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Full text of "Des Griffin - Wer regiert die Welt? Die Protokolle der Weltdiktatur"

Des Griffin 



dieWett? 




Diagnose 



»Wer regiert die Welt?« Des Griffin will mit 
diesem Buch den Leser über die wirklichen 
Vorgänge in der Welt informieren und nach- 
denklich machen sowie seine sorgsam geheg- 
ten Meinungen und Vorurteile erschüttern und 
ihn mit vielen schockierenden Tatsachen kon- 
frontieren, die in den vergangenen Jahrzehn- 
ten vorsätzlich und mit großer Sorgfalt aus 
dem öffentlichen Bewußtsein herausgefiltert 
wurden. 

Die Vorstellung einer massiven Verschwörung 
- einer »verborgenen Hand«, einer »geheimen 
Kraft«, die die Nationen der Erde in den end- 
gültigen Zusammenbruch führt, damit eine 
gottlose, totalitäre »Weltherrschaft« errichtet 
und rücksichtslos durchgesetzt werden kann, 
muß von jedem nachdenklichen Menschen 
ernst in Betracht gezogen werden. Griffin ver- 
sucht in seinem Buch mit hieb- und stichfesten 
Argumenten darzulegen, warum der Glaube 
an eine solche Verschwörung nicht nur ver- 
nünftig, sondern die einzige ehrliche Schluß- 
folgerung ist, die man ziehen muß, wenn man 
sich mit allen Beweisen auseinandergesetzt 
hat. 

Bei der Lektüre dieses Buches wird man 
immer wieder an die Worte von Benjamin 
Disraeli denken: »Die Welt wird von Persön- 
lichkeiten regiert, die sehr anders sind, als man 
meint, wenn man nicht hinter die Kulissen 
schauen kann.« 



Des Griffin 



Wer regiert die Welt? 



Im Anhang die Protokolle der Weltdiktatur 
»Das neue Testament Satans« 



Herausgegeben und bearbeitet von 
Ekkehard Franke-Gricksch 



Verlag Diagnosen 



Titel der amerikanischen Originalausgaben: 

»Descent into Slaver?« 

und »The Missing Dimension in World Affairs« 

© Copyright 1976,1979,1980,1981 by Emissary Publications, 

South Pasadena, Ca., U.S.A. 

© Copyright 1992 für die deutschsprachige Ausgabe 
bei Verlag Diagnosen, Leonberg 

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere auch des fotomechanischen Nachdrucks und 

der Fotokopie jeder Art. 

Umschlagentwurf: Grafik Design Team, Reutlingen 

Gesamtherstellung: FRANK DRUCK PREETZ 

ISBN 3-923864-01-9 



Inhalt 



I. Wer regiert die Welt? 

Kontakt mit einer durch und durch bösen Macht - Satan ihr 
Führer - Die wahre Macht hinter dem Thron Satans - Adam 
gehorchte Satan, nicht Gott - Sie nannten ihn Befreier und 
Erlöser - Nimrod war gegen den Herrn - Sonnenkult als 
Satanskult - Gehorsam gegenüber der Hierarchie - Der Kampf 
zwischen Jesus und Satan - Satan als Gott dieser Welt - Simon 
Magus der Magier - Amalgam aus Heidentum und Christen- 
tum - Der heilige Gott Simon - In Rom herrschten die Myste- 
rien 9 

II. Der Orden der Dluminaten 

Der einzige Gott ist der Mensch - Ziel ist die Errichtung einer 
Weltregierung - Agenten der Geldbarone - Die Menschheit frei 
und glücklich machen - Allianz zwischen Illuminaten und Frei- 
maurern - Die größte Stärke liegt in der Vergangenheit - 
Vorahnungen einer heraufziehenden Gefahr - Sympathien für 
Terrorregime - Spenden zur Auslösung von Kriegen und Revo- 
lutionen - Es gibt keinen gerechten Gott - Orgien der Grau- 
samkeit - Ein Genie des Bösen - Die satanische Doktrin ist 
Ketzerei - Reif für die wahre Lehre Luzifers - Sie regieren die 
Welt - Die äußeren Ringe des Bundes der Helfenden - Rocke- 
fellers General Education Board - Ausmerzung von Tradition - 
Stiftungen für Eine-Welt-Sozialisten - Das beginnende Zeit- 
alter des Kollektivismus - Brutkästen der Degeneration - Karl 
Marx als Aushängeschild - Die wirkliche Macht haben die 
Bankiers - Der Coup der Coups - Es spielt keine Rolle mehr, 
wer die Gesetze macht - Krieg bringt Zinsen - 20 Millionen 
Dollar für den Sieg der Revolution - Profite der Revolution - 
Die Weltwirtschaftskrise und Roosevelt - Es war kein Zufall, es 
war ein geplantes Ereignis - Der Sieg der schmeichlerischen 
Brüder 27 

III. Die Rothschild-Dynastie 

Sie rauben das Volk aus - Der Erste der Rothschilds - Die 
Taktik macht sich bezahlt - Ein Buch, das es nicht gibt - Der 
Anfang des Riesenvermögens - Viele Dinge kamen unter den 
Familien-Teppich - Rothschilds finanzierten beide Seiten - Die 
Schlacht bei Waterloo - Der ganz große Coup - Aufräumen in 
Frankreich - Dir Spiel ist Kontrolle - Gepflegte Unhörbarkeit 
und Unsichtbarkeit - Die Rothschilds und Amerika - Der 
Zerstörungsplan der Verschwörer - Mord wegen zinsfreier US- 
Noten - Die Ziele werden weiter verfolgt - Die Insider machen 



wieder einmal Beute - Die unsichtbare Regierung der Geld- 
barone - Plan für die Welteroberung - Teuflisches Meisterwerk 
satanischer Genialität 72. 

IV. Tribute für internationale Bankers 

Die City gibt den Ton an - Die sichtbaren und hörbaren Führer 
sind Puppen - Mit Rothschild regierte Britannien die Meere - 
Zwei getrennte Imperien - Der internationale Handel gehört 
uns - Die Welt zahlt ihnen Tribut - Krieg zum Eintreiben von 
Schulden - Gleichgewicht der Mächte - Prinzipien der Stadt- 
sanierung - Gewinne in astronomischen Höhen - Der Glanz 
von Visionen 95 

V. Krieg der Welt 

Die Krone fürchtete um ihre Interessen - Alle Nationen mußten 
auf die Knie gezwungen werden - Ein sinnloses Blutbad - Ein 
blindes Völkermorden - Rußland materiell unterlegen - Die 
Krone verrät Rußland - Bühne frei für die Revolution - Bande 
außergewöhnlicher Persönlichkeiten - Die ehrenwerten War- 
burgs - Die Rote Armee der Bankers - Der Plan der Illumina- 
ten erfüllt sich - Amerikas Eintritt in den Krieg - Amerika als 
Werkzeug der Banker - Ruinen und Schulden und nur Verlie- 
rer - Beherrschung der Wirtschaft der Welt - Die Banken 
machten das Geld - Lügen wie zu keiner anderen Zeit der Welt- 
geschichte " 107 

VI. Verrat in Versailles 

Der Mann, der die Würfel rollen ließ - Berater waren die 
Bankers - Wilson ein gebrochener Mann - Die Erklärung eines 
weiteren Krieges - Der Vertrag zinkte die Karten - Chronische 
Inflation - Der Dawes-Plan - Der Young-Plan - Vorbereitung 
des Zweiten Weltkrieges 127 

VII. Hitler und die Drahtzieher des Zweiten Weltkrieges 

Hitler bietet Abhilfe - Hitler als lukratives Geschäft - öl aus 
Kohle - Standard Oil heiratet LG. Farben - Hitler kommt an 
die Macht - Aus dem Tagebuch des Botschafters Dodd - Immer 
mehr Geld für die Kriegsvorbereitungen - Der ergebene Roose- 
velt - »Wir sind intellektuelle Huren« - Die Wallstreet-Bande - 
Dunkle Machenschaften der Finanzpiraten - Colonel House 
und die illuministische Philosophie - Rabbi Stephen Wise - 
Kein lebenslänglicher Demokrat - Chamberlain mußte gehen - 
Die Wiedergeburt von Churchill - Endlich standen die Kulissen 138 

VIII. Sanierung als Zerstörung der Welt 

Eine Feder im Bewußtsein der Nation zersprungen - »Er will 
das Elend abschaffen« - Fabian'sche Fabeln - Die Liquidierung 



des Empires - Sanierung einer christlichen Nation - Der sicher- 
ste Weg ist die Währung zerstören - Die verheerenden Auswir- 
kungen - Zerstörung durch progressive Erziehung - Lügen 
werden zu Wahrheiten - Wie sah die Wahrheit aus? - Die 
gezinkte Energiekrise - Finanziell im Himmel sitzend 162 

IX. Sieg über Europa 

Auf dem Weg zur Welteroberung - Seit 1936 Luftoffensive 
geplant - Sieg um jeden Preis - Keine andere Alternative als 
Krieg - Der Nordafrika-Feldzug - Eine Erklärung wird ge- 
sucht - Blick hinter die Kulisse - Gespräche mit Canaris und 
Papen - Washington schwieg - Eine Marionette der Machtelite - 
An der Halskrause erhängt - Warum die Versklavung der Welt? - 
Rußland marschiert gen Westen - Erleuchtende Tatsachen - 
Das Massaker von Dresden - Früchte des Sieges - Verratenes 
Vertrauen - Der Mord an Vlasow - Operation Keelhaul 178 

X. Sieger ist der Profit 

Einfuhr von Opium nach China - Militärische und politische 
Demütigungen - Der Polizist Asiens - Nationalismus lebt wie- 
der auf - Japans Kode geknackt - Keine Hoffnung auf Sieg - 
Kapitulationsangebot abgelehnt - Mit Kriegsschulden und Rie- 
senprofiten - Unsichtbarer Krieg der USA 199 

XI. Konsequenzen des Zweiten Weltkrieges 

Der Kommunismus als Schwarzer Mann - Lenins Plan für die 
Welteroberung - Wildwuchernder Sozialismus als Krankheit - 
Brennpunkt Nahost - Attentate als politisches Instrument - Die 
Teilung Palästinas - Die Nachkommen kämpfen für einen Staat 
Palästina - Jerusalem als Sitz des Obersten Gerichtshofes 212 



XII. Siegen die Illuminaten? 

Engstirnigkeit infolge Unaufgeklärtheit - Bruder Zbig und der 
Marxismus - Ein Elite kontrolliert und steuert - Bruder Zbig 
und die Bankers - Was bringt die Reagan-Regierung? - 
Kanonen und Butter-Politik - Monetisierung von Schulden - 
Mißachtung der Gesetze - Amerikas Schicksalsdekade 221 

XIII. Neuer Star für eine alte Clique 

Das Phänomen Reagan - Vision eines wunderbaren Amerikas - 
Die Roten von Hollywood - Reagans rote Märchen - Reagans 
Polit-Show - Erste Schatten zeigen sich - Rhetorik und Wirk- 
lichkeit - Das Attentat - ein Komplott? - Einladung zur Ermor- 
dung - Politik macht merkwürdige Bettgenossen 231 



XIV. Generalplan für eine Weltdiktatur 

Der Geheimorden der Illuminaten - Novus Ordo Saeculorum - 
Plagiat als Vorwand für Rassismus - Wer schrieb das neue 
Testament Satans? - Terror mit Sachkenntnis - Voraussagen 
werden Wirklichkeit 242 

Anhang 

Protokolle der Weltdiktatur: 

Das neue Testament Satans 250 

Weiterführende Bücher zu diesem Thema 325 



I. Wer regiert die Welt? 



Kritiker der »Verschwörungstheorie« in der Geschichte weisen zu 
Recht darauf hin, daß es, falls eine solche Verschwörung viele 
Jahrhunderte hindurch zusammengehalten haben soll, notwendiger- 
weise eine jahrhundertealte »führende Kraft« geben muß, die die 
Verschwörung durch die verschiedenen Zeitalter hindurchlenken 
und sicherstellen mußte, daß sie trotz sich wandelnder Moralvorstel- 
lungen, Kulturen und Gesellschaften erfolgreich blieb. 



Bis heute ist den Befürwortern 
der Verschwörungstheorie der 
Nachweis nicht gelungen, daß in 
der Tat ein geistiges, unsterbli- 
ches Element seit ewigen Zeiten 
diesen mysteriösen Plan ange- 
regt und weitergeführt haben 
muß. Einige Hinweise auf diese 
Theorie stammen von dem kon- 
servativen Gelehrten Revilo P. 
Oliver in seinem Buch »Conspi- 
racy or Degeneracy«. 

Kontakt mit einer 
durch und durch bösen 
Macht 

Oliver schrieb, die Theorie, »seit 
Jahrhunderten sei ununterbro- 
chen eine Verschwörung im 
Gange, ist nicht sehr plausibel, 
wenn man ihr nicht einen reli- 
giösen Hintergrund nachweisen 
kann. Ein solcher Hinweis 
kommt der Behauptung gleich, 
sie seien Jünger Satans, die der 
Verehrung und dem Dienst des 
übernatürlichen Bösen frönen, 
was wiederum bedeutet, daß 
heutzutage - in einem Zeitalter, 
dessen vorherrschende intellek- 
tuelle Strömung der Unglaube 
an das Übernatürliche ist - die 
Anführung der Verschwörung 
Erscheinungen sehen oder an- 
derweitig wahrnehmen müssen, 



die sie von der Existenz und der 

Macht Luzifers überzeugen. 
Und weil derart subtile Ver- 
schwörer äußerst scharfsinnig 
sein müssen, so daß man sie 
nicht mit Autosuggestion, Hyp- 
nose oder Drogen beeinflussen 
kann, sollten wir davon ausge- 
hen, daß sie höchstwahrschein- 
lich mit einer durch und durch 
bösen Macht in Kontakt sind. 
Diese Folgerung wird den Un- 
gläubigen und Skeptikern zu 
denken geben.« 

Lassen Sie uns diese Möglichkeit 
näher untersuchen: »Am An- 
fang erschuf Gott den Himmel 
und die Erde«, heißt es in der 
Bibel. Der folgende Vers lautet: 
»Die Erde war wüst und leer.« 
Leider ist dies eine Fehlüberset- 
zung, die viele Menschen von ei- 
ner wesentlichen Wahrheit ab- 
gelenkt hat, durch die ein helles 
Licht auf vergangene und gegen- 
wärtige Weltereignisse geworfen 
wird. In der Rotherham-Bibel- 
übersetzung aus dem Hebräi- 
schen finden wir die korrekte 
Fassung: »Jetzt war die Erde 
wüst und leer geworden.« Sie 
»war« nicht einfach so - sie wur- 
de wüst und leer gemacht. 

Zwischen dem Ereignis, das in 
Genesis 1,1 beschrieben wird, 



10 



und dem Zustand von Genesis 
1,2 muß also ein furchtbares Er- 
eignis mit verheerenden Folgen 
stattgefunden haben. Die Lö- 
sung dieses Rätsels wird später 
im Alten Testament auf drama- 
tische Weise enthüllt (Hesekiel 
28 und Jesaja 14). 

Satan war 

ihr Führer 

Die Wahrheit über diesen ge- 
waltigen Machtkampf entfaltet 
sich im 14. Kapitel Jesaja. Sie 
beginnt mit Vers 4, in dem der 
König von Babel als habgieriger, 
eroberungssüchtiger Tyrann dar- 
gestellt ist, der wie ein Fluch auf 
seinen Untertanen lastet. Er hat 
dieselbe Haltung, dieselbe Phi- 
losophie wie die aufrührerischen 
Engel des Judasbriefes. In der 
Tat repräsentiert der König von 
Babel Satan: er ist Satans Werk- 
zeug - eine Figur im Schach- 
spiel. 

Das wird völlig klar, wenn wir 
die Verse 12-14 lesen. Hier wird 
aus dem Menschen der große 
Antityp Satan, der den Men- 
schen kontrollierte. Sie werden 
feststellen, daß in diesen Versen 
über den großen ehemaligen 
Erzengel Satan oder Luzifer 
Aussagen gemacht werden, die 
auf einen Menschen nicht zutref- 
fen würden: »Wie bist du vom 
Himmel gefallen, o Luzifer, 
Sohn des Morgens . . .der du die 
Völker schwächtest?« 

Der Name Luzifer bedeutet der 
»Schimmernde« oder »schim- 
mernder Stern (Engel) der 
Abenddämmerung«. Er war der 



Lichtbringer - der mit unglaubli- 
cher Wahrheit, Wissen und Ver- 
stehen Versehene. Ihm war die 
Herrschaft über viele Engel ver- 
liehen, und es oblag ihm, sie zu 
lehren und zu unterrichten. Er 
war der Illuminator seiner Zeit. 

Die wahre Macht hinter 
dem Thron Satans 

Mit welcher Haltung verwaltete 
er die Verantwortung und die 
Macht, die ihm vom Schöpfer, 
verliehen worden waren? Er 
wollte mehr Macht. Er trachtete 
nach ihr mit Eifersucht, Stolz, 
Lust und Gier. Er wollte das ge- 
samte Universum in die Gewalt 
bekommen. Er sagte: »Zum 
Himmel will ich steigen (wo 
Gottes Thron steht) und meinen 
Thron (Herrschaftssymbol) über 
Gottes Sterne (Engel) setzen, 
auf dem Versammlungsberg im 
höchsten Norden will ich woh- 
nen.« »Ich will zu den Wolken- 
höhen mich erheben, gleich sein 
dem Allerhöchsten.« Er wollte 
Gott sein - der unumschränkte 
Beherrscher des Universums. 

So wurde Luzifer zu Satan, dem 
Teufel. Es war Gott, der Luzi- 
fers Namen änderte, als dessen 
Charakter andere Züge annahm. 

Weiteren Einblick in diese er- 
staunliche Wahrheit finden wir 
in Hesekiel 28. Wieder hören 
wir von einem Despoten (dies- 
mal dem Fürsten von Tyrus), der 
ein menschliches Instrument in 
den Händen Satans, des wirkli- 
chen Weltherrschers, ist. Die 
Verse 2 bis 6 zeigen deutlich, 
daß der Fürst ein geschickter 



11 



Machtpolitiker war, der uner- 
hörten Reichtum und eine riesi- 
ge Machtfülle angehäuft hatte. 
In den Versen 12 bis 16 erken- 
nen wir die wahre Macht hinter 
dem Thron - Satan. Bitte beach- 
ten Sie, daß die verwendeten 
Worte - wie in Jesaja 14 - in 
keiner Weise auf ein nur 
menschliches Wesen zutreffen 
können. 

»Du warst ein Muster der Voll- 
endung, voll der Weisheit und 
vollendet schön. In Eden, dem 
Gottesgarten (hier auf Erden) 
warst du. Von Gold gearbeitet 
waren deine Tamburine und 
Flöten, am Tage deiner Erschaf- 
fung wurden sie bereitet.« Dies 
war ein geschaffenes Geisteswe- 
sen, kein Mensch. 

Im Vers 14 lesen wir: »Zu einem 
schimmernden Cherub stellte ich 
(der allmächtige Gott spricht 
hier) dich.« Gott hatte ihn hier 
in diese außerordentlich hohe 
Stellung berufen als einen der 
drei ranghöchsten Engel. 

Vers 15: »Du warst ohne Tadel 
in deinem Tun von dem Tage an, 
da du geschaffen wurdest, bis 
sich deine Missetat in dir gefun- 
den hat.« 

Seine Sünde wird in Jesaja 14 
beschrieben. Er begehrte etwas, 
das ihm nicht zustand - Gottes 
Macht und Autorität. Aufgrund 
seiner Auflehnung sagt Gott zu 
ihm (Hesekiel 18,16): »Ich will 
dich entheiligen von dem Berg 
Gottes, denn du bist hochmütig 
geworden, weil du schön bist, du 
hast deine Klugheit mißbraucht 
aufgrund deiner Pracht.« 



Vers 18: »Du hast dein Heilig- 
tum verderbt durch deine zahl- 
reichen Sünden.« 

Ein Drittel der Engel konspirier- 
te mit Luzif er/Satan bei seinem 
Versuch, Gottes Thron zu stür- 
men. Es war eine gigantische 
Schlacht, die sich nach Auffas- 
sung einiger Interpreten auf das 
Universum ajiswirkte und dazu 
führte, daß die Erde wüst und 
leer wurde. Diese Schlacht wur- 
de von Geisteswesen geschlagen, 
vor der Erschaffung des Men- 
schen. 

Adam gehorchte 
Satan, nicht Gott 

Übrigens wurde es Luzifer - 
jetzt Satan - weiterhin gestattet, 
die Erde zu beherrschen und die 
Geschicke der Erden zu lenken. 
Diese Macht und Autorität wur- 
den ihm mit einem bestimmten 
Zweck, mit einem bestimmten 
Grund überlassen. 

Adam erhielt die Chance, Satans 
Nachfolger zu werden und Got- 
tes Herrschaft auf Erden zu füh- 
ren, aber er disqualifizierte sich 
selbst, als er sich Satan unter- 
warf. Er gehorchte Satan, nicht 
Gott. Und seitdem ist die 
menschliche Rasse Satans We- 
gen - seiner Philosophie - ge- 
folgt. 

Als sich die Erdbevölkerung 
vermehrte, trugen die Menschen 
gewissenhaft Sorge, Satans 
»Weg« zu folgen. Das führte da- 
zu, daß »Gott sah, daß der Men- 
schen Bosheit auf Erden groß 
war und alles Dichten und 



12 



Trachten ihres Herzens immer 
nur auf das Böse gerichtet war, 
denn alles Fleisch hatte seinen 
Weg verderbt auf Erden.« Die 
Bibel berichtet, daß Gott dar- 
aufhin eine Flut über die Erde 
gehen ließ. Alle Erdenbewoh- 
ner, außer Noah und seiner Fa- 
milie wurden vernichtet. 

Nach der Sintflut wußte jeder 
Mensch, was von Gott zu erwar- 
ten war. Zunächst lebten alle in 
Furcht, Böses zu tun. Aus der 
Geschichtsschreibung wissen 
wir, daß »die Menschen lange 
Zeit unter Jehovas Herrschaft 
lebten, ohne daß Städte oder 
Gesetze nötig waren, und sie 
hatten alle dieselbe Sprache. 
Dann breitete sich Zwietracht 
aus«. Eine opponierende Grup- 
pe bildete sich, sie gewann Ein- 
fluß und verließ schließlich die 
Gegend des Araratgebirges, auf 
dessen höchsten Gipfel die Ar- 
che gelandet war. »Es hatte aber 
die ganze Erde die gleiche Spra- 
che und die gleichen Worte. Als 
sie im Osten aufbrachen, fanden 
sie eine Ebene im Land Schinear 
und ließen sich dort nieder.« 
Schinear - heute unter dem Na- 
men Alt-Babylon bekannt - war 
ein überaus fruchtbares Land, in 
dem keinerlei Mangel zu be- 
fürchten war. 

Dieses Volk hätte unter Gottes 
Gesetzen und im ursprünglichen 
Überfluß in Glück und Frieden 
weiterleben können. Statt dessen 
entschied es sich, dem verderbli- 
chen Beispiel Adams und Evas 
zu folgen und »das zu tun, was 
ihm gut dünkt« - was katastro- 
phale Folgen hatte. 



Obwohl das Land weiterhin 
fruchtbar blieb und Wohlstand 
gewährte, vermehrten sich die 
wildlebenden Tiere viel schnel- 
ler als die Menschen, von denen 
bald viele in Todesfurcht vor den 
Raubtieren lebten. 

Dies war Nimrods Stunde, der in 
dieser kritischen Situation als 
»Retter« der verschreckten Be- 
völkerung auftrat. Dieser Sohn 
Kuschs war ein hünenhafter' 
schwarzer Mann, als der »gewal- 
tige Jäger« bekannt und wegen 
seiner Stärke berühmt. Er be- 
freite die Erdbevölkerung von 
ihrer Furcht vor den wilden Tie- 
ren und wurde daraufhin zu ih- 
rem Führer. 

Sie nannten ihn 
Befreier und Erlöser 

Der Historiker Alexander His- 
lop schreibt in seinem Buch 
»Die beiden Babylons«: »Das 
erstaunliche Ausmaß der Vereh- 
rung, die diesem Mann entge- 
gengebracht wurde, beweist, daß 
er einen sehr außergewöhnli- 
chen Charakter gehabt haben 
muß; es steht außer Zweifel, daß 
er zu seinen Lebzeiten unerhört 
populär war. Obwohl er sich 
zum König ernannte, dadurch 
das bis dahin herrschende Prin- 
zip der Herrschaft des Ältesten 
brach und die Freiheiten der 
Menschheit beschnitt, waren die 
meisten Menschen der Ansicht, 
er habe ihnen so viel Gutes er- 
wiesen, daß der Verlust ihrer 
Freiheiten dagegen als unbedeu- 
tend einzustufen sei. Sie über- 
häuften ihn mit Ruhm und Eh- 
ren. Als er in Erscheinung trat, 



13 




Mysterien des Osiriskultes beherrschen nach wie vor das 
Denken der Illuminierten, der Insider, des Geldadels. 



14 



müssen die wilden Tiere derarti- 
ge Verwüstungen über die ver- 
streut und nomadenhaft lebende 
Erdbevölkerung gebracht ha- 
ben, daß sie überwiegend in 
Angst und Schrecken lebten. 

Nimrods Heldentaten als Jäger 
müssen ihm den Ruf eines her- 
ausragenden Wohltäters der 
Menschheit eingetragen haben. 

Dieser Ruf ebenso wie die von 
ihm ausgebildeten Jägerbanden 
erwarb ihm seine Macht, die er 
später festigte. Durch die Zu- 
sammenziehung von Menschen 
in befestigten Städten tat er noch 
mehr für die Sicherheit; jetzt 
konnten sie auch ihre früher not- 
wendige Alarmbereitschaft auf- 
geben. Innerhalb der Befesti- 
gungsanlagen waren von den 
Raubtieren keine Gefahr mehr 
zu befürchten. Die Menschen 
fühlten sich Nimrod zu großer 
Dankbarkeit verpflichtet. Es 
nimmt nicht Wunder, daß der 
Name des >gewaltigen Jägers<, 
der zugleich der erste >Gott der 
Festungen< war, berühmtwurde. 

Hätte es nur diesen Grund für 
sein Ansehen gegeben, wäre al- 
les gut gewesen. Aber Nimrod 
war mit seinen Erfolgen nicht 
zufrieden und ging nun daran, 
die Menschen von ihrer Furcht 
Gottes, die der Anfang der 
Weisheit ist und allein zu wah- 
rem Glück führt, zu emanzipie- 
ren. Für dieses Unterfangen 
scheint er als einen der Ehrenti- 
tel, die die Menschen ihm gaben, 
den Namen >Befreier< oder >Er- 
16ser< erhalten zu haben.« 

Hislop fährt fort: »Von frühester 



Zeit an bezeugen alle Überliefe- 
rungen den Abfall Nimrods so- 
wie einen erfolgreichen Versuch, 
die Menschen vom patriarchali- 
schen Glauben abzubringen und 
sie von der Gottesachtung und 
der Furcht des himmlischen Ge- 
richts zu befreien, die ihnen in- 
newohnte, solange die Erinne- 
rung an die Sintflut noch frisch 
war. Wenn man alle Faktoren 
menschlicher Entartung berück- 
sichtigt, war dieser letzte Punkt 
zweifellos ein herausragendes 
Merkmal seines Ruhms; denn 
die Menschen werden jedem nur 
zu bereitwillig folgen, der ir- 
gendeiner Lehre den geringsten 
Anschein von Glaubwürdigkeit 
geben kann, die besagt, daß sie 
des Glücks sicher sein können, 
obwohl ihre Herzen und ihre 
Natur sich nicht geändert haben 
und sie ohne Gott in der Welt 
leben. Dadurch, daß er den Ab- 
fall von Gott herbeiführte, daß 
er seinen Anhängern ein freies 
Leben ermöglichte, und daß er 
sie der heiligen Einflüsse be- 
raubte, durch die ihr Leben bis 
dahin mehr oder weniger kon- 
trolliert worden war, half er ih- 
nen, Gott und die strikte Geist- 
lichkeit seines Gesetzes beiseite- 
zustellen. Die Menschen fühlten 
und handelten, als sei der Him- 
mel weit von der Erde entfernt 
und als könne der Gott des Him- 
mels >nicht durch die dunkle 
Wolke sehen< beziehungsweise 
als betrachte er die Brecher sei- 
nes Gesetzes nicht mit Mißfal- 
len. Alle hatten jetzt das Gefühl, 
als könnten sie tief durchatmen 
und frei ihrer Wege ziehen. Da- 
für achteten sie Nimrod natür- 
lich als großen Wohltäter. 



15 



Nimrod war 
gegen den Herrn 

Aufgrund des Systems, das sich 
auf Nimrods Veranlassung 
durchsetzte, begannen die Men- 
schen zu glauben, daß eine wirk- 
liche, von Herzen kommende 
geistige Veränderung nicht er- 
forderlich war, und daß zu einer 
Wiedergeburt rein äußerliche 
Mittel genügten. Nimrod brach- 
te sie so weit, daß sie ihr Wohl 
hauptsächlich im Fleischlichen 
suchten, und er zeigte ihnen, wie 
sie die Lust der Sünde genießen 
könnten, ohne den Zorn des hei- 
ligen Gottes befürchten zu müs- 
sen. Bei seinen verschiedenen 
Jagdzügen war er immer von 
Scharen von Frauen begleitet; 
durch Musik und Lieder, Spiele 
und Orgien - alles, was die na- 
türlichen Bedürfnisse befriedigte 
- gewann er die Gunst der 
Menge.« 

Alles, was Nimrod tat, erschien 
den meisten seiner Zeitgenossen 
schlechthin als großartig, da sie 
die Gesetze ihrer Natur gemäß 
haßten und den Weg des gering- 
sten Widerstandes bevorzugten. 
Sie wollten »leben« und »nach 
ihrem eigenen Gutdünken han- 
deln«. Sie sagten: ». . . laßt uns 
eine Stadt bauen und einen 
Turm, der bis zum Himmel 
reicht; wir wollen uns einen Na- 
men machen, damit wir uns nicht 
über die ganze Erde zerstreuen« 
(Genesis 11,4). 

Sie schützten sich nicht nur vor 
den wilden Tieren, indem sie ei- 
ne mit Ringmauer umgebene 
Stadt bauten, sondern erhoben 



Anspruch auf und verliehen sich 
eine eigene Autorität - »wir 
wollen uns einen Namen ma- 
chen«. Es sollte ein Zentrum 
menschlicher Autorität errichtet 
werden, in dem der Notwendig- 
keit, Gott gehorsam zu sein, kei- 
ner Erwähnung zu tun sei. Nim- 
rod war ihr Herr. Sie machten 
sich daran, einen Turm zu bau- 
en, »der bis zum Himmel rei- 
chen« sollte. Mit einem so hohen 
Turm konnten sie nach ihrem 
eigenen Gutdünken verfahren, 
Gott mißachten und dennoch 
vor einer Strafe, die die früheren 
Erdbewohner hatte ertrinken 
lassen, sicher sein. 

Nimrods Macht wuchs immer 
mehr, aber das den Menschen 
eingeborene Verlangen nach 
Anbetung war noch zu befriedi- 
gen. So setzte er sich selbst als 
Priester dessen ein, was die 
Menschen verehrten, um sie 
noch besser in den Griff zu be- 
kommen. Nach und nach nahm 
er die Position des wahren Got- 
tes ein. Die Bibel sagt: »Nimrod 
war ein gewaltiger Jäger vor dem 
Herrn.« 

Wessen Verehrung wandten sich 
die Leute zu, als sie ihren Schöp- 
fer zurückgewiesen hatten? Es 
heißt, »sie vertauschten die 
Herrlichkeit des unvergängli- 
chen Gottes mit dem Abbild von 
Gewürm«. 

Sonnenkult als 
Satanskult 

Sie entsannen sich der Schlange 
im Garten Eden (des Menschen 
Feind) und sie hielten sie in Eh- 
ren, denn hatten sie nicht ihre 



16 



Erkenntnis vom Guten und Bö- 
sen durch die Schlange erlangt? 
Die Schlange hatte sie zu nichts 
gezwungen. So kam es, daß die 
Schlange (Satan) zuletzt als Er- 
leuchter (Illuminator) der 
Menschheit verehrt und angebe- 
tet wurde. 

Auch die Sonne wurde zu einem 
bevorzugten Gegenstand der 
Anbetung, denn sie spendete 
Licht und Wärme. Diese beiden 
Illuminatoren wurden miteinan- 
der verknüpft - die Schlange war 
der Illuminator der geistigen 
Welt, die Sonne der Illuminator 
der weltlichen. Eines der am 
häufigsten vorkommenden Sym- 
bole der Sonne oder des Son- 
nengottes ist eine Scheibe, um 
die sich eine Schlange windet. 
Die Schlange wird weltweit als 
Symbol für die Sonne anerkannt. 

In Offenbarung 12,9 wird Satan 
eindeutig als Schlange identifi- 
ziert: Sonnenkult ist Satanskult. 
In arglistiger Täuschung assozi- 
ierte Satan sich mit bestimmten 
Gegenständen, die von den 
Menschen verehrt wurden, und 
lenkte so die Kulthandlungen 
auf sich. 

»Obwohl sie Gott erkannten, 
vertauschten sie die Herrlichkeit 
des Unvergänglichen mit dem 
Abbild der Gestalt vom ver- 
gänglichen Menschen und Ge- 
würm und verehrten die Kreatur 
mehr als den Schöpfer« (Römer, 
1,21 bis 1,25). 

Dies waren also einige der fal- 
schen Glaubens Vorstellungen, zu 
denen Nimrods Zeitgenossen, 
die den wahren Schöpfergott 



nicht verehren wollten, verleitet 
wurden. Es waren die Glaubens- 
vorstellungen, die Nimrod ver- 
breiten ließ und die ihm noch 
mehr Macht über die Menschen 
einräumten. Er wurde Priester 
des Sonnengottes, Bolkhan, das 
heißt der Priester von Baal. Er 
war also der Priester der Teu- 
felsverehrung. 

Nimrod war maßlos ehrgeizig. 
Es ist geschichtlich belegt, daß er 
alle Länder von Babylon bis Li- 
byen, als einen großen Teil der 
damals bekannten Welt, erober- 
te. Er war der erste Herrscher, 
der eine Armee formte und wirt- 
schaftliche, bürgerliche und so- 
ziale Ordnung errichtete. Allen 
eroberten Völkern zwang er sei- 
ne satanische Religion auf. Bald 
errangen seine heidnischen Leh- 
ren in allen Völkern der Erde 
die Vorherrschaft. 

Allerdings ließen sich nicht alle 
Menschen von Nimrod und sei- 
nen falschen Lehren blenden. Es 
gab immer solche, die wie Noah 
fest standen und den wahren 
Gott verehrten. In Wilkinsons 
»Ägyptern« lesen wir, daß Sem, 
einer von Noahs Söhnen, von ei- 
ner Gruppe Ägypter unterstützt 
wurde, um Nimrod zu stürzen. 

Als dieser ermordet war, wurde 
sein Körper zerstückelt und je- 
der Teil in viele Städte der be- 
kannten Welt gesandt als 
schreckliche Warnung für jeden, 
der »handelt, wie Osiris (Nim- 
rod) handelte: er würde dasselbe 
Schicksal erleiden und zerstük- 
kelt werden«. 



17 



Gehorsam gegenüber 
der Hierarchie 

Wer meint, Nimrods Tod habe 
das Ende der Heidenverehrung 
mit sich gebracht, täuscht sich. 
Die Warnung vor dem Heiden- 
tum hatte jedoch eine starke 
Auswirkung auf Möchtegern- 
Renegaten. Wenn ein so mächti- 
ger Herrscher wie Nimrod auf so 
schreckliche Weise ums Leben 
kommen konnte, war es sehr 
wohl möglich, daß ihnen dassel- 
be Schicksal widerfuhr, wenn es 
bekannt wurde, daß sie diesel- 
ben Gegenstände - Götzenbil- 
der — anbeteten. Sie hatten 
Angst, Götzendienste zu leisten, 
obgleich sie es gern getan hätten. 
Es ist leicht einzusehen, daß der 
»Götzendienst, falls er weiterbe- 
stehen und sich gar weiterent- 
wickeln sollte, notwendigerweise 
im Geheimen operieren mußte. 
Unter diesen Umständen be- 
gann zweifellos das >Mysterium<, 
das von Babylon die Welt er- 
oberte«. 

Diese »Mysterien« waren der 
Deckmantel, unter dem die ver- 
botenen Gegenstände der Ver- 
ehrung durch andere Dinge er- 
setzt wurden. Wer neu in die 
»Mysterien« eingeweiht wurde, 
wußte bald, daß er in Wirklich- 
keit die verbotene Sonne oder 
Schlange anbetete, wenn er die 
neuen Symbole verehrte; Au- 
ßenstehende wußten das aber 
nicht. Das Ganze war für sie ein 
»Mysterium«. Nach Hislop hat- 
ten diese »Mysterien« zum Ziel, 
»alle Menschen in blindem und 
absolutem Gehorsam gegenüber 
einer Hierarchie zu halten, die 



den Monarchen von Babylon 
Untertan war«. 

Den größten Nutzen aus diesen 
»Mysterien« zog Semiramis, 
Nimrods verkommene Frau. »Es 
ist bekannt, daß sie dem Volk 
ihre entarteten, verdorbenen 
Ideen einimpfte. Die schöne, 
aber unbeherrschte Königin von 
Babylon war nicht nur ein Mu- 
ster zügelloser Lust und Aus- 
schweifung, sondern wurde auch 
in den Mysterien, auf deren Ge- 
staltung sie entscheidenden Ein- 
fluß hatte, als Rhea, die große 
>Göttermutter< verehrt; es gab 
Riten, die sie mit Venus, der 
Mutter aller Unanständigkeit, 
identifizierten.« 

Inspiriert von ihrem wahren 
Meister Satan, wob Semiramis 
ein kompliziertes Muster heidni- 
scher Verehrung, das die Bevöl- 
kerung in Bann hielt. Es ist 
wichtig festzuhalten, daß nicht 
alle ihre Lehren irrig waren. 
Viele beruhten auf Wahrheit, 
waren aber höchst geschickt so 
verdreht worden, daß sie die 
Aufmerksamkeit der Leute vom 
Schöpfergott ab- und auf Semi- 
ramis und ihre babylonischen 
Mysterien hinlenkte. Daß sie 
und ihre Genossen außerordent- 
lich erfolgreich waren, steht au- 
ßer Frage. Das ganze System 
profitierte von allen niedrigeren 
menschlichen Trieben - eine 
bombensichere »Erfolg«formel 
für jede Unternehmung. 

Später fielen selbst die zwölf 
Stämme Israels den babyloni- 
schen Mysterien zum Opfer. Im 
Buch der Richter 2,13 heißt es: 
»Sie verließen Gott, um Baal 



18 



und Astarte zu dienen.« »Haben 
sie doch sogar ihre Scheusale in 
dem Haus aufgestellt, das nach 
meinem (Gottes) Namen be- 
nannt ist, um es zu beschmutzen, 
und sie haben die Baalshöhen 
erbaut«, um ihre heidnischen 
Götzendienste feiern zu können 
(Jeremia 32,34). 

Der Kampf zwischen 
Jesus und Satan 

Die Verworfenheit ging so weit, 
daß Elias - ein Diener des wah- 
ren Gottes - sagte: »Die Israeli- 
ten haben Dich (Gott) verlassen, 
Deine Altäre haben sie nieder- 
gerissen, Deine Propheten ha- 
ben sie mit dem Schwert umge- 
bracht. Ich allein bin übrigge- 
blieben, und nun stellen sie auch 
meinem Leben nach.« 

Elias glaubte, er sei der Einzige, 
der noch den wahren Gott ver- 
ehrte. Er irrte sich. Ein wenig 
später sagt Gott zu ihm: »Aber 
siebentausend will ich in Israel 
am Leben lassen, alle Knie näm- 
lich, die sich nicht vor Baal ge- 
beugt haben, und jeden Mund, 
der ihn nicht geküßt hat.« Das 
neue Testament konnte dann 
weiter nichts hinzufügen, als daß 
der Trend angehalten hatte. Im 
2. Korintherbrief wird Satan 
(Baal) beschrieben als »der Gott 
dieser Welt, der den Ungläubi- 
gen den Sinn verblendet hat«. In 
Offenbarung 12,9 heißt er »Sa- 
tan, der die ganze Welt ver- 
führt« und im 2. Korintherbrief 
11,14 »Gibt sich doch der Satan 
selber das Aussehen eines Licht- 
engels«; auch hat er an der reli- 
giösen Front Diener, »die sich 



das Aussehen von Dienern der 
Gerechtigkeit geben«. Das 
heißt, Satans Diener maskieren 
sich als Diener Gottes, um die 
große Mehrheit der Menschen 
zu täuschen. In Offenbarung 
9,11 wird Satan beschrieben als 
»König mit dem Namen Abad- 
don (Zerstörer)«. 

Viertausend Jahre nach Adam 
betrat mit Jesus Christus jemand 
den Schauplatz, der Satan als 
Herrscher über die Welt abzulö- 
sen in der Lage war. Lukas be- 
schreibt im 4. Kapitel den Wil- 
lenskampf zwischen Jesus und 
Satan. 

Nachdem Christus vierzig Tage 
gefastet hatte, zeigte ihm Satan 
»in einem Augenblick alle Rei- 
che des Erdkreises« und spielte 
dann seinen vermeintlichen 
Trumpf aus: »Dir will ich all die- 
se Macht und ihre Herrlichkeit 
geben; denn mir ist sie verliehen, 
und ich gebe sie, wem ich will. 
Wenn du mir also huldigst, soll 
sie ganz dein sein.« 

Beachten Sie Satans Anspruch, 
daß er die Kontrollgewalt über 
die ganze Erde habe - und daß 
Christus diese Tatsache nicht ei- 
nen Moment in Frage stellte. Er 
wußte, daß es so war. 

Beachten Sie ferner, daß Chri- 
stus nicht auf menschliche Ver- 
nunft zurückgriff, um Satans 
Angebot zurückzuweisen. Er zi- 
tierte die Schrift und befahl Sa- 
tan: »Weiche von mir, Satan, 
denn es steht geschrieben: Du 
sollst dem Herrn, Deinem Gott, 
huldigen und ihm allein dienen.« 
Satans nächster Ball kam mit Ef- 



19 




Gott Baal, Nebenbuhler von Jahwe. Lehren und Riten In 
»christlicher Hülle« bestimmen noch heute den Glauben. 



20 



fekt. Er zitierte Psalm 91,11 al- 
lerdings mit einem subtilen sata- 
nischen Dreh: »Wenn du Gottes 
Sohn bist, stürze dich von hier 
hinab, denn es steht geschrie- 
ben: seinen Engeln wird er dich 
anbefehlen, dich zu behüten, 
und auf den Händen werde sie 
dich tragen, damit du deinen 
Fuß an keinem Stein stoßest.« 

Christi Antwort macht deutlich, 
daß Gottes Schutzversprechen 
nur für den Fall eines Unfalles 
gelte: »Du sollst den Herrn, dei- 
nen Gott, nicht versuchen.« 

Satan als Gott 
dieser Welt 

Zuletzt also hatte Satan seinen 
Meister gefunden. Der geistige 
Zauberbann, den er seit dem 
Schöpfungstag über die Mensch- 
heit gehalten hatte, war von Je- 
sus Christus gebrochen worden. 
Damit war für Christus die Pro- 
be bestanden: er wurde Satans 
Nachfolger, weil er sich Gottes 
Herrschaft trotz vieler Versu- 
chungen völlig unterordnete. 

Christus nahm diese Autorität 
nicht sofort in Anspruch. Um die 
Menschheit zu erlösen, mußte er 
sich ans Kreuz schlagen lassen. 
Er mußte von den Toten aufer- 
stehen, um unser Retter zu wer- 
den,und zum Himmel auffahren, 
um vor dem allmächtigen Gott 
Fürbitte für uns zu sprechen, 
während wir so wie er auf unsere 
Eignung, nach seiner Rückkehr 
zur Erde an seiner Regierung 
teilzuhaben, geprüft werden. 

Nach der Kreuzigung Christi 
glaubten viele, das »Christen- 



tum« - oder wie immer es da- 
mals genannt wurde - sei etwas, 
das der Vergangenheit angehö- 
re. »Ich gehe wieder fischen«, 
sagte der impulsive Petrus. »Wir 
gehen mit dir«, stimmten die an- 
deren Jünger zu. 

Nach den Anweisungen des 
Auferstandenen, den sie kurz 
nach der obigen Begebenheit 
trafen, blieben sie in Jerusalem, 
um auf ein »Versprechen« zu 
warten. 

Das Christentum »zündete« am 
Pfingsttag 31 nach Christus, als 
die Jünger mit Fähigkeiten aus- 
gestattet wurden, die die Norm 
bei weitem überstiegen. Etwa 
dreitausend Menschen wurden 
an dem Tag bekehrt. »Viele 
Wunder und Zeichen geschahen 
durch die Apostel.« 

Der neue, pulsierend lebendige 
Glaube breitete sich rasch in Pa- 
lästina aus und griff weiter um 
sich. Es hieß sogar, »diese Men- 
schen bringen die ganze Welt in 
Aufruhr«. Wir müssen aber im 
Auge behalten, daß zuvor Satan 
- der Gott dieser Welt - diese 
durch seine verräterischen Ma- 
chenschaften in Aufruhr versetzt 
hatte. Die Apostel machten sich 
unter der Anleitung des aufer- 
standenen Jesus Christus daran, 
aus dem Chaos wieder Ordnung 
zu machen. 

Die Kirche wuchs und gewann 
großen Einfluß. Das Evangelium 
wurde gepredigt, das Leben der 
Menschen auf dramatische Wei- 
se verändert. Zumindest konn- 
ten sie das »große Bild« klar und 
deutlich sehen und brauchten 



21 



das Leben nicht verkehrt herum 
zu betrachten. Sie führen »ein 
Leben in Fülle . . .« 

Simon Magus 
der Magier 

Es ist nur logisch, daß »die alte 
Schlange, die Teufel heißt und 
der Satan, der die ganze Welt 
verführt«, bei einer für sie so 
katastrophalen Wende der Er- 
eignisse nicht untätig zusehen 
würde. Statt des totalen Sieges, 
als der ihm die Kreuzigung Chri- 
sti erschienen war, sah sich Satan 
vor der endgültigen Vernichtung 
durch die neu vom auferstande- 
nen Christus geleiteten und in- 
spirierten Kirche. Hier war 
schließlich das wirkliche Licht - 
die Wahrheit des Geistes, die 
das Leben der Völker revolutio- 
nierte und all das spendete, nach 
dem so viele Menschen verlan- 
gen, dessen aber nur so wenige 
teilhaftig werden: Liebe, Freu- 
de, Frieden, Güte, Vertrauen, 
Sanftmut, Selbstbeherrschung - 
und einen echten Lebenssinn. 

Eine derartige logische Folge- 
rung ist kein Hirngespinst, son- 
dern hat historische Grundlagen. 
Satan hatte einen ergebenen 
Diener, einen Trumpf in der 
Hinterhand, den er für einen sol- 
chen Fall aufgehoben hatte: der 
Name dieses Mannes war Si- 
mon Magus (»der Magier«), der 
zum erstenmal im achten Kapitel 
der Apostelgeschichte erwähnt 
wird. 

Simon war ein Priester der baby- 
lonischen Religion, die von Sa- 
maria aus operierte. Die Bibel 
läßt keinen Zweifel daran, daß 



die Samaritaner keine Israeliten 
waren, sondern Babylonier, die 
der König von Assyrien statt der 
Kinder Israels in den Städten 
von Samaria angesiedelt hatte: 
»Sie nahmen Samaria in Besitz 
und ließen sich in dessen Städten 
nieder.« Die folgenden Verse 
machen deutlich, daß diese 
Menschen als hartgesottene Hei- 
den in keiner Weise daran inter- 
essiert waren, dem Schöpfer zu 
dienen und zu gehorchen. 

Apostelgeschichte 8 erwähnt, 
daß Simon Magus, sich in Sama- 
ria ein beachtliches religiöses 
»Imperium« errichtet hatte. Er 
»trieb Zauberei und setzte das 
Volk Samaria in Erstaunen; er 
sagte, er sei ein Großer«. Alle, 
groß und klein, hingen an ihm 
und sagten: »Dieser ist die Kraft 
Gottes - also Gott selbst«. 

Als der Apostel Philippus den 
Samaritanern das Evangelium zu 
predigen begann, lauschte das 
Volk »willig und einmütig den 
Worten des Philippus, da es von 
den Wundern, die er wirkte, 
hörte und sie sah«. Sie waren 
von den Wundertaten sehr be- 
eindruckt. 

Wenig später erkannte Simon - 
unter dem Einfluß seines Mei- 
sters Satan -, daß er die ehr- 
furchtgebietende Kraft des Chri- 
stentums als Mittel seiner eige- 
nen Erhöhung und Machtver- 
mehrung benutzen könnte. 

Ohne Reue zu zeigen oder sein 
Leben zu ändern und der heidni- 
schen Götzenverehrung abzu- 
schwören, versuchte Simon, das 
Aposteltum zu kaufen. Er wollte 



22 



»diese Macht« beziehungsweise 
die offizielle Sanktionierung, 
Gesetzlosigkeit und ausschwei- 
fendes Heidentum im Namen 
Jesu Christi öffentlich predigen. 

Amalgam aus Heidentum 
und Christentum 

Nirgendwo wird erwähnt, daß 
Simon Mitglied der Kirche - des 
Leibes Christi - geworden sei. 
Er übernahm jedoch Christi Na- 
men und einige seiner Lehren 
und vermixte sie mit seinem ba- 
bylonischen Mysterienkult. Er 
versah seine neue Organisation 
mit einem »christlichen« Etikett 
und machte sich daran, sie als 
weltweite Religion zu etablieren, 
deren oberster Priester er sein 
würde. 

Das alles läßt sich historisch be- 
legen. In Hastings Lexikon der 
Apostolischen Kirche steht: 
»Man braucht nicht davon aus- 
zugehen, daß Simon, als er mit 
den Christen brach, alles wider- 
rief, was er gelernt hatte. Wahr- 
scheinlicher ist, daß er an eini- 
gen christlichen Vorstellungen 
festhielt und sie in ein eigenes 
System einverleibte. So wurde er 
das Oberhaupt einer rückschritt- 
lichen Sekte, die vielleicht dem 
Namen nach christlich war und 
sicherlich auch einige christliche 
Begriffe verwendete, die aber ei- 
gentlich antichristlichen Charak- 
ter hatte und Simon in die her- 
ausragende Stellung erhob, die 
im Christentum Christus vorbe- 
halten war.« 

»Das Amalgam aus Heidentum 
und Christentum, das besonders 



augenfällig im Simonischen Sy- 
stem hervortrat, findet seinen 
deutlichsten Niederschlag in den 
Lehren des Simon Magus, der 
mit den christlichen Lehren in 
engen Kontakt gekommen war, 
ohne ein echtes Mitglied zu 
werden.« 

In einer anderen Quelle lesen 
wir: »Der Begründer oder erste 
Vertreter dieses gekauften Hei- 
dentums ist Simon Magus, der 
das Christentum ohne Frage mit 
heidnischen Ideen und Prakti- 
ken'Verfälschte.« 

Es ist ganz deutlich, daß Simon 
Satans Vorstellungen oder Hal- 
tungen verkörperte, er war ein 
Lügner, ein Betrüger und strebte 
nach absoluter Macht. 

Die apostolischen Schriften sind 
unzweideutig in ihren Warnun- 
gen und Verdammungen des Si- 
monischen heidnischen »Chri- 
stentums«, das wiederholt als in 
voller Blüte stehend und als töd- 
liche Bedrohung für echte Chri- 
sten bezeichnet wird. Im 2. Ko- 
rinther 11,4 finden wir eine 
Warnung vor denen, die »einen 
anderen Jesus« predigen oder 
»einen anderen Geist« emp- 
fangen. 

Satans Diener wurden - unter 
der persönlichen Leitung des Si- 
mon Magus - »umgewandelt in 
Diener der Gerechtigkeit« • 
wahre Vertreter Christi - und 
führten die Massen in die Irre. 
Es ist den Menschen - deren 
Natur dem Willen ihres Schöp- 
fers diametral entgegengesetzt 
ist - schon immer leichter gefal- 
len, dem Weg Satans zu folgen. 
Dem Durchschnittsmenschen 



23 




Hethitlsche Göttin mit ihrem Kind. 
Schlange an und damit Satan. 



Sie beten die Sonne und die 



24 



mit seinem fleischlichen Ver- 
stand erscheinen die Lehrsätze 
Luziferianismus oder Illuminis- 
mus völlig »einsichtig« und 
»richtig«. Gift in einer Honigdo- 
se ist noch immer Gift. Ein Hei- 
dentum mit dem Etikett »christ- 
lich« ist noch immer giftig, es 
gibt nur eine Art, ein Christ zu 
sein - Christi Weg zu folgen. 

Der heilige 
Gott Simon 

Simons babylonisches Pseudo- 
christentum (Taufheidentum) 
trat im Jahr 33 nach Christus auf 
- zwei Jahre nach der Bildung 
der wahren christlichen Kirche. 

Die Apostelgeschichte ist die 
wahre Geschichte der christli- 
chen Kirche bis zum Jahre 69 
nach Christus. Was sich in der 
Zeit danach zutrug, wird in der 
Geschichtswissenschaft »das 
verlorengegangene Jahrhun- 
dert« oder »das Jahrhundert der 
Schatten« genannt. Es ist histo- 
risch erwiesen, daß »wir von al- 
len Perioden der Kirchenge- 
schichte über diese am wenig- 
sten wissen. Nach Paulus' Tod 
verhüllt fünfzig Jahre lang ein 
Vorhang die Kirche, hinter den 
wir nicht blicken können. Als er 
sich um 120 nach Christus mit 
den Schriften der ersten Kir- 
chenväter schließlich hebt, fin- 
den wir eine in vielen Aspekten 
andere Kirche vor, als es die Kir- 
che der Tage Petrus' und Paulus' 
war«. 

Der Historiker Edward Gibbon 
läßt an Deutlichkeit nichts zu 
wünschen übrig, wenn er 



schreibt: »Die kärglichen Unter- 
lagen der Kirchengeschichte las- 
sen es selten zu, die über dem 
Kindesalter der Kirche hängen- 
den dunklen Wolken zu zer- 
streuen.« 

Beachten Sie die Worte »Schat- 
ten«, »Vorhänge« und »Wol- 
ke«. Das »verlorengegangene 
Jahrhundert« ist das direkte Er- 
gebnis einer massiven Verdun- 
kelung, in deren Schutz die Be- 
weise ihrer wahren Natur und 
Bestimmung vernichtet wurden. 
Wir haben gesehen, daß Satan 
der Fürst der Dunkelheit und 
der Zerstörer der Wahrheit ist. 
Simon und seine von Satan in- 
spirierten Jünger waren krampf- 
haft bemüht, die Welt aufs Neue 
zu täuschen. 

Wenn wir noch tiefer in die Kir- 
chengeschichte eindringen, wer- 
den wir auf weitere Tatsachen 
stoßen, die viele sorgsam geheg- 
te Vorstellungen über den Hau- 
fen werfen. 

Im »Wörterbuch Christlicher 
Biographie« können wir lesen: 
»Als Justinian der Märtyrer sei- 
ne >Apologie< schrieb (152 nach 
Christus), scheint die Sekte der 
Simonier eine imposante Ver- 
breitung gehabt zu haben, denn 
er erwähnt den Gründer Simon 
viermal. Er weist darauf hin, daß 
dieser in der Regierungszeit des 
Kaisers Claudius (45 nach Chri- 
stus) nach Rom gekommen sei 
und durch seine magischen Fä- 
higkeiten ein solches Aufsehen 
erregt habe, daß er als Gott ver- 
ehrt wurde. Eine Statue Simons 
wurde zwischen den Tiberbrük- 



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Die Sonnen-Anbetung als Satans Trugreligion hat die Rück- 
kehr zum echten Christentum erschwert. 



ken am Flußufer errichtet; sie 
trug die Inschrift >Simoni Deo 
Sanctcx. (der heilige Gott 
Simon).« 

Hat Justinian das erfunden? Si- 
cher nicht. Es gibt »sehr wenige 
Gegenbeweise, aufgrund derer 
man eine derart präzise Äuße- 
rung wie die Justinians zurück- 
weisen könnte; er hätte sie in 
einer an Rom gesandten Vertei- 
digungsschrift sicher nicht ge- 
wagt, wenn dort jeder ihn der 



Unwahrheit hätte zeihen kön- 
nen. Hätte er sich geirrt, wäre 
das sofort bemerkt - und nicht 
von anderen Schriftstellern so 
häufig wiederholt worden«. 

In Rom herrschten die 
babylonischen Mysterien 

Als Simon Magus nach Rom 
kam, bestrickte er die Römer 
mit seinen »magischen« Kräften 
und wurde bald als Simon Petrus 



26 



- Simon der Interpret der baby- 
lonischen Mysterien - bekannt. 

Wie wir gesehen haben, hatte er 
den Namen Jesu Christi und gro- 
ße Teile der christlichen Termi- 
nologie übernommen und be- 
nutzte sie, um seinen eigenen 
Einfluß zu vergrößern. 

Petrus- oder Pethor-Verehrung 
kann bis Mesopotamien zurück- 
datiert werden, wo der Götzen- 
kult seinen Ursprung hatte und 
wo Nimrod den Turm zu Babel 
bauen ließ. In Deuteronomium 
lesen wir, daß Bileam »aus Pe- 
thor in Mesopotamien« gedun- 
gen wurde, um das Volk Israel 
zu verfluchen. Aus der Ge- 
schichte wissen wir, daß Pethor 
ein sehr heiliger Ort war, »an 
dem es einen Orakeltempel gab 
und der daher Pethor und Pe- 
thora genannt wurde - was Ort 
der Interpretation oder Orakel- 
tempel hieß. Hier befand sich 
zweifellos ein Priesterkollegium, 
dessen Leiter Bileam war«. 

Bileam war der Haupt-Pator 
(Petrus) des Pethor (Petrus- 
Tempel) von Mesopotamien, 



dem Zentrum der Götzenkulte 
und der falschen Religion. Bile- 
ams Name (aus dem Semiti- 
schen: »Eroberer des Volkes«) 
läßt sich als sicher annehmen, 
daß Bileam sich als Nachfolger 
Nimrods, des Begründers der 
babylonischen Mysterien ver- 
stand. Die Griechen nannten 
Nimrod Nikolaus, was ebenfalls 
»Eroberer des Volkes« be- 
deutet. 

Nimrod war in anderen Ländern 
der damals bekannten Welt un- 
ter verschiedenen Namen be- 
kannt - Janus und Mithras ge- 
hörten dazu. Janus, ein »Gott« 
der Petrus-Kategorie, wurde 
»mit einem Schlüssel in der 
Hand« von den alten Römern 
»Türhüter des Himmels und der 
Erde« genannt. 

Ovid schrieb von ihm (Janus), 
»daß sein Kopf doppelgesichtig 
war, was seine Doppelherrschaft 
über Himmel und Erde bezeich- 
nete: alle Dinge öffnen oder 
schließen sich nach seinem Wil- 
len, er regiert das Universum 
und ist der Hüter der Himmels- 
tore«. 



27 



II. Der Orden der Illuminaten 



In Deutschland wurde ein teuflischer Plan ausgebrütet, der unzählige 
Millionen Menschen täuschte - und der heute die Existenz der 
westlichen Zivilisation bedroht. In den Jahren nach der Reformation 
kam in gebildeten Kreisen eine neue Denkrichtung in Mode, die als 
»Aufklärung« bekannt wurde. Dieser Rationalismus entwickelte sich 
zuerst in Deutschland, weil dies das einzige Land mit relativer 
Religions- und Gedankenfreiheit war. In anderen Staaten war das 
Denken zensiert, und Kirchenführer verfolgten oder töteten jeden, 
der seine Gedanken frei äußerte. Die Studierenden wurden von den 
stickigen Zwängen befreit, die im dunklen Zeitalter auf jeglichen 
akademischen Beschäftigungen gelastet hatten - und die Brise der 
Forschung und der intellektuellen Neugier wehte frisch durch die 
»geheiligten Hallen« der Gelehrsamkeit. Viele fühlten sich ermutigt, 
langgehegte Glaubenswerte, die ohne Prüfung allgemein für wahr 
gehalten worden waren, zu hinterfragen. 



Von Beginn an war Satan einer 
der eifrigsten Anführer dieser 
»Emanzipatoren«. Da es ihm 
nicht gelungen war, die Gesamt- 
menschheit mit seiner simoni- 
schen Spielart des »Taufheiden- 
tums« gefangenzuhalten, ver- 
suchte er es jetzt mit einem an- 
deren Trick. 

Der einzige Gott 
ist der Mensch selbst 

Die einst so mächtige Kirche, 
deren Verfall durch Korruption 
und moralische Verdorbenheit 
eingeleitet worden war, hatte 
viele Ideen verkündigt, die sich 
längst als völlig irrig erwiesen 
hatten. Das war den Aufklärern 
ebenso klar wie die Tatsache, 
daß die Kirche - von der ja all- 
gemein angenommen wurde, sie 
sei der Leib Christi - ihre An- 
hänger durch Einschüchterung 
und mit abergläubischen Riten 
in Abhängigkeit hielt. Sie gingen 
fälschlicherweise davon aus, daß 



die Mythen und abergläubischen 
Vorstellungen des dunklen Zeit- 
alters auf der Bibel beruhten. Da 
sie den Aberglauben als falsch 
widerlegen konnten, nahmen sie 
- ohne einen wirklichen Beweis 
dafür zu haben - an, sie hätten 
die Bibel widerlegt. Wir wissen 
aber, daß die Lehren jener Kir- 
che auf den von Satan inspirier- 
ten babylonischen Mysterienkult 
zurückgingen - nicht auf die 
Bibel. 

Die deutschen Aufklärer attak- 
kierten alle überlieferten Glau- 
bensinhalte in der unerschütter- 
lichen Überzeugung, daß jede 
Art Religion irrig, töricht und 
seltsam sei. Einer ihrer Wortfüh- 
rer gab arrogant kund: »Der 
Wendepunkt der Geschichte ist 
gekommen, wenn der Mensch 
sich bewußt wird, daß der einzi- 
ge Gott des Menschen der 
Mensch selbst ist.« Ein anderer 
Wortführer definierte den Ra- 
tionalismus als »die Denkart, 
nach der die menschliche Ver- 



28 



nunft die alleinige Quelle und 
das einzige Richtmaß aller Wis- 
sensgebiete ist«. Durch nicht en- 
denwollendes Trommelfeuer ei- 
ner »aufgeklärten« Gelehrsam- 
keit wurde die europäische In- 
telligentsia in der zweite Hälfte 
des 18. Jahrhunderts auf das II- 
luminatentum - den Geheimor- 
den der Illuminaten - vorbe- 
reitet. 

Illuminaten. Was sagt dieser Na- 
me heute? Die meisten Men- 
schen beantworten diese Frage 
mit dem starren Blick völligen 
Unverständnisses. Einige reagie- 
ren mit kaum verhohlenem 
Grinsen und einer abfälligen Be- 
merkung. 

Dessen ungeachtet gibt es eine 
Tatsache, über die kein Zweifel 
besteht: der Illuminatenorden 
wurde am 1. Mai 1776 von Dr. 
Adam Weishaupt, Professor für 
katholisches Kirchenrecht an der 
Universität Ingoldstadt, gegrün- 
det. Weishaupt - von Geburt Ju- 
de, der später zum Katholizis- 
mus konvertierte - brach mit 
dem Jesuitenorden, dem er als 
Priester angehört hatte, und 
gründete seine eigene Organisa- 
tion. Viele Gebildete meinen, 
daß die Illuminaten beziehungs- 
weise die satanische Philosophie 
hinter ihnen, nur weil sie keine 
offen anerkannte Organisatio- 
nen mehr sind, für die westliche 
Welt keine Bedrohung mehr 
darstellen. Eine solche Annah- 
me ist äußerst naiv. 

Es wäre sowohl naiv als auch 
töricht zu glauben, daß die große 
religiöse Renegatenbewegung, 
die unter Satans Leitung von Si- 



mon Magus 33 nach Christus ins 
Leben gerufen wurde, sich ir- 
gendwie in Luft aufgelöst hätte. 
Wir sollten im Gegenteil davon 
ausgehen, daß Simons Bewe- 
gung in unserer heutigen Gesell- 
schaft, die so offensichtlich irre- 
geleitet und so eindeutig von Sa- 
tan beeinflußt wird, sehr rührig 
ist. Natürlich verkauft die mo- 
derne Ausprägung von Satans 
Simonischer Kirche ihre falschen 
Waren nicht unter dem Banner 
der »geistlichen Verführungsge- 
sellschaft Simons«, der »Uner- 
schütterlichen Kirche der baby- 
lonischen Mysterien« oder der 
»Satanskirche des babylonischen 
Taufheidentums«. Solche Na- 
men würden kaum jemanden 
davon überzeugen, daß es sich 
um wahres Christentum handelt. 

Seit Jahrhunderten ist wohlbe- 
kannt, daß diese Kirche im 17. 
Kapitel der Offenbarung an Jo- 
hannes als die große Kirche (die 
Bibel nennt sie die große Hure) 
definiert ist, die unzählige 
»Töchter« ausgebrütet und »die 
Bewohner der Erde (geistig) 
trunken gemacht hat vom Wein 
ihrer (geistlichen) Unzucht«. 

Diese mächtige weltweite Orga- 
nisation hat also die Völker ge- 
täuscht und korrumpiert. Wer 
getäuscht wird, merkt davon 
nichts, sonst hätte er ja nicht ge- 
täuscht werden können. Wer ge- 
täuscht ist, mag absolut gutgläu- 
big sein - recht hat er deshalb 
nicht. 

Ziel ist die Errichtung 
einer Weltregierung 

Es gibt Beweise dafür, daß simo- 
nische Kräfte sich mit den II- 



29 




krmääföT. 




Adam Weishaupt, ehemaliger Jesuit, gründete am 1. Mai 1776 
die Geheimgesellschaft der llluminaten. 



30 



luminaten auf höchster Ebene 
vereinigt haben, um gemeinsam 
beider höchstes Ziel zu errei- 
chen - die restlose Eroberung 
der Welt. 

Es ist wichtig, daß wir die wahre 
Bedeutung des Namens von 
Weishaupts Geheimgesellschaft 
klären. Der Namen »Illumina- 
ten« impliziert, daß Mitglieder 
des Ordens die einzigen wirklich 
aufgeklärten Menschen sind und 
wissen, »um was es wirklich 
geht«. Weishaupt und seine An- 
hänger hielten sich für die Cre- 
me de la creme der Intelligent- 
sia, für die einzigen Menschen 
mit der Fähigkeit, dem Wissen, 
der Einsicht und dem Verstehen, 
die notwendig sind, wenn man 
die Welt regieren und ihr den 
Frieden bringen will. Ihr erklär- 
tes Ziel war die Errichtung eines 
»Novus Ordo Saeclorum«, einer 
neuen Weltordnung beziehungs- 
weise einer Weltregierung. 

Der Name »Illuminati« leitet 
sich von dem Wort Luzifer her, 
das »Lichtbringer« bedeutet 
oder ein Wesen von außeror- 
dentlicher Brillianz. 

Die direkte Parallele zwischen 
der vermessenen, eitlen, egoisti- 
schen Haltung Weishaupts und 
seiner Anhänger einerseits und 
der Haltung, die Satan an den 
Tag legte, als er und die von ihm 
geführten Engel ihrem Schöpfer 
die Herrschaft über das Univer- 
sum zu entreißen versuchten, 
andererseits ist offenkundig. Das 
Illuminatentum ist eindeutig Sa- 
tanismus in einer seiner moder- 
nen Spielarten: die Ziele sind 



praktisch identisch. Tatsächlich 
war Satan der erste Illuminat. 

Die Öffentlichkeit wurde zum 
erstenmal auf die Existenz der 
Illuminaten und ihres teuflischen 
Plans zur Welteroberung auf- 
merksam, als sich 1785 ein 
merkwürdiger Unfall ereignete. 
Die Geschichte berichtet, daß 
ein berittener Kurier der Illumi- 
naten mit Namen Lanze über 
Frankfurt nach Paris jagte, um 
Dokumente über Aktivitäten 
jr Illuminaten im allgemeinen 
und ins Einzelne gehende In- 
struktionen für die geplante 
französische Revolution im be- 
sonderen zu überbringen. Die 
Dokumente stammten von Il- 
luminaten in Deutschland und 
waren für den Großmeister der 
G O. M. (die Großloge von 
Frankreich) in Paris bestimmt. 
Als der Kurier bei Regensburg 
galoppierte, erschlug ihn ein 
Blitz. Alle Papiere fielen in die 
Hand der Polizei, die sie an die 
bayerische Regierung weiterlei- 
tete. Diese ordnete eine Razzia 
des Illuminaten-Hauptquartie- 
res an, bei der weitere Doku- 
mente sichergestellt wurden. So 
wurde entdeckt, daß die Ver- 
schwörer weltweite Ziele hatten. 

Alle die sorgfältig dokumentier- 
ten Beweise wurden den Regie- 
rungen Englands, Deutschlands, 
Österreichs, Frankreichs, Polen 
und Rußlands überbracht. Aus 
welchem Grund auch immer, 
vermutlich aufgrund des Einflus- 
ses von Insider-Illuminaten, be- 
schlossen die genannten Regie- 
rungen, den Warnungen kein 
Gehör zu schenken. Vier Jahre 



31 



danach explodierte die französi- 
sche Revolution, die die ganze 
europäische Szenerie ins Wan- 
ken brachte. 

Agenten der 

Geldbarone 

Sir Walter Scott hebt im zweiten 
Band seines Werkes »Das Leben 
Napoleon Bonapartes« die Tat- 
sache hervor, daß alle Ereignis- 
se, die in die französische Revo- 
lution mündeten, von den Geld- 
baronen - den Illuminaten - 
herbeigeführt wurden, deren 
Agenten den Mob zur Etablie- 
rung des berüchtigten Terrori- 
stenregimes anstifteten. 

Der erste echte Umschwung, 
was Insider-Informationen über 
die Illuminaten betrifft, ereigne- 
te sich, als diese »großen Intel- 
lektuellen« töricht genug waren, 
John Robison zum Beitritt auf- 
zufordern. Robison, Professor 
der Naturphilosophie an der 
Universität Edingburgh, war 
Generalsekretär der angesehe- 
nen »Royal Society« der Stadt. 

Seine Zeitgenossen und beson- 
ders Adam Weishaupt hielten 
ihn für einen der führenden In- 
tellektuellen jener Tage. Als 
Weishaupt Robison einlud, in 
die Reihen der Verschwörer ein- 
zutreten, wird er geglaubt ha- 
ben, der britische Professor 
könnte sein Trumpf-As bei der 
Ausdehnung seiner Organisa- 
tion auf die britischen Inseln 



Weishaupt schätzte Robisons 
Charakter allerdings völlig falsch 



ein. Er hatte mit einem dünkel- 
haften, eingebildeten Menschen 
mit einem unersättlichen Macht- 
trieb gerechnet; statt dessen be- 
kam er es mit einem Mann zu 
tun, der am Schicksal seiner Mit- 
menschen und seines Volkes 
aufrichtig Anteil nahm. Robison 
war nicht käuflich. 

Er fiel auch nicht auf die Lüge 
herein, die Ziele der Illuminaten 
seien rein und ehrenhaft. Dar- 
über sagte er jedoch nichts, son- 
dern ging zum Schein auf die 
Verschwörer ein. So wurden ihm 
hochvertrauliche Dokumente 
zugänglich gemacht, aufgrund 
derer er die Aktivitäten an der 
Spitze des Geheimordens aus 
nächster Nähe untersuchen 
konnte. 

Das Ergebnis war ein aufsehen- 
erregendes Buch, das er 1797 
unter dem Titel »Proofs of a 
Conspiracy« (Beweise für eine 
Verschwörung) veröffentlichte. 

Alles, was wir heute über die 
Anfänge der Illuminaten wissen, 
stammt von Robisons Buch so- 
wie von einem Werk, das der 
Priester Barruel ein Jahr später 
schrieb: »Memoirs - Illustrating 
the History of Jacobinism«. Ob- 
wohl beide Autoren nichts von- 
einander wußten, geben beide 
Werke uns einen klaren Über- 
blick über die Organisation. Bei- 
de stützen sich weitgehend auf 
die Originalschriften des Ordens 
und der Sekte der Illuminaten, 
den offiziellen Bericht der baye- 
rischen Regierung, den sie 1786 
nach einer längeren Untersu- 
chung herausgegeben hatte. 



32 



Das sind die 
Fakten 

Adam Weishaupt wurde am 6. 
Februar 1748 geboren. Seine 
Erziehung durch die Jesuiten 
hatte in ihm einen starken Wi- 
derwillen gegen diesen Orden 
erweckt. Als er mit ihm brach, 
vertiefte er sich in die subversi- 
ven und antichristlichen Lehren 
der französischen Philosophen 
und anderer Schriftsteller, die 
sein angeborenes Überlegen- 
heitsgefühl ansprachen. 

Die nächsten fünf Jahre widmete 
er sich der Meditation. In dieser 
Zeit entwarf er den Plan, die 
Zivilisation umzustürzen und ei- 
ne - wie er es nannte - »Novus 
Ordo Saeclorum« - eine neue 
Weltordnung - zu errichten. Er 
entwickelte den Ablauf der Re- 
volution selbst. 

Am 1. Mai 1776 gründete Weis- 
haupt die Geheimgesellschaft 
der Illuminaten als das Werk- 
zeug, mit dem er sein Ziel errei- 
chen wollte. Alle Mitglieder 
mußten Namen der klassischen 
Antike annehmen. Weishaupt 
nannte sich Spartacus, nach dem 
Anführer einer Erhebung von 
Sklaven im alten Rom; sein er- 
ster Assistent, Herr von Zwack, 
Berater des Prinzen von Salm, 
hieß Cato; aus Baron Meggen- 
hoff wurde Sulla, aus Adolph 
Freiherr von Rnigge wurde 
Philo. 

In der 81. Edition der »Encyclo- 
paedia Britannica« von 1910 
wird erwähnt, daß der Orden in 
drei Hauptklassen eingeteilt 



war; die erste bestand aus »No- 
vizen«, »Minervalen« und »ge- 
ringeren Illuminaten«; die zwei- 
te Klasse bestand aus Freimau- 
rern - »gewöhnlichen« und 
»schottischen Rittern«; der drit- 
ten oder Mysterienklasse gehör- 
ten »Priester« und »Regenten«, 
»Magier« und »der König« an. 
Der König war natürlich Weis- 
haupt selbst. 

Den Novizen, die die äußeren 
Ringe ausmachten, wurde er- 
zählt, der große Zweck der Il- 
luminaten sei es, »aus der 
menschlichen Rasse ohne Un- 
terscheidung von Nation, Zu- 
stand oder Beruf, eine gute und 
glückliche Familie zu machen«. 

Alle Novizen mußten einen Eid 
schwören, mit dem sie dem Or- 
den in Gestalt seiner Oberen 
»immerwährendes Schweigen, 
unerschütterliche Treue und Er- 
gebenheit« schworen; sie ver- 
pflichteten sich, »meiner Ur- 
teilskraft, meinem Willen und 
der kleinlichen Ausübung mei- 
ner eigenen Fähigkeit und mei- 
nes Einflusses gewissenhaft und 
vollständig abzuschwören, das 
Wohl des Ordens zu meinem 
Wohl zu machen, und bin bereit, 
ihm mit meinem Vermögen, 
meiner Ehre und meinem Blut 
zu dienen. Die Freunde und 
Feinde des Ordens sollen meine 
Freunde und Feinde sein; beiden 
gegenüber will ich mich so ver- 
halten, wie der Orden es gebie- 
tet. Ich will mich seiner Verbrei- 
tung und seinem wachsenden 
Ansehen widmen und ohne jede 
verborgenen Vorbehalte alle 
meine Fähigkeit darin setzen, 
dies zu erreichen.« 









33 

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Printed for WILLIAM CREECH t — tiwl 

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Lordon. 



»797- 






Beweise für eine Verschwörung gegen alle Religionen und 
Regierungen Europas. 



34 



Die Menschheit frei 
und glücklich machen 

Als Warnung vor den Folgen ei- 
nes Verrats nahm der Novize an 
einer Zeremonie teil, während 
der ihm mitgeteilt wurde: 
»Wenn du ein Verräter bist und 
einen Meineid geschworen hast, 
sollst du wissen, daß unsere Brü- 
der aufgefordert sind, die Waf- 
fen gegen dich zu erheben. Hof- 
fe nicht zu fliehen oder einen 
sicheren Ort zu finden. Wo im- 
mer du sein wirst, Scham, Reue 
und der Zorn unserer Brüder 
wird dir bis in die letzten 
Schlupfwinkel deines Innern fol- 
gen und sie zerfressen.« 

Wenn ein Mitglied den »inneren 
Kreis« erreicht hat, war sein Eid 
absoluter Geheimhaltung und 
fraglosen Gehorsams zu einer 
todernsten Angelegenheit ge- 
worden. Erst jetzt durfte er die 
letzten Ziele des Ordens erfah- 
ren: 1. Abschaffung jeder or- 
dentlichen Regierung; 2. Ab- 
schaffung des Privateigentums; 
3. Abschaffung des Erbrechts; 4. 
Abschaffung des Patriotismus; 

5. Abschaffung aller Religionen; 

6. Abschaffung der Familie und 

7. die Errichtung einer Weltre- 
gierung. 

Selbstverständlich wurden diese 
eigentlichen Ziele des Ordens 
vor den meisten Mitgliedern ge- 
heimgehalten. Ihnen wurde ver- 
sichert, der alleinige Zweck der 
Gesellschaft sei die Sicherstel- 
lung »des Glücks der Mensch- 
heit«. 

Weishaupt hatte einen subtilen, 
scharf umrissenen Plan zur Zer- 



störung der Religion: »Ich habe 
eine in jeder Hinsicht vorteilhaf- 
te Erklärung ersonnen; sie ist für 
jede christliche Religionsge- 
meinschaft verlockend; sie löst 
sich nach und nach von jeder Art 
religiösen Vorurteils; sie pflegt 
soziale Tugenden; und sie regt 
sie an durch die große, machba- 
re, baldige Aussicht auf univer- 
sales Glück in einem Staat der 
Freiheit und moralischen 
Gleichheit, frei von den Barrie- 
ren, die Untertänigkeit, Klassen- 
ordnung und Reichtum für uns 
bedeuten. Meine Erklärung ist 
präzise und vollständig, meine 
Mittel sind wirksam und unwi- 
derstehlich. Unsere Geheimor- 
ganisation arbeitet so, daß ihr 
nichts widerstehen kann, und 
bald wird die Menschheit frei 
und glücklich sein.« 

Dieser Plan erwies sich nicht nur 
bei den Novizen, sondern auch 
bei Menschen aller Stellungen 
und jeden Alters als äußerst er- 
folgreich: »Die Bewunderns- 
würdigste von allem«, schrieb 
Weishaupt an Cato, »ist, daß be- 
deutende protestantische und 
reformierte Theologen (Luthe- 
raner und Calvinisten), die unse- 
rem Orden angehören, wirklich 
der Ansicht sind, der Orden sei 
die wahre, unverfälschte Ver- 
körperung der christlichen Reli- 
gion. O Mensch, was kann man 
dich nicht glauben machen?« 

Weishaupt war ein Meisterver- 
brecher des Typs, der in der 
Weltgeschichte nur selten vor- 
kommt; der allein nach der 
Weltherrschaft streben kann und 
dabei vor dem Äußersten nicht 



35 



zurückschreckt. Jedem Men- 
schen versprach er die Erfüllung 
seiner Wünsche, wie gegensätz- 
lich diese auch waren. Weis- 
haupt war der König unter den 
Hochstaplern. 

Allianz zwischen 

Illuminaten und 
Freimaurern 

Er forderte blinden Gehorsam 
gegenüber der »Parteilinie«, so 
wie er sie selbst festgelegt hatte. 
Lügen, Widersprüche und Be- 
trug waren an der Tagesord- 
nung. Er hatte keine Skrupel zu- 
zugeben, daß er sich bemühte, 
Leichtgläubige in die Organisa- 
tion zu locken. Er schrieb: »Die- 
se Leute bedeuten Zuwachs für 
uns und bringen Geld in unsere 
Kassen; werft unsere Köder aus 
und laßt so viele Menschen wie 
möglich anbeißen, aber sagt ih- 
nen nichts über unsere Geheim- 
nisse, sie dürfen nicht über die 
>Geheimgrade< und die Ver- 
schwörung informiert werden, 
mit deren Hilfe sie getreu der 
Zielsetzung des Ordens ver- 
sklavt werden sollen. Sie müssen 
glauben, daß der niedrige Grad, 
den sie erreicht haben, der höch- 
ste ist.« 

Die protestantischen Fürsten in 
Deutschland und Europa waren 
von Weishaupts Plan, die katho- 
lische Kirche zu zerstören, der- 
art angetan, daß sie danach 
strebten, dem Orden beizutre- 
ten. Über diese Männer wurde 
die Kontrolle des Freimaurer- 
ordens möglich, in den sie Weis- 
haupt und seine Mitverschwörer 



1777 einführten. Um den wah- 
ren Zweck der Illuminaten vor 
ihnen zu verschleiern, ließ Weis- 
haupt die Fürsten nur für die 
unteren Grade zu. 

Am 16. Juli 1782 wurde auf dem 
Kongreß von Wilhelmsbad die 
Allianz zwischen Illuminaten 
und Freimaurern endgültig be- 
siegelt. Mit diesem Pakt verei- 
nigten sich die führenden Ge- 
heimgesellschaften der damali- 
gen Zeit. Die neue Allianz hatte 
»weltweit nicht weniger als drei 
Millionen Mitglieder«. Kein Hi- 
storiker hat die tatsächlichen 
Auswirkungen dieses Zusam- 
menschlusses auf die Weltge- 
schichte gebührend gewürdigt. 

»Was bei diesem schrecklichen 
Kongreß beschlossen wurde, 
wird der Außenwelt nie bekannt 
werden, denn selbst die Männer, 
die unwissentlich Mitglieder der 
Bewegung geworden waren und 
jetzt zum erstenmal von ihren 
Führern über die wirklichen Plä- 
ne unterrichtet wurden, standen 
unter Eid, nichts verlauten zu 
lassen. Ein aufrichtiger Freimau- 
rer, der Comte de Virieu, ant- 
wortete auf die Frage nach den 
tragischen Geheimnissen, die 
er mit sich gebracht hatte: >Ich 
werde Ihnen darüber nichts an- 
vertrauen. Ich kann nur soviel 
sagen: dies ist alles erheblich 
ernster, als Sie glauben. Die ge- 
plante Verschwörung ist derart 
geschickt geplant, daß es Monar- 
chie und Kirche gewissermaßen 
unmöglich sein wird, ihr zu ent- 
rinnet Seit diesem Tag, so der 
Biograph M. Costa de Beaure- 
gard, >konnte der Comte de Vi- 



36 




Albert Pike, vermutlich Bruder Piccolo Tiger, übernahm die 
theosophischen Aspekte des Illuminaten-Ordens. 



rieu vom Freimaurertum nur 
noch mit Schrecken Sprechern.« 

In den folgenden Jahren exi- 
stierte eine starke Bewegung, 
die die Emanzipation der euro- 
päischen Juden erreichte. Wäh- 
rend Juden bis zu diesem Zeit- 
punkt die Mitgliedschaft bei den 
Freimaurern versagt war, wurde 
der Bann jetzt aufgehoben. Es 
wurde beschlossen, die Zentrale 
des illuminierten Freimaurer- 
tums nach Frankfurt, dem 
Hauptsitz des jüdischen Kapi- 
tals, zu verlegen. 



Die größte Stärke 

liegt in der Verborgenheit 

Obwohl der Orden rasch größer 
wurde, gab es bald erste Mei- 
nungsverschiedenheiten. Knig- 
ge, einer von Weishaupts Hand- 
langern, der Vorsteher der Pro- 
vinzen, versuchte, einen Teil von 
Weishaupts Ruhm für sich zu 
beanspruchen. Er wurde seiner 
Stellung enthoben und verließ 
den Orden. 

Das Interesse an den Aktivitäten 
der Illuminaten wurde stärker, 



37 



je mehr Informationen über ihre 
teuflischen Pläne bekannt wur- 
den. 1785 verließen vier leitende 
Mitglieder die Gesellschaft und 
sagten vor einem Untersu- 
chungsgericht aus, das der baye- 
rische Kurfürst einberufen hatte. 
Ihre überraschenden Enthüllun- 
gen räumten jeden Zweifel an 
der satanischen Natur des II- 
luminatentums aus. Am 11. Ok- 
tober 1785 wurden bei einer 
Razzia in Zwacks Haus Unmen- 
gen von Dokumenten sicherge- 
stellt, die überdeutlich zeigten, 
daß geplant war, eine »weltweite 
Revolution anzufachen, die der 
Gesellschaft den Todesstoß ver- 
setzen sollte. Diese Revolution 
wird das Werk der Geheimge- 
sellschaft sein, und das ist eines 
unserer großen Geheimnisse.« 

Der bayerischen Regierung war 
die tödliche Gefahr bewußt. Sie 
entschied, die Dokumente selbst 
sprechen zu lassen, indem sie sie 
veröffentlichte und in weitest- 
möglichem Rahmen zirkulieren 
ließ. Das offizielle Dokument 
trug den Titel »Originalschriften 
des Ordens und der Sekte der 
Illuminaten«. Die europäischen 
Regierungen ignorierten diese 
Warnung. Wenig später verließ 
Zwack Deutschland. Weishaupt, 
auf dessen Kopf eine Belohnung 
ausgesetzt war, nahm Zuflucht 
bei einem seiner adligen Schüler, 
dem Herzog von Sachsen-Co- 
burg und Gotha. 

Dieser scheinbare Zusammen- 
bruch des Ordens diente der Sa- 
che der Verschwörer, die sich 
sofort daran machten, die Nach- 
richt zu verbreiten, daß das II- 



luminatentum ein Ding der Ver- 
gangenheit sei. Diese Lüge ist 
seitdem von »Historikern« im- 
mer wiederholt worden, die die 
Wahrheit über die nun folgen- 
den Aktivitäten der Illuminaten 
sorgsam verhüllten. 

Es wurde nun wichtiger als je 
zuvor, die Namen »Illuminaten« 
oder »Illuminatentum« aus dem 
öffentlichen Sprachschatz zu 
entfernen. Die Instruktionen für 
den Rang eines Regenten laute- 
ten: »Die größte Stärke unseres 
Ordens liegt in seiner Verbor- 
genheit; laß ihn bei keiner Gele- 
genheit, an keinem Ort unter 
seinem Namen erscheinen, son- 
dern immer unter einem ande- 
ren Namen und Gewerbe.« 

Da der amerikanische Unabhän- 
gigkeitskrieg schon begonnen 
hatte, als der Illuminatenorden 
entstand, konnte dieser auf 
Amerika keinen entscheidenden 
Einfluß mehr nehmen. Aber 
noch bevor die Kolonien sich 
vereinigten, die Verfassung ver- 
kündet und die amerikanische 
Republik gegründet wurde, bil- 
deten sich schon fünfzehn Logen 
des Illuminatenordens in den 
dreizehn Kolonien. Die Colum- 
bia-Loge wurde 1785 in New 
York City gegründet; Mitglieder 
waren unter anderem Gouver- 
neur DeWitt Clinton, später 
Clinton Roosevelt, Charles Da- 
na und Horace Greeley. Ein 
Jahr darauf wurde eine Loge in 
Virginia aus der Taufe gehoben, 
der Thomas Jefferson angehör- 
te. Als Weishaupts diabolische 
Pläne von der bayerischen Re- 
gierung aufgedeckt wurden, ver- 
teidigte ihn Jefferson nach- 



38 



drücklich als einen »begeisterten 
Menschenfreund«. 

Vorahnungen einer 
heraufziehenden Gefahr 

Es gab viele unüberhörbare 
Warnungen hinsichtlich der II- 
luminaten-Tätigkeit in Amerika. 
Am 19. Juli 1798 wies David 
Pappen, der Präsident der Har- 
vard-Universität, in seiner Rede 
vor der Abschlußklasse betont 
auf den verderblichen Einfluß 
des Illuminatenordens hin. Eine 
ähnliche Warnung sprach der 
Präsident der Yale-Universität, 
Timothy Dwight, aus. 

Im selben Jahr sandte George 
Washington einen Brief an G. 
W. Snyder, in dem er schrieb: 
»Es ist nicht meine Absicht zu 
bezweifeln, daß die Doktrin der 
Illuminaten und die Prinzipien 
des Jakobinertums in den Verei- 
nigten Staaten keine Verbrei- 
tung gefunden haben. Es gibt im 
Gegenteil niemanden, der dar- 
über glücklicher ist als ich. 

Ich wollte vielmehr meine Über- 
zeugung zum Ausdruck bringen, 
daß die Freimaurer in diesem 
Lande in Form von Gesellschaf- 
ten die teuflichen Lehrsätze 
nicht zu verbreiten versuchten. 

Daß einzelne von ihnen das viel- 
leicht getan haben, ohne daß der 
Gründer beziehungsweise die 
Einrichtungen, die in den Verei- 
nigten Staaten demokratische 
Gesellschaften gründen sollten, 
dieses Ziel hatten und tatsäch- 
lich das Volk von der Regierung 
entfremden wollten, ist zu offen- 
sichtlich, als daß man es bestrei- 
ten könnte.« 



Daß Washington über die Be- 
drohung der Vereinigten Staaten 
seitens der Illuminaten ernstlich 
besorgt war, kommt in seiner 
Abschiedsrede vom 19. Septem- 
ber 17% sehr deutlich zum Aus- 
druck. Diesem Dokument ge- 
bührt nach der Verfassung der 
zweite Platz in der nationalen 
Bedeutung. 

Washington äußerte seinen Her- 
zenswunsch, daß »der Himmel 
Ihnen weiterhin die vorzüglich- 
sten Zeichen seiner Gnade spen- 
den möge« und »daß die freie 
Verfassung, das Werk Ihrer 
Hände, heilig gehalten werde: 
daß jede Abteilung der Regie- 
rung und Verwaltung mit Weis- 
heit und Tugend geprägt werden 
mögen«. Dann erklärte er, ihn 
treibe die Vorahnung einer her- 
aufziehenden Gefahr dazu, »Ih- 
nen zum ernsten Nachsinnen 
und häufigen Überdenken einige 
Gedanken mitzuteilen, die lan- 
ger Reflexion und sorgfältiger 
Beobachtung entsprungen sind 
und die mir für den Fortbestand 
Ihres Glücks als eines Volkes 
überaus wichtig erscheinen. 

Da leicht vorherzusehen ist, daß 
von verschiedenen Quellen, aus 
verschiedenen Richtungen viel 
Mühe auf gewandt, viel List in 
Anschlag gebracht werden wird, 
um Ihr Uberzeugtsein von dieser 
Wahrheit ins Wanken zu brin- 
gen; da dies die Stelle Ihrer poli- 
tischen Festung ist, die die inne- 
ren wie die äußeren Feinde am 
häufigsten und aktivsten (wenn 
auch oft versteckt und hinterhäl- 
tig) angreifen werden, ist es 
unendlich bedeutsam, daß Sie 



39 



den unermeßlichen Wert, den 
Ihre nationale Einheit für Ihr 
kollektives und individuelles 
Wohlbefinden hat, richtig beur- 
teilen. 

Jede Obstruktion der Ausübung 
von Gesetzen, alle Kombinatio- 
nen und Vereinigungen, die - 
mit noch so plausibel erschei- 
nenden Gründen - in Wahrheit 
die reguläre Planung und Arbeit 
der verfassungsmäßigen Autori- 
täten lenken, kontrollieren, be- 
kämpfen oder zu etwas Heiligem 
erheben wollen, sind für dieses 
grundlegende Prinzip zerstöre- 
risch und todbringend.« 

Washington weiter: »Von sol- 
chen Kombinationen und Ver- 
einigungen muß angenommen 
werden, daß sie im Lauf der Zei- 
ten und Geschehnisse machtvol- 
le Werkzeuge werden, mit denen 
schlaue, ehrgeizige und skrupel- 
lose Menschen die Macht des 
Volkes untergraben und ihrer- 
seits die Zügel der Regierung 
übernehmen können, um dann 
die Werkzeuge, die ihnen zu un- 
gerechter Herrschaft verhalfen, 
zu vernichten. 

Eine ihrer Methoden könnte die 
Änderung der Verfassung sein, 
wodurch unserem System die 
Kraft entzogen würde. So könn- 
te, was nicht zu überwältigen ist, 
unterminiert werden. Das Miß- 
trauen eines freien Volkes sollte 
ständig wach sein, denn Ge- 
schichte und Erfahrung haben 
bewiesen, daß ausländische Be- 
einflussung der verderblichste 
Feind einer republikanischen 
Regierung ist. 



Die vorrangige Verhaltensregel 
im Umgang mit fremden Natio- 
nen ist: Ausweitung unserer 
Handelsbeziehungen mit ge- 
ringstmöglicher politischer Ver- 
bindung. Soweit wir bereits Ver- 
pflichtungen eingegangen sind, 
sollen sie in bestem Vertrauen 
erfüllt werden. Dann aber laßt 
uns damit aufhören. 

Warum sollen wir auf die Vor- 
teile unserer besonderen Situa- 
tion verzichten? Warum uns 
selbst aufgeben, um auf fremden 
Boden stehen zu können? War- 
um - indem wir unser Schicksal 
mit dem irgendeines Teils von 
Europa verknüpfen - unseren 
Frieden und Wohlstand von eu- 
ropäischen Interessen, europä- 
ischer Intrige beeinflussen las- 
sen? Es ist eine rechtmäßige Po- 
litik, uns auf kein permanentes 
Bündnis mit irgendeiner frem- 
den Macht einzulassen.« 

120 Jahre lang bildete dieses 
Dokument die Grundlage der 
amerikanischen Außenpolitik; 
das Ergebnis war ein Wohlstand, 
der in der Geschichte keine Pa- 
rallelen hat. 



Sympathien für 
Terrorregime 



Zwei Jahre nach Washingtons 
Abschiedsadresse veröffentlich- 
te Professor John Robison sein 
berühmtes Buch »Proofs of a 
Conspiracy« (Beweis für eine 
Verschwörung), in dem er die 
Welt vor der Illuminaten-Inva- 
sion der Maurerlogen warnte. 

1796 entschied sich John 
Adams, ein Wegbereiter der 



40 



neuentstehenden Maurerlogen 
in Neu-England, im Kampf um 
die Präsidentschaft gegen Tho- 
mas Jefferson anzutreten. Eines 
seiner Hauptargumente gegen 
Jefferson war, daß dieser als 
Botschafter in Frankreich in den 
Jahren 1785 bis 1789 offene 
Sympathien für das von den II- 
luminaten begünstigte Terrorre- 
gime gezeigt hatte und Maurer- 
logen für subversive Zwecke be- 
nutzte. 

John Adams Sohn John Quincy 
Adams schrieb drei Briefe an 
Colonel William L. Stone, in de- 
nen er die Anschuldigungen im 
Detail formulierte. Er implizier- 
te, daß die Informationen sei- 
nem Vater die Präsidentschaft 
gewinnen helfen würden. Von 
der Existenz dieser Briefe wurde 
die Öffentlichkeit zum erstenmal 
durch Commander William Guy 
Carr's Buch »Pawns in the ga- 
me« (Schachfiguren) in Kennt- 
nis gesetzt. Bis vor kurzem wa- 
ren sie in der Ritterburg Square 
Library in Philadelphia aufbe- 
wahrt. Mysteriöserweise sind sie 
heute dort nicht mehr aufzu- 
finden. 

1826 hielt es William Morgan 
für seine Pflicht, seine freimau- 
rerische Mitbrüder und die ame- 
rikanische Öffentlichkeit über 
die Illuminaten und ihre gehei- 
men Pläne zu informieren. Mor- 
gan, »der alle Freimaurer- Grade 
durchlaufen und eine sehr hohe 
Position innerhalb des Ordens 
eingenommen hatte«, begann 
mit einer Niederschrift eines Bu- 
ches über das Thema. Mit einem 
Drucker in B ata via hatte er sich 



über die Herausgabe bereits ge- 
einigt. 

»Das Buch war fertiggeschrie- 
ben, als er unter die (falsche) 
Anklage des Diebstahls gestellt 
und verhaftet wurde. Sein Haus 
wurde durchsucht, seine Manu- 
skripte beschlagnahmt und ver- 
nichtet.« Wenige Tage später 
wurde er »auf Intervention eines 
Verschwörers« aus dem Gefäng- 
nis entlassen und auf dem Heim- 
weg gekidnappt. Bei einem Tref- 
fen nach weiteren Tagen wurde 
Morgan zum Tode verurteilt. 

Fünf Männer wurden ausge- 
wählt, das Urteil zu vollstrecken. 
Nach dem Bericht eines Augen- 
zeugen handelte es sich »aus- 
schließlich um Männer mit kor- 
rektem Benehmen und gutem 
Charakter; alle waren zweifellos 
von einem enthusiastischen, 
aber höchst irregeleiteten 
Pflichtgefühl beseelt«. Sie luden 
Morgan in einen Kahn, und als 
sie auf dem Ontario-See hinaus- 
gerudert waren, »schlangen sie 
ein Seil um ihn, an dessen Ende 
sie schwere Gewichte befestig- 
ten, und warfen ihn über Bord. 
Morgans Leichnam wurde Jahre 
später aufgefunden. Keiner der 
Mörder wurde je vor Gericht ge- 
stellt«. 

Der durch William Morgans Er- 
mordung einsetzende öffentliche 
Skandal bedeutete einen schwe- 
ren Rückschlag für die Maurer- 
bewegung in den USA. Fast 
vierzig Prozent der Mitglieder 
im Norden wurden abtrünnig. 
Interessanterweise ist dieses 
hochwichtige historische Ereig- 



41 



n is aus den »Geschichtsbü- 
chern« getilgt worden. Wir wer- 
den sehen, daß solche Tilgungen 
nicht zufällig sind. 

Spenden zur Auslösung 
von Kriegen 
und Revolutionen 

Es ist schwer, wenn nicht un- 
möglich, ein klares Bild der Ak- 
tivitäten der Illuminaten zu Be- 
ginn des letzten Jahrhunderts zu 
zeichnen. Das hat seinen Grund 
darin, daß die Jünger Adam 
Weishaupts mit vollem Herzen 
an die Wahrheit seines Satzes 
glaubten, daß »die große Stärke 
unseres Ordens in seiner Ver- 
borgenheit liegt; laß ihn nie un- 
ter seinem richtigen Namen er- 
scheinen, sondern immer nur 
unter einem Decknamen mit ei- 
nem angeblich anderen Zweck«. 

Wenn wir ihre Aktivitäten wei- 
terverfolgen wollen, müssen wir 
nach bedeutenden Persönlich- 
keiten und Gruppen Ausschau 
halten, die den satanischen 
Lehrsätzen des Illuminatentums 
anhängen. An ihren Taten wer- 
den wir sie erkennen. Sie alle 
werden auf das Illuminaten-Ziel 
hinarbeiten, nämlich die Zerstö- 
rung nationaler Souveränität 
und die Errichtung einer Weltre- 
gierung, eines »Novus Ordo 
Saeclorum«. 

Im Jahre 1829 finanzierten ame- 
rikanische Illuministen in New 
York eine Vortragsreihe der 
englischen Illuministin Frances 
»Fanny« Wright. Sie verkündete 
das gesamte Weishaupt-Pro- 
gramm ihrer Hilfstruppe des Il- 



luminatenordens, einschließlich 
Kommunismus - der unter dem 
Namen »gleiche Chancen, glei- 
che Rechte« schmackhafter ge- 
macht wurde -, Atheismus, 
Frauenemanzipation und freie 
Liebe. Die Anwensenden wur- 
den darüber informiert, daß es 
die Absicht der Illuminaten sei, 
nihilistische und atheistische 
Gruppen mit allen anderen sub- 
versiven Organisationen zu ei- 
nem internationalen Verband 
zusammenzuschließen, der 

Kommunismus heißen sollte. 
Diese neue destruktive Kraft 
würde dann von den Illuminaten 
zur Auslösung von Kriegen und 
Revolutionen verwendet wer- 
den. Clinton Roosevelt - ein di- 
rekter Vorfahr von Franklin De- 
lano Roosevelt -, Charles Dana 
und Horace Greeley bildeten ein 
Komitee, das Spenden für die 
neue Sache sammeln sollte. 

Roosevelt und seine Gruppe tra- 
ten als Vertreter der Arbeiter- 
klasse auf. Sie führten »edle und 
ehrenwerte« Gründe an und ga- 
ben, zumindest in ihren früheren 
Schriften, vor, daß es ihnen dar- 
um gehe, die Verfassung der 
USA aufrecht zu erhalten. Sie 
erklärten ihren Vorsatz, die 
»Geldwechsler aus dem Tempel 
zu jagen«, und ihre Gegner- 
schaft gegen Monopole. Alle 
diese erklärten Ziele fanden bei 
der gutmeinenden Mentalität 
der »Bauern« Anklang. 

Clinton Roosevelt war von sei- 
ner »Wichtigkeit« derart einge- 
nommen, daß er 1841 ein Buch 
mit dem Titel »The Science of 
Government Founded on Natur- 



42 



al Law« (Die Wissenschaft des 
Regierens auf der Grundlage der 
Naturgesetze) veröffentlichte. 

Im Vorwort des schmalen Ban- 
des läßt Roosevelt den Leser 
keinen Augenblick über seine 
überlegene Weisheit und Un- 
fehlbarkeit im Ungewissen. Er 
schreibt: »Ein umfangreiches 
Werk hätte sicher einen impo- 
santeren Eindruck gemacht, 
aber dicke Bücher und lange Re- 
den stammen selten von Geistes- 
größen. Der Riese reißt den 
Baum an der Wurzel aus, an der 
die Pygmäen ihr Leben lang her- 
umhacken. Der Riese sagt: Das 
Werk ist getan und blickt auf 
den niedergestürzten Feind.« 
Ein wahrhaft Illuminierter, der 
hier spricht. 

Es gibt keinen 
gerechten Gott 

Roosevelts Buch stimmt völlig 
mit Weishaupts Anordnungen 
überein, daß die Ordensoberen 
der Illuminaten »als die perfek- 
testen und erleuchtesten Men- 
schen anzusehen sind; sie dürfen 
Zweifel an ihrer Unfehlbarkeit 
nicht einmal dulden«. 

Der Titel dieses Buches ist eben- 
falls interessant, denn auch er 
stützt sich auf die Lehren Weis- 
haupts. Weishaupt verfügte, daß 
alle Künste, Wissenschaften und 
Religionen abzuschaffen und 
durch die »sozialistische Wissen- 
schaft des Regierens« zu erset- 
zen seien, wie er sie selbst lehre 
und die die einzig wahre Wissen- 
schaft sei. Weishaupt hatte fer- 



ner gesagt, daß diese Wissen- 
schaft im Naturgesetz verankert 
sein müsse. 

In seinem Buch beschreibt Roo- 
sevelt die Pläne der Illuminaten 
für die Organisierung der 
Menschheit unter der Kontrolle 
derer, die wie er selbst, »er- 
leuchtet« sind. Er erläutert, wie 
die Verfassung, die er mit einem 
»leckgeschlagenen Boot« ver- 
gleicht, »das hastig zusammen- 
gezimmert wurde, als wir die bri- 
tische Flagge verließen«, aufge- 
weicht und dann zerstört werden 
soll. 

Er bekundet seine Verachtung 
für den Schöpfer durch die Er- 
klärung, daß »es keinen gerech- 
ten Gott gibt, der die Erdendin- 
ge richtet; wenn es einen Gott 
gibt, dann ist er ein bösartiges 
und rachsüchtiges Wesen, der 
uns zum Leiden erschaffen hat«. 

Wie sehr sich spätere Roosevelt- 
Generationen der Pläne für die 
Schaffung einer »neuen Welt- 
ordnung« bewußt waren, wird 
durch die folgende Passage aus 
dem Buch »Roosevelt, the Story 
of Friendship« (Roosevelt, die 
Geschichte einer Freundschaft) 
von Owen Wister, erschienen 
bei McMillan, 1930, deutlich. 
Sie gibt eine Unterhaltung wie- 
der, die in den späten neunziger 
Jahren des letzten Jahrhunderts 
stattfand: 

»Wie lange geben Sie der Regie- 
rung in Washington noch? fragte 
ich (Teddy) Roosevelt und (Ca- 
bot) Lodge beim Essen. 

Die beiden Studenten, Schrift- 
steller und Gestalter der Ge- 



43 



8* 

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glommen fe^rti. 9Juf eben tiefe Qirt mof man 
Die Orires trt&cüen/ not in Politiken oj». 
riertrt. 

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tt>h ja niflt •. i$ foite feinen tiiutgen ©tob in 
^nt»cn/ ni$t einmal meine eigene auftaue. 

34 b<*&e a«4 tn bei Pn'ilo Provinzen eine 
ttrl dcd €ib / ffierfi4eninfl »tat SBetfftutnititf : 
ten bn fffc/w b« Qe : brym © , einge« 
iiiüxL Wttm «cfrrao4t ftr nnr , um fit w4t 
n profiaiia; tts tat oifctinßra ffierfdfrn. 

SS« 



Darstellung des Welshaupt'schen Systems aus: »Nachtrag 
von weiteren Originalschriften der llluminatensekte«, 1787. 




Das Zeichen der llluminaten auf der amerikanischen Ein- 
Dollar-Note mit dem Gründungsdatum des Illuminatenordens. 



schichte, als solche wohlvertraut 
mit den Ursachen, die zum Nie- 
dergang von Weltreichen, 
Königreichen und Republiken 
geführt haben, verstummten ei-> 
nen Augenblick lang. Dann sag- 
te einer von Ihnen: Ungefähr 
fünfzig Jahre. 

Wer von beiden diese Grenze 
setzte, weiß ich nicht mehr. Ich 
erinnere mich aber, daß der an- 
dere ihm nicht widersprach.« 



Orgien der 
Grausamkeit 

1830 starb Weishaupt im Alter 
von 82 Jahren. In dem Bemü- 
hen, die Welt davon zu überzeu- 
gen, daß das llluminaten tum ge- 
storben und keine Gefahr mehr 
war, inszenierte er eine ein- 
drucksvolle »Reue« auf dem To- 
tenbett und kehrte in den Schoß 
der katholischen Kirche zurück. 



45 



1834 wurde Guiseppe Mazzini, 
der italienische Revolutionsfüh- 
rer, von den Illuminaten zum 
Leiter ihres weltweiten Revolu- 
tionsprogrammes ernannt. Diese 
Position hatte er bis zu seinem 
Tod 1872 inne. 

Etwa zur selben Zeit trat ein 
obskurer Intellektueller mit Na- 
men Mordechai Marx Levy alias 
Karl Marx, einer der Zweigorga- 
nisationen der Illuminatenver- 
schwörung bei, dem Bund der 
Gerechten. 1847 erhielt er den 
Auftrag, ein Werk zu schreiben, 
das später unter dem Titel »Das 
Kommunistische Manifest« be- 
kannt wurde. Im Grunde han- 
delt es sich dabei um eine politi- 
sche Niederlegung der Gesamt- 
planung für die Zukunft. Marx 
spielte eine so untergeordnete 
Rolle, daß sein Name zwanzig 
Jahre lang nicht auf dem Mani- 
fest erschien. Er war lediglich 
ein Bauer in dem Schach»spiel«, 
das die wirklichen Mächte hinter 
den Kulissen spielten. Unvorein- 
genommene Historiker haben 
längst festgestellt, daß das Kom- 
munistische Manifest nichts 
»Neues« oder »Ursprüngliches« 
enthielt. Es ist weiter nichts als 
ein wiederaufgewärmtes Plagiat 
der Schriften Adam Weishaupts 
und seines Schülers Clinton 
Roosevelt. 

Die nächste wichtigste Persön- 
lichkeit, die auf der amerikani- 
schen Szene als ein Führer der 
satanischen Verschwörung auf- 
trat, war Albert Pike. Mazzini 
ernannte ihn zum Leiter der 
Operationen in den Vereinigten 
Staaten. 



Pike wurde am 29. Dezember 
1809 in Boston geboren. Ob- 
wohl seine Eltern aus bescheide- 
nen Verhältnissen stammten, 
machten sie es möglich, daß er in 
Harvard studieren konnte. Spä- 
ter zog er zu ihnen nach Newbu- 
ry, wo er in einer Grundschule 
unterrichtete. 

Während des Bürgerkrieges 
diente Albert Pike als Brigade- 
general in der Armee der Kon- 
föderierten. Seine Regierung er- 
nannte ihn zum Indianerbevoll- 
mächtigten, und als solcher war 
er für die Verhandlungen mit 
den grausamsten Stämmen ver- 
antwortlich, um aus ihren Krie- 
gern eine Armee auszuheben. 

Um ihm seine Arbeit zu erleich- 
tern, machte man ihn zum Gou- 
verneur des indianischen Terri- 
toriums. Als sich die Armee aus 
Chickasawas, Romanischen, 
Creeks, Cherokees, Miamis, 
Osagen, Kansas und Choktawa 
bildete, übernahm er ihr Kom- 
mando. Bei diesen Stämmen war 
er als »der treue bleichgesichtige 
Freund und Beschützer be- 
kannt«. 

Pike und seine Armee von Wil- 
den verübten unter dem Deck- 
mantel legitimer Kriegsführung 
wahre Orgien der Grausamkeit. 
Ihre Barbareien waren so 
schreckerregend, daß das Aus- 
land intervenierte. Vorhaltun- 
gen Englands, das drohte, aus 
humanitären Gründen einzu- 
schreiten, zwangen Jefferson 
Davis schließlich, seine indiani- 
schen Hilfstruppen zu entlassen. 



46 




Giuseppe Mazzini bestimmt weltweit das Revolutionspro- 
gramm der llluminlsten. 



Ein Genie 
des Bösen 

Albert Pike war ein Genie des 
Bösen. Er hatte viele Talente, 
die er ausschließlich destruktiv 



einsetzte. Außerordentlich bele- 
sen, beherrschte er sechzehn an- 
tike Sprachen in Rede und 
Schrift. Er bekannte sich öffent- 
lich zur Satansverehrung und 
praktizierte schwarze Kunst und 
alle Formen der Zauberei. 



47 



Als Top-Illuministen arbeiteten 
pike und Mazzini zusammen. Pi- 
ke übernahm die theosophischen 
Aspekte ihrer Operationen, 
Mazzini die Politik. Als die Frei- 
maurerlogen des »Großen 
Orient« aufgrund Mazzinis revo- 
lutionärer Aktivitäten in Europa 
in Verruf kamen, präsentierte 
der Italiener Pike, der mittler- 
weile der Meister- vom alten und 
angenommenen Schottenritus 
der Freimaurer geworden war, 
einen genialen Plan. Mazzinis 
Plan war einfach. Als Mann der 
Praxis erkannte er, daß man 
nicht einen Ritus zur Aus- 
schließlichkeit erheben konnte. 

In einem Brief an Pike schrieb er 
am 22. Januar 1870: »Wir müs- 
sen allen Verbänden gestatten, 
wie bisher weiterzuexistieren, 
mit ihren Systemen, ihren zen- 
tralen Organisationen und den 
verschiedenen Arten der Korre- 
spondenz zwischen hohen Gra- 
den derselben Riten, in ihren ge- 
genwärtigen Organisationsfor- 
men. Aber wir müssen einen Su- 
perritus schaffen, derunbekannt 
bleiben soll und in den wir die 
Maurer hoher Grade nach unse- 
rer Wahl berufen werden. Aus 
Rücksicht auf unsere Mitbrüder 
müssen sich diese Männer der 
strengsten Geheimhaltung un- 
terwerfen. Mit diesem obersten 
Ritus werden wir das gesamte 
Freimaurertum regieren; er wird 
die internationale Zentrale wer- 
den, die um so mächtiger ist, 
weil seine Leitung unbekannt 
sein wird.« 

Der Historiker Dominico Mar- 
giotta berichtet: »Es wurde ver- 



einbart, daß die Existenz dieses 
Ritus streng geheimgehalten und 
daß er in den Versammlungen 
der Logen und inneren Schreine 
anderer Riten nie erwähnt wer- 
den sollte, selbst dann nicht, 
wenn die Versammlung auf- 
grund eines Zufalls ausschließ- 
lich aus Brüdern der perfekten 
Weihen bestehen sollte, denn 
das Geheimnis der neuen Insti- 
tution dürfte nur unter größten 
Vorsichtsmaßregeln einigen we- 
nigen Auserwählten aus den ge- 
wöhnlichen hohen Graden of- 
fenbart werden.« 

Pike formte diese ultrageheime 
Organisation und gab ihr den 
Namen »Der neue und refor- 
mierte palladische Ritus«. Er 
schuf drei oberste Räte, einen in 
Charleston, South Carolina, ei- 
nen zweiten in Rom und einen 
dritten in Berlin. 

Der Historiker Dr. Bataille 
schreibt: »Dieser Super-Ritus 
freimaurerisch-luziferischen Spi- 
ritismus darf nicht mit dem Rä- 
derwerk des Hochmaurertums 
verwechselt werden. Palladismus 
ist der Kult des Satans in den 
inneren Schreinen eines Ritus, 
der allen anderen Riten überge- 
ordnet ist. Er ist ein Kult, eine 
Religion.« 

Die satantische 
Doktrin ist Ketzerei 

Das theologische Dogma Albert 
Pikes ist in den »Instruktionen« 
niedergelegt, die von ihm am 4. 
Juli 1889 für die 23 Höchsten 
Räte der Welt erlassen wurden: 

»Folgendes müssen wir der 
Menge sagen: >Wir verehren ei- 



48 



nen Gott, aber unser Gott wird 
ohne Aberglauben angebetet. 

Euch, den souveränen großen 
Generalinstruktoren, sagen wir, 
was ihr den Brüder der 32., 31. 
und 30. Grade wiederholen 
sollt: Die Maurer-Religion sollte 
von uns allen, die wir Einge- 
weihte des höchsten Grades 
sind, in der Reinheit der Luzife- 
rischen Doktrin erhalten 
werden. 

Wäre Luzifer nicht Gott, würde 
Adonai (der jüdische Gott), des- 
sen Taten Beweise für seine 
Grausamkeit, Verschlagenheit, 
seinen Menschenhaß, sein Bar- 
barentum und seine Ablehnung 
der Wissenschaft sind, würden 
dann Adonai und seine Priester 
ihn verleumden? 

Ja, Luzifer ist Gott; unglückli- 
cherweise ist Adonai auch Gott. 
Denn nach dem ewigen Gesetz 
gibt es Licht nicht ohne Schat- 
ten, Schönheit nicht ohne Häß- 
lichkeit, Weiß nicht ohne 
Schwarz. Das Absolute kann nur 
in Gestalt zweier Gottheiten 
existieren: das Dunkel dient 
dem Licht als Hintergrund, die 
Statue bedarf des Sockels, die 
Lokomotive braucht die 
Bremse. 

Die satantische Doktrin ist Ket- 
zerei. Die wahre und reine phi- 
losophische Religion ist der 
Glaube an Luzifer, den Adonai 
Gleichgestellten. Aber Luzifer, 
der Gott des Lichtes und des 
Guten, kämpft für die Mensch- 
lichkeit gegen Adonai, den Gott 
des Dunklen und Bösen« (»La 



Femme et l'enfant dans la Franc - 
Maconnerie Universelle« 
Weib und Kind im französischen 
Universalmaurertum - von A. 
C. de la Rive; sowie »Occult 
Theocrasy« von Lady Quenes- 
borough). 

Die illuministische Propaganda 
will uns glauben machen, daß al- 
le Gegner des Christentums 
Atheisten seien. Das ist eine Lü- 
ge, vorsätzlich ins Spiel ge- 
bracht, um die geheimen Pläne 
derer zu maskieren, die die luzi- 
ferische Verschwörung leiten. 
Sie bleiben hinter den Kulissen - 
ihre Identität und ihr wahres 
Ziel sind selbst den meisten 
Menschen verborgen, die nach 
ihrem Willen handeln. Sie wis- 
sen, daß der endgültige Erfolg 
ihrer diabolischen Pläne - die 
Weltregierung zu stellen - von 
ihrer Fähigkeit abhängt, die 
Wahrheit vor den Menschen 
verborgen zu halten, bis die Ent- 
wicklung nicht mehr aufgehalten 
werden kann. Die Illuminaten 
gehen Schritt für Schritt nach ei- 
nem ausgearbeiteten Plan vor, 
mit dem sie die Zivilisation sy- 
stematisch zerstören wollen, um 
ihre eigene despotische Herr- 
schaft zu errichten. 

Reif für die 

wahre Lehre Luzifers 

In einem bemerkenswerten 
Brief vom 15. August 1871, der 
bis vor kurzem in der Bibliothek 
des Britischen Museums in Lon- 
don ausgestellt war, schildert 
Pike Mazzini Details des luzife- 
rischen Plans für drei Weltkrie- 
ge. Nach seinen Worten »wer- 



49 



den wir (im dritten dieser Krie- 
ge) die Nihilisten und Atheisten 
loslassen; wir werden einen ge- 
waltigen gesellschaftlichen Zu- 
sammenbruch provozieren, der 
in seinem ganzen Schrecken den 
Nationen die Auswirkungen von 
absolutem Atheismus, dem Ur- 
sprung der Grausamkeit und der 
blutigsten Unruhen klar vor Au- 
gen führen wird. 

Dann werden die Bürger - ge- 
zwungen, sich gegen die Minder- 
heit der Revolutionäre zur Wehr 
zu setzen - jene Zerstörer der 
Zivilisation ausrotten, und die 
Mehrheit der Menschen wird, 
gottgläubig wie sie ist, nach der 
Enttäuschung durch das Chri- 
stentum und daher ohne Kom- 
paß (Führung), besorgt nach ei- 
nem neuen Ideal Ausschau hal- 
ten, ohne jedoch zu wissen, wen 
oder was sie anbeten soll. 

Dann ist sie reif, das reine Licht 
durch die weltweite Verkündi- 
gung der reinen Lehre Luzifers 
zu empfangen, die endlich an die 
Öffentlichkeit gebracht werden 
kann. Sie wird auf die allgemei- 
ne reaktionäre Bewegung, die 
aus der gleichzeitigen Vernich- 
tung von Christentum und Athe- 
ismus hervorgehen wird, fol- 
gen.« 

Sie regieren 

die Welt 

Lady Queensborough schrieb 
vor etwa fünfzig Jahren: »Ein 
positiver Geist kann nicht kon- 
trolliert werden. Wenn man eine 
okkulte Herrschaft errichten 
will, muß man den Geist der 
Menschen passiv und negativ 



ausrichten. Ein bewußt auf ein 
genau ins Auge gefaßtes Ziel 
hinarbeitender Geist ist eine 
Macht und kann als solche einer 
anderen Macht - zu gutem oder 
bösem Zweck - trotzen. Das 
Streben nach Weltherrschaft 
kann allein durch die Aufdek- 
kung dieses Prinzips verurteilt 
werden; da das Prinzip leider 
unentdeckt blieb, bleibt jenes 
Streben ohne Gegnerschaft, 
Zerstörung, Materialismus, Täu- 
schung - dies sind Albert Pikes 
drei Ziele. Sie scheinen die heu- 
tige Welt zu regieren.« 

Vor einigen Jahren hörte der 
Verfasser den Präsidenten eines 
kleinen, unabhängigen College 
sagen, daß seit der Jahrhundert- 
wende das »Erziehungssystem 
vom Kurs der Vernunft abwich 
und in Strudel und Untiefen ge- 
riet, und daß seitdem die Erzie- 
her Gift in den verformbaren, 
arglosen Geist« der ihnen An- 
vertrauten geträufelt haben. Das 
ist völlig zutreffend - bis auf ei- 
nen Punkt: das Erziehungswesen 
»wich nicht ab«, es »geriet« 
nicht in Untiefen, sondern es 
wurde bewußt in sie hineinge- 
steuert. 

In seinem Buch »Tragedy and 
Hope« brüstet sich Professor 
Carroll Quigley offen, daß er 
viele Jahre lang ein Top-Insider 
gewesen sei und über Informa- 
tionen aus erster Quelle darüber 
verfüge, wie die Verschwörung 
sich weltweit entwickelt habe. 
Über das englische Erziehungs- 
wesen schreibt er: »Bis 1870 gab 
es in Oxford keinen Lehrstuhl 
für die Künste, aber in jenem 



50 



Jahr wurde die Einrichtung die- 
ses Lehrstuhls durch die Slade- 
'sche Schenkung ermöglicht. 
John Ruskin wurde auf diesen 
Lehrstuhl berufen. Er schlug in 
Oxford wie eine Bombe ein - 
nicht weil er über die schönen 
Künste las, sondern weil er au- 
ßerdem über das Empire und 
Englands heruntergekommene 
Massen sprach und vor allem 
deshalb, weil er dabei einen mo- 
ralisierenden Standpunkt ein- 
nahm.« 

John Ruskin (1819 bis 1890) 
wurde in London als Sohn eines 
wohlhabenden Weinhändlers 
geboren, von dem er ein riesiges 
Vermögen erbte. Sein Biograph 
Kenneth Clark schreibt in dem 
Buch »Ruskin Today« über 
Ruskin: »Er sah, daß der Staat 
die Kontrolle über die Produk- 
tions- und Verteilungsmittel 
übernehmen mußte, um sie zum 
Wohl der Bürger zu organisie- 
ren; aber er wollte diese Staats- 
kontrolle in die Hände eines ein- 
ziges Mannes legen. >Es ist im- 
mer mein Ziel gewesen zu zei- 
gen, daß einige Menschen - 
manchmal auch nur ein Mensch 
- anderen ewig überlegen sind<. 
Von der Demokratie hielt er nur 
sehr wenig. Ich glaube, er hätte 
den Kommunismus trotz der 
materialistischen Philosophie 
gutgeheißen; speziell die Bau- 
ernkommunen in China entspre- 
chen genau seinem Modell. Er 
hätte die Kur nicht für übler als 
die Krankheit gehalten, weil er 
sich keine üblere Krankheit vor- 
stellen konnte als die kapitalisti- 
sche Gesellschaft des 19. Jahr- 
hunderts.« 



Kurz, Ruskins Philosophie war 
reinster Illuminismus. Diese 
Tatsache ist hinter einer sorgfäl- 
tig errichtete Fassade verborgen 
geblieben. »Ruskin sprach zu 
den Oxford-Studenten als Ange- 
höriger der privilegierten herr- 
schenden Schicht. Er sagte ih- 
nen, sie seien im Besitz einer 
großartigen Tradition in Hin- 
sicht auf Erziehung, Schönheit, 
Gesetz und Recht, Freiheit, An- 
stand und Selbstbeherrschung. 
Diese Tradition könne aber 
nicht bewahrt werden - und ver- 
diene das auch nicht -, wenn sie 
nicht auch den untersten Schich- 
ten der englischen Gesellschaft 
und den nicht-englischen Mas- 
sen überall in der Welt zugäng- 
lich gemacht würde. Wenn die 
kostbare Tradition nicht auf die- 
se beiden großen Mehrheiten 
ausgedehnt werde, würden diese 
die Minderheit der oberen zehn- 
tausend in England ein für alle- 
mal überwuchern, was das Ende 
der Tradition wäre. Um diese 
Entwicklung zu verhindern, 
müßten die Massen und das Em- 
pire der Tradition teilhaftig 
werden.« 

Ruskin und seine verborgenen 
Hintermänner hatten einen ver- 
lockenden Köder ausgelegt, der 
von seinen Studenten, die alle 
aus der »obersten Schublade« 
der englischen Gesellschaft 
stammten, gierig verschlungen 
wurde. 

Die äußeren Ringe des 
Bundes der Helfenden 

Quigley schreibt dazu: »Ruskins 
Botschaft hatte eine sensationel- 



51 




Lenins Hauptgeldgeber waren die internationalen 
Allein Jacob Schiff half mit 20 Millionen Dollar. 



Bankers. 



52 



le Wirkung. Seine Antrittsvorle- 
sung wurde von einem der Stu- 
denten, Cecil Rhodes, der sie 
dreißig Jahre lang aufbewahrte, 
wörtlich mitgeschrieben. Cecil 
Rhodes (1853 bis 1902) beutete 
die Diamant- und Goldvorkom- 
men Südafrikas aus, stieg bis 
zum Premierminister der Kap- 
kolonie auf (1890 bis 1896), un- 
terstützte politische Parteien mit 
Geld und kontrollierte Parla- 
mentarier in England und Süd- 
afrika. In beiden Ländern gelang 
es ihm, begeisterte Unterstüt- 
zung für seine Ziele zu erlangen. 
Mit der finanziellen Hilfe Lord 
Rothschilds und Alfres Beits ge- 
lang es ihm, die südafrikanischen 
Diamantenfelder unter dem Na- 
men Debeers Consolidätes Mi- 
nes zu monopolisieren und ein 
riesiges Goldschürf-Unterneh- 
men >Consolidated Gold Field< 
zu errichten. Mitte der 90er Jah- 
re hatte Rhodes ein jährliches 
Privateinkommen von minde- 
stens einer Million Pfund Ster- 
ling, die er so freigebig für seine 
mysteriösen Vorhaben ausgab, 
daß sein Konto in der Regel 
überzogen war. Sein Hauptziel 
war es, die englischsprechenden 
Völker zu vereinigen und alle 
bewohnbaren Gegenden der Er- 
de unter ihre Kontrolle zu brin- 
gen. Zu diesem Zweck steckte 
Rhodes Teile seines Riesenver- 
mögens in die Gründung der 
Rhodes-Stipendien in Oxford, 
um so die Tradition der engli- 
schen herrschenden Klasse im 
Sinne Ruskins über die gesamte 
englischsprechende Welt zu ver- 
breiten.« 

Professor Quigley zählt im fol- 
genden auf, wieviele Mitglieder 



der britischen Oberklasse »erge- 
bene Schüler« Ruskins wurden 
und ihr ganzes Leben dem Ver- 
folg seiner Ideen widmeten. 

Am 5. Februar 1891 schloß sich 
Rhodes' Gruppen mit einer von 
William Stead, »einem glühen- 
den Sozialreformer«, in Cam- 
bridge angeführten Gruppe zu- 
sammen, um die »Geheimgesell- 
schaft zu gründen, von der Rho- 
des seit sechzehn Jahren ge- 
träumt hatte«. Diese Geheimge- 
sellschaft hatte wie Adam Weis- 
haupts Illuminaten »äußere Rin- 
ge«, die als »Bund der Helfen- 
den« bekannt waren. In den 
Gruppen von 1909 bis 1913 or- 
ganisierte Lord Alfred Milner 
halbgeheime Gruppen, die als 
Round-Table-Gruppen bekannt 
wurden, in den bedeutendsten 
britischen Kolonien und den 
Vereinigten Staaten. Sie blieben 
miteinander in Verbindung 
durch persönliche Korrespon- 
denz, häufige Besuche und eine 
einflußreiche vierteljährlich er- 
scheinende Zeitschrift »The 
Round Table«, die 1910 gegrün- 
det und hauptsächlich mit Sir 
Abe Baileys Geld finanziert 
wurde. 1919 gründeten sie das 
königliche Institut für Interna- 
tionale Angelegenheiten (Cha- 
tham House), dessen Haupt- 
Sponsoren Sir Abe Bailey und 
die Astor-Familie (Besitzer der 
»Times«) waren. 

Nach 1925 wurde eine ähnliche 
Organisationsform, das Institut 
für Beziehungen im Pazifischen 
Raum, in zwölf pazifischen Län- 
dern etabliert, deren Sektionen 
in jeder britischen Kolonie mit 



53 



der dortigen Round-Table- 
Gruppe und dem Königlichen 
Institut für Internationale Ange- 
legenheiten verzahnt waren. 

Die Macht und der Einfluß die- 
ser Rhodes-Milner-Gruppe auf 
Angelegenheiten des Empire 
und die Außenpolitik nach 1889 
sind, obwohl sie nicht allgemein 
erkannt wurden, kaum zu über- 
schätzen. 

Ähnliche Institute für interna- 
tionale Angelegenheiten wurden 
von 1919 bis 1927 in den wich- 
tigsten britischen Kolonien und 
in den Vereinigten Staaten er- 
richtet, wo sie als Rat für äußere 
Beziehungen - Council on For- 
eign Relations, CFR - bekannt 
wurden. 

Rockefellers General 
Education Board 

Um die Jahrhundertwende war 
einer der verachtetsten Namen 
Amerikas der Name Rockefel- 
ler. Der alte John D. Rockefeller 
hatte diesen Ruf mit unerhörter 
Schläue, Falschheit und Gier er- 
worben. Sein Name war Syn- 
onym für skrupellose Ausbeu- 
tung. Er sagte oft: »Konkurrenz 
ist Sünde.« 

In einem Versuch, sein Image - 
nicht seinen Charakter - zu ver- 
bessern, heuerte John D. mit Ivy 
Lee einen der führenden ameri- 
kanischen Werbefachleute an. 
Auf dessen Vorschlag trug Mr. 
Standard Oil von nun an immer 
eine Handvoll 10-Cent-Stücke 
mit sich herum, um sie an Kinder 
zu verteilen, wenn er einmal - 



was selten genug vorkam - in 
der Öffentlichkeit auftrat. 

Teil des Programms zur Verbes- 
serung seines Images war die 
Gründung einer Reihe von Stif- 
tungen und Konzernen. Nach 
außen wurden sie der Öffent- 
lichkeit als ein Versuch Rocke- 
fellers präsentiert, das Los des 
amerikanischen Volkes durch 
die Finanzierung von For- 
schungsprojekten auf erzieheri- 
schem, medizinischem und reli- 
giösem Gebiet zu erleichtern. 
Aber bei John D.'s zutiefst ver- 
schwörerischer Natur gab es da- 
bei natürlich immer einen 
Haken. 

Garry Allen schreibt in seinem 
Bestseller »Die Rockefeller-Pa- 
piere«: »Er hatte noch etwas im 
Hinterkopf, das dem alten Ma- 
chiavelli mehr entsprach. Er 
wollte sein Geld an Stiftungen 
>verschenken<, die seiner Kon- 
trolle unterstanden, und dann 
sollten diese Stiftungen das Geld 
wieder auf eine Art und Weise 
ausgeben, die dem Rockefeller- 
Imperium noch mehr Macht und 
Gewinn verschaffte. Das >ver- 
schenkte< Geld sollte sozusagen 
Brot sein, das als Köder ins Was- 
ser geworfen wurde. Brot mit ei- 
nem Haken darin. John D. Ju- 
nior entwickelte dafür später 
den > Grundsatz des wissen- 
schaftlichen Schenkensc« 

Diese Tatsache trat ganz deut- 
lich zutage, als Rockefeller sich 
auf dem Erziehungssektor zu en- 
gagieren begann. John D. stellte 
Fred Gates ein, der vorher als 
Repräsentant des Pillsbury 
Mehlunternehmens unerhört er- 



54 



folgreich gewesen war und der 
nun das Rockefellersche »Gene- 
ral Education Board« organisie- 
ren sollte. Der wirkliche Zweck 
dieser Einrichtung war nicht, wie 
man glauben machen wollte, ei- 
ne Erhöhung des Standards des 
amerikanischen Erziehungswe- 
sens zum Nutzen der Nation. 
Wie bei Clinton Roosevelt und 
Albert Pike traten die eigentli- 
chen Absichten der neuen Insti- 
tution in ihrer ersten Veröffent- 
lichung zutage. Sie folgten einem 
Muster, das mehr als hundert 
Jahre zuvor von Adam Weis- 
haupt niedergelegt wurde, als er 
schrieb: »Es ist notwendig, das 
gemeine Volk für unseren Or- 
den zu gewinnen. Das beste Mit- 
tel zur Erreichung dieses Ziels 
ist die Beeinflussung der 
Schulen.« 

Ausmerzung 
von Tradition 

Es ist fast unmöglich, die Bestre- 
bungen der Weishauptschen 
Verschwörung auf dem Feld der 
Erziehungspropaganda präziser 
auszudrücken, als das im »Gele- 
genheitsbrief Nr. 1« des Rocke- 
fellerschen General Education 
Board im Jahre 1904 geschah. 

In ihm heißt es: »In unseren 
Träumen haben wir unbegrenzte 
Mittel, und die Leute fügen sich 
mit völliger Hingabe unseren 
formenden Händen. Die gegen- 
wärtigen Erziehungs-Konven- 
tionen entschwinden ihren Gei- 
stern und, ungehindert durch 
Tradition, breiten wir unseren 
guten Willen über ein dankbares 
und ansprechendes ländliches 



Volk. Wir werden nicht versu- 
chen, diese Leute oder eines ih- 
rer Kinder zu Philosophen oder 
zu Menschen der Lehre oder 
Männer der Wissenschaft zu ma- 
chen. Wir haben aus ihnen nicht 
Autoren, Publizisten, Dichter 
oder Männer der Schrift zu zie- 
hen. Wir werden weder nach 
werdenden großen Künstlern, 
Malern und Musikern suchen, 
noch nach Anwälten, Doktoren, 
Predigern, Politikern, Staats- 
männern, von welchen wir über 
ein großes Potential verfügen. 
Die Aufgabe von uns wird eine 
sehr einfache und ebenso schöne 
sein, diese Leute so, wie wir sie 
vorfinden, für ein vollkommen 
ideales Leben dort, wo sie sind, 
auszubilden. Wir werden daher 
unsere Kinder organisieren und 
sie lehren, was ihre Väter und 
Mütter auf imperfekte Weise 
tun, in ihren Heimen, den Ge- 
schäften und auf den Farmen 
perfekt zu tun.« 

Alle wesentlichen Elemente von 
Weishaupts Illuminismus finden 
sich in diesem Brief. Zunächst 
die Pose der Menschenfreund- 
lichkeit; dann die Absicht, die 
Leute einer Gehirnwäsche zu 
unterziehen - sie zu »formen«; 
drittens die Ausmerzung von 
Tradition, Wissenschaft und 
echtem Lernen; viertens der dik- 
tatorische Anspruch; fünftens 
der Plan, die Bauern in ein Ka- 
stensystem einzuteilen - »wie 
wir sie vorfinden«; sechstens der 
Plan, die nationale Intelligenz 
auf den kleinsten gemeinsamen 
Nenner hinabzudrücken und den 
Einfluß des Elternhauses zu zer- 
stören (was einer Abschaffung 



55 



der Familie gleichkommt); sieb- 
tem die völlige Verachtung der 
Bauern; achtens das Element 
der Subversion und des Un- 
Amerikanismus - die erklärte 
Absicht, anerkannte Sitten und 
Gebräuche über Bord zu werfen 
für die Rockefellerschen Bestre- 
bungen; und schließlich der 
»Perfektionismus«, die »Ver- 
vollkommnung des menschli- 
chen Lebens«, die auch Weis- 
haupts vorgebliches Ziel war. 

Stiftungen für 
Eine- Welt-Sozialisten 

Der korrumpierende Einfluß, 
den die Rockefeller-Stiftungen 
auf das amerikanische Schulsy- 
stem hatten, ist ausführlich do- 
kumentiert. Als ein Untersu- 
chungsausschuß des Kongresses 
unter Vorsitz von Carroll Reece 
aus Tennessee versuchte, den 
Aktivitäten der Stiftungen offen 
nachzugehen, stieß er bei allen 
einflußreichen Stellen in Was- 
hington auf unüberwindlichen 
Widerstand und mußte aufgelöst 
werden. 

Vier Jahre darauf schrieb der 
Generalanwalt des Ausschusses, 
Rene A. Wormser, ein höchst 
aufschlußreiches Buch über das 
Thema »Macht und Einfluß von 
Stiftungen«. Nach seinen Wor- 
ten führen die von dem Aus- 
schuß zutage geförderten Fakten 
»zu dem Schluß, daß es unter 
einigen führenden Erziehern in 
den Vereinigten Staaten in der 
Tat so etwas wie eine echte Ver- 
schwörung mit dem Ziel gibt, 
über unser Schulsystem den So- 
zialismus einzuführen.« 



Über die Jahre entstand ein 
mächtiges Netzwerk von Stiftun- 
gen mit ihren verbündeten Or- 
ganisationen, das. das Erzie- 
hungswesen in hohem Maße 
kontrollierte. Teil dieses Netz- 
werkes und in letzter Instanz 
verantwortlich dafür sind die 
Rockefeller- und Carnegie-Stif- 
tungen. 

Rockefeller und seine »Verbün- 
deten« wußten, daß die Kontrol- 
le des Schulsystems nur über die 
Kontrolle der Lehrerausbildung 
möglich war. Das wurde er- 
reicht, indem an die führenden 
Universitäten Subventionen mit 
dem angeblichen Zweck ausge- 
schüttet wurden, ihr Wachstum 
und ihre Entwicklung zu för- 
dern. Aber nach Rocke fellers 
Prinzip der wissenschaftlichen 
Zuwendungen enthielt jede Sub- 
vention einen Haken. Rockef el- 
lers Strohmänner erschienen im- 
mer im Vorstand der »unter- 
stützten« Institutionen, was ih- 
nen natürlich einen großen Ein- 
fluß auf den Gang der Entwick- 
lung einräumte. 

Der »fortschrittliche« Erzieher 
John Dewey war eine führende 
Figur in ihren Gesamtplanun- 
gen. Er wurde als Vorsteher des 
Teachers College der Columbia 
Universität bekannt und war 
später der einflußreichste Mann 
im amerikanischen Erziehungs- 
wesen. 1919 gründete er mit 
Rockefeller-Mitteln den »Fort- 
schrittlichen Erziehungsver- 
band«, um die Ideen seiner Mei- 
ster zu verbreiten. Nach einiger 
Zeit schlössen sich Ruggs, 
Counts, Kilpatrick und andere 



56 



»Eine-Welt«-Sozialisten Dewey 
an. Es gelang ihnen, sich in ein- 
flußreichen Positionen einzuni- 
sten, und sie begannen, das Er- 
ziehungssystem als Mittel für die 
Erreichung ihrer politischen 
Ziele zu benutzen. 

In ihren Schriften und Reden 
machten sie kein Hehl daraus, 
daß es ihr Hauptbestreben war, 
die amerikanische Nation wie ei- 
ne Herde dummer, ahnungsloser 
Schafe - nach dem Vorbild des 
Rattenfängers von Hameln - in 
eine sozialistische »Eine-Welt«- 
Utopie zu führen, in der sie, wie 
das in jedem Märchen der Fall 
ist, »glücklich und zufrieden leb- 
ten bis zu ihrem Tod«. 



Das besinnende Zeitalter 
des Kollektivismus 

Es genügt, dies mit einigen Zita 
ten zu belegen. 1933 legte Dr 



Harald Ruggs in seinem Buch 
»The Great Technology« dar, 
wie sie planten, Amerika zu ei- 
nem sozialistischen Staat zu ma- 
chen: 

»Ein neues öffentliches Be- 
wußtsein ist zu schaffen. Wie? 
Nur so, daß zig Millionen neue 
individuelle Bewußtseine ge- 
formt und zu einem neuen ge- 
sellschaftlichen Bewußtsein ver- 
schmolzen werden. Alte Denk- 
vorstellungen sind zu zerbrechen 
und neue >Meinungsklimas< in 
den Amerika beeinflussenden 
Staaten sind zu schaffen. 

Über die Schulen der Welt wer- 
den wir ein neues Konzept der 
Regierung verbreiten, das alle 
kollektiven Aktivitäten der 
Menschen umgreifen und die 
Notwendigkeit wissenschaftli- 
cher Kontrolle und ökonomi- 
scher Aktivitäten im Interesse 
aller Menschen postulieren 
soll.« 




Rasputin, von Madame Wyrubowa (links) am Zarenhof einge- 
führt, gehörte zu den Mächten hinter den Kulissen. 



57 



Dr. George Counts, ein Profes- 
sor für Erziehung und führendes 
Mitglied von Dewey's »Planden- 
kern«, schrieb: »Die Lehrer soll- 
ten nach Macht streben und 
dann das Beste aus ihr machen. 
In dem Maße, wie sie den Lehr- 
plan und die Lernverfahren der 
Schule gestalten dürfen, werden 
sie die gesellschaftlichen Einstel- 
lungen, Ideen und Verhaltens- 
normen der kommenden Gene- 
ration beeinflussen.« 

In dem 1934 von der amerikani- 
schen Historischen Vereinigung 
veröffentlichten und von der 
Carnegie- Stiftung geförderten 
Erziehungsbericht schrieb 

Counts: »Das Zeitalter des Indi- 
vidualismus und des laissez-faire 
in Wirtschaft und Regierung 
geht zu Ende, und eine neue Ära 
des Kollektivismus zieht her- 
auf.« 

In einem Artikel in der »New 
Republic« vom 29. Juli 1936 
schrieb der führende britische 
Sozialist Harald Laski: 

». . . wenn man seine sorgfältig 
neutral gehaltene Formulierung 
beiseite läßt, entpuppt sich der 
Bericht als ein Erziehungspro- 
gramm für ein sozialistisches 
Amerika.« 

Counts und seine Freunde leug- 
neten das nie ab. Sie sagten, zur 
Erreichung ihres Zieles seien 
grundlegende Ȁnderungen un- 
serer Ideale« notwendig. 

Wie ändert man die Ideale einer 
Nation? Nun, man braucht le- 
diglich zu verändern, was in 
Schulen, Colleges und Universi- 



täten, in Kirchen und Massen- 
medien gelehrt wird. 

Also wurden die grundlegend- 
sten Lehrbücher ausgemerzt 
oder umgeschrieben, um sie der 
neuen sozialistischen Linie anzu- 
passen. Viele neue Lehrbücher 
tauchten in den Klassenzimmern 
auf - alle mit dem Zweck, tradi- 
tionelle Werte zu unterminieren 
und den Studenten vermittels 
dieser Gehirnwäsche den Sozia- 
lismus näherzubringen, durch 
den »der große Bruder« (die 
Regierung) praktisch jede Phase 
des Lebens der Bürger beein- 
flussen oder kontrollieren 
konnte. 

Brutkästen der 
Degeneration 

Die Schlacht um den Geist der 
Jugend hatte begonnen, und die 
Sozialisten setzten in ihrem 
blitzkriegartigen Überfall alle 
Mittel des totalen Krieges ein. 
Von Linken infiltrierte Zeitun- 
gen, Zeitschriften und Radio- 
sender machten sich die soziali- 
stische Sache zu eigen und un- 
terwarfen die Öffentlichkeit ei- 
nem subtilen Propaganda-Bom- 
bardement, um »die Schaffung 
eines neuen gesellschaftlichen 
Bewußtseins« voranzutreiben. 

Zunächst erhoben diejenigen, 
die wach genug waren, um zu 
erkennen, daß etwas völlig 
schieflief, lauten Einspruch. Die 
»fortschrittlichen« Erzieher än- 
derten ihre Taktik: ihre Attak- 
ken auf die nationalen Helden, 
Sitten und Gebräuche wurden 
nicht mehr offen vorgetragen, 



58 



sondern nur noch angedeutet, 
wodurch sie viel schwerer zu 
entdecken waren, wenn man 
nicht jedes Wort analysierte und 
abwog. Aus nationbildenden In- 
stitutionen, Säulen einer von 
Grund auf gesunden Gesell- 
schaft, wurden die Schul- und 
College-Systeme zu etwas umge- 
formt, das man zu Recht »Brut- 
kästen der Degeneration« ge- 
nannt hat. 

Wenn wir einen Blick auf die 
heutige »Erziehung« werfen, se- 
hen wir ein Bild, das sehr ermu- 
tigend, sogar inspirierend ist - 
für unsere Feinde! Die Schöpfer 
eines »neuen gesellschaftlichen 
Bewußtseins« haben gründliche 
Arbeit geleistet. 

Nehmen wir als Beispiel das 
Vordringen der Pornographie in 
unserer Gesellschaft. »Was sind 
die wirklichen Motive der intel- 
lektuellen Pornophilen? Es 
scheint mehrere zu geben. Es 
gibt zweifellos Leute, die der 
Ansicht sind, Pornographie soll- 
te einer freien Gesellschaft >ge- 
rechterweise« als >harmloses Sti- 
mulans< verfügbar sein.« 

Weiter heißt es in dem Buch von 
Gordon Muir »The Piain Truth 
Magazine«: »Ebensowenig ist 
allerdings zu bezweifeln, daß an- 
dere die Pornographie als Mittel 
verteidigen, das die freie Gesell- 
schaft, die es ausbrütete, letzt- 
lich zerstören soll. Wenn diese 
Leute die Pornographie benut- 
zen können, um die Kraft der 
Gesellschaft, deren gegenwärti- 
ge Struktur sie hinwegfegen wol- 
len, zu unterminieren und zu 



schwächen, um so besser für sie. 
Die Pornographie ist eine ideale 
Waffe zur Schwächung der west- 
lichen Zivilisation, zur Untermi- 
nierung unserer gesellschaftli- 
chen Fundamente und zur Weg- 
bereitung einer neuen - wahr- 
scheinlich marxistischen - Ge- 
sellschaft. 

Wie kommt es, daß sich die Mil- 
lionen aufrechten, gesetzestreu- 
en Bürger, die nicht auf der por- 
nographischen Welle mit- 
schwimmen wollen, zurückleh- 
nen und tatenlos zusehen, wie 
eine einst stabile Gesellschaft 
von den Medien zerfleischt wird, 
während die Ignoranten intel- 
lektueller Couleur und die Ver- 
schwörer der äußersten Linken 
dem Schauspiel applaudieren?« 

Man braucht sich nur mit »dem 
Mann oder der Frau auf der 
Straße« zu unterhalten und sie 
nach ihren Überzeugungen zu 
befragen, um den Grund zu er- 
fahren und sich über den ver- 
blüffenden und beängstigenden 
Erfolg des verschwörerischen 
Ansturms über die Schulen und 
andere Medien Gewißheit zu 
verschaffen. 

Karl Marx als 
Aushängeschild 

Zumeist ist ihr logischer Sinn da- 
durch, daß ihrem formbaren, un- 
vorbereiteten Geist von frühe- 
ster Kindheit an freizügige Pro- 
paganda eingetrichtert wurde, 
derartig verdreht und funktions- 
unfähig gemacht worden, daß sie 
keine Grundlage mehr haben, 
auf die sie das wirkliche Leben 



59 



beeinflussende Entscheidungen 
stellen können. Es wurde ihnen 
nicht beigebracht, das Leben so 
zu sehen, wie es wirklich ist. 
Durch ihre Erziehung und Aus- 
bildung haben sie gelernt, ihren 
Lebensunterhalt zu verdienen, 
aber nicht wie man lebt - und 
das ist ein gewaltiger Unter- 
schied. 

Admiral Hyman Rickover faßte 
die Situation mit den folgenden 
Worten treffend zusammen: 
»Amerika erntet jetzt die Folgen 
der Zerstörung traditioneller Er- 
ziehung durch die Experimental- 
philosophie der Dewey und Kil- 
patrick. Deweys Idee haben zur 
Abschaffung vieler akademi- 
scher Lehrfächer geführt. Der 
heutige Student erhält daher we- 
der eine intellektuelle Ausbil- 
dung noch das Faktenwissen, die 
er braucht, um die Welt, in der 
er lebt, zu verstehen oder um 
wohlabgewogene Entscheidun- 
gen in seinem Privatleben oder 
als Bürger zu treffen.« 

Die furchtbare Wahrheit der 
Worte des Admirals sollte uns 
vollends klar werden, wenn wir 
die Gesellschaft, »wie sie ist«, 
genau betrachten. Die in Rocke - 
fellers »Gelegenheitsbrief Nr. 1« 
genannten Ziele nähern sich der 
Erfüllung. 

Mit Karl Marx als Aushänge- 
schild versuchten die Illumina- 
ten, ihren Plan für eine weltwei- 
te gesellschaftliche Revolution 
in die Wirklichkeit umzusetzen. 
Dieses Vorhaben schlug völlig 
fehl. Marx's Lehren entzündete 
die Vorstellungskraft der Men- 



sehen keiner Gesellschafts- 
schicht - und am allerwenigsten 
die der Arbeiterklasse. 

Im Jahre 1864 organisierte Marx 
die Internationale Arbeiterver- 
einigung, die später unter dem 
Namen Sozialistische Internatio- 
nale bekannt wurde. Acht Jahre 
später wurde das Hauptquartier 
nach New York verlegt. Kurz 
darauf schloß sie sich mit der 
dort 1868 gegründeten Soziali- 
stischen Partei zusammen. 

Marx's persönliches Leben war 
eine endlose Kette von Fehl- 
schlägen. Er war ein Parasit, der 
von anderen lebte; es ist zu be- 
zweifeln, daß er nur einmal in 
seinem Leben ehrliche Arbeit 
leistete. Aus seiner Ehe gingen 
sechs Kinder hervor. Marx war 
jedoch so beschäftigt damit, 
Theorien über »die Erhebung 
der Massen« zu schreiben, daß 
er nie Zeit fand, seine eigene 
Familie zu ernähren. Drei seiner 
Kinder verhungerten im Säug- 
lingsalter. Zwei begingen Selbst- 
mord. Nur einem gelang es, er- 
wachsen zu werden. Als er 1883 
starb, nahmen sechs Menschen 
an seiner Beerdigung teil. 

Die wirkliche Macht 
haben die Bankiers 

Die Gründung der »Zweiten So- 
zialistischen Internationale« am 
14. Juli 1889 in Paris entsprang 
der Erkenntnis, daß die »Arbei- 
ter aller Länder« dem Ruf der 
sozialistischen Führung nicht 
Folge leisteten, sondern durch 
überall zu errichtende Gewerk- 
schaftsverbände manipuliert 




Von links: Clemenceau, Wilson und Lloyd George. Der Erste 
Weltkrieg war für die Bankiers eine wahre Goldgrube. 



werden mußten. Auch diesem 
Versuch war sehr geringer Er- 
folg beschieden. Das war der 
Zeitpunkt, als die Gesellschaft 
der Fabier und Lenins Bolsche- 
wiken die Weltbühne betraten 
und echte Fortschritte in Rich- 
tung auf die von Weishaupt, 
Roosevelt, Marx und Pike ent- 
worfenen Ziele machten. Der 
einzige wirkliche Unterschied 
zwischen diesen beiden Gruppen 
lag in den Methoden, die sie zur 
Erreichung des Gesamtziels - 
der Schaffung einer klassenlosen 
sozialistischen Eine-Welt-Ge- 
sellschaft, wie sie von Marx be- 
schworen worden war - an- 
wandten. 

Seitdem haben die Bolschewi- 
ken (Kommunisten) nicht davon 



abgelassen, ihr Ziel mit Gewalt 
und Revolution zu verwirkli- 
chen. Über die Fabier schreibt 
die »Encyclopaedia Britannica«: 
»Der Name leitet sich von dem 
römischen General Fabius, dem 
Zögerer, her, der für seine be- 
rechnende, lange Zeiträume ein- 
kalkulierende Strategie bekannt 



Von Beginn an setzten sich die 
Fabier für eine »neue Weltord- 
nung« ein, die durch Indoktri- 
nierung junger Schüler und Stu- 
denten erreicht werden sollte. 
Sie gingen davon aus, daß diese 
intellektuellen Revolutionäre 
schließlich in den verschiedenen 
meinungsbildenden und Macht 
ausübenden Gremien der Welt 
entscheidenden Einfluß gewin- 



61 



ne n und so ihre Ziele erreichen 
könnten. Ihre Taktik wurde als 
»Doktrin der Unaufhaltsamkeit 
des stufenweisen Fortschritts« 
bekannt. 

Man darf nicht übersehen, daß 
diese beiden Organisationen le- 
diglich zwei der vielen Tarnorga- 
nisationen waren, deren sich die 
internationale Verschwörung 
bediente. Die wirkliche Macht 
ist immer von den Bankiers aus- 
geübt worden. Professor Quigley 
schreibt, daß die internationalen 
Bankiers und ihre amerikani- 
schen Kollegen des angehenden 
19. Jahrhunderts sich »einerseits 
auf Commerzbank- und Versi- 
cherungsgeschäfte und anderer- 
seits auf Eisenbahn und Schwer- 
industrie verlegten«; »sie waren 
in der Lage, unermeßliche 
Reichtümer anzuhäufen und ei- 
ne enorme wirtschaftliche, poli- 
tische und gesellschaftliche 
Macht auszuüben. Allgemein 
bekannt als >die Gesellschaft 
oder >die 400< führten sie ein 
Leben strahlenden Glanzes. Sie 
besegelten den Ozean in großen 
Privatjachten, sie fuhren in Pri- 
vatzügen über Land, sie wech- 
selten zeremoniell von einem ih- 
rer spektakulären Landgüter 
und Stadthäuser in Palm Beach, 
Long Island, den Berkshires, 
Newport und Bar Harbor zum 
nächsten und versammelten sich 
in ihren burgartigen New Yorker 
Residenzen, um unter Mrs. 
Astors kritischen Blick die Me- 
tropolitan Opera zu besuchen; 
oder sie trafen sich zu geschäftli- 
chen Besprechungen auf höch- 
ster strategischer Ebene in der 
ehrfurchtgebietenden Gegen- 
wart J. P. Morgans persönlich. 



Der Coup der 
Coups 

Die Struktur der von den Ty- 
coons der Großbanken und des 
big business geschaffenen Fi- 
nanzkontrollen war unerhört 
komplex; ein Unternehmen be- 
ruhte auf dem anderen, beide 
waren wiederum mit halbunab- 
hängigen Partnern verbunden, 
das ganze überragt von zwei 
Türmen wirtschaftlicher und po- 
litischer Macht, deren einer - 
der in New York - von J. P. 
Morgan und deren anderer - in 
Ohio - von der Rockefeller-Fa- 
milie geleitet wurde. Als diese 
beiden Gruppen schließlich zu- 
sammenarbeiteten, waren sie in 
der Lage, die Wirtschaft des 
Landes zum Teil zu beeinflussen 
und das politische Leben - zu- 
mindest auf Bundesebene - fast 
ausschließlich zu kontrollieren.« 

Zu Beginn dieses Jahrhunderts 
war die amerikanische Wirt- 
schaft derart dynamisch gewach- 
sen, daß die internationalen 
Bankiers große Mühe hatten, die 
Entwicklung unter Kontrolle zu 
halten. Ihre Macht und ihre Au- 
torität wurden in Frage gestellt. 
Ein Weg mußte gefunden wer- 
den, um sicherzustellen, daß sie 
ihrer Macht nie verlustig gehen 
könnten. Sie beschlossen, daß 
»der Weg« die Gründung einer 
Zentralbank war, die sie selbst 
besitzen und leiten würden. 

Es darf nicht vergessen werden, 
daß die internationalen Bankier- 
familien seit mehr als zweihun- 
dert Jahren Europa beherrsch- 
ten, nachdem es ihnen gelungen 



62 



war die »Bank von England« 
und andere Zentralbanken in 
Deutschland, Frankreich, Italien 
und der Schweiz zu begründen. 
Seit dem »Coup der Coups« von 
1815, als sie für einen lächerlich 
geringen Betrag die Kontrolle 
über England erkauften, be- 
herrschten die Rothschilds das 
Bankwesen. Alle ihre Bemühun- 
gen, auch den Vereinigten Staa- 
ten eine Zentralbank aufzuhal- 
sen, waren fehlgeschlagen. Die 
US-Verfassung verlieh allein 
dem Kongreß die Autorität, 
»Geld zu prägen und seinen 
Wert zu bestimmen«. 

Die künstlich hervorgerufene 
»Panik von 1907« diente als 
»Beispiel« für die Unumgäng- 
lichkeit einer amerikanischen 
Zentralbank. Eine riesige Pro- 



pagandakampagne sollte den 
Amerikanern diese Idee nahe- 
bringen. 

Einige der führenden amerikani- 
schen Bankiers schienen gegen 
diesen Plan zu sein, aber das war 
nur eine List. William McAdoo, 
Außenminister und Schwieger- 
sohn Präsident Wilsons, sprach 
mit den »Gegnern« einer Zen- 
tralbank: »Diese Gespräche mit 
Bankiers führten mich zu einer 
interessanten Schlußfolgerung. 
Nach und nach lichtete sich der 
Nebel der Widersprüche, und es 
wurde mir klar, daß die Finanz- 
welt durchaus nicht so sehr ge- 
gen den Gesetzentwurf war, wie 
es den Anschein hatte.« 

Das Federal Reserve System (ei- 
ne Zentralbank) entstand mit 




Arbeitslose in New York. Die Weltwirtschaftskrise war ein 
geplantes Ereignis der illuminierten Bankiers. 



63 



der Verabschiedung des Bun- 
desrücklagengesetzes (Federal 
Reserve Act) durch das Reprä- 
sentantenhaus und den Senat 
Ende Dezember 1913. Mit die- 
sem Gesetz erhielten die Ban- 
kiers das Privileg zugesprochen, 
Geld ohne Gegenwert zu schaf- 
fen und es der amerikanischen 
Regierung gegen Zinsen zu lei- 
hen. Der Weg für die Plünde- 
rung der amerikanischen Nation 
durch die internationalen Ban- 
kers war frei. 

Es spielt keine Rolle mehr, 
wer die Gesetze macht 

Etwa in dieser Zeit betrat der 
geheimnisvoll »Colonel« Ed- 
ward Mandell House die politi- 
sche Szenerie. Er war ein Agent 
der Internationalisten. Präsident 
Wilson sagte von ihm: »Mr. 
House ist mein zweites Ich. Er 
ist mein unabhängiges Selbst. 
Seine und meine Gedanken sind 
eins. Wäre ich an seiner Stelle, 
würde ich so handeln, wie er 
sagt.« 

Im Herbst 1912, unmittelbar 
nach Wilsons erstem Wahlsieg, 
erschien anonym ein Buch mit 
dem Titel »Philip Dm - Admini- 
strator«. Colonel House war der 
Autor. 

In diesem Buch erläuterte Hou- 
se Pläne für eine Zentralbank, 
Einkommensteuer (beides Pro- 
grammpunkte des Kommunisti- 
schen Manifests) und für einen 
»Sozialismus, wie er von Karl 
Marx erträumt wurde«. Es steht 
außer Frage, daß »Sozialismus« 
und »Kommunismus« die Be- 



griffe sind, die von den Illumini- 
sten verwendet werden, um den 
entscheidenden Schritt zu tun 
zur Eroberung der Welt. 

In den vergangenen Jahrhunder- 
ten hatten die internationalen 
Bankiers riesige Vermögen zu- 
sammengerafft, indem sie die 
Kriege der verschiedenen Natio- 
nen gegeneinander finanzierten. 
Es ist geschichtlich erwiesen, 
daß diese Nationen aufgrund ih- 
rer Kriegsschulden bei den Ban- 
kiers geplündert, ausgeraubt und 
ausgeblutet wurden. Nur eine 
Gruppe gewann jeden Krieg: die 
Großbankiers. 

»Geben Sie mir die Kontrolle 
über das Geld, und es spielt kei- 
ne Rolle, wer die Gesetze 
macht«, sagte Mayer Amschel 
Rothschild. Mit der etwa gleich- 
zeitigen Einführung des Federal 
Reserve Systems und der Ein- 
kommensteuer war der Weg frei. 
Das Konto jedes Amerikaners 
und die riesigen Bodenschätze 
der Vereinigten Staaten waren 
von nun an manipulierbar im 
Rahmen der letzten Schritte zur 
Erreichung des teuflischen Ziels. 

Viele amerikanische Patrioten 
erkannten die ernsten Gefahren 
der neuen Regelung. Der kon- 
servative Henry Cabot Lodge 
Sen. sagte, sie ermögliche den 
Bankiers, »den Goldwert in 
nicht einlösbarem Papiergeld zu 
ertränken«. Charles A. Lind- 
bergh Sen., der Vater des be- 
rühmten Fliegers, sagte: »Die 
unsichtbare Regierung der Fi- 
nanzmacht wird eine Inflation er- 
zeugen, wann immer den Kon- 



64 



zernen eine Inflation gelegen 
kommt.« Aber anscheinend 
wollte niemand hören. Die Rich- 
tigkeit dieser Warnungen wird 
durch die Tatsache erhärtet, daß 
die nationalen Schulden der 
USA zum Zeitpunkt der Begrün- 
dung des Federal Reserve Sy- 
stems eine Milliarde Dollar be- 
trug. Heute steht die Verschul- 
dung bei 1 060 237 928 516 US- 
Dollar. 

Krieg bringt 
Zinsen 

Was als nächstes geschah, ist ei- 
ne Demonstration der zunächst 
betrügerischen Taktiken der 
Verschwörer und ihrer völligen 
Verachtung des amerikanischen 
Volkes. Während Woodrow 
Wilson für seine Wiederwahl mit 
dem Slogan warb: »Er hielt uns 
den Krieg vom Leib«, war sein 
alter ego »Col.« House damit 
beschäftigt, hinter den Kulissen 
Vereinbarungen mit England zu 
treffen, die Amerikas Kriegsein- 
tritt sicherten. 

Sobald Wilson wiedergewählt 
war, legten die Insider eine an- 
dere Platte auf und begannen, 
die Idee zu verbreiten, daß der 
Krieg unvermeidlich sei. Die 
Versenkung des britischen Mu- 
nitionsschiffes »Lusitania« wur- 
de hervorgeholt und - ebenso 
wie der U-Boot-Krieg - zu einer 
entscheidenden Frage erhoben. 

In seinem explosiven Bestseller 
»The Lusitania« beweist Colin 
Simpson auf der Grundlage bri- 
tischer Regierungsunterlagen, 
daß das berühmte Schiff bereits 



in der Anfangsphase des Krieges 
in ein Munitions schiff umgerü- 
stet wurde, obwohl man das zu 
jener Zeit und auch noch viele 
Jahre später heftig verneinte. 
Bevor die Lusitania New York 
am 1. Mai 1915 mit einer großen 
Ladung hochexplosiven Spreng- 
stoffs an Bord verließ, warnten 
die deutschen Vertreter in den 
Vereinigten Staaten potentielle 
Passagiere immer wieder vor der 
Gefahr, in die sie sich bringen 
würden, wenn sie die Reise mit- 
machten. Als die Passagiere an 
Bord gingen, wurden die War- 
nungen mündlich wiederholt. 

Sechs Tage später wurde die 
»schwimmende Bombe« von ei- 
nem deutschen U-Boot-Torpe- 
do getroffen. Sie sank innerhalb 
von 20 Minuten. 1201 Men- 
schen, darunter viele Amerika- 
ner, kamen ums Leben. 

Die Anwesenheit amerikani- 
scher Staatsbürger auf einem 
britischen Kriegsschiff war 
selbstverständlich illegal. Jeder, 
der die Reise antrat, wußte, wel- 
ches Risiko er auf sich nahm. In 
der darauffolgenden Propagan- 
dawelle wurden die Deutschen 
als mörderische Ungeheuer dar- 
gestellt, und das Ereignis wurde 
benutzt, um Amerika in den 
Krieg hineinzuziehen, den die 
Insider scheinheilig als den 
Krieg bezeichneten, »der allen 
Kriegen ein Ende machen« wür- 
de. Amerika erklärte ihn am 6. 
April 1917. 

Er stellte sich für die Bankiers 
und ihre Freunde als wahre 
Goldgrube heraus. Die Kriegs- 
unkosten zwangen die Regie- 



65 



rang, von den Bankiers gegen 
hohe Zinsen Geld zu borgen. 
Männer wie Bernard Barach 
und Eugene Meyer verdienten 
als Leiter von Schlüsselprojek- 
ten Unsummen. 

Am 8. Januar 1918 forderte Prä- 
sident Wilson vor dem Kongreß 
die Bildung eines Völkerbundes. 
Dieser Schachzug hatte ohne 
Zweifel den Zweck, Amerika 
von seiner seit George Washing- 
ton aufrechterhaltenen Isola- 
tionspolitikabzubringen. »Colo- 
nel« House und seine unsichtba- 
ren Hintermänner waren eifrig 
an der Arbeit, um den nächsten 
Schritt in Richtung auf ihr Ziel 
tun zu können. 

Die Finanzierung 
derrussischenRevolution 

In dieselbe Zeit fiel ein weiteres 
historisch bedeutendes Ereignis. 
Nach seiner Ausweisung aus 
Frankreich und Spanien traf 
Trotzki mit seiner Familie an 
Bord des Dampfers »Monser- 
rat« am 13. Januar 1917 in New 
York ein. Obwohl nichts davon 
bekannt ist, daß er eine feste 
Anstellung hatte, lebten die 
Trotzkis in einer Luxuswohnung 
und fuhren in einer chauffierten 
Limousine herum. Die Quelle 
seines Wohlstandes blieb eine 
Zeitlang unbekannt. 

Trotzki verließ New York an 
Bord der SS. »Kristianafjord«, 
um in Rußland die bolschewiki- 
sche Phase der Revolution zu or- 
ganisieren. Als das Schiff am 3. 
April 1917 in Halifax, Neu- 
schottland, festmachte, wurde 



Trotzkis Gruppe von kanadi- 
schen Beamten auf Anordnung 
der britischen Admiralität in 
London festgehalten. 

Innerhalb weniger Stunden sa- 
hen sich die Kanadier beträchtli- 
chem Druck von hohen Regie- 
rungsbeamten in Washington 
und in London ausgesetzt, die 
Trotzkis Freilassung erwirken 
wollten. Offizielle Unterlagen 
über das Geschehnis, die un- 
längst von der kanadischen Re- 
gierung freigegeben wurden, be- 
stätigen, daß die Beamten wuß- 
ten, daß Trotzkis Gruppe »So- 
zialisten waren, die Amerika 
verließen, um eine Revolution 
gegen die derzeitige russische 
Regierung zu entfesseln«. Trotz- 
ki und seine Reisegefährten 
wurden rasch entlassen. 

Antony A. Sutton vom Hoover 
Institut der Standford Universi- 
tät wirft in seinem Buch »Wall 
Street and the Bolshevik Revo- 
lution« ein helles Licht auf diese 
Geschieh tsperiode. Über das 
Hoover Institut hatte er Zugang 
zu Regierungsunterlagen: »Prä- 
sident Wilson war die märchen- 
hafte Patentante, die Trotzki mit 
einem Paß versorgte, damit er 
die Revolution in Rußland >vor- 
antreiben< konnte. Dieser ameri- 
kanische Paß war mit einem rus- 
sischen Einreisevisum versehen. 
Jennings C. Wise kommentiert 
in >Woodrow Wilson: Schüler 
der Revolution entsprechend: 
>Die Geschichte darf nie verges- 
sen werden, daß Woodrow Wil- 
son es Leon Trotzki trotz der 
Bemühungen der britischen Po- 
lizei ermöglichte, Rußland mit 



66 



einem amerikanischen Paß zu 
betreten A 

Im April 1917 reisten Lenin und 
eine Gruppe von 32 russischen 
Revolutionären per Bahn von 
der Schweiz über Deutschland 
und Schweden nach Petrograd in 
Rußland. Sie wollten sich mit 
Trotzki treffen, um >die Revolu- 
tion zu Ende zu führen<. Ihre 
Reise durch Deutschland war 
vom deutschen Generalstab ge- 
billigt, ermöglicht und finanziert 
worden.« 

Der Kaiser wußte davon nichts. 
Zu dieser Zeit bekleidete Max 
Warburg, der Bruder von Paul 
und Felix Warburg, die bei der 
Gründung des amerikanischen 
Federal Reserve System eine 
führende Rolle gespielt hatten, 
einen hohen Posten im deut- 
schen Geheimdienst. Außerdem 
war er der Vorstand der Roth- 
schild-Warburg-Bank in Frank- 
furt. Kann man bei diesen Tatsa- 
chen bezweifeln, daß die inter- 
nationalen Bankiers das Ganze 
heimlich steuerten? 

20 Millionen Dollar für 
den Sieg der Revolution 

Lenin und Trotzki vereinigten 
ihre Kräfte und waren innerhalb 
von sieben Monaten durch List, 
Korruption und Betrug soweit, 
daß sie zusätzliche Kriminelle in 
ausreichender Menge anheuer- 
ten und dem Staat das Prinzip 
aufzwingen konnten, das Lenin 
»alle Macht den Räten« nannte. 
Die Bolschewiken übernahmen 
die Kontrolle in einigen Städten, 
deren wichtigste Petrograd war. 



Das war Jahre vor der endgülti- 
gen Machtübernahme in Ruß- 
land durch Lenin und seine 
Horde. 

In seinem Buch »Czarism and 
the Revolution« schreibt der 
russische General Arsene De 
Gulewitsch: »Die Hauptgeldge- 
ber der Revolution waren aber 
weder verrückte russische Mil- 
lionäre noch Lenins bewaffnete 
Banditen. Das >wirkliche< Geld 
kam hauptsächlich aus gewissen 
britischen und amerikanischen 
Kreisen, die schon seit langem 
die revolutionäre Sache in Ruß- 
land unterstützt hatten. Die 
wichtige Rolle, die der begüterte 
amerikanische Bankier Jacob 
Schiff bei den russischen Emi- 
granten spielte, ist kein Geheim- 
nis mehr.« 

Das wurde vom »New York 
Journal American« vom 3. Fe- 
bruar 1949 bestätigt: »Jacobs 
Enkel John Schiff schätzt heute, 
daß sein Großvater ungefähr 20 
Millionen Dollar für den endgül- 
tigen Triumph des Bolschewis- 
mus in Rußland aufwandte.« 

De Gulewitsch erwähnt einen 
anderen russischen General, der 
behauptet, die Revolution sei 
»von den Engländern, genauer 
gesagt von Sir George Buchanan 
und Lord Alfred Milner in die 
Wege geleitet worden. In Privat- 
gesprächen wurde mir mitgeteilt, 
daß Lord Milner mehr als 21 
Millionen Rubel für die Finan- 
zierung der russischen Revolu- 
tion auf gewandt hat.« 

Milner, ein Strohmann der 
Rothschilds, war ein führendes 



67 



Mitglied der geheimen »Round- 
Table«-Organisation, deren 

»Einfluß kaum überschätzt wer- 
den kann«, schreibt Quigley. Es 
ist keine Frage, daß die wirkli- 
chen Mächte hinter den Kulissen 
die russische Revolution ins Le- 
ben riefen und finanzierten. 

Bei Quigley heißt es weiter: 
»1919 war es dieselbe Gruppe, 
die für die Gründung des König- 
lichen Instituts für Internationa- 
le Angelegenheiten in England 
und den Rat für Auswärtige Be- 
ziehungen in den Vereinigten 
Staaten verantwortlich zeichne- 
te«. Beide Organisationen sind 
seit ihrer Gründung nie müde 
geworden, das Konzept einer 
»neuen Weltordnung« zu ver- 
künden. Sofort nach Beginn der 
bolschewistischen Revolution 
wurden in der amerikanischen 
Presse zahlreiche kritische Stim- 
men zu Ursache und Auswir- 
kungen der Revolution laut. 

Am 28. November 1917 - zwei 
Wochen nach Beginn der russi- 
schen Revolution - kabelte »Co- 
lonel« House, »der kein offiziel- 
les Regierungsamt bekleidete 
und nie in irgendeine Position 
gewählt worden war, an Präsi- 
dent Wilson: >Es ist von aller- 
höchster Wichtigkeit, daß solche 
Kritik unterdrückt wird<.« 

Profite der 
Revolution 

Winston Churchill erkannte die 
wahre Kraft hinter der bolsche- 
wistischen Revolution - die II- 
luminaten! In einem Artikel des 
»Illustrated Sunday Herald« 



vom 8. Februar 1920 schrieb er: 
»Seit den Tagen Spartacus Weis- 
haupts über Karl Marx, Trotzki, 
Bela-Kuhn, Rosa Luxemburg 
und Emma Goldmann ist diese 
weltweite Verschwörung stetig 
angewachsen. Sie spielte in der 
Tragödie der französischen Re- 
volution eine klare erkennbare 
Rolle. Sie war die Triebfeder je- 
der subversiven Bewegung des 
19. Jahrhunderts; und jetzt hat 
diese Gruppe außergewöhnli- 
cher Persönlichkeiten aus der 
Unterwelt der großen Städte 
Europas und Amerikas das rus- 
sische Volk beim Schöpf gepackt 
und ist praktisch der unbe- 
schränkte Herrscher dieses Rie- 
senreichs geworden.« 

Die Auswirkungen des Krieges 
und der Revolution auf die russi- 
sche Nation waren verheerend. 
Als die Feindseligkeiten aufhör- 
ten, war Rußland in jeder Bezie- 
hung ein Schlachtfeld. Die toten 
Theorien von Marx und seinen 
Jüngern erwiesen sich als völlig 
unbrauchbar bei dem Versuch, 
den Wiederaufbau zu leisten. 
Der Zusammenbruch des ge- 
samten Systems schien unab- 
wendbar. 

In den auf die Revolution fol- 
genden Jahren pumpten ameri- 
kanische Industrielle, Bankiers 
und ihre Geschäftspartner aus 
anderen Ländern Kapital nach 
Rußland. Nach Dokumenten, 
die in einem Senat-Hearing über 
den Export strategischer Güter 
in die UdSSR am 23. Oktober 
1961 vorgelegt wurden, sandten 
die großen amerikanischen Ur- 
gesellschaften Techniker und 
Maschinen in die UdSSR, um 



68 



die dortigen Ölfelder zu er- 
schließen. Außerdem wurden 
zahlreiche amerikanische Exper- 
ten hinübergeschickt, um den 
Bolschewiken zu helfen, durch 
den Bau von Eisenbahnen, 
Stahl- und anderer Industrie ihre 
Position zu festigen. 

Die Weltwirtschaftskrise 
und Roosevelt 

Während die Bankiers und In- 
dustriellen eifrig daran arbeite- 
ten, das Sowjetregime aufzubau- 
en, planten sie heimlich die 
Schröpfung des amerikanischen 
Volkes. Nach einem Probelauf 
im Jahr 1920 waren sie für den 
Zusammenbruch von 1929 und 
die »große Depression« der fol- 
genden Jahre gut gerüstet. 

Am 6. Februar traf Montagu 
Norman, Vorstand der Bank von 
England, in Washington ein, um 
mit dem amerikanischen Finanz- 
minister Andrew Mellon zu kon- 
ferieren. Kurz darauf änderte 
das Federal Reserve System sei- 
ne Politik des leicht erhältlichen 
Geldes, die mehr als sechs Jahre 
lang in Kraft gewesen war, und 
begann, den Diskontsatz anzu- 
heben. 

An die »Aufgeklärten« ejging 
am 9. März 1929 eine rechtzeiti- 
ge Warnung. Paul Warburg wur- 
de in der »Financial Chronical« 
wie folgt zitiert: »Wenn Orgien 
ungezügelter Spekulationen zu 
weit ausgedehnt werden dürfen, 
ist der endgültige Zusammen- 
bruch sicher.« In den nächsten 
sechs Monaten hatten die Einge- 
weihten Zeit, ihre Aktien zu ho- 



hen Preisen zu verkaufen und ihr 
Geld in Silber und Gold anzu- 
legen. 

»Als alles vorbereitet war, be- 
gannen die New Yorker Geldge- 
ber, den Brokern die Tagesdar- 
lehen zu kündigen. Das hatte zur 
Folge, daß die Börsenbroker .ih- 
re Aktien auf den Markt werfen 
mußten, um die Kredite zahlen 
zu können. Dadurch brach na- 
türlich der Aktienmarkt zusam- 
men, was wiederum den Kollaps 
vieler Banken im ganzen Land 
nach sich zog, da die nicht der 
Oligarchie gehörenden Banken 
fast nur mit Tagesdarlehen ar- 
beiteten und schließen mußten, 
als der Run auf die Banken ihren 
Bargeldvorrat sehr bald er- 
schöpft hatte. Das Federal Re- 
serve System kam ihnen nicht zu 
Hilfe, obwohl es laut Gesetz ge- 
nötigt war, eine elastische Wäh- 
rung aufrechtzuerhalten.« 

Es war kein Zufall, 
es war ein geplantes 
Ereignis 

Der freimütige Vorsitzende des 
Banken- und Währungsaus- 
schusses im Kongreß, Louis T. 
McFadden, erkannte die Ursa- 
che für die große Depression: 
»Das war kein Zufall. Es war ein 
sorgfältig geplantes Ereignis. 
Die internationalen Bankiers 
legten es darauf an, hier eine 
allgemeine Verzweiflung zu 
wecken, aus der sie als die abso- 
luten Herrscher hervorgehen 
wollten.« 

Nach dem Zusammenbruch war 
das Geschäftsleben ein einziges 



69 




Mit der Vereidigung Roosevelts siegten weltweit die 
schmeichlerischen Brüder des Illuminaten-Ordens. 



Chaos. Zehntausende Unter- 
nehmen mußten schließen. Mil- 
lionen Menschen verloren ihren 
Job und mußten sich in die Es- 
senausgabeschlangen einreihen. 
Einige Millionäre verloren alles, 
was sie hatten, und begingen 
verzweifelt Selbstmord. 

1932 gab es eindeutige Anzei- 
chen für eine wesentliche Ver- 
besserung der Lage. Eine Brise 
der Hoffnung und des Vertrau- 
ens zog durch das Land. Obwohl 
die wirtschaftlichen Aussichten 



rosig waren, hatten die Insider 
andere Pläne mit dem amerika- 
nischen Volk. Während des Prä- 
sidentenwahlkampfes von 1932 
präsentierte sich Franklin D. 
Roosevelt den Wählern als au- 
ßerordentlich konservativ. Aber 
bald hörte man überall im Land 
Gerüchte, daß seine Wahlplatt- 
form nicht seinen wirklichen 
Ansichten entsprach, und daß 
mit radikalen Änderungen der 
gesamten Wirtschafts-, Gesell- 
schafts- und Regierungsstruktur 
zu rechnen sei. 



70 



Als Roosevelt im November ge- 
wählt war, nahmen diese Ge- 
rüchte immer mehr zu. Der ge- 
wählte Präsident nahm zu ihnen 
keine Stellung. Die 1932er Wahl 
war die letzte, nach der die ei- 
gentliche Amtseinführung des 
Präsidenten erst im folgenden 
März - statt im Januar - statt- 
fand. Die lange Wartezeit und 
die wachsende öffentliche Unsi- 
cherheit führte zu einer - poli- 
tisch herbeigeführten - »zweiten 
Depression«, die stark lähmende 
Wirkung hatte. Die daraus ent- 
stehende öffentliche Panik führ- 
te zu einem nationalweiten Run 
auf die Banken, von denen viele 
schließen mußten, als Roosevelt 
sein Amt antrat. 

Roosevelt kam also in einer aus- 
geprägten Krisenatmosphäre zur 
Macht, die er und die hinter ihm 
stehenden Kräfte vorsätzlich ge- 
schaffen hatten. Sofort setzte er 
die lang erwarteten Veränderun- 
gen des gesamten amerikani- 
schen Regierungssystems und 
des Lebensstils ins Werk. Bun- 
deskommissionen und Ausfüh- 
rungsbehörden wurde die Macht 
verliehen, fast jede geschäftliche 
Transaktion in Amerika nach 
Belieben zu kontrollieren und 
ihren Willen mit Zivil- und 
Strafprozessen durchzudrücken. 
Verfassungsmäßige Einschrän- 
kungen derartiger Autoritäts- 
übungen wurden weggewischt. 
Der Kongreß wurde mehr als je 
zuvor in der amerikanischen Ge- 
schichte ein Werkzeug der Un- 
terwürfigkeit und tat genau, was 
ihm der Präsident vorschrieb, 
weil die Krisenatmosphäre, die 
der Präsident selbst erzeugt hat- 



te, ihn dazu zwang und weil die 
Fabier und die von ihnen ge- 
schulten Politiker, die der Präsi- 
dent in so vielen Bundesministe- 
rien eingesetzt hatte, einen 
wohldosierten Druck ausübten. 

Der Sieg der 
schmeichlerischen Brüder 

Kurz, die Franklin D. Roose- 
velt-Administration versuchte, 
der amerikanischen Nation die 
letzte Phase von Clinton Roose- 
velts illuministischen Plan der 
Zerstörung von Verfassung und 
Regierung aufzubürden - unter 
dem Vorwand, eine »neue Ge- 
sellschaftsordnung« oder, wie sie 
es ironisch nannten, einen »New 
Deal« zu errichten. Sie prägten 
sofort das Zeichen der Illumina- 
ten auf die amerikanische Wäh- 
rung (die ein-Dollar-Noten), 
womit sie offen erklärten, das 
Ziel ihrer Verschwörung - ihren 
»Novus Ordo Seclorum« oder 
New Deal - erreicht zu haben. 

Dieses Zeichen wurde von Weis- 
haupt übernommen, als er den 
Illuminatenorden am 1. Mai 
1776 gründete. Auf dieses Er- 
eignis wird durch die römischen 
Ziffern MDCCLXXVI am Fuß 
der Pyramide hingewiesen, nicht 
auf das Jahr der Unabhängig- 
keitserklärung, wie Uneinge- 
weihte angenommen haben. 
Weiterhin muß man wissen, daß 
das Zeichen erst nach der Ver- 
einigung der Illuminaten mit den 
Freimaurern auf dem Wilhelms- 
bader Kongreß von 1782 für die 
letzteren Bedeutung erlangte. 

Von Bedeutung ist die Inschrift 
des Zeichens: »Annuit coeptis« 



71 



bedeutet »unsere Unterneh- 
mung (Verschwörung) ist vom 
Erfolg gekrönt«. Unter der Py- 
ramide stehen die Worte »Novus 
Ordo Seclorum«. Sie erklären 
die Natur der Unternehmung, 
die Schaffung einer »neuen 
Weltordnung« oder des New 
Deal. 

Es ist von Bedeutung, daß der 
»Grundeckstein«, die Spitze der 
Pyramide fehlt. An ihrer Stelle 
erscheint das »allsehende Au- 
ge«, das die terroristische Spio- 
nageagentur symbolisiert, die 
Weishaupt unter dem Namen 
der »Schmeichlerischen Brüder« 
einrichtete. 



In der Bibel wird Jesus Christus 
als »Grundeckstein« bezeichnet. 

Er ist das Haupt der Kirche, die 
ebenfalls in pyramidischer Form 
organisiert ist. 

Christus wird in Markus und Lu- 
kas der »Stein, den die Bauleute 
verworfen haben« genannt. Die 
Illuminatenführer, die Bauleute 
der neuen Weltordnung, verwar- 
fen Jesus Christus und wählten 
Satan, den Teufel, als ihr Ober- 
haupt, ihren Chef. Kein Wun- 
der, daß sie den »Grundeck- 
stein« aus dem Zeichen entfern- 
ten und ihn durch das satanische 
allsehende Auge ersetzten. 



72 



III. Die Rothschild-Dynastie 



Seit vielen Jahren üben die Begriffe »Internationale Bankiers«, 
»Rothschild«, »Geld« und »Gold« eine Art mystische Faszination 
auf viele Menschen in der ganzen Welt, insbesondere in Amerika, 
aus. Im Laufe der Jahre sind die internationalen-Bankiers in den 
USA einer ganz erheblichen Kritik ausgesetzt worden, und zwar von 
Seiten der verschiedensten Leute in hohen Stellungen des öffentli- 
chen Lebens - Männer, deren Meinungen Beachtung verdienen und 
deren Verantwortungsbewußtsein sie in Positionen gebracht haben, 
wo sie Kenntnis von den Dingen hatten, die sich hinter den Kulissen 
der Politik und Hochfinanz abspielen. 



Präsident Andrew Jackson, der 
einzige amerikanische Präsident 
unter dessen Regierung die 
Staatsverschuldung vollständig 
beseitigt wurde, verdammte die 
internationalen Bankiers als 
»Natterngezücht«, welches er 
entschlossen sei, aus dem ameri- 
kanischen Lebensgefüge »auszu- 
rotten«. Jackson behauptete, 
wenn das amerikanische Volk 
nur verstehen würde, wie diese 
»Vipern« auf der amerikani- 
schen Bühne arbeiteten, »eine 
Revolution noch vor Anbruch 
des Morgens ausbrechen 
würde.« 

Sie rauben das 
Volk aus 



Der ehemalige Bürgermeister 
der Stadt New York, John F. 
Hylan, erklärte 1911, »die wirk- 
liche Bedrohung unserer Repu- 
blik ist die unsichtbare Regie- 
rung, die wie eine Riesenkrake 
ihre schleimigen Schlingarme 
über unsere Stadt, unser Land 
und unsere Nation ausstreckt. 
Der Kopf ist eine kleine Gruppe 
von Bankhäusern, die allgemein 
als Jnternationale Bankers< be- 
zeichnet wird.« 

Hatten diese im öffentlichen Le- 
ben führenden Personen mit ih- 
rer Beurteilung der Situation 
Recht oder waren sie Opfer ei- 
ner exotischen Form von Pa- 
ranoia? 



Der Kongreßabgeordnete Louis 
T. McFadden, der mehr als 10 
Jahre Vorsitzender des Banken- 
und Währungsausschusses war, 
erklärte, daß die internationalen 
Bankiers »eine dunkle Mann- 
schaft von Finanzpiraten« sind, 
die »einem Mann die Kehle 
durchschneiden würden, nur um 
einen Dollar aus seiner Tasche 
zu kriegen. Sie rauben das Volk 
dieser Vereinigten Staaten aus.« 



Untersuchen wir die Geschichte 
analytisch und emotionsfrei und 
decken wir die Fakten auf. Die 
Wahrheit, wie sie mehr und 
mehr auftauchen wird, wird sich 
als augenöffnend erweisen und 
als lehrreich für alle diejenigen, 
die versuchen, die unfaßbaren 
Ereignisse besser zu verstehen, 
die auf nationaler und interna- 
tionaler Bühne stattgefunden 
haben und stattfinden. 



73 



Der Erste der 
Rothschilds 

Das Europa des ausgehenden 
18. Jahrhunderts beziehungs- 
weise zur Zeit der amerikani- 
schen Revolution unterschied 
sich in höchstem Maße von dem, 
was wir heute kennen. Es setzte 
sich aus vielen größeren und 
kleineren Königreichen, Her- 
zogtümern und Staaten zusam- 
men, die ständig miteinander in 
Streitigkeiten verwickelt waren. 
Die Menschen waren in der 
Mehrheit auf die Stufe von Leib- 
eigenen gesunken - mit keinerlei 
politischen Rechten. Die dürfti- 
gen »Privilegien«, die ihnen von 
ihren »Herren« gewährt wur- 
den, konnten ihnen jederzeit 
wieder entzogen werden. 

Es geschah zu jener Zeit, daß ein 
junger Mann auf der europäi- 
schen Bildfläche erschien, der 
einen ungeheuren Einfluß auf 
den Verlauf der zukünftigen 
Weltgeschichte haben sollte: 
sein Name war Mayer Amchel 
Bauer. In späteren Jahren wurde 
sein Name, den er umänderte, 
gleichbedeutend mit Reichtum, 
Macht und Einfluß. Er war der 
Erste der Rothschilds - der erste 
wahrhafte Bankier. 

Mayer Amchel Bauer wurde 
1743 in Frankfurt am Main in 
Deutschland geboren. Er war 
der Sohn von Moses Amchel 
Bauer, einem wandernden Geld- 
wechsler und Goldschmied, der 
seines Herumwanderns in Ost- 
europa müde, beschieß, sich in 
der Stadt niederzulassen, in dem 



sein erster Sohn geboren worden 
war. Er eröffnete einen Laden 
oder ein Kontor in der Juden- 
straße. Über der Eingangstür zu 
seinem Laden brachte er ein 
großes rotes Schild an. 

Schon im frühesten Kindesalter 
zeigte Mayer Amchel Bauer, 
daß er eine immense intellektu- 
elle Fähigkeit besaß, und sein 
Vater verbrachte einen Großteil 
seiner Zeit damit, dem Jungen 
alles über das Geldleihen beizu- 
bringen, was er selbst wußte so- 
wie die Lehren, die er aus vieler- 
lei Quellen bezogen hatte. Vater 
Bauer hatte ursprünglich ge- 
hofft, seinen Sohn zum Rabbi 
auszubilden, aber sein früher 
Tod machte diesen Plänen ein 
Ende. 

Wenige Jahre nach dem Tod sei- 
nes Vaters fing Mayer Amchel 
Bauer als Bankgehilfe bei den 
Oppenheimers in Hannover an. 
Seine überragende Begabung 
wurde rasch erkannt und sein 
Aufstieg in der Firma wurde 
schnell gefördert: er wurde Ju- 
niorpartner. 

Kurz danach kehrte er nach 
Frankfurt zurück, wo er das im 
Jahre 1750 gegründete Geschäft 
seines Vaters erwarb. Das große 
rote Schild hing noch immer dar- 
über. Die wahre Bedeutung des 
roten Schildes (sein Vater hatte 
es zu seinem Wappen aufgrund 
der roten Flagge erhoben, die 
das Siegeszeichen für die revolu- 
tionsbewußten Juden in Osteu- 
ropa war) erkennend, änderte 
Mayer Amchel Bauer seinen 
Namen um in Rothschild: auf 



74 



diese Weise wurde das Haus 
Rothschild gegründet. 

Die Taktik machte 
sich bezahlt 

Der Grundstein für die Bildung 
eines unermeßlichen Reichtums 
wurde im Jahre 1760 und da- 
nach gelegt, als Amchel Roth- 
schild seine Bekanntschaft mit 
General von Estorff auffrischte, 
für den er während seiner Tätig- 
keit bei der Bank Oppenheimer 
Botendienste erledigt hatte. 

Als Rothschild entdeckte, daß 
der General, der nun am Hofe 



von Prinz Wilhelm von Hanau 
verweilte, eine Vorliebe für aus- 
gesuchte Münzen hatte, be- 
schloß er, diese Gelegenheit 
beim Schöpfe zu packen. Seine 
zu einem günstigen Preis ange- 
botenen kostbaren Münzen und 
Medaillen machten ihn bald bei 
dem General und sonstigen ein- 
flußreichen Mitgliedern des Ho- 
fes sehr beliebt. 

Eines Tages wurde er von Prinz 
Wilhelm persönlich bestellt. Sei- 
ne Hoheit kaufte ein Dutzend 
seiner schönsten Medaillen und 
Münzen. Es war dies die erste 
Transaktion zwischen einem 
Rothschild und einem Staats- 




Mlt der Schlacht bei Waterloo gewann Rothschild durch 
schnelles Handeln die Kontrolle über die englische Wirtschaft. 
Die Rothschilds hatten bei dieser Schlacht beide Seiten finan- 
ziert: die Franzosen und auch die Engländer. 



75 



Oberhaupt. Bald tätigte Roth- 
schild auch mit anderen Prinzen 
Geschäfte. 

Es dauerte nicht lange, bis Roth- 
schild einen weiteren Köder aus- 
warf, um sich bei verschiedenen 
dortigen Prinzen »in« zu bringen 
- und seine eigenen Ziele voran- 
zutreiben. Er schrieb ihnen Brie- 
fe, in denen er ihrer prinzlichen 
Eitelkeit schmeichelte und sie 
gleichzeitig um ihre Gönner- 
schaft bat. 

Seine Taktik machte sich be : 
zahlt. Am 21. September 1769 
konnte Rothschild eine Plakette 
mit dem Wappen des Hauses 
von Hessen-Hanau an seinem 
Ladeneingang anbringen, auf 
der in goldenen Lettern zu lesen 
stand: »M. A. Rothschild, Hof- 
lieferant Seiner Erlauchten Ho- 
heit, Prinz Wilhelm von Hanau«. 

Im Jahre 1770 heiratete Roth- 
schild die 17 Jahre alte Gutele 
Schnaper. Sie gründeten zusam- 
men eine große Familie: 5 Söhne 
und 5 Töchter. Die Söhne hie- 
ßen Amchel, Salomon, Nathan, 
Kaimann und Jakob. 

Die Geschichtsschreibung no- 
tiert, daß Wilhelm von Hanau, 
»dessen Familienwappen seit 
dem Mittelalter in Deutschland 
berühmt war«, mit menschlicher 
Ware handelte. Gegen Geld ver- 
lieh der Prinz, der eng mit den 
verschiedenen Königshäusern 
Europas verwandt war, seine 
Truppen an jede beliebige Re- 
gierung. Sein bester Kunde war 
die englische Regierung, die 
Truppen unter anderem dafür 



brauchte, die amerikanischen 
Kolonisten in Schach zu halten. 

Wilhelm war mit diesem Ge- 
schäft der »Truppenvermie- 
tung« höchst erfolgreich. Als er 
starb, hinterließ er das größte, 
bis dahin in Europa angehäufte 
Vermögen: 200 000 000 Dollar. 
Der Rothschild-Biograph Fre- 
deric Morton bezeichnete Wil- 
helm als »Europas kaltblütigsten 
Finanzhai blauen Geblüts«. 

Ein Buch, das 
es nicht gibt 

Rothschild wurde ein Agent die- 
ses »Menschenvieh«-Händlers. 
Er muß seine neuen Aufgaben 
sehr beflissen wahrgenommen 
haben, denn als Wilhelm sich ge- 
zwungen sah, nach Dänemark zu 
fliehen, ließ er 600 000 Pfund 
(damals 3 Millionen Dollar) bei 
Rothschild zur Aufbewahrung 
zurück. 

Wie der ehemalige Comman- 
deur William Guy Carr, Nach- 
richtenoffizier in der Königlich 
Kanadischen Marine, der welt- 
weit über ausgezeichnete Ver- 
bindungen mit Nachrichtendien- 
sten verfügte, berichtet, entwarf 
der Begründer des Hauses Roth- 
schild die Pläne zur Gründung 
der Illuminaten und beauftragte 
anschließend Adam Weishaupt 
mit deren Aufbau und Weiter- 
entwicklung. 

Sir Walter Scott schreibt in dem 
zweiten Band seines Werkes 
»Das Leben Napoleons«, daß 
die Französische Revolution von 
den Illuminaten vorbereitet und 



76 



von den Geldwechslern Europas 
finanziert wurde. Interessanter- 
weise ist das obige Buch (vom 
Autor selbst gesehen und gele- 
sen) das einzige Buch von Scott, 
das in den »maßgebenden Quel- 
lenverzeichnissen« nicht unter 
dessen Namen angegeben wird. 
Es ist heute ein »Buch, das es 
nicht gibt«. 

Zwecks Berichterstattung der 
nachfolgenden Geschehnisse 
schlagen wir die »Jüdische Enzy- 
klopädie«, Ausgabe 1905, Band 
10, Seite 494, auf: »Im Volks- 
mund hieß es, daß dieses Geld in 
Weinkisten versteckt, und nach- 
dem es der Durchsuchung durch 
die Soldaten Napoleons bei ih- 
rem Einmarsch in Frankfurt ent- 
gangen war, in denselben Kisten 
unangetastet im Jahre 1814 zu- 
rückgegeben wurde, als der Kur- 
fürst in sein Kurfürstentum zu- 
rückkehrte. Die Tatsachen sind 
weniger romantisch und mehr 
geschäftlicher Art.« 

Hier erklärt das führende jüdi- 
sche Organ, daß das, was Roth- 
schild tatsächlich mit den 3 Mil- 
lionen Dollar gemacht hat, 
»mehr geschäftlicher Art« war. 
Die einfache Wahrheit ist, daß 
Rothschild das Geld vom Prin- 
zen Wilhelm anders verwendete. 
Allerdings war das Geld, noch 
bevor es in die Hände Roth- 
schilds kam, nicht »sauber«. Die 
Riesensumme war von der engli- 
schen Regierung an Wilhelm 
von Hessen für den Dienst sei- 
ner Truppen bezahlt worden. 
Also hatte ursprünglich Wilhelm 
das Geld seinen Truppen unter- 



schlagen, die einen moralischen 
Anspruch darauf hatten. 

Mit diesem Geld als solide 
Grundlage beschloß Mayer Am- 
chel Rothschild, seine Geschäfts- 
unternehmungen im großen Stil 
auszuweiten - und er wurde der 
erste internationale Banker. 

Einige Jahre zuvor hatte Roth- 
schild seinen Sohn Nathan nach 
England geschickt, wo er die 
Familiengeschäfte wahrnehmen 
sollte. Nach einem kurzen Auf- 
enthalt in Manchester, wo er sich 
als Kaufmann betätigte, zog Na- 
than auf Anordnung seines Va- 
ters nach London und errichtete 
ein Geschäft als Handelsbank. 

Damit die Sache gut ging, spen- 
dete Vater Rothschild seinem 
Sohn die drei Millionen Dollar, 
die er von Wilhelm von Hessen 
hatte. 

Der Anfang des 
Riesenvermögens 

Die »Jüdische Enzyklopädie« 
von 1905 erzählt, daß Nathan 
die Beute in »Gold der Ostindi- 
schen Gesellschaft« investierte, 
»wohlwissend, daß dies für Wel- 
lingtons Feldzug auf der Halbin- 
sel benötigt werden würde.« Mit 
diesem Geld machte Nathan 
»nicht weniger als vierfachen 
Gewinn: bei dem Kauf der Wel- 
lington-Aktien, die er für 50 
Cent je Dollar kaufte und zu 
Pari verkaufte; bei dem Verkauf 
des Goldes an Wellington; bei 
dessen Rückkauf; und bei des- 
sen Versand nach Portugal. Dies 



77 



war der Anfang des Riesenver- 
mögens des Hauses«. 

Mit Hilfe ihres aus diesen Ge- 
winnen angehäuften Kapitals er- 
richtete die Familie Zweignie- 
derlassungen des Hauses Roth- 
schild in Berlin, Wien, Paris und 
Neapel. An die Spitze einer je- 
der Niederlassung setzte Roth- 
schild einen seiner Söhne: Am- 
chel leitete die Berliner Bank, 
Salomon die Wiener Filiale, Ja- 
kob schickte er nach Paris und 
Kaimann eröffnete die Roth- 
schildbank in Neapel. London 
blieb und ist der Hauptsitz des 
Hauses Rothschild. 

Als Mayer Amchel Rothschild 
am 19. September 1812 starb, 
hinterließ der Begründer des 
Hauses Rothschild ein Testa- 
ment, das nur wenige Tage alt 
war. Darin legte er genaue Ge- 
setze fest, nach denen das Haus 
mit seinem Namen in Zukunft 
geführt werden sollte. 

Die Gesetzte waren wie folgt: 

1. Alle Schlüsselpositionen des 
Hauses Rothschild sind mit Fa- 
milienmitgliedern zu besetzen 
und nicht mit fremden Ange- 
stellten. Es dürfen nur die männ- 
lichen Familienmitglieder an den 
Geschäften teilnehmen. 

Der älteste Sohn des ältesten 
Sohnes soll das Familienober- 
haupt sein, soweit nicht die 
Mehrheit der übrigen Familie 
ein anderes bescheidet. Auf- 
grund dieser Ausnahmebestim- 
mung wurde Nathan, der ein be- 
sonders brillanter Kopf war, zum 



Oberhaupt des Hauses Roth- 
schild im Jahre 1812 bestimmt. 

2. Die Familie soll sich unterein- 
ander mit ihren Vettern und Ku- 
sinen ersten und zweiten Grades 
verheiraten und damit das uner- 
meßliche Vermögen bewahren. 
Diese Regel wurde anfangs 
strikt eingehalten, aber später, 
als andere jüdische Bankhäuser 
auf die Bühne traten, wurde sie 
gelockert, so daß einige Roth- 
schilds ausgesuchte Mitglieder 
der neuen Elite heiraten 
konnten. 

3. Amchel verbot seinen Erben 
»ganz ausdrücklich und unter 
gar keinen Umständen durch das 
Gericht oder sonstwie eine Be- 
standsaufnahme meines Nach- 
lasses vornehmen zu lassen. 
Auch verbiete ich jedwege 
Rechtsschritte und jedwede 
Veröffentlichung des Wertes der 
Hinterlassenschaft. Wer diese 
Bestimmungen mißachtet und 
irgendwie ihnen zuwiderlaufen- 
de Handlung begeht, wird sofort 
als Anfechter dieses meinen 
letzten Willens angesehen und 
wird die Folgen zu tragen 
haben.« 

Viele Dinge kamen unter 
den Familien-Teppich 

4. Rothschild ordnete eine ewige 
Familienpartnerschaft an und 
bestimmte, daß die weiblichen 
Familienmitglieder, ihre Ehe- 
männer und Kinder ihren Anteil 
am Nachlaß unter der Bedin- 
gung erhalten, daß die Verwal- 
tung bei den männlichen Mit- 



78 



gliedern bleibt. Frauen sollten 
nicht an der Verwaltung des 
Vermögens beteiligt werden. 
Ein jeder, der dies anfechten 
würde, sollte seinen Anteil am 
Erbe verlieren. 

Letzteres sollte insbesondere al- 
le jenen den Mund versiegeln, 
die auf den Gedanken kommen 
könnten, mit der Familie zu bre- 
chen. Rothschild war sich offen- 
sichtlicft bewußt, daß es unter 
dem Familien-»Teppich« eine 
Menge Dinge gab, die niemals 
ans Tageslicht kommen sollten. 

Die imposante Stärke des Hau- 
ses Rothschild beruhte auf einer 
Reihe wichtiger Faktoren: Ab- 
solute Geheimhaltung aufgrund 
der totalen Familienkontrolle 
über sämtliche Geschäftsvorgän- 
ge; eine unbegrenzte, man kann 
fast sagen, übernatürliche Fähig- 
keit, die Zukunft vorauszusehen 
und vollen Nutzen daraus zu zie- 
hen. Die gesamte Familie wurde 
von einer unersättlichen Lust 
nach Ansammlung von Reich- 
tum und Macht getrieben; sowie 
totale Rücksichtslosigkeit in al- 
len geschäftlichen Unterfangen. 

Frederic Morton berichtet in sei- 
nem Buch »The Rothschilds«, 
daß »Samstag abends, nach ei- 
nem in der Synagoge verrichte- 
tem Gebet, Mayer gewöhnlich 
den Rabbi in sein Haus einlud, 
wo man sich auf grünen Polstern 
gegenüber saß, genüßlich ein 
Gläschen Wein trank und sich 
über dies und das bis tief in die 
Nacht ereiferte. Auch an Werk- 
tagen kam es häufig vor, daß 
Mayer das schwere Buch des 



Talmud herunternahm und dar- 
aus vorlas, unterdessen die ge- 
samte Familie mucksmäuschen- 
still sitzen und zuhören mußte.« 

Es ließe sich über die Roth- 
schilds zu recht sagen, daß die 
»Familie, die gemeinsam betet, 
zusammenhält«. Und gebetet 
wurde. Morton zufolge war es 
für den Durchschnittsmenschen 
schwierig, »Rothschild zu ver- 
stehen noch den Grund, warum 
er, der soviel besaß, noch mehr 
erobern wollte«. Alle fünf Brü- 
der waren von demselben Geist 
der Schläue und Eroberung be- 
seelt. 

Die Rothschilds sind keine wah- 
ren Freundschaften und Bünd- 
nisse eingegangen. Ihre Teilha- 
ber waren lediglich Bekannt- 
schaften, die man benutzte, um 
die Interessen des Hauses Roth- 
schild zu fördern und warf sie 
auf den Müllhaufen der Ge- 
schichte, wenn sie ihren Zweck 
oder ihre Nützlichkeit verloren 
hatten. 



Rothschilds finanzierten 
beide Seiten 

Wie wahr diese Aussage ist, be- 
weist eine weitere Passage aus 
Frederic Mortons Buch. Er er- 
zählt, wie im Jahre 1806, Napo- 
leon erklärt, daß es sein »Ziel 
sei, das Haus Hessen-Kassel von 
den Regierungsgeschäften aus- 
zuschließen und von der Liste 
der Mächte zu streichen«. 

»Damit befahl der mächtigste 
Mann Europas, den Felsen nie- 



79 



derzureißen, auf dem die neue 
Rothschildfirma gegründet wor- 
den war. Aber merkwürdiger- 
weise ließ die Geschäftigkeit im 
Hause des roten Schildes nicht 
nach . . .« 

»Der Staub wirbelte hinter den 
Kutschen auf, in denen diese 
rundgesichtigen Rothschilds im- 
mer noch saßen, gierig und uner- 
forschlich, die Aktentaschen un- 
ter die Arme geklemmt.« 

»Sie sahen weder Krieg noch 
Frieden, weder Schlagzeilen 
noch Manifeste, die die Welt 
verblendeten. Sie sahen nur ihre 
Sprungbretter. Prinz Wilhelm 
war eines gewesen, Napoleon 
würde das nächste sein.« 

»Bizarr«? Im Grunde nicht. Das 
Haus Rothschild half den fran- 
zösischen Diktator zu finanzie- 
ren, und folglich hatten sie je- 
derzeit freien Zugang zu den 
französischen Märkten. Einige 
Jahre später, als Frankreich und 
England sich gegenseitig blok- 
kierten, waren die einzigen 
Kaufleute, die unbehelligt durch 
die Blockade liefen die Roth- 
schilds. Sie finanzierten beide 
Seiten. 

»Dieses Nutzwertdenken, das 
die Söhne Mayers ' antrieb, 
brachte einen gründlichen wirt- 
schaftlichen Frühjahrsputz; ein 
Auskehren von steuerlichem 
Unterholz; eine Renovierung 
der alten Kreditstrukturen und 
die Erfindung neuer; eine Schaf- 
fung neuer Geldkanäle - schon 
allein deshalb, weil es fünf ver- 
schiedene Rothschildbanken in 



fünf verschiedenen Ländern gab 

- über ein Clearing-house; eine 
Methode, die das altmodische, 
unhandliche Verschiffen der 
Goldbarren durch ein weltweites 
Schuld- und Kreditsystem ab- 
löste. 

Eine der großartigsten Beiträge 
war Nathans neues Verfahren 
zur Auflegung internationaler 
Anleihen. Vorher hatten sich die 
englischen Anleger nur zögernd 
an ausländischen Emissionen 
beteiligt. Es lag ihnen nichts dar- 
an, in allen möglichen fremden 
und unhandlichen Währungen 
Dividende zu erhalten. 

Nun hatte Nathan sie am Wickel 

- die mächtigste Investitions- 
quelle des 19. Jahrhunderts - in- 
dem er Auslandsanleihen in 
Pfund Sterling zahlbar machte.« 

Die Schlacht bei 
Waterloo 

Während einerseits Reichtum 
und Macht der Rothschilds an 
Umfang und Einfluß zunahmen, 
erweiterte sich andererseits ihr 
Nachrichtendienst. Sie hatten ih- 
re »Agenten« in allen strategisch 
wichtigen Hauptstädten und 
Handelsplätzen sitzen, die Nach- 
richten einholten und verschie- 
dene Typen dieses Dienstes ent- 
wickelten. Wie die meisten Un- 
ternehmungen der Familie be- 
ruhten sie auf sehr harter Arbeit 
und reiner List. 

Dir einzigartiges Spionagenetz 
fing damit an, daß die »Jungs« 
sich gegenseitig über ein Kurier- 



netz informierten. Schon bald 
entwickelte sich daraus eine sehr 
viel ausgetüftteltere, schlagkräfti- 
gere und weitreichende Angele- 
genheit. Es war ein Spionagesy- 
stem par excellence. Seine ver- 
blüffende Schnelligkeit und Lei- 
stungsfähigkeit gab den Roth- 
schilds einen klaren »Vor- 
sprung« bei all ihren Geschäfts- 
aktionen auf internationaler 
Ebene. 

»Rothschildkutschen galoppier- 
ten die Landstraßen entlang, 
Rothschildschiffe segelten über 
den Ärmelkanal, Rothschild- 
agenten bewegten sich gleich hu- 



schenden Schatten auf den Stra- 
ßen der Städte. Sie transportier- 
ten Bargeld, Wertpapiere, Brie- 
fe und Nachrichten. Vor allem 
Nachrichten - die neuesten, ex- 
klusivsten Nachrichten, die mit 
Nachdruck an den Aktien- und 
Warenterminbörsen verarbeitet 
werden würden.« 

»Und es gab keine wertvollere 
Nachricht als den Ausgang bei 
Waterloo!« 

Von der Schlacht bei Waterloo 
hing die Zukunft des europäi- 
schen Kontinents ab. Falls die 
Grande Armee Napoleons sieg- 




Lincolns Ermordung im Ford-Theater in Washington durch den 
Schauspieler John Wilkes Booth durch einen Kopfschuß. 



81 



reich daraus hervorging, würde 
Frankreich unangefochten Herr- 
scherin über all das sein, was sie 
an der europäischen Front abge- 
steckt hatte. Falls Napoleon in 
die Knie gezwungen wurde, wür- 
de England das Gleichgewicht 
der Mächte in Europa in der 
Hand halten und in der Lage 
sein, seinen Einflußbereich we- 
sentlich zu erweitern. 

Der Historiker John Reeves, ein 
Rothschild-Anhänger, enthüllt 
in seinem Buch »The Roth- 
schilds, Financial Rulers of the 
Nations«, daß »ein Grund für 
seinen (Nathans) Erfolg war die 
Verschwiegenheit, mit der er 
sich umgab und die unlautere 
Politik, mit der er jene irreführ- 
te, die ihn am aufmerksamsten 
beobachteten.« 

Riesige Reichtümer waren mit 
dem Ausgang der Schlacht bei 
Waterloo zu gewinnen - oder zu 
verlieren. An der Londoner Ak- 
tienbörse stieg die Erregung in 
fiebrige Höhe, während die 
Händler auf die Nachricht über 
den Ausgang dieser Schlacht der 
Giganten warteten. Wenn Eng- 
land verlor, würde der Kurs von 
English Consul in noch nie dage- 
wesene Tiefen stürzen. Wenn 
England gewann, würde der 
Kurs der Consul in neue schwin- 
delerregende Höhen steigen. 
Während sich die beiden 
Riesenarmeen in die Schlacht 
auf Leben und Tod stürzten, wa- 
ren die Agenten von Nathan 
Rothschild auf beiden Seiten der 
Front fieberhaft dabei, den Ver- 
lauf der Schlacht so genau wie 
nur möglich in Erfahrung zu 



bringen. Weitere Rothschild- 
Agenten standen in der Nähe 
bereit, die Nachrichtenbulletins 
an einen strategischen Komman- 
doposten der Rothschilds zu 
überbringen. 

Der ganz große 
Coup 

Am späten Nachmittag des 
19. Juni 1815 sprang ein Roth- 
schild-Beauftragter in ein spe- 
ziell angeheuertes Boot und 
machte sich eilends gen England 
über den Ärmelkanal. In seinem 
Besitz befand sich ein höchst ge- 
heimer Bericht des Rotschild- 
Geheimdienstes über den Fort- 
gang der entscheidenden 
Schlacht. Diese Nachrichten 
sollten es Nathan erlauben, eini- 
ge lebenswichtige Entscheidun- 
gen zu treffen. 

Der Sonderagent wurde in Folk- 
stone in der Morgendämmerung 
des nächsten Tages von Nathan 
Rothschild persönlich begrüßt. 
Nachdem dieser die wesentli- 
chen Punkte des Berichtes über- 
flogen hatte, war er schon wie- 
der unterwegs, in rasanter Fahrt 
nach London und der Aktien- 
börse. 

Angekommen an der Börse, in- 
mitten fieberhafter Spekulatio- 
nen über den Ausgang der 
Schlacht, begab sich Nathan auf 
seinen üblichen Posten an der 
»Rothschildsäule«. Ohne jedes 
Zeichen der Gemütsbewegung, 
ohne jede geringste Verände- 
rung des Mienenspiels gab der 
Chef des Hauses Rothschild mit 



dem steinernen Gesicht und den 
Schlitzaugen seinen in der Nähe 
postierten Agenten ein vorher 
abgemachtes Zeichen. Darauf- 
hin wurden von den Rothschild- 
Agenten sofort die Consul auf 
den Markt geworfen. Als nun 
diese Aktien im Wert von eini- 
gen hunderttausend Dollar an- 
geboten wurden, begann ihr 
Kurs zu sinken. Dann stürzte er 
steil nach unten. 

Nathan blieb an »seiner« Säule 
gelehnt, gefühlslos, ausdrucks- 
los. Er verkaufte weiter und ver- 
kaufte und verkaufte. Die Con- 
sul fiel weiter. Das Gerücht 
machte die Runde durch die 
Börse: »Rothschild weiß.« - 
»Wellington hat Waterloo ver- 
loren!« 

Die Abgabe verwandelte sich in 
Panik, die Leute beeilten sich, 
ihre »wertlosen« Consul abzu- 
stoßen oder Papiergeld gegen 
Gold und Silber einzutauschen 
in der Hoffnung, wenigstens ei- 
nen Teil ihres Vermögens zu ret- 
ten. Die Consul setzten ihren 
Sturzflug in bodenlose Tiefe 
fort. Nach wenigen Stunden fie- 
berhafter Umsätze war die Con- 
sul ruiniert. Sie hatte einen Wert 
von 5 Cents je Dollar. 

Nathan Rothschild, nach wie vor 
unbewegt und ausdruckslos, 
lehnte sich noch immer gegen 
die Säule. Unmerklich wurden 
die Signale weitergegeben. Den- 
noch waren es andere Signale. 
Sie unterschieden sich auf so ge- 
ringfügige Weise, daß nur die 
äußerst geschulten Rothschild- 
Agenten die Veränderung wahr- 



nehmen konnten. Auf das Stich- 
wort ihres Bosses hin machten 
sich ein Dutzend Rothschild- 
Agenten auf den Weg zum Or- 
derschalter auf der anderen Sei- 
te der Börse und kauften sämtli- 
che Consul für ein »Butterbrot«. 

Aufräumen in 
Frankreich 

Kurz darauf erreichte die »offi- 
zielle« Nachricht die englische 
Hauptstadt. England war der 
Beherrscher der europäischen 
Bühne. In Sekundenschnelle 
schoß der Kurs der Consul noch 
über den ursprünglichen Wert 
hinaus. Mit zunehmendem Be- 
wußtsein der Öffentlichkeit über 
die Bedeutung des englischen 
Sieges stieg der Kurs der Consul 
sogar noch höher. 

Napoleon hatte »sein Waterloo« 
gehabt. Nathan hatte die Kon- 
trolle über die englische Wirt- 
schaft erworben. Über Nacht 
hatte sich sein bereits erhebli- 
ches Vermögen mehr als ver- 
zwanzigfacht. 

Nach ihrer vernichtenden Nie- 
derlage waren die Franzosen be- 
müht, finanziell wieder auf die 
Beine zu kommen. Im Jahre 
1817 wurde mit der angesehe- 
nen französischen Bank Ouvrard 
und den bekannten Bankiers, 
Baring Brothers in London ein 
beträchtliches Kreditabkommen 
geschlossen. Die Rothschilds 
hatte man als Zuschauer drau- 
ßen stehen lassen. 

Im darauffolgenden Jahr benö- 
tigte die französische Regierung 



83 



einen weiteren Kredit. Da die 
1817 über Ouvrard und Baring 
Brothers ausgegebene Renten- 
anleihe am Pariser Rentenmarkt 
und anderen europäischen Kapi- 
talmärkten im Kurs gestiegen 
war, schien es sicher, daß die 
französische Regierung die 

Dienste dieser beiden ausge- 
zeichneten Bankhäuser beibe- 
halten würde. 



Aber eine wesentliche Waffe des 
Rothschild-Arsenals war von 
den Franzosen übersehen oder 
nicht bedacht worden - ihre ein- 
malige Schläue in der Anwen- 
dung und Manipulation von 
Geld. 



Dir Spiel ist 
Kontrolle 



Die Gebrüder Rothschild pro- 
bierten fast alle Tricks aus ihrem 
umfangreichen Repertoire aus, 
um die französische Regierung 
zu beeinflussen, das Gescnäft ih- 
nen zu überlassen. Ihre Bemü- 
hungen waren indessen verge- 
bens. 

Die französischen Aristokraten, 
die stolz auf ihre Eleganz und 
höhere Abkunft waren, sahen in 
den Rothschilds lediglich Bau- 
ern, Emporkömmlinge, die man 
auf ihren Platz verweisen mußte. 
Die Tatsache, daß die Roth- 
schilds weitreichende finanzielle 
Ressourcen besaßen, in den mit 
größtem Luxus ausgestatteten 
Häusern residierten und sich in 
die elegantesten und teuersten 
Kleider, die es gab, kleideten, 
konnte die höchst standesbe- 
wußten französischen Adligen 
nicht aus der Reserve locken. 
Man hielt die Rothschilds für 
ungeschlacht - bar jeder gesell- 
schaftlichen Anerkennung. 
Wenn wir der Mehrzahl der hi- 
storischen Berichte Glauben 
schenken wollen, so war ihre Be- 
wertung der ersten Rothschild- 
Generation wahrscheinlich 
richtig. 



Am 5. November 1818 trat et- 
was ganz Unerwartetes ein. 
Nachdem der Kurs der französi- 
schen Regierungsanleihe ein 
Jahr lang stetig gestiegen war, 
begann er zu fallen. Mit jedem 
weiteren Tag verstärkte sich die 
rückläufige Kursentwicklung. In 
kürzester Zeit wurden auch an- 
dere Regierungsanleihen davon 
betroffen. 

Am Hofe Ludwig XVIII. 
herrschte eine gespannte Atmo- 
sphäre. Düsteren Gesichts grü- 
belten die Aristokraten über das 
Schicksal ihres Landes. Sie hoff- 
ten das Beste und mußten doch 
das Schlimmste befürchten. Die 
einzigen Leute in der Umgebung 
des Hofes, die nicht zutiefst be- 
sorgt waren, waren Jakob und 
Karl Rothschild. Sie lächelten 
und schwiegen. 

Langsam begann sich ein schlei- 
chender Verdacht in den Köpfen 
einiger Zuschauer einzunisten. 
Wäre es möglich, daß diese 
Rothschild-Brüder die Ursache 
für die wirtschaftlichen Nöte der 
Nation wären? Könnten sie 
heimlich den Anleihemarkt ma- 
nipuliert und die Panik insze- 
niert haben? Sie hatten! 



84 



Im Oktober 1818 hatten Roth- 
schild-Agenten mit Hilfe der un- 
begrenzten Reserven ihrer Ge- 
bieter riesige Mengen der fran- 
zösischen Regierungsanleihe ge- 
kauft, die von ihren Rivalen 
Ouvrard und Baring Brothers 
emittiert worden war. Dadurch 
war der Anleihekurs gestiegen. 
Dann, am 5. November 1818, 
begannen sie, Unmengen der 
Anleihepapiere auf den offenen 
Markt in den Haupthandelsplät- 
zen Europas zu werfen und da- 
durch den Markt in Panikstim- 
mung zu versetzen. 

Schlagartig veränderte sich die 
Szene im Palast Aix. Die Roth- 
schilds, geduldig auf ihre Zeit 
und in einem Vorzimmer war- 
tend, wurden nun eilends vor 
den König gebeten. Ihnen galt 
mit einmal die ganze Aufmerk- 
samkeit. Ihre Kleidung wurde 
der neueste Modeschrei. »Ihr 
Geld war der Liebling der ange- 
sehensten Schuldner.« Die 
Rothschilds hatten die Kontrolle 
über Frankreich erlangt und das 
ist ihr Spiel: Kontrolle! 

Benjamin Disraeli, einst Pre- 
mierminister von England, 
schrieb einen Roman mit dem 
Titel »Coningsby«. Die »Jüdi- 
sche Enzyklopädie« beschreibt 
das Buch als »ein ideales Por- 
trät« des Rothschildimperiums. 
Disraeli charakterisiert Nathan 
(in Verbindung mit seinen vier 
Brüdern) als »der Herr und Mei- 
ster der Geldmärkte der Welt 
und selbstverständlich so gut wie 
Herr und Meister über alles an- 
dere. Er hielt buchstäblich das 
Steueraufkommen Süditaliens 



als Pfand, und Monarchen und 
Minister aller Länder suchten 
seinen Rat und ließen sich von 
seinen Vorschlägen leiten«. 



Gepflegte Unhörbarkeit 
und Unsichtbarkeit 

Die von den Rothschilds in Eng- 
land im Jahre 1815 und drei Jah- 
re später in Frankreich vollzoge- 
nen finanziellen Schachzüge sind 
nur zwei Beispiele für die vielen 
anderen, die sie im Lauf der Zeit 
in der ganzen Welt vollbracht 
haben. 

Jedoch hat man die Methoden 
und Taktiken geändert, mit de- 
ren Hilfe man das öffentliche 
Publikum seines hartverdienten 
Geldes beraubte. Während man 
sie zunächst mit dreister Offen- 
heit benutzt hatte, um Menschen 
und Nationen auszubeuten, ha- 
ben die Rothschilds sich darauf- 
hin aus dem Scheinwerferlicht 
zurückgezogen und sind nun da- 
bei, auf dem Wege über und hin- 
ter einer breiten Vielzahl von 
Fronten die Fäden zu ziehen. 

Ihre »modernen« Methoden er- 
läutert der Biograph Frederic 
Morton: »Die Rothschilds lie- 
ben es zu glänzen. Aber zum 
Leidwesen der gesellschaftlich 
Ambitionierten glänzen die 
Rothschilds nur >in camera<, das 
heißt hinter verschlossenen Tü- 
ren, für und vor ihren Artge- 
nossen.« 

»Ihr Hang zu Zurückgezogen- 
heit scheint sich in den jüngsten 
Generationen verstärkt zu ha- 



85 



ben. Dem Begründer des Hauses 
war sie vor langer Zeit zu eigen, 
doch einige seiner Söhne, im 
Angriff auf Europas innerste 
Bastionen haben die Hand an 
jede Waffe gelegt, einschließlich 
schmutziger Propaganda. Heute 



pflegt die Familie sorgsam den 
Eindruck einer unhörbaren und 
unsichtbaren Existenz. Demzu- 
folge glauben einige, daß außer 
einer großen Legende wenig üb- 
riggeblieben ist und die Roth- 
schilds sind ganz zufrieden, ihr 




Amerikas Eintritt in den Ersten Weltkrieg brachte die interna- 
tionalen Bankers in ihrem Plan der Welteroberung weiter. 



öffentliches Bild von der Legen- 
de tragen zu lassen.« 

»Obwohl sie Kontrolle über un- 
zählige Unternehmen in der In- 
dustrie, im Handel, im Bergbau 
und in der Touristik haben, trägt 
nicht eines den Namen Roth- 
schild. Da es private Komman- 
ditgesellschaften sind, waren die 
Familienunternehmen weder in 
der Vergangenheit noch in der 
Gegenwart jemals gezwungen, 
auch nur eine einzige Bilanz 
oder einen sonstigen Bericht 
über ihre finanziellen Umstände 
zu veröffentlichen.« 

Seit ihrem Bestehen haben die 
Rothschilds keine Mühe ge- 
scheut, um den Eindruck zu er- 
wecken, daß sie im Rahmen der 
»Demokratie« handeln. Mit die- 
ser berechnenden Haltung sollen 
die Leute getäuscht und davon 
abgelenkt werden, daß ihr wah- 
res Ziel die Beseitigung jegli- 
chen Wettbewerbs und die Er- 
richtung eines Weltmonopols ist. 
Sich hinter einer Vielzahl von 
»Fassaden« verbergend, ist ih- 
nen ein Meisterwerk der Trug- 
kunst gelungen. 



Die Rothschilds und 
Amerika 

Nach ihren Eroberungszügen in 
Europa zu Beginn des 18. Jahr- 
hunderts warfen die Rothschilds 
ihre lüsternen Blicke auf den 
kostbarsten aller Erdteile - die 
Vereinigten Staaten. 

Amerika war in der ganzen 
Weltgeschichte einzigartig. Es 



war die einzige Nation auf Er- 
den, die jemals gegründet wur- 
de, und zwar mit der Bibel als 
grundlegenden Rechtstext. Ihre 
einmalige, herrliche Verfassung 
hatte den spezifischen Zweck, 
die Machtbefugnisse der Regie- 
rung zu begrenzen und Freiheit 
und Wohlstand ihrer Bürger zu 
bewahren. Ihre Bürger waren in 
der Hauptsache schaffensfreudi- 
ge Einwanderer mit dem »Ver- 
langen, frei zu atmen«, die nichts 
anderes wünschten als die Chan- 
ce, in einer so wunderbar anre- 
genden Umgebung zu leben und 
zu arbeiten. 

Die Ergebnisse - die »Früchte« 
dieses einmaligen Experiments 
waren so unbeschreiblich strah- 
lend, daß Amerika zu einem 
Märchen für die ganze Welt 
wurde. Viele Millionen in den 
weitentfernten Kontinenten der 
Erde sahen in Amerika, dem 
Zauberhaften, das gelobte Land. 

Die »Big Bankers« in Europa - 
unter anderem die Rothschilds - 
sahen die wunderbaren Ergeb- 
nisse, die dieser einzigartige 
Versuch gezeigt hatte, von ei- 
nem ganz anderen Blickwinkel 
aus. Sie betrachteten es als eine 
einschneidende Bedrohung ihrer 
Zukunftspläne. Die konservati- 
ve »Times« in London schrieb: 
»Wenn diese unselige Finanzpo- 
litik, deren Ursprung in der 
Nordamerikanischen Republik 
liegt (das heißt ehrliches, verfas- 
sungsgemäß bewilligtes, schul- 
denfreies Geld), sicn zu einer 
dauerhaften Einrichtung entwik- 
kelt, dann wird diese Regierung 
ihr Geld ohne Kosten bereitstel- 



87 



len. Sie wird ihre Schulden abbe- 
zahlen und keine Schulden mehr 
haben (bei den internationalen 
Bankers). Sie wird zu einem 
Wohlstand gelangen, der in der 
Geschichte der zivilisierten Re- 
gierungen dieser Welt absolut 
einmalig sein wird. Geist und 
Reichtum aller Länder werden 
nach Amerika wandern. Diese 
Regierung muß vernichtet wer- 
den oder sie wird jede Monar- 
chie auf diesem Erdball ver- 
nichten.« 



Die Rothschilds und ihre Freun- 
de entsandten ihre Finanztermi- 
ten, damit sie Amerika zerstör- 
ten, weil es zu einem »einmali- 
gen Wohlstand« gelangte. 

Der erste belegbare Beweis für 
das Eingreifen der Rothschilds 
in die finanziellen Angelegen- 
heiten der Vereinigten Staaten 
findet sich Ende der 20er und 
Anfang der 30er Jahre des 19. 
Jahrhunderts, als die Familie, 
über ihren Agenten Nicholas 
Biddle, darum kämpfte, die Ge- 
setzesvorlage von Andrew Jack- 
son niederzustimmen, die vor- 
sah, die Befugnisse jenes »Nat- 
terngezüchts«, den internationa- 
len Bankers, zu beschneiden. 

Die Rothschilds verloren die er- 
ste Runde, als Präsident Jackson 
1832 gegen die Vorlage zur Er- 
neuerung der Charter der »Bank 
of the United States« (eine von 
den internationalen Bankers 
kontrollierte Notenbank) sein 
Veto einlegte. Im Jahre 1836 
schloß die Bank die Türen. 



Der Zerstörungsplan 
der Verschwörer 

In den Jahren nach der Unab- 
hängigkeit hatte sich zwischen 
der baumwollpflanzenden Ari- 
stokratie in den Südstaaten und 
den englischen Tuchfabriken ein 
enges Geschäftsverhältnis ent- 
wickelt. Die europäischen Ban- 
kers entschieden, daß diese Ge- 
schäftsverbindung die Achilles- 
ferse Amerikas sei, die Tür, 
durch die die junge amerikani- 
sche Republik erfolgreich ange- 
schossen und überwunden wer- 
den könnte. 

Die »Illustrated University Hi- 
story«, 1878, berichtet, daß die 
Südstaaten von englischen 
Agenten überschwemmt wur- 
den. Diese verschworen sich mit 
den einheimischen Politikern, 
um gegen die eigenen Interessen 
der Vereinigten Staaten zu ar- 
beiten. Die von ihnen sorgfältig 
ausgesäte und gehegte Propa- 
ganda wuchs zur offenen Rebel- 
lion aus und führte zur Abtren- 
nung des Staates Süd-Karolina 
am 29. Dezember 1860. Inner- 
halb weniger Wochen traten 
sechs weitere Staaten der Ver- 
schwörung gegen die Union bei 
und sagten sich von ihr los, um 
die Konföderierten Staaten von 
Amerika unter Jefferson Davis 
als ihrem Präsidenten zu bilden. 

Die Verschwörer stellten Ar- 
meen auf, besetzten Festungen, 
Arsenale, Geldprägeanstalten 
und sonstige Besitztümer der 
Union. Sogar Mitglieder im Ka- 
binett des Präsidenten Buchanan 



waren mit von der Partie, die 
Union zu zerschlagen. Sie schä- 
digten das öffentliche Ansehen 
und beteiligten sich an dem 
Bankrott der Nation. Zwar be- 
klagte Buchanan die Session, 
aber er unternahm keine Schrit- 
te, sie unter Kontrolle zu brin- 
gen, nicht einmal, als Küstenbat- 
terien in Süd- Karolina auf ein 
US-Schiff das Feuer eröffneten. 

Kurze Zeit später wurde Abra- 
ham Lincoln Präsident. Er wur- 
de am 4. März 1861 in sein Amt 
eingeführt. Lincoln ordnete so- 
fort eine Blockade der Südstaa- 
ten an, um sie von den aus Euro- 
pa kommenden Versorgungs- 
mitteln abzuschneiden. Als »of- 
fizielles« Datum für den Beginn 
des Bürgerkrieges wird der 12. 
April 1861 angegeben, an dem 
das Fort Sunter in Süd-Karolina 
von den Konföderierten bom- 
bardiert wurde. Offensichtlich 
hat er aber sehr viel früher ange- 
fangen. 

Im Dezember 1861 wurden eu- 
ropäische Truppen (Engländer, 
Franzosen, Spanier) in großer 
Zahl nach Mexiko verschoben, 
was eine Mißachtung der Mon- 
reo-Doktrine war. Dies sowie 
die umfassenden Hilfeleistungen 
aus Europa an die Konföderier- 
ten waren die Anzeichen dafür, 
daß sich die englische Krone auf 
den Eintritt in den Krieg vorbe- 
reitete. Die Aussichten für den 
Norden und die Zukunft der 
Union sahen in der Tat schwarz 



In dieser Stunde der äußersten 
Krise wandte sich Lincoln an 



den Erzfeind der Krone, Ruß- 
land, um Hilfe. Als der Brief mit 
Lincolns dringlichem Appell 
dem Zaren Nikolaus II. überge- 
ben wurde, wog er ihn ungeöff- 
net in seiner Hand und sagte: 
»Bevor Wir diesen Brief gelesen 
und seinen Inhalt kennen, ge- 
währen Wir jedwede Bitte, die 
er enthalten mag.« 

Mord wegen 
zinsfreier US-Noten 

Unangekündigt dampfte eine 
russische Rotte unter Admiral 
Liviski am 24. September 1863 
in den Hafen von New York ein 
und ging dort vor Anker. Die 
russische Pazifikflotte unter Ad- 
miral Popov erreichte San Fran- 
zisco am 12. Oktober. Zu die- 
sem Akt der Russen bemerkt 
Gideon Wells: »Ihre Ankunft 
erfolgte auf dem Höhepunkt der 
Konföderation und dem Tief- 
punkt des Nordens und verur- 
sachte, daß England und Frank- 
reich lange genug zögerten, um 
das Blatt sich zugunsten des 
Nordens wenden zu lassen.« 

Die Geschichtsschreibung ent- 
hüllt uns, daß die Rothschilds 
kräftig dabei waren, beide Seiten 
des Bürgerkrieges zu finanzie- 
ren. Lincoln versetzte ihrer Tä- 
tigkeit einen Dämpfer, als er sich 
im Jahre 1862 und 1863 weiger- 
te, die von den Rothschilds ge- 
forderten exorbitanten Zinsen 
zu zahlen und verfassungsmäßig 
zulässige, zinsfreie US-Noten 
herausgab. Wegen dieser und 
anderer patriotischer Handlun- 
gen wurde Lincoln kaltblütig 



89 



von John Wilkes Booth am 14. 
April 1865 erschossen, nur fünf 
Tage nachdem sich Lee im Ap- 
pomattox Court House, Virgi- 
nia, Grant ergeben hatte. 

Die Enkelin von Booth, Izola 
Forrester, berichtet in ihrem 
Buch »One Mad Act«, daß Lin- 
colns Attentäter vor dem Mord 
in enger Verbindung mit unbe- 
kannten Europäern gestanden 
hat und wenigstens eine Reise 
nach Europa unternommen hat- 
te. Nach dem Mord wurde 
Booth durch Mitglieder der Rit- 
ter des Goldenen Kreises spurlos 
in Sicherheit gebracht. Der Au- 
torin zufolge hat Booth nach sei- 
nem Verschwinden noch viele 
Jahre gelebt. 

Die Ziele werden 
weiter verfolgt 

Unbeeindruckt von ihren ersten 
Mißerfolgen, die Vereinigten 
Staaten zu zerstören, setzten die 
internationalen Bankers die 
Verfolgung ihrer Zielsetzung mit 
unablässigem Eifer fort. Zwi- 
schen dem Ende des Bürgerkrie- 
ges und 1914 waren ihre 
Hauptagenten in den Vereinig- 
ten Staaten: Kühn, Loeb and 
Co. sowie J. P. Morgen Co. 

Am 1. Februar 1936 erschien 
eine kurze Chronik über Kühn, 
Loeb and Co. in der Zeitschrift 
»Newsweek«: »Abraham Kühn 
und Salomon Loeb waren Kolo- 
nialwarenhändler in Lafayette, 
Indiana, im Jahre 1850. Wie in 
allen neubesiedelten Regionen 
üblich, wurden die meisten Ge- 



schäfte auf Kredit getätigt. Bald 
stellten die beiden fest, daß sie 
Bankiers waren. 

Im Jahre 1867 gründeten sie 
Kühn, Loeb and Co., Bankiers, 
in der Stadt New York und nah- 
men einen jungen deutschen 
Auswanderer, Jacob Schiff als 
Teilhaber auf. Der junge Schiff 
hatte gewichtige Finanzbezie- 
hungen in Europa. Zehn Jahre 
später stand Jacob Schiff an der 
Spitze von Kühn, Loeb and Co., 
da Kühn gestorben war und 
Loeb sich zurückgezogen hatte. 
Unter Schiffs Leitung brachte 
die Bank europäisches Kapital 
mit der amerikanischen Indu- 
striezusammen.« 



Die Insider machen 
wieder einmal Beute 

Schiffs »gewichtigte Finanzbe- 
ziehungen in Europa waren die 
Rothschilds und ihre deutschen 
Vertreter, die M. M. Warburg 
Gesellschaft in Hamburg und 
Amsterdam. Innerhalb von 20 
Jahren hatten die Rothschilds 
über ihre Warburg-Schiff- Ver- 
bindung das Kapital bereitge- 
stellt, mit dem John D. Rocke - 
feller sein Standard Oil-Impe- 
rium ganz erheblich ausbauen 
konnte. Des weiteren wurden 
von ihnen die Aktivitäten von 
Edward Garriman (Eisenbahn) 
und Andrew Carnegie (Stahl) fi- 
nanziert. 

Um die Jahrhundertwende ent- 
sandten die Rothschilds, unzu- 
frieden mit dem Fortschritt ihrer 
amerikanischen Manöver, einen 



90 



ihrer Spitzenleute, Paul Moritz 
Warburg, nach New York, um so 
direkt die Führung ihres An- 
griffs auf den einzigen wahren 
Verfechter für individuelle Frei- 
heit und Wohlstand zu überneh- 
men - die Vereinigten Staaten 
von Amerika. 

Bei einem Hearing des Banken- 
und Währungsausschusses des 
Kongresses im Jahr 1913 gab 
Warburg zu, er sei »ein Mitglied 
des Bankhauses Kühn, Loeb and 
Co. Ich bin 1902 in dieses Land 
gekommen, während ich in 
Hamburg, Deutschland, geboren 
wurde und dort das Bankge- 
schäft erlernt habe und danach 
in London und Paris das Bank- 
fach studiert und die ganze Welt 
bereist habe.« 

Im ausgehenden Jahrhundert 
war es nicht üblich, daß Leute 
»in London und Paris das Bank- 
fach studieren« und »die ganze 
Welt bereisen«, wenn sie nicht 
eine spezielle Mission zu erfüllen 
hatten. 

Zu Beginn des Jahres 1907 hob 
Jacob Schiff, der von Rothschild 
bezahlte Boß des Hauses Kühn, 
Loeb and Co., in einer Rede vor 
der New Yorker Handelskam- 
mer warnend hervor, daß »wenn 
wir keine Zentralbank mit einer 
ausreichenden Kontrolle über 
die Kreditbeschaffung bekom- 
men, dann wird dieses Land die 
schärfste und tiefgreifendste 
Geldpanik in seiner Geschichte 
erleben.« 

Kurze Zeit später stürzten die 

Vereinigten Staaten in eine 



Währungskrise, die alle Zeichen 
einer geschickt geplanten Roth- 
schild-» Arbeit« trugen. Die dar- 
aus resultierende Panik am Ka- 
pitalmarkt ruinierte das Leben 
zehntausender unschuldiger 
Menschen im ganzen Land - und 
brachte der Bankelite Milliarden 
ein. 

Der Zweck dieser »Krise« war 
ein zweifacher: Erstens für die 
Insider finanzielle »Beute« zu 
machen und zweitens dem ame- 
rikanischen Volk die »große 
Notwendigkeit« einer Zentral- 
bank vor Augen zu führen. 



Die unsichtbare Regierung 
der Geldbarone 

Paul Warburg erklärte vor dem 
Banken- und Währungsaus- 
schuß: »Bei der Panik des Jahres 
1907 war mein erster Vorschlag, 
>laßt uns eine nationale Clea- 
ring-Bank (Zentralbank) grün- 
det Der Aldrich-Plan (für eine 
Zentralbank) enthält viele Din- 
ge, die einfach grundlegende 
Regeln des Bankgeschäftes sind. 
Ihr Ziel muß dasselbe sein.« 

Tief in ihre Kiste oft geübter 
Praktiken greifend zogen die in- 
ternationalen Bankers ihren bis- 
her größten Coup ab - die Grün- 
dung des in Privathänden be- 
findlichen »Federal Reserve Sy- 
stem«, womit die Kontrolle über 
die Finanzen der Vereinigten 
Staaten in die Hände machtbe- 
sessener Geldmonopolisten ge- 
legt wurde. Paul Warburg wurde 
der erste Vorsitzende des »Fed«. 



91 



per Kongreßabgeordnete Char- 
les Lindbergh legte den Finger 
genau auf die Wahrheit, als er im 
Ausschuß an die Verabschie- 
dung des »Federal« Reserve- 
Gesetzes durch den halbleeren 
Kongreß am 23. Dezember 1913 
sagte: »Mit diesem Gesetz wird 
der gigantischste Konzern auf 
dieser Welt gegründet. Wenn 
der Präsident (Wilson) diese Ge- 
setzesvorlage unterzeichnet, 
wird die unsichtbare Regierung 
der Geldbarone legalisiert. Das 
schwerste Verbrechen des Kon- 
gresses ist sein Währungssystem. 
Das schlimmste gesetzgeberi- 
sche Verbrechen aller Zeiten 
wird mit diesem Bank- und 
Währungsentwurf begangen.« 

Plan für die 
Welteroberung 

Nachdem sie in der Mitte des 
vergangenen Jahrhunderts die 
Nationen Europas finanziell fest 
in ihren Griff bekommen hatten, 
waren die internationalen Ban- 
kers fieberhaft dabei, ihren Ein- 
flußbereich in alle Himmelsrich- 
tungen auszudehnen und damit 
den endgültigen Sturm auf die 
Vereinigten Staaten vorzuberei- 
ten - eine Nation, die dank ihrer 
einmaligen Verfassung frei ge- 
blieben war. 

In den nun folgenden Jahrzehn- 
ten wurde deutlich, daß sie, um 
ihr Ziel der Weltherrschaft zu 
erreichen, eine Reihe von Welt- 
kriegen würden anzetteln müs- 
sen, die zu einer Nivellierung der 
Weltordnung fuhren würden, so 
daß der Weg für die Errichtung 



einer »Neuen Weltordnung« frei 
sein würde. 

Dieser Plan wurde in einem 
Brief an Giuseppe Mazzini vom 
15. August 1817 in anschauli- 
chen Einzelheiten von Albert Pi- 
ke, dem souveränen Großmei- 
ster des Altertürnlichen und An- 
erkannten Schottischen Ritus 
der Freimaurerei und obersten 
Illuminaten in Amerika, darge- 
legt. Pike schrieb, der Erste 
Weltkrieg sollte zusammenge- 
braut werden, um das zaristische 
Rußland zu zerstören - und die- 
ses weite Land unter die unmit- 
telbare Kontrolle der Illumina- 
ten-Agenten zu bringen. Ruß- 
land sollte dann als »Buhmann« 
benutzt werden, um die Ziele 
der Illuminaten weltweit zu för- 
dern. 

Weltkrieg Nummer 2 sollte über 
die Manipulation der zwischen 
den deutschen Nationalisten und 
den politischen Zionisten herr- 
schenden Meinungsverschieden- 
heiten fabriziert werden. Daraus 
sollte sich eine Ausdehnung des 
russischen Einflußbereiches und 
die Gründung eines Staates Isra- 
el in Palästina ergeben. 

Der Dritte Weltkrieg sollte dem 
Plan zufolge sich aus den Mei- 
nungsverschiedenheiten erge- 
ben, die die Illuminaten-Agen- 
ten zwischen den Zionisten und 
den Arabern hervorrufen wür- 
den. Es wurde die weltweite 
Ausdehnung des Konfliktes ge- 
plant. 

Wie der Brief sagt, planten die 
Illuminaten, »Nihilisten und 



92 



Atheisten aufeinander loszulas- 
sen« und »einen schrecklichen 
sozialen Umsturz zu provozie- 
ren, der in seinem ganzen Hor- 
ror den Nationen die Wirkung 
des absoluten Atheismus deut- 
lich vor Augen führen wird, Ur- 
sprung der Bestialität und der 
blutigsten Auf rühren. 

Danach werden überall die Bür- 
ger gezwungen, sich gegen die 
Weltminderheit der Revolutio- 
näre zu verteidigen, jene Zerstö- 
rer der Zivilisation zu vernichten 
und die Menge, über das Chri- 
stentum enttäuscht, dessen de- 
istische Geister von dem Mo- 
ment an ohne Wegweiser sein 
werden, und sehnsüchtig nach 



einem Ideal, jedoch nicht wis- 
send, wem Anbetung entgegen- 
zubringen, wird das wahre Licht 
durch die universale Manifesta- 
tion der reinen Doktrine Luzi- 
fers empfangen, die schließlich 
ins Licht der Öffentlichkeit ge- 
bracht wird, eine Manifestation, 
die ein Ergebnis der allgemeinen 
reaktionären Bewegung sein 
wird, die auf die Vernichtung 
des Christentums und Atheis- 
mus folgen wird, die damit beide 
mit einem Schlag besiegt und 
ausgelöscht worden sind.« 

Zu der Zeit, da Pike diesen be- 
merkenswerten Brief schrieb, 
gab es auf der Weltbühne fünf 
verschiedene Ideologien, die in 




Die russische Revolution brachte dieses Land unter die unmit- 
telbare Kontrolle der Illuminaten-Agenten. 



93 



einen »Kampf um Raum und 
Macht« verstrickt waren. Es wa- 
ren dies: 

1. Die geheime Ideologie der 
internationalen Bankers bezie- 
hungsweise der Illuminati. Ihr 
Ziel war die Errichtung einer Ei- 
ne- Welt-Regierung, die von den. 
»Erleuchteten« an der Spitze 
ausgeübt werden sollte. 

2. Die »Pan-Slawistische« Ideo- 
logie Rußlands, die ursprünglich 
von Wilhelm dem Großen auf- 
gestellt und in seinem Testament 
niedergelegt war. Nach A. H. 
Granger, Autor von »England 
World Empire«, 1916, fordert 
diese Ideologie die Beseitigung 
Österreichs und Deutschlands, 
danach die Eroberung Indiens 
und Persiens und endet mit den 
Worten: ». . . was die Unterjo- 
chung Europas sicherstellt.« 

3. Die Ideologie »Asien den 
Asiaten«, die von den Japanern 
verfochten wurde. Hierbei ging 
es um eine Konföderation der 
asiatischen Nationen unter japa- 
nischer Vorherrschaft. 

4. Die Pan-Germanische Ideo- 
logie, die die politische Kontrol- 
le des europäischen Kontinents 
durch die Deutschen vorsah, Be- 
freiung von den Beschränkun- 
gen der englischen Krone auf 
hoher See und die Einführung 
einer Politik der »offenen Tür« 
in Handel und Gewerbe zu den 
übrigen Ländern der Welt. 

5. Pan-Amerikanismus oder die 
Ideologie »Amerika den Ameri- 
kanern«. Sie sah vor, »Handel 



und Freundschaft mit allen, 
Bündnisse mit niemanden«. 



Teufliches Meisterwerk 
satanischer Genialität 

Der amerikanische Außenmini- 
ster Root erklärte 1906, daß mit 
dieser Ideologie, die ihren Nie- 
derschlag in der Monroe-Dok- 
trin des Jahres 1832 gefunden 
hatte, Amerikaner von »einer 
Beteiligung an den politischen 
Zielen, Interessen oder Zustän- 
digkeiten in Europa ausge- 
schlossen sind, genauso wie die 
europäischen Mächte, aufgrund 
der gleichen möglichen Doktrin, 
nunmehr hundert Jahre alt, da- 
von ausgeschlossen sind, sich an 
den politischen Angelegenheiten 
der souveränen Staaten der 
westlichen Hemisphäre zu betei- 
ligen oder einzumischen. 

Wenn die Pläne der internatio- 
nalen Bankiers und damit der 
Illuminaten Früchte tragen soll- 
ten, dann mußten Rußland, 
Deutschland, Japan und die 
USA in die Knie gezwungen 
werden, und zwar in bedin- 
gungsloser Kapitulation, Armut 
und Schande. 

Der Illuminatenplan zur Welter- 
oberung, wie von Albert Pike 
zitiert, war ein teuflisches Mei- 
sterwerk satanischer Genialität, 
das etliche Millionen Menschen 
das Leben rauben und etliche 
Milliarden Dollar zu seiner Ver- 
wirklichung kosten würde. 

Der Plan, den die Illuminaten 
zur Erreichung ihres Welter- 



94 



oberungszieles aufgestellt hat- 
ten, war sowohl einfach als auch 
effektiv. 

Auf der Verwirklichung ihres 
Endzieles haben die internatio- 
nalen Bankers und ihre Bundes- 
genossen rund um den Erdball 
diesen Plan aufgegriffen, um ein 
unermeßliches Vermögen an 
Grundbesitz zusammenzuraffen. 
Bisher ist die Durchführung des 
Planes so glatt vonstatten gegan- 
gen, daß sie häufig der Beifall 
derer gewonnen hat, die er ver- 
nichtet. Ihr Plan läßt sich als 
Stadtsanierung bezeichnen. 



Man sagt, es gibt drei Arten von 
Menschen: 1, Solche, die etwas 
bewirken; 2. Solche, die den Ge- 
schehnissen zuschauen und 3. 
Solche, die sich wundern, was 
passiert Ist. 

Die große Mehrheit der 
Menschheit befindet sich in den 
beiden letzten Kategorien. Die 
meisten haben »Augen, um zu 
sehen«, doch sie »sehen nicht, 
was geschieht«. Die meisten ha- 
ben »Ohren, um zu hören«, 
doch »sie verstehen nicht, was 
geschieht« - lokal, national und 
international. 



95 



IV. Tribute für internationale Bankers 



Die »Krone« ist ein Ausschuß von 12 bis 14 Männern, die den 
unabhängigen souveränen Staat regieren, der als London bezie- 
hungsweise »die City« bekannt ist. »Die City« gehört nicht zu 
England. Sie untersteht nicht dem Monarchen. Sie unterliegt nicht 
der Regierung, durch die das britische Parlament bestimmt. Wie der 
Vatikan in Rom ist sie ein separater, unabhängiger Staat. Sie ist der 
Vatikan der gewerblichen Welt. »Die City«, die man oft »die reichste 
Quadratmeile der Welt« nennt, wird von einem Lord Mayor regiert. 
Hier befinden sich Englands mächtigste Finanz- und Wirtschaftsinsti- 
tutionen: reiche Banken, allen voran die ehemals von Rothschild 
kontrollierte Bank of England, Lloyd's of London, die Londoner 
Aktienbörse und die Büros aller führenden internationalen Handels- 
konzerne. Und hier liegt auch die Fleet Street, Herz- und Kernstück 
der Zeitungs- und Verlagswelt. 



Der Lord Mayor, der für jeweils 
ein Jahr in sein Amt gewählt 
wird, ist der König der City. 
Wenn sich die Königin von Eng- 
land in die City zu einem Besuch 
begibt, wird sie vom Lord Mayor 
an der Temple Bar, dem symbo- 
lischen Tor der Stadt, abgeholt. 
Sie verneigt sich und bittet um 
Erlaubnis, seinen privaten, sou- 
veränen Staat betreten zu dür- 
fen. Er gewährt ihr den Eintritt, 
indem er ihr das Staatsschwert 
überreicht. Bei solchen Staats- 
besuchen ȟberstrahlt der Lord 
Mayor in seiner Robe und Kette 
seine mittelalterlich gekleidete 
Umgebung und die königliche 
Gesellschaft, deren Kleidung 
sich auf die einfache Dienstuni- 
form beschränken muß.« Der 
Lord Mayor geleitet die Königin 
in seine Stadt. 

Die City gibt 

den Ton an 

Der Grund dafür dürfte klar 
sein. Der Lord Mayor ist der 



König. Die Queen sein Unter- 
tan. Der König führt immer den 
Weg an. Der Untertan bleibt im- 
mer ein oder zwei Schritte da- 
hinter. 

Die kleine Clique, die die City 
regiert, diktiert dem englischen 
Parlament. Sie sagt ihm, was es 
zu tun hat und wann. Theore- 
tisch wird England von einem 
Premierminister und einem Ka- 
binett enger Berater regiert. 
Diese »Fassaden« bemühen sich 
angestrengt, den Eindruck zu er- 
wecken, sie würden bestimmen, 
was gespielt wird, während sie in 
Wirklichkeit bloß Marionetten 
sind, an deren Fäden die schat- 
tenhaften Personen ziehen, die 
hinter den Kulissen das Spiel 
lenken. Disraeli schrieb dazu: 
»So sehen Sie also, die Welt wird 
von ganz anderen Figuren re- 
giert als es diejenigen träumen, 
die nicht hinter den Kulissen 
stehen.« 

Aubrey Menen schreibt in sei- 



96 



nem Buch »London«, erschie- 
nen bei Time-Life: »Der Pre- 
mier, ein vielbeschäftigter Politi- 
ker, braucht nichts von den Ge- 
heimnissen der Hochfinanz zu 
verstehen und der Chancellor of 
the Exchequer (Finanzminister) 
soll diese nur dann verstehen, 
wenn er den Haushalt vorlegt. 
Beide werden von den Beamten 
des Finanzministeriums beraten. 
Diese hören auf die City. Wenn 
sie vermuten, daß eine Regie- 
rungspolitik ins Auge gehen 
könnte, so brauchen sie keinen 
englischen Botschafter anzuru- 
fen und zu fragen, ob dies zu- 
trifft. Sie können es viel schnel- 
ler in der City herausfinden. Wie 
sich ein Botschafter bei mir be- 
klagt hat, sind die Diplomaten 
heutzutage nichts weiter als Bü- 
rodiener und dazu noch 
langsam. 

Die sichtbaren und 
hörbaren Führer sind 
Puppen 

>Die City< wird es wissen, sie 
wird es den Finanzminister wis- 
sen lassen und dieser wird es den 
Premierminister wissen lassen. 
Gnade sei mit ihm, wenn er nicht 
hört. Das augenfälligste Beispiel 
hierfür geschah in jüngster Ver- 
gangenheit. Im Jahre 1956 rief 
der damalige Premier, Sir An- 
thony Eden, einen Krieg aus, um 
den Suez-Kanal zurückzugewin- 
nen. Er hatte kaum angefangen, 
als die City ihn wissen ließ, daß 
er kein Geld mehr für den 
Kampf haben werde: das engli- 
sche Pfund stürzte. Der Krieg 
wurde abgeblasen und Eden trat 



am 9. Januar 1957 aus politi- 
schen und gesundheitlichen 
Gründen zurück. Wenn sich der 
Premierminister bei dem Ban- 
kett des Lord Mayor zur Festre- 
de erhebt, hofft er, daß die City 
ihm mehr Unterstützung zukom- 
men läßt als die goldenen Plat- 
ten, die verschwenderisch die 
Anrichttische zieren.« 

Die Geschichte zeigt eindeutig, 
daß die englische Regierung 
Leibeigentum der »unsichtbaren 
und unhörbaren« Macht im Her- 
zen der City ist. Die City gibt 
den Ton an. Die »sichtbaren und 
hörbaren Führer« sind nur Pup- 
pen, die nach dieser Weise auf 
Befehl hin tanzen. Sie selbst ha- 
ben keine Macht. Sie haben kei- 
ne Befugnisse. Trotz der ganzen 
äußeren Show sind sie nur Bau- 
ern in einem Spiel, das von der 
Finanzelite gespielt wird. 

Von der Zeit William des Er- 
oberers bis zur Mitte des 17. 
Jahrhunderts waren die engli- 
schen Monarchen unumschränk- 
te Herrscher - ihr Wort war Ge- 
setz. Sie waren im wahrsten Sin- 
ne des Wortes echte Alleinherr- 
scher. 

Als die Stärke und der Einfluß 
Englands in der ganzen Welt 
zum Ende des 17. Jahrhunderts 
immer mehr wuchsen, nahm 
auch der Reichtum, die Stärke 
und der Einfluß der Kaufmanns- 
elite in der City zu - nur schnel- 
ler. 1694 wurde die private Bank 
of England - eine Zentralbank - 
gegründet, um die verschwende- 
rische Lebensführung von Wil- 
liam III. zu finanzieren. Die 



97 



Bank wurde von einer Gruppe 
City-Kaufleuten finanziert, die 
William Paterson als »Stroh- 
mann« benutzten. Die Namen 
der Gründer dieser Bank sind 
niemals öffentlich bekannt ge- 
worden. 



Mit Rothschild regierte 
Britannien die Meere 

Hier ist der Zeitpunkt, an dem 
die Bank of England und die 
City begannen, die Wirtschaft 
Großbritanniens zu beherrschen 
und zu lenken. Ihr Einfluß und 
Reichtum ist in den folgenden 
Jahrhunderten in großen Sprün- 
gen und hohem Bogen gewach- 
sen. »The Illustrated Universal 
History« hält 1878 fest, daß 
»Großbritannien auf seinem lan- 
gen Wettstreit mit Frankreich 
mit verstärkter Macht und natio- 
nalem Ruhm hervorgegangen 
ist. Sein Imperium hatte sich auf 
alle Teile der Welt ausgedehnt; 
seine Vorherrschaft zur See war 
unangefochten; sein Reichtum 
und Handel blühten. Aber bei 
allem staatlichen Wohlstand wa- 
ren die unteren Klassen der eng- 
lischen Bevölkerung in äußerstes 
Elend und Armut gesunken.« 
Die Elite kontrollierte alles. Die 
Massen lebten in Not, nachdem 
sie in den Kämpfen der letzten 
20 Jahre ausgeblutet worden 
waren. 

Und zu diesem Zeitpunkt - 
1815 - ergriff das Haus Roth- 
schild die Kontrolle über die 
englische Wirtschaft, die Bank 
of England und die City - und 
über seine anderen Filialen, die 



Kontrolle über die übrigen Na- 
tionen Europas. 

Vor dieser Zeit hatte England 
Kolonien und Außenhandelssta- 
tionen in den entferntesten Win- 
keln der Welt gegründet. Nach- 
dem es aus der westlichen Hemi- 
sphäre vertrieben worden war, 
konzentrierte sich England auf 
den Erwerb und Ausbau zusätz- 
licher Besitztümer andernorts. 

In seinen glorreichen Tagen des 
19. Jahrhunderts wurden rund 
90 Prozent des gesamten inter- 
nationalen Handelsvolumens auf 
englischen Schiffen transpor- 
tiert. Andere Reeder mußten 
der Krone Lizenzgebühren oder 
Provisionen für das »Privileg« 
zahlen, Geschäfte zur See zu tä- 
tigen. In jenen Jahren »regierte 
Britannien die Meere«, und 
zwar mit Hilfe der modernsten 
und leistungsfähigsten Marine, 
die es bisher jemals gegeben 
hatte. 



Zwei getrennte 
Imperien 

Damit keine Mißverständnisse 
auftreten, muß der Leser erken- 
nen, daß es zwei getrennte Im- 
perien gab, die unter dem Man- 
tel des British Empire agierten. 
Das eine war das Imperium der 
Krone und das andere war das 
britische Kolonialreich. 

Alle kolonialen Besitztümer mit 
weißer Bevölkerung unterstan- 
den dem König - das heißt der 
Autorität der englischen Regie- 
rung. Nationen wie die Union 



98 



Südafrika, Australien, Neusee- 
land und Kanada wurden nach 
englischem Gesetz regiert. Diese 
stellten jedoch nur 13 Prozent 
der Bevölkerung dar, die zu den 
Einwohnern des British Empire 
gehörten. 

Sämtliche anderen Teile des bri- 
tischen Imperiums - Nationen 
wie Indien, Ägypten, Bermuda, 
Malta, Zypern und die Kolonien 
in Zentralafrika, Singapur, 
Hongkong und Gibraltar (Ge- 
biete mit braunen, gelben und 
schwarzen Rassen) waren alle 
Kronkolonien. Diese unterstan- 
den nicht der englischen Regie- 
rung. Das englische Parlament 
hatte dort keine Befugnisse. Sie 
waren privates Eigentum und 
Herrschaftsdomäne eines Privat- 
klubs in London, England, be- 
kannt als die Krone. 

Die Vertreter der Krone in die- 
sen Gebieten hatten absolute 
Macht über Leben und Tod all 
der Menschen, die ihrer Rechts- 
sprechung unterstanden. Es gab 
kein Gericht noch einen Weg 
der Berufung oder Verteidigung 
gegen eine von einem Vertreter 
der Krone getroffene Entschei- 
dung. Selbst ein britischer 
Staatsbürger, der ein Verbre- 
chen in einer Kronkolonie be- 
gangen hatte, unterstand dem 
Gesetz der Krone. Er konnte 
kein englisches Gericht anrufen, 
weil dieses nicht zuständig war. 

Da der als englische Regierung 
bezeichnete Ausschuß der Kro- 
ne hörig war, gab es keine Pro- 
bleme, den englischen Steuer- 
zahler für die Marine und Mili- 



tärkräfte aufkommen zu lassen, 
mit deren Hilfe die Oberherr- 
schaft der Krone in diesen Ge- 
bieten aufrechterhalten wurde. 
Sämtliche Aufstände wurden 
von der britischen Marine mit 
brutaler Gewalt niedergeschla- 
gen, ohne daß es die Krone ei- 
nen Pfennig kostete. 

Die. City strich unvorstellbare 
Gewinne aus ihren Unterneh- 
mungen ein, die unter dem 
Schutz der englischen Streitkräf- 
te ausgeführt wurden. Diese ge- 
hörten nicht zum englischen 
Handel und englischen Wohl- 
stand. Sie waren der Handel der 
Krone und der Wohlstand der 
Krone. Die internationalen Ban- 
kers, reiche Kaufleute und die 
englische Aristokratie, die zum 
Apparat der »City« gehörten, 
häuften Reichtümer auf Reich- 
tümer, mit denen sie Prestige 
und Ansehen in der englischen 
Gesellschaft im großen Stil er- 
warben. Wäre der Reichtum un- 
ter alle Menschen der englischen 
Insel verteilt worden, hätte es 
Wohlstand in Hülle und Fülle 
geben können. 

Der internationale 
Handel gehört uns 

Trotz der Reichtümer, die aus 
aller Welt in die City flössen, 
hatte die Mehrheit des engli- 
schen Volkes seine liebe Not zu 
überleben. Viele waren hoff- 
nungslos verarmt. Die Elite leb- 
te in königlicher Pracht. Die ar- 
men englischen Bauern erhielten 
auch nicht eine Chance, sich eine 
Scheibe von diesem Kuchen ab- 
zuschneiden. 



99 



Simon Haxey weist seine Leser 
in »England's Money Lords To- 
ry M..P.« auf die »totale Miß- 
achtung und offene Verachtung, 
die der englische Adel gegen- 
über dem englischen Volk an 
den Tag legte« hin. Auch fragt 
er: »Welche Rolle spielen die 
Kolonialvölker in dem Kampf 
um die Demokratie, wenn sie 
selbst keine demokratischen 
Rechte besitzen und die herr- 
schende Klasse Englands es ab- 
lehnt, ihnen solche Rechte zu 
gewähren.« 

Es war David Lloyd George, ein 
zukünftiger Premier Englands, 
der die Machtstellung der City 
und ihre totale Verachtung für 
die »Armseligen«, die nicht zu 
ihrem »Club« gehörten, hervor- 
hob. In einer Rede aus dem Jahr 
1910 sagte er: 

»Wir betreiben den Großteil der 
Geschäfte der Welt. Wir führen 
mehr internationalen Handel - 
wahrscheinlich zehnmal mehr - 
als Deutschland. Deutschland 
führt überwiegend seinen eige- 
nen Handel. Der internationale 
Handel gehört uns. Nun, wir ma- 
chen nichts umsonst. Tatsächlich 
bringt unsere Schiffahrt uns 
jährlich mehr als hundert Millio- 
nen Pfund ein, die zum größten 
Teil von diesen armseligen Aus- 
ländern bezahlt werden. Ich be- 
steuere den Ausländer, so gut 
ich nur kann. Sie haben hier ver- 
mutlich schon viel über die Aus- 
fuhr von Kapital ins Ausland ge- 
hört. Es gibt keinen anderen 
Weg, auf dem der Ausländer 
noch mehr bezahlen müßte. Da- 
für stecken wir den Ausländer 



auf vierfache Weise in die Ta- 
sche. Die erste überlassen wir 
Baron Rothschild.« 

Vor rund einem halben Jahrhun- 
dert hat Vincent Cartwright Vik- 
kes gesagt: »In Wirklichkeit ha- 
ben die Finanziers, wenn nicht 
Verantwortung, so doch mit Si- 
cherheit die Macht an sich ge- 
nommen, die Märkte der Welt 
zu kontrollieren und somit die 
vielfachen Beziehungen unter 
den einzelnen Nationen, wobei 
es um internationale Freund- 
schaft, aber auch Mißtrauen 
geht. Darlehen an ausländische 
Staaten werden von der City von 
London aufgebracht und arran- 
giert, ohne Rücksicht auf das 
Wohl der Nation, sondern allein 
mit dem Ziel, die Verschuldung 
zu erhöhen, von der die City lebt 
und reich wird. Dieser nationa- 
len und vor allem internationa- 
len Diktatur des Geldes, die ein 
Land gegen das andere ausspielt 
und die, über den Besitz eines 
großen Teils der Presse, die Ver- 
breitung ihrer eigenen, privaten 
Meinung dazu benutzt, den An- 
schein einer allgemeinen öffent- 
lichen Meinung entstehen zu las- 
sen, darf nicht länger erlaubt 
werden, die demokratische Re- 
gierung zu einem bloßen Spitz- 
namen zu machen. Heute sehen 
wir durch eine schwarze Brille, 
denn es gibt zu vieles, das zu 
veröffentlichen nicht im öffentli- 
chen Interesse stehen würde.« 

Jeder der genannten Punkte 
werden von Roland G. Usher in 
seinem 1913 verfaßten Buch 
»Pan Germanism« betont: »Die 
Londoner und Pariser Bankhäu- 



100 



ser - die internationalen Ban- 
kers - kontrollieren jederzeit die 
verfügbaren Ressourcen der 
Welt und können daher prak- 
tisch die Geschäfte eines Unter- 
nehmens zulassen oder unter- 
binden, für die mehr als einhun- 
dert Millionen Dollar gebraucht 
werden.« 



Die Welt selbst 
zahlt ihnen Tribut 

Die internationalen Bankers 
»besitzen wahrscheinlich den 
größten Teil der schuldschein- 
mäßigen Verschuldung der 
Welt. Rußland, die Türkei, 
Ägypten, Indien, China, Japan 
und Südamerika gehören, soweit 
Nationen jemandem gehören 
können, wahrscheinlich London 
oder Paris. Die Zahlung der Zin- 
sen auf diese riesenhaften Sum- 
men wird durch die Verpfän- 
dung des Steueraufkommens 
dieser Länder sichergestellt, und 
im Falle der schwächeren Nation 
durch die tatsächliche Übergabe 
des Vermögens an die Agenten 
der englischen oder französi- 
schen Bankers. Darüber hinaus 
werden ein sehr großer, wenn 
nicht der größte Teil der Aktien 
und Industriepapiere der Welt 
diesen beiden Ländern geschul- 
det und die Grundsätze vieler 
Weltkonzerne von ihren Finanz- 
ministern diktiert. Wahrlich die 
Welt selbst zahlt ihnen Tribut; 
am Morgen steht sie auf, um ih- 
ren Lebensunterhalt zu verdie- 
nen, wobei sie ihr Kapital be- 
nutzt, und die Tage damit ver- 
bringt, das Geld zu verdienen, 
mit dem sie ihnen die Zinsen 



zahlt, auf daß sie noch reicher 
werden.« 

Im Jahre 1946 schrieb E. C. 
Knuth: »Das Bollwerk der engli- 
schen Finanzoligarchie besteht 
aus ihrer zeitlosen und selbstver- 
ewigenden Natur, ihrer langfri- 
stigen Planung und Voraus- 
schau, ihrer Fähigkeit, die Ge- 
duld ihrer Gegner zu überdau- 
ern und zu brechen. Die wech- 
selnden und zeitweiligen Staats- 
männer Europas und insbeson- 
dere Englands, die versucht ha- 
ben, dieses Monstrum zu bändi- 
gen, sind alle besiegt worden, 
und zwar aufgrund ihrer be- 
grenzten Amtszeit. Gezwungen, 
Handlungen und Ergebnisse in 
einer zu kurzen Zeitspanne vor- 
zuweisen, sind sie überlistet und 
überholt worden, mit Ärgernis- 
sen und Schwierigkeiten über- 
schüttet; und am Ende gezwun- 
gen zu Liebdienern und den 
Rückzug anzutreten. Nur weni- 
ge, die ihnen in England und 
Amerika entgegengetreten sind, 
haben dabei kein schmähliches 
Ende gefunden, aber viele, die 
ihnen gut gedient haben, haben 
dabei auch gut verdient.« 



Krieg zum Eintreiben 
von Schulden 

Zu allen Jahrhunderten sind Kö- 
nige, Kaiser und diktatorische 
Despoten dafür berüchtigt ge- 
wesen, mehr auszugeben, als sie 
ihren Völkern an Steuern entrei- 
ßen konnten. Die traditionelle 
Art, das Mißmanagement zu 
verschleiern, war der Rückgriff 
auf die »Verwässerung« der je- 



101 



weiligen Landesmünzen. In der 
jüngsten Geschichte hat man 
dieses Verfahren mit dem Druk- 
ken von Papier-»geld« fortge- 
setzt. Dies hat unweigerlich zu 
einer hohen Inflationsrate ge- 
führt. Am Ende mußte man, um 
das unvermeidliche Wirtschafts- 
debakel zu verhindern, auf das 
Schuldenmachen oder »Borgen« 
zurückgreifen. Wenn es nur 
möglich gewesen wäre, hätten 
sie bei ihren Bürgern »geborgt«, 
und zwar mittels weiterer zusätz- 
licher Steuern. 

Wenn eine Regierung Geld bor- 
gen will, muß sie zu einer Person 
oder Organisation gehen, die na- 
hezu unbegrenzte Ressourcen 
hat. Wenn eine solche »Person« 
oder Organisation an einen Kö- 
nig oder eine Regierung Geld 
ausleiht, dann kann sie sich vor 
ein höchst kniffliges Problem ge- 
stellt sehen: wie treibt man die 
Schulden ein, wenn der König 
oder die Regierung nicht bezah- 
len kann oder will? Wie nimmt 
man bei einem König oder einer 
nationalen Regierung eine 
Zwangsvollstreckung vor? 

Marschiert man zum König und 
sagt: »Charlie, wir sehen aus un- 
seren Unterlagen, daß Du uns 
12 Milliarden Dollar schuldest, 
und daß Du mit Deiner monatli- 
chen Ratenzahlung im Rück- 
stand bist. Daher werden wir so- 
fort eine Zwangsvollstreckung 
einleiten.« 

Wohl kaum! Nicht, wenn man 
seinen Kopf auf den Schultern 
behalten will. Geld an Könige 
oder Regierungen zu leihen 



kann ein riskanter Beruf sein - 
höchst riskant für den Wohl- 
stand des Geldgebers. Die 
einfache Wirtschaftsrechnung 
schreibt vor, daß die Banker ei- 
ne Möglichkeit haben müssen, 
um die Rückzahlung ihrer Kre- 
dite sicherzustellen. 

Was können Sie nun tun? Sie 
müssen so werden wie die Finan- 
zierungsgesellschaften, die das 
Auto einer Person einfach ab- 
schleppen lassen kann, wenn die 
Monatsraten nicht bezahlt wer- 
den. Sie müssen einen »König- 
reich-Abschleppdienst« aufma- 
chen. Wie schleppt die Finanzie- 
rungsgesellschaft ein Auto ab? 
Sie benutzt dazu ein anderes 
Auto. Wie wird ein Königreich 
oder eine Nation »abge- 
schleppt«? Ganz einfach. Von 
einem anderen Königreich oder 
einer anderen Nation. Es ist ein 
leicht verständliches Prinzip - es 
heißt Krieg! Der moderne Krieg 
ist nichts anderes als das »Ab- 
schleppen von Königreichen«. 

Wenn Sie im Königreichfinan- 
zierungsgeschäft sind, können 
Sie nicht nur an ein Königreich 
Geld auslernen. Sie müssen auch 
an dessen Feinde leihen. Sie 
müssen sicherstellen, daß beide 
Reiche etwa gleich stark sind, so 
daß im Konfliktfall ihre Finan- 
zierung der ausschlaggebende 
Faktor ist. 

Über 160 Jahre lang ist das oben 
angeführte Drehbuch rund um 
den Erdball abgespielt worden, 
und es wird immer noch danach 
gespielt. Es wurde von Nathan 
Rothschild und seinen Brüdern 



102 



in Europa zu Anfang des letzten 
Jahrhunderts geschrieben und in 
Szene gesetzt. Es wurde auf re- 
gionaler Ebene zur Vollkom- 
menheit ausgearbeitet und damit 
für seinen zukünftigen Einsatz 
im Weltmaßstab vorbereitet. 

Gleichgewicht 

der Machte 

Das Ende der Napoleonischen 
Kriege und der Aufstieg des 
Hauses Rothschild markierten 
den Beginn einer neuen Ära in 
Europa - und der Welt. Zu die- 
ser Zeit entwickelte sich auf dem 
europäischen Kontinent etwas, 
das als »Gleichgewicht der 
Mächte« bekannt ist. 

Um die Stellung des Hauses 
Rothschild als den »unsichtba- 
ren Herrscher« Europas zu stär- 
ken und zu konsolidieren, mußte 
es zwei Machtgruppierungen 
von nahezu gleicher Stärke ge- 
ben, die das »Gleichgewicht der 
Mächte« darstellten. Das hatte 
seinen einfachen Grund: das 
Haus Rothschild mußte sicher- 
stellen, daß alle »A«-Könige mit 
allen »B«-Königen bedroht wer- 
den könnten. Selbstverständlich 
wurden sie allesamt von den 
Rothschilds finanziert und weit- 
gehend kontrolliert. 

Um das planmäßige Funktionie- 
ren des Systems zu gewährlei- 
sten, mußte es eine Dritte Macht 
geben, die als »Versicherungs- 
police« dienen würde, falls einer 
aus der Reihe tanzen und den 
Plan umstürzen sollte. 

Die »Versicherungspolice« war 



Nathan Rothschilds England, 
welches nunmehr die Oberherr- 
schaft in der westlichen Welt be- 
saß. Der Ausgang eines Krieges 
ließ sich immer vorausbestim- 
men, indem man beobachtete, 
welcher Seite England gewogen 
war. England befand sich am 
Ende immer auf der Seite des 
Gewinners. England - oder rich- 
tiger, die Krone - stellte einen 
derart effizienten »Königsreich- 
Abschleppdienst« bereit, daß 
die Macht und der Reichtum des 
nunmehr »unsichtbaren« Hau- 
ses Rothschild ein solches Aus- 
maß erreichten, daß es um die 
Jahrhundertwende hieß, es kon- 
trolliere den halben Besitz der 
ganzen Welt. 

Prinzipien der 
Stadtsanierung 

Die Methoden, mit denen die 
internationalen Bankers ihr Ziel, 
die Menschheit zu Sklaven in 
Ketten einer totalitären Eine- 
Welt-Regierung zu machen, ver- 
folgten, können als »Stadtsanie- 
rungs«-Projekte eingestuft wer- 
den, die auf »Kriegsschauplät- 
zen« stattfinden. 

Das Grundprinzip der »Stadtsa- 
nierung« ist leicht zu verstehen. 
Es geht dabei darum, ein Gebiet 
das von den Behörden dazu ver- 
dammt wird, dem Erdboden 
gleich zu machen, um dann mit 
dem Aufbau einer Neusiedlung 
zu beginnen. 

Wenn ein »Landerschließer« bei 
einem Stadtsanierungsprojekt fi- 
nanzielle Beute machen möchte, 
muß er die Behörden dazu brin- 



103 



gen, die Grundstücke in einem 
bestimmten Gebiet dem Verfall 
preiszugeben. Dann wartet er, 
bis das Gebiet weiter verfällt 
und der Grundstückswert so 
weit sinkt, daß die Eigentümer 
bereit sind, ihre Anteile für ei- 
nen Bruchteil ihres tatsächlichen 
Wertes zu verkaufen, bloß um 
sie los zu sein. 

Im Falle eines von einer Ge- 
meinde durchgeführten Stadtsa- 
nierungsprogrammes werden die 
»Planierungsarbeiten« von einer 
Abbruchkolonne mit Bulldo- 
zern, Brechkugeln, Preßluft- 
hämmern und gelegentlich mit 
Sprengstoff vorgenommen. 

Aus den Trümmern eines einge- 
stampften Gebietes erhebt sich 
eine strahlend neue, moderne 
Siedlung, die für die Kulissen- 
schieber höchst gewinnbringend 
ist, denen ein großer »Brocken« 
daran gehört. 

Auf der internationalen Ebene 
geht es bei den »Stadtsanie- 
rungs«-Projekten um die Ver- 
nichtung der »alten Ordnung« in 
einer Vielzahl von Ländern, so 
daß der Weg frei ist für die 
»Neue Weltordnung«. 

Um bei internationalen »Stadt- 
sanierungs«-Projekten Beute zu 
machen, braucht der »Land- 
erschließer« Abbruchkolonnen, 
die ihn selbst keinen Pfennig ko- 
sten und die besten Teile des 
Zielgebietes einstampfen, so daß 
diese zu einem billigen Preis ge- 
kauft werden können, wenn die 
Länder besiegt und mit Kriegs- 
schulden überlastet sind. 



Gewinne in 
astronomischen Höhen 

International werden diese Ab- 
bruch-»Jobs« mit Hilfe des 
Krieges bestellt und zur Ernte 
gebracht. Die Programme wer- 
den unter Einsatz von Bom- 
ben, Granaten, hochbrisanten 
Sprengstoffen und sonstigen mo- 
dernen »Werkzeugen« durchge- 
führt. Die internationalen 
»Landerschließer« treten an- 
schließend auf, um die Kontrolle 
über das zerschlagene Gebiet für 
ein Almosen zu ergreifen und 
eine massive Wiederaufbaukam- 
pagne zu starten, ohne auch nur 
einen Pfennig für das Einsatz der 
Abbruchkolonnen bezahlt zu 
haben. Die bei solchen interna- 
tionalen Projekten anfallenden 
Gewinne erreichen astronomi- 
sche Höhen, bei denen einem 
die Luft wegbleibt. 

Die hochfinanzierten und unge- 
heuer profitablen »Stadtsanie- 
rungs«-Projekte, die seit Beginn 
dieses Jahrhunderts auf der in- 
ternationalen Bühne inszeniert 
worden sind, fanden auf soge- 
nannten »Kriegsschauplätzen« 
statt. In den letzten 80 Jahren 
hat es »Kriegsschauplätze« in 
Europa, Rußland, Nord- und 
Zentralafrika, dem Nahen 
Osten, Asien und im Pazifik ge- 
geben. 

Was geschieht auf einem Schau- 
platz, einer Bühne? Eine drama- 
tische Handlung entfächert sich 
im Verlauf der Theatervorstel- 
lung. Es gibt einen Drehbuch- 
autor und einen Regisseur, der 



104 



für die Koordination der einzel- 
nen Bewegungen der verschie- 
denen Schauspieler verantwort- 
lich ist. Die Handlung verlangt, 
daß es »die Guten« und »die 
Bösen« gibt. Sowohl die Guten 
wie auch die Bösen spielen ihre 
Rollen so, wie es das Drehbuch 
vorschreibt. 

Wenn Sie Ihre Eintrittskarte 
kaufen, bezahlen Sie sowohl die 
Guten wie auch die Bösen. Der 
Erfolg der Vorstellung hängt 
von der Fähigkeit des Ensembles 
ab, das Publikum in die Hand- 
lung zu verwickeln. Je größer die 
Anteilnahme des Publikums an 
der Darstellung ist, um so größer 
der Erfolg. Echter Erfolg ist 
dann erreicht, wenn das Publi- 
kum gefühlsmäßig so in die 
Handlung verwickelt ist, daß es 
anfängt, die Sache für die Wirk- 
lichkeit zu halten. 

Die Gewinne solcher Theater- 
possen fließen jenen zu, die das 
»Saat«-Geld aufgebracht und 
die Show inszeniert haben. Bitte 
verstehen Sie das nicht falsch! 
Die Amerikaner, Kanadier, 
Engländer, Deutschen, Russen, 
Japaner und anderen Nationali- 
täten, die auf den verschiedenen 
»Kriegsschauplätzen« in diesem 
Jahrhundert gekämpft haben 
und gestorben sind, waren keine 
Schauspieler. Ihr Tun war tödli- 
cher Ernst. Für sie war der Krieg 
ein Kampf um Leben oder Tod. 
Was aber kaum jemand erkann- 
te, war die Tatsache, daß dies 
alles sorgfältig nach einem sorg- 
fältig vorbereiteten Drehbuch 
programmiert war. 

Werfen Sie einen Blick auf die 



Kriege, die in den vergangenen 
80 Jahren auf dieser Erde ausge- 
tragen wurden. Haben sie zu 
mehr Freiheit oder zu weniger 
Freiheit geführt? Zu mehr Frie- 
den oder zu weniger Frieden? 
Zu mehr Wohlstand oder zu we- 
niger Wohlstand ? 

Vor 80 Jahren konnte praktisch 
ein jeder von einem Teil der 
Welt in einen anderen ziehen, 
wenn er dies wollte. Heute lebt 
mehr als die Hälfte der Erden- 
bevölkerung als elende Sklaven 
hinter dem Eisernen Vorhang, 
dem Bambus- Vorhang oder son- 
stigen Schranken. 

Vor 80 Jahren war Amerika eine 
freie und blühende Nation, die 
praktisch keine Staatsschulden 
hatte. Heute, nachdem es in vier 
blutigen Kriegen »zur Verteidi- 
gung der Freiheit« verwickelt 
war, hat die amerikanische Na- 
tion den größten Teil seiner 
Freiheit verloren und wird von 
einer atemberaubenden Staats- 
verschuldung in Höhe von rund 
1060237928516 Dollar er- 
drückt. Auf diese Schulden be- 
zahlen die Amerikaner mehr als 
80 Milliarden Dollar im Jahr 
Zinsen. 

In denselben 80 Jahren wurden 
Hunderte von Millionen un- 
schuldiger Menschen in der gan- 
zen Welt im Namen des »fort- 
schreitenden Friedens« dahin- 
geschlachtet. 

Gibt es irgendeine Gruppe, die 
inmitten' dieses teuflischen 
Schlachtgemetzels wirklich ge- 
diehen ist? Ja, so eine Gruppe 



105 



gibt es - die internationalen 
Bankers, die diese blutrünstigen 
Schaustücke finanzieren und ins- 
zenieren und die blutbefleckten 
Gewinne einstreichen, während 
sie sich der Verwirklichung ihres 
Vorhabens nähern, die Mensch- 
heit in einer Eine-Welt-Regie- 
rung zu versklaven. 

Der Glanz 
von Visionen 

Während der zweiten Hälfte des 
vergangenen Jahrhunderts be- 
schloß der Wiener Zweig des 
Hauses Rothschild, die Aktivitä- 
ten eines intelligenten und ehr- 
geizigen jungen Fürsten namens 
Otto von Bismarck zu finanzie- 
ren. Mit ihrer Unterstützung er- 
griff der Fürst die Kontrolle über 
Preußen, dem größten der 
deutschsprachigen Kleinstaaten 
in Mitteleuropa und machte sich 
an die Expansion seiner Do- 
mäne. 

Im Jahre 1866 beseitigte Bis- 
marck mit einem Sieg über 
Österreich den Einfluß dieses 
Landes in Deutschland und zog 
mit einer 700 000 Mann starken 
Armee zum Sieg gegen die Fran- 
zosen in die Schlacht bei Sedan. 
Die Geschichtsschreibung be- 
legt, daß die internationalen 
Bankers die Ereignisse gelenkt 
haben, die zu der Schlacht 
führten. 

Am 9. Januar 1871 wurde König 
Wilhelm I. von Preußen formal 
zum Kaiser des neuen Deut- 
schen Reiches ausgerufen - wo- 
rin sich vier Königreiche und 21 
Fürstentümer in Mitteleuropa 



vereinigt hatten. Bismarck wur- 
de der erste Kanzler Deutsch- 
lands. 

Nachdem er, der »Eiserne Kanz- 
ler«, von Wilhelm II. im Jahr 
1880 demissioniert worden war, 
zeigten sich die deutschen Kanz- 
ler zunehmend aggressiver ge- 
genüber den anderen Nationen. 
Rothschilds Plan begann fehlzu- 
schlagen. 

Deutschland war vor der schein- 
bar unüberwindlichen Macht des 
englischen Imperiums nicht in 
völliger Ehrfurcht erstarrt. Die 
Deutschen glaubten an die frü- 
her von Bismarck geäußerte 
Meinung: »England mit all sei- 
nem Getue und Gehabe hat 
hundert schwache Stellen und es 
weiß, daß ein Konflikt mit einer 
fast gleichstarken Macht seinen 
Untergang bedeutet.« 

Das militärische Fieber war in 
den Anfangsjahren dieses Jahr- 
hunderts so stark, daß deutsche 
Offiziere häufig auf »Den Tag« 
tranken, an dem England der 
Krieg erklärt werden würde. 
Nicht wenige erkannten »den 
Glanz der Vision vor deutschen 
Augen«, der dafür sorgte, daß 
»der Sieg so nah schien, um 
deutsches Blut in Erwartung des 
Triumphes schneller zirkulieren 
zu lassen«. 

Als eine Folge des unerwartet 
schnellen Aufstiegs des Deut- 
schen Reiches in den Rang einer 
Weltgroßmacht fing das be- 
rühmte »Gleichgewicht der 
Mächte« in Europa an, abzu- 
brückeln. Viele Nationen began- 



106 



nen, »ihren eigenen Kram zu 
machen«. 

Wie Nicholas John Spykman in 
seinem Buch »America's Strate- 
gy in World Politics«, 1940, aus- 
führt, hatte England »eine akti- 
ve Rolle bei den meisten Koali- 
tionen gespielt, die zur Ein- 
schränkung der aufstrebenden 
Kontinentalmächte gebildet 
worden waren. Derjenige, der 
das Gleichgewicht der Mächte 
ausspielt, kann keine Freunde 
von Dauer haben. 

Seine Hingabe kann für keinen 
spezifischen Staat bestimmt sein, 
sondern nur für das Macht- 



gleichgewicht. Der Verbündete 
von Heute ist der Feind von 
Morgen. Es gehört zum Zauber 
der Machtpolitik, daß er einem 
keine Zeit läßt, seiner Freunde 
überdrüssig zu werden. Eng- 
lands Ruf als perfides Albion ist 
das unvermeidliche Ergebnis 
seiner Lieblingsbeschäftigung, 
das Gleichgewicht der Mächte 
aufrecht zu erhalten.« 

Mit dem Zusammenbruch der 
Struktur dieses Gleichgewichtes 
ging die Schwächung der wirt- 
schaftlichen Hebelwirkung ein- 
her, die die Geldmonopolisten 
auf eine Nation ausüben konn- 
ten, die aus der Reihe tanzte. 



107 



V. Krieg der Welt 



Der Zusammenschluß der deutschen Staaten unter Bismarck störte 
das »Gleichgewicht der Mächte«, das seit über zwei Jahrhunderten in 
Europa bestanden hatte. Bis 1871 hatte England - oder richtiger, die 
Krone - die Beherrschung des europäischen Kontinents genossen. 
Jene Oberherrschaft war zwar wiederholt von Mächten wie Spanien 
und Frankreich angegriffen worden, aber England war immer wieder 
siegreich gewesen. 



Das Erstarken der Deutschen 
stellte eine schwerwiegende Be- 
drohung für die Krone und ihre 
Beherrschung Europas dar, und 
zwar wirtschaftlich und militä- 
risch. Sehr zu ihrem Verdruß 
»stellten die Engländer fest, daß 
die deutschen Lieferanten und 
ihre Vertreter bessere Dienstlei- 
stungen, bessere Bedingungen 
und niedrigere Preise für Güter 
von mindestens gleicher Qualität 
anboten«. 



Die Krone fürchtete 
um ihre Interessen 

Nach 1884 erwarb Deutschland 
Kolonien in Afrika, die sich von 
Ost nach West quer über den 
Kontinent zu erstrecken und die 
Pläne der Krone zur weiteren 
Expansion auf dem schwarzen 
Erdteil schachmatt zu setzen 
drohten. Deutschland ermutigte 
ebenfalls die Buren im Transvaal 
und dem Freistaat Oranien, ehe 
es zum Krieg mit England 1889 
bis 1902 kam. Im Pazifischen 
Ozean hatte Deutschland bis 
zum Jahre 1902 die Karolini- 
schen-, Marschall- und die Ma- 
riannen-Inseln erworben, Teile 
von Neu Guinea und Samoa so- 
wie eine wichtige Marine- und 



Handelsbasis auf der Halbinsel 
Shantum in China. 

Und weiter reckte sich der deut- 
sche Löwe mit der Verabschie- 
dung einer Reihe von Marinege- 
setzen in den Jahren 1898, 1900 
und 1902, die für den Bau von 
vierzehn neuen Schlachtschiffen 
grünes Licht gaben. Diese Ent- 
wicklung stellte eindeutig eine 
ernsthafte Bedrohung für die 
Pläne der Krone dar. Um der 
Gefahr entgegenzuwirken, such- 
ten die internationalen Bankers, 
die »weitgehend von der wirt- 
schaftlichen Entwicklung in 
Deutschland ausgeschlossen wa- 
ren«, nach Mitteln und Wegen, 
um Deutschland einzudämmen 
und zu kontrollieren. Zwischen 
1894 und 1907 wurden eine 
Reihe von Staatsverträgen und 
Abkommen geschlossen, die si- 
cherstellten, daß Rußland, 
Frankreich, England und andere 
europäische Nationen sich im 
Falle eines Krieges gegen 
Deutschland vereinigen würden. 

Alle Nationen mußten 
auf die Knie gezwungen 
werden 

Zu denjenigen, die in diesem ge- 
heimen Abkommen schwerwie- 



108 



gende Folgen erkannten, gehör- 
te W. Lyon Blease. In seinem 
bemerkenswerten tiefblickenden 
Buch »A Short History of Eng- 
lish Liberalism«, erschienen 
1913, erklärte er, daß England 
»direkt auf einen Konflikt zu- 
steuert, von dem nicht ein Eng- 
länder unter Zehntausend ir- 
gend etwas Bestimmtes und kei- 
ner unter Tausend überhaupt 
weiß«. Des weiteren warf er der 
englischen Regierung vor, »ihr 
eigenes Volk zu korrumpieren, 
indem sie sich letztendlich mit 
Regierungen einläßt, deren Me- 
thoden nicht nur verschieden, 
sondern absolut fremdartig von 
den eigenen sind. Eine Allianz 
mit Frankreich ist insofern 
schlecht, als sie in einen Zusam- 
menschluß gegen Deutschland 
verwandelt wird. Eine Allianz 
mit Rußland ist an sich unnatür- 
lich und erschreckend.« 

Äußerlich gesehen, befand sich 
die Welt zu Beginn des 20. Jahr- 
hunderts in Frieden. Allerdings 
wurden hinter den Kulissen fie- 
berhafte Vorbereitungen getrof- 
fen, die Welt in ein internationa- 
les Blutbad zu tauchen, das die 
Zivilisation bis in ihr Mark er- 
schüttern würde. Die Illumina- 
ten hatten erkannt, daß sie, um 
ihren Plan zur Schaffung einer 
Eine-Welt-Regierung erfolg- 
reich durchführen zu können, ei- 
nen Zustand von solch nieder- 
trächtiger Verwüstung hervorru- 
fen mußten, daß davon keine 
Nation unberührt bliebe. Alle 
Nationen dieser Welt mußten 
auf die Knie gezwungen werden, 
so daß sie nach Frieden um je- 
den Preis betteln würden. 



Die meisten Historiker sind sich 
einig, daß der Funke, der den 
großen Krieg von 1914 bis 1918 
entzündete, ein trivialer, lokal 
begrenzter Streitfall zwischen 
Österreich und Serbien war. Ge- 
wöhnlich hätte man diese Zän- 
kereien in wenigen Tagen, wenn 
nicht Stunden beigelegt. Dieses 
Gezanke war anders. Es wurde 
von den Mächten hinter den Ku- 
lissen benutzt, um den Weltkrieg 
zu bringen, den der Illuminat 
Albert Pike mehr als 40 Jahre 
zuvor geplant hatte. 

Österreich und Serbien eröffne- 
ten feindliche Handlungen am 2. 
August. Bereits zum 3. August 
waren Frankreich, und Belgien 
am 4. August daran beteiligt. 
Am 4. August erklärte England 
Deutschland den Krieg, obwohl 
das englische Kabinett sich einig 
war, daß die Ereignisse auf dem 
Kontinent »England rechtlich 
nicht zum Kriegseintritt ver- 
pflichteten«. Es ist klar, daß die 
internationalen Bankers alle 
Großmächte beteiligt sehen 
wollten. Sie wußten, daß ohne 
Englands sofortige Teilnahme 
die deutschen Streitkräfte nicht 
aufzuhalten waren. 

Das sich anschließende Blutbad 
kennzeichnete das Ende einer 
Kriegsführung, die Hunderte, 
vielleicht Tausende Jahre alt 
war. Es führte zum ersten Mal in 
der Geschichte der Kriegsfüh- 
rung zum Einsatz von Maschi- 
nengewehren, Panzern und U- 
Booten. Es stimmt zwar, daß 
viele der historischen Kriege zu 
großen Gemetzeln geführt ha- 
ben, aber im Ersten Weltkrieg 



109 



hat das Wort »Gemetzel« eine 
tiefere und ernüchternde Bedeu- 
tung erlangt. 

Ein sinnloses 

Blutbad 

Dies ist auf die Tatsache zurück- 
zuführen, daß die Militärs auf 
beiden Seiten sich weigerten an- 
zuerkennen, daß ihre konventio- 
nellen Kriegsmethoden nun- 
mehr veraltet waren und aufge- 
geben werden mußten. Die Tat- 
sache, daß Angriffe einer mit 
Bajonetten ausgerüsteten Ka- 
vallerie und Infanterie ange- 
sichts der neu entwickelten 
Techniken wie Stacheldrahtfal- 
len, tiefen Schützengräben und 
MGs nutzlos war, schien einfach 
nicht eher in das Bewußtsein von 
Militär- »Experten« zu dringen, 
als bis die meisten ihrer Truppen 
vernichtet worden waren. 

Die Militärs auf beiden Seiten 
waren überzeugt, daß der Krieg 
unmöglich länger als höchstens 6 
bis 8 Wochen dauern könnte 
und daß der Sieg für die Seite 
gesichert wäre, die den massiv- 
sten Angriff mit einem Mini- 
mum an Mobilmachungsfrist 
vornehmen könnte. Ein Vor- 
sprung am Anfang wurde als 
entscheidend angesehen, da dies 
den Truppen einen psychologi- 
schen Vorteil gegenüber dem 
Feind verschaffen würde. 

Nach der Invasion in Frankreich 
am 3. August durch die Deut- 
schen setzten die Franzosen ih- 
ren Plan in Kraft, die Invasion in 
Lothringen aufzuhalten und in 



Süddeutschland zum Gegenan- 
griff überzugehen. In nur 16 Ta- 
gen wurden knapp vier Millio- 
nen Soldaten in 7000 Zügen an 
ihre vordere Front transportiert. 
Zwischen dem 6. und 12. August 
brachte das deutsche Oberkom- 
mando 1,5 Millionen Truppen 
über den Rhein, den täglich 550 
Züge passierten. Die Franzosen 
starteten am 14. August einen 
Massivangriff, aber mit katastro- 
phalem Ergebnis. Innerhalb we- 
niger Stunden hatte die französi- 
sche Armee einen demoralisie- 
renden Schlag von 300 000 Ge- 
fallenen erlitten (25 Prozent der 
gesamten Armee) und befand 
sich auf dem Rückzug. Das eng- 
lische Expeditionskorps, das den 
Franzosen Beistand leisten soll- 
te, trat den Rückzug noch 
schneller an als seine Verbün- 
deten. 

Der Rückzug wurde am 3. Sep- 
tember zum Stillstand gebracht 
und am folgenden Tag eine all- 
gemeine Gegenoffensive gestar- 
tet. Die Deutschen wurden unter 
diesem Ansturm bis zur Aisne 
zurückgeworfen. Sie glaubten, 
sie würden ihren Vormarsch 
wiederaufnehmen können, so- 
bald ihre Frontlinie verstärkt 
und ihre Nachschublinien besser 
funktionieren würden. 

Aber in den folgenden Monaten 
waren weder die Deutschen 
noch die »Verbündeten« in ih- 
ren Bemühungen erfolgreich, ei- 
nen entscheidenden Vorteil zu 
erringen. Keiner der beiden Sei- 
ten gelang es, gegen die Feuer- 
kraft der anderen anzukommen. 
Eine Reihe von unnützen An- 



110 



strengungen beider Seiten, die 
Stellungen der ändern zu umge- 
hen, führten dazu, daß sich die 
Gefechtslinie vom Ärmelkanal 
im Norden bis hin zur Schweizer 
Grenze im Süden zog. Hef- 



tige Kämpfe, mit Millionen 
Menschenopfern, tobten in den 
nächsten drei Jahren entlang der 
ganzen Front, ohne daß eine der 
beiden Seiten einen wirklichen 
Vorteil errungen hätte. 




Zar Nikolaus II. an der Spitze der Truppen. Mit der Zerschla- 
gung der Russen erfüllte sich der Plan der llluminaten. 



111 



Ein blindes 
Völkermorden 

Nach konventioneller Kriegs- 
führung wird mit schwerem Ar- 
tilleriefeuer die Verteidigungs- 
linie des Gegners aufgeweicht, 
dann folgen massive Kavallerie- 
oder Infanterieausfälle, die 
durch die Linie brechen und die 
feindlichen Kommunikations- 
und Versorgungslinien unterbre- 
chen. Im Ersten. Weltkrieg wur- 
den derartige Truppenausfälle 
auf die am stärksten verteidigten 
Abschnitte der gegnerischen 
Front geworfen. 

Einige wenige Zahlenbeispiele 
sind ausreichend, um die kata- 
strophalen Menschenverluste zu 
zeigen, die mit diesen Wahn- 
sinnsaktionen erlitten wurden. 
In der Schlacht von Verdun im 
Jahre 1916 verloren die Franzo- 
sen insgesamt 350 000 und die 
Deutschen 300 000 Soldaten. In 
der Schlacht an der Somme im 
selben Jahr verloren die Englän- 
der 410 000 und ihre Verbünde- 
ten, die Franzosen, 190 000 
Männer. In derselben Schlacht 
verloren die Deutschen 450 000 
Soldaten und das für einen Ge- 
winn von höchstens sieben Mei- 
len auf einer Front von nur 20 
Meilen. 

Auch 1917 wurde das sinnlose 
Abschlachten fortgesetzt. Im 
April des Jahres ging die franzö- 
sische Armee unter Robert Ni- 
velle zu einem erbitterten An- 
griff bei Chemin des Dames 
über. Bei einem Artilleriege- 
fecht, dessen Stärke in der gan- 



zen Geschichte beispiellos ist, 
wurden von den Franzosen 11 
Millionen Geschosse auf die 
deutschen Stellungen über eine 
30 Meilen lange Front in nur 10 
Tagen abgefeuert. In der an- 
schließenden Infanterieattacke 
wurde das französische Heer 
zerschmettert. Viele der übrig- 
gebliebenen Soldaten meuterten 
gegen ihre Offiziere und wurden 
erschossen, um die Disziplin auf- 
rechtzuerhalten. 

Damit er in diesem Wettrennen 
um den Titel des Militäridioten 
des Jahrzehnts nicht zurückblie- 
be, bemühte sich der englische 
Kommandant Douglas Haig ver- 
zweifelt, Nivelles Akt des Völ- 
kermordes zu übertrumpfen. 
Nur wenige Wochen später hat 
Frankreichs Nationaltragöde, 
Haig, in Mißachtung der tragi- 
schen Lektion, die mit französi- 
schem Blut so beredt geschrie- 
ben stand, und der höchst ge- 
nauen Nachrichtenberichte über 
die relative Stärke der Deut- 
schen an seinem Abschnitt der 
Front, ein Artilleriebombarde- 
ment und Infanterieangriff ähn- 
licher Art unternommen. 

An der Front bei Passchendaele 
ließ Haig seine Artillerie einen 
Feuerteppich von 4 250 000 Ge- 
schossen legen und zwar auf ei- 
ner 11 Meilen langen Front (das 
sind fünf Tonnen hochbrisanter 
Sprengstoff und Schrapnell pro 
Meter und ein Kostenaufwand 
von rund 100 Millionen Dollar) 
und verlor 400 000 Mann in der 
anschließenden Infanterieattak- 
ke. Das englische Volk war über 
dieses sinnlose Morden von 



112 



Hunderttausenden seiner besten 
jungen Männer derart empört, 
daß General Haig in Form einer 
Puppe auf dem Trafalgar Square 
in London aufgehängt wurde. 

Rußland materiell 
unterlegen 

An der Ostfront war der Ader- 
laß noch schrecklicher. Nach- 
dem Japan Rußland 1905 be- 
siegt hatte, erkannte der Zar, 
daß sein Land nicht für einen 
modernen Krieg vorbereitet 
war. Während sich die Kriegs- 
wolken über dem europäischen 
Kontinent zusammenbrauten, 
wurde klar, daß, wenn Rußland 
in der Lage sein sollte, sich zu 
verteidigen und seine vertragli- 
chen Verpflichtungen in Slawien 
einzuhalten, seine gesamte Ar- 
mee neu organisiert, neu ausge- 
rüstet und neu ausgebildet wer- 
den müßte. Der Zar erklärte sei- 
nen Generälen, daß diese Mam- 
mutaufgabe, trotz eines soforti- 
gen Bargeldprogrammes, nicht 
vor 1920 vollständig abgeschlos- 
sen werden könnte und daß es 
notwendig sei, den Frieden so- 
lange zu erhalten, bis dieser 
Stand erreicht sei. 

Als der Krieg 1914 ausbrach, 
war Rußland, obwohl es die 
größte Armee der Welt besaß, 
für eine größere Auseinander- 
setzung erbarmungswürdig un- 
vorbereitet. Rußland sah sich 
vor eine schwere Entscheidung 
gestellt. Entweder mußte man 
zurückstecken, seine Vertrags- 
verpflichtungen widerrufen, das 
Gesicht verlieren, zum Gespött 



der Welt und eine fünftklassige 
Macht werden - oder man muß- 
te kämpfen. Rußland entschied 
sich zum letzteren, und zwar in 
dem Bewußtsein, daß der Sieg 
schnell erreicht werden müsse - 
oder daß eine beispiellose natio- 
nale Katastrophe folgen werde. 

Abgesehen von seiner Truppen- 
stärke war Rußland materiell 
unterlegen. Das beste russische 
Geschütz konnte nur vier Meilen 
weit schießen, während die deut- 
schen sieben Meilen erreichten: 
Artillerieduelle kamen einem 
Massenmord gleich. Rußlands 
elendes Los wurde noch durch 
die veralteten Kanonen ver- 
schlimmert, die nur einige Ge- 
schosse pro Tag abfeuern 
konnten. 

Das deutsche Heer verfügte 
über modernes Kriegsgerät, 
während viele russische Divisio- 
nen nur ein Gewehr je vier 
Mann hatten. Der Rest war mit 
Mistgabeln und Äxten be- 
waffnet. 

Den Ruf, den die russischen 
Truppen weltweit besaßen, hat 
Professor Usher 1913 veran- 
schaulicht, als er schrieb: »Die 
größten Schwierigkeiten für die 
russischen Generäle bestanden 
in der Qualität des Menschen- 
materials, das ihnen zur Verfü- 
gung stand. Die Soldaten und 
selbst die Unteroffiziere waren 
häufig nicht intelligent genug, 
um eine Bewegung durchzufüh- 
ren, die mehr verlangte als blo- 
ßen Gehorsam, einen Befehl 
buchstabengetreu auszuführen. 
Blinder Mut, die Fähigkeit, 



113 



Hunger und Kälte zu erdulden, 
die die deutsche Armee zur 
Meuterei veranlaßt hätten, die 
Dumpfheit des wilden Tieres. 
All dies besaßen die russischen 
Truppen. Intelligenz, Urteilsver- 
mögen, Können und Initiative, 
all dies und vieles andere, für 
eine so komplexe Organisation 
wie eine moderne Armee le- 
benswichtigen Fähigkeiten fehl- 
ten der Masse der russischen 
Truppen ganz und gar.« 

Die Krone verrät 
Rußland 

Vor Ausbruch der Feindhand- 
lungen im Jahre 1914 hatte die 
Krone volle Hilfe und militäri- 
sche Unterstützung an Rußland 
im Kriegsfall versprochen. Mit 
Kriegsbeginn verringerte Eng- 
land seine Hilfeleistungen an 
Rußland auf 10 Prozent der 
Vorkriegsleistung. Offensicht- 
lich wollten die Geldmonopoli- 
sten - in perfekter Übereinstim- 
mung mit dem von Albert Pike 
in seinem Brief vom 15. August 
1871 aufgezeichneten Illumina- 
tenplan - Rußland in eine mög- 
lichst gefahrvolle Situation 
bringen. 

General Nicholas, der Onkel des 
Zaren, erkannte, daß Rußlands 
einzige Hoffnung in einem so- 
fortigen, entscheidenden Sieg 
lag. Mit dieser Zielsetzung vor 
Augen begann er unmittelbar 
mit zwei russischen Heeren ei- 
nen rasanten Angriff auf Ost- 
preußen. Er wollte eine Bresche 
nach Berlin schlagen und den 
Sieg durch die Einnahme der 
deutschen Hauptstadt erringen. 



In der Schlacht bei Tannenberg 
(23. August bis 31. August 
1914) brachte die russische 
Nordarmee Hindenburg zum 
Stillstand, während die Süd- 
armee sich durch den Wald in 
Hindenburgs Rücken schlich. 
Als es sicher schien, daß Hin- 
denburg zermalmt und Berlin 
eingenommen werden würde, 
kamen Befehle aus London, den 
Vormarsch zu stoppen und die 
Stellungen auf beiden Seiten zu 
halten. Klar, ein derartig ver- 
blüffender Sieg hätte für die 
Geldgeier sich als höchst un- 
glücklich erwiesen, die eine un- 
schätzbare Ernte aus dem Blut- 
bad einzubringen gedachten, 
welches sie erst vor einigen Wo- 
chen in Europa angeheizt 
hatten. 

Was dann an der Ostfront ge- 
schah, ist von allergrößter Be- 
deutung und beweist die Macht 
der »verborgenen Hand« im in- 
ternationalen Ränkespiel um die 
Macht. 

Während die russische Armee 
unter dem Stillhaltebefehl stand, 
gab von Hindenburg, der später 
als ein »brillanter Militärstrate- 
ge« hochgejubelt wurde, die 
Front im Norden praktisch auf, 
indem er seine Truppen an den 
Südabschnitt verlegte - so daß 
seine Nordfront offen und unge- • 
deckt vor der russischen Armee 
lag - und griff an. Von Hinden- 
burgs vereinte Streitkräfte ver- 
nichteten die russische Süd- 
armee in einem Kampf, dessen 
Todesopfer zahlenmäßig alles 
bisher an der Westfront Erlebte 
bei weitem übertraf. 



114 



Da die Hälfte ihrer regulären 
Streitmacht andernorts aufmar- 
schiert war, warfen die Russen 
alles, was sie nur auftreiben 
konnten, zur Verstärkung an die 
Südfront, um in einem Verzweif- 
lungskampf die anstürmenden 
Heere von Hindenburgs aufzu- 
halten. Ihr Kampf war verge- 
bens. 

Die internationalen Bankers be- 
werkstelligten die Niederlage bei 
Tannenberg und den Masuri- 
schen Seen und vernichteten die 
zweite russische Armee und ga- 
ben den Deutschen einen klaren 
Vorsprung für die folgenden 
Monate. Die Russen wurden von 
vielen Slawen unterstützt, die 
von der deutschen Seite abfie- 
len. Daher konnte Rußland eine 
»Tschechische Legion« von 
mehr als 100 000 Mann aufstel- 
len. Rußland setzte seinen 
Kampf des Verlierers noch wei- 
tere zweieinhalb Jahre fort. 

Bühne frei für die 
Revolution 

Im Jahr 1915 konnten aufgrund 
der Verstärkung an der Ostfront 
die Deutschen eine massive Of- 
fensive einleiten. Bis zum Sep- 
tember hatten sie ganz Polen 
und Litauen eingenommen und 
rückten weiter nach Osten vor. 
Die russsische Armee hatte in 
den Schlachten um Polen und 
Litauen weitere Millionenverlu- 
ste erlitten. In der Gegenoffensi- 
ve von 1916 unter General 
Brussilow in Galizien und Wol- 
hynien, die bis zu den Karpaten 
gelangt war, ehe sie durch das 
Eintreffen von Nachschubtrup- 



pen der Deutschen gestoppt 
wurde, verlor Rußland eine wei- 
tere Million Männer. Nach die- 
ser neuen nationalen Katastro- 
phe befand sich Rußland vor 
dem physischen und finanziellen 
Ruin. Die Nation war von Ver- 
zweiflung gepackt. 

Die durch dieses nationale Trau- 
ma geschaffenen Zustände wur- 
den von speziell ausgebildeten 
Illuminatenagenten in überstei- 
gerten Tönen ausgemalt, die eif- 
rig die Flammen der Unzufrie- 
denheit schürten, vor allem in 
den dichter besiedelten Gebie- 
ten. Da die Philosophie der II- 
luminaten von Elend und Unsi- 
cherheit lebt, hatten ihre Bemü- 
hungen Erfolg, die Bühne für ei- 
ne Revolution freizumachen, die 
sich an die durch die Deutschen 
erlittene Niederlage anschließen 
sollte. 

Die Revolution brach im Febru- 
ar 1917 aus. Der Zar dankte ab 
und eine provisorische Regie- 
rung übernahm die Regierungs- 
geschäfte, zunächst unter Lei- 
tung von Prinz Georgi Luwow, 
dann Alexander Kerenski. Es 
gelang dieser jedoch nicht, das 
Blatt des nationalen Zerfalls zu 
wenden. 

Bande außergewöhnlicher 
Persönlichkeiten 

Da sich die Situation weiter ver- 
schlimmerte, wurden von der 
Kabale der Illuminaten und den 
internationalen Bankers sorgfäl- 
tige Vorbereitungen zum end- 
gültigen Überfall auf die russi- 
che Nation unternommen, die, 



115 



wie die Vergangenheit gezeigt 
hatte, das Haar in der Suppe 
war, jedenfalls bezüglich der 
Pläne für die Welteroberung. 

In New York bemühte sich Leon 
Trotzki. der am 13. Januar auf 
verschlungenen Wegen in die 
USA gekommen war, um der In- 
haftierung durch europäische 
Behörden zu entgehen, mit dia- 
bolischem Eifer, das zu sam- 
meln, was Winston Churchill 
später einmal als eine »Bande 
außergewöhnlicher Persönlich- 
keiten« bezeichnet hat. Diese 



bildete den Kern, um den sich 
die politische Führungsmann- 
schaft der geplanten Revolution 
aufbaute. 

Obwohl er nach außen hin keine 
Mittel besaß, lebte Trotzki in ei- 
nem modischen Apartment und 
ließ sich in einem Straßenkreu- 
zer herumchauffieren. Häufig 
sah man ihn den palastähnlichen 
Wohnort von Jacob Schiff betre- 
ten, dem Rothschildagenten, der 
vor rund 40 Jahren die Kontrolle 
der Firma Kühn, Loeb and Co. 
übernommen hatte, einem inter- 




Wilhelm II. neben seinen Gefallenen blickt auf das brennende 
Arras. 13 Millionen Soldaten starben im Ersten Weltkrieg. 



116 



nationalen Bankhaus, und zwar 
auf Geheiß seiner europäischen 
Meister. 

Schiff hatte sich in den amerika- 
nischen Finanzkreisen einige 
Jahre zuvor selbständig ge- 
macht, als er in seiner Eigen- 
schaft als der amerikanische 
Rothschildagent Nr. 1 die Finan- 
zierung für die John D. Rocke- 
feiler gehörende Standard Oil, 
das Eisenbahnimperium von Ed- 
ward Harriman und das Stahl- 
reich von Andrew Carnegie be- 
sorgt hatte. Als Trotzkis private 
Armee aus skrupellosen Tauge- 
nichtsen, die ihr »Hammellager« 
auf dem Standard Oil-Gelände 
in New Jersey hatten, ausrei- 
chend für seinen Feldzug der 
Subversion und des Terrors aus- 
gebildet war, verließen sie New 
York auf der SS »Kristiania- 
fjord« in Richtung Rußland. Mit 
ihnen befanden sich an Bord 20 
Millionen Dollar in Gold, die 
der internationale Banker Jacob 
Schiff geliefert hatte. Diese Rie- 
sensumme sollte die unzähligen, 
verschiedenen Auslagen decken, 
die für ein solches Herkulesun- 
ternehmen benötigt würden. 
Diese Tatsache ist später von Ja- 
cob Schiffs Enkelsohn, John, be- 
stätigt worden (Knickerbocker 
Column, »New York Journal 
American«, 3. Februar 1949). 

Als ihr Schiff, das von Jacob 
Schiff gechartert war, am 
3. April von kanadischen Behör- 
den in Halifax, Neuschottland, 
festgehalten wurde, sah es für 
einen flüchtigen Moment so aus, 
als ob die Illuminaten- Ver- 
schwörung scheitern würde. 



An dieser Stelle wurde die 
furchtbare, unsichtbare Macht 
des Jacob Schiff und seiner Big- 
Money-Freunde der kanadi- 
schen Regierung deutlich ge- 
macht. Sie befahlen ihren Ma- 
rionetten in Washington und 
London, sofort zu intervenieren. 
Daraufhin befand sich die Trotz- 
ki-Bande innerhalb weniger 
Stunden wieder auf hoher See. 
In Europa angekommen, machte 
sich Trotzki auf den Weg in die 
Schweiz, wo er mit Lenin, Stalin, 
Kaganowitsch und Litwinow zu- 
sammenstieß, um die letzten 
Einzelheiten der Strategie zu 
klären, bevor man sich nach 
Rußland begab. 

Die ehrenwerten 
Warburgs 

Aber noch sahen sich die bol- 
schewistischen Verschwörer vor 
ein scheinbar unüberwindliches 
Hindernis gestellt: wie sollten sie 
ihre »Armee« und Ausrüstung 
quer durch halb Europa und 
nach Rußland bringen? Die 
Antwort auf dieses Dilemma 
kam, als Max Warburg, der 
Rothschildagent, der Leiter der 
deutschen Geheimpolizei war, 
sie alle in einen versiegelten Ei- 
senbahnwaggon packte und für 
ihre sichere Durchfahrt bis an 
die russische Grenze sorgte. Max 
Warburg war der Bruder von 
Paul Warburg, dem Erbauer, 
Gründer und ersten Vorsitzen- 
den der amerikanischen Federal 
Reserve Corporation. 

Nachdem sie einmal in Rußland 
waren, wendeten Lenin, Trotzi 
und ihre erbarmungslose Bande 



117 



von Raubmördern die teufli- 
schen Lehren mit unermüdli- 
chem Eifer an, die Sergei Ne- 
chayew in seinem »Revolutionä- 
ren Katechismus« niedergelegt 
hatte. In Lenins eigenen Worten 
mußten die ergebenen Anhän- 
ger »zu jedem und allen Opfern 
bereit sein und zu allen nur 
denkbaren Mitteln, Manövern 
und illegalen Methoden, zu Lü- 
gen und Verleumdungen«, um 
die Zielsetzung zu verwirkli- 
chen. 

Die Rote Armee 
der Bankers 

Im Juli 1917 erlitt das von den 
internationalen Bankers unter- 
stützte Komplott einen anfängli- 
chen Rückschlag, und Lenin und 
einige seiner Mitarbeiter mußten 
nach Finnland fliehen. Einige 
Monate danach kehrten sie wie- 
der nach Rußland zurück, wo sie 
eine stattliche Zahl von Einzel- 
personen in den Griff bekamen, 
die, bestürzt von den entsetzli- 
chen Zuständen in Rußland in- 
folge des drei Jahre währenden 
Krieges, leichtgläubig ihren Ver- 
sprechungen Glauben schenk- 
ten, man werde die großen 
Landgüter untereinander auftei- 
len und sie mit vielen Annehm- 
lichkeiten des Lebens versehen. 
Die Bolschewiken taten sich 
auch mit lausenden von böswilli- 
gen, anarchistischen Atheisten 
zusammen, denen von der provi- 
sorischen Regierung unter Alex- 
ander Kerenski nach Abdan- 
kung des Zaren eine Amnestie 
gewährt worden war. 

Im November 1917 ließen die 



Bolschewisten ihre Revolution 
steigen und diesmal mit Erfolg. 
Zunächst ergriffen sie die Kon- 
trolle über Petrograd und dann 
im Verlauf der nächsten zwei- 
einhalb Jahre über ganz Ruß- 
land, wobei sie sich einer Terror- 
kampagne bedienten, die in der 
Geschichte der Menschheit ohne 
Beispiel war. 

Während des blutigen Bürger- 
krieges, der auf die bolschewisti- 
sche Revolution folgte, war Le- 
nin der unangefochtene Führer 
der politischen Aktivitäten und 
Trotzki organisierte den militäri- 
schen Zweig der Organisation - 
die Rote Armee. Der Name 
»Rote Armee« war keine falsche 
Benennung oder ein zufällig ge- 
suchter Name. 

Die bolschewistische Rote Ar- 
mee unter der Führung von 
Trotzki war das tödliche Werk- 
zug der von Rothschilds (Rotes 
Schild) beherrschten internatio- 
nalen Bankers. Es war nur allzu 
passend, daß sie das »Rote« Eti- 
kett oder Schild trug. 

Zwischen 1917 und 1921 durch- 
lebte Rußland eine Zeit unvor- 
stellbaren politischen und wirt- 
schaftlichen Chaos. Wirtschaft- 
lich und sozial war der äußerste 
Ruin erreicht. Die industrielle 
Produktion brach durch die Un- 
terbrechung der Transportlinien 
zusammen, die Versorgung mit 
Rohstoffen und Krediten war 
unzulänglich, so daß es fast 
überhaupt keine Waren wie 
Kleidung, Schuhe oder landwirt- 
schaftliche Gerätschaften gab. 
Im Jahr 1920 belief sich die In- 



118 



dustrieproduktion auf 13 Pro- 
zent des Wertes von 1913. 
Gleichzeitig wurde Papiergeld so 
großzügig gedruckt, daß der Ru- 
bel so gut wie wertlos war. 

Der Plan der 
llluminaten erfüllte sich 

Die Kommunisten haben die im- 
mer tiefer greifende nationale 
Tragödie ausgebeutet sowie die 
Uneinigkeit und Unentschlos- 
senheit ihrer Gegner. Sie führten 
ihren diabolischen Plan mit fa- 
natischer Grausamkeit aus. Ter- 
ror ä la »Revolutionärer Kate- 
chismus« hieß die Losung des 
Tages - jeden Tag, jede Woche 
und jeden Monat. Die Werkzeu- 
ge, die diese gnadenlosen Terro- 
risten einsetzten, war die Rote 
Armee unter Leitung von Leon 
Trotzki sowie die Geheimpoli- 
zei, die systematisch alle tatsäch- 
lichen, potentiellen oder einge- 
bildeten Gegner ermordete. 
Diese Terroristen wurden für ih- 
re blutbesudelten Dienste reich 
belohnt. Sie erhielten guten 
Lohn und eine umfangreiche Le- 
bensmittelration. Sie waren »das 
Gesetz«, wo immer sie hin- 
gingen. 



kontrolliert, die geschäftig dabei 
war, Rußland gemäß dem Plan 
zu erdrosseln, den der lllumina- 
ten »Alleiniger Oberbefehls- 
haber« Abert Pike in seinem be- 
rühmten Brief an Mazzini im 
Jahre 1871 beschrieben hatte. 

Trotzki, der der Hauptanstifter 
dieses Gemetzels war, rechtfer- 
tigte seine Taten damit, daß sie 
»eine Demonstration des Wil- 
lens und der Stärke des Proleta- 
riats« seien. 

Winston Churchill bemerkte in 
seinem Artikel in der »Illustra- 
ted Sunday Herald« am 8. Fe- 
bruar 1920, daß die »weltweite 
und stetig wachsende >Illumina- 
ten<-Verschwörung eine klar er- 
kennbare Rolle in der Tragödie 
der Französischen Revolution 
gespielt hat. Sie ist die Antriebs- 
feder einer jeden subversiven 
Bewegung des 19. Jahrhunderts 
gewesen; und nun, zuletzt, hat 
diese Bande außergewöhnlicher 
Persönlichkeiten aus der Unter- 
welt der Großstädte Europas 
und Amerikas das russische 
Volk bei den Haaren gepackt 
und sind praktisch die unange- 
fochtenen Herren dieses riesigen 
Reiches.« 



Wahrlich, die Situation in Ruß- 
land »schrie laut« nach Maßnah- 
men seitens der westlichen "Na- 
tionen, die sich selbstgefällig so- 
viel auf ihre »Menschlichkeit« 
zugute hielten. Aber keine einzi- 
ge Nation rührte sich, um die 
Vernichtung der unschuldigen 
Massen in Rußland zu verhin- 
dern. Ihre Regierungen wurden 
allesamt von derselben Kraft 



Die Französische Revolution, 
von Winston Churchill als die 
»klar erkennbare« Arbeit der 
Illuminatenverschwörung ge- 
kennzeichnet, war eine Zeit vol- 
ler Blutvergießen und Gewalt- 
taten, eine Terrorherrschaft, die 
den Tod von Hunderttausenden 
von Menschen gefordert hatte.. 

Mit der von den llluminaten ge- 



119 



planten und finanzierten Russi- 
schen Revolution von 1917 wird 
das frühere Ereignis an Intensi- 
tät und Dauer völlig in den 
Schatten gestellt. In Frankreich 
hatte sich das rot-hitzige Fieber 
des mordenden Pöbel in weni- 
gen Monaten von selbst ausge- 
brannt. In Rußland wurde das 
kalt berechnete Abschlachten 
des Volkes und die systemati- 
sche Vernichtung der aiten Ord- 
nung mit einem religiösen Eifer 
weitergeführt, der all die sadisti- 
schen, vom Teufel inspirierten 
Anweisungen in sich vereinigte, 
die in dem »Revolutionären Ka- 
techismus« niedergelegt sind, ei- 
nem verwunderlichen Doku- 
ment. 

Bevor das Blutvergießen ein En- 
de nahm, waren mehr als 30 Mil- 
lionen Menschen unter dem gna- 
denlosen Schwert des von den 
internationalen Bankers erschaf- 
fenen roten Ungeheuers umge- 
kommen. 

Mehreren Millionen gelang es, 
den Krallen der kommunisti- 
schen Schlächter zu entgehen 
und in Nachbarländer zu fliehen. 



Amerikas Eintritt 
in den Krieg 

Mit der Verabschiedung des Ge- 
setzes über die Einkommensteu- 
er und über die Errichtung des 
Federal Reserve Systems war für 
die amerikanischen Bankers 
endlich der Weg frei für die Vor- 
bereitung des amerikanischen 
Kriegseintritts in den Ersten 
Weltkrieg. Obwohl Wilson und 



seine verborgenen Meister 
Amerikas militärisches Engage- 
ment in dem europäischen 
»Kriegstheater« seit geraumer 
Zeit geplant hatten, galt es, noch 
ein größeres Hindernis zu über- 
winden. Die überwältigende 
Mehrheit des amerikanischen 
Volkes befürwortete den Stand- 
punkt des Isolationismus. Sie 
wollte, daß ihr Land an den lieb- 
gewonnenen Prinzipien der 
Monroe-Doktrin vom 2. De- 
zember 1823 festhält und sich 
nicht in einen Krieg in Europa 
einmischt. 

Als sich der selbstgefällige Ma- 
rionettenpräsident zur Wieder- 
wahl 1916 stellte, war er ge- 
zwungen, so zu tun, als ob er auf 
der Seite des amerikanischen 
Volkes stünde, jedenfalls für die 
Dauer des Wahlkampfes. Mit 
dem Slogan »Er hat uns aus dem 
Krieg herausgehalten« konnte 
Wilson die Wiederwahl knapp 
für sich gewinnen. Nur wenige 
Tage nach seiner zweiten Amts- 
einführung trat Wilson vor den 
Kongreß und verlangte die 
Kriegserklärung gegen Deutsch- 
land. Der Kongreß gehorchte. 

Amerika erklärte Deutschland 
am 6. April 1917 den Krieg, und 
im Juni landeten Hunderttau- 
sende amerikanische Truppen 
unter dem Kommando von Ge- 
neral John J. Pershing in Frank- 
reich. 

In dem Buch »Pilgrim Partners«, 
das in sehr kleiner Auflage 1942 
erschienen ist, enthüllt Sir Harry 
Brittain, wie die internationalen 
Verschwörer über die Nachricht 



120 



der amerikanischen Kriegserklä- 
rung entzückt waren: 

»Endlich dämmerte im April 
1917 ein wunderbarer Tag in der 
anglo-amerikanischen Geschich- 
te herauf - die USA hatten sich 
den Alliierten angeschlossen. 
Einige Tage darauf wurde in der 
St. Pauls Kathedrale ein feierli- 
cher Gottesdienst abgehalten, 
um den Eintritt der Vereinigten 
Staaten in den Krieg zu zelebrie- 
ren und die Mitglieder des Pil- 
grim Clubs erhielten Ehrenplät- 
ze unter der Domkuppel, hinter 
dem König und der Königin.« 

Amerika als Werkzeug 
der Banker 

Trotz der massiven Infusion »fri- 
schen Blutes« auf sehen der 
Verbündeten hielt Deutschland 
stand. Bereits 1918 hatte 
Deutschland - mit Hilfe der 
nach Einstellung der Feindhand- 
lungen im Osten an die West- 
front verlegten Truppen - eine 
massive Stirb-oder-Sieg-Offen- 
sive auf die alliierten Streitkräfte 
vorgenommen. Die Deutschen 
schössen sich bereits den Weg 
durch die Außenbezirke von Pa- 
ris, ehe sie aufgehalten wurden. 
Eine Gegenoffensive der Alliier- 
ten, vor allem kraft der amerika- 
nischen Verstärkung, brach der 
deutschen Armee das Genick 
und zwang sie zum Rückzug auf 
die ursprüngliche Hindenburg- 
Linie. 

In Deutschland selbst schwollen 
die Probleme zu einer Revolu- 
tion an und der deutsche Militär- 



apparat fing an, auseinanderzu- 
brechen. Kaiser Wilhelm IL 
dankte ab. Der Krieg war zu En- 
de, als am 11. November 1918 in 
Compiegne, Frankreich, der 
Waffenstillstand unterzeichnet 
wurde, der den Ersten Weltkrieg 
beendete. 

In den 17 Monaten der amerika- 
nischen Expedition in das euro- 
päische »Theater« wurden eine 
Reihe weitreichender Zielset- 
zungen für die Hintermänner er- 
reicht. 

Amerikas Außenpolitik des Iso- 
lationismus und der Neutralität, 
die George Washington so be- 
redt in seiner Abschiedsbot- 
schaft verfochten und die ihren 
Niederschlag in der Monroe- 
Doktrin gefunden hatte, war tot. 
Damit war ein Präzedenzfall ge- 
schaffen worden - wenngleich 
durch ungeheuerlichen Betrug - 
daß Amerika als ein militäri- 
sches Werkzeug in den Händen 
der internationalen Bankers be- 
nutzt werden konnte. 

Dem Pan-Amerikanismus wur- 
de durch ein Geheimabkommen 
der Pilgrim Society Ende 1890 
abgeschworen, als die amerika- 
nischen Wirtschafts- und Polit- 
kräfte entschieden, daß sie in 
Zukunft den »Anglo-Saxonis- 
mus« unterstützen und die Inter- 
essen der Krone verteidigen 
würden. Das Bewußtsein über 
diese Tatsache hat vielen Ameri- 
kanern nur sehr langsam gedäm- 
mert. 

Das zaristische Rußland, den 
Geldmonopolisten seit vielen 



121 




Ruinen und Schulden und nur Verlierer. Einziger Sieger auf 
dem Weg zur Beherrschung der Welt: Die Rote Armee der 
Bankers, die das »Rote« Etikett der Rothschilds trug. 



122 



Jahren ein Dorn im Auge, war 
mit Erfolg von der Weltbühne 
gefegt worden. Dies hatte 47 
Jahre zuvor der Oberilluminat 
Albert Pike in seinem berühm- 
ten Brief an Mazzini be- 
schworen. 

Der Erste Weltkrieg hatte in den 
beteiligten Ländern eine Staats- 
verschuldung von astronomi- 
scher Höhe geschaffen. Diese 
Schulden waren bei den interna- 
tionalen Bankers gemacht wor- 
den, die die Sache von vorne bis 
hinten organisiert und in Szene 
gesetzt haben. »Kriegsschau- 
plätze« haben sich schon immer 
als höchst lukrativ für ihre Ma- 
nager und diejenigen erwiesen, 
die sie finanzieren. 



Ruinen und Schulden 
und nur Verlierer 

Der Erste Weltkrieg hatte in den 
Ländern Europas einen beispiel- 
losen gesellschaftlichen Um- 
bruch bewirkt und die Bühne für 
eine weltweite soziale Revolu- 
tion vorbereitet. Als der Waf- 
fenstillstand 1918 geschlossen 
wurde, hatte sich das Bild der 
Welt grundlegend verändert. 

Aus den Ruinen und Schulden 
des »Krieges zur Beendigung al- 
len Krieges« erhoben sich unan- 
fechtbare Tatsachen. Das engli- 
sche Volk hatte verloren. Das 
französische Volk hatte verloren 
ebenso wie das deutsche, öster- 
reichische und das italienische. 
Das russische Volk hatte den 
Krieg, die Revolution - und sei- 
ne Freiheit verloren. 



Amerika, mit mehr als zwei Mil- 
lionen Truppen bei Kriegsende 
in Europa, stand auf seilen der 
Verlierer Rußland nur wenig 
nach. Dank der Treulosigkeit 
von Präsident Wilson und vielen 
Kongreßmitgliedern und der un- 
gezügelten Lust derer, die jetzt 
unser Währungssystem kontrol- 
lieren, befand sich die einstmals 
stolze amerikanische Republik 
auf rasantem Weg in die Zerstö- 
rung. 

Obwohl das amerikanische Volk 
eindeutig der Verlierer im Er- 
sten Weltkrieg war, ebenso wie 
die Völker der übrigen beteilig- 
ten Nationen, gab es eine Grup- 
pe, für die der Erste Weltkrieg 
ein uneingeschränkter Erfolg ge- 
wesen war: die Big Bankers. 

Die Tatsachen über die wirkli- 
chen Sieger teilt Carrol Quigley 
in seinem Buch »Tragedy and 
Hope« mit: »Der Erste Welt- 
krieg war eine Katastrophe sol- 
chen Ausmaßes, daß selbst heu- 
te das Vorstellungsvermögen 
nur schwer mithalten kann. An 
allen Fronten sind in der gesam- 
ten Kriegszeit rund 13 Millionen 
Männer der verschiedenen 
Streitkräfte umgekommen, sei es 
durch Verwundung oder Krank- 
heit. Die Carnegie-Stiftung für 
den internationalen Frieden hat 
geschätzt, daß der Krieg 
Gebäude im Wert von 
400 000 000 000 $ zerstört hat, 
wobei der Wert aller Gebäude in 
Frankreich und Belgien zu der 
Zeit nicht mehr als 

75 000 000 000 Dollar betragen 
hat.« 



123 



Wenn Sie die folgenden Worte 
lesen, erinnern Sie sich der lang- 
fristigen Zielsetzung der Illumi- 
naten, wie sie aus verschiedenen 
Quellen belegt wurde: »Es war 
offensichtlich, daß der Aufwand 
an Menschen und Gütern in sol- 
chen Größenordnungen eine ge- 
waltige Mobilmachung von 
Hilfsquellen in der ganzen Welt 
erforderlich macht, .und nicht 
umhin konnte, weitreichende 
Auswirkungen auf die Denk- 
und Handlungsweise der Men- 
schen zu haben, die unter eine 
derartige Belastung gezwungen 
wurden. Einige Staaten wurden 
vernichtet oder auf immer ver- 
krüppelt. Es gab tiefgreifende 
Veränderungen im Finanz- und 
Wirtschaftsleben, in den gesell- 
schaftlichen Beziehungen, in der 
Weltanschauung und im Ge- 
fühlsverhalten. Der Krieg setzte 
nichts Neues in die Welt; viel- 
mehr beschleunigte er einen Gä- 
rungsprozeß. Mit dem Ergebnis, 
daß Veränderungen, die sich in 
Friedenszeiten über einen Zeit- 
raum von 30 oder 50 Jahren ent- 
wickelt hätten, innerhalb von 
fünf Kriegsjahren vollzogen 
worden waren. 

Beherrschung der 
Wirtschaft der Welt 

Carrol Quigley betont des weite- 
ren, die gewaltigen Veränderun- 
gen »in der Gesellschaftsord- 
nung«, die der, Krieg bewirkt 
hat, aber er beklagt die Tatsa- 
che, daß viele es nur langsam 
akzeptieren konnten, diese Ver- 
änderungen als dauerhaft anzu- 
sehen. »Es war, als ob die Ver- 
änderungen zu schnell gekom- 



men wären, um vom menschli- 
chen Verstand hingenommen zu 
werden, oder was wahrscheinli- 
cher ist, daß die Menschen zwar 
die überall eingetretenen Verän- 
derungen sahen, aber annah- 
men, sie seien vorübergehende 
Entgleisungen einer Kriegszeit 
und daß, wenn der Frieden kä- 
me, sie verschwinden und jeder- 
mann zu seiner langsamen, an- 
genehmen Welt von 1913 zu- 
rückkehren würde.« Für den il- 
luminierten Professor Quigley 
war dies ein »sehr gefährlicher« 
Standpunkt. 

»Sehr gefährlich« für wen? Ver- 
mutlich für die Illuminierten und 
für die internationalen Bankers, 
die, wie Quigley offen zugibt, 
höchst interessiert daran waren, 
»ein anderes, weitreichendes 
Ziel, nicht geringeres als die Er- 
schaffung eines Weltsystems zur 
finanziellen Kontrolle durch pri- 
vate Hand, in der Lage, das poli- 
tische System eines jeden Lan- 
des und die Wirtschaft der Welt 
insgesamt zu beherrschen. Die- 
ses System sollte auf feudalisti- 
sche Weise (Rückkehr zur Leib- 
eigenschaft) von den Zentral- 
banken der Welt (internationale 
Bankers) gesteuert werden, die 
konzentriert handeln, und zwar 
aufgrund von Geheimabkom- 
men, die auf häufigen Privatkon- 
ferenzen und Treffen vereinbart 
würden.« 

Quigley, ein anerkannter »In- 
sider«, der sich mit einem zwei- 
jährigen Zugang zu den »Papie- 
ren und Geheimdokumenten« 
der Round-Table-Gruppe (II- 
luminaten) zu Beginn der 60er 



124 



Jahre brüstet, macht einige auf- 
schlußreiche Erklärungen über 
die internationalen Bankers: 

»Die Geschichte des vergange- 
nen Jahrhunderts zeigt, daß der 
Rat, den die Bankers (die, wie 
wir gesehen haben, die Regie- 
rungen kontrollieren) Regierun- 
gen gegeben haben, ebenso wie 
der Rat, den sie an Industrie- 
konzerne gegeben haben, für die 
Bankers durchweg vorteilhaft 
waren, aber für die Regierun- 
gen, Unternehmen und das Volk 
allgemein oft unglückselig. Sol- 
cher Rat konnte, falls notwen- 
dig, durch Manipulation der Ak- 
tienbörse, Goldbewegungen, 
Diskontsätze, ja sogar durch 
Wirtschaftszyklen aufoktroiert 
werden.« 

Quigley entdeckt uns sodann die 
Methoden, mit denen die inter- 
nationalen Bankers jedes 
Gramm Profit aus dem Krieg 
herausgeschlagen haben, den ih- 
re Tricks verursacht haben. Er 
informiert seine Leser, daß »im 
Juli 1914 die Militärs zuversicht- 
lich waren, eine Entscheidung 
innerhalb von sechs Monaten 
herbeiführen zu können, weil ih- 
re strategischen Pläne und die 
Beispiele von 1866 und 1870 ei- 
ne sofortige Entscheidung nahe- 
legten. Dieser Glauben wurde 
von den Finanzexperten unter- 
stützt, die zwar die Kosten des 
Krieges erheblich unterschätzt 
hatten, aber dennoch sicher wa- 
ren, daß die finanziellen Mittel 
aller Staaten nach sechs Mona- 
ten erschöpft sein würden. Unter 
finanzielle Mittel< verstanden 
sie die Goldreserven der ver- 



schiedenen Nationen. Diese wa- 
ren ganz offensichtlich begrenzt; 
alle Großmächte waren an den 
Goldstandard gebunden, nach 
dem Banknoten und Papiergeld 
auf Verlangen in Gold umge- 
tauscht werden konnten.« 



Die Banken machten 

das Geld 

Quigley schreibt weiter, daß 
»der Kriegsausbruch von 1914 
diese finanziellen Kapitalisten 
von ihrer schlechtesten Seite 
zeigte, kurzsichtig und selbst- 
süchtig, während die, wie ge- 
wöhnlich, ihre totale Hingabe an 
das soziale Wohl proklamierten. 
Die Einstellung der Bankers hat 
sich am deutlichsten in England 
gezeigt, wo jede Bewegung von 
den Bemühungen diktiert wur- 
de, ihre eigene Position zu si- 
chern und davon zu profitieren, 
und nicht von den Überlegun- 
gen, wie die Wirtschaft für den 
Krieg oder das Wohl des engli- 
schen Volkes zu mobilisieren 



Um die Finanzierungsprobleme 
zu bewältigen und den Weg für 
eine Verlängerung des Krieges 
zu öffnen, so daß daraus der 
größte finanzielle und politische 
Gewinn geschlagen werden 
konnte«, stellten die Bankers ein 
System auf, wonach die ihnen 
geschuldeten Verpflichtungen 
mit ungedecktem Papiergeld - 
sogenannte Schatzanweisungen 
- beglichen werden konnten.« 

»Jedes Land hob den Goldstan- 
dard bei Kriegsbeginn bis auf 



125 



weiteres auf. Damit wurde die 
automatische Begrenzung in der 
Versorgung mit Papiergeld be- 
seitigt. Sodann hat jedes Land 
den Krieg durch Aufnahme von 
Krediten bei den Bankers be- 
zahlt. Die Banken machten das 
Geld, das sie anschließend aus- 
liehen, indem sie der Regierung 
einfach ein Konto in beliebiger 
Höhe einräumten, auf das die 
Regierung Schecks ziehen konn- 
te. Die Banken waren damit 
nicht mehr in der Höhe der Kre- 
dite beschränkt, die sie bereit- 
stellen konnten, weil sie nun 
kein Gold mehr auf Verlangen 
gegen Schecks eintauschen muß- 
ten. Damit wurde die Geld- 
schöpfung der Banken in Form 
von Krediten nur noch von der 
Nachfrage ihrer Schuldner be- 
grenzt. Und da die Regierungen 
für ihren Bedarf Geld borgten, 
borgten natürlich auch die 
Privatunternehmen, um die Re- 
gierungsaufträge ausführen zu 
können. Das Gold, das nun nicht 
mehr einfach verlangt werden 
konnte, ruhte in den Tresoren, 
abgesehen von kleinen Mengen, 
die exportiert wurden, um für 
die Lieferungen neutraler Län- 
der oder von Mitstreitern zu be- 
zahlen.« 



Der gewaltige Anstieg von unge- 
decktem Papiergeld führte zu ei- 
ner atemberaubenden Inflation: 
»Die Mittelklasse der europä- 
ischen Gesellschaft, mit ihren 
Bankguthaben, Scheckeinlagen, 
Hypotheken, Versicherungs- 
und Rentenpapieren wurde 
durch die Kriegsinflation ange- 
schlagen und sogar ruiniert.« 



Lügen wie zu keiner 

anderen Zeit 

der Weltgeschichte 

Diese von den internationalen 
Bankers berechnete Vergewalti- 
gung der Währung hatte eine zu- 
sätzliche Wirkung, die perfekt in 
ihre Pläne zur Vernichtung der 
»alten Weltordnung« paßte, die 
der »Neuen Weltordnung« der 
Illuminaten vorausgehen sollte. 
In einigen Ländern »ging die In- 
flation so weit, daß die Wäh- 
rungseinheit vollkommen wert- 
los wurde. Die Mittelklasse wur- 
de weitgehend zerstört und ihre 
Angehörigen in die Verzweif- 
lung getrieben oder zumindest 
an den Rand eines psychopathi- 
schen Hasses auf jede Form der 
Regierung oder der sozialen 
Klasse, die sie für ihren Not- 
stand verantwortlich hielten.« 

Selbst in England und Amerika 
»stiegen die Preise um 200 bis 
300 Prozent, während die 
Staatsverschuldung um rund 
1000 Prozent zunahm.« Profes- 
sor Quigley bestätigt die Ansicht 
von Arthur Ponsonby, einem 
englischen Parlamentarier, daß 
»es in der Welt von 1914 bis 
1918 mehr vorsätzliche Lügen 
gegeben haben muß als zu jeder 
anderen Zeit der Weltge- 
schichte.« 

Aufgrund der englischen Zensur 
waren zum Beispiel die meisten 
Tatsachen bezüglich der Vorge- 
schichte des Krieges in Amerika 
unbekannt. Das englische 
Kriegspropaganda-Ministerium 
unter Leitung von Sir Gilbert 



126 



Parker betrieb das amerikani- 
sche Informationsbüro, welches 
»fast alle Informationen kon- 
trollieren konnte, die für die 
amerikanische Presse bstimmt 
waren und fungierte ab 1916 als 
ein internationaler Nachrichten- 
dienst, der die europäischen 
Nachrichten selbst an rund 35 
amerikanische Zeitungen ver- 
teilte.« 

Sie »unterschlugen jede Verlet- 
zung des Kriegsrechts oder der 
Regeln der Menschlichkeit, so- 
weit diese der (britisch-französi- 
schen) Entente anzulasten wa- 
ren. Hingegen wurden Verstöße 
und Grausamkeiten der Zentral- 
mächte (Deutschland) groß her- 
ausgebracht.« »Greuel«-Pro- 
paganda wurde hochgespielt, 
Geschichten über Deutsche, die 
Tote verstümmeln, Frauen ver- 
gewaltigen, Kindern die Hände 
abhacken, Kirchen und Denk- 
mäler entweihen und Belgier ge- 
kreuzigt haben, fanden im We- 
sten allgemein Glauben, als man 
das Jahr 1916 schrieb. 



Diese krassen Lügen wurden 
von den Illuminatenagenten für 
eine Reihe von Zwecken fabri- 
ziert. Zu diesen Zwecken gehör- 
te die Hoffnung, dadurch die 
Chance eines Verhandlungsfrie- 
dens (zum Dezember 1916) zu 
sabotieren. Sie hofften damit 
auch, die Unterstützung neutra- 
ler Länder (wie die Vereinigten 
Staaten) zu gewinnen und diese 
im Namen der »Menschlich- 
keit« in den Krieg zu ziehen. 
Als der Öffentlichkeit diese Lü- 
gen am Ende des Krieges be- 
kannt wurden, erfüllten sie auch 
noch den Zweck, die Skepsis ge- 
genüber allen Regierungsmittei- 
lungen weiter zu vermehren. 

Wie Edward Stanton, Lincolns 
Kriegsminister, in seinem be- 
rühmten Buch »Mr. Secretary« 
sagt: »Kriege werden nicht aus- 
getragen, um einen Feind zu be- 
siegen. Kriege werden gefoch- 
ten, um einen Zustand hervorzu- 
rufen«, der vollkommen in 
Übersteinstimmung mit den 
langfristigen Plänen der Illumi- 
naten war. 



127 



VI. Verrat in Versailles 



Als sich der Erste Weltkrieg, der »Krieg zur Beendigung aller 
Kriege«, zähflüssig einem Stillstand näherte und »Frieden« sich 
unbehaglich über die dezimierten und ausgelaugten Völker Europas 
legte, blieb eine Frage von übergeordneter Dringlichkeit in den 
Köpfen der monopolistischen Weltverteiler offen: wie sollten sie das 
Geschehen zwischen den führenden Mächten so manipulieren, daß 
ein weiteres universales Blutbad, mit all seinen möglichen Gewinnen 
und Fortschritten auf dem Weg zu ihrem Endziel in der nahen 
Zukunft mit tödlicher Wut ausbrechen würde? 



Sofort nach dem Krieg belegte 
die englische Regierung auf Ge- 
heiß ihrer heimlichen Meister 
aus der City, Deutschland mit 
einer Blockade. Am 14. März 
1919 erklärte Winston Churchill 
vor dem englischen Unterhaus, 
daß England »die Blockade mit 
Nachdruck durchsetze. Diese 
Waffe des Aushungerns ist vor- 
nehmlich auf die Frauen und 
Kinder gerichtet, die Alten, die 
Kranken und die Armen.« 

Der Mann, der die 
Würfel rollen ließ 

Während die London »Daily 
News« Augenzeugenberichten 
aus Deutschland über »viele ent- 
setzliche Dinge . . . Babies zu 
Häuf, vom Fieber aus Mangel an 
Nahrung geschüttelt, von Hun- 
ger derart verzehrt, daß ihre 
kleinen Glieder wie dünne 
Stöckchen aussehen, ihre Ge- 
sichter hoffnungslos und ihre 
Augen voller Qual« brachte, be- 
richtete, die »Associated Press« 
aus Paris am 24. Juli, daß 
»Deutschland 500 Hengste, 
3000 Fohlen, 90 000 Milchkühe, 
100 000 Schafe und 10 000 Zie- 



gen an Frankreich abliefern 
muß. Des weiteren hat Deutsch- 
land 200 Hengste, 5 000 Stuten, 
5 000 Fohlen, 50 000 Kühe und 
40 000 Säue an Belgien abzulie- 
fern.« 

Wie uns Professor Quigley in 
seinem Buch »Tragedy and Ho- 
pe« mitteilt, war »der Ausgang 
der Blockade verheerend. In den 
neun Monaten nach dem Waf- 
fenstillstand hat sie den Tod von 
800 000 Menschen bewirkt.« In 
den vier Kriegsjahren hatte 
Deutschland 1 ,6 Millionen Men- 
schen verloren. Die Sterblich- 
keitsrate in Deutschland wäh- 
rend der Blockade war fünf- 
einhalbmal so groß wie im Krieg. 

Als sich die Führer der »siegrei- 
chen« Nationen in Versailles, 
Frankreich, versammelten, um 
über das Schicksal Europas zu 
beschließen, waren auch die 
Rothschilds und ihre Agenten 
mit von der Partie, um sicherzu- 
stellen, daß die Dinge in die 
Bahn gelenkt wurden, die ihren 
Interessen nützlich sein würde. 
Die Delegation der Vereinigten 
Staaten wurde nach außen hin 
von Woodrow Wilson angeführt. 



128 



aber es bestanden bei den ande- 
ren führenden Teilnehmern kei- 
nerlei gedankliche Zweifel dar- 
an, daß House der Mann war, 
der die Würfel rollen ließ. Er 
war der Mann, der die Entschei- 
dungen traf. Ohne seine Billi- 
gung ging nichts. 

Berater waren 
die Bankers 

Der dritte im Führungsbunde 
der amerikanischen Delegation, 
der die Rolle eines »Beraters« 
spielte, war Bernard Baruch. In 
seiner Zeit als despotischer Lei- 
ter des Amtes für Kriegsindu- 
strie im Ersten Weltkriege hatte 
Baruch es verstanden, sich ein 
Vermögen von rund 200 Millio- 
nen US-Dollar zu erwerben, in- 
dem er lukrative Regierungsauf- 
träge an die »richtigen« Stellen 
vergab. Baruch hatte für Wilsons 
Wahlkampagne 1912 und 1916 
sein privates Vermögen inve- 
stiert. Es hatte sich nett bezahlt 
gemacht! 

England wurde durch seinen 
Premier David Lloyd George 
vertreten. An seiner Seite be- 
fand sich Sir Philip Sassoon, ein 
direkter Nachfahre von Amschel 
Rothschild und ein Mitglied des 
englischen Privy Council (gehei- 
mer Staatsrat). Auf der Frie- 
denskonferenz agierte Sassoon 
als Lloyd Georges Privatsekretär 
und konnte damit an allen su- 
pergeheimen Sitzungen teil- 
nehmen. 

Bei den Franzosen wurde Pre- 
mierminister Clemenceau von 
einem Mann »beraten«, der den 



Namen »Georges Mandel« trug. 
Es war kein neuer Job, den die- 
ser spitznasige, untersetzte klei- 
ne Chemiker ausführte, der 
während des Krieges das franzö- 
sische Innenministerium geleitet 
und die Zivilbevölkerung zum 
Mut ermahnt hatte. Mandel, ge- 
borener Jeroboam Rothschild, 
ist oft als der Disraeli Frank- 
reichs bezeichnet worden. Er 
war ein Superpolitiker in einem 
Land der Politiker. 

»Colonel« House war auf der 
europäischen Politszene kein 
Fremdling. Seit 1912 - insbe- 
sondere während der Kriegsjah- 
re - hatte er regelmäßig die 
Kanzlerämter Europas besucht. 
»House fühlte sich immer ganz 
zu Hause, ob er mit König Ge- 
org im Buckingham Palast di- 
nierte, mit dem Kaiser in Pots- 
dam plauderte oder im Elysee 
Palast zu Mittag aß, genauso wie 
in den Zeiten, als seine Biblio- 
thek in Austin der Treffpunkt 
der Männer war, die Texas re- 
gierten«. 

Zur Zeit der Versailler Frie- 
denskonferenz befand sich Hou- 
se auf dem Höhepunkt seiner 
Macht. Er war dort der gefragte- 
ste Mann. Premiers, Botschafter 
und Delegierte belagerten ihn in 
seinem Hotel Carlton. An einem 
einzigen Tag gewährte er an 
solch einflußreichen Männern 
49 Audienzen. Einmal traf der 
französische Regierungschef, 
Clemenceau, ein, als der Präsi- 
dent Wilson bei House weilte. 
Der Präsident mußte das Zim- 
mer verlassen, während House 
und der französische Premier 



129 

sich unter vier Augen unterhiel- WUson ejn gebrochener 

ten. Wilson war nur ein Bauer in \i nnn 

dem Spiel - ein austauschbarer 

Bauer in dem tödlichen Spiel der Es liegen erhebliche Beweise 

internationalen Macht. vor, daß Woodrow Wilson be- 



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Le Petit w Journal 



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3METZ ET LA LORRAINE RENDUES A U FRANCE^^ 



Nach vier Jahren Krieg wehte überall ein Hauch von Brüder- 
lichkeit. Die Banker planten bereits wegen des Profites einen 
neuen Krieg. 



130 



reits 1914 zu der furchterregen- 
den Einsicht gelangt war, er ha- 
be, seine »Seele dem Teufel ver- 
kauft« im Austausch für einen 
flüchtigen Moment des »Ruh- 
mes« auf der nationalen und in- 
ternationalen Bühne. Diese Tat- 
sache hat offensichtlich das Ge- 
wissen des Präsidenten in den 
späteren Jahren mehr und mehr 
belastet. House vertraute seinem 
Tagebuch später an, daß er »da- 
mals (1914) und auch mehrmals 
danach dachte, der Präsident ha- 
be den Wunsch zu sterben; zwei- 
fellos war an seiner Haltung und 
seiner Gemütsverfassung abzu- 
lesen, daß er dem Leben keine 
Freude abgewann.« 

Einige Monate nach Wilsons 
zweiter Amtseinführung schrieb 
der englische Botschafter, Sir 
Horace Plunkett, an House: 
»Ich habe dem Präsidenten mei- 
ne Aufwartung gemacht und war 
über sein abgehärmtes Aussehen 
erschrocken; die seit Januar ein- 
getretene Veränderung ist ent- 
setzlich deutlich.« 

Zur Zeit der Versailler Konfe- 
renz, 1919, äußerte ein engli- 
scher Regierungsbeamter, Sir 
William Wiseman zu House, daß 
er erschrocken sei ȟber sein 
Aussehen. Sein Gesicht war an- 
Farbe und häufig zuckte er mit 
dem nutzlosen Bemühen, die 
Nerven zu kontrollieren, die zu- 



hatte, daß die verborgenen 
Mächte ihn als ihr Instrument 
bei ihrem Komplott zur Zerstö- 
rung der Vereinigten Staaten be- 
nutzten. 

In Versailles wurde Woodrow 
Wilson von dem Betrug und den 
Schikanen der internationalen 
Machtpolitik vernichtet. Schwin- 
del befiel ihn, als er herausfand, 
daß Amerika für den Erfolg ei- 
nes Geheimabkommens ge- 
kämpft hatte, von dem die Ver- 
einigten Staaten nichts gewußt 
hatten und welches gegen die er- 
sten Interessen dieser Nation 
verstieß. 

In Versailles verhandelten die 
Großmächte hinter verschlosse- 
nen Türen, die kleinen Nationen 
hatten in den Entscheidungen 
nichts mitzureden. Nachdem er 
seinem von House inspirierten 
Vorschlag über die Liga der Na- 
tionen durchgebracht hatte, 
brach Wilson unwiderruflich mit 
seinem »alter ego« und fuhr 
heim. Bei seiner Rückkehr in die 
Vereinigten Staaten wurde Wil- 
son vom amerikanischen Volk 
verstoßen. Innerhalb von zwei 
Wochen erlitt er zwei Schlagan- 
fälle und war halb gelähmt. Nur 
wenige Menschen sahen ihn in 
den nächsten Monaten. Er starb 
1924 in Washington. 

Die Erklärung eines 
weiteren Krieges 



Offenbar hatte der Marionetten- 
präsident eine längere Zeit der 
geistigen Tortur durchgemacht, 
die ihm seine Einsicht verursacht 



Großbritannien - oder richtig 
die Krone - war mehr noch als 
Frankreich der eigentliche Nutz- 
nießer des Versailler Vertrages. 



131 



»Dem sogenannten gesättigten 
Imperium gelang es, in Form 
von Mandaten, die Mehrzahl der 
deutschen Kolonien zusätzlich 
zu einem fetten Stück von den 
Ottomanischen Besitzungen zu 
verschlingen. Die Kapitulation 
der deutschen Flotte beseitigte 
eine schwere Drohung und ließ 
England unangefochten als See- 
macht vom Nordkap bis Gibral- 
tar und von Gibraltar bis zu den 
Dardanellen zurück« (Nicholas 
Spykman »America's Strategy in 
World Politics«). 

Der endgültige »Vertrag«, den 
man mit stillschweigendem Ein- 
verständnis der internationalen 
Bankers geschlossen hatte, ist 
von vielen Beobachtern als eine 
grausame Farce erkannt worden. 
Philip Snowden, der später ein 
Mitglied des englischen Parla- 
ments war, hat eine zutreffende 
Bewertung geliefert: »Der Ver- 
trag dürfte Briganten, Imperiali- 
sten und Militaristen zufrieden- 
stellen. Er ist ein Todesstoß für 
alle diejenigen, die gehofft hat- 
ten, das Ende des Krieges werde 
den Frieden bringen. Es ist kein 
Friedensvertrag, sondern eine 
Erklärung für einen weiteren 
Krieg. Es ist der Verrat an der 
Demokratie und an den Gefalle- 
nen des Krieges. Der Vertrag 
bringt die wahren Ziele der Ver- 
bündeten an den Tag«. 

Lord Curzon erklärte, der in 
Versailles erreichte Vertrag sei 
»kein Friedensvertrag, er ist ein- 
fach eine Unterbrechung der 
Feindhandlungen.« 

Später hat Lloyd George dazu 
bemerkt: »Wir haben ein schrift- 



liches Dokument, das uns Krieg 
in zwanzig Jahren garantiert. 
Wenn Sie einem Volk (Deutsch- 
land) Bedingungen auferlegen, 
die es unmöglich erfüllen kann, 
dann zwingen Sie es dazu, ent- 
weder den Vertrag zu brechen 
oder Krieg zu führen. Entweder 
wir modifizieren diesen Vertrag 
und machen ihn für das deutsche 
Volk erträglich oder es wird, 
wenn die neue Generation her- 
angewachsen ist, es wieder ver- 
suchen.« 

Noel F. Busch, Wirtschaftsbera- 
ter im englischen Finanzministe- 
rium, deckt in einem in »Life« 
veröffentlichten Artikel am 17. 
September 1945 auf, daß John 
Maynard Keynes (später Lord 
Keynes), der neben Lord Rot- 
schild in Cambridge wohnte und 
ein Direktor der Rotschild-kon- 
trollierten Bank of England war, 
der Chefberater der englischen 
Regierung zu der Zeit war, als 
die finanziellen Klauseln des 
Versailler Vertrages entworfen 
wurden. So ist es nur natürlich, 
daß die Ergebnisse der wie auch 
immer gearteten »Vereinbarun- 
gen«, die in Versailles getroffen 
wurden, sich in den folgenden 
Jahren als höchst gewinnbrin- 
gend für die Bankers und ihre 
Freunde erweisen würden. 

Der Vertrag zinkte 
die Karten 

In »Empire of >The City<« 
schreibt E. C. Knuth: »Die fi- 
nanziellen Bestimmungen des 
Vertrages sind vielleicht der 
überhaupt unglaublichste Teil 
dieses absolut perfiden Papier- 



132 



Werkes, das jemals zustandege- 
bracht wurde und das im Sinne 
praktischer Durchführbarkeit 
den reinsten Blödsinn enthielt.« 

Der in dem »Vertrag« enthalte- 
ne »Blödsinn« zinkte die Karten 
zugunsten der internationalen 
Bankers und ebnete ihnen den 
Weg, um ihre weltweiten Ambi- 
tionen ein gutes Stück voranzu- 
treiben. 

Im Anschluß an die von der City 
bei Einstellung des Feuers kalt- 
blütig verhängte, mörderische 
Blockade Deutschlands - 800000 
Deutsche starben vor Hunger 
und Krankheit in nur neun 
Monaten - wurden dem deut- 
schen Volk untragbare Repara- 
tionsleistungen als Ergebnis des 
Versailler Vertrages auferlegt. 
Eine erste Zahlung in Höhe von 
20 000 Millionen Mark sollte bis 
Mai 1921 erfolgen. Als zu die- 
sem Zeitpunkt etwas weniger als 
die Hälfte davon tatsächlich be- 
zahlt worden war, drohten die 
Franzosen mit der Besetzung des 
Ruhrgebietes, um dadurch die 
Bezahlung zu erzwingen. Diese 
Krise ging vorüber, nachdem 
Deutschland, von einem weite- 
ren Ultimatum unter Druck ge- 
setzt, eine Reparationsrechnung 
von insgesamt 132 000 Millio- 
nen Mark annahm und den Sie- 
gern Schuldscheine in dieser Hö- 
he ausstellte. Davon wurden 83 
Milliarden beiseite gelassen und 
vergessen. Aber Deutschland 
sollte auf die restlichen 50 Mil- 
liarden jährliche Zinsen in Höhe 
von 2,5 Milliarden sowie 0,5 
Milliarden pro Jahr zahlen, um 
die Gesamtschuld zu verringern. 



»Deutschland konnte diesen 
Verpflichtungen nur unter zwei 
Voraussetzungen nachkommen: 
1. wenn es einen Haushaltsüber- 
scliuß hätte und 2. wenn es mehr 
exportieren als importieren 
könnte - das heißt eine positive 
Handelsbilanz hätte.« 

Die »Mächte der Zukunft« sorg- 
ten dafür, daß diese Ziele nicht 
erreicht werden konnten, ohne 
daß dabei der Lebensstandard in 
Deutschland auf eine Stufe ge- 
drückt werden mußte, auf der 
die deutschen Arbeiter kaum 
mehr als geknechtete Sklaven 
ausländischer Herren sein wür- 
den. Zum Beispiel belegte 1921 
England sämtliche Importe aus 
Deutschland mit einer 26pro- 
zentigen Steuer. Außerdem wei- 
gerte sich England, deutsche 
Waren in ausreichenden Men- 
gen einzuführen. Daß Deutsch- 
land die Reparationszahlungen 
in Waren und Dienstleistungen 
hätte begleichen können, wenn 
seine Gläubiger den Willen ge- 
habt hätten, diese Waren- und 
Dienstleistungen anzunehmen, 
wird durch die Tatsache veran- 
schaulicht, daß das reale pro- 
Kopf-Einkommen des deut- 
schen Durchschnittsarbeiters zu 
Beginn der 20er Jahre um 18 
Prozent höher lag als in der 
Wirtschaftsblüte des Jahres 
1913. 

Chronische 
Inflation 

Anstatt den Lebensstandard 
drastisch zu senken und gewalti- 
ge Steuererhöhungen vorzuneh- 
men, ließ die deutsche Regie- 
rung mehrere Jahre lang einen 



133 



unausgeglichenen Haushalt zu. 
Die Riesendefizite werden in 
dem von der Zentralbank 
(Reichsbank) geliehenen Geld 
bezahlt, die den internationalen 
Bankers unterstand. 

Das Ende war leicht vorherzuse- 
hen: chronische Inflation! Im Jä- 
he 1920 erhielt man für 20 Mark 
ein englisches Pfund. Zum Au- 
gust 1921 brauchte man bereits 
300 Mark, um ein Pfund zu kau- 
fen. Drei Monate später war der 
Wechselkurs 1000 : 1. Danach 
verschlechterte sich die Lage ra- 
sant. Zum Januar 1923 mußten 
80 000 Mark für ein englisches 
Pfund bezahlt werden. Sieben 
Monate später lag der Kurs bei 
20 Millionen für ein Pfund. Und 
am Jahresende brauchte man 20 
Milliarden Mark, um ein engli- 
sches Pfund zu kaufen. 

Der Wert des deutschen Papier- 
geldes verflüchtigte sich mit so 
alarmierendem Tempo, daß am 
Schluß die Bank nur noch eine 
Seite des Scheins bedruckte. Da- 
mit das Papier, auf das die Bank- 
noten gedruckt wurden, nicht 
am Ende mehr wert war als der 
darauf genannte Betrag, gab die 
Reichsbank nur Scheine in 
astronomischen Beträgen 

heraus. 

Viele Arbeiter wurden zweimal 
am Tag bezahlt, zu Mittag und 
bei Feierabend. Die Ehefrauen 
kamen zu ihren Männern vor die 
Fabriktore, holten die Bündel 
Geld und rannten zum nächsten 
Laden, um Lebensmittel und 
sonst Notwendiges noch vor der 
nächsten Preiserhöhung einzu- 



kaufen. Furcht und Verzweif- 
lung bemächtigte sich des Lan- 
des. Die Mittelklasse war prak- 
tisch ausradiert. Wer Immobi- 
lien besaß - Gebäude, Land, Fa- 
briken - profitierte von der Pa- 
nik: er konnte seine Schulden 
mit Inflationsmark abbezahlen. 

In diesem Chaos stellte Deutsch- 
land den Antrag auf ein Morato- 
rium für sämtliche Bargeldzah- 
lungen für die Reparationen, 
und zwar für die nächsten zwei 
Jahre. Die siegreichen Mächte 
lehnten den Antrag ab und am 9. 
Januar 1923 stimmte die Repa- 
rationskommission mit drei zu 
eins dafür (auf Geheiß der City 
stimmte England mit >Nein>. 
Man wollte lieber die Ausländer 
die schmutzige Arbeit für einen 
machen lassen), daß Deutsch- 
land mit seinen Zahlungen in 
Verzug sei. Zwei Tage später 
marschierten die Streitkräfte 
Frankreichs, Belgiens und Ita- 
liens in das Ruhrgebiet ein und 
besetzten Fabriken, Bergwerke, 
Wälder und sonstige wertvolle 
Plätze, aus denen sich Geld 
zwecks Reparationszahlungen 
herausholen ließ. Die deutschen 
Arbeiter an der Ruhr riefen zu 
einem Generalstreik auf, wei- 
gerten sich, die Wiedergutma- 
chungszahlungen vorzunehmen 
und begannen ein Programm des 
passiven Widerstandes. Die Re- 
gierung stellte sich hinter die 
Streikenden. 

Das besetzte Gebiet war relativ 
klein (rund 100 mal 50 km), ent- 
hielt aber 10 Prozent der Bevöl- 
kerung und erzeugte 80 Prozent 
der deutschen Kohle, Eisen und 



134 




»So, jetzt haben wir den Völkerbund«. Alle gegen Einen, gegen 
den nackt auf dem Boden liegenden deutschen Michel. 



Stahl und stellte 70 Prozent des 
Gütertransportes. 

Die Besetzung erwies sich als ein 
Mißerfolg. Die Besatzer, (12500 
Mann stark und 2000 Kolla- 
borateure) versuchten verge- 
bens, die Funktionsfähigkeit des 
Gebietes aufrecht zu erhalten. 



Die Ereignisse an der Ruhr stell- 
ten eine ungeheure Belastung 
für die bereits disintegrierende 
deutsche Wirtschaft dar. Nicht 
nur, daß dadurch die Mark ka- 
putt gemacht wurde, sondern 
auch die Besatzungsmächte er- 
hielten nicht die von ihnen ge- 
wünschten Reparationen. 



135 



DerDawes-Plan 

Diese Sackgasse wurde also ver- 
lassen und die Ruhr frei ge- 
macht, als sich Deutschland mit 
einer Kompromißlösung einver- 
standen erklärte, die als der Da- 
wes-Plan bekannt ist. Diesen 
»Plan« hatte J. P. Morgan ent- 
worfen, und zwar mit Hilfe eines 
Komitees internationaler Fi- 
nanzexperten. Charles Dawes, J. 
P. Morgan, ein Rothschild-Ge- 
nosse, gehörte zu den führenden 
Finanziers Amerikas zu Beginn 
dieses Jahrhundertes. Nebenbei 
ist zu sagen, daß Morgan eine 
wesentliche Rolle bei der Grün- 
dung des »Council of Foreign 
Relations« (Rat für Auswärtige 
Beziehungen) - der »unsichtba- 
ren Regierung« - im Jahre 1921 
gespielt hat. Der CFR lenkt seit- 
dem die Geschickte Amerikas. 

Nach dem Dawes-Plan wurden 
in den ersten vier Jahren 
Deutschland Kredite in Höhe 
von 800 Millionen Dollar einge- 
räumt. Diese sollten für den 
Wiederaufbau benutzt werden, 
der seinerseits die Finanzen 
bringen sollte, mit denen die Re- 
parationszahlungen an Deutsch- 
lands Gläubiger zu leisten wa- 
ren. Ein Großteil des Geldes 
stammte aus den Vereinigten 
Staaten. 

Dazu berichtet Professor Qui- 
gley: »Es ist zu beachten, daß 
dieses System von den interna- 
tionalen Bankers eingerichtet 
wurde, und daß das Ausleihen 
des Geldes anderer an Deutsch- 
land für diese Banker höchst ge- 
winnbringend war.« 



Er schreibt weiter: »Mit Hilfe 
dieser amerikanischen Kredite 
wurde die deutsche Industrie 
weitgehend mit den neuesten 
technischen Einrichtungen aus- 
gerüstet. Mit diesen amerikani- 
schen Kredite konnnte Deutsch- 
land seine Industrie wieder auf- 
bauen und sie mit Abstand zur 
zweitbesten der Welt entwik- 
keln. Damit konnten Wohlstand 
und Lebensstandard beibehalten 
werden, trotz Niederlage und 
Reparationen, und die Repara- 
tionen bezahlt werden, ohne die 
Übel eines defizitären Haushal- 
tes und einer negativen Handels- 
bilanz. Mit Hilfe dieser Kredite 
konnten die deutschen Schuld- 
ner ihre Kriegsschuld an Eng- 
land und die USA zurückzahlen, 
ohne Waren und Dienstleistun- 
gen zu exportieren. Devisen, die 
in Form von Krediten an 
Deutschland gingen, flössen an 
Italien, Belgien, Frankreich und 
England in Form von Reparatio- 
nen zurück sowie schließlich an 
die Vereinigten Staaten in Form 
von Rückzahlung der Kriegs- 
schulden. Was allein an diesem 
System schlecht war, war, daß es 
einfallen würde, sobald die Ver- 
einigten Staaten kein Geld mehr 
liehen, und zweitens, daß in der 
Zwischenzeit die Schulden ledig- 
lich von einem Konto auf ein 
anderes verschoben wurden und 
niemand der Zahlungsfähigkeit 
auch nur einen Schritt näher 
kam. In der Zeit von 1924 bis 
1931 bezahlte Deutschland 10,5 
Milliarden Mark an Reparatio- 
nen, borgte sich aber insgesamt 
18,6 Milliarden Mark. Somit war 
rein gar nichts gelöst, aber die 
internationalen Bankers saßen 



136 



im Himmel, wo es von Gebüh- 
ren und Provisionen nur so reg- 
nete.« 

Der Young-Plan 

Der Dawes-Plan schlug fehl, als 
nämlich Deutschlands Repara- 
tionsverpflichtungen trotz der 
Milliardenbeträge, die bezahlt 
wurden, zunahmen. Er wurde 
von dem Young-Plan abgelöst, 
der nach Owen Young - einem 
Morgan-Agenten - benannt 
wurde und der der Vorsitzende 
des Komitees war, das dieses 
neue Arrangement aufstellte. 
Zwecks besserer Plünderung 
gründeten die internationalen 
Bankers in der Schweiz die Bank 
für Internationalen Zahlungs- 
verkehr. Damit konnte die Wie- 
dergutmachungszahlungen ein- 
fach dadurch erfolgen, daß Gut- 
haben von einem Konto eines 
Landes bei dieser Bank auf das 
eines anderen Landes gebucht 
wurden, das ebenfalls bei der 
Bank geführt wurde. Auch hier 
machten die »Big Bankers« den 
großen Reibach mit Gebühren 
und Provisionen. 

Beachten Sie eine Anzahl ent- 
scheidender Faktoren: die inter- 
nationalen Bankers und ihre 
Agenten riefen die Zustände 
hervor, die zum Ersten Welt- 
krieg führten; sie schlugen finan- 
zielle Beute aus dem Krieg; sie 
finanzierten die russische Revo- 
lution und ergriffen die Kontrol- 
le über dieses weite Land; sie 
manipulierten die Geschehnisse 
in Europa nach dem Krieg in 
einer Weise, die »einen Zustand 



schafft« (nach Worten von Ed- 
ward Stanton), infolgedessen sie 
finanziell »im Himmel saßen«; 
sie benutzten amerikanische 
Gelder, für die sie riesige Provi- 
sionen einstrichen, um Deutsch- 
lands Industrie »mit den neue- 
sten technischen Einrichtungen 
auszurüsten« und »sie mit Ab- 
stand zur zweitbesten der Welt 
zu entwickeln«; bei ihren Mani- 
pulationen haben diese skrupel- 
losen Monopolgeier die Deut- 
schen benutzt und dermaßen 
ausgenutzt, daß sie sich deren 
unvergänglichen Haß verdient 
haben, und während sie die 
deutsche Industrie aufbauten, 
gleichzeitig aber die deutsche 
Bevölkerungbekämpften, haben 
sie den Weg vorbereitet, auf 
dem ein starker Mann die politi- 
sche Bühne betreten konnte, der 
die Massen für seine »Sache« 
gewinnen würde, indem er ihnen 
Freiheit von den internationalen 
Finanzräubern verspricht. 

Vorbereitung des Zweiten 
Weltkrieges 

Im Herbst 1929 war es an der 
Zeit, daß die internationalen 
Bankers auf den Knopf drücken 
sollten, mit dem die Maschinerie 
in Bewegung gesetzt wurde, die 
zum Zweiten Weltkrieg führte. 
Nachdem sie selbst, ihre Agen- 
ten und Freunde auf der Welle 
eines künstlich aufgeblasenen 
Aktienbooms ausverkauft hat- 
ten, zogen die internationalen 
Bankers dem ganzen System den 
Boden unter den Füßen weg und 
stürzten die Vereinigten Staaten 
in die große Depression. In den 



137 



folgenden Jahren verlangsamte 
sich die Wirtschaftsentwicklung 
überall in der Welt, bis praktisch 
nichts mehr lief. 

Der Börsenkrach von 1929 be- 
endete Amerikas Kreditvergabe 
an Deutschland. Dadurch wurde 
eine empfindliche »Flucht aus 
der Mark« ausgelöst, da die 
Leute übereinander herfielen, 
um die Mark gegen günstigere 
Währungen einzutauschen, de- 
nen sie ein größeres Vertrauen 
schenkten. Daraus ergab sich ei- 
ne empfindliche Belastung für 
Deutschlands Goldreserven. Da 
diese abnahmen, mußte die Hö- 
he der Kredite und des Bargeld- 



Umlaufes gesenkt werden, und 
zwar über höhere Zinsen. 

Deutschland wandt sich auch 
weiterhin in einem Meer von 
Schulden, Furcht und Schwierig- 
keiten, und jedermann versuch- 
te, den Kopf über den immer 
weiter steigenden Fluten des 
Unheils zu halten. An dieser 
Stelle nun trat Adolf Hitler und 
seine Nationalsozialistische 

Deutsche Arbeiter Partei in das 
Rampenlicht der deutschen Po- 
litbühne. Die internationalen 
Bankers halfen Hitler bis zur 
Machtübernahme 1933 mit 
Geldspritzen von rund 130 Mil- 
lionen Mark. 



138 

VII. Hitler und die Drahtzieher 
des Zweiten Weltkrieges 



Im Herbst 1929 war es an der Zeit, daß die internationalen Bankers 
auf den Knopf drücken sollten, mit dem die Maschinerie in Bewe- 
gung gesetzt wurde, die zum Zweiten Weltkrieg führte. Nachdem sie 
selbst, ihre Agenten und Freunde auf der Welle eines künstlich 
aufgeblasenen Aktienbooms ausverkauft hatten, zogen die interna- 
tionalen Bankers dem ganzen System den Boden unter den Füßen 
weg und stürzten die Vereinigten Staaten in die große Depression. In 
den folgenden Jahren verlangsamte sich die Wirtschaftsentwicklung 
überall in der Welt, bis praktisch nichts mehr lief. 



Der Börsenkrach von 1929 be- 
endete Amerikas Kreditvergabe 
an Deutschland. Dadurch wurde 
eine empfindliche »Flucht aus 
der Mark« ausgelöst, da die 
Leute übereinander herfielen, 
um die Mark gegen günstigere 
Währungen einzutauschen, de- 
nen sie ein größeres Vertrauen 
schenkten. Daraus ergab sich ei- 
ne empfindliche Belastung für 
Deutschlands Goldreserven. Da 
diese abnahmen, mußte die Hö- 
he der Kredite und des Bargeld- 
umlaufes gesenkt werden, und 
zwar über höhere Zinsen. 

Bis zum Ende 1931 wurde in 
Deutschland der Diskontsatz 
Schritt für Schritt angehoben, bis 
er schließlich die schwindelerre- 
gende Höhe von 15 Prozent er- 
reichte, ohne daß dadurch der 
Abfluß der Goldreserven aufge- 
halten worden wäre. Als 
Deutschlands Appell, die Repa- 
rationszahlungen zu verringern, 
von seinen Gläubigern aus ver- 
schiedenen Gründen abgelehnt 
wurde, verschlimmerte sich das 
Dilemma noch weiter. Während 
»mehrere Komitees internatio- 
naler Bankiers das Problem dis- 



kutierten, spitzte sich die Krise 
zu«. Die Darmstädter Bank und 
die Schröder-Bank brachen zu- 
sammen. 

Hitler bietet 

Abhilfe 

Deutschland wandt sich auch 
weiterhin in einem Meer von 
Schulden, Furcht und Schwie- 
rigkeiten, und jedermann ver- 
suchte, den Kopf über den 
immer weiter steigenden Fluten 
des Unheils zu behalten. An die- 
ser Stelle nun traten Adolf Hit- 
ler und seine Nationalsozialisti- 
sche Deutsche Arbeiterpartei 
(NSDAP) in das Rampenlicht 
der deutschen Politbühne. Seine 
Botschaft fand in den Herzen 
von Millionen Deutschen ein tie- 
fes Echo. 

Seine mit Kraft vorgetragenen 
Versprechungen, Deutschland 
aus den Fesseln des Versailler 
Vertrages, dem fremden Finanz- 
moloch, zu befreien und der er- 
heblich eingeengten und krisen- 
müden Bevölkerung »Lebens- 
raum« zu geben, fanden zu Be- 
ginn der 30er Jahre Aufmerk- 



139 




Ein Banker über Hitler: »Wenn ich alle Gespräche zusammen- 
fasse: er ist nicht intelligent, sondern starrköpfig«. 



samkeit im Volk. Er bot den 
Menschen etwas an, wonach sie 
sich sehnten. Seine Reden er- 
weckten Hoffnung zu neuem 
Leben. 

Das Deutschland der frühen 
30er Jahre war eine von den in- 
ternationalen Bankers gebaute 
Zeitbombe, die auf eine Person 



vom Schlage Hitler gewartet 
hatte, der die Szene betreten 
und die Kontrolle ergreifen 
würde. 

Hitler als 
lukratives Geschäft 

Aus detaillierten Aussagen vor 
dem Kilgore Committee of the 



140 



US Senat, 1945, Hearing über 
»Elimination of German Re- 
sources for War« (Beseitigung 
von Kriegsführungsquellen in 
Deutschland) geht hervor, daß 
»als die Nazis 1933 an die Macht 
kamen, sie feststellen konnten, 
daß man seit 1918 enorme Fort- 
schritte in der Vorbereitung 
Deutschlands für den Krieg in 
wirtschaftlicher und industrieller 
Hinsicht gemacht hatte«. 

Die gewaltigen Beträge ameri- 
kanischen Kapitals, die unter 
dem Dawes-Plan ab 1924 nach 
Deutschland geflossen waren, 
hatten die Grundlage gebildet, 
auf der Hitlers Kriegsmaschine- 
rie aufgebaut worden war. Wie 
Dr. Anthony C. Sutton in »Wall 
Street and the Rise of Hitler« 
aufführt, »läßt sich der vom 
amerikanischen Kapitalismus an 
Deutschland geleistete Beitrag 
zur Vorbereitung des Krieges 
vor 1940 nur als phänomenal 
beschreiben. Er war zweifellos 
entscheidend für die militärische 
Vorbereitung in Deutschland. 

Beweise legen es nahe, daß nicht 
nur ein einflußreicher Sektor der 
amerikanischen Wirtschaft sich 
über die Natur des Nazitums be- 
wußt war, sondern ihm auch wo 
immer möglich - und lukrativ - 
aus Eigennutz Vorschub leistete 
- in dem vollen Wissen, daß am 
Ende Krieg stehen würde, in den 
Europa und die USA gezogen 
würden. Auf Unwissenheit zu 
plädieren, ist mit den Fakten un- 
vereinbar.« 

Die sehr sorgfältig dokumentier- 
ten Beweise darüber, daß ameri- 



kanische Banken- und Industrie- 
kreise an dem Aufstieg von Hit- 
lers Dritten Reich höchst maß- 
geblich beteiligt waren, sind öf- 
fentlich zugänglich. Sie sind in 
den Protokollen und Berichten 
über Regierungshearings zu fin- 
den, die von verschiedenen Se- 
nats- und Kongreßausschüssen 
in den Jahren von 1928 bis 1946 
veröffentlicht wurden. Zu den 
wichtigsten zählen: »House Sub- 
committee to Investigate Nazi 
Propaganda« im Jahre 1934 
(Kongreß-Unterausschuß zur 
Untersuchung der Nazi-Propa- 
ganda), der Bericht über Kartel- 
le, herausgegeben vom House 
Temporary National Economic 
Committee, 1941 (Vorläufiger 
Nationaler Wirtschaftsausschuß 
des Kongresses) sowie vom Se- 
nate Subcommittee on War Mo- 
bilization in 1946 (Senats-Un- 
terausschuß für Mobilmachung 
im Jahre 1946). 

Öl aus 

Kohle 

Ein Teil dieser faszinierenden 
Geschichte ist mit der Entste- 
hung eines internationalen Kar- 
tells, mit Schwerpunkt in 
Deutschland, verbunden, das die 
Chemie- und Pharmaindustrie in 
der ganzen Welt kontrollierte. 
Beteiligungen bestanden in 93 
Ländern, und es war eine mäch- 
tige wirtschaftliche und politi- 
sche Macht in allen Erdteilen. Es 
hieß I. G. Farben. 

»I. G. steht für Interessenge- 
meinschaft beziehungsweise ge- 
meinschaftliche Interessen oder 
einfacher, Kartell. Bis zum Aus- 



141 



bruch des Zweiten Weltkrieges 
hatte sich die I. G. Farben zum 
größten Chemieunternehmen 
der Welt entwickelt und war Teil 
eines Kartells von einer giganti- 
schen Größe und Macht, wie es 
in der ganzen Geschichte einma- 
lig war« (»World Without 
Cancer«). 

»Eine der Hauptursachen für 
Deutschlands Niederlage im Er- 
sten Weltkrieg ist ein Mangel an 
Treibstoff gewesen. Deutsch- 
lands Führung beschloß, seine 
Abhängigkeit vom Ausland in 
bezug auf Benzin ein für allemal 
zu beenden. Zwar besaß 
Deutschland im Inland keine 
nennenswerten Ölvorkommen, 
aber es verfügte über mehr als 
genug Kohle. Daher gehörte es 
zu den ersten Zielen der deut- 
schen Chemie nach dem Krieg, 
ein Verfahren zur Umwandlung 
von Kohle in Benzin zu finden. 

1920 hatte Dr. Bergius ein Ver- 
fahren entdeckt, um große Men- 
gen Wasserstoff herzustellen 
und sie unter hohem Druck bei 
hohen Temperaturen und mit 
Hilfe von bestimmten Katalysa- 
toren in flüssige Kohleprodukte 
zu verwandeln. Damit waren die 
letzten Schritte zur Benzinver- 
edelung vorgezeichnet. Es war 
nur noch eine Frage der Verfei- 
nerung dieses Hydrierprozesses. 
Schlagartig war I.G. Farben im 
Ölgeschäft« (»World Without 
Cancer«). 

I. G. Farben benutzte seine Neu- 
entdeckung von lebenswichtiger 
Bedeutung, um die Türen zu öff- 
nen, die zur Gründung eines 



weltweiten Kartells führten. 
Frank Howard von der Standard 
Oil wurde zu einem Besuch der 
großen badischen Werke in Lud- 
wigshafen im März 1926 einge- 
laden. Was er sah, ließ ihn stau- 
nen - Benzin aus Kohle! Völlig 
konsterniert schrieb er an Wal- 
ter Teagle, Präsident der Stan- 
dard Oil: 

»Aufgrund meiner heutigen Be- 
obachtungen und Diskussionen 
glaube ich, daß diese Sache das 
wichtigste ist, was unser Unter- 
nehmen angeht. Die Badische 
kann aus Braunkohle und ande- 
ren minderen Kohlesorten hoch- 
wertiges Motorenbenzin herstel- 
len, und zwar in Mengen, die fast 
der Hälfte der Kohle entspricht. 
Das bedeutet absolut die Unab- 
hängigkeit Europas in Fragen 
der Benzinversorgung. Es bleibt 
nur der knallharte Preiswettbe- 
werb.« 

Standard Oil 
heiratet I. G. Farben 

In den nächsten drei Jahren fan- 
den zwischen I.G. Farben und 
Standard Oil intensive Verhand- 
lungen statt. Diese führten 
schließlich zur »Heirat« zwi- 
schen diesen beiden Industriegi- 
ginten am 9. November 1929. 
er Vertrag gab Standard Oil 
die eine Hälfte der Rechte an 
den Hydrierverfahren in allen 
Ländern der Welt mit Ausnah- 
me Deutschlands. Standard gab 
Farben 546 000 seiner Stamm- 
aktien im Wert von mehr als 30 
Millionen. Beide Seiten verein- 
barten, niemals gegeneinander 
in den Bereichen der Chemie 



142 



und der Ölgewinnung Wettbe- 
werb zu betreiben. Das Ziel war 
dabei, den Wettbewerb zu besei- 
tigen und einen Autschwung der 
Gewinne zu garantieren. 

Zwei Jahre später unterzeichne- 
te I. G. Farben mit Alcoa das als 
»Alig« bekannte Abkommen, 
wodurch die beiden Unterneh- 
men alle ihre Patente und 
Know-how in der Magnesium- 
herstellung zusammenlegten. 

Als Henry Ford in Deutschland 
eine Autofabrik erbaute, betei- 
ligte sich Farben mit 40 Prozent. 
In den USA trat Henry Fords 
Sohn Edsel in den Vorstand der 
I. G. Chemical Company ebenso 
wie Walter Teagle, Präsident der 
Standard Oil, Charles E. Mit- 
chell, Präsident der Rockefeller 
Bank »National City Bank of 
New York« sowie Paul War- 



burg, Chet'erbauer der amerika- 
nischen »Federal Reserve 
Bank«. 

Hitler kommt 
an die Macht 

Bereits 1925 brachte Dr. Karl 
Duisburg, der erste Vorsitzende 
der I. G. Farben und Gründer 
der American Bayer Company, 
seinen Wunsch nach einem 
»starken Mann« zum Ausdruck, 
der Deutschland in der Stunde 
seiner Bewährung anführen 
würde: 



»Seit einig, einig. Dies sollte der 
beständige Aufruf an alle Par- 
teien im Reichstag sein. Wir hof- 
fen, daß unsere Worte von heute 
wirken und wir den starken 
Mann finden werden, der 
schließlich alle unter einem 
Schirm zusammenbringt, denn 




Die »Alten Kämpfer« im Bürgerbräukeller: Von links Strasser, 
Rehler, Weber, Hitler, Schau, Schwarz, Amann und Graf. 



143 




Lord Rothermere, englischer Zeitungsverleger, bei Hitler und 
Goebbels. Vor 1933 gab Hitler der »Daily Mail« viele Inter- 
views. 



der starke Mann ist für uns 
Deutsche immer notwendig, wie 
wir es im Falle Bismarck gese- 
hen haben.« 

Im Herbst 1932, als die Weima- 
rer Republik am zerbröckeln 
war, wurde es offensichtlich, daß 
Hitler am besten für die Rolle 
des »starken Mannes« geeignet 
war. Folglich »erhielt Hitler eine 
weit stärkere Unterstützung als 
er sich jemals zu hoffen gewagt 
hätte. Die industrielle und finan- 
zielle Führung Deutschlands, an 
der Spitze I. G. Farben, schlös- 
sen die Reihen und gaben Hitler 
ihre volle Unterstützung.« 

Zwei Kartelle, die I. G. Farben 
und die Vereinigte Stahlwerke, 
stellten in den Jahren 1937 bis 
1939, also am Vorabend des 
Zweiten Weltkrieges. 95 Pro- 



zent der deutschen Explosivstof- 
fe her. Diese Produktion kam 
aus Anlagen, die amerikanische 
Kredite, und begrenzt, auch 
amerikanische Technologie ge- 
baut hatten. 

Im Buch »Wall Street and the 
Rise of Hitler« heißt es: »Die 
Zusammenarbeit von I. G. Far- 
ben - Standard Oil zur Herstel- 
lung von synthetischem Öl aus 
Kohle sicherte dem I. G. Far- 
ben-Kartell ein Monopol auf die 
Benzinherstellung während des 
Zweiten Weltkrieges. 1945 wur- 
de knapp die Hälfte des deut- 
schen hoch-klopffesten Benzins 
direkt von I. G. Farben herge- 
stellt und der Rest fast gänzlich 
von ihren verbundenen Gesell- 
schaften.« 

Die internationalen Bankers 
pumpten weiter Geldströme in 



144 



die deutsche Wirtschaft. Die von 
den Geldmonopolisten vergebe- 
nen drei größten Kredite waren 
für die Entwicklung der drei 
deutschen Kartelle bestimmt, 
die Hitler und seine National- 
sozialisten bei ihrem Aufstieg 
zur Macht unterstützten. 

Dazu führte James Martin aus 
(er war Chef des Referates für 
Wirtschaftskrieg im Justizmini- 
sterium, das die Struktur der Na- 
zi-Industrie untersuchte): »Die- 
se Kredite für den Wiederaufbau 
wurden zu einem Träger für Ar- 
rangements, die den Zweiten 
Weltkrieg mehr gefördert haben 
als die Schaffung des Friedens 
nach dem Ersten Weltkrieg.« 

Das Hauptverbindungsglied zwi- 
schen Hitler und den Wallstreet 
Geldbaronen war Hjalmar Ho- 
race Greely Schacht, Präsident 
der Deutschen Reichsbank, des- 
sen Familie schon viele Jahre 
lang mit der internationalen Fi- 
nanzelite verflochten war. 
Schacht war der kluge Kopf hin- 
ter dem Wiederaufbauplan für 
Deutschland, dem Young-Plan, 
und auch der Bank für Interna- 
tionalen Zahlungsverkehr. An- 
fang des Jahrhunderts hatte sein 
Vater in der Berliner Filiale der 
von Morgan kontrollierten 
Equitable Trust Company of 
New York gearbeitet. 

Der von Schacht konzipierte 
Plan funktionierte perfekt und 
half, die Ereignisse in der Wei- 
marer Republik auf die explo- 
dierende Spitze zu treiben. Dr. 
Fritz Thyssen, der deutsche In- 
dustrielle, erklärte, er habe »sich 




Alfred Hugenberg, Chef des 
Scherl-Verlages, setzte sich 
mit seinen Zeitungen seit 
1929 für Hitler engagiert ein. 



an die Nationalsozialistische 
Partei erst dann gewandt, als ich 
zu der Überzeugung gelangt 
war, daß der Kampf gegen den 
Young-Plan unausweichlich war, 
wenn der vollständige Zusam- 
menbruch Deutschlands verhin- 
dert werden sollte. 

Die Annahme des Young-Plans 
und seine finanziellen Grundsät- 



145 



ze erhöhte die Arbeitslosigkeit 
mehr und mehr, bis es rund eine 
Million Arbeitslose gab. Die 
Menschen waren verzweifelt. 
Hitler sagte, er werde die Ar- 
beitslosigkeit beseitigen. Die da- 
malige Regierung war sehr 
schlecht und die Lage der Leute 
verschlimmerte sich. Das war 
wirklich der Grund für den enor- 
men Erfolg Hitlers bei den 
Wahlen.« 

1932 war Hitlers Nationalsozia- 
listische Partei die größte im 
Reichstag. Da eine interne Krise 
die andere jagte, gewannen Hit- 
lers kräftige Versprechungen 
unter der deutschen Bevölke- 
rung immer mehr Anklang und 
Beliebtheit. Für viele erschien er 
der einzige Ausweg für die deut- 
sche Nation zu sein. Er war die 
einzige Figur auf der politischen 
Bühne Deutschlands, die einen 



bestimmten Weg des Handelns 
hatte, und denselben lautstark 
erklärte, um die Nation aus der 
immer entsetzlicher werdenden 
Notlage herauszuführen. 

Hitler wurde am 30. Januar 
1933 von Hindenburg zum 
Reichskanzler berufen und löste 
ihn nach seinem Tode als »Füh- 
rer« und Reichskanzler ab. Im 
folgenden Monat benutzte Hit- 
ler den vorsätzlich verübten 
Reichstagsbrand zum Vorwand, 
um die verfassungsmäßigen 
Rechte abzuschaffen und sich 
zum diktatorischen Führer der 
deutschen Nation zu ernennen. 

Nachdem mögliche Rivalen in 
einer Reihe von Säuberungsak- 
tionen beseitigt waren, setzte 
Hitler zu einem massiven Feld- 
zug an, um Deutschland wirt- 
schaftlich, militärisch und psy- 




Hitler, hier hinter dem Reichspräsidenten Hindenburg, war der 
Mann, der im Schützengraben begann und als Diktator endete. 



146 



chologisch aufzubauen. Mit der 
Widerrufung der Bedingungen 
des Versailler Vertrages und den 
massiven Reparationszahlungen, 
die Deutschland in dem voran- 
gegangenen Jahrzehnt in einem 
Zustand der finanziellen Leib- 
eigenschaft gehalten hatte, er- 
reichte Hitler eine bemerkens- 
werte Wende des Wirtschaftsle- 
bens in Deutschland. Der Le- 
bensstandard des Durchschnitts- 
bürgers verbesserte sich ganz 
entschieden und man führte mit 
Erfolg eine Kampagne durch, 
die Lebensgeister der Menschen 
zu neuer Kraft zu entfalten. Da 
sie nunmehr eine Sache hatten, 
für die es zu arbeiten sich lohnte, 
machten die Deutschen sich mit 
der ihnen eigenen Gründlichkeit 
an die Arbeit. Die Arbeitslosig- 
keit verschwand praktisch, als 
die Produktion der Industrie auf 
Touren kam. 

Zeitgenössischen Beobachtern 
wurde jedoch bald deutlich, daß 
Hitler und seine internationalen 
Beschützer einen außergewöhn- 
lich hohen Prozentsatz an Pro- 
duktion vom Band rollten, die 
sich in der Kriegsführung ver- 
wenden ließen. 

Aus dem Tagebuch 
des Botschafters Dodd 

Der höchste diplomatische Ver- 
treter Amerikas im Hitler- 
Deutschland war nach 1933 
Botschafter Dodd. Am 15. Au- 
gust 1936, also mehr als dreiein- 
halb Jahre nach Hitlers Macht- 
ergreifung, berichtete Dodd an 
den amerikanischen Präsidenten 
Roosevelt, »zur Zeit haben hier 



mehr als 100 amerikanische Un- 
ternehmen Tochtergesellschaf- 
ten oder Kooperationsabkom- 
men. Du Pont hat drei Verbünde- 
te in Deutschland, die das Rü- 
stungsgeschäft unterstützen. Ihr 
Hauptverbündeter ist die I. G. 
Farben Company. 

Standard Oil Company (New 
Yorker Untergesellschaft) hat 
im Dezember 1933 zwei Millio- 
nen Dollar hierher geschickt und 
erhält jährlich 500000 Dollar 
dafür, den Deutschen bei der 
Herstellung von Ersatzbenzin 
für Kriegszwecke zu helfen; aber 
Standard Oil kann seine Gewin- 
ne nicht repatriieren, es sei denn 
in Form von Waren. Davon ma- 
chen sie wenig Gebrauch. Zwar 
berichten sie ihre Erträge an die 
Muttergesellschaft, aber sie be- 
richten nicht die Tatsachen. Der 
Präsident der International Har- 
vester Company sagte mir, ihr 
Umsatz hier sei um 33 Prozent 
pro Jahr gestiegen (Waffenher- 
stellung, glaube ich), aber sie ho- 
len sich nichts davon zurück. 
Selbst unsere Flugzeugleute ha- 
ben ein Geheimabkommen mit 
Krupp. General Motors Compa- 
ny und Ford erzielen hier mit 
ihren Tochtergeselschaften Rie- 
senumsätze, aber entnehmen 
keine Gewinne. Ich erwähne 
diese Fakten, weil sie die Dinge 
verkomplizieren und die Kriegs- 
gefahren vergrößern.« 

Immer mehr Geld für die 
Kriegsvorbereitungen 

In seinem Tagebuch notierte 
Botschafter Dodd, daß Dr. En- 
gelbrecht, Leiter der Rockefel- 



147 




Ein US-Bankier: »Ich fand Hitler zu allem fähig, wenn es zur 
Erreichung seiner Ziele beitragen konnte, aber er ist kein 
Phantast«. 



lertochter Vacuum Oil Company 
in Hamburg, ihm erzählt hat: 
»Die Standard Oil Company of 
New York baue eine Großraffi- 
nerie in der Nähe des Hambur- 
ger Hafens.« 



Die amerikanischen Internatio- 
nalisten gingen aber in ihren Be- 
mühungen um den Aufbau der 
deutschen Kriegsführungskapa- 
zitäten noch sehr viel weiter. Bei 
seinen Recherchen deckte Pro- 



148 



fessor Sutton die Tatsache auf, 
daß »die beiden größten Panzer- 
hersteller im Hitlerdeutschland 
Opel, eine lOOprozentige Toch- 
ter der General Motors - ihrer- 
seits von J. P. Morgan kontrol- 
liert - sowie die Ford AG, Toch- 
ter der Ford Motor Company in 
Detroit waren. 1936 wurde Opel 
von den Nazis Steuerfreiheit ein- 
geräumt, damit General Motors 
seine Produktionsanlagen erwei- 
tern konnte. Gefällig reinve- 
stierte General Motors die an- 
schließenden Gewinne in die 
deutsche Industrie.« 

Obwohl amerikanische Unter- 
nehmen verantwortlich für die 
Bereitstellung eines Großteils 
der Technologie und des Kapi- 
tals in Deutschland waren, das 
Hitler für den militärischen Auf- 
bau benötigte, so gab es doch 
auch viele begüterte Europäer 
außerhalb Deutschlands, die 
mehr als genug das ihrige für 
dieselbe Sache taten. Aus euro- 
päischen Quellen flössen enor- 
me Geldmengen in das Nazi- 
deutschland, und zwar über die 
Warburg-kontrollierte Mendel- 
sohn Bank in Amsterdam, und 
später über die J. Henry Schrö- 
der Bank mit Filialen in Frank- 
furt am Main, London und New 
York. 

Der ergebene 
Roosevelt 

Nachdem Woodrow Wilson zum 
zweiten Mal Präsident der USA 
geworden war, begannen die II- 
luminaten, sich nach einem neu- 
en Präsidentschaftskandidaten 
umzusehen, der seinen Platz im 
»Ovalen Zimmer« des Weißen 



Hauses einnehmen könnte. Sie 
wünschten sich einen Mann, der 
ihrer Sache ergeben sein würde. 
Sie wünschten sich außerdem ei- 
nen Mann, der aufgrund seines 
eigenen, persönlichen Ansehens 
das amerikanische Volk erfolg- 
reich zu dem Glauben verführen 
könnte, er sei »ihr Mann«, und 
daß alle ihre Probleme vergessen 
wären, sobald er nur im Amt sei. 

Sie fanden ihren Mann in Frank- 
lin D. Roosevelt. In den 20er 
Jahren kandidierte Roosevelt, 
damit sein nationales politisches 
Image und sein »Prestige« er- 
höht würden, für den Gouver- 
neursposten von New York. Er 
wurde gewählt. 1930 wurde er 
wiedergewählt. 

1932, auf dem Höhepunkt der 
von den internationalen Bankers 
inszenierten großen Depression 
und im Verlauf einer beispiello- 
sen Medienkampagne, manipu- 
lierte man den New Yorker 
Gouverneur in die Position des 
Ritters in glänzender Rüstung, 
die ihn zum Präsidentschafts- 
kandidaten der Demokraten 
machte. 

Wenn man Roosevelt und seine 
Hintermänner ihre Geschichte 
auf dem Wahlfeldzug erzählen 
hörte, so war der Glaube ent- 
schuldbar, daß der Gouverneur 
einen großartigen Präsidenten 
abgeben würde. Das »Image«, 
das während des Wahlkampfes 
durchweg gemalt wurde, zeigt 
einen Mann, der die Selbstbe- 
stimmung der Nation verteidi- 
gen und sich mit Eifer für die 
Verteidigung der Freiheiten und 



149 



Rechte einsetzen würde, die ei- 
nen so gewichtigen Beitrag zur 
Entwicklung der USA zu einer 
weltbeherrschten Macht gelei- 
stet hatten. 

Was den amerikanischen Wäh- 
lern »verkauft« wurde, und was 
sie erhielten, waren zwei ganz 
verschiedene Paar Schuhe. Die 
»Big Boy« in der City und Wall- 
street hatten sich nicht vergrif- 
fen. Roosevelt war ihr Mann. Er 
war ergeben, denjenigen zu Wil- 
len zu sein, die sein falsches 
»konservatives« Image so sorg- 
fältig fabriziert und genährt und 
ihn in das »Ovale Zimmer« ge- 
bracht hatten. 

»Wir sind die 
intellektuellen Huren« 

Die Tatsache, daß die interna- 
tionalen Geldmonopolisten 
Roosevelt fest »in der Tasche« 
hatten, breitet sich mit unmiß- 
verständlicher Klarheit vor ei- 
nem aus, wenn man seine Unter- 
lagen überprüft. Dazu sagt Pro- 
fessor Anthony C. Sutton: 
»Vielleicht ist es immer eine gu- 
te Strategie, vor dem amerikani- 
schen Wähler als ein Kritiker, 
wenn nicht sogar als regelrechter 
Feind der internationalen Bank- 
bruderschaft aufzutreten. Ohne 
jede Frage haben Franklin D. 
Roosevelt, seine Anhänger und 
Biographen ihn so gemalt als 
schwinge er das Schwert der ge- 
rechten Rache gegen die Räu- 
berbarone in den Wolkenkrat- 
zern von Manhattan.« 

Mit welcher Übereinstimmung 
die Medien Roosevelts zweifel- 



hafte persönliche Akte einer 
einschneidenden Operation un- 
terzogen, beweist die Tatsache, 
daß »führende« Zeitungen und 
Zeitschriften dieser Zeit die 
Veröffentlichung eines Berichtes 
des »Senate Naval Affairs Com- 
mittee« aus dem Jahre 1921 ab- 
lehnten, der ein höchst kritisches 
Licht auf Roosevelt wirft und 
ernsthafte Zweifel bezüglich sei- 
nes Charakters entstehen läßt. 

In dem Bericht heißt es unter 
anderem, daß »unmoralische 
und unzüchtige Handlungen auf 
Anweisung oder Vorschlag 
durch eine Reihe von Uniform- 
träger der US Marine sowohl in 
als auch ohne Uniform vorge- 
nommen wurden mit dem 
Zweck, Beweismaterial gegen 
Personen mit sexuellen Perver- 
sionen zu beschaffen, wobei die 
Ermächtigung zur Verwendung 
diese unter Sold der Marine ste- 
henden Männer sowohl münd- 
lich wie schriftlich von dem Assi- 
stant Secretary Franklin D. Roo- 
sevelt erteilt wurde.« 

Daß diese Fakten in ganz Ame- 
rika von allen »führenden« Zei- 
tungen unterdrückt wurden, ver- 
leiht den berühmten Worten 
John Swinton, Herausgeber der 
»New Yorker Times« noch grö- 
ßeres Gewicht, die er anläßlich 
des Jahresbanketts der Ameri- 
can Associated Press 1914 aus- 
sprach: »Von einer unabhängi- 
gen Presse in Amerika kann 
nicht die Rede sein. Nicht ein 
einziger Mann unter Ihnen wagt 
es, seine ehrliche Meinung aus- 
zusprechen. Wir sind die Instru- 
mente und Vasallen der Reichen 



150 



hinter den Kulissen. Wir sind 
Marionetten. 

Jene Männer ziehen an den Fä- 
den und wir tanzen. Unsere Zeit, 
unsere Talente, unser Leben und 
unsere Kräfte sind alle Eigentum 
jener Männer - wir sind intellek- 
tuelle Huren.« 

Die Wallstreet- 
Bande 

In den 20er Jahren war Franklin 
D. Roosevelt völlig in die Ge- 
schäfte der Wallstreet vertieft. 
In diesen Jahren saß er auf ins- 
gesamt elf Direktorensesseln 
von Organisationen, die ganz 
und gar Teil der Wallstreet-Welt 
waren. 

Laut Professor Sutton »ist das 
eine ziemlich genaue Liste der 
Direktorensitze. Damit verdient 
Roosevelt zweifellos den Titel 
eines Wall-Streeter par excellen- 
ce. Die Mehrzahl derer, die in 
der >Street< arbeiten, erreichen 
niemals, und wahrscheinlich 
träumen sie nicht einmal davon, 
einen Rekord von 11 Direk- 
tionsposten, zwei Beteiligungen 
in Rechtskanzleien und den Prä- 
sidentenstuhl eines großen Han- 
delsverbandes.« 

Für das »Big Money« war klar, 
daß sich Roosevelt als ein sehr 
viel ergebener und skrupelloser 
Diener erweisen würde als der 
Mann aus Iowa, Herbert Hoo- 
ver, der es abgelehnt hatte, seine 
durch die Verfassung sanktio- 
nierten Kompetenzen zu über- 
schreiten, als es galt, mit den 
Auswirkungen des von den Ban- 
ken produzierten Börsenkrachs 
von 1929 fertig zu werden. 



Geschichtsforscher werden er- 
kennen, daß Roosevelt, trotz 
seiner Wahlkampfrhetorik und 
seines konservativen Gebarens, 
seine hinterlistige Politik aufgab, 
als er über die Schwelle des ova- 
len Zimmers schritt. Unverzüg- 
lich ließ er auf das amerikani- 
sche Volk ein wahres Trommel- 
feuer von verfassungswidrigen 
Programmen los, die die ameri- 
kanische Nation mehr und mehr 
unter die Kontrolle der inter- 
nationalen Geldmonopolisten 
stellten. 

In den zwölf Jahren seiner Re- 
gierung im Weißen Haus hat 
Roosevelt wahrscheinlich mehr 
getan als jeder andere einzelne 
Politiker in der Geschichte, um 
die Pläne der »unsichtbaren Re- 
gierung« der internationalen 
Bankiers zum Blühen zu brin- 
gen. Er setzte die politische 
Dampfwalze der Vernichtung in 
Gang, die, bis auf die letzten Re- 
ste, alles das der großartigen Re- 
publik niedergewalzt hat, was 
die Gründungsväter errichtet 
hatten. Infolge dessen sind die 
Vereinigten Staaten trotz der 
Verfassung und ihrer gewollten 
Einschränkungen, zu einem qua- 
si-totalitären Staat geworden. 
Roosevelt war der Vorarbeiter 
der illuministischen Abrißkolon- 
ne, die man zur Vernichtung der 
alten Ordnung losgeschickt 
hatte. 

Dunkle Machenschaften 
der Finanzpiraten 

Roosevelt war ihr »Fassaden«- 
Mann in Amerika; zu seinen Be- 
fehlen gehörte die Durchfüh- 



151 



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Hitler nach einer dreistündigen Rede. Bereits 1929 wurden 
seine Reden in amerikanischen Zeitungen veröffentlicht. 



rang des von den internationalen 
Bankiers geförderten »Stadt- 
sanierungs«-Programms in den 
Vereinigten Staaten und sein 
»New Deal« sollte den Grund- 
stein für die spätere Errichtung 
von Adams Weishaupts »Novus 
Ordo seclorum« legen, der neu- 
en Weltordnung. 

Anthony C. Sutton schreibt dazu 
in seinem Buch »Wall Street and 
the Rise of Hitler«: »Lügen 
heißt die Tageslosung für die po- 
litischen Implementatoren, poli- 
tische Worte und politische Ta- 
ten haben noch nie miteinander 
übereingestimmt. Warum nicht? 
Das Zentrum der politischen 
Macht lag nicht bei den gewähl- 
ten und angeblich verantwortli- 



chen Vertretern in Washington, 
sondern anderswo, und diese 
Machtelite hatte ihre eigenen 
Zielsetzungen, die mit denen der 
allgemeinen Öffentlichkeit un- 
vereinbar waren.« Die »Macht- 
elite«, die Roosevelt auf den 
Präsidentenstuhl hob, war die- 
selbe »dunkle Mannschaft von 
Finanzpiraten«, die zwanzig Jah- 
re zuvor auch Woodrow Wilson 
auf denselben erhabenen Sitz 
gehoben hatte. 

Die Dokumentation über Roo- 
sevelts Wahl zum Obersten der 
Exekutive zeigt, daß sie prak- 
tisch eine Wiederholung des Er- 
folgs-Filmes mit Woodrow Wil- 
son war. Wilson wie Roosevelt 
hatten dieselben Drehbuchauto- 



152 



ren, dieselben finanziellen Gön- 
ner und dieselben »Berater«. 

Colonel House und die 
illuministische Philosophie 

Bevor er zum Präsidenten ge- 
wählt wurde, unterhielt Roose- 
velt wenigstens acht Jahre lang 
eine enge Beziehung zu Colonel 
E. Mandell House, Bernard Ba- 
ruch und Rabbi Stephen Wise. 
Obwohl House von der interna- 
tionalen politischen Bühne mit 
dem Abgang Wilsons ver- 
schwand, blieb er doch weiterhin 
eine bedeutsame Machtfigur in 
der Demokratischen Partei. Sein 
Einfluß auf Roosevelt und des- 
sen politische Tätigkeit in den 
20er Jahren scheint über einen 
Zwischenmann erfolgt zu sein: 
Louis Howe, der auch Roose- 
velts rechte Hand war. Howe 
traf sich oft mit Colonel House, 
vor allem in den Jahren kurz vor 
der Wahl Roosevelts. Es besteht 
wohl wenig Zweifel, daß House 
der geniale Kopf gewesen ist, 
der Roosevelt durch die von Ha- 
ien verseuchten Gewässer der 
Machtpolitik und in das Weiße 
Haus geführt hat. 

Wie der House-Biograph Arthur 
D. Howden Smith erklärt, hat 
der Colonel »Roosevelt als ei- 
nen geborenen Präsidentschafts- 
kandidaten ausgesucht, und 
zwar lange vor jedem anderen 
verantwortlichen Politiker«. Er 
suchte sich Roosevelt als Assi- 
stant Secretary der Marine 1913 
aus, schliff ihn in den folgenden 
Jahren zurecht, daß er der näch- 
ste Präsident der Demokraten 
werden konnte. Es steht fest, 



daß die beiden Männer stunden- 
lang über nationale und interna- 
tionale Angelegenheiten disku- 
tierten. Zweifellos war es in die- 
sen langen Privatsitzungen dem 
»geheimnisvollen« Colonel 

House möglich, auf subtile und 
vielleicht von Roosevelt unbe- 
merkte Weise seine illuministi- 
sche Philosophie dem Verstand 
jenes Mannes einzuimpfen oder 
»einzugeben«, den er als ausge- 
zeichnetes Präsidentschaftsma- 
terial erkannt hatte. Die einzig- 
artige Fähigkeit des Colonel, sei- 
ne Ideen dem Denken seiner en- 
gen Bekannten »einzugeben«, 
wird von einer Person belegt, die 
mit ihm für die Wahl Woodrow 
Wilsons zum Präsidenten gear- 
beitet hat: 

»Colonel House pflegte in ein 
Büro zu kommen und leise eini- 
ge Worte zu flüstern, und nach- 
dem er wieder gegangen war, 
wurde man plötzlich von einer 
guten Idee gepackt. Schlug man 
diese Idee seinen Freunden oder 
Vorgesetzten vor, wurde man 
dazu beglückwünscht; es funk- 
tionierte erstklassig, besser als in 
den geheimsten Träumen. Viel- 
leicht vergaß man sie aber auch. 
Doch irgendwann, todsicher, 
wenn man sie voller Stolz über- 
dacht hatte, kam man zu der 
plötzlichen Erkenntnis, daß ei-' 
nem diese Idee von Colonel 
House im Verlauf eines Ge- 
sprächs eingegeben worden 
war.« (Arthur D. Howdon Smith 
»The Real Colonel House«) 

Fast zwei Jahrzehnte später be- 
merkte derselbe Autor über 
»Philip Dru - Administrator«, 



153 



jenem von Colonel House 1912 
anonymerweise geschriebenen 
Buch: »Es ist unmöglich, die von 
Dru vorgeschlagene Gesetzge- 
bung mit der von Roosevelt zu 
vergleichen, ohne von der Ähn- 
lichkeit betroffen zu sein.« 

Aus bisher noch ungeklärten 
Gründen wurde House nicht 
auch das »alter ego« von Roose- 
velt, als dieser Präsident gewor- 
den war. Vielleicht, so meint 
Douglas Reed, ist »eine sinnvol- 
le Vermutung« darin zu suchen, 
daß House, im verklärten Alter 
von 75, »sich von seinen frühe- 
ren Ideen distanziert hatte« und 
»den jungen Philip Dru von 
1912 bedauerte, der die ameri- 
kanische Verfassung für altmo- 
disch und grotesk< hielt, die 
Macht mit Gewalt ergriffen und 
dann mittels Notverordnungen 
regiert hatte. Für Roosevelt hat- 
te er einen neuen Satz eher 
nüchterner und verantwortungs- 
vollerer Ideen parat und dann 
mußte er aus der zweiten Reihe 
>mit Vorahnung zuschauen<, wie 
sich unverantwortliche Macht in 
den Händen von Mr. Roosevelt 
konzentrierte. In den 30er Jah- 
ren war House entsetzt über die 
absolut ungezügelte Macht, die 
sein zweiter >Rockl and< erhalten 
hatte. Mr. House erkannte, daß 
>ungewisse Leute es nicht wün- 
schen, daß der Präsident auf 
mich hörte<.« 

Rabbi 
Stephen Wise 

Ein entsprechender Hinweis auf 
den endgültigen Bruch zwischen 
House und Roosevelt steht auf 



den Seiten von »Challenging 
Years«, der Autobiographie von 
Rabbi Stephen Wise, der zu den 
führenden Zionisten in Amerika 
zählte. 

Dieses bemerkenswert auf- 
schlußreiche Buch des 1874 in 
Osteuropa geborenen Zionisten 
der Spitzengarde enthüllt, daß 
Wise ein langjähriger Freund 
von Roosevelt gewesen ist: »Im 
Jahr 1928 hatte ich alle Gele- 
genheit, Roosevelt für die Wahl 
zum Gouverneur zu unterstüt- 
zen, und ich tat es aus ganzem 
Herzen. 1929 und 1930 konnte 
ich als Mitglied des Bundesaus- 
schusses für Kinderarbeiten mit 
dem Gouverneur zusammenar- 
beiten, außerdem war ich Mit- 
glied einer kleinen Gruppe, die 
ihm das Gesuch für ein Renten- 
gesetz in New York vorbrachte. 

Aufgrund seiner erwiesenen 
Führungsqualitäten auf Landes- 
ebene und seinem tiefen Ver- 
ständnis für den Ausbau des 
Konzeptes über die soziale Ge- 
rechtigkeit in unserer Demokra- 
tie war ich der Meinung, er sollte 
1930 wiedergewählt werden. In 
der Zwischenzeit war er auch zu 
einer immer größeren Figur für 
die demokratische Präsident- 
schaftsnominierung für das Jahr 
1932 geworden.« 

Aus irgendeinem Grund hat 
Wise Roosevelt bei seinem Ver- 
such 1932 nicht unterstützt. Es 
sieht wahrscheinlich so aus, daß 
Roosevelt, wie schon vor ihm 
Wilson, einen Versuch gemacht 
hat, »seine Unabhängigkeit un- 
ter Beweis zu stellen«, was ihm 



15* 



den Zorn des ersten Zionisten 
eingetragen hatte. 

Aber schließlich hat es Roose- 
velt »kapiert« und reihte sich 
wieder brav in die Wünsche sei- 
ner verborgenen Mentoren ein. 
Im April 1934 schrieb Wise an 
einen Freund: »Wenn es ein 
Mann jemals verdient hat, um 
der Feinde willen geliebt zu wer- 
den, die er sich erschaffen hat, 
dann ist es Roosevelt. Ich sehe 
dem Kampf 1935 entgegen, 
denn wenn Roosevelt der bleibt, 
der er in seinem ersten Jahr ge- 
wesen ist, dann werden wir den 
schönsten Kampf des Jahrhun- 
derts sehen, da alle Kräfte im 
Spiel um >Zupacken und Fest- 
halten< sowie verbitterte und ge- 
walttätige Reaktionäre gegen 
ihn angetreten sind.« 

Kein lebenslänglicher 
Demokrat 

Der Leser möge beachten, daß 
Roosevelts »Feinde«, die als 
»verbittert und gewalttätige Re- 
aktionäre« beschuldigt werden, 
jene waschechten »Blauen« 
Amerikaner waren, die sich 
Roosevelts Anstrengungen, die 
große amerikanische Republik 
zu unterminieren und zu zerstö- 
ren, entgegenstellten. Rabbi Wi- 
se gehört zu den lautstarken Be- 
fürwortern von Roosevelts Zer- 
schlagenstaktik. 

In einem »offenen Brief« an die 
Presse vom 24. September 1936 
machte Rabbi Wise ein auf- 
schlußreiches Eingeständnis: 
*Tch bin kein lebenslänglicher 



Demokrat. Ich wurde zu einem 
Demokraten, um die Wahl von 
Woodrow Wilson zum Präsiden- 
ten zu unterstützen. Ich nenne 
mich persönlich einen Wilson- 
Roosevelt-Demokraten, weil 
Wilson und Roosevelt zu unse- 
rer Zeit die Ideale der Demo- 
kratie vertreten.« 

Ein anderer enger »Berater« des 
Marionettenpräsidenten in je- 
nen tumultreichen Tagen war 
Bernard Baruch, der Mann also, 
der auch schon ein enger »Bera- 
ter« von Woodrow Wilson ge- 
wesen war. 

Colonel Curtis B. Dali schreibt 
in seinem Buch »Roosevelt - 
My Exploited-Father-in-Law« 
(Roosevelt - Mein ausgebeute- 
ter Schwiegervater), daß eine 
»passende Beschreibung« für 
Bernard Baruch die sei, daß er 
»der überragende Verbindungs- 
mann zwischen weltweitem Ka- 
pital und weltpolitischen Persön- 
lichkeiten« war. 

»Vor dem Ersten Weltkrieg sag- 
te man , >B arney < B aruch sei eine 
Million Dollar und mehr schwer. 
Nachdem der Erste Weltkrieg 
vorbei war, wurde behauptet, er 
sei 200 Millionen Dollar schwer 
- ein für einen Geldtitanen an- 
gemessener Betrag!« 

»Barney« räumte finanziell ab, 
nachdem er zum Leiter des 
Amts für Kriegsindustrie er- 
nannt worden war - eine Posi- 
tion, die ihm zum Diktator über 
die amerikanische Geschäftswelt 
machte. In Zusammenarbeit mit 
seinen internationalen Bankers- 



155 



Kameraden, Eugene Meyer, 
Leiter der »War Finance Corpo- 
ration«, und Paul Warburg, Lei- 
ter des »Federal Reserve Sy- 
stem«, brachte »Barney« zahl- 
reiche Geschäfte zustande, die 
für das Gedeihen der wenigen 
Auserwählten reichlich sorgten. 
Rüstungsaufträge aus England, 
Frankreich und anderen Län- 
dern waren das »große Ge- 
schäft«, das kleine Unterneh- 
men groß, und große Unterneh- 
men noch größer machte. Die 
»Insider« erwarben riesige Ver- 
mögen an der Lieferung von 
Ausrüstungen für den Krieg, der 
die Welt für die internationalen 
Bankers zu einem sicheren Ort 
machte. 

Baruch hatte immense Macht 
und Einfluß. »Jahre später, als 
die Presse bekanntgab, daß Win- 
ston Churchill in Amerika einge- 
troffen sei und sich in New York 
zu einem Besuch bei Mr. Baruch 
aufhalte, bevor er ins Weiße 
Haus in politischer Sache weiter- 
fuhr, war ich nicht überrascht: 
Das Wichtigste kommt immer 
zuerst! 

Ich war auch nicht überrascht, 
als Mr. Baruch allmählich zu 
dem bekanntesten Symbol der 
weitreichenden und weltweiten 
Geldmacht wurde. Selbst wenn 
er auf einer Bank in einem öf- 
fentlichen Park saß und seinen 
Rat erteilte, während er die Tau- 
ben fütterte, waren seine Be- 
merkungen ohne weiteres dazu 
angetan, die Regierungspolitik 
langfristig zu beeinflussen. Seine 
Worte waren Ausdruck einer 
großen Kapitalmacht - sichtbar 



wie unsichtbar - Macht in einer 
Größenordnung und in einem 
Umfang, wie sie für die meisten 
amerikanischen Bürger nur sel- 
ten vorkommt - nicht einmal im 
Traum.« 

Der Einfluß, den Baruch auf 
Roosevelt während dessen gan- 
zer politischer Laufbahn ausge- 
übt hat, wurde von der Ehefrau 
des Präsidenten, Eleanor, be- 
zeugt: »Mr. Baruch war ein ver- 
trauter Berater meines Mannes 
sowohl in Albany als auch in 
Washington.« 

Chamberlain 
mußte gehen 

Zwar waren nun Hitler in 
Deutschland und Roosevelt in 
den USA in gesicherten Macht- 
positionen, aber es gab immer 
noch ein größeres Hindernis auf 
dem Weg zu überwinden, der 
unausweichlich zu einem weite- 
ren Weltkrieg führte. Die politi- 
sche Bühne Englands galt es so- 
weit zu manipulieren, daß das 
Volk bereit sein würde, sich in 
einen weiteren »Krieg zur Be- 
endigung aller Kriege« zu stür- 
zen - einen weiteren Krieg, »um 
die Welt zu einem sicheren Ort 
für die Demokratie zu machen«. 

Ende der 30er Jahre löste Nevil- 
le Chamberlain Stanley Baldwin 
als Premier ab. Keiner dieser 
beiden Männer hat sich jemals 
vollständig in der Hand der 
Geldmonopolisten befunden. 

Chamberlain, die grundlegende 
Schwäche der englischen Posi- 
tion erkennend, hatte kein Ver- 



156 



langen, seine Nation in ein wei- 
teres ausgedehntes Blutbad zu 
verwickeln. Er bemühte sich auf 
jede nur erdenkliche Weise, ei- 
nen solchen Eventualfall zu ver- 
hüten. In dieser kritischen Phase 
bemühten sich Sir Barry Dom- 
ville und Captain A. M. H. Ram- 
sey, denen das Ränkespiel der 
internationalen Bankers sehr gut 
bekannt war, die britischen Füh- 
rer vor deren Pläne zu warnen. 

Der englische Premier besiegelte 
sein Schicksal, als er in London 
unverhofft eine Palästina-Kon- 
ferenz einberief, bei der auch - 
zum ersten Mal seit 1919 - die 
Araber vertreten waren. Ergeb- 
nis dieser Konferenz war im 
März 1939 ein Weißbuch der 
Regierung, in dem sich England 
zu »der Errichtung eines unab- 
hängigen palästinensischen Staa- 
tes in den nächsten zehn Jahren« 
verpflichtet sowie zu »der Be- 
endigung des Mandats«. In die- 
sem neuen Staat sollten die ein- 
gesessenen Araber und die ein- 
gewanderten Zionisten die Re- 
gierungsmacht dergestalt mitein- 
ander teilen, daß die Interessen 
beider Volksgruppen geschützt 
würden. Die Einwanderungszahl 
der Juden in diesen neuen Staat 
sollte auf jährlich 75000 be- 
grenzt sein, und zwar für einen 
Fünf-Jahres-Zeitraum. 

Diese Handlung rief den Zorn 
der Zionisten hervor, die sich 
Palästinas bemächtigen wollten, 
um es ausschließlich für sich 
selbst zu haben und die eingeses- 
senen Araber in keinster Weise 
an der Verwaltung des Gebietes 
zu beteiligen. Damit hatte sich 



Chamberlain in die gleiche Si- 
tuation gebracht wie einst As- 
quith 1916: er mußte gehen! 

Die Wiedergeburt 

von Churchill 

An dieser Stelle nun ereignete 
sich auf der politischen Bühne 
Englands ein merkwürdiges po- 
litisches Phänomen. Winston 
Churchill, der seit mehr als zehn 
Jahren in politischem Dornrös- 
chenschlaf versunken gewesen 
war, kehrte in Triumphzug in 
den Mittelpunkt des Rampen- 
lichtes zurück. 

Douglas Reed hat Churchills 
Verhältnis zu den Zionisten (mit 
Churchills eigenen Worten) als 
»ein Rätsel in einem Rätsel in 
einem Rätsel« beschrieben. Die 
Geschichte vermerkt, daß Chur- 
chill zu den ersten Politikern 
Englands gehörte, die für die 
zionistische »Sache« eingetreten 
sind. In seiner Autobiographie 
»Trial and Error« beschreibt 
Chaim Weizmann, ein führender 
Zionist, Churchill als einen 
»Vorkämpfer für die zionistische 
Sache im englischen Unter- 
haus«. 

In seiner Eigenschaft als Kolo- 
nialminister in den 20er Jahren 
gab Churchill ein Weißbuch her- 
aus, welches die Zionisten als ei- 



Hitler 1944: Finanziert durch 
die internationalen Bankers, 
hat er ihre Erwartungen nicht 
enttäuscht. Der Wiederauf- 
bau wurde zum grandiosen 
Geschäft. 




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157 



--S. 



158 




Rudolf Hess (hier mit Bormann) flog ohne Hitlers Wissen nach 
England, um Kontakt mit Churchill aufzunehmen und ihm das 
Angebot eines Friedensvertrages zu machen. 



ne »gravierende Verwässerung 
der Balfour-Erklärung« ansa- 
hen. Zum Beispiel wurde damit 
»TransJordanien von dem Ge- 
biet der zionistischen Verwal- 
tung abgetrennt und die Frage 
nach einem gesetzgebenden Rat 



aufgestellt«, dessen Mehrheit 
aus gewählten Vertretern beste- 
hen sollte. Dies war für die Zio- 
nisten absolut indiskutabel, denn 
es hätte nicht nur die Abschaf- 
fung von Wahlen bedeutet (was 
Dr. Weizmann ganz entschieden 



159 



ablehnte), sondern auch, daß die 
eingesessenen Araber schließ- 
lich ihr eigenes Land regiert hät- 
ten. Das »Churchill-Weißbuch« 
brachte den »Vorkämpfer des 
Zionismus« in politisch brisantes 
Gewässer und man setzte ihn in 
den nächsten sieben Jahren poli- 
tisch aufs Trockene. 

In den zehn Jahren seiner politi- 
schen »Verbannung« war Chur- 
chill »ein höchst unpopulärer 
Mann, nicht wegen bestimmter 
Taten oder Qualitäten, sondern 
weil er ständig eine schlechte 
Presse< erhielt, die die stärkste 
Waffe in den Händen jener ist, 
die die politische Beförderung 
steuern. Diese organisierte 
Feindschaft trat besonders wäh- 
rend der Abdankungskrise 1937 
zutage, als seine Bitten um mehr 
Zeit sehr viel heftiger attackiert 
wurden, als sie es verdient hat- 
ten, und er im Unterhaus nieder- 
geschrien wurde. Seine Biogra- 
phen zeichnen ihn als Mann, der 
in diesen Jahren unter Depres- 
sionen litt und sich für >politisch< 
erledigt hielt.« Sein eigenes dies- 
bezügliches Empfinden spiegelt 
sich in seinen veröffentlichten 
Worten an Mr. Bernard Baruch 
zu Beginn des Jahres 1939 wi- 
der: »Es wird bald Krieg geben. 
Sie werden dort drüben die Din- 
ge lenken, ich dagegen werde 
hierorts auf der Seitenlinie 
stehen.« 

Endlich standen 
die Kulissen 

Kurz vor dieser Bestätigung, daß 
Baruch - »das bekannteste Sym- 
bol der weitreichenden und 



weltweiten Geldmacht« in 
Amerika »die Dinge lenken« 
würde, hatte der »ehrenwerte« 
Herr Churchill begonnen, eine 
ganz erstaunliche Transforma- 
tion seines politischen Glücks zu 
erleben. Er wurde »wiedergebo- 
ren« - politisch. 

Der Grund für dieses politische 
»Wunder« ist damals nicht sehr 
klargeworden, dafür aber spä- 
ter. Er hatte seine Einstellung 
gegenüber den zionistischen Plä- 
nen zur Errichtung eines Zioni- 
stenstaates in Palästina geän- 
dert. 

In »Trial and Error« berichtet 
uns Dr. Weizmann, daß er im 
Jahre 1939 im Kielwasser einer 
weitverbreiteten Opposition ge- 
gen die zionistische Bewegung 
und im Anschluß an die Veröf- 
fentlichung von Chamberlains 
Weißbuch mit einem Mal »Win- 
ston Churchill traf und er sagte 
mir, er werde an der Unterhaus- 
debatte teilnehmen und selbst- 
verständlich Position gegen das 
vorgeschlagene Weißbuch be- 
ziehen«. 

Der gelehrte Doktor unterläßt 
es seinen ungelehrten Lesern, zu 
berichten, warum es Churchill 
»selbstverständlich« auf sich ge- 
nommen hatte, im englischen 
Parlament Position gegen die 
Vorschläge zu beziehen. Noch 
am 22. Oktober 1938 hatte er 
wie der Verfasser seines Weiß- 
buches von 1922 gesprochen, 
das ihm den Zorn der Zionisten 
eingebracht hatte. 

Dr. Weizmann erinnert sich, daß 
er am Tag der Unterhausdebatte 



160 




Hitler, 20. März 1945: »Trotz aller Schwere bin ich davon 
überzeugt, daß wir bei diesem Kampf den Sieg erringen wer- 
den«. Meint Hitler mit »wir« die internationalen Banker? 



mit Churchill gemeinsam zu Mit- 
.tag gegessen hat. Anregungen 
seiner Kollegen, er möge Chur- 
chill doch auf dem Weg ins Un- 
terhaus instruieren, ablehnend, 



war Weizmann »ganz sicher, daß 
ein Redner von Mr. Churchills 
Kaliber seine Ansprache bereits 
komplett ausgearbeitet hat und 
es nicht wünschen würde, wenn 



161 



irgend jemand eine Stunde oder 
so vorher mit Anregungen da- 
herkäme«. 

»Churchill hatte sich gründlich 
vorbereitet. Er holte einen gan- 
zen Stapel kleiner Karten her- 
vor, und las uns seine Rede vor. 
Der Aufbau der Rede war per- 
fekt.« 

In dieser Debatte »hielt Chur- 
chill gegen das Weißbuch eine 
der großartigsten Reden seiner 
Laufbahn.« 

Aber selbst die »Magie« von 
Churchills brillanter Rhetorik 
vermochte das Blatt nicht zu- 



gunsten der zionistischen Sache 
zu wenden. Das Unterhaus 
stimmte mit 268 zu 179 Stim- 
men für die Annahme des Vor- 
schlages von Chamberlain. 

Mit dieser großartigen Rede ge- 
gen das Weißbuch hatte Chur- 
chill eindeutig zu verstehen ge- 
geben, daß er die Seiten gewech- 
selt hatte und nunmehr zur Ver- 
fügung stand, um sein Land zu 
»führen«, wie es jenen auf das 
Beste zu gefallen sein würde, die 
hinter den Kulissen die Fäden 
zogen. Nur einige Monate da- 
nach sollte Churchill Englands 
neuer Premierminister werden. 



162 
VIII. Sanierung als Zerstörung der Welt 



Zur Jahrhundertwende gab es auf der Weltbühne drei Großmächte, 
die zwischen den illuministischen Verschwörern und der Verwirkli- 
chung ihres Endzieles standen - der Schaffung einer totalitären Eine- 
Welt-Regierung. Diese Mächte waren Rußland, Großbritannien und 
die Vereinigten Staaten. Durch den subversiven Einfluß der Geheim- 
gesellschaften und dk immense Kapitalhilfe, die die internationalen 
Bankiers bereitgestellt hatten, war bis zum Jahre 1920 das zaristische 
Rußland erfolgreich von der Bahne verdrängt worden. 



England erwies sich als eine et- 
was härter zu knackende Nuß. 

Obwohl der Krieg 1914 bis 1918 
von England ein ungeheures 
Opfer an Menschenleben und 
Kapitaleinsatz gefordert hatte, 
blieben der moralische Charak- 
ter und die Zähigkeit, die Eng- 
land zu einer Großmacht hatten 
werden lassen, ungebrochen 
stark zurück. 



Eine Feder im Bewußtsein 
der Nation zersprungen 

Der Erste Weltkrieg brachte 
aber eine entscheidende Wende 
in der Geschichte Englands. Er 
signalisierte den Anfang vom 
Ende einer einstmals stolzen Na- 
tion. Die 20er Jahre wurden 
Zeuge eines wachsenden Ein- 
flusses, den die illuministische 
»Fabian Society« auf die engli- 
sche Politik nahm. Sie waren au- 
ßerdem von einem spürbaren 
Verfall der nationalen Ent- 
schlossenheit und Zweckbe- 
stimmtheit gekennzeichnet. Das 
England der Nachkriegszeit 
wurde von wirtschaftlichen Um- 
wälzungen, sozialen Unruhen, 
massiven Arbeitskämpfen und 



gravierender Arbeitslosigkeit er- 
schüttert. 

In seiner Rede an die Navy Lea- 
gue bemerkte Winston Churchill 
am 26. Februar 1930, daß »in 
den vergangenen Jahren ein Ge- 
fühl der Machtlosigkeit über je- 
ne gekommen sein muß, die an 
den triumphalen Bestrebungen 
teilgenommen haben, die das 
British Empire während des lau- 
fenden Jahrhunderts unternom- 
men hat. Es scheint, als ob eine 
Feder im Bewußtsein der Nation 
zersprungen ist. Es ist eine Be- 
reitschaft vorhanden, alles, was 
durch unermeßliche Opfer und 
Anstrengungen erworben wor- 
den ist, wegzuwerfen. Wir schei- 
nen die einzige große Nation zu 
sein, die nicht für sich selbst zu 
sprechen wagt, die das Vertrau- 
en in ihre Mission verloren hat, 
die bereit ist, ihre hart erkämpf- 
ten Rechte aufzugeben.« 

Die vorsätzlich ins Werk gesetz- 
te Große Depression der 30er 
Jahre und die sie begleitende so- 
ziale Misere sind für die Ent- 
wicklung einer starken Gewerk- 
schaftsbewegung und den Auf- 
stieg der Socianst Labour Party 
zur überragenden Partei ursäch- 
lich gewesen. 



163 



»Er will das 

Elend abschaffen« 

Der Zweite Weltkrieg gab Eng- 
land den Rest. Es war das Ereig- 
nis, das den Verschwörern die 
goldene Chance bot, ihr »Sanie- 
rungs«-Programm für die Briti- 
schen Inseln ein schönes Stück 
voranzutreiben. 

Im Dezember 1942, während 
das englische Volk unter dem 
tagtäglich zunehmenden Kriegs- 
druck schwankte, wurde von der 
Fabian Society, einer englischen 
»Paraorganisation« der Illurni- 
naten-Verschwörer, die Veröf- 
fentlichung eines Dokuments 
veranlaßt, das den Titel »Beve- 
ridge Report« trug. Geschrieben 
hatte es Sir William - später 
Lord - Beveridge, ein »Gesell- 
schaftslöwe, dessen olympische 
Würde, rednerische Gaben und 
das Talent, sich in der High-So- 
ciety zu bewegen, ihn zu einem 
unbezahlbaren Werkzeug für die 
Durchsetzung der Fabian-Ge- 
sellschaft auf beiden Seiten des 
Atlantiks machten«. 

Im Gegensatz zu Winston Chur- 
chill, der rund dreißig Monate 
zuvor dem englischen Volk 
»nichts als Blut, Mühsal, Tränen 
und Schweiß« versprochen hat- 
te, versprach Sir William den 
Briten das Paradies auf Erden, 
wenn sie nur sein kunstvoll ver- 
schnürtes Paket mit sozialen Re- 
formen »kaufen« würden. Un- 
geahnte Vorteile würden dem 
englischen Volk erwachsen und 
sich von der Wiege bis zur Bahre 
erstrecken. Das Ergebnis wäre 
ein Arbeiterparadies. 



»Auf die von Bomben rampo- 
nierte, blitzgeschockte Nation 
und die von Furcht geplagten 
Truppen in Übersee wirkte seine 
Botschaft verlockend. Und ge- 
nau das hatten die Fabians mit 
ihrem zynischen Verständnis der 
Massenpsychologie gewollt.« 
Mittels der uneingeschränkten 
Zusammenarbeit der manipu- 
lierten englischen Presse machte 
der »Beveridge Report« am Ta- 
ge nach seiner Veröffentlichung 
die Schlagzeilen, neben denen 
sogar die Kriegsmeldungen aus 
Nordafrika verblaßten. 

Als 1945 der Friede in Europa 
zurückkehrte, war das englische 
Volk psychologisch soweit bear- 
beitet worden, daß es die in dem 
»Beveridge Report« niederge- 
schriebenen Fabianschen Fabeln 
bereitwillig »kaufte«. Im Juli 
1945 gewannen die Fabianschen 
Sozialisten unter Führung von 
Clement Atlee bei den Wahlen 
einen überwältigenden Sieg. Seit 
dieser Zeit, mit Ausnahme eini- 
ger flüchtiger, aber spürbarer 
Äugenblicke, in denen die Na- 
tion klarsichtig den Feind vor- 
übergehend bremsen konnte, ist 
England immer tiefer in die so- 
zialistische Schlangengrube ge- 
fallen. 

Fabiansche 

Fabeln 

Englands Vorgeschmack von 
dem sozialistischen Paradies war 
alles andere als ein erfreuliches 
und berauschendes Erlebnis. 
Während die Sozialisten die 
Grundmauern der englischen 
Gesellschaft durchlöcherten, 



164 




165 



entschwand der »Traum« des 
»Beveridge Report« in immer 
dichterem Nebel. An seiner Stel- 
le tauchte der soziale und finan- 
zielle Alptraum auf, der die 
wahre Erscheinungsform der ir- 
realistischen Lehrsätze der So- 
zialisten ist. 

In nur wenigen Jahren haben die 
Sozialisten praktisch die engli- 
sche Wirtschaft verstaatlicht, 
und zwar einmal durch die di- 
rekte Übernahme der Kontrolle 
über rund ein Viertel des gesam- 
ten Wirtschaftsprozesses und 
zum anderen indirekt durch ein 
Gesamtplanungssystem, mit des- 
sen Hilfe die Regierung sowohl 
die Produktion als auch die Kre- 
ditvergabe steuerte. 

Die Grundstoffindustrie sowie 
Hauptdienstleistungen wurden 
verstaatlicht, das heißt der Re- 
gierungskontrolle unterstellt. 
»Die Nachteile, die diese staat- 
lich betriebenen Unternehmen 
mit sich brachten, wurden nur 
noch von ihrer Leistungsschwä- 
che übertroffen.« 

Die von den Rothschilds kon- 
trollierte »Bank of England« 
wurde angeblich von der Regie- 
rung »übernommen«, doch war 
dies nur ein geschickter Vor- 
wand, um die englischen »Bau- 
ern« von der richtigen Fährte 
abzubringen. Dieser Schritt hat 
allein dazu gedient, die Macht 



Der Dritte im Bunde: Winston 
Churchill, kurz nach seinem 
Amtsantritt konnte der Zweite 
Weltkrieg beginnen. 



der Rothschilds zu festigen und 
zu verstärken, da nun alle Ban- 
ken gezwungen waren, die von 
den Rothschilds herausgegebe- 
nen Bank-of- England-Noten zu 
benutzen und nicht mehr ihre 
eigenen. Infolgedessen erhielten 
die Rothschilds und ihre Freun- 
de von allem einen Beuteanteil. 
Das englische Volk mag »den 
Krieg gewonnen« haben, aber es 
hat sich selbst sofort in die Skla- 
verei verkauft, indem es für die 
Fabians stimmte, die gelobt hat- 
ten, jeden Aspekt des Lebens in 
England zu beherrschen. 

Die Folgen eines solchen Wahn- 
sinns waren vorhersehbar. Sämt- 
liche von der Regierung über- 
nommenen Industrien verfingen 
sich in den verwickelten Ma- 
schen eines bürokratischen Pa- 
pierkrieges und trieben hilflos in 
einem Meer roter Tinte. Die 
Kohleförderung sackte mit 7 
Millionen Tonnen unter das Ni- 
veau von 1937 ab, obwohl man 
Hunderte Millionen Pfund für 
neue Ausrüstungen investiert 
hatte. Die Folge war ein dreiwö- 
chiger Stromausfall in London 
und den Midlands, der 75 Pro- 
zent der englischen Wirtschaft 
lahmlegte und das Land rund 
250 Millionen Pfund an verlo- 
rengegangenen Exportaufträgen 
kostete. Man entließ 2 Millionen 
Arbeiter. 

Während andere europäische 
Nationen bemüht waren, die 
durch den Krieg auferlegten 
Einschränkungen abzubauen, 
haben die Fabianer diese ver- 
mehrt. Täglich spuckten die Re- 
gierungsämter neue Vorschrif- 



m 

ten, Verordnungen und Erlasse 
aus mit dem Ziel, den Einfluß- 
bereich der Bürokraten über das 
Leben des englischen Volkes 
auszudehnen. 

Die Liquidierung 

des Empires 

Mit der Stagnation der engli- 
schen Wirtschaft schnellte die 
Inflation in die Höhe. Um Eng- 
land über Wasser zu halten, wur- 
den seiner Wirtschaft massive 
Dollarspritzen verabreicht, die 
der amerikanische Steuerzahler 
spendierte, und zwar entweder 
durch Direktkredite oder den 
Internationalen Währungsfonds. 
Den Briten wurden immer höhe- 
re Steuerlasten aufgebürdet, die 
aber wenig halfen, das unver- 
meidliche Ende abzuwenden. Im 
Jahr 1949 erlitt das einstmals 
stolze englische Pfund Sterling 
eine massive Abwertung. 

Ebenfalls im Jahr 1949 erklärte 
Sir Stafford Cripps, ein führen- 
des englisches Kabinettsmit- 
glied, »die Liquidierung des Bri- 
tish Empire ist eine wesentliche 
Voraussetzung für den Sozia- 
lismus«. 

Einige Jahre später äußerte ein 
anderer Sozialist Fabianscher 
Couleur, Arthur Skeffington, 
»wir als Sozialisten glauben si- 
cher, daß die einzige Zukunft für 
eine gesunde Entwicklung in den 
Kolonialgebieten auf den 
Grundsätzen des Sozialismus ba- 
sieren muß«. 

Das einstmals große Britannien 
schrumpfte zu einem »Klein- 



England« zusammen, dem 
schrecklich verweichlichten 
»kranken Mann« Europas. 
Hoffnungen in jüngster Zeit, die 
Entdeckung eines großen Erdöl- 
vorkommens in der Nordsee 
werde England auf den Weg zu 
nationaler Genesung bringen, 
haben sich in dünne Luft aufge- 
löst. Die enormen Gewinne dar- 
aus sind nicht in die englische 
Wirtschaft geflossen, um den un- 
geheuren Druck zu erleichtern, 
den der Staat dem langgeplagten 
englischen Steuerzahler aufbür- 
det, sondern in die Tresore der 
internationalen Bankers in ih- 
rem Hauptquartier »Die City« 
von London. 

Heute steht England am Rande 
des Vergessens, ruiniert von 
dem Krebs des Liberalismus. 
Dieser einst großen Nation wur- 
den der Verstand, das Herz und 
das Rückgrat von dieser tödli- 
chen Krankheit verzehrt. Die 
Zeitschrift »US News and World 
Report« schrieb 1980: »Die 
meisten Engländer sehen einem 
trüben Jahrzehnt entgegen. Der 
Lebensstandard dürfte zweifel- 
los sinken. Die industrielle Pro- 
duktion lahmt weit hinter ande- 
ren großen Nationen hinterher.« 

Ohne eine dramatische Verän- 
derung - eine tiefgreifende na- 
tionale Rückbesinnung, mit der 
sich England im 17. Jahrhundert 
erneuerte - wird England wei- 
terhin in Verzweiflung dahinsie- 
chen, bis auch die letzten Krük- 
ken von der unsichtbaren Hand 
beseitigt werden und seinen Kol- 
laps in die totale Namenlosigkeit 
zulassen, damit es die illu- 



167 



ministische »Neue Weltord- 
nung« zu seiner eigenen mache. 

Sanierung 

einer chnstlichen Nation 

Das bei weitem schwierigste 
Hindernis auf dem Weg zur 
Schaffung der Eine- Welt-Regie- 
rung sind die Vereinigten Staa- 
ten gewesen. 

Amerika ist in der gesamten Er- 
dengeschichte einmalig. Es gibt 
zwei fundamentale Gründe da- 
für: Amerikas Religion und 
Amerikas Verfassung. 

Amerika hat das 20. Jahrhun- 
dert mit einer fast 300 Jahre al- 
ten Tradition begonnen, eine 
christliche Gesellschaft zu sein. 
Obwohl man von der Existenz 
Amerikas bereits 500 Jahre vor 
der Ankunft der Pilgrimväter 
wußte, setzt mit jenem Ereignis 
jedoch die »Amerikanische Ge- 
schichte« ein. Sie haben den er- 
sten geordneten Versuch zur Be- 
siedlung dieses riesigen neuen 
Landes unternommen. Wie es in 
dem berühmten »Mayflower 
Compact« heißt, bestand das 
Hauptziel für die Errichtung von 
Kolonien in der Neuen Welt in 
der »Verbreitung des christli- 
chen Glaubens«. 

Von Anfang an, angefangen mit 
den ersten einfachen Kolonien 
und Siedlungen, verfügte die 
amerikanische Gesellschaft über 
eine Tradition eines tiefen, reli- 
giösen Glaubens, der fest auf der 
biblischen Offenbarung beruhte. 
Das Christentum war der primä- 
re motivierende Faktor im Le- 



ben der Mehrzahl seiner Men- 
schen. Der US Oberste Ge- 
richtshof hat bei zwei verschie- 
denen Anlässen erklärt, Ameri- 
ka ist eine christliche Nation. 

Dies war also das Amerika, das 
die Fesseln der Fremdherrschaft 
abwarf und dessen Führer die 
unschätzbar wertvolle Unabhän- 
gigkeitserklärung verfaßten - je- 
nes großartige Dokument, das so 
beredt gegen des Menschen Un- 
menschlichkeit gegenüber sei- 
nen Mitmenschen und für das 
unveräußerliche, gottgegebene 
Recht des Menschen spricht, 
sein Leben frei und offen zu le- 
ben, frei von Tyrannei. Es war 
auch das Land, das sich die Ver- 
fassung und die »Bill of Rights« 
geschenkt hat, die speziell dazu 
aufgestellt wurden, jene Frei- 
heitsrechte zu schätzen und zu 
bestärken. 

Amerika war also das gesegnete 
und mitreißende Land, das die 
große amerikanische Republik 
hervorgebracht hat, das 
vorwärtspreschende, heißblüti- 
ge, unabhängige, herrliche, pro- 
duktive Amerika, in dem sechs 
Prozent der Weltbevölkerung in 
den Genuß von 50 Prozent des 
Weltwohlstandes kommen. Dies 
war das starke, vibrierend leben- 
dige, zuversichtliche, freie und 
missionserfüllte Amerika, das, 
wie Abraham Lincoln vor 150 
Jahren gesagt hat, ȟber alle 
Zeiten hinweg leben oder an 
Selbstmord sterben muß.« 

Dies war die Nation, die mit Be- 
ginn dieses Jahrhunderts zur 
Zielscheibe eines »Sanierungs- 



168 



Programms« wurde, dessen Pla- 
nung und Durchführung die 
sorgfältigste und heimtückisch- 
ste waren, die es jemals in der 
Menschheitsgeschichte gegeben 
hat. Die ganze Intrige basierte 
auf der Erkenntnis, daß es, um 
Amerika zu zerstören, notwen- 
dig war, sein System der Wert- 
vorstellungen zu vernichten, das 
von der Bevölkerung allgemein 
anerkannt wurde. Um diese 
monumentale Aufgabe zu ver- 
wirklichen, mußte man die füh- 
renden Institutionen untergra- 
ben und aufweichen, um die sich 
die amerikanische Gesellschaft 
rankte. 



Der sicherste Weg 

ist die Währung zerstören 

Im Gegensatz zu den »Sanie- 
rungs«-Taktiken, die man im 
Zweiten Weltkrieg in Deutsch- 
land und Japan benutzte, wurde 
die Zerstörung Amerikas als ei- 
ner unabhängigen, souveränen 
Nation auf sehr viel subtilere 
Weise eingefädelt. Die von den 
Illuminaten in Amerika einge- 
setzten Abbruchkolonnen hat- 
ten für die Methode des »Fron- 
talangriffs« nur Verachtung; 
vielmehr machten sie sich die 
Taktiken der Fabian'schen So- 
zialisten zu eigen. 

Der erste große Durchbruch ge- 
lang jenen, die den traditionel- 
len, verfassungsmäßigen »Ame- 
rican way of life« zu zerstören 
suchten, mit der Verabschiedung 
des Gesetzes über die Federal 
Reserve Bank am 23. Dezember 
1913. 



Dieses Gesetz, das man durch- 
brachte, als die meisten Abge- 
ordneten bereits in die Weih- 
nachtsferien gefahren waren, 
legte das nationale Währungssy- 
stem fest in die Hand der inter- 
nationalen Bankers. 

Dem Lehrsatz folgend, daß »der 
sicherste Weg zum Umsturz ei- 
ner bestehenden Gesellschafts- 
ordnung der ist. seine Währung 
zu verderben« (Lenin), setzten 
die Geldleute sofort alles in Be- 
wegung, um den Wert des Dollar 
zu zerstören. 

Mit der Teilnahme am Ersten 
Weltkrieg - zunächst als Liefe- 
rant von Kriegsmaterial, dann 
als aktiver Teilnehmer - wurde 
die Dampfwalze der Vernich- 
tung in Bewegung gesetzt. Mit 
diesen Handlungen wurde die 
Basis für die derzeitige riesen- 
hafte amerikanische Staatsver- 
schuldung und für die nationale 
Versklavung unter den Willen 
der internationalen Bankers ge- 
legt. 

Der englische Wirtschaftswis- 
senschaftler John Maynard Key- 
nes, der Berater von Roosevelt 
während des »New Deal« war, 
hat gesagt: »Lenin hat zweifellos 
Recht, es gibt keine einwand- 
freie beziehungsweise subtilere 
Methode zur Zerstörung der be- 
stehenden gesellschaftlichen 
Grundlagen als das Verderben 
ihrer Währung. Durch einen 
fortwährenden Prozeß der Infla- 
tion können Regierungen einen 
wesentlichen Teil des Wohlstan- 
des ihrer Bürger heimlich und 
unbemerkt an sich reißen. Die- 



169 




Ein Propagandafoto der Nationalsozialisten: Der englische 
Premierminister Churchill droht als Gangster mit der Waffe. 



ser Prozeß setzt alle verborge- 
nen Wirtschaftskräfte auf selten 
der Zerstörung ein und zwar auf 
eine Weise, die nicht einer unter 
einer Million Menschen diagno- 
stizieren kann.« 

Die verheerenden 
Auswirkungen 

Das Verderben der amerikani- 
schen Währung als eine »Metho- 
de der Zerstörung der bestehen- 
den gesellschaftlichen Grundla- 
gen« hat 1914 begonnen und ist 
inzwischen an einem Punkt an- 
gelangt, wo die Verwirklichung 
unmittelbar bevorsteht. Die 
Lohn- und Preisspirale, die die 
Amerikaner in den letzten Jah- 
ren immer mehr geplagt hat, ist 



kein Zufall - sie ist also geplant 
worden! 

Die verheerenden Auswirkun- 
gen dieses »Sanierungs«-An- 
sturms auf die amerikanische 
Wirtschaft werden von einem 
führenden Nachrichtenmagazin 
mit Zahlen belegt. Die Kauf- 
kraft von 1 Million Dollar im 
Jahre 1940 ist auf 182812- 
US-Dollar zum heutigen Zeit- 
punkt geschrumpft. Das heißt, 
»Sie brauchen heute, um die 
Kaufkraft von einer Million Dol- 
lar des Jahres 1940 zu haben, 
5 470 000 US-Dollar.« 

Im Jahre 1910, zwei Jahre vor 
der Wahl Woodrow Wilsons, 
und bevor sich die elitäre Kon- 
trolle der amerikanischen Exe- 



170 



kutive eingenistet hatte, belleten 
sich die Ausgaben des US-Bun- 
des auf insgesamt 694 Millionen 
US-Dollar. Im Jahre 1918, ei- 
nem teueren Jahr, das das Ende 
des Ersten Weltkrieges brachte, 
betrug der US-Haushalt knapp 
13 Milliarden Dollar. 1945, das 
letzte Jahr des Zweiten Welt- 
krieges, machte der US-Haus- 
halt 98 Milliarden aus. 

1970 auf dem Höhepunkt des 
Vietnamkrieges, erreichte der 
US-Etat 197 Milliarden US- 
Dollar. Wie zum Teufel konnte 
er auf 366 Milliarden US-Dollar 
im Jahre 1976 ansteigen, dem 
letzten Jahr der Ford-Regie- 
rung? Was ist 1977 geschehen, 
als der Haushalt des ersten trila- 
teralen Präsidenten, Carter, auf 
fast 403 Milliarden US-Dollar 
anschwoll? 

Werden dem Adler nicht die 
Flügel ausgerissen? Ist diese le- 
galisierte Plünderung noch Be- 
steuerung oder schon schwerer 
Diebstahl? Wenn man einmal 
den Zielsetzungen der Protokol- 
le der Gelehrten Ältesten von 
Zion, den Illuminaten und dem 
Kommunistischen Manifest ins 
Auge gesehen hat, weiß man, 
daß die »Herabsetzung einer na- 
tionalen Währung« nicht zufällig 
geschieht. 

Zerstörung durch 
progressive Erziehung 

Es ist unter Geopolitikern eine 
bereits seit langem anerkannte 
Tatsache, daß die wirksamste 
Methode zur Unterminierung ei- 
ner Gesellschaft darin besteht, 



die Wertvorstellungen ihrer 
Menschen zu verändern. Um 
dieses Ziel in den Vereinigten 
Staaten zu verwirklichen, muß- 
ten die internationalen Ver- 
schwörer Kontrolle über Ameri- 
kas Schulen und Universitäten 
erlangen. Diese Institutionen 
würden sich dann als machtvolle 
Instrumente in ihrem »Sanie- 
rungs«-Programm zur Zerstö- 
rung der »Alten Ordnung« in 
den USA einsetzen sowie dazu 
verwenden lassen, nachfolgende 
Generationen von Amerikanern 
»neu zu erziehen«, damit sie ei- 
ne widernatürliche Philosophie 
annehmen würden, die letztend- 
lich ihren Abstieg in die Sklave- 
rei zur Folge haben würde. 

Das subversive System der «pro- 
gressiven Erziehung«, von den 
Rockefellers und ihren Genos- 
sen finanziert und von John De- 
wey gelenkt, wurde zunächst da- 
zu benutzt, um die Saat der Ver- 
nichtung für die traditionelle 
Schulausbildung auszusäen und 
großzuziehen. 

Mit dem Einzug von Franklin 
Roosevelt in Washington 1933 
und der Veröffentlichung des 
»Humanistischen Manifestes« 
wurde im selben Jahr diese At- 
tacke etwas umgeändert. Dieses 
Dokument, das viele moderne 
Erzieher als ihre »Bibel« be- 
trachten, wurde 1973 überarbei- 
tet und aktualisiert. 

Obwohl nur ein schmales Doku- 
ment, legte das »Humanistische 
Manifest« die Methoden dar, die 
dazu verwendet wurden, um die 
Jugend der amerikanischen Na- 



171 



tion in den amtlichen Schulen 
subversiv zu infiltrieren. 

Barbara Morris zeigt in ihrem 
Buch »Chance Agents in the 
Schools«, wie die bestehenden 
öffentlichen Schulen Verände- 
rungen propagieren: soziale Än- 
derung, politische Änderung, re- 
ligiöse Änderung, Änderung der 
Regierungsform: »Aber Ände- 
rung von was zu was genau? Än- 
derung von einer christlichen 
souveränen Nation in eine hu- 
manistisch/sozialistische Nation- 
Staat-Abhängigkeit innerhalb 
einer Diktatur, die euphemi- 
stisch >Weltgemeinschaft< ge- 
nannt wird, in der >Weltbürger< 
mit der Versklavung zufrieden 
sind. 

Die Regierungsschulen sind ins- 
besondere bemüht, den Status, 
die Struktur und die Stabilität 
der Familie zu zerstören. Starke 
Familien machen eine starke 
Nation und man muß sie beseiti- 
gen, wenn die vorgeschlagene 
Diktatur errichtet und beibehal- 
ten werden soll. Schauen Sie sich 
Ihre Familie an, und die Fami- 
lien, die Sie kennen. Wie fest 
ruhen sie in sich? Das Auseinan- 
derbrechen, das Sie beobachten, 
geschieht nicht einfach so< - das 
Chaos ist geplant. 

Wir haben es heute mit nichts 
weniger als einer Revolution zu 
tun. Die Schulen haben sich den 
Agenten für soziale Änderung 
geöffnet, die stetig daran arbei- 
ten, die >Glaubensartikel< der 
Religion vom Humanismus 
durchzusetzen. Einstellungen, 
Wertvorstellungen und Verhal- 
tensweisen müssen für die kom- 



mende >Neue Weltordnung< ge- 
ändert werden, die gleichzeitig 
die Verehrung des Menschen 
und die Versklavung der 
Menschheit bedingt. Eine er- 
schreckende Zukunftsvision, die 
bereits weitgehend bei uns ver- 
wirklicht ist.« 



Lügen werden 
zu Wahrheiten 

Ein anderer Punkt des »Sanie- 
rungs«-Programmes ist die 
Energiekrise. Als sich das Jahr 
1973 zu Ende neigte, beschlos- 
sen die Weltverschwörer, daß 
die Zeit gekommen sei, um eine 
weitere Phase ihres »Sanie- 
rungs-Programms« in den Ver- 
einigten Staaten durchzuführen. 
Es war Zeit, die »Energiekrise« 
auf ein nichtsahnendes amerika- 
nisches Publikum loszulassen. 

Nach dem altbewährten Grund- 
satz vorgehend, daß eine Lüge, 
wenn sie nur oft und laut genug 
wiederholt wird, als Wahrheit 
angenommen wird, machten sich 
die Insider in Washington an die 
Bearbeitung des amerikanischen 
Volkes. Ungeachtet aller gegen- 
teiligen Beweise mußte man den 
Amerikanern die komplett fal- 
sche Idee »verkaufen«, daß die 
Vereinigten Staaten praktisch 
kein Erdöl mehr hätten und in 
immer größere Abhängigkeit 
vom Ausland geraten würden, 
um ihren Bedarf in der Zukunft 
zu decken. 

Die Bürokraten in ihrer Beses- 
senheit, das Märchen von der 
»Energiekrise« im ganzen Land 



172 



an den Mann zu bringen, haben 
dabei die Tatsache völlig ingno- 
riert, daß zahlreiche, höchst 
maßgebliche Quellen eindeutige 
Beweise für einen SuperÜberfluß 
an Erdöl innerhalb des eigenen 
Landes, im Golf von Mexiko 
und den Kontinentalsockeln an 
der Ost- und Westküste vorge- 
legt haben. 

In einem Bericht des »National 
Petroleum Council« vom De- 
zember 1972 heißt es, daß sich 
die Ölvorkommen in den Verei- 
nigten Staaten schätzungsweise 
auf 810,4 Milliarden Barrel be- 
laufen. Das reicht beim gegen- 
wärtigen Verbrauch für eine 
Versorgung für 125 Jahre. 

In demselben Bericht steht 
auch, daß die Erdgasvorkom- 
men für knapp einhundert Jahre 
ausreichen. 

Auch in anderen amtlichen Be- 
richten wird bestätigt, daß die 
Vereinigten Staaten über riesige 
Mengen von leicht zugänglichem 
Erdöl verfügen. 

Es ist ein schwerer Fehler zu 
glauben, die »Krise« habe mit 
dem angeblichen »Ölembargo 
der Araber« Ende 1973 begon- 
nen. Die Saat, die zu der gegen- 
wärtigen »Notlage« aufgegan- 
gen ist, wurde von den Bankers 
in Washington über eine Reihe 
von Jahren hinweg ausgesät und 
kunstreich gepflegt; es geschah 
in Form von verschiedenen Re- 
gierungsverordnungen, die ein 
Absinken der nationalen Erdöl- 
förderung gewährleisteten. 

Gleichzeitig tauchten über 
Nacht eine Unmenge von Grup- 



pen zum Schütze der Ökologie 
und der Umwelt auf und mach- 
ten auf der nationalen Bühne 
von sich reden. 

Die Umweltschützer riefen nach 
»Aktion« der Regierung, um an- 
geblich die Zerstörung des öko- 
logischen Gleichgewichts durch 
die Vereinigten Staaten zu ver- 
hindern. Strenge Auflagen für 
die Ölgesellschaften und andere 
Energieproduzenten sind, so 
hieß es, der einzige Weg, um 
diese Zielsetzung zu erreichen. 

Wie der überwältigenden Mehr- 
heit der Amerikaner unbekannt, 
war dies jedoch bloß eine Va- 
riante der alte Illuminaten-Ma- 
sche vom »Druck von unten und 
Druck von oben«, der eine ver- 
steckte Zielsetzung verwirkli- 
chen soll. 



Wie sah die 
Wahrheit aus? 

Die Stufe des illuministischen 
»Sanierungs«-Programms für 
die Vereinigten Staaten - ge- 
nannt »Ölkrise« - trat plötzlich 
mit dem Ausbruch des Yom- 
Kippur-Krieges in Nahost am 
16. Oktober 1973 in Kraft. Es ist 
möglicherweise von historischer 
Bedeutung, daß der Kriegsaus- 
bruch unmittelbar danach er- 
folgte, nachdem die Israelis eine 
erhebliche Anzahl von Truppen 
aus vorgerückten Positionen ab- 
zogen, obwohl ein Angriff der 
Araber bevorzustehen drohte. 

War dieser Rückzug geplant, um 
einen arabischen Überfall zu 



173 



provozieren, so daß eine schwer- 
wiegende Krise in jenem Teil 
der Welt ausbrechen würde, und 
den Weg zu sehr viel weiterrei- 
chenden Ereignissen ebnete, die 
sich in den nächsten Monaten 
anschlössen? Diese Möglichkeit 
sollte nicht übersehen werden. 

Das Kriegsglück verließ die Ara- 
ber erst, nachdem die Vereinig- 
ten Staaten auf Weisung von 
Außenminister Henry Kissinger 
riesige Mengen des modernsten 
Kriegsgerätes aus Amerikas Ar- 
senalen per Luftbrücke zur Un- 
terstützung der Israelis entsand- 
ten. Es waren die besten ameri- 
kanischen Waffen, die die 
Waagschale zu Ungunsten der 
Araber senkten. 



Die Beantwortung dieser beiden 
Fragen erhielt man bald aus ei- 
ner Vielzahl von Informations- 
quellen. Anfang 1974 veröffent- 
lichte die führende Schiffahrts- 
versicherung der Welt, Lloyd's 
of London, einige höchst auf- 
schlußreiche Statistiken in ihrem 
Jahresbericht. Lloyd's gab an, 
daß in den drei Monaten vor 
dem angeblichen »Embargo« 
insgesamt 474 Tankschiffe aus 
den Häfen des Mittleren Osten 
mit Öl für die ganze Welt ausge- 
laufen sind. 

In den drei Monaten während 
des Höhepunktes des »Ölem- 
bargos« haben laut Lloyd's ins- 
gesamt 494 Tanker, beladen mit 
Ol, eben jene Häfen verlassen. 



Während sich der aufgewirbelte 
Sand im Nahen Osten legte, ha- 
ben die Araber angeblich ein 
Embargo auf das Erdöl verhängt 
und sofort den Ölpreis kräftig 
ansteigen lassen. Innerhalb we- 
niger Wochen formierten sich 
die Amerikaner in langen 
Schlangen vor den Tankstellen 
und es kam mit zunehmender 
Spannung zu zahlreichen Schlä- 
gereien unter den aufgebrachten 
Autofahrern, die auf ihre Ben- 
zinzuteilung warteten. Die Re- 
gierungsbehörden führten eine 
»gravierende Ölverknappung« 
ins Feld, um den amerikanischen 
Autofahrern ihre Restriktionen 
aufzuzwingen. 

Wie sah die Wahrheit aus? Gab 
es damals eine echte Ölverknap- 
pung in der Welt oder war das 
Ganze ein Betrug? 



Die gezinkte 
Energiekrise 

Diese aufschlußreiche Informa- 
tion wurde in der europäischen 
Presse veröffentlicht, aber in den 
kontrollierten Medien Amerikas 
totgeschwiegen. Waren die Tat- 
sachen zu trivial, um sie zu brin- 
gen oder zu schwerwiegend, als 
daß sie veröffentlicht werden 
durften? Wenn man die »Bau- 
ern« im dunkeln läßt, dann wer- 
den sie viel eher einer Lüge 
Glauben schenken. 

Während sich die Schein-»krise« 
entwickelte, die Preise in den 
Himmel schössen und freie 
Tankstellen in Ermangelung von 
Benzin zum Schließeji gezwun- 
gen waren, begannen die Berich- 
te zu kursieren, daß die großen 
Ölgesellschaften riesige Mengen 



174 



Benzin in Vorratslagern überall 
in Amerika horteten. 

In den seither vergangenen Jah- 
ren konnte sich die gezinkte 
»Energiekrise« mit der aufrich- 
tigen Unterstützung der libera- 
len Bürokraten in Washington 
und ihrem jährlich 14 Milliarden 
Dollar verschlingenden Monster 
von Energieministerium zu ei- 
nem Zustand entwickeln, das 
droht, die ganze Nation in einem 
Meer von roter Tinte zu er- 
tränken. 

Der Benzinpreis ist um 500 Pro- 
zent gestiegen, die Inflation er- 
reicht in einigen Gebieten der 
Nation 22 Prozent, die Automo- 
bilindustrie befindet sich in ei- 
nem Chaos, die Arbeitslosigkeit 
steigt - und die amerikanischen 
»Vertreter« in Washington wei- 
gern sich, das Problem mit posi- 
tiven Maßnahmen zu lösen. 

Aber nicht nur das, sie haben 
sogar Maßnahmen eingeführt, 
die speziell darauf zugeschnitten 
sind, die Situation erheblich zu 
verschlimmern. Die alarmieren- 
de Wahrheit dieser Aussage 
wurde von Bruce Herschensohn, 
dem politischen Kommentator 
des Fernsehsenders KABC, in 
einer Stellungnahme in Los An- 
geles bewiesen: »Alles Übel in 
der heutigen Welt, sei es im Iran, 
in Afghanistan oder in Nahost, 
hat eines gemeinsam: Öl. Im 
Hintergrund eines sehr großen 
Teils unserer Probleme im In- 
land schwebt dasselbe Wort: Öl. 
Wir könnten unzählige Proble- 
me lösen, wenn wir ein autarkes 
Energieland würden. Aber wir 



werden es einfach nicht. Wir 
können . . . aber wir wollen 
nicht.« 

Wer sind die großen Gewinner 
dieser gezinkten Energiekrise? 
Jene »gierigen Araber«, die an- 
geblich im Geld schwimmen und 
zwar auf Kosten der amerikani- 
schen Öffentlichkeit? Auf den 
ersten Blick mag eine solche An- 
schuldigung wohl begründet er- 
scheinen. Aber erste Blicke sind 
oft täuschend und irreführend. 

Wenn die Araber wirklich »ihr 
eigenes Geschäft betreiben« 
würden, dann wären sie wahrlich 
in einer beneidenswerten Lage. 
Aber das ist nicht der Fall. Wie 
die meisten Länder dieser Welt 
sind die Araber im 20. Jahrhun- 
dert überwiegend von der inter- 
nationalen Kapitalelite und den 
von ihnen kontrollierten Ölge- 
sellschaften beherrscht und diri- 
giert worden. Die Monopolisten 
bestimmen den Einsatz - und 
streichen die Gewinne ein. Daß 
die Araber eingeschaltet werden 
und einen Anteil an der Beute 
erhalten, ist den »Big Boys« ge- 
rade recht. Die Araber werden 
gescholten, während die interna- 
tionalen Bankers und ihre Ge- 
nossen das Geld kassieren. Ein 
Diener ist seinen Lohn wert! 

Daß die internationalen Bankers 
im Mittleren Osten das Sagen 
haben, wurde kürzlich durch ein 
paar veröffentlichte Verlautba- 
rungen sehr deutlich. 

Im Verlauf eines längeren 
Fernsehinterviews mit David 
Frost zu Beginn des Jahres 1980 



175 



hat der verstorbene Schah von 
Persien verlauten lassen, daß 
David Rockefeller und Henry 
Kissinger den Iran und die 
OPEC-Staaten während des 
Jahres 1973 und 1974 unter 
enormen Druck gesetzt haben, 
damit sie den Ölpreis erhöhen. 

In der PBS-Fernsehsendung 
»The World of David Rockefei- 
ler«, die am 7. Februar 1980 
ausgestrahlt wurde, tauchten ei- 
ne Reihe aufschlußreicher Fak- 
ten auf. Zu den befragten Teil- 
nehmern . gehörte Ridgeway 
Knight, ein amerikanischer Bot- 
schafter im Ruhestand und ehe- 
maliger stellvertretender Au- 
ßenminister. 

Knight erklärte: »Ich vertrete 
David persönlich. Was mich am 
stärksten beeindruckt, ist, daß 
ich eine Vielzahl von Industrie- 
magnaten vertreten und für eine 
Reihe von Außenministern ge- 
sprochen habe, aber niemals ha- 
ben sich Türen leichter aufgetan, 
als wenn ich sage, ich komme 
von David Rockefeller - es ist 
fantastisch!« 

Im weiteren Verlauf der Sen- 
dung wurde bemerkt, daß »eini- 
ge Leute glauben, daß Banken 
heute größer und wichtiger als 
Länder sind, weil sie über geo- 
graphische und politische Gren- 
zen hinweg operieren und daß 
sie zu der neuen Macht in der 
Welt geworden sind.« Hierauf 
antwortete ein Minister aus Sau- 
di-Arabien: »Ja . . .viele von ih- 
nen haben unsichtbare Außen- 
minister.« 



Noch eine andere, wichtige Fra- 
ge muß beantwortet werden: 
Wer verwaltet die kolossalen 
Reichtümer, die die Vereinigten 
Staaten und andere Nationen 
verlassen, um für das OPEC-öl 
zu bezahlen? Wer anders als je- 
ne heiligen Musterknaben der 
Tugend - die internationalen 
Bankers. 

Finanziell im 
Himmel sitzend 

Die internationalen Bankers 
sind damit ihrerseits in der Lage, 
diese Gelder zu hohen Zinsen an 
Länder zu verleihen, die sich mit 
den roten Zahlen abquälen, die 
als Ergebnis der gezinkten Ener- 
giekrise entstanden sind. Dar- 
über hinaus müssen enorme Pro- 
visionen für die Verwaltung der 
internationalen Geschäfte der 
OPEC-Staaten in Milliardenhö- 
he an die internationalen Ban- 
kers entrichtet werden. 

Wie Professor Quigley dazu sa- 
gen würde, hinterläßt dies die 
internationalen Bankers »finan- 
ziell im Himmel sitzend«. 

Die großen Verlierer in dieser 
vorsätzlich hervorgerufenen 

»Energiekrise« sind die Bürger 
der Vereinigten Staaten und an- 
derer Nationen der Welt, deren 
Lebensstandard abgesunken ist 
und deren Volkswirtschaften in 
einem Zustand der Verwirrung 
gestürzt worden sind, als die 
Preise für Erdöl und seine Fol- 
geprodukte in den Himmel 
schössen. 

Allein im Jahre 1979 haben die 
Bürger der Vereinigten Staaten 



176 




In Anlehnung an die alte, aus der Gladiatorenzeit stammende 
Geste »Tod«, droht 1940 eine italienische Zeitung London. 



die enorme Summe von 55 Mil- 
liarden Dollar für Ölimporte 
aufgebracht. Seit 1973 ist die 
Öleinfuhr der Vereinigten Staa- 
ten von 29 Prozent des Ver- 
brauchs auf fast 50 Prozent im 
Jahre 1980 gestiegen. 



Konfrontieren wir die harten, 
kalten Tatsachen der politischen 
und wirtschaftliche Wirklichkeit. 
Die Politiker und Bürokraten in 
Washington beteiligen sich be- 
reitwillig an der finanziellen 
Vergewaltigung des amerikani- 



177 



sehen Volkes - und täuschen das 
Volk, wohin man auch blickt 
und schieben die Schuld für den 
von ihnen verursachten Schla- 
massel auf andere Dinge. 

Die föderative Regierung, die 
laut Verfassung ein Diener und 
Beschützer des amerikanischen 
Volkes sein soll, wird immer 
mehr zu einem unkontrollierba- 
ren Tyrannen, der darauf aus ist, 
dem Volk, das er beschützen 
soll, allen Wohlstand zu stehlen. 
Zu seinen wichtigsten »Agen- 
ten« bei der Ausplünderung des 
amerikanischen Volkes zählen 
die Ölgesellschaften. 

»Aus einer jüngsten Untersu- 
chung geht hervor, daß die US- 
Regierung 70,2 Prozent des 
Reinertrages von den 48 größten 
Ölgesellschaften vereinnahmt 
hat.« Die Regierung erhält aus 
den Investitionen der privaten 
Ölindustrie das vierzehnfache 
von dem, was ein normaler Ak- 
tionär erhält. 

Die vom Kongreß 1980 verab- 
schiedete Besteuerung von 
»windfalk-Gewinnen werden 
die »Energiekrise« nicht lösen 



helfen. Diesen Zweck hat sie 
auch nicht. 

Der Zweck dieser neuen Steuer 
ist, wie »Tax Foundation« her- 
vorhebt, »nicht die Energieun- 
abhängigkeit. Damit sollen viel- 
mehr höhere Ölpreise als eine 
neue und wesentliche Einnah- 
mequelle für die Bundesregie- 
rung in Washington erschlossen 
werden, um sowohl die noch hö- 
heren Staatshaushalte zu finan- 
zieren als auch die beschämen- 
den Defizite der Bundesregie- 
rungabzubauen«. 

Wenn wir alle politische Rheto- 
rik und alle Litaneien aus dem 
Wege kehren, so bleibt eine 
nicht zu verleugnende Tatsache 
übrig. .Die »Energiekrise« ist ge- 
nauso wie limmy Carters Anti- 
Establishment-Gerede während 
seines Wahlkampfes 1976 ein 
Schwindel, mit dem das ameri- 
kanische Volk vorsätzlich ge- 
täuscht und der Prozeß des na- 
tionalen Bankrotts beschleunigt 
werden soll. Es ist ein klar er- 
kennbarer Bestandteil des illu- 
ministischen »Sanierungspro- 
gramms« für die Vereinigten 
Staaten. 



178 

IX. Sieg über Europa 



Obwohl Aberhunderte von Büchern über die Tragödie von »Blut, 
Mühsal, Tränen und Schweiß« geschrieben worden sind, die die 
Nationen der Welt zwischen 1939 und 1945 umschlungen hielt, 
wissen die meisten wenig, wenn überhaupt etwas, von der wirklichen 
Geschichte hinter diesem kostspieligsten Krieg aller Kriege. Die 
»Story« des Krieges, wie sie in den »offiziellen« Geschichtsbüchern 
in Amerika, Deutschland, Japan und England erzählt wird, hat wenig 
Ähnlichkeit mit den wirklichen Ursachen und Zielen dieses Krieges, 
wie sie langsam in den Jahren seit Einstellung der Feindhandlungen 
zum Vorschein gekommen sind. Entscheidende Informationen wur- 
den zurückgehalten. 



Mit Hitlers Einmarsch in Polen 
am 1, September 1939 wurde 
der Mechanismus, den die heim- 
lichen Mächte im Anschluß an 
den Ersten Weltkrieg installiert 
hatten, sofort in Betrieb gesetzt 
und garantierte, daß innerhalb 
sehr kurzer Zeit der Zweite 
Weltkrieg im Anrollen war. Ge- 
mäß den vor rund 20 Jahren zu- 
vor unterzeichneten Vertragsbe- 
dingungen waren England und 
Frankreich verpflichtet, sich auf 
seilen der Polen ins Gemenge zu 
stürzen. Diese Kriegserklärung 
erfolgte innerhalb weniger 
Stunden. 

Auf dem Weg zur 
Welteroberung 

Die Russen marschierten am 17. 
September 1939 in Polen ein. 
Hitler und Stalin teilten sich Po- 
len am 29. September. 

Im Westen wurden die Deut- 
schen als »gefährliche Hunnen« 
und »brutale Aggressoren« ver- 
dammt. Der russische Feldzug 
wurde heruntergespielt oder 
ganz ignoriert. Kurz, man stem- 



pelte Hitler zu einem »blutrün- 
stigen Gassenbengel« ab, wäh- 
rend Stalin zu »Onkel Joe« 
wurde. 

Der Grund dafür war simpel: die 
»Theater«-Manager und die 
Drehbuchautoren waren fieber- 
haft dabei, die »Guten« und die 
»Bösen« für ihre neueste welt- 
weite Bühnengroteske aufzu- 
bauen. Die Voraussagen von 
Lord Curzon und Lloyd-George, 
die sie kurz nach der Unter- 
zeichnung des Versailler-»Ver- 
trages« gemacht hatten, sollten 
bald Wirklichkeit werden und 
viele Millionen unschuldiger 
Menschen würden sterben müs- 
sen, damit die Illuminaten ihrem 
Ziel der Welteroberung in der 
Wirklichkeit ein Stück näher. - 
rücken konnten. 

Auf die Eroberung und Auftei- 
lung Polens folgte eine, wie 
Churchill sagte, »verlängerte 
und bedrückende Pause«, in der 
Deutschland, Frankreich und 
England jeweils großen Wider- 
willen zeigten, mit der offenen 
Feindschaft den Anfang zu ma- 



179 




Die Mauern der Kathedrale von Conventry, nachdem die Kir- 
che am 14. November 1940 durch Bomben zerstört wurde. 



eben. Premierminister Cham- 
berlain bezeichnete diese hand- 
lungslose Zeit als »den Däm- 
merkrieg«. 

Seit 1936 
Luftoffensive geplant 

Der »Scheinkrieg« dauerte bis 
zum 10. Mai 1940. An diesem 



Tag war Neville Chamberlain, 
seiner Gesundheit beraubt und 
Opfer unablässiger Attacken, 
zum Rücktritt gezwungen. Sein 
Platz an der Spitze der engli- 
schen Regierung wurde von 
Winston Churchill eingenom- 
men, der nur wenige Monate zu- 
vor sein wundersames politi- 
sches Comeback gefeiert hatte. 



180 



Das Geschehen explodierte so- 
fort in einen umsichgreifenden 
»heißen Krieg«, als England ei- 
nen Luftangriff auf Deutschland 
vornahm. Spitzenvertreter der 
Regierung in London haben 
Jahre später offen bestätigt, daß 
England eine Luftoffensive auf 
Deutschland seit 1936 geplant 
habe. Bei Kriegsausbruch ver- 
fügte Deutschland noch nicht 
über die Kapazitäten, um sich 
auf eine solche Offensive gegen 
England mit Erfolg einzulassen. 

An dem selben Tag, dem 10. 
Mai, marschierten deutsche 
Truppen in Holland, Belgien 
und Luxemburg ein. Zwei Tage 
später überschritten sie die fran- 
zösische Grenze und drängten 
die französische und englische 
Armee wie Spielzeugware zu- 
rück. 

Churchill erinnert sich an die 
Vorgänge: »Nun endlich ist der 
Sturm mit voller Wut über uns 
losgebrochen, die sich langsam 
angesammelt und aufgestaut 
hatte. Vier oder fünf Millionen 
Männer sind in der ersten 
Schockwelle dieses Krieges auf- 
einandergetroffen, dem erbar- 
mungslosesten aller Kriege, die 
jemals dokumentiert worden 
sind. Innerhalb einer Woche ist 
die Front in Frankreich, hinter 
der zu liegen wir uns in den har- 
ten Jahren des vorherigen Krie- 
ges gewöhnt hatten, unwiderruf- 
lich durchbrochen worden. In- 
nerhalb von drei Wochen sollte 
die seit langem glorreiche fran- 
zösische Armee zusammenbre- 
chen, in wildem Rückzug und in 
wenigen Überresten. Und die 



englische Armee sollte ins Meer 
geworfen werden, ihrer gesam- 
ten Ausrüstung verlustig ge- 
gangen.« 

Am 14. Juni zogen die Deut- 
schen in Paris ein und fanden die 
Stadt ohne Verteidigung. Acht 
Tage später kapitulierte Frank- 
reich. Frankreich und Deutsch- 
land unterzeichneten einen Waf- 
fenstillstand in Compiegne. 

Sieg um 
jeden Preis 

In diesem schicksalsschweren 
Augenblick »stand England al- 
lein« und rüstete sich für die er- 
wartete Invasion der Deutschen 
über den Ärmelkanal. England 
befand sich in einem verzweifel- 
ten Wettlauf, seine Streitkräfte 
soweit aufzubauen, daß sie hof- 
fentlich einem Ansturm der 
hochtrainierten und schwerbe- 
waffneten Streitkräfte Hitlers 
standhalten würden. 

Churchill erklärte dem engli- 
schen Volk, er könne ihm 
»nichts als Blut, Mühsal, Tränen 
und Schweiß anbieten. Sie fra- 
gen, was ist mein Ziel? Das kann 
ich mit einem Wort beantwor- 
ten: Sieg - Sieg um jeden Preis. 
Ohne Sieg kann es kein Überle- 
ben für das britische Empire ge- 
ben; kein Überleben für alles 
das, was das britische Empire 
verkörpert hat, kein Überleben 
für die Antriebskräfte und die 
Impulse aller Zeiten, daß die 
Menschheit sich auf ihr Ziel hin 
vorwärts bewegen wird.« 

Dies war eine höchst ehrgeizige 
Erklärung. Sie bedeutete zwei 



181 



völlig verschiedene Dinge für 
zwei völlig verschiedene Grup- 
pen. Für die elitären »Insider« 
hieß es, daß der »Sieg« für das 
Überleben des britischen Empi- 
re der »City« und all dessen, wo- 
für sie steht, notwendig war. Der 
»Sieg« war notwendig, so »daß 
die Menschheit (unter Führung 
der Geldmonopolisten der City) 
sich auf ihr Ziel hin vorwärtsbe- 
wegen wird« - der Schaffung ei- 
ner »Neuen Weltordnung«. 

Die Ereignisse von 1940 und 
1941 bedeuteten den überwälti- 
genden Sieg der Achsenmächte 
- Deutschland und Italien. Ganz 
Europa befand sich in ihren 
Händen. Mit der Invasion in 
Rußland am 22. Juni. 1941 stan- 
den riesige Teile dieses slawi- 
schen Staates unter der Herr- 
schaft der deutschen Streit- 
macht. An diesem kritischen 
Punkt nun beschlossen Franklin 
D. Roosevelt und seine verbor- 
genen Meister, daß der amerika- 
nische Schwerlastkran für den 
»Königreich- Abschleppdienst« 
auf seilen der City ins Gefecht 
gebracht werden sollte - oder 
alles wäre verloren. 

Keine andere 
Alternative als Krieg 

Der Kongreßabgeordnete Ha- 
milton Fish gehörte in jener Zeit 
zu den Spitzenvertretern der Re- 
publikaner auf dem Capitol. In 
seinem Buch »FDR - The Other 
Side of The Coin« (FDR - Die 
andere Seite der Medaille) be- 
richtet er: 

»Es gab einige glühende Eng- 
landanhänger (Pilgrim Society) 



die die Meinung vertraten, es sei 
immer und zu jeder Zeit Ameri- 
kas Aufgabe, die Kastanien für 
das britische Empire aus dem 
Feuer zu holen. Warum ausge- 
rechnet England das unbestritte- 
ne Recht haben sollte, zahlrei- 
che Besitztümer in Fernost zu 
behalten, während Japan von 
uns eingedämmt werden sollte, 
das nicht einmal Reis, Öl, Gum- 
mi, Zinn und andere Güter in 
Nachbarländer einkaufen konn- 
te, ist ein noch immer ungelöster 
Widerspruch. 

Roosevelts kriegsbefürwortende 
Politik entsprach der eines Vo- 
gels, der vorgibt einen gebroche- 
nen Flügel zu haben, um den 
Feind von der Zerstörung seines 
Nestes und Nachwuchs abzulen- 
ken. Er verfolgte in der Öffent- 
lichkeit eine betrügerische Poli- 
tik. Er verkündete seine Liebe 
zum Frieden und seinen Haß auf 
den Krieg, während ihm doch 
der Krieg im Sinn lag. 

Krieg war in seinem Herzen: sei- 
ne Worte waren glatter als Öl, 
dennoch waren es gezückte 
Schwerter. 

Daß Präsident Roosevelt die Ja- 
paner zum Kriegseintritt gereizt 
hatte, indem er am 26. Novem- 
ber 1941 ein Kriegsultimatum 
stellte und verlangte, daß die Ja- 
paner sämtliche Truppen aus In- 
dochina und China (Mandschu- 
rei) abziehen sollten, ist eine hi- 
storische Tatsache, wenngleich 
ein gut gehütetes Geheimnis. 

Roosevelts Kriegsultimatum ist 
dem Kongreß vorsätzlich bis 
nach Pearl Habor vorenthalten 



182 

worden. Alle waren sich darin 
einig, daß das Ultimatum den 
Japanern keine andere Alterna- 
tive als den Krieg ließ. 

Die Japaner hätten fast alles ge- 
tan, um den Krieg mit Amerika 
zu vermeiden. 

Prinz Kenoye, der Premiermini- 
ster, ein sehr friedliebender 
Mann, hat wiederholt darum er- 
sucht, nach Washington oder 
Honolulu zu kommen und mit 
Präsident Roosevelt zusammen- 
zutreffen. Er war bereit, unseren 
Bedingungen zuzustimmen, um 
sich aus dem Krieg mit einem 
modus vivendi herauszuhalten, 
aber Roosevelt lehnt es ab, mit 
dem japanischen Premiermini- 
ster zu reden, und zwar einfach 
deshalb, weil er zu einem Krieg 
mit Japan entschlossen war, und 
dadurch auch mit Deutschland. 
Der amerikanische Botschafter 
in Tokio, Joseph Grew, wußte, 
wie sehr die Japaner friedliche 
Beziehungen aufrecht erhalten 
wollten und befürwortete eine 
solche Konferenz dringend. 
Aber Roosevelt und seine hart- 
näckigen Mitinterventionisten 
benützten die Lüge, Ausflüchte 
und Tricks, um uns alle in einem 
absolut unnötigen Krieg zu ver- 
stricken.« 

Dem amerikanischen Volk er- 
klärte der scheinheilige Roose- 
velt: »Während ich zu Euch 
Müttern und Vätern spreche, 
mache ich Euch noch eine Zusi- 
cherung. Ich habe dies schon 
früher gesagt und ich werde es 
immer und immer und immer 
wieder sagen: Eure Jungs wer- 
den nicht in irgendwelche aus- 



ländischen Kriege geschickt 
werden.« 

Roosevelts Täuschung des ame- 
rikanischen Volkes, so Hamil- 
ton, war »ein Akt der Unsittlich- 
keit und Niedertracht«. Dieser 
verschlagene und kaltblütige Po- 
litiker hat seine Spuren ver- 
wischt, indem er von höchster 
Stelle schrie, den Angriff auf 
Pearl Harbor als einen Tag der 
Gemeinheit denunzierte und die 
Schuld ganz allein den Japanern 
gab. 

Als die Herren des Krieges in 
Washington die amerikanische 
Nation vorsätzlich gegen den 
Willen von 85 Prozent des ame- 
rikanischen Volkes in den Krieg 
führten, war der Erfolg für die 
Pläne der internationalen Ver- 
schwörer gesichert. 

Der Nordafrika- 
Feldzug 

Gegen Ende des Jahres 1942 be- 
gann sich das Blatt des Krieges 
wenden. Zunächst langsam, 
dann mit zunehmender Be- 
schleunigung, begann sich die 
Gunst des Krieges den Alliierten 
zuzuwenden. 

Am 8. November gingen massi- 
ve Truppen der Franzosen und 
Engländer in Nordafrika an 
Land. Obwohl die Alliierten »in 
der Initiative und im Überra- 
schungsvorteil waren, ging der 
Aufbau unvermeidlich langsam 
vor sich. Der Transport zur See 
hatte seine engen -Grenzen. Das 
Entladen wurde durch Luftan- 
griffe behindert. Es gab keinen 



183 



Straßentransport. Mit dem Ein- 
treffen deutscher Truppen in 
großer Zahl auf dem Luftwege 
in Tunis setzte ein hochgradiger, 
verbissener und gewaltsamer 
Widerstand ein« (Churchill in 
»Hinge of Fate«). 

In den folgenden fünf Monaten 
gewannen die Alliierten allmäh- 
lich die Oberhand in Nordafrika 
und am 13. Mai 1943 telegra- 
fierte General Alexander an 
Churchill: »Der tunesische Feld- 
zug ist zu Ende. Jeglicher Feind- 
widerstand hat aufgehört. Wir 
sind Herren der nordafrikani- 
schen Küsten.« 

Nach Sicherung der Kontrolle 
über Nordafrika und ihrem 
Truppenaufbau nahmen die Al- 
liierten bald die Invasion in Sizi- 
lien vor und am 3. September 
zum italienischen Festland. 

Bis zu dieser Stelle hatten die 
Ereignisse des Krieges einen 
gradlinigen Verlauf genommen 
- vorhersehbar und verständlich. 
Dagegen laufen die Ereignisse 
im Anschluß an die Kapitulation 
Italiens nicht mit den bei Kriegs- 
beginn erklärten Absichten der 
Alliierten konform. 

Eine Erklärung 
wird gesucht 

Da die Kriegsgunst eindeutig 
mit den Alliierten war, wäre es 
taktisch logisch gewesen, von 
Italien aus einen entscheidenden 
Vorstoß in das Herz des Hitler- 
reiches zu machen. Die Ent- 
scheidung, eine derartige Offen- 
sive zu unterlassen, war politi- 
scher Natur, nicht militärischer. 



So wie Churchill die Geschichte 
dieses entscheidenden histori- 
schen Zeitraums schildert und 
alle zeitgenössischen Historiker 
unterstützen seine Behauptung, 
wollte er Deutschland sowohl 
vom Süden als auch vom Norden 
her angreifen und die mitteleu- 
ropäischen - sowie Balkanlän- 
der unter die Kontrolle der Alli- 
ierten bringen, bevor man sie in 
die Sklaverei der Roten fallen 
ließ. Diese Politik würde zu ei- 
nem echten Sieg der Alliierten 
und der Erfüllung ihrer ur- 
sprünglich erklärten Kriegsziele 
geführt haben. Churchill hat 
ganz klar die schwere Bedro- 
hung erkannt, die die, wie er es 
nannte, »Rote Gefahr« dar- 
stellte. 

Churchills Strategie wurde von 
den Amerikanern überstimmt. 
Auf der Konferenz von Quebec 
im August 1943 hat General 
George C. Marshall darauf be- 
standen, daß die Truppen aus 
Italien abgezogen und für eine 
zweite Invasion in Frankreich 
eingesetzt werden, die gleichzei- 
tig mit der Invasion in der Nor- 
mandie stattfinden sollte. 

Der Plan von Marshall brachte 
für die alliierten Bemühungen 
nichts; tatsächlich hat er sie be- 
hindert und den Krieg um viele 
Monate verlängert. Wie wir se- 
hen werden, war diese neue 
Strategie politisch motiviert. Die 
Auswirkungen auf die freiheits- 
liebenden Nationen Osteuropas 
waren verheerend. 

Die Alliierten hatten die neue 
Strategie zuerst auf der Konfe- 



184 



renz von Quebec auf Nachdruck 
von George C. Marshall be- 
schlossen. Laut Robert Sher- 
wood basierte die Entscheidung 
auf einem Papier mit dem Titel 
»Rußlands Position«, welches 
als »ein sehr hohes US -Militär- 
gutachten« bezeichnet wurde. In 
diesem Papier hieß es, daß 
»Rußlands Position nach dem 
Krieg in Europa eine beherr- 
schende sein wird. Da Rußland 
der ausschlaggebende Faktor in 
dem Krieg ist, muß ihmjedwede 
Unterstützung eingeräumt und 
jedwede Bemühung gemacht 
werden, um seine Freundschaft 
zu erlangen. Da es ohne jeden 
Zweifel in Europa nach der Nie- 
derlage der Achsenmächte do- 
minieren wird, ist es noch wichti- 
ger, die allerbesten Beziehungen 
zu Rußland zu entwickeln und 
zu unterhalten.« 

Die Bühnenarbeiter in Washing- 
ton schlugen also vor, daß Ruß- 
land nach Abschluß der Feind- 
handlungen die beherrschende 
Macht in Europa sein werde. 
Dies stand im Widerspruch zu 
sämtlichen öffentlichen Bekun- 
dungen der amerikanischen 
»Führer« zu dieser Frage. 

Um eine solche teuflische Ände- 
rung der Pläne unterzubringen, 
war es notwendig, alle bekann- 
ten Regeln der Kriegskunst über 
Bord zu werfen und sich auf ein 
Täuschungsmanöver einzulas- 
sen, welches das Volk von der 
Fährte dessen abbringen würde, 
was wirklich in den europäischen 
»Schauplätzen« gespielt wurde. 
Sand mußte den »Bauern« in die 
Augen gestreut werden, um sie 



vor der Tatsache blind zu ma- 
chen, daß die internationale 
Bankers-Illüminaten-Kabale mit 
einem weiteren »Sanierungs«- 
Projekt zugange war. 

Um den Erfolg ihres infamen 
Unternehmens zu garantieren, 
mußten die Verschwörer einen 
ihnen ergebenen Diener auf den 
Posten des Oberbefehlshabers 
über die gesamten alliierten 
Streitkräfte in Europa heben. 
Die für diesen Job ausgesuchte 
Person war ein Oberstleutnant 
Namens Dwight D. Eisenhower. 

Was war das »Geheimnis« hin- 
ter der Tatsache, daß Eisenho- 
wer über die Köpfe von wenig- 
stens 50 seiner Dienstältesten 
hinweggeschoben und auf das 
oberste Kommando der alliier- 
ten Streitkräfte in Europa ge- 
stellt wurde, insbesondere ange- 
sichts der Tatsache, daß er keine 
Kampferfahrung beziehungswei- 
se keine Erfahrung im Umgang 
mit einer großen Truppenzahl 
im Feld hatte? 

Diese Frage wurde einige Jahre 
später beantwortet, als Eisenho- 
wer Präsident geworden war. Zu 
dieser Zeit unterbrach er einen 
seiner zahlreichen Urlaube, um 
einen Park in New York einzu- 
weihen, den Bernard Baruch zu 
Ehren seines Vaters angelegt 
hatte. In seiner Rede machte Ei- 
senhower ein beachtenswertes 
Geständnis: 

»Vor 25 Jahren, als ein junger 
und unbekannter Major, habe 
ich den klügsten Schritt meines 
Lebens getan - ich habe Mr. 
Baruch konsultiert.« 



185 



Ohne jeden Zweifel verdankte 
Eisenhower seinen kometenhaf- 
te Aufstieg zu Rang und »Na- 
men« Herrn Bernard Baruch 
und seinen »Freunden«. 



Blick hinter 
die Kulisse 

Die Männer, die die USA nach 
außen hin »führten« - Roose- 
velt, Marshall und Eisenhower 
-, hatten strikte Befehle von ih- 
ren unsichtbaren Gebietern, die 
Schlußphase auf dem europäi- 
schen Kriegsschauplatz« so zu 
fuhren, daß sie den Zielen der 
Illuminaten förderlich sein wür- 
de. Es macht den internationa- 
len Händlern der Macht nicht 
das geringste aus, daß die Verzö- 
gerung des Kriegsendes den un- 
nötigen Tod von Hunderttau- 
senden von Menschen bedeuten 
würde und den unnötigen Auf- 
wand von vielen Milliarden Dol- 
lars. Sie sehen die Menschen nur 
als Kanonenfutter, das sie für die 
Verwirklichung ihrer satani- 
schen Ziele brauchen. 

Colonel Curtis B. Dali, dem 
Schwiegersohn von Präsident 
Roosevelt, ist es zu verdanken, 
daß man heute weiß, was in 
Washington 1943 hinter den 
Kulissen geschah. Er lieferte 
eins der entscheidenden fehlen- 
den Steinchen in dem Puzzle- 
spiel, das uns die Bedeutung der 
Ereignisse in Europa zu jener 
Zeit verstehen läßt. 

In seinem Buch »Roosevelt - 
My Exploited Father-In-Law« 
erzählt Curtis Dali die erschüt- 



ternde Geschichte des Comman- 
der George Earle. Im Jahre 
1943, kurz bevor sich Roosevelt 
und Churchill in Casablanca tra- 
fen, um ihre Forderungen nach 
der »bedingungslosen Kapitula- 
tion« Deutschlands zu stellen, 
hatte Roosevelt Commander 
Earle zu seinem persönlichen 
Marineattache in Istanbul er- 
nannt. Es war eine brisante Stel- 
lung. Und daher hatte man Roo- 
sevelts Freund, George Earle, 
dazu auserwählt. 

Commander Earle eröffnete das 
Gespräch mit Dali: »Ich habe 
Ihrem verstorbenen Schwieger- 
vater Roosevelt gesagt, wie er 
den Zweiten Weltkrieg wesent- 
lich verkürzen könnte (fast zwei 
Jahre). Er wollte nicht auf mich 
hören oder soll ich sagen, er 
durfte mir nicht zuhören: Kön- 
nen Sie sich das vorstellen?« 

Earle traf im Frühjahr 1943 in 
Istanbul ein. Zuvor hatte er sich 
den Ruf als energischer Nazi- 
Gegner erworben. Eines Mor- 
gens klopfte es an die Tür seines 
Hotelzimmers. Als er die Tür 
öffnete, sah er sich einem breit- 
schultrigen Mann mittlerer Grö- 
ße in Zivilkleidung gegenüber. 
Dieser stellte sich als Admiral 
Wilhelm Canaris vor, Chef des 
deutschen Geheimdienstes, und 
bat um ein zwangloses Ge- 
spräch. 

Gespräche mit 
Canaris und Papen 

Canaris berichtete Earle, daß es 
viele vernünftige Deutsche gab, 
die ihr Vaterland lieben und eine 



186 



große Abneigung gegen Hitler 
haben, weil sie der Meinung wa- 
ren, daß der Führer seine Nation 
auf einen Weg der Vernichtung 
führe. 

Canaris führte ferner aus, daß 
die Politik der »bedingungslosen 
Kapitulation«, wie sie Amerika 
und England dargelegte hätten, 
für die deutschen Generäle un- 
annehmbar sei. Er sagte jedoch, 
daß, wenn der amerikanische 
Präsident einfach zu verstehen 
gebe, daß er ein ehrenhaftes 
Aufgeben des deutschen Heeres 
akzeptiere, das von den ameri- 
kanischen Streitkräften angebo- 
ten würde, so ließe sich das ar- 
rangieren. 

Wie der Admiral erklärte, könne 
dann der wahre Feind der westli- 
chen Zivilisation - die Sowjets - 
aufgehalten werden. Das deut- 
sche Heer würde bei entspre- 
chender Weisung an die Ost- 
front verlegt, um den Westen ge- 
gen die anrückende Rote Armee 
zu verteidigen. Die Russen hät- 
ten offenbar das Ziel, sich als die 
beherrschende Macht in Europa 
breitzumachen und würden das 
amerikanische Volk über ihre 
Absichten täuschen. 

Commander Earle war zunächst 
»bestürzt« über diese völlig un- 
erwartete Wende der Dinge. Als 
er sich von seinem Schock erholt 
hatte, bemühte er sich um eine 
äußerst vorsichtige Antwort ge- 
genüber dem deutschen Admiral 
und seinem überraschenden 
Vorschlag. 

Kurz nach dieser erstaunlichen 
Begegnung trag Earle mit Fritz 



von Papen, dem deutschen Bot- 
schafter, zusammen, der ein gro- 
ßer Hitlergegner war. Nach die- 
sem Gespräch gelangte Earle zu 
der Überzeugung, daß es diesen 
hohen Vertretern Deutschlands 
mit ihren Vorschlägen vollkom- 
men ernst war. Nachdem er noch 
weitere Informationen über die 
heimlichen Ziele der Russen 
eingeholt hatte, schickte er eine 
verschlüsselte Botschaft an Prä- 
sident Roosevelt, wobei er alle 
Einzelheiten seines Treffens mit 
Admiral Canaris und Botschaf- 
ter von Papen berichtete. Er bat 
um sofortige Antwort. 

Earle wartete ungeduldig auf 
Roosevelts Antwort. Wie ver- 
einbart, rief dreißig Tage später 
der deutsche Admiral an und 
fragte: »Haben Sie Nachricht?« 

Commander Earle erwiderte: 
»Ich warte auf Nachricht, habe 
aber heute keine.« 

Admiral Canaris sagte: »Es tut 
mir wirklich sehr, sehr leid.« 

Washington 
schwieg 

Bald danach führte Earle mit 
Baron Kurt von Lersner, der der 
Leiter der Orientalischen Ge- 
sellschaft einer deutschen kultu- 
rellen Vereinigung in Istanbul 
war, ein langes Gespräch. Auch 
hierbei wurde Earle diesselbe 
Frage gestellt: Wenn die Nazi- 
Gegner in Deutschland die deut- 
schen Streitkräfte an die Ameri- 
kaner auslieferten, könnten sie 
sich dann auf die Kooperation 
der Alliierten verlassen, die So- 



187 



wjets aus Osteuropa herauszu- 
halten? 

Der Baron erklärte, daß, wenn 
Roosevelt einer »ehrenhaften 
Kapitulation« zustimmen würde, 
Hitler, selbst wenn er nicht von 
den Widerstandskämpfern getö- 
tet werden würde, er von ihnen 
an die Amerikaner übergeben 
würde. Es sei von größter Dring- 
lichkeit, die Russen im Osten zu- 
rückzuhalten und daran zu hin- 
dern, ihre Terrorherrschaft über 
den ganzen Westen zu ver- 
breiten. 

Wieder sandte der Commander 
eine chiffrierte Botschaft an das 
Weiße Haus, worin er Roosevelt 
bat, die von den Nazi-Gegnern 
unterbreiteten Vorschläge ernst- 
haft zu erwägen. Wieder erhielt 
er von seinem Obersten Befehls- 
haber keine Antwort. 

Nach diesem neuen Rückschlag 
traf der persönliche Gesandte 
des Präsidenten erneut geheim 
mit von Lersner zusammen, der 
einen neuen Plan mitbrachte, 
nämlich die Kapitulation des 
entfernten osteuropäischen 

Hauptquartiers Hitlers sowie 
den, das deutsche Heer an die 
russische Front zu verlegen, bis 
man einen Waffenstillstand ver- 
einbart hätte. 

Nachdem er seit fast zwei Mona- 
ten nicht ein Wort aus Washing- 
ton erhalten hatte, trotz seiner 
dringenden Bitten um Weisung, 
schickte Earle über den Army- 
Navy Dienstweg eine Botschaft 
höchster Dringlichkeitsstufe an 
Präsident Roosevelt, um sicher- 



zugehen, daß sie auch bis zum 
Präsidenten gelangen würde. 

Der Commander erklärte, daß 
zum derzeitigen Stand der Ent- 
wicklung er zu dem Schluß ge- 
kommen sei, daß »das Weiße 
Haus zweifellos nicht der Ort ist, 
um die Wahrheit über Sowjet- 
rußland darzulegen«. Er »war si- 
cher, daß der Präsident starkem 
Einfluß im Weißen Haus sein 
>Gehör< schenkt, willens der 
Auslöschung aller Deutschen 
zuzusehen, und zwar ungeachtet, 
wieviele amerikanische Soldaten 
ihr Leben auf dem Schlachtfeld, 
in der Luft und zur See lassen 
müßten, um diese ungeheuerli- 
che Zielsetzung zu erreichen«. 

Es war in Istanbul geplant wor- 
den, daß nach Eingang einer, so 
erhoffte man sehr, positiven 
Antwort Roosevelts bezüglich 
einer ehrenhaften Kapitulation 
Commander Earle zu einem noch 
unbekannten Ort in Deutsch- 
land fliegen sollte, um dort wei- 
tere Einzelheiten über eine 
deutsche Kapitulation entgegen- 
zunehmen. Diese Einzelheiten 
sollten dann ins Weiße Haus 
zwecks weiteren Schritten ge- 
sandt werden. Auf einem Lan- 
deplatz in der Nähe von Istanbul 
stand ein Flugzeug in Erwartung 
der positiven Antwort Roose- 
velts startbereit. Es wartete und 
wartete! 

Eine Marionette 
der Machtelite 

Endlich kam eine »Antwort« in 
Form einer Anregung, er möge 
jeden Vorschlag für einen Ver- 



188 



handlungsfrieden mit dem Ober- 
befehlshaber in Europa erör- 
tern. »Ich war entsetzt, sehr ent- 
mutigt und hatte das Gefühl, daß 
meine Dienlichkeit so gut wie zu 
Ende war«, erklärte der Com- 
mander. »Ich kehrte in die USA 
zurück und der Zweite Welt- 
krieg nahm seinen geplanten 
Verlauf, bis die Sowjets rittlinks 
auf Europa saßen.« 

»Nach einiger Zeit aber be- 
schloß ich, meine Ansichten und 
Beobachtungen über unsere so- 
genannten Verbündeten, die So- 
wjets, bekanntzumachen, um 
dem amerikanischen Volk die 
Augen darüber zu öffnen, was 
wirklich gespielt wurde. Ich 



nahm deswegen mit dem Präsi- 
denten Verbindung auf und er 
reagierte sehr heftig und verbot 
mir, meine Absichten in der Öf- 
fentlichkeit darzulegen.« 

In einem Brief an Earle vom 24. 
März 1945 schreibt der Präsi- 
dent: »Sie haben während mei- 
ner Regierung wichtige, vertrau- 
liche Amter innegehalten. Die 
Veröffentlichung von Informa- 
tionen, die Sie in diesen Ämtern 
erlangt haben, wäre ein großer 
Verrat. Sie erklären, Sie werden 
veröffentlichen, wenn ich Ihnen 
nicht bis zum 28. März gesagt 
habe, daß ich dies nicht wün- 
sche. Ich wünsche es nicht nur, 
sondern ich verbiete es Ihnen 




Hitlers Verwirklichung eines »Jugendtraums«: Mit 
Speer (links) und dem Bildhauer Breker in Paris. 



Albert 



189 



ausdrücklich, jegliche Informa- 
tion oder Meinung über einen 
Verbündeten zu veröffentlichen, 
die Sie in einem Amt oder im 
Dienst der US-Navy erlangt 
haben. 

Angesichts des Wunsches, wei- 
terhin im aktiven Dienst zu blei- 
ben, werde ich jede zuvor gege- 
bene Absprache, daß Sie noch 
als Gesandter von mir dienen, 
zurückziehen und ich werde das 
Marineministerium anweisen, 
Sie weiterhin zu beschäftigen, 
wo immer man Ihrer Dienste be- 
darf.« 

Colonel Dali erzählt, daß er bei 
seinem ersten Zusammentreffen 
mit Franklin Roosevelt diesen 
für einen Mann hielt, der »sehr 
großen persönlichen Charme 
hat« und der »geradezu unwi- 
derstehlich« sein konnte. »Wir 
hatten es großartig getroffen«. 
»Bis zum Jahre 1932 schienen 
die Roosevelts eine normale, be- 
kannte amerikanische Familie 
wie viele andere zu sein. Nach 
1932 jedoch kam die Macht 
hinzu, die die skrupellosen Ge- 
sandten der Geldmächte an- 
wandten. Danach schien sich 
Roosevelts Charakter zu verän- 
dern, von Formel A nach Formel 
B, neue Züge traten an die Stelle 
der alten, vertrauten. Während 
ich mir die neue Persönlichkeit 
Roosevelts besah, fing ich an, 
ein Gefühl der Absonderung 
und Reservierung, ja sogar 
Gram zu empfinden.« 

Aufgrund der Aktivitäten von 
Roosevelt und seiner Frau »die 
ich einmal sehr geschätzt und 



lieb hatte« war seine Achtung 
»gestorben, lange bevor die 
Nachricht seines Ablebens in der 
öffentlichen Presse erschien.« 
Roosevelt war offensichtlich ei- 
ne Marionette der Machtelite. 

An der Halskrause 
erhängt 

»Admiral Canaris wurde wegen 
seiner patriotischen und coura- 
gierten humanitären Bestrebun- 
gen von Hitler festgenommen 
und mit einer eisernen Hals- 
krause erhängt. Sein Todes- 
kampf dauerte dreißig Minuten. 
Viele andere hochgestellte Nazi- 
Gegner wurden erhängt oder er- 
schossen. Der darauf folgende 
Plan, Hitler durch ein Bomben- 
attentat am 20. Juli 1944 in dem 
Kartenzimmer seines Waldquar- 
tiers zu beseitigen, brachte ihm 
nur eine Verletzung bei. Der 
fehlgeschlagene Plan kostete das 
Leben von mehreren tausend 
deutschen Patrioten. Die Bombe 
hatte Oberst Graf von Stauffen- 
berg in seiner Aktentasche ge- 
tragen.« 

Am 21. Juli 1964 berichtete die 
»New York Times«: »Später 
wurden zweihundert zu der Ver- 
schwörung zählende Personen 
hingerichtet und weitere 5000, 
die des Widerstandes verdäch- 
tigt wurden, wurden noch vor 
Ende des Krieges liquidiert, das 
zehn Monate danach kam.« 

Warum die Versklavung 
der Welt? 

Warum haben die Vereinigten 
Staaten den Russen im Zweiten 



190 



Weltkrieg eine solche massive 
Hilfe geleistet? Läßt sich dies als 
ein weiterer Schnitzer der ameri- 
kanischen Regierung bemän- 
teln? Solch eine Ableitung wäre 
höchst naiv. Sie ist nicht Wert, 
ernsthaft in Betracht gezogen zu 
werden. »Jene, die in den USA 
>die Dinge lenken<, wußten, was 
der Kommunismus ist. Sie, ihre 
Bundesgenossen und ihre Ge- 
bieter waren die Schöpfer des 
>RotenUngeheuers<. Sie wußten 
genau, was sie machen: Der 
>dem Fanatismus schon gleich- 
kommende Eifer<, den sie in ih- 
rer uneingeschränkten Unter- 
stützung des blutbesudelten So- 
wjetregimes - auf Kosten der 
amerikanischen Steuerzahler - 
an den Tag legten, war der Be- 
weis für ihre politische und welt- 
anschauliche Überzeugung. So- 
wjetrußland war und ist ein klar 
erkennbares Werkzeug in ihrem 
Plan, die ganze Welt unter dem 
Banner von >Die Neue Weltord- 
nung< zu versklaven.« (Winston 
Churchill). 

Während der Woodrow- Wilson- 
Regierung und seit dem Auf- 
kommen von Roosevelts »New 
Deal« ist Amerikas Außenpoli- 
tik nur das eine gewesen - eine 
nationale Politik gegenüber den 
anderen Nationen der Welt, die 
den ersten Interessen der USA 
vollkommen entgegengesetzt 
war und ist. 

Die internationalen Bankiers 
haben Unmengen von Kapital in 
die bolschewistische Revolution 
und in das totalitäre Regime in- 
vestiert, das daraus hervorge- 
gangen ist. In den letzten 60 Jah- 



ren haben sie die gnadenlose 
»Rote Diktatur« als ihr »Flo- 
rett« in dem Plan zur Eroberung 
der Welt benutzt. 

Rußland 

marschiert gen Westen 

Angeheizt von amerikanischen 
Hilfeleistungen in Milliardenhö- 
he konnte die Rote Armee lang- 
sam die Deutschen entlang der 
Ostfront zurückdrängen, die sich 
über 1000 Kilometer von den 
Karparten bis zur Ostsee er- 
streckte. 

Da die amerikanische Armee in 
Norditalien unter dem strikten 
Befehl von Marshall und Eisen- 
hower zum Stillhalten gezwun- 
gen war, mußten sich die Alliier- 
ten die Zeit vertreiben, bis sie 
Europa im Sturm nehmen 
konnten. 

Am Tag D, dem 6. Juni 1944, 
begannen die Alliierten ihre 
»Operation Overload« gegen 
die, wie es hieß »Festung Euro- 
pa«. Im Morgengrauen jenes 
Tages überquerten die Allierten 
den Ärmelkanal und landeten in 
Nordfrankreich. Mehr als 500 
Schiffe - überwiegend kleine 
Landungsfahrzeuge - mit fast 
100000 Mann an Luftbeglei- 
tung von 1083 Jagdbombern 
und rund 2000 Kampfflugzeu- 
gen gingen an der Küste der 
Normandie an Land. Die tief 
verschanzten Deutschen leiste- 
ten entschlossenen Widerstand, 
aber nach einer Woche hatten 
die Alliierten ihre Standposition 
soweit gefestigt, daß sie zum 
Vormarsch auf Frankreich über- 



191 



gehen konnten. Nach drei Wo- 
chen hatten die Amerikaner un- 
ter General Omar Bradley Cher- 
bourg eingenommen. Die Eng- 
länder unter Montgomery nah- 
men Cannes in der zweiten Juli- 
hälfte ein. Paris ergab sich am 
25. August. 

Aus sämtlichen Berichten ergibt 
sich, daß Churchill seine Mei- 
nung während des vorherigen 
Jahres nicht geändert hatte. Als 
einziger unter den westlichen 
Führern mit weitreichender mili- 



tärischer und politischer Erfah- 
rung wollte Churchill immer 
noch einen Totalangriff auf das 
Zentrum des Dritten Reiches 
unternehmen. Er wurde von 
dem Obersten Befehlshaber Ei- 
senhower überstimmt. 

In »Crusade in Europe« be- 
schreibt Eisenhower, warum er 
den Plan von Feldmarschall 
Montgomery ablehnte, der Ende 
1944 einen Totalangriff auf Ber- 
lin vorsah. Der Oberste Befehls- 
haber behauptete, Montgomerys 




Admiral Wilhelm Canaris, Chef des deutschen Geheimdien- 
stes, wollte den Krieg zwei Jahre früher beenden. 



192 



Plan sei zu gewagt. Interessan- 
terweise hatte Ike an früherer 
Stelle seines Buches den engli- 
schen Feldmarschall wegen zu 
großer Vorsicht kritisiert. 

Vom militärischen Standpunkt 
aus war Montgomerys Plan rich- 
tig. Wir dürfen allerdings nicht 
vergessen, daß Eisenhowers 
Zielsetzung politischer, nicht mi- 
litärischer Natur war. Er hatte 
strikte Befehle von jenen Leu- 
ten, die für seinen »märchenhaf- 
ten« Aufstieg vom Oberstleut- 
nant zum Obersten Befehlsha- 
ber verantwortlich waren, dafür 
zu sorgen, daß »Rußlands Nach- 
kriegsposition in Europa eine 
dominierende sein wird«. Diese 
Befehle dominierten alle seine 
Schritte. 

In den folgenden Monaten rück- 
ten die alliierten Streitkräfte auf 
Anweisung von Eisenhower 
ganz gemütlich auf einer weit 
auseinander gezogenen Front 
gegen Deutschland vor. An der 
Ostfront marschierte die Rote 
Armee 1944 in Ostpolen ein. 
Rumänien, Finnland und Bulga- 
rien ergaben sich den Sowjets im 
August und September. Anfang 
1945 marschierten die Russen in 
Ostpreußen ein und dehnten 
schließlich ihren Einflußbereich 
auf die Tschechoslowakei und 
Ungarn aus. 

Erleuchtende 

Tatsachen 

Einige sehr erleuchtende Tatsa- 
chen darüber, wie der Krieg ge- 
führt wurde, gehen aus dem 
Buch »Tragedy and Hope« des 



anerkannten Insiders des Esta- 
blishments, des verstorbenen 
Dr. Carrol Quigley, hervor. Der 
von Dr. Quigley vorgelegte Be- 
richt enthält viele Einzelheiten 
über die Taktiken, die die »un- 
sichtbare Hand« angewandt hat, 
um ihre beabsichtigten Ziele zu 
verwirklichen. 

Der Professor berichtet über die 
massiven Luftangriffe auf 
Deutschland, die im Frühjahr 
1942 einsetzten. »Ein großer 
Aufwand wurde unternommen, 
um fast völlig wertlose Ziele wie 
Flugplätze, U-Boot-Docks, Hä- 
fen, Eisenbahnhöfe, Panzerfa- 
briken zu bombardieren.« Diese 
»strategische Bombardierung 
erwies sich überwiegend als 
Fehlschlag, und zwar wegen der 
sorglosen Auswahl der Ziele und 
wegen der langen Zeitabstände 
zwischen den einzelnen An- 
griffen«. 

»Eine solche strategische Bom- 
bardierung hätte auf einer sorg- 
fältigen Analyse der deutschen 
Kriegswirtschaft beruhen müs- 
sen, um ein oder zwei der ent- 
scheidenden Objekte aufzusu- 
chen, die für den Krieg maßgeb- 
lich waren. Dazu hätten wahr- 
scheinlich Anlagen zur Herstel- 
lung von Kugellagern, Flugzeug- 
benzin und Chemikalien gehört, 
die alle von entscheidender Be- 
deutung und alle in konzentrier- 
ter Lage waren. Nach dem Krieg 
hat der deutsche General Gott- 
hard Heinrici gesagt, daß der 
Krieg ein Jahr früher aus gewe- 
sen wäre, wenn die Alliierten ih- 
re Bombenangriffe auf die Am- 



193 



moniumfabriken konzentriert 
hätten«. 

Wenn nun diese gigantischen 
Luftangriffe nicht auf lebens- 
wichtige Ziele, deren Zerstörung 
die Kriegsdauer erheblich ver- 
kürzt hätte, gerichtet waren, 
welchem Zweck dienten sie 
dann? 

Das Massaker von 
Dresden 

Wer war zum Beispiel für das 
barbarische Massaker von Dres- 
den verantwortlich, das man ver- 
anstaltete, als Deutschland be- 
reits eindeutig geschlagen war 
und keinem strategischen Zweck 
mit dieser willkürlichen Zerstö- 
rung und diesen Menschenop- 
fern gedient war. »Ich kann nur 
sagen«, so Luftmarschall Sir Ar- 
thur Harris, der Chef der engli- 
schen Luftstreitkräfte, »daß der 
Angriff auf Dresden zu jener 
Zeit von Leuten als eine militäri- 
sche Notwendigkeit angesehen 
wurde, die weit mehr Gewicht 
hatten als ich.« 

Sir Arthur nimmt in seinem 
Buch Abstand davon, »diese 
Leute mit weit mehr Gewicht« 
namentlich zu nennen, aber an- 
scheinend kann er nicht glauben, 
da er sagt, »zu jener Zeit«, daß 
irgendein vernünftiger Mensch 
diese Meinung noch immer ha- 
ben könnte. 

Jene »Leute mit weit mehr Ge- 
wicht« sind offensichtlich die 
Männer gewesen, die den euro- 
päischen »Kriegsschauplatz« zu 
ihrem eigenen Wohl und Nutzen 



betrieben haben. Sie planten 
eindeutig über das Kriegsende 
hinaus auf die unermeßlichen 
Reichtümer, die sich an den 
»Wiederaufbauprojekten« ver- 
dienen ließen. 

Was waren die Ergebnisse dieses 
erbarmungslosen Überfalls auf 
die deutsche Zivilbevölkerung 
und relativ unbedeutende An- 
griffsziele? »Wahrscheinlich ist 
die Aussage nicht falsch, daß 
Deutschland im Jahre 1945, 
nach zwei Jahren der schweren 
Luftbombardierung durch die 
Westmächte, nicht nur mehr von 
den wichtigen Kriegsausrüstun- 
gen produzierte als das Verei- 
nigte Königreich von England, 
sondern auch seine relative Stel- 
lung verbessert hatte.« 

Wie sahen die alliierten Verluste 
in dieser Zeit aus, in der die 
Alliierten, von unsichtbarer 
Hand gelenkt, einen Zeitauf- 
schub für die Sowjets heraus- 
schlugen, damit diese unaufhalt- 
sam nach Berlin vorstoßen 
konnten? 

»Die Amerikaner und Englän- 
der haben insgesamt 40 000 
Flugzeuge und 158 906 Luftsol- 
daten verloren; die Verluste ver- 
teilen sich fast zu gleichen Tei- 
len . . .« 

Professor Quigley schreibt dazu: 
»Der unmittelbare Beitrag, den 
die strategischen Luftangriffe für 
das Kriegsgeschehen geleistet 
haben, kam vor allem nach dem 
September 1944 und bestand 
hauptsächlich in der Unterbre- 



194 



chung der Benzinversorgung 
und des Transportwesens.« 

Das alliierte Oberkommando 
hat das Feuer auf die deutschen 
Hauptangriffsziele ernsthaft erst 
»nach dem September 1944« 
eröffnet, nachdem feststand, daß 
die Sowjets den Durchbruch 
nach Deutschland im folgenden 
Frühjahr schaffen würden. 

Früchte des 

Sieges 

Welches waren die »Früchte«, 
die Eisenhowers monströser 
Verrat getragen hat, indem er 
den Russen die Besetzung weiter 
Teile Mittel- und Osteuropas ge- 
stattete, während Deutschlands 
Angebot zur Kapitulation an der 
Westfront, da es noch gegen die 
Russen im Osten kämpfte, abge- 
lehnt wurde? 

Der damalige US -Botschafter in 
Ungarn enthüllte, daß die russi- 
sche Besatzung »eine Periode 
der berechneten Zerstörung« 
war. Die russische Besatzungs- 
methode folgt einem bestimm- 
ten Muster, das durch den unter- 
schiedlichen Lebensstandard in 
Ost und West bedingt ist. 

»Nach einer Vorhut disziplinier- 
ter Soldaten, die den verbliebe- 
nen Widerstand brechen, kom- 
men Truppen, die einen Propa- 
gandaschock versetzen. Ihre 
Aufgabe besteht darin, sämtli- 
che Zeugnisse in einem Feindge- 
biet eines höheren Lebensstan- 
dards als in Rußland zu vernich- 
ten, bevor die gewöhnlichen Sol- 
daten auf der Bildfläche erschei- 



nen. Ein Mann, der an einem 
Tisch ißt und in einem Bett 
schläft, gilt als bürgerlich. Kisten 
müssen die Tische und Stroh die 
Betten ersetzen. Für Ungarn be- 
deutete diese Strategie die Zer- 
störung nicht nur der Häuser der 
begüterten Klassen, sondern 
auch die der Wohnungen der 
Arbeiter und Bauern.« 

Angehörige des schweizerischen 
Konsulats in Budapest berichte- 
ten, daß Frauen im Alter von 10 
bis 70 massenweise vergewaltigt 
wurden und überall Plünderung 
herrschte. 

Ferenc Nagy, der ehemalige Pre- 
mierminister von Ungarn, legte 
zusätzliche Beweise für die mo- 
ralische Verworfenheit der mon- 
golischen Wilden vor, die auf 
Ungarn und andere Nationen 
losgelassen worden sind. »Ich 
war betäubt, welche ganze Ar- 
beit die Besatzer leisteten. Ein- 
heiten der Roten Armee waren 
nicht nur massenweise in den 
Städten und den Nachrichtenein- 
richtungen anzufinden, sondern 
selbst auf dem kleinsten Bauern- 
hof und Feld. Die Frauen waren 
ständig bedroht. In den Klein- 
städten und Dörfern versteckten 
sich die Frauen, um dem Über- 
fall zu entgehen.« 

Es gibt zahllose Berichte über 
die Verworfenheit der Russen, 
doch braucht hier nicht weiter 
darauf eingegangen zu werden. 

Es reicht, zu sagen, daß die rus- 
sischen Truppen als Sieger und 
Besatzer sich mit einer unmora- 
lischen Wildheit aufgeführt ha- 
ben, die seit Beginn der mensch- 



195 



liehen Geschichte nicht überbo- 
ten worden ist. 

Verratenes 
Vertrauen 

Hunderttausende Russen, Po- 
len, Ungarn und andere flohen 
angesichts dieser Schreckens- 
lawine nach Westen. Diese Leu- 
te wurden von den alliierten Be- 
hörden als »Heimatvertriebene« 
klassifiziert. Eisenhower erzählt 
uns, »die wirklich Unglücklichen 
waren die, die aus dem einen 
oder anderen Grund nicht in die 
Heimat zurückzukehren wagten, 
aus Angst vor weiterer Verfol- 
gung. Das Entsetzen, das diese 
Letzten empfanden, wurde uns 



deutlich mit einer Anzahl von 
Selbstmorden von Personen vor 
Augen geführt, die lieber ster- 
ben als in ihre Heimat zurück- 
kehren wollten . . . daher haben 
wir in allen Fällen, wo jemand 
nicht zurück wollte, zugunsten 
der Person entschieden.« 

Die letzte Aussage ist eine glatte 
Lüge, mit der das amerikanische 
Volk getäuscht werden sollte. 
Die nackte Wahrheit ist, daß Ei- 
senhowers »Oberstes Haupt- 
quartier« im Mai 1945 eine 
»Richtlinie für die Handhabung 
von Heimatvertriebenen in 
Deutschland« herausgab. Darin 
heißt es ausdrücklich: »Nach 
Identifizierung durch sowjeti- 
sche Vertreter sind russische 




Churchill und Roosevelt haben auf dem amerikanischen Kreu- 
zer »Augusta« die Atlantik-Charta entworfen. »Leute mit mehr 
Gewicht« sahen bereits die Reichtümer, die sich am Wieder- 
aufbau Europas verdienen ließen. 



196 



Heimatvertriebene zurückzu- 
schicken, ungeachtet ihrer je- 
weiligen Wünsche.« 

In einem anderen Kapitel heißt 
es: »Feindliche und vormalig 
feindliche Heimatvertriebene, 
ausgenommen solche mit UN- 
Status, sind in die Länder ihrer 
Staatsangehörigkeit oder ehe- 
maligen Wohnsitze zurückzu- 
schicken, ohne Rücksicht auf ih- 
re persönlichen Wünsche.« 

Ein Fall des gemeinsamen Ver- 
rates durch das Alliierte Ober- 
kommando ist der des sowjeti- 
schen Heerführers Andrej Vla- 
sow, der zwar ein aufopfernder 
russischer Patriot, aber den ro- 
ten Tyrannen zutiefst abgeneigt 
war. 1942 ergab sich Vlasow den 
Deutschen mit der Absicht, ein 
russisches Heer aufzustellen und 
anzuführen, um ihr Heimatland 
von »dieser schrecklichen Syn- 
these aus Wahnsinn und Verbre- 
chen zu befreien, welche ein ar- 
mes, unglückliches Volk gefan- 
genhält«. Er wollte mit einer 
Ablösung der marxistischen Ty- 
rannei durch eine hitlerische Ty- 
rannei nichts zu tun haben. 

Ende 1944 gestatteten die 
schwerbedrängten Deutschen 
Vlasow, eine »russische Befrei- 
ungsarmee« aufzustellen. Diese 
drei Divisionen umfassende 
Truppe setzte sich aus russischen 
Flüchtlingen und Kriegsgefange- 
nen zusammen und trug deut- 
sche Uniformen. Sie wurde als 
Teil des deutschen Heeres an 
der Ostfront eingesetzt. Tausen- 
de von Stalins Soldaten, als sie 
hörten, daß sie von der russi- 



schen Befreiungsarmee be- 
kämpft wurden, gaben auf und 
liefen über. 

Der Mord 
an Vlasow 

Als sich das Dritte Reich seiner 
Kapitulation näherte, verlegte 
General Vlasow seine Armee an 
einen zuvor abgesprochenen Ort 
in Österreich. Vlasow und seine 
Männer, die zwar bis auf den 
letzten Blutstropfen gegen die 
Roten zu kämpfen bereit waren, 
glaubten jedoch zuversichtlich, 
daß sie menschlich behandelt 
werden würden, wenn sie sich 
den Amerikanern ergaben. Ein 
großer Teil der »Befreiungs- 
armee« wandte sich unter Gene- 
ral Bunichenko nach Westen. 
Am 10. Mai 1945 erreichten sie 
die amerikanischen Linien und 
Bunichenko übergab seine 
25000 Russen an die 3. US 
Army. 

Die patriotischen Russen wur- 
den entwaffnet und von den 
amerikanischen Behörden ge- 
zwungen, direkt nach Osten in 
die Krallen der vorrückenden 
Roten Armee zu marschieren. 
Da haben viele von ihnen Selbst- 
mord begangen. 

Zwei Tage später wurden Vla- 
sow und eine kleine Gruppe sei- 
nes Stabes, die auf einem ande- 
ren Weg nach Westen mar- 
schiert waren, von General Ge- 
orge Patton in seinem 3. Army- 
Hauptquartier in Empfang ge- 
nommen. Da er das Schicksal 
der Haupttruppe seiner Männer 
nicht kannte, schrieb Vlasow an 



197 



Eisenhower und bat ihn um die 
Sicherheit für seine Leute und 
daß man ihm und seinen Offizie- 
ren einen Prozeß vor einem in- 
ternationalen Tribunal gewäh- 
ren möge. Das war das Letzte, 
was sich die »unsichtbare Hand« 
wünschte. Ein solcher Offenba- 
rungseid würde ihrer Sache sehr 
abträglich sein. Man mußte ei- 
nen Weg finden, um Vlasow und 
seinen Stab »loszuwerden«, oh- 
ne den Verrat zu offenkundig zu 
machen. 

Am 12. Mai 1945 teilte man 
Vlasow und seiner kleinen Trup- 
pe mit, sie sollten an einer Kon- 
ferenz im Hauptquartier der 4. 
US Army teilnehmen. Auf dem 
Weg zu dieser »Konferenz« 
wurde ihre »Schutz«-Eskorte 
von Soldaten der Roten Armee 
überfallen, die Vlasow und seine 
Männer gefangennahmen und 
abtransportierten, während ihre 
»Schutz«-Eskorte daneben 

stand, ohne auch nur einen Fin- 
ger zu rühren, um die Entfüh- 
rung zu verhindern. 

Es ist nicht bekannt, welch 
schmähliches Schicksal Vlasow 
bei seiner Rückkehr nach Ruß- 
land erwartet hat, aber es gibt 
zuverlässige Berichte, daß »der 
Leichnam von General Vlasow 
an einem Fleischerhaken aufge- 
hängt in Moskau auf dem Roten 
Platz zur Schau gestellt wurde«. 

Wie ein Schriftsteller bemerkt 
hat, »es war Eisenhower, der 
Stalins grauenhaften Plan der 
Vergeltung und Abschreckung 
seine ganze Kraft und totale 
Wirksamkeit verliehen hat«. 



Operation 
Keelhaul 

Die Zwangsrepatriierung von et- 
wa 2 Millionen unglücklichen 
Individuen - in den Tod oder die 
Sklaverei - war die offizielle Po- 
litik des Alliierten Oberkom- 
mandos. Sie hieß »Operation 
Keelhaul«. Die schmutzigen De- 
tails dieser entehrenden Episode 
in der Geschichte der amerikani- 
schen Nation finden sich in dem 
Buch »Operation Keelhaul« von 
Julius Epstein. Amtliche Unter- 
lagen über diese Aktion werden 
von der Regierung in Washing- 
ton noch immer als »top secret« 
eingestuft. Wie viele Dokumen- 
te ähnlicher Natur gelten sie im- 
mer noch als zu »heiß«, um ver- 
öffentlicht zu werden. 

Entsprechend einem Geheimab- 
kommen hatten die Westalliier- 
ten zugestimmt, alle russischen 
Gefangenen als »Desserteure« 
in den Sklavenstaat zurückzu- 
schicken. 

Ein englischer Armeegeistlicher, 
James B. Chuter, einer von 4000 
Gefangenen aus einem ehemali- 
gen Kriegsgefangenenlager der 
Deutschen, dem 1945 die Flucht 
nach Westen zu den Alliierten 
gelang, erzählt: »Auf dem Ost- 
ufer des Flusses Mulde befand 
sich ein großes Lager mit unzäh- 
ligen Menschen. Dies war das 
Ende der Reise für Zehntausen- 
de von Flüchtlingen, die uns 
überholten. Die Mulde war die 
vereinbarte Grenzlinie, an der 
die Amerikaner anhielten und 
bis zu der die Russen vorrücken 
würden. Die Amerikaner haben 



198 



niemanden außer deutschem 
Militär und alliierten Gefange- 
nen den Fluß überqueren lassen. 
Hin und wieder warf sich eine 
verzweifelte Seele in die Fluten, 
in dem vergeblichen Versuch, 
vor dem unbekannten Eintreffen 
der russischen Furie zu entflie- 
hen. Damit solche Zwischenfälle 
verhindert wurden und eine Ab- 
schreckung erfolgte, hörte man 
von Zeit zu Zeit das Geknatter 
amerikanischer MGs auf dem 
Westufer. Eine eindeutige War- 
nung, mit diesem so furchterre- 
genden Geräusch, an alle, die an 
eine Überquerung des Flusses 
dachten.« 

Diese Tragödie blieb nicht auf 
Deutschland beschränkt. »Ein 
kleiner Teil der Tragödie spielte 
sich selbst auf amerikanischem 
Boden ab. Viele befreite Sowjet- 
soldaten wurden in die USA, 
hauptsächlich in Lager nach Ida- 
ho, transportiert. Nach dem 
Krieg haben sie praktisch aus- 
nahmslos Antrag auf politisches 
Asyl gestellt. Aber sie wurden 
gezwungen, in Seattle und Port- 
land sowjetische Schiffe zu be- 
steigen. Mehr als einhundert, die 
sich mit Erfolg gewehrt hatten, 



wurden in ein neues Lager in 
New Jersey gebracht. Am Ende 
wurden auch sie an Stalin ausge- 
liefert, obwohl wir Tränengas 
einsetzen mußten, um sie aus 
den Baracken zu holen.« (Julius 
Epstein »American Legion Ma- 
gazine«, Dezember 1954) 

Natürlich finden sich solche, die 
Eisenhower entschuldigen wer- 
den und sagen, daß er nur »Be- 
fehlen gehorchte«, die ihm seine 
Vorgesetzten erteilt haben. 

Sehen wir den Tatsachen ins Au- 
ge; Eisenhowers aufrichtige Be- 
folgung von »Befehlen« hat 
mehr Todesopfer und Leiden 
verursacht als die Aktionen aller 
deutschen Generäle, die im 
Zweiten Weltkrieg ebenfalls 
»Befehlen gehorchten«. Klar, 
die Deutschen waren auf der 
»falschen« Seite. Die deutschen 
Heerführer wurden als »Kriegs- 
verbrecher« hingerichtet, aber 
Eisenhower, trotz all seiner bru- 
talen Verbrechen gegen die 
Menschlichkeit, wurde gepriesen 
und befördert. Er ist später Prä- 
sident der Vereinigten Staaten 
von Amerika geworden. 



199 



X. Sieger ist der Profit 



Wenn man an England denkt, so fallen einem Begriffe wie »Großbri- 
tannien«, »Queen«, »die Krone«, »Kronkolonien«, »London«, »die 
City« ein und vermischen sich zu einem undifferenzierten Brei. 
Gewöhnlich hält man sie für Synonyme, die dasselbe grundlegende 
System verkörpern. Wenn man von »der Krone« hört, denkt man 
automatisch an den König oder die Königin. Die »Krone« ist aber ein 
Ausschuß von 12 bis 14 Männern, die den unabhängigen, souveränen 
Staat regieren, der als London beziehungsweise »die City« bekannt 
ist. Die »City« gehört nicht zu England. Sie untersteht nicht dem 
Monarchen. Sie unterliegt nicht der Regierung. Wie der Vatikan in 
Rom ist sie ein seperater, unabhängiger Staat. Sie ist der Vatikan der 
gewerblichen Welt. 



Die kleine Clique, die die City 
regiert, diktiert dem englischen 
Parlament. Sie sagt ihm, was es 
zu tun hat und wann. Die Ge- 
schichte zeigt eindeutig, daß die 
englische Regierung Leibeigen- 
tum der »unsichtbaren und un- 
hörbaren« Macht im Herzen der 
City ist. Die City gibt den Ton 
an. Die »sichtbaren und hörba- 
ren Führer« sind nur Puppen, 
die nach dieser Weise auf Befehl 
tanzen. Sie haben selbst keine 
Macht. Sie haben keine Befug- 
nisse. 

Einfuhr von 
Opium nach China 

Die unermeßlichen Reichtümer 
Chinas haben die Aufmerksam- 
keit der »Krone« bereits im 16. 
Jahrhundert auf sich gelenkt, 
kurz nachdem England den 
Seehandel mit diesem Land be- 
gonnen hatte. 

Im Verlauf der Zeit hatte das 
Handelsvolumen stetig zuge- 
nommen. Die Chinesen waren 
kluge Geschäftsleute und ver- 



langen als Gegenleistung für ihre 
Seide, ihren Tee und andere Gü- 
ter die Bezahlung in Silber. Die 
Krone, die unter dem Deckman- 
tel der Hast Indian Company 
operierte, suchte nach einem 
Weg, um den Willen der Chine- 
sen zu brechen, die sie als »mie- 
se Ausländer« betrachteten, die 
man bei jeder sich bietenden 
Gelegenheit ausbeuten sollte. 

Man entschied, daß der Weg, 
mit dem der chinesische Wider- 
stand gegen den Willen der Kro- 
ne gebrochen werden sollte, die 
Einfuhr von Opium nach China 
sei, auf daß die Klasse der Man- 
darine süchtig werde. Damit 
würde die Waage der Macht zu- 
gunsten der Krone ausschlagen. 

Als der Kaiser die Einfuhr von 
Opium ablehnte, bestach die 
Krone korrupte Beamte, die das 
Opium ins Land schmuggelten 
und es an das gemeine Volk ver- 
kauften. Einige Jahre später, als 
sich die Wirkungen der Opium- 
sucht in der chinesischen Gesell- 
schaft bemerkbar machten, zet- 



200 



telte die Krone den sogenannten 
Opium-Krieg (1839-1842) an. 
Als Ergebnis war der Kaiser ge- 
zwungen, die Bedingungen der 
Krone anzunehmen. 

China wurde nach 1843 nicht 
mehr vom Kaiser regiert. Der 
Kaiser und seine Familie ver- 
blieben zwar noch als Repräsen- 
tationsfiguren, aber die wirkli- 
che Regierungsgewalt lag in den 
Händen der Soong-Familie. Die 
Soongs waren Agenten der Sas- 
soons-Familie, die wiederum 
durch Heirat mit den Roth- 
schilds verwandt waren. 

Militärische und 
politische Demütigungen 

In Ermangelung moderner Indu- 
strien und Verwaltung waren die 
Chinesen der Macht der Krone 
ganz und gar nicht gewachsen. 
Das Ergebnis war eine Reihe 
von militärischen und politi- 
schen Demütigungen, in deren 
Gefolge China gezwungen wur- 
de, den Händlern der Krone fünf 
Häfen aufzutun. Hongkong wur- 
de 1842 eine Kronkolonie. 

Zwischen 1843 und 1927 fanden 
dutzendweise Aufstände oder 
Rebellionen gegen die Kontrolle 
Chinas durch die Krone statt. 
Einige von ihnen waren groß. 
Einige klein. Das lange Ringen 
um die Unabhängigkeit wurde 
von den nationalistischen Kräf- 
ten getragen. Um jene Aufstän- 
de niederzuschlagen und das chi- 
nesische Volk in der Unterjo- 
chung zu halten, rief die Krone 
Truppen aus verschiedenen Na- 
tionen zu Hilfe. Obwohl die 



Krone sie wiederholt besiegte, 
ließen die Chinesen von ihrem 
Verzweiflungskampf um die Un- 
abhängigkeit nicht ab. 

Als 1925 der Nationalistenfüh- 
rer Sun Yat-sen verschied, brach 
in China wiederum die Rebel- 
lion gegen die Tyrannei der 
»ausländischen Teufel« aus. So- 
fort stürzte sich ein in Moskau 
ausgebildeter Chinese namens 
Chiang Kai-shek, unter Einsatz 
von sowjetischen Truppen, die 
ihm von Jossif Stalin geschickt 
und von General Michael Boro- 
din befehligt wurden, auf Shang- 
hai und plünderte die Tresore 
der Rothschild-Sassoon-Soon- 
Bank. 

Mit einem Schlag ins Gesicht der 
Geldmonopolisten weigerte sich 
Präsident Coolidge, ein gehei- 
mes US-Abkommen mit den in- 
ternationalen Bankers anzuer- 
kennen und amerikanische 
Truppen und Schiffe für einen 
Angriff auf China und seine 
Streitkräfte bereitzustellen. 

Nach diesem schweren Rück- 
schlag entsandten die Bankers T. 
V. Soong, um mit Chiang Kai- 
shek zu verhandeln. Soong bot 
ihm 3 Millionen Dollar in bar an, 
seine eigene Schwester May- 
Ling zur Frau - obwohl Chiang 
bereits eine Frau und Kinder 
hatte - und die Präsidentschaft 
in China auf Lebenszeit, wenn er 
überlief. Chiang nahm an und 
regierte China ab da als ein 
Agent der Engländer und heira- 
tete im Dezember 1927 die 
Schwester des Rothschildagen- 
ten. Nach einem erbitterten, 85 



201 



Jahre währenden Kampf um die 
Unabhängigkeit hatte Chiang 
sein Volk in die völlige Sklaverei 
verkauft. 

Der Polizist 

Asiens 

Mit Beginn des laufenden Jahr- 
hunderts unternahm die Krone 
weitere Schritte zur Konsolidie- 
rung ihrer Positionen in Asien. 
Man wählte die kleine Nation 
Japan, die über keinerlei Kriegs- 
führungskapazitäten verfügte 
und entsandte den großen engli- 
schen Waffenhersteller, Vickers 
Ltd., damit er Japan zu einer 
Großmacht entwickelte. Vickers 
wurde vom Hause Rothschild fi- 
nanziert. 

Nachdem am 30. Januar 1902 
das Abkommen unterzeichnet 
war, mit dem die Japaner ihrer 
Aufgabe als »Polizist« der Kro- 
ne im Pazifik zustimmten, wurde 
die japanische Armee und Mari- 
ne sehr schnell aufgebaut und 
mit moderner Ausrüstung verse- 
hen. Im Juli 1903 forderte die 
Krone von Rußland, daß es sei- 
ne Position auf der Kwantung- 
Halbinsel aufgebe. Rußland, das 
gerade 300 Millionen Dollar in 
den Aufbau der Anlagen inve- 
stiert hatte (die sie sechs Jahre 
zuvor von den Chinesen gepach- 
tet hatten) wies die Forderung 
zurück, obwohl man wußte, es 
bedeutet Krieg. 

Sieben Monate später, in der 
Nacht vom 8. Februar 1904, fiel 
eine japanische Torpedoflottille 
in den Hafen von Port Arthur 
ein und griff die russische Flotte 



an. Sie richteten schweren Scha- 
den an, zwei Kampfschiffe und 
ein Kreuzer versanken. Die Ja- 
paner setzten diesem Angriff so- 
fort nach, in dem sie 500 000 
Soldaten über eine Strecke von 
eintausend Meilen offener See 
transportierten, die eine Inva- 
sion des von den Russen besetz- 
ten Gebietes begannen. Obwohl 
den Russen an der Zahl unterle- 
gen, konnten die Japaner unter 
der brillanten Führung von Feld- 
marschall Oyama ihre Mission 
erfolgreich erfüllen. 

Auch an den Stellen Asiens, wo 
es der Krone an »Kraft« fehlte, 
die Dinge zu kontrollieren, wa- 
ren es die Japaner, die man 
schickte, um die schmutzige Ar- 
beit verrichten zu lassen. Nach 
typischem Muster der Krone, 
nahm, obwohl die Japaner jetzt 
am meisten kämpften und star- 
ben, die Verschuldung des japa- 
nischen Staates bei den europäi- 
schen Geldmonopolisten zu. Ro- 
land Usher beschreibt in »Pan 
Americanism« diesen Schulden- 
berg als eine »schwankende Bür- 
de«, unter der die Wirtschafts- 
entwicklung Japans schwer litt: 

»Japans Schriftsteller hatten sich 
zutiefst über eine Situation em- 
pört, in der Japan auf Geheiß 
der englisch-französischen Fi- 
nanzoligarchie hinging und an- 
schleppte, dann unweigerlich ge- 
zwungen wurde, ihnen die 
Früchte des Sieges auszuhändi- 
gen und dann noch gezwungen 
wurde, der Oligarchie immense 
Zinsen für das Geld zu zahlen, 
mit dem es ihre Kriege aus- 
focht.« 



202 



Die Weigerung von Calvin Coo- 
lidge 1927, amerikanische Trup- 
pen gegen Chiang Kai-shek ein- 
zusetzen, »setzte die Oligarchie 
völlig dem Wohl und Wehe der 
rebellischen Japanischen Partei 
aus; denn ohne Amerikas Betei- 
ligung fehlte es in dieser Situa- 
tion in China an dem entschei- 
denden Ingredienz der Demo- 
kratie, ließ die Oligarchie ohne 
ausreichende Streitkräfte, um 
die Rebellion niederzuschlagen 
und nahm ihnen die Deckung 
gegen den Angriff ihrer vielen 
Feinde in England und Frank- 
reich.« 

Nationalismus 

lebt wieder auf 

Nach dem Wirtschaftskrach von 
1929 schlug der Nationalismus 
in Japan wieder hohe Wellen. 



Damit einher ging der Wunsch, 
Asien von dem Einfluß der Kro- 
ne zu säubern. Extremistische, 
militärische und imperialistische 
Organisationen fanden breite 
Unterstützung. Die frühere My- 
thologie über die göttliche Ab- 
kunft des Kaisers und eine Ver- 
herrlichung der Soldatenklasse 
lebten wieder auf. 

1931 eroberte Japan die Mand- 
schurei und unternahm Schritte, 
um seinen Einfluß in China und 
in ganz Asien auszudehnen. Es 
gibt jedoch keine Beweise dafür, 
daß Japan irgendwelche Pläne 
hatte, seinen Einflußbereich 
über Asien hinaus auszudehnen. 

Seine grundlegende Politik hieß: 
Asien den Asiaten - wobei Ja- 
pan ihr Anführer sein wollte. 




Als Polizist Asiens verrichtete die kaiserliche Marine lange 
Zeit die schmutzigen Arbeiten für die Insider. 



203 



Jeder Gedanke an einen Angriff 
auf die Vereinigten Staaten ist so 
lächerlich, daß er keiner weite- 
ren Überlegung wert ist. Japan 
hatte keinen Grund, gegen die 
Vereinigten Staaten eine kriege- 
rische Haltung einzunehmen. 
Und Amerika hatte seinerseits 
keinen Grund, antagonistisch 
gegen Japan eingestellt zu sein. 
Der gewerbliche Handel, der 
zwischen den beiden Nationen 
stattfand, war für beide Seiten 
vorteilhaft. 

Allerdings hatte Präsident Roo- 
sevelt einen geheimen Grund für 
Kriegsgedanken gegenüber Ja- 
pan. Er war von den internatio- 
nalen Bankers an die Macht ge- 
hoben worden und seine Herr- 
scher wünschten einen Krieg mit 
Japan, das einen gegenseitigen 
Beistandspakt mit Deutschland 
und Italien im Jahr 1936 ge- 
schlossen hatte. Ein Krieg würde 
die Vereinigten Staaten automa- 
tisch in einen vollen Einsatz auf 
dem europäischen Kriegs- 
»Schauplatz« ziehen. Er bedeu- 
tete außerdem, daß in Japan 
»nach dem Rechten gesehen« 
würde, so daß die Krone auch in 
Zukunft über Asien herrschen 
könnte. 

Mit dem Kriegsausbruch in Eu- 
ropa 1939 war die Roosevelt- 
Regierung entschlossen, die 
Vereinigten Staaten auf Seiten 
der Krone in den Krieg zu zie- 
hen. Entgegen der Monroe- 
Doktrin und dem Votum von 85 
Prozent des amerikanischen 
Volkes haben Roosevelt und der 
Kongreß am 14. März 1941 



Deutschland und seinen Ver- 
bündeten praktisch den Krieg 
erklärt, nämlich mit der Annah- 
me des Lend-Lease-Gesetzent- 
wurfes, wodurch die Vereinigten 
Staaten garantieren, daß sie der 
Krone sämtliches von ihr benö- 
tigtes Kriegsmaterial liefern 
werden - auf Kosten der ameri- 
kanischen Steuerzahler. Einen 
Monat zuvor hatte der schein- 
heilige Präsident in seinem 
Wahlkampf gelobt, daß »unsere 
Jungs werden nicht in irgendwel- 
che ausländischen Kriege ge- 
schickt«. Und in der ganzen Zeit 
sind Roosevelt und seine gehei- 
men Berater am Machen gewe- 
sen, um das amerikanische 
Großraumgerät für den »König- 
reich-Abschleppdienst« in den 
Krieg zu bringen. 

Japan wird 
gereizt 

Mit der Absicht, die Japaner zu 
einem überstürzten Schritt zu 
verleiten, schnitt Roosevelt die 
Lieferung von Flugzeugbenzin 
und Stahl an die Japaner ab und 
fror ihre Guthaben in den USA 
ein. Dieser grundlose Akt der 
Aggression zwang die Japaner, 
ihre Materialversorgung andern- 
orts sicherzustellen. 

Konteradmiral Theobold berich- 
tet: »Diplomatisch war Präsi- 
dent Roosevelts Strategie, Japan 
durch unablässigen und ständig 
zunehmenden diplomatischen 
und wirtschaftlichen Druck, zum 
Krieg zu zwingen und gleichzei- 
tig unsere Flotte als Einladung 
zu einem Überraschungsangriff 
in Hawaii zu stationieren, ein 



204 



voller Erfolg. Die Schlußfolge- 
rung zwingt sich auf, daß der 
Wunsch, Japan möge den über 
jeden Zweifel erhabenen ersten 
Kriegsakt begehen, den Präsi- 
denten und seine zivilen Berater 
dazu bewegt hat, den militäri- 
schen Rat in den Wind zu schla- 
gen, die Flotte zu verlegen, der 
den Tiefschlag etwas gemildert 
hätte.« 

Japans Kode 
geknackt 

Im Verlauf des Jahres 1940 und 
1941 gelang es dem amerikani- 
schen Nachrichtendienst, sowohl 
den diplomatischen wie auch mi- 
litärischen Kode Japans zu ent- 
schlüsseln. Roosevelt und seine 
Berater kannten im voraus das 
genaue Datum und die genaue 
Uhrzeit des japanischen Angriffs 
auf Pearl Harbor. Modernisierte 
Entschlüsselungsgeräte wurden 
amerikanischen strategischen 
Außenposten in der ganzen Welt 
geliefert, nur nicht an das Militär 
in Pearl Harbor. 

Als Admiral Stark, zweiter 
Heerführer unter Roosevelt, 
eindeutige Beweise für den be- 
vorstehenden Angriff Japans 
vorliegen hatte, riet ihm einer 
seiner Stabsoffiziere, ein Kapi- 
tän Wilkinson, daß eine dringen- 
de Warnung an die Pazifikflotte 
in Hawaii per Funk durchgege- 
ben werde. Der Admiral erwi- 
derte, ein solcher Schritt sei un- 
nötig. 

Fast drei Stunden später sandte 
General Marshall an Admiral 
Kimmell, dem Kommandanten 
in Pearl Harbor, ein Telegramm 



mit der Western Union Post, das 
ihn vor dem nahen Angriff 
warnte. Das Telegramm kam im 
Hauptquartier in Hawaii sechs 
Stunden vor dem japanischen 
Angriff an - der Admiral hatte 
es erst zwei Stunden später in 
der Hand. 

Die Krone hatte ihren Plan, die 
Vereinigten Staaten in den 
Zweiten Weltkrieg zu verwik- 
keln, erfolgreich verwirklicht 
und war sich des endgültigen 
Sieges gewiß. 

Die unsichtbaren Kräfte der 
Illuminaten hatten die Japaner 
in eine Position gedrängt, wo sie 
entweder kämpfen mußten - 
oder kapitulieren. Um ihre na- 
tionale Ehre zu retten, entschie- 
den sie sich für den Kampf. Das 
japanische Oberkommando 

machte sich keine Illusionen, ge- 
gen die Vereinigten Staaten sie- 
gen zu können. Die Niederlage 
war nur eine Frage der Zeit. 

Später hat man entdeckt, daß 
das amerikanische Eingreifen im 
Pazifik sehr sorgfältig von dem 
»Institute of Pacific Relations« 
(Institut für Beziehungen im Pa- 
zifik) geplant worden ist, einer 
Tarnorganisation der Illumina- 
ten, mit deren Hilfe die weltwei- 
ten Ziele der Verschwörer ge- 
fördert wurden. Das Institut 
plante die »Stadtsanierung« für 
das Pazifische Tiefbecken. Das 
ist die halbe Welt! 

Keine Hoffnung 

auf Sieg 

Japan hatte von Anfang an keine 
Chance. Diese Tatsache war al- 



205 



len bekannt, die auf beiden Sei- 
ten an kompetenter Stelle saßen. 
Japan kämpfte für seine Ehre. 
Die Vereinigten Staaten kämpf- 
ten, nicht um die »Demokratie 
zu retten«, sondern um die In- 
teressen der Krone in Asien zu 
verteidigen. 

Von dieser Tatsache wußten die 
291 000 Amerikaner nichts, die 
ihr Leben auf den verschiede- 
nen Kriegs-»Schauplätzen« des 
Zweiten Weltkrieges gelassen 
haben. Für sie war der Krieg ei- 
ne »wirkliche Sache«. Sie haben 
nie die Tatsache begriffen, daß 
der Krieg mit dem kaltblütig ge- 
planten Mord an 3 200 Ameri- 
kanern durch ihren eigenen 
Obersten Befehlshaber begon- 
nen hat, nämlich in Pearl Har- 
bor. Später hat sich Colonel 
Curtis B. Dali, Roosevelts 
Schwiegersohn, zu der Bemer- 
kung hinreißen lassen, daß das 
gesunkene Kriegsschiff »Arizo- 
na«, das noch immer mit seinen 
Hunderten von begrabenen 
Mannschaften auf dem Grund 
von Pearl Harbor liegt, ein »pas- 
sendes Denkmal« für Roosevelts 
Verrat ist. 

Der Anfang vom Ende kam für 
die Japaner schnell. Das Blatt 
kehrte sich gegen die Japaner, 
als die Amerikaner den Kampf 
um die Midway Island am 3. bis 
6. Juni 1942 gewannen. Ein wei- 
terer wichtiger Sieg für die Ame- 
rikaner ereignete sich bei Gua- 
dalcanal auf den Salomon-Inseln, 
und zwar nach einer qualvollen, 
sechsmonatigen Schlacht. Sie 
endete am 7. Februar 1943. 
Etwas weniger als sechs Monate 
danach, lag ein Großteil der ja- 



panischen Marine auf dem Mee- 
resboden des Pazifik. Die 
Schlacht in der Bismarck See 
war zu Ende. Japan hatte seine 
Kräfte verausgabt. Mit jedem 
Tag nahmen die amerikanischen 
Streitkräfte der Marine, der Luft 
und des Heeres zu, da die wieder 
erwachten amerikanischen Indu- 
striegiganten eine Lawine mo- 
dernster Kriegsgeräte ausspien - 
in Sicherheit vor jeglichem An- 
griff durch japanische Streit- 
kräfte. 

In den nächsten achtzehn Mona- 
ten geschah nur wenig, wenn 
überhaupt etwas, auf dem asi- 
atischen Kriegs-»Schauplatz«. 
Zweifellos wäre der Krieg im 
Pazifik rasch zu Ende gewesen, 
hätten die Vereinigten Staaten 
ihren Vorteil ausgenutzt. Alles 
stand jetzt für die Amerikaner 
günstig. 

Während dieser Zeit waren die 
Überreste der japanischen Flot- 
te eingeschlossen und lahmge- 
legt. Amerika war eifrig dabei, 
das schwere Abbruchgerät zu 
konstruieren und zu bauen, das 
die internationalen Bankers für 
Japans »Sanierungs«-Programm 
benutzen sollten. 

Als man Mitte 1944 schrieb, war 
die Bühne frei für die Schwer- 
planierraupe. Die Kulissenschie- 
ber wußten, daß die amerikani- 
schen »Bauern« eine spektaku- 
läre Schau der amerikanischen 
Stärke zu sehen wünschten, die 
ihnen das Gefühl geben würde, 
daß alle ihre Anstrengungen 
nicht umsonst gewesen waren. 
Nur ein überwältigender Sieg 



206 



zur See würde ihren Blutdurst 
stillen, der von dem auf die gan- 
ze Nation losgelassenen Propa- 
gandasturm zu wahrer Hysterie 
aufgeputscht worden war. 

Washington erteilte Befehl, die 
Luft- und U-Bootüberwachung 
für die restliche japanische Ma- 
rine zurückzuziehen, und daß 
man ihnen eine Chance geben 
würde, die Blockade zu durch- 
brechen. 

Wiederum stand Japans Ehre 
auf dem Spiel die Herausforde- 
rung abzulehnen - selbst ange- 
sichts der gewissen Vernichtung 
- hätte für die japanische Mari- 
ne Schande bedeutet. Die Japa- 
ner zogen den Tod der Schande 
vor! 

Sie nahmen die amerikanische 
Herausforderung an und segel- 
ten ihre alternde Flotte gerade- 
wegs in die Klauen der Hölle. 
Sie traf eine moderne US -Flotte, 
die mit den allerneuesten Errun- 
genschaften des Seekriegs verse- 
hen war. 

Das Ergebnis war ein Ab- 
schlachten! Japanische 12-Zoll- 
geschütze aus dem Jahr 1930 
standen amerikanischen 16- und 
18-Zollgeschützen aus dem Jah- 
re 1944 gegenüber. Es ähnelte 
einer altmodischen Truthahn- 
jagd. Selbst ohne die überlegen- 
de Feuerkraft standen die Ge- 
winnchancen fünf zu eins für 
Amerika. 

Auf der einen Seite lagen 216 
amerikanische und australische 
Schiffe mit 143 668 Mann sowie 
vielen Versorgungsschiffen. Auf 



der anderen Seite lagen 64 
Großschiffe mit einer Mann- 
schaft von insgesamt nur 42 800 
Mann. Mit der Schlacht von 
Leyte war das Ende der japani- 
schen Marine als einer brauch- 
baren Streitkraft gekommen. 

Kapitulationsangebot 
abgelehnt 

Im März 1945 haben die Japa- 
ner bedingungslos kapituliert. In 
diesem Monat sandte das japani- 
sche Oberkommando an die 
amerikanische Botschaft in Mos- 
kau, an die russische Botschaft 
in Tokio und direkt an das Pen- 
tagon in Washington die Mittei- 
lung, daß die japanisch kaiserli- 
che Regierung die bedingungslo- 
se Kapitulation wünsche. Die 
Amerikaner ließen das Angebot 
links liegen. 

Später hat man erklärt, die ame- 
rikanischen Dienststellen härten 
das japanische Telegramm nicht 
übersetzen können. Erstaunlich! 
Sie hatten zwar den blauen und 
violetten (diplomatischen und 
marine) Kode knacken können, 
aber sie waren nicht imstande, 
eine kurze Mitteilung in einfa- 
chem Japanisch zu lesen und zu 
verstehen. Es gab viele Tausen- 
de Japaner in Konzentrationsla- 
gern im Westen der Vereinigten 
Staaten: warum hat man die 
Mitteilung nicht zu einem von 
ihnen gebracht, um sie überset- 
zen zu lassen? 

Die Antwort auf diese Frage ist 
ebenso einfach wie den meisten 
Amerikanern zuwider. Die japa- 
nischen Heimatinseln waren 



207 






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Eine einmalige Kapitulation in der Geschichte der USA. 76 000 
Soldaten kamen an einem Tag in japanische Gefangenschaft. 



208 



nicht zerstört worden. Die große 
Schau sollte erst noch kommen: 
Die B-29 wurden in Okinawa 
und anderen Inseln aufgereiht, 
zum Start für die von den inter- 
nationalen Bankers veranstalte- 
te »Stadtsanierung« Japans. 

Jene alten, ehrwürdigen Städte 
mußten dem Erdboden gleichge- 
macht werden. Jene alten Fabri- 
ken, Straßen, Hafenanlagen, 
Fernmeldeeinrichtungen und die 
nationale Lebensgestaltung muß- 
ten mit dem speziell dafür kon- 
struierten Abbruchgerät, das der 
amerikanische Steuerzahler ge- 
kauft hatte, in die namenlose 
Vergangenheit gestürzt werden. 

Der verstorbene Professor Car- 
rol Quigley berichtet in seinem 
Buch »Tragedy and Hope«: 
»Die großen Flugzeuge wurden 
für die systematische Zerstörung 
aller japanischer Städte einge- 
setzt. Die aus dünnem Holz ge- 
bauten Häuser jener dichtge- 
drängten Stadtgebiete machten 
sie für Brandbomben sehr anfäl- 
lig. Am 9. März 1945 unternahm 
die Air Force ein gewagtes Ex- 
periment. Man baute die Vertei- 
digungswaffen aus den 279 B-29 
aus, so daß zusätzliche Brand- 
bomben geladen werden konn- 
ten und diese Flugzeuge, zwar 
ohne Geschütze, aber mit 1900 
Tonnen Brandbomben starteten 
zu einem Tiefangriff auf Tokio. 
Das Ergebnis war der verhee- 
rendste Luftangriff in der ganzen 
Geschichte, bei dem nur drei 
Flugzeuge verlorengingen. Sech- 
zehn Quadratkilometer des 
Stadtkerns von Tokio brannten 
aus, 250 000 Häuser wurden 



vernichtet, mehr als eine Million 
Menschen wurden obdachlos 
und 84 793 getötet. Die Zerstö- 
rung war größer als die der er- 
sten Atombombe auf Hiroshima 
fünf Monate später.« 

Zwei Tage danach kamen die B- 
29 zurück mit einer gleichen 
Aufgabe für Nagoya. Wenn der 
Leser die Tatsache bedenkt, daß 
Japan ein äußerst gebirgiges 
Land ist, von dem nur 16 Pro- 
zent bewohnbar ist, so wird er 
erkennen, daß Japan die Nation 
auf Erden ist, die durch einen 
Luftangriff am schwersten ge- 
troffen werden muß. Die Bevöl- 
kerung drängt sich dicht in en- 
gen Tälern. 

Japan wurde ausradiert, ver- 
heert von dem Ansturm und der 
Intensivität des amerikanischen 
Luftbombardements. Warum? 
Ganz einfach! Der Boden mußte 
für neue Industrien und sonsti- 
ge Entwicklungsprojekte gelegt 
werden. 

Mit Kriegsschulden 
Riesenprofite 

Wie sagte doch einmal Edwin 
Stanton, Lincolns Kriegsmini- 
ster: »Kriege werden nicht ge- 
fochten, um eine Nation zu be- 
siegen, sondern um einen Zu- 
stand hervorzurufen.« 

Der Krieg gegen Japan wurde 
nicht geführt, um einen Feind zu 
besiegen. Er wurde geführt, um 
einen Zustand" hervorzurufen - 
einen Zustand der Verwüstung 
und verlassenen Bodens in ganz 
Japan. Dies geschah, damit die 



209 



internationalen Bankers-» Wie- 
deraufbauer« am Ende der 
Kriegshandlungen angerannt 
kommen und das beste Land für 
ihre eigenen Zwecke aufgreifen 
konnten. 

Kurz nach dem Krieg - nachdem 
die US-fliegenden Abbruch- 
mannschaften ihre Arbeit ver- 
richtet hatten - wurden riesige 
Summen für den Wiederaufbau 
Japans zur Verfügung gestellt. 

Das Kapital, mit dem Japan 
glänzend neue Industrieanlagen, 
Häfen, Straßen, Warenhäuser 
und Wolkenkratzer entwickelte 
und aufbaute, stammte nicht aus 
dem Land selbst. Es stammte 
von denselben Leuten, die von 
den Kriegsschulden Riesenprofi- 
te machten, die viele Nationen 
rund um den Erdball angesam- 
melt hatten. Es stammte von den 
internationalen Bankers. Sie 
brachten das Geld auf. Ihnen ge- 
hörte die Schau. 

Seit dem Aufstieg Japans zu ei- 
ner industriellen Großmacht in 
den 50er Jahren genießt es bei 
den Vereinigten Staaten mehr 
als den Status einer »begünstig- 
ten Nation«. Während der Han- 
deslweg amerikanischer Güter in 
nennenswerten Mengen nach Ja- 
pan mit unüberwindlichen Hin- 
dernissen vollgepflastert ist, hat 
Amerika praktisch seine Tore 
sperrangelweit für die japani- 
schen Waren aufgerissen. 

Das amerikanische Handelsbi- 
lanzdefizit mit Japan ist schwin- 
delerregend. Warum hat man 
zugelassen, daß diese unmäßige 



Diskrepanz so viele Jahre lang 
angehalten hat, ohne sie einzu- 
dämmen? Etwa deshalb, weil die 
US-Führung einen so hohen Re- 
spekt vor der japanischen Na- 
tion hat, daß sie dem japani- 
schen Volk in jeder nur erdenk- 
lichen Weise helfen will? Wohl 
kaum. Die Welt der harten, kal- 
ten Realitäten funktioniert nicht 
so! 

Die nackte Wahrheit ist, daß die 
internationalen Bankers auf eine 
Goldader gestoßen sind, als sie 
die »Stadtsanierung« Japans be- 
schlossen und gegenwärtig ein 
unschätzbares Vermögen aus ih- 
ren »Investitionen« in diesem 
Land herausholen. Die Japaner 
haben sich als exzellente Arbei- 
ter erwiesen, wahre Produzen- 
ten, die an ihren Arbeitgebern 
mehr hängen als an ihrer eige- 
nen Familie. 

Es stimmt zwar, daß in der japa- 
nischen Gesellschaft alle 
»Front«-Positionen in Politik, 
Industrie, Finanzen und Bildung 
mit Japanern besetzt sind. Aber 
sie haben keine Entscheidungs- 
gewalt, was zu geschehen hat. 

Die Schattenfiguren hinter den 
Kulissen - die Leute, die das 
Geld bereitstellen und die 
Schecks unterzeichnen - sind die 
wahren Herrscher Japans. 

Schrieb doch einst Benjamin 
Disraeli: »Und so sehen Sie, die 
Welt wird von ganz anderen 
Leuten regiert als diejenigen 
sich vorstellen, die nicht hinter 
den Kulissen sind.« 



210 




General MacArthur (hier mit Manuel Quezon, Präsident der 
Philippinen) führte den Krieg gegen Japan, damit die interna- 
tionalen Bankers am Wiederaufbau verdienen konnten. 



211 



Unsichtbarer Krieg 

die USA 

Die Flutwelle von Waren, die 
aus Japan und anderen »wieder- 
entwickelten« Nationen auf den 
US-Markt kommen, dient die- 
sen internationalen »Wiederauf- 
bauern« zu einem dreifachen 
Zweck: 

Erstens. Sie gibt ihnen einen fast 
grenzenlosen Markt für die Wa- 
ren, die sie von billigen Arbeits- 
kräften in Übersee herstellen 
lassen. Die Profite auf solche Er- 
zeugnisse sind sehr viel höher als 
die, die auf Waren »Made in 
USA« anfallen. 

Zweitens. Durch die weite Öff- 
nung des amerikanischen Mark- 
tes für billige Auslandsware wird 
auch der Weg dafür freigemacht, 
daß ausländische Regierungen 
ihre Schulden bei den internatio- 
nalen Bankers bezahlen können: 

Drittens. Ein weiterer wichtiger 
Zweck, jedenfalls vom Stand- 
punkt der internationalen Ban- 
kers aus, wird damit erfüllt, daß 
das »offizielle« Washington eine 



Politik der unbegrenzten Impor- 
te zuläßt: Sie untergraben die 
Stärke und Energie der amerika- 
nischen Industrie, in dem die 
USA mehr und mehr zu einem 
Konsumland und immer weniger 
zu einem Erzeugerland werden. 

Überall im Land haben Hun- 
derttausende von Arbeitern in 
einer Vielzahl von Industrie- 
zweigen ihren Arbeitsplatz ver- 
loren, da die von ihnen herge- 
stellten Waren nicht mehr mit 
den Billigimporten konkurrieren 
können. Infolge dessen steigt das 
amerikanische Handelsbilanzde- 
fizit und das Finanzdefizit der 
US-Bundesregierung in die 
Höhe. 

Diese katastrophale Situation ist 
nicht das Ergebnis eines »zufälli- 
gen« Übersehens auf Seiten der 
Bürokratie in Washington. Sie 
ist ein direktes Ergebnis von 
sorgfältig geplanten, peinlich ge- 
nau konzertierten Schritten auf 
höchster Regierungsebene. Sie 
ist ein wichtiger Teil des von den 
Internationalisten gegen die 
Vereinigten Staaten geführten 
Krieges. Sie ist ein deutlich er- 
kennbarer Teil ihres weltweiten 
»Sanierungs«-Pr.ogrammes. 



212 



XI. Konsequenzen des Zweiten Weltkrieges 



Was ist mit dem Zweiten Weltkrieg erreicht worden? Vom Stand- 
punkt des durchschnittlichen Erdenbewohners gesehen ist er ein 
Desaster ohne jegliche mildernden Umstände gewesen. Vom Stand- 
punkt der niuminaten gesehen war er ein uneingeschränkter Erfolg. 



Der Zweite Weltkrieg mit seinen 
dreißig Millionen Toten und sei- 
nen unbeschreiblichen Ge- 
schichten menschlichen Leids 
war ein klar erkennbarer Be- 
standteil des weltweiten »Sanie- 
rungs«-Programms der Illumi- 
naten, dessen Endziel die Er- 
schaffung des Weishaupt'schen 
»Novus Ordo Saeculorum« - 
der »Neuen Weltordnung« ist. 

Der Kommunismus 
als Schwarzer Mann 

Die globale Strategie, die die 
illuministischen Verschwörer 
verfolgten, wurde in der Mitte 
des 19. Jahrhunderts von einer 
»Tarnorganisation« der Illumi- 
naten, der Liga der Gerechten, 
entworfen. Sie war von Albert 
Pike, dem Obermeister des »Al- 
ten und Anerkannten Ritus« der 
Freimaurerei, in einem Brief an 
Giuseppe Mazzini aus dem Jahre 
1871 dargelegt worden. 

Pike, der theosophische Kopf 
der Bewegung in den Vereinig- 
ten Staaten, gründete den ultra- 
geheimen Ritus des Palladin, der 
die Angriffsspitze in dem Feld- 
zug zur Welteroberung bildete. 
Bei seinen verschwörerischen 
Aktivitäten wurde Pike aufs 
sorgfältigste von Mazzini unter- 
stützt, dem italienischen Revolu- 
tionär, der für die politischen 



Angelegenheiten zuständig war. 
Als Mazzinie starb, übernahm 
Adrianno Lemmin seine Auf- 
gaben. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
wurde Nikolai Lenin, ein erge- 
bener Anhänger des Sergejy Ne- 
chajew, zum Leiter der Politak- 
tivitäten der Bewegung ernannt. 
Seine absolut skrupellose und 
felsenfeste Hingabe an die »Sa- 
che« war für den Erfolg der Bol- 
schewistischen Revolution eini- 
ge Jahre später von entscheiden- 
der Bedeutung. 

Seit dieser Zeit ist der Kommu- 
nismus - der moderne Nachfol- 
ger des Paladin-Ritus -• die 
Avantgarde der internationalen 
revolutionären Bewegung. 

In dem politischen und psycho- 
logischen Ablaufschema hat der 
Kommunismus die Rolle des 
»Floretts« gespielt, wie sie Al- 
bert Pike auf Seite 1 seines 
Mammutwerkes »Morals and 
Dogmas« dargelegt hat, das 
1871 veröffentlicht wurde. 

Kurzum, die Verschwörer haben 
den Kommunismus als »Schwar- 
zen Mann« benutzt, um die 
westlichen Nationen zu Zuge- 
ständnissen und Verpflichtungen 
zu zwingen, die ihren ersten In- 
teressen zuwiderlaufen. 



213 




Mit Terror und Blutvergießen wurde im Jahr 1948 der Staat 
Israel proklamiert und damit Palästina geteilt. 



Lenins Plan 

für die Welteroberung 

Zu Beginn der 20er Jahre hat 
Lenin, zur Zeit Diktator im ro- 
ten Rußland, der Welt die zu- 
künftigen Pläne der Illuminaten 
für die Welteroberung mitge- 
teilt: »Zuerst werden wir Osteu- 
ropa einnehmen, dann die Mas- 
sen Asiens. ..« 



Diese Ziele wurden als ein Er- 
gebnis des Zweiten Weltkrieges 
erreicht. 1944 und 1945 fiel Ost- 
europa unter die rote Herr- 
schaft. Der größte Teil Asiens 
folgte einige Jahre später. Das 
Vietnam-Debakel und die jüng- 
sten Ereignisse in Südostasien 
gehören zu einer »Aufräu- 
mungs«-Übung, mit der die lo- 
sen Enden zusammengebunden 
werden. 



214 



Der Zweite Weltkrieg hat den 
illuministischen Interessen auf 
vielfältige, lebenswichtige Weise 
gedient: 

1. Er verursachte, daß die gro- 
ßen Risse, die sich in der alten 
Weltordnung im Gefolge des 
Konfliktes von 1914 bis 1918 
gezeigt hatten, weit aufsprangen 
und die finanziellen und sozialen 
Grundlagen der traditionellen 
Moral weggeschwemmt wurden. 

2. Amerika, dessen Sicherheit 
weder vor noch während des 
Krieges jemals gefährdet gewe- 
sen war, wurde endgültig in den 
Mahlstrom der Weltpolitik ver- 
wickelt und gezwungen, seine 
Politik aufzugeben, die der Na- 
tion so lange Zeit gute Dienste 
geleistet hatte: Handeln mit al- 
len, Bündnisse mit niemand. 

3. Der Zweite Weltkrieg, der 
beinahe zwei Jahre länger als 
notwendig geführt worden ist, 
damit die Sowjets Osteuropa be- 
setzen konnten, haben die Ver- 
einigten Staaten die unglaubli- 
che Summe von 400 Milliarden 
Dollar gekostet und die Staats- 
verschuldung auf 220 Milliarden 
US-Dollar anwachsen lassen. 
Damit befanden sich die Verei- 
nigten Staaten tief in den Kral- 
len der internationalen Bankers. 

4. Der Zweite Weltkrieg brach- 
te für die von den Alliierten bei 
Kriegsausbruch genannten Ziele 
ein völlig anderes Ende. Win- 
ston Churchill war am Ende un- 
ter all den Hauptdarstellern die- 
ser theatralischen Groteske der 
einzige, der einen letzten Protest 



im Namen der ursprünglichen 
»Prinzipien« und »Zielsetzun- 
gen« des Krieges einlegte: »Wir 
sind gegen Deutschland aus ei- 
nem Grund in den Krieg gezo- 
gen: daß Polen frei und unab- 
hängig sein solle. Jedermann 
hier weiß, was es uns gekostet 
hat, so unvorbereitet, wie wir 
waren, und daß es uns beinahe 
unser Leben als eine Nation ge- 
kostet hat. Großbritannien hatte 
kein materielles Interesse an Po- 
len. Sein Interesse war allein das 
der Ehre, weil wir das Schwert 
für Polen gegen Hitlers brutalen 
Angriff gezogen haben.« 

Wildwuchernder 
Sozialismus 
als Krankheit 

5. Der Zweite Weltkrieg ebnete 
den Weg für die Ankunft eines 
wildwuchernden Sozialismus, ei- 
ne Krankheit, die die Arbeits- 
moral in Großbritannien ver- 
nichtet und dazu gedient hat, es 
in ein »Klein-England« zu ver- 
wandeln. In jüngster Zeit hat 
dieselbe Krankheit, von vielen 
unserer führenden Politiker ge- 
fördert, sich auch in den Verei- 
nigten Staaten eingenistet und 
droht, unsere einstmals große 
Republik zu vernichten. 

6. Der Krieg bereitete den Weg 
für die Gründung der Organisa- 
tion der Vereinten Nationen 
(UNO) im Jahre 1945, was ein 
lachhafter Name ist. Ihr Haupt- 
sitz in New York befindet sich 
auf Boden, den die Rockefellers 
gestiftet haben. Dieses abscheu- 
liche Bastardding mitten ins 
Zentrum von New York zu set- 



215 



zen, ist eine direkte Beleidigung 
für das Andenken an unsere 
Gründungsväter und Helden der 
amerikanischen Revolution 
die Einzelpersonen, die so hel- 
denhaft gekämpft und so sorg- 
sam bemüht gewesen sind, uns 
eine Republik zu geben, die frei 
von dem Fluch ausländischer 
Verwicklung sein sollte. 

7. Der Zweite Weltkrieg hat 
auch den Weg für die Gründung 
eines Staates Israel im Jahre 
1948 gelegt, ein Ereignis, das 
den Nahen Osten zu einer gä- 
renden Brutstätte des Rassen- 
hasses und der Gewalt werden 
ließ. 

Um das gegenwärtig hohe Maß 
an Spannung in der Welt zu ver- 
stehen ist es wichtig, die Ereig- 
nisse zu verstehen, die zur Grün- 
dung des Staates Israel führten. 

Brennpunkt 

Nahost 

Als die blutenden Wunden in 
Europa und Asien sich zu schlie- 
ßen begannen, wurde die Auf- 
merksamkeit der Weltöffentlich- 
keit auf Nahost gelenkt, wo die 
Zionisten gerade dabei waren, 
den Staat Israel in Palästina zu 
etablieren. 

Im November 1944 wurde Lord 
Moyne, der englische Kolonial- 
minister, der Freund aller Men- 
schen war und sich bemüht hat- 
te, eine faire Lösung für das Pa- 
lästina-Problem zu finden, in 
Kairo von zwei Zionisten aus 
Palästina ermordet. Sein »Ver- 
brechen« hatte darin bestanden, 
daß er die Ansicht vieler seiner 



verantwortlichen Vorgänger ge- 
teilt hatte, nämlich daß das Ein- 
dringen der Zionisten in den Na- 
hen Osten in einer Katastrophe 
enden würde. 

Die Ermordung von Lord Moy- 
ne erregte in England sehr viel 
Widerstand und veranlaßte viele 
Politiker, sich die Unterstützung 
des Konzeptes von einem jüdi- 
schen Staat noch einmal zu über- 
legen. 

Als der nächste Zionistenkon- 
greß 1946 in Genf zusammen- 
trat, hatte er, laut Dr. Weiz- 
mann, »einen speziellen Charak- 
ter« und »zeigte eine Tendenz, 
sich auf Methoden zu verlassen, 
für die es unterschiedliche Na- 
men gibt: >Widerstand<, Vertei- 
digung< >Aktivismus<. Ein 
Grundzug war ihnen allen ge- 
meinsam: die Überzeugung, daß 
man gegen die englische Macht 
in Palästina, und was dies be- 
trifft, auch andernorts kämpfen 
müsse.« 

Mit anderen Worten: Der Zioni- 
stische Weltkongreß von 1946 
befürwortete den Einsatz von 
Terrorismus als einem Mittel zur 
Errichtung des zionistischen 
Staates. Diese Methoden hatten 
sich bereits vor 30 Jahren in- 
Rußland als erfolgreich erwie- 
sen: sie sollten noch einmal er- 
probt werden. Man war sich völ- 
lig im klaren, daß der zionisti- 
sche Staat ohne Terrorismus 
nicht verwirklicht werden kann. 

Attentate als 
politisches Instrument 

Es entstanden in Palästina viele 
Terrororganisationen mit dem 



216 



Zweck, die Gründung eines Zio- 
nisten-Staates zu erzwingen. Die 
größte von ihnen hieß Irgun 
Zvai Leumi und wurde von Me- 
nachim Begin angeführt. Eine 
andere war die Stern-Bande, zu 
deren Anführern Yitzhak Sha- 
mir zählte. Diese bildeten, wie es 
in der »Los Angeles Times« 
hieß, »Israels Untergrundur- 
sprung; sie benutzten das At- 
tentat als politisches Instru- 
ment«. 

Als der Terror und das Blutver- 
gießen eskalierten, gab ein »Se- 
lect Committee on Estmates« 
des englischen Unterhauses be- 
kannt, daß »sehr viele Juden, ei- 
nem zweiten Exodus gleichkom- 
mend, aus Osteuropa in die 
amerikanisch besetzte Zone in 
Deutschland und Österreich 
auswanderten, von denen die 
Mehrheit die Absicht hat, 
schließlich nach Palästina zu ge- 
hen. Es ist klar, daß dies eine im 
höchsten Maße organisierte Be- 
wegung ist, hinter der ausrei- 
chend Mittel und großer Einfluß 
stehen, aber der Unterausschuß 
konnte kein wirkliches Beweis- 
material erlangen, wer die wah- 
ren Anstifter sind.« 

Ein Kriegsuntersuchungsaus- 
schuß, den der US-Senat nach 
Europa entsandte, erklärte, daß 
die »umfangreiche Auswande- 
rung von Juden aus Osteuropa in 
die amerikanische Zone 
Deutschlands Teil eines sorgfäl- 
tig organisierten Planes ist, der 
von speziellen Gruppen in den 
USA finanziert wird.« 

Zu beachten ist, daß dieser mas- 
sive »Exodus« aus Rußland und 



den osteuropäischen Nationen 
stattfand, die aufgegeben und 
hinter dem, wie Churchill sagte, 
»Eiserenen Vorhang« abge- 
schnitten waren. 

Offensichtlich hat dieser »zweite 
Exodus« mit der Zustimmung 
und vollen Kooperation von 
Washington, London und Mos- 
kau stattgefunden. Niemand 
verläßt die Sowjetunion ohne 
Erlaubnis, und doch liegt hier 
ein eindeutiger Beweis vor, daß 
der Eiserne Vorhang geöffnet 
wurde, um eine massive Flut von 
»Juden« aus diesem Gebiet zu 
entlassen, und zwar mit Ziel Pa- 
lästina. Dies wurde »sorgfältig 
geplant und von speziellen 
Gruppen in den USA finan- 
ziert«. 



Die Teilung 
Palästinas 

Dieses Vorgehen erinnert daran, 
daß dreier >ahre zuvor, als man 
zur Vorbereitung der russischen 
Revolution Schlüsselpersonen 
von New York nach Petrograd 
kutschierte, sich die Grenzen ei- 
ner Vielzahl führender Nationen 
zu eben diesem Zwecke öffne- 
ten. Offenbar gab es auf der 
höchsten Ebene der internatio- 
nalen Machtpolitik keine Ver- 
bündeten, Feinde oder Neutrale. 
Alle Regierungen beugten sich 
dem Willen der höchsten Instanz 
in den politischen Angelegen- 
heiten. 

Auf der Konferenz von Jalta 
1945, so ein maßgebliches Re- 
gierungsdokument, »sagte Roo- 



217 



sevelt, er sei ein Zionist und 
fragte, ob Stalin auch einer sei. 
Stalin antwortete, er sei im Prin- 
zip einer, aber er erkenne das 
Problem.« 

Während der Jahre 1946 und 
1947 schwoll die zionistische 
Terrorkampagne zu einem Cres- 
cendo an. Hunderte von engli- 
schen Soldaten wurden überfal- 
len, im Schlaf erschossen oder 
sonstwie in die Luft gesprengt. 
Zwei englische Soldaten wurden 



in einem Obstgarten zu Tode ge- 
martert und hängen gelassen. 
Die Engländer zeigten sich tat- 
sächlich abgeneigt, dieser Ge- 
walttätigkeit mit fester Hand zu 
begegnen. 

Konfrontiert mit einer immer 
größer werdenden Welle des 
Terrorismus innerhalb von Palä- 
stina, einer steigenden Welle 
von hunderttausenden von »Ju- 
den« aus den Ostblockländern 
und »unwiderstehlichem Druck« 




Prominente Zionisten: der Philanthrop Nathan Straus, Louis D. 
Brandeis, Richter am Obersten US-Bundesgericht und Rabbi 
Stephen S. Wise. 



218 



der Zionisten in England selbst, 
und der Truman-Regierung in 
Washington, legte die englische 
Regierung die Palästinafrage der 
neu gegründeten UNO vor. Am 
29. November 1947 stimmten 
die Vereinten Nationen für eine 
Teilung Palästinas in zwei unab- 
hängige Staaten - einen jüdi- 
schen und einen arabischen, und 
zwar per 1. Oktober 1949. 

Der Plan wurde von den Zioni- 
sten angenommen, aber von den 
Arabern natürlicherweise abge- 
lehnt, die keineswegs die Ab- 
sicht hatten, ihre Eigentums- 
rechte und Regierungsrechte 
über ein Land aufzugeben, das 
seit fast 2000 Jahren ihre Hei- 
mat gewesen war. Im Gefolge 
dieses Vorschlages nahmen die 
Gewalttaten in Palästina immer 
mehr zu. Alarmiert machte der 
UN-Sicherheitsrat einen Rück- 
zieher, und die Truman-Regie- 
rung eine Kehrtwende in der 
amerikanischen Politik und 
schlug vor, den Teilungsvor- 
schlag zu suspendieren, einen 
Waffenstillstand auszuhandeln 
und das englische »Mandat« 
durch eine »Treuhänderschaft« 
zu ersetzen, an der sich die Ver- 
einigten Staaten stark beteiligen 
würden. 

Die Nachkommen 

kämpfen 

für einen Staat Palästina 

Die Zionisten erkannten, daß ihr 
Traum von einem jüdischen 
Staat am Einstürzen war, und 
schlugen sofort zu, um die UNO 
vor eine vollendete Tatsache zu 
stellen; sie zweiteilten Palästina 
eigenmächtig. 



Um die Herzen der arabischen 
Einwohner Palästinas mit nack- 
tem Terror zu erfüllen, »stürm- 
ten jüdische Terroristen der 
Stern-Bande und der Irgun Zvai 
Leumi das Dorf Deir Yasin und 
schlachteten alle Leute dahin. 
Die Leichname von 250 Ara- 
bern, überwiegend Frauen und 
Kinder, wurden in Brunnen ge- 
worfen. 

Die Palästinenser erkannten, 
daß das Massaker von Deir Ya- 
sin sie davor warnen sollte, was 
mit ihnen geschehen würde, 
wenn sie auf ihrem Land woh- 
nen blieben. Abgesehen von we- 
nigen Tausend flohen sie in die 
Nachbarländer. Und so ist im 
wesentlichen das »palästinensi- 
sche Flüchtlingsproblem« ent- 
standen. 

Es sind diese Leute und ihre 
Nachkommen, die unter der 
Führung von Yasir Arafat und 
der Palästinensischen Befrei- 
ungsorganisation (PLO) noch 
immer um die Gründung eines 
palästinensischen Staates in die- 
sem Gebiet kämpfen. 

Was hält die Zukunft für den 
konfliktgeplagten Nahen Osten 
bereit? Man kann die Ereignisse 
nicht genau vorhersagen, aber es 
gibt Anzeichen dafür, daß die 
Zukunft noch gewalttätiger sein 
wird als die Vergangenheit. 

Die im Juli 1980 vom israeli- 
schen Parlament abgegebene 
Erklärung, daß Jerusalem nun- 
mehr die politische Hauptstadt 
des Staates Israel ist, könnte von 
allergrößter Bedeutung sein. 



219 



Stellt dies einen Schritt in Rich- 
tung auf ein sehr viel ehrgeizige- 
res Ziel auf seilen der Zionisten 
dar? 

Seit Jahren gilt es als eine aner- 
kannte Tatsache, daß die Zioni- 
sten planen, Jerusalem zur Ver- 
waltungsmetropole einer Eine 
Welt-Regierung zu machen. 

Dieses hochgesteckte Ziel ist 
von David Ben-Gurion, Israels 
ehemaligem Premierminister, in 
einem 1962 für die Zeitschrift 
»Look« geschriebenen Artikel 
dargelegt worden. Er sagte vor- 
aus, was in dem nächsten Vier- 
teljahrhundert auf der Weltbüh- 
ne gespielt werden würde. Seine 
Worte werden originalgetreu 
wiedergegeben. 

Jerusalem Sitz 
des Obersten 
Gerichtshofes 

David Ben-Gurion im Magazin 
»Look« am 6. Januar 1962: 
»Das Bild der Welt im Jahre 
1987, wie es in meiner Vorstel- 
lung erscheint: Der Kalte Krieg 
wird der Vergangenheit angehö- 
ren. Der Druck von innen durch 
die ständig zunehmende Intelli- 
genzia in Rußland nach mehr 
Freiheit und der Druck der Mas- 
sen nach Anhebung ihres Le- 
bensstandards könnte zu einer 
allmählichen Demokratisierung 
der Sowjetunion führen. Ande- 
rerseits könnte der wachsende 
Einfluß der Arbeiter und 
Bauern und die zunehmende po- 
litische Bedeutung von Männern 
der Wissenschaften die Verei- 
nigten Staaten in einen Wohl- 



fahrtsstaat mit einer Planwirt- 
schaft umwandeln. 

West- und Osteuropa werden ei- 
ne Föderation autonomer Staa- 
ten bilden, mit sozialistischer 
und demokratischer Ordnung. 
Mit Ausnahme der UdSSR als 
einem föderierten Eurasischen 
Staat, werden alle anderen Kon- 
tinente in einem Weltbündnis 
vereinigt, das über eine interna- 
tionale Polizeimacht verfügt. 
Sämtliche Streitkräfte werden 
abgeschafft und es wird keine 
Kriege mehr geben. 

In Jerusalem werden die Verein- 
ten Nationen - wirklich Vereinte 
Nationen - einen Schrein des 
Propheten erbauen, der der fö- 
derierten Union aller Kontinen- 
te dienen wird; dies wird der Sitz 
des Obersten Gerichtshofes der 
Menschheit sein, um alle Kon- 
troversen unter den föderierten 
Kontinenten beizulegen, wie von 
Jesaja prophezeit ist. 

Jede Person in der Welt wird das 
Recht auf höhere Schulbildung 
haben. Eine Pille zur Verhütung 
von Schwangerschaft wird das 
explodierende natürliche 

Wachstum der Bevölkerung 
Chinas und Indiens bremsen. Im 
Jahre 1987 wird das durch- 
schnittliche Lebensalter des 
Menschen 100 Jahre erreicht 
haben.« 

Man beachte, daß der damalige 
israelische Premier die Zeit vor- 
aussah, in der Amerika wahr- 
scheinlich »ein Wohlfahrtsstaat 
mit einer Planwirtschaft« sein 
wird. Im Gegensatz zu den ame- 



220 



rikanischen Bauern weiß er of- 
fenbar, was die Machthaber hin- 
ter den Kulissen mit unserer 
einstmals großen Republik im 
Sinn haben. 

Die amerikanischen Sklaven 
würden dann in ein »Weltbünd- 
nis unter einer internationalen 
Polizeimacht« fusioniert. »Jeru- 
salem wird der Sitz des Obersten 
Gerichtshofes der Menschheit 
sein, um alle Kontroversen unter 
den föderierten Kontinenten 
beizulegen«. 

Der erste Teil der Prophezeiung 
von Ben-Gurion ist fast schon 
erfüllt. Kann ein Versuch, auch 
den zweiten Teil in Erfüllung ge- 
hen zu lassen, noch lange auf 
sich warten lassen? 

Versuche, ein solches Weltbünd- 
nis mit Jerusalem als Haupt- 
quartier, zu errichten, würden 
mit großer Sicherheit den Drit- 
ten Weltkrieg auslösen, den der 
Spitzenilluminat Albert Pike in 
seinem Mazzinibrief aus dem 
Jahre 1871 prophezeit hat. 



Pike sagte, daß dieser Dritte 
Weltkrieg im Nahen Osten aus- 
brechen würde, und zwar auf- 
grund der Feindschaft zwischen 
den Arabern und den Israelis, 
und daß er in der Gründung ei- 
ner Weltdiktatur kulminieren 
würde. 

Die Einstellung der internatio- 
nalen Bankers gegenüber der 
Errichtung eines solchen univer- 
sellen Sklavenlagers wird deut- 
lich in den Worten von James 
Warburg zusammengefaßt, die 
er am 17. Februar 1950 vor dem 
US-Senat aussprach: »Wir wer- 
den eine Weltregierung haben, 
ob es uns gefällt oder nicht. Die 
einzige Frage ist, ob die Weltre- 
gierung durch Eroberung oder 
Einwilligung erreicht wird.« 

Mit anderen Worten, wenn un- 
zählige Millionen von unschuldi- 
gen Menschen sterben müssen, 
um ihr Ziel zu verwirklichen, so 
hat das für die internationalen 
Bankers und ihre gottlosen Ge- 
nossen keine Bedeutung. 



221 



XII. Siegen die Illuminaten? 



Kurz nach Jimmy Carters Inauguration und Zbigniew Brzezinskis 
Ernennung zum Direktor des Nationalen Sicherheitswesens veröf- 
fentlichte die Trilaterale Kommission den Bericht »Mitarbeit mit den 
kommunistischen Ländern zur Lösung globaler Probleme«. Der 
1977 erschienene Bericht stellte fest: »Diese Schrift wurde veranlaßt 
von dem Bestreben, jede Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit den 
kommunistischen Ländern bei der Behandlung gewisser internatio- 
naler Probleme auszunutzen. Im Rahmen dieser von uns gesuchten 
Zusammenarbeit zwischen Ost und West ist es unser Hauptziel, die 
Weltprobleme wirkungsvoller in Angriff zu nehmen. Eine Mitarbeit 
der Kommunisten könnte bei der Behandlung dieser Probleme von 
Nutzen sein.« 



Seit 1953, als Experte für sowje- 
tische Angelegenheiten am For- 
schungsinstitut für internationa- 
le Veränderung, Columbia 
School, Washington B.C., sowie 
in Harvard tätig, schrieb Brze- 
zinski ein 1970 als Paperback 
erschienenes Buch mit dem Titel 
»Between two Ages«, das uns 
einen Vorgeschmack auf das 
gab, was uns und unseren Kin- 
dern an Niedertracht geboten 
werden wird. 

Engstirnigkeit infolge 
Unaufgeklärtheit 

Die offizielle trilaterale Veröf- 
fentlichung befaßte sich mit der 

»Trilateral-Kommunistischen 
Zusammenarbeit in neun globa- 
len Problembereichen«, den 
Ozeanen und dem Weltall, der 
trilateral-kommunistischen Zu- 
sammenarbeit im Bereich der 
Wetter-Änderungen und der 
Erdbeben-Kontrolle, Zunahme, 
des Sowjet-Handels mit dem 
Westen - besonders was techno- 
logische und strategische Güter 
betrifft. 



Ein in Brzezinskis Buch »Zwi- 
schen zwei Weltaltern« enthalte- 
nes Zitat lautet: »Die Technolo- 
gie wird den Führern der größe- 
ren Nationen eine Auswahl von 
technischen Verfahren zur 
Durchführung geheimer Kriege 
zur Verfügung stellen, von de- 
nen nur ein sehr kleiner Teil der 
Sicherheitskräfte unterrichtet zu 
werden braucht. Technische 
Verfahren zur Änderung des 
Wetters könnten benutzt wer- 
den, um lang andauernde Dürre- 
beziehungsweise Unwetterpe- 
rioden mit dem Ziel auszulösen, 
die Widerstandskraft einer Na- 
tion zu schwächen und sie zu 
zwingen, die Forderungen des 
Gegners anzunehmen.« 

Das Buch von Brzezinski wird 
als die Bibel der Trilateralen be- 
zeichnet. Bei der Darlegung, 
warum die Welt »ein neues Ge- 
webe internationaler Beziehun- 
gen weben« muß (Pseudonym 
für eine Neue Weltordnung), be- 
hauptet Brzezinski, daß die 
Menschheit große Entwick- 
lungsphasen durchgemacht hat 
und wir uns heute mitten in der 



222 



vierten und letzten Phase be- 
finden. 

Nach Brzezinskis Bewertung der 
Geschichte hat sich die erste, 
sehr primitive »Phase« um Reli- 
gion gedreht und dafür gesorgt, 
daß »die Idee angenommen 
wurde, das Schicksal des Men- 
schen liege im wesentlichen nur 
in der Hand Gottes«. Eine sol- 
che Vorstellung ist für einen der- 
artig großen und »illuminierten« 
Verstand, wie ihn der eingewan- 
derte Pole sein eigen nennt, voll- 
kommen unakzeptabel, da sie ei- 
ne »Engstirnigkeit infolge massi- 
ver Unaufgeklärtheit, Analpha- 
betentum und eine auf die un- 
mittelbare Umwelt beschränkte 
Sicht« bezeugt. 

Bruder Zbig 

und der Marxismus 

Er erzählt uns, daß die zweite 
Phase, die der Mensch auf dem 
Weg zur wahren Erleuchtung 
durchgehen mußte, der Nationa- 
lismus gewesen ist, »der ein wei- 
terer gigantischer Schritt in der 
fortschreitenden Neudefinition 
vom Wesen des Menschen und 
seinem Platz in der Welt war«. 

Die dritte Phase sei der Marxis- 
mus, der »eine weitere entschei- 
dende und kreative Phase der 
Ausreifung des menschlichen 
Universalbildes darstellt. 

Gleichzeitig bedeutet der Mar- 
xismus einen Sieg des äußeren, 
aktiven Menschen über den in- 
neren, passiven Menschen und 
einen Sieg des Denkens über 
den Glauben: er betont die 
Möglichkeit des Menschen, sein 



materielles Schicksal zu formen, 
und dies hat dazu gedient, das 
Denken anzuregen und mensch- 
liche Energie zweckgerichtet zu 
mobilisieren.« 

Einige Seiten später verlangt 
»Bruder Zbig«, daß wir ihm 
glauben sollen, daß »der Marxis- 
mus, der in dem von den Bemü- 
hungen der industriellen und na- 
tionalistischen Revolutionären 
hervorgebrachten sozialen Um- 
bruch geboren wurde, ein ein- 
maliges intellektuelles Instru- 
ment war, um die grundlegenden 
Kräfte unserer Zeit zu verstehen 
und zu harmonisieren, er hat die 
Fahne der Internationalen auf- 
gezogen«. 

Hinsichtlich der »Rivalität« zwi- 
schen Rußland und Amerika fin- 
det Brzezinski anscheinend an 
dem russischen Standpunkt 
nichts auszusetzen, daß »das 
letztendliche Ergebnis des Wett- 
kampfes, aufgrund der histori- 
schen Überlegenheit des kom- 
munistischen Systems, schon im 
vornhinein feststeht«. 

Die vierte und abschließende 
Phase wird von Brzezinski als 
die »Technotronische Ära« be- 
zeichnet - beziehungsweise das 
»Ideal des vernünftigen Huma- 
nitarismus auf weltweiter Ebe- 
ne«. Laut »Webster's New Col- 
legiate Dictionary« bedeutet 
Humanitarismus »den Grund- 
satz, der das göttliche Wesen 
von Jesus Christus verneint. Die 
Doktrine, daß die Verpflichtun- 
gen des Menschen auf den Men- 
schen und die menschlichen Be- 
ziehungen beschränkt sind und 
ausschließlich von ihm ausge- 



223 



hen. Die Doktrine, daß sich das 
Wesen des Menschen allein 
durch eigene Anstrengungen, 
ohne Gottes Gnade vervoll- 
kommnen läßt.« Dies ist die 
Quintessenz des Illuminaten- 
tums - das Dogma, daß es eine 
Elite gibt, die ganz allein dazu 
berechtigt ist, die Angelegenheit 
der Menschheit zu bestimmen. 

Eine Elite kontrolliert 
und steuert 

Es ist offenbar, daß Brzezinski 
ein einsatzfreudiger Verfechter 
dieser Überlegungen ist. Seine 
bevorstehende »Technokrati- 
sche Ära« steht »in unmittelba- 
rem Zusammenhang mit den 
Auswirkungen der Technologie« 
und »bedingt das allmähliche 
Erscheinen einer Gesellschaft, 
die vermehrt kontrolliert und 




gesteuert wird. Eine solche Ge- 
sellschaft dürfte von einer Elite 
beherrscht werden, ungehindert 
von traditionellen Werten. Diese 
Elite dürfte nicht zögern, ihre 
politischen Ziele unter Einsatz 
der allermodernsten Techniken 
zu verwirklichen, mit denen sich 
das Volksverhalten beeinflussen 
läßt und die Gesellschaft ge- 
nauestens überwacht und kon- 
trolliert werden kann.« 

In der Januar-Ausgabe von 
1968 des "»Encounter« führt 
Brzezinski zu demselben Thema 
aus: »Die Wissenschaftler sind 
zuversichtlich, daß bis zum Ende 
dieses Jahrhunderts der Compu- 
ter genausogut denken kann wie 
der Mensch und in der Lage sein 
wird, >kreative<Gedankenzu ha- 
ben; angeschlossen an Roboter 
oder >Retortenmenschen< könn- 
ten sie wie Menschen handeln.« 

»Gleichzeitig werden die Mög- 
lichkeiten zur sozialen und poli- 
tischen Kontrolle über das Indi- 
viduum ungeheuerlich zuneh- 
men. Wie ich bereits gesagt ha- 
be, es wird möglich sein, eine 
fast permanente Überwachung 
über jeden einzelnen Bürger 
auszuüben und eine aktuelle 
vollständige Datenkartei zu füh- 
ren, die selbst höchst private 
Angaben über die Gesundheit 
oder das persönliche Verhalten 
des Bürgers enthält, und zwar 
neben all den üblichen Daten. 
Diese Datenbanken werden dem 
sofortigen Zugriff der Behörden 
unterliegen.« 

In »The Freeman Digest« er- 
klärte George W. Franklin, 
Koordinator der Trilateralen 



224 



Kommission, daß »bestimmte 
weise Männer« (zweifellos Il- 
luminierte) »eingesetzt würden, 
um darüber zu entscheiden, was 
getan werden muß« ! 

Brzezinski erklärt: »Die Realität 
unserer Zeit ist die, daß eine 
moderne Gesellschaft wie die 
U. S., ein zentrales Organ zur 
Koordinierung und Umstruk- 
turierung braucht, das nicht aus 
600 Leuten bestehen kann.« 

Wie hat sich Brzezinski vorge- 
stellt, daß die amerikanische Na- 
tion und die Welt seine elitäre 
»Neue Weltordnung« annehmen 
soll? Dazu erläutert er: »Span- 
nung ist unvermeidlich, wenn 
der Mensch versucht, das Neue 
in das Rahmenwerk des Alten zu 
integrieren. Eine Zeitlang wird 
der vorhandene Rahmen flexibel 
genug sein, um das Neue zu inte- 
grieren, und zwar indem er es in 
einer vertrauteren Form anpaßt. 
Aber irgendwann einmal wird 
der alte Rahmen überlastet sein. 
Die neue Menge an Schwierig- 
keiten läßt sich nicht mehr in 
traditionelle Formen umfunktio- 
nieren und macht sich schließlich 
mit zwingender Gewalt geltend. 
Heute schon ist der alte Rahmen 
der internationalen Politik mit 
ihren Einflußbereichen, Militär- 
bündnissen zwischen Nationen- 
staaten, der Fiktion von Souve- 
ränität, den doktrinären Konflik- 
ten aus den Krisen des 19. Jahr- 
hunderts - ganz eindeutig nicht 
mehr mit der Realität zu verein- 
baren.« 

Bruder Zbig 

und die Bankers 

Man sollte nicht übersehen, daß 



Brzezinski während seiner Zeit 
als Leiter des Forschungsinstitu- 
tes für Kommunistische Angele- 
genheiten an der Columbia Uni- 
versität ebenfalls als »außenpoli- 
tischer Berater« und Vertrauter 
von David Rockefeiler tätig war, 
Es ist offensichtlich, daß der 
mächtigste Mann in den Verei- 
nigten Staaten, für den angeblich 
das Amt des Präsidenten eine 
Rückstufung darstellen würde, 
an der anti-amerikanischen Phi- 
losophie des polnischen Immi- 
granten einen höchst persönli- 
chen Gefallen fand. 

Im Jahre 1972 schlug Rockefei- 
ler in einer Rede vor dem inter- 
nationalen Finanzpublikum der 
Chase Manhattan Bank in Lon- 
don, Brüssel und Paris die Grün- 
dung einer Internationalen 
Kommission für Frieden und 
Wohlstand vor (die später Trila- 
terale Kommission genannt wur- 
de), die »dafür sorgen sollte, daß 
die klügsten Köpfe sich mit den 
Problemen der Zukunft be- 
fassen«. 

Zum Schluß seiner Ausführun- 
gen sagte er: »Die Angehörigen 
dieser neuen Generation werden 
sich sehr viel leichter als ihre 
Vorfahren über nationale und 
sprachliche Grenzen hinwegset- 
zen. Sie werden ein Maß an wirt- 
schaftlicher Integration für 
selbstverständlich halten und je- 
nen Widerstand leisten, die sich 
in die Getrenntheit zurückzie- 
hen möchten.« 

»Ich bin sicher, daß, wenn die 
neuen Männer und Frauen an 
die Macht in Regierung und In- 
dustrie, in den Universitäten und 



225 



den Gewerkschaften kommen, 
wir es leichter haben werden, als 
es zur Zeit aussieht, eine Inter- 
essengemeinschaft zu er- 
richten.« 

Der Multi-Milliardär David 
Rockefeller hat Brzezinski zu 
seinem Strohmann gewählt, der 
dann seine elitäre Trilaterale 
Kommission gegründet hat. 

Von dem Rechercheur Craig S. 
Karpel erfahren wir, daß »Brze- 
zinski im Juli 1973 die Columbia 
Universität verließ, um Präsi- 
dent der Trilateralen Kommis- 
sion zu werden. Er hatte den 
Auftrag, 200 Mitglieder auszu- 
wählen, die das nächstbeste zu 
einem Weltvorstand darstellen 
würden. Brzezinski suchte nicht 
nur die einflußreichsten Männer 
der multinationalen Großkon- 
zerne aus, sondern er hat die 
Organisation auch mit Individu- 



en durchsetzt, die für den Plan 
unerläßlich waren, um die Kan- 
didaten der Kommission wie 
Carter und Mondale in hohe Re- 
gierungsämter zu bringen. Um 
sich die Unterstützung der Mas- 
senmedien zu sichern, hat er den 
Chefredakteur der Chicago 
Sun-Times<, den Chefherausge- 
ber der >Times<, den Präsidenten 
der Columbia Broadcasting Sy- 
stem und Direktoren der >Los 
Angeles Times<, der >New York 
Times< und des >Wall Street 
Journak mit aufgenommen. 

Was bringt die 
Reagan- Regierung? 

Viele Millionen Amerikaner 
möchten nichts lieber erleben, 
als daß die Hoffnungen auf eine 
rasche Bremsung der Inflation, 
einer Gesundschrumpfung der 
Bürokratie und einen sich daran 




Symbol individueller Freiheit? 



226 



anschließenden Aufwärtssog in 
der Produktivität Wirklichkeit 
werden, und daß Amerika seine 
moralische, geistige und finan- 
zielle Lebenskraft der Vergan- 
genheitzurückgewinnt. 

Die Reagan-Regierung muß da- 
zu im Licht der harten, kalten 
Realitäten beurteilt werden, 
nicht im warmen Dämmerschein 
von Wunschträumen. Was ge- 
schehen ist und geschieht, muß 
objektiv betrachtet werden, 
nicht mit Gefühl. 

Erstens, Ronald Reagan hat sich 
unter dem allmächtigen Druck 
der unsichtbaren Regierung im 
Weißen Haus mit Mitgliedern 
des CFR und der Trilateralen 
Kommission umgeben, deren 
grundlegende Philosophie von 
Genösse »Zbig« Brzezinski in 
seinem Buch »Between Two 
Ages« zum Ausdruck gebracht 
wurde. Diese Philosophie ist in 
ihrer Grundstruktur illumini- 
stisch und den Grundsätzen dia- 
metral entgegengesetzt, auf de- 
nen die Vereinigten Staaten ge- 
gründet sind. 

Zweitens, die Liberalen haben 
mit ihrer üblichen selbstgerech- 
ten Überheblichkeit aus den 
»brutalen« Kürzungen des 
Staatshaushaltes 1982 eine 
Streitfrage ersten Ranges ge- 
macht. Tatsächlich aber belau- 
fen sich diese Kürzungen auf we- 
niger als 5 Prozent der Ausga- 
ben von 1981 und sind nichts 
weiter als symbolische Geste an 
die Adresse der amerikanischen 
Wähler, die tiefgreifende Ände- 
rungen verlangt haben. Diese 



Kürzungen sind nicht im minde- 
sten »brutal«. 

Im Grunde unternimmt die 
Reagan-Regierung wenig, um 
die finanziellen Leiden der Na- 
tion zu heilen, nachdem der Prä- 
sident bereits früher klar ge- 
macht hatte, daß er nicht die 
Absicht hat, gegen das private 
Federal Reserve System vorzu- 
gehen, dessen eigennützige Ak- 
tionen die Ursachen für diese 
Leiden sind. 

Dieser private Großkonzern, der 
seit seiner Gründung im Jahre 
1913 noch nie eine Wirtschafts- 
prüfung erlebt hat, wird, wie der 
verstorbene Kongreß-Abgeord- 
nete Louis T. McFadden sagte, 
von »einer dunklen Bande von 
Finanzpiraten« geleitet. Es ist 
zweifellos der schlimmste Fluch, 
der jemals auf die amerikanische 
Nation gelegt worden ist. Dieses 
skrupellose Kartell hat von den 
sogenannten Vertretern im Kon- 
greß die Genehmigung erhalten, 
einen satanischen Plan auszu- 
führen, wodurch sie diese Verei- 
nigten Staaten mit ganz offen- 
sichtlicher Straffreiheit ausplün- 
dern dürfen. Mit der Monetisie- 
rung der Staatsverschuldung ha- 
ben sie dafür gesorgt, daß sich 
ein starker Inflationsdruck in- 
nerhalb der amerikanischen 
Wirtschaft aufbaut. 

Kanonen-und 
Butter-Politik 

Diese katastrophale Dampfwal- 
ze der Zerstörung wurde durch 
die Entscheidung der Johnson- 
Regierung in Bewegung gesetzt, 



227 



jegliche Silberdeckung für die 
»Fed«-Noten abzuschaffen. Da- 
durch war der Weg frei für seine 
»Kanonen- und Butter-Politik«, 
mit der der Vietnamkrieg finan- 
ziert wurde. Das »Federal Re- 
serve System« (Fed) hat dadurch 
Milliarden neuer, ungedeckter 
»Dollars« in die Wirtschaft ge- 
pumpt, ohne daß damit ein ent- 
sprechendes Wachstum von Gü- 
tern und Leistungen einherge- 
gangen wäre. Das unvermeidli- 
che Resultat: eine beschleuni- 
gende Geldinflation. 

Es gibt zwei Arten der Inflation: 
von Kredit und Geld. Die Infla- 
tion in den 20er Jahren war nur 
eine Kreditinflation. Zu der Zeit 
war der Dollar so gut wie Gold. 
Nach gesetzlicher Bestimmung 
war ein Dollar 412,5 grains 
Standardsilber. Er hätte gar 
nicht gesünder sein können. Es 
gab keine Geldinflation. Das 
war einfach nicht möglich. 



Als die Kreditaufnahme ge- 
stoppt wurde (die Ursache für 
die große Rezession), fielen die 
Preise auf ihre berechtigte Hö- 
he. Der Wert des Dollar war an 
Silber und Gold gebunden. Es 
gab kein Drucken von Papier- 
geld. Sämtliche Noten konnten 
zu ihrem Nennwert in Silber 
oder Gold eingelöst werden. 

Die Geldinflation in den 80er 
Jahren haben die USA deshalb, 
weil die Monopolisten die 
Staatsverschuldung monetisiert 
haben. Das hat die Wirkung, daß 
Milliarden von ungedeckten 
»Scheindollars« gedruckt wer- 
den. Dadurch sind die Preise für 
alle Dinge explodiert und viele 
Unternehmen in den Konkurs 
getrieben worden. Daraus ist 
dann eine konjunkturelle Tal- 
fahrt geworden. 

Die Regierungseinnahmen sind 
nach unten abgeknickt, während 




228 



die Sozialleistungen in die Höhe 
geschnellt sind. Mildem »Mone- 
tary Control Act von 1980« 
(Währungskontrollgesetz), das 
am 1. Juni 1981 in Kraft getre- 
ten ist, hat der Kongreß der 
»Fed« den Freibrief gegeben, 
die amerikanischen Bürger mehr 
denn je auszunehmen. Wie der 
Finanzmann James Sibbett in ei- 
nem Bulletin betont, »gibt dieses 
Gesetz der >Fed< die Macht, jede 
Schuld, sogar eine private, ja so- 
gar die einer anderen Nation, 
zumonetisieren!« 



Monetisierung 
von Schulden 

Bisher hat sich die Inflation in 
einem Land auf die Monetisie- 
rung seiner eigenen Staatsver- 
schuldung beschränkt. Aber mit 
diesem neuen Gesetz kann die 
»Fed« auch die Schulden eines 
ausländischen Landes kaufen so- 
wie die des amerikanischen Bun- 
des, der Kommunen, der Städte, 
ja sogar die privater Unterneh- 
men wie zum Beispiel von 
Chrysler. Die Zahlungsweise für 
diese Schulden besteht darin, 
Dollars aus dem Nichts zu 
schöpfen, einfach, indem man 
dem Verkäufer der Schuld einen 
Kredit in den Fed-Büchern ein- 
räumt. Der Verkäufer kann 
dann diesen Kredit jederzeit be- 
anspruchen, indem er sich bei 
der Bank an der Ecke Dollars 
holt. Auf diese Weise wird die 
Geldmengenversorgung erhöht. 

Da sich das Geldmengenwachs- 
tum ausweitet, gehen die Preise 
für Güter und Waren in die 
Höhe. 



Entscheidend ist jedoch, daß, 
selbst wenn es Präsident Reagan 
gelingt, den Haushalt auszuglei- 
chen und sogar einen Goldstan- 
dard einzuführen, wir immer 
noch unter einer galoppierenden 
Inflation leiden, und zwar wegen 
dieser neuen Möglichkeit der 
Monetisierung der Schulden. 

Das letztendliche Motiv, das die- 
sem Gesetz zugrunde liegt, ist, 
die internationalen Bankers aus 
der Klemme zu holen, da sie auf 
wertlosen Darlehen sitzen, die 
sie an fremde Nationen verlie- 
hen haben. Letztlich ist es eine 
einfache Umbuchungsaktion, 
womit die Verluste der Bankers 
an das amerikanische Volk in 
Form von steigenden Preisen ab- 
gewälzt werden. 

Außerdem lassen sich damit auf 
bequeme Art und Weise Unter- 
nehmen wie Chrysler, Geld- und 
Kreditinstitute und sonstige 
Schulden »gutschreiben«, die 
nach Meinung der »Fed« geret- 
tet werden sollten. 

Unterdessen täuscht die »Fed« 
vor, die Inflation mit einer 
Hochzinspolitik zu bekämpfen, 
was in Wirklichkeit dazu bei- 
trägt, die Inflation noch mehr 
anzuheizen, da überall die Ko- 
sten steigen. »Absurde« Zins- 
sätze, wie Präsident Reagan sie 
nannte, werden tatsächlich eine 
Rezession verursachen, die so 
gut wie eine Garantie ist, daß 
zunächst Chrysler-Schulden von 
der »Fed« monetisiert werden. 
Hohe Zinsen helfen nur, die 
Kreditinflation zu bremsen, die 
wir gar nicht haben. Dagegen 
heizen hohe Zinsen die Geldin- 
flation an, und die haben wir. 



229 



Diese neue Bedrohung des Dol- 
lars ist noch größer und handfe- 
ster als die alte. Es ist möglich, 
daß Präsident Reagan den Etat 
ausgleichen kann. Aber es ist 
ausgeschlossen, daß die Hotten- 
totten in Timbuktu ihre Kredite 
jemals zurückzahlen. Ich weiß 
nicht, wie hoch diese nicht ein- 
treibbaren Schulden dort drau- 
ßen sind. Eine Schätzung spricht 
von 500 Milliarden Dollar. Auf 
jeden Fall reicht es aus, um den 
Dollar auszulöschen, wenn die 
»Fed« sie monetisiert. 

Mißachtung der 
Gesetze 

Alle Probleme, die die amerika- 
nische Nation belasten, lassen 
sich auf ein und denselben Nen- 
ner bringen - Mißachtung der 
Gesetze. Unter dem satanischen 
Einfluß der von den Illuminaten 
beherrschten Humanitaristen ist 
die amerikanische Öffentlichkeit 
einer Gehirnwäsche unterwor- 
fen worden, die sie glauben 
macht, daß es keine absoluten 
Wahrheiten, keine absoluten 
Gesetze gibt. Und keine Strafe 
dafür, daß man alle Gesetze mit 
Füßen tritt, die uns von Gott 
gegeben wurden. Diesem satani- 
schen Ansturm ist es gelungen, 
die Grundlagen der amerikani- 
schen Gesellschaft zu untermi- 
nieren. 

Die grimmige Zukunft, die Il- 
luminaten für alle amerikani- 
schen »Bauern« vorgesehen ha- 
ben, wurde von einem Sprecher 
einer weiteren Exklusivgruppe, 
dem Club of Rome, sehr an- 
schaulich dargelegt. In einem In- 



terview mit dem Magazin »Fu- 
sion« vom August 1980 hat 
Howard Odum, Meeresbiologe 
an der Universität Florida, ent- 
hüllt, was die Internationalisten 
für unsere Zukunft planen: »Die 
Vereinigten Staaten haben eine 
neue und reizvolle Führungsrol- 
le in der Welt. Wir werden die 
Welt nach unten führen. Wir 
werden die Welt auf ein niedri- 
geres Niveau des Energiever- 
brauchs bringen.« 

Die Weltstrategen glauben, »es 
ist notwendig, daß die Vereinig- 
ten Staaten in den nächsten 50 
Jahren ihre Bevölkerung um 
zwei Drittel verringern.« Odum 
erzählt leider nicht, wie er und 
seine illuminierten Freunde die 
Beseitigung von rund 150 Mil- 
lionen ihrer Mitamerikaner be- 
werkstelligen wollen, aber wir 
können sicher sein, daß sie mit 
Fleiß an dieser Problemlösung 
arbeiten. 

In dem von Odum vorgesehenen 
Staat könnte der Großteil der 
Bevölkerung »Vollbeschäfti- 
gung in einer eigenversorgeri- 
schen Landwirtschaft finden. Es 
gäbe praktisch keine Arbeitslo- 
sigkeit, da viele Arbeiten, die 
heute von Maschinen ausgeführt 
werden, wieder von Menschen- 
hand getan werden müßten.« 

Der Plan sieht eindeutig vor, daß 
die Amerikaner nach und nach 
all ihrer Freiheit und ihres 
Wohlstandes beraubt werden 
und daß sie in der neuen Welt- 
ordnung auf den Status von 
Leibeigenen gedrückt werden. 
Dies bestätigt die Aussage des 
verstorbenen Professor Carrol 



230 



Quigley, daß die Internationali- 
sten »nichts weniger wollen, als 
ein Weltsystem der finanziellen 
Beherrschung durch Privathand, 
welches das politische System ei- 
nes jeden einzelnen Landes so- 
wie die Weltwirtschaft insgesamt 
lenkt. Dieses System soll von 
den Zentralbanken der Welt in 
feudalistischem Stil gesteuert 
werden, die konzentriert han- 
deln, und zwar aufgrund von 
Geheimabkommen, die auf häu- 
fig stattfindenden Gipfeltreffen 
und Gipfelkonferenzen verein- 
bart werden.« 

Amerikas 
Schicksaldekade 

Amerika steht an einem Schei- 
deweg. Das Jahrzehnt der 80er 
Jahre ist die Schicksaldekade. 
Die kommenden Jahre werden 
über die Zukunft der Vereinig- 
ten Staaten entscheiden - und 
die der ganzen Welt. 

Für diejenigen, die »Augen ha- 
ben, um zu sehen«, sind die 
Wegweiser klar und unmißver- 
ständlich markiert. Der eine 
Pfeil weist die Nation auf einen 
verführerischen Pfad des Ver- 



gnügens, bespickt mit subtilen 
Vortäuschungen, die an die 
niedrigsten Instinkte des Men- 
schen appellieren, nach Links. 

Dies ist der Weg des geringsten 
Widerstandes, der Weg, der all 
jenen traurigen, kranken Ge- 
schöpfen verheißungsvoll er- 
scheint, die jegliches persönli- 
ches Verantwortungsbewußtsein 
aufgegeben und ihre Seele für 
eine bezahlte Reise in die Mär- 
chenwelt eingetauscht haben, 
die die humanitaristischen Pro- 
pagandisten für sie geplant 
haben. 

Diese leichtgläubigen Un- 
schuldslämmer, die sich auf die- 
sen Weg verlocken lassen, wis- 
sen nicht, daß er zu einem ge- 
waltigen persönlichen Trauma, 
zu Frustration, Armut, Degra- 
dierung und letztlich in die totale 
Sklaverei führt. 

Der andere Pfeil lenkt die ame- 
rikanische Nation auf einen lan- 
gen, mühsamen Weg des Auf- 
stiegs zurück zur nationalen Un- 
abhängigkeit und wahrem mate- 
riellem und geistigem Gedeihen. 
Er führt in die Freiheit. 



231 



XUI. Neuer Star für eine alte Clique 



Während die Vereinigten Staaten unter der argen Last der Carter- 
Präsidentschaft schwankend in das neue Jahrzehnt der 80er Jahre 
eintraten und.sich die nationalen Krisen in alarmierendem Tempo 
verstärkten, erhob sich unter der hartbedrängten und überbesteuer- 
ten amerikanischen Bürgerschaft der Ruf nach Entlastung. Nach 
fünfzig Jahren des liberalen Wahnsinns fast leergeblutet, bestand ein 
erkennbarer Wunsch nach tiefgreifenden Änderungen. Man hatte die 
flagranten Betrügereien, wie zum Beispiel dem »New Deal«, »The 
New Frontier«, der »Great Society« und der himmelschreienden 
Schwindelei der Carter- Jahre bis zum Überdruß satt und viele Millio- 
nen Amerikaner sehnten sich nach der Rückkehr einer gesunden 
Regierung. 



Das amerikanische Volk hatte 
genug. Am 4. November 1980 
hatte es mit überwältigender 
Mehrheit die liberale Politik zu- 
rückgewiesen, die in den letzten 
Jahrzehnten gedroht hatte, die 
Vereinigten Staaten unter roten 
Zahlen, Verbrechen und 
menschlicher Entwürdigung zu 
begraben. Es gab einen massiven 
Ruck nach rechts, der zu dem 
überwältigenden Wahlsieg von 
Ronald Reagan zum amerikani- 
schen Präsidenten führte. 



Das Phänomen 
Reagan 

Am 20. Januar 1981 stieß die 
amerikanische Nation gesamt- 
haft einen hart verdienten Seuf- 
zer der Erleichterung aus, als die 
neue Reagan-Administration 
die Zügel der Regierung in die 
Hände nahm. Die gleichzeitig 
damit stattfindende Freilassung 
der Geiseln im Iran trug zu dem 
allgemeinen Gefühl der Erleich- 
terung fast einen Hauch Jubel 
bei. 



Mit dem Eintreffen von Ronald 
Reagan und vielen neuen, ver- 
fassungsorientierten Gesetzge- 
bern auf der Washingtoner Sze- 
ne wehte ein kühler, klarer und 
frischer Wind durch die staubi- 
gen Hallen des Kongresses. Die 
generelle Haltung der Neuan- 
kömmlinge wurde von Jeremiah 
Danton, dem neuen Senator von 
Alabama zum Ausdruck ge- 
bracht: »Es ist an der Zeit zu 
handeln. Bürger haben ihre ei- 
gene Selbstachtung und sie wol- 
len, daß diese Nation die ihre 
zurückgewinnt.« 

Die neue Reagan-Regierung 
versprach dem amerikanischen 
Volk einen »neuen Beginn« - 
eine Rückkehr zu traditionellen 
Werten. 

Ende der 70er Jahre wurde der 
Patriotismus vieler Millionen im 
ganzen Land zu neuem Leben 
angefacht, als Ronald Reagan 
eine lange Serie von Kommenta- 
ren veranstaltete, die die Rund- 
funksender der ABC ausstrahl- 
ten. Er sprach über Patriotismus, 



232 



konservative Politik und persön- 
liche Verantwortung sowie über 
die Notwendigkeit, den ameri- 
kanischen Bürger die »große 
Regierung« vom Hals und aus 
ihrem täglichen Leben zu schaf- 
fen. Diese bewegenden Bot- 
schaften fanden in den Herzen 
und Köpfen vieler Millionen 
Amerikaner von Küste zu Küste 
ein tiefsitzendes Echo. 

Vision eines 
wunderbaren Amerikas 

Von jahrzehntelanger liberaler 
Wahnsinnspolitik verängstigt 
und frustriert, fingen die Leute 
an, sich ernsthaft eine Reagan- 
Administration vorzustellen. Er 
sprach ihre Sprache und sie 
schlugen sich auf seine Seite. Sie 
spürten, daß hier endlich ein 
Mann von geradem Charakter 
war, der ihre Wertvorstellungen 
mit Nachdruck vortragen und ei- 
ne Hauptrolle spielen könnte, 
um die Nation wieder zu inter- 
nationalem Ansehen zurückfüh- 
ren zu können. 

Als Reagan seine einträgliche 
amerikanische Rundfunkarbeit 
an den Nagel hängte und seine 
Wahlkampfreise antrat, brauch- 
te er nur noch ins Ziel zu laufen. 
Schon bald wurde von einer 
wachsenden Menge »die Vision 
aufgegriffen« - die Vision von 
einem wunderbaren, mit neuer 
Lebenskraft erfüllten Amerika, 
das die unzähligen nationalen 
Probleme triumphierend hinter 
sich läßt. Die Präsidentschafts- 
kandidatur des ehemaligen Gou- 
verneurs von Kalifornien wurde 



von ihnen mit Begeisterung un- 
terstützt. Das Phänomen 
Reagan nahm rasch Gestalt an. 

Was kann das amerikanische 
Volk von der Reagan-Admini- 
stration erwarten? Wird sich 
Reagan als »das Wahre« erwei- 
sen - oder wird er sich als ein 
weiterer Wolf im Schafspelz ent- 
puppen? 

Im Jahre 1945, bei Ende des 
Zweiten Weltkrieges - nach 12' 
Jahren des leninistischen »New 
Deal« - befanden sich die mei- 
sten Positionen in Regierung, 
Bildungswesen, Nachrichtenme- 
dien und anderen wichtigen Be- 
reichen des öffentlichen Lebens 
in den verräterischen Händen 
von Individuen, die ihre Seele an 
die Verschwörer verkauft 
hatten. 

Die in Hollywood beheimatete 
Filmindustrie war fast völlig un- 
terwandert. Mit der geschickten 
Ausnutzung von Filmen, die die 
subtile Anti-Amerika-Propa- 

ganda der Linken verbreiteten, 
würden die Verschwörer in un- 
geheuerlicher Weise auf das 
Denken der Kinobesucher im 
ganzen Land einwirken können. 

Da die meisten Leute ins Kino 
gehen, um den nur allzuoft grim- 
migen Tatsachen des täglichen 
Lebens zu entfliehen, lassen sie 
ihren formbaren, nichts ahnen- 
den Verstand weit offen stehen, 
so daß falsche und destruktive 
Ideen ohne ihr Wissen darin ein- 
gepflanzt werden können. Über 
den Weg eines solchen Mediums 
können die Bürger für die 



233 



»Neue Weltordnung« program- 
miert werden. 

Die Roten von 
Hollywood 

Zum Ende der 40er Jahre be- 
gannen allerdings die Pläne der 
Illuminaten zur Subversierung 
der amerikanischen Gesellschaft 
von innen heraus schief zu lau- 
fen. Dramatische Beweise be- 
zeugen, daß die Regierung Roo- 
sevelt mit subversiven Elemen- 
ten durchsetzt gewesen war und 
die Mehrzahl von ihnen auch 
noch in der Truman-Admini- 
stration verblieben waren. 

Der berühmte Broadway- und 
Hollywood-Drehbuchautor und 






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Ronald Reagan als Schauspieler und im Wahlkampf zur Präsi- 
dentschaft. Die wirkliche Macht in Amerika ist auch heute 
weiterhin »ganz in der Familie Rockefeiler». 



234 



Produzent Myron Fagan deckte 
die Methoden auf, die die »roten 
Termiten« bei ihren subversi- 
ven Aktivitäten benutzten. 

Die sich anschließende Empö- 
rung hat die Filmindustrie bis ins 
Mark erschüttert. Als Folge der 
Untersuchungen durch den Uni- 
ted States Senat und den Staat 
Kalifornien wurden die ruchlo- 
sen »Hollywood Ten« zu Ge- 
fängnisstrafen verurteilt und 
weitere 300 Stars, Produzenten 
und Regisseure für schuldig be- 
funden, der Sache der Roten ge- 
dient zu haben. Myron Fagan 
gründete die »Cinema Educa- 
tion Guild« (CEG) in dem Be- 
mühen, das amerikanische Volk 
über die unheilvolle Bedrohung 
durch diese massive Unterwan- 
derung zu informieren. 

Die Wirkung zeigte sich augen- 
blicklich. Die Besucherzahlen 
gingen drastisch zurück, so daß 
einige Kinos zur Schließung ge- 
zwungen waren. Unter diesem 
enormen, landesweiten Druck 
traten die Roten den Rückzug 
an und dem amerikanischen 
Volk wurde versichert, Holly- 
wood säubere seine Bühne. 
Aber es dauerte nicht lange und 
die Roten schlichen sich von 
neuem in Hollywood ein - und 
nahmen ihre subversive Arbeit 
erneut auf. Noch einmal riß My- 
ron Fagan ihnen ihren Deck- 
mantel, herunter. Noch einmal 
gingen die Wellen der Empö- 
rung durch die Filmindustrie. 

Im Rampenlicht der bestürzen- 
den Enthüllungen durch die 
CEG bloßstehend und ent- 



schlossen, sich nie wieder erwi- 
schen zu lassen, haben die sub- 
versiven Elemente Hollywoods 
das Drehbuch umgeschrieben 
und ein anderes diabolisches 
Komplott geschmiedet, das die 
Amerikaner die Tatsachen ver- 
gessen machen sollte. 

Eingedenk des Erfolges, den die 
öffentlichen Auftritte von 
»Stars« in den dunklen Tagen 
der großen Rezession gehabt ha- 
ben, beschlossen sie, daß das be- 
ste Mittel zur Einschläferung des 
amerikanischen Publikums, das 
sie in die Kinos zurückbringen 
würde, darin besteht, die Holly- 
wood-Prominenz aufs Land zu 
schicken. Sie würden als Ehren- 
gäste in Clubs auftreten, Presse- 
konferenzen für die Vertreter 
der führenden Nachrichtenme- 
dien geben und ganz allgemein 
für ein hohes Ansehen sorgen. 
Ihre Titelmelodie: »Die Roten 
sind aus Hollywood abgehauen. 
Alles ist jetzt wieder in Ordnung 
in der Filmmetropole.« 

Viele haben sich energisch dage- 
gen verwahrt, an diesem mon- 
strösen Schwindel teilzunehmen. 
Berühmtheiten wie Clark Gable 
haben heftig protestiert und sich 
geweigert, als Botschafter des 
Betrugs auf zutreten. Andere 
sind mit beiden Füßen auf diesen 
Verschwörungszug aufgesprun- 
gen. Zu den bekanntesten von 
ihnen gehörte ein Filmschau- 
spieler namens Ronald Reagan, 
Präsident der »Screen Actors 
Guild« (SAG). Im Verlauf der 
Senatshearings in Washington 
im Jahre 1947 war die Guild 
nachweislich als ein führendes 



235 



Werkzeug der Subversion in der 
Filmindustrie entlarvt worden. 

Reagans 
rote Märchen 

Reagan bereiste das Land und 
versicherte den Leuten, daß die 
subversive Bedrohung vorüber 
sei. Eine für Reagan typische 
Erklärung wurde am 27. Juli 
1951 in der Victor Reisel Ko- 
lumne abgedruckt: 

»Der Kommunismus hat in Hol- 
lywood versagt, weil die über- 
wältigende Mehrheit der Screen 
Actors Guild immer gegen den 
Kommunismus war und ist. Die 
Roten haben alle Kunststücke 
aus ihrer Trickkiste ausprobiert, 
aber die Filmschauspieler unter 
Führung des Vorstandes der 
Screen Actors Guild haben sie 
überlistet und besiegt. Wir ha- 
ben sie offiziell und inoffiziell 
bekämpft. Wir haben sie in Ver- 
sammlungen hinter den Kulissen 
bekämpft. Unsere roten Feinde 
sind sogar soweit gegangen zu 
drohen, sie würden mir persön- 
lich und anderen Stars Säure ins 
Gesicht werfen, damit wir nie- 
mals wieder im Film auftreten 
können. Ich habe eine Zeitlang 
einen Revolver bei mir getragen 
fond Polizisten haben in meinem 
Haus gelebt, um meine Kinder 
zu beschützen. Aber diese Tage 
sind für immer vorbei, ebenso 
wie die betörten Sympathisanten 
und Mitläufer der Roten. 
Heute sind selbst die Mitläufer 
von der Hollywood-Szene ver- 
schwunden.« 

Die neue Taktik wirkte wie ein 
Zaubermittel. Wie nicht anders 



zu erwarten, wurde das neue 
Leitmotiv von den Zeitungen, 
Magazinen, Rundfunk- und 
Fernsehkommentatoren aufge- 
griffen und im ganzen Land ver- 
breitet. Die sorgfältig konzer- 
tierte Schwindelkampagne hatte 
die gewünschte Wirkung. Die 
öffentliche Meinung beugte sich 
erneut unter dem Druck. 



Reagans 

Polit-Show 

Es sollten mehr als zehn Jahre 
vergehen, ehe Ronald Reagan 
sein Debüt auf der politischen 
Bühne gab. In wahrlich theater- 
würdigem Stil begann er seinen 
Auftritt im Jahre 1964 mit einer 
anheizenden Rede, die er für 
Barry Goldwater auf dem Kon- 
vent der Republikanischen Par- 
tei hielt. Seine höchst pro-ameri- 
kanischen Erklärungen und sei- 
ne glattpolierte Rhetorik waren 
die Ursachen, die ihm weitver- 
breitete Aufmerksamkeit als ei- 
nem möglichen Kandidaten für 
ein hohes politisches Amt ein- 
brachten. 

Die Tatsache, daß er politisch 
ein Anfänger war, ohne jede 
Hausmacht, mit der er operieren 
konnte, tat seinem politischen 
»Sex Appeal« keinen Abbruch. 

Nach der Niederlage von Barry 
Goldwater begann Ronald Rea- 
gans Stern am politischen Him- 
melaufzusteigen. Ein Jahr später 
gründeten ehemalige Goldwa- 
ter-Anhänger einen Verein mit 
dem Namen »Friends of Ronald 
Reagan«. Zu Beginn reiste 



236 



Reagan in Kalifornien umher 
und traf sich zu privaten Gesprä- 
chen mit politischen Führern 
und stellte seine hochkarätige 
Redekunst den Zuhörern vor. 

Reagan sagte immer das Richti- 
ge und erhielt stürmischen Ap- 
plaus von seinem Publikum. Sie 
brachten ihm stehend Ovationen 
entgegen, als er gegen die »gro- 
ße Regierung« wetterte; Regie- 
rungsbestechung in Form von 
Subventionen an besondere In- 
teressengruppen und die Unzahl 
von sonstigen Regierungspro- 
grammen, deren Zweck die Aus- 
dehnung der Administration auf 
alle Lebensbereiche sei. 

Die »Reagan Show« ging auf 
Tournee durch ganz Amerika 
und wurde in vielen Großstädten 
an der Ostküste gegeben. Das 
Echo überall im Land war begei- 
sternd. Reagan wurde von vielen 
konservativen Republikanern 
als ein »konservativer Goldwa- 
ter« akzeptiert. Er wurde zu ei- 
nem »heißen Tip«. 

Erste Schatten 
zeigen sich 

Kurz nachdem er 1966 in den 
Wahlkampf um den kaliforni- 
schen Gouverneursposten einge- 
treten war, kamen beunruhigen- 
de Signale aus dem Reagan-La- 
ger. Die politische Coleur in der 
engeren Umgebung Reagans 
veränderte sich. Es fand ein ste- 
tiger Exodus derjenigen statt, 
die sich ihr Leben lang als unver- 
brüchliche Anhänger der wah- 
ren republikanischen Grundsät- 



ze bewiesen hatten. Gleichzeitig 
hielten liberale Dogmatiker und 
politische Manipulanten ihren 
Einzug. Es war offensichtlich, 
daß etwas in dem Image von 
Reagan als einem hartgesotte- 
nen Konservativen fehlte. 

Millionen hoffnungsvoller Wäh- 
ler in Kalifornien nahmen das 
Image von Ronald Reagan als 
einem Ritter ohne Furcht und 
Tadel, der ein »konservativer 
Gouverneur« sei und sie von 
dem ewig wachsenden Fluch der 
»großen Regierung« befreien 
würde, für bare Münze. 

Im ganzen Bundesstaat herrsch- 
ten hochgesteckte Hoffnungen, 
als Ronald Reagan am 5. Januar 
1967 in sein Amt als Gouver- 
neur eingeführt wurde. In seiner 
Einführungsrede versprach 

Reagan, daß seine Administra- 
tion um »Straffung, Kürzung 
und Senkung« bemüht sein wer- 
de, »bis die Staatsausgaben ver- 
ringert sind. Es wird nicht ein- 
fach sein, noch angenehm, und 
es wird jedes Ressort betreffen, 
angefangen beim Amt des Gou- 
verneurs selbst«. 

Knapp einen Monat später, in 
seiner Haushaltsrede vor der Le- 
gislative, zeigte Reagan mit dem 
Finger auf die Ursachen für die 
finanziellen Nöte des Staates, 
den politischen und finanziellen 
Mumpitz der Pat Brown Regie- 
rung. Kalifornien war mit 500 
Millionen US-Dollar im Minus. 
Reagan gelobte, daß seine Re- 
gierung »kein Interesse an der 
Fortsetzung eines solchen fiska- 
lischen Schwachsinns« habe. 



Rhetorik und 
Wirklichkeit 

Die Haushaltsvorlage des neuen 
Gouverneurs schien die Antwort 
auf die Gebete der Konservati- 
ven zu sein. Sie gewann ihm die 
spontane - fast jubilierende - 
Zuneigung der Konservativen 
überall. Er legte darin Einzelhei- 
ten eines Reformpaketes dar, 
das dem Staat Kalifornien fiska- 
lisches Veranlwortungsbe wußt- 
sein und Solvenz zurückbringen 
würde. 

Der kalifornische Senator John 
Schmilz, den neuen Gouverneur 
bei seinem Wort nehmend, ge- 
riet in Ekstase: »Nun haben wir 
zu guter Letzt einen Gouverneur 
in Kalifornien, der den Leuten 



die Wahrheit sagt - und seine 
Versprechungen hält. Der Haus- 
haltsentwurf von Gouverneur 
Reagan deckt das ganze Ausmaß 
der staatlichen Finanzkrise auf 
und verwirft die leichte, aber 
ruinöse Lösung, die Steuern dra- 
stisch zu erhöhen. Er hat getan, 
was er versprochen hat. Er hat 
den Mut gehabt, die Wirtschaft 
an die erste Stelle zu setzen, die 
Ausgaben gegenüber dem Vor- 
jahr um eine Viertel Milliarde 
Dollar zu kürzen.« 

Leider war die Bewertung von 
Senator Schmilz etwas voreilig. 
Er halle Reagan für einen Mann 
gehallen, dem man vertrauen 
kann, daß er sein Wort hält. Er 
halle in dem Momenl vergessen, 
daß in der Polilik Rhetorik und 
Wirklichkeit gewöhnlich weil 




Robert Taylor und Gary Cooper. Reagan machte in Hollywood 
Karriere, indem er die »roten Termiten« jagte. 



238 



voneinander getrennt sind. Inte- 
grität ist ein höchst ungewöhnli- 
cher politischer Charakterzug. 

Noch ehe der Widerhall seines 
»Reformprogrammes« verklun- 
gen war, befand sich eine neue 
Reagan- Vorlage auf dem Weg 
vor die Gesetzgeber, die 865 
Millionen US-Dollar an neuen 
Steuern vorsah. In einer Haus- 
haltsrede vor dem gesamten ho- 
hen Haus verkündete Reagan, 
daß er einen endgültigen Staats- 
etat vorlegen werde, der 488 
Millionen US-Dollar kompletter 
Neuausgaben vorsieht. 

Noch bevor die Legislaturperio- 
de um war, hatte »der konserva- 
tive Gouverneur«, der geschwo- 
ren hatte, »den Willen des Vol- 
kes zu ehren«, mit seiner Unter- 
schrift eine Steuererhöhung von 
insgesamt 943 300 000 US-Dol- 
lar zum Gesetz erhoben, die 
höchste einzelne Steueranhe- 
bung, die es jemals in der Ge- 
schichte eines amerikanischen 
Staates gegeben hat. Senator 
Schmilz flehte den Gouverneur 
Reagan an, jenen »nicht das 
Vertrauen und die Herzen zu 
brechen«, die an ihn geglaubt 
hatten. Aber es half nichts. 

Hat sich Ronald Reagan seit sei- 
ner Gouverneurszeit drastisch 
geändert? Hat er seiner nach- 
weislich liberalen Vergangenheit 
abgeschworen? Geht er heute 
auf der rechten Spur? Der heuti- 
ge amerikanische Präsident Ro- 
nald Reagan antwortet mit ei- 
nem Ja. 

Im Verlauf des Wahlkampfes 
von 1980 und in den ersten Mo- 



naten seiner Amtszeit hat Ro- 
nald Reagan beredt die Narrhei- 
ten des Sozialismus dargelegt 
und ihnen abgeschworen. Er hat 
deutlich gezeigt, daß es Idiotie 
ist, wenn die amerikanische Na- 
tion auf dem Weg weitermacht, 
den sie seit den Tagen von Roo- 
sevelt eingeschlagen hat. Es be- 
steht kein Zweifel an der Tatsa- 
che, daß Reagan der Nation eine 
psychologische Kraftspritze ver- 
abreicht hat. Unter dem Einfluß 
seiner ruhigen und zuversichtli- 
chen Führung ist es zu einer 
Trendwende der Ansichten ge- 
kommen, die die meisten Ame- 
rikaner über die Zukunft haben. 
Neue Zuversicht hat die Nation 
ergriffen. 

Das Attentat - 
ein Komplott? 

Diese Sinneswandlung Ronald 
Reagans ging den Internationali- 
sten gegen den Strich, da er ei- 
nen Großteil der Abbrucharbei- 
ten wieder zunichte macht, die 
unter dem Carter-Regime voll- 
bracht wurden. Sie könnten 
Reagan aus dem Weg haben 
wollen und zwar so schnell wie 
nur möglich. 

Die Establishment-Medien 

brachten den Mordanschlag auf 
den Präsidenten am 30. März 
1981 als die Tat eines »Spin- 
ners«. Es wurde vielerorts er- 
klärt, John W. Hinckley sei ein 
Einzelgänger, der ohne Auftrag- 
geber gehandelt habe. Dagegen 
deuten neuere Beweise darauf 
hin, daß die Medien erneut an 
einer massiven Verdunklungs- 



239 



kampagne arbeiten könnten, die 
an das erinnert, was nach der 
Ermordung Kennedys in Dallas 
im Jahre 1963 passiert ist. 

Berichte aus einer Vielzahl un- 
abhängiger Quellen wecken den 
Verdacht, daß der Anschlag auf 
das Leben von Reagan einen 
sehr viel merkwürdigeren Hin- 
tergrund hat. Drei Wochen be- 
vor die Schüsse vor dem Wa- 
shingtoner Hilton-Hotel fielen, 
haben mehrere christliche Kir- 
chenämter einen Hinweis erhal- 
ten, daß an dem Wochenende 
vom 13./14. März ein großer 
Hexensabbat stattfinden soll. 
Vor kurzem von dem Hexen- 
glauben Konvertierte haben aus- 
gesagt, daß die Anhänger der 
okkulten Kräfte in Amerika 
planten, spezielle Zauber und 
Flüche auf die Reagan-Regie- 
rung zu legen. 

Einige Tage vor dem Hexen- 
sabbat hat Hinckley seine Woh- 
nung in Evergreen, Colorado, 
verlassen und ist in ein Motel 
gezogen. Da er kurz davor seine 
Gitarre und Schreibmaschine ins 
Pfandhaus gebracht hat, scheint 
es sicher zu sein, daß eine andere 
Person seine Auslagen bezahlt 
hat. 

Und eine weitere, höchst inter- 
essante Entwicklung. Am 
31. März hat Max Robinson von 
Kanal 25,PBS in dem Gebiet 
von Akron Canton (Ohio) be- 
richtet, daß Hinckley »jeden Tag 
vor einer Telefonzelle auf einen 
Anruf gewartet hat, obwohl ein 
Telefon in seinem Zimmer vor- 
handen war.« Das deutet klar 



darauf hin, daß der zukünftige 
Attentäter tägliche Mitteilungen 
erhalten hat, die für ihn so bela- 
stend sein würden, werden sie 
zufällig mitgehört, daß er sie in 
einer öffentlichen Telefonzelle 
entgegennehmen mußte. 

Am 2. April brachte eine Zei- 
tung in Cleveland Beweise da- 
für, daß die Sicherheitsmaßnah- 
men um den Präsidenten wäh- 
rend seines Erscheinens im Wa- 
shingtoner Hilton-Hotel drei 
Tage zuvor erheblich durchbro- 
chen worden waren. Nicht nur, 
daß dem Publikum erlaubt wor- 
den war, ungewöhnlich nahe an 
dem Ausgang zu stehen, den der 
Präsident benutzte, sondern es 
fehlten auch andere Sicherheits- 
vorkehrungen. Edward V. Kel- 
ley, ein Freund der beiden Si- 
cherheitsbeamten, die sich auf 
Hinckley warfen, nachdem er zu 
schießen anfing, gab eine auf- 
schlußreiche Beobachtung be- 
kannt: »Auf den Dächern befan- 
den sich keine Männer mit Ge- 
wehren, wie damals, als Carter 
hier im letzten Jahr auf dem 
Konvent war.« 

Einladung zur 
Ermordung 

Zusammen gesehen sprechen 
diese Ereignisse für die Wahr- 
scheinlichkeit, daß damit eine 
»Einladung« zur Ermordung 
von Präsident Reagan gegeben 
wurde. Nur durch ein Wunder ist 
er dem Tod beziehungsweise sei- 
ner Beseitigung von der nationa- 
len Bühne entgangen. 

Zweifellos hat Reagan beträcht- 
liche Kompromisse auf dem 



240 



Weg ins Weiße Haus schließen 
müssen. Ohne diese Kompro- 
misse wäre der Sieg unmöglich 
gewesen. 

Im Frühjahr und Sommer 1980, 
als die öffentliche Meinungsum- 
fragen anzeigten, daß der politi- 
sche Stern Ronald Reagans am 
Aufsteigen war, wurde es der 
»unsichtbaren Regierung« klar, 
daß das Jahr 1980 sehr wohl ein 
»Reagan-Jahr« werden könnte. 
Sofort nach Reagans auffälligem 
Sieg über ihren eigenen, elitären 
Kandidaten, George Bush, in 
den Vorwahlen von New 
Hampshire, hat das »Eastern 
Establishment« Schritte unter- 
nommen, um die volle Kontrolle 
über Reagans Wahlkampf und 
das Management des bevorste- 
henden republikanischen Kon- 
vents zu erlangen. 

William Casey, ein Mitglied des 
von Rockefeller beherrschten 
Council on Foreign Relations 
(CFR) - die unsichtbare Regie- 
rung - wurde als Reagans Wahl- 
kampfmanager eingeschleust. 
Von da an lag die gesamte Ak- 
tion bei den Liberalen, wenn- 
gleich die konservative Wahl- 
propaganda und Jahrmarktakro- 
batik an Intensität gewannen. 

Casey hat einen höchst interes- 
santen Werdegang. Als ein 
Schützling von Henry Kissinger 
hatte er sich als ein so fleißiger 
und ergiebiger Diener erwiesen, 
daß man Richard Nixon emp- 
fahl, ihn auf den Spitzenposten 
der Export-Import Bank zu set- 
zen. Als Präsident dieser höchst 
einflußreichen Organisation ge- 



hörte Casey zu den »Denkern«, 
die die Finanzierung für das Ka- 
ma-Lastwagenprojekt in der So- 
wjetunion zusammengebastelt 
haben, das von einmaliger Grö- 
ße ist. Diese Anlage soll mehr 
Schwerlaster herstellen als alle 
US-Konzerne zusammen. Die 
Lastwagen aus diesem Werk 
wurden für die Invasion von 
Afghanistan eingesetzt. 

Die Finanzierung des Kama- 
Projektes ist zu 45 Prozent von 
der Export- Import Bank bereit- 
gestellt worden - einer amerika- 
nischen Bundesbehörde, das 
heißt also von den amerikani- 
schen Steuerzahlern. Weitere 45 
Prozent hat Rockefellers Chase 
Manhattan Bank zur Verfügung 
gestellt. 

Die Roten haben nur 10 Prozent 
des benötigten Kapitals aufge- 
bracht. 

Der erste handfeste Beweis für 
den unglaublichen Druck, den 
die unsichtbare Regierung der 
Geldmonopolisten auf Ronald 
Reagan ausübte, wurde auf dem 
Nationalkon ventder Republika- 
ner in Detroit geliefert, nachdem 
er mit überwältigender Mehrheit 
zum Präsidentschaftskandidaten 
dieser Partei gewählt worden 



Politik macht 
merkwürdige 
Bettgenossen 

Während seines gesamten Wahl- 
kampfes hatte Reagan seinen 
Anhängern versichert, er werde 



241 



für die Vizepräsidentschaft ei- 
nen Mann als Mitstreiter wäh- 
len, der seine konservative Welt- 
anschauung teilen würde. Viele 
seiner Anhänger glaubten zuver- 
sichtlich, er werde entweder Phi- 
lip Crane oder Jack Kemp als 
seinen Mitstreiter wählen, da 
beide tadellose Referenzen als 
Konservative haben. 

Die hochfliegenden Hoffnungen 
der Delegierten wurden zer- 
trümmert, als Reagan, umgeben 
von Rockefeller, Kissinger, Ford 
und anderen Trilateralen und 
CFR-Manipulanten, beide Män- 
ner zurückstieß. Er ging in das 
Trilaterale Lager hinein und 
griff sich George Bush heraus. 

Bush, der in den Vorwahlen 
Reagans Wirtschaftsprogramm 
verächtlich als »Hexereipolitik« 
beschimpft hatte, hatte wieder- 
holt Strategien befürwortet, die 
denjenigen Reagans diametral 
entgegengesetzt waren. Nach 
seiner Ernennung behauptete 
Bush aus voller Brust, er nehme 
Reagans Standpunkt voll und 
ganz ein. Die Politik macht 
merkwürdige Bettgenossen. 

Allerdings ist die wunderbare 
Wandlung von Bush leicht zu er- 
klären. Seit Jahren gehört er zu 
dem »in«-Haufen. Er ist ein ver- 
trauenswürdiges Mitglied der 
Rockefeller-Clique. Ehrlichkeit 
und Integrität zählen nicht zu ih- 
ren Spielregeln. Zu den roten 
Warnsignalen, die nach der Er- 



nennung von Bush aufblinkten, 
haben sich am 6. November 
1980 heulende Sirenen gestellt, 
als Reagan die Namen des Über- 
gangssystems bekannt gab, das 
mit der Vorbereitung seiner Re- 
gierungsübernahme am 20. Ja- 
nuar 1981 betraut wurde. Es war 
voll mit Mitglieder des CFR be- 
ziehungsweise der Trilateralen 
Kommission. 

Eine solche Kollektion von Ei- 
ne-Weltlern konnte nur einen 
Regierungsapparat aufbauen, 
der zu ihren Gunsten gezinkt 
sein würde. Die wirkliche Macht 
würde »ganz in der Familie« 
bleiben. Mit der Bekanntgabe 
der Namen jener, die die ver- 
schiedenen Ressorts unter der 
neuen Regierung leiten würden, 
kam die Bestätigung dieser 
Macht. Sämtliche politische 
Spitzenposten der Reagan Ad- 
ministration liegen in den Hän- 
den von Rockefeller- Agenten. 

Richard Viguerie, Herausgeber 
des »Conservativ Digest« hat die 
Gefühle vieler amerikanischer 
Patrioten in Worten ausge- 
drückt: »Es sind dieselben al- 
ten Establishment-Republika- 
ner, die Geschäftswelt, das Ea- 
stern Establishment. Diese Re- 
gierung ist eindeutig keine Re- 
gierung der Konservativen. Die 
Leute, die Ronald Reagan ge- 
wählt haben, die 16 Jahre zu ihm 
gehalten haben, haben einen 
Faustschlag ins Gesicht erhal- 
ten.« 



242 



XIV. Generalplan für eine Weltdiktatur 



»Was ist Wahrheit?« fragte ein hoher Beamter des römischen Reichs 
vor rund zweitausend Jahren. Eine Frage, die noch heute die meisten 
Menschen von sich abschütteln, sobald sie mit ihr in Berührung 
kommen. Unser Geist ist mit einem unerhört komplexen Computer 
zu vergleichen. Tag für Tag durchzucken ihn Millionen von Informa- 
tionen, die über die fünf Sinne in ihn hineingelangt sind. Auf der 
Basis dieser Datenlawine und unserer Auswertung dieser Daten 
treffen wir täglich Millionen von Entscheidungen. So automatisch ist 
der Ablauf, daß wir uns der jeweils getroffenen Entscheidung nur 
selten bewußt sind. 



Leider läßt sich die große Mehr- 
heit der Menschen durchs Leben 
treiben, während sie diese auto- 
matischen oder halbautomati- 
schen Entscheidungen trifft, die 
nur allzuoft auf Fehlinformatio- 
nen, Halb Wahrheiten und mitun- 
ter sogar auf unverblümten Lü- 
gen beruhen. Das ist ein unbe- 
wußter Prozeß. Oft erkennen 
wir die Gefahr erst, wenn es zu 
spät ist. 

Wie steht es mit neuen oder uns 
nicht vertrauten Informationen? 
Wie werden wir mit Daten fer- 
tig, die unserem geistigen Com- 
puter unmittelbar »einleuch- 
ten«? In den meisten Fällen tritt 
ein hochentwickelter, extrem 
empfindlicher Abwehrmecha- 
nismus in Aktion und überflutet 
uns mit beliebig vielen scheinbar 
logischen »Gründen«, die erklä- 
ren, warum es am besten ist, den 
Weg des geringsten Widerstan- 
des zu gehen und die neue 
Wahrheit baldmöglichst fallen 
zu lassen. 

Churchill drückte das einmal so 
aus: »An irgendeinem Zeitpunkt 
ihres Lebens stolpern die mei- 



sten Menschen einmal über die 
Wahrheit. Der größte Teil von 
ihnen springt auf, klopft den 
Staub von den Kleidern und eilt 
seinen Geschäften nach, als sei 
nichts geschehen.« 

Wie handeln Sie in einer solchen 
Situation? Wenn Sie wirklich 
darüber nachdenken, werden Sie 
zugeben, daß Churchills Beob- 
achtung wahr ist und in irgendei- 
ner Form auch auf Sie zutrifft. 

Den meisten Menschen er- 
scheint die Welt als heilloses 
Durcheinander sich widerspre- 
chender, verworrener Ideolo- 
gien. 

Und doch existiert ein General- 
plan, nachdem seit Beginn des 
20. Jahrhunderts die systemati- 
sche Zerstörung der Zivilisation, 
aller Regierungen und Religio- 
nen und die ersten Schritte für 
die Errichtung einer totalitären 
Weltdiktatur abgelaufen sind. Er 
ist bekannt und wurde mehrmals 
veröffentlicht. 

Dieser Generalplan für unser 

Jahrhundert basiert auf dem be- 



243 



rühmten Bericht über die Akti- 
vitäten und Pläne der Illumina- 
ten in den achtziger Jahren des 
18. Jahrhunderts. 

Die Führer der Illuminaten sind 
eine kleine, aber mächtige 
Gruppe, die sich aus internatio- 
nalen Bankiers, Industriellen, 
Wissenschaftlern, militärischen 
und politischen Führungskräf- 
ten, Erziehern, Wirtschaftlern 
zusammensetzt. Sie alle haben 
die satanische Doktrin Adam 
Weishaupts und Albert Pikes 
akzeptiert. Sie verehren Satan, 
wie das von Albert Pike in sei- 
nem Buch »Morals and Dogma« 
gefordert wird. Sie anerkennen 
die Autorität keines Sterblichen 
außer ihres Führers. Sie dienen 
keiner Nation. Sie führen ihre 
Verschwörung fort, um schließ- 
lich die absolute Kontrolle über 
diese Welt und alles in ihr zu 
gewinnen. 

Sie benutzen alle subversiven 
Bewegungen, um die Massen der 
Menschen in opponierende 
Gruppen in politischen, sozialen, 
rassischen, wirtschaftlichen und 
religiösen Fragen zu zersplittern. 
Sie bewaffnen diese Gruppen 
und ermuntern sie, einander zu 
bekämpfen. Sie hoffen, die 
Menschheit auf diesem selbst- 
zerstörerischen Weg weiter zu 
führen, bis alle bestehenden po- 
litischen und religiösen Institu- 
tionen abgeschafft sind. Wenn 
das erreicht ist, soll ihr Despot 
Herrscher der ganzen Welt 
werden. 

Der Beweis für diese Behaup- 
tung ist in einem Dokument ent- 



halten, das man das »neue Te- 
stament Satans« nennen kann. 
Trotz aller Argumente über die 
Herkunft und den Ursprung des 
Testaments, ist es zweifellos und 
unwiderlegbar »der Plan«, das 
»Komplott« oder der »Langzeit- 
generalplan«, mit dem diese ver- 
hältnismäßig kleine Gruppe im- 
mens wohlhabender, teuflisch 
geschickter und äußerst einfluß- 
reicher Männer die Führung in 
allen Bereichen der Gesellschaft 
stürzen und pervertieren will, 
um ihr Ziel zu erreichen. Sie ver- 
sprechen Wohlstand, Luxus, 
»Selbstwertschätzung« und sinn- 
liche Freude, um die Führer in 
die Falle zu locken, aus der es 
kein Entrinnen mehr gibt. 

Die Männer, die in dem neuen 
Testament Satans die teuflische 
Verschwörung aushecken, wa- 
ren keine Atheisten. Sie sind 
Mitglieder der Illuminaten, Jün- 
ger des ursprünglichen »Licht- 
trägers« Satan, des Teufels. Sie 
verehren Satan. 

Der Geheimorden 
der Illuminaten 

Der Illuminatenorden wurde am 
1. Mai 1776 von Dr. Adam 
Weishaupt, Professor für katho- 
lisches Kirchenrecht an der Uni- 
versität Ingolstadt, gegründet. 
Weishaupt brach dafür mit dem 
Jesuitenorden, dem er als Prie- 
ster angehört hatte, und gründe- 
te seine eigene Organisation. 

Weishaupt berichtet in seinem 
Buch - eine Art politisches Te- 
stament - Ȇber die geheime 
Welt- und Regierungskunst« im 
dritten Abschnitt »Von den Ab- 



244 



sichten der ersten Stifter gehei- 
mer Verbindungen«: »Die Frei- 
maurerei sei die Stammutter der 
meisten heutigen, geheimen Ge- 
sellschaften; die meisten Stifter 
solcher Orden seien Apostaten, 
ausgeschlossene, mißhandelte 
oder nicht befriedigte Mitglieder 
dieser Gesellschaft.« Dann ent- 
wickelt Weishaupt, wie wenig 
ihn die Loge befriedigt habe und 
wie allmählich der Plan in ihm 
gereift sei, selbst einen Orden zu 
gründen. 

Man meint heute, daß die Illu- 
minaten beziehungsweise die sa- 
tanische Philosophie hinter ih- 
nen, nur weil sie keine offen an- 
erkannte Organisation mehr 
sind, für die westliche Welt kei- 
ne Bedrohung mehr darstellen. 
Eine solche Annahme ist äußerst 
naiv. 

Es wäre sowohl naiv als auch 
töricht zu glauben, daß die große 
religiöse Renegatenbewegung, 
die unter Satans Leitung von Si- 
mon Magus 33 nach Christus ins 
Leben gerufen wurde, sich ir- 
gendwie in Luft aufgelöst hätte. 
Wir sollten im Gegenteil davon 
ausgehen, daß Simons Bewe- 
gung in unserer heutigen Gesell- 
schaft, die so offensichtlich irre- 
geleitet und so eindeutig von Sa- 
tan beeinflußt wird, sehr rührig 
ist. Natürlich verkauft die mo- 
derne Ausprägung von Satans 
Simonischer Kirche ihre falschen 
Waren nicht unter dem Banner 
der »geistlichen Verführungsge- 
sellschaft Simons«, der »Uner- 
schütterlichen Kirche der baby- 
lonischen Mysterien« oder der 
»Satanskirche des babylonischen 



Taufheidentums«. Solche Na- 
men würden kaum jemanden 
davon überzeugen, daß es sich 
um wahres Christentum handelt. 

Seit Jahrhunderten ist wohlbe- 
kannt, daß diese Kirche im 17. 
Kapitel der Offenbarung des Jo- 
hannis als die große Kirche - die 
Bibel nennt sie die große Hure - 
definiert ist, die unzählige 
»Töchter« (Nachkommen) aus- 
brütet und »die Bewohner der 
Erde geistig trunken gemacht 
hat vom Wein ihrer geistlichen 
Unzucht«. 

Diese mächtige weltweite Orga- 
nisation hat also die Völker ge- 
täuscht und korrumpiert. Wer 
getäuscht wird, merkt davon 
nichts, sonst hätte er ja nicht ge- 
täuscht werden können. Wer ge- 
täuscht ist, mag absolut gutgläu- 
big sein - recht hat er deshalb 
nicht. 

Es gibt Beweise dafür, daß simo- 
nische Kräfte sich mit den 111- 
uminaten auf höchster Ebene 
vereinigt haben, um gemeinsam 
beider nächster Ziel zu erreichen 
- die restlose Eroberung der 
Welt. Der mexikanische Priester 
Joaquin Saenz Arriaga schildert 
dazu Hintergründe in seinen Bü- 
chern in spanischer Sprache 
»Die neue montinische Kirche« 
und »Der vakante Stuhl«. 

Novus Ordo 
Saeculorum 

Der Name »Illuminaten« impli- 
ziert, daß Mitglieder des Ordens 
die einzigen wirklich aufgeklär- 



245 



ten Menschen sind und wissen, 
»um was es wirklich geht«. 
Weishaupt und seine Anhänger 
hielten sich für die Creme de la 
creme der Intelligentsia, für die 
einzigen Menschen mit der Fä- 
higkeit, dem Wissen, der Ein- 
sicht und dem Verstehen, die 
notwendig sind, wenn man die 
Welt regieren und ihr den Frie- 
den bringen will. Ihr erklärtes 
Ziel war die Errichtung eines 
»Novus Ordo Saeculorum«, ei- 
ner neuen Weltordnung bezie- 
hungsweise einer Weltregierung. 

Die direkte Parallele zwischen 
der vermessenen, eitlen, eogisti- 
schen Haltung Weishaupts und 
seiner Anhänger einerseits und 
der Haltung, die Satan an den 
Tag legte, als er und die von ihm 
geführten Engel ihrem Schöpfer 
die Herrschaft über das Univer- 
sum zu entreißen versuchten, 
andererseits ist offenkundig. Das 
Illuminatentum ist eindeutig Sa- 
tanismus in einer seiner moder- 
nen Spielarten: die Ziele sind 
praktisch identisch. Tatsächlich 
war Satan der erste Illuminat. 

Die Öffentlichkeit wurde zum 
erstenmal auf die Existenz der 
Illuminaten und ihres teuflischen 
Plans zur Welteroberung auf- 
merksam, als sich 1875 ein 
merkwürdiger Unfall ereignete. 
Die Geschichte berichtet, daß 
ein berittener Kurier der Illumi- 
naten mit Namen Lanze von 
Frankfurt nach Paris jagte um 
Dokumente über Aktivitäten 
der Illuminaten im allgemeinen 
und ins Einzelne gehende In- 
struktionen für die geplante 
französische Revolution im be- 
sonderen zu überbringen. Die 



Dokumente stammten von den 
Illuminaten in Deutschland und 
waren für den Großmeister der 
Großloge von Frankreich in Pa- 
ris bestimmt. 

Der Kurier wurde von einem 
Blitz getroffen. Alle Papiere fie- 
len in die Hand der Polizei, die 
sie an die bayerische Regierung 
weiterleitete. Diese ordnete eine 
Razzia des Illuminaten-Haupt- 
quartiers an, bei der weitere Do- 
kumente sichergestellt wurden. 
So wurde entdeckt, daß die Ver- 
schwörer weltweite Ziele hatten. 

Alle die sorgfältig dokumentier- 
ten Beweise wurden der Regie- 
rung Englands, Deutschlands, 
Österreichs, Frankreichs, Polens 
und Rußlands überbracht. Aus 
welchem Grund auch immer, 
vermutlich aufgrund des Einflus- 
ses von Insider-Illuminaten, be- 
schlossen die genannten Regie- 
rungen, den Warnungen kein 
Gehör zu schenken. Vier Jahre 
danach explodierte die französi- 
sche Revolution, die die ganze 
europäische Szene ins Wanken 
brachte. 

Die Richtlinien der Illuminaten 
besagen, daß sie hinter den Ku- 
lissen zu arbeiten hatten und ih- 
re Identität sowie ihre Verbin- 
dungen zu den revolutionären 
Kräften niemals bekannt werden 
durfte. Sie beschlossen darum, 
den Historikern ein neues Do- 
kument verfügbar zu machen. Es 
war so abgefaßt, daß der Ver- 
dacht von den Illuminatenfüh- 
rern abgelenkt und auf die Füh- 
rer der jüdischen Revolutions- 
bewegung in Rußland übertra- 



246 



gen werden sollte. Die beauf- 
tragten Schreiber verwendeten 
den bei dem toten Kurier gefun- 
denen Plan, aber sie änderten 
bestimmte Wörter und Sätze, 
um die Leser des »neuen« Do- 
kuments glauben zu machen, es 
handele sich um die jüdische Ka- 
bale zur Erringung der Welt- 
herrschaft in Übereinstimmung 
mit den Richtlinien des politi- 
schen Zionismus, so wie sie 1897 
von Herzl verkündet wurden. 

Plagiat als Vorwand 
für Rassismus 

Die Illuminaten beschlossen, 
den geänderten Plan einem her- 
ausragenden Mann in Rußland 
zuzuspielen, dessen Ruf untade- 
lig war. Dieser Mann - ihr 
nichtsahnender Komplize - war 
Professor Sergei Nilus. Er prüfte 
die Dokumente und hielt sie für 
echt. Mit der Veröffentlichung 
der Dokumente unter dem Titel 
»Das Große im Kleinen und der 
Antichrist als nahe liegende 
staatsrechtliche Möglichkeit« im 
Jahr 1905 tat Professor Nilus ge- 
nau das, was die Illuminaten von 
ihm erwartet hatten. Der Glaube 
an die Authentizität der Doku- 
mente wurde durch Vorwürfe 
wie »tollwütiger Antisemitis- 
mus«, »Judenhetze«, »Rassis- 
mus« und ähnliche Vorhaltun- 
gen unterdrückt, durch die die 
Menschen von der Wahrheit ab- 
gelenkt wurden. 

Es handelte sich ganz eindeutig 
um eine satanische Verschwö- 
rung. An diesen Intrigen waren 
viele beteiligt: Adam Weis- 
haupt, Karl Marx, die Roth- 



schilds, die Rockefellers, die in- 
ternationalen Bankers, später 
Adolf Hitler - der sich von die- 
sen Plagiaten bei der Nieder- 
schrift seines Buches »Mein 
Kampf« beeinflussen ließ - und 
viele, deren Namensnennung zu 
weit führen würde. 

In dem Versuch, die öffentliche 
Aufmerksamkeit von dem tödli- 
chen Ernst der Botschaft dieses 
satanischen Testaments abzulen- 
ken, behaupteten einige, es 
handle sich um eine Fälschung 
beziehungsweise um ein Plagiat. 
Da die Geschichte dieses Jahr- 
hunderts im Grunde streng nach 
den Angaben in Satans neuem 
Testament abgelaufen ist, erüb- 
rigt sich die Frage, ob es sich um 
eine Fälschung oder ein Plagiat 
der Jahrhundertwende handelt. 
Was in dem Testament beschrie- 
ben und verkündet wird, wurde 
durch die Ereignisse der vergan- 
genen 80 Jahre dieses Jahrhun- 
derts bestätigt. 

Die Londoner »Times« schenkte 
dem Dokument große Beach- 
tung. Der erste Aufsatz dazu er- 
schien am 8. März 1921. Es hieß 
darin: »Welche böswillige Ge- 
sellschaft hat diese Pläne ge- 
schmiedet und triumphiert nun 
über ihre Verwirklichung? Sind 
sie gefälscht? Woher stammt 
dann die unheimliche Gabe ei- 
ner Prophezeiung, die zum Teil 
bereits in Erfüllung ging, zum 
Teil der Erfüllung entgegen 
schreitet? Haben wir diese trau- 
rigen Jahre hindurch gekämpft, 
um die heimliche Organisation 
der deutschen Weltherrschaft zu 
sprengen und zu vernichten, da- 



247 



mit wir hinter ihr eine viel ge- 
fährlichere, weil heimlichere 
entdecken? Sind wir durch An- 
spannung jeder Fiber unseres 
Volkskörpers einer >Pax Germa- 
nica< entronnen, um uns einer 
>Pax judica< zu unterwerfen?« 

Wer schrieb das neue 
Testament Satans? 

Am 17. und 18. August 1921 
brachte die »Times« zwei Auf- 
sätze »Jewish World Plot« und 
»Jewish Peru Exposed«. Darin 
wird berichtet, daß der Korre- 
spondent des Blattes in Kon- 
stantinopel durch einen glückli- 
chen Zufall ein Buch erwischt 
hätte, aus welchem die Doku- 
mente, also das neue Testament 
Satans, abgeschrieben sei. Es 
handelt sich um die Schrift von 
Maurice Joly »Dialogue aux en- 
fers entre Machiavel et Montes- 
quieu ou la Politique de Machia- 
vel au XIX. Siecle. Par un Con- 
temporain«. Sie erschien 1865 
bei Mertens & Sohn in Brüssel 
und eine deutsche gekürzte 
Übersetzung im gleichen Jahr 
bei O. Wiegand in Leipzig. Von 
der französischen Ausgabe folg- 
te 1868 eine zweite Auflage mit 
dem Namen des Verfassers. 

Ein Vergleich mit Satans Testa- 
ment zeigt, daß der Verfasser 
das Buch von Joly gekannt und 
einzelne Sätze daraus übernom- 
men hat. Die »Times« schreibt 
dazu, Joly-Joel hätte in seinem 
Buch Napoleon III. »verspot- 
tet«. Gewiß, das hat er getan, 
aber das Buch enthält weit mehr. 
Es ist tatsächlich ein Vorgänger 
des neuen satanischen Testa- 



ments und gestattet einen ausge- 
zeichneten Einblick in die Ver- 
schwörungskunst der Illumi- 
naten. 

Der Verfasser dieser Zwiege- 
spräche, in denen Machiavelli als 
der »Usurpator« Napoleon und 
Montesquieu als Geist der Ver- 
schwörung von 1789 auftreten, 
verspottet allerdings den Kaiser 
der Franzosen nicht um Napole- 
on lächerlich zu machen, son- 
dern um den monarchischen Ge- 
danken im französischen Volk 
zu ersticken. Darüber hinaus 
aber hat Joly-Joel den Sturz des 
Hauses Bonaparte und die Kom- 
mune von 1871 sowie die Tren- 
nung von Staat und Kirche vor- 
bereitet. 

Die französische Regierung 
führte 1870 den Krieg mit 
Deutschland herbei, um dadurch 
das drohende Unheil abzulen- 
ken. Vielleicht wäre das bei ei- 
nem siegreichen Krieg auch ge- 
glückt. Die Vorbereitungen zum 
Umsturz waren damals aber 
schon so weit vorgeschritten, 
daß der Zusammenbruch des 
Kaiserreiches unmittelbar nach 
der Schlacht bei Sedan erfolgte. 
Am 2. September 1870 hatte 
Napoelon III. seine Unterre- 
dung mit Bismarck bei Donche- 
ry, auf die die Übergabe des 
Heeres in Frenois folgte. Daran 
schloß sich die Begegnung des 
französischen Kaisers mit dem 
König Wilhelm I. von Preußen 
im Schloß Bellevue. Napoleon 
überreichte dem König seinen 
Degen und bat um ritterliche 
Haft, die ihm auf Schloß Wil- 
helmshöhe bei Kassel zuteil 
wurde. 



248 



Terror mit 
Sachkenntnis 

In der Nacht vom 3. zum 4. Sep- 
tember beantragte Jules Favre 
bereits die Absetzung des Hau- 
ses Bonaparte. Der Vertreter 
der kaiserlichen Regierung Ge- 
neral Cousin-Montauban, »wag- 
te nicht«, dieser Aufforderung 
zum Hochverrat ernstlich entge- 
gen zu treten, weil Heer und Na- 
tionalgarde sich unzuverlässig 
zeigten. Die Vorgänge erinnern 
lebhaft an den 9. November 1918. 

Am 4. September, nachmittags, 
stürmte ein »Volkshaufe« den 
Sitzungssaal der gesetzgebenden 
Körperschaft, der Senat löste 
sich auf und man verkündete die 
Volksregierung. Die Ziele der 
Illuminaten waren allerdings er- 
heblich weiter gesteckt. Frank- 
reich sollte dem Bolschewismus 
ausgeliefert werden, der unter 
dem Namen Commune nach 
einigen mißglückten Versuchen 
vom 18. März bis zum 29. Mai 
1871 in Paris mordete und 
brandschatzte, und nur an den 
145 Häusern von Alfons Roth- 
schild ehrfurchtsvoll vorüber 
ging. Denkmäler französischer 
Größen wurden mit Sachkennt- 
nis zerstört. Bürger und Geistli- 
che ermordet, wer mochte aber 
dem Pöbel beigebracht haben, 
daß es sich schickt, Häuser rei- 
cher Illuminaten bei solcher Ge- 
legenheit zu schonen? Vielleicht 
können die Mitglieder des Rates 
der Dreihundert darüber Aus- 
kunft erteilen? 

Schwerlich wäre es der französi- 
schen Regierung jener Zeit ge- 



lungen, den Aufstand niederzu- 
schlagen, wenn nicht die deut- 
sche Heeresleitung den Sturm 
auf Paris durch Besetzung ihrer 
Vorposten-Stellungen erleich- 
tert und damit gleichzeitig ein 
Entweichen der Aufständischen 
verhindert hätte. 

Joly-Joel hatte die Kommune 
mit seinem Buch nicht nur 
gründlich vorbreitet, er war auch 
selbst eifrig an den Vorgängen in 
Paris beteiligt. Joly-Joel war 
Freimaurer und Illuminat. 

In dem neuen Testament Satans 
bekennt man sich zum Aufstand 
in Paris im Jahre 1871. Der im 
Testament enthaltene Plan ist 
auf jeden Fall Teil der Illumina- 
ten-Schriften. Der Verfasser des 
Testaments war also mit den er- 
wähnten Büchern und den geän- 
derten Dokumenten der Illumi- 
naten vertraut und zitierte eifrig 
daraus. 

Der wirkliche Beweis hinsicht- 
lich der Authentizität oder 
Falschheit des Testaments liegt 
natürlich nicht in dem, was die 
Leute sagen. Der wirkliche Be- 
weis ist der Inhalt des Testa- 
ments selbst und die tödliche 
Präzision der Zukunftsdeutung. 

Henry Ford, der berühmte ame- 
rikanische Industrielle, wirkte 
sehr überzeugend, als er in ei- 
nem Interview mit der »New 
York World«, gedruckt am 17. 
Februar 1921, zu der Wahrhaf- 
tigkeit dieses Dokumentes sagte: 
»Das Einzige, was ich dazu sa- 
gen möchte ist, daß sie genau in 
den Gang der Dinge hineinpas- 
sen. Sie sind mindestens sechs- 



249 



zehn Jahre alt, und sie haben die 
Weltsituation bisher zutreffend 
beschrieben. Sie tun es noch.« 

Voraussagen 
wurden Wirklichkeit 

In einem Brief an die Zeitschrift 
»Senator«, der am 27. August 
1921 gedruckt wurde, schrieb 
Lord Sydenham: »Die Doku- 
mente beschreiben in genaue- 
sten Einzelheiten die Ziele des 
Bolschewismus und die Metho- 
den, mit denen diese Ziele ver- 
wirklicht werden. Diese Metho- 
den wurden bereits 1901 ange- 
wandt, als Nilus den Erhalt der 
Dokumente bekanntgab, aber 
auch damals war der Bolsche- 



wismus marxistischer Kommu- 
nismus, und die Zeit war noch 
nicht reif für den Einsatz militä- 
rischer Gewalt. Nichts, das 1865 
geschrieben wurde, kann einen 
Einfluß auf die tödliche Präzi- 
sion der Vorraussagen gehabt 
haben, von denen die meisten 
seither haargenau eingetroffen 
sind. 

Was ist das verblüffenste Merk- 
mal dieser Dokumente? Die 
Antwort ist sehr wenigen be- 
kannt und allumfassend. Der 
Schlüssel der Geheimnisse, 
wenn es eines ist, liegt in der 
Sicherstellung der Herkunft die- 
ses unheimlichen Wissens, auf 
dem all die eingetroffenen Pro- 
phezeiungen basieren.« 



250 

Anhang 

Protokolle der Weltdiktatur: 
Das neue Testament Satans 



Alle Redensarten wollen wir beiseite lassen, dafür aber die Bedeu- 
tung jedes Gedankens besprechen und die Lage durch Vergleiche 
und Schlußfolgerungen beleuchten. Auf diese Weise kennzeichnen 
wir unser System. Man muß dabei stets berücksichtigen, daß die 
Menschen mit bösen Trieben zahlreicher sind als die mit guten 
Eigenschaften. Deshalb wird in der Staatsverwaltung weit mehr 
durch Gewalt und Rücksichtslosigkeit erreicht, als durch wissen- 
schaftliche Erörterungen. Jeder Mensch strebt nach Macht, jeder 
möchte »Selbstherrscher« - Diktator - werden, wenn er nur könnte. 
Dabei sind nur die Wenigsten bereit, das Allgemeinwohl dem eige- 
nen Vorteil nicht zu opfern. 



Was hat die Raubtiere, die man 
Menschen nennt, in Schranken 
gehalten? Wer hat sie bisher ge- 
leitet? Zu Beginn der gesell- 
schaftlichen Ordnung fügten sie 
sich der rohen und blinden Ge- 
walt, dann dem Gesetz, das 
nichts Anderes ist als die gleiche 
Gewalt in verschleierter Form. 
Daraus folgere ich: Nach den 
Naturgesetzen liegt das Recht in 
der Macht! 

Diese Aufgabe wird wesentlich 
leichter, wenn der Gegner selbst 
von dem falschen Begriff »Frei- 
heit«, dem sogenannten Libera- 
lismus, angesteckt wird und sich 
diesem Begriff zuliebe seiner 
Macht begibt. Hier gelangt unse- 
re Lehre zum offenkundigen 
Siege: Wenn die Zügel der Ver- 
waltung am Boden schleifen, 
dann erfaßt nach den Naturge- 
setzen eine neue Hand die Zügel 
und zieht sie an. Denn die blinde 
Masse des Volkes kann nicht ei- 
nen Tag ohne Führer sein. Die 



neue Macht tritt an die Stelle der 
alten, die der Liberalismus zer- 
mürbt hat. 

In unserer Zeit ersetzt die Macht 
des Goldes den Liberalismus. Es 
gab eine Zeit, da herrschte der 
Gottesglaube. Der Begriff der 
Freiheit läßt sich nicht verwirkli- 
chen. Niemand versteht es, ver- 
nünftigen Gebrauch davon zu 
machen. Überläßt man ein Volk 
auf kurze Zeit der Selbstverwal- 
tung, so verwandelt sich diese in 
Zügellosigkeit. Von diesem Au- 
genblick an entstehen Zwistig- 
keiten, die sehr bald in Wirt- 
schaftskämpfe ausarten. Die 
Staaten geraten in Brand, und 
ihr Ansehen versinkt in Asche. 

Mag nun ein Staat durch innere 
Umwälzungen erschöpft oder 
durch Bürgerkrieg in die Gewalt 
äußerer Feinde geraten sein, so 
ist er auf jeden Fall dem Unter- 
gang geweiht; dann ist er in un- 
serer Gewalt. Die Herrschaft des 



251 




So sah Albrecht Dürer in seiner Holzschnittfolge »Die Apoka- 
lypse« die babylonische Hure, die noch heute regiert. 



252 



Geldes, über das wir ganz allein 
verfügen, reicht ihm einen 
Strohhalm hin, an dem sich die 
Regierung wohl oder übel an- 
klammern muß, will sie nicht 
rettungslos in den Abgrund ver- 
sinken. 

Ich frage denjenigen, der vom 
freisinnigen Standpunkt aus sol- 
che Erwägungen für unsittlich 
hält: »Wenn jedes Reich zwei 
Feinde hat, und wenn es dem 
äußeren Feind gegenüber er- 
laubt ist und nicht als unsittlich 
gilt, jegliches Kampfmittel anzu- 
wenden, zum Beispiel den Feind 
nicht mit den Verteidigungs- 
und Angriffsplänen bekannt zu 
machen, ihn nachts und mit 
überlegenen Streitkräften anzu- 
greifen, weshalb sollten solche 
Maßnahmen gegenüber dem 
schlimmeren Feind, der die ge- 
sellschaftliche Ordnung und den 
Wohlstand zerstört, unmoralisch 
genannt werden?« 

Wie kann ein gesund und folge- 
richtig denkender Geist hoffen, 
die Volksmassen mit Erfolg 
durch Vernunftsgründe und güt- 
liches Zureden zu regieren, 
wenn dem Volk die Möglichkeit 
des Widerspruchs zusteht, der 
zwar unsinnig erscheinen mag, 
dem oberflächlich urteilenden 
Volk aber angenehm dünkt? 

Der große Haufe, der sich aus- 
schließlich von seichten Leiden- 
schaften, Aberglauben, Ge- 
wohnheiten, Überlieferungen 
und gefühlsvollen Lehrsätzen 
leiten läßt, verstrickt sich in den 
Parteigeist, der jede Möglichkeit 
einer Verständigung ausschließt, 



wenn sie auf Grund gesunder 
Vorschläge angebahnt wird. Je- 
de Entscheidung der Masse 
hängt von einer zufälligen oder 
künstlich zusammengebrachten 
Mehrheit ab, die sich, in Un- 
kenntnis der Schliche in der 
Staatskunst, zu den törichtsten 
Entschlüssen hinreißen läßt und 
so den Keim der Gesetzlosigkeit 
in die Staatsverwaltung legt. 

Die Staatskunst hat mit dem Sit- 
tengesetz nichts gemein. Ein 
Herrscher, der an der Hand des 
Sittengesetzes regieren will, ver- 
steht nichts von der Staatskunst 
und ist daher keinen Augenblick 
auf seinem Thron sicher. Wer 
regieren will, muß mit List und 
Heuchelei arbeiten. Hohe völki- 
sche Eigenschaften - Ehrbarkeit 
und Offenheit - sind Klippen für 
die Staatskunst, denn sie stürzen 
besser und sicherer vom Thron 
als der stärkste Feind. Diese Ei- 
genschaften mögen die Kennzei- 
chen der nicht illuminierten Rei- 
che sein. Wir dürfen uns niemals 
von ihnen leiten lassen. 

Unser Recht liegt in der Stärke. 
Das Wort »Recht« ist ein künst- 
lich gebildeter und durch nichts 
bewiesener Begriff. Es bedeutet 
nicht mehr als: »Gebt mir, was 
ich wünsche, damit ich einen Be- 
weis dafür habe, daß ich stärker 
bin als ihr.« 

Der Zweck 
heiligt die Mittel 

Wo fängt das Recht an? Wo hört 
es auf? In einem Staat, in dem 
die Macht schlecht geregelt ist, 
in dem die Gesetze und der 



253 



Herrscher durch zahlreiche 
Rechte des Freisinnes machtlos 
geworden sind, schöpfe ich ein 
neues Recht: mich nach dem 
Recht des Stärkeren auf die Ver- 
waltung zu stürzen, meine Hand 
auf die Gesetze zu legen, alle 
Einrichtungen umzubilden und 
der Herr derer zu werden, die 
uns ihre Macht freiwillig aus 
»Liberalismus« überlassen 

haben. 

Unsere Macht wird, da gegen- 
wärtig alle Mächte ins Wanken 
geraten, unüberwindlicher sein 
als jede andere, weil sie so lange 
unsichtbar sein wird, bis sie so 
weit gekräftigt ist, daß sie keine 
List mehr untergraben kann. 

Aus dem vorübergehenden Un- 
heil, das wir jetzt anrichten müs- 
sen, wird die Wohltat einer un- 
erschütterlichen Regierung her- 
vorgehen, die den vom Freisinne 
gestörten regelmäßigen Gang 
des völkischen Daseins wieder- 
herstellen wird. Der Zweck hei- 
ligt die Mittel. So wollen wir 
denn in unseren Plänen die Auf- 
merksamkeit weniger auf das 
Gute und Sittliche als auf das 
Nötige und Nützliche lenken. 

Wenn wir einen erfolgreichen 
Plan für unsere Tätigkeit ausar- 
beiten wollen, dann müssen wir 
die Gemeinheit, die Unbestän- 
digkeit, den Wankelmut der 
Masse begreifen lernen. Wir 
müssen ihre Unfähigkeit zum 
Verständnis und zur Würdigung 
der Bedingungen des eigenen 
Lebens, der eigenen Wohlfahrt 
berücksichtigen. Wir müssen in 
Rechnung ziehen, daß die Macht 



der Masse blind, unvernünftig 
und urteilslos ist, daß sie bald 
nach rechts, bald nach links 
horcht. Ein Blinder kann Blinde 
nicht leiten, ohne daß er sie an 
den Abgrund führt. Folglich 
können die Angehörigen der 
Masse, Emporkömmlinge aus 
dem Volk, mögen sie auch hoch- 
begabt sein, in der Staatskunst 
nicht mitreden oder als Führer 
auftreten, ohne das ganze Volk 
zu verderben. 

Ein Volk, das sich selbst, das 
heißt den Emporkömmlingen 
aus der Masse überlassen bleibt, 
zerstört sein eigenes Gefüge 
durch Parteikämpfe, die durch 
die Jagd nach Macht und Ehren 
hervorgerufen werden, und 
durch die daraus entspringenden 
Unruhen. Ist es möglich, daß die 
Massen ruhig und ohne Eifer- 
sucht urteilen und das Geschick 
des Landes leiten können, das 
sich nicht mit persönlichen In- 
teressen vermengen läßt? Kön- 
nen sie es gegen äußere Feinde 
verteidigen? Das ist undenkbar: 
Ein Feldzugplan, der in so viele 
Teile zerfällt, wie die Menge 
Köpfe zählt, verliert seine Ein- 
heitlichkeit; er wird deshalb un- 
verständlich und unausführbar. 

Die Masse besteht 
aus Barbaren 

Nur eine selbstherrschende Per- 
sönlichkeit kann die Pläne der 
Staatsleitung in voller Klarheit 
in einer Ordnung ausarbeiten, 
die alles im Mechanismus der 
Staatsmaschine richtig verteilt. 
Hieraus folgt, daß die geeignet- 
ste Staatsform eines Landes dort 



254 



gefunden ist, wo die Leitung in 
der Hand einer verantwortlichen 
Persönlichkeit liegt. Ohne unbe- 
dingte Gewalt kann keine Zivili- 
sation bestehen; diese ruht nicht 
auf den Massen, sondern auf ih- 
rem Führer, mag er sein, wie er 
will. Die Masse besteht aus Bar- 
baren, die ihr Barbarentum bei 
jeder Gelegenheit zeigt. Sobald 
die Masse die Freiheit an sich 
reißt, verwandelt sie diese in Ge- 
setzlosigkeit, die den höchsten 
Grad der Barbarei bildet. 

Sehen Sie sich die vom Wein- 
geist durchseuchten Tiere an, die 
vom Wein betäubt sind. Das 
Recht auf den unmäßigen Wein- 
genuß wird zugleich mit der 
Freiheit verliehen. Lassen Sie 
unser Volk nicht so weit geraten. 
Die nicht illuminierten Völker 
sind vom Weingeist benebelt, ih- 
re Jugend ist durch übertriebene 
Durchforschung der Klassiker 
ebenso verdummt wie durch frü- 
he Laster, zu denen sie von un- 
seren Beauftragten, den Haus- 
lehrern, Dienern, Erzieherinnen 
in den reichen Häuser, Hand- 
lungs-Gehilfen, ferner von unse- 
ren Weibern an Vergnügungsor- 
ten der Nicht-Illuminierten ver- 
leitet werden. Zu diesen zähle 
ich auch die sogenannten »Da- 
men der Gesellschaft«, die das 
Beispiel des Lasters und der 
Prunksucht freiwillig nach- 
ahmen. 

Unsere Lösung ist: Gewalt und 
Heuchelei! Nur die Macht er- 
ringt den Sieg in staatsrechtli- 
chen Fragen, namentlich wenn 
sie in den Talenten verborgen 
ist, die notwendig sind, um ein 



Volk zu lenken. Die Gewalt bil- 
det die Grundlage, aber List und 
Verschlagenheit wirken als 
Machtmittel für solche Regie- 
rungen, die nicht gewillt sind, ih- 
re Krone den Vertretern irgend- 
einer neuen Macht zu Füßen zu 
legen. Dieses Übel ist das einzi- 
ge Mittel, um zum guten Ziel zu 
gelangen. Daher dürfen wir 
nicht zurückschrecken vor Be- 
stechung, Betrug, Verrat, sobald 
sie zur Erreichung unserer Pläne 
dienen. In der Staatskunst muß 
man fremdes Eigentum ohne 
Zögern nehmen, wenn hierdurch 
nur Unterwürfigkeit und Macht 
erlangt werden. 

Freiheit, Gleichheit, 
Brüderlichkeit 

Unsere Regierung, die den Weg 
friedlicher Eroberung geht, darf 
die Schrecken des Krieges durch 
weniger bemerkbare, aber um so 
wirksamere Hinrichtungen er- 
setzen, mit denen die Schrek- 
kensherrschaft aufrecht erhalten 
werden muß, um blinden und 
unbedingten Gehorsam zu er- 
zwingen. Gerechte, aber uner- 
bittliche Strenge bildet die beste 
Stütze der Staatsgewalt. Nicht 
allein des Vorteiles wegen, son- 
dern vor allem auch im Namen 
der Pflicht, des Sieges halber, 
müssen wir festhalten an der 
Anwendung von Gewalt und 
Heuchelei. Die Lehre, die auf 
kühler Berechnung beruht, ist so 
stark, wie die von ihr angewand- 
ten Mittel sind. Deshalb werden 
wir nicht so sehr durch diese 
Mittel selbst wie durch die Uner- 
bittlichkeit unserer Lehre trium- 
phieren und damit alle Regie- 



255 




Die Engel mit dem Schlüssel zum Abgrund. Der Zweck heiligt 
die Mittel der llluminaten und ihrer Organisationen. 



rangen unserer Oberregierung 
unterwerfen. Es genügt zu wis- 
sen, daß wir unerbittlich sind, 
um jeden Ungehorsam zu besei- 
tigen. 

Schon im Altertum ließen wir 
unter den Völkern den Ruf er- 
schallen: »Freiheit, Gleichheit, 
Brüderlichkeit!« Diese Worte 
haben gedankenlose Papageien, 



die auf solchen Lockruf von al- 
len Seiten herbeiflogen, oft wie- 
derholt. Diese Worte haben die 
Wohlfahrt der Welt, die wahre 
persönliche Freiheit, die früher 
vor dem Druck der Masse ge- 
schützt war, zerstört. Selbst die 
verständigen und klugen Nicht- 
Illuminierten verstanden den ei- 
gentlichen Sinn dieser Worte 
nicht, sie erkannten nicht ihren 



256 



inneren Widerspruch. Sie sagten 
sich nicht, daß die Natur keine 
Gleichheit kennt, daß sie keine 
Freiheit geben kann. 

Die Natur selbst hat die Un- 
gleichheit des Verstandes, des 
Charakters, der Fähigkeiten und 
die Unterwerfung unter ihre Ge- 
setze eingerichtet. Die Nicht-Ül- 
uminierten überlegen nicht, daß 
die Volksmasse eine blinde Ge- 
walt ist, daß aber auch die von 
ihr gewählten Emporkömmlinge 
ebenso blind sind wie die Masse 
selbst, daß der Eingeweihte, 
selbst wenn er ein Tor ist, regie- 
ren kann, während der Uneinge- 
weihte, auch wenn er ein Hoch- 
geist ist, nichts von der Staats- 
kunst versteht. Alle diese Dinge 
haben sie übersehen. 

Darauf beruhten aber die fürstli- 
chen Regierungen: Der Vater 
übertrug seine Kenntnis auf den 
Sohn, so daß sie nur den Mitglie- 
dern des Herrscherhauses be- 
kannt wurde und ihre Geheim- 
nisse dem regierten Volk von 
niemandem verraten werden 
konnten. Mit der Zeit ging der 
Sinn solcher Übertragung des 
wahren Inhaltes der Staatskunst 
verloren, und das trug zum Er- 
folg unserer Sache ebenfalls bei. 

Unersättlichkeit 
menschlicher Bedürfnisse 

An allen Ecken der Welt führten 
die Worte »Freiheit, Gleichheit, 
Brüderlichkeit« mit Hilfe unse- 
rer geheimen Vertreter unseren 
Reihen Riesenmengen zu, die 
unsere Fahnen mit Begeisterung 
trugen. Indessen wirkten jene 



Worte wie Würmer, die am 
Wohlbefinden der Nicht-Illumi- 
nierten saugen, indem sie überall 
den Frieden, die Ruhe, den Ge- 
meinsinn der Nicht-Illuminier- 
ten unterwühlten und dadurch 
die Grundlagen ihrer Herrschaft 
zerstörten. Sie sehen, meine 
Herren, die Folgen, die zum 
Triumph unserer Sache gedient 
haben. Sie gaben uns die Mög- 
lichkeit, den höchsten Triumph 
zu erhäschen: die Vernichtung 
der Adelsvorrechte oder, besser 
gesagt, des eigentlichen Wesens 
der nicht-illuminierten Adels- 
herrschaft, die das einzige 
Schutzmittel der nicht-illumi- 
nierten Völker und Staaten ge- 
gen uns bildete. 

Auf den Trümmern des alten 
Bluts- und Geschlechtsadels er- 
richteten wir den Adel unserer 
Gebildeten, den Geldadel. Wir 
haben diesen neuen Adel ge- 
schaffen nach dem Maßstab des 
Reichtums, der von uns abhän- 
gig ist und der Wissenschaft, die 
von unseren weisen Männern 
geleitet wird. 

Unser Triumph wurde noch da- 
durch erleichtert, daß wir im 
Verkehr mit den Leuten, die wir 
brauchen konnten, immer auf 
die empfänglichsten Seiten des 
menschlichen Geistes hingewirkt 
haben: auf die Rechnung mit 
dem Geld, auf die Habgier, auf 
die Unersättlichkeit der mensch- 
lichen Bedürfnisse. Jede dieser 
menschlichen Schwächen ist an 
sich geeignet, die Entschlußkraft 
zu töten, indem sie den Willen 
der Menschen dem Käufer ihrer 
Tätigkeit zur Verfügung stellt. 



257 



Der Begriff der Freiheit gab die 
Möglichkeit, die Masse zu über- 
zeugen, daß die Regierung 
nichts anderes sei wie der Beauf- 
tragte des Eigentümers des Lan- 
des, nämlich des Volkes, daß 
aber dieser Verwalter gewech- 
selt werden könne, wie man ab- 
getragene Handschuhe wechselt. 

Die Absetzbarkeit der Volksver- 
treter gab diese in unsere Gewalt 
und machte ihre Ernennung 
gleichsam von uns abhängig. 

Macht unserer 
Vorherrschaft 

Für unsere Zwecke ist es unbe- 
dingt erforderlich, daß Kriege, 
soweit es möglich ist, keine 
Landgewinne bringen; dann 
werden sie auf das wirtschaftli- 
che Gebiet übertragen, wo wir 
den Völkern die Macht unserer 
Vorherrschaft zum Bewußtsein 
bringen werden. Solche Lage lie- 
fert beide kriegsführenden Par- 
teien unseren über den ganzen 
Erdball verteilten Vertretern 
aus, die über Millionen von Au- 
gen verfügen und durch keine 
Landesgrenzen eingeengt wer- 
den. Dann werden unsere Rech- 
te die Rechte der Völker wegwi- 
schen und diese ebenso regieren, 
wie die Macht der Regierungen 
jetzt die. Beziehungen der 
Staatsangehörigen zueinander 
regelt. 

Die von uns nach ihren sklavi- 
schen Fähigkeiten aus der Bür- 
gerschaft auserwählten Verwal- 
tungsbeamten werden für die 
Verwaltungstätigkeit nicht vor- 
bereitet sein. Sie werden daher 



leicht zu Bauern in unserem 
Schachspiel herabsinken und 
sich ganz in den Händen unserer 
geschulten und begabten Ratge- 
ber befinden, die von Jugend auf 
zur Herrschaft über die ganze 
Welt erzogen wurden. 

Wie Ihnen bekannt ist, haben 
diese Sachverständigen ihre 
Kenntnis der Regierungskunst 
aus unseren staatsmännischen 
Plänen, aus den Lehren der Ge- 
schichte und den Beobachtun- 
gen der Gegenwart geschöpft. 

Die Nichtllluminierten kennen 
nicht die Übung leidenschaftslo- 
ser, auf die Geschichte begrün- 
deter Beobachtungen, sie lassen 
sich von einer wissenschaftlichen 
Gewandtheit leiten, die ohne 
prüfenden Vergleich mit den Er- 
gebnissen arbeitet. Es hat darum 
für uns keinen Sinn, sich um sie 
zu kümmern - mögen sie bis die 
Zeit reif ist in der Hoffnung auf 
neue Freuden oder in der Erin- 
nerung an vergangene leben. 

Die Hauptsache ist, daß sie fest 
an das glauben, was wir ihnen als 
Gebote der Wissenschaft einge- 
träufelt haben. Darum erwecken 
wir fortwährend durch unsere 
Presse ein blindes Zutrauen zu 
diesen Geboten. Die klugen 
Köpfe der Nicht-Illuminierten 
werden sich mit ihrem Wissen 
brüsten und die »aus der Wis- 
senschaft« gewonnenen Kennt- 
nisse geschickt zu verwirklichen 
suchen, ohne dieselben folge- 
richtig zu prüfen und ohne zu 
ahnen, daß sie von unseren Ver- 
tretern zusammengestellt wur- 
den, um die Menschen in der für 



258 



uns notwendigen Geistesrich- 
tung zu erziehen. 

Mit dem Zeitgeist 
der Völker rechnen 

Glauben Sie nicht, daß unsere 
Behauptung nur leere Worte sei- 
en. Blicken Sie auf die von uns 
ausgegebenen Erfolge der Leh- 
ren von Darwin, Marx und 
Nietzsche. Ihre zersetzende Wir- 
kung auf nicht-illuminierte Köp- 
fe sollte uns wenigstens klar sein. 

Wir müssen mit dem Zeitgeist, 
mit den Charakteren und Stim- 
mungen der Völker rechnen, um 
in der Staatskunst und Verwal- 
tung keine Fehler zu begehen. 

Unser Lehrgebäude, das der Ge- 
mütsart der Völker, mit denen 
wir in Berührung kommen, an- 
gepaßt werden muß, hat nur 
dauernden Erfolg, wenn es bei 
der Anwendung im Leben die 
Lehren der Vergangenheit mit 
den Forderungen der Gegenwart 
verbindet. 

In den Händen der gegenwärti- 
gen Regierung befindet sich eine 
große Macht, die die Gedanken- 
bewegungen im Volk hervorruft: 
die Presse. Sie hat die Aufgabe, 
auf angeblich notwendige For- 
derungen hinzuweisen, die Kla- 
gen des Volkes zum Ausdruck 
zu bringen, Unzufriedenheit zu 
äußern und zu erwecken. In der 
Presse verkörpert sich der 
Triumph des Geredes von der 
Freiheit. Aber die Regierungen 
verstanden es nicht, diese Macht 
zu benutzen, und so fiel sie in 
unsere Hände. Durch die Presse 



kamen wir zu Einfluß und blie- 
ben doch selbst im Schatten. 
Dank ihr haben wir Berge von 
Gold in unsere Hände gebracht, 
ohne uns darum zu kümmern, 
daß wir es aus Strömen von Blut 
und Tränen schöpfen mußten. 

In den Schraubstöcken 
der Illuminaten 

Das Ziel, das wir uns gesteckt 
haben, liegt, wie ich Ihnen heute 
schon mitteilen kann, nur noch 
wenige Schritte entfernt. Wir 
brauchen nur noch einen kleinen 
Weg zurückzulegen, dann ist der 
Kreis der symbolischen Schlange 
- des Sinnbildes unseres Illumi- 
naten-Ordens - geschlossen. 
Wenn dieser Ring erst geschlos- 
sen sein wird, dann preßt er alle 
europäischen Reiche mit kräfti- 
gen Schraubstöcken zusammen. 

Die Waagschalen der Verfassun- 
gen unserer Zeit werden bald 
umkippen; denn wir haben sie 
ungenau eingestellt, damit sie 
nicht zur Ruhe kommen. Wir 
sorgen dafür, daß sie nicht auf- 
hören, zu schwanken, bis ihr He- 
bel durchgerieben ist. Die nicht 
zu den Illuminierten Gehören- 
den glaubten zwar, sie hätten 
den Waagebalken hart genug ge- 
schmiedet, und sie erwarteten 
immer, die Waage würde ins 
Gleichgewicht kommen. Doch 
der Waagebalken, der die Waag- 
schalen trägt, wird in Unruhe ge- 
halten durch die Vertreter des 
Volkes, die sich durch ihre unbe- 
schränkte und verantwortliche 
Macht zu allerlei Dummheiten 
hinreißen lassen. Diese Macht 
verdanken sie dem Schrecken - 



259 



dem Terror - der in die Paläste 
eindrang. Da die Herrschenden 
nicht zum Herzen des Volkes ge- 
langen können, so vermögen sie 
auch nicht, sich mit diesem zu 
verständigen und gegen die 
Machthungrigen zu wappnen. 
Da wir die sichtbare Gewalt der 
Herrsch'er und die unsichtbare 
Macht der Massen getrennt ha- 
ben, so haben beide ihre Bedeu- 
tung verloren; denn jede für sich 
allein ist hilflos wie der Blinde 
ohne Stock. 

Um die Machthaber zum Miß- 
brauch ihrer Gewalt zu veranlas- 
sen, haben wir alle Kräfte gegen- 
einander ausgespielt, indem wir 
ihr liberales Streben nach Unab- 
hängigkeit entwickelten. Wir 
suchten in diesem Sinn jegliche 
Unternehmungslust zu beleben, 
wir rüsteten alle Parteien aus, 
wir machten die herrschende 
Macht zur Zielscheibe allen Ehr- 
geizes. Aus den Staaten machten 
wir Kampfplätze, auf denen sich 
Aufstände abspielen; nur noch 
ein wenig Geduld, und die Auf- 
stände und Zusammenbrüche 
werden eine allgemeine Erschei- 
nung bilden. 

Unermüdliche Schwätzer haben 
die Sitzungen der Volksvertre- 
tungen und der Staatsverwaltun- 
gen in Schauplätze für Redner- 
turniere verwandelt. Freche Zei- 
tungsschreiber, gewissenlose 
Schmähschriftsteller fallen täg- 
lich über die Vertreter der Re- 
gierung her. Der Mißbrauch der 
Macht lockert schließlich die 
Grundstützen des Staates und 
bereitet ihren Zusammenbruch 
vor. Alles wird unter den Schlä- 



gen einer aufgepeitschten Masse 
zertrümmert werden. 

Rechte sind für 
die Armen Hohn 

Die Völker werden durch ihre 
Armut, die stärker wirkt als 
Sklaverei und Leibeigenschaft, 
zu schwerer Arbeit verurteilt. 
Von Sklaverei und Leibeigen- 
schaft konnten sie sich auf dem 
einen oder anderen Weg befrei- 
en, aber dem Elend können sie 
nicht entrinnen. Wir fügten in 
die Verfassungen solche Rechte 
ein, die für die Massen eine ein- 
gebildete Bedeutung haben, 
aber keine wirklichen Rechte 
sind. Alle sogenannten »Volks- 
rechte« bestehen nur in der Ein- 
bildung, sie können niemals in 
die Wirklichkeit übertragen 
werden. 

Was kann es der werktätigen 
Arbeiterschaft, die ihr Leben in 
harter Arbeit fristet, nützen, daß 
einige Schwätzer das Recht zum 
Reden erhalten haben, und daß 
die Zeitungsschreiber neben 
wahren Nachrichten auch jeden 
Blödsinn zusammenschreiben 
dürfen. Tatsächlich bietet ihr die 
Verfassung keine anderen Vor- 
teile als die armseligen Brocken, 
die wir ihr von unerem Tisch aus 
dafür zuwerfen, daß sie für uns 
und unsere Vertreter stimmt. 
Rechte im Volksstaat sind für 
den Armen in der Tat nur bitte- 
rer Hohn. Er kann sie gar nicht 
richtig ausüben, weil er täglich in 
der Tretmühle der Arbeit steht, 
die ihm kaum den nötigen Le- 
bensunterhalt bewahrt. Kein Ar- 
beiter kann mit Sicherheit auf 



260 



einen ständigen Lohn rechnen; 
er ist abhängig von Aussperrun- 
gen durch die Fabrikherren und 
von Streiks seiner Arbeitsge- 
nossen. 

Das Volk hat unter unserem 
Einfluß die Herrschaft des Adels 
zerstört. Dieser war schon aus 
eigenem Vorteil, der unzer- 
trennlich mit den Grundlagen 
der Volkswohlfahrt verbunden 
ist, der natürliche Verteidiger 
und Ernährer des Volkes. Mit 
der Vernichtung des Adels ge- 
riet das Volk unter die Herr- 
schaft reich gewordener Empor- 
kömmlinge, die den Arbeitern 
das Joch unbarmherziger 
Knechtung auferlegten. 

Wir erscheinen gewissermaßen 
als die Retter der Arbeiter aus 
dieser Knechtschaft, indem wir 
sie einladen, in die Reihen unse- 
res Heeres von Sozialisten, An- 
archisten und Kommunisten ein- 
zutreten. Diese Richtungen un- 
terstützen wir grundsätzlich, an- 
geblich auf Grund der Regeln 
unserer Bruderschaft, die durch 
die allgemein-menschliche Ver- 
pflichtung unseres sozialen Frei- 
maurertums bedingt werden. 
Der Adel, der von Rechts wegen 
die Leistungen der Arbeiter in 
Anspruch nahm, hatte ein natür- 
liches Interesse daran, daß die 
Arbeiter satt, gesund und kräftig 
waren. 

Wir aber wollen gerade das Ge- 
genteil - nämlich die Entartung 
aller, die nicht zu dem Kreis der 
Illuminierten zählen. Unsere 
Macht beruht auf der dauernden 
Unterernährung und der Schwä- 
che des Arbeiters. In diesem Zu- 



stand muß er sich unserem Wil- 
len unterordnen, da er weder die 
Kraft noch den Willen findet, 
um uns Widerstand zu leisten. 



Krönung unserer 
Weltherrschaft 

Hunger verschafft der Geld- 
macht weit sicherere Gewalt 
über die Arbeiter, als sie dem 
Adel von der gesetzlichen Macht 
des Königs verliehen wurde. 
Durch die Not und den aus ihr 
entspringenden Haß bewegen 
wir die Massen. Wir beseitigen 
mit ihrer Hilfe jeden, der uns auf 
unserem Weg hinderlich ist. 

Alle außer den Illuminaten ha- 
ben es verlernt, ohne unsere wis- 
senschaftlichen Ratschläge zu 
denken. Deshalb erkennen sie 
die dringende Notwendigkeit 
dessen nicht, woran wir, wenn 
unsere Herrschaft errichtet ist, 
unverrückbar festhalten werden: 
In den Volksschulen muß die 
einzige wahre Wissenschaft, die 
wichtigste von allen, nämlich die 
Lehre vom gesellschaftlichen 
Bau des Lebens gepredigt wer- 
den, der die Arbeitsteilung und 
folglich auch die Einteilung der 
Menschen in Klassen und Stände 
erfordert. 

Es muß unbedingt allen zum Be- 
wußtsein gebracht werden, daß 
eine Gleichheit der Menschen 
infolge der ungleichen Wichtig- 
keit verschiedenartiger Tätigkei- 
ten ausgeschlossen ist. Es muß 
eine verschiedene Verantwor- 
tung vor dem Gesetz bestehen; 
denn man kann nicht die gleiche 



261 




»Der siebenköpfige Drache« und der Götzendienst des Goldes 
haben nur ein Ziel: weltweite Versklavung der Menschen. 



Verantwortung verlangen von 
einem Mann, der durch seine 
Handlungen einen ganzen Stand 
bloßstellt und von einem sol- 
chen, der nur seinen guten Na- 
men schändet. 

Die wahre Lehre vom gesell- 
schaftlichen Bau des Lebens, die 
wir als Illuminaten geheimhal- 
ten, zeigt, daß geistige Tätigkeit 
und körperliche Arbeit auf be- 



stimmte Kreise von Menschen 
beschränkt bleiben müssen, da 
sonst aus den Mißverhältnissen 
zwischen Vorbildung und Beruf 
eine Quelle menschlicher Leiden 
entsteht. Haben sich die Völker 
diese Lehren zu eigen gemacht, 
so werden sie sich freiwillig den 
Gewalten und der von ihnen ein- 
geführten Ordnung im Staat un- 
terwerfen. Bei dem heutigen 
Stand der Wissenschaft und bei 



262 



der Richtung, die wir ihr gege- 
ben haben, vertraut das Volk 
blind dem gedruckten Wort und 
den ihm beigebrachten Irr- 
lehren. 

Diese Feindschaft muß sich bei 
der kommenden wirtschaftlichen 
Spannung, die alle Börsenge- 
schäfte und Industrien lahmle- 
gen wird, noch wesentlich ver- 
schärfen. Wir werden auf allen 
uns zugängigen Schleichwegen 
und mit Hilfe des Goldes, das 
sich vollständig in unserer Hand 
befindet, eine allgemeine wirt- 
schaftliche Spannung hervorru- 
fen, gleichzeitig werden wir in 
allen europäischen Ländern gan- 
ze Scharen von Arbeitern auf die 
Straße werfen. Diese Massen 
werden gern das Blut derer ver- 
gießen, die sie in ihrer Einfalt 
von Jugend auf beneiden, und 
deren Hab und Gut sie dann 
rauben können. 

Der Aufstand 
von Paris 

An unsere Leute werden sie 
aber nicht herankommen, weil 
uns der Augenblick des Überfal- 
les bekannt sein wird, und weil 
wir deshalb rechtzeitig Maßnah- 
men zum Schutz der Unserigen 
treffen werden. 

Wir haben bewiesen, daß der 
Fortschritt alle Nicht-Illuminier- 
ten in das Reich der Vernunft 
führen wird. Unsere Gewalt- 
herrschaft wird es verstehen, 
durch vernünftige Strenge allen 
Aufruhr zu unterdrücken und 
den Freisinn aus allen Zweigen 
des staatlichen Lebens zu ver- 
drängen. 



Nachdem das Volk gemerkt hat- 
te, daß ihm im Namen der Frei- 
heit allerhand Zugeständnisse 
gemacht wurden, glaubte es, 
selbst Herr zu sein, und riß die 
Macht an sich. Natürlich stieß es, 
wie jeder Blinde, auf eine Fülle 
von Schwierigkeiten, aus denen 
es selbst nicht heraus konnte. 
Auf der Suche nach Führern 
verfiel es nicht darauf, zu seinen 
alten Führern zurückzukehren, 
es legte vielmehr seine Voll- 
machten zu unseren Füßen nie- 
der. Denken Sie an den Umsturz 
in Frankreich, dem wir den Na- 
men des »großen« gegeben ha- 
ben. Die Geheimnisse seiner 
Vorbereitung sind uns völlig be- 
kannt, war er doch das Werk 
unserer Hände. 

Seit jenem Zeitpunkt führen wir 
die Völker aus einer Enttäu- 
schung in die andere, damit sie 
sich auch von uns abwenden und 
dem Herrscher aus dem Geist 
der Illuminaten zujubeln, den 
wir für die Welt vorbereiten. 

Gegenwärtig sind wir als Welt- 
macht unverwundbar; denn so- 
bald wir von einem Staat ange- 
griffen werden, treten andere 
Staaten für uns ein. Unsere un- 
angreifbare Stellung wird durch 
die unendliche Niedertracht der 
Nicht-Illuminierten gefördert, 
die vor der Macht kriechen, aber 
gegen die Schwachen unbarm- 
herzig sind, die Vergehen uner- 
bittlich bestrafen, Verbrechen 
dagegen nachsichtig beurteilen, 
die Widersprüche einer freien 
Gesellschaftsordnung nicht hin- 
nehmen wollen, aber geduldig 
bis zum Märtyrertum eine von 



263 



kühner Herrschsucht ausgehen- 
de Vergewaltigung ertragen. Sie 
dulden Mißbräuche von den 
Diktatoren der Gegenwart, den 
Minister- oder Kammer-Präsi- 
denten, für deren kleinsten sie 
zwanzig Könige enthauptet 
hätten. 

Woraus erklärt sich diese merk- 
würdige Erscheinung, dieses 
nicht folgerichtige Verhalten der 
Massen gegenüber scheinbar 
gleichartigen Vorgängen? Sie er- 
kärt sich daraus, daß diese Dik- 
tatoren den Völkern durch ihre 
Vertreter einflüstern lassen, sie 
schädigten die Staaten absicht- 
lich, und zwar zu einem höheren 
Zweck. Das Ziel sei die allge- 
meine Wohlfahrt der Völker, ih- 
re Verbrüderung, gegenseitige 
Verpflichtung (Solidarität) und 
Gleichheit. 

Das Volk verurteilt 
die Gerechten 

Natürlich wird ihnen nicht ge- 
sagt, daß diese Vereinigung sich 
nur unter unserer Herrschaft bil- 
den soll. So verurteilt das Volk 
die Gerechten und läßt die 
Schuldigen straflos. Es läßt sich 
mehr und mehr davon überzeu- 
gen, daß es alles fertig bringen 
könne, was es nur will. Unter 
solchen Umständen zerstört das 
Volk jede ruhige Entwicklung 
und ruft bei jedem Schritt nur 
neue Unordnung hervor. 

Das Wort »Freiheit« stürzt die 
menschliche Gesellschaft in den 
Kampf gegen alle Gewalten, ge- 
gen die Macht Gottes und der 
Natur. Wenn wir erst auf dem 



Thron sitzen werden, dann wer- 
den wir dieses Wort aus dem 
Wortschatz der Menschheit ver- 
tilgen, weil es der Inbegriff der 
tierischen Gewalt ist, die die 
Massen in blutgierige Raubtiere 
verwandelt. Allerdings fallen 
diese Tiere in Schlaf, wenn sie 
Blut genossen haben; dann las- 
sen sie sich leicht in Ketten le- 
gen. Gibt man ihnen aber kein 
Blut zu saufen, so schlafen sie 
nicht, sondern kämpfen. 

Jeder Volksstaat macht eine 
ganze Reihe von Entwicklungs- 
stufen durch. Der erste Ab- 
schnitt gleicht den ersten Tagen 
der wahnsinnigen Handlungen 
eines Blinden, der von rechts 
nach links taumelt. Der zweite 
Abschnitt ist die Zeit der Volks- 
verhetzung (Demagogie), aus 
der die Gesetzlosigkeit (Anar- 
chie) entspringt. Diese führt un- 
vermeidlich zur Gewaltherr- 
schaft (Despotismus), die aber 
nicht mehr öffentlich und gesetz- 
mäßig anerkannt ist und deshalb 
keine Verantwortung mehr 
trägt. Es handelt sich dabei viel- 
mehr um eine unsichtbare und 
unbekannte Macht, um einen 
Geheimbund, der im Verborge- 
nen arbeitet, und sich deshalb 
in der Wahl, seiner Mittel kei- 
nerlei Schranken aufzuerlegen 
braucht, der seine Vertreter 
überall vorschiebt und aus ihrem 
häufigen Wechsel nicht Schaden, 
sondern Vorteile zieht; diese äu- 
ßern sich unter anderem schon 
darin, daß er sein Geld nicht zur 
Entlohnung für langjährige 
treue Dienste verwenden muß. 

Wer und was wäre wohl imstan- 
de, diese unsichtbare Macht zu 



264 



stürzen? Dieser Charakter kenn- 
zeichnet nämlich unsere Macht! 
Die äußerliche (profane) Tätig- 
keit der Freimaurer dient dazu, 
unsere Macht und ihr Ziel zu 
verschleiern: unser Kriegsplan, 
ja selbst der Sitz unserer Macht 
werden dem Volk stets verbor- 
gen bleiben. 

Auch die Freiheit könnte un- 
schädlich sein. Sie könnte im 
Staatsleben ohne Nachteil für 
die Wohlfahrt der Völker wirk- 
sam werden, wenn sie sich auf 
den Glauben an Gott und auf die 
Nächstenliebe stützte, wenn sie 
sich von allen Gedanken der 
Gleichheit fernhielte, mit wel- 
cher die auf Unterordnung beru- 
henden Gesetze der Schöpfung 
im Widerspruch stehen. Bei sol- 
chem Gottesglauben würde sich 
das Volk von der Geistlichkeit 
leiten lassen. Es würde friedlich 
und bescheiden an der Hand sei- 
ner Seelenhirten einherschreiten 
und sich der von Gott gewollten 
Verteilung der irdischen Glücks- 
güter ruhig unterwerfen. Aus 
diesem Grund müssen wir unbe- 
dingt den Gottesglauben zerstö- 
ren, jeden Gedanken an Gott 
und den Heiligen Geist aus der 
Seele der Gläubigen herausrei- 
ßen und ihn durch zahlenmäßige 
Berechnungen und körperliche 
Bedürfnisse ersetzen. 

Der Götzendienst 
des Goldes 

Wir Illuminaten lassen allen an- 
deren keine Zeit zum Denken 
und Beobachten; wir lenken ihre 
Gedanken auf Handel und Ge- 
werbe. So werden alle Völker 



ihren Vorteil suchen und dabei 
ihren gemeinsamen Feind über- 
sehen. Damit die Freiheit end- 
gültig die noch nicht illuminierte 
Gesellschaft zerfetzt und auflöst, 
muß das Gewerbe auf dem 
Spielgeschäft aufgebaut werden. 
Das wird dahinführen, daß die 
Schätze, die die Industrie dem 
Boden entrissen hat, aus den 
Händen unserer Gegner in die 
Taschen der Spieler, das heißt in 
unsere Kassen übergehen. 

Der auf das Äußerste ange- 
spannte Kampf um die Vorherr- 
schaft im Wirtschaftsleben und 
die Erschütterungen des Mark- 
tes müssen eine enttäuschte, kal- 
te und herzlose Gesellschaft ins 
Leben rufen; das ist sogar be- 
reits geschehen. Diese Gesell- 
schaft wird eine vollkommene 
Abneigung gegen die hohe 
Staatskunst und gegen die Reli- 
gion empfinden. Ihr einziger Be- 
rater wird die Rechenkunst, das 
heißt: das Gold sein! Mit ihm 
werden sie einen förmlichen 
Götzendienst treiben im Hin- 
blick auf die Genüsse, die es bie- 
ten kann. 

Wenn es so weit gekommen ist, 
dann werden die unteren Schich- 
ten weder um etwas Gutes zu 
leisten, noch um Reichtümer zu 
sammeln, sondern lediglich aus 
Haß gegen die bevorzugten Ge- 
sellschaftsklassen uns gegen un- 
sere Mitbewerber um die Macht, 
nämlich gegen alle Nicht-illumi- 
nierten folgen. 

Welche Form der Staatsverfas- 
sung kann man einer Gesell- 
schaft geben, in der die Bestech- 



265 



lichkeit überall vorherrscht, wo 
man nur durch geschickte Knif- 
fe, durch halbbetrügerische 
Schiebungen zu Reichtum gelan- 
gen kann, wo die Zuchtlosigkeit 
herrscht, wo die Sittlichkeit nur 
durch Strafverfügungen und 
strenge Gesetze aufrecht erhal- 
ten werden kann, keineswegs 
aber durch freiwillig befolgte 
Grundsätze, wo Vaterlandsliebe 
und Gottesglaube von weltbür- 
gerlichen Überzeugungen er- 
stickt werden? 

Die Massen nach 
unserem Willen leiten 

Die Verfassung solcher Gesell- 
schaft kann nur auf einer Ge- 
waltherrschaft beruhen, die ich 
Ihnen später schildern werde. 
Wir werden eine größere Ver- 
einheitlichung der Verwaltung 
schaffen, um mit ihrer Hilfe alle 
Gewalt in unseren Händen zu 
vereinigen. Alle Zweige des 
staatlichen Lebens unserer Un- 
tertanen werden wir wie den 
Gang einer Maschine durch 
neue Gesetze regeln. Diese Ge- 
setze werden nach und nach alle 
Abschwächungen und Freihei- 
ten beseitigen, die andere zuge- 
lassen haben. 

Unser Reich soll durch eine 
grenzenlose Gewaltherrschaft 
gekennzeichnet werden, daß es 
zu jeder Zeit und an allen Orten 
im Stande sein muß, den Wider- 
stand unzufriedener Menschen 
im Keime zu ersticken. Man 
könnte einwenden, daß sich die 
Gewaltherrschaft, von der ich 
rede, mit dem Fortschritt unse- 
rer Zeit nicht vereinigen ließe, 



ich werde Ihnen jedoch das Ge- 
genteil beweisen. 

Solange die Völker noch zu ih- 
ren Fürsten wie zu einer Offen- 
barung des göttlichen Willens 
aufschauten, beugten sie sich 
willig unter die Selbstherrschaft 
der Könige. Als wir ihnen aber 
den Gedanken von ihren eige- 
nen Rechten zuflüsterten, be- 
gannen sie, in den Königen nur 
noch gewöhnlich Sterbliche zu 
sehen. Das Gottesgnadentum 
verlor in den Augen des Volkes 
jede Bedeutung. Als wir ihm den 
Glauben an Gott geraubt hatten, 
sank die Macht der Krone auf 
die Straße. Hier haben wir sie als 
öffentliches Eigentum aufge- 
griffen. 

Wir sind außerdem Meister der 
Kunst, die Massen und einzelne 
Persönlichkeiten durch ge- 
schickte Bearbeitung in Wort 
und Schrift, durch gewandte 
Umgangsformen und allerlei 
Mittelchen, von denen die nicht 
Illuminierten keine Ahnung ha- 
ben, nach unserem Willen zu lei- 
ten. Unsere Verwaltungskunst 
beruht auf schärfster Beobach- 
tung und Zergliederung, auf sol- 
chen Feinheiten der Schlußfol- 
gerung, daß niemand mit uns in 
Wettbewerb treten kann. 



Mit uns muß 
man rechnen 

Auch in der Anlage unserer 
staatsmännischen Pläne und in 
der Geschlossenheit und Macht 
unserer Geheimbünde kann sich 
niemand mit uns messen. Nur 



266 




Einer der vier apokalyptischen Reiter von Albrecht Dürer: »Für 
die Menschen ist es gleichgültig, wer sie beherrscht: die 
katholische Kirche oder wir llluminaten.« 



267 



die Jesuiten könnten allenfalls 
mit uns verglichen werden; doch 
wir verstanden es, sie in den Au- 
gen der gedankenlosen Masse 
herab zu setzen, weil sie eine 
sichtbare Körperschaft bilden, 
wir selbst aber mit unserer ge- 
heimen Körperschaft im Schat- 
ten blieben. Ist es übrigens für 
die Welt nicht gleichgültig, wer 
sie beherrscht: das Haupt der 
katholischen Kirche oder wir 
Illuminaten? Für uns, die Er- 
leuchteten, ist das freilich durch- 
aus nicht gleichgültig. 

Zeitweilig könnte ein allgemei- 
nes Bündnis aller nicht Illumi- 
nierten über uns obsiegen. Ge- 
gen die Gefahr sind wir aber 
durch den tief eingewurzelten, 
unüberbrückbaren Zwiespalt 
unter den nicht Illuminierten ge- 
schützt. Im Laufe von zwanzig 
Jahrhunderten haben wir bei ih- 
nen die persönlichen und völki- 
schen Gegensätze, den Rassen- 
und Glaubenshaß eifrig ge- 
schürt. Dank diesem Umstand 
wird kein christlicher Staat Un- 
terstützung finden, weil jeder 
andere Staat glauben muß, daß 
ein Bündnis gegen uns für ihn 
nicht vorteilhaft sei. Wir sind 
eben zu stark, mit uns muß man 
rechnen! Heute können die 
Mächte nicht einmal das kleinste 
Übereinkommen untereinander 
abschließen, ohne daß wir im 
Geheimen unsere Hand dabei 
im Spiel haben. 

»Per me reges regnant - durch 
mich herrschen die Könige.« Die 
Propheten haben uns gelehrt, 
daß wir von Gott selbst zur 
Herrschaft über die ganze Welt 



auserwählt wurden. Gott selbst 
hat uns die nötige Begabung ver- 
liehen, damit wir uns dieser gro- 
ßen Aufgabe gewachsen zeigen. 
Selbst wenn im gegnerischen La- 
ger ein Geistesheld erstände, der 
sich mit uns in einen Kampf ein- 
ließe, so müßte er dennoch un- 
terliegen, da der Neuling sich 
mit dem erprobten Krieger nicht 
messen kann. Der Kampf zwi- 
schen uns wäre so schonungslos 
geworden, wie ihn die Welt noch 
nicht gesehen hat; auch wäre der 
Geistesheld zu spät gekommen. 

Alle Räder der Staatsmaschine 
werden durch eine Kraft getrie- 
ben, die ganz in unseren Händen 
ruht: das Gold! Die von unseren 
Gelehrten erdachte Volkswirt- 
schaftslehre hat schon längst 
dem Geld eine überlegene 
Machtstellung zugewiesen. 

Die öffentliche 
Meinung beherrschen 

Um unbeschränkt herrschen zu 
können, muß sich die Geldmacht 
die Alleinherrschaft in Handel 
und Gewerbe erringen. Unsicht- 
bare Hände sind schon am 
Werk, um diesen Plan in der 
ganzen Welt zu verwirklichen. 
Solches Vorrecht gibt den Indu- 
striellen eine politische Macht; 
diese dient aber zur Unterdrük- 
kung des Volkes. Heute ist es 
wichtiger, die Völker zu entwaff- 
nen, als in den Krieg zu führen; 
es ist wichtiger, die entflammten 
Leidenschaften zu unseren Gun- 
sten zu benutzen, als sie zu lö- 
schen; es ist wichtiger, auf frem- 
de Gedanken einzugehen und 



268 



sie zu benutzen, als sie zu be- 
kämpfen. 

Die Hauptaufgabe unserer Ver- 
waltung besteht darin, die öf- 
fentliche Meinung durch eine 
zersetzende Beurteilung aller 
Vorgänge in ihrer Widerstands- 
kraft zu lahmen, den Menschen 
das eigene Denken, das sich ge- 
gen uns aufbäumen könnte, ab- 
zugewöhnen; und die vorhande- 
nen Geisteskräfte auf bloße 
Spiegelfechtereien einer hohlen 
Redekunst abzulenken. 

Zu allen Zeiten hielten die Völ- 
ker und die einzelnen Persön- 
lichkeiten das Wort für die Tat; 
sie begnügten sich mit dem 
Schein, ohne zu merken, ob im 
öffentlichen Leben auf Verspre- 
chungen auch die Erfüllung 
folgt. Darum werden wir dem 
Volk Ausstellungen veranstal- 
ten, auf welchen mit großer Be- 
redsamkeit klar gemacht werden 
soll, was wir für den allgemeinen 
Fortschritt geleistet haben. 

Wir werden uns jeden freiheitli- 
chen Gedanken aller Parteien 
und Richtungen aneignen und 
unsere Redner beauftragen, ihn 
so lange breitzutreten, bis wir 
die Menschen mit den schönen 
Reden ermüdet und in ihnen ei- 
nen Abscheu vor den Rednern 
aller Richtungen erzeugt haben. 

Um die öffentliche Meinung zu 
beherrschen, müssen wir Zweifel 
und Zwietracht säen, indem wir 
von den verschiedensten Seiten 
so lange einander widerspre- 
chende Ansichten äußern lassen, 
bis die nicht Illuminierten sich in 



dem Wirrsal nicht mehr zurecht- 
finden und zu der Überzeugung 
kommen, daß es am besten sei, 
in staatsrechtlichen Fragen über- 
haupt keine Meinung zu haben, 
da dem Volk in diesen Dingen 
der nötige Überblick fehlt, und 
nur derjenige sie wirklich über- 
schauen könne, der das Volk 
selbst leitet. Das ist unser erstes 
Geheimnis ! 

Das zweite, für den Erfolg unse- 
rer Sache nicht minder wichtige 
Geheimnis besteht darin, die 
Fehler und Gebrechen des Vol- 
kes möglichst zu vermehren. Al- 
le schlechten Gewohnheiten, 
Leidenschaften, alle Regeln des 
geselligen Verkehrs müssen der- 
art auf die Spitze getrieben wer- 
den, daß sich niemand in dem 
tollen Durcheinander mehr zu- 
rechtfinden kann, und die Men- 
schen aufhören, einander zu ver- 
stehen. Auf diese Weise wird es 
uns leicht sein, Zwietracht in al- 
len Parteien zu säen, jede 
Sammlung von Kräften, die sich 
uns noch nicht unterwerfen wol- 
len, zu verhindern und jede per- 
sönliche Tatkraft, die unsere Sa- 
che irgendwie stören könnte, 
von vornherein zu entmutigen. 

Alle Völker beugen 
sich unserer Herrschaft 

Es gibt nichts Gefährlicheres, als 
die Macht der Persönlichkeit. Ist 
sie mit schöpferischen Geistes- 
kräften ausgestattet, so vermag 
sie mehr auszurichten als Millio- 
nen von Menschen, die wir mit- 
einander entzweit haben. Darum 
müssen wir die Erziehung der 
nicht illuminierten Gesellschaft 



269 



dahin lenken, daß sie vor jeder 
Aufgabe, die Tatkraft und Ent- 
schlußfähigkeit erfordert, in 
hoffnungsloser Schwäche die 
Hände sinken läßt. Die Anspan- 
nung, die durch die Freiheit des 
Handelns hervorgerufen wird, 
erschlafft die Kräfte, sobald sie 
auf fremde Freiheit stößt. Dar- 
aus entwickeln sich schwere sitt- 
liche Zusammenstöße, Enttäu- 
schungen und Mißerfolge. 

Durch alle diese Mittel werden 
die nicht Illuminierten derart er- 
müden, daß sie gezwungen sein 
werden, uns die Weltherrschaft 
anzubieten. Wir sind nach unse- 
rer ganzen Veranlagung sehr 
wohl imstande, alle staatlichen 
Kräfte der Welt ohne schroffen 
Übergang in uns einzusaugen 
und eine Oberherrschaft zu bil- 
den. An die Stelle der jetzigen 
Herrscher werden wir ein 
Schreckgespenst setzen, das sich 
überstaatliche Verwaltung nen- 
nen wird. Wie Zangen werden 
seine Arme nach allen Richtun- 
gen ausgestreckt sein und eine so 
gewaltige Einrichtung darstel- 
len, daß sich alle Völker unserer 
Herrschaft beugen werden. 

Sehr bald werden wir uns riesige 
Alleinrechte (Monopole) si- 
chern, die jeden fremden Wett- 
bewerb ausschließen und für uns 
eine Quelle gewaltigen Reich- 
tums bilden. Von diesen illumi- 
nierten Alleinrechten werden 
selbst die großen Vermögen der 
nicht Illuminierten in einer Wei- 
se abhängen, daß sie am ersten 
Tag nach dem Zusammenbruch 
der alten Regierung eben ver- 
schwinden werden, wie das in 



die Zahlungsfähigkeit der Staa- 
ten gesetzte Vertrauen (Staats- 
kredite). Ich bitte die Volkswir- 
te, die Bedeutung dieses Gedan- 
kens richtig abzuschätzen. 

Mit allen Mitteln müssen wir die 
Macht unserer Oberherrschaft 
entwickeln; sie muß allen als die 
Schirmherrin und Wohltäterin 
derer erscheinen, die sich uns 
freiwillig unterwerfen. 

Der Adel, der nicht zum Kreis 
der Illuminaten gehört, hat als 
staatliche Macht ausgespielt. 
Wir brauchen mit ihm in dieser 
Hinsicht nicht mehr zu rechnen. 
Als Grundbesitzer wirkt er aber 
deshalb schädlich für uns, weil er 
dank den Quellen seiner Le- 
benshaltung unabhängig bleiben 
kann. Daher gilt es, ihn um je- 
den Preis seines Grundbesitzes 
zu berauben. Das beste Mittel 
hierzu ist die Erhöhung der Bo- 
denbesteuerung zur Verschul- 
dung des Landbesitzes. Diese 
Maßnahme wird den Grundbe- 
sitz in einem Zustand unbeding- 
ter Abhängigkeit erhalten. Infol- 
ge seiner ererbten Eigenschaften 
versteht der Adel, der nicht zu 
uns gehört, es nicht, sich mit Ge- 
ringem zu begnügen und deshalb 
muß er bald zugrunde gehen. 

Unterstützung des 
Verlangens nach Pracht 

Gleichzeitig müssen wir Handel 
und Gewerbe einen verstärkten 
Schutz angedeihen lassen, und 
vor allem das Spielgeschäft för- 
dern. Dieses dient uns als Ge- 
gengewicht gegen die zuneh- 
mende Macht der Industrie. Oh- 



270 



ne Spielgeschäft würde die Indu- 
strie das bürgerliche Kapital ver- 
mehren und zur Hebung der 
Landwirtschaft beitragen, da sie 
den Grundbesitz aus der Schuld- 
knechtschaft der Landbanken 
befreien könnte. Wir müssen es 
dazu bringen, daß die Industrie 
sowohl die Arbeitskräfte als 
auch das Geld aus der Landwirt- 
schaft aufsaugt und durch das 
Spielgeschäft alle Schätze der 
Welt in unsere Hände ausliefert. 
Dann sind alle nicht illuminier- 
ten Menschen arme Teufel, dann 
werden sie sich vor uns beugen, 
um nur ihr Leben fristen zu 
können! 

Um alle Industrie zu zerstören, 
die nicht zu dem Kreis der Insi- 
der gehört, werden wir uns ne- 
ben dem Spielgeschäft noch ei- 
nes anderen Mittels bedienen: es 
ist die Entwicklung eines starken 
Verlangens bei nicht Illuminier- 
ten nach Pracht, nach einem al- 
les verschlingenden Aufwand. 

Wir werden den Arbeitslohn 
steigern; das wird aber den Ar- 
beitern keinen Nutzen bringen, 
weil wir gleichzeitig eine Preis- 
steigerung bei allen Gegenstän- 
den des täglichen Bedarfs her- 
beiführen. Als Vorwand wer- 
den wir dabei den Notstand der 
Landwirtschaft und der Vieh- 
zucht benutzen. 

Wir werden die Quellen der Er- 
zeugung in Landwirtschaft und 
Gewerbe künstlich und tief un- 
terwühlen, indem wir die Arbei- 
ter an Gesetzlosigkeit und 
Trunksucht gewöhnen und alle 
geistig hochstehenden Kräfte, 



die keine Illuminaten sind, vom 
Land entfernen. 

Damit die nicht Illuminierten 
den wahren Stand der Dinge 
nicht vor der Zeit erkennen, 
werden wir ihn sorgfältig ver- 
schleiern. Als Mittel dazu dienen 
unsere volkswirtschaftlichen 
Lehren, aus denen scheinbar ein 
ernstes Streben spricht, für die 
Arbeiterklasse und die weltbe- 
wegenden Grundsätze mit aller 
Kraft einzutreten. 

Die starken Rüstungen, die Aus- 
gestaltung des Polizeiwesens, 
das alles dient nur zur Verwirkli- 
chung unserer bereits entwickel- 
ten Pläne. Wir müssen dafür sor- 
gen, daß es neben uns in allen 
Staaten nur noch Besitzlose und 
einige von uns abhängige Millio- 
näre gibt, außerdem Polizei und 
Soldaten. 

Wir müssen in ganz Europa und 
durch die Beziehungen von dort 
aus auch in anderen Erdteilen 
Gärung, Streit und Feindschaft 
erregen. Damit erreichen wir ei- 
nen doppelten Vorteil: Erstens 
werden uns alle Staaten fürch- 
ten, weil sie genau wissen, daß 
wir jederzeit imstande sind, nach 
Belieben Unruhen hervorzuru- 
fen oder die alte Ordnung wie- 
der herzustellen. Alle diese Län- 
der sind gewohnt, uns als not- 
wendiges Übel zu betrachten. 

Geheimhaltung aller 
Unternehmungen 

Zweitens werden wir durch un- 
sere Umtriebe alle Fäden ver- 
wirren, die wir mit Hilfe Staats- 



271 



rechtlicher oder wirtschaftlicher 
Verträge und Schuldverschrei- 
bungen nach allen Staatsleitun- 
gen gesponnen haben. Um die- 
ses Ziel restlos zu erreichen, 
müssen wir bei den mündlichen 
Verhandlungen mit großer Ver- 
schlagenheit und Verschmitzt- 
heit vorgehen; äußerlich dage- 
gen, in dem sogenannten amtli- 
chen Schriftwechsel, werden wir 



ein entgegengesetztes Verfahren 
einschlagen und stets ehrbar und 
entgegenkommend erscheinen. 
Befolgen wir diese Grundsätze, 
so werden die nicht illuminierten 
Staatsleitungen und Völker, die 
wir daran gewöhnt haben, den 
Schein für bare Münze zu neh- 
men, uns einst noch für die 
Wohltäter und Retter des Men- 
schengeschlechtes halten. 




Das Sonnenweib und der siebenköpfige Drache: »Mit uns muß 
man rechnen, überall haben wir die Hand im Spiel.« 



272 



Sobald ein Staat, der noch von 
nicht Illuminatien regiert wird, 
es wagt, uns Widerstand zu lei- 
sten, müssen wir in der Lage 
sein, seine Nachbarn zum Krieg 
gegen ihn zu veranlassen. Wol- 
len aber auch die Nachbarn ge- 
meinsame Sachen mit ihm ma- 
chen und gegen uns vorgehen, so 
müssen wir den Weltkrieg ent- 
fesseln. 

Der oberste Grundsatz jeder er- 
folgreichen Staatskunst ist die 
strengste Geheimhaltung aller 
Unternehmungen. Was der 
Staatsmann sagt, braucht keines- 
wegs mit dem übereinzustim- 
men, was er tut. 

Wir müssen die nicht von uns 
beherrschten Staatsleitungen 
zwingen, unseren breit angeleg- 
ten Plan, der sich schon der er- 
wünschten Vollendung nähert, 
tatkräftig zu unterstützen. Als 
Mittel werden wir die öffentliche 
Meinung vorschützen, die wir 
insgeheim durch die sogenannte 
achte Großmacht - die Presse - 
in unserem Sinn bearbeitet ha- 
ben. Mit ganz wenigen Ausnah- 
men, die überhaupt nicht in Fra- 
ge kommen, liegt die ganze Pres- 
se in unseren Händen. 

Wir wollen unseren Plan zur 
Niederzwingung der nicht illu- 
minierten Staaten in Europa in 
wenige Worte zusammenfassen: 
Einem von ihnen werden wir un- 
sere Macht durch Mordanschlä- 
ge, also durch die Schreckens- 
männer, den Terror, beweisen. 
Sollte es zu einer gemeinsamen 
Erhebung aller europäischen 
Staate wider uns kommen, so 



werden ihnen amerikanische, 
chinesische oder japanische Ge- 
schütze in unserem Namen ant- 
worten. 

Wir müssen uns mit allen 
Kampfmitteln, deren sich unsere 
Gegner gegen uns bedienen 
könnten, auch ausrüsten. Wir 
müssen uns deshalb mit allen 
Feinheiten und mit allen Kniffen 
der Gesetzbücher vertraut ma- 
chen für den Fall, daß wir Ent- 
scheidungen fällen müssen, die 
übermäßig kühn und ungerecht 
scheinen können; denn es ist 
wichtig, diese Entscheidungen so 
zu fassen, daß sie als Ausfluß der 
höchsten sittlichen Rechtsord- 
nung erscheinen. 

Sie dienen teils aus 
Ehrgeiz, teils aus 
Eigennutz 

Unsere Leitung muß sich mit al- 
len Hilfskräften der Zivilisation 
umgeben, in deren Mitte sie wir- 
ken soll. Dazu gehören vor allem 
Tagesschriftsteller, Rechtsge- 
lehrte, Verwaltungsbeamte, 
Staatsmänner und schließlich 
solche Persönlichkeiten, die in 
unseren Fachschulen eine be- 
sondere Vorbildung genossen 
haben. 

Diese Leute werden von uns in 
alle Geheimnisse des gesell- 
schaftlichen Lebens eingeweiht. 
Sie erlernen jene Sprache, die 
aus politischen Buchstaben und 
Worten zusammengesetzt ist. Sie 
werden mit allen tieferen Grün- 
den der menschlichen Natur be- 
kannt gemacht und mit allen ih- 
ren empfindlichen Saiten, deren 



273 



Anschlag sie verstehen müssen. 
Zu diesen Saiten gehören die be- 
sondere Geistesrichtung der 
Menschen, die nicht zu den Insi- 
dern gehören, ihre Bestrebun- 
gen, Fehler, Laster und Tugen- 
den, sowie die besonderen Ei- 
genschaften der einzelnen Klas- 
sen und Stände. 

Selbstverständlich dürfen die 
geisteskräftigen Mitarbeiter un- 
serer Regierung, von denen ich 
spreche, nicht aus den Reihen 
der nicht Illuminierten entnom- 
men werden, die durchaus ge- 
wohnt sind, ihre amtlichen 
Pflichten auszuüben, ohne daran 
zu denken, was damit erreicht 
werden soll, ohne zu überlegen, 
weshalb sie notwendig sind. 
Nicht illuminierte Beamte unter- 
zeichnen häufig Schriftstücke, 
ohne sie überhaupt zu lesen. Sie 
dienen dem Staat teils aus Ehr- 
geiz, teils aus Eigennutz, aber 
ohne eigentliches Ziel. 

Wir werden unsere Leitung mit 
unzähligen Volkswirten umge- 
ben. Der volkswirtschaftliche 
Unterricht ist nämlich der wich- 
tigste Gegenstand bei der Aus- 
bildung zum Illuminaten. Wir 
ziehen uns eine gewaltige Menge 
von Bankleuten, Fabrikherren, 
Geldmännern und, was die 
Hauptsache ist, von Millionären 
heran; denn in der Wirklichkeit 
wird doch alles durch die Zahl 
der Figuren entschieden. 

Solange es noch gefährlich er- 
scheint, verantwortliche Staats- 
stellen unseren illuminierten 
Brüdern zu übergeben, werden 
wir sie nur solchen Persönlich- 



keiten anvertrauen, deren Ver- 
gangenheit und Charakter für sie 
bürgt. Hierzu gehört, daß zwi- 
schen ihnen und dem Volk ein 
Abgrund klafft. Wir dürfen diese 
Stellen nur solchen Persönlich- 
keiten anvertrauen, die das To- 
desurteil oder die Verbannung 
gewärtigen müssen, falls sie un- 
seren Weisungen nicht gehor- 
chen. Sie müssen bereit und ge- 
willt sein, unsere Interessen bis 
zum letzten Atemzug zu ver- 
treten. 

Sie müssen bei der Anwendung 
unserer Grundsätze die Eigenart 
des Volkes berücksichtigen, in 
dessen Gebiet Sie sich aufhalten 
und wirken werden. Die gleich- 
mäßige Anwendung unserer 
Grundsätze kann keinen Erfolg 
bringen, solange ein Volk nicht 
auf unsere Weise erzogen ist. 
Wenn Sie aber vorsichtig zu 
Werke gehen, werden Sie sehen, 
daß schon ein Jahrzehnt genügt, 
um selbst den festesten Charak- 
ter zu verändern. Dann können 
wir ein neues Volk unter diejeni- 
gen Völker einreihen, die sich 
uns schon unterworfen haben. 



Pflicht der 
Gleichheit 

Sobald wir zur Herrschaft gelan- 
gen, werden wir das alte freisin- 
nige Feldgeschrei: »Freiheit, 
Gleichheit, Brüderlichkeit!« das 
im Grunde genommen von unse- 
ren Logen in die Welt gesetzt 
wurde, durch Gruppen von 
Wörtern ersetzen, die nur Ge- 
danken ausdrücken. Wir werden 
sagen: »Recht auf Freiheit, 



274 



Pflicht der Gleichheit, Vorbild 
der Brüderlichkeit!« und damit 
werden wir den Bock bei den 
Hörnern packen. 

In der Tat haben wir außer unse- 
rer eigenen schon jede Herr- 
schergewalt beseitigt, obgleich 
rechtlich noch viel davon vor- 
handen ist. Wenn heute irgend- 
ein Staat gegen uns Einspruch 
erhebt, so geschieht es nur der 
Form halber, sogar mit unserem 
Wissen und Wollen. Wir brau- 
chen ihren Antisemitismus, um 
unsere Brüder aus den unteren 
Schichten zusammenzuhalten. 
Ich will dies nicht näher ausfüh- 
ren, da wir über diesen Gegen- 
stand schon wiederholt gespro- 
chen haben. 

Tatsächlich gibt es für uns keine 
Hindernisse. Wir üben unsere 
Oberherrschaft in jener ganz au- 
ßergesetzlichen Form aus, die 
man mit dem Wort Gewaltherr- 
schaft (Diktatur) zu bezeichnen 
pflegt. Ich kann es mit voller 
Überzeugung sagen, daß wir zur 
Zeit die Gesetzgeber sind; wir 
sprechen Recht und üben die 
vollziehende Gewalt aus, wir 
strafen und begnadigen, wir sit- 
zen als Führer aller unserer Hee- 
re hoch zu Roß. Uns leitet ein 
fester Wille, da wir die Erbschaft 
einer einst mächtigen Partei an- 
getreten haben, die jetzt ganz 
von uns abhängt. Wir verfügen 
über einen unbändigen Ehrgeiz, 
brennende Habgier, schonungs- 
lose Rachsucht und unerbittli- 
chen Haß. 

Von uns geht das Schreckge- 
spenst, der umfassende Terror 



In unserem Dienste stehen Leu- 
ter aller Anschauungen und 
Richtungen: Männer, die eine 
königliche Regierung wieder 
einführen wollen, Volksverfüh- 
rer (Demagogen), Sozialisten, 
Kommunisten und allerlei Wol- 
kenkuckucksheimer (Utopi- 
sten). Wir haben sie alle für uns 
in das Joch gespannt. Jeder von 
ihnen untergräbt an seiner Stelle 
die letzten Stützen der Staatsge- 
walt und sucht die bestehende 
Rechtsordnung umzustoßen. 
Durch solche Maßnahmen wer- 
den alle Regierungen gepeinigt. 
Jeder sehnt sich nach Ruhe und 
ist bereit, um des lieben Friedens 
willen alles zu opfern. Wir aber 
lassen sie nicht zur Ruhe kom- 
men, bis sie unsere Welt-Ober- 
herrschaft offen und bedin- 
gungslos anerkannt haben. Das 
Volk stöhnt und verlangt nach 
einer Lösung der gesellschaftli- 
chen (sozialen) Frage im Wege 
einer allgemeinen zwischen- 
staatlichen Verständigung. Da 
aber alle Völker in Parteien zer- 
spalten sind und der Partei- 
kampf große Mittel erfordert, so 
hängen alle Parteien und Völker 
von uns ab; denn das Geld ha- 
ben wir allein. 



Erziehung auf falschen 
Grundsätzen und Lehren 

Wir könnten befürchten, daß au- 
ßerhalb der Insider die sehenden 
Kräfte der Herrschenden sich 
mit den blinden Kräften der 
Völker vereinigen. Allein wir 
haben alle Vorsichtsmaßregeln 
getroffen, um solche Möglich- 
keiten zu verhindern. Zwischen 



275 



beiden Kräften haben wir eine 
Mauer in Gestalt einer gegensei- 
tigen Schreckensherrschaft er- 
richtet. Auf diese Weise bleibt 
die blinde Masse des Volkes un- 
sere Stütze. Wir und nur wir al- 
lein werden ihr als Führer die- 
nen und sie schließlich ganz un- 
seren Zielen zuführen. 

Damit der Blinde seine Hand 
nicht unserer Leitung entzieht, 
müssen wir von Zeit zu Zeit in 
engste Gemeinschaft mit dem 
Volk treten. Läßt sich das per- 
sönlich nicht bewerkstelligen, so 
muß es durch unsere zuverlässi- 
gen Brüder geschehen. Sind wir 
als Macht erst anerkannt, so 




Michaels Kampf mit dem Dra- 
chen: »Unser Reich wird 
durch eine grenzenlose Ge- 
waltherrschaft gekennzeich- 
net sein. Wir werden die Men- 
schen nach unserem Willen 
leiten, und sie geschickt mit 
Wort und Schrift beein- 
flussen.» 



werden wir persönlich mit dem 
Volk auf den Straßen und Plät- 
zen reden und es lehren, sich in 
staatsrechtlichen Fragen diejeni- 
ge Auffassung zu eigen zu ma- 
chen, die wir gerade brauchen. 

Niemand kann nachprüfen, was 
dem Volk in den Dorfschulen 
gelehrt wird. Was aber der Be- 
auftragte der Regierung oder 
Herrscher selbst dem Volk sagt, 
das geht wie ein Lauffeuer über 
das ganze Land, denn es wird 
schnell durch die Stimme des 
Volkes in alle Winde getragen. 

Um die Einrichtungen der nicht 
Illuminierten nicht vorzeitig zu 
zerstören, gingen wir mit größter 
Umsicht zu Werke und ergriffen 
zunächst nur die Enden der 
Triebfedern, durch die alles in 
Gang gehalten wird. Diese 
Triebkräfte waren früher streng, 
aber gerecht verteilt, wir aber 
ersetzten sie durch die freisinni- 
ge Willkür. Auf diese Weise un- 
tergruben wir die Rechtspre- 
chung, die Wahlordnung, die 
Presse, die Freiheit der Person 
und vor allem die Erziehung und 
Bildung des Volkes als Eckpfei- 
ler jeder wirklichen Freiheit. 

Wir haben die nicht illuminierte 
Jugend verdummt, verfuhrt und 
verdorben. Dieses Ziel wurde 
von uns dadurch erreicht, daß 
wir ihre Erziehung auf falschen 
Grundsätzen und Lehren auf- 
bauten, deren Lügenhaftigkeit 
uns sehr wohl bekannt war, die 
wir aber anwenden ließen. 

Wir haben zwar die bestehenden 
Gesetze nicht plötzlich geändert, 



276 



haben aber ihren Sinn durch wi- 
derspruchsvolle Deutungen voll- 
kommen entstellt. Auf diesem 
Weg erzielten wir über Erwarten 
große Erfolge. Zunächst wurden 
die Gesetze durch viele Deutun- 
gen verdunkelt und dann all- 
mählich in ihr Gegenteil verwan- 
delt. Die Staatsleitung verlor je- 
de Übersicht und konnte sich 
schließlich selbst in der äußerst 
verworrenen und widerspruchs- 
vollen Gesetzgebung nicht mehr 
zurecht finden. Daraus entwik- 
kelte sich die Theorie einer 
Rechtsprechung nach bestem 
Gewissen statt nach dem Ge- 
setzbuch. 

Sie können einwenden, daß die, 
die nicht zum Kreis der Illumi- 
naten oder Insider gehören, mit 
der Waffe in der Hand über uns 
herfallen werden, sobald sie vor 
der Zeit entdecken, wie alles zu- 
sammen hängt. Für diesen Fall 
haben wir ein letztes, furchbares 
Mittel in der Hand, vor dem 
selbst die tapfersten Herzen er- 
zittern sollen. Bald werden alle 
Hauptstädte der Welt von Un- 
tergrundbahnen durchzogen 
sein. Von ihren Stollen aus wer- 
den wir im Falle der Gefahr für 
uns die ganzen Hauptstädte mit 
allen Einrichtungen und Urkun- 
den in die Luft sprengen. 

Sie werden uns 
auf Händen tragen 

Ich bitte Sie, sich daran zu erin- 
nern, daß sich die Regierungen 
und Völker in der Staatskunst 
mit dem Schein begnügen. Wie 
sollten sie auch den wahren 
Stand der Dinge erkennen, da 



ihren Vertretern doch das Ver- 
gnügen über alles geht? 

Für uns ist die Kenntnis dieses 
Umstandes von der allergrößten 
Bedeutung. Sie wird uns zustat- 
ten kommen bei den Verhand- 
lungen über die Verteilung der 
Staatsgewalt, die Freiheit des 
Wortes, der Presse und des 
Glaubens, das Recht des Zusam- 
menschlusses, die Gleichheit vor 
dem Gesetz, die Unverletzlich- 
keit des Eigentums und der 
Wohnung, die indirekte Be- 
steuerung und die rückwirkende 
Kraft der Gesetze. Über alle die- 
se Fragen darf man mit dem 
Volk niemals offen und rück- 
haltlos sprechen. 

Ist es unumgänglich notwendig, 
sie zu berühren, so dürfen wir 
uns nicht auf Einzelheiten ein- 
lassen, sondern nur in allgemei- 
nen Redensarten die Grundsätze 
einer neuzeitigen (modernen) 
Gesetzgebung anerkennen. Die 
Bedeutung dieser Zurückhal- 
tung liegt auf der Hand: Solange 
wir uns nicht offen fest gelegt 
haben, bleibt uns immer die 
Möglichkeit, den einen oder an- 
deren Punkt auszuschließen; 
sind die Volksrechte aber erst 
einmal aufgezählt, dann schei- 
nen sie auch schon bewilligt zu 



Das Volk liebt und verehrt die 
Hochgeister unter den Staats- 
männern; es beurteilt ihre Ver- 
gewaltigungen in folgender Wei- 
se: »Das war niederträchtig, 
aber sehr geschickt! Ein Gau- 
nerstreich aber großartig ausge- 
führt! Mit welcher Frechheit!« 



277 



Wir rechnen darauf, alle Völker 
für die Errichtung eines völlig 
neuen Staatsgebäudes zu gewin- 
nen, das uns schon lange vor- 
schwebt. Deshalb müssen wir 
vor allem dafür sorgen, daß un- 
sere Führer Persönlichkeiten 
sind, die mit einer beispiellosen 
Kühnheit und Geisteskraft auf 
ihr Ziel losgehen. Dann werden 
wir auf unserem Weg jeden Wi- 
derstand brechen. 

Wenn wir die von uns geplante 
Staatsumwälzung vollzogen ha- 
ben, werden wir den Völkern sa- 
gen: »Es ist alles schrecklich 
schlecht gegangen, Ihr alle seid 
vor Leid und Gram erschöpft. 

Seht, wir beseitigen die Ursa- 
chen eurer Leiden: die völkische 
Abgeschlossenheit, die Landes- 
grenzen, die Verschiedenartig- 
keit der Währungen. Natürlich 
könnt Ihr über uns richten, aber 
kann Euer Urteil gerecht sein, 
wenn Dir es fällt, ehe Ihr das 
erprobt habt, was wir Euch ge- 
ben wollen?« 

Dann werden sie uns zujubeln 
und uns in heller Begeisterung 
auf den Händen tragen. Die 
Form der Abstimmung, mit de- 
ren Hilfe wir zur Herrschaft ge- 
langt sind, und an welche wir die 
am niedrigsten stehenden Mit- 
glieder der Menschheit gewöhnt 
haben, weil wir Versammlungen 
veranstalteten und Vereinbarun- 
gen treffen ließen, wird ihren 
letzten Dienst leisten; sie wird 
zum letzten Mal in Erscheinung 
treten und dabei den einstimmi- 
gen Wunsch zum Ausdruck brin- 
gen, mit uns in nähere Berüh- 



rung zu treten, ehe ein Urteil 
über uns abgegeben wird. 

Unsere Pläne müssen 

stark 

und zweckmäßig sein 

Um dieses Ziel zu erreichen, 
müssen wir vorher das allgemei- 
ne Wahlrecht ohne Unterschied 
von Stand und Vermögen ein- 
führen, um die Alleinherrschaft 
(Absolutismus) der Mehrheit zu 
schaffen, die wir von den gebil- 
deten Schichten der Gesellschaft 
allein niemals erhalten würden. 

Nachdem wir so alle an den Ge- 
danken der Selbstbestimmung 
gewöhnt haben, werden wir die 
Bedeutung der Familie und ihre 
erzieherischen Werte vernich- 
ten. Wir werden es zu verhin- 
dern wissen, daß hochbegabte 
Persönlichkeiten erstehen, de- 
nen die von uns geleiteten Mas- 
sen den Aufstieg, ja sogar die 
Aussprache nicht gestatten wird. 
Ist sie doch gewöhnt, nur uns zu 
folgen, da wir ihren Gehorsam 
und ihre Aufmerksamkeit gut 
bezahlen. Auf diese Weise wer- 
den wir uns eine blindgefügige 
Macht schaffen, die gar nicht im- 
stande sein wird, etwas gegen 
den Willen unserer Vertreter zu 
unternehmen, denen wir die Lei- 
tung der Massen anvertraut ha- 
ben. Das Volk wird sich ihrer 
Herrschaft willig unterwerfen; 
denn es wird wissen, daß von 
ihnen Arbeit, Zuwendungen al- 
ler Art und jegliche Vorteile ab- 
hängig sind. 

Der Plan unserer Leitung muß 
fertig aus einem Kopf hervorge- 



278 



hen; denn er kann niemals feste 
Gestalt annehmen, wenn unzäh- 
lige Köpfe daran arbeiten wol- 
len. Deshalb ist es uns wohl er- 
laubt zu wissen, was ausgeführt 
werden soll, wir dürfen die Vor- 
schriften aber niemals einer Be- 
urteilung unterziehen. Sonst 
könnten wir die einzig dastehen- 
de Größe des Gesamtplanes, 
den Zusammenhang seiner ein- 
zelnen Teile, die Wirkung eines 
jeden Punktes, dessen geheimer 
Sinn verborgen bleibt, zerstören. 

Unterwerfen wir ein derartiges 
Werk der Beurteilung und Ab- 
stimmung zahlreicher Gesin- 
nungsgenossen, so wird es un- 
vermeidlich die Spuren zahlrei- 
cher Mißverständnisse in sich 
tragen; denn nicht jeder ist im- 
stande, den tieferen Sinn und 
Zusammenhang des Ganzen zu 
ergründen. Unsere Pläne müs- 
sen stark und zweckmäßig er- 
dacht sein. Darum dürfen wir die 
geistesstarke Arbeit unseres Lei- 
ters nicht vor die Säue werfen 
und auch im engeren Kreis nicht 
bekritteln lassen. 

Wir warten auf den 
letzten Todeskampf 

Diese Pläne werden die beste- 
henden Einrichtungen vorläufig 
nicht umstürzen. Sie werden nur 
ihre wirtschaftliche Grundlage 
und, im Zusammenhang damit, 
den ganzen Plan ihrer Entwick- 
lung ändern, die auf diese Weise 
schließlich den in unseren Plä- 
nen vorgesehenen Weg einschla- 
gen wird. 

In ajlen Staaten gibt es unter den 
verschiedensten Bezeichnungen 



annähernd die gleichen Einrich- 
tungen: Volksvertretung, Mini- 
sterien, Staatsrat, Höchster Ge- 
richtshof, gesetzgebende und 
vollziehende Körperschaften. 
Ich brauche Ihnen die Beziehun- 
gen dieser Staatseinrichtungen 
zueinander nicht zu erläutern. 
Das alles ist Ihnen gut bekannt. 

Ich bitte Sie nur, daran festzu- 
halten, daß jede dieser Staats- 
einrichtungen irgendeine wich- 
tige Aufgabe im Staatsleben er- 
füllen muß. Das Wort »wichtig« 
beziehe ich dabei nicht auf das 
Amt, sondern auf die Aufgabe; 
folglich sind nicht die Amter 
wichtig, sondern die Aufgaben, 
die sie zu erfüllen haben. Die 
Ämter haben unter sich alle 
wichtigen Zweige des Staatsle- 
bens verteilt: die Verwaltung, 
die Gesetzgebung und die voll- 
ziehende Gewalt. Sie üben dar- 
um im Staatskörper dieselbe 
Wirkung aus, wie die Glieder im 
menschlichen Körper. Sobald 
wir ein wichtiges Glied der 
Staatsmaschine beschädigt ha- 
ben, wird der Staat wie ein 
menschlicher Körper erkranken 
und sterben. 

Nachdem wir dem Staatskörper 
das Gift des Freisinnes einge- 
flößt haben, hat sich sein ganzer 
staatsrechtlicher Zusammen- 
hang verändert. Heute sind alle 
Staaten von einer tödlichen 
Krankheit, der Zersetzung des 
Blutes, befallen. Wir brauchen 
nur noch auf den letzten Todes- 
kampf zu warten. 

Der Freisinn ersetzte die Selbst- 
regierungen, in welchen die 



279 



Nicht-Illuminierten ihr Ziel er- 
blickt hatten, durch Verfas- 
sungs-Staaten. Jede Verfassung 
ist, wie Sie wohl wissen, die hohe 
Schule für Haß, Streit und un- 
fruchtbaren Parteihader, der die 
Kraft des Staates lahmt und sei- 
ne Lebensäußerungen jeden 
Persönlichkeitswertes entklei- 
det. Die Rednerbühne hat 
ebenso wie die Presse die Herr- 
scher zur Taten- und Machtlo- 
sigkeit verurteilt und sie dadurch 
unnütz und überflüssig gemacht. 
Deswegen wurden sie schon in 
vielen Ländern gestürzt. Seit- 
dem begann das Zeitalter der 
Volksherrschaft, in welchem wir 
die angestammten Könige durch 
Strohpuppen ersetzen, die wir 
aus der Masse des Volkes unter 
den uns sklavisch ergebenen 
Günstlingen als »Präsidenten« 
aussuchten. Das war der Spreng- 
körper, den wir unter die 
Grundmauern nicht nur eines, 
sondern - glauben Sie mir - aller 
noch nicht-illuminierten Völker 
gelegt haben. 

Strohpuppen als 
Politiker 

Bald werden wir den Grundsatz 
einfuhren, daß die Präsidenten 
für ihre Handlungen verantwort- 
lich sind. Dann brauchen wir uns 
in der Durchführung unserer 
Maßnahmen keinerlei Schran- 
ken mehr aufzuerlegen, da die 
Verantwortung ganz auf unsere 
Strohpuppen fallen wird. Uns 
kann es ja nur recht sein, daß 
sich dadurch die Reihen derer 
lichten werden, die nach Macht 
streben. Es ist sogar vorauszu- 



sehen, daß es vielfach unmöglich 
sein wird, geeignete Persönlich- 
keiten für den Präsidentenposten 
zu finden. Daraus können 
Unruhen entstehen, die die 
Staaten endgültig zerrütten 
werden. 

Um dieses von uns gewünschte 
Ergebnis zu erreichen, werden 
wir für die Wahl solcher Präsi- 
denten sorgen, deren Vergan- 
genheit irgendeinen dunklen 
Punkt, irgendein »Panama« 
aufweist. Dann werden sie ge- 
treue Vollstrecker unserer Wei- 
sungen. Einerseits müssen sie 
stets fürchten, daß wir mit Ent- 
hüllungen kommen, die sie un- 
möglich machen; andererseits 
werden sie, wie jeder Mensch, 
das begreifliche Bestreben ha- 
ben, sich in der einmal erlangten 
Machtstellung zu behaupten und 
die einem Präsidenten zustehen- 
den Vorrechte und Ehren mög- 
lichst lange zu genießen. 

Das Abgeordnetenhaus wird ihn 
wählen, decken und verteidigen, 
doch wir werden der Kammer 
das Recht nehmen, Gesetze vor- 
zuschlagen oder abzuändern. 
Dieses Recht werden wir viel- 
mehr dem verantwortlichen Prä- 
sidenten übertragen, der eine 
Strohpuppe in unseren Händen 
ist. Damit wird die Macht des 
Präsidenten allerdings zur Ziel- 
scheibe unzähliger Angriffe wer- 
den. Wir aber wollen ihm als 
Mittel der Selbstverteidigung 
das Recht verleihen, das Abge- 
ordnetenhaus aufzulösen und in 
der Form von Neuwahlen eine 
abermalige Entscheidung des 
Volkes anzurufen, desselben 



280 



Volkes, dessen Mehrheit blind- 
lings unseren Weisungen folgt! 

Unabhängig davon werden wir 
dem Präsidenten das Recht ver- 
leihen, den Kriegszustand zu 
verhängen. Wir werden dieses 
Recht damit begründen, daß der 
Präsident als Haupt der gesam- 
ten Wehrmacht des Landes je- 
derzeit in der Lage sein muß, 
über dieselbe zu verfügen, da er 
als verantwortlicher Vertreter 
des Staates die Pflicht habe, die 
neue Verfassung vor Angriffen 
zu schützen und die junge Frei- 
heit des Volksstaates zu vertei- 
digen. 

Es ist ohne weiteres klar, daß 
der Schlüssel zum Heiligtum un- 
ter solchen Umständen sich in 
unseren Händen befinden und 
niemand außer uns die Gesetz- 
gebung leiten wird. 

Mit der Einführung der neuen 
Verfassung des Volksstaates 
werden wir dem Abgeordneten- 
haus unter dem Vorwand der 
Wahrung des Staatsgeheimnisses 
das Recht nehmen, Anfragen 
über staatsrechtliche Maßnah- 
men der Regierung zu stellen. 
Außerdem werden wir die Zahl 
der Volksvertreter in der neuen 
Verfassung auf ein Mindestmaß 
beschränken. Damit erreichen 
wir gleichzeitig eine wesentliche 
Abkühlung der politischen Lei- 
denschaften und des Dranges 
zur Ausübung der Staatskunst. 
Sollte sich wider Erwarten bei 
der kleinen Minderheit Wider- 
stand zeigen, so werden wir ihn 
durch einen Aufruf an das Volk 
brechen. 



Wir geben den Völkern 
keine Atempause 

Dem Reichspräsidenten wird die 
Aufgabe zufallen, die Präsiden- 
ten des Abgeordnetenhauses 
und des Senates sowie ihre Stell- 
vertreter zu ernennen. Wir wer- 
den Tagungen der Volksvertre- 
ter abschaffen und an ihrer Stel- 
le soll dem Präsidenten als Trä- 
ger der vollziehenden Gewalt 
das Recht zustehen, die Volks- 
vertretung einzuberufen oder 
aufzulösen. Im Fall der Auflö- 
sung kann er den Beginn der 
neuen Tagung nach Belieben 
hinaus schieben. 



Um den Präsidenten davor zu 
schützen, daß er vor der Erfül- 
lung unserer Pläne wegen sol- 
cher im Grunde genommen un- 
gesetzlichen Handlungsweise zur 
Rechenschaft gezogen wird, las- 
sen wir den Ministern und den 
anderen hohen Verwaltungsbe- 
amten aus seiner Umgebung den 
Rat geben, die Verfügungen des 
Präsidenten durch selbständige 
Maßnahmen zu umgehen, dafür 
aber auch selbst die Verantwor- 
tung zu tragen. Solche Voll- 
machten empfehlen wir, beson- 
ders dem höchsten Gerichtshof, 
dem Staatsrat und dem Minister- 
rat zu geben, aber nicht einzel- 
nen Persönlichkeiten. 

Der Präsident wird die beste- 
henden Gesetze, die eine ver- 
schiedene Deutung zulassen, 
stets in unserem Sinn auslegen; 
er wird sie außer Kraft setzen, 
wenn wir ihn auf die Notwendig- 



281 



keit solcher Maßnahmen verwei- 
sen. Außerdem wird er das 
Recht haben, neue Gesetze von 
kurzer Dauer, ja selbst Ände- 
rungen der Verfassung vorzu- 
schlagen. Zur Begründung 
braucht er ja nur zu sagen, diese 
Maßnahmen seien für das Wohl 
des Staates erforderlich. 

Auf solche Weise können wir 
allmählich, Schritt für Schritt, al- 
les vernichten, was wir ursprüng- 
lich, zu Beginn unserer Herr- 
schaft, in die Verfassungen der 
Volksstaaten aufnehmen muß- 
ten. Unmerklich werden die 
letzten Spuren jedes verfas- 
sungsmäßigen Rechts ver- 
schwinden, bis schließlich die 
Zeit gekommen sein wird, in der 
wir offen jede Regierungsgewalt 
im Namen unserer Selbstherr- 
schaft an uns reißen. 

Die Anerkennung unseres Welt- 
herrschers kann schon vor der 
endgültigen Beseitigung aller 
Verfassungen erfolgen. Der gün- 
stige Augenblick dafür wird 
dann gekommen sein, wenn die 
von langen Unruhen geplagten 
Völker angesichts der von uns 
herbeigeführten Ohnmacht ihrer 
Herrscher den Ruf ausstoßen 
werden: »Beseitigt sie und gebt 
uns einen einzigen Weltherr- 
scher, der uns alle vereint und 
die Ursachen des ewigen Haders 

- die staatlichen Grenzen, die 
Religion und die Staatsschulden 

- beseitigt, der uns endlich Frie- 
den und Ruhe bringt, die wir 
vergeblich von unseren Herr- 
schern und Volksvertretungen 
erhofften.« 



Sie wissen selbst genau, daß es 
einer langen und unermüdlichen 
Arbeit bedarf, um alle Völker zu 
solchem Ausruf zu bewegen. 
Wir müssen ohne Unterlaß in 
allen Ländern die Beziehungen 
der Völker und Staaten zu ein- 
ander vergiften; wir müssen alle 
Völker durch Neid und Haß, 
durch Streit und Krieg, ja selbst 
durch Entbehrungen, Hunger 
und Verbreitung von Seuchen 
derart zermürben, daß die nicht 
Illuminierten keinen anderen 
Ausweg finden, als sich unserer 
Geldmacht und vollständigen 
Herrschaft zu unterwerfen. 

Geben wir den Völkern eine 
Atempause, so dürfte der er- 
sehnte Augenblick wohl niemals 
eintreten. 

Der Staatsrat wird die Macht des 
Herrschers unterstreichen; als 
sichtbaren Teil der gesetzgeben- 
den Gewalt fällt ihm die Aufga- 
be zu, den Wortlaut der Gesetze 
und Verordnungen im einzelnen 
auszuarbeiten. Die Grundsätze 
der neuen Verfassung bestehen 
also darin, daß wir die Gesetze 
schaffen und Recht sprechen. 

Das wird geschehen: durch Be- 
schlüsse der gesetzgebenden 
Körperschaften, denen wir in 
der Form von »Vorschlägen« die 
nötigen Weisungen erteilen wer- 
den. Zweitens durch allgemeine 
Erlasse des Präsidenten, Verfü- 
gungen des Senats und des 
Staatsrates, letztere in Gestalt 
von Ministererlassen. Und drit- 
tens durch Auswahl des geeigne- 
ten Zeitpunktes für einen Staats- 
streich. 



282 



Wir sind stark 
und unverwundbar 

Nachdem wir die Art unseres 
Vorgehens in großen Zügen ge- 
schildert haben, wollen wir noch 
auf einige Einzelheiten einge- 
hen, die uns zu einem völligen 
Sieg verhelfen sollen. Unter die- 
sen Einzelheiten verstehe ich die 
Freiheit der Presse, das Recht 
des Zusammenschlusses, die Ge- 
wissensfreiheit, das allgemeine 
gleiche Wahlrecht und vieles an- 
deres, was unmittelbar nach dem 
Staatsstreich aus der geistigen 
Rüstkammer der Menschheit 
verschwinden oder doch von 
Grund aus umgestaltet werden 
muß. 

Der Staatsstreich bietet uns die 
einzige Möglichkeit, mit einem 
Schlag die von uns gewünschte 
Verfassung einzuführen. Jede 
spätere merkliche Veränderung 
birgt große Gefahren in sich. 
Bringt sie neue Beschränkungen 
und wird sie mit großer Strenge 
durchgeführt, so kann sie die 
Menschen aus Furcht vor einer 
weiteren Verschlechterung ihrer 
Lage zur Verzweiflung treiben. 
Enthält sie dagegen Milderun- 
gen der bisherigen Bestimmun- 
gen, so wird man sagen, daß wir 
unser Unrecht eingesehen hät- 
ten, und dann ist das Vertrauen 
in unsere Unfehlbarkeit für im- 
mer verloren. Oder es wird hei- 
ßen, daß wir uns furchten und 
darum Entgegenkommen zeigen 
müßten. 

Dankbar wird uns niemand da- 
für sein;-denn jeder wird die 
Milderungen für unsere selbst- 



verständliche Pflicht halten. Je- 
de Veränderung der neuen Ver- 
fassung kann uns also nur scha- 
den. Wir müssen sie vielmehr als 
ein in sich geschlossenes Ganzes 
den nicht illuminierten Völkern 
in dem Augenblick aufzwingen, 
in dem sie von dem eben vollzo- 
genen Staatsstreich noch betäubt 
sind und ihre Kräfte noch nicht 
gesammelt haben. Sie müssen 
erkennen: Wir sind so stark, so 
unverwundbar, so mächtig, daß 
wir uns um sie nicht zu kümmern 
brauchen, daß wir nicht nur ihre 
Wünsche nicht beachten wer- 
den, sondern bereit und fähig 
sind, Gefühlsausbrüche in jedem 
Augenblick und an jedem Ort 
mit unerschütterlicher Macht zu 
unterdrücken. 

Sind diejenigen, die nicht zu den 
Illuminaten gehören, erst zur 
Erkenntnis gelangt, daß wir die 
ganze Macht an uns gerissen ha- 
ben und es rundweg ablehnen, 
sie mit ihnen zu teilen, so wer- 
den sie vor Schrecken die Augen 
schließen und untätig der Dinge 
harren, die da kommen sollen. 



Das Ziel wird nur 
auf Umwegen erreicht 

Die nicht illuminierten Men- 
schen, die in keiner Weise zu der 
großen Gruppe der Insider ge- 
rechnet werden können, sind ei- 
ne Hammelherde. Wir Illumina- 
ten aber sind die Wölfe. Wissen 
Sie, was aus den Schafen wird, 
wenn die Wölfe in ihre Herde 
einbrechen? Sie werden die Au- 
gen schließen und schon deshalb 
stillhalten, weil wir ihnen die 



283 




Baphomet. Pantheistisches und magisches Bild des Absolu- 
ten. Auf der Stirn und unter der Fackel das Zeichen des 
Makrokosmos oder das Pentagramm mit Spitze nach oben als 
Symbol der menschlichen Intelligenz. 



284 



Rückgabe aller geraubten Frei- 
heiten versprechen werden, 
wenn erst alle Friedensfeinde 
niedergerungen und alle Partei- 
en überwältigt sind. Brauche ich 
Ihnen zu. sagen, wie lange die 
nicht zu uns Gehörigen auf die 
Wiedereinsetzung in ihre Rechte 
warten werden? 

Wir haben uns eine Staatslehre 
erdacht und sie unermüdlich den 
Bürgern eingeflößt, ohne ihnen 
Zeit zur Besinnung zu lassen. 
Das geschah, weil wir unser Ziel 
nur auf Umwegen erreichen 
können, da der gerade Weg über 
die Kraft unser zerstreuten Or- 
ganisationen geht. Zu diesem 
Zweck haben wir weltweit die 
Freimaurerlogen gegründet. 

Niemand kennt sie und ihre Zie- 
le, am allerwenigstens die Och- 
sen von Nicht-Illuminierten, die 
wir zur Teilnahme an den offe- 
nen Freimaurerlogen bewegen 
haben, um ihnen Sand in die Au- 
gen zu streuen. 

Gott hat uns, seinen Erleuchte- 
ten, die Gnade verliehen, uns 
über die ganze Welt zu zerstreu- 
en. In dieser scheinbaren Schwä- 
che liegt unsere ganze Kraft, die 
uns schon an die Schwelle der 
Weltherrschaft geführt hat. Der 
Grundstein ist schon gelegt, es 
gilt nur noch den Bau zu voll- 
enden. 

Niemand darf unsere 
Unfehlbarkeit antasten 

Das Wort »Freiheit«, das man 
auf verschiedene Weise deuten 
kann, legen wir uns so aus: Frei- 
heit ist das Recht, das zu tun, 



was das Gesetz erlaubt. Solche 
Auslegung des Begriffes gibt die 
Freiheit vollständig in unsere 
Hand, weil die Gesetze nur das 
zerstören oder aufrichten, was 
wir nach den oben entwickelten 
Richtlinien wünschen. 

Mit der Presse werden wir in 
folgender Weise verfahren. Wel- 
che Rolle spielt jetzt die Presse? 
Sie dient dazu, die Volksleiden- 
schaften in dem von uns ge- 
wünschten Sinn zu entflammen 
oder selbstsüchtige Parteizwecke 
zu fördern. Sie ist hohl, unge- 
recht und verlogen. Wir werden 
ihr einen Zaum anlegen und die 
Zügel straff führen. Auf gleiche 
Weise werden wir mit anderen 
Druckerzeugnissen verfahren; 
denn was kann es helfen, wenn 
wir die Angriffe der Presse un- 
terbinden, aber in Streitschriften 
und Lügen angepöbelt werden? 

Wir werden die Versorgung der 
öffentlichen Meinung, die schon 
viel Geld kostet, durch die Zen- 
sur zu einer Einnahme -Quelle 
für den Staat machen. Wir wer- 
den eine Zeitungs-Stempelsteu- 
er einfuhren und die Bürg- 
schaftssummen bei der Grün- 
dung von Zeitungen und Druk- 
kereien erheben, die unsere Re- 
gierung gegen alle Angriffe der 
Presse sichern müssen. Erfolgen 
sie trotzdem, dann werden wir 
rücksichtslos Geldstrafen ver- 
hängen. 

Solche Maßnahmen wie Stem- 
pelsteuer, Bürgschaften und 
Geldstrafen werden der Regie- 
rung große Einnahmen verschaf- 
fen. Parteiblätter mögen viel- 
leicht keine Angst vor Geldstra- 



285 



fen haben, bei einem zweiten 
Angriff werden wir sie aber ver- 
bieten. Niemand darf ungestraft 
unsere Vormacht- Stellung oder 
unsere Unfehlbarkeit antasten. 

Als Vorwand für die Unterdrük- 
kung einer Zeitung oder Zeit- 
schrift werden wir stets behaup- 
ten, sie hätte die öffentliche 
Meinung ohne Grund aufgewie- 
gelt. Ich bitte Sie übrigens zu 
beachten, daß Angriffe auf uns 
auch von solchen Zeitungen er- 
folgen werden, die wir selbst ge- 
gründet haben. Solche Angriffe 
werden sich aber stets auf dieje- 
nigen Punkte beschränken, die 
wir selbst zur Abänderung vor- 
gemerkt haben. 

Keine Nachricht wird ohne un- 
sere Prüfung in die Öffentlich- 
keit gelangen. Dieses Ziel errei- 
chen wir teilweise schon jetzt da- 
durch, daß die Neuigkeiten aus 
aller Welt in wenigen Nachrich- 
tenämtern zusammenströmen, 
dort bearbeitet und erst dann 
den einzelnen Schriftleitungen, 
Behörden und anderen übermit- 
telt werden. Diese Nachrichten- 
ämter sollen allmählich ganz in 
unsere Hände übergehen und 
nur das veröffentlichen, was wir 
ihnen vorschreiben. 

Erziehung mit 

dem gedruckten Wort 

Es ist uns schon jetzt gelungen, 
die Gedankenwelt der Nicht-Il- 
luminierten in einer Weise zu 
beherrschen, daß fast alle ande- 
ren Bürger, die keine Insider 
sind, die Weltereignisse durch 
die bunten Gläser der Brillen 



ansehen, die wir ihnen aufge- 
setzt haben. Schon jetzt ist kein 
Staat auf der ganzen Welt im- 
stande, sich davor zu schützen, 
daß uns alles bekannt wird, was 
die nichtilluminierten Menschen 
ein Staatsgeheimnis nennen. 
Kein Schloß, kein Riegel ist 
stark genug, um uns den Zutritt 
zu verwehren, kein Geheimfach 
ist vor unseren Nachforschungen 
sicher. Wie mag es erst werden, 
wenn unsere Herrschaft über die 
ganze Welt in der Person eines 
Weltherrschers allgemein aner- 
kannt sein wird? 

Wir wollen nochmals auf die Zu- 
kunft der Presse zurückkom- 
men. Jeder Verleger, Drucker 
oder Buchhändler wird genötigt 
sein, einen besonderen Erlaub- 
nisschein für die Ausübung sei- 
nes Berufes zu erwerben, den 
wir bei dem geringsten Verstoß 
gegen unsere Weisungen sofort 
einziehen werden. Auf diese 
Weise wird das gedruckte Wort 
ein Erziehungsmittel in der 
Hand der Insider sein, die es 
nicht mehr zulassen werden, daß 
das Volk sich in fruchtlosen 
Träumen über die angeblichen 
Wohltaten des Fortschritts ver- 
liert. 

Jeder von Ihnen weiß, daß mit 
den nebelhaften Versprechun- 
gen des Freisinnes der Weg zu 
den unsinnigen Träumen gepfla- 
stert ist, die jede Zucht und Ord- 
nung in den Beziehungen der 
Menschen zueinander und zum 
Staat aufheben wollen. Der 
Fortschritt oder, richtiger gesagt, 
die Gedanken des Fortschrittes 
führten zu den verschiedenen 



286 



Formen der Verselbständigung 
(Emanzipation), bei denen keine 
Grenzen gesteckt wurden. Alle 
sogenannten Fortschrittler sind 
Umstürzler, wenn auch nicht im- 
mer in ihren Taten, so doch min- 
destens ihren Anschauungen 
nach. Jeder von ihnen jagt ir- 
gendwelchen Trugbildern der 
Freiheit nach und verfällt 
schließlich in Willkür, das heißt 
in grundsätzliche Verneinung 
der bestehenden Einrichtungen 
nur um der lieben Verneinung 
willen. 

Wir kommen nochmals auf die 
Presse zurück. Die Zeitungen 
und überhaupt Drucksachen al- 
ler Art werden wir - neben den 
Bürgschaftssummen - mit Stem- 
pelsteuern nach der Zahl der 
Seiten belegen. Für Schriften 
unter 30 Seiten werden wir die 
Steuer verdoppeln und ein be- 
sonderes Verzeichnis einführen. 
Damit hoffen wir schon die Zahl 
der Zeitschriften einzuschrän- 
ken, die von allen Drucksachen 
das schlimmste Gift verbreiten. 

Die Schriftsteller werden ferner 
gezwungen sein, so umfangrei- 
che Abhandlungen zu schreiben, 
daß diese schon wegen der ho- 
hen Preise nur wenige Leser fin- 
den dürften. 

Was wir aber selbst herausgeben 
werden, um die Menschen in der 
von uns gewünschten Geistes- 
richtung zu erziehen, das wird so 
billig sein, daß es reißenden Ab- 
satz finden muß. Die Steuer wird 
die Schreibwut der Leute be- 
sänftigen, während die Schrift- 
steller durch die Strafen in Ab- 



hängigkeit von uns gebracht 
werden. Sollten trotzdem einige 
von ihnen gegen uns schreiben 
wollen, so werden sie keinen 
Verleger für ihre Arbeiten fin- 
den; denn jeder Verleger oder 
Drucker wird verpflichtet sein, 
vor der Annahme einer Arbeit 
die Druckerlaubnis der von uns 
eingesetzten Behörde einzuho- 
len. Auf diese Weise können wir 
rechtzeitig die auf uns geplanten 
Angriffe erfahren und ihnen je- 
de Stoßkraft nehmen, indem wir 
ihnen mit Veröffentlichungen 
über den gleichen Gegenstand 
zuvorkommen. 



Zeitungen für jede 
politische Richtung 

Bücher und Zeitungen sind zwei 
der wichtigsten Erziehungsmit- 
tel. Aus diesem Grund wird un- 
sere Regierung das Eigentums- 
recht der meisten Zeitungen und 
Zeitschriften erwerben. Sie wird 
damit vor allem den schädlichen 
Einfluß der nichtamtlichen Pres- 
se ausschalten, und auf den 
Geist und die Stimmung des 
Volkes in nachhaltigster Weise 
einwirken. Auf je zehn Zeitun- 
gen oder Zeitschriften, die uns 
fernstehen, werden dreißig kom- 
men, die wir selbst gegründet 
haben. Das darf natürlich in der 
Öffentlichkeit nicht bekannt 
werden. Unsere Zeitungen und 
Zeitschriften sollen daher äußer- 
lich den verschiedensten Rich- 
tungen angehören, um das Ver- 
trauen der ahnungslosen Nicht- 
Illuminierten zu erwerben, sie 
alle in die Falle zu locken um sie 
unschädlich zu machen. 



287 



An erster Stelle werden die amt- 
lichen Zeitschriften und Zeitun- 
gen stehen, denen die Aufgabe 
zufallen wird, unsere Interessen 
in allen Fällen und zu jeder Zeit 
zu vertreten; ihr Einfluß wird 
deshalb verhältnismäßig klein 
sein. 

An zweiter Stelle werden die 
halbamtlichen Blätter kommen, 
die die Gleichgültigen und Lau- 
en für uns gewinnen sollen. 

An die dritte Stelle werden wir 
unsere scheinbare Gegnerschaft 
setzen, die mindestens ein Blatt 
unterhalten muß, das äußerlich 
in schärfsten Gegensatz zu uns 
treten wird. Unsere wirklichen 
Gegner werden diesen scheinba- 
ren Widerspruch für echt halten; 
sie werden in den Leuten, von 
denen er ausgeht, ihre Gesin- 
nungsgenossen sehen und uns 
ihre Karten aufdecken. 

Wir werden Zeitungen der ver- 
schiedensten Richtungen her- 
ausgeben: aristokratische, repu- 
blikanische, ja selbst anarchisti- 
sche unterstützen, natürlich nur 
so lange die Verfassung besteht. 
Sie werden, wie der indische 
Götze Witschnu, hundert Hände 
haben, von denen jede den Puls- 
schlag irgendeiner Geistesrich- 
tung fühlen wird. Sobald ein 
Pulsschlag schneller geht, wer- 
den die unsichtbaren Hände die 
Anhänger dieser Richtung auf 
unsere Ziele hinlenken; denn 
nichts ist leichter zu beeinflussen 
als der aufgeregte Mensch, der 
nicht mehr richtig überlegt. 

Jene Dummköpfe, die die Mei- 
nung ihres Parteiblattes zu ver- 



treten glauben, werden in Wirk- 
lichkeit unsere Meinung nach- 
sprechen oder doch wenigstens 
diejenige Meinung, die uns gera- 
de paßt. Sie bilden sich ein, die 
Richtlinien ihrer Partei zu ver- 
folgen, und merken nicht, daß 
sie hinter der Flagge marschie- 
ren, die wir vor ihnen flattern 
lassen. 

Enger Zusammenschluß 
mit dem Freimaurertum 

Um unser Zeitungsheer in die- 
sem Sinne zu leiten, müssen wir 
diesem Unternehmen besondere 
Sorgfalt widmen. Unter dem Na- 
men »Hauptpresseverband« 
werden wir zahlreiche, meist von 
uns begründete Schriftstellerver- 
eine zusammenfassen, in denen 
unsere Leute unmerklich die Lo- 
sung ausgeben werden. In der 
Beurteilung unserer Bestrebun- 
gen werden unsere Blätter im- 
mer oberflächlich sein, den Din- 
gen niemals auf den Grund ge- 
hen; sie werden mit den amtli- 
chen Blättern einen bloßen 
Wortkampf führen, um uns zu 
näheren Ausführungen zu ver- 
anlassen, deren sofortige Mittei- 
lung in der ersten amtlichen Be- 
kanntmachung unzweckmäßig 
erschien. Natürlich soll das nur 
dann geschehen, wenn es für uns 
vorteilhaft sein wird. 

Die scheinbaren Angriffe auf 
uns verfolgen noch den Neben- 
zweck, dem Volk glaubhaft zu 
machen, daß es die volle Rede- 
freiheitbesitzt. Werden wirdann 
in der uns feindlichen Presse we- 
gen der Unterdrückung des 
freien Wortes wirklich angegrif- 



fen, so haben unsere Vertrau- 
ensleute leichtes Spiel. Sie wer- 
den sagen, daß diese Blätter un- 
sinnige Behauptungen aufstel- 
len, weil es ihnen an sachlichen 
Gründen gegen uns und unsere 
Maßnahmen fehlt. 



Da die wirklichen Vorgänge 
nicht in die Öffentlichkeit drin- 
gen, so werden wir durch solches 
Verhalten das Vertrauen des 
Volkes gewinnen. Gestützt auf 
dieses Vertrauen, werden wir die 
öffentliche Meinung in allen 







^TTT / s* ' - 4^> *• > f ' 



»Wir werden unseren Erfolg auf die geheimnisvolle Kraft 
unserer Lehre zurückführen, von der alle erzieherischen Wir- 
kungen auf die Menschheit ausgehen. Unsere Leute werden 
sich hüten, ihre Geheimnisse zu enthüllen.« 



289 



staatsrechtlichen Fragen je nach 
Bedarf erregen oder beruhigen, 
überzeugen oder verwirren. Wir 
wollen bald die Wahrheit, bald 
die Lüge, bald Tatsachen, bald 
Berichtigungen abdrucken, je 
nachdem, wie die Nachricht auf- 
genommen wird. Es gehört zu 
unseren Grundsätzen, den Bo- 
den stets vorsichtig abzutasten, 
bevor wir unseren Fuß auf ihn 
setzen. Infolge dieser Maßnah- 
men gegen die Presse werden 
wir unsere Feinde sicher besie- 
gen, da ihnen keine Blätter zur 
Verfügung stehen, in denen sie 
ihre Meinung voll zum Ausdruck 
bringen können. Wir werden so- 
gar der Mühe enthoben sein, sie 
endgültig zu widerlegen. 

Unsere tastenden Vorstöße in 
den an dritter Stelle stehenden 
Zeitungen (scheinbare Gegner- 
schaft) werden wir in den Amts- 
blättern nötigenfalls kräftig zu- 
rückweisen. 



Die Quelle ist stets 
unsere Wühlarbeit 

Schon jetzt besteht etwa in der 
Art der französischen Tages- 
schriftstellerei ein enger Zusam- 
menschluß des Freimaurertums. 

Er gipfelt in der Losung: alle 
Glieder der Presse sind gegen- 
seitig zur Wahrung des Berufs- 
geheimnisses verpflichtet. Wie 
bei den alten Wahrsagern darf 
auch hier kein Glied das Ge- 
heimnis seines Berufes preisge- 
ben, bevor ein allgemeiner Be- 
schluß zur Veröffentlichung vor- 
liegt. 



Kein Tages Schriftsteller wird es 
wagen, gegen diese Bestimmung 
zu verstoßen, da nur solche Per- 
sonen zum Beruf zugelassen 
werden, deren Vergangenheit ir- 
gendeinen dunklen Punkt auf- 
weist. Dieses Schandmal würde 
vor aller Öffentlichkeit enthüllt 
werden, sobald ein Verstoß ge- 
gen das Berufsgeheimnis vor- 
liegt. So lange das Schandmal 
nur wenige Beteiligten bekannt 
ist, hat der glänzende Ruf des 
Schriftstellers die Mehrheit des 
Landes hinter sich, die ihm be- 
geistert folgt. 

Wir rechnen besonders stark auf 
die Hilfe der Provinzen. Hier 
müssen wir Hoffnungen und Be- 
strebungen erwecken, die wir 
stets gegen die Hauptstadt an- 
wenden können, indem wir sie 
als Hoffnungen und Wünsche 
der Provinzen auf Unabhängig- 
keit ausgeben. Es ist klar, daß 
die Quelle immer die gleiche ist, 
nämlich unsere Wühlarbeit. 

So lange wir die nötige Macht- 
fülle noch nicht erlangt haben, 
brauchen wir manchmal einen 
Zustand, bei dem die Haupt- 
städte sich von der von unseren 
Vertretern aufgehetzten Volks- 
meinung in den Provinzen um- 
brandet sehen. Ist der entschei- 
dende Augenblick gekommen, 
so dürfen die Hauptstädte schon 
deshalb nicht zur Erörterung der 
vollzogenen Tatsachen gelan- 
gen, weil sie von der Mehrheit in 
den Provinzen gut geheißen 
wurden. 

In dem Zeitabschnitt der neuen 
Herrschaft, derunserer Krönung 



290 



vorangeht, werden wir verhin- 
dern müssen, daß die Presse die 
Ehrlosigkeit im öffentlichen 
Dienst brandmarkt. Es soll viel- 
mehr der Glaube erweckt wer- 
den, die neue Herrschaft hätte 
alle derart befriedigt, daß keine 
Veranlassung zu neuen Verbre- 
chen vorläge. Wo Verbrechen 
hervortreten, da sollen sie nur 
den Opfern und zufälligen Zeu- 
gen bekannt werden, sonst aber 
niemandem. 

Die ewige Sucht 
nach Neuem 

Die Sorge um das täglich Brot 
zwingt alle Nicht-Illuminierten, 
zu schweigen und unsere gehor- 
samen Diener zu sein. Aus ihrer 
Zahl suchen wir uns für unsere 
Presse die geeigneten Leute aus. 
Ihre Aufgabe besteht darin, alles 
das nach unseren Weisungen zu 
erörtern, was wir in den amtli- 
chen Blättern nicht unmittelbar 
bringen können. Ist die. Streitfra- 
ge erst aufgerollt, so können wir 
die von uns gewünschten Maß- 
nahmen ruhig durchführen und 
dem Volk als fertige Tatsachen 
vorsetzen. Niemand wird es wa- 
gen, eine Aufhebung oder Ab- 
änderung dieser Maßnahmen zu 
verlangen, da sie als eine Ver- 
besserung des bisherigen Zu- 
standes dargestellt werden. Die 
Presse wird die öffentliche Mei- 
nung schnell auf neue Fragen 
ablenken. Haben wir Insider die 
Menschen doch gelehrt, sich in 
der ewigen Sucht nach etwas 
Neuem zu erschöpfen! 

Auf diese Erörterung dieser 
neuen Fragen werden sich die 



hirnlosen Leiter der Völkerge- 
schicke stürzen. Sie können noch 
immer nicht begreifen, daß sie 
keine Ahnung von den Dingen 
haben, die sie entscheiden müs- 
sen. Die Fragen der Staatskunst 
sind nur denjenigen verständ- 
lich, die sie schon seit vielen 
Jahrhunderten veranlaßt oder 
überwacht haben. 

Aus allem Gesagten werden Sie 
ersehen, daß wir nach dem Ver- 
trauen des Volkes nur haschen, 
um unsere Staatsmaschine leich- 
ter in Gang zu bringen. Es kann 
Ihnen nicht entgangen sein, daß 
wir nur dann die Zustimmung 
der öffentlichen Meinung su- 
chen, wenn es sich um bloße 
Worte handelt, um Fragen, die 
wir selbst in die Welt gesetzt ha- 
ben. Tatsächlich tun wir aber, 
was wir wollen. Selbstverständ- 
lich verkünden wir stets, daß wir 
uns bei allen unseren Maßnah- 
men von der Hoffnung und 
Überzeugung leiten ließen, dem 
Allgemeinwohl nach Kräften zu 
dienen. 

Um die allzu unruhigen Leute 
von der Erörterung der Fragen 
über die Staatskunst abzulen- 
ken, rücken wir gleichsam neue 
Fragen' der Staatskunst in den 
Vordergrund: die Fragen der In- 
dustrie. Mögen sie sich auf die- 
sem Arbeitsgebiet austoben. Die 
Massen willigen ein, untätig zu 
bleiben, von einer »politischen« 
Tätigkeit auszuruhen - zu der 
wir sie erzogen hatten, um mit 
ihrer Hilfe die noch nicht illumi- 
nierten Regierungen zu be- 
kämpfen -, nur unter der Bedin- 
gungeinerneuenBeschäftigung, 



291 



in der wir ihnen gleichsam die 
halbe politische Richtung 
weisen. 

Damit die Massen nicht selbst 
den Dingen auf die Spur kom- 
men, lenken wir sie noch durch 
allerhand Vergnügungen, Spiele, 
Leidenschaften und Volkshäuser 
ab. Bald werden in unserer Pres- 
se Preisausschreiben auf den 
verschiedensten Gebieten der 
Kunst und der Kraftspiele, des 
Sports, erscheinen. Solche Fülle 
von Zerstreuungen wird die Ge- 
danken der Masse endgültig von 
den Fragen ablenken, für deren 
Verwirklichung wir sonst hart 
mit ihr kämpfen müßten. Haben 
die Menschen allmählich immer 
mehr die Fähigkeit zum selb- 
ständigen Denken verloren, so 
werden sie uns alles nachspre- 
chen. Wir werden dann allein 
neue Gedankenrichtungen her- 
vorbringen, natürlich nur durch 
solche Persönlichkeiten, die 
nicht im Verdacht einer Verbin- 
dung mit uns stehen. 

Sobald unsere Herrschaft aner- 
kannt ist, wird die Rolle der frei- 
sinnigen Schwärmer endgültig 
vorbei sein. Bis dahin werden sie 
uns die besten Dienste leisten. 
Deshalb wollen wir auch ferner- 
hin die Gedanken der Masse auf 
allerhand Ereignisse abenteuer- 
licher Lehren lenken, die neu 
und scheinbar auch fortschritt- 
lich sind. Haben wir doch durch 
den Fortschritt mit vollem Er- 
folg die hirnlosen Köpfe nicht- 
illuminierter Menschen ver- 
dreht. Es gibt unter ihnen keinen 
Verstand, der es zu fassen ver- 
möchte, daß dieses Wort in allen 



Fällen die Wahrheit verdunkelt, 
wo es sich nicht um wirtschaftli- 
che Erfindungen handelt; denn 
es gibt nur eine Wahrheit, die 
keinen Raum für Fortschritt 
läßt. 

Wie jeder falsche Gedanke, so 
dient auch der Fortschritt nur 
zur Verdunklung der Wahrheit, 
damit sie von niemandem außer 
uns, den Erleuchteten, den Hü- 
tern der Wahrheit, erkannt 
werde. 

Unsere Erfolge beruhen 
auf unserer Lehre 

Wenn wir die Macht ganz in 
Händen haben, werden unsere 
Redner von den großen Fragen 
der Menschheit sprechen, die die 
Welt in Aufruhr gebracht haben, 
bis sie schließlich unter unsere 
wohltätige Leitung kam. 

Wer wird auf den Verdacht 
kommen, daß alle diese Fragen 
von uns nach einem politischen 
Plan angeregt wurden, hinter 
den nach so vielen Jahrhunder- 
ten noch kein nicht Eingeweih- 
ter gekommen ist? 

Sobald wir die Weltherrschaft 
erlangt haben, werden wir kei- 
nen anderen Glauben dulden, 
als allein unseren Glauben an 
den einzigen Gott, mit dem wir 
verbunden sind als Eingeweihte 
und Erleuchtete, und durch den 
unser Schicksal mit dem Schick- 
sal der ganzen Welt verwoben 
ist. Aus diesem Grund müssen 
wir jeden anderen Gottesglau- 
ben zerstören. Sollte dadurch die 
Zahl der Gottlosen vorüberge- 



292 



hend zunehmen, so kann das un- 
sere Absichten nicht stören, soll 
vielmehr als warnendes Beispiel 
für die Menschen dienen, die un- 
sere Lehre hören wollen, deren 
starker und tief durchdachter 
Aufbau vielleicht zur Unterwer- 
fung aller Völker unter unsere 
Herrschaft fuhren wird. 

Wir werden unseren Erfolg auf 
die geheimnisvolle Kraft unserer 
Lehre zurückführen, von der, 
wie wir sagen werden, alle erzie- 
herischen Wirkungen auf die 
Menschheit ausgehen. 

Wir werden bei jeder Gelegen- 
heit Aufsätze veröffentlichen, in 
denen wir Vergleiche zwischen 
den Segnungen unserer Herr- 
schaft und den Mißständen der 
Vergangenheit aufstellen. Die 
Wohltaten des Friedens werden, 
wenn sie auch durch Jahrhun- 
derte voll Unruhen erkämpft 
wurden, einen Beweis für den 
segensreichen Geist unserer Ge- 
setzgebung liefern. 

Wir wollen dabei alle Fehler der 
nicht-illuminierten Regierungen 
in den grellsten Farben malen 
und solche Abneigung gegen sie 
erzeugen, daß die Völker tau- 
sendmal lieber die Leibeigen- 
schaft ertragen, die ihnen Ruhe 
und Ordnung verbürgt, als län- 
ger die viel gerühmte Freiheit 
genießen, die sie unendlich ge- 
quält und die Quellen des 
menschlichen Daseins erschöpft 
hat, weil sie von einer Schar von 
Glücksrittern ausgebeutet wur- 
den, die nicht wußten, was sie 
damit begingen. 



Unsere Geheimnisse 
werden wir nicht enthüllen 

Die zwecklosen Staatsumwäl- 
zungen, zu denen wir alle außer 
uns Illuminaten veranlaßt ha- 
ben, um die Grundlagen ihres 
staatlichen Lebens zu unterwüh- 
len, werden bis dahin allen Völ- 
kern derart zuwider sein, daß sie 
von uns jede Knechtschaft er- 
dulden werden, um nur nicht 
von Neuem in die Greuel des 
Krieges und des Aufruhrs zu ge- 
raten. Dann werden wir Illumi- 
naten besonders die geschichtli- 
chen Fehler der anderen Regie- 
rungen unterstreichen. Wir wer- 
den darauf hinweisen, daß sie 
die Völker Jahrhunderte lang 
gequält haben, weil ihnen jedes 
Verständnis dafür abging, was 
den Menschen frommt und ih- 
rem wahren Wohl dient. Sie ha- 
ben allerhand abenteuerlichen 
Plänen einer ausgleichenden ge- 
sellschaftlichen Gerechtigkeit 
nachgejagt und dabei vollkom- 
men übersehen, daß die Bezie- 
hungen der einzelnen Gesell- 
schaftsschichten zueinander da- 
durch nicht besser, sondern 
schlechter wurden. Die ganze 
Kraft unserer Grundsätze und 
Maßnahmen wird dadurch zur 
Geltung gelangen, daß wir sie als 
scharfen Gegensatz zu den ver- 
faulten alten Gesellschaftsord- 
nungen hinstellen. 

Unser Denken wird alle Fehler 
und Unzulänglichkeiten des 
nichterleuchteten Glaubensbe- 
kenntnisses aufdecken, aber nie- 
mand kann unsere Religion nach 
ihren wahren Grundzügen beur- 



293 



teilen, weil er sie nicht genügend 
kennenlernt. Unsere Leute da- 
gegen, die in ihre Tiefen einge- 
drungen sind, werden sich 
schwer hüten, ihre Geheimnisse 
zu enthüllen. 

In den »fortgeschrittenen« Län- 
dern haben wir ein geistloses, 
schmutziges und widerwärtiges 
Schrifttum geschaffen. Wir wer- 
den diese Richtung noch einige 
Zeit nach der Erlangung der 
Weltherrschaft begünstigen. Um 
so schärfer wird dann der Ge- 
gensatz unserer erhabenen 
staatsrechtlichen Pläne und Re- 
den hervortreten. Unsere weisen 
Männer, die wir zur Leitung der 
Nicht-Illuminierten herangebil- 
det haben, werden Reden und 
Flugschriften verbreiten, durch 
die sie die Geister auf die Wis- 
senschaft und Gedanken hinlen- 
ken, die wir für sie vorgesehen 
haben. 

Es wird noch viel Zeit, vielleicht 
sogar ein ganzes Jahrhundert 
vergehen, bis der von uns in al- 
len Staaten für ein und densel- 
ben Tag vorbereitete Umsturz 
zum Ziel führt und die völlige 
Unfähigkeit der bestehenden 
Regierungen allgemein aner- 
kannt wird. Haben wir endlich 
die volle Herrschaft erlangt, so 
werden wir dafür zu sorgen wis- 
sen, daß gegen uns keinerlei 
Verschwörungen stattfinden 
können. 

Wahrung der Geheimnisse 
unserer Logen 

Wir werden jeden unbarmherzig 
hinrichten lassen, der sich mit 



der Waffe in der Hand gegen uns 
und unsere Herrschaft auflehnt. 
Jede Gründung irgendeines 
neuen Geheimbundes wird 
ebenfalls mit dem Tod bestraft 
werden. Die jetzt bestehenden 
Geheimbünde, die uns alle wohl 
bekannt sind und uns gute Dien- 
ste geleistet haben und noch lei- 
sten, werden wir sämtlich auflö- 
sen. Ihre Mitglieder sollen in 
weit von Europa entfernte Erd- 
teile verbannt werden. 

So werden wir vor allem mit 
denjenigen nicht illuminierten 
Freimaurern verfahren, die zu 
tief in die Geheimnisse unserer 
Logen eingedrungen sind. Wer 
aber aus irgendeinem Grund von 
uns begnadigt wird, muß in stän- 
diger Angst vor der Ausweisung 
leben. Wir werden ein Gesetz 
erlassen, nach dem alle früheren 
Mitglieder geheimer Gesell- 
schaften aus Europa — dem 
Hauptsitz unserer Regierung - 
ausgewiesen werden. Alle Ent- 
scheidungen unserer Regierung 
werden endgültig sein. Eine Be- 
rufung werden wir nicht zu- 
lassen. 

Die nicht Eingeweihten der Ge- 
sellschaft, in der wir die Mächte 
der Zwietracht und des Wider- 
spruches groß gezogen haben, 
können nur durch schonungslose 
Maßnahmen wieder zur Ruhe 
und Ordnung gebracht werden. 
Es darf kein Zweifel darüber be- 
stehen, daß die Regierung jeder- 
zeit imstande ist, ihren Willen 
mit eiserner Hand durchzufüh- 
ren. Dann kommt es auf die Op- 
fer, die das künftige Wohl erfor- 
dert, überhaupt nicht an. 



294 



Überall Logen 
gründen 

Es ist vielmehr verdammte 
Pflicht und Schuldigkeit jeder 
Regierung, das allgemeine Wohl 
nötigenfalls auch durch Opfer zu 
sichern. Denn nicht in den Vor- 
rechten, sondern in den Pflich- 
ten beruht die Daseinsberechti- 
gung jeder Regierung. Je mehr 
eine Regierung es versteht, sich 
mit dem Strahlenkranz einer 
vollkommen gefestigten Macht- 
stellung zu umgeben, um so un- 
erschütterlicher steht sie da. 

Das höchste Maß eines hehren 
und unerschütterlichen Macht- 
bewußtseins kann aber nur er- 
reicht werden, wenn sein Ur- 
sprung auf das Walten geheim- 
nisvoller Kräfte, wie die durch 
Gott Auserwählten, zurückge- 
führt wird. Solche Macht stellte 
bis in die letzte Zeit die Selbst- 
herrschaft der russischen Zaren 
dar, die, abgesehen vom Papst- 
tum - unser einziger ernsthafter 
Feind in der Welt ist. 

Gedenken Sie, meine Herren, 
des Beispieles eines Sulla, dem 
das von Blut triefende Italien 
kein Haar krümmte, obwohl er 
eine ungeheure Blutschuld auf 
sich geladen hatte. Sulla wurde 
von dem selben Volk vergöttert, 
das er auf das Schwerste gepei- 
nigt hatte, weil er eine Macht- 
vollkommenheit sondergleichen 
zu entwickeln verstand. Seine 
Rückkehr nach Italien machte 
ihn unverletzlich. Kein Volk ver- 
greift sich an dem, der es durch 
Tapferkeit und Geisteskraft in 
seinen Bann zu schlagen weiß. 



So lange wir noch nicht zur 
Herrschaft gelangt sind, müssen 
wir vorläufig, im Gegensatz zu 
den vorhin entwickelten Grund- 
sätzen, in der ganzen Welt die 
Zahl der Freimaurerlogen mög- 
lichst vermehren. Wir werden 
den Einfluß der Logen dadurch 
verstärken, daß wir ihnen alle 
Persönlichkeiten zuführen, die 
in der Öffentlichkeit eine her- 
vorragende Rolle spielen oder 
doch wenigstens spielen könn- 
ten; denn diese Logen werden 
eine Hauptauskunftsstelle bilden 
und von ihnen wird ein großer 
Einfluß ausströmen. 

Alle Agenten sind 
Mitglieder der Logen 

Alle Logen fassen wir unter ei- 
ner Hauptleitung zusammen, die 
nur uns bekannt ist, allen ande- 
ren aber verborgen bleibt, näm- 
lich unter der Hauptleitung un- 
serer Weisen. Die Logen werden 
ihren Vorsitzenden haben, der 
es verstehen muß, die geheimen 
Weisungen der Hauptleitung 
durch seine Person zu decken. In 
diesen Logen werden die Fäden 
aller umstürzlerischen und frei- 
sinnigen Bestrebungen zusam- 
menlaufen. Die Logenmitglieder 
werden den verschiedensten Ge- 
sellschaftskreisen angehören. 
Die geheimsten Pläne der 
Staatskunst werden uns am Tag 
ihrer Entstehung bekannt wer- 
den und sofort unserer Leitung 
verfallen. 

Zu den Mitgliedern der Logen 
werden fast alle Polizeispitzel 
der Welt gehören, deren Tätig- 
keit für uns ganz unentbehrlich 



295 



ist. Die Polizei ist vielfach nicht 
nur in der Lage, willkürlich ge- 
gen diejenigen vorzugehen, die 
sich uns nicht unterwerfen wol- 
len; sie kann auch die Spuren 
unserer Handlungen verwischen 
und Vorwände zur Unzufrieden- 
heit bieten. 

In die Geheimbünde treten mit 
besonderer Vorliebe Abenteu- 
rer, Schwindler, Streber und 
überhaupt Leute ein, die von 
Natur leichtsinnig veranlagt 
sind. Es kann uns nicht schwer 
fallen, diese Kreise für uns zu 
gewinnen und unserem Zweck 
dienstbar zu machen. 

Wenn die Welt von Unruhen ge- 
plagt wird, so heißt das, daß wir 
diese Unruhe hervorrufen muß- 
ten, um das allzu feste Gefüge 
der Staaten, die noch von Nicht- 
Illuminierten geleitet werden, zu 
zerstören. Kommt es irgendwo 
zu einer Verschwörung, so steht 
an der Spitze derselben sicher 
kein anderer als einer unserer 
treuesten Diener. 

Es versteht sich von selbst, daß 
wir Illuminati allein und sonst 
niemand die Tätigkeit der Frei- 
maurerlogen leiten. Wir allein 
wissen, welchem Ziel sie zusteu- 
ern, wir allein kennen den End- 
zweck jeder Handlung. Die nicht 
Eingeweihten dagegen haben 
keine Ahnung von diesen Din- 
gen, sie sehen nicht einmal das 
Nächstliegende, Unmittelbare, 
und sind gewöhnlich mit der au- 
genblicklichen Befriedigung ih- 
rer Eigenliebe bei der Ausfüh- 
rung eines Vorhabens zufrieden. 
Um die Wirkungen kümmern sie 



sich meist nicht. Ebensowenig 
merken sie, daß der Gedanke 
zur Tat nicht von ihnen selbst 
stammt, sondern auf unsere Ein- 
flüsterungen zurückzuführen ist. 

Nicht Eingeweihte treten ge- 
wöhnlich aus Neugier in die Lo- 
gen ein. Viele hoffen auch, mit 
Hilfe der Logen einflußreiche 
Stellungen zu erlangen. Einzelne 
treibt das Verlangen, vor einem 
größeren Zuhörerkreis ihre un- 
erfüllbaren und haltlosen Träu- 
me auszusprechen. Sie lechzen 
nach Beifall und Händeklat- 
schen, womit wir natürlich sehr 
freigiebig sind. Wir gönnen und 
gewähren ihnen gern solche Er- 
folge, um die aus ihnen entsprin- 
gende Selbstüberhebung für un- 
sere Zwecke auszunutzen. 



Tiger mit lammfrommen 
Seelen 

Dann nehmen die Leute ah- 
nungslos und ohne Prüfung un- 
sere Einflüsterungen auf, ja sie 
sind sogar noch felsenfest davon 
überzeugt, selber die leitenden 
Gedanken hervorgebracht zu 
haben. Sie können es sich gar 
nicht vorstellen, wie leicht es ist, 
selbst die Klügsten der Nicht- 
Illuminierten an der Nase herum- 
zuführen, wenn sie sich in dem 
Zustand der Selbstüberhebung 
befinden; sie sind dann von einer 
so kindischen Einfalt, daß schon 
der geringste Mißerfolg, etwa 
das Aussetzen des Beifallklat- 
schens, genügt, um sie zu einem 
knechtischen Gehorsam gegen 
jeden zu bewegen, der ihnen 
neuen Erfolg verspricht. 



296 



Während wir Eingeweihten den 
äußeren Erfolg verachten und all 
unser Sinnen und Trachten dar- 
auf einstellen, unsere Pläne 
durchzuführen, sind die Nicht-Il- 
luminierten im Gegenteil bereit, 
alle Pläne zu opfern, wenn sie 
nur den geringsten äußeren Er- 
folg einheimsen können. Diese 
seelische Veranlagung der nicht 
Eingeweihten erleichtert uns un- 
gemein die Aufgabe, sie nach 
unseren Zwecken zu lenken. 
Diese Tiger von Gestalt haben 
lammfromme Seelen; in ihren 
Köpfen aber weht der Zugwind. 
Wir haben sie auf ein Stecken- 
pferd gesetzt und ihnen vorge- 
macht, daß die einzelne Persön- 
lichkeit aufgehen müsse im Be- 
griff der Gesamtheit, dem soge- 
nannten Kommunismus. 

Nicht-Illuminierten geht offen- 
bar die Fähigkeit ab, zu erken- 
nen, daß dieser Traum der allge- 
meinen Gleichmacherei gegen 
das oberste Gesetz der Natur 
verstößt, die seit der Schöpfung 
der Welt verschieden geartete 
Wesen hervorbringt und der 
Persönlichkeit eine entscheiden- 
de Rolle zuspricht. Wenn es uns 
gelungen ist, die nicht Einge- 
weihten derart zu verblenden, so 
zeigt das doch mit überraschen- 
der Deutlichkeit, daß ihr Ver- 
stand sich in keiner Weise mit 
dem unsrigen messen kann. Das 
ist die beste Bürgschaft für unse- 
ren Erfolg. 

Wie scharfsinnig ist doch der 
Ausspruch unserer alten Wei- 
sen, daß ein großes Ziel nur 
dann erreicht werden kann, 
wenn man in der Wahl der Mit- 



tel nicht wählerisch ist und die 
Opfer nicht zählt, die zur Strek- 
ke gebracht werden. Wir haben 
die Opfer vom viehischen Samen 
Nicht-Illuminierter niemals ge- 
zählt, mußten freilich auch viele 
der unsrigen opfern. Dafür ha- 
ben wir unseren Leuten schon 
jetzt eine Stellung in der Welt 
gegeben, auf die sie in ihren 
kühnsten Träumen nicht zu hof- 
fen wagten. Mit verhältnismäßig 
geringen Opfern aus der Zahl 
der unsrigen habe wir die Einge- 
weihten stets vor einem Unter- 
gang bewahrt. 

Von unserer Stirn 
strahlt hohe Geisteskraft 

Der Tod ist das unvermeidliche 
Ende aller Menschen. Daher ist 
es besser, dieses Ende für dieje- 
nigen zu beschleunigen, die un- 
serer Sache schaden, als zu war- 
ten, bis es auch uns, die Schöpfer 
des Werkes, trifft. In den Frei- 
maurerlogen vollziehen wir die 
Todesstrafe in einer Weise, daß 
niemand außer den Logenbrü- 
dern Verdacht schöpfen kann, 
nicht einmal die Todesopfer sel- 
ber: sie alle sterben, sobald es 
nötig ist, scheinbar eines natürli- 
chen Todes. Da das den Logen- 
brüdern bekannt ist, so wagen 
sie es nicht, irgendwelchen Ein- 
spruch zu erheben. Mit solchen 
unerbittlichen Strafen habe wir 
innerhalb der Logen jeden Wi- 
derspruch gegen unsere Anord- 
nungen im Keim erstickt. Wäh- 
rend wir den nicht Eingeweihten 
den Freisinn predigen, halten 
wir gleichzeitig den Kreis der II- 
luminati und unserer Vertrau- 



297 



ensmänner im strengsten Ge- 
horsam. 

Wir haben es verstanden, die 
Durchführung der Gesetze, die 
nicht von Eingeweihten gestaltet 
sind, auf ein Mindestmaß zu be- 
schränken. Infolge unserer frei- 
sinnigen Auslegung der Gesetze 
haben diese an Ansehen verlo- 
ren. In den wichtigsten staats- 
rechtlichen Fragen und sonsti- 
gen Streitfällen von grundsätzli- 
cher Bedeutung entschieden die 
Gerichte so, wie wir es ihnen 
vorschreiben. Sie sehen die Din- 
ge in derselben Beleuchtung, in 
der wir sie der Verwaltung, die 
nicht von Illuminaten geleitet 
wird, darstellen, natürlich nur 
durch Mittelspersonen, mit de- 
nen wir scheinbar nicht die ge- 
ringsten Berührungspunkte ha- 
ben, durch Presseäußerungen 
oder auf sonstigen Wegen. 

Selbst Mitglieder des Senates 
und höhere Verwaltungsbeamte 
folgen blindlings unseren Rat- 
schlägen. Der viehische Ver- 
stand der Nicht-Eingeweihten ist 
zur Zergliederung eines Begrif- 
fes und zur Beobachtung über- 
haupt nicht fähig; um so weniger 
können sie voraussehen, welche 
weitgehenden Schlußfolgerun- 
gen sich an gewisse Entschei- 
dungen anknüpfen lassen. 

Die tiefgreifenden Unterschiede 
in der geistigen Veranlagung der 
Illuminierten und der Nicht-Il- 
luminierten zeigen deutlich, daß 
wir Eingeweihten die Auser- 
wählten und die wahren Men- 
schen sind. Von unseren Stirnen 



strahlt hohe Geisteskraft, wäh- 
ren die Nicht-Eingeweihten nur 
einen triebmäßigen, viehischen 
Verstand haben. Sie können 
wohl sehen, aber nicht voraus- 
schauen; sie sind unfähig, etwas 
zu erfinden, ausgenommen rein 
körperliche Dinge. Daraus geht 
klar hervor, daß die Natur selbst 
uns zur Herrschaft über die gan- 
ze Welt vorausbestimmt hat. 

Sobald die Zeit gekommen ist, in 
der wir offen die Weltherrschaft 
ergreifen, wird die wohltätige 
Wirkung unserer Regierung 
durch eine völlige Umgestaltung 
der Gesetze sich erweisen; unse- 
re Gesetze werden kurz, klar 
und unabänderlich sein. Wir 
werden keine Deutungen zulas- 
sen, so daß jeder imstande sein 
wird, sie seinem Gedächtnis fest 
einzuprägen. 

Keine Milde in 
der Rechtsprechung 

Der hervorstechende Zug unse- 
rer Gesetze wir das Verlangen 
eines unbedingten Gehorsams 
gegenüber der Obrigkeit sein, 
den wir bis zum höchsten Grade 
steigern werden. Damit werden 
alle Mißbräuche infolge der Ver- 
antwortlichkeit aller vor dem 
Vertreter der höchsten Staatsge- 
walt aufhören. 

Der Mißbrauch der Amtsgewalt 
durch die mittleren und niederen 
Beamten wird mit einer so un- 
nachsichtigen Strenge bestraft 
werden, daß jedem die Lust ver- 
gehen soll, seine Machtbefugnis- 
se zu überschreiten. Wir werden 
die Tätigkeit der Verwaltungs- 



298 



beamten, die den geregelten 
Gang der Staatsmaschine auf- 
rechtzuerhalten haben, mit der 
größten Aufmerksamkeit verfol- 
gen; wenn hier Zuchtlosigkeit 
um sich gegriffen hat, so muß sie 
bald zu einer allgemeinen Er- 
scheinung werden; daher wer- 
den wir jeden Fall von Gesetzwi- 
drigkeit oder Mißbrauch der 
Amtsgewalt mit vorbildlicher 
Strenge bestrafen. 

Jede Versuchung, jede gegensei- 
tige Duldung von Amtsvergehen 
durch Verwaltungsbeamte wird 
sofort aufhören, sobald die er- 
sten Beispiele einer harten Be- 
strafung der Schuldigen vorlie- 
gen. Das Ansehen unserer 
Macht verlangt zweckmäßige, 
das heißt also härteste Strafen 
für das geringste Amtsvergehen; 
dessen Triebfeder persönliche 
Vorteile waren. 

Wenn auch der einzelne viel- 
leicht härter bestraft werden 
wird, als er es verdient, so ist er 
doch dem Soldaten zu verglei- 
chen, der auf dem Feld der inne- 
ren Verwaltung für das Ansehen 
von Gesetz und .Macht gefallen 
ist. Denn beide können von den 
Lenkern des Staatswagens, den 
Beamten, nicht die geringste 
Abweichung vom geraden Weg 
des öffentlichen Wohles in die 
krummen Seitengassen der per- 
sönlichen Vorteile dulden. 

Ein Beispiel: Unsere Richter 
werden wissen, daß sie den ober- 
sten Grundsatz der Gerechtig- 
keit verletzen, wenn sie in ihren 
Urteilen eine allzugroße Milde 
walten lassen; die Rechtspre- 



chung soll die Menschen lehren, 
auf dem rechten Weg zu bleiben, 
indem sie für jedes Vergehen als 
abschreckendes Beispiel die nö- 
tige Strafe findet; sie ist nicht 
dazu da, das weiche Gemüt des 
Richters zu offenbaren. Diese 
Eigenschaften mögen im häusli- 
chen Leben am Platz sein, bei 
der Ausübung eines öffentlichen 
Dienstes dürfen sie nicht hervor- 
gekehrt werden, sonst gehen die 
erzieherischen Wirkungen des 
öffentlichen Lebens verloren. 

Unsere Richter werden nur bis 
zum 55. Lebensjahr im Amt 
bleiben und dann zur Ruhe ge- 
setzt werden. Das wollen wir aus 
zwei Gründen durchführen: er- 
stens, weil alte Leute hartnäcki- 
ger an vorgefaßten Meinungen 
festhalten und minder fähig sind, 
sich neuen Anordnungen zu fü- 
gen, als junge Menschen; zwei- 
tens, weil wir durch eine solche 
Maßnahme in die Lage versetzt 
werden, die Stellen häufiger neu 
zu besetzen und die Richter in 
einer größeren Abhängigkeit 
von uns zu halten; wer auf sei- 
nem Posten bleiben will, der 
muß uns blind gehorchen. 

Keine Vorstellungen 
von Pflichten 

Wir werden überhaupt nur sol- 
che Richter zulassen, die genau 
wissen, daß ihre Aufgabe darin 
besteht, die Gesetze anzuwen- 
den und zu strafen, nicht aber 
ihre freisinnigen Anschauungen 
auf Kosten der erzieherischen 
Wirkung der Staatshoheit zur 
Anwendung zu bringen, wie es 



299 



jetzt nichtilluminierte Richter 
tun. Der häufige Stellenwechsel 
der Beamten wird für uns auch 
den Vorteil haben, daß die Ge- 
schlossenheit des Beamtentums 
gesprengt wird. Der Beamte der 
Zukunft wird sich wieder mehr 
als Vertreter des Staates, denn 
als Vertreter eines bestimmten 
Standes fühlen, da sein Geschick 
ganz von der Staatsleitung ab- 
hängen wird. Der junge Nach- 
wuchs des Richterstandes wird 
von uns in der Anschauung erzo- 
gen werden, daß Mißbräuche 
nicht geduldet werden dürfen, 
die die festgesetzten Abhängig- 
keits-Verhältnisse unserer Un- 
tertanen zueinander stören 
könnten. 

Die jetzt nicht eingeweihten 
Richter beurteilen die meisten 
Verbrechen viel zu nachsichtig, 
weil sie keine richtige Vorstel- 
lung von ihren Pflichten haben. 
Die jetzigen Staatsleiter geben 
sich bei der Bestallung der Rich- 
ter nicht die Mühe, diesen das 
Gefühl der Pflicht und Verant- 
wortlichkeit einzuprägen und die 
Erkenntnis der Aufgaben zu er- 
schließen, die sie tatsächlich er- 
füllen sollen. Wie das Tier seine 
Jungen auf Beute ausschickt, so 
geben auch die nicht Eingeweih- 
ten ihren Anhängern einträgli- 
che Stellungen, ohne sie darüber 
aufzuklären, wozu diese eigent- 
lich geschaffen sind. Daher wird 
die Stellung der nichtilluminier- 
ten Regierungen durch die Tä- 
tigkeit ihrer eigenen Beamten 
untergraben. Wir wollen uns die 
Folgen dieses Verhaltens als 
warnendes Beispiel für unsere 
eigene Regierung einprägen! 



Wir werden den Freisinn grund- 
sätzlich aus allen wichtigen Ver- 
waltungsstellen vertreiben, de- 
ren Inhaber die Massen im Ge- 
horsam gegen uns und unsere 
Gesellschaftsordnung erziehen 
sollen. Auf solche Stellen wer- 
den wir nur noch unsere zuver- 
lässigen Anhänger berufen, die 
wir selbst für den höheren 
Verwaltungsdienst ausgebildet 
haben. 

Auf den immerhin möglichen 
Einwand, daß die Versetzung 
der alten Beamten in den Ruhe- 
stand dem Staat allzu große Ko- 
sten verursachen wird, erwidere 
ich zweierlei: Erstens soll ver- 
sucht werden, ihnen als Ersatz 
für das verlorene Amt vorläufig 
eine nichtöffentliche Tätigkeit 
zu erschließen. Zweitens werden 
wir über alles Geld der Welt ver- 
fügen, unsere Regierung braucht 
deshalb keine Ausgaben zu 
scheuen, wenn es sich um die 
Durchführung wichtiger Maß- 
nahmen handelt, die uns dem 
Hauptziel näherbringen. 



Schein altväterlicher 
Sorge 

Wir werden eine unbedingt 
selbstherrliche Gewalt ausüben, 
die in allen ihren Äußerungen 
eine strenge Folgerichtigkeit 
aufweisen soll. Darum wird un- 
ser erhabener Wille in jedem 
einzelnen Fall geachtet und un- 
weigerlich durchgeführt werden. 
Über jedes Murren, jede Unzu- 
friedenheit können wir uns ruhig 
hinwegsetzen; wer sich aber zu 
Handlungen gegen uns hinrei- 



300 



lien läßt, den soll die Strenge des 
Gesetzes treffen. 



Wir werden das Berufungsrecht 
aufheben, um es ausschließlich 
unserem Herrscher vorzubehal- 
ten, da beim Volk nicht die Mei- 
nung aufkommen darf, daß die 
von uns bestellten Richter fal- 
sche oder unrichtige Urteile fäl- 
len können. Sollte derartiges 
vorkommen, so werden wir 
selbst das Urteil aufheben, 
gleichzeitig aber den Richter für 
die Verletzung seiner Amts- 
pflichten so hart bestrafen, daß 
der Fall sich nicht wiederholen 
dürfte. Ich wiederhole, daß wir 
jeden Schritt unserer Beamten 
überwachen werden, damit das 
Volk mit unserer Verwaltung 
zufrieden ist; es hat ja schließlich 
das Recht, von einer guten Ver- 
waltung auch gute Beamte zu 
verlangen. 

Unsere Regierung wird in der 
Person unseres künftigen Welt- 
herrschers den Schein altväterli- 
cher Sorge um das Wohl und 
Wehe unserer Untertanen an- 
nehmen. Unser Volk und unsere 
Untertanen werden in ihm einen 
Vater sehen, der sich um alles 
kümmert, über alles unterrichtet 
ist, jede Notlage zu verbessern 
sucht und die Beziehungen der 
Untertanen zueinander und zu 
ihm selbst, dem höchsten Herr- 
scher, mit liebevoller Sorge 
überwacht. 

Dann werden sie von dem Ge- 
danken durchdrungen sein, daß 
sie ohne die väterliche Obhut 
und Sorge nicht auskommen 



können, wenn sie in Ruhe und 
Frieden selbst leben wollen; sie 
werden die unumschränkte Ge- 
walt unseres Selbstherrschers 
anerkennen und mit einer Ver- 
ehrung zu ihm aufblicken, die an 
Vergötterung grenzt; besonders, 
wenn sie merken, daß unsere 
Beamten ihre Gewalt nicht miß- 
brauchen können, sondern 
blindlings seinen Befehlen ge- 
horchen müssen. Sie werden 
froh sein, daß wir ihr Leben so 
geregelt haben, wie es kluge El- 
tern tun, die ihre Kinder zu 
Pflicht und Gehorsam erziehen. 

Bleiben doch die Völker und ih- 
re Regierungen gegenüber den 
Geheimnissen unserer Staats- 
kunst ewig in der Rolle unmün- 
diger Kinder. 

Wie Sie sehen, meine Herren, 
begründe ich unsere unum- 
schränkte Gewalt auf Recht und 
Pflicht. Dieses Recht, die Erfül- 
lung der Pflicht zu erzwingen, ist 
eine Hauptaufgabe der Regie- 
rung, die ihren Untertanen ge- 
genüber diese Stellung ein- 
nimmt, wie der Vater gegenüber 
seinen Kindern. Ihr wurde das 
Recht des Stärkeren verliehen, 
damit sie die Menschheit zu ih- 
rem eigenen Besten dem von der 
Natur gewollten Zustand der ge- 
genseitigen Unterordnung zu- 
führe. Alles in der Welt ist von 
irgend etwas abhängig: wenn 
nicht von den Menschen, so 
doch von den Umständen oder 
den eigenen Trieben, auf jeden 
Fall aber vom Stärkeren. So wol- 
len wir denn zum Wohl des Gan- 
zen die Stärkeren sein. 



301 



Vorsicht bei der 

Ernennung 

von Hochschullehrern 

Wir sind verpflichtet, einzelne 
Persönlichkeiten, die die festge- 
setzte Weltordnung stören, un- 
bedenklich zu opfern. In der 
vorbildlichen Bestrafung des 
Bösen liegt eine große erzieheri- 
sche Aufgabe, die wir unbedingt 
erfüllen müssen. 

Wenn der König der Illuminati 
auf sein geheiligtes Haupt die 



Krone setzen wird, die Europa 
ihm anbieten muß, dann wird er 
der Stammvater, der Patriarch 
der ganzen Welt sein. Das wird 
natürlich Opfer kosten, aber ihre 
Zahl wird niemals an die schwe- 
ren Blutopfer heranreichen, die 
Großmannssucht und Wettbe- 
werb unter den nichteingeweih- 
ten Regierungen den Menschen 
im Laufe vieler Jahrhunderte 
auferlegt haben. 

Unser König wird in ständiger 
Berührung mit dem Volk stehen. 
Er wird vor dasselbe hintreten 




Die Könige der Erde verehren den »Vollkommenen Roten 
König«, oder das Sulphur der Adepten den »Leuchtenden 
Herrn der drei Reiche«. 



302 



und ihm Reden halten, deren 
Ruhm sich blitzschnell von 
Mund zu Mund über die ganze 
Welt ausbreiten soll. 

Da wir jeden Zusammenschluß 
der Kraute außer den unsrigen 
zerstören wollen, so müssen wir 
vor allem die Hochschulen, diese 
erste Stufe des Zusammen- 
schlusses unmöglich machen, in- 
dem wir ihnen neue Richtlinie 
anweisen. Die Verwaltung und 
die Professoren werden nach 
ausführlichen, geheimen Vor- 
schriften für ihre Tätigkeit vor- 
bereitet werden, von denen sie 
bei Strafe nicht abweichen dür- 
fen. Bei der Ernennung der 
Hochschullehrer werden wir die 
größte Vorsicht walten lassen, 
wir werden sie in völliger Ab- 
hängigkeit von der Regierung 
halten. 

Aus dem Lehrplan werden wir 
das Staatsrecht und überhaupt 
alles, was staatsrechtliche Fra- 
gen betrifft, ausschließen. Diese 
Fächer sollen nur von einem 
kleinen Kreis besonders befähig- 
ter Personen gelehrt werden, die 
wir aus der Zahl der Eingeweih- 
ten aussuchen werden. Die 
Hochschulen sollen nicht Gelb- 
schnäbel entlassen, die eine Ver- 
fassung wie ein Trauer- oder 
Lustspiel zusammenbrauen, und 
die sich mit Fragen der Staats- 
kunst beschäftigen, von denen 
schon ihre Väter nichts ver- 
standen. 

Die oberflächliche Beschäfti- 
gung eines großen Zuhörerkrei- 
ses mit politischen Fragen kann 
nur Erbauer von Luftschlössern 



und schlechte Untertanen erzie- 
len. Die schlimmen Folgen er- 
kennt man an den Nicht-Einge- 
weihten, die in dieser Richtung 
erzogen werden. Wir mußten 
diesen Keim des Umsturzes in 
ihre Erziehung hineintragen, 
und wir haben damit glänzende 
Erfolge erzielt. Sobald wir aber 
zur Herrschaft gelangt sind, wer- 
den wir aus dem Lehrplan alles 
streichen, was irgendwie zerset- 
zend wirken kann, und werden 
die Jugend zu gehorsamen Kin- 
dern der Obrigkeit erziehen, die 
die Regierenden als Bürgschaft 
und Hoffnung auf Frieden und 
Ruhe lieben. 

Alle Tatsachen der 
Geschichte streichen 

An Stelle des Humanismus und 
der Erlernung der alten Ge- 
schichte, die weit mehr schlechte 
als gute Beispiele bietet, werden 
wir die Beschäftigung mit den 
Richtlinien der Zukunft in den 
Vordergrund rücken. Wir wer- 
den aus dem Gedächtnis der 
Menschheit alle Tatsachen der 
Geschichte streichen, die uns 
unbequem sind, und nur diejeni- 
gen übrig lassen, bei denen die 
Fehler der nichtilluminierten 
Regierungen besonders hervor- 
treten. 

Die Fragen des täglichen Le- 
bens, der gesellschaftlichen Ord- 
nungen, der Beziehungen der 
Völker untereinander, die Be- 
kämpfung übler Selbstsucht, die 
die Wurzel vieler Übel ist, und 
ähnliche Fragen der Erziehung 
werden an der Spitze unseres 



303 



Erziehungsplanes stehen. Dieser 
Plan wird für jeden Beruf ver- 
schieden sein, weil der Unter- 
richt auf keinen Fall verallge- 
meinert werden soll. Diese Re- 
gelung des Unterrichtswesens ist 
von besonderer Wichtigkeit. 

Jeder Stand muß entsprechend 
seiner Bedeutung und Berufsar- 
beit eine streng abgeschlossene 
Erziehung und Bildung erhalten. 
Hervorragend begabte Men- 
schen haben es immer verstan- 
den und werden es auch in Zu- 
kunft verstehen, sich in einen 
höheren Stand oder Beruf em- 
porzuschwingen, es ist aber Tor- 
heit, wegen dieser vereinzelten 
Ausnahmen die höheren Berufe 
mit minderbegabten Personen 
überschwemmen zu lassen, und 
denjenigen die Plätze fortzuneh- 
men, die nach Geburt und Bil- 
dung darauf Anspruch haben. 
Sie wissen selbst, welche schlim- 
men Folgen diese himmelschrei- 
ende Sinnlosigkeit für die Nicht- 
Eingeweihten gehabt hat. 

Damit der Weltherrscher sich 
die Herzen und Sinne seiner Un- 
tertanen erobert, müssen wir 
während seiner Tätigkeit in den 
Schulen wie in der Öffentlichkeit 
sowohl über seine Bedeutung 
und Leistungen wie über seine 
Wohltaten predigen. 

Wir werden jede Lehrfreiheit 
beseitigen. Die Schüler sollen 
das Recht haben, sich mit ihren 
Verwandten in den Schulen, wie 
in Vereinshäusern, zu versam- 
meln. Während dieser Ver- 
sammlungen, die zweckmäßig an 
den Feiertagen stattfinden, wer- 



den die Lehrer scheinbar freie 
Vorlesungen halten über die Ge- 
setze von den Folgen des Bei- 
spieles, über die Störungen, die 
aus unbewußten Beziehungen 
entstehen und schließlich über 
die Philosophie der neuen Leh- 
re, die in der Welt noch nicht 
verkündet war. 

Allmählich werden die Vorle- 
sungen auf ihren eigentlichen 
Gegenstand, die großen, der 
Menschheit bisher noch nicht 
enthüllten Lehren der neuen 
Zeit übergehen. Diese Lehren 
werden wir zu Glaubenssätzen 
erheben, die die Übergangsstu- 
fen zu unserer Religion bilden 
sollen. Nach Beendigung meiner 
Ausführungen über unsere 
Richtlinien für Gegenwart und 
Zukunft werde ich Ihnen die Be- 
gründung dieser Glaubenssätze 
vorlesen. 

Verhinderung einer 
selbständigen Meinung 

Eine jahrhundertelange Erfah- 
rung hat uns gelehrt, daß die 
Menschen sich in ihren Hand- 
lungen von gewissen Grundsät- 
zen und Gedanken leiten lassen, 
die ihnen durch die Erziehung 
vermittelt werden. Wir haben 
ferner erkannt, daß diese Erzie- 
hung sich auf alle Altersstufen 
ausdehnen läßt, wenn man es 
nur versteht, bei jedem Alter das 
entsprechende Verfahren anzu- 
wenden. Aus dieser reichen Le- 
benserfahrung heraus wird es 
uns sicher gelingen, auch das 
letzte Aufflackern einer selb- 
ständigen Meinung zu ersticken, 
nachdem wir schon lange die öf- 



304 



fentliche Meinung in der für uns 
nötigen Richtung erzogen 
haben. 

Die Knechtung des Denkver- 
mögens kommt bei dem soge- 
nannten Anschauungsunterricht 
schon zur Anwendung. Seine 
Hauptaufgabe besteht darin, die 
Nicht-Eingeweihten in eine Her- 
de denkfauler, gehorsamer Tiere 
zu verwandeln, die eine Sache 
erst verstehen können, wenn 
man sie ihnen im Bild vorführt. 
In Frankreich hat einer unse- 
rer besten Vertrauensmänner, 
Bourgeois, sich schon nach- 
drücklichst für den Anschau- 
ungsunterricht verwandt, auf 
dem er einen ganz neuen Lehr- 
plan aufbauen will. 

Der Beruf der Rechtsanwälte 
schafft kaltherzige, grausame, 
hartnäckige Menschen, die keine 
Grundsätze haben. Sie stellen 
sich in allen Fragen auf einen 
unpersönlichen, rein geschäfts- 
mäßigen Standpunkt. Sie haben 
gelernt, alles dem Vorteil der 
Verteidigung unterzuordnen, 
statt zu bedenken, welcher Ein- 
fluß ihre Verteidigung auf das 
öffentliche Wohl ausübt. Sie 
weisen in der Regel keinen Auf- 
trag ab, streben um jeden Preis 
eine Freisprechung an und 
kämpfen mit kleinen Winkelzü- 
gen der Rechtswissenschaft. Da- 
mit untergraben sie das Ansehen 
der Gerichtshöfe. 

Wir werden der Tätigkeit der 
Rechtsanwälte die engsten 
Schranken ziehen: sie sollen nur 
noch ausführende Beamte des 
Staates sein. Die Rechtsanwälte 



sollen den Richtern gleichge- 
stellt werden, indem sie das 
Recht verlieren, mit den Partei- 
en Fühlung zu nehmen. Sie sol- 
len ihre Aufträge nur vom Ge- 
richt erhalten, sollen sie nach 
Schriftsätzen und Urkunden be- 
arbeiten und sollen schließlich 
ihre Rechtsmündel nach den Er- 
gebnissen verteidigen, die beim 
Verhör vor Gericht festgestellt 
wurden. 

Die Anwälte werden ihre Ge- 
bühren ohne Rücksicht auf den 
Erfolg ihrer Verteidigung erhal- 
ten. Auf diese Weise üben sie 
ihre Tätigkeit lediglich als ge- 
setzliche Vertreter des Gerichts 
und als Gegengewicht zum 
Staatsanwalt aus, der die Ankla- 
ge vertritt. Auf diese Weise wird 
das Gerichtsverfahren abgekürzt 
und eine ehrliche, selbstlose 
Verteidigung geführt, die auf 
Überzeugung und nicht auf der 
Jagd nach Gelderwerb beruht. 
Damit wird auch die gegenwär- 
tig übliche Bestechung der Ge- 
genanwälte aufhören, wobei die 
Seite bisher gewann, die am mei- 
sten bezahlte. 



Hundert Hände halten 
die Federn der 
sozialen Maschine 

Die Gewissensfreiheit ist jetzt 
überall öffentlich anerkannt. 
Wir folgern daraus, daß uns nur 
noch Jahre von dem Zeitpunkt 
trennen, wo die christliche Welt- 
anschauung vollständig zusam- 
menstürzen wird; mit den ande- 
ren Glaubenslehren werden wir 
noch schneller fertig werden. 



305 



doch ist es verfrüht, davon jetzt 
zu sprechen. Sind wir erst zur 
Herrschaft gelangt, so werden 
wir die nichteingeweihte Geist- 
lichkeit derart einschnüren, daß 
ihr Einfluß im umgekehrten 
Verhältnis zu ihrer früheren 
Macht stehen wird. 

Wenn die Zeit reif ist, die Macht 
des Papstes endgültig zu zerstö- 
ren, wird der Finger einer un- 
sichtbaren Hand die Völker auf 
den päpstlichen Hof hinweisen. 
Wenn sie dahin stürzen, wollen 
wir als angebliche Beschützer 
des Papstes auftreten und ein 
größeres Blutvergießen verhin- 
dern. Durch diesen Kunstgriff 
werden wir in seine innersten 
Gemächer gelangen und diese 
nicht eher verlassen, bis wir die 
Macht des Papsttums völlig un- 
tergraben haben. 

Der König der Illuminati wird 
der wahre Papst und Patriarch 
der Weltkirche der Eingeweih- 
ten sein. So lange wir jedoch die 
Jugend noch in den Grundsätzen 
der Übergangsstufe erziehen 
müssen, die erst allmählich in 
unseren Glauben einmünden 
soll, können wir die bestehenden 
nichteingeweihten Glaubensbe- 
kenntnisse nicht offen bekämp- 
fen, wir werden dagegen scharfe 
Kritik üben und dadurch die 
Zersetzung herbeiführen. 

Unsere heutige Presse hat die 
Aufgabe, die Unfähigkeit der 
Nicht-Eingeweihten auf allen 
Gebieten des staatlichen und re- 
ligiösen Lebens zu erweisen; sie 
wird das in den gewissenslose- 
sten Ausdrücken tun, um sie so 



weit herabzusetzen, wie das nur 
unsere schlauen Insider ver- 
stehen. 

Unsere Herrschaft wird an den 
Gott Wischnu erinnern, der von 
ihr versinnbildlicht wird: Hun- 
dert Hände halten die Federn 
der sozialen Maschine. Wir wer- 
den alles ohne Hilfe der beamte- 
ten Polizei erfahren; denn diese 
haben wir für die Nicht-Einge- 
weihten eingerichtet und des- 
halb rechtlich so gestellt, daß sie 
die Regierungen am Sehen hin- 
dert. 

Nach unseren Richtlinien wird 
ein Drittel unserer Untertanen 
aus Pflichtgefühl nach dem 
Grundsatz freiwilligen Staats- 
dienstes die übrigen zwei Drittel 
überwachen. Es wird dann nicht 
mehr schimpflich sein und eh- 
renrührig, sondern im Gegenteil 
höchst lobenswert sein, dem 
Staat Späher- und Angeberdien- 
ste zu leisten. Falsche Beschuldi- 
gungen sollen jedoch streng be- 
straft werden, damit kein Miß- 
brauch mit der Einrichtung ge- 
trieben wird. 

Spitzeldienste als 
Ehrenpflicht 

Unsere Helfershelfer werden 
den höchsten und niedrigsten 
Gesellschaftsschichten angehö- 
ren: vergnügungssüchtige Ver- 
waltungsbeamte, Verleger, 
Druckereibesitzer, Buchhändler, 
Kaufleute, Arbeiter, Dienstbo- 
ten und viele andere Personen 
werden sich unter ihnen befin- 
den. Diese recht- und machtlose 
Polizei darf keinerlei Amtshand- 



306 



lungen vornehmen, die sich auf 
die Vollstreckung irgendwelcher 
Befehle beziehen. Sie soll aus- 
schließlich zu Späher- und An- 
geberdiensten benutzt werden, 
die die volle Verantwortung tra- 
gen, wenn sie daraufhin irgend- 
welche Verhaftungen anordnen. 
Die eigentliche Vollzugsgewalt 
wird der Gendarmerie und der 
städtischen Polizei übertragen. 
Wer nachweislich eine wichtige 
Aussage auf politischem Gebiet 
unterläßt, wird wegen geistiger 
Hehlerei zur Verantwortung ge- 
zogen. 

Wie unsere Glaubensbrüder 
schon jetzt verpflichtet sind, ih- 
rer Gemeinde jeden Verstoß ge- 
gen die Glaubens- und Sitten- 
vorschriften und jeden Abfall 
von der gemeinsamen Sache der 
Erleuchteten anzuzeigen, so 
wird es in unserem künftigen 
Weltreich als Ehrenpflicht aller 
treuen Untertanen gelten, die 
Pflicht des Staatsdienstes auf 
diesem Gebiet auszuüben. 

Mit Hilfe dieses Späher- und 
Angeberdienstes werden wir den 
Mißbrauch der Amtsgewalt, die 
Bestechlichkeit, kurz alle dieje- 
nigen Mißstände beseitigen, die 
wir selbst absichtlich unter den 
Nicht-Illuminierten großgezogen 
haben. Das waren und sind die 
wirksamsten Mittel, um Unzu- 
friedenheit und Aufruhr unter 
den nichteingeweihten Völkern 
zu erzeugen. Eines der wichtig- 
sten Mittel bilden die Hüter der 
Ordnung, da ihnen die Möglich- 
keit geboten wird, bei der Aus- 
übung ihrer zerstörenden Tätig- 
keit ihren bösen Neigungen: 
Willkür, Eigenmächtigkeit und 



vor allem ihrer Bestechlichkeit 
zu frönen. 

Strenge Schutzmaßnahmen wir- 
ken wie ätzendes Gift auf das 
Ansehen jeder Regierung. Müs- 
sen wir zu solchen Maßnahmen 
greifen, so werden wir künstlich 
Unruhen hervorrufen und die 
Unzufriedenheit des Volkes 
durch gutgeschulte Redner auf- 
stacheln lassen. Diese Redner 
werden massenhaften Zulauf ha- 
ben, so daß der Schein von Auf- 
ruhr und Empörung vollkom- 
men erreicht ist. Das wird uns 
den Vorwand bieten, um Haus- 
durchsuchungen vorzunehmen 
und mißliebige Personen durch 
unsere Vertrauensleute überwa- 
chen zu lassen, die wir unter die 
nicht von den Illuminiaten kon- 
trollierte Polizei gesteckt haben. 

Da die meisten Umstürzler aus 
Liebe zu Abenteurerei und zur 
Prahlerei handeln, so werden wir 
sie so lange in Ruhe lassen, wie 
sie nicht zu verbrecherischen Ta- 
ten übergehen. Um jedoch über 
alle Vorgänge unterrichtet zu 
sein, werden wir in alle Geheim- 
bünde Spitzel hinzubringen wis- 
sen, die uns auf dem laufenden 
halten. Sie dürfen nicht verges- 
sen, daß das Ansehen der Regie- 
rung schwindet, wenn sie allzu 
häufig Verschwörungen gegen 
sich entdeckt. Das kann zu dem 
Verdacht führen, daß sie ihre ei- 
gene Ohnmacht oder, noch 
schlimmer, ihre eigene Unrecht- 
mäßigkeit eingesteht. 

Sie wissen, daß wir das Ansehen 
der nichteingeweihten, gekrön- 
ten Häupter dadurch untergra- 
ben haben, daß wir durch unsere 



307 



Helfer häufig Mordanschläge 
gegen sie ausführen ließen. Die 
Täter waren blinde Hammel der 
uns zur Verfügung stehenden 
Herde, die man leicht durch 
einige freisinnige Redewendun- 
gen zu Verbrechen verleiten 
kann, wenn man diesen einen 
Schein der Berechtigung gibt. 
Wir werden die nichteingeweih- 
ten Regierungen noch zwingen, 
ihre eigene Ohnmacht dadurch 
einzugestehen, daß sie offene 



Schutzmnaßnahmen für sich 
treffen. Dann ist ihr Ansehen 
endgültig dahin. 

Unser König wird in ganz unauf- 
fälliger Weise geschützt werden. 
Wir dürfen nicht einmal den Ge- 
danken aufkommen lassen, daß 
er nicht imstande sei, Umtriebe 
schnell zu beseitigen, und daß er 
sich vor ihnen verbergen müsse. 
Wollten wir diesen Gedanken 
nach dem Beispiel der Nicht- Ein- 




EPARTMENT OF PR1NTED BOOKS, 

BRITISH MUSEUM, 
LONDON, W.C.l. 

25:6:28 



Geehrte Hciff 



~.t. .1. i 

'essor 



Beantwortung Ihrer Antrag», welch« gestern In tn 
Beste li*wv, teile ich Ihnen e/geberist mit, daB sich Prof« 

e von Ziott" tn obig« Bibliothek befinden. Dte 

erfolgte VXJ5 und wir «werben etae Kopie 1906, 

t TJöeraetnatt/CB tlmetbcn befind tn skto In tnise- 

D» Original tot in rurätdi getdnleben. E* ist 

4Stewet den Sitiwierlgkcnen tobe». 

selbrr erwerbe». Über ctles 1 






ci zu jeacT j&t'wuK 
arfiber gftsdirieben, 

Ihr ergebener 



R. J. Sharp 

Blbütilbettar. 



Die Protokolle wurden in der heutigen Form in Rußland 1905 
veröffentlicht, ins Britische Museum kamen sie 1906. 



308 



geweihten zulassen, so hätten 
wir, wenn nicht für den König 
selbst, so doch sicher für seine 
Nachkommen das Todesurteil 
unterschrieben. 

Unsere Macht ist 

Ruhe und Ordnung 

Unser König wird den Schein 
streng zu wahren wissen, daß er 
seine Macht nur zum Besten des 
Volkes und nicht zu seinem eige- 
nen Vorteil oder zu Gunsten sei- 
ner Hausmacht ausnutzt. Darum 
wird seine Macht vom Volk ge- 
achtet und geschützt werden. 
Das Volk wird ihn vergöttern, 
weil es fest davon überzeugt sein 
wird, daß die Macht des Königs 
die Ruhe und Ordnung im Land 
und damit auch das Wohl jedes 
einzelnen Staatsbürgers ver- 
bürgt. Wer den König durch äu- 
ßere Machtmittel schützen will, 
der erkennt die Schwäche des 
Königs an. 

Unser König wird, sobald er sich 
in der Öffentlichkeit zeigt, im- 
mer von einer Menge scheinbar 
neugieriger Männer und Frauen 
umgeben sein. Wie zufällig wer- 
den sie immer die ersten Reihen 
um ihn einnehmen und die 
Nachdrängenden scheinbar aus 
Liebe zur Ordnung von einer zu 
nahen Annäherung zurückhal- 
ten. Das gute Beispiel wird auch 
die anderen zur Ruhe und Be- 
sonnenheit mahnen. 

Drängt sich jemand aus dem 
Volk vor, um dem König eine 
Botschaft abzugeben, so sind die 
ersten Reihen verpflichtet, sie in 
Empfang zu nehmen und vor 



den Augen des ganzen Volkes 
dem König zu überreichen. 
Dann werden alle wissen, daß 
die Bittschriften wirklich in die 
Hände des Königs gelangen und 
von ihm selbst geprüft werden. 
Das Ansehen der Macht läßt 
sich nur dann aufrechterhalten, 
wenn das Volk mit Überzeugung 
sprechen kann: »Wüßte der Kö- 
nig davon« oder »Der König 
wird davon erfahren«. 

Mit der Einführung offener 
Schutzmaßnahmen geht der ge- 
heimnisvolle Ursprung des An- 
sehens der Macht verloren. Je- 
der, der über die nötige Frech- 
heit verfügt, hält sich für berech- 
tigt, sie vor aller Öffentlichkeit 
anzutasten. Der Umstürzler er- 
kennt seine Macht und erspäht 
den günstigsten Augenblick für 
einen Mordanschlag. Den nicht 
Eingeweihten haben wir etwas 
anderes weisgemacht; jetzt kön- 
nen wir an ihrem Beispiel erse- 
hen, welche schlimmen Folgen 
die offenen Schutzmaßnahmen 
für sie gehabt haben. 

So wenig wir es dulden werden, 
daß die Masse sich mit staats- 
rechtlichen Fragen beschäftigt, 
so sehr werden wir es dennoch 
begrüßen, wenn das Volk der 
Regierung allerhand Eingaben 
und Vorschläge macht, die eine 
Verbesserung seiner wirtschaft- 
lichen Lage bezwecken. Auf die- 
se Weise kommen uns mög- 
licherweise wirkliche Mißstände 
zu Ohren, deren Abänderung 
uns selbst erwünscht sein muß. 
Handelt es sich aber um bloße 
Hirngespinste, so werden wir sie 
sachlich widerlegen und die 



309 



Kurzsichtigkeit des Antragstel- 
lers einwandfrei beweisen. 



Die Möpse werden 
das Bellen lassen 

Für eine Regierung, die sich 
nicht nur auf die Polizei verläßt, 
sondern die Wurzeln ihrer Kraft 
im Volk selbst verankert hat, 
sind Unruhen und Aufstände 
nichts anderes, wie das Bellen 
des Mopses vor dem Elefanten. 
Der Mops bellt den Elefanten 
an, weil er seine Größe und 
Kraft verkennt. Es genügt, die 
verschiedenartige Bedeutung 
beider an einem lehrreichen Bei- 
spiel zu erweisen, und die Möpse 
werden das Bellen lassen und 
mit dem Schweife wedeln, so- 
bald sie den Elefanten erblicken. 

Um dem politischen Verbrecher 
den Schein des Helden zu neh- 
men, der sich für andere aufop- 
fert, werden wir ihn auf dieselbe 
Bank mit gewöhnlichen Dieben, 
Mördern und anderen gemeinen 
Verbrechern setzen. Dann wird 
die öffentliche Meinung beide 
Arten von Verbrechen in einen 
Topf werfen und den politischen 
Verbrecher mit derselben Ver- 
achtung strafen, die sie vor dem 
gemeinen Verbrecher schon 
jetzt empfindet. 

Wir haben uns erfolgreich dar- 
um bemüht, die nicht Illuminier- 
ten von solchem Vorgehen ge- 
gen politische Verbrecher abzu- 
halten. Wir haben das angebli- 
che Heldentum solcher Um- 
stürzler in Zeitungsaufsätzen 
und öffentlichen Reden wie auch 



unmittelbar, in klug zusammen 
gestellten Lehrbüchern der Ge- 
schichte, verherrlicht, weil sie 
sich für das, wie wir sagen, allge- 
meine Wohl aufopferten. Auf 
diese Weise gelang es uns, dem 
Freisinn zahlreiche Anhänger 
zuzuführen und Tausende von 
Nichterleuchteten in die Reihe 
der uns auf Leben und Tod erge- 
benen Hammelherde einzu- 
stellen. 

Geld- und 
Steuerwirtschaft 

Die heutige Sitzung betrifft un- 
sere Grundsätze auf dem Gebiet 
der Geld- und Steuerwirtschaft. 
Ich habe diese außerordentlich 
schwierigen Fragen absichtlich 
am Schluß meines Vertrages ge- 
setzt, weil sie den Kern unseres 
ganzen Planes bilden und über 
sein Gelingen entscheiden. Be- 
vor ich auf Einzelheiten eingehe, 
bitte ich Sie, sich dessen zu erin- 
nern, was ich schon früher ange- 
deutet habe: Wir sind des Erfol- 
ges unserer Sache ganz sicher, 
weil wir nahezu alle Geldmittel 
besitzen. 

Sobald wir zur Herrschaft ge- 
langt sind, wird unsere selbst- 
herrliche Regierung es vermei- 
den, die Massen des Volkes allzu 
fühlbar mit Steuern zu belasten, 
da wir dem Volk gegenüber stets 
den Schein eines väterlichen Be- 
raters und Beschützers wahren 
müssen. Freilich kostet die 
Staatsverwaltung viel Geld, das 
irgendwie beschafft werden 
muß. Es ist daher von besonde- 
rer Wichtigkeit, ein Verfahren 
ausfindig zu machen, das die 



310 




311 



Steuern möglichst nach der Lei- 
stungsfähigkeit verteilt. 

Unsere Gesetze sollen von der 
Annahme ausgehen, daß dem 
König alles gehört, was sich in- 
nerhalb des Staatsgebietes befin- 
det. Unsere Regierung wird da- 
her in der Lage sein, jede Art 
von Besitz zu treffen. Nötigen- 
falls kann sie sogar alle Umlauf- 
mittel einziehen, um eine neue 
Verteilung derselben vorzuneh- 
men. Der beste Weg zur Dek- 
kung des Staatsbedarfs ist eine 
stufenweise ansteigende Besitz- 
steuer. Bei einer solchen Rege- 
lung können die Steuern in ei- 
nem der Größe des Vermögens 
entsprechenden Hundertteil be- 
zahlt werden. Der Besitzer ist 
imstande die Steuer zu tragen, 
ohne sich Einschränkungen auf- 
zuerlegen oder gar seine wirt- 
schaftliche Lage zu gefährden. 

Die Reichen müssen einsehen, 
daß sie verpflichtet sind, einen 
Teil ihres Überflusses dem Staat 
zur Verfügung zu stellen, weil 
der Staat ihnen den ungefährde- 
ten Besitz ihres sonstigen Ver- 
mögens und das Recht des ehrli- 
chen Erwerbs verbürgt. Ich sage 
ausdrücklich des ehrlichen Er- 
werbs; denn die Überwachung 
der Vermögensbildung wird den 
Raub unter dem Schein des 
Rechtes verhindern. 



den Staat; denn er verliert in der 
Jagd nach ein paar Pfennigen 
das Vertrauen und die Zunei- 
gung der Volksmassen. Unab- 
hängig davon trägt die Vermö- 
gensteuer dazu bei, das Wachs- 
tum von Vermögen in der Hand 
einzelner Personen zu verrin- 
gern. Augenblicklich haben wir 
fast alle großen Vermögen in un- 
seren Händen vereinigt, um ge- 
genüber der großen Macht der 
noch nicht von Illuminaten be- 
herrschten Staaten ein Gegenge- 
wicht auf dem wichtigsten Ge- 
biet der staatlichen Geldwirt- 
schaft zu haben. 

Eine Steuer, die mit der Größe 
der Vermögen ansteigt, wird 
weit höhere Erträge liefern als 
die noch übliche Kopf- oder 
Grundsteuer, die uns nur nützt, 
um Unzufriedenheit und Unru- 
hen unter den nicht Erleuchte- 
ten hervorzurufen. 

Die Macht, auf die unser König 
sich stützen kann, besteht im 
Gleichgewicht und in der Frie- 
densbürgschaft, deretwegen es 
nötig ist, daß die Besitzenden 
dem Staat einen Teil ihrer Ein- 
nahme überlassen, um den Gang 
der Staatsmaschine zu sichern. 
Der Geldbedarf des Staates soll 
von denjenigen getragen wer- 
den, die im Überfluß leben und 
von denen etwas zu holen ist. 



Alle großen Vermögen 
in unserer Hand 

Die Besteuerung der Armen ruft 
dagegen Unzufriedenheit und 
Empörung hervor; sie schädigt 



Solche Verteilung der Steuerla- 
sten wird den Neid der Armen 
gegen den Reichen beseitigen, 
weil er sieht, daß die Besitzen- 
den fast die gesamten Staatsla- 
sten tragen und dadurch Frieden 
und Wohlfahrt fördern. Wenn 



312 



die besitzlosen Klassen sehen, 
daß fast die gesamten Staatsla- 
sten von den Besitzenden getra- 
gen werden, die dadurch die 
Aufrechterhaltung geordneter 
Zustände ermöglichen und je- 
dem einzelnen einen Dienst er- 
weisen, so werden sie ihnen die 
Daseinsberechtigung nicht aber- 
kennen. 



Damit die Steuerzahler aus den 
gebildeten Kreisen über die neu- 
en Steuerlasten nicht allzusehr 
klagen, werden wir ihnen genaue 
Rechenschaft über die Verwen- 
dung der Staatsgelder ablegen. 

Ausgenommen sind dagegen na- 
türlich diejenigen Summen, die 
wir für unseren König und für 
unsere Verwaltungsämter brau- 
chen werden. 



Unser König wird kein eigenes 
Vermögen haben, da grundsätz- 
lich alles, was sich im Staat be- 
findet, ihm gehören soll; sonst 
entständen Widersprüche. Das 
Vorhandensein eines eigenen 
Vermögens würde den rechtli- 
chen Anspruch auf das gesamte 
Volksvermögen beseitigen. 



Von der königlichen Familie 
wird' nur der Thronfolger auf 
Staatskosten unterhalten wer- 
den. Alle übrigen müssen entwe- 
der in den Staatsdienst treten 
oder einen anderen Beruf er- 
greifen. Das Blut der königli- 
chen Familie gibt kein Anrecht 
auf eine Beraubung der Staats- 
kasse. 



Das Geld ist für 
den Umlauf bestimmt 

Jeder Kauf, jede Bescheinigung 
über empfangene Geldsummen 
und jede Erbschaft werden mit 
einer stufenweise ansteigenden 
Stempelsteuer belegt werden. 
Wer es unterläßt, eine namentli- 
che Übertragung des Eigen- 
tumsrechts an Geld oder sonsti- 
gen Werten auf diese Weise an- 
zuzeigen, wird mit einer beson- 
deren Strafe belegt, die in einem 
bestimmten Satz vom Hundert 
der entzogenen Summe für die 
Zeit von der Eigentumsübertra- 
gung bis zur Entdeckung der 
Steuerhinterziehung berechnet 
wird. 

Für diese namentliche Übertra- 
gungen des Eigentumsrechts 
werden besondere Geschäftsbü- 
cher eingeführt werden, die Na- 
men und Wohnung des alten und 
neuen Besitzers angeben müssen 
und der örtlichen Steuerbehörde 
allwöchentlich vorzulegen sind. 
Selbstverständlich wird die Fest- 
stellung des Käufers erst von ei- 
ner bestimmten Kaufsumme ab 
verlangt werden. Die gewöhnli- 
chen Kaufgeschäfte in Gegen- 
ständen des täglichen Bedarfs 
werden nur einer Stempelsteuer 
in einem festen Satz vom Hun- 
dert unterliegen. 

Berechnen Sie, um wie viel mal 
die Erträge solcher Steuern die 
Einnahmen der nicht von Illumi- 
naten beherrschten Staaten 
übertreffen werden'. 

Die Staatskasse muß immer ei- 
nen bestimmten Bestand an 



313 




Rücklagen enthalten. Alles, was 
über diesen Bestand hinaus geht, 
wird wieder in Umlauf gesetzt. 
Wir werden für diese überschüs- 
sigen Summen öffentliche Ar- 
beiten ausführen lassen. Die 
Tatsache, daß der Staat von sich 
aus solche Arbeiten unternimmt, 
wird ihm und den Herrschenden 
das Zutrauen der Arbeiterklasse 
eintragen. Aus den genannten 
Summen werden wir auch Preise 
für Entdeckungen und besonde- 
re Leistungen auf dem Gebiet 
des Gewerbefleißes zahlen. 

Außer den genau bestimmten 
und weitsichtig berechneten 
Summen sollte kein Pfennig un- 
nütz in der Staatskasse zurück 
gehalten werden. Das Geld ist 
für den Umlauf bestimmt; jede 
Stockung des Geldverkehrs 
kann den Staat empfindlich 
schädigen. Das Geld ist das Öl 
der Staatsmaschine; bleibt die 
Ölung aus, so muß die Maschine 
still stehen. 

Der Ersatz eines Teils der Um- 
laufmittel durch festverzinsliche 
Wertpapiere hat solche Stok- 
kung des Geldverkehrs verur- 
sacht. Die Folgen dieses Um- 



standes sind zur Genüge be- 
kannt. 

Wir werden einen Rechnungshof 
gründen, in welchem der Herr- 
scher jederzeit eine vollständige 
Übersicht der Einnahmen und 
Ausgaben des Staats finden 
wird. Ausgenommen soll nur der 
laufende Monat sein, für den ein 
Abschluß noch nicht vorliegen 
kann, und der vorhergehende 
Monat, für den die Abrechnun- 
gen noch nicht vollständig einge- 
laufen sein dürften. 

Die einzige Persönlichkeit, die 
keinen Vorteil von der Berau- 
bung der Staatskassen haben 
wird, ist das Staatsoberhaupt 
selbst, dem grundsätzlich alles 
gehören soll. Darum wird gerade 
seine persönliche Überwachung 
der Rechnungslegung die Mög- 
lichkeit einer Unterschlagung 
oder Vergeudung von Staatsmit- 
teln ausschließen. 



Abhängigkeit durch 
Zinsverpflichtungen 

Der höfische Brauch legt dem 
Herrscher eine Unmenge von 
Empfangs- und Vertretungs- 
pflichten auf, bei denen kostbare 
Zeit verloren geht. Wir werden 
diese höfischen Verpflichtungen 
fast ganz beseitigen, damit der 
Herrscher genügend Zeit zur Er- 
ledigung seiner eigentlichen 
Aufgaben behält: die Überwa- 
chung der Staatsverwaltung und 
der Anregung und Erwägung 
neuer Maßnahmen. Dann wird 
der Herrscher nicht mehr von 
Günstlingen umgeben sein, die 



314 



sich an ihn bloß herandrängen, 
um am Glanz und Prunk des Ho- 
fes teilzunehmen und eigene 
Vorteile zu verfolgen, für das 
Wohl des Staates aber nichts üb- 
rig haben. 

Um die Nicht-Illuminierten zu 
schädigen, haben wir umfangrei- 
che Krisen im Wirtschaftsleben 
hervorgerufen. Wir bedienten 
uns dabei des einfachen Mittels, 
alles erreichbare Geld aus dem 
Verkehr zu ziehen. Riesige Sum- 
men wurden in unseren Händen 
aufgespeichert, während die 
nicht von uns beherrschten Staa- 
ten mittellos da saßen und 
schließlich gezwungen waren, 
uns um Gewährung von Anlei- 
hen zu bitten. Mit diesen Anlei- 
hen übernahmen die nichtillu- 
minierten Staaten bedeutende 
Zinsverpflichtungen, die ihren 
Staatshaushalt wesentlich bela- 
steten und sie schließlich in völli- 
ge Abhängigkeit von den großen 
Geldgebern brachten. Der 

Übergang der handwerksmäßi- 
gen und mittleren Betriebe zur 
Großindustrie sog alle gesunden 
Volkskräfte und schließlich auch 
die Staatskräfte auf. 

Der Staat setzt heute so wenig 
Geld in Umlauf, daß es dem Be- 
darf nach der Kopfzahl nicht ge- 
nügt und daher nicht allen An- 
forderungen der arbeitenden 
Klassen entspricht. Die Ausgabe 
neuen Geldes muß mit dem 
Wachstum der Bevölkerung 
Schritt halten, wobei auch die 
Kinder mitzuzählen sind, da sie 
vom Tag ihrer Geburt an einen 
erheblichen Geldverkehr verur- 
sachen. Die Neureglung des 



Geldumlaufes ist eine wichtige 
Frage für die ganze Welt. 

Sie wissen, daß die Goldwäh- 
rung ein Verderb für alle Staaten 
war, die sie angenommen haben. 
Sie konnte den großen Geldbe- 
darf der Völker um so weniger 
befriedigen, als wir das Gold 
nach Möglichkeit aus dem Ver- 
kehr gezogen haben. 

In unserem Staat muß eine Wäh- 
rung eingeführt werden, die sich 
auf den Kosten der Arbeitskraft 
aufbaut, mögen die Umlaufmit- 
tel nun aus Papier oder Holz be- 
stehen. Wir werden den Geldbe- 
darf aller Staatsbürger berech- 
nen, indem wir die Umlaufmittel 
für jeden Neugeborenen ver- 
mehren und für jeden Toten ver- 
mindern. Jede Provinz und jeder 
Kreis muß die Berechnungen 
vornehmen. 

Damit die geldlichen Verpflich- 
tungen für Staatsbedürfnisse 
keinen Aufschub erleiden, wer- 
den die Summen und die Zeit 
ihrer Verausgabung durch einen 
Erlaß des Herrschers festgesetzt 
werden; auf diese Weise wird die 
Bevorzugung einer Behörde 
durch den Minister zum Schaden 
einer anderen beseitigt. 

Äußere Anleihen 
sind wie ein Blutegel 

Die Voranschläge der Staatsein- 
nahmen und Ausgaben werden 
unmittelbar nebeneinander ge- 
führt werden, so daß eine Ver- 
dunklung des Staatshaushaltes 
durch ein Auseinanderreißen 
dieser zusammen gehörenden 



315 



Teile künftig nicht stattfinden 
kann. 

Wir müssen die Geldwirtschaft 
der nicht von den Illuminaten 
regierten Staaten von Grund aus 
umgestalten und dabei so vorge- 
hen, daß niemand Ursache zu 
irgend welchen Besorgnissen ha- 
ben kann. Die Begründung der 
Neuerungen wird uns angesichts 
der völlig zerfahrenen Zustände, 
in die der Haushalt dieser Staa- 
ten geraten ist, sicher nicht 
schwerfallen. Wir werden vor al- 
lem auf das Hauptübel der staat- 
lichen Geldwirtschaft aller nicht- 
illuminierten Staaten verweisen: 
Jedes Rechnungsjahr beginnen 
diese mit der Aufstellung eines 
ordentlichen Voranschlages, ob- 
gleich er von Jahr zu Jahr in 
erschreckendem Maß zunimmt. 

Das hat natürlich seine besonde- 
re Ursache: der für das ganze 
Jahr geltende Voranschlag reicht 
gewöhnlich nur bis zur Mitte des 
Rechnungsjahres; dann wird der 
erste Nachtrag verlangt, der 
meist in einem Vierteljahr ver- 
ausgabt ist; darauf folgt ein 
zweiter und dritter Nachtrag, 
und das ganze Verfahren endet 
mit einer Nachtragsforderung. 
Da der Voranschlag für das neue 
Rechnungsjahr immer nach der 
Gesamtabrechnung für das ver- 
flossene Rechnungsjahr aufge- 
stellt wird, so kann man als Re- 
gel annehmen, daß er minde- 
stens um 50 Prozent überschrit- 
ten wird, und der Voranschlag 
wird erst nach zehn Jahren gere- 
gelt. 

Infolge dieser Angewohnheit, 
die die nichtilluminierten Staa- 



ten leichtfertig einreißen ließen, 
sind ihre Kassen immer leer. Die 




dann folgende Zeit der Anleihe- 
Wirtschaft gab ihnen völlig den 
Rest. Heute sind alle nichtillu- 
minierten Staaten derart ver- 
schuldet, daß man ruhig von ei- 
nem allgemeinen Zusammen- 
bruch ihrer Geldwirtschaft spre- 
chen kann. 

Sie werden es vollkommen ver- 
stehen, daß wir uns hüten wer- 
den, solche Wirtschaft, wie wir 
sie den Nicht-Illuminierten ge- 
lehrt haben, bei uns einzuführen. 

Jede Staatsanleihe liefert den 
deutlichen Beweis dafür, daß der 
betreffende Staat schlecht ver- 
waltet wird und seine Hoheits- 
rechte nicht richtig anzuwenden 
weiß. Die Anleihen schweben 
wie ein Damoklesschwert über 
dem Haupt der nichterleuchte- 
ten Herrscher; statt ihren Bedarf 
im Wege einer zeitweiligen Steu- 
er bei ihren Untertanen zu dek- 
ken, betteln sie mit flehend em- 
por gehobenen Händen unsere 
illuminierten Geldgeber an. 

Äußere Anleihen sind wie die 
Blutegel am Körper des Staates, 
die man nicht entfernen kann, 
bis sie von selbst abfallen, oder 
bis der Staat sich ihrer mit Ge- 



316 



walt entäußert. Dazu fehlt es 
den nichtilluminierten Staaten 
aber an der nötigen Kraft. Sie 
legen im Gegenteil immer mehr 
Blutegel an ihren siechen Kör- 
per an, so daß sie schließlich an 
der freiwillig hervorgerufenen 
Blutentziehung zu Grunde ge- 
hen müssen. 



Eine weltweite 
Schuldknechtschaft 

Eine Staatsanleihe und noch da- 
zu eine äußere ist in der Tat 
nichts anderes wie ein freiwilli- 
ges Abzapfen von Blut aus dem 
Staatskörper. Die Anleihe be- 
steht aus Schuldverschreibungen 
des Staates, die ein Zinsverspre- 
chen enthalten. Der Zinsfuß 
schwankt je nach der Höhe der 
benötigten Geldsumme. Beträgt 
er 5 Prozent, so muß der Staat 
unnötig im Lauf von 20 Jahren 
in der Form von Zinsen die gan- 
ze entliehene Summe aufbrin- 
gen; in 40 Jahren hat er allein an 
Zinsen die doppelte, in 60 Jah- 
ren die dreifache Schuldsumme 
bezahlt, haftet aber trotzdem für 
die ganze ursprüngliche Schuld. 

Aus dieser Berechnung ergibt 
sich, daß der Staat bei der von 
jedem Kopf erhobenen Steuer 
die letzten Groschen der Armen 
unter den Steuerzahlern nimmt, 
um ausländische Reiche zu be- 
zahlen, bei denen er Geld entlie- 
hen hat, statt die Groschen ohne 
Zinsen für seine Bedürfnisse zu 



Solange die Anleihen sich auf 
das Inland beschränkten, ließen 



die Nicht-Illuminierten mit ihrer 
Anleihewirtschaft das Geld aus 
den Taschen der Armen in die 
Taschen der Reichen fließen. 
Nachdem wir jedoch die maßge- 
benden Persönlichkeiten besto- 
chen hatten, um die Aufnahme 
auswärtiger Anleihen durchzu- 
setzen, flössen alle staatlichen 
Reichtümer unfehlbar in unsere 
Taschen. Seitdem sind uns alle 
Nicht-Illuminierten zins- und 
abgabepflichtig geworden. 

Leichtsinn und Kurzsichtigkeit 
der nichtilluminierten Herrscher 
in allen Fragen der staatlichen 
Geld- und Steuerwirtschaft, 
Käuflichkeit und Unfähigkeit 
der höchsten Staatsbeamten ha- 
ben alle nicht erleuchteten Staa- 
ten uns gegenüber in eine derar- 
tige Schuldknechtschaft gestürzt, 
daß sie sich niemals davon be- 
freien können. Sie dürfen aber 
nicht vergessen, welche Mühe 
und Geldopfer uns das gekostet 
hat. 

Wir werden daher keine Stok- 
kung des Geldverkehrs dulden 
und darum alle langfristigen 
festverzinslichen Staatsanleihen 
abschaffen. Die einzig zulässige 
Form der Staatsanleihen werden 
kurzfristige mit ein Prozent ver- 
zinsliche Schuldverschreibungen 
des Schatzamtes sein. Eine so 
geringfügige Verzinsung wird 
die staatlichen Kräfte nicht mehr 
den Blutsaugern, das heißt den 
großen Geldgebern, ausliefern. 
Das Recht der Ausgabe langfri- 
stiger, festverzinslicher Schuld- 
verschreibungen werden wir 
ausschließlich den großen ge- 
werblichen Unternehmen ge- 



317 



währen. Diese können die Zin- 
sen mit Leichtigkeit aus den Ge- 
winnen bezahlen. Der Staat er- 
zielt dagegen mit dem entliehe- 
nen Geld in der Regel keine Ge- 
winne, weil er es für notwendige 
Ausgaben und nicht zur Erzeu- 
gung wirtschaftlicher Güter ver- 
wendet. 

Beseitigung des 
Schmarotzertums 

Unter unserer Herrschaft wird 
der Staat auch Industriepapiere 
kaufen. Damit nimmt er an ihren 
Gewinnen teil, während er frü- 
her von der Last seiner Schuld- 
verpflichtungen nahezu erdrückt 
wurde. Diese Maßregel wird die 
Stockungen des Geldverkehrs, 
das Schmarotzertum und die 
Faulheit des Rentnertums besei- 
tigen. Solche Mißstände waren 
für uns nützlich, solange die 
Nicht-Illuminierten am Ruder 
waren; unter unserer Herrschaft 
können wir sie nicht länger 
dulden. 

Gibt es einen besseren Beweis 
für die völlige Unfähigkeit des 
rein tierischen Verstandes der 
Nicht-Erleuchteten als die Tat- 
sache, daß sie bei uns Anleihen 
gegen hohe Zinsverpflichtungen 
aufgenommen haben, ohne zu 
bedenken, daß sie die gleichen 
Summen mit hohem Zinsauf- 
schlag schließlich zurück vergü- 
ten müssen? Wäre es nicht we- 
sentlich einfacher gewesen, die 
nötigen Summen gleich von ih- 
ren eigenen Untertanen zu neh- 
men und die Zinsen zu sparen? 

Darin zeigt sich eben die hervor- 
ragende Geisteschärfe unserer 



erwählten Leitung; wir haben es 
verstanden, den Nicht-Einge- 
weihten die Frage der Staatsan- 
leihen in einem solchen Licht 
darzustellen, daß sie in der Auf- 
nahme derselben sogar Vorteile 
für sich zu sehen glaubten. 

Wenn die Zeit gekommen sein 
wird, in der wir selbst die Voran- 
schläge für den Staatshaushalt 
machen, dann können wir uns 
auf eine Jahrhunderte lange Er- 
fahrung stützen, die wir bei den 
nichteingeweihten Staaten ge- 
sammelt haben. Unsere Vor- 
schläge werden klar und be- 
stimmt sein und die Vorteile un- 
serer Neuerungen außer Zweifel 
stellen. Sie werden die Mißstän- 
de beseitigen, mit deren Hilfe 
wir die Nicht-Illuminierten be- 
herrscht haben, die wir jedoch in 
unserem Königreich nicht dul- 
den können. 

Das Abrechnung- und Prüfungs- 
verfahren wollen wir derart aus- 
bauen, daß weder der Herrscher, 
noch der geringste Beamte im- 
stande sein werden, den klein- 
sten Betrag aus der Staatskasse 
für andere Zwecke zu verwen- 
den oder in andere Kanäle zu 
leiten, als wir in unserem Haus- 
haltsplan vorgesehen hatten. 
Man kann nicht ohne jeden fe- 
sten Plan regieren. Selbst Hel- 
den gehen unter solchen Um- 
ständen zu Grunde. 

Die nichteingeweihten Herr- 
scher haben wir absichtlich von 
einer eingehenden Beschäfti- 
gung mit der Staatsverwaltung 
durch höfische Empfangs- und 
Vertretungspflichten und glän- 
zende Feste abzulenken gewußt. 



318 



Sie waren nur der Deckmantel 
für unsere Herrschaft. Ihre 
Günstlinge, denen die eigentli- 
che Staatsverwaltung oblag, ver- 
standen auch nichts von der Sa- 
che. Sie ließen ihre Berichte von 
den Vertrauensmännern unserer 
Freimaurerlogen anfertigen. 

Wir verstanden es, das leicht- 
gläubige Gemüt der Nicht-Illu- 
minierten in diesen Bericht mit 
Versprechungen auf künftige 
Ersparnisse und Verbesserungen 
einzufangen. Woraus sollten die- 
se Ersparnisse erzielt werden? 
Etwa aus neuen Steuern? So 
hätte jeder fragen können, der 
unsere Abrechnungen und Ent- 
würfe las. Von den Nicht-Einge- 
weihten verfiel aber niemand auf 
diese naheliegenden Einwände. 

Sie wissen, wohin die Sorglosig- 
keit dieser Menschen geführt 
hat: trotz des bewunderungswer- 
ten Fleißes ihrer Völker stehen 
diese Staaten vor dem Zusam- 
menbruch ihrer Geld- und Steu- 
erwirtschaft. 

Steuern reichen 
gerade für die Zinsen 

Bisher haben wir die Käuflich- 
keit der höchsten Staatsbeamten 
und die Sorglosigkeit der Herr- 
scher dazu benutzt, um den 
nichterleuchteten Regierungen 
Geld aufzudrängen, das sie nicht 
nötig hatten, und das sich ver- 
doppelte, verdreifachte, ja 
manchmal vervielfachte. Es ist 
ausgeschlossen, daß sich jemand 
uns gegenüber so etwas heraus- 
nehmen könnte. Ich werde mich 
daher in meinen weiteren Aus- 



führungen auf die Einzelheiten 
der inneren Anleihen be- 
schränken. 

Wenn ein Staat eine innere An- 
leihe begeben will, so legt er in 
der Regel Zeichnungs-Listen auf 
seine Wechsel oder Schuldver- 
schreibungen aus. Der Nennwert 
wird auf 100 bis 1000 festge- 
setzt, damit sie der Allgemein- 
heit zugängig sind. Den ersten 
Zeichnern wird meistens ein 
Nachlaß gewährt. Am Tag nach 
der öffentlichen Auslage wird 
der Preis künstlich gesteigert, 
weil angeblich eine übergroße 
Nachfrage herrscht. Nach eini- 
gen Tagen heißt es, die Kassen 
des Schatzamtes seien so über- 
füllt, daß das Geld gar nicht un- 
tergebracht werden könne. Wes- 
halb wurde dann das Geld ange- 
nommen? Es heißt, die Anleihe 
sei mehrfach überzeichnet wor- 
den. Darin liegt der große Er- 
folg: es hat sich gezeigt, welches 
Vertrauen zu den Schuldver- 
schreibungen der Regierung be- 
steht. 

Sobald das Anleihespiel vorbei 
ist, steht der Staat vor der Tatsa- 
che einer empfindlichen Ver- 
mehrung seiner Staatsschuld. 
Um die Zinsen für diese Schuld 
aufzubringen, nimmt er seine 
Zuflucht meist zu neuen Anlei- 
hen. Dadurch wächst die Schuld- 
und Zinslast immer mehr. Hat 
der Staat das ihm entgegenge- 
brachte Vertrauen bis zur Neige 
ausgenutzt, so muß er durch 
neue Steuern nicht etwa die 
Schuld, sondern nur die Zinsen- 
last decken. Diese Steuern sind 
aber lediglich Schulden, mit de- 



319 




nen andere Schulden bezahlt 
werden. 

In solcher Lage pflegt der Staat 
den Zinsfuß seiner Anleihen 
herabzusetzen. Damit ermäßigt 



er aber nur die Zinslast, nicht die 
Schuld. Außerdem kann solche 
Maßregel nur mit Einwilligung 
der Staatsgläubiger vorgenom- 
men werden. Wer damit nicht 
einverstanden ist, dem muß der 



320 



Staat den Nennwert seiner An- 
leihestücke zurückzahlen. Woll- 
ten alle Einspruch erheben und 
ihr Geld zurückverlangen, so 
hätten die Regierungen sich an 
ihrem eigenen Angelhaken ge- 
fangen; sie wären nicht imstan- 
de, die geforderten Summen zu- 
rückzuzahlen. 

Da jedoch die meisten Unterta- 
nen der nichtilluminierten Staa- 
ten in Geldangelegenheiten zum 
Glück völlig unbewandert sind, 
so haben sie stets Kursverluste 
und Herabsetzungen des Zinses 
dem Wagnis einer neuen Anlage 
vorgezogen. Sie gaben dadurch 
ihren Regierungen die Möglich- 
keit, den jährlichen Schulden- 
dienst wiederholt um mehrere 
Millionen zu entlasten. 

Bei der heutigen Höhe der 
Staatsschulden, die vorwiegend 
durch äußere Anleihen entstan- 
den sind, können die nichtillu- 
minierten Regierungen solche 
Schritte nicht mehr wagen: sie 
wissen ganz genau, daß wir im 
Fall einer Herabsetzung des Zin- 
ses alles Geld zurückverlangen 
würden. 

Die Erklärung der Zahlungsun- 
fähigkeit wird in allen Ländern 
den besten Beweis dafür liefern, 
daß zwischen den Regierungen 
und ihren Völkern eine tiefe 
Kluft besteht. 

Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit 
sowohl auf diese Tatsache wie 
auf die folgende: Alle inneren 
Anleihen wurden in schwebende 
Schulden umgewandelt, deren 
Zahlungsfristen näher oder fer- 
ner liegen. Diese Schulden be- 



stehen aus Geldsummen, die in 
Staatsbanken oder Sparkassen 
hinterlegt sind. Wenn diese Gel- 
der lange genug zur Verfügung 
der Regierung gestanden haben, 
verschwinden sie bei der Bezah- 
lung der Zinsen für die äußeren 
Anleihen; dann werden an ihrer 
Stelle Regierungs-Schuldscheine 
hinterlegt. Mit solchen Renten- 
briefen werden alle Fehlbeträge 
in den Staatskassen gedeckt. 

Sobald wir die Weltherrschaft 
angetreten haben, werden solche 
Machenschaften auf dem Gebiet 
der Geldwirtschaft restlos ver- 
schwinden, weil sie nicht zu un- 
serem Vorteil dienen. Wir wer- 
den auch die Wertpapier-Börsen 
beseitigen, da wir nicht zulassen 
können, daß die Achtung vor 
unserer Macht durch ein ständi- 
ges Schwanken unserer eigenen 
Staatspapiere erschüttert wird. 
Wir werden ihnen einen gesetzli- 
chen Zwangskurs, nämlich den 
Nennwert, verleihen und jede 
Ermäßigung oder Erhöhung 
desselben bestrafen. Auch die 
Erhöhung kann nicht geduldet 
werden, da sie den Keim zur 
späteren Herabsetzung legt. Ho- 
her Stand der Wertpapiere gibt 
den Vorwand dafür, die Preise 
herabzudrücken, womit wir bei 
den Werten der Nicht-Einge- 
weihten begonnen haben. 

Wir werden die Wertpapier- 
Börsen durch mächtige staatli- 
che Kredit-Anstalten ersetzen, 
deren Aufgabe darin bestehen 
wird, die Industriepapiere ent- 
sprechend den Wünschen des 
Staates abzuschätzen und zu be- 
leihen. Diese Anstalten werden 



321 



imstande sein, an einem einzigen 
Tag für fünfhundert Millionen 
Industriepapiere auf den Markt 
zu werfen oder eben so viele auf- 
zukaufen. Auf diese Weise wer- 
den alle gewerblichen Unterneh- 
mungen von uns abhängig. Sie 
können sich vorstellen, welche 
ungeheure Macht unser Staat 
dadurch im Wirtschaftsleben ge- 
winnt. 



Wir sind die Wohltäter 
der Menschen 

In unseren Händen befindet sich 
die größte Kraft der Gegenwart 
- das Gold. In zwei Tagen kön- 
nen wir es aus unseren geheimen 
Aufbewahrungsorten in beliebi- 
ger Menge heranschaffen. 

Brauche ich wirklich noch zu be- 
weisen, daß unsere Herrschaft 
von Gott vorgesehen ist? Sollten 
wir tatsächlich nicht imstande 
sein, mit Hilfe unseres Reich- 
tums den Nachweis zu führen, 
daß alles Übel, das wir im Laufe 
vieler Jahrhunderte anstiften 
mußten, schließlich doch zur 
wahren Wohlfahrt und allseiti- 
gen Ordnung geführt hat? 

Wir werden die Ordnung durch- 
führen, wenn es dabei auch nicht 
ganz ohne Gewalttätigkeit ab- 
geht. Wir werden beweisen, daß 
wir die Wohltäter der Menschen 
sind, die der zerrissenen Erde 
das wahre Glück und die Frei- 
heit der Persönlichkeit wieder- 
gegeben haben. Jeder, der unse- 
re Gesetze achtet, kann sich der 
Segnungen des Friedens und der 
Ordnung erfreuen. 



Gleichzeitig werden wir alle dar- 
über aufklären, daß die Freiheit 
nicht in der schrankenlosen 
Willkür des einzelnen besteht, 
daß des Menschen Kraft und 
Würde niemals in der Verkündi- 
gung umstürzlerischer Grund- 
sätze, wie zum Beispiel der Ge- 
wissensfreiheit, der allgemeinen 
Gleichheit, gesucht werden 
kann, daß die Freiheit der Per- 
sönlichkeit niemanden dazu be- 
rechtigt, sich und andere durch 
wilde Reden vor zusammenge- 
laufenen Menschen in Aufruhr 
zu versetzen. 

Die wahre Freiheit besteht in 
der Unantastbarkeit der Person, 
aber nur unter der Vorausset- 
zung, daß sie ehrlich und redlich 
alle Regeln des menschlichen 
Gemeinschaftslebens einhält. 
Die wahre Würde des Menschen 
besteht in der Erkenntnis seiner 
Rechte und der Grenzen dieses 
Rechts, nicht aber in Schwärme- 
reien über das liebe Ich. 

Unsere Macht muß herrlich wer- 
den, weil sie stark sein wird. Sie 
wird regieren und leiten, aber 
nicht hinter den Parteiführern 
und Rednern herlaufen, die mit 
törichten Worten, die sie ihre 
großen Grundsätze nennen, un- 
erfüllbare Träumereien verkün- 
den. Unsere Macht wird die 
Ordnung erhalten, worin über- 
haupt das ganze Glück der Men- 
schen besteht. Vor dem Strah- 
lenkreuz unserer Macht wird das 
Volk auf die Knie sinken und in 
scheuer Ehrfurcht zu ihr aufblik- 
ken. Wahres Herrschertum be- 
gibt sich keines einzigen Rechts, 
nicht einmal des göttlichen. Nie- 



322 



mand wird es wagen, ihm zu na- 
he zu treten und ihm auch nur 
um Haaresbreite die Machtfülle 
zu kürzen. 

Fester Wille und 
unbeugsame Macht 

Wir müssen die Völker zur Be- 
scheidenheit erziehen, damit sie 
sich daran gewöhnen, uns zu ge- 
horchen. Wir werden daher die 
gewerbliche Erzeugung von 
Prunkgeständen möglichst ein- 
schränken. Damit dürften sich 
auch die Sitten verbessern, die 
gegenwärtig unter der Prunk- 
sucht und dem Streben einander 
durch einen möglichst großen 
Aufwand zu überbieten, stark 
gelitten haben. 

Wir werden die Hausindustrie 
wieder herstellen und dadurch 
die Macht der Großindustrie er- 
schüttern. Das ist schon deshalb 
notwendig, weil die Fabrikher- 
ren oft, vielleicht unbewußt, die 
Massen gegen die Regierung 
hetzen. 

Der Heimatarbeiter kennt keine 
Arbeitslosigkeit. Er ist darum 
mit der bestehenden Gesell- 
schaftsordnung verwachsen und 
wünscht die Regierung nicht zu 
schwächen. Bei der jetzt vor- 
herrschenden Großindustrie 
schwebt die Regierung in ständi- 
ger Gefahr einer überhand neh- 
menden Arbeitslosigkeit und der 
daraus entstehenden Unruhen. 
Sobald die Macht in unsere Hän- 
de übergegangen ist, wird auch 
die Arbeitslosigkeit verschwin- 
den. 



Die Trunksucht wird unter unse- 
rer Herrschaft gesetzlich verbo- 
ten und streng bestraft werden. 

Sie ist ein Verbrechen gegen die 
Würde des Menschen, der sich 
unter dem Einfluß berauschen- 
der Getränke in ein wildes Tier 
verwandelt. 

Ich wiederhole: die Masse ge- 
horcht nur einer starken, von ihr 
völlig unabhängigen Macht, zu 
der sie mit blindem Vertrauen 
empor sehen kann, und von der 
sie Schutz und Schirm gegen die 
Schläge der sozialen Geißeln 
empfindet. Was nützt ihr die en- 
gelsgute Seele des Herrschers? 
Sie muß in ihm die Verkörpe- 
rung eines festen Willens und ei- 
ner unbeugsamen Macht er- 
blicken. 

Die nicht von Illuminaten be- 
herrschten Regierungen können 
sich nur mühsam am Ruder be- 
haupten. Sie sind von einer Ge- 
sellschaft umgeben, die wir so 
weit entsittlichten, daß sie jeden 
Glauben an Gott verloren hat, 
und aus ihrer Mitte ständig die 
Flamme des Aufruhrs empor- 
steigen läßt. Der Weltherrscher, 
der die jetzt bestehenden Regie- 
rangen ablösen wird, muß zu- 
nächst dieses gewaltig um sich 
greifende Feuer löschen. Er hat 
darum die Pflicht, solche Gesell- 
schaft zu beseitigen, selbst wenn 
er sie in ihrem eigenen Blut er- 
sticken müßte, um sie in Gestalt 
eines richtig organisierten Hee- 
res neu erstehen zu lassen, das 
bewußt jede den Staatskörper 
bedrohende Ansteckung be- 
kämpft. 



323 



Der von Gott auserwählte Welt- 
herrscher hat die Aufgabe, die 
sinnlosen Kräfte des Umsturzes 
zu brechen, die von tierischen 
Naturtrieben und nicht von 
menschlichem Verstand geleitet 
werden. Diese Kräfte feiern jetzt 
ihre Siege, indem sie unter dem 
Schein des Rechts und der Frei- 
heit Raub und Gewalttaten aus- 
üben. Sie haben jede Gesell- 
schaftsordnung zerstört, um auf 
ihren Trümmern den Thron des 
Königs der Illuminati zu errich- 
ten. Ihre Aufgabe ist aber gelöst 
sobald der König der Illuminati 
die Herrschaft antritt. Dann 
müssen sie von seinem Weg hin- 
weggefegt werden, damit dieser 
nicht das geringste Hindernis 
mehr bietet. 

Dann werden wir den Völkern 
sagen können: Lobet alle Gott 
und beuget eure Knie vor dem 
Auserwählten Gottes, von des- 
sem hehren Antlitz die Voraus- 
bestimmung der Geschicke der 
Menschheit erstrahlt. Gott selbst 
gab ihm einen Leitfaden, damit 
niemand außer ihm uns von den 
genannten Geißeln der Mensch- 
heit erlösen könne. 

Unsere Weisen kennen 
alle Geheimnisse 

Zum Schluß will ich Ihnen eine 
Vorstellung davon geben, mit 
welchen Mitteln wir die Herr- 
schaft des Königs aus dem Hau- 
se David über die ganze Welt für 
alle Zeiten fest verankern 
wollen. 

In erster Linie werden wir uns 
desselben Mittels bedienen, das 



schon unseren Weisen von Zion 
die Leitung der Weltgeschichte 
verbürgt hat, nämlich der plan- 
mäßigen Erziehung der Mensch- 
heit in der von uns gewünschten 
Richtung. 

Einige Glieder des Hauses Da- 
vid werden die Könige und ihre 
Nachfolger auf ihr Amt vorbe- 
reiten. Sie werden die Auswahl 
nicht auf der Grundlage des 
Erbrechtes, sondern nach den 
besonderen Fähigkeiten des ein- 
zelnen treffen. Die Auserwähl- 
ten sollen in alle Geheimnisse 
der Staatskunst und der Verwal- 
tung eingeweiht werden. Grund- 
bedingung ist, daß niemand, au- 
ßer ihnen, etwas von diesen Ge- 
heimnissen erfährt. Unter dieser 
Yoraussetzung wird sich die 
Überzeugung Bahn brechen, 
daß die Regierung denjenigen 
anvertraut werden kann, die in 
die Staatskunst eingeweiht sind. 

Nur diese Auserwählten sollen 
unsere Grundsätze verwirkli- 
chen. Jahrhunderte lange Beob- 
achtungen und Erfahrungen, die 
wir auf staatsrechtlichem und 
volkswirtschaftlichem Gebiet 
sammelten, werden ihnen dabei 
zur Verfügung stehen. Sie wer- 
den den Geist jener Gesetze ein- 
atmen, die die Natur selbst für 
die Beziehungen der Menschen 
zu einander erlassen hat. 

Die unmittelbaren Abkömmlin- 
ge des Königs werden häufig von 
der Thronfolge ausgeschlossen 
werden, wenn sie während der 
Lehrzeit Leichtsinn, Weichlich- 
keit und sonstige Eigenschaften 
zeigen, die nicht nur die persön- 



324 



liehe Unfähigkeit zur Regierung 
erweisen, sondern das Ansehen 
der Macht schwer schädigen. 

Unsere Weisen werden die Zü- 
gel der Regierung nur denjeni- 
gen anvertrauen, die unbedingt 
befähigt sind, eine tatkräftige 
und feste Herrschaft zu verkör- 
pern, selbst auf die Gefahr hin, 
daß diese in Grausamkeit aus- 
artet. 

Sobald der König an Willens- 
schwäche erkrankt oder sonstige 
Anzeichen von Unfähigkeit an 
den Tag legt, wird er gesetzlich 
verpflichtet, die Zügel der Re- 
gierung in andere, tatkräftige 
Hände zu legen. 

Niemand wagt 
Widerspruch zu erheben 

Im König, der sich selbst und die 
Menschheit mit unerschütterli- 
cher Willenskraft leitet, werden 
alle die Verkörperung des 
Schicksals mit seinen unbekann- 
ten Pfaden sehen. Niemand wird 
wissen, welche Ziele der König 
mit seinen Erlassen verfolgt. 
Darum wird auch niemand wa- 
gen, Widerspruch zu erheben 
und sich ihm in den Weg zu 
stellen. 

Selbstverständlich muß die gei- 
stige Höhe der Könige den gro- 
ßen Zielen entsprechen, zu de- 
ren Verwirklichung sie berufen 
sind. Darum wird kein König 
den Thron besteigen, bevor un- 



sere Weisen seine geistigen Fä- 
higkeiten erprobt haben. 

Damit das Volk seinen König 
kennt und liebt, muß sich dieser 
dem Volk häufig zeigen und auf 
den öffentlichen Plätzen mit ihm 
reden. Das muß zur notwendi- 
gen Verbindung beider Kräfte 
führen, die wir jetzt durch die 
Schreckensherrschaft, den Ter- 
ror, getrennt haben. Bisher 
brauchen wir diesen Terror, um 
die getrennten Kräfte des Vol- 
kes und des Königs jede für sich 
allein unter unsere Herrschaft zu 
bringen. 

Der König der Illuminati darf 
sich nicht von seinen Leiden- 
schaften treiben lassen. Ganz 
besonders muß er die Sinnlich- 
keit bekämpfen. Niemals dürfen 
tierische Triebkräfte die Herr- 
schaft über seinen Verstand und 
sein Gemüt gewinnen. Die Sinn- 
lichkeit ist der schlimmste Feind 
aller geistigen Fähigkeiten, sie 
trübt den klarsten Blick und er- 
niedrigt den größten Geisteshel- 
den zum Tier, das keinen ande- 
ren Zweck des Daseins kennt, 
als die Befriedigung der rohe- 
sten natürlichen Triebkräfte. 

Der Weltherrscher vom heiligen 
Samen Davids muß alle persön- 
lichen Freuden dem Wohl seines 
Volkes und der Menschheit zum 
Opfer bringen. 

Unser Weltherrscher darf sich in 
sittlicher Hinsicht keine Blößen 
geben. Er muß ein leuchtendes 
Beispiel für alle sein. 



325 

Weiterführende Bücher zu diesem Thema 

niuminaten und Freimaurerei 

Manfred Adler: »Die Söhne der Finsternis«, Miriam Verlag, 
Jestetten, 1975 

Manfred Adler: »Die Antichristliche Revolution der Frei- 
maurerei«, Miriam Verlag, Jestetten, 1976 
Heinz Pfeiffer: »Brüder des Schattens«; Roland Uebersax 
Verlag, Zürich, 1984 

Juan Maler: »Die Sieben Säulen der Hölle«, Eigenverlag, 
Buenos Aires, 1974 

Juan Maler: »Der Sieg der Vernunft«, Eigenverlag, Buenos 
Aires, 1978 

Juan Maler: »Verschwörung«, Eigenverlag, Buenos Aires, 
1980 

Adolf Rossberg: »Freimaurerei und Politik im Zeitalter der 
Französischen Revolution«, Verlag für Ganzheitliche For- 
schung, Strukum, 1984 

Friedrich Wichtl: »Weltfreimaurerei, Weltrevolution, Weltre- 
publik«, Verlag für Ganzheitliche Forschung, Strukum, 1982 

Insider und Internationalisten 

Gary Allen: »Die Insider - Wohltäter oder Diktatoren?«, 
VAP- Verlag, Wiesbaden, 1983 

Gary Allen: »Die Rockefeller-Papiere«, VAP- Verlag, Wies- 
baden, 1978 

Gary Allen: »Kissinger - Dunkelmann im weißen Haus«, 
VAP- Verlag, Wiesbaden, 1976 

Curtis B. Dali: »Amerikas Kriegspolitik - Roosevelt und 
seine Hintermänner«, Grabert- Verlag, Tübingen, 1975 
Hamilton Fish: »Der zerbrochene Mythos - F. D. Roosevelts 
Kriegspolitik 1933 bis 1945«, Grabert- Verlag, Tübingen, 
1982 

Des Griff in: »Die Absteiger - Planet der Sklaven«, VAP- 
Verlag, Wiesbaden, 1981 

David L. Hoggan: »Der erzwungene Krieg - Die Ursachen 
und Urheber des Zweiten Weltkrieges«, Grabert-Verlag, 
Tübingen, 1976 

David L. Hoggan: »Der unnötige Krieg - Germany must 
perish«, Grabert-Verlag, Tübingen, 1977 
David L. Hoggan: »Das blinde Jahrhundert«, Grabert-Ver- 
lag, Tübingen, 1979