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ZWEITER BERICHT.

®, Bamberg, 1854.

Gedruckt in der Fr. Humann’schen Offzin. en |

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über den Befland des naturforfhenden Vereins in Bamberg vom 1. Januar 1852 bis 90. April 1854.

Vorgetragen in der Versammlung am 5. Mai 1854 durch den Sekretär, Oberlehrer Pfregner.

* Nebst 3 Beilagen.

Vorbemerkungen.

Der unter aer allergnädigsten Protektion Seiner Majestätdes Königs Maximilian IH. siehende naturforschende Verein in Bamberg war bemüht, die Aufgabe, die er sich, namentlich seit seiner Regeneration im Jahre 1850, gestellt hatte, mehr und mehr zu lösen. Die Zeit ist nicht mehr fern, wo die Ansichten über den hochwichtigen Einfluss der Naturwissenschaften auf das Leben, auf das höhere wie das gewerbliche, nicht mehr getheilt sein werden, und wo diese Ueberzeugung selbst in jenen Regionen Raum gewinnen wird, in denen man sich bisher in Anerkennung der Rechte dieser Diseiplin in Beziehung auf die Bildung der heranwachsenden Generation mehr oder minder gesträubt hat.

Insbesondere hat der Verein die praktische Seite des naturwissenschaftlichen Strebens in den Bereich seiner Forschungen zu ziehen gesucht, von der Ueberzeugung ausgehend, dass darin eine der vorzüglichen Aufgaben naturforschender Gesellschaften liege, indem eben dadurch der Boden für die wissenschaftlichen Studien urbarer, fruchttragender bereitet wird, und diese Studien allgemeiner, anziehender werden; wenn- gleich dem Einzelnen, dem dazu Begabtern das Studium der höhern Seite, das tiefere Hineinblicken in die Natur und dadurch das Heranbilden der Wissenschaft als solcher nicht genug empfohlen werden kann, indem nicht zu läugnen ist, dass die grossen Erfindungen der Neuzeit in technischer Hinsicht nur aus diesem tie- fern Beschauen der Natur hervorgegangen sind.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir einem ziemlich allgemeinen Vorurtheile begegnen, als sei das Studium der Naturwissenschaften nur dem Gelehrten vom Fache mit Erfolg möglich. In der That ein grosser Irrthum! Der schlichte Bürger und Landmann, der Lehrer der Volksjugend, der Geistliche und Beamte, der Forstmann, der Arzt, sie Alle können viel Nützliches, Dankenswerthes auf diesem Felde pflegen.

Betrachten wir ausdauernd die atmosphärischen Erscheinungen, den Zug, die Form der Wolken und die Richtung der Winde im Zusammenhalt mit der darauf folgenden Wiiterung; stellen wir Jahre lang täglich zu festgesetzten Stunden Barometer- und. Thermometer-Beobachtungen an; legen wir Sammlungen, und, wo thunlich, auch Beschreibungen der auf unserm Grund und Boden oder im Bereiche unsers Wohnortes vor- kommenden Insekten, Conchylien, Fische, Vögel etc. an (übersehen wir aber dabei auch das Kleinste nicht); bemerken wir das Auffällige über das Gedeihen oder Nichtgedeihen der Feldfrüchte unter normalen oder aus- sergewöhnlichen Zuständen und Einflüssen; sammeln wir Erfahrungen, die uns bei der Gewinnung und Be- nützung der in unser Gewerbe, unser Fach einschlägigen Naturprodukte vorkommen, kurz: schauen

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wir die Natur mit offenem Blicke und betrachtendem Geiste an; notiren wir dabei Alles fleissig, und wir werden ein reiches Material für die Wissenschaft sammeln und selbst ihre Meister werden es dankbar benützen.

Ein nachahmungswürdiges Beispiel liefern uns jene schon in alter Zeit angestellten Naturbeubachtun- gen, die, unter dem Namen der „Bauernregeln‘, wenn auch nicht untrüglich, ihren unverkennbaren Werth haben. Sie sind mindestens ein sprechender Beweis, dass man das Bedürfniss, die Natur zu beobachten, schon seit alter Zeit gefühlt hat.

Die Naturwissenschaft ist eine Erfahrungswissenschaft, und je reicher der Schatz von Erfahrungen ist, je mehr wird sich die Wissenschaft zum Nutzen und Frommen für das Leben ausbilden.

Noch Eines kann hier nicht unberührt bleiben: Wie mancher würdige Beamte und Geistliche würde sich wohl einer Verbindung von Männern zur Erforschung der Natur anschliessen, wenn er nicht scheu vor der da und dort auftauchenden Meinung zurückwiche, vor der Meinung, als könne das Studium der Naturwis- senschaft dem religiösen Leben Eintrag thun.

Dem religiösen Leben Eintrag! Welche verkehrte Ansicht! Ist denn die Natur nicht auch eine wunder- volle göttliche Offenbarung? Wozu denn die Scheu, Gottes herrliche Schöpfung mehr und mehr zu erfor- schen? Fordert denn der göttliche Stifter des Christenthums uns nicht selber auf, die Blumen des Feldes, die Vögel des Himmels zu betrachten, um dadurch Vertrauen und Liebe zum Vater Aller zu gewinnen.

Es ist eine grosse Lüge, wenn man behauptet, grosse Naturforscher seien Gottesläugner. Das ist nicht möglich! Von dem kleinsten Wesen der irdischen Natur, dem der Wassertropfen als Weltmeer erscheint, bis hinauf zu den Sonnen, für deren Grösse wir kein Mass, für deren Vielheit wir keine Zahl erfassen kön- nen, findet der Forscher dieselben Gesetze der bewundernswürdigsten Ordnung, der höchsten Weisheit, seit Jahrtausenden im ewig unverrückten gleichen Gange. Je tiefer der Mensch die Natur erfasst, desto mehr wird er von, Ehrfurcht für den Schöpfer durchdrungen. Das Studium der Natur führt uns also zur Ehrfurcht vor der Gottheit. Aber wo das Herz von Ehrfurcht durchdrungen ist, da bleibt auch die Liebe, das Ver- trauen, der Glaube, kurz die Religion nicht aus.

Nach dieser Abschweifung, die man dem Berichterstatter hier, als nicht am unrechten Platze, zu gute halten möge, will derselbe weiter referiren.

Sectionen des Vereins.

Die fortwährend beibehaltene Gliederung der Gesellschaft in Sectionen hat sich als sehr erspriess- lich bewiesen. Zu Ausschuss-Mitgliedern für die treffenden Fächer wurden gewählt im Jahre 1852:

für Botanik Herr Dr. Funk,

»„ Zoologie Herr Professor v. Merrnböckh,

» Physiologie, Mineralogie und Geognosie Herr Dr. Haupt, »„, Technologie Herr Professor Waillez.

In den Jahren 1853 und 1854 Dieselben.

Im Frühjahre 1853 hat sich auch eine „‚landwirthschaftliche‘‘ Section unter der Leitung des Vorstan- des, Dr. Haupt (zugleich Konservator der Sammlungen), gebildet.

Dagegen legte im Januar 1853 der um den Verein hochverdiente Herr geistliche Rath und Lyceal- Professor, Dr. MWartimet, in Folge des Dranges seiner vielen Geschäfte, die Stelle eines Sekretärs nieder. Statt seiner wurde für das Sekretariat der Erstatter dieses Berichtes, Lehrer Pfresner, se- wählt.

Verkehr mit verwandten Vereinen und Bihliothekvermehrung.

Den Sammlungen und namentlich der Bibliothek des Vereines wurden, wie aus den Beilagen er- sichtlich ist, eine beträchtliche und schäzbare Vermehrung zu Theil.

Zugleich ist aus dem Verzeichnisse der Zusendungen zu entnehmen, mit welchen Gelehrten und ver- wandten Vereinen wir in Verbindung zu treten, das Glück hatten.

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Den edlen Männern und Vereinen, die uns durch Zusendungen erfreuten, sei der innigste Dank aus-

gesprochen; denn nur durch gemeinschaftlichen Austausch der gemachten Beobachtungen, Entdeckungen

und

gewonnenen Resultate kann dem schönen gemeinschaftlichen Werke, kann dem Interesse der

Wissenschaft und dem daraus hervorgehenden heilsamen Einflusse für das Leben gedient werden.

Vereins-Vorträge.

Als am meisten die Vereinszwecke fördernd muss der fortgesetzte lebendige Verkehr der Mit-

glieder, in der Regel alle 14 Tage, betrachtet werden.

Am

Nachverzeichnete Vorträge wurden seit der Erstattung des vorigen Berichtes gehalten:

im Jadre 1852: 8. Januar, von Dr. Küster: Ueber die Thiere von Nowaja Semblia. 20. Januar, von Dr. Küster: Ueber die Insekten von Montenegro. 5. Februar, von Professor Builly: Das Meer und dessen physikalische Eigenschaften. 19. Februar, von Professor Bnilltj: Ueber Clausen’s Flachs-Baumiwvolle. 4. März, von Dr. $affet: Ueber die Bedeutung der Leber bei Menschen und Thieren. 18. März, von Domkapitular Scmitt: Ueber animalische Deformitäten. 1. April, von Forstmeister Dütsh: Ueber FValdbestände in Oberfranken. 15. April, von Dr. $unk: Ueber die Vegetations-Werhältnisse der Bamberger Umgegend. 29. April, von Hofapotheker fampredt: Ueber Zuckerfabrikation. 13. Mai, von Dr. Rascher: Ueber die Farben- Verhältnisse der Flora Deutschlands. 27. Mai, von v. Herrnböhh: Chemische Analyse eines in diesem VVinter gefundenen unbekannten Stoffes. 17. Juni, von Dr. Küster: Ueber die Zweckmässigkeit und Zweckwidrigkeü der anzulegenden VVald- schneussen. 4. November, von Lehrer Dümlein: Ueber die Urgeschichte der Erde und der Menschheit. 2. Dezember, von Färber Serber: Ueber naturhistorische und technische Bedeutung des Indigo. 16. Dezember, Dr. Küster's „Abschiedsvortrag“. 30. Dezember, von Dr. Haupt: Die Branchiopoden der Sumpfwasser von Bamberg.

Jm Jahre 1853:

27. Januar, von Oberlehrer Pfregner: Ueber die Schöpfungsperioden der Erde, Wissenschaft und Gene- sis im Einklange.

10. Februar, von Dr. Haupt: Die geognostischen Reihen um Bamberg.

24. Februar, von Dr. funk: Die Generationen der Pflanzen

17. März, von Hofapotheker fampreht: Gesammelte und selbst gemachte Erfahrungen über den zunächst Bamberger Hopfen, so wie die Prüfung des der Schwefelung verdächtigen Hopfens.

31. März, von Dr. Haupt: Ueber die Bedeutung der Blätter an der Pflanze. -

14. April, von Hofapotheker fampredit: Chemische Experimente zur Ermittlung des Schwefels in orga- nischen Substanzen.

12. April, von Dr. funk: Ueber die Physiognomie der Flora Bambergs.

28. April, von Dr. Saupt: Lesefrüchte.

12. Mai, von Professor Baille4: Ueber Meteorologie und meteorologische Beobachtungen.

2. Juni, von Assistenten $eber: Ueber Vulkanismus.

10. November, von Assistenten Arinninger: Ueber den Instinkt der Thiere.

23. November, von Dr. Saffer: Ueber VVärmeentwicklung in dem Organismus der Pflanzen und Thiere, gegenüber der Liebig’schen Verbrennungstheorie.

15. Dezember, von Dr. Sanpt: Die alten Meere in Bayern und im Rheinthale, ein geognostisches Landschafts- Gemälde.

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im Jahre 1854:

(Monat April.)

Am 6. April, von Dr. Wittfein (vorgetragen von Hofapotheker Lamprecht): Beantwortung der 1852 vom Vereine aufgestellten Frage: VVerauf gründet sich der Vorzug der Föhren des Hauptmoors Bezir- kes „Hirschrangen“ bei Bamberg zur Verwendung als Mastbäume?

Am 11. April, von Lehrer Pftegner: Ueber die hohe Lebensdauer und den ungeheuern Umfang mancher

Bäume,

Hier mag auch die erfreuliche unserm Vereinsmitgliede p. Weider brieflich gemachte Mittheilung erfol- gen, dass der sehr schöne Druck des Textes von Theodori’s (unsers Mitgliedes) „Beschreibung des col- lossalen Ichthyosaurus trigonodon in der Local-Petrefakten-Sammlung zu Banz etc.“ in Folio bereits vollendet ist, und dass der Abdruck der Abbildungen in natürlicher Grösse (4 Tafeln, wovon 2 gegen 9 lang und fast hoch sind) bereits begonnen hat.

Exeursion und Untersuchung der Bias- Formation.

Excursionen wurden im Jahre 1852 keine gemacht, da Hindernisse unbesiegbarer Art sie nicht er- möglichten.

Dagegen waren von besonders zeitgemässer Bedeutung jene zweivom Vorstand und mehreren Mitgliedern des Vereines vorgenommenen Excursionen nach Geisfeld, 2 Stunden von Bamberg, um zu erforschen, wie weit der in neuester Zeit zu Leuchtgas vorgeschlagene graue Liasschiefer der die Jurakalkkette von Banz an durch ganz Bayern bis zu seinem Austritle aus diesem Lande bei Nördlingen begleitet, in die Nähe unserer Stadt vorgeschoben sei. Man fand diesen Schiefer da beginnend, wo am östlichen Saume des Hauptsmoores die Föhrenholz-Bestände aufhören, und der niedere Laubwald anfängt, etwa eine Viertelstunde vom Dorfe Geis- feld, so dass, was die wohlfeilste Gewinnung des Rohstoffes für die Leuchtgaserzeugung betrifft, Bamberg ohne Zweifel weitaus im Vordergrunde steht; denn sollten auch die Kalkbänke des Gryphitenlagers bitumenreich genug sein, so würde die Gewinnung des Materials noch näher liegen, indem der Bruch auf dem Hirschran- gen von der Stadt nur °/, Stunden entfernt liegt. Die Bänke der Monotisschichten, als der obersten und am leichtesten zu gewinnenden, sind durch ihren Reichthum an Braunkohle, welche sie schnurweise durchziehen, schon ein Fingerzeig, dass die Mühe einer chemischen Untersuchung gelohnt werde; aber die unter diesem in Mächtigkeit abgelagerte Schicht mit Sauriern und Fischen könnte ihnen wohl den Rang ablaufen, wenn nicht die tiefer unten befindlichen leicht verwitternden Schiefer mit ihren Schwefelkiesen und Gagatkohlen eine noch ergibigere Ausbeute versprächen.

In Erwägung dieser Verhältnisse hat das Vereinsmitglied, Herr Hofapotheker Sampredht, mit gewohnter Energie diesen Gegenstand unter die Hand genommen, das fragliche Mineral einer sehr aufmerksamen che- mischen Untersuchung unterzogen, und Jie Resultate so befriedigend gefunden, dass er alsbald sich entschloss, sich um ein Privilegium zur ‚Fabrikation von Gas aus Liasmineral für Bayern‘ zu bewerben, was ihm auch auf 5 Jahre verliehen wurde.

Derselbe wird in der unten folgenden Beilage seine Erfahrungen hierüber mittheilen. Hier seinur noch bemerkt: Nach den bis jetzt vom Vereine gemachten Erhebungen kann derselbe dem aus Lias bereiteten Leuchtgas unbedingt den Vorzug vor dem ‚‚Holzgas‘“‘ zuerkennen; auch abgesehen davon, dass durch die Be- reitung des Holzgases die Preise des Brennholzes noch mehr erhöht werden müssen, die ohnedies in vielen Gegenden unsers Vaterlandes zu einer enormen Höhe gestiegen sind.

Leistungen der landwirthschaftlichen Section.

Mit Hinblick auf den ausgesprochenen Willen Seiner Majestät unsers Königs „die Landwirthschaft in Bayern möglichst gehoben zu sehen“, hat sich, wie oben bemerkt, im Vereine eine land wirthschaft-

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liche Section, den Vorstand an der Spitze, seit dem Frühjahre 1853 gebildet, zu welchem Zwecke ein Grundstück als ‚„‚Versuchsfeld‘‘ in Pacht genommen wurde.

Die Reichhaltigkeit des auf diesem, die Aufmerksamkeit vieler Oekonomen erregenden Versuchsfelde Erzielten wird das Referat des Vorstandes (unten) näher auseinander setzen. An viele der Agrikultur be- freundete Bewohner der Stadt und Umgegend wurden die gewünschten Sämereien, Kartoffelarten etc. abge- geben.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch der von unsern Ehrenmitgliedern, dem k. preussischen Gene- ralkonsul für Spanien und Portugal, Dr. Julius von Minutoli und Direktor und Professor Dr. Fraas in Mün- chen uns zugesendeten Sorten Sämereien dankend erwähnen.

Zwar steht unsere landwirthschaftliche Section noch isolirt da, indem sie sich aus Mangel an peku- niären Mitteln noch mit keinem Filial-Landwirthschafts-Vereine verbinden konnte (was mindestens; einen Ko- stenaufwand von jährlich 12 Kronenthaler erheischen würde); doch sei uns die Hoffnung vergönnt, dass un- sere Section durch ihre Leistungen würdig werde, von dem kgl. höchsten landwirthschaftlichen Organe: mit einer Unterstützung in ähnlicher Weise bedacht zu werden, wie sie die wirklich affiliirten Filialvereine ge- niessen.

Pekuniäre Zuflüsse.

Für den von Seiner RKönigliehen Hoheit, dem Herrn Herzog Masc mit bekannter Munificenz uns jährlich zufliessenden Beitrag von sechzehn Gulden 12 kr. fühlen wir uns fortwährend von tiefgefühltem schuldigen Danke durchdrungen.

Auch wurden uns im vorigen Jahre von dem landwirthschaftlichen Centralvereine in Bayern hundert Gulden zur Verfügung gestellt, so wie verschiedene Sämereien für das Versuchsfeld übermacht, um bei der erwarteten Anwesenheit deutscher Landwirthe etwas Entsprechendes zeigen zu können. Auch dafür inniger Dank um so mehr, als anderweitige Unterstützungen uns bis jetzt nicht zugekommen sind, die doch dem Vereine für sein ungehemmtes Wirken höchst wünschenswerth wären.

Festlichkeiten.

Zu den Festlichkeiten, bei denen sich der Verein betheiligte, gehören:

a. Die Feier der Allerhöchsten Namens- und Geburtsfeste JJ. MM. des Rönigs und der Königin, die mit Festversammlungen und Festessen begangen wurden.

b. An jenem für Bamberg denkwürdigen Ereignisse, als am 30. und 31. Juli und am 1. und 2. August v. J. JJ. MM. der König und die Königin die Stadt mit Allerhöchst Ihrem Aufenthalte beglückten, nahmen auch die Vereinsmitglieder den freudigsten Antheil. Seine Majestät der König geruhten in einer Audienz dem Vorstande huldvollst Allerhöchst Ihr lebhaftes Interesse an den Bestrebungen des Vereins auszusprechen.

ec. Zu einer besondern Feier gab die im vorigen Jahre zu Nürnberg gehaltene 16. Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe Veranlassung.

Von den 700 Theilnehmern machten mehrere Hundert derselben einen Abstecher nach dem schönen Bamberg und führten dadurch eine Feier herbei, deren Erinnerung bleibend sein wird. Ein vom hohen Stadtmagistrate gebildetes Comite bot Alles auf, um den Gästen ihre Anwesenheit möglichst angenehm zu machen. In Begleitung unsers Vorstandes, so wie von 4 Gärtnermeistern unter diesen das Vereins- mitglied Eichfelder durchzogen die Herren die Flur der weit gerühmten „Bamberger Gärtnerei‘ nach ihren speziellen Abtheilungen a) der Getreid-, b) der Gemüseflur, der obern und untern Gärtnerei. Viel Ueberra- schendes für die Gäste. Dem bekannten Fleisse unserer Gärtner, die mit nie rastender Beharrlichkeit in kur- zer Frist den ödesten Sandboden zur höchsten Bonität erheben, wurde ungetheiltes Lob gespendet.

Die besondere Aufmerksamkeit der Landwirthe erregte die weite Ausdehnung der Flur, der Süssholz- und Kreenbau, der von Manchen noch nicht in Cultur gesehene Majoran, Anis, Coriander, der Frucht-

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wechsel auf den Marktfeldern, der Hopfen: alles dieses nur durch die Spatenkultur erzielt. So wurde den Herren auch der hohe Preis mancher Grundstücke erklärlich.

Bei dieser Gelegenheit hatten die Vereinsmitglieder auch das Glück, bedeutende Notabilitäten der ra- tionellen Agrikultur kennen zu lernen. Director FValz von Hohenheim führte den Vorsitz in den fröhlichen Versammlungen. Männer aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes bewunderten die fruchtbaren Fluren, die reizenden Gartenlandschaften der Umgebung Bambergs.

Wünsche.

Unter Hinweisung auf die diesem Berichte beigefügten Abhandlungen und Uebersichten des Per- sonalstandes und der ökonomischen Verhältnisse, glaubt der Berichterstatter schlüsslich den angele- gentlichen Wunsch des naturforschenden Vereins nach dem baldigen vollständigen Erscheinen der

Specialkarte des General-Quartiermeister-Stabs von Bayern, soweit sie Bambergs Umgebung betrifft, so wie nach der Beschleunigung der geognostischen Durchforschung von Bayern nicht verschweigen zu dürfen.

BEILAGEIL. Wir erhielten an Geschenken,

a) von einzelnen Jeledrten:

Von Herrn F. 4. Bielz, Coneipisten bei der k. k. siebenb. Finanzlandesdirektion in Hermannstadt in Sie- benbürgen: Beitrag zur Kenntniss der siebenbürgischen Land- und Süsswasser-Mollusken. Separat-Ab- druck aus den Verhandlungen des Siebenb. Vereins für Naturwissensch. 1853.

Von demselben: Systemat. Verzeichniss der Käfer Siebenbürgens. 1853.

Von demselben: Der Schlossberg bei Deva und seine Umgebung in entomologischer Beziehung beschrie- ben. 1853.

Von Herrn J. Fr. Cafliseh in Augsburg: Uebersicht der Flora von Augsburg. Enthaltend die in der Um- gebung Augsburgs wildwachsenden und allgemein cultivirten Phanerogamen. Von J. F. Cafliseh. Augsburg 1850.

Von Herrn Carl Ehrlich, Custos am vaterländ. Museum zu Linz, und Commissär des geogn. mont. Vereins für Inner-Oesterreich und das Land ob der Enns: Ueber die nordöstlichen Alpen. Linz 1850.

Von demselben: Geognostische Wanderungen im Gebiete der nordöstlichen Alpen. Ein spezieller Bei- trag zur Kenntniss Oberösterreichs. Linz 1852.

Von Herrn Hofrath und Prof. Dr. Fuchs in Göttingen: Bemerkungen über den Zirkonsyenit von J. Fr. L. Hausmann 1852. Sep.-Abdr. aus dem 5. Bande der Abhandlung der königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen.

Von demselben: Erste Säkularfeier der königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen am 29. Nov. 1851. Enthaltend zwei historische Abhandlungen von Rudolph Wagner und Joh. Fr. Ludwig Hausmann.

Von demselben: Die kaiserl. Leopold. Karolinische Akademie der Naturforscher feiert ihr 200jähriges Jubiläum im Kreise der Versammlung der Naturf. u. Aerzte in Wiesbaden. Hiebei Emmert und @. v. Segnitz Beschreibung des Florengebietes von Schweinfurt. 1852.

Von Herrn FY. Gümbel, Rektor der k. Landw. u. Gewerbschule in Landau: Die fünf Würfelschnitte, ein Versuch, die verschiedenen Krystallgestalten in einen innigen Zusammenhang zu bringen. 1852. Denkschrift der Pollichia.

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Von Herrn k. k. wirklichem Bergrathe FVilh. Haidinger in Wien. Naturwissensch. Abhandlungen. Band 3—6 incl. ,

Von demselben. Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt. Jahrgang 1850 bis Juni 1853 incl.

Von demselben. Berichte über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien. Jahr- gang 1846—1850 incl.

Von Herrn Dr. Constantin Höfler, k. k. Professor in Prag: Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissensch. in Wien. Mathemat. naturwissensch. Klasse. Band 6—11 incl.

Von demselben etc.: Tafeln zur Reduktion der in Millimetern abgelesenen Barometerstände auf die Nor_ maltemperatur von Celsius. Berechnet von J. d. Pohl und J. Schabus. Separat-Abdruck aus den Sitzungsber. der k. k. Wiener Akademie. .

Von demselben. Tafeln zur Vergleichung und Reduktion der in verschiedenen Längenmassen abgelese- nen Barometerstände von J J. Pohl und J. Schabus. Separat-Abdruck aus den k. k. Wiener Aka- demie-Sitzungsberichten von 1852.

Von demselben. Tafeln zur Reduktion gemessener Gasvolumina auf die Temperatur und den Luftdruck 760"m- Separat-Abdruck aus den k. k. Wiener Akademie-Sitzungsberichten 1851.

Von demselben. Andeutungen über die geologischen Verhältnisse des südlichsten Theiles von Untersteyer. Von A. v. Morlot. Separat-Abdruck aus Haidingers Berichten über die Mittheilungen von Freunden der Naturw. in Wien 1849.

Von Herrn Hofrath und Prof. Dr. Kastner in Erlangen: Chemie zur Erläuterung der Experimentalphysik. Erlangen 1850.

Von Herrn Dr. FVilh. Gotiti. Rosensauer, k. Prof. und Custos in Erlangen. Ueber die Entwicklung und Fortpflanzung der Clythren und Cryptocephalen. Erlangen 1852.

Von Herrn Baron Dr. v. Schauroth, Herzogl. Coburg. Director des Kunst- und Naturalien-Kabinets: Ein Beitrag zur Fauna des deutschen Zechsteingebirges mit Berücksichtigung von Kings Monographie der Versteinerungen des permischen Systems in England. Separat-Abdruck aus den Sitzungsberichten der Wiener Akademie.

Von demselben. A. v. Morlot an W. Haidinger aus denselben 1847.

Von demselben. Uebersicht der geolog. Verhältnisse des südlich von der Drau gelegenen Theiles von Steiermark. Aus denselben.

Von demselben. Einiges über Dolomit. A. v. Morlot. Aus denselben 1849.

Von demselben. Ueber die in der Umgegend von Pössneck auftretenden Gebirgsarten und die Verbrei- tung der die Zechsteinformation paläontologiseh charakterisirenden Petrefakten in den Gliedern dieser Formation. Von Herrn Zerenner. Separat-Abdruck aus der Zeitschrift der deutsch. geol. Gesellschaft 1851.

Von demselben. Ueber die Stigmaria ficoides Brogn. Von Herrn Göppert in Breslau. Separat-Abdruck aus derselben.

Von demselben. Zur näheren Kenntniss der fossilen Pflanzen der Zechsteinformation von Herrn Dr. C. Otto Weber. Separat-Abdruck aus derselben.

Von demselben. Ueber die Versteinerungen des schlesischen Zechsteingebirges. Ein Beitrag zur Kennt- niss der deutschen Zechsteinfauna von Herrn Dr. Moritz v. Grünewald. Separat-Abdruck aus derselben.

Von demselben. Ueber das Vorkommen des Semionotus Bergeri im Keuper bei Coburg. Separat-Abdruck aus der Zeitschrift der deutsch. geolog. Gesellschaft. 1851.

Von demselben. Gedruckte Correspondenz zwischen v. Beyrich und v. Schauroth. Separat- Abdruck aus derselben.

Von demselben. Sechs Abhandlungen über die Ergebnisse der im Sommer 1849 vorgenommenen Be- gehungen von A. v. Morlot, Commissär des geogn. montan. Vereins für Inner-Österreich und das

Land ob der Enns. Separat-Abdruck aus dem Jahrbuche der k. k. geolog. Reichsanstalt 1851. 2

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Von Herrn Alexand. Skofitz in Wien: Österreichisches botanisches Wochenblatt. Gemeinnütziges Organ für Botanik und Botaniker etc. Jahrgang 1852.

Von Herrn Dr. Waltl, k. Prof. und prakt. Arzt in Passau: Passau und seine Umgebung, geogn. mineral. geschildert. Programm zum Jahresbericht der öffentl. Studienanstalten in Passau 1853.

Von Herrn Dr. /Fierrer, prakt. Arzt und Repetitor am königl. Hebammen-Institut, auch consultirendem Arzte in Wildbergers orthopädischer Anstalt dahier: Mittheilungen aus der orthopädischen Anstalt des Johannes Wildberger. Separat-Abdruck aus ‚‚Göschens deutscher Klinik‘ 1853.

Durch die Güte des Herrn Dr. Wierrer von Professor Heyfelder: Preisfrage der kais. Leopold. Karo- linischen Akademie der Naturforscher, ausgesetzt von dem Fürsten Anatol von Demidoff pro 1853 und 1855.

Von Herrn Dr. Zerenner in Coburg. Bericht über die von Overweg auf der Reise von Tripoli nach Mur- zuk und von Murzuk nach Ghat gefundenen Versteinerungen, von E. Beyrich. Separat- Abdruck aus den Monatsberichten über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1852.

6) von verwandten Vereinen:

Von dem naturhistorischen Vereine in Augsburg: Bericht des naturhistorisch. Vereins 1848—1853 sammt Statuten.

Von der naturforschenden Gesellschaft in Basel: Bericht über die Verhandlungen der Naturforschend. von 1540— 1852.

Von der deutschen geologischen Gesellschaft in Berlin: Zeitschrift der deutschen geologisch. Gesellschaft. Jahrgang 1852 und 1853 bis Juli.

Von der naturforschenden Gesellschaft in Bern: Mittheilungen der naturf. Gesellschaft etc. Jahrg. 1851 und 195—220.

Von dem Vereine für schlesische Insektenkunde in Breslau: Zeitschrift für Entomologie. Herausgegeben von dem Vereine etc. 1847—1851.

Von der Gesellschaft zur Beförderung der Naturwissensch. in Freiburg im Breisgau: Berichte über die Verhandlungen der Gesellschaft zur Bef. etc. 1853. Nr. 1.

Von derselben: Beiträge zur rheinischen Naturgeschichte 1849. 1851. 1853.

Von der praktischen Gartenbaugesellschaft in Bayern: Vereinigte Frauendorfer Blätter. Redigirt von Eugen Fürst. Jahrgang 1550—1852. 18. August.

Von der schweizerischen naturforschenden Gesellsehaft in Glarus: Verhandlungen der schweizer. etc. 1851.

Von der königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen: Nachrichten von der Georgs-Augusts- Universität, und der königl. Gesellschaft ete. 1842. Nr. 1—14.

Von dem naturwissensch. Vereine in Halle: Jahresbericht des naturwissensch. Ver. Jahrg. 1851 u. 1852.

Von dem Vereine für Naturwissenschaften in Hermannstadt: Verhandlungen und Mittheilungen des sie- benbürgischen Vereins für Naturwissenschaften zu Hermannstadt, 1853 bis September incl.

Vom geognostisch. montanislischen Vereine für Innerösterrreich und das Land ob der Enns: 1. 3. 4. 5. Bericht sammt Statuten.

Vom naturhistorischen Vereine Lotos in Prag: Lotos, Zeitschrift für Naturwissenschaften. Prag. Jahrgang 1851 u. 1852.

Von der Gesellschaft |zur Beförderung der gesammten Naturwissenschaften zu Marburg: Schriften der Gesellschaft zur Bef. etc. 6. und 7. Band. 1848 und 1849.

Vom historischen Vereine in Mittelfranken: Ein und zwanzigster Jahresbericht des historischen Ver- eins etc. 1852.

Von der königl. Akademie der Wissenschaften in München: Bulletin der königl. Akad. Jahrg. 1848— 1852. August incl. und 1853.

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Von derselben: Ueber den Chemismus der Vegetation. Festrede zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät Maximilians II., Königs von Bayern, von Dr. Vogel jun. München 1852.

Von dem Vereine für Naturkunde im Herzogthume Nassau: Jahrbücher des Vereins für Naturk. etc. Wies- baden 1—9. Heft incl.

Von der naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg: Abhandlungen der naturhistorischen Gesellschaft ete. 1552. 1. Heft.

Von der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: Bericht der Oberhess. etc. 1849 u. 1853.

Von der naturforschenden Gesellschaft Pollichia in der bayer. Pfalz: Jahresbericht der Pollichia, eines naturwissenschaftlichen Vereins der bayer. etc. 1843—1849 u. 1851 u. 1853.

Vom naturhistorischen Vereine der preussischen Rheinlande und Westphalen: Verhandlungen des naturhist. etc. 10. Jahrgang. 1852 2. Heft. u. 1853.

Vom zoolog. mineral. Vereine zu Regensburg: Abhandlungen des zoolog. etc. 1—4. Heft, und Corres- pondenzblatt des zool. ete. 1847—1853. sammt Statuten.

Von der schlesischen Gesellschaft für vaterländ. Cultur: Jahresbericht der schles. Gesellsch. 1848— 1852 incl.

Von derselben: Denkschrift zur Feier ihres 50jährigen Bestehens, herausgegeben von der schlesischen Gesellschaft ete. 1853.

Von dem entomologischen Vereine zu Stettin. Entomologische Zeitung 1852. 13. Jahrgang.

Von der wetiterauischen Gesellschaft für die gesammte Naturkunde: Jahresbericht der wetterauisch. etc. Jahrgang 1850/51. Hanau.

Von der physikal. medizinischen Gesellschaft in Würzburg: Verhandlungen der physikal. ete. Redigirt von A. Kölliker, F. Scanzoni, J. Scherer. 1—4. Band. 2. Heft. incl.

Von derselben: Verzeichniss der Bibliothek der physik. medizinisch. Gesellschaft in PPürzburg 1853.

Von der Redaktion der wärttembergisehen naturwissenschaftlichen Jahreshefte: Württemb. naturwiss. Jahrh. etc. 9. Jahrg. 1. 2. 3. Heft, 10. Jahrg. 1. Heft.

c) Bermedrung der Bibliothek durch Ankauf:

a) Fauna boica. Naturgeschichte der Thiere Bayerns. Durch Kupferstecher Bruch, und durch Max Gem- minger und Joh. Fahrer. 1851. b) Unger: Genera & Species plantarum fossilium 1850.

BEILAGE IL

Verzeihniß der Mitglieder des naturforfhenden Vereines

nach dem Stande vom Monat April 1854.

Brotlekor: Seine Majestät König MAXIMILIAN I. von Bayern.

EI. Hiesige Mitglieder. Dr. Banzer, praktischer Arzt. Dümlein, Lehrer. Dr. Bauernschmitt, praktischer Arzt. | Eck, Domkapitular. Burger, Kaufmann und Magistratsrath. Eichfelder, Magistratsrath. Deinlein, Weihbischof und Generalvikar. | Friedrich, Dompropst. Dütsch, k. Forstmeister. | Dr. Funk, praktischer Arzt. 2%

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Gabler, k. Bankkassier. Müller, Mechanikus.

Dr. Geiger, Direktor u. prakt. Arzt. Pfregner, Lehrer.

Goes, Apotheker. Dr. Rapp, k. Gerichtsarzt. Habersack, k. Professor. v. Reider, k. Professor.

Dr. Haupt, k. Inspektor. Rothlauf, Domkapitular.

v. Herrnböckh, k. Professor. Rückel, rechtskundiger Magistratsrath. Hofbauer, Maurermeister. Rumpf, Apotheker.

Hofmann, k. Professor. Dr. Saffer, praktischer Arzt. Hofmann, Eisenhändler. Schaad, k. Professor.

v. Horadam, k. Revierförster. Schmitt, Domkapitular.

v. Häslin, Ingenieur. Schweitzer, Stadtpfarrer.

Keilholz, Kaufmann. Seeber, Assistent. Kotschenreuther, Domvikar. Seeber, Färber.

Lamprecht, Hofapotheker. Dr. Sippel, k. Professor und Assessor. Dr. Lautenbacher, praktischer Arzt. Spörlein, k. Professor.

Lindner, k. Kreis- u. Stadtger.-Protokollist. Dr. Stenglein, k. Bibliothekar. Martinet, geistlicher Rath und k. Professor. Stöber, Kaufmann.

Mainz, Uhrmacher. Vaillez, k. Professor.

Mayring, k. Professor. Dr. Wierrer, praktischer Arzt.

Im Laufe der Jahre 1852 und 1853 bis April 1854 sind

Buchner, Buchhändler.

Heil, k. Forststationist.

Ihl, k. Regierungsrath und Stadtkommissär, Dr. Katzenberger, k. Professor. Stengel, Kaufmann.

a) ausgelrelen durch Versetzung: Dotzauer, k. Regierungs- und Medizinalrath. Drausnick, Stadtpfarrer.

Euler, k. Oberpostmeister.

Feigele, k. Betriebs-Ingenieur.

v. Godin Baron, k. Unterauditor. e) gestorben: Hauck, k. Kreis- und Stadtgerichts-Protokollist. Dr. Funk, Hofrath und praktischer Arzt. Hepp, k. Ingenieur. Horst, k. Professor.

Kilp, k. Reviergehülfe. Dr. Schilling, Hofrath und Direktor.

x anunlaan, Assistent Sippel, k. Medic.-Assessor und Apotheker. Popp, k. Ingenieur.

Reichert, k. Kreis- und Stadteerichts-Assessor. d) aus der Reihe hiesiger in die der auswärtigen Uhlich, Fabrikant. Mitglieder sind durch Versetzung getreten: Zorn, k. Obermaschinist. Feigele, k. Betriebs-Ingenieur in Nürnberg.

b) freiwillig ausgetreten: Dr. Krinninger, Assistent. Bachauer, k. Ingenieur. Zorn, k. Maschinenmeister in Augsburg.

II. Auswärtige Mitglieder.

Angerer, k. Revierförster in Zeyern. v. Berg, k. Hauptmann in Germersheim.

Dr. Besnard, Bataillonsarzt in München. Dietzel, königl. Revierförster in Kleinwaldstadt bei | Bornschlegel, Pfarrer in Altenbanz. Aschaffenburg.

Dr. Brand, Gerichtsarzt in Nordhalben. Dinkel, Pfarrer in Enchenreuth.

Dr. Braun, k. Professor zu Bayreuth. Ernst, geistlicher Rath, Dechant und Kreisscholarch Brenner, Apotheker in Eltmann. in Höchstadt an der Aisch.

v. Berg, k. Major in Klosterebrach. Fehr, Lehrer zu Gunzenhausen.

13

Feigele, k. Betriebs-Ingenieur in Nürnberg. Fischer, Pfarrer in Lisberg.

Dr. Friedrich, k. Bataillonsarzt in Passau. Frischmann, herzogl. Inspektor in Eichstädt. Dr. Fuchs, k. Gerichtsarzt in Culmbach. Heinlein, Pfarrer in Güssbach.

Herrmann, Pfarrer in Frauendorf.

Jäckel, Pfarrer in Neuhaus bei Höchstadt. Jungkunz, Kaplan in Burgwindheim.

Dr. Krappmann, Hofrath in Lichtenfels.

Dr. Krinninger, Assistent in München. Mayer, Hofapotheker und Direktor in Bayreuth. Moritzbeck, k. Revierförster in Bug. Moser, k. Revierförster in Mönchherrnsdorf. Murk, Pfarrer in Forchheim.

Popp, k. Ingenieur in Regensburg.

Dr. Rascher, praktischer Arzt in Bischberg.

Raab, Pfarrer in Döringstadt.

Schmitt, Apotheker in Ebern.

Schneider, Lehrer in Bayreuth.

Stenglein, Pfarrer in Geisfeld.

Stierlein, Oekonom zu Wildensorg.

v. Stuockheim, k. Oberlieutenant in Regensburg.

Uebel, k. Revierförster in Winkelhof.

Varga de, Don Manuel Raphael, Govonador civil, Commissario Regio de las islas Canarias, in Santa Cruz de Teneriffa.

Vaillez, k. Professor in Hof.

Weissenfeld, Pfarrcuratus in Hohenmirsberg.

Wolfram, k. Professor in Würzburg.

Wucherer, k. Maschinenmeister-in Nürnberg.

Zorn, k. Maschinenmeister in Augsburg.

*) Diejenigen Herren auswärtigen Mitglieder, welche noch im Rückstande mit ihrem Beitrage pro 1852 und 1853 sind, werden höflichst ersucht, sie an den Vorstand, Dr. Haupt, oder an den Vereinskassier, Hofapotheker Lamprecht, porto-

frei zu senden.

III.

Ehrenmitglieder.

Seine Königliche Hoheit, Herr Herzog Maximilian in Bayern.

v. Urban, Erzbischof von Bamberg.

Dr. Fuchs, königl. hannov. Hofrath und Professor in Göttingen.

Dr. Fraas, kgl. Direktor und Professor in München.

Dr. Fürnrohr, k. Professor in Regensburg.

v. Gülich, Generalkonsul in Chili.

Dr. Herrich-Schäffer, kgl. Stadtgerichtsarzt in Re- gensburg.

Dr. Kastner, Professor in Erlangen.

Koch, k. pens. Forstrath in Erlangen.

Dr. Küster, k. Obertelegraphist in Ansbach.

Dr. Julius von Minutoli, königl. preussischer Ge- neralkonsul für Spanien und Portugal in Bar- cellona.

Dr. Pfeufer, k. Leibarzt, Hofrath und Professor in München.

Reindl, Buchdruckerei-Inhaber in Bamberg.

Riba, Don Juan, Stadt- und Festungs-Kaplan in Cardona.

Rössert, Lithograph.

Dr. Rumpf, Professor in Würzburg.

Schäfer, k. Professor und Magistratsrath in Bamberg.

Dr. Schönlein, k. preuss. geheimer Rath nnd Pro- fessor in Berlin.

v. Stenglein, k. Staatsrath und Regierungs -Präsi- dent in Bayreuth.

Dr. von Theodori, Kanzleirath und geheimer Kabi- nets-Sekretär in München.

14

BBILAGE II.

Jahresrechnung pro 1852 & 1853, gelegt durch den Kassier, Hofapotheker LAUPRECHT, in den treffenden

Generalversammlungen geprüft und richtig anerkannt.

Soll- An. Wirkliche | 7. | A. Einnahme. R : ' Einnahme, Eihndinhe‘ ückstand Nachlass. fl. | kr. 2. |kr. | ji. ke. |) Tee Ti. I. An Activrecess. 42 | 36 || It. Rechnung pro 1851 h R 42 36 en a Br A 42 36 Summa des Tit. L 42 36 —_ —_ —_ 2 Ti. 11. An Kechnungsdefecten. Nichts. Ti. I. An Activaussenständen. a | aus dem Jahre 1851 14 _ 15 _ SE 1728, ala Innen m 1852 \ h 10 |— | 34 | 1 | Summa des Tit. II. 24 _ 49 1 _ N Ti. IV. An Capitaßinsen. Nichts. Tu. V. An abgetragenen Capitalien. Nichts. Tata SAT: Aus Pachtrealitäten. im Jahre 1852 69 13 = _ s lul.“ „» 1853 5 5 56 21 . Pen en Summa des Tit, VL. 125 34 |— Ti. VD. An Beiträgen. a) an ausserordentlichen Beiträgen. Von Sr. Kgl. Hoheit dem Herrn Herzoge Maximilian in Bayern pro 1852 - - e i6 121 | | Von Höchstdemselben pro 1853 5 16 12 | _ —.. je = I n | Latus | 2 |j|2]1 - I-|I —- |-

15

Soll- A. Einnahme. BEliete Rückstand. | Nachlass. Einnahme. Einnahme. fl. |kr. 0 kr kr.| fi. | kr. Uebertrag b) von hiesigen Mitgliedern. 109 | | pro 1852 SR AR ® 109 7 a les) \ 2, ee EL 105 || | a c) von auswärtigen Mitgliedern. 45 | || pro 1852 ; 5 | —-|' 30 | —|I | aha . ,..0 ABURTE 19, | ae 313 | 24 Summa des Tit. VI. 7, zu0r 2087 Ba. Ser Ti. VIII An aufgenommenen Passivcapitalien. Nichts. Tit. IX. An Sustentationsdeiträgen. 29 | 15 | pro 1852 . 29m don | a NE | Rs We E00 N > | an u 129 | 15 | Summa des Tit. IX. Ta ar (a Ti. X. | An aufgenommenen Passivvorschüssen. 156 | | pro 1852 || || | = | NN ie. Ve za al ML | ee ee DO Da Summa des Tit. X. 2 ae Ti. XI. An Fundationszuflüssen. | Nichts. Ti. XI. An Erlös aus Effecten. = | pro 1852 } : : : 2 5 : _ —_ _ = ER WERNE Be Sr: Porn aan #2) Summa des Tit. XI. I|-I | —- | |— Summa aller Einnahmen. 42. 3OUR TIGE . 42 gu | SSH Al Ba LE re HT = re 7a | ZI Ta g ZUR MER AO | We —ı | EV. a I ee sn ol rl ee 125 | 34 | Tit. VI. ! 15903 | 343 | 24 | Tit. VI. 280 | 24) 5A | ge a TIEAVET; Kl see 129 | 15 | Tit. IX 129 5 en 234 | | Tit.ıX 2a | ae Fur | TEIXE —,. | ll =) SAD Te: \ =) er 947 | 31] Summa aller Tit. m rkssaehae Tree

16

Soll- Wirkliche 3 | B. Ausgabe. Rückstand. Ausgabe. J | ee ückstand fl. kr. fl. kr. fl. kr. Ti. 1. Auf Zahlungsretardaten. Nichts. | | Tu. II. | Auf Rechnungsdefecten. | Nichts. Ti. 1. Auf die Aegie. 120 9 | pro 1852 1207) nr ae N ABEND } 94 || I 214 24 Summa des Tit. II. 214 4l | Tit. IV. Auf den Vereinszweck. 249 18 | pro 1852 . 249 18 | 9 | er. 12 re re . 1.145, | So Sa 364 | 47 Summa des Titl. IV. 364 A | Tit. V. ı Auf Passivcapitaßinsen. 12 | || Zinsen von 300 fl. Passivcapitalien p. 24. April 1852 2. | || 12 Er »„ » ”» 1833 . . 12 Ra? RE 5 24 Summa des Tit. V. 24 Ti. V. Auf Sustentationsbeiträge. 20 | | pro 1852 . 20 |—| | a 653 u 0 1 -.!= 1 = 20 Summa des Tit. VI. 20 —_ —_ Tit. VI. Ä Auf zurückbezahfte Passivcapitalien. Nichts. Ti. v1. | | Auf zurückbezaßlte Borschüsse. = || pro 1852. ums FE = ee 4136| |—— | |1853 x sa (16 Il I 16 | 1 Summa des Tit. VII. 1106 ee

37 E

ai Picea L. (Abies pectinata DC.) Seltener unter den vorigen; z. B. im Michaelsberger Bude: Larix L. _ Angepflanzt; theilweise in kleinen Waldbeständen. Hydrocharideen.

Hydrocharis Morsus Ranae L. Selten in Altwassern der Regnitz nach Strullendorf zu.

Alismaceen.

Alisma Plantago L. Gemein an Gräben, in stehenden Gewässern. Sagittaria sagiltaefolia L. Gemein in Teichen und Gräben.

Butomeen. Butomus umbellatus L. Nicht selten in Teichen, an Ufern; z. B. zwischen Bug und Strullendorf, bei Höfen, Breitenau. Juneagineen

Triglochin palustre L. Selten auf feuchten Wiesen im Teufelsgraben.

Potameen

Potamogeton natans L. Gemein in stehenden und langsam fliessenden Gewässern. » gramineus L. Nicht häufig; z. B. in den: Weihern bei Zentbechhofen. » lucens L. Nicht selten in Teichen ; z. B. der Breitenau, bei Zentbechhofen. „» perfoliatus L. Nicht selten in Bächen und Teichen, z. B. bei Aurach, Höfen. Bi erispus L. Wie vorige. compressus L. In Teichen und stehenden Gewässern selten; z. B. bei Zentbechhofen, Oberhaid. „„ obtusifolius Mk. Nicht häufig in den Weihern bei Zentbechhofen; z. B. im Herrsee mit vorigem.

pusillus L. Nicht selten in stehenden Gewässern; z. B. am Stocksee, bei Gundelsheim, Zentbechhofen, Forchheim.

peclinalus L. Häufig in langsam fliessenden und stehenden Gewässern. Zanichelia palustris L. Hie und da in Gräben; bei Gundelsheim, Drossendorf.

Lemnaceen.

Lemna trisulca L. Ziemlich häufig in stehenden Gewässern.

» Polyrrhiza L. Wie vorige, aber seltener; z. B. in Gräben hinter dem Eisenbahnhofe, bei Stiebarlim- bach in Teichen.

minor L. Gemein auf stehenden Gewässern. » gibba L. Wie vorige, doch seltener.

Typhaceen.

Typha angustifolia L. Hie und da an Ufern der Flüsse und Teiche. „» ‚latifolia L. Mit voriger.

Sparganium ramosum L. Gemein in Gräben, Teichen. » simplex L. Mit voriger, doch weniger häufig.

Aroideen.

Arum maculatum L. Nicht selten in Laubwäldern und Hecken besonders des Jura; z. B. Friesener Berge, Litzendorf, Lohndorf, Giech, Zapfendorf, Röschlaub. Acorus Calamus L. Nicht gemein an Ufern der Teiche bei Zentbechhofen, Trabelsdorf ete.

Orchideen.

Orchis fusca L. Selten in Gebüschen, auf Bergwiesen der Landsweide. militaris L. Nicht gemein, wie vorige; name Staffelberg, Streitberg. ustulata L. Hie und da auf feuchten Wiesen; . B. Altenburg, Rothhof, Banz, Bug, Kreuzberg. „» Morio L. Ziemlich gemein auf feuchten en mascula L. Gemein auf feuchten Wiesen, Abhängen, in Gehölzen.

58

Orchis maculata L. Nicht selten auf feuchten Wiesen und Waldstellen; z. B. Bruderwald, Kreuzberg, Distel- berg, Spitzelberg. latifolia L. Gemein auf feuchten Wiesen. Incarnata L. Steigerwald (Kress). x Gymnadenia conopsea RBr. Nicht selten auf grasigen Abhängen, Waldwiesen; z. B. Kreuzberg, Lands- weide, Michaelsberger Wald, Jurakeite. Platanthera bifolia Rich. Gemein in Wäldern; z. B. Bruderwald, Distelberg, Michaelsberger Wald. „„ chlorantha Cust. Selten auf waldigen Bergabhängen; Spitzelberg, Kottigas, Kreuzberg. Ophrys muscifera. Huds. An grasigen Abhängen selten; Kreuzberg, Kottigas, Muggendorf. Herminium Monorchis RBr. Steigerwald (Kress). Epipogium Gmelini Rich. Steigerwald (Kress). Cephalanthera pallens Rich. Selten auf dem Jurakalke in Wäldern bei Hochstall, Streitberg. ensifolia Rich. Selten ; wie vorige; auf den Geissfelder Bergen. \ rubra Rich. Nicht häufig; an buschigen Abhängen der Friesener Berge, bei Utzing. Epipactis latifolia All. In Wäldern besonders der Jurakette nicht selten; z. B. Stammberg, Bruderwald. rubiginosa Gaud. Mit voriger, aber seltener; z. B. Reissberg, Utzing. palustris Crantz Nicht häufig auf sumpfigen Wiesen; z. B. Breitenau, Kreuzberg. Listera ovata RBr. Nicht selten auf feuchten Wiesen, in Gehölzen; z. B. Geissberge, Kreuzberg, Michaels- berger Wald, Seehöflein. Neottia Nidus avis Rich. Nicht selten in schattigen Laubwäldern; z. B. Geissberge, Bruderwald, Distelberg. Cypripedium Calceolus L. Selten in Laubwäldern bei Muggendorf, resp. Toos.

Irideem

Iris Pseudacorus L. Ziemlich häufig an Ufern, in Gräben und Teichen nn sibirica L. Steigerwald (Kress).

Amaryllideen.

Leucojum vernum L. Nicht selten auf feuchten Waldwiesen; Friesener Berge, Krögelhof, Giech, Ützing.

Asparagineen.

Asparagus oflieinalis L. Nicht selten auf sandigen Ufern des Maines; häufig angebaut. Paris quadrifolia L. Nicht selten in Laubwäldern, Hecken; z. B. Hain, Teufelsgraben, Bruderwald. Convallaria Polygonatum L, Nicht häufig in Laubwäldern der Jurakette; z. B. Staffelberge, Vierzehnheili- gen, Hochstall. multiflora L. Nicht selten in Laubwäldern; z. B. Hain, Bruderwald, Unteraurach. „» majalis L. Gemein in Laubwäldern. Majanthemum bifolium DC. Gemein in Laubwäldern.

Liliaceen.

Tulipa sylvestris L. Selten an Hecken; z. B. am Michaelsberger Walde gegen Fischerhof, Altenburg. Lilium Martagon L. Gemein in Laubwäldern, besonders im Bruderwalde, Michaelsberger Wald. Anthericum ramosum L. Nicht selten auf sonnigen, steinigen Anhöhen; Kreuzberg, Bruderwald, Friesener Berge, Staffelberg. : Ornithogalum umbellatum L. Selten auf Äckern am Kreuzberge. > nutans L. Steigerwald (Kress). Gagea stenopetala Rbch. Nicht selten in Hecken, an Rainen.

arvensis L. Gemein auf Ackern.

» lutea Schult. Nicht häufig in Laubwäldern, auf Wiesen; z. B. Hain, Bug, am Bruderwalde. Allium ursinum L. In schattigen und feuchten Wäldern; z. B. bei Giech, Vierzehnheiligen, Langheim. » fallax Don. Nicht selten auf den Kalkfelsen der Jurakette; z. B. Staffelberge, Hochstall.

» . aculangulum Schr. Steigerwald (Kress). » vineale L. Auf Ackern nicht häufig; z. B. bei Seehöflein, Mühlendorf, im Aischgrunde.

* sativum L. Angebaut.

* ,„» Ophioscorodon Don. Angebaut.

* Porrum L. Angebaut. "

Ba oleraceum L. Gemein auf Äckern, Rainen, in Gebüschen.

» Schönoprasum L. Angebaut. * Ascalonicum L. Angebaut.

*Allium Cepa L. Angebaut.

* ,, fistulosum L. Angebaut.

Muscari comosum Mill. Nur einmal in einigen Exemplaren nach Aufwerfung des Kanaldammes bei Bug aut demselben gefunden.

Colchiaceen.

Colchicum autumnale L. Gemein auf Wiesen.

Juncaceen.

Juncus conglomeratus L. Gemein in Wäldern, an Gräben, Sümpfen. „» effusus L. Wie voriger. glaueus Ehrh. An Gräben und überschwemmten Orten ziemlich häufig. capitatus Weig. Ziemlich selten auf feuchten sandigen Ackern, an Gräben; z. B. am Bruderwalde, Michaelsberger Wald, bei Erlach. » obtusiflorus Ehrh. Steigerwald (Kress). „» sylvaticus Reich. Gemein an Gräben, Sümpfen, nassen Waldwegen. » lamprocarpus Ehrh. Gemein an Gräben, Teichen, feuchten Stellen. alpinus Vill. Feuchte Stellen bei Zentbechhofen. „» supinus Mrh. Nicht gemein auf überschwemmten Plätzen, in Tümpfeln; z. B. Gundelsheim, Zent- bechhofen. squarrosus L. Nicht selten auf torfigen Wiesen; z. B. bei der Breitenau, Zentbechhofen. » compressus Jacg. Gemein an Wegen, feuchten Stellen. » bufonius L. An feuchten Stellen sehr gemein. Luzula pilosa W. Gemein in Wäldern. „» albida L. In Laubwäldern gemein. campestris DC. Gemein an Rainen, Abhängen. - multiflora Lej. Nicht gemein in Wäldern, an Rainen; z. B. Hauptsmoor, Michaelsberger Wald.

Cyperaceen

Cyperus flavescens L. Nicht häufig; auf feuchten sandigen Triften, Waldwegen, bei Zentbechhofen, am Mönchsee bei Appendorf., fuscus L. Nicht selten an überschwemmten Orten; Regnitzbeit bei Bug, Breitenau, Mönchsee, Zent- bechhofen, unter der Stammart hie und da die var. virescens Hoffm. Rhynchospora alba Vahl. Selten; an den Dummetsweihern bei Zentbechhofen. » fusca R. Sch. Selten mit voriger; häufiger an den Weihern von Poppenwind, in die Flora Erlangens gehörig. Heleocharis palustris RBr. Gemein an Gräben und Teichen. uniglumis Lk. An Orten wie vorige, doch weniger häufig; z. B. am Wege nach Strullendorf, am Fusse der Altenburg. „» ovala RBr. Nicht selten an überschwemmten Orten; z. B. in enormen Massen in den Dummetsweihern bei Zentbechhofen, in den Nonnenweihern. „» acieularis RBr. Nicht gemein; an überschwemmten Plätzen, Teichen; z. B. Zentbechhofen, Ebelsbach, Oberhaid, Nonnenweiher. Scirpus paueiflorus Lightf. Steigerwald (Kress). % » Setaceus L. Feuchte sandige Orte, Waldwege, nicht häufig; z. B. Acker und Wege am Bruderwalde, Zentbechhofen. » Jacustris L. Gemein in Teichen, stehenden Wässern. »„ maritimus L. Ziemlich gemein an Ufern der Flüsse und Teiche. » sylvaticus L. Ziemlich gemein auf feuchten Wiesen, an Ufern. » _ eompressus Pers. Nicht häufig auf feuchten Wiesen und Triften; z. B. der Breitenau, bei Weizendorf. Eriophorum vaginatum L. Selten auf Moorwiesen im Hauptsmoor. Jatifolium Hop. Ziemlich häufig auf feuchten torfigen Wiesen. » gracile Kch. Steigerwald (Kress). anguslifolium Rth. Seltener als voriges; z. B. Altenburg, Hauptsmoor, Breitenau. Carex pulicaris L. Steigerwald (Kress). „» Davalliana Sm. Selten; auf feuchten Wiesen bei Unteraurach. » eyperoides L. An Teichen selten; an den Dummetsweihern bei Zentbechhofen. „» disticha Huds. Gemein auf feuchten Wiesen, an Ufern, Gräben. „» vulpina L, Ziemlich häufig an Gräben, auf feuchten Wiesen.

8*+

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Carex muricala L Ziemlich häufig auf feuchten Wiesen.

teretiuscula Good. Selten an Gräben und Teichen; z. B. Aufseesshöflein, Breitenau, Nonnenweiher, St. Johann. _

Schreberi Schrk. Steigerwald (Kress),

brizoides L. Auf feuchten Waldwiesen gemein; hie und da z. B. im Hauptsmoor in grossen Massen.

remota L. Nicht häufig an schattigen feuchten Orten; z. B. im Hauptsmoor, bei Schlappenreuth.

stellulata Good. Ziemlich gemein anf feuchten Triften, an Waldrändern; z. B. des Hauptsmoors.

leporina L. Ziemlich gemein an Ufern, Gräben; z. B. Hauptsmoor, Breitenau, Aufseesshöflein, Bruderwald.

elongata L. Auf feuchten Waldwiesen, selten; z. B. im Hauptsmoor, in Bächen.

canescens L. Auf feuchten Wiesen, an Teichen und Gräben hie und da; am Hauptsmoor, den Non- nenweihern, Aufseesshöflein.

stricta Good. Selten auf feuchten Wiesen und überschwemmten Orten bei Zentbechhofen.

vulgaris Fries. Gemein auf feuchten Wiesen, Triften, an Gräben.

acuta L. Gemein an Ufern und Gräben.

Buxbaumii Wahlenbg. Steigerwald (Kress).

pilulifera L. Ziemlich gemein an Waldrändern, auf Triften; z. B. am Hauptsmoor.

tomentosa L. Selten auf feuchten Wiesen der Gereuther Berge.

montana L. Gemein in Laubwäldern, auf Abhängen.

ericetorum Poll. Selten auf sandigen Triften z. B. Seehof und Breitenau.

praecox Jacq. Gemein an Rainen, rasigen Hügeln.

polyrrhiza Wallr. Selten im Laubwalde; z. B. dem Bruderwalde.

digitata L. Nicht selten ir Laubwäldern, Gebüschen; z. B. am Leinpfade nach Bug, im Bruderwalde, den Staffelbergen, Gereuther Bergen.

ornithopoda Willd. Selten zwischen Gebüschen auf dem Staffelberge.

panicea L. Nicht selten an feuchten grasigen Orten, Gräben; z. B. Bruderwald, Haupismoor, Auf- seesshöflein.

glauca Scop. Gemein auf feuchten Wiesen, Rainen, an Ufern.

pallescens L. Gemein in Wäldern, auf feuchten Wiesen.

flava L. Gemein auf feuchten Wiesen, an Gräben, in Wäldern.

Oederi Ehrh. Nicht selten mit voriger; z. B. am Hauptsmoor, der Breitenau, bei Zentbechhofen.

sylvatica Huds. In Laubwäldern hie und da; z. B. Hauptsmoor, am Sendelbache, Gereuther Berge, Distelberg.

ampullacea Good. Nicht selten an Ufern, Gräben, Teichen.

vesicaria L. Wie vorige.

paludosa L. Hie und da an den Ufern der Regnitz, an Gräben bei Unteraurach.

riparia Curt. Wie vorige, jedoch seltner.

hirta L. Gemein auf sandigen Triften, an Ufern, Wegerändern.

Gramineenm

Andropogon Ischaemum L. Selten; auf trockenen Triften am Beulen zwischen Bug und Strullendorf. Panicum sanguinale L. Gemein auf Ackern. glabrum Gaud. Wie voriges. Crus galli L. Ziemlich gemein auf Äckern, an Wegen. * ,, miliaceum L. Angebaut. Setaria viridis Beauv. Gemein auf sandigen Äckern. _ glauca Beauv. Mit der vorigen. Phalaris arundinacea L. Ziemlich gemein an Ufern. Hierochloa australis RBr. Selten; auf den Abhängen des kleinen Kottigas im Gebüsche. Alopecurus pratensis L. Gemein” auf Wiesen. agrestis L. Selten; auf Ackern bei Dörfleins. geniculatus L. Nicht selten auf feuchten Wiesen, an Gräben. » fulvus Sm. Mit der vorigen. Anthoxanthum odoratum L. Gemein an Rainen, auf Wiesen, in Wäldern. Phleum Böhmeri Wib. Nicht selten auf trockenen Triften, an sonnigen Abhängen; z. B. am Hauptsmoor- rande, Stammberg, Spitzelberg. » Pratense L. Gemein auf Wiesen. Leersia ee Nicht selten an Ufern, Teichen; z. B. am Leinpfade nach Bug, am Kanal, Weiher bei erhai Agrostis stolonifera L. Gemein auf Wiesen, an Rainen, in Wäldern.

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Agrostis vulgaris L. Gemein an Rainen, auf Wiesen. ceanina L, Ziemlich selten auf feuchten Waldwiesen; z. B. Bruderwald, Michaelsberger Wald. Apera Spica venti Beauv. Gemein in Saatäckern, besonders auf sandigem Boden. Calamagrostis Epigeios Rth. Ziemlich häufig an Ufern, in feuchten Gebüschen. » lanceolata Rih. Feuchte Wiesen bei Oberhaid; selten. montana Hst. Nicht häufig; Bruderwald, Kreuzberg. sylvatica DC. Selten; im Hauptsmoor. Milium effusum L. Ziemlich häufig in schattigen Wäldern. Phragmites communis Trin. Gemein an Ufern. Sesleria coerulea Ard. Ziemlich verbreitet auf trockenen Bergabhängen und Anhöhen der Jurakette; z. B. Staffelberg, Stammberg, Hochstall. Köleria cristala Pers. Gemein auf Rainen, trockenen Wiesen. Aira caespitosa L. Gemein auf Wiesen, Waldschlägen. » flexuosa L. Gemein auf Haiden, in Wäldern. Corynephorus canescens Beauv. Gemein auf sandigen Triften, Haiden,. Waldblösen. Holcus lanatus L. Gemein auf Wiesen, in Wäldern. mollis L. Nicht häufig in Wäldern; z. B. Hauptsmoor, hinter Seehof, Michaelsberger Wald. Arrhenatherum elatius Mk. Gemein auf Wiesen, Rainen. =Avena saliva L. Angebaut. = orientalıs L. Hie und da unter dem vorigen. = „. nuda L. Wie voriger. fatua L. Gemein unter dem Getreide. » Ppubescens L. Ziemlich häufig auf trockenen Wiesen. Ppratensis L. Nicht selten an trockenen Abhängen, auf Hügeln der Jurakette; z. B. Friesener Berge, Staffelberg. »» flavescens L. Gemein auf Wiesen, Rainen. earyophyllea Wigg. Nicht gemein auf sandigen trockenen Triften, Rainen; z. B. beim Sandhof, St. Johann, Reundorf, Schlüsselau. » Ppraecox Beauv. Steigerwald (Kress). Triodia decumbens Beauy. Ziemlich häufig an Waldrändern, auf Haiden; z. B. im Hauptsmoor, Michaelsber- ger Walde. Melica ciliata L. Auf felsigen Anhöhen der Juraketie; z. B. Hochstall, Streitberge. uniflora Retz. Selten im Laubwalde der ‚kleinen Kuffe.‘“ nutans L. Gemein in Laubwäldern. Briza media L. Gemein auf Wiesen. Poa annua L. Sehr gemein an Wegen, auf Triften u. s. w. » bulbosa L. Selten; auf felsigen Anhöhen der Jurakette, auf dem Staffelberge. »„ nemoralis L. Nicht selten in Wäldern, Gebüschen. » fertilis Host. Nicht häufig auf feuchten Wiesen, an Gräben; z. B. bei Hallstadt, am Kreuzberge. trivialis Hp. Häufig auf feuchten Wiesen. Ppratensis L. Gemein auf Wiesen. compressa L. Nicht selten auf steinigen Orten, Triften der Jurakette. Glyceria spectabilis Mk. Ziemlich häufig an Gräben, Flussufern; z. B. an der Winterung. » Auitans RBr. Gemein in Bächen, Gräben. aquatica Presl. Nicht selten an Gräben, Teichen; z. B. an der Breitenau. Molinia coerulea Mch. Gemein auf feuchten Wald- und Bergwiesen. Dactylis glomerata L. Gemein auf Wiesen und Rainen. Cynosurus cristatus L. Gemein auf Wiesen, Triften. Festuca Myuros Ehrh. Selten; auf sandigen Waldblösen im Hauptsmoor. ovina L. Gemein an den verschiedensten Lokalitäten in vielen Abarten; worunter besonders var. glauca an felsigen Orten der Jurakette. »; heterophylla Lk. Steigerwald (Kress). rubra L. Gemein auf Wiesen, Trifien, Waldrändern. gigantea Vill. Nicht selten auf schattigen Waldstellen; z. B. Michaelsberger Wald, Stammberg. arundinacea Schreb. Hie und da im Gebüsche an Ufern; z. B. Regnitz an der Elmerspitze. „» elatior L. Gemein auf Wiesen. Brachypodium sylvaticum Rbch. Nicht selten in schattigen Wäldern; z. B. Bruderwald, Michaelsberger Wald, Stammberg. „» Pinnatum Beauv. Gemein an Rainen, Abhängen, Waldrändern, Bromus secalinus L. Nicht selten auf Ackern im Getreide. racemosus L. Hie und daauf Wiesen, Triften, Rainen; z. B. auf der Peunt, an der Altenburg, bei Höfen.

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Bromus mollis L. Gemein auf trockenen Wiesen, Rainen. arvensis L. Hie und da an Rainen, auf Ackern; z. B. auf der Jurakette, bei Amlingstadt, Krögelhof. asper Murr. Hie und da in Laubwäldern an Waldrändern zwischen Gebüsch; z. . Bruderwald. Reissberg, Stammberg, Vierzehnheiligen. erectus Huds. Ziemlich gemein auf trockenen Wiesen, an Rainen; z. B. auf der Peunt, am Kanal. inermis Leyss. Nicht selten an Acker- und Wiesenrändern, auf Triften; z. B. an der Regnitz bei der Elmerspitze, Eichenwäldchen. sterilis L.. Gemein an Mauern, Wegen, Rainen. tectorum L. Wie vorige; noch häufiger. *Triticum vulgare Vill. Allgemein angebaut. » SpeltaL. Seltener angebaut. Noch seltener sind angebaut Tr. turgidum L., Tr. polonicum L., und Tr. monococcum L. _ repens L. Gemein auf Ackern, Gartenland, an Zäunen. ecaninum L. Nicht selten an feuchten, schattigen Orten, Bachufern; z. B. im Haine. Secale cereale L. Allgemein angebaut. Elymus europaeus L. Nicht selten in schattigen Wäldern der Jurakeite; z. B. Friesener Berge, Geissberge, Stammberg. *Hordeum vulgare L. Allgemein gebaut. = distichum L. Nicht selten angebaut. murinum L. Gemein an Mauern, Wegen. secalinum Schr. Selten; auf Wiesen bei Oberhaid, Staffelbach. Lolium perenne L. Auf Wiesen, an Wegen und Rainen gemein. „» linicola Sond. Nicht selten auf Leinäckern; z. B. bei Reundorf, Schlüsselau. „» temulenium L. Gemein unter der Saat. Nardus strieta L. Nicht gemein; auf Haiden, Waldwiesen; z. B. im Hauptsmoor, Bruderwald, an der Brei- tenau, bei Zentbechhofen.

Equisetaceen.

Equisetum arvense L. Gemein auf feuchten Äckern, an sandigen Ufern. „» Telmateja Ehrh. Selten zwischen Streitberg und Muggendorf an feuchten Stellen. sylvaticum L. Gemein in Wäldern, auf feuchten Ackern unweit der Wälder. palustre L. Gemein auf sumpfigen Wiesen. „» limosum L. In Sümpfen, an Gräben ziemlich häufig; z. B. Aufseesshöfchen, Nonnenweiher.

Lycopodiaceen

Lycopodium inundatum L. Selten auf moorigen Sumpfwiesen bei Zentbechhofen und zerstreut an Teichen bis Poppenwind. » Selago L. Sehr selten im Hauptsmoor. annotinum L. An schattigen Stellen unweit des Sendelbachs im Hauptsmoor selten. 5 clavatum L. Selten auf Haiden und an trocknen Abhängen im Hauptsmoor.

Filices.

Botrychium Lunaria L. Sehr selten an sandigen Rainen am Bruderwalde. Polypodium vulgare L. An Felsen, Holzstöcken, Mauern, nicht selten. » Dryopteris L. An feuchten Steinblöcken bei Zeil selten. » Robertianum Hoffm. Hie und da im Steingerölle der Jurakette; massenhaft bei Hochstall und in der Musgendorfer Gegend. Aspidium aculeatum Döll. An feuchten Waldplätzen im Hauptsmoor hie und da, besonders an Erlensträuchen. Polystichum Thelypteris Rth. Selten an Weihern bei Zentbechhofen. » Filix mas Rth. An Hecken, Hohlwegen, in Wäldern gemein. » Spinulosum DC. Selten in schattigen Wäldern; bei Ebelsbach, Lichtenfels. Cystopteris fragilis Bernh. An schattigen Felsen, Hohlwegen, alten Mauern hie und da; z. B. zwischen dem hohen Kreuze und Bug. Asplenium Filix femina Bernh. In Wäldern nicht selten. » Trichomanes L.. An Felsen, Mauern, ziemlich verbreitet. » Ruta muraria L. Gemein an Mauern. Pteris aquilina L. Sehr gemein in Waldungen, besonders im Nadelholze.

ae

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Die Bestrebungen

der

naturforschenden Gesellschaft von Bamberg. „Landwirthschaftliche Sektion.“

Ein Referat von Dr. Haupt.

Die im Schoose der Gesellschaft im vorjährigen Frühling gebildete Landwirthschaftliche Sektion machte es sich zur Aufgabe, den so deutlich ausgesprochenen Willen Sr. Majestät, des königl. Protektors der Gesellschaft, „‚die Landwirthschaft in Bayern auf die höchstmöglichste Stufe gehoben zu wissen“, für sich als einen höchst bedeutenden Wink anzusehen, und scheute demnach keine Mühe und Zeit, um nach ihren ge- ringen Kräften wenigstens einiges zur Erreichung dieses königlichen Ziels mit beizutragen. Es wurde desshalb von den zur Eisenbahn dahier gehörigen und zur Verpachtung ausgeschriebenen Grundstücken ein Stück Feld, höchst mittelmässiger Bonitätsklasse um den jährlichen Pachtschilling von 18 fl. aquirirt und bebaut.

Referent hält es sich zur Ehre, dass er gestehen darf, dieses Versuchsfeld beaufsichtigt zu haben.

Nachstehende Pflanzen wurd n behandelt.

Cerealien

Avena Hafer. Von diesem wurden 4 Sorten gebaut.

Der englische Hafer (Avena anglica). Wächst höher als die übrigen in Kultur genommenen, reift auch etwas früher. Unter den gebauten Sorten hat er das weisseste Korn. Die stehenbleibende Granne an der Hülse ist unter allen anzuführenden die kürzeste. Mehl schneeweiss. Das Korn ist ziemlich gestreckt, 69 Korn machten ’/, Loth bayer. Bemerkenswerth war, dass dieser englische Hafer, von welchem eine zweite spätere Saat auf der Stelle gemacht wurde, auf welcher der noch zu erwähnende Bastardklee nicht aufkam, etwa 3 Wochen später durchaus nicht die Weisse weder des Spelzes noch des Mehles hatte, wie die erste Saat, und im Gegentheile eine ganz dunkle Färbung annahm.

Der schottische Berwikhafer reift etwas später als der vorige, ist diesem viel ähnlich, die Halme etwas ins Rothe stechend. Die Spelzen sind etwas aufgeblasener als der Vorige, die stehenbleibende Granne sehr lang, am Grunde schwarz, die übrige Länge weizengelb. Die Farbe des Korns ist etwas dunkler als bei der vorigen. *7 Korn gingen auf ‘, Loth bayer. Es konnte demnach die Bemerkung Löwe’s, *) dass dieser Hafer unter allen übrigen Sorten das schwerste Gewicht habe, nicht erprobt werden.

Der Kamtschatka Hafer. Hat ein schönes strohgelbes Korn, sehr braun und lang. Die Granne ist fast in der Mitte gekniet, ziemlich lang, bis zum Knie unten russfarbig, schwarz, das Mehl nicht so weiss als beim englischen Hafer, aber unter den gebauten Sorten ist das Korn das schwerste. 61 Korn gingen auf '/, bayer. Loth.

*) Eneyel. der gesammten Landwirthschaft. Band II. S. 491.

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Avena. Aus Spanien mitgetheill vom preus. General-Konsul Dr. Julius v. Minutoli. Ein doppelter oder Zwieselhafer, ächt haferbraunes Korn, schmal, lang, das längste unter allen gebauten Sorten; 8—9 Li- nien lang. Die Spitzen sehr stark gerippt, die Granne kurz, durchaus lichtrostfarben, nicht gekniet. Ein schwerer Hafer, 64 Korn gingen auf ein bayer. Loth.

Triticum. Weizen, Sommerfrucht. Von diesem wurde durch Herrn General-Konsul v. Minutoli eine Sorte aus Aragonien (Trigo) mitgetheilt. Korn nicht ganz so bauchig als der Sommerweizen hieroris, sehr stumpf, schön goldgelb, Ertrag reichlich. 60 Korn gingen auf ein '/, bayer. Loth ohne Granne.

Hordeum. Gerste. Eben so aus Spanien (Cebada), eine sehr schöne Frucht, höher als die unserige, und die Halme bis zur Spindel prächtig hellhimmelblau, sehr erträglich und schwer. 48 Korn gingen auf Y, bayer. Loth. 5

Zea. Mais. Von diesem wurden mehrere Farben gezogen. Schon im Vorjahre wurde eine reiche Ärnte erzielt. Es ist hierorts durch meine vierjährige Maiskultur nachgewiesen, dass diese Pflanze bei richtiger Behandlung immer bei uns reift, und zwar eben so im Sande als im schweren Thonboden jenseits der Reg- nitz. Durch Belehrungen, die ich auf meiner kürzlichen Reise durch Oberitalien und Tyrol mir selber über den Maisbau sammelte, und welche durch die mündlichen und brieflichen Mittheilungen des sehr bereitwilligen und tüchtigen Oekonomen, des Herrn Joseph Stubmayr, k. k. Postmeister in Imst in Tyrol, bedeutend ver- mehrt wurden, wofür ich ihm hiedurch öffentlich Dank abstalte, war ich im Stande, einige Laibe ganz guten, reinen Maisbrodes zu unserer Bamberger alljährlich wiederkehrenden kleinen Industrie-Ausstellung zu liefern, die von sämmtlichen Besuchern als sehr schmackhaft befunden wurden. Die Furcht, dass das reine Maismehl, ohne mit Waizenmehl vermischt zu sein, brüchiges Brod gebe, ist ungegründet.

Der Müllermeister Eckert hier vermahlte in meinem Beisein das Korn, das ein sehr gleiches aber kur- zes licht: dottergelbes Mehl lieferte, in 4 Zügen, und ganz ohne allen Kleienabfall, was sicherlich zu bemerken ist, indem auch die farbige Haut sich zu reinem Mehl vermahlt. Zu bedauern ist nur, dass die Nutzniessung von Blatt und Stengel von uns nicht erprobt werden konnte, da unser Verein ‚„Landwirthschaftliche Sektion“ es nicht zu einem kleinen Viehstande bringen kann. In diesem Jahre wurden von 1000 Pflanzen 1'/, Ceniner erzielt. Ausser den jungen Kolben als guten Salat wurden noch die Deckblätter der reifen Kolben im ge- schlissenen Zustande als Betlfüllung mit entschiedenem Vortheile benützt, da solche Ausfüllung immer ihre Elastieität beibehält und sich nicht, wie Strohfüllung zusammenliegt. Nichts ist leichter als dieses Schleissen. Die einfachste Vorrichtung zu einer sehr raschen Zerkleinerung in Längslasern ist ein aufrecht stehender und befestigter grosszähniger Kamm, in dessen Zähne, die Blätter angedrückt und vorwärts und rückwärts durch- gezogen werden.

Bewahrbeitet hat sich das Tyroler Sprichwort: Viel Brand, viel Türken (Mais). Indem die brandigen Pflanzen reichlichere und grössere Kolben brachten, da dieser Staubpilz gerade unter der Fahne und an den obersten Blättern sich ansetzt, die Vegetation nach oben hemmt, und sodurch den Kolben mehr Nahrungs- Stoil zulührt.

Die Farbe der Blätter hängt mit der der Kolbenkörner zusammen. Alle dunkelrothen Pflanzen, und deren giebt es sehr viele, tragen rothe Körner; indess sind eben die rothen Pflanzen weniger fruchtbar. Aber nicht alle Pflanzen mit rothen Körnern haben auch rothe Blätter.

Am sichersten reift bei uns die sogenannte Perlmaissorte. Ihre Körner werden am ersten reif und hart, aber die Körner sind klein, jedoch äuserst zahlreich. Am wenigsten anzurathen sind die weissen Kol- ben; sie stehen, obgleich sie in der Regel um 2—3 Zoll grösser sind, als die gelben und rothen, am läng- sten in der Milch und reifen hart, oft erst im Oktober. Einige der Perlmaissorten sind so durchscheinend und perlglänzend, dass man, wären sie haltbar genug, sie gut zu falschen Perlen, etwa an Prunkgewändern benutzen könnte, wie ich denn eine solche als Curiosum mir als Vorstecknadel, freilich nicht A jour, fassen liess. Da aber zu solchem Zwecke nur vollkommen runde Körner zu gebrauchen wären, so würden sie im- mer einigen Werth haben, da nur die Spitzen der Kolben einzelne vollkommen runde Körner tragen und oft an 10—12 Kolben kein einziges Korn der Art zu finden ist.

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‚Das Entfahnen des Mais ist nicht nöthig, wenigstens da nicht, wo man die Fahnen nicht verfüttert; im Ober-Innthal und im mittleren Tyrol wird nicht entfahnt.

Als Seltenheit kommen kranke Pflanzen vor, die durchaus hellgelb, fast weiss sind, sie haben keine Kolben. Ich rathe nicht, den Kolben, wenn sie spät reifen sollten, die Deckblätter wegzunehmen, oder sie aufzublättern, denn dadurch wird die Safteintrocknung. zu sehr befördert, die Körner springen auf und wer-. den rissig, zugleich nisten sich ganze Heereszüge von der Forficula biguttata in die Kolben ein, auch wer-, den diese missgestaltet.

Die an der Fahne sich öfters und meistens bei üppig- und hochwachsenden Pflanzen entwickelnden rudimentären Kolben sind nicht so gut zu benützen als die untern, werden auch nicht in Tyrol benützt. In der Regel hat dann die Pflanze gar keine eigentliche Kolben. Man hüte sich, den gestreiften Körnern in Be- zug auf Nachzucht zu trauen, sie gehen mehr oder weniger in ein helles einfärbiges Gelb oder in ein dunk- les Roth über. Hellweisse Kolben sind nie gestreift, dessgleichen nie der Perlmais. Besser ists allerdings die mittlern Kolbenkörner zur Nachzucht zu verwenden, ‘indess geben auch die platten unteren normale Pflanzen. Wo der Weinstock reift, reift auch der Mais noch, doch könnte auch für nördlichere und bergige Gegenden der harte und kleine Perlmais anzubauen sein.

Die kleine enggedrängte höchst genügsame und sehr erträgliche Buschbohne, 100 für eine, eignet sich vortrefflich zwischen den Maisbeständen, besonders wenn er abgeblättert wird. Von Feinden hat der Mais wenig zu leiden; die Tauben verschonten ihn aus natürlichen Gründen, aber die Raben holen mit ihren lan- gen Schnäbeln die Maiskörner vor. Engerlinge und Mäuse richten indessen doch manchen Schaden an.

Ausser den Kartoffeln folgt der Mais fast am liebsten auf sich selber, bei gehörigem Dung, wenigstens habe ich diese Bemerkung machen zu können geglaubt, und sie wird durch den Tyroler Landesgebrauch bestätigt. Spezielle Erfahrungen, die man reichlich machen kann, können hier des Raumes wegen keinen wei--

teren Platz finden. Handelspflanzem

Der Centrallandwirthschaftliche Verein übersandte uns zur Cultur ferner: Amerikanischen weissblühenden Lein. Wächst höher als der unsrige, strebt schön gerade auf,

ohne sich sehr zu verästeln. Die Samen sind hellerbraun als der unsrige und haben einen sehr schönen Fellglanz.

Rheinischer Hanf. Unbezweifelt eine sehr üppige Pflanze mit grossen Körnern. Indessen konn- ten wir der kleinern Quantiläten wegen keine Röst- oder Spinnversuche mit beiden anstellen. -

Hleearten.

Es wurden vom Centralverein uns ferner zugestellt:

"Inkarnatklee. Er konnte natürlich nicht als Stoppelbau behandelt werden, sondern als einfacher Versuch zum Frühjahrbau. Seine übrigen Vorzüge also ganz abgerechnet; und obgleich er bei unserm Ver- such mit blosem Sandboden vorlieb nahm und gut wucherte, wird er sich doch kaum anmassen können, den Rothklee oder den Luzerner zu verdrängen. Wenn er auch gleich den Acker gleichmässig bedeckt, voraus- gesetzt, dass er gleichmässig auflief, so hat er nicht den Blätterreichthum des Rothklees und nicht die Höhe des Luzerner, zudem einen zu dicken Stengel, der ihn vielleicht auch als Kleeheu nicht durchweg anwend- bar machen wird, indess wächst er sehr rasch und steht bei seinem reichen Samenverlust schon in’ kurzer Zeit ohne Saat wieder auf dem Acker, welches die Bemerkung von Hagen in Bonn (Landw. Centralblatt für Deutschl. 1853. S. 386) bestätigt. ;

Bastardklee, muss geringhaltiger Same gewesen sein, ich brachte auf '/, Dezimalen kaum 20 Pflan-

zen auf,

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Gründungzpflanzen.

Lupinus luteus. Die gelbe Wolfsbohne; ebenfalls vom Centralverein übersandt. Als Gründung muss diese Pflanze höchst erspriesslichen Nutzen bringen; als Futter kann sie nicht angewendet werden, da das Vieh sie, wie die weisse verschmäht. Keine Pflanze der Art bringt einen solchen Vorrath von Blätter hervor, keine überschattet den Boden so. Daher bestimmt jede Nachfrucht theils wegen der Reinhaltung des Bodens durch dieselbe, als ihre tiefgehenden Wurzeln, die die meiste Nahrung aus dem Untergrund holen, wohl gedeihen wird. Diese Üppigkeit, mit welcher der Grund prangt, und die bis zur reichen Blüthe dicht gedrängten Blät- ter geben überhaupt dem Acker ein ausserordentlich gehäbiges Aussehen. Wir genasen den Vortheil unseres Sandbodens, dass alle Pflanzen reifen Samen brachten, was sonst in schwerem Boden nicht der Fall sein soll; bemerkten aber den Nachtheil, dass der Same bei dem ungleichen Reifen in Tausenden von Körnern ausfällt, und sodurch zum Theil verloren geht, zum Theil dıe Nachfrucht desselben Jahres verunkrauten muss. Mit einem kleinen Zeitaufwand von einem halben Tage wurden indess die ausgefallenen Körner fast alle wieder gesammelt, indem der Spaten flach 1 Zoll tief unter dem Boden wegschleifte und seine Bürde in bereit stehende Siebe entleerte, in welchen er nach durchgefallener Erde liegen blieb.

Sonstige Futterpflanzen.

Seradella. Wird kaum die Dienste thun, die man von ihr erwartete. Auch sie kam zum Probebau vom Landwirthschaftlichen Centralverein. Die dünne Pflanze mit ihren schmalen Blättern überzieht zwar den Acker sehr dicht und ihut durch ihr lebhaftes Gelbgrün aus nahe und ferne dem Auge wohl; allein sie wächst sehr langsam, und erreicht im nicht blühenden Zustande kaum eine Höhe von 8 Zoll; freilich war diess auf unserm Sandboden auch nicht anders zu erwarten. Anderwärts kann sie üppiger wachsen. Sie blühte sehr spät und dünn; die hohen fast blattlosen Blüthensträusse nahmen sich gegen die prachtvollen und hohen Lu- pinen äusserst dürflig aus. Ein Haupthinderniss ihrer allgemeinen Einführung wird ihr ungleiches Reifen sein; indem um eine Pflanze herum bereits der Boden mit Samen bedeckt ist, während eine andere noch in voller Blüthe stand. Nur durch das vorhin angegebene Verfahren war es mir möglich, eine reiche Quantität Samen zu ernten, wobei indessen sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden musste, da wegen der Kleinheit der Samen und ihrer Flachheit sehr viele versteckt blieben. Die Pflanze ist eine Miniatur Esparsette, und würde vielleicht eher auf Wiesen zur Ausfüllung nackter Stellen gut zu benützen sein.

Grosse Norwegische Futterwicke. Ein gutes Futtergewächs, wächst rasch und hoch; giebt viel und grossen Samen in grossen und reichvertheilten Hülsen.

Pimpinelle. Poterium sanguisorba. Ihre Vorzüge sind längst hekannt; doch muss die Saat sehr gleich- mässig geschehen und selbst da noch werden viele Lücken übrig bleiben. Am besten wird sie sich, und zwar noch besser wie Seradella auf bereits bestehenden Wiesen zur Ausfüllung nackter Stellen eignen; denn wenn sie auch ziemlich üppig ins Laub geht, so giebt doch ein Acker von blosser Pimpinelle gegen einen Kleeacker immer einen dürftigen Anblick, so sehr auch der geringere Laub-Ertrag durch die reiche Milchausbeute er- setzt wird. Beide Sämcreien gingen uns ebenfalls vom Centrallandwirthschaftlichen Vereine zu.

Algarobas, sind eine in Spanien gebaute Wickenart. Den Samen erhielt ich vom spanischen General- Consul Dr. v. Minutoli. Bei uns würden sie keinen guten Ertrag geben, und lagern sich sehr. Ihr Blätter- reichthum ist gering. Die Samen sind ziemlich gross, platt, licht-violeit und dunkel fast schwarz violett, sefleckt.

Berenginos, eine eben solche Wickenart, und eben daher; ich brachte sie aber nicht auf.

Muelas. Zahnbohnen. Ebenfalls aus Spanien, sind eine Lathyrus-Art, die jedenfalls in Spanien an Rei- sern gezogen werden, denn kaum 1'/, Fuss hoch lagern sie sich bereits Sie erreichen eine Höhe von 3—4 Fuss. Auch sie eignen sich schwerlich zur Anzucht; doch könnten die Samen, die ziemlich ergiebig aus- fallen, wie Erbsen, trocken genossen werden. Sie sind fast dreikantig und ähneln sehr einem Backenzahn mit flacher Krone, woher sie auch den Namen haben. Die Samen sind licht fleischfarbig, reifen aber schwer.

Schwarze Linsen. Zugesendet vom Centrallandwirthschafllichen Verein. Von dieser würde sich mit

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Sicherheit eine gute Ernte an Blätter und Samen erwarten lassen. Sie wachsen sehr dicht, so dicht wie die weissen Linsen, halten den Acker gänzlich rein und liefern eine reichliche Samenernte. Auf unserm Sand- feld gediehen sie vortrefllich.

Rüben.

Oberndorfer Runkeln. Darüber ist nichts zu sagen, da sie in der ganzen Bamberger Flur seit längster Zeit allgemein gezogen werden. Ohne Auffrischung des Samens, welchen die Bamberger Gärtner von Zeit zu Zeit, d. h. die hiesigen Samenhändler, von Oberndorf selbst beziehen, würden sie aber nach und nach ausarten.

Riesenmöhren. Diese und die vorigen stammen vom Centrallandwirthschaftlichen Verein. Sie errei- chen allerdings eine bedeutendere Grösse als die hiesigen gelben Rüben, sind auch nicht unschmackhaft beim Genuss. Sie wachsen gerade, sollen den Winter im Freien überdauern, sind schmutzig grün, mit gelblichem Kopfringe und werden oben leicht 2—3 Zoll im Durchmesser.

Linsen.

Hellerlinsen, bekannt genug, übrigens hier schon längere Zeit angebaut; mitgetheilt vom Central- landwirthschaftlichen Verein.

Lentejas aus Spanien; unterscheiden sich von den übrigen nicht, doch gibt es davon mehrere Va- rietäten: ganz kleine rothe, kleine weisse, grosse grüne, grosse rothe und eine hübsche Sorte: Lentejas pintadas, röthlich und grün-grau gefleckt.

Kichern

Garbanzos, unsrer Kicher sehr ähnlich, vielleicht dieselbe, ist in Spanien ein fast täglich auf den Tisch kommendes Gemüse, das in den verschiedensten Zurichtungsweisen erscheint. Auf unserm Versuchs- felde wollte sie indessen nicht die gewünschten Resultate geben. Sie stand dünn; das sparrige Gewächs mit seinen etwas hängenden Fiederblättern nahm sich unschön aus; obwohl es im dichten Stand vielleicht einen guten Eindruck machen kann. Die Samen sind etwas grösser als unsere Kichern, stehen höchstens zu dritt in der blasenförmigen, 1 Zoll langen dicken und festen Hülse, und reifen ungleich. Indess ist die Samenernte eine ziemlich grosse und vielleicht empfehlen sie sich auch noch dadurch, dass sie gegen die übrigen Hül- senfrüchte ziemlich tief in den Boden eingreifen, und sonach weniger aussaugen.

Saubohnen.

Ohne Namen wurde uns eine grosse Saubohne vom Landwirthschaftlichen Centralvereine zur Cultur mitgelheilt. Es stellte sich aus meinen vorjährigen Versuchen mit 5 Sorten Saubohnen heraus, dass es die grosse Windsorbohne war. Sie ist bekannt genug; und schon so oft mit Recht empfohlen worden, dass sie hier nicht weiter besprochen zu werden braucht. Sie reift sehr gleich und ist ausserordentlich einträg- lich. Auf den Sandfeldern mag sie vielleicht etwas geringer werden. Ich erhielt Samen von fast einem Zoll im DO). Die kleine Pferdebohne wird übrigens schon lange als Gründüngung in den Walddistrikten des Lias um Bamberg herum in grossen Massen angebaut.

Erhsen

Unter den vielen Erbsensorten, z. B. späte Gold- oder Wachserbse, niedrige Ausbrecherbsen. niedrige französische Ausbrecherbsen, grünbleibende Nonpareilpflückerbsen, Moskauer Auslöserbsen, Kron- oder Büschelerbsen, Florentiner Erbsen, Zwergkneifelerbsen, grünbleibende Auslöserbse, Böhmische Auslöserbse, Bishops Kneifelerbse, Kormaks Prinz Alberts Kneifelerbse, frühe niedrige Buxbaum Kneifelerbse, welche sämmt- lich gebaut wurden, zeichnet sich vor allem die englische Non pareil Marrow Erbse vortheilhaft aus, we- gen ihres vortrefflichen Geschmacks. Es wurde desshalb eine halbe Dezimale auf dem Versuchsfelde damit besamt und gedieh vortrefllich.

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Bohnen.

Vielleicht 30 Sorten wurden von mir im vorigen Jahre erzielt, indess mehr in kleinen Parthien im Gar- ten gebaut. Auf dem Versuchsfelde standen in grösseren Parthien folgende Sorten.

Aus Spanien vom General-Consul v. Minutoli kamen:

Iudias blancas. Ist eine weise Schwerdstangenbohne, gut und reichlich, reift bald.

Iudias blancas primera Clase. Eine eben so Stangenbohne, mit grossen sehr breiten bauchigen runzlichen dicken Schoten, die bei der Reife fast dunkelbraun werden. Sie reift später und bringt Samen von fast einem Zoll Länge.

Diese Bohnen gleichen ganz den Feuerbohnen und sind schneeweiss. Sie sind blos eine weissblühende Abart der Phaseolus multiflorus.

Iudias de la Granja. Eine Schwertstangenbohne mit runden, rothem Kern, zur Var. sphärius gehörig. Reift sehr spät, bleibt dick belaubt bis tief in dem September hinein, und da sie auch von unten herauf das Laub nicht verliert, so eignet sie sich auch zum Bekleiden von Lauben. Sie wird nach oben be- sonders dick und buschig, und trägt sehr reichlich; aber eben wegen der späten Reife sind die Nachtfröste ihr sehr schädlich.

Iudias perros pintados. Eine Buschbohne. Zur Variet. cylindricus gehörig. Halb weiss und halb roth, mit einzelnen weissen runden kleinen Flecken. Eine sehr zu empfehlende Buschbohne, die besonders eine ergiebige Schneidbohne ist, aber auch als trockne Bohne sehr gut und samenreich.

Iudias de Largato, eine Buschbohne, in die Var. communis gehörig. Nierenförmig röthlich-violett, mit schwarzen Längsbändern, eine sogenannte Zebrabohne. Sehr reich tragend, gute Schneid- und trockene Bohne, hält lange an.

100 für eine Buschbohne. Jetzt häufiger gebaut, aber noch nicht hier eultivirt gewesen. Dem Er- trage nach wird sie freilich von der noch neueren 200, und tausend für eine übertroffen, ist indess wirklich eine sehr gute Schneidestockbohne mit gelbem kleinen Korn, die lange anhält. Als trockene Bohne wird sie nicht sehr gesucht sein.

Anderweitige Nutzpflanzen.

Pfeffermünze sollte nur deshalb gebaut werden, um dem Vereine einen kleinen Ertrag an Blättern zu liefern, der in der Apotheke des Vereinsmitgliedes und Kassiers Heırn Lamprecht verwerthet wurde, wie im Vorjahr. Die Ernte fiel gering aus, da diese Pflanze bedeutend viel Wasser zu sich nimmt, was ihm auf unserm lockeren Sandfelde nicht geboten werden konnte.

Weisser Hirse wird hier und wohl auch anderwärts gerne als Futter für zärtliche Stubenvögel ge- sucht. Es wurde wie im Vorjahre ein Strich Landes, etwa 2 Dezimalen angesäet; bleibt aber immer ein misslicher Bau, da die nicht zu zärtlichen Sperlinge dieses bessere Futier gar zu sehr dezimiren. Auch schwarzer Hirse wurde in einzelnen Pflanzen gewonnen, dessen dunkles olivengrünbraunes Korn schon in der dunkleren, fast ins röthliche stechenden Färbung der Pflanze sich verräth. -

Korn

als Winterfrucht gab eine gute Ernte. Es wurde etwa ein Tagwerk damit angebaut, stand auf diesem ihm vorzüglich zusagenden Boden sehr gut, und wurde seiner Halmhöhe halber vielfach belobt. Aber auch der Körnerertrag war ein sehr ergiebiger. 2 Scheffel wurden geerntet.

Kartoffel.

Ausser den in Bamberg sonst herkömmlichen guten Sorten, wurden schon im Vorjahre vielerlei Sorten aus Samen erzogen, ausgepflanzt und gaben eine gute Ausbeute. Von 900 Pflanzen wurde 14 Metzen ganz grosse gewonnen, dann ein Metzen mittlere, aber, doch gute zum Verspeisen und 2 Metzen kleine, wie ein Sechskreuzerstück in der Rundung. Kranke wurden keine gefunden, wie denn überhaupt der lockere Sand- boden hierorts selten kranke Karloffel erzeugt, während dies auf dem schweren Thonboden häufiger der Fall

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ist. Für diejenigen, welche Kartoffeln zum erstenmale aus Samen ziehen, und wie sichs von selbst versteht, in Beeten oder Töpfen, möge folgende einfache aber offenherzige Bemerkung gelten: Man lasse zuerst noch alles Unkraut mit aufwachsen, bis sich an den Kartoffeln die zweiten Blättchen zeigen, denn die ersten Blätt- chen sind manchem Unkraut so ähnlich, dass man sie leicht dafür halten und ausrotten würde, besonders wenn man sie noch nicht früher auflaufen gesehen hatte. Augenscheinlich wurde ich überzeugt, dass Kar- toffeln schon als Sämlinge keinen frischen Dung vertragen, indem ich nur die Hälfte des Beetes mit Mist un- terlegen, die andere ungedüngt liess. Die eine Hälfte gerieth nicht, und da die Samen hundertweis abge- zählt waren, so konnte deutlich gesehen werden, wie von den gedüngten fast die Hälfte nicht aufging.

Es wurden im verflossenen Jahre mehrere Sorten von dem Landwirthschaftlichen Centralverein zur Kultur übergeben, mit diesen aber noch das von Fürst in Frauendorf (jetzt München) öffentlich angebotene Sortiment angekauft, von welchem indess den Winter über mehrere zu Grunde gingen. Die überlebenden wurden in Kultur genommen und sind nachstehende:

Frühe Portugiesische.

Dentlers Amerikan. runde. Ignanne.

Nürnberger Troller.

Späte volltragende.

Grosse für’s Vieh.

Röthliche v. Bamberg.

Frühe Amerikanerin.

Rio Janeiro.

Fox early globe.

Amerikan Seedling.

Frühe glatte gelbe.

Frühe gelbe Kannstadter. Early Windsor.

Lange krumme aus Californien. London frühe.

Yersey.

Feine gelbe Hornkartoffel v. Hamburg. Glatthäutige kleine.

Kleine von Monte video. Weisse Peruaner.

Preiss v. Holland.

Beste deutsche Nationalkartoffel. Ilmenauer.

Frühe gelbe Johanniskart. v. Liebenstein.

Gelbe gute von Hamburg.

Rohan.

Echte Metzer 6 Wochen-Kartoffel. Rossarter kleine.

Neue grosse gelbe v, Mie. video. Frühe ausgezeichnete Mistbeetkartoffel, Late prolifique.

Early Seedling.

Gelbe von der Insel Java.

Ross Early.

Lange hellrothe Heidelberger. Dwarf Amerikan. Ananas-Kartoffel,

Peruvianische frühe.

Glatthäutige frühe.

Allerfrühste Zwergtreibkartoffel. Runde hellrothe aus Californien. Ganz frühe rauhe.

Kleine Hornkartoffel. Erdbeerkartoffel.

Cogney frühe.

Neue runde weissfleischige Amerikanerin. Späte aus Spanien.

Runde gelbe grosse rauhhäutige. Weissgelbe Nudelkartoffel.

Frühe sehr feine Traubenkartoffel aus Darfur. Golden Patate.

Hassler Kartoffel.

Radland.

Frühlingskartoffel.

Imperial Kidney.

Ergiebige Oekonomiekartoffel. Frühste Schottländerin.

Heidelberger rothe.

Amiens.

Frühe milde Nierenkartoffel.

Rothe schöne kleine Maus.

Aechte frühste Bauernjacobikartofel. Weisse Peruaner.

Marjolein.

Parisienne.

Englische Nosed Kidney.

Frühe feine krumme aus Russland. Rothe rauhschalige.

Lange gelbe schuppige aus Amerika. Neue prachivolle weisse aus Texas. Gelbe runde von Cherveland.

Runde dunkelrothe rauhhäutige frühe. Neue grosse gelbe Butterkartoffel. Schmilzkartoffel.

Blassrothe von Calais.

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Frühe feine englische Mauleys. Grosse runde rauhschalige.

Regensburger rothe Zwiebelkartoffel. Blaue Norfolk.

Algier dunkelblaue runde. Schwarze Sagokartoffel.

Runde gelbe Heidelberger. Runde feine aus London.

Sehr fruchtbare gelb und roth gefleckte. Neue prachtvolle grosse weisse aus Chili. Runde gelbe ‚Holländerin. Cataigne.

Pomme de virgo. Port allegro.

Falconer Kidney. Grosse rauhschalige.

Runde graue von Heidelberg. Ganz frühe feine Amerikanerin.

Runde aus der Hondurasbay. Knechts runde blaue weissfleischige Fielder. Cluster. River Plate.

Patersons. Grosse Märkische Kartoffel.

Ross pygmaee. Rothe Johanniskartofel. Wirthschaftskartoffel. Runde feinschalige Bisecuitkartoffel. Frühste englische zum Treiben. Neue prachtvolle weisse aus den Intermedios. Connaught. Englische Radland rund gelb.

Grosse rauhschalige. Ascleaved Kidney.

Rothe Johanniskartoffel. Runde zarte Septemberkart.

Montathaler. Englische Rost beaf.

Rothe sehr fruchtbare zweijährige. Neue hellgelbe Aracacha aus Canada. Marzipan. Grosse gelbe von der Insel Malta. Champignon. Gelbe lange.

Rothhäutige. Frühe sehr feine dünnschalige von Nova Scotlia Rauhe frühe. mit wenig Augen.

Knechts grosse feine hellgelbe. Segonzac.

Durch und durch vivlette. Späte vierzigfach tragende.

Länglichte bläuliche. Knechts neue schöne weisse Rothaugen. Rothe Spargelkartoffel. Darmstädter.

Italien. Riesenkartoffel. Bamberger Russen.

Länglichte hellrothe. = Weissgule.

Längliche dunkelrothe ästige. 5 Lerchen.

Röthliche traubige. en Marbacher.

Knechts neuer Sämling von Nova Scotia. > Hörnlein,

Rothe feste delikate von der Amerik. Westküste.

Als wenig ertragreich wurden nachstehende gefunden:

Darmstädter, Knechts neue schöne weisse Rothaugen, grosse gelbe von der Insel Malta, grosse runde rauhschalige, weissgelbe Nudelkartoffel, glatthaulige kleine frühe, Ananas-Kartoffeln, lange rothe Heidelberger, echte Metzer 6 Wochen-Kartoffeln, amerikanische Sämling, feine gelbe Hornkartoffel von Hamburg, weisse von Holland, Dwarf American.

Als besonders reich tragend: Frühe portugiesische, späte volltragende, frühe Amerikanerin, London frühe, beste deutsche National, IImenauer, frühe gelbe Johanniskartoffel aus Liebenstein, früheste Schottlän- derin, Heidelberger rothe, Amiens, ergiebige Ökonomiekartoffel, Cogney frühe, gelbe von der Insel Java, läng- liche hellrothe, neue prachtvolle, grosse weisse aus Cheli, Portallegro, ganz frühe feine Amerikanerin, grosse rauhschalige Bamberger Lerchen, Nürnberger Troller.

Über sämmtliche Kartoffelsorten wurde ein Journal geführt, in welchem die Eigenthümlichkeiten der einzelnen Pflanzen von ihrem Auflaufen an bis zu ihrer Ernte, und namentlich den Stand derselben in der Blüthe, genau verzeichnet wurde.

Dieses hier zu wiederholen verbietet der Raum. Wenn indess auch von selbst verständlich unter diesem Sortiment eine grosse Menge von Arten sich befanden, die einander bis auf die ihnen von Züchtern oder

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Händlern gegebenen Namen, vollständig ähnlich waren, ja bestimmt als identisch erkannt werden mussten, so waren doch noch so viele, theils der frühen oder späten Reife wegen, theils der eigenthümlichen Form, der Farbe der Blätter und der Knollen, ihrer Ergiebigkeit, ihres Geschmackes im reifen Zustand halber, so be- stimmt von einander differirende Abarten, dass ein sorgsames Aufzählen aller dieser Momente leicht eine Reihe von konstanten Formen begründen würde, die unter passenderen Namen als die: Marzipan, Early Seed- ling, Biscuitkartoffel etc. eingeführt werden könnten; jedoch freilich nur auf Kosten einer neuen Verwirrung in der agronomischen Nomenklatur.

Nachstehende Bemerkungen über einzelne Theile der Kartoffelpflanzen könnten für solche, welche die- -

ses oder ein noch grösseres Sortiment zu kultiviren beabsichtigen, in Bezug auf Unterscheidung der Varie- täten von einigem Nutzen sein.

1) Zahl der Stengel. Einige Varietäten treiben nur 2—3, einige 4—6 Stengel aus einem Knollen. Mehr

habe ich nie finden können; denn man muss, wenn eine Pflanze aus der Ferne buschig aussieht, und eine Menge Stengel zu treiben scheint, den Hauptstengel von den unten ausschiessenden Seitenästen, die Stengeln gleich sehen, wohl unterscheiden. Je strammer eine Pflanze wächst, je weniger Stengel treibt sie. Dagegen je buschiger eine Pflanze aussieht, desto mehr kommen oft nur aus einem Stengel gleich unten am Boden Seitenäste hervor.

2) Farbe des Stengels. Bei vielen Sorten ist der Stengel hellgrün und dann meist matt wachsfarben,

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nicht glänzend und behält diese Farbe durchgängig in Ästen und Seitentrieben bis zur Spitze und dem Blüthenstiel. Andere dagegen sind gleich an der Wurzel beginnend dunkel purpur-violett und behalten diese Farbe bis zur Spitze, wo sie aber immer lichter wird, bis sie wieder ins Grüne übergeht. Die Äste sind dann einen Theil ihrer Länge purpur-violett überzogen. Wieder andere stehen von der Wurzel an in einem lichteren Violett, das sich nach oben zu aber bald verliert. Noch andere sind hell oder

dunkelgrün und entweder gleich unten oder einige Zolle über dem Boden matt oder stark violett-pur- purn gefleckt oder gestreift.

Dicke des Stengels von der Wurzel bis zur Mitte. Am Grunde ist der Stengel in der Regel schein- bar etwas dünner als in der Mitte, was sich aus den flügelförmigen Anhängen, von denen nachher die Rede sein wird, erklärt. Die Dicke wechselt von 1'/, bis zu 4 Linien. Je strammer und gradaufstreben- der die Pflanze, je dicker ist gleich unten der Stengel, je buschiger und niedriger dieselbe, um so dün- ner ist er, da die Seitenäste ihren Halt weniger am Stengel, als auf der Erde haben, auf der sie gros-

sentheils mit aufliegen. Der Dicke des Stengels entsprechen die Äste, je dicker der Stengel, je dicker sind die Äste.

Stengelansätze. Diese sind ein charakteristisches Merkmal der Kartoffelpflanze. Meist beim ersten Ast unten, oder beim ersten Seitentrieb, etwa 1°/, Zoll hoch über dem Boden, befinden sich an dem Stengel flügelförmige Ansätze, welche von da sich von Blattstiel zu Blattstiel, oder Ast zu Ast fort- ziehen und entweder beim letzten Blattstiel oben, oder schon in der Mitte des Stengels aufhören und sich verflachen. Diese Ansätze sind häutige Anhängsel wie bei der Schote vom Tetragonolobus siliquosus. Sie laufen von einem Blattstiel zu zweit rechts und links von dessen Anheftepunkt am Stengel unter demselben gerade herunter, und einer dieser Flügel hört auf zwischen 2 Blatistielen, während der an- dere entweder noch etwas tiefer geht, und dann ebenfalls aufhört, oder in ausgeprägter Weise bis zum tiefer nächsten Blatistiel sich fortsetzt. Diese Flügel sind entweder scharfkantig und gerade fortlau- fend, oder mehr oder weniger manscheltenartig gekrausst. In der Mitte des Stengels über dem untersten Ast ist diese Form immer am ausgepräglesten. Nicht immer nehmen diese Flügel an der Farbe des Stengels Theil. Bei manchen ist aber der, Flügel am dunkelsten violettpurpurn, während der Stengel helle ist, bei andern aber ist Flügel und Stengel gleichfarbig grün, oder gleichfarbig grün und roth ge- tupft. Ganz ohne Flügel ist der Stengel nie, aber diese herablaufende Haut ist nur sehr of so platt und niedrig, so mit dem Stengel verwachsen, dass sie nicht mebr in Betracht kommen kann, und als

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nicht anwesend gelteu muss. Je strammer der Stengel, je ausgeprägter sind die Flügel, je buschiger,

desto unkenntlicher.

Durchschnitt des Stengels. Vollkommen rund ist der Stengel nie, sondern immer dreikantig, und

es kommt nur auf den Mangel oder die Anwesenheit der Flügel an, um die Dreieckform. mehr oder weniger herzustellen: die Ecke dieses Durchschnitts runden sich dann entweder ganz ab, oder sie laufen recht spitz zu. Je dünner der Stengel, je mehr nähert er sich der runden Form. Je strammer und höher, desto sicherer ist er scharf dreikantig. An den Seitenästen geht der Durchschnitt fast ganz ins walzige über, und die Flügelansätze sind in der Regel spurlos: verschwunden.

Seitenäste. Diese stehen entweder ganz tief und sind dann auch meistens fast so lang als der Haupt- stengel, was die buschige Form auszeichnet, oder sie beginnen in der Mitte des Stengels und sind kurz, kaum hall, so lang als der Stengel, was der strammen Form angehört. Alle Äste sind vom Stengel ab etwa "/,—1 Zoll lang sparrig auswärts gerichtet, und biegen sich dann rasch nach oben, was den Ästen ein Armleuchter ähnliches Ansehen giebt. Bei der strammen Form ist diese Ausbiegung die kür- zeste, bei der buschigen die längste, und besonders bei den uniersten, die dadurch auf die Erde zu liegen kommen ohne jedoch darauf fortzulaufen beträgt diese Ausbiegung oft 1',—2 Zoll. Die un- tersten Äste sind jedoch nicht immer die längsten, sondern die mittleren übertreffen sie öfters. Seitentriebe. Aus den Achseln der Blattwinkel kommen die Seitentriebe; diese sind mehr oder we- niger entwickelt: bei der strammen Form am wenigsten, und hier werden sie öfters blos 1—1'/, Zoll lang, ‚oft noch kürzer (versteht sich dies alles vom Zustande der vollsten Blattentwicklung bei oder kurz nach der Blüthe, gesprochen); dagegen die buschigen die Seitentriebe sehr stark ausgeprägt haben; hier wachsen sie meistens zu einer Grösse von 2—3, sogar bis 4 und 5 Zoll an. Bei dieser Form ha- ben auch die Äste gut entwickelte Seitenäste, namentlich unten in der Nähe des Bodens, bei der stram- men aber sind unten am Stengel blos Andeutungen von Seitentrieben, und an den Ästen fast gar keine oder nur sehr spärlich entwickelte Seitenäste.

8) Abstand der Blattstiele von einander. Diese Entfernung gibt eigentlich der Pflanze einen Haupt-

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Charakter, denn dadurch wird sie entweder niedrig bleiben, oder die stramme Form annehmen. Dieser Abstand ist sehr veränderlich. Er beträgt oft kaum %, Zoll, dagegen wieder auch 1',—2 Zoll. Als Norm gilt hier die mittlere Parthie des Stengels, denn oben nimmt die Entfernung der Blatistiele von einander immer zu. Diese Entfernung steht auch mit der Entwicklung der Flügelansälze im innigen Zu- sammenhang. Je geflügelter ein Stengel ist und je gekrauster ein Flügel, desto näher stehen die Blatt- stiele aneinander. Ebenso hängt auch die Entfernung der Äste gegenseitig oder von der Entfernung der Blattstiele ab; je näher diese zusammenrücken, je gedrängter sind auch die Äste, je weiter diese ent- fernt sind, desto schlotteriger und entfernter stehen auch die Äste.

Entfernung der ersten Fiederblätter vom Blattstiel-Ansatz. Dies ist ebenfalls ein bemerkens- werthes Zeichen. Bei manchen Sorten, namentlich den buschigen, fangen die ersten Fiederblättchen erst 1 Zoll und 1'/, Zoll vom Blattstielansatz an, bei andern, besonders den Stirammern, sind sie in der Entfernung von Y, Zoll und oft nicht einmal soweit angeheftet.

Länge des ganzen Blattes sammt Fiederblättern. Diese ist ausserordentlich veränderlich. Doch sind in der Regel die strammen Formen (die nachträglich bemerkt auch durchschnittlich die Rothsteng- iichen und dunkeln sind), mit kürzeren Blatidimensionen versehen. Letziere haben oft vom Blattstiel bis zum geradaus stehenden Endblatt kaum 2'/, Zoll, höchstens 3'/,, wogegen die losen buschigen For- men eine ganze Blattlänge von 6—8 Zoll haben. Es wurde diese Dimension von jenen Blättern als Norm genommen, welche aus der Mitte des Stengels entspringen. Die unteren, nahe der Wurzel, und die oberen

. gegen die Blüthe zu sind natürlich kürzer. Mit dieser ganzen Blatllänge steht auch

Die Breite von 2 Fiederblättchen in der Richtung von einer Blattspitze zur andern im Verhält- niss. Bei der strammen Form beträgt diese Entfernung öfter kaum 1°/, Zoll, während sie bei den bu-

1 ah a DE ad,

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schigen 3—4 Zoll beträgt, so dass auf ein einzelnes Fiederblatt sammt dem Stiel entweder zwischen %/, und 1’/, oder zwischen 1Y,—?2 Zoll kommt.

12) Die Breite der einzelnen Fiederblättchen (also die Dimension senkrecht auf dem Fiederblattstiel) wech- selt weniger. In Beziehung zur Länge eines solchen Fiederblattes ist die Breite öfters sehr wenig ver-

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schieden, so dass das Blatt meistens eine elliptische Form annimmt, mit einer kurzen stumpf aufge- setzten Spitze. Oftmals aber ist das Blatt gegen die Länge schmal zu nennen, doch diess nur in Rück- sicht auf die Blattspitze; diese ist öfters sehr lang spitz gezogen aufgesetzt. Ich kann bis jetzt die öfters ausgesprochene Erfahrung noch nicht bestätigen, dass die Formen mit kurzen rundlichen Blättern, die besseren Kartoffeln liefern. In dieser Hinsicht sind die strammen Formen ebenfalls charakteristisch, denn diese haben in der Regel die rundlichen Blätter mit kurz aufgesetzter Spitze.

Die Afterblättchen. Zwischen jedem Paar Fiederblätichen stehen ein Paar Afterblättchen. Diese sind ihrer Stellung und Grösse nach in den einzelnen Varietäten sehr von einander verschieden, Bei einigen Sorten fehlen sie fast gänzlich, oder sind wenigstens so verkümmert ausgefallen, dass sie die Haupt- fiederblättchen der Grösse nach kaum ’/ erreichen, wogegen sie bei andern, besonders den buschigen Formen, fast '/, so gross als die ächten Fiederblättchen sind. Auch die Entfernung, in welcher die At- terblättchen vom gemeinsamen Blattstiel stehen, variirt. Einige Sorten haben langgestielte Afterblättchen, andere fast aufsitzende.

Ebenheit der Blätter. Nicht zu übersehen ist, dass manche Sorten deutlich am Rande wellenförmig gebogene Blätter haben, während wieder andere bis zur Spitze ebenrandig sind. Die strammen Formen zeigen die erste, die buschigen die letzte Form.

15) Der Blüthenstiel. Nicht alle Kartoffelsorten blühen, oder blühen wenigstens nicht regelmässig all-

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jährlich. Die Blüthenstiele wechseln sehr in Bezug auf ihre Anheftung, Zahl, Länge und Richtung. Ei- nige Sorten blühen ganz oben aus den Spitzen des Busches, wenigstens aus den Blattwinkeln der obersten Blätter, andere haben die Blüthenstiele weiter unten, doch nur bis zur Mitte der Pflanze reichend, ange- heftet. In der Regel ist nur einer oder 2 Blüthenstiele vorhanden, selten drei, und die letzten tragen noch seltener Blüthenstiele. Oft aber auch ist, wie eben bemerkt, gar kein Blüthenstiel bemerkbar. Ei- nige Varietäten haben Blüthenstiele, die über die Pflanze und ihren Blätterkranz mehrere bis 5 Zoll hoch emporstehen, andere dagegen verbergen sie fast unter den Blättern, oder sie stehen doch wenig- stens kaum 1 Zoll hoch über den obersten Blattspitzen hervor. Viele und die meisten Sorten tragen die Blüthenstiele stolz aufrecht, andere aber lassen sie gebogen etwas abwärts hängen. Nie ist an einem Blüthenstiel noch ein Blattgebilde zu bemerken.

Farbe der Blüthen. Diese ist höchst verschieden: hellblau wie Borago, schneeweis wie Cony. sepium, fleischfarbig wie Convol. varvenis, violett wie Viola odorata; aschgraue wie ganz hellrothe habe ich nicht ge- funden. Aber an einer und derselben Pflanze wechselt die Blüthe ihre Farbe, fast wie bei Pulmonaria offieinal., während die eine junge Blüthe hellfleischfarbig ist, ist die ältere violett oder blau.

Form des Schopfes. Der Schopf, die obersten jungen Blätter des Stengels, stehen entweder eng ge- schlossen und dicht beisammen, oder sie sind flatterig auseinander fahrend. Die letzie Weise gehört den buschigen, die erste den strammen Formen an.

Höhe der Pflanze. Einige Formen werden kaum 10 Zoll hoch, und das sind in der Regel buschige, doch sind auch unter diesen einzelne, die 18 Zoll hoch werden; bei diesen ist aber der Wachsthum des Hauptstengels durch die zahlreichen Seitenäste gehemmt; die strammen Formen aber erreichen oft eine bedeutende Höhe, selbst bis zu 3 Fuss. Farbe der Blätter. Diese ist sehr gut erkennbar. Die strammen Formen haben in der Regel eine dunklere sattgrüne Färbung, und je dunklerroth der Stengel, desto sattergrün sind auch die Blätter; die lockeren buschigen Formen dagegen sind matter und gelbgrün gefärbt, und ihnen fehlt durchgängig die rothe Streifung oder Punktirung des Stengels.

20) Habitus der ganzen Pflanze. Auf den ersten Blick lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden,

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die schon oft berührte stramme, gerade aufstrebende, und die buschige. Beide lassen sich auf einige charakteristische Kennzeichen zurükführen. Die ersteren wachsen höher und haben weniger Äste, sehen daher aus der Ferne durchsichtiger aus, was von der Abwesenheit der unteren Seitenäste, und der klei- neren Form der Blätter herrührt. Die buschigen sind kleiner, nehmen wegen der tief unten auslaufen- den Äste, die eine kurze Zeit lang auf der Erde fortkriechen, und ihren grösseren seitwärts etwas hän- genden einen grösseren Raum ein; dagegen sind sie sehr locker gestellt, flatterich auseinandergehend, die strammen dagegen unten wenig belaubt, am Schopf aber um so dicker.

21) Noch einiges über die Weise des Samensammelns. Am leichtesten gewinnt man den Kartoffelsamen, wenn man bis zur Zeit wartet, wo die Ernte der Knollen beginnt. Bei uns und in manchen andern Ge- genden wird um diese Zeit das Kraut abgeschnitten und entweder verfüttert oder eingestreut. Diess geschieht mit der Sichel; wo nun die Kartoffeln auf Bifängen gebaut werden, werden hiebei die Samen mit abgerissen und die reifen gelblichen Äpfel fallen in die Furchen, aus welchen sie mit vollkommener Auswahl der ganz reifen Äpfelchen leicht gesammelt werden können. Ausserdem kann man sich durch Abklopfen der Stauden helfen, und nach einiger Zeit die reifen oder nachgereiften Äpfel sammeln. Man lasse die Äpfelchen nicht lange liegen, sonst schrumpfen sie ein, und die Samen sind schwer her- auszubringen Der Same reift schon nach dem Auswaschen gut nach.

Brachrüben.

Noch wurden nach der Kornernie in die Stoppeln die vom General-Comit&e des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern überschickten Rübsamen gesprengt, nämlich: Purple top und Green top lurnips. Es wurde zwischen beiden nach Rücksicht der Vegetation und Reifezeit kein Unterschied gefunden. Die Ausbeute schien anfangs eine höchst dürftige werden zu wollen, indem eine kleine schwarze Raupe unsere Saat und so die der ganzen Sandflur mit solcher Gefrässigkeit abnagte, dass weit und breit von Rüben nichts weiter als kahle Rippen übrig geblieben waren, und jederman schon auf eine Ernte verzichtete. Indess nach dem Verschwinden dieser Thiere erholte sich die ganze Flur wieder und die Rüben standen schöner als je, nur wurde die Ein- heimsung erst spät im Oktober bis Mitte Novembers vorgenommen. Der Geschmak dieser runden nicht über sieh wachsenden, aber doch im Verhältniss klein bleibenden Rüben ist vortrefflich, und übertrifft den unserer hierorts sogenannten Hornrüben. (6—8 Zoll über sich wachsende und auf einer Seite abwärts gebogenen Rüben).

Ausser vorgenannten Pflanzen wurden aber noch mehr als hundert anderweitige Kulturgewächse von Schreiber dieses angebaut; da diess aber aus Privatvergnügen geschah, so kann deren Aufzählung und Be- sprechung hier keinen Platz finden.

Indess liess es der Verein nicht an dem blosen Bau vorstehender Pflanzen bewenden. Eingedenk des Zweckes, den das General-Comit& in München bei Übersendung der Sämereien hatte, und der vom hiesigen naturhistorischen Verein wohl begriffen wurde, rechnete er es sich zu seiner angelegentlichsten Pflicht, die weitere Verbreitung der Sämereien dadurch zu verwirklichen, dass er mit der grössten Bereitwilligkeit eben- falls unentgeldlich an Ökonomen theils von den erhaltenen, theils durch Kultur erzielten Sämereien, kleinere und grössere Partien abgab.

Schon die Kartoffelsamen, die dem Schreiber dieses vom hiesigen Stadtmagistrate zur Kultur und zur Verbreitung übergeben wurden, wurden an mehr als hundert Ökonomen, deren Namen verzeichnet sind, ver- theilt; Turnips, Lein, Seradella, Inkarnatklee, englischer Berwik und Kamtschatka-Hafer, Lupinen, Norweg. Fut- terwicke, Riesenmöhren, die spanischen Bohnensorten, wurden mit Vergnügen an Landbesitzer, Pfarrherren und Gartenliebhaber partienweise vertheilt. Ausserdem wurden durch öffentliche Bekanntmachungen eine grosse Suite von Gemüse-, Rüben-, Rettig-, Zwiebel ete.- Sorten, die anderweitig bezogen wurden, unent- geldlich an die hiesigen Gärtnermeister und Ökonomen auf dem Lande abgegeben. Schlieslich wurden mehr als 15 Pfunde vorstehender theils gewonnener, theils mitgetheilter Sämereien in deram 30. April zu Lisberg staltgefundenen Versammlung der landwirthschaftlichen Bezirks-Comite-Mitglieder vom königlichen Landgerichte

75 Bamberg II. unter dem Vorsitze des Landgerichis-Verwesers, Herrn Assessor Rebhan, unentgeldlich zur Aussaat vertheilt.

Auf diese Weise glaubt der naturhistorische Verein, landwirthschaftliche Sektion, seine Stellung be- griffen und eine Pflicht erfüllt zu haben, die er um so lieber fernerhin erfüllen möchte, wenn seine Bestre- bungen dadurch thätig anerkannt würden, dass ihm zur Fortsetzung seiner uneigennützigen Kulturen eine be- stimmte jährliche Summe von den geeigneten höheren Organen zugesprochen würde, damit die drückenden Sorgen, wie die Kosten der Bearbeitung des Versuchsfeldes und die nöthige Bedüngung desselben gedeckt werden möchten, entfernt würden, ohne den ohnehin spärlichen pekuniären Mitteln des Vereins jeden ander- weitigen Fluss zu hemmen; denn wenn gleich der hocherfreuliche vorjährige Zuschuss von 100 fl. von Seite des landwirthschaftlichen General-Comite’s besonders dankbar anerkannt werden muss, so war damit doch immer nur für ein Jahr und einem momentanen Zweck, nämlich die Anwesenheit der deutschen Land- und Forstwirthe hier gesorgt. Mögen die verordneten höheren Organe uns mit einer bestimmten alljährlichen Summe unter die Arme greifen; über die zweckmässigste Verwendung soll mit der grössten Gewissenhaftig- keit Sorge getragen werden.

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Einige Mittheilungen über das Liasgas, welches aus den bituminösen Schiefern der Lias-Formation bei Geissfeld und bei Banz (beide in der Nähe von Bamberg) durch einen eigens construirten & patentirten Gas- Apparat, in der Hofapotheke zu Bamberg aufgestellt, erzeugt wird.

Von

August Lamprect.

Elias, aus dem Englischen, die provincielle Aussprache des Wortes layers (Lager), wesswegen man auch nicht lias sondern laias aussprechen muss, heisst der in England, Deutschland, Frankreich und in der Schweiz vorkommende, bei uns zunächst zur Jurakette gehörige, auf dem Keuper lagernde bituminöse Schiefer.

Dieser Lias-Schiefer wurde in früheren Zeiten öfters zum Heitzen verwendet, fand aber wenig An-

klang, indem einige Lager oder Schichten dieses Schiefers wohl eine schöne Flamme gaben, aber keine Hitze verbreiteten, ferner wurde er ohne besonderen Vortheil zur Schieferölbereitung gebraucht; einen weiteren praktischen Nutzen zeigten diese Lager bisher nicht, indem die gespaltenen Schiefer zum Dachdecken ver- wendet, nach einigen Jahren der Luft und der Nässe ausgesetzt, schon verwitterten, somit lagen diese uner- schöpflichen Massen theils unter, theils an der Oberfläche der Erde ohne alle Anwendung nutzlos da.

Selligue war der erste, welcher mit Thenard, Darcet und Dumas versuchte, die bituminösen Mergel- schiefer von Autun technisch zu verwenden. Diese Schiefer nämlich liefern durch Destillation zwischen 10 und 20 %, ölige Produkte, welche zu °/, aus einem lichten Öle von 0,766 bis 0,810 spec. Gewichte für die Gaserzeugung bestehen. Selligue brachte es nun durch einen Apparat dahin, dass das Leuchtgas nicht wie bisher aus einem einzigen Stoffe zerlegt und erzeugt wurde, sondern durch die Zusammenwirkung mehrerer Stoffe, so dass die Elemente des Leuchtgases im richtigen Verhältnisse zu stehen kamen. Hiezu waren nun erforderlich mehrere gusseiserne Cylinder, von denen 2 mit glühenden Holzkohlen und einer mit glühenden Ketten und Eisenwerk angefüllt; in die beiden erstern tropfte Wasser, welches sich dann in Kohlenoxyd und Wasserstoff zersetzte, auf die eisernen Ketten tropfte das Schieferöl; diese Schieferöldämpfe mit den zersetz- ten Wasserdämpfen bildeten das neue Leuchtgas. Es bildete sich Kohlenstoff und Wasserstoff in einem solch günstigen Verhältnisse, dass ein prachtvolles Licht aus einfach Köhlenwasserstoff nur bestehend, vollkommen rein von Kohlensäure, Kohlenoxyd, Schwefelwasserstoff etc. als Leuchtgas verwendet werden konnte.

Durch Zersetzung von 157 Pf. Öl mit 160 Pf. Wasser will man 13,461 C’ Gas von 0,65 spec. Ge- wichte erhalten haben und zwar von einer Leuchtkraft, welche alle andern Gase bei weitem übertrifft. Die praktische Anwendung dieses so bereiteten Gases wird wohl kaum im grösseren Maasstabe zu Stande kom- men, da die Arbeit zur Fabrikation beschwerlich, weitläufig und kostspielig ist.

Dieser bituminöse Schiefer von Autun besteht aus:

öl a > . SU. >) Verbrennbares Gas 5 i - > : 14

unten.

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Kohlenrückstand . A ä i R 2 19 Erdiger Rückstand : 2 ö a < 39 Wasser E e : ; A 4 : 8

100

(Laurent, Ann. de Ch. & de Ph. t. LIV. p. 393.) Die Rückstände aber aus:

Kieselsäure . ; ; 2 R 5 ... 28,6 Alaunerde : s e i b 2 B 6,2 Kohlensaurem Kalke 5 e ; R 542,0 Kohlensaures Magnesia . e : e 23 Eisenoxyd : c s 0 : : rt Manganoxyd . : > i . c Dr Der bituminöse Schiefer von Vouvant in der Vendee:

Asche . & R 2 R ; . 616 Kohle . & A R : £ ä : ar Flüchtige Stoffe von dunkelrother Farbe & 32 öl ee 000 no Wasser . - e ; : : ; ; 302 Gas ; R : . : z : : 9,8

100,0

(Tr. de Ch. de Dumas t. vii p. 391.)

So blieb die weitere Untersuchung im Betreff der Lias-Schiefer längere Zeit ruhen, als man endlich in Deutschland auch Versuche anstellte, um Leuchtgas aus diesen werihlosen Schiefern zu erzielen, die sehr in- teressante und merkwürdige Resultate lieferten.

Württembergische Chemiker haben aus württembergischen Lias-Schiefer folgende Resultate erhalten: 1 Ceniner soll 150 C“ Gas gegeben haben, der Schiefer selbst aber aus 1 °/, Schwefel, 17 %, Bitumen, 3 %, Kohle und 79 °/, Rückstände bestehen und letztere aus kohlensaurer Kalkerde, Bittererde, Eisenoxyd, Schwe- felealeium und Thon. Welche Schichten und Lager hiezu genommen wurden, wird nicht angegeben, es fehlt demnach die eigentliche Basis, es scheint jedoch jedenfalls richtig zu sein, wenn man annimmt, dass jene Aus- beute von 150 C’ Gas aus einem Centner der Maximalbetrag war.

Ganz anders verhielt es sich bei der Prüfung mit den bayerischen Lias-Schiefern, diese sind leider bisher von keinem genügend gewürdigt worden; man hat denselben die Leuchtkraft a priori abgesprochen; viele Leute die keine Idee von Chemie besitzen, behaupteten von vorneherein: diese Lias-Schiefer könnten gar kein Gas entwickeln. Hätten diese sich noch aus der Schule zu erinnern gewusst, dass jeder Stoff, wel- cher mit Flamme brennt, ein Gaslicht geben kann, dass jedes Talglicht, jede Öllampe ein Gaslicht genannt werden kann, und dass aus allen Stoffen, welche mit Flamme brennen, ein gutes reines Gaslicht, je nach Umständen durch besondere Behandlung, erzeugt werden kann, so hätten alle diejenigen, welche diese Lias-Schiefer an- zündeten und mit heller Flamme haben brennen gesehen, nicht dennoch behauptet, dieser Schiefer gebe kein Gas.

Ein voreiliges Urtheilfällen von Sachunkundigen mit oder ohne Absicht zeigt stets die grösste Schwäche des Menschen an. Man muss erst abwarten und dann urtheilen, und nicht der Leidenschaftlichkeit zu manchen Äusserungen zu grossen Spielraum geben.

Man hat ferner behauptet, die Lias-Schiefer-Lager in der Nähe von Bamberg seien von solcher Gering- fügigkeit, dass man kaum einige Jahre mit denselben eine einzige Stadt beleuchten könne, während von allen Geognosten und andern Sachverständigen die Mächtigkeit dieser Lager so bedeutend angegeben wird, dass sie unerschöpflich zu nennen sind; und sollten die Lager bei Geissfeld nach 50 Jahren verbraucht worden sein, so reichen die ungeheuren Massen bei Banz noch mehrere hundert Jahre aus; und sollten selbst bei stärkern Consumo alle nähern Lager um Bamberg in 50 Jahren ganz aufgeräumt worden sein, was läge dann daran ? Es würde dieses nutzlos daliegende Material zweckdienlich verwendet und in dieser ganzen Periode des an

78 se

er

und für sich schon sehr theuere Ho!z und die Steinkohlen, welche weil besser auf andere Art und Weise a zu verwenden sind, gespart. Es kann jeder überdies sich von der Mächtigkeit der Lias-Lager bei Geissfeld und Banz selbst überzeugen. Man braucht nur die Augen aufzumachen um zu schen, indem die meisten La- ger zu Tage gehen.

Banzer und Geissfelder Schiefer wurden einer genauen chemischen Analyse unterworfen, die verschie- denen Schichten zu denen die Monotis-Schichte der verwitterten Brandschiefer, die Saurier-Breccie, die Belem- niten- und Ammoniten-Schichte, die Krebs- und Saepien-Schichte, die Kalkknauern, die losen Saurier-Wir- bel und die Gagatkohlen-Schichte gehören, wurden ferner einer genauen quanlitaliven Prüfung auf Gasaus- beute unterworfen und man hat Resultate erzielt, welche bisher noch von Keinem erzielt wurden, indem mäch- tige Lager in der nächsten Nähe Bambergs 2 und 6 Stunden entlernt vorhanden sind, welche von 4 Centnern 1000 C“ schönes Gas liefern.

Der Centner der zu Gas brauchbaren Steinkohlen kostet in Bamberg 36—40 kr., der Centner Schiefer 6—8 kr., der Centner Steinkohlen giebt 400 C’ Gas aus, der Centner Schiefer giebt 250 C’ Gas aus. Durch diese ganz einfache Aufstellung und Vergleichung kann jeder sich selbst berechnen um wie vieles wohlfeiler las Liasgas sein muss.

Es wurden sogar Versuche mit tiefer liegenden Lagern gemacht, welche aus 100 Pf. 400 C’ Gas lie- ferten, also den gewöhnlichen Sieinkohlen an Ausbeute vollkommen gleich.

Die besten Steinkohlen der Welt zur Gasfabrikation sind folgende:

{) Lismahago-Cannelkohle aus England; 100 Pf. geben 575 C’ Gas. 2) Derhyshire-Kohle aus England ; 100 Pf. geben 430 C‘ Gas.

Die bessern deutschen Steinkohlensorien liefern kaum 400 C’ gutes Gas aus 100 Pf.

Wenn Jemand an der Schönheit der Gasflamme des Liasgases zweifeln sollte, so kann man sich von derselben in der Hofapotheke zu Bamberg überzeugen, wo, so weit bekannt ist, bis jetzt der erste und ein- zige Platz in Europa ist, wo dieses Liasgas praktisch zum Leuchten und zum Kochen verwendet wird.

Die Fabrikation des Gases selbst, so wie die specielle Reinigung, welche sich namentlich von anderen Reinigungen bei Holzgas und Steinkohlengas einen besondern Vorzug durch Wohlfeilheit und Einfachheit er- rungen hat, ist bis jetzt so weit gediehen, dass das Gas gar keinen Geruch verbreitet, weder beim Heraus- strömen noch beim Brennen selbst. Diejenigen Gase, welche mit dem Einfachkohlenwasserstoffe sich gleich- zeitig entwickeln, werden vollständig gebunden und beseitigt. Das Doppeltikohlenwasserstoffgas fand sich ver- mittelst der Chlorprobe in geringerem Maasse vor als beim Steinkohlengase, und gerade hierauf beruht die höhere Leuchtkraft. Das Grubengas (C H,) enthält 75,4 Kohlenstoff auf 24,6 Wasserstoff, das Leuchtgas (C, H,) 86 Kohlenstoff auf 12 Wasserstoff.

Die chemischen Analysen, sowie die einzelnen Berechnungen aus den verschiedenen bayr. Schieferlagern auf Ausbeute von brauchbarem Gase, welche von den französischen und würtembergischen Schiefern in vieler Hinsicht abweichen und günstiger für die Praxis ausfallen, können vor der Hand nicht veröffentlicht werden, indem von dem Patente auf Liasgasfabrikalion Gebrauch gemacht werden soll, es ist auch für den Augenblick vollkommen genügend, da erwiesen ist, dass diese Schiefer ein schönes brauchbares Gas liefern, dass das Material in unerschöpflichen Massen vorhanden ist, dass ferner alle Nebenprodukte vollständig verarbeitet wer- den und durch den Handel sehr leicht verwerthet werden können, wesswegen diejenigen rentabler Art eben- falls privilegirt worden sind, um sie urmittelbar der Liasgasfabrikation anzureihen, und dass schliesslich keine Stadt, in deren Nähe solche Lager vorkommen, ein billigeres und besseres Leuchtgas bekommen kann, als das aus Lias-Schiefer bereitete, indem die Anlagskapilalien, sowie die fortlaufenden Unkosten um ein bedeu- tendes geringer sind, als wie bei andern Gasfabriken. Es steht demnach mit Sicherheit zu erwarten, dass die betreffenden Behörden, die Gasfabriken einzurichten denken, solchen bedeutenden Vortheilen die gebüh- rende Aufmerksamkeit schenken, um nicht, aus welchen Gründen immer, den eigenen Vortheil schwinden zu lassen.

Die vorgenommenen Messungen in Bezug auf die Leuchtkraft fanden mit den in England und Deutschland

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beliebten Bunsenschen Photometer statt; die Resultate ergaben Folgendes: Ein Gasbrenner, der in der Stunde 4%, Cubikfuss Gas consumirt, zeigte eine Leuchtkraft von 17 Talgkerzen, von denen 10 auf ein Pfd. bayer. Gewicht gehen; ich nehme Umgang von denschon bekannten und in vielen Contrakten aufgenommenen Wachs- Kerzen, von denen 4 Stück auf 1 Pfd. gehen; meine Officin hat 2 Gasbrenner, von denen jeder 4'/. Kubik- fuss in der Stunde verzehrt, diese dadurch hervorgebrachte Helligkeit, wenn die volle Leuchtkraft, welche überdiess durchaus unnöthig und luxuriös ist, durch Stellung der Hähne hervorgebracht wird, ist gleich der Leuchtkraft von 34 Talgkerzen. Meine eigens construirten Gasbrenner mit Glassturz, um das Flimmern und Blenden der offenen Flamme zu vermeiden, consummiren in der Stunde nur 2'/, Cubikfuss und sind von der Helligkeit, dass bequem S Personen bei einer solchen Flamme arbeiten können; bei dem höchsten Ankaufs- preisse für Private würde sich die Brenn-Stunde dann auf 1 kr. belaufen, während eine Camphin-Lampe von gleicher Leuchtkraft bei jetzigen Preisen 6 kr. per Stunde kosten würde. Speziellere Angaben der jetzt in kurzen Umrissen angeführten Resultate in Bezug auf die Lias-Gas- Fabrikation werden seiner Zeit bekannt gemacht.

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Kahzbiuhliss

der

um Bambergbis jeiztaufgefundenen Schmetterlinge.

Von

Dr. Haupt.

Wieser Catalog kann allerdings nur dürftig genannt werden, die Gegend ist noch viel zu wenig durch- sucht. Indess glaubte ich vor der Hand dieses wenige bieten zu müssen, damit die verehrlichen Mitglieder wenigstens eine Uebersicht der Bamberger Lepidopteren Faune erhalten könnten. Das System ist das des Catal. Lepidopt. Silesiae von Dr. M. Wocke. Mögen die geschätzten Mitglieder des Vereins, besonders die auf dem Lande, zur Vervollständigung dieses Verzeichnisses mithelfen. Von wem immer Beiträge aus dem Regnitz- und Main-Gebiete kommen, sie werden willkommen sein und mit Dank angenommen werden. Ich bin in dieser kleinen Arbeit, die durchschnittlich das Ergebniss eigner Forschung ist, von den Herren Wundarzt Kress in Kl. Ebrach, Pfarrkuratus Weissenfeld in Hohenmirsberg, Maler und Professor Krug, und Postmeister v. Stengel dahier, unterstützt worden, wofür ich ihnen hiedurch öffentlich meinen Dank abstatte.

1. REOPALOCERA. Dia 1. Populi 1. ER Selene F. Sibylla L. Steigerwald. 41. Papilionidae. Euphrosyne L. Apatura. a. Nymphalidae. Niobe L. Iris L. Melitaea F. able un Mean Aglaja L. b. Satyridae. Artemis F. Vanessa. Arge E. Athalia Brk. Jo L. » Galathea L. Parthenie 0. Antiopa L. Erebia B. Dictynna E. Calbum L. ‚» Ligea L. Phoebe F. Polychloros L. Medusa sv. Cinxia L. Urtieae L. SatyrusB. Didyma F. Prorsa L. Anthe. Bayreuth. Argynnis F. Atalanta L. - Briseis L. Latonia sv. Cardui L- « Proserpina L.

Paphia L. Limenitis F. Semele L.

Aleyone sv. . Phaedra L. Mainberg. Hermione L. Epinephele nv. Hyperanthus L. Tithonus L. Eudora F. Janira L. Coenonympha uv. Pamphilus L.

Iphis sv. Steigerwald.

Davus L,

Hero L.

Arcania L. Pararga Hv.

Dejanira L.

Maera L.

Megaera L

Egeria L.

Medea L.

Melas Bayreuth.

ec. Erycinidae.

Nemeobius st. Lucina L.

.d. Pieridae.

Leucophasia st.

Sinapis H. Pieris sk.

Crataegi L.

Brassicae L.

Rapae L.

Napi L. Anthocharis B.

Daplidice L. Jura.

Cardamines L.

Callidice. Bayreuth.

Bellidice Burm. Colias F.

Palaeno L. Bayreuth.

Hyale L.

Edusa L. Rhodocera B.

Rhamni L.

e. Lycanidae. Lycaena. Argiolus L.

Si

Cyllarus F. Acis sv. Erebus F. Alcon F.

Hylas sv. Steigerwald.

Euphemus o. Arion L. Battus sv. Alexis F. Corydon F. Adonis F. Agestis Sy. Dorylas H, Argus L. Aegon Biık. Amyntas F. Polysperchon o. Pheretes o. Escheri sv. Polyommatus Ltr. Helle F. + Circe sv. Hippotho@ L. Bayreuth. Hippono& E. - Chryseis F. + Virgaureae L. Phlaeas L, Gordius sv. Thecla F. » Rubi L. « Spini F, Pruni L. » Betulae L. : Quercus L, -Dieis 0. Boeticus.

F. Equwitidae.

Papilio F.

Podalirius L. Machaon L.

Doritis F.

. Apollo L.

%. Hesperidae. Hesperia Ltr.

Malvarum 0. Sertorius O.

Alveolus 0. x Carthami 0. Fritillum H. Alveus H

Tages L,

Paniscus F. Sylvius Kn. Sylvanus F. Comma L.

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Lineola 0. Actzon ©. Steropes einmal F. Tessellum o.

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u. EETEROCERA,

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2. Sphingidae. a. Zygaenidae.

Procris FE.

Pruni sv. Globularie E. Stalices L.

Zygaena FE.

Minos sv. Scabios® H. Achillex E. Meliloti E. Trifolii E. Lonicer& E. Filipendule L. Fausta E. Peucedani E. Steigerwald. Hippocrepidis. Coronille E. Onobrychis F.

b. Syntomidae.

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Fenestrina.

c. Sesüdae.

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Apiformis L.

Jura.

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Jchneumoniformis SV. Tipuliformis L: Tenthrediniformis. SY. Asiliformis sv. Bayr. Steigerw. Sphegiformis sv. Steigerw. Cynipiformis L. Steigerw. Culiciformis L. Steigerw.

- Formic&formis E. Steigerw. Cephiformis 0. Steigerw. . Hylziformis Las. Steigerw.

d. Sphingidae. Macroglossa Sep. Fuciformis L. Bombyliformis 0. Stellatarum L. Oenotherae E. Sphinx F. Porcellus L Elpenor L. Celerio L. Bayreuth. Galii L. Euphorbie L. Pinastri L. Ligustri L. Convolvuli L. Acherontia ©. Alropos L. Smerinthus Ltr. Tiie L. Populi L. Ocellata L. Quercus L.

2%. Bombycidae. a. Epialidae.

Epialus F.

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Lupulinus L. Steigerw. # Sylvinus L.

Hectus L.

b. Cossidae. Cossus FR. Ligniperda F. Zeuzera Lkr.

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Cochliopodae. “Limacodes Lir. Testudo F. Steigerw.

d. Psychidae.

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Pulla E. Fumea St.

Nitidella H. Steigerw.

e. Notodontidae.

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Reclusa F.

Anastomosis L.- Steigerw.

Anachoreta F.

Curtula L. Phalera av.

Bucephala L. Ptilodontis St.

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Carmelita E. Steigerw.

Camelina L. Drymobia D.

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Dictzoides H. Steigerw.

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Tritophus sv. Jura.

Bicolora F. Steigerw.

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Fagi L. Harpyia oO.

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