastun^, mit vererungen und 
Schenkung sinen frunden, auch mit schedlichem spil, in summa, 
dass wir befunden , daß er by den tusend gülden schuldig ist, 
als unter im erwachsen. So hat er ein theil des Silbergeschirr 
versetzt für 200 gülden eim burger zu Straßburg, welche 
200 gülden er graff Wilhelm hat verheissen , auch geben, daß 
er im zu der prelatur hat geholfen, haut wir guts Wissens. 
Item so hat er ein motzen an im , der henck er alles an , was 
er mag, on das sie abtreit (fortträgt) so by tag und nacht von 
der abbty, und hat sie diser zitt zu Straßburg sitzen, do muss 
ir der Schaffner doselbs körn geben und anders, was sie be- 
darff. Er hat auch das Silbergeschirr, wie dann E. f. G. ein 
inventarium hat, das wir uns freuwen, vil zerschlagen und 
uff das köstlichs wider lassen machen, ist den macherlon 
noch schuldig, ist zu besorgen, wenn man das inventarium 
dargegen besehen werdt, daß man ein mangel finden werdt. 
Auch so beclagen sich beide Schaffner gegen uns , daß er noch 
kein rechniß recht mit inen beschlossen hab, diewil er regiert 
hat; und wann sie in sollicitiren, sagt er, sie sollens selbs machen, 
er vertruw inen woll. Auch hat er angefangen und bricht gute 
buw und hußer ab, die noch lange zitt ston mochten und 
vermags nimmer zu buwen. So im schon zymerlutt und 
murer widerrotten, thut er uns zu leidt, dorumb daß wir im 
nit bewilligen uffzunemen oder die hoff im Elsaß zu ver- 
kaufen. Hätt er hinder unß on Wissens wellen verkaufen, wo 
wir solchs nit erfaren und ftirkommen betten. Wir sindt auch 
deglich warttend, daß wir zu band (Bann) kommen werden 
von den schuldneren, mießen mit den gotzdienst und sibendt 
zitt lossen still ston. In summa do ist nit anders, dan ein 
schwer Verderbens des armen gotzhuß, und ist heruff unser 
underthenig bit und anruffen an E. f. G. , wellen ein gnedigs 



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134 

insehens haben, domit das arm gotzhuß wytter vor verderben 
verhüet werdt, wellen wir um E. f. G. in aller underteni- 
keit verdienen allzitt geneigt sin; begeren hiemit von E. f. G. 
ein gnedige antwurt in geschrift, wes wir uns halten sollen. 
Datum Gengenbach uff dornstag vor Quasi modo anno 

domini 1532. 

E. f. G. underthenig capplen 

Prior und convent zu Gengenbach. 
Pap. Orig. mit dem Siegel des Priors Friedrich von Keppeiibach, 
dessen Handschrift es auch ist; oberhalb dem Schilde mit der Greifen- 
klaue steht F. K. 

1532. April 6. Antwortschreiben des Bischofs Wilhelm von 
Strassburg an Prior und Convent des Klosters Gengenbach. 
Man solle seinem Boten , den er in 2 — 3 Tagen schicken werde, 
die Klagepunkte über den Abt in grösserer Ausführlichkeit 
schriftlich übergeben, um darnach das Nöthige anordnen zu 
können. Datum. Samstag nach dem hl. Ostertage Anno 1532. 

Concept. 

1532. April 13. Prior und Convent von Gengenbach erwiedem das vor- 
stehende bischöfliche Schreiben 

Hochwirdiger fürst, gnediger her. Ewere fürstlichen gnade^ 
schriben haben wir in aller underthenikeit verlesen, fügen 
hiemit E. f. G. zu wissen, daß wir gar ungern etwas von 
unserm prelaten E. f. G. beclagen wolten, das nit der war- 
heit gemäß sein sollte, würd uns auch übel ansten. Diewyll 
wir aber soUchs für unß mit keiner gute und bitt an im haben 
megen abstellen, haben wir im gesagt, daß wir unß solchs 
gegen E. f. G. beclagen werden, hat unß auch erenhalb 
gezimpt; verhoffen auch, daß sich alle punkt, so man uflf den 
grundt gen würdt, in warheit werden erfunden, mechten gar 
gern liden, daß es nit wer; auch sindt der merentheyl so 
öffentlich, daß es nit vil bewisens darf, wiewol etlich punkt 
darunter, so er keiner warheit gesten wolt, als noch bißher an 
im mangel gesin ist und maus in besibenen miest, wurd zu 
viel arbeit nemen, dann nymans on gezwang von im kunt- 
schafft geben wurt. Kan E. f. G. wol erkennen, es wurd 
yederman unverworren sin wollen; aber E. f. G. laß frag 
haben in geheim allenhalben und nämlich der zweyhundert 
gülden halb, wurt E. f. G. solchs befinden und anders mer vil 
ungeschickter, dan wir anzeigen. Wir haben auch darneben 



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135 

verstanden, wie er sich merken last, so wir im nit wellen 
helfen uffnemen, sollen wir im ein pension geben, well er 
unß laßen regieren. Mag E. f. G. im selben gnediglichen noch 
bedenken, wie den Sachen zu thun wer, dan wo er noch ein 
zittlang regieren sollt, wie bißher, wurd er das gotzhuß gar 
ins verderben fieren. Bitten hiemit underthenig E. f. G. woU 
ein gnedigs insehens haben, damit das arm gotzhuß vor wy- 
teren schaden verhiitt werdt. Wellen wir um E. f. G. in 
aller underthenikeit verdienen. 

Datum uff sampstag vor Misericordia domini anno. 32. 
E. f. G. 

underthenig Capplenn 
Prior und Convent zu Gengenbach. 
Papier Original mit dem Siegel des Priors, wie oben. 

1532. April 23. Zabern. Bischof Wilhelm von Strassburg fordert den 
Abt Melchior von Gengenbach auf, zu seiner Verantwortung am 4. 
Mai nach Zabern zu kommen. 

U. f. g. zuvor. Wirdiger, lieber, andechtiger! Uns langt 
glaublich an, wie ir euch euwer perßon und regierung halb 
des gotzhauses Gengenbach etwas ungeschickt und unprela- 
tisch, euch und euwerm gotzhauß zu schimpf, spott und ver- 
derblichem nachteil erzeigen und halten sollen, das uns, wo 
dem also, nit lieb, auch wir soUichs euch zu gestatten nit 
wol zu verantwurten wissen. Damit wir dann dessen ein 
gründlichen bericht empfaheii megen, so ist unser gnedigs 
begern, euch hiemit gnediglich erfordernd, ir wellent uff 
Samstag nach dem sonntag Cantate schierst kommend zu früer 
tagzeit vor uns zu Zabern erscheinen und deßhalb euwern 
gegenbericht geben und mit nichten ausplyben, dann wir euwerm 
prior und convent uff ermelt zeit und tag gleichermaßen be- 
schrieben haben, wir euch gnediger meynung nit verhalten 
wellen. 

Datum Zabern zinstags Georij ao. etc, 32. 

An her Melchiore apt zu Gengenbach. 
Goncept. 

1532. April 23. Zabern. Dasselbe Schreiben, fast wört- 
lich übereinstimmend, an Prior und Convent von Gengenbach. 
Goncept. 



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r-«7P 



136 

1532. Mai 4. (Samstag nach Inventionem crucis). Concept der zu Zabern 
geführten Verhandlungen gegen Abt, Prior und Convent von Gengen- 
bacb. 

Der Anfang des Schriftstückes lautet: „Ist in namen 
meines gn. herren mit abt und dem prior des closters Gen- 
genbach geredt, es hab meinen gn. herren zu vilmalen an- 
gelangt, nachdem er zur abtey kommen, daß er sich etwas 
schimpflich, unprelatisch und dem gotzhus schedlich halte, 
und, wo wir nit insehen, daß wirklicher schaden daruß 
entsteen werde, daß jsich sein gnad schuldig wißst und hab 
darumb ine beschrieben, ime solchs furzuhalten, sein ant- 
wurt darüber zu hören." 

Es folgen nun sämmtliche aus dem Schreiben des Priors 
und Convents bekannte Klagepunkte über den Abt, deren 
Wiederholung darum hier überflüssig ist. Aber am Schluss 
heisst es gegen den Prior und Convent: 

„Ist demselben anzeigt, sie haben soUchs alles gut wissen 
gehabt, des inen zugestanden, darinn nit zu gehalten, das 
inen glych dem abt übel anstennde." 

Des Abts Antwort: 1. „Sagt zum ersten, er hab nyekein 
pfening verheyssen, sonder nach der wale gut zeyt sey Joß 
Münch mit dem stattschryber kommen, hab ime sovil fur- 
gehalten , daß er bewilhgen müssen grave Wilhelm 200 fl. zu 
geben. 

2. Der benediction halb hab er dem Schaffner bevolhen, 
nach dem suffragane zu fragen und selbs erkundigen, daß 
er weit sich benediciren haben lassen. 

3. Seiner lehen Bamberg halben habe er gehofft, er solt 
uff den rychstag kommen sein, so das aber nit geschähe, hab 
sichs verzogen. 

4. Hab gemeynt, er derff kein meß lesen, in meynungi 
dywyl er nit benedicirt, daß ers nit thun derff. 

5. Sey Sterbens halb gein Oberkirch geritten und daselbs 
gewest, hab aber gepett sein motten und anders gehalten. 

6. Hab einmal sich übersehen mit trinken in Straßburg, 
sey dursts halb geschehen. 

7. So kann er die edlen im closter nit ußschlagen. 



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137 

8. So hab er allein dreymal gespyelt mit Joß Mtinch und 
Seidenecker', sonst allein im prett gespielt. 

9. Hab kein schulden gemacht, dann die 200 fl. graven 
Wilhelmen und sonst 200 fl. 

10. Hab aber körn oder wyn noch nit verkaufft. 

11. Er hab ein concubin gehabt, aber derselben urlaub 
und sonst gar nichtzit geben weder heller noch pfening. 

12. Er hab etlich rynnend becher zerschlagen und aber 
anders machen lassen, auch bevolhen, daß man ime bezale 
selbe Sachen; es sey geschehen. 

13. So hab er vom alten Illhack kein rechnung noch mögen 
bekommen, hett sonst alle sarabstag rechnung im closter. 

14. So hab er ein huß und stall abgeprochen, seyen aber 
nichts mehr werdt geweßen. 

15. Hab allein ein prennhütt gepawen. 

16. Der verändrung halb muß er jars 7500 fl. verzynsen, 
darumb er willen gehabt, etwas zu verkaufien. 

17. So gebe er den von Rottwyl für 1700 fl. zyns, wer 
nüzlicher zu bezalen und so es noch möcht bezalt werden, 
acht er nüzlicher zu bezalen. 

18. So geb im der Schaffner zu Rottwyl nichts. 

19. Deßgleychen der zu Straßburg nichts, muß es alles 
uß des closters inkommen bezalen. 

20. Unnüz gesynd, well er das hinweg thun. 

Bitt ine gnediglich zu bedenken, welle es nymer thun, 
sonder sich meines gn. herren willens halten, auch one den 
convent verrer nichtzit handien. 

Daruff ist dem abt gesagt, sein antwurt lassen wir by 
irem werdt berugen, wußten die artikel wol zu bewyßen, also 
daß er darüber straffbar, so aber dasselbe geschehen, wurd 
es ime und seiner fruntschaft schmehlich und nachteylig. 
Dann die rechten vermöchten, so sich ein abt unrecht halt, 
daß man ine wider absetzen mocht; wir wolten aber sine 
jugent ansehen und die scherpfe des rechts weg lassen und 
deßhalb ine lenger versuchen. Doch daß er gar nichtzit one 
wissen und willen des priors handle, daß er auch die lehen 

1 Philipp von Seideneck, des hl. röm. Kelchs Erbküchenmeister, 
welcher von seinem Schwager Kraft von Crossweier, dem letzten seines 
Stammes, dessen Eigen- und Lehengüter zu Crossweier bei Achern ge- 
erbt hatte. 



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lyhe, daß er seiner notturft meines gn. herren rate welle sich 
fugen; daß er auch sein chor mit messen und sonst versehen 
wolle. 

Und diewyl m. gn. herr gewarnt, daß er burgerschaft 
oder schein angenomen, das soll er furter nit thun und deß 
schweren wie obsteet. So soll der prior schweren, daß er also 
getruwes uffsehen habe und dem abt helfen welle und ob der 
abt sich darinn sperre, daß ers yederzyt by dem eyd uns 
anzeige. 

Der abt hat die puncte also geschworen. 

Glychermass auch der prior also geschworen. 

Datum Sambstags nach inventionem anno 1532." 

1532. Juni 11. Neue Klagen des Priors von Gengenbach über den Abt. 

„Item zum ersten hat min herr und prelat dem abscheidt 
nach, so im und convent durch min gn. herren von Stroß- 
burg ingebunden ist worden in eyds pflicht, demselbigen nit 
nachkommen in artikeln, wie nach volgt. 

Item erstlich han ich mit sin wissen, willen um minders 
costens und dem gotzhuß zu guten ettlichen dienern durch 
den Schaffner lossen abezalen und geurlub, hat er dargegen 
nochmals ander angestellt on not, und so ich dieselbigen 
dorumb rechtfertige, sagen sie, habens in befelch von im. 

Item zum .andern hat er ein schryner numme jar und 
tag gehabt und alles lassen, nemlich von bettladen, thüren 
und leden und anders on alle not zerrissen und zerschlagen 
und von nuwem lassen machen, dorin ein großen uncosten. 

Item zum dritten hat er ein glasser wider min willen an- 
gestellt, der im mit schweren costen on notturft muß kam- 
mern und huß verglasen, auch den zug^ dazu zu Offenburg 
uff borgs lassen holen. 

Item zum vierden hat er stetes dry diener uff der apty, 
die uff in warten mtiessen on not, dan ander prelaten vor sich 
mit eim cammerer han lassen benügen; han ich in gebetten, 
solch abzustellen, hat aber noch nützt verfangen. 

Item zum fünften hat er ein kammerer, ist ein treiger (?) 
von Straßburg, uff die dry fl. jors gehabt, der dann allen 
gewalt, wie ein kamerer haben soll, aber noch nit gehuldet 
noch in keinerley, wie eim cammerer zustet, bescheen, 

^ Das Zeug, der erforderliche Stoff. 



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139 

Item zum sechsten so hatt er tegliche gastung von ge- 
meinem Volk uff der apty an sim tisch und ist zu zitten und 
Villmalen der kost by im an siner schiben* grösser, dann an 
der conventschiben. 

Item zum sibenden so ißt er nymmer by eim convent. Hann 
ich in in sunderheit gebetten um minders costens willen, aber 
an im nie verzecht. 

Item zum achten, so kummen tegliche schulden, die er 
vormals und noch huttigs tags gemacht hatt und macht 
on min wissen; diesdbigen schickt er dan yber mich zu 
bezalen. 

Item zum nunten, so sind ettschlich personen in und uß- 
wendig des gotzhuß, die ir proviant uß dem gotzhuß heimlich 
teglich holen, das er dann teglich sieht. Wurd ich bericht, 
daß es sin geheiß syg, will sy aber kein wort. 

Item zum zehnten hat er sin frauwenzimmer by im teglich 
on schäm aller deren, so zu im wonen und leitt^ vill costen 
an sy. Auch darneben eine ein zittlang in offnem würtzhuß 
und nachgezogen, ist offenlich und lutbrecht worden, welch 
uns nit ein kleine schandt ist. 

Item zum elften ist ein erlicher credenz do gesin, hat 
er lassen on alle not ernuweren zum teyl und sin wappen on 
abtstab daruff machen. Do find ich ein grosen abgang, ob ers 
oder der goltschmidt veruntrugt haben, ist mir nit wissens. 
Zynstags nach Medhardi ao 1532. durch den prior von 
Gengenbach anpracht. — (Letzteres durch eine andere Hand.) 

Original. Wahrscheinlich Beilage eines Briefes, der aber nicht bei den 
Akten ist. 

1532. Juni 21, „Frytags nach Viti und Modesti aol532" 
werden dem Abte zu Gengenbach die vorstehenden Klageartikel 
zur Rechtfertigung darüber vom Bischöfe von Strassburg zu- 
geschickt. 

Concept 

1632. Juni 21. Abt Melchior von Gengenbach wird von Bischof Wilhelm 
von Strassburg auf ein Jahr der Administration seines Klosters ent- 
hoben. 

^ Wir Wilhelm von gottes gnaden bischofe zu Straßburg 
und landgrave in Elsas thun kundt meniglich, daß wir in 
betrachtung des closters Gengenbachs merklichs nutzes und 

» Der Tisch. — '^ legt. 



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140 

notturft und insonderheit des würdigen unsers lieben andech- 
tigen hern Melchior von Börnecke abts gemelts closters jugent 
halben, desselben closters schaden zu fürkommen, uß aller- 
hand mehr beweglichen Ursachen mit demselben aber sovil 
gutlich handeln lassen haben, daß er umb des closters uff- 
gangs und besserung willen, damit seinthalb der Überfall mit 
gastung und sonst vermitten blybe, sich desselben closters 
ein jar lang zu enteussern und dessen regiment oder admi- 
nistration durch herrn Gregorien (sie) von Keppenbach, prior 
daselbs, versehen lassen und für sein person und knecht Un- 
terhaltung 60 fl. an gelt, 60 fiertel habern, 15 fiertel halb 
rocken halb weyssen und darzu 4 fuder wyns ein jar lang 
und ein ußbereyte betstatt sammt eim trog, dorin er seine 
kleyder füren möge, doch daß er dieselben wider nach uß- 
gang des jars ins closter antwurt, bewilligt hat und nit 
wytters. Daß er auch wytters kein schulden oder costen uffs 
gotzhuß Gengenbach tryben noch schlagen soll noch welle. 
Ob er aber einiche schulden machet, die sollen das closter 
nit angeen auch davon nit bezalt werden. Er soll sich auch 
der abtey silbers oder anders des closters gute, zynsen, gülden 
und guter der zyt gar nit beladen auch der abtey oder anders 
sigills der zyt nit prauchen anders den mit willen und zuthun 
priors und convents. Und soll deßhalb der abtey sigill hinder 
dem rate der statt Offenburg in einer beschließung, darzu 
wir einen, der abt den andern und prior den dritten Schlüssel 
haben solle, zu treweß banden stellen, dasselbig der zyt 
nyemaln one unser und des priors und des convents wissen 
und willen zu vervolgen, und aber nit destominder er der abt 
und prelat sunst in allen suchen sein und blyben, geistlich 
und weltlich lehen zu verlyhen haben. Damit man auch deste 
stattlicher zu ufgang des closters und zu ußleschung des- 
selben schulden handeln möge, so wollen wir zulassen, daß 
ettlich des closters höfe im Elsaß oder zu Rotwyl umb uf- 
bringung einer summa gelts uff widerlösung versetzt, dadurch 
ander zyns abgelößt und schulden bezalt werden. Wie dann 
gedachter abt sollchs bewilligt und uns darüber sein reverß 
geben, auch der prior dann also mit der administration ge- 
trewhch nachzukommen globt und versprochen. 

Deß alles zu warem urkund haben wir unser insigel an 
diesen brieff thun henken, der geben ist in unser Statt Zabern 



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141 

am frytag nach Viti et Modesti, als man zalt nach der ge- 
purt Christi unsers lieben herren 1532 jare. 

Goncept mit vielen durchstrichenen Stellen und Aenderungen am Rande. 

1532. Juni 21. Revers Melchiors von Homeek „von gots 
verhengknus apt des gotshaußGengenbaeh", daß er die Admini- 
stration des Klosters an den Prior „Gregorien (sie.) vonKeppen- 
bach" abtreten wolle unter den in der bischöflichen Urkunde be- 
zeichneten Bedingungen . Stimmt fast wörtlich mit dieser überein. 

Perg. Orig. Siegel abgefallen; die Bänder des Siegels aber hängen 
noch an der Urkunde. Gengenbach Ghen. Reichsstifter. 26. 

1532. Juni 28. Schreiben des Bischofs Wilhelm an Graf Wilhelm von 
Fürstenberg zur Beglaubigung seiner abgeordneten Käthe. 

Unsern fr. Gr. zuvor. Wolgeborner, lieber, getrewer! 
Wir haben dem ersagien, wolgelerten, unserm lieben andech- 
tigen meyster Jacoben Brawn canonic zum alten St. Peter 
zu Straßburg und unserm secretario Jörgen Kerner sampt und 
sunder bevelch thun, des abts von Gengenbach halb dir an- 
zuzeigen, wie du von inen vernemen werdest. Denen wollest 
irs befelchs zu diesem male glauben geben und selbs auch 
des closters nuz und notturft helffen bedenken, als wir uns 
versehen, geneygt seyest; sind wir hinwider mit gnaden zu 
bedenken willig. 

Datum Zabem am abent Petri et Pauli apostolorum ao. 1532. 

Concept. 

1532. Juni 28. Bischof Wilhehn meldet an Abt und Convent 
des Klosters Gengenbach, dass er gemäss dem jüngsten Abschied 
auf Sonntag nach Skt. ührich (7. Juli) seine Käthe zu ihnen 
schicken wolle, um die festgesetzten Punkte zum Vollzuge zu 
bringen. 

Datum Zabern am abent Petri et Pauli apostolorum ao 1532. 

Goncept. 

1532. Juni 28. Instruction, was meyster Jacob Brawn tmd dersecreta- 

rins sampt und sunder an grayen Wilhelmen von FOrstenberg werben 

sollen. 

Erstlich in namen unsers gn. herren seiner gnaden frunt- 
lichen grus sagen und daß sein gnaden verstenden, sein 
krankheit sey sein gnaden leyd. 

Zum andern hab sein gnaden bede sampt uud sunder 
verordnet mit dem bevelch, nemlich daß unser gn. herr von 



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142 

Straßburg vergangener zitt -durch vil glaubwirdig personen 
warlich bericht, wie der jetzig abt zu Gengenbach in vilerley 
wegen sich unschicklich halte und dem closter Gengenbach in 
seiner regierung und Verwaltung übel vor sy, daruß, wo 
unser gn, herr sein halben nit gnedigs insehen hett, das 
gotzhuß in ganz verderben , abf all und schaden werde komen. 
Dadurch sein gnaden als Ordinarius verursacht, nach ime zu 
schicken sampt dem convent und inen beden solchs fürgehal- 
ten, daruff der abt gar ein gering, schlecht antwurt gethan 
und dermassen, daß unser gn. herr verursacht, ime bevelch 
zu thun, daß er fürterhin nichtzit handle one wissen und 
willen des priors , das der abt und prior gemeinlich angenom- 
men, und also von seiner gnaden gescheyden der gnedigen 
Zuversicht, es were dem also durch den abt gelobt worden. 

Aber etlich zyt darnach ist unserm gnedigen herren wider 
bericht, daß der abt dem gar nit nachkomme und die sach 
mer bößert dann gepessert habe. Darumb sein gnad den 
abt und convent wider zu seiner gnaden erfordert, und nach 
vilerlei bedenken und underhandlungen hat sein gnad kein 
fruchtbarem weg mögen furnemen, dann daß der abt seiner 
Verwaltung ein jar und nit länger stillstende und der prior, 
als der sein gnaden für geschickter, flyssiger und emßlicher 
zu wolfart des closters handien werde , die regierung biß uß- 
gang desselben jars bevelhe, damit man die schuldgläubiger, 
so stetigs bezalt sein wollen und alle tag coßten uff das gotz- 
huß haben, zufrieden stellte. Doch soll der abt alle ober- 
keit in geystlichen und weltlichen Sachen als der prelat be- 
halten. Dargegen soll man dem prior desselbigen jahrs geben, 
wie das alles der brieff vermag. 

Und zu Vollstreckung solches sey unsers gn. h. gnedigs 
begeren , daß er grave Wilhelm zu mer ere und • wolfart 
gemelts gotzhußes yemans, von seiner gnaden wegen uff den 
tag durch unsern gn. h. von Stroßburg ernannt, daby haben 
wolle, solch furnemen vollziehen zu helffen. Daran thue er 
ein gut werk und unsers gn. h. gefallen zu wirken. 

Ob er es nit willigen oder thun wollt, so soll man repli- 
ciren, daß es dem äbt zu gut geschehe und nit mer dann ein 
jar, damit er in sich selbs schlage, alßdann auch desto 
besser zu regiren. Denn sollt mein gn. h. nach strenge 
gegen ine gehandelt haben , hett sein gnad wol ursach gehabt. 



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143 

ihn gar zu deponiren; dann er die puncte gehandelt, wie die 
verzeychnet stünden. 

Ob aber grave Wilhelm gar nit willigen wolle, solle man 
dennoch hinüberrytten zu sehen, wer sich daran sperre, der 
abt oder sein fruntschaft. 

Concept. 

1532. Juni 30. Gengenbach. Prior Friedrich von Keppenbach an Kanzler 

und Räthe za Zabem. 

Wirdigen hochgelerten, edlen, vesten, gnedigen, gunstigen, 
lieben herren. Dem jüngsten abscheyd nach, so min herr 
und prelat und ich empfangen daruflf abgescheyden sind, het 
ich mich versehen, es werd doby bliben bitz zu witterem 
beschluß. Dorüber min her und prelat mich uflf das höchst 
gegen sinen frunden verclagt hat, die mich keineswegs zu 
verantwurten han las'Sen komen, sonder mit hefftigen getrengt 
offenlich, daß ich in sorgen ston muß; auch sich lassen hören, 
so ich mich des regiments underziehen würdt, dürft ich im 
closter nit sicher sin, und haben doruflF den von Seideneck 
Haussen von iren allen wegen mit minem herren und prelaten 
verordnet zu graff Wilhelm gen Straßburg und mir do auch 
wellen ein spiel zu rüsten, hett ichs nit durch ein guten 
frundt fürkomen; haben aber dameben sovil geschafft, daß 
graflf Wilhelm in solch pension keinswegs willen geben wirt. 
Hat mir Joß Münch, amptmann selbs gesagt. Darumb gne- 
dige, gunstige, lieben herren, diewill graflF Wilhelm kein 
willen darin geben will und ich auch in täglich mer gever- 
lichkeit gegen sinen frunden steen muß, kann ich mich nit 
lichtlich in solchs geverde geben. Bit euch hiemit, mir solchs 
in ungnad nit uffnemen, dan ich mich in solcher wyß des 
regiments nit unterwinden wurdt, dann was mir darob be- 
gegnen wurdt, müßt ich den schaden liden, und wiewol er 
solch pension gutwillig angenomen und mit handgebender 
trew gelobt, band ich doch gewist, daß ers nit halten. Bitt 
hiemit Ewer gn. und gunst, mir gnedig ratt mitzutheileü, weß 
ich mich furter halten soll, will ich um E. Gn. und gunst 
geneigt sin allzitt willig zu verdienen. 

Datum Gengenbach uff Sonntag nach Petri et Pauli anno 1 532. 
E. Gn. und gunst gutwilliger diener 

Fr. Fridericus Keppenbach indignus prior. 

Orig. mit dem bekannten Siegel. 



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144 

1532. Juni 30. Abt Melchior Hornecker von Hornberg an die bischöf- 
lichen Räthe za Zabern. 

Mein fruntlich willig dienst zuvor. Wirdigen, hoehgelerten, 
edlen undvesten, gunstigen, lieben herren und guten frundt! 
üch ist gut wissend, was verschyner tagen durch uch uß 
bevelch mins gnedigen herrn von Straßburg mit mir gehandelt 
worden, welches doch nit beschlußlich, sonder uff mins gne- 
digen hem Graff Wilhelms von Fürstenperg (als castvogts) ge- 
fallen und bewilligung beschehen. So nun sollich handlung 
an sein gnad gelangt, will sie mit nichten iren willen darein 
geben. Dwil dann sollich handlung (dwil sein gnad als cast- 
vogt die nit willigen will) an ir selber nichtig und zu allen 
theilen unpundig ist, so will ich uch also bester meynung 
angezeigt haben, daß ich widerum zu einer vollkomen admini- 
stration, wie pilüg, gestanden, deren idi auch durch die hilf 
gottes, sovil menschlich und möglich ist, vor sein will, der 
massen, daß mir, wo anders nit einem yeden mynen miß- 
gonner meinthalb unverhört gloupt werden will, unverwißlich 
sein soll. Hab ich uch, deren ich frundlich dienst und gutten 
willen zu bewysen geneygt, unangezeigt nit wollen lassen. 

Datum Sonntags nach Petri et Pauli ao 32. 

Melchior Hornecker von Hornberg 
Apt zu Gengenbach. 
Pap. Orig. Siegel abgefallen. 



1532. Aug. 31. Prior und Convent von Gengenbach an Bischof Wilhelm 
von Strassburg. 

Hochwirdiger fürst, gnediger herr! Euweren fürstlichen 
gnaden sigendt unser arm gebett gegen gott auch under- 
thenig, gehorsam, willig dienst allzitt bereit. Gnediger herr, 
es ist graff Wilhelm uff sontag verschienen zu unß (nach) 
Gengenbach kommen und durch Joß München, sinen ampt- 
man sampt dem stattschriber daselbst mim herren und unß 
lassen furhalten, wie daß sin herr gloublich furkom, daß wir 
E. f. Gn. 200 fl. zu stur geben hab an dem durckenzug. Beger 
sin herr auch glichermaß haben. Wir im zu verstenn geben, 
daß wir E. f. Gn. 100 fl. ein gantze collect geben haben, hab 
ein gemein fraternitet E. f. Gn. bewilligt zu geben, des sy 



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145 

von altem E. f. G. Jurisdiction; mit vil mer Worten unß uff 
das höchst entschuldiget und lassen bitten, unß doby lassen 
zu blyben. Hatt er uns strags lassen sagen, geben wir ims 
nit, wiß er wol, wo ers nehmen soll. Und daruff unß eim 
convent sin Schaffner by Ortemberg lassen in eydsglub 
zwingen, unß eim convent noch den capplenen nutz me zu 
geben, er sy dan der 100 fl. vemugt; auch unserm prelaten 
gesagt, er well im kein wyn im herbst im Wigerbach lassen 
folgen und lugen, wie er sich selber bezalL Wytter so hat 
er unsern prelaten gebeten für einen, heißt Kyblers Clauß 
von Offenburg, ist sin tag ein kriegsman gesin, auch ein zitt- 
lang den herren von Straßburg dient, daß er in zu einem 
Schaffner annemen well. Han ichs im wyterraten, daß ers nit 
thun soll und in erniant des juraments , so er E. f. Gn. thun 
hat; aber sich nit daran kert und in angenomen, der dan, 
als wir achten, werdt ein unverrechneter Schaffner sin und erst 
das arm gotzhuß voltz verderben, und soll uff Michaelis nechst 
künftig anston; heren von niemans, der in kennt, der im wol 
redt, der uns ein guten trost geb zu im. Dorumb gnediger 
fürst und her, ist heruff unser underthenig bitt, E. f. G. 
well unß ein gnedigen rat mitteylen, weß wir unß erstlich 
des verbotts halben halten sollen, dan die capplen nit um- 
sunst dienen wellen, auch nochmals des Schaffners; wo der 
pliben soll, ist zu besorgen, daß er das Gotzhuß voltz ver- 
derben werdt, dann wir schuld halb der zinß zum zweitenmol 
gen Friburg in leistung gemant sind, auch zum drytenmal 
zinß halben zu Strasburg moniert und miessen deglich des 
bands warten; fragt graff Wilhelm gar nutz noch. Es hat 
unß Joß Münch zum letsten , do wir uns genugsam beclagten, 
daß er in Straßburger meß Johannis mit E. f. G. secretary 
und den gesanten furgewandt hab eins gutlichen tags dem 
gotzhuß zu guten, den E. f. G. denn beneme und yemans 
gen Gengenbach verordnen, well sin hen* auch thun und 
daß man do handle dan, was dem gotzhuß gut were, wer 
nochmab sin rat unß auch bevolhen, solchs E.f.G. zu schriben, 
doch Ion wirs sin für sin wert. Aber was E. f. G. unß gne- 
diglich für ein rat mittheilt, dardurch dem armen gotzhuß 
mecht geholfen werden, wellen wir zu underthenigem dank 
annemen und alß die gehorsamen volgen, begeren hiemit ein 
gnedig antwurt in geschriften , solchs wellen wir gegen E. f. G. 

Zeitachr. XXXIII. 10 



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146 

mit aller underthenikeit in unßerm armen gebett gegen gott 
und sust willig und gehorsam verdienen. 
Datum Sampstag nach Adolfy anno 32. 
E. F. G. underthenig Capplenn 

Prior und convent zu Gengenbach. 
Pap. Orig. Siegel abgefallen. 

1532. September 1. Bischof Wilhelm von Strassburg an Graf Wilhelm 
von Filrstenberg. 

Obgleich durch die beiden bischöflichen Abgeordneten 
Jacob Braun und den Sekretär nach langen Unterhandlungen 
über die Verhältnisse des Klosters Gengenbach soviel bei 
Graf Wilhelm erwirkt worden sei, daß der Bischof einen 
Tag bestimmen sollte, an welchem die beiderseitigen Verord- 
neten zusammen kommen und über das Kloster Gengenbach 
berathen sollten, so habe doch eine längere Krankheit den 
Bischof an der Ausführung dieser Uebereinkunft gehindert. 
Darum wolle er nun nachträglich den 12. September („donerstag 
nach unser lieben frawentag nativitatis") als den Tag fest- 
setzen, an welchem ihre Boten in Straßburg der Sache wegen 
handeln sollten. Graf Wilhelm möge bis dahin von seinen 
Neuerungen und seinen Anforderungen an das Kloster ab- 
stehen. 

Concept mit vielen Correctaren. 

am nämlichen Tag. Bischof Wilhelm an Abt, Prior und Convent 
des Klosters Gengenbach. Derselbe zeigt ihnen den zur Ver- 
handlung festgesetzten Tag an und fordert sie auf, zu diesem 
Zwecke an dem bestimmten Termine alle Verträge, „so bey 
keyserlicher regierung zu Eßlingen, zu Spyr, zu Gengenbach 
und durch beider herrschaften gesandte gemacht worden" , mit- 
zubringen. 

Conc^t. 

am nämlichen Tag. Derselbe an den Prior des Klosters Gengen- 
bach. Er habe dessen Schreiben diesen Morgen erhalte» und, 
wie er aus dem Schreiben an den Abt und Convent ersehen 
werde, sogleich einen gütlichen Tag angesetzt. Er möge es 
darum nicht unterfassen, persönlich bei der Verhandlung zu 
erscheinen. 

Concept. 



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147 

1532. September 13. Die Verhandlungen der Abgeordneten im bischöf- 
lichen Hofe zu Strassburg. 

Am frytag nach nativitatem Marie ao. 1532 sind meins 
gn. herren von Straßburg cantzler von meins gn. herren wegen, 
Junker Joß Münch im namen grave Wilhelms von Fürstenberg 
bey einander zu Straßburg erschynen und haben mit einander 
des closters Gengenbach halb in bywesen des abts und priors 
daselbs gehandelt. 

Erstlich der cantzler anzeigt, weß mein gü. herr als geist- 
licher Ordinarius hievor in bedacht des abts Unschicklichkeit 
mit ime gehandelt, sich des closters ein zytlang zu enteußern, 
wie das der brief darüber uflfgericht vermag und sollchs grave 
Wilhelmen durch meyster Jacob Brunen und den secretari 
verkuüdt, yeman von sinen wegen zu Gengenbach zu 
haben , demselben nachkommen zu helfen ; des sich aber grave 
Wilhelm dazumal beschwert und wytter tag zusammenkommens 
begert. Darumb man yzt beyeinander erschynen. Sodann hab 
mein gn. Herr von Straßburg ein collect vom abt genommen, 
so were sein gnad bericht, daß er zweymal soviel haben wolle. 
Es sey aber der pruch, daß all wegen ein bischove ein abt 
in alle rychshilflfe ußgezogen, darumb der abt billich §olch 
collect, wie auch von alter herkommen, gegeben und grave 
Wilhelmen dargegen zu geben nichts schuldig, mit begeren 
grave Wilhelme zu berichten des ruwig zusten. 

Dagegen Joß Münch gesagt, von grave Wilhelmen bevelch 
haben zu handeln alles, das zu nutz und gut dem gotzhuß 
kommen mag, es habe grave Wilhelm vor besorgt, es were 
ime und dem rych zu nachteyl geschehen. Sodann der ge- 
forderten Steuer halb hab grave Wilhelm nit anders gewüßst, 
dan daß er meim gn. herren 200 fl. gegeben, darumb er auch 
gefordert, dan er ime schuldig ein reyßwagen zustellen und 
anders^ als eim castvogt, dafür er 100 fl. gefordert. Wolle 
mein gn. herrn von Straßburg in die collect oder sein gerech- 
tigkeit nit trengen, aber auch seine dargegen nit verlassen. 

Also ist dem abt gesagt, mein gn. herr von Straßburg 
mege sein ungeschickt leben nit l;^den, darnach wisse ersieh 
zu richten, dann man müsse ander Ordnung fumemen lassen 
und herstellen etc. 

Joß Münch will darzu hilfllich sein, mein gn. herrn in seiner 

10* 



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148 

gnaden geystlichkeit halber nicht intrengen, mög mein gn. 
herr von Straßburg den abt wol ziehen, sey ime liebe. 

Darnach haben der abt und prior allerhand schulden und 
beschwerliche punkt anzeigt in Rotwyl und sonst, daselbst 
not wurde inzusehen. 

Concept. 

Vom gleichen Tage. „Ongeverlicher fürschlag, wie dem closter Gen- 
genbaeh zu helffen sey." 

Erstlich sollen beide Klosterschaffner dem Bischöfe von 
StraL^burg, dem Grafen Wilhelm von Fürstenberg als Cast- 
vogt und dem Abt und Convent geloben, des Klosters Ein- 
nahmen und Ausgaben getreulich zu verwalten, alle Gefälle 
einzuziehen und Zinsen und Gülten zu entrichten, Gastereien, 
soviel möglich, zu vermeiden, alle unnöthigen Kosten zu sparen, 
das überflüssige Gesinde zu entlassen und jederzeit dem Abt 
und Convent im Beisein der Käthe beider Herrschaften ge- 
nügende Rechnung abzulegen. In ihren Schffneien sollen sie 
ungeirrt handeln, aber Wein und Korn nur mit Wissen und 
Willen des Abts und Priors verkaufen. 

Der Abt soll aus den Klostergefällen wöchentlich 1 fl. zu 
seiner Nothdurft erhalten, „damit er auch vernügt sein soll". 

„Das hat der abt, soverr es beden fursten und herreu 
also gefellig, auch angenommen und globt, dabey zu blyben. 

Das haben beider fürsten und herren geordnete rate und 
amptlut hinder sich zu bringen angenomen, zum furderlichsten 
einander zu oder abzuschryben. 

Datum frytags nach nativitatis Marie ao 32. 

Darneben ist des von Fürstenberg amptman anzeigt, daß 
sich unser gn. herr von Straßburg seiner forderung, die er 
an abt und convent des durckenzugs halben gethan, beschwert, 
mit begeren, dieselb als dem vertrag widderig nachzulassen. 

Und dywyl unser gn. herr auch des yetzigen vogts zu 
Achem beschwerden und den Daisteiner, so sich genugsam 
bürgschafft zugeben erpietet, Vorhabens zu demselben ampt 
komen zu lassen, ob grave Wilhelm den auch dalyden möge. 

Und zum dritten , dywyl des closters hof zu Straßburg, 
den grave Wilhelm inne habe, buwfellig und hanthabung not- 
turftig werde , ob denn wege zu finden , daß der dem closter 



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149 

wider zugestellt wurde und grave Wilhelm dessen in andere 
wege verglichen. ' 

Das vorgemelter amptman solchs alles angenomen, hinder 
sich zu bringen, darüber bescheyd zu schryben. 

actum ut supra. 

Darneben ist mersam bedacht, daß die höfe zu Rotwyl 
verkaufft werden und mittlerzytt durch abt und convent umb 
solchen verkauff, wie sie den uffs höchst zubringen getrawen, 
doch nit änderst, denn uff hinder sich bringen gehandelt und 
alßdann beden herren anpracht, auch unser gn. herr von 
Straßburg insünderheit umb bewilligung solchs verkauffs an- 
gesiicht werde. Wytter ist dein gotshuß fürstpndig bedacht, 
wie man der landachtreben nutzlich abkomen möcht, und deß- 
halben dem abt und prior bevolhen , davon reden und handeln 
zu lassen, wie sich denn Joß Münch, der amptman dessen auch 
gutwillig erbotten hat, doch nit anders denn uff hinder sich 
bringen und nottürftig bewilligung. 

1532. November 7. Vollzug des Abschieds mit Abt und Convent zu 
Gengenbach. 

Am donnerstag nach omnium sanctorum ao 1532 

Sind Doctor Franz Paul, auch Jungker Wolf von Windeck, 
amptman zu Oberkirch und Jerg Kerner, secretarius in namen 
meins gn. herrn von Straßburg, sodann Jungker Jost Münch 
von Rosenberg, als grave Wilhelms von Fürstenberg gesandter 
zu Gengenbach ankomen, mit dem abt und convent vorge- 
machten abschyd nach zu handien. 

Am frytag früe 

Haben genannte beder fürsten und herren rate und geord- 
nete an den abt begert, dem abschyd, so jungst mit ime zu 
Straßburg gemacht, durch ine angenomen und zugesagt, also 
zu vollstrecken , dywyl bede fürsten und herren inen denselben 
auch also gefallen lassen und bewilligt betten.« 

Dagegen der abt angezeigt, daß im etwas besch werden 
deßhalben zugefallen weren, derenhalben er einen artikel, 
nemlich mit dem prior zu essen, nit erstatten kendt. Darüber 
begert, den also biß uff den abent zu ankunft ettlicher seiner 
gefrundten rügen zu lassen, alßdann dester stattlicher habe 
darin zu handien; mit meidung, er möcht lyden, daß man 

» Man vergl. Freiburger Diöcesanarchiv VI. 7. Des Klosters Schaffnei- 
haus war dem Grafen lebenslänglich überlassen worden. 

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150 

den conventherren ir alte pfrtind gebe, so wolle er sich mit 
den caplanen und anderm gesynd zu tisch behelfen uß aller- 
hand Ursachen ine darzu bewegende. 

Es folgt nun die Abhör von Wilhelm Morungers Rechnung. 

„Es hat dannach Jungker Jost Münch angezeigt, wie abt 
und convent den von Dachsteyn, so im convent zu Ettenheim 
gewesen, understanden zu inen als conventherrn zu Gengen- 
bach anzunemen, das grave Wilhelmen unlydlich in bedacht 
seines unzüchtigen handeis und wandeis, daß er auch seyther 
pewrischer uffrur in ländsknechtkleydern zu etlichen malen 
seins mutwillens gangen. Das well er den Straßburgischen 
auch anzeigt haben, der achtung, dywyl er dem closter nit 
fürstendig und gegen andere ergerung bringen möcht, daß 
sich mein gn. herr von Straßburg dessen auch wüßte zu 
weygern. 

Darüber haben sich die Straßburgischen beym abt und 
convent erfaren, die gesagt, sie haben solcher des Dach- 
steiners ungeschickter haltung kein wissen. Er sey auch an- 
gezeigt seins ungeschickten wandeis und kleydung nit ge- 
stendig anders, dann in der pewrisch uflfrur hab der abt zu 
Ettenheimmünster yedem conventherrn ein groen Rock und 
kleydung gemacht, damit sie vor den bawern als vertriben 
dester baß bewaren mochten. Die hab er getragen, aber 
darnach wider, als sie zu rügen, den orden angenomen. 
Darüber haben sie ime ein zusage gethan, ine ins closter 
Gengenbach zu nemen, dessen sie ime nit wol mehr ent- 
weychen kennen, mit bitt ine zuzulassen. 

Darüber die Straßburgischen geantwurt, sie sollen ine 
caplans wyß noch zur zytt bey inen blyben lassen und halten, biß 
uff unsers gn. herren wytter bescheyden, so wollt man solchs 
sein gnaden anbringen. Dessen ist Jost Münch auch also 
zufrieden gewesen." ^ 

Die Verhandlungen mit der Stadt Gengenbach über die 
Landacht -Reben werden auf einen späteren Tag verschoben; 
auf Anbringen des Abts und Convents werden die von Gen- 
genbach ermahnt, ihre Zinsen und Gülten dem Kloster pünkt- 
licher zu entrichten; die Klage des Rathes von Gengenbach 
über den Einzug des Kleinzehnten im Heidegger 2, sowie 

^ Hierin zeigt sich wieder das Streben Graf Wilhelms, die Zahl der 
Conventualen zu mindern. — * Gemarkungsname. 



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151 

dessen Forderung, daß das Kloster den Messnergehalt an der 
Pfarrkirche zu entrichten habe, werden abgewiesen, weil die 
Löhnung des Messners der Pfarrpfründe obliege und, wenn 
deren Gefälle sich vermindert hätten, es eben Schuld des 
Pfarrers und nicht des Klosters sei. 

„Am sambstag zu mittage 

Ist widerumb an den abt begert worden, daß er dem 
abscheyd , so seinthalben zu Straßburg gemacht und bewilligt, 
nachzukomen und sich die vermeinten beschwerden daran nit 
irren zu lassen; in ansehung, daß er das zu thun zugesagt 
hette und beder fürsten und herren geordnete ernstlichen 
befelch betten, daby zu blyben und daruff zu handien, so 
würden sie demselben nachkomen und möchten lyden, daß er 
sein fruntschaft darzu erfordert, damit sie wussen, was man 
mit ime handle. Also hat er anzeigt, es gellt ime nun glych, 
ob sie daby seyen oder nit, man hab aber seine beschwerden 
und sorg künftiger merern beschwerden wol verstanden. Dem- 
nach ist zwischen dem abt und prior gehandelt, daß sie be- 
willigt, solch irrung fallen zu lassen und dem abschyd nach- 
zukomen; der ist ime, wie vorher urt, eigentlich und gnugsam 
furgelesen worden. Daruff hat der abt bewilligt, demselben 
inmassen er zugesagt hette, nachzukomen." 

Es folgt nun die Bestallung des Kübel Glausen von Speyr 
zum Unterschaffner und des Burkhardt Bürklin von Gengen- 
bach zum Unterschaffner des Klosters. 

„Es ist auch dannach mit dem prior und convent insunder- 
heit gehandelt uff den furschlag, so man inen hievor zu Straß- 
burg gethan, daß sie dem closter zu furstand auch etwas 
stewr sollten helffen thun. damit die schulden dester baß 
bezalt werden möchten, mit begeren, daß sie in ansehung 
ires großen inkomens sich auch dorin gutwillig erzeigen wellen. 
Also nach allerhand angezeigten beschwerden hat der prior 
bewilligt, sechs jar lang, nemlich yedes jar 30 fl. dem closter 
zu stewr zu geben und jetzt alsbald 30 fl. für das erst jar 
also bar zu bezalen, doch mit der bescheydenheit, ob der 
Personen mehr im convent wurden, daß sie die zu geben nit 
vermochten, oder das closter sonst zuneme, daß des nit not 
were, daß sie damit ungebunden sein wellen und, daß solche 
ir bewilligte stewr auch furterhin dem convent an seinen 



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152 

rechten und gerechtigkeiten kein abbruch bringen und in 
andere wege onnachteylig sein soll, also daß ir bewilligte 
hilflf thun wirdt 180 fl. 

Am Sonntag Morgens haben die Abgeordneten vom Abte 
ihren Abschied genommen, indem sie ihn nochmals zur Hal- 
tung des Vertrags und zur Sparsamkeit ermahnten. 

„Es sind auch alle des closters personen, herren und 
knecht eigentlich verzeychnet, wie die in irer zale hernach 
geschriben sind. 

her Melcher abt, her Fridrich prior, her Hans Suflfeln- 
heym (conventuales) , her Hans Dachsteyn, auch des ordens 
scti.Benedicti, her Mathis Groß, weltlich priester, her Hans Ben- 
tius, ein ordensman, Kübel Claus, der oberschaffner, Burkardt 
Bürklin, underschaffner, Hans ein pfründner. 

Clostergesynd : Hans, koch — Urlaub; Hans, keller; Hans, 
marstaller; Marzolf, camerer; Jacob, spychermeyster ; pfister 
meyster, zum bachen noch ein knecht zu helfen, aber sonst 
nit; Hans, küefer; Hans, küeferknecht; der schryner — Urlaub; 
der treger — Urlaub; Bernhard, underkoch. 

Schweygkhof: Martin, hengstknecht; sein underknecht; 
Dämmen Jacob, ochsenmeyr; Michel Merter, knecht — Ur- 
laub; Gurzen Hans; Fawl Mathis — Urlaub; Mathis Fry- 
burger; die Schweygerin und ir sone; zwo Spinnerin — 
Urlaub. 

Nachdem die Abgeordneten nochmals zur Sparsamkeit und 
Ordnung gemahnt und bestimmt hatten, dass alles Silber, es 
sei zu Offenburg oder im Kloster, so wie der Wein, der auf 80 
Fuder veranschlagt wurde, in ein Inventar feingetragen werden 
solle, zog[en sie von dannen. 

1533. Januar 24. Gengenbach. Abt, Prior und Convent 
des Klosters Gengenbach melden dem Bischöfe Wilhelm von 
Strassburg, dass sich „die armen lut" über den durch Wolf 
von Windeck und Jost Münch vermittelten Vertrag der Land- 
achtreben halb beschweren und verlangen, daß jeder für sich 
selbst seine Zinsen ablösen möge, ferner berichten sie, daß 
Dr. Franz und Dr. Nikiaus sich stritten über die Nutzung 



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153 

eines Lehens, welches nun Graf Wilhelm, ohne den Ausspruch 
vom Manngerichte des Klosters zu erwarten, dem Dr. 
Nikiaus zugesprochen habe. Der Markgraf von Baden habe 
als Schätzung und^Hülfe am Türkenzuge vom Kloster 40 fl. 
verlangt von den Gefällen, welche dasselbe in der Herrschaft 
fallen habe. Um ihre Zinsenlast zu verringern, wollten sie 
Kapital zu 47o aufnehmen und damit Kapitalien, welche sie 
zu 5^/0 verzinsen müssten, abtragen. 

„So haben wir großen mangel an personen, also daß wir 
den gotzdienst mit gesang, messen und anderm nymme under- 
halten mögen, diewyl dann nyemans vom adell me geneigt ist, 
sin kinder disser (zitt) zu uns thun. So ist haruff unser underthenig 
bitt, E.f.G. wolle uns zulassen, andere personen, priester unsers 
Ordens anzunemen, und bestettigen, deren wir wol finden 
wellen geschickt und deuglich, auch uns Igundt, jung knaben, 
erbar burger kinder zu novizen anzunemen, domit das gotz- 
huß wider besetzt werden mög. Begeren hiemit von E. f. G. 
ein gnedig antwurt. Wollen wir um E. f. G. mit aller un- 
derthenikeit allzitt verdienen. 

Datum Gengenbach frittags vor conversionis sancti Pauli 

ao. 33. 

E. f. G. 
Underthenig Capplänn 

Abt, prior und convent 
zu Gengenbach. 
Pap. Orig. mit dem Siegel des Abtes, ein Jagdhorn an einer Schnur 
über 3 Bergen, darüber MH und zwischen diesen beiden Buchstaben ein 
Abtsstab, und dem bekannten Siegel des Priors. 

1533. Januar 26. Zabern. Bischof Wilhelm ersucht den Grafen 
Wilhelm, den Streit zwischen dem Dr. "Franz Pawel und dem 
Dr. Niclaus Capito über das Klosterlehen zur Wahrung der 
Gleichheit und der Klosterrechte der richterlichen Entschei- 
dung anheim zu geben. 

Datum Zabern Sonntags nach conversionis Pauli ao 33. 

Concept. 

am nämlichen Tag. Derselbe zeigt dem Abt und Convente des 
Klosters Gengenbach an, dass er in die beantragte Art der 
Ablösung der Landachtreben willige, doch solle das eingehende 
Geld wieder in des Klosters Nutzen angelegt werden. Was 



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154 

die markgräfliche Forderung betreffe, solle man dieselbe, da 
sie in der letzten Zeit nicht mehr geltend gemacht wurde, 
beruhen lassen, „damit man ein schlaffend hund nit weckt". 
Würden aber die Amtleute ihre Forderung erneuern , so solle 
man ihm davon Nachricht geben. Auch zur Aufnahme nicht 
adelicher Personen und Kinder ehrbarer Bürgersleute ertheilt 
der Bischof seine Zustimmung. 

Datum Sonntags nach conversionis Pauli ao 33. 

Concept. 

Hier werden unsere Akten sehr wesentlich ergänzt durch den Ver- 
trag, welchen Abt Melchior am 30. Sept. 1533 mit Graf Wilhelm abschloss 
und welcher im Auszuge im Freiburger Diöcesanarchiv VI. 21 zum Ab- 
druck gebracht ist. Da Graf Wilhelm als Castvogt den Abt wieder zu 
seiner Administration habe „gnedicklichen kommen lassen**, so gelobte 
und versprach dieser, nichts Ernsthaftes ohne Wissen des Grafen oder 
seines Amtmanns auf Ortenberg zu yerhandlen oder zu thun , keine Güter 
zu verkaufen, zu versetzen oder zu veräussern, keine Kapitalien aufzu- 
nehmen, keinen Bau aufzuführen, keinen Schaffner und keine Knechte 
anzustellen ohne Erlaubniss des Grafen oder seines Amtmannes; kurz 
der Abt verzichtete auf jede selbständige Administration und machte den 
Grafen zum Herren des Klosters. 

1533. Oktober 6. Der Prior Friedrich von Keppenbach berichtet dem 
Bischöfe Wilhelm von Strassburg über die neuesten Beeinträchti- 
gungen des Klosters durch den Grafen Wilhelm von Fürstenberg. 

Hochwirdiger fürst, gnediger her! Nachdem sich die zitt 
der jor rechnung nehert, daß Clauß Kubier der Schaffner von 
wegen des gotzhuß sin rechnung thun soll, wie er sich dann 
teglich darzu schickt, nun kompt mir aber für deglich, daß 
graff Wilhelm min prelaten wider well insetzen in sin vorige 
regierung, uß waß ursach mag E. f.. G. wol erachten, die 
wyl er im kein zug versg^gt, was er an in begert. Nun ob 
solchs dem gotzhuß nützüch sin werdt, wirdt sich wol befun- 
den in dissem jor in siner handlung. Dorumb gn. fürst und 
her , so ist min underthenig bitt an E. f. G., well dem armen 
gotzhuß zu gutem uff gemelten tag der rechnung ein gnedig 
vollkomen bystandt thun, damit, so graff Wilhelm des 
gemüets wer, soUchs gnediglich fiirkomme. Wytter so sindt 
wir des convents uß der plicht graff Wilhelms, haben solchs in 
ratt gefunden, domit E. f. G. mit im nit in wytter irrung 
komme, daß wir ime neben der handlung in kein abtrags wyß 
zu einer vererung geben haben 2 fuder wins, so im Elsaß 



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155 

fallen, und hat im min prelat vorhin auch 2 verheissen, dann 
zu besorgen, diewyl er Anthony zum schaflfner han will, daß 
dem gotzhuß nit füll dar ußgangen wer, auch üß den fruchten 
und anders, so er Schaffner sin soll. Wytter so will min gn. 
her von Ettenheimmünster nach dem herbst zu E. f. G. selbs 
komen, hern Hansen Dachstein halben und myntlichen bericht 
E. f. G. geben. In dem E. f. G. welle gnediglich in all weg 
das arm gotzhuß lassen befolen sin, solchs will ich um E.f. G. 
in aller underthenikeit verdienen gantz willig geneigt sin. 
Datum Gengenbach uff montag vor Dionysii episc. 1533. 
E. f. G. 

wiDiger Capplan 

Fr. Fridericus Keppenbach 
prior indignus zu Gengenbach. 
Pap. Orig. mit des Priors Siegel 

1533. Oktober 13. Ruffach. Schloß Ysenburg. Antwort 
des Bischof Wilhelm auf vorstehendes Schreiben; er werde 
nicht versäumen , zur Rechnungsabhör einen Abgeordneten zu 
schicken. 

Datum Montag nach Dionysii ao 33. 

Concept. 

1534. August 17. Vertrag wegen eines Schulmeisters! 

Wir Wilhelm, Gräfe zu Fürstenberg, lantgraffe zu Bore 
und landvogt in Ortenow, offenbaren und thun kunt menk- 
lichem mit disem brieff, als sich zwischen dem wirdigen hern 
Melcher Homeck, apt, prior und convent zu Gengenbach 
eins und dem ersamen wisen Schultheiß, meister und rath 
doselbs anderstheiles der schulen halb irthum und spenn er- 
hoben, nämlich so haben sich die von Gengenbach beklagt, 
wie von alter her und allwegen apt und convent schuldig 
gewesen, einen geschickten Schulmeister zu halten, demselben 
one ihr hilff und zuthun belonung, behusung, beholzung, 
essen und trinken zu geben, daß selbig aber durch apt und 
convent untzher etwa menig jor" unterlassen, also daß ihr 
kinder der 1er berobt und ganz wißlos ufferwachsen, das ihnen 
denn beschwerlich und lenger zu gedulden unlidlich , und als 
landt- und castvogt doby unterthenenklich bittende, apt und 
convent dohin zu wisen, daß sie die schulen widerum uff- 
richten und mit einem geschickten, gelerten Schulmeister 



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156 

versehen sollten , damit ire kinder zu der ler und guten sitten 
gezogen werden möchten. Dagegen aber apt und convent gestan- 
den, war sin, daß die schule allwegen by dem closter gewesen 
sy, auch einen Schulmeister underhalten. Derselbig hett aber 
inen mit sinen knaben in dem chor mit singen behilflich 
sin müssen , und wo dasselbig noch also gehalten wollt werden, 
wellten sie sich uff das fürderlichst um einen Schulmeister 
bewerben und die schulen wiederum uflrichten, doch daß ein 
ratt von Gengenbach, diewil sollichen iren kinden allein zu 
gutem beschechen , ir hilf und stür auch dorzu theten. Uff das 
die von Gengenbach uns anzeigen ließen, sie könnten nit wil- 
ligen, daß ein Schulmeister mit seinen knaben abt und convent 
mit singen behilflich sin sollte, dann dadurch müßten die 
jungen die best und zu der ler die bequemest zitt im cor 
vertriben, das dann ganz beschwerlich und den jungen ver- 
derblich were. Es möchte auch in diesen zitten kein Schul- 
meister, der für ein anderen geschickt und gelert, bekommen 
werden, der sich desse underwinden. Daß dann apt und 
convent vermeinten, inen sollte durch sy etwas zu statten 
kommen werden , diewil soUichs iren kindern zu gutem diente, 
do sollten apt und convent sich selbs wisen, daß sy der 
merertheil irer inkummen und gefell von inen und irer bur- 
gerschaft bettend, auch von inen behütt und bewacht wurden. 
Deßhalben ob glichwol iren kinden etwas guts dagegen be- 
schehen sy, 0ollten sich auch dessen nit beschweren. Hier- 
über abt und convent vermeinten, by dem alten gebruch zu 
beliben und wo das sin möchte, wollten sie dasjehenig, was 
sie schuldig erstatten und an inen keinen mangel erscheinen 
lossen. Daß do wir obgemelter graff Wilhelm sy beide vorbe- 
stimmte partigen nach genügsamem underricht und uflf ir beider- 
theil verwilligen, solch ires spanns nachfolgender weiß gütlich 
vertragen, vereint und verglichen haben: nemlich, daß abt 
und convent hinfüro zu ewigen ziten und tagen einen Schul- 
meister, der mit irem und eins rats gemeiner wall ange- 
nummen wirdet, eins jeden jors drißig gülden, das ist jeder 
fronfasten acht halben gülden und darzu die behusung in 
dem closter, der nuw spittel genannt, und beholzung geben 
sollen und daneben des atzes vertragen und entladen sin. 
Dagegen soll ein ratt zu Gengenbach einem Schulmeister jors 
zwentzig gülden, nemlich zu jeder fronfasten fünf gülden geben 



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1^7 

und ime sein belonung, nemlich von einem knaben der fronfasten 
zwen Schilling widerfaren lassen; aber die armen, die es nit 
vermögen zu geben , die soll ein Schulmeister von Gengenbach 
um gotzwillen zu leren schuldig sin und aber von apt und 
convent, in dem chor zu singen, ganz und gar unbekümmert 
und deßhalben keinswegs verbunden sin, sonder allein der 
knaben ime befollen getruwlich zu warten und dieselben zu 
der 1er und gotzforcht ziechen, wie dann dasselbig einem jeden 
Schulmeister zu ziten, so er angenommen wirdet, in sein eid 
eingebunden werden soll. Disen vertrag haben beide partigen 
gutwillig uflf und angenommen mit sunderer gleplicher Ver- 
sprechung, zusag, dem also hiefür ewenklich für sich und ire 
nachkommen zu geleben und getruwelich nachzukummen 
one einig irrung und inred und ungeferlich. Deß zu ur- 
kundt haben wir diß Vertrags zwen glichlutend brieff mit 
unserm anhangenden insigell besiglet uflrichten lossen, deren 
jedem theil einer übergeben worden. Uflf mitwochen nach 
assumptionis Mariae ao. dni. fünfzehenhundert drißig und fier 
jore.^ 

1535. Montag nach Quasi modo. Zustimmung und Bestä- 
tigung dieses Vertrags durch Abt Melchior Horneck mit der 
näheren Bestimmung, daß von den 30 fl., welche das Kloster 
beizutragen hatte, 20 fl. aus den Abtsgefällen und 10 fl. aus 
den Einkünften des Convents genommen werden sollten. 

Gengenbacher Saalbuch 4, Copialbuch n" 370 fol. 142 ff. Man vergl, 
hiezu die Bestallung eines Schulmeisters, welche in dieser Zeitschrift B. I. 
300 abgedruckt und wahrscheinlich hier einzureihen ist. 

1535. November 15. Das Betragen des Abtes betr. 

1. Wie sich der abbt hallt im gotsdienst mit singen, lesen, 
chorgang und sonst. 

2. Ob er seine horas complir. 

3. Wie er sich in seiner regierung hallt. 

4. Womit er des closters gut one nutze verthue. 

5. Ob er auch fornicator sey und wo auch, wie er sein 
scortum oder concubin hallte. 

6. Ob er ein spyler, zutrinker, rassler oder bubischen 
Wesens sei, 

7. Ob er sich sonst eins lychtfertigen wesens hallt. 



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158 

8. Wie und was er ununzlich gepuwen hab und ander 

meher unschicklicheyten. 
über das alles bericht zu thun und zu yeden puncten in 
sunderheyt der personen zu schryben, mit denen man solche 
puncte bewysen möge. 

Ist also an den prior begert. 
Montag post Martini ao 1535. 

Es folgt nun auf demselben Bogen die Beantwortung dieser Fragen 
mit der Handschrift des Priors. 

1. Item zum ersten ist gut Wissens, daß er sin gebett 
die syben zitt gar nit bett, so lang er abt gesin ist, er 
versieht auch sin empter der mess nit, die im geziemen und 
eim abt zu stondt. Item am ostertag hat er mess gehabt 
mit großem Unwillen, aber die ganz karwuch, noch am helgen- 
tag sonst nit in kirchen kommen; halt sich gar unchristlich, 
dann er weder sundag noch werctag in kirchen kompt, hört 
auch kein predig, mag man sine cemmerlin fragen. 

2. Item er hat auch in zwey joren kein orden mer tragen, 
schert kein krön mer, got in weltlichen cleidern, also der in 
nit kennt, wenig gedecht, daß er ein apt wer. 

3. Item in der regierung ist er gar nyt nutz, denn was 
trefflich Sachen sind, das gotzhuß antreffen, ist er ganz nutz 
werdt weder zu reden noch zu roten, deß sich dann die 
schafl&ier dick vill beclagen gegen mir, aber ich kan in nit 
helfifen , dan min thun und lassen ist im zuwider. Um solchs 
soll man bede Schaffner verhören. 

4. Item des verthuns halben ist mer dan zu vill, dan er 
nach der schaflEner sag in dissem jor weyt über die tusent 
gülden verthun hat uflf sin eygen lib, plogt und peiniget die 
Schaffner um gellt, so greiflfen sy dan an, was «y haben, dan 
es ist von abgelösten rebgelt und so uff der schaflfney zu 
Bottweyl verkoufft worden ist, über die 700 fl. ingenomen 
und verthun, sollt, wie abgeredt, wider angeleit sin worden, 
soll man bed schaflEaer verhören. 

5. Item er halt auch sin eigen metzen unverschampt oflfen- 
lich im clo3ter uff der aptey, cleydt sie .\iff das kostlichst, 
also daß sie sich in cleydung woU dem adell verglycht, kleydt 
dameben ander wey^er auch und ist die viert metz bey sinem 
regieren, also wann er einer mied wurdt, stelt er nach einer 



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159 

andern und loßt die faren, das brucht viel seckell samen, soll 
man euch bede Schaffner verlieren. 

6. Item er spielt auch zu vill malen, aber was gewin oder 
Verlust da sy, kan ich nit von sagen, miest man sin kemmerlin 
darunder fragen, aber er verthut sunst ein groß gelt mit 
borgen, do ganz kein hoflfnung ist gewinnens halb. 

7. Item mit zutrinken ist er ungeschickt genug, dan so 
er trunken wirdt, will er hauen und stechen, tribt vill schent- 
lich wort und schilt dan die leut leichtlich irer eren. Doch 
hat er sich einstheils gemässiget in kurzem. Sunst von sinem 
wesen, so er fiert, kan ich* im kein lob zu legen. Mecht 
man auch die kemmerlin dorunder fragen. 

8. Item er mag auch niemans um sich dulden von für- 
nemen lütten, daii er fast nochgultig volk um in haltt, die- 
woll trinken mögen. Ist auch fast in sim gemach, do er sin 
gesellen haben mag, mag man auch die kemmerlin fragen. 

9. Item des gebugs (Bauens) halben hat er by sinem re- 
gieren stets für und für schriner gehabt auch sunst zu merem 
theil zymerlit, murer, glaser, möler, also daß ichs acht uflf 
ein groß summ, die er by synem regieren verbuwen hatt on 
nott, des sich dan die schaflfner zu merem mal hoch beclagt 
band, die mag man darunder heren. 

Der ein Schaffner heist Wilhelm Moringer, der ander Bur-. 
Chart Birklin. Item der ein camerer heist Burckhart von Haß- 
lach , ist ein duchscherer gesin , der ander camerer heist Mar- 
zolf , ist jetzt by graff Wilhelm. 

Hiermit endigt der Fascikel. Graf W^ilhelm trat im Anfange des 
folgenden Jahres bis 15S9 als Anführer des deutschen Fussvolks in fran- 
zösische Dienste. Aus der Zeit von 1536 bis 9. Februar 1539 habe ich 
keinerlei Nachrichten oder Urkunden entdecken können, üeber den Pen- 
sionsvertrag des Abtes mit dem fiirstenbergisohen Amtmann auf Ortenberg 
und über den Vertrag in Betreff der beiden Predicanten und des Schalmeister 
vergleiche man das Freiburger Diöcesanarchiv VI. 17. 21. {24. 

Achern. Ruppert. 



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160 



Kulturgeschichtliche Miscellen. 

?erord]ia]i§; gegen den Hissbranch der Kanzel. 

Carl von Gottes Gnaden Marggraff zu Baaden und 

Hochberg. 

Unsern Gruß. Edler, Hochgeborner, Würdiger, Liebe Getreue. 

Nachdem bey gegenwertigen gefährlichen Läuflften nicht nur 
die hoheNothdurflPt erfordert, sondern auch denen Rechtsgrund- 
sätzen und der christhchen Lehre gautz gemäß ist , daß gegen 
andere Keligionsverwandte, sonderlich die Evangelisch-Refor- 
mirte sich männiglich, vomemlich aber die Geistlichen auf 
denen Cantzlen in ihren Predigten und sonsten in Lehren und 
Schreiben dergestalt betragen, damit durch anzügliche und 
harte Expressionen , auch wohl gar Schmähen und Lästerungen 
und dergleichen Schnfften, nicht weniger auch durch Beylegung 
sectirischer Nahmen und auf andere Art und Wege gegen sie 
und ihre Lehrsätze zu keinen Wiederwillen, schädlicher Miß- 
helligkeit, mithin zu mehrerer Verbitterung und Trennung 
als Auferbauung Anlaß gegeben werden möge: so ist unser 
gnädigst und ernstlicher Befehl hiermit an Euch, daß Ihr 
solches in dem Euch gnädigst anvertrauten Oberamt respec- 
tive Diöces sowohl denen sämbtlichen Geistlichen als auch 
sonsten jedwederen zu dem Ende eröflEnen und publiciren 
sollet, damit ein jeder sich all obangeregter Ungebühr gäntz- 
lich enthalten , vielmehr aber, wenn ein oder andere von Con- 
troversien in Schulen und auf denen Cantzlen oder auch 
sonsten zu tractiren und vorzubringen die unumgängliche Noth- 
durfft erfordert, ein solches anderster nicht als mit behöriger 
Moderation und christlicher Bescheidenheit thun solle, und 
dieses alles bey Vermeidung Unserer schweren Ungnade, auch 
nach Befinden schärflferer Ahnd- und Bestraflfung, und habt 
Ihr Selbsten sambt vnd sonders Euch hiemach zu achten. 
Inmaßen Wir Uns versehen und seynd mit Gnaden Euch 
gewogen. 

Datum Carlsruh den 9. Aprilis 1722. 

132 
Baden Generalia Akten. Kirchenordnung. M -r^- g. 

OD 

V. Weech. 



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161 



Der Rechtsstreit der von BeischachischenYor- 

mnndschaft mit Carl Ton Schwenndi, wegen 

des reichslehenbaren Ontes Linz bei Pfallen- 

dorf 1572. 

Wir besitzen, in unserer Section Lehens- und Adelsarchiv, 
unter dem Schlagworte Reischach, die beinahe vollständigen 
Akten über einen an das Reichskammergericht zu Speier, von 
diesem aber via compromissi an den Magistrat zu Uhn ge- 
langten, langwierigen im Jahre 1581 noch nicht erledigten 
Rechtsstreit, welcher von den Beiständen und Vormündern 
der Töchter des, am 9. September 1571, ohne männliche Nach- 
kommenschaft verstorbenen Junl^ers Eberhard von Reischach 
von Reichenstein zu Linz , mit einem bei Kaiser Maximilian 11. 
vielvermögenden Manne, dem kaiserlichen Hofrathe Karl von 
Schwenndi*, wegen des Reichslehens Linz geführt worden ist. 
Es handelte sich, was zugestanden werden muss, um ziemlich 
verwickelte Dinge und Verhältnisse; allein auch Chicane und 
Begehrlichkeit spielten dabei ihre Rolle und zwar in einem 
so hohen Grade, dass die dem schwächeren Theile durch kaiser- 
liche Commissionen und Gerichte gewährte Rechtshilfe, keines- 
wegs als eine sonderlich wirksame erscheint. Die vorhandenen 
Akten und Urkunden geben uns vielmehr einen Einblick in 
sehr unerquickliche Zustände, und es wird sich vielleicht auch 
nach dieser Richtung hin genügend rechtfertigen lassen , wenn 
die hier folgenden ausführlichen Mittheilungen sich nicht nur 
auf die Resultate des Processes erstrecken, sondern auch auf 
Formalitäten und auf solches Detail, durch welches die Stel- 
lung der handelnden Persönlichkeiten beleuchtet wird. Ob 
aber der Gegenstand es verdiene, mit einer gewissen Aus.- 
führiichkeit dargestellt zu werden, das muß ich freilich dön 
Geschmacke unserer Leser überlassen; doch bin ich der An* 
sieht, es sei nicht ganz ohne Interesse, den bald schleppenden 

^ Die Schreibung des Namens wechselt: Öchwenndi und Schwendi. Das 
bekannte schwäbische Geschlecht, zu welchem der berühmte Kriegsmann 
Lazarus von Schwenndi gehörte, der bei E. Maximilian IL in hohem 
Ansehen stand. 

Zeitschr. XXXIII. H 



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162 

bald hastigen Gang der alten Reichsjustiz an einem concreten 
Falle anschaulich zu machen. 

Was nun das benützte Material betrifft, so gewährt haupt- 
sächlich ein massiger Folioband, den ich kurzweg als Acta 
und Handlungen citieren werde, die meiste Ausbeute. Die 
vollständige Aufschrift dieses 235 Folia starken Bandes lautet: 
Acta vnd Handlungen vor und durch den wolgebornnen herren 
herrn Joachim grauen zu Fürstemberg, HeiUgenberg vnnd 
Werdemberg, lanndtgrauen jn Bare vnnd herrn tzu Hausen 
im Kintzigerthal, Rhöraisch khayser lieber Mayestaet rath, alls 
kayserlichem commissarien, zwischen der Reischachischen 
vormundtschafft vnnd höchst gedachter kayserlichen mayestaet 
hofrath Carlin von Schwenndi, bei der immission zue Lynntz 
erganngen. 

Praesentiert wurde dieser Band: Spirae 7., Xbris anno 73. 

Die Taxe betrug 31 gülden 20 creutzer. Die Schrift ist 
gut und deutlich. Es stehen ungefähr 16 Zeilen auf der 
Pagina. 

Fernerhin ist von Wichtigkeit ein 64 Folia starkes Heft 
mit der Ueberschrift: Copiale Commune Reischachischer erben 
so woU zur strittigen lehensfölligkait alls der appellierten 
lehenspertinentien Sachen gehörig. Ich eitlere: Copiale com- 
mune. Es enthält dieses Heft 17 mit A bis R signierte Ab- 
schriften, hinsichtlich deren sich, auf Fol. 44. v., Hans March- 
taler und der Gerichtsschreiber Sebaldus Mayer, beide kaiser- 
liche, offene Notare, mit datum Ulm Montag 22. April (15)77, 
durch ihre Unterschriften dafür verbürgen, dass eine CoUa- 
tionierung der vorgelegten, besiegelten Originale und zwar 
unter Beiziehung eines vom Stadtrathe dazu deputierten 
Protokollisten und eines Bevollmächtigten des Herrn von 
Schwendi, vollzogen worden sei. Es folgen dann noch, (unter 
S. T. V. X. u. Y.) 5 weitere Abschriften, von der gleichen 
Canzleihand , hinsichtlich deren aber Sebaldus Mayer in mar- 
gine bemerkt: „Nota, die originalia aller nachgeschriebenen 
copien seien noch nit fürgebracht und derowegen auch noch 
nit coUationiert worden". Es sind diese nicht collationierten 
Stücke, für meine Darstellung, nicht von Belang. 

Den vollständigen Verlauf des an Zwischenfällen und klein- 
lichen Nebenfragen ziemlich reichen Rechtsstreites zu schil- 
dern, kann natürlich nicht meine Absicht sein. Ich breche 



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163 

vielmehr mit dem Schlüsse der Acta und Handlungen ab, 
also mit jenem die extrajudicialen Vorgänge schildernden, 
umfangreichen Schriftstücke, welches entstand, als der kaiser- 
liche Commissarius Graf Joachim von Fürstenberg den Apel- 
lanten eine schriftliche Darlegung des bisherigen Verlaufes 
der Handlungen zustellen Hess, was d. d. 8. Juni 1573 ge- 
schah. Dagegen musste ich, zur Erzielung einer gewissen 
Vollständigkeit, auch einige in späteren Stadien des Processes, 
besonders vor dem Magistrate der Reichsstadt Ulm erwachsene 
Akten beiziehen, insoferne sie nämlich weitere Aufschlüsse 
über die Entstehung und den ersten Verlauf des ganzen 
Handels darbieten. Das Reichslehen Linz, welches Karl von 
Schwenndi an sich reissen zu wollen keine Scheu trug, ge- 
langte indessen doch an die Reischachischen Erben und war 
im 17. Jahrhunderte, nach erfolgter Abfindung der Familie 
von Neuhausen, im Besitze der Familie von Freiberg, also 
von Descendenten der Anna von Reischach, (Tochter des Eber- 
hard von Reischach und der Anna von Homburg) welche sich 
1560 mit Johann von Freiberg verheirathete , im Jahre 1572 
bereits Wittwe und 1576 nicht mehr am Leben war. 

Um nun die verschiedenen Ursachen des Processes dar- 
legen zu können, müssen wir bis in das 14. Jahrhundert 
zurückblicken. Es drehte sich der ganze von den Reischachi- 
schen Erben gegen Karl von Schwenndi geführte Rechtsstreit, 
hauptsächlich um die Frage: ob, durch den am 5. Januar 
1572 erfolgten Tod des Hans Friedrich von Reischach, eine 
Apertur des besagten Reichslehens erfolgt sei. Zur Beleuch- 
tung derselben muss man aber einen von Kaiser Karl IV. 
dem Hans Gremiich gegebenen Gnadenbrief näher ins Auge 
fassen, denn die von Reischach waren in Linz Rechts- 
nachfolger der Gremiich und zwar unter eigenthümlichen Ver- 
hältnissen, welche es allerdings gestatteten, die Lehenserbfolge 
der Töchter Eberhards in Frage zu ziehen. 

Schon im Jaire 1368 wird Heinrich Gremiich von Pfullen- 
dorf, den man nannte den Zeller \ als gesessen zu Linz be- 
zeichnet. Er erwarb, nämlich von Heinrich von Honberg, 
Herren Heinrichs seligen Sohne, und von Ursula und Adel- 
heid von Honberg, Bürgerinnen zu Ueberlingen^ was dieselben 
zu Linz im Dorfe besassen, nämlich den vierten Theil des 

* Zell am Andelsbach bei Pfullendorf. — 2 Vergl. Ztschft. XXXI, 25. 

11* 



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164 

GFerichts mit Zwing und Bann und .sechsthalb Hofstätten, 
mehrere Aecker, ein Holz u. s. w., alles lediges, unver- 
kümmertes, rechtes Eigen, um die Summe von 57 Pfund 
Hellem. > 

Wichtiger für die Familie war aber wohl der reichslehen- 
bare Theil des Dorfes. Diesen aber besass, soweit unsere 
Nachrichten reichen,, erstmals der Vater des Hans Gremiich, 
vor dem Jahre 1376. Es ist zu vermuthen, das derselbe 
Heinrich hiess und der soeben genannte Erwerber der Hon- 
bergischen Güter war. Sicher ist aber jedenfalls, dass Kaiser 
Karl IV. zu Nürnberg, am 28. August. 1376, den Hans 
Gremiich, aus dem alten in unserer Zeitschrift oftmals ge- 
nannten Geschlechte, mit den ßeichslehen, welche dessen Vater 
selig gehabt hatte, nämlich mit dem im Dorfe Linz bei PfuUen- 
dorf gelegenen Kelnhofe und dessen Zugehör, als da waren 
der Kirchensatz daselbst, die Hälfte des Gerichtes und der 
Ehehaften des Dorfes, belehnt hat. Wegen seiner dem Reiche 
geleisteten und noch zu leistenden Dienste, erhielt Gremiich 
bei diesem Anlasse die besondere Gnade, dass dieses Lehen 
an seine Schwester und deren Erben gelangen solle, wenn 
nämlich Hans ohne Leibeserben sterben würde. ^ 

Der Kaiser hatte also implicite anerkannt, dass defectu 
filiorum auch weibliche Abkömmlinge des Vaters des Hans 
Gremiich Lehenserben sein könnten. Kunde über diesen Vor- 

^ G. 1368. s. d. Enthalten in einem Vidimus des Abts Johann von 
Salem, für Eberhard v. Reischach von Reichenstein, 1477 am h. Oster- 
abende (Apr. 5.). Copiale Commune Fol. 38. — - G. Nürnberg 1376 an 
St. Augustinstag. Reiche 31 und 22 Enthalten in einem Vidimus des 
Völckh Seyfrid, Freilandrichters auf der Leutkircher Heide, d. d. Wangen 
1439 Mittwoch vor St. Philipps- und Jacobstag (Apr. 29. ). Copiale Com- 
mune Fol. 1. und Acta und Handlungen Fol. 12. v. Fehlt bei Böhmer- 
Huber Regg. Karoli IV. Die genaue Angabe der Epochen wäre: Rom. 31. 
Boh. 30. Imp. 22. E. Karl IV. war am 28. Aug. in der That in Nürn- 
berg. Die entscheidenden Worte des kaiserl. Privilegiums sind: — und 
haben darumb jm und seines leybs erben die ehegenanten lehen, die der 
ehegenannt sein vatter gehapt hatt, genedegklich gelihen und leihen jm 
die auch mit krafft diess briefs; auch thnn wir jme die gnade, were es 
sach, das er von todts wegen abgienge, ohne leybs erben, das dann alle 
die vorgenante lehen , an sein Schwester und jre erben one allerley hinder- 
nuss soUent gefallen, unschedlich uns und dem reiche und allermeingelich 
an unsem und jren rechten**. Der Taufname der Schwester ist nicht ge- 
nannt. 



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165 

gang erhalten wir dadurch, dass Heinrich von Reischach von 
Reichenstein V für sich und seine Ehegattin, die edle Frau 
Anna Gremiich, durch Hans Renninstorff ihren bevollmächtigten 
Boten, ein Vidimus des producierten Kaiserbriefes begehrt 
und erhalten hat. Solches geschah zu Wangen am 29. April 
1439. Offenbar hatte Frau Anna von Refschach geborene 
Gremiich ein besonderes Interesse, als Lehenserbin anerkannt 
zu werden. 

Es yar aber der Ertheilung des landgerichtlichen Vidi- 
mus ein anderes Rechtsgeschäft vorausgegangen. Am 13. ApriP 
1439 hatte sich Junker Herman Gremiich, den man nannte 
von Sandegg ^, vor Berthold Manntz von Schwaindorfif den 
Freilandrichter in Hegau und Madach gestellt und vor offenem 
Gerichte bekannt, dass er, aus besonderer Freundschaft für 
seine liebe Muhme Anna Gremiich, derselben und deren Ehe- 
gatten dem Junker Heinrich von Reischach von Reichenstein 
und allen ihren Leibeserben, all sein Gut im Dorfe zu Linz 
zu kaufen gegeben habe, nämlich seinen Theil des Kirchen- 
satzes, des Kelnhofes und der Gerichte in dem Dorf, wie er 
das alles bisher als Reichslehen innegehabt und genossen 
habe. Es sei ihm dieses Lehen vom verstorbenen Vater 
seiner genannten Muhme zugefallen *. Die Bezahlung erfolgte 
dadurch, dass die genannten Ehegatten und deren Erben, 
ihm ihren Hof zu Winterspüren ^ mit aller Zugehör auf seine 
Lebensdauer überliessen und auch fernerhin ein jeweils auf 
St. Michelstag fälliges, jährliches Leibgeding von 20 Pfund 
Hellern, oder statt desselben ein Capital von 200 Pfund 
Hellern, zu zahlen versprachen. Sollte Hermann krank werden, 
so dass er nicht zu wandeln vermöge, oder sonst Geld be- 
dürfen, so sollen ihm auch unter Jahrs die erforderlichen 
Zahlungen geleistet werden. Was dann, bei seinem Tode, von 
den 200 Pfund Hellern noch nicht abgetragen sei, das falle 

* Reichenstein bei Ehingen an der Donau, eine Veste, welche Eber- . 
hard von Reischach 1401 dem Grafen Eberhard von Wirtemberg als offenes 
Haus verschrieben hat. J. ü. Steinhofer W^irtemb. Chronik. II, 575. — 
2 montag nechst nach dem sontag quasimodogeniti. — ^ Vergl. Ztschft. 
XXXI, 42. - * Es wäre von Interesse den kaiserl. Lehenbrief für Her- 
man Gremiich zu vergleichen, allein er ist nicht bei unseren Akten. Auch 
fehlen die Lehenbriefe der auf Karl IV. folgenden Kaiser und Könige: 
Wenzlaw, Ruprecht, Sigismund und Albrecht H. — 5 Bei Stockach. 



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166 

an Frau Anna, ihren Ehegatten und deren Erben, ohne dass 
diese desshalb von seinen, (Hermans) Erben in Anspruch ge- 
nommen werden könnten. Es erfolgte eine vollständige land- 
gerichtliche Uebergabe\ 

Frau Anna von Reischach war also, durch einen mit ihrem 
Vetter Hermans abgeschlossenen Kauf, gegen die Ansprüche 
der übrigen Glieder der Familie Gremiich ^ gedeckt und 
konnte, wenn von Seiten des Reichsoberhauptes als Lehens- 
herren die erforderiiche Belehnung erfolgte, das vormals von 
ihrem Vater selig besessene Gut als ßeichsvasallin ethalten. 
K. Friedrich IV. verlieh auch in der That, am 6. September 
1440 zu Neustadt, dem Heinrich von Reischach von Reichen- 
stein, als Lehenträger seiner ehelichen Hausfrau Anna, Tochter 
des Hans Gremiich selig, den Kirchensatz in Linz, den Keln- 
hof und die Hälfte des Gerichts „wann die von dem be- 
nannten jrem vatter und auch Herman Gremiich jrem vetter, 
erblich an sie gefallen und von dem heiligen reich zu lehen 
weren". Es wird in diesem Lehenbriefe ausdrücklich gesagt, 
dass Anna und deren Leibeserben das Lehen innehaben, 
besitzen und geniessen sollen und dass Heinrich von Rei- 
schach, anstatt seiner Hausfrau, dem Reiche huldigen und 
dienen solle. ^ Herman Greralich war, wie es scheint, mit Tod 
abgegangen. 

Der Vater der Frau Anna hiess also Hans ; doch ist nicht 
mehr an jenen Hans zu denken, welcher schon 1376 das 
seinen Hingang ohne Leibeserben voraussetzende Privilegium 
erwarb. Jener dürfte wohl der Grossvater der Frau Anna 
gewesen sein. Vom erhaltenen Privilegium aber, das Lehen 
seiner Schwester zu vererben, hat er offenbar keinen Ge- 
brauch gemacht, weil wir 'ja dasselbe noch im Jahre 1439 
im Besitze der Familie Gremiich finden. 

Wesshalb sich Heinrich von Reischach, abermals nur 
als Lehensträger seiner Gattin Anna, am 14. April 
1442, in Innsbruck, *vom K. Friedrich mit den gleichen 

1 Copiale commune Fol. 4. — ^ Eine Stammtafel der sehr auage- 
breiteten Familie fehlt uns. Was Bucelin Constantia Rhenana pag. 54 ge- 
geben hat, ist ganz ungenügend. -- ^ G. zu der Newen Statt, 1440 eritag 
vor unser 1. frauen geburt des Reiches im 1. Jahr. Copiale Commune Fol. 3 
und Acta und Handlungen Fol. 15, wo aber freytag in eritag zu bessern 
ist. Chmel Regg. Frider. nr. 122. 



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167 

Lehensstücken nochmals belehnen Hess \ ist aus unseren Vor- 
lagen nicht ersichtlich. War etwa die erste Belehnung be- 
anstandet worden? 

Mit einem anderen Vetter, nämlich mit Heinrich Grem- 
iich von Pfullendorf, welcher in Linz noch mehrere wie es 
scheint allodiale Gerechtsame besass, verglicBen sich Hein- 
rich von Reischach und Frau Anna am 22. April 1445, vor 
Heinrich Stüdlin, Freilandrichter auf der Leutkircher Heide 
und in der Pürss, als dieser in Weingarten zu Gericht sass. 
Gremiich verzichtete auf seinen Antheil am Gerichte zu Linz, 
einen Zins von 14 Hühnern und einem Pfund PfeflFer, sowie 
auf allen Nutzen „es sei von höven, korngelt, tafernen, äck- 
hern, wiesen, bünden, holcz, veld, wunn und waid", mit 
einem Worte auf alle Gerechtigkeiten. Von einem ihm dafür 
geleisteten Ersätze, ist im Gerichtsbriefe ^ nicht die Rede. 

Nunmehr waren denn doch wohl alle Ansprüche der Familie 
Gremiich beseitigt. Das Todesjahr des Heinrich von Reischach 
ist nicht bekannt, aber am 27. Juni 1455 urkundet^ Frau 
Anna als dessen Wittwe, für sich und ihre Söhne Heinrich 
und Eberhard von Reischach von Reichenstein, jedoch in 
einer uns nicht berührenden Angelegenheit. 

Eberhard von Reischach erhielt von Kaiser Friedrich HL, 
zu Neustadt am 31. Januar 1465, die Belehnung für sich 
und seinen Bruder Heinrich^ und zwar als Nachfolger „wey- 
land" Hainrichs von Reischach ihres Vaters. Es wird also 
ausdrücklich in diesem Lehenbriefe gesagt, dass das Lehen, 
nach dem Abgange ihres Vaters, der also wirklicher Vasall 
nicht nur Lehensträger war, erblich an die beiden Brüder 
gefallen sei. Auch weitere kaiserliche Belehnungen an die 
Familie von Reischach liegen vor. In Kempten am 12. Mai 
1494 belehnte K. Maximilian I. den Eberhard von Reischach 
mit den uns bekannten Lehenstücken, wie er sie für sich 
und seinen mittlerweile verstorbenen Bruder Heinrich, von 

^ O. Innsbruck 1442 samstag vor misericordia dni, des reichs iil 
3 jare. Acta u. Handlungen Fol. 16. Chmel nr. 486. — ^ ß. Weingarten 
1445 nechsten donnstag vor St. Jörgen tag. unter den Siegeln des Land- 
gerichts, des Jos Reiser von Buchhorn und Heinrich Gremiich. Copiale 
commune Fol. 7. v. — ^ Ztschft. XXXI, 144. Sie bedient sich eines ihr 
väterliches d. h. das öremlich'sche V^appen gebenden Siegels. — ♦ G. zu 
der Neweu Statt 1465 pfinztag vor unser frauen liechtmesstag Rom. 25* 
Kais. 14. Hung. 6. Copiale commune Fol. 11. v. Chmel Regg. Frid. nr. 4144. 



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168 

K. Fridrich empfangen hatte. ^ Wenige Jahre darauf, am 
11. November 1499, verkaufte aber Eberhard alles was er in 
Linz besass an seine Vettern Ulrich und Conrad von Rei- 
schach von Reichenstein, Gebrüder und deren Erben und 
Nachkommen gemeinlich, welche einige auf dem Gute ruhende 
Lasten übernahmen und dem, höchst wahrscheinlich kinder- 
losen Verkäufer, ein jährliches Leibgeding von 160 Gulden zu 
zahlen versprachen.^ 

Es verlohnt sich die einzelnen Besitzstücke anzuführen. 
Eberhard veräusserte das Dorf Linz mit dem Kirchensatze 
und grossen Zehnten, mit Gericht, Zwing und Bannen, Fre- 
veln und Diensten, sein Haus und einen Beifang, Aecker, 
Gärten, Wiesen, Holz, Feld, Wasser und Fischenz, die grosse 
und kleine Widumb mit dem Kelnhofe und ein eigen Gut, 
welches Martin Kaiser baut, die Taferne, des Kellers Haus 
und Garten, Leonhard Müllers Haus, 6 Schilling Pfennig, 
2 Hühner und ein Fastnachthuhn von der Schmiede, die von 
ihm Lehen ist und überhaupt alle Renten und Gülten, die 
er bisher in Linz ausweislich seiner Rodel und Urbare ge- 
habt hatte. 

Bei diesem Verkaufe wird nun ausdrücklich bemerkt, dass 
das Lehen nach Lehens- und Landsrecht, das Eigen (Allod) 
nach Eigens- und Landsrecht gewährt werden solle, sowie 
auch dass der Kirchensatz, der Grosszehnten, die grosse und 
kleine Widumb mit dem Kelnhofe und halbem Gerichte, 
Lehen vom Römischen Reiche seien und daher durch den 
Verkäufer dem Kaiser aufgesendet werden müssten. Die eine 
Hälfte des Dorfgerichtes, beziehungsweise der sich davon er- 
gebenden Gefälle, bezog sich entschieden auf das Lehen, die 
andere auf das Allod. Die von Reischach waren in Linz 
die einzigen Niedergerichtsherren. 

Die Käufer scheinen Neffen des Verkäufers, Söhne seines 
verstorbenen Bruders Heinrich gewesen zu sein. Sie hatten 
noch einen weiteren Bruder, der im Verkauf briefe als Meister 
Simon von Reischach bezeichnet wird und 1491 in die Ma- 
trikel der Universität Tübingen als Magister inscribiert worden 

^ G. Kempten 12 tag des monats May 1494. Rom. 9. Hung. 5. Co- 
piale commune Fol. 12. — ' G. ufF montag vor St. Martins des h. bischoffs 
tag 1499, was aber in niargine in „die S Martini epi" gebessert ist. Mar- 
tinas episcopus -fiel 1499 auf einen Montag. Oopiale commune Fol. 19. v. 



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169 

ist. Eberhard schuldete nämlich 120 Gulden Hauptgut an 
seine drei genannten Vettern und es wird nun bestimmt, dass 
diese Forderung nunmehr, durch den Kauf, tod und ab sein 
solle, wobei Ulrich und Konrad ihren Bruder Simon schadlos 
halten sollen. Wir erfahren auch, dass der Verkäufer eine 
Schwester hatte, Namens Barbara, die sich im Kloster Wald 
befand, und jährlich 4 Malter Veesen, 5 Malter Roggen und 
4 Malter Haber zu Leibgeding erhielt. Besiegelt wurde der 
Kaufbrief vom Verkäufer, Herrn Marquard von Königseck 
zu Aulendorf, Ritter, Ulrich von Jungingen zu Hohenfels, 
Egk von Königsegg zum Königseggerberg und Wolf von 
Homburg zu Krauchenwies. 

Am 23. December 1499 genehmigte K. Maximilian I. die 
erfolgte Auflassung der Lehen, indem er den Ulrich von 
Reischach, als den älteren, für sich und seinen Bruder Kon- 
räd belehnte^: Konrad blieb nun, bis zum Jahre 1521, mit 
seinem Bruder Ulrich im Besitze von Linz, sowohl des Lehens 
als des Allods. Am 13. März des genannten Jahres, zu Worms, 
bestätigte aber K. Karl V. eine zwischen den Brüdern er- 
folgte Kaufhandlung, vermöge deren nunmehr Ulrich von 
Reischach das Lehen allein erhielt. Den Lehenseid schwur 
Eberhard von Reischach, Ulrichs Sohn, anstatt seines ab- 
wesenden Vaters.'* 

Ulrich von Reischach hatte aber, wie wir aus seinem am 
4. Juli 1533 errichteten letzten Willen "^ erfahren, zwei Söhne, 
den bereits erwähnten Eberhard und Hans Friedrich (der in 
den Akten vielfach nur Fiiedrich genannt wird), sowie auch 
drei Töchter. ApoUonia war bereits verstorben, hatte aber 
drei eheliche Kinder hinterlassen. Der Name ihres Ehegatten 
wird nicht genannt; Genovefa (Genaphe) war Gonventfrau in 
Kloster Wald, Mechtild Gonventfrau in Stetten unter Hohen- 
zoUern. 

• G. Esslingen 23. tag Decembris 1499. Rom. 14. Hung. 10. Copiale 
commune Fol. 20. Vergl. indessen wegen des wahrscheinlich verschriebenen 
AussteHungsortes v. Stalin in Forsehangen I, 360. Vom 21.— 27. Dec. 
1499 war Maximilian iu Sterzing. — * 6. Wormbs 13. tag Martij 1521. 
Rom. 2. der andern Reiche 6. Copiale commune Fol. 24. Das Original 
befindet sich im G.L.A. Sect. üeberlingen— Pfullendorf, unter Linz, über 
welchen Ort indessen auffallend wenig Urkunden vorhanden sind. — ^ G. 
uff St. Ulrichstag den 4. tag Julij 1533. Copiale commune Fol. SO. v. 



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170 

Die Absicht des Testators war eine sehr löbliche, wurde 
aber nicht erreicht, denn die beiden Brüder veruneinigten 
sich in der Folge, obgleich des Vaters letzter Wille mit ihrer 
Zustimmung errichtet worden war. Ulrich hatte bestimmt, 
dass Eberhard, als der ältere Sohn, das Dorf Linz mit aller 
Zugehör, Lehen und Eigen erhalten solle, dazu noch einen 
Weingarten in Bermatingen und den Sitz, welchen die Familie 
von Reischach in der Reichsstadt Pfullendorf besass, sowie 
auch, aus allen anderen Renten und Gülten des Erblassers, 
240 Gulden jährlich. Doch sollte er die Erben des verstor- 
benen Wolf Keller, Chorherren zu Ehingen (bei Rotenburg), 
welche jährlich 25 Gulden Zins zu fordern hatten, hievon 
ausrichten. Hans Friedrich, der mit Linz gar nichts zu 
schaffen hatte, erhielt den Sitz und die Behausung in der 
Stadt Calw mit aller Zugehör, sowie jährlich 400 Gulden 
aus den vorhandenen Renten, Zinsen und Gülten. Bei etwa 
eintretenden Veräusserungen sollten sich die Brüder gegen- 
seitig das Vorkaufsrecht zukommen lassen. Ulrich von Rei- 
schach war offenbar ein wohlhabender Mann. Seine Gattin 
soll, nach der Tafel der Stifter des Klosters Wald, eine 
Schilling von Cannstatt gewesen sein. 

Nun war aber, an die Erben der verstorbenen Apollonia, 
noch die Summe von 1400 Gulden zu entrichten. Ulrich be- 
absichtigt zwar diese Zahlung noch bei Lebzeiten zu machen; 
wenn er aber nicht dazu kommen sollte, so wäre sie, nach 
seinem Tode, aus seiner hinterlassenen Habe, von beiden 
Brüdern zu bestreiten. Was er an Barschaft, Kleidern, Klein- 
oden, Silbergeschirr, Ketten, Hausrath, Bettgewand, benanntes 
und unbenanntes, wenig oder viel hinterlasse, nichts aus- 
genommen, das sollen die beiden Söhne zu ihren Händen 
nehmen und brüderlich theilen. Hinsichtlich der beiden Kloster- 
frauen heisst es, bezeichnend für die damaligen kirchlichen 
Zustände, im Testamente: „so verre dann (da gott vor sey) 
dieselbigen mit gewalt ausser jren gotteshäusern vertriben, 
oder sonst gezwungen wurden, die geistlichkeit zu verlahn 
(verlassen) und weltlichen stand anzunemen, sollen beide 
meine söhn das best mit jnen thun und zu ehm verhelffen; 
wa aber sich zutrüg, daz sie unzwungen und ohntrungen 
herauß giengen und die geistlichkheytt verließen, mögen sie 
jnen verholffen sein, ob sie wollen ungeverlich". Das Testa- 



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.171 

ment wurde besiegelt von Ulrich von Reischach, Sixt von 
Hausen zu Hausen und Hans Gremiich von Jungingen > zu 
Henningen. Die beiden letzteren functionieren, als von den- 
selben erbetene Siegler, für die beiden genannten Söhne 
Ulrichs. 

Dieser starb bald darauf, denn auf St. Gallenabend 
(Oct. 15.) 1534 quittierte Hans Friedrich von Reischach von 
Reichenstein über den ihm beim Tode des Vaters zugefallenen 
Theil der fahrenden Habe, den er seinem Bruder Eberhard 
von Reischach von Reichenstein zu Linz um 74 Gulden 
13 Batzen und 1 Kreutzer überliess*, eine Quittung welche 
zugleich nachweist, dass er völlig abgefunden war. 

Von Seiten des Reiches wurde Uliichs letzter Wille nicht 
beanstandet. König Ferdinand I. belehnte den Eberhard von 
Reischach, d. d. Wien 1535 Juni 16. unter der Bestimmung, 
dass derselbe dem königlichen Rathe Hans von Fridingen, 
zwischen dem Datum des Briefes und nächstkommendem St. 
Jacobstag (Jul. 25.), die gewöhnliche Lehenspflicht thun 
solle ^. Auch als Römischer Kaiser erneuerte Ferdinand I. 
dem Eberhard von Reischach seinen Lehensbrief, zu Augs- 
burg am 10. April 1559^, worauf dann dieser, am 20. Juli 
1559, dem dazu delegierten Herren Eberhard von Landau 
die Lehenspflicht leistete. Hans Friedrich wjrd, was wohl zu 
beachten ist, in beiden Lehenbriefen K. Ferdinands I. nicht 
erwähnt, denn er war abgefunden. 

Die letzte kaiserliche Belehnung erhielt Eberhard von K. 
Maximilian H. zu Augsburg am 27. März 1566, mit der Auf- 
lage dem Grafen Georg von Helfenstein die Lehenspflicht zu 
thun^ 

Am 9. September 1571 starb nun Eberhard von Reischach 
in seiner Behausung zu Pfullendorf, ohne Söhne zu hinter- 
lassen. Wohl aber überlebten ihn zwei Töchter, von denen die 
eine, Anna, an Hans von Freiberg, die andere, Martha, an 
Jacob von Neuhausen zu Grossengstingen ^ verheirathet war. 
Anna war bereits Wittwe. 

Das Dahinscheiden Eberhards wurde seit geraumer Zeit 
vorausgesehen, denn derselbe war betagt und kränklich. Seine 

1 Copiale commune Fol. 30. — ^ Copiale commune Fol. 32. — ^ Co- 
piale commune Fol. 34. — ♦ Copiale commune Fol. 34. v. und Acta 8. 
Handlungen Fol. 17. — » Bei PfuIUngen in Wirtemberg. 



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172 . 

Töchter waren der Ansicht, dass ihr Onkel Hans Friedrich 
vollständig abgefunden sei und glaubten demgemäss, vermöge 
des Umstandes, dass Linz ein Weiberlehen sei, oder, wie 
wir in den Akten lesen „vf weibsbilder gelihen werde", als 
Lehenserbinnen auftreten zu können, allein Hans Friedrich, 
obgleich selbst ein hochbetagter Mann, kam ihnen zuvor. 
Als er hörte, dass es mit seinem Bruder schlecht stehe, ver- 
Hess er seinen Aufenthalt in Calw, wo er, wie unsere Akten 
an mehreren Stellen sagen, ein landsknechtisch Wesen mit 
einer Concubine führte, ritt zuerst ab und zu und begab 
sich dann in das Wirthshaus nach Heiligenberg, um ganz in 
der Nähe von Linz zu sein und sich alsbald in Besitz setzen 
zu können. Wir kommen auf sein anstössiges Benehmen 
später zurück. Er wendete sich zu diesem Behufe an den 
Grafen Joachim von Furstenberg, ohne dessen Zustimmung 
in der That in jener Gegend nichts zu erreichen war, weil 
Linz in der Grafschaft Heiligenberg lag, „unter der hohen, 
forstlichen, landgerichtlichen und geleitlichen obrigkeit der- 
selben gelegen" \ Von Seiten der Töchter Eberhards waren 
bei Fürstenberg keine Schritte geschehend Sie glaubten es 
bedürfe derselben nicht. 

Graf Joachim, der sich in der ganzen Verhandlung als 
ein wohlwollender, und sehr verständiger Herr erweist, war 
der freilich etwas voreiligen Ansicht, Hans Friedrichs An- 
sprüche seien begründet. Er ertheilte ihm daher die ver- 
langte Immission, jedoch vorbehaltlich der Belehnung durch 
den Kaiser. Auch verwendete er sich bei K. Maximilian IL 
für Hans Friedrich und so erhielt denn dieser, der überdiess 
noch einen besonderen Boten nach Wien gesendet haben soll, 
einen kaiserlichen Lehenbrief d. d. Wien 1571, October 31. ^ 
in welchem er als Lehenserbe seines jüngst verstorbenen 
Bruders Eberhard, in optima forma anerkannt wurde, was 
jedenfalls eine Uebereilung war, da man aus den Lehen- 
briefen seines Bruders hätte sehen können, dass er mit dem 

^ Acta und Handlungen Fol. 1. — ^ J)er Graf führt als einen Haupt- 
grund seines Verfahrens an „welche sein [Hans Friedrichs] underthenig 
pitt und erzelte gestaltsami der sachen, (sonderlich aher, das wir weder 
von obgedachten zwayen töchtern von Reischach noch andern gefreun- 
deten darumb ersucht worden)" wir angesehen u. s. w. Acta und Hand- 
lungen Fol. 2. — ^ Acta und Handlungen Fol. 2. v. 



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173 

Lehen nichts zu schaffen hatte. Gleichzeitig hatte der Kaiser 
dem Grafen von Fürstenberg den Auftrag ertheilt, den Va- 
sallen, zwischen dem Datum des Lehenbriefes und kommendem 
Dreiköpigstage (Jan. 6.) in Pflicht zu nehmen. Dieser kaiser- 
liche Befehlsbrief war am 3. December 1571 in Heiligenberg 
angekommen und am 14. des gleichen Monats leistete Hans 
Friedrich den Lehenseid.' 

Von Seiten der durch diese Vorgänge betroffenen hinter- 
lassenen Töchter Eberhards, beziehungsweise ihrer Beistände, 
waren nun aber auch die erforderlichen Schritte geschehen. 
Reinhard von Neuhausen zu Höfen, und Melchior Ludwig 
von Neuhausen zu Neuffen , ritten in die Reichsstadt Biberach, 
woselbst sie, Freitags den 26. October 1571, in Ulrich 
Schemmerers des Wirths und Gastgebers Behausung, in der 
oberen vorderen Stube, — denn solche Einzelnheiten pflegen 
in Notariatsurkunden angeführt zu werden — den Othmar 
Hörburger Bürger zu Biberach und kaiserlichen Notarius 
requirierten, unter dem Ansinnen mit ihnen nach Linz zu 
reiten, um daselbst, nach erfolgter mündlichen Verhandlung, 
ein Protestationsinstrument aufzunehmen.* 

Der Notarius folgte dieser Einladung. Samstag am 27. Octo- 
ber^ kam man in Linz an. Die erforderlichen zwei Zeugen, 
Diener der Familie Neuhausen, hatte man selbst mitgebracht, 
nämlich Hans Lutz, den Schreiber zu Höfen am Neckar* 
und Hansen^, den reisigen Knecht des Junkers Melchior 
Ludwig von Neuhausen. Zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags 
verfügte man sich in die Schlossbehausung, wo man den Hans 
Friedrich, in der gewöhnlichen Stube, „leibeschwachheitshalber 
bettlägerig" antraf. Reinhart von Neuhausen hielt einen münd- 
lichen Vortrag, indem er sich zuerst als den bevollmächtigten 
Abgesandten gemeiner Freundschaft (der Verwandten) legiti- 
mierte. Er warf dem Herren Vetter vor, dass er sich, nach 
Ableben seines Bruders selig, in das Eigen und Lehen zu 
Linz ohne Unterschied eingedrängt, ohne einen kaiserlichen 
Commissarius abzuwarten, oder sich auch nur mit seinen 
Verwandten wegen der Theilung ins Benehmen zu setzen, 

1 Acta u. Handlungen Fol. 2. - * Acta u. Handlungen Fol. 31. y. 
— • Statt 7. October wie Acta u. Handlungen Fol. 32. v. steht. — ♦ Bei 
Cannstatt. Hier waren die von Neuhausen begütert. -- ^ Ein Familien- 
name ist nicht angegeben. 



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1T4 

Hieran reihte sich die Aufforderung, den Flecken Linz stracks 
abzutreten und die Töchter bei ihrem ererbten, väterUchen 
Gute, Eigen und Lehen, ruhig bleiben zu lassen, da ihm da- 
selbst gar nichts gebühre, vermöge des von seinem Vat?r selig, 
Ulrich von Reischach, im Jahre 1533 errichteten Testaments \ 
welches er ja anerkannt habe. 

Wenn er aber wirklich, trotz seiner ausgestellten Quittung, 
an Eigen oder Lehen noch Ansprüche zu haben vermeine, 
so solle er dieselben in Güte oder auf dem ordentlichen 
Rechtswege betreiben. Hierauf antwortete Johann Friedrich 
von Reischach mündlich: er wolle sich zwar zur Zeit des 
Eigenthums nicht beladen, aber was die Lehen betreffe, so 
sei er als rechter Erbe anerkannt und durch den Grafen 
Joachim von Fürstenberg „von hoher Obrigkeit wegen" ein- 
gesetzt worden. Er werde sich desshalb von Niemanden ver- 
treiben lassen, es geschehe denn auf ausdrücklichen, kaiser- 
lichen Befehl, denn sein Bruder Eberhard selig habe oftmals 
zu ihm gesagt, die Lehen gebührten Niemanden als ihm Hans 
Friedrich. Auf den Vorwurf, dass er den Töchtern Eberhards 
nicht gestatten wolle, ihr in Linz befindliches Getreide aus- 
dreschen zu lassen und dass er den Zinsleuten und Schuld- 
nern unbefugt verboten habe, die noch bei Lebzeiten seines 
Bruders verfallenen Martinizinse zu- bezahlen, an welche, so- 
wie auch auf das Getreide, er ja nicht den geringsten An- 
spruch habe, erwieJerte er, er habe nie beabsichtigt den 
Töchtern seines Bruders das Ihrige vorzuenthalten, allein er 
habe nicht gewollt, dass man zu Dreschern andere Leute 
als Unterthanen zu Linz nehme; übrigens gebe er jetzt 
zu, dass die Töchter ihr Getreide auch durch fremde 
Drescher ausdreschen lassen könnten; auch die Zah- 
lung der rückständigen Gülten und Zinsen, aus der Zeit als 
ihr Vater selig noch am Leben gewesen sei, wolle er nicht 
hindern. Was aber das aufgemachte Holz betreffe, dessen 
Abfuhr er gehindert habe, so gehöre die Holzmark ins Lehen. 
Gleichwohl wolle er zugeben, dass das bereits aufgemachte 
Holz abgeführt werde. 

Es versuchten nun die beiden Junker von Neuhausen was 
gute Worte vermöchten, allein Hans Friedrich blieb auf seiner 
Ansicht: vom Lehen lasse er sich nicht abdrängen und auf 

1 Vergl. oben S. 169. 



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175 

eine Tagfahrt mit der Verwandtschaft gehe er nicht ein. Mit 
diesem wenig tröstlichen Bescheide, über welchen der Nota- 
rius ein offenes Instrument errichtete, zogen die Bevollmäch- 
tigten ab. Die Einsetzung, durch den Grafen von Fürsten- 
berg, auf welche sich Hans Friedrich berief, war freihch zu- 
nächst nur als ein Ausfluss jener Rechte anzusehen, welche 
der Graf als die höchste Obrigkeit in der Grafschaft besass, 
allein es erfolgte ja auch, wie bereits erwähnt wurde, einige 
Monate nach Errichtung des notariellen Protestationsinstru- 
ments, durch den Grafen, der dieses Mal als kaiserlicher 
Commissarius functionierte, die Immission in das Reichslehen. 
Hans Friedrich sollte sich indessen seines Besitzes nicht lange 
erfreuen, denn am 5. Januar 1572 starb er, ohne eheliche 
Leibeserben.* 

Nunmehr wendeten sich die Töchter Eberhards an den 
Grafen, welcher sich abermals zuerst als Obergerichtsherr 
gerierte und „von hoher Obrigkeit wegen (weil sich der ge- 
richtszwang deß lehens und aigenthumbs halber nit woU ab- 
sondern lassen, und das halbgericht, so zum lehen gehörig, 
biß zu der belehnung ohne ain haupt und regiment zu laßen 
nit rathsam sein wollen), die obgedachten zwo frown von 
Reischach, in jre aigentümbliche besonders auch in die lehen- 
stücke und guter, in ansehung das von alters her ye und 
allewegen dieselbigen von jren vereitern sammentlich besessen, 
genützt und genossen worden" zu immittieren und einzusetzen 
keinen Anstand nahm.^ 

Es wurde den gedachten Frauen der Niedergerichtszwang 
zu Linz einhändig gemacht und die Unterthanen daselbst 
huldigten ihnen. Am 16. Februar 1572 berichtete Graf Joa- 
chim darüber an den Kaiser und bat um die Belehnung. für 
Frau Anna und Frau Martha, weil ja Hans Friedrich selig, 
bei seinen Lebzeiten die Lehen nicht anderer Gestalt begehrt 
und empfangen habe, als dass sie nach seinOTi Ableben 

1 Im Berichte des Grafen Joachim an den Kaiser d. d. Heiligenherg 
16. Fehr. 72, auf Fol. 7 der Acta, heisst es zwar deutlich „den sechsten 
Januarij jungsthin**. Auf Fol. 5. v. dagegen steht, ebenfalls aus der 
Canzlei des Grafen „am fönften Januarij", welche letztere Angabe auch 
in einem unten näher zu bezeichnenden Aktenstücke Acceptationes ect. 
Fol. 25. V. wiederholt wird. Ganz ausser Zweifel wird der 5. Januar 
durch ein bei den Akten befindliches Zeugenverhör. — * Acta und Hand- 
lungen Fol. 6. V. 



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176 

wiederum an die Töchter seines seligen Bruders fallen sollten, 
wie denn allzeit das Lehen Linz von Römischen Kaisern und 
Königen „vf weibßbillder gelihen worden ist".* 

Wir werden annehmen dürfen, dass sich Hans Friedrich, 
um seiner Zeit den Grafen zur Immission zu bewegen, in 
erwähntem, seinen Nichten günstigen Sinne gegen denselben 
ausgesprochen hatte. Da es nun kundbar, dass er hoch- 
betagt und ohne ehehche Nachkommenschaft war, so mochte 
der Graf wohl glauben, den Töchtern Eberhards werde, in 
nicht zu langer Zeit, alles zufallen. 

Zur Begründung des Gesuches um Belehnung Hessen die 
Beistände und Vormünder der Frauen, nämlich Konrad von 
Freiberg von Eisenberg zu Altheim und Reinhard von Neu- 
hausen zu Höfen, als verordnete Pfleger Annas von Reischach 
weiland Hansen von Freiberg seligen nachgelassenen Wittib 
und ihrer Kinder und Jacob von Neuhausen zu Grossengstingen, 
als Ehevogt der Martha von Reischach, d. d. Linz 31. Ja- 
nuar 1572, durch Fürstenbergs Vermittelung, eine Supplica- 
tionsschrift an den Kaiser gelangen.^ 

Es enthält diese Supplication ^, in ziemlich gewandter 
Darstellung, was wir bereits aus den Lehenbriefen wissen. 
Namentlich wird betont, dass das Lehen Linz schon zum 
dritten Male „auf Weibspersonen empfangen worden und auch 
von Weibern auf die von Reischach kommen sei", wobei in- 
dessen, was übrigens bona fide geschehen sein wird, Anna 
von Reischach geborene Gremiich, für die Tochter des 1376 
von K. Karl IV. belehnten Hans Gremiich gehalten wird.* 

Neu ist, dass sich Hans Friedrich dazu habe bewegen 
lassen, seinen Nichten, für den Fall seines Todes, vor allen 
Andern das Lehen zu gönnen und auch, woran er indessen 
durch sein Ableben verhindert worden sei, eine in diesem 
Sinne abgefasste Supplication beim Kaiser einzureichen. Als 
Lehensträger der Frauen wurde Jacob von Neuhausen postu- 

* Acta und Handlungen Fol. 8. — * Acta und Handlungen Fol. 8 flf. 
j— 3 Sie ist nicht nur in den Acta und Handlungen, sondern auch in 
einem ex parte Schwenndi aufgestellten Copiallibell enthalten. — ' Es liegt 
diese Annahme desshalb ausserhalb des Bereiches der Möglichkeit, weil 
Herman Gremiich 1439 ausdrücklich sagt, dass ihm das Lehen von Annas 
Vater selig zugefaUen sei. Auch wird sie in später zu erwähnenden 
Aktenstücken widerlegt 



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177 

liert. Der Supplication waren Abschriften der Lehenbriefe von 
1376. 1440. 1442. und 1566 beigelegt. 

Trotz dieser gründlichen Darlegung des ganzen Sachver- 
halts und der wohlwollenden Befürwortung des Grafen von 
Fürstenberg, wurde aber am kaiserlichen Hofe in ganz un- 
erwarteter Weise resolviert. Graf Joachim erhielt einen zu 
Wien am 22. April 1572 datierten Befehlsbrief des Inhalts, 
ohne allen Verzug, die betreffenden Frauen, welche sich, 
ohne erlangte Investitur des Lehens angemasst, auch von 
den ünterthanen Huldigung empfangen, und somit in ganz 
unbefugter Weise des Kaisers und des Reiches Eigenthum 
innehätten „wiederumb davon auszuschaffen" ^ denn das Lehen 
sei dem Reiche heimgefallen, weil es über hundert Jahre 
allein auf dem Mannsstamme deren von Reischach ge- 
ruht habe, Hans Friedrich von Reischach „aber desselben 
stammens letzt lebender" gewesen sei. Der Kaiser habe 
daher dieses heimgefallene Lehen seinem lieben Getreuen, dem 
Hofrathe Carl von Schwenndi verliehen. Diesen oder seinen 
bevollmächtigten Anwalt habe der Graf in ruhige Possession 
einzusetzen, die vorgeblichen Lehenserben aber, wegeü der 
bisherigen Nutzung, mit allem Ernste und ohne Beachtung 
etwaiger Einreden, zum vollen Ersätze anzuhalten. ■ 

Herr Karl von Schwenndi begleitete dieses kaiserliche Be- 
fehlsschreiben mit einer an den Grafen gerichteten Zuschrift, 
d. d. Wien 27. April 1572^, in welcher er denselben, unter 
Versicherung seiner Ergebenheit, zu seinen Gunsten zu stim- 
men sucht.^ Die Belohnung durch das heimgefallene Reichs- 
lehen, sei eine für die vielen Dienste der Schwenndi be- 
willigte Ergötzlichkeit; auch hoffe er, dass Alles in Güte ab- 
gehen werde. Bedenklich für die bona fides Schwenndis lautet 
aber folgende Stelle: „dann ob ich wol auch wünschen wöUen^ 
das jr majestaet mich in annder weg gnedigst bedenkhen 
und begnadigen mögen, dieweilen es aber uf dißmal änderst 
nit sein wollen und einmal an dem gewest, das wann jr 
majestaet mich hiemit nicht bedacht, gleich andere in 
werckh gewest, so bei jrer majestaet ansuechen 
wollen, so verhoff ich und will gentzlich nit zweiffein, man 
werde mir solliche wolverdiente gnad nit allain gern gönnen, 

> Acta u. Handlnngeii Fol. 19. — < Actai'u. Handlangen Foh 21. v. 

Ztitedir. X3UUn. 12 



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178 

sondern dieselbe auch zu lieb werden lassen, dartzne dann 
der herr graf vil wurdet thun und helffen können**.* 

Weil nun der Hofrath, seiner vielen Geschäfte wegen, 
nicht abkommen und daher die Immission nicht persönlich 
beim Grafen nachsuchen könne, so bezeichnete derselbe seinen 
Vetter Alexander von Schweundi oder statt dessen seinen 
Schwager Sebastian von Rott, als seine Gewalthaber, Einer 
derselben werde sich bei Joachim persönlich einfinden und 
bei diesem Anlasse auch ein Verzeichniss überbringen „wie 
die kaiserlich majestaet was ungevarlich in die vielbemelten 
lehen gehören möchte, bericht sei". Man sieht also die Sache 
war in Wien seit geraumer Zeit ins Auge gefasst und, natür- 
lich in Schwenndis Interesse, gehörig vorbereitet. 

Graf Joachim theilte nun der Reischachischen Vormund- 
schaft den erhaltene kaiserlicheA Befehl mit und nahm, 
ohne die ihm auferlegte Vertreibung der Frauen zu voll- 
ziehen, von derselbep eine zweite SuppUcation an den Kaiser 
entgegen, um hiedurch eine bessere Information desselben zu 
erj?ielen. 

Diese zweite von Anna von Freiberg geborenen von Rei- 
schach Wittib und Martha von Neuhausen geborenen von 
Reischach, weiland Eberhards von Reischach seligen nach- 
gelassenen ehelichen Töchtern, zu PfuUendorf 12. Mai 1572 
unterzeichnete Supplication ^ ist ebenfalls eine bescheidene, 
klarverständige Darlegung des guten Rechtes der Bittstelle- 
rinnen. Sie setzen auseinander, wie sie weiland Hans Frie- 
drich von Reischach „durch behennde doch ungebührliche er- 
langung neuer Investitur" geschädigt habe und dass die dem- 
selben ertheilte Belehnung, ihnen nicht zu einem praejudicium 
gereichen könne, da sie ja dagegen protestiert und sich zu 
Recht erboten hätten. Der Kaiser möge sich nun ihrer an- 
nehmen, in seiner Eigenschaft als höchster und einziger Pro- 
tector und christlichmilder Beschützer der Wittwen und ihrer 
Unmündigen Kinder. Wenn sich nun auch die von ihnen 
nachgesuchte Belehnung ihres Trägers Jacob von Neuhausen 
noch nicht ei*zielen lasse, so möge man sie doch nicht mit 
„thätlichkeit oder gebotten" abtreiben, sondern bei ihrer 
irechtmässigen Possession erhalten, damit die wegen der 
Lehen erhobenen Ansprüche und Forderungen, vor ihrer 
1 Fol 22. 7. — ' MtA und Handlung^ FpL 2ß. v. 



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kaiserlichen Majestaet hochlöblichen Kammergerichte, des ächlleu- 
nigsten Rechtens, zur Verhandlung kommen könnten. Sie bitten 
fernerhin, ihnen, über ihre unterthänigst beschehene Erforde- 
rung (Muthung des Lehens), eine schriftliche Recognition unter 
dem kaiserlichen Secretsiegel zukommen zu lassen. 

Diese Supplication Hess Graf Joachim d. d. Heiligenberg 
21. Mai 1572 an den Kaiser gelangen, um sich zugleich 
wegen der Nichtvollziehung des Befehlsbriefes vom 22. April 
zu entschuldigen.^ SchriftUch und auch mündlich von den 
Reischachischen Vormündern angegangen, nahrh Joachim fernef- 
hin von denselben eine am 24. Juni 1572 durch Konrad von 
Freiberg, Reinhard und Jacob von Neuhausen Uüterzeichnete 
Gegendedaration an.^ 

In derselben wird nachgewiesen, dass den bisher Vom 
Kaiser erlassenen Befehlen, nach mehreren Richtungen hin, 
irrthümliche Vorausetzungen zu Grunde lägen. Erstlich sei 
angenommen worden, es habe Hans Friedrich' das besagte 
Lehen als' der letzte im Leben befindliche des Stammes Rei- 
sehach empfangen. Nun sei es aber notorisch, dass noch 
andere Glieder der Familie am Leben seien, nämlitih Hans 
Jacob zu Nussdorf * und Hans Michael zu Ried^ bdde von 
Reischach von Reichenstein, Gevettern, und beide mit ehe- 
lichen Söhnen begabt. Auch diese nähmen sich der 'Leh^n 
an und hätten auch desshalb bereits beim Grafen Joachim 
von Fürstenberg Schritte gethan; doch hoffe man, es werde 
das näher liegende Erbrecht der Töchter des Eberhard von 
Reischach selig zur Geltung kortimön. 

Zweitens werde irrthümlich vorausgesetzt, dass d'as ade- 
liche Geschlecht der Gremiich (von deren töchtern ainet dfseö 
reichstehen vor ainhundert dreißig jaren* an' die von- Rei- 
schach erheirathet und bis noch bei denselben = verblifebfen) 
ebenfalls ausgestorben sei. Hierin sei kaiserliche Majestaet 
abermals übel informiert, da sich ja, wie notorisch utod künd- 
bar, Jacob und Wölfgang die Gremiich voh iFungingen zu 
Henningen ^ und Hasenweiler \ auch deren Söhne! am Leben 
befänden. - ' r 

« Acta und Httndlungefn Fol. 38. — a Acta üödHandliiiigeii Fol. 41. 
— ' in Wirtemberg. - * Dessgleiohen. Beide Orte bei' Vaihingeh" ged- 
iegen. — * Ist in • runder Zahl geäommen und weist atff dett= Lehensbrief 
von 1440 hin. — « » bei PfuUendorf. » • ' ■ 

12* 



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180 

Drittens wird nochmals auseinandergesetzt, dass Hans 
Gremiich gar nicht im Falle gewesen sei, von dem ihm ver- 
liehenen Privilegium K. Karls IV. Gebrauch machen zu 
müssen, da er selbst Leibeserben hinterlassen „von denen es 
nochmalen in anno 1440 an eine ihre dochter obgemelte 
Anna Gremlichin erblich gefallen^. Da nun aber Karl von 
Schwenndi seine Ansprüche nicht fallen lassen wolle, so 
bitten die Vormünder: der Kaiser möge die ganze Sache 
zu ordentlichen Rechten weisen, oder einer von ihm zu er- 
nennenden Commission übertragen. Zu diesem Behufe werden 
vorgeschlagen: der Landkomthur Deutschordens Herr Sigmund 
von Homstein, die Grafen Jörg von Helfenstein, Joachim 
von Fürstenberg und Ulrich von Montfort, Hans Christoph 
Vhelin^ und Albrecht Schenk von Stauffenberg, Hauptmann 
zu Constanz, oder andere hiezu taugliche kaiserliche Räthe.' 

Ebenfalls am 24. Juni richteten die Vormünder auch ein 
langes Schreiben an Karl von Schwenndi. Die Hauptstelle 
ist, „daß wir in kein zweyfd stellen, euch also adelich her- 
kommen und gesinnet sein, und diese lehen änderst nit an- 
zunehmen, dann da sie defectu haeredum vel successorum 
feudalium dem heiligen reiche angestorben und apert wehren, 
also auch von höchstgedachter kaiserlicher majestaet jr vor 
andern damit begnaden worden und gar nicht die recht- 
mäßige lehensvolger daran zu verhindern noch jnen zu ent- 
ziehen begeren." ^ 

Bevor man nun in Wien in der sonst so bedächtigen 
Ganzlei über den wahren Sachverhalt hinreichend informiert 
sein konnte, schon am 7. Juni 1572, war an den Grafen 
Joachim, ein zweites Befehlschreiben abgegangen,» in welchem 
abermals verlangt wird, die Reischachischen Erben aus den 
Lehengütem aus- und abzuschaffen und den von Schwenndi 
einzusetzen. Sollten sich dabei, wegen des einen oder des 
anderen Lehenstückes Irrungen ergebe, weil es nicht aus- 
drücklich im Lehenbriefe angeführt sei und desshalb von den 
Erben als Eigenthum in Anspruch genommen werde, so soll 
sich der Graf hiedurch an Verrichtung der ihm anbefohlenen 

^ Aus der bekannten Patriderfamilie der Vöhlin von Illertissen. Vergl. 
Brunner in der Ztschft f. Schwaben n. Neaburg U, 302 ff. — ' Alles 
sehr bekannte, in den Correspondensakten jener Zeit oftmals genannte 
Herren. — * Acta und Handlungen Fol. 60. v. 



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181 

Immission nicht abhalten lassen, sondern mit der Einsetzung 
in die fürnehmsten wissentlichen Lehenstücke vorfahren und 
wegen solcher Stücke, welche nicht sofort als lehenbar liqui- 
diert werden könnten, die Gerechtsame des Reiches vorbe- 
halten. ^ 

Auch Karl von Schwenndi wendete sich mit Schreiben 
vom 14. Juni nochmals an den Grafen. Nach erlangter Im- 
mission wolle und werde er den Eigenthumserben , denn nur 
als solche erkennt er die oftgenannten Frauen an, an ge- 
bührenden Orten, wohin sie vom Kaiser gewiesen werden 
würden. Recht geben.* Es ist unverkennbar, dass er die 
wiederholten, rasch aufeinander folgenden kaiserlichen Befehls- 
briefe zu veranlassen wusste. 

Gleichzeitig waren aber auch seine in Schwaben geses- 
senen Vettern für ihn thätig. Am 27. Juni, von Orsenhausen 
aus, wendete sich Sebastian von Rott (Rodt) an den Grafen 
Joachim, um, als Bevollmächtigter seines Schwagers Karl 
von Schwenndi, persönlich die Immission zu erlangen^ und 
sodann, am 5. Juli 1572, abermals, mit der weiteren Bitte, 
für den Fall dass die Immission sich über die Ernte hinaus 
verzögern werde, den Getreidezehnten, welcher den grössten 
Theil der Einnahmen bilde, für Schwenndi ordentlich ein- 
fassen und aufbewahren zu lassen. Hierauf antwortete Joa- 
chim, d. d. Heiligenberg den 8. Juli: bevor der Immissions- 
actus vollzogen werden könne, sei es nöthig, zuerst eine ge- 
bührende Inquisition vorzunehmen, wie es mit den Lehen- 
stücken und Gütern bescIiaflFen sei. Das könne aber, wegen 
anderer hochwichtiger Geschäfte, in dieser Eile nicht ge- 
schehen. Was aber die Zehntgefälle betreffe, so wolle er, als 
hohe forstliche, landgerichtliche und geleitliche Obrigkeit und 
Gerichtsherr, während der Ernte darauf Achtung geben lassen.* 

Graf Joachim hatte sich offenbar davon überzeugt, dass 
die Ansprüche der Reischachischen Töchter dermassen be- 
gründet waren, dass es, zumal da sie sich gegen Schwenndi 
und auch eventuell gegen ihre Vettern in Nussdorf und 
Rieth, zu Recht erboten hatten, eine Ungerechtigkeit ge- 
wesen wäre, sie ex possessorio zu vertreiben. Er berichtete 
daher, am 27. Juli, auf das zweite kaiserliche Befehlsschreiben 

' Acta u. Handlungen Fol. 54. v. — 2 Acta u. Handlungen Fol. 56. 
— 3 Acta u. Handlungen Fol. 58. — ^ Acta u. Handlungen Fol. 61. 



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183 

iu diesem Sinne und legte eine von den beiden Frauen unter- 
zeichnete, abermalige Supplication vor.* 

Es wird darin unumwunden gesagt, es könne unmöglich 
des Kaisers Absicht sein, den von Schwenndi mit einem Lehen 
zu begnadigen, welches dem Reiche gar nicht heimgefallen 
m, Man hoffe zuversichtlich i der Kaiser, als quellender Bronn 
der Gerechtigkeit, werde den wahrhaften Berichten Folge geben 
und Wittwen und Waiden dasjenige zukommen lassen, wozu 
sie durch die allgemeinen des heiligen Römischen Reiches 
Rechte und heijsamen Satzungen, befugt seien. Es sei gottlob 
noch nie erhört worden , dass ein Römischer König oder Kaiser 
iu : solchen. o4er gleichen Fällen, Jemanden, der sich zum aus- 
träglichen, schleunigen und Allen billigen Rechte erboten 
habe, mit djer That, vor erfolgter rechtlicher Entschei- 
dung, zu beschweren und zu End zu setzen befohlen habe 
und esi werde das,, so Gott wolle, auch in diesem F^e zum 
Schaden von armen Weibsbildern, Wittwen und Waisen nicht 
geschehen. 

In einem an den Herren von Schwenndi gerichteten Schreiben, 
ebenfalls vom 20, Juli 1572 ^ wurde nochmals Alles genau er- 
örtert und an dessen adelicke Gesinnung appelliert, vermöge 
deren er sich doch unmöglich ein Lehen werde verleihen 
lassen wollen, für welches rechtmässige Lehenserben vor- 
handen seien. 

Kar] von Schwenndi war aber leider nicht der Mann, 
welcher sich um solche Ausführungen viel bekümmert haben 
würde, selbst wenn sie rechtzeitig nach Wien gelangt wären. 
Er drängte vielmehr auf die schleunige Erfüllung seiner 
Wünsche. Daher erhielt Graf Joachim von Fürstenberg, am 
23. August 1572, ein drittes kaiserliches Befehlsschreiben, 
sowie auch Briefe Schwenndis und seines Bevollmächtigten 
Sebastian von Rott. Das kaiserliche dritte Befehlsschreiben 
ist vom 23. Juli 1572 datiert und enthält nichts weiter als 
eine ernstliche Wiederholung des schon am 7. Juni gegebenen 

^ Ein ungemein ausführliches in den Acta und Handlungen von 
Fol. 65. V. bis Fol. 79. v. reichendes Aktenstück, in welchem nochmals 
der gan«e Sachverhalt auseinander gesetzt wird. Dasselbe stimmt an 
vielen Stellen wörtlich mit der bereits erwähnten, dem Grafen mitgetheilten 
Gegeninformation vom 24. Juni 1572 und wurde in Pfullendorf am 20. Juli 
1572 unterzeichnet. — ' Acta und Handlungen Fol. 80. 



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)83 

Befehles und zwar in ziemlieh ungnädigen. Worten. ' D^.ratts 
dass Graf Joachim, der doch seiner Zeit bei Hans Friedrich 
von Reiöchach die Immission vollzogen habe, nunmehr, dem 
von Schwenndi gegenüber, eine Inquisition wegen der Lehens- 
stücke für nöthig eradite, gehe hervor, dass „unter solUchem 
schein unnöttiger inquisitur, unser Verordnung und beve^ch, 
so doch der pertinenz halber und auf den fahl derwegen 
wollte ein disputation erregt werden, alls k^r und deuüicb 
ist, zurückgesetzt und die sach vorsetzlich verzogen" ^ worden 
sei. Hiedureh wearde aber des Reiches £igenthum streitig 
und ungewiss gemacht. Das Ga^ze gipfelt in dem strengen 
Befehl: jedenfalls U Tage nach Eu^pfang dieses dritten kai- 
serlichen Mandats die Immiasion zu vollziehen. Schwenndi^ 
Schreibfen an den Grafen ist zu Wien am 21. Juli gegeben. 
Wenn ma^. dasselbe mit dem dritten kaiserlichen Befehls* 
briefe vergleicht, so sieht man deutlich genijg., wer <]aa von 
K. Maximilian IX. unterzeichneten Erlass concipiert und 
zu verantworten h^t. In einem Postscriptum wird ge^fagt, 
er von Schwenndi wolle hiebei dem Grafen einen ai^ Ihre 
Majestaet gelangten glaubwürdigen Bericht „was in die Lin- 
zischen Eeichslehen gehörig" übersendjBQ und wir finden ai^^h 
in der That in den Acta und Handlungen Fol 9? flf. eifliö 
Abschrift dieses Berichtes, d. d. 27. May 72, J€idoel;i . obme 
Unlberschrift der Berichterstatter, welche von sich in der 
Mehrzahl reden und sich, durch ihre „verthruwten (Ver- 
trauten) in stiller weiß erkhundjgt haben". Aus späteren 
Akten geht hervor, dass Burgermeister und Rath von Pfjallen- 
dorf diese Berichterstatter waren. '^ Der Vorwurf dass eine In- 
quisition überflüssig sei, ist ganz unbegründet. Hatte sich 
Graf Joachim bei der dem Hans Friedrich von Reischach er- 
theilten Immission übereilt, so war er jetzt in der That dazu 
verpflichtet, diesen Fehler nicht nochmals begehen zu lassen. 
Es musste untersucht und constatiert werden, was denn 
eigentlich in Linz Reichslehen sei. 

Nach den vertraulich eingezogenen Erkundigungen, d^rep 
sich Schwenndi bedienen wollte, gehörten zum Beichsleben: 
der Kirchensatz sammt den pfarrlichen Rechten und Ge- 
rechtigkeiten, insbesondere der Zehnten, welcher jährlich bis 

^ Acta und Handlungen Fol. 87, — * Ex parte Schwenndi auf- 
gestelltes CopiallibeU. 



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184 

zu 150 Malter von allerlei Früchten trug, wovon aber dem 
Pfarrer für sein Corpus 27 Malter gebührten; mehr ein 
Gütlein zum Pfarrhofe gehörig; item eine Behausung der 
alte Pfarrhof genannt, in welchem Hans Friedrich von Rei- 
schach und dessen Vorfahren zu Zeiten ihre Wohnung ge- 
habt; item der Kelnhof, der in gewöhnlichen Jahren 14 Malter 
allerlei Früchte trug; mehr ein Widumhof, trägt auch 14 
Malter; item der halbtheil des Niedergerichtszwangs hat „pott 
und verpott bis auf 10 Pfund Heller seines einkommens aber 
unbewißt"; item ein Gut das Veit Klöckhler baut, gibt jähr- 
lich 15 Malter als Landgarbe; item die Tafeme oder Wirth- 
schaft, gibt 6 Malter und 10 Gulden Ungeld; mehr eine 
Wiese 2 Mannsmad gross; mehr zwei gute grosse Hölzer, 
deren Werth man aber nicht anzugeben vermöge. Dass das 
dritte kaiserliche Befehlsschreiben erst am 24. August in 
Heiligenberg ankam, erklärt sich dadurch, dass Karl von 
Schwenndi dasselbe an seinen Schwager Sebastian von Rott 
gesendet hatte, der es dann, am 22. August, von Orsen- 
hausen^ aus, durch einen eigenen Boten weiter expedierte.* 

Graf Joachim von Fürstenberg konnte dem dritten ernst- 
lichen Befehle keinen Widerstand leisten und schrieb daher, 
am 25. August 1572 an Sebastian von Rott, er möge sich 
Mittwoch den 3. September gegen Abend in Heiligenberg ein- 
finden und den Lehenbrief des Karl von Schwenndi mit- 
bringen, worauf aber nothwendig noch eine mündliche Be- 
redung erfolgen müsse, „dieweil die Sachen an jnn selber 
nitt so richtig alls jr mayestaet informiert worden, du auch 
in deinem schreiben ungegrundt angezogen".^ 

Am gleichen Tage theilte der Graf dem Jacob von Neu- 
hausen mit, dass er dem dritten kaiserlichen Befehlsbriefe 
unverzüglich Folge leisten und die Immission vollziehen 
müsse. Die Gegenberichte der beiden Frauen seien von ihm, 
dem Grafen, am 28. Juli durch die Post dem Kaiser zu- 
gesendet worden, während dessen dritter Befehlsbrief aber 
schon am 23. Juli ausgegangen sei. Wären dem Kaiser die 
Gegenberichte noch zu Händen geliefert worden, so hätte 
man sich wohl, das ist Joachims Ansicht, eines andern und 

1 Bei Ulm. - ^ Acta und Handlungen Fol. 95. Seb. v. Rott hatte 
das Schreiben Schwenndis am 16. August erhalten. — ' Acta und Hand- 
lungen Fol. 99 y. 



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185 

mildern Befehles zu trösten gehabt. Am 4. oder 5. September 
müsse nun die Immission erfolgen, denn die erhaltene ernst- 
liche Weisung lasse keine Einrede zu. Die ganze Fassung 
des Schreibens an Jacob von Neuhausen ist eine entschieden 
wohlwollende. Gleichwohl glaubte Joachim, als ihm die Rei- 
schachischen Erben sofort, am 1. September, ein dringendes 
Bittgesuch „mit solcher immission nicht fürzugehen" zusen- 
deten, dasselbe nicht berücksichtigen zu dürfen. Wichtig ist 
in dieser in den Acta und Handlungen befindlichen Schrift 
hauptsächlich die Angabe, dass die Frauen dafür Sorge ge- 
tragen hatten, dass Karl von Schwenndi ihre Einreden er- 
halten musste, indem sie ihm dieselben durch ihren eigenen, 
abgesendeten Diener hatten zustellen lassen. 

Die Immission erfolgte nun in der That und Graf Joa- 
chim konnte am 4. September über deren Vollzug an den 
Kaiser berichten. Weil aber nur die Hälfte des Gerichtes 
zum Reichslehen gehörte, während sich die andere Hälfte 
auf die in den Besitz der Frauen übergegangenen und durch 
deren im Orte selbst gesessene Diener verwalteten AUodial- 
güter bezog, wurden bei der Immission nur die „des halben 
gerichts unterthanen zue Lynntz** für Karl von Schwenndi 
eidlich in Pflicht genommen.^ 

Aber noch bevor der über die Immission erstattete Be- 
richt des Grafen nach Wien gelangt war, schon am 25. Au- 
gust 1572 gieng ein viertes Befehlsschreiben* vom kaiser- 
lichen Hofe an denselben ab; ein deutlicher Beweis dafür, 
wie sehr der von Schwenndi die Sache betrieb und wohl auch 
dafür, wie wenig man sich in der kaiserlichen Kanzlei um 
das gute Recht bekümmerte, wenn es zu Gunsten einer ein- 
flussreichen Persönlichkeit, unter dem Scheine formal be- 
gründeter Einwendungen, hintangesetzt werden sollte. 

Die Beschwerungsschriften der Frauen und die begleiten- 
den Schreiben des Grafen , in welchen die Richtigkeit der von 
Reischachischer Seite gegebenen juris informatio nachdrücklich 

' Acta und Handlungen 109. v. - Die Bestabungsfwmel lautet „Ihr 
underthonen aU und yeder besonder, leben- und leibeigenleath, ein wohner, 
hindersässen und dienstknecht allhie zue Lynntz, soviel eurer, zum halben 
gericht in des heiligen reichs leben gehörig und von dem andern halben 
aigentbümblichen theil abgesondert sein." — ' Acta und Handlungen 
Fol. 112. 



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IM 

genug betont wird, waren, wenn vielleicht auch nicht in der 
kaiserlichen Kanzlei, so doch jedenfalls ihrem wesentlichen 
Inhalte nach dem Herren von Schwenndi wohlbekannt, und 
doch erfolgte der durchaus unbillige, den Grafen Joachim 
verletzende, vierte Befehl, der freilich insoferne ganz über- 
flüssig war, als ja, was man aber in Wien nicht wissen 
konnte, vor der Ankunft des kaiserlichen Ultimatums, der 
widerwärtige Auftrag, nämlich die Immission vollzogen war. 
Es heisst in dem vierten Befehlsbriefe wörtlich „dannoch die- 
weil sich yetzo angeregt dein schreiben ettlichermaßen an- 
sehen läßt, alk ob du (Graf Joachim) mehr uf der bemelten 
Schwestern ^ngebens, alls unsere bevelch sehest und nit 
allain, zue verzicbung' cler so aigenüich und deutlich auf- 
erlegte immissiofi, allerhand aufzuegliche gelegeuheiten zu 
suchen, sondern auch ettlicher ma en jre unerheblichje ein- 
wendungen ainei' angemaßten possession und erblichen suc- 
cession zu approbieren, und also jnen, gegen unsere und des 
reichs offenliche und unzweytfenlichen aigenthurabs und ge- 
rechtigkait, gleichsam zu patroni'sieren unnderstehen wolltest 
u. s. w." Es folgt nun abermals der stricte Befehl den Karl 
von Schwenndi in Possession zu setzen, unter der Drohung, 
man werde sonst „zue erlangung und hanndthabung unserer 
ui^d des reichs detendirten aigenthumbs anndere scherp^ere 
unud vielleicht auch dir selbst nit vast gafellige wege für- 
zunemien, und dasjenige,, so du bißhero gewaigert, 
durch anndere gehorsan^ere verrichten laßen".* Auch 
gegen die Fainilie von Reischach, deren Eingaben als Dro- 
hungen^ aiifgefasBt werden, soll, falls sie sich nicht fügen 
wolle, energisch eingeschritten werden. 

Der Lehenbrief für Karl von Schwenndi, welchen Sebastian 
von Rott bei der Immissionshandlung hätte vorlegen sollen, 
aber damals nicht besass, kam erst später zu den Akten, da 
sich Graf Joachim denselben nachträglich ausbat. Er ist d. d. 
Wien 17. April 1572 gegeben^, ungefähr ein Jahr nach dem 
Tode des Hans Friedrich von Reischach, der, wie bereits er- 
wähnt wurde, als „desselben stammens letstlebender" be- 
zeichnet wird. Auch ist darin ausdrücklich gesagt, dass, 

^ Acta und Handlungen Fol. 115. — * jr der Schwestern oder auch 
der anndern angebenen aguaten betbröwüche wortt und gedanckhen.'^ 
— 3 Acta und Handlungen Fol. 121. 



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187 

woran nicht zu zweifeln ist, der vielgenannte kaiserliche Hof- 
rath, um das (wie man dem Kaiser vorstellte) dem Reiche 
heimgefallene Lehen, gebeten habe. 

Nun wurde freilich den, in angegebener Weise, zu einer 
actio petitoria gedrängten Frauen, sowohl durch einen an sie 
selbst gerichteten kaiserlichen Erlass vom 25. August \ als 
auch durch das ausdrückliche Zugeständniss des Karl von 
Schwenndi, ein schleuniger, rechtlicher Process and Austrag 
zugesagt, allein schon bei der litis denuntiatio stiessen sie 
auf Schwierigkeiten. Sie schickten nämlich, von Grosseng* 
stingen aus, unter dem 2. Octaber 1572 ihren mit einer aus- 
führlichen Vollmacht^ versehenen Diener Jacob Klopffer zu 
Sebastian von Rott nach Orsenhauaea aber vergeblich. 

In dieser Instruction wird dem von Schwenndi respective 
seinem Bevollmächtigten Sebastian von Rott folgender Gang 
der Verhandlungen vorgeschlagen. Jeder Theil sammelt das 
durch briefliche Documente zu leistende Beweismaterial und 
lässt dasselbe „in zwei Schriften" vor Bürgermeister und 
Rath zu PfuUendorf vorbringen. Es erfolgt dann per gene- 
raJia ein Abschluss in praefixo termino, worauf die be- 
schlossenön Acta, durch die Anwälte der beiden Theile aus- 
cultiert und, falls sich an den Copien Mangel ei^eben sollte, 
completiert, endlich aber, unter dem Siegel der Stadt PfuUen- 
dorf, per viam compromissi, an das kaiserliehe Kammer- 
gericht eingesendet werden sollen. Dieses habe dann in letzter 
Instanz'^ zu erkennen. Schwenndi habe, für den Fall dass 
er im Rechtsstreite unterliege, wegen der bisherigen Nutzung 
des Lehens, beziehungsweise des Rückersatzes an dio von 
Reischach, unter Mitbürgschaft von zwei namhaften EdeN 
leuten, genügende Caution zu stellen. 

Was die Termine betrifft, so sollen die von Reischach in 
6 Wochen ihre Petitionsschrift in duplo eingeben. Ein Exem- 
plar bleibt bei den Acten, das andere werde dem von Schwenndi 
oder dessen Gewalthaber zugestellt. In sechs Wochen dar- 
auf soll SSchwenndi seine vermeintliche Exceptionsschrift wieder 
in duplo einsenden und ebenso soll es dann mit Replik und 
DußUk gehalten werden, ein weiterer Schriften Wechsel aber, 
also Triplik u. s. w., ausgeschlossen sein. 

J Acta u. Haudlongen Fol 1S2. v. 2 Acta a. HandlungeQ Fol. 128. 
— " darbei es unweigerlich pleiben soll. 



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188 

Als nun aber Jacob Klopflfer, Samstag den 4. October 
1572, in Orsenhausen ankam, wurde ihm durch Sebastian 
von Rott nur ein mündlicher Bescheid gegeben, nämlich: er 
könne sich mit dieser Sache nicht befassen. Die seiner Zeit 
erhaltene Vollmacht des Herren von Schwenndi habe sich 
nicht weiter erstreckt, als darauf, zur Vornahme der Immis- 
sion mit einem Diener nach Linz zu reiten. Das sei ge- 
schehen. „Wollte sich auch der Sachen weitter nitt annemen, 
und da er (Sebastian v. Rott) selber an unser (der Frauen) 
statt wehre, gedächt ers auch nit darbei pleiben zu laßen, 
dann er genuegsam verstannden, daß er von Schwenndi 
in dieser Sachen nitt befuegt." ' 

Die beiden Frauen wendeten sich nun, unter dem 20. October, 
an den Grafen Joachim und theilten ihm mit, wie es zu Orsen- 
hausen ergangen sei. Wenn der von Rott keine Vollmacht 
habe, so hätte er doch wenigstens einen Vertreter Schwenndis 
namhaft machen können, allein auch dieses sei nicht erfolgt. 
Man könne ihnen doch unmöglich zumuthen, dem von Wien 
abwesenden Karl von Schwenndi nachzufolgen und ihn zu 
suchen. Daher stellen sie die Bitte : der Graf wolle die Sache 
bei kaiserlicher Majestaet gebührlichst anbringen und in dieser 
Weise bewirken, dass Schwenndi dazu angehalten werde, sich 
auf den Rechtsstreit einzulassen. 

Graf Joachim war aber, als das Schreiben der Frauen in 
Heiligenberg einlief, abwesend, nämlich in Innsbruck. Alsbald 
nach seiner Rückkehr, unter dem 13. December 1572, schrieb 
er an Karl von Schwenndi, der sich in der Nähe befand^, er 
solle, wozu er verpflichtet sei, den schleunigen rechtlichen 
Process antreten und, falls er nicht so lange im Lande bleibe, 
einen genügend bevollmächtigten Vertreter ernennen und be- 
zeichnen. 

Auf dieses durch einen besonderen Boten abgesendete 
Schreiben antwortete nun aber der Herr Reichshofrath, von 
Ulm aus, am 19. December ^ in einer Weise die ihm wenig 
Ehre macht. 

Obgleich ihm der an die Frauen gerichtete kaiserliche 
Erlass vom 25. August, in welchem denselben „die anstellung 

* Acta und Handlungen Fol. 125. — ^ haben in erfahrung gebracht 
dass jr selber heruff geraist und ietzo hieoben anzutreffen seyen. — 
> Acta und Handlungen Fol. 136. v. 



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189 

eines schleunigen, summarischen processes der reichslehen zu 
Lynntz halber^ zugesagt wurde, abschriftlich mitgetheilt 
worden war, gedenkt er doch, sich der Sache zu entziehen. 
Zu diesem Behufe findet er erstlich, dass die vom Grafen 
Joachim vollzogene Immission, bei welcher Sebastian von 
Rott ihn vertreten hatte, „der römisch kaiserlichen majestaet 
vier unnderschiedlichen befehlen ganz ungemäß verrichtet" 
worden sei, weil man etliche der vornehmsten Lehenstücke 
ganz und gar übergangen, andere nur zum halben Theile 
eingeräumt habe. Da nun aber zweitens „kaiserliche maje- 
staet den Reischachischen aigenthumbs erben khain andere 
Vertröstung gethan, dann wofern mir die possession mehr 
bemeldeter lehen, allermaßen wie Hans Friedrichen von Rd- 
schach seliger, zu dorf und veljd, eingeraumpt wurde, das 
ich uf sollichen fahl und nitt ehe, ihnen rechtens zue pflegen 
mich gehorsamst anerpotten, so waiß ich mich zuvor und 
ehe mir sollichs vermög unnd innhalts obangeregter 
jrer majestaet vielfältiger ernstlicher bevelch, von 
dem herren als hiezu deputierten und verordnetep 
khaiserlichen commissario widerfahren, in ainigen 
process nit inzulassen, der vnnderthenigsten getbrösten 
hoffnung, jr majestaet werden mir solches nitt aufferlegen, 
sondern mich vil mehr bei derselben gnedigsten Verordnung 
und bevelchen allergnedigist hanndthaben und schützen*'. 
Diesem Schreiben war ein Verzeichniss der, nach Schwenndis 
Behauptung, zum Reichslehen Linz gehörigen, bei der Im- 
mission aber unberücksichtigt gebliebenen Stücke beigegeben.^ 

Die Stücke, um die es sich noch handelte waren folgende: 
die Behausung neben der Kirche, der alte Pfarrhof genannt, 
in welcher die Lehensinhaber ihre Wohnung zu haben pflegten; 
zwei Mansmad hinter dieser Behausung, am Bache gelegen, 
worauf der alte Zehentstadel steht; die Holzmarken; die 
Ehaften wie in Garoli quarti Lehenbriefe vermddet; die Gült 
so Veit Klöckhler jährlich gibt, die jeder Zeit zum Lehen 
gehört habe; der ganze NiMergerichtszwang, nicht nur der 
halbe; das Fischwasser; die Heiligenlade; sammt allen brief- 
lichen Urkunden zu den Lehen gehörig, welche^ jedenfalls die 
Eigenthumserben nichts angiengen. Dass dieses alles zum 
Lehen gehöre, gehe zum Theile aus den alten Lehenbriefen 

* Acta und Handlungen Fol. 139. v. 



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196 

hervor, zum Theile auch „aus Hans Friedlichen von Rei- 
schach eigenem munde", wie durch noch lebender Zeugen 
Kundschaft erwiesen werden könne. 

Wir wissen aus den in dieser Darstellung im Auszuge 
mitgetheilten Urkunden und Akten, dass Schwenndis Anfor- 
derung zum Theile ganz unbegründet, zum Theile sehr zwei- 
felhafter Natur waren. Gänzlich unbegründet war das Vor- 
geben, der ganze Gerichtsbann gehöre zum Lehen, sehr 
zweifelhaft, ob die Holzmarken (Waldungen) zum Lehen ge- 
hörten. Unter allen Umständen aber hiess es, die Frauen 
der ihnen zugesagten schleunigen Rechtshilfe berauben, wenn 
der Beginn des schleunigen Prozesses von geradezu praeju- 
diciellen Rechtshandlungen abhängig gemacht wurde. Durch 
eine Immission, wie sie Schwenndi begehrte, hätte sich die 
Posessio desselben auch auf solche Stücke erstreckt, welche 
von den Eigenthumserben als Allod in Anspruch genommen 
und bisher benützt worden waren, abgesehen davon, dass er 
durch sein unritterliches Verfahren den Beginn des Processes 
in infinitum verzögern konnte. 

Graf Joachim theilte am 23. December den beiden Fraueii 
die von Schwenndi erhaltene Antwort mit^ und nahm keinen 
Anstand sich dahin ^auszusprechen, dass ihn dessen Verhalten 
befremde und dass er sich einer solchen Antwort mit nichten 
versehen habe „sondern vielmehr geglaubt: er hette an unser 
anbevolhnen und verrichteten imnvission ein dankbar benügen 
getragen und die übrigen durch jne für lehen angezogenen 
stück und gueter mit euch in vorgeschlagenen process aus- 
zuführen und zu rechtlicher erkanntnuQ kommen zu lassen, 
kain abscheuchen getragen". 

Was das wegen der Höiligenlade, dessgleichen wegen der 
zum Lehen gehörigen brieflichen Documente, Register und 
Rodel gestellte Ansinnen betreffe, so halte er, der Graf, das- 
selbe nicht für unbegründet. Im üebrigen aber werde er dem 
von Schwenndi 2u antworten wissen. 

Die Correspondenz zwischen Fürstenberg und Schwenndi, 
die wir aus einem bei unsern Akten befindlichen SchwenMi^ 
sehen Copiallibyll kennen, nahm einen gereizten. CSharakt«)" 
an, war aber für die* guten Frauen ohne Erfolg; weil det 
Herr Reichshofratli immer das letzte Wort behielt und, auch 

1 Acta und Handlungen Fol. 142. 



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m 

von Ulm aus, in Wien durchsetzte was er wollte. Am 30. De- 
cember 1572 schrieb Graf Joachim an Schwenndi „wir haben 
ewr lang, außgefuert, verdrießlich schreiben vom 21. Decem- 
bris^ nechsthin empfangen und desselbigen inhalts nit mit 
geringer beschwerung eingenomben und verstannden, uns 
auch in allweg annderer beschaidenheit versehen und weniger 
gemeint, das jr uns mit dergleichen anzügigen und betrow- 
lichen schreiben, mit vielen eingeflickten unerfindlichen Zu- 
lagen, dermaßen heimgesucht und angegriffen haben sollten, 
wie wir dann dergleichen vermeinten beschuldigens und an- 
tastens von vil höcheres Stands und meniglich bis dahero ge- 
freyet und überhebt verpKben seindt, auch änderst nitt dann 
ein gehorsamber graff des reichs, in volnziehung und erstat- 
tung aller schuldiger gepür, jederzeit erkannt und erfunden 
worden."^ 

Hierauf sagt dann Schwenndi, in seiner am 23. Jariiiar 
1573 gegebenen Antwort „des herren schreiben und vast 
hitzige antwort hab ich empfangen." In seinem an den Kaiser 
erstatteten Berichte aber, trug er darauf an, den Grafen mit 
Ernst und bei 2000 Ducaten Pönfall zur begehrten Immission 
anzuhalten.* 

Auch Graf Joachim hatte steh nach Wien gewendet und 
unter dem 30. December 1572, also am gleichen Tage an 
welchem er an Schwenndi schrieb, „fürnemli^h.'des mißvßrr 
Stands halber, so sich zwischen jm und dein kaiserlichen 
hofratbe Karl von Schwenndi wegen der immission zue* 
getragen" Bericht erstattet. Es, lässt sich vermuthen, dass 
dieses in ausführlicher Weise geschehen ist. Der Kaiser aber, 
der am 31. Januar 1573 antworten liess, stellte sich^ gleich 
beim Beginne seine$ Erlasses, ganz auf Schwen^^^ Seite, 
denn er sagt „und haben zwar anfanngs soUiche newe un- 
wichtigkhaiten gannz ungern vernommen, so auch, uuQsers 
ermessens, da auf unnser anfenglichs ausgegangene, un4 ett- 
licher malen widerhollten , nit weniger pillichen als ernsten 
bevelch gepuerUchermaßen gesehen und denselben gehors^^; 

< Ist richtig, denn Schwenndi schreibselig wl0 er war, hatte, auf 
sein Schreiben vom 19. Dec, schon am 21. Dec. wieder eiiies folgen 
lassen. — ' Schwenndischeä Copialllben Fol. 40. — > {^Ifwenndisöhes 
CopiallibeU Fol. 48. . . . , / 



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192 

lieh nachgesetztv worden, mechte wohl verhuetet, vermittea 
pleiben mögen/ 

Graf Joachim erhielt die Weisung, statt der am 4. Sep- 
tember 1572 erfolgten Immission, die dem Herren von 
Schwenndi nicht behagte, eine neue vorzunehmen, bei welcher 
nicht nur die im letzten Lehenbriefe bezeichneten Stücke, 
sondern überhaupt Alles was in älteren Lehenbriefen auf- 
geführt, und auch alle jene Pertinenzen, „die durch hievor 
und anhero eingezogene glaubhafte bericht und kundtschafft 
nachgewiesen würden", dem von Schwenndi als Reichsvasallen 
zugewiesen werden sollten. Schwenndi hatte es nämlich von 
Anfang an nicht versäumt, seine offenbare Begehrlichkeit da- 
durch zu bemänteln, dass er sich als getreuen, um das Eigen- 
thum des Reiches sehr besorgten Vasallen darstellte, den 
Grafen aber in ein schiefes Licht zu stellen suchte, gleich- 
sam als ob er sich, bei diesem Handel, um das gute Recht 
des Reiches zu wenig bekümmert habe. 

Die jedenfalls höchst widerwärtige kaiserliche Resolution 
vom 31. Januar kam dem Grafen am 1. März 1573 zu, als 
er sich gerade in Messkirch befand*, worauf dann, auf Zinstag 
den 31. März 1573, beide Parteien nach Linz berufen wurden.* 

Am Abend vor der anberaumten Tagfahrt, am 30. März, 
Hessen aber Vormünder und Ehevogt der Frauen, durch den 
uns bereits bekannten Notarius Othmar Hörburger, den sie in 
Biberach hatten requiriren lassen , weil in der ganzen Umge- 
gend kein Notar zu haben gewesen sei, ein offenes, ausführ- 
liches Schreiben insinuierte, welches, in Abwesenheit des Grafen, 
durch dessen Rath und Landvogt Andreas Ebinger in Empfang 
genommen wurde. 

Es ist dieses Notariatsinstrument ein sehr umfangreiches 
Aktenstück, denn es reicht in den Akten und Handlungen 
von Fol. 154 bis Fol. 189. Die Vormünder hatten sich des 
Rathes von Rechtsgelehrten bedient und, wie es den Eindruck 
macht, diese Art der Kundgebung ihrer Ohnmacht, vor einer 
vielleicht zu sehr heftigen Scenen führenden, persönlichen 
Comparition den Vorzug gegeben. Es enthält auch in der 

^ Acta und H^dlangen Fol. 144. — > Tagsatzung an den Schwenn- 
dischen Anwalt, d. d. Heiligenberg 7. März 1573, dcssgleichen an die 
beiden Frauen und deren Vertreter d. d. Heiligenl)erg 10. März 1575. 
Acta und Handlungen Fol. 150. 151. v. 



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19^3 

That, trotz der im Allgemeinen beobachteten Vorsicht und 
Mässigung, einige Stellen, welche man dem Herren von 
Schwenndi oder dessen Bevollmächtigten, kaum ins Gesicht 
sagen konnte, obgleich sie die volle Wahrheit zu enthalten 
scheinen, denn wenn auch behauptet wird „man spreche nie- 
mands zue schmach sondern allain zue rechtmäßiger defension" 
so konnte doch Schwenndi es nicht geduldig hinnehmen, dass 
man ihm die nicht eben schmeichelhafte Versicherung machte: 
er habe „das letzte kaiserliche rescript durch vorthailigen 
(d. h. zn seinem Vortheile abgefassten) unbestendigen noch 
erheblichen bericht und anbringen erworben". Fernerhin wird 
ihm unumwunden vorgeworfen: er habe auch sonst ver- 
schiedene in dieser Sache ergangene Schreiben dermassen zu 
seinem Vortheile „aufgemutzt", dass sich nicht hoch zu ver- 
wundern sei, dass er ein solches Mandat zuweg gebracht. 

Kurzum seine bona fides im ganzen Handel wird entschieden 
angezweifelt Durch einen dem Notariatsinstrumente einver- 
leibten, längeren Auszug aus einem früheren Protestations- 
instrumente, welches die Vormünder dem Herren von Schwenndi 
in Ulm durch einen kaiserlichen Notarius hatten insinuieren 
lassen, wird zu begründen versucht, dass kaiserliche Maje- 
staet, wenn sie von solcher guten und glaubwürdigen Contra- 
diction vor ihrem letzten ßescripte Kunde gehabt hätte, in 
anderer Weise entschieden haben würde. Diese Contradiction 
sei aber dem Kaiser nicht zugekommen, sondern nur des von 
Schwenndi „berhuempte und also zum höchsten aufgemutzte 
assertiones". Dass aber die, im besagten Rescripte „pro veris 
praesupponierten assertiones, bericht und narrata des Karl 
von Schwenndi" keineswegs so beschaffen seien, könne nach- 
gewiesen werden. 

Es folgt nun eine Recapitulation bereits bekannter Ein- 
gaben und Vorgänge, aus der wir, um nicht die Geduld 
unserer Leser auf eine allzuharte Probe zu setzen, nur 
einige charakteristische Punkte mittheilen wollen. Durch- 
schlagend ist jedenfalls die Bemerkung, dass Schwenndi 
wenn er, in Erweiterung der, durch seinen Lehensbrief 
und durch die Immission vom 4. September 1572, ihm 
bereits gewährleisteten Ansprüche, solche Stücke, hinsichtlich 
deren überhaupt ein Zweifel bestehe, ob sie bona feudalia 
seien, als solche anspreche, die Beweislast tragen müsse, da 

Zeitschr. XXXIII. 13 



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194 

in dubio praesumiert werde, jedes bona fide besessene Stück 
sei frei, eigen und erblich, bis es derjenige, welcher es für 
Lehen anspreche, als solches nachweise. Dieser Nachweis 
könne aber nicht durch „gemaine wörtter, coUectivae quae- 
dam dictiones", wie sie in den alten Lehenbriefen vorkämen, 
also im gegebenen Falle durch das Wort „ehehaften", welches 
Schwenndi aus Kaiser Karls IV. Lehenbriefe anziehe, geleistet 
werden, sondern derjenige, welcher solche Worte allegiere, 
müsse im streitigen Falle beweisen, dass bestimmte von ihm 
in Anspruch genommene Stücke, in der That darunter be- 
griffen seien. 

Ohne das habsüchtige Benehmen des Hans Friedrich von 
Reischach würde, das werden wir wohl annehmen können, 
die Lehenerbfolge der Töchter seines verstorbenen Bruders 
kaum eine Beanstandung gefunden haben, denn dass das 
Reichslehen Linz, wenn es nicht ein Weiberlehen (feudum 
femininum ratione successionis tale) gewesen wäre, gar nicht 
an die Familie von Reischach hätte gelangen können, ist ur- 
kundlich sicher und auch dem gemeinen Lehenrechte ent- 
sprechend.* 

Als man in Wien, ohne sich näher über die Sachlage zu 
informieren, den Herren von Schwenndi, weil er anderen auf 
erledigte Lehen Jagd machenden Curtisanen glücklich zuvor- 
gekommen war, die Belehnung ertheilte, hiess es ausdrück- 
lich: Hans Friedrich sei der letzte des Stammes von Rei- 
schach gewesen; als man aber diese Voraussetzung als durch- 
aus unbegründet fallen lassen musste, half man sich dadurch, 
dass man den Hans Friedrich als den letzten männlichen 
Descendenten seiner Linie, das heisst wohl der Reischach 
von Reichenstein bezeichnete. ^ 

Das Lehen sollte nun einmal heimgefallen sein und 
wurde daher in der kaiserlichen Kanzlei, wo Schwenndis 
Einfluss den Ausschlag gab, fort und fort als ein heimge- 
fallenes bezeichnet. Das Alles wäre ohne das tadelnswerthe 
Benehmen des Hans Friedrich nicht möglich gewesen. Es ist 

1 I. F. 8 § 2 succedit filia filiis non «xtantibos. — > So sagt Herr 
y. Schwenndi in einer Eingabe an den Kaiser „was euer majestaet un- 
längst uff weyland Johann Friedrichen von Reischachs seiner linien des 
letsten maus stammens ableiben u. s. w." Schwenndisches Copiallibell 
Fol. 26. V. 



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195 

daher von Belang die Streiflichter zu sammeln, welche auf 
den Mann fallen, durch dessen Habgier die ganze Verwicke- 
lung herbeigeführt worden ist. 

Freilich ist es die Stimme der durch ihn schwer geschä- 
digten Töchter seines Bruders Eberhard und deren Beistände, 
welche wir vernehmen, allein deren Berichterstattung* trägt 
das Gepräge der Glaubwürdigkeit. Ich gebe sie hier wörtlich. 

„Sovil den letstgestorbenen Hanns Friedrichen belanngt, 
da wissen ewer gnaden selber, wie es mit seiner unzeitlichen 
occupation und einnam des dorffes Lynntz zuegegangen, das 
er nämlichen uff gefasstem Unwillen mehr dann jar und tag 
(ehe dann sein brueder Eberhardt der rechte ainige proprie- 
tär! us und vasallus verstorben, sondern noch in seiner lang- 
wierigen blödigkhait gelegen) sich von Khalb ^ (dahin er doch 
bei 38 jaren zuvor abgethailt gewesen) wieder herbei gethon 
und sich, alls wehre er von seinem brueder unabgethailt, 
fürgeben, und ohn allen fueg, in seines noch lebenden brue- 
ders administration einzudringen understanden, auch bei den- 
jhenigen beruerte jhr bruederliche abthailung (so durch jhren 
vatter selbs vor seinem absterben gemacht, angenommen und 
bißdahin würckhlich gehalten) nicht wissennd gewesen, zugleich 
also auch bei eurer gnaden selber, den Sachen sovil Scheins 
gemacht, das jme (gleichwol unzeitlich alls dem khranken 
auch khindisch gewordenen brueder und seinen döchtern zu 
ruckh und unverhört) geglaubt und darfür gehallten worden, 
alls hett jme sein brueder Eberhardt sein vatterlichs erb so 
lang unbillichen vorgebauten und er dagegen zu schuldiger 
bruederlichen vergleichung nitt khommen mögen. Derhalben 
es dann von jme dahin gerichtet worden, daselbst in der 
nehe, sonderlichen aber auch bei euer gnaden würt zum 
Hailigenberg ^, seinem gar schwach auch nun lang ohne ver- 
stenndtliche red zu bett liegendem bruder vollens auf die 
seel zu wartten, sich allsdann gleich unversechens zu 
Lynntz in die posses zue dringen, wie auch nachvolgender- 
maßen beschehen ist. Das jme nämlichen seine guete khundt- 
schaffter deß brueders absterben von stundan berichtet, daruff 
er sich in continenti herab gen PfuUendorflf in des abgestor- 

^ Acta a. Handlungen Fol. 172. * Calw. — - 3 Dieser Wirtli hiess, 
wie aus dem Zeügenverhöre hervorgeht, wo er mehrmals genannt wird, 
Jheronimus Spanier. 

13* 



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1% 

benen brueders hauß (da die leych noch jn der stuben ge- 
legen) verfuegt, ain klayne weyl dofjnnen gewarttet, biß 
euer gnaden renndtmaister auch hernach kommen, mit dem 
er von der noch unvergrabenen leych wider hinuß geritten 
und, weyl man die leych gen Waldd in das closter zue ver- 
ordnetter begrebdnus gefuehrt, er in gegenwürtigkeit deß 
renndtmaisters, des würts von Hailigenberg, auch ettlicher 
bestellter haggenschützen , noch selbigen tags das ganntz 
dorff Lynntz promiscue lehens und aigens eingenommen, 
gleichwohl seines berhümens mit ewer gnaden alls hocher 
oberkait consens unndt Vergünstigung, die er aber annderst 
nitt dann per obreptionem (wie sich balld hernacher mani- 
feste befunden) erlanngt und zuewegen pracht." 

Trotz aller dieser Auseinandersetzungen und der drin- 
genden Bitte die zweite Immission nicht zu vollziehen, musste 
dieselbe gleichwohl, weil sie vom Kaiser so ernstlich anbe- 
fohlen war, doch vollzogen werden. Graf Joachim berichtete 
über dieselbe am 9. April 1573 an den Kaiser und legte 
seinem Berichte eine Abschrift des „offenen, langen und uß- 
fuehrlichen Schreibens" der Reischachischen Vormundschaft 
bei, sowie auch die Abschrift des am 1. April 1573 zu 
PfuUendorf vollzogenen Abschiedes. Von fürstenbergischer 
Seite ist derselbe unterzeichnet von Andreas Ebinger fürsten- 
bergischen Landvogt und Rath, Jacob KoUeffel Rendtmeister 
zu Heiligenberg, Christof Kolleöel Obervogt der Herrschaft 
Jungnau und Hans Jacob Vogelsanng d. ä. zu PfuUendorff. 
Karl von Schwenndi, der ebenfalls unterschreibt, hat sich 
den Hanns Wolff von Habspergh beigesellt.* Graf Joachim 
hielt es unter seiner Würde der Immissionshandlung persön- 
lich anzuwolmen. Er delegierte dazu seinen genannten Land- 
vogt Ebinger. 

Schwenndi hat, nach Ausweis dieses Abschieds, alles 
durchgesetzt, was er durchsetzen wollte, denn die Immission 
erstreckte sich in der That auch auf die von ihm als Lehens* 
pertinenzien bezeichneten Stücke, ohne dass er desshalb einen 
Beweis geführt hätte. Die Niedergerichtsbarkeit in Linz 
wurde ihm ebenfalls ganz zuerkannt. Man entband jene 
Unterthanen, welche den Frauen von Reischach gehuldet 
hatten, ihres Eides und verpflichtete nun das ganze Dorf 

^ Acta und Handlungen Fol. 204. v. 



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197 

Linz dem Karl von Schwenndi. Freilich wurde dem über den 
Immissionsakt aufgenommenen Protokoll einverleibt^ dass diese 
Immission „den obangeregten Reischachischen Erben an jrer 
ansprach, recht und gerechtigkhait, so sy zu sollichem lehen 
und dem aigenthumb zu haben vermainen, in all weg unver- 
letzlichen und ohne nachthail" sein solle, wie dann er von 
Schwenndi „annderst nitt dann auf erganngenen khayserlichen 
bevelch zu sein rechten hiemit eingesetzt und dadurch den 
Reischachischen erben an jrem rechten nichtz prejudiciert 
noch benommen sein soll, alles gethreulich und ungevährlich", 
allein trotz dieser, man wird sagen können nur ein minimum 
von Rechtsschutz gewährenden Clausein, waren eben doch 
die Frauen ex possessorio gedrängt und auf die Führung 
eines petitorischen Processes angewiesen. 

Und das einem gelind bezeichnet begehrlichen, in hohem 
Grade rührigen, geschäftskundigen und dabei auf die kaiser- 
liche Gunst und Gnade pochenden Manne gegenüber. Wie 
der Reichshofrath von Schwenndi seinen Sieg auszubeuten 
gedachte, hat er sofort deutlich genug gezeigt. Die Frauen 
hatten nämlich, während der Immissionshandlung, ihren 
Schreiber Jacob Klopflfer an ihn abgesendet, um sich, auf 
Grundlage des kaiserlichen Schreibens vom 25. August, über 
den modus procedendi zu verständigen, sowie auch über die 
Caution welche Schwenndi stellen sollte, für den Fall näm- 
lich, dass er im Rechtsstreite unterliege und daher die bis- 
herigen Nutzungen des Lehens ersetzen müsse. Auf dieses 
Ansinnen kehrte Schwenndi, wie man wohl zu sagen pflegt, 
den Spiess um, denn es erfolgte die Antwort: da ihm nun 
die Einsetzung vollkommen zu Theil geworden sei, so wolle 
er sich allerdings gegen die Frauen auf ihr ferneres Ersuchen 
vernehmen lassen, sobald ihm wegen verschiedener Punkte 
Restitution geleistet sei. Die Frauen sollten ihm aber zuerst 
ersetzen, was sie, seit dem Tode des Hans Friedrich von 
Reischach, aus den Erträgnissen des Lehens unbefugtermassen 
eingenommen hätten, in specie von einer Wismad „so sy ge- 
höwet und geämbdet"; vom Wirthe zu Linz 8 Malter Gült; 
15 Malter Gült so Veit Klöckhler jährlich reicht; die Hölzer 
so sie abtreiben laßen, sampt anderer mehr nutzung". Ferner- 
hin verlangte er eine gebührliche Raitung der Heiligenlade, 
die seit mehreren Jahren nicht erfolgt sei, die alten Reichs- 



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198 

lehenbriefe über Linz, Bestand-, Lehens- und Reversbriefe 
über die Bauerngüter daselbst und das alles unter der viel- 
versprechenden Perspective, „was gedachter herr von 
Schwenndi ferners dem lehen zu Lynntz zuegehörig 
khunfftiglich erkhundigen und erfahren würde, das 
er für sich und auch zuvorderst im namen der kai- 
serlichen mayestaet, desselben sich hiedurch mit 
dieser erleutterung khainswegs begeben haben wolle". 
Wo war da ein Ende abzusehen? 

Am 26. April 1573 Hessen nun die Reischachischen Vor- 
münder durch den mehrgenannten Notarius Othmar Hör- 
burger dem Grafen Joachim ein Appellationsinstrument insi- 
nuieren*, weil sie sich durch die bisherigen Handlungen 
wider Recht und Billigkeit zum Höchsten beschwert fühlten 
und es daher nicht vermöchten zu gehorsamen, sondern den 
Rechtsweg beschreiten und appellieren müssten. Auch hatten 
sie sich vorbehalten, den ganzen Handel reichskundig zu 
machen, indem sie die allgemeine freie Ritterschaft des 
Reichs um Rath und Hülfe bitten wollten.^ Von dieser Kör- 
perschaft war übrigens, seit des für dieselbe sehr fatalen 
Ausganges der s. g. Grumbachischen Händel, eine kräftige 
Hülfe gewiss nicht zu erwarten. 

Das Reichskammergericht zu Speier erliess nun am 4. Mai 
1573 in causa Reischach contra Schwenndi ein Compulsorial- 
schreiben an den Grafen Joachim, mit der Auflage: den Appel- 
lanten innerhalb 14 Tagen, auf deren Kosten, eine Copie aller 
und jeder Akten und Handlungen, so bisher zwischen den 
beiden Parteien, vor ihm und durch ihn geschehen seien, in 
glaubwürdiger Form mitzutheilen. Solches geschah am 8. Juni 
1573 unter dem Siegel des Grafen, welches sich indessen 
nicht mehr an dem vorliegenden Instrumente befindet. 

Ueber Hans Friedrich von Reischach erfahren wir noch 
Einiges aus einem im Jahre 1576 abgefassten Actenstücke.' 

* Acta u. Handlungen Fol. 211. — ^ Acta u. Handlungen Fol. 187. v. 
— 3 Acceptationes contradictiones probationes und deductiones mit ein- 
verleibten protestationen begeren und anraeffen ect. Eeischachischer aigen- 
thumbs und lehecserben Vormünder und ehevogts contra Carln vonn 
Schwendi. 35 Folia. Ohne Jahrszahl aber jedenfaHs 1576 abgefasst, weil 
Fol. 23 von einer Relation die Rede ist, welche Graf Joachim v. Fürsten- 
berg an die jüngstverstorbene kaiserl. Majestaet (Maximilian II. f 1576 
Oct. 12.) erstattet habe. 



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199 

Derselbe war, damals als er sich in Linz eindrängte, über 
70 Jahre alt\ unverheirathet, aber seit geraumer Zeit Vater 
einer Tochter, die er mit seiner ihn überlebenden Concubine, 
Elisabeth Maybronnin, von PfuUendorf, erzeugt hatte.^ Diese 
Tochter, Anna Reischacherin , war Klosterfrau in Hedingen , im 
Jahre 1576 aber bereits gestorben. Hans Friedrich vermachte 
derselben, in seinem am 5. December 1571 zu Linz errichteten 
Testamente, 300 Gulden in Münze und ebensoviel auch deren 
Mutter, die er als seine Magd bezeichnet.^ Es wurden diese 
Legate von den durch ihn so schwer benachtheiligten Töch- 
tern seines Bruders respectiert und ausbezahlt. 

Deren Vater Eberhard ungefähr 76 Jahre alt, war bei- 
nahe zwei Jahre lang in einem kläglichen Zustande. Er lag 
als „ain bethrys^ auch kindisch und unverstendtlicher red** 
in seinem Hause zu PfuUendorf, wurde aber von seinen 
Töchtern bestens verpflegt. Die jüngere derselben, Frau 
Anna von Freiberg (welche 1576 bereits tod war), hatte 
ihren Wittwensitz in Mengen, bevor sie, als gute Tochter, 
zum kranken Vater zog. Auch Frau Martha von Neuhausen 
kam oft zu demselben und erfüllte ihre kindlichen Pflichten.* 
Sein Bruder Hans Friedlich aber, der in seiner Jugend ein 
Kriegsmann gewesen war und bis in sein hohes Alter „ein 
landsknechtisches wesen" führte, hielt sich dermassen, dass 
es wohl glaublich „das jm die weil zum Heiligenberg lang 
worden, bis der brueder abgedrukht und jm sein abdruckhen 
ein froliche pottschafft gewesen, die vorbedachte einname des 
fleckens Linntz gleich in continenti darauf fürzunemen und 
zu volnziehen."^ 

Bei der Besitzergreifung von Linz, die am gleichen Tage 
erfolgte, an welchem man seines Bruders Leiche nach Kloster 
Wald führte, sei es tumultuarisch hergegangen. Hans Frie* 
drich habe Gewalt gebraucht, sei mit geharnischten, mit 
Büchsen, Helmbarden und Schweinsspiessen bewehrten Leuten^ 

^ Dieses Alter wird auch durch ein bei den Akten beändliches Zeu« 
genverhör, welches der J. ü. D. Johannes Schermar als delegierter Com- 
missarius des Magistrats von Ulm 1576 vornehmen Hess, vollständig bestätigt. 
— * Acceptationes Fol. 19. Im obenerwähnten Zeugen verhöre wird sie dessen 
Dirne oder Beischläferin genannt. — ^ bcttris, bettrissig, bettristig = 
bettlägerig, gelähmt, gichtbrüchig. Schmeller Wörterbuch II, 146. — 
♦ * Acceptationes Fol. 20. — ^ Die Zeugenangaben über deren Zahl 
schwanken von 12— 20 Hackenschützen, die Hans Friedrich von Heiligen- 
berg erhalten habe. 



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200 

erschienen, habe alle ünterthanen so viel deren damals vor- 
handen, durch die grosse Glocke zusammengefordert, und sie 
„ohne alle fürwort den erbtöchtern abgepflichtet." * 

„Ist der löbliche Graf (Joachim von Fürstenberg), ohn seiner 
gnaden verklainerung, sondern nur von der warhait wegen zu 
melden, vil zu mildt dahin bewegt und überredt worden, jme 
Hans Friedrichen, als einem irrigen und seiner aigenen hand- 
luDgen alenthalb vergessenen mann, das g6betten ampt hoher 
oberkait, ohn alle vorgehende verhör noch anzaig der Schwe- 
stern, mitzuthailen, und solche geschwinde nit bald erhörte 
gewaltthat in jrer betriebtnus, fast in syben stunden nach 
jres vatters absterben, fürnemen und begehen zu lassen."^ 

Seine Dirne hatte Hans Friedrich, zur Zeit als er auf dem 
Heiligenberge lauerte und auch bei der Besitzergreifung von 
Linz, noch nicht bei sich. Sie musste aber, durch die ünter- 
thanen, mit sammt dem in Calw befindlichen „Plunder", da- 
hin geführt und abgeholt werden. Einer der Zeugen behauptet: 
Hans Friedrich sei, nach der erfolgten Uebersiedelung, kaum 
eine Woche gesund und rüstig gewesen, dann aber in schwere 
Krankheit gefallen und derselben, ohne das Bett wieder ver- 
lassen zu können, nach einigen Monaten erlegen. Doch es ist 
Zeit dass ich schliesse. Nur das will ich noch beifügen, dass 
nach einem ßepertorium, welches der Beneficiat Andreas Rogg, 
zu PfuUendorf , Verfasser einer im Jahre 1774 aus Archivalien 
gezogenen Beschreibung der Reichsstadt PfuUendorf, verfertigt 
hat, im Jahre 1596 eine Abtheilung des Fleckens Linz, seiner 
zugehörigen ünterthanen auch Eigen- und Lehengüter, zwischen 
Jacob von Neuhausen zu Grossengstingen und Linz und Eber- 
hard von Freiberg— Eisenberg erfolgt sein soll, eine Notiz 
welche ich der Mittheilung des k. k. Majors Freiherrn von 
Althaus zu danken habe. Eberhard von Freiberg war der 
zweite Sohn des Johann von Freiberg und der Anna von Frei- 
berg geborenen von Reischach , also Enkel des am 9. September 
1571 verstorbenen Eberhard von Reischach. Er hatte noch, 
nach Ausweis unserer Akten, einen Bruder Namens Kaspar 
und eine Schwester mit Namen Johanna. Linz kam dann, im 
17. Jahrhunderte, von den Herren von Freiberg an die Jesuiten 
in Constanz.® Roth v. Schreckenstein. 

* Acceptationes Fol. 23. — * Acceptationes Fol. 24. —« Kolb Lexikon 11,218. 



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201 



Das Tagebuch und Ausgabenbuch des Ohur- 
fiirsten Friedrich IV. Ton der Pfalz, 

Von diesen Aufzeichnungen über das Leben und Treiben 
eines deutschen Fürstenhofes zu Ende des 16. Jahrhunderts, 
ist das Tagebuch einer sittengeschichtlichen Darstellung Häus- 
sers bereits zu Grunde gelegt, den Lesern der rheinpfälzischen' 
Geschichte* wohl in Erinnerung und durch seine naiven 
und offenherzigen Bekenntnisse unterhaltend und ergötzlich 
geworden. 

Die Schicksale dieses Büchleins ^ sind bekannt. Mit den 
Schätzen der Palatina war es 1622 nach Rom gewandert; nicht 
gar lange darnach 1663, als Carl Ludwig beim Papste Alexan- 
der VII. die Rückgabe der theuern Büchersammlung zu 
erwirken suchte, war die Auslieferung unseres Tagebuchs die 
einzige Frucht aller Bemühung. 

Eine Abschrift blieb damals im Vatican zurück und ist 
erst zu Anfang unseres Jahrhunderts (1815/16) mit einem 
grossen Theil der Pfälzer Handschriften wieder Eigenthum 
der Heidelberger Bibliothek geworden.^ 

Das Original, wie es Carl Ludwig besonders theuer war, 
wird bis heute als ein werthes Familienstück* des Wittelsbachi- 
schen Hauses im k. Hausarchiv zu München ** aufbewahrt. 

Nach einer von befreundeter Seite mir gemachten Ver- 
gleichung sind die Abweichungen der Heidelberger Copie 
nur geringe und im Abdruck bemerkt.^ 

In seiner Art mit dem Tagebuch verwandt ist das Ver- 
zeichniss der churfürstlichen Ausgaben', das mit demselben 

1- II. 238 f. - * Wilken, Geschichte der Bildung, Beraubung und 
Vernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen. Heidelberg 
1817 p. 225, 613. — ^ Cod. Pal. Germ. 631. — * Aus dieser natürlichen 
Rücksicht, weniger aus den Motiven wie sie Barlng (Wilken 513 Anm.) 
aufstellt, miisste Carl Ludwig gerade um den Besitz dieses Büchleins bemüht 
sein. — ^ Beschrieben von Rockinger, Abhandlungen der bayr. Akademie 
m. Ol. XIV. Abth. IL p. 89/90. — • Mit H. bezeichne ich die Heidel- 
berger Copie, mit M. das Münchener Original. — ^ Cod. Pftl. Germ. 784 
der Heidelberger Bibliothek. 



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20!> 

hier zur Veröffentlichung gelangt und für die Darstellung des 
Lebens Friedrichs IV. mehr des merkwürdigen Stoffes im Ein- 
zelnen enthält. 

Ein wenig erfreuliches Bild allerdings, bieten uns diese 
Aufzeichnungen eines deutschen Fürstenlebens zu Ende des 
16. Jahrhunderts. In jener ernsten von dem erbittertsten 
Streite der religiösen Parteien und den Vorspielen eines langen 
schweren Kampfes erfüllten Zeit hätte das Leben und Wirken 
des ersten weltlichen Churfürsten und Führers der protestan- 
tischen Politik ein anderes sein müssen , als uns die Geschichte 
überliefert und uns diese eigenen Bekenntnisse vor Augen führen. 

Friedrich IV. ist so recht der Repräsentant jener faulen 
Friedenszeit die sich sorglos auf die Errungenschaften von 
1555 verlassend, in ruhiger Behaglichkeit ergeht, die Fürsten 
zu fröhlichen Hoffesten , die Bürger zum Bogen- und Scheiben- 
schiessen zusammenführt. 

Das Tage- und Ausgabenbuch Friedrichs IV. umfasst gerade 
Jahre, in denen des Reiches und des eigenen Landes Friede und 
Ordnung ihm eine ernste Aufgabe war; die Kämpfe in Strass- 
burg und die Jülicher Erbschaftsfrage erregten jetzt die Par- 
teien; in der Oberpfalz schien der Aufstand der Bevölkerung 
gegen das calvinische Pfälzerregiment immer bedrohlicher zu 
werden! — Friedlicher und sorgloser erscheint uns in den 
Aufzeichnungen Friedrichs die ganze Zeit. In Turnieren und 
Tanzen, Schmausen und Zechen, Jagen und Lustfahrten, 
Würfeln und Kartenspiel gehen in bunter Abwechslung die 
Tage des Churfürsten daJbin, der wohl den Berathungen seiner 
vortrefflichen Staatsmänner beiwohnte aber nach den Berichten 
seiner nächsten Umgebung, stumpf und träge einer ernsten 
Arbeit ferne stand, oft am frühen Morgen vom Uebergenusse 
des Weins unfähig war die Conferenzen zu besuchen.* 

Bereits begann auch die alte Sparsamkeit des Pfälzcr Hofes 
kostspieligen Liebhabereien Platz zu machen.^ Die Ausg^^ben- 
register zeigen uns, wie viel Summen beim Zechen und Hazard- 
spiel dahingingen , bei den niederländischen Goldschmieden für 
kostbare Juwelen verbraucht oder von französischen Ballspielern 
und Lautenschlägern aufgezehrt wurden. 

* Vgl. seine Charakteristik bei Ritter, Geschichte der deutschen 
Union L 48 f. — ^ Briefe und Acten zur Geschichte des 30jährigcn 
Krieges. I. Einl. S. 54 f. 



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303 

Doch auch schöner und vortrefflicher Züge entbehrt das 
Bild des Pfälzers nicht ; so geistlos und leer die Vergnügungen 
des Hofes, so anziehend und befriedigend ist das Leben des 
Churfürsten unter seinem Volke. 

Die Aufzeichnungen mit den trockenen Zahlenreihen tragen 
ein lebhaftes Bild Friedrichs in sich, wie er in das Land 
reist, mit den Bürgern tafelt und Scheiben schiesst, bei Taufen 
Gevatter steht, an den Tänzen der Bauern und muntern 
Gesängen der Bäuerinnen sich erfreut, Eirchweihen und 
Messen besucht, lustige Musik liebt und die schlichten Hul- 
digungen der Bevölkerung entgegennimmt. Seine Gutmüthig- 
keit und Leutseligkeit, wie sie gegenüber seinem sonstigen 
derben Wesen die Zeitgenossen rühmen, tritt hier in manchen 
Zügen hervor. Etwas Kindliches liegt in dem aller höhern 
geistigen Bildung fernstehenden Leben des Churfürsten, der 
neben den offenherzigen Aufzeichnungen, wann er betrunken 
und wann ihm übel worden, frommen Sinns die Tage bemerkt, 
an denen er die Predigt gehört und zum Nachtmahl gegangen. 

Erfreulich hebt sich immerhin dieses den Fürstenhöfen des 
16. Jahrhunderts so eigenthümliche Treiben mit seiner natür- 
lichen Derbheit, seinen zwanglosen Sitten und seiner deutschen 
Ehrlichkeit gegenüber dem vielfach fremdartigen und verzerrten 
Bilde ab, das sich von dem spätem Hof- und Fürstenleben 
kaum noch zur Schwelle unseres Jahrhunderts gerettet hat. 

Dr. J. Wille. 

I. Tagebueh. 

1596. 

Angefangen den 9. January mein reiß in die Ober- 

Pfaltz. 

Freitag den 9. January von Heidelber(g) nach Dilsberg. 
Den 10. nach Moßbag. 

NB. den 11. nach Aletzem*, under wegens gehetz^ und 
mit den falcken nach enten gebest^ 

12. nach Bockperg gezogen, auff den abent baß* („dis**)^ 
mit den grauen gespielet. 

13. zu Bockperg verharret und 80 krönen verspilet. 

* Adelsheim (Kreis Mosbach). — ' vnder gehabt: H. — • gebeizt. — 
* basett, Kartenspiel. — * ? M. 



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204 

14. nach Weikerßheim * gezogen. 

15. von Weikerßheim nach Rodenborch^ gezogen. 

16. von Rodenborch nach Anspach^ gezogen, under wegß 
gepürst*, und ein reh, und^ stückh wilt geschoßen. 

17. alda verharret, und mein sach dem margrauen^ ange- 
tzeiget. 

18. alda verharret, und mit den margrauen gespilet mit 
wirfeien neher XII.^ 

19. mein Neumercker Sachen® verriebt. 

20. mit den margrauen hetzen gezogen. 

21. hab ich mit den margrauen gespilet. 

22. sind wir von Anspach weggezogen, underwegenß zu 
Heißbrun^ under thrunck gehalten und nach Schwabach 
gezogen. 

23. von Schwabach nach Neuenmarckh gezogen under 
wegenß reher*® gebest.** 

24. zu Neuenmarkh gebest nach enden. 

25. Sontag in die bredig gangen. 

26. mit den balonen gespilet. 

27. auf die vseuyacht*^ gezogen. 

28. zum ringerennet *^ und ist fürst Christian** zu mir 
kommen. 

29. ist der Neuen mercker Sachen angefangen worden 
und ist der hertzog von Churland*^ zu mir kommen. 

30. nauß hetzen gezogen und 2 hasen gefangen, auch 
ein atzel geschoßen. 

31. ist der hertzog von Curlant wider weggezogen. 

1. februari. bin ich von hertzog von Wirdenberg*^ zu 
gefatter gebetten worden. 

2. haben mir zum ringerennet. 

3. ist der Soldat der ein andern Soldaten erstochen 
gericht worden zu Neuenmark. 

* Weikersheim an der Tauber. — * Rothenburg a. T. — ' Ansbach. 

— * gebirscht. — * Lücke. • * Georg Friedrich f 1603. - 'bis gegen 
12ühr(?). — * Neumarkter Angelegenheiten. lieber diese, und dasVer- 
hältniss Friedrichs zur Oberpfalz: Haüsser II. 214 f. — ^ Heilsbronn 
Marktflecken in Mittelfranken ehemaliges Cisterzienserkloster. — ^^ Reiher. 

— *^ gebeizt — " M. — '^ Ringrennen, mit der Lanze nach einem auf- 
gehängten Ring rennen. — '* Christian von Anhalt, churpfälzischer Statt- 
halter in der Oberpfalz von 1695—1620. — *« Friedrich 1587-1639. — 
" Friedrich 1593—1608. 



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205 

4. bin ich von Neuenmark auf Gastel^ gezogen. 

5. von Gaste! auff Amberg. 

6. hat die statt mich und mein gemalin verehret Am- 
berg (?) (sie). 

7. mich zum nachtmal preberiret. 

8. zu nacht mal ganen.* 

9. mit der püchsen geschoßen. 

10. wider mit der schoßen. 

11. ist hertzog P.^ zu mir kommen nach Amberg. 

12. hab ich mit hertzog P. geflist* und ist P. Frideric^ 
und der landgraf von Leichtenburg^ ankommen. 

13. hab ich einen pecher zum pesten geben ihm schißen 
und denselben widder gewunnen. 

14. ist der pfaltzgraue F. und der landgraf von Leichten- 
berg wider weggezogen und ich bin hetzen gezogen, und 
iaichteß funden. 

15. bin ich vor und nachmittag in die bredig gangen. 

16. von Amberg nach Neuenraark gezogen. 

17. ist der keiserlich gesant Ulm' kummen nach Neuen- 
markh. 

18. ist er wider weggezogen, und haben etliche von adel 
so mit rauf® gezogen ihren abschit genommen, und bin ich 
hetzen gezogen. 

19. haben wir zum ringerennet, und hab ich daß best 
gewonnen, und ist wider ein keiserlicher gesander kummen 
der iung von Prumnibs.* 

20. sind wir wider nauß hetzen gezogen, und zu mor- 
genß dem keiserlichen gesanden audientz geben. 

21. ist der gesant wider weggezogen und ist Meister 
Christofel*® in Gott selicklich entschlafen der ihm ein frelich 
aufferstehung verleihen wöll. 

22. haben die uberigen iunger ihren abschit genumen. 

^ Kastei Schloss südweBtIich von Afnberg. — ^ bei M. ist diese Stelle 
mit einem * ausgezeichnet. — ^ wohl Herzog Philipp Ludwig von Neu- 
burg 1569—1614 — * gefischt? — ^ Pfalzgraf Friedrich von iParkstein 
1569—1597. — • Leuchtenberg, üeber diese Landgrafschaft siehe Witt- 
manu Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg. — "^ Ulmer H. Ludwig 
von Ulm. — * herauf H. — » ? - ^® Meister Christof Federlin churf. 
Hofbarbier jind Wundarzt. Pf. Cop. 42V2. 52. (Pfälzer Copialbuch des 
Generallandesarchivs.) 



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206 

23. hat fürst Christian etwas zu besten zum rinrennen 
geben. 

24. seindt die grauen weggezogen. 

25. ist ein groser wint gangen und ist raingraff Ott* 
weggezogen. 

26. hat der herr vonRabbolstein^ seinen abschit genomen, 
und ist der borgraff zum ßodenberg ^ bey mir gewest. 

27. seind wir aufßiagen gezogen. 

28. seint wir zum rin(g)gerent. 

29. seint wir vor und nachmittag in die pretig gangen. 
Martins 1. ist hertzog P.* wider zu mir kommen nach 

Neuenmarck. 

2. haben wir zu ringerennet mit dem iungen pfaltzgrauen. 

3. haben wir den gantzen tag gespilet. 

4. seint wir von Neuenmarck wieder nach Amberg gezogen. 

5. hab ich alle ratzherrn sambt ihren weibern zu gast 
gehabt. 

6. hab ich mich zum nachmal breberiret. 

7. seind wir zum nachtmal gangen und seint viel vom 
rath in der predig gewesen. 

8. haben wir einen dacks® gehatzt. 

9. seint wir hetzen gewesen und ser naß worden. 

10. hat Grin^ etwaß zu pesten geben zu rinrennen. 

11. hab ich mit der bürgerschafft mit den armbrust 
gescbofien und die schützen zu gast gehabt 

12. haben wir mit den ballonen den ganzen tag geapilet. 

13. ist fürst Beruert' herkommen und seint wir auffs 
iagen gezogen. 

14. hab ich mit fürst Christian und fürst Bernert nach 
der bredig deß ballonnen gespilet. 

15. haben wir zum ringerennet und hat fürst Bernert 
den abschit von mir genomen. 

16. seint wir trauß hetzen gewesen und ist mein gemal 
bey der lantrichterin zu underthrunch® gewesen. 

17. haben wir zu ringerennet, hab ich das best gewonnen. 

* Otto Wild und Rheingraf von Salm. — ^ Rappolstein , elsässisches 
Geschlecht. — ^ Burggraf von Rothenburg a. T. — * Philipp Ludwig. — 
* Dachs — • Christof von der Grün, churf. Rath und Gesandte wird 1606 
Canzler Cf. Cap, B 18. 137. — '^ Bernhard von Anhalt (?) Bruder Chri- 
stians t Nov. 1596. — * üntertrunk; sind sie zum Trinken eingekehrt. 



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ao7 

18. haben wir mit den armbrust geschoßen. 

19. haben mir zu ring gerennet, und hot Räzfaart^ das 
best gewonnen. 

20. seint wir zu Hanbaeh^ gewesen hetzen. 

21. haben die hige* borger zum ersten mal wider mit der 
bügsen geschoßen in diesem iar. 

22. hat sich fürst Christian gelezt* gegen mir und den 
iungem und ist mir zeitung kommen dass Wilhelm von Yen- 
nigen^ toht sey gott woll ihm ein frelich aufersteeung ver- 
leihen. 

23. seint wir von Amberg weg gezogen nach Neuenmarck. 

24. haben wir mit der büchsen geschoßen [vnd die mus- 
gatirer geschossen*]. 

25. seint wir zu Neuenmarck hetzen gezogen , und haben 
sie auifs neu geschworen auff die resolution. 

26. seind wir von Neuenmarck nach Amberg gezogen. 

27. hab ich mit der bürgerschaflft gescfaosen. 

28. wider mit der bürgerschaflft geschosen. 

29. haben wir zum ringgerennet hab ich das beßt gewonnen 
welgeß herr von Winenberg^ geben. 

30. seint wir hetzen gezogen und deß ballonnen gespilct. 

31. haben die von der lantschafift hie oben in der obern 
Pfaltz mihr ein gülden lewen® verehret. 

1. Aprilis. hab ich mit den armbrust geschoßen. 

2. seint wir nach Hirswalt' gezogen. 

3. haben wir mit der buchsen geschosen. 

4. wider mit der buchsen geschosen. 

5. haben wir zum ringerennet, und auch mit der arm- 
brust geschosen und hab ich best gewonnen. 

6. seint wir bürschen gezogen, nichtes geschosen. 

7. hab die statt Amberg einen bock zu besten geben. 

8. haben wir zum ringgerennet. 

9. haben wir der Naburger*® Sachen vorgenumen. 

* ? — • Hahnbach Marktflecken bei Amberg. — • hiesige. — * gelett 
H. 80 viel wie geletzt; sich letzen t= einen Abschiedsschmaus mit 
Freunden halten, in entgegengesetzter Bedeutung: sein Milthchen kühlen 
an Jemand. (Schmeller bayr. V^örterbuch.) — ^ Yenningen, eioe im 
pfälzischen Diensten vielfach genannte Familie. — ^ fehlt bei H. — 
' Ein Philipp von Wmneberg war Burggraf von Alzey. Pf. Cop. 42Vt. 
180. - » kuwn? H. — • Hirschwald Dorf bei Amberg. — ^ Nabburg 
bei Amberg. 



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208 

10. hab ich mich zum nachtmahl breberiret. 

11. ist Ostern gewesen, und hab ich die reht sambt ihren 
weibern zu gast gehabt. 

12. mit der buchsen geschosen und in die bretig gangen. 

13. zum ringerennet und wieder mit der buchsen geschoßen. 

14. for mit tag in die reht* gangen und nachmittag 
spacirn gangen. 

15. nach Neuborg ^ forden wal gezogen. 

16. seint wir zu Neiburg still gelegen und huldung inn- 
genommen, ist auf den abent ein fastma(h)^ gewesen. 

17. seint wir von Neuburg auff kam gezogen. 

18. ihab ich zu Kam^ mit der buchsen geschoßen. 

19. haben die zu Kam und die von adel gehuldiget in 
selben ambt. 

20. seint wir nach Waltmunchen^ gezogen, und hab ich 
einen guckug geschoßen. 

21. seint wir von Waltmunchen zu dem hoffrichter fuchßen* 
gezogen. 

22. von Winckelheim ' nach Brück gezogen , under wegenß 
zu Rehtz® huldigung eingenommen. 

23. seint ^ wir von Brück auß hetzen gezogen und 2 basen 
gefangen. 

24. von Brück nach Amberg. 

25. hab ich zu Amberg mit der buchsen geschoßen. 

26. haben wir zum ringerennet, und seint mir meine 
wint*^ wüttig worden. 

27. haben wir mit den feltstücken geschoßen, hab ich den 
besten schoß gethan. 

28. wider zum ringgerennet, und hat Keler seinen abschit 
von mir genomen. 

29. haben wir mit der bücksen geschoßen, hab ich daß 
beste gewonen. 

30. nach dem nachtessen zum ringerennet. 

May 1. ist der keiserlich gesant Ulmer kummen. 

> Bathssilzang. — ^ Neuenburg au der Sehwarzach. — * fastmal =^ 
festm&l. M. kastmaCl) H. -- ^ Cham södostlieh von Neuebuiig, am Eegen. 
->^ ^ Waldmüncheu, der böhmischen Grenze zunächst gelegene Stadt an der 
Schwarzachi — «Hans Christof Fuchs (aiebe 31 dec. 159$). — ''Winklwn 
zwischen Brück und Rotz. — * Rotz. — » haben H. — '"Windhunde. 



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209 

2. ist fürst Christian geroall* mit einem iungen son nieder- 
kommen, welicher 2 stunt gelebet und gestorben. 

3. ist daß kint begraben worden. 

4. haben wir zum ringerennet. 

5. hab ich mit den armbrust geschoßen. 

6. haben wir zum ringerennet. 

7. seint wir. aufß lagen gezogen und nichts gefangen. 

8. hab ich mit Hanß lackeien Kotzen vndt Kömmilder ^ 
nach Schwetzingen^ geschicket. 

9. hab ich mit büchsen und armbrust geschoßen. 

10. hab ich 2 kreen* von den fannen zu Sant Georgen^ 
geschoßen. 

11. hab ich mit der büchsen geschoßen. 

12. seint wir nach Grauenwert ^ gezogen. 

13. haben wir zu Grauenwert einen hirß^ gefangen. 

14. seint wir von Graffenwert nach Kemnat gezogen. 

15. haben wir zu Kemnat geiaget und einen hirß gefangen, 
hab ich einen fux geschossen mit der kugel. 

16. seint wir von Kemnat nach Waldeck® gezogen. 

17. von Waldeck nach Waltsacksen^ gezogen*®, underwegß 
haben dievnderthannen desselben ambtß mich ihm feit empfan- 
gen, und ist dem einen bücksenmeister so daß geschütz gelich- 
gen^* geladen der armb abgeschoßen worden von demselben 
stückh. 

18. hab ich die huldiung eingenommen undt die com 
kästen besehen. 

19. seint wir von Waldsacksen nach der Weiden^* gezogen. 

20. von der Weiden nach Pfreint'* zu langrauen von 
Leichtenber(g) gezogen. 

21. alda verharret, und ist ein bücksen schißen gebalten 
worden, under denselben schißen ist ungefer ein meitlein*^ 
erschoßen worden. 

22. seint wir von Pfreint nach der Weiden gezogen, alda 

^ Anna, Tochter des Grafen von Bentheim und Tecklenburg. -• ^Kdm* 
munder H. churf. Hofbedienstete. — * Scbwetzigen H. — * Krähen. — 
* Vorstadt von Bayreuth? — • Grafenwöhr (Amt Eacbenbach). — ^hirsche. 

— * Waldeek, Schloss der Landgrafen von Ijeuchtenberg. — • Waldsassen 
bei Tirschenrenth. - i» fehlt H. — »^ geUich = hart - « StadtV^Teiden. 

— 1» Pfreindt bei Nabburg. ~ " Mägdlein, Mädchen. 

Zeitechr. XXXIII. 14 



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210 

huldigung ein gennmmen, und nach dem morgenessen nach 
Hirschau. * 

23. zu Hirschau den muscadier X daler zum besten geben. 

24. von Hirschau wider nach Amberg gezogen. 

25. hab ich mit dem armbrust etwas zum besten geben 
und wider gewonnen. 

26. haben wir zum ringerennet. 

27. hat reingraf Atolf ein iag blant (?) zu besten in piecksen- 
schisen. 

28. seint wir nach Frodenber(g) ^ gezogen zum morgen essen. 

29. hab ich mich zu nachtmahl breberiret. 

30. seint wir zum nachtmal gangen. 

31. haben wir zum ringerennet. 

Juni 1. ist fürst Christian von hinnen gezogen nach der marck. 

2. haben wir zum ringerennet. 

3. ist pfalzgraue Ott ^ zu mihr kummen. 

4. ist der atministrator * von Straßburg zu mir nach Am- 
berg kommen. 

5. bin ich mit atministrator nach Auerbach gezogen. 

6. seint wir da stil gelegen und mit der bückscn geschosen. 

7. seint wir hetzen gewesen und ist ein bauer auf den 
hetzen geliehen gestorben bei Auerbach, 

8. hab ich die Visitation^ angefangen. 

9. bin ich nit wol auf gewesen. 

10. ist der atministrator von Straßburck weggezogen. 

11. seint wir von Auerbach* nach Kemnat gezogen under 
wegenß ein ganz^ lagen gehabt. 

12. Die Visitation zu Kemnat angefangen. 

13. seint wir vor und nachmittag in die Kergen gangen. 

14. seint wir nauß hetzen gezogen und ein hasen gefangen. 

15. seint wir von Kemnat nach Grauenwert gezogen. 

16. von Grauen wert auf Amberg gezogen. 

17. ist mir über tische übel worden. 

18. bin ich den ganzen tag im gemach blieben. 

19. hab ich ein christir® gebraucht und bullen* ein- 
genommen. 

1 Hirschau im Amt Amberg. — • Freudenberg (Amt Amberg). — 
8 Otto Heinrich von Sulzbach 1569—1604. — - * Johann Georg von Branden- 
burg. — * 8. Haüsser U. 214. — • Auerbach bei Amberg. — ' H. kus? 
iagen M. - * Klistir. — » PiUen. 



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211 

20. hab ich den husten und kopwedun gehabt. 

21. hab ich das füwer gehabt. 

22. widerum daß füver gehabt. 

23. ist dochtor Kammeraring* zu mihr kommen. 

24. hab ich wider ein christir ein genommen. 

25. hab ich zum ersten mahl zu ader gelaßen. 

26. hab ich darauf geruhet. 

27. wieder billen eingenommen. 

28. hab ich etwas grimen^ empfonden.® 

29. hab ich mit der pücksen geschosen. 

30. ist dochter graf* von heidelberg kummen. 

1. Jullius haben wir mit der pücksen geschoßen bin ich 
wider in die kergen gangen. 

2. seint wir inß feit geritten. 

3. ist der ritmeister Velden von Selbitz hie gewesen. 

4. ist graf Philipp von Hanna ^ herkommen. 

5. seint wir von Amberg nach Auerbach gezogen. 

6. haben wir daß Auerbachiß auf rur werk forgenumen 
worden.* 

7. darinen continuirt und fortgefaren. 

8. Die pastores for gehabt, und von ihnen gehöret wie 
sich die Visitation an einem ieden ort anlaßen. 

9. hat man mit den pastoren einen abschit gemacht. 

10. ist daßselb werckh zum ent gemacht worden und seyn 
wir wider gen Amberg kommen. 

11. hab ich mit der pücksen daß best gewonnen. 

12. haben wir zum ringerennet. 

13. haben wir einen hasen gefangen und sein wir nach 
Neuenmarek gezogen. 

14. seint wir auf den lagen gewesen undt hab ich eimen 
hirs geschosen, und ist Balzer trummeder ' geschosen worden. 

15. ist der von Hanau weggezogen. 

16. ist ein kommet am hira(mel) gewesen. 

17. haben wir die Visitation zu Neumarck angefangen 
und ist der von Leinigen* zu mir kommen. 

^ Camerarius? — '^ Leibschmerzen. - ^ empfangen H. — * Dr. Graf 
ward 1597 zum Hofarzt für die Churfürstin und die churfürstlichen Kinder 
bestellet. Pf. Cop. 42 «/g 337. — ^ Hanau. — » sie. Aufstände, wie sie viel- 
fach unter der lutherischen Bevölkerung gegen die calvinische churpfälzische 
Regierung sich erhoben. — ' Trompeter. — ^ Leiningen. 

14* 



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212 

18. hab ich mit der pücksen geschoßen, und hat der von 
Winnenberg das best gewonnen. 

19. seint wir auf dem iagen gewesen. 

20. ist daß Neimerker sag zu ent gebracht worden. 

21. seint wir nach amberg gezogen und ist der reingraf 
und der von Leinigen weggezogen. 

22. Julij ist deß gefangenen Amber(ger?) Sachen furgenom- 
men worden. 

23. haben wir zum ringgerennet. 

24. ist die von Solmes herkommen. 

25. hab ich mit der buchsen daß best gewonnen. 

26. haben wir zum ringgerennet. 

27. sein wir nach Sultzbach gezogen und hab ich daselbst 
mit der bücksen daß best gewonnen. 

28. seint wir wider von Sultzbach weggezogen und hat 
mir der Pfaltzg.* ein gaul geschenckt. 

29. eß seindt 2 buben in der filß^ ertrunckhen. 

30. ist ein hauß ein gefallen in der Statt Amber(g). 

31. ist der furirer Zilfester ein gesotzt worden ins gefenis. 

1. August, seint wir zum nachtmahl gangen. 

2. haben wir zum ringerennet. 

3. ist Graf Johan von Ordenberg ^ weggezogen. 

4. ist die aide Churfurstin* nach Nerenberg^ gezogen. 

5. hat mihr der Leneb ein kunst gelernet. 

6. seint wir zum Hierswalt^ geweßen. 

7. seint wir nach Neuen marck gezogen, die Visitation 
Sachen richtig zu machen. 

8. ist ein furknecht zu Neuenmarck ersoffen. 

9. ist ein groß wetter gewesen, und hat grosen schaden 
gethan. 

10. seint wir wider von Neuenmarckh nach Amberg gezogen. 

11. ist der von Schlick zu Amberg gewesen und mit mir 
zu nacht geßen. 

12. haben wir zum ringerennet hat Berger ^ das best ge- 
wonnen. 

13. seint wir hetzen gewesen. 

^ Pfalzgraf Otto Heinrich. — * Vils. — ^ Ortenburg. - ♦ Anna seit 
1583 zum zweiten mal vermählt mit dem Markgrafen Ernst Friedrich von 
Baden -Durlach. — * Nürnberg. — * Hirsch wald bei Amberg. — ' Wohl 
Marsilius Bergner, churf. Rath. (1589 zum Anwalt am Kammergericht in 
oberpfälzischen Angelegenheit bestellt.) 



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213 

14. hatderCabeden * ein sprungwerck verschut an einen thurm. 

15. hab ich daß best mit den Scheiben röhr gewonnen. 

16. ist mein hertzliebe gemahln mit ein iungen söhn nieder 
kommen zwischen 8. und 9. uren.^ 

17. haben wir zum ringgerennet. 

18. ist der jung herr von Babenheim ^ her kommen. 

19. haben wir zum ringerennet. 

20. seint wir gen Neuenmarck gezogen. 

21. bin ich gen Schwabach gezogen zum M. G. Friderichen. 

22. haben wir getantz zu Schwabach. 

23. bin ich mit dem margrafen hetzen gewesen. 

24. bin ich mit den margrafen auf den iagen gewesen. 

25. ist der von Leinigen zum marg : nach Schwabach kummen . 

26. seint wir von Schwabach nach Amberg gezogen. 

27. haben wir zu Amberg zum ringerennet. 

28. hab ich mit der buxsen daß best wider gewonnen. 

29. haben wir wider der buxsen geschoßen, hat Sack* daß 
best gewonnen. 

30. haben wir einen betart* gefült. 

31. haben wir einen thurn gesprenget. 

1. Septembris. haben wir mit der buxsen geschosen, hat 
der lant marschalck daß best geben. 

2. haben wir zum ringerennet. 

3. seint wir von Amberg nach Brück gezogen. 

4. seint wir von Brück nach Kam gezogen. 

5. ist der herr von Mexselerin ^ zu mir nach Kam kummen. 

6. haben wir die Sachen zu Gam richtig gemacht. 

7. seint wir von Kam nach Brück gezogen. 

8. haben wir zu Brück gehetzet und da stilgelegen. 

9. seint wir von Brück nach Amberg gezogen. 

10. hab ich ihm schisen den anfang gemachet und den 
egiischen gesanten gehöret. 

11. hab ich wider mit der buxsen geschoßen. 

12. hab ich mit dem V. C und den Leuenio^ von Neuen 
marcker werk gereht. 

' Capitän (vielleicht der im diplomatischen Dienste Erzherzoge Albrecht 
von Oesterreich an den Höfen reisende Johann Molzer, schlechtweg der 
Capitän genannt). — - Friedrich (V.). — * Pappenheim. -- ♦ Lansac, 
französ. Gesandte. - * Petarde. — * Mexselerein, bair, Familie. — ^ Vice- 
Caozler, Ludwig Culman seit 1592. Pf. Cop. 42^/8 51. — ^ Michael Lefenius 
churf. Rath seit 1592. Pf. Cop. 42Vt 23. 



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214 

13. hat deß von Wiennberg iung einen gestochen. 

14. hab ich dem RideseP und dem marschalck* einen 
abfertigung geben. 

15. bin nauß berschen gezogen. 

16. haben wir hassen geiaget und ist P. 0. Hennerich' 
zu mir kununen. 

17. hab ich mit den faltzgrauen gespilet. 

18. ist der faltzgraue wider weggezogen. 

19. ist der staht* schisen zu ent bracht worden. 

20. haben se mein schissen angefangen. 

21. ist deß lantzrichter thochter getaft worden. 

22. bin ich* nauß birschen gezogen, und haben wir zu 
fuß domiert.^ 

23. haben wir zu ringerennet. 

24. ist P. 0. H.' herkomm, wie auch die lantgrefin wittib® 
pfaltzgrefln. 

25. ist M. G.* Friderich her kummen. 

26. ist mein söhn getafet worden. 

27. haben wir zu fuß tornirt. 

28. haben wir zum ringerennet. 

29. ist daß rinrennen geentet worden. 

30. ist daß veier werck*® gehalden worden. 

Den 1. Octobriß. haben wir über die balgen** gerenet. 

2. bin ich mit den marckgrauen hetzen gezogen. 

3. hab ich ein büxsen schüsen gehalten und ein becher 
zum besten geben. 

4. ist der M. Ger.** Friderich und der lantgraf wider 
weggezogen. 

5. haben wir zum ringerennet. 

6. hab ich mit der buxsen geschosen. 

7. seint wir hetzen gewesen, und hat der von Hollach*' 
seinen abschit von mir genommen. 

8. haben wir ein stück beschoßen. 

^ vielleicht der hess. Gesandte; Riedesels waren übrigens auch in 
pfälzischen Diensten. — » Dietrich von Merla chuff. Hofmarschall seit 
1694. Pf. Cop. 42V8 190. — « Pfalzgraf Otto Heinrich von Salzbach. — 
♦ Stadtschiessen. — * fehlt H. — « tnrniert. - ' Pfalzgraf Otto Einrieb. 
— 8 Anna, Tochter Philipps des Grossmathigen von Hessen, Gemahlin 
Herzogs Wolfgang von Zweibrücken seit 1569 verwittwet. — ® Markgraf 
Georg Friedrich. — ^'^ Feuerwerk. — ^» Balken. - ** Georg. — ^» Graf 
T. Hohenlohe, deren Stammsitz Hohlaoh im Betzatkreis. 



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mUb 



215 

9. haben wir zum ringerennet. 

10. haben wir mit der büxsen geschossen und hat der 
Bernert von Hütten mich von wegen deß von Mansfelt zu ge- 
fader gebeten. 

11. seint wir trauß hetzen gewessen. 

12. haben wir mit den feit stücken geschossen. 

13. haben wir zum ringerennet. 

14. hab ich lernen hinter sich mit der büxsen schisen. 

15. hab ich ein borgir^ tranck eingenommen. 

16. hab ich mich zum nachtmahl brebariret. 

17. seint wir zum nachtmahl gangen. 

18. ist die lantgreffin wittib wider zu mir kummen. 
19* haben wir mit den feltstücken geschoßen. 

20. seint wir nach Neuenmarck gezogen. 

21. ist lantgreuen wittib noch Neuenmark kummen. 

22. haben die ieger ein schwein gefangen. 

23. ist die lantgreuin weggezogen. 

24. haben wir zum ringgerennet. 

25. seint wir auf den iagen gewesen. 

26. haben wir bey Altorf gejaget. 

27. seint wir von Neuenmark nach Deinschwangen * ge- 
zogen. 

28. seint wir nauß zogen und nichts gefangen. 

29. hat es den ganzen tag geregnet. 

30. seint wir von Teinschwängen nach Amberg gezogen, 
bin ich anderwegs mit dem toriigen (?) gefallen. 

31. haben die schützen ihr lest schüsen gehalten. 

1. November, haben wir zum ringgeretinet. 

2. haben wir mit den feit stücken geschossen. 

3. haben wir einen tax gehetzet. 

4. haben wir wider zum ting gerennet, und ist der 
Fux hoffrichter kommen. 

5. haben wir mit der {»rsch büchsen geschossen. 

6. haben wir zu fus torniret. 

7. haben wir mit der pirschbüchsett geschossen. 

8. hab ich mich abcunderfehen laßen. 

9. seint wir nach der Weiden gezogen. 

10. seint wir von der Weiden nach Dirschenreit gezogen 
und da ankommen. 

^ Purgirtrank. ~ * Deinschwang bei Amberg. 



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216 

11. Nouembriß. haben wir daß Tirschen-reiderische * mu- 
strung werck^ angefangen. 

12. den ganzen tag delieberiret. 

13. seint wir trauß hetzen gewesen. 

14. seint wir nachmittag auf der insel gewesen. 

15. seint wir hetzen gewesen, und ist der hoflEricbter Fux 
zu mir kummen. 

16. hat Fux sein relation gethan in der statt Weiden Sachen. 

17. seint die Durschenreider wider zu genaden angenumen 
worden. 

18. hat man die Visitation alhie angefangen worden, (sie). 

19. seind wir von Dirschenreid nach Weiden gezogen. 

20. seint wir von der W^Wen nach Amberg gezogen. 

21. seint wir zum nachtmal gangen. 

22. bin ich den ganzen tag ihm gemach blieben von wegen 
des zanwetun. 

23. haben wir zum ring gerennet. 

24. ist der muschkatirer einer geschoßen worden ihm schar- 
mitzel. 

25. ist der muschkatirer selichglich verschiden und ist 
Wallenfelß* zu mir geschickt worden von margrauen. 

26. hat Wallenfelß sein anbringen gethan. 

27. seint wir von Amberg nach Brück gezogen. 

28. seint wir nauß hetzen gezogen. 

29. haben wir ein groß schwein gefangen. 

30. ist der lantgraue von Leidenberg* zu mir nach Brück 
kummen. 

Den 1. December ist D. Leuenius zu mir kummen und 
in der leidenberger ^ abloßung Sachen zu Brück reueriret. 

2. seint wir von Brück auf Daksellern gezogen. 

3. December haben wir den ganzen tag hetzen gezogen 
und nichteß gefangen. 

4. seint wir von Dakssehelem nach Amberg gezogen. 

5. seint wir nachmittag zu rath gewesen. 

6. haben wir zum ringgerennet. 

* Tirschenreuth hei Amherg. — ' in heiden Handschriften undeutlich. 
— 3 Christof V. WaUenfels, anshachischer Rath, trat später in chur- 
hrandenhurgische Dienste. — ♦ Leuchtenherg. — ^ Leuchtenberger, Ab- 
lösung Sachen; was hier für rechtliche Verhältnisse gemeint sind, mir un- 
bekannt. 



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217 

7. ist der lantgraf zu Leichtenberg zu mir nach Amberg 
kummen und ist der landschat zu Bina^ mit einem gaul 
gefallen. 

8. hab ich ein becher zum besten geben und wider 
gewonnen. 

9. ist der lantgraf von Leydenberg wider weggezogen. 

10. seint wir nach Newenmark gezogen. 

11. seint wir von Newenmark nach Schwabach gezogen. 

12. seint wir von Schwabach nach Anspach gezogen. 

13. ist den ganzen tag unlistig wetter gewesen. 

14. bin ich zu Anspach porschen^ gezogen. 

15. seint wir nach Weinßbach^ gezogen und über nach 
da gelegen. 

16. von danen wider nach Anspach. 

17. hab ich deß margrauen stall besehen und seine rist- 
kamer. 

18. hat mir der margraf ein schön schwein iagen gemachet. 

19. hat der margraf handel zu Anspach mit mir angefangen. 

20. hat man mit den welschen gesanden den abschit 
gemacht. 

21. seint wir von Anspach weggezogen nach Newenmarck. 

22. seint wir von Newenmarckh nach Araberg wider 
gezogen. 

23. haben wir einen tax gehetzet. 

24. hab ich mich zum nacht mahl brebariret. 

25. seint wir zum nachtmahl gangen auf den christag, hab 
ich schreiben von Ansei* gegricht. 

26. haben wir mit der buxsen geschoßen. 

27. hat der lantschat von Stennach^ auf dem schütten 
faren ein loch in kof gefallen. 

28. seint wir hetzen gewesen. 

29. haben wir zum ringgerennet. 

30. seint wir hetzen gezogen und ist G. Friderich von 
dingen (sie) zu mir kummen. 

31. ist hanß Christof Fux zu mir kummen, der hoffrichter, 
und ist daß 96. iar geentet worden, ist der von Hüten ^ ein'' 
fluß gefallen. 

^ Binau bei Mosbach. Hans Landschad d. ä. churf. Rath seit 
1592. Pf. Cop. 42^/8 83. — « birschen. — » Windsbach a. d. Resat. - 
♦ wohl Ancel, Gesandte Heinrich IV. von Frankreich. — * Steinach. 
~ « Hütten. — ' in. 



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518 

Anno 1597. 

1. Januarij ist neu wen iarstag gewesen. 

2. hat Velden mein kammer knecht folgesoffen. 

3. ist der oberst Sehember(g) und ülmer von keiser zu 
mir geschickt worden, und seint zu Amberg ankommen. 

4. bin ich den ganzen tag in rath gewessen. 

5. seint die keiserlichen gesandten wider weggezogen. 

6. ist der von Hüten* nach hauß gezogen. 

7. haben wir mit der püxsen geschossen. 

8. seint wir hetzen gewesen und einen fuxsen und haßen 
gefangen. 

9. ist mein pfert best (sie!) gestorben und ist ein iar, 
daß ich das buch angefangen habe. 

10. seint wir von Amberg nachPfremb* gezogen mit meiner 
gemahUn. 

11. ist der lantgraf maßkaraden gangen. 

12. hab ich zu Pfremb daß best gewonnen. 

13. NB. ist die lantgrefin von Leichtenberg in die mumere ' 
gangen. 

14. seint wir von Pfreimb nach Hirschau gezogen. 

15. von hirschaw nach Araberg. 

16. haben wir nachmittag auf den schliten gefaren. 

17. seint wir auf den schliten zum burgermeister Kellen 
gefaren mit den frazimer. 

18. haben wir einen wolf gehetzet. 

19. ist der von Hütten wider kummen. 

20. hat eß getunnert und g^plitzet. 

21. seint wir nauß hetzen gezogen. 

22. hab ich den heschisen* gesanten gehöret. 

23. haben wir mit der püxsen geschoßen, und hat Sig- 
munt marschalk das best geben. 

24. haben wir zum ringerennet. 

25. hab ich den hescMsen gesanden wider beantwordet. 

26. haben wir einen oxsen gehetzet. 

27. haben wir zum ringerennet. 

28. hat Rodenhan* zu schisen ein best geben. 

1 Hütten, waren vielfach in pfälzischen Diensten, so Ludwig y. Hütten 
fauth zu Germersheim, Pf. Cop. 42^/8 280, auch Eath und Gesandte. — 
' Pfreimd. — ' Mummerei, Maskarade. — ♦ hessischen. — * Rotenhahn,, 
fränk. Geschlecht. 



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219 

29. seint wir hetzen gewesen. 

30. haben wir mit der buxsen geschoßen. 

31. ist ein gesanter ' vom* atministrator von Chursachsen^ 
gen Amberg zu mir kummen. 

1. february. seint wir nauß hetzen gezogen und nichteß 
gefangen. 

2. haben wir zum ringgerennet. 

3. hab ich der^ Ghursachsen gesanten abgefertiget. 

4. haben wir zum ringgerennet. 

5. hat fressauf * jungen gehabt. 

6. seint wir zum nachtmahl gangen. 

7. haben wir zum ringgerennet. 

8. hab ich einen antfogel^ geschosen. 

9. ist die Wormin, gewesen pflegerin zu Naburg nach 
Amberg kummen. 

10. seint wir von Amberg nach Naburg gezogen. 

11. hab ich die Naburger wider zu genaden angenumen. 

12. haben wir zu Naburg geiaget. 

13. hab ich etwas zum besten geben. 

14. hab ich mich nicht wol befunden, bin ihm gemach 
geblieben. 

15. seint wir von Naburg nach Amberg gezogen. 

16. haben wir 2 weif gehetzet. 

17. haben wir zu fuß törniret. 

18. haben wir 2 weif gehetzet. 

19. seint wir auf den fux iagen gewesen und ist der 
medicus Cammerarius' herkommen. 

20. haben wir mit der püxsen geschoßen. 

21. haben wir zum ringerennet. 

22. seint wir hetzen gewesen, und ist Cammerarius wider 
weggezogen. 

23. haben wir zu fuß turniret. 

24. ist P. 0. H.® zu mir nach Amberg kämmen. 

25. hab ich einen becher zum besten geben, hat P. 0. H. 
das best gewonnen. 

* 2 fehlt H. — ' Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen -Weimar, 
chursächsischer 'Administrator seit October 1591. -- ♦ dessH. — * Name 
eines Hundes. — * Entvogel. — ^ Joaachim Camerarius, Gründer des 
medicinischen Collegiums zu Bamberg. — ^ Pfalzgraf Otto Heinrich von 
Sttlzbach. 



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T 



220 

26. ist P. 0. H. wider weg gezogen. 

27. haben wir zum ringerennet und ist D. Lingelshemer ^ 
herkummen. 

28. haben wir auf den schliten gefaren. 

1. Martij ist deß Fuxsen haußfra herkumen. 

2. seint wir nach Neumarck gezogen vndt ist Grin von 
einem gaul geschlagen worden. 

3. ist der graf Lutwig von Witgenstein der junger 
kumen. 

4. seint wir auf den iagen gewesen. 

5. hab ich deß von Witgenstein Werbung angeheret. 

6. haben wir zum ringgerennet. 

7. seint wir auf dem iagen gewesen. 

8. haben Berger* und Sack^ ihren abschit genumen. 

9. ist der von Witgenstein und Fux wider weggezogen. 

10. hab ich mit der puxsen geschoßen. 

11. ist Christof von Wallenfels nacher Neuenmarck zu 
mir kummen. 

12. ist Graf Ger. Fridrich von Holach* zu mir kummen. 

13. haben wir zum ringerennet. 

14. seint wir von Neumarck wider nach Amberg gezogen 
und ist der von Holach wider weggezogen. 

15. hab ich die bambergischen gesanden gehöret. 

16. hab ich sie wider abgefertiget und ist Anselm* her 
kummen. 

17. ist herzo(g) P. L.* elster son ^ zu mir kumen. 

18. haben wir zum ringgerennet undt bin ich mit den 
rabben gefallen. 

19. seint wir hetzen gewesen. 

20. ist der paltzgraf wider weggezogen. 

21. haben wir zum ringgerennet. 

22. bin ich nauß spazirn geriten. 

23. haben wir mit der puxsen geschossen. 

24. haben wir mit der rustungen zum ringerennet. 

* Georg Michael Lingelsheim, Erzieher und später vertrautester Rath 
Friedrich IV. seit 1592. Pf. Cop. 42i/8 58. — ^ s giehe p. 213. - ♦ Georg 
Friedrich von Hohenlohe. — * Ansei. — « Philipp Ludwig von Neuburg 
1569-16U. — » Wolfgang Wilhelm 1614-1653. 



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221 

25. haben wir mit der buxsen geschoßen. 

26. ist der altgraf von Ordenberg ^ herkummen. 

27. seint wir auf ostem zum nachtmahl gangen. 

28. hab ich borgation ein genumen, und ist mein eiste 
tochter mein gast gewesen. 

29. haben wir mit der buxsen geschossen. 

30. seint wir nach Neumarck gezogen. 

31. ist Margraf Ger. * Friderich mit seiner gemahlin zu 
mir nach Neumarck kummen. 

1. Abrilis. ist ein groser wint gewesen. 

2. hat man den frantzheschisen gesanden abgefertiget. 

3. hat der margraf ser getruncken und haben wir 
getantzet. 

4. haben wir wider getanzet. 

5. ist margraf G. F. zu Brantburg* tag gewesen. 

6. seint ich und der margraf mit ein ander nach Frei- 
staht* gezogen, und hat der margraf seinen abschit von mir 
genommen. 

7. haben wir zum ringerennet. 

8. seint wir von Neumarck nach Amberg gezogen und 
ist der mecht wagen "^ über einen häufen gefallen. 

9. haben wir mit der buxsen geschossen. 

10. haben wir mit dem armbrust und buxsen geschosen. 

11. hat man den rath zu Amberg die Visitation ver- 
kuntiget. 

12. haben wir zu Amberg die Visitation angefangen. 

13. haben wir mit der buxsen geschossen. 

14. haben die statt Amberg mir ein trutzig schreiben 
uberantworteth. 

15. ist fürst Christian wider zu nach Amberg kummen. 

16. hat Kreiderer* daß best mit der buxsen geben. 

17. hat fürst Christian daß best geben mit der buxsen. 

18. ist der altgraf von Ordenberg Wider wegezogen. 

19. haben wir mit der buxsen geschoßen. 

20. hat fürst Christian zu Anhalt zum rinrennen etwas 
zum besten geben. 

^ Joachim d. ä. von Ortenburg, Vicedomb und Canzler in der Ober- 
pfalz. — 2 Georg Friedrich. — ' Geburtstag Georg Friedrichs v. Branden- 
burg 5. April 1639. — ♦ Freystadt bei Neumarkt. — » Mftgdewagen. — • ? 



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21. seint wir nauß gezogen ins feit. 

22. haben die borgermeister etwas zum besteü geben. 

23. haben wir zum ringerennet und ist der alten her von 
Wolfstein" zu mir kummen. 

24. hat der graf Ger* von Ordenberg etwas zum besten 
geben. 

25. haben wir mit den armbrust geschoßen. 

26. hat der herr von Wolfstein daß best geben. 

27. haben wir zum ringgerennet. 

28. ist der herr Adam von Wolfstein der eider weggezogen. 

29. haben wir in 4er rustung zum ringerennet. 

30. bin ich nauß hetzen gezogen. 

1. May haben wir mit den balonen gespilet, hab mit der 
rath zu Amberg der Visitation halber gerathet. 

2. haben wir zum ringgerennet. 

3. bin ich umb die stat spazim gangen. 

4. bin ich nauß gezogen und hab mit den gher ' falcken 
einen kraben* gefangen. 

5. ist auffertztag geweßen und hab ich zum ring- 
gerennet. 

6. haben wir mit den stücken geschossen. 

7. sint der staht Strasborg gesanden herkumen, Ketten 
heimem, Knibß und Hochfelder. 

8. haben wir zum ringerennet. 

9. haben wir mit der armbrust geschossen und ist mir 
mein schonst armbrust gebrogen. 

10. hat mir der pfleger von Tirschenreit zween wint* 
geschenckt. 

11. hab ich mit Eberbach ^ etlichen Sachen geredet. 

12. bin ich nauß geritten. 

13. haben wir deß lantagssachen beratschlaget. 

14. hab ich mich zum nachtmahl brebariret. 

15. ist Pfinsten gewesen. 

16. sint die straßborgischen gesanden wider weggezogen. 

17. seint wir nauß hetzen gezogen. 

18. haben wir mit der Buxsen geschoßen. 

1 ehem. Herrschaft in welcher Hans Adam und Hans Albrecht von 
Wolfetein mit den Unionsfürsten Verbindung hatten, (.Tuli 1608.) Briefe 
und Acten H. 47. — * Georg v. Ortenberg. — * Girfalke. -— ♦ Krawe = 
Krähe. — * Windhunde. — * Hans von Eberbach, churf. Canzler. 



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19. haben wir in der rustuÄg zum ringe^eimet. 

20. ist dem Grinen ein knecht entlauffen. 

21. hab ich mit dem armbrust geschoßen und den Sbitsd^opf 
beriten, und auffgehen laßen. 

22. haben wir zum ringerennet. 

23. haben wir mit der armbrust geschoßen. 

24. haben wir zum ringerennet. 

25. ist der von Hütten weggezogen zum sein brudern der 
ser granck ist gewesen. 

26. seint wir von Amberg nach Hohenfel»* gezc^en, ist 
der von Mansfelt zu mir kummen. 

27. seint wir zu Hohenfelß stil gelegen. 

28. seint wir auf den lagen gewesen. 

29. ist der graf von Mansfelt wider weggezogen. 

30. seint wir von Hohenfels auf Helfenberg ^ gezogen und 
ist der von Hütten wider zu mir kummen. 

31. hab ich auf den lagen einen hasen geschoßen und ist 
fürst Christian nach Amberg gezogen. 

1. Junij, seint wir von Helfenberg wieder nach Amberg 
gezogen. 

2. hat Sigmunt roarschalk daß best geben. 

3. haben wir zum ringerennet. 

4. haben wir wieder mitder puxsen geschossen und ist 
Grin wieder von Brag kummen. 

5. haben wir zum ringerennet. 

6. seint wir hetzen gewesen. 

7. hat Wolf Luttwig von Crelezf»' zum eamerjuneker 
angenommen. 

S. haben wir mit den armbrust geschosen. 

9. seint wir den gantzen nachmittag im rath gewesen 
in Bleiensteinischen ^ Sachen. 

10<. haben wir ringerennet und ist Grin rath^ und Zin- 
delinuß^ mit einander zu unfriden worden. 

11. ist der lantgraf von Leiefadenberg wieder weggezogen. 

12. haben wir rath gehalten. 

< Markt bei Amberg, ehem. Herrschaft. 1.2.3.4. H. *«- > HelfeAberiT) zwi- 
schen Wolfstein und Hohenfels. — » l4adwig von GraiiabeuiiODeicharitter- 
Bchaftl. Geschlecht nach dem jetzt württemb. Orte Crailsheim benannt. — 
♦ Pleistein bei Vohenstrauss. — * Otto von Grünrad, Erzieher nnd Rath 
Friedrichs IV. - « Wolfgang Zindelinus, churf. Rath, bekam 22. Jan, 
1601 seinen Abschied. Pf. Cop. 42Va 180. • 



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224 

13. ist her Wilhelm von Winneberg herkommen. 

14. ist der lantgraf von Leichtenberg herkommen. 

15. haben wir mit der puxsen geschoßen^ und hat der 
von Winenberg seinen abschit genommen. 

16. hatz den gantzen tag geregenet. 

17. haben wir zum ringerennet. 

18. ist der lantgraf weggezogen. 

19. ist der lantgraf von Leichtenberg wieder kummen. 

20. ist die leichtenbergische handtlung zerschlagen worden. 

21. haben wir zum ringerennet. 

22. seint wir nauß hetz^ gezogen. 

23. ist felden von Seiwitz * zu mir herkummen. 

24. ist er wider weggezogen. 

25. ist hertzog ChaxP mit seiner gemahl zu mir kummen. 

26. haben wir gespilet mit faltzgraf Carl. 

27. haben wir mit der buxsen geschosen. 

28. haben wir zum ringerennet. 

29. hab ich vor und nachmittag zu thun gehabt. 

80. hat hertzog Karl daß best mit der Buxsen geben. 

1. Julij. ist hertzog Carl wieder weggezogen und ist Grin 
raht wieder mit Zindellino verglichen worden. 

2. hab ich mich zum nachtmahl preberiret. 

3. seint wir zum abentmahl gangen. 

4. haben wir zum ringerennet in der rüstung. 

5. ist ger.^ Butolf marschaldk weggezogen. 

6. ist betag geweßen und ist Schemberg die stigen ihm 
garden inunder gefallen. 

7. haben wir zum ringerennet. 

8. ist Gerlanschat von Bina von mihr in Ungern gezogen. 

9. ist hertzog Carl pfaltzgraf wieder herkommen. 

10. haben wir zum Ringerennet. 

11. hat fürst Christian daß best mit der buxsen geben. 

12. ist paltzgraf Carl wegezog^. 

13. hat Scheumberger ^ etwas zum besten geben. 

14. haben wir zum ringerennet. 

15. bin ich ins feit geriten. 

16. hab^ wir das bar^ gerenet. 

* Valentin von Selbitz. - « Carl y. Birkenfeld 1569-1600. — 3 Qeorg 
Badolf. — ♦ Dietrich v. Schönberg, churf. Eath und als Gesandter meist 
nach Frankreich benützt. — ^ ungesattelt. (?) 



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225 

17. haben wir miter buxsen geschosen. 

18. seint wir den gantzen tag ihm rath gewesen. 

19. haben wir zum ringerennet 

20. hat man die institution angefangen zu Amberg. 

21. hat man den 4. actum vorgenommen. 

22. hab ich den tag geschlafen. 

23. bin ich nauß geritten und ein wiit tauben geschoßen. 

24. haben wir die Soldaten gemustert. 

25. seint wir vor und nachmittag in raht gangen. 

26. bin ich ins feit geritten. 

27. haben wir zum ringerennet und hat mir der margraf 
geschriben von Anspach. 

28. seint etliche engelender herkummen. 

29. haben wir zum ringerennet und hab ich Ger. lagei* 
zum margrafen geschicket. 

30. bin ich ins feit geritten. 

31. haben wir mit der buxsen geschoßen 

1. Augusti. haben wir zum ringgerennet. 

2. seint wir nauß hetzen gezogen. 

3. haben wir mit der buxsen geschoßen. 

4. haben wir wider zum ringgerennet und hat der von 
Hatten seinen abschit von mir begert gar weg zu zihen. 

5. bin ich nauß geritten ins feit. 

6. hab ich mich zum nachtmahl breberiret. 
' 7. bin ich zum nachtmahl gangen. 

8. haben wir zum ringerennet. 

9. bin ich mit meiner gemahl nauß ins feit geritten. 

10. haben wir mit den stücken geschossen. 

11. hat Tafkerger* daß best mit der buxsen geben. 

12. haben wir zum ringerennet. 

13. seint wir nauß hetzen gezogen, iBt Lukas forsm^ister 
wegezogen. 

14. hat sich Nahot * eingestelet. 

15. ist der lantgraf* herkummen vndt Ridesel. 

16. ist er wider wegezogen der lantgraf. 

17. seint wir nauß hetzen gezogen. 

18. haben wir zu foß turniret. 

19. haben wir zum ringerennet, und hab ich einen hasen 
gefangen der 3. iungen gehabet. 

^ Georg, LakeieD. - * Taufkircher? - • Na8ot?H.- ♦ Landgraf Moritz v.Hes8en. 

Zeitochr. XXXIII. 15 



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226 

20. ist der ambtman von Hanau (?) zu mir herkummen. 

21. haben wir mit den buxsen geschossen, ist der Altgraf 
von Ordenborg kummen. 

22. bin ich den gantzen tag trausen gewesen im feit. 

23. hab ich deß Bideßels Sachen forgenomen. 

24. haben wir in der rustung zu ringereuet. 

25. haben wir zwen fux gefangen, seint neubergischen ge- 
Sauden herkumen. 

26. habep wir mit der buxsen gesehosen. 

27. haben wir zum ringerenn^t, min die gesanden wegezogen. 
. 2$^ iiat.der von Messelrein * d^ß best geben in den buxsen. 

29. seint wir hetzen gewest. 

30. ist der brobirer gestorben vom orbant (?) damit er ist 
gestochen worden* 

31. seint wir wider hetzen gewest. 

Den 1. Septempriß haben wir zu fuß thumiret. 

2. seint wir wider hetzen gewest. 

3. hab ich zum nachtmahl preb^irett 

4. ist Carl von Wiltenstein herkumen und ißt ein soltaht 
mit einem luben (?) geschoßen worden, 

5. ist Haßeck 2 der einspienig an cler best gestorben. 

6. bin i<Qh den gp^nt^en tag in der Stuben gewesen und 
raht geschlaget. 

7. bin ich nauß hetzen gezogen. 

8. bin ich von Amberg nach Kastei gezogen, bat mein 
tochter Luys^ im sal gessen. 

9. seint wii: von Kastei nach Neu marck gezogen, bin 
ich mit einem gaul stecken blieben in einem sumbf. 

10. ist fürst Christiaji gemahl zu Enstorf zwischen 6. und 
7. urn mit einer jungen tochter niderkummen.* 

11. bin ich mit meiner gemahl im garden spazim gangen 
zu Neumark. 

12. ist mein gemahl mit auf dem hetzea gewesen. 

13. ist der Altgraf von Ordenberg nach Neuenmarck zu 
mir kummen. 

14. hat ein alter bauer Wilhelm Stol mit mir aller haut 
gerete, hat Fresauf^ einen hasen allein gefangen. 

* Vgl. pag. 213. An. 6. - ' Name eines Pferdes. — * Louise Juliane 
geb. 16. Juli 1694. Vermählt mit Johann II. von Zweybrucken; — * Amalie 
Juliane f 1605. — ^ Name eines Hundes. 



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227 

15. ist der alt bauer herein zu mir kmnmen. 

16. ist Krelezem* weggezogen. 

17. seint wir auf d^ iagen gewesen, ist August gefallen 
mit seinem pferd. 

18. faab ich kisderler gehöret. 

19. hat Schabelle der frantzoß den abschit von mihr ge- 
nommen. 

20. seint wir von Neuen marck nach Amberg auf der kuschen^ 
gezogen. 

21. ist burgermeister Kol bestricht^ worden. 

22. ist deß Müatzeres haußfra an der best gestorben. 

23. seint wir von Amberg nach Neuenmarck gezogen, 
seint marg:* gesanden zu mir kummen. 

24. hab ich die margrafischen gesanden gehöret. 

25. hab ich mit Bernhart von Huttep gespilet. 

26. ist Fegennbach ^ mit dem von Birbaum verglichen worden 
und seint sie auch herkommen. 

27. hab ich Krumstorf zu hertzog Hanßen von Saksen ge- 
schicket gen Sultzbach. 

28. seint die von Birnbaum weggezogen und ist Krums- 
torf wider kummen: 

29. haben die gesanden den abschit genommen. 

30. seint die gesanden widfet* wegezogen. 

1. Oetobriß. seiiit mein ii»i(ge) pfert herkummen. 

2. seint wir zum abentmahl gangen. 

a. ist Grinrftht ^ niwih Amberg gezogen. 

4. bin ich burschen gezogen und nichtes gefangen. 

5. ist bettag gewesen und kab ich mit dßn englischen 
hun4ßQ gßhetzet. 

6. hab ich ein schwen gebot}«* wnd aiaht gefangait 

7. hat Henßlein mein iung ein homm ihm teg^r gefangen. 

8. a^ipt wir von Neumardft auf Ensjtorf ' gezogen. 

9. ist di^ l^ii^tad ge^e^en fürat Gbf istians tochter. 

10. hab ich daß best mit der buxsen gewonnen zu Enstorf. 

11. seint wir hetzen gezogen, hat sich ein haß an einen 
stein zu tocht geloffen, ist deß H.^ Christofeis fursten frau 
nieder kummen. 



' Crailsheim. — * Kutsche. ~ ^ bestrickt = verpflichtet, vereidigt; 
margrftflichen. — ^ viel geBannte Familie in Mauer bei Heidelberg an- 
f. — « siehe pag. 223. An. 5. — ' Ensdorf. — ** Herzog. 



' i^rMiisneiiu. - 
— ^ margrftflichen. 

sässig. — « siehe pag. 223. An. 5. — ' Ensdorf. — ** Herzog. 

15* 



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228 

12. seint wir von Enstorf wieder nach Neuenmarck ge- 
zogen, ist der neu raht erwelet worden, zu Amberg. 

13. seint wir nauß hetzen gezogen. 

14. ist ein groser wint gangen. 

15. haben wir zum ringerennet, ist Keteritz* kummen. 

16. hats geschniet, haben wir mit der buxsen geschossen, 
hab ich Ridesel geschrieben. 

17. seint wir nach Enstorf gezogen. 

18. seint wir von Enstorf auf Winklern ^ gezogen. 

19. ist des hofrichters kint getafet worden. 

20. haben wir ein schnubtug auß geteilet. 

21. seint wir von Winckler wider weg gezogen nach Enstorf. 

22. seint wir von Enstorf nach Neuenmarck gezogen. 

23. seint die bede herrn von Wolfstein * zu mihr kummen. 

24. haben wir zu Neuen marck die Schwein hatz angefangen. 

25. seint wir von Neuenmarck zum margrauen gezogen. 

26. ist der heschis Cantzler D. Antrecht* herkummen gen 
Schwabach. 

27. haben wir getanzet. 

28. hab ich 80. taller gewonnen vom margrajBfen. 

29. seint wir von Schwabach nach Anspach gezogen. 

30. hab ich daß garden hauß besehen zu Anspach. 

31. ist mir der forstmeister, mein pfert geschlagen von 
einem schwein. 

1. Nouembriß. ist ellers heisser (sie!) mit einem pfert ge- 
fallen. 

2. hab ich die festung Ligtenne ^ besehen. 

3. hab ich ihm ballon spil gespilet, und ist graf Philips 
von Holoch gen Anspach kummen. 

4. hab ich den husten bekummen. 

5. bin ich von Anspach weggezogen nach Schwabach. 

6. bin ich von Schwabach nach Neuenmarck gezogen. 

1 ? _- a V^inklarn. — » Hans Adam u. Hans Albrecht. — ♦ Dr. Johann Ant- 
recht. Seit October finden hier in Amberg selbst, wichtige ünionsFerhand* 
langen mit Hessen und Ansbach, besonders (Briefe und Acten I. Einl. 95.) 
in der Jülicher Erbfolgeangelegenheit statt, die ganz in den Händen der 
churpfälzischen Räthe gelegen zu haben scheinen, da Tanzen, Maskaraden 
gehen und andere Lustbarkeiten bei Friedrich lY. kein Ende nehmen. 
— * Lichtenau, jetzt Strafanstalt. 



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229 

7. ist mein hertzlieber gemahl mit einer tochter nieder 
kummen umb 8. urn/ 

8. ist der atministrator von Straßborg kummen : NB. Hütten 
dinst auf. 

9. ist graf P. von Holoch^ kummen. 

10. haben wir zum ringerennet. 

11. bin ich mit den graflfen gefallen. 

12. ist fürst Christian mit seiner gemahlin gen Neumarck 
kummen. 

13. ist mein tochter getaf worden. 

14. haben wir zum ringerennet. 

15. seint wir nach Anspach gezogen, in maskaraten gangen. 

16. haben wir getanzet. 

17. wieder getantzet und maßkaraten gangen. 

18. wieder maßkaraten gangen. 

19. hat der G. L.^ von Hütten ein bein gebrochen. 

20. hab handel mit den atministrator zu Straßburg gehabet. 

21. seint wir von Anspach auf Schwabach gezogen. 

22. seint wir auf Neuenmarck gezogen, ist Ridesel kum- 
men gen Neumarck. 

23. hab ich mit Ridesel gerete. 

24. ist fürst Christian mit seinem bruder zu mihr kum- 
men und der herr von Dona.* 

25. haben wir die Reigßsachen^ forgenummen. 

26. hab ich artzenei eingenumen. 

27. hab ich auf den schütten gefaren. 

28. seint fürst Christian bruder weggezogen. 

29. ist der borgraf von Starkenburg ^ herkummen. 

30. haben wir daß frazimer auf dem Schlitten gefiret ist 
der dick Malßberger herkummen. 

1. Decembris. ist er wider weggezogen. 

2. ist Wallenfels wegezogen und haben wir ein schwein 
gefangen. 

3. ist graf Philips Lutwig von Hanau mit seiner gemahl 
zu mir kummen, gen newenmarck. 

< Elisabeth Charlotte, 1616 yermählt mit dem Churfürsten Georg 
von Brandenburg. — ^ Philipp von Hoheulohe. — ' Georg Lndwig von 
Hütten. — * Fabian von Dohna, churf. Rath seit 1593. Pf. Cop. 43V2 97. 
— ^ Unions- und Jülich' sehe Angelegenheiten. — ^ Wolf Dietrich von 
Mörle, churf. Rath seit 1592. Pf. Cop. 42 Vs 59. 



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230 

4. seint i/fir maßkaraden gangen. 

5. seint wir nach Amberg gezogen. 

6. haben wir den ganzen tag gespilat. 

7. ist der von Hanau gen Amberg kummen. 

8. hab ich auf den* eiscbugen ^ gangen. 

9. hab ich Andereeß wegeschicket und bin nach EaseP 
gezogen. 

10. seint wir nach Neuenmarck gezogen NB. hab ich die 
von Hanuw' gefonden. 

11. ist mein gemahl aufi den. kintbet gangen. 

12. haben wir auf den schütten gefaren. 

13. seint Kolnische churfurstische gesanden herkummen. 

14. seint wir nach einem schwein gezogen und nicht ge- 
fangen. 

15. ist fürst Christian kummen. 

16. haben wir der Amberger Sachen furgenumen. 

17. bin ich nachmittag in raht gangen und geschwitzt. 

18. bin ich nachmittag nicht* in Ker(g) gangen. 

19. ist der von Hanau nach Prag gezogen und Bideßel 
nach Heidelberg. 

20. haben wir den ganzen tag ihm ballen spil gespilet. 

21. hab ich under trunck bei habtman Helmsteter gehalten. 

22. haben wir 2 rehe gefangen. 

23. hab ich geschwitzet. 

24. ist der atministrator von Straßburg herkummen. 

25. ist christag gewesen, und hab ich die klag angeleget. 

26. bin ich nachmittag in kergen gangen. 

27. bin ich mit einen gaul gefallen. 

28. haben wir mit schneball^ geworj9fen vndt zum Rin- 
gerennet. 

29. hab ich schreiben von Regensborg bekommen von den 
rehten. 

30. seint wir auf den lagen gewesen. 

31. seint wir auf den sehlitten aufs lagen gefaren. 

1598. 
1. Januarij. hab ich mit dem von Solmuß ^ geretet, der 
res halben. 

* Eisschuhe = Schlittschuhe. — » Kastei. — 3 Hanau. - ♦ fehlt H. 
— ^ Solms. Die Grafen v. Solms finden sich in churpfalzischen und neu- 
burgiachen Diensten. 



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-*■ •^•-"•■hil 



231 

2. hab ich einen reher gebest, und seint die von Holoch 
auß angem zu mir kummen. 

3. hat der von Solmuß das best mit rinrennen geben. 

4. haben wir ihm ballenspil gespilet. 

5. ist der von Solmus mit seiner frau muter weggezogen, 
und ist fürst Christian kummen. 

6. haben wir einen Reher gebest, und bin ich ins waßer 
gefallen. 

7. seint wir nach Rodenberg* gezogen. 

8. hab ich das schloß besehen. 

9. seint wir wieder von Rodenberg nach Neumarck gezogen. 

10. hab ich den 3. fürsten P.^ Neiborg, Brantenborg, und 
Wirdenberg gesanden gehöret. 

11. haben wir dieselben sachen beraht schlaget. 

12. hab ich meinen geher falcken verloren. 

13. hab ich die gesanden abgefertiget, und hab den fogel 
wider bekumen. 

14. seint die gesanden wider weggezogen. 

15. bin ich nachmittag nicht* in kergen gangen. 

16. hab ich mein gemahl auf reherbeß* gefiret. 

17. ist der von Hütten wider kumen und hab ich zeittung 
kricht, daß der churfurst von Brandenburg^, wie auch hertzog 
Reihart ^ gestorben seint. 

18. ist der atministrator von Straßburg herkummen. 

19. bin ich mit den Atministrator bessen gezogen. 

20. hat mich ein schlittengaul getreden. 

21. ist der Atministrator weggezogen. 

22. hab ich mit der buxsen geschosen. 

23. hab ich zwen reher gefangen. 

24. haben wir 3 stück wilt gefangen. 

25. haben wir wider mit der buxsen geschossen, hat der 
von Hanau daß best geben. 

26. haben wir reher gefangen, ist der von SchernembeP 
herkumen. 

1 Veste Rothenberg bei Hersbruck, einst Besitzung der Grafen von 
Zollern, spater derer von Wildenstein. — ^ Pfalz, Neuburg. P fehlt H. — 
» fehlt H. -- ♦Reiherbeize. — * Johann Georg f 8. Jan 1598. ~ « Richard 
▼. Simmern f 1 9-/^4. Jan. — ' Erlismus v. Tschernembi, Geschäftsträger 
der ober-österreichischen evangelischen Stände ; ein in den religiösen Frei- 
heitskämpfen der österreichischen Protestanten und deren Beziehung zur 
Union oft genannter Name. 



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i 232 



I 



27. hab ich ihm ballenspil gespilet. 
j 28. seint die herrn von Auersberg kommen und herr Maxi- 

j milian von Papenen.^ 

' 29. haben wir zum ringerennet, hat Fellentorf das best 

gewonnen. 

30. ist Graf Filipß Luttwig von Hann (sie*) wieder zu 
hauß gezogen. 

31. seint die herrn von Anersberg wegezogen nach Nuren- 
berg. 

1. februarius. istderlantgrafvonLeichtenbergherkummen. 

2. ist ein groser wint gangen. 

I 3. hab ich mein rohtfogel verloren. 

1 4. ist der lantgraf von Leichtenberg weggezogen. 

5. bin ich zum nachtmahl gangen. 

6. bin ich bessen gezogen und nichts gefangen. 
* 7. ist Bemt' von Hütten kummen. 

8. bin ich nach Anspach gezogen. 

9. seint wir bessen gezogen und nichtes antroflfen. 

10. hab ich 150 daler verspilet. 

11. seint wir nach Schwabach gezogen. 

12. seint wir von Schwabach nach Neuenmarck gezogen. 

13. ist der lantag* angangen und ist hertzogs Reigertz^ 
begenis* gewesen. 

14. ist der englische gesant herkummen. 

15. hab ich den gesanden geheret und ist fürst Christian 
mit einem gaul gefallen. 

16. bin ich bessen gezogen und spet widerkummen. 

17. ist der gesand weggezogen und ist P. Frideris^ leige 
herkummen. 

18. ist sie wieder weggezogen die leig. 

j 19. seint 2. herrn von Polen herkummen. 

20. hab ich die fegel verloren auf dem sant. 

21. seint die von Polen wieder weggezogen. 

22. bin ich vor und nachmittag in raht gangen, und 
sein mein fegel wieder kumen. 

^ Pappenheim. — ^ Harla H. — Philipp Ludwig v. Hanau. — ' Bernhard 
V. Hütten. — ♦ üeber diesen Landtag s. Haüsser IL 215 f. ~ * Richards 
von Simmern. — * begreuung H. - ' Friedrich, Pfalzgraf v. Zweibrückem 
Veldenz t 17. Dec 1597 n/st. 



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233 

23. hab ich nachmittag in ballen spil gespilet. 

24. hat der von Hütten seinen abschit genummen, und 
ist der lechtenbergiß cantzler kummen, 

25. ist ein finstemuß gewesen an der sonnen. 

26. hab ich ein rabir zum besten geben mit schisen. 

27. ist der graf Henrich von Ordenberg und der von 
Bapenen* herkumen. 

28. hab ich den gantzen nachmittag mit karden gespilet. 

1. Den 1. Martij ist Affenstein ^ mit einem gaul gefallen 
und ist fürst Christian herkummen. 

2. haben wir zum ringerennet. 

3. bin ich vor und nachmittag ihm raht gewesen. 

4. haben wir unß zum nachtmahl breberiret, ist der herr 
von Hütten^ wider wegezogen. 

5. seint wir zum nachtmahl gangen. 

6. ist Ger.* lakey wegangen nach Heitelberg. 

7. haben wir zum ringerennet. 

8. ist der polnis gesant weggezogen. 

9. haben wir geyaget und einen fux gefangen. 

10. bin ich vor und nachmittag ihm raht gangen. 

11. ist graf Otto von Solmus ^ weggezogen. 

12. ist mein gemahl nicht wohl auf gewesen. 

13. ist Krumstorf mit einem pfert gefallen. 

14. ist mein gemahlin mit mihr aufs lagen zogen. 

15-. bin ich mit meiner gemahlin zum Genadenberg ^ gewesen. 

16. bin ich nach Freistatt mit meiner gemahlin gezogen. 

17. hab ich zum ringerenet. 

18. haben wir einen reher gefangen. 

19. hab ich nachmittag zum rinnggerennet und ist der 
iung lantgraf, von Pfrent herkommen. 

20. seint wir hetzen gezogen. 

21. seint wir von Neumark nach Nürnberg gezogen. 

22. hab ich das zeughauß besehen. 

23. seint wir von Nornberg nach Anspach gezogen. 

24. seint wir maßkaraden gangen. 

25. hat der margraf etwas zum besten geben zu rinrennen 
und Selbsten mitgerenet. 

^ Pappenheim. Lücke H. — * Philipp Jacob v. Affenstein, churf. 
Reiterhauptmann. Pf. Cop. 42 Va 92. — 3 MiUing? M. — ♦ Georg. — 
" Otto V. Solms, churf. Gesandte. — « Gnadenberg, Pfarrdorf bei Velburg. 



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B4 

26. hab ich etwas zum besten geben zum rin rennen. 

27. seint wir nach rehern gezogen und nichtes gefangen. 

28. seint wir zu Sommerstorf* abgestiegen. 

29. seint wir von Anspach nach Greleze^ gezogen. 

30. seint wir von Greletze nach Meistein (?) gezogen. 

31. ist meiner gemahl tag^ gewessen. 

1. Abrilis ist ein wertug^ bey Neienstein ' auf einen bam 
m Wint gefert worden , daß man den bam vmbhauen müßen. 

2. seint wir in bauern kleder mascaraden gangen, 

3. haben wir getantzet, und Wallenborg geretet. 

4. seint wir von Neigenstein ^ nach Moßbach gezogen. 

5. haben wir den gantzen tag gespilet. 

6. bin ich zu Bina^ bey Ger.® lantschaden geweßen. 

7. seint wir von Mosbach nach Heidelberg gezogen und 
ib ich mein reß geentet, von der obem baltz. 

8. bin ich nauß hetzen gezogen mit den grafen. 

9. haben wir zum ringerennet. 

10. haben wir ein fux iagen gehabet. 

11. bin ich gen Schemberg* zu den von Erbach gezogen. 

12. hab ich daß trinken veretet auf V* J^r. 

13. ist der von Trinigen (?) weggezogen. 

14. hab ich den jungen Fuxen werhaflFtig gemachet. 

15. hab ich mich zum nachtmahl breberiret. 

16. ist Ostern gewesen und bin ich zum nachtmahl gangen. 

17. hab ich meine reht zu gast gehabt. 

18. seint wir zu Schwetzingen geweßen. 

19. bin ich vor und nachmittag in raht gangen. 

20. haben wir zum Wolfsbronen gessen. 

21. bin ich mit einem gaul Grinen ins wasser gefallen. 

22. seint wir zu Franckental gezogen. 

23. hab ich mein haut verbrenet. 

24. ist graf Cassemir von holoch *^ ins gesiebt geschoßen 
)rden, und seint wir nach Feldelstein * * (?) gezogen. 

25. seint wir nach Heidelberg gezogen. 

^ Sommersdorf, Amt Feuchtwangen — ^ Crailsheim Wttg. - * Ge- 
rtstag yon Louisen Juliane ist 31. März 1576. — ♦ Schutztuch. — 
l^eidenstein bei Mosbach. — ^ hier wohl statt Neidenstein. * Binau 
i Mosbach. — ^ Georg. — ® Schönberg in Hessen. — ^o Hoheniohe. — 
undeutlich. 



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235 

26. seint wir zum Furstenbrönen ^ gezogen , und hatz ser 
geregnet. 

27. ist hertzog Ger. Gustafus^ kumen. 

28. hab ich ein vergulden herschen zum besten geben. 

29. seint wir nach Werschaw^ gezogen. 

30. hab ich daß best mit der buxsen gewonnen, welichs 
der hertzog Gustafus zum besten geben. 

1. Maij. haben wir zum ringgerennet und ihm hoff bar- 
geloffen. 

2. ist hertzo(g) Hanß faltzgraue* herkummen. 

3. ist hertaog hanß ger fol gewesen. 

4. bin ich von dertafel aufgestanden, ist mir übel worden. 

5. hab ich borgation eingenummen. 

6. bin ich hetzen gezogen. 

7. haben wir in hoffgarden geßen. 

8. ist hertzog Hanß wegezogen und hat der grafe von 
Ordenberg daß ben brechen. 

9. ist graf Filibs von Hana kummen. 

10. ist graf filibs von Holoch kummen. 

11. haben wir den Kergemer^ weier gefftschet NB. mein 
gemahl. 

12. hab ich etwaß zum besten geben mit der arm brüst. 

13. seint wir nach Turlach gezogen. 

14. haben wir getantzet. 

15. haben wir zum ringerennet. 

16. seint wir von Turlach weggezogen nach Werschau, 
und hat deß Krumstorfs pfert den von man Mansfelt geschlagen. 

17. seint wir von Werschau nach Heidelberg gezogen. 

18. ist hertzog Karl^ faltzgraue kerkummen. 

19. haben wir zum Wolfsbronen gessen. 

20. haben wir ein hirsiagen gehabet 

21. haben wir zum ringerennet und im hoffgarden gessen. 

22. hat der Hanß silberknecht sein hochzeit gehalten. 

23. ist hertzog G. Gustafus sambt seinem Bruder H(erzog) 
Augustus^ herkummen. 

* Der 1741 neu hergesteUte obere Fürstenbrunnen. — - Georg Gustav 
V. Veldenz 1592 1634. — ' Wersau, churpfälzisches Schloss im Oden- 
wald. — * wohl Herzog Johann v. Zweibrücken 1569-1604. — « Kirch- 
heimer Weiher. ~ ^ Karl von Birkenfeld 1569-1600. — ^ Johann August 
regierte die Grafschaft Lützelstein 1592—1611. 



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236 

24. haben wir mit der buxsen geschoßen und hab ich 
daß best gewonen. 

25. hat hertzog Carl etwaß zum besten geben. 

26. haben wir zum Wolfsbronen gefischet. 

27. ist hertzog Carl faltz graf wegezogen. 

28. wieder ihn dem hoffgarden gesen. 

29. ist hertzog Ger Gustafus von hinnen weggezogen. 

30. haben wir mit den armbrust geschoßen. 

31. haben wir zu Schlierbach einen hecht gessen. 

1. Junij. seint wir zu Manem* gewesen. 

2. haben wir mit den armbrust geschoßen. 

3. hab ich mich zum nachtmahl breberiret. 

4. seint wir zum nachtmal gangen. 

5. hab ich mit Backofen und Fritz Storm in ballenspiel 
gespilet. 

6. hab ich Hanß Wolf von Eltz zum diener bestellet. 

7. bin ich nach Erbach gezogen. 

8. seint wir maskaraten gangen. 

9. bin ich fol gewesen, ist die von Werdenberg ^ nach 
Heidelberg kummen. 

10. seint wir nach Heidelberg gezogen und ist der Reissen 
lakey under daß rath gefallen. 

11. haben wir zum ringerennet. 

12. haben wir zum Furstenbronnen geiaget. 

13. haben wir zum Wolfsbronen gesen, ist der von Erbach 
weggezogen. 

14. haben wir ihm Segarden^ gessen. 

15. hab ich daß best gewonnen mit ringrennen, und 
haben wir ihm hoffgarden gessen. 

16. bin ich konig im schisen worden mit den Armbrust. 

17. seint wir nach Turlach gezogen. 

18. haben wir nachmittag getantzet. 

19. hab ich mit Margraf E. F.* gespilet. 

20. haben wir zum ringerenet und maskaraden gangen. 

21. seint wir von Durlach auf Werschen gezogen, ist der 
dochter Graf kräng worden. 

22. von Werschau nach Schwetzigen. 

^ Mannheiiii. — ^ Württemberg. — ^ Der Seegarten lag zwischen 
der heutigen Anlage und Rohrbacher Strasse. — ^ Ernst Friedrich siehe 
Anm. z. 4 Aug. 1696. - * Wersan. 



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237 

23. von Schwetzigen nach Heidelberg. 

24. seint wir in deß wirtz zum schwertzgarden (?) gewesen. 

25. hab ich die hossen * im schiß graben gewonen. 

26. bin ich hetzen geritten und em stück wilt geschoßen. 

27. ist der graf von Mansfelt * wegezogen. 

28. hab ich einen herschen geschoßen. 

29. seint wir bey Fegenbach zu Mauer' geweßen. 

30. seint wir von Heidelberg nach Werschau gezogen. 

1. Julij. seint wir von Werschau nach Durlach gezogen, 

2. seint wir nach Schwartzag gezogen, haben die.müg^ 
getantzet. 

3. seint wir nach Strasburg ankumen. 

4. haben wir den Tum besehen. 

5. haben wir geschoßen mit der buxsen, 

6. hat der von Mansfelt seinem diener hochzeit gehalten. 

7. ist ein dragedi gehalten worden. 

8. seint wir nach Baden gezogen. 

9. seint wir ihm kloster Beiren^ gewesen. 

10. hab ich die rustkamer besehen. 

11. haben wir gefischet. 

12. hab ich daß best mit rinrenen gewonen. 

13. seint wir nach Turlach gezogen. 

14. seint wir von Turlach nach Schwetzigen gezogen. 

15. seint wir nach Heidelberg gezogen. 

16. hab ich mit den armbrust geschossen. 

17. ist der Graf von Helfenstein herkumen. 

18. hab ich hirß geiaget und ist Sparneker gefallen mit 
einem pfert. 

19. hab ich 3 hirß ihm iagen geschossen. 

^ Friedrich IV. nahm wie besonders das Aasgabenbuch zeigt häufig 
an den in jener Zeit üblichen Schiessen Theil. In der Heidelberger 
Schützenordnung vom 1. Juli 1602 (Pf. Cop. 42 V2 239) heisst es: 
zum vierten soll umb die hosen und wammes nit geschossen werden, es 
seien dann zehen schützen so darumb schiessen vorhanden , were es aber 
sach das höchstemannter unser gnedigster herr selbst zugegen, alsdann 
son nicht weniger drumb geschossen werden wie auch da kein schütz vor- 
handen der hosen vnd wammes nit gewonnen gleichergestalt in irer churf. 
gd. beisein solche herrengab aufgeschossen und denjenigen so die meisten 
schuss hat also frey geuolgt werden, aber ausser dessen und in abwesen 
irer churf. gn. in beiden fällen unaufgeschossen bleiben. >- ' Peter Ernst. 
— ' bei Heidelberg. — * Mägde? — ^ Lichtenthai bei Baden. 



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239 

17. seint wir bey den Sickinger * gewesen. 

18. seint wir nach Kergel * gezogen. 

19. seint wir von Kergel nach Saarbrücken gezogen. 

20. hat man mit der buxsen geschossenu NR Graf von 
Leinigen. 

21. hat man zum ringerennet. 

22. seint wir zu Philispurg gewesen. 

23. seint wir nach Otweiller' gezogen. 

24. ist die kintaf gewesen. 

25. haben wir zum ringerennet« 

26. Beint wir nach 2 brücken gezogen. * 

27. haben wir zum ringerenaet. 

28. haben wir mit der buxsen geschofien. 

29. seint wir von 2 brücken nach Laastal^ und Laudern 
gezogen. 

NB. mein gemahl filtz gebeu. 

30. haben die von Laudern mich zu gast gehabt. 

31. seint wir von Ländern nach Neustatt gezogen, 

1. Sebtembris seint wir von Neustatt nach Franckeim 
gezogen. 

2. von Franckeltal auf Manheim. 

3. ist graf Johan von Nasse ^ zu mir kumen nach Manheim. 

4. seint wir von Manheim nach Heidelberg gezogen. 
NB. der bischof von Bremen ^ kumen. 

5. haben wir mit den stücken geschosen. 

6. haben wir gehetzet und hat Graf Johaq seinen abschit 
genumen. 

7. seint wir nach dem newen schloß gezogen. 

8. seint wir nach Altzei gezogen. 

9. seint wir nach Meßmen® gezogen. 

10. seint wir nach Birgefelt* gezogen. 

11. ist hertzog Karls sohn^* getaft worden. 

12. hat Rentz sein hochzeit gehalten. 

13. ist der Graf Filibs von Solums^' die stiegen nunder 
gefallen. 

1 auf Laudstuhl. — > Schloss Kirkel bei Zweibracken. — ' Ottweiler 
Pr. Reg.B. Trier. - ^ »NB. Wein!« bemerkt der Charfürst an dieser Stelle 
im Original, and zeichnet ein Glas darunter. — ^ Landstuhl. — ^ Of. 
Johann d. J. von Nassau, churf. Gesandte. — '' Johann Adolf, Herzog 
von Holstein-Gottorp. — ^ wohl Meisenheim. — * Birkenfeld. - *« chri- 
tian L - << Solma. 



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240 

14. seint wir von Pirkenfelt wegezogen nach Kirburg. * 

15. haben 2 magt hochzeit gehalten. 

16. seint wir auf Taun * gezogen. 

17. seint wir da stil gelegen. 

18. seint wir nach Smern' gezogen. 

19. haben wir gehetzet. 

20. hat mein gaul ein hasen in laflfen ertreden. 

21. seint wir nach Braubach gezogen. 

22. hab ich den keinigstul besehen. 

23. seint wir auf Smern gezogen. 

24. seint wir von Smern auf Brezenem* gezogen. 

25. haben wir zu Brezenem in garden getantzet. 

26. hab ich nachmittag geschlafen. 

27. seint wir auf Alze^ gezogen. 

28. von Alze nach Neuenschloß. 

29. haben wir 2 frisling^ gefangen mit den henden. 

30. haben wir zur Kunigenru' gessen. 

1. October. hat hertzog Johanis Augustus® sich in sein 
rabir gestochen. 

2. seint wir von Neuenschlpß nach Hirsbil ^ gezogen. 

3. bin ich in erfarung kumen, daß heit zu Heidelberg in 
dör cantkley gebrennet hat. 

4. seint wir nach Igelheim gezogen. 

5. ist mir mein bux zersprungen. 

6. seint wir nach Fridelsheim gezogen. 

7. seint wir zum Friderichsbil *® gezogen. 

8. seint wir burschen gezogen. 

9. seint wir zu Merlem*^ zu morgen gessen. 

10. seint wir gen Ridenem^* kumjBn. 

11. seint wir da geblieben. 

12. NB. ist mein gemahl wegezogen nach Heidelberg. 

13. bin ich nach Heidelberg gezogen. 

14. ist die löin*^ gestorben. 

• Kirberg. - • Dhaun. — ^ Simmern. — ♦ Bretzenheim. — ' Alzey. 
~ • Frischlinge. — ^ Königenrah. (?) — ^ Johann August von Yeldenz 
1592 1611. -> » Hirschbfthl, Hof bei Friesenheim, von Churfttrst Frie- 
rich IL zu einem Jagdschloss umgewandelt. — *o Fridrichsbühl ein vom 
Chmiürsten Friedrich II. der Pfalz im Bellheimer Wald erbautes Jagd- 
schloss. — ^^ MOrlheim bei Landau. — ^^ Ein nicht mehr vorhandenes 
Dorf, der Lage nach der Riedhof bei Speyer. — »^ bin H. 



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241 

15. hab ich mit den armbrust geschoßen. 

16. haben wir zu fuß turniret. 

17. hab ich in ballenspil gespilet. 

18. hab ich ein borgation genumen. 

19. bin ich nach Schetzigen* gezogen. 

20. bin ich nach Speier gezogen. 

21. bin ich nach Turlach gezogen. 

22. hat der von Leinigen daß trincken verredet auflf ein iar. 

23. hab ich mit dem margraflfen geredet. 

24. seint wir nach Wingarden* gezogen. 

25. ist graf Luttwig von Erbach mit einem gaul gefallen. 

26. seint wir nach Heidelberg gezogen. 

27. ist der lantgraf von Lichtenberg nach Heidelberg kumen. 

28. seint wir hetzen gezogen. 

29. ist der von Leinigen kumen. 

30. ist graf Luttwig von Erbach wider nach Heidelberg 
kumen und bin ich nach Dilsperg gezogen. 

31. haben wir geiaget. 

1. Nouember. seint wir nach Moßpach kummen. 

2. seint wir nach Bocksberg kummen. 

3. seint wir nach Weigersem ^ kumen. 

4. seint wir nach Rodenburg kummen. 

5. seint wir nach Anspach kumen und geiaget. 

6. haben wir geiaget. 

7. ist hertzog Cassimir von Sachsen* nach Anspach kumen. 

8. ist fürst Christian und der von Sachsen uneins worden. 

9. seint wir auf ein iagen gezogen. 

10. haben wir wider getruncken. 

11. seint wir nach Weigersem gezogen. 

12. bin ich zu Weigersem blieben. 

13. seint wir nach Wollenburg ^ gezogen. 

14. seint wir maskeraden gangen. 

15. hatz geregnet und hab ich 2 pfert gekafet. 
. 16. seint wir nach Fettelbach ^ gezogen. 

17. seint wir nach Stuckarden gezogen. 

18. haben wir ein schwein gefangen. 

19. haben wir zum ringerennet. 

20. seint wir nach Kergen' gezogen. 

* Schwetzingen. — " Weingarten Bez. Durlach. — ^ Weikersheim 
bei Mergentheim. — ♦ Johann Casimir f 1658. — * Wollenberg Bez. Sins- 
heim. — « Pfedelbach (CA. Oehringen). - ' Kirchheim a. Neckar. 

Z«iticlur. XXXIII. 16 



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242 

21. haben wir geiaget und guten lust gehabt 

22. haben wir ein fuxiagen gehabt und ist die wittfra 
von Nerdingen* kumen. 

23. haben wir 3. schwein gefangen. 

24. haben wir fux gehetzet. 

25. seint wir nach Stuckarden gezogen. 

26. hab ich den garden besehen. 

27. seint wir nach Fegigen ^ gezogen, ist Beichart gefallen. 

28. seint wir von Fegigen nach Brüssel^ gezogen. 

29. seint wir von Brüssel nach Heidelbei^ gezogen. 

30. hab ich ein reher gefangen. 

1. December. ist der von Leinigen wegezogen. 

2. ist unfletig wetter gewesen. 

3. hab ich ihm ballenspil gespilet. 

4. hab ich einen reher gefangen und felthuhn. 

5. wider ein reher gefangen und ist Belhofen kumen. 

6. hab ich hoch einen reher gefangen. 

7. hab ich ihm ballenspil gespilet. 

8. hab ich 2 reher gefangen. 

9. ist Behem über den Necker gesehwemet* 

10. hab ich dem großhofmeister^ einen son anß der taf 
gehoben. 

11. seint wir nach Lorß^ gezogen. 

12. hab ich 2. schwein gefangen. 

13. haben wir 2. seue gefangen. 

14. hab ich ein schwein gefangen. 

15. seint wir nach Erbach gezogen. 

16. haben wir auf dem schütten gefam. 

17. hab ich mit Lebel mein handel gehabet. 

18. seint wir nach Heidelberg kumen. 

19. haben wir auf den schütten gefaren. 

20. haben wir wider auf den schütten gefaren, ist F.® Chri- 
stian kumen. 

21. haben wir ein fux iag^d gehabt. 

22. hab ich den gantzen tag ihn ballenspil gespilet. 

23. bin ich den gantzen tag ihm rath gewesen. 

24. hab ich mich zum nachtmahl breberiret 

* Ntkrtingen, Wittwensitz d. württemb. Herzoginen. — ' Vaihingen. 
— « Bmchsal. — * Philipp V^ambolt ron ümstat, GroBshofineister seit 
1595. l*f. Cop. 42V8 201. — 5 Lorsch a. d. Bergstrasse. — « Fürst 



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243 

25. ist christag geWöfeen. 

26. ist mein hertzliebe gemahl mit einer tochter* nieder 
kummen umb ^/4 auf 6. nachmitag. 

27. bin ich bessen^ gewest. 

28. bin ich nach Weimem^ gezogen. 

29. bin wider nach Heidelberg gezogen. 

30. ist der von Eberstein H. Jakob herkumen. 

31. ist der von Helfenstein herkumen. 

1599. 
Den 1. Januarij. haben Borg^ und Grin ihrn abschit ge- 
numen und ist fürst Christian weggezogen. 

2. bin ich bessen^ gezogen und nichts gefangen. 

3. binichinkergenraht^gewesenundnachWeinem gezogen. 

4. seint wir nach Heidelberg gezogen. 

5. bin ich nauß hetzen gezogen. 

6. hab ich zum ringerennet. 

7. haben wir zu fuß turniret. 

8. bin ich nach Wersau gezogen. 

9. wider nach Heidelberg und ist Graf Wilhelm zu Wit'' 
zu mir kummen. 

10. bin ich nach Lors gezogen. 

11. musterung gehabet und geyaget. 

12. bin ich wider nach Heidelberg gezogen. 

13. seint die gefattern ankumen. 

14. ist kintaf gewesen und Fegenbachs® hochzeit angefangen. 

15. ist hochz^ittag gewesen. 

16. haben wir zum ringerennet. 

17. haben wir den bern gehetzet. 

18. haben wir getanzet. 

19. haben wir zu fuß tomiret. 

20. seint wir nach Tarmsta(t)^ gezogen. 

21. haben wir maßkaraden gangen. 

22. haben wir 2 reher gefangen. 

23. seint wir zum endenfang gezogen NB. mein kof.*® 

24. haben wir ein fux iagen gehabet. 

25. seint wir nach Heidelberg gezogen. 

26. bin ich den gantzen tag ihm raht gewesen. 

* Anna Eleonore f 3. Juni 1600 n. st. *- * beizen. — ^ V^einheim. — 
♦ woM MarsiUus Bergner s. p. 212 An. 7. — » beizen. — * Eirchenrath. 
— ' W^ied. — 8 churf. Jägermeister. — » Darmstadt. — *» Kopf. 

16* 



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244 

IL Das Ausgabenbuch. 

Verzeüchnüß, was wegen des durchleüchtigsten hochgebomen, 
fürsteh und herrn, herren Fridrichen des namens dem Vierten, 
pfaltzgrauen bei Khein, des hailigen römischen reichs ertz- 
trücksässen und churfürsten, hertzogen in Bayeren, meines 
gnädigsten churfürsten und herren, ich Johann ChristoflF 
von Morsheim, von Stephan Quaten von Wickrait,* ahn gelt 
weiter zu verrechnen den 7. Juny 1599 ingenonamen und 
außgeben habe. 

Jnnam. 

Erstlich setze ich in innahm was mir von Stephan Quaten 
nach gehaltener seiner rechnung welchs ihm überblieben ist 
gelifert worden 4999 fl. 12 bz. 7 ^.^ 

Darnach habe ich von wegen m. g. churfürsten und herren 
von dem herrn cammermeister empfangen dz dritte quartal 
den 1. July a. 99. 5000 fl. 

Empfangen von dem herren cammermeister den 1. Octo- 
bris dz vierte quarthal a. 99 wiederumb 5000 fl. 

A. 1600 den 1. January von obgemelten canmiermeister 
empfangen 5000 fl. 

Noch mehrer von Veiten Dürren cammersecretarien 
empfangen 200 fl. schirm gelt von der stat Wormbs 

Summarum dieser einnam thut 20199 fl. 12 bz. 7 ^. 

Außgabe Juny Anno 1599. 
Den dritten Junij auß seiner churfürst g. beuel einem 
armen iungen zu Weinheim uflF der darmstätter reiß geben 

1 golt fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. haben s. eh. g. etlichen bauren uff dem iagen bei 

dem Wolfsbrunnen, so tantzen müssen verern lassen 4 K ^ auch 

einer frauen so s. eh. g. schmecken^ verert. 1 Silbercron* 

thun 7 fl. 9 bz. 

Den 4. ist auß s. eh. g. beuel, den beiden cammeriungen 

* Stephan Quadt Yon Wickenrodt wird 1604 AmtmaDn zu Bacharach. 
Pf. Cop. B. 18. 426. — * Die hier fast durchgängig verzeichneten Geld- 
sorten sind der alte Goldgulden und der aus den Niederlanden kommende 
Königsthaler = K ^ (Dickthaler, Real), welche beide wie das Ausgaben- 
register zeigt damals gleichen Werth hatten. Die Beduction geschieht in 
Gulden (= 15 batz.), Batzen (= 14 Pf.) und Pfennige. V2 K. ^ = 11 bz. 4 -a 
und 11 bz. 7 A. — 5 schmecken, blumenstraüsse (Schmeller bayr. Wb.). 
— ^ specif. österr. Münze = 1 fl. 9 baz. 



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245 

Brendel und Staudach ieglichem ein par Stiefel kaufft worden 
4 K. >A — 6 fl. 

Den 4. dem tapesirer zu Franckenthal, nach laut seines 
zetteis bezalt worden 24 fl. 13 bz. 1 kr.(euzer.) 

Den 4. dreien tmbanten, so von hoff weggezogen auß s. 
eh. g. beuel verert worden 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. haben s. eh. g. etlichen bauren uff dem iagen bei 
Schwetzingen, so tantzen müssen, verehren lassen 4 Silbercron 
und 1 K. A — 7 fl. 14 ' bz. 7 a. 

eben denselbigen tag einen bauren, so s. eh. g. kirschen 
verert geben 2 K. -a — 3 fl. 

Den 5. Rauchheupten , cammer iunckem erstattet 3 K. ^, 
so s. eh. g. mit ihm zu Weinheim uff der schießtafel ver- 
spilt 4 fl. 7 bz. 7 >Ä. 

Latus 59 fl. 14 bz. 1 kr. 

Den 5. haben s. eh. g. dem Claude, trabanten' an seinem 
hauß zinß zu Steuer geben lassen 4 fl. 

Den 6. haben s. eh. g. mit dem einen frantzösischen 
herren verspilt 20. Sonnencron thun 38 fl. 10 bz. 

Den 6. auß s. eh. g. beuel einem armen verbrenten mann, 
welcher eine supplication übergeben verert 4Va K. ^ — 

6 fl. 11 bz. 7 ^. 

Den 6. haben s. eh. g. uff* der reiß naher Brette zu Lan- 
genberg^ einen druncke uff der kutschen gethan 4 bz. 

Den 6. dem küchenmeister Frantzen von Hammerstein 
geliefert 134 K. ^, so s. eh. g. zu auff bauung des raierhauses 
geben 201 fl. 

Den 7. Georg, lackeien erstattet 5 fl. 10V2bz., welche er 
verzert, als er von Fridelsheim nacher Speier mit eh. pf. gül- 
denen uhren geschickt worden. 

Den 7. ist auch Andreas lackeien erstattet worden 2 fl. 
9V2 bz., welches er verzert, als er in chur. pf. geschefften von 
Altzei nacher Speier geschickt worden 2 fl. 9Va bz. 

Den 7. haben s. eh. g. zu Bretten uff der musterung 
einem bauren verert ein halben K. ^ noch 2 Soldaten, so 
s. eh. g. unterwiesen auß beuel verert worden 1 K. ^ — 

2 fl. 4 bz. 
Latus 261 fl. 4 bz. 7 a. 

* sie. aus der Berechnung von 4 Cronen (= 6 fl. 6 bz.) und 1 golt fl. 
dagegen, ergeben sich 13 batz. — « Langenbrücken. 



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246 

Den 8. haben s. eh. g. den musicanten zu Brüssel * in des 
herren von Brand hauß verert 9 K. ^ — 13 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 8. haben s. eh. g. zu Brüssel in des von Helmstetts 
I hauß 5 iungfrauen, so s. eh. g. gesungen auch schmecken 

i verert, geschenckt 9 K. ^ — 13 fl. 7 bz. 7 ^. 

:^ eben den selbigen tag, als s, eh. g. von Brüssel nacher 

Heydelberg geritten dem postknecht vor seinen lohn und Ver- 
ehrung geben worden 4 K. <ä — 6 fl. 

Den 10. als s. eh. g. zum Fürstenbronnen ^ gangen alda 
einer frauen so s. eh. g. kirschen geschenckt geben 1 hal- 
ben K. ^ — 11 bz. 4 -A. 

Den 10. uflf dem weg naher dem Fürstenbronn einer andern 
frauen, %o s. eh. g. schmecken, auß dem beuel gebenn 1 hal- 
ben K. ^ — 11 bz. 4 ^. 

Den 11. einem bauren, welcher einen lebendigen kranich 
\ bracht auß s. eh. g. beuel 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 12. haben s. eh. g. zu Heydelberg im Hirßgraben^ 
zu verschiessenn geben 5 K. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. den schützen zu Heydelberg im schißgraben er- 
stattet 5 K. nÄ, welche s. eh. g. den 15. octobris a. 1598 zum 
besten geben und also stehen bUeben 7 fl. 7 bz. 7 '^, 

Latus 51 fl. 2 bz. 8 ^. 

Den 12. Samuel, lackeien wiedrumb erstattet 20 alb.* 

welche er verzert mit den hundsiungen zu Heppenheim uiF 

der Darmstatter raiß. 

f[ Den 13. Philpsen dem cammerdiener auß s. eh. g. beuel 

vor eine biebel geben 2 K. ^ - 3 fl. 

Den 13. Hanß Hoosen dem Wächter, so zu winters zeit in 
ehr. pf.^ gemach ein heitz, welches zu ostern fellig gewesen 
geben 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 .ä. 

Den 14 vor eine schreibtafel die ich täglich drinnen allerlei 
außgabe zu notiren, von s. eh. g. wegen auß geben 1 halbe 
K. -A -— 11 bz. 7 -A. 

Den 14. ist auß s. eh. g. beuel dem selbigen schiffman 
verehrt worden 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

^ Bruchsal. - ^ Derselbe lag wohl an der Stelle des jetzigen 1741 
wieder hergestellten obern Fürstenbrunnens. Widder I. 133. — ^ Hirsch- 
graben. — ♦ albus = Weisspfennige = 3 Kreuzer. — ^ Churpfalz. 



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247 

Den 15. hat s. eh. g. dem iubilirer von Hanau abkauflf ein 
zimmetfäßlein in golt eingefaßt, davor geben 2 K. -* — 3 fl. 

Den 15. haben s. eh. g. zu Heydelbei^ im schißgraben 
zu verschiessen geben 2 Bosonobel* 9 fl. 3 bz. 

Den 15. dem Barthol Kochen, welcher Schwachheit halben 
in sauerbron'^ gezogen auß chur. pf. beuel geben 5 K. -a — 

7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 15. Draffen dem saalknecht, als der ins warm bad ge- 
zogen auß Ch. pf. beuel geben 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 16. dem calckschneider zu Heydelberg so in s. ch. g. 
gemacht arbeitet außderoselben g. beuel geben 4 K. ^ — 6 fl. 

Den 15. einem iubilirer von Hanau vor kleinoder, so s. 
ch. g. bei ihm kauflft uff rechnung geben 200 K. ^ — 300 fl. 

Latus 354 fl. 2 bz. 11^. 

Den 16. dem Jeremias, falckner mit der lamen band auß 
s. ch. g. beuel geben 5 K. ^ — 7 fl. 7 batz. 7 ^. 

Den 16. dem federmacher von Nürnbergk uff rechnung 
geben 30 K. '^ — 45 fl. 

Den 16. der fergen zu Manheira am far, so s. ch. g. über 
Rhein gefurt, auß dero beuel geben 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 16. haben s. ch. g. zur Rehehütten ^ 6 musicanten 
verert 3 K. >a — 4 fl. 7 batz. 7 ^. 

Den 17. einem müller in einer mülen bei S. Lamprecht, 
so s. ch. g. gefangen verert 1 K. ^ — 1 fl. 7 bat^. 7 ^. 

Den 17. zu Weidenthal, im wirtshauß auß s. ch. g. beuel 
der magt alda verert 1 K. ^ — 1 fl. 7 batz. 7 ji. 

Den 17. eben zu Weidenthal einem alten man, welcher 
vor iahren die junge wölff a^ßzuhebe^ gepflegt, auß sein 
ch. g. beuel verert 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 18. haben s. ch. g. einem Soldaten zu Lautern verert 
einen halben K. -a — 11 batz. 7 -a. 

noch einen halben K. ^ zu Lautern den selbigen tag auß 
s. ch. g. einem Soldaten geben, so s. g. unterwiesen 

11 batz. 7 ^. 

Den 19. Georg, lackeien erstattet anderthalben K. ^. so 
er zur Neustatt armen leüten welche ins bad ziehen wollen 
verert 2 fl. 3 batz. 7 -a. 

Latus 72 fl. 11 bz. 

^ Boscnobe], Eduardnobel, englische Münze, welche Eduard III. prägen 
liesB. (Schmieder, Münzkunde S. 384.) — * Sauerbrunnen. — ' Hof bei 
Mutterstadt i. Pf. 



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248 

Den 20. haben s. eh. g. hertzog Johansen* pfaltzgrauen 
ältisten freilein zum spielen verert 5 K. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 ^• 

Den 20. Hansen von Massenbach, cammerjunckern erstattet 
6 K. ^, so s. eh. g. zu Bretten, mit ihm auflf der taffei ver- 
schossen 9 fl. 

eben denselbigen tag Massenbachen erstattet einen halben 
K. >A, welchen er auß s. eh. g. beuel zu Bretta^ einem sol-, 
daten verert, welchen s. eh. g. unterwiesen 11 bz. 4 >a. 

Den 20. haben s. eh. g. zu Lautem dem fendräger' und 
Spielleuten daselbsten, welche umb ein Verehrung angehalten 
geben lassen 5 K. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 20. Fechenbachen erstattet einen K. ^, welchen er uff 
Metardi tag den rorbacher bauern, welche die weinberg bei 
Heidelbergk außgeklopffet auß s. eh. g. beuel geben 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 21. Philipsen Frauenziemer, lackeien zu Sobernheim 
auß s. eh. g. beuel, von wegen seiner niederländischen reiß 
zu Verehrung geben 14 K. ^ — 21 fl. 

Den 21. Hanß, lackeien erstattet 1 fl. 2 albs*, welche er 
verzert, als er von Neuenstatt auß s. eh. g. beuel naher Zwei- 
brücken geloffen. Latus 46 fl. 14 bz. 13 >a. 

Den 22. hat eh. pf. vier beuelhabern zu Sobernheim, so 
s. eh. gl. untdtwiesen verert 9 K. >a 13 fl. 7 batz. 7 -a. 

Den 22. haben s. eh. g. zu Sobernheim dem Jeremia, 
falckner .den balbirer lohn wegen seiner beschedigten band, 
zu Steuer geben lassen 23 K. ^ — 34 fl. 7 batz. 7 ^. 

Den 22. einem armen alten man, so vor s. eh. g. losa- 
r ment gesessen zu Sobernheim, aus dero beuel geben ein 

halben K. ^ — 11 batz. 4 >a. 

Den 22. zu Sobernheim einer armen frauen, mit einem 
blinden kind aus s. eh. g. beuuel geben 1 K. .a — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 
Den 22. haben s. eh. g. zu Muntzenheim^ bei Sobernheim 
einem Soldaten, so capiten werden sollen, verert 1 fl. 7 bz. 7 >a. 
Den 23. etlichen weibem im nächsten dorff bei Simmern 
ll» so s. eh. g. gesungen, verert worden 1 K. ^ — 

ijtl 1 fl. 7 batz. 7 ^. 

1 

* Johann I., Herzog von Zweibrücken 1669—1604. — ' Bretten. — 
»* Fahnträgern. — ♦ albus. — * Monzernheim. 



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249 

Den 23. einem weib von Sobernheim bey jungst gedachtem 
dorff, welcher man die füß abschneiden müssen lassen auß s. 
eh. g. beuel geben 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 23. zu Simmern einen halben K. ^ vor carten 

11 batz. 4 ^. 
Latus 57 fl. 

Den 24. haben s. eh. g. zu Simmern zu verschissen geben 
5 K. -A — 7 fl. 7 bz. 7 >A. 

Den 25. einem armen man zu Sinunern, so mitder krenk 
beladen auß s. eh. g. beuelgeben, ein halb K. ^ — 11 bz. 7 >a. 

Den 25. Frantz, lackeien dn halben K. ^ geben, als er 
von Simmern nacher Braubach* lauffen müssen 11 bz. 7 -a. 

Den 26. hat s. eh. g. des hern von Winnenbergks * lackeien 
zuBeylstein, als er gen Simern geloffen verert 2 K. -a. — 3 fl. bz. 

Den 26. haben s. eh. g. zu Beylstein in einer schmidten 
einen nagel geschmiedet, ist den schmiden verert worden 
2 K. -A — 3 fl. 

Den 27. Hanß, lackeien erstattet einen K. >a, welchen er zu 
Beylstein vor dem thor auß seiner eh. g. beuel einem andern 
man geben 1 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 27. zu Beylstein einem hotten, so s. eh. g. brieffe 
von. Simmern bracht zu potten lohn geben 6 batz. 

Den 28. hat s. eh. g. zu ßeinbellheim ^ uff der musterung 
etlichen iungfrauen, so vor dem zeit gesungen verert 3 K. ^ — 

4 fl. 7 bz. 7 ^. 
Latus 21 fl. 6 bz- 

Den 28. zu Rheinbeiheim bei Simmem einer armen lamen 
frauen auß s. eh. g. beuel geben ein halben K. ^ — 

11 bz. 4 ^. 

Den 28. hat s. eh. g. uff dem weg naher Simmern von 
Rheinbeiheim einem leurer*, so ahn der straß geleüret geben 
einen K. ^ — 1 fl. 7 biz. 7 ^. 

Den 28. haben s. eh. g. etlichen weibern in einem dorff 
bei Simmern, als dieselbige von Rheinbeiheim von der muste- 
erung gezogen, welche s. eh. g. schmecken gebracht, verem 
lassen 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 29. zum Strombergk einem armen stummen menschen 
auß s. eh. g. beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

^ in Nassau. — ^ Die Winnebergs waren Herrn von Beilstein. — 
' Rheinbellen. — * Leierer, Spielmann. 



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250 

Den 29. den weibern zu Simmern, welche s. eh. g. als sie 
auß der stat gereist gefangen, auß dero beuel geben 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 29. zu Creutzenach einem man , welches weib s. eh. g. 
auß ungefehr zu boden geritten, auß deroselbigem beuel geben 
10 K. .A — 15 fl. 

Den 30. auß s. eh. gl. beuel Georg, lackeien uff die reiß 
mit geben 14 K. ^ — 21 fl. 

Latus 44 fl. 3 bz. 10 ^. 

Den 30. hat s. eh. g. eine arme fraun von Strombergk* 
eine supplication ubörgeben sich beclagende wegen eines in- 
zugs welchen sie nicht erlegen könte, ist ihr von s. eh. g. ge- 
schencket worden 5 fl. bz. 

Den 30. haben s. eh. g. Fritz, leibgutschem geben lassen 
5 K. -A welches ihme versprochen worden als s. eh. g. von 
Heydelberg nach Neuenstat gezogen 7 fl. 7 bz. 7 ^, 

Den 30. Fritz, lackeien, als er von Creutzenach naher 
Heydelberg seiner kleidung halben geloffen zu zehrung geben 
1 halben K. 5^ — 11 bz. 4 a. 

Den 30. dem Stauungen, so stets die stall winde führet 
vor sehue und strirapff auß s. eh. g. beuuel geben 1 K. «a — 

1 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 29. haben s. eh. g. zu Creutznach uff dem sehlos mit 
graue Emichen von Falekenstein verspielt 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 29. haben s. churf. g. zu Creutznach im schißgraben 
mit Schirstettern , Poniski und Massenbachen uff der tafel 
und würffein verspielt 6 K. ^ — 9 fl. 

eben denselbigen tag haben s. eh. g. zu Creutzenach 
1 K. -A im schißgraben eingelegt 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 27 fl. 8 bz. 11 ^. 

Summa alles gab dieses monats July lest 895 fl. 11 bz. 8 -a. 

Außgabe July. 

Den 1. Julij. einem armen man zwischen Creuznaeh und 
Bretzenheim mit zweien kleinen Kindern auß pf. beuel geben 
1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 j^. 

Den 2. dem narren zu Bretzenheim auß pf. beuel geben 
1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 2. dem gertner daselbsten, so ?. eh. g. schmecken verert 3 fl. 

* bei Simmern. 



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251 

Den 3. einem iäger zu Bretzenheim, welcher pf. ein eng- 
lischen hund von des grafifen wegen verert 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 3. einem reisigen knecht zu Bretzenheim, so aufif pf. 
gemach gewartet 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 3. zu Bretzenheim auß pf. beuel einem frantzösischen 
capiten geben 32 K. a — 48 fl. 

Den 4. etlichen weibern zu Wirstat^ bei Opp^heim, so 
gesungen auß pf. beuel geben 4 K. -a — 6 fl. 

Den 4. dreien aussätzigen personen zu Deirstat^ auß pf. 
beuel geben 5 K. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

eben denselbigen tag zu Wirstat einer armen frauen geben 

1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. einem blinden man zu Oppenheim, so vor der 
kirchen gesessen, auß pf. beuel geben 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. bei Oppenheim einer armen frauen mit 4 kindern 

auß pf. beuel geben 2 K. ^ — 3 fl. 

Latus, 76 fl. 7 bz. 7 -a. 
Den 6. zur hütten* den fergen, so pf. über rhein gefuhret 
auß dero beuel geben 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 6. einem armen menschen, so mit der schweren krenck 
behafft zur huetten auß pf. beuel geben 1 6onnencron^ 1 fl. 12 bz. 
Den 7. zum Neuenschloß ^ einem iungen, so ein armen ent- 
zwei gebrochen auß pf. beuel geben 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 A. 
Den 7. zu Yirnheim 2 mägden in der küchen geben 

2 K. -A — 3 fl. 

Den 7. zu Virnheim vier weibern, so pf. schmecken verert 

2 Silbercron 3 fl. 3 bz. 

Den 7. zu Virnheim einem cremer vor allerhand war, so 
ihme pf. abkauflft ein halben K. ^ — 11 bz. 4 ^. 

Den 8. dem iubilire zu Franckenthal Johan Rosch vor 2 
kleinot auß pf. beuel geben 130 K. ^ thun 195 fl. 

Den 8. zu Heydelberg Hanß Hoosen des Wächters söhn, 
welcher pf. einen sperber bracht verert 2 K. >a — 3 fl. 

Den 8. Meister Eberharden von Schönau, so pf. einen 
habich bracht verert 2 K. -a — 3 fl. 

^ Wörrstadt. - 2 9 _ « Rehhütte. — ♦ Bcu de eoidl, franz. Geld- 
münze die unter Lndwig XI. 1475 aufkam. — ^ Siehe Tagbach 22. Juli 1598. 



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252 

Den 8. Hanß Igen, trompetern auß pf. beuel zu Steuer an 
seiner behausung so er erkaufft 133 K. ^ und ein halb — 

200 fl. 3 bz. 11 ^. 

Den 8. den. musicanten erstattet 5 K. -a, so ihnen pf. zu 
Beylstein versprochen 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 422 fl. 1 ^. 

Den 9. dem iungen zu Schwetzingen, welcher der jungen 
winde wartet auß pf. beuel verert worden 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 9. den bauren von Rorbach, so büsch außgeklopfft 
auß pf. beuel geben 5 K. -a — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 9. haben s. eh. g. zu Schwetzingen dem frantzösi- 
schen lautonisten ^ verehren lassen 4 K. ^ — 6 fl. 

Den 9. einer frauen zu OflFterßheim ^, so birren^ verert 
auß pf. beuel verert 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 10. dem einen zeugwarter zu Heydelberg welcher 
in sauerbron ziehen wollen, auß eh. pf. beuel zu Steuer geben 
5 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 10. Friedrichen von Hammel, so pf. ein wachsen bild 
in ein glaß gemacht verkaufit, davor zu bezalung geben 
9 R.* ^ — 12 fl. 

Den 10. hat Canouski^ falckenmeister auß pf. beuel vor 
18 geerfalckenhauben geben 9 K. ^ — 13 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 10. den bauren zu Wieblingen, so büsch ausgeklopft 
auß pf. beuel geben 5 K. -a — 7 fl. 7 bz. 7 >a. 

Den 10. zu Ladenbergk^ den fergen, so pf. über den näcker 
gefüret geben auß s. eh. g. beuel 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 A. 

(Den 11. haben s. eh. g. reingraff Philipsen ein pferd mit 
spielen abgewonnen, ist zu halflfter gelt geben worden 10 R. ^ — 

13 fl. 5 bz.) ^ 
Latus 58 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 11; haben s. eh. g. Melchior Kellern ein Weidmesser 
kauft, dauor bezalt 1 fl. bz. 

Den 11. ist zweien welschen so gefangen gewesen und 
s. eh. g. umb ein steier angesprochen gereicht worden 
3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

^ Lautenspieler. — * Oftersheim bei Heidelberg. — - ' Birnen. — 

* Reichsthaler = 1 fl. 5 bz. (stieg im V^erth bis zum Doppelgulden). — 

* Cognovsky. « — Ladenburg. — ' im Orig. durchstrichen. 



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253 

Ist auß beuel s. eh. g. der Türckin tochter zu Heydel- 
bergk gereicht worden 20 R. ^ — 26 fl. 10 bz. 

Den 11. Johann, malern zu Heydelberg vormalwerck auß 
pf. beuel bezalt 100 fl. bz. 

Den 11. haben s. eh. g. dem iubilirer von Franckenthal 
Hercule von der Fünck 2 ohrgehenek abkaufft, ist davor be- 
zalt worden 6 R. s, — 8 fl. 

Den 11. Rauchheupten, cammerjunekern erstattet 1 K. ^, so 
er auß pf. beuel einem bauren äu Schwetzingen uff der muste- 
rung geben 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

auch ihme femers einen K. ^ erstattet, so er den weibern zu 
Dermbach ^ bei Sponheimem verert 1 fl. 7 bz. 7 -a welche 
s. eh. g. gefangen sampt einem halben ^ so er auß pf. beuel 
den knecht zu Brüssel 2, so die postpferde vorgezogen verert 

11 bz. 4 ^. 

Den 12. Antonio dem bürschknecht erstattet laut seines 
zetteis 5 fl. 6 alb., welche er außgeben auß pf. beuel vor 
einen kloben feuerstein und andern Sachen zu s. eh. g. büehsen 
gehörig. 

Den 12. einem weidman, so pf. habich^ bracht auß dem 
bisthumb Speier aüß dero. beuel geben 8 K. ^ — 12 fl. 

Latus 159 fl. 10 bz. 4 ^. 

Den 12. bei Beerheiligen* einem iungen, der pf. umb eine 
Steuer angesprochen 1 K. -a — 1 fl. 7 bz. 7 >a. 

Den 12. einer frauen von Beerheiligen, so pf. bieren verert 
auß dero beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. einem man von Leimen, so zeittige drauben ver- 
ert auß s. eh. g. beuel verert 1 K, -* — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 12. zu Rorbach einem weib mit einem kind auß pf. 
beuel geben 1 K. .a — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. den leuten von Leimen noch einen K. ^ verert, 
welche s. eh. g. mehr bieren gen. Heidelberg bracht 

1 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 13. Friedrichen dem sattelknecht erstattet 3 R. ^ 14 ^, 
welche er nach laut seines zetteis vor pf. außgelihen 4 fl. 

Den 13. haben s. eh. g. mit einem frantzösisehen pallen- 
spieler im ballhauß verspilt 10 Sonnencronen — 18 fl. 

* Derrenbach bei Stromberg. — « Bruchsal. — ' Habicht •— ♦ ? 



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254 

il Den 13. einem man vor einen äffen auß s. eh. g. wegen 

^ bezalt 15 K. ^ — 22 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 13. dem Canouski, falckenmeister einen zettel bezalt, 
welches er vor pf. außgeben 9 fl* 8 bz. 

Den 13. einem hotten von Darmstat, so s* eh. g. einen 
bäumfalck bracht, auß dero beuel geben 1 K. ^ — 
J 1 fl. 7 bz. 7 -A. 

\ Den 13. dem Philips, laokeien uff dem iagen auß s. eh. g. 

2 beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

g Latus 64 fl. 8 bz. 10 ^. 

jl Den 13. dem frantzösischen lautenisten Boocks, auß s. eh. g. 

beuel geben 10 K. ^ — 15 fl* 

Den 14. zu Franckenthal einem mahler vor ein gemalt 
geben auß pf. beuel 10 fl. bz. 

Den 14. einem welschen kremer zur Rehhütten auß pf. 
beuel 5 E. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 14. Thomas dem iubilirer zu Franckenthal vor 2 gül- 
I dine rabbierlein bezalt 22 K. -a — 33 fl. 

1 Den 14. auß pf. beuel zu Franckenthal vor 2 par messer 

I 1 H. ^ — 1 fl. 7 bz* 7 ^. 

i Den 14. haben s. eh. g. zu Seckenheim einer magt, so dero- 

^ selbigen streiß verert geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

I Den 14. als s. eh. g. zu Manheim über Rhein gefahren den 
:: fergen gereicht worden 1 K. ^ — 1 fl. 7 b^. 1 ^. 
i Öen 14. zur Reehutten einem armen mati, welcher s. eh. g. 
\ umb zehrung angesprochen gereicht Worden 1 K. .ä — 
'• , 1 fl. 7 bz. 7 ^. 
■: Den 15. des fergen tochtei* zu Fratckenthal, so s. eh. g. 

ein schmecken verert auß derö beuel geben 1 K. ^ — 

II 1 fl. 7 bu. 7 >A. 
'; Den lä. deüi frantzösischen lautinisten Bocke wiederumb 
j auß s. eh. g; beidel verert 10 K. >* — 15 fl. 
j Den 15; haben s. cb. g* zu Franckenthal Hercule von der 
;| Fünck iubilirern 2 harstecher* abkauflft iest davor bezalt 
i worden 16 K* ^ thun 24 fl. bz. 

welche der gräuin von Hanau verert worden, 
i Latus 112 fl. 

Den 15. Reingraue Otten^ auß pf. beuel geben 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 
* Haanmdeto. ^ * Wild- und Rheingraf Otto v. Solm. 



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265 

Den 16. dem Bocke, frantzösischen lautenisten abermaln 
auß s. eh. g. beuel geben 10 K. ^ — 15 fl. 

als marggraue Ernst Friedrich' zu Baaden da gewesen. 

Den 16. haben sich s. eh. g. zu Frankenthal mit rhein- 
graf Philippsen uff den würflen verspielt 50 R. >a — 75 fl. 

Den 16. ist auß pf. beuel einem armen man bei Neüenheim 
gereicht worden 1 K. ^ — 1 fl* 7 bz. 7 Jk. 

Den 16. zu Heydelberg auß pf. beuel einer ai-men frauen 
vor dem schloß geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. haben s. eh. g. zu Heydelbergk uff der mess im 
hoffgarten einem Franzosen 2 bücher abkaufft, darin allerlei 
seltzam nationen leüte abgemalet, costen 46 Gronen — 

82 fl. 12 ^. 
Latus 177 fl. 4 bz. 7 ^. 

Den 17. zu Heydelbergk in der meß haben s. eh. g. 8 
Silber becher, welche reingraue Otten verert worden, thun 49 fl. 

2 dutset schmeckende^ händschuch 7 fl. 9 batz. 

6 nadel küssenn, 9 par schöne händschuch 18 fl. 

4 par messer thun 8 fl. 

2 danunfutter 5 fl. 

2 stück dar duch und etliche schöne sahnus dücher' 
mit spanischen canten, costen 88 fl. 

Ein par güldine Armband wiegen 15 Cronen thun 27 fl. 

Den 17. haben s. eh. g. eine abeonterfeiung der stat Con- 
stantinopel von einem Frantzosen kaufft, costet 9 fl. 8 bz. 

Den 17. haben s. eh. g. im sehißgraben zum armbrust zu 
Verschissen geben 4 K. ^ — 6 fl. 

Den 17. haben s. eh. g. dem Bocke, frantzösisehen laute- 
nisten verem lassen 7 K. ^ — 10 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. im schißgraben einer frauen, so pf. ein schmecken 
bracht auß dero beuel 1 K. -a — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

eben denselbigen tag im schißgraben einem Soldaten, so pf. 
umb ein Steuer angesprochen gereicht worden 1 K. ^ — 

1 fl. 7 bz. 7 >A. 

im schißgraben widerumb einem alten schützen auß pf. 
beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 -ä. 

Latus 233 fl. 2 bz. 

Den 17. haben s. eh. gl. in der meß ein buch von allerhand 
thieren erkaufft, lest dauor auß dero beuel geben worden 20 fl, 

* siehe Tagbach 4. Aug. 1696. — ' wohlriechende. — • ? 



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18 


fl. 


15 


fl. 


2 


fl. 


9 


fl. 


18 


fl. 


29 


fl. 


39 


fl. 



256 

Den 18. uff dem marck, in der meß vor sammatinen und 
seidenatlas schlaffhauben bezah ./ 14 fl. 

vor ein .windmacher ^ und 6 messingen Schlösser entrichtet 

3 fl. 2 bz- 

vor ein haartuch 

vor schmeckende körner 

vor spietzen 

vor ein schnubduch 

vor ein stuck tuch zu einem cragen 

vor 2 stücker tuch zu zweien crägen 

vor ein dutset händschuch und nadeltäshen 

vor drei schmeckende kettenn und 3 par messer 13V2 fl- 

vor 3 püsch federn 7V2 A- 

vor einen schwarzenhutt die hudschnur mit golt gesticket 
cost ' 18 fl. 

Den 18. einer frauen zu Heydelbergk im schißgraben von 
Leimen, so pf. wein.trauben verert, geben 1 K. :, — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 18. einer andern frauen, so auch trauben verert auß 
pf. beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 iv. 

Den 18. haben s. eh. g. im schißgraben geschossen und 
erst eingelegt worden 4 bz. 

Latus 209 fl. 6 bz. 

Den 18. dem hoffwasserbrenner vor puluerkertzlin nach 
laut seines zetteis bezalt 15 fl. bz. 

Den 18. den knechten im stall zu halfftergelt geben 
2 K. ^ — 3 fl. 

von wegen eines pferds, so pf. zu Lautern mit dem herren 
von Crichingen vertauschet. 

Den 18. Victoren dem iungen im marstall vor s. eh. g. 
Spießruten zu kaufen geben 1 K. -iX — 1 fl. 7 bz. 7 «a. 

Den 19. einem holländischen Soldaten in des hoffrichters 
hauß, so pf. umb zehrung angesprochen 1 K. .ä — 

1 fl. 7 bz. 7 A. 

Den 19. in des hoffrichters hauß einen schiffman, so tra- 
banten ihre oberwehr so uff dem näcker mit eim nachen unter- 
gangen, auß pf. beuel geben 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

* Fächer. 



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257 

Den 19. der würtin zum Schwanen zu Heidelbergk, als 
s. eh. g. im würtzhauß bei dem reingrauen gewesen, auß 
dero beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 19. einem, instrumentisten von Nümbergk Lorentz 
Haußloib auß pf. beuel geben 51 fl. 14 bz. 

Den 19. Quaten geliflfert 148 golt fl. die cremer damit in 
der stat zu bezalen, wegen seiden strümpflf, so er auß pf. 
beuel auß genommen vor die hoflSunckern welche ihnen pf. 
zur kirben ^ geschenkt. 

Den 19. einem cremer zu Heidelberg vor sammet und 
güldine schnür, so pf. bei ihme außgenommen der gräuin von 
Hanau zu einem rock 159 fl. 

noch vor IOV2 ehln leibfarben sammet, so von Lorentz Piret 
kaufft worden, weil der ander nit gnug gehabt 47 fl. 

Latus 614 fl. 8 bz. 

Den 19. Johann Rutzen, malern zu Heidelbergk vor maal- 
werk, so ihm pf. abkaufft nach laut seines zetteis bezalet 56 fl. 

Den 19. ebendemselbigen maier Johann Rutzen von wegen 
seines vettern Peter Waiern tapesirern zu Franckenthal, vor 
tapeserei, -SO ihm pf. abkaufft laut seiner handschrifft bezalt 

230 fl. 1 kr. 

Den 19. haben s. eh. g. dem moren zu Heidelbergk uff der 
kirbei einen hut kaufft dauor bezalt 4 fl. bz. 

Den 19. einem welschen von Metz vor 5 mosceten, 3 hand- 
rohr auß pf. beuel geben 55 fl. batz. 

Den 20. einem hotten von Ambergk, welcher iunge winde 
bracht, auß pf. beuel verert 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 20. zu Wisenbach bei dem Dilsbergk uff dem lagen 
einer armen frauen mit einem kind auß pf. beuel geben 1 
golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

auch den weibern, so gesungen auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 20. einem armen man zu Wisenbach, so s. eh. g. 
trauben verert auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

wie auch einer armen wittiben daselbsten auß pf. beuel 
geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 20. etlichen weibern, so pf. bieren verert auß dero 

beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

< Eirmess, Eirchweihe. 

Ztitschr. xxxiii. 17 




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258 

Den 20. zu Neüdenstein ^ den weibern, so gesungen auß 
pf. bepel geben 1 golt fl. r- 1 A- 7. bz. 7 ^. 

zu.pil§berg ein^m siulman auß pf. beuel geben V» K- -^ — 

, 11 bz. 4 >Ä. 

Latus 358 fl. 9 bz. 
Den 21. zu Neidenstein den mägten im hauß, so s. eh. g. ge- 
sungen, auß dero beuel verert 9 golt fl. — 13 fl. 7 bz. 7 ^. 
.,, Den 21. zu Nßidenstein dem gärtner, so s. eh. g- einen 
Strauß verert auß dero bewel geben .1 golt fl. -— 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 21. zu Wimmersbach^ den weibem, so pf. gefangen 

auß dero beuel geben 1 golt fl.,j-r . m 1 fl. 7 bz. 7 ^ä. 

., apdem weibern zu Wimmersbach, so s. eh. g. streiß auch 

bierep verert. 1 golt fl. — ; - ,1 fl.; 7 hz. 7 ^. 

r. Den 21. zu Meckesheim^ den weibern, so. pf., gefangen 

auß dero beuel. geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 >*. 

.Den 21. i zum Dilspergk einer, so s. eh. g, vor dem thor 

ein ^cl\mecken verert auß dero beuel geben 1 golt fl. — . , . 

1 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 21. einem bauren vom Dilsbergk, so s.ch. g. den weg 

nahei; Sutzenhausen geivisen 1 golt fl. — ,1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den ^1,, einem bauren von Dilsbergk, so mir den weg naher 

Sutz^hausen^ gewisen, ajs ich s. eh. g. müssen nach reiten 

zu lojin. geben , 3 bz. 

I Pen 22. einem lackeien, so bei pf. mit Übergebung einer 

supplication uflF dinst angehalten j^uß pf. beuel vqrert,.! 

gojtfl. — . . , i 1 fl. 7 bz, J ^. 

Den 22. ettlichen vielen weibem zu Sutzenhausen, so pf. 
gesungen und streiß verert auß dero bßuel geben 2 golt fl. — 3 fl. 
. Den 28. zu Mecfeesum. den weibern, so pf. gesuugen auß 
dero beuel g^ben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ä. 

Deiji, 22.^ . aujch den. mägten zu Sutzenhauß. in, des yon 
Venyiingen hauQ, so vor der taffei gesungen auß pf. beuel geben 
3 golt fl. — . . / .4,fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 33. fl. 3 bz. 
Den 22. haben s. eh. g. dem dicken Hansen drompetem, 
uff der reiß voji Sutzenhausen naher Mauer verert 4 golt 
fl. — , . . 6 fl. 

. 1 Neidenstein Bez. Sinsheim. » ^ Neckarwimmersbacli oberhalb Heidel- 
berg. Widder 11,, 137. — » bei Heidelberg. — ♦ Zuzenhausen Bßz. Sinsheim. 



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259 

Den 22. zu Mauer vor dem dorff, alß pf. ankommen den 
weibern welche gesungen, auß dero beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 -Ä. 

Den 23. zu Mauer, dem lautenisten Venningers amptmann 
auß pf. beuel verert 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 23. zu Mauer den musicanten in gemein, auß pf. 
beuel verert 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 23. Stoffeln dem kleinen zwergen auß pf. beuel geben 
5 golt fl. — . 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 23. zu Wisenbach bei Mauer einem weib, welche pf. 
ein Strauß verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 24. zu Mauer 5 bauersmägten , welche Ott Hainrichen 
von Venningen küssen müssen auß pf. »beuel verert 8 golt 
fl. - 12 fl. 

Den 24. einer magt zu Mauer, welche pf. hund, Griphon 
gebissen auß dero beuel geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 24. zu Mauer den Soldaten so an dem thor gehutten* 
auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 24. äu Spechtbach ^ den weibern, so s. eh. g. gefangen 
und streiß verert auß beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 49 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 24. bei Wimmersbach ulBf eim iagen einem iägern, 
welchem pf. uflf eine zeit ein kind auß der tauflf gehoben zu 
einer haußsteuer geben 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 24. auff demselbigen iagen einem andern bauern, so 
pf. ungeuerlich nach einem hund schlagent getroffen auß dero 
beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 24. haben s. eh. g. zu Mauer Melchiorn Kellern 
ein pfar schu kauflPt dauor geben ' 7 batz. 

zum Dilsberg auß pf. beuel einem man sampt zweieri 
weiberh geben 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. den weibern zum Dilsbergk, so pf. streiß verert 
auß dero beuel verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 <a. 

Den 25. einem weib beim Dilsbergk im walt, als pf. 
uflf ein iagen geritten deroselbigen einem strauß verert geben 
1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

^ gehütet. — » Spechbach. 

17* 



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260 

Den 25. einem mägtlein ufif demselbigen iagen , so pf. 
ein schmecken verert auß dero beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. einem armen man uff dem selbigen iagen vor 
dem schirm auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. den schiffleüten, so pf. zu Neckersteinach über 
geführet auß dero beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. zu Dilsberg ahm thor einen man und weib 
sampt zweien kindern auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 
Latus 30 fl. 6 bz. 7 ^. 

Den 26. den bauren bei dem Gaubergk * uff dem iagen 
auß pf. beuel geben 10 golt fl. — 15 fl. 

eben uff demselbigen iagen einer magt, so pf. einen strauß 
verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 26. im nächsten dorff beim Gaubergk einem man 
welcher pf. biren verert auß dero beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz.-7 ^. 

Den 26. einem bauren zu Angeloch ^ welcher pf. trauben 
verert auß dero beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 26. vor dem Gauberg uff dem feit etlichen mägten, 
welche pf. schmecken verert auß dero beuel geben 1 golt fl. 

1 fl. 7 bz. 7 5.. 

Den 26. einer frauen zu Gaubergk, so pf. bieren verert 
auß beuel geben einen halben fl. 

eben in demselbigen dorf auch einer frauen mit einem 
kind auß pf. beuel geben einen halben fl. 

Den 27. zu Angeloch den cammermägten daselbsten, so 
pf. gesungen auß dero beuel verert 8 golt fl. — 12 fl. 

Den 27. zu Angeloch einem weib, so angelegter weiß 
eines upplication Seestetters pf. hoffiunckers wegen übergeben, 
auß pf. beuel verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 28. einem bauren von Schwetzingen, so pf. zwei 
iunge bäum fälcklein bracht auß beuel geuel geben 1 golt fl. 

— 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 28. Fechenbachern , winthetzem drei zettel bezalt, 
welches die hundsiungen zu unterschidlichen mahlen verzert, 
nach laut der zettel ^ 10 fl. 5 bz. 7\a. 

Latus 47 fl. 5 bz. 7 ^. 

1 Gaiberg und — * Gau- oder Waldangelloch bei Heidelberg. 



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261 

Den 28. einem botten von Braubach von hertzog Johan 
Augusts, so pf. 3 iunge habich bracht, auß dero beuel zu 
botten lohn geben 2 fl. 12 bz. 

Den 28. Georg, lackeien erstattet 12 fl. IV2 bz., welche 
er verzert über dasienige gelt, so ihm zur zehrung mit ist 
geben worden, als von Creutznach naher Prag geschickt worden. 
Den 28. haben s. eh. g. zu Heidelbergk im armbrust graben 
zu Verschissen geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

eben denselben tag haben auch s. eh. g. zum büchsen 
schissen zum besten geben 5 golt fl. -- 7 fl. 7 bz. 7 ^, 

Den 28. im schißgraben zu Heidelbergk einem weib, so 
pf. trauben verert auß beuel 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 
Den 29. von s. eh. g. wegen einem welschen ballen- 
spiler geben 10 R. ^, so s. eh. g. mit ihme im ballenhauß 
verspilt 13 fl. 5 bz. 

Den 29. s. eh. g. ballenspiler zu Heidelberg auß pf. 
beuel nach laut seines zetteis bezalt 15 fl. 6 batz. 

Den 29. haben s. eh. g. zu Heidelbergk 6 stuck mahl 
werck abkaufft dauor geben 30 ß. ^ 40 fl. 

Den 29. haben s. eh. g. zu Heidelbergk im schißgraben 
uflF der taffein und würfeln verspilt 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 
Den 29. dem diamantschneider iubilirer zu Francken- 
thal vor guldine bücklin * und einen Soldaten, welche ihme 
pf. abkaufft bezalt 151 fl. 

Latus 256 fl. 7 >a. 

Deiv 29. eben den 29. Julij dem diamant Schneider von 

wegen eines apoteckers zu Pranckenthal welchem pf. ein 

geniählt abkaufft geben 14 fl. 

Den 29. haben s. eh. g. zu Heidelbergk im schißgraben 

dem Brendel und Schweitzer, welche den herren von Krichingen 

auß pfeiffen müssen verert 1 golt fl. -— 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 29. Meister Hansen, leibschneidern auß pf. beuel 30 fl. 

als er wollen heimziehen etlich schulden bei den von adel so 

er gearbeitet in zu fordern auch 5 R. a , welche ihm s. eh. g. 

uff der kindtaüff verheissen als ihm diselbiga eine maulschellen 

unversehens geben, welche ihme Quad sollen erstatten, aber 

von dessen wegen daz sie von ihme nit abgefordert, von 

Quaten nit entrichtet worden. 36 fl. 10 bz. 

Den 30. haben s. eh. g. von Otto Heinrichen von Ven- 

« Böcklein? 



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262 

ningen ein schwartzbraun spanisch pferd kaufft und auß 
dero selbigen beuel dauor geben worden 150 Cron die Cron 
pro 26 batz. thun ' 260 fl. 

Den 30. einem cremer zu Heidelbergk vor seidenstrümpff, 
so pf. vor sich und daz frauen zimmer uflF der kirbei kauffen 
lassen laut s. zetteis bezalt 116 fl. 7 bz. 2 kr. 

Den 30. dem maier, so zu Heidelbergk neben dem calck- 
schneider in pf. gemach arbeitet, uflf rechnung geben 25 
golt fl.^ — 37 fl. 7 bz. 7 >A. 

wie auch dem calckschneider, so ihme pf. gemach arbeitet 
auch uif rechnung geben 25 golt fl. 37 fl. 7 bz. 7 x 

Latus 503 fl. 10 ^. 

Den 30. haben s. eh. g. mit reingraifen Casimir und 
dem welschen ballenspieler zu Heidelberg im balhauß ver- 
spilet 30 R. $,, daran dem ballenspiler 10 geburen, welche 
ihm den 30. July erstattet worden 40 fl. 

Den 30. Frantzen von Hamerstein , eh. pf. küchenmeistern 
nach laut seiner verzeichnüß, so er drüber geben vor daz 
ander falckenhauß zu bezalen und Fritz, hoflftnalern uff die 
hand zu geben 318 fl. bz. 

Den 31. zu Wieblingen etlichen weibern, welche trauben 
und haselnüß verert auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 -Ä. 

Den 31. hat pf. dem frantzösischen lautenisten uflf dem 
lagen bei Wieblingen verehren lassen 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 x 

Den 31. einer alten frauen, so den iüngen herren von 
Chrichingen müssen küssen auß pf. beuel geben 2 golt fl. — fl. 

widerumb den weibern daselbsten, welche gesungen auß 
pf. beuel geben 2 golt fl. ~ 3 fl. 

Den 31. zu Wieblingen da pf. zu mittag gessenn den 
weibern, welche milch birn und andere Sachen dargeben auß 
pf. beuel geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 31. einer armen wittib zu Wieblingen, welche pf- 
umb eine Steuer angesprochen auß dero beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 X 

Den 31. Zu Heidelberg ahm näcker einem blinden man 
auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 x 

Latus 379 fl. 

Summa aller Außgab dieses monats July ist 

3783 fl. 14 bz. 1 ^. 



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263 

Außgabe Augusti. 

Den 1. Augusti. einem iäger iungen von graue Wilhelmen 
von Solms, welcher 3 lagdhund und 2 fretlein * bracht, auß 
pf. beuel verert 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 1. dem Bocke, frantzösischen lautenisten zum Neuen- 
schloß auß pf. beuel geben 5 golt fl. — ' 7 fl. 7 bz; 7 ^. 

Den 2. dreien weibern zu Lorsch, welche pf. schmecken 
verert auß dero beuel geben einen halben K. ^ — - 11 bz. 4 ^. 

Den 2. Samuel, lackeien von Neuenschloß naher Wormbs 
mit pf. güldinnen uhren geschickt, die daselbst machen zu 
lassen, darauff er ein tag warten müssen und sampt dem 
macherlon verert anderthalben K. ^ — 2 fl. 3 bz. 11 ^.* 

Den 3. sind s. eh. g. von dem reingrauen etliche iag- 
hund verert worden, und ist auß pf. beuel zur vererung 
geben worden 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 3. einem bauren von Lorsch, welcher pf. zwei baum- 
fälcklin verert aus dero beuel geben 2 K. -ä — 3 fl. 

Den 3. Zum Neuenschloß haben s. eh. g. dem Fechen- 
bach geschencket 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

welchen der iude von Wormbs mit nemen wollen von wegen 
das es sein sabbath gewesen. 

Den 4. den bauren von Lampertheim und Virnheim, 
welche büsch auß geklopfft auß pf. beuel geben 10 K. -a — 

15 fl. 
Latus 41 fl. 5 bz. 6 <a. 

Den 4. etlichen vielen weibern zu Keflferthal, welche pf. 
gesungen auß dero beuel geben. 1 K. -a — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. den bauren von Milau^ welche füchß auß dem 
walde getriben auß pf. beuel geben 5 K. ^ — 7 fl. 7 bz. 7 i. 

Den 5. zum Neuenschloß den musicanten insgemein auß 
pf. beuel geben 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 5. einem armen verbrennten man zum Neuenschloß 
auß pf. beuel geben 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 5. haben s. eh. g. zu Manheim im zoUhauß tauben 
geschossen und einen trunck gethan, lest verert worden 3 
golt fl. - , V 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. einem weib zu Manheim, welche pf. einen Strauß 
übergeben auß dero beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 b^. 7 -a. 

^ Art Wiesel. — * wobei der halbe K ^ zu 11 bz. 4 -A gerechnet 
ist. — * Mtthlau bei Mannheim. 



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264 

Den 5. zu Manheim des pfarhers söhn , welcher pf. Wein- 
trauben verert auß beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. zu Manheim iäger, welcher ein hirsch gewicht 
in 4 strichen außgehauen auß pf. beuel geben 1 golt fl. - •* 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. den beiden lackeien zu Manheim Fritzen und 
Hansen, welche in die wett müssen lauflfen auß pf. beuel geben 
2 K. ^ -- 3 fl. 

Den 6. einem iäger von Dilnbergk von graue Johan von 
Nassau, welcher iagdhund bracht auß pf. beuel geben 6 
golt fl. — 9 fl. 

Latus 47 fl. 4 -ä. 

Den 6. Dietrich Knoden, pf. leib barbierern von wegen 
daz er den von Aflfenstein geheilet auß pf. beuel zu lohn 
nach laut s. zetteis geben 20 (golt) fl. 30 fl. 

Den 6. einem armen man zum Hirschbühl ' auG pf . beuel 
geben 1 golt fl. 1 fl. 7 bz. 7 -ä. 

Den 6. dem Bocke, frantzösischen Lautenisten zum Hirsch- 
bühel auß pf. beuel geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 6.' Stoffeln dem zwergen vor 4 monat besoldung 
laut seiner bekantnüß geben 16a^— 21fl. 5 batz. 

Den 6. Antonio, bürschknecht vor bockfei zu kugelfutter 
vor pf. röhr, auch etliche Sachen an pf. röhren zu machen 
geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 6. Samuel, lackeien mit pf. vergülten Stecher' naher 
Franckenthal geschickt, ein vergült ortband* daran machen 
zu lassen ihm zu macherlon und zehrung geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 6. einem armen weib zum Hirschbüliel vor dem thor, 
welche pf. umb ein Steuer angesprochen auß beuel geben 1 
golt fl. 1 fl. 7 bz. 7 -Ä. 

Den 7. zum Hirschbühel der kellers dochter so pf. ein 
schmecken verert auß beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 7. einem frantzösischen lackeien, welcher pf. brifiie 
bracht auß dero beuel zu vererung geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 7. einem bauren zum Hirschbühl, welcher der jungen 
hirsch wartet auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

' Latus 60 fl. — 12 bz. 7 ^. 

1 churf. Lustschloss bei Friesenheim. Widder II, 367. — » Reichsthaler. 
— 3 Degen. — ♦ das hohle Blech am Ende der Degenscheide. 



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265 

Den 7. zur Reehütten einem niederländischen crämer 
vor leinwand, so pf. daselbst erkaufft bezalt 30 fl. batz. 

Den 7. zur Reehütten einer armen frauen auß pf. beuel 
geben 1 golt fl. — 1 fl. 2 bz. 7 ^. 

Den 8. Hanß Kolben, cjiur. pf. lackeien erstattet 1 fl. 12 bz., 
welche er mit pf. hunden verzert, als er mit denselbigen nacher 
Germerßheim gezogen. 

Den 8. hat graff Philips von Solms pf. einen englischen 
hund verert, iest dem jungen so des hunds gewart geschenkt 
worden 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

Den 8. den bauren von Lingenfeldt* und Schwecheim* 
uflf dem iagen auß pf. beuel geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 8. rheingraue Casimirn erstattet 20 R. ^ 26 fl. 10 bz. 
welche er pf. zu Heidelberg im balhauß angenomen. 

Den 9. Bocke dem frantzösischen Lautenisten, als er 
abents zu Germersheim im gemach uflfgewart auß dero beuel 
geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 9. haben s. eh. g. zu Germersheim mit rheingraue 
Philipsen und Honeckem zu abent im gemach gerauscht und 
verspilt 56 golt fl. — 84 fl. 

Den 9. haben s. eh. g. zu Friedrichsbühl ^ als diselbige 
von Germerßheim auß dargezogen zwei gensen die köpft 
weg gehauen, iest auß dero beuel dauor geben worden 
1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 157 fl. 7 bz. 

Den 10. einem armen bauren in nächsten dorff bei 
Hört* auß pf. beuel gebenn V» Königs -a — 11 bz. 4 ^. 

Den 10. Hans Kolben, lackeien erstattet 2 fl. 

welche er verert als er von pf. von Germersheim naher 
Erpach geschickt worden. 

Den 11. haben s. eh. g. zu Pfotzbach^ bei Hörtt ein 
seülin geschossen, ist der frauen welcher es gewesenn auß pf. 
beuell gebenn worden 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 11. zu Pfotzbach den fergen, welche pf. über Rhein 
geführet auß dero beuel gebenn 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -ä. 

^ Lingenfeld und ^ * Schwegenheim bei Germersheim. — 3 vom 
Churfürsten Friedrich II. erbauten Jagdschloss s. Widder II, 426. — 
♦ Hert, Probstei. Widder 11, 441. — ^ Neu-Pfoz bei Germersheim. 



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em armen weib bei Pfotzbach mit einem 
el geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Leimerßheim* des baumeisters bruder zu 
der pf . da antroflfen auß dero beuel geben 

— 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

er hochzeiterin zu Leimersheim zu welcher 
men, welche pf. umb ein Steuer gebetten, 
2 golt fl. — 3 fl; 

mägten zu Leimersheim so pf. gesungen 
ebenn 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 13 fl. 5 bz. 11 ^. 
en s. eh. g. zu Hört uff dem lagen mit 
dem von Fleckenstein der landsknecht^ gespilt 
;olt fl. — 21 fl. 

en s. eh. g. abents wiederumb im gemach 
neckern und dem von Fleckenstein der lands- 
id verspilt 60 golt fl. — 90 fl. 

en s. churf. g. wiederumb uff dem iagen mit 
l dem von Fleckenstein mit landsknechten 
1. ~ 28 fl. 7 bz. 7 A. 

pf. stieffei zu Hört über den leisten zu 

2 bz. 
m armen man zu Hört auß pf. beuel geben 

1 K. ort' 4 bz. 
Okerum* bei Hört den bauren uff dem iagen 
)en 5 golt fl. 7 fl. 7 bz. 7 -a. 

em bauren welcher pf. einen otter verert auß 
vorden 6 königsorter — 1 fl. IIV2 bz. 

er armen frauen zu Okerheim auß pf. beuel 
. — 4 bz. 

Latus 149 fl. 7 bz. 7 ^. 
m bauren, so pf. vom iagen den weg naher 
sen auß beuel geben 2 Kön. orter 8 bz. 
em bauren welcher pf. naher Lauterbergk 
in, auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 A. 
pf. zu Lauterbergk^ bei Riedeseln gewesen 
Lselbsten verert worden 8 golt fl. — 12 fl. 
Jim. - 2 Kartenspiel. — ' Ort = der vierte Theil 
Jnigaort 1/4 Königsthaler. — ♦ Otersheim bei Germers- 
rg. 



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267 

Den V8. dreien musicanten von Durlach zu Lauterbergk, 
welche alda uflf gewartet auß pf. beuel geben 3 golt fl. — 

4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 18. als s. eh. g. zu Lauterbergk bei Riedeseln ge- 
wesen haben dieselbige mit Hoheneckern und Holtzapffeln 
der landsknecht verspilt 85 golt fl. — 127 fl. 7 bz. 7 <a. 
. Den 19. haben s. eh. g. als dieselbige widerumb naher 
Hagenbach gezogen mit Honeckern allein verspilt 10 golt 
fl. — 15 fl- 

Den 19. auß pf. beuel dem Bocke, frantzösischen Laute- 
nisten zu Hagenbach, als er vor der taflfel uffgewart verert. 
10 golt fl. — 15 fl. 

Den 20. seind s. eh. g. zu Hagenbach, neben derselbigeu 
geübten gemahlin , von seinem unterthan zu geuatter gebetten 
worden, lest zu pfetter* und ammen gelt geben worden 

7 fl. 3 bat?.., 

Den 21. haben s. eh. g. den dreien cammeriungen, bei- 
den gebrudern Brendlin und Staudacher, sich darumb zu reiflfen* 
zum besten geben 3 R. <a — 4 fl. 

Latus 187 fl..4 bz. 4 ^. 

Den 21. einem armen man zu Hagenbach auß pf. beuel 
geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 22. haben s. eh. g. zu Rödern' mit Honeckem und 
dem von Fleckenstein der landsknecht verspilt 3 golt fl. — 

4 fl. 7 bz. 7. -A. 

Den 23. den musicanten von Durlach, welche zu Rötern 
bei dem von Fleckenstein uflf gewartett auß pf. beuel verert 
5 R. ^ — 6 fl. 10 bz. 

Den 23. haben s. eh. g. zu Lauterbergk in Holtzapflfels 
hauß mit Hoheneckern und Cratzen verspilt 30 golt fl. — 45 fl. 

Den 23. den musicanten von Durlach, welche auch zu 
Lauterbergk uff gewartet, ihnen daselbst auß pf. beuel geben 
3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 -Ä. 

Den 24. haben s. eh. g. zu Lauterbergk mit Hoheneckern 
Cratzen, Rauchhaupten, Flachen, verspilt 13 golt fl. — 

19 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 24. ist von dem von Fleckenstein zu Rotem pf. ein 
birschrohr geschenckt worden, lest seinem reissigen iungen 
zu Verehrung geben worden 2 R. -a — 2 fl. 10 batz. 

1 gevatter. — ' raufen, streiten. — • Rötern (Ober- and Nieder-) 
bei Weissenborg. 



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268 

Den 24. haben s. eh. g. dem Brendel, cammeriungen vor 
eine maulschellen, welche er gehalten geben eine Ducaten — 2 fl. 

Den 24. Fritz, lackeien erstattet 6 bz. 

welche er verzert als er von pf. von Hagenbach nach Heidel- 
berg geschickt worden. 

Den 25. Fuchsen, leiningischen iägermeister erstattet 

2 Ducaten, 
welche er pf. gelihen, als s. eh. g. von Germerßheim gen 
Fridrichsbühl gereist, alda die Ducaten dem gartner verert 
worden. 

Den 25. zu Germerßheim den hundsiungen sämptlich vor 
strimpflf zu kauflfen auß pf. beuell geben 3 fl. 5 batz. 

Den 25. des Conouski, falckenmeisters iungen wider er- 
stattet 6 batz. 
welche er von Germersheim biß gen Heidelberg verzert wegen 
eines sperbers, welchen der alt Canouski s. eh. g. geschickt 
und ist deß alten Canouski iungen von wegen des sperbers 
verert worden 1 R. a. 

Latus 126 fl. 8 bz. 

Den 25. zu Mülbergk ^ bei dem margrauen auß pf. beuel 
einem capiten verert 3 golt fl. - 4 fl. 7 bz. 7 'a. 

Den 25. in einem dorff bei Edenheim* da pf. enten 
geschossen iest demselbigenn man dessen die enten gewesenn 
dauor geben worden 1 golt fl. 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. einem armen man in vorgemeltern dorff auß 
pf. beuel geben 6 batz. 

Den 26. zu Germersheim den bauren von Lingenfelt 
und Schweinheim ^ zwo gemeinen, so büsch auß geklopfft auß 
pf. beuel 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 27. ist zu Germersheim uff einem lagen als ertz- 
hertzog Maximilian da gewesenn ein bauer ungefehrt von 
dem herren von Meixellrein geschossen worden, welchem 
auß pf. beuell verert worden 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 27. in dem nächsten dorflf bei Germersheim da 
pf. durchgezogen seind s. eh. g. von den weibern gefangen 
worden iest ihnen auß pf. beuel verert worden 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 A. 

^ Mühlburg bei Carlsrahe. — * Edesheim bei Landau. ' Schwegen- 
heim. 



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269 

Den 30. haben s. eh. g. uflF einem iagen bei Germers- 
heim mit dem herren von Malar welcher mit ertzhertzog 
Maximilian da gewesen verspilt 10 fl. 

Latus 40 fl. 6 bz. 

Den 30. haben s. eh. g. zu Hört im closter von Hercule 
von der Fünck erkaufft einen agath löflfell in golt gefaßt 
sampt 2 ohrgehencken mit diamant und 2 oppaP ringen, 
welches s. eh. g. deren gelibten gemählin verehrt, ist dauor 
bezalt worden 153 fl. 5 bz. 

Den 31. Cornelio von Dalem, iubiliren von einem ringe 
welchen er pf. gemacht mit zu thuung eines diamants, iest 
ihm vor macherlon und den darzugegebenen diamant entricht 
worden 12 fl. 

Latus 165 fl. 5 bz. 

Summa aller außgab dieses monats Augusti iest 

988 fl. 10 bz. 
Außgabe Septembris. 

Den 2. haben s. eh. g. von einem malern von Francken- 
thal erkaufit 2 stuck mahlwerck vor welches ihme aus beuel 
entrichtet worden 30 R. ^ — » 40 fl. 

Den 2. 'haben s. eh. g. Fritzen deroselbigen leibkutschem 
als er s. eh. g. vonn Lauterberg naher Hagenbach gefüret 
vorheissen 5 golt fl. zu verern, welche ihm gereicht worden 

7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 2. Chuno Eckbrechten von Dürckheim , iägermeistem 
erstattet 3 golt fl. welche er pf, gelihen als s. eh. g. zu Lau- 
terbergk mit Hoheneckern gespilt 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 3. Bocke, frantzösischen lautenisten welcher in seinen 
geschafften in Lothringen verreist auß pf. beuell zu zehrung 
mitgeben 20 golt fl. ■— 30 fl. 

Den 3. pf. bassisten^ welcher neulichen ankommen und 
heim zu ziehen begehret seine kleider zu holen, auß pf. 
beuel zu zehrung mitgeben 8 golt fl. — 12 fl. 

Den 4. sind seine eh. g. zu Petersauen* gewesen, alda 
4 sengem welche da uff gewartet und gesungen verehren 
lassen 4 golt fl. 6 fl. 

Den 4. bei Franckenthal als s. eh. g. zu Petersauen 
wollen fahren einem armen Studenten auß dero beuel verert 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 
Latus 101 fl. 7 bz. 7 <ä. 

^ Opak (Edelstein). — ^ Petersau, Hof bei Frankenthal. 



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270 

Den 4. bey Franckenthal uff dem weg als pf. naher 
Heidelbergk wollen reisen 2 Frantzosen , welche pf. umb eine 
! srehrurtg angesprochen auß s. eh. g.'beuel verert 4 fl. 7ljz. 7 ^. 

] ' 'Den (5.) den hundsiungen vor hembder zu kauffen aiiß 

] pf. beuell gebenn i golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. Hanß Georg Scheuer, seiden sticker von wegen 
i pf. gestickten hosen und koUer uff rechnung geben 57 golt 

l fl. — 85 fl. 7 bz. 7 A. 

Den 5. Frantzen von Hamerstein, küchenmeistern ent- 
richtet 22 fl. 5 bz. 
welches er pf. zu underschidlichen mahlen im ballenspil ab- 
gewonnen. 
* Den 5. sind s. eh. g. hinauß hetzen geritten und lest 
den bauren von Wiblingen, welche püsch außgeklopfft verert 
worden 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 
Den 5. Georg Cristophen von Staudach, cammeriungen 
vor ein par stieffeil auß pf: beuel geben 3 fl. 
Den 5. dem altisten muskanten, welcher ein lied uff pf. 
namen verfertiget auß s. eh. g. zu Verehrung geben 20 fl. 
* Den 5. WoUff Zetteln, eh. pf. federmachern auß s. eh. g. 
beuel uff rechnung geben * 150 fl. 
Den 5. Fritz, hoffmahlem uff rechnung auß pf. beuel 
geben * - 30 fl. 

Latus 202 fl. 

Den 6. bey Bocksberg einer magt in einem weinbergk, 

welche pf. tmuben abgebrochen und s. eh. g. geben auß 

deroselben beuel verert 6 batz. 

Den 6. zwden Studenten bei Bocksberg, welche pf. umb 

eine zehrung angesprochen auß beuel geben 1 golt fl; — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 7. zu "W^intzheim^ einem frantzösichen edelman 

dessen bruder vom Turcken gefangen worden auß pf. beuel 

zu aaßlösung desselbigen zu Steuer ihm gerecht worden 3 

golt fl. — . ' 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 8. den spilleüten zu Fört^ da welche uff gewartet, 

da pf. ubemacht geblieben auß beuel geben 3 golt fl. — 

' 7 fl. 7 bz, 7 ^. 

Den 8. zu Fort des wirtz söhn auß pf. beuel geben 1 

golt^fl. — ' 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

* Wiüdsheim. — 2 Fürth. 



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271 

Den 8. der würtin zu Fort vor pf. wapen ins fenster 
zu brennen geben^ 4 golt fl. — ' • 6 fl. 

Den 8. vor» Nürnberg haussen 3 Ungern, welche pf. unter- 
wegens uff gestossen, auß dero beüel verert'8 goltfl. — 
... i • ^•'" • 4 fl; 7 bz. 7 A. 

Den 9. zu Amberg einer adelichen Weibspersonen deren 
Juncker vom türcken gefangen worden zu außlösttng, dessen 
auß pf. beuel ihr zusteuer geben worden 3 golt fl. — 

4 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 9. Georg, lackeien erstattet 8 fl. welche er verert 
uff der reiß wie er von Hagenbach naher Heidelberg und 
fürther naher Amberg gelauffenn • & fl. 

' ' " Latus 38 fl. 

Den 9. zu Amberg den musicanten, welche zu nachts in 
pf. gemach uff gewartet auß beuel geben. 7 golt fl. — r 

. 10 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 9. haben s. eh. g. dem saalknecht zu Amberg verert 

13 fl. 5 bz. 

Den 10. haben s. eh. g. zu Amberg uff dem schiessen 
mit einem iunckem Eber genant verspilt 10 R. j^ — 13 fl. 5 bz. 

Den 10. hatt pfaltzgr. Otto Heinrich* s. eh. g. ein 
bürschror verert, lest dem iungen wiederumb zu Verehrung 
geben worden , .. . 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

' Den 10. haben s. eh. g. zu nachts im gemach mit pfaltzgr. 
Otto heinrichen gespilt und verspilt 50 golt fl. — 75 fl. 
' Den 10. haben s. di. g. diselbige nacht mit Fuchsen* 
premirt und verspilt 21 R. -a — ^ 28 fl. 

desselbigen gleichen auch mit pfaltzgr. Otto Heinrichen 
und dem von Sohns widerumb premirt und verspilt 14 Du- 
caten und 23 R. .a — 58 fl. 

Den 11. haben s. eh. g. zu Pfrumbd' bey dem land- 
grauen von Leichtenberg einen vergülten becher mit schissen 
gewonnen und ist wiederumb deß landgrauen freilein so viell 
der becher werd iest verert worden 35 R. ^ — 46 fl. 10 bz. 

Den 12. hatt pf. den musicanten zu Pfreumbd welcher 
zu mittag vor der taffeil uff gewartet verern lassen 10 golt 
fl. — 15/fl.' 

1 von Sulzbach, — « Hofrichter s. Tageb. 31. Dec. 1598. — « Pfreimd. 



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I 272 

i 



Den 12. zu Pfreumbd bei dem schissen des landgrauen 
cammer secretario, welcher bei dem schissenn geschrieben 
auß pf. beuell verert 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 a, 

wie auch den tronunenschlagem und zaiger einem ieden 
auß pf. beuel 1 R. ^ — 2 fl. 10 bz. 

und ist zum schissen angelegt worden 3 R. ^ — 4 fl. 

Latus 267 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. den bürgern zu Pfrumbde, welche pf. fisch verert 
auß s. eh. g. beuel verert 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. zu Pfrümbd den spielleüten, so zu nachts bei 
dem tantz uff gewartet auß pf. beuel geben 3 R. ^ — 4 fl. 

Den 12. zu Pfrumbd den barfüsser mönchen umb gottes 
willen geben, weilen s. eh. g. drum angesprochen verert 20 
R. ^ — 26 fl. 10 bz. 

Den 12. hat der landgraue von Leichtenberg pf. drei 
bürschror geschenckt, lest dem iungen zu vererung geben 
worden 3 R. .a — 4 fl. 

Den 13. einem man zu Pfrumbde, welcher ein Carmen 
pf. verert geschrieben wie ein vergültes duplet, ist ihm auß 
s. eh. g. beuel verert worden 4 R. ^ und 1 golt fl. — 6 fl. 12 bz. 7 a. 

Den 13. dem gartner zu Pfreumbd, welcher pf. ein 
schmecken verert auß s. eh. g. beuel verert 1 R. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Den 13. zu Pfreumbd dem brutzen^ schlager auß pf. 
beuel geben 3 fl. 

Den 13. haben s. eh. g. von einem messerschmit zu Am- 
berg 3 rapeir^ erkauffen lassen pro 61^2 0- deren eines graff 
Albrecht Otten von Solms verert worden p. 35 fl. daz ander 
pfaltzgr. Otto Heinrichen p. 20 fl. und das dritt reingraue 
Casimirn p. 6V2 A«? zusammen thut 6IV2 A- 

Den 14. octobris (sie!), den trompetern von Nürnberg 
welche uff fürst Cristians zu Anhalt kintauff uff gewartet 
auß pf. beuel zu Verehrung geben 6 golt fl. — . 9 fl. 

Latus 124 fl. 12 bz. 7 ^. 

Den 14. den musicanten so uff fürst Cristians kintauff 
uff gewartet deren 8 gewesen auß pf. beuel zu Verehrung 
geben 15 fl. 

Den 15. October (sie!) sind zu Ambergk von dem Helms- 
dorffer Cammerjungen da pf. draussen hetzen gewesen und 
nachtsam heim geritten von wegen regen wetters und streüche 

^ Bratze, Bratsche = Anngeige. — ^ Rappier. 



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273 



welche ihme die taschen abgestreiift, verlorn worden 3 K. ^ 
und 1 N. -A — 5 fl. 12 bz. 7 -a. 

Den 16. haben s. eh. g. fürst Cristian von Anhalts 
kutscher, welche dieselbige geführet verehrn lassen 10 golt 
fl. — 15 fl. 

Den 16. zu Ambergk zu mittag den altorffischen musi- 
canten, als sie vor der tafiell uff gewartet, auß pf. beuel 
geben worden 9 golt fl. — 13 fl. 7 bz. 7 «a. 

Den 16. octobris. Helmsdorffen, cammeriungen erstattet, 
erstlich 4 bz., welche er auß pf. beuel zu Wihnersdorff* einer 
blinden frauen geben, zum andern 5 bz. vor ein bockfell zu 
Amberg vor pf. röhr zu verfilteren. 

Den 16. vor sechs höltzinne bögen und 2 kolben zu pf. 
mascarat kleidern gehörig geben 18 bz. — 1 fl. 3 bz. 

Den 16. zu Amberg vor pf liederbuch ein zubinden 
geben 6 bz. 

Den 16. haben s. eh. g. zu nachts ins landrichters hauß 
zu nacht gessen und vor dem essen mit fürst Christians zu 
Anhalt brüder, premirt und verspilt 39 golt fl. — 

58 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 110 fl. 14 bz. 7 ä. 

Den 17. der wesch magt zu Ambergk im frauenzymer, 
welche pf alda gewaschen auß s. eh. g. beuel geben 4 golt 
fl. - 6 fl. 

Den 17. den zaigern zu Amberg, welche gezeigt als pf 
mit kleinen feldstücklein geschossen auß seiner eh. g. beuel 
verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. den spielleüten, welche den vergangenen tag in 
des landtrichters hauß uff gewartet auß pf beuel geben 4 R. 
^ — 5 fl. 5 bz. 

.Den 17. seind s. eh. g. zu Amberg in die sechs wochen 
Stuben gangen darinnen gefangen und iest zur ablösung auß 
pf beuel geben worden 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. haben s. eh. g. zu Amberg eine mosceten sampt 
einem blossen lauff erkaufft, iest dauor bezalt worden 4 fl. 10 bz. 

Den 17. dem Wachtmeister zu Amberg, welcher pf seine 
stück gericht , als s. eh. g. geschossen auß dero beuel verert 
5 R. ^ — 6 fl. 10 bz. 



^M 



.;"1 



^ Wilmersdorf (Amt Heilsbronn). 

ZeiUchr. XXXIil. 



18 



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274 

Den 17. haben s. eh. g. zu abents unter dem tantzen 
mit Fuchsen premirt und verspilt 49 golt fl. — 60 fl. 

Den 17. zu Sultzbach den musicanten, welche zu nachts 
bei dem tantz uff gewartet auß pf. beuel geben 10 golt fl. — 15 fl- 

Den 18. haben s. eh. g. des morgerns im gemach mit 
Fuchsen premirt und verspilt 40 golt fl. — 60 fl. 

Den 18. hat pf. zu Sultzbach uff dem schißen geschossen 
und sein eingelegt worden 3 golt fl. — 4 fl. 6 bz. 7 ^. 

Den 18* hat pfaltzgr. Otto Heinrich s. eh. g. ein brita- 
nischen wind^ geschenckt, iest dem iäger verert worden 1 R. 
^ — ' 1 fl. 5 bz. 

Latus 172 fl. 7 bz. 

Den 19. dem alten iäger Braunen zu Sultzbach auß pf. 
beuel verert 4 fl. 

Den 19. haben s. eh. g. von einem musicanten von Altorff 
ein stimwerck 5 geigen erkauffen lassen, iest dauor geben 
worden 50 fl. 

Den 19. dem orginisten zu Amberg vor furlon pf. geigen, 
welche seine eh. g. erkauffen lassen wiedrumb von Sultzbach 
nacher Amberg zu führen auch vor sein Instrument zu machen 
und seine vererung daz er sein Instrument die kintauff dar- 
gelihen geben 4 fl. 3 bz. 

Den 19. einem bauren zu Hartmanshouen ^ im wirtzhauß 
welcher auß pf. gehaiß getantzet auß seiner eh. g. beuel 
geben 5 bz. 

Den 19. zweien armen alten männem zu Harsmanshouen 
welche pf. umb eine Steuer angesprochen auß dero beuel einem 
geben ein Silbercron dem andern ein Pistoletcron* 3 fl. 6 bz. 

Den 20. den musicanten von Altorff, welche bei ihrer eh. 
g. die reiß über uff gewartet deren 9 gewesen zur abfertigung 
einem ieglichen geben 2 Rosonobel tuht 18 Rosonobel und 
dem einen Christoph Bullen, der hien furter von s. ch.g. 
iahr besoldung haben sol geben 20 golt fl. — 79 fl. 12 bz. 

Den 20. zum Rotenberg* den spilleüten, welche des nachts 
uff gewart auß pf. beuel geben 10 golt fl. 

Den 22. einer magt zum Rotenberg, welche uff einer 
weinleiter in keller müssen fahren auß pf. beuel geben ein 
ungarischer ducaten — 2 fl. 3 bz. 

* englischen Windhund. — * Hartmannshof bei Hersbruck. — 3 wohl 
die alte piastola. — ^ siehe Tagbach S. 231 An. 1. 



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275 

Den 22. dreien Soldaten zum Rotenberg vor dem thor 
als seine eh. g. wollen von dannen reiten , und dieselbige umb 
ein zehrung angesprochen geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Latus 166 fl. 11 bz. 

Den 25. den schxflleüten von Neckereltz, welche pf. von 
Necker Eltz uif dem wasser biß gen Heydelberg gefürt auß 
pf. beuel geben 10 golt fl. ^ 15 fl. 

Den 25. Helmsdorfifen , cammeriungen erstattet 2 golt fl., 
welche er auß pf. beuel dem Licht, cämmerling zum Rotenberg 
verert saiiipt noch einem golt fl., welchen s. eh. g. ihme zu 
Sultzbach im schißgraben verert 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 26. Georg, lackeien erstattet 10 golt fl., welcher s. 
eh. g. ihm verert als er von Amberg nacher Homburg zu 
Lingelsheimem geloffen und wiederumb 20 golt fl., als er von 
Amberg nacher Heydelberg müssen lauflfen und wiederumb 
zurück nacher Adolsheito* 30 fl. 

Den 26. einem man, welcher pf. imgefehr draussen bei 
dem hetzen angetroffen, welcher vögel getragen haben s. eh. 
g. die vogel vor ihme genommen und dagegen 2 golt fl. geben 
lassen ^ 3 fl. 

Den 26. einer armen frauen auflf dem iagen geben auß 
pf. beuel 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 27. Frantz, lackeien erstattet noch 5V2 A- welche er 
verzert über daz gelt welches ihm uff die niederländische 
reiß ist mitgeben worden. 

Den 27. vier bauren, welche zwo grosse Stangen mit 
trauben pf. verert auß s. eh. g. beuel geben 6 fl. 

Den 27. Veiten Rumpeln erstattet 3 bz. vor schachteln 
welche uff die Amberger post reiß sind gebraucht worden, 
darnach 4 bz. vor magsamen kuchen und meelwürm vor die 
nachtigall in pf. gemach. 

Latus 65 fl. 14 bz. 7 ^. 

Den 28. eh. pf. altisten, Tobias Hoffkuntzen auß pf. 
beuel weil er kranck gewesen von wegen seines stipendii uff 
rechnung geben 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 28. dem tapezierer zu Heydelberg, welcher pf. 
flecket kleider pflegt sauber wiederumb zu machen 4 golt fl. 

- 6 fl. 

Den 28. zu Heydelberg einem man vor dem berg welcher 

* Adelsheim (Mosbach). 

18* 



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276 

pf. grosse trauben verert auß s. eh. g. beuel verert 1 
golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 22 fl. 7 bz. 7 ^. 
Summa aller außgab dieses monats Septembris 1272 fl. 7 k 

Ausgabe Octobris. 

Den 1. einem botten von Rotenberg, welcher zwey 
kleine hündlein bracht auß pf. beuel geben 2 golt fl. und 
3 fl. und zu boten lohn 54 bz. 

Den 1. einem Soldaten zu Heydelberg vor dem thor, 
welcher pf. um eine Steuer angesprochen auß dero beuel 
geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 2. des wirts söhn zur Sonnen zu Heidelberg, als 
pf. musterung gehalten von wegen daz er sich wol gehalten 
auß dero beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 2. sechs bürgern von Heidelberg, welche s. eh. g. 
von der musterung biß ins schloß geleitet auß dero beuel 
geben 6 golt fl. — 9 fl. 

Den 3. seind s. eh. g. herauß hatzen geritten und der 
gemeine von Blancksfet ^ und Schwetzingen welche pusch auß- 
geklopft verehren lassen 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. dem seegartner, welcher pf. ein Stangen mit 
trauben bracht auß pf. beuel verert 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 4. bei Sehrießheim einer armen frauen auß pf. beuel 
geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ä. 

Den 4. haben s. eh. g. von dem instrumentisten Lorenz 
Hauslaub von Nürnberg ein wächsin bild erkaufien laßen pro 
400 R. ^ — 533 fl. 5 bz. 

Latus 561 fl. 12 bz. 7 >a. 

Den 4. haben s. eh. g. von einem maier von Nürnberg 
etlich künstlich malerwergk kaufien lassen als nemlich 3 grosse 
taffein und 8 kleine täfflein pro 400 fl. 

Den 5. haben s. eh. g. zu Franckenthal als ertzhertzog 
Maximilian alda gewesen von Hercule von der Fünck ein 
kleinot pro 300 fl. erkauffit und dem welches ihme erleget 
worden. 

zum andern haben s. eh. g. eine schöne haarblomen* von 
Hercule von der Fünck erkaufit mit diamantnägeln pro 180 fl. 
welche ihm auch erlegt. 

^ Plankstadt bei Schwetzingen. — ^ Haarblume. 



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277 

zum dritten haben s. eh. g. von ihm ein laden mit ringen 
erkauffit pro 2025 fl. 

in 4 Quartalen zu bezalen, welches ihme vor das erst mahl 
auch entrichtet worden. 

Den 4. dreien gemeinen von Leimen, Sanctylgen* und 
Santhausen* (so) pusch auß geklopfft als s. eh. g. gen Wersen* 
gereißt auß dero beuel geben 5 K. -a — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

einem andern bauren, welchen ein haaß gebissen den er 
lebendig gefangen auß pf. beuel verert: 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. einem küchenjungen, welcher vom küchenmeister 
in Franckreich geschickt worden von pf. wegen uff die reiß 
zu zehrung geben: 8 fl. 

Den 9. haben s. eh. g. Philipsen dem cammerdinre verert 
im gemach 5 golt fl. - 7 fl. 7 bz. 7 a. 

Latus 1509 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 9. Antonio dem bürstknecht nach laut seines zetteis 
entrichtet 3 fl. 3 alb. welche er auß gelegt vor pf. röhr zu 
machen und bockfeil zu verfüttern 3 fl. 3 alb. 

Den 9. seind s. eh. g. von dem calkschneider welcher 
in dero gemach , arbeitet zu geuatter gebetten worden iest zu 
pfetter und ammengelt geben worden 5 K. -a — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 12. haben s. eh. g. zu Heidelberg uff der schütt* 
geschossen und iest eingelegt worden 7 bz. 7 ^. 

Den 12. Frantzen von Hamerstein vor daz raierhauß 
voUents zu bezalen 74 K. a — 111 fl. 

Den 12. seind s. eh. g. zu Neuberg ^ im Closter gewesen 
und dem gärtner alda verert eine ungarische ducaten 2 fl. 3 bz. 

Den 13. Fritz, lackeien, welcher von Etlingen nacher 
Heidelberg müssen laufen zu zehrung geben 6 bz. 

Den 13. einem armen handwercksgesellen zu Graben 
auß pf. beuel geben 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 13. Samuel, lackeien welcher in pf. geschafften von 
Etlingen nacher Heydelberg geschickt worden zu zehrung 
geben 11 bz. — 11 bz. 

Den 14. dem lackeien zu Etlingen sampt einem edel- 
knaben welche uff pf. gemach daselbsten gewartet verert einem 
ieglichen einen Königs ^ — 3 fl. 

Latus 129 fl. 12 bz. 11 ^. 

* St. Ilgen. — 2 Sandhansen. — ' Wersau. — * = Werth, Fluss- 
insel. — ^ Kloster Neuburg bei Heidelberg. 



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ly 



278 

Den 14. einem lackeien zu Etlingen, welcher fru bei der 
Suppen uff der lauten gespilt auß pf. beuel verert 3 K. ^ — 

4 fl. 7 bz. 7 <A. 

Den 15. seind s. eh. g. zu Gotzau' bei Durlach ab- 
gestiegen und daz haus besehen, lest dem keller^ verert worden 

1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 15. zu Graben^ einem armen menschen, welcher 
mit der schweren kranckheit beladen auß pf. beuel geben 

2 K. .A — 3 fl. 

Den 17. haben s. eh. g. zu Hernßheim^ uff Eberhard von 
Dalbergs hochzeit dem Grafl*, saalknecht ahn sein wambß ge- 
henckt 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 >a. 

Den 18. dem trompetern daselbsten uff der hochzeit auß 
pf. beuel geben 20 golt fl. — 30 fl. 

Den 18. den berckhauem ^, welche uff der hochzeit gesungen 
auß pf. beuel geben 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 18. zweien partheien spilleüten ufi der hochzeit 
deren 8 gewesen auß pf. beuel geben 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 18. haben s. eh. g. einem zwergen, welcher derselben 
gesungen auch ein lied abgeschrieben auß beu<jl geben 1 K. >a — 

1 fl. 7 bz. 7 Ä. 

Den 18. haben s. eh. g. des bischoffs von Speier seinem 
narren uff Dalbergers hochzeit vor 2 maulschellen, welche er 
erhalten geben 2 K. >* — 3 fl. 

Den 18. einem trommelschlager von Meintz, welcher die 
hochzeit über uffgewartet auß pf. beuel geben 2 K. ^ — 3 fl. 

Latus 84 fl. 2 bz. 

Den 18. haben s. eh. g. uff der hochzeit zu nachts unter dem 
tantzen mit Hoheneckern, dem von Fleckenstein und Flachen 
gespilt und verspilt 100 K. ^ — 150 fl. 

Den 19. den fergen zu Wormbs, welche s. eh. g. sampt 
dero hofgesind über Rhein geführet auß beuel geben 4 
K. >A — 6 fl. 

Den 20. dem grauen von Eberstein entrichtet 69 fl. 5 bz. 
vor eine ketten welchen ihm s. eh. g. vor langem verheissen 
zu verern. 

^ Gottesau, ehem. Benedictinerkloster und 1553 Tom Markgrafen 
Karl II. von Baden erbautes Schloss bei Karlsruhe. — ^ Verwalter 
der herrschaftlichen Gefälle. — ' Graben bei Durlach. — * Hernsheim 
bei Worms, Schloss der Dalberge. — * Berghauern. 



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279 

Den 20. Wolflf Zetteln, federmacher seinen uberigen rest 
wegen geliefferter federn bezalt 136 fl. 

Den 20. haben s. eh. g. abents als dieselbige vom hetzen 
kommen durch Hanß lackeien abholen lassen einen K. ^ vor 
einen armen iungen 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 21. dem Canouski falckenmeister vor 3 gerfalcken 
und 1 gertertzlein * welche er von pf. wegen erkauflft geben 

170 fl. 5 bz. 

Den 21. Krumsdorffen, cammeriunckern entrichtet 100 
R. A, welche s. eh. g. zu Amberg ufl* fürst Christian von An- 
halts kindtauff mit ihm verspilt 133 fl. 5 bz. 

Den 22. seind s. eh. g. im hoffgarten zum ring gerent 
und alda einen habich kaufft, lest dauor geben worden 11 bz. 7 -a. 

Latus 667 fl. 4 bz. 

Den 23. hat der alte wälsche ballenspieler pf. etliche 
racketen geschenkt, ist ihm wieder zu vererung geben 
worden 3 fl. 

Den 23. dem senger iungen Hensell von wegen seiner 
iahr besoldung uff rechnung geben 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 23. dem kutscher, so bei s. eh. g. gemahlin 'kutschen 
leufft auß s. eh. g. beuel geben 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 23. haben s. eh. g. von einem meister von Wormbs 
eine kugelarmbrust erkaufft pro 8 fl. 

Dön 24. einem bauren von Santhouen ^ welcher pf. einen 
habich bracht auß pf. beuel verert 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 .a. 

Den 24. ist Dietrich Holderman von Nürnberg, welcher von 
pf. nach Heidelberg beschrieben und alda zum Beeren ^ gelegen 
und verert 6 fl. 6 bz. welche ihm wiederum erstattet seind. 
auch hat sein söhn ein reuter mit einer iungfrauen hinter 
sich führent pf. geschickt, lest ihme auß pf. beuel verert 
worden 3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 24. einem von adel, welcher in Niederland sich in 
kriegssachen gebrauchen lassen und ihm ein kugel in leib 
geschossen worden, dessenhalben heim ziehen müssen lest ihm 
von pf. zu Steuer geben worden 4 K. a — 6 fl. 

Latus 48 fl. 13 bz. 7 ^. 

Den 24. Schönbergem, amptman zu Bacharach erstat 
2 K. ^, welche er auß pf. beuel einem trommenschlager von 
Wormbs geben uff Eberhard von Dalbergs hochzeit 3 fl. 

* Art Raubvogel. — ^ Sandhofen am Rhein bei Mannheim. — ^ zum Bären. 



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280 

Den 24. haben s. eh. g. dero bürschkercher * einen hut 
kauffen lassen 2^2 A* 

Den 25. haben s. eh. g. zu Hagenbach mit dem iäger- 
uieister einen grauen klepper vertAuseht und wiederumb zu 
Amberg einen mit fürst Cristianen von Anhalt, gebüret von 
einem ieglichen alten gebrauch nach 2 R. ^ den knechten im 
marstal welches inen den 25. entrichtet 5 fl. 5 bz. 

Den 25. Stoffeln dem zwergen uff weiters seine iahr 
besoldung geben 8 K. ^ — 12 fl. 

Den 27. haben s. eh. g. von Thoma Arundro, iubilirern 
ein kleinot erkaufft und ertzhertzogen Maximilianen verert, 
iest dauor bezalt worden 100 R. ^ — • 133 fl. 10 bz. 

Knebeln, eamerjunckern geliffert 80 R. a wegen ein wäl- 
schen ballenspielers, welcher sie pf. in ballenspiell abgewonnen 

106 fl. 10 bz. 

Den 28. haben s. eh. g-. zu Heidelberg zu nachts mit 
fürst Christian von Anhalt im gemach gössen und dem instru- 
mentisten Dreitel und Bocke welche uff gewartet verert 6 
K. ^ — 9 fl. 

Latus 272 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 28. Caspar Walraben von Delefft^ auß pf. beuel zu 
Zehrung geben 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 28. haben s. eh. g. den musicanten verert 10 K. — 

15 fl. 

Den 28. Feehenbachern, windhetzern zwen zettel bezalt 
welche die hundsiungen zu unterschidlichen mahlen verzert 

9V2 fl. 

Den 29. seind s. eh. g. hinauß hetzen geritten, iest den 

bauren welche weinberg auß geklopfft verert worden 5 K. ^ — 

7 fl. 7 bz. 7 -Ä. 

Den 29. einem iägeriungen, welcher an pf. versehriben aber 

kein dinst gehabt auß pf. beuel. geben 6 bz. 

Den 30. haben s. eh. g. einem iungen uff dem iagen welcher 

hunde geführet verert 1 K. ^ — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 31. Samuel, lackeien welcher mit pf. camerwinden 

müssen vonhie nacher Bensheim laufferi zu zehrung geben 

1 K. >A — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 50 fl. 6 bz. 
Summa aller außgab dieses monats octobris iest 

3324 fl. 9 ^. 
* Führer des Jagdkarrens. — ^ Delft. 



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281 

Außgabe Nouembris. 

Den 1. einem mahler iungen, so in der pfaltz daheim 
und s. eh. g. ein gemähl übergeben auß dero beuel geben: 
3 K. ^ — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 1. dem grauen von Eber stein vor ein güldin ketlin 
welches ihm drei mahl umb den hals gehet und ihme pf. 
verert geben 60 Cronen^ — 104 fl. 

Den 1. rheingrafif Casimirn entrichtet 50 R. ^ und 20 
Cronen, welche pf . zu zweien mahlen im ballenspiel angewonnen 

101 fl. 

Den 1. graflf Wilhelmen von Solms uff rechnung geben 
so pf. ime verspilt 200 K. ^ — 300 fl. 

Den 2. haben s. eh. g. mit einem wälschen ballenspieler 
im ballenhauß verspilt 120 K, a — 180 fl. 

Den 2. haben s. eh. g. ehegemeltem ballenspieler, welcher 
s. eh. g. ein halb dutzet racketen presentirt vereren lassen 
40 R. :ä — 53 fl. 5 bz. 

Den 2. des rheingraffen iungen, welcher pf. ein hüpsch 
pistol presentirt auß dero beuel verert 10 K. a — 15 fl. 

Latus 757 fl. 12 bz. 7 ^. 

Den 2. haben s. eh. g. mit Frantzen von Hamerstein, 
kuchenmeistern im ballenspil verspilt 50 R. ^ welche ihm 
entrichtet worden. 

Den 3. Affenstein reüterhauptman entrichtet 7fl. 7bz. 7 ^, 
welche er zum theil ehe s. eh. g. zu Graben im würtzhauß 
ahngewonnen als dieselb zum margraffen gereist, zum theil auch 
vor dieselbe ausgeben. 

Den 1. haben s. eh. g. zu Heidelberg im ballenhauß mit 
rheingrafif Philipsen gespilet und verspilet 300 R. — 400 fl. 

Den 1. haben s. eh. g. einem armen Soldaten uflf dem 
weg nacher Darmstatt, welcher umb eine zehrung angehalten 
verern lassen 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

eben uff demselbigen wege einem koche, welcher pf. umb 
eine zehrung angesprochen geben 5 bz. — 5 bz. 

darnach seint s. eh. g. uff der Darmstatter reiß zu Wein- 
heim zur Cronen eingekert, alda verzehret 8 fl. 4 bz. 

Den 2. zu Darmstat 6 musicanten, welche uffgewartet 
auß pf. beuel geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 492 fl. 1 bz. 7 ^. 
^ Sonnenkronen. 



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282 

Den 3. haben s. eh. g. zu Darmstat einen gehrfalcken 
kaufft, iest dauor bezalt worden 48 ß. -a — 64 fl. 

Den 3. haben s. eh. g. 2 eammeriungen Walldenfelsen und 
Hehnsdorflfen, welche seu im saal fangen müssen verert 2 
golt fl. — 3 fl. 

Den 3. haben s. eh. g. zu Darmstat die thür im frauen- 
zimmer entzwei gelauffen und iest dem so die thür widerumb 
gemacht verert worden 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 3. Christoff Holtzhausen pf. drabanten entrichtet 5 
golt fl. , welche ihm s. eh. g. versprochen als er zu Francken- 
thal gefochten 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 4. haben s. eh. g. zu Darmstat des landgrauen 
eammerdiener uff seiner hochzeit von seiner eh. g. gemalin 
wegen verert 6 golt fl. — 9 fl. 

Den 4. zu Darmstat den trommensehlagern und pfeiffer, 
welche bei dem fußtumier auff s. eh. g. granartet auß dero 
beuel geben 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. haben s. eh. g. zu Darmstat einen gehrfalcken 
und blaufuß erkaufft iest dauor bezalt worden 40 R. — 

53 fl. 5 bz. 

Latus 144 fl. 5 bz. 

Den 5. Den musieanten zu Darmstat welche 6 gewesen 
auß pf. beuel geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^, 

Den 5. zu Darmstat einem Soldaten, welcher bei pf. umb 
zehrung angehalten geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 5. Samuel, dem laekeien daz er von Darmstat auß 
den iägermeistern müssen Sachen zu zehrung mitgeben 1 
golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 5. des landgrauen zu Darmstat eammerdiener von 
s. eh. g. wegen uff die hochzeit verert 12 golt fl. — 18 fl. 

Den 5. dem narren zu Darmstat auß pf. beuel verert 
2 golt fl. — 3 fl. 

Den 6. einem man von Darmstat welcher die cameel 
naher bei Dalberg geführt auß pf. beuel verert 5 golt fl. — 

7 fl. 7 bz. 7 -A. 

Den 6. dem frantzösisehen lautenisten Booket zu Darm- 
stat auß pf. beuel geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 6. dem Platner zu Darmstat, welcher uff pf. ge- 
wartet auß pf. beuel verert 3 golt fl. — 3 fl. 7 bz. 7 ^. 



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283 

Den 6. dem narren zu Darmstat wiederumb auß pf. 
beuel geben 2 golt fl. — 3 fl. 

Latus 50 fl. 7 bz. 7 -ä. 

Den 7. dem silbercämmerling ^ zu Darmstatt, welcher 
daselbsten mit dem hauptschlüssel uif pf. gemach uffgewartet< 
geben aus pf. beuel 8 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ä. 

Den 7. als s. eh. g. zu Darmstat auß gereist ist haben 
dieselbige den bürgern Soldaten unter dem thor verert 25 
golt fl. — 37 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 7. uff dem weg nacher dem Neuenschloß haben s. 
eh. g. einem italienischen ballenspieler geben 3 fl. llbz. 7 ^. 

Den 8. uff dem abent zu Neuenschloß dem Bocket auß 
pf. beuel geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 8. Dem Bocket wiederumb auß pf. beuel als er seine 
kleider verloren geben 10 golt fl. — 15 fl. 

Den 9. haben s. eh. g. zu Neuenschloß im frauenzymern 
mit des grauen von Oetingen seiner gemählin 5 golt fl.* — 

7 fl. 7 bz. 7 -». 

Den 9. zum Neuenschloß einem Soldaten, welcher auß 
Ungarn kommen auß pf. beuel geben 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 11. haben s. eh. g. zum Neuensehloß von einem 
Uhrmacher von Wormbs eine uhr erkaufft dauor bezalt 19 fl. 

Den 12. zum Neuensehloß den einheitzern auß pf. beuel 
verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 -a. 

Latus 97 fl. 1 bz. 7 -a. 

Den 13. haben s. eh. g. zu Heidelberg durch Canouski, 
falckenmeistern wiederumb drei falcken erkauffen lassen dauor 
bezalt 80 golt fl. — 120 fl. 

Den 13. den vier berckhauern zu Heidelberg, welche zu Neuen- 
sehloß bei pf. uff gewartet auß pf. beuel verert 4 golt fl, — 6 fl. 

Den 13. zweien männem von Heidelberg, welche ein 
stück wilds im näcker gefangen und s. eh. g. gebracht auß 
dero beuel verert 2 golt fl. — 3 fl. 

Den 13. haben s. eh. g. zu Heydelberg im balispiel mit 
reingraff Philipsen verspilt 13 fl. 7 bz, 7 ^. 

Den 15. seind s. eh. g. naher Manheim gereist und unter 
wegens hetzen geritten und den dreien gemeinen von Hedes- 
heim, ^ Kefferthal und Rheingenheim ^ so püsch ausgeklopfft 
verert worden auß pf. beuel 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

* Aufseher der Silbercammer. — ' sie! ~ ' Heddesheim. Käfertbal 
bei Mannheim. — '* Rheingönnheim bei Speyer. 



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284 

Den 15. eben uflf demselbigen einer magt, welcher pf. 
streiß verert geben worden 10 bz. 

Den 16. haben s. eh. g. freilin Cristina Jungen zu Man- 
heim uflf dem lagen verert 1 golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. zu Igelheim* einem alten man welcher in pf. 
gemach eingeheitz auß pf. beuel verert 1 golt fl. — 

1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 17. sind s. eh. g. zu Schifferstat zu geuatter gebetten 
worden lest zu pfettergelt* geben worden 4 golt fl. — 6 fl. 

Latus 219 fl. 1 bz. 

Den 17. zu Schifferstat einem mahler welcher von Hey- 
delberg naher Neuenstat' gezogen auß pf- beuel verert 1 
golt fl. — 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 19. Bocket frantzösischen Lautenisten zu Ygelheim 
auß pf. beuel geben 6 golt fl. — 9 fl. 

Den 19. haben s. eh. g. zu Ygelheim zu nachts im Saal 
mit rheingraff Philippsen und dem grauen von Eberstein ver- 
spüt 20 golt fl. — 30 fl. 

Den 21. haben s. eh. g. zu Ygelheim dem Bocke verern 
lassen 6 golt fl. — 9 fl. 

Den 21. seind s. eh. g. zu Ygelheim draussen uff der 
iagt gewesen und iest 2 gemeinen Friedeisheim und Wachen- 
heim welche wiltpret zu hauff getrieben verert worden 5 
golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 21. haben s. eh. g. zu nachts mit rheingraff Philipsen 
und Hoheneckern verspilt 40 K. ^ 60 fl. 

Den 22. haben s. eh. g. von Johan Roschauern gold- 
schmit zu ein kleinot und par armband erkaufft, daruor 
geben 110 fl. 

Den 22. haben s. eh. g. von einem man zu Ygelheim 
drei vergülten Uhren erkaufft dauor eine dem untermarschalck 
verert die ander rheingraff Otten und die dritte von s. eh. 
g. behaltet, dauor geben 108 fl. 

Latus 336 fl. 

Den 23. zu Mariatraut* des Hunden töchterlein auß pf. 
beuel verert l Rosonobel 4 fl. 9 ^. 

* Iggelheim bei Speier. — ' Gevattergeld. — ^ Neustadt a. H. — 
* Marientraut, fürstl. bisch, speyerisches Schloss, lag bei Hahnhofen. 



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285 

Den 24. dem koch zu Marientraut auß pf. beuel geben 
1 Rosonobel — 4 fl. 9 bz. 

Den 24. eben daselbsten den spieleütten auß pf. beuell 
verert 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 24. :zu Marientraut den weibern, so pf. schmecken 
verert auß pf. beuel geben 18 bz. 

Den 25. Brosingern , pf. silberbotten erstattet 6 bz. welche 
er auß pf. beuel zu Fridelsheim einer armen frauen geben. 

Den 26. haben s. eh. g. zu Germerßhim mit Bideselen 
und Hoheneckem zu abents im saal verspilt 6 Rosonobel 
3 golt fl. — 27 fl. 9 bz. 

Den 27. Stoflfel dem zwergen auß pf. beuel geben ein 
Rosonobel — 4 fl. 9 bz. 

Den 27. seind s. eh. g. hetzen geritten und lest den 
bauren von Mechtersheim auß pf. beuell verert worden 1 
Rosonobel — 4 fl. 9 bz. 

Den 27. einem boten welcher auß Niederland von graf 
Philipsen von Hohenloe 2 vergült wehr bracht auß pf. beuel 
zu vererung geben 2 Rosonobel — 9 fl. 3 bz. 

Latus 59 fl. 12 bz. 

Den 28. haben s. eh. g. zu Germerßheim mit Hoheneckem 
und Riedeseha verspilt 6 Rosonobel — 27 fl. 9 bz. 

Den 30. haben s. eh. g. dero gemählin cammermagd 
Marien verert 5 Rosonobel — 23 fl. 

Pondorfien frauenzymer hoflfmeister 3 und ins frauenzymer 
in gemein 10 Rosonobel — 46 fl. 

Latus 96 fl. 9 bz. 

Summa aller außgab dieses monats Nouembris iest 

2253 fl. 5 bz. 

Den 2.. Decembris. s. eh. g. dero säcklein mit Rosonobel 
gefüllt, daringangen 70 Rosonobel — 322 fl. 

Den 4. seind s. eh. g. von Germerßheim uff ein lagen 
gezogen und iest der gemeind im nächsten dorff bei Fried- 
richsbühl verert worden 4 fl. 9 bz. 

Den 5. Hanß Kolben, pf. lackeien erstattet 7 bz. 7 ^ 
welche er verzert als er fürst Cristian von Anhalt wegen eines 
brieffs müssen nachlauffen. 

Den 5. seind s. eh. g. zu Heydelberg hinauß hetzen ge- 
ritten und iest den bauren von Leimen und Rohrbach, welche 
püsch geklopfft verert worden 5 fl. 1 bz. 



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286 

Den 6. Canouski, falckenmeister vor 7 siechte falcken zu 
bezalen, welche er auß pf. beuel erkaufft geliffert 105 R. -a — 

140 fl. 

Den 6. s. eh. g. widerumb in dero säcklein geliflfert 49 
Rosonobel — 202 fl. 6 bz. 

Latus 674 fl. 8 bz. 

Den 6. einem Stauungen vor pf. Spießruten zu kauften 
geben 1 fl. 9 bz. 

Den 7. haben s. eh. g. zu Heydelberg alß landgraff Moritz 
bei deroselben gewesen mit Knebeln cammeriunckem gleich 
gespilt und verspilt 10 K. ^ — 15 fl. 

Den 9. hat Johan Roschauer goldschmid zu Franckenthal 
pf. einen gürtelring gemacht von seinem, golt iest ihm vor 
golt und macherlohn bezalt worden 4 fl. 5 bz. 

Krumbsdorff'er , cammer iunckern zu Igelheim geliffert 
200 fl. als er von pf. ins land zu Francken uff ein hochzeit 
verschickt worden. 

Den 17. s. eh. g. zum Neuenschloß wiederumb in sein 
beittelein geliffert 50 Rosonobel 230 fl. 

Den 18. als pf. von Neuenschloß naher Lorsch reier zu 
beissen * gezogen haben s. eh. g. uff dem wege zu Weinheim 
einen anstand gethan und verzert 6 fl. 5 bz. 

Latus 461 fl. 13 bz. 

üff den heyligen Cristag pf. iiv sein säcklein geliffert 12 

Rosonobel und 10 ungarische ducaten. 

Latus 79 fl. 3 bz. 

Den 12. dreien gemeinen von Rorbach Leimen und Kirchen ^ 
erstattet 5 R. -a, welche pf. ihnen den 14. Octobris als sie 
püsch außgeklopfft versprochen, und iest also stehen blieben 
weil s. eh. g. verreiset daz maus nit können abfordern 6 fl. 10 bz. 

Den 13. s. eh. g. als landgraff Moritz' i3ei derselben ge- 
wesen 5 R. ^ ins ballenspiel geschickt 6 fl. 10 bz. 

Den 13. Fritz, mahlern auß pf. beuel uff rechnung geben 

20 fl. 

Den 14. dem conterfeiter Braunen auß pf. beuel uff rech- 
nung geben 50 R. ^ — 66 fl. 20 bz. 

Den 14. haben s. eh. g. von einem büchsenmacher von 
Ingelfingen* 9R.^ durch Kolbingen erkauffen lassen pro61fl. 
5 bz. reichsmöntz. 

^ beizen, — ^ Kirchheim. — .^ v. Hessen. — ♦im württ. Jaxtkreis. 
-- * 8. sie! 



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287 

Den 14. dem mahler, welcher in pf. gemach arbeitet auß 
pf. beuel uff rechnung geben 14 R. ^ — 18 fl. 10 bz. 

Latus 183 fl. 13 bz. 

Den 14. einem botten von Braunfels, welcher pf. can- 
ninlin * bracht auß pf. beuel verert 2 R. ^ — 2 fl. 20 bz. 

Den 16. Antonio dem bürstknecht, welcher pf. zu seiner 
sie. gebeten auß pf. (beuel) zu Verehrung geben 5 R. ^ — 

6 fl. 10 bz. 

Den 17. dem hoffmeister zu Darmstat Aenot. Schwartz 
geschieckt bei capiten Schrautenbach, welchs pf. mit hetzen 
verloren als s. eh. g. zu Darmstat gewesen 133 fl. 5 bz. 

Den 17. hertzog Cristoffeln von Lünenburg entricht 80 R. -a, 
welche s. eh. g. gegen s. f. g. und graue Albrecht Otten 
von Sohns zu Heidelberg im ballenhauß^ verspilt. 

Den 18. dem nachleuffern bei pf. gutschen auß pf. beuel 
geben 1 R. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Den 19. einem botten welcher von Philips Jacoben von 
Pücken drei hetz hunde bracht auß pf. beuel verert 1 R. ^ — 

1 fl. 5 bz. 
Latus 252 fl. 

Den 19. seinds. eh. g. zuHeydelberg uff dem Schlitten ge- 
fahren und einem bauren, welcher dero selben einen habich 
verert geben 5 R. ^ — 6 fl. 10 bz. 

Den 19. Petern von Helmsdorffen, cammeriungen, welcher 
pf. 3 schoßt auff blose band mit einem blaß röhr gehalten 
auß beuel geben 1 fl. 5 bz. 

Den 20. dreien dreschem zu Sehwetzingen welche pf. 
getraid auß dreschen und s. eh. g. umb eine Steuer an- 
gesprochen auß beuel gereicht worden 3 R. -a — 4 fl. 

Den 20. des forstknecht söhn von Leimen welcher pf. einen 
raier gezeigt im velde auß pf. beuel geben 2 R. j^ — 

2 fl. 10 bz. 

Den 20. des italienischen ballenschlager iungen als sein 
meister vnn Heydelberg wegk gezogen auß beuel zu Verehrung 
geben 2 fl. 20 bz. 

Den 20. haben s. eh. g. dem kleinsten Brendlin sechs par 
hüpsche dauben kaufft, iest dauor auß pf. beuel entrichtet 3fl. 

Den 21. Tobias Hoffkuntzen altisten daz theil seiner halben 
iahr besoldung geben 10 fl. 

Latus 30 fl. 5 bz. 

^ Kaninchen. — * Hans in dem Ballen geschlagen worden. — * Schoss. 



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288 

Den 21. Frantzen von Hamerstein, kuchenmeistern erstattet 
15 E. .A, welcher er auß pf. beuel anßgelegt vor di'ei carbiener 
welche pf. Krumbdorffer verert. 

Den 22. seind s. eh. g. zu Heydelberg von dem Kappen 

[ijj schoper (?) zu geuatter gebetten worden, ist dem kind verert 

worden 3 E. ^ — 4 fl. 

Den 25. uflf den heiligen Cristag zu der saalknecht opfer- 
gelt, vor pf. gelt auß s. eh. g. beuel geben noch 1 E. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Den 26. Fechenbacher , windhetzern geben 2 E. ^ einem 
hundsiungen welcher müssen hunde holen bei hanß Georg 
Canoßki zu Kochensteinsfeld. (?) 

Den 27. einen E. ^ des forst knechts söhn von Leimen, 
welchen pf. den vorigen tag als s. eh. g. reier beißen draußen 
^; i )^ gewesen nach Heydelberg beschieden 1 fl. 5 bz. 

Den 27. Philipsen dem cammerdiener erstatt 2 fl. 13 ^ 
welche er vor pf. auß gelegt zum theil noch zu Amberg vor 
Wascherlohn und zum theil zu Neuenschloß armen leuten 

2 fl. 13 A. 
Latus 30 fl. 6 bz. 

Den 28. Fritzen dem sattelknecht vor ein kleid und 
mantel, welche ihm pf. versprochen entrichtet 31 fl. 9 bz. 

Den 28. einem krämer zu Heydelberg vor boppen, welche 
der heylige Crist den freilein ^ sämptlich bescheert entrichtet 3 fl. 

Den 29. seint s. eh. g. hinauß hetzen geritten und lest 
den gemeinen von Sandhausen und Eeulingen, welche püsch 
außgeklopfit auß pf. beuU verert worden 5 E. ^ — 6 fl. 10 bz. 

Den 30. einem mahler Jungen, welcher pf. ein gemalt uff 
den neuen jahrs abent verert auß pf. beuel zum neuen iahr 
geben 5 E. a — 6 fl. 10 bz. 

Den 30. Wolf Zetteln, federmacher von wegen dero 100 
püsch federn auß beuel uflf rechnung geben 100 fl. 

Den 30. Gabriel Eeüßem von wegen der calckschneider 
herberg auß pf. vorwilligung zum halben theil erstattet lOfl. lObz. 

Den 30. haben s. eh. g. zu abents im frauen zymer gössen 
' |1 II und dreien freilin sampt dem iungen herren verert iedem 



/'.r^ 



11 

im 



ein E. Ä — 5 fl. 5 bz. 

Latus 163 fl. 14 bz. 
1:^1 Den 31. seind s. eh. g. drauß hetzen gewesen und lest 

den dreien gemeinen von Eppelheim Eorbach und Kirchen 
* Prinzessinen: Louise Juliane (g. 1594), Katharine Sophie (g. 1995), 
Elisabeth Charlotte (g. 1597) und Anna Eleonore (g. 1599 Jan.). 



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289 

welche püsch ausgeklopflft aus pf. beuel verert worden 5 R. <ä — 

6 fl. 10 bz. 
Latus 6 fl. 10 bz. 
Summe aller ausgab dieses monats Decembris iest 

1881 fl. 13 bz. 

Januarii 1600. 
Außgabe was diesen monat in gemein außgeben worden. 

Den 1. Hanß von Homburg, pf. leitenant welcher s. eh. g. 
ein Schlachtordnung uff papier gerissen zu neuen iahr verert, 
auß dero beuel wiedrumb zum neuen iahr geben 3 R. ^ — 4 fl. 

Den 2. Thoma Arundeo, iubilirern zu Franckenthal von 
wegen waren, so zu Hernsheim uff deß von Dalbergs hochzeit, 
und den 16. Decembris zu Neuenschloß iest ausgenommen 
worden, geben 200 R. ^ — 266 fl. 10 bz. 

Den 2. Herculi von der Fünck, iubilirern zu Franckenthal, 
von wegen seines andern ziels der von ihm erkaufften ring- 
laden ^ geben 600 fl. 

Den 3. seind s. eh. g. draußen hetzen gewesen und iest 
dreien gemeinden von Eppelheim, Wiblingen und Kirchen, 
welche püsch außgeklopfft auß pf. beuel verert worden 5 R. ^ — 

6 fl. 10 bz. 

Den 3. einem trommenschlager, welche noch einen ge- 
sellen sampt einem pfeifer auß pf. beuel uff die hesische 
reiße holen müssen zu zerung geben 3 R. — 4 fl. 

Latus 877 fl. 5 bz. 

Den 4. Wallenfelsen, cammeriungen erstattet einen halben 
R. j^, welchen er auß pf. beuel zu Germersheim uff der hirsch- 
feist (sie) auß pf. beuel einem armen man geben 10 bz. 

Den 4. den beyden frauzymer, iungen freilein Cristinä 
iungen und dem Franzosen auß pf. beuel einem ieden geben 
3 Rthr. — 4 fl.2 

Den 4. den hundsiungen auß pf. beuel zum neuen iahr 
geben 2 R. ^ — . 2 fl. 10 bz. 

Den 4. pf. bürschiungen zum neuen iahr geben 7 bz. 7 .a. 

Den 5. pf. trompetern von s. eh. g. und des iungen herrn 
wegen zu neueniahr geben 12 R. ^ — 16 fl. 

Den 5. dem calckschneider , welcher in pf. gemach arbeitet 
uff rechnung wiederumb geben 20 R. <ä — 26 fl. 10 bz. 

* Lade, Kasten für Ringe. — ^ Im Original 4 8, was hier ein Irrthum. 

Zeitschr. XXXIII. 19 



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290 

Den 5. dem hofbecker auß beuel pf. zum neuen iahr 
geben ein R. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Den 5. dem hofifgartner, welcher pf. bommerantzen verert 
auß pf. beuel zum neueniahr verert 1 R. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Latus 97 fl. 2 bz.^ 

Den 5. dem mundschencken und hoffkeller nach pf. ge- 
wohnheit zum neueniahr geben 2 K. ^ — 3 fl. 

Den 5. seind s. eh. g. hinauß hetzen geritten und iest 
einer frauen zu Sandhaußen , welche pf. einen schmecken ver- 
ert auß dero beuel verert worden 1 R. ^ — 1 fl. 5 bz. 

Den 2. einem nachleufifer, welcher bei pf. uffzuwarten und 
uflf dem blad zu pfeiflfen pflegt auß s. eh. g. beuel zum neuen- 
iahr geben 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 7. Heidgen, welcher bei reingraflf Otten ist auß pf. 
beuel zum neueniahr geben 50 golt fl. 

Den 7. eh. pf. cammer secretario, Veiten Dürren von 
dießen quartaP gelieffert 500 fl. 

Den 7. beyden weschmägten, so uflf pf. wasch bestellt auß 
pf. beuel zum neuen iahr geben 2 R. ^ — 2 fl. 20 bz. 

Den 8. haben s. eh. g. von einem schwertfeger von 
Franckenthal 2 vergülte rappier erkaufffc dauor geben 

37 fl. 7 bz. 

Den 8. pf. leiljkutschern auß pf. beuel zum neuen iahr 
geben 1 K. ^ wie auch seinem vorreiter und nachleiffer einem 
ieden ein halben R. ^. 

Latus 627 fl- 2 bz. 

Den 8. haben s. eh. g. dem graflfen von Ortenbergk 
100 R. ^ vor ein pferd entrichten lassen 133 fl. 5 bz. 

Den 8. dem hundsiungen iren zettel bezalt, welches sie 
zu unterschidlichen mahlen mit pf. hunden verzert hatten 20 bz. 

Den 9. Knebeln, cammeriunckern erstattet 18 fl. 6 bz. 
welche s. eh. g. den 28. Decembris mit ihnen im ballenhauß 
verspilt. 

Den 10. s. eh. g. in daz ballenspiel durch daz kleine 
Brendell geschicket 12 golt fl. — 18 fl. 

Den 10. pf. wiederumb in dero säcklin geliffert 50 golt fl. 

Matthes, lackeien welcher schadhafft gewesen auß ver- 
willigung den barbier lohn entrichtet 10 fl. 

* In Folge des obigen Irrthams ist Hauptsamme vielmehr 53 fl. 2 bz. 7 ^. 
— ' So den 1. Jannarij angangen. 



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291 

Deßgleichen Frantz, lackeien welcher krank gewesen auß 
pf. beuel geben 8 fl. 

Den 11. Canouski, falckenmeister ein zettel bezalt welche 
er vor schellen, vögel und anders außgelegt 25 fl. 5 bz. 

Latus 289 fl. 6 bz. 

Den 12. Fechenbachen geben 1 R. ^ zu zehrung zweien 
hotten , welche iunge englische hunde naher, Hört und Mech- 
tersum müssen tragen. 

Den 13. einem bauren, welchem pf. zwei eichhörlin ab- 
kaufft geben 3 R. ^ — 4 fl. 

Den 14. Peter Qarset kremer zu Heydelberg entrichtet 
23 fl. 23 alb. vor zeug zu einem wamboß \ welcher pf. rein- 
grafF Otten verert. 

Den 14. grafl" Wilhelmen von Solms, wegen den tausend 
thlr. welche er pf. angewonnen uflf rechnung geben 600 fl. 

Den 15. einem frömbden fechter, welcher im schißgraben 
schul gehalten auß pf. beuel geben 5 R. ^. 

Den 15. Antonio dem bürschknecht einen zettel bezalt 
3 V« fl., welches er vor pf. röhr zu machen außgeben 3 fl. 7 bz. 7 a. 

Den 15. einem man, welcher pf. schreiben gelehrt auß pf. 
beuel geben 15 fl. 

Den 15. einer senfftin* von Sulborg' welche pf. zur hoch- 
zeit beschriben durch Massenbach geschickt 200 fl. 

Latus 854 fl. 5 bz. 

Den 16. Antonio dem bürschknecht einen zettel bezalt 
1 fl. 12 bz. welches er zu Wiblingen verzert als er auß pf. 
beuel uf 1. däx gelaust. 

Den 16. Knebeln, cameriunkern entrichtet 40 R. i, welche 
er neben dem untermarschalck pf. im balhauß angewonnen, 
den 6. Nouembris 53 fl. 5 bz. 

Den 17. Nicklauß Blutiägern zu einem kleid auß pf. beuel 
geben 10 fl. 

Den 19. Leonhart Kuchen, pf. drabanten auß dero beuel 
zum neuen iahr geben 5 R. ^ — 6 fl. 10 bz. 

Den 21. Thoma Arondeo, iubilirern von wegen eines ohr- 
gehenkes und einem kredentz* vor Dalbergers hochzeit heru- 
rend vollend entricht 138 fl. 10 bz. 

Den 21. Christoflf Holtzhaußen, fechtern von wegen daz er 

1 Wamms. - » Sänftenträgerin (?). - » Sulzbürg bei Neumarkt. - 
* Credenzgefäss. 

19* 



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292 

zu Heydelberg im schißgraben fechtschul gehalten auß pf. 
beuel geben 5 Rthlr. — 6 fl. 10 bz. 

Den 21. Canouiski einen zettel bezalt, welches er zu 
Schönau verzehrt als er einen vogel verloren der Cardinal ge- 
nant . 1 fl. 7 bz. 7 ^. 

Latus 218 fl. 9 bz. 7 ^. 

Den 22. Hanß Georg Scheuen, seidenstücker, welcher pf. 

pfleget mit der lauten uflf zu warten umb andere Seiten zu 

kaufien 5 Rdlr. — 6 fl. 10 bz. 

Den 21. s. eh. g. als dieselbige auflf dem schütten zu 

Heydelberg gefahren wiederumb in daz säcklin geschickt 30 

golt fl. — 45 fl. 

Den 22. Hensel dem sengeriungen * welcher, seiner dinst- 

besoldung uflf rechnung geben 5 Rdlr. dergleichen Christofl'ehi 

dem Zwergen auch uflf seine besoldung geben 5 R. ^. 

Den 22. dem Lelbach pf. trabanten welcher im schißgraben 
zu Heydelberg gefochten, einen fechter wund geschlagen auß 
pf. beuel geben 4 R. -ä. 

Den 22. dem calckschneider zu entrechnung, welches ihme 
pf. wegen seiner arbeit schuldig geblieben entrichtet 

267 fl. I2V2 bz. 

Latus 339 fl. 2 bz. 7 ^. 

Einem glaser zu Heydelberg, welchen pf. zur hochzeit ge- 

betten auß dero beuel verert 5 golt fl. 

Den 22. den calckschueidergesellen , auß pf. beuel zu 

drinckgelt geben 5 Rthlr. 

Den 24. uff der reise naher Darmstat dreien mägden 
welche pf. bey Darmstad streiß verert 3 golt fl. 

Den 24. s. eh. g. zu Darmstad wiederumb in dero säcklin 
geliffert 20 golt fl. 

Den 24. seind s. eh. g. zu Darmstad drauß hetzen ge- 
wesen und lest auß pf. beuel einer armen frauen geben worden 

1 Königsort. 
Den 24. zu Darmstad einem schloßer von pf. casien zu 
machen geben 3 bz. 

Den 25. einem hundsiungen, welcher hunde nach Heydel- 
berg müssen führen auß pf. beuel geben 2 Rthlr. 

Den 25. dem Organisten zu Darmstat, welcher pf. lieder 
in dero buch geschriben auß s. eh. g. beuel geben 5 Rdlr. 
^ Ueber die Kapelle am churf. Hof vgl. Häusser I 462. 



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293 

Den 25. hat meister HanO, leibschneider pf. ein wamboß 
in der eil verfertigen müssen, iest den schneidern so ihm 
holffen zu lohn geben worden 3 Rdlr. 

Latus 61 fl. 13 bz. 7 ^. 

Den 25. dem landgrauischen burgvogt zu Darmstad, welcher 
pf. iunge äffen zu besehen vorgetragen, auß pf. beuel verert 

1 Rdlr. 

Den 25. den spilleuten von Frankfurt, welche zu Darm- 
stat uffgewartet auß beuel geben 6 fl. 

Den 25. einem armen von adel welcher, pf. vmb ein zeh- 
rung angesprochen auß pf. beuel geben 3 golt fl. — 

4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 25. seind s. eh. g. ubernacht zu Kelterspach * gebliben, 
alda in dero secklein wieder geliflFert 30 golt fl. — 45 fl. 

Den 26. dem stubenheitzer zu Kelterspach, welcher uff 
pf. gemach gewartet verert 9 bz. 

Den 29. zu Butzbach, graff Hanß Jacoben von Ebersteins 
Schreiber, welcher pf. 2 hüte wegen seines herrn, von Nantzi* 
presentirt geben 5 golt fl. — 7 fl. 7 bz. 7 ^, 

Den 29. einem armen alten man zu Butzbach vor pf, 
losament auß dero beuel geben 1 golt fl! 

Den 29. uff dem wege, den tag durch den armen leüten 
geben 4 K. örter. 

Latus 67 fl. 5 bz. 7 ^. 

Den 30. zu Marckspurg ^ vor pf. casten abzutragen geben 

3 bz. 

Den 30. haben s. eh. g. zu abents vor essens mit land- 
graff Ludwigen und Rudolph Bauen gespilt und verspilt 

80 golt fl. 

Den 30. nach dem essen haben s. eh. g. wiederumb mit 
landgraff Ludwigen dem älteren und Rudolph Rauen ver- 
spilt 165 golt fl. 

Den 31. zu Dieß* pf, wiedrumb in sein sacklin geliffert 
30 golt fl. — 45 fl. 

Den 31. dem iungen graffen von Manßfelt zu Marckburg 
auß pf. beuel geben bei der tafel 10 golt fl. — 15 fl. 

Latus 427 fl. 10 bz. 7 ^. 

Summarum der Außgabe dieses Monats January thut 

3860 fl. 1 bz. 7 ^. 

« Kelsterbach (hess. Prov. Starkenburg). - * Nancy. ~ ^ Marxburg 
(SchloBS zu Braubach gehörig). — ♦ Dietz. 



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294 

Ausgabe February. 

Den 1. bey Ziegenhain etlichen bauren, welche getantzet 
geben 3 golt fl. — 4 fl. 7 bz. 7 ^. 

Den 3. Valentin Gümpeln auß pf. beuel zum neuen iahr 
I geben 10 golt fl. 

1 Den 3. pf. ein regenhut von Franckfort bringen lassen 

- kost 5 fl. 10 bz. 

Den 3. Valentin Gümpeln geben 4 fl., welche ihme pf. 
iährlich zu besserung seiner besoldung zu reichen pflegt. 
Den 4. des landgraffen zu Darmstad cammerdiener auß 
V pf. beuel geben 30 golt fl. — 45 fl. 

, Den 4. haben s. eh. g. nach dem mittagessen in dero ge- 

mach mit Rudolph Rauen getrümpflft und vei»pilt 65 golt fl. — 
' 97 fl. 7 bz. 7 ^. 

-■ Den 4. zu nachts als pf. mascarata gangen zum mum- 

schantzen geliflfert 113 golt fl. — 169 fl. 7 bz. 7 ^. 

; Den 5. pf. zu abends widerumb in sein secklin geliffert 

i 30 golt fl. — / 45 fl. 

j Den 6. pf. wiederumb sein secklin gantz vol gefüllet mit 

golt fl. sind darin gethan worden 100 golt fl. — 150 fl. 

'* Latus 536 fl. 2 bz. 6 ^. 

Den 5. zu Cassel Fritz, leibkutschern gereicht 4 Rthlr. ^ 
welche ihm pf. zugesagt als s. eh. g. von Giessen nach 
Marckburg gefahren. 

Den 5. zu Marckburg einem roßteuscher den schwertfeger 

' genant vor 2 pferd welche pf. von ihm erkauflft bezalt 

! 243 Rthlr. 

Den 8. zu Cassel einem armen von Türeken gefangenen 

von adel auß pf. beuel verert 6 golt fl. 

Den 8. graff Johan von Nassau iungen herren zu Cassel 

j vor pf. wapen in sein stambuch zu mahlen geben 1 golt fl. 

' Den 8. zu Cassel pf. wiederumb in sein säcklin gethan 

75 golt fl. 
].] Den 11. churf. pf. trompetern Schwartzhansen auß pf. 

beuel geben 1 golt fl. 

y Den 11. als s. eh. g. zu Cassel weggereist naher Minden 

uflf der weg einem armen Soldaten geben 1 golt fl. 

Den 12. dem apptecker von Caßel* welcher pf. allerlei 



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295 

fruchten von zucker zugericht, gen Minden nach getragen 
auß pf. beuel verert 5 golt fl. 

Latus 462 fl. 12 bz. 7 ^. 

Den 12. zu Mynden einem von Nürnberg vor einen künst- 
lichen Spiegel, welchen pf. landgraff Moritzen verert, geben 

200 fl. 

Den 12. zu Mynden einem man welcher pf. streiß verert 
geben, auß pf. beuel 2 golt fl. 

Den 14. haben s. cb. g. etliche kupflferstuck durch D. 
Graflfen pf. leib medicum erkauffen laßen per 32 fl. 

Den 14. haben s. eh. g. im gemach mit graff Johan von 
Nassau, graff Philipsen von Solms und mit herren Zindelino 
gespilt und verspilt 44 R. daler. 

Den 17. pf. platnern* zu pf. wehrgehenck zu vergülden 
geben 4 fl. 

Den 17. etliche schachteln kauift zu pf. kleinoten daruor 
geben 4 alb. 

Außgabe Juny. 

Den 10. Dohm Knebeln, erstattet eine Cron per 28 bz. 
welche- er anno 1599 vor pf. aiißgelihen als s. eh. g. bei dem 
bischoff zu Ladenbergk gewesen. 

Latus 299 fl. 10 bz. 4 ^. 

Summarum dieser drey monat February, Aprilis und Juny 
thut 1298 fl. 10 bz. 3 ^. 

Nota, setz ich in dieße rechnung 700 fl., welche mir von 
Stephan Quaten von Wieckraidt, die schulden sindt, geliflfert 
worden. 

Latus per sc. 

Summarum aller außgabe dieser rechnung vom 3. Juny 
anno 1599 biß uff den 10. Juny 1600 belaufft sich uff 
zwantzig tausent zweyhundert acht und funffzig gülden, sechs 
batzen und sieben pfennig. 

* Harnischer, Klempner. 



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296 



Die Anfhebnng des Klosters Herrenalb durch 
Herzog Ulrich von Wlrtemberg. 

Unter den vor Jahren aus Salem in das Gteneral-Landes- 
Archiv zu Karlsruhe verbrachten Archivalien befindet sich 
eine erst jüngst unter Akten aufgefundene Papierhandschrift 
des 17. Jahrhunderts mit der Ueberschrift: 

Descriptio infelicissimae expulsionis monachorum Albae 
Dominorum S. 0. C. in WürUenbergia factae a Duce Ulrico 
ibidem 1535. 

Nach einer lateinischen Einleitung, die an groben Invec- 
tiven gegen Herzog Ulrich überreich ist, folgt die Abschrift 
eines Notariatsinstrumentes, in welchem der Schaden be- 
schrieben ist, den das Kloster Herrenalb im Bauernkriege er- 
litten hat. Ich theile dasselbe als Anhang zu der Geschichte 
der Aufhebung des Klosters mit, welche den Hauptinhalt des 
Bandes ausmacht. 

Diese Geschichte der Aufhebung des Klosters Herrenalb 
scheint, auf Grund der ihrem vollen Wortlaute nach mitge- 
theilten Aktenstücke, im Kloster Salem niedergeschrieben 
worden zu sein. Wo der Verfasser eigene Bemerkungen zwi- 
schen die Aktenstücke einschiebt, die auf solche Weise zu 
einer historischen Darstellung verbunden werden, verhehlt er 
keinen Augenblick seine feindselige Gesinnung gegen Herzog 
Ulrich, der er vielmehr in äusserst drastischer und derber 
Weise Ausdruck verleiht. 

Da wir über die Aufhebung des Klosters Herrenalb ausser den 
spärlichen Mittheilungen bei Besold und Crusius meines Wissens 
keine Nachrichten haben, halte ich diese Zusammenstellung für 
der Veröffentlichung in hohem Grade werth. Wo die Aktenstücke, 
welche derselben zu Grunde liegen, hingekommen sind, ist 
mir unbekannt; über ihre Authenticität dürfte indess kein 
Zweifel bestehen. 

Die lateinische Einleitung habe ich nicht abdrucken lassen, 
weil sie sachlich völlig irrelevant ist und dem Anschein nach 
bestimmt war, einer ganzen Serie von Publicationen voran- 
gestellt zu werden, die alle die Schicksale des Klosters 



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'^.i^^ 



297 

Herrenalb betreffen sollten. Ausser dem oben angeführten 
Titel steht nämlich auf der Decke des Bandes, der die fol- 
gende Darstellung enthält, noch weiterhin: 

Item de iffcavatione, Uberatione et obitu D. Nicolai, ejus- 
dem monasterii praelato 1643 seq. Item attenta domini epis- 
copi Augustani pro reductione mx>nasteriorum et incorporatione 
eorumdem suo episcopatui aere alieno gravccto. Item socii 
S, Ignatii quaerunt immitti in monasteria Wirttenbergica. 
Documenta horum monasteriorum exiguntur a Salemio, 

Alle diese Betreffe sind eingeklammert und durchstrichen, 
und es ist darunter die Bemerkung gesetzt: haec inclma nan 
continentur in hoc libro, sed extra ei incompacta. 

Wo etwa diese Aufzeichnungen hingekommen sein mögen, 
habe ich nicht feststellen können. 

Ob in demKloster Salem, wohin bekanntlichalle Archivaliendes 
Klosters Herrenalb geflüchtet worden waren, bei Abfassung dieser 
Aufzeichnungen, wie aus den einleitenden Worten der oben erwähn- 
ten lateinischen Vorrede geschlossen werden könnte, die Absicht 
einer Publication vorlag, lässt sich nicht mit Sicherheit con- 
statiren. Der Umstand, diass das Kloster Salem Besitzungen 
in Wirtemberg hatte und desshalb wohl veranlasst war, Con- 
flicte mit den Nachfolgern des so heftig angegriffenen Herzogs 
Ulrich zu scheuen, dürfte gegen eine solche Annahme sprechen. 

Der Abdruck mag an dieser Stelle erfolgen, weil unsere 
Zeitschrift auch die älteren Urkunden des Klosters Herrenalb 
nach deren Verbringung in das General-Landes- Archiv publicirte. 

V, Weech. 



Diß 1535. Jahr fangt hertzog Ulrich an mit abstellung 
des hochhailigen opfers des altars iuxta prophetiam Danielis: 
den 5*®° May mit nachgeschribnem befelch an Abbt Lucaß: 

Ulrich etc. 

Unser mannung und befelch ist, ob etlich wenig oder vil 
priesters personen in ewrem convent weren, die ein grewel 
oder beschwärde der meß halben, die zuesingen oder zue- 



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Goog 



298 

leßen hetten, Ihr wellet sie darzue nit zwingen oder nötigen. 
Daß wollen wür unß gnädig zue Euch verlaßen. Datum Maul- 
bronn, freytags nach vocem jucunditatis anno xxxv*®* 
Ulrich h. zue Württemberg. 

Den 5*®"* Jidy, montag nach Exaudi fangt hertzog Ulrich, 
deßen voreitern und Er an dem closter Herrenalb keines 
hellers werth nie gestifft, ußgenommen ein schlechtes kälchlin, 
daß closter Herrenalb an plünderen und spilt ein laidige 
tragoedi mit dem abbt und convent daselbsten. 

Obbestümbten tag July umb die zehend uhr ist in das 
closter Herrenalb kommen der edell junckher Hanß Friderich 
Thum sambt maister Erhardt Schnepf uß befelch des durch- 
leichtigen, hochgebornen fürsten und herrn Ulrich hertzog 
zue Württemberg, meins gnädigen herrn. Haben sie morgens 
dinstag mein ehrwürdigen herrn von Alb und den gantzen 
convent in die großen zechstuben zuesamen beruefft, anfäng- 
lich ein versiglet credentz, vom fürsten ußgangen, dargelait, 
darnach ein newe closterordnung mit ernstlichem befelch und 
vil werten ihrem befelch nach mundtlich anzaigt, das es des 
fürsten bevehl und gehaiß sei, welle es auch also haben, daß 
fiirter hin und von stund an alle unsere ceremonien in der 
kürchen, auch sunst vermög unserer regulae profession und 
Constitution hiemit solle gar abgeschafft und abgethan sein (wie 
wol etlich ungegründt Ursachen angezaigt) das welle der fürst 
also haben, und zue verhütten, so einer darwider thete, deß 
fürsten große ungnad, wellen sie unß hiemit gewarnet und 
gesagt haben, daß derselbigen closterordnung gelebt etc. 

Darfür mein ehrw. herr von Alb und der gantze convent 
underthäniglich gebetten, unß wie von alter her bey unsern 
ceremonien und ordensbräuchen bleiben zuelaßen oder 4 wochen 
ein bedenck zue geben, dieweil es die seel und unsere ge- 
wißen berüere und hoch zue bedencken ist, weß uns anzue- 
nemmen sey. 

Daß uns alles von den abgesandten abgeschlagen und 
daruf zuerkennen geben, daß müeße sein etc. und weiter ge- 
redt, so einicher oder mehr willens weren, sich in andere 
ständt, dan wir bißher im closter gehabt, hinuß in die weit 
verändern wolte, studiren, wyben, ein pfarr oder ein praedi- 
catur versehen, dem welle man, der sich hinuß in die weit, 



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299 

oder in ehelichen standt verendert, sein lebenlang alle jähr 
xl gülden leibgeding verschreiben und geben laßen, der aber 
studieren oder pfarr versehe und annemme, wöll man ihm 
alle jähr sein lebenlang fünfzig gülden leibgeding geben, 
daruff sollte sich ein jeder bedencken und von stund an 
einer nach dem andern zue ihnen den gesandten kommen 
und zuerkennen geben, waß seines willens were, daß well 
man ufschreiben und darauf weiter mit ihnen handien, auch 
ihnen allen deß versprochnen leubgeding halb brüefflichen 
schein und deß fürsten aigen insigell zuestellen und geben etc. 
Deß haben sich vom convent drey priester und acht junger 
ergeben, sich zuebedencken und bey ihrer freundschafft rath 
zuehaben, was ihnen zue thuen sey, wellen sie das in acht 
tagen gschrifftlich oder mundtlich zue Stuetgardt anzaigen, 
weiten die gesandten, daß sie alle selbs mundtlich, und nit 
geschrifftlich zue Stuettgardt selten erscheinen und anzaigen etc. 
Aber die andern all und fürnemlich der ehrwürdige herr 
Lucaß abbt, der prior sambt den alten, etlich müttelmäßig, 
ein junger profeß und zwen laybrüeder, uff zwelff personen 
haben underthäniglich gebetten und begert, sie bei ihren alten 
cerentonien und ordensbräuchen bleiben zuelaßen, deß ihnen 
dan gar abgeschlagen und uß zwang die new closterordnung 
über ihres hertzen will müeßen annemmen. Die wellen in 
und bei ihrem gottshauß bleiben und sterben, lüeb und laid 
darob leiden, beystand, hülffundgnad von dem allmächtigen, 
barmhertzigen gott gewertig sein etc., müt gueter zuever- 
sicht und hoffnung, die andere unsere mittbrüeder, so uf ihre 
freündtschafft, wie ob laut, gezogen, sollen bei denselbigen 
gueten freunden zue rath finden, daß sie wider keren und 
ihre seelen nit also in große gefärligkeit geben etc. Gott 
geb gnad. 

Und seind das die jenigen, so uf ihr freündtschafft ge- 
zogen, mit namen herr Jacob Pfortzhaimer, custos, Johannes 
Schickh, Weinkeller, Ciriacus von Baden, subprior, alle 
prüester und Egidion von Weil der statt , ein junger profeß etc. 

Die vüer seind nit gen Stuetgardt gangen, habens vil- 
leicht bei ihr freundschafft zue bleiben in rath gefunden, 
steht zue ihnen etc. 

Aber die andern süben, so zue Stuetgardt gewest, seind 
abgefertigt etc. wie nach folgt. 



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300 

Nota. 
Alhie sühet der guethertzige leßer, mit was gewalt diser 
gottloße schürmherr, welcher auß einem hurten ein wolflf 
worden, die guete fromme schäflin angriffen und kein bitten 
noch betten geholfen, und haben die abgesandte nachfolgendes 
examen angestellt, damit sie die herdt Christi desto leicht- 
licher zertrännen könden. 

Examen. 

Philippus Degen, ohngevarlich 30 jähr alt, 5 jähr im 
closter geweßen, gantz unverständig und unerfahren, derhalben 
seiner Jugend und unverstandts weegen ist von den räthen 
bedacht, daß er gen Maulbronn geschickt soll werden. Ist 
gen Maulbronn abgevertigt etc. 

Johannes Craffl oder Heckh, prior, ist xxviij jähr 
im closter gewesen, ist ein pfarrherr, bieth, man wolle 
ihn bedencken und bleiben lassen, woU sich in gnädiger 
closterordnung gegen Ihi' F. Dchl. in allweeg gehorsam er- 
zaigen, hat vor etlich jähren auch praediciert, ist 45 jähr 
alt vnd von Groningen gebürtig. Hat das leibgeding. 

Ludovicus Bretter, oberbursierer, 65 jähr alt, 50 jähr 
im Orden, 35 jähr bursierer geweßen, sagt, nachdem ihme 
von E. F. G. und ihnen Vertröstung geschehen, daß man die 
alten bleiben laßen well, und er fast ußgelebt, alt und vil 
erlitten in des closters geschafften,. 300 fl. in das closter ge- 
bracht, von Löwnbergk geboren, seye auch noch brechhafft 
und gebrochen, bitt, das man ihn im closter bleiben und sein 
leeben darinnen, daß doch eine kurtze zeit weren möcht, 
enden wolt laßen, und wanns E. F. G. gelegen wer, ein mönch- 
klaid zue stewren, und beger zuebleiben bei seim orden. Ist 
vor das closter verwißen. 

ConradusEppvonBrackhenau, 63 jähr alt, 44 jähr im closter 
gewesen, ein contract und kranckerman, bitt ihme gnad zuer- 
weißen und im closter zuelaßen, hat rünnendekrancke äugen, hat 
ungefährlich seines vätterlichen ererbten guets 300 fl. bracht und 
so ihn mein gn. herr hertzog in dem closter ließ, wolt er ein 
weltlich klaidt tragen, woll sich in meins gn. berrn genad und 
gewalt ergeben. Hatt das leibgeding. 

Gallus Thorwarth von Bretten, 63 jähr alt, 43 jähr im 
orden geweßen, bitt umb Gottes willen, mein gn. fürst und 



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301 

herr woll sein alter und kranckheit gn. bedencken und ihn 
im closter zuelaßen, hab 125 fl. in das closter gebracht, sein 
tag vil laufen, müeh und arbeit im closter gehabt, sey des 
lufifts zue Herrenalb gewohnet, welle nit gen Maulbronn, woll 
sich seines Ordens und religion nit begeben oder verzeyhen. 
Ist abgefertiget vor daß thor. 

Georgius Tripelman, priester von Tübingen und bursierer, 
würd 49 jähr ehist kommende pfingsten und 30 jähr biß 
künflftigen Jacobi zue Herrenalb im orden geweßen. Im jähr 
nach dem bauren krüeg underpfleger zu Derdingen geweßen, 
2 jähr bursierer, kuchenmaister amt 3 jähr versehen, hat 
vor sich erstlich Maider in das closter bracht, bitt umb gottes 
willen, man welle ihne pleiben laßen. Dann solte ihm etwas 
befohlen werden, wöU ers versehen, es soll Ihr F. Gr. und 
gantze landschafft ein gnädig guetgefallen daran haben. 

Bitt ihme nit zueverargen, stehe darauf, er werde sein 
kutten nit außziehen, seye des dan durch ein concilium uber- 
wißen, begere kein leibgeding und welle gen Maulbronn nit, 
seye ein wochen beßer lufft zue Herrenalb als ein gantzes 
jähr zue Maulbronn. Ist vor das thor gewißen worden. 

Layenbrüeder. 

Brueder Anthonius von Meckmühl, 21 jähr im orden 
geweßen, 46 jähr alt, hat ein angebiet, ihme ein dienst im 
clostei: zuebefehlen. Ist ein' pistor und in der pfisterei umb 
das eine äuge kommen, hat 40 fl. in das closter gebracht, 
welle in der pfisterei zuegreiffen und arbaiten helffen, well 
die kappen außziehen, sich meines gn. herrn Ordnung halten, 
kan schreiben und leßen. 

Brueder Mattheiß Riem von Pullingen, uf 70 jähr alt, 
7 jähr zue Herrenalb im orden geweßen, ist vorhin zue 
Bebenhaußen geweßt, und den orden nit angehabt, bitt umb 
gottes willen, man wolle ihn im closter laßen, wolle alles 
thuen, was er könne und wiße, habe 3 jähre das thor ver- 
sehen, hat 6 oder 7 fl. in das closter bracht, ettlich welt- 
liche klaider habe er dem abbt geben. 

Johannes Schickh, prüester von Baden, 35 jähr unge- 
varlich alt, ist 18 jähre im orden geweßen, keller, hat das 
ambt 3 jähr versehen, kan mit dem glaßwerck, will die 
abfertigung, nemlich 40 fl. leibgeding annemmen, hat nichts 



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302 



dan eine klaydung in das closter gebracht. Hat das leib- 
geding. 
ij Jacob Groß von Baden, custos, ungevarlich 35 jähr alt 

I und 18 jähr im closter, cttstos 8 jähr geweßen. Will sich 

meins gn. herrn befelch und Ordnung halten, sich in dem, das 
man mit ihme handien wurde, williglich finden zue laßen und 
will sich gern zur versehung deß kürchendiensts verordnen 
laLen. mit bitt, ihme das leibgeding zuezuestellen. Hat das 
leibgeding. 
; Ciriacus Lercher von Bach, subprior, ungevarlich 30 jähr 

] alt, ist 18 jähr im orden geweßen, ist prior, prediger, be- 

;| gert der abfertigung, ergibt sich mein gn. herrn, will sich Ihr F. 

J Gn. Ordnung gemeß halten, wolt doch gern das predigtambt 

zue Herrenalb versehen, besten fleiß thuen, kein arbait 
sparen, und ist uf einer seyten contract, bit derhalben, ihne 
in dem closter zuelaßen. Hat das leibgeding. 

Da sehe der guethertzige leeßer redivivum aliguem Antio- 
chum, seu ex inferis redmntem JuUanum Äpostatam, quihus 
non sat fuit, sacrilegos, hlasphemos in divos fuisse, nisi etiam 
socios suae perßdiae et scelerum hdbuissent, sed pergamus ad alia. 
Nach solchem haben sie dise 7 münch bei dem gottloßen 
Antiocho zue Stuettgardt präsentiert und waß sie für ein be- 
schaid erlangt, gibt nachfolgendes schreiben an abt Lucaß, 
den 17. July datiert, zuerkennen. 

Ulrich etc. 
Unsern gn. etc. würdig lüeber etc. 
Wür geben euch zuerkennen, daß die ordens personen 
zue Herrenalb, welche sich außer dem closterleben in ein 
christenlichen seeligen stand zue begeben und zue verendern 
willens, deren namen ihr ußer inngelegtem zedell vernemmen 
werden, alhie in unser cantzlei erschinen und ire revers 
gegen empfangnen leibgedingsbrüeffen uberandtwort, auch alles 
anders, so sich dißhalben gebürtt, volstreckt haben. Dieweil 
dan unser mainung, daß solch leibgeding einem jeden ietzo 
angehen soll, so ist unser befelch, ihr wollet deren jedem, 
welcher vor daruff nichts inn, noch empfangen hat, uf gebur- 
lich quittung zehen gülden, in abschlag des leibgedings, diß 
angehenden jahrs geben und bezahlen. Darzue ihr jedem 
sechs gülden für ainen rock, die ihnen an gemeltem leib- 



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30^ 

geding nit abgezogen werden sollen, mitthailen, auch ihnei 
allen iind ihr jedem besonder ihre aigen bettlin, klaider, 
büecher und anders, ihnen zuegehörig volgen und damit hin- 
ziehen laßen, und dieweil under disen, nemblich Jheronimus 
Visches von Urach, Absolon Bronfelßer, Johannes Bronfelßei 
und Sebastianus Hürsch von Callw, sich begeben haben, zue 
studieren, so wellet deren jedem noch zehen gülden, damit 
büecher und klaider zuekauffen, uf gebürlich quittung geben 
und bezalen, welche ihnen an dem leibgeding nit abzogen 
werden sollen. Doch hierüber ewer guet ufmerckens haben, 
ob also dise alle, so sich, wie gemelt, zue studieren bewilliget, 
hierinn fürgangen und beharren oder nit. Dann welcher das 
nit thuen wurde, dem sollen alsdan solch ietz gemelte zehen 
gülden an dem leibgeding auch widerumb abgezogen werden. 
Daran geschieht unser mainung, wollen unß deß zuegeschehen 
gnädig versehen. Datum Stuetgardt den xvij July ao. xxxv. 

Nicolaus Miller 
genent Meger. 

Namen der verfüehrten 7 münch. 
Johannes Mörlin von Callw 
Sebastian Hersch 
Jheronimuß Fischeß von Urach 
Johannes Bronfelßer von Gundelfingen 
Benedictus Ruef von Deffingen 
Absolon Bronfelßer 
Steffan Strang von Rüedlingen. 

Auf disen ackim hat abbt Lucaß (weilen sich die jungen 
leichtfertig haben' abwenden laßen) die alten zuerhalten, dise 
Supplication an hertzog Ulrich abgehen laßen, wie auch zue- 
mahl Johannes Crafft, prior und Conradus Epp an hertzog 
Ulrich suppliciert, sie in dem closter zue verbleiben laßen. 

Durchleichtiger etc. Nachdem E. F. G. mit meinem gottes- 
hauß Herrenalb ein enderung zuethuen fürnemmens sind, 
gib derselben E. F. 6. ich underthänig zuerkennen, daß 
gleichwol uf handlung. maister Ambrosi Plaurers bei wenig 
tagen beschehen, ettlichjung, auch mittelmäßigs alters meine 
conventical willens sein möchten, daß jährlich leibgeding 
underthäniglich und danckbar anzuenemmen, oder sich sonst 
in ander weeg zue verstehen, aber darneben hab ich alt con- 



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804 

ventspersonen, die seind ihres leibs zuem thail gantz schwach 
und kranck und in solchem alter, daß nit wol möglich, daß 
dieselben lange zeit könden oder mögen in leben bleibwi; 
zuedem gnädiger fürst und herr, so hat mein götte&hauß sein 
einkommen in vier ftirstenthumben gefallen und ist ein 
irrig, weitschwaifig ding, also das ich in meiner Verwaltung 
von den eitern des convents, so die ämbter bißher versehen 
haben und noch täglich underrichtung nemmen mueß, hätt 
auch büßher ohne derselben hülff und beystand dem clauster 
mit nutzen nit wol mögen vorsein. 

Solchem allem nach langt an E. F. G. mein underthänig 
bitt, die wellen uß sonderer angeborner fürstlichen tugendt 
und mültigkeit gemelten meinen alten und krancken cm- 
ventualm gnad und barmhertzigkeit umb gottes willen be- 
weißen, und sie voD ihr lebenlang bey mir im clauster, so 
mit geringen costen leichtlich beschehen mag, gnädiglich 
underhalten und mit willen des allmächtigen im friden sterben 
laßen. Daß beger umb E. F. G. ich sambt ihnen in aller 
underthänigkeit zue verdüenen. Und insonder will ich mich 
in allweeg in E. F. G. und des clausters geschafften durch 
underrichtung gemelter alten conventuale desto fleißiger, 
embßiger, und ungespart aller müeh und arbait, zue allen 
Zeiten halten und beweißen, umb ein gnädig antwurtt umb 
gottes willen bittende. 

E. F. G. underthäniger caplan 

Lucaß abbt zue Herrenalb. 

Durchleichtiger etc. Nach dem E. F. G. mit den closter 
Personen ein enderung und das dar lauter evangelium und 
wortt gottes zue band haben fürgenommen , und die müncherei, 
wie bißher in den clöstem mit singen, leßen und andern 
müßbräuchen geübt und gebraucht worden, gäntzlich abzue- 
schaffen bevohlen, und die ordens personen, so in den clö- 
stern gewest, gnädiglich bedacht, und aber diejenigen, so 
daß leibgeding anzuenemmen nit bewüUigt, die sollen gen 
Maulbronn gefüerth werden. Demnach ist an E. F. G. unser 
underthänig und demietig bitten, die wöU uß angeborner 
fürstlicher müllte und umb gottes willen unß armen, schwachen 
und krancken bresthaftigen personen für die 40 fl. leib- 
geding unßer bayder lebenlang zue Herrenalb im closter 



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305 

nach aller notturfft mit klaidung, speuß und tranck under- 
halten und versehen laßen, darzue so die notturflft erfordert, 
ein halben gülden zue verbaden gnäd. mitthailen. Daß wellen 
umb E. F. 6. wür mit ünsern gebett und sonst in aller under- 
thänigkeit beschulden und verdienen etc. 

E. F. G. underthänige capläne 

Johannes Graft, Prior und 
Conradus Epp von Brackhenhaim. 

Auf dise beschehene Supplication finden wür nit aigenthch, 
was derhertzog geantwort, allein seind die übrige conventuai in 
dem closter noch ein Zeitlang verblühen, wie es aber mit 
den 7. abtrinnischen weiter hergangen, ist nachfolgendes 
Protocoll den 19. July über sie gehalten worden. 

Nota. Alß uf montag nach Margrethae den 19. July <xo. 
XXXV. die süben jungen münch, mit namen Stephanus, Bene- 
dictus, Sebastianus, Johannes Mörlin^ Jeronimus, Johannes 
und Absolon, gebrüeder, so, wie oblaut, gen Stuetgardt 
gangen, widerumb von Stuetgardt mit eineöi missiv vom 
fürsten ußgangen, innhalt derselbigen gen Herrenalb kom- 
men, daß man ihnen allen und jedem uf daß erstmahl 
X gülden uf daß leibeding und vi gülden für ein rock, 
auch ihre klaider, bettgwandt, büechlin, scholasticalia und 
andere geben sollte, und darnach ihr lebenlang jeden jahrs 
xl gülden leübgeding, der nit studieren, alß Steffano, Bene- 
dicto, Johanni Mörlin geben wolle, und den andern vieren, 
so sich zue stuedieren angebotten, alle jähr, weil sie stu- 
dieren, 50 gülden leübgedüng, alles uf und vom closter 
Herrenalb gewärtig sein sollen, deß ihnen allen und jedem 
insonderheit vom fiirsten, ohn unser gunden und wißen zue- 
gesagt und unders fürsten sigill ihnen leibding brüeffe und 
sigell geben. Daruf hat man sie, dieweil sie noch münch- 
klaider angehabt, gewißen, mit eßen und trincken, auch ge- 
lüger nach deßelbigen haußbrauch gehalten, morgens sie uf 
bursari beschickt, ihnen was vom fürsten geschriben, für- 
gehalten, darnach mit jedem (in beisein Hanß Hußen, des 
vogts zue Callw, der ohn daß für sich selbs die zeit zue Alb 
was, von unserm ehrwürd. herrn von Alb darzue beruefft) in 
sein zell gangen und was jeder mit warhait hat könden an- 
zaigen, mit ihme ins closter gebracht, ihrae wider geben und 

Z«itochr. XXXIII. 20 



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306 

folgen laßen, darzue einem jeden, vermög des fiirsten schreiben, 
mit xvi gülden, nach dem eßen von stund an abgefertiget, 
wider ihren pfadt hatt laßen gehn, wie wol ihres theils mit 
großem drutz und hochrauet abgescheiden, besonder die 
jenigen, so sich zue studieren angebotten, vermainten, ihr 
jeder noch x gülden darzue zuegeben etc. Wolte ehrwürdiger 
herr von Alb nit thuen, were es auch, weil sie ihnen selbs 
und nit dem gotshauß studieren, nit schuldig. Deßhalb ist 
der Johannes und Absolon, die zwen brüeder, von stund an 
wider gen Stuetgardt gangen, den räthen geklagt, abermals 
befelchbrief, sie ußzuerichten erlangt und haben noch zwen 
de fratribus, so nit studieren wellen, an sich gehenckt, all 
in weltlichen klaidern, wol ußgebutzt, mit rothen seydenen 
hoßenbändell und langen deegen an der seyten für das closter 
kommen, hat man sie als weltlich bueben nit ins closter 
gelaßen, sondern im würtshauß vorm closter ihren pfenning 
laßen verzehren, mit dem beschaid, nach verleßung des be- 
felchs brüef, das man in acht tagen ihrethalb welle zue 
Stuetgardten weiter handien, und befelch nemmen, daGelbig 
ihnen darnach kundt thuen etc. 

üf solche handlung hat man bei den räthen zue Stuet- 
gardt gar nichts mögen erlangen, sonder sollen ihnen alles 
geben, zuestellen und folgen laßen, alles nach vermög der 
ersten geschrifft, vom fürsten selbs ußgangen, und haben sie 
gar nichts mit ihnen ins closter gebracht, ist ir keiner über 
3 jähr im orden, oder über xx jähr alt gewest, und sollen 
durch ihren unkristenlichen abfall ein solch leibgeding er- 
langen, daß gund ihnen gott, wie ichs gunne. 

Subsiste hie leetor et ndrare, cderes fructus novi evangelii 
et recogita iUud dietum S. Hieronimi: Non vidi meliores^ iis, 
qui in monasteriis profeceruni, nee detetiores iis, qui in Ulis 
defeccrunt. Hi miseri non seeus ac Judas ex collegio sancfo- 
rum sese aufferent'es, iurbae novorum seetariorum adiunxerunt 
hinc discant religiosi fugere aulas, Fetrus in atrio principis 
sacerdotum Christum, hi in atrio Stutgardensi avitam religionem 
eatholicamque ßdem abnegarunt. Hinc sancto Arsenio dictum 
est: si vis salvus esse, fuge aulam. 

Nach disem haben obbenandte apostatae nachfolgende ur- 
kundt hinderlaßen: 

Wir bekennen öffentlich hiemit, daß wür all und unser 



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307 

jedweeder, insonder uf heut datum empfangen haben von dem 
closter Herrenalb nemlich jedweder xvj gülden, daß sich an 
einer summa betrifft 112 fl., batzen darzue unsere büecher, 
und was wir in obgemelt closter gebracht. Zue Urkunden 
haben wür fleißig, ernstlich gebetten den ehrsamen, fiir- 
nemmen Hanß Hußen, vogt zue Callw, das er sein bittschie- 
rung, doch ihm und seinen erben ohne schaden, öffentlich 
gedruckt hatt zue end dieses brüefs. Geben zue Herrenalb 
den XX. tag Julij ao. xxxv. 

Haben sich alle underschriben. 

Merck der leßer widerumb ein schönes stücklin von disen 
reformirten bueben, wie sie ihren prälaten bei hertzog Ulrich 
verklagt. Den 26. Julij hat hertzog Ulrich nach folgender 
gestallt Abbt Lauxen über eingegebne clag zuegeschriben. 

Ulrich etc. 

Würdiger etc. Wie wol wir euch jüngsten geschriben und 
ernstlich gesonnen haben, wie und welcher maßen ihr es mit 
den Ordens personen , so sich ußer dem closter leben gethuen, 
und alhie erscheinen, auch deßhalben ihr leibdingsbrieve 
empfangen und sonderlich mit den jenigen, so studieren 
wellen, mit aller abvertigung halten sollen, so werden wür 
doch von Johann und Absolon Bronfelßern, gebrüedern, so" 
zue studieren sich begeben, bericht, wie daß ihr ihnen und 
ihr jedem die x gülden, so ihnen weiters, büecher und ander 
notturfft zu dem studieren damit zue kaufen, gevolgt werden 
sollen, zue raichen und zue geben, euch wern, welches dan 
wür, in ansehung, das solches zue gueteig und fürderung ge- 
maines nutzen geschieht, ab euch, als dem der unser fürge- 
nommen gottseelige Ordnung, wie wür gedencken müeßen, 
zuehindern understehe, befrämbdens tragen. 

Deßhalben unser ernstlich mainung und befelch ist, ihr 
wollet hierin ferner kain hinderung oder mangell begegnen 
laßen, sonder dem allem, inmaßen wür euch deßhalben ge- 
schriben, volg und genueg thuen, auch dise obangeregte 
bayd, wie sich gebürt, ohne ferneren ufzug mit allen dingen 
abfertigen, ihnen ihr beth, daruf sie gelegen, büecher und 
klayder volgen lassen und dermaßen fürsehung thuen, damit 
wür von ihnen und anderen weiters nachlaufens und clagens 
überhaben bleiben. Darnach wißen euch zue richten, wollen 

2Ö* 



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308 

wUr uns gäntzlich verlaßen. Datum Stuetgardt den xxvij. Jdij 
ao. etc. XXXV. Nicolaus Müller 

genent Meger. 

üf disen befelch hat sich abbt Lucaß entschuldiget, diser 
gestallt. 

Durchleichtiger etc. üf E. F. G. gnädig gesinnen, hievor an 
mich beschehen, hab ich den süben jungen münchen, so sich 
bei wenig tagen mit järlichem leibgeding haben laßen ußer 
mein closter abfertigen, jedem zehen gülden, in abschlag des 
leibgedings diß angehenden jahrs, darzue auch jedem sechs 
gülden für ainen rock, und zue sambt den ordens klaider, 
die sie angetragen, auch ihre büecher, pieret, hüblin und 
anders, was zue ihnen gehört, gegeben und volgen laßen. 
Alß aber E. F. G., uf anhalten gemelter münch, an mich 
ferner begeren, daß ich ihnen ihr aigen klaider und bettlin, 
darzue den vieren, so zue studieren willens seind, jedem 
noch zehen gülden zu geben, die ihnen an vermeltem leib- 
gedüng nit sollen abgezogen werden, thuen E. F. G. ich 
underthäniglich darauf zue vernemmen, das sie all süben erst- 
lich gar nichts in das closter gebracht, sondern ich sie mit 
großem costen habe müeßen beschloffen und allerding ver- 
sehen; zue dem seind die zwen under ihnen, verschiner zeit, 
aigens muettwillens bei nacht außer dem closter durch ein 
waßerloch geschloffen, hinweggangen und was sie davor haim- 
lich zue wegen bringen und zue gellt mögen machen, daß 
haben sie zue sambt ihren besten claidern dem closter un- 
redlich enntragen und uppiglich verthun, volgends aber, als 
sie zum theil von armuet weegen und unbeklaidt selber wider 
kommen und in das closter begert, hab ich sie angenommen 
und wider mit großem costen allerding beklaidet und ver- 
sehen etc. 

Deßhalben und aus erzehlten Ursachen ich in underthänig- 
keit verhoff, ihnen allen nichts weiters schuldig zue sein. 
So hab ich dann, alß lang sie profess gewest, ihnen nach- 
einander gaistlich und weltlich vier schuelmaister gehabt und 
mit großem costen underhalten, aber sie alle nie nichts 
wollen und etlich darunder nit mögen studieren, sonder mir 
und den schuelmaistern deßhalb mit gewallt vorgangen und 
sich darunder alles unfleiß und muettwillen gebraucht etc. 



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309 



Darumb und sonst auß aller liandt Ursachen, die ich ietzo 
will underlaßen, nit zuevermuethen ist, das sie fürtthin mit 
studieren guets thuen, sonder das gellt, wie zum thail auch 
beschehen, unnutzlich und ärgerlich verschwenden werden. 
Dieweil dann, gnädiger fürst und herr, ich gemelten süben 
münchen obangeregt gellt, nämlich jedem sechzehen gülden, 
das an einer summe thuet ainhundert und zwölflF gülden, 
darzue die besten claider und anders, wie obstet, mit großem 
unstatten gegeben und zuegestellt hab, dann ich des gellts 
zue bezahlung der täglichen gülten und ander notturft meines 
closters zuem höchsten bedärfflich gewest und meinem ver- 
mögen nit ist, der ortten vil gellts außgeben, so langt an 
E. F. G. mein underthänig bitten, die welle hierinn ein gnä- 
diges einsehen haben und in gnädiger bedenckung meines 
closters armuet, und das ich sonst höchlich beschwert bin, 
die offtgemelten süben münch von verrer anforderung abzue- 
steen gnädiglich anhalten, wa sie aber solches zuethuen nit 
verraainten, so erbeüth ich mich, deßhalben mit ihnen zue 
güettlicher verhör vor E. F. G. fürzuekommen. Daß beger 
umb E. F. G. ich in aller underthänigkeit zue verdienen, 
umb gnädige antwort underthänig bittende. 

E. F. G. underthäniger caplan 

Lucaß, abbt zue Herrenalb. 

Eben in disem Jahr hat hertzog Ulrich einen prädikanten 
in dem closter Herrenalb, das new gottloß evangelium zue- 
predigen, verordnen wellen, darüber [der] abbt gebetten, weilen 
es ihm beschwerlich, einen prädicanten mit einem weib zue 
hallten, bevorab aber im closter, wa man ohne das aufmerck- 
sam und fürsichtig sein soll, zuedem seyen wenig personen 
in umbligenden flecken auß der markgrafcchaflft, so seye 
ihm auch gantz beschwärlich, bey dem gottshauß Herrenalb, 
daß vor andern mehr beschwert ist, einen praedicanten mit 
großer besoldung zuerhalten, da Sixt Nörrlinger hundert 
gülden des jahrs, neben brot, wein, flaisch und anders be- 
gert. Dieweil er dann die capell bißher nach der gegebnen 
closterordnun^ mit einer geschickten und gelerten ordens 
person nach evangelischer lehr versehen, bitt er weiters 
solches zuezuelaßen. 

Wann es aber ie änderst nit sein könd, bitt er umb ein 
ledigen praedicanten. 



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310 



1 Eben in disem jähr hat graf Wilhelm von Eberstain 

1 ein ungewöhnlichen atz und gerechtigkeit bei dem closter 

:' Herrenalb gesuecht, dannenher etliche zuesamenkunflften (doch 

: unfruchtbarlich) gehalten worden, und das procuratorium 

I Christiane Mayer von Tübingen geben worden, ao. 1536. 

l pridie Calend. Septembris, 

\ Den 15. Octobris ist abbt Lucaß an St. Galli abend zue 

Nürttingen in dem schloß gewest, alda ihrae nach folgende 
proposition beschehen. 

Uif freytag St. GalH abend, hora quarta ao. etc. der mün- 
< dern zahl xxxv. haben die edeln, vesten, junkher Georg 

- von Aw, Statthalter und Hanß Conrad Thum, marschalck, 

i mich zue Nürttingen in das schloß berüefft und daselbs in 

« einer Stuben, oben gegen der kürchen herauß mit mir geredt, 

I dieweil ich ietzo alhie sey, haben sie befelch mir fürzuehalten 

ungevarlich die mainung etc. 
^ Der durchleichtig und hochgeborne fürst, unser gn. herr, 

I sei im willen und fürnemmen, die übrigen münch in den 

clöstern an ein ort zuesamen zue thuen und daselbst zue 
underhalten etc. Dieweil ich mich dan allweegen gegen 
seinen F. Gn. sonderlich anerbotten, in seiner F. Gn. willen 
zue stehen und in allen Sachen zue willfahren , deß sein F. G. 
zue sondern gnaden von mir angenommen, auch mir vor 
andern praelaten gnädig, so wer seiner F. G. gemiet und 
gnädigs erbietten, mich auch gnediglich zuebedencken : Erst- 
lich mit einer ehrlichen pmsimi. und dieselben versichern, 
daß ich mein lebenlang mög ehrliche underhaltung haben. 
Item mich bei der Verwaltung des gottshauß ain weeg wie 
den andern bleiben zuelaßen. Doch dem fürsten järlich 
rechnung zuethuen, und ob mir die arbait zue schwer sein, 
welle sein F. G. mir einen zuegeben, der mir in der Ver- 
waltung beholfen sey. Item so werd mich sein F. G. zuem 
rath und diener sein lebenlang annemmen, wie ander prä- 
laten damit diser Sachen halb auch gehandlet sei und fürtter 
gehandlet werd, und mich villeicht in andern geschäften sonst 
auch brauchen etc. 

Nota mit erbietung, so ich im closter nit bleiben wolt, mir 
ein ehrlichen sitz einzuegeben. 

Darauf ich geantworttet, solches meins gn. fürsten und 
herrn fürnemmen und anlangen seye mir gantz beschwärlich, 



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311 

hab dem vorhin nie nachgedacht, wiß und könd kein ant- 
wurtt daruf geben , hinder und unwißen meines convents, die 
bißher daß best mit mir und ich mit ihnen gethon haben. 
Hierauf wer mein underthänig bitt an Ihr F. G. mir xiiij 
tag oder 3 wochen ein gn. bedacht zue geben, wolt ich 
allein meines convents rath haben und sonst an keinem ortt 
und folgents sein F. G. gebürende underthänige antwortt 
geben etc. 

Darauff beyd obgenant sich kurtzlich bedachten und 
abermals mit mir geredt uf vorige mainung, das uf mein 
vilfeltig erbieten und nach gestallt unvonnöthen mich lang 
zue bedencken, wer ihr rath und guet beduncken, mich 
ietzo einzulaßen und endlich zue handien , mit vil wortten etc. 

Dargegen mein antwurtt wie vor, das ich in müglichen 
dingen mich in aller underthänigkeit erzaigen wöll, wie ich 
biß|;>er gethon, aber ein solche sach anzuenemmen oder mich 
einzuelaßen hinder und unwißen meines convents könd und 
wiß ich nit zue verantwurtten , bittende umb ein bedacht 
wie vor etc. 

Also sagten sie, wölten die sach an Ihr F. G. langen 
laßen. Ist beschehen. Volgents on lang darnach haben sie 
mich wider in des vogts hauß beschickt, under andern ge- 
sagt, dieweil ich eins bedachts uf mein convent begert, welle 
mein gnädig fürst das nit abschlagen, aber es wer wol nit von 
nöthen, dan der convent werd nichts meinethalb darzue oder 
dauon könden rathen, ich soll selbs das gnädig anbieten und 
wolmainen bedencken etc , möcht mir villeicht hienach nit so 
guet werden etc. 

Mit dem convent werd sein gnad fürderlich handien laßen 
und fürfaren. Sein gnad wer dermaßen gefaßt, wöll solches 
fürnemmen, hett kein abschewens, ob das gleich wol bei 
andern solte angezaigt werden. 

Als aber abbt Lucaß die Sachen mit seinen noch wenigen 
conventualen deliberiert, haben sie ihme gerathen, er solle 
die veith^ conditim annemen, die adminisiration des closters 
behalten, damit sie nit gar auß der i^ossess kämen, es würde 
der liVebe gott noch andere mittell schaffen , durch welche sie 
bei ihrem closter möchten verbleiben und die jenige, so auß- 
getretten, wider umb kehren etc. 



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QooQ 



312 

Wür Prior und convent des gottshauß Herrenalb, Cistertzer 
Ordens, in Speyrer bisthumb gelegen, bekennen h'iemit oifent- 
lich, und thuen kundt meniglichen. Alß der durchleichtig 
hochgeborne fürst und herr, herr Ulrich hertzog zue Würt- 
temberg etc., unser gnädiger fürst und herr, kurtz verschiner 
zeit an den ehrwürdigen, unsern lieben herrn und praelaten, 
abbt Lucaßen, gnädiglich gesonnen und gelangt hatt, nach 
dem Sein Fürstl. Gnad willens were, mit gemeltem unserm 
gottshauß, gleich wie mit andern clöstern, ein enderung für- 
zuenemmen und uns die übrigen des convents, so sich hievor 
mit järlichem leibgeding nit hetten abfertigen laßen, in ein 
ander closter zue verordnen, weiten Sein Fürstl. Gnad nicht 
desto weniger sein ehrwürden bei der Verwaltung des closters 
gnädig bleiben laßen, darzue mit einer zimlichen und gebür- 
lichen jährlichen pension sein lebenlang versehen und ver- 
sicheren, mit mehrem anhang uns nach der länge auch er- 
zehlt, welches aber gedachter unser herr und praelatt ohne 
unser vorwißen, rath und willen nit hat wollen verwilligen 
noch annemmen, sondern solches an unß gebracht und sich 
darneben erbotten, was wür ihme hierinn rathen und unser 
will und mainung sei, im closter zuebleiben und die Verwal- 
tung, auch jährliche pension anzuenemmen oder mit unß hin- 
ußzukommen, das wölte sein ehrwürden wilUg und unge- 
waigert thuen. üf solches haben wür seiner ehrwürden uß 
beweglichen und nothwendigen Ursachen getrewlich gerathen, 
ist auch unser aller will, mainung und guet ansehen, das 
sein ehrwürden die Verwaltung des gottshaußs und jährliche 
pension annemmen und sich deßhalber in hochgedachts unsers 
gnädigen fürsten und herrn willen und gefallen underthänig 
halten und erzaigen solle, underthäniger und gueter hoffnung, 
solches werde mit hülff und gnad des allmächtigen unserm 
gottshauß zue länger ufenthaltung , darzue auch seiner ehr- 
würden und uns allen künfftiglich zue ehren, nutz und wol- 
fahrt erschießen und komen. Zue urkund haben wir unser 
convent secret insigell öffentlich gedruckt zue end diß brüeffs, 
darzue uns alle und jedwederer insonder mit aigen banden 
underschriben. Datum Herrenalb uf Sambßtag nach Symonis 
et Judae der hailigen zwölff hotten tag, anno domini der min- 
dern zahl XXXV. 



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313 

Fr, Johannes Krafft, prior 

Fr. Ludovicus Grötter, bursarius 

Fr, Conradus Epp, infirmarius 

Fr. Gallus Thorwardt, pistrinarim 

Fr. Eberhardus Zyttböß 

Fr. Georius Trippelmann, subhursarias 

Fr. Sebastianus Metzger de CaUw 

Fr. Johannes Schickh, cdlerarius 

Fr. Ciriacus Leger, subprior 

Fr. Jacobus Lewlin, custos 

Fr. Conradus Feßer de Altorff 

Fr. Aegidius Schlick de Wüa civUate 

Fr. Philippus de Urach 

Brueder Anthoni von Meckmühl 

Nomine Bruder Matheiß von Pfullingen, prior etc. 

Warauf sich abbt Lucaß nach folgender gestallt gegen 
dem hertzog Ulrich anerbotten, durch seine abgesandten, 
denen den 17. Octobris ein creditif zuegestellt worden: 

Anerbiettung abbt Lucaß. 

Edell und vest, auch würdiger und hochgelerter, günstig 
junckhern und herrn. Uf die handlung, mit mir jüngst zw 
Herrenalb beschehen, und ewer beger, mein mainung und 
erbieten in Schriften zueverfaßen, gib ich euch underthäoig- 
lich zue verstehen, das gegen dem durchleichtigen, hoch- 
gebornen fürsten und herrn, herrn Ulrichen, hertzogen zue 
Württemberg und zue Teckh, grauen zue Mümpelgardt etc., 
meinem gnädigen fürsten und henn, mein underthänig er- 
bietten ist, wie nachfolgt. 

Nämlich. und zuem ersten, so hochgedachter, mein gn. 
fürst und herr begert, will Ihr F. G. ich underthäniger rath 
und düener werden und sein, auch deßhalb gewohnlich pflicht 
thuen und minn löbenlang getrewlich laisten, also das ich 
mich in Ihr F. G. geschafften und händell, als im rath und 
zue dem hoffgericht und dergleichen Sachen nach Ihr F. G. 
wolgefaDen und meinem cleinfüegigen verstand welle ge- 
brauchen laßen. 

Am andern, daß ich zue meines gotshauß Herrenalb Ver- 
waltung, dabei ich als der praelat allerding, wie an mich 
kommen ist, mein lebenlang bleiben und gelaßen soll werden, 



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314 

einen der von Ihr F. 6. mir zue hülflf und mit Verwaltung 
zuegeordnet und gegeben würdet, annemmen und denselben 
zuem getrewlichsten wolle underrichten, auch mit ihme all 
meines gottshauß rennt und gülten, einnehmeii und ußgeben, 
aigentlich ufschreiben. 

Zuem dritten, das ich meiner Verwaltung und umb all 
mein einnemmen und ußgeeben Ihr F. G. oder wer darzue 
iederzeit verordnet würdt, wolle erbare und üfrichtige jähr 
rechnung thuen und was zue nutzen gebracht und erhalten 
mag werden, daßelbig nach Ihrer Fürstl. Gnaden beschaidt 
allweegen getrewlich überantwurtten und lifem. 

Doch nemlich vorbehalten, daß ich mein zimliche und 
nottürflftige underhaltung für mein person uf zwen knecht 
und drey pferdt von gemainem einkommen, im closter und 
ußerhalb ohne Verhinderung solle haben und gebrauchen 
möge. Dergestallt, was mit mir jederzeit ufgeen wird, 
daßelbig auch aigentlich ufschreiben und zue verrechnen, 
und was ich nach meinem absterben verlaß, wie das namens 
hat, nichts ußgenommen, daßelbig dem gottshauß Herrenalb 
solle zueston und bleiben. 

Und zuem letsten, das ich nach willen und gefallen hoch- 
gedachts meins gnädigen fürsten und herrn, meine ordens 
claider ußthuen und mich einer ehrlichen und priesterlichen 
beklaidung gebrauchen welle. 

Lucaß, abbte zue Herrenalb. 

An ietzo würd daß netz außgebrait, darin abbt Lucaß 
gefangen und zue seinem und des closters Herrenalb höchstem 
nachtheil verbunden, daß er wider den hertzogen nichts mehr 
vornemmen köndt, zue manutenierung und handthabung seines 
gottshauß, und ist das lueder uf die falle gelegt worden zw 
des abbt Lucaß höchstem schaden und unhail, da er sich 
nämlich zne seines schutzherrn diener gemacht und' für ein 
schürmer einem Stürmer willfahren, dienen und nichts wider 
ihne zue handien versprochen. 

Forma jtiramenti ahhatis Lucae. 
Ihr werden globen und darzue schweren ain ayde zue 
gott dem allmächtigen, dem durchleichtigen, hochgebomen 
fürsten und herrn, herrn Ulrichen, hertzogen zue Württemberg 



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315 

und zue Teckh,. graven zue Mümppelgardt etc. unscrm gnä- 
digen herrn, ewer lebenlang getrew und gewärtig zue sein, 
seiner gnaden schaden zue warnen und zue wenden, nutzen 
und trommen zue fürdern und zueschaffen, nach ewer besten 
verständtnuß getrewlichen zuerathen und den rath und was 
in raths gehaim gehandlet würdet, zueverschweigen, biß in 
ewren todte, auch urtheil und recht zue sprechen, so ihr 
darumb erfordert werden, gegen dem reichen als dem armen 
und dem armen alß dem reichen , und sonst in den und allen 
andern Sachen ewer ambt getrewlich außrichten und zue ver- 
sehen, und darinnen nit ansehen weder lieb, freundtschaflft, 
feindtschafft, forcht, müed noch gab, die deßhalben vermütten 
sollen sein, sonder solches alles aufrichtiglich , als weutt 
ewer verstand raichet, zue handien, wie ihr dan solches 
gegen gott den almächtigsten verantwurtten wollend und 
ihr als rath ewerm herrn zue thuen schuldig seind, alles ge- 
trewlich und ungefährUch, 

^ Item das ich zue meiner des closters Herrenalb Verwal- 
tung einen jeden, den der durchleichtige etc. hertzog zue 
Württemberg, mein gn. fürst und herr gelegenheit zue ieder 
zeit zuegeben und ordnen würdt, annemmen und denselben 
zuem getrewlichsten underrichten, mit ihme des closters 
Herrenalb gülten, einnehmen und uf^geeben aigentlich uf- 
schreiben wolle. 

Item das ich umb meine Verwaltung, einnemmen und uß- 
geben hochermelt Ihr F. G. oder wen sein F. G. ieder zeit 
dahin verordnen würdt, erbare und ufrichtige jahrrechnung 
thuen und was zue nutzen gebracht und erhalten mag werden, 
nach Ihr F. G. beschaydt allweeg getrewlich überantwurtten 
und lifern. 

Doch vorbehalten, das ich mein zimliche und nottüriftige 
underhaltung für mein person uf zwen knecht und drey 
pferdt von gemainem einkommen im closter und ußerhalb 
ohne verhünderung haben und gebrauchen möge, der gestallt, 
das was mit mir jederzeit ufgehen würdt, daßelbig auch 
aigentlich ufschreiben und verrechnen will, und was ich 
nach meinem absterben verlaß, wie daß namen hat, nichts 
ußgenommen, das soll mein gnäd. fürst. und herr, S. F. G. 
«rben und nachkomenden innhabern des closters Herrenalb 
pleiben und zuestehen. 



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316 

Den 17. Odohris hat hertzog Ulrich ein creditif an Rein- 
hardt von Sachsenhaim und Philippen VoUand, vogt zue 
Groningen zuegestellt, welche bißher sich zue Instrumenten 
des teüfells und des gottloßen hertzogs in alle weeg wider 
gott und sein catolische kürchen gebrauchen laßen und sich 
zueverwunderen mit dem hailigen Cypriano Üb, 1. epist. 6.: 
lUud mira/ndum, imo potim indignandtim et dolendum, Chri- 
stianos Antechristis astisfere et praevaricatores fidei ac prodi- 
tores ecclesiae, in ecclesia stare contra ecclesiam. Also haben 
sich vil vom adell wider die clöster und stiffter gebrauchen 
laßen etc. 

Weilen dann der hertzog vermerkt, das sich abbt Lucaß 
etwas widersetzen sollt, hat er ihm fürgeworffen: 

1) Die fiirnembste praelaten haben sich alle gehorsam und 
willfärig befunden. 

2) Werde er durch das wort gottes gezwungen, dem ante- 
christischen regiment nit mehr zuezuesehen. 

3) In ain gottseeUge Veränderung zuebringen. 

4) Weilen er obrigkeit, könde^er nit mehr zuesehen. 

5) Getrawe es ihme bei dem alhnächtigen gott und röm. 
kayser zue verantwortten. 

Das schreiben laut von wort zue wort also: 
Ulrich etc. 

ünsern gn. grueß zuevor würdiger, andächtigen, lüeben, 
getrewen. Wür haben ewer schreiben, darinn ihr euch der 
handlung, so unsere gesandten und lüeben getrewen Renhardt 
von Sachsenhaim und Philipps VoUand auß unserm befelch 
mit euch gepflogen, beschwerdt, mit angeheflfter underthänigor 
bitt, wir weiten euch, in ansehung, das ihr den mehrerthail 
alt, kranck und schwach sind, des orts im closter bleiben 
laßen, verners innhalts vernommen. Nun heten wür uns 
keineswegs versehen, das ihr euch dises unsers billichen für- 
nemmens selten widersetzt haben, dan wür solches nit allein 
mit euch, sondern andern unsern praelaten und clöster n auch 
fürgenommen und alberait bei den fürnembsten praelaten gar 
kein widerspännigkeit, sondern alle gehorsame willfahrung 
befunden haben. Wür\jrerdeu auch durch das hailig seelig- 
machend wort gottes ge|ert und dahin gewißen, daß wir 
ewrem antjchristischen regiment (dardurch vil manige guet- 



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317 

hertzige gewißen so jämerlichen verblänndt, gestockt und 
vänglich enthalten werden) nit länger zuesehen könden, son- 
dern gedenken, daßelbig, so vil immer an uns, vermitelst 
göttlicher hülff in ein beßere, gottseeligere verenderung zue- 
bringen, wie wir unß dann solches, als ewer von gott ver- 
ordnete obrigkait zuethuen schuldig erkennen, und das zweifeis 
ohne, fürnemlich gegen gott dem allmächtigen, auch röm, 
kays. auch königl. majest., und möniglichen wol wißen zue ver- 
antwortten, und wollen euch demnach gnädiger mainung nit 
verhalten, daß wür gedenken , angeregtem unserm fiimemmen 
gegen euch gleicher weiß, wie andern unsem praelaten und 
clöstern volziehung zuethuen fürderlichen befelch zuegeben, 
und mit euch kein sönderung machen. Darnach habt ihr euch 
zue richten. Datum PfuUingen, den 23. Octobris ao. 1535. 

' Damit aber der ander Äntiochus, sacrüegtis hertzog 

Ulrich seine gottloße gedanken in daß werck richte, hat er 
zur außblünderung des gotshauß Herrenalb den 23. Octobris 
seine gewohnliche Instrumenten der boßhait nacher Herrenalb 
abgesandt, mit diser commission^ welche ein frommer an- 

'" wesender religiös nachfolgender gestaUt ordenlich beschriben. 

Relation des gottloßen process in dem closter Herrenalb. 

Nota. Alß uf sambßtag nach Lucae evangdistae ao, 35 

der edell und vest junckher Renhardt von Sachsenhaim sambt 

dem vogt von Groningen, Philipps VoUandt zue Herrenalb 

ii ankommen, mit einer credentz vom fürsten, unserm ungnädi- 

^ gen herm, hertzog Ulrich von Württemberg ußgangen, auch 

\ mundtlich bevelch, unß dem abbt und convent zuesagen, das 

:r es deß fürsten ernstlich gehaiß und befelch sei, das wür 

ihnen, den gesandten, all unsere clainoter, gellt, sülber- 

geschirr, brüef, register, rechnung und rodell, sambt allen 

kelchen, meßgewandt, kürchen- und gotteszier, wie die im 

^^j^ jähr darvor von ihnen bayden inventiert und ufgeschriben 

Beind worden, nit daran underlaßen und sollen sie es gen 

Stuetgardten inns fürsten rentkammer schicken und uber- 

antwurtten etc. 

Am andern, so seye es auch deß fürsten ernstlicher be- 
felch und gehaiß, das wür die vom convent wollen und sollen 
uns von stund an berait machen, mit unsern bethladen, beth- 
gwandt und alles, das zue uns gehört etc. Wan der fürst in 



(V- 



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318 

acht tagen oder ufs längst in vierzehen tagen unß mit unser 
aigen fuehr wollen ufmachen und fahren an das orth, dahin 
wür beschaiden werden etc. 

Für das alles haben wür underthänig gebetten, das man 
unß unsere brüeff und auch unß in dem closter Herrenalb, 
darinn wür erzogen, gewohnt, auch in dem und keinem 
andern closter profess gethan haben, dann es geheren ie die 
münch, die brüef und daß closter zuesamen. Es seiend auch 
daß closter und brief niemand anders, dan unser der münch, 
so darinn profess gethan haben etc. 

Solches aber den gesandten nit einmüetig sein wolte, 
sagten, sie müeßen ihrem befelch nachkommen, uf das wür 
begerten, uns nit also zuillen, sondern an den fürsten zu 
supplicierm gestatten wölten, gueter hofnung, gnad zue- 
finden etc. Deß sie uns nit abgeschlagen, darzue sich mit 
uns zueschreiben erbotten, deß sie uns unzweifelt uf die 
beste form gethon, wie wür dan auch ufs allerdemietiglist 
und ufs underthänigst so immer sein kan, laut derselbigen 
supplication (die die gesandten selbs vor verleßen , ihnen auch 
Wohlgefallen hat) , suppliciert hs^hen^ es verhoflFen auch die ge- 
sandten selbs, wür wurden durch unser underthänig suppli- 
eieren ein gnädige guet antwurtt erlangen. 

Und ist uf solch unser supplicieren auch uf der gesandten 
mitschreiben uns ungefährlich ein antwurt, wie nachfolgt, 
gefallen.. 

Uf Simoni und Judae, der hailigen zwölf hotten tag anno 
quo supra seind zue Herrenalb umb die drey uhr nachmüttag 
ankummen die edlen und vesten Balthasar von Gültlingen, 
hoftnaister, Hanß Härder, obervogt zue Tübingen, Jeorg von 
Bischoifsrod, obervogt, Ulrich Sey 1er von Ueberlingen, under- 
vogt zue Newenbürg, auch maister Ambrosius Plarer, all zue 
roß, ungevarlich mit Renhardt von Sachsenhaim und des 
vogts zue Groningen pferdten, so vor im closter waren, uf 
dreyßig pferdt, darzue ein fußvolck uß dem Newenbürger 
ambt, uf Ixx oder Ixxx personen, gerüst mit harnaßt, büchsen, 
hellpartten und andere gewöhre, alß wolt man in einen krtieg 
züehen, haben solch ihre büchsen am inhin- und am ußhin- 
ziehen in und vor dem closter ußlaßen gehn, daß die dann- 
böhm zitterten, auch berg und thal erhalen cum mag^io 
echone etc. 



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319 

Also nach der vesper und schier bei nächtlicher zeit be- 
schückten die vom adell, die vögt sambt dem Plarer mein 
ehrwürdigen herrn und gantzen convent von Alb in die, ober- 
stuben des conventshäußlin , recitiert der hoffmaister junckher 
Balthasar von Gültlingen. alle handlung, wie oben vermerckt, 
weß die zwen erst gesandten. Reinhardt von Sachsenhaim 
und Phülips Voland uß fürstl. befelch mit unß gehandlet und 
geredt betten etc. Ohnangesehen ihr mitschreiben und unser 
suppUcieren were es noch seiner F. G. befelch und gehaiß, 
daß sie bei uns selten ufheben und dem fürsten in sein 
rentkammer gen Stuetgardt antwortten alles das, so hievor 
inventirt ist worden, so man das gütlich geben und folgen 
wolt laßen, wol, wa nit, so betten sie beschaidt, dem wurden, 
sie nachkommen etc. 

Parauf mein ehrwürdiger herr von Alb sambt seinem 
convent begerte ein bedacht biß morgen, es were nun affter- 
tag zeit, morgen früe wölte sein ehrwürden gepürlichen andt- 
wort geben. Daß die gesandten keines wegs zuelaßen, son- 
dern von stund an ein antwurt wölten haben, thete sich 
mein herr von Alb und der convent zuesamen ein klein wenig, 
wurden rätig, sie all underthänig darfür züebitteu, daß man 
unß bei den brüefen, auch die brüeff im closter bleiben 
ließe, wan die brüef, auch daß gottshauß stehend unß und 
sonst niemandts anders zue. Und fiellen also der herr und 
convent für den gesandten nider uf die erden, undertliänig- 
lieh bittende, daß sie unß nit weiten vergewaltigen, sondern 
unß all, auch die brüef bey einander im closter und uf demselben 
platz, dahin wür gehören, alda profess gethon, erzogen und 
gewohnt haben, weiten bleiben lassen, mit anzaigung der 
bäbstlichen, kays. und königl. freyhaiten unß und unserm 
gottshauß gegeben etc. 

Item es ist auch durch mich den abbt angezaigt, daß 
mein gnädiger herr marggraue Ernst zue Baden mir ge- 
schriben und grave Willhelm von Eberstain mit mir und dem 
convent geredt, da'> wir brüef und.sigell, Baden und Eber- 
stain belangend, nit wellen von banden geben etc. 

Daran sie aber keinswegs gesettigt, villeicht uns all zue- 
samen verschießen, die gewölb, eyßen thüren und thören, 
trog und anders gewaltiglich mit äxten und wie sie betten 
gemocht, wölten geöfnet haben und zue besorgen, wie sich 



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320 

sie auch zuem thail mit Worten haben vernemmen laßen, wie 
uns die gürttell beschießen, dieselbig nacht oder morgens 
früeh all saraenthafft zuem closter hinauß wolten geiagt 
haben. Hat sich unser ehrwürdiger herr, mit unserm wißen, 
ihnen die schlüßell nit vorzuenthalten angebotten, die man 
ihnen von stund an hat müeßen antwurtten. Haben sie 
gleich dieselbig nacht alle gewölb, eysen thüren, trog und 
anders vor dem nachtessen verbitschiert, Deßhalb und auch 
der langen red (ich sag nit ein predig, darin man das gotts- 
wortt nit verhalten soll und die warheit), so der Plarer vor 
unßerm ehrwürdigen herrn dem gantzen convent, in beysein 
der gesandten in der vorgenanten Stuben gethon, hatt es sich 
mit dem nachteßen biß nach der neunten stund verzogen. 
Zue der ietz bemelten handlung, auch der raißigen und fueß- 
volck nachteßen, und das dieselbigen die gantz nacht inn- 
und ußwendig dem closter mit leichtern haben mießen wachen, 
hat man dieselbig nacht ob ij^ gulliechter verbraucht. Ich 
will geschweigen, daß man sie all morgen am freytag mit 
fischen und flaisch hat müeßen speißen, und die thor des 
dosters biß schier gegen mittag beschloßen sein gewest, biß 
man die vögell all nach ihrem gefallen hat ußgehoben, der 
gestallt, daß layder uf disen tag weder gold noch sülber, 
mönstrantz, kellch, clainoter, meßgewanden oder ainicherlay 
weder gottes noch kürchenzierd im gotthauß zue Herrenalb 
nit ist, sondern alles von ihnen umb mittag in mälterig und 
ander sack, wie die schuemacher die laist einzellen, geworffen, 
durch einander geplumpt, ufgeladen und über rüeck hin- 
weggefüehrt, auch alles unsauber zue roß und fueß uf die- 
selbig stund von Alb mit unserm großen schaden abge- 
zogen etc. 

Mich erbarmten und eriamerten aber die köstlichen guldin 
und perlin stueck meßgewandt, beveyrten rock und kor- 
kappen, kälch, mönstrantz und daß köstUch gantz gülden 
und ein silberin vergültes groß creütz, darinn etlich war- 
haffte stuck von dem stammen des hailigen creützes, daran 
unser herr und gott Christus gelitten hatt, mit gueten, edlen 
gestain inngefaßt etc. 

Mich bedauern auch die zwo köstlich wol gemachten infel, 
der köstlich abt stab, die new gemacht löblich mönstrantz, 
auch die guldin, perlin, samathin und damastin meßgewandt, 



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321 

leviten rock, chorkappen aller färben und mit aller ihrer 
zuegehörd, das alles gott dem herm zw lob und ehr lange 
zeit und vil jähr in dem gottshauß zue Herrenalb gewest, 
darzw die silberin vergulden credentz und ander trinckbecher, 
beschlagen köpff und löffeil, deß alles durcheinander, wie die 
schuomacher laist in die sack geworffen etc. 

Deren aber nie keins, ußgenommen ein aintziger kelch, 
als wenig als zünß, zehenden, dörffer, flecken, weiler, oder 
höfe unß von Württemberg, wie dan von andern herrschafften 
in donation oder kauffweiß zwkommen, ist aber layder ietz 
von dem stamm und namen wider gott, ehr und recht, unsern 
willen und alles rechtserbieten etc. gewaltiglich entwehrt, 
unß zw laßen sehen, genommen und hinweggefüehrt, darzw 
wa möglich gott dem herrn sein göttlich lob des orts nider- 
gelegt, sein löblich gottshauß und die hailige geweychte 
kürch in brach gelait, daß hochwürdig sacrament suhstantia- 
liier darauß vertriben, der hochwürdigen seeligen mueter etc. 
der hailigen jungfrawen Mariae, aller lüeben hailigen ehre 
und lob und aller christgläubiger seelen gedächtnuß under- 
gedruckt, die göttlichen hailigen ämbter, die süben tagzeit 
und alle christenliche Ordnung, auch die beleichtung mit wachs 
und oel nidergelegt, alle hailsame guete werck, als betten, 
beychten, fasten, wachen, singen und leßen, mit wasser und 
saltz auch andere weyhung, von alter uß guetem grund wol 
bewert, das hailige oel, die andächtige procession und creutz- 
gäng von der hailigen apostell zeit her gewärt, deß alles für 
guet und hailsam bißher geacht und auch allen gueten 
Christen gegen gott und ihm hett wol erschoßen, ist ietz und 
wie bei könig Herodeß zeiten, deßhalb St. Johannes der h. 
taufer damals unschuldig des ehebruchs halben enthaubt 
ward, alles layder nider getruckt, veracht und verspott etc. 

Darüber sich der allmächtig, öwig, güetig und barm- 
hertzig gott wolle erbarmen, und alle ding nach seinem gött- 
lichen lob und wolgefallen, auch nach unser seele seeUgkeit 
schicken etc. Gott dem herrn sei lob in seiner ewigkeit, Amen. 

Vidisti lector Antiochum^ dom/um dei cum superbia et fastu 
exspoliantem, et de spölio exultantem. 0, patientia Numinis! 
Nam si nunc omne peccatum iusta plecteretur yoena, nihil 
ultimo judicio reseruari putaretur: rursus si nuUum peccatum^ 

Zeitschr. XXXIII. 21 



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322 

nunc punirdur, aperte divinitatis null'a esse Providentia pttta- 
retur. S. Augttst, lib, 1. de civit. dei, capife 8. 

Vidisii etiam devastationem sancfuarij^ pios israelitas de- 
plorantes et auxüium quidem quaerentes, deinceps videhis sed 
in casum, 

1) Hüe sühet derleßer, warzw die inventierung angestellt 
worden. 

2) Wie leichtfertig hertzog Ulrich sein zwsag und ver- 
sprechen, nit allein dem abbt und convent, sondern auch 
herrn Markgraf Ernsten in wind geschlagen und verlogener 
weiß darwider gehandlet. Aber diß seind die frücht des 
newen evangelii, und kan ihme Ulrich wol gesagt werden, 
daß er von dem teufel, und die werck seines vatters thüe, 
welcher ein lugner von anfang gewest. Ein fürtreffenliche 
schwel des newen evangelii, darauß solche lueger und be- 
trüeger herauß krtiechen. 

Nach disera hat abbt Lucaß, prior und convent ein suppli- 
cation an disen gottloßen Ulrich abgehen laßen, den 25. Octo- 
bris wie folgt: 

Durchleichtiger etc. gnädiger fürst und herr. Es haben 
E. F. G. gesandten, die edell, vest, ehrsam und fürnemm 
junckher herr Eenhardt von Sachsenhaim und Philipps Vol- 
landt, vogt zue Groningen, bei wenig tagen mir dem abbt 
ein credentz überantwurtt und daruff Werbung und anbringen 
ihrem befelch nach an unß gethon, nemlich zwm ersten, das 
unsers gottshauß clainoter, brüeflf, register und anders, wie das 
hievor inventiert und ingeschloßen ist, gen Stuetgardt in 
E. F. G. rentkammer soll gefüert werden. Am andern, daß wür 
unß mi,t fuehren darzw sollen schicken, wann E. F. G. unß 
ungefährlich in vierzehen tagen widerumb werd schreiben 
laßen, das ein jeder des convents mit sambt seiner bettladen 
und betgewandt gericht sei, in ein ander closter, dahin sie 
verordnet werden, zue fahren. Solches alles mit weiterem inn- 
halt haben wür mit gebürender reverenz und in aller under- 
thänigkeit empfangen und vernommen, und geben daruff Ihr F. G. 
underthäniglich zuerkennen, das von anfang, als unser gotts- 
hauß in den schürm deß löbl. hauß Württemberg bevohlen 
und kommen, unsere vorfahrenden sich gegen den herrschaflFten 
zue Württemberg, yr wolthäter, (änderst unß nit wißend) under- 



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^^ ^ ^ A 



323 

thänig erzaigt und gehalten, dargegen auch allweegen von den 
herrschafften gemelt unsers gottshauß die äbbte und convent 
gnädiglich beschützt, geschürmbt und handtgehabt worden 
sein. Dieweil dan, gnädiger fürst und herr, gegen E. F. G. wür 
unß dermaßen in aller underfhänigkeit gehorsam und gwt- 
willig bißher auch erzaigt und bewisen haben und mit hülff 
des allmächtigen hinfüro unser lebenlang in müglichen dingen 
thuen wollen etc., so langt an E. F. G. unser demietig bit 
unib gottes willen, die wellen als unser gnädiger schürmherr 
unß bei unserm gottshauß, auch bei deßelben und unsern 
gnaden, frey halten, rechten, brüefen, eehafften, hab und 
güettern gnädig bleiben laßen, und als die jenigen, so dar- 
wider nichts verschuldt oder verwürckt haben und mit gottes 
hülff hinfürter nit thuen wellen, darvon nit verweißen, sonder 
mit unß in ansehung, daß wür zuem mehreren theil schwach, 
alt und krank seind und ohne tödtlichen nachthail unß nit 
wißen an andere ort zw verenderen, ein gnädiges und vätter- 
Kches innsehen haben. Das begeren umb E. F. G. wür in 
aller underthänigkeit und schuldiger gehorsame allzeit willig 
zu verdienen. Umb gnädige antwurt umb gottes willen 
bittende. Datum Herrenalb montags nach XIM. virginum 
Aö, etc. XXXV. 

' E. F. G. unterthänige caplän 

Lucaß abbt, prior und convent 
zue Herrenalb. 

Es möchte aber einer vermainen, man hette etwan mit 
einer summa gelt dem wüetterich Ulrich könden begegnen, 
so weiß der leßer, daß abbt Lucaß das halbe einkommen des 
closters Herrenalb auf dem landtag und an den versprochenen 
20,000 fl. 2300 gülden zwgeben zwgesagt. Diß geben die 
befelch zuerkennen, den 18. Junij den 21. Julij und den 
9. Junij gegeben, in welchen ernstlich befohlen würd, dise 
summa gelts vor St. Ulrichs tag zuerstatten. 

Es well sich alhie erinneren, das hertzog Ulrich oben 
außtruckenlich vermeldet, er vertrawe ihm bei dem röm. 
kayser dise verenderung wol zue verantworten und scHawe 
darbei "des römischen königs Ferdinandi entschuldigung , würdt 
er sehen, daß sich diser leichtfertige mann und in dem newen 
evangelio wol instruirter nit geschäwet, die unwahrhait über 
den römischen könig frevenlich und unverschämbter weiß 

21* 



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324 

außzusagen, wie auß nachfolgender hönigs Ferdinandi ent- 
schuldigung zw sehen zw Wien den 10. Decembris etc. 

Ferdinandus von gottes gnaden römischer könig, zue 
allen zeiten mehrer des reichs. 
. Wolgeborner und getrewer, unß gelangt an, wie unß 
von etlich Würtenbergischen und anderen unbilliger weiß zw- 
gelegt und von uns ußgeben werdt, wie hertzog Ulrich von 
Württemberg die verändrungen mit den clöstern in seinem 
fürstenthumb, auch andere sein handlung wider die alt reli- 
gion und löblichen hergebrachten christlichen ceremonien der 
haiUgen christlichen kürchen mit unserm wißen und willen 
fürgenommen habe und solches unser mainung auch sein 
solle. UfF welche ungegründte erdicht reden und anzaigen 
wür bei den unsern und andern, an die solches gelangt, un- 
billiger weiß in ein solch gemieth fallen, das sie dardurch 
auch dester ehe von unsern alten wahren christlichen glauben 
abfällig zu werden, ursach nemmen möchten etc. 

Wann aber solches unßers willens gemiet und mainung 
gar nit ist, sonder unß mit solchen nichtigen und unbe- 
gründten bezüg und zuelegung gantz unrecht beschicht, ist 
demnach unser ernstUch befelch an euch, daß ihr solches in 
ewer Verwaltung unsern underthonen, was standts die seyen, 
anzaigen und öffentlich verkünden laßen, das unß, wie ob- 
gehört, damit unrecht beschehe, mit diser vermahnung, daß 
sie solchen oder dergleichen ungegründten , nichtigen und er- 
dichten reden und zuelegungen keinen glauben geben und 
hinfüro, wie bißher, bei unserm alten, wahren christenlichen 
glauben beständiglich beharren, auch der röm. kays. may. 
unßers lüeben brueders und herrn etc. auch unsern dero- 
halben ußgegangnen mandaten billiche und gehorsame schuldige 
laysten, und deßhalben zue wider sich durch niemandt be- 
wegen laßen , solches auch andern christlichen umbseßen neben 
ihnen gleicher maßen anzaigen wellen, damit dieselben unsers 
gemiets und willen auch ermahnt werden. Ahn dem allem 
beschicht unßer willen und mainung. Geben in unßer statt 
Wien, den zehenden tag Decembris ao. im xxxv. unserer 
reiche, des römischen im fünfften und andern im neundten etc. 

Ferdinandus. 

Dem wolgebornen unßerm lüeben getrewen Joachim graven 



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Goog^. 



325 

zue Zollern, deß reichs erbkammerer, unserm haubtmann 
unserer herrschaft Hohenberg ^ etc. und unsern ambtleüten 
daselbs. 

Damit aber hertzog Ulrich ihme daß closter Herrenalb 
(dePen er nur temporarius advocatus) gantz in seine clawen 
brächte; und der außgeblünderte abbt sambt den seinigen 
nichts mehr tentieren könden oder sein gottloßes vorhaben 
zue verhindern, hat er den Wilhelm von Widtstatt, genandt 
Hagenbach, zue einem oberambtmann verordnet biß uf fernere 
befelch, und befohlen, denselbigen einzuelaßen, durch ein be- 
felch, zue Pfullingen datiert raontag nach Elisabethae. 

Interea hat sich abbt Lucaß mit ehrlichen leüten berat- 
schlaget, und vermuetlich mit dem abbt zue Maulbronn 
durch einen religiösen, welcher so wol des abbts mainung 
für sich selbs schriflftlich , als auch coplas des ratschla^^s abbt 
Lucae überschickt, darab wol zuersehen, daß solche schriflften 
auß forcht gar behuetsara und an etlichen orten mehr mit 
zaichen (damit, wan sie in andere händ kämen, nit so leicht- 
lich könden geleßen werden) gehandlet worden. 

Und steht die Summa dises consilü in dem 

1) Das des hertzogs Sachen alles ein betrug und ein wahre 
frucht der luterischen secten. 

2) Also fahe man die äffen, solle behuetsam in die sach 
gehen, damit nit zwischen zwaien stüelen nidersitz. 

3) Solle ein zeit umb bedacht begeren uf 6 oder 8 wochen. 

4) Seyen noch mehr interessiert. 

5) Daß gottshauß Herrenalb seye ohne mitteil, wie andere 
clöster unßers ordens deß reichs. 

6) Darumb er abbt Lucaß nit macht hab was zuethuen. 

7) Es werde keinen bestand haben und nit darbei bleiben. 

8) Wann der hertzog bericht würd, wie es zue Herrenalb 
für allen andern gottshäußern gestaltet, würd sich villeicht 
eins andern bedencken. 

9) Wann kein abbt und convent zue Herrenalb wer, wurd 
dem closter von keinem endt, ußerhalb des fürstenthumbs 
nichts gedeyen. 

10) Der keller von Maisch sei nach Baden beschriben und 
sei alldort in der cantzlei daß einkommen gespärrt. 

11) Werde auch zue Langensteinbach ehisten tagen in 
gleichem beschehen, doch ihme abbt Lucaß zuem besten. 



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326 

12) Wurde auch bei andern herrschafften, wa das closter 
gefäll hat, also beschehen, wann kein münch zue Alb wer, 
darumb so lueg jedermann, was er thüe etc. 

13) Es taglaisten ietzund zue Rotenburg etlich stiflfter 
und zuem thails schürmherren über daß gottshauß Albers- 
pach, als der von Geroltzöck und zehren uff raißige pferdt 
starck, deßelben closters halb. 

14) Es werde auch der marggrave in kurtzen tagen unsers 
gottshauß halb, schürmshalber ernstlich mit dem fürsten 
handien. 

15) und beschliest, der ambtmann zue Derdingen habe 
kein gelt, aber der keller von Maisch werde dem Weinkeller 
zue Alb 20 fl. Uferen loco hursarii. Datum Steinbach in vigüia 
S, Martini^ hora undecima in nocte. 

Batschlag. 

In Sachen mein gn. herrn zue Alb belangend, ist schwer- 
lich und mißlich zue raten. Dieweil nach gestallt ietziger 
läuff und künfftigen gelegenhaiten (die niemand waiß, wie 
sich die zuetragen) allerhand bedenckens hierinnen. 

Erstlich kan ich nit bei mir erachten, wie die pflicht, die 
sein ehrwürd zue der prälatur gethan, und Verpflichtung 
seiner ehrwürd lebenlang in meins gnädigen fürsten und 
herrn rath und dienst und deß closters, deß er praelat, ein 
verrechneter einnemmer zue sein, bey einander bestehen mögen. 

Zuem andern, waist niemand wie lang dise ding bestand 
haben und was sich hierin solt enderung zuetragen, möcht 
sein ehrwürd das ein begeben haben, und daß ander nit 
möcht erlangen mögen. 

Deßhalben were mein rath und guet beduncken, mein 
herr von Alb hett zuevorderst meins gnädigen fürsten und 
herrn, hertzog Ulrichen underthäniglich gebetten, daß Sein 
F, G. gnädig ihr aigen und auch deß closters nutz und wol- 
fahrt bedencken und iemand ihren räthen befelch geben, 
der vor allen dingen von seiner ehrwürd bericht empfieng, 
wie dises closters gelegenhait stunde, der marggrafschaft 
Baden und auch der graveschafft Eberstain halben, sovil 
den schürm und fundation belanget etc. 



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327 

Auch deß * halber gegen der Pfaltz und stiflft Speyr, 

damit (waß sich über nacht zuetragen) man nit sagen könne, 
seine ehrwürd solte das billich nit verhalten haben, damit man 
sich hett darnach zue richten wißen. Hab ich hofnung, wan 
man die gelegenheit heren, es solte mein herr der praelat 
und convent noch zuer zeit nit verruckt werden etc. 

Sover man aber sein ehrwürd nit wolt hören und endlich 
uf antwurt dringen, der pmsion halber etc., were mein rath, 
sein ehrwürd hett underthäniglich gebetten umb ein bedacht, 
ein monat oder zwen ohngevarUch, wolt sich alsdan uf ein 
tag, den mein gnädig herr der hertzog ihme benennen, gen 
Stuetgardt stellen, entlich antwurtt geben und dazwischen 
im closter und sonst es halten wie ietzund, wie es Plarer 
und SchnepfF geordnet, und wa man seiner ehrwürd nit wolte 
darumb getrawen, das S. F. G. ihme iemand dazwischen zue- 
ordnet, der von S. F. G. im closter und bey allen dingen 
zuegegen were, der als dann (wie er alle gelegenheit funden) 
auch anzaig thuen, und Sein F. G. sich deß baaß in 
allen Sachen zue halten wiße, dann es were ie mit Herrenalb 
änderst, dan mit keinem closter in Württemberg gelegen. 

In disem jähr auf JoJiannis Baptistae hat abbt Lucaß 
doctor Veutschen ^, cantzler zue Baden , die güeter zue Otters- 
weyher verkauft mit vorwißen hertzog Ulrichs, welches gelt 
ihme Ulrich dann zuegestellt worden, sed ut praedicemus 
praeclarum illitm custodem avium , ut aiunt l/upum, hat er auch 
sein sigill zuevorderst daran gehenkt. 

In disem jähr den 15. JtiUj seind die süben junge münch, 
mit Namen Steffan Strang von Riedlingen, Benedict Ruef von 
Deffingen, Hieronimuß Vischer von Urach, Johannes Bron- 
felßer von Gundellfingen, Absolon Bronfelßer sein brueder, 
Sebastian Haischen von Callw, Johannes Mayerlin von Callw, 
Conventucden zue Herrenalb, mit nachfolgendem Verzug und 
40 fl. jährlicher leibdung abgevertiget worden. 

, Bevers. 

Ich N. N. bekenne öffentlich mit disem brieve für mich 
und alle meine erben, nach dem ich in meinen jungen un- 
verständigen tagen, auß einem göttlichen eyffer, doch unver- 

* Lücke in der Handschrift. — ^ Hieronimus Veus. 



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328 

stand und grund der geschriflft, in das closter Herrenalb 
mich, meinem gott und herrn darinnen zuedienen, meiner 
Seelen hail zuesuchen, begeben, und aber auß gottes unauß- 
sprechlicher güete und sein gnadenreich wort, so in disen 
lotsten Zeiten widerumb klärer dann vor etlich hundert jähren 
an tag kommen, underricht, daß mir solch closterleben von 
wegen anhangender irriger mißglauben , grewlicher abgötterey, 
auch anderer beschwerlicher unchristenlicher verstrikung deß 
gewißens mehr schädlich dann fürderlich, derhalben hab ich 
mit hertzlicher dancksagung der vätterlichen trew, mir durch 
den durchleichtigen, hochgebornen fürsten und herrn, herrn 
Ulrichen hertzogen zue Württemberg und Teckh, graven zue 
Mümpelgardt etc. meinen gnädigen herrn, ußer gatitz Christen- 
liehen und fürsthchen gemüet angebotten und bewisen, statt 
geben und mir solch mein ungegründt leben, in ein christen- 
lichen seeligen stand zu verenderen, daß ich demnach freyes, 
gutes willens, wolbedacht, rechter wißen und vemunft, unbe- 
zwungen und ungetrungen, mit kain geverden hinderkomen, 
ußer erbarn, christlichen, redlichen Ursachen, die zuem thail 
oben gehört, mich darzue bewegend, von dem benantem 
meinem gnäd. fürsten und herrn zue völliger abvertigung 
ein summa gelts, nämlich vierzig gülden, gueter genemmer 
landtswebrung, uf dem closter Herrenalb zue rechtem leib- 
geding mein lebenlang järlichs zuerfolgen, mit höchster danck- 
sagung zue meinem gueten beniegen underthänig angenommen 
hab. Derenhalben S. F. G. , derselben erben und nachkommen, 
auch gemelts gottshauß Herrenalb, und wen die Sachen be- 
langen möchten, ich hiemit allerding gantz frey, quitt, ledig 
und loß sag und daruf bei meinen gueten, waren trewen, 
an recht geschwornen aydts statt zuegesagt, gelobt und ver- 
sprochen hab, hin fürter zue ewigen zeiten mein lebenlang 
für mein interesse und gerechtigkeit, an hochgedachten meinen 
gnädigen fürsten und herrn, S. F. G. erben und nachkommen 
deßgleichen bemelt gottshauß, kein weiter forderung, ansprach, 
recht noch gerechtigkeit nimmermehr zuehaben , zu gewünnen, 
noch zue überkommen, oder sie darumb ferner mit oder ohn 
recht fürzuenemen , zuebekümmern noch zu beschwern, weder 
durch mich selbs, noch jemands andern, wie daß immer ge- 
schehen möcht, keins wegs, deß hochgenanter mein gnä- 
diger fürst und herr, S. F. G. erben und nachkommen. 



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329 

bemelts gottshauß Herrenalb, meinethalben in allweeg un- 
geürrt und unverhindert, fürterhin gerüewiglich innhaben, 
nutzen, nießen, gebrauchen und damit fürnemmen, handien, 
schalten, walten, schaffen, werben, thuen und laßen sollen 
und mögen, nach J. F. G. willen und gefallen. Und hieruff 
so verzeüh und begib ich mich aller und jeder Privilegien, 
gnaden, freyhaiten und rechten gaistlicher und weltlicher 
dispensation, absolution, restitution, relaxation, auch bttndt- 
nußen, schürmverainung, gebott, verbott, Ordnung, Satzungen 
der cmciliefiy päbsten, römischen kaysern, künigen, fürsten, 
herren, statt und länder, besonder deß rechten gemainer Ver- 
zeihung widersprechende, und gemainlich aller anderer frey- 
haiten, ußzug und behelff, mich deren in einichen weeg hier- 
wider zuegebrauchen , dan das alles zue widertreibung deß, 
so vorgeschriben steht, gantz kein crafft noch würckung 
haben soll. Ob sich aber zuetrueg, das doch nit geschehen 
soll, wa ich mit solchem S. F. G. begnadung und leibgeding 
wie obgemelt, abgefertigt und dem gueten schein und für- 
Wendung evangelisch Stands S. F. G. hierinn betriegen wurde 
und mit der zeit in ein ander päbstisch closter oder stand 
mich begeben, so soll S. F. G. mir ferner an obgemeltem 
leibgeding nichts zueraichen schuldig sein, damit sie mir zue 
unchristlichen handlungen und ungegründtem leben hierinn 
kein ursach geben. Wer es auch sach, das S. F. G. in ihrem 
fürstenthumb mich mit der zeit zue einem pfarrer oder prae- 
dicanten verordnen wurd, deren ich auch vor meniglichen, uf 
ihr F. G. erfordern, vor andern zuedienen schuldig und 
pfdchtig sein will, alß dan soll mir solch leibgeding, alß 
lang ich solch pfarr oder praedicatur versehen mag oder kan, 
nicht gegeben werden. Wann ich aber gebrechenhait oder 
Unmöglichkeit alters oder anderer leibs kranckheit halben 
solches zue versehen nit mehr taugenlich, alß dann soll mir, 
vermög obgemelter verschreibung, solch leibgeding widerumb 
geraicht und bezalt werden, alles getrewlich und ungevärlich. 
Deß zur wahren urkundt, so haut von meiner fleißigen bitt 
wegen die ernvesten und weißen Ruedolph Strewlin, vogt 
und gericht zue Stuetgardten , meine günstig liebe herrn, 
derselben statt gemain insigell, doch der statt und ihnen ohn 
schaden, zue gezeügnüß ofentlich gehenckt an disen brieve, 
der geben ist uf den fünffzehenden tag des monats Julij, 



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330 

alß man zalt nach Christi unsers lüeben herrn geburt tau- 
send fünfhundert dreißig fünf jähr. 



Alß nun das closter Herrenalb von hertzog Ulrich über 
alle intention der Stifter von conveixtualen durch allerhand 
oberhörte practicen gelahrt, dem praelaten sein gewalt gantz 
und gar gespäiTt und er nun mehr von allen seinen religiösen 
(vier außgenommen) verlaßen, und nun mehr nichts übrig, 
alß das er auch gleicher gestallt außgeschafft wurde, hat er 
und sie vier sich diser gestalt gegen einander verbunden. 

Eodat haec mutua obligatio in pergarneno orig'inalüer. 
Wür nachbenandten Ludwig Bretter, bursierer, Gallus 
Thorwarth, pfisterer, Georgius Tübinger, underbursierer und 
Sebastianus, caplan- zu Beuren, all conventbrüder deß closters 
Herrenalb , bekennen öffentlich und thuen kundt hiemit menig- 
lichen, als man verschiner zeit und jähr mit unß und andern 
auch conventbrüder zu Herrenalb geweßen, der abfertigung 
und anderer sachen halb, zue vil malen gehandlet, daß vor 
und zwischen denselben handlungen der ehrwürdig und gaist- 
lich herr Lucas, abbte ehgemelts closters Herrenalb, unser 
lieber herr und praelat, unß all oftermals vätterlich und trew- 
lich gebetten und ufs höchste ermahnt hat, bei seiner ehr- 
würden und unserm gottshauß glaub und gehorsame, auch 
dem hailigen orden, wie frommen münchen gezimbt, zue- 
bleiben und nit abzuweichen, daß welle sein ehrwürden auch, 
und wie ein getrewer vatter sein leib und alles vermögen ge- 
trewlich zu unß setzen und unß nimmer verlaßen, solches ist 
von seiner ehrwürden vor dem gantzen convent zu vil malen be- 
schehen, das bezeugen, bekennen und sagen wür wahr sein, uf 
unser gethone gehorsame und glübt und wie frommen convent 
brüedern gebürt, ain warhait zuesagen. Zue urkundt haben 
wür uns all vier, ein jeder mit aigner handt, hieunden under- 
schriben. Actum uf den eilften tag des monats Martij^ nach 
Christi unsers lüeben herrn geburtt, fünffzehenhundert und 
im sechs und dreißigsten jähr. 

Fr. Ludwicus Bretter, Leontarius^ bursarii^ in Alba 
Dominorum, 

Fr. Gallus Torwardt, Brettensis, pistrinarius in Alba 
Dominorum. 



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J 



331 



Fr. Georgius Pöß de Tübingen^ subbursaritis in Alba 

Dominorum, 
Fr. Sebastianus Metzger, Calvensis^ professus in Alba 

Dominorum, et confessor in Lmida volle. 



Den 6. Aprilis ao 1536 beflicht hertzog Ulrich abbt 
Laiixen zue Herrenalb, zur rentkammer zue berichten, wie 
vil er an nächstiger anlag uf Ulrici dem cammermaister, Phi- 
lipsen Seyblin dem altern erlegt habe. 

Item befilcht heVtzog Ulrich abbt Lucae den 10. Aprilis, 
Christian Mayern, den gesetzten vogt und mitverwaltern zue 
Herrenalb, aller zünß, rent, gült, einkommen, nutzung und 
gefäll, auch alle des closters gelegenheit zuem fleißigsten zue 
underweißen , alles mit ihme zne handien und mit ihme guete 
rechnung zuethuen. 

Under deßen aber hat sich Chur-Pfaltz, Marggrafen von 
Baden , Graven von Eberstain eines schutzs gegen dem closter 
Herrenalb mit worten vil und oft verlauten laßen , vil servitia 
und onera mit gewalt erfordert, den atz überflüßig sowol 
in dem closter als in den pfleghöven gebraucht und miß- 
braucht, insonderheit aber die markgrävischen , wie auß häuf- 
figen Schriften zuersehen, ja es haben auch die Marggraven 
stracks die gefäll zu Maisch und Langensteinbach ange- 
griffen. Dieser sachen zeügnußen finden wir überhäuflg , aber 
das sich einer diser dreyen der armen außgeiagten, ihrer 
güeter gantz beraubten abbt und conventualen mit ainigem 
rath oder trostwort oder ainigen catolischen eyfer gegen ihnen 
erzaigt, will gesch^veigen hülf, underschlauf, Vorschriften oder 
dergleichen, gantz und gar ist kein meidung nie beschehen, 
würd auch bei unseren vilfältigen documenten mit höchster 
Verwunderung nichts gefunden. Also seind die arme conven- 
tual dem raub allerseits underworfen gewest und wol konden 
sagen: Non est mihi auxilium in me et necessarij mei quoque 
recesserwnt a me. 

Fant ergo Badenses, et insigfiiter triumphent de magno 
illo jure suo advocatiae^ quod iUis Maximilianus Imperator ad 
dies vitae concessit. Si enirn perpetuasset istam concessioneni, 
merito Ulis Ferdinandus II. tarn male nomine imperij admi- 
nistratam advocatiam non minus ac duci Würtembergico abro- 
gasset, cum paulo minora damna huic mon-asterio intulerinU 



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332 

In hoc tarnen dispares sunt, quod mperioribus temporibtcs 
pientissimi marchiones plura dona, jura ei heneßcia in hoc 
monasterium congesserint , et si sequentes secitts egerini^ Wür- 
tembergici autem contulerint nihil^ et sacrilegi abstulerint omnia. 



Den 8. tag Julij begert graf Wilhelm von Eberstain ein 
karch für die ernd nacher Gochßhaim. Darauf ihm abbt 
Lucaß folgender gestalt geantwortet. 

Wolgeborner gnädiger herr, E. G. seyen mein willig dienst 
zuevor. E. 6. schreiben des karchs halb hab ich innhalts 
vermerckt und thue E. G. darauf zuevernemmen , wie wol 
solcher karch etlich jähr und zeit vom closter möchte gen 
Gochshaim geschickt worden sein, daß wür dannoch nit gründ- 
lich wißend, ob man solches zuethuen schuldig und pflichtig 
seye oder nit. Aber wie dem, so will ich dißmahl solchen 
karch ufs fürderlichst mir müglich gen Gochßhaim schicken, 
doch mit dem nämlichen geding, daß solches keinem thail 
füran solle abbrüchig und nachtheilig sein. Daß wolt ich E. G. 
uf ihr schreiben nit verhalten. Datum Herrenalb, sontags 
nach Ulrici ao xxxvj. 

Luccas abbt zue 
Herrenalb. 

Es haben die herren grauen disen karch für ein gerecht- 
same wellen manutenieren^ welcher ihnen doch nur auf ihr 
bittliches anhalten, auß gueter nachbarschaflft gegeben worden, 
wie dann der alte bursierer bezeugt, und befindt sich bei 
dem closter Herrenalb noch ein Ubellus atiestationum noch der 
zeit beschloßen mit 2 sigillis. 



Alß nun hertzog Ulrich sein gottloßes gemieth gegen der 
gaistlichheit von tag zue tag und, wie man sagt, gradatim 
erzaigen wolt, hat er durch seine abgesandten mit folgender 
instruction boßhaftiger weiß die frommen religiösen zue be- 
trüegen abgesandt. 

Instruction für die verordneten, so die closter güeter 
inventieren sollen. 

Anfangs sollen sie gantz freundtlich mit senften und mülten 
Worten meins gnädigen fürsten und herrn befelch, ihnen ge- 
geben, ainem jeden abbte oder praelaten und convent fiir- 
halten und sonderlich, warumb solche inventierung fürge- 



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333 

nommen sei, anzaigen. Nämlich, nachdem uf nächst gehal- 
tenem landtag durch die praelaten des löblichen fürstenthumbs 
Württemberg zue hinlegung der obligenden beschwerden deßelben 
und bezahlung deß ufgeloflfen krüegscosten in diser recuperation 
beschehen, meinem gnädigen fürsten und herrn zuegeben be- 
willigt den halben theil ihres jeden järlichen einkommens. und 
aber ihnen sonderlich anzaigt worden, daß kainer auß ihnen 
deßhalb gefahr suechen oder brauchen wollt, sondern solchen 
halb theil getrewlich erlegen, dan wa das nit beschehen und 
nach inventierung oder beschreibung ihrer zünt, gülten und 
aller järlichen gefäll, die dan deßhalb mit der zeit fürge- 
nommen werd, sich solche gefahr, und das einer den halben 
theil seines järlichen einkummens erfunden und nit erlegt oder 
bezalt wurd, sollt der oder dieselben praelaten ihr haab und 
güeter allzuemal verlohren und verwürckt sein. Dieweil nun 
etlich praelaten über daß ihren gebürlichen antheil gemelter 
anlag, wie sich gebürt, noch nit erlegt und aber etlich den- 
selben gnuegsam bezalt zuehaben vermainen und diße ge- 
dachter inventierung begerend, so hab mein gnädiger fürst 
und herr ihnen befelch geben, solch inventierung zuethuen 
und aigentlich uifschreiben zue laßen alle ihre järliche gefäll 
und dargegen ihre zünß, die sie jahrs zu behalten schuldig 
seind, welches dann in künflftiger zeit zue nutz und guettem 
in vil weg raichen würd und yeder convent dardurch wißens 
haben mag, was doch ihres praelaten thuen und laßen mit 
einnemmen und außgeben sei, deßhalb sie darinn keinen Ver- 
druß oder Unwillen entpfahen, sonder vil mehr wolgefällig, 
dieweil doch diß uß beweglichen , dapfern und gueten Ursachen 
fürgenommen, halten und annemmen. 

Damach soll ein jeder abbt und die vom convent, so hier- 
umb wißen haben mögen als prior, keheller, burßierer oder 
andere, mit glübd und ayd beladen werden, daß sie benemlich, 
gründlich und underschidlich wellen zuerkennen geben, weß 
ihre järliche gefäll, zünß und gült stet oder unstet seyen. 

Item wie vil sie jahrs körn an zehenden, landgarben, 
aignem baw, auch an welchen enden und orten einkommen 
und zuentpfahen haben. Deßgleichen an habern, erbßen, 
linßen und andern fruchten haben. 

Item was und wievil sie järlich weinzünß an zehenden, 
landgarben zum thailen, an welchen enden und orten sie 



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334 

die gefallen haben und, ob sie aigne Weingarten bawen, wa 
die gelegen seyen. 

Item wievil sie jahrs nutzungen von küech und schefereyen 
zuentpfahen haben. 

Item wievil und was die nutzungen jährlich seyen von 
ihren fischwaßern und weyhern. 

Item was sie von wun, wayden und wißwachs jahrs zu- 
entpfahen haben. 

Item was für nutzung sie auß schwein, eckern und höl- 
zern jars entpfahen, und sonderlich ob sie etwas auß er- 
kauften hölzern zuentpfahen haben. 

Und ob etwas ferrers sein möcht, dann nichts außge- 
nommen sein soll, auch gefragt und angezaigt werden. 

Daß alles desterstattlicher zuevollenden , sollen die prae- 
laten ihre Jahrrechnungen von dreyen oder vier jaren sambt 
den urbar und salbüechern den verordneten darlegen, die 
dan solches alles ay gentlich uf schreiben laßen sollen. 

Dargegen sollen die praelaten anzaigen ihre zünß, damit 
ihre clöster beschwert seyen, die sie jährlich hinauß geben 
müeßen, und wie lang die geraicht, von wem sie gemacht, 
und wahin sie gegeben werden, und sonderlich was in ftinf- 
zehen jähren von ihren clöstern versetzt, verpfändt und ver- 
kauft und wem sie gegeben seyen worden, daß soll alles 
fleißig ufgeschriben werden. 

Und wan dan dises mit fleiß also vollendet, sollen sie die ver- 
ordneten abermals gantz güetUch dem abbt und convent an- 
zaigen, dieweil auch uf gemeltem landtag den praelaten für- 
gehalten worden sei, nachdem der mehrertheil under ihnen 
alle ihr baarschaft, cleinot und sülbergeschürr , auch anders 
auß disem fürstenthumb hinweggefüehrt und geflöhnet haben, 
daß sie sollen solches alles fürderUch widerumb herein in ihre 
clöster bringen und füeren laßen , und damit fürter nit be- 
schehe, sondern abgestrickt und fürkommen werd, alles zue 
nutz und guetem der clöster und dem gantzen fürstenthumb, 
soll dises alles auch fleißig und aigentlich in einem jeden 
clöster ufgeschriben und inventiert werden, und darnach in 
ein behaltnuß gelegt, zue welcher mein gnäd. fürst und herr 
ainen schlüßel, der abbt ainen und der convent ainen haben 
sollen, damit kein thail on den andern darüber komen müge. 
Dergleichen sollen sie auch alle tittel, brief und andere 



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— , — — . — *i:iM 



335 

schriftliche urkund über ihre recht, gerechtigkeit, freyhaiten, 
gülten, oberkaiten, Jurisdiction^ gefäll und anders wißend 
und sagend anzaigen und herfürthuen, welche dann gleicher- 
gestallt sollen ufgeschriben und behalten werden. 

Ob aber die abbte und convent sich sperren wurden den 
aydt zue thuen, so sollen sie die gesandten begeren, der 
glübt an eyds statt zuegeben, und doch, das der abbt und 
die fürnembsten vom convent die inventaria nach folgender ge- 
stalt underschreiben und bekennen, damit das ^Iso wahr sei. 

So sollen auch die abbte und convent zue ende jedes in- 
ventarij ihre sügel trucken und die damit zuebekräftigen nit 
underlaßen. 

Alß sie sich aber ob diser newerung beschwert, laut fol- 
gends Schreibens, so die abgeordnete an hertzog Ulrich 'gethon : 

Dem durchleichtigen hochgebornen fürsten und herrn 
herrn Ulrichen, hertzogen zue Württemberg und 
Teckh, grauen zue Mümppelgardt, unserm gn. fürsten 
und herrn. 
Durchleichtiger etc. Uf E. F. G. befelch seyen wür uf den 
ersten tag Decmnhris zue Herrenalb ankommen etc. Da haben 
sich abbte und convent uf unser fürhalten guetwillig erzaigt, 
aber der gelübt und ayden sich gewegert und gebetten, sie 
bei ihren waren worten und zuesagen bleiben zuelaßen etc. 
Zuedem beschweren sich abbt und convent der einschließung 
ihrer baarschaft, Silbergeschirr und brüefen, dan sie betten 
an baarschaft und Silbergeschirr weiter nit, dan sie zuer 
täglicher haußhaltung nottürftig weren. Item so müeßen sie 
mehrerthail brüef zue ihrer Verwaltung berußen und ihren 
banden haben und brauchen etc. Aber sie weiten dan noch 
alles benantlich und underschidlich ufschreiben, und ichzit 
darvon ohne E. F. G. vorwißen und notürfftig ursach veren- 
deren laßen etc. Wa aber über ein wür das sülbergeschirr 
(deß wenig und gering wer) eingeschloßen weiten haben, so 
weiten sie sich nit abern und ehe ußer kraußen trincken. 
"Wür haben aber ihnen nichts, sondern nach der Instruction 
laßen wollen inventieren. Aber waß E. F. G. uf ihr supUcation 
unß zuethuen befehlen, dem wellen wir gehorsamUch nach- 
kommen. Wür haben unß settigen wellen laßen an ihr glühten, 
aber sie haben unß die auch versagt und wellen auch keine 



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336 

thuen etc. Nichts desto weniger fahren wir mit der inven- 
tierung für, uf E. F. G. befelch. Datum den 3. Decembris 
ao, xxxiiij. 

E. F. G- underthänig 

Renhardt von Sachßenheim, 

Philips VoUandt, Vogt zue Groningen, 

Coßmas Wolflin von Canstadt, 

Sebastian Hornmolt, Vogt zue Bietigkheim. 

Insonderheit aber hat sich abbt Lucas ab dem beschwert, 
daß er solle in pflücht genommen werden und, was inventiert, 
beschießen und verwahrt werden, wie auß nach folgendem 
schreiben zuersehen. 

Durchleichtiger etc. Es seyen uf heut dato die edlen, vesten 
auch ehrsamen Renhardt von Sachßenhaim, Philipp VoUandt 
Vogt zue Groningen, Coßmas Wölflin von Gandtstatt und 
Sebastian Hornmoldt, Vogt zue Bietigkhaim von E. F. G. ge- 
sandt bei unß ankommen, ein credentz und ihren befelch uf 
ein Instruction bei unß zue inventieren, von E. F. G. behän- 
digt und fürgehalten, welche wür mit gebürlicher reverentz 
entpfangen und gehört, und weiten gern dargegen unß aller 
demietiger und gehorsam halten und der inventierung kein 
abschewens, sonder mer dafür haben, uns von E. F. G. zue 
gnaden fürgenommen sein. So befinden aber wür in der ge- 
sandten fürgehaltnen instruction zue letst, das selten alle 
brief, unserm closter gehörig, mit andern cleinotern in ein 
behaltnuß gelegt, darzue E. F. G. und ich der abbt, auch 
wür der convent ieder ein schlüßell beyhanden haben. "Wie 
wol wür hierab auch nit sonders schewen, aber des täglichen 
und barlichen noth halb were dem closter die beschlüeßung 
diser brüef gar beschwerlich und nachteylig, dann ais E. F. G. 
unsert wegen selbß gnädiglich erweegen können, so müeßen 
wür mehrtheils brüef täglich zue beschirmung, fordrung und 
einbringen unser Jurisdictionen, gülten und ander gefäll täg- 
lich under banden haben und brauchen , dann es dieser gever- 
lichen zeit layder dahin gerathen, daß niemand gern seine 
dinstbarkeit und gülten ohnvorübersagt mit brüefFen gesteen 
und laisten, so will man auch kaim rechten vidimus ver- 
trawen, wann dann, wie sich ietzo täglich bei unß zuetragt, 
wür der haubtbrüef gegen den widerspännigen bedürfen, so 



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337 

wurden wür E. F. G. täglich und beschwärlich umb den einen 
schlüßel überlaufen mießen etc., daß uns und dem closter 
an der Verwaltung hochbeschwerlich und nachtheilig. Neben 
dem so wellen auch die gesandten die baarschaft und silber- 
geschürr also eingeschloßen haben , daß unsernthalb unvonöten 
auch beschwerlich, dann wür an baarschaft und silbergeschürr 
nit mehr oder weiters haben, dann die wür zue täglicher 
haußhaltung zuebrauchen notürflftig; dann die in unserm 
closter bei vergangen jaren durch brand und andere obligen 
höchlich und unwiderbringlich eröset und verbraucht worden. 
Zuem dritten, so haben wür unß gegen den gesandten er- 
botten, zue fürderung der inventierung bei unsern ehren, 
trawen und glauben alle gefäll, aigens, silbergeschürr und 
anders anzuezaigen, und daßelbig alles ohn nothwendige ur- 
sach und E. F. G. vorwißen dem closter nit zueverücken oder 
zue enderen etc. So wellen aber die gesandten unß obange-^ 
zaigter unserer mängel halb solcher einschließung , auch der 
glühten nit erlaßen, sonder die von unß ernstlich und über 
ain haben. Ist demnach an E. F. G. unser gantz underthänig 
und demüetig bitten, die wollen obangezaigter mängel und 
nothhalb, unß der einschließung, auch uf unser zuesagen der 
pflichten als ordens personen gnädig und bei unßerm erbieten 
bleiben laßen, und hierinn gnädiglich bedencken, daß wür 
unß noch bißher gegen E. F. G. aller gehorsam als unserm 
rechten erbschürmherrn gehalten und noch hinfiro ungespart 
leibs und guets thuen, und wellen sonderlich umb E. F. G. 
mit unserm demietigen gebet gegen gott für E. F. G. alzeit 
zu bitten demüetiglich verdienen, gnädiger antwurt warttende. 
Datum den iij Decembris ao. etc. xxxiiij. 

E. F. G. demüetige caplön 

Lucas abbt, auch prior und convent 
zue Herrenalb. 

Darauf hertzog Ulrich, der newe falsche Herodes, den 1. 
Becembris arglistiger weiß nachfolgendes schreiben an abbt 
Lucas abgehen laßen. 

Von gottes gnaden Ulrich, hertzog zue Württemberg etc* 
^ Unsern günstigen grueß zuevor, würdiger, ersamen an- 
dächtige lüeben getrewen. Wür haben ewer schreiben, da- 
rinn ihr melden, wie unsere räth und gesandten bei euch 

Zeitachr. XX2^I1I. 22 



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ankörnen seyen, van ihnen die credentz, auch ferneren ihren 
fürtrag laut ihrer instruction empfangen, angehört und euch 
der inventierung halb guetwillig erzaigt haben, aber darneben 
ihr euch beschweren, das des clauster brüef, cleinoter, paar- 
schaft und Silbergeschirr laut der instruction inngeschloßen 
werden, und das ihr bei der glübd eines aydsstatt die in- 
ventierung anzaigen und thuen sollten, mit erzehlung allerlei 
Ursachen diser beschwerden alles innhalts verstanden. Geben 
hieruff euch gnädig mainung zuerkennen, dieweil ihr euch 
also gehorsamlich und underthänigUch mit der inventierung 
erzaigt, das unß gar kein beschwerd sein soll, daß nach dem 
alle ding ordenlich inventiert und ufgeschriben werden, euch 
widerumb die brüeff, cleinoter, Silbergeschirr und paarschaft 
zue banden gestellt werden, doch das dise ohn unser vor- 
wißen nit entfrembdt , noch uß dem closter enteußert , und 
das mit der zeit die brüeflf vidimiert, all abgeschriben und in 
ein behaltnuß gelegt werden, damit man deren in allweg zue 
der notturft zuegebrauchen hab, daß aber ihr der glübd. er- 
laßen und bei ewern ehren, trewen und glauben alle gefall 
anzuezaigen von unß gegöndt werden sollt, betten darab wür 
auch kein beschwerd und mangel. Dieweil aber ander prae- 
laten und convent dise gethon und sich hierinn gehorsamlich 
bewißen, haben ihr zue gedencken, daß diß ein ungleicheit 
und ein anders nachgedencken bringen wurd. Deßhalb unser 
gnädiges begeren, wellen euch die gelübd in eines gaistlichen 
band zuethuen nit walgem, und euch in dem und anderm 
gehorsamlich (damit gleichheit gehalten werd) erzaigen und 
beweyßen, stät unß gegen euch in gnaden zuerkennen. Datum 
Urach den vij tag Decembris anno etc. xxxiiij. 

Ulrich hertzog jzue 
Württemberg. 

Auf der württembergischen räthen vor oben vermelten 
schreiben hat hertzog Ulrich den 7. Decembris folgendes 
schreiben abgehen laßen. 

Von gottes gnaden Ulrich hertzog zue Würtemberg. 

ünCern grueß zuevor, lüeben getrewen. Wür haben ewer 
schireiben, darin ihr anzeigen thuend, wie sich der praelat, 
prior und convent zue Alb beschweren thuend, bei glübt an 



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839 

eines aydsstatt zuethuen, die inventierang zue Tollenden, 
und ihr paarschaft, Silbergeschirr und briief innschließen zue- 
laßen etc., alles innhalts verstanden, geben euch darauf gnä- 
diglich zuevernemmen, daß uns nit mißfällig, wann aller 
güeter iiiventierung aigentlich beschehen ist, daß ihnen die 
paarschaffc, Silber und brüef wideruinb zu ihren banden ge- 
geben werden, doch daß sie dieselbigen sinther ohn unser 
vorwißen nit entfrembden und auß dem closter enteüßern und 
daß mit der zeit die brüeff vidimiert und abgeschriben werden, 
damit man deren zue der notturft hab zuegebrauchen. Aber 
der glübt halber, dieweil ander praelaten und convent die 
gethon, wellen wür unß versehen, sie werden sich deren in 
eines priesters band zuethuen auch nit weegem, damit hierinn 
gleichheit gehalten werd, und bei denen praelaten und con- 
vent, die solche gethon, kain sonder nachgedenckens bringe. 
Daß zue geschehen, wellen wür unß verlaßen. Datum Urach 
den 7. Decembris Anno 34. 

Diß alles unangesehen, ist man mit der inventation fort- 
gefahren, alles erkundiget, was in und ußerhalb des closters 
beschriben und außkundtschaft nachfolgender gestalt. 

Von Christi unsers behalters und seeligmachers geburt 
ao. xxxiiij uf zinstag nach St. Andreas des hailigen zwelflf- 
bottentag, das ist der ander tag Decembris und in nach- 
gehenden tagen haben uß befelch des durchleichtigen und 
hochgebomen fiirsten und herrn , herrn Ulrichen hertzogen zue 
Württemberg und Teckh, graven zue Mümpelgardt etc., unsers 
gnädigen fiirsten und herrn, als nachgeschribenen clausters 
rechten erbschürmherrn, die edlen, vesten, auch die ersamen 
Renhardt von Sachßenhaim, Philipp Vollandt, vogt zue Gro- 
ningen, Coßmas Wolflflin, burger zue Canstatt, als einer von 
der landschaft, und Sebastian Hornmolt, vogt zue Bietigkeim, 
' in dem clauster Herrenalb deßelbigen closters zünß, gölten 
und all ander nutzungen, gefäll und einträg, in allen pflee- 
gereyen, dörfern und flecken in und zue demselbigen closter 
Herrenalb gehörig, in und außerhalb des hochgedachten un- 
sers gnädigen fürsten und herrn schütz und schürm gelegen, 
auch alle des gemelten closters paarschaft, sülbergeschürr, 
cleinoter, tittel und anderen brüeflfen, darzue alle zünß, damit 
das gemelt closter Herrenalb beschwärdt, und man järUch 
mueß geben, und sonderlich was in xv jähren von gemeltem 

22* 



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340 

closter versetzt, verpfändt und verkauft worden, alles inven- 
tiert und beschriben, in craft einer instruction mit wißen, 
willen und beysein des ehrwürdigen, andächtigen, auch wür- 
digen, ehrsamen und gaistlichen herm Lucaß, abbte und 
bruder Johanns, prior, Ludwig Pretter, bursierer, Gallen 
von Bretthaim, Ciriax von Baden, subprior, Georgen under- 
bursierer, Johannis Schickle, kellers und Jacob von Pfortz- 
haim, custers und andern conventualen, dannzuemal im 
clauster, welche erstgenannte herm alle und jeder zuevor von 
obgedachtem unßerm gnädigen fürsten und herrn befelch- 
habern vertrewet, an rechter aydstatt alle solche jahrliche 
gefäll, zünß, gülten und nutzungen, stet und unstet, paar- 
schaft, Silbergeschirr, cleinoter, brüeffen und anders, nichts 
ußgeschiden, an welchen orten und enden die gefielen und 
legen, dem gemelten closter gehörig, und anders, wie die in- 
struction außweist , zue solcher inventierung und beschreibung 
benandtlich und underschidlich anzaigen und wißentlich nichts 
zuverhalten, und dan also darauf bei ihren gegebenen trewen 
anzaigt, bekennt und verleben, solch gemelt closter Herrenalb 
in allen seinen zugehördten, pflegereyen, dörfern und flecken 
und sonst andern orten, steten und unsteten gefallen und 
nutzungen, auch paarschaften, sülbergeschirr, cleinater, 
brüefen und anders weiter noch mehr nit gefallend, auch 
zuegehörig oder ligend haben, anders ihnen diser zeit nit 
wißend, dan benantlich und underschidlich hienach geschri- 
ben sind. 

Darzue so wer auch vermelt closter weiter noch mehr 
anders ihnen nit wißend, mit zünßen, die sie jahrs zuebe- 
zahlen schuldig weren, nit beschwert, noch von disem closter 
innerhalb dero nechsten verschinen xv jaren versetzt, ver- 
pfändt und verkauft worden, dan auch hernach geschri- 
ben sind. 

Und daß solche inventierung und beschreibung auch alles 
hievor geschriben stat, also beschehen und war sei, so 
haben wür obgenandter Lucaß, abbt und prior und convent 
zue Herrenalb zue bekräftigung diser inventierung, mit unsers 
abbts und conveiits insigel ofentlich verfertigt, der geben ist 
uf zünstag nach St. Nicolai, des hailigen bischofstag, nach 
der geburt Christi, unsers behalters, alß man zalt fünfzehen- 
hundert und xxxiiij. Lucaß;, abbt zue Herrenalb. 



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341 

Als aber herr marggraf Ernst von Baden vermerckt, das 
hertzog Ulrich vil newerungen mit dem closter Herrenalb for- 
nemme, hat er erstlich den 6. Decembris abbt Lauxen den 
vertrag Maximüiani primi vür äugen gestellt und ermahnet, 
in der inventation nichts ^jiarwider zuehandlen gestatten. 

Dem würdigen gaistlichen unserm lüeben andächtigen 
gevattern, herrn Lucaß abbt zue Herrenalb. 

Ernst von gottes gnaden marggrave zue Baden und Hoch- 
berg. 

Unßern günstigen grueß, würdiger, gaistlicher, lüeber an- 
dächtiger und gevatter. Unß langt glaublich an, wie von 
wegen des hochgebornen fürsten und herrn, Ulrichen, hertzo- 
gen zue Württemberg etc., unsers lüeben öheim und Schwa- 
gers, etliche in ewer closter verordnet oder geschickt seind, 
alle deßelben haab und güeter, ligende und fahrende zue in- 
ventieren und ufzuezaichnen. Wie wol wür nun nit zweiflen, 
euch sei unverborgen, wie und welcher maaßen es schirmbs und 
castenvogtei halb berüerts closters Herrenalb zwischen baiden 
fürstenthumben Württemberg und Baden gestalt herkommen 
und gelegen, so haben wür doch gnädiger und gueter mainung nit 
underlaßen wellen, euch ein copei deß Vertrags, vor jähren 
angeregtes schürm halben zwischen ehgemelten baiden fürsten- 
thumben abgeredt und ufgericht, zuezeschicken, der zuever- 
sicht, ihr werden hierinnen in bedacht gelegenheit der Sachen 
zuewider abbruch oder schmelerung des marggrävlichenschürms, 
vermög und innhalt des Vertrags nichts inventieren, fümemmen, 
noch handien laßen, wie uns nit zweiflet, obgedachter unser 
lüeber öheim und Schwager, hertzog Ulrich etc. hab auch deß 
seinen verordneten keinen befelch geben. Damit wür unß 
aber in abwesenheit des hochgebornen fürsten, unsers lüeben 
brueders marggraf Bernhards etc. und für unß selbs unserer 
notturft nach zuerichten wißen, so begeren wür hierüber 
ewer schriftlich antwort und seind euch mit günstigem willen 
sonders genaigt. Datum Baden den vi. Dexemhris ao. xxxiiij. 
"^ Ernst. 

Uf diß schreiben hat abbt Lucaß am montag nach Nicolai 
den sübenden Decembris herrn marggrafen widerumb ge- 
schriben, es sei solche inventation zue keinem nachtheil von 



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342 

hertzog Ulrich beschehen, welche excufiation marggrave Ernst 
den X. Decembris gegen abbt Lucaß nachfolgender gestalt 
beantwurtet. 

An abbt Lucaß zue Herrenalb. 
Ernst etc. ^ 

Lüeber andächtiger und gevatter etc. So wür uß ewer 
antwurt uf unser jüngst schreiben vernemmen, daß des hoch- 
gebornen fürsten, unsers lüeben öhaims und Schwagers, hertzog 
Ulrichs zue Württemberg und Teckh etc. räth und gesandte 
befelch haben sollen, alle und jede des gottshauß Herrenalb 
Obrigkeiten, inkommen, vermögen und güeter gäntzlich und 
aigentlich zue inventieren, doch allein euch und dem gotts- 
hauß zue guetem und uns und andern an ihren schürmbs- 
ober- und gerechtigkeiten ohne schaden etc., und ihr aber 
uß jüngstem unserm schreiben und zuegeschickter copei des 
Vertrags, hievor schürmshalben ufgericht, wol verstanden, 
wie und was marggrävlichem schürm zuegehörig, und in welchen 
stucken wür des gottshauß Herrenalb schürmer seiend, ist 
demnach unser ernstlichs begeren, bevelch und mainung, das 
ihr keins deren stuck, in unsers lüeben brueders und unsem 
schürm gehörig, auch keinen brüef über solche stuck sagende 
oder was unserm schürm zuegehörig inventieren, oder in be- 
schluß, da andere, dan unser brueder und wür schlüßel dar- 
zue haben, verschlüeßen geben, sondern des alles wie bißher, 
biß uf unsers lüeben brueders und unsere weitere Ordnung, 
also bei euch behalten, ob aber jemand ein anders an euch 
gesinnen oder begeren wurde, dem haben ihr unser jüngstes, 
sambt disem jetzigen schreiben und zuegeschickte copei des 
Vertrags anzuezaigen, fürzuehalten und zue begeren, unsern 
brueder, unß, euch und ewer gottshauß dabei bleiben zuelaßen, 
daß auch wür oder ihr in kein anders bewilligen könden oder 
werden, so aber jemands ein anders, dan angeregter vertrag 
ußweyset, fürzuenemmen understeen, den haben ihr an uns» 
unß solches anzuezaigen, zue wißen. Wür zweiflen auch nit, 
wann obgenanter unser freundlicher öheim und Schwager 
dises Vertrags und wie es seyther ufrichtung deßelben beeder- 
seits freundlich nachbaurlich und gemeß seinem innhalt ge- 
halten worden, erinnert, sein liebde wurde dem zuewider 
nichts zuehandlen gestatten, und wa uß unwißenhenheit etwas 



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343 

befohlen worden, daßelb abschaffen. Deß wür euch alles gün- 
stige mainung, damit wür euch und ewerm gottshauß sonders 
genaigt, künftiger irrung zue fürkommen, nit haben unanzaigt 
laßen wollen. Datum Baden den x. tag Decembris ao, xxxiiij. 

Ein anders schreiben eiusdem fere fenoris den 9. Decembris 
an abbt Lucaß, darinn marggrave Ernst kein stuck oder 
brüef, sein schütz betreffend, gestatten will zue verschließen 
oder sonsten anzuezaigen, als ihme alleinig. Obgedachter marg- 
grave Ernst laß den 10. Decembris wegen der inventierung 
an hertzog Ulrich nachfolgendes schreiben abgehen, darauf 
dan hertzog Ulrich den 17. eiusdem ein verschlagene und seinem 
brauch nach arglistige antwort gibt. 

Unsere freündtliche dienst etc. zuevor hochgeborner fürst, 
lüeber öheim und schwager, als in abweßen des hochgebomen 
fürsten, unsers lüeben brueders, marggrave Bernhardts, uns 
glaublichen angelangt, wie etliche im closter Herrenalb sein, 
die fürgeben sollen, von E. L. befelch zue haben, alle und 
jede deßelben closters Obrigkeiten, einkommen, vermögen und 
güeter gäntzlich ohne einige sunderung zueinventieren haben, 
wür dem abbt daselbs laut beyligender copien geschriben. 
Nach dem wür nun ohne zweifei darfür halten, das E. L. 
befelch oder mainung nit sei, etwas der ort, zuewider 53. L. 
und unsern voreitern löblicher und seeliger gedächtnuß ver- 
tragen, fürzuenemmen, wie wür hinwider auch nit thuen 
oder andern zuethuen gestatten weiten, haben wür solches 
der Ursachen E. L. freündtlicher und schwägerlicher mainung 
nit unangezaigt lassen wollen, freündtlich bittende, E. L. 
wollen den ihren, wie wür gleicher gestalt den unsern auch 
befehlen, zuewider angeregtem vertrage nichts fürzuenemmen 
oder zue handien, sondern es demselben gemäß, und wie 
zwischen E. L. und disem fürstenthumb der marggrafschafft 
hierinnen nachburlich und freündtlich herkommen, zuehalten, 
wie wür dergleichen hinwiderum auch zuethuen und E. L. 
schwagerliche freündtliche willfahrung zuerzaigen guetwillig 
und genaigt sind, und bitten des E. L. freündtliche ant- 
wurt mit disem hotten. Datum Baden den x. Decembris 
ao. xxxiiij. 

Ernst von gottes gnaden marggrave zue Baden und 
Hochberg. 



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344 

Unßer freundtliche dienst etc. Wür haben E. L. schreiben 
sambt ingeschloßner copien der inventierung halb, so auß 
unserm befelch zue Herrenalb fürgenommen, unß überschickt, 
alles innhalts vernommen, geben hierauf E. L. freündtlicher 
und schwägerlicher mainung zuerkennen, daß wür solche in- 
ventierung nit allein in gemeltem , sonder auch andern clöstern 
unßers fürstenthumbs auß treflfenlichen und beweglichen Ur- 
sachen fürgenommen und der mehrertheil vollendet, alles ver- 
mög einer Instruction, so unßere gesandten, darzue verordnet, 
bei banden haben und diß gar nit zue nachtheil oder ab- 
bruch E. L. gerechtigkeit, oder alten ufgerichten vertragen 
angesehen were, dan so vil derselbig bei banden, die uns 
binden thuen, seyn wür selbs gesinnt solche ihres innhalts 
helfen zue volnziehen und denen keinen abbruch geschehen 
zue laßen. 

Demnach so ist an E. L. unßer freündtlich begeren, die 
woll derhalb rüewig sein und sich diß sach nit anfechten 
laßen, dan E. L. freündtlich und schwägerlich dienst zue 
beweißen, seind wür genaigt. Datum Stuetgardt den 17. tag 
Decembris ao. 34. 

Ulrich von gottes gnaden 
hertzog zue Württemberg. 



Anno 1536 den 25. Februarij hat der arglistige fuchs, 
hertzog Ulrich auch die gaistlicbe klaider, deren sich ein. 
jeder seinem orden gemäß gebraucht, durch nachfolgendes 
mittel abzueschaffen understanden. Er schreibt an abbt Lucaß 
also : 

Ulrich etc. 

Würdiger etc. Uf montag nach dem sontag Reminiscere, 
schierist morgens früe zuer sechsten uhr wird unser hofgericht 
zue Tübingen angeen, darzue wür euch, als einen besitzer 
verordnet. Und ist daruf unser ernstlich mainung, ihr wellet 
selbander mit zwayen pferdten uff bestimbten sontag zue 
nacht zue Tübingen an der herberg sein, morgends montags 
und so lang das weren würdet mit andern unßern besitzern, 
vom adel und sonst beschriben, unßer hofgericht helffen 
besitzen und in fürfallenden handeln sprechen und erkennen, 



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345 

daß sich von recht und billigkeit, nach laut unßer hofgerichts 
Ordnung gebürt und die notturft erfordert. Darneben ist 
auch unßer bevelch, daß ihr die kappen, schaplen und ordens 
habit ab, und andere ehrliche klayder (priestern wol an- 
ständig) anleget und fürterhin also gebrauchend. Deß wellen 
wür unß gäntzlich versehen. Datum Stuetgardten den 25. 
Febrtiarij ao. xxxvi. 

Nicolaus Miller 
genent Meger. 

Damit aber abbt Lucaß sich in diser sach nit vergriffe, 
hat er coram notario et testihus nachfolgende Protestaktion ge- 
thon und darüber etliche Instrumenta aufrichten laßen wie 
volgt: 

In nomine samctae et individuae trinitatis, patris et ßii 
et Spiritus sancti Amen, Per hoc praesens publicum instrumentum 
cunctis pateat evidenter et sit notum, quod süb anno domini 
miUesimo quitigentesimo tricesimo sexto , indictione nona , ponti- 
ficatu sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini 
Paulis papae tertii, anno eius primo^ die vero Mermrii 
Kalend. Martii, in mei notarii puhlici testiumque infra scrip- 
torum fide dignorum ad hoc specidliter vocatorum etrögato- 
rum praesentia personaiiter constitutus, reverendus in Christo 
pater et dominus, dominus Lucas, ahbas monasterii beatae 
Mariae virginis in Alba dominorum^ Cisterciensis ordinis^ 
Spirensis dioecesis, proponens, asser ens ac cum maerore et 
tristitia cordis aUegans, quod ex necessariis^ imo u/rgevitibus et 
praegnantibus causis animum eius ad hoc moventibus^ habitum 
monasticum ad tempus saltem, quam diu sibi placuerit, sive 
expediens fuerit, aut necessitas exegerit, mutare et sub alio 
decenti clericali habitu incedere, seque vestire velit, verum non 
in despectum praedicti sacri ordinis Cistercie, aut animo seu 
intentione dictum s. ordinem , quem publice et expresse professus 
estj vel monasterium suum praefatum, deserendi, seu habitum 
huiusmodi monasticum omnino abjiciendi, imo i/n ordine, quod 
vixeritj stabiliter et cofista^iter , ut asseruit, nihilominus per- 
manere et persistere velit, sed solumodo propterea, ut his tam 
periculosis instantibus temporibus (haec et alia hactenus insueta 
requirentibus) qui^tius et diutius^ tum et in monasterio Albensi 
eiusque regimine permanere, ac ipsius monasterii regimen^ con-- 



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346 

servdiionem^ utüUatem et commodum liberms conservare, pro- 
curare et mcmutenere^ damnaque et perictda sibi et monasterio 
suo praefato immmentia (guantum sibi possibüe fuerit) , ami- 
liante aUissimo^ cbmmodius et facilius praecavere et avertere 
valeai et possU. Q^aemadmodtim ex praestUi juramenti debito 
tenetur et immensa eius affectione, quam ad praedidum ordir 
nem et monasterium suum Älbense habet, pro vir Ums facere 
intendit, secumque statuit^ spretis posthabitisque omnibtis peri- 
cutis, tarn corporis^ quam etiam vitae suae, sibi in praemissis 
et circa ea imminere potentibus, humüiter implorans acpetens, 
quo omnipotens et misericordissimus amnium redemptor sibi 
auxilium impartiri eumque tueri et defendere dignetur. Et 
ne reverendus dominus dbbas monasterii Älbensis praefaius, 
huiusmodi mon-astici habitus mutationem tam dure et grave 
ferret, imo hoc ipsum (praemissa tarnen illa solenni prote- 
staiionej faceret et subiret^ venerabiles ac religiosi obedkntes 
fratres et professi sui charissimi, videlicet f rater Ludovicus 
Br Otter de Leonberga, bursarius\ fr. Gallus Thorwart de Prett- 
hain, pistrvnarius , fr. Georgias Pöss de Tüwingen, subbtirsa- 
rius et frater Seba^stianus Metzger de Galwa, confessor in 
Lucida vaUe^ alias Beüren, adhu>c sub eorum habitu mona- 
stico degentes, ibidem personaliter pra£senteSy sed rdegati et 
extra monasterium eorum praedictum pulsi, nedum consulr 
uerunt verum dictum dominum abbatem, tanquam eorum patrem 
et praelatum, ne monasterium eorum in Alba praedictum 
dimitteret, sed potius habitum monasticum ad tempus mutaret, 
sedulo rogaverunt ac instanter et obnixe petiverunt, an forte, 
auspicante altissimo, monasterium ipsum cum tempore adpristi- 
num statum regulärem et vitam reducere, ipsosque tanquam 
subditos (instar gaUinae pullos su^s sub aias sumentis) iterum 
in sinum et conventum suum recolligere, ae monasticam et 
regulärem vitam ducere et tenere posset. De quibus omnibus 
et singulis praemissis praenominatus dominus Lucas, abbas 
monasterii saepedicti, cor am me notario publica et testibus fide 
dignis infrascriptis publice ac sötennüer protestatus fuit. Offe- 
rens et tradens mihi notario publico infra scripta quandam 
cedulam papiream, manu sua propria gestantem et scriptam, 
om/nia praemissa in se summarie contvnevdem, petens et re- 
quirens a me notario infra scripto, super his fieri et sibi 
dari unum vd plura publicum vd publica instrumentim 



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347 

ei wstrumentay imo tot, quot fuerunt necessarya. Acta 
sunt haec anno domini, indictione, pontificatu, die et mense, 
qiiibus supra^ in viUa dida Langmsteinhach praefatae Spirensis 
dioecesis, inque loco solitae suae habitcUionis dbhatialis, hora 
ante meridiem nona vel circa, praesentibus ibidem honorabäi" 
bus viris, dominis magistro Leonhardo Bemp, canonico in 
Ettlingen et Petro Bermann. capeUano in praedicta villa 
Langensteinbach, clericis in dicta Spirensi dioecesij testibusfide 
dignis ad pra^missa specialiter vocatis atque rogatis. 

.Et ego Antonius Brun de Calw, clericus saepedictae 
Spirensis dioecesis^ sacra apostolica auctorüate notarius püblicus^ 
quia praemissis reverendi in Christo patris et domini^ domini 
Lucae, abbatis monasterii in Alba supra dicti^ propositioni, 
assertioniy dllegationi, publicae protestafioni^ stwrumque fratrum 
et professorum sub monastico habitu degentium praedictorum 
instanti petitiani et rogationi , onmibusque aliis etsingtdis, dum 
Sit ut praeniittitur , ßerent et agerentur, una cum praenominatis 
testibus fide dignis met praesens fui, omniaque et singula sie 
ut praemittitur facta ßeri, vidi, audivi, cedulamque praescripta 
in se continentem, mihi a praefato reverendo domino abbaie 
traditam, ac alia in notam sumpsi. Ideo exinde hoc praesens 
publicum protestationis instrumentum manu propria scripsi, 
subscripsi, signoque notariatus et nominibus meis propriis, 
solitis et consuetis signavi, ac sigilli mei proprii appensione 
communi, in fidem et evidens iestimonium omnium et singuto- 
rum praemissorum rogatus aique requisitus. 

Damit aber hertzog Ulrich die gaistlichen gäntzlich auß 
dem closter außmustern köndte, hat er noch ein versuech 
gethon und ein ärgere deformation als zuevor für die band 
genommen, und den Thum [und] den Gültlinger mit einem creditif 
den 9. Januarij abgefertiget, welche an St. Anthoni tag den 
17. Januarij gen Herrenalb kommen, mit Nielaß Mayen, 
cantzler etc. 

Die haben, sambt junckher Willhehn Hagenbach, gehaißen 
oberambtmann etc., abbt und convent zusamen komen laßen, 
circa hör am 2^"^ post meridiem^ im convent häußlin, alda 
genandter licenciat cantzler ein anred gethon und damit ein 
credentz yon dem durchleichtigen etc. hertzog Ukichen zue 
Württemberg, meinem gnädigen fürsten und herrn an abbt 



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348 

und convent weißende fürgelegt, begert die verleßen zu wer- 
den, wöll er alsdann weiter anzaügen, weß sie von hoch- 
gemelt Ihr F. G. befelch haben. 

Ist die credentz mit gebürender reverenz angenommen, 
aber doch nit gleich verleßen worden etc. 

Daruf gemelter herr licenciat und cantzler anfieng, sagende: 
Nachdem der allmächtig verschiner zeiten unserm gn. fürsten 
und herrn wider zue land und leütten geholfen, hete S. F. G. 
zue danckbarkeit in deren fürstenthumb und clöstern das 
hailig evangelium und gottswort zue verkünden angeriht etc. 
, Dieweil dan S. F. G. befunden, daß das closterleben gott 
und dem h. evangelio, auch gottes wort schmählich, läster- 
lich, widerwärtig und ungemäß were, so könde und wiße 
S. F. G. länger nit zue^uesehen, müfie ein einsehens haben, 
auch land und leut bedencken etc. 

Hett deßhalb hievor ein gottseelig leben in den clöstern 
ihres fürstenthumbs angericht und etlich ußer dem unge- 
gründten closterleben erledigt und mit leibgeding gnädiglich 
versehen und abgefertiget etc. 

Und aber nach dem noch etlich und deren wenig alhie 
zue Herrenalb vorhanden, so hievor sich nit laßen wellen ab- 
fertigen, könde und wurde S. F. G. von derselben weegen 
kein closter oder costen halten etc. 

Were seiner F. G. befelch und mainung, daß sich die- 
selben von stund an und morgens früe mit ihren klaidem, 
büechem und betten solten wegfertig machen, gen Maulbronn 
zuefahren, alda wurde man sie nach aller notturft ehrlich 
und wol underhalten, auch ihnen das hailige gottes wort ver- 
künden und leßen laßen in der hailigen biblischen schritt 
und was zue ihrer seelen seeligkeit dienen möcht etc. 

Und solte ich abbt fürsehung thuen, daß die fuehr vor- 
handen, dan weger das ichs thete, dan das sie solches ver- 
schaffen solten. 

Ich solt auch kein des convents verhindern, zue ihnen 
den gesandten zuegang zue haben, und jeder sein notturft 
anzuezaigen. 

Ward auch darunder fürgehalten, das hochgemelten unsers 
G. F. und herrn gemieth were und will, die alten, schwachen 
und unvermöglichen conventspersonen im closter bleiben und 
underhalten zue laßen, biß uf S. F. G. weiteren befelch etc. 



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349 

Uflf solches alles hab ich, der abbte von wegen des gantzen 
convents begert eines bedachts biß morgends zinstag früe, 
den 18. Januarij, aber derselbig abgeschlagen der Ursachen, 
das liievor mehr dan einmahl mit unß der Sachen halb ge- 
handlet worden, alles mit den worten, daß sich der convent 
noch in derselben nacht und morgens früe solte berait machen, 
gen Maulbronn zue fahren, und ich der abbt mit dem ge- 
färdt die sach fürderen etc. 

Also hab ich das gnädig erbieten unsers gn. fürsten und 
herrn der alten halb, wie obstet, demietiglich angenommen 
und ihrethalb darumb underthänig danckgesagt etc. Aber 
morgends wolt man die sach änderst versteen und sagten 
die herrn räth, es were allein des fürsten und ihr mainung, 
die alten schwachen bleiben zuelaßen, biß zue guetem wetter etc. 

Zwischen dem allem hat junckher Willhelm Hagenbach 
befohlen, am thor kein frembd mensch uß oder einzuelaßen, 
und seind uß befelch aller knecht namen ufgeschriben und 
den herrn überantwurt^t, auch die thor schlüßel alle nacht 
ihnen gebracht worden etc. 

Jacobus Pfortzhaimer, cttstor^ hat dieselb nacht die kutt 
außgethun und ein schwartzen rock, von länsch gemacht, an- 
gelegt etc. 

Uf zinstag morgens früe seind etlich des convents be- 
schickt und mit ihnen gehandlet worden, entlich als die alten 
all, auch underbursierer undibayd brüeder, zue den herrn gangen 
und sie umb gottes willen gebetten, daß man sie uf ihr er- 
bieten, wie obsteht, gnädig und barmhertzig wolle im closter 
bleiben laßen und underhalten etc. Ward ihnen abgeschlagen. 

Uf genandten zünstag hat Conradus Feßer von Wein- 

gardten die kutten ußgethon, ein blawen rock umb den * 

gelehnet, denselben angethon und einen grawen huet mit 
strußfedem ufgesetzt, also im closter gangen etc. 

Uf gemelten zinstag haben die herrn räth nach mir, dem 
abbt geschickt und mir zuerkennen geben: Nachdem ober- 
bursierer Fr. Ludovicus Bretter, auch underbursierer und 
cantor Georgius Tübinger, der pfister Fr. Gallus Thorwardt 
von ihren ordensklaider nit absteen, auch uf des fürsten 
gnädig erbieten, sie nach notturft allerdings, wie oblaut, zue 
underhalten, sich in S. F/G. willen und gefallen nit wellen 

^ Lücke iu der Handschrift. 



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350 

ergeben, so haben sie, die räth, befelch, sie drey abznefertigen, 
darauf ich gefragt, ob kein anders mittel darweder möge er- 
funden werden, haben die räth gesagt, es sei nit anders 
daran, es sei des fürsten befelch, S. F. G. müeß sich den 
andern protestierenden chur und fürsten auch ständen ver- 
gleichen, werd ihm nit anders tbuen könden. 

Haben auch gefragt, ob die drei vorgemelt ämbter tragen 
und derenhalb rechnung thuen müeßen. Darauf ich ihnen 
gesagt, daß sie all drey ämbter tragen und von hohen nöten 
ihre rechnung zuethuen, solches könd und möge aber nit uf 
ein Stupf, sonder müeß mit der zeit beschehen. 

Weiter hab ich gefragt, wie es mit den andern, eAs prior , 
alt Conrad, Zeitböß, subprior^ custor und keller ein gestalt, 
haben die herrn räth nair gesagt, die all haben sich in meins 
gnäd. fürsten und herrn willen und gefallen ergeben, welches 
ich auch bei prior , alt Conrad und Zeitböß also befunden, 
und sie selber bekennt haben etc. Froficiat eis, Amen. 

Aber die obgemelten drey, beede bursierer und pistrinarivs 
seind also uf ihrem fürnemmen verharret etc. 

Hab ich gefragt, ob man sie mit ihren klaidern und 
büechem werd laßen abziehen, haben die herrn räth geant- 
wort, man werd ihnen solches verfolgen laßen. 

Doch bei hoher straf und zue Vermeidung meines gnädigen 
fürsten und herrn ungnad soll ich, der abbt, den dreyen weiters 
nichts geben, noch helfen in keinerley weeg. 

Volgents uf mittwoch St. Sebastians abend haben die herrn 
räth vil und mancherlei mittel und weeg abermals bei den 
gemelten dreyen gesuecht und all möglich fleiß fürgewendt, 
ob sie die möchten dahin bringen, daß sie sich auch wie die 
andern hetten begeben, aber nichts erschoßen, sondern sie 
beharret, hab ich abermals von ihretwegen mit höchstem fleiß 
in ihr gegenwürtigkeit für sie gebetten, sie nicht desto weniger 
im closter umb gottes willen bleiben zue laßen, der rechnung 
und anderer Ursachen halb, daran mir und dem gottshauß 
mercklichs gelegen, aber sie und ich nichts mögen erlangen, 
sondern die herrn räth nachmittag ihnen ußgebotten, das sie 
sich morgends sollen hinwegmachen, doch ihre clayder und 
was zue ihnen gehört, wöll man ihnen folgen laßen etc. 

Deßelbigen mittwochs haben sich prior, subprwr, brueder 
Anthoni und brueder Matheiß in weltliche klayder angethun etc. 



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351 

Seind auch deßelben tags all conventual und conTerß- 
brüder in glübt an aydsstatt angenommen worden, ußge- 
schlossen die drey obgemelt etc. 

Es hat Fr. Philippus deßelben tags müeßen gen Maulbronn 
ziehen, wolt man ihn nit bleiben laßen, biß ihm zwu hoßen 
gemacht worden weren. 

Uf gemelten mitwoch haben die herm räth mit mir, dem 
abbte, gehandlet, daß ich wie ander praelaten mich sollt er- 
geben, daß ich mich aber gewaigert, darauf sie mir befohlen, 
daß ich mein mainung und erbieten solle in schrift verfassen, 
die ihnen zuestellen, dem fiirsten etc. anzuezeigen etc. Daß 
ich gethon hab. 

Uf den mittwoch seind gemelten drey beschickt worden, 
ihnen gesagt, daß sie sich morgents sollen darvon machen, 
hat man ihnen gar kein gelübt noch verschreibung zuege- 
muetet, sonder frey ledig hinziehen und ihre klayder folgen 
laßen. Doch haben sie mießen globen, ihre rechnung inner- 
halb XYJ tagen zuestellen und zuethuen, deß sie sich be- 
schwert, dann ihnen solches nit wol müglich etc. 

Volgendts uf Donnerstag Sebastiani morgents früe, haben 
prior ^ suhprior^ alt Conrad, ihre schlüßel zu deß convents 
großen insigel und secret den herrn räthen uberantwurt und 
zuegestellt, me abbate ignorante^ aber bursarius Fr, Ludwig 
hat mir seine schlüßel behändiget, die ich den herm räthen 
auch uberantwurt und meine schlüßel bei meinen banden 
behalten hab etc. 

Eodem die haben die herm räth den obgemelten prior^ 
subprior^ alt Conrat, Eberhart Zeitböß, Johann Schickh 
und beeden brüedera in gegenwürtigkeit mein, deß abbts, ge- 
sagt: Dieweil sie sich ietzo in besserung und gottseelig leben 
geschickt, sollen sie fürohin dem gotzwort sich gemäß halten, 
nit leichtfertig, sonder besserlich sein, mit vil worten, und 
zueletß mir und dem edelmann Hagenbuech befelch geben, 
wa sie sich änderst hielten, daß wür sie strafen und in den 
thum legen selten etc. 

Uf Sebastiani nachmittag seind die zwen, nämlich bursa-^ 
rius und pistrinarius hinweg nach Langensteinbach gezogen, 
aber subbii/rsarius zue Alb im würtzhauß verbliben, daß der 
Hagenbuech nit gern hat gesehen. 



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352 

Item ist befohlen worden, daß der praedicant Ciriacus 
Leger, subprior gewest, in der wochen zwaymahl predigen 
und anfahen soll, vor und nach psalmen zuesingen etc. 

Es haben auch eodem die die herrn räth befelch geben, das 
gesündt und den uncosten, so vil möglich zue mündern und 
abthuen. 

Item niemands mehr einzuelaßen, er sei marggrävisch, 
ebersteinisch, würtembergisch oder anders. Doch wan ein 
graf von Eberstein aigner persohn komme , soll man ihn ein- 
laßen und ihm sagen, er soll fürterhin dußen bleiben. 

Solches daß niemands eingelaßen soll werden, ist dem thor- 
wart durch den Hagenbuech in meinem beysein befohlen worden. 

Auch haben die herrn räth, mir, dem abbt, befohlen, kom 
und wein von Maisch in das closter fiehren zuelaßen, ohn- 
angezaigt zue Baden (dan hievor dem keller solches zue 
Baden verbotten gewest) und so man daß nit wolle folgen 
laßen, soll ichs zue Stuetgardten anzaigen und beschaydt 
daruf nemmen. Solches ist vom Hagenbuech in gegenwürt- 
tigkeit mein dem keller zue Maisch Jacob Mielichen befohlen. 

üf gemelten donnerstag post prandium seind die herren 
räth von Alb hinweg geritten. 

Den 22. Januarij haben sich widerumb nachfolgende con- 
ventual, wie die obangedeüte süben junge münch gegen einer 
leibdung reversiert: 

Conradus von Weingarten, Conradus Epp, Johann Crafit 
oder Heckh, Ciriacus Leger, Johannes Schickh. 

Weilen aber Conrad von Weingarten sich aller ansprach 
Verzügen und begert weiter zu studieren , ist ihme 60 fl. von 
hertzog Ulrich befohlen worden zuerstatten. 

Den 22. Januarij ist abbt Lucaß von hertzog Ulrich nacher 
Stuetgart erfordert worden. 

Weiter hat man den 19. Januarij auch nachfolgenden 
proceß fürgenommen. 

Uf mitwochen den 19. Januarij seind Ludwig Bretter, 
Oberbursierer, Georgius Trüppelmann, underbursierer, Gallus 
Thorwarth von Bretthaim, pfistermeister, alle sambt und son- 
ders vor das closter Herrenalb gewißen, und haben ein jeder 
insonderheit Wilhälmen von Wittstett, genant Hagenbuech, 



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353 

Vogt zue Herrenalb, ihre gelübd an eydsstatt gethon, nechst- 
kommenden Blasij ihre rechnung an enden, dahin sie be- 
schaiden werden, zuethuen. 

Deßgleichen haben Eberhardus Zeitböß, Johannes Craflft, 
prior, Conradus Epp, Johannes Schickh, Ciriacus Leeger, 
gemeltem vogt sambt und sonder auch gelübd an aydsstatt 
gethon, unserm gnädigen fürsten und herrn getrew und hold 
zue sein und S. F. G. schaden zuewenden, und was sie biß 
auf weiter beschaid zueverwalten in befelch haben, getrewlich 
zueversehen. Deßgleichen haben brueder Anthonius von 
Meckmihl und brueder Mathiß auch gethon, und seind alle 
sambt ußgenommen die zwen layen brüder mit dem leibgeding 
abgefertiget. 

Meim herrn von Herrenalb ist von den räthen befohlen, 
daß er den verordneten praedicanten zuepredigen nit verhin- 
dern, das er auch zue jeder predig zeit das closter öflfne, 
damit frawen und man zuer predig können kommen. Daß 
hat er sich bewilliget. 

Item dem praedicanten soll ein st üb und kammer, damit 
er studieren mög, eingegeben werden. 

Georgius Baßius hat sich mit vorwißen herrn abbts Lucae 
nacher Newburg begeben, sicut aparet ex litteris ad Johannem 
ahhatem Novi castri 11. Martii datis. 

Beverende in Christo pater et domine in primis colende, 
post orationum suffragia se. ipsum humüiter commendat, to- 
tumque offert. Beverende pater , rediens iam pridem a Beve- 
renda Paternitate Vestra charissimm f rater Georgius, subbur- 
sarius noster, ex ordine singtda nobis retulit , qiiae ab eadem 
B. P. F. sibi fuerunt commissa, quae non solum in Ms 
nostris perturbationibvs consolatoria^ verum etiam admodum 
jucunda noiis fuerunt In his namque affectum paternum 
animum integrum, atque omnem benevolentiam B. P. V. erga 
nos nostrumque monasterium* experti sumus. Ob id gratias 
agimus B. P. F. immortales relaturi eiiam^ si unquam pote- 
rimus, non tarnen in tribtdatione, sed in prosperitate et succes* 
sibus magis fortunatis. Betulit insuper idem f rater , B. P. F. 
sese obtulisse benevclam, ut eundem coUigere et aliquamdiu 
paterne intertenere velit. Quam rem , cum sit paterni affectus 
maximum indicium, non minore accepimics gratitudine. Eo 
itaque intuitu ipsum fratrem ea solumodo de causa ex nostro 

Zeitsclir. XXXIII. 23 

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354 

monasterio iam nuper relegattim, quod novae sectae LuUeranae 
assentire nohiit, ad R. P. V. mittimus, affectuosius rogmites^ 
ut tanquam pim et henignus pater ipsum paterne excipere^ aique 
commendatum habere dignemini. Fidelis nanique est et hon^estiis, 
qui non tantum, ut speramtiSy placebitj sed et in omnihus 
B, F. V. suoque venerabUi conventui morem geret. Faciat 
igitur in nostris miserüs et angustüs It. P. V. uti de ea con- 
fidirmcs: et nos pro libito stio astrictos perpetuo habebit. Fdi- 
citer valeat R. F. V. cum sibi commissis. Ex nostro coenobio 
de Alba xj. Martii anno xxxvi. 

Fr. Lucas ^ solo nomine abbas 
Älbensis. 

Den 25. Januarii befilcht hertzog Ulrich abermalen die 
abgefertigte conventualen hinziehen zue laßen und soll abbt 
Lucas Aegidio Prollen x gülden weiters zue studieren geben. 

Den 1. Februarn laß er abermal nachfolgender gestalt 
inventieren. 

Ulrich etc. 

Unsern günstigen grueß etc; Würdiger etc. Wür haben unserm 
obervogt zue der Newenburg schreiben und befehlen laßen, 
sambt euch und unßerm mitverwalter, so wür euch dem abbt 
zuegeordnet, alle ding in unßerm closter Herrenalb, nichts 
ußgenommen, ordenlich zue inventieren, aufzueschreiben und 
nachgehents daßelbig unßerm mitverwalter in sein Verwahrung 
zu übergeben, damit er jederzeit neben euch dem abbt da- 
rumb antwurt und rechenschaft thuen und geben könde. 

Demnach ist an euch unPer mainung und befelch, so er 
also zue euch kommen, ihr wollet ihm darinnen getrewlich 
berathen und beholfen sein, damit alle ding ordenlich und 
zuem fleißigsten in das inventari geschriben und nichts über- 
sehen und heraußen gelaßen werde, und, das also geschehe, 
ihr und unser mitverwalter deßelben inventarij jeder ein 
glaubwürdig, gleichlautende abgchrift zue banden nemmen 
und uns auch eins alher in unser jenntkammer überschicken. 
Deß thuen wür unß gäntzlich verlaßen. Datum Stuetgarten, 
den 1. Februarij^ anno etc. xxxvi. 

Hannß Conrad Thum, 
Erbmarschalck. 

Hiebei sühet der leßer warumb ein oberambtmann dem 
abbt Lucaß zuegegeben worden, damit er nämlich nichts mehr 



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355 

handien könte, welches der hertzog nit alsbald durch seine 
kundschäfter innen wurd. 

Darumb dan den 7. Februarii hertzog Ulrich die Über- 
schrift nit mehr an abbt Lucaß alleinig, sonder auch an den 
Widtstett, genannt Hagenbach gestellt und würd nachfolgender 
brüef zueverstehen geben, wie graf Wilhelm von Eberstain nach 
erfahrner spoliation des closters Herrenalb die fruchten 2nie 
Langen Steinbach verboten. 

Auch sühet der leßer, wie der gottloße erb-, schütz- und 
Schirmherr {sie enim sese iactitabat) nit gewust, was er für 
schirmbsgerechtsame bei diser ambtung zue Langensteinbach hab. 

Dem würdigen, unserm lieben andächtigen und lüeben ge- 
trewen, herrn Lucaß abbt zue Herrenalb und Wilhalmen von 
Widtstat, genant Hagenbach. 

Ulrich etc. 

Unsern günstigen grueß zuevor, würdiger, lüeber andächtiger 
und getrewen. Wür haben dein, Wilhalmen von Widtstat 
schreiben und anzaigen, unß jetzo gethon, was von graf 
Wilhalmen von Eberstain jüngst verrückter tagen zue Stain- 
bach ftirgenommen und geüebt worden, alles seines inn- 
halts verstanden. Und ist demnach an euch bayd unser 
sonders ernstlicher befelch, ihr wellet in solchen Sachen femer 
aigentliche erfahrung haben, wie es gedachts flocken Stain- 
bach halb gestalt, ob es gäntzlich oder zuem thail und in 
welchem wege in sein, des von Eberstains, schütz und schürm 
gelegen und wie es in allweeg geschaffen , was auch daß closter 
Herrenalb allerdings für gerechtigkait und herkommen daselbs 
hab. Deßgleichen auch uß was Ursachen die früch;ten daselbs 
zue Stainbach verbotten^ ob das dem closter zue guet oder 
nachtheil geschehen und ob man deß also fueg und macht 
gehabt, auch warumb und ußer was Ursachen, oder ob es 
darumb geschehen, so die fruchten verkauft werden wolten, 
daß vermaint werde, daß sokhe daselbs verkauft und nien- 
dert anders wahin gefüert werden solten. Wie es auch sunst 
hierumb in all weg geschaffen, und unß das alles fürderlichst 
und unverzogenlich in schrit aigentlichen und lauteren 
bericht geben , unß ferner der notturft nach darin wißen zue- 
halten. t)eß thuen wür unß gäntzlich verlaßen. Datum 
Stuettgarten den vjj. Fehruarij anno etc. xxxvj. 

Nicolaus Miller, genent Meger. 
23* 



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356 

Den 1. Fehruarii hat hertzog Ulrich abbt Lucaß befohlen, 
in allen pflegen und höfen zue inventieren, alle ding, nichts 
aufgenommen, neben dem Hagenbach und alles dem mitver- 
walter zue Verwahrung übergeben. 

Item eodem dato soll er Veit Rößen, des closters Herren- 
alb vogt und mit Verwaltern , aller zünß, renten, gülten, ein- 
kommens , gefäll und des closters gerechtigkeit zuem fleißigsten 
zueberichten und mit dem bursierer die rechnung abzuehören, 
mit reiten laßen. 

Den 11. Februarij befilcht hertzog Ulrich Johan Schicken, 
Ciriacum Leger und Aegidium Prellen, conventbrüeder zue 
Herrenalb, jedem lOfl. an ihrem leibgeding, auch ihre büecher, 
bettstatt, bettgewandt und was darzue gehört, zuer abferti- 
gung verfolgen laßen. 

Darauf haben gemelte conventual eodem die suppliciert 
wie folgt: 

Durchleichtiger etc. gnädiger fürst und herr. E. F. G. 
biten wür krm caplön underthänig, diß unser anligen mit gnaden 
zuevernemmeii. Nachdem von E. F. G. unß die brief, wie 
wür in h^^ltuüg unsers leibgedings gestehen, ainem jeden 
zuegeschickt, die wür in aller gehorsam willig angenommen, 
die nun ich, Conradus Epp und Johannes Craflft nur mehr 
alte betagte, schwache Personen seind und kein freund , dar- 
zue wür ^inichen trostung und zueflucht haben mögen, nit 
haben, bitten wür bayde, sie wolle unß für die 25 fl. daß 
von unserm leibgeding nemmen, eßen und trinken in ver- 
meltem closter Herrenalb zuegeben verordnen. Und dieweil 
nun andere unsere brüeder für klaider und anders, damit sich 
in ein ander weßen und standt einrichten mögen, gnädig ab- 
gevertigt, bitten demnach, E. F. G. welle unß dergleichen wie 
andere unsere conventherren gnädig abfertigen laßen; damit wür 
unß dergleichen in ein andern stand und weßen einrichten 
mögen. Daß wellen vmb E. F. G. wür underthänig verdienen. 

E. F. G. 

underthänige demiethige caplön 

Conrad Epp, Johannes Craflft, 

Johannes Schick, Ciriacus Leger, 

Jacob Groß und Aegidius Broll, 

all profeß zue Herrenalb. 



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• 357 

Anno 1537 befilcht hertzog Ulrich den 14. Decemhris^ daß 
sich ahbt Lucaß zue Stuettgart auf Montag nach Dorothea 
mit seinen pflegern die rechnung zuerstatten befinden soll. 
Darauf abbt Lucaß sich entschuldiget und folgende bedenken 
eingewendt: 

Durchleichtiger etc. üf E, F. G. gnädig schreiben, mir 
newlicher tagen zuekommen deß innhalts, daß ich mit den- 
jenigen, so des closters Herrenalb halber noch haben zue- 
verrechnen, welle verschaffen und fürsehung thuen, sich ufs 
fürderlichst geschickt zuemachen, damit wan ihnen rechentag 
angesetzt werde, daß sie rechnung zuethuen verfast seien etc., 
hab ich underthänig vernommen und thuen darauf E. F. G. 
zuewißen , daß ich in nechst verschinem jähr und auch darvor, 
so lang ich bei dem ambt der praelatur gewest, meiner pfleger 
rechnungen, vermög ihrer bestallungen mit sonderm fleiß und 
ernst selber gehört und von ihnen angenommen hab, under- 
thäniger hofnung, dieweil solches dermaßen an mich kommen 
und mir noch bißher onverbotten gewest, ich solle daran nit 
unrecht gethon haben. Aber gnädiger fürst und herr, die- 
weil daß closter Herrenalb etliche seine flecken, pflegen und 
einkommcn in gueter anzahl ußerhalb E. F. G. fürstenthumb 
in andern herrschaften , schütz und schürm, als nemlich in 
der Pfaltz, der marggraveschafft Baden und im gstift Speyer 
ligen hatt, ist zue besorgen, so die pflegvei'walter , einsambler 
und befehlhaber mir, als dem praelaten, nit selten jähr rech- 
nung thuen müeßen, sie wurden auch fürterhin ein klein uf- 
sehen uf mich haben. Zue dem wurde mir solches nit allein 
bei den hochernennten und andern anstoßenden herrschaften, 
sondern auch bei derselben schürmbsverwandten , deß closters 
underthonen, angehörigen und sonst menighchen nit ein ge- 
ringe verklaineruug und Verachtung , als ob ich der praelatur 
und dörselbigen Verwaltung gäntzlich entschalten were, bringen 
und machen. Dieweil dan E. F. G. mich auf mein under- 
thänig erbieten und handlung mit mir anfänglich beschehen, 
beim einer administration und Verwaltung gnädig haben bleiben 
laßen, langt an ewer F. G. mein underthänig bitten, die welle 
solches, wie oberzehlt, gnädig bedencken, und mir gestatten, 
daß ich fürterhin der pfleger rechnungen im closter auch 
möge hören und einnemmen. Doch solches nit allein, oder 
für mich selbs, sonder allwegen in beysein und mit hülf der- 



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358 

jenigen, so E. F. G. zue allen mahlen darzue gnädig haben zue 
verordnen. Alß dan begere ich dieselbigen gehörten rech- 
nungen keins weegs verborgenlich oder ainig bei meinen 
banden, sondern allain abgeschrift darvon zuebehalten, 
und folgents die original rechnungen zue jeder zeit in 
E. F. G. cammer underthänig zue überantwurten, damit 
E. F. G. cammerräth sich zue allen mahlen darinnen gnueg- 
sam zuersehen und derenhalb zue handien haben und wißen 
mögen, weß sich gebürt und von nöthen sein will. Solches 
und nemlich, daß E. F. G. diß mein underthänig schreiben 
und anzaigen, allein uß erzehlten und kainer andern Ursachen, 
dan nach gelegenhait des closters Herrenalb und seiner an- 
gehörigen beschehen, gnädig verstehen wellen, beger ich in 
aller underthänigkeit allzeit willig und gehorsamlich zuever- 
dienen. Datum Herrenalb, zinstag nach Nicolai ao. etc. xxxvij. 
E, F. G. underthänig. und gehorsamer 

Lucaß abbt zue 
Herrenalb. 



Anhang. 

Herrenalb im Bauernkriege. 

In Gottes Namen. Amen. 

Kund und wißend sye allen ansehern und hörern diß 
gegenwärtigen instruments, das als man zalt nach Christi 
geburt unseres lüeben herrn fünfzehenhundert zwantzig und 
siben jähre, der fünfzehenden römer zinßzal, indictio ge- 
nant, uf den sechsten tag deß monats Octohris^ zwischen ein 
und zway uhren nachmittag zyt, regierung deß allerdurch- 
leichtigsten , großmächtigsten und aller christlichsten fürsten 
und hern Carols, erwöhlten römischen kaysers,- zue allen 
Zeiten mehrer deß rychs, zue Germanien, zue Hispanien, 
beeder Secilien, Jerusalem, Hungam, Dalmatien, Croatien 
könig, ertzhertzog zue Österreich, zue Burgundj, Brabant, 
Steyr und Crain, fürsten zue Schwaben, unsers allergnädig- 
sten herrn, des römischen im zehenden, und der andern 
aller im dryzehenden jähre, zue Herrenalb in dem loblichen 
gottshuße, und in der wyer stuben daselbs vor mir nach- 
geschribnem, kayßerlicher macht offen notaren, und glob- 
würdigen gezeugen, als zue ihnen beruft, personlich erschinen 



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859 

sind, die ehrwürdigen, würdigen, gaistlichen und ersamen 
herrn, herr Marcus abbt, auch prior und convent gemai* 
niglich genielts gottshußes Herrenalb, Cistertzer Ordens, 
Speyrer bistumbs , min^iediger und günstig liebe herrn, und 
hatte alda benanter min gnediger herr in siner gnaden 
hande, ein schrift, die sie bott und gab mir, dem notarien, 
in gegenwürtigkeit seiner gnaden convents und nachbenannter 
gezügen, mich mines notariat ambts ervordernde, und be- 
gerend dieselb schrift offendlich zue verlesend, daß ich dan 
gehorsamhch thät und die laße von wort zue wort, lautend 
also: 

Wir Marcus, von göttlicher verhängnuß abbte, auch prior 
und convente gemainiglich deß gottshuß Herrenalb, Cistertzer 
Ordens, Speyrer bistumbs, eröffnen und bringen für uch 
gegenwürtigen offnen notarien mit diser unser schrift, unser 
und unsers gottshuß verderplich und unwiderbringelich offen- 
bare und meiniglichem unverborgne beschwärung hernach ge- 
meldet, darüber von uch eins und mehr instrument, so vil 
uns noth sind oder werden zue ewiger gedächtnuß zue machend, 
bittend und begerende, namhch, das in dem jähre nach 
der geburt Christi, unsers lüeben herrn gezellt fünf zehen- 
hundert zwantzig unnd fünfe nechst verschinen, wür in ge- 
meltem unserm gottshuß in der buwrischen ufruhr und em- 
pörungen tütscher landen und sonder der marggrävischen, 
brureynischen, spyrer bischofflichen, würtembergischen und 
unsers gottshuß aignen gelobten und geschwornen armen 
lütten, Vayhingen und aller anderer unsern ämbtern und 
Pflegschaften in merklicher zahle, gewaltiglich überfallen, 
frevenlich, gehochmutigt ußgetriben, vorlagt und zerströwt, 
daß unser vil sich zue tag und nacht ein gute zyt in den 
wälden umbs kloster und sust mit merckUchem mangel un- 
serer nahrung und klaidung, sorglich unsers lybs und lebens, 
enthalten müeßen band, biß unß ernstlicher hunger heruß 
getrungen , demnach gemelte buwren etlich under unß gefangen, 
zuehancken und umbzuebringen betrowt , in weltlich beklaidung 
benötigt, unij daß wür unsern orden und priesterliche würde 
und wyhung nit sagen getören, zue dem wür unser lybs und 
lebens an keinen orten sicher zue sein , wißens noch trostung 
gehabt, so ist benant unser gottshuß an allen gottszierungen, 
und nämlich an ußschüttung des heiligen sacraments des 



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360 

zarten fronleichnams unsers herrn und erlößers Jesu Christi, 
hochlich geschmäht, an entwerung monstrantzen , kelchen, 
Silber, Silbergeschirr, kleinat, meßgewanden, ornamenter, 
gesang, meß und anderer büecher, auch der gantzen libarye, 
gült und ander briefen, register, rodeln, rechnungen, die 
altarien zerrißen, die altar tafeln davon verkouft, das ge- 
goßen meß von etlichen todten stainen gegraben, etlich hai- 
ligen bilder und die orgel zerhawen, die rore darvon em- 
pfrämbt, alle kürchenfenster, auch im kloster und in allen 
behußungen, die sie nit hinweg bringen mögen, band saiubt 
dem kreutzgang und fensterpfosten zerschlagen, den kürchen- 
thurn etlicher vergulten knöpfen mit gezüertem zinwerck 
beroupt und unden biß an ein kleins zerhowen und umbzue- 
werfen understanden, wa ihr sorg nit gewesen, darvon er- 
schlagen zue werden, haben alle glocken verkouft, all Öfen, 
thüren, laden zerschlagen , das ysenwerck an Stangen, schloßen, 
glaychen, rigeln, hacken und andern, so vil sie gemocht, 
abgebrochen, allen haußrath, an lynwath, betten, deck- 
betten, küßen, pfulben, sergen, bettladen, trögen, kopf- 
hüßern, tischen, kuchengeschirr, keßel, höfen, pfannen, 
brantreitten, auch meßin- und zingeschirr und anders mehr, 
nichts ußgenommen, das ihnen werden mögen hat, geblün- 
dert, verkouft, hinweggefüehrt. Und solche nit allein zue 
Herrenalb, sondern dergleichen in allen unsern höfen und 
hußwonungen zue Bruchsal, Terdingen, Langensteinbach, 
Maisch, Mercklingen und an andern orten, wie zue Herrenalb, 
an wein, fruchten, vühe, rindern, schafen, Schweinen, 
pferden und aller fahrenden habe und hußrath, auch feld- 
geschürr, pflüg, wägen, kärch und anders entwehret, die 
gebäw, so vil ihnen mügUch zerschlagen, etlich wyer ge- 
füschet, die tham zerschlämbt und alles das, so sie können 
band, verwüestet, zerrißen und geschädigt, dermaß, das es 
nit allein christlichen hertzen, sondern auch Hey den, Türeken 
und Tattern zuerbarmen gewesen sein sollt. Zue dem allem 
wür dannocht von unsern fürsten und herrschaften mit uflf- 
legung Schätzungen, landsteuren, provisioner und Türcken- 
gelt, auch ander beschwärungen über unser vermögen be- 
lästigt worden und noch täglichs werden. Wol sind unsers 
gottshuß dörfer und armen hinderseßen von fürstlichen ober- 
keiten darumb geschätzt und gestraft, aber nit zue unserm 



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361 

nutzen. Welchen obgerüerten schaden und entwährung wür 
zuesamen ünder dreysig tausend gülden nit wissent zue achten 
und anzueschlagend, dadurch in solche armueth getrungen, 
daß wür wider unser gemiet, beschwerlichs hertzens haben 
verkaufen und abloußen laßen, und etlich erlöst Silber wider 
verkoufen mießen und nämlich dem durchleichtigen hochge- 
bomen fürsten und herrn, herrn Philippßen, Marggraven 
zue Baden etc. unserm gnädigen herrn zuekaufen geben, 
umb dry tausend zwayhundert neüntzig gülden und Schil- 
ling zwen Pfenning unsers gottshuß bayde dörflin, Gebrichingen 
gantz, mit vogteyen, leüten, güetern, zinßen, gülten, zehen- 
den, und Stupfferich halbs, auch mit gülten und güetern, 
darzue etlich ander zinße zue Dürenwetterspach und Othingen, 
so unser gottshuß vil hundert jähre, als recht aigenthumb, 
bißher inngehabt, genutzt und genoßen hat. Damit wür dan- 
nocht wenig verfahen mögen, sonder uß beträngter notturft 
mehr verkoufen und an wenden müeßen. Haben wol von ge- 
melter loßung unß wider zuesamen, unsern orden und kürchen- 
satzung, singens, lesens und anderer gebüre unsers vermögenß 
zuehalten versamelt, die zerrißen gebäw etwas gebeßert und 
zuer notturft zue behelffen uffgericht; auch ettüch gottes- 
und kürchenzierden an monstrantzen, kelchen, meßgewanden, 
büecher, haußrath und fahrende habe von vil orten wider 
gelöst, und zue banden bracht, unß fürter mit der zeit, nach 
unserm vermögen, einzuerichten und zueschicken, als gaist- 
lichen ordens leuten gebüren mag. Unß und unser gotts- 
hauß hiemit dem allmächtigen in seinen göttlichen schirm, 
nach loblichen gefallen, demiettigst befehlende, und umb 
gnade und barmhertzigkeit innerlichs hertzens anrüeffende. 

Dise eröffnung und fürhaltung ist geschehen in dem jähre 
monat, tag, stund, indictim, kayserlicher regierung und an 
den orten obgeschriben, in gegenwürtigkeit und beysein der 
erbaren maister Heinrich Heyners, schryners, burger zue 
Ettlingen, maister Conrad Diettrich, zimmermanß, burger 
zue Nüwenbürg und maister Hanßen, glaßers, burger zue 
Brettheim all als gezeügen hierzue sonderlich berüefft und 
erbetten. 

Und seind uff obgenanten tag zue Herrenalb conuentuales, 
und bey diser handlung gewesen nachgeschriben fratres, 
FraierConradMsEpPf prior ^ HehrkttsdeGernspach, Sihastianus 



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362 

de Calw, portariuSj Luduict^ Breter, hursarius, Gallm de 
Brdheim pistrinarim, Johannes Spyrer, Eberhardus Zythöss, 
piUantiarius , Marcm Badensis^ servitor domin i abbatis, Jo- 
hannes Wildbader ^ subprior^ Johannes Henlin Badensis, sub^ 
bursarius, Jacohus de Ettlingen^ vinitor^ Adam de Bruch- 
sella^ custoSy Georgius de Tübingen, cantor, Caspar de Heimts- 
heim^ cappeUanus. Johannes Schick Badensis^ Ciriacus 
BadensiSy Jacobus Pforts^ensis , Christofferm Wildbader und 
Anthoniüs, pistor und conversus. 

Und wän ich Alexander Hug von Calw , kayserlicher macht 
offner notaHus und alter stattschreiber zue Pfortzheim bey 
obgemeltem process anbietung und erforderung meines gnä- 
digen herrn von Alb, von wegen sein und seiner gnaden 
convents, obangezaigt schrift mit ueberantwurt, und die 
öffentlich geleßen, so hab ich darüber diß instrument ge- 
stellt und mit meiner band selbß geschriben und mit meinem 
touff- und nach namen underschriben, darzue mit meinem 
gewohnlichen notariat signet gezeichnet. Zue allen obge- 
schrjbnen dingen erfordert und erbetten. 



Ordnungen der Stadt Oberkirch. 

Die hier zum ersten Mal gedruckt erscheinenden Ordnungen 
der Stadt Oberkirch sind entnommen der Papierhandschrift 
n. 483 im General-Landesarchiv in Karlsruhe, bekannt unter 
dem Namen Statutenbuch von Oberkirch, das ursprünglich 
von Johann Wölfflin, Stadtschreiber in Oberkirch angelegt 
wurde. ' Auf Fol. 2 steht eine Widmung an Erasmus, Bischof 
von Strassburg (1541 — 1568) von Wölfflin: „Hochwürdigen 
fürsten und herrn, herrn Erasmusen , bischouen zu Strassburg 
und landgrauen zu Elsass, meine gnedige herrn, und zum 
theil durch ihrer fürstlichen gnaden amptleut, auch sehult- 
heissen , gericht und räthe zu Oberkirch je zu zeiten gestellt, 
ufgericht und usgekündt worden , damit sollichs alles bey ein- 
ander zu finden, diesem buch inzuverleiben , wie ich dann 
auch dieselbigen in dies buch ingeschrieben, bitt demnach 
alle und jede burger, hindersassen und inwohner dieser statt 

^ Zeitschr. VIII, 39. — Zentner, das Renchthal und seine Bäder 
8. 197. 



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363 

Oberkirch, die jetzo in leben sind oder künftiglich allhie ir 
wonung haben werden, uinb dero nutz und wolfahrt willen 
ich mich dieser arbeyt underwunden, die wollen diesen meinen 
fleiss zu dank annemen, mein in gutem gedenken und den 
allmechtigen gott auch für mich bitten." — Schwerlich dürfte 
aber der Schrift nach das in Karlsruhe befindliche Exemplar 
Original sein; auch die in Oberkirch befindliche Abschrift, 
die Zentner benützt hat, ist nach dessen Angabe aus dem 
Jahr 1645. Das Karlsruher Exemplar hat von Fol. 233 Ein- 
träge aus dem 17. und 18. Jahrhundert; wenn diese letzteren 
auch von einer andern Hand herrühren, dürfte die Hand- 
schrift doch in das 17. Jahrhundert zu setzen sein. 

Die Orthographie bedurfte der Vereinfachung, indem die 
Häufung der Konsonanten 1, n, k, u. a. unbeschadet der Zu- 
verlässigkeit des Textes unterbleiben konnte. Ebenso wurden 
die in der Handschrift principlos angewandten grossen An- 
fangsbuchstaben mit den kleinen vertauscht ausser bei Eigen- 
namen und nach dem Punkte. Die Namen der Festtage er- 
hielten ebenfalls kleine Buchstaben. Ferner wurde v nur 
consonantisch und u nur vocalisch gebraucht. 

Die meisten dieser Ordnungen haben die Gestalt, in der 
sie hier erscheinen, erst im 16. Jahrhundert erhalten. Aber 
der Inhalt ist bei vielen bedeutend älter, wie die fast bei 
jedem Titel wiederkehrenden Bemerkungen „von alters her**, 
„seit alter zeit" und ähnliche beweisen. 

I. Vom Schultheissenamt. 
a. Äeltere Bestimmungen. 

1. So ein schultheiss von tod abgeht oder sonst vom ampt 
abkompt, so hat ein gericht zu Oberkirch von alters her und 
sonderlich von der zeit her, als die beide wesen Oberkirch 
und Noppenaw ^ von den edelleuten , ^ so diese beide wesen 
lange jähr als pfenderen pfandsweise innengehabt, geledigt 
worden, einen schultheissen geweit, denselben unserm gnedigen 
herrn von Strassburg angezeigt, und wann der unserm gne- 
digen herrn nit gevellig, einen andern bis an den dritten ge- 
wölet und angezeigt, und so der durch unsern gnedigen herrn 

* Noppenaw ist Oppenau, oberhalb von Oberkirch, ebeDfalls an der 
Bench gelegen. — ^Ea sind vermuthlich die edeln Geschlechter von 'S ach 
und Schaaenburg gemeint Vergl. Kolb, Lex. s. v. Oberkirch. 



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364 

bewilligt, alsdann denselbigen neben dem, dass er unserm 
gnedigen herrn zuvor mit gelübd und eyden verwandt, ge- 
loben und schweren lassen, laut des eyds im burgerbueh in- 
geleibt. 

2. Derselbig angenommen schultheiss soll alsdann unsers 
gnedigen herrn stab zu Oberkirch halten, denselben nie- 
mands versagen und sich damit unparteisch halten in all 
weg und neben demselben alle zoll, ungelt, so allhie zu 
Oberkirch und Noppenaw fallen, empfahen, auch die herbst- 
und hornungbetten beyder enden von den bettensamblem em- 
pfahen, die zins und gülten und anders, so von der statt 
wegen uszugeben , abrichten und alle jähr uf sanct Jergentag * 
seins innemens und usgebens vor meinem gnedigen herrn 
von Strassburg und der hohen stift verordneten raten, auch 
dem gericht zue Oberkirch, dem vogt und etlichen zwolfern 
von Nopponaw erbare rechnung tun. 

3. Genannter schultheiss soll auch uf freytag nach Hilary' 
und darnach je zu zeyten, wan es die notturft erfordert, an 
den freytagen ordenliche wochengericht halten bis uf mitt- 
vasten^, darnach die gericht uffschlagen bis uf freytag nach 
sanct Jergentag und darnach widerumb uf die freytag wochen- 
gericht halten, bis ungeverlich uf Urbani*, da er die gericht 
abermals bis uf freytag nach Jacobi^ ufschlagen soll, und 
alsdann abermals gericht halten bis ungeverlich nativitatis 
Mariae ^, da soll er die gericht ufschlagen bis uf freytag nach 
Galli^, da er dann widerumb gericht halten soll, so oft es die 
noturft erfordert, bis uf freytag nach Nicolay, uf denselben 
freytag sollen die gericht wiederumb ufgeschlagen werden bis 
uf freytag Hilary. 

4. Es mag auch der schultheiss usserhalb den Wochentagen 
gerichten, so oft es die noturft ervordert, frongericht halten 
und sind die zwölfer schuldig sollich frongericht zu besitzen. 
Dagegen ist der schultheiss schuldig den zwolfern des jars 
über vier mal, das ist uf freytag nach Hilary, uf freytag nach 
sanct Georgentag, uf freytag nach Jacoby und uf freitag nach 
Gally jedesmals zween Schilling pfenning zu verzehren geben. 

5. Item so einer, der sey frembd oder heymisch, des 
Stabs begert und einen, der sey auch gleich frembd oder 

^ 23. April. — 2 13. Januar. — ' Der Sonntag Lätare. — * 25. Mai. 
— » 25. Juli. — • 8. September. — ' 16. Okt. 



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365 

heymisch, frönen will, der soll dem schultheissen das fröngelt, 
nämblich zwenzig acht pfening geben , und so mehr dann ein 
fröner vorhanden, der sein fröngelt gelegt hette, da soll 
der schultheiss eigentlich merken, welcher sein fröngelt vor 
dem andern erlegt hab, damit in usführung solcher frönung 
je der forderst fröner vor dem andern bezahlt werde. 

6. Ein schultheiss ist. auch schuldig unsers gnedigen herrn 
von Strassburgs fruchten uf dem casten im saal zu verwahren 
und jerlich seiner fürstlichen gnaden schaflFner zu Saspach ^ 
rechnung darumb zu thun. 

7. Gleicher gestalt soll ein schultheiss auch alle frevel, 
so im Oberkircher stab oder gericht fallen, inbringen und 
meins gnedigen herrn ambtschaffher zu Oberkirch verrechnen. 

8. Item eins schultheissen zu Oberkirch besoldung ist von 
alter her von der statt dreyssig pfund pfening. 

Nota. Anno 1556 hat der hochwürdig fürst und herr, 
herr Erasmus, bischove zu Strassburg und landgrave zu 
Elsass etc. , mein gnediger herr, durch ihrer fürstlichen gnaden 
räth bewilligt, dass man nun fürohin einem schultheissen 
zwölf pfund für belonung geben soll. 

9. Item so geit mein gnediger herr einem schultheissen 
von den freveln inzubringen und von den fruchten zu ver- 
sehen, zehen gülden. 

10. Item so hat vor zeyten ein schultheiss die jerlich 
betten gleich andern hindersassen müessen geben, aber jetzo 
sitzen sie der betten, auch aller fron und thorhüeten frey, hat 
mein gnediger herr also usser gnaden bewilligt,, damit ein 
schultheiss seines ampts dester fleissiger gewarten möge. 

11. Item so etwas im sahl oder sonst gebawen würd, das 
unserm gnedigen herren zusteht, da gehören dem schultheissen 
die poen. 

b. Spätere Bestimmiing;en. 

Wir Erasmus von gottes gnaden, bischove zu Strassburg 
und langrave zu Elsass, thun kunt offenbar hiemit, das wir 
unsern burger zu Oberkirch und lieben getrewen Hansen 
Haafen zu unserm schultheissen zu Oberkirch angenommen 
haben, dass er demselben ampt getrewlich vorstehen und 
aller notturft gewarten soll, das gericht zu allen und jeglichen 

^ Sasbach jetzt im Bezkksamt Achern gelegen. 



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366 

gepürlichen zeyten besitzen, auch solches ampts halben den 
gewohnlichen eyd desselben ampts im gerichtsbuch unserer 
statt Oberkirch begriffen zu schweren, dem gericht so vil 
müglich, die alten guete gebreuch handhaben helfen und uf- 
sehen haben, damit der gemein nutz gefürdert werde, auch 
jedermann förderlich recht geschehe, wie recht ist, auch das 
geurtheilt, so viel sein ampt belangt, volnstrecken , damit sich 
seumnüs des rechtens niemand zu beclagen habe, und ob die 
burger zu Oberkirch des gerichts oder gemeind sampt oder 
sondcx^' etwas uns und unser stifts zuwieder förzunemen under- 
stünden, das soll er, sovern ime möglich, förkommen und strafen, 
auch was ^-^ »it behaupten mag, jeder zeit unserm amptmann 
zu Oberkirch, oder so ihme noth dunket, uns oder unsern 
reten unverleng't anzeygen oder zuschreyben. 

Er soll auch .^her den Satzungen und Ordnungen, so bisher 
zu Oberkirch geoi'dnet und geboten worden oder hinföro 
durch uns oder unsrt^r räth oder amptleut geboten und ge- 
ordnet werden, vleissi^*^ halten, damit denen gehorsarablich 
gelebt, auch die ubertretv*3nden gestraft werden. 

Er soll auch ein getreW vleissigs ufsehen haben , dass die 
bethen gleichmessig nach ihrer vermögen gelegt und kein 
geverde darunder gebraucht werde, auch dieselben darzu zoll 
und ungelt zu gepüerender zeit zu forderen, empfahen, in 
der statt gewelb getrewlich verwahren und davon niemand 
nichts nachlassen, auch das alles jerlich uns, unserm capitel 
und Wesen getrewlich verrechnen, auch dahin wir's jeder zeit 
bescheiden werden, bewenden und liefern. 

Er soll auch uf die andern ämpter, als lonherreii, saltz- 
herren etc. ein vleissigs zusehen haben, damit die selben 
ämpter durch sie getrewlich verriebt und verrechnet werden. 

Er soll auch in seiner amptsverwaltung sein Zuflucht uf 
jeder zeit unsern amptmann zu Oberkirch haben und dem- 
selben in billichen dingen sein ampt belangend als sein ober- 
amptmann von unsern wegen gehorsam und gewärtig sein. 

Ob auch der schultheiss in Sachen sein ampt belangend 
je zu Zeiten bescheid geben und die partheyen daran nit 
gesettigt sein wollen und desshalb für unsern amptmann 
komen wurden, so sollen unser amptmann sein des schult- 
heissen bescheid nit enderen, er habe dann den schultheissen 



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367 

zuvor beschickt und ursach von ime gehört, warumb er diese 
bescheid also geben. 

Darzu soll gemelter unser schultheiss nachvolgende Ord- 
nung halten und deren vleissig nachkommen. 

c. Nene Schaltheissenordnung. 

1. Der schultheiss soll acht haben und bevelhen, dass die 
porten abends und morgens zu rechter zeit und mit guter 
sorg uf und zugethan, auch wol verwahrt werden, auch die 
Schlüssel abends von den pfortnern empfahen und inen mor- 
gens wieder liefern, auch die porten bey nacht ohne noth- 
wendige Ursachen nit öffnen lassen; so er aber die us noth- 
wendigen Ursachen offnen lassen würde, soll er selbs dabey 
sein, oder so er krankheit oder anderer Ursachen halben nit 
dabey sein möcht, ein zwölfer des gerichts an sein statt darzu 
bescheiden lassen. 

2. Er soll auch acht und ufsehens uf die portner haben 
lassen, dass sie tags ohne erlaupt nit von den porten gangen. 
So er aber irem einem us ehehaften Ursachen erlauben wurde, 
soll doch derselbig portner ein andern burger dieweil an sein 
statt stellen. 

3. Er soll auch uf die zween portner acht nemen lassen, 
dass sie beim uf- und zuschliessen seyen und den tag an der 
porten verharren und ohne erlaupt nit davon gangen. 

4. Weiter soll er sich befleissen, soviel seiner gescheften 
halben sein mag, dass er nachts anheymisch sey; so er aber 
seiner gescheften halben abwesig sein müsste, soll er solches 
unserm amptmann anzaigen und derweilen ein gerichtszwölfer 
das schultheissenampt und dessen gescheft und sonderlich aber 
die portenschlüssel bevelhen, damit seins abwesens halben 
nichts versaumpt werde. 

5. So man auch ein thurnpläser oder sonst ein tagwächter 
uf dem thum hat oder haben würd, soll er gleicher mass 
bescheiden und darüber halten, das der guet wacht halte, wie 
sein bestallung usweyst und ohne erlaupt usserthalb seiner 
bestimpten zeit nit ab dem thurn gang. 

6. Dergleichen soll er auch für sich selbs sorg haben und 
dem gerichtsbotten jeder zeit befelhen, dass die geordnete 
Wächter ihre wachten bey nacht vleyssig versehen und nit 
von den wachten gangen. 



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368 

7. Er soll auch ufsehens und sorg haben, dass zu gepüe- 
render zeit bannwarten geordnet werden, auch dieselben die 
güether des banns, es seyen reben, garten, acker, matten 
oder andere güeter vleissig hüeten, und was sie strafbar be- 
finden, getrewlich riegen, damit menniglich das sein im veld 
beschirmpt und nit verderbt oder underbracht werde. 

8. Er soll auch nit gestatten, dass vor oder an sitzendem 
gericht jemand gott lestere oder einer den andern lügen straf 
oder sonst verächtliche oder leichtfertige reden treiben; wo 
es auch von jemand beschehe, den soll er alsbald über fuoss ^ 
darumb beclagen, und was ime mit recht ufgelegt würd, one- 
nachlesslich vollstrecken. 

9. Er soll auch sonderlich uf die 'jar und wochenmarkt 
sich befleissen anheimisch zu sein, auch sich uf der gericht- 
stuben oder seiner behausung befinden zu lassen, damit, so 
zwischen jemand irrungen furfielen, das er zu finden seye. 

10. Er soll auch uf die jarmarkt und über jähr zu ge- 
ptierenden zeiten darob und daran sein, dass die körn und 
weinmess, darzu die gewicht und olnmass, auch die synn- 
geschirr^ geseygt^, beschüttet*, gesynd, geeycht und besich- 
tiget werden , damit niemanden derenthalben unrecht beschehe. 

11. Weiter soll er uf die jarmarkt, oder so sonst gever- 
liche sorgliche leuf furfieljen , jedesmal nach gelegenheit der 
Sachen die wacht Sterken, auch in den würtsheusern und 
sonst sehen und sorg haben lassen, damit feurs oder anders 
kein unrath entstaende. 

12. Der schultheiss soll auch acht und ufsehens haben, 
dass niemand zu Oberkirch zu wonen gestattet werde, der 
seye dann burger oder burgerin worden; so auch jemand burger 
oder burgerin zu werden begert, soll er oder die für das ganz 
gericht kommen und anzaigen, woher sie seyen, auch ein 
abscheid oder urkund irer ehelichen gepurt und wie sie an 
dem ort, da sie gewont, abgescheiden, und dass sie mit 
keinem unehelichen anhang behengt seyen, fürpringen; würd 
dann einer oder eine vom gericht zum burger angenommen, 
die soll der schultheiss den gemeinen burgereid'Schwören und 
in der statt buch inschreiben lassen.^ 

* üeber Fuss = auf dem Fusse = sofort. — « Eichgeschirre, Geschirre 
zum Eichen. -— ^ seigen = prüfen. — * Ungefähr dasselbe mit den fol- 
genden eichen. — * Eine ausführliche Verordnung über die Bürgerannahme 
zu Oberkirch ist aus unserer Handschrift Zeitschr. VIII, 36 abgedruckt. 



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369 

13. Er soll auch mit vleiss darob und daran sein, dass 
wittwen und waisen, auch andere personen, die zu irer Sachen 
Verwaltung nit tüglich seind, mit erbaren getrewen vögten 
und furmündern versehen werden, dass auch dieselben vögt 
und furmunder den vogteyd schweren und zu jeder gebüe- 
render zeit rechnungen legen. 

14. Weyter soll er fursehung thun, dass alle frevele Sachen 
gerüegt und anzeigt werden, was ihme auch freveler Sachen 
furkomen, die soll er berechtigen, was erkannt, inbringen 
und uns verrechnen, auch one unsern oder unserer raten 
sondern bevelch nichts davon nachlassen. 

15. Verner soll er ein fleissigs ufsehens uf der statt in- 
siegel haben, dass kein brief damit besiglet werde, er seye 
dann den partheyen zuvor furgelesen, dass sie den geloben 
und umb das Siegel bitten ; er soll auch sonderlich ein Schlüssel 
und der lohnherr die andern darzu haben, damit keiner one 
den andern darüber khommen möge. 

16. Er soll auch die handwerksgesellen zum jähr zwey 
mal, nemblich uf weyhennacht und sanct johans baptistae 
tag, uf die Stuben erfordern und sie ihren gewonlichen eyd 
schweren lassen. 

17. Er soll auch in besitzung des gerichts die gerichts- 
zwölfer beyeinander behalten und ohne ehehafte Ursachen nit 
usschweyfen lassen, auch vleissigs ufmerkens haben, dass die 
Sachen im gericht dapfer, erbar und ufrichtig gehandelt und 
die partheyen in gerichtshändeln , soviel müglich, gefurdert 
werden, damit menniglich die billicheyt gedeyhen möge. 

18. So er auch sondere heimliche gesellschaften oder rotten 
under den gerichtszwölferen spüren würde, soll er dieselben, 
soviel müglich, abwenden und furkommen, damit zweyungen 
oder unrath, so daraus entston möcht, vermitten pleiben. 

19. Er soll auch daran sein, dass im gericht under den 
gerichtszwölferen gute Ordnung gehalten, auch eins jeden mey- 
nung oder urtheil one inrede oder Zerrüttung der andern mit 
vleiss gehört werde. 

20. Dass auch durch die gerichtspersonen, darzu die fur- 
sprechen und partheyen unnütze spott und leichtfertige reden, 
auch fatzwort* und weitschweyfige inzüge, zu den Sachen nicht 

^ Ueberladenes und leeres Gerede, von vazzen = laden, bepacken^ 
anhäufen. 

Zeitsohr. XXXHI. 24 



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370 

dienstlich, vermitten pleyben und; also die Sachen mit erbarer 
dapferkeit gehandelt werden. 

21. Er soll auch in spennen, so sich zwischen bürgern 
under einandem oder frembden und bürgern erheben und für 
ine kommen, allen fleiss furwenden, die in der gute zu ver- 
tragen, damit frieden erhalten und weytherung derselben ver- 
hütet bleiben möge. 

22. Sonst soll er auch daran sein, dass die statt sauber 
gehalten , besonder die durchgend strass mit mist oder anderer 
unsauberkait nit belegt oder beschüttet, auch sonst die andern 
allmendgassen mit holz, stein oder anderm nit verlegt oder 
verschlagen werden, damit man die fahren, reiten und 
wandern möge. 

23. Was gewaltsamer handlungen und Sachen sich begeben, 
deren theter soll und mag er in gefenknuss annemen bis uf 
weitern bescheid, doch soll er one unsers amptmanns, so er 
anheimisch were, vorwissen dieselben gefangnen nit wieder 
ledig geben. 

24. Was er sonst allenthalben unthaten , frevel oder miss- 
handlungen erfahret, soll er rechtfertigen, und was frevel 
oder abtrag uns verfallen, jeder zeit vleissig inziehen und 
uns verrechnen. 

25. Er soll auch mit vleiss ufsehens haben, das der becker, 
müUer, metzger und andere Ordnungen der statt Oberkirch 
gehandhabt, gehalten und die Übertreter zu abtrag der ge- 
satzten strafen angehalten werden. 

26. Es soll auch unser amptmann, so wir jeder zeit da- 
selbst haben werden, dem schultheissen hierin berahten und 
beholfen sein und den schultheissen dabei handhaben. 

27. Zu dem so soll er auch unsere fruchten, so wir zu 
Oberkirch und daselbst umb fallen haben, empfahen, uf unsern 
casten schütten und dieselben vei'wahren und unserm Schaffner 
zu Sassbach jerlich verrechnen. 

28. Auch was in ünserm saal zu Oberkirch je zu zeyten 
zu bessern und zu bauwen ist dasselb , auch jeder zeit machen 
lassen und ermelten unserm Schaffner verrechnen. 

29. Und sonst alles anders thun , dass ein getrewer diener 
seinem herrn zu thun schuldig ist und billich thun soll. Da- 
gegen solle er alle solcher amptsgefell, wie die seine vorfahrn 
am ampt gehabt, auch geniessen und .haben: 



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371 

Als nämbi^ch alle jar von beyden wesen Oberkirch und 
Nopnaw drey pfund pfenning. 

Item so ist er aller beth, steur, anlag, auch , fronens, 

thorhütene und wacht frey. 

Item so gebürt ihme auch jerlich, für dass er unsere 
fruchten empfahen und derselben warten, auch für dass er 
die freveln inziehen muss, zehen gülden, die ime durch un- 
sern schaflfner zu Sassbach jerlich sollen geben werden. 

Item so geben wir ime auch jerlich tuch zu einem sum- 
merrock, wie andern unsern seins gleichen dienern. 

Item so etwas in unserm saal zu Oberkirch gebawen würd, 
so gepüren dem schultheissen die speen und abholz. 

Item so sich jemands umb lidlohn oder gestendige zins 
beclagen last, der verfeilt dem schultheissen zween Schilling 
Pfenning. 

Item von jeder frönung gepürt dem schultheissen zween 
Schilling pfenning. 

Item so eckerit in unserm wald, genannt der forst oder 
miesa^ sein würd, so haben wir aus gnaden gegönnt, dass 
der schultheiss auch vier schwein darein schlagen möge. 

Item uf den dreyen jarmerkten im oberdorf gebürt dem 
schultheissen von jeglichem karch mit brot, so dahin kombt, 
für ein pfenning brot. 

Und was sonst für gefell und nutzungen ein schultheiss 
von alter her gehabt, es sey hierin benemt oder nit, die soll 
er der schultheiss ^uch empfahen und haben. 

30. Und ob sich in zeit solches seins diensts zwüschen 
uns und den unsern und ime oder herwiderumb solches seines 
diensts halben irrungen begeben , darumb soll jeder theil gegen 
den andern recht geben und nemen vor unsern hofmeister 
und zweyen räthen. Was auch dieselben nach verhörter 
Sachen zwischen beeden theilen sprechen und erkennen, dem 
soll ohne appelliren, reduciren oder verrerziehen stracks 
nachkommen und gelebt werden one geverde, alles in urkunt 
dieser bestallung, die mit unserm zu end ingetruckten secret 
besigelt geben ist in unser statt Zabern am montag nach 
sanct Laurentientag^, als man zalt nach Christi unsers lieben 
herrn gebürt funfzehen hundert fünfzig und vier jähr, 

^ VieUeicht = mies, mos. An verschiedenen Orten in Baden gibt es 
einen Moswald, z. B. auch bei Freiburg. -— - 13. August 

24* 



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372 



II. Von den newen zwölfem, 
wie und wan die gwölt werden sollen, auch was sie zu thun 

schuldig. 

1. Item ein jeder, so zu Oberkürch zu einem zwölfer gewelet 
würd, der muss zuvor ein burger sein und ein eigenthumb 
in der statt Oberkirch haben , alles Inhalt des alten burgers- 
buch. 

2. Item welcher ein zwölfer würd, der muss sechs jähr ein 
zwölfer sein, und so die sechs jähr verschienen und ime nit 
gelegen wolt sein lenger ein zwölfer zu sein, der mak sich 
des gerichts ledig forderen; so soll alsdann ime erlaupt werden 
und dem also erlaupt, dass er des gerichts erlassen würd, 
der ist drey jähr lang des gerichts gefreyet; darnach mag 
man ime widerumb zu einem zwölfer wehlen. 

Nota. Wie und was die zwölfer oder richter schweren 
sollen, findestu hienach in der lands Ordnung fol. 118. 

Wie die zwölfer gewelet werden. 

3. Uf der hayligen dreyer könig tag abend ' so kommen der 
schultheiss und die zwölfere sampt dem amptmann früe uf 
das rathhaus zusammen und nemen die portner, wechter, 
büttel, hirten, synner^, brotschauwer und ander der statt 
diener aus und nach demselben, so von nöthen newe zwölfer 
zu wehlen, so erwelen sie dieselben durch das mehrertheil 
der stimmen, doch würd hierinnen acht gehabt, ob alte 
zwölfer, so die cbey jähre des gerichts frey gewesen und von 
dem gericht tauglich geachtet, vorhanden, dieselben werden 
furnemblich, wo dero nit vorhanden, oder dass man mehr 
bedurflich, sonst usser der gemeinen burgerschaft gewehlet 
und desselben abends für gericht beschickt, da sie, wo sie 
zuvor nit burger gewesen , den burger und damit den zwölfer 
eyd alles in einem eyd schweren müssen Inhalt des burgerbuchs. 

4. Desselben tags isst das gericht zu imbiss und zu nacht 
uf dem rathhaus^ und werden die newen zwölfer und der 

^ Auf denselben Tag (5. Jan.) wurden auch in Durlach die Raths- 
mitglieder gewählt (Mone, Zeitschr. XX, 79). — ^ sinnen = eichen, visieren. 
— 5 Solche Mahlzeiten auf städtische Kosten , entsprechend unseren Fest- 
essen, kommen auch anderwärts vor. Mone (Zeitschr. XX, 79) hat eine 
Anzahl Beispiele gesammelt. Vergl. auch Birlinger, Yolksthümliches aus 
Schwaben U, 62. 211. 



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373 

probst zu Alienheiligen ^ über den nachtimbiss auch geladen, 
auch pflegt man nach dem nachtimbiss altem brauch nach 
einen könig und königin zu wölen^. 

IIL Von dem lonherrn, 

was seines ampts sey und wie und wann der gewölet 

werden soll. 

1. Item eins lonherrn ampt ist, das er die hoverecht, zins 
und gülten inbringen, auch alle gebeuw und anders, so man 
von der statt wegen erhalten, machen und bessern muss, 
dieselben versehen, auch den werkleuten ir belonung geben 
und alle morgen und abends mit seinem wehr an das under 
thor geen, dasselb uf und zuthun helfen, auch den ussern 
graben versehen, in winter mit dem bann warten das yss im 
wasserfluss brechen und furweissen^^ helfen, auch das wasser 
in die statt zur müUen fordern, auch jedesmals, so man zoll 
und ungelt zu Oberktirch ufhebt, dasselbig neben dem schult- 
heissen und Stattschreiber und dem amptman (so der bey 
der band) helfen uf heben , auch ein register hinder ime haben, 
darin zoll und ungelt geschriben werde, auch uf sanct Georgen- 
tag*, so der schultheiss rechnung pflegt zu thun, seines in- 
nemens und usgebens rechnung thun; auch soll er uf sanct 
Marx tag"^, dessgleichen sanct Margretha ^ und sanct Niclaus- 
tag'' den gemeynen zoll im obern dorf und in der statt dem 
hotten helfen insamblen und ist eins lonherren belonung jer- 
lich ein pfund pfenning. 

2. Item alle poen und abholz, so da gemacht werden. 

3. Item alle alte fleckling^, brückenhölzer und anders, so 
nit mehr zuverbauwen, zu brauchen ist. 

4. Und geet eines lonherrn jähr bestallung uf sanct Georgen- 
tag US und ane. 

5. Item es ist von alter her ein lonherr uf sanct Georgentag 
gewölt worden dieser gestalt, es sind alle zwölfer usser der 
rathstuben gangen und allein der amptmann, schultheiss und 

^ Allerheiligen war eine Prämonstratenserabtei , 4 Stunden östlich von 
Oberkirch, deren Ruinen jetzt noch stehen. — ^ Diese Sitte erinnert an 
die Gewohnheit, einen Zunftkönig zu wählen, welche Sitte aus Colmar 
tiberliefert ist (Mone, Zeiischr. XX, 79) — ' Sollte das nicht Schreib- 
fehler sein für „verreissen" , dialektisch für zerreisscn? — ♦ 23. April. 
— * 25. April. — <5 15. Juli. — ^6. Dezember. — ^ Deminutiv zu vleke 
= Brett, Bole. 



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374 

Stattschreiber in der stuben plieben and nachmals je ein 
zwölfer nach dem andern hineingefordert worden, der hat in 
abwesen der andern zwölfer einen zwölfer zu einem lonherm 
gewehlet und darnach wieder usgetreten, bis die zwölfer alle 
in obgelauter massen hineingefordert und ir stimm geben 
haben, welcher dann der mehrerthefl stimmen gehapt, der ist 
lonherr worden; demselben newerwölten lonherm hat alsdann 
der alt lonherr gelivert gelt, frucht und anders. Dieweil aber 
ein lonherr vor und ehe er rechnung gethan, die fruchten, 
so er hinder ime uf dem casten gehapt, stürzen müessen, 
damit er den abgang in sein rechnung pringen mögen und 
aber aller erst nach der rechnung dem newen lonherrn solche 
fruchten an die band livern und also zwei mal stürzen müessen, 
so ist für gut angesehen, dass hinfur uf der hailigen drey 
könig tag abend ein lonherr gewehlet werde, der uf sanct 
Georgentag anstehn, dem auch der alt lonherr die fruchten 
vor seiner rechnung an die band stürzen und liefern möge. 

IV. Von dem holzherrn. 
Zu wissen , dass uf der jähr rechnung anno ^ meines gne- 
digen fürsten und herrn, des bischofs und der hohen stift thum- 
capitels zu Strassburg räth, dessgleichen den amptmann, 
schultheiss und zwölfer zu Oberkirch, auch vogt und zwölfer 
zu Noppenaw für gut und rathsam angesehen, dass man 
einen holzkauf zu Oberkirch ufgerichtet hett, damit frembd, 
heimisch, so bawholzes oder brennholzes notturftig, dasselbig 
umb ein zimlich gelt bekommen möchten, und haben daruf 
geordnet, das ein burger erwölt werden soll, der sich solcher 
underziehen, baw und brenn oder scheuterholz kaufen und 
umb zimlich gelt wieder verkaufen, auch den schiflfherrn und 
bürgern im Noppenawer thal uf ir begeren und ansuchen je 
zu zeyten gelt uf holz fursetzen und leyhen und solcher seiner 
Verwaltung halb alle jähr, zur zeit man jahrrechnung thut, 
rechung thun und dass dieselbig rechnung auch in der wesen 
rechnungen gleich nach des lonherren rechnung inverleipt 
werden, und dass demselben holzherrn jerlich sechs pfund 
Pfenning für sein belonung geben werden sollen. 

V. Von dem salzherrn und salzmesser. 
1. Item ein salzherr soll sorg haben, dass er zu rechter zeit 
^ Der Copist hat hier die Zahl weggelassen. 



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•^M 



375 

salz inkaufe und dass im die salzkasten in dem beginnen^ 
haus schütte. 

2. Item er soll dem salzmesser jedesmals zehen viertel salz 
in sein haus geben, der dasselb salz usmessen und das gelt, 
so er löst, in angesicht dero, so das salz kauft, in ein be- 
schlossen kisten, darzu der salzherr den Schlüssel haben soll, 
werfen, und so die zehen viertel verkauflft sind, so soll der 
salzherr in beysein des Stattschreibers oder schultheissen die 
kist ufschliessen , das gelt zelen und zu seinen banden nemen, 
auch sollich gelt, so er jedes mals us der kisten nimpt, des- 
gleichen was er umb salz gibt, den stattschreyber in zwey 
gleichlautende register, dero er das ein und der salzmesser 
das andere haben soll, schreyben lassen und soll dem salz- 
herrn alle jähr für sein belonung zwey viertel, dem statt- 
schreyber sechs pfening für die neuwe register und für sein 
arbeit des ufschreybens jahrs ein sester salz und dem salz- 
messer von jedem viertel salz, so er usgemessen, fünf pfenning 
Strassburger geben werden; der salzherr soll auch alle jähr 
uf sanct Jeorgen tag rechnung thun. 

VI. Ton bestallung der andern diener. 
1. Nota. Uf den newen jahrstag so pflegt der herr 
probst^ den amptmann, schultheissen und gericht über den 
imbiss zu laden und soll der gerichtsbott in der kirchen, 
und ehe man die predig anfahet, offenlich ruefen, dass ein 
jeder, so umb der statt diensten bitten wolle, nach dem 
morgen imbis uf das rathaus kommen und sich inschreyben 
lassen soll, und so der morgen imbiss also in des herrn 
probstes haus vollbracht, so get der amptmann, schultheiss 
und gericht mit dem herrn probst usser der conventstuben 
hinuflf in die probstey; daselbsten erscheynt dann der messner, 
uberlivert die Schlüssel zu der kirchen einem probst und bitt 
wiederumb, oder so der nit mehr messner pleyben wolt, ein 
anderer umb den dienst, da wird alsdann ein ^lessner von 
newem angenommen und geit dann ein probst als kirchherr 
der Pfarrkirchen dem messner sechs pfenning haftgelt und 
bevilcht ime die Schlüssel und in demselben mag auch der 
amptmann, schultheiss und ein jeder zwölfer, dessgleichen 

^ Begainenhaus. -- ^ Von Allerheiligen, welches Kloster eine Probstei 
in Oberkirch hatte. 



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376 

ein heyligen pfleger anzaigen, ob etwas mangels oder unfleiss 
bey dem messner gespürt oder befunden were; soUiehs soll 
alsdann dem messner mit ernst undersagt und er daselb ab- 
zustellen oder zu bessern ermanet und angehalten werden. 

2. Nach diesem get schultheiss und gerichtszwölfere sampt 
dem stattschreyber uf das rathhaus, schliessen ihre büchsen 
uf, theilen das gelt, so darin befunden , dessgleichen das jahr- 
zeitgelt, so inen von Heinrich Distelzweigs und Michel Pfrot- 
zers jahrzeit gepürt, under sich und lasen darnach alle die, 
so der statt dienst begeren, ufschreyben; uf solches geit die 
stubenwürthin oder des hauptkannen * fraw dem schultheissen, 
stattschreyber und jedem zwölfer ein krenzlin zu einem guten 
jähr, dagegen schenkt jeder ein kreuzer oder zween nach 
seinem gefallen. 

3. Hernach uf den abend der heyligen drey könig an ein 
morgen früe kompt ein amptmann, schultheiss und zwölfer 
uf dem rathaus zusammen und nemen der statt diener ane, 
erstUch den gerichtsbotten, der uberantwort dem gericht den 
Stab und Schlüssel und bitt, oder so dem lenger nit gelegen 
zu dienen, ein anderer umb den dienst, der wird alsdann zu 
einem hotten angenommen und ime der hotten eyd us dem 
burgerbuch furgelesen , daruf ime auch der stab bevolhen und 
gibt ime der lonherr ein plappart heftgelt. Nach dem er- 
scheinen die so umb die porten gebetten; us denselben werden 
zween portner angenommen, denen auch der eyd aus dem 
burgerbuch furgelesen würd , daruf sie auch schwören , denen 
geit der lonher auch jedem ein plappart haftgelt und hat 
jeder alle fronvasten zwey pfund pfenning zu lohn , geyt inen 
der schultheiss von meins gnedigen herren wegen. 

4. Nach dem werden die zween geschwornen wechter an- 
genommen, die auch laut des stattbuchs schwören. Dero 
jedem geit der lonherr auch ein plappart heftgelt und hat 
jeder alle fronvasten ein pfund pfenning, gibt ime auch der 
schultheiss von meins gnedigen herrn wegen. Darnach nimpt 
man den kue und schweinhirten ane und geyt der lonherr 
dero jedem auch ein plappart heftgelt. Diese sieben personen 
sind bett und frondienst frey, volgends nimpt man die zween 
ungelter oder sinner ane, die schweren müssen laut des bur- 

^ Kanne = Schenke. Der Hauptkannen ist der Inhaber der wichtigsten 
Schenke, hier zugleich einer Zunftherberge. 



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377 

gerbuchs; deren geit der lonherr auch jedem sechs pfenning 
heftgelt und ist ihr belohn ung des jars neun Schilling, geit 
inen der lonherr. Nach denselben nimpt man den kornmesser 
ane, der auch schweren muss laut burgerbuchs. Dem geit 
der lonherr auch sechs pfening heftgelt, und ist sein belonung 
des jars ein pfund pfenning, geyt ime der lonherr. 

5. So nimpt man auch den bannwart ane, dem wird sein 
eid auch furgelesen und gibt ime der lonherr auch ein plap- 
part heftgelt, auch nimpt man der statt Werkmeister an. 

6. Und so dise ampter alle also besetzt seind, so isst 
man zu imbis. 

7. Nach solchem beschickt man die metzger und fleisch- 
schawer, die da rüegen und furbringen, was sie das jar 
rugbar under dem handwerk funden haben und machen als- 
dann einen metzgermeister under dem handwerk, so macht 
ein gericht auch einen fleischschawer usser der burgerschaft, 
diese zween sollen das fleisch ane dem nagel schawen nach 
laut der Ordnung. Die metzger machen auch einen schawer 
under inen, dessgleichen ein gericht, auch einen von der 
burgerschaft, diese zween oder dero einer sollen das vych, 
so man metzgen will, vor und ehe es uf dem schinthaus ge- 
schlagen würd, besehen, ob das gankhellig* und gut sey. 

8. Nach dem sollen die metzger schwören den eyd, wie 
der im burgerbuch geschrieben stet. 

9. Nach dem imbiss beschickt man die brot und hering- 
schawer^, die in einem register furbringen sollen, was sie 
das jähr under den brotbecken geriegt haben, dieselben 
freveln soll als dann ein schultheiss furderlich inbringen. 

10. Item es seind allwegen von der burgerschaft zween 
brotschawer und muss ein jeglicher zwey jähr lang brotschawer 
sein und setzt ein gericht alle jähr einen newen brotschawer 
zu dem alten. 

11. Uf dieses werden die brotbecken und der müUer in 
der statt und seine müllerknecht berueft. Denen wird die 

' gaiic-heil, hinsichtlich des Ganges gesund, auf den Beinen. Krankes 
Vieh ist nicht mehr im Stande gut zu gehen. — ^ Dass auch sonst Häringe 
im 15. und 16. Jahrhundert in Süddeutschland gegessen wurden, ergibt 
sich aus den Ordnungen der Zunft der Metzger und Fischer von Frei- 
burg i. B. Yergl. darüber meine Arbeit in der Zeitschrift des Frei- 
burger historischen Vereins IV, 493, n. 14. 



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378 

brotbeckerordnung, dessgleichen die müllerordnung vorgelesen, 
die auch daruf schwören müssen denselbigen Ordnungen zu 
geleben ^ und nachzukommen. 

12. Und müssen die brotbecken under inen selbs einen 
meister envölen, der neben den hi ob geordneten brotschawern 
das brot helfen schawen, auch was er sonst under dem hand- 
werk sehe , das straf- oder rugbar were , dasselb rüegen und 
furpringen soll. 

13. Demnach beschickt man die würth, denen würt der 
würth Ordnung vorgelesen , daruf sie auch schwören müessen. 

14. Und nach diesen allen nimpt man die wähl der zwölfer 
für banden, inmassen hievor davon geschrieben steet*. 

15. Und nach sollichem wölet man auch einen lonherren, 
inmassen wie auch hievor davon geschrieben stet^. 

16. So dann soUichs alles vollendet, so isst man den 
nachtimbiss beyeinander, darzu dann die newe erwölten zwölfere 
und der herr probst zu Allenhailigen auch beruft und geladen 
und zu Zeiten, so guter frieden und wolfeile zeit ist, werden 
die zwölfer weyber, doch mit verwilligung eins amptmanns, 
auch über den nachtimbiss geladen und nach dem nachtimbiss 
ein könig und ein königin gemacht und alsdann ein Schlaf- 
trunk zugericht. Und was also uf denselben tag verzert 
würd, das bezalt ein schultheiss und bringts in der wesen 
rechnung. 

VII. Von den gerichtsbotten, 
was er zu thun schuldig, und was seins ampts sey. 

1. Item ein gerichtsbott soll geloben und schweren laut 
burgerbuchs. 

2. Item er soll dem amptmann und einem schultheissen 
gehorsam und gewertig sein. 

3. Er soll den gerichtsstab , wann er in der statt ist, er 
gange, wohin er wolle, in seiner band tragen, und so jemands, 
der in diesem gericht verburgert, dem andern für gericht 
will gebieten, soll er dem botten ein pfenning, muss er aber 
fürs thor geen, zween pfenning, oder so der furgebietend 
ein uslender were, vier pfenning für gebott gelt geben, und 
soll solch furbott allwegen vor dem tag des gerichts und bey 

* Die Handschrift gibt offenbar falsch das Wort „geben". — ^ Vergl. 
oben n, 3. — 3 Vergl. oben III, 5. 



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379 

guter tagzeyt , das ist vor der zeyt man das ave Maria lautet, 
beschehen. 

4. Item so man am freytag oder anderer tag gerieht halten 
will, soll der bott am donnrstag oder andern tag darvor am 
morgen, so halt er die porten helfen ufthun, zu allen zwölfern 
gehn und inen den gerichtstag verkünden. 

5. Item er soll der gefangenen im thurn mit fleiss und 
sorgen warten, inen des tags zweymal essen geben und nie- 
mands ohne erlaubung zu inen lassen; davon hat er jedes tags 
von jedem gefangenen zween pfenning, auch von jedem, so 
in den thurn oder'keffich^ gelegt würd, der liege lang oder 
kurz darinnen, zween Schilling pfenning thurngelt. ' 

6. Item so es sich begibt, dass man jemands in die ring 
legt in sein des hotten haus, den soll er verwaren durch sich 
selbs oder einen andern; davon gepürt ime tag und nacht 
zween Schilling pfenning. 

7. Item er soll uf den wochenmarkten das markfenlin zu 
sommerszeyten zu sieben und winters zeyten zu acht uhren 
ufstecken und sommerszeyten bis eylfen und winterszeyten bis 
umb zwölfe stecken lassen. 

8. Er soll auch am marktag das kornvendlin nach gele- 
genheit ufstecken. 

9. Er soll auch ane den wochenmarkten die zoll ordenlich 
ufheben, nemblich von einem jeden kremer, der feyl hat, ein 
Pfenning. 

10. Item von einem karch^mit ruben, kraut, zybeln und 
dergleichen ein pfenning und von einem wagen zween pfenning. 

11. Von einem wagen mit salz drey Schilling und von 
einem karch salz achtzehen pfenning. 

12. Item von einer tunnen bering oder rheinfisch, so uf 
dem markt usgemessen würd, ein Schilling, wer frembd ist. 

13. Item er soll den zoll von den heuten, so die metzger 
verkaufen, dessgleichen den zoll von den brotbecken von 
wegen der fruchten, so sie herein lassen führen, auch sonst 
von beringen, reinfischen, so usgemessen oder ganz verkauft 
werden, laut der zoUordnung inbringen. 

14. Item zu den ungelten, so man gewonlich alle monat 
am sambstag pflegt ufzuheben, soll er am tag davor, so ime 
der schultheiss den tag ernennt hat, zu den ungeltern geen, 

< Käfig, GefäDgniss. — ^ Karren, jetzt noch im Dialekt gebräuchlich. 



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380 

inen verkünden, uf welche stund man das ungelt ufheben 
werde, damit sie sieh mit dem weinanschneyden, so uf den- 
selben ungelt tag verungeltet v» erden soll, wissen gefast zu 
machen. 

15. Gleicher gestalt soll er auch den würthen verkünden, 
damit sie vor dem schultheissen und ungeltem erscheinen 
und das ungelt bezahlen mögen. 

16. Item uf den dreyen jarmarkten im obern dorf soll er 
sampt dem lonherren das standgelt und den gemeinen zoll 
von allem, so daselbsten verkauft würd, ufheben und geit: 

Ein schuchmacher zween pfenning standgelt. 
, Item die gerber vier pfenning standgelt und pfundzoll. 

Item die Schwaben mit kees und habermeel geit jeder vier 
Pfenning. 

Item die kuttmacher^ und altgewender geit jeder zween 
Pfenning. 

Item ein kannengiesser vier pfenning und pfundzoll. 

Item ein karch mit brot geyt dem schultheissen zween 
Pfenning wert brot. 

Item so geyt ein gemeinigter kremer ein tutzet nestel.* 

Item ein karch mit zybeln, ruben , knoblauch zween pfenning. 

Item ein wagen vier pfenning. 

17. Gleicher gestalt soll er auch die zoll uf den bestimpten 
jarmarkten in der statt ufheben, wie dann hienach von den 
jarmarkten an seinem ort. 

18. Der bott soll auch abends und morgens die oberporten 
helfen uf und zu thun , auch gar kein spiel thun , dieweil er bott ist. 

19. Item sein belonung ist alle jähr zehen Schilling, die 
ihme ein lonherr geyt. 

20. Item so hat ime mein gnediger herr jars vier gülden 
zu geben bevolhen, geyt ime der schultheiss und Jbringts in 
sein Jahrrechnung der beyden wesen. 

21. Item der bott soll auch das wachtgelt, daraus man 
die zween zuwechter von wegen der burgerschaft erhalt, von 
den burgern alle fronvasten inbringen. 

22. Item so sorgliche leuf vorhanden, dass man ane der 
porten hüeten oder dass man mehr wechter weder ^ die gemein 

* Kutte jetzt i;och im Dialekt für „Oberkleid, Ueberwurf" gebräuchlich. 
— * Nestel wurden im Mittelalter auch in Freiburg statt des Geldes 
>geben. — * Weder = als. 



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381 

wacht haben muss, so soll der bott dieselben thorhut und 
wacht zu gebieten schuldig sein und im selbigen gleichhait 
und Ordnung halten, damit niemands höher weder der ander 
beschwert werde. 

23. Item er soll auch den aniptmann , schultheissen, statt- 
schreiber und alle zwölfer ehren. 

24. Auch, so ein gericht bey einander ist, dienen. 

25. Item er soll abends uf die mauren geen. 

VIII. Von den zweyen portnern. 

1. Item die zween portner müessen geloben und schwören 
laut der nottel ^ im burgerbuch, dero ampt ist, dass sie der 
porten getrewlich warten und die inner serr^ jedesmals uf 
und zuthun und nit lassen offen stehen, auch ihre knebel- 
spiess^ oder kolben bey der band haben, die porten abends 
und morgens mit sorgen uf und zu thun , auch am abend die 
Schlüssel von den porten stracks in des schultheissen haus 
tragen und am morgen daselbsten wieder holen und stracks 
zur porten tragen, mit sorgen ufschliessen und darnach die 
Schlüssel des tags verwaren sollen, das kein untrew darmit 
wiederfahre. 

2. Die portner sollen auch die zöUe nach laut der zoll 
Ordnung, dero jeder ein abschrift bey banden hat, innemen 
und niemanden ichtzit nachlassen, auch den zoll, so jedesmals 
geben würd, in gegen Wertigkeit deren, so ihn geben haben, 
in die zoll büchsen stossen, auch am abend zu rechter zeit 
zuschliessen und ohne sondern bevelch der oberkait uf nie- 
mands warten '^. 

3. Es soll auch kein portner, die zeit er ein portner ist, 
einig spiel jeben (!), das den pfenning gewinnen oder ver- 
lieren mag, sondern alle spiel meiden und seines diensts ge- 
trewüch warten, auch ir jeder alle wochen drey geng uf der 
mauren herumb thun und sehen, ob die wechter recht wachen. 

4. Item welcher portner ein jar ane der undern porten 

^ Nota = schriftliche Aufzeichnung. — * gerr oder serre, das bei 
Lexer fehlt, ist nach Scher zii gloss.: „cancelli ex trabibus confecti, quibus 
aulae clauduntnr'^. Vermuthlich waren hinter den Stadtthoren noch aus 
Balken gezimmerte , schrankenartige Verschlüsse. — ' Ein kurzer Spiess, 
wie er auch bei der Jagd auf Wildschweine gebraucht wird. — ^ Nämlich 
mit dem Zuschliessen der Thore. 



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a82 

gewesen, der soD darnach das ander jar ane der obem pforten 
sein und also alle jar abwechslen. 

5. Item eins portners belonung ist alle ffonvasten zwey 
pfund Pfenning, die geyt unser gnediger herr. 

6. Item ein mass wein geit ime der lonherr uf Martini. 

7. Item zu fassnacht auch ein mass wein geyt auch der 
lonherr. 

8. Item so hat ein jeder portner am obern thor die reben 
im ussern graben ob der brücken, dessgleichen das kraut- 
gertlin niederwendig der brücken und das krautgertlin ane 
der schiesshütten, dessgleichen der portner am undem thor 

' die reben und den kriessbaum * am kegelblatz und das halb 
gertlin neben dem thorheusiin zu niessen. 

9. Item so ist man den portnern von jedem wagen holz, 
so in die statt geführt würd , zu geben schuldig zwey scheiter 
und von einem karch ein scheit. . 

10. So aber einer wellen füert, geit er von einem wagen 
zwo wellen und von einem karch ein welle. 

11. Und seind die portner schuldig sollich holz, so inen 
also geben würd, miteinander uf das gleichest zu theylen, und 
sollen kein holz heimtragen, sondern an den portheusern 
brauchen. 

IX. Von den zweyen geschwornen wechtern. 

1. Die sollen und muessen schwören laut des eyds, im 
burgerbuch verleibt, getrewlich zu wachen, wie dann der eyd 
daselbsten nach lengs usweiset. 

2. Item ir belonung ist alle fronvasten ein pfund pfenning, 
die geyt der schultheiss von wegen meins gnedigen herrn. 

3. Diese zween wechter sind auch bett, Schätzung und 
fronens frey und geyt ein lonherr auch einem jeden sechs 
Pfenning heftgelt und jedem uf Martini und fassnacht ein 
mass wein. 

X. Von den zuwechtern. 

Item es haben von alter her alle nacht zween von der 

burgerschaft, nemblich einer vor, der ander nach mittnacht 

wachen müessen, welches nachmals verändert worden, und 

nimpt man jetzo zween wechter von der burgerschaft wegen 

^ kries oder kriese alemannisch für Kirsche. 



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383 

ane, denen lonet ein burgerschaft us ieren eigenen sekeln, 
welches wachtgelt der gerichtsbott alle fronvasten von den 
burgern insamblet, wie hievor stet, und ist ir belonung alle 
fronvaston jeglichem ein pfund pfenning. Genannte zween 
wechter müssen auch schweren, wie die obgeschriebenen 
zween geschwornen wechter. 

XL Von den küehirten. 
Item ein küehirt wtirt angenommen, dass er das rind- 
viehe getrewlich verwaren und behüeten soll, der soll zu sum- 
merszeyten, nämblich von sanct Georgentag am morgen früe 
zwischen drey und vier uhren ungevehrlich usfaren und zu 
eylf uhren wieder infaren, umb zwey nachmittag wieder us- 
faren und am abend zu acht uhren ungeverlich wieder infaren, 
und ist von jedem rind, das drey jähr alt ist, alle fronvasten 
sechs Pfenning, das ist des jahrs zween Schilling, und von 
einer kalbinen alle fronvasten und von einem jerling oder 
steckkalb alle fronvasten vier pfenning und soll ein jeder, 
der viehe hat, jars ein gewenleib und von jedem steckkalb 
auch insonderheit ein gwenleib geben; was auch vor Johannis 
furtrieben würd, das soll ganzen lone geben, aber was nach 
Johannis furtrieben würd, das soll nit mehr dann halben lohn 
geben *. 

XII. Von dem sawhirten oder schwein.^) 
Item ein schweinhirt würd angenommen, dass er nach 
sanct Jeorgentag alle morgen zu vier uhren usfaren und am 
abend zu sieben oder acht uhren wieder infaren, und soll 
alle morgen von ersten vor dem obern thor ane der gassen, 
so zum müUbach geet, blasen, damit es die im Oberdorf und 
im Lohe hören mögen. Darnach soll er in der statt blasen 
und dann hinus in das Lohe geen , die schwein herein treiben 
und sollen die im Oberdorf ihre schwein herüber bis in das 
Lohe für den schweyn treiben, und fert darnach der schweyn 
mit den Schweinen zum andern thor hinaus uf die allmenden 

^ Nota, üf der heiligen drey könig tag abend anno LX hat man 
dem küehirten seinen lohn gebessert , nämblich so soll man ime von einer 
voUenigen kueh vier plappert und von einer kalbinen 3 plappert geben. 
Das Wort „vollenig** ist in den Bestimmungen über den Sauhirten erklärt. — 
* Schwein (für Schweinhirt) ist kein Schreibfehler, wie die Bestimmungen 
über denselben zeigen , wo Schwein öfters für Schweinhirt steht. 



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384 

und brachvelder, und solle der schwein alle tag sommer und 
Winter, wann es eher* oder schön ist, usfaren, und wann 
ecker im burger wald ist, so soll er in das ecker faren und 
geyt man ime ein paar stiflfel und einen zuschweyn. Item 
eins schweyns belonung ist von einer saw vollenig des jahres 
achtzehen pfenning , das ist jede fronvast fünfthalben pfenning, 
und wann ein sauw uf Johannis neun wochen alt ist, so ist 
sie vollenig, ist sie aber uf Johannis noch nit neun wochen 
alt, so geyt sie nit mehr dann halben lone, und welcher 
schweyn in der statt zeucht, er treib sie für oder nit, so soll 
er dem sein lohn geben und geyt ein jeder, so sawen zeucht, 
der seien viel oder wenig, dem schweyn ein gewen leib, und 
so ein brotbecker ein stall mit schwein in die mastung legt, 
so sollen sie macht haben, andere schwein an dieselben statt 
furzutreiben in einem hieterlohne und geyt ein jeder im Lohe, 
so schwein hat, dem hirten, für dass er die schwein alle 
morgen holet, sechs pfenning zum lohn. 

XIIL Von den ungeltern und sinnern. 

1. Item, es werden auch jerlich zween ungelter oder synner, 
gemeinlich kieferbandwerks, angenommen, die schwören müssen, 
die ungelt getrewlich anzuschneyden ^, und was inen zu synnen 
bevolhen würt, es seyen vass, stendeln, sester, mess und 
anders, zum getrewlichsten und mit gutem fleiss zu sinnen, 
alles inhalt des eyds, im burgerbuch verleibt. 

2. Dero ampt ist, dass sie mit jeglichem wurt ein kerb- 
holz machen, daran sie allen wein, so die würt in ire keller 
legen, es sey im herbst oder hernach, zum getrewlichsten 
anschneiden und jeder zeyt, wann man das ungelt uf heben 
will, in der würt keller geen und besehen, wie viel jeder würt 
wein verschenkt habe und denselben von dem kerbholz schnei- 
den, dasselbig uf das ungelt bringen, damit derselbig ver- 
schenkt wein ungeltet werde. 

3. Ob aber ein würt etliche wein nit uszepfen, sondern 
sonst bey dem omen verkaufen würde, das soll mit wissen 
der ungelter beschehen und die ungelter ime denselben wein 
ane dem kerbholz auch abschneiden. 

^ eben, ebene = eben^ glatt, passlich, bequem. — ^ Dieser Ausdruck 
erklärt sich aus dem Gebrauch eines Kerbholzes, dessen in der folgenden 
Nummer gedacht ist. 



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385 

4. Item die ungelter sollen auch jedesmals zu herbst die 
kerbhölzer mit den würten und dem wein, so sie noch im 
keller haben, vergleichen und eigentlich erfarung thun, ob der 
wein recht verungeltet und kein gefahr damit gebraucht seye, 
und alsdann die alten kerbhölzer zerbrechen und newe kerb- 
hölzer machen und den alten wein, so noch im keller liegen 
pleiben und am alten kerbholz gestanden, ane das new kerb- 
holz und darnach allen wein, so jeder würth inlegen würt, 
auch ane dasselb kerbholz in obgelauter massen schneyden. 

5. Die ungelter, so auch sinner seind, sollen auch der 
sinnung warten und zu ^eder zeit zum wenigsten einer in der 
statt und bey der band pleyben, damit, wan fass zu sinnen 
sein oder man irer sonst bedörfen würde, dass man sie wüste 
zu finden. 

6. Item der ungelter oder sinnung belonung ist neun 
Schilling pfenning, die ihnen der lonherr alle jähr zu geben 
schuldig. 

Item von einem ömigen fesslin zu sinnen 1 ^. 

Item ist ein fass anderthalb öhmig oder grösser bis uf ein 
halb fuder thut 2 ^. 

Item ist es ein fass über zwölf ohmen bis uf achtzehen 
ohmen, thut der lone 3 ^. 

Item ein fass über achtzehen öhmig bis uf ein fuoder, 
jedoch under einem fuoder, ist der lone 4^. 

Item ein fass füederig thut der lone 6 ^. 

Item ein vass 30 öhmig oder darüber thut 1 seh. 

Item ein vass 40 öhmig oder darüber ist der lone 18 ^. 

Item von ein sester 4^. 

Item von ein halben sester 3 ^. 

Item von einem fierling, halben fierling oder messlin gibt 
man zween pfenning. 

7. Item wann die synner den würthen die kanten be- 
schütten, so sollen sie von einer jeden kannen, die new und 
vorhin nit gefecht * ist, oder so sie gefecht und nit recht be- 
funden, von jedem stuck ein pfenning, welche aber also be- 
schütt recht befunden werden, von einem stuck einen heller 
nemen. 

1 fechen, wahrscheinlich alemanisch für vachcn (wie Tenne für Tanne, 
z. B. Tennenhach) = eintheilen, ordnen, hier gleich geeicht. 

Zeitschr. XXXm. 25 



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386 



Xiy. Wurt und gasthalter Ordnung.^ 

1. Was die würth und gasthalter zu thun und zu lassen 
schuldig, stet in der fürstlichen landsordnung begriflfen. 

2. Item es haben weiland der edel und vest J. Wolf von 
Windeck 2, damals meines gnedigen fursten und herrns von 
Strassburgs amptmann selig, sampt schultheissen und gericht 
zu Oberkirch wol vor achtzehen jähren, als der wein in einem 
hohen wert was, den würthen ein Ordnung gemacht und geben, 
wie sie die wein geben oder schenken sollen diess Inhalts: 

Nachdem dieser zeit der wein hohes kaufs und theur ist 
und die würth gefahr in dem brauchen, dass sie etwa für- 
geben, sie haben den wein umb ein bestimpt gelt kauft, in 
demselben aber die warheit verschweygen, so soll furthin ein 
jeder würth, so er wein inlegt, bey seinem geschwornen eyd 
den ungeltern anzaigen, wie theur er solchen wein kauf hab, 
auch was ime für uncosten daruf gangen sey, bis er den in 
sein keller bracht hab, als dann soll ime gegönnt werden, 
den weyn so theur uszuschenken, dass er zum wenigsten sechs 
Pfenning am omen zu gewinn hab; wo er aber nit sechs 
Pfenning daran haben möchte, so soll ime gegönnt werden, 
dass er die mass umb ein heller theurer gebe. 

XV. Weinsticher Ordnung. 
Item es sollen zween weinsticher verordnet werden, die 
nachvolgende Ordnung zu halten schwören sollen. 

1. Erstlich soll kein kiefer einichen weinkeufer in einichen 
keller führen, sondern denselben zu den weinstichern weysen 
bey peen fünf Schilling pfenning. 

2. Item ein jeder, so wein feyl hat, der soll es den wein- 
stichern anzeigen und sollen die weinsticher als dann schuldig 
sein, die, so wein kaufen wollen, dem künden, der inen zum 
ersten wein feyl haben angezaigt hat, heimführen, und so er 
nit kauft, einem andern, doch allwegen dem, so es inen zum 
ersten anzeigt, heimfüren, und welchem künden abkauft würd, 

^ Eine Anzahl von Wirthsordnungen der Markgrafschaft Baden-Dur- 
lach hat Gmelin in der Zeitschr.XXIX, 423 u. XXX, 165 veröffentlicht — 
2 Windeck war ein Schloss, eine Stunde von Bühl entfernt, üeber das 
Greschlecht derer von Windek hat Beust gehandelt in „Die Bitter von 
Windeck", der aber diesen Wolf von W. nicht kennt. 



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387 

der soll dem weinsticher ein plappart geben. So aber ein 
kund usser der statt Oberkirch wein feil hat, als nämlich im 
Wolfhag oder Geyssbach*, der die weinsticher erfordert, dass 
sie ime sollen künden zufüren , da soll der, so wein verkauft, 
ime auch ein plappart geben ; so er aber kein wein verkauft, 
soll derselb kund dem weinsticher vier pfenning geben. Wo 
aber kein kund allhie in der statt Oberkirch oder Wolfhag 
oder Geyssbach were, der wein feil hätte und aber andere 
usgesessen, als im Ringelbach, Bottenaw, EgysenbyheP und 
der enden den weinstichern anzeigen würden, so sollen sie 
macht haben, denselben durch fuhrleut heimzuführen oder zu 
schicken, und so ihr einer also hinaus gienge und es werde 
• wein verkauft oder nit, soll dem weinsticher durch den künden 
will gemacht werden. 

3. Item es wollen die meister kieferhandwerks den wein, 
der uf- oder abzuladen, uf- oder abzuladen schuldig sein und 
den leuten ire wein versehen und die leut furdern, damit 
kein clag komme. Wann clagkompt, so soll ein jeder kieflfer 
zween Schilling pfenning zu frevel geben. 

4. Die kiefer sollen auch under inen ein Ordnung machen, 
wie es under inen gehalten werden, und soll dieselb Ordnung 
durch den stattschreyber beschrieben und inen zu banden 
geben werden und soll inen ir lohe, wie von alter her, von 
den fuorleuten geben werden. Wo aber ein burger oder 
hindersass ein wagen wein abladen und in den keller legen 
wollte und sonderlich zu herbst zeyten, da soll oder mag ein 
jeder seine nachpauren bitten ime abzuladen helfen, wie von 
alters her. So er aber die kiefer beschickte, soll er von 
jedem fuoder abzuladen und inezulegen ein Schilling pfenning 
zu geben schuldig sein. 

5. Aber so wein verkauft würde, der us der statt geführt 
würde, da soll es gehalten werden wie von alter her und soll 
der, so wein verkauft, den küefern von jedem fuoder, so ver- 
kauft würd, zwo mass wein geben und die küefer nit mehr 
in den kellern trinken, wie vielleicht bis anher beschehen 
sein möcht. 

6. Item es haben die meister kieferhandwerks zween 
meister usser inen erwölt, dero je einer ein wochen umb die 

* Zwei kleine Dörfer bei Oberkirch, die zu der Stadt gehörten. — 
* Höfe und Zinken bei Oberkirch, 

25* • 



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388 

ander bey der band pleiben und was für wein uf oder abzu- 
laden ist, ein jar lang uf und abladen soll und geet sollich 
uf Martini us und ane und sind also zum anfang verordnet 
Wolf Felss, dem ist zugeordnet kiefer Cleuslin, Hans von 
Echterdingen und Peter Kremer, Jacob Fuchs, dem ist zu- 
geordnet Hans von Ulm, Jerg Boerer und Jacob von Gochtzen'. 
Wo aber soviel zu laden were, dass es die viere nit alles 
thun möchten, so sollen sie die andern auch ansprechen inen 
zu helfen. 

7. Wann auch der kiefermeister, ane dem die wochen ist, 
usserhalb der statt were, so soll er einen andern an sein 
statt verordnen, der ine dieselb zeit versehe, und so der kiefer- 
meister einer seine zugeordnete zu ime erfordern und dero 
einer oder mehr ungehorsam weren, der oder dieselben soll 
jeder fünf schilUng pfenning für ungehorsam geben, die auch 
gemeinem handwerk zugehören sollen. 

XVI. Von dem kornmesser. 

1. Item ein kornmesser muoss schweren seinem ampt ge- 
trewlich vor zu sein und würd ime sein eyd usser dem burger- 
buch vorgelesen. 

2. Und ist diess sein ampt, das er alle domstag oder auch 
uf andere marktag des kornmarkts zum vleissigsten warten, 
die fruchten, so ime zu messen bevolhen werden, getrewlichen 
und ohne einigen vorteil messen und den zoll und messgelt 
fleissig fordern, empfahen und angesicht dero, so den zoll 
und messgelt geben, in die zoUbüchsen stossen und niemands 
nichts nachgelassen oder borgen, und geit ein viertel kom 
oder gersten ein pfenning zoll und ein heller messgelt und 
ein viertel vessen^ oder habern, ein heller zoll und ein heller 
messgelt. Ob auch sonst einiche friicht under dem rathaus 
oder uf dem mark verkauft und nit gemessen würde, davon 
soll er nichts desto weniger den zoll und das messgelt fordern 
und empfahen und geyt ein achtel körn ein pfenning furzoll 
und messgelt. Was under drey sester ist, geyt nichts. 

3. Sein belonung ist des jahrs ein pfund pfenning, geyt 
ime der lonherr. 

^ Gochsheim, ein Städtchen, zwei Stunden von Bretten entfernt — 
2 vese eigentlich Hülse des Getreidekoms, hier also Getreide, das noch 
in der Hülse ist. 



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389 



XVII. Von dem banngarten*. 

1. Item ein banngart soll und muoss schwören laut des 
burgerbuchs. 

2. Item sein ampt ist, dass er des burgerwaldes getrew- 
lich hüeten und alle wochen zum wenigsten zweymal uf den 
wald geen und besehen soll, dass dem wald'kein schaden 
beschehen, auch ob bäum umbgef allen, dieselben einem lon- 
herren anzaigen, es sey eychin oder thennin. 

3. Item er soll auch vleyssig acht haben, dass niemands 
kein schaden an seinen güetern beschehen, es sey bey tag 
oder nacht, und so er bey tag viehe m jemands güetern zu 
schaden geen finden würde, das soll er in eins offen würths- 
haus treyben, auch dem, so schaden beschehen, denselben 
verkünden, und ist der eynung, so also bey tag verbrochen, 
zwanzig pfenning, gehört dem banngarten. 

4. Find aber der banngart vyhe bey nacht jemands schaden 
an seinen güetern thun, das soll er gleicher gestalt, so halt 
es tag würd, sollich vych in ein oflfen würthshaus treiben, 
auch dasselb dem beschedigten Urkunden, und ist der nacht 
eynung zehen Schilling pfenning. 

5. Findet der banngart viehe obgelautermassen jemands 
schaden thun, und dass sollich viehe nit eins, sonder zweyer 
oder dreyer oder noch mehr ist, so soll er auch gleich 
wie vor sollich viehe in eins offenen würtshaus treyben und 
dem, so der schad beschehen, denselben schaden ansagen, 
und ist jeder, so viehe an solchem schaden gehabt, dem bann- 
garten einem eynung verfallen, es sey tag oder nacht eynung. 

6. Und geit ime ein lonherr alle jar ein fiertel körn. 

7. Item so gibt ime ein probst zu AUenhailigen jerlich ein 
fiertel körn für die garben. 

Nota. Item uf der heiligen drey könig tag abend 1564 
ist dem banngarten addirt worden von wegen des gemeinen 
lands alle jähr 30 seh. , das ist alle fronvasten 8 seh. Die 
soll ime ein lonherr geben und in der wesen rechnung 
schreyben. 

* Die üblichere alemannische Bezeichnung für Feld- und Waldhüter 
ist Bannwart. 



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390 



XVIII. Waldordnung.* 

1. Item es soll ein jeder waldgenoss macht haben allerley 
holz im bur^erwald zu hawen, usgescheiden grien eichen, 
grien tennen und grien weyssbüechen , und was also einer 
für brennholz gehawen hat, dasselb soll er innerhalb dreyen 
tagen heimfüren. Was einer länger liegen last, darzu soll 
ein jeder waldgenoss recht, und so ers heimfürt, daran nit 
gefrevelt haben. 

2. Item so ein eichbaum, dannbaum oder weissbuochen 
umbfielen oder uswurzleten oder umbgebrannt würde, da soll 
ein jeder waldesgenoss, der sollichs find, recht haben, das 
abholz ufzumachen, und soll aber dieselben bäum, so lang 
die gut sind, zu kief€Sl*holz oder zu verbawen, liegen lassen 
und kein recht darzu haben, sonder dieselben bäum sollen 
dem gericht zustendig sein. Diese Ordnung ist gemacht durch 
Wolfen von Windeck, amptmann zu Oberkirch. Actum uf 
der hailigen drey könig tag abend anno 1540. 

Welcher darwider handelt, der bessert dreyzehen unz 
Pfenning für jeden stock. 

Diese Ordnung ist wiederumb emewert und bestettiget 
durch Wilhelmen von Wyttersheim, amptmann zu Öberkirch, 
uf freytag nach Matthiae apostoli fünfzig sieben. 

XIX. Von dem ecker im burgerwald.^ 

1. Item wann ecker im burgerwald ist, so haben die von 
Schawenburg* gerechtigkeit mit uns in den burgerwald zu 
fahren, wann man die wald, so zu dem schloss Schawenburg 
gehören, und den burgerwald gemeinlich mit etzung des 
eckers braucht. 

2. Item so hat herr Rudolf von Newenstein* ein stück 
eychwaldes am burgerwald, so zu dem gut, das er umb den 

^ Vergl. Aui^üge aus Waldordnangen im Bistum Speier Zeitschr. II, 
26, aus den Wald Ordnungen der Markgrafschaft Baden a. a. 0. S. 28, 
aus der Waldordnung des Kaisers Ferdinand I. für Elsass und Breisgau 
1557 a. a. 0. S. 32. ~ Trenkle, der Korker Waldbrief (Karlsruhe 1880). 
— ^ Eine Eckerichordnung des Lusshartwaldes um 1434 steht Zeitschr. III, 
408. ~ ' Das Schloss dieses Geschlechtes stand eine halbe Stunde nord- 
östlich von Oberkirch. ~ ^ Das Schloss Neuenstein lag im Benchthal, 
1^2 Stunde südöstlich von Oberkirch. 



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391 

vierten omen von den edlen von Bach hat, desshalb ime auch 
zugelassen mit seinen Schweinen darein zu fahren. 

3. Aber was sonst von dem adel zu Oberkirch sitzt, haben 
nit macht darin zu fahren. Wann sie aber ein gericht bitten, 
dass man inen umb ein zimblichen deckan^ gönnen wolte, hat 
ein gericht macht desshalb zu thun oder abzuschlagen. 

Nota, üf crucis exaltationis anno 51 hat junkher Eber- 
hard Röder ein gericht gebetten, ime zu vergönnen drey schwein 
umb den dechant inzuschlagen, ist ime gegönnt, die wochen 
ein schwein umb 3 ^ und soll aber auch sein gebüerend theil 
an dem hirtenlohn geben. 

XX. Von den zollen und ungelten. 
Es ist zu wissen, dass man von beyder wesen Oberkirch 
und Noppenaw wegen meinem gnedigen fursten und herrn, 
dem bischove und herrn des thumcapittels der hohen stift 
Strassburg, aller inname und usgabe alle j.ahr rechnung thun 
muoss und geent solliche rechnungen uf sanct Georgentag us 
und ane. 

XXI. Zoll und ungelt zu Oberkirch. 

1. Und pflegt man den zoll und ungelt gewonlich alle 
monat ufzuheben, gemeinlich uf ein sambstag, da werden 
drey register gemacht, eins hat ein lonherr, darin werden 
die zoll per partes, was in jeder zollbüchsen für zoll funden, 
dessgleichen was ein jeder würt von einem ungelt zu dem 
andern für wein verschenkt, und was er für ungelt* gebe, 
underschiedlich beschrieben. Die andere zwey register haben 
ein amptmann und schultheiss, darin werden die zöU und 
ungelt, was die uf jeden ungelt tag gethan, allein summarie 
beschrieben, und geit man dem stattschreiber für solliche 
register sechs pfenning us den zollbüchsen und sollen die 
ungelter mit iren kerbhölzern erscheinen, wie hievor bey der 
ungelter Ordnung beschrieben ist. 

2. Item man geit von jedem omen wein sechs mass zu 
ungelt. 

3. Item man lasst auch den würten in der statt ye von 
dreyen omen wein, den sie verungelten, ein pfenning am un- 
gelt nach. 

^ Auch dehem, deheme, aas lat. decem, urspr. der Zehnte, sodann 
die Abgabe für die Benutzung des Eckerich. Zeit sehr. II, 468. 



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392 

4. Dagegen müessen sie auch den messwein in die kirchen 
geben. 

5. Und so man das ungelt ufhebt, so muss der gerichts- 
bott die zwo zoUbüchsen bey den zweyen portnern, dessgleichen 
die kombtiehsen bey dem kornmesser holen, die werden als- 
dann, nemblich die under büchs vom ersten ufgeschlossen, 
darin die kornwort zeichen gezelt, und als viel derselben 
darin befunden werden, soviel pfenning nimpt man us der 
kornbüchsen und thut die zum zoll in der under zoUbüchsen ; 
darnach schleust man die zollbüchs des obem thorhieters und 
dann des hotten zollbüchs uf, und was in jeder zoUbüchsen 
funden würt, das schreibt man underschiedlich in des lon- 
herren zoUregister, inmassen vorstet, und empfacht der schult- 
heiss soUich gelt und bringts in der wesen rechnung und ge- 
hören zu solchem ungelt , die darbey erscheinen und solches 
rechnen und ufheben helfen sollen, ein amptmann, der schult- 
heiss, lonherr, stattschreiber und gerichtsbott, die essen als- 
dann ein imbiss miteinander, und was also verzert wird, das 
bezalt der schultheiss und bringts in der wesen rechnung. 

XXII. Von dem zoll und ungelt zu Noppnaw, wie 
und zu welcher zeit die ufgehaben werden. 

1. Item man geit von jedem omen wein sechs mass zu 
ungelt. 

2. Item es ist ein ungelter verordnet, der alle wein, so 
die würt inlegen, an die kerbhölzer schneidet. 

3. Item man pflegt die zoU und ungelt zu den vier fron- 
vasten ufzuheben, und nämbUch so vergleichen der vogt zu 
Noppnaw und der schultheiss zu Oberkirch sich eins tags, uf 
den sie zoU und ungelt ufheben wollen, alsdann last der 
vogt zu Noppnaw aUen würthen, so in Noppnawer gericht wonen, 
sollichen tag verkünden, die alsdann neben dem vogt zu Nopp- 
naw und dem ungelter und zoUer daselbsten zu Oberkirch 
vor dem amptmann, schultheissen und dem stattschreyber 
erscheinen müessen, da würt das ungelt gerechnet und ufge- 
hoben und werden auch zwey zoU und ungelt register gemacht, 
dero eins der schultheiss und der vogt zu Noppnaw das ander 
hat, und werden in des schultheissen der zoll, dessgleichen 
das ungelt underschiedlich, aber in des vogts register sum- 
marie beschrieben, und geyt man den würten einen imbiss, 



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393 

den sie mit dem amptmann, schultheissen, vogt und statt- 
schreiber essen, und empfacht der schultheiss zu Oberkirch 
sollichen zoll und ungelt, und was verzert wird, bezalt der 
schultheiss zu Oberkirch und bringts in der wesen rechnung. 

XXIII. Von dem weggelt. 

Item es geyt ein jeder wagen, so leer über wald herein- 
geet, zween pfenning weggelt, so einer aber kaufmanschaft 
fährt, so geyt er den zoll, wie in der zoll Ordnung begriffen. 

Item ein zoller zu Noppnaw empfacht auch das weggelt 
und thut das in ein besonder büchseu, und wann man das 
Noppnawer ungelt ufhept, so schleust man dieselbig büchs 
auch uf und geit man dem zoller seinen lone darvon, das 
ist von jedem pfund ein Schilling, das uberig geyt man dem 
vogt, der dann auch wegmeister ist. Der muss die Strassen 
ane der steyg und uf dem walt bis zu unser frawen zur 
dannen, dessgleichen im thal herab bis geen EUersweiler 
halten und bringt sollich sein inname und usgäb in der wesen 
rechnung. Es würd auch die inname des weggelts zu jeder 
fronvasten in des vogts und des amptmanns register geschrieben. 

XXIV. Von den fischen uf der Rench. ^ 
Zu wissen, dass uf montag nach Sebastiani 43^ die er- 
samen schultheiss, vogt und gerichtzwölfere beider gericht 
Oberkirch und Noppnaw etliche beschwerden, so inen begegnen 
vischens halben uf der Rench, vor dem edlen und vesten Eber- 
hard Röder von Rodeck ^, amptmann in der pfleg Ortenberg* 
beclagt und mit rath, wissen und mllen gedachts amptmanns 
ein Ordnung, wie es nun furo hin mit fischen in der Rench 
gehalten werden soll, abgeredt und beschlossen, inmassen das 
hernach volgt: 

1. Erstlich nachdem vor einem jähr ein Ordnung, wie es 
mit dem grund viseben, auch wie diejenigen, so dieselb Ord- 
nung verbrechen, gestraft, zu Oberkirch gehalten werden 
^ Vergl. Zeit sehr. IV, 67. Bestimmungen über das Fischen im 
Oberrhein bei Vetter, die Schiffahrt, Flötzerei und Fischerei auf dem 
Oberrh. (Karlsruhe 1864). — Hartfelder, die Zunft der Metzger und 
Fischer zu Freib. i. B. in d. Zeitschr. d. Freib. bist Ver. IV, 490. — 
* 22. Jan. 1543. — ' Rodeck ein Schloss in der Pfarrgemeinde Kappel- 
Rodeck bei Achern. — '^ Die bischöfliche Pflege auf Schloss Ortenberg 
nahe bei Offenburg. 



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394 

soll, begriefen und beschlossen worden, ist abgeredt, dass 
dieselb Ordnung irs inhalts also von menklichen zu Oberkirch 
und Noppnaw gehalten und die Verbrecher derselben gestraft 
werden sollen inhalb derselben Ordnung. 

2. Zum andern soll das grosser theil der Rench nit in 
das kleiner theyl ge;»vend, sonder das kleiner theyl in das 
grösser gericht werden bey peen ein pfund pfenning. 

3. Zum dritten soll keiner mit klebgarnen oder strifflen* 
oder ziehgarnen uf der Rench fischen, auch keinen angel 
legen, und soll sollich bey einem pfund pfenning verbotten sein. 

4. Zum vierten soll die Rench mit reyssen nit gar über- 
stellt werden, sonder uf sieben schuch weit offen pleiben, wie 
das von alter herkommen ist. 

5. Zum fünften soll niemands uf sonntag oder andere ge- 
bannen feirtag visch fahen oder reysen stellen. 

6. Zum sechsten nachdem meniglich zu zeiten, so die vor- 
holen leychen, pflegt reyssen zu stellen und dasselb visch 
fahen den leichen und somen der vische verderbt, also dass 
die Wasser gar nahe vftchlos und eröst^ worden, ist abgeredt 
und verbotten, das von sanct Mattheustag ^ ane bis uf Martini* 
kein reyss in die Rench oder andere bach im thal gestellt, 
auch die bestimpt zeit kein wenden gemacht, becht gefischet 
oder auch mit dem angel oder federgeschirr oder auch mit 
watten* gefischet werden soll, und nachdem auch viel jung 
gesellen im Noppnawer thal sich enthalten, die nit dienen, 
auch nit eigen fruw und rauch halten ® und sich taglöhnener 
nennen und aber daneben wald und wasser, gleich wie andere 
hindersassen, so hausheblich sitzen und weib und kinder 
ziehen müssen, brauchen, ist abgeredt und beschlossen, dass 
kein taglöhner sich hinfüro waldes und wasser gebrauchen, 
sonder dem taglöhne nachgeen oder aber dienen sollen. 

1 Wahrscheinlich dasselbe, wie das Streif- oder Eleppergarn 
am Bodensee, „das kleinste Garn mit zwei Wänden, davon jede 7 Ellen 
lang nnd 6 bis 8 Schuh hoch ist, nebst einem Sack von gleicher Länge. 
Man fängt damit Grundein, Groppen und Moserle, welche durch das 
Geklapper der eisernen Blecho unruhig gemacht und unter den Steinen 
hervor in das Garn gelockt werden**. Hart mann, Vers, einer Beschr. 
d. Bodens* S. 78. — ^ eroesen = ausschöpfen , leer machen. — ^ 21. Sept. 

* 11. Nov. — 5 xjeber die Watten vergl Hartmann a. a. O. S. 78. — 

* Keine Haushaltung haben. 



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395 



XXV. Weitere Ordnung, wie es zu Oberkirch mit dem 
fischen uf der Rench gehalten werden soll. 

Actum freytags nach Hilarii 42.* 

Item es haben ein amptmann, schultheiss und gericht der 
statt Oberkirch gesehen, dass viel Unordnung im vischen uf 
der Rench gebraucht, auch sollich vischen anders, denn wie 
von alter her geübt wtird, darduch die visch usser der Rench 
gar eröst worden, auch desshalb under den hindersassen zu 
mermalen missfall und zaink entstanden, alo dass zu be- 
sorgen, wo sollichem nit begegnet würde, grösserer unrath 
daraus volgen möchte und desshalben ein Ordnung gemacht, 
wie es hinfür mit solchem vischen gehalten werden soll. 

1. Erstlich so soll keiner, der da nach grundfischen 
fischen geen will, über zwenzig reyssen stellen bey peen fünf 
Schilling pfenning. 

2. Item der also abends reyssen gestelt hat, der soll sie 
morgens vor acht uhrn wieder usser dem bach heben. Welcher 
das verbricht, der bessert fünf Schilling pfenning. 

3. Item es soll auch keiner am abend vor vier uhrn reyssen 
stellen bey peen fünf Schilling pfenning, der wollte dann uf 
hegner oder neunaucken lyss stellen. 

4. So soll auch ein jeglicher macht haben, wa er zum 
ersten uf den bach kompt, umb die zeyt, so man reyssen 
stellen darf, wie hievor davon gesagt, seine reyssen zu stellen, 
wo er will, und wo er zum ersten brechen find oder macht. 

5. Es soll auch keiner im selbs das wasser oder brechen 
in der Rench freyen bey peen zehen Schilling pfenning. 

6. Item es soll auch keiner dem andern seine gestelte 
reyssen usser dem bach werfen und sprechen, die prechen 
seyen sein bey peen fünf Schilling pfenning. 

7. Item so einer seine reysen gestellt hette, so soll ein 
anderer, der auch stellen will, vierzig schritt weit nit zu 
demselben stellen ; zu dem so einer ein wenden machen wollt, 
soll er das gross theil der Rench nit in das kleinst theil 
wenden, wie dann das von alter kerkommen ist. Welcher 
das verbricht, der bessert fünf Schilling pfenning. 

1 Das ist die in der vorangehenden Fischereiordnung n. 1 erwähnte 
Ordnung. 



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396 

8. Es soll auch keiner weder mit klebgarnen, streyfeln, 
noch mit legangeln fischen bey peen zehen Schilling pfenning. 

9. Item welcher fisch verkaufen will, der soll sie uf dem 
freyen mark tragen uf den bach bey der metzgen , und welcher 
fisch kaufen will, dem soll er zu kaufen geben und nit spre- 
chen, er hab sie einem andern verheissen bey peen fünf 
Schilling pfenning. 

XXVI. Von dem sestermes. 

1. Nachdem von alter her der mesfierling, halbfierling 
und messlin halb uf den wochen und jarmerkten allerley 
mengel und Unordnung erschienen, also dass diejenigen, so 
ihr wahr, die man pflegt mit dem sester und fierling uszu- 
messen, viel clag gehapt, dass inen die mess hieiger synnung 
nit werden mögen, also dass je zu zeyten viel frembder un- 
gesinnet oder frembd synnung, die zu klein gewesen, ge- 
braucht, dadurch dann die so kaufen, bevortheilt werden, 
demselben nach und diesem mangel und verfortheylung zu 
begegnen und abzuhelfen, haben schultheiss und gericht mit 
rath, wissen und willen des edlen und vesten junkher Eber- 
hard Röders von Rodeck, damals amptmann zu Oberkirch, 
desshalb etwa viel sester, fierling und sonst kleiner mess zu 
kaufen verordnet, dieselben einem burger bevolhen zu ver- 
wahren und den markleuten uf den wochen und jarmarkten 
zu leyhen verordnet, dergestalt welcher ein mess, es sey 
klein oder gross , uf einem wochen oder jarmarkt tag braucht, 
der soll des tags ein pfenning davon geben, und damit die 
sester und andere mess jedesmals nach verscheinung des 
markts wiederumb gelivert werden, so muss ein jeder, der 
also ein mess oder mehr holet, dem verordneten sestermeister 
ein batzen pfand geben. 

2. Was also von dem sester und an den messen gefeilt, 
das soll der verordnet burger in ein verschlossen büchsen 
versamblen, darzu der schultheiss oder lonherr den Schlüssel 
haben und sollich gelt je zu zeiten, so das gericht etwan in 
gemeindsgescheften zusamen kompt, zu abrichtung der zehrung 
gebraucht, auch wo die mess abgiengen, andere mess daraus 
kauft werden. 

3. Es sol auch keiner, der also zu markt fert, eigene 



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397 

mess mit ime bringen oder von andern, dann dem geordnetem 
sesermeister entlehnen bey verlierung derselbigen mess. 

XXVII. Von dem Schulmeister.* 
Zu wissen als von alter her das mesner ampt und Schul- 
meister ampt alhie zu Oberkirch allein durch ein person ver- 
sehen worden, aber verschienenes zwey und funfzigst jars 
derjenig, so also die beide empter versehen, Urlaub genommen, 
also dass man zu versehung der kirchen einen messner an- 
nemmen, aber das schuolmeisterampt also un versehen lassen 
müessen, welches ampt auch bis um die zwey jähr ledig und 
unversehen gestanden. Als aber schultheiss und gericht be- 
dacht, was grossen nachteyl und Schadens mit der zeit volgen 
werde, wann man kein Schulmeister haben und die Jugend 
also ohne underweysung Schreibens und lesens und anderer 
tugenden sollte ufwachsen lassen, haben sie des hochwürdigen 
fürsten und herrn, herrn Erasmusen, bischoven zu Strass- 
burg und landgraven zu Elsass räth, so one das zu Ober- 
kirch gewesen, angesprochen, dass sie mit dem ehrwürdigen 
geistlichen herrn Petern, probsten des gotshaus Allerhailigen, 
weiten handien, dass sein wurthe bewilligen wolte jerlichs 
etwas stattlichs zu erhaltung eines Schulmeisters von des 
closters gefellen zugeben, daruf sein ehrwürde sich gutwillig 
finden lassen und diese antwort geben, dass man seiner ehr- 
würde zuvor anzaigen wolle, was man von der statt wegen 
einem Schulmeister zu underhaltung geben wolle, so wolle 
sich sein ehrwürde nachmals auch der gebüer nach halten, 
üf solches haben hochgedachts unsers gnedigen fürsten und 
herrn räth uns bevolhen, das wir sampt unsers gnedigen 
herrn amptman zu Oberkirch dem edlen und vesten Wilhelmen 
von Wytersheim uns zusamen verflogen und ein competenz, 
daraus sich ein Schulmeister erhalten möge, schöpfen und 
alsdann hochgedachtem unserm gnedigen herrn supplications- 
weys furbringen sollen, so versehen sie sich, ihre fürstliche 
gnaden werden es gnediglich bewilligen. Uf dasselbig haben 
wir uns also zusammen verfügt und uns also verglichen, 

* Eine grosse Anzahl von Schulordnungen sind veröffentlicht Zeit- 
schrift I, 257. II, 129, wo S. 170 auch eine Notiz aus dem Copialbuch 
von Allerheiligen über die Stadtschule in Oberkirch abgedruckt ist. Weitere 
Bestimmungen über Schulen finden sich Zeitschr. VIII, 309. XXII, 386. 



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398 

dass man einem Schulmeister zu dem pfund pfenning, so ime 
jerlich und von alter her von dem hailigenpfleger zu empfahen 
gebürt, von der wesen wegen solle geben werden neun pfund 
Pfenning, das ist uf jede fron vasten zwey pfund fünf Schilling, 
sechs fiertel kom, das ist jede fronvast anderthalb fiertel 
kom und vier klafter holz, das ist alle fronvasten ein klafter, 
und daruf soDichs unserm gnedigen fürsten und herrn zu- 
geschrieben mit underthöniger bitt, dass ihre fürstliche 
gnaden gnediglich darein bewilligen wollten, welche geordnete 
competenz ihre fürstliche gnaden gnediglich bewilligt haben, 
doch bis uf derselben wieder abkünden oder enderung, alles 
laut desselben verwilligungsbrive, welcher hienach von wort 
zu wort geschrieben ist. 

üf sollichs hat obgenannter herr probst zu AUenhailigen 
bewilligt, doch auch uf wiederabkünden und zu, keiner ge- 
rechtigkeit, dass sein ehrwurde einem Schulmeister alle tag 
zween imbiss in dem hove* abe seiner priester tisch, dess- 
gleichen alle jähr ein halb fuoder wein, zwey fiertel kom 
und zwey pfund pfenning geben wolle, und nachdem ein 
haus vorhanden, dem messner ampt zugehörig, ist verordnet, 
dass fürohin ein Schulmeister dasselbig haus besitzen soll und 
hat vielgedachter herr probst bewilligt, dass sein ehrwürde 
einem messner in seiner ehrwürde haus uf dem kirchhof be- 
hausung geben wolle, doch zu keiner gerechtigkeit, wie oblaut. 

Und ist demnach uf der hailigen dreyer könig tag anno 
fünfzig fünf der ersame gelert herr Jacob Inntz von Byhel 
under Alt -Windeck* zu Schulmeister angenommen, also dass 
er die schuol getrewlich versehen, die kinder getrewlich und 
freundlich underweysen und leren, sie in tugenden, zucht und 
in der forcht gottes und sonst halten soll, wie einem ge- 
trewen Schulmeister zu thun gebürt und wol anstet. Dagegen 
soll man ime von jedem knaben ein fronvast für Schulgeld 
fünf plappart geben und sollen die knaben nit mehr schuldig 
sein alle morgen ein jeder ein scheit holz in die schuol zu 
tragen. 

Es soll auch ermelter schuolmeister alle sonntag dess- 
gleichen zu andern feirtagen mit den schuolern zu kirchen 
gehen, am sambstag und feirabend vesper und complet, am 

^ In dem Klosterhof der Probstei, welche AUerheiligen zu Oberkirch 
hatte. — ' Jetzt Bühl, Sitz eines badischen Bez.- Amts. 



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399 

Sonntag das ampt und vesper helfen singen, auch sonst uf 
andere tag, so man pflegt in der kirchen zu singen, so er 
dessen durch den herrn probst oder den leutpriester bescheiden 
würd, in der kirchen erscheinen und helfen singen. 

Es folgt sodann die Copie des bischöflichen Erlasses, der 
datirt ist von Zabem samstags nach Matthei (= 22. Septbr.) 
1544, aber nichts enthält, als was oben steht. 

XXVIII. Von dem mesnerampt. 
Item ein mesner würd durch den ^ herrn probst und das 
gericht angenommen, der soll und muss dem gericht schweren, 
nämblich dass er der pfarrkirchen zu Oberkirch nutz und 
frommen werben und ihren schaden warnen, auch kelch, mess- 
gewender, alles der kirchen gut, gezierde, kleineter und 
anders getrewlich bewahren, in ehren halten und versehen, 
auch alles das überantwurten , was ime under hand uberant- 
wurt worden oder angeschrieben ist oder hienach überantwürt 
würd, wachs und alle gefeil zusammenheben, opfer und mess- 
frünnen überantwurten und in die büchsen thun, wie von 
alter her und im bevolhen würd , des wetter warten mit lüten *, 
so dick es noth, und sonst zu mess, vesper, ave Maria und 
anders zu rechter gebürlicher zeitleuten, der glocken warten, 
dem herrn, dem probst und seinen priestern der pfarre ge- 
horsam und geweilig sein, ministriren, bey den sacramenten 
und in allen zimblichen dingen, besunder was die kirchen 
berüren ist, auch usser der statt nit über feld gehn 
wolle ohne erlaubung, alles getrewlich und ungevehrlich zu 
halten. 

XXIX. Eins mesners belonung. 
Item ein jegliche kirspels^ person, die heuslich und heb- 
lich sitzt im kirspel zu Oberkirch, die vormals leyb geben 
hab, soll ein mesmer jars geben zween pfenning für den 
messenleyp oder ein leyb, der zweier pfenning wert ist, und 
zu lüten von eim kinde zween pfenning und von einem opfer- 
baren menschen vier pfenning, und ein rebmann soll ihm jars 
zu herbst geben zwo mass wein, und ein jeder ackermann im 
kirspell sesshaft soll im jars geben oder darfur ein halb sester 

^ Bezieht sich wahrscheinlich auf die jetzt noch auf dem Lande 
übliche Sitte bei einem Gewitter mit den Glocken zu läuten. — * Kirchspiel. 



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400 

körn , und welcher usserhalb dem kirspel gesessen und güeter 
im kirspel hat, den last man bey der garben bleiben, dess- 
gleichen welche in thelern haber und kess geben haben, wie 
das bisher gehalten ist, dabey last man es bleiben, doch dass 
ein kess vier pfennig werth sey, und was ein messner von 
ein probst, seibuch, hochzeiten von der kirchen und anderen 
zugehört und gefeilt, last man im auch gedeyhen. 

üf freytag der heyligen drey könig tag abend den 4 (?) Januarii 
anno 71 ist dem messner bewilligt worden, dass ime furterhin 
zu leuten von einem kind drey pfenning und von einem opfer- 
baren menschen sechs pfenning gegeben werden soll. Weytei*s 
gibt ime der lonherr von unsers gnedigen herren wegen ein 
pfund pfennnig,^ ein fiertel körn und drey klafter holz, die 
bringt der lonherr in der wesen rechnung. 

XXX. Von den wochengerichten, wie die gehalten 

werden. 
Nota. Es hat weyland der hochwürdig fürst und herr, 
herr Wilhehn, bischove zu Strassburg und landgrave zu 
Elsass, unser gnediger herr hochseliger gedechtnuss, dem ge- 
richt zu Oberkirch ein Ordnung in Schriften zugestellt, wie 
und zu welcher zeit im tag die gericht daselbsten gehalten, 
auch wie die ungehorsamen richter oder auch partheyen ge- 
straft und wie das urtelgelt abgenommen werden soll, von 
wort zu wort also lautende: 

1. Erstlich sollen die richter summerszeiten , nämlich von 
sanct Georgentag früe zu sieben uhren und nach sanct Gallen 
tag zu acht uhren zu gericht sitzen, da solle zu Sommers- 
zeiten zu halben sieben und zu Winterszeiten zu halben achten 
mit dem glöcklin auf dem rethhaus zu Oberkirch zu gericht 
gelüten werden und sollen also zu gericht sitzen Sommerszeiten, 
bis es eilfe, und Winterszeiten, bis es zwölfe schlecht, auch 
jederzeit urtel zu fassen haben, ob ein richter zu ernannter 
stund nit erschien und so laug uspliebe, bis die erst clag 
antwurt und rechtsatz geschehen, so soll er ein Schilling 
Strassburger zu buoss verfallen, derselbig auch dem gericht 
zugehörig sein, ob er aber alsdann lenger uspliebe, so soll 
er seiner zerung oder belonung des tags gar manglen und 
nichts desto weniger ein Schilling pfenning zu buoss geben. 

2. Es sollen auch dem schultheissen , stattschreiber und 



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401 

zwölferen und gerichtsbotten jedem eins tags neun pfenning 
für den imbiss gegeben werden, die jeder verzeren oder seins 
gefallens behalten mag. 

3. Ob auch ein parthey für gericht gefordert und beclagt 
und nach des schultheissen rieffen^ zu einem, zu dem andern 
und zum dritten nit erschiene, so solle er alsdann dem gericht 
ein Schilling pfenning für ungehorsam , und so er bey sitzendem 
gericht gar nit erschiene, soll dem gehorsamen theil der cost 
sollicher ungehorsame halb erkennt, alsdann auch rechtlich 
gemutmasset werden. 

4. Ob aber der cleger, so einem fuirgebotten , nit erschiene 
und so der antwurter vor gericht anzaigt, wie er gehorsam 
erschienen und aber sein gegentheil ine nit beclagen wollt, 
solle der schultheiss zu dem ersten, andern und dritten fragen, 
ob jemands diesen beclagen wöU, und alsdann auch niemands 
erschiene, solle er cleger dem gericht auch ein Schilling für 
ungehorsam, lind so er den gerichtstag bey sitzendem gericht 
gar nit erschiene, solle dem antwurter der costen solcher 
ungehorsamen halb erkennt werden. 

5. Item es sollen alle vor und endurteln durch den statt- 
schreyber eigentlich in ein gerichtsbuch ufgeschrieben werden 
hinder dem gericht zu behalten. 

6. Dagegen sollen die partheyen von jeder vorurtel vier 
Pfenning, nemblich der cleger zween pfenning und der ant- 
wurter auch zween pfenning. geben, deren die drey dem ge- 
richt und der viert dem stattschreyber für sollich ufschreiben 
gehören sollen. 

7. Aber von einer endurtel soll jede partey vier pfenning 
geben, davon die sechs pfenning dem gericht und die uberigen 
zween pfenning dem Stattschreiber werden sollen. 

8. Es sollen auch die frevel, so bisher dem gericht, und 
was von besieglung des gerichts insigel gefeilt, "furterhin dem 
gericht zusteen, also dass us sollichen buossen der ungehor- 
samen richter, dem urtelgelt, den freveln und siegelgelt dem 
schultheissen, schreyber, zwölferen und gerichtsbotten die ob- 
geordneten neun pfenning bezalt werden sollen, obe dann 
etwas daran Vorstands sein würde, den sollen sie under ein- 
ander theilen. Wo aber daran nachzug were, der soll us * 

^ Rufen. — 2 Hier muss etwas ausgefaileu sein. 

Zeitwhr. XXXIII. 26 * 



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402 

Es sollen auch zu allen gerichten die eltesten Sachen am 
ersten furgenommen und usgericht werden. 

9. Wo sich eiriich parthey der belonung des fursprechen 
beschweren wurde, so solle deren messigung jederzeit zu dem 
gericht steen. 

Uf freytag Bartholomei anno 54 haben schultheiss und 
gericht im beysein und mit rath unsers gnedigen herrn ampt- 
manns zu Ob.erkirch, des edlen und vesten herrn Wilhelmen 
von Wytersheim, hienachgeschriebener puncten halb vergliechen, 
also dass denen also glept und nachkommen werden soll. 

1. Erstlich so einiche partheyen spennig miteinander seind 
und mit der urtel sich gütlich zu vertragen gewiesen werden, 
und die partheyen etliche gerichtspersonen dabey haben wollen, 
so soll j^dem zwölfer ein Schilling pfenning, und so die par- 
theyen den schultheissen auch dabey haben wollten, demselben 
zween Schilling pfenning seiner belonung geben werden. 

2. Wo aber solche spenn zu vertragen einer augenschein- 
lichen besichtigung bedörften , also dass die verordneten rach- 
tungsleut usser der statt müsten geen, so sollen sie (!) jedem 
zwölfer zu dem Schilling pfenning auch ein imbiss geben 
werden. 

3. So sich aber begeben, dass man ein augenscheinliche 
besichtigung in der statt furgenommen, da man ein ganz ge- 
richt braucht, da gebüert jedem zwölfer zween pfenning. 
Aber so sie müessen us der statt geen, so gebüert jeglichem 
vier Pfenning, die muss die parthey bezalen, so der besich- 
tung begert. 

XXXI. Von den zeugen, so vor gericht ingestellt und 
vor sitzendem gericht verhört werden, und von der- 
selben belonung. 
1. Item so ein parthey einiche zeugen vor gericht instellen 
und verhören lassen wollt, soll er demselben des andern tags 
vor dem gerichtstag kundschaft zu sagen durch den gerichts- 
botten gebietten lassen. Wo aber einer einen zeugen, so one 
das vor dem gericht stunde, uf denselben gerichtstag sehe, 
den er vermeinte umb den handel Wissens haben, den mag 
er vor sitzendem gericht kundschaft zu sagen durch den 
schultheissen gebieten lassen, doch muss er dem schultheissen 
zween pfenning gebottgelt geben, es würd auch den zeugen 
bey peen eins pfund pfennings kundschaft zu sagen gebotten. 



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403 

2. Und so die partheyen beyderseits kundschaft itistellen, 
so würd des clegers kundschaft erstlich und darnach des be- 
clagten kundschaft verhört. 

3. So auch die sach, darumb die zeugen ingestellt werden, 
einen ehn'ürigen handel belanget, so müssen die zeugen uf- 
heblichen zu gott und den hayligen schweren, die warheit, 
soviel inen von dem handel zu wissen, zu sagen. 

4. Aber in andern schlechten hendeln pflegt der schultheiss 
zu fragen, wie die zeugen sagen sollen. Sprechen die partheyen 
dann, dass sie die zeugen unbeeydigt wollen lassen sagen, 
so bevilcht der schultheiss inen bey ihren eyden und den 
weybern bey ihrer seelen seeligkeit die warheyt zu sagen, 
würden aber die partheyen begeren , dass die zeugen wie recht 
empfangen werden sollen , so nimbt der schultheiss sie in ge- 
lübd und eyd, wie oben laut. 

5. Item so ein zeug kundschaft zu sagen furgestellt würd, 
so in dem Oberkircher stab heuslich wonet, der ein gemeiner 
mann ist, so gebürt ime sechs pfenning seiner belonung. Ist 
er aber ein gerichtsperson , so ist sein belonung ein Schilling. 

6. Und so sie also furgestellt würden und doch etwas 
furfellt, dass sie uf denselben tag nit gehört werden, so ist 
die furstellend parthey inen kein belonung schuldig. 

7. Wann aber die zeugen , so also zu kundschaften inge- 
stellt werden, nit usser diesem stab, sondern usser anderen 
gerichten sind, doch nit weyter dann dass sie desselben tags 
für gericht und wieder heim kommen mögen , sie sagen gleich 
kundschaft oder nit, so ist die furstellend parthey dero jedem 
ein imbiss und einen taglohn, soviel er in einem tag mit seiner 
arbeit verdient, zu geben schuldig. 

8. Were aber der zeug weitter gesessen, also dass er eins 
tags nit für gericht und wieder heimkommen möcht, oder 
der zeug ein pferd hette und die furstellend parthey sich der 
belonung mit ime nit vergleichen möcht, so soll desselben 
belonung zum gericht stehen. 

XXXII. Von malefitzgerichten. 

Item so ein ubeltheter gefangen , den man seiner ubelthat 

halb für recht stellen und zuversehenlich, dass der amieben 

gestraft werde, so verkündt man ime gewonlich am dritten 

tag vor dem rechtstag, der gewonlich am freytag gehalten 

26* 



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404 

ward, denselben rechtstag, damit er sich zu gott mit der 
beicht und empfahung des hochwürdigen sacraments nach 
seiner seelenhail schicken möge, dem würd auch ein priester 
zugeben, der ime beicht höre und ime das hochheylig sacra- 
ment darreiche, und so man ine am freytag furstellen will 
und man von oberkait wegen elagt, so thut der schultheiss 
zu Oberkirch die clag und würd das gericht mit sechs zwöl- 
fem von Oberkirch und sechsen von Nopjmaw besetzt und 
hett ein vogt zu Noppnaw den stab und haist die zwölfer je 
einen nach dem andern erstlich einen von Oberkirch und 
dann einen von Noppenaw ordentlich niedersitzen; so dann 
das gericht also ordenthch besetzt ist, so würd der arm 
mann für gericht gefürt, in desselben, auch des clegers bey- 
wesen würd durch den stabhalter zu recht gefragt, ob das 
hoch und peinlich gericht wol und gnugsam besetzt sey, vol- 
gends wird sollich gericht durch den stabhalter von wegen 
der hohen oberkeyt bei leib und gut verbotten , dass niemands 
rede oder sonst etwas furneme ohne erlaubung und weyter 
weder sich rechtlicher Ordnung nach gepuer, als dann werden 
beyden theylen uf ihr begeren fursprechen, auch so sie raths- 
leut begeren, dieselben auch , doch nit usser den personen, 
so zu gericht gesessen, sonder us dem umbstand erlaubt, 
und so also der handel zu beschluss gehandelt und der recht- 
satz geschieht und zuversehenlich , das der arm ane dem 
leben gestraft werde, so führet man ine verwarlich in ein 
herberg, last ime zimblich essen und trinken geben, so dann 
die urthel gefast ist, würd der arm wiederumb verwarlich 
für gericht geführt und die urthel in beysein des nachrichters 
durch den gericht oder blutschreiber uf des stabhalters bevelcb 
oflfenlich verlesen, doch soll der stabhalter die urtheilspi-echer 
der urtheil fragen, die sollen sagen, es sey ein urteil zum 
rechten kommen, die sey verschrieben, die werde der gericht- 
schreiber lesen, üf solches wird die urtheil durch den ge- 
richtschreiber mit lauter und verstendlicher stim offenlich ver- 
lesen, alsdann trift der nachrichter herzu, nimpt sich des 
gefangenen ane, bindt ine, so würd dann der frieden usge- 
schruwen, dass niemands band anlege, ob dem nachrichter 
misslinge, bey leyb und gut. Alsdann würd der arm zur 
richtstatt geführt und die urthel ane ihme vollzogen, und 
isst man darnach zu imbiss, nemblich der richter, der cleger, 



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405 

die fursprechen, der partheyen rathsleut und die priester, so 
den armen in der usfiihrung beleytend und ime zugesprochen 
haben, dessgleichen auch die zeugen, so der urgieht halb 
kundschaft geben und die, so den arnden für gericht geführt 
und verwahrt, und so der arm mann soviel verlast, dass 
man den costen und die zerung mag ufheben, so nimpt man 
solchen costen daraus, wo aber nichts oder nit soviel vor- 
handen, so würd solcher costen usser der frevel gefell durch 
den schultheissen zu Oberkirch oder vogt zu Noppnaw erlegt 
und meinem gnedigen herrn oder ihrer fürstlichen gnaden 
schafl&ier in die usgab verrechenet. 

XXXIII. Von den frongerichten, zu latein genant 
iudicia arrestationum. 

1. Item mit den frongerichten soll es der schultheiss 
halten, inmassen hievor under dem tittel des schultheissen- 
ampt belangend besagt ist. 

2. Und so man fröngericht helt, so würd je ein fröner 
nach dem andern in die gefrönten güther ingesetzt uf vier 
Wochen. 

3. Item so die fröner also uf vier wochen in die gefrönten 
güeter ingesetzt worden und nach verschynung der vier wochen 
inen nit will gemacht würd und sie sich vor gericht weyter 
weyssen lassen, werden sie gewysen, das sie die gefrönte 
güeter, so das liegende güeter weren, nach nutz verkaufen, 
oder so es fahrende güeter und hausrath were, dem under- 
keufer zu verkaufen liefern mögen. Doch sollen dieselbigen 
farende güeter oder hausrath zuvor inventirt und ufgeschrieben, 
damit kein geferd oder untrew damit gebraucht werden, und 
soll je der erst fröner und darnach einer nach dem andern 
nach Ordnung bezalt, doch eins jeden schuld zuvor liquidirt 
und bewysen werden. 

XXXIV. Von den kauften gerichten oder 
gastgerichten. 
So ein parthey ansprach an jemands hat und der orden- 
lichen wochen gericht nit erwarten will, so mag sie ane den 
schultheissen umb ein kauft gericht anhalten. Das ist der 
schultheiss furderlich zu halten schuldig und muss der, so also 
ein kaufgericht haben will, vor und ehe er gehört würd, jedes 
tags sechs Schilling vier pfenning dem gericht erlegen. 



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406 



XXXV. Von appellationibus und von welchen urtheln 
und in was zeit man appelliren soll und mag. 
Nota. Es hat weylund der hoch würdig fürst und herr, 
herr Erasmus bischof zu Strassburg und landgrave zu Elsass, 
mein gnediger fürst und herr hochseliger gedechtnus , mehr 
dann vor vierzig jaren ein Ordnung desshalb gemacht und 
allenthalben in irer fürstlichen gnaden oberkeiten verkünden 
lassen diess Inhalts: 

1. Zu wissen dass bisher merkliche Unordnungen und ge- 
verden mit appelliren an die oberkeit gebraucht worden, dar- 
durch zu mehrmalen die rechthabenden an ihren rechten ver- 
lengt sind , soUichs zufurkommen ist durch den hochwürdigen 
fürsten und herrn , herrn Wilhelmen bischoven zu Strassburg 
und landgraven ^u Elsass geordnet, dass hinfurter in seiner 
fürstlichen gnaden und der stift Strassburg oberkeit und welt- 
licheit gehalten werden soll und namblich also: 

2. Dass hinfurter von keiner vorurthel soll berieft und 
appelliert werden , es sey dann dass sollich vorurthel ein würk- 
licheit einer endurtheil uf ihm trage oder durch die end- 
urtheil nit sey wieder zu pringen. 

3. Es soll auch furterhin von keiner endurtheil, da die 
summ oder ansprach under acht gülden ist, appellirt oder 
die appellation zugelassen werden. 

4. Wo aber die summ der forderung acht gülden und 
darüber betrifft, mag von endurtheln brieft ' und appelliert 
werden. 

5. Dergleichen von endurtheln in Sachen ewig zins, wie 
klein die sind, erb, glimpf und ehr berüeren, soll die appel- 
lation auch zugelassen werden. 

6. Und so oft ein appellation beschicht vor sitzendem 
gericht oder rath in solchem fall, darin die appellation, als 
obstat, zugelassen ist, soll alsbalt der richter dem appellie- 
renden gebieten und sagen , dass er sich mit seiner appellation 
in zweyen monaten den nechst volgenden geen Zabern in die 
canzley uberantwurt und die also beschehen, und dass die 
appellation angenommen, schein und urkund bringe, und 
welcher appellant soUichs nit thut, alsdann sollen und mögen 
die richter erster Instanz zu usgang der zweyen monaten uf 

^ beruft oder berufen. 



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407 

des appellaten anriefen zu volnstreckung und mit weiterm 
rechten furfaren, ine aller mass als ob sollich appellation nit 
beschehen were. 

7. Vergleichen welcher usserhalb rechtens vor eira notarien 
und gezeugen appellirt, soll gleicher weis in zweien monaten 
nechst nach gethaner appellation sein appellation in die canzley 
überantworten und die Sachen anhengig machen und dessen 
urkund nemen, und welcher soUichs nit thut, desselben appel- 
lation soll also desert und weyter nit angenommen werden 
und mögen die richter erster Instanz nit furter procediren 
und mit recht für fahren. 

8. Were aber sach, dass der appellant in obgemelter zeit 
der zweyen monaten us rechtlichen Ursachen des rechten ge- 
irrt oder gesaumpt wurde, oder dass ime die urtel brive nach 
seinem erfordern in bilücher zeit nit hett mögen werden, 
demselben soll soviel zeit, als ime durch saumnus oder hin- 
dernüs ohn sein schuld verloflfen ist, wieder zu geben und 
zugelassen werden. 

XXXVI. Von dem beginenhaus und Schaffner 
desselben. 

Nota. Man hat von alter her jederzeit etlich begynen 
im begynuenhaus gehalten, die sich einstheils mit weben 
und andern! genehrt, und der kranken leut, wo man iren 
begert, gewartet haben, dero lohn ist gewesen tag und nacht 
vier Pfenning und essen und trinken. 

Item so hat der Schaffner, so ihre zinslin ingesamelt, inen 
zu jeder fronvasten fünf Schilling pfenning geben. 

Item er hat inen holz und wellen kauft. 

Item alle jar nach dem herbst inen auch ein schwein kauft 
ungeverlich für einen gülden oder anderthalben. 

Item aus den uberigen gefeilen hat er den hausrath, so in 
das haus gehört , dessgleichen das haus in baw halten müessen. 

Dieweil aber zu dieser zeit kein begyn mehr vorhanden, 
so haben ein amptmann, schultheiss und gericht verordnet, 
daz man ein par alte ehemenschen darin haben, die aller 
ding frey sitzen, und dass man sonst arme leut, die hie ge- 
sessen und sich fromklich gehalten haben und in krankheit 
fallen, darin underschleifen und die obgenanten ehepersonen 
derselben, wo die so gar krank weren, warten, die sollen 



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408 

ihnen auch, wo sie es an ihrer nahrung vermögen umb die 
mühe und arbeit machen , im fall aber dieselben unvermöglich 
und arm weren, so gibt es der schaflfner. 

Item wo ein armer weyss oder sonst ein arm mensch were, 
so underhaltet man dieselben auch im beginenhaus. 

Item so gibt man der hebammen alle jähr drey gülden 
und ein klafter holz von den gefeilen des beginenhaus. 

Item so gebüert dem schaflfner alle jähr seiner belohnung 
zehen Schilling. 

XXXVII. Von dem hayligenpflegerampt. 
Nota. Es wird ein hayligenpfleger geordnet, dessen Ver- 
waltung geet uf der hayligen drey könig tag us und ane. 
Derselbig soll die zins und gefell, der kirchen zustendig, 
fleissig inziehen, auch die kelch, kleinot, messgewand, alben 
und ornat und was der kirchen zustendig, getrewlich und mit 
fleiss versehen, auch was daran jederzeit zu bessern sein 
würd, dasselbig bessern und solliches alles einem messner zu 
seinem anstand ane die band liefern und in zwey gleiche 
register inventiren und verzeichnen, deren eins dem messner 
geben und das ander hinder ime behalten, auch wann ein 
messner von dem messner ampt wieder abkompt, dasselbig 
nach usweysung des inventariumbs wiederumb von ime em- 
pfahen. Er soll auch dem messner jeder zeit wachs zu kerzen 
nach notturft geben, hostien in die kirchen kaufen, • auch den 
krys^am uf des österlich fest jerlich zu Offen bürg holen , auch 
bestallung und fursehung thun, dass die fahnen zu jeden 
processionen in oder umb die kirchen, dessgleichen so man 
creuzgang pflegt zu thun, getragen werden, und dass das 
Volk, so mit creuzen geet, ziichtiglich und in gutter Ordnung, 
die mannspersonen besonder und Weibspersonen auch besonder 
gangen und kein unnütz geschwätz oder leichtfertigkeit ge- 
trieben, sondern dass solche creuzgang mit ernst und andacht, 
darumb sie angestelt und ufgericht werden, verbracht werde(n). 
Es soll auch ein hayligenpfleger, so der auch ein zwölfer ist. 
so man Michel Pfrotzers jahrzeit begeet, allhie und zu Lau- 
tenbach ' dabey sein und thun laut der Stiftung und Obligation 
des gerichts, so im burgerbuch steet. 

Der hayligenpfleger soll auch alle jar seins innemens und 

* Im Renchthal IV4 Stunde von Oberkirch. 



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409 

usgebens und Verwaltung gutte erbare rechnung thun und 
pflegt man solliche rechnung gewonlich nach der hayligen 
dreyer könig tag uf dem rathhaus oder im sahl im beysein 
des ehrwürdigen herrn probsts zu AUenhayligen, unsers gne- 
digen herrn amptmanns, auch des schultheissen und aller 
zwölfere zu Oberkirch zu thun und würt das recess sollicher 
rechnung alle jar in des hailigenbuch geschrieben. 

XXXVIir. Brünnenordnung. 
Zu wissen dass der edel und vest Junker Wilhelm von 
Wyttersheim amptmann und die ersamen und weysen schult- 
hieiss und gericht dieser statt Oberkirch nachvolgende Ordnung 
der brunneu halben, wie es damit gehalten werden soll, an- 
gestellt und begriefen. 

1. Erstlich so soll niemands einich vass, zuber oder andei'ä 
ob den brunnen weschen oder wessern bey peen ein Schilling 
Pfenning. 

2. Item es soll auch niemands einig pferd us den eymern 
trenken bey peen eins Schilling pfenning. 

3. Item es soll niemands weder mit karchen noch wagen 
bey zweyen schuhen weit nit zum brunnen faren bey peen 
eins Schilling pfenning. 

4. Item so jemands wasser schöpft , so soll er den eymer, 
SO er heruf geschöpft hat, usschütten und nit voll oder halb 
voll wieder hinab faren lassen, damit sich die eymer nit zer- 
stossen oder die ketten zerspringen, bey peen eins Schilling 
Pfenning. 

5. Item es sollen auch die eymer mit fleiss und guter be- 
scheidenheit uf und abgezogen , damit die einander nit anrieren 
oder an dem geschell zerstossen werden. 

6. Item es sollen bey jedem brunnen einem oder zweien 
burgern, so nehist dabey gesessen, bevelch geben werden, ob 
dieser Ordnung zu halten und die straf dem uberfarenden ab- 
zunemen. 

7. Dessgleichen so ein schultheiss, ein zwölfer oder der 
gerichtsbott jemands wider dise Ordnung handien sehe, die- 
selben gleichfalls auch die straf von der uberfarenden nemen. 

Hartfelder, 



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410 



Die AüfschwSrnng des Constanzer Domdecans 
Joh. Sigmund von Wolfart als Domherr zu 

Eichstädt. 

Durch eine mittlerweile aufgefundene Correspondenz des 
Constanzer Domdecans Joh. Sigmund von Wolfurt* wird das 
von mir Seite 116 ff. dieses Bandes mitgetheilte Aktenstück 
über das adelicbe Herkommen der betreffenden Familie in 
einer Weise erläutert, dass ich mich zu einer meine bishe- 
rigen Ansichten zum Theile bestätigenden, zum Theile aber 
auch berichtigenden, weiteren Mittheilung verpflichtet erachte. 

Ich glaubte nämlich: die wegen der Ritterbürtigkeit ge- 
machten Schwierigkeiten seien insbesondere gegen den Junker 
Laux von Wolfurt gerichtet gewesen und Hess dabei unent- 
schieden, ob Sigmund von Wolfurt, den ich zum Jahre 1594 
als Domherren und 1601 sogar als Domdecan in Constanz 
gefunden hatte, ein Bruder dieses Laux gewesen sei, wie sich 
nun sicher herausstellt. Ich gieng dabei von der Ansicht aus, 
die Stiftsfähigkeit der Familie, sei nicht beanstandet gewesen 
und doch zeigt es sich jetzt, dass die, vom Magistrat der 
Stadt Bregenz, am 18. December 1609 erhobene am ange- 
gebenen Orte publicierte Kundschaft, lediglich nur durch die 
Bedenken veranlasst worden ist, welche das Domcapitel zu 
Eichstädt gegen die Stiftsmäßigkeit des in Constanz in hohen 
Würden stehenden Bruders des Junker Laux zur Geltung 
bringen zu können glaubte. 

Johann Sigmund war ein Sohn des Johann Georg von und 
zu Wolfurt und der Maria Cleophe von Reischach. Da der 
Vater „mit vielen Kindern begäbet" war, so wendete er sich 
an den in Rom befindlichen Cardinal Mark Sittig, Bischof 
von Constanz, der von Geburt ein Graf von Hohenems war, 
und erhielt auch von demselben für seinen in Rom und zwar 
im CoUegium germanicum der Jesuiten studierenden Sohn,* 
den nachmaligen Domdecan, am 19. December 1584 eine Dom- 
herrenpfründe. Von Seiten des Domcapitels zu Constanz war 

V Die aämmtlichen hier benützten Schriftstücke befinden sich in der 
Roth von Schreckensteinischen Gutsregistratur zuBiUafingen, aus welcher 
auch die bereits mitgetheilte Kundschaft stammt. 



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411 

an Widerstand gegen den Willen eines so mächtigen den 
Jesuiten sehr gewogenen und daher auch ihre Schüler begün- 
stigenden Kirchenfürsten, nicht wohl zu denken. Johann 
Georg konnte daher schon am 1. März 1585 seinem Sohne 
nach Rom schreiben , dass er für ihn die prima possessio er- 
langt habe. 

Der Cardinal, der doch in der Nähe von Wolfurt zu Hause 
war, und daher die Verhältnisse kennen musste, setzte den 
guten Adel des Geschlechtes als etwas bekanntes voraus , wie 
aus dem Provisionsbriefe hervorgeht, und auch bei der Pos- 
sessergreifung war eine, durch Eitel Eck von Reischach und 
Diethelm Blarer von Wartensee vollzogene, förmliche Auf- 
schwörung vor den erforderlichen Zeugen vorgenommen worden. 
^ Sigmund von Wolfurt, nicht nur Domdecan sondern auch 
Verweser der Domprobstei, war, wie es scheint, ein sehr 
rühriger und geschäftsgewandter Mann, der sich selbst nicht 
vergass und es daher im Jahre 1609 dahin brachte, dass ihm, 
zu seinen Constanzer Würden, auch noch eine Domherren- 
pfründe in Eichstädt vom Papste verliehen wurde. Wir ent- 
nehmen dieses aus einem Schreiben des Eichstädter Dom- 
decans Johann Ulrich Humpis von Waltrambs, in welchem 
gesagt ist, das Nähere, wegen des Aufschwörens in Eichstädt, 
könne Sigmund von seinem Chorbruder Sixt Wernher von Pras- 
berg erfahren, welcher sowohl in Constanz als auch in Augs- 
burg und Eichstädt bepfründet war. Dass sich die Domherren 
zu Eichstädt nicht einfach mit det in Constanz vollzogenen 
Aufschwörung begnügten, ist nichts ungewöhnliches. Ein 
jedes Domcapitel hatte seine eigenen Satzungen, sein bestimmtes, 
nicht unbedingt mit der in anderen Capiteln üblichen Obser- 
vanz ganz übereinstimmendes Herkommen. In der Zimme- 
rischen Chronik finden wir darüber Nach Weisungen, dass ein 
junger Herr von Zimmern, der schon in Strassburg Dgmherr 
war, gleichwohl, um auch noch in Cöln eine Domherrenpfründe 
zu erhalten , nochmals aufschwören musste , obgleich die in Strass- 
burg abgelegte Probe, auf 16 hochfreie Ahnen , strenger war, 
als die für Cöln erforderliche.^ 

Um nun seine Aufschwörung in Eichstädt zu bewerkstel- 
ligen, wendete sich Wolfurt an seinen Vetter Hans Ulrich 
von Sirgenstein in Eichstädt, der sich auch dazu bereit er- 

^ Zimmerische Chronik III, 206, 211. Es handelt sich um das Jahr 1531. 



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412 

klärte, sich, neben drei anderen von Adel, dabei gebrauchen 
zu lassen. Wir sehen also, dass man in Eichstädt 4 soge- 
nannte Juranten haben musste, während in Constanz 2 
genügten. 

Was das Eichstädter Domcapitel, oder doch wenigstens 
einen Theil desselben dazu bewog, Wolfurts Stiftsfähigkeit 
anzufechten, lässt sich vermuthen. Die Capitel waren, so ziem- 
lich allenthalben, stets darüber ungehalten, wenn sie eine 
Persönlichkeit, welche nicht zum Stiftsadel im engeren Sinne 
des Wortes, nicht zu jenen bestimmten Familien gehörte, 
welche ein besonderes Anrecht zu besitzen glaubten, die vor- 
handenen Praebenden für ihre Söhne und Vettern zu erhalten, 
in Folge einer aus Rom erhaltenen Weisung aufnehmen sollten. 
Ob dabei schon eine gewisse Abneigung gegen die in Constanz 
vielvermögenden Jesuiten im Spiele war, muss dahin gestellt 
bleiben, doch soll das Domcapitel zu Eichstädt „ein beharr- 
licher aber nicht hinreichend kräftiger Gegner" des im Jahre 
1624 daselbst ein Collegium und Gymnasium erhaltenden 
Ordens gewesen sein.* 

Wolfurt hatte seine 8 Ahnen, das heisst ein dieselben 
nachweisen sollendes Schema genealogicum, dem Domdecan 
übersendet, allein ehe noch darüber im Capitel Beschlüsse 
gefasst werden konnten, unter dem 21. April 1609, theilte 
Sixt Wernher von Prasberg seinem Vetter vertraulich mit, 
es gebe Leute, welche ihn „also ausschreyen", als gehöre er 
gar nicht zum alten Stamme Wolfurt. Man wolle wissen, dass 
erst sein Urahnherr das Schloss Wolfurt, welches gar kein 
feudum nobile sondern nur ein Bauernlehen sei , käuflich erworben 
habe. Wenn sich das so verhalte, so könne in Eichstädt von 
einer Aufschwörung nicht die Rede sein. In diesem Falle 
wäre es besser, das in curia Romana erhaltene Recht zu resig- 
nieren. Doch möge sich Wolfurt auch hiermit nicht über- 
eilen und namentlich nicht eine Permutation vornehmen , denn 
in Augsburg würde er, falls es ihm nicht gelinge, durch das 
Zeugniss „etlicher alten von adel" zu beweisen, dass er „von 
dem alten geschlecht Wolfurt sei", die nämlichen Schwierig- 
keiten finden, wie in Eichstädt. 

Wolfurt war indessen nicht der Mann, welcher sich leicht 
hin abweisen liess. Er sammelte daher die zur erforderiiehen 

< J. Sax Gesch. von Eichstädt S. 235. 



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413 

Nachweisung nöthigen Schriftstücke. Durch ein Zeugniss des 
reichsritterschaftlichen Viertels Hegau-Allgeu-Bodensee wurde 
erwiesen, dass die Altvordern der Brüder Laux und Sigmund 
von Wolfurt, seit 60 Jahren und länger, zu dessen vollberech- 
tigten mit Sitz und Stimme versehenen Mitgliedern stets ge- 
hört hätten. Auch Hess er die in Rom erlangte buUa apo- 
stolica capitulariter insinuieren, worauf dann der bischöfliche 
Official, Dr. Friedrich Staphylus, das Nähere über die in 
Eichstädt bestehende, besondere Observanz mittheilte. Man 
verlangte nämlich, dass der „principal so auf zuschwören" hatte, 
4 adeliche Juranten beibringen musste , von denen jeder eben- 
falls rittermässig und Stiftsgpnosse sein sollte. Auch mussten 
die Wappen derselben einen ganzen Monat lang im Capitel 
aufgelegt werden. Nun seie es aber sehr zweckmässig, sich 
nicht, nur mit 4 sondern wenigstens mit 6 Juranten zu versehen, 
damit, wenn der eine oder der andere reprobiert werden sollte, 
kein Mangel vorhanden sei. 

Diese seine Juranten solle Wolfurt aus Constanz und Um- 
gebung mit sich bringen „sintenial zu Eystett man schwerlich 
damit wurde aufkomen". Auch wurde verlangt, das das Alter 
der Juranten durch Auszüge aus dem Taütbuche nachgewiesen 
werde. ' 

Auf weitere Einzelnheiten der vollständig mitgetheilten 
Correspondenz hinzuweisen, dürfte überflüssig sein. Ich halte 
aber dieselbe desshalb des Abdruckes werth, weil überhaupt, 
über die bei Aufschwörungen vorkommenden Fragen, wenig 
quellenmässiges Material gedruckt ist. 

Aus den unter Nr. 13 und 14 mitgetheilten Stücken, geht 
mit Sicherheit hervor, dass Laux und Joh. Sigmund von Wol- 
furt in der That nicht von den alten abgestorbenen Wolfurt^ 
abstammten. Die Möglichkeit, dass, vor 200 Jahren oder 
längerer Zeit, ihre Vorfahren „die Leberer" geheissen haben 
könnten, wird von ihnen selbst zugegeben, dagegen aber auch 
bewiesen, dass ihre Familie hinreichend alt war, um den ja 
nur von 4 Ahnen ausgehenden, statutarischen Bestimmungen 
des Domstifts Eichstädt vollauf Genüge leisten zu können. 

Durch Nr. 18 wird berichtigt, was ich auf S. 117, nach 
Weizenegger Vorarlberg II , 349, angenommen habe, nämlich 

* Diese zum Herrenstande zu rechnen, ist indessen doch wohl ein 
irrthum. 



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414 

dass der Domdecan Sigmund von Wolfurt, nebst zwei Brüdern, 
1529 — 1530 Besitzer des Schlosses Wolfurt gewesen sei. Er 
war damals wahrscheinlich noch nicht geboren. Richtig dagegen 
ist, dass sich Abt Kilian von St. Gallen, zur Zeit als er ver- 
trieben war, in Wolfurt aufhielt. 

Endlich mag noch bemerkt werden, das mir ein von 
Benedict Reichardt von Wolfurt, Rom. kais. Majestät Rath 
und Amtmann beider Herrschaften Bregenz und Hoheneck ausge- 
stellter Manumissionsbrief , für eine gewisse Katharina Schwein- 
burgerin ab dem Altensperg, im Gerichte Grünenbach der 
Herrschaft Bregenz, d. d. Bregenz 1701 März 3 im Original 
vorliegt. Auf dem Siegel befindet sich ein Wappen, welches 
mit dem von Weizenegger beschriebenen ziemlich überein- 
stimmt. Der Schild ist quadriert. In 1 und 2 das , was Weizen- 
egger nicht eben glücklich „dreimal schräglinks silber und 
blau gefluthet** nennt. Die Theilung ist eine horizontale und 
auch von Fluthung kann ich nichts erkennen, denn die Thei- 
lungsstriche sind ganz geradlinig. In 3 und 4 der W^olf. Auf 
dem Schilde zwei gekrönte Helme; auf 1 ein Pfauenwedel oder 
Federbusch, auf 2 der gekrönte Wolf. 

Es möge nun die ganze Correspondenz folgen. 

1. Proviflionsbrief für Job. Sigmund von Wolfurt, als Canonicus des Dom- 
stifts zu Constanz. 

Rom 1584 Dec. 19. 

Von gottes gnaden Merck Sittig der hailigen Römischen 
kirchen cardinal, bischove zu Costanz und herr der Reichenaw. 
Unsern gnädigen willen zuvor, vester lieber besonder, nach- 
deme der von Herbstheim, weilent gewessener thumcantor 
und thumherr unserer hochen stiflFt Costentz, im verschinen 
monat November todt verschiden, dem und uns allen der 
gnädige gott barmherzig sein wolle* und auf desselbigen ab- 
sterben sein canonicat unß, als der heiligen Römischen kirchen 
cardinaln, in kraflft habender päbstlicher indult, zuo verleihen 
haimbgefallen, so haben wir in sonderm bedenckhen ewres 
adelichen geschlechts und daz euch der allmechtige mit vilen 
kindern begäbet, uf beschehen underthenigst anlangen und 
pitten, euch mit unserer wirklichen gnaden zuo bedenckhen, 
dise zuogestandene gelegenheit nit versäumen, noch ohn ewere 
nsehenliche frucht abgehen lassen wollen; dero wegen so ver- 



7 

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415 

leihen wir ewerem sun Hanß Sigmunden, so aber ietz in jrer 
hailigkeit Teutschen coUegio alhie studiert, dasselbig vacierendt 
canonicat in unserer thumbkirchen zue Costantz hiemit gne- 
digklich, und überschicken euch auch ferner unser darüber 
verfertigte Provision hierbey verwart, darauf ihr als bald euch 
zue unserem thumbcapittel verfuegenund, ahn stat eweres suns, 
mit den hiezu notwendigen und gebreuchigen ceremonien, die 
possession begeren und aiso euch selbsten bei diser unser er- 
langten gnad nit versäumen wollen, der gnedigen Zuversicht, 
es werde unser thumbcapittel eweren sun oder dessen anweldten 
die begerte possession auf unser habende gnedige verwilligung 
und Provision nit allain nit sperren, sonder für andere als 
ainen bekandten vom adel darzue guottwilligklich komen 
lassen. Welches alles jr umb unß mit underthenigister danckh- 
barkait in allweg zuerkennen und zueverdienen demuethigest 
ingedenckht sein werden. Geben zu Rom den 19. December 
anno 1584. 

M. S. Cardinal 
zuw Costantz. 

Aufschrift: Dem vesten unserm besonders lieben Hanss Georgen von 
und zuD Wolffurtt. 

Pap. Alte Abschrift. 

2. Extractus auss meines junkher vatters Johann Georgen von Wolflfurdt 
seeligen schreiben, welches mir mein vatter seeliger, den l. Martij 
anno 1585, da ich zuo Rom in collegio Germanico wahre, zuogethan. 

Aufif solches alles hab ich mich gen Costantz verfuegt, und 
dein sach dem herrn thumbdecan und andern herrn eines hoch 
und ehrwürdigen thumcapitels daselbst angezaigt und furge- 
halten. Also hat man mich uff freytag an St. Peters stuel- 
feyer * für capitul zuokhomen beschaiden , und auf furbringen 
aller sachen haben dich die herren ermeltes capituls mit gne- 
digem genaigten guoten willen, ohne alle ainred oder gegen- 
wurf, gern zuo einem canonico auf und angenohmen, und uff 
obbemelten tag in der vesper dir die posseß und einen stul 
in der kirchen in meinem beysein eingeben. Bei solcher sach 
seindt meine beyständt gewest: ein priester der haist her Her- 
mannus, der ist dein procurator gewest; Schwager Eytel Ekh 
von Reischach und schwager Diethelm Blarer von Wartensee 
haben dich aufgeschworen, vetter Hanß Ulrich von Hin weil und 

* Febrnar 22. 



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416 

Schwager Hanß Ernst von Reischach seindt auch alß beyständt 
bey mir gestanden. Schwager Marx von Reischach hatt daG 
podagram gehabt, sonst wehre er auch darbey gewest. Der 
her Verwalter Mänlißhofer und der her burgermeister Gall 
seindt bürgen gewest. 

Datum ut supra. ^ j^^^^^ (^^^^^ ^^^ Wolffurdt. 

Pap. alte Abschrift. 

3. Schreiben des Domdecans Johann Ulrich Humpis zu Eichstadt an den 
Domdecan Sigmund von Wolfurt zu Constanz. 
Eichstett 1609 Apr. 15. 

Hocherwürdiger und edler insonders freuntlich lieber herr 
und Schwager, deme seyen meine freuntliche dienst zuvor. 
E. H.^ gratulationschreiben zu meiner uf getragenen bürde 
unnd dechanat, hab jch auß dero schreiben mit mehreren! 
verstanden , thue auch mich gegen demselben freuntlich dienst- 
lich bedanckhen. Gott der allmechtig der woU solche unnd 
andere glückhwünschung im werckh genedig erzeigen lassen. 
Hab beneben auch mit freuden vernomen, wie das E. H. 
bei allhieiger thumbstiflft Eystett in curia Romana ein cano- 
nicat erlangt haben solle, dartzuo ich derselben von gölt dem 
allmechtigen vil glückh, hail und wolfarth, langes leben zu 
geniessen wünsche. Was sonst seines Vorhabens wegen der 
Insinuation bullae apostolicae jn khünfitig seines ufschweren 
belangt, das würdt E. H. von dero geliebten hern schwager 
unnd chorbruedern Sixt Werner von Prasperg ect. mit mehreren 
vernemen. 

Welches ich dem herren schwager zu gegenantwort nit hab 
sollen noch wollen verhalten, deme ich mich zu freuntUchen 
angenemen diensten, göttlicher allmacht unß zuomahl wo! 
empfelchende. 

Datum Eystett den 15. Aprillis anno 1609. 

des herrn Schwagers freundtdienstwilliger 

Johann Ulrich Humpis v. W(altrambs), 

thumdechant daselbst. 

Aufschrift: Dem hocher\trürdigen unnd edlen herren Sigmundt von 
Wolfurt der hohen gestifft Costnitz thumbdechant meinem freuntlich lieben 
herren unnd schwager 

Costnitz. 

Pap. Orig. mit Siegelspur. 

^ Euer Hochwürden. 



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4J7 

4. Schreiben des Hans Ulrich von Sirgenstein an den Domdecan Sigmund 

von Wölfurt. 

Eichstädt 1609. Apr. 20. 

Hochehrwürdiger herr, demselbigen seyen meine freünndt 
unnd guetwillige dienst zuvor. Freünndtlicher lieber herr 
vötter, desn schreyben unnder dato denn 8. Appril hab ich 
zue recht empfangen, darauß wie daß derselbig bey bäpst- 
licher haylligkhait ein cannonicat aufl daß alhiesige thumb- 
stüift zue wegen gebracht mit mehrerm verstandten. Wünsche 
allso vonn gott anfenglich dem hern vöttern zue solchem can- 
nonicat viel glückh unnd heyll, auch daß er solches zue seinem 
unnd der seinigen aufnemen lanng unnd mit gesundtheyt ge- 
niesen möge. 

Daß auf schweren aber bedreffent, will ich mich hiemit, 
who mich änderst gottes gewalt und herren dienst mich ^ nit 
hinderen, eingewülliget haben, dergestalt daß ich demselbigen 
nebendt anderem gehrn wüll heißen ufschweren, wüU auch 
allen müglichen fleiß anwendten, damit ich drey andere neben 
mür darzue jnn deß hern vöttern Stadt und namen erbitte, 
darauff er sich dan endlich lassen soll, dann ich dem herrn 
vötter nit allein in dem sonder in mehrem zue dienen er- 
khenne ich mich mehr alß wüllig, und hat mich der herr 
vötter zue dienen genaigt unnd wüllig. Datum Eystett den 
20. Appril anno 1609. dess herrn vöttern 

dienstwilliger 
Hannß Ulrich von Sirgenstain mpr. 

Aufschrift: Dem hochwürdigen und edlen herren herrn Sygmundten von 
Wolfurth thumbdechant zue Costentz unnd thumbherren zue Eystett meinem 
insonnder freundtlichen lieben herrn vöttern. 

Pap. Orig. Mit deutlichen Spuren des Siegels des Hans Ulrich von 
Sirgenstein, ßingsiegel mit Wappen und den Buchstaben H. V. V. S. Schräg- 
balken mit einem Adler belegt. 

5. Schreiben des Sixt Wemher von Prasperg an den Domdecan Sigmund 
von Wolfurt. 

Eichstett 1609. Apr. 21. 

Erwürdiger undt edler insonders großgünstiger herr Schwager 
thumbdechat, ime seien mein schwegerliche dienst als liebs undt 
guots bevor. Deß herren Schwagers schreiben hab ich jr fürst- 
lich gnaden^ underthenig wie auch herr thumbdecan alhie 

' Ist eigentlich überflüssig, * Bischof von Eichstädt war damals Johann 
Conrad von Gemmingen 1598—1612. Vergl. über denselben J. Sax Gesch. 
des Hochstifts Eichstädt (1857) S. 225. 

Zeitfichr. XXXIII. 27 



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418 

undt vettern von Syrgenstain yberantwurtet, die mir beyfolgendt 
schreyben zuegeschickt, aber von jr fürstlich gnaden mir noch 
kaines zugestellt worden, so dem herrn Schwager gehörig. Die 
8 anen hab ich herrn thumbdechat auch ybergeben, welche 
aber allererst den 28 diß capitulariter ybergeben worden, 
wegen man ietz in 14 tag kein ordinarium capitulum gehalten 
und in dergleichen Sachen kein extraordinarium capitulum 
durchauß nit helt. Nun solle ich dem herrn Schwager mit 
höchstem laid und thrauern vertrewlich nit bergen, wie daß 
mir gestern für gewiß angezaigt worden, es werde der herr 
Schwager alhie nit kinden aufgeschworen werden, weil man 
vermaine, daß er nit deß alten stammens deren von Wolflfurt 
sey, sondern erst sein uranherr das schloß Wolflfurt keuflflich 
an sich gebracht. Wa dem also, so pitt ich zum höchsten, 
der herr schwager welle mit der buUa inhalten und auf andere 
mitel und weg gedenkhen, wie er ainem anderen sein impe- 
triert jus möchte in curia resignieren. Ist es aber, daß der 
herr schwager beweißen kan , daß er auß der alten von Wolf- 
furt stammen khombt, so welle er die buUam mir so baldt 
sie ime zukhombt, unverzoglich zueschickhen, so will ich als- 
dann alle anordnung thun und dem herrn schwager bericht 
zuekhomen lassen, wann er anders solle khomen und wie 
er weiter sich zu. verhalten hab. Ich waiß nit waß für leut 
sindt, die im also außschreyen, aber so viel vermerckh ich, 
daß schon ain capitel alhie und jr fürstliche gnaden zuforderst 
desset halben sindt bericht worden und mir threwhertzig an- 
gezaigt worden, den herren schwager zuegewarnen, ime und 
mir vor schimpflf und spot zu sein, wan dem also. Und weil 
solches albereit erschollen, ist zubefürchten, der herr schwager 
werde hie kaine juranten gehaben mügen, wan es solle wie 
zubefürchten disputiert werden, er beweise dan daz gegenspiil 
durch etlicher alten von adell zaigtnus, alß dem alten von 
ßaitnaw und Hansen von Syrgenstain, daß er von dem alten' 
geschlecht Wolffurt seye. Bit derwegen der herr schwager 
welle mich als sein verthrawten berichten, wez ich mich zu 
verhalten, wan ich diß orts solle weiter angesprengt werden. 
Verhoffe auch der herr schwager werde mir solches nit ver- 
ybel haben, dan weiss gott es mir höhlich laid, daß ich jme 
solches schreiben muoß. Es welle der herr schwager auch, 
so ain mangell solle diß orts erfunden werden, auch stillhalten 



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419 

mit seinem erlangten jure, bis ich mit jme selbsten kan 
raündtlich reden und mit dem resignieren nit zue geschwindt 
sein, auch nit permutieren, weil zu besorgen es wurde ime zu 
Augspurg aber also ergen, wan diß fürgeben solte war sein. 
Diß hab ich dem herrn schwager auß schuldiger threw zu 
seiner nachrichten nit verhalten sollen, bei neben mich ime 
gantz (zu) dienst befelh, mit püt disen potten bald wider 
abzufertigen. 

Datum Aychstatt den 21. April 1609. 

Deß herren Schwagers dienstwilliger 
Sixst Wernher von Prasperg mpr. 

Aufschrift: Dem erwürdigen und edlen herren herrn Sigmunden von 
Wolffurt hochen thumbstifft zu Costantz thumbdechat, meinem gross- 
günstigen auch freundtlichen lieben herrn schwager zu banden 

Costantz. 

Pap. Orig. mit Siegelspuren. Das Wappen der Prasperg (gekrümmtes 
Hirschhorn) deutlich erkennbar. 

6. Zeugniss des Marx von Reischach , kls Vertreter des Reichsritterschaft- 
lichen Viertels Hegau Allgäu Bodensee , die Mitgliedschaft der Familie 
von Wolfurt betreffend. 

Radolfzell 1609. Jun. 24. 

Ich Marx von Reischach zue Hohenstoffeln derzeit wonhafft 
zue Ratolffszell am Unndersee, als löblicher freyer reichsritter- 
schafft und vom adel der verain S. Georgenschilts jm Hegaw 
deß vierteis Hegaw AUgäw unnd Bodensee verordneter aus- 
schuß, bekenne öffentlich hiemitt, das der edel unnd vest Laux 
von und zue Wolffurth, fürstlicher, bischoffhcher Costantzischer 
rhat unnd obervogt zue Bollingen unnd des Schwäbischen 
krayses herren praelatenstandts kriegsrhat, mein freundtlicher 
lieber vetter auf heut dato für mich kommen ist unnd jm 
namen deß ehrwürdigen unnd edlen herren Sigmunden von 
Wolffurth hocher stifft Costantz thomdecan, seines herren 
brueders unnd meines auch freundtlichen lieben herren vettern, 
mich als den ältisten wolermelter adelichen verain unnd vierteis 
ausschuß ersuechet, das jm nammen derenselben ich ihme 
ain urkhund unnd schein geben unnd mittheilen wollte, das 
weyland seine geliebte jn gott seeliglich rhuende alt vorderen, 
ihe unnd allwegen unnd von unfürdenckhlichen jaren hero, 
wolgedachtem adelichen viertel einverleybt unnd dessen mit- 
glieder gewesen seien. 

27* 



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420 

Die weyl ich dann diß sein ansuochen nitt für unzimblich 
erachtet , also hab ich jhme solches nit abschlagen noch ver- 
waigern können, demnach bekenn unnd vergihe ich hiemitt 
öffentlich, das, so lanng ich bey disem adelichen viertel ge- 
wesen, welches sich nunmehr jnn die sechzig jar erstreckht 
unnd auch davor, so lang ich gedenckh unnd von meinen lieben 
altvordern (auch anndern vierteis verwanndten) gehört, wol 
unnd ehrngedachter baider von WolfFurth altvordern diesem 
adelichen viertel einverlejbt unnd dessen mittglieder gewesen, 
zue allen viertelstagen unnd adelichen versaniblungen be- 
schriben worden unnd jren gebürenden sitz unnd stimm bey 
denselben gehabt, auch mit andern viertelsverwanndten con- 
tribuiert, gehebt unnd gelegt haben. Diß bezeug ich bey 
meinen adelichen ehren und wahren werten. Unnd diß zue 
urkhunndt hab ich mein gewohnlich innsigel zue ende diß 
briflfs aufgetruckhet unnd mich mitt aigener band underschriben. 
Datum Ratolfszell uf Johannis Baptistae den vierundzwaintzig- 
sten tag deß monats Juny jm jar Christi tausendt sechshundert 
unnd neune. 

M. von Reischach mpr.* 

Pap. Orig. mit Siegel und Unterschrift. 

7. Schreiben des Officials Dr. Friedrich Staffel* an den Domdecan von 
Wolfurt. 

Eichstatt 1609. Aug. 3. 

Ehrwürdiger unnd edler, demselben sein meine zwar un- 
bekantten doch im werck zuverspüren geflißene dienst zuvor. 
Großgünstiger geliebter herr thombdechent, die durch E. E.^ 
geliebten Juncker brudem mir in Eystett beschehene praesen- 
tation der bewusten apostolischen bullen, deren Vollziehung 
dan bäbstliche heyligkeit allergnedigist anbevolchen, habe ich 
in underthenigster reverenz empfangen, auch seythero, meinem 
dazumal erbitten noch, bey einem hochehrwürdigen thomb- 
capittel alhie debito modo insinuirt. Die ist nun in ytzigem 
werendem peremptorio gleichfalls der gebür noch acceptirt 
und mir darüber ein capittular beschaydt worden, do E. E. 
sich den statutis hujus ecclesiae cathedralis allerdings qua- 

^ M. und R. sind in der Unterschrift dermassen monogrammatisch 
verbunden, dass sich hiedurch auch ein V ergibt, über welches ein kleines 
gesetzt ist. — 2 Nach Sax Gesch. von Eichstadt S. 519: Dr. Friedrich 
Staphylus, seit 1579. — 3 E^e^ Ehrwürden. 



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421 

lificirt machen unnd erzaigen werden, daß derselben capittu- 
lariter soll, noch vermög der insinuirten bullen, wilfart werden, 
alles mehreren Inhalts meines protocoUi. 

Was aber solche statuta in specie sein, hatt sich wolge- 
dachts capittul nochgehents auch dero syndicus auf ein son- 
derbare verzeichnuß, E. E. befreundten herrn Sixt Werner 
von Praßberg deßwegen zugestellt worden, allerdings gezogen, 
welche zwar meines erachtens uff disem mehreres teils sich 
bewenden, daß nit allein der principal so uffzuschweren von 
adelichen rittermessigen, stiflftsgenossen vir anetten gebom, 
sondern daß auch seine vier juranten gleichmeßiges adelichen 
herkommens sein, deren yeder person vier anettenprob ein 
gantz monat vor der aufschwerung in ein capittul einzugeben, 
darzu dan sechszehen adeliche benennte und bekannte alte 
Wappen vonnötten, vier deß principalis und vier yedes juran- 
ten*, ja damit in zeit der aufschwerung kein mangel deß- 
wegen erscheine, sey in allwegen rathsam, daß uflFs wenigst 
mit 6 adelspersonen anetten man sich den monat zuvor gefast 
macht unnd ins capittel praesentirt, aynest zu disem ende, 
wan einer oder der ander reprobirt oder sonsten nit erscheinen 
kinde, die übrigen 4 denoch gestracks bey der handt zum 
besten an der stell wehren, daß man nochher kein andere 
tagsatzung anstellen müste. Demnach werden E. E. sich umb 
qualificirte juranten wissen zu bewerben unnd zwar umb Cost- 
nitz herumb, die dan von hauß auß müssen mitgebracht 
werden, syntemal zu Eystett man schwerlich dar mit wurde 
aufkommen. Nitt weniger daz alter, per testimonium parochialis 
libri do sie geteuflft, manu moderni parochi, wo müglichen, 
oder doch besten glaubwürdig darzuthun per literas natalitias, 
und hülfft hirzu nit, aetatem per susceptos ordines probari, 
ob zwar schon auch die formata ordinum vorzulegen sein. 
Welches alles ich zu nottwendiger befürderung diß löblichen Vor- 
habens meines Wissens kürtzlichen in schriflften andeutten 
wollen, weytters erbittig bey der Sachen, was mir meines teils 
gezimbt unnd möglich ist, pro exequendo mandato sanctissimi 
trewlich zu leisten, nit weniger E. E. unnd dero adelichen 
geschlecht dienstlich beyzuspringen. Unnß damit dem allmech- 

* Hier hat sich der Herr Doctor verrechnet, denn 4 x 4 = 16. 
Man brauchte also 20 Wappen, da auch für den Principal 4 Wappen 
verlangt wurden. 



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422 

tigen sammtlich anbevelchendt neben meinem dienst unnd grüß 
dero Junker bruder diser Sachen bey mir ersten anbringers. 
Datum Eystett den 3. Augusti 1609. 

E. E. 

dienstgeflißener 
Fridrich Staffel D. der rechten 
fürstlicher rath und official mpr. 
Aufschrift: Dem ehrwürdigen und edlen herren Sigmund! von Wolfurt 
des hohen stiffts Costnitzthomdechant meinem grossgünstigen geliebten herren. 
Pap. Orig. mit Siegel. Kleines undeutlich ausgedrücktes Ringsiegel. 

8. Schreiben des Laux von Wolfurt an seinen Bruder den Domdecan. 
Bollingen 1609. Aug. 8. 

Hocherwürdiger edler her bruder, jme seyendt mein freundt 
bruoderliche dienst und gruoß beraith zuvor. Wass massen 
dem hern bruoder vom hern official die Sachen betreffende) 
weß auch Siergenstain angedeutet, daß hab ich aus bayden 
schreiben ablesende verstanden; bin gar frho, daß es sich ein- 
mal schicken wil. Deß hern vicary Instruction wurth sich 
mit meiner relation wol zuotreflfen. 

Deß hern bruoderß begeren noch einen tag zu ernennen 
zuo einkhummung jn Eystat, unnd daß die selbige jn Octobri 
auf einen gutentag* möchte angestelldt werden, gib ich dem 
hern bruoder hierauf zuo vernemen, und ob gleich wol der 
hierpst, welcher hie drej oder 4 wochen wheret, in den monat 
einfeldt, so möchte doch anfangs noch umb so vil nit ver- 
säumpt werden und derohalben die juranten meinethalb auf 
den fierdten oder auf den eylften^ nach Eystetten zuo nacht 
jn die neuwe herberg, so auch zum oxen genampt, khundende 
vertagt werden, suonsten khundte es meinethalb nit mehr wol 
sein, jn ansechung meineß abzugß, welcher gelibts gott jm 
anfang Novembris geschechen würth, da ich dan anhaimß 
sein muoß. Und ob ich gleich wol, who mein abzug nit auch 
vorhanden where, für mein person vil lieber lenger hinaus 
altz auf den 18. oder 25. October^ woldte verschieben, wil 
es sich doch wegen der feyrtagen nit wol schicken; wil der 
her bruoder jm die oder andere zeit gefallen lassen, würth 
ehr mich dessen wol zu berichten wissen. 

Waß die regierung betrift zuo Entzisheim muoß ich vor 

* Mittwoch. — * Der 4. und 11. October waten Sonntage. - »Eben- 
falls Sonntage. 



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423 

practicieren bey den praelaten, ob ich nitz desto weniger in 
ihrer bestallung verbleiben khunde, den ohne dessen gib ich 
mich in khainen dienst, sintemal die selbige jarliche 200 
gülden dienstgeldt mir nit baldt werdendt entzogen werden. 
Wil ich dan dem herrn bruoder weiter bericht thuon. Hyrmit 
seye der her bruoder von mir und von meiner lieben haus- 
frauwen bruoderlich und dienstlich begrüßt. Uns gottes gnaden 
befelhende. 

Datum Bollingen den 8. tag Augusti anno 1609. 

Ohne Unterschrift. 

Aufschrift: Dem hocherwürdigen und edlen hern Sigmunde von Wolf- 
furth thumdecano der hohen stifft Costantz ect. meinem insondern freundt- 
lich lieben hern bruodern. 

Pap. Orig. Mit dem Siegel des Laux von Wolfurt. 

9. Instrumentum mandati procuratorii ad acquirendam possessionem cano- 
nicatus in Eystett. 

Constanz 1609. Aug. 22. 

In nomine domini amen. Per praesens publicum instru- 
mentum cunctis pateat evidenter et sit notum, quod anno a 
nativitate domini nostri Jesu christi millesimo sexcentesimo 
nono, indictione ^eptima , pontificatus sanctissimi in Christo 
patris ac domini nostri domini Pauli divina Providentia papae 
quinti anno quinto, die vero vicesima secunda mensis Augusti, 
circa horam secundam et tertiam postmeridianam, in nostri 
notarii publici testiumque infra scriptorum ad hoc specialiter 
vocatorum et rogatorum praesentia personaUter constitutus. 
reverendus et nobilis dominus Sigismundus a Wolfurt princi- 
palis et principaliter pro se ipso sponte et ex libera voluntate, 
Omnibus melioribus modo, via, jure, causa, forma et ordine, 
quibus melius et efficatius de jure fieri potuit ac debuit, fecit, 
constituit et solemniter ordinavit in suos veros et legitimes 
procuratores, negotiorumque suorum infra scriptorum gestores 
et nuntios speciales et generales, ita tamen quod specialitas 
generalitati non deroget nee e contra, nimirum venerabiles 
vires ac dominos Georgium Keckh et Philippum Freysinger 
canonicos presbyteriales cathedralis ecclesiae Eystadiensis, 
absentes tanquam praesentes, solum et solos in solidum et in- 
solidos, cum potestate substituendi, dans eisdem speciale et 
generale mandatum et falcultatem coram admodum reverendis 
et nobilibus dominis, domino decano, seniore caeterisque 



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424 

dominis capitularibus ecclesiae cathedralis Eystadiensis capi- 
tulariter congregatis ac facientibus capitulum, comparandum 
ac sui ipsius constituentis nomine canonicatum et praebendam 
in eadem cathedra li ecclesia vacantem per obitum admodum 
reverendi et nobilis domini Philipp! de Adelzhausen quondam 
decani nuper demortui* acceptandum, insuper possessionem 
corporalem realem et actualem ejusdem canonicatus et prae- 
bendae supradictae ecclesiae cathedralis Eystettensis sese obli- 
gandum ac quodcunque solitum et requisitum juramentum 
(licitum tarnen et honestum), specialiter vero professionem 
catholicam fidei juxta bullam Pii quarti, in animam ipsius 
constituentis et ejus nomine praestandum et subeundum, et 
generaliter omnia alia et singula faciendum, dicendum, geren- 
dum, exercendum et procurandum, quae in praemissis et 
circa; ea necessaria fuerint seu quomodolibet opportuna et quae 
ipsemet constituens faceret seu facere posset, si praemissis 
Omnibus singulis praesens personaliter interesset, etiamsi talia 
forent, quae mandatum requirerent magis speciale quam 
praessentibus est expressum, promittens insuper dominus 
constituens mihi notario infra scripto tanquam pubhcae et 
authenticae personae solemniter et legitime stipulanti , recipienti 
et acceptanti vice et nomine omnium et singulorum quorum 
interest, intererit seu Interesse poterit quomodolibet in futurum, 
se ratum gratum et firmum perpetuo habiturum totum idem 
quidquid per praedictos suos procuratores seu procuratorem 
constitutos et constitutum actum dictum factum gestum juratum 
seu procuratum fuerit in praemissis seu aliquo praemissorum. 
Relevans ex nunc et relevare volens dictos procuratores seu procu- 
ratorem constitutos seu constitutum ab omni onere satisdandi ju- 
dici sisti et judicatum solvi cum omnibus clausulis et singulis 
necessariis sub expressa hypotheca et obligatione omnium 
bonorum suorum mobilium et immobilium praesentium et 
futurorum, ac qualibet alia juris seu facti renuntiatione ad 
haec necessaria pariter et cautela. Super quibus praemissis 
omDibus et singulis praedictis dominus constituens sibi a me 
notario publico infrascripto unum vel plura publicum seu 
publica fieri atque confici petiit instrumentum et instrumenta. 
Acta sunt haec Constantiae in aedibus* seu curia ejusdem 
reverendi domini Sigismundi ä Wolfurt decani supradicti: 
1 Stimmt mit dem bei Sax S. 518 gegebenen VerzeicHnisse der Domdecane. 



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425 

Prasentibus ibidem honorabilibus et doctissimis presbyteris 
Johanne Christophoro Kellero subcustade et Ferdinande Egck- 
hardo sacellano in eeclesia cathedrali Constantiensi uti testibus 
ad hunc actum rite debite et legitime specialiter vocatis rogatis 
et requisitis. 

Pap. Gleichzeitige Copie. Es fehlen der Name des Notars und die 
übliche Schlussformel desselben. 

10, Memoriall. (1609). 

1. Die lehenbrifif allain ir fürstlich gnaden fürlegen und 
darrait beweysen, das das schloss Wolflfurt von unserem uhrenin 
nit erkaufft sunder erblich an ihnne khumen, underthenig ir 
fürstliche gnaden bittende, sie welle bey irem thumbcapittell 
solche erdichtte imagination gantz gnedig abwenden. 

2. Nochmals ir fürstliche gnaden underthenig bittende, sie 
welle mich durch ire adeliche beamptten, so allbereyt von 
dero selbigen gantz gnedig bewilliget, aufschwören lassen, 
damit grosserer unkost möchte verhüettet werden. 

3. mich gantz underthenig bey ir fürstlichen gnaden und 
bey aynem hoch ehrwürdigen thumbcapittell dienstlich ent- 
schuldigen, das ich nit persönlich erscheyne, dan mir solches 
wegen derer vorstechenden badenchuer unnd allhieysen vor- 
stehenden strengen resydenzs gannzs unmüglich ist, ratione 
decanatus. 

4. Auff rhatt deß herrn schwagerß von Prasperg, waß dem 
herren procuratori ad captandam possessionem auss denen 
behelffen so alle schrifftlich verfasst oder zeugnussen in allem 
zuüeberlyifern, damit sich waß in captandam possessionem 
zue tüegen von notten zu sein, solches bei der hanndt habe. 

5. Bey dem herren thumbdecane sich einstellen und auß 
rhatt deß herrn schwagerß von Praspergs alles zuo dyser sach 
taugenlich deinstlich anzaigen und inue von meynetwegen 
ganzs deinstlich bittende, in dyser unnd anderen Sachen das 
beste zue thun. 

6. erkhundigen in waß valor oder wertt die sylberkhronen, 
dopeil unnd duggaten gangendt so gewichtig seindt. 

7. herrn schwager von Prasperg die copey deß schreibenß 
an ir fürstliche gnaden zuo Aychstetten zuestellen. 

8. Den herren schwagernn von Prasperg auff das aller- 
höchste bitten, das er mit meynem bruodern Lauxsen gein 



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426 

Aychstetten ziehe und so immer müglich auch auff die zeytt 
so possessio genomen würdt, who aber solches mit der pos- 
session nit sein khan , alle anderung mit bruder Lauxen thain, 
damit allez woll von sthatten gange. 

9. Vettemn Hanß Ulrichen von Syrgenstain fruentlich 
deinstlich bitten, das er auch das beste thain welle wie er 
dan von mir vor dysem ersuecht worden schriflFtlich. 

Memoriall für bruoderen Lauxen. NB. mit der rytterschaflft 
vetter Marxs. 

Pap. von der Hand des Domdecans Sigmund von Wolfart. 

11. Schreiben des Hans von Sirgenstein d. ä. an den Domdecan Sigmund' 
V. Wolfurt. 

Eichstett 1609. Aug. 20. 

Hochehrwürdiger unnd edler insbesonders freundtlich lieber 
herr vetter, demselben seyen hinwiderumb mein gantz guet- 
willige dienst auch was ich mehr liebs und guets immer ver- 
mag jederzeit zuvor. Deß herren vettern sub dato den 11. 
hujus an mich abgangen schreiben, hab ich von widerbringern 
den 19. ejusdem alhier in Aichstetten wol empfangen und 
den inhalt, daß der herr vetter von jr bäbstlichen heiligkeit 
mit ainer thumbherrenpfruendt auf dem hochen stiflft Aichstetten 
allergenedigist begabt worden mit mehrerrem gern und mit 
sonderer begirde vemomen, unnd wünsche demselbigen dar 
zue vil glückh, hail unnd alles was jme zue zeitlich unnd 
ewiger wolfarth, nutz und gedeylich ist. 

Was dann des herren vettern ersuechen an sich selbsten 
belangt, habe ich gleich alsbalden desselbigen schreiben meinem 
freundtlichen lieben söhn Hannß Ulrichen von Syrgenstain etc. in 
originali fürgewiesen und weilen dem herrn vetteren wir beede 
jn annderem und mehrerem zu dienen genaigt und bereitt, 
jne meinen freuntlich lieben söhn dahin vermögt, er sich 
darauf darzue auch gantz guetwilUg erboten, wann durch den 
herrn vettern das aufschweren angesehen unnd jm zu wissen 
gemacht werde, neben andern zue ainem adelichen juranten 
zu bemelter aufschworung gebrauchen zu lassen. 

Welches dem heiTen vettern ich in eil zu begerter wider- 
antwurt dienst freuntlich nicht verhalten und uns darmit 
allerseits göttlicher treüwen protection befelhen wollen unnd 



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427 

bin unnd bleib dem herrn vettern alle angeneme gefellige 
dienst zu erweisen gantz bereit. 

Datum Aichstetten den 20. Augusti 1609 

des herrn vettern dienstbereitwilliger 
Hannß vom Sirgenstain der älter mpr. 

Aufschrift : Dem hochehrwürdigen und edlen herrn Sigmundt von Wolf- 
furtt, fürstlich hoher stifft Costantz thumbdechanteu meinem insbesondera 
freundtlichen lieben herrn vettern 

Costantz. 

Pap. Orig. mit Siegel. 

12. Schreiben des Wilhelm Schenk v. Staufifenberg an den Domdecan von 
Wolfurt. 

Hörn 1609. Aug. 20. 

Hocherwürdiger edler, demselben sein meine bereitwillige 
dienst und gruoß zuvor, in besonders lieber herr und vetter. 
Was der herr vetter verschiner zeit wegen uffschwehrung des- 
selben uff daß thumbstifft Eystett an mich in schrifften be- 
geret hatt, dessen wirdt er sich noch zu erinnern wissen. 
Wan ich aber selbige zeit keine willfehrig noch auch ab- 
schlegige antwordt geben mögen, in bedenckhung mir nit 
wissende gewest, ob die angesehene commission mit den be- 
ampten der landtvogtey in Schwaben ihren würcklichen fortt- 
gang erraicht oder tiicht, bin ich doch der zeitt sovil ver- 
stendiget worden, daß sie sich verlängern wirdet, also will ich 
mich uff den 4. Octobris nechstkommende in der statt Eystett 
beim neuwen würth begerter maßen gewiß und endtlich ein- 
stöllen, welcher dem herren vötter ich bey disem allein deß- 
wegen abgesendeten poten zur nachrichtung lenger ohnange- 
fuegt nit lassen wollen. Benebens hat auch der herr vetter 
meine begerte anen hibey zuempfahen, jme auch sonsten alle 
angeneme dienst zu erweisen bin ich erbiehtig. Gottes gnade 
mit unß allen. 

Datum Hörn den 20. Augusti 1609. 

Wilhelm Schenckh von Stauffenberg mpr. 

Aufschrift: Dem hochehrwürdigen edlen herren Sigmunden von Wolf- 
furt thumbdechanten des fürstlich hohen stififts Constantz und der leblichen 
thumbprobstey daselbsten Statthaltern meinem insonders lieben herrn und 
vettern 

Costantz. 

Pap. Orig. mit Sigel. 



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428 

13. Schreiben des Domdecans und Capitels zu Eichstätt an den Domherrn 

Sixt Werner v. Prasberg. 

Eichstett 1609. Sept. 15. 

Unser freundt chorbruederlich dienst zuvor, erwürdiger 
edler besonders lieber herr chorbrueder, unns hat der auch 
erwürdige und edle herr Sigmundt von Wolffarth* thumb- 
dechant zu Costantz diser tagen sein anaten sambt den 
juranten wie auch derselben anaten einlieffern und darbey an- 
deutten lassen, das er gewillt die aufschwerung uf das hieig 
in curia impetrirt canonicat uf 6. Octobris nechstkhünflftige 
fürzunemmen. Nuhn wollen zwar wir alle sambt und sonnders 
gern sehen, auch jme herm von WolfiFarth .von herzen wol 
gönnen, das die sach jren forthgang also haben khunde, die- 
weil aber wie verlautten will und uns glaubwürdige furkhombt, 
das jetzige von Wolffarth nicht deß alten WolfiFartjschen 
stammens seyen, sonnder bei mannesgedenckhen noch burger 
und holzhendler zu Bregenz gewesen, so die Leberer gehaissen 
und den Namen Wolffarth allein von dem buorkstall Wolf-^ 
fartb assumirt haben, allso und wan die sach jm grundt 
also beschaffen sein sollte, wurde er herr impetrant 
alhie zur uffschwerunge juxta statuta nostra. welche wie 
E. E. Selbsten bewußt, expresse erfordern, das derjenig so 
ufgeschworen will werden, uffs wenigist von seinen vier 
anen edel rittermessige und stifftgenoß sey, nicht gelangen 
künden , in maßen wir dann auch der aufschwörung so lange 
und biß dises, deß herkhomens halben, ex communi famA unß 
fürkhommen impedimentum auß dem weg gehebt würdt, und 
wir aigentlich wissenschafft bekhommen, wie es mit sein herren 
impetranten herkhommen beschaffen, nit wissen statt zu thuen. 
Und würde die sach sich mit denen vor disem allhie fürge- 
zeigten copys deren von Römisch kaiserlicher majestaet uf 
das burgstall Wolffarth erlangten lehenbriefen , in ansehung 
jm selbigen der von Wolffarth adelichen herkhommens vil- 
weniger das sy in der andern, so einkhommem bericht nach 
herrenstandts gewesen, fueßstapffen getretten, khein meidung 
geschieht, darzue das burgstall Wolffahrt juxta teuerem in- 
vestiturafum khein feudum nobile, sonndern ein zinßlehen ist, 
nit richten lassen. 

^ Der Name wird nicht nur hier sondern durchaus . durch das gauze 
Aktenstück hindurch, immer Wolffiarth geschrieben. 



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429 

Welches wir E. E. zu dem ende hiemit cborbruederlicher 
wolmainung eutdeekhen wollen, damit sie mit offgemeltem 
herren impetranten dahin handeln mögen, das er einweder, 
wie es sieh mit seinem adelichen herkhommen aigentlich be- 
schaffen und das er unsern statutis gemeß deß stifftsgenoß 
sey, außführlich berichte, oder im fall es mit dem herren 
und herkhommen vilieicht obangedeuttete gestallt bette, er 
sein in curia erlangtes jus etwan einem beim stifft wolbe- 
khandten freundt, allen theilen zum besten, resignieren thue, 
dardurch bleiben unsere statuta, darob wir sub poena perjurii 
halten müssen, ungeschwecht und er herr impetrant sambt 
den seinigen unbeschraytt. Damit dann dise sach in negst- 
khommendem capitulo peremptorio trium regum seinen gewissen 
ausschlag bekhommen möge, so seyen wir darz wischen über 
oberzeltes bericht und nachrichtung von E. E. oder dem herrn 
impetranten selbs gewerttig. Damit unnß sambtlich gottes 
seegen befechendt. 

Eystett den 15. Septembris anno 1609. 

Johann Ulrich Hundtpiss dechant 
und gemain thumbcapitl daselbst. 

Aufschrift: Dem erwürdigen und edlen herrn Sixt Werner Vogt von 
Summeraw von Prasperg der hohen stifft Eystett , Augspurg und Costentz 
thumbherren unserm lieben herrn chorbruder. 

Pap. Org. Mit dem Siegel des Domcapitels zu Eichstett, stumpfge- 
drückt, doch ist die Umschrift noch lesbar. 

14. Ain gründtlicher und wahrhaffter bericht auf ain schreiben so ein 
hocherwürdig thumbcapithul hocher stifft Aichstett dem erwürdigen 
edlen herren Sixt Werner Vogt von Altensummeraw und Prassberg 
den 15. Septembris 1609 zuegethon. 

C|| daß jetzige von Wolffurdt deß alten Wolffurtischen 
stammens nit seyendt. 

R. Man bekhenedt zwar, das wir jetzige von Wolffurth, 
alls alte adelspersohnen, nit die gahr uralten von Wolffurth 
seyendt, so ungefähr vor dreyhundert jähren abgestorben und 
herrenstandts geweßen, unsere löbliche allte vorellteren aber 
und wir nach jnen von Woffurth adelspersohnen seyendt, 
welches jr adeliches herkhomen auff die zwayhundert jähr und 
darübert genugsam probieren köndent. 

C|| sonder bey manßgedenckhen noch burgern und holtz- 
hendler zue Bregentz geweßen. 



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430 

R. Die altte kundtschaflften, so darundert etliche über die 
zwayhundert jähr und von ainem ersaraen rath zue Bregentz, 
von den gahr altten herren und erlichen burgern zue Bregentz, 
wie auch sonsten redlichen mennern daselbsten eingenohmen, 
werdendt diso wordt nit allain sonder auch anders vihl mehr, 
fumemblich aber unsers altens adelichen herkhomens khlar 
erleutteren, wie die sach im grundt allekhlich beschaffen. 

C|| so die Leberer gehayssen. 

R. Es mag sein, das vor zwayhundert jähren und noch 
vihl wejtter hinauß unsere lobliche uhraltte eltteren,"ehe sie 
zum adelichen thuen gekhomen , also möchten gehaissen haben, 
aber, wie dem allem ain jegklicher hochverstendiger bei jme 
wohl erwogen khan, das alles, was auff dißer vergengkhlichen 
weit ist und noch werden würdt, alles ain anfang haben mueß, 
nachgehends auch mittel und end. 

C|l und den nahmen Wolfurdt allain von dem burgstall 
Wolffurth assumirt habent. 

R. Es befremdet unnß nit weniger, allß wanen unsere 
altvorderen oder wir den nahmen von dem burgstall Wolifurt 
selbert assumirt hettendt, so doch in unseren vidimierten lehen- 
copiis von uhralter her genuegsamb vor disem gesechen und 
fürgezaigt worden, das solcher nähme unseren lieben alten 
voreiteren wie auch unß alle zeit von dem hochloblichen hauß 
Österreich gegeben worden und zweyfels ohne unsere geliebte 
uhr alt fordere ^ solchen nahmen und stammen Wolffurth durch 
jre threuwe kriegs dienst, so probierlich, rahüe und arbaith 
vom hochloblichen hauß Österreich allergenedigist begnadiget 
worden sindt. 

C|l Auffs wenigest von seynen vier anen edel rittermeßig 
und des stiffts genoß sey. 

R. solches würdt durch unsere sechszechen anatter gnueg- 
sam dargethan, auch überflüßig und vilfeltig probiert, unsers 
altten adelichens herkhumens, auch stattlichen zeugkhnüssen 
deren herren der statt Bregentz, da ihe und allwegen namb- 
lich zue Bregentz auff der Reuttin oder Wolffurth unnsere 
liebe alte vorellteren wonhafft gesessen, also wellen wir unns 
getrösten und verhoffen der stiflter woll genossen zue sein, 
wie dann nit weniger zue probieren, das Wolfurdt allß altes 

* Hier öcheint das Wort „mit^ zu fehlen. 



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431 

adeliches geschlecht mehr und vihl dero fürstlich stift besessen 
und in denselbigen loblichen einkhumen. 

C;| Der aufschwerung nit kündt statt gethon werden, biß 
ex communi fama unnß furkhuinen impedimentum auß dem 
weg gehept würdt. 

R. die. weit mag sagen was sie will, doch so es an die 
bundtrehmen geht, so haist es bei den hochverstendigen da 
probandi \ derwegen wir unnß, wie auch oben angedeutet, 
auf jr hochfiirstlich durchlaucht gnedigisten erthailten urkhundt- 
lichen Scheins, wie auch auflf die verhördte kundtschafften bei 
den herren von Bregenz gezogen haben wellen. 

C|| Und wurde die sach sich mit denen vor diesem alhie 
fürgezaigten copiis deren vom Romisch kayserlichen majestät 
ect. nit richten lassen. 

R. das aber nit gnuegsamblich vor diesem zue Aichstetten 
fürgezaigten vidimirtten lechencopiis deren von Romisch kai- 
serlicher majestaet auff das burgstall Wolffurth erlangten 
lechenbrieffen unser alts adeliches herkhomen solte probiert 
sein , auch juxta tenorem investiturarum das burkhstall Wolf- 
furth khain feudum nobile sonder zinßlechen sey, so erscheint 
doch jm grundt starckh das widerspill, namblich durch die 
sechzehen anatter auch kundtschafften und danen solches und 
furnemblich der hochwürdigest durchleuchtigist herr herr 
Maximilian ertzherzog zue Oesterreich ect. unser allergnedi- 
gister herr under jr hochfurstlichen durchlaucht secret und 
sigillo bekhrefftiget und derotwegen weitters die vor fürge- 
zaigten lechencopias widerumb zue weyßen unvonnötten er- 
achtendt, weyl auß jr hochfürstlich durchlaucht allergnedigste 
mitgethailte zeugkhnuß khlarlich zuerkhennen, das die bürg 
Wolffurth feudum nobile und nit feudum censuale sey, und 
unsere liebe alte voreltteren allewegen solches von dem hoch- 
loblichen hauß Österreich allerunderthenigist zue ainem ade- 
lichen lechen empfangen. 

C|! in eadem clausula würdt inseriert vill weniger das sie 
in der anderen so einkhomenen bericht nach herrenstandts 
geweßen, fueßstopffen getretten, khain meidung geschieht. 

R. solches khann nit wohl sein auß zwayer Ursachen willen, 
die erste weil die uhraltten von Wolffurth, vor dreyhundert 

^ sc. oopiam oder facaltatem. 



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432 

jähren herrenstandts gewesen, unsers geschlechts aber alte 
liebe vorelltern adelspersohnen, die ander ursach weyl die 
uhraltten von Wolffurth vor dreyhundert jähren ungefehr ab- 
gestorben, unsers geschlechts aber liebe vorelltern und wir biß 
dato auff die zwayhundert jähr und darüberdt aldt seyendt. 
wie solches alles überflüssig und vilfeltig dargethon worden. 

Solcher bericht auff das schreiben aines hoch und erwür- 
digen thumbcapithuls hocher stifft Aichstett an den erwürdigen 
edlen herren von Praßberg ect. hat wie billich gebuerender 
maßen und ganz dienstlich gegeben sollen werden, zue besserer 
nachrichtung, unangesechen man vermaint, das solche statt- 
liche zeugkhnüssen, so in originali verbanden alles in ob- 
bemeltem schreiben gebuerender massen ablegendt und in 
dem grundt zuverstehen gebendt, alles unsers adelichen altens 
herkhomens und anderes mehr beschaffen. 

Pap. Alte Copie. 

15. Eingabe desLaux von Wolfurt an die Oesterreichische Regierung (1609). 
Wolgeborn edl gestreng hochgelert vest gnedig und günstig 
herren, demnach die babstlich heyligkeit meinem herren brue- 
dern Sigmunden von Wolfurth, der zeit thumdecano zu 
Costantz, ain canonicat der hohen sifft zu Eystett vor dißem 
bewilliget und conferieret und gedachter mein brueder nun- 
mehr aufzuziehen vermainet, wirdet jme vom thumcapitel 
daselbst, unangesehen wir unser adelich herkhumen genugsam 
probiert, auch anderes nicht allain diß für und eingeworffen, 
daß mein von dem hochlöblichen hauß Osterreich innhabendt 
lehen, als die bürg Wolfurt nit ain adelich sondern allain 
gemaines pauren — oder zinßlehen seye. Wan aber meine 
voreitern solches von vilen jaren her änderst nit als fir ain 
adelich lehen ingehabt , sich davon geschriben und in ansehung 
dessen mich vor disem, auf der fürstlichen durchlaucht erz- 
herzog Maximiliani zu Osterreich meines gnedigsten herren, 
gnedigster zueschreiben , deroselben auf den nothfahl mit zway 
geristen pferdten zu dienen anerbotten, gelangt deshalben an 
euer wolgeboren und gestrengen mein underthenig bitt, mir 
hierumben daß angedeite bürg für ain adelich lehen gehalten 
werde, undter hochstgedachter fürstlichen durchlaucht secret 
und insigel urkhundlichen schein, wir uns dessen angedeiter 
ortten zu gebrauchen und fürzuweißen haben, gnedig zu er- 
theilen und denselben dieweil ich allain der sachen halber 



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433 

mit schweren costen alhie lige, mit ehistem zu befirdern und 

thue euer gnaden mich hiemit gehorsamlich bevelhen 

Euer wohlgeboren und gestrengen 

underthenig gehorsamer 

Laux von Wolfurth. 

An eine lobliche 0. 0. regierung. 
Pap. Concept. 

16. Zeugniss der Oesterreichischen Regierung für Laux von Wolfurt. 
Innsbruck 1609. Dez. 3. 

Wir Maximilian von gottes gneden ertzherzog zu Oester- 
reich, herzog zu Burgund, Steyr, Kärnten, Crain und Wiert- 
temberg, administrator des hochmaisterthumbs in Preußen, 
maister Teutschordens in Teutsch- und Welschen lannden, 
graf zu Habspurg und Tyrol, bekhennen, demnach unns unnser 
getrewer lieber Laux von Wolflfurth gehorsamst erinnert was 
gestalt jme die bürg Wolflfurth sambt derselben ein und zu- 
gehörung von unns und unnserm löblichen haus Oesterreich 
zu lehen verlihen, auch hierumben gewohnlicher lehenbrief ver- 
ferttiget worden, und dieweil angedeut lehen ein adelich guett 
sein unnd darfür gehalten werde, wir jme dessen urhkhundt- 
lichen schein, damit er selbigen seiner notturflft nach zu ge- 
brauchen und fürzuweisen habe, gnedigist erthailen weiten 
underthenigst gebetten; wann wir dann vorangezaigte bürg 
Wolflfurth als unsers haus Oesterreich aigenthumb änderst nit 
als für ain adelich guett gehalten, jme von Wolflfurth auch 
dasselbig für sich und seine erben dergestalt verlihen, allso 
haben wir jme sollich sein bit und anrueflfen nit verwaigert, 
sonder hiemit dessen urkhundtlichen schein undter unserm 
fürstlichen secret und innsigel geferttiget , damit er sich dessen 
gebrauchen und selbigen , da es die notturflft erfordern wurde, 
fürzuzeigen habe, yedoch unns und unnserm loblichen haus 
Oesterreich ohne nachthail und schaden erthailt und zuege- 
stellt, thuen das auch hiemit wissentlich. Mit urkhundt diß 
brieflfs der geben zu Innsprugg den dritten tag monats De- 
cembris im sechszehenhundert und neundten jar. 

Samuel freiherr von Wolckhenstain mpr. (L.S.) 

commissio Serenissimi dni. 

archiducis in consilio. 

Johan Castner D. 

Tyrol vicecanzler. 

Pap Orig. Ph. S. Stremayr mpr. 

ZeitBchr. XXXIII. 28 



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434 

17. Schreiben des Officials Friedrich Staffel an den Domdecan von Wolfurt. 
Eichstett 1610. Jan. 14. . 

Ehrwürdiger unnd edler, demselben sein mehrmals meine 
gantz ergebene dienst neben wünschung eines genadenreychen 
glückhafften iars zuvor. Großgünstiger geliebter herr thumb- 
dechent, zu vorhabendem werck der Eystettischen uflfschwerung 
wolte ich gern und were mir nichts lieber gewesen, denn 
daß E. E. abgeordnettem guetten herrn unnd freundt, ich nit 
allein räthlich sondern auch behülfflich sein kinden, in eflFec- 
tuierung seines vast gepflogenen vleyß mühe und arbeyt, aber 
was die verhindernuß , daß sich dise sach biß dato verweilen 
thuet, werden sie von dero abgeordnetten genugsam wo nit 
uberflüßig selber versehen. 

Meines erachtens wan noch zwey stuck produciert, zur 
band gebracht und capitulariter insinuirt werden, hab ich den 
minsten zweyffel deß entlichen erwünschten vortganges, von 
denen stucken unnd requisiten ich in meinem letzten schreyben 
was angedeut, aber maus nit in acht genommen, so balt 
mir aber das capittularisch schreyben an herrn von Prasberg 
fürkommen, ich gestracks bey dem abgeordnetten den abgang 
solcher requisiten sehr lamentirt unnd zuevorgesagt, was im 
nacher begegnet. 

Itzo bewendet es alles an deme, daß eheernanter herr 
von Praßberg genugsam informirt unnd instruirt werde, als- 
dan ist der Sachen allerdings geholffen. Der allmechtig geh 
seinen reychlichen segen darzu. Unnß seinen göttlichen gnaden 
samentlich anbevelchent. 

Datum Eystett den 14. Jenner anno 1610. 

E. E. 

dienstgeflißener 

Fridrich Staffel 

fürstl. official und rath daselbsten mpr. 

Aufschrift ; Dem ehrwürdigen edlen herren Sigmund von Wolfurt , des 
hochen Stifts Costnitz thumhdechent und der löblichen thumbprobstey da- 
selbsten Statthalter, meinem grossgünstigen geliebten herrn. 

Pap. Orig. mit Siegel. 

18. Enndschaft des Abts Bernhard von St. Gallen. 
St. Gallen 1610. Febr. 9. 
Wier Bernhard von gottes gnaden abbte des gottshaus 
St. Gallen, so ohne mitel dem hailigen stuel zue Rhom under- 



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435 

worflfen, St. Benedicten ordensect., thuendt khundt mit disem 
offnen brieff , demnach unnß der edel unnser lieber besonderer 
Laux von Wolflfurdt zu erkhennen geben, obwohl er sambt 
seinen lieben voreltem seligen das schloss und bürg Wolffurdt 
bei Bregenz gelegen, sambt seinen zuegehörungen und per- 
tinentiis, über alles menschen gedenckhen, als dero adeliche 
stamhauß von deme sie iren adelichen namen haben, aigen- 
thumblich besessen, noch heutigs tags also inhaben, besitzen 
und biß auf inne continuiren ect., wolle doch an fürnemen 
orthen, aus vermainter dis orths wenig glaubhaflfter historien, 
dafür gehalten werden, als were solcher adelicher sitz noch 
bei menschen gedenckhen, bekanntlichen in anno 1530, von 
unserm herrn vorfaren abbt Kiliano christmiltseeliger gedecht- 
nus, an unnser gottshaus St. Gallen kheufflichen gebracht, 
und erst nach solchen jaren auf seine gemelts Lauxen von 
Wolflfurts voreitern von unnserm gottshauß transferirt worden, 
so doch das widerspil und nemlich dis war seie, daß selbige 
zeit, wegen khriegs und andern gefahren, hochgedachtem 
unnserm herrn vorfaren, gemelt deren von Wolffurdt stamb- 
hauß bestandts weiß von dessen lieben voreitern were ein Zeit- 
lang eingeben worden, inmassen sich ohne zweifei, wie und 
weßgestalt mer hochgedachter herr abbt Kilian solches hauß 
ein Zeitlang bewont, bei unserm gotteshauß befinden werde, 
mit unterthenigem bitt , wir geruehen ime zue Steuer der war- 
haidt, under unnserm äbbtlichen secret insigel, beschaffenhaidt 
der Sachen urkhundt (sich deren zue seiner und der seinigen 
notturfft haben zue gebrauchen) mitzuthailen. 

Wann wier dann erwogen, daß solches begeren an ime 
Selbsten zimblich und wir gegen meniglichen die warhaidt 
zuebefürdern unß schuldig erkhennen, also haben wir unnß 
auß unnsers gottshauß annalibus und glaubwürdigen schrifften 
informirt und die sach volgendermaßen befunden, das nemb- 
lich zuer zeit als die widerwertige religion in der Eidtgenossen- 
schafft und 4er statt St. Gallen eingerissen, etliche unnsere 
geerte herrn vorfaren, innsonderhaidt aber abbt Kilian wohl- 
seeliger gedächtnus , sambt etlichen des convents sich in dem 
schloss Wolffurth bei Bregentz_ (wie wir darfür haltend, mit 
besondern deren von Wolffurth bewilligung) wonlich aufgehalten 
und ein Zeitlang residirt haben, das aber solcher adeliche sitz 
iemahls an unnser gottshauß St. Gallen durch khauff, donation 

28* 



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436 

andere contract khumen, oder widerumben vom gottshauß 
St. Gallen alienirt und verkhaufft worden seie, wir nach der 
zeit bei unnsers gotteshauß geschrifften und annalibus nit 
befunden, inmassen wir auch darfür halten khünden, daß 
solches schloss Wolflfurth sambt seinen zuegehörden iemahls 
zue merbesagtem unnserm gotteshauß St. Gallen gehördt habe, 
oder anderergestalt denn wie obgemelt durch unsere in gott 
ruchende herren vorfaren wohlseeliger gedächtnus were bewont 
worden. Zuo urkhundt haben wier unnß mit aigner handt 
underschriben und unnser äbbtlich secret innsigel (doch unnß 
unnsern nachkhommen und gottshauß St. Gallen in allweg 
ohne nachthail und schaden) fuertruckheri lassen. 

Geben in unnserm gottshauß St. Gallen den neunten 
Februarij als man nach Christi unsers hailandts und seelig- 
machers geburdt zeit sechzehenhundert und zehen jar. 

Bernhardt Abbt mpr. 

Pap. Orig. mit aufgedrucktem Secret-Siegel. 

19. Beschluss des Domcapitels zu Eichstätt die Admission des Domdecans 
von Wolfurt betreflfend. 

Eichstätt 1610. May 8. 

In Sachen herrn Sigmunden von Wolfurth dombdechants zu 
Costnitz, uf alhiesigem stiflfl Eichstet in curia Romana er- 
langt canonicat betreffend, erklert sich ein hocherwirdig domb- 
capitel für dises mall dahin, das ermelter herr vonWolfuhrt 
uf seine, seines adelichen herkhomens halben vor disem und 
jezo zue ablegung hierinnen an etlichen orthen erschollenen 
widerigen geschrays einkhomene bericht, kundtschafften und 
andere documenta, ad possessionem geregtes canonicats, wann 
er sich hierzue mit der gewondlichen uffschwerung und andern 
requisitis femers qualificiert machen würdet, salvis huius 
ecclesiae privilegiis et laudabilibus consuetudinibus, zugelassen 
werden solle. 

In capitulo den 8. Marty anno 1610. 

Syndicus in fidem spt. 
Pap. Cop. ^ 

20. Schreiben des Hans Ulrich von Sirgenstein an den Domdecan Sigmund 
von Wolfurt. 

Eichstett 1610. März 28. 
Hochehrwurdiger herr, demselbigen seyen meine fruentliche 
und guetwillige diennst zuvor. Erwürdiger lieber herr vötter, 



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437 

desselbigen schreiben underm dato Costentz den 19. Martij 
ist mier den 27. diß zuo recht eingehendiget, darauß ich 
(daß der herr vötter von dem ehrwürdigen und edlen herm 
Syxt Werner Vogt von Summeraw zuo Prasperg ect. bericht 
worden , wie daß ein hocherwürdig thumbcapitel allhie ab deß 
herrn vöttern überschickhten Widerlegung und gezeuckhnüßen 
ihrer gehabten bedenckhen günstig woU benueget und gesät- 
tiget seint, also daß die uflfschwerung nach dessen gelegenheit 
noch für und an die handt genommen werden, zuo welchem 
der herr vötter mich für einen nit allain juranten sonder auch 
als zuo ainem directorem gebrauchen wöll lassen, mit mehrerem 
Inhalt) vernommen, zuo welchem vorhaben ich anfencklich dem 
herrn alle glückhseelige wolfarth wünschen thue. 

Mein persohnn betreflfent, will ich an meinem fleiß vil 
weniger an mühe und arbaith nicht erwinden lassen, hab 
hieruff nit underlassen wollen mich alsbaltten zue dem herren 
thümbdechant zu verfüegen , ob ihrer hochehrwürthen und 
einem hocherwürdigen thombcapitel der afiftermontag nach 
quasimodo, den 20. Apprilis, wie auch die eingegebenen 
juranten mechten gelieben lassen. Ist mier von hochermeltem 
herren thümbdechant diserbeschaidt erfolgt , daß ain hocherwürdig 
thumbcapitel allhie zue Eystett mit den juranten wie auch 
mit dem ernannten tag als den 20. Apprilis woU zufriden 
seyen. 

Waß aber meine mitjuranten anlangt, daß solche von 
herr thümbdechant (weils deß herkhumens halben ain strit 
gegeben) sollen informiert werden , hat hoch und erst genandter 
herr thumbdechent unß die beweiß und documenten durch den 
herr syndicum zuestellen lassen , unß darinen zu ersehen haben, 
verhoflfend meine mitjuranten (welche der zeit nit alle an der 
stöll) werden sowenig alß ein hocherwürdiges thumbcapitel, 
wann man sich den statutis gemeß macht, bei so beschaffenen 
dingen zu schweren khain bedenckhens haben, who aber 
wider verhoffen anderß, berichte ich dem herrn vötter durch 
eigenen poten. Statt also bey demselbigen, jhemanß hieher zue 
schickhen oder mier daß gelt deß schreiben gemeß zuekhumen 
zulassen. 

Welches ich zuo deß herren vötter nachrichtung unver- 
halten nit hab sollen lassen, sich darnach zu richten haben, 



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438 

mich hiemit jederzeit zue diennsten befehlende. Datum Eycli- 
stett den 28 Martii anno 1610. 

deß herrn vöttern dienstwilliger 
Hannß Ulrich von Sirgenstain mpr. 
Aufschrift: Dem hochehrwürdigen und edlen herren herrn Sigmundten 
von Wolfurth thumbdechant zue Costantz und thumbherren zue Eych- 
stett ect. meinem insonders freundtlichen lieben herrn vöttern. 
Pap. Orig. mit Siegelrest. 

21. Schreiben des Domdecans Johann Ulrich Humpiss von Waltrams. 
Eichstett 1610. März 28. 
Hocherwürdiger edler sonders lieber herr vötter, dem sein 
mein freundtlich dienst und grues zuvor. E. E. * schreyben 
underem dato Costenntz den 19. diß hab ich empfanngen und 
inhalts vernomen, daß dann E. E. die aufschwerung auf den 
20 Apprilis negstkhünftig anzestöUen bedacht. Steet solchs 
bey derselben gelegenhait. Waß ich guets bey der Sachen 
thuen khan , soll an mir nicht erwinden und hab es Euer E. 
in eyl wegen, viler kirchen und andern Verrichtungen loco 
recipisse für dißmal vöterlich anfuegen wollen. Datum Ejstett 
den 28 Martij anno 1610. 

f reundtguetwillig 
Johann Ulrich Hundtpis von Waltrams 
thumdechent daselbst. 
Aufschrift: Dem hocherwirdigen und edlen herren Sigmundt von 
Wolfurth Thumbdechant zue Costenntz meinem freundtlichen lieben herren 
vöttern Costenntz. 

Pap. Orig. mit Siegelspur. 

22. Antwort des Domdecans Sigmund von Wolfurt. 
Constanz 1610. Apr. 12. 

Hochehrwürdiger edler besonders lieber herr vetter, jme 
seyen mein freundtlich dienst und gruoß zuvor. E. E. schreiben 
unter dato Aichstedt den 28 Martij hab ich empfangen und 
darauß derselben an mich freundtlich erbieten von hertzen gern 
vernohmen. Deßwegen nit underlaßen wollen sie nochmalen 
fraindtlich zu ersuchen in nechstkhünftigen meiner aufschwerung 
jrem erbieten gemeß daß best zuo thun und der Sachen zno 
völligem ende abhelfen. Thuen sie damit mich zu aller fraindt 
und dienstlich willen verbinden und bin gegen derselben jm 

^ Ehrwürden. 



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439 

werckh selbsten solches spüren zuolaßen erbietig. Datum 
Costantz den 12. Aprilis anno 1610. 

E. E. 

fraindt guottwilliger. 
Pap. Concept. Auf der Rückseite des vorstehenden Schreibens befindlich. 

Roth V. Schreckenstein. 



Zu Peter Luder's Lobrede auf Pfalzgraf 
Friedrich den Siegreichen. 

Der Grossherzogliche Bibliothekar in Karlsruhe, Herr Dr. 
A. Holder, hat die Güte gehabt, mir von einer daselbst be- 
findlichen, aus St. Peter bei Freiburg stammenden Handschrift 
(n. 77) Nachricht zu geben, welche auf F. 11 den in dieser 
Zeitschrift 22 , 41 (Separatausgabe des Artikels P. Luder S. 9) 
erwähnten Brief an den Pfalzgrafen enthält,. und auf F. 12 — 20 
die mit demselben übersandte Red« zu Ehren des Fürsten. 
Letztere habe ich in dieser Zeitschrift 23, 21 flf. aus einer 
Wiener Handschrift herausgegeben; sie ist merkwürdig durch 
das Plagiat, welches Mathias von Kemnat daran verübt hat. 
Ich bemerkte damals, dass sie nicht vor dem Herbst des 
Jahres 1457 gehalten sein könne; jetzt erfahren wir das 
Datum. Sie hat fiämhch die Ueberschrift: Oratio Petri Lüder 
de Kyslauwe habita Heydelberge die XI Februarii 1458. 
Das Begleitschreiben ist datirt: Heydelberge VIII idibus 
Marcias millesimo quadringentesimo quinquagesimo octavo 
anno. An demselben 8. März datirte er das 22, 49 (Separat- 
ausgabe S. 17) erwähnte Dankschreiben an einen Gönner, der 
ihn mit Kleidern versehen hatte; er berührt darin die bevor- 
stehende Audienz beim Fürsten, in welcher er die Rede über- 
reicht haben wird. 

Berlin. 

W. Wattenbach. 



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440 



Badische Literatur 

aus den Jahren 1877—1879.* 



i. Statistisches aus Verwaltung, Justiz u« s. w. 

Badens wirthschaftliche Lage im Jahre 1875. (Aus Engel, E. 
Statist. Correspondenz, in der Karlsr. Ztg. 1877, 14 Beil.). 

Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Gross- 
herzogthums Baden. ' Herausg. vom Handelsministerium. 
Karlsruhe. Müller. Heft 37. 1878. — Heft 39. 1878. — 
Heft 40. 1878. 4^ 

Erhebungen, statistische, zu den amtlichen Jahresberichten 
über die Ergebnisse der innem Verwaltung im Gross- 
herzogthum Baden für das Jahr 1876, mit erläuternden 
Vorberichten der grossh. Landeskommftsäre. Veröfifent- 
licht auf Anordnung des grossh. Ministeriums des Innern. 
Karlsruhe. Macklot (1878). — Für 1877 (1879). — Für 
1878 (1880). Lex. 8^ 

Jahrbuch, statistisches, für das Grossherzogthum Baden. 
Karlsruhe. Macklot. VIH. Jahrg. 1875. S. Vm. 210. - 
IX. Jahrg. 1876. S. VIH. 210. — X. Jahrg. 1877. S. VIIL 
216. gr. 8^ 

Jahresbericht des grossh. bad. Handelsministeriums 
über seinen Geschäftskreis für die Jahre 1876 u. 1877. 
Karlsruhe. Braun. (1878.) Lex. 8«. S. 117. 

Jahresbericht liber die Eisenbahnen und die Dampfschiff- 
fahrt im Grossherzogthum Baden für das Jahr 1876. Im 
Auftrag des grossh. Handelsministeriums herausg. von 
der Generaldirektion der bad. Staats -Eisenbahnen, zu- 

^ Siehe Bad. Literatur früherer Jahre verzeichnet in der Zeitschr. 
f. d. Gesch.. d. Oberr. Bd. XXIX S. 438. Anm. 1. 



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441 

gleich als Fortsetzung der vorangegangenen Jahrgänge 
36. Naehweisung über den Betrieb der grossh. bad. Staats- 
Eisenbahnen und der unter Staatsverwaltung stehenden 
bad. Privat-Eisenbahnen. Karlsruhe. (Müller.) 1877. Lex. 8®. 

— Dasselbe für das Jahr 1877. (Karlsruhe 1878.) 
~ Dasselbe für das Jahr 1878. (Karlsruhe 1879.) 

Mittheilungen, statistische, über das Grossherzogthum 
Baden. Bd. IL Nr. 11—20. (1877—1879.) 8^ 

Nachweisungen, statistische, aus der Forstverwaltung 
des Grossherzogthuras Baden für das Jahr 1878. Karls- 
ruhe. Müller. 1880. S. 117. 4«. 

Uebersicht der bürgerlichen Rechtspflege im Gross- 
herzogthum Baden während des Jahres 1876. Herausg. 
von dem grossh. Justizministerium. Karlsrühe. Müller. 
1877. S. VlIL 40. 4«. 

— Dasselbe für 1877. Karlsruhe. 1878. S. VIIL 39. 

— Dasselbe für 1878. Karlsruhe. 1879. S. VIIL 39. 
Uebersicht der Strafrechtspflege im Grossherzogthum 

Baden während des Jahres 1876. Herausg. von dem grossh. 
Justizministerium. Karlsruhe. Müller. 1877. S. 75. 4^. 

— Dasselbe für 1877. Karlsruhe. 1878. S. 75. 

— Dasselbe für 1878. Karlsruhe. 1879. S. 75. 
Verzeichniss, alphabetisches, der activen Hof- und Staats- 
diener des Grossherzogthums Baden nach dem Stande 
vom Anfang September 1878 nebst kurzen Personal- 
nachrichten. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und 
mit einem Anhange versehen, welcher Verzeichnisse der 
Anwälte, Notare und Steuerkommissäre, sowie der 
Referendare und Praktikanten enthält. Karlsruhe. Braun. 
1879. S. IV. 156. 8^ 

Die grösseren Städte Badens während der Jahre 1852—1857. 
' (Karlsr. Ztg. 1877. 116 Beil., 117 Beil.) 

li. Heilkunde. Geeundheitspflege. 

Mittheilungen, ärztliche, aus Baden. Herausg. von Dr. Robert 
Volz, grossh. bad. Obermedicinalrath und Bezirksarzt 
in Karlsruhe. Jahrg. XXXI— XXXIII. Karlsruhe. (Maisch 
u. Vogel.) 1877—1879. 8^ 

Bädersommer 1876. (Aerztl. Mitth. 1877. S. 53, 86.) - 



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442 

1877. (Ebend. 1878 S. 43, 95.) — 1878. (Ebend. 1879 

S. 51, 59.) 
Bewegung, statistische, der Aerzte in Baden 1877. (Aerztl. 

Mitth. 1878 S. 217.) 
Bindehaut-Entzündung, epidemische, in Konstanz. (Aerztl. 

Mitth. 1877 S. 35.) 
Brenzinger. Eine Diphtheritisepidemie in Götzingen. (Aerztl. 

Mitth. 1877 S. 27.) 
Erggelet, F. Die Gesundheitsverhältnisse der Bevölkerung des 

Amtsbezirks Sinsheim. Heidelberg. Weiss. 1877. S. 31. 8®. 
Das Friedrichsbad in Baden. (Aerztl. Mitth. 1877 S. 189, 

199. Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 299 Beil., 300 Beil.) 
Kirn. Oberrheinischer Aerztetag. (Aerztl. Mitth. 1878 S. 146.) 
Die Kreis-Pflegeanstalten in Baden. (Aerztl. Mitth. 1879 

S. 135, 143.) 
Masernepidemie im Amtsbezirke Lahr. (Aerztl. Mitth. 1878 

S. 24.) 
Rehmann. Die Indikationsfolge für Bad Langenbrücken. 

(Aerztl. Mitth. 1877 S. 107.) 
Eine Scharlachepidemie im Bezirke Neustadt. (Aerztl. 

Mitth. 1878 S. 38.) 
Seh edler. Der Kurort Ueberlingen am Bodensee. (Aerztl. 

Mitth. 1879 S. 79.) 
Die Schulfrage und die darauf bezüglichen Verhandlungen 

des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege. 

(Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 275-278. Beil.) 
Standesordnung der Aerzte. (Aerztl. Mitth. 1877 S. 1, 9.) 
Aus der Thätigkeit des Hospitales in Pforzheim. (Aerztl. 

Mitth. 1877 S. 84. 1878 S. 65.) 
Die Üniversitäts-Irrenklinik in Heidelberg. (Augsb. Allg. 

Ztg. 1878. 295 Beil.) 

ill. Vereine für Krankenpflege, Wohlthätigkeit und eonetige 
gemelnnOtzIge Zwecke. 

Blätter des Bad. Frauenvereins. Karlsruhe. Braun. 8^. 1877 
u. 1878 redig. von Dr. Spemann, 1879 von Verwaltungs- 
gerichts-Rath Sachs. 

17. Jahresbericht des Vorstandes des Bad. Frauenvereins 
unter dem Protektorate Ihrer Königl. Hoheit der Gross- 
herzogin Luise über seine Thätigkeit während des Jahres 



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443 

1876. Karlsruhe. Braun. 1877. S. 56. 8^ (Vergl. Karlsr. 
Ztg. 1877, 222 Beil.) 

18. Jahresbericht des Vorstandes des Bad. Frauenvereins 

etc. Karlsruhe. 1878. S. 60. 

19. Jahresbericht. Karlsruhe. 1879. S. 72. 

Jahresberichte der Kleinkinder- Bewahranstalt in Karls- 
ruhe, des Mutterhauses für Kinderpflege zu Nonnenweier 
bei Lahr, der Hardstiftung zu Welschneureuth bei Karls- 
ruhe, der Rettungsanstalten in Dinglingen, Niefernburg, 
Tüllingen. 

Badischer Landes-Hilfsverein. 5. Rechenschaftsbericht für 
die Jahre 1876 u. 1877. Karlsruhe. Maisch u. Vogel. 1878. 
S. 27. 8^ 

Rechenschaftsbericht des Hilfscomites zur Unterstützung 
der Brandbeschädigten in Todtnau. Schopfheim, Uehlin. 

1878. S. 38. 8^ 

Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit des Karlsruher 
Männer -Hilfsvereins während der Jahre 1874 bis incl. 

1877. Karlsruhe. Braun. 1878. S. 27. 8^ 
Allgemeine Volksbibliothek mit Lesezimmer, gegründet 

vom Karlsruher Männer-Hilfsverein. Rechenschaftsbericht 
des Aufsichtsrathes für 1876. Karlsruhe. Braun. 1877. 
S. 10. 80. 

Rechenschaftsbericht der allg. Volksbibliothek für 1878. 
Karlsruhe. Gutsch. S. 4. kl. 8^ 

Allgemeine Volksbibliothek (des Männer-Hilfsvereins in 
Karlsruhe). Zweiter Nachtrag zum Hauptkatalog. Aus- 
gegeben im Okt. 1877 Nr. 518—790. S. 9. 8^ 

Allgemeine Volksbibliothek (des Männer-Hilfsvereins in 
Karlsruhe). 2. u. 3. Nachtrag zum Hauptkatalog. Aus- 
gegeben im Sept. 1879 Nr. 518—1027. Karlsruhe. Braun. 
S. 17. kl. 8«. 

Suppenanstalten zu Freiburg. (Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 24.) 
Karlsruhe. (25, 26.) Mannheim (29.) 

Vom Bad. Frauenverein. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1878 
S. 144.) 

IV, Naturwissenschaft 

Benecke, E.W. u. Cohen, E. Geognostische Beschreibung 
der Umgegend von Heidelberg. Strassburg. Trübner, 

1879. Heft 1. Das Grundgebirge. S. X. 188. 8^ 



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444 

Ecker, A. Ovibos fossilis in dem qüaternären Knochenlager 
von Langenbrunn. (Arch. f. Anthropol. X, 328.) 

Fraas. Hohentwiel und das Hegau. Vortrag. (Karlsr. Ztg. 
1879, 21.) 

Ein Gang durch die Gewächshäuser des grossh. botanischen 
Gartens. (Karlsr. Nachr. 1879 Nr. 34, 38, 40, 41.) 

VIII. Jahresbericht der grossh. bad. meteorologischen Cen- 
tralstation Karlsruhe für das Jahr 1876. Bearb. von Ose. 
Kuppel. Karlsruhe. Braun. (1877.) S.92. — IX. Jahres- 
bericht für 1877. (1878.) S. 92. — X. Jahresbericht 
für 1878. (1879.) S. 79. 8^. 

Just, Leo. Die Naturforscher- Versammlung in Baden. (Karlsr. 
Ztg. 1879, Lit. Beil. S. 193.) 

J(ust), L. Die Naturforscher- Versammlung in Baden-Baden. 
(Karlsr. Ztg. 1879, 237.) 

Knop, A. üeber die hydrographischen Beziehungen zwischen 
der Donau und Aachquelle im bad. Oberlande. (N. Jahrb. 
für Mineralogie. 1878, 350.) 
— Uebersicht über die geologischen Verhältnisse der Um- 
gebung von Baden-Baden. Mit einer geologischen Karte 
der Umgegend von Baden-Baden. Karlsruhe. Braun. 
1879. kl. 8^ 

(Knop, Adolf.) Versammlung der deutschen geologischen Ge- 
sellschaft in Baden 26.-27. Sept. 1879. (Karlsr. Ztg. 
1879, Beil. zu Nr. 234.) 

Lepsius. Die XI. Versanmilung des oberrh. geologischen 
Vereins (zu Altbreisach). (N, Jahrb. für Mineralogie 

1878, 715.) 

Miller, K. Ueber die geognostischen Verhältnisse von Meers- 
burg und die Entstehung des Bodensees. (Sehr. f. d. 
Gesch. d. Bodens. IX, 103.) 

Mittheilungen über das Klima am Feldberg. (Karlsr. Ztg. 

1879, 48 Beil.) 

Platz, P. Gletscherspuren im Schwarzwald. (N. Jahrb. für 

Mineralogie 1878, 56.) 
Reh mann, E. u. Ecker, A. Zur Kenntniss der qüaternären 

Fauna des Donauthales. II. (Arch. f. Anthropol. X , 399.) 
Sandberger, F. Ueber seine Excursionen in der fränkischen 

Trias und im Schwarzwald. (N. Jahrb. für Mineralogie 

1877, 57.) 



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445 

Schaaff hausen. Die Anthropologen-Versammlung in Kon- 
stanz. (Jahrb. d. Ver. v. Alterth. fr. im Rheinl. Heft 61, 
159—168.) 

Tageblatt der 52. Versammlung deutscher Naturforscher 
und Aerzte in Baden-Baden. 1879. Baden-Baden. Hagen. 
S. 361. 4«. 

Untersuchungen aus dem physiologischen Institute der 
Universität Heidelberg. Herausg. von W. Kühne. Heidel- 
berg. Bd. I. 1878. S. 486. 8^ 

Valentiner, W. Astronomische Beobachtungen auf der 
grossh. Sternwarte zu Mannheim angestellt. IH. Abth. 
Mikrometrische Ausmessung von Sternhaufen. Karlsruhe. 
Braun. 4». 

Verhandlungen des naturhistorisch -medicinischen Vereins 
zu Heidelberg. N. F. Bd. I. Heidelberg 1877. S. 512. 8^ 

Vorstehhunde im Thiergarten zu Karlsuhe. (Gartenl. 1877, 
346.) 

V. LandwirthsGbafl. 

Wochenblatt des landwirthschaftlichen Vereins im Gross- 
herzogthum Baden. Herausg. von der Centralstelle. Re- 
dacteur Generalsekretär u. Oekonomierath M. Märklin. 
Karlsruhe. Braun. 1877—1879. 4®. 

Statistische Nachweisungen aus der Forstverwaltung 
s. unter Nr. I. 

Rheinische Gartenschrift. Hauptorgan des Verbands rhein. 
Gartenbau- Vereine. Herausg. vom Gartenb.-Ver. für das 
Grossherzogthum Baden. Redig. von R. Noack. Karls- 
ruhe. Groos. 1877—1879. 8«. 

Bemerkungen über die Sewirthschaftüng der Niederungen 
des Rheins zwischen Baden u. Elsass. (Landw. Wochenbl. 
1878, Nr. 35.) 

Bericht über die VII. Blumen- und Pflanzenausstellung des 
Verbandes rhein. Gartenbau -Vereine zu Mannheim im 
Sept. 1877. (Rhein. Gartenschr. 1877, 182.) 

V. Bodmann. Aus dem Jahresberichte der Milchgenossen- 
schaft Freiburg für 1877. (Landw. Wochenbl. 1878 
Nr. 3, 4.) 

Die Domänen-, Gemeinde- u. Körperschaftswaldungen 
des Grossherzogthums Baden. (Karlsr. Ztg. 1879, 67 Beil.) 



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446 

Ergebniss der Stutenprämiirung im Jahre 1876. (Landw. 
Wochenbl. 1877 Nr. 7.) 

Die Errichtung einer Landeskultur -Rentenkasse in Baden. 
(Landw. Wochenbl. 1878 Nr. 22.) 

Föhlisch. Die Anwendung des Gesetzes vom 30. Januar 
1879. Die Entschädigung für die wegen Rotz, Lungen- 
seuche oder Milzbrand auf polizeiliche Anordnung ge- 
tödteten Thiere betr. (Landw. Wochenbl. 1879 Nr. 37.) 

Die mit dem landwirthschaftlichen Gaufest in Bruchsal ver- 
bundene Obstausstellung. (Landw. Wochenbl. 1878 Nr. 46.) 

Generalbericht des landwirthschaftlichen Vereins im Gross- 
herzogthum Baden für 1878. Bearb. von Oekonomierath 
M. Märklin. Karlsruhe. Braun. 1879. 

Gsell. Die für das Grossherzogthum Baden geeigneten Wirth- 
schaftsobst- Sorten. (Landw. Wochenbl. 1879 Nr. 44 ff.) 

— Die landwirthschaftlichen Winterschulen im Grossherzog- 
thum Baden. (Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 46.) 

Die landwirthschafthchen Haushaltungen nach der Auf- 
nahme vom 10. Jan. 1873. (In den Beiträgen zur Sta- 
tistik der inneren Verwaltung. Heft 37. 1878.) 

Hochburg, Ruine u. landwirthschaftliche Lehranstalt. (Schwab. 
Chronik 1879 Nr. 109. Donnerstagsbeil.) 

Hoff mann. Geschichtlicher Rückblick auf die Entwickelung 
der pfälzischen Landwirthschaft in den letzten 30 Jahren. 
(Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 4.) 

Jahresbericht des Gartenbau -Vereins für das Grossherzog- 
thum Baden. (Rhein. Gartenschr. 1879, 49.) 

Vergl. den Jahresbericht des grossh. bad. Handelsministeriums 
bei Nr. L 

Just, L. Mittheilung aus der Samenprüfungs- Anstalt. (Landw. 
Wochenbl. 1878 Nr. 41.) 

Keidel. Die Entwässerungsanlagen auf der Rheinschanz-Insel 
bei Philippsburg. (Landw. Wochenbl. 1878 Nr. 42.) 

Märklin. Gedankenspähne über Landeskultur -Rentenkasse. 
(Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 30 ff.) 

Nessler. lieber die diesjährigen Weinmärkte und über Wein- 
märkte überhaupt. (Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 24.) 

— lieber den Wein von 1877. (Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 44.) 



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447 

Die Obstausstellung in Tauberbischofsheim. (Aus der 

„Tauber" Karlsr. Ztg. 1879, 257 Beil.) 
Aus dem Rechenschaftsbericht des Präsidiums der Cen- 

tralstelle des landwirthschaftlichen Vereins für 1876. 

(Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 16, 17, 18.) 
Rechenschaftsbericht des Präsidiums der Centralstelle 

des landwirthschaftüchen Vereins für 1877. (Landw. 

Wochenbl. 1878 Nr. 11 ff.) 
Rechenschaftsbericht des Präsidiums der Centralstelle 

des landwirthschaftlichen Vereins für 1878. (Landw. 

Wochenbl.^ 1879 Nr. 10 ff.) 
Schmid. Die landwirthschaftlichen Kreditvereine im Kreise 

Karlsruhe. (Landw. Wochenbl. 1879 Nr. 27.) 

— Die ländlichen Kreditvereine im Kreise Karlsruhe. (Landw. 
Wochenbl. 1877 Nr. 51.) 

Schule, W. Landes-Gartenbau-Ausstellung in Jjahr, abge- 
halten vom 28. April bis 5. Mai 1878. (Rhein. Gartenschr. 
1878, 150.) 

Schutzdämme oderRheinüberschwemmung. (Landw. Wochenbl. 

1877 Nr. 9.) 

Ueberführung von Blaufelchen und Madun-Maränen an den 
Bodensee und an den Schliersee. (Karlsr. Ztg. 1878, 129 
Beil., 130 Beil.) 

Uebersicht der Hauptergebnisse der Forsteinrichtung in den 
Domänen-, Gemeinde- und Körperschaftswaldungen (in 
Baden) nach dem Stande vom 1. Jan. 1876. (Beiträge 
zur Statistik der inneren Verwaltung. Heft 40. 1878.) 

Landwirthschaftliches Unterrichtswesen (besonders in Baden). 
(Karlsr. Ztg. 1879, Beil. zu Nr. 141—143.) 

Verhandlungen des Centralausschusses des landwirthschaft- 
lichen Vereins. (Landw. Wochenbl. 1877 Nr. 23, 24, 
25, 26.) 

Verhandlungen des Centralausschusses des landwirthschaft- 
lichen Vereins am 25. u. 26. Febr. 1878. (Landw. Wochenbl. 

1878 Nr. 23 ff.) 

— am 20. u. 21. Febr. 1879. (Landw. Wochenbl. 1879 
Nr. 15 ff.) 

Die diesjährigen Verhandlungen des Kongresses des deut- 
schen Weinbau- Vereins zu Freiburg i. Br. (Rhein. Gartenschr. 
1877, 167.) 



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448 

Zeeb. Welche Richtung des Betriebs empfiehlt sich in der 
Gegenwart der pfälzischen Landwirthschaft? (Landw. 
Wochenbl. 1877 Nr. 45.) 

VI. Handel und Gewerbe, Verkehr. 

Bär, F. J. Chronik über Strassenbau und Strassenverkehr 
in dem Grossherzogthum Baden. Berlin. Springer. 1878. 
S. 583. 4^. 

Die Berneckthal-Strasse. (Schwab. Chronik 1879 Nr. 109. 
Donnerstagsbeil.) 

Geschäftsbericht des Karlsruher Gewerbevereins für das 
Jahr 1877. Bericht des Vereinsvorstandes Herrn F. W. 
Keller. Karlsruhe. Gutsch. 1878. S. 72. 8^ 

Honseil, M. Die Kanalfrage und die Rheincorrection zwi- 
schen Basel und Mannheim. Berlin. Springer. 1878. 
S. 28. 8^ 

— Baurath. Der Bodensee und die Tieferlegung seiner Hoch- 
wasserstände. Eine hydrologische Studie. Mit einem Atlas 
von 11 Tafeln. Stuttgart. Wittwer. 1879. S. IV. 192. 
Lex. 8«. 

Katalog der Kunst- und Gewerbeausstellung für das 

Grossherzogthum Baden zu Karlsruhe. 1877. 2. Ausg. 

Karlsruhe. (Braun.) 1877. 8«. 
Die Kettenschifffahrt auf dem Neckar. (Augsb. Allg. Ztg. 

1877. 318 Beil.) 
Die Kraichgaubahn von Grötzingen über Bretten nach 

Eppingen. Karlsruhe. 1879. 8^. 

— (Bad. Landesztg. 1879 Nr. 230 IL, 231 I. Daraus ab- 
gedruckt in der Heilbr. Neckarztg. 1879 Nr. 231 und 
232 Beil.) 

Allgemeine Kunst- u. Gewerbeausstellung für das Gross- 
herzogthum Baden zu Karlsruhe. Auszeichnungen, welche 
von dem Preisgerichte zuerkannt wurden. (Karlsr. Ztg. 
1877 Beil. zu Nr. 197.) 

— (Karlsr. Nachr. 1877 Nr. 91, 94—121.) 

Die untere Neckarthal-Bahn. (Zur Eröffnung der Eisen- 
bahn von Jagstfeid nach Heidelberg.) (Schwab. Chronik 
1879 Nr. 121. Donnerstagsbeil. — Daraus: Heilbr. ünter- 
haltungsbl. Beil. zur Neckarztg. 1879 Nr. 62. — Bad. 
Landesztg. 1879 Nr. 121 L) 



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449 

Organisation dergrossh. Kunstgewerbe-Schule an der grossh. 

Landes-Gewerbehalle in Karlsruhe. 1876. S. 20. gr. 8®. 
Rechenschaftsbericht der allg. Versorgungsanstalt im 

Grossherzogthum Baden zu Karlsruhe für das Jahr 1876. 

Karlsruhe. Gutsch. 1877. S. 23. 4^ — Desgl. 1877. 

S. 40. — Desgl. 1878. S. 21. 
Die Strohflechterei auf dem Schwarzwalde. (Zeitschr. für 

bad. Verw. 1878, 209.) 
V. Theobald. Die Fabriken des Elzthales. (Zeitschr. für 

bad. Verw. 1878, 179.) 
VerfügbareWasser kräf te im Grossherzogthum Baden. (Karlsr. 

Ztg. 1878 Nr. 39—42 Beil.) 
Weber, Jak. Die erste deutsche Ausgabe -Versicherungs- 
gesellschaft und ihr Statut (in Bruchsal). Karlsruhe. 

Bielefeld. 1877. S. 47. 8«. 

VII. Topographie, Geographie, Beschrelbangen u. e. w. 

a. Allgemeines, 
Gemeinde- und Ort^verzeichniss (von Baden) nach der 

Volkszählung vom 1. Dez. 1875. (Beiträge zur Statistik 

der inneren Verw. Heft 39. 1878.) 
Eisengrein, 0. v. Eine Erinnerung an Joseph II. (Schau- 

ins-Land IV, 16.) 
Feigenbutz, Leop. Der Kraichgau und seine Orte. Mit 

S. Fr. Sauters alten Nachrichten von Flehingen. Bretten. 

Leitz. 1878. S. XXVH, 407. 8^ 
Geschichtsbild aus dem Neckarthal I, II. (Ev. Kirchen- 

u. Volksbl. 1877, 67, 115.) 
Har tf eider , K. Breisach u. der Breisgau in den Jahren 1740— 

1745. 1879. S. 20. 8®. (Beil. z. Freiburger Adresskalender.) 
Honsell, Max. Der Bodensee und die Tieferlegung seiner 

Hochwasserstände. Eine hydrologische Studie. Mit einem 

Atlas von 11 Tafeln. Stuttgart. Wittwer. 1879. S. IV, 192. 

Lex. 8®. (Auch unter VI.) 
Kaufmann, Alex. Eine eisenhaltige Quelle zu Erlenbach 

im Odenwald. (Pick, Monatsschr. IV, 525.) 
Köhler, K. Die Neckarufer von Heilbronn bis Heidelberg. 

(Illustr. Ztg. 1879, 425.) 
Maurer, H. Reste altdeutscher Frühlingsfeier im Breisgau. 

(Schau-ins-Land IV, 39.) 



Zeitschr. XXXIII. 29 



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450 

Meyer, H. J. Schwarzwald, Odenwald, Bergstrasse und 
Heidelberg. Leipzig. 1877. S. Vni. 182. 8». (Reise- 
handbuch.) 

Postbuch für das Grossherzogthum Baden, den hessischen 
Kreis Wimpfen und die hohenzoUernschen Lande. Her- 
ausgegeben im Auftrage der kaiserl. Ober-Postdirektion 
zu Karlsruhe im Dez. 1879. Karlsruhe. Müller. 1879. 
S. 71. 16^. 

Ratzel, Friedr. Geographische Studien über Baden. I. Geo- 
graphische Lage, Umrissgestalt und Bodenformen. (Karlsr. 
Ztg. 1879. Lit. Beil. S. 105.) 

Salzer. Die Wasserversorgung der bad. Heubergorte. (Zeitschr. 
für bad. Verw. 1879, 29.) 

Schmftthenner, H. Kurze Beschreibung des Amtsbezirks 
Heidelberg. Heidelb. 1878. S. 48. 8®, 

Schnars, Dr. C.W. Die bad. Schwarzwald-Bahn von Oflfen- 
burg über Triberg nach Singen etc. Nebst einer üeber- 
sichtskarte, 1 Bahn-Längenprofil, 20 Ansichten und dem 
Plan von Konstanz. 2. Aufl. Heidelberg. Winter. 1877. 
S. Vm. 216. 8^ 
— Neuester kleiner Führer durch den Schwarzwald. Mit 
einer Karte des Schwarzwaldes. Heidelberg. Winter. 1878. 
S. vm. 258. 8^ 

V. Seydlitz, G. Im Schwarzwald. (Gartenl. 1879, 538.) 

Spitzmüller, J. Kurzgefasste Geographie und Geschichte 
des Grossherzogthums Baden. Für badische Schulen. 
Bruchsal. Katz. 1878. S. 48. 8». 

St. H. Der Bodensee und die Tieferlegung seiner Hoch- 
wasserstände. (Karlsr. Ztg. 1879. Lit. Beil. S. 217.) 

Tabellen über die Ortsentfernungen im Grossherzogthunj 
Baden. Im Auftrag des grossh. Handelsministeriums be- 
arbeitet durch das technische Bureau der grossh. Ober- 
direktion des* Wasser- und Strassenbaues. 1878. Karls- 
ruhe. Maisch u. Vogel. 1878. S. VL 448. Lex. 8^ 

Valentiner, W. Bestimmung der Längendifferenzen Mann- 
heim — Strassburg — Bonn, auf telegraphischem Wege aus- 
geführt im Jahre 1876. Berlin. 1877. 4^ 

Der Vogesenklub und der Schwarzwald-Verein. Ein 
Mahnruf. (Bad. Landesztg. 1879 Nr. 42 — 43.) 



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451 

Wintererlebnisse im Schwarzwalde. (Karlsr. Ztg. 1879, 
16 Beil.) 

Eine Winterparthie in den Schwarzwald (in das Hauen- 
steiner Ländchen vulgo Hotzenwald). (Bad. Landesztg. 
1878 Nr. 197, 198, 200, 201.) 

Zingeler, Dr. K. Th. Rund um den Bodensee. Würzburg. 
1878. S. 289. 8^ (Woerls Reisebibliothek.) 

6. Einiselne Orte. 

Alt-Breisach. Fregonneau. Das Wahrzeichen Alt-Breisachs 
und die Sage seiner Entstehung. (Schau-ins-Land IV. 
62, 68, 79, 87, 97.) 

Aus Baden-Baden. (Augsb. AUg. Ztg. 1879, 255 Beil., 
256 Beil.) 

— Cathiau, C. Das Friedrichsbad in Baden-Baden. (Museum 
1878 Nr. 190—193.) 

— Das Friedrichsbad in Baden-Baden. Baden. Marx. 
1878. S. 54. 8^ 

— Heiligenthal, F. Die heissen Quellen in Baden-Baden. 
Baden. 1879. S. 55. kl. 8^ 

Die Thermen in Baden-Baden. Baden. 1877. S. 160. 8^ 

Geschichte der Stadt Baden u. ihrer Bäder. Karlsruhe. 

Braun. 1879. S. 83. gr. 8^ 

— Luscha. Rückblicke auf die Sportsaison von Baden- 
Baden. (Ueber Land und Meer 1877, 260.) 

— Luscha. Baden-Baden in seiner Stellung als inter- 
nationaler ' Rennplatz. (Ueber Land und Meer. 1878. 
S. 356.) 

— Schnars, C.W. Baden-Baden mit Umgebung. Baden. 1878. 
S. VL 196. 8^ 

Bärenfels. (Schau-ins-Land V.) 

Beiertheim. Hoffmann. Geschichte der Gemeinde Beiert- 
heim. Karlsruhe. 1877. S. 17. 8». 

Boll. Plet scher, S. Der Kurort Bad BoU bei Bonndorf 
und Löffingen im Schwarzwald. Bonndorf. Binder. 

Donaueschingen. Die Enthüllung des Kirsner-Denkmals 
in Donaueschingen. (Karlsr. Ztg. 1879, 238.) 

Eichener See. Metzger, A. Der Eichener See. (Schau- 
ins-Land IV, 47.) 

29* 



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452 

Emmendingen. Maurer, H. Das Weiherschloss in Emmen- 
dingen. (Schau -ins -Land VI, 77.) 

Freudenberg a. M. Andenken zur Feier des 600jährigen 
Jubiläums der Stadt Freudenberg a. M. Karlsruhe. 
Badenia. 1877. S. 63. kl. 8». 

Gutenau. H. F. Gutenau. (Schau -ins -Land IV, 41.) 

Heidelberg. Ausgrabungen, römische, in Heidelberg. 
(Pick, Monatsschr. IV, 645 nach der Köln. Ztg. 1878, 
300.) 

— Christ, C. Zur Geschichte der Heidelberger Strassen- 
namen. (Pick, Monatsschr. V, 104.) 

— Lipowsky, Ed. Ueber Entstehung und Einführung des 
Heidelberger Tonnensystems. Heidelberg. Koester. 1878. 
S. 78. 8^ 

— Mays, Alb. Die Brücken und Fähren über den Neckar 
bei Heidelberg. 2. Aufl. Heidelberg. S. 34. 8^ 

Karlsruhe. Führer durch Karlsruhe. Karlsruhe. Macklot. 
1877. S. 55. 16^ 

— Adressbuch für die Haupt- und Residenzstadt Karls- 
ruhe 1878. 8^ — 1879. 8«. 

— Aus Karlsruhers Vergangenheit. Allgemeine Nothlage 
der Stadtgemeinde im Jahre 1819. (Karlsr. Nachr. 1878 
Nr. 131, 133.) 

— Alt-Karlsruhe, seine Physiognomie und seine Be- 
wohner. (Beil.* zum Karlsr. Adressb. 1878.) 

— TrCenkle). Zur Geschichte der Stadt Karlsruhe. II. Der 
Gründer Karlsruhe's und sein Hof. (Beil. des Karlsr. 
Adressb. 1879.) 

— Der Aufschwung der Bauthätigkeit in Karlsruhe 1860 — 
1880. (Karlsr. Nachr. 1879 Nr. 91, 93.) 

— Aus Karlsruhe's Vergangenheit. (Karlsr. Nachr. 1879 
Nr. 13.) 

— Karlsruhe's Vergangenheit und Entwickelung. (Karlsr. 
Nachr. 1879 Nr. 78, 79, 80, 81, 85, 87.) 

— Aus Karlsruhe's Vergangenheit. Vor fünfzig Jahren. 
(Karlsr. Nachr. 1879 Nr. 131.) 

— Aus Karlsruhe's älterer Zeit. [(Karlsr. Nachr. 18.79 
Nr. 142, 143, 144.) 

-- Aus Karlsruhe's Vergangenheit. Die erste badische 
Ständeversammlung 1819. (Karls. Nachr. 1879 Nr. 77.) 



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453 

Karlsruhe. Leichenordnung für die Residenzstadt Karls- 
ruhe. Karlsruhe. Müller. S. 30. 8^. 

— Die Umgegend von Karlsruhe am Uebergange des 16. 
in's folgende Jahrhundert. (Karlsr. Nachr. 1877 Nr. 107.) 

Katzenbuckel. Christ, C. Der Namen des Katzenbuckels 
bei Eberbach. (Pick, Monatsschr. V, 642.) 

Kirchhöfen. Werkmann, Dekan. Kirchhöfen im Jahre 
1633. (Schau-ins-Land VI, 71.) 

Konstanz. Marbe, K. Die Kathedrale des ehemaligen 
Bisthums Konstanz. (Deutscher Hausschatz 1877 S. 478.) 

— Spindler, K. Der Carneval in Konstanz zur Zeit des 
Concils 1414. (üeber Land u. Meer 1877 S. 362.) 

Mannheim. Pichler, A. Chronik des grossh. Hof- und 
Nationaltheaters in Mannheim, vergl. die Abtheilung: 
Kunst, Literatur unten. 

Mauracherhof. (W.) Der Mauracherhof und das Severin- 
kirchlein. (Schau-ins-Land IV, 34.) 

Minneberg. Stocker, E. W. F. L. Die Burg Minneberg 
am Neckar. Mit einem Situationsplan der Burg. Heil- 
bronn. Scholl. 1877. S. 13. 8^ 

Münzesheim. Stocker, C. W. F. L. Chronik von Münzes- 
heim. Heilbronn. 1879. S. 72. gr. 8^. 

Renchen. Gessler, Friedr. Der Grimmeishausen -Tag in 
Renchen. (Karlsr. Ztg. 1879, Lit. Beil. S. 165.) 

Säckingen. (lUustr. Ztg. 1879, 379.) 

St. Blasien. Cathiau, R. Die wiederhergestellte Abtei- 
kirche in St. Blasien. (Bad. Landesztg. 1879 Nr. 200 I. 
201 L) 

Thuniberg. Ecker, A. Am Thuniberg vor vielen Jahren. 
(Schau-ins-Land IV, 89.) 

Todtnau. Wirth. Der Brand in Todtnau am 19. Juli 1876 
und der Wiederaufbau der Stadt. (Zeitschr. für bad. 
Verw. 1878, 131, 143, 155, 167.) 

Walldürn. Hoffmann, Jak. Beschreibung der Stadt Wall- 
dürn nebst der Wallfahrt zum h. Blute. Walldürn. Lang. 
1877. S. 34. S^ 

Welschingen. Leiner, L. Welschingen. Eine alemannische 
Begräbnissstätte. (Jahrb. d. Ver. d. Alterth. fr. im Rheinl. 
Heft 60. 171—172.) 



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454 

Wertheim. Hottenroth, J. Wertheim am Main. Wertheim. 
Nemnich. 1878. S. 157. 8». 

c. Karten und Pläne. 

Neue topographische Karte des Grossherzogthums 
Baden 1 : 25,000. Bearbeitet von grossh. topogr. Bureau 
Karlsruhe. In Commission der G. Braun'schen, Hof- 
buchhandlung. 

Blatt 76. Appenweier. — Bl. 67. Baden. — Bl. 59. Bau- 
schlott. — Bl. 53. Bretten. — Bl. 72. Bühl. — Bl. 73. 
Bühlerthal (Herrenwies). — Bl. 50. Daxlanden. — Bl. 63. 
Dietlingen. — Bl. 56. Durmersheim. — Bl. 48. Eppingen. 

— Bl. 57. EttHngen. — Bl. 74. Forbach. — Bl. 68. 
Gernsbach. — Bl. 45. Graben. — Bl. 60. Iffezheim. — 
Bl. 51. Karlsruhe. — Bl. 58. Königsbach. — Bl. 54. 
Kürnbach. — BL 62. Maisch. — Bl. 71. Neufreistett. 

— Bl. 69. Neuhausen. — Bl. 77. Oberkirch. — Bl. 47. 
Odenheim. — Bl. 64. Pforzheim. — Bl. 61. Rastatt. — 
Bl. 65. Scherzheim. — Bl. 49. Schluchtern. — Bl. 78. 
Seebach. — Bl. 66. Steinbach. — Bl. 52. Weingarten. 

Karte von Südwest-Deutschland. Stuttgart. Wittwer. 
1879. 

Doli, M. Topographischer Plan der Umgebung von Karlsruhe. 
1 : 50,000. Verl. von Bielefeld. Karlsruhe. 

üebersichtsplane der Gemarkungen des Grossherzog- 
thums Baden, gefertigt von der Direction der 
Katastervermessung in den Jahren 1877, 1878 
und 1879. — Aichen, AUmuth, Gutenburg, A. Bonn- 
dorf. 1 Blatt. — Aliensbach, A. Konstanz. 1 Bl. — Alt- 
dorf, A. Ettenheün. 1 Bl. — Altheim, A. Buchen. 1 BL 

— Altheim, A. Messkirch. 1 BL — Altheim, Berghof, 
Birkenweiler, Bruckfelden, Frickingen, Golpenweiler, Hin- 
tersteigen, A. Ueberlingcn. 1 BL — Amertzfeld mit Balz- 
hausen, Dürrenbühl, Ebersbach, Lanzenfurt, SchaflBiauser 
Säge, A. Bonndorf. 1 Bl. — Anseifingen, Hauserhof, 
Hohenhöwen, A. Engen. 1 Bl. — Aulfingen, A. Engen. 
1 Bl. — Bahlingen, A. Emmendingen. 1 BL — Bank- 
holzen, A. Konstanz. 1 BL — Berghaupten, A. Offen- 



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455 

bürg. 1 Bl. — • Berwangen, A. Eppingen. 1 BL — Bett- 
maringen, A. Bonndorf. 1 Bl. — Bietingen, A. Mess- 
kirch. 1 Bl. r— Binzen mit Oetlingen, A. Lörrach. 1 Bl. 
— Birkendorf, Horben, Igelschlatt, Rombach, A. Bonn- 
dorf. 1 BL ~ Bittelbrunn, A. Engen. 1 Bl. — Blan- 
singen, A. Lörrach. 1 BL — Blumegg, A. Bonndorf. 
1 Bl. — Bödigheim, A. Buchen. 1 Bl. — BoU, A. Mess- 
kirch. 1 Bl. — Bondorf, A. Ueberlingen. 1 Bl. — Brau- 
nenberg, Neuenbürg, Hindelwangen, Berlingerhof, Burg- 
thal und Zizenhausen, A. Stockach. 1 BL — Breiten- 
feld, A. Bonndorf. 1 BL — Brühl, A. Schwetzingen. 
1 BL — Brunnhausen, A. Pfullendorf. 1 BL — Buchen. 
1 BL — Buchheim und Kallenberg, A. Messkirch. 1 BL 
Büchenau mit Büchenauer Hard, A. Bruchsal. 1 BL — 
Büsingen, A. Konstanz. 1 BL — Dettingen, A. Kon- 
stanz. 1 BL — Dornberg, VoUmersdprf, A. Wertheim. 
1 BL — Dornsberg, A. Stockach." 1 BL -- Duchtlingen, 
A. Engen. 1 Bl. — Eberstadt, A. Buchen. 1 BL — 
Egelreuthe, Ruschweiler, Neubrünn, Judentenberg, Volzen 
und Gampenhof, A. Pfullendorf. 1 Bl. — Egringen, A. 
Lörrach. 1 BL — Eichelberg, A. Eppingen. 1 Bl. — 
Einöde, Frickenweiler, Hildegrund, Mahlspuren, Seel- 
fingen, Sonnenberg, A. Ueberlingen. 1 Bl. — Ellenfurt, 
A. Pfullendorf. 1 Bl. — Elhnendingen und Dietenhausen, 
A. Pforzheim. 1 Bl. — Engelwies und Langenhart, A. 
Messkirch. 1 Bl. — Engen, A. Engen. 1 Bl. — Forbach 
und Murgschifferschaft in Gernsbach, A. Rastatt. 4 BL 
Forst, A. Bruchsal. 1 BL — Freiolsheim, Mittelberg, 
Moosbronn, A. Rastadt. 1 BL ~ Friedingen, A. Kon- 
stanz. 1 BL — - Gailingen, A. Konstanz. 1 BL — Gerolds- 
hahn, Kümmershof und Neufass, A. Buchen. 1 Bl. — 
Göggingen, A. Messkirch. 1 BL — Götzingen. A. Buchen. 
1 Bl. — Gottersdorf , A. Buchen. 1 BL — Gottmadingen 
und Heilsperg, A. Konstanz. 1 Bl. — Grafenhausen mit 
Signau, A. Bonndorf. 1 BL — Gründelbuch, Storen- 
höfen, A. Stockach. 1 Bl. ~ Grünwettersbach, A. Dur- 
lach. 1 BL — Gündelwangen, Glashütte, Holzschlag, 
A. Bonndorf. 1 BL — Gutenstein und Thiergarten, A. 
Messkirch. 1 BL — Hainstadt, A. Buchen. 1 BL — 
Haltingen, A, Lörrach. 1 Bl. — Hambrücken, Kirrlach, 



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456 



Lusshardt, A. Bruchsal. 1 Bl. — Hauingen, A. Lörrach. 1 bi. 
— Hausen Schloss, Hausen im Thal u. Neidingen, A.Messkirch. 
1 Bl. — Heidersbach, A. Buchen. 1 Bl. — Heiligenberg, A. 
Pfullendorf. 1 Bl. — Hertingen, A. Lörrach. 1 Bl. — Het- 
tingen, A. Buchen. 1 Bl. — Heudorf, A. Messkirch. 1 BL — 
Heudorf, A. Stockach. 1 Bl. — Hilpertsau u. Scheuern, 
A. Rastatt. 1 Bl. — Hockenheim mit Biblis, A. Schwe- 
tzingen. 1 Bl. — Hollerbach mit Oberneudorf, A. Buchen. 
1 Bl. — Horheim, A. Waldshut. 1 Bl. — Hörn, A. 
Konstanz. 1 Bl. — Hornbach, A. Buchen. 1 Bl. ~ 
Hürrlingen, A. Bonndorf. 1 Bl. — Huttenheim, A. 
Bruchsal. 1 Bl. — Istein u. Efringen, A. Lörrach. 1 Bl. — 
Kaltbrunn, A. Konstanz. 1 Bl. — Kammerforst, A. Bruch- 
sal. 1 Bl. — Karl-Ludwigs-See und Thalfeld und Hardt- 
gemarkungen: Blossenhardt, Brühlerhardt, Centmaiers- 
hardt, Grieshardt, Kurzehardt, Seeäcker u. Zehnmorgen, 
A. Schwetzingen. 1 Bl. — Karlsdorf, A. Bruchsal. 1 Bl. 

— Ketsch und Rheinwald, A. Schwetzingen. 1 Bl. — 
Kommingen mit üttenhofen und Nordhalden, A. Engen. 
1 Bl. — Kreenheinstetten, A. Messkirch. 1 Bl. — Krum- 
bach, A. Messkirch. 1 Bl. — Langenbrunn mit Werren- 
wang, A. Messkirch. 1 Bl. — Langenrain und Dürren- 
hof, A. Konstanz. 1 Bl. — Lautenbach, A. Rastatt. 1 Bl. 

— Leibertingen und Wildenstein, A. Messkirch. 1 Bl. — 
Leimen, A. Heidelberg. 1 Bl. — Leustetten, A. Ueber- 
lingen. 1 Bl. — Liptingen, A. Stockach. 1 Bl. — Markt, 
A. Lörrach. 1 Bl. — Maisch, A. Wiesloch. 1 Bl. — 
Markelfingen, A. Konstanz. 1 Bl. — Menningen und 
Leitishofen, A. Messkirch. 1 Bl. — Messkirch. 1 Bl. — 
Mingolsheim, A. Bruchsal. 1 Bl. — Möggingen, A. Kon- 
stanz. 1 Bl. — Mühlhausen und Mägdeberg, A. Engen. 
1 Bl. — Mühlhausen, A. Wiesloch. 1 Bl. — Münchhöf 
und Raithaslach, A. Stockach. 1 Bl. — Nenzingen, A. 
Stockach. 1 Bl. — Nesselwangen, A. Ueberlingen. 1 Bl. 
— Neuenbürg mit Kameralwald, Ober-Oewisheim, A. 
Bruchsal. 1 Bl. — Neuweier, A. Bühl. 1 Bl. — Nöt- 
tingen und Darmsbach, A. Pforzheim. 1 Bl. — Nus- 
plingen, A. Messkirch. 1 Bl. — Nussloch, A. Heidel- 
berg. 1 Bl. — Ober- und Unter-Glashütte, A. Messkirch. 
1 Bl. — Oberhausen, Waghäusel, A. Bruchsal. 1 Bl. — 



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457 

Oberwangen, ünterwangen, A. Bonndorf. 1 Bl. — Ofters- 
heim, A. Schwetzingen. 1 Bl. — Orsingen und Langen- 
stein, A. Stockach. 1 Bl. — Ottenau, A. Rastatt. 1 Bl. 

— Owingen, A. üeberlingen. 1 Bl. — Palmbach, A. Durlach. 
1 Bl. — Philippsburg, A. Bruchsal. 1 Bl. — Plank- 
stadt, A. Schwetzingen. 1 Bl. — Radolfzell, A. Kon- 
stanz. 1 Bl. — Randegg und Murbach, A. Konstanz. 
1 Bl. — Rast, A. Messkirch. 1 Bl. — Rauenberg, Mal- 
schenberg u. Rothenberg, A. Wiesloch. 1 BL — Reichenau, 
A. Konstanz. 1 Bl. — Reihen, A. Sinsheim. 1 Bl. — 
Reinhardsachsen, A. Buchen. 1 Bl. — Reuthe, Unter- und 
Oberbichtlingen , Wackershofen u. Schnerkingen, A. Mess- 
kirch. 1 Bl. — Reuthe, Rorgenwies, A. Stockach. 1 Bl. — 
Riedern, A. Bonndorf. 1 Bl. — Riedlingen, A. Lörrach. 
1 Bl. — Rielasingen, Rosenegg und Arien, A. Konstanz. 
1 Bl. — Rinschheim, A. Buchen. 1 Bl. — Rohrbach, 
A. Sinsheim. 1 Bl. — Rohrdorf, A. Messkirch. 1 Bl. — 
Rohrhof, A. Schwetzingen. 1 Bl. — Rutschdorf und 
Breitenau, A. Wertheim. 1 BL — Sandhausen, A. Heidel- 
berg. 1 BL — Sauldorf und Roth, A. Messkirch. 1 Bl. 

— Schienen, A. Konstanz. 1 Bl. — Schwaibach, A. 
Offenburg. 1 BL — Schwarzhalden, A. Bonndorf. 1 BL 

— Schwenningen, A. Messkirch. 1 Bl. — Seibach und 
Staufenberg, A. Rastatt. 1 Bl. — Sentenhard, A. Mess- 
kirch. 1 Bl. — Sipplingen, A. üeberlingen. 1 BL — 
Steinbach u. Stürzenhardt, A. Buchen. 1 Bl. — Stuten- 
see, A. Karlsruhe. 1 Bl. — Sulzburg, A. Müllheim. 1 Bl. * 

— Thaimbach, Sternweiler Hof, A. Wiesloch. 1 Bl. — 
Tüfingen, A. üeberlingen. 1 BL — Tüllingen, A. Lörrach. 
1 BL — Ubstadt, A. Bruchsal. 1 BL — Uihlingen, A, 
Bonndorf. 1 BL — ünterharmersbach , A. Offenburg. 
1 Bl. — Varnhalt und Yburgwald, A. Bühl. 1 BL — 
Völkersbach und Rimmelsbach, A. Ettlingen. 1 Bl, — 
Waldstetten, A. Wertheim. 1 Bl. — Wangen, A. Kon- 
stanz. 1 BL — Warmbach, A. Lörrach. 1 Bl. — Welm- 
lingen, A. Lörrach. 1 Bl. — Wiesenthal, A. Bruchsal. 
1 Bl. — Wilferdingen, A. Durlach. 1 Bl. — Wöschbach, 
A. Durlach. 1 Bl. — Worndorf, A. Messkirch. 1 Bl. 



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458 

VHI. aeschlchte. 

a. Zeitschriften. 

Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, herausge- 
geben von dem grossh. General-Landesarchive zu Karls- 
ruhe. Karlsruhe. Braun. 1877. 29. Bd. 519 S. 8^ — 
1878. 30. Bd. 525 S. — 1879. 31. Bd. 473. — Dazu 
Summarisches Register zu Bd. 1 — 30 der Zeitschr. für 
die Geschichte des Oberrheins von Fr. v. Weech XLVni. 

Freiburger, Diöcesan- Archiv. Organ des kirchlich-histo- 
rischen Vereins für Geschichte, Alterthumskunde und 
christliche Kunst der Erzdiöcese Freiburg mit Berück- 
sichtigung der angrenzenden Diöcesen. Freiburg. Herder. 
8^ XL Bd. 1877. S. XVL 324. — XIL Bd. 1878. 
S. XVL 308. — XIIL Bd. 1879. S. XVL 312. 

Schriften des Vereins für (Jeschichte des Bodensee's und 
seiner Umgebung. Lindau. Heft VHI. 1877. S. IX. 77. 

— Heft IX. 1878. 1879. S. IV. 239. 

Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, 
Alterthums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breis- 
gau u. den angrenzenden Landschaften. Bd. IV. (1875— 
1878). Freiburg i. B. In Commission bei Stell u. Bader. 
1878. S. 527. 8^ 

Breisgau- Verein Schau-ins-Land, Blätter für Geschichte, 
Sage, Kunst und Naturschönheiten des Breisgaues. Frei- 
burg. IV. (1877) S. .104. V. (1878) S. 108. VI. (1879) 
S. 101. 4«. 

Alemannia. Zeitschrift für Sprache, Literatur und Volks- 
kunde des Elsasses und Oberrheins, herausgegeben von 
A. Birlinger. Bonn. Marcus. Bd. V. 1877. S. 288. 8^ 

— Bd. VL 1878. S. 288. — Bd. VIL 1879. S. 288. 

V. Weech, Fr. Besprechung der badischen historischen 
Literatur des Jahres 1878 in dem „Jahresberichte 
der Geschichtswissenschaft für 1878". (Berlin 1880.) 
S. 207 flf. 



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459 

6. Biographisches. Memoiren. Briefe. 

Zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Gross- 
herzogs Friedrich von Baden. 

V. Weech, Fr.. Baden in den Jahren 1852 — 1877. Festschrift 
zum 25jährigen Regierungsjubiläum Sr. Königl. Hoheit 
des Grossherzogs Friedrich. Karlsruhe. Bielefeld. 1877. 
S. 112. 8^ 

Festschrift für die Jugend zur Erinnerung an die 25jährige 
Regierungsfeier Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs 
Friedrich von Baden. Bühl. 1877. S. 24. kl. 8^ 

Friedrich, Grossherzog von Baden. Das Jubiläum eines 
Glücklichen. (Gartenl. 1877, 299.) 

Lunckenbein. Das 25jährige Regierungsjubiläum des Gross- 
herzogs Friedrich von Baden. (Nordd. AUgem. Ztg. 1877 
Nr. 98, 99.) 

Auerbach, Berthold. Zum Jubelfest des Grossherzogs Frie- 
drich von Baden. (Augsb. AUg. Ztg. 1877, 114.) 

Das 25jährige Regierungsjubiläum Seiner Königl. Hoheit des 
Grossherzogs Friedrich. (Karlsr. Nachr. 1877 Nr. 51, 
52, 53, 54.) 

Aus Baden. Zur Regierungsfeier. (Im N. Reich 1877 I, 715.) 

Zum Jubiläum des Grossherzogs Friedrich von Baden. 
(Aerztl. Mitth. 1877 S. 61.) 



Bader, J. Deutsche Frauenbilder aus verschiedenen Jahr- 
hunderten. Preiburg i. Br. Herder. 1877. S. XXH, 280. 
8^. Fast der ganze Inhalt dieses Buches gehört zur 
badischen Literatur. 



AI zog. Gedächtnissrede auf J. Alzog, Dr. th., geistl. Rath 

und Prof. der Theol. zu Freiburg. Von F. X. Kraus. 

Freiburg. 1879. S. 27. 4^ (Universitätsschrift.) 
Devrient, Ed., von Fr. v. Weech. (Aus alter und neuer 

Zeit 328.) 
Elisabeth Charlotte, Herzogin von Orleans. Briefe aus 

dem Jahre 1720. Herausg. von W. L. Holland. Bibl. 

d. lit. Ver. in Stuttg. 1879. Bd. 144. S. 431. 8^ 
Gamans, P. J. (11670.) Der Geschichtsforscher, von Falk. 

(Katholik. 1878 S. 300 ff.) 



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460 

Häusser, Ludw., von Fr. v. Weech. (Aus alter und neuer 
Zeit 308.) 

Metternich und Hüetlin, von Fr. v. Weech. (Aus alter 
und neuer Zeit 255.) 

Hugo, Gust. Der Begründer der historischen Juristenschule, 
von 0. Mejer. (Preuss. Jahrbb. Bd. 44. S. 457—488.) 

Mathy, Karl, von Fr. v. Weech. (Aus alter und neuer Zeit 
295.) 

Müller, J. H. Gedächtnissrede auf J. Heinr. Jak. Müller, 
Dr. Phil. u. 0. o. Prof. der Physik und Technologie zu 
Freiburg. Von E. Warburg. Freiburg. 1877. S. 22. 4^ 
(Universitätsschrift.) 

Nikolai. Briefe von C. F. Gauss an B. Nikolai. Von W. 
Valentiner. Karlsruhe. Braun. 1877. S. 32. 4^. 

Die Markgräfinnen Maria Victoria und Karoline Luise 
von Baden, v. Weech. (Aus alter und neuer Zeit S. 94.) 

V. Mohl, Rob., von Fr. v. Weech. (Aus alter und neuer 
Zeit 317.) 

Oheim , von Gmelin , M. Urkundliches über Gallus O. (Schrift 
d. Ver. f. Gesch. d. Bodens. IX, 115.) 

V. Rotteck, Karl. Zum hundertsten Jahrestage seiner Ge- 
burt von Fr. von Weech. (Aus alter u. neuer Zeit 241.) 

Schenk, Joh. Seine Zeit, sein Leben, seine Werke von 
Rudolf Maier. Freiburg. 1878. S. VIIL 172. 4^ (Uni- 
versitätsschrift.) 

Memoiren der Kurfürstin Sophie von Hannover, geb. 
Pfalzgräfin bei Rhein, herausg. von Ad. Köcher, in den 
Publicationen aus den königl. preuss. Staatsarchiven. 
Bd. IV. Leipzig. 1879. S. 142. 8«. 



Alzog, Joh. Dr. Ein Lebensbild, entworfen von Kästle. 
(Deutscher Haussch. III, 396.) 

— Ein Ehrenkranz auf Professor Dr. Alzog' s Grab. (Freib. 
Kath. Kirchenbl. 1878 Nr. 39, 40, 41. Bad. Beob. 1878 Nr. 52.) 

— Dr. Johannes Alzog. (Freib. Kath. Kirchenbl. 1878 Nr. 10.) 
Arnold, Wilh. Daniel, Inspektor der Taubstummen -Anstalt 

zu Riehen bei Basel. (Bad. Landesztg. 1879 Nr. 224. I.) 
Artaria, Philipp. Nekrolog. (Augsb. Allg. Ztg. 1878. 302 
BeU.) 



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461 

Baader, Amalie, Frau, Mitbegründerin des St. Vincentius- 
vereins u. des St. Vincentiushauses zu Karlsruhe. (Freib. 
Kath. Kirchenbl. 1878 Nr. 47, 48, 49, 50, 51, 52.) 

Bäder, Josef Johann, Pfarrer in Neusatz, sein Leben und 
Wirken, von Dr. Keller. Freiburg. Dilger. 1878. 

Bauer, Karoline. (Gräfin Ladislaus Broäl-Plater.) (Nekro- 
log. Karlsr. Ztg. 1877. 252 Beil.) . 

Berckmüller, Josef, Oberbaurath. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 
1879, 90.) 

V. Beyer, Friedrich Gustav, General der Infanterie, Gouver- 
neur der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein. (Bad. 
Landesztg. 1879 Nr. 92. I.) 

Das 50jährige Doctorjubiläum des Hrn. Geh. Raths Bluntschli. 
(Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 126.) 

V. Boeckh, Chr. Friedr., f 22. Mai 1877. (Karlsr. Ztg. 1877, 
125. Nekrolog.) 

Hofrath Dr. Fr. J. Ritter von Buss. (Freib. Kath. Kirchenbl. 
1878 Nr. 6.) 

Caspari, Ferdinand, Gymnasialdirektor. Nekrolog. (Karlsr. 
Ztg. 1878, 294.) 

Des Coudres, Ludwig, Historienmaler. Nekrolog. (Karlsr. 
Ztg. 1879, 13 Beil.) 

— Nekrolog. (Augsb. Allg. Ztg. 1879, 97.) 

— Historien- u. Genremaler. Nekrolog. (Unsere Zeit. 1879. 
Erste Hälfte. S. 318.) 

Devrient, Eduard Dr. Nekrolog. (Augsb. Allg. Ztg. 1877 

Nr. 285 Beil.) 
Ehrenfeuchter, Friedr., Professor theol. in Göttingen. 

Nekrolog. (Augsb. Allg. Ztg. 1878, 187 Beü.) 
Fässler, Julius, Oberstleutnant. (Bad. Landesztg. 1879 

Nr. 37. L) 
Fineisen, Herm., Dompräbendar. Nekrolog. (Freib. Kirchenbl. 

1879 Nr. 36. Bad. Beob. 1879 Nr. 201.) 

— Förderer, A. Zur Erinnerung an H. Fineisen. Lahr. 
Schömperlen 1879. 

Flad, Otto. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 1878, 50.) 

Funke, Dr. Otto, Hofrath und Professor der Physiologie zu 

Freiburg. (Schwab. Chronik 1879 Nr. 197.) 
Gebhard, Karl August. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 1878, 164.) 
Gieshofer, Ernst. Nekrolog. (Freib. Kirchenb. 1879 Nr. 24, 41.) 



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462 

Gmelin, Moriz, Dr., Archivrath. Nekrolog von Helbing. 

(Karlsr. Ztg. 1879, 299 Beil.) 
— Archivrath. Nekrolog. (CorrespbL d. deutsch. Arch. I, 

331.) 
Gockel, Christ. Friedr., Geheimerath Dr. (Nekrolog. Karlsr. 

Ztg. 1877, 270 Beil.) 
Günther, K. Fr., f Pfarrer. (Ev. Kirchen- u. Volksbl. 1878, 

147.) 
Hildebrandt, G. M., f 19. März 1877. Nekrolog. (Karlsr. 

Ztg. 1877, 100 Beil.) 
Höh, Fr. X., Oberstiftungsrath. Nekrolog. (Freib. Kirchenbl. 

1879 Nr. 25.) 
Kachel, Ludwig. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 1878, 37 Beü.) 
— Nekrolog. (Karlsr. Nachr. 1878 Nr, 20.) 
Kleinshaus, Fr. X., Decan. Nekrolog. (Freib. Kirchenbl. 

1879 Nr. 12.) 
Kreutzer, Conradin. Biogr. von Fr. v. Weech. (Sänger- 
bote 1879 Nr. 21—24.) 
v. Langsdorff, Karl Heinrich. Nekrolog. (Südd. ev.-prot. 

Wochenbl. 1879 S. 30.) 
V. Lassberg. Worte des Andenkens bei der Gedächtniss- 
feier des sei. Freih. Joseph v. Lassberg von A. Naef. 

(Schrift, d. Ver. f. Gesch. d. Bodens. IX, 75.) 
Leonhard, Heinrich, Oberbaurath. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 

1878, 76 Beil.) 
Köchly, Herrn. Aug. Theod. Nekrolog. (Unsere Zeit XHI. 

1 Heft. S. 309.) 
Zu Lessings, Karl Friedr., 71. Geburtstag, von Groddeck. 

(Illustr. Ztg. 1878, 123.) 
Marmor, Joh., städtischer Archivar zu Konstanz. Nekrolog. 

(Correspbl. d. deutsch. Arch. I, 333.) 
V. Mohl, Rob. Vortrag von H. Schulze. Heidelberg 1880. 
Muth, Heinrich Friedrich, Geheimerath. Nekrolog. (Karlsr. 

Ztg. 1879, 154. Karlsr. Nachr. 1879 Nr. 76.) 
Newhouse. Zur 100jährigen Geburtsfeier des Commercien- 

raths Newhouse, Begründer der bad. Eisenbahn. Von 

Titus Newhouse. Strassburg. 1879. 8®. 
Oken, Ludw. Lor., v. Sterne, Car. (Gartenl. 1879, 518.) 
Zum Gedächtniss Lorenz Okens, von AI. Ecker. (Augsb. 

Allg. Ztg. 1879, 271 Beil., 272 Beil., 273 Beil., 274 Beil.) 



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463 

Oken. Ziim Andenken an Lorenz Oken von H. R. (Neue 

Züricher Ztg. 1879 — Darius : Bad. Landesztg. 

1879 Nr. 182, L) 

Zu Lor. Oken's lOOjähriger Gedächtnissfeier. (lUustr. Ztg. 
1879, 349.) ' 

Zum Gedächtniss des verewigten Louis Paravicini. Nekro- 
log. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1878 S. 212.) 

V. Reichlin-Meldegg, Prof. Dr. Freiherr, f 16. Febr. 1877. 
Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 42.) 

Renck, Ludwig, f 30. April 1877. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 
1877, 104.) 

V. Renz, Heinrich, Generalmajor. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 
1879, 159. — Bad. Landesztg. 1879 Nr. 158, IL) 

Karl Riehm f. (Ev. Kirchen- u. Volksbl. 1878, 167, 171.) 

Ring. .Eine Biographie unter dem Titel: Aus Karlsruhers 
älterer Zeit. (Karlsr. Nachr. 1879 Nr. 144.) • 

Roller. Roller' s 50jähriges Dienstjubiläum. (Karlsr. Ztg. 

1877, 10 Beil.) 

Christian Friedrich Wilhelm Roller, von Em. Frey burger. 

Nekrolog. (Augsb. AUg. Ztg. 1878, 66 Beil.) 
Roller, Chr. Friedr. Wilh., Geheimerath Dr. Nekrolog. 

(Karlsr. Ztg. 1878, 13.) 
Geheimerath Dr. Christ. Friedr. Wilh. Roller. (Ev. Kirehen- 

und Volksbl. 1878, 43.) 
Roth, Theodor Friedrich. Nekrolog. (Karlsr, Ztg. 1878, 108. 

Karlsr. Nachr. 1878 Nr. 53.) 
Schellenberg, Wilhelm, Generalmajor. Nekrolog. (Karlsr. 

Ztg. 1879, 97 Beil.) 
Schlosser, Friedr. Chri8t.,v.Rosenstein.(Gegenw. XI, 23,41.) 
K. Zur Erinnerung an Friedr. Christoph Schlosser. (Augsb. 

Allg. Ztg. 1877, 245 Beil.) 
Schnars, C.W. Dr. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 1879, 125 Beil.) 
v. Schweitzer, Ferd. Alles., grossh. Geheimerath Freiherr. 

Nekrolog. (Karisr. Ztg. 1877 Nr. 44.) 
Sengler, Jak. Nekrolog. (Augsb. Allg. Ztg. 1879, 35 Beil., 

36 Beil.) 
Seubert, Moritz, Geh. Hofrath Dr. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 

1878, 88 Beil.) 

Schmidt, Jos. Ant., Decan. Nekrolog. (Freib. Kirchenbl 
1879 Nr. 18.) 



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464 

Stark, Karl Bernhard, Hofrath. Nekrolog von H. Schulz. 
(Karlsr. Ztg. 1879, 243.) 

— Nekrolog von Kinkel. (Augsb. AUg. Ztg. 1879, 291 Beil.) 

— Archäologe. Nekrolog. (Unsere Zeit. 1879. Zweite Hälfte. 
S. 944.) 

V. Stengel, Jakob Frhr., Forstmeister. (Karlsr. Ztg. 1879 

Nr. 220.) 
Strehle, geistl. ßath, Stadtpfarrer. (Freib. Kath. Kirchenbl. 

1878 Nr. 13.) 
Ein Kranz auf Adolf Strehle's Grab. (Freib. Kath. Kirchenbl. 

1878 Nr. 14.) 
Stuber, Ludw., Domänendirektor. Nekrolog. (Karlsr. Ztg. 

1879, 34 Beil. 
Sturm, Ernst Friedrich, von K. flartfelder. (Freib. Ztg. 

1878, 3. u. 4. April.) 
t Wilh. Ludw. Volz, Pfarrer in Haslach. (Ev. Kirchen- und 

Volksbl. 1878, 11, 15, 19.) 
Waag, Ludwig, GeneraLder Infanterie. Nekrolog. (Karlsr. 

Ztg. 1879, 153 Beil. — Bad. Landesztg. Nr. 153, I.) 
Zum Gedächtniss des f Friedr. Wilh. Wilhelmi. (Ev. Kirchen- 

und Volksbl. 1877, 135, 139.) 
Das Wocheier-Denkmal in Ueberlingen. (Karlsr. Ztg. 1879. 

Lit. Beil. S. 223.) 
Zöpfl, Heinr., Prof.^ von Arth. Kleinschmidt. (lUustr. 

Ztg. 1877, 108.) 

— Neki'olog. (Unsere Zeit XIII. 2. Hälfte. S. 951.) 
Gedächtnissrede auf Zöpfl von R. Heinze. (Augsb. Allg. 

Ztg. 1877, 191 Beil.) 



0. Allgemeine deutsche Biographie. 

Da in den früheren Zusammenstellungen der 'Badischen Literatur 
dieses Werk nicht berücksichtigt ist, so wurden aus demselben auch die 
vor 1877 erschienenen Artikel verzeichnet. 

Bd. I. 
Abegg, Joh. Friedr., Theolog, von Holtzmann. 4. 
Agricola, Rud., Humanist, von Geiger. 151. 
Alting, Joh. Heinr., Theologe, von Gass. 367. 
Amann, Joh., Architekt, von W. Schmidt. 388. 
Amelius, Martin, badischer Kanzler, von v. St. 394. 



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465 

Amelius, Georg, Jurist, von Stintzing. 394. 
Andlaw-Birseck, Konr. Karl Friedr., von v. Weech. 431. 
Anshelm, Thomas, Anseimus Badensis, Buchdrucker, von 

Mhlbr. 483. 
Auffenberg, Jos., Freiherr von, dramatischer Dichter, von 

K. Goedeke. 654. 
August Georg, Markgraf von Baden-Baden, von v. Weech. 

659. 
Ar CO, Joh. Phil, v., Graf, kaiserl. Feldmarschall-Lieutenant, 

von V. Janko. 513. 
Arneth, Arthur, Mathematiker, von Cantor. 554. 
Artopoeus, Joh., alias Becker, Jurist, von Steffenh. und 

Scherer. 614. 
Astor, Joh, Jak., Kaufmann, von v. Weech. 628. 
Babo, Lamprecht v., Landwirth, von Lobe. 727. 
Bahr, Karl Wilh. Christ., Theologe, von Holtzmann. 772. 
Bahr, Joh. Christ. Felix, Philologe, von Stark. 769. 

Bd. IL 
Bär, Ludwig (Ber, Berns), Theologe, von Brecher. 45. 
Bassermann, Friedr. Dan., Kaufmann und Abgeordneter, 

von V. Weech. 127. 
Beck, Karl Joseph, Augenarzt, von Rothmund. 217. 
Becker, Phil. Jak., Maler, von Woltmanh. 227. 
Beger, Lorenz, Numismatiker, von Kenner. 271. 
Bekk, Joh. Bapt., Minister, von v. Weech. 299. 
Bender, Karl Friedr., Pädagog, von Finger. 322. 
Bernhard L, Markgraf von Baden, von v. Weech. 415. 
Bernhard 11., Markgraf von Baden, von v. Weech. 416. 
Bernhard III., Markgraf von Baden, von v. Weech. 416. 
V. Berstett, Wilh. Ludw. Leop. Reinh., Freiherr, von 

V. Weech. 508. 
Bertold L, IL, III., IV. u. V., Herzöge von Zähringen, von 

V. Wyss. 534. 
Bertold von Reichenau, von Wattenbach. 549. 
Billican, Theobald, Theologe, von Hartmann. 638. 
Bischoff, Gottl. Wilh., Botaniker, von Engler. 673. 
Blarer, Ambrosius, Reformator, von Hartmann. 691. 
Blarer, Bartholomäus, Jurist, von Muther. 693. 
V. Blittersdorff , Friedr. Land. Karl, Frhr., von v. Weech. 706. 

Züitschr. X 2^X111. 30 



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awm.Liiii,ii pi , i . 



466 

Böckh, Aug., Philologe, von Stark. 770. 

V. Böckh, Christ. Friedr., Minister, von v. Weech. 783. 

Böckmann, Joh. Lor., Mathematiker und Physiker, von 
Karmarsch. 788. 

Böckmann, Karl Wilh., Physiker u. Chemiker, von Oppen- 
heim. 788. 

Bd. m. 

Böhm, Hans, religiös. Schwärmer, von Schäffler. 62. 
Boll, Heinr. Beruh., Erzbischof, von v. Weech. 108. 
Bolley, Alex. Pompej., Chemiker, von Oph. 109. 
Boos, Franz, Gärtner und Botaniker, von Reichardt. 138. 
V. Botzheim, Johann, Domherr, von Hartmann. 208. 
Brackenhoeft, Theod., von Brie. 233. 
Brandl, Joh., Musikdirektor, vpn Dommer. 250. 
Brassicanus, Joh., Humanist, von Klüpfel. 259. 
Braue.r, Joh. Nie. Friedr., Staatsrath, von v. Weech. 263. 
Braun, Jul., Archäolog, von Urlichs. 268. 
Bronn, Heinr. Georg, Paläontologe, von Gümbel. 355. 
Bronner, Joh. Phil., Weinbauer, von Löba, 362. 
Brunfels, Otto, Humanist, von Jul. Hartmann. 441. 
Brunner, Phil. Jos., Ministerialrath, von v. Weech. 447. 
Buzengeiger, Karl Her. Ign., Mathematiker und Mineralog, 

von Cantor. 678. 
Camerarius, Ludw., pfälzischer Staatsmann, von M.Ritter. 

724. 
Cannabich, Christ, Musiker, von Dommer. 759. 

Bd. IV. 
Carolus, Andr., Theolog, von Wagenmann. 6. 
Cartier, German. und Gallus, Mönche, von Werner. 36. 
Christmann, Jak., Orientalist und Astronom, von Cantor. 

222. 
Christoph I., Markgraf von Baden und Hochberg, von 

Kleinschmidt. 227. 
Cisnerus, Nikol. (Kistner), Jurist, von Stintzing. 267. 
Cornerus, Christ. (Körner), Theologe, von Schwarze. 499. 
Creuzer, Georg Friedr., Philologe, von Urlichs. 593. 
Curio, Jak., Arzt, von A. Hirsch. 646. 
Dacher, Gebhart, v. Dingelstorff, Bücherfreund u. Chronist, 

von Lorenz. 688. 



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•^r- 



467 

V. Dalberg, Joh., Bischo/ von Worms, von v. Eltester 

und Horawitz. 701. 
V. Dalberg, Wolfg. Herib., kurpfälzischer geheimer Rath 

und Theater-Intendant, von Mähly. 708. 
Dambacher, Jos., Archivrath, von v. Weech. 715. 
Danzi, Franz, Musiker, von v. L. 755. 
Daub, K., Theologe, von Holtzmann. 768. 

Bd. V. 

Degenfeld, Maria Susanna Loysa v. d., von Wegele. 26. 

Demeter, Ignaz Anton, Erzbischof von Freiburg, von 
V. Weech. 46. 

Dengler, Leopold, Forstwirth, von Hess. 49. 

Denk, Joseph, Schauspieler, von Kürschner. 53. 

Deroy, Beruh. Erasm., General d. Infant., von Landmann. 63. 

Derrer, Sebast., Jurist, von Stintzing. 66. 

Diepurg, Joh. v. (Johannes de Francofurdia), von Alusti. 138. 

Dietrich oder Theodorich von Freiburg, Dominicaner, von 
Preger. 190. 

Dietz, Feodor, Schlachtenmaler, von Pecht. 209. 

Dietz, Rudolf, Staatsmann, von Karmarsch. 211. 

Dilger, Simon (Vater) u. Friedrich (Sohn), Uhrmacher, von 
Karmarsch. 224. 

Dittenberger, Theophor Wilhelm, von Holtzmann. 261. 

Dorner, Joh. Jak., von Marggraff. 354. 

Drais, Karl Ludw. Friedr., von Weech. 372. 

Drais, Karl Freiherr d. von Sauerbronn, von Cantor. 373. 

Eichmann, Jodocus, Prof. der Theol. in Heidelberg, von 
Weiss. 471. 

Drollinger, Karl Friedrich, von Mähly. 415. 

Dümge, Karl Georg, von Weech. 459. 

Duminique, Ferd. Freiherr v., von Hüffer. 459. 

Dürr, Franz Anton, von Schulte. 489. 

Duttlinger, Joh. Georg, von v. Weech. 498. 

Eberhard IL, Bischof von Konstanz, von Wyss. 542. 

Eberle, Robert, Thiermaler, von Pecht. 574. 

Eberstein. Otto IL, Graf v. E., von Wegele. 583. 

Eck, Joh. Friedr., berühmter Geiger, von L. 602. 

Edelsheim, Ludw. Freiherr, von v. Weech. 640. 

Eduard Fortunatus, Markgraf von Baden, von Klein- 
schmidt. 648. 

30* 



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468 

Eggs, Ignatius, Kapuziner, von Schuhmann. 675. 
Egon HL, Graf von Freiburg, von Kleinschmidt. 691. 
Eichhorn, Ambrosius, Benediktiner und Historiker, von 

Wyss. 729. 
"Eisenlohr, Friedrich, Architekt, von Woltmann. 767. 
Eisenlohr, Otto, Privatgelehrter, von Lommel. 768. 
Eisenlohr, Wilh. Friedr., Physiker, von Lommel. 769. 
Eisenmenger, Joh. Andr., von Siegfried. 772. 

Bd. VI. 

Elisabeth, Gemahlin des Pfalzgrafen Joh. Casimir, von 
Kluckhohn. 7. 

Elisabeth, Markgräfin zu Baden, von Franck. 12. 

Elisabeth, Pfalzgräfin bei Rhein, von Hölscher. 22. 

Elisabeth Charlotte, Pfalzgräfin, Herzogin von Orleans, 
von Kugler. 28. 

Ellenrieder, Marie, Historienmalerin, von Pecht. 49. 

Enderlin, Jos. Friedr., geh. Hofrath, von Leisewitz. 107. 

Engelbrecht, Phil. (Engentinus), Humanist, von Hora- 
witz. 134. 

Epstein, Naphtali, von v. Weech. 158. 

Erastus, Thom. (Liebler), Theolog, von Gass. 180. 

Erb, Matth., Theologe, von Spach. 184. 

Erchanger, Prätendent des schwäbischen Herzogsstuhls, von 
Stalin. 186. 

Erdt, Paulin, Franziskaner, von Werner. 195. 

Erhardt, Joh. Sim., Philosoph, von Prantl. 201. 

Erlach, Jos. Ludw. v., Gouverneur von Breisach, von 
Blösch. 216. 

Ernst L, Markgraf von Baden, von Kleinschmidt. 243. 

Ernst Friedrich, Markgraf von Baden-Durlach, von Klein- 
schmidt. 245. 

[Erwin von Steinbach, von Weltmann.] 332. 

Faber, Joh. Em., Buchdrucker, von Kelchner. 493. 

Fahnenberg, Karl Heinr., Freiherr, v. L. 534. 

Focht, Joh., Theologe, von Krause. 592. 

Fernbach, Franz Xav., Maler, von Holland. 713. 

Fesca, Alex. Ernst, Componist, von Fürstenau. 722. 

Fesca, Friedr. Ernst, von Fürstenau. 722. 

Fickler, Karl Alois, Schulmann und Historiker, von L. 777. 



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469 

Bd. VII. 

Fink, Ernst Friedr., Theologe, von Gas s. 17. 

Fischer, Joh. Caspar Ferdf, Musiker, von Fürstenau. 73. 

Fischer, Kilian, Buchdrucker, von Kelchner. 77. 

Fischer, Barbara, geb. Strasser, Sängerin, von Kürschner. 79. 

Fladt, Anton, Musiker, von Fürstenau. 102. 

Fohr, Karl Philipp, Landschafts- und Historienmaler, von 
Pecht. 147. 

Fohr, Daniel, Landschaftsmaler, von Pecht. 148. 

Förtsch, Michael, Theologe, von Wagenmann. 195. 

Fraenzl, Ignaz, Musiker, von Fürstenau. 204. 

Frank, Ignaz, Jesuit, von Heigel. 252. 

Frank, Josef, Mediciner, von Hirsch. 257. 

Franz Egon und Wilhelm Egon von FUrstenberg, 
Bischöfe, von Ennen. 297. 

Freher, Marquard, Gelehrter und Staatsmann, von Wegele. 
334. 

Freigius, Joh. Thom., Gelehrter, von Stintzing. 341. 

Freigius, Nikolaus (Fry, Frey), Jurist, von Stintzing. 343. 

St. Fridolin, von Meyer von Knonau. 385. 

Friedrich V., Markgraf von Baden -Durlach, von Klein- 
schmidt. 457. 

Friedrich VL, Markgraf von Baden -Durlach, von Klein- 
schmidt. 461. 

Friedrich I., der Siegreiche, Pfalzgraf bei Rhein, von 
Menzel. 593. 

Friedrich H., Kurfürst und Pfalzgraf bei Rhein, von 
Kleinschmidt. 603. 

Friedrich HI., der Fromme, Kurfürst von der Pfalz, von 
Kluckhohn. 606. 

Friedrich IV., Kurfürst von der Pfalz, von Ritter. 612. 

Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz, von Ritter. 621. 

Bd. VIII. 
Gersbach, Anton u. Joseph, Musiker, von Fürstenau. 44. 
Friedrich von Baden, Bischofvon Utrecht, von van Slee. 45. 
Friederike Dorothea Wilhelmine, Prinzessin von Baden, 

Königin von Schweden, von Kleinschmidt. 68. 
Fries, Ernst, Landschaftsmaler, von Pecht. 72. 
Fromherz, Ka^rl, Professor, von Gümbel. 138. 



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470 

Frommel, Karl, Landschaftsmaler, von Wessely. 144. 

Füesslin, Jul. Aug., Mediciner und Gefängnissdirektor, von 
Teichmann. 176. 

Fürstenberg, Egon VUL, von Landmann. 218. 

Fürstenberg, Graf Friedrich 11., von Riezler. 219. 

Fürstenberg, Graf Heinrich I. von Urach, von Riezler. 220. 

Fürstenberg, Graf Heinrich VIL und Graf Wolfgang, von 
Riezler. 223. 

Fürstenberg, Jakob Ludwig, Graf, kaiserl. Feldzeugmeister, 
von V. Janko. 226. 

Fürstenberg, Karl Egon, Graf von Fürstenberg-Messkirch, 
Feld-Zeugmeister, von v. Janko. 226. 

Fürstenberg, Karl Joseph Alois, Fürst v. F., Feldmarschall- 
Lieutenant, von V. Janko. 226. 

Fürstenberg, Karl Egon, Fürst zu F., von v. Weech. 227. 

Fürstenberg, Graf Wilhelm, Landgraf in der Baar, von 
Riezler. 228. 

Friedrich, Herzog von Oesterreich und Steiermark, Mark- 
graf von Baden, von Schirrmacher. 284. 

Gall, Franz Josef, Phrenologe, von Schramm-Madonald. 315. 

Gallinarius, Johann (Henlin), Humanist, von Franck. 336. 

Galura, Bernhard, Fürstbischof; von Werner. 356. 

Gambsjäger, Franz Wilh. Anton, Jurist, von Schulte. 358. 

Gämperlin, Abraham, Buchdrucker, von Kelchner. 358. 

Gassner, Ferd. Simon, Musiker, von Fürstenau. 406. 

Gatterer, Christ. Wilh. Jak., Professor, von Hess. 409. 

Gaub, Hieron. David, Arzt, von Hirsch. 416. 

Gayling von Altheim, Christ. Heinr., Freiherr, Minister, 
von V. Weech. 447. 

Gebhard H., Bischof von Konstanz, von Meyer von 
Knonau. 453. 

Gebhard HI., Bischof von Konst, von Meyer v. Knonau. 453' 

Gemmingen, Eberh. Friedr., Freiherr von, von J. Hart- 
mann. 557. 

Gemmingen -Hornberg, Otto, Freiherr von, von Erich 
Schmidt. 557. 

Georg Friedrich, Markgraf von Baden-Durlach, von Ledder- 
hose. 596. 

Georg, Bischof von Metz, von Kleinschmidt. 681. 

Gerbelius, Nikol., von Pforzheim, von Geiger. 716. 



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471 

Bd. IX. 

Geroldseck, von Kleinschmidt. 43. 

Gerstlacher, Karl Friedr., Jurist, von Hermann Müller. 67. 

Gervinus, Georg Friedr., von Thorbecke. 77. 

Gessler, Heinr., Jurist, von Stint zing. 95. 

Gförer, Aug. Friedr., Historiker, von Gmelin. 139 

Gmeli-n, Jerem., Specialsuperintendent, von M. Gmelint. 268. 

Gmelin, Karl Christ , Naturforscher, von M. Gmelin. 271. 

Gmelin, Leopold, Chemiker, von M. Gmelin. 272. 

Gmelin, Wilh. Friedr. , Kupferstecher, von M. Gmelin. 275. 

V. Göchhusen, Luise Emest. Christiane Juliane, Hofdame, 
von Schramm-Macdonald. 305. 

Göler, Franz Wilh. Aug., Freiherr von Ravensburg, von 
V. Weech. 342. 

V. Gontard, Karl, Architekt, von Dohme. 368. 

Gottfried, Graf von Calw, rheinischer Pfalzgraf , von Bres- 
lau.* 475. 

Götzenberger, Jak., Maler, von Holland. 515. 

Grieshaber, Franz Karl, Germanist, von Scherer. 663. 

Griesselich, Ludwig, Homöopath, von v. Weech. 670. 

V. Grimmelsl^ausen, Joh. Jak. Christ, von Adelbert von 
Keller. 696. 

Groos, Dr. Friedrich, Arzt, von Bonndorf. 728. 

Bd. X. 
Guillimann, Franz, Historiker, von Wyss. 107. 
von Günderode, Karoline, von Hyac. Holland. 126. 
Gustav Adolf, Markgraf von Baden, von Kleinschmidt. 

186. 
Haarer, Peter, Historiker, von Wegele. 260. 
Häberlin, Joh. Bapt. Ign., Theologe, von ßeusch. 276. 
Hadwig, Gemahlin Herzog Burchard's H., von Meyer von 

Knonau. 308. 
von Hagenbach, Peter, burgundischer Landvogt, von W. 

Vischer. 345. 
Hager, Balthasar, Jesuit, von Werner. 352. 
Hahn, Karl Aug., Germanist, von Scherer. 369. 
Haiz, Fidelis, Theolog, von Reusch. 393. 
Haldenwang, Christ., Kupferstecher, von Weltmann. 406. 
Hammer, Christ. Friedr., Militär, von Kelchner. 480. 



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472 

Hartmanni (Hartmann), churpfälzischer Kanzler, von Teich- 
mann. 680. 
Härtung, Job., Philolog, von Bursian. 712. 

IX. Allgemeine und Particulargeschichte Badens. 

Baer, Herrn., u. Christ, C. Die römische Neckarbrücke in 
Heidelberg. (Correspondenzbl. d. Gesammtver. d. deutsch. 
Gesch. etc. 1878, 18.) 

Bally, 0. Die Besetzung der vier Waldstädte durch den 
ßheingrafen Otto Ludwig. (Schau -ins -Land IV, 74, 81.) 

Baumann, F. L. Ueber die Abstammung der sog. Kammer- 
boten Erchanger u. Berchtold. (Württemb. Vierteljahrs- 
heft 1878 S. 78—85.) 

Baumann, F. L. Dr. Die Freiherren von Wartenberg. (Freib. 
Diöc.-Arch. XI, 145—210.) 

[Baumann, L. Acta s. Petri in Augia. (Zeitschr. f. Gesch. 
d. Oberrh. 29. Bd. S. 1—128.)] 

Birlinger, A. Zum Ueberlinger Stadtrechte. (Alem. IX, 287.) 

Bluntschli, J. C. Das 13. Organisationsedikt Karl Frie- 
drichs. Heidelberg. 1877. 4®. (Heidelb. üniversitätsschr.) 

Breitenbach, Oskar. Die Quellen der Reichenauer Chronik 
des Gallus Oehem und der historische Werth dieses 
Werkes. (Neues Archiv d. Gesellsch. f. ältere deutsche 
Geschichtsk. II (1877), S. 157—204.) 

Christ, K. Die römische Militärstation bei Heidelberg mit 
Rücksicht auf die römischen Grenzverhältnisse überhaupt. 
(Pick, Monatsschr. V, 299.) 

Christ, C. Sieben römische Meilensteine aus Heidelberg. 
(Jhrbb. d. Ver. v. Alterth. fr. im Rheinl. Heft 61, 10—29.) 

— Der achte römische Meilenstein aus Heidelberg. (Jhrbb. 
d. Ver. V. Alterth. im Rheinl. Heft 64, 62-65.) 

— Römische Alterthümer und Inschriften aus Heidelberg. 
(Augsb. Allg. Ztg. 1877, 132 Beil., 145 BeiL) 

— Römische Meilensteine aus Heidelberg I. IL (Karlsr. 
Ztg. 1877, 201 Beil., 202 Beil.) 

C(hrist), C. Römische Alterthümer aus der Gregend von 
Heidelberg. (Karlsr. Ztg. 1878, 254 Beil.) 

Christ, Carl. Trajanische Anlagen amNeckaru.Main. (Correspbl. 
d. Gesammtver. d. deutsch. Geschichtsver. etc. 1879, 50.) 



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473 

Christ, Carl. Die oberrhein. Germanen. (Pick, Monatsschr. 
V, 319.) 

— Die Nemeter und ihr angeblicher Bezug auf die s. g. 
Haingeraiden in der Pfalz. (Pick, Monatsschr. V, 452.) 

— Alte Glashütten bei Heidelberg. (Correspbl. d. Gesammtv. 
d. deutsch. Geschver. etc. 1879, 52.) 

Dämmert, F. L. Freiburg in der zweiten Hälfte des 17. 

Jahrh. (Zeitschr. d. Freib. bist. Ver. IV, 1—273, 327— 

449. Recens. Karlsr. Ztg. 1878, 68 Beil.) 
Eberlin, Aug. Geschichte der Stadt Schopfheim und Um- 
gebung. Schopfheim. 1878. S. VUI. 200. gr. 8^ 
V. Eisengrein, Otto. Die Granatenschleiferei im Breisgau. 

(Schau-ins-Land V, 29.) 
V. Feder, Heinr. Geschichte der Stadt Mannheim. Bd. ü. 

1. Hälfte des XIX. Jahrh. Mannheim und Strassburg. 

Bensheimer. 1877. S. VIE. 393. 8^ 
Geiges, F. Das alte Freiburg in seiner Blüthezeit. (Schau- 
ins-Land V, 37.) 
Geres, C. Aufzeichnungen Herrn Johann Balthasars von 

Baden. (Schau-ins-Land VI, 43.) 
Zur Geschichte des Bodensee's. (Augsb. AUg. Ztg. 1879, 

236 Beil., 237.) 
Zur Geschichte der Grafen von Wertheim. (Correspbl. 

d. deutsch. Archiv. Bd. I, 12.) 
[Gindely, Anton. Die Berichte über die Schlacht auf dem 

weissen Berge bei Prag. (Arcb. f. östr. Gesch. Bd. 56 

S. 1—181.)] 
GlatZy K. ürkundenlese aus dem Archiv der Reichsstadt 

Rottweil für Baden. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 30. Bd. 

S. 173—212, 400—441.) 
Glatz, Karl J. Ein gleichzeitiger Bericht über das wirtem- 

bergische Kriegsvolk vor der östreichischen Stadt Villingen 

vom Jahre 1631—1633. (Württemb. Vierteljhrshft. 1878 

S. 129—137.) 
Gmelin, M. Badische Wirthsordnungen und Zehrungstaxen. 

(Zeitschr. f. d. G. d. Oberrh. 29. Bd. S. 423—438, 30. Bd. 

5. 165—172.) 

— Beiträge zur Geschichte der Schlacht bei Wimpfen 

6. Mai 1622 I. IL (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 31. Bd. 
S. 332—448.) m. (a. a. 0. 32. Bd. S. 1—56.) Auch 



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474 

als Separatabdruck mit 2 Plänen in Lichtdruck er- 
schienen. 
Graelin, M. Die Treffen bei Beuggen und Warmbach und 
die Uebergabe von Rheinfelden an die Weimarische Armee 
1638. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 31. Bd. S 234—237.) 

— Inventarüber die Verlassenschaft des GrafenHeinrich VIII. 
zu Fürstenberg (f 1596). (Anzeig. f. Kunde d. deutsch. 
Vorz. 1878, 107.) 

V. Gonzenbach, Aug. üeber die im Schloss Spiez wieder- 
gefundenen Schriften des weimarischen Generalmajors und 
französischen Generalleutenants Johann Ludwig von Erlach 
von Castelen, Gouverneurs der Festung Breysach. (Forschgn. 
z. deutsch. Gesch. XVIII (1878) S. 409—417.) 

— General Hans Ludwig von Erlach von Castelen, ein 
Lebens- und Charakterbild aus den Zeiten des 30jährigen 
Krieges, bearbeitet nach zeitgenössischen Quellen. Thl. I. 
Bern. Wyss. 1880. (Angez. Augsb. Allg. Ztg. 1879, 331 
Beil.) 

— General Hans Ludwig von Erlach. (Correspbl. d. deutsch. 
Arch. I, 305, 323, 347, 362, 377.) 

Der Grabstein des Herrn Peter von Hewen, jetzt im fürst- 
lichen Archiv zu Donaueschingen. (An zeig. f. Kunde 
d. deutsch. Vorz. 1878 S. 83.) 

von Grass, C. A. Freiherr. Der Adel in Baden, nebst An- 
hang, die Standeserhebungen des Hauses Fürstenberg 
enthaltend. Illustr. von A. u. M. von Bierbrauer-Brenn- 
stein. Nürnberg. Bauer u. Raspe. 1878. 4®. 

Grote, H. Das Alter des Donaueschinger Wappenbuchs. 
(Anzeig. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1878, 14.) 

Hartfelder, K. Die Zunft der Metzger u. Fischer in Frei- 
burg i. B. (Zeitschr. d. Freib. bist. Ver. IV, 449—451.) 

— Freiburger Jahrgeschichten. (Zeitschr. d. Freib. bist. 
Ver. IV, 501—515.) 

— Die alten Zunftordnungen der Stadt Freiburg i. B. Thl. I. 
1879. S. 47, 4^ (Progrbeil. des Gymn. in Freib.) 

Hang, Ferd. Die römischen Denksteine des grossh. Anti- 
quariums in Mannheim. Konst. Stadler. 1877. S. 71. 4°. 
(Progrbeil. des Mannh. Gymnas.) 

Heiligenthal, Franz. Geschichte der Stadt Baden und ihrer 
Bäder. Karlsruhe. Braun. 1879. 



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475 

Herzog. Die Vermessung des römischen Grenzwalls. (Staats- 
anzeiger f. Württemberg 1877, Beil. zu Nr. 232.) 

Hofmann. Geschichte der Gemeinde Beiertheim. (Karlsr. 
Nachr. 1877 Nr. 88, 89, 93, 96. Auch als Separat- 
abdruck erschienen.) 

Hübner, E. Die römische Brücke über den Neckar bei 
Heidelberg. (Jhrbb. d. Ver. von Alterth. fr. im Rheinl. 
Heft 64, 33—39.) 

Hüffer, Hermann. Der ßastatter Congress und die zweite 
Coalition. Bonn. Marcus. 1878. Thl. I. (XXIH, 392 S.) 

(Kachel.) Ausgrabung römischer Reste in Heidelberg. Mit 
4 Tafeln, gezeichnet von Bezirks-Bauinspektor Schäfer. Fol. 

V. Keller, A. Augustin Tünger von Endingen. (Anzeig. f. 
Kunde d. deutsch. Vorz. 1878, 135.) 

Kleinschmidt, A. Karl Friedrich von Baden. Heidelberg. 
Winter. 1878. S. Vm. 239. 8^ 

König, Prof. Dr. Heinrich Bullinger's Alemannische Ge- 
schichte. Nach der Handschrift des Verfassers heraus- 
gegeben. (Freib. Diöc-Arch. XII. S. 203—228.) 

Kürzel, Pfarrer. Richenwiler. Ausgegangener Ort im Amte 
Ettenheim. (Schau-ins-Land VI, 89.) 
— Die Kttrnhalde, Herrschaft, Kloster und Bad. (Schau- 
ins-Land VI, 51.) 

Löwenstein, L. Geschichte der Juden am Bodensee und 
Umgebung. Thl. I. 1879. Selbstverl. d. Verf. S. VIII. 
149. 8^ 

Lütolf , A. Die Zerstörung der Reichsveste Schwanau. (Forschgn. 
z. deutsch. Gesch. XIX, 447.) 

Marmor, Dr. Das alte Konstanz, seine Entstehung und 
Kunstschätze. (Jhrbb. d. Ver. v. Alterth. fr. im Rhein- 
lande. Heft 60, 28—50.) 

Marmor, J. Urkundenauszüge zur Geschichte der Stadt Kon- 
stanz. (Schrft. d. Ver. f. Gesch. d. Bodens. IX, 223—240.) 

Martin, Th. Aus den Zeiten der Judenverfolgungen am 
Bodensee um 1348. (Schrft. d. Ver. f. Gesch. d. Bodens. 
IX, 88.) 

Martini, E. Chr. Auggen. Eine Dorfgeschichte. (Schau- 
ins-Land IV, 9, 17, 31.) 

Maurer, H. Ableitung des Namens Hachberg. (Schau-ins- 
Land IV, 15.) 



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476 

Maurer, H. Das Weiherschloss bei Emmendingen. S. 8. 4^ 
(Beil. z. Progr. d. höh. Bürgerschule in Emmendingen. 
1879.) 

— Das Freiamt und die Herren von Keppenbach. (Zeitschr. 
d. Freib. bist. Ver. IV S: 287—327.) 

— Burg Lichteneck u. die Pfalzgrafen von Tübingen. (Schau- 
ins-Land IV, 5, 13, 29.) 

— Endingen. (Schau -ins -Land VI, 3—38.) 

Merz, J. Geschichte der Stadt Meersburg. (Schrft. d. Ver. f. 

Gesch. d. Bodens. IX, 78.) 
Meyer, Jul. Zur Geschichte der Herkunft Caspar Hausers. 

Würzburg. 1878. 8^ 
Meyer, Johannes. Alachmannen oder Allemannen. (Alem. VH, 

261—288.) 
Näher, J. Die römischen Niederlassungen in und bei Pforz- 
heim. (Pforzh. Beob. 1879 Nr. 126, 127.) 
(Pfister, Albert.) Die Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai 1622. 

(Schwab. Chronik 1878 Nr. 107.) 
Pforzheimer, die vierhundert. (Augsb. Allg. Ztg. 1878. 

128 Beil.) 
Reformen unter Markgraf Karl Friedrich. (Freib. Diöc.-Arch. 

XII, 306.) 
Riezler, Sigmund. Das üeberlinger Stadtrecht. (Zeitschr. 

f. d. Gesch. d. Oberrh. 29 Bd. S. 294—322.) 

— Fürstenbergisches ürkundenbuch. Sammlung der Quellen 
zur Geschichte des Hauses Fürstenberg und seiner Lande 
in Schwaben. Herausg. von dem fürstlichen Hauptarchiv 
in Donaueschingen. Tübingen. Laupp. I. Bd. S. XVin. 
403. (1877.) 4^ — II. Bd. (1877.) 1300—1399. S. 459. 
— m Bd. (1878.) 1400—1479. S. 531. — IV. Bd. 
(1879.) 1479—1509. S. 583. 

Ritter, Moritz. August von Sachsen und Friedrich III. von 

der Pfalz. (Arch. f. d. Sachs. Gesch. N. F. V, S. 289— 

359.) 
Roder, Chr. Die Schlacht von Seckenheim in der Pfälzer 

Fehdevon 1462—1463. Villingen. 1877. S. 50. 4^ (Progrbeil. 

des Villinger Realgymnasiums.) 
RömischeFunde inHeidelberg. (Correspondenzbl.d. deutsch. 

Gesch. u. Alterth. 1877, 46.) 



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477 

Ruppert, Ph. üfgovianall. Achern. 1878. S.47. 4<>. (Progrbeil. 
d. Bürgerschule in Achem.) 

— Geschichte der Ortenau. I. Achern. 1878. S. 4. CXXXII. 8^ 

— Aus schlimmer Zeit (Karlsr. Ztg. 1879. Lit Beil. S. 283, 
292.) 

Salzer, R. Zur Geschichte Heidelbergs in den Jahren 1688 

u. 1689. I. IL 4®. (Progrbeil. der Heidelberger höheren 

Bürgerschule 1878, 1879.) 
von Seubert, A. Die Würtemberger im Schwarzwald im 

August 1870. Berlin. Mittler. 1879. 
Schneider, Friedr. Bildwirkerei zu Heidelberg im 15. Jahrh. 

(Anzeig. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1877 S. 13.) 
V. Schreckenstein, Roth. Landesherrliche Verfügungen des 

Markgrafen Philipp von Baden-Baden aus den Jahren 

1570—1581. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 30. Bd. S. 129— 

165.) 

— Die Dorfordnung zu Kappel bei Villingen. (Zeitschr. f. 
G. d. Oberrh. 30. Bd. S. 442—456.) 

— Die Erbauung des Schlosses Ittendorf betreffend. (Zeitschr. 
f. G. d. Oberrh. 30. Bd. S. 457—458.) 

— Aus dem Select der ältesten Urkunden. (Zeitschr. f. G. 
d. Oberrh. 31. Bd. S. 285—314.) 

— Beitrag zur Greschichte der Stadt Pfullendorf. (Zeitschr. 
f. G. d. Oberrh. 31. Bd. S. 1—46, 140—167.) 

V. Söltl, J. M. Frankreichs ungerechte Erbansprüche an die 
Pfalz 1685—1702. (Pick, Monatsschr. HI, 304, 545.) 

Stark, B. Aufdeckung eines römischen Töpferofens in Heidel- 
berg. (Kärlsr. Ztg. 1877, 91 Beil., 92 Beil.) 

— Weitere römische Funde bei Heidelberg. (Karlsr. Ztg. 

1877, 114 Beil., 115 Beil.) 

Stock er, C. W. F. L. Chronik von Münzesheim. Selbst- 
verlag des Verfassers. Heilbronn. 1879. 

Strauss, D. Fr. Klopstocks Jugendjahre und Klopstock und 
der Markgraf Karl Friedrich von Baden. Bonn. Strauss. 

1878. S. 173. 8^. (Separatabdr. aus d. ges. Schrft. von 
Strauss.) 

Trenkle, J. B. Zur älteren süddeutschen Kalenderkunde. 

■ (Alem. V, 235—259.) 
Urkunden der Stadt Radolfzell von 1267 bis 1793, chrono- 
logisch geordnet und verzeichnet. Festgabe zur 8. Ver- 



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478 

Sammlung des Vereins für Geschichte des Bodensee's und 

seiner Umgebung am 16. Sept. 1878. Radolfzell. Moriell. 

S. 50. 4^ 
Urlichs, L. Der Rhein im Alterthum. (Jahrbb. d. Ver. v. 

Alterth. fr. im Rheinl. Heft 64, 1—18.) 
Reinfried, K. Kurzgefasste Geschichte der Stadtgemeinde 

Bühl. Freiburg. Herder. 1877. 8^ 
V. d. Wengen, Fr. Der Ueberfall von Waldshut am 4. Okt. 

1796. (Allg. Militärztg. 1879 Nr. 27, 28.) 
Voltaire und der badische Hof. (Karlsr. Ztg. 1879, Lit. 

BeU. S. 281.) 
W. Das Frauenkloster Sitzenkirch. (Schau -ins -Land IV, 43.) 
V. Weech, Fr. Baden in den Jahren 1852—1877. (Fest- 
schrift zum 25jährigen Regierungsjubiläum Sr. Königl. 

Höh. des Grossherzogs Friedrich.) Karlsruhe. Bielefeld. 

1877. 112 S. kl. 8^ 

— Die bad. Landtagsabschiede von 1554—1668. (Zeitschr. 
f. G. d. Oberrh. 29. Bd. S. 323—423.) 

— Die Anfänge des constitutionellen Lebens in Baden. (Aus 
alter und neuer Zeit 164.) 

— Feuerwache in Rastatt. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 30. Bd. 
S. 486.) 

— Kulturgeschichtliche Miscellen. Verbot der Leistungen 
1617. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 31. Bd. S. 284.) 

— Kulturgeschichtliche Miscellen. Sondersiechenhaus der Ge- 
meinden Stollhofen, Schwarzach und Vimbuch. (Zeitschr. 
f. G. d. Oberrh. 31. Bd. S. 448.) 

Wille, J. Briefe Rusdorfs an den Magistrat zu Frankenthal. 
(Zeitschr. f. G. d. Oberr. 30. Bd. S. 487—490.) 

X. Kirchengeschichte. ^ 

Albertus Magnus in Freiburg. (Freib. Diöc-Arch. Xin, 298.) 
Historiae Augienses. Fundatio et dedicationes. Historia 

monasterii. Appendix. (M.G. SS. 24, 647—659.) 
Bader, Dr., Archivrath. Nachtrag zum Leben des Paters 

van der Meer. (Freib. Diöc-Arch. XH S. 189—201.) 

\ 

^ Für diese Abtheilung hat Herr Vicar K. Reinfried mir eine An- 
zahl von Notizen zugeschickt, wofür ich hiemit meinen besten Dank 
ausspreche. 



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479 

Bader, Dr., Archivrath. Kurze Geschichte der katholischen 
Pfarrgemeinde Karlsruhe. (Freib. Diöc.-Arch. XIII, 1—26.) 

Patriarch Ballerini über die Synode von Konstanz. (Zeitschr. 
f. kathol. Theol. Innsbruck 1877 S. 318 ff.) 

Baumann, F. L. Acta Salemitana. (Zeitschr. f. Gr. d. Oberrh. 
31. Bd. S. 47—140.) 

Baur, A. Das Todesjahr des hl. Trudpert. (Freib. Diöc- 
Arch. XI, 247—252.) 

Ein Beitrag zur Geschichte unserer Diöcese. (Freib. Kath. 
Kirchenbl. 'l877 Nr. 7.) 

Breunig, A. , Beneficiat. Kurze Geschichte der Stadt und 
Pfarrei Buchen. (Freib. Diöc-Arch. XIII, 27—76.) 

Das erste gedruckte Konstanzer Rituale. (Freib. Kath. 
Kirchenbl. 1877 Nr. 10, 11.) 

Eberlin. Bilder aus der heimathlichen Kirchengeschichte. I. 
Schopf heim. Vor der Reformation. (Südd.ev.-prot.Wochenbl. 
1878 S. 136, 141.) 

Einige Ergänzungen zur Lebensbeschreibung des heiligen 
Konrad. (Freib. Kath. Kirchenbl. 1877 Nr. 40.) 

F. Bilder aus der heimathlichen Kirchengeschichte. IL Sins- 
heim. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1878 S. 188.) 

Der heil. Fidel is, seine Beziehungen zu Freiburg, Konstanz 
und Villingen. (Freib. Kath. Kirchenbl. 1877 Nr. 17.) 

Frank, W. Kirchengeschichte der Diözese Sinsheim. Sins- 
heim. Becker. 1878. S. 31. S\ 

Friburgensia. (Freib. Diöc-Arch. XIII, 283.) 

Gams, Dr. P. Klostemekrologien, mit Ergänzungen von 

Archivar Zell. (Freib. Diöc. Arch. XII, 229—249.) 
— Klostemekrologien. Fortsetzung und Schluss. Mit Er- 
gänzungen von Archivar Zell und König. St. Georgen, 
St. Märgen, Oehningen, Reichenau, St. Peter, Peters- 
hausen, Salem, Schuttern, Schwarzach, Tennenbach, St. 
Trudpert. (Freib. Diöc.-Arch. XIÜ, 237—272.) 

Zur Geschichte der St. Martinspfarrei in Freiburg. (Freib. 
Diöc-Arch. XIII, 312.) 

Gmelin, M. ürkundenbuch der Deutschordens- Commende 
Beuggen. Fortsetzung 1300—1349. (Zeitschr. f. G. d. 
Oberrh. 29. Bd. S. 163—260. — 30. Bd. S. 213—322. 
— 31. Bd. S. 168—233.) 



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480 

Gmelin, M. Eine urkundliche Notiz über Ulrich Reichental. 
(Anzeig. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1878, 320.) 

Hartfelder, K. St. Ottilien (bei Freiburg) und seine Legende. 
S. 12. 8^ (Beil. zum Freib. Adressb. 1878.) 

Holder, A. Zwei Predigten des Lesemeisters Hugo von Kon- 
stanz. (Zeitschr. f. deutsche Philologie IX S. 29.) 

Huber, J. Ein Schreiben des Cardinal-Erzbischofs von Mai- 
land Karl Borromäus an Propst und Kapitel in Zurzach, 
die Zurückführung der Einwohner zu Kaddburg zur kath. 
Kirche betr. (Freib. Diöc.-Arch. XI, 237—245.) 

— Kirchengeschichtliches über den Kletgau und den süd- 
lichen badischen Schwarzwald. (Archiv für Schweiz. Refor- 
mationsgeschichte. Freiburg. Herder. Bd. III, ?) 

V. Ketteier, Wilhelm Emman. Freiherr. Bischof von Mainz 

beim Jubiläum des heil. Konrad in Konstanz. (Freib. 

Kath. Kirchenbl. 1877 Nr. 32.) 
König, J. Zur neunten Säcularfeier des heil. Konrad. Orien- 

tirung über die ältesten vitae. (Freib. Diöc. Arch. XI, 

253—272.) 

— Beiträge zur Geschichte der theol. Fakultät Freiburg: 
ein Wort der Vertheidigung. Nachtrag mit Beilage. 
(Freib. Diöc.-Arch. XI, 273—296.) 

— Eine feierliche Doctorpromotion. (Freib. Diöc. Arch. XI, 
299—303.) 

— Zur Geschichte der Freiburger Klöster. (Freib. Diöc.-Arch. 
XII, 291—303.) 

— Die Chronik der Anna von Munzingen. (Freib. Diöc.- 
Arch. XIII, 129—236.) 

Das Konklave in Konstanz oder die Wahl Martins V. 

(Freie Stimme 1878 Nr. 26, 27, 28, 29, 30, 31.) 
Körber, G. Die Kirche im südlichen Baden zur Zeit der Karo- 

ünger. (Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens V, 177—197.) 
—. Die Ausbreitung des Christenthums im südlichen Baden. 

Heidelberg. Winter. 1878. S. VIII. 96. 8^ 
Leitz, Alfr. Geschichte der evangelischen Gemeinde in Lohr- 

bach bis zum Jahre 1821. Mosbach. Kindler. 1879. 

S. 92. 8^ 
Lumpp, Pfr. Die St. Ehrentrudiskapelle bei Munzingen. 

(Freib. Bot. 1879 Nr. 128 Beil.) 



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481 

Marbe. Die Wallfahrt zu unserer Lieben Frau von Schienen 
mit geschichtl. Nachrichten über Schienen. Freiburg. 
Herder. 1879. 

Marmor, Jos. Unserer L. Fr. Münster zu Freiburg. Frei- 
burg. Herder. 1878. S. VII. 210. 8^ 

Marmor. Zur Greschichte des Bisthums Konstanz. (Freib. 
Diöc-Arch. XI, 306—313.) 

Martin, Th. Die Klause in der Egg. (Freib. Diöc-Arch. XI, 
225—236.) 

St. Martinskirche in Freiburg. (Freib. Bot. 1879 Nr. 215.) 

Mayer, Job. G., Pfarrer. Leben und Schriften des Pater 
Moriz Hohenbaum van der Meer, Benediktiner im Stifte 
Rheinau. (Freib. Diöc-Arch. XI, 1—34.) 

Mezler, Gallus P., u. Mayer, Pfarrer. Monumenta historico- 
chronologica I. Die Aebte von St. Peter. (Freib. Diöc- 
Arch. XIII, 283—297.) 

Einige Mittheilungen über verschiedene Konstanzer Ritua- 
lien. (Freib. Kath. Kirchenbl. 1877 Nr. 25, 26.) 

Mühlhäusser, Dr. Aus der guten alten Zeit. (Stud. d. 
ev.-prot. Geistl. Badens. III, 159. IV, 50.) 

Der Münster St. Fridolins zu Säckingen nebst geschichtl. 
Nachweis über die Aechtheit der Reliquien dieses Heiligen. 
Säckingen. 1878. 8^ 

Die hl. Nothburga zu Hochhausen in Geschichte und Sage. 
(Stamminger. Franconia Sancta. Würzb. 1878. S. 22 — 34.) 

Nüssle, Ed. Pfarrer Poitevin, eine Episode aus dem kirch- 
lichen Leben der französisch -reformirten Gemeinde in 
Mannheim 1676—1682. (Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens. 
III, 258—276.) 

Reinfried, K. Die Stadt- und Pfarrgemeinde Bühl. (Freib. 
Diöc-Arch. XI, 65 — 144.) Auch als Separatabdr. erschienen. 

Röder von Diersburg, F. Freiherr von. .Mittheilungen aus 
dem freiherrlich von Röder'schen Archiv. (Freib. Diöc- 
Arch. XIII, 273—281.) 

Ruppert. Beiträge zur Geschichte des Klosters Gengenbach. 
(Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 31. Bd. S. 315—331.) 

Salem. Historia brevis monasterii Salemitani. (M. G. SS, 
24, 643—646.) 

Schäfer, P. L. Zur Geschichte des Heidelberger Katechismus. 
(Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens. III, 113-128.) 

«eitöchr, XXXllI. 3 1 



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482 

Schmidt. Zwei Aktenstücke, die erste Wahl eines Erzbischofs 

von Freiburg betr. (Freib. Diöc-Arch. XI, 318—320.) 
Schöttle, Joh. Ev. Zur Greschichte der Augustiner-Eremiten 

aus den Provinzen ßhein-Schwaben und Baiern. (Freib. 

Diöc-Arch. XIII, 299—309.) 
V. Schreckenstein , K. H. Frhr. Roth. Die Zeitfolge der Bischöfe 

von Konstanz bis auf Thomas Berlower f 1496. (Zeitschr. 

f. G. d. Oberrh. 29. Bd. S. 260—294.) 

— Die Johanniter- (Maltheser-) Commende in Ueberlingen. 
(Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 29. B. S. 129—163.) 

— Beitrag zur Geschichte des Bischofs Konrad IL von 
Konstanz (von Tegernfeld). (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 
30. Bd. S. 54—76.) 

Sievert. Zum Schematismus der bad. evangel. Geistlichkeit. 
(Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens. V, 207-235.) 

Staiger, Lit. Das Klösterlein Rugacker auf dem Heiligen- 
berg. (Freib. Diöc-Arch. XII S. 303—306.) 

Starck, Math., aus Lottstetten. Ein Beitrag zur Diöcesan- 
geschichte. (Freib. Kirchenbl. 1879 Nr. 47.) 

Trenkle, J. B. Beiträge zur Geschichte der Pfarreien Elches- 
heim, BietigheinJ, Oetigheim, Steinmauern, Durmersheim. 
(Freib. Diöc-Arch. XI, 35—64.) 

Trenkle , Secretär. Beiträge zur Geschichte der Pfarreien in den 
Landcapiteln Gernsbach u. Ettlingen: Niederbühl, Rastatt, 
Kuppenheim, Maisch, Muckensturm, Oberweier, Völkers- 
bach, Moosbronn, Ettlingenweier, Ettlingen, Spessart, 
Schöllbronn, Busenbach, Stupferich, Burbach. (Freib. 
Diöc-Arch. XII, 39-137.) 

[Walter, P., und Lindner, A. Catalogus religiosorum 
monasterii Rhenaugiensis. (Freib. Diöc-Arch. XII, 251 — 
288.)] 

V. Weech, Fr. Urkundenbuch des Benediktinerklosters St. 
Trudpert. (Zeitschr. f. G. d. Oberrh. 30. Bd. S. 76—128, 
323—399.) 

— Rechtsbuch des Klosters Ettenheimmünster. (Zeitschr. f. 
G. d. Oberrh. 30. Bd. S. 458—486.) 

— ürkundenarchiv des Klosters Herrenalb. (Zeitschr. f. G. 
d. Oberrh. 31. Bd. 237—284.) 

— Haushaltungsordnung d. Benediktinerklosters Schwarzach 
a.Rh.vonl654. (Anzeig. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1878,355.) 



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483 

Wehrle, Ad. Geschichte der St. Wendelinswallfahrt Nuss- 
bach, enthalt, in Wehrle, Wendelinusbücbiein. Ingen- 
bohl 1878 S. 52—72. 

Die Weihe des ersten Erzbischofs von Freiburg am 21. Okt. 
1827. (Freib. Kath. Kirchenbl. 1877 Nr. 42.) 

Das Wirken des ehrwürdigen P. Clemens Hofba^ier in 
Triberg. (Freib. Kirchenbl. 1879 Nr. 41.) 

Wirth, Hermann. Kirchengeschichte der Stadt Eppingen. 
Festgabe zur Einweihung der neuen evangelischen Stadt- 
kirche am 23. März 1879. Karlsruhe. Braun. 1879.- S. 46. 
8^. (Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens IV, 189—233.) 

Zell. Zur Baugeschichte des Freiburger Münsters. (Freib. 
Diöc-Arch. XI, 303-306.) 

XI. Kirchenwesen. 

a. Katholische Kirche, 

Anzeigeblatt für die Erzdiöcese Freiburg. Bd. VII. 1876— 
1878. Freiburg. Dilger. 4«. Ebenso 1879. 

Freiburger Katholisches Kirchenblatt. Red.: Dr. Stephan 
Braun. 21.— 23. Jahrg. Freiburg. Dilger. 1877—1879. 4^ 

Aus Baden. Der Balger Handel. (Im N. Reich 1877. I, 477.) 

Die erste Generalversammlung der Cäcilien-Vfereine der 
ErzdiöceseFreiburg.(Freib. Kath. Kirchenbl. 1878Nr. 42,43.) 

Der Cäcilien-Verein auf dem Lande. (Freib. Kirchenbl. 
1879 Nr. 24.) 

Das Ende der kathol. weiblichen Lehr- und Erziehungs- 
institute in Baden. (Histor.-polit. Blätter. 80. Bd. 285 ff.) 

Geschichtliches und Statistisches über die Herder'sche 
Verlagshandlung zu Freiburg i. Br. (Kathol. Bewegung. 
1878 S. 26 ff.) 

Zum St. Konrads-Jubiläum in Konstanz. (Deutscher Haus- 
schatz. 1877 S! 232.) 

Laubis, Leonh. Das badische Staatsexamen der Theologen. 
Freiburg. Herder. 1879. S. 48. gr. 8». 

Maas. Der Schulconflict in Baden. (Archiv f. kath. Kirchen- 
recht. Mainz. 1877 S. 176, 1878 S. 396.) 

Montan US. Die Wallfahrt nach Walldürn. Mainz. Kirch- 
heim. 1878. 

Die angeblich beabsichtigte Reorganisation der ober- 

31* 



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484 ^ 

rheinischen Kirchen-Provinz. (Freib. Kirchenbl. 1879 

Nr. 7.) 
Ein Versehgang, auf dem hohen Schwarzwald. (Freib. 

Kirchenbl. 1879 Nr. 51.) 
Die kirchl. Zustände in der Erzdiöcese Freiburg. (Katholik. 

1877 S. 492 flf.) 

b. Evangdisch'protestantische Kirche, 

Verordnungsblatt für die vereinigte evangelisch -protestan- 
tische Kirche im Grossherzogthum Baden. Ausgegeben 
vom evangel. Oberkirchenralh in Karlsruhe. Karlsruhe. 
Groos. 1877. Nr. I— XVII, VI u. 96 Seiten. — 1878. 
Nr. I— XVm, IV u. 98 Seiten. — 1879. Nr. I— XIX, 
IV u. 86 Seiten. 4«. 

Biblische Geschichte für den evangelisch -protestantischen 
Religions- Unterricht in den Schulen des Grossherzog- 
thums Baden. Lahr. Geiger. 1878. S. VIIL 204. 8«. 

Entwurf eines Gesangbuches für die evangelisch -protestan- 
tische Landeskirche des Grossherzogthums Baden. Vor- 
lage des evangel. Oberkirchenraths an die Diöcesan- 
synoden 1879. Karlsruhe. Braun. 1879. S. 104. 8«. 

Entwurf über die Revision der badischen Perikopen und 
ein Lektionarium. Karlsruhe. Gutsch. 1879. S. IX. 46. 8". 

Flugblatt des badischen Hauptvereins der Gustav-Adolf- 
Stiftung Nr. 11 (1880): Die evangel. Diaspora im Be- 
zirk Waldshut. 8^ 

Gesetz-Entwurf. Die Verwaltung des evangel. Pfründe- 
verraögens betr. S. 15. 4^ 

Kirchenbuch für die evangelisch -protestantische Kirche im 
Grossherzogthum Baden. Karlsruhe. Gutsch. 1877. S. XVI. 
479. 4«. . 

Personalbestand der bad. Geistlichen. (Stud. d. ev.-prot. 
Geistl. Badens. III, 277-288.) 

Statuten des ev. Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung. 
Abgedr. für die Mitglieder des Hauptvereins in Baden. 
Weinheim. 1879. S. 19. 8^. 

Stocker, C. W. F. L. Schematismus der evangel. -protest. 
Kirche im Grossherzogthum Baden. Selbstverlag d, Verf. 
1878. S. 404. gr. 8«. 



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485 

Verhandlungen der Generalsynode vom Jahr 1876. Karls- 
ruhe. 1877. S. VI. 699. 8^ 

Verhandlungen der 31. Jahresversammlung des Bad. Haupt- 
vereins der ev. Gustav-Adolf-Stiftung. Geh. in Hornberg 
am 1. Aug. 1877. Pforzheim. 1877. S. 30. 8«. 

— der 33. Jahresvers. etc. Geh. in Wertheira am 6. u. 7. 
Aug. 1878. Pforzheim. 1878. S. 36. 8^ 

— der 34. Jahresvers. etc. Geh. in Auggen am 29. u. 30. 
Juli 1879. Weinheim. 1879. S. 48. 8^ 



Studien der evangelisch -protestantischen Geistlichen des 

Grossherzogthums Baden. Redig. von Zittel. Karlsruhe. 

Braun. IIL (1877.) S. 288. 8». — IV. (1878.) S. 248. — 

V. (1879.) S. 235. 
Die Kirche. Evangel Monatsblatt für die Gemeinde. Redig. 

von Pfarrer J. Schuck. (Eberbach, Wieprecht.) 1878 

Nr. 1—6. 1879 Nr. 1—12. 8^ 
Süddeutsches evangel.-prot. Wochenblatt, Organ des 

Bad. Protestanten -Vereins. Red. von Stadtpfarrer Eber 1 in. 
~ Heidelberg. Emraerling. Jhrg. 18—20. (1877—1879.) 4^. 
Evangel. Kirchen- und Volksblatt für das Grossherzog- 

thum Baden. 1877—1879. Karlsruhe. Rodrian. 



An den Badischen Verein zur Unterstützung der ostindi- 

, sehen Volksschulen. (1877, 183.) 

Bericht über die Thätigkeit des Wissenschaftlichen Prediger- 
vereins der ev. Geistlichkeit Badens für das Jahr 1877. 
Karlsruhe. Macklot. 1878. S. 50. 8^ 

— für 1879. 

Der Bescheid des Oberkirchenraths auf die Pfarrsynoden 

1878. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 2, 6.) 
Die Besteuerung der Pfarrbesoldungen. (Südd. ev.-prot. 

Wochenbl 1878 S. 10.) 
Degen, Joh. Die badischen Perikopen, ihre Geschichte, Be- 

urtheilung und nothwendige Neugestaltung. (Stud. d. 

ev.-prot. Geistl. Badens. IV, 107—149.) 

— Die Perikopenvorlage des ev. Oberkirchenraths. (Stud. 
d. ev.-prot. Geistl. Badens. V, 199—208.) 



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486 

Die Dotation und die neue Steuer. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 
1877 S. 194.) 

Die Einweihung der Kirche in Ladenburg. (Südd. ev.-prot. 
Wochenbl. 1878 S. 152.) 

Die Einweihung der neuen Kirche in Linkenheün. (Ev. 
Kirch.- u. Volksbl. 1877, 181.) 

Die Einweihung des Versorgungshauses des ev. Stiftes in 
Freiburg. I. IL (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 1877, 193, 197.) 

E i s e n 1 h r , Aug. Vierzig evangel. Kirchenlieder im Original- 
texte und mit den Redaktions Veränderungen aus 31 Ge- 
sangbüchern und Liedersammlungen als Vorarbeit bei 
Herstellung von Gesangbüchern und den Freunden der 
Hymnologie zur leichteren Vergleichung dargeboten. 
Karlsruhe. Braun. 1879. S. 144. 8^. (Separatabdr. aus 
d. Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens. V, 1—144.) 

Enthüllungsfeier des Denkmals für den verstorbenen Stadt- 
pfarrer u. Dekan Dr. E. O. Schellenberg auf dem Friedhof 
in Mannheim. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 173.) 

Aus der evangelischen Diaspora. (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 

1877, 110.) 

Die evangelische Frühjahrsconferenz in Durlach. (Ev. 

Kirch.- u. Volksbl. 1877, 73.) 
Die evangelische Konferenz in Heidelberg. (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1877, 170, 172.) 
Das neue Gesangbuch. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 

S. 137.) 
Zu dem neuen Gesangbuchs-Entwurf. (Südd. ev.-prot. 

Wochenbl. 1879 S. 145, 154.) 
Zum Gesetzentwurf die Verwaltung des evangel. Pfründe- 
vermögens betr. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 177, 

180.) 
Gräbener. Pfründesystem oder Besoldungssystem? (Ev. 

Kirch.- u. Volksbl. 1878, 163, 166.) 
Die Gründung einer Feuerversicherungs- Gesellschaft unter 

den ev. Geistlichen Badens. I. U. (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 

1878, 144, 147, 152.) 

Das Gustav-Adolfs-Vereinsfest in Hornberg. (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1877, 129.) 
Das Gustav- Adolf-Fest in Auggen. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 

1879 S. 131, 133.) 



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487 

Die beiden Hauptkonferenzen des Bad. ev. Schulvereins. 

I. IL (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 1877, 191, 194) 
Die Heidelberger Versammlung. I. H. (Südd. ev.-prot. 

Wochenbl. 1878 S. 107, 112.) 
Jahresbericht über das theol. Pensionat in Heilbronn. (Ev. 

Kirch.- u. Volksbl. 1877, 55.) 
Jahresbericht des theol. Pensionats (in Heilbronn) für 1877. 

(Ev. Kirch.- u. Volksbl. 1878, 45.) 
Die Jahresfeier des Pilgerhauses bei Weinheim. I. H. (Ev. 

Kirch.- u. Volksbl 1877, 149, 153.) 
Die 32. Jahresversammlung des Badischen Hauptvereins 

der evangelischen Gustav -Adolf- Stiftung in Hornberg. 

(Karlsr. Ztg. 1877, 182 Beil., 183 Beil., 184 Beil.) 
Evangel. Kirchenkalender der Stadtdiöcese Karlsruhe 

für das Jahr 1877. Jhrg. VI. Karlsruhe. Braun. 1877. 

S. 52. 8«. 
Kirchenkalender der ev.-prot. Gemeinden von Heidelberg, 

Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim. 1877—1879. 8®. 
Das Kirchen- und Volksblatt und die Lörracher kirch- 
lichen Verhältnisse. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1877 S. 1.) 
Aus unserem kirchlichen Leben. I. IL HL (Bv. Kirch.- 

u. Volksbl. 1877, 119, 121, 125.) 
Aus unserem kirchlichen Leben. L IL IE. IV. (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1878, 101, 108, 120, 129.) 
Kneucker, J. Referat für die evangelische Diöcesansynode 

Neckargemünd am 20. Sept. 1876. (Stud. d. ev.-prot. 

GeistL Badens. HI, 128—149.) 
Kobe. Eine Glockenschau in der Diöcese Wertheim. (Stud. 

d. ev.-prot. Geistl. Badens. III, 37—47.) 
Zum Konfirmationsunterricht. (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 

1878, 177.) 
Kramm. Ueber das kirchliche Orgelspiel und den kirchlichen 

Gemeindegesang. (Stud. d. ev.-prot. Geistl. Badens. III, 47.) 
Das Landes-Gustav-Adolf-Fest in Hornberg (31. Juli, 

1. Aug.). (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1877 S. 132.) 
Das Landes-Missionsfest zu Wiesloch. I. IL III. (Ev. 

Kirch.- u. VolksbL 1877, 137, 142, 146.) 
Das Landes-Missionsfest in Graben. L H. III. (Ev. 

Kirch.- u. VolksbL 1878, 138, 142, 150.) 



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488 

Die Leichenfeier des f Oberkirchenrathes und Pfarrers 

J. Heintz. (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 1878, 17.) 
Die Missionsconferenz in Karlsruhe. I. IL (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1877, 57, 62.) 
Nathanael Traugott. Eine Pfarrersgeschichte mit Pfarr- 

wähl. Illustrationen von einer badischen Pfarrfrau. Heidel- 
berg. Winter. 1879. 
Nüssle, E. Ein frommer Wunsch ^u Gunsten des zukünftigen 

Leitfadens für den Religionsunterricht. (Südd. ev.-prot. 

Wochenbl. 1877 S. 120.) 
Ein unbilliger Paragraph des Aufbesserungsgesetzes. ^Südd. 

ev.-prot. Wochenbl. 1877 S. 102.) 
Kritischer Pastoralbrief in Pfründesachen. (Südd ev.-prot- 

Wochenbl. 1879 S. 140.) 
Der Pessimismus unter der evangel. Geistlichkeit der 

bad. Landeskirche. (Ev. Kirch- u. Volksbl. 1878, 58.) 
Plitt. Pfründsystem oder Besoldungssystem. L (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1877, 138, 147.) 
Realbesteuerung der Pfarrpfründen in den Gemeinden. 

(Karlsr. Ztg. 1879, 10 Beil.) 
Schellenberg. Rede zur Kircheinweihung in Ladenburg. 

(Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1878 S. 175.) 
Schellenberg, 0. Zum Kaisertag. Predigt am 22. März 

1879. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 53.) 
Die Sonntagsfeier in der zweiten Kammer. (Südd ev.-prot 

Wochenbl. 1879 S. 34.) 
Späth. Der Methodismus in Baden. (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 

1878 S. 160, 172.) 
Zur Steuerfrage (Südd. ev.-prot. Wochenbl. 1878 S. 22.) 
Das Tüllinger Rettungshaus. (Ev. Kirch.- u. Volksbl. 1877, 

109.) 
Die Versammlung des wissenschaftlichen badischen Prediger- 
Vereins in Karlsruhe am 26. u. 27. Juni 1877. (Südd. 

ev.-prot. Wochenbl. 1877 S. 110.) 
Die gemeinsame Verwaltung der Pfarrpfründen. (Ev. Kirch.- 

u. Volksbl. 1878, 70.) 
Die Verwaltung des evangel. Pfründevermögens. (Südd. 

ev.-prot. Wochenbl. 1879 S. 122.) 
Wendt, G. Der Entwurf eines neuen Gesangbuches. (Karlsr. 

Ztg. 1879. Lit. BeU. S. 135.) 



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489 

Zittel, E. Zur Besprechung der Katechismusfrage. fStud. 
d. ev.-prot. Geistl. Badens. IV, 58. 59.) 

XII. Schulwesen. Unterricht. 

Verordnungsblatt des grossh. bad. Oberschulraths. Karlsruhe. 
Groos. 1877. 15. Jahrg. Nr. I— XVI, XVI u. 150 Seiten. 
— 1878. 16. Jahrg. Nr. I— XVI, XIV u. 115 Seiten. — 
1879. 17. Jahrg. Nr. I-XII, XIII u. 126 Seiten. 4». 

Rede zum Geburtsfeste des höchstseligen Grossherzogs Karl 
Friedrich von Baden und zur akademischen Preisverthei- 
lung am 22. Nov. 1877 von J. C. Bluntschli: Ueber 
die Eintheilung in Facultäten. S. 46. 4®. 

— Desgl. von Otto Kariowa: Ueber die Reception des 
römischen Rechts in Deutschland, mit bes. Rücksicht 
auf Churpfalz. Heidelberg. 1878. S. 42. 4^. 

— Desgl. von Theodor von Dusch: Ueber Kinderheilkunde 
und deren Unterricht auf Universitäten. Heidelberg. 1879. 
S. 44. 40. 

Festschrift dem kaiserl. deutsch. Archäolog. Instit. zu Rom 
zur 50jährigen Stiftungsfeier am 21. April 1879 über- 
reicht von d. Univers. Heidelberg. Zwei Alexander- 
köpfe der Sammlung Erbach und des britischen Museums 
zu London. Zum ersten Mal veröffentlicht von K. B. 
Stark. Leipzig. Breitkopf u. Härtel. 1879. S. 21. 4^ 

Anzeige für die Vorlesungen, welche auf der grossh. bad. 
Ruprecht -Karolinischen Universität zu Heidelberg ge- 
halten werden sollen. Heidelberg. Groos. 8®. (Für jedes 
Semester.) 

Adressbuch der Ruprecht-Karls-Universität in Heidel- 
berg. Sommer-Halbjahr 1877. Heidelberg. Groos. 1877. 
8®. Ebenso für die weiteren Semester. 

Programm, wodurch zur Feier des Geburtsfestes Sr. Königl. 
Höh. unseres Durchlauchtigsten Grossherzogs Friedrich 
im Namen des akademischen Senates die Angehörigen 
der Albert-Ludwigs-Universität einladet der gegen- 
wärtige Prorector Dr. Gustav Hartmann. Inhalt: Rechte 
an eigener Sache , Untersuchungen zur Lehre vom Eigen- 
thurasrecht. Freiburg. 1877. S. 79. 4^ 
— Desgl. von Dr. Rud. Mai er: Johannes Schenck, seine Zeit, 
sein Leben, seine Werke. Freiburg. 1879. S. 172. 4^. 



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490 

Programm etc. von Dr. Bernh. Schmidt. Inhalt: Die Thor- 
frage in der Topographie Athens. Freiburg. 1879. S. 44. 4^ 

Reden bei der öffentlichen Feier der Uebergabe des Prorec- 
torats der Universität Freiburg in der Aula gehalten von 
Prof. Dr. Friedrich Kössing in Stellvertretung des ab- 
gegangenen Prorectors Geh. Hofraths Prof. Dr. Hart- 
mann und Hofrath Prof. Dr. Rud. Maier. Freiburg. 
1878. S. 48. 4^ 

— Desgl. von Hofrath -Dr. Rud. Mai er und Prof. Dr. Bernh. 
Schmidt. Freiburg. 1879. S. 49. 4«. 

Ankündigung der Vorlesungen, welche im Sommer-Halbjahr 
1877 auf der grossh. bad. Albert -Ludwigs -Hochschule 
zu Freiburg im Breisgau gehalten werden. Freiburg. 
Poppen. 4^. — Ebenso für jedes folgende Semester. 

Müller, Job. Heinr. Jak., Prof. d. Univ. Freib. Gedächtniss- 
rede von E. Warpurg. Freiburg. 1877. S. 22. 4®. 

F. X. Kraus. Gedächtnissrede auf Joh. Alzog, geistl. Rath 
etc. Freiburg. 1879. S. 27. 4». 

Programm der grossh. bad. polytechnischen Schule in Karls- 
ruhe für das Studienjahr 1877 u. s. w. 

Jahresbericljt über den Polytechnischen Verein in Karls- 
ruhe 1877. Karlsruhe. Gutsch. S. HI, 61. 

— Dasselbe über das Vereinsjahr 1877—1878. Karlsruhe. 
1878. S. Xn, 62. 8^ 

— Dasselbe für 1878-1879. Karlsruhe. 1880. S. 35. 8^ 
Satzungen des Polytechnischen Vereins in Karlsruhe. 

Karisrulie. Gutsch. S. 32. 8^ 
Polytechnischer Verein in Karlsruhe. Aenderungen und 
Erweiterungen der Satzungen vom Jahre 1877. Karls- 
ruhe. Gutsch. 1878. S. 6. S^. 

Programme der grossh. Gymnasien. 

Baden 1877 mit Beil.: Badorff, M. Beiträge zur Geometrie 
des Kreises und der Kugel. S. 60. 4®. — 1878 mit Beil. : 
Sitzler, J. Emendationes Theognideae. S. 20. 4^ — 
1879 mit Beil.: Ziegler, Th. Die Anfänge einer wissea- 
schaftlichen Ethik bei den Griechen. S. 31. 4«. 

Freiburg 1877 mit Beil.: Lehmann, Otto. Ueber das 
Wachsthum der Krystalle. S. 40. 4^ — 1878 mit Beil. : 
Hartfelder , K. Die Quellen von Cicero's zwei Büchern 



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491 

de divinatione. S. 24. 4^ - 1879 mit Beil. : Hartfelder, K. 
Die alten Zunftordnungen der Stadt Freiburg i. B. Thl. I. 
S. 47. 4^ 

Helidelberg 1877 ohne Beil. — 1878 mit Beil.: Behagel, W. 
Geschichte der Auffassung der Aristophanischen Vögel. 
Abth. I. S. 33. 4^ — 1879 mit Beil.: Behagel. Ge- 
schichte der Auffassung der Aristophanischen Vögel. 
S. 30. 4^ 

Karlsruhe 1877 mit Beil.: Wendt, G. Zum Lehrplan des 
Gymnasiums. S. 34. 4». — 1878 mit Beil.: Kienitz, 0. 
De quin particulae apud priscos scriptores Latinos usu. 
S. 24. 4«. — 1879 mit Beil.: Wendt. Zum Lehrplan 
der Geographie und Geschichte. S. 18. 4\ 

Konstanz 1877 mit Beil.: v. Sallwürk, Otto, üeber Newtons 
Principia und insbesondere über dessen Hydrodynamik. 
S. 12. 4^ — 1878 mit Beil.: Herwig, Chr. Das ethisch- 
religiöse Fundament der äschyleischen Tragödie. S. 32. 
4^ — 1879 mit Beil.: Kränkel, Fr. H. Die Anschau- 
lichkeit beim Unterricht. S. 32. 4®. 

Mannheim 1877 mit Beil.: Hang, Ferd. Die römischen 
Denksteine des grossh. Antiquariums. S. 72. 4®. — 1878 
ohne Beil. — 1879 ohne Beilage. 

Rastatt 1877 mit Beil.: Bivola, J. Ev. Ueber das Ver- 
hältniss der Vorstellungen und Begriffe zum Sein, nach 
den hauptsächlichsten philosophischen Standpunkten. H.Thl. 
S. 42. 4^ — 1878 mit Beil.: ßivola, J. Ev. üeber das 
Verhältniss der Vorstellungen u. Begriffe zum Sein, nach 
den hauptsächlichsten philosoph. Standpunkten. Thl. HL 
S. 59. 4^ — 1879 mit Beil.: Dämmert, F. L. Zur 
Kritik und Erklärung des Sophokleischen Philoktetes. 
S. 43. 4«. 

Wertheim a.M. 1877 ohne Beil. — 1878 mit Beil.: Schlegel, 
J. H. Ueber den Begriff des Romantischen. S. 36.. 4^. 
^ — 1879 ohne Beil. 

Progymnasien. 

Bruchsal 1877 mit Beil : Müller, P. Die Geldmacht im 
alten Rom gegen das Ende der Republik. S. 24. 4^. — 
1878 mit Beil.: Bunkofer. Ueber Zahlenbüschel, Mittel- 
punkt und äquivalente Vertretung von Punktsystemen. 



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492 

S. 25. 40. — 1879 mit Beil.: Bunkofer. Analytische 
Untersuchung der durch eine kleine dreieckige Oeflfnung 
erzeugten Beugungserscheinung bei parallel einfallenden 
Strahlen. S. 14. 4^ 

Donaueschingen 1877 ohne Beil. — 1878 mit Beil.: 
Steurer,F. Multiplication zweiziflfriger Zahlen mit Hülfe 
der Buchstabenrechnung. S. 45. 4^. — 1879 mit Beil.: 
Schuler. Ueber Herodots Vorstellung von den Orakeln. 
S. 26. 4^ 

Lahr 1877 Beil.? - 1878 mit Beil.: Bihler, H. Der Turn- 
unterricht an den Gymnasien. S. 9. 4^. — 1879 ohne Beil. 

Offenburg 1877 ohne Beil. — 1878 mit Beil.: Steiert. 
Vergleichung der Phedre des Racine mit dem Hippolytos 
des Euripides. Thl. I. S. 22. 4«. — 1879 mit BeiL: 
Steiert, H. Vergleichung der Phedre des Racine mit 
dem Hippolytos des Euripidos. Thl. H. S. 23. 4^ 

Pforzheim 1877 mit Beil.: Grohe, L. Die Differentialrechnung 
in der Schule. S. 28. 4^ — 1878 mit Beil.: Reuss, K. 
De Lycurgi quae fertur agrorura divisione. S. 14. 4®. — 
1879 ohne Beil. 

Tauberbischofsheim 1877 mit Beil.: Ritter, Fr. De 
ApoUinarii Laodiceni legibus metricis. S. 38. 4^. — 
1878 ohne Beil. — 1879 ohne Beil. 

Pädagogien und Realgymnasien. 

Durlach, Pädagogium und höhere Bürgerschule 1877 — 1879 
ohne Beil. 

Ettenheim, Realgymnasium 1877 — 1879 ohne Beil. 

Karlsruhe, Realgymnasium 1877 ohne Beil. - 1878 mit 
Beil.: Maier, A. Aufgaben aus der praktischen Geo- 
metrie zum Schulgebrauch. I. S. 22. 4®. — 1879 mit Beil. : I 
Mai er, A. Aufgaben aus der praktischen Geometrie 
zum Schulgebrauch. IL S. 22. 4«. 

Lörrach, Pädagogium u. Realgymnasium 1877 — 1879 ohne 
Beil. 

Mannheim, Realgymnasium 1877 ohne Beil. — 1878 mit 
Beil.: Gaea von Mannheim (?). — 1879 ohne Beil. 

Villingen, Realgymnasium 1877 mit Beil.: Roder. Die 
Schlacht von Seckenheim (1462). S. 50. 4«. — 1878 
und 1879 ohne Beil. 



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498 

Programme der höheren Burgerschulen in: 

Achern, Breisach, Bretten, Buchen, Eberbach, Em- 
mendingen, Eppingen, Ettlingen, Freiburg, 
Gernsbach, Heidelberg, Hornberg, Karlsruhe, 
Kenzingen, Konstanz, Kork, Ladenburg, Mos- 
bach, Müllheim, Rheinbischofsheim, Schopfheim, 
Schwetzingen, Sinsheim, üeberlingen, Walds- 
hut, Weinheim, Wiesloch, fast alle ohne Beilagen. 
Beilagen hatten: 

Achern 1878 mit Beil. : Ruppert , Ph. üfgoviana. IL S. 47. 4^. 

Emmendingen 1879, mit Beil.: Maurer, H. Das Weiher- 
schloss bei Emmendingen. S. 8. 4^ 

Ettlingen 1879 mit Beil.: Eisenlohr. Das lateinische Ver- 
bum. S. 27. 8<>. 

Heidelberg 1878 mit Beil.: Salzer, R. Zur Geschichte 
Heidelbergs in den Jahren 1688 u. 1689. S. 53. 4^ 

Heidelberg 1879: Salzer, R. Zur Geschichte Heidelbergs 
vom Jahr 1689—1693. S. 62. 4^ 

Karlsruhe 1878 mit Beil.: Lafontaine. Das Erlernen der 
französischen Vocabeln. S. 9. 4^. 

Karlsruhe 1879: Katalog der Anstaltsbibliothek S. 9. 4^. 

Kenzingen 1879: Demoll, F. K. Die Formenlehre der 
lateinischen Sprache. S. 22. 8®. 

Pforzheim 1878 mit Beil.: Stöckle, J. Der deutsche Unter- 
richt in den Unterklassen der höheren Bürgerschule, das 
Lesebuch und dessen Behandlung. S. 24. 4^ 

Seminare. 

31.— 33. Jahresbericht des grossh. bad. Schullehrer- Seminars 
Karlsruhe. L u. H. Meersburg von 1877—1879. 8^ 
(Bei Karlsr. I. 1879. Beil.: Seh weickert. Der landwirth- 
schaftliche Unterricht und der Schulgarten. S. 21 — 33, 8®.) 

Lehrerseminar in Ettlingen 1878 mit Beil.: Lehmann, Fr. X. 
Zur Geschichte des grossh. bad. Lehrerseminars Ettlingen. 
Beitr. L (1708—1809.) S. 25. 8®. — 1879 mit Beil.: 
Lehmann, Fr. X. Zur Geschichte des grossh. bad. Lehrer- 
seminars Ettlingen. Beitr. IL 1809—1819. S. 29. S^. 

Jahresbericht der Blinden-Erziehungsanstalt in Ilves- 
heim. 



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494 

Jahresbericht über den Stand der dem Orts-Schulrath 
unterstellten städtischen Schulen zu Karlsruhe 1877— 
1878. Karlsruhe. Maisch u. Vogel. S. 25. 4». 

Jahresberichte der höheren Töchterschulen in Baden- 
Baden, 1879 (Beil.: Laible, zur Gesundheitslehre), 
Durlach, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Kon- 
stanz, Mannheim, Offenburg, Pforzheim. 

Jahresbericht der grossh. bad. Taubstummen -Anstalt in 
Gerlachsheim und Meersburg von 1877 — 1879. 



Joos, Aug. Die Gesetze und Verordnungen über Elementar- 
unterricht, Fortbildungsunterricht und Mittelschulen für 
die weibliche Jugend im Grossherzogthum Baden. Ges. 
u. erl. Heidelberg» Emmerling u. Sohn. 1879. S. 517. 8». 



Badische Schulzeitung. Organ des allgem. bad. Volks- 
schullehrer-Vereins. Redig. von A. Hug unter Mitwirkung 
von G. Ischler u. A. Banspach. Heidelberg. Wiese. 
1877—1879. 4<>. 



Aufhebung des weiblichen Lehr- und Erziehungsinstituts 

St. Ursula zu Freiburg. (Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 91.) 
Der badische Landtag und das Unterrichtswesen (Bad. 

Schulztg. 1877 Nr. 5, 6 ff.) 
Zur badischen Schulfrage. Separatabdruck aus der Freien 

Stimme. Radolfzell. 1880. 
Dienstprüfung, die. (Bad. Schulztg. 1878 Nr. 28, 29.) 
Zur Einführung der Schulgesetz -Novelle vom 18. Sept. 

1876. L (Karlsr. Ztg. 1877 Nr. 32—34.) 
Die Ferien unserer Stadt- und Landschulen. (Bad. Schulztg. 

1879 Nr. 11.) 
Zur Geschichte der bad. Gymnasien und Realschulen. 

(Karlsr. Ztg. 1878 Nr. 10, 12, 15 Beil.) 
Die Lehrertage in Bruchsal am 6. u. 7. Okt. (Bad. Schulztg. 

1879 Nr. 42 ff.) 
Ueber die Lehrinstitute in Baden. (Bad. Beob. 1877 

Nr. 38, 40, 45, 47, 49, 92—102, 173, 194—198. 



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495 

Nochmals über die BeneficiumserhÖhung. (Bad. Schulztg, 

1878 Nr. 38.) 

Organisation der Kunstgewerbe-Schule vergl. oben in IV. 

Die gemischte Schule u. d. bad. Diöcesansynoden des Jahres 
1878. (Bad. Schulztg. 1878 Nr. 47.) 

Zur Statistik der bad. Gymnasien u. Realschulen. (Karlsr. 
Ztg. 1878. 10 Beil., 12 Beil., 15 Beil., 206 Beil.) 

Zur Statistik der bad. Gymnasien u. Realschulen. (Karlsr. 
Ztg. 1879, 193 Beil.) 

Neue Statuten der katholischen Rettungs- und Erziehungs- 
anstalt in Käferthal. Mannheim. 1877. S. 8. 8^ 

Das Turnen an den badischen Volksschulen. (Karlsr. Ztg. 

1878. 4.) 

Die Versammlung der Direktoren badischer Mittelschulen 
9.— 11. Juni 1879. (Karlsr. Ztg. 1879. Lit. Beil. S. 93.) 

Die XVIII. Versammlung mittelrheinischer Gymnasiallehrer 
in Heidelberg am Pfcagstdienstag 1879. (Karlsr. Ztg. 

1879. Lit. Beil. S. 118.) 

Die Versammlung der Taubstummen-Lehrer in Gerlachs- 
heim. (Bad. Schulztg. 1878 Nr. 41.) 

Zähringer, A. Dienstordnung und Competenzbeschreibung 
eines Lehrers am Ende des 16. Jahrb. (Stud. d. ev.-prot. 
Geistl. IV, 247.) 

XIII. Kunst Literatur. 

Kunstblätter, christl. Organ des christl. Kunstvereins der 
Erzdiöcese Freiburg. (Beil. zum Freib. Kirchenbl. 1877— 

1879 Nr. 162—178.) 

Allgeyer, L. Die Münster kirche zu St. Nikolaus in üeber- 

Kngen. Wiesbaden. 1879. S. 77. 8^ 
Altdeutsche Gemälde im Schlosse Kirchberg. (Karlsr. 

Ztg. 1879* Lit. Beil. S. 297.) 
Die gr