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Full text of "Adolf Frank Collection 1857-1958"

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ßttiin, 23. 3uU 1885. 



3. Qa^rgang. 



^ifföctfonöctt 



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^tefe 3Jlitt^eilungcn crfc^eitten in jroangälofen 9iummern unb werben ben Screinömitgliebern gratis jugefanbt. 



3nl)nlt : SJJitglieber^Sßerjeid&mfe. — SKoorfultursSluöfteflung. 
— ^erid^t über bie (Sommer-$Berfamm(ung bes SSereinß jur görberung 
ber 3J?oorfultur im beutfd^en SWeid)e üom 19. biö 21. Sunt 1885 
(gorlfefcung). — 2)ic Qad^, — Slnjeigen. 



SWitßltebet s SSet?äeid^ni§. 

?lcu eingetreten [inb: 

374) Sanbroirtbfdjaftlicftet SSerein ju ©oltau in Soannoüer, SSorfifeenbcr ^ttt 

2lmt?tid)tet ^itbicfeg bafelbft. 

375) 9tittergut§bcfifeer üon 2öebell auf SSe^IingSborf bei Bteißniualbc in 

^Jommern. 

376) 2)irector Ztühtnbadt, ^ambutg, ®ro&e 33Ieicben 16. 

377) Äbminiftrator ^orban ju ©reffe bei JÖoiienburg a. b. (Slbe. 



9 

3n unferer @eneraI^3SerjammIung am 16. gebruar b. 3^. tft fcefc^Ioffe;tt iDorben, in SSerWnbung' mit ber 
ttäd^ftjiä^rtgen ©erfammlung, ti^eld^e borau^ftd^tltd^ im ^cbtuat 1886 ftattfinbcn ti^irb, eine aKoorfuItur^Slu^fteüung 
gn t>eranftalten* ©n f^ecieae^ Programm für biefelbe foü binnen Änrjem DeröffentHd^t n?erben. Sä) erlanbe mir, 
jefet bereite baranf ^injutpeifen, bamit 5Riemanb i)erfäume, bie barauf nöt^igen SSorbereitungen gn treffen* 2)en SKittel^ 
^nnft ber Sln^fteünng tDürben, n?ie Dn Fleischer auf unferer SSerfammlung auöeinanberfegte, bie grüd^te bilben, 
tvdä)c man auf äKoorboben geerntet ^at, unb gtvar n^ürbe e^ fid^ em^fel^Ien, nii^t blo^ SD?ufterefem:^lare, fonbern 
riiMe.^rpbe n auf^ufl eüen, n?et(|e ben SDurc^f d^nitt einer größeren gtädi^e bilben. 21% Sanbn^irt^e, tueld^e gefonnen 
finb, in biefer äUeife aüögufteüen, mo^ett "lDä^)tr^ü3^^uft*-l;tr'«p8|i|j^^^ ül^isiiimr. 
S3remen^®d^n?ad^i^aufen, tt)irb gern bereit fein^ auf ettt^aige ^Änfnj^en^iP^^W^imwt^^ 

3n 53egug auf bie anberen Dbjecte, treidle gur Slu^fteüung gelangen foüen, Srbi^roben tjerfd^ieben] 
S^orfs unb S:orfftreu^rä:^)arate, 2)üngemittel, ®erätl)e unb SD?af deinen jc, t?ern?eife id^ bi^ gum (grfd^einen be^ ^rogramm^ 
auf bie in 5Rr. 7 ber SD?itt^ei(ungen b, Q. erfd^ienene SSer^anblung ber ©eneralt^erfammlung, ^n jeber geti^ünfd^ten 
Slu^funft ^ierüber bin id^ ftetö gern bereit. Sitte, ttjeld^e fid^ an ber Sluöftettung gu bet:^eiligen n^ünfd^en, erfud^e xä), 
bie^ fo frü^ aU mögtid^ angujeigen, bamit ber genügenbe S^iaum refermrt n?erben lanm 

^etltit ]¥Wv Süneburgerftraße 5. 

Dr. Ang^o Orahl. 



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SBetitftt üitt b!e Sommettietfammlttttfl J)e§ JBeteinS 
3Ut ptl)etttn0 t>tt WlootMtnt im beutf^en Steige 

öom 19. big 2U Suni 1885 

>>^ oon ^r. öugo ©ral^l. 

^"""^ (gortfefeung.) 

SDie öertd^tigung ber 2lrbeiterfolonic felbft bot uns ein 
freunblid^eö ^ilb unb aeigte, roieüiel ber ©emeinfinn ju (eiften oermag ; 
benn nur burc^ fveiroiaige ©penben finb bie fämmtli^en ©ebäubc 
gcfd&affen rooröen. ©ammtlid^e Einrichtungen finb einfa^ aber folib. 
250 ^agabunben ft'nnen untergebracht werben; im Söinter ift bie 
Slnftalt meiftenß gefüttt, roä^renb im ©ommer «piafe frei bleibt. 
Slugenblidflid^ waren 183 oor^anben. Unter ben SWeinigung«^ 
onftatten unb Sabe-ßinric^tungen gefiel befonberö biejenige für ein 
gufebab. eine größere Sal^l ajlönner fefeen fid^ um ein runbeö 
SBaffin, in welchem i^nen beftänbig warmes ©eifcnroaffer aufliefet. 
SDie neu Slngefommenen finb gearoungen, ein folctje« gufebab a« 
nehmen, fpäter, wo bie SBenu^ung eine freiwittige ifl, brängen fid^ 
bie Seute baau. ©ine befonberc Sorgfalt ift auf bie Serftcßung 
guter ßlofets oerwenbet worben. 3)iefelben werben mit ^Corf befi^ 
inficirt unb bie gefüüten Stonnen fofort jur SDüngung in bem an* 
ftofeenben (Bemüfegarten oerwenbet. a)ie (Sinrid^tung war oer^ältnifes 
mäfeig fofifpielig, bietet aber ben unbeaa^lbarcn SSorjug größter 



SWeinlic^feit, ba trofe ber Warfen S3enu6ung biefer S^iäume nirgenb« 
ber geringfte unangenel^me ®eiud^ a" fpüren war. 2)ie ©c^laf*, 
©peifes unb Seträume gewäl^ren in genügenbem -jJlafee Sid^t unb 
fiuft, ein unter bem 2)ad^e gelegener ©^il^ffaal be« ßefeteren 
au manchen 36iten oielleid^t etwa« a" ^i^^- S)ie 5lüd&e, weld^e mit 
5torf gel^eiat wirb, acifltß w"ö 9^ö6e mit llaffee gefüllte ^effel, weld&e 
un« bie 3JJenge beß S3ebarfö red&t beutlid^ oor Sttugen fül)rte. 3Jlöge 
bie wol)ltl^ättge 2lnftalt i^ren fiauptfegen barin finben, bafe fie xtd)t 
SSiele ber in i^r 2luf genommenen alö gefunbe 9Jlitglieber ber menfd^« 
lid^en ©efeßfd^aft entlöfet unb bamit aud& bie S3efürd^tung einaelner 
®egner entwaffnet, bafe burdd fte anberen ®efc^äften in unnötl^iger 
Sßeife Slrbeitöfräfte entaogen würben. 

S5ie ^^eilne^mer ber (Jfcurfion nal^men nod) ein 9J?ittageffen 
in anjei ©aft^äufern t)on ©epba ein, nad^ weld&em ber erfte Slbfdjiieb 
oon einaelnen ®enoffen genommen werben mußte, bie a" 9^9^"=' 
feitigem S3ebauern für ben folgenben SDag ocr^inbert waren. 2)ie 
Uebrigen nal^m nadd einftünbiger go^rt biß Qa\)na bort ein bereit« 
fte^enber ©gtraaug auf, unb führte fie burd& bie frudjitbaren ®efilbe 
^n^altß nac^ ^fd^erß leben. 

3n 3lfd^erßleben würben wir Don ben Se^örben ber ©tabt 
fefilid^ empfangen unb burd^ liebenßwürbige (Saflfreunbe in bereit« 
fiel^enben SBagen in unfere Quartiere geführt. 3)ie gefammte aal^l* 
reid^e Qugenb ber ©tabt war auf ber ^«rrenbreite, bem ^laft oor 



— 94 — 



bem S3al)nf)of, oerfammclt, um unfercn 2lufjug ju feigen. 2)icd 
2iaeä, foroic bic mit %a\)r\tn unb (Buirlanben reic^ gcfc^müdten 
Käufer trugen baju bei, unfere geftftimmung ju erl^ö^en. 2lm Slbenb 
oerfammelten roir uns in einem geräumigen (harten, um unter hm 
5llängen ber 3Wufi! einen guten ^runf in ber angenehmen ©efeU^ 
fd^aft unferer Söirt^e ju geniefeen. fierr SBürgermeifter aWicfeaelis 
rief E)ier in längerer, ben SSerein t)oc^ e^renber Slnjprac^e ben 
(Säften im SWamen ber Stobt ein lieralidöeö Söiafommen entgegen. 
• 2lm aJiorgen beö 20. foüte bie Slrbeit beginnen, unb mx fu^» 
ren in einer langen $Wei^e oon 2Bagen, eß Ijatten fic& jum heutigen 
$tage nod^ eine größere 3al)l oon 2:^eilnel)mern eingefunben, nad^ 
(S^niibtmanns^all. 

©egenfeitige greunbf^aft roar eä, roel^e bem Sßerein bie S3er= 
anlaffung biefeß 2BerfeS gab. gür bie gefammte beutf^e £aab^ 
tt)irtl)f*aft ift bie ausgiebige SBenufeung ber ^alifalje Don l^öc^fler 
S3ebeutung. SBenig 33oben ift in unjrem SSaterlanbe ror^anben, 
ber beffen nid^t mel;r ober minber bebürfte, \ä eö jum (Srfafee beö 
burd^ rei^e ©rnten entnommenen S^ä^rftoffeä, fei eö, um burdi) bie 
gufü^rung beffelben erft roQe ©rnten auf bie SDauer ju fd^affen. 
3m Unteren gatte befinben fid^ bie IDborböben, biefelben bebürfen 
beö Äaliö fo notljraenbig, bafe an eine SHußbe^nung ber Kultur, wie 
fie ie^t begonnen wirb, gar nid^t gu benfen wäre, roenn roir nid^t 
baö mU gehabt bätten, bie reiben ^alij^ät^e in ben ^tiefen ber 
'Öergroerfe ju entbedfen. 3n bem folgenben SSortrag beö igerrn 2)r. 
yi. gran! finb bie 3al^len über $robu!tion unb (^onfum aufgefüljrt, 
über weldje au* bie neuefte ftatiftifc^e ßorrefponbenj berichtet, fo 
ba6 id& fie l^ier nicfet ju roieberbolen braucbe. 2ln biefer ^robuN 
tion, fpejiett an ber beö ^ainit, ^at baö 2lfc^erölebener ^erf tro^ 
feiner ^ugenb bereitö einen ^eroorragenben 2lntt;eil. 2)ur(^ bie 
perfönlic^en 33emü^ungen beö Sngenieurö Öedf rourbe gleid^ na* ber 
entfte^ung beö SSereinö ein gemeinf*aftlid^er 33ejug für ^ainit ein^ 
gerietet. Söefentli* bem ©ntgegentommen beö 2lfd)erölebener äßerfeö 
war eö ju bauten, bafe für biefeö roid&tige ^Düngemittel eine ^^Jreiö^ 
^erabfe^ung ^erbeigefüt)rt werben fonnte, rael^er fi* fpäter aud^ 
bie anberen ^ainit förbernben 2Berfe anf^loffen. 2ßenn eö hierbei 
felbftoerftänbli* oon beiben Seiten nur ber eigene S^lufeen roar, welcher 
bicö ^Refultat l^erbeifü^rte, fo ^at bod& Ijier toie überall bie ricbtip^ 

,^ _!^^e beutf^e Sanbn)irtl)f*aft raub eö ben 
V^v« ,.»©i*en, i^rc «greife nod) weiter lierab^uf efeen . 

^ uer ^rocentfafe.ift, weld^en unfer 58ercin am ^axuitbejuge 
bat, lägt ft* freili* ni*t genau feftftellen, aber er ift fe^r bebeu-^ 
tenb, unb wo^l auf minbeftenö ben oierten Xl;eil beö gejammten 
beutfd^en ßonfumö ju oeranfd^lagen.*) 2ßenn nun unfer 5öerem 
bie griunbf^aft, wie f*o|i gefagt, bur* ben 33efu* gum Juö= 
brud brachte, fo würbe bie ^rwiberung berfelben bur* bie äiJerte 
in einer wa^r^aft glänjenben 2ßeife bezeugt; junäc^ft ^»^i^*^?«" 
aufeeren ©*mud mit gal)nen unb ©uirlanben, burd^ baö frobii*e 
®lüdE auf, weldjeö unö bie ^Bergleute juriefen. 3n SSergmannö:: 
coftüm ge!leibet, fu^r nun alsbalb ber gröfete SCl^eil ber ®äfte m 
ben Sd^a*t ein. fiier Ratten wir Gelegenheit, mit ©rftaunen ju 
feben, wie mäd^tige Stoüen unb ^aüen bie großartige Energie ber 
Leitung in ber furjen Seit beö 33eftel)enö bereitö gef^affen Ijat. 3)er 
338 m tiefe Sd^a^t führte unö in bie Stiebten beö earnattit unb 
Äainit, weld^en Unteren wir an einem Dcte in bebeutenber ^iein^ 
beit oorfanben. Sßon befonberem Sntereffe ift baö Sßorfommen beö 
S*önit, einer beinal^e d^emif* reinen fd^wefelfauren 5lali=a}lagnefia^ 
aSerbinbung mit nur fe*ö ^^eilen SBaffer. fieiber fommt biefeö 
foftbare Salj nur in geringen 3J?engen oor. S)ie anberen Äalifalje 
(i* oerweifc aud^ l)ier wieber auf ben folgenben SSortrag) finb, 
wie wir unö überzeugten, reid^lid^ genug oor^anben, um ben SSe^ 

*) 3n iöcjug auf bic bereite in ber üotiflen 5^0. be[prod)enc Äainit« 
latte bc§ öettn ^^nflenicur Jöcd roitb mir oon einem Sanbroirt^e au8 bem 
Greife ^öeeStoaj.Stoitoii) mitfletl)eilt, bafe Derfelbe feit einiger 8eU jicmlid) Diel 
Äalifalje üerbraudje, aber feine einpflc ei)enbat)n)tation belifec. ^ibabr jctjein« 
lid) fmb nur auö biefem ©runbe aucb einine anbete Äteife meip geblieben, jo 
©cbubin in ^ofcn, Sabiau in Oftpreufecn. "Sie meijten roeifecn Äreife babcn 
noct) leine ©abn. — ®äl)renb be8 Drurfeä qebt mir burcb S)iun JBedbic ^Jiactjridjt 
»u bofe ibm nur bie (SifenbabnftQtionen qI§ ^Ibnabmeotte h^i SSeriilflun« «eftanben 
bätten; et babe beSbolb, um bie Arbeit nicbt flonj ft)[temlo§ ju madjen. über' 
qU nur biefe in ^etradjt flejoflcn. aud) roo er fleroufet, boft ber Äainit md)t 
in bem Äreife ber Station uctbraucbt roorben fet. ^üt eine fpdtere Sluflaflc 
foü fooicl alg möflUcb bct S5crbraucb«ort bcrüctficfttiflt werben. 



barf an ilali für unfer SSaterlanb nod& auf lange Seit l)inauö m 
Dottem 3Jla6e befriebigen gu fönnen. äöieber im fcbnellen glug ju 
^age geförbert, bem Sichte wiebergegeben, entlebigten wir ün& be» 
^^ergmannölittclö unb gogen in baö 3ed&enl)auö, um m^ an einem 
wabrbaft lucuttifcben mai)k ju ftarfen. äßä^renb beffelben ent^ . 
widEelte ^err ©cbmibtmann in furgen, gebrängten SBorten bie S3ef 
beutung ber 2:^at gegenüber bem ^orte unh braute ein ^od^ auö 
auf hin aSerein, alö einen fbld^en, welcber burd^ bie Kultur biöl)er 
unfruchtbarer gläd^en eine fegenöreid;e il)at gefd^offen ^abe. 2)er 
Sßorfi^enbe beö ^[Jereinö, ^evr ^ogge— a3lanfenl)of, fprad!^ im S^amen 
beffelben ben 2)an! für ben überauö Ijerjlidtien (Smpfang auö; er 
l^ob l)eroor, wie gerabe bie eminente ^l)at!raft, weld&e fid^ in ber 
Leitung ber Slfd^erölebener ^aliioerfe geige, jeben 2)eutt4[en mit 
©tolg erfüllen fönne, gur 9]adtialjmung in jebem SBeruf anf^Jorjjen 
muffe unb fd^lofe mit einem fräftigen &IM auf, weld^eö er^ 
äBerfen gurief, in ha^ bie gange ^öerfammlung lebl)aft einftimi 
9^ad)bem befid)tigten wir bie gabrüanlagen, bie mäkligen %üi^ 
in welchen ber ^ainit gu feinem ^JJieble germalmt wirb, bie in weit 
auögebet;nten S3aulid)feiten entbaltenen ^^affinö, in welken bie oer* 
fd^iebenen Salge auö!ri;ftallifiren unb fel)rten nad^ bem S^^ßn^öufe 
gur Slb^altung ber (^ieneral^aSerf ammlung gurücf. 

^err $ogge eröffnete biefelbe gunädjft mit einem 2)anfe für baö 
gal^lreid^e ©rf feinen ber ÜJiitglieber unD für bie el)renbe ^Ijeilnal^me 
ber Spieen ber a3el)örben. darauf brad^te er ein fiod) auf Se. 
SDiajeftät ben Jlaifer auö, beffen fegenöreid^er 9legierung wir bie 
er^altung beö griebenö oerbanften, ber baö ©ebei^en ber ^anb- 
wirtljf^aft unb ber Snbuftrie fi^ete. 

Sllöbann ertl)eiUe er, ba gefcl)äftli*e 3}litt^eilungen nid^t vor- 
lagen, baö SBort 

^errn S)r. granf 

gu einem aSortrage über: 



3)ie ttotöbeutfdjcn Saljlaget, iftre »iliung mx'i 



3}ieinc Ferren! 

2llö mir oon 3l)rem aSorffanbe ber Eintrag würbe, in ber 
kutigen $ßerfammlung gu fpre*en, waren für 2lnna^me beffelben, 
neben ber ®enugtl)uung, an einem äßerfe oon attgememem ^lufeen 
mitgutl)un, aud) engere, perfönli*e ^^egie^ungen gu bem 2:^ema 
felbft für mi* beftimmenb, benu wenn i* aud^ jefet nid^t me^r 
birect bei ber Mi=3nbuftrie tl)ätig bin, fo !ommt man, wie baö 
©prüd^wort fagt, bodti immer gern gu einer alten Siebe gurüd. 

3* barf mid^ S^nen wol;l alö einen ber Pioniere ber Raiu 
3nbuftrie oorftellen, ba id^ nid)t attein baö ®lüd ^atte, bie erfte 
inbuftriette ^erwert^ung ber ©tafefurter ^alifalge gu begrünben, 
fonbern aud& alö getreuer Scbüler fiiebigö, für beren (Sinfül)rung 
in bie fianbwirtl)f*aft oon Einfang an burd^ 3ßort unb ^bat ge- 
wirft liabe. 33ereitö (Snbe ber fecb^giqer 3a^re war au* M«r 
mir, in Gemeinfd^aft mit bem für bie Kultur ber ^JJ^ogi^ -imb 
i^aiben ^o*oerbienten unb feiner fegenöreid^en St:i)ätig!eü leiber gu 
frü^ entriffenen ßanbeöconbucteur $eterö in Pönabrüd, bie Sin* 
regung gu bem bergeit in ^^reiuen conftituirten ,,a3erein gegen baö 
3Jloorbrennen" gegeben, ber äl)nlicbe Siele oerfolgtc, wie 3^r aScrein 
unb oon beffen SSeftrebungen bie U)iooroerfu*öftation in Bremen 
no* iefet S^WQ^ife 9^«^^. — 2)ie ^Iriegöja^re oon 1870 unb mannig^ 
fad^e, mit locdlen «er^ältniffen in ^^egiel)ung fte^enbe Scbwierig* 
feiten unb Sßorurt^eile liefen biefe erfte aSereinigung in i^rer nocb* 
wcftbeutf*en, ober oielmel)r t)annooerfd)en ^eimat^ nid^t redbt gum 
®ebei^en fommen, unb Ijabe i* eö mit um fo größerer greube be* 
grüßt, baß 3^r, baö gange ®eutf*e ^ei* umfaffenber aSerein 
mit ber ooUen Äraft, welche äBiffenf*aft unb ©rfa^rung, fowie 
patriotifc^e Eingebung für baö gemeine 3Boljl bieten, baö äöer! 
wieber aufgenommen l)at, biölang unge^obene S^ö^e beö ^eimifcben 
SBobenö gu erfd^ließen unb parattel ben je^igen 33efirebungen, für 
fianbel unb Snbuftrie auöwärtige Kolonien gu begrünben, unferer 
i^anbwirt^^d^aft weite Gebiete gur inneren ßolonifation gu eröffnen, 
eine glüdli*e gügung ^at unfer 5Deutf*eö Sanb in beoorgugter 



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— 95 — 



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SBcifc mit ben ßülfömittclu für bicfcn Sroed ausaeßattct unb ©le 
l^obc» ja foebcn felbft eine ber mächtigen, untetirbij^cn Sar.erflatten 
befic^liöt, QUS welken ben 3Jloorböbeu bie ©toffc S"9«f"^^^t werben, 
welche \\)m\ jur ooüen ®ntfaltuna il^rer filumnicrnben Söoben^ 
fräfte mangeln. — ä^d fragen finb es roo^l, toel^c ft* S^nen 
beim 33efa^ren ber ealjgruben gunäd^ft aufgebrängt l^aben : ^le 
finb biefe geroaltioen fioQer entflanben unb toie fonntc f^* Jlf! 
abraeid^enb üon anbern eteinfalalagern no4 eine mäd&tige ©d^ic^t 
Äalifalje üon eigenartigfter Sufammenfefeung bilben. 3(^ toerbc eö 
t)erfu*en, 3l)nen hierfür, fo roeit es bie mir nur fnapp bemeffene 
Seit geftattet, biejenigen (Srftärungen ju geben, welche bic roiffen= 
fc^aftlicöe Sorfc^ung jefet als bie jutreffenbfte anerfennt, roetl m 
bamit nid^t attein fämmttid^e bisher beobadbteten S3ilbungen aus= 
"lenb erflären, fonbern au* auf bem SBege bes @jperimcnts 
ffürlid) roieber^olen laffen, lefetere felbftrebenb nur in bem U5erv 
•mirtnii in roeld^em 3«enfc^enroer! unb Äraft ju ben geroalttgen 

ilaturfräften fte^t. — Wlan fül)rt bie emftebung ber ©a^lager 

iefct burdbaängig auf bie ^ßerbunftung oon 2)leeresn)affer 5uni(f, fo 

bafe bas ©teinfals alfo fein ©lieb einer beftimmten geologtf*en 

epoAe ift, wie etwa bie ©tein!ol)le, fonbern fi* überatt bort bilben 

tonnte, too eine grofee, me()r ober minber oom SBeltmeer abge^ 

fcbloifene SSertiefung — 33u*t ober ßaqune - eine natürli^e ©ahne 

b L eine ©iebepfannc im großen 3Jia6ftabe bot. ©o erflort eS' 

fxcb, baft toir ©aljlager in aöen Formationen finben, bte na* bem 

erften (Srf*einen beS SBafferS auf unferm ©rbförper entftanben fxnb, 

». 33. im ©ilur ron 9iorbüirginien ; im ©teinfolilengebirge bei 

SÄbam unb 23riftol; im 3e*ftein bei Slrtern; im öur^anbftem 

hiJr im 3«agbeburg=<Qalberftäbter Seden unb m G^eSf^ire; im 

^JHuf&elfalf in 2Bürttemberg ; im ^eupejTin ßotl)ringen; m ber 

oberen Xertiärformation in Sßielicafa unbBo^nia unb l)mauf bi« 

tum iiinaften Siauüium im ©teppenfalj, ja lüir feben, roie ber 

!S;L5proce6 ber ©aljlager fi* no« i^^ute in^^^^r ^atur fortfefet, ^^.^^^X'fö'br;;; ;Mpu';Vo;r^a?o'^etm^ P^t. gelöfte 

t,om ©eeftranbe an, loo tne überftrömenbe gju limeüe jum . ©alj^ i£ Se fÄrÄ biete bei bin offenen 3Jieereu bie 

in^oltSpi 



1 



\l 



cbkm, in benen m bei einem BalmW "O" 3V. P®»- 3|^S^ 
gjlißiatbe.. 2;onnen ©fll» ßelöft behüben ba nun 2 J»^ttmrben 
3;onnen, flteid, 43,000 ,a«inionen Sentnet ©alj, ben Jaum "-)n 1 
cbkm einnehmen, fo entfpricbt bet©als9e^aU be« Weetes 19,692,750 
cVikm oleicb etnia 47,500 ©ubitmeilen. , , _ - 

«et l*«t man ^un tiiermit bie. in bem 3lf*et8lebener Safl« 

aufgei)äuften ©aljmaifen, müä,i eine 5>«*« /»" .^^J «,,0,^ 
bebeden unb nimmt man für biefelben .""« but^f*"''«'*' ?'"*^9: 
feit non 666 iti an fo erMU man im ©anjen 18 cbkm. ^e- 
SnrmaS'enMiy'bil «efaUte bi.l)ed8e Sörberung fä^^^^^^^ 
SteinfahTOetle be8 ©toMutter LHeoiereä, fo etfltebt ft^ ,"?<">: o« 
feX drSammtgerai^t oon 270 aniUionen ßentner Q^ etma 

"'"'©fetnilnen D«ane n,ei*en, mie na.^ ber geograptjii^en Sage 
unb bSÄrSebenen «erbunftungertlärli*, 1"'^««®« — 
fatjqeWt etroa« ab; es entt)ält ber *f '^^ 3,*-|,=/tm aroften 
lanUfcbe unb 3nbifd,e Dcean 3,i-3 e "f», ..f "" » ' anbti m 
SBinnenmeeren ift bas aJJit'eßänb.fcbe jro.^en^m ta unb agnöm^ 

etroas faljreidier, roäbrenb eä sroif^en «''''^ff „ "f^.Z.amifS 
in fein m eurooäif^en-iEbeil ber 3>jiammenfe6ung beS Maimfc^en 

Dceanä entfpri*t. 3m ©«.oarjen Weer "'«b "' b« ^/"f '^°'' 
©aljge^alt bagegen nur etioa balb fo gro6 unb ^ 'tagt l,,e l^ 
pet., roeil bei biefen Heineren WeereSbeden ber Suflufe »f" f"»^ 
Bafer gröfeer ift als bie aSerbunftung ; bas "^af^. ^ 4 \ 
finb n roir beim 9?otl)en 9J!eer, roelcbes ewen ©oljgeba t oon 4,, -^ 
hi« 4 »et «eiat ^och ftärfcre SDif^etenjen finben fi* in ben 
a&£- ffioff2 Binnenmeeren, ober r^Uger beu^ Jefien 
friifipr« orofeen SDteere S)er grofee ©aljfee oon Uto^ entljait da 
St bas S"e1ö 27-28 p6t. fefte SBeftanbt^eile baS n>eit 
Su gebebntere Raspifcbe 3Keer, ber SReft ber früberen ^erbm ung 
Se« ©ismeeres mit bem ©d,toaräen aHeer, m »«l^es bie Sßo ga 
ber 2:eret, ber .fiur, ber.^sarajes unb Ja^l«'** «nb e ^om b 



— ; 



3af)reSäeiten beroirften einzelnen 3lb)ä^en unb 3n)if*enlagen bi^ 
ber^öergmatm mit $Kedjt als Sa^reSringe bejei^net, u"^<^"«^^"^" 
SBerg^auptmann ^rinj ®*oenai* = earolat^ j^ 58 f^^^^ 
©taJBfurter £ager eine ^:BilbungSseit oon etroa 15000 Sabren be- 
regnet bat, eine Seit bie oon anbern unter Slnna^me jroeier Sßer-- 
bampfungsperioben im 3al)re auf bie fiälfte rebucirt t[t. ^ 

2Benn wir nun bie jefeige Sufammenfe^ung beS ^IßeerroafferS 
unb fein 5ßerl)alten bei fünftli*er unb "^türticber ©oncentration be. 
trauten, fo finben rair in ben großen Dceanen als bur*f4nitai*e 

Seftanbt^eilc beflelben 

in 100 X^eilen 

(Sbtornatrium (5lo*fala) . . . 2,700 

ei)lorfalium . ... . • •. • ^'Oto 

ß^tormagnefium ^^seo 

©^roefelfaure ^JJiagnefia . . . 0,230 

©c^rcefeliauren Ra\t (®r)pS) . . 0,140 

^ Sto^lenfaurcn 5lal! ^/oos 

S3rommagnefium . ... . • ^/oos 

2Ba;^er - ^^-^95 



oerb^SuIgeim ' ' äöaffer^ö^e^ 
r in ber oon St:urin 



n 



if 



^om 
',', ©t. ^Domingo 



// 



// 



■1^/05 ff 

1/82 » 

2,57 rt 

3,80 " 



100 



/OOO 



2)ie lebte füi Sßaffer angegebene 3abl oon 96,195 p6t. tjl 
niebt aaiu riiliß, 'ca ba« SWeerioaffer neben ben oben genannten 
niiAtifleren »eftanbfieüen no* ©puren faft aOer ©lemeute enibalt, 
meldje bie erbmaffe üben, s- »• junädift Soboerbinbungen, ferner 
eifen K., au* ein ©.Ibfrgebalt ift gefunben .mb banad, beregnet 
baft ein ftubittilometer ©eeioaffer etioä 1 kg ©»"*«,«"•?'*"'," 
crtlärt fi* bieraus roobt oud) bie »uffinbung oon ©ilber m ölten 
flupietbefdjlägen ber ©eefdjiffe. . . 

erfieint biefer ©oljgebalt oon 3V. p6t. auf ben erflen »lid 
audi nur gering, fo ergiebt bo* eine einfadie Segnung, bofe et 
S Xffe rep?äfentirt,"0e9e«über melier unfere ^^^^f.fZ 
faljlager oftEig oerfcbminben. ©er mit Saffer bebedte ^^"l b« 
©tbobctfläcbe beträgt runb 375,100,000 Qikm. .^«b bte bur* 
«Anittliebe Xiefe ber a«eere nur ju 3 km (eigentli* 3438 m)on. 
genommen, fo ergiebt bies eine »affermaffe oon 1125,300,000 



„ Surts gstonb „ 3,8o » ''^^ 

auf bem ;iü enben »oben ber ©"^«t» kudgt J« ®**e^oer. 

bunflung 21 cm (0„, m) pe^^ag, es rourbe «'*» J«' "^,\Xt 

tfrticff non 76 m Don ber ©onne tu einem jap' 1'^ Jlfe 

K n Cneu! eS be"barf freilicb »o^ljaum ^er «emer u„9 b 6 

l:^U S bSren?irUunftungSfgig^ 

bert mürben. — ©eben mir aber oon folgen ejcellioen, ""''«" 

S £ ge unb Konfiguration bebingten erfcbeinungen ob, fo finben 

mir, bal felbft in unferm normalen ?«"Pf;'*;"imrbampfung 
fprecbenben Suftftrömungen eine reit bebeutenbe aBaffecoerDampiung 
möalidi ift ffienaue Seobacbtungen, bie auf ben großen ironjo 
S? 3) tesfalinen }u föiraub an berjbouemunbung 9 majt 

mürben, baben bei ftartem ©eben be««!?? k nu.f e Sg 
tion l cm aßafferbftbe per Sag ffftgefteüt »0 J^^' ' ?!« * ^ 
„on ®iraub eine glä*e oon 1500 ha b^b'tojo entfp Jt 1 c^^^ 
aserbunftung einem fflafferquantum oon l^OOOO kbm eine guu?« 

Seiflung mürbe in unfern ©alinenpfannen .«"'"b^f "« raldienb m"e 
nen = 500 000 ßentner ©teinfoblen erforbern. »l«berraf*enD roie 
S genannten Sobten finb, oerfcbpinben fte bo« m 9Ji*tS menn 
man fie neben gleiche Vorgänge in ber 1«atur fteUt »as W 
Smeer Vt bei einer Dberfläcbe oon 9 900 Ouabrat=^Weil n =^ 55^^ 
qkm eine Sabresoerbunftimg oon 2., m unb «"tH' J^^f „Jf, 
jäbrlicben SBerbampfung oon 1392187 ^««ßj»"?" I"^'^"*''" ZI 
Vom Dbglei« nun bas SRot^e SReer b"t<b b.e ©trafee oon ^^o 
el aRanbeb mit bem 3nbifd,en Dcean »etbunben »ij^ 8"9t es ^-"^ 
„ie fdion ermabnt, einen böseren ©aljgelialt als b, fr. »le «on 

centration mürbe mä) raf(ber 5"''«^"««"' ™«"" "'*^l^bü„™ 
iRab el 3)lanbeb im ©egenfafe }u bem Dberftrom oon bünn «m 
©eeroaffer, roeldies jum ©rfa^ bes oerbampften aus bem Jinoiienen 



v 



l'^' 



*. 




— 96 - 



^ 



Dccan einflutl^et, ein UnterRrom c^iPlrte, tocld^cr bie bid^tercn ©alj« 
roaffer in ben trogen Dceon jurüdfü^rt. — 

3^ac6 ben SSermcfJungen ber englifd^en Slbmiratität l^at baö 
!Rot^e 3JJeer eine burd^fd^nittlid&e 2:iefe Don 240 m, eß würben 
alfo, wenn burd^ irgenb eine 83obent)ebung bie 33eT)binbung burd& 
bie ©trage 93ab el 3J2anbeb aufhörte, nur etwa 100 3al)re erfor? 
berlid^ fein, um baö SHotl&e 3Weer auösutrodnen unb ein ©teinfclj« 
lager %\x bilben, xotX^t^, bei bem ©alggel^alt bes äBafferS oon 
CO. 4 o/q, bann eine burd&fd^nittlidöc SJiä^tiQfeit üon 5 m befifeen 
toürbe- 

Sßerpltniffe, wie wir fie unö ^ier l^^potl^etifi^ fonftruiren, 

liegen nun t^atfä^li^ beim ^tobten 3Jleere üor, weld^eö f rül)cr bie 

S3er6!ftbung jroifd^en bem 9^ot^en aJleer unb bem 3KittelIänbif*en 

aJleere bilbete, iefct aber nad^ oottfiänbigem 2lbfc^lu6 oon beiben unb 

üottfommener $ßerbunflung 400 m unter bem (Spiegel ber beiben 

aWeere liegt. — S^ie 6 SWittionen Stonnen füfecn SBaffers, rael^e 

ber Sbrban täglid^ sufü^rt, ter^inbern jroar bie Dööige SlußtrodE- 

nung, werben aber burcb $Berbunftung aud& regelmäßig roieber ents 

fernt, es entfpric^t baö 2 190 3Jiiüionen Äubifmeter p. a. unb bei 

einer gläc^e oon 1321 qkm einer $ßerbunflung§l^b^e Don 1,64 «^ P» o- 

^aö Xobte 3Jleer repräfentirt nun, obn)ol)l eß an ber Dber^ 

fldd^e nod^ mit Slüffigfeit bcbecft ift, ein roirfli^cß ©aljlager, benn 

baö ganje 3JieereöbecEen ift mit feftem ©alj gefüllt unb bie 3ufo"i- 

menfe^ung ber überftel^enben 3)^uttterlauge entfprid^t ungefäl^r ber^ 

ienigen ber jule^t gebilbeten Partien be« ©taßfurter Sedenfi, meldte 

bort burd^ bas 33or!ommen ber jerfliefetid^ften ß^lorcatciumboppeU 

foljc, ber $tad^l)9brite, marfirt finb. 5Daö SBaffer beö STobten 3Jlee« 

res entl&ält t)on biefen 3J2uttet(augenfaljcn, %\\ benen aud& S3romt)er5 

binbungen gehören, 27—28 »/^ unb man ^atte in ben fünfziger 

Salären in ©nglanb fcfeon bie 3bee, an feinen Ufern eine SBrom« 

gabri! ju errieten. 2Bir l^aben bieö intereffante ^roieft gefiört, in^ 

bem wir Don i^tafefurt bie oerfd^iebenen ^robucte billiger unb na= 

mentlic^ bequemer lieferten, als eß ie auß ber für 3"^uftriebctrieb 

wenig einlabenben S^iad^barfd^aft oon ßofß Söeib, mit i^ren SRemi^ 

nifcenjen an ©obom unb ®omorrl)a ju fd^affen war. 

Stte^nlic^e Sßer^ältniife wie baß ^tobte ^Jleer bieten fid6 i. ^. 

" ^i^'f'^ j£Äi^^t«i^-TOti x^\vkj7 tasn' Tlrgr ge- 
_ menpfannen, bie mit ©aljwaffer gefüDi unb 
[pFömpft finb. 

.einer oollfommenen @r!lärung ber $ßorgänge bei Silbung 
.v'cc«; 'iLt)00 biß 1200 ra mächtigen ©teinfaljlager genügen aber 
bie bißl^er angefül^rten ©rfd^einungen noc^ nid^t» SBenn baß ^Rotl^e 
3)ieer, wie nac^gewiefen, bei 240 m ^iefe nur eine ©alj^fd^id^t t)on 
5 m (Btärfe l^interlaffen fann, fo würben fid^ banad& für unfere 
mächtigen norbbeutfd^en ©aljftöde 3J?eereßtiefen t)on ganj ejceffioer 
, Slrt bered^nen, für weld^e bie Dberfläd^engeftaltung unferer ®rbe fei^ 

nen 2ln^alt bietet. (Slüdflid^erweife finb wir aber foldfeen gewagten 
©pefulationen überhoben, nad^bem unß namcntlid^ burd^ 33 a e r in 
feinen ,,^aßpifdöen ©tubien" öeobadjitungen erfd^loffen finb, weld^e 
unfere ^t^eorie in befriebigenber 2Beife ergänjen. 

S)aß ooüfommen gefd^loffene Seden beß Äaßpifd^en SJIeereß liegt, 
obgleich eß, wie fd^on erwähnt, mäd^tige ©üfewafferjuflüffe empfängt 
in feinem Sjfiiüeau 26 m tiefer alß ber ©piegcl beß 3)MtteIIänbifd^en 
3Jieereß unb follte man l^iernad^ einen burd^ bie flarfe 33erbunftung 
bewirften ^ö^eren ©aljge^alt erwarten; tl^atfäd^lid^ ift baß 2Baffer 
beß ^aßpifd^en ^eereß (mit 0,65^0) o^^^ bebeutenb füßer, f algarmer 
atß felbft baß beß ©c^warjen 3D^eereß (mit 1,7^/0). ®iefe über^ 
rafc^enbe (Srfd^einung erflärt fid& nun fel^r einfad^ auß ber oon SBaer 
unb ©c^ leiben feftgefteHten ©algbud^tenbilbung, ober, wie fie 
Öti^-tA ' B4^ n i u ß fpäter nannte, ber ^Ä a r r e n b i l b u n g. 

^H^M^* <j)aö taöpifc^e a)?ecr ^ot in feinem nörblic^en Vs^z\\ eine ^ud(>t, 
ben Äara S3og^aj, wcld;e mit i^rcr gläd^c üon etwa 16000 qkm 
in bie S^urfmcncnfteppe ctnfd^netbenb, nur burcb einen gan^ engen 
unb flachen Äonal, ber ftellen weife nid^t me^r alß 200 m breit unb 
Im tief ift, mit bem 5)ou^5tbeden beß ^JDJeereß in 33erbinbung fte^t. 
!J)urc^ biefen Äanal ftrömt nun feit So^rtaufcnben baß SGBaffer mit 
einer ©cfd^winbtgfeit uon 5—6 km in ber ©tunbe, bie felbft bei 
fonträrcm SBinbe noc^ 2,75 km beträgt. 1)tc :33etoobner ber %\x\\* 
mcnenfteppc, welche biefen gewaltigen ©trom unaufjörlicb etnfltegen 
fa^en, meinten nun, bag in ber iöuc^t baß SBaffer wie ^ in einem 
iilric^ter ober ©trubel irgenbwie nac^ einem benacbbartcn Speere ^* 
ftürjc, unb fie ^aben ben „©ci^worjen ©djilunb" (^ara öog^aj) mit 



abergläubifdi>er gurd^t gcmiebcn. 2ludi) bie erften curopäifc^en^r? 

jorfcber beß Äaßpifcfeen iDicereß ftanben unter biefem Öanne, lelbft 

^arelin unb ^ lar a mb er g finb jwar 1836 tn ben Äara 

iöog^aj eingefahren, ^aben aber nac^ wenigen üJ^eilcn wieber Heprt 

gemalt, ^rft 1847 bat 3ereb^or ben Äara ^og^aj nac^^ aUen 

9^id)tungen befahren unb babci gefunbcn, baß er nur einej 2:iefe ton 

4—12 m bat. / ^ ^ 

3m 2lnfd^lu6 l^ieran bat nun jBaer nad^gewiefen, baß. au^ 

ber 5lara Sog^aj eine ©aline in großartigem ^J)iaßftabe ift; burd^ 

bie trodnen, bürrenben ©teppenftürme, wel^e über i^m fortbraufen, 

werben bie einftrömenben äöaffer mit folcber ©cbneüigfeit oerbunftet 

unb foncentrirt, baß fid& baß barin entbaltene ©atj in fefter gorm 

abfegt. S)ie nati^rlicbe golge biefeß ^rojeffeß ift nun, baß bie 

ioauptwaffermaffe beß Äaßpifd^en 3JleereS, ber an ibrer fübli^n 

unb füböftli^en ©eite ftetß neue 3Kengen fußen 2Bafferß burcb 

©tröme jugefül;rt werben, in i^rem ©aljgebalt jufüd ge^t unb iaii^ 

me^r entfallen wirb, wäl)renb in bem 5lara 33ogl)as baß außgejcbie* 

'bene ©alg, beffen ^enge ^aer auf 350 000 STonnen pro STag 

fd^äfct, ein regelmäßigeß ©aljtager bilbet. 3ßürbe ber flad^e ^anal, 

weld^er bie $8erbinbung mit bem ^aßpif d^en 3Keere bilbet, burcb irgenb 

weld^e Umftänbe einmal gefd^lof[en unb bie über ben ©aljabtagerun^ 

gen ber ^ara Sog^aj ftebenbe 33^utterlaugenmaffe, welche fc^on jefet 

oon ben ©teppenbewol^nern alß SBittere ^Brunnen — Slbji ^ouffar 

— beaei^net werben, cbenfaQß jum (Sintrodnen unb ^rt^ftattifiren 

gebrad^t, fo entftänbe bort eine mit unferen norbbeutfcben ©alj* 

unb Äalifaljlagern ooflfommen übereinftimmenbe 33ilbung. 

33aer'ß 33eobad^tungen bieten eine roüfommene ©rflärung für 
äße l^ierbei in grage fommenben ©rfd^einungen unb füljren unß 
aud^ in 2ln!nüpfung m baß, xooA wir beim St:obten %tzi feftgefteHt 
^aben, gu bem folgerichtigen ©dfiluß, baß alle normal gebiU 
beten ©aljlager auß©teinfalj unb barüber gelagert 
ten Slbraumfaljen (^ali = ^Jlagnefia^^Ser binbungen 
etc.) beigeben muffen unb baß ba, wo biefe oberen 
©alge feilten, bieSBilbung beß^Jagerß eutweber oor^ 
zeitig unterbrodi)en würbe, ober burd^ fpätere Se^ 
bungen ober Ueberf l utbunQe|i^ b^^_£^Jif^^^^ lä&l' 
-ößHtt^frTttna g^ttrtp wie ö er t oTtge f püTt würben. 

SDie jur ©taßfurter ®ruppe gehörigen ©aljlager finb l^iernad^ 
bie einzigen normal außgebilbeten unb erbaltenen, le^tereß lebiglid^ 
burdb ben glüdli^en Umftanb, baß fie balb nadö i^rer 33ilbung oon 
einer feften, wafferbicbten aJiergeüage bebedt würben, welche fie gegen 
fpätere ©inwirfung beß SBafferß abfd^loß. — 

2lber nid^t in ber SBeobad^tung allein, fonbern aud& burd^ baß 
praftifd^e ©yperiment bei ber ©aljgewinnung auß bem 3Jieereßwafyer, 
pnbet biefe St^eorie i^re ^öegrünbung. 3n ben ©eefalinen ließ man 
früber bie na^ Gewinnung beß ©eefaljeß oerbleibenben bitteren 
3)lutterlaugen ungenufet fortlaufen. 3J2itte ber f unfjiger Sa^re ^^oS^zxi 
bie granjofcn, nad& SB a l a r b'ß genialen 2lrf)eiten unb Sßorfcblägen, 
bie wieberum auf ben gorfd^ungen unfereß ßanbßmanneß ^ er mann 
in ©(boenebed bafirten, ben SBerfudb begonnen, bie SJiutterlaugen 
ber ©eefalinen weiter ju ©erarbeiten unb barauß Äali unb ^JJ^agne» 
fiafalje ju gewinnen; gu biefem 3roede mußten bie ^3)Jutterlaugen . 
burd^ fünftlidbe äöärme eingebampft werben unb ergaben bana, alß 
eigentlid^eß SRobmaterial für bie Äaligewinnung, baff e%J5>crppelf als 
oon ei;lorfalium unb (5l)lormagnefium, weld^eö wir balb barauf in 
©taßfurt alß ßarnallit im ©d^oße ber (Srbe fertig oocgebilbet fanben. 
einer folgen, burcb bie 91atur begünftigten ^onfurrenj gegenüber 
fonnten bie granjofen, tro^ großer Dpfer unb (^herfennenswert^er 
3JJül^e, bie fie auf bie 5Dur(^fül)rung oon Salaib'ß großartig fon- 
cipirter 3bee oerwenbeten, baß gelb nicbt bel)au)f>ten unb mußten ben 
thix^ begonnenen Setrieb wieber einfteßen. y 

©ie l^aben aber ben 3)Zutb nid)t finfen /äffen, fonbern rüfiig 
weiter e^perimentirt unb neuerbingß finb bie 2'inlagen jur ?lußnu^ung 
ber ©cefaljmutteclaugen, namentlidfe auf ben großen ©alinen ju 
©iraub mit ©nergie unb ©efd^id wieber aufgenommen. 

Dlad^bem id& 3^««" fo ßi"«" 3lbriß ber Urgefd^id^te ber ©alj« 
lager gegeben l^abe, möchte id^ ©ie bitten, mir auf l)iftorifcbem 
SBoben jüngeren S)atumß, b. 1^. in bie '^<t\\ \yx folgen, in welcher 
man bei unß bie erften ©d&ritte jur 2luffinbung unb 2lußbeutung 
ber Sagerftätten t^at. Preußen galt nodb biß 3J^itte biefeß 3al)r^ 
l)unbertß für ein falj^armeß £anb, wir mußten große ^}Jiengen ©alj, 
namentlid^ für.bie Dftfeegebiete, einführen unb 3)M^ "nb 33ie^, 



- 97 - 




Snbufttic uab fianbroirt^f^aft litten fd)H)er unter bem |o^cn greife 
biefee fo unentbe()rlic^en ©toffeß. 3m 3al)rc 1839 beQann man 
in ©tafefurt auf ®runb eines üon S3eröl)auptmann von ßarnaU 
«ntroorfenen ^romemoria ein SBolirlo* auf ©alj meberjubnngen, 
na&bem moor ein Sßerfu* jum Slbteufen eines ©aljf*a^tes bei 
mrtern mifeglüdt war. man erbolirte in ©tdfefurt bet etraa 900 
5^u6 bas ©aljlaaer, in roetc&em man, bann noä) bi8 jum ^at)te 
1851 weiter bo()renb bei einer 2;iefe befi 33obrlod|eö »on 1851 ' 
bie 3Jläc^ti0!eit beß ©aljlogerö auf me^r als 1000 ' feftgefteUt 
fiatte, ba cß nic^t gelungen war, bie unter bem ®alj oorfommenben 
(Sebirgßfc^idbten, ,,baß ßiegenbe", ju -erreichen, ^^a mbefe bie aß 
porbanben '^na^geroiefene ©aljmaffe für jeben Sebarf genügte, )o 
cab man baß weitere SBo^ren auf unb begann baß Slbteuf en jtoeier 
^ jte roeld^e 1857 in görberung famen. Tlan ^atte wie gejagt 
ft ' nur bie ©ewinnung t)on ©teinfalj beabfic^tigt unb war 
Jbaß SBorfommen ber neben bem ©teinfalj aufgefd&loffenen, 
oüwJn Sagen üon bunten, bitteren ©olsen bie man ju^ 
tiädift alß unbrau^bare ,,3lbraumfal5e'' in grofeen 3Kaffen auf bie 
i)albc ftürjte, felir unangenehm überrafd^t. 2öert^ unb öebeutung 
tiefer Slbraumfalje, weld)e balb ben wid)tigften 2;^eil unb ein 
toabreß 3Jlonopol beß ^ierlänbifd^en SBergbaueß bilben foDltcn, famen 

«rft jiur ooßen ©eltung, alß von mir 1861 [" .^V^^f"^L5:\?T 

mnlage m beren ^Verarbeitung für te^nif^e unb lanbwirtt)f*aftli*e 

5wede gemacht würbe, wie benn au* erft mit biefer Seit bie eigent* 

liebe bergmännifd^e Gewinnung unb S3ewert^ung ber Äalifalae be^ 

<iann. 3n raf^er Solge würben nun eine grofee Slnja^l anberer 

^abrifen etablirt, fo bafe oon Äalifalj, beffen görberung 1861 nur 

6200 (Str. für meine gabrif betrug, bereitß 1864 in 18 gabrifen 

2 775 000 6tr. Derarbeitet würben, im 3abre 1882 errei^te bie 

ilalifala=görberung me^r alß 20 3)haionen Zentner, feitbem ift fie 

iwar wieber etwaß gefunfen, wirb aber in ni^t ju ferner 3eit 

toieber baß frühere S^ioeau überf^reiten. 2lu* bie 3a^t ber ©als= 

bergwerfe oermelirte fic^ entfprei^enb, namentlid^ na*bem ba« biß 

SJlitte ber fe^ß^iger 3a^re befteljenbe ealjmonopol beß ©taateß auf^ 

üeboben unb bamit ber ^rioatt^ätigfeit bie SWitbewerbung eröffnet 

wa r, Sflzhen bem %iial. ^reufe. ©al^werfe unb bem_18 62 eroff= 

nctcn fierpoi. Slnl^altinifc^eli in'Seopo[b6M'5**»e»il^ö76 m\t ®alj8 

Toerfe SDouglaß^aH unb "tfltn » ©taSfurt, 1882 ha& ^eute von unß 

befugte ©c^mibtmannß^aß bei SÄfd^erßleben unb 1884 ©aljwer! 

jßubwig II. bei ©tafefurt in Setrieb unb eine größere 3al^l anberer 

©alj-fiager, unter benen iö) 3^nen nur bie bei Sßiencnburg, 5t:i)ieben=: 

l^att, SBernburg unb 2lltmirßleben in ber SÄltmarf nenne, finb t^eilß 

fd&on für ben Sergbau burd^ baß Slbteufen von ©c^acbten in 2ln= 

öriff genommen, t^eilß erft oorläufig burd^ So^rungen erfd^loffen. 

€ß betrug bie burd^fd^nittlid^e ^a^xeQ ^ görberung ber fämmtlic^en 

in Setrieb fte^enben Sergwerfe*) 

1861/65 1866/70 

etr. 

1 178 740 

4 366 000 
1882 

2 825 000 

w.-vv*.M-öv... .^v..«..v,v, 21104000 

^aß ©ttinfalj, weld^eß natieju reineß ^blornatrium ift, finbet neben 
bem ©ebrauÄfür 3)ienfd^en unb Stl)iere ^auptfädi)lid& für tec^nif^e 
Swede, wie ©5iJ)afabrifation 2c., Serwenbung unb bilbet aud& einen 
fe^r beliebten i.%portartifel nad& überfeeifd^en Säubern, Slfrifa, 
3nbien 2C., anberß oer^ält eß fic^ mit ben ^alifaljen, weld^e ein 
jiemli* bunteß ®i;menge oerfd^iebener ©alje unb 3)oppelfalje bilben. 
ioauptbeftanbt^eil ber ^alifalje ift ber (Sarnattit, ein 2)oppelfal8 
oon e^lorfalium ufb ei)lormag4iefium, weld^eß im reinen guftanbe 
26,7 o/o e^lorfalimn , 34,5 7o (Sblotmagnefium unb 38,74 «/o 
Är^flaüwaffer entplii aber ftetß mit ©teinfalj unb ilieferit (le^= 



(Str. 

cn ©teinfalj: 889 880 
an ilalifal^en: 1275 000 
unb in ben 3a^ren 1881 
an ©teinfalj: 2 813 000 
nnHalifaljen: 14 892 000 



1871/75 

(Str. 
1 284 660 
8 678 000 

1883 
3 154 000 
19 000 000 



1876/80 

(Str. 

1 937 120 

12 868 000 

1884 

3 615 000 

14 797 000 



Um beftel)t auß unl^ßlid^er fd^wefelfaurer ^Jiagnefia), fowie^mit 
geringeren 9JJengen oon Slnl^ijbrit (®ppß), ^tad^^pbrit, Soracind 
burd^wad^fen oorfommt, fo bafe ber burcbfd^nittlid^e (Behalt an 
<Sl)lorfalium, bem für bie gabrifen wid^tigften Seftanbt^eile, 16 ^U 
feiten überfteigt. — SDaß auß ben rollen ßarnaUitlaljen bargeftettte 
e^lortalium bient für gabrifation oon ©alpetet, Sllaun, ^ottafd^e 
unD ja^lreid^en anbcren für bie 3nbu(irie wie für bie 2öirtl)fdbaft 
beß einzelnen unentbeljrlid^en 3lrtifeln, für beren Sejug wir früher 

•) 3Jctfll. au* bie eingaben beS Äönifll. 6tatift. 93utcauß. 



auf baß 3lußlanb angewiefen waren, wd^renb wir leftt bie außlan* 
bHdben ÜJlärfte mit unferm ^robuct oerforgen unb bel^errfc^cn. 
SBicbtiger nod& alß biefe tec^nifc&e Serroenbung ber Äaliprobucle m 
ber Snbuftrie ift bie Sebeutung, wel*c baß ©tafefurter ilali* 
oorfommen für je^t unb noc^ mel)r in jufünftigen Seiten für bie 
SanbwirtM*aft liat, benn wäbrenb bie 3nbuftrie au* oor (Srf*lie^ 
feung ber ©tafefurter ^alioorfommen jur 9iot^ in ber Sage war, 
fi* auß anbern Queüen, wenn aud& ju ^ö^eren «greif en, .mit ben 
erforberlid&en 9io^ftoffen ju oerforgen, ift für bie SanbwirtMWt 
erfl bur* unfere. gunbe überl)aupt bie 3}^Öglid&feit geboten, bie für 
eine rationette ^flanjenernälirung auf beftimmten Sobenartcn nö^ 
tbigen ilalifalje in gormen unb ju greifen ju bejic^en, wel*e 
wirtbfd&aftli* lot)nenö finb, b. \). bem ßanbwirt^e einen Ueberfd^uJ 
gegen feine 3lußlagen an 3lrbeit, ®elb unb ^ente fi*ern. 

2Bie fo oft im ßeben berühren fi* aud^ ^ler f*einbar ganj 
ertreme SDinge. ©ie, meine fierren oom ^JJiooroerein, oerioeilen 
beute in einem Sanbftri*, welker in Sejug auf rationeUfite unb 
intenfiolle ^obenfultur oieüeic^t einjig in ber SBelt baftel)t, wa^renb 
bie (Üebiete, weld^en ©ie 3&re fpe^ieüe Slufmerffamfeit wibmen, 
norf) biß oor wenigen 3al)ren ju ben troftlofeften unb arm^ 
licfaften geborten unb nidbt nur i^ren fpärlicben Sewo^nern 
für barauf oernenbete Slrbeit einen iQungerlobn gab, fonbern au* 
burdb üKoorraucb unb fonfttge unberechtigte (Stgent^iümli^fctten wert^nn 
in wenig rü^mli*cm 9^ufe ftanben; aber in einem wichtigen fünfte 
treffen bie 2lnforbcrungen bciber Sirt^)fcbaftö^ebiete jufammen, beibe 
bcbürfen in ^croorragcnbem iälait ber ^alibüngmtttcl, baö eme, 
um bie ^raft fcincß ?Öobenö ju erhalten, ba5 anberc^ um biefclbc ju 
eraänxcn unb ju beleben. — 3n ben Slnfängen ber ^'^^»«»^5^'^^ot Ts 
eö naturaeniä6 ber Rübenbau, weiter hu ben erften ^^erfu*en SlnlaS 
bot weil bie bo^en SlnforDcrungen, wel*e biefe Kultur an ben 
©oben fteüt, fi* f*on bamalö trofe (Suanobüngung unb trofe aUer 
aeaen bie ßcbren Siebtgö nodf^ oerfu*ten (Sintoenbungen, bur* melfa* 
conftatirte $Rübcnmübtgfett unb 9?ü(fgang bet (Erträge bocumentirte ; 
man benubte berjcit neben ben no* äiemli* t^euren remen ftali* 
faUen oorAuaßtoeife bie al3 Mibüngfalje bejei^neten "Präparate, 
we cbe fi* oom ro^en ^braumfalä wefentli* bur* ijiren gerirtgeren 
■ i^e&Un S^iüUiami^filfT lirrkiftirn, -Ij jfF ^^nnrm, ii| g ^nb 
faure ©eiben würben ^alibüngmittel f*on bamol« mit (Srfolg rfl _ 
X)ie wiffenf*aftlt*en ©runblagen für ba« jefeige rotionelle ©i^ftem 
Der a)?oortultur würben aber erft einige 3a^re fpäter gelegt, aU 
ßiebtg bie für feine ße^re ba^nbrc*enben 33erfu*e mit Üorffulturen 
abfd^loB. ®ic[e ^jperimente lieferten in 3o^l unb ®ewi*t ben 
greifbaren ©eweiö. Dag an ©tidftoff febr rei*e üJJoorcrbe jur (Sr«= 
nä^rung auögebitbcter ^flanj^en erft bann fä^tg würbe, wenn i^r 
bietenigen Seftanbt^eile ber 13flanxcnof*en, wel*e fi* in ben aWooren 
nur in geringer ÜJ^enge finben, alfo namentli* Äali, Äalf, SDJagnefia 
unb jcitioeife au* ^b«>^Pb«>i'fäure in auöret*enben ^JJ?engen iugefü^rt 
würben, öiebig erjog fo in an fi* oiJüig unfru*tbarer aWoorerbc 
bie anfpru*fiboüflen *^flanjcn: 2;abaf, ^uderrüben, ©o^nen, ^tee 2C. 
i:)icfe 23erfu*e würben in köpfen ausgeführt unb würben biellei*t 
ni*t fo rat* in i^rer wirtbf*attli*cn iöebeutung erfannt fein, wenn 
ni*t jum ®lüdf unfcr ^od^DCre^rter greunb 9feimpau— (Sunrau, ein 
ü)2ann, ber alö practifcber JL^onbioirt^ ni*t minber genial ift, wie 
eö Öiebig alö wiffenf*aftlt*er 8orf*er war, fie mit wunberbarem 
©*arfblict ergänzt §ättc. aJht ooUftem ii3erftänbni6 für ßiebtgö 
9?etultate fanb ^impau bo* aUbalb, bog e« ni*t genüge, ben 
iÖ^oorboben *emif* für bie «ißflanjcnernä^rung bur* Su^üffXüttQ 
geeigneter üJhneralftoffe ju complettiren, fonbern bag eß ju einem 
prartti*en (Erfolg aucb not^wenbig fei, bie p^^firalif*en Ser^ältntffe 
beß ^obenß, feine ßonbition, entfprc*enb ju be^errf*en, benn 
bie ^flanje brau*t jum ©ebei^ien ni*t bloß 9^a^rung, fonbern au* 
Öuft, 2ßärme unb,entfpre*enbe gefttgfeit unb 8eu*tigfeit beß Sobenß. 
2lUe biefe not^roenbigcn 23orbcbingungen für einen erfolgrei*en 
^T3flan;^enbgu f*u[ ^iimpau nun bur* feine >Woorbammanlagen. ©et 
ben üJioorbämmen, bie ©ie ja aüe fennen, ift ber lodere ©oben 
junö*ft bur* bie biß auf ben bur*läjfigen Untergrunb geführten 
(Gräben bratnirt. ?)ie aufgebracbte liÄt^ ©anbbccfe oer^inbert bie 
raf*e Särmeaußftra^lung beß oor^er oünllen S3obenß, wel*e ein 
^öufigeß (Erfrieren ber jungen eaaten berurfa*^e; ni*t minber 
f*üöt bie ©anb(*t*t aber au* oor ju beftiger ßinwirfung bet 
©onnenftra^len, wel*e fonft ein «ußbbrren, 5ufammenf*rumpfen 
I unb »Zeigen ber oberen aJ2oorf*i*t bewirfen würben. üJJtttelft bet 



\ 



~ 98 — 



im\ii)tn ben ÜWoorbammen gcjogcnen ©räben, bcren Jffiaffcrflonb er 
i)öüia in ber jKJnb t^at, fann a^^impau für 5)unbcttc con ^cctaren 
cbcnfo btc ^Infcuc^tung ber 'Cflanientöurjeln reguUren, tote ßiebig 
btcö bei feinen ?aboratortumööerfud(>en in ^Blumentöpfen get^on ^at, 
noc(^ tDcrt^öDÜer ift ober btc mittelft ber ®cäben gefd^affene 1)urcb*= 
lüftung be« ÜWootbobenö, toeld^e im 33erein mit ben i^im jugefü^rten 
Aalt* unb a)?agnefiafaljen eine Iluffc(>lie6ung beö im ÜJZoor enthaltenen 
©ttcffloffö beiDttft, benn toenn eö aud? ja^lretc^e aJiootc gtebt, beren 
onal^ttji nac^tpei^barer @ticffloffge^alt me^r alö boppelt fo ^oc<^ ift 
alö berjentge Don fräftigcm (StaUmift, fo barr man boc^ nidjt über* 
fe^en, bag auc^ biefer €ti(!ftpffge^alt jum gr5§ten Zi)äi nic^t bireft 
affimtltrbar, fonbern ungefähr fo toie ber ©ticfftoffgel)alt ber Stein* 
fo^le in einer ber '15flanje ipentg jugänglid^en 33abtnbungdform oor= 
^anben ift, bie erft bei ßuftjuttitt nac^ unb nad? ju ^Immoniaf unb 
falpeterfauren (Saljen berbrennt. ®a« nun auf folcben nad^ ^im= 
paud äJ^etbobe üorbereiteten unb naci^ ßtebtgö öe^ren gebüngtm 
itKoorbämmen an ßulturgeroät^fen ju erjtelen ift, mit n^cl^er 
©icfecr^ett unb öeicbtigfeit ©efteQung unb grudjtrcec^fel be^crrfc^t 
njcrben, baö ^abcn Sie ja felbft gefe^cn unb baö mu6 man eben 
feben, um eö ju glauben, benn eine richtig angelegte üJ?ootbamm* 
fultut ftebt in ibrem (Ertrag ben reicbftcn ^iefiqen ßänbereten nabeju 
gleid). bebten mir nun nad? biefer notbgcbrungenen Slbfdjtüeifung 
auf baö lanbiDirtbfcbaftltcbe Gebiet ju unfern ^alifa^en jurücf, fo 
fd^ulbc ic^ 3^nen junädjft nod) eine (Srörterung ber grage, roeldje 
gorm ber ^alifali^e für bie ÜJborbüngung bie geeignetfte ift. Sffite 
icb fcbon corbin bemetfte, boten bie ro^en Sarnallttfalje n?egen ber 
Seicbtigfeit, mit ber fie ©affer anjogen unb eine für ®erät()e unb 
$)änbe ber Slrbeiter äfeenbe (^blormognefiumlauge abgaben, für bie 
bireftc Slnmenbung gro§e Unjuträglidjfetten unb fübrte uüct) bicö 
junäc^ft auf btc ^abrifatton ber al« ro^eö fcbroefcliaureö Ü^\i, 
robe fdjioefflfaure Äalimagncfia u. f. to. bejcidjneten trocfenen unb 
bei reeller 3"fQ>"n^fi^fffeunfl wcb üoüfommen toirffamen, billigeren 
Üalibüngmittel. 1865 teurbc "bann aber, junScbft im Öeopolb^baöer 
©alstüerf. fpäter aud) auf ben (galjmerfen oon 9fieufla§furt unb 
Slfdper^leben ba« je^t allgemein alö ,,Äainit" bejetcbnete a/tineral 
gefujben, loelcbeö ein 2;ripelfalj üon fcbrocfelfaureai Aalt, fdjwefcl- 
fauaK| ^aanetks unb (Sblo ^ ri^ni;rmir i jf' i l l l i ^ i ' l i l i.i JirMir " 
f^ ]d)tretflfaure5 «ali enthalten mögte, folcbe reinen (Stüde 
finb aber äu§erft feiten, baö :J)aupt»?orfoBimen b<« ßatnitö entbäit 
nocb etma 31 % (Sblornatrium unb 1— 2Vo ®ip^ ""^ ^bon, 
tt)cburcb ber (Sebalt an Jcbroefelfaurcm ^ali ficb ouf ca. 24%, 
neben 16,5 7o fdjtcefelfaurer SD^agnefta, 13 % (Sblormognefium unb 
14% ^Wlöl^n)affer rebucirt. ^a bec Itainit fii fein mablen läfet 
unb ficb in biefem 3uflQ"be bei längerer ^ufbemabrung, »ie beim 
jlranöport jtemlid? trocfen b^lt unD überbieg iefet burd) bie ßon- 
curren:^ ber Saljioerfe, namentlicb für bie beutfcben (Sonfumenten, 
JU einem febr billigen "ȧretd abgegeben mirb, fo bat er bei ber 
iDJoorfultur bie cnberen 5lalibängmtttel nabe<^u berbrängt unb tuirb 
baneben nur nod? baö feltener borfommenbe SWineral Ärugit, eine 
33erbinbung bon fd^mefelfaurcm Äati, fd^roefeljaurer ^D^agnefia unb 
fcbibefelfaurem ^alf, b^" unb toieber ongemaubt. 'Die biel berbreitcte 
Slnficbt, bag bie günftige ©irfung be^ Äainitö mit ouf feiner j^reibeit 
' bon (Sbloroerbinbungen berube, ift, mic ©ie au« oben gegebfUfv 
3ufammcnfe^ung beö reinen roie be« roben 5)a"tclöfainitiJ crfcbcr, 
eine irrtbümlidpe, bet (^ebalt beö Äainit« an ^blbrnatrium unb an 
iUiagncfiüjaljen ift, teie id? burcb fpecieüe 5l5crfud;c beaMcfen 
babe, in bielen gäüen fogar bon befonberem Otu^en, ba baö 
^od)fali^ tic iööbrn feucht unb mürbe madjt unb anbere ^flanjen* 
nä^rftoffe, tbie j. ^. pboöpborfauren Äalf, in Ööfung bringt, 
^ toäbrenb bie SD^agncfiafaUe, ganj abgcfeben baoon, bag fie für 

"7 o^vi^^^ bie emrmtbilbung notbtoenbtg finb unb bem ü)i'üorboben meift 
feblen, aud) burd? ibr bebeutenbe« öinbungdber mögen für ^mmoniaf, 
. roeldbed baß bes ®9pfeß nocb übertrifft, für (Sonferoirung beft Stids 
ftoffes im ©taöbünger oon gT^ogein ilBertbe ift, um fo me^r, als 
ber S)üngcr baburcb gleicbieitig nocb (^^ Äalifaljjen angereidjert roirb. 
3b"C" oß*^" Rn^ i^ roo^l bie intereffantcit SBerfucbe unb Söered)^ 
nungen ber SSerfud^eftation ?Pommri| befannt, ou« benen [xö) ergiebt, 
meiere enormen SBcrt^e mir oon unfcrcn ^ungftötten an 6tidftoff 
in gorm oon 2lmmoniaf oerlieren, bie mir nadjber für fcbroereö 
(Selb al« Slmmonioffaljc roieber faufen muffen. 3n lefeter Stxi finb 
oon ^rofeffor ©rißmonn in SJioSfau unb oon tnir felbft biefe Unters 
fud^ungen fpecieH für menfdblic^c ejcrcmcnte in f^ubtifd^cn 3lbtritt«5 



gruben mit befonberer SRüdfji^tnal^me auf ^^gienifd^c SBerpltniffe 
meiter geführt roorben. ©rismann fanb babei, bag 1 ßubifmcter 
®rubenin^alt innerbalb 24 ©tunben ein Quantum 2lmmoniaf ent^ 
roicCelt, roelc^es na^eju 1 ^funb fdjmefelfaurem Slmmoniaf entfpricbt. 
^ilnftatt nun bie Suft ber Käufer unb 6täbte bamit ju oerberben^ 
ift eß iebenfaUß beffer, bieß Slmmouiaf im 3!)ünger für ben gelbbau 
gu conferoiren. ©ß ift beß^alb oon mir aucb für i)eßinfectiün ber 
ftäbtifcben ©ruben ber Äainit in Verbindung mit Srom, ebenfalls 
einem ^robuft ber ilali53»buftrie, oielfacb empfohlen unö eing.'fübrt. 

3)ic grage, roclcbeß Äalifalj ben ^Uorjug oerbient, ob 5latnit^ 
©d^önit, S^alimagnefia ober ©blorfalium, ift überhaupt roentger 
eine roiffenfcbaftlicbe alß eine faufmännifcbe. SBei feljr ^o^er giacbt 
fann eß oortl;eilbaft fein, bocbpro^entigeß (^\)ioxtaihim, n)eld)»|^ 
feinem ilaligebalt Daß Sßierfacbc beß Kainitß repräfentirt, vy 
jiel)en, unb für einzelne 5lulturen, wie j. ^-i5. bei birecter 2)ür 
oon Suderrüben, ift bieß fogar entfcbieben ^u empfol)len ; bei S 
fulturen roirb eß bagegen ftetß ratbfam fein, erft burcb äJerfücbe 
feftjufteHen, ob nicbt gerabe bie 9iebenbeftanbtt)eile für bie günftige 
iöirfung roidjtig finb, roie man benn überbaupt nie nad^ D^ecepten,. 
fonbern auf ÖJrunb oon öeobacbtungen unb Erfahrungen loirtt)- 
fcbaften foU, benn jeber iöobeii ^at feine Eigenart. — 

2Bie fcbon oor^in bemerft, ift bei einzelnen 2}Joorböben nicbt 
nur eine Ergänjung ber 2llfalien, ^ali, ^Uiagnefia unb Rait, fonbern 
audb ein 3"W»6 oön ^boßp^orfäuvc nöt^ig ober bodb nü^licb, nnly 
ba in neuerer Qdt geroiffe 9iebenprobufte ber 5lali = Snbuftrie für 
3luffcblie6ung unb Eoncentration ber ^Ijoßpbate ^ebeutung ge^^ 
TOonnen l)aben, fo möd^te id) bieß STbema l)m nodb furj beriibren. 
^illß bie ruid)tinfte ^^bc^PborjäurcqucUe für bie ^JJioüifultwr fann 
iDobl je^t bie 2^b'^'"ti^icbf'^de, bas bdui bafijd)en (Stablproceft alß- 
S^iebenprobuft faüenbe ^bo^Pl)^^ bejeid^net loerben. Eß ift burc^ 
biefe Erfinbung möglid^ gemad^t, auß 300 5^o. Eifen geringfter 
Qualität neben oorjüglidbfiem Biaf)[ nod) footei ^^l^oßp^orfäure 5a 
gewinnen, roie jum Erfa^ ber ilörnerernlc oon 1 ^ectare betreibe* 
lanb nötl)ig ift, unb bte beutfcbe Eifeninbuftrie bietet ber Sanb^ 
roirtbfd^aft in biefen 6d)laden f^ton je^t ein "^l^^o^p^iäxxxtq mi üuv^ 



pljate entfprid^t, baß m^ me^r alß unfer Sabreßimport oon trembea ^^ ^1 
^boßpbalß"/ ^afer, 3)ieiiaoneß 2c., bißber betrug, gür bie ^J)ioor* 
böben finb nun bie $boßpb<il)cblacfen, foioobl bnrdj ibren oerl^ältnife' 
mäfeig niebrigen $reiß, alß aucb burcb ibre 3"^ommenfe^ung, ein 
befonberß geeigneteß ^JJiaterial unb ein roabrer ©lüdßfunb. Eom^ 
plicirte ^emif^ie ^ro^effe, tmi auß ^bomaßfdjlade bie gJljoßpbate^ 
rein bar^ufteHen, mürben le|tcre unnötbig oertbeuern, eß fprecben 
aber aud) nicbt umoefentlidje Jöebenfen gegen bie 2lnroenbung ber 
9iobf*tadj. 3cb Ijabe nun in biefer iöeaiebung einen ^JJiittelroeg. 
gefudjt unb gefunben, roeld^er cß ermöglicbt. Die 2:i)onia#fcblade 
etroa in bem 5Berbältni& aufjufcbliegen, 'ba'ii fid) baß ^l^robuft jur 
3fiobfcblade oerbält mie gcbäinpfie« unb gegobreneß Änocbenniebl ja 
robem Änocbenfcbrot. 3^» biefem 3roede loirb bie ^bo"»«*fcblade 
in ^eifeem 3»fla»be mit Eblorniagneiium, roeld^eß in giofecn ^JJiaffen 
alß Diebenprobuft ber 5lalifabrifotion fällt, bcbanbelt, rooburd) nidbt 
nur baß in ben Scblarfen oorbanbene ScbroefeUijen unb ©cbtoefcU-' 
calcintn jerfe^t, fonbern aucb bie Subfianj ber Sdjlüdo felbjit-wiirbe 
unb aufgefcbloffen roirb, ba an bie Stelle beo freien Q^t\ mi Eifen* 
oj:t)b oerbunbenen 5^alfeß Ü)iagnefta eintritt. So prärjfcirte 2^bomaß^ 
fcblade, roeldjc jugleidb einen böberen ^$boßpborfäurjiii|ebalt bat, fteüt 
fid; ni(^t roefentlii tbeurer aU robc giinal^lene, ui^ bietet, roie bieß 
audb oon Slutoiiläten anerfannt roirb, bem ^Jiobtiiaterial gegenüber 
mannigfadje SSorjüge, bie Rcb bei ^JKoorfulturen /m fo mebr geltenb 
tnacben muffen, alß bie Einroirfung ber Kalifttl.je unb ber ilo^len* 
fäure bie roeiterc i'öfung nod) beldblcunigen luevoen. 3lnd) bier fann 
allein bie praftifcbe Erprobutig im (iJrofeen \xrp bie genauefte S3eob5 
ocbtung unb 23ercd)nung cntfdbeiben. 5lufgaoe ber Sted^nif ift e* 
nun, ber Sanbroirt^fcbaft biefe öülfßmittel in möglicbft roittfamer, 
reeller unb preißroertl)er gönn jugänglid) ju mad^cn. 

©eftatten Sic mir nun nocb jum ©cblufe, ein anbereß roirt^^^ 
fd^aftlid^eß ^Ijema furj ju erörtern, roelcbeß meineß..Eradjtenß bier 
am beften für aQe Seil erlebigt roirb. Eß finb in ben legten Sauren 
roicberbolt SBebenfen gcäufeert, ba6 unfere für bie beutfcbe Sanb« 
roirt^f^aft fo überauß roertboollen Äalifal^e l;aitptfäd)licb bem 3luß5 
lanbe ju ®ute fommen unb man ^at fogar eine Erfcbroerung ber 
Slußfu^r empfohlen, um biefer eingebilbeten ©efa^r oorjubeugen. 






- 99 - 



Sc^ benfe, meine Ferren, nad& bem, roaö Sie ^ier gefeiten unb gehört 
i^abcn, wirb eine folcfte SBefürd^tung bei 3^ncn ni(^t me^r auf« 
fcmmen. SDoö ^iefigc Söerf oüein i|l noc^ einer ungefähren 
<Sc^ä^ung im Stanbe, ben je^igen gefammten SSerbraudJ an 5la(i» 
f alsen — 60,000 ßtr. pro STag — auf 666 3a^re allein ju 
bedfen, unb cbenfo reid^en bie Ijier allein bislang gemachten Äainit^ 
«uffd^lüffe für ben gefammten jefeigen SBebarf auf lange geit aui, 
3Keine fierren, ic^ gel)öre aud) ni(^t ju ben fieic^itfinnigen, rceli^e 
ba benfen ,,naci^ unö bie ©inlflut^", aber l)ier gelten bie patrio^ 
tifd^en Seflemmungen benn boc^ ju weit; eine erf(^tt)erung ber 
^iluöful^r beutfd^er iRaliprobufte mürbe nur eine Prämie fein für bie 
Concurrenj ber fran^öfifd^en ©eefalinen, weiter ptte bie Sad^e 
feinen ämedf. 3d^ gebe gu, bafe bie je^igen S3erl)ältniffe im ^ainit= 
ibel nod^ nic^t bie raüufd^enötuertl^en finb, aber nic^t meil baä 
^lanb äu Diel, fonbern meil bas Snlanb ju menig Q^ebtaud) 
maö)t. 2)ie ©efammtförberung an Stainii in ben 3ai)ren 
^^ -81 betrug 11,420,000 6tr. unb finb baüon im Snlanbe 
rermcnbet 1,810,000 (Str.; in ben brei letzten Sauren betrug bie 
^ainitförberung 10,395,000 ßtr. unb baoon gebrau(|te bie beutfd^e 
:Sanbn)irt^f(^aft 2,300,000 Str., alfo nod) nid&t ein 33iertel. Smmer-- 
ijin ift ein gortfc^ritt gegen frül;er unüerfennbar, an bem Sl^re 
tel)ätigfeit gewig ein gut ^^eil liat. SKöge 3^r SSerein aud^ 
ferner in gleicher SBeife jum SBo^l beS Q^anm roie beö (Sinjelnen 
meiter mirfen unb möpen ©ie, oere^rte Ferren, in ben ^IxU 
t^eilungen, bie id^ SDan! Sljrer rco^lmoHeitben 3lufnal)me Q^nen l)ier 
tnad^en burfte, meinen 2i^unfd^ ertennen, für tiaS ©ebeil;en Sljrer 
^uten ©ad^e mitgufdtiaffcn, foroeit meine fdfiraac^en Gräfte reid^en. 

(5ortfefeung folgt.) 



3)ie ^arfe,*) 

nad^ meinem nüfelid^en Sanbgerät^c bie mcl^r unb me^r jum 2ln* 
hau gelangenben ilnoHen unb SBurjelgeraäd^fe genannt roerbcn, bc- 
t^ätigte i^re S^ujjanraenbung feit lange aud^ bei ßerealien, fobafe 
bie fog. „Sadf^eultur"' eine fafi allgemeine progreffiöe Suna^me 
erfäl^rt. — 

^emoljngead^tet bel)ielt man bie primitioe gorm ber „Ur^^odfe" 
bei, fo „einfeitig" felbige oud& ift. eingeben! ber ^ßerbefferung, 
meldj)e aüe fonftigen lanbroirtl^fd^aftlidS)en öanbgerätl^c erl;alten l^aben, 
liefe Untergeid^neter es fein Seftreben fein, aud^ bie Sanbl)adEc 
in il)rer gorm 5U oerbeffern. ©s gelang bies, inbem id^ berfelben 
bie gorm eines gleidbfeitigen 3)reieds ^ mit einer 2)uIIe in ber 
3Jiitte 5um ©inftedten bes Stiels gab, ber am äufeerften, burd& bas 
ioacteifen reid^enben ©nbe mit ©ifen gel^örig befc^lagen unb mit 
einer Schraubenmutter, jum SBefeftigen refp. ^um 2lbnel)men ber aus 
©ufeftal^l üerfertigten ^adt, oerfe^en ifi. 2)emnad^ fann mit biefer 
foroo^l fpife roie breit gel^adft werben. — S'iad^bem felbige l)ier „be^ 
fannt geroorben" unb in ©ebraud^ gefommen ift, fann ber ^iefige 
Sd^loffermeifler Selitte nid^t genug bergleid^en anfertigen. 3« 
etroaigen S3eforgungen erflärt Unterjeid&neter fid^ gern bereit. 

3."^itd^ner, 2Banbsbedf. 

♦) Sonb» unb forfinjirtl)fd)QftlicljeS 5^ereingblatt jüt baS ^ütftentfeum 2ü« 
tiebutfl 9lr. 12 b. 3, 





mevlin SWm 



nt 



ßXootknliutciu 

D.R.-P. Wo 29534. 

System Schweder. 

completer fd^mal- 

l>urt()er 

Gleisanlagen, 

känflicii and mietlisiveise. 
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(Dcrfllefcbc«Rt. SeVsi. tlol884) jur ^brberutiflüonerbe, Sanb, 3:orf, Siefleln, 
Jbrudjfteinen, lanbicitt^fcbQttlidjen, 2öalb* unb 55erfliDerr§:erieuflm[fen ; entroütfe 
unb UJorarbeiten fik ©nt» unb iöenjäfferung, tationeUc ©teinbauten, aU 
Jötüden unb iöocbbauten. (21 

Fried. Hofftaann, <Rpa.'<8Qumdft(»t, »frrtn N., .^pffpiftraft? 7. 




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bitect unterm ^^Jtinjipal, 5 ^a^te in 3 ©irtbfcbaftcn 
bct Ucfermott tbätifl aeroejen- @utc 3«uflni[fe ftel)en 
mir jur 6eite; aud^ ift ^itx Oberamimann Meyer, 
©tünow b. ^tenjlau, bereit, ^udtunjt über micb 
{Ufleben. Koebcke, 

1 8- eini..Srein).«®efr , 3. ©arbe.^eflt. 
2.) |. %., Jöerlin, 3euflbof[tt. 611. 



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Stciniguna^apparat, »eldpe gut mit 4 ^lerben ebne 
SlbtDecbieiung betrieben merben (ann, bei redbt zeitiger 
Änmelbunfl bin icb gern bereit, für biefen i£>crbft 
mit fold^er ©rcitbrefcbmafdjine Sobnbrefcben biÜiflft 
gu übernebmen refp. ber (linfad)beit tceaen aud) 
mit Heiner £ocomobile gleicb iu betreiben; umfolcbe 
3Jlaf(bine auSjuptoben, fmb 5 ^erfonen, aud) menn 
ei fein muß 15 ierfonen mr iöebienunq erforberlicb. 

^teientoalbe o./O., im ü^ai 1885. 
F. Korb, SHafdjinenbauer, 

SBertrcter ber Ferren Siacbmann & üleitct, 
aJ^fcbinenfobrit, ßeipiift'Üieubnife. (8. 

Hufscbmiere 

hn <$itfe nttb Hßtt^lnhetnn^ von ^otn- 
fpMen, ^Ofitft(ttft€it, $UinticHen tU. 
mvMltW^^^nt C. Jenisch in ^ittfioA. 

S)ie Vt Äö.»»ütbfe fdjmatj ober gelb lül. 1.25, 

S)ic 1 Äg..©ü(bfe „ ,, „ ÜR. 2,25, 

geflen Sinfenbung be8 SBetragc« oberJfkAnobme. 



S^erjetd^ni^ t)et SSorlefungen an Det ^önifllid^en lanDUiittl^fd^aftlid^ea 
^o(J)f(ftttle itt »erlitt, StttJalibettfttafee 9tt* 42. im SSintet ^ ^t^ 

ttieftet 1885186. 



1. QanmivmMt, Sforfttnirtdfdlaft und ^av 

ttnbau. 

©ebeimer JHegierunflgcatb, ?Jrofeff or Dr. S c 1 1 e» 
gaft: (Stfcbidjte unb Suteratur Der bcutfdjen 2anb» 
roirtbfdjatt. gucbt, Haltung unb (Srndbrung beg 
§lei[d)fd)aie§. Slügemeine 3:bieriud)t. - $rofeffor 
Dr. D r t b : ^Allgemeine Slderbaulebrc, 3;t)eil I. : 
^obcntunbe, Urbarmadjung, önt» unb SSeinäffe« 
rung nebft practifdjcn Ucbungen jur Söobenfunbe. 
fianbn)irtbfcbQftlid)e95etrieb«let)re. $ra!ttfcfee Uebun« 
gen im artronomifd) » pebologifd)en Sabaratorium . 
Ceitung agronomifcber unb agricultur » djemifdjer 
^ilrbeiten für U^orgerücf te. — Octono 
gfirf.iiVTfir i^M» €i\ W fle in : ^peciellcr lJflansen> 
bau. l— Dr. Ora^bl- Sianbroirtbfdjaftlidje Xa^a- 
tionSlebre. ^rincipien unb IDletbobe ber lanbroirtb» 
fcbajtUcben ^ucbfübiung. SanbimrtbfcbattlicbeS 

fieminat. — Dr. ^attmann: JRinboiebjudit. 
ud)t be« ®olU(iafe8 unb ©oQtunbc. — gorft« 
meifter Ä r i e g e r : iiialbbau. Sagboerroaltung u. 
25agbbenufeung. — Dr. fiebmann: üanbroirtb' 
jcbaftlicbe "^ütterungSlebre, ^^beil 1. : ßebre oon ben 
9iäbtftoffen, «Futtermitteln unb bic ©runblagen ber 
^ütterungSnormen. Scbmeinejucbt. UJtoltereiroefen. 
— Unioeifitdtgrtärtner iiinbemutb: Obftbau- — 
Ingenieur 6d) ottc: fianömirtbfd^aftlidje ^Dlafcbi* 
nentunbe. ^^rincipien ber ^JJledjanit unb ^afd)tnen' 
le^re. Blieben* bejm. (EonftiuctionS'Uebungen. 

%• 92atttrloiffenf((iaftett. 

a)lBotanitunb$flan8enpbi)fioIogie. 
^Jrofeffor Dr. 5!np: Anatomie unb (SntroicfelungS' 
gefd)ici)te ber ^Jflanjen in ^erbinbung mit miCrog« 
topiid^en S)emonfirationen. 93otanifd) * mitrcftopi* 
fcber ßurfu«, im Slnfdjlufjc an norftebenbc Sor» 
lefung. Seitung ber 2lrbeiten im botanifdjen 3"fti« 
tut. — ^Jtofeffor Dr. 'granl: Äiantbeiten ber 
Äultutpflanjen. (Srnöbtung ber ^flanjen. Uebun« 
gen im pflanjenpbijfiologifdben ^"ftilut. Sltbeiten 
für i5ottä«[cbtittenere bafelbft. — ^rofeffot Dr. 
©ittmad: (Softem alifdje ^otanil mit befonbercr 
5)erüdfid)tiflung ber lan^roirtb[d)attlid)en unb offi* 
cineQen ^flanjen. lieber U$erfälfd)ung ber 9^abtungg> 
unb Futtermittel. — ^ßiioatbocent Dr. S^fcbitä: 
iBotanifd)' mitrojtopifcbe Hebungen mit befonberer 
Söerüdficbtigung proltifcber Btaflfn- ^Inoeaaubte 
^^iflanjenanatomie (in äJerbinbung mit porftebenben 
' Uebungen). Siepetitotium ber S3otanif. 

b) (Ibemie unb2;ed)nologie. ©ebeimer 
9icgierung«»iRat^, ^lofeffot Dr. fianbolt: Slnor» 
aanifd)e ^^perimentalcbemie. ©ro^ed cbemifdjeiS 
$rattitum. RleineS d)emifd)e8 ^rattilum. Dr. 
S)egener: Organifc^e S^emie. S^epetitorium ber 



anorganifcben (i^emie.— rßrofeffor Dr. S) elb t ü cf : 
5öcennec?i, Jörauerei, ©tärle» unb (Sffi,ifabntation 
nebft Uebungen. 

e) IRmeralogie, ©eologie unb®eog» 
nofie. gjcof. Dr. @ru ner: iöobentunbe. ©eog« 
nofic unb Geologie. iDüneralogifcb » Pßöologifcbei^ 
iDrattitum. : 

d) ^Ub^fil. ?5rofeffor Dr. Sbbrnftein 
eyperimentalpbprif, I. I^eil. Söetteilunbe. ^M^* 
falifd^e Uebungen. 

e) Zoologie unb S^i crp^gfiolo gie 
^vo\. Dr. 3le bring: Soologjc unb pergleicbenbe 
^Ünatomie ^ mit b " ^ _ „ _ 
'iüllfbeUbiere, >ioalov^i|cqe9 (loUoquium. — Dr, 
Äarfd): Ueber Jöienenjud^t unb Seibenbau. Uebct 
bie ber Sanbioirtbfcbott fdjäblidjen unb nüfelicben 
Snfecien. — $rof. Dr. 3unfe: ^btiriologie be& 



ber 
@e» 



%y^ 



tt)ierifd)en 6tcffroed)felg. ©efunbbeiigpflefle 
JÖQuStbiere. ^bierpl)i)fiologiicbP Uebungen in 
meinfdjaft mit Dr. fi e b m o n n. 

^rofeffor Dr. ©dj moller: Slgcarioefen unb 
agrarpolitit S)eutfd)lanb8 im 19. äa^iöunbert. — 
Äammergerid?tgratb Äepfener: Sfleidjg» unb preu« 
bifdjeS 9ted)t mit befonberer SÜüdfKbt auf bie füt 
ben Sanbmirtb unb Sanbmeffer »icbtigen 9lecbt3pet* 
bdltniffe. 

4. fßtUxinäxlunbt, 

^rofeffor S)iec!erbof: €eucben unb patofi«^ 
tifcöc Ärantbeiten ber tauStbiere. — ^rofeffor 
Üliüllei: tlratoniie ber ^auStbiere (eingeroeibe), 
uerbunben mit S)emonftrationen. — Dbet«9io6arjt 
Äüttner: ÖufbefdjlagSlebre. \^* 

5* d^ulturtei^nif utiD iBauIutilie^ -" 

ÜJielioration8»©auinfpector Abriet.* ©ultut» 
tfcbnit. ßultuttedjnifdje« ©eminür. (Sntmerfen 
culturned)nifd)er Einlagen. — ^4Jt ßf eff or 6 d) l i dj • 
ting: 5öegc» unb iürüdenbaiy (Introerfen oon 
©auroerlen bc8 Sßaffer», 2öege« Änb aJtüdenbauc«. 
aöafferbau. fianbroinbldjafilid)/ öaulebre (2öitt()*- 
fd)aitSgebäube unb®ebäube beulanbibirtl^fd^aftlicbea 
@en3erbe). f 

6. (^eoDöfie und fMaibmaiil 

^TOteffor Dr. ÜJogler( gjtaltifd^e ©eometrie- 
SanbeSüetmeffung. 2luggleid)gred)nung. S^iditn» 
unb Üiedjen'Uebungen. SUte^. unD ^ieienübungen- 
— ^rof. Dr. So d ruft ein: «Inal^tifcbe ®eometrie 
unb labbere Slnalpfi«. aJlatbematifdje Uebungen. — 
Dberlfbter Dr. Üteicbel: iüiatbematitiergänmngen 
jur Sllgebra, algebraifdjen »nal^fi« unb battteUen» 
nen ©eomctiie). DJatbematifcbe Uebungen jut Al- 
gebra. ?lual#8 unb barftellenben Geometrie. 

S)a8 ffiinterfemeftet beginnt am 16. Detobet 1885. — «Programme finb burd) ba8 ©ecretoriot |u er^ialten. 
öetlin, ben 3. äuli 1885. _ 

ttt Weftar der fidnigl. CaitdUitrtdKofHtdictt Oo<ftf»ftttCe> Orth. 



Untet )i)erantn)ortlid)teit bet 9{ebattion beS Sanbboten. — S)iu(t unb 3$etlag non U. 'JJtied in lUienilau. 



\ 



[ 



-^ 



w 



Ueberreicbt 
vom Veriass5l; 



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V 



. « 



Die Entstehung der Kalisalzlagerstätten. 



Von 



Prof. Dr. E. Erdmanii in Halle a. S. 



,r-:."-. 



Vortrag, gehalten am 10. Mai 1908 auf dem 4. deutschen Kalitage in Nordhausen, durch 
^^^^^^^^;^^ l;;^ und einige Anmerkungen vervollständigt. 



Sonderabdruck aus der „Zeitschrift für angewandte Chemie" und ,^Zentralhlatt für technische Chemie 

XXI. Jahrgang 1908, Heft 32, S. 1685 ff. 

;; - ; Eigentum des Vereins deutscher Chemiker. 

Redakteur Prof. Dr. B. Raasow, Leipzig. Dörrien Straße 13 



Verlag von| Otto Spamer in Leipzig. 



KiJf* ■ 



,7^ 



; -.. ■:• -•»■ 



Die Entstehung der Kalisalzlagerstätten. 

Von Prof. Dr. E. Erdmahn in Halle a. S. 



„M. H. ! Das Thema, über welches idh zu Ihnen 
eden will, ist im Laufe des letzten halben Jahr- 
[lunderts häufig behandelt worden. Fast möchte es 
'verflüssig erscheinen, „Die Entstehung der Kali- 
jzlagerstätten" hier wieder zur Sprache zu bringen, 
'nachdem erst im vorigen Herbste durch eine Fest- 
schrift des X. Allgemeinen Deutschen Bergmanns- 
tages Deutschlands Kalibergbau ausführlich ge- 
schildert und von autoritativer Seite, nämlich von 
der Königlichen geologischen Landesanstalt mit 
c oßer Sorgfalt das geologische Material zur Kennt- 
^ der Salzlagerstätten zusammengetragen und 
3rsichtlich dargestellt ist. Die Dickleibigkeit 
leses Festbandes hat vielleicht den einen oder 
uderen vom näheren Studium abgeschreckt: aber 
icht hierin will ich die Rechtfertigung meines 
Heutigen mündlichen Vortrages, der in möffllchster 
Kürze nur die Hauptpunkte des Salzproblems be- 
handeln soll, suchen, sondern darin, daß die Frage, 
um die es sich handelt, die Entstehung der Salz- 
lager, tatHsächlich zwei Seiten hat und von zwei 
verseil iedenen Standpunkten aus betrachtet werden 
kann: von dem des Geologen und von dem 
des Chemikers. 

Wenn in der erwähnten Festschrift die g e o - 

g i 8 c h e n Momente, welche für die Entstehungs- 

j3schichte der Zechsteinsalze in Betracht kommen, 

durch den Königlichen Landesgeologen Herrn H. 

verding erschöpfend gewürdigt sein mögen, 

so kann dies von den chemischen nicht in 



gleichem Maße gesagt werden. Das „Audiatur 
et altera pars" ist hier um so mehr am Platze, als 
eine gewisse Animosität gegen die Chemie und 
ihre Vertreter durch jene Darlegungen hindurch- 
schimmert. 

Den gegen die Chemiker erhobenen Vorwurf, 
sie hätten die Weiterentwicklung der Salzlager- 
stättengeologie durch schematische Betrachtungs- 
weise außerordentlich verzögert^), halte ich für sehr 
ungerecht. Vielmehr stehe ich auf dem Standpunkt, 
daß die chemischen und chemisch-physikalischen 
Forschungen — ich darf hier besonders hinweisen 
auf die bewunderungswürdigen Untersuchungen 
eines van'tHoff und seiner Mitarbeiter — erst 
den wahren Prüfstein abgeben, ob die zunächst von 
Geologen und Männern des Bergfaches aufgestellten 
Anschauungen über die Bildung der deutschen Salz- 
lager richtig, d. h. mit bestimmten Naturgesetzen 
in Einklang sind. Die Chemie wird sich bei Dis- 
kussion dieses Problems nicht zurückdrängen 
lassen, sie hat hier ein gewichtiges, vielleicht das 
entscheidende Wort mitzusprechen., 

Im übrigen bin ich der Meinung, daß es sehr 
falsch wäre, einen Gegensatz zwischen den beiden 
naturwissenschaftlichen Disziplinen zu konstru- 
ieren : gemeinsam und in gegenseitiger Achtung 



S. 28. 



1) Everdihg, Deutschlands Kalibergbau 



und Würdigung der Seh wester Wissenschaft sollten 
sie sucken, die Wahrheit zu erforschen. 

Nach diesen einleitenden V>t»merkungen gehe 
ich zu meinem eigentlichen Thema über. 

Die deutschen Salzmineralien entsprechen im 
großen und ganzen den Salzbestandteilen, welche 
im Meerwasser aufgelöst sind, und frühzeitig kam 
man nach der mit Beginn der zweiten Hälfte des 
19. Jahrhunderts erfolgten Entdeckung der Staß- 
furter Kalisalzlager zu der Überzeugun/, daß sie 
entstanden sein müßten durch Verdunstung von 
Salzwasser. Wenn auch G. Bischof2) noch im 
Jahre 1855 es für nötig hielt, die Ansichten der Geo- 
logen aus der plutonischen Schule zu widerlegen, 
welche dae Steinsalz an manchem seiner Fundorte 
als eine m Spalten aufgestiegene oder sublimierte 
Masse betrachteten, so konnte eine solch? veraltete 
Anschauung doch für die Staßfurter Lager am 
allerwenigsten in Betracht kommen. Die Regel- 
mäßigkeit der ganzen Ablagerung, die schichttm- 
förmige Aufeinanderfolge der verschiedenen Salze, 
von denen die leichtlöslichsten das Hangende 
bilden, die schwerlöslichen nach der Tiefe hin zu- 
nehmen, mußten, wie der Dirigent der Staßfurter 
Salzwerke, Bergrat F. Bischof»), schon in der 
ersten Auflage seiner Schilderung der Kalisalzlager 
betont, die Bildung der Salzstöcke aus wässeriger 
Lösung zur Gewißheit erheben. 

Offen blieb zunächst die Frage, ob die ur- 
sprüngliche Salzlösung ein nahezu abgeschlossener 
Teil des Meeres war, dessen Zusammenhang mit 
dem offenen Meere allmählich ganz aufgehoben 
wurde, oder aber ein salziger Binnensee, dem durch 
Auslaugung benachbarter saliner Formationen Salz- 
zuflüsse fortwährend zugeführt wurden. Ohne fort- 
gesetzten Zugang an Salzwasser konnten selbst- 
verständlich Lager, die bei Staßfurt eine Mächtigkeit 
von etwa 900 m erreichen, nicht gebildet werden. 
Da nämlich 100 1 Ozean wasser rund 4,1 kg, oder 
dem Volumen nach 2 1 Salze enthalten — ich 
spreche hier von krystallwasserhaltigen Ausschei- 
dungen — , so bleibt von einer 100 m tiefen Salz- 
wassersäule beim Verdunsten nur eine Schicht von 
2 m Mächtigkeit zurück. Um ein Lager von 900 m 
Mächtigkeit zu bilden, würde bei einmaliger Ver- 
dunstung von Meerwasser eine Tiefe des ursprüng- 
lichen Salzsees von etwa 45 000 m erforderlich sein; 
das ist drei- bis viermal soviel, als die größte Tiefe 
unserer heutigen Meere beträgt. 

Man muß daher annehmen, daß das Salzwasser 
in einem mehr oder minder großen Becken ver- 
dunstete unter stetigem oder intermittierendem Zu- 
fluß neuen Salzwassers. Hugh-Miller*) und 
C h. Lyells) haben bereits- in der ersten Hälfte 
des vorigen Jahrhunderts die Bildung der Salzlager 
so zu erklären versucht, daß ein durch ^enkung 
entstandenes Becken sich über eine Sandbank wieder- 
holt mit Meerwasser füllte. In Deutschland vertrat 
Prof. G. Bischof die nämliche Anschauung der 
Salzlagerentstehung infolge beschränkter Kommu- 



2) Lehrbuch der chemischen und physikali- 
schen Geologie 1855, II, 1607. 

^) Die Steinsalzwerke bei Staßfurt, 1. Aufl. 
1864, 14. 

4) First impressions of England 1847, 183, 214. 

5) Principles of Geology, London 183.*?, und 
Geologie, Berlin 1858, II, 96. 



nikation einer Meeresbucht mit dem Ozean. Er 
schreibt in seinem Lehrbuch der chemischen und 
physikalischen Geologie«) : „Wird eine Meeresbucht 
durch Sandbänke vom Ozean so abgetrennt, daß 
nur eine beschränkte Kommunikation übrig- bleibt, 
so werden infolge der Verdunstung des eingeschlos- 
senen Meerwassers Salzabsätze /wie in den Salz- 
gärten des Mittelländischen Meeris entstehen. Wird 
eine solche Bucht von den Salzbänken so einge- 
schlossen, daß nur zur Zeit der Flut das Wasser 
des Ozeans über sie fließen kann, so wird das ver- 
dunstende Wasser immer wieder ersetzt, und die 
Salzabsätze dauern fort, bis die ganze Bucht durch 
sie und durch mechanische Sedimente ausgefüllt ist. 
Würde z. B. das Rote Meer oder der Persische 
Meerbusen auf solche Weise vom Ozean abgetrennt, 
so würden sich unter der Voraussetzung, daß die 
Süßwasserzuflüsse weniger als die Verdunstung be- 
trügen, was von diesen in und nahe an der heißen 
Zone gelegenen Meerbusen angenommen werden 
kann, Salzlager von einer Ausdehnung bilden, gegeh^ 
welche unsere europäischen verschwänden.' 
Dies waren die Anfänge der sog. „Barren' 
theorie"7), welche von Ochsenius«) 1877 wieder] 
aufgenommen und mit großer Energie verfochten, 
seitdem von vielen als Dogma betrachtet und von 
manchem Katheder gelehrt wurde. Genau be- 
trachtet, kann sie indessen als eine rein hypo- 
thetische Annahme keinen Anspruch auf die 
Bezeichnung „Theorie" erheben. 

Ochsenius geht von der Voraussetzung 
aus, daß alle Salzlager aus Meerwasser entstanden 
sein müßten, und zwar durch Verdunstung in mehr 
oder weniger scharf abgetrennten Teilen des Ozeans, 
also m Baien, Buchten oder Haffen. In solchen 
Meerbusen sinkt die durch starke Verdunstung ent- 
stehende, spezifisch schwere Salzlösung zu BodenJ 
ist die Meerenge, welche den Busen mit dem Ozeai 
verbindet, tief, so kommen in ihr zwei Strömungen] 
in entgegengesetzter Richtung zustande : in denl 
oberen Schichten strömt Ozeanwasser ein, während! 
ein konzentrierteres Salzwasser als Unterstrom aus' 
dem Meerbusen herausfließt. Dies sind Verhältnisse, 
wie sie beim Mittelmeer in der Straße von Gibraltar, 
beim Roten Meer in der Straße Bab el Mandeb tat- • 
sächlich vorliegen. • 

Ochsenius denkt sich nun eine solche 
Meerenge versandet, durch die Stoßkraft von Sturm- 
wellen eine Barre aufgeworfen, welche nur nocl 
so viel Meerwasser eintreten läßt, als an der Ober^ 
fläche des Busens verdunstet. Die zu Boden sinkende! 
Salzlösung kann jetzt aus dem Becken nicht aus- 
fließen, sie reichert sich bis zur Sättigung an Chlor- 
natrium an und scheidet dieses am Boden aus. Nach- 
dem im Laufe der Zeit auf solche Weise Steinsalz 
in 1000 m Mächtigkeit abgelagert war, während die 
leichtlöslichen Salze sich in der über dem Steinsalz 
stehenden Flüssigkeit mehr und mehr anreicherten, 
erreichten diese Mutterlaugensalze nach Ochse- 

«) 1. Aufl. 1855, II, 1718; ebenso 2. Aufl. 1864, 
II, 48. 

■7) Der Ausdruck ,, Barre" rührt von Hugh- 
Miller her. 

8) Die Bildung der Steinsalzlager, Halle 1877; 
Bedeutung des prographischen Elementes „Barre", 
Z. f. prakt. Geolog. 1893, Heft 5 u. 6 und an 
anderen Orten. 



— 3 



nius schließlich die Unterkante der Barre und 
flössen teilweise in den Ozean zurück. Dann aber 
schloß der Ozean die Barre vollständig, und die 
übrig gebliebene Mutterlauge kam in der Sonnen- 
hitze ebenfalls zur Krystallisation. Ein treffendes 
Beispiel, wie der geschildert« Vorgang noch heute 
zur Entstehung mächtiger Salzniederschläge führt, 
soll der Karabugas (Adschidarjabusen) an der Ost- 
seite des Kaspisees bieten. Diese hier kurz wieder- 
gegebene Auffassung von d r Bildung der Salzlager 
hat Ochsenius noch in einer Veröffentlichung 
vom Jahre 1905 vertreten»). 

Ihr ist von Johannes Walther eine 
wesentlich andere Anschauung gegenübergestellt 
worden. Dieser hervorragende Kenner und Durch- 
forscl.er der Wüsten von Nordafrika, Nordamerika 
und Zentralasien betont in seiner Einleitung in 
die Geologie der Gegenwärtig), namentlich aber in 
seinem Buche über das Gesetz der Wüstenbildung"), 
in einer Abhandlung über die Entstehung von Salz 
und Gipsi2), sowie in seiner ganz kürzlich erst er- 
schienenen Geschichte der Erde und des Lebens") 
nachdrücklich, daß es heutzutage keine Barren am 
Mee^re gibt, welche die Entstehung großer Salzlager 
unserem Verständnis näher brächten. Die Barre sei 
ein^ hypothetische Konstruktion, welche weder 
in der Gegenwart, noch auch auf ü-gend einem geo- 
logischen Profil beobachtet worden ist. Hingegen 
käme eine Bildung von Salzlagern noch gegenwärtig 
häufig zustande in den abflußlosen Salzseen der 
Steppenländer. 

Schon vor langer Zeit ( 1 864) hat F. B i s c h o f i*) 
die Seen zwischen Ural und Wolga, namentlich den 
Eltonsee, ferner das Tote Meer und andere salz- 
haltige Binnenseen zur Erklärung der Entstehung 
von Salzlagern herangezogen. Auch der ^^arabugas- 
bwsen ist nichts weiter als die Haffbildung eines 
Binnensees, in welchem das Wasser der Wolga, des 
Ural und anderer Flüsse verdunstet, nachdem ein 
großes Gebiet des russischen Reiches durch dieses 
im Kaspisee zusammenströmende Wasser ausge- 
laugt worden ist. Wi ' die Wolga im Kaspi, so ver- 
dunstet der Amudarja im Aralsee, der Bärenfluß 
im großen Salzsee. 

W a 1 1 h e r bezeichnet, ohne auf die näheren 
Umstände einzugehen, unter denen die e i n z e 1 n e n 
Salzlager entstanden sind, im allgemeinen ein 
regenarmes Wüstenklima als notwen- 
dige Vorbedingung für die Bildung großer Salzab- 
lagerungen. Hierunter ist ein Klima zu verstehen, 
bei welchem die durchschnitthche jährliche Ver- 
dunstung größer ist als die Gesamtheit der atmo- 
sphärischen Niederschläge. 

Kommt hinzu, daß das Land keinen Abfluß 
nach dem Meere hat, so sind die Bedingungen für 
Salzanhäufung gegeben. Die atmosphärischen Nie- 
derschläge laugen die Gebirge und den Erdboden 
aus und führen die gelösten Salze, sei es, daß diese 



aus der Verwitterung der verschiedenen Fels- 
arteniö), aus yulkanischer Tätigkeit oder aber 
hauptsächlich aus dem Salzgehalt ursprünglich 
mariner Formationen herrühren, nach den Depres- 
sionen des Gebietes. Hier bildet sich nun eine na- 
türliche Salzpfanne; das Wasser verdunstet unter 
Zurücklassung der gelösten Bestandteile. Da kein 
Salz aus dem System herauskann, so gewährt das 
Ganze ein getreues Abbild eines Extraktionsappa- 
rates in gewaltigem Maßstab. Das bekannteste 
Beispiel einer solchen versalzten Wüstendepression 
bietet das Tote Meer dar. 

Ist ein Salz- oder Gipslager frei von Resten 
der Meeresfauna, so kann nach W a 1 1 h e r an eine 
Bildung aus Meerwasser nach der „Barrenhypo- 
these" nicht gedacht werden. Die älteren Salz- 
lager ..sind aber in der Regel völlig fossilfrei; im 
Salzlager von Staßfurt ist, abgesehen von seiner 
Salztondecke, noch niemals ein Fossil gefunden 

wordeni^). 

W ^ 1 1 h e r s Auffassung einer kontinentalen 
Salzlagerbildung in Wüsten und Steppen, die übri- 
gens auch schon von Richthofen in seinem 
berühmten Werke über China vertreten worden ist, 
hat den offenbaren Vorzug, daß sie die Erklärung 
der Existenz von Salzlagern an Vorgänge anknüpft, 
die heute noch stattfinden. 

A. P e n c k 17), welcher nachwies, daß die 
Salz- und Gipslager des mittelspanischen Tertiärs 
nicht marinen Ursprungs sein können, stimmt darin 
mit W a 1 1 h e r vollief überein, daß die Bildung von 
Steinsalzlagern sich gegenwärtig nur in seltenen und 
räumlich sehr beschränkten Fällen an das Meer 
knüpfe, da eine Gliederung und Abschnürung von 
Meeresteilen höchstens mit kleinen Flächen zu- 
stande kommt. Der Hauptschauplatz der Gips- 
und Steinsalzbildungen liegt jetzt in den konti- 
nentalen Binnengebieten im Bereiche 
des salzhaltigen Bodens. 

Wenn wir vom chemischen Standpunkte aus 
der Frage näher treten, ob in den deutschen Zech- 
steinlagern Bildungen im Sinne von Ochsenius 
oder von W a 1 1 h e r vorliegen, so wird ein sorg- 
fältiger Vergleich der Zusammensetzung des Meer-- 
wassers mit der Zusamrnensetzung der Salz- 
lager von Bedeutung sein. Wir wollen daher in 
dieser Richtung die genannten beiden großartigen 
Salzvorkommen in der Natur, das flüssige und das 
feste, einer Betrachtung, wenn auch nur in ge- 
drängter Kürze, unterziehen. 

Es ist ein Verdienst des dänischen Professors 
Forchhammer i»), zuerst die Einheit- 



9) Z. f. prakt. Geolog. 1905, 167. 

10) Bd. IIT, Lithogencsis, 1893. 

11) Berlin 1900, Verl. von Dietrich Reimer. 

12) Die Entstehung von Salz und Gips durch 
topographische oder klimatische Ursachen ; 2Ientralbl. 
f. Mineral. 1903, 211. 

13) Leipzig 1908, Verlag von Veit & Co. 

,14) Die Steinsalzwerko bei Staßfurt. 1. Aufl., 
1864, 41. 



Iß) Es sei hier auf den C hlorgehalt des Apatits, 
vor allem aber auf den durchschnittlich etwa 2% 
betragenden Gehalt der k r y s t a 1 1 i n i s c h e n 
Urgesteine an Chloralkali hingewiesen; vgl. O. 
K u n t z e , Geogenetische Beiträge, Leipzig 1895. 

16) Hingegen enthält das im Tertiärgebirge auf- 
tretende Salzlager von W i e 1 i c z k a marine 
Schnecken und Muscheln vielfach und stellenweise 
massenhaft angehäuft : A. R e u ß , „Die fossile 
Fauna der Steinsalzablagerung von W i e 1 i c z k a" 
Sitz. Ber. Akad. Wien 1867; N i e d z w i e d z k i , 
Beitrag z. Kenntnis der Salzformation von Wie- 
liczka und Bochnia 1883, S. 95 ff. 

17) Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin 29, 
126 (1894). 

-18) Phil. Transact. London 155, 203 (1865). 



lichkeit der Zusammensetzung des 
Meerwassers hinsichtlich seines relativen Ge- 
haltes an Salzen festgestellt zu haben. Während die 
durchschnittHche Konzentration von 3,53% auf- 
gelöstem Gesamtsalz stärkeren Änderungen unter- 
liegt, ist das Verhältnis der im Seewasser ge- 
lösten Bestandteile, von ganz geringfügigen Schwan- 
kungen abgesehen, vom Pol bis zum Äquator, von 
der Meeresoberfläche bis zur Tiefsee, gleich, sobald 
nur das Wasser von der hohen See geschöpft ist, 
weit entfernt von den Küsten. 

Daß qualitativ eine große Anzahl von Ele- 
menten im Meerwasser zu finden ist, — man hat 
bisher 34 verschiedene nachgewiesen — ist leicht 
verständlich, wenn man bedenkt, daß das Meer 
ein Sammelbassin ist für die Wassermassen, welche 
den größten Teil des Festlandes auslaugen, und 
wenn man ferner berücksichtigt, daß es kaum ein 
Element gibt, welches nicht in irgend einer Form in 
Wasser etwas löslich wäre. 

/Jedoch interessieren uns hier nicht Bestand- 
teile, die in den allerminimalsten Spuren nachweisbar 
sind, sondern nur solche, die bei Verdunstung des 
Seewassers als mineralsalzbildend noch in Betracht 
kommen können. 

Das sind von elektronegativon Salzbildnern: 
Chlor, Brom, Schwefelsäure, Koh- 
lensäure, wenig Jod, Borsäure und 
Kieselsäure; von elektropositiven : Natrium 
Kalium, Magnesium, Calcium, etwas 



Eisen und Tonerde, in sehr geringer Menge 
Rubidium, Cäsium, Lithium, Am- 
monium, Thallium. 

Zunächst wenden wir unsere Aufmerksamkeit 
den Hauptbestandteilen des Ozeanwassers zu. Sie 
sind ihrer Menge nach an den verschiedensten 
Punkten des Weltmeeres durch sorgfältige und um- 
umfassende analytische Untersuchungen vielfach 
festgestellt worden, namentlich durch Bearbeitung 
des Materials, welches wissenschaftliche Schiffs- 
expeditionen, wie die englische Challengerexpedition 
(1873 — 1876) und die österreichische Polaexpedition 
(1890 und 1891) mitgebracht haben. 

Die Tabelle 1 enthält eine Zusammenstellung 
der mittleren Werte, welche von verschiedenen 
Forschern gefunden worden sind. Die Originalanaly- 
sen sind, soweit erforderlich, auf Ionen umgerechnet. 

Die Vertikalkolumne I gibt die Analysen von 
U s i g 1 i o wieder, welcher sich in einer vielzitierten 
Abhandlung aus dem Jahre 1849 eingehend mit der 
Zusammensetzung des Mittelmeerwassers beschäf- 
tigt hat. 

Es folgen in Kolumne II die Zahlen für Ozean- 
wasser nach Forchhammer, sodann unter III 
Durchschnittswerte von 77 Analysen, durch welche 
D i 1 1 m a r die Wasserproben der Challengerexpe- 
dition untersucht hat, während die vierte Kolumne 
Durchschnittswerte von Mittelmeerwasser nach 
Befunden der österreichischen Polaexpedition wie- 
dergibt. 



Tabelle 1. 
Zusammensetzung von Meerwasser. 



1 


II 


III 


IV 


V 


VI 


Mittelmeer-") 


Ozeanwasser 


Ozeanwasser 


Mittelmeer- 






Wasser 
nach Usiglio^o). 


nach 
Forchhammer'i). 


nach 
Dittraar"). 


wasser 1») 
nach Natterer»>). 


Durchschnitt 


Verhältniszahlen 
für Cl = 100 


In 2657 g 


In 2922 g 


In 267fr-3029 g 


In 2631— 2615 g 




' '"• 


Cl [54,39] 


} [55,52] 


55,29 


55,30 


55,295 


100 


Br [1,15] 


0,19 


0,18 


0,185 


0,335 


SO4 7,75 


7,92 


7,69 


7,69 


7,762 


14,04 


CO3 0,20 


— 


0,21 


0,19 


0,200 


0,362 


Ca 1,18 


-.1,16 


1,20 


1,19 


1,182 


2,163 


Mg 3,56 


3,67 


3,73 


3,81 


3,692 


6,677 


K [0,70 


[0,89] 


1,10 


1,15 


1,125 


2,034 


Na [31,07] 


[30,83] 


30L59 


30,49 


30,540 


55,25 


Fe 24) 0,005 


y 








Gesamtsalz 2») 












100,00 


99,99 


100,00 


100,00 







Nach den Durchschnittszahlen von 
Kolumne V können aus dem Meer- 
wasser hervorgehen: 

Auf je 100 Gewichtsteile NaCl Auf je 100 Volumteile NaCl 

Gewichtsteile 
Kalkspat 0,431 

Anhydrit 4.600 

Steinsalz 100.000 
8.484 



Kieserit 

Carnallit 

Bischofit 



in d.d.'X (''i^rvon 0,400 
XVF,**0 Bromcamallit) 

17,888 



Sa: 141,846 



Volumteile 
0,346 
3,369 
100,000 
7,166 
13.988 
23,526 

Sa: 148,395 



1®) Das Mittel meerw asser ist zwar etwas salz- 
eicher als das Ozeanwasser, enthält aber auch seine 



Bestandteile in dem über die ganze Erde konstanten 
Verhältnis. 

20) Ann. Chim. Phys. [31 2T, 92 (1849), um- 
gerechnet für 100 g Gesanitsaiz und auf Ionen. 

21) Phil. Trans. R. Soc. London 155, 226, 243 
(1865), umgerechnet für Gesamtsalz und auf Ionen. 

22) Report on the scientific results of the 
voyage of H. M. S. Challenger (1873—1876); 
Physics and Chemistry I, 137 (1884). Die ebenfalls 
auf 100 g Gesamtsalz und auf Ionen von mir um- 
gerechneten Zahlen stellen das Mittel der Analysen 
von 77 Proben Meerwasser dar, aus dem Ozean ent- 
nommen zwischen 38° n, Br. und 66° s. Br. 

23) Monatsschr. f. Oiem. 13, 895 (1892); die 
Zahlen sind als Mittelwerte der Tabelle V (1. c.) 
berechnet, welche eine Anzahl von Analysen des 



5 - 



V 



\ 



Der Vergleich der Zahlen zeigt eine gute Über- 
einstimmung auch mit den älteren Analysen, wenn 
man von Brom und von Kalium absieht. . Die Be- 
stimmung dieser beiden Elementi^ bietet bei Gegen- 
wart weit überwiegender Mengen von Chlor und 
von Natrium Schwierigkeiten, die von den älteren 
Analytikern, U s i g 1 i o und Forchhammer, 
noch nicht überwunden waren. Es entstanden so 
durch nachAveisbar unzureichende analytische Me- 
thoden Fehler, welche den Bromgehalt der älteren 
Analysen viel zu hoch, den Kaliumgehalt zu niedrig 
erscheinen lassen und auch den Wert für Chlor und 
Natrium beeinflussen. 

Für das in Kolumne V gezogene Mittel sind 
daher die in Klammern gesetzten älteren Zahlen 
unberücksichtigt geblieben. 

Kolumne VI enthält noch die Verhältniszahlen 
für Cl = 100. 

Aus den so für die Meer wassersalze festgestell- 
ten Verhältniszahlen der einzelnen Ionen läßt sich 
nun leicht berechnen, wie das Verhältnis der beim 
Verdunsten von Meerwasser zurückbleibenden Salze 
sein muß. Ich habe diese Rechnung durchgeführt, 
indem ich als solche Salze Kalkspat, Anhydrit, 
Steinsalz, Kieserit, Carnallit und Bischof it ange- 
nommen und Chlornatrium = 100 gesetzt habe. 

Man erhält dann die Zahlen, welche auf der 

' unteren Hälfte von Tabelle I verzeichnet sind. Und 

zwar gibt die erste Spalte di^ Gewichtsverhältniese 

der Salze, die zweite die VolW Verhältnisse wieder. 

Die letzteren interessieren uns hier besonders. 

Die Zahlen bedeuten, daß bei vollständiger 
Verdunstung einer Meereswassersäule von beiläufig 
etwa 7420 m Tiefe Schichten von folgender Mäch- 
tigkeit zurückbleiben würden : 

Kalkspat 0,35 m, Anhydrit 3,37 m. Steinsalz 
100 m, Kieserit 7,17 m, Carnallit 13,99 m, Bischof it 
23,53 m. 

Diese Zahlen sind natürlich unter Berücksichti- 
gung der spez. Gewichte der einzelnen Salze fest- 
gestellt. 

Eine ganz ähnliche Rechnung mit angenähert 
gleichem Resultat bildet übrigens die Unterlage für 
eine anschauliche Darstellung, welche das König- 
liche Institut für Meereskunde in seinem Berliner 
Museum den Salzen des Meeres gewidmet hat^»). 

Wassers aus dem östlichen Mittelmeer wiedergibt, 
Proben von der österreichischen Polaexpe- 
d i t i o n im Jahre 1890. ^ 

24) Forchhammer wifes außer Eisen auch 
Aluminium im filtri0rten Seewasser nach 
(Philos. Trans. London 155. 211, 213 fl865]). 

25) Da sich der Gesamtgehalt an gelösten Be- 
standteilen direkt nicht genau bestimmen läßt, so 
ist hier unter „Gesamtsalz" stets die Summe ver- 
standen, welche sich aus der Addition der einzelnen 
analytisch bestimmten Bestandteile ergibt. 

26) Diese Rechnung sucht die Salzschichten zu 
ermitteln, welche bei Verdunstung des gesamten 
jetzigen Ozeanwassers zurückbleiben würden. Nach 
freundlicher Privatmitteilung von Herrn W. 
Stahlberg, Kustos des genannten Instituts, 
liegen seiner Berechnung die D i 1 1 m a r sehen 
Zahlen zugrunde. Das Ergebnis ist, daß unter An- 
nahme einer mittleren Meerestiefe von 3500 m, 
eines Gesamtsalzgehaltes von 3,53% (trocken) und 
eines spez. Gew. von 1 ,0364 die vöUige Verdunstung 
allen Meerwassers eine Aufeinanderfolge von vSalz- 
schichten nachstehender Mächtigkeit hinterlassen 



Vergleichen wir nun mit diesem Resultat den 
Aufbau und die Zusammensetzung desjenigen Salz- 
lagers, welches als das vollständigste bisher auf- 
gefundene gelten muß, die klassischen Fundstätten 
der Magdeburg-Halberstädter Mulde zwischen Flech- 
tinger Höhenzug und Harz. 

Das Liegende des Salzlagers wird nach Z i m - 
m e r m a n n 27) und nach E v e r d i n g 28) ge- 

bildet durch 70 — 100 m Anhydrit mit Einlagerun- 
gen von eisenhaltigem, bituminösem Kalkstein. Es 
folgt dann das Steinsalzflöz, welchefe bei Unseburg 
etwa 900 m, bei Aschersleben 462 m, bei Bernburg 
150 m mächtig ist. Dieses ältere Steinsalz nimmt 
nach oben hin allmählich Mutterlaugensalze auf, 
welche schließlich vorwiegen und, etwa 25 m 
mächtig, das Hangende des Salzlagers bilden. 

Außerdem zeigt sich das Steinsalz des Magde- 
burg-Harzer Beckens dadurch in charakteristischer 
Weise geschichtet, daß es in ziemlich gleichen Ab- 
ständen von 8 — 9 cm durch dünne Schnüre, sog. 
„Jahresringe" durchsetzt wird, welche in der unte- 
ren Region aus Anhydrit bestehen, weiter oben in 
Polyhalit übergehen und schließlich durch Kieserit 
ersetzt werden. Hierdurch entsteht eine Gliederung 
des Salzgebirges, welche, wenn auch die Übergänge 
keineswegs scharfe sind, doch die Einteilung in 
,, Regionen" vollkommen rechtfertigt, wie sie F. 
Bischof zuerst in seiner vortrefflichen, klar 
durchdachten Schilderung der „Steinsalzwerke bei 
Staßfurt"29) aufgestellt hat, und wie sie noch heute 
gang und gäbe ist. 

Man unterscheidet nach Bischofs Vorgang, 
von den ältesten Ablagerungen beginnend: 

1. Die Anhydritregion als unterste 
und bei weitem mächtigste Abteilung des Steinsalz- 
lagers. Die Anliydritschnüre haben eine durch- ^ 
schnittliche Stärke von 7 mm, und der Durch- 
schnittsgehalt des Steinsalzes an Anhydrit beträgt "^ 
nach P r e c h t 30) etwa 8*»^. Nach Ochse- 
n i u 8 31) und nach B i s c h o f 32) steigt der An- 
hydritgehalt des Steinsalzes in der Tiefe bis zu 9%, 
während er in den oberen Horizonten kaum 4% 
beträgt. 

Die eingelagerten dünnen Schichten bestehen 
aus mikroskopisch kleinen Anhydritkryställchen, 
welche durch Steinsalz und durch bituminöse Sub- 
stanzen miteinander verkittet sind. 

Es ist bemerkenswert, daß die Deutlichkeit der 
„Jahresringe" lokal sehr verschieden ist. In Neu- 
staßfurt sind sie überall im älteren Steinsalz scharf 
markiert, weniger schon in Staßfurt selbst, und in 
Vienenburg wurde es mir schwer, sie in den Berge- 
mühlen des älteren Steinsalzes überhaupt zu ent- 
decken. 

2. In der Polyhalitregion werden die 

würde: Kalkspat 0,16 m, Anhydrit 1,55 m, 
Steinsalz 46,1 m, Kieserit 3,8 m, CarnaUit 6,2 m, 
Bischof it 11,5 m, zusammen 69,31 m. 

27) Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. 56, 47 
(1904). 

28) Deutschlands Kalibergbau 1907, 36. 

29) Halle a. S., 1. Aufl. 1864, 14 ff; 2. Aufl. 
1875, 20 ff. 

30) Die Salzindustrie von StaP^furt, 3. Aufl. 
1889. 5. 

31) Zeitschr. f. prakt. Geolog. 1905, 167. 

32) Die Steinsalzbergwerke bei Staßfurt 1875,23. 




— 6 



Anhydritschnüre ersetzt durch stärkere Schnüre 
von Polyhalit, d. h. an Stelle von wasserfreiem 
Calciumsulfat tritt ein Tripelsalz aus Kalium- 
Calcium-Magnesiumsulfat. Der Übergang von den 
Anhydrit- zu den Polyhalitschnüren ist kein plötz- 
licher; in der Grenzzone tritt eine Mischung auf von 
Anhydrit und Polyhalit, oder es wechseln sich auch 
die verschiedenartigen Schnüre an dieser Stelle ab. 
Das Steinsalz wird in dieser — etwa 62 m mächtigen 
— Region schon unreiner durch einen Gehalt an 
Mutterlaugensalzen, der nach oben zunimmt. 

Ebenso allmählich wie die Anhydritregion in 
die Polyhalitregion überging, findet nun nach oben 
der weitere Übergang in 

3. die Kieseritregion statt. Sie ist 
nach P r e c h t in zwei Unterabteilungen zu zer- 
legen. Während in der Übergangszone Polyhalit zu- 
sammen mit Kieserit und Anhydrit auftritt, ist 
in der 

3a. unteren Kieseritregion oder 
richtiger Anhydrit-, Carnallit-, Kieseritregion, das 
Steinsalz mit Schichten durchsetzt, welche aus einem 
Gemenge von Kieserit mit Carnallit und Anhydrit 
bestehen. In einzelnen Schichten findet sich an 
dieser Stelle, an der Grenze der Polyhalitregion, 
auch ein Gemenge von Kieserit und Sylvin, eine um 
deswillen interessante Tatsache, als hier jedenfalls 
eine unzweifelhaft primäre Ausscheidung von 

^ — Sylvin vorliegt. -- — ; - — 

3b. In der oberen Kieseritregion hat 
der Kieserit sich rein ausgeschieden. Neben ihm 
aber wird jetzt häufiger im Steinsalze der Carnallit. 
Er bildet nicht mehr dünne Schnüre, sondern all- 
mählich stärker werdende Bänke und wird schließ- 
lich zum vorwiegenden Bestandteile des Lagers. 
Damit gelangt man in 

4. die eigentliche Carnallitregion, das 
Stockwerk der abbauwürdigen Kalisalze. 

Dieser oberste, etwa 25 m mächtige Teil des 
Salzlagers enthält als Hauptbestandteil 55% Car- 
nallit, 26% Steinsalz, 17% Kieserit, 2% andere 
Bestandteile, wie Anhydrit, Ton, Boracit u. a. Der 
Boracit findet sich als primäre Bildung im Carnallit 
teils in fast mikroskopisch kleinen Kryställchen, 
vornehmlich aber in Form dichter, kleinerer oder 
größerer Knollen von schaliger Struktur, die bis 
über Kopfgröße anwachsen können, sogen. „Staß- 
furtit"33). 



33) Die eigentümliche Bildung des Staßfurtits 
erinnert an bemerkenswerte Funde, welche die 
Challenger-Expedition auf dem Grunde des Ozeans 
machte. Sie holte von dort nieren- und mandel- 
förmige Knollen herauf mit konzentrisch sehaliger 
Struktur, die aus Pyrolusit bestanden und in der 
Regel als Kern ein rundes Stückchen Bimsstein, 
Knochen oder einen anderen Fundkörper um- 
schlossen (K e n n g o 1 1 , Handwörterb. d. Mineral. 
2, 413 [1885]). Ferner wurden bei derselben For- 
schungsreise eingebettet in rotem Ton, der den Bo- 
den des pazifischen Ozeans bildete, auch rundliche 
Konkretionen von Kryställchen gefunden, welche 
nach R e n a r d mit P h i 1 i p p s i t , einem Sili- 
cate der Zeolithgruppe, zu identifizieren sind. 

Die Staßfurtitknollen enthalten nach F. B i - 
s c h o f ebenfalls Einschlüsse fremder Mineralien, 
meist Carnallit oder Steinsalz, und diese Salz- 
mineralien scheinen als Krystallisations- 
Zentren gewirkt zu haben, um deren Kern die 



Die übrigen Kalisalze, welche in der Carnallit- 
region vorkommen, zum größten Teil aber nur 
wissenschaftliches Interesse haben, werden gewöhn- 
lich nicht als ursprüngliche, sondern als sekundäre 
Bildungen aufgefaßt. 

Über der Carnallitregion lagert als Deckschicht 
der sogen. Salzton, etwa 8 m mächtig, welcher das 
■ Salzlager vor der Auflösung durch Wasser schützte3* ) . 
Er beschließt das erste Stockwerk des Salzlagers, 
dessen chemische Zusammensetzung sich — ap- 
proximativ wenigstens — berechnen läßt. Für diese 
Berechnung habe ich der tabellarischen Aufstel- 
lung 2 die zuverlässigsten Angaben über den durch- 
schnittlichen Gehalt der einzelnen Regionen an den 
wichtigsten Salzen zugrunde gelegt. Man wird so 
ein angenähert richtiges Bild der Wirklichkeit er- 
halten, wiewohl es als sehr wünschenswert bezeich- 
net werden muß, wenn durch neue ausgedehnte 
Analysenreihen die Zusammensetzung der Salz- 
ablagerungen in verschiedenen Kalibergwerken 
genauer als bisher festgestellt würde. 

Der Prozentgehalt an Hauptsalzen ist ange- 
nommen wie Tabelle 2, A wiedergibt. Werden 
diese Gewichtszahlen durch Division mit dem spez. 
Gew. der einzelnen Salze in Volumina umgerechnet 
und auf die Mächtigkeit der Regionen bezogen, so 
erhält man die Zahlen der Tabelle 2, B. .-.,^ 

Die Tabelle 2, C endlich gibt Verhältniszanlen 
wieder. Sie gestattet einen Vergleich der für die — 
Hauplsalze Staßfurts ausgerechneten ^Mächtigkeit 
mit der Stärke der Schichten, welche verdunstetes 
Meerwasser zurückläßt. Um diesen Vergleich zu 
ermöglichen, ist Steinsalz = 100 gesetzt. 

Aus der Vergleichstabelle ist klar ersichtlich, 
wie verschieden in quantitativer Hinsicht die Zu- 
sammensetzung des Staßfurter Salzlagers von der- 
jenigen eines Meerwassertrockenrückstandes ist. 
Während ersteres an Kieserit und Carnallit dem 
Volumen nach ungefähr ein Drittel der im Meer- 
wasser vorkommenden Menge, Bischofit aber über- 
haupt nicht als primäre Ablagerung in sich birgt, 
beträgt der nur in dem Salz selbst abgelagerte An- 
hydrit 169°Q von dem im Meerwasser vorhandenen 
Gehalt. Hierbei ist aber das unter dem älteren 



Boracitmasse sich schalenförmig ausschied. Die 
Vermutung von F. Bischof (Die Steinsalzwerke 
bei Staßfurt 1875, 54), daß die Borsäure erst nach 
Bildung des Salzlagers dampfförmig aus dem 
Innern der Erde durch Spalten des Salzes aufge- 
stiegen und im Carnallit ■ durch Zersetzung von 
Chlor magnesium den Staßfurtit gebildet habe, ist 
wohl deshalb schon hinfälüg, weil es an solchen 
Spalten im Steinsalz fehlt. 

3i) P r e c h t (Chem.-Ztg. 6, 197) unterscheidet 
drei Schichten dieses Salztons von verschiedener 
Zusammensctzvmg : 

1. Die liegende enthält neben Ton viel Calcium- 
sulfat (50 — 60%), ferner in Salzsäure lösliches Alu- 
miniumhydroxyd (6%) und Magnesiumhydroxyd 

(6%). 

2. Die mittlere enthält viel lösliches Aluminium- 
hydroxyd (18,7%), wenig Calciumsulfat, ferner 
Magnesiumhydroxyd und etwas Magnesiumcarbo- 
nat, Eisenoxydul, Chloride, Ton, organische Sub- 
stanz. 

3. Die hangende ist frei von Calciumsulfat und 
besteht im wesentlichen aus einem innigen Ge- 
menge von Ton und Magnesiumcarbonat. 



Steinsalz befindliche Anhydritlager gar nicht mit- 
gerechnet. Rechnet man es mit durchschnittlich 
85 m Mächtigkeit hinzu, so kommt man auf einen 
sechsfachen Gehalt an Calciumsulfat in dem 
Staßfurter Salzlager, als normales Meerwasser ge- 
löst enthält. 

Tabelle 2. 

Zusammensetzung der Salzlager in 

der Magdeburg-Halberstädter 

Mulde. 

A. Gewichtsverhältnisse. 



7 — 

\ 

C. Verhältnis der Schichten im Ver- 
gleich zu Me er w as se r sa Iz e n 
(NaCl = 100). 



Anhydrit . »^ ♦ ;• •: 
Steinsalz . i/v;*^ • • 
Kieserit . . i . . . 

Camallit 

Andere Substanzen 
(K2SO4 — i^lsPoly- 
halit — HoO, Un- 
lösliches) . . . . . 



" 60 
■'■' 'T 

% 

8 

92 



^ a 
|a 

% 

3,7 

91,2 

1,3 



* bO 

.25 
-öS 

as 



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% 

2 
65 
17 
13 



^a 
^^ 

ü 

% 

1 

26 

17 

55 



O 

(4 

CA 



2,963 
2,17 
2,569 
1,62 



3,8 3 1 (=2,0 
V . ■ gesetzt.) 



100 100 100 100 



B. Volumenverhältnisse. 



5^ «- 

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t/i 35' 

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ni 



Anhydrit [85,00] 30,19 1,69 0,94 0,16 



Steinsalz 

Kieserit i 

Camallit 

Rest 
(K2SO4, 
H2O usw. 



— 473,81 57,04 41,63 5,61 

— — 0,69 9,20 3,10 

— — Spuren 11,15 15,90 



32,98 

[117,98] 

578,09 
12,99 
27,05 



[85,00] 504,00 62,00 65,00 25,00 



2,58 2,08 0,23 4,89 

656.00 

— - V-:;-.^ [741] 

36) Zusammensetzung nach P r e c h t , Die 
Salzindustrie von Staßfurt und Umgegend, 3. Aufl. 
1889, 5. Die Mächtigkeit ist als Durchschnitt von 
Staßfurt (900 m), Aschersleben (462 m), Bernburg 
(150 m) berechnet. 

36) Mächtigkeit und Zusammensetzung nach 
Bischof, Die Steinsalzwerke bei Staßful't 1875, 
34 (aus Dr. Steinbecks Angaben umgerechnet). 

Eine geringe Menge Chlormagnesiumhydrat, 
welche Bischof für die Polyhaht- und Kieserit- 
region angibt, wurde gestrichen, da sich nach späteren 
Untersuchungen freies Chlormagnesium weder in 
der Polyhalit- und Kieseritregion, noch auch in der 
Carnalhtregion vorfindet (P r e c h t). 

37) Zusammensetzung : F. Bischof, 1. c. 
S. 39; Mächtigkeit nach Pfeiffer, Handb. d. 
Kahindustrie 1887, 15. 

38) Nach Precht-JEhrhardt, Die nord- 
deutsche Kahindustrie 1907, 17. 



Anhydrit 

Steinsalz 

Kieserit 

Camallit 

Bischofit 



u -^ 

v <s 

tn' M ' 
2 oj bo 

!»• "— I -»^ 

ra 

3,369 
100,000 

7,166 
13,988 
23,526 



b « .60 
«23 'S J3 



.g|i 



03 



^ !S 5 



a> 



^ 



«3 



^ 



m 



5,71 [20,41] 
100,000 
2,25 

4,68 



169 [606] 
100 

31 

33 



Wir können auch folgende Überlegung anstel- 
len : Selbst wenn das allmählich verdunstende Zech- 
steinmeer 500 m tief war, konnte sich unter stän- 
digem Nachfluß von Meerwasser über die von 
Ochsenius angenommene Barre doch nur so 
lange ein reines Calciumsulfat abscheiden, bis das 
Wasser auch für Chlornatrium gesättigt war. Dieser 
Punkt tritt bei unserem heutigen Meerwasser ein, 
wenn es auf etwa ein Zehntel eingeengt bzw. wenn 
die Koiyzentration die zehnfache geworden ist. 
Die Mächtigkeit des gesamten, in dem Meerwasser 
enthaltenen Calciumsulfats würde dann nicht 
mehr betragen, als 2,3 m. Wie reimt sich hiermit 
zusammen eine Mächtigkeit des unter dem älteren 
Steinsalz liegenden Anhydrits von durchschnitt- 
lich 85 m? Diese Ablagerung wäre unter Beibe- 
haltung der Barrenhypothese nur so zu erklären, 
daß das Meerwasser, nachdem es sein Calcium- 
sulfat abgegeben hatte, wieder abfloß und durch 
neues calciumsulfathaltiges Meerwasser ersetzt 
wurde. Eine solche Annahme kompliziert aber die 
ohnedies künstliche Barrenhypothese noch viel 
mehr, zumal man eine Wiederkehr dieser 
Verhältnisse annehmen muß, als das Meer nach Ab- 
lagerung des Salztones abermals eingebrochen sein 
soll, demi über dem Salzton folgt ja von neuem eine 
etwa 60 m mächtige Ablagerung des sog. Haupt- 
a n h y d r i t s. Ja selbst zum dritten Male wieder- 
holt sich beim Staßfurter Typus die Aufeinander- 
folge von Anhydrit und Steinsalz oberhalb der 
roten Tone, welche das jüngere Steinsalz bedecken. 

Die Widersprüche, auf die man hinsichtlich 
des Verhältnisses von Anhydrit zu Steinsalz stößt, 
erstrecken sich, wie bereits durch Tabelle 2 dar- 
getan, auch auf das ältere Steinsalz. Dieses ent- 
hält in den unteren Horizonten — soweit bekannt 
— 9% Anhydrit 39), Meerwasser bis zur Chlor- 

/ "3») Es soll hier nochmals darauf hingewiesen 
werden, daß diese Zahl auf älteren Angaben von 
F. Bischof und Ochsenius beruht und ge- 
nauere Untersuchungen über den durchschnitt- 
lichen Anhydritgehalt des Steinsalzes sehr am 
Platze wären. Leider ist bei den Durchbohrungen 
des älteren Steinsalzes bis aufs Liegende nach mei- 
nen Erkundigungen eine chemische Untersuchung 
der Bohrkerne in dieser Richtung nicht ausgeführt 
worden. 

Eine Bestätigung, daß der Anhydrit im älteren 
Steinsalz mit 8—9% eher noch zu niedrig als zu 
hoch angenommen wird, läßt sich in den Angaben 
über die durchschnittUche Mächtigkeit der Schnüre 
und Steinsalzbänke finden. Steht diese im Verhält- 
nis 7 : 85, so berechnet sich, da die spez. Gew. von 
Anhydrit und Steinsalz 2,96 bzw. 2,17 sind, das 



/ 



/ 



— 8 — 



Jl 



natriumausscheidung eingedampft, enthält auf 100 T. 
CMornatrium etwa 1 T. Anhydrit. Demnach schei- 
det konzentriertes, an Chlornatrium und Calcium- 
sulfat gesättigtes Meerwasserv wie die direkten Ver- 
suche von Us iglio*")/^'5?wen, Steinsalz aus mit 
einem Gehalt von 1% i«niydrit. Im frischen Meer- 
wasser ist dies Verhältnis 95,6 Chlornatrium : 4,4 
Calciumsulfat*!). Also auch ein ständiger oder 
intermittierender Zufluß von frischem Meerwasser 
hätte nur halb soviel Calciumsulfat zuführen kön- 
nen, als die unteren Regionen des älteren Stein- 
salzes tatsächlich enthalten. 

Keine Anschauung über die Entstehung der 
Anhydritschnüre im älteren Steinsalz entspricht 
den wirklichen Verhältnissen besser, als die schon 
von F. B i 8 c h o f *2) vertretene, und es ist nötig, 
auf seine einfache und ungezwungene Erklärung 
wieder zurückzugreifen. Offenbar sind es inter- 
mittierende, periodisch auftretende Zuflüsse cal- 
ciumhaltigen Wassers gewesen, welche die „Jahres- 
ringe" in gleichmäßigem Wechsel mit Steinsalz- 
bänken erzeugten. Der Gipsgehalt des Meerwassers 
reicht, wie oben nachgewiesen wurde, nicht aus, 
um die Stärke der Schnüre zu erklären. Wenn man 
also nicht die willkürliche Annahme machen will, 
daß das Meerwasser der Zechst<?information ganz 
anders zusammengesetzt war als heute, so bleibt 
nur die Folgerung übrig, daß es Flüsse oder 
-8alzbäche waren,- weiche dem SalzsPiftda« (.lai- 
ciumsulfat zuführten. 

Immerhin bin ich darauf gefaßt, daß mir hier 
der Einwand gemacht werden wird, das Zechstein- 
meerwasser sei reicher an Calciumsulfat gewesen als 
das heutige Meerwasser. Ich will daher bezüglich 
des Calciumsulfats noch auf einen anderen Umstand 
hinweisen, welcher — ganz unabhängig von dem 
größeren oder geringeren Gipsgehalt des Zechstein- 
^meerwassers — meines Erachtens ein schlagender 
Beweis dafür ist, daß die heutigen deutschen Salz- 
lager ihre Entstehung nicht der direkten Verdun- 
stung von Meerwasser verdanken : dieser Grund 
liegt in der wohlbekannten, aber nicht genügend 
gewürdigten Tatsache, daß eindampfendes Meer- 
wasser das gelöste Calciumsulfat nicht als An- 
hydrit, sondern als G ips ausscheidet. Diese 
Tatsache war schon U s i g 1 i o bekannt, als er 
seine empirischen Versuche über Meerwasserver- 
dunstung bei 40° ausführte, sie gehört zur alltäg- 
lichen praktischen Erfahrung einer jeden Seewasser 
verarbeitenden Saline, und sie ist bestätigt durch 
die umfassenden wissenschaftlichen Untersuchun- 
gen van't Hoffs und seiner Mita,rbeiter über 
das Calciumsulfat und seine Hydrate. Durch die 
letztgenannten genialen Untersuchungen sind die 
Existenzbedingungen des Anhydrits auf das sorg- 
fältigste festgestellt. Wir wissen, daß seine Bildung 
abhängig ist von der Tension der Lösung, aus der 
sich das Calciumsulfat ausscheidet, wiewohl die Ein- 




Verhältnis der Gewichtsmengen wie 7 x 2,96 : 85 
X 2,17 oder etwa 10 : 90. 

40) Ann. Chim. Phys. [3] 2T, 176 (1849). 

*i) Dieses durchschnittUche Verhältnis ist so 
konstant, daß es bei 77 Analysen der Challenger- 
Expedition im extremsten Falle 95,2 : 4,8 
betrug (Probe vom 12./7. 1874, S. 25 des Berichts 
der Expedition). 

*2) Die Steinsalzwerke bei Staßfurt 1875, 67. 



Stellung des Gleichgewichtes sehr langsam erfolgt. 
Bei 25° z. B. muß diese Tension bis unter 17,2 mm 
sinken, damit sich Gips in Anhydrit verwandelt*-*). 
Gesättigte Kochsalzlösung genügt bei dieser Tem- 
peratur noch nicht zur Umwandlung, wohl aber 
Meerwasser, welches bis zur Kochsalzausscheidung 
konzentriert ist, da infolge gleichzeitiger Anwesen- 
heit von Chlormagnesium die Tension dann unter 
17,2 mm**) sinkt. Bei .36° aber genügt schon ge- 
sättigte Kochsalzlösung allein zur Bildung von An- 
hydrit. 

Wir haben hiernach als Tatsache festzustellen, 
daß verdunstendes Meerwasser das gelöste Calcium- 
sulfat als Gips ausscheidet, so lange etwa, bis *es 
auch für Kochsalz gesättigt ist; dann erst tritt An- 
hydritbildung ein. Es müßten also auch die ge- 
samten 70 — 100 m Calciumsulfat, die unter dem 
Steinsalz liegen, Gips sein. 

E V e-nH n g erklärt »aber mit vollster Be- 
stimmtheit, daß es sich nicht um Gips, sondern um 
Anhydrit handele*^), und ich glaube dieser Erklä- 
rung der geologischen Landesanstalt, wenn mir auch 
von einer chemischen Feststellung dieser Tat- 
sache nichts bekannt ist. 

Die Beschaffenheit des Liegenden des älteren 
Steinsalzes ist also ebenso wie seine Quantität nicht 
mit der Annahme vereinbar, daß hier Meerwasser 
eingedampft sei, wohl aber mit der Annahme, daß 
gipshaltige Wasser in Laugenseen einliefen, welche 
bereits ziemlich konzentrierte Lösungen von Chlor- 
magnesium und Kochsalz enthielten. 

Andere Gründe kommen hinzu, welche dafür 
sprechen, daß die Staßfurter Salzlager nicht direkt 
dem Meerwasser ihr Dasein verdanken. 

Zwar nicht von gleicher Beweiskraft, wie der 
gewaltige Überschuß von Anhydrit, aber doch auch 
ins Gewicht fallend scheint mir der Umstand, daß 
ein Element, welches sich im Ozeanwasser stets 
nachweisen läßt, in den deutschen Kalisalzen fehlt, 
oder — um mich vorsichtiger auszudrücken — doch 
nur in so minimalen Mengen darin vorkommt, daß 
es mit den gev öhnlichen Mitteln eines analytischen 
Laboratoriums nicht gefunden wird — , ich meine 
das Jod. Über die Menge des Jods im Meerwasser 
sind die sorgfältigsten Bestimmungen von Ar- 
mand G a u t i e r*^) ausgeführt \\ orden. Er fand, 
daß Jod in dreifacher Form im Meerwasser vor- 
handen ist, in löslicher organischer Bindung, 
in unlöslicher organischer Bindung (nämlich 
im sog. Plankton des Meeres) und als Jodid der Al- 
kalien und alkalischen Erden (in den tieferen 
Schicht-en des Ozeans). Die Gesamtmenge des Jods 
im Ozeanwasser bestimmte G a u t i e r zu 2,25 bis 
2,40 mg pro Liter, d. i. an Gewicht ejwa ein Dreißig- 



*3) V a n't H o f f u. Weigert, Sitz.-Ber. 
Akad. Berlin 1901, 1146; vgl. auch Hoppe- 
S e y 1 e r , Poggend. Ann. 121,161(1866); Brauns 
Jahrb. f. Miner. 2, 257 (1894); Vater, Sitz.-Ber. 
Akad. Berlin 1900, 269. 

**) In einer späteren Veröffentlichung van't 
Hoffs (Z. physikal. Qiem. 45, 288 wird die Ten- 
sion bei Bildung von gewöhnUchem Anhydrit noch 
etwas niedriger, nämlich zu 15,1 mm angegeben. 

**) Deutschlands KaUbergbau, Festschrift 
S. 41. 

*6) Compt. r. d. Acad. de sciences 128, 1069; 
129, 9 (1899). 



9 — 



stel des vorhandenen Broms*^). Wenn man bedenkt, 
welche Mengen von Brom heutzutage aus den End- 
laugen der Chlorkaliumfabrikation gewonnen wer- 
den, 80 würde der 30. Teil davon schon ein ansehn- 
liches Quantum Jod darstellen. Ich kann aber mit 
Bestimmtheit behaupten, daß in dem Neustaß- 
furter Brom auch nicht 1/5000 J"d enthalten ist. 
A. Frank48) hat erklärt, daß sich bei der 
fabrikatorischen Verarbeitung großer Mengen von 
Staßfurter Brom schließlich Jod in den Mutter- 
laugen nachweisen ließe. Ich will diese Möglichkeit 
nicht bestreiten. Aber aus einer Untersuchung, 
welche ich augenblicklich in meinem Institut an- 
stellen lasse — Herr cand. ehem. K r a z e führt sie 
aus und wird sie später mit allen Einzelheiten ver- 
öffentlichen — , kann ich so viel mitteilen, daß es 
uns nicht gelungen ist, in dem bisher untersuchten 
Material, z. B. in 1 kg Bromeisen von Neustaßfurt, 
in 10 kg Salzton von Carlsfund eine Spur von Jod 

aufzufinden. 

Ich befinde mich mit dieser Angabe in Über- 
einstimmung mit den besten Kennern der Kalisalze; 
^c1r darf speziell nennen Prof. P r e c h t und Dr*. 
Feit, die ebenfalls Carnallit und aus Endlauge 
gewonnenes Brom, in welchem sich etwa vorbände - 
• nes Jod stark hätte anreichern müssen, mit nega- 
tivem Resultate auf Jod prüften*»). 

Bei Verarbeitung von 1000 kg Brom mag der 
Nachweis von Jod gehngen, aber das ist neben- 
sächlich. Ich sehe in dem Fehlen bzw. in einem 
so minimalen Vorkommen von Jod einen weiteren 
Beweis, der gegen die Entstehung der Salzlager 
durch direktes Eindampfen von Meerwasser spricht, 
einen Beweis, der um so stichhaltiger ist, als in Ge- 
steinen, welche zweifellos aus dem Meere abgesetzt 
sind, Jod gefunden wurde, z. B. im Jurakalk bei 
Lyon^'^), in den Liasschiefern von Balingen in Würt- 
temberg (G. Bischof), im Tonschiefer von La- 
torp in Schweden (Gen tele), in Dolomit von 
Saxon (Montpellier, Rivier und Fellen- 
berg). Daß sich tatsächhch beim Eindampfen 
von Meerwasser das Jod in der Mutterlauge an- 
reichert, hat Köttsdorfer") an den Seesalz- 
salinen von Pirano in Istrien nachgewiesen. 

Auch in" dem aus Meerwasser dargestellten 
Küchensalz fand er 8 mg Jod pro kg. 

In den Staßfurter Salzen sollte man das Jod 
namentlich in dem Carnallit erwarten, in welchem 
sich auch das Brom findet. Denn dem Bromcar- 
nallit, der in dem gewöhnlichen CarnaUit als iso- 
morphe Beimischung enthalten ist, entspricht, wi^ 
Von verschiedenen Seiten nachgewiesen ist52), auch 
ein Jodcarnallit KJ.MgJa.CiHoOß»), der in ganz 
ähnlichen Formen krystallisiert wie Bromcarnallit. 
Ob der Jodcarnallit durch gewöhnlichen CarnaUit 



47) Die Menge des in einem Liter Meerwasser 
vorhandenen Broms beträgt nach D i 1 1 m a r 
67—68 mg. 

48) Diese Z. 20, 1279 (1907). 

49) Privatmitteilungen. 

ßO) L e m b e r t , J. Pharm. Chim. (3) 19, 240. 
51) Z. anal. Cliem. IT, 305 (1878). 
62) O. L e r c h , J. prakt. Chem. N. F. 28, 338 
(1883) ; A. de Schulten, Bull. Soc. chim. Paris 

(3) 2:J, 158 (1900). V, ^ T ^ 

53) Eine dem Bischof it entsprechende Jod- 
verbindung.MgJ2.6H2O existiert ebenfalls. 



ebenso wie Bromcarnallit isomorph aufgenommen 
wird, ist mir nicht bekannt. Darüber hat Herr Dr. 
H. E. B o e k e eine Arbeit unternommen, über die 
wir wohl heute noch etwas erfahren werden. 

Das Fehlen irgend erheblicher Mengen von Jod 
in den Kalisalzen war Ochsenius schon wohl- 
bekannt. Die Meinung, welcher er Ausdruck gibt^*), 
die Jodide hätten „die obersten Horizonte" der 
Mutterlaugen gebildet und wären' mit dem meisten 
Lithium sämtlich über die Barre zurück abge- 
flossen, ist eine Verlegenheitshypothese, um die 
unbequemen Jodide aus der Welt zu schaffen. 

C. R i e m a n n 55) kleidet die nämliche An- 
schauung in folgende Worte : „Nach ihrer Schwere 
sonderten sich die in der Mutterlauge vorhandenen 
Lösungen in der Reihenfolge von oben nach unten in: 

1. Jodmagnesium, Jodnatrium, Jodlithium, 

2. Brommagnesium, 
• 3. Chlormagnesium, 

4. Chlorkalium, 

5. Magnesijimsulfat." 

Darauf heißt es: „Als diese Mutterlaugen die 
obere Kante der Einflußöffnung erreicht hatten, 
flössen in einer rückläufigen Unterströmung zu- 
nächst die Jodlithium- und Jodmagnesiumlaugen 
in den Ozean zurück." 

Der Gedanke, welcher diese kühne Hypothese 
entstehen ließ, verfehlt sein Ziel vollständig. Denn, 
wenn wirklich eine weitgehende Entmischung von 
Lösungen als möglich angenommen wird, so würde 
die Sonderung „nach der Schwere" gerade das Um- 
gekehrte der obigen Folgerung bewirken : Die Jod- 
salze müßten als die spezifisch schwersten und 
leichtlöslichsten zu Boden sinken, der Gehalt an 
Jod müßte sich darm in der zurückbleibenden 
Mutterlauge anreichern. Ich meine aber, daß 
das Abfließen einer jodhaltigen Mutterlauge den 
Prozentgehalt der zurückbleibenden Lösung an Jod 
im wesentlichen ungeändert läßt und deshalb auch 
die relative Jodmenge nicht beeinflussen könnte, 
welche die sich ausscheidenden Salze aus einer sol- 
chen jodhaltigen Lösung aufnehmen. 

Wie das Fehlen von Jod in den Kalisalzen er- 
klärt werden kann, darauf komme ich gleich noch 
zurück. 

Ein dritter Grund, welcher dein Chemiker 
wie dem Geologen Bedenken gegen die Barrenhypo- 
these nahelegt, ist das Fehlen von Fossilien 
und tierischen Resten in dem Salzlager. 
Wenn letzteres während des größten Teiles seiner 
Entstehung mit dem Meere durch eine Meerengo 
oder einen Kanal verbunden war, oder wenn auch 
nur periodisch über eine Barre hinweg Meeresfluten 
in das verdunstende Salzbecken strömten, dann 
müßten unbedingt auch die Bewohner des Meeres 
mit eingeführt werden. Ebenso wie die gelösten 
Salze mußten auch Fische und Meerestiere mit dem 
Wasser in den Meerbusen gelangen, dort zugrunde 
gehen und als organische Reste sich anhäufen. 
Dafür gerade is^ der viel angeführte Adschi dar ja 
oder Karabugasbusen, der das typische Beispiel 
einer rezenten Steinsalzlagerbildung darstellen soll, 
beweisend. Diese Bucht des Kaspisees wurde erst 



54) Zeitschr. prakt. Geol. 1905, 168. 

55) Kah, Zeitschr. f. Gewinnung, Verarbeit. u. 
Verwert, der Kah salze I, 4 (1907). 



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— 10 — 



in den Jahren 1894 — 1897 durch eine russische Ex- 
pedition wissenschaftlich genauer untersucht. Die 
wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung sind 
auch in deutscher Sprache veröffentlicht worden, 
und zwar von N. A n d r u s s o w ß«) und von 
W. Stahlberg"), Kustos des Königlichen 
Institutes für Meereskunde, dessen Angaben auf 
persönlichen Mitteilungen von Lebedinzeff, 
dem Chemiker der Karabugasexpedition, beruhen. 
Da der Karabugasbusen, seit K. E. v. B a e r 
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zuerst auf 
ihn hinwies, viel in Verbindung mit der Barren- 
hypothese genannt worden ist, so seien seine jetzt 
näher festgestellten Verhältnisse hier kurz dar- 
gelegt. Der Kaspi ist bekanntlich ein gewaltiger 
abflußloser Binnensee, in welchem Flußwasser ver- 
dampft. Er hat an seiner Ostseite den Adschi dar ja 
als eine Bucht abgegliedert, welche ein Areal vori 
etwa 18 qkm einnimmt. Sie hängt mit dem Kaspi 
durch eine Enge, einen flachen, 5 km langen, 100 
bis 500 m breiten Kanal zusammen. Diese Kara- 
bugasenge versorgt den Adschi dar ja mit Kaspi- 
wasser. Andere regelmäßige Zuflüsse hat die Bucht 
nicht, nur im Winter führen temporäre Wasser- 
adern ihren Ufern etwas Wasser, teils süßes, teils 
salziges, zu. Da die große Oberfläche des Adschi 
darjagolfes unter dem Einflüsse trockener Winde 
stark verdunstet, so besteht in der Karabugasenge 
r Btets eine starke Strömung in der Richtung nach dem 
abgegliederten Golf. Eine entgegengesetzte Unter- 
strömung in der Tiefe existiert nicht, es findet also 
kein Austausch von Wasser zwischen dem Kaspisee 
und seinem Busen statt. Durch die stete Ver- 
dunstung hat sich das Kaspiwasser im Adschi dar ja 
bereits so konzentriert, daß es ein spez. Gew. von 
durchschnittlich 1,14—1,15 zeigt, während es mit 
1,0104 einströmt. Dies bedeutet eine Konzentrie- 
rung des Kaspiwassers auf das Achtzehnfache, 
wozu nach Stahlberg eine Zeit von etwa 
150 Jahren erforderlich war. Steinsalz kann na- 
türhch aus 'diesem Salzwasser noch nicht krystalli- 
sieren, denn eine gesättigte Chlornatriumlösung hat 
ein spez. Gew. von 1,225 und bei einem spez. Gew. 
von 1,218 beginnt sich aus verdunstendem M e e r - 
• w a 8 s e r erst Kochsalz auszuscheiden. Nach einer 
Berechnung Lebedinzeffs wird in 200 Jahren 
die Sättigungsgrenze für Kochsalz erreicht sein. 
Zurzeit scheidet der Karabugasbusen aber schon 
außer kohlensaurem Calcium zwei andere Salze in 
großen Mengen ab, nämlich Gips und Glaubersalz. 
Die Bildung des letzteren Salzes rührt daher, daß 
das Wasser des Kaspi ganz anders zusammen- 
gesetzt, nähilich viel reicher an Sulfaten ist, als 
Meerwasser^s). 

w7p"e t e r m a n n 8 Mitteil. 43, Heft 2 (1897). 

57) Naturwissenschaft!. Wochenschr. (Verl. G. 
Fischer in Jena), N. F. 4, Nr. 44 (1905). 

68) Binnensalzseen zeigen, auch wenn sie nicht 
weit voneinander hegen, oft starke Verschieden- 
heiten in der Zusammensetzung des Wassers und 
in der Zusammensetzung der Salzausscheidungen. 
Von den zahllosen Seen in der Senke am Nordrande 
des Aralsees herrscht in einigen Kochsalz, in ande- 
ren Glaubersalz oder Bittersalz vor. Gleiches gilt 
von den Salzseen des Gouvernements Astrachan. 
Während das Salz des Eltonsees 95—96% Chlor- 
natrium, das des Baskuntschaksees 98% Chlor- 
natrium aufweist, sind die Ausscheidungen anderer 



Als ein Muster der Gegenwart für die marine 
Ablagerung von Steinsalz kann also der Adschi 
darja nicht gelten, wohl aber als ein Beispiel, wie 
an einem gewaltigen Binnensee in abflußloser Gegend 
durch den Einfluß eines Wüstenklimas in großem 
Maßstab Konzentration und Abscheidung von Sal- 
zen stattfindet, welche direkt jedenfalls nicht 
marinen Ursprunges sind. 

Es wurde bereits oben das Vorkommen tie- 
rischer Reste im Adschi darja angedeutet. In der 
Tat werden nach den Darstellungen A n d r u s - 
s o w 8 und Lebedinzeffs schwimmende kleine 
Lebewesen, animalisches und vegetabilisches Plank- 
ton, ebenso aber auch Fische der verschiedensten 
Art von der Strömung der Karabugasenge mas- 
senhaft fortgeführt und in das Salzwasser des Bu- 
sens hineingetragen. Sie sterben schnell und sinken 
teilweise zu Boden, teilweise werden sie ans Ufer 
gespült. Oft liegen sie so haufenweise am Lande, 
daß die Möven nur ihre Leckerbissen, die Augen 
der Fische, fressen. 

Ebenso werden große Mengen abgerissener Al- 
gen und Seegräser in den Karabugas getrieben, und 
eine Ansammlung dieser verschiedenartigen orga- 
nischen Substanzen findet namentlich in der Um- 
gegend des Buseneinganges am Boden statt, wo die 
Zersetzung der organischen Massen sich durch inten- 
siven Schwefelwasserstoffgeruch weithin bemerkbar 
macht. Das :Material für die Entstehung eines. Pe- 
tröleumlagers ist hier in den Fetten, welche nach 
Fäulnis der stickstoffhaltigen Substanzen übrig 
bleiben, gegeben. 

Nirgends aber ist innerhalb der deutschen 
Salzablagerungen ein primäres Petroleumlager ge- 
funden worden. 

Wohl liegt Stinkstein unter dem Steinsalz; 
wohl tritt auch zuweilen Petroleum in kleiner 
Menge im Salzlager auf. So in dem Salzbergwerk 
Desdemona bei Alfeld a. d. Leine, wo an der Grenze 
vom Steinsalz und Hartsalz, 685 m tief, nach Mit- 
teilung von P rechts»), etwa 1 l Erdöl ausfloß. 
Nach den näheren Umständen und der Be- 
schaffenheit des Petroleums dürfte hier ein sekun- 
däres Vorkommen vorliegen und das Erdöl durch 
Druck oder Destillation an seine Stelle gelangt sein. 
Jedenfalls ist das Vorkommen so äußerst geringfügig, 
daß es nur als Merkwürdigkeit in Betracht kommt. 
Selbst gasförmige Kohlenwasserstoffe, wie Me- 
than, gehören in den deutschen Salzlagern zu den 
Selte nheite n«o). 

Salzseen des Gouvernements Astrachan ganz anders 
zusammengesetzt. Das Salz des Birutschi z. B. 
enthält 45% Chlornatrium, 40,4% Glaubersalz, 
14,4% Bittersalz. Analysen der Ausscheidungen 
von 38 verschiedenen Salzseen hat B e r g s t r ä ß e r, 
Direktor der Kaiserlich russischen Salzwerke in 
Astrachan, veröffentlicht in Pe te rm a n ns Mit- 
teilungen 1858, 104. 

69) Eine Probe dieses Öles wurde von P r e c h t 
in der Sitzung des Bezirksvereins Sachsen-Anhalt 
(Verein deutscher Chemiker) in Halle a. S. am 3./12. 
1906 vorgelegt und beschrieben. Das öl war hell- 
gelb, dünnflüssig, hatte das spez. Gew. von 
0,789, etwa 60% destillierten bis 300° über. 

60) Hingegen fand Bunsen in dem Gas aus 
dem Knistersalz von Wieliczka 84% CH4 (Poggend. 
Ann. 83, 197). Hier, in Gahzien, fehlt es nicht 
an marinen Fossihen, und das Salz von Wieliczka 
ist schwärzlich grau von bituminösen Substanzen. 



11 — 



Nur die Graufärbung der Anhydritschnüre im 
älteren Steinsalz und ein minimaler Ammonium- 
gehalt des Carnallits geben Zeugnis von einer Zer- 
setzung geringer Mengen stickstoffhaltiger orga- 
nischer Materie. Nirgends aber machen sich im 
SaUe- größere Mengen von bituminösen Substanzen, , 
von Asphalt oder Rohpetroleum bemerkbar, wie 
sie aus den Fettsubstanzen zusammengeschwemmt^r 
Fische hätten hervorgehen müssen. Ebensowenig 
sind, wie bereits erwähnt, Versteinerungen oder 
Abdrücke animalischer Lebewesen im Salzlager vor- 
handen. Es fehlen der Formation des obersten 
Zechsteins marine Fossilien, während seine beiden 
tieferen Abteilungen, der Kupferschiefer und der 
eigentliche Zechstein, versteinerungsreich sind und 
Fischabdrücke enthalten. Das Fehlen orgamscher 
Reste im Salz muß dem Chemiker den gleichen 
Schluß nahelegen, wie dem Geologenßi), einen 
Schluß, der in Übereinstimmung steht mit der aus- 
führlich dargelegten qualitativen und quantitativen 
Verschiedenartigkeit in der Zusammensetzung der 
Salzlager und der Meersalze und dadurch einen 
hohen Grad von Wahrscheinlichkeit erlangt : D i e 
deutschen Salzlager sind nicht 
durch direkte Verdunstung von 
Meeresw asser entstanden. 

Da aber andererseits die chemische Natur und 
die Schichtenfolge der Salzablagerungen darauf hi^n- 
weist daß sie sich aus einer verdunstenden Salz- 
lösung abschieden, welche dem Meerwasser sehr 
ähnlich zusammengesetzt war, so wird man un- 
gezwungen zu der Annahme geführt, daß es sich 
hier um Salze handelt, welche zwar ursprünglich 
dem Meere entstammen, jetzt aber an sekundärer 
Stelle liegen, d. h. durch die Natur einer Um- 
krystallisierung unterworfen ^^-urden. 

Es sei mir gestattet, hier ein Bild zu entwerfen, 
wie ich mir die Salzlager entstanden denke, und dem 
Chemiker möge dabei ein kleiner Streifzug in das 
geologische Gebiet verziehen werden.. Denn nur 
die gemeinsame Würdigung der chemischen und 
geologischen Verhältnisse kann die jetzt noch um- 
strittene Frage über die Entstehung der deutschen 
Salzlagerstätten ihrer Klärung entgegenführen. 
Als ein Versuch, hierzu beizutragen, nicht als Fest- 
stellung unumstößlicher Tatsachen, sei die nach- 
folgende Darlegung betrachtet. 

Zur Zeit des unteren Zechsteins — das ist all- 
gemein anerkannt — war Deutschland von einem 
flachen Meere bedeckt. Dieses von Norden oder 
Westen her eingedrungene Zechsteinmeer uber- 



61) Vgl. z. B. K a y s e r , Lehrb. d. allgem. 
Geologie, 2. Aufl. 1905, welcher auf S. 374 sagt: 

Den meisten anderen Salzlagern (außer dem halz- 
stock von Wiehczka) fehlen marine Fossilien, so 
daß die Annahme, daß sie durch Eintrocknung 
salziger Binnenseen entstanden sind, viel wahr- 
scheinlicher ist", oder W a 1 1 h e r , Das Gesetz der 
Wüstcnbildung, S. 152 : „Entweder gelangt Meer- 
wasser über eine Barre oder durch andere Um- 
stände in eine abflußlose Pfanne hinein und seine 
Salze werden darin ausgeschiv^,den. In diesem l'alle 
werden wir im Liegenden des Salzes und diffus darin 
verteilt, die wohlerhaltenen Überreste der gleich- 
zeitigen Meeresfauna finden. In allen If allen 
aber? wo die Salz oder- Gipslager frei von 
marinen Resten sind, muß an eine andere 

Bildungsweise gedacht werden.',' 



flutete ganz Norddeutschland bis Helgoland und 
Holstein, dehnte sich nachweislich aus über Han- 
nover, Thüringen, dasWerratal, Oberhessen, Oden- 
wald, östlich bis zum Erzgebirge und den Sudeten. Es 
stand im Osten in Verbindung mit einem russischen, 
im Nordwesten mit einem englischen Zechstein- 
becken. Die mutmaßliche Umgrenzung des deut- • 
sehen Zechsteinmeeres wird wiedergegeben durch 
die Karte, welche wir als Anlage I der mehrerwähn- 
ten Festschrift dem Direktor der Königlichen Geo- 
logischen Landesanstalt, F. Beyschlag, ver- 
danken. 

Dieses, eine gewaltige Fläche bedeckende Meer, 
dessen Tiefe man nach Maßgabe der jetzt noch 
vorhandenen, aber, durch Verwitterung teilweise 
abgetragenen Zechsteinklippen zu etwa 100 m an- 
nehmen darf, verdunstete, nachdem seine Verbin- 
dung mit dem offenen Ozean unterbrochen war. 
So entstand eine primäre Ablagerung, welche 
eine Schichtenfolge von kohlensaurem Kalk, Gips, 
Bittersalz und Kalisalzen darstellen mußte, wie wir 
sie heute an verdunstendem Meerwasser beob- 
achten. Reste der Fauna, welche das ursprüngliche 
Zechsteinmeer enthielt, sehe ich in dem Stink- 
schiefer des mittleren Zechsteins. 

Das Verschwinden des Jods läßt 
sich in folgender Weise erklären : Ein Teil des Jods 
wurde von Seetangen, Seealgen, Spongien und ande- 
ren jodassimilierenden Seepflanzen und Seetieren 
aufgenommen und dadurch in unlösliche Form ge- ^ 
bracht. Die jodhaltigen pflanzlichen und tierischen 
Reste wurden in Baien und Buchten des alten Zech- 
steinmeeres zusammengeschwemmt, und vermu- 
tungsweise kann man sagen, daß dies das Urmate- 
rial war, aus dem der Jödgehalt heutiger Salz- und 
Mineralquellen, soweit sie dem Zechstein entstro- 
men, herstammt. Denn eine erhebliche Anzahl 
deutscher jodhaltiger Quellen entspringen in der 
Nähe der früheren Küsten des Zechsteinmeeres — 
ich denke an Suiza, Kissingen, Orb-, 
Kreuznach, Homburg, Wiesbaden, 
Salzhausen unweit Nauheim u. a. 

Nach dieser Hypothese würde also das aus dem 
Zechsteinmeer verschwundene Jod teilweise in den 
Jodquellen wieder erscheinenßä). Was es an Jod- 
salzen noch enthielt, d. h., was die das Salzmeer 
anfangs noch bevölkernde Fauna und Flora nicht 
aufgezehrt hatte, das konnte sich, zur Trockne ein- 
gedunstet und auf großer Oberfläche verteilt, unter 
den Strahlen der Sonne zersetzen. Jodmagnesium 
bräunt sich am Licht, das Jod verflüchtigt sich 
und konnte vom Winde weggeführt werden. 

Die rückständige Salzkruste, welche die Flächen 
des ursprünglichen Zechsteinmeeres bedeckte, 
mochte bei Annahme von 100 m Meerestiefe eine 
durchschnittliche Mächtigkeit von 2 m haben. 

In der -abflußlos gewordenen Salzwüste bildeten 
sich nun Depressionen heraus, welche sich mit Salz- 
lauge füllten. Erdsenkungen innerhalb des Konti- 



62) Es sei hier auch auf die von H ö f e r (Sitz.- 
Ber Akad. Wien math.-nat. Kl. III, Abt. I, 615) 
festgestellte Tatsache hingewiesen, daß die Wasser, 
welche Erdöl begleiten — in Deutschland z. B. die 
Marienquelle zu ölheim — , jodhaltig sind, womit 
nicht gesagt sein soll, daß jenes deutsche Erdöl- 
vorkommen gerade mit dem Zechsteinmeer in Ver- 
bindung zu bringen sei. 



— 12 

nents, welche namentlich die norddeutsche Tief- 
ebene betrafen, führten zum Schluß der Dyasforma- 
tion ganz allmählich zur Entstehung des Magde- 
burg-Harzer Beckens. Tiefe Niveauänderungen ge- 
stalteten ?ich nördlich vom Harz und nördlich vom 
Thüringer Wald aus, sowie an allen den Stellen, wo 
sich jetzt Steinsalzlager von gewaltiger Mächtig- 
keit befinden. In diese zentralen Depressionen 
strömten, während das Sinken fortdauerte, von allen 
Seiten die Gewässer, welche die salzigen Rück- 
stände des früheren Binnenmeeres in gelöstem Zu- 
stande auf ein V e r h ä 1 1 n i s m ä ß i g kleines Ge- 
biet zusammenführten. 

Mündet ein Strom, dessen Wasser Salze gelöst 
enthält, in ein abgeschlossenes Becken, dann wird 
er dieses so lange füllen, bis die Oberfläche des Sees 
so groß geworden ist, daß seine Verdunstung dem 
Zufluß die Wage hält. Damit ist ein physikalisches 
Gleichgewicht hergestellt, aber kein chemisches63); 
denn die Menge der zugeführten Salze vermehrt 
sich andauernd. Das Seewasser reichert sich daran 
an bis zur Sättigung. Ist diese erreicht, so beginnen 
die gelösten Salze sich in der Reihenfolge ihrer 
Schwerlöslichkeit aus dem Salzsee auszuscheiden. 
Die Mächtigkeit der entstehenden Salzablagerungen 
hängt ab von dem Salzgehalt der Zuflüsse, ihrer 
"Menge und Zeitdauer, sowie natürlich von der Tiefe 
des Beckens bzw. der zunehmenden Vertiefung der 
j^cpresaion. Die zugeführtc Salzmenge ist ferner 
abhängig von der Größe des Auslaugegebietes, wel- 
ches der Depression zugehöile. Wenn ein Gebiet 
vpn 1000 Quadratmeilen, welches Salz in einer 
durchschnittlichen Gesamtmächtigkeit von 2 m ent- 
hält, ausgelaugt und alles vorhandene Salz in eine 
Depression von 5 Quadratmeilen Fläche überge- 
führt wird, so muß hier bei völliger Verdunstung 
eine 200 mal so mächtige Ablagerung, also ein Salz- 
lager von durchschnittlich 400 m Mächtigkeit ent- 
stehen. 

Noch heute werden von manchem kleinen 
Wüstensee die Salze einer tausendmal größeren 
Fläche gesammelt, und im großen Maßstabe 
sind Beispiele dieser Art der Kaspisee, dem 
ein gewaltiger Teil Rußlands tributpflichtig 
ist, das Tote Meer, der nordamerikanische Große 
Salzsee. 

Die- Fläche, welche während des Überganges 
der germanischen Dyas zur Trias per iode als Aus- 
laugegebiet der norddeutschen Depression zuge- 
hörte, kann sehr groß angenommen werden und mag 
l sich weit hinein in das jetzige Rußland erstreckt 
haben. Daß zu jener Zeit eine Verbindung zwischen 
Rußland und Norddeutschland bestand, ist wegen 
der Gleichartigkeit der Fauna wahrscheinlich. Die 
gipshaltigen Kalkgebirge Zentralrußlands schließen 
nach A. deLapparente*) eine Fauna ein, von 
der neun Zehntel dem deutschen Zechstein zuge- 
hören. Aber auch im Nordwesten können große 
kontinentale Flächen vorhanden gewesen sein, denn 
das nachmalige Triasgebiet des Buntsandsteins stand 



mit dem Buntsandsteingebiet von England in un- 
unterbrochenem Zusammenhanges). 

Die Zusammenführung der vom Zechstem- 
meer zurückgelassenen Salze mußte, wie bereits er- 
wähnt, nach eingetretener Sättigung des Wassers 
eine allmähliche Ausfüllung der Depression mit Cal- 
ciumsulfat und Steinsalz bewirken. Das Calcmm-, 
sulfat aber mußte sich als A n h y d r i t ausschei- 
den, wenn die naheliegende Annahme gemacht 
wird, daß die Laugenseen gleich anfangs mit den 
leichtlöslichsten Salzen, also namentlich Chlor- 
magnesiumlösung, sich füllten. 

Die Anhydritschnürc, welche die Staßfurter 
Salzlagerßö) mit - großer Regelmäßigkeit durch- 
ziehen, werden — wie schon früher bemerkt wurde 
— am einfachsten so erklärt, daß die gipsführenden 
Salzbäche, welche den Salzsee speisten, im Wechsel 
der Jahreszeiten intermittierend flössen. In der 
verhältnismäßig regenreichen Zeit hat sich wohl das 
spezifisch leichtere zufließende Wasser über der 
konz., schweren Salzlösung als oberste Schicht 
ziemlich gleichmäßig ausgebreitet, um dann in der 
heißen Zeit zu verdunsten und zunächst seinen 
Gipsgehalt infolge der Berührung mit der Salzlauge 
im wasserfreien Zustande ausfallen zu lassen; dann 
t folgte bei weiterer Verdunstung die Krystallisation 
des Steinsalzes. Eine solche Annahme steht jeden- 
falls in Übereinstimmung mit den an Salzseen beob- 
achteten rezenten Vorgängen. So ist das Wasser 
des Toten Meeres einem bedeutenden jährlichen 
Steigen und Fallen unterworfen. Die Winterregen 
und das Schmelzen des Schnees auf dem Antilibanon 
bewirken ein Steigen um mehreife Fuß, während die 
lange anhaltende intensive Sommerhitze eine be- 
deutende Verdunstung verursacht«'). Auch im 
Karabugasbusen stellte A n d r u s s o w 6») ein 
regelmäßiges Schwanken des Wasserniveaus fest; 
es steigt im Winter um 4—5 Fuß und fällt im 
Sommer. 

Im Eltonsee, dem bedeutendsten russischen 
Salzsee, der neben zahlreichen anderen Salzbächen 
von der Charisacha mit 5%igem Salzwasser 
gespeist wird, besteht der Bodenabsatz aus einem 
vielhundertfältigen Wechsel von Salzbänken und 
Streifen schwarzen Schlammes^») und auch im 
Baskuntschaksee am linken Ufer der 
Wolga sind die den einzelnen Jahrgängen ent- 
sprechenden Salzablagerungen durch eine sehr 
dünne sandige Schicht voneinander getrennt "O), 
während das Salz, welches in versandeten Salzseen 
unter der Decke von Flußsand krystallisiert, ohne 
Schichtung ist. Manche Salzseen setzen in der 



63) Vgl. Forchhammer, Phil. Transact. 
London 155, 243. 

64) Traite de Geologie 1900, 986; Lappa- 
re n t gibt dort eme instruktive Karte über die 
Meeres- und Festlandsverhältnisse der Zechstein- 
periode. 



66) E. F r a a s , Die Bildung der germanischen 
Trias, Separatabdruck aus den Jahresheften des Ver- 
eins für vaterländische Naturkunde in Württem- 
berg, Stuttgart 1899, 9. 

66) Auch die württembergischen Steinsalzlager 
besitzen z. T. solche Jahresringe ; vgl. W. B r a n c o. 
Das Salzlager bei Kochendorf am Kocher, Stutt- 
gart 1899. 

67) G. Bischof, Lehrb. d. ehem. u. phys. 
Geologie, 2. Aufl. II, 49 (1864). 

68) P e t e r m a n n s Mitteil. 43, Heft 2 (1897). 

69) Bergsträßer, Peter manns Mitteil. 
1858, 93; Kayser, Lehrb. d. allgem. Geologie, 
2. Aufl. 1905, 370. 

70) W a 1 1 h e r , Lithogenesis d. Gegenwart 
1893/94, 787 ; Bergsträßer, I.e. 



— 13 



trocknen Jahreszeit auch an der Oberfläche eine 
Salzkruste ab, welche in der nassen Jahreszeit zum 
Teil wieder gelöst wird'i). 

Die Seen des ägytischen Natrontales schließ- 
lich trocknen in den Monaten Mai bis JuH meist 
vollkommen ein, während sie ihren höchsten Was- 
serstand, bis zu 2 m, im Dezember haben'72). 

, Diesen Naturbeobachtungen aus der Jetztzeit 
gegenüber muß die neuerdings vielfach geäußerte 
Meinung'73)^ daß das^ Steinsalz der Staßfurter Salz- 
lager in der kälteren Jahreszeit, der Anhydrit in 
der heißeren abgeschieden wurde, gekünstelt er- 
scheinen. 

Ein Punkt bedarf noch der Erläuterung : wie 
es nämlich zu verstehen ist, daß die Anhydrit- 
schnüre nicht in stärkerem Maße durch einge- 
schlämmtes Material, Ton oder Sand, verunreinigt 
sind. Zur Erklärung könnte man vielleicht geltend 
machen, daß die ohne viel Gefälle langsam durch 
die Salzwüste schleichenden Bäche nicht viel mine- 
ralischen Detritus mitführten. Überzeugender aber 
erscheint es zum Verständnis jener Erscheinung, 
die schnell klärende Eigenschaft von 
Salzlösungen heranzuziehen. Bodlaender'*) 
hat diese eigentümliche Erscheinung der Klär- 
fähigkeit, welche nach ihm mit der elektrischen 
Leitfähigkeit der gelösten Stoffe zusammenhängt, 
wissenschaftlich näher untersucht. Der Nieder- 
schlag erfolgt im allgemeinen um so schneller, je 
stärker die Salzlösung ist. Es ist also leicht ver- 
ständlich, daß alle emulgierten Substanzen, welche 
die Bäche mit sich führten, am Ufer oder in einer 
Bucht, die als Klärbassin diente, sich nieder- 
schlugen und das klare Gips und Salz führende 
Wasser sich auf der Oberfläche der konz. Salzlauge 
— nun weiter verbreitete. Die auf solche Weise er- 
folgende Fortführung des Gipses durch die obere 
Strömung hatte gleichwohl eine Grenze in der all- 
mählich erfolgenden Vermischung mit der darunter 
befindlichen schweren Salzlösung. Wenn man sich, 
wie vorausgesetzt wird, ein ganzes System von Salz- 
seen in der norddeutschen Tiefebene verteilt denkt, 
die miteinander nur teilweise in mehr oder weniger 
beschränkter Kommunikation standen, so ist ohne 
weiteres klar, daß die Bedingungen der Verdamp- 



"1) Der Baskuntschaksee hat in der heißen 
Jahreszeit sogar eine 2 m starke Salzdecke, unter 
dieser befinden sich 7 m Salzwasser. Trotz der Be- 
deckung krystallisiert am Boden reines Steinsalz 
aus, indem dafür eine entsprechende Menge des un- 
reineren Salzes der Decke in Lösung geht. Zur Salz- 
gewinnung werden Löcher in die Decke geschlagen 
und durch diese das reine Salz vom Boden herauf- 
geholt (Privatmitteilungen meines Bruders H. 
E r d m a n n). In ähnhcher Weise schildert J o h. 
W a 1 1 h e r (Verh. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin 
1898, Nr. 1, 65 und Lithogenesis S. 153) den Salzsee 
bei MoUahkara, der eine zolldicke, ziemlich harte 
Salzdecke trägt und im Sommer den Anbhck einer 
frisch beschneiten Eisfläche^ewährt. 

72) G. S c h w e i n f u r t h und L e w i n , 
Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde 33 (1898), Separat- 
abdruck ; E. Stromer von Reichenbach, 
Die Umschau (Verl. von H. Bechold), Frankfurt 
a. M. 8, 481 (1904). 

73) Siehe z. B. E h r h a r d t, Die norddeutsche 
Kaliindustrie, 7. Aufl., 12. 

7*) Neues Jahrb. f. Mineral. 1«93, II, 147. 



fung in den einzelnen Salzpfannen je nach Zusam- 
mensetzung und Menge der Zuflüsse, je nach der 
Tiefe des Beckens, dem vorhandenen Oberflächen- 
wasser, der Temperatur, verschiedene waren, und 
hierdurch scheint die hier vorgetragene Anschau- 
ung auch für die Verschiedenartigkeit 
der vorhandenen Salzlager im Magdeburg- Harzer 
Becken, im Werragebiet, in Hannover eine bessere 
Erklärung zu bieten, als es die Annahme eines ein- 
zigen vom Ozean aus gespeisten Meerbusens vermag. 

Viele Jahrtausende hindurch haben sich, wie 
die Zahl der Schnüre anzeigt, Steinsalzbänke und 
Anhydritschnüre wechselweise abgelagert. Die 
Mutterlaugensalze reicherten sich in der Lösung 
mehr und mehr an, aber eine starke Minderung der 
Verdunstungsfähigkeit brauchte deswegen nicht ein- 
zutreten, weil das zufließende, schwach salzige Was- 
ser auf der Oberfläche schwamm und sich hier kon- 
zentrierte. Hingegen läßt sich aus der Abnahme 
der Stärke der Anhydritschnüre und der zunehmen- 
den Mächtigkeit der zwischengelagerten Steinsalz- 
bänke nach obenhin folgern, daß die Zuflüsse sich 
allmählicli verringerten. Die Trockenheit des Kli- 
mas, welche sich in der Verarmung der Flora dieser 
geologischen Periode zeigt'ö), nahm zu und ließ die 
Zuflüsse schließlich ganz versiegen. Eintritt und 
Steigerung des Mißverhältnisses zwischen Verdamp- 
fung und Wasserzufuhr werden ein starkes Sinken 
des Salzwasserspiegels bewirkt haben. Die Salzseen 
traten zurück, indem sie auf weiten Strecken Landes 
Salzkrusten an ihren Ufern hinterließen. 

Auch diese Voraussetzungen lassen sich durch 
rezente Vorgänge belegen. Die Wassermenge des 
Toten Meeres war früher viel größer als sie 
infolge verminderten Zuflusses jetzt ist; das lehren 
die salzhaltigen Absätze, welche mehr als 100 m 
über den heutigen Wasserstand hinausreichen'^). 
Der Spiegel des Utahsees in Nordamerika ist im 
Laufe der Zeit um mehrere 100 m gesunken^'). 
Ein anderes Beispiel bieten die am Nordrande der 
Sahara sich hinziehenden „Schotts" dar, die Reste 
eines fi'üheren Binnensees, der durch die zuneh- 
mende Trockenheit des nordafrikanischen Klimas 
zu einer Anzahl von Salzsümpfen zusammen- 
schrumpfte. Unter dem Einflüsse heißer und trok- 
kener Winde, in einem Klima, wie es jetzt etwa in 
der Sahara oder in der Wüste Atacama herrscht, 
war es möglich, daß die Salzpfannen der Zechstein- 
periode auch die hygroskopischen Salze des Kaliums 
und Magnesiums ausschieden. Auch in der Art dieser 
Ausscheidungen liegen Andeutungen vor, daß die 
Zusammensetzung der Mutterlauge nicht genau die 
eines verdampfenden Meerwassers war. Als ein Bei- 
spiel führe ich den Glauberitan, welcher in der 
Kieseritregion von Leopoldshall gefunden wurde. 
Verdunstendes Meerwasser führt nicht zur Glaube- 
ritbildung. 

Zweifellos mußten nach Ablagerung der leicht- 
löslichen Salze, bevor diese durch den Salzton vor 
der lösenden, scheidenden und transportierenden 



75) Frech, Lethaea geognostica II, 3. Abt. 
554, 557 (1901). 

76) Roth, Allgemeine und chemische Geo- 
logie I, 475 (1879). 

77) W a 1 1 h e r , Verhandl. d. 10. Geographen- 
tages 1893, 144. 



- 14 



/ 



Kraft des Wassers geschützt wurden, die mannig- 
fachsten Umbildungen und Translokationen auf den 
weit ausgedehnten Salzflächen stattfinden — dar- 
über sind sich, seitdem dies von P r e c h t zuerst 
hervorgehoben wurde, alle einig, welche das Problem 
der Kalisalzlagerentstehung bearbeiteten. 

Dort, wo das Salz durch Zurücktreten des See- 
spiegels freigelegt war, oder wo durch Gebirgsdruck 
die Oberfläche des Salzlagers aus der Mutterlauge 
herausgehoben wurde, konnten die ausgeschiedenen 
Kalium- und Magnesiumsalze durch Regen und zu- 
strömendes Tageswasser leicht wieder aufgelöst 
werden. Es bildeten sich neue, schüsseiförmige 
Salzpfannen, welche selbst bis in die Regionen des 
älteren Steinsalzes hinabreichten. Beim Verdunsten 
des Inhaltes dieser Salzbecken konnte sich selbst 
dann eine andere Salzfolge als die ursprüngliche 
ausscheiden, wenn es sich nur um eine Umkrystalli- 
sierung an Ort und Stelle handelte, da jetzt ein 
Überschuß an Chlormagnesium fehlte. 

Ich will hier nicht auf die Einzelheiten sekun- 
därer Salzumbildung eingehen — fürchte ich doch, 
Ihre Aufmerksamkeit bei dem für einen Vortrag 
etwas spröden Stoff schon zu lange in Anspruch 
zu nehmen. 

E V e r d i n g hat den gewaltigen Umfang, 
welchen die teils auf Gebirgsfaltung, teils auf Um- 
lösung. beruhenden Veränderungen der ursprüng- 
^lichen Salzlager namentlich im Südhafzgebiet, im 
Gebiet der Werra und im Gebiet der Leine zeigen, 
anschaulich und detailliert nach den geologischen 
Forschungen geschildert. Dabei kann aber der Che- 
miker doch eine Bemerkung nicht unterdrücken, 
die sich auf die Entstehung des Hartsalzes be- 
zieht. Man kann sich die Hartsalzlager aus der Um- 
bildung eines Carnallitlagers oder auch direkt aus 
einer Lösung hervorgegangen denken. Der erste 
Fall, die sekundäre Umbildung eines Lagers, wel- 
ches aus einem Gemenge von Carnallit und Kieserit 
bestand, in Hartsalz ist einfach zu erklären, durch 
die Annahme nämlich, daß eindringendes Wasser 
das Chlormagnesium aus dem Carnallit heraus- 
wusch, und Chlorkalium und Kieserit, d. i. Hartsalz, 
zurückblieb; die Zeit und die Menge des Wassers 
reichte in solchem Falle nicht hin, um auch den Kie- 
serit anzugreifen und so die Gleichgewichtslage her- 
zustellen, welche schließlich zum Kainit geführt 
hätte. 

Ich lasse mich aber gern durch E v e r d i n g 
überzeugen und neige selbst der Ansicht zu, daß die 
petrographische Beschaffenheit, die bankige Schich- 
tung der Hartsalzlager und andere Umstände eine 
direkte Ausscheidung des Hartsalzes aus Lösungen 
in vielen Fällen wahrscheinlich machen. Dann muß 
man für diese Fälle der Hartsalzbildung notwendi- 
gerweise eine Temperatur der ursprünglichen Lö- 
sungen oberhalb 72° annehmen. 

Denn v a n ' t Hoff») hat festgestellt, daß 
nur oberhalb 72° eine gemeinsame Ausscheidung 
von Sylvin und Kieserit aus ein und derselben 
Lösung erfolgen kann. 

Wenn nun Everding'^) aus geologischen 
Gründen annimmt, daß sich das Hartsalz aus Lö- 



sungen ausgeschieden habe,, gleichzeitig aber 
Temperaturen über 72° für a u s g e s c h 1 o s s e.n 
hält und meint, Chlorkalium und Kieserit würden 
sich trotz van'tHoff auch aus kalter Losung 
nebeneinander haben ausscheiden können, so ist 
das meines Erachtens keine Erklärung, son- 
dern der Verzicht auf eine Erklärung. Die che- 
mische Wissenschaft hat ein Anrecht darauf, zu 
verlangen, daß die von ihr festgestellten Tatsachen 
und erkannten Naturgesetze auch von den Herren 
Geologen nicht als quantite negligeable betrachtet, 
sondern voll gewürdigt werden. 

Salzwassertemperaturen von der angegebenen 
Höhe sind aus dem Bereich des Unwahrscheinlichen 
herausgetreten, seitdem v. Kaleczinsky^o) 71° 
an ungarischen Salzseen in einer Tiefe von 1,3 m 
tatsächlich gemessen hat. Solche Auf- 
speicherung der Sonnenwärme kommt zustande, 
wenn auf der Oberfläche des konz. Salzwassers eine 
Süßwasserschicht lagert. Das sind Verhältnisse, 
wie sie auch an den deutschen Salzseen der Zech- 
steinzeit wahrscheinlich vorlagen, und wie sie in 
meinen obigen Ausführungen angenommen sind. 

Wir sind nun bis zur. Bedeckung der Salze des 
ersten Stockwerkes gelangt. Nur dort konnten die 
leicht löslichen Salze, die das Hangende der Lager 
bilden, durch die weiteren geologischen Epochen 
hindurch erhalten bleiben, wo sie begraben wurden 
unter einer undurchlässigen Decke von Ton, welche 
einen Schutz bildete gegen unterirdische Erosion. 

Ich sehe den Salzton als eine durch den. Wind 
entstandene Bildung an. 

Seitdem F. v. R i c h t h o f e n «i) nachge- 
wiesen hat, daß die 200 m mächtigen Lößlager im 
nördlichen China ein Produkt äolischer Ablagerung 
sind, seitdem man die abtragende und transportie- 
rende Kraft des Windes in Wüstengegenden kennen 
gelernt hat und auch die Formation, welche kon- 
kordant der Dyas aufgelagert ist, den ßuntsand- 
stein, ziemlich allgemein als Windbildung betrach- 
tet, liegt an sich nichts LTnwahrscheinliches mehr 
in der Annahme, daß der „Salzton" als Staub aus 
der Luft herabgefallen ist, hinein in die von Mutter- 
lauge gebildeten Salzseen. Das Material dazu 
konnten neben den vom früheren Zechsteinmeere 
gebildeten Gipsstöcken die alten Faltengebirge 
Mitte leuropas82) geliefert haben, welche aus Schiefer 
bestanden mit einem Kern von Granit. Zuerst 
mochte der verwitterte Schiefer der „Defla- 
tion", d. h. der abtragenden Wirkung des Windes 
unterliegen, während später, als der Granit bloß- 
gelegt war, dieser die Sandmassen lieferte, mit denen 
die weiten Tiefebenen in der Triasformation über- 
schüttet wurden. Nach dieser Anschauungsweise 
ist der vom Winde forttransportierte, mit Gips ver- 



'8) van'tHoffundMey erhoff er, Sitz.- 
Ber. Akad. Berlin 1902, 1106. 

■9) Deutschlands Kalibergbau S. 83 u. 88. 



80) Zeitschr. f. Gewässerkunde 1901, Heft 4; 
Ann. Phys. (4) 1 (1902). 

81) China I, 74 ff , II, 741; Ausland 1883, 585; 
über die abtragende Gewalt des Windes in Wüsten- 
gegenden vgl. auch A. S c h e n c k , Verh. d. 10. 
deutsch. Geographentages 1893, 167; G. Schwein- 
furth und Lew in, Zeitschr. d, Ges. f. Erd- 
kunde 33 (1898), Sonderabdr. S. 6; W a 1 1 h e r , Ge- 
setz d. Wüstenbildung 1900, 31 ff. 

82) Vgl. die Karte in F. F r e c h s Letheaea 
geognostica 1899: Die Kohlenfelder und Falten- 
gebirge Mitteleuropas nach Schluß der Carbonzeit. 






I 



WTJ. 



15 



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mengte Tonstaub in die Seen gefallen, hat sich mit 
der konz. Lösung der Mutterlaugensalze vollge- 
sogen und allmählich niedersinkend ein geschich- 
tetes Sediment von 4 — 10 m Mächtigkeit auf den 
krystallisi^rten Kalisalzen gebildet, das ganze Salz- 
lager nach oben hin hermetisch abschließend. 
Oberhalb dieser Deckschicht mochte noch viele 
Meter tief die Mutterlauge der Salze als fast ge- 
sättigte Chlormagnesiumlösung stehen. 

Der Vorzug meiner Betrachtungsweise scheint 
mir in der größeren Einfachheit zu liegen. Ich 
bringe nicht auf geheimnisvolle Weise Mutterlaugen- 
salze beiseite und nicht Millionen von Fischen. 
Ich lasse auch nicht den Boden des jetzigen Deutsch- 
lands wiederholt auf und nieder schwanken, denn 
es scheint mir durchaus nicht erwiesen, daß nach 
Ablagerung des Salztons das Meer von neuem ein- 
gebrochen ist und alles überschwemmt hat. Was 
ich zur Erklärung der Erscheinungen als Hypo- 
these allein gebrauche , das sind abwech- 
selnde große Epochen hoher, allmäh- 
lich abnehmender Niederschlags- 
mengen und großer Trockenheit. Die 
Zeiten der größten Trockenheit sind gekennzeich- 
net durch den S a 1 z t o n , durch die über dem 
jüngeren Steinsalz ausgebreiteten Tonschich- 
ten und schließlich durch den Buntsand- 
si;^e i n. So wie die „Jahresringe" des älteren 
Steinsalzes von dem jährlichen Wechsel zwi- 
schen Regenzeit und Trockenheit herrühren, so 
legt die dreimalige Aufeinanderfolge mächtiger 
Schichten von Anhydrit und Steinsalz meines Er- 
achtens Zeugnis ab von klimatischen Schwankungen, 
welche sich im Laufe großer Zeiträume vollzogen. 

Die erste dieser klimatischen Epochen um- 
faßte den Zeiträum, in welchem sich der ältere An- 
hydrit, das ältere Steinsalz mit seinen Kalisalzen 
und dem Salzton ablagerte, die zweite beginnt mit 
dem sog. Hauptanhydrit, auf den das 
jüngere Steinsalz folgt, die dritte wird oberhalb des 
roten Tones, der das jüngere Steinsalz bedeckt, 
wieder durch Ablagerung von Anhydrit mit darauf- 
folgendem Steinsalz gekennzeichnet 

Um dem in der mittleren dieser Epochen ent- 
standenen zweiten Stockwerk der Salzlager noch 
einige Worte zu widmen, so begann also, nachdem 
der Salzton abgelagert war, wieder eine Periode 
reichlicher Niederschläge; erneute Zuflüsse von 
gipshaltigem Wasser strömten in die bereits durch 
die älteren Salzablagerungen teilweise gefüllten De- 
pressionen. Dadurch wurde auch von neuem Salz 
in die über dem Salzton noch vorhandenen Mutter- 
laugen geführt; aber der Zufluß war stärker als die 
Verdunstung, so^daß für lange Zeit eine bleibende 
Verdünnung der Mutterlaugen eintrat, und sich 
nur Anhydrit abschied, wie er als Hauptanhydrit 
in einer Mächtigkeit von durchschnittlich etwa 
60 m über dem Salzton liegt. 

In Becken, deren Zuflüsse kohlensaure Salze 
enthielten, konnte sich an Stelle des Anhydrits 
Plattendolomit bilden, der z. B. im Werragebiet 
das genetische Äquivalent des Hauptanhydrites 
darstellt, als ein deutlicher Beweis, daß hier ein 
anderes, von dem Magdeburg- Harzer Becken 
getrenntes Becken bestand. 

Gegen meine Ansicht, daß es kein Meerwasser 
war, welches den Salzton bedeckte, läßt sich gel- 



tend machen, daß es dem Landesgeologen E. Z i m - 
mermann^^) gelungen ist, marine Versteine- 
rungen im Salzton von Sperenberg und von Quer- 
furt aufzufinden : kleine zWeiklappige Muscheln in 
größerer Anzahl, gewöhnlich 1 cm groß, ferner 
einen fast 3 cm großen Muscholabdruck (Schizodus?) 
und eine 4 mm große Brachiopode. 

Es liegt mir fern, diese interessanten Funde 
eines so hervorragenden Geologen, wie es Professor 
Zimmermann ist, nicht genügend zu würdigen. 
Sie scheinen mir aber nichts anderes zu beweisen, 
als daß eine spärliche Fauna durch geographische 
Verbreitung vom Meere her ihren Weg in einzelne 
Salzseen fand und sich dort den Verhältnissen an- 
gepaßt hat. Die kleinen Bivalven können, worauf 
Zimmermann selbst hinweist, auch eingeweht 
sein84:). 

Auch in anderen Formationen, welche nicht 
Meeresbildungen sind, kommen vereinzelte kleine 
marine Tiere vor. Nach Walther ^s) findet sich 
in dem sonst völlig fossilleeren Buntsandstein ein 
Muschelhorizont, reich an kleinen Conchilien, bei 
Roda; auch in der produktiven Steinkohlenforma- 
tion treten marine Tiere vereinzelt auf^^). 

Im Staßfurter Salzsee haben sich 40 — 90 m 
mächtige Anhydritlager über dem Salzton ge- 
bildet; dann hörten die Zuflüsse auf, und durch 
weitere Verdunstung der nach den tiefsten Stellen 
sich zurückziehenden Salzlösung krystallisierte das 
jüngere Steinsalz aus. Die Jahresringe treten im 
jüngeren Steinsalz zurück, sind aber im liegenden 
Teile noch deutlich. Zum Unterschiede von den 
Jahresringen im älteren Steinsalz bestehen sie, wie 
P r e c h t festgestellt hat, nicht aus Anhydrit, son- 
dern aus Polyhalit. Es erklärt sich dies durch das 
Vorhandensein reichlicher Mengen von Kalium- 
und jV^gnesiumsalzen aus den alten Mutterlaugen. 
Die Mächtigkeit des jüngeren Steinsalzes schwankt 
im Magdeburg- Halberstädter Becken von 80 bis 
120 m, es tritt aber nicht überall auf und fehlt 
z. B. auf dem fiskalischen Bergwerk in Staßfurt 
und in Leopoldshall. Da es nur an den tiefsten 
Punkten des Staßfurter Beckens auskrystallisierte, 
so halten seine Ablagerungen oft im Streichen nicht 
aus; die Flötze verschwinden auf eine Entfernung 
von einigen hundert Metern in der Streichungslinie. 
Man kann wohl annehmen, daß das Becken mit 
Salzablagerungen angefüllt war, und daß es des- 
wegen hier auch nicht zur Abscheidung der ober- 
sten Kalisalze kam. Die Mutterlauge wurde heraus- 
gedrängt und floß vielleicht nach Nordwesten ab, 
da im Nordwest-Harzgebiet und in Hannover ge- 
rade das jüngere Steinsalz stark entwickelt ist, 
und Kalisalze eingelagert enthält. 

83) Zeitschr. geolog. Ges. 56, 47 (1904). 

84) W^enn man einmal den Faktor des trans- 
portierenden Wüstensturmes zuläßt, ist es geradezu 
selbstverständhch, daß auch vegetabihsche Sub- 
stanzen mit eingeweht wurden, welche bei ihrer Zer- 
setzung Huminstoffe lieferten und die dunklen 
Bänder im Salzton erklären, welche auf zersetzten 
Seetang (Chondrites) gedeutet worden sind. 

85) Über die Fauna eines Binnensees, Zentralbl. 
Min. 1904, 5. 

86) Vgl. W. B r a n c o , Das Salzlager bei 
Kochendorf; Separatabdr. aus den Jahresh. d. 
Ver. f. Vaterland. Naturk. in Württemberg, 55. 
Jahrg. (1899). 



16 



/ 



In Großrhüden (Gewerkschaft Carlsfund) hat 
das jüngere Steinsalz eine Mächtigkeit von 130 m, 
in Salzdetfurth von mehreren hundert Metern. 

Im Leinegebiet sijid überhaupt die Salzablage- 
rungen von denen in Staßfurt bekanntlich sehr ver- 
schieden, wieder anders sind sie im Werragebiet. 
Sie lassen die Regelmäßigkeit der Staßfurter Ab- 
lagerungen gänzlich vermissen. Wenn sich, wie in 
Hannover, inmitten des jüngeren Steinsalzes Nester 
und ausgedehnte Lager von Sylvinit und Carnallit 
finden, so muß angenommen werden, daß an diesen 
Stellen bei der Krystallisation ein Zufluß gesättigter 
Salzlösungen von wechselnder Zusammensetzung 
erfolgte, oder daß die ursprünglichen Ablagerungen 
später durch die Natur einer radikalen Umarbei- 
tung unterworfen wurden. 

Örtliche Differenzierung der schwerer und 
leichter löslichen Salze ist eine in Wüstengegenden 
sehr allgemein beobachtete Erscheinung. Gewisse 
Striche der Sahara sind mit Gips imprägniert und 
fast salzfrei; andere enthalten Chlornatrium und 
wieder andere Bittersalze. In Nevada finden sich 
Steinsalz, Borax und Glaubersalz getrennt vor»?). 



87) Fürer, 
1900, 19. 



Salzbergbau und Salinenkünde 



So werden auch die cleutschon Zechstei 
im Werragebiet und in Hannover, abgesehen 
den Veränderungen durch Gebirgsdruck, ein hau 
figes Umkrystallisieren und oftmalige Ortsverände- 
rung durch die Arbeit des Wassers erfahren haber 
bis sie endlich unter einer Tondecke zur Ruh 
kamen. Die Mutterlaugen wurden durch wandernde 
Dünen aufgesogen und entfernt, und die nächste 
geologische Epoche überschüttete die ganze Tief- 
ebene mit buntem Sandstein. 

M. H.! Ich bin am Schlüsse meiner Ausfüh- 
rungen angelangt und unterbreite diese in allgemei- 
nen Zügen gehaltene Anschauung über die Ent- 
stehung der deutschen Kalisalzlager Ihrer wohl- 
wollenden Kritik. Mein Vortrag hat seinen Zweck 
erfüllt, wenn er den Glauben an die Unfehlbarkei 
der Hypothese von Ochsenius in Ihnen wan- 
kend gemacht, ja vielleicht in dem einen oder ande- 
ren die Überzeugung geweckt haben sollte, daß 
jene Hypothese zu einem Dogma geworden ist, 
welches sich in der Tat wie eine Barre den 
Salzkörnchen mt'nsehlicher Naturerkenntnis ent- 
gegenstemmt, und daü es an der Zeit sein möchte, 
diese Barre in das Meer der Vergessenheit zu 
versenken.*' 



►'"■^ 




Sii^iltrti 



auf öfii Mbf nfdöern &f r Judierfabrikl^alöau 

im 3a^re 1864. 



^ic nact)fte^enbcn ^i^crfuc^e über bic Söirfun^ be« ifio\)tn B^mt-^ 
fetfauren Äali ausi ber ^abtit oou Dr. grau! in ©ta^urt, njurben 
in ber 5öeife angeftellt, ba§ <bic ganzen 40—80 3Äorgen betragenben 
Q3reiten erft üottftänbuj mit beu angegebenen Giengen (^nano unb 3uper* 
p^o^p^at beftellt lourben. ^ie gelber würben bann l)alb bnrc^getijeilt 
nnb bie eine *Qä(fte noä) mit Äalifalj in 3)lengen obn 1— 2'/i Zentner 
überbingt, wä^renb bie anbere $älf te o^ne Salg mit 9lüben bepflanzt mürbe, 
^a bie großen breiten noc^ nid)t üottftänbig abgefahren finb, fo fön-^ 
nen fpe<:ieae eingaben über baS pro ^Jlorgen geernbtete ^emid)t nic^t 
gemact)t merben, bodj ftellt fi^ baffelbe nic^t nnter 130 (Eentner pro 
aRorgen nnb bei ben ilaliriiben, meldte anc^ eine fräftige 93lattentmi(f= 
lung ^igten, ef)er etma^ bejfer, aU bei ben ni^t mit 5^ali gebüngten. — 

.3n bem ®in!anf«preife be§ Äali üon 15 @gr. pro (Eentner wer- 
ben für 5rad)t nnb 5{n§firenfoften nod; 2»'i ©gr. pro ©entner ^in^ 
j^ugereci^net. 



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1 etr. 



Seit 

ber 

}JoCarifatioii. 



SaftgcrairOt 



Sluguft, 
beu 26. 

Dctober, 
ben 4. 



5luguft, 
ben 15. 

2luduft, _ 

September, 
ben 20. 



©eptember, 
ben 30. 



Dctober, 
ben 4. 



September, 
ben 20. 



16. 070. 

16. 5«%. 
15. 5^ 

17. 5^ 



16 ^ 



15. 50. 
16 ^ 
15^ 

16. 25. 
17. 

16. 25. 
16. 5. 







17<^. 

180. 

150. 
15. 5. 



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Hufftergcfjaft 

Saftes 

in %. 



12. 42. 



14. 04. 



12. 83. 



16. 20. 



Saftes 

% 



3. 5$, 



2. 46. 



2. 67. 



30. 



12. 83. 

13. 23. 

12. Ol. 

14. 5L 

13. 17. 

15. 25." 

14. 45. 
14. 24. 
14. 45. 



2. 77. 

3. 49. 
1. 49. 
1. 83. 

1. 0. ] 

2. 55. 



f 2. Ol. 



14. 44. 

15. 65. 

13. 30. 

14. 38. 



2. 05. 



2. 56. 

2. 35. 

1. 70. 

1. 12. 



UerOtittiüfi 

boit 

,3uder 
9^id)tjuc!er 



5Bei burifd^nit^ 

lic^ 130 etr. m 

6eu untrbe ipxc 

gecvnbtet. 



100:29. 



100:17.5. 



100:20.8. 



100: 8.0. 



100:21. 
100:28. 
100: iÖ. 3. 
100:14. 
^00: 6, 5." 
100:17.5. 
100: 14. 1. 
100: 14. 1. 



100:17.7. 



100: 15. 



100: 12. 8. 



100: 7.8. 



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Butler. 



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2)iinQunö 

prc SJtorfleu. 



1601 
2020 



■■■^t 



419 



1644 



93emer!ungen. 



Sei bcr ^olavifation mar bcr 
6aft ber Sali^JHübcn na^ bev 
Scfecibung mit 33leieffifl bebcii^ 
tcub flarcr unb farblofer, al^ 
ber nid)t mit Äali gcbüngten, 
bereu Saft in ben meiftcn pl= 
len aud) wa&i ber Sdjeibung 
grünblau mar. 



17'A^(jt 



1822 



1800 
1953 



1660 



1795 



17i^ 



S)icfc JRübcn mürben in ber 
»nacbt t3om30.6e}3tembec jum 
1. October üerarueitet, alle 3 
Stunben 6 Stüc! au^ bcr 
[Reibe 3ur nebenftetjenben Ww 
terfu(^una genommen. 
^.,, ^ 2)cr Saft ging mit öV^ % 
1/ /-i otjr ^ai„„ö in bic Scbeibepfannc 
unb gab mit 6 (^imcr .«all 
ücu 20 % ®- 9«1<^i^ben eine 
faft maffcrbelle Sc^eibung mit 
menig Scblamm. 
i)\t mcitore SSevarbcitung ging 
fe^r gut Dor fic^. 



153 



44 Sgr 



135 17V2 6ör 



^ 




mt bie 9{e[it(tate kr taltbiingimg 

auf beul 
!Somtntum ^etcf^nt^ 

von 

t>tvtn mtitt^ni^ht^tv, fiieutettattt ^eitje* 

^ ; 3luf mcittem (^ute 9Beicf)nife bei Quari^ in ©(Rieften finb f(^on 
ratebcr^olt größere Quantitäten be0 bem^erm Dr. gtan! patentirten 
^alifalje^ jur Slnwenbung gefommen. 9Jlit ben 9tefultaten biefer ^ün= 
aung roat iä) bislier fo aufrieben, ba^ id) in ber Slbfid^t ()abe, jä^r= 
fid^ ein grö^ereö Quantum biefe^ <Sa(§e^ fortbauemb anguroenben, unb 
jroar, ba bie l^iefige 2öirt^f^aft in 10 (Sd^lägen einget()eilt ift, 3 3)lal 
itjä^renb ber gruc^tf olge. gum befferen ^erftänbni^ f e|e id) bie ^xn6)t' 
folge l^er: — — ""^T 

1. Kartoffeln: in animalifd)em Jünger unb 1 (^tr. Kali, 

2. Sein: 1 (Etr. Kali, 

3. Söeigen: gebrittt 1 (Str. 6uperpl)0i^pl;at am ^afer-C^uano, 

4. Klee 

V . öl Klee': 1 ßtr. Kali, 

6. üiap^: in anintalifd)em Jünger, 

7. Sein: 1 ©tr. Kali, 1 Str. (5uperp^oöp^at, 

8. Steigen: 1 Str. ©uperp^o^pbat, 

9. ©emenge: in animalifd^em i)ünger, 
10. äöeijen: 1 (Etr. ©uperpl)o^p]^at. 

ißerglei^enbe SSerfud^e ^ahe idt) fpecieU mit beni Kalifalj unb mit 
Kartoffeln gemacht, bod^ mö^te id) bel)aupten, bafe ba§ Kalif alg auf 
ben im Sföeigen befäeten Klee, meldier %dex t)orl)cr M\x mit 1 ^tr. 
Kalifalj gebüngt, getragen l)atte, fe^r t)ort]^eill)aft gemirft Ijat. Klee ift 
l)ier feit 3(^l)ren, tro| ber großen ^orgügtid)!eit be^ SBobenei, eine %xn(i)t 
gemefen, bie nie ben (Erwartungen entfprad). 3id) f^reibe oies^ ber Klee= 
mübigfeit be§ ^oben-^, ober mit anberen 3Borten, ber Kaliarmutl; §u. 
^ie C^egeub ^ier um (Slogan gehört ju ben beften unb am längften 
cultiüirten ganj 6(^lefien§, balier mol)l au(^ erflärlid^, ba^ ^ier ber 
Klee fd)on ml öfter ir)iebergefet)rt unb fomit abgebaut morben ift, mie 
auf ben mi^tber guten unb weniger lange cultit)irten ^^öben anberer ^e= 
genben, loo auf d^einenb ber Klee auf minber guten ^öben beffer al^ l)ier 
gemad^fen ift. Untergei^neter ift erft feit 2 Salären ^efi^er biefes 
'^<e^ unb t)örte t)on feinen (^ut)jnad)baren , ba^ ber Klee im 3lllge= 
' unfid)er fein f olle, aber auf jeben '$a\i nidjt gmei ^al^re au§l)at= 
■ M. Sei ber '^or§üglid)!eit beö Soben^ bejmeifelte id) biefe 
iuug unb glaube bur(| ben t)orgüglid)en Staub be^ Kleefelbe^ 
.fem S^l^re oen Semei^ p liefern, bag ber l^iefige Soben im 
^e ift, ben beften Klee ju liefern, w^nn i^m nur ba§ nöt^ige Kali 



5 

^cl)iuefeliottre flagnefta . . 10% 

' SBafier . 2f g 

®t)pä SKcrael ic. .... "cft 
ate ßauptbeftanbtt)eUe; e« ift nun oberem praltifc^ ^fJa^f'S*«^ S^tT/ 
Sa| ba/etiWrmagnefto, in größeren JSKenaen auf ^-eji^Äfer gebtad^, 

aerabcäu f#lic^ auf ben ^Pflansenrouc^S "'"S\"?}'.l'ri^f\f .«^tsHnr 
bei Sftübcncutturen, reo nebenbei ein geringer ®e^alt ber Safte an ©t)lor= 
nSm äufeert gefd^rlid) für bie ©r^^altung unbSrt)ftattifation beä 
2 uto ift. daneben rairtt aber ber ®t)lotmagnefmnigeM unbber 
boÄafferaebalt ber rof)en Slbraumfaläe aud) babur^ na^t^eiltg, bafe 
^Selben fetfrVgierig gend)tt9feit anjieljen unb n Solge be en let^ 
»erlieften. fein luäftreSen ber ©alje burc^ bie ©demafc^me tft o^folut 
unSttd unb felbf boä Slnäftrenen ber feuchten, ftoerigen SRaffen 
niTber lanb i t ebenfo muffelig, alä unangenehm, ba bte ^anbe unb 
ba" 4ua ber bamit betrauten Arbeiter burd) bie on^ngenben Saugen 
in Wrsefter Reit serf reffen raerben. Slnfeerbem «ertragen btefe ro^en 
mraumfS eine ängeie 3lufben,at)rung in feuchter £uft.md)t unb e« 
Sb nü! laEe befannt, it>o «orrät^e fc^on wä^renb eineä längeren- 
Transportes unb noc& nte^r bei längerem Sägern beina()e ganj äer= 

-^"Hltatte nun fc^on'in n^lner früheren SBefWpng, als ©|e- 

mifer ein r ber bebeutenften guderfabrifen ^eutfi^lanbs melfad) ®e= 

teaenbeit mid) ntit ber je^t fo brennenben grage beS Äalier a|es für 

to ?eföer näier p bef^ftigen, unb tiat mic^ biefe «ef^ftwuna be= 

fonbfrT auf bie 4rn.ertl)un9 ber ©tafefurter Slbraumfalje für lanb= 

Sd)aftlid,e unb ted),iif.^e 3™ede geüf,rt. 3" bteemjeftreben 

rourbe i& fpedett unterftüßt burd) bie Anregung, bie id) oon ^errn 

(Sebeimen aiegierungS-atatb gteuning, bem.ebenio confequenten als 

prattifc^en Vertreter ber fiiebiß'fd)en S^eonen, empfing. ®te |uf= 

qabe, melAe ic^ mir babei ftettte, mar eine breif adje; pnad^ft mufeten 

bie ur Düngung beftimmten Äalifalje eine Bufammenfejung baben, 

welche bie braSd) baren »eftanbt^eile bes roto abraumfalje« 

con erpirte resp. perbefferte unb nur bie roertMofen ober ab^ 

folut fMbliAcn befeitigte, fobann mufete bie p^t)fifalif(!^e unb 

mecbanifd)e S8ef(^offenl)eit ber ©alje eine berartige merben, 

baft fidi biefelben mit Seiii^tigteit foiuot»l mit ber §anb, atö burc^ 

bie ilafdline gleidimäfeig auf baS gelb bringen Itefeen, 

ohne beim Transport feud)t p roerben, unb enblid) fugten, um bie 

Senubung ber ©olse möglid)ft attgemcin p machen, bie 5ßreife 

ber ©alje moglidift niebrig fein, aöie meit mir bieS gelungen, mo-- 

aen bie folaenben Slngaben bartbun. I>aä oon mir fabricirte Hali= 

fall To^eTfd)'oefelfaureS Äali, entpt burc^fc^nitttid) m 100 

^^"'*" @d)ioefelfaure« Sali 18-20% 

©c^mefctfaure aKagnefia .... 18„ 

©c^TOefelfauren Salt 5/o 

Socbfal} *2" 

6t)lormagnefium . .• 3» 

afteine «Olagnefia 4» 

geu^tigfelt, ©anb jc. ..... . 6 « 



/«i 



5[)ie 58erbtttbutt9 be§ Stall mit Si^raefelfäute fta^^id) beMjdb oe-- 
tüäMt, weit t)iele ^taftüer unb ^^eoretüer fpecieU für beu Mbenbau 
bie jtoefelfauren ^[^erbinbungen ber OTalien ben faljfauren t)orgtet)en, 
i(^ felbft ^be bigf)er freiließ burc^auS !eine f(^äbUd)e 2öir!ung ber 
©Morfalien unb felbft be§ mit 6al§fäure bereiteten <Buv^xp\)o^v¥}^ J^= 
merfen fönnen, obwohl id) befonber^ le^tereg im gtöf^ten ^JlaMtabe bef- 
reitet unb feine 2lnnienbuna fpeciett bcobad)tet l)aU. ^ie fdjmefelfaure 
maanefia t)at für t)iele ^flanjen birect gro^e 33ebeutnng, metl btefelben 
gro^e 3)lengen mx ^agnefia d^ S(f(^enbeftanbt()ei( ent()alten, mbirect 
ift fie aber anö) M jeber ^Düngung von großem 9hifeen, Jt)et( fte tm 
6tanbe ift, baei Slmmonia! gu fiyiren unb bamit, mic mit ber ^^o§pt)or= 
fäure eine für bie panjenernä|rung I)ö(^ft n)ertl)t)olIe SBerbinbung : bte 
üboöpborfaure 3lmmoniaf SJlagnefia gu bilben, bie befanntlid) in fohlen-- 
fourelialtigem 2öaffer fef)r lö^li(^ ift. ^er (3t^ali be^ 5pi:äparat§ 
an £o(^f als erf^ien mir ebenfatt^ von großer 2öid)tig!eit, babaffelbe, 
mie Siebig'gi tlnterfuc^ungen bemiefen l^aben, bie mertt)t)olIe ®tgenf(!^aft 
Mt, ba§ lali fomie aud^ bie ©rbplio^p^ate — pf)o§p!)orfauren ^al! unb 
anbere pf)o§pIjorfauren Sßerbinbungen — im SBoben k\6)t töMid) ju ma^eu 
unb ben ^flan^en su^ufüfiren.*) Siebig'g 5tu^fpru(^, ba^ baS ^o(^falj 
auf bem Mcx al^ Sobent)erbefferung§mittcl bient, inbem eS mte ^flug 
unb 5ltmo§pt)äre auf i^n einwirft unb Tiäf)rftoffe, befonberl ^t)0Sp!)ate 
im ^t)ben verbreitet, ift aucf) pra!tif(^ Inngft bemiefen, unb bejiel^e td) 
mi(^ bierfür nic^t nur auf bie altf)ergebrad)te ^Inmenbung ber ^o6)= 
faUbüngung in vielen ^^eilen ^eutfd^lanb^, fonbern and) auf bte neu- 
eren von mihx^ in (Eirencefter**) bei 3(nmenbung von Äo(J^falj auf SLur= 
nip^ erbaltenen böd)ft günftigenSflefultate; bie vonanberenenglif(^enSanb= 
mirtben***) gema(|te 3Jlittl)eilung, bafe ^oc^f alj ben 39oben mürbe mad^e, 
ift mir au(^ bur(^ meinen verehrten greunb, §erm gabrübefi^er 3öeber 
in Duebtinburg beftätigt, ber in biefem Saläre ^üngung^verfucä^e mit 
meinem Präparat im aro^artigften Wla^^iaU gemai^t l^at unb bie 
lodere 33efd)affenl)eit ber bamit gebüngten ftrengen 33öben al^ bef onberS 
günftigen unb bemerfen^mertljen (Erfolg l)ervor^ob. — ^ie S5efür(^tung 
mancber gudcrrübenbauer, bafe bie Sufii^rung von ^od)falj bie SHualität 
ber eäfte verfd)led)tern fön?nte, f$eine mir, wie fc^on bemerft, nad) 
mebriäbrigen eigenen Erfahrungen ber §8egrünbung m ent= 
bebi-en. ^er Soben in ber 9iäl)e von eta^furt ift fo falgreid), ba& 
ni^t nur vielem ^runnenmaffer beinal)e ungeniepar ift, ba^ 6alj blül)t 
fogar in trodenen Sommern an vielen ©teilen förmlid) au^ ber Erbe 
herauf; trojbem ift bie ©tafefurter ^uderrübe für Kultur unb ^erar= 
beitung nod) immer eine ber beften unb ber (^e^alt ber ^elaffe an ^od)- 
falj, fomie überhaupt bie 3«enge bc^ in ber 3}lelaffe unfriftallifirbar ge-^ 
ivorbcnen 3uder§ feine von anbern ?^abrifen abmeidjenbe resp. abnorme; 
äbnlid)e Sl^er^ältniffe finben fid) aber nocb an mel)reren Drten unferer 
irovinj. 5lufterbem ift eine gemiffe 9Kenge 9latron für bie TObe ein 
notbmenbigeg 9Rabrung§mittcl; mir ift menigftcn^ bi^l)er feine ülüben-- 
af d)e vorgef ommen, bie nid^t ^^atronfalj in jiemlii^ b^beutenben 3)iengen 
enthalten ptte. 

*) 100 mmx. todjfai} löjen na« Siebig I500.®ramm ^]^o»)^orfa«TCU Ä«If, 6175 @r. ^)]^o«p]^orf. 
2(mmoniat=5JIa9nefla, toä^renb teibc €al3e in reinem üöaffet beinahe untoeiit^ finb. 
**) Journal of tho Royal Agricalturiü Society. 63. 
**•) Satmer« ^DJaflajin 1861. 



v^ 



dn'oliä) bleibt aber au(ä^ als eiiif a(^fte§ ^iilf^mittel bie Slttwenbuttg 
bet ^alifalje als Düngemittel für bie ^orfrui^t ber Sftübe. Da baS 
^o(i^falj nid^t ftar! non ber 2l(fer!rume feflgelialten mxh, tüä^renb bie- 
felbe bie ^alifalge fiyirt, fo t)erf(^n)inbet ber Ueberfc^u^ beffelben f($on 
im erften ^aljre aus ben oberen ©c^id^ten, unb bie 'iRühm finben bann 
nur ^alifalge vor, %üx alle, als SSorfrud^t ber Sflüben bienenbe ©erea= 
lien, befonberS aber für Werfte, ift ^odifal^ aber, mie fi^on aus bem 
voxi)cx Gefaßten lierrorgel^t, ein fel)r Dort^eil^afteS DüngungSmittel. 

Der geringe C^el)alt meines Präparats an ©Ijlormagnefium bürfte 
als unfd)äblid) gu betrai^ten fein, mie bieS au(^ bie ^rayis bemiefen 
bat; eine voUftänbige (Entfernung biefeS 3RebenbeftanbtljeilS würbe ien 
^reis unnötljig t)ertl)euern. 

2Bas nun bie mit bem von mir bargeflellten ^alifalje erhielten (Sr^ 
folge anlangt, fo finb biefelben na(^ ben mir üorliegenben Renditen 
burd^gängig günftige gemefen ; ic^ mag ©ie jebod) nic^t mit ben 9^eful= 
iaitn eigener SSerfud^e bel^elligen, ba felbftangefteUte (Experimente immer 
ben ©tempel eines gemiffen günftigen 5ßorurtl)eilS tragen, bagegen gebe 
id) ^f)mn nebenftel)enb bie S^efultate einer mit großer Umfid^t unb (3e= 
nauigfeit ausgeführten ^Serfuc^Sreil^e auS einer unferer beften Mben- 
n)irtl)fd)aften, unb werben ©ie baraus erfel)en, bag bie Düngung mit 
robem f^mefelfaurem ^all fomoljl relatio als abfolut feljr günftige ^e= 
fultate erhielt |^at, befonberS mad^e id) ©ie b^erbei auf baS bur^ 2ln= 
menbung t)on ^alibünger erhielte günftige ^er^ältni^ j^mifd^en 'kixbtn 
unb blättern aufmerffam, ba gerabe auf bie normale dntmidlung be3 
Blattes beim 9flübenbau ein großer äöertb ju legen ift. Die Slnmen^ 
bung bes ©oljeS auf ^laps, Kartoffeln uno Älee bat ebenfalls günftige 
Sflefultate ergeben unb ift n)ol)l ber befte ^emeis bierfür, bafs alle Sanb= 
mirtbe, meld)e bei ber Dorjä^rigen 8eftellung ^robebejiebungen mad)ten, 
in bief em ^a))xt gro^e Soften entnommen \)aim. ©benf o finb für ben 
%la6)^=, ^abadS= unb Sßeinbau, meldte ^befanntlid) febr viel Äali im 
Soben erf orbern, fd)on feit mel)reren 3al)ren fomobl für Deutfdfilanb, 
wie für 33elgten unb gran!reid) gro^e 3Jlengen ^alifalje t^eils in roljem, 
tl)eils, bel)ufs grac^terfpanmg tu concentrirterem ^uftanbe üon meiner 
gabrif in ©tafefurt geliefert. 

©S ift befannt, ba^ bie ^lage über 9flübenmübig!eit unb 5lleemü= 
bigfeit beS ^obenS in ben legten Salären üielfad^ unb leiber nur mit 
gu t)iel ©runb laut geworben ift ; f ol(|e fleemüben 58öben geigen oft in 
ilirer 3ufammenfefeung nod) eine anfd^einenb normale ^ef$affen^eit, 
tro^bem fc^minben bie (Erträge immer mel^r unb alle 3ufubr von (^uano 
unb ^^oSpbaten gemäljrt nur geringe ^ülf e. ©el;r lel^rreid^' finb in biefer 
^e^iebung bie üon §errn StmtSratl) 9timpau veranlaf^ten Slnal^fen flee:: 
müber S3öben ber Domäne ©d)lanftebt, eS entl)ielten banad^ 100,000 
Xl)eile ^oben von ©rbfattbreite, ÖartelSbreite, ©ibsborf an löslid;en 
©aljen ^ali . . . ♦ . 3 8,5 10 

91atron . . * ■. - 5,5 4 5,5 
es finb bieS im ©anjen gar md)t ungünftige ^obenqualitäten, t)crglei(.'^t 
man aber bamit bie 2lnal^fc beS berühmten ^leebobenS t)on 6t. Wlax= 
tin, ber in 100,000 ^^eilen entljält 

Aalt .... 13,1 
Sf^atron ., :» .8,3 



^> 



8 



r 



fo fpringt bie 58erfd)iebett^eit in bcr ^leefä^igfeit biefer ^obenarten fo-- 
fort in'g Sluge. 

(Sbenfo beutlic^ tritt bie na^t^eiliae ^ßirfung beö i^alimanöels bei 
ben burd) Dr. (5Jrout)en angeftellten Slfd^en-Unterfndjungen franfer unb 
gefunber ^uderrüben ^ert)or, e^ entf)ielten 100 ^f)ei(e 9^übenafc^e von 

mäßtfl flefauWcnMfecn ftarl gefouUenWübcu flefuiiben {Hüben 

5lalt . . . 26,78 19,0 30,5 

?Ratron . . 0,73 3,42 2,23 

SJlagnefta . 0,43 0,43 1,76 

e« fel)lte olfo anci) {)ier meberum an Mi unb nebenbei an ^Jlag^ 
nefia. 3u benfelben Sftefultaten !am Dr. (Atomen bei feinen Unter-- 
fudiungen von befallenem ^lee (3eitfd)rift beö lanbn)irt!)f$aft(i(^en ßen-- 
trabereing ber ^rorinj ©ad)fen 1861), 100 %^eik 2lfd)e enthielten t)on 

befattencm Ätee gefunbem 3ictl;flec gcfunber (gf^jarf ette 

. Äali . . . 3,32 35,5 35,8 

9^atron . . 0,87 0,7 3,5 

3(^ fann M biefer ©elegenlieit nid)t unil)in, ber 33orfd)läge ©r^ 
roälinung ju tl)un, n)eld)e fon)ol)l ron ^raftifern al^ X^'eoretifern, um 
ber brol)enben ©rfd^öpfung ber Sflübenfelber unb ber barau^ folgenben 
^rad^legung ber ganzen inlänbifd)en 3^<^ß^=3«^iifii^i^ üorpbeugen, ge= 
ma^t morben finb. 9}lan l)at e^ ntit sTedjt als einen großen Uebelftanb 
bejei(^uet, bafe bie bebeutenbeu 3)lengen von 6aljen, rael^e bie 3Jiela}fett 
entl)alten, au^ ben 3uderf abrifen an bie 3}Zelaffebrennereien gelten, um 
au^ biefen f(^lie§li(^ al^ @d)lempefol)le in alle 9Belt, nur uid)t wieber 
auf bie gelber, t)on benen fie l^erftammen unb für bereu J^-ru^tbarfeit 
fie unentbel^rlid) finb, gu gelangen. Qu ber X^at beträgt, nac^ mir t)or= 
liegenben juüerläffigen 33eri(^ten, bie 3)lenge üon 6(^lempe!ol)le, meli^e 
in aJlagbeburg t)cr!auft mirb, nal)e an 90,000 ßentner, entfpre^enb bem 
©rtrage von 12 — 15 SJlillionendentner Sflüben; e^ liegt auf ber^anb, 
ba^ eine fold)e alliäl)rlid) mieberfe^renbe ©ntfrembung ber nötl)igften 3}li= 
neralbeftanbtljeile ber 9lüben fd)limme golgen l^aben mu§, trofjbem mürbe 
eine 2lb^ülfe biefer offenbaren ©d^aben^ unferer 9lübenmirt^fc^aftenfel)r 
fd^mierig fein, ^er von mandjen Seiten gemai^te 33orf^lag, bie 33Ielaffe 
birect ju üerfütteni unb auf fold)e 2ßeife bem SBoben feine ^eftanbt^eile 
jurüdjugeben, ift bei ben im ^^erpltnifi jum guttermertl) l)o\)en greifen, 
meiere ber 3iid"c^^ftibri!ant für feine 3)ielaffen beimSSerfauf erhielt, üom 
!aufmännif(^en 6tanbpun!te immerhin bebenfUc^i; ber weiter gemad^te 
55orf(^lag, mit jeber 3wderfabrif eine Brennerei gu rerbinben unb in 
biefer nur ben eigenen <St)rup ^u üerbrennen, bietet aud) gro§e unb oft 
genug unüberminblii^e ©d)mierig!eiten, bie für jeben Kenner be;^ 33ren= 
nereibetriebe^ unfd^mer nad^jumeifen fein merben. 

5^e^men mir ben burd^f(^nittlid)en 3}lelaffenertrag ber 3uderfabrifen 
auf 2V2 % t)om 9flübengemid)t unb ba^ in einer 3uderf abrif burd)f d^nitt= 
lid^ ©erarbeitete Mbenquantum auf 200,000 (Str. an, f mürbe auf jebe 
3uderfabrif ein Quantum von circa 5000 ©entner ''ütelaffen jur <ipi= 
ritug- resp. ©(^lempengeroinnung fommen. ©^ ift nun aber ein gauj 
befonber^ bei ber 6piritu^brennerei feftftej^enber unb burd^ baö atlmälige 
@ingel)en ber fleinen Brennereien nod) tägli(^ bemiefener Sa^, ba§ bie 
groge gabrifation günftiger arbeitet, al^ bie Heinere, mit geringeren 
aJlitteln resp. mit geringeren ^Apparaten au^gerüftete, unb mürbe fid) 
bieg bei ben fleinen 9}lelaffebrennereien um fo me^r beftätigen, alö ge= 



^ 






rabe biefer ^m\^ ber Brennerei bei weitem tncl^r 21Cuftner!famfeit unb 
©rfalirung t)on ben %tä)mUxn erforbert, dg jeber anbete. 9Zitnmt man 
fetner mit .^intenmifefeunß alt biefet ^ebenfen in ^öettai^t, bafe eine 
^tennetei bei einet tä9lid)en ©inmaifc^nng tjon 10,000 ünatt, gute 
obet menigftensi genügenbe ©tttäge gemä^tte, fo mäte bie gan^e ^xtm= 
jeit anf 90—100 Xage im 3a()te befi^tänlt, ba bie raenigften 3u(!et= 
fabtüen in bet Sage fein bütften, fo t)iet £attoffeln anzubauen, obet 
mit ^otti)eil anpfaufen, um i()te 33tennetei it)ä()tenb bet übtigcn 3eit 
lu befc^äftigen. ^eljufö loitt^fc^aftlic^et Slu^nufeung bet et^altenen 3)le= 
!aff enf c^lempe mütbe t^ nun ni^t t)ott^ei(^aft fein, biefelbe p©c^lempe= 
hoi)U SU üetbtennen, fie mü^te Dielme^t, um bie batin ent()altenen SJlen-- 
gen üon <5tidftoff unb tol)ten()r)btaten gu Detmett^en, entmebet t)etfüttett 
obet in möglid)ft concenttittet gotm bitect auf ben Mex gebtad)t met= 
ben. 2öag nun bie Slnroenbung al^ guttet bcttifft, fo ift eö eine bei 
atten Sanbmittt)en, bie 3Jlelaffefd)lempe benufeen, befannte X()atfa^e, bafe 
biefelbe mit in befdjtänftem 9Jlaa§e angemanbt metben batf, ba all^u-- 
gto^e 3}lengen bat)on, in golge il)teg ©eljalte^ an ©aljen unb @äu= 
ten, ^^etbauunggftötungen unb ®utd)fäüe unb bei 3}luttetfd)afen !)äu= 
figeg ^^etlammen üetutf ad)en ; ganj befonbet^ tteten biefe Uebelftänbe 
ein, wenn, mie bie§ bei ßudetfabtifmitt^fd^aften butd)gei)enbg betgatt 
ift, ein gtofeet Xt)eil be§ getabe bei Sd^lempefütterung not^raenbigen 
3tau(^futtetö hvLxä) ^teftlinge (Xtäbetn, ©d^utpe) etfe^t mitb. ©^ bütfte 
nad) bet !)iet angef üt)tten bef d^tänften ^Imoenbbatf eit bet 9J^elaffenf d)lempe 
ben 3udetf abtuen übet()aupt filmet fatten, einen füt bie ©onfumtion 
bet gemonnenen ©^lempen auöteid)enben 35ie^ftanb p galten, unb mü^te 
ba^et ein Sl^eil bet ©d)lempe bitect auf ben Sldet gefa()ten metben. 
^Jlun entt)ält ahex bünne 6^lempe in 100 ©eroid)t^^tl)ei[en ^öc^ften^ 2 
Sl^eile ^atifalje unb V. ^^eil ©tidftoff, unb ^at bet Sanbioitt^ ba^et 
auf je^Va^funb loett^Dotle eubftan^en 97V2^funb mett^lofe au ttanö= 
pottiten; mie fd^raietig foli^et Xtanöpott unb bie tid)tige gleichmäßige 
'^ettljeilung bet ttanöpottitten glüf figfeiten auf ben im 2öintet oft gtunb= 
tofen Dtübenädetn ift, no(^ baju in Seiten, rao bie §etanfc^affung bet 
füt bie gabtif nöt^igen ^Jtüben alle 6pann!täfte bet Söitt^fc^aft ab-- 
fotbitt, bebatf füt ben Sanbmittl) feinet loeiteten ©töttetung. — Saffen 
fic^ nun aud^ hnxö) ©inbampfen unb Soncenttiten hex 6^lempe bie 
Xtanepottfoften etma^ üettingent, fo tteten bafüt bie Slnlage unb93e-- 
ttieb^fpefen einet betattigen ^etbampfanlage, bie bet einet 6d)lempe= 
fol)lenfabtif jiemlid) nal)e fommen, miebet "|in§u. dlaä) alle biefem et= 
f cl)eint mit bet gemife f el)t mol^lgemeinte 3Sotf^lag, bem ^^obe;ri auf biefe 
'.IBeife feine ^eftanbtlieile gu etl^alten, menig ptaftifd) gu fein unb fo= 
moljl ben einmal beftel)enben unb natutgemäßen i^ettjältniffen bet %x= 
beitgtl)eilung, at^ aud) ben tein faufmännifd^en 3lnfotbetungen, benen 
ja bet ßanbmittl) üoUe 9ted)nung ju ttagen l)at, menig ju entfptei^en, 
ba bag Äali in bet 6d)lempe!ol)le meit l)ö^et be^a^lt mitb, aU eg in 
meinen ^täpataten einftel)t. ^}iac^ Dr. ^teibenftein'ö inteteffanten Un= 
tetfud^ung (2öod)enblatt \>tx 2lnnalen bet Sanbn)ittl)fd)aft) bettägt bet 
ltaligel)alt bet 6d)lempe!o^le pifd^en 24 unb 42 %, bet Silattonge^alt 
gmif d)en (> unb 17 %. 5Rimmt man ben butd^fd)nittlid)en ^alige^alt mit 
30 % an, f bütfte bieg bem 3)titteln)ettl) bet 9iübenpottafdl)e üroa ent= 
fpted)en, mie eine f old)e 2lfd;e benn au(^ al§> gute 3)Utteln)aate oon ben Käu- 
fern betta^tet mitb. ^et $teig betfelben bettägt, tto^ bet bebeuten- 



10 

beu e^oncutrenj be§ 6ta§furtcr (Sl^lorfaliumS, no(^ immer 3Va— 3% 
^kr., mä()renb ^iö) ber ^reiö beffelben 5laliquantum^ in bem von m^J 
fabricirten 6alge nur auf ca. l XI)lr. 15 6gr. ab ©ta^furt ftellt, unb 
babei bie anberen mertljoollen 9^lebenbeftanbtl)ei(e: „fc^wefelfaure Mag^- 
nefia,9latron2c., ganjumfonft finb. 3a felbft bei ^Inmenbung t)on rei= 
nem (Sf)lor!alium, n)eld)e^ bei einem ÄaUge(;alt von 45% 4V6 — 4V4 
^t)(r. foftet, mürbe ber ßanbmirti) menig ober gar nid)t§ einbüßen. 

^6) i)aU bi^()er fpeciell ben 9flübenbau, afe ben nnfere ^ßrorinj 
unb bie ^ntereffen unferer £anbmirt()fcf)aftlid)en Snbuftrie gunädjft be= 
rü^renben ^ultursroeig im Sluge geljabt, geftattcn 6ie mir nun nod) 
eine fleine 2lbf(^meifung auf anbere lanbmirt]^fc^aftlid)e Kulturen. 2Bie 
befannt, laffen fid) bie ^^flanjen nad) i^xm ^auptfäd^li^en 2lfd)enbeftanb= 
ti)ei(en im SlUgemeinen unterf (Reiben in: 

^iefelpflanjen, befonber^ ^omfrüc^te unh äöiefengräfer, 
^alf pflanzen, befonber^ ^ülfenfrüd^te 2c. 

r^alipflanjen, tlee, 9flüben, ä^untip^, Kartoffeln, 91apg, Söein 

Wlai^ 20. 

Dl^ne Kali fann jebod) feine einzige biefer ^flanjen beftel)en, 
ebenf omenig, mie ol)ne Kai! unb S3ittererbe ; auf bie 9Bir!ung beg Kali= 
mangels im Kleeboben l^abe id; fc^on im Slnfange Ijingemiefen, nid;t 
minber midjtig, ja unentbel)rlid) ift Kali aber für bie anberen cultit)irten 
^^flan jenarten, fomie für bie äöiefenpflansen, unb ift eine billige ^e- 
fd)affung von Kalifalgen für biefe B^oeige ber l^anbe^cultur beinal)e noc^ 
bebeutfamer, al§> für bie Dtübengegenben, meil bie ni(^t.mit guderfabrüen 
^etbunbenen £anbmirtl)f(^aften , bie ja meitau^ bie 9Jiel)r5al)l bilben, 
meiften^ neben einem SBoben, ber in geringerer (Sultur fte^t, and) über 
ein geringere^ Setrieb^= unb ^üngefapital für il)re auögebel^nten Slreale 
5U gebieten l)aben. ^afe aber an6) bei biefeti 2öirtl)f(|aften, tro^ me= 
niger intenfiDer ^emirtl)fci^aftung beö 33oben<S, bie mineralifc^en 9^a]^= 
rungSftoffe ber ^flanjen abnelimen, bafür fprei^en nur gu beutlid) bie 
Klagen über Kleemübigfeit be^ Soben^, bie immer mieberfebrenbe Kar- 
toffellran!|eit, !ur§, bie überatt befüri^tete unb gum %^e\l fd)on ein^ 
getretene (Irfc^opfung ber gelber, bereu le^te golgen uns £iebig in fo 
bead^tenömertl^en, mal;nenben 2iJorten an'S ^erj gelegt l;at. 

3d) l)alte bie ^efd}affung oon genügender 9)tenge Kali buri^ ben 
glüdlid^en gunb beS 6ta^furter £ager§ auf lange 3^it für gefiltert. 
SSenn id) mit meinen eigenen 5lrbeiten barüber nid)t früher an bie Def= 
fentli^feit getreten bin, fo gef(^al) bieS au§ bem ©runbe, meil id) e§ 
für meine '^^ftic^t l^ielt, bur% fortgefe^te ^erfud;e unb Prüfungen erft 
bie Uebergeugung oon bem praftif d^en SBertl)e meiner ^^eorien unb mei= 
nee 3^erfal)renS gu gewinnen, ba id) in ber 2lnfi(^t bin, ba§ gerabe bei 
§erftettung unb ^^erfauf !ünftlid)er Jünger bi^M^^l^ 3^^^^^^ff^9^^it 
unb ÜleeHität bie einzige ^afiö für einen bauernoeir-5ßerfel)r jmifc^en 
bem £anbmirtl)e unb bem d)emifd)en gabrüanten bilben muffen, mäljrenb 
unreife unb Derfrül)te ^rojecte nur §u oft §um 6d;aben für ben Sanbmirtl^ 
ober für beibe ^^eile gereid^en imb bem leiber no(^ immer nid^t ganj 
befeitigten ä^orurt^eile gegen !ünftlid)e Düngemittel neue 9tal)rung geben. 

löetreffs ber 33ermenbung ber ©alje l)abe iä) nod^ ju bemerfen, 
ba^ eine S)üngung üon TA— 3 ^tr. für ben SJlorgen genügen büvfte, 
bo(| finb einzelne ßanbmirtl)e in meiner ^egenb bei Mhm mit ^ot= 
t^eil bi« äu 5 6:entncr pro 3)lorgen gegangen. 2(m geeignetften büvfte 




11 

p ■■■■■■ ■- ■ > I w ■ ■ 

eine S^tnifiS^ung von ©uatto pm ^üngefalj fein, ba biefer bie i^em 
6alg fe^lenben n)id)tigen ^üitgeftoffe : 6ti(iftoff nnb pl^oSp^orfauren ^al! 
in concenttirter gorm entljält, unb ha auftcrbem baS ©alj bnrc^ feinen 
©el^alt an fc^wefelfaurer SJlagnefia ba§ 5lmmonia! beö ©uano binbet, 
lüä^renb baö batin gleicä^faB entt)altene ^od)fal§ bie p!)0^p()orfanten 
©tben lö^a(^mad)t, foba^ eine 9JUf^un9 iuit@alj benfelben ©ffeft ^at, 
TOie ba^ üielfad) entpfol)(cne 3luf fd}lief3en bc§ C^nano mit ©c^wefelfänre. 
ebenfo nnb ans benfelben ©rüiiben ift aber ein 3nfa§ von fanrem 
pf)oSpl)orfanrem ^alf ober üon 5lnod)ennie(}l gnm ^nngefal^ fe^r jn 
enipfel)(en. ^§ würbe fid), wie fd)on G^?o(jt, bie ^Inwenbnng bes Sal^ 
jeS befonbers bei §adfrnd)ten (3lüben, ^nrnipS, Kartoffeln 2c.) fowie 
bei Klee, ©fparf ette, i^njernc nnb Delf aalen "empf eitlen, nidjt nünber 
beachtenswert^ bürfte aber feine 3Serwenbnng als Söiefenbnnger fein, 
ba bie (^räferentwidlnng kräftiger ift nnb baS ^k\) fold)eS §en fd)on 
wegen feines 6aljgel)alteS felEir gern fri^t nnb gnt verbant. 

S)a baS üon mir f abricirte 6al§ nid;t fendjt wirb, fo lä^t eS fic^ 
fowol)l mit ber iganb, als mit ber ©äemaf(Jine kiä)t ansftrenen, nnb 
I)abe i(^ meine WM)kn berart eingerid)tet, ba^ bie havon gelieferte Kör= 
nnng fic^ leid)t mit ber (^nanoftrenemafd)ine anSfäen läfet. ^Ii6)t mn= 
ber biirfte fid) bie iserwenbnng beS Salzes an Stette bes ©^pfeS ^nm 
$8eftrenen ber ^nngeri^anfen, nnb befonberS pm Siuftöfen in Sön^eji 
empfel^len, ba es, wie f(^on bemerft, fowo^l Slmmonia! als ^l)oSpl)or= 
fänre in t)ortl)eill)aftefter gorm p binben vermag. 55on ben üerfi^ie:: 
benen S3obenarten bürfte fid) baS 6als pnäd)ft für lei(^te, fanbige nnb 
für l)nmof e 33öben empfel^len, benen eS meiftenS an Kalifal^en mangelt, 
boc^ ift es an6) bnrc^ feine worein erlänterten eigenfd)aften, bie Sööben 
loder unb mürbe gu maii^en, felbft für fi^were, ftrenge S3öben (Klei, 
Xl)on) t)on größtem 2öertl)e, fo bag feine 2lnwenbbar!eit in biefer ^e= 
5iel)nng eine gicmlid) attgemeine ift. ®aS ©inbringen-beS ©al^eS 
in ben 2lder gefd)iel)t am beften burd) Unterpflügen vox ber SXuS-- 
faat, ober bei leid)teren 33öben anc^ burd) Untereggen in ber erften 
^flngfnrd)e, wenn baS Salj wie bei Sßiefen nnb jweijälirigem Klee als 
Kopfbüngnng t)erwenbet werben fofl, fo mnfe bieS mögli(^ft frü^ im 
ga^re, ober and) im §erbft gefd)e^en, ba eS für bie jungen ei^öfeUnge 
von ©ras unb Klee p fdiarf ift. — 

^ieS finb bie bisl)er bamit gemad)ten (Srfal)rungen. 

^ö) mö^te ©ie nun bitten, mx6) burd) ftrenge pra!tif(^e ?>rüfung 
unb gefällige 3Jlittl)eilung 3^rer 9ftefultate and) ferner p untcrftüfeen, 
ba es mir nur auf biefem Sßege unb burd) Bnplfena^me Don 33eob-- 
ad^tungen auS ber ^rayis möglich ift, weitere 3Serbefferungen gn mai^en 
nv^:^ fo bem Siele, weldies id) mir geftedt l)abe, näi)er p fommen. — 
®ie ©efa^r ber 35erarmung unferer gelber ift ernannt, laffen ©ie uns 
barum gemeinf(^aftli(^ unb unermübli(^ ftreben, berfclben mit allen 
Mlfsmitteln, bie uns t)on ber ^rayis unb ber SBiffenfd^aft an bie §anb 
gegeben finb, entgegen p treten, unb ber (Erfolg wirb unS mit ©ottes 
öülfe ni(^t feilten. 

6^liep(| erlaube i^ mir, ginnen umftcf)enb einige 9lefultate über 
bie auf ben ä^erfud)S -- ^arjetten ber 3uderfabri! „Salbau" im 3a^re 
1863 gebauten 3uderrübcn mitäutl)eilen, aus welij^en bie 2öir!fam!ett 
ber 3flübenbüngung mit Kalifal^en gegenüber anberu !ünftli(^en ^ün-- 
gern mit ©ntf^iebenlieit I)ert)orgei)t. — 




/ 



% e f u I t Q t e 

Ü6cr Öie auf tien UcrfucOs-ParicOfcii öcr Bucfeerfaöria „HTttCöau" im 3a^tt 1863 geöaufcn 3ucÄcrrü6en. 
©cmcrfung: 2)ie nad)[te^ent)en 33erfu(^5^^ar3eUeu fiui) auö einet 90 üHorgen ^dtenDen ©reite ^erauägcfc^nitten ; auf berfelben ^aben 

fd)on oft Stuben geftanben, bocb toax bet Slder gut im 6tanbc. 
58orfrud)t 1861: Älee, bann gut gebungen; 1862: S^oggcn; 1863: Stuben mit V* Gtr. ©uano unb 2 6tr. ^bo^pbat. 
3ebe ^arjelle — - 10 0.^91. 3)ie 2)üngung rcutbe, mit Sluönabme ber ^ar3eücn 13, 14 unb 15, bie billigere ^aUbüngung erbieltcn, 
naii einem ©elbmertbe üon Vh 6tr. ©uano ä 5 2blr. = V/^ %\)\x- pr- ^Horgen angewenbct. . ^^ c rr- t c^i r; ^ «r, *».» 

©uJjfrfibo«l)bat ä 2V» ^blr. pr. 6tr. — «a!cr @uono ä 3Vii 3:blr. pr. 6tr. — öofcr ©uano mit Sdbtüefelfaure aufgefcbiDfiena 2-^/6 Wj. 
pr. etr. - mUwt h 2 %l)\x. pr. (Str - 9lin<)«fu4icmnr!)I ä 2% ^blr. pr. 6tr. — Mjafdic ä ly« ^blr. pr 6tr. - ©ttjuicfclfaurc« Äali 
^ 15 6gr. pr gtr — litQlfmaflncfltt ^ 1 ^blr. pr- (^tr. — Mutete beiben aug ber ^gtent^Kali ?vabrif t?on Dr gram m Sta^turt. 



B 

s <* 

ja 



Düngung 

pro 10 0.'9tttt5cn. 



Sittf^ri(^t pro ÜJtorgett. 



Oetrnbtctt fftikbtu 
pro 10 0.=9iut]^en. 



® f 



3a^l. 






^. 






4» 

ja 



±1 <* 
- .2 



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© 3 O 

S § 2 



/<?. 



>* e Si K 

<3 S ^ a* 

•S V. e 3 



D^nc Jünger. 

®uano 8 0. 10 Ä. 

mmo 2 U 24: ^^ 
®upcrpl)o«p^at 11 ^ 2 ^/i 

6upcrpl)o3^)f). mit 5 % ^f)lor' 
calium 16 U 20 ^^ 

6uperp^oöp^at frei öon (5{)lor= 
calium 16 ®. 20 ^^ 

93afcr*®uano 13 ©i 28 ^ 



150 U 

50 «i ®uano 
200 ,, ^Jpp. 

300 ®. 



300 



250 



830 

891 

1012 

918 



930 

998 
967 

937 



945 937 



927 



918 



364 
337 

279 

284 
320 

280 



8,70 
8,96 

12,08 
10,57 

11,20 
10,30 



11,20 
11,37 



11,20 
11,58 



12,6 
12,05 



9,19 
9,20 

11,48 
11,56 

10,79 
10,90 



12,05 
11,48 



12,30 
11,60 



12,25 
12,05 



9,01 
11,42 

10,80 
11,27 
11,67 
12,23 



150 
160 



183 



165 



170 



166 



1350 

1827 
1976 

1859 

1983 

2030 



37 V2 
40 
45 »A 



41 V^ 



42 V2 






41 V2 7% 



7V. 

V/2 

7V. 



über 

bic btttd) 5lntocubunfl bcr Snli ^ Präparate 

von Dr. 21. ^vanf in ©tafefutt 
im Sa^re 18G4 ersielten Erfolge. 
SSortrag, öe^alten im „2attbtt)irt^fd)aftli$en herein für 
ba§ prftent()um ^alberftabt", am 7, ^eccmber 1864. 
Sßon ben md) meinem ^erfal)ren für bie £anbmirt^fd)aft barge^ 
fteüten präparirten ^alifalgen finb in ber bie^iä()rigen ^efteUnng be- 
reite fo bebeutenbe BKengen Derwenbet, bafe fid), 0bmo()l mir nod) lange 
tticbt t)on allen Seiten bie erbetenen ^erid)te zugegangen fmb, jur Reit 
bo* fÄon ein §icmlicf) fi^ere^ Urt^eil über müi) unb Sebeutung ber 
Don mir al^ Düngemittel empfol)lenen gabrifate barauf begrunben lafet. 
Söaren nun aud^ bie 3}leinungen über bie ]^ol)e 2öi(^tig!ett be^ 
mv^, al^ ^ßflanjennä^rftoff, bei aUen inteüigenten Sanbrnirtl^en x)on 
Mana an unget^eilt, fo fonnteu bod; gmeifel barüber gekgt werben, 
ob bie t)on mir für beffen Slniuenbung gemäblte gorm unb ^erbmbung 
eine paffenbe unb ämedentfpred)enbe mar; foweit bie in biefem 3al)re, 
unter mm Xbeil ungünftigen äußeren 3[$erl)ältniffen unb bei ben i)er-- 
fAiebenften (Eulturen erhielten (Erfolge al^ praftifd)er ^rüfftem gdten 
f önnen, ift and; bieje grage baburc^ bejaht unb meun aud) ftettger ^ort= 
fd)ritt unb eine, allen 5lnfprüc^en ber lanbmirtl^fc^aftU^en S\fxaic% m(fy 
köali&!eit genügenbe ^^erbefferungen ber gabritation, mein beitaubigeä 
ereben ift, f o glaube id) bod) in ber ^auptf adie bie mir gefteUte Slufgabe : 
„ber £anbmirtl)f(^aft einen in gorm unb Bufammenfe^ung gmed^ 
bienlic^en, bittigeu ^lalibünger gu liefern," o «. • .t. 

aelöft m baben, unb barf moljl in beu mir von allen Saubmirt|en, 
melÄe bi^l^er meine gabrifate amoanbten, 5um ^erbft unb auc^ fd)on 
5ur uä(^fteu grül)ia^r^3beftettung sugcgaugeiien größeren Sluftragen, ba^ 
fiierfte H^uguift bierfür finbeu. 

äöa^ nun jundi^ft bie für ^iefige (^egenb fo mii^tige TObencultur 
betrifft, fo t)erban!e id; ber ©üte mel)rerer au^gejeidjueten fianbmirtbe 
unb gabrifanten barüber eine ^n^a^i ebeufo intereffanter al^ eingel)en= 
ber 3Serfud)e, von benen id) einzelne ^ier au^jüglid) mitt^eile. 

Sluf ber 3uderf abri! SBalbau bei 33eniburg, mofelbft f d)on im t)er= 
oangenen Sabre melfeitige ^erfui^e mit Mibüngung augefteEt mürben, 
melSe id) mit ©rlaubni^ be^ §erm 3. brumme j. 3- Deröffentlijte, 
fiub in biefem ^a^re f elir grofee SJlengen lali rermenbet unb bie ^eft= 
fteUung ber 3ßirfung beffelben nad) einer 3)let^obe gemaclit, n3eld)e jeben 
S^rrtbum möglid)ft bef eiügt. (£^ mürben ^u biefem 3mede gro^e S3reiten 
üon 40—80 3}lorgen mit ber gemöt)nli(^en Düngung Dcrfeben, bann 
eine Hälfte baDon quer abgetl)eilt unb l)ierauf mit einer t)on 1— Sy, istr. 
pro ^Jörgen fteigenben mnige ^alifalg nod) befonber^ ^^5^^"?^:,^?^ 
auf biefelffieife bie praftifcl) errei^bare @leid)l)eit ber S3obenDer|altniffe 
bergeftettt mar, fo Derbienen bie bort erl)alteuen Ülefultate gemi^ vollem 
!>Bertrauen. Die umftel)enbe Tabelle entölt eine 3uf ammenfteEung ber 
mi(^tigften berfelben unb ift nod) befonber^ p bemerfen, ba^ tro^ ber 
febr bebeutenben Menge dou ^alifal^en, meld)e §err 33rumme anmanbte, 
— ca. 1000 e:tr.— mit 5lu^nal}me eine^ einzigen gatte^, in bem w-- 
fudb^meife 10 ©tr, pro 3)torgen aufgebracht murbeu, fämmtlid}e ^^e)uu 
täte bur(^aue günftig unb befriebigenb maren. ^efonbere ^eai^tung 



i^ M 



fit «o 
8 ^ 

ja 



Düngung 

pro 10 O.'Siut^en. 



23afer*®uano mit 40 % 
©^ttjcfelf. aiiföcfc^lojfen 
14 ® 21 .^ 

8 |53afer^®uano 9 '&. 8 ^^ 
$crut). ®uano 2 (?JJ. 24 ^^ 



Cntf^>ri<<>t pro SKoraett. 



Ocetnetctc Stibcn 
pro 10 0.'=9iut]^cn. 



^ 'S" 

Ä5. 



3a^I. 






^. 



>* 
o 






« t 

^ ^ 



10 



11 



265 U 



167 S5. Safer 
50 „ ^crut). 



1054 



5öaf*fo^lc 14 ®. 
®uano 2 ^ 24 .^ 

IRap«fu*cnme|)l 8 ®. 10 ^ 
6upcrp^o8pf)at 8 «5. 10 -^ 

O^ne Dünger. 

^oiia\6)t 25 ^ ; ^•••■'^■"^ 



13 
14 
15 



^alf-ÜJiagnefia 20 U 

Sc^roefcCfaurcs D^afi 20 ®i 

6^tt)efcIfQure8 5lali 15 ^. 
Äalf^aökgnefta 15 ®. 



250 . 
50 „ 




150 
150 




450 


^/^^_ 


360 


1 
>/ 


360 


ft 


270 
270 


ff 



934 



929 1040 



990 



969 



1018 



900 
910 



992 



990 



993 



899 



290 



320 



304 



280 



287 
240 



270 



945 320 



870 887 260 



12,20 
11,65 



12,83 
12,05 



12,42 
12,61 



12,83 
11,95 



10,40 
11,27 

11,20 
13,40 

12,56 
12,87 

13,00 
13,25 

13,30 
11,30 



12,08 
11,97 



12,96 
11,97 



12,50 
12,25 



12,70 
12,50 



11,00 
11,00 

13,71 
13,31 

13,30 
12,26 

13,64 
13,50 

11,27 
11,36 





C 


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s? 



11,97 

12,45 

12,44 

12,49 

10,92 
12,90 
12,74 
13,47 
11,81 



189^ 
72 U. 

167 



178 

174 

183 
153 
162 
164 
157 






2270 

2079 

2214 

2173 

19f*8 
1973 
2063 
2209 
1854 






^ 



47 V2 

41^/4 

41 Vs 
43 % 

453/4 

38 V* 
40 V2 
41 

39 V4 






^6°) 



:^ 



7V2 



7V. 



7Va 



7V2 



6V4L 

4 
2 
4 



15 



1» 



1 



bürfte m^ SSerfui^ 7 t)erbienen, weil berfelbe bcn birecten 3ufammen= 
l;ana swifd^en beut ^alige^alt be^ ^oben^ unb bem 3uder(]c(;alt ber 
barauf erbauten 9tüben beutUd) ^eigt, e§ ift in biefem gaUe ber al^ 
^orfrud)t t)or 9tüben ftel^enbe 9togGen in meeftoppeln gefäet, unb ba 
ber ^(ee eine gro^e 3Jlenge ^ali für fid; bebarf, f o fonnte bie neue 3u= 
fuftr m\\ 5lali ben ^oben nic^t in benfetben ^raftftanb fe^en, al§ auf 
^oben, ber feinen ^ee al^ SSorfruc^t trug. $Der 3ucterge()alt ber Gliben 
Don 9lr. 7 ift baljer ber weitaus niebrigfte. ^iefelbe (^rfaftrung würbe 
t)on öerrn Slint^rat^ 9timpau auf 6(^lanftebt auf bem lanbn)irt^fd)aft= 
liefen ^^erein p §alberftabt mitgetl)eilt unb m^ ebenfo erftärt. 2(uf 
ber Ruderfabri! 9ftatl)mann^3borf ift burd) §errn ^ammer^errn t)on^ro= 
figf bag Salg ebenfalls in au^gebeljuteni SJtage angewanbt, e^ geigten, 
bei fonft gleid)er Düngung, im großen ^urc^fd)nitt ber Verarbeitung 

MxUxi t)on ^43ernburger ^^reite 
mit a etr. ^ali pro 9)^iorgcn ül)ne ^ali 

151/« o^rif. 14,42% 3uder. 14% o^riy. 12,82% 3uder. 
auf 100 Suder: 7 ^^Udjtjuder. auf 100 3uder: 13 9tid)tsuder. 

Stuben t)on 33od^t)ornbreite 
mit 3 (Etr. ^ali pro 3Jlorgen o(;ne ^ali 

153/, ,^rir. 14,80/, 3uder, iSv« o^ny. l3,6o/o 3uder. 
auf 100 ander: 6 ^JUd)tsude u a uf 100 Sudet: 12 ^^Ix^^^udttmm 

K. 2C. 

Sn ©d)lefien finb dou §erren ^rentier, 6d)erjer u. (Eo. auf 9fleu= 
bof bei Siegni^ in biefem Saljre auögebe^nte 33erfuc^e mit meinem 
Präparat gemad;t unb tt)ei(t mir §err ^rentier barüber mit: 

„bafe bie 91efultate auf ben in biefem-. 3a!)re für 3uderrüben 
befonberö verfolgten 5öerfud)efelbern für bortige ^obenmifd)ung§-- 
üerl)ältnifte nur günftige waren. Mt mit bem 6a(j gebüngten 
^:par;ellen lieferten normal fd)öne ^M^^tw, mit einem ^eroortre^ 
tenben 3uderge^alt, fteigenb mit ben größeren ^üngungöga-- 
ben, bie fd)lie|lid), al^ bamit big 15 Zentner pro3Horgen ge= 
;v ^ ftiegen mar, ben 33emeig gaben, ba§ in ben ^aiifaljen fein 
bie Vegetation l)emmenber, ober gar ftörenber «Stoff 

enthalten ift. ^ ^„^ 

^er 3Ric^t5uderge^lt ber mit Mifalj gebüngten 9luben 
mar nid)t ^ö^er, a\% in anbern gel)altreid^ gebauten m\U\i 2C," 
3lel)nli(^e Verid)te gingen mir t)on anbern ©eiten gn, unb xft bic 
9ßir!ung be^ ealjeö nur bort feine ^ert)ortvetenbe gemefen, mo baffelbe 
iu fpät aufgebrad)t warb, überl)aupt Ijat fid) bie ^lopfbüngung tn man-- 
Aen gälten weniger bewäl)rt, bef onber^ bort, wo ba^ ©alj auf bie ganj 
iungen 6d}ö^linge unb Äeime gefommen ift, für bie e^ anfd)einenb ju 

^^vV^Jtapg, ßein, 5^lee (ßuserne, ©fparfette) finb bie ©rfolge 
burd)gängig ganj t)ormglid)e gewesen, fowo^l in qualttatt^er, al§ quan= 
titatit)er Veüebung, beim ^lee trat ber ©rfolg am beutltd)ften auf tlee= 
müben Vöben ^ert)or, gla(^0 lieferte in gafer unb ©amen gleid) ror= 
iügliÄe eiefultate, fo bafe man 5. V. auf einem ßeinfelbe (t)on atog 
?DioTgen) beg §errn ütittergut^befifeerö ^enje, 2öeid)ni^, auf bem ber 
»ein gebrittt, bag 6alj ^um Xl)eil tjon einem ungeübten Säemann t)ot 
§anb aufgeftreut war, foaar bie einzelnen Söürfe leicht l)eraug!ennen 



i 



16 

formte. 3m SSergleid) p ben ni^t mit ilaU gebünöten Sta^Meu 
taub erfterer fteifer {Jm einem ^ta^l^rar )/nb 5eid)nete 
eine ml ^eügtiinere Sarbe Dortf)eil^aft au§. ^ei J)tav^, ^i^,^i'\^^'^ 
Dotter moq ber 6d)cffel Saat bei talibünönng bnr(^fd)nittli^ 3—4 
m.mebr, al^ o^nebiefetbe anf gteidiem 33oben. ^a gerabeJRap^ einen 
fe^t mürben Ma mlangt, \o mag anc^ ein Xl)eil be^ ©rfolge^ ber 
anftocfernben äßirfnng be^ eal§e^ sngnfc^reiben fein. 

«Bei Kartoffeln war bie SBirfnng bnrdigangig gnnftig, bie ilar. 
toffeln waren gefunb, ftärferei^ unb ergaben einen bölieren @d;efteler= 
trag, alö obne ©alj, bagegen mar bie Krantbilbnng bei ben mit 6alj 
gebüngten Kartoffeln geringer. ®ine ^üngnng t)on m e l) r al^ 3 (^r 
pro 3Kagbebnrger 3)Zorgen gab feinen nennen^mert^en 3Jle^rertrag. m 
Iahen fi& biefe ^eobad)tungen f omol)l in ©ad)f en al^ in ed)lefien bnrd)= 
gängig beftätigt, unb finb in lanbn)irt^fd)aftlid)en Journalen melfad) 

pnblicirt. . ^ .. ... ^ ^^ 

Ueber 3)1 ai^ — ^^iferbejalin — liegen menige aber gunftige ^Jte= 

fultate t)or. ^ ^ . , ..-.. . 

Sßon ben (Serealien maren eg befonber^ Söeijen (englifd^er) 
unb ©erfte, meli^e gute Erträge, fomolil in 6trol), al^ Körnern erga-- 
ben, baö aemonnene Setreibe mar fc^mer, ^eü Don garbe unb ni$t glafig 
roe^balb bafür Don mUtxn mefentli(^ ^ö^ere greife bejalilt mürben, 
ba bie ©erealien menig Kali Derbrau(^en, bagegen gerabe bei il)nen ba^ 
bem ©alge beigemengte Ko^fal§ mef entließ erfc^eint, fo i)t eine Düngung 
ber al^ 33orfru(^t vox mUn fte^enben Kornfrüd)te befonber^ empfe^-- 
len^mert^ unb auc^ t)ielfad) au^gefü^rt. ^ei ben »Qülfenfrü(^ten ift ba« 
(5alj erft menig perfud)t, ()at aber babei in allen gällen gute Sfteful-- 
täte ergeben, gür 2öein unb Xabaif finb in biefem 3al)re fe^r grofee 
3)lengen, tl)eil^ rol)e, tl)eilg concentrirte Kalifalje mit beftem ©rfolge 

x)erbrau&t. 

©e^r bebeutenb fd)eint bie 33ermenbung für SBiefenbünger ju mer^ 
ben, bie t)or§üglid)e Söirfung be§ Kalifalge^ in bicfem mistigen 3meige 
ber 2anbmirt^fdS)aft mirb burcf) ba§ S^UÖ^ife beg §errn ©el)eimerratl) 
3fleuning in ^re^ben, welcher baffelbe auf feinem ©ute Sll;ürm^borf 
t)erfud)te, befonber^ beftätigt. 

2Bag bie Slnmenbung beg Kalifaljeg betrifft, fo l)aben fid) am 
beften bie au(^ tlieoretifd) rid^tigen (^emif^e t)on 6alj mit ©uperp^o^-- 
p^at, mit Knodienmel^l unb mit ©uano bemäl)rt, unb leibet e^ mol)l 
feinen gmeifel, bafe gerabe bei ftarfer Slnmenbung ber obengenannten 
^ülf^bünger, meldte eine rafd^ere Sluff d)liefeung be§ ^oben^ pr Solge 
^aben, bieörgänjung be^ bamit lö^lic^ gemorbenen Kali'jg um fo notl)= 
menbiger ift, menn nid)t gerabe burc^ 5lnmenbung biefer, ben 33oben an 
^^o^p^orfäure ftarf bereid)ernben Düngemittel eine raf(^e (5rfcl)öpfung 
an ben für ba^ ©ebeil)en ber ^flan^en ebenfalls unentbel)rlid)en ^Ifa-- 
lien l)erbeigefü^rt merben foü. 

Damit bie 3llfalien aber ^ur DoUen Söirf ung f ommen f önnen, muffen 
fie in ben Untergrunb einbringen, au^ bem ja bie SBur^elgemädife ben 
größten '^^eil il^rer mineralif(^en ^Ral^rung entnel)men, mä^renb gerabe 
im Untergrunbe ber burd^ SSermitterung unb Düngung bemirfte @r= 
fa^ ber entnommenen 6toffe ein fel^r langfamer ift, ba ber Untergrunb 
in feinen tieferen ^beilen ber ©inwirfunq ber ^Icferqerätbe qar nid)t 



'S.' 



17 



ifjT -f '"^r?^ ^er SttmofpMre nur in fe{;r befd^tanftem Maa^e ju= 
. ganfidd) ift. ^()enufd; reine JRalifal^e n)erben nun fo rafd^ t)on ber in 
. Aogc bet nor^ergenannten (^inunrfnnoeu meift nod; Innreidienb mit 
Ädi werf ebenen oberen Krumen abforbirt unb fiyirt, baß man mobl 
t)el)aupten !ann, eg gelange baoon nur ein äugerft geringer SöruAtbeil 
m ben Untergrunb mie follte e^ iiä) aud) fonft crflären Men, bafe 
von t)orauglid)en ßanbunrtf)en unb 33eobad;tern, unter benen idb bie 
^erren ©ebr ^ö^ne & ^ödetmann in <^(..-Otter^leben Ui B^agbeburq 
tn erfter ^et^e nenne, bie 2ßirfung einer ftarfen ^alibüngung big m 
6 etr. retnem f^mefelfauren ^ali pro 3Jiorgen aU t)oIIftänbig nufelo^ 
besei^net imrb wä^renb weit geringere 3}lengen von ^ali in meinen 
^raparaten entjdjiebenoi ©rfolg geigen, ^a^ lod^falj ^at bie ©igen-' 
fd)aft bie SSert()ei(ung beg Mi'g — unb aud; ber ^boöpborfäure^ 
im ^obentiefen ju unterftü^en unb ju beförbem, in meldte unfere Slder-- 
gerat^e nie, m^ aber bie na{)rungfud;enben SBurgeln unferer Mtur-- 
gemac^fe I;erabbringen. 

gür biejenigen ßanbmirt^e, roet^e reine ^aUfalge gur SDüngung 
anmenben, mrb fid; alf o immer nod) ein 3ufa^ von ^oä)\ah mm Sali-- 
falje empfehlen. Die von mand^en 9^übenbauern nod) immer gebeate 
gurd^t cor Slnmenbung ber (Et)toribe fteUt fic^ bei näherer Unterhidbuna 
al§ unbegrünbet ^erau0. Die vielfachen gorf d^ungen von Siebiarunb 
5(nberer (iefent ben fiebern 33en)eig, bag fid^ bie falgfauren ^^erbinbun^' 
oen be0 ^ali'g im ^oben fofort gerfe^en unb atleg barin enthaltene 
©blor tn ^erbinbung mü Siait al^ falgfaurer ^alt mit ben Drainroäffern 
abläuft. 3it ber %f)at liefern aud^ bie 9llibenfelber fe^r falxreicber 
«oben von Stafefurt unb ©aljmünbe hen beften «emei«, bag eine mhc 
Don gutem 3ucfergel)alt unb guter «efd^affen^eit ber 6äfte auf folcben 
5elt)ern gebei^en !ann unö gebeult. Daffelbe ©rgebnig tiefern bie bei-- 
f olgenben ^'erfud)örefultate von talifaljbüngungen, ba in ben babei er-- 
l)altenen ^Jlüben bag ^er^ältnig gmifd^en guder unb 0ii(^t5uder (©imeii- 
©alge) ein mefenttid) günftigereg ifi-, al^ bei ben niä)t mit Äali ge. 
büngten, mäljrenb bü ^ol)em ©aljgelialt ber ©äfte bag umgefe^rte ^^er-- 
Mltniß ptte ©tatt finben muffen, ebenfo geigten bie 6äfte bei ber 
Verarbeitung eine t)orpglid£)e «efd^affen^eit fomo^l betreffe ber @d)ei-- 
bung, ate in ber ?^iltration unb 33er!od)ung ber einjelnen g^robucte. 

gür anbere (^emädl)fe al^ 9^lüben fallen natürlid) biefe etmaigen 
SBebenfen ganj fort unb ift bei vielen eine birecte vort^eil^afte 5öir-- 
fung beg Iod)fatge§ feit knger 3eit nad^gemiefen unb erprobt. 

Slufeerbem fteUt fid^ bag 5!ali in gorm von ©l)lor!alium n)efent= 
lic^ billiger, alö in gorm von fd^ivef elfaurem Mi ; e^ foften 100 ^fö. 
reinem Äali al^ (El)lorfalium jum greife von 4V4 Xblr. ber ßtr. gefauft, 
ca. 8V2 %i)iv. Das^ ^rocent alfo S'A @gr. Diefelbe HJlenge jlali ba- 
gegen al^ fdjroefelfaureg ^ali ju bem jegt bafür geltenben ^ireife von 
5 ^^Ir. per 6tr. von 80% ©e^alt gefauft ca. ITA ^Mr., baS $ro= 
cent reineg ^ali alfo 3Va @gr. @^ fann nun gmar 9hemanbem ver-- 
mel^rt merben, einer vorgefaßten, tvenn aud^ unbegrünbeten 3)teinung ju 
Siebe mel^r ©elb au^jugeben, für ben red^nenben Sanbmirth, unb baiJ f ollte 
bod^ eigentlid) Qeber fein, ift. bie 6ad^e bamit abgefd^iloffen unb flar. 

3lm billigften ftettt fid^ ba^ ^ali freilid^ immer in ben von mir 
gelieferten ^rävarirten .<!alifalg, in bem fidb bei 18—20% garantirten 



18 

(5^el)a(t unb einem greife von 15 ©gv. pro ßtr., t)ie 100 ^fb. .^ali mir 
auf v5 l:[)lr., ba^^ ^^rocent alfo auf Vh<BQX\ fteflen, luäfjreuD Die flleid) 
^eitici mit aumefenben ^Jekubeftanbtlicile: 6d)iüefe(faure 'iDfagncfia,' C^ip!$ 
uub i^o^fal5 Htnfonft, resp. für bie 5ytad)t bem :iL^anbu)irtl)e gu c^ute 
fommeu, ^ie 2(nmenbung coucentrirter <Bab^c luürbe fiel) mitl;in nur 
in ben gätten empfehlen, mo bie §öl)e ber }srad)t bem ^ej^uci iK^^i^t^' 
tialtiger (galje entgecjentritt, bod; im'irbe bie^^ erft bei einem grad)t)(itj 
von ca. 12V2 3gr. pro (Str. ber Jall fein. 

;^m tönigreid; 8ad)fen finb bie lanbn)irt()fd;aftlid;en ^^ereine burdj 
amtlid;e ^:Befanntniad;ung bec^ ßervn (^kueral-Sefretair C^e^eimer fiiaii) 
Dr. 9^eunintj gn au^^gebe^nten ^^erfud^en mit meinen ^al^en aufgefor^ 
bert unb werben äl;nlic^e ^erfndje aud) in anberen ©egenben, üon ben 
bei ber lalifrage bod; am mefentlidiften intereffirten ^anbmirtljen unter= 
uommen, fo fann e^ nid;t fe(;len, ba^ über SöertI;. unb ^Sebeutung ber 
5{altbungung balb fidiere 5lnl)a(tpunfte erhielt n)erben urio bieö u)id)tige 
^d)u^= unb ^ülfs^mittel gegen bie immerhin nid^t ju unterfd)äfeenbe 
C%fal;r Der ^l^obeuerfd^öpfung Dann fdjuelle unb allgemeine ^^ern)en= 
Dung finbet. : v- 

^ox nod) nid)t je^n 3al;ren mar bie 5(nmenbuug De^ Sauren pfto^^- 
pboriauren ^alfe^ unb vox meiteren 3ef;n Salären bie be-^ (^mno^ ben 
meiiten beutfdben Sanbiuirt^en ebcnfo neu aU bie ber äaii\ake e^ 
imk ift, trofebem merben beibe gülföbünger jefet in jal)(reid;en Söirtb-- 
t^aften alö unentbe()rlid; betrad)tct unb fein fiaubmirtl; beftreitet ihren 
)l\^txth für Diele Kulturen, e^ wirb bei bem je^igen rafd^en gortfcbritt 
ber jL^anbmirt^f^aft unb ben bamit ftetig lunef^menben Slnforberunaen 
an bie ^anbroirtf)e felbft, fic^erli^ nidlit fo langer 3eit bebürfen, um 
bie Kaiibungmittel ju ebenfo Isolier Geltung unb 2(nerfennung ^u 



"■f'r"-^:^^%;/- 



' '■.;*; i 



2 



ladeten, ba^ ba^J^a[i)a(5 Dovtljeid^aft auf beii memudß wixtt, bo* 
Ol. eil m bicfem ,oa|re fpecielle ^l^rfud^e angeftellt werben, ^ei ^ein 
(jabe id) bie ^eTnerfung gemad;t, bafe berfelbe bebeutenb fteifer (id) 
mod)te fagen gletd) einem etal)lbral)t) ftanb, al^ ber obne Mi qebünqte, 
ev seidinete )id) aud) befonber^ burd) eine vki beUariinere J^arbe lox 
bem anbeten, ntd)t fo gebnngten, Sein ang. 3a, auf einem etücfe 
fonnteman fogar, mei(t)om ungeübteren ©äemann breitraürfia Mifak 
auf fd)on mit ber|)jaf^ine gefäetenSein au^geftreut war, genau ieben 
aiMirf Derfolgen. 2lud; i)ier mitt id; in biefem Qalire fpecielle ^erfuc^e 

3ßa^ nun ben ^artoffelüerfud; anbelangt, fo mürben 45 SJlorgen 
im ^erbfte 1863 mit ^ul;bung befal)ren unb §mar mit 155 etr: »ro 
^Jlorgen. 3>er Jünger mürbe im gerbfte untergepflügt unb mit bem 
Untergrunb^pflug burd)fal)ren, im zeitigen grül^ja^r gurd)en gebogen 
unb über biefe breitmürfig 1 (£tr. i^alifalj pro g}lorgen gefäet, bie 
Ä'artoffeln nun gelegt unb bie ??urd;en gufammen gerul)rt. 4 ^argetten 
3u 1 3Jbrgen blieben ju 3^erfud;öftüden liegen, 1 SJiorgen crbielt gar 
fein £alif als, 1 9)^orgen 1 etr., 1 3Jlorgen 2 etr., 1 3)iorgen 3 ßtr. ; 
bie i^artoffeln gingen gut auf unb entmidelten fid^ fräftig. ferner-- 
fen^mert^ war, ba§ ba^ i^raut ber Kartoffeln, meldje !ein Kalifalj er-- 
galten, bebeutenb bunfler in ber garbe unb 5 — 6 3oE länger, al^ 
bie^ mit Kali gebüngten Kartoffeln mar. ^ei ben übrigen 3Serfud)«= 
pargeUen fonnte fein Unterfd^ieb im Kraute mabrgenommen werben. 
Sur <Baat ift bie rotl;e fäd;lifd;e ^wiebelfartoffel angewanbt. 3Benn 
id) nun bie 9lefultate ber (Ernbte eintl)eile, fo erlaube id^ mir, no(^ 
golgenbes üorauö 5u fd)iden. '^a id) erft feit jwei Sauren ^efifeer 
biefem @ute§ bin, fo Ijabe id; bei meinem 2lnf auf bie @d)läge auf ber 
gelbmarf anber)^ eingetljeilt; e^ ift nun gu bem ©tüd Kartoffeln Don 
45 3)iorgen ein Stderftüd, etwa 21 3)lorgen gro^, gefd)lagen worben, 
waö etwas auger Jünger umr. ^ie Kartoffeln lagen bal)er aud) auf 
biofem Stüde merflid) fd;led)ter, bal^er ber weniger gute 5Dur(^f^nitt. 
^ie ^erfud)Sftüde befanben fidj auf bem befferen ^^eil. ^emerfen 
mu6 id) nod), bafe baS ^^erfud)Sftüd, weld)es mit 1 ßtr. Kali gebüngt 
luar, t>uxd) Jyelbbiebftal^l fo im (Ertrage beeinträd;tigt worben war, 
ba^ e^ als ma^gebenb nid)t anerfannt werben fonnte. ©eernbtet 
würben im ^urd)fd)uitt uon allen 45 3)^orgen 88 <5d)effel pr. 3}lorgen. 

1 3)lorgen ungebüngt gab 91 6d^ffl. mit 21 (% ©tärfegelialt. 

1 bo. gebüngt miTl>- etr. .«"atifalj 94V2 ©d)ffl. mit 21V« % 
(Stärtegeljalt. 

1 3)Jorgen gebüngt mit 3 Stv. KalifalA 102 6d)ffl. 6 mi^, mit 
21^/5% etärfcge^alt. ■ -^ 

Kalifats l)atte alfo bei 2 (itr. 3V. @d;effel unb bei 3 ^tr. 11 
, ffel Wc^cn 3J?el)rertrag gegeben, au^erbem uod) V* % im 6tär= 
tVgel)alt mcbr, als ungebüngt. feer (^efunbl)eitS5uftanb ber Kartoffeln 
war ein au^erorbentlidj guter, nur fe^r feiten würbe Xrodenfäule 
bcmerft. 3lbcr aud) hei bem einen SJ^orgen nid;t mit Kali ge- 
düngten Kartoffeln fonnte in ber ©efunb^eit fein Unterfd^ieb bemerft 
uerben. ^a id) biefen 3Serfud; fpeciell geleitet uno abgewogen \)ahe, 
ift für midi bie ©rtranSfteigernna aiidi bei ben Kartoffeln burd)Ka=, 



^aS 
©d)e 



24 

im aU cmbent emiefen. Um nun gu «etfen, auf .^^^^^^^^ 

Se Kartoffeln 9en)ad)fen finb unb i.ie ^'^rMäSen i^^^^^^^^ 
feit beö ^oben^, (ben man al^ einen milbeit butiS^la fxgen ^^^ttenöoDen 
eSet llaffe an'fpredjen fann) an Mi ^angel ^^m fann ^e ^^^^^ 
^ier bie-2lnah)fc beffelben folgen. ©^ entstielten 100,000 X^eile be^ 

^onenfelbe^ 

Äal! i^-^ 

gjlaönefia .... 202 

(lifen unb Xl)onetbe . 1304 

^^o^p^orf äute . . Spuren 

' ^ (5l)loral!alien ... 116 

^at)on ^ali ... 38 

mmö)^ Kiefelfäure . 331 

^llttlU^ .... 2412 

3n 6äuren un(ös^li(^ ^Jteft. 



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^a? Statfurter iaitöorfoinmen 

in feittev ^ejie^uttö juv 8attbttiirtW<^ttft uitb jur gfrnge 

ber S^obeiterf^öjifttttg* 



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^nigl. fxtn^. Patent -^ttli-/obrik 



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":^r, a. gtoni in ©togftttt. 



gut t)a§ Äönigre^d^ Sac^fen ^aben mir öervn fjr, ^oniig (fvü^er 
Oeconomie:9^at^ 6. ®eper) in 2) reiben t)ie ©eiieral=2(gentur für im= 
fcre ^alibüngmittd übertragen unb benfelben in ben Stanb gefegt, 
]mo\)\ von feinen Sägern, aU auc^ bei burd^ il^n beforgten Slufträgen an 
un^, äu unferen gabritpreifen, unter bloßer ^injuret^nung üon gracbt unb 

Spcefen, abzugeben. 

mni^U ?rf u^. potent -- Äoti = gaütif 
A Dr. n. 2fran!, 

40»ooooo«o«o»oco«< 

aftafj!^inettbttt(l »onSerbinanb 1)cm(ferin Waflbebiira. 

186Ö. 







%^'^, 



X 



%\t Söttlfll. ^rettfjifdje patent. Sali» guücif tum 
Br. 91. StrtM? in ®toSf ttrt mißm be« ^txtta. 2ii»i>t»ij;t^ett juf 
ttäi^flen SJeftettuttfl bie tum i^r fobriclrtett Srtli« ttub SWußne« 
flft|>i;ii|»tttrate jur 2tt«Btt«fl, ttuntetttU«^: 

\txwx% 

©^öjcfclfcurc aWaßncftö, & et^. 15 ©an 

talfmagntfiO nadj ©elidt k €*«. 20 «er. «nb 1 %^x, 
aas roI,e idjt»efenttttte ^ü\K entUHtt 10-11% S««, ent. 

«WeÄenb 18—20% ©(^wifetfou«« 8a«. 
aas brtlf adj conceuttirt. ®«lj ent^tt SO-^/o «««, 

entf<)re<^e«b 58— 60»/o ©(^wefflfuureitt Sott, 
aas fünffail) tottcewttirte ®alj entl»äft 50-52<'/o Sntt, 
ettt?«»re(^enb 93—96% ©(^wefelfaurew Satt, 
gut ben anflefleüenen Saliflelja» unfevet ®<«lje Ulflen 
m ©(wontie *ef<). Berei^nm ben ^reiS bono«^. 

»el »fjnfl öanjer JESaflenlabunflen bon 100 Str. nnb b«. 
mtx werten nnfere Snnflefatje t.on ben ^Ifendn^nen jn ben». 
fettien emäf^lflten 3;atif wie baS rolje Slbtannt^als ieforbert. 
©efüMlfie «ttfttäjje Bitten wir re.i)t jeltlfl an nnS jn rtdjten. 



Bit ift ber S^erarnnmg M 
^obeitg an Mi aBsulelfen?®) 

S 1 1 c a 8 

gef^alten in ber 

^oiiptucrfammlimn M l^aiibtuirt^f^oftH^en SScrein« Aal6etftabt 

am 22. 3funt 1864 



öon 



Dr. 3t5olpb gtrtttf 

in Stagfutt. 

(vjnbem id) ba^ mir t)on bcin^orftanbe be§ lanbtt)trt]f)f(3^aftlt(i)ett ^er^ 
ein^ für baö gürftent()uni ^alberftabt gütigft übertragene 9fteferat über 
bie 3flefu(tate imb bie ä^i^funft ber ^alit)erraenbung in ber Sanbn)irt^= 
^rf)aft banfenb überne{)me, rei^ne id) gunäi^ft auf DZad^fid^t, wenn id;, 
obwohl nid)t £anbn)irt(), in biefer ^rage einigemta^en von bem rein 
t|)eoretifd^en ©tanbpnnft be§ ßf)emiter§ abweid^e un'o mi^ ber praf= 
tij(^en 6ette ber ^^age fpecietter pwenbe. ^6) barf mir bei bem gro- 
ßen ^ntereffe, meiere ba0 ©tafefurter 6algt)orfommen befonber^ für bie 
g(mbTt)trt()fc^aft \)at, mof)t 5unäd)ft einige einleitenbe 3)litt()eilnngetF' 
über bie bortigen ©teinfalgraerfe erlanben, um, baran an!nüpfenb, über 
ben je^igen ©tanb unferer bortigen Snbuftrie unb bereu ^e§ie]t)ungeu 
ju ber f brennenben grage ber ^obenerfc^öpfung unb ber bagegen 
bei QeiUn gu treffenbeu ^^örfi^töma^regelu gu berieten. 

^a§> ^orfommeu bes ©teinfalgeg in unferer (^egeub ift, mie be:: 
fannt, ein fet)r au^gebeljnte^ unb fi^eint e§ na6) 'oen Ütefultaten rerfi^ie^^ 
bener Xief=33o^rungen, ba§ bie ganje, t)om §ar§ unb i^üringer Söalb 
begrenzte 3}lulbe jroifdien Saale, ^obe, Qlm unb Unftrut 6teinfal§lagen 
von n)ed)fe(nber D}täd)tigfeit birgt; ic^ erinnere nur an bie gerabe in 
biefem SCl^eile ^eutfd)(anb^ fo ^äufigcn ©ootquellen, mie au^ an bie 
'\6)on feit längerer 3^it burd) Xiefbol)rungen erfd)loffenen 6teinfal§lager 
gu Slrtern, $Dürrenberg, fiangenberg, ©alga, ©d^öningen 2C. ^in im 
Saläre 1837 gemad)ter 35erfud;, ba§ Steinfaljlager bei $)ürrenberg berg= 
männif d) abzubauen, mürbe burd; bie p ftar! einftrömenben Xagewaffer 
be^ anftel)enben gluffe^ vereitelt, unb e^ mürbe be^^alb im 3al)re 1839 
in 6ta|furt, bejfen feit ben älteften Qeiten befannte reidje Salzquellen 
baä ^orfommen von @teinfal§ mutl)ma^en liefen, ein 33ol)rlo(^ auf 6tein= 
fals angefangen, ^ie 58ol)rarbeit mürbe, na^bem man gunä^ft eine 
mäd)tige 6^id)t von buntem ©anbftein unb ©i)p^ burd)funfen unb in 
760'Xiefe ba^ 6teinfalg gefunben l^atte, bi^ gum Saläre 1851 fortgefegt 
unb bann eingefteüt, ba ba§ 8obrlo(^ 1851' tief getrieben mar, oljue 
ba§ man ba^ßiegenbe beg ©teinfalje^ gefunben ^atte; e^ mar bemnai^ 
eine 9Jlä(^tig!eit beg Steinfaljlager^ t)on mel)r alj^ 1000 gu§ nad^gemiefen; 
für bie ©rftredung be§ £ager^ in Sänge unb 33reite fe|lt ebenfo bi^ je^t 
jebe @d)ä^ung unb f(^eint e^ faft, al^ ob mUn biefem unerme^li^eu 
6alsrei(|t]^um bie meltberül)mten Sager üon ^pd;nia unb Sßielicsfa mit 
ber 3^it üollftänbig gurüdtreten merben. (^^ mürbe nun, uac^ (Einfiel^ 
lung ber Bohrarbeiten, fofort mit bem 2lbteufen von 6d)ä(^ten t)orge= 
gangen, x)on benen ber erfte nad) bem um ba^ Salper! |o(|t)erbienten 

*)®ei3aratabt)ru(t an9 b. ^citfi^r. t>, (anb». Sßeteinö b. ^roö. ©acbfen. ^rtfir^t. 1^64, 9?r, lo n. ii. 






iQanbel^minifter t). b. iQet)bt, ber anbete mö) bem bamaligen HWinifter-- 
präfibenten ü. 3Kanteuffel benannt raurbe. ©eit 1855 ift bag Stein-- 
(aljTOerf im sollen betriebe unb liefert foroo^l reinfte^ ©peifefatj jum 
menf^li(^en @enu§, al^ aud) etraag unreinere gtip^ljaltige 6alje, bie 
an ßanbrairtl)e unb (^emifd^e gabrüen gu ermäßigten greifen abgelaffen 
merben; ba0 für bie ßanbmirt^fc^aft beftimmte ©alj wirb meifteng in 
gorm t)on ßetffteinen, bereu 48 Stüd auf bie SLonne (380 $funb) 
ge^en, in ben §anbel gebrad)t, unb menn auct) eine noc^ biüigere §er.- 
ftettung biefe^ für jeben ^ie^ftanb unentbel^rlii^en 6toffe^ mit ber 3eit 
ju raünf d)en wäre, f o bietet bod^ ber je^ige ^rei^ bem Sanbn)irt()e f^on 
bie 3Jtögli(^feit, feinem 33ie^ biefe^^tca^rliaft unerfe^lid^e 9Ja^rung«= unb 
Sßerbauuugmittel in genügenbem Tlaa^e ju t)erabreicf)en. — ^ag in 
©taßfurt geförberte ^teinfal^quantum beträgt im legten 3al)re circa 
eine 3D^ittion Zentner. 

3Reben ober Dielmel^r über bem ©teinfalje abgelagert finbet fi(^ 
nun aber no6) ein anbere^ l)ö^ft merfmürbige^ SSorfommen, mel^eg 
man im Slnfange f^lec^tljin al^ Slbraumfalj bejeii^nete, weil man 
baffelbe beim Slbteufen ber @d)äd^te erft abräumen mußte, e^e man 
jum reinen 6teinfalj gelangte. 

• ^ie Unterfuc^ung biefer Salje, meldte man na6) 2lugfel)en unb 
®ef(3^mad anä) al^ bunte ober bittere 6alje bezeichnete, jeigte balb, 
baß fie nic^t unbebeutenbe 3)^engen ^ali enthalten. SDZan f d^enfte biefem 
@alj jeboc^ im 2lnfange !aum me^r aB ein miffenfc^aftlidie^ Sntereffe, 
bi* e« mir im 3al)re 1860 juerft gelang, eine te^nifd) braud^bare 3Jie= 
t^obe jur ©ytraction ber reinen ^alifalje au^ biefen ©emifii^en ju finben, 
unb finb feitbem in meiner im 3al)re 1861 errichteten gabrif, bererften 
berartigen, circa 500,000 Zentner biefer @alje auf Äali ©erarbeitet 
morben. ^a^ Staßfurter ^alifaljoorfommen fielet in feiner ungel)euren 
^öläc^tigfeit eingig in ber 2öelt ba, unb ift e^ je^t biefer im 3lnfang 
menig bea(^tete BÄaterial, roeldje^ bem bortigen 5feerfe feine ^ebeutung 
giebt. — ^ei ftarfem ^Betriebe werben jegt tägluJ^ circa 5000 (Eentner 
Salifalje in ©taßfurt geförbert. 

9flad)bem ba^ SSorfommen üon Äalifaljen in ©taßfurt unter bem 
lanbn)irtj)f(^aftlid)en ^ublifum befannt geworben, lag e§ na^e, biefen 
roertbüoUen gunb für bie ßanbroirt^f^aft ju üermenben unb baburd^ 
ber (tetig pnel)menben 5Serarmung ber gelber an5lali entgegengutreten. 
— Sßiber ©rmarten gaben bie mit bem rol)en Slbraumfalje angeftellten 
^üngung^t)erfuc^e in ber Mdjx^aljl pi^ft ungenügenbe, gum ^beil fo-- 
gar negative ^Jtefultate, unb nur auf wenigen 33obenarten mar Der Er- 
folg berart, um ju au^gebe^nterer 33enu^ung ^nlaß ju geben, ^ie 
(SJrünbe, meldje biefe anfd)eincnb mit ber X|eorie in SOßiberfprud^ fielen-- 
ben (Ergebniffe Dcrurf ad)ten , finb inbcß bei naiverer SBetrad^tung leidet 
gu finben, unb liegen biefelben fotuol)l in ber d^emif d)en äufam-- 
menfe^ung, alö in ben pl)i)f ifalifd;en (Sigenfd^aften be^ro^en 
Slbvaumfalgeg. baffelbe beftel)t nämlidt) nid^t au^ reinem ^alifalg, e^ 
entl;ält t)ielmel)r nac^ bem in meiner ^abrif in Saufe eine^ Sabree er- 
mittelten ^urd;fd)nitt in 100 Xl)eilen. 

6l)lorfalium . . ' 130/0 

e^lormagnefium 22 „ 

■^odjfalg 30 „ 




6d)n)efelfaurc ajlagnefia . . 10% 

2Baffer 24„ 

%p§, ^Jlergel tc 9fleft 

a(g §auptbeftanbt()eile ; e^ ift nun aber ein praftifd^ f eftgeftellteg gactum, 
bafe bag ^^lormagnefium, in größeren ^JJengen auf ben Mev gebraut, 
gerabeju f^äblid) auf ben ^flanjeuTOud^g wirft, unb gilt bie^ befonber« 
bei 3flübenculturen, m nebenbei ein gerinaer ©e^att ber ©äfte an ©^lor-- 
magnefium anwerft gefä^rlid^ für bie ©r^altung unb ^rt)ftatlifation beä 
9to|juderg ift. daneben wirft aber ber ©()lomtagnefiuntge{)alt unb ber 
l^o^c 3öafferge!)alt ber. ro^en Slbraumfalje au^ baburd^ nai^t^eilig, bafe 
biefelben fe^r begierig geui^tigfeit anjieljen unb in golge beffen leicht 
jerftie^en. ©in Slu^ftreuen ber ©alge bur^ bie ©äemaf^ine ift abfolut 
unmöglid) unb felbft ba§ 2lu§ftreuen ber feu(^ten, fd^mierigen 3Jlaffen 
mit ber §anb ift ebenfo müf)felig, al^ unangenef)m, ba bie ipänbe unb 
ba§ 3eug ber bamit betrauten Slrbeiter burc^ bie anliängenben Saugen 
in fürjefter 3eit jerfreffen werben. Slufeerbem vertragen biefe ro^en 
^Ibraumfalje eine längere Slufbewal^png in feuchter ßuft nid^t, unb e^ 
finb mir gälle befannt, wo 3Sorrätl)e fcJ^on wä^renb eineg längeren 
Stran^porte^ unb no(^ me^r bei längerem Sägern beinal^e ganj ger- 
floffen finb. 

^^ ^atte nun f(^on in meiner frülieren 58ef(^äfttgung, al§ Gl)e= 
mifer einer ber bebeutenften guderfabrifen ^eutfd)lanb^, melfad^ ®e= 
legenl^eit, mi(^ mit ber je-^t fo brennenben grage beg ^alierfafeeö für 
bie gelber nä^er gu befd^iäftigen, unb l^at mic^ biefe 33ef(^äftigung be= 
fonber^ auf bie 3Serwertl)ung ber 6ta§furter Slbraumfalge für lanb= 
wirtl^fd)aftli(^e unb ted)nif(^e Qw^dt gefül^rt. Qu biefem 93eftreben 
würbe i^ fpeciell unterftü^t bur(^ bie 5lnregung, bie iä) t)on ^errn 
©el^eimen 9flegierungg=9tatlb Sfteuning, bem ebenfo confequenten aU 
praftifd^en 3Sertreter ber £iebig'f(^en X^eorien, empfang. 2)ie 2luf= 
gäbe, weld)e i^ mir babei ftellte, war eine breifac^e; gunäd^ft mußten 
bie jur Düngung beftimmten ^alifalje eine 3^f^"^w^^f^6wng l^aben, 
weld^e bie brauchbaren ^eftanbtl)eile beg rol)en Slbraumfalje^ 
conferoirte resp. üerbefferte unb nur bie wert^lofen ober ab= 
folut fd^äblic^en befeitiote, fobann mufete bie pl^^fifalifd^e unb 
med)anifd^e ^efd^affenf;eit ber ©alje eine berartige werben, 
bag fid^ biefelben mit ßeid^tigfeit fowol^l mit ber ^anb, alg burd^ 
bie 3Jlafd^ine glei(^mä|ig auf ba§ gelb bringen liefen, 
ol^ne beim Xran^port feud^t ju werben, unb enbli(^ mußten, um bie 
S3enu5ung ber 6alje mögti(^ft allgemein ju- mad^en, bie greife 
ber 6alje möglid^ft niebrig fein. SBie weit mir bieg gelungen, mö= 
gen bie folgenben eingaben bartbun. ^ag ron mir fabricirte ^ali= 
falj, ro^eg, fd^wefelfaureö Äali, enthält burd^fc^nittlid^ in 100 

Xbeilen 

6(^wefelfaureg ^ali ..... 18—20% 

6^wefelfaure SJlagnefia .... 18,, 

6(|wefelfauren Äalf 5% 

Äod^falj 42./ 

e^lormognefium s„ 

Sfleine ^Jlagnefia 4^/ 

geuc^tigfeit, <Sanb zc. . . . v . . 5/r 






H 



.„••«.u®" f ertittbmtg bcä Stau mit ©c^roefclföure Babc i* beäbalb «c- 
tDQblt n,e, „tele «praftifer uhb S^eoretitet pecielffür b u aiübenbau 

AS ^"^^^^fefreiKdj burdauä feine fc^ abliefe SSirfS Tt 
©lllorfalien unb felbft be§ mit ©atsfäure bereiteten ©upembosnbatl Z 
merjen fonnen, obmo^lic^ befonbe« lejtereg im gröjit?« WaWabe be 
rettet nnb feine ainmenbung fpeciett bco&ac^tet f)aü. ®ie fÄet aure 
SKagnefta ^at für »iete gSffanäen birect gro^e SBebeutung, meil b e elb« 
gro|e 3Kengen üon Wagnefia aU 3(fc^e„beftanbtf,eit en^altei nbire 

?1r. til'f""\^T.r"* 8ufi?trenunbbomit, «,ic mit ber^tioljfi™ 
Iri /'T ^"^r'' ^ffomenernä^rung ^öc^ft roerttwoHe ^Berbinbi nq • bie 
£Ä^""" I^'S'"" "i ^!''9«^f*« «" ^«*'^"' bie^befanntlid, in oMen 
InÄ'T I*?^^'' e|r lö^Hc^ ift. J)er ©e^ait beä ^rnpara « 
an Äo^f olä erf($ten nur eben attä tion großer SffiiAt ig te it ba boMb. 
S ^Är^/'t^^WlfP?" ^in-iefen^aL, bie luertäe ligenS t 
Iiat, ba? ildt fomte audi bie (grbpfiogpliate — pfioSrborfonren S ,Z 

- ""M' V^oiP^otffluren SSerbinbungen - im SöoberSt SS mmalt 
ttnb ben Wnnjen äupfü^ren.*) liebig'ä Stnäf^rurbof & fiÄ 
Zl «r H'? "^^ ®?bent.erbeffemng?mittel bient, i^benf ermkÄ 

^unbaitmojp^are auf bn einwirft unbSßä^tftoffe/befonberä Sbate 
m 33oben oerbrettet, ift auci^ praftifd; Icingf betiiefen, unb Se M 
mic^Jterfur ntc^t nur ouf bie alt^ergebraWe SrnmXng bÄ2 
faläbungung m meten X^eilen 35cutf(|ranb?, fonbern on4 ai.f hl „»T 

rcorbcnen Suderi feine t,on anbern%«l,Wf.„ SI^ unfriftoatftrbar ge-- 
äbnlicbe &bältniffe nSn «* „^" "1" abTOetd)enbe resp. abnorme; 

«ras 

not^menb ge« ^Jabrunnämittel- m r irf S r/ f ?• ^^ ^.'^ ^"^'^ "" 

afd/e «orgknmeiV bf St katonfal WÄ ^'t^'^ ^t'"' 3'"^'««- 
enf Ratten Vtte. "''9t jcotronfol} m jtemlid^ bebeutenben ajtengen 

'••] &Ä\%1S^,"U«''™''""'' "-Sr elf"« """"*' "»"«.* ^«.. 




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©ttblic^ bleibt aber aud) als einfai^fteS ^ülf^mittel bie Slnwenbuttg 
ber ^difalje alg Düngemittel für bie SSorfrud}t ber MU. Da ba« 
^o(^fal§ nid)t ftar! i)on ber Slderfrume feftge^alten wirb, wälirenb bie= 
felbe bie ^lalifalje fiyirt, fo üerfd)n)inbet ber Ueberfd)uf5 beffelben fd^on 
im erften 3al;re au§ ben oberen ©d)id)ten, unb bie Sftüben finben bann 
nur ^alijalje t)or. gür alle, als^orfruc^t ber S^lüben bienenbe ß^erea^ 
lien, befonber^ aber für ©erfte, ift ^od)fal§ aber, mie f(^on au§ bem 
voxi)tx (^efagten l^ert)orgei^t, ein \^l)X üortl)eil^afte§ DüngungMittel. 

Der geringe (^e^alt meinet ^räparat^ an ©l)lormagnefium bürfte 
al^ unfc^äblid) ju betrad)ten fein, mie bieS au(5 bie ^rayis bemiefen 
!)at; eine t)oEftänbige (Entfernung biefe^ 3flebenbeflanbtl)eil^ würbe ben 
$rei^ unnötl)ig t)ertl)euern. 

2Baö nun bie mit bem t)on mir bargeftellten 5?alifal5e erhielten ®r* 
folge anlangt, fo finb biefelben nad) ben mir tjorliegenben $8eri(^ten 
bur(^gängig günftige gemef en ; id) mag 6ie yehoö) nid)t mit ben 9fteful= 
taten eigener 3Serfu(^e bel^ettigen, ba f elbftangeftellte ©yperimente immer 
ben Stempel eine^3 gemiffen günftigen S5orurtl)eil^ tragen, bagegen gebe 
iä) 3l)nen nebenftel)enb bie Stefultate einer mit großer Umfid)t unb ©e- 
nauigteit aufgeführten 3^erfu(^greil)e au^ einer unferer beften 9flüben= 
roirt^f haften, unb werben 6ie barauS erfelien, ba§ bie Düngung mit 
rohem fi^mefelfaurem ^ali fon)ol)l relatit) aU abfolut feljr günftige ^e= 
fultate erjielt l^at, befonber^ mac^e ic^ ©ie l^ierbei auf ba^ bur(| 2(n= 
menbung von ^alibünger erhielte günftige Sßerl)ältni§ groifd)en 9lüben 
unb blättern aufmerffam, ba gerabe auf bie normale ^ntmidlung bes 
Blattes beim ü^übenbau ein groger Sßertl) ju legen ift. Die Slnroen^ 
bung be^ Salje^ auf 9flap§, Kartoffeln unb l^lee ijai ebenfatt^ günftige 
^efiiltate ergeben unb ift n)ol}l ber befte ^emei^ bierfür, ba§ alle Sanb= 
n)irtl)e, meld)e bei ber Dorjäljrigen SSeflellung ^robebejieliungcn machten, 
in biefem 3a^re groge Soften entnommen l^aben. ©benfo finb für ben 
%Mß=, %abad^= unb Söeinbau, meli^e be!anntli(^ febr ml ^ali im 
^oben erf orbern, fc^on feit mehreren Zai)xen fomo^l für Deutf^lanb, 
wie für Söelgien unb %xaxitxtiä) groge 3Jlengen ^alifalge tbeil^ in ro^em, 
t^eil^, bebufe grad^terfparung in concentrirterem Suftanbe von meiner 
gabri! in ©tagfurt geliefert. " 

^§> ift befannt, bajs bie 5llage über 9flübenmübig!eit unb Äleemü= 
big!eit be^ S3oben§ in ben legten Sabren vkl\aä) unb leiber nur mit 
gu t)iel ©runb laut geworben ift; fol(|e fleemüben S3öben geigen oft in 
tbrer 3ufammenfefeung noc^ eine anfd^einenb normale ^efd;affenl)eit, 
tro^bem f c^winben bie (Erträge immer mebr unb alle Sufubr t)on (^uano 
unb '^^oi\ii)aUn gewährt nur geringe §ülfe. ©el;r le^rreid^ finb in biefer 
33ejiebung bie von ^gerrn 2lmt§ratl) 9limpau t)eranla6ten 2lnalr)fen !lee-- 
müber 95öben ber Domäne ©(^lanftebt, e§ entljielten banacb 100,000 
^beile S3oben oon ©rbfaUbreite, S3artelSbreite, (Eib^borf an löglid;en 
©algen ^ali .... 3 8,5 10 

^yiatron ... 5,5 4 5,5 
(E^ finb bieö im (^anjen gar nid;t ungünftige Söobenqualitäten, t)crglet(^t 
man aber bamit bie 2lnalt)fe be^ berühmten Äleeboben» von ©t. Wiax^ 
tin, ber in 100,000 X^eilen entljält 

^ali . . • . 13,1 
S^latron . . . 8,3 



8 



l! 



fo fpringt bie 58erfd)iebenl)cit in ber ^(eefä^iöfeit biefer ^obenarten fo= 
fort in'g ^luge. 

- ©benfo beutli(^ tritt bie nac^t^eiüoe ^^irtung be^ 5laUman(;els^ bei 
ben burc^ Dr. ©rouüen angefteUten 2lfd5en4lnterfucI)unGen franfer unb 
aefunber 3uderrüben fterüor, e;^ ent(;ielteu XOO ^tieile 3fiübcnafc^e von 

mäßig gefaulten 9iüben ftat! gefauUenJtübcu gefiinben Ütübcn 

Jlali . . . 26,78 19,0 30,5 

3(latron . . 0,73 3,42 2,23 

^J^agnefia . 0,43 0,43 1,76 

©« fehlte alf auc^ l)ier wieberum an Mi unb nebenbei an ^ag-- 
nefia. 3u benfelben ^iefultaten fam Dr. (^rouren bei feinen Unter-- 
fucl^nngen t)on befallenem ctlee (3eitfd^rift be§ lanbn)irtl)f(^aftlid)en Sem 
traberein^ ber ^romnj ®a(^fen 1861), 100 ^l)eile 2lfd)e entl)ielten t)on 

befallenem .<lkc gefunbcm JHotljflce gcfunberefvarfette 

^ali . . . 3,32 35,5 35,8 

Sf^atron . . 0,87 0,7 3,5 

3d) fann bei biefer ©ele9enl)eit nid)t um^in, ber 3Sorfcl)läge ®r= 
n)äl)nung gu t^un, n)elcl)e forao^l von ^raftifern al§> Xl)eoreti!ern, um 
ber brol)enben ©rfc^öpfung ber ^übenfelber unb ber barauö folgenben 
^rai^legung ber ganzen intänbifd)en 3wc!^i^=3^^iift^*^^ Dorgubeugen, ge= 
ma6)t morben finb. 3Jtan l)at es mit 'dkäi)i a(g einen großen Uebetftanb 
be5ei(Jnet, ba§ bie bebeutenben 3Kengen von Salden, meldte bie 9}lelaffen 
entl)alten, au§> ben 3ucferfabrifen an bie 3Jlelaffebrennereien gel)en; um 
aug biefen fd)liegli(^ al^ (5d^lempe!ol)le in alle 3öelt, nur nid)t wieber 
auf bie gelber, von benen fie l)erftammen unb für bereu 5^rud)tbar!eit 
fie unentbel)rlid^ finb, §u gelangen. Qu ber Sl^at beträgt, nac^ mir vox= 
liegenben jut)erläffigen ^e^ic^ten, bie 3)lenge t)on 6(^lempe!ol)le, meldte 
in 3Jiagbeburg verfauft mirb, nal)e an 90,000 ©entuer, cntfpredienb bem 
©rtrage t)on'l2 — 15 TOllionen (Eentner Sflüben ; cö liegt auf beriganb, 
ba^ eine fold)e aüjä^rlid) mieberfelirenbe ßntfrembung ber nötl)igften 3Jli= 
neralbeftanbtljeile ber '?Ri^tn fd^limme folgen l)abeu mufe, tro|bem mürbe 
eine SÄb^ülfe biefeö offenbaren 6c^aben^ unferer 9lübenrairtl)f^aftenfel)r 
fd[)roierig fein. Neroon mand)en 6eiten gemad)te55orfd^lag, bie 3Relaffe 
birect ju üerfüttern unb auf fold)e Sßeife bem SBoben feine ^eftanbt^eile 
jurücf^ugeben, ift bei ben im ii5er|ältnift jum 5^*uttermertl) \)o\)en greifen, 
TOeld)e ber 3i^derfabrifaut für feine 9}ielaffen beim 5$er!auf erhielt, oom 
faufmännifdien 6tanbpun!te immert)in bebenflic(); ber meiter gemalte 
3?orfd)lag, mit jeber i3w<^^^f^^^i^ ^i"^ 33rcnnerei 5u üerbinben unb in 
biefer nur ben eigenen 6t)rup gu t)erb rennen, bietet aud) gro^e unb oft 
genug unüberminblid^e @d)iuierigfeiten, bie für ie^en Kenner be-^ ^-ören= 
nereibetriebeö unfd^mer nadjjumeifen fein werben. 

5Rel)men mir ben burd;fd)nitt(id)en 3)lelaffenertrag ber 3ucferfabri!en 
auf 2V2 % üom 9flübengemid)t unb buiJ in einer 3uderfabrif burd)f d)nitt- 
lid^ verarbeitete Mbenquantum auf 200,000 (Etr. an, f mürbe auf jebe 
3uderfabri! ein Quantum t)on circa 5000 Zentner 3)lelaffen jur ©pi= 
ritu^- resp. 6(^lempengeminnung fommen. ©^ ift nun aber ein gang 
befonberö bei ber ©piritu^brennerei feftftel)enber unb burd) ba^ allmälige 
(£ingel)en ber fleinen Brennereien no^ tä^iiä) bemiefener ©a^, ba^ bie 
große ^^abrifation günftiger arbeitet, al^ bie fleinere, mit geringeren 
3Hitteln resp. mit geringeren 5lpparaten au^gerüftete, unb mürbe fid) 
bie^ bei ben fleinen SJlelaffebrennereien um fo mel)r beftätigen, al^ ge= 



H»'-'^S' »Vs'T 



Grfahrinm Jr? Wr »Kmierei bei roeitem me^r 9tufmcrtfam!eit unb 
C!;rral)ruitg t)on ben !Ied)mfern erforbert, als iebcr anbete ^Jimittttimn 

arentterei bei einer täg[td)en einniaifdjung t.on lo,ooo Quart au"e 

' * «, 1"-,^" ^"9e fem bur ten, o »tet Sortoffeln aiisubauen ober 
mttJBortbeil ansufaufen, um iljre Brennerei roäbrenb ber übrS S 

l^n t'^'ö'"- •■*.'^"f' rairtMc^aftlic^er 3tu.nnt5unrber erfal S I 
afienfc()[empeu)urbe e^ nun ni(§t t.ort|eiI^aft fe^ biefelbe »^14^ 

S «^«ItSff'ü'nJtllJ??!'^. f'r^^^' ""'^'^ boriu'entbaCerZ- 
gen oon ^^ticf)toff unb Ko^len^i)braten ju »erroertben entmeber nerfiatn-t 

1 ober in mögliclft concentrirter gorm birect If ben'Ä nebraS £^^ 
ben. asa« nun bie Slnioenbung ofö gutter b trifft foift ereile M 
aUen «anbn.irtf;e« bie 3Relaffef4en,ve benuljen beta nute ^atU bafi 
biefelbe nur m befdjränftem aWoafee angenfanbt metben barf^ba afeu 
grofte ajtengen baoon, in golge i^reä lel;altes an ©aljen unb ©lu- 
r;a1lw?""'''^'"'""9en unb ©urdifMe ^ub bei a«utte fd5n1äu= 
tgeä «erlamnieii oenirfad^en; ganj befonberä treten biefe Uebetftänbe 

ft 'r""'f""' ^'f-,^t' äucferfabrifmirtbfc^aften burcbgejenfafb r S 
ift, ein großer X^ieil besi gerabe bei Sdilempefütteruna notbmenbinm— 
aiau^futter* bnrd,|Prefilinge (Gräbern, 4urV er,5 mit feX 
L? l''}'7 «ngef ubrten befcbrantten 3luroenbbnrteit ber^W^^ftufAlZe 
ben Jucterfabriten ubertiaupt fc^n-er fallen, einen für bie SS,^ 

babe^hrSIt^^ir^Tr '"'^'^''•^^"*"-'« «i^^ftanb ä« [galten, unb Mgte 
»aber ein S^eit ber ©djtenipe birect auf ben älder acfabien roerben 
^un entba aber bünne ®d)lenipe in loo ®en.id,t^t(e en hörfiS 2 
f}i'toK\'\ ""\^/^ ,?beil ©tidftoff, unb bnt'berCbinirtb baber 
auf je2v,5pfunb loertboofle ©ubftauäen !)7'A*Bfunb lüertbtoie ju tS 
porttren; n,ie fc^.metig fotc^er Transport unb bie rfSe Se US 
2e?'tLll'^! tranfportirten 5(üf figfeiten auf beu im \imer oft punb! 

för hif Äf'^"*.*^'' ""1.^."'" V S-"«"' '•«' *>'« ^eranfcbaffung ber 
für b e 5abrit notingen •Unben aUe ©pannfröfte ber aSirlbfcbaft ab 
forbirt, bebarf für ben Üanbwixtt, feiner meiter n (SrörterZ - Lffen 
^itT r^ ^"!* ©inbnmpfei/ „üb ßoncentrireu b r ©feempe Me 
Xran^portfoften etnmä nerringem, fo treten bafür bie Intage uSb s" 
r ebafpejen einer berar igen «erbampfanlage, bie ber einer ©cblempe-- 
W;tenfabrif jiemdcb na[,e fommen, mieber bitp. 9Jad) atte biefem ??-- 

rn^f^ lül'tjS rV^' moblgemeinte «erfrag, bem^SJoben auf bi e 
üieife jeme «e| anbtbcile ju erbattcu, menig proftifd) m fein unb fo- 

Ztl'u """"} ""f^f^t"^'" ""^ naturgemäßen l^ertiltoi fen bTr ä 
L hir^ Ä' " f ""f? *!.?.'■"" f""f"'äninfd)eu 3lnforberungen, benen 
i l^l Sanbroirtb ootte aiedjuung ju trogen bat, loenig m entfiirecben 
öabo« Äai in ber ©e^lempetoblcSneit bö^er bejablt Üb. "Lefta 
meinen ^Präparaten eiiiftebt. SJaeb Dr. «rc benftein'S interefTanten ui 
toiudjnng (äöo^eubtot ber 3i„„ale„ ber SanbUrtbfdaf) beträgt ber 
Äatigebalt ber ©d,Iempetob(e jiuifcben 24 unb 420/0 ber ilatrongebalt 

■^IfV ^Tt 'l "t Fl!"'"'a!?.'"'r^*" burdifcbnittlicben ÄaligeS t" 
30% an, burfte bie« bem TOttetroert^ ber Slübenpottafdie etroa ent-- 

fl'*A".' "Z ""«fe'«^«! fd"' benn «ucb afe gute SDUttetroaar pon benV"u= 
fem betrachtet mirb. 2)er gSret« berfelben beträgt, trofe ber bebeuten. 



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10 



bett ©oncutrenj be§ etafefurter dljloxMhm^ , no(!^ immer 3Va— S^/i 
XMr., mätjtenb fid) ber $reiö beffelben Äaliqnantum^ iti bem von m^^ 
fabricirten ©alje nur auf ca. 1 Xt)lr. 15 e^x. ah etafefurt ftettt, uuo 
babei bie anbereu mertljDolIen 3(lebenbeftanbti)eile: „fd^mefelfaure ma^'- 
nefia,5Ratrw2c., oaujumjonft finb. 3a felbft bei Sluraenbung m\ reif 
nem (5f)lorMium, roeld^e^ bei einem ^(iÜQdjalt von 457o 4V6— 4V4 
%i)lx. foftet, mürbe ber ßanbmirtl) menig ober gar nic^t^ einbü&en. 

3d) ^aU bi^^er fpecieE ben 9lübenbau, alä ben unfere ^rooinj 
unb bie 3ntereffen unferer £anbrairt(;fd§aftli(^en Snbuftrie sunäd)ft be= 
rü^renbeu (Eulturpeiö im 2luae geljabt, geftatten 6ie mir nun noc^ 
eine fteine Stbjdjmeifuucj auf aubere (aubTOirt^fdjaftUc^e Kulturen. SBie 
befannt, (äffen fic^ bie $flan§eu nad) il)ren f;auptfäd;Ud)en 2lfd)enbeftanb-- 
t()eilen im Sldgemeinen unterfd)eiben in: 

liefe (pflanzen, befonber^ ^omfrüc^te unb SBiefengräfer, 
^alfpflanjen, befonber^ ^ülfenfrü^te ic, 
^alipflangen, to, 9ftüben, Sluniip^, Kartoffeln, ^Jlapg, 5ßein 

3Jlai^ 2c. 

D^ne Mi fann jebod) feine einzige biefer $f(an§en beftet)en, 
ebenf omenig, mie oljue Kai! unb 33ittererbe ; auf bie 5öir!ung be0 Kali= 
mangels im Kleeboben l)abe id) fc^on im Slnfange liingemiefen, nid)t 
minber mid^tig, ja uuentbel)rlid) ift Kali aber für bie anberen cultiuirten 
^flanjenarten, fowie für bie Sßiefenpflansen, unb ift eine billige S3e-- 
fd)affung von Kalifal^eu für biefe 3^oeige ber £aube^cultur beinahe no(^ 
bebeutfamer, alg für bie Diübeugegenben, meil bie nid)t'mit 3uderfabrifen 
oerbunbenen Sanbmirtl)fd)aften , bie ja meitauö bie 3}lebrsal)l bilben, 
meiften^ neben einem ^oben, ber in geringerer (Sultur fte^t, anä) über 
ein geringere^ 33etrieb^= unb ^üngefapital für il)re auögebeljuten Slreale 
in gebieten ^aben. SDaf? aber and) bei biefen Söirtbfcbaften, tro^ me= 
niger intenfioer ^emirtl)fc^aftung beö Sobenä, bie mineralifd)en 9^al^= 
rungöftoffe ber ^-Pflansen abnehmen, bafür fpred^en nur ju beutlid^ bie 
Klagen über Kleemübigfeit be^ ^oben^, bie immer roieberfebrenbe Kar^ 
toffel!ranfl)eit, furj, bie überall befürchtete unb jum ^lieil fd;on ein= 
getretene ^rf(^öpfung ber gelber, bereu Ic^te folgen un§ £iebig in fo 
beai^ten^mertl^en, maljuenben 255orten an'^ §erj gelegt l^at. 

3(^ l)alte bie ^efdjaffnng üou genügender 3)ienge Kali burcb ben 
glüdli(^en gunb be^ ©ta^furter £ager^ auf lange 3^it für gefid^ert. 
2öenn id) mit meinen eigenen Slrbeiten barüber nii^t früher an bie Def- 
fentli(^feit getreten bin, fo gefd^al) bie^ au§ bem (^runbe, meil i^ e§ 
für meine ^^flid^t l)ielt, bur^ fortgefe^tc ^^erfud)e unb Prüfungen erft 
bie Ueberjeugung von bem pra!tif(^en $föertl)e meiner Xlieorien unb mei^ 
neö ^erfal)ren§ §u gerainnen, ba x6) in ber 2lnfi(^t bin, bajs gerabe bei 
^erftellung unb 3Ser!auf !ünftli(^er Jünger bie größte g^^^rläffigfeit 
unb 9teellität bie einzige S3afiö für einen bauernben 35erfel)r jwifd^en 
bem Sanbn)irtl)e unb bem d)emif(^en gabrifanten bilben muffen, mälirenb 
unreife unb t)erfrül;te ^rojecte nur ju oft jum ©d)aben für ben Sanbroirt^ 
ober für beibe X^äk gereid)en unb bem leibcr nod^ immer nid^t ganj 
bef eitigten SSorurtl^eile gegen fünftlid^e Düngemittel neue 9lal)rung geben. 

^etreff^ ber SSermenbung ber 6alje l^abe iä) no($ gu bemerfen, 
ba^ eine ^Düngung t)on VU — 3 (Str. für ben 9}lorgeti genügen bürfte, 
bo(^ finb einzelne £anbtüirtl)e in meiner ^egenb bei Dlüben mit ^or= 
t^eil bi§ ju 5 Zentner pro 3)lorgen gegangen. 2lm geeignetften bürfte 



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11 



erben LkI „,«*? Sf! ^M""^"« ^»'^^f'^tä ««> pI;o«pJ,orfauren 

bei See llmretl L^*''" ^^l"^""' ^"""P^' ^"«offeln k.) fotoie 
ba briräf reiSLnl Uf r ^«'»'^",^""9 "lä Süiefcubünfler fein, 
r^^^^nSl^S^I'fflS St S SMS •^^" ''^"" 

bo^ ift cä auä) burclj ,eine oort;in erläuterten eiaenfcbaften braS 
Wer unb mürbe ju madjen, felbft für fcßmere ftr Ze lobe« Ä 

äieljung eine jiemlid) oEgemetne ift. 5Caö (Sinbrinnen beg iSftl!7s 
m ben Wer gefd^^eljt am beften burdj Unterjf üqen oor bfr iuä 
faat ober bei Ieid;teren «oben auä) buxä) Unteregam ?n ber eSen 

?]f JaI^A' ^''^f^«^*^'"'"' gemachten (grfa^rungen. 

M mo^te ©le nun bitten, luid) burd) ftrcnae BraKifA.- «RWif««« 



^4. (L(„Z i' a> ^^ '°^ "'"^ Oe tettt i)abe, nälier ju fommen. — 
Sn,™ ti' -^„u m'i"""'l9 ""^^"^^^ 5Vetber ift erfannt, laffenSie un8 
barum .gemeinfci^aftlic^ unb unermüblid) ftreben, berfelben mit aSen 
§ulf«mitteln, bieuns »on bersprariä unb ber2Bffenf4aftan beS 

StnilT^elJlef ^'" '" '''*""' ""*' ^'' '^'^'^^ Um^rnüiZ 

w. .,?A"*^'l? ''/'?^''o?* "'"' ^"^^ncn iintftc^enb einige SRefultatc über 
i«fif ^r'^^^'^l^f '¥r'"'2^"^" *•« Bncferfabrif „äBoIbau'' im Safte 
1863 gebauen 3u(ferrüben mitjut^eilen, auä melden bie 2öir(famfa 

Sl^,l},^"Ä"'l« f\ f"''^''^^"' Segenüber anbe?n fUnftti^en S 
gern mit ©ntfc^ieben^eit Ijertiorgel^t. — 



k 









Düngung 

pro 10 D.'JÄUt^n. 



Ctttfprii^t pro »iOtflC«. 



OcfraMtt* flöbfu 
pro 10 0.=8tut^en. 



1 

2 
3 



D^nc Dünger. 

®uano 8 ®. 10 ^ 

©uano 2 «Ä 24 ^ 
©upcrp^o8p^Qt 11 ®. 2;^^ 

6upcn)l)og|)6. mit 5 % ^^lor« 
calium 16 «ä 20 i2>fc 

©uperpl^oSp^at frei t)on ^^lor* 
calium 16 ®. 20 ^ 

S3QfeK@Uftno 13 «1 28 -^ 






150 U 
50 Ä5. ®uano 

300 «l 



300 



250 










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^ 5* 3 ft* 






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1 



9,01 
11,42 
10,80 

11,27 

11,67 

12,23 



150 
160 
183 

165 

170 

166 



1350 

1827 
1976 

1859 

1983 

2030 



37 Vs 

40 

453/4 

41 Vi 

42 V2 






7V. 
7V. 

7V8 

7V. 



41Vi 7V. 



e«3 



gr« u 



3) ü n 9 u n 9 

pro 10 O.'Shttl^en. 



8 



93afer«©uano mit 40 % 

14 ® 21 -^ 

53afc^®uano 9 ®. 8 -024 
$crut). ®uano 2 ^ 24 ^^ 



(Sittf^ti(^t pro motgen. 



265 ßi 



167 ßf. 23afcr 
50 ., $CTUt). 



Occmetctc nibcii 
pro 10 D.«9lut]^en. 



® 'S 



3«5I. 






•2- « 






11 

12 
13 
14 
15 



2öaf(i)fo^lc 14 ßl 
®iiano 2 ®l 24 .^ 

iRap«fu*cnme^l 8 ®. 10 ^ 
<5upcrp^o«p^at 8 «5. 10 -^ 

0!^nc Jünger. 

§oIjaf(^e^2ö ^ 

ilalf^aUiaönefia 20 ©i 

Sc^racfcffaurcs DCaK 20 ®i 

<3(^n?efclfaurc§ 5loIi 15 iL 
5la(f*2)^a9nefia 15 ®. 



250 
50 



©f. 



150 U 
150 . 



450 

360 

360 

270 
270 



ff 



ff 



ff 
ff 



1054 

929 

990 

969 

1018 
850 
900 
910 

870 



934 

1040 

992 

990 

993 
839 
899 
945 

887 



290 

320 
304 

280 

287 
240 
270 
320 
260 



12,20 
11,65 



12,83 
12,05 

12,42 
12,61 

12,83 
11.95 



10,401 
11,27 

11,20 
13,40 

12,56 
12,87 

13,n0 
13,25 

13,30 
11,30 



12,08 
11,97 



12,96 
11,97 

12,50 
12.25 



12,70 
12,50 



11,00 
11,00 

13,71 
13,31 

13,30 
12,26 

13,64 
13,50 

11,27 
11,36 



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11,97 

12,45 

12,44 

12,49 

10,92 
12,90 
12,74 
13,47 
11,81 



189^ 
72 a 

167 

178 

174 

183 
153 
162 
164 
157 



2270 



2079 



2214 



2173 



1998 
1973 
2063 
2209 



1854 






*^ ^ o 



47% 


41^/4 


41% 


43 V« 


453/4 


38 V4 


40 V2 


41 


39 V4 



7V2 



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7% 



7V 



6V4 



^ 






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II 



über 

öic bmäi Slnliicubimd her Mi^^täpaxak 

üon Dr. M. 55tcinie in (Staßfurt 
im Sa^re 18G4 erhielten ©rfolge. 
^ßortrag, geljalten im „Öanbn)irtf)fc^aftnd^cn SSerein für 
ba)3 gürftentljum igalberftabt", am 7. ^ecember 1864. 

5ßott ben nad) meinem ^^erfa(;ren für bie £anbn)irt^fd)aft barge^: 
[teilten präparirten J^alifal^en finb in ber biegjö^rioen ^eftellnng be= 
reitö fo bebentenbe 3)lengen »ertüenbet, bafe fid;, ohm^ mir nod) lange 
nii^t von allen ©eiten bie erbetenen 53erid)te ^gegangen finb, jnr 3eit 
boc^ fd)on ein siemlid^ fic^ereö IXrt^eil über äßertl) nnb 33ebentnng ber 
von mir a(0 Düngemittel empfotjlenen Jabrifate baranf begrünben läfet. 

Sparen nnn an^ bie 3}leinnngen über bie l)ol)e 2öicl)tigfeit be^ 
^ali'ö, al^ ^flangennäljrftoff, bei aUen inteEigenten Sanbwirtljen von 
Enfang an nnget^eilt, fo fonntcn bod; Smeifel barüber gel;egt merben, 
ob bie t)on mir für beffen Slnmenbnng geraäljlte gorm nnb 3:$erbinbnng 
eine paffenbe nnb gmedentfpredienbe raar; fomeit bie in biefem 3al)re, 
nnter jnm %^^ü nngnnftigen änderen ^er^ltniffen nnb bei ben t)er-- 
fi^iebenften ©nltnren erhielten Erfolge at^ praftifc^er ^rüfftein gelten 
f önnen, ift and) biefe grage babnrd^ bejalit nnb menn aud^ ftetiger gort-- 
f(^ritt unb eine, a\l^n 2tnfprüd;en ber tanbiDirtljfc^aftlic^en ^rayis, nad) 
3Jlögltd)feit genügenbe ^erbeffernngen ber gabrüation, mein beftänbigeg 
etreben ift, f o glanbe id; bod) in ber igauptf a(j^e hie mir gefteUte Slufgabe : 

„ber £anbn)irtl)fd;aft einen in gorm nnb 3nfammenfefenna ämed-- 

bienli(^en, biEigen ilalibünger jn liefern," 
gelöft in l;aben, nnb barf mol;l in hm mir von allen Sanbroirtben,^ 
meiere bigl)er meine ga^rifate anwanUm, gnm §erbft nnb an6) \d)on 
pr nad;ften grül;ial)r^befteanng angegangenen größeren Slnfträaen, ba^ 
fid^erfte gengni^ Ijierfür finben. 

m^ nnn §nnä4)ft bie für |iefige ©egenb fo tuid^tige TObencnltnr 
betrifft, fo t)erbanfe i^ ber mte mel;rerer an^gejeid^neten fianbroivtbe 
nnb gabrifanten barüber eine ^Injaljl ebenfo intereffanter al^ eingeben:^ 
ber ^erfni^e, von benen id; einzelne bier an^jüglid^ mitt^eile. 

2lnf ber ^nderfabrif SBalban bei ^embnrg, wofelbft fd;on im t)er^ 
gangenen 3a^re Dielfeitige ^erfnd^e mit ^alibüngnng angefteEt mnrben, 
n)eld)e t^ mit (Srlanbnife be^ §erm 3. ^rnmme j. 3. t)eröffentliAte, 
fmb m biefem Sa^re fel)r grofee 3)iengen lali Dermenbet nnb bie geft-- 
fteEnng ber 2Birfnng beffelben naä) einer 3}letl)obe gemad^t, meli^e ieben 
arrt^nm möglid^ft befeitigt. (So mnrben jn biefem Sraede gro^e breiten 

^^^ i^TT^^w ^^^^9^" "^^t ^^^ geroöbnlid^en Düngung verfetten, bann 
eine ^alfte Hvon qner abgett;eilt unb Ijieranf mit einer von 1—27, 6tr. 
pro 3)iorgen fteigenben 3Jlenge ^alifalj nod) befonber^ überbüngt. Da 
anf biefe 2öeife bie praftifd; erreid)bare ©leid^^eit ber 33obent)er^ältniffe 
liergefteEt raar, fo Derbieneu bie bort erhaltenen Sflefnltate gemii uotteg 
Vertrauen. Die umftel^enbe S^abeEe enthält eine gnfammenfteEung ber 
n)id)tigften berfelben nnb ift nod; befonber^ ju bemerfen, baft tro^ ber 
feljr bebeutenben SJlenge t)on ilalifaljen, meldte §err ^rnmme anmanbte, 
ritf ^' ^r^^^ ^^^' '~ "^^^ 2lu!^iiö^tne eine^ einzigen gaEe^, in bem t)er-- 
fuc^groeife 10 (Str. pro 9)iorgen aufgebrad;t mnrben, fämmtlidie ?Heful= 
täte bnrd^au^ günftig unb befriebigenb maren. ^efonbere ^ead^tung 



\ 



15 



biirfte nod^ SSerfud; 7 t)erbienen, weil berfelOe ben birecten Bufammen-- 
jang äwif^en >em ^alige^alt be^ ^oben§ unb bem Su(!craet)art ber 
barauf erbauten gjüben beutlid) jeigt, e^ ift in biefetn gaUe ber alg 
^orfrudit t)or Diiiben fte^enbe ^Roggen in ^leeftoppeln aefäet, unb ba 
ber ^(ee eine grofee 3)^enge ^ali für fid) bebarf, fo fonnte bie neue 3u= 
^^r von Rah ben ^oben nid^t in benfelben ^raftftanb fel5en, al^ auf 
^oben, ber feinen ^(ee aB SSorfrud)t trug, ^er Suderge^ialt ber dtiihen 
von yer, 7 ift baf)er ber weitaus niebrigfte. ®ief elbe (^rfakuna würbe 
von §errn Slmt^rat^ $Rimpau auf ©d^lanftebt auf bem lanbrairtbf&aft. 
M)en ^eretn p §al6erftabt mit(;jett)eilt unb an<i) ebenfo erflärt. Vuf 
ber 3uderfabrif 9tat(;mann^borf ift biird; §errn ^ammerberrn von Äro ' 
figt ba^ Bak ebenfatt^ in anögebeljutem ma'^e angewaubt, e^ geigten, 
bei fünft gleid^er Düngung, im großen ^urd)f($nitt ber Verarbeitung 

Mhen von ^ernburger breite 
mit 3 (Str. ^ali pro 3}iorgen obne ilali 

15ya oS3riy. U,i2% Qnd^x. 14% o^riy. 12,82% ^der 
auf 100 3uder: 7 Dli^itjuder. auf 100 ^uder: 13 9lid)tsuder. * 

9tiiben von ^od^^ornbreite 
mit 3 etr. ^ali pro motten " obne ^ali 

i^^SÄ^ V^'^'^^Ä^'"- ■ l^Vso^riy. 13,6 0/0 Suder. 

auf 100 3uder: 6 ^id^tjudcr. :_^uf 100 3uder: 12 ^idUmder. ^ 

2C. 2C. 

3n ©(^lefien finb von Texten ^rentier, ©d^erjer u. (Eo. auf 5Reu= 
|of bei Siegni^ in biefem Saljre au^gebe^nte 3Serfu(^e mit meinem 
>^raparat gemadjt unb tfieilt mir §err ^rentier bariiber mit: 

,,baß bie 9tefultate auf ben in biefem ^al^re für 3uderrüben 
befonberö verfolgten SSerfud^^felbern für bortige ^obenmifd^ung^-- 
üer()altniffe nur günftige maren. Me mit bem ©alj gebüngten 
H5arjellen lieferten normal fd)öne mhen, mit einem ^erüortre^- 
tenben ^uderge^alt, fteigenb mit ten größeren ^üngung^ga-- 
Un, bie fd^ließlid^, al^ bamit bi^ 15 Zentner pro3)lorgen ge-- 
'^ ^ ftiegen mar, ben «emeig gaben, baß in hen Äalifaljen !etn 
bxe SSegetation l)emmenber, ober gar-ftörenber6toff 
enthalten ift. 

* ^er ^aditjudergel^alt ber mit ^alifalg gebüngten Mhen 
mar nid)t ^ö^er, al^ in anbern gel^altreid^ gebauten 3ftüben k." 
2(e]^nlid^e ^erid)te gingen mir von anbern 6eiten gu, unb ift bie 
SBirfung be§ 6alje§ nur bort feine ^ervortretenbe gemefen, mo baffelbe 
ju fpät aufgebracht marb, überl)aupt l;at fi(^ bie ^opfbüngung in man= 
c^en fällen weniger bemäl^rt, befonber^ bort, mo 'oa^ 6alj auf bie ganx 
jungen 6(^ößlinge unb ^eime gefommen ift, für bie e§ anfdieinenb m 
f^^arf ift, 

^ei ^aip^, Sein, 5llee (ßujerne, ®Jparfette) finb bie Erfolge 
burd^gängig ganj t)or5Ügli(^e gemefen, fomol)i in qualitatiüer, al^ quan= 
titatitjer Se^ieliung, beim £lee trat ber Erfolg am beutlid)ften auf flee-- 
müben ^öben Ijerüor, %laä)^ lieferte in gafer unb 6amen gleidj vox= 
juglid^e S^tefultate, fo baß man j. ^. auf einem Seinfelbe (dou ad^tjig 
Morgen^ bee .»germ SHittergut^befi^er^^ genje, SBeid^nig, auf bem ber 
^m gebriHt, ba^ 6alj jum 5Cl;eil von einem ungeübten ©äemann vox 
$anb aufgeftreut mar, fogar hk einzelnen 2Bür[e leidet I;erau^fennen 



16 



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fonnte. 3m SSergleid) p ben nid^t mit Äali gebünöten Sladi^ftüdeii 
ftanb erfterer fteifer („gleid^ einem 6ta^lbra^t") unb geid)nete fid) burd) 
eine t)iel (lettgrünere garbe i)ort()eil^aft an^. ^3ei 9tap<5, Siübfen unb 
Dotter wog ber 6d)cffel @aat bei talibüngung burd)fd)nittlid) 3—4 
^fb. me^r, al^ o^ne biefetbe auf gleid^em 33oben. ^a gerabe 'Ma\>^ einen 
fetir mürben Mtx verlangt, fo mag au(^ ein SLljeil be^ (^rfolge^ ber 
auftodernben äöirfung be^ 6al§e^ jugufdireiben fein. 

SBei Kartoffeln mar bie 3öirfung burd)gängig günftig, bie Kar-- 
toffeln maren gefunb, ftärfereid) unb ergaben einen ()ö^eren @d)effeler= 
trag, aU ol)ne @alj, bagegen mar bie iRrautbilbung bei ben mit ©alj 
gebüngten Kartoffeln geringer, ©ine Düngung t)on mel)r atg 3 (Str. 
pro 3Jlagbeburger 3)iorgen gab feinen nennenömertl^en 3Jle]^rertrag, ©^ 
()aben fic^ biefe ^eobad^tungen f omol)l in ©ad)fen alö in Sc^lefien burd)-- 
gängig beftätigt, xmb finb in lanbmirtl)fc^aftlid)en Journalen melfad) 
publicirt. ^ 

Ueber 9)laig — ^ferbega^n — liegen mentge aber günftige 9te= 
fultate t)or. 

35on ben ßerealien maren eg befonber^ Sßeijen (englifi^er) 
unb ©erfte, meldte gute Erträge, fomo^l in 6trol), al^ Körnern erga-- 
ben, ba^ gewonnene (Setreibe mar fd;roer, l)ell t)on garbe unb nid)t glafig 
TOegl)alb bafür t)on SJlüttern mefentlid) l)öl)ere greife be§al)lt mürben, 
ba bie (Serealien menig Kali t)erbraud)en, bagegen gerabe bei i^nen bag 
bem ©alje beigemengte Kod)fal§ mefentlid) erfd^eint, fo ift eine Düngung 
ber al^ ^Sorfruc^t vor ''Mh^n fteljenben Kornfrüd^te befonber^ empfel^^ 
lenSmertl) unb and) melfad) au^gefül^rt. S3ei ben §ülfenfrüd)ten ift ba^ 
©alj erft menig t)erfud)t, l)at aber babei in allen gäüen gute 9fteful= 
täte ergeben, gür 2öein unb Xabad finb in biefem 3til)te fel)r gro^e 
Mengen, tl)eil^ rolje, t^eil^ concentrirte Kalifalje mit beftem ©rfolge 
x)erbraud)t. 

@e^r bebeutenb fd)eint bie ^enoenbung für äßiefenbünger ju mer= 
ben, bie Dorjüglid^e Söirfung be^ Kalifalje^ in biefem mid)tigen S^^^Ö^ 
ber Sanbmirt^fd)aft mirb burd; ba^ ä^itgnig be^ §errn (^e^eimerratl) 
^leuning in ^rej^ben, meld)er baffelbe auf feinem &utt ^l)ürm^borf 
uerfud^tc, befonber^ beftätigt. 

Sfea^ bie 2lnmenbung be^ Kalif aljeg betrifft, fo ()aben fi(^ am 
beften bie aud) t^eoretifd) rid)tigen (äemifd^e oon 6alj mit Superpl^o^-- 
p^at, mit Knod)enmel)l unb mit ©uano bemäl)rt, unb leibet e^ mo^l 
feinen S^eifel, ba^ gerabe bei ftarfer Slnmenbung ber obengenannten 
^ülf^bünger, meldte eine rafc^ere 3luffd;lie^ung be^ ^oben^ jur Jolge 
^aben, bie^rgänjung be§ bamit lö^lid) geworbenen Kali'ig um fo notl)= 
menbiger ift, menn nid)t gerabe burd) itnmenbung biefer, ben 33oben an 
^l)Oöpl)orfäure ftarf bereid^ernben ^Düngemittel eine rafi^e ©rfd^Öpfung 
an ben für ba^ @ebeil)en ber ^flanjen ebenfalls unentbel;rli4)en Sllfa-- 
lien ^erbeigefül)rt werben foll. 

^amit bie 2llfalien aber gur t)ollen Söirfung f ommen f önnen, muffen 
fie in ben Untergrutib einbringen, au^ bem ja bie SBurjelgewädife ben 
größten ^l)eil i^rer mineralifd^en 3fla^rung entnel)men, mä|renb gerabe 
im Untergrunbe ber burd^ 58ermitterung unb Düngung bemirfte @r= 
faj ber entnommenen 6toffe ein fe^r langfamer ift, ba ber Untergrunb 
in feinen tieferen ^beilen ber (^inmirfnna ber 9Irferaerätbe qar nid)t 



17 



unb bem ®inf(u§ ber Sltmofppre nur in fet^r befi^ränftem anaafte m= 
9änc\ltd) tft. ^m\^d) reine i^alifafee u)erben nun fo rafd; t)on ber in 
Aolöc ber nor^eröenannten (^inunrfnntjeii meift nod; ()inrcid;enb mit 
Äali nerfel;cuen oberen Krumen abforbirt unb firirt, ba§ man luobl 
bebaupten fann, e^ gelarnje bauon nur ein äugerft geringer «rudBtbeil 
m ben Untergrunb, roie foHte e^ fic^ aud; fonft er«ären laffen, bafe 
t)on üorjüglic^en ßanbiuirt^en unb ^eoba^tern, unter benen i^ bie 
§erren ®ebr. ^ö^ne & ^ödelmann in M.=Dtter§leben' hd 9)lagbeburq 
m erfter 9ftei()e nenne, bie SBfrfung einer ftarfen ^alibüngung bi§ m 
6 ©tr. reinem f^mefelfauren ^ali pro 3)lorgen al^ üottftänbig nufelo^ 
bejen^net mirb, mäfirenb meit geringere 3)lengen von ^ali in meinen 
^raparaten entfd^iebenen ©rfolg geigen, ^a^ Jlo(^fals ^at bie (^igen-- 
td)aft, bte SSert^eilung be^ mv^ — unb aud) ber ^^o^p{)orfäure -^ 
im ^obentiefen ju unterftüfcen unb p beförbent, in n)eld;e unfere Mex^ 
gerdtbe nie, mot)! aber bie naf)rungfud;enbcn äöuraeln unferer Mtur-- 
gemä^fe ()erabbringen. 

%üx biejenigcn Sanbmirt^e, n)e(d;e reine ^aUfalge jur Düngung 
anmenben, wirb fic^ alf o immer nod) ein 3ufat m\ ^od^falj jum lali-- 
fal5e empfefilen. 3)ie tjon mand)en Mbenbauern nod^ immer gelieate 
%\ixä)i vox Slnmenbung ber eijloribe fteüt \i^ bei näi)mx Unterfucbung 
alg unbegrünbet fierau^. ^ie t)ielfa($en jorfd^ungen von Siebigs unb 
Slnberer liefern hm fi^eru beweis, ba& fii^ bte faljfauren 3Serbinbun^ 
gen be^ ^ali'^ im 58oben fofort jerfegen unb atte^ barin entbattene 
e^tor in ^erbinbung mit ^alf al^ falgfaurer i^alf mit ben ^rainmäffern 
abläuft. ,3n ber ^l)at liefern aud) bie 9lübenfelber fefjr faljreidber 
«oben von Stagfurt unb ©algmünbe ben beften Verneig, bag eine MU 
' pon gutem ^urfergebalt unb guter 33ef$affenl)cit ber 6äfte auf fol&en 
gelbem gebeil^en fann unD gebeizt. 2)affelbe ©rgebnif liefern bie bei-- 
folgenben ^erfui^^refultate von talifaljbüngungen, ba in ben babei er= 
l;a(teuen mhtn ha^ ^Nerljältnife graifi^en 3uder unb :i)^id;täuder (©iioeii- 
©alje) ein mefentli^ günftigereg ift, al^ bei ben nid)t mit mi ge-- 
büngten, mä^renb bti l)ol)em Salgge^alt ber Säfte ba^ umgefe^rte ^er-- 
bältnife Ijätte Statt finben muffen, ebeiifo geigten bie Säfte Ui ber 
Verarbeitung eine uorjüglid^e «efc^affenbeit fomo^l betreffe ber Sdjei-- 
bung, al^ in ber Filtration unb ^erfoc^ung ber einzelnen ^robucte. 

%nx anbere @emäd)fe al^ 9lüben faHen natürlid) biefe etwaigen 
«ebenfen gang fort unb ift bei Dielen eine birecte t)ort^eill)afte ^Iöir= 
hing be^ ^od^falje^ feit langer 3eit nad;gen)iefen unb erprobt. 

Slufeerbem ftettt fid) ba^ 5lali in Form üon e^lorfalium mefent-- 
lid) biüiger, al^ in gorm von f^mef elfaurem ^ali ; e^ foften 100 ^fb. 
reinem ^ali at^ ei;lorfalium §um greife üon 4V4 %kx. ber ©tr. gefauft, 
ca. 8V« %i)ix. ^aö ^^irocent alfo 2V2 6gr, ^iefelbe a)Zenge ilali ba= 
gegen al^ fd)n)efelfaure§ ^ali ju bem je^t bafür geltenben ^Jreife t)on 
5 ^^Ir. per (Str. üon 80% ©e^alt gefauft ca. 11% Xblr., ba^ ^ro= 
cent reinem 5lali alfo 3Va ©gr. @g fann nun gmar ^^hemanbem Der= 
mel^rt werben, einer Dorgefa^ten, menn aud^ unbegrünbeten ajleinung p 
Siebe mel^r @elb au^jugeben, für ben red^nenben Sanbmirtb, unb bas f oUte 
bod) eigentlid) Qeber fein, ift bie Sadjie bamit abgefd^loffen unb flar. 

3lm bittigften ftellt fid^ bas^ ^ali freilid^ immer in ben von mir 
gelieferten ^ränarirten .^alifal-^, in bem fid) bei 18 — 20% garantirten 



y^ 



18 

®el)alt unb einem ^preife «ort 15 ©gr proßtr. bie ^Ogf- «^Jj^ 

^^i^%ä, nid,t je^n Sagten mx bte 2f"™^«^"«9 ^?,^ fSolS 

Vt.orjauren MM ml t,or witeren jetin Saton b e be^ faS eä 

meiften bcutfAen £anbwirtt)en eben o neu afö bte ber Sf 'fä« «f 

' Ste in trobTem i»erben beibe pifsbünaet je^t tn «oblret^en aBirt^ 

An 'alflSbeMicf, betraft f^^^'^^rÄlKÄ" 
SBerth für oiele Sulturen, e« roirb bei bem ^1^9^« ja)*«", ö»«^^^^^^ 
b^ SanbnjtrtMAaft unb ben bantit ftetig june^menben Slnforb rungen 
a^bie SSI felbft, \x¥m "i^t io '««ßet »ü bebtit:fen ut^ 
bie Äaltbüngmittef }U ebenso Ijo^er ©eltung unb Slnerfentiung ^u 
bringen. — 



',♦».. 





mitril 



auflTfttMlifttfd&ernÄerJudierfabnklialiratt 

im ^o^re 1864 



^ie nadifte^enben «erfudfic über bie aöirfung be« gflo^en ©d^rae-- 
felfaurcn Stall am ber ^abri! t)on Dr. granf in ©tafefurt, würben 
tn ber 2öeife angeftefft, bafe bie gangen 40—80 ^«orgen betragenben 
Bretten erfl roUftänbig mit ben angegebenen 2Rengen ©uano unb 6uper-- 
Vi)o^Vi)at beftettt würben, ^ie gelber würben bann ^aib bnrc^get^eitt 
nnb bie eine §ä(fte no^ mit ÄaUfalj in 2«engen oon 1— 2Va ßcntneiL. 
überbingt, wä^renb bie anbere §älfte o^ne Salj mit ^üben bepftangt wurber^ 
®a bie großen breiten no(]^ nid)t üottfiänbig abgefahren finb, fo fön= 
nen fpeciette eingaben über ba^ pro äRorgen geernbtete (^miä)t nid^t 
gemactit werben, bod) ftefft fi^ baffelbe nic^t nnter 130 e:entner pro 
3Jlorgen unb bei ben ^alirüben, weld^e aud^ eine !räf tige ^lattentwidf-- 
lung jeigten, e^er etwag beffer, al^ hei ben ni^t mit ^ali gebüngten. — 

3u bem ©infaufgpreife beg Äali von 15 ©gr. pro (s:entner wer-- 
ben für 5rad)t unb 3lu^ftreu!often no^ 2^^ ©gr. pro ©entner ^in-- 
jugered^net. 






li 



f 









fvuc^t. 



Düllouiio 



;BetÖünoutig 

an 



(Roggen 



3eit 

bev 

JJolanfQtion 









kleine. \ 
1 (5tt, 

^eine. 
1 ©tt. 



Rummetfiof- 
Trift 3Ir. 5. 



©etfle I 
®etfte 



{Roggen 

m 

©erfte 



ff 



ff 



w 



ff 



u 
15 

17 
18 



] 



ff 



1 etr. 



IV« (^tt. 

6uper= 

p^oSpt)at 



5Bn«eiftebt 



6)evfte 



I 



IV« ©tt. 

6uper= 
pl)0§pt)at 



!iBart^e 



6)evfie 



Stuguft, 
•ben 26. 

Dctober, 
ben 4. 






11 



16. "0/,. 



1 (5tr. 
1 (£tr. : 
'1 (^tr. 
1 (Etr. 
i)[incJ{afi 
1 ©tr. 1 
1 ^tr. 
1 (£tr. 
1 Ctr. 



Stuguft, 
ben 15. 

2lu9uft, 
ben 26. 

September, 
ben 20. 



16. b''/ 
15. 5^ 

17. b^ 



^Uffteröefjatt 

Softes 

in %. 



geOttff 

fce0 

Saftes 

% 



12. 42. 



14. 04. 



13. 83. 



16. 20, 



16*^. 
15. 5^ 
160. 
15^ 



September, 
ben 30. 



12. 83. 

13. 23. 

12. Ol. 

14. 51. 

13. 17. 



3. 58. 



2. 46. 



2. 67. 



30. 



TTcrOöffnig 

toon 

3ucfer 
9^id)tjU(!er 




©ei burdbfd^itit 

üd) I3U Qtv. ma» 

6eii hjutbe ^rc 

SWotflen äurfev 

geevitbtet. 



100:29. 



100:17.5. 



100:20.8. 



100: 8.0. 



16. 25. 5. 25. 



17. 

16. 25 
16. 5. 



4. 45. 
4. 24. 
4. 45. 



/'j 



9 



il^iieiKafi 
2V2 (£tr. 

D^iicKafi 
1 Str. 



Dctober, 
ben 4. 



September, 
ben 20. 



17^ 

180. 

15^. 
15. 5 



2. 77. 

3. 49. 
1. 49. 
1. 83. 

1. 0. 

2. 55. 
2. Ol. 
2. 05. 



04 






jlOO:21. 
100:28. 
100:10.3. 
100:14. 
100: 6. 5. 
100: 17.5. 



8 



100:14. l.|:| 
100: 14. 1.1 



V 44. 
►. 65. 

. 30, 
. 38. 



2. 56. 



2. 35. 



1. 70. 



1. 12. 



1601 
2020 



1644 



1822 



100 : 1 7. 7. 


1800 


100: 15. 


1953 


100: 12. 8. 


1660 


100: 7.8. 


1795 



bilnaiiitg 1 fofteit 

meT^r I ber 

3Mrfet. I2)iiiwunß 

U. W^ SOTorflcn. 



^emerfnngen« 



419 



pBei ber 5Polarifation mar bcr 
ISaft ber j?ali:9flüben nad^ ber 
öc^eibung mit 33leieffig beben« 
tcnb flarer unb farblofer, alö 
bcr nid&t mit ^oX\ gcbüjigten, 
bcrenSaft in ben meiften ^cir.- 
len aitd? imcfe ber Sc^eibunq 
grünbfau mar. 



17%e(]r 



17V.S9r 



178 



" 5)te)*c JRitbcn mitrbcn in ber 

|5?acbt üom30. September ^nm 
ll. October uerarbeitet, olle 3 
Stunben 6 ötüd an^5 ber 
JHeibc 3ur nebenfte^enben Ww- 
terfuc^ung genommen. 
JDer B^\i ging mit öV^j % 
5öaume m bie Scbcibepfanne 
"Hb gab mit 6 (§imcr KaH 
pcn 20 0/0 93. gefc^iebcn eine 
ra)t mafferbclic cjc^eibnng mit 
menig Schlamm. 
3)iemeiteretBerarbeitung ging 
febr gut uor [ic^. 



153 



44 Sgr. 



135 



17V. Sgr 



i 



/ 



mtt bic ^efitftnte ber talibiingitng 



auf bem 
!3Domtntum 3Eßet((>tij$ 

von 

^tvvn ytiiUv^niSbt^tv, Sieutenattt ^eitje» 

3luf meinem %vii^ SBeidjui^ bei Quari^ in 6d;lefien finb ^^on 
lüieber^olt größere Quantitäten be^ bem^erm Dr. grau! patentirten 
^alifalgeg jur 2(nn)enbung gefommen. SJlit ben 9lefu(taten biefer Dün- 
gung mar ic^ biö()er fo aufrieben, bag idE) in be^ -mbfidjt l^abe, \ä\)X= 
M) ein gvö^ere^ Quantum biefe^ 6at§e!3 fortbauenib anjumenben, imb 
par, ba bie l^iefige 2öirt^fd)aft in 10 6d}(ägen einget{)eilt ift, 3 ^al 
mä^renb ber gruc^tfotge. ^^"t befferen 5^erftänbni^ fege iä) bie grn(^t= 
folge ()er: . : . ,. 

^^mmm^ 1. tartof^Cnt in imtmalifdiem Jünger unb 1 dtt. ^alx, — ^ 

2. Sein: 1 Str. ^ali, 

3. Söeigen: gebriHt 1 (Str. 6uperp()o^pbat au^ ^afer'-önano, 

4. ^lee 

5.' ^lee': 1 Str. Mir 

6. 9ta|)^: in animalifd)em Jünger, 

7. Sein: 1 ^tr. lali, 1 (Etr. ^uperpl[)o^pl)at, 

8. Steigen: 1 ©tr. 6uperpt)oepbat, / 

9. ©emenge: in animalifd)em i)ünger, 
10. '^d^^n: 1 etr. 6uperpl)0^pbat 

^ergleid)enbe 33erfu^e i)aht iö) fpeciett mit bem talifalj unb mit 
Kartoffeln gemad^t, bod^ möd^te id; behaupten, bafe ba^ Kalif alg auf 
ben im SSeijen befäeten Klee, meld^er Mex t)orl)er Mn mit 1 (Str. 
Kalifalj gebüngt, getragen l)atte, fel)r t)ort^eill)aft gemirft \)at Klee ift 
l)ier feit Sauren, tro| ber großen ^orpglic^feit be^ Soben^, eine grud)t 
geroefen, bie nie ben ©rmartungen entfprad;. ^6) fd)reibe bie^ ber Klce-- 
mübigfeit be§ S3oben^, ober mit anberen äßorten, ber Kaliarmutl) ju. 
^ie (^egenb l)ier um (Slogan gel)ört §u ben beften unb am längfien 
cultimrten ganj ©(^lefien^, Mjcx mo^l aud^ erflärli(^, bafe f)ier ber 
Klee fd^on üiel öfter miebergefe^rt unb fomit abgebaut morben ift, mie 
auf hcn minber guten unb meniger lange cultirirten 83öben anberer @e= 
genben, mo anfdtieinenb ber Klee auf minber guten ^öben beffer al^ bier 
gemad^fen ift. Unterjeid^neter ift erft feit 2 Sauren Sefijer biefeg 
©uteg unb ^örte oon feinen ©utönad)baren, ba| ber Klee im 2lllae= 
meinen unfi^er fein f olle, aber auf jeben gall ni^t ^mi Sa^re au^liat-- 
ten fönnte. ^ei ber 3Sor5üglidl)!eit beö S3oben^ bejmeifelte id) biefe 
^^e^auptung unb glaube burd^ ben üorjüglidjen Staub be^ Kleefelbeg 
m biefem Sa^re ben «emci^5 ju liefern, ba§ ber l^iefige ^oben im 
6tanbe ift, ben beften Klee p liefern, menu i^m nur ba§ nötl)ige Kali 



23 



geboten wirb, ^ir inid), wie öcfagt, fann id) t§> a(g feftgefteüt be= 
tradjten, bafe ba^ 5lalifa(5 i)ort()oi(l;aft auf bcn il(eeiüud)^ wirft, bod) 
fcl'en in biefem ^aljxc fpecieUe ^serfudje angeftettt werben. SiBei Sein 
\)abc id) bie ^emerfung geniad)t, bafe berfetbe bebeuteub fteifer {x6) 
tnöd)te fagen ^leid) einem Statjtbral^t) ftanb, alö ber oljne 5lali gebüngte, 
er 5eid)nete lid) and) befonberS burd; eim vkl ()cllgrünere Jarbe üor 
bem anberen, nid)t \o gebüngten, £ein am. 3a, auf einem 6tüde 
fonnte man fogar, weil üom ungeübteren 6äemann breitwürfig 5!alifa(j 
auf fc^on mit ber 3}iafd)inc gefäeten£ein au^geftreutwar, genau jeben 
29nrf verfolgen. 2Iud) i)kv uM id) in biefcm 3a()rc fpeciefle ^erfud)e 
aufteilen. 

9öa§ nun ben .^artoffeberfud) anbelangt, fo würben 45 3Jiorgen 
im §erbfte 18G3 mit .^ut)bung befal)ren unb jwar mit 155 ßtr. pro 
5D?orgen. 5)er Jünger würbe im §erbfte untergeppgt unb mit bem 
Untergrunbepflug burd)fal)ren, im zeitigen grül)jal)r gurd)en gebogen 
unb über biefe breitwürfig 1 6tr. ^alifalj pro 3Korgen gefäet, 'bie 
Kartoffeln nun gelegt unb bie gurd)en gufammen gerul)rt. 4 ^arjellen 
ju 1 3)iorgen blieben ^u 35erfud)^ftüden liegen, 1 DJiorgen crl)ielt gar 
tein ^alif al5, 1 3}Zorgen 1 (Str., 1 a)Jorgen 2 (Etr., 1 3}iorgen 3 Str. ; 
bie «Kartoffeln gingen gut auf unb entwidelten fic^ fräftig. ^emer= 
fen^wertl) war, ba^ ba^ ^raut ber Kartoffeln, wel^e fein Kalifalj er-- 
l^alten, bebeutenb bunfler in ber garbe nnb 5 — 6 3otl länger, al§ 
bie^ mit 5lali gebüngten Kartoffeln war. ^ei ben übrigen ^^erfuc^^= 
parjellen fonnte fein Unterfd)ieb im Kraute wal)rgenommen werben. 
3ur Baal ift bie rotl;e fäd)fifd)e ^^iebelfartoffel angewanbt. Söenn 
id) nun bie 9lefultate ber fernbte eint^eile, fo erlaube ic^ mir, nod^ 
golgenbeö üorau^ ju fc^irfen. ^a id) erft feit ^wei S^i^i^ßn ^efi^er 
biefe^ ©uteic bin, fo l)abe id) bei meinem Slnfauf bie ©(J^läge auf ber 
gelbmarf anber;^ eingetl)eilt; e^ ift nun gu bem 6tüd Kartoffeln t)on 
45 3}lorgen ein Slderftücf, etwa 21 3}lorgen aro§, gefd)lagen worben, 
waö etwa§ außer Jünger war. £)ie Kartoffeln lagen bal)er aud) auf 
bicfem ©tüde merflid) )d)k6)Ux, bal)er ber weniger gute ^urd)f^nitt. 
^ie 5^erfud)eftücfe befanben fid^ auf bem befferen ^l)eil. Semerfen 
muß \6) nod), baß ba^ ^erfud)^ftüd, weld)eö mit 1 (Str. Kali gebüngt 
war, burd^ (^elbbiebftal)l fo im Ertrage beeinträd)tigt worben war, 
baß eg^ al^ maßgebetib nid)t anerfannt werben fonnte. (^eecnbtet 
würben im ^urd)fd)nitt dou allen 45 3Jtorgen 88 6d^effel pr. 3)lorgen. 

1 3)lorgen ungebüngt gab 91 ©d^ffl. mit 21 o/o 6tärfegebalt. 

1 bo. gebüngt mit 2 (Str. Kalifalj 94V2 ©(^ffl. mit 21'/« % 
Stärfegel)alt. 

1 9}iorgen gebüngt mit 3 (Str. Kalifat^ 102 Sd^ffl. ^Tt^. mit 
2 P/5 % ©tärfege^alt. 
^aö Kalif als ^)ötte alfo bei 2 Gtr. 3'A ©d)effel unb bei 3 Str. 11 
<2d)effel (> 33iefcen 3)^ebrertrag gegeben, außerbem nod) 'A % im @tär= 
fegebalt mein', al§ ungebüngt. ^ i)er (^efunbl)eit^guftanb ber Kartoffeln 
war ein außerorbentlid) guter, nur fel)r feiten würbe Xrodenfäule 
bcuierft. 2lber aud) bei bem einen 9}lorgen nid)t mit Kali ge-- 
büngten Kartoffeln fonnte in ber (^efunbl)eit fein llnterfd)ieb bemerft 
werben. S)a id) biefen ^erfud) fpecieft geleitet unb abgewogen l)abe, 
fo ift für mid) bie (Srtrag^fteigerunn aud) bei ben Kartoffeln burd) ^a-^ 



24 



lifalj al^ et)ibent ertüiefen. Um nun jn beiueifen, auf n)el(^ein ^oben 
biefe Kartoffeln giiüai^fen finb unb wie tro^ ber Men ^ox^mMy- 
teit be^ ^oben^, (ben man al^ einen mitben burc^läffigen ©etftenboben 
erfter klaffe anfprec^en !ann) an Kali 3Kaugel fein fann, laffe id^ 
t)ier bie 2lnalt)fe beffelben folgen. (S^ entl)ielten 100,000 Z^tik be^ 
Kauenfelbe^ 

Kai! 132 

'^ '■ aJlagnefia .... 202 

©ifen unb ^l)onerbe . 1304 

^l)o^pljorfäute . . «Spuren 

(^^loralfalien ... 116 

^at)on Kali ... 38 
- Äö^lii^e Kiefelfiüure . 331 

^untu^ ... 2412 

3n 6äuren unlö^lic^) 9(left. 



j -' < 



^i,«^. •-■.-* 







.©cv ^0Tt(^reJ3 5'lorbbeutfcl;cv Sanbtvivtf;c crfcuut bie 
ä\5id;tiöfcit bcv @cuo[feufd;aftcn für Äultur unb Äanciü=^ 
firung bcv ^3)]oove unb für 33efcitigung bcö 5)foovbrenncnö 
au unb cmpf(el;(t biefclkn bcr S3cacl^tuiU3 bcv äiegtcvungcn 
unb bcv J^vbateUv :-^^^;^ 

Dr. grau! (©ta^fuvt^). 



3« t i D e 



leplatitJ ber (§efeUfcl)aft jur allmäüflen ^bUcllutig bee |ltoor- 
* ; brennenö im ÖEolonie J^irdjfpiel leuarenberß. 



S3cim ©nttourfe beö (Statutes bcr üBigcn @eUoffcuf(i^aft ftub 
für ung bic.uad^ftel^enbeu SWotiüc nia^gcbcnb getoefen. 

ad I. laubelte cö ftdfi barum, eine burd^auS felbftftdnbigc, 
fofort unb l^ne dugcrc ftaatlic^c ^ülfe praftifd^ unb jurtftifd^ 
leBcnöfdl^iflc ©enoffenft^aft ju bilben unb tt)ar unter bicjen Um= 
ftÄnbcn bie Sonn bcr'@c]^u(5e* 2)eH|)fdj'((^en ©enoffenfd^aftcu; 
iDiefelbe bur(^ baä ®enoffenfd;aftö=®cfejj anerfannt ftub, bie näd^ft* 
liegcnbc unb einfad;fte, ßanj abgefeljen baüon, baß biefe gönn ber 
58crgefeaf(!^aftunö burd? ben SBertI;, meldte fte alä erjte^enbeS unb 
bilbenbeä Slgenö l^at, w^^ bejoubere SSorjnge WitU 

ad II. ^anbeüe eö fid^ \t\ ber SBilbung ber SReuarenbergcr 

• ®enDffen((i^aft barum, fiir W jum größten Sl^eil fapitalölüfen unb 

burc^ bieDlot^ftÄnbe ber legten 3a^re auc^ frebitlofen ^oloniftcn eine 

Sorni ber SBergefeÜfd^aftunQ ju finben, lüeld^e, fclbft mit geringen 

50^itteln, ben 5(nfang beö ©efti^äftöbetriebeS geftattete unb bie 



x5 



I 



lüeiterc ^a|)italöjamm(ung in einer SBeife etmoölici^te, tueld^e ben 
©efeUfci^aftern bte geringften Saften auferlegte unb gleid^jeitig tbv 
Sntereffe roaä) nWlt, inbem il^nen bte ©enoffenfc^aft felbft ©v« 
tt)erB unb Söefd^äftigung bot. @ö ift beöl^alb öon unö für 
alle bei ber ©enoffenfd^aft üorfommenb« Slrbeiten bie gorm ber 
^ccorbarbeit nad^ bort ermittelten So^nfd^en gemäl^lt unb ba 
l^ierbei na(3^ burd^gängigcr (grfal^rung bie Seiftung beö 5lrbeiter^ 
circa 50 :p(5t. l^ol^er ift als M S^agelol^näarbeit, fo ift ben @e= 
noffenf(!^aftern burd^ ^luäja'^lung öon jnjei 3)ritt^eilen beö Serbien- 
ten ßol^neö ber gemol^nlid^e Eagelol^nöfaJ ftc^er, todl^renb baS burd) 
g(roferen gleiß bei ber Slccorbarbeit mel^r öerbiente le^te 3)rit» 
tl^eil als njerbenbeö Kapital ju il^rem Slftiengutl^abeu 
unb SBermogen gut gefti^rieben toirb unb auf folc^e 3lrt jebem 
©enoffenfd^after, toeld^er nur gefunbe 5lrme unb guten Sßillcn mit 
einbringt bie rafd^e Wufjammlung einer 2lftie moglid^ ift. — 2Bir 
öcrl^el^leH und nid^t, \)a^ biefe gorm ber ^itbung beS ©efeKfd^aftd*- 
^a^italö nid^t für äße ©enoffenfd^aften pa^i; hd ben geringen 
Auslagen für ^äd^te, @aat!orn unb 3)üngung, toeld^e bie 23e' 
wirtl^fc^aftung ber 5!Jloore erforbert unb bem locr^ltnipmafig ra* 
fd^en j^apitaläumfd^lag, toeld^er bei bem vorläufig auöfd()ließlid() 
beabftd^tigten <Sommerfrudj>tbau erhielt toerben fann, wirb ftdj) 
hk ©enoffenfd^aft aud^ hti SSorauSfe^ung einer nur mäßig gün» 
ftigen @rnte im erften Saläre burd^l^elfen, njvi^renb pe im jUjei» 
ten unb ben folgenben Salären burd^ ben hd ben förnten erjieN 
ten ©eiüinn fd^on im S3e(t^ eigenen ^etrieb8-^a|)tt|[ö fein fann 
unb fein tt)irb. * 

ad III. 3)ie 3al^f ber üon jebem ©enoffenfd^after 3U er= 
ttjerbenben ^!tien ift abfid^tlid^ befdj>rdn!t, um bie jal^lreidjjen 
SKitglieber »eld^e nur il^re 5lrbeitö!raft einbringen üor (Äuönu^unj; 
burd^ einzelne ^ftiondre, weld^e eoentualiter nur j^apital ein» 
fd^iegen, gu fd^ü^en, »ie benn überhaupt M bem Sntmurf beö ' 
@tatut«^lle8 gefd^el^en ift, um ben ftetä befonberö migtrauifd^en 
Kleinbauern unb ^hnikxn jebe Gelegenheit ju ent^ie^en, eine 
Ueber»ortl^eilung ju befürd^ten, tt)dl^renb anbererfeitö in allen • 
@tüden moglid^ft an bie fö^renl^aftigfeit unb an ben ©emeinfmn 
ber ©enoffenfd^after ap|)eUirt warb, um biefe ju forbern unb bac 
ganje Unternel^men auf gegenfeitigeö Sßertrauen ju ftü^en. — 



ad IV. 2)ec 3^e|crücfonb« ift atemU^ ^06} Bebaut (§. 13), 
weil auf bcn ^ooxzn m^txwitn ^ufiöcr ftnb, aU auf anbereu 
l^änbercien unb mit biefer gonbö fpdter^in jum feften ©rwerb 
üon Ma — bur^ ^auf ober @rb})a(|>t — üertoenbet uub belegt 

werben foO. 

ad V. 3){e Slufna^me t>on @]^ren»2D^itöltebern in bie 
^enDffenjd^aft ift, wie toir unö jelbft nit^t »er^e^len, eine mit 
Dem Vtinipt ber ©elbft^ülfe in Söiberf|)ru(!^ fte^enbe ©inric^tung, 
biefelbe war aber in biefem gaUe unb Ui bem geringen Kapital« 
gonbö ber eigentlichen ©enoffenfd^aften ni(^>t gut ju umgeben, 
wenn ni(^t bie not^ weniger erf^rieglid^e ©taatsplfe angerufen 
werben foCite; e8 ift inbeg burd^ bie weiteren Söeftimmungen beg 
§. 16. ben Beiträgen ber @^ren«üKitglieber ber ©^arafter unb bie 
nac^tl^eilige unb bemoraliftrenbe Birfung eine« ®e((i^enfe8 ge- 
nommen, anbererfeitö bot aber bie @infu^rung öon ©l^ren^SDflit. 
gliebern wenigften« bei ben in ber crflen ^nt gebilbeten ®e* 
noffenfc^aftcn ein üorjügli^eö ^Kittel jur x<i\^tn gorberung ber 
ganzen Slngelegen^eit unb werben bie armen unb burd^ bie legten 
^JlDtl^ja^re beinal^e entmut^igten ^oloniften au3 ber ^dlna^xnt 
unb Unterftüjung, weld^e i^rer S3eftrebung jur Sf^eform ber Ho- 
lperigen Sßirt^f^aft^weife oon 5lufcn jugewenbet witb, an^ Sin» 
legung ju um fo größerer eigener 5lnftrengung finben. ^aben 
Dann bie erften mit t^cilweife dunerer ^ulfe begrünbeten ©enoffen- 
i^aften erft ^ünftige 9Rc(ultate erhielt unb ft(^ als lebenöfd^ig er- 
wiefen, fo *irb fpater bie S3ilbung fol^er ©enoffenfd^aften au8 
eigenen j^rdften unb 5Kitteln raj^ um ft^ greifen, vok fxä) bann 
mä) für j^e^iette Swede, g. 23. gwm 5lnfauf üon 2)ünge*smitteln 
unb @aat*®etreibe, jum SSerfauf üon Slorf, jur Slnlage öon ^aupU 
unb Sdeben-^andlen ©enoffenfdjjaften auf bem SDf^oore bilben wer- 
Den, bie fi^ ja in anberen ©egenben bereits bewdl^rt l^aben. — 
ad VI. 2)ie 33eftimmungen über bie Söereci^nung unb SSer- 
t^cilung beS ^einertrageö [\n\) \t^x mangelhafte unb laffen einen 
öiemlid^ weiten ©Kielraum, e6 war bieö aber nid^t ju »ermeiben, 
ba ganj f^ejieöe 23eftimmungen hierfür bod^ nid^t ju entwerfen 
waren unb Die ©enoffenfc^aft felbft am bcften im 6tanbe fein 
wirb, bie erforberlid^en SJlobalitdten ^erauSaufinben. — 

Ueberl^au^t foU baö üorliegenbe Statut feineett)eg6 al8 



gjluftcrftatut ßeltcu, fein Sttccf ift nur, ben fleincren ^oloniften, 
bereu gaubkfl^ nci^ je^tflem SöirtM^^^fiftöf^ftem felbft jur 
uDt^bürftiöeu ©r^attung il;reö .^auöftaubeö m6)t auörei^t, burt^ 
ben S3etrieb eines genoffen(^aftli(3(> bewirtl^fc^afteten, rationea ein» 
get^eilten unb befteaten ßrogereu J^omple^eS, \>k ^ö^iiä)h\t einer 
befferen ©jciflena ju bieten, \)amUn foulen biefc ber ©enoffenf^aft 
(je^iJrigen SÄubereien nic^t allein als ©rwerbö^Objefte, fcnbern 
and; alö aKufter^irt^^aften bienen, ba biefelben bei irgenb 
fi^tiöeni 23etriebe nid^t öerfe^len werben, au6) für bie felbftdnbig 
wirtl;f(^aftenben 23eft&er größerer ^olonate unb ^ofe 5(nregung 
3ur 5^a(^a^mung ju geben unb beffere gelbeint^eilung, (ginfu^rung 
Des grud^tmec^felS, 2)üngertt)irt^f^aft ju »eranlaffen.^^^ :, . :: 

SSon bem einzelnen Colonen !ann man bie fofortige 5lb« 
ftcHung be§ ÜJioorbrennenö nid^t »erlangen, ^ommt aber eine 
(Sienoff enf^aft, M weld^er baö S^ififo mc^r üert^eilt ift, im 
Saufe ber Sajjre ^u ber ©rfa^rung, \>a^ fx6) hk ÜJioore aud^ o^ue 
^öranbfultur ui^t allein ebenfo gut, fonbern nod^ beffet be» 
TOirt^f(!^aften laffen, fo mirb e8 an Sflad^folgern für ba^ hiermit 
gegebene 23eifpiel uic^t fehlen. — ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^-^^^^ ^ ^ 

2)er Entwurf beö ®enoffenj^aftS»@tatutö ift üon bem Unter« 
Seit^neten, Dr. graut!, »erfaßt, hk 5lnregung baju ift üon ^mn 
^Pdd^ter ©anber in 5Reu'5(rcnberg unb ^crrn @eneraU8e!retair 
^Pcterd in OSnabrücf ausgegangen, unb ^at gc^ttt*er auc^j bie 
Ipejiell für bortige SBer^dltniffe not^igen S3eftimmungen angegeben. 
T>ie ®enoffenfd;aft ift bereits fonftituirt, iaf)lt ct^ 60 orbent^' 
[i6)c SJiitglieber unb I;at bereits Sanbfdufe refp. ^a6)U abge* 
(d)lüffeu. @on)eit ber iutiftifd;e ^nl beS Statuts not^ ber 
''}Zad;^ülfc bebarf, mirb biefer burd^ ^crrn @^ul3e*2)elijf(3^ 
ftattpnben. 



2B. <J)eterS. 
iDSnabrücf. 



Dr. 51. Sranrf. 

@taßfurt. 




Uf i/ V y 




ber 
^efcllfd)aft ^ur aUmäUfleu ^bfielluttg Ireö M^oxbxmxtm 



Statuten. 

2){e Unterjeic^nctcn treten ju einer ©omijaönie äufammen, . 
wcld^e ben 3wcc! ^ai, 9Jicoracfer öemeinjc^aftU^ 3U ^a^ten unb 
äu bcwirt^jc^aftcu, 2)ün0mittcl unb Saat 0emeiufd^aftl{(!^ anäu= 
faufen unb ben l;icrbei erhielten gewinn rcfp. ©rtraß, nac^ ben 
i»utl;etlcn, welche jebeö ©ejeCljc^aftö ^5!KitöUeb ^at, 311 »ertl^eilen. 

2)ie ©ompaßnie füj>rt bf» 5^amen: ^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^ • - 

^^(SiefeUfdiaft jur aUmälleen <?lb|lellun9 Irca ^^loorbrennettc^. 
. «ineetraöcnc ©enolfeufdiaft/^ 

■-^■■-;::i. ■■ :-'-^--""^§. i.---:---r,.^ .,,._,._ 

«Bübunfl ber ®efea{(^aft. 
i){e ®ofenid)aft wirb als fertifl ßebilbet betrachtet, (obalb 
.^roanjig 5Dlitfllieber \\6) babei bet^eiliflcn unb \)ci^ ©efc^aftäftatut 
unterii^rieben l^aben. 

§. 2. 

^aS 23etrieb8* unb 9)a(^tfa^ita( wirb auföebrat^t in 200 
^ctien, jebe 5lctie ju 5 2;^ler. 

Sebeö SORitöUeb ber ©Dmpaftnie mu^ weuiflftenö eine 5lctie 
nehmen unb fann ^öc^ftenö 5 ©tücf 5lctien bep&en. 



Sübalb ft^ bte ©ejeafd^aft gebübet ^ai, fönnen neue 5!)lit. 
glicber auföcnommen »erben, »eld^e njeniöflenö üon fünf 5[)flitglie« 
bern üorgefd^Ia'^en merbeu. 

§. 5. 
SDRitgUeb ber ®efen(df>aft fann aunäti^ft jcber unbefd^oltenc 
©inwül^ner b^ö Äirc^fpiel^ iperbiju. ' - 

: §. 6- "■'"■"'" ■':^ 

3)ic ©in^a^lunö bct ^ctien erfolöt: 

a) in baaretn ®elbe auf einmal; 

b) nad^ unb na^ burd^ monatli(if)e SSeitrage in baarem 

®elbe; 
..,..^.... c) bur^ ^anb* unb ©pamibienfte, bie für bic ^om^iönt^* 
»Ott ben 5ö^ttgliebern geleiflet werben. 
d) burd^ Ueberlaffung "oon ®runb unb 33übcn. L ; 

,■.,: §. 7. ,:,.„..,,:,. ■•■--■-"■. -■--•"^'^^^ ■ 
2)cn g^JitöHebcrn, treibe nic^t bcit »üHen Slctienbetrag be« 
jaulen fönnen, foU eä geftattet fein, in ^anb«unb ^panubienflen 
i^ren ^Änt^eil cinjubtingen unb foK bic S3erec^nung in ber 5lrt 
erfolgen, ba§ * , : 

für Umarbeiten m\ 10 'Äerfer 93bürlanb 1 jHtl^lr. -| <Sgr. -- ^))f. 
für @äen pn 10 nieder . . v •: v r* f/ ^ v .^ 
für SJl&^en . . . • . . . ^^ ^ 1 „ 5 „ •— 






SSon biefcn beitragen ersten bic rcfp. ©efcllfd^aftömit. 
glicbcr | al8 So^n augbeja^lt, njä^renb i^nen | al8 3lctienfa- 
pital gutgef^iiebcn mirb, bis bie 5lctien ödü eingeja^lt ftnb. ebenjo 
wirb bei ber ®ett)innüert^eilung fo lange i be« ©ewinneS jum 
5(ctien!apital gefti^riebcn, bis bic 5(cticn üott ftnb. 

§. 8. 
Scbcr Sl^eilnc^mer, ber eine ^ctic erwerben wiüi, mu^ Wf 
iiipften« 10 ©rojc^en jofott cinaal^len. 



§.9. 

2)ie (Sinsal^lunöcn unb ^Intl^eife jebcö 5DR{töliebc8 iverbeii in 
ein ©parfaffenljuci^ eingctraöen, ml^i^ auf ben ^anmx be8 ^e* 
trcffenben auägefd^rieben njirb unb in bcffen S^ep^ bleibt, eBenfo 
ivirb üon bem ®cfcafci^aftö»5Bi)rftanbc über bie ©inja^Iungen dn 
^auptbuc^ geführt unb muffen beibe ^ü^er genau flimmen. 



§. 10. 

2)ie SSemalluug tüirb burc^ ben 23orftanb gefül;rt unb be- 
fte'^t berfelbe: 

a) aus einem ^rdftbcnten unb bcffen ©tettüerfvetcr ; 

b) au3 einem ^afprer unb JReci^nungefü^rev unb beffen 
^fftftenten; 

c) au8 einem ©efretar unb beffen ©el^ulfen; 

d) au8 je einem 3fieprdfentauten bei Ortfd^aft S^euaren« 
Berg, 5Reuoreeg unb ^tculorup. 



3)ie SBefd^lüffe beS Söorflanbeg bebürfen ju i^rec ©ültigfeit 
\)k ^t\)x^tit ber (Stimmen. Die 50^itglieber beö SSorftanbe« 
ujerben mit §(u3nal^me beö ^rdpbenten oon bev ©efeüifdf^aft jebeö 
3a^r gcmd^lt. 5Der ?)rartbent oKc fünf Sa^re. 

@(i^riftftü(fe bebürfen ber Unter((j^rift beö 9)räfibenten. 



§. 11. 

mie SScHüaUung ift berechtigt, ?)a(^tüertrdge abjufd^tie^ett, 
wie auci^ itdufe, SBer!aufe ju betoirfen, klagen an^ufteCien. 

S3ei aCfen ©eft^aften über l^unbert 2;§aler mug bie SBeifamm* 
lung fdmmtlidjjer Qlftionaire befragt tt)erben. 

3)er SSerfammlung (cimmtlic^er ^Ktiouaive mu§ tüeuigftenö 
■jebeg balbe Sa^r Oiec^nung abgelegt tt)erben. 



§. 12. 

3u §. 6. Me 5lrbeiten für bie ©efeüfc^aft feOen, fo »eit 
CS immer ge^t, burdf) DJIitgtiebcr bewirft unb nad) feftem Wfforb* 
ja^ bejaljlt werben. 



8 

■§. 13. ,,:„,.■,,_:, .■:.>..■■■-..•,' 

®ett)tnn sS[^cttl^eihnt(j. ^ > ^ . 

2)er m6) ^Ibjug aDcr If^oftni, 9lnö[a{^en 2C. oevblelb«nt>c ®e^ 

miun ti)irb an bic ^fttouairc auSbe^al^lt 311 §, ein ©viltel beg 
©emimiö »irb alö Sf^cfctüefcnb jurürfgelcgt. ., 

§.14: 

SD^itflüeber, tüü6)t tro^ ttJteberl^ülter SO^xl^uunö il;rcu 23er* 
pp{(!^tun0cn n\6)t nad^fommcn uub bie ^efcn[d;aft 3iir i^lagc 
tiotl;iöen, fonncu burd^ 23cf(i^(nfi oon minbefteuö f ^JDiaJDvitat 
fämmt(i(j[>er ©efdlfd^aftö^^SJ^itöliebcr auögcftofjeii tocrbcn; erl;altcn 
bann feinen ®en)inn:'2rntl;eil; i^r ^a))ital )mrb m6) ^h\6)h\^ beö 
23ctrieBsja]^re8 auöbcjal^lt unb bleiben bie anögeft^foffenen WliU 
flücber für alle 93erlufte unb (Begaben ber ©cfeUfd^aft njftl^renb 
biefeö Seitraumö l^aftbar. 

5lbftimmungen in ber SSerfammlung fämmtlic^cr Slftionaire 
crfolöen in ber 5lrt, \>ci^ jeber Seft^er Don 1 bis 3 5l!tien' 
eine Stimme, SSefiJer öon 3 biö 5 5l!tien irod Stimmen ^abcn. 

§. 15. 
2)er ^afftrer unb »ied^nungöfü^rer unb beffen Slfftftent, l^at 
für bic JRi(]^tiö!eit feiner Oiec^nunö unb ^affe einjufte^en unb 
etwaige SBcrlufte aug feinem SSermogen ju erfe^en; bagegen er^aU 
ten ber Sftcd^nungäfü^rcr unb fein 5lififtent jeber 1 5%r. »on jebem 
Sl^aler Oteingeminn. 2)aS 9ldmlic|)c gilt üon bem ©efretair unb 
feinem ©el^ülfen. ^ 

., ^ §. 16. /.>.--;--^'.^'.- 

(S^renmitglieb ber ©efeUfc^aft tann jeber 3luäiüÄrtige werben, 
ber minbeftenS eine 5lftie nimmt unb fofort öoll einjal^lt. IDie 
(S^renmitglicber ftnb hü ^bftimmungcn in SSerwaltungöfad^eu- 
ni^t ftimmbere(^tigt, erhalten aber attjd^rlid^ Slbj(i^rift beö 9fle(]^= 
nung0*5lbfd^luffe8 unb 9Jedf)enfd^aftSbcri(i^tö. 3)ie @^renmitglieber 
finb für 33erlufte, welche bie ®efen[(i^aft betreffen, nid^t l^aftbar; 
bagegen bleibt ber auf bereu 5lftien fallenbe ©ewinnantl^eil ber 
öJefeüfd^aftöfaffe alö SfJeferüefonbS fo lange, hi^ er ben oollcn 
Söetrag be(i üon ben ©l^rcnmitgliebern gejcid^neten ^^l!tien»^a)3ital(^ 



f.f 






erreicht. 3ft biefet Seitpunft eingetroffen, fo fanu bem ö^ren- 
mitgltebe auf beffen SBunfd^ ber etngejal^ltc 53etrag feiner Slftte 
jurüdf ^t^a^t lüerben; üerjiti^tet er barauf, fo foul baffelbe 311 ben 
gefd^enfteu Selbem notirt ttjerben. 

Ueber^aupt foKen gefd^enfte ©eiber nie unter bie 5lftiondre 
yertl^eilt, üielmel^r nur jur 2)e(funö üon SSerluften, jur Slu8* 
breitung be0 Unternehmend unb jur ^ebung ber Kolonie ü)ertt)en« 
M ujerben. 

§. 17. 

^luflßfung ber ©efellft^aft. 
5Diefe fann ftattfinben: 

a) wenn ta^ l^albc 5(ctienfapita( luerloren ge^t; 

b) nad^ 10 Salären, üon | ber SO^litglieber beantragt. 

23ci ^uflofung ber ©efcöfd^aft Kjerbfeibt i beö JJ^efer^efonbö 
\)m Firmen beS ^tr(]^fpiel6. 






§. 18. 

Söer für ft^ anö ber ©efeflfc^aft austreten mU, Ui ein 
i Sal^r öorl^er ju fünbigen. 



§.19. 

S3ei Sübeöfallen finbet W Sluöja^lung be6 5Kitgliebö*®ut« 
J^abeuö nad^ bem ndti^ften 3a^re0-Slbfc^luffe ftatt. 



S 



§. 20. 



2)ie Ujjterjeid^neten genehmigen biejeS Statut, unb geloben 
nad^.beftem Söiffen unb SBiQen für bie ©enüffenft^aft ju arbeiten. 
5llle für @inen unb @iner für 5llle einjufte^en unb ju arbeiten. 

?)rdrtbent Q(. @anberö, ?)farrer in 3^euarenberg, 
©teHoertreter beffelben SSicar ^neoel in S'leuarcnberg, 
Oiec^nungöfü^rer unb ,^afftrer ^erm. ^einr. Weltmann in 

S^euijreeö, 
2)effen Sl|fiftent % ^. Steiner« in Sf^euarenberg. 
@efretair 33. ^. Olef^ling in S^euarenberg. 
JDeffen ©el^ülfe 31. .^ilüert in S^leuarenberg. 



10 

jDÖ*g 33orgmanu in S^euarenberg. 
^cr^. $. JRübberö in 5^cuioreeö. 
genier: - 

Sodann 3- Oiligcö 

3üfep^ SD|))?en 

3o^. «^erm. 2)ecfer 

33erti5. 5^enen!{rd^en 

5^{c. @^ nieberS 

@er^. ^rcne in 5^euüreeö. 

30^^. ^eiiir. Gramer in S^leuüreeS. 



in 5^euarenber0. 



n 



II 



II 



II 



n 
II 



\\\ ^fZenareuberQ. 



ti 



$eiur. 33riiifmann 
30^^. S3rinfmann 
m% S3rin!mann 
_ 3i^^. ^^erm. ©tri der 
®erl;. ©el^lenberg (Solon 
@erl;. ©el^leiiberg Sol^n 
$enn. .ipoltmann @ül^n 
3L^l^rtnn @dj>meeö 
3o^ann $Rafer 
Sodann ^erm. Söinb 
©eil>ul) ©c^mibt 
^einr. ^re^er in 5^eniörct3. v f^^^^^^^^^^^^^^^^^^^y ; 

^pflatl^en anä 5Dfiar!^aufen (©^renmitglieb). 
3lle;t:. @d^ntte in SflenarcnberQ. ^ 

2)ag oürftel^enbe ^Ibfc^rift mit bem JOrißinal öbereinftimmt, 
mirb l;ieimit beßlaubigt. 

9Unarenberg, 3. S^lüoember 1868. 

3)er ?)farrer: 
öc§. 51. ©anbetS. 



II 



II 



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2)rucf »5011 3SJ. 3)tpefet in 53etli«. 



■A. .'.-'j.. . .■.^'-^m:^^ 




>it tji kr ^eraraomg k^ 
mmi m iaii aJisuleIfcn?*) 

Vortrag 

gehalten in bet 

SauptDerfammdtno be^ Sanbtoirt^fdiaftli^en SBerein^ SaKetftabt 

am 22, 3funi 1864 

Don 

Dr. Ülbolpf) ^tanf 

. -" in Sta^futt. 

(Onbem ic^ M mir tjort bcm ^öotftartbe bc^ (anbrairtl^fc^aftli^ett 55et= 
eins für baS prftcnt()um §albcrftabt gütigft übertragene ^Referat über 
bie Sftefultate nnb bic Sw^wtift ber ^aliüerwenbnng in ber ßanbwirt^-- 
^(^ttft banfenb übernehme, re^ne x6) jnnäi^ft anf '>M6)^iä)t, voem i4 
obnJof)l nid^t ßanbn)trt^, in btefer grage einigermaßen von bem rein 
t!)eoretif^en 6tanbpun!t be§ (E()emi!erS abmeid^e unb mi(^ ber praf= 
tifd)en 6eite ber ^rage fpecieHer jumenbe. 3(^ barf mir bei bem gro-- 
ßen 3ntereffe, meldte ba^ Staßfnrter ©aljtjorfommen befonber^ für bie 
Sanbmirtfifd^aft l^at, moM junä^ft einige einleitenbe SfJlittl^eilnngen 
über bie bortigeneteinfalgroerfe erlauben, um, baran anfnüpfenb, über 
hen iejigen 6tanb unferer bortigen Snbuftrie unb beren S3ejie^ungen 
p ber fobrcnnenbengrageber Sobenerfd^öpfung unb ber bagegen 
bei Seiten ju treffenbm Sorfid^t^mafercgeln m berieten. 

^aS ^orfommen beä Steinfal^eS in unferer ©egenb ift, mie be= 
fannt, ein f e^r auSgebelinteS unb fd^eint e0 nac^ ben Stefultaten tjerfd^ie-- 
berter Xief=33o^rungen, baß bie gange, üom §ars unb Xl)üringer 2öalb 
begrenzte 9Jlulbe gmif^en @aale, SBobe, gim unb Unftrut ©teinfal^ragen 
vm med^fetnber 3Jlddt)tigfeit birgt; i^ erinnere nur an bie gerabe in 
biefem ^l^eile ^cutfd^lanb« fo pupgen ©oolqueHen, mie au^ an bie 
fd^on feit längerer Seit burd) Xiefbo^rungen erf(^loffenen 6teinfaljlager 
m Sittern, ^ütrenberg, Sangenberg, ©alja, ©d^öningen 2C. ^in im 
Öa^re 1837 gemacher Sßerfuc^, ba0 Steinfal^lager bei ä)ürrenberg berg-- 
mfinnifd^ abzubauen, mürbe burd^ bie ju ftar! einftrömenben S^agemaffer 
be§ anfiel)enben giuffeS üereitelt, unb e§ mürbe be^^alb im 3al)re 1839 
in ©tafefurt, beffcn feit ben ältefien Seiten befannte reid^e ealjquellen 
ba§ S5or!ommen von eteinfalg mutl)ma|en ließen, ein 93o^rlod^ auf ©tein= 
falj angefangen. ®ie SSoljrarbeit mürbe, nad^bem man junäi^ft eine 
mäd^tige Sd^id^t von buntem 6anbftein unb (^^pg burd^funfen unb in 
760' Xiefc ba§ 6teinfalg gefunben ^atte, big gum 3ial)re 1851 fortgefe^t 
unb bann eingeteilt, ba baS S3o^rlod^ 1851' tief getrieben mar, ol)ne 
böß man ba^ßiegenbe be§ ©teinfaljeS gefunben ^atte; ea mar bemnai^ 
eine 3)l(ld^tig!eit be§ SteinfaljlagerS t)on mel)r aU 1000 guß nac^gemiefen; 
für bie drftredung beä Sagerg in Sänge unb breite fep ebenf o U^ je^t 
jebe 6d)ä^ung unb fd^eint eg faft, alg ob neben biefem unermeßlid^en 
6aljreid^t^um bie raeltberü^mten Säger t)on 33ocl;nia unb Söielicgfa mit 
ber Seit t)oaftänbtg jurüdftreten werben. ®g mürbe nun, nad^ ©inftel-- 
lung ber Bohrarbeiten, fofort mit bem 5lbteufen von 6d^äd)ten tjorge^- 
gangen, von benen ber erfte nad^ bem um bag ©algmerf |o(^t)erbienten 

*)@e^)aratabbvu(f ou« b. 3<ttf*T. b. lanb». »creinfl b. «pro*», ©artjfett. ^<\^^. I8«4. 9?r. 10 u. U» 



fj . 



£)attbel^minifter t). b. $et)bt, ber anbete nad) betn bamattöen Hnmiftp 
präfibenten t). 3}lanteuffe( benannt ranrbe. Seit 1855 tft to ©tein= 
mtoer! im x)olIen betriebe unb liefert fowo^l reinfiel ©peifefalj §um 
menkMidien ©ennfe, al^ aud) etraa^ unreinere 9t)pg|a(ti9e ^alje, bie. 
an Sanbiuirtbe unb d)emifc^e gabrifen gu ermäfeigteti greifen aboelaffen 
werben; ba^ für bie ^anbit)irt(;fc^aft beftimmte 6als u)irb tneiften^ m 
?corm ion ßedfteinen, bereu 48 ©tüd auf bie ^onne (380 ^funb) 
aeben, in beu §anbel gebradjt, unb wenn aud) eine nodj biUt9ere ^er-- 
ftettuna biefe^ für jeben ^:8ie{)ftanb unentbe^rtii^en Stoffe^ mit ber Jeit 
m münf dien wäre, f o bietet boc^ ber jefeiöe ^rei^ bem Sanbmirt^e f d)on 
bie 9}löalid)feit, feinem SBie!) btefe^ wa^r^aft unerfefelid)e 3Rai)rungg= unb 
^erbauuugmittel in genügenbem 9Jlaafee ^u t)erabreid)en. — ®a^ tu 
©tafefurt geförberte ©teinfalsquantum beträgt im legten 3a^re circa 

eine 3}littion Zentner. '_ : " , ^ , . - w * r-^r 

^t^tx^ ober t)ielmel)r über bem ©temfalje abgelagert nttbet Jid) 
nun aber nod) ein anbere^ l)ö(^ft merfmürbige^ ^orfommen, meld^e^ 
man im 2lnfange fdjlec^t^in al§ Slbraumfalj bejeid)nete, weil man 
baffelbe beim 2lbteufeu ber 6c^äd)te erft abräumen mufete, e^e man 
pm reinen eteinfalg gelangte. r „r .r £ w' 

%\t Unterfuc^ung biefer ©al^e, mel(^e man nac^ Stu^fe^en unb 
©efdnnad aud) al^ bunte ober bittere ©alje beseid)nete, geigte balb, 
bafe fie vX^i unbebeutenbe ^Jlengen ^ali entljalten. 9Jlan f (^enfte biefem 
©aU iebod) im Slnfange !aum me^t al^ ein n)iffenfc^aftlid)e^ Sntereffe, 
biö eö mir im 3a^re 18G0 juerft gelang, eine te^nifd) brauchbare 3Jle-- 
tbobe gur (Sytraction ber reinen ilalifal§e auö biefen ©emif d^en ju finben, 
unb finb feitbem in meiner im Saläre 1861 errid)teten ^abrü, bererften 
berartigen, circa 500,000 (Zentner biefer ©alge auf ^ali verarbeitet 
morbcti. ^a^ ©ta^f urter ^alif alat)or!ommen fielet in feiner ungel)euren 
3}Md)tig!eit einzig in ber 9Belt ba, unb ift e^ \t%i biefer im Einfang 
wenig bead)tete 3)laterial, welc^e^ bem bortigen 3Berfe feine 33ebeutung 
giebt. — 33ei ftarfem 53etriebe werben jefet tägli(^ circa 5000 ©entner 
lalifalje in ©tafefurt geförbert. . ^ .. . ^ 

9iact)bem ba^ 58or!ommen t)on Äalifalgen m ©tafefurt unter bem 
tanbwirtbfc^aftUc^en ^ublifum befannt geworben, lag eS nal)e, biefen 
wertl)t)0Uen gunb für bie 2anbwirtl)fc^aft ju üerwenben unb baburd^ 
ber ftetig 5unel)menben 3?erarmung ber gelber an^ali entgegenzutreten. 
— Siber Erwarten gaben bie mit bem rol)en ^Ibraumfalje angeftetlten 
^üngung^t)erfud)e in ber 9Jiel)r§al)l l)öd)ft ungenügenbe, gum X^eil fo-- 
gar negatiüe 9tefultate, unb nur auf wenigen ^obenarten war ber ©r^ 
fülq berart, um ^u au^5gebel)ntcrcr 33enu6ung ^Inlafe ju geben, ^ic 
(^rilnbc, weld)e bicfe aufdjeincnb mit ber ^l)eorie in äöiberfpruc^ ftel)enx 
bcn Grgebniffe Dcvurfad)teu , finb inbeft bei näl)erer ^etrad)tung leicht 
;^it fiubcu, unb ticgeu biefclben fomobt in ber d)emifd)en 3ufam = 
menfefcung, alö in bcn p^i)f i!aUfd)en ©igenf(^aften be^ rollen 
^^Ibrainufalse«. Xaffclbc befteljt uämlid) nid^t auö reinem ^alifalj, e« 
cntl)ält üictmeljr nad) bem in meiner Jyabrif in Saufe eine^ S^^re^ er= 
mittclten ^urd)fd;uitt in 100 Xbeiten. 

ei)torMium 13% 

(£l)lormagnefium 22 „ 

<^od)fair 30 „ 



©d^roefelfaure OJlagnefta , . 10% 

2öaffer m„ 

©tiP^/ SJlcrgel tc 9left 

al^ ^auptbeftanbt^eite ; e^ ift nun aber ein praftifd^ f eftgeftettte^ factum, 
Dag ba^ ©^lormagnefium, in größeren 3Jiengen auf ben Met gebracht, 
aerabeju fc^äblid) auf ben ^flanjenrauij^g wirft, unb gilt bie^ befonber« 
bei Mbenculturen, wo mhenhd ein geringer ©e^alt ber 6äfte an (SMor-- 
magnefium äujserft gefä()rlid^ für bie ©rlialtung unb trtjftattifation be^ 
9ftot)äU(Jer§ ift. daneben rairft aber ber ef)Iormagnefiumgef)alt unb ber 
l^ol)e 2Baffergel)alt ber rol)en Slbraumfalge aud) baburc^ nad^t^eilig, ba§ 
btefelben fef)r begierig geud^tigfeit angiel^en unb in golge beffen teid)t 
jerf(ie§en. ©in Slu^ftreuen ber ©alje burc^ bie 6äemafd;ine ift abfolut 
unmöghi^ unb felbft baö 2lugftreuen ber feud)ten, fd^mierigen 3Jlaffen 
mit ber ^anb ift ebenfo niüf)feag, al^ unangenehm, ba bie §änbe unb 
ba§ 3eug ber bamit betrauten Slrbeiter burd^ bie an()ängenben Saugen 
in fürjefter 3eit gerfreffen werben. Slufeerbem »ertragen biefe ro^en 
Sabraumfalje eine längere Slufberoa^rung in feud^ter ßuft nid^t, unb e« 
ftnb mir gälle befannt, mo 3^orrätl)e fd)on it)äl)renb eine^ längeren 
"Transporten unb nod^ mel^r bei längerem Sagern beinalje gam xer--'' 
floffen finb. 

^ä) ^atte nun fd^on in meiner früheren SBefd^äftigung, aU Gbe-- 
mtfer einer ber bebeutenften gudferfabrifen ^eutfc^lanbs, üielfad; ©e-- 
legenl)eit, mid) mit ber jejt fo brennenben ^rage bes ^alierfa|es für 
bie gelber nä^er ju befd)äftigen, unb l)at mid; biefe ^efd^äftigung be= 
fonbers auf bie ^Sermert^ung ber @ta§furter Slbraumfalge für lanb= 
n)irtl)fd)aftlid^e unb ted^nifd^e gmede geführt. 3n biefem Seftreben 
mürbe id^ fpeciell unterftü^t burd^ bie 2lnregung, bie id) von iberm 
©e^eimen $Regierung0--9iatb Dleuning, hem ebenfo confequenten al^ 
praftifd^en 58ertreter ber ßiebig'f^en ^^eorien, empfing, ^ie 2luf= 
gabe, mel^e id) mir babei ftettte, mar eine breifa^e; gunäc^ft mußten 
bie jur JDüngung beftimmten talif alge eine 3uf ammenf egung baben, 
meldte bie braud)baren 5öeftanbtl)eile beS ro^en Slbraumfalge^ 
confert)irte resp. Derbefferte unb nur bie mertlilofen ober ah= 
folut fd^äbli^en befeitiate, fobann mugte bie pl;i)fifalif^e unb 
med)anifd)e ^ef^affen^eit ber ©alje eine berartige merben, 
bafe fid^ biefelben mit ßeid)tig!eit foraoljl mit ber §anb, als burcb 
bie 3Jlafd)ine gleidimägig auf ba§ gelb bringen Heften, 
ol)ne beim Transport feud)t gu merben, unb enblid^ mußten, um bie 
QSenu^ung ber ©alge möglidift allgemein §u mad)en, bie greife 
ber Salje möglid^ft niebrig fein, 2öie meit mir bie^ gelungen, mö-- 
gen bie folgenben eingaben bartbun. ®a^ von mir fabricirte ^ali-- 
falj, rollen, fc^mefelfaureg Äali, enthält burdtif^nittlidl) in 100 
Xl)eilen 

6d)n)efelfaures ^ali ..... 18^20% 
Sd^raefelfaure 3}Zagnefia . . . ,♦ ' 18 „ 
Sd^mefelfauren ^alt . . , ;^"; . 5% 
^o^falj / • . . . . . . , » 42 „ 

©l)lormagnefium • • 3^/ 

kleine 3Jlagnefia .- .... . , 4,, 
geud^tigfeit, (5anb ic ; '; 5 



^ie ^Serbinbung beS 5lali mit ©d^roefelfäurc habe iä) begJialb qe= 
xüäl)lt, weil Diele ^raftüer unb 5Cl^eoreti!er fpecieU für ben ^Rübenbau 
bie f(|n)efelfauren SSerbinbungen ber SllMien ben faljfauren Dorgiel^en, 
iä) felbft l)abe bi^b^r freilid^ burd^au^ feine fd^ftbUd)e SBirfnng ber 
©biorfalien nnb felbft be^ mit 6aljfäure bereiteten @uperpbo^pb<^^^ ^^= 
merfen fönnen, obiuo^l iä) befonber^ te^teres im größten ^Äafeftabe be^ 
reitet unb feine 5lnmenbung fpeciett bcobad^tet l^abe. S)ie fi^raefelfaure 
3Jlagnefia bat für »iele ^flan^en birect groi^e S3ebeutung, weil biefelben 
grofee 3)iengen von ÜJ^agnefia aU 5lf(^enbeftanbtbeil ent()alten, inbirect 
ift fie aber an^ M jeber SDüngnng t)on großem 9hi|en, weil fie im 
6tanbe ift, bag 5lmmonia! ju fiyiren unb bamit, mic mit ber ^!)o^p§or= 
f äure eine für bie ^f(anjenernä|rung bö(^ft mertl^DoIIe SBerbinbung : bie 
pbo^pborfaure Stmmonia! 3}^agnefia gu bilben, bie befanntlid) in folilen-- 
fäurebattigem Sä^affer fe^r miiä) ift. 5Der ©e^alt be^ ^räparat^ 
an ^0(^f alj erf(^ien mir ebenfaE^ von großer 5föid)t ig !e it, ba baffelbe, 
mie Siebig'^ Unterführungen bemiefen baben, bie wertb^oUe ^igenfcbaft 
bat, ba0 ^ali fomie au(b bie (Erbpbo^pl^ate — pbo^Pb^rfauren ^al! unb 
anbere pf)ogpbotfauren SSerbinbungen — im S3oben leidet lö^lid^ ju maö)tn 
unb ben ^ftanjen guäufübren.*) Siebig'g 5(u^fpru(3r, ba^ ba^ ^od^falj 
auf beul %dex alg ^oben^erbefferung^mittel bient, inbem e« xok ^ftug 
unb Sltmo^pbäte auf ibn einwirft unb D^iäbrftoffe, befonber^ ^bo*Pbate 
im ^oben verbreitet, ift auä) pra!tif(^ längft bemiefen, unb bejie^e i6) 
micb W^^^ «i^)t nur auf bie altbergebra(^te Slnmenbung ber ^od)= 
fal§büngung in vielen ^b^i^^it 5Deutf(|lanb§, fonbern anö) auf bie neu= 
eren von 35ölfer§ in ßirencefter**) bei ^Inmenbung von ÄO(^falj auf ^ur= 
nip§ erbaltenen bödjft günftigenSdefultate; bie vonanberenenglifd^enSanb-- 
mirtben***) gemachte 3Jiittbeilung, baß Äod^falj ben Soben mürbe ma^e, 
ift mir and) bur(b meinen verebten greunb, §erm gabrifbefi^er 3öcber 
in nueblinburg beftätigt, ber in biefem Sabre ^üngungSverfucJ^e mit 
meinem Präparat im gro^artigften SUlafeftabe gemai^t bat unb bie 
lodere ^^efc^affenbeit ber bamit gebüngten ftrengen S3öben al§ bef onber« 
günftigen unb bemerfen^mertben ©rf o(g bervorbob. — 3)ie SBefür(^tung 
mandrer Suderrübenbauer, baß bie ^ufübrung von^od^falj bie Qualität 
ber ©äfte verfi^lec^tern fömtte, f(beine mir, mie f^on bemerft, nad^ 
mebrjäbtigen eigenen ©rfabrungen ber Q3egrünbung ju ent= 
bebren. ^er ^oben in ber mi)t von etafefurt ift fo fal^reid^, bag 
ui^t nur vielem ^runnenmaffer beinabe ungenie^ar ift, bo^ ©alj blübt 
fogar in trodenen Sommern an vielen ©teilen förmlid^i aus ber ©rbe 
beraub; tro^bem ift bie (Stafefurter 3udcrrübe für (Sultur unb 58erar-- 
beitung nod) immer eine ber beften unb ber (Malt ber SJlelaffe an ^oA^ 
falj, fomie überbaupt bie 3Renge beg in ber 3Kelaffe unfriftallifirbar ge-- 
TOorbenen ändert feine von anbern J^abrifen abmeid^enbe resp. abnorme; 
äbnlid^e Sßerbältniffe finben fi(b aber nod) an mebreren Orten unferer 
^rovinj. Slugerbem ift eine geioiffe 3Jienge 9^atron für bie Sflübe ein 
notbraenbigeg S^abrungSmittel ; mir ift menigfteng bi^b^^ feine SRüben-- 
afd)e vorgef ommen, bie nid^t 9^atronfalj in jiemlid^ bebeutenben 3)^engen 
entl)alten l^ätte. 

*) lOOÄUoßr. Äo*falj löfcn na« CieBtg 1500 ®ramm ^)]^c^]^ot|aUK« Ä<at, ni5 ®r. »Botobotf. 
SKmmomar^^JJJaancfra, hJäljrcnb beibe €alje in reinem SBoffet &etiia^e UKJtWH* fTnb. ^ ^ ' 

**) Journal of the Royal Agriculturul Society. 63. 

***) Öarmet« SWaßajin 1861. 



I 



vnixatff 



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©ttblic^ bleibt aber mä) al§ einf a^fteiJ pif^mittel bie SÄttwenbuttö 
^- ber ^alifalje als Düngemittel für bie 58orfru(^t ber MU. Da ba« 
^oi^fals nid^t ftar! t)on ber Slderfrume feftgelialten wirb, raä^renb bie* 
felbe bie ^alifal§e fiyirt, fo üerfd^tüinbet ber Ueberfc^ug beffelben fc^ott 
' im erften 3al)re au^ ben oberen 6c^iÄten, unb bie Stuben finben bann 
nnr ^alifalje vox, %üx alle, al5 ^orfrnc^t ber 9lüben bienenbe (Serea= 
lien, befonberg aber für ©erfte, ift Äodjfalj aber, mie f^on au0 bem 
t)orl)er ©efagten l)erDorge]^t, ein felir t)ortl)eil^afte§ Düngunggmittet. 

Der geringe (^e^alt meine« Präparats an (£l)lormagnefium bürfte 
als unfdiäblid) ju betrad)ten fein, mie bieS and) bie ^rapiS bemiefen 
bat; eine üottftänbige ©ntfernung biefeS 3lebenbeftanbt^eils würbe ben 
$reis unnöt^ig t)ertl)enern. 

Sßas nun bie mit bem t)on mir bargefteHten ^talifalje erhielten Er- 
folge anlangt, fo finb biefelben nad) ben mir üorliegenben ^eri(^ten 
burd)gängig günftige gemef en ; ic^ mag 6ie jeboi^ ni(^t mit ben Sfleful-- 
taten eigener 58erfu(^e bel^eüigen, ba felbftangeftellte ©yperimente immer 
ben Stempel eines gemiffen günftigen SSorurtljeilS tragen, bagegen gebe 
iä) 3l)nen nebenftel)enb bie Sflefultate einer mit groger Umfid)t unb ©e^« 
nauigfeit ausgeführten §8erfui^Sreil)e aus einer unferer beften S^ltiben* 
n)irt^fd;aften, unb werben 6ie barauS erfel)en, ba§ bie Düngung mit 
robem fc^mefelfaurem 5lali fomöl)l relatit) als abfolut felir günftige Sfte^ 
fultate erhielt ^at, befonberS ma(^e id) 6ie hierbei auf baS \)uxq 2ln= 
menbung von 5lalibünger erhielte günftige SSer^ältnig gmifd^en Mhen 
unb ^Blättern aufmerffam, ba gerabe auf bie normale ©ntmidlung bes 
SBlatteS beim Rübenbau ein großer SBertb gu legen ift. Die Slnmen^ 
bung bes ©aljeS auf 9lapS, totoffeln unb 5llee l)at ebenfalls günfliae 
Sflefultate ergeben unb ift mo^l ber befte S3en)eis l^ierfür, bag alle SanD= 
n)irti)e, n)eld)e bei ber t)oriäl)rigen 58eftellung ^robebejieliungen mad)ten, 
in biefem 3ai)re groge Soften entnommen l)aben. ®benfo finb für ben 
glad^S=, XabadS= unb Sßeinbau, meiere befanntlid^ febr t)iel ^alt im 
33oben erf orbern, f(^on feit meljreren Sauren fomobl für Deutf(^lanb, 
mie für S3elaien unb granfreic^ groge 3Jlengen ^lalifalje tbeils in xo^m, 
tbeils, beljufs grai^^terfparung in concentrirterem Suftanbe von meiner 
gabri! in ©taftfurt geliefert. 

(Ss ift befannt, bag bie i^lage über 9lübenmübig!eit unb ^leemü:« 
bigfeit beS SSobenS in ben legten Sauren t?ielfa(^ unb leiber nur mit 
gu vxd (^runb laut geworben ift ; f ol(|e fleemüben SSöben geigen oft in 
i^rer 3ufammenfe^ung no(^ eine anf(^einenb normale ^ef^affenl)eit, 
tro^bem f i^winben bie Erträge immer mel^r unb alle S^fubr von ©uano 
unb '^^o^^i)aUn gewährt nur geringe §ülfe. ©el^r lel^rreid) finb in biefer 
Seaie|ung bie t)on ^erm Slmtsratl) 9limpau üeranlafeten Slnalrifen !lee-- 
müber ^öben ber Domäne 6(^lanftebt, eS entl)ielten ^anaä) 100,000 
STbeile S3oben von ©rbf allbreite, SartelSbreite, (SibSborf an löslid;en 
Salden ^ali .... 3 8,5 10 

S^atron ... 5,5 4 5,5 
©S finb bieS im ©anjen gar nidjt ungünftige Sobenqualitäten, tjcrgleic^t 
man aber bamit bie 2lnalt)fe bes berühmten 5^leebobenS t)on 6t. Wlax= 
tin, ber in 100,000 5l|)eilen entl)ält 

Äali .... 13,1 
syiatron .^> . 8,3 






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8 



\o fpiffiSrbiriert(i^iebenl)eit in bet «teef«{)tfl!eit,btefer »obenarten fo= 

*°'* ¥benÄutHd) tritt bie naef,t^eiliae Sßirfuna be. .««Wf "«f nnb 
ben bttvd) Dr. ©rouoen angefteHten affn^lnterMungen franter unb 
^5,1X7 «itcEerrilben lieroot, eä entftie ten 100 Xljeilc SRubenojdje tion 

mx . . . 26,78 19,0 30,5 

aiatron . . 0,73 3,42 2,33 

IrÄ aifo o"u?tFt«»iebentm'anfl«U "«^«f^^^S 
nefio. Su benfelbcn 3ttefi\ltaten fönt Dr. ©rouoen 6eHeim ^"*«^= 
Sunaen t)on befallenem SIee (3eltfd)rift be«jf ^,'"« 1'*"^^" ^„*!': 

Äali . . . 3,32 35,5 35,8 ^ 

'AA tonn M biefet ©elegenlieit niii()t um^in, ber'aJorfi^löge et= 

«äbnnio u tVn, rod¥ fon.ol)l oon iproftifern olä Xt)eoteti!ern, um 

kr Senben ®r «J^öpfung ber SHübenfelber unb ber borouä folgenben 

öroSXnrber Ken inlänbifc^en 3ucEer=3nbuftrie ooräubeugen ge= 

5t Xrtenfinb® man l;ot e« mitSrtedit afö einen srolen Uebeinonb 

beseiAnet, boft bie bebeutenben 3Kengen v)on @al}en, roetdje bie ^elaffen 

Saüe oul benSucferfobrtfen ou bie SDlelaffebrennereten .ge^e«, ""' 

auf bie en id)lie6li^ ote ed)lempetoi)le in otle SBett ""i n^** '»'tH 

ouf bie 5^elber, oon benen fie l^erftommen unb für bereu gru(%tborteit 

Je unntbe^rli^finb, ju gelongen. 3n berXl)ot betragt, na^miroor= 

tieaenben »uuerläffigen a3eri(^teu, bie Wenge uon ©d)lenipelot)te, ml^t 

uKbeburg t-ortouft n,irb, no^e an 90,000 Eentuer, entipre^enbbem 

ertrage «on 12-15 a)liaionen©entnct9lüben;c« liegt auf ber tob, 

büfi evne fold)e ottjätirlid) n,ieberfet)renbe ©ntf rembung ber not^igften 5Dh= 

ueiolbeftanbtbeileber SRiiben fd)limme folgen f)oben mufe, .tro&bem jourb« 

eine abf)ülfe biefe« offenbaren @c|abenä «"^««^^^''^^"«'""^'w'^^mJl. 
fd)roierig fein. g)er oon wandten Seiten 9ema|te58or c^tog, bie Me 
birect m uerfüttern unb ouf ford)e 3Beife bemJBoben feine SBeftonbt^eile 
mrüctsugeben, ift bei ben im^ßerpitnife äumSutterroer«) ^o^en^freifen, 
roetd)e ber addcrfobritont für feine melaffeu beim ^erf ouf erjieü, com 
toufmönnifAen ©toubpunftc immertjin bebenlh^; ber loeiter gemachte 
<ßorf*log, mit jeber 3uderfabrif eine »rcnueret p ücrbinben unb m 
biefer nur ben eigenen ©»jrup ä« tierbrenneu, bietet oud) grofee unb oft 
genug unubemjinblid)e ©^mierigf eitcn, bie für leben Senner beä 33ren= 
nereibetriebe« uufdimer nadipmeifen fein roerben. „ . , . ., 

Sflebmen mir ben burdjfc^nittßdjcn 3)lelaffenertrog ber BujJerfabrifen 
ouf 2V2 »/„ »om Mbengemidjt unb ba§ in einer 3nderf obrit burd)f^nttt= 
m »erotbeitete 9liibenquontuni auf 200,000 Gtr. an, fo mürbe ouf lebe 
Auderfobrif ein anontum »on circa 5000 Zentner 3)leloSfcn jur ©pi= 
ritu3-- resp. ©Älempengeroinnung tommen. ©ä ift nun ober ein gonj 
befonbers bei ber ©piritu^brennerei feftfte^enber unb bur^ boä ollmalige 
eingeben ber fleinen Brennereien no(i^ töglid) beroiefener ©0^, bafe bie 
grole ?(Obrifotion günftiger arbeitet, ofö bie tleinerc, mit geringeren 
TOttetn resp. mit geringeren Slpporoten auSgerüftete, unb mürbe fid) 
bies bei ben «einen TOeloffebrennereieu um fo ine^r beftätigen, oiä ge= 



rabe biefer Qm\^ ber S3rennerct bei ttieitem mel^r Stufmetffantfeit unb 
(^rfal^rung ton ben Stec^nüeru erforbert, al^ jeber anbete, kimmt man 
ferner mit ipintenanfe^ung all biefer ^ebenfen in ^etracJ^t, baft eine 
^-Brennerei bei einer täglichen (^inmaifc^nng t)on 10,000 Dnart, gute 
ober iDenigfteng genngenbe (Erträge geuiäl)rte, fo wäre bie ganje ^renn- 
leit anf 90—100 ^age im 3al)re befd^ränft, ha bie roenigften 3n(fer-- 
fabrüen in ber Sage fein bürften, fo viel .tartoffeln anzubauen, ober 
mit ^ort^eil anzulaufen, um if)re Brennerei mälirenb ber übrigen 3eit 
lu befc^äftigen. ^el)uf^ töirt^fdt)aftli(^er 2Cugnu|ung ber erhaltenen 3Jle-- 
f äff enf(i^lempe mürbe e^ nun nid)t t)ortl)eill)aft fein, biefelbe §uScl)lempe^ 
5ol)le gu Derbrennen, fie müfete üielme^r, um bie barin enthaltenen 9}len-- 
gen von 6tidftoff unb to^len^t)braten p t)em)ertl)en, entmeber oerfüttert 
ober in möglid)ft concentrit^ter gorm birect auf ben Mtx gebrad)t wer-- 
ben. 9öa^ nun bie Slnwenbung al§ gutter betrifft, fo ift e§ eine hd 
allen Sanbmirtljen, bie 3Jlelaffefd)lempe benu^en, bekannte Sri)atfa^e, baft 
biefelbe nur in befd)ränftem Maa^^ angemanbt merben barf, ba allju-- 
gro^e 3)lengen baron, in golge i^reg (^el)alte0 an Salden unb 6äu= 
ren, ^erbauung^ftörungen unb ^urdifälle unb bei 3Jlutterfd)afen pu-- 
figeg 3[^erlammen üerurf ad)en ; gang befottber^ treten biefe Uebelftänbe 
ein, menn, mie bie^ bei 3uderfabri!n)irtl)f(^aften bur(^gel)enb^ ber Sali 
ift, ein großer X^eil beg gerabe bei 6d)lempefütterung notl^raenbigen 
9lau(^futter^ burd^ ^re^linge (Xrdberu, 6(iurpe) erfefet mirb. ©ö bürftea 
nad) ber l)ier angeführten befd)rän!ten iilnmenbbarfeit ber ^J)ielaffenf(^lempc 
ben 3uderfabrifen überl)aupt fd^mer fatten, einen für bie Sonfumtion 
ber gemonnenen 6(^lempen augreid)enben 35iel)ftanb ju l)alten, unb mü^te 
bal)er ein Sll)eil ber 6d)lempe birect auf ben 2lder gefahren merben. 
^-Run entl)ält aber bünne 6(^lempe in 100 ©eroic^t^tlieilen ^öc^ft^n^ 2 
X^eile ^alifalje unb % ^^eil etidftoff, unb l)at berSanbmirt^ ba^er 
auf ie2v,^funb mert^totte ©ubftanjen 97V2^funb mertl)lofe ^u tran^= 
portiren; mie fd^mierig fold^er ^ran^port unb bie rid)tige gleichmäßige 
:öertl)eilung ber tranöportirten glüf figfeiten auf ben im 5öinter oft grunb-- 
lofen Ülübenädem ift, no(^ bap in Seiten, mo bie ^eranfc^affung ber 
für bie gabri! nöt^igen Mhen alle ©pannfräfte ber Söirt^fc^aft ab-- 
f orbirt, bebarf für ben Sanbmirtl) feiner weiteren (Erörterung. — Saffen 
iid) nun aud) burd^ (Einbampfen unb (Soncentriren ber ©^lempe bie 
Xran^portfoften etma§ oerringeni, fo treten bafür bie Slnlage unb33e-' 
trieb^fpefen einer berartigen S^erbampf anläge, bie ber einer 6(^lempe= 
foljlenfabri! jiemlid) nalje fommen, mieber |inp. ^aä) atte biefem er= 
fd)eint mir ber gemif^ fel)r mol)lgemeinte 3Sorfd^lag, bem 33oben auf biefe 
^löeife feine ^^eftanbtl)eile gu erhalten, menig praftifd) ju fein unb fo-- 
mo^l ben einmal beftel)enbeu unb naturgemäßen ^i^erl)ältniffen ber 2lr-- 
beit^tl)eilung, ai^ aud) ben rein faufmännifc^en 2lnforberungen, benen 
ja ber Sanbmirtl) wolle 9led)nung §ü tragen l;at, menig §u entfpre^en, 
ba ba^ ^ali in ber 6(^lempefol)le meit l)ö^er be§al)lt mirb, al5 e§ in 
meinen Präparaten einftel)t. ^a6) Dr. ^Breibenftein'^3 intereffanten Un= 
terfud)ung (äöod^enblatt ber 5lnnalen ber £anbn)irt^fcl)aft) beträgt ber 
.^aligel;alt ber 6cl)lempefol)le pifd^en 24 unb 42 %, ber 9latronge^alt 
pif($en () unb 17%. ^'^immtman ben burd^fdjuittlid^en ^aligel)alt mit 
30 % an, f bürfte bie^ bem 3)iittelmertl) ber 9tübenpottafd)e etma ent= 
fpre^en, mie eine f old^e 5lfd;e benn aud) ali^ gute 9}littelmaare t)on ben Mn- 
fem betra^ltet mirb. ^er $rei^ berfelben beträgt, tro^ ber bebeuten- 




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10^ 

t«f,renben ©ultutätüeiö m f "f . 9/Än)?rtM «Kulturen. SBie 

manöete im Äleeboben 6abe td) (i)on tm Wnce 9mg ^^ . ^^^^ 

W affuna von Sali aljcn ur btefe Sroetge °5,'^.\*"fi^:'" f a^rferfabrifen 
bteSamer,alMürbiemben9e9mben wU^^^^^^^ 

oetbuttbenen 2anb«itt|^<|aftett, bte l^^SÜtoÄ^ übet 

fentlid,feit öetreten bm M^'f^^^geteSe unb ^Prüfungen erft 
füt meme *^5fli(!^t ^leit, "'''^5,»ISti 5ra»rtbe tneiner Sbeoricrt unb tnei= 
bieUeberjeugung t)on ^.^'"V^'^^c'i^'fi^fS'S bei 

ne« »erfahren« }u 9«»« ba J « 5«/Wa)t d^^^^ sÄäUigfeit 

•^fÄÄ eS lÄ dnen^ baue JenNetfet,t äfften 
T^l'ir'^tbe'SKSen unb b?m Mb« no^^ Unter nid,t gan. 



l'UJßlOlfll oad 



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11 



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eine gumifi^rtg oon ©uano gum ^Düngefalj fein, ba biefer bie bem 
6al§ f e^tenben wirfitigen ^Dütigeftoffe : 6tic!ftoff unb p§o^pl)orfauren ^al! 
in concenttirter ^orm entölt, unb ba aufecrbem ba^ ©alj burd) feinen 
©eljalt an fdiroefelfaurer SJiagnefia ba§ 5lnimonia! be^ ®uano binbet, 
TOät)renb ba§ barin gleic^faß^ entlialtene ^oc^fatj bie p!)ogp^orfauten 
erben mHä) madjt, f obafe eine 9Jaf d^ung mit Salj benf elben ®ff e!t i)at, 
wie ba^ t)ielfa(^ empfoMene Sluffd^liefeen be§ ^3uano mit ©dimefelfäure. 
©benfo unb au^ benfelben ©rünben ift aber ein 3ufa^ von faurem 
p{)ogp]S)orfaurem mt ober t)on 5lnod)enme{)I gum ^üngefalj fe^r ju 
empfehlen. ©^3 mürbe fid;, mie f$on gefagt, bie 5lnmenbung bes 6al= 
geg befonberg bei $adfrüd;ten (g^lüben, ^urnipg, 5lartoffeln 2C.) fomie 
bei 5llee, (^fparfette, ßujerne unb Delfaaten empfe()Ien, nid)t minber 
bead)ten^mertl) bürfte aber feine SSermenbung als SBiefenbünger fein, 
ba bie ©räferentmidlung Mftiger ift unb bas $ßie(; folc^es §eu fd}on 
wegen feinet ealggeljalteg fe^r gern frifet unb gut rerbaut. 

$Da baS von mir fabricirte (Salg ni(|t feu(^t mirb, f o lä^t e5 fi(^ 
foTOol)l mit ber §anb, aB mit ber ®äemafd)ine leid)t au^ftreuen, unb 
\)abe iä) meine 3Jiü^len berart eingerii^tet, ba^ bie baüon gelieferte Äör= 
nung fid) leid)t mit ber ©uanoftreuemafd)ine auSfäen lägt. ^J^idjt min= 
ber bürfte fid) bie SSermenbung beg 6algeg an 6telle be§ ©tipjeS gum 
SBeftreuen ber $Düngerl)aufen, unb befonberS gum 5luflöfen in 3aud)e» 
empfehlen, ba e§, mie fi^on bemerft, fomol)l Slmmonia! als ^^oSpl)or-- 
fäure in t)ortl)eill)aftefter gorm gu binben t)ermog. 58on ben t)erfd)ie^ 
benen 33obenarten bürfte \iö) baS ealg gunäd^ft für leichte, fanbige unb 
für l)umof e S3öben empfehlen, benen eS meiftens an Äalif algen mangelt, 
\)oä) ift es au(^ burd) feine t)or^in erläuterten ®igenf($aften, bieSöben 
loder unb mürbe gu madlien, felbft für fd)mere, ftrenge 33öben (i^lei, 
Sl^on) t)on größtem 2Bertl)e, fo ba§ feine 5lnmenbbarfeit in biefer S3e= 
gie^ung eine giemlid) allgemeine ift. ®aS einbringen beS ©algeg- 
in ben 2lder gef(^iel)t am beften burdl) Unterpflügen vor ber SluS^ 
faat, ober bei leid)teren S3öben aud^ burd) Untcreggen in ber erften 
^flugfurd^e, menn ba§ (2alg mie bei Söiefen unb gmeiiäl)rigem ^lec als 
^opfbüngung »ermenbet werben foll, fo mug bieS möglid)ft frü^ im 
3a^re, ober aud^ im §erbft gefd^el)en, ba eS für bie jungen 6d^ögUnge 
von ©ras unb Slee gu fdf)arf ift. — 

^ieS finb bie bisl)er bamit gemad)ten ©rfal^rungen. 

3d^ möd^te 6ie nun bitten, mid) burd; ftrenae pra!tifd)e Prüfung 
unb gefällige 3Jlittl)eilung 3l)rer Sflefultate auc^ ferner gu unterftüfeen, 
ba es mir nur auf biefem SBege unb burd^ 3wW^"öf^<^ ^^n 33eob= 
ad}tungen aus ber ^rayis möglid^ ift, weitere SBerbejferungen gu mad^en 
uv.b fo bem 3^^^^^ n)eld)es id) mir geftedtt ^ahe, näl)er gu fommen. — 
^ie (Sefa^r ber SSerarmung unferer gelber ift erfannt, laffen Sie uns 
barum gemeinfdl)aftlid^ unb unermüblid) ftreben, berf elben mit allen 
§ülfsmitteln, bie uns t)on ber ^rayis unb ber SBiffenfd^aft an bie §anb 
gegeben finb, entgegen gu treten, unb berßrfolg wirb unS mit ©otteS 
^ülfe ni(^t fel)len. 

6d)lief3li(| erlaube id^ mir, S^^i^ß^ umftel^enb einige !Refultate über 
bie auf ben SSerfudjS = ^>ar5ellen ber ^uderfabri! „SBalbau" im Qabre 
1863 gebauten S^derrüben mitgutl^eilen, aus meldten bie 2öir!famteit 
ber S'lübenbüngung mit ^alifalgen gegenüber anbem !ünftlid)en Dün- 
gern mit ©ntf^iebenl^eit l^erxjorgel^t. — 



I \ 



9i e f u I t a t e 

ü6cr öic ttuf Öcn TJerfuc^s-Por^cffcn öcr 3uc6crfQ6nft „TUuCöau" im Oa^re 1863 geöautcn 3ucacrrü6en. 
Scmcrfung; S)ie nacbfte^enben SSerfu^s * ^arseUen fmi) au^ einet 90 2Uorgen ^altenDen JÖreitc ^crauögcfc^nittcn ; auf berfeÜben \faUn 

fc^on oft JRüben geflanbcn, boc^ mar ber Slcfcr gut im 6tanbe. 
^Sorfruc^t 1861: ßlee, bann gut gebungen; 1862: S^oggen; 1863: 3Rüben mit V4 C^tr. ©uano unb 2 6tr. ^^o^p&at. 
. 3iebe ^arjelle =^ 10 0.^91. S)ie S)üngung mürbe, mit 2tu^uat)me ber ^arjellen 13, 14 unb 15, bie biUigere ^alibüngung erhielten, 
nao) einem ©elbmert^e t)on IV2 6tr. ©uano ä 5 %mx. ==^ V/^ %)^\x. pr. ÜJlorgen angemcnbet. 

©ujjfrii^og:|>^at ä 2Va VqXx. pr. Gtr. — ©afcr ©uano ä 3V» 3:^lr. pr. Str. — »o!cr ©uano mit ©(S^mcfclfäure aufgefdjloffen ä 2^U Wr. 
pr. 6tr. — 2öof4ifol)lc ä 2 3:^tr. pr. etr - 9ln:j)«fu(^fnnir!)l ä 2Va J^Ir. pr. ßtr. — ©olsaf(^c ä iVa X^lr. pr. (Str. — Sdjtoffclfanrcl Jtalt 
* 15 6gr. pr. gtr. — jjlalfntoflnrfia ä 1 ^blv. pr. (^tr. — li^^tere beiben aug ber ^gient^^aU j^gbrif t?on Dr granf in ©tafefurt. 



ja 



Düngung 

pro 10 0.=9hit]&en. 



(Entfprtd^t pro äJ^otgetu 



Octiattttt 9itti><u 
pro 10 0.=8fiut^en. 



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1 

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6 



Dl&ne Jünger. 

®uano 8 ®. 10 ^ 

®uano 2 ®. 24 -^ 
@u))eTpi)o8p^Qt 11 Äi 2 -^ 

Supctft^ogpl^. mit 5 % d^lor« 
calium 16 fö 20 -^ 

6u|)erp^ogp^at frei t)on dtjlor* 
calium 16 ®. 20 -^ 

Safer*® uano 13 ßi 28 ^ 



150 0. 

50 ®. ®uano 
200 „ <S^p. 

300 U 



300 



250 



830 


930 


891 


998 


1012 


967 






918 


937 


945 


937 


927 


918 







364 
337 
279 

284 

320 

280 



8,70 
8,96 

12,08 
10,57 

11,20 
10,30 



11,20 
11,37 



11,20 
11,58 

12,6 
12,05 



9,19 
9,20 

11,48 
11,56 

10,79 
10,90 



12,05 
11,48 



12,30 
11,60 



12,25 
12,05 



9,01 
11,42 

10,80 

11,27 

11,67 

12,23 



150 
160 



183 



165 



170 



166 



1350 

1827 



1976 



1859 



1983 



2030 




4IV2 7% 



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CS MO 



^ ü n ö u n 9 

pro 10 D.'^tut^en. 




(Sntfptic^t pro STlorgen. 



33afeT*®uQno mit 40 % 
(5d[)n)cfelf. auf9cfd)loffen 
14 ® 21 -^ 

^%j55afer*®uano 9 ®5. 8 -^ 
krut). ®uano 2 ®i 24 i^ 

Wfol)le 14 tt. 
no 2 ^24-^ 

10 feRai4fud)cnmc^t 8 U.\^ m 
ßupdtoogp^at 8 «5. 10 -^ 



265 U 



167 ^. Safer 
50 ,, ^crut) 



(9c(riittct( 9l«ben 

pro 10 O.'Uiut^ClU 






3a^I. 






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12 
13 
14 
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250 
50 









150 ^ 
150 „ 



ne jünger, 
^dkoflfec 25 öl '; 



450 



// 



^alf^2«a(^nefia 20 ^ 
Sc^rocfcfCaurcß 3{a[i 20 ^ 



®(^H)efclfaure« 5tali 15 ®. 
Äalf-iDiagncria 15 U. 



360 

360 

270 
270 



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ff 



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1054 

929 
990 
969 

1018 

850 



934 



1040 



900 
910 

870 



990 

993 

839 



899 
945 

887 



290 



320 



992 304 



280 

287 
240 



270 
320 
260 






12,20 
11,65 



12,83 
12,05 

12,42 
12,61 

12,83 
11,95 

10,40 
11,27 

11,20 
13,40 

12,56 
12,87 

I3,r)0 

13,25 

13,30 
11,30 



12,08 
11,97 



12,96 
11,97 



12,50 
l."2,25 



12,70 
12,50 



11,00 
11,00 

13,71 
13,31 

13,30 
12,26 

13,64 
13,50 

11,27 
11,36 






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11,97 

12,45 

12,44 

1249 

10,92 
12,90 
12,74 
13,47 
11,81 



189^ 
72 U. 

167 

178 

174 

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153 
162 
164 



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2270 



2079 



2214 



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1998 
1973 
2063 
220^ 



157 1854 



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47 V2 7V8 



41^/4 



41% 



43 V. 



453/4 

38 V4 
40 V2 
41 



39 V4 



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blc bnr^ Stntofn&img bcr Soli = ^rä^iorotc 

von Dr. 31. ^vanf in ©ta^furt 
im 3al)re 1864 etjieltcn ©rfolgc. 
: aSortraa, aebalten im „Sanbtoirt^fd)aftli*en Sßerein für 
■ bag gürftentljum §alberftabt", m 7. ©ecembcr 1864. 
S8on ben nact) meinem aSerfatjten für bie 2anbn)irt£fc|aft barge= . 
ftentcn präparirten Salifoläen finb in ber bieäjä^risen SBefteEuna bc= , 
reUMo bebeutenbe SHengeu «ern)enbet, ta^m, obrool,! mjr nod Jange 
S t)on atten ©eilen bie erbetenen 33erid)te pgegangen finb, jur m 
H ii ein Jiemlicb fiiereö llrt^eil über 2Bert^ unb SSebeutung ber 
i J SXÄen^M empfof, Jen gabritate baranf begrünbm läfet 
SBaren nun ouA bie Meinungen über bte tio-^e SBic^ügteit öeä 
Cali'ä da sBflmiäennäbrftoft, bei atten intettigenten Sanbwtrttien von 
Infan'q an ISeUt, fo lonnten bod) 3n.eifel barüber gehegt n-erben 
ob bTe^Sn mi? für b'ef en Slnraenbnng gemljlte gorm. unbjßerbxnbung 
eine paff enbe unb ätBectentfprcd)enbe raar; fotuett bie '"^^'f ?w Ja^re, 
;,«L iimt 3:beil unaünftiaen öufteren S^er^ältni en unb bei ben »er-- 
SÄÄrer^Uen Erfolge al^ praWfc^er Mfftein gdten 
ISn iftaud) biefeSrage babur(^ bejal)t unb wenn au^ ftettgerSor^ 
S unb etat aMnfprüclen ber lanbn,irt^f(^aftlic^en qjraj ä, na<^ 
ItiuÄ gTnttgenbe aje&fferungen ber|«britation '""«Jeftanbrneä 
Streben ift, fo aiaube iä) bod) in bcr §aupt ac^e bte mir gefteUte 3luf gäbe . 
ber sÄirtM^aft einen in gorm unb Sufammenfefeung än,ec!= 
bienlid)en, bittigen Salibünger ju liefern," i.„j,,<,«„ 

flelöft SU boben, unb barf rooljl in ben mir oon oHen Sa"»"»" bf"' 
Se^töber meine gabrifate ann,anbten, pm §erbft unb «u^J«!»^ 
für näjften grüt)ia^r§befteUung jugegange.ien größeren Sluftragen, ba« 

^^^^tafZVÄ?bfe1S-W9e ©egenb fo -g^ei^S-S 
hetrifft fo oerbonle idi ber ©üte mehrerer auägejetcbneten Sanbroirt^e 
„XgaÄten barübir eine 3ln}at,l ibenfo interefianter atö emgetien^ 
ber SerfuAe, »on benen i^ einjelne t)ier auäpgU^ mtttbeite. 

Ituf ber auderfabrit SBialbau beiSJemburg, mofelbft f^on tm » r= 
aanaeneuSabre mel eitige 58erfu(|e mit Mibüngung ange|tettt mürben, 
Se id, mit erlaubnife beä ^errn 3- ^rm^xm ^ 3- »etoffentltlt , 
finb in bieiem „^abre febr grofee 3}lengenÄali tjermenbet unb biegeft- 
ÄS berffiirfung befelbennad) einer met^obe gemalt, meiere , eben 
Sum mbaliAftbefeitgt. ®g mürben p btefem gmede grofee »retten 
?r 4 "Torgen' mit ber gemöbnlid,en Düngung »«If "3',*'^ 
cineSdlfte bauonquer abgetlieilt unb hierauf mit einer ?onl.— ^V'*^- 
Z iloraen fteiaenben aKenge Äalifotä nod) be onberä uberbungt. ^a 
Tf SSe Kyijd,%rrei# ®leid)beH ber SobeuDerbdltniffe 
beraeftettt mar fo nerbienen bie bort ert)altenen 3lefttltate gemife poM 
Sren ®ie umftebenbe Sftbette entlält eineSu ammenfteUung ber 
» Sttaften berfetberf unb ift no^ befonber« iu bemerfen, bafe troß ber 
feS ÄLnb n swenge Pon Äalifalsen, met<^e §err »rumme anmanbte, 
-c. 1000 6tr.- mit1usnal)me eines einzigen gatteä, m ^em »er» 
fu48roeife 10 Str. pro 3)torgen aufgebracht '»»'^*'««' '"«"!"'l^ „S^^ 
tote burVuä flünftig unb befriebigenb tbaren. «efonbere »eaii^tung 



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16 

m )ow 8i«m g^^^i^^a ^^^ ajertiburget Söreite 

iMW'l'mtßn!- ^ auf 100 Suto: 13 5ßm«tfer. 
,„it 3 |tr. Mi pro Jotöen o^ne ÄaU 

<^ ©Alefiett ftnb t)on fetten 3;tentler, ©<^«ä« Y^VSS" 
r c ^^ w/Jn fc i,t Wdem hallte auSaebcbnte Sßetlucbc mit meinem 

Äettm ie «tefnoS f<^öne Slüben, mit einem ^ewortre- 
An RudeSolt, fteigenb mit ben gtöfeeten 5)un9un9?9a= 
Im bie {Sluratö bamit big 15 ©entner |to3norgen ^e= 

feen mar t« Semeiä gaben, ^«t^^n^^ÄftStoff 
bie asegetotion l)emmenber, ober gar ftorenberoton 

'''*^"£t'licbtäucferget)att ber mit mmi 9eWm9ten 9lüben 

«ar ^At böberalä in anbern gebaüreid) gebauten Stuben jc/' 

ar. J«AÄXe ainaen mir oon anbern Seiten p, unb ift We 

isttfÄf Äfea SSÄ*:: s 



<v 



^t^. 



16 



fonnte. 3m ^ergleid) gu ben ni^i mit ^ali oebüngten giac^^ftüdfeu 
ftanb erfterer fteifer („gleid) einem ©ta^lbra()t") uub jeidjnet^ fii^ burd) 
eine t)iel ()ell9rünere Jyarbe :)ort()eiU)aft au^. ^^ei Dtapö, 3ftübfen nnb 
Dotter mü(^ bev 6d;cffel <Baai bd ^alibüngnng burd))d)nittad) 3—4 
^$fb. me^r, al^ o^ne biefelbe anf gkidjem ^oben. ^a gerabe ^Jiap^ einen 
fe^r mürben Mex t)er(angt, fo mag aud) ein ^()eil be^ (^rfolgeö ber 
anflodernben Söirfnng beö 6algeg jiipfd^reiben fein. 

^ei Kartoffeln mar bie 2öir!nng bnrd^gängig günftig, bie^ar-- 
toffeln maren gefnnb, ftärfereid^ nnb ergaben einen ^ö^txen 6d^effeler= 
trag, aU ol)ne @alj, bagegen mar bie i^rantbilbnng M ben mit ©alj 
gebüngten Kartoffeln geringer, ©ine ^iingnng t)on mel)r al^ 3 (^tr. 
pro aJtagbebnrger 3}lorgen gab kmn nennen^mertl)en 9Jle^rertrag. @^ 
Ijaben fi(% bief e ^eobad)tnngen f omo^l in 6ad)f en alg in <Sc|lefien bnrd^= 
gängig beftätigt, unb finb in lanbmirt^fdiaftlidtien :3onrnalen melfad) 
pnblicirt. 

Ueber 3)Ui0 — ^:pferbeaal)n — liegen wenige aber günftige 9fle-- 
fnltate vox, 

S8on ben (Serea Uen maren eg befonber^ Söeijen (englif(^er) 
nnb (Werfte, meld)e ante (Erträge, fomol)l in 6trol), al^ Körnern erga= 
ben, ba^ gewonnene (Setreibe mar f d)mer, ^ell von garbe nnb nid^t glafig 
megl)alb bafnr t)on 3Jlüllern mefentli(^ l)ö^ere greife beja^lt mnrben, 
ba bie (^erealien wenig Kali uerbrauc^en, bagegen gerabe bei il)nen ba^- 
bem ©alje beigemengte Koc^falj wefentli(^ erf^eint, fo ift eine ^üngnng 
ber al^ 3Sorfrn(^t vox MUn fte^enben Kornfrüc^te befonber^ empfe^= 
len^wertl) nnb and; tjielfad; an^gefü^rt. ^ei ben §nlfenfrnd)ten ift ba3 
6ala erft wenig üerfndjt, ^at aber babei in allen gäUen gnte 9ftefnl-' 
täte ergeben, gnr Sßein nnb Slabad finb in biefem g(al)re fe^r grofee 
3Jiengen, tl)eil^ rol)e, tl)eilg concentrirte Kalifalje mit beftenf ©rfolge 
üerbrand^t. 

@e^r bebentenb fc^eint bie ^^erwenbnng für Söiefenbünger §n wer:: 
ben, bie t)orsüglic^e äöirfnng be^ Kalifalje^ in biefem wid)tigen 3weige 
ber Sanbwirtl)fd)aft wirb bnrd^ ba^ 3engni§ besS ^errn ©e^eimerrat^ 
Sftenning in 5Dre^ben, weld)er baffelbe anf feinem &VLte SL^ürm^borf 
Derfnc^te, befonberg beftätigt. 

2öag bie Slnwenbnng be^ Kalifalje^ betrifft, fo liaben fi(^ am 
beften bie an(^ tl)eoretif(i^ .rid)tigen ©emifd^e von 6ala mit @nperpl)og-- 
pl)at, mit Knod^enmel)l nnb mit ®nano bewäl)rt, nnb leibet e^ wo^t 
feinen 3weifel, ba§ gerabe hei ftarfer 2lnwenbnng ber obengenannten 
^ülf^bünger, weld)e eine raf^ere 5lnffd)lie|nng beg 53oben^ jnr golge 
^aben, bie^rgänjnng be^ bamit lö^lid) geworbenen Kali'« nm fo not|= 
wenbiger ift, wenn nid)t gerabe bnrd) Slnwenbung biefer, ben ^oben an 
$^o«pl)orfänre ftar! bereid)ernben Düngemittel eine rafc^e ©rfc^öpfnng 
an ben für ba« ©ebeil)en ber ^flanjen ebenfatt« nnentbe^rlid)en Sllfa-- 
lien herbeigeführt werben foE. 

X)amit bie 3llf alien aber pr t)otten 243irfnng f ommen fönnen, mixten 
fie in ben Untergrnnb einbringen, an« bem ja bie SÖnrgelgewädife ben 
größten X^eil i^rer mineralifd)en 3^al)rnng entnel)men, wä^renb gerabe 
im Untergrnnbe ber bnr^ Verwitterung nnb S)üngung bewirkte ©r^- 
fafe ber entnommenen ©toffe ein fe^r langfamer ift, ba ber Untergrnnb 
in feinen tieferen "Ibeilen ber ©inwirfuna ber 5l(feraerätbe qar nidit 



17 



uttb bcm (EinftuJ ber 5(tmofppre nur in fel^r bcfd^ränftem 3)laa6e ju-- 
oänt^tid) ift. ©femifc^ reine Kalifalje werben nun fo rafrf) von ber in 
golge ber Dorl^ergenannten (Siniuirtumjeu meift nod) ()inrei(^enb mit 
Sali t)erfei)enen oberen J^runten abforbirt unb fiyirt, ba§ man mol^l 
bel)aupten !ann, e^ gelange bapon nur ein anwerft geringer 83rud^tl)eil 
in ben Untergrunb / wie foUte e^ fiel) aud) fonft cmären laffen, ba§ 
Don x)orjiigli$en ßanbwirt^en unb §8eobad)tern, unter benen id) bie 
^enen ©ebr. ^öl)ne & ^ödelmann in Ätl.=Dtter^leben bei 3Kagbeburg 
in erfler ^teilie nenne, bie SBirfung einer ftarfen ^alibüngung big jti 
6 (Str. reinem jdimefelfauren Äali pro 3Jiorgen alg DoUftänbig nu|log 
bejeic^net wirb, mälirenb weit geringere 3}lengen t)on ^ali in meinen 
Präparaten entfdjiebenen (Erfolg jeigen. ^oß ^oi^falj l)at bie ©igen-- 
f^aft, bie SSertl)eilung be^ Äali'g — unb aud) ber ^bo^pl^orfäure — 
im ^obentiefen §u unterftü^en unb p beförbem, in welche unfere ^iäex- 
gerätl)e nie, wol)l aber bie nal)rungfuc^enben äöurjeln unferer ^ultur-- 
gewädS)fe l)erabbringen. 

gür biejenigen Sanbwirtl)e, weld)e reine ^alifalge §ur Düngung 
anwenben, wirb fi(^ alfo immer no6) ein Qn\al^ x)on ^oc^falg jum ftali= 
falje empfel)len. 't)k x)on man(^en 9ftübenbauern nod^ immer gel)egte 
3ur(^t Dor 5lnwenbung ber ß;i)loribe ftellt fic^ bei näl)erer Unterfu^ung 
als unbegrünbet ^erauS. 3^ie Dielfa^en ^or[(i^ungen üon Siebigg unb 
5lnberer liefent ben fi^ern ^ewei^, ba§ ft(^ Die faljfauren 35erbinbun= 
oen beg ^ali'g im 33oben fofort gerfe^en unb allleg barin entl)altene 
©^lor in SSerbinbung mit ^alt al^ falgfaurer ^alt mit ben ^rainwäffern 
abläuft, ^n ber ^l^at liefern audt) bie S^lübenfelber fe|)r faljreid^er 
^öben Don ©tafefurt unb Saljmünbe ben beften ^ewei^, bag eine Mbe 
von gutem 3wdergel)alt unb guter ^ef^affenl)eit ber 6äfte auf folci^en 
gelbem gebei^en rann unb gebeil)t. 2)affelbe (Srgebni^ liefern bie bei-- 
f olgenben ^erfuc^s^refultate üon ^alifalgbüngungen, ba in ben babei er= 
_^altenen ^Jtüben ba^ '4$erbältni| jwif^eu 3uder unb 9tid)tguc!er (©iwei^-- 
@alje) ein wefentlid; günftigereg ift, alg hd Den nid^t mit ^ali ge= 
büngten, wäl)renb bei l^o^em ©aljge^alt ber 6äfte bag umgefe^rte ^er-- 
Mltnig ^ik Statt flnben muffen, ebenfo geigten bie «Säfte bei ber 
Verarbeitung eine yorjügli(^e ^ef(^affen()eit fowo^l betreffe ber @d)ei= 
bung, ate in ber Filtration unb ^er!oc^ung ber einzelnen ^robucte. 

gür anbere ©ewäd^fe al^ 9tüben fatten natürlid^ biefe etwaigen 
^ebenfen gang fort unb ift bei Dielen eine birecte t)ort]^eill)afte 2öir= 
fung bcg ^o(^falje§ feit langer Seit na(^gewiefen unb erprobt. 

^u^erbem ftellt fi^ ba^ i^ali in Jorm von ß^lorfalium wefettt= 
lidi billiger, alö in ^orm x)on f (i^wef elf aurem ^ali ; e§ foften 100 ^fD. 
reinem Äali alg (E^lorfalium jum greife t)on 4Vi Xkx. ber ©tr. gefauft, 
ca. 8V2 ^^Ir. ^a^ ^rocent alfo 2V« @gr. ^iefelbe 3Jlenge 5lali ba-- 
gegen aU fd)wefelfaureg ilali ju bem je^t bafür geltenben ^Jreife von 
5 X^lr. per Str. von 80% (^e^alt gefauft ca. IIV2 ^^Ir., bag ^ro= 
cent reinem ^ali alfo 3Va 6gr. ©ö !ann nun gwar 9fliemanbem t)er= 
meiert werben, einer vorgefaßten, wenn au(J^ unbegrünbeten 3Jleinung ju 
Siebe mel^r ^elb au^sugeben, für ben re(^nenben Sanbwirtb, unb ba« f ollte 
bod^ eigentlid) Seber fein, ift bie ©ad^e bamit abgefd^loffen unb flar. 

Slm bittigften ftellt \i6) basJ ^ali freilid) immer in ben von mir 
ctf lieferten ^rnporirten .<!alifat^, in bem fid) bei 18 — 20% garantirten 



■äa^M 






18 



^^RVSCl 



(«ehalt mt ciuom ^ISreife uoii K. eflv. vvo (ilv., ö« lOO^t». .«nh nur 
auT r. Jl)(r., öa^^ 5)jTocent alio auf lV.©9r. ttcUcu, walvrout- bu- rtl^ul,= 
«. iq n.itann)etcuben^J(eboubeftonbtl>-ik: (gd,n)effl)au« aXapei.a, W.y^ 
unb «Uiaii nujonft, .e.sp. für bie %xad)t beni i^aiiöioirtDc 5« flute 
omu u ^ie V,m' ubun9\»nccutriiter Sal^e nriivbe nd) uutl),n nur 
in "eu gftttcn empfel;len, I00 bie m^ »er Ava^t bem * eju« fle m«. 
-taltifter Salj.' entgegentritt, bod) jmirbe bie« ent bot einen. ,sin*t)ab 
mm ca. liä'A Sar. uro 6tr. ber aoK fein. 

An. StönigVeid) lad),-eu finb bic lrtnbi»irtl)id,aftlid;en;«ere.ne burd, 
anituS lVfanntn.ad,unfl be« ,§erru (Seneral=€ctret«ir öe{,e,ni^r 5Hatl, 
Dr. 5Heuning jn auigebe^nten «erfu^en mit n.einen «aljen au g<to.^ 
bert unb njerben ät>nlid)e SSeriuc^e aud) in anbeten ©««««*?''' »''" f *« 
bei ber Äalifrage bod) am luefentUc^ften intcrcifirten üaiibimrtl^en untere 
nommen, fo fann e« nid)t fehlen, bafe über W unb i^ebcutnng b r 
.«alibiinaung balb nd)ere Slnl^altpunftc erjielt werben unb bie» und)t gi 
IV- ""b%illf«mittel gegen bic immerl,in nid)t ju unterfd)atenbe 
i^ieUr ber 5Bobenerid)öpfung bann fdjnelle nnb allgememe mmen^ 

^^^^^iox nod) nidit getin Satiren nm bie Slmoenbung m <Ba\mn j)l)o^= 
Vftorfauren ^alfe^ unb vor weiteren ^ü)n ^un bie be«; |^uano^ ben 
ijieiften beutidben Satibu)irtf)eTt ebeiifo neu al§ bie bev f^l^alse e^ 
beute ift, tvofebeni werben beibe ©ülf^bünßer jc^t tu ^«blve d)en ^li^irtl)^ 
\6a\m\ al^ uneutbe^rlid; betrad)tet nnb feini'anbwtrtt) beftreitet Ujren 
Sertb für mele Kulturen, e^^ wirb bei bem jefeigenraf d}en 3u3rttd)ritt 
^er \Janbn)irtMd)aft unb ben baniit ftetiö junelnnenben 3tnrorberunöen 
an bie Sanbwirt^e ielbft, fid)erlid) nid^t io langer ^eit bebnrfen, um 
bie 5taUbünönüttel ju ebenfo i)o^tx ©eltung unb 5lner!ennunfi ^u 
briuöen. — 



1 



_ 8ä 

mrw, b Äeiuer .MM^*^ /^^^^^ ""Ö^f"''" '»"•^««- «e Sein 

er jeic^nete fid) aud) Xt^Zr^ h, L ? ' " f ^^i' »()"« Mali gebü.tgte, 

fonnteman oqat^rei[«o, n m^^^^^ ^o, auf einem ©tMe 

auf fd;on mit ber a)TaE ^S^&l nTT ^''^^^^'^3 ^"«fots 
2»nrf oerfoloen. ^ThL "J.rf f^ !!"l ?^9l"^?«t loar, genau jeben 

^eümaxt onbers eingett^eilt; e$ ift nun ju bem @tiid SUn »mt 
4ü aKorgen cm Slctcrtücf, etn-a 21 3Koraeu aiofi aefdZe« inL^^^^^ 
n)«^ etumäanger Jünger mar. 5Die toVffefn (ageVt^rauÄ 
b^oieni ©tude merflid) id;(ed;ter, ba^er ber oeniger nuteXiÄml« 
■ ®ie akrtud^eftucfe befanben fic^ auf bem befferen Cl Sf S 
luufe id) nod) ba6 ba* S?erfud;öftüd, n-eldie« mit l ©tr kti aeS 

T' e "1 '^"^^''';^"t' ^"J"" ®^'^"«^ beeinträdS So be Ä* 
Bat? es a(ä majigeknb nic^t anerfannt roerben fonufe ©eernbte 
unirben im 5Durd))d)nitt mi äffen 45 SDforgen 88 ©d^f^elm Ä 
ajtorgen nngebüngt , gab Ol ®d,fff. 'init 21 oz/SgeÄ? 

S&egelS""'' ""* '' '' ^'^^'^ M ^^rMm % 
' m^Z &Zm.' ^" ^""^"'^ 10^ ^'^W. G a«^. mit 
^n« Änlifaf-i t)atte alfo bei 2 6tr. 3'A Sdjeffel unb bei 3 6tr 11 
SdKire a)ie(5en SDiebrevtrag gegeben, aufeevUn nod; V. % im ©tär 
fege{)a t n.cfir, alä ungebiingt. ®er ®efunbf,eitääuftniib ber tartoft-eln 
mal- ein anjierorbcntfid; guter, nur fel^r feiten mürbe ZxoälZnk 
b luerft. älbcr aud; bei beut einen 4>ürgeu nidit mit fiali ge 



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24 

Äal! i^^ 

gnagnefia - ^ - - ,fii 

®tien unb X^onetbe . 1304 
^^o^v¥^\äm . . Spuren 

l^loralfalicn • • • ^^^ l 

ßöÄli^c ^iefelfÄure . 331 j 

3n Säuren unlo^Uc^ ^-Hejt. ; 



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^ 



Die Begründung 



der 



Deutschen Kaliindustrie. 



;*, 



Abclruck der dem Königlich Preußischen Ober- 
berghauptmann Herrn Krug von Nidda und dem 
Anhaltischen Staatsminister Herrn von Schaetzell 
zu Bernburg im Oktober 1860 eingereichten be- 
züglichen Denkschriften. ^ 



" 



DBD 



Den Teilnehmern des Deutschen Berginannstages 
in Eisenach mit freundlichem Glückauf gewidmet 

;. vom Verfasser 

Professor Dr. Adolph Frank 

V .V Dr. ing. h. c. 

Mitglied des Grubenvorstandes 
der Gewerkschaft Kaiseroda. 



k 



J 



Promemoria 

des Chemikers Adolph Frank 
betreffend die Anlage einer Chemischen Fabrik bei Staßfurt 
^ oder Leopoldshall 

/ ^ eingereicht an 

Herrn Oberberghauptmann Krug von Nidda in Berlin 
und an Herrn Staatsminister von Schaetzell in Bernburg 
>: mit Briefen vom 29. Oktober 1860. 



■ Das Staßfurter Steinsalzlager enthält neben dem un- 
erschöpflichen Vorrat von reinem Chlornatrium noch eine 
darüber abgelagerte, wahrscheinlich aus den Mutterlaugen 
herstammende über 100 Fuß mächtige Schicht verschiedener 
anderer Salze, welche, da sie sich zunächst durch ihre Färbung 
und ihre Ungenießbarkeit charakterisieren, mit dem allgemeinen 
Namen der bunten bitteren Salze belegt sind. Die nähere 
chemische Untersuchung dieser Salze hat nun ergeben, daß 
dieselben aus Chlornatrium, Chlorkalium, Chlormagnesium, 
ferner aus schwefelsaurem Natron, schwefelsaurem Kali, 
schwefelsaurer Magnesia und geringeren Mengen von schwefel- 
saurem Kalk bestehen. Daneben finden sich noch als sporadische 
Einlagerungen Knollen von Boracit, ein wegen seines Bor- 
säuregehaltes sehr wertvolles Mineral. Die Zusammensetzung 
der bunten bitteren Salze ist eine sehr wechselnde; die zunächst 
über dem Steinsalz lagernden Schichten enthalten größere 
Mengen von Chlornatrium; in den höheren Lagern tritt der 
Chlornatriumgehalt inmier mehr zurück, während sich der 
Gehalt an Chlorkalium in entsprechendem Maße vermehrt 



und daneben auch noch die schwefelsauren Salze von Kali, 
Natron und Magnesia auftreten. Besonders findet sich die 
schwefelsaure Magnesia in einer eigentümlichen schwer- 
löslichen Form mit ca. 2 Äquivalent Krystallwasser in ziemlich 
breiten Lagen und Bändern vor, noch weiterhin verschwinden 
aber die schwefelsauren Salze, und es findet sich ein fast 
nur aus Chlorkalium und Chlormagnesium bestehendes Salz, 
welches durchschnittlich in 100 Teilen enthält: 

Chlorkalium 26 

Chlormagriesium . . 34 

vv asser oo 

Gyps, Eisenoxyd, Thou . . . , . 2 

- ''■^' ■■ '^-'^f :,".;:{:; ''■^''''■-' 100 

Charakteristisch ist für die bitteren Salze ihr großer 
jrehalt an Krystallwasser, welcbw^iipi^erbindung mit ihren 
hydroskopischen Eigenschaften, die leichte Zerfließlichkeit 
derselben bedingt und ein Haupthindernis ihrer Verwertung 
in weiteren Kreisen bietet. Trotzdem ist aber das Vorkommen 
der kalihaltigen Salze ein so wichtiges, daß ihm eine mindestens 
ebenso große Beachtung als dem Steinsalz selbst ge- 
bührt, umsomehr, als das Steinsalz die Konkurrenz der 
Salinen und der anderen Steinsalzbergwerke zu bestehen hat, 
während das mächtige Lager der kalihaltigen Salze ganz 
allein und ohne Konkurrenz dasteht. Die einzige Quelle für 
die Gewinnung des Kalis und seiner Verbindungen boten bisher 
die Pflanzenaschen, die zu diesem Zwecke teils von den Ab- 
fällen der Feuerungen gesammelt, teils geradezu durch Ver- 
brennung der Wälder dargestellt werden. Der in stetem 
Steigen begriffene Wert des Holzes und die sowohl hierdurch, 
als auch durch die immer mehr zunehmende Verwendung 
anderer Brennmaterialien beschränkte Gewinnung der Holz- 
asche hat der Kaligewinnung in den meisten Ländern Europas 
schon seit längerer Zeit ein Ende gemacht, und mit dem 
Fortschreiten einer rationellen Waldkultur und Waldnutzung, 



sowie mit der steten Verbesserung der Kommunikationsmittel 
werden auch diejenigen europäisclien Länder, welche noch 
Pottasche produzieren, wie Rußland, Ungarn und Galizien, 
sowie von den außereuropäischen die Nordamerikanischen 
Staaten die Produktion einschränken und das Holz als solches 
zu verwerten streben. 

So sehr nuji auch die Industrie schon jetzt wegen des 
hohen Preises der Pottasche ihren Bedarf an diesem wichtigen 
Stoffe einzuSchrteken bestrebt ist, so nimmt doch der Konsum 
von Jahr zu Jahr zu, und in demselben Maße heben sich die 
Preise der Kalisalze. Als hauptsächliche industrielle Ver- 
wendung der Kalisalze mögen hier die zur Darstellung der 
Schmierseifen, ferner die bei der Darstellung des Blutlaugen- 
saizes und Berlinerblauesy- ^ie zu iHHimigfaclien andereai 
Zwecken der Färberei, Druckerei, Flachs-, Woll- und Baumwoll- 
spinnerei, sodann die bedeutende Verwendung in der Glas- 
fabrikation, die Verwendung bei der Darstellung des Alauns 
usw. usw. dienen; eine sehr bedeutende und besonders für 
Kriegszeiten äußerst wichtige Benutzung der Pottasche ist 
die zur Gewinnung des Salpeters, sei es im Plantagenbetriebe, 
sei es durch Zersetzung des salpetersauren Natrons (Chili- 
salpeters). 

Das schwefelsaure Kali dient ebenfalls in ausgedehntem 
Maße bei der Alaun- und Glasfabrikation. 

Das Chlorkalium findet als billigstes Kalisalz bei der 
Alaunfabrikation eine bedeutende Verwendung, ist auch mit 
Vorteil bei der Salpeterdarstellung benutzt. 

Die jährliche Einfuhr des Zollvereins an Pottasche be- 
trägt 125 000 Ztr., die Einfuhr an Chlorkalium 15 000 Ztr., 
die von Salpeter 70 000 bis 80 000 Ztr. Der Gesamtwert 
dieser Einfuhr repräsentiert über 2 Millionen Taler, und dabei 
würden alle oben angeführten Verwendungen bei etwas 
niedrigerem Preise der Kalisalze noch bedeutend steigen; vor 
allem wird die Glasfabrikation sich beeilen, die Kalisalze 



mehr als bisher anzuwenden, da die aus Gemischen von 
Natron und Kali dargestellten Gläser mit geringerem Auf- 
wand von Ik-ennmaterial zu schmelzen und zu verarbeiten 
sind und gleichzeitig einen höheren Glanz und eine hellere 
Farbe als die reinen Natrongläser besitzen. Welche Massen 
von Kalisalzen die Industrie von England, Frankreich und 
Belgien usw. konsumiert, läßt sich aus den obigen Angaben 
leicht schließen. Eine nicht weniger wichtige Verwertung 
der Kalisalze, wie die in den Gewerben, ist die üi iieuerer 
Zeit durch die Fortschritte des rationellen Landbaues vielfach 
eingeführte und in mächtiger Progression steigende Verwendung 
der Kalisalze als Düngemittel. 

Bei der intensiven Bewirtscliaftung und Ausnutzung der 
TeiaS', wie dieselbe durch die jetzigen Wertverhältnis»^ au^ 
Grund und Boden nötig ist, bei dem infolge dessen statt- 
findenden Ausfall der Brache, in welcher der Acker früher 
Zeit fand, durch Verwitterung der Gesteine seinen Verlust ili 
Alkalien zu ersetzen, bei dem gesteigerten Anbau der Blatt- 
früchte und Oelsaaten, welche ungleich größere Mengen von 
Alkalien gebrauchen, als die Getreide (1 Morgen Rübenacker 
gibt nach den genauen Untersuchungen von Brettschneider 
150 bis 200 Pfd. Alkalien ab) ist es durchaus notwendig, den 
Bedarf des Bodens an Alkalien von außen zuzuführen und zu 
ergänzen. Wie sehr die^e Bedeutung der Kalisalze für die 
Agrikultur bereits erkannt ist, beweist am besten der hohe 
Preis, welchen Lieb ig, Stöckhardt und auch die englischen 
Agrikulturchemiker dafür angeben. Nach den letzten von 
Stöckhardt veröffentlichten Wertbestimmungen, die sowohl bei 
den praktischen Ökonomen, wie bei den Chemikern allgemein 
als Norm gelten und allen Dünger Wertberechnungen zugrunde 
gelegt werden, beträgt der Wert, den 1 Pfd. Kalisalze in 
Deutschland für die Landwirtschaft haben, 1 Sgr. 5 Pf., in 
England 1 Sgr. Der Wert von 1 Pfd. Natronsalz in Deutschland 
4 Pf., in England '^ I'f. 



Danach würde sich der Wert von 100 Pfd. Kalisalz in 
Deutschland auf nahe 5 Taler stellen, zu welchem Preise 
das schwefelsaure Kali in der Tat von Landwirten ge- 
kauft wird. 

Wie gering dagegen die Förderungskosten der kalihaltigen 
Salze aus dem Staßfurter Lager ausfallen werden, und wie 
sehr man dann durch Preisreduktion dieses so wertvollen 
Pflanzennahrungsmittels seinen Verbrauch zu steigern vermag, 
bedarf keiner Auseinandersetzung. 

So wichtig hiernach die Ausbeutung des Staßfurter Kali- 
vorkommens ist, so stellt sich doch seiner Verwertung bisher 
in dem Gehalt desselben an Chlormagnesium ein Hindernis 
entgegen, welches, da es an einer technisch brauchbaren 
Methode zur Trennung des Chlormagnesiums von Chlorkalium 



bisher fehlte, jede weitere Verarbeitung der Kalisalze nahezu 
unmöglich machte und selbst die Versendung des rohen 
bitteren Salzes verhinderte, da der bedeutende Gehalt an 
Chlormagnesium dasselbe sehr zerfließlich macht und zu 
gleicher Zeit in Gemeinschaft mit dem darin enthaltenen 
Kry stall w asser das Gewicht des allein wertvollen Chlorkaliums 
derart vermehrt, daß ein weiterer Transport nicht möglich ist, 
weil die Frachten zu hoch würden. Da, wie oben erwähnt, 
das bittere Salz nur zirka 26 pCt. Chlorkalium enthält, so 
müssen also, um 1 Ztr. Chlorkalium zu versenden, 3 Ztr. 
Chlormagnesium und Wasser mit verfrachtet werden. Die 
Fracht wurde also um das drei- bis vierfache erhöht. 
-Die von mir gefundene Methode, das Chlormagnesium 
von dem Chlorkalium zu trennen und so das letztere für 
weitere Verarbeitung und Veredelung rein zu erhalten, ändert 
diese Sachlage vollständig. 

Das so gereinigte und konzentrierte Salz verträgt wegen 
seines ungleich höheren Wertes einen weiteren Transport und 
höhere Frachten und kann daher auch für den Export, sowie 
überhaupt für weitere Verarbeitung benutzt werden. 



Für die weniger reinen kalihaltigen Salze dürfte es sich, 
im Falle ihr Abbau notwendig sein sollte, empfehlen, nur 
das Wasser daraus zu Entfernen und das Chlormagnesium 
durch Glühen mit Wasserdampf zum größeren Teile zu 
zersetzen und die so auf ungefähr die Hälfte des früheren 
Gewichtes reduzierte Masse als Düngesalz zu mäßigen Preisen 
in den Handel zu bringen. 

Das Chlorkalium ist, wie schon gesagt, mit gutem Nutzen 
verkäuflich; noch vorteilhafter aber dürfte es sein, dasselbe 
durch weitere chemische Operationen in wertvollere Produkte 
überzuführen, und ist gerade die Lage von Staßfurt, sowie 
verschiedene andere wichtige Nebenvorkommen hierfür überaus 
günstig. Es bieten sich hierfür mehrere Wege dar; zunächst 
könnte man nämlich das Chlorkalium durch Umsetzung mit 
Natronsalpeter direkt in Kalisalpeter und Chlornatrium ver- 
handeln, wobei ein erklecklicher Gewinn verbleibt, doch 
würde die Salpeterproduktion immer ntir eine beschränkte 
sein können, da der Konsum dieses Artikels ein begrenzter 
ist und bei Überfüllung des Marktes die Preise rasch sinken 
würden. 

Ein weites und beinahe unbeschränktes Feld ist dagegen 
für die Fabrikation der Pottasche offen, und hierauf vor allem 
hätte eine chemische Fabrik ihr Augenmerk zu richten. Die 
Pottasche läßt sich aus dem Chlorkalium auf dieselbe Weise 
herstellen, wie die Soda aus dem Chlornatrium, und nur der 
Mangel des Chlorkaliums, sowie der hohe Preis desselben 
haben dieser Fabrikation bisher entgegengestanden, die sonst 
höchst lukrativ ist, da der Zentner einer 80proz. Pottasche 
nicht unter 8V2 bis 9 Taler zu beschaffen ist, während 
90proz. Soda jetzt mit 5 Taler pro Zentner auf den Markt 
kommt. Der Preis des schwefelsauren Kaliums beträgt jetzt 
pro Zentner 5 Taler. 

Das Lager der bitteren Salze enthält nun in der schwefel- 
sauren Magnesia, welche darin in großen Massen auftritt, ein 



Material zur Gewinnung der schwefelsauren Salze, durch 
welches die sehr kostspielige, kaum mit weniger als 60 000 
bis 70 000 Taler zu bewerkstelligende Anlage einer Schwefel- 
säurefabrik entbehrlich wird. Die im Staßfurter Lager vor- 
kommende schwefelsaure Magnesia, der sogenannte Kieserit, 
besteht in 100 Teilen aus 23 Magnesia, 46 Schwefelsäure und 
31 Wasser. Ein Zentner dieses Kieserits ist also vollständig 
hinreichend, um 74 Pfd. Chlorkalium in 87 Pfd. schwefelsaures 
Kali umzuwandeln. 

Ebenso gut wie zur Darstellung von schwefelsaurem 
Kali, resp. Pottasche, läßt sich der Kieserit zur Darstellung 
des schwefelsauren Natrons und der Soda benutzen, und 
würden hierdurch bei Herstellung von einem Zentner Glauber- 
salz, wozu 106 Pfd. Schwefelsäure zun^*reise von 1 Taler 
8 Sgr. erforderlich sind, nur 122 Pfd. reiner Kieserit im Preise 
von 10 Sgr. nötig sein, mithin 26 Sgr. an Schwefelsäure 
erspart. — 

Bei dem jetzt sehr niedrigen Preise der Soda dürfte aber 
trotzdem die Anlage einer Sodafabrik nicht so ratsam sein, 
als die einer Pottaschefabrik. Eher würde es sich noch em- 
pfehlen, bei günstigen Konjunkturen durch Doppelzersetzung 
:voft Pottasche mit Kalisalpeter salpetersaures Kali und Soda 
zu erzeugen. 

Auch das bei Darstellung des Chlorkaliüms in großen 
Mengen als Nebenprodukt gewonnene Chlormagnesium dürfte 
zur Gewinnung von Salzsäure und Chlor für chemische und 
hüttenmännische Zwecke lohnende Verwendung finden. 



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ftruruklr «1. R..ult«t. und dl. Xukimft «.r K«in.r.«idim(s In d.r 

uSr dun •talg.n st«n* un«*r-r dortiöin InduBtri« und d.r« ^••ij^un 
^-« Bu dar HO brimn»nd«n Kra^» d»raod«n«r»«höt.fu « C 
SS Jür dlölb«n Si^it^n »t tr«ff<.nd«n VornlchtBrnssor^ö-ln »u »»•riefe- 

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l^lkmnmr Ti-fbohrunü^n, d«»« di« ewn»» »©» Har» und Thurlne^r ffald 

K«^Si ;«ihii*»*»r 1^'htifcic.it birgt: Aoh •rlnn.r» nur «i *A» ««^»«i» 
!rdii;«Tui X>»uti.«hl«ndB »0 Muflb«» J^ool4u.il#«. •*!• «wrf» «n 
di« ••hon Uit länts«r«r /.«It durch Ti-fbohrun^-n •r««hloiiMn«n St.in- 

Ein 1« Jttiir« 10^7 ßi«»cht»r V.r^urti. d«» st«ine«l»iag0r b»i 13Urr«ib«ri 
bi^Jönni^cJ iS«ubSu,n. wurd. durch dl« »u atark •in«tr;««rid«« T*«.- 
*MSr^.nn.t^h«nd«n nuH»»» T«r^lt»ii, und ••> wurd* d«iih»ab J« J^- 
;t K^« S 8?I»*fSt, d^.a« »•it d»n &Xt«»t.n iS.it«n bekannt« ralohe 

n&ehBt ein» «ächtiß» Bchi«ht TO» bunt»« Sandstein und Qyj^« durchsunk^n 
S Jii ?m' rxlf.tU St^lnsal« «.fund«« h-tt., bl« «u. f-^J« iJJl . 
?;rtM«et«t und dirnn .lne»»t«lU. dt. d«e Bohrloch i^'«^}' *i*f,^«trUb«n 
»Ir ohne dtt«» man d«» Li«6«nA« «•• r,t«in»«l»^» ««funAnn >»««*<^«5 •• _^^ 

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d^i A4MUilig«n Miiiift»t«riiril9ftd«nt«n T.^^nt#uff#l b^nmnnt 
wurA: «it lööö ibt das Bt#ln»44i»w#rk i« TOXIan Bmtri^bm und !!•• 
fort «owohl r«lniit«B Bi^tlMsals nun munschlichnn amuim» als much 
•twaci unraAnart tsyiiahaltlu« Bai»«« 41« an i^andwlrta und ehaAlaeha 
Fi^brlKan au ¥rmä»nist9n Pralaan abgalaaaaii irardan; daa für dJia 
?>indwlrt8ahaft baatlanta r.alA wird maiatana In Por» von '^lakiital- 
Mn^ daran 4d stUck auf dla Tonna (560 Pfund) gahan^ In dan Kandal 
gabrnaht, und wann auah alna noch bllllgara Karatallun« dlanaa fUr 
Jödan Viahatand unantbahrllchan f^toffaa mit dar Zalt jtu vrun»alion 
^f^r^^ ap blatat doch d^r Jatal^a Praiß aakan dam Landwirta ^chon 
dla kogilahkalt, nalnaa Viah diaaaii nahrhaft unaraatallcha 'iah- 
rungö- und Vardauungamlttal In ßanUeenda« kaaBa au T&rbbralahan«** 
Daa In Btaaafurt gcfirdarta Btalnsalaiuantu» b«it**ßt im katatan Juhra 
ca« alno Million Cantnar« 



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Saban odar vlalifiahr Ubar daa Stalnnalaa abEalagart» flndat 
sich nun abar noch »In andaraa» höchet «arkwUrdlgaa VorkOÄman. 
aalchaa man Im Anfanga »chlaahthJln ala A b r a u m »t a X 3 baaalch- 
n«ita, aall mm, daa^^alba balm Abtaufan (L^r Bahächta arat abrÄuman 
muaata» aha man aum ralnan Rt.a Inßala galangta* 

^ . '^^^ üntÄrauahun« djlaaar Bakaa» aaleha man nach Auanahan und 
a^aaanmaak auch ala b u n t a odar b 1 t tar a .^alaa baaaJlchnota, 
Äölgta bald, daoa «la nicht unbadautanda iian^^an Kall Mthalttin. kan 
iichankta dlaaam Sal» Jadoah Im Anfanga kt*um «ahr ala aln wla»an 
HChaf tiicha» Intaraaaat bAti aa mAr Im Jitihr^ IÖ6O auarat ijaiangt 
alna tachnlBch bravichbura katho<Sa «ur Kxtraatlon dar ralnan Kali- 
M^i^lM.aua dlaaam Gamlaahan au flndam« und aind »altdcai In ^ainar im 
Jahr0 lual arrlchtatan Fabrik^ di^r aratan darartlgan, aa* 500 000 Ctr. 
dlaaar Sulaa üuf Kali Tararbaltat aordan. Dum Rtaaafurtar Kall^vala- 
Torkomman »töht In aalnar unis^hauran iLnchtlgkalt alnali^ In d^r Walt 
da« und Ist aa Jakat dlaaaa im Anfang wanl^ bauahtata i*.atarlal, 
aalchaa dam dortlgan Warka aaina Badautimu s^^ht.— Bai fttt*rkam 
Batrl«*ba wardan Jutat tätlich ca* t>000 Ctr. Kallaalaa in Staaafurt 
gaf^rdtirt* 

NachdMi daa Vorkomman von KallaalÄan in Stai*«furt untar dam land-r 
airtöohaftlichan Publikum bakunnt ^«wordan, lu^ an m.ha, öia»an 
aartTollan Pund für dla JÄidwirt^chaft xu ww^^enAmn und dadurch ^%r 
atatlß «unahmandan Vararmun« dar Paldar tjn Kall anttjwb^nautrüt^gin. 
— Wid«r Krwarton gaban dla mit dam rohwn Abrau«44»lj^a aagaatall» 
tan lXn^un«*'T#raucha in A^r Mahra^ihl höchat loie^anUt^nda, Bum Tai! 
kiogar na^atlTa HabUltata, und nur auf aanlijcn Bodanartan a^r d^s^ 
Ertols darart, um »u auagad ahnt «rar Banutaun^ Anlaaa zu s^ban. Dia 
Orunda, waleha dlaaa annehainand mit di^r Thaoria In Widaroprucfi 
wt ahendan Er£;cbnia»a Taruraaahtan, »ind indaaa bai nah0rer Batn^ahtung, 
laiaht £u finden, und liosan diaaalban sowohl in dar c h a m i a c h?n 
Zuaammanaa taunu, ala in dan phyuikaliachan 
Sigansahaftan daa rohan AbraiuiÄalxaii* T>aaaalba baatcht 
n&mlieh nicht aua rainam Kaliaala, aa anthAlt vialmahr nach dam in 
malnar Fabrik im Laufa ainaa Jahraa armittaltan Durchachnitt in 100 
Tailan 

Ohlorkalium 15 X 

Chlorma^^naaium M « 

Kochfiala 30 * 

flchwafalHuura Ma^nasia 10 • 

Waa Har Z< « 

Oj^pti, kargal ata« Raat 



ala 



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als KÄUi^tbunlimdUllti •» l»t nun *ib#r 0in |*r«ctl»oh f«fit|i«iit9U« 
t«s FMtUÄ, dM« du» chlormiienr*»lu«t in 4jrö»ii€ir«n iitinu;«^ i%uf 
dtfn Aok«r ^•*>^^^«*^t, 5#riiddaiu »oh&flieh «uf d^n PflimzimwtAch» 
wirkt, und ^ilt di«» b^&ondor» boi RUbenoulturim, wo n«b#nb«i 
•in ^^rin^^r a#hÄXt &0r näft* »n Chlarmiign«»lUÄ fkurnnrnrnt g«- 
fährlioh für dio Erhultung und Kry»tiiXllßiitlon d#« Rohauekor» 
i»t« 15ton#bw wirkt abor dar Chl©r«iign«»lu«it«>^«*lt und d«>r hoh^ 
fasatreohaXt d^r rollen AbmuAsi^lnii auch dadurch michtaüi«, da»» 
di«ii#Xb«n «thr begierig Feuchtigkeit i»n»iehen und in Folg« de»«en 
leieht «erfXietiHen. «in Auaetreutm (imr Si*l5ie dureh di*» Säeaiieohine 
iftt «ibHoXut unaögiieh und «elb^t di»e AuHwtreuen ^^r feuohtent 
iHohjaierig^n Kmmt^^n »it der Kund iftt ebeneo aUhaeXig ftl» imimge* 
nehm, d» dio Hände und da» Zeug ^0r dnalt betrauten Arbeiter 
duroh die «nhftngenden ^inugen in kUraeeter Zeit »erfre»»on wer- 
ten« AuerierdeÄ ▼ertn.gen dleeo rohen AbraumnÄlJ^e eine iJkns^r^ 
Aufbet^ührung in feuchter T^uft nicht, und es «ind air Fälle be* 
kennt, wo Vorrättt »ehon während eine» längeren Trannporte» und 
noch »ehr bei iängere« lagern beim*he gan» »erflo^juen »ind* 



uch 



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leh hatte nun »ehon In meiner früheren üöi^chäftigimg, alß 
Chemiker einer d^i^r bedeutendeten Zuckerfabriken BeutHchland», 
Tielfaeh öeleeenheit, mich mit der JetRt «o brennenden Frage 
dee Kaliereetaoe für die Felder nAher »u benohüftlgen, und hat 
mich dieee üeechäftigung besondere »uf die Vorwertung der Btue»- 
furter Abraum«al»e für lendwirtöchuftliche und kechniBChn Zwecke 
gefuhrt. In dioeem JBeetreben wurde ich ©i-eoiell unteretUtat durch 
die Anregung, die ich von Herrn Gehiiimen Regier ungiirut R e u - 
n i n gt dem ebeheo ooneo^iuenten und i^ractiBchen Vertreter ^^r Li 
bigUohen Theorioea, oa^fing. Die Aufgabe, welohti ich mir dabei 
»teilte,, war eine dreifache: Zunäohat muteten die aur TXingung 
beetimmten Kitiiftalae #ine ZunÄmmeneetaung habent welche die b r a 
barenBeetalidtoile de» rohen Abraumüalae» c o n -^ 
eerTiorto, reep« ▼erbe»öerteund nur die wertlo- 
»en oder ab»olut»aliadichen beeeitigte, «^odimn muaete die i^ h y - 
»ikali»che wid mechaniaohe Beecheffen 
h e i t &0r Sa Ixe eine den^rtige werden, da»» »ich dlenelben mit 
Leichtigkeit ßowohi mit der Kand, al» durch die iUiAchine g 1 • i c 
mäoHig auf da» Feld bringen lie«* 
» e n, ohne beim Iraneport feucht au werden, und endlich mueeten, 
um die Benutaung <Xmr ^alae m6gXichi»t *aige«ein au mn^ 
chent die Preise der raUe abglichet niedrig »ein. Wie weit mir die© 
gelungen, möchten die folgenden Ang*iben dartun. Tk^ von mir fabricio 
te KalieaXa, rohe», »chwefelnaurettKali , 
«U;..»» durchachnlttlich in. 100 Teilen 

Bchwefeleaure» ICali 16-80 ^ 

Schwefel »aure Magno» ia 

8chwefel»auren Kalk 

ICoeh^ala 

C||lor»agne»lum 

Reine Magnesia 

Feuchtigkeit, Sand etc. 

Die Verbindung de» Kali mit Bchwef^l»^»Hure habe ich de»- 
halb gewählt, welA ▼iele Practiker,und Theoretiker »peci eil für 
den Rübenbau die »ehwefelaauren Verbindungen der Alkalien df»n 
nalaaauren ▼oraiehent ich »elbü^t habe bieher freilich durchaua kei- 
ne »eh&dliehe Wirkung Abt Chlorkalien und »elbet 




de» 






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d«» mX% Sttlsniiur» b#r«lt«ti»n BHp^rjiJiosphats b«ft«rk«n könnten« oh<> 
wohl ich b#»gndcr» latstcrc» 1« grdiiiitm K«sB0tnb# bureltat iq^d 
B0ln« Anwendung si>»aiell beobachtet habe« Die eehwefeleeure Kusne« 
bia hat fUr Tiele Pf limAen dlreet grosae lledeutungt well dlesel» 
ben groeee Mengen ron kagneula alo A&ehenbe»t and teil enthalten» 
Indlraet liit eie aber aueh bei Jeder IXlngung Ton gro^^ae« Kutjsan» 
weil ale 1k Btand«^ Xat, daa Aamonlak au fixleren und damltt ele 
»It der Phofphoraäure eine fUr die PflanHenemährxmg höchst wert* 
Tolle Verbindung; die phoH|>hor aure Axmaonli^JIc iu^gnesla ;su hlldenf 
die bekanntlich In kohlen»iiureh^ltlgeja Waaaer »ehr löblich iat. 
Der f^ehaXt dee Präpar^tsanKochaaXa 
erachlen mir ebenfalls ron grceaer Wichtigkeit« 
da daar^elbet wie Liebig* a Untereuchungen bewiesen h^uben^ die wert* 
TOlle Xlgentichaft hatt dae Kall« owle auch die Xrd|>h« ai;>hate <• 
l^honphor Hauren Kalk und andere iJfiosjphoraaure Verbindungen«^ loa 
Beden leicht «löelich zu machen und dtm PfL^^ni^^on ;«u;4ufuhren«l) 
Iileblg*e Auseprucht daae daa Koohiiala auf dem Acker ala Bodenrer* 
beeaerungenlttel diente 'ndem ea wie Pfl\ig und Atmosphäre auf Ihn 
einwirkt wid Hahsrtoffet bebend era Phoii|»hate im üoden Terbrel* 
tet» let auch i>ractiBch longs^t bewiesen tmd beaieha ich mich hier* 
für nicht nur uuf die alth«$rgeb rechte Anwendung der KochsaladUn« 
gung In Tlelen Teilen 7)eut»chiemd», sondern i^uch auf die neueren 
TOn Voelker« In Cirenceater 2} bei Anwendung tron Kochaals auf 
Turnlpa erhaltenen höchet günstigen Resultates die Ton anderen '^) 
englischem l^andwlrten ^;;iii«ichte Mitteilung« dusa Kochi^ials den Boden 
mürbe mache« Ist mir auch durch meinten Terehrten Freimd« Herrn 
Vabrlkbesltaer Weber 4m c^uedllnburg bestätigt« der Indieaem Jahre 
!^ngimgsTersuche mit meinem prifeFturat Im gressartlgsten Maiiewt<» # ge 
macht hat und die leckere Bt^schaf f enhelt der damit' gedüngten stren«- 
gen Ddden als beacnders gimstlgen und bemerkenswerten Krfolh her* 
Tcrhck««* Die BefUrchtxmg laancher Zuckerrubenbauer« daae die 2u«* 
fuhrung von Kochsala die o^i^allt&t der G^fte Ter&cblechtem könnte« 
echeln^e mir« wie sehen bemerkt» nach mehrjährigen 
eigenen Erfahrungen der Begründung au entbehren- 
der Boden In der üähe Ton Stassfurt Ist sc salareleh« dae^^ nicht 
nur Tlelee Brunnenwasser kelnahe ungeniessbar Ist» das :^>als blüht 
»ogar In trock&nen Sommern am Tlelen Stellen förmlich au:^ der 
Erde heraus} trotadem ist die Stassfurter Zuckerri«be für Oultur 
und Verarbeitung noch lirmer eine der besten und der Gehalt der Me» 
lacße an Kochsala» scwie Überhaupt die ken^e des In Aer J^elasse 
unkrlstalllslerbar gewordenen Zuckers keine Ton anderen Pabrlken 
abweichende« resi;i« abncrmet Ähnliche Verhaltniese finden ^ich aber 
noch an mehreren Orten unserer ProTlna. Ausserdem ist eine ^«»ewlsse 
üenge :iatron für die Rübe ein notwendiges Dahrungsmlttelt mir ist 
wenigstens bisher keine RUbenasche Torgekommen^ die nicht T^atrcn« 
salK In siemlich bedeutenden ^en^^un enthalten nätte« 

Kndllch bleibt aber auch als einfache tes Ellfsmittel die 
Anwendung der Kallsalse als Düngemittel für die Vorfrucht der Ru«» 
be« Da das Kochuala nicht stark Ton 6.9r Ackerjrume festgehalten 
wird» wihrend dieselbe die Kalisalze fixiert» ho Tersohwlndet der 
Ueberschui>s desselben schon im ersten Jahre aus den oberen Schich« 
ten« und die Rüben finden dann nur Kallsalj^e Tor« 9Ur alle« als 

Vorfrucht 



1) lOOHg« Kochsais lösen nach Lleblg l&OO gr^phosphorsiuuiBn Kalk« 

6175 gr.phoAph/^ors« Ammonlak^Kagnesla^ wahrend beide Halse 
In reinem Wasser beinahe imlöslich sind« 

2) Jourmml of the Ro^al Agricultuntl Boeletp 63 
5} Farmars kagaaln lö61 



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-6* 

Vgrfruoht dar Rüb#n didnönd* c^rtaiiw, b0i!Onä»r» Äbdr fUr aorute, 
liit Koohnia» »^b«r, »i« aohon äub d«iai Torht^r Oenaeten hi^nrorg^ht, 
•In h9hr Tort«lIt^«ift«»» T)UTUs«aitt«l* 

D«r garlniiö a«hult moln«« Prüi^arMt^s äh ChXormagn«»lui» 
durfte Äiii unschädlich »u bttrachton ««int wlt di*» «^^«'^ ^^^ 
Praxi» bculöritm hat; eine ▼cliötändig« Entfcirnung dJcace ,4«bw 
bc&tandt«llB viUrdd d»n ?r«i» unnötig T0rt«u«m* 

^.mn nun dit* mit dM von mir dÄr5#Jit«iitan KMli>^ai^ö .f'^'^^i" 
tön ErfolB© 4Anb«ianut# »o »Ind Aic»clb«*n nuch den mir ▼oriJegwacn 
B^rlchtan durchgängig gun^tiis^ gtweccnt ich xaivg Sie Jedoch nicht 
»it d.m Resultaten eigoner Yerauchu böhölligen, da öelbatangeßtaii- 
te Ixi^erimentd iÄner d«i St0«i;ei einea gewiesen günstigen Vor- 
urteil» tragent dagegen ^ebe ich Ihn^n nebenKl»i^töh<ind die Re uitate 
olntir mit groeaer Uauicht und GenÄuigKieit «kUs>gefUhrtön Vüreuch«* 
rt»ihe ÄUi. einer unnerer beatcn Rubenwirtschuften, und werden .>ie 
dareu» ersehen, da»» die Düngung mit rohe« »chwefeXeauren Kali 
;ii>wohl rel44tiT ala absolut oehr günstig« Reijuätate erxielt hat, 
besonder» lauchö ich Sie hierbei ^uf da» durch Ani^endung von KiUi* 
dungwr er»iölt«i gUn^itige Verhäitni;^ ÄwiftChon Rubcm und BlAttem 
ttufmorkiriÄ», da gerade auf die normula KntviiickXung dw Blatt»» 
beim Rubtittbau win groeiior Wert zu legen ist* We Anwendung de» Sal- 
ine» auf Rö.öp Kartoffeln und Klee hat öbenfuXi« gUn^^tige ReßUltate 
erid;eben und i»t wohl iXi$r best» iJöneiti hierfür, da»« alle f^andwirtCt 
welche bei &^r vor Jährigen Bestellung »robebemlehungen machten, 
in diesem Jahru groH^/e Poaten «*ntnoa:n«in haben. Rbenso »ind für 
dön Fl^*chtt-, Tabaka* und Weinbau, welche bekanntlich »^•^f^/if ^ 
Kuli im Bodcin erfordern, r.oho\^ seit mehreren Jahren WRiohl für 
I)eut»chliaid,,wi» fUr Belgien und FrunJcreieh grosse mengen Kali* 
»al«(^ tellö im rohen, tellw behuf» Fracht erii^arung Im concentrier- 
torea Zuötimdö TOn laölner Fabrik in Btassfurt gelX^f^rt* 

Es iöt bdcannt, da»» die Klagö über RubenmUdigkeit und KieemU- 
dimkeit de» Boden» im den letzten Jahren vielfach und leidar nur 
mit au Tflöl arund laut geworden ist; uolche kleemUden Boden /.eiga^i 
oft in ihrer ZusammeneetÄung noch eine anscheinend normale Beiichar-» 
fsnheit, trotÄdem schwinden die Ertrix^^ immer .aahr und alle Zufuhr 
von auano und jniosphaten gewährt nur geringe Hilfe • "ehr h9hr* 
reich eind in dieaer i^esiehung »«m die von Herrn ^J«*'«^'^^^^* « ^ ^ * 
veranlaautön Analyaen kleemuder Hödm d«r Domäne Schlanwtedt, es ent- 
hielten danach 100 000 Teile Boden von Erdfallhreit«, i^artels- 
breite , Eibsdorf an löalichen ral^en 

Kali 3 ß,5 10 

Hatron *'),ö * ^t* 
Äsnind aies im gan;«en gamicht ungünstige BodenqualitAten, 
gleicht man aber damit die Analyse de» berühmten Kleebodt^nn von 
St. kartin, der in 100 000 Teilen enthalt 

Kall 15,1 

Katron ö,5 dieser 

sc springt die Versohiedsnheit in der Kleeföhigkwit dmK j.^odenarten 
sofort in*s Augs* 

Bbenso deutlich tritt die miChteillge Wirkung de» Kalimangels 
bei den durch Dr. G r o u v e n «ngestelltefi Aschanunt^rnuchungen 
kranksr und gesunder aSueksrnibs« hervor, es enthlwltön 100 Teile 

RUbenasche 



ver- 



V 



«. k 



-6- 



4 






RUb^ncisch« TOti 



a&HBls i{#f**ult0n Rub^n »tÄrk |£afault«n Rübwn g^hunden ^ubtn 



Hutron 






3,42 

0,45 



30,6 
2,25 
1,76 



E» f«hXt« laoo uuoh hlar wi#d»ruÄ an Kall und nabanbiil an wtigna* 
Ulli. Zu d<ms«lbtin Resultaten komjnt T)r.a r o u ▼ e n bei tielnen 
üntereuchungen Ton bofaUfWiö« Klo« ( Xtltaohrlft de» J*mnd*wlrt«ohHrt 
liehen Central- Vereinte (ü^r ProTin« Bacheen 1U61), 100 Teile Aeehe 
enthielten TOn 



befallen« Klee iseeuna^tm Rotklee ^eeunder Kei^areette 



Kall 
üatron 



3,52 

0,67 



5ö»d 
0,1^ 



55,6 
5,5 



loh kann bei dleeer Qelet^onh^lt nicht umhin, der Vori*chUt:e 
Kr^ähniÄ« »u tun, welche »owohl Ton Praetlkem al» Theorwtlkem, 
\m der drohenden Ereehöpfun« der RUbenfelAer und der darau» folgenden 
Brachlegunc <^or ^«Asien Inländleehen Zuckei^Induütrle Toraubeugen, 
geaiaoht worden »Ind. ^.yn hat e» »It Recht ale einen gropeen Uebel- 
stand bezeichnet, da»» die beteutenden kernten Ton Salsen, welche 
die MeXa»»ea enthaXtenn au» den Zuckerfabriken an die KelAeaebrennörei 
en gehent u» au» dleeen »ciaie»»lich in alle Veit al» Schleape- 
kohle, nur nicht wieder auf die Felder» von ^m\^n öic hereteame» 
und für derM Fruchtbarkeit »ie unentbehrlich »ind|> su gelangen. 
In der Tat beträgt nach «Ir ▼orliogenden »uverlÄe«igen Berichten, 
die kenge ron SchlcÄi^ekohlCt welche In kagdeburg ▼erkauft «if*t 
nahe an 90 000 Centner, entaprechend de« Krtrage von 12-15 Millionen 
Centner RUbenj e» liegt auf der Hand, <ta»» eine »olche alljahr* 
lieh wiederkehrende Entfreadung der nötigtitea Mine ralbeetandt eile 
der Rüben »chllÄÄC Folgen haben «uo», trot»de« wi4rde eine Abhilf o 
dleee» offenbaren Schaden» untverer RUbenwlrtachaften »ehr »chwie* 
rlg »ein. Der Ton manchen Selten geffliachte Vor»chlag^ die MeXaeae 
dlreet »u ▼erfuttem und auf solche Wel»e de« IJoden »eine Bcetand- 
telle »uruck»ugeb«i, l»t bei den Iä Verhältnle »u« Futterwert hohen 
Preleen. welche der Zucker f ab rlkant für »eine Melacben bei» 
Verkauf eralelt, tO« kaufmann lachen Standi^unkte iwwirhln bedenk- 
lich; der welt«r gemachte Vorschlag, mit Jeder Zuckerfabrik eine 
Brennerei äu verbinden und In dleeer nur den el^s^nan Syrui. xu ▼er- 
brennen, bietet auch groeae und oft unuberwlddllche Schwierig- 
kelten, die für Jeden Kenner de» Brennerelbetriebee unschwer nach- 
»uweleen »ein werden* 

liehnen wir den durchwchnlttlichen Melaesenertrag der Zucke r- 
fabrlicen auf Z0i vom RUbengewicht und da» in einer Zuckerfabrik 
durchnohnlttllch verarbeitete RUben^uantua auf 200 000 Ctr* an, 
»0 würde auf Jede Zuckerfabrik ein quantum von ca* 5000 centner 
kelactten aur s^^iritu»-, reap* Schlemjpenßewlnnung komen. K» iet 
nun aber ein gan» beeonder» bei ^^r Bi>iritu»brennerel fe»t»tehen- 
der und durch da» alladhllche Eingehen der kleine» Brennerelen 
noch taglich bewle»^ner r?ut», das» die grocöC Fabrikation günstiger 
arbeitet, al» die klelnerct »It geringeren kittein, '"•»i^* ^^ tgc* 
rlngeren Ai^i^aruten auac^erUbtete, und wurde «ach die» bei ^m icielnen 

Kelaeae« 



-7- 



1 



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dör Br«nni>r«i b#l waittiÄ m#hr Aufmurkhiuiiicait und Krfiihrunij ron 
d n T#chnlk«m urford^rt, ä1* Jedtr ändert* Vimmt imn f^m*r mit 
Kin1;«n«ii»«tmung äH dl#»iir B#d«nk«ii In l^ttraeht, du»» tln« Br#nn«- 
r«l b#l flner t&sllch#n »JLnaua»ohung von 10 000 qui^rtt sutti odur 
«•nlantm» stnuB^nd« Jtttr&is* gewährt«, »P i»Är« di# j^im;«« i3renn- 
a#it auf S>0*100 TÄßd la J*hr« buttohränkt» du dl« w#niß^>t«n ZucJcur- 
fabrlk#n in d#r !.«5<i »aln durft#nt bo Ti#X Ki4rtoff#ln imaubtou^nt 
odtr mit Vorteil «nÄUkMufun, \m ihr« Brwrmrol wahr^xul ttr ührl^ 
g#n Zait ÄU b«Ächäftiti#n. B^huf» wirtuchaftliahiir Aund^hnung <Xmr 
©rhttXt«n«n l.dia»i>ÄnH©hl«Äi*» v*urd0 •» nun nicht ▼ürtdiihÄft uuin, 
di#ii6ibtt »u Schl#Ä^#Jcohl0 KU Tdrbr«nn0n, »i muimtn ▼idia^hrt um 
die darin »nthiatsnün k#nö*n von stiokutoff und KohI#nhi^dri»t«n au 
T<>rwtfrt«iA, «ntw^vi^r ▼«rfuttart Q<Xmr in möglichst concöntriörtcir 
Font dir#ct i^uf d«n Ackmr g^braeht w«rd«in« Wa» nun die Anwendung 
aii» Futter betrifft, »o i«t e» eine bei ailen Landwirten, die Ue» 
iaerteeehleai/e benutzen, bekannte Tateache, daee dieselbe nur in 
beeohrfinkttMi j^as^e angewendet »«rden darf, da «lleu groe«« aengen 
daTon, in Kolge ihree aehaltee an GüUen und Sauren, Verdauung»- 
etörungen und r^urohfÄlle und bei uutterebhafen hÄufigee Verlaamen 
▼erureacheni gan» beeonder» treten dieee Uebeletände ein, wenn, 
wie die» bei Zuckerfabrlkwirtechaf ten durehgehencl^ ^%r Fall iet, 
ein groeeer Teil dee gerade bei Schl«Wi>efUtterung notwendigen Hauoh- 
futtere dwreh Pree»linge (Trabern, Sohun^e) endetet wird. K» 
durfte nach ^«r hier angeführten beechränkte» Anwendbarkeit der 
Me-laiiJien»ehie«i.e dön Zeekerfabriken uberhaui^t »chwer fallen, 
einen für die ConeUÄtion eier gewom^enen Schlemi>en au»reich«iden 
Viehütiind XU halten, «md «Ueete daher ein Teil ^0r Hchlemj/e di- 
reet auf dmn Acker gefahren werden. Nun enthalt aber dUnne Schlem- 
pe in 100 aewiehte teilen höehetene Z T#ll# Kaliaalae, und t Teil 
Sticketoff, und hat &t$r tiandwirt dkihmr auf Je 2^ Pfund wer tTolle 
Bubtttanaen Sf/i ö7i Pfund wertlose »u tran»portierenj wie eeh*fte« 
rig tiolcher Traniii*ort uni die richtige gleichmüHeige Verteilung 
der trantfi^ortierten FöuHtiigkeiten auf den im Winter oft grundlosen 
RUben^iokem iat, noch da«u in Zeiten, wo di*» Keranechaffung der für 
die Fabrik nötigen Rüben alle Si^annkrafte d^r Wirttichaft abeorbi^rt» 
bedarf für den '^ndwirt keiner weiteren Krörterung»— T^aBi^en aich 
nun auch durch ÄindaUpfem w»a Concentrieren der SchlemiiC ^i« Tf«?«^* 
i>ortk08ten etwa» ▼erringem, »o treten dafUr die Anlage und Betrieb» 
i^l^ecen einer derartie;«*n Verdampf an U^ge, die ^^r einer Bchlen^ekoh- 
lenfabrUc »iemlieh nahe komtaen, wieder hinmu. k^ach alle die »ett 
erachient mir der gewin» »ehr wohlgemeint« Vornchliig, dem Boden auf 
die»» W»i»e »eine Beetandteile »u erhalten, wenig i.ructieeh »u 
»ein und »owohl den ein^^al be»t»henden und naturgemäfeiuen Ver* 
hältni»»en der . rbeitatellung, al» auch den r^in k*-ufnänniaohen 
Anforderungen, denen Ja der r^ndwirt voll» Rechnung «u tragen hat, 
wenig »u entsprechen, da da» Kali In der Schlemi>ekohle weit höher 
befahlt wird, alw e» in meinen Prfti/araten einuteht. ^nach T>r* 
Breidenetein*» intereeöanten Untereuchung (Wöcnenbwtt 
der AnnaXen der T^^ndv^irtechaft) beträgt der Kaligehalt der Schlep- 
pekohle »wi»chen ^4 und 4ä>, d^r Natrongehalt »wieehen 6 und 17^. 
Himmt man den durchechnittliclien Kaligehalt mit *'^% an, »o durfte 
die» dem Kittelwert der Rubeni^ottaeche etwa entaprechon, wie »!• 
ne eolche Aeche denn auch al» gute iiittelware von den Käufern 
betrachtet wird. Der Preit» dereelben beträgt trota der bedeutenden 
Concurren» de» st»»»furter Chlorkali\m», noch immer H ^^* ^ V^ 
Ihr., während eich <i9r Prei» de»Belben Kaiiiuuntum» In dem Ton mir 
fabricierten iaiae nur auf ca. 1 Thlr. 15 %r. ab sta»»furt tttelit, 
und dabei die anderen werttollwn Hebenbeetandteilo: •üchwefel- 



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»aure 



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aaure knii^noHiA» Natron etc, £$an« umsions^t ßlnd* jra »•Ibiit bui An* 
Tb^ndunR Ton roiniia ChlorkalJLuA, w^loh^s b«l «Inom KmIIb^^^^ ^^ 
▼on 45> 4 i/6* 4 i/4 Thlr. koftt«tt wUrAn Aar I-Äwlfiirt wonl« od«r 
^amiohtB •lnbuB»«n« 

loh hMba blfihor t»i^«oi#ll dun RUbt^nbuUf «iln d#n uniiar«» Pro- 
vinm und dl« Intorot^Bon unsomr Xandwlrtadhaftlloh««! Industrlo 
j&unaehat boruhrondan CuXturiw#lg im Aui^it gohubt, gtiiatatton Bio 
mir nun noch oino iclolno Ali^Moisnus Ab»chwoifuni; auf ioid^dro Ximd« 
«irtfe^chaftlloho Culturon* WJLo bokunnt, looHon «ich dio Pflanzon 
n*^ch ihron haupt oäohllch^n Aoohonbootandtolion untorooholA^n te 

KloüttiXi^flwnxon» boaondom Komfrücht<* und Wlot^onurÄ* 
Aor» 

KaXlci^fXanxont booondoro HUXBonfruchto oto»» 
KoXii^f lanaoHt KXoo, RUbon, Turnli^o, KartoffoXn, Rapot 
foln» Muls, #to» 

Ohno KaXl ic*.nn Jodooh kolno olnai^* diooor PfXon- 
üon bootohon, obonsiowoniij wXo ohno KaXk und Bittorerdoi auf dXo Wir* 
kuns doa KaL XoumgoXfi in KXeobodon habo ioh aohon 1« Anfango hinge* 
wioaont nicht alndor wichtig, ^4^ unontbuhrXlch Ist Kall abor für dio 
undoron ouXtlTlorton Pflanz onarton« sovvlo fur dlo Wlononpflanisont 
und iat olno blXXlgo Bo&ohaffung ron K&llbaX^on für dlono Zwolgo 
dor TiiffidoBcuXtur bolnaho noch bodouthamor» mim fUr dlo Rabongogon*» 
don, woll dlo nicht alt Zuckerfabriken TorbundonMi T,<andv<^lrtfichaf ton» 
dlo Ja woltauH die kohrisuhX bilden» «elatene neben elnoa £odont 
dor In gerlng^rtir cuXtur »teht» auch Über ein gerlngoree Betriebe* 
und IXingekai^ltHX fUr Ihre auegedehnten Areale »u gebieten haben» 
!>aea aber auch bei dioaen wlrtnehaften, trota weniger intenelTor 
Booirtachaftung doa Bodona, dlo Alnorallaohoii Hahrungeetoffe der 
PfX«>in^«en abmdhmen» dc^für ei^rechen nur ;su deutlich dlo Klagen über 
Kloeaudlgkolt dee i>od<!ine» die lanor wiederkehrende Kartoffelkrqrak« 
holt, kura die uberaXX befürchtete und »\m Teil echoi^ elng«»treteno 
Xrsohipfung der ]>^eldert dorvin Xetate Folgen un» ?«ieblg in ho ba* 
achtenawerton «ahnenden Worten an*a Hera gelegt h^it* 

Ich hultct die Boaohaffung Ton genügender Monge Kall d#roh 
di&n glücklichen Fund dee Staasfurti^r Lagere ü^uf Xnoige Zelt fUr goeiop 
chert. Wenn ich alt aolnen eigenen Arbeiten darüber nicht früher 
an die Oeffentlichkelt getreten bin« so geechah dlea aua dea Grioi« ' 
de» well ich ob fUr meine Pflicht hielt, durch fortgeaetate Vor* 
auohe und Prüfungen erat die UeboraeUgung Ton dea i/rmctleol-ien Werte 
meiner Theorleen und meinee Verfahrenn au gowlnnen, da Ich in Amr 
Aneicht bin, des» gerade bei Heret«illung und Verkauf künstlicher 
Dünger die gröeate ZuYorXäai^lgkelt und ReelXltät dlo oinaigo ^aala 
für einen dtiuemden Verkehr awleoh«in doa I^findwlrte und doa choai* 
echen FMbrikunten bilden au^eon, wAhrond unreife und Tt^rfruhte Pro- 
Jeoto nur au oft aua schaden für den T^andwirt oder für beide Teile 
gereichen und dea loidi^r noch lamer nicht gana beeeitlgten Vorur- 
teile gegen kUnut liehe 3>Ungoalttel neue Nahrung geben» 



daea 
doch 
teil 
olne 
SaXa 
KaXk 



» gegen kUnut liehe 3>Ungoalttel neue Nahrung geben» 

Betrefft} der Verwundung iX^r SaXie habe loh noch au boaorken, 
eine BUngung von l-j^ • 5 ctr« fUr den Morgen genügen durfte« 
Bind einaolne ^^ndwlrto In meiner Gegend bei Rüben alt Vor» 
bla XU 5 Centner pro Korgen gegangen« Aa gt« wignetetea durfte 
Zuaiachung Ton Guano aua DUngeaala aeln, da dioyer die dea 
fehl««ndwn wichtigen TXingestoffe: Stickstoff und i^hoaphoreauron 
in concentrlerter Fgra enthält, imd da ciue&erdea daa S^a 



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duncdti 0«&nm abhält an »•hir«f«Xs«ur#r ua^ipti^nitk da« AwionliJc A^u 
QuAino blndtt» m&hrtnd da« darin ^luiehfall» «nthaltunn Kochnals 
di« i»hoftphoruaur«ii Xrd«n lösslleh agoht» »iOda»« #imi AiHohune 
mit ^mXz Amnu^lbmi Bffuct hat» wi« da» Ti^ifaoh •fli|>fQhian<i Auf- 
sahlitauan da» auimo nit soh^vafaiaäura« Xbanao und aua danHalb<»n 
Qriindan int abar ain Zuaata Ton »aura« phafi>hor8aiira« Kalk adar 
Toa Knoahanmahi ;ftua DUngaaaift aahr au a«|ifahlan« Ea aurda «jich» «la 
aahoii gaaagt» dia Anaandunu daa Balsaa baaond^ra bai Kaakfrueh« 
tan (RUban» Tumi^», Kartoff aln ata*)» aoaia bai Klaa» Sai^arsatt«»» 
iMM^mm und Oalaaatan ami^fahian« nicht nindar baaohtanaaart dUrfta 
abar s^aint» Tarwandunis aia VXaB^ndimear aain» da dia Orüaarant« 
wiakiung kräfti^nr ist und d4«a Vi ah ^»vXohaa Kau sahon wa^an i^ainas 
Salte^<^Ittta aahr i^^nn fri^at und gut Tardaut« 

Tm daa Ton tnXr fabriciarta Saia nleht fauaht wird» so l&ast 
mn aieh sowohl mit dor Hand, ala das mit dar Säiwißahina UJleht au«« 
Btrouan» und haba ioh m^sina üUhian derart aing«»riahtatffi duaa dia 
daTon n^^li^tmrtm Kömtmg »iah iaiaht mit dar Quanoatraufliattahina 
auBnäan läuBt» KSaht AindMr durftti »JLah dl« Varwandung d^i» Salaaa 
un f^tfiila ^9fü dypaaa aua Baatrauan dar TXmgarh auf an und baaondar« 
aua Aufldaan in Jauah« «miifahiant da aa» wia aohon b^m^rkt» sawihl 
Ammoniak al« Phoai^haraäuro in rorr^ailhaftaatar Form mu bindan Tar«^ 
mag» yon &&n Taraahiadanan Bodanartan dürfta »iah daa naia au?» 
nächst für iaiahta» aandiga und tUr humoita Pädan amiifahlcm» danan 
<B»a maiatalia an Kaliaalaam «angalt» docli itit aa auah durch siaina Tor« 
hin arläufearton Eiganaah^iftent dia BMan lockar und mUrb« ;isu ma« 
Chan« »albbt für «ahwt^ro «tmnga Bödan (Kiaif Thon») Ton grünatofli 
Wartat «odaaa »aina AnwandbaMcolt igi diaaar Jfp fahungaine al^mliah 
allgtflmino lat. TÄa Rinbringan da« «!>** *# a a a in ^rnn 
Ackar g«aahi«ht agi baiitan durch Unter i^flUgan Tor dmr 
Auaaaat» od<^r bui ioiahtariud licidan üuch durdh Untaraggan in dor 
urBtan Pflugfuraha^ «ronn d^^a Sala aia btii Wiaaan und awaijährigom 
Kiaa al» Kojt^fdungung Tarw«idat m^rAmi »oll» aa munn diaa mi^glichot 
früh im Jahrd odar auah im Karb«t g%achahan# da aa fur dio jungan 
Sahöuttlinga Ton Graa und Kiaa au «aharf ir^t«*« 

piaa aind dia biahcr damit gamaahtan Krfuhrung«m. 

iah mücht«> Bia nun bitten» mich durch atrang« ^ractlHChii Pru-* 
fung und g«fäliiga Mittoiiung Ihrer Raeultata auah t^m^r au un» 
taratut^Kent da aa mir nur uuf dkaam Waga und durah Zuhilfanahma 
Ton Baob^iChtungan **uu dar Praxi« möglich ist» aaltara Y«rbaAi«rungan 
au maahan und »o dam z^^^^» aalchaa iah mir ga«taakt haba, nähar au 
komman»*« Dia Gefahr dar Vararmung unaar^r Faldar iat «rkt^nntt laa« 
naa nia una daraum gamainaahaftlich und unarmüdliah atraban^ a^r^ml^ 
ban mit »lian KiifBmittalnt dia unii Ton d^r Praxla imd der ^ia.cn* 



lichaft un die limä gegeben t^lnd» entgegen au treten» und 
folg wird unt^ mit aottaw Hilf« nicht fehlen« 



ier Kr-^ 



Schlieablieh erlaube ich mir» Ihnen umatehend einige Heiiultate 
Über die auf den Vereuehai araellen dar Zuck erf abeik «vr^^iduu"* im 
Jahre 1663 gebauten z^^«'^*^^^^*^ mitauteilen» au« «aiahen dia Wirk* 

amkait der MUbendUngung mit Kali^aXaen gegc>nUber anderen kUnat- 
liehen T)ungem mit Knti^chiadenheit henrorgaht»-^ 




ttb«r di« »ttf d«ii ?«r»u«h«i,«r*» i«» d«r Zuck«rf«hrik«w«JUtMi*la Jahr« iaas ^ •>».»«: ^ v.-v «— iv^ 
«u. d^r P«t«nt-K«U.if«briJc toti nr.?r«nk to 8t«*.rtrt. Kiilk«S««#»i« » i ihlr. pr.Ctr,- i«t«t»re b«ld«i 



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<^up«ri>ho»ph«t 11 Pf. 2 I,. 



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dO Pf.Guino 1012 StV 



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S*p«ri:hosph«t mit 5^ 1^00 Pfd. 
ChlorkalluK lö Pf. 20 L. 



8up«r£>he«ph.f retl Ton | 300 Pf4. 
ChlorkRlitui 16 Pf. 20 L. 



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Bsic«r-9uaao 13 Pf.se L. * SöO Pfd. | 927 lilA 



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BÄk«r Guimo ^ Pf .6 L* 



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WhMGhJ<&hl9^ 14^ Pf« 
Guano 2 Pf« 24 h^ 

Rmi^iOcuehMliAthl d Pf« 10 h^ 
Suiifurj^hujsphmt ö Pf« 10 L« 



EolBfi0eh# 25 pfd« 



Kalk-liUignoiil« 20 Pfd« 



Seh^#f«l»litur#e Kmli ZO Pf« 



flchwtff^ltiattri»» K«ilX 16 Pf* 
Ki^lk*Mii^ii«alA 15 Pfd« 



167 Pf.BÄlciir|929 
50 • Pruv« 



^ »r«wi^«9vo 

50 Pf.G* 

160 Pfd. «6» 
1«0 Pfd« 

1011^ 



480 Pfd« 



3d0 Pt^. 



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1983 



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11,97 



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12,70 
12,50 



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11,00 10,92 
11,00 



13,71 
13,31 



12,56 13,30 
18,^7 12,26 



12,90 



12,74 



13,50 13,64 13,47 
13^25 13,50 



13,30 11,27 
11,30 11,36 



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•o)i«n Volk In d«n l^^tst^^n J««^rÄdlmt#n lw»0h##rt nlndt mlromtt v«» 

Salsla^^r iMlno 4ar mtb#4^ut^n4^n Steilen ($in. ITMh4^m Beut»«h* 

lÄn4 l»n&m a#lt nicht <%inmaL 1» ntandn wät, ««Inwii <il8*»n«n B#- 

4^*^f an 55|>i)lii<t»Älx su 4#f^k4int üfktMr vl^lm^hr mtif 4U Z\4f^ihr vpti 

«kUf##ii Änö^wlaii#n war^ hat »leh d^i^a v«rhÄltnl?i« »0 «dÄndflirt, 4h»« 

iflir J<»t«t ^norm^ qumtttatw vim i^Ua« Äiuiftthr<*Bt wRhr<in4 uits^r ^ä1«- 

n 

4jii|>i6rt von Tftihr «u JäVjt ablwwt. Ö#{i;6nUb«r «inm IJxport von J^JOS 000 

Tonnm »t^hnn In 4on l^tiit«n Juthr^li mir 5« ono Tonnen Iw^rt, nnct 
^luriao» wl« d*^r RohÄtoff 4«« ConM^m ssu r»ut*) kommt , in% cUe» in 
noch h6h«)ro» Mm^ooo hol 4ar Inrt^i»trl'i d^r VtxLX. 

1» l>*t .**b*ir b^l nlnÄ*fln^n 4outiioh»in ^«HlÄfun4w no<5h «^in iwot* 
tö» (slUr^klich^ü Moiwnt hin2ii*<i;^*tr^t«n, wir habw Uhor 4.f>« ^wuohton 
5t*»lnii&lt (Chlt>mfwtrl^-im) noch a^in ancUro» Hin^r#a ^^txmd^mf w#l- 

ohoti 



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•;4- 



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ch«» von 4**n AnfÄnsm 4urch «^üi Vork^wm^n ni^ht n^hr «rl^autm Ttrg- 
lM%0n äI» •Al&rA.ttmÄÄlÄ«!^ ))(<>£^iehn<9tt J'^tst rd« Orundtliie^ für dU 
tn w*>nlt;«n T#iihr«in «u wÄiyhtlg^r Äntwioklun« ^«»»UnßtÄ 55tft.ii«fi4rtor 
KiaiinAufttrl** dient j nlne InÄvi^trl^g dU un» nicht In d«n teotr^f- 
fm4Hn Bnmahdn «»ll4iin vorn Au^l^^ndvii im^^lftÄnölle ö^w^ehtg MonÄ<%rn 
T)#ut«ohX/aid fiir HlU AUimigm ä;#w«rbllehim unilf lAqidwlrtÄOhr^t- 
llchön P^trl<^v^#, w#l<jhe r*ai»ÄlÄ e;*=*brÄUchw, l>#tn?fche ein Monopol 
iwuf linm i^hman Wnitmarkt g-tnohÄff^n hat. »a^» fÄn^t mit A^w 55iklp^ 
int fUr f«l/3i Pulf##i5^-lk^lon <fm \m<\ c:«i>ht cJt-i l^n^i:« Rulho d^r 
toehnluchw v«rw«in<limij;on ä*»h Kiatn In is^orp von i*ottft.»ch«g AXf^un, 
niHH ^tc. <sto. h^runtiir bin »u dan kUnatllnhtf^n ^ncieralttoln, 
iNTojLoii** In 4^n %\*»woXiiÄf i.«^^ ^isMm^ *«n t^i- 

ijÄikplfmtÄfion 44r Jfiw^nna vaxd J^tit «olb^t In dm T^An^rtt^n 4^r 
«hini»^n tef>ni»t«t ^t^rd^n. 



■*^P"^^l*i(^r$^«n ^ohrunßin n;f4«h .^alx ßtn'l In ¥ord[diutiiohlKn4 In riw 
^r^t*»t6«r TÄhr^in dlo»«»» J6:.r}äiin(l#rt b ^^eonn^in wi9r4mt dUjenlßen 
in ^XHnnfiirt wiirrt^n ^f^urch #in v«>m prouimlAchAn ^#re;hft.uptputnn von 
Cam*ai J^ui^is^iu-li^ltvU^i« Prom4iQorl£i v#rÄn.U.HÄt, nrmfh^^ro d^^Ä «uvor 
In Artom v^» «ucht« Abtf^iifw ^in^n St^ Indult j»ohi*^ht#ii w^-en #»tf*r- 
kar ^Hii»«raiijrJlUÄii4* ftto, wtkii»Xvin^6n «tat. Iw »TÄhm X€h$J^ >#t i^^n In 
St&sufurt mti^thni^^n^ nach ^t^^lÄ^ftiÄ gu hohrra \md Ainn hin 1651 
fort£^4iii<»tj{t« Als mkn «u o i#«<iÄ Z«Up»mkt# diu Ti>uf# v#a lOfti ^^ää 
orrtlcht un<t «in« Mftr-htlfljvutt dt^« SHlgl<«.^4»r« fon Ubor lOOO Vi4## 
f#»tg<uit;^Xlt hikttiit ohne 4*»^» *Ll*>cS*^n4i^* «u fln4*int wiirÄn ctlo Bohr- 
arb^iit rtln(2;## teilt und mit 4*1» Abtfiuf#in 4(^r ««hftoht« vorg^ii^i^nfton* 
loh wor<l9 rti>*t^r 4t# Snü^n^frirto'^ VorMXtntÄiK* noch »pn4^Ullor h^i- 
Äl>r«ir!h*in im<? wlix itunÄoh^t 4/iii ^reÄfimratvorkojw^n In *1o»«a T«tXo 
Horäd^utsohX^milii kur« #r8rt<im* 

»#r emt« Fimil h^t «u olnor e;ro»<ion nelh<i Än4*ir*»r gofUhrt, 
«uorxt In il^r nÄh#r«in »»»eiihunei; ^ta«?ifiart», 4^wi h^t mim i^hor In 
liM«r wolt<>r««i Uiiskr*»!»^ Sidi iS^Huoht und 95 vloXfAoh a^funil^nt •«• 



1^ ' 



-»- 



I 



I 

i 



^okßn mm hfiiut^ liU norM^utnohn Ti#f^k<in# wohl f^X^ (ii^ 9m ^iilx 
r<iiohst^« ^uro]|^Hiii9h« Land h^t^ichn^n kajin. 91^ tiHes^rfitätt^ni von 
w#lch^m rwMn tot» «i« Aunflumi «f^r Bllif fc^l Stade In dte ^or4«#«t 

i»owl<i Kueh In Holut^in '^«»ÜHtUcM ^^ifHndm hüt, »Ind vt<ilfaoh von 



j; 



9,kQlaiiiiÄl#r j*ichtlgkott, A^nn 9n ^rn% <(urch cM<^ in 4*m l**t;|t;<%n 



J#ihr#n v<irb<>»ii#rt0 Bohrt^iohnlk iji^un^n i#»t, »i# ßi^n« %in auf di» 
diirunt^ir ll#^^nif^#n ^r6btre»»ohicht'»n eu dur^hHohr^fnf «o hat tmn 
j«t«t b^i ?;tfi.^iifurt «lin« J4?ioh tßk^ti^ von IIW m con^tHtrl^rt« in 
%4r^nb«r(5 hÄt man d^i» Lleö^iid« noch nioht ^r^wonnent eb^nno b«l 
atehriiirim imdiiron Titft^ohrvmeon, mit il#n<9n voni in ^UidSfi AUfgohv''/rt 
hnt, ##X1 niw9h JBr»chli^^iiung von t«»i5hnlÄ«h unomoh^l^pflloh-^n lifigi^^^ 
H%h%tftn k^ln«* x^r^uotlftch« V6rfmlaH»uns vorlf*e, dt«i Bohnirholt 
fol^tKUHot;>£iin« 



J^0 B<»antwortun<^ d^r ?r£i{s;d« wi« de rAC^-j^ usKa cil<»] 



mJ4o>xti(s# /^al^aliliieanm^iin <)nt^tiin4i#li 



i hHt n^m ntoht ulliln fUr 



ii**n ^J'iolotJ^^n und Qh^^mlki^rt »ondom auch fUr J#d#n Ijiwlon Jntnr^^n^f 
um »0 rü^hrt «du eile l^tldun^ der »alsl^i^er i^in^r ^^r einfaoheton 
£iQi^Slea}i^n VorajÄn^*« l*t, fUr w#ioh« wir, >)e4 vn^i^rnr Jetst^en 
S&lKdiiretelluna; hhü fioolen un^ «^ue Mearwaaiier ein TOllkemeneii ^^el-» 
eplel» fr«>ilich in rainintHlen VerhAltnlneen, hnhen« Xe k^^vfin hAUte 
mit BentimiTithelt feUfte;eei;irochen werden, d^ee die Xntetehimtf ^ller 
^i»l»lissß^J^ ein<*a einf^e] en VurdiMaiprt^nisepreceee su Terd^.nken iet. 



und di^^fie ^oXohe Bildun^^n Überall etiktte^efund^n hi^ben^ we eieh in 
y^rm einer dureh IMtiefen ^b^^'^eohloeef^nen Bucht eine natürliche 
^0HiK^fli^A9»ttmnH vorfioid, in die 4fkn !4eereewaeeer, welchee auoh 
In i^n^n Zeiten eine den Jet eignen Ühnliche ZueiiaHieneetiiun^; h^tte, 
elndrin«(e!i ittifH dvo-eh ^ind }m4 ffonn^ ver^wneten kenntet 3e er- 
kXvrt eleh «^uch die Th^i^teiiidhei d^ee dü^e Verkenrti«m ven ^teineals'» 
l^ifieni nteht hn eine beetimüte }Ci;»eehe der ^dbildung gebunden 
int, »Ich vielwehr in *iJllen Fermatienen findet, die niMrti dew ereten 
fireeheinen den Waeeere i»uf unaereßi Krdk^rper entetf^den nind, #e 

in 



-4- 



4 



1 



Im >llur: In !ior4vlrslnJ*in, Im .'»t^lnkohl<inö*>tot'"S^s ^^i T>tirh«n und 
BrtHtolj Im 7ä9c)\H%^ini b«! Artfim, Im Buntnaniliiit;»in: ira M^edf^burg» 
Fiabariita4t#*r r^^ioken und in Ch^nhire, Im JUirtchf^lk^ak! In ftUrtti^w- 
h^rSf Ina K^up^r: In Loty^rln^m, in (Ri^r Qte?»r^n T#rtlÄrforruwtioni 
In Wt0llcEk&i unÄ hinauf liln rAm jün^nt^in Alluvlui«: Im St^p- 
pon^Äl«. f^t wir »#Mn, «i^lf fl^r ^Ulrfiunß»pri>o<iftif it^r ''^^aitlA^riw^ «ich 
noch haut^ In A^r M^^tiir fr/rtnotut, vora '5#i4ifli^nm4a img wo dt<» 1 teer* 
»trfJmorkd^ ^luthw»ll<> gum ■^AlahäutGh'^n Y0rct\m»t#*, bl» «u 4on 
nÄchtl^^n ?5Äl.J!;«tiiifUiaunß^nt dl« wir In 4«>n ^>t#pp*^nff«e#>n Ajwrikf**» 
unä Aftlen^ finden. ^Blhnt f\ir r 1*^ Z^lt, ^nlnh^ «ur Bildung der 
^lajcl^^ö^r mithlß w#3ur, h#^b«n ^Ir b«»)! Yi^l<!in b<i«ttirriti» Anhalt ft}> unkt« 
In <i<in äuroh ci^n ^^^^ohufl d^^r tTi*hreftÄ<?lt^ b#wlrki 011 #ln«^Xn^n Ab* 
#j|tiii#n und /i^wiKQhmili^en» 4« d«r BÄrgraimn wlt R«<i^|^^ 1^ 
f^ins^ b#«iiiohnot, ^mci mi« d^non B^^rghf^uptmAnn Prim ^choenftlnh- 
Carolfith 5j,B« fflr d?*» ""»tafifffurtor TiÄ|<;f5r ^ln<* Ttlldun^'«filt von ^twf* 
16 000 J*iihren b<^r6chn<|i; hut,. 

Wenn wir n\m <Mo J*>^aifi;«=^ ZuHAt^iraenHotÄimeg d^^^n V^Br^t^nn^TH \m(i 
»#ln Verhalten bei klin»tllch<>r und n;*tUrllch<»>* Concontrf^ti^n b<5- 
trÄCht^n, wo f lnd«fin wir In iif^n ij^ronnt^n (^a^nn^n fkln durchschnitt- 
llch^i ^Oftt<mat«$il0 €le»H»9lbon 



in 100 Tnilfin 

Ohlornntrlum (Kochnal« 
Chlork<Allu«s 

f^chwuf^lnaurtf) ^U^^^i^la 
Kohl^n^" Aur *>n Kalk 

^mniiDr 



0,070 
0,,ViO 
0,230 

0,140 

ü, 003 
0,00;^ 

9«,499< 



100,000 
W# lutste fUr f7iiii»<9^ anßög^bin«! Zahl von ^9, 4^8^ lat nloht 
gim» riohtis, da dan Motrwaaftor n*>b»in d^n ohonß«iimnt«in wlohtlger^n 
B<ii»tÄndtoll«n noch f^puren t^nt fai#r »lowonte onthÄlt, wolch« o^lo 
XrdtaaaA« kild^nt «« B* jtunÄchnt jrodv#rblnd>in^<m, fomor Xtaon oto. 
auch ein ^^Uber^ifhiat l5it e;ofund<^n mt(i danach bero«hnot, dana oin 

Kubik- 



-»• 



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I 



,';N 



I 



Kubtkkllowit^r ?SMw»)»»«r «tw» 1 IC«. SJU1i-»r enthält, «• »rklürt «Affh 
hl«r»uii wähl Huoh 41« AufflnÄune von »IIb«" ln»lt»»n Kupf*>rb<i»ohlÄ- 

Trtie-i im« <tMuroh ▼•r»chl4« in«n Y«r«wmtwß «rklärlloh, in lhr«ra 
09»anTOtii»Ue<»h«at «tw»» »*} «• «rnthÄl* ««r Pft«tfi<» »,» -3,ö>. *«r 
Atlimtl»«h« vttut In«l»oh« Oo»a« 3,8 • »,6;^. V«a 4«n sr«iiii»n ??lnn«n- 
in»»«r»»n i«t #»» Mttt«UÄnrtii»»h« «wl*«h»n M«at» iih«l Aioxwutrien 
•twas «i#a«r«loh«r, wllhron« »» awlnohon Oibr*atwr «i<t Miatik, äIho 
In Ä(iln<*a «W#l>ÄlROh^n Teil der Zttii/4W6nÄ#t«unis <leii Atlfm^lii«>»en 
OeeAiui «ntupriPht. Xm .'lohwmrgiin m^r un4 In A^r Ogt»#« ii»t 4«tr 
55«itß«hÄlt datieren nur «twa hiab »o isroim und br>trÄ«t 1,76 - It^Vt 
w-ill h^i dlenftn kli>ln^r<in M<i#reiib«0kw der Äuflu»» von äUhi»«» Wiu>- 
»nr fiirömi^r Ut äI» ^.I# V#rduniit\m«j Ami iwis^kiihrte v#rhÄltnlii« 

' '■')" ' ■ i*<i—p.Jj^ ■ II.. ..Ml . .,1. . I ■■■■..Uli. !■ ^ Jl I I .y,|.. , .~— ^.^1^— .,-~.^ ..I .1 . . II ... II M., , ,i,|,.,„| .^ 

finden wir H^i« Roth<^n J4#^r, w«lch#ii <^ln^n f5faÄß«halt rtm 4,»-4r,5^ 
jeolst. Koch ntÄrfckr^ T)iffirw»«n finden »ich in A^m vcUkownwin 
gAnohlontiAnfin Blnn»nw«i^ri»nt odf^r rlohtls^r A^n n^ntm. frl^herar 
grosHiin m^r^. TVur groii9i^ r;aU»«^ v<3n vjtiA wthÄlt 33; g d^^ii Todt« 
Mn^r :^7-5iP.;^ füllte l^#iiti5»ndt«U#, d^# wnU ^uiic0««ihnti>r<i KMi>l««h#i 
Uimr, d«ir R#iit A^r triihAr^^n V^rblndim« d«» SliMW#r#t itlt d<^« 
SnhwÄru^sn M«<ir, In wfluhmi dl^i Wolg*^, d^r Tor^kt d<ir Kur, d«r 
ArÄxe» mid EiAlralclie Ändern Ströme Ihre MÄfnionaaniifin f^ihr«n» 
unthÄlt nur 0,«% al^^ 2/^i gi^lHnt^ Halx#. WI0 fioh<m Hn(5<id<iut#t, 
\il<it#t liiii dw off^nw M«/iren <tl# V0rdun»tn:ij .:^«^5 ^i^nnnrn d^n 



HÄUFtr#ÄUl*ti>r fUr Ihrnn »«halt &a *«n nlcl^t flUoht;l«<in Bddtimd- 



tHll4in* 



»n antsprloht nun In d^^r Breit« von Llv#»n>0Ql dl« ^Ährenvur- 



dunntun« <itn«r WiMiij#rh«h*> von 

In d«r von Turin 
In dfir von Ro» 
in A^r von St, Domingo 
in der von Turko Inland 



0,l>7 n 

1,0« • 
l,ß» • 

a,ft7 • 

3t »0 • 



Auf doli glUhondun Boden 6nr r^^hr». betrüg dto Woo>envor- 
dunotun« «1 m (0,Ä1 n) jor Ta«, #• würde aleo dort eine "^Mt^er^ 

tiefe 



i 



i 



tttf« von 70 it Y0II i«r n^mi% in ^Inaei <Til! r# Hufe^tn^okn^t w#rdon 
k^nntiit •• bi»*Ärf fr«tlteh wohl Jcftiw <l^r t^fUMrkTmst äähii >#1 ^tn^r 
wirkitohen U^bdrflutihunÄ Aar Siihi%rA« win »U Po r v. t,#i>»»p» vor 

ft« unorw«! '"i%rA\xn^%\inti^V\yii^^X% v©llkowm»m verändert '«rtlrd^n«- Ha- 
kM wir nbor von fli0lch*»n oxo<i.^»iv^n, durch örtlioho T^f^i« unö Kon- 
fig^irution btßjAin^tfm T^rnQ)i^Xn\m&^n ab, »o finÄ^n wir, ftanü nolbjat 
in unfielrora n^rmJ^^n <iuropÄii>chdn KIIwä, %1ii «ntnprochirinilon liUft- 
j*trömune<^n ^\nn r^oht b^^j^xmiton^*^ «'^^«irvi^rfluniiifunö w^ltch int. 
OanÄU-* ?^^gbKChtuntj;#ini 41« ^,uf dw (^ro»»#n fn^nÄ/^iÄiiich^^n M9i»r<»»- 
ai41n<?>n äu Gi^iaiÄ jiJRt d«)r Rhon«wl;ndi4ng ß:(*wftOht mirA^n^ hab«n b#i 
«t«#*'^ii W4ih*^n il<i# Miitrfi.1 viinü v^räunwtvm« von 1 c». WKR»i»rh5ho 
l^ar Tfvti; fOHtt^estelltf Tm. n\m f».t<i Totoh« von TflrÄUd <*lno nfloha von 
15S00 YiK bo<i^c]ceni i»o ontii}>r loht 1 ora v^röunftt^me^ oin^ra ^'^i;<i#rfi<u|ii<» 
Yfm Ififl flflfl fcbmi «)in# Eloioho Loini^iMg ^i^rA^ in im>ll>^otf <r 1 



n»?npfÄÄtt<»n nindoi>tt9ii^ ^^5 OOO tonnen 5r>0 ooo ContHor 5;toinkoh- 
lw erford<irru Oobfi>rr**»ohi^n*t wlo < lo genAnntw /.#i«hlfin »in4, 
vorsoViWina^n wto äoch In Klchtf», wonn ni*ai nt^i n^^b^m t:lfHche vor« 
ßrmt;** in A<hr ^Tatur »tollt. T>«iH Rotho Moor hnt boi oin^r Ofeo?^ 
fläohd von » 900 QuÄÄr*itm^ll«n - 6ft6 e7§ okn <^ino .Tuhrosvf^r* 
dun^timö von 2,5 m iinÄ ont^pricht ^Uon Har Jfihrlichi^n v^r^tiii^pfune 
von 1 T^^Z lft7 Miiiion^m Kubikni^tar od^r Ton». f^b&au«h mm da» 
Koth^ M*>«r ^urch c*ii» ^tri»5?>^ von Ba||i <il Hfla>ä^b^^j^^^ H^isi InÄiiKöi^n 
Oooüoi vorbiUMttjin i^t, %^i^X 4% Äoch, wi# *c>ion «frwfthnt, «Jnon h^;ho- 
M» "Salieiihalt 41ii^i«S()r, !)4o Ooncwtrwtlon wtird^ noch raaöhor 
xun^hjöont wonn nioht in ^^r '\Xrh.nm Pnb «^1 Mundfib im Git^-onÄÄt« su 
dm Oborntrom von dlinn^ir^^ro ^oow^j^^ar, wolchoH K>int KrsatK ileii 
vorfiMrQi>n^n hu# ilara In4f#*>on (Hnkm, «influthot, oln Untoratrora 
oxistl^trto, w<^lchi»r dlo rStcht^rnin fiA?jrwai)aor in *on ^ro»»<%n Ooo<m 
»u/iACkfUhrt» 

Jfi40h 4on Vörm4»»iin^?>n d^r wtjlluch^n /dmiralttfit h,.t dao Rotho 
Moor ^in*^ i4uroh»ohnUtiioh^ Ttifa von 'MO wi, on wllrdw al^o, wonn 

durch 



^Jm 



i 



durch irtäitn* etn<» nöUi#n^^ibunß flU VorbiMung fUir^h <***i ntruHnn 
Bub <ll ^U*nct<ib liUTWirt^, nvir ^twa 100 Tf.} ro i^rford^rllch »#tn, wa 
da» Roth*! ]^to<»r nunzwr^mknnn ymA ^in r>t*^lnHA3.«l«<:er :?u bllitant 
w0lch«^» \>*%l dl'^ra Salaßt^hKlt «ri«« ^aH^^r« von ck, 4,^ d*mn <«iin« 4>iroh* 

V«irhÄit;nt.'^**o, wit> wir >»i^ imsf hl^r hyKfthetlHCh con?*trul«>rä^Hi 
jßWea^n nim th^^tJiAOhlioh te^im Todtt^n Mti^r« vor, w*)lc}i^i> früher Ai^ 
Vdr>jln<t>mß :iwiiioht!)n ^t^m ^oi;h»m H^t>r vmd d»*m M.lttollrAn(lli»ch<in M^ere 
bil4?it#i J^^t^t ^b<ir niiOh voll.Htanc«it:*ni Ab>*chlufir» von b»ilrt#>n im<l 
vojLlkamnKin^r Vordim^tung 400 rn .intar li^m '•.jptOfjÄl rl^r bellten M##r« 
li^gt. -- Dlo 6 Hlill0tl4n ^onri'^m Minnen ^Hnn^^rn, walohn A^r ^or- 
di*.n t/ißllch xiifUhrt, v^^rhlnfl^^m zm\r fiXt$ völlle<i Av*fit.rof53aiwngt wi»r- 



tiir>a ubdr durch V*>r*»An»tim4i; HU<5h r ^1(50 IraÄHii 1(5 wt^ider fintf^^mt, 11» 



^mithprUht (iHB /i 190 Mliüonon Kub^ 



^n<1 )?^^ ^^1 



Mj 



von 1 S^l iicm olnor Verdünnt ^mis^ihöh^ von 1#64 m p#e« 

HiiiÄ Todt^ M^«^r r«ii*rft»4ntl'irt nun, ob'^ohl (^n wi d^^r Obu?^ 
flftchd noch mit ^lUm^JekeJt b^d^cVt l^t^ ^In wirkliche« '>ÄlKlAß©rt 
ät^rm d^w« (j^toiM M^ör'SH-BöCkin Int mllr föntira "^i^d« eeflillt und die 
Zujiftij!iw«^nii<it«iang d#r Ub^irrttj^hond-^m ^^»4tt;^rl^ue#» ^nt-^rricht unße- 
fUhr ri-ürJönig^H dor «uletr-t fc;«bildot<«>n T>Ärtlon d^» fitr,n»furtdr 
Viick^nn, wolch^ dort durch (\hh v©rkonim<^n d^r Ä#rfli^»RlilihÄten 
Ohloro*d.oii.j-TidoH'<^l'^*ki»«>f A^r Tachhy rlt», w^^rkii^rt .'«vinct. T>ii« Wah» 
»♦#r dds Todtda i4^<ir/»ii tint^hÄit von dte^on M\itterlev.ut^<»n5?a«on, äu 
d^n^m uuoh Broürv^^rbindim^j^in £;*>>iör<9n, Z7'^'^H'^p und iniwi hr.tt^ in ^f^n 
runf^iger T|jth,r<»n in Än^jlnnd ßchon dt*^ Td#»*>, wi »*»in«m Ufi^m eJn*i 
Bromf*;brik %u errichten» ^ir h/kb<fn dieii intor^ftnanto l^rpj^ot g«- 
»törtt indrtra wir von r>t^.»Hfurt ^iais Tr^r^m billiger un(^ nftfn*>ntltch 
b#*jiUdmdr liof*irt<mf «Jt* e» J^ aun dr>r fUr Indu»tri()betri#b w«niß 
•inlf.d*^nd*m tjaohb**r»phf4ft von TjOt*« «^iiib, »it lhr/»n T:«P)ini»«#n^ 
«<s»n MX "odora ^m<? Comorr>'A äu ncy.f^T^n war» 

A^hnllch« v«»rhKltni»HO, vfi» dnH l'odt^ mar bi^itim pidh ä«B. 

bAin 



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irtf.4*B##n rl^iil{i:<i r.i;,iin^npfhnn**ni ^Iä ritt ?!#!dÄWfi»»^r c^tillXt imÄ 

nnn*^r^r 1000 blf\ l^iOO w mSO ti^rm nt^lnryalKlf^gor ß^' Ueen Äbar <fia 
blfth^ir wif-Hfllhrtiin l[irr.o}i?>*m4nt:«*n nc^ch nicht. Ifonn rtuM T^cith^ ^^^ir, 
wtft mxChdwU;»f>nt bol Jt40 n Ti^^f^ mir «In« RflKnohtcht Wim n m 

£;<*n ilHlÄirtö>-,«ra M'*<'*r<>>itl<f^f>^n ton e:^vnlt i^xc<iii#?iv*»'^ Art bar^rhnf»n, fUr 
w^lch^ lit»^ Obf>rflMchonße»t;at^Anö tmnif^rAr Srd« keinen Anhalt blutet. 
OXH^lli^K^rw^&fiii Binf? ^feur wir ii^lohÄn (j^waestmi ^p«iml> til^n^in tib^^r 

fl%u4.Vm* n*io1>;^.ont>mt;^?i ^r>»i5>ilo*;»^n ^ tnrt, w^^iln)^« unK(+r-> Theorie 



WH 



In fiöln-iim ^Mt^äu r:^ ai tt-^f^r, nXn *iftr ^pl^iÄ«! ä->jj rutt,.uiRn^iac}>en 
Mf)'fr»>#>, und f^olU; rfi.^n hlom^^oh *itnon dnrch ^i^ «tarV^ •^«►r4un«tunÄ 
b^r»flrkt»»n Mhor^n ali{tf«>h<at '»rwi^rt'^n: thnt^ncMioh Int etf^n w^j;^f>r 
«t«iii tri^ni^lttch^^n m^r^f^ {M% ^»ö«^ ) fi.b#r b*>f{^;it»4nd j^ilft^or, »äX»* 

r^A^»chfi)id*i 3lrHo}-^in;mi«; ^rkiHrt »\ch nun .n^hr tttnf^ch äU/* dir ^0» 
IJf^ar f«>»tt:o»t>?lXton ^f<LÄbucht;/>nbilr;imö, oiJf>r, ;1^ i^t<^ Onohanlun 
iifp^ttfir B^i^mt^t 4dr TJ}|4rr..nbi\fJime:. 

rVi.j* KHHi^ii^ny^^} ri^or hnt In f^^^tn^^ni norfilich^n •^'^il ^in^f Puoht, 
ij^'m rfkr-h. ^^-o^hfi^c, WÄlch-^ rUt ibri*r n^c} #i von *it.wK 16 000 .|Jw in (51f, 
TurJcm*^m<iJi»»t;^PP#» o1nÄchn^irt^>n<i, nur durch .Unan ßf.n« ^m^f^n und flh'^ 
ch#n KAA^a, 4^r iit^;ll*>nA^#Jl»^ nicht mAhri^ f^l 200 m br«^U »mo X « 
tt^f Iftt, mit lUm ^r«i.|.tboc'cw 4^» M<if*ro» tn ^orblnftune tf>ht. r>uroh 
di^Hm rm\f^l #.tr^;mt nun »^It Tavtauji.^nd'in df.» w^^nnor mit eln^r 
a«»chwindtfc;k**it von ?*^-ft ton In f^.s^r «timrt»^, ol# »^ibf^t b^i kon- 
tra rea 



-^- 



i 



1 



trärf)« Wln*<i noch 4^79 km b^träe;t. J>Jö n#wohnor 4«^r T>irkndnon«tep^ 

hniif m<)lni;**n nuji, äat»» tn <t**r Pucht äaa ^^^kwi^ä?- wto In oln»ni Trl^h* 
t^r odor *>^ruilwl ir^jfimlwl« m*oh «ia»=>o ban&ch"b»rt,<m llh^r^^ HbutiirHe 
und .4l# haben ä^tn •'Jchwarz^^n '>ciaimri'' (Kfo^a ^o^^Hkä) mti; ^,b(^rßlftwbl- 
»ohi^r ''''n*rcht t^miiiöfidnt Auch c>J»^ «-^rnt^n eur^^iiälaor^n y^rfc^rf^f'i^^r 

unÄ Si<i^^4'ib<'ir4t?$inÄ atwi^r ICSO In d«^n K^ri^ -oe;hf^Ä oina;(ifr-'hrnn, ää- 
b^n Hb<9r ni*oh w^nl^:^^» MeiX'^n w1a<t«^r K«^hrt fi;r>inHC^ t. Er-vt ir^4? hat 

b^^l i^<>fund*:jnt df^H» ^r nMO' eint» Ti->fa v<>n 4-»l^- m hnt. 

Im AjiAOhiui'^^ hi^i^an h<^% nun "i*4r nKOh(i;^wi.i^^n, d^iM« auch 



<l^i t^rockt'^nJin clfrrtinä($n 'H^^i-x^in^itUn?!«^, wdloh>* Ub#r IJi, fortt^rmi* 



IIIIMIillW 



r 

0ia»x^0% und conOrmtrridrtg d*^»» »loh d^fid ci<irin '*ntrhii.JLi;^n'* »'i<slÄ In 
fi#v«ir >!?^n« HbiKftÄt, Die n^tprlt<5h» ^äXö«* ^Jl^a^» ?roci>^n#}; l'^t mint 



liehen unÄ >iUäÖ »Glichen >5aUe stntf^ nn^i^ lAen^^n 4H«^<^n ^it^»f»rf> 
<lurch iUn rjtröniv* gu^^flihrt iw^rAon, in Ihr-^m 'iiidxg'^halt HurUc%«ht 
imcJ imn'^r m<*hr ontü^lsdn wirät währ^nÄ In ^^m Kinrn T^ogh/w« d^# aus* 
4S<nichl<ia',*n<* :>4a«, iloi»»on M^n^^i }^f1^r H\it ^50 000 Tonnen prp TuLg 
nnhAtst» «in r*^t:<^lra^iftiitö;'i» ^iKlJJl^te;*^ blift^it* nir^^ il^r flACh# ri<- 
n^li \i*alcht>r die V^irlinc^unfi; mit <itij^i Kl^fvJpillo"h m Itie-^r^ billigt, änrah 
U^^^nä wiilcU») UMHtanii'* fiinmai ^^HOhlOfifien \mf< Äi« Ub#r ijf»n .'^äIjc- 
«ibl-ta^d runden <i«r Karn Boghas »t»h<^nd0 Jilutt^rl*3.vifi;«finmf^i^Ä'^t w^l«h0 
H«?hf/n j-»t>ft von ä^^n '>t^pp*mb'iiwohn<im aln r4ni;r^> Br^^nnfm - Ailji 
K9ui»ftii»r - b^iSi^lchn^^t wi>r<i«m, ^^b^nfnlif» z^m Kintrochn^n xmti FryntaSil- 
i^i^r^n <^f»braoht, »o ^nt ^tänti^ dort nin^ niJt uni>^rti» nord' out Bchrni 
giil«- un«i Kiai»*UÄl*fcö;om v^iikörft^i'm Ub^r«in»tltmfu»nÄ<^ Bil^Amß* 

BÄ«r*i> BdObAOhtunüj^n lili»t*?n ^tne voilkotguiönd 15rklär\4nß für 

tau 



•xo- 



I 



t 



#aio hl#rbnl In Tm^^ kowüwnrton Kr»ch»ln\mciin xmd fUhron unn i<tuch 
in Anknüpfung fin äimi, wäii wtr b Im ToÄt^in M««r f^>»tß«« tollt hiM^on« 
SU da« tol£!;«rlchtl£«n S^hlusa^ dia»» all# normal t^nhili^^t^n ^»In^ 
lAg5<»r- üun f9t«)ln»«J.s un^ rtwrUb^ir snlfks^rtnn AhrMm/^fkliL^n OCKll^Hae- 
n^Aia-*V9rbin<lune;')n ^to.) l»#stf#hHn mUns^n und ahn n de« wo ili^sd ob«» 
rfin ^alxin f^hl^Hf 41<i ^tWunß d*tÄ ^^jÄsjar» <intw#(l<ir Y0ri(6iltl{S unter- 
brochen wurdet od«r rairoÄ i>i>Ät^r0 Fiiban^<)n od^r Uf>be>^fiuthun6dn 
41^ lolchter l/iflillnh^n .vtiitt'irlmMKonftala^ wiad>!ir fortßMpUlt wurden« 

J)te «ur f|rri»Äfurter Orupp^i ^fihfJrlis**» Sia«la<!$iir »And hiern««^iih 
die eln2t5'<>n nonnÄl auB^^eblldenan y»nA ^rTinltanm $ letgt^ren lecHig- 
Höh rturoh d^m ßltiokltohen Hm^tfoidt dfiinn f^le bfiid naoh Ihrer !U1- 
dunes v^ einer festan» WÄi^eerdi'^hten Mercsj^illaße bedeckt mirden» 
welche «le ö'^ö<=»n eoätere Ätnwlrkun^ c)ee WaHeere ixbeohlo»e< 



Aber nicht tn d*ir !Hoob<iOhtun« allein* non^^m imoh durch d;%» 



^— '^^'^^^^^T 



3SB 



mi.'iij.TiiLiia 



& 



■BBPHIP 



l?x^'.;r1.n^nt 
i>r<*otleche jijL^f^yijf bei d*>r ^fdatfewlnnunfi huä dem Meeri^ewaej^jer, 

findet diene Theorie Ihr^ Bec^rUnr^im^;* In ä^m f>eeeiiJllnen lle^i» vBMi 

f»"Uher die naoh Gewinnung de» ^eeftÄlicee verbleibenden bitteren 

Mutterlaugen une;enutiit fortlHUf-^n. Mitte dar ftinfaiger Jfthre haben 

die ^^rfmaonen, n^oh BÄl#*td*» genialen Arbeiten im<i VgrechlKgen, 

cUe wiedenos auf den Poreehungen >meeree Landerri^innee RensiiOfm In 

Äohoen«beck bAulerten, d^in Vet^niioh begonneni die K!utteri*u4|g;en ä^r 

Seeftallnen ivniter rM verarbeiten ^m»? rtKr^aie Kh3A und y^ig^enlaBal« 

se KU (newlnnan* nu dleeem Zwroko tnUHf^K^n die Mutterlaugen durch 

kUnntllrbe wUrme eln^ed^iirapft werden und er^at; ta (Irtin, ale eigent- 

Hohe« Rohüiate lal TMr die Kallcewinnim^ t daeeelbe .^pii^eleids von 

Chlorkalium und Chlomia^eeluap welehee will bald darauf In ^taee* 

furtale o amalllt Im ^»chleee 4iir Tir^f^ fertig Toro*:> bildet fanden« 

Älner eclchent durch die "^Catur begttnet Igten n0|>©\urren8 gegentiber 

kennten die ^ran^eng^n, trot« groeeer ^fer und anerkennenswert her 

Mlhe» die »le auf die ''Durchführung von Ralard's t^TOeeartlg eonol** 

plerter Idee verwend^^ten, d^t« Feld nicht behav;pten und wui^eten den 

Hben 



i 



-11- 

7 

Sie hÄ>>»n h.hnr il^m Wuth nicht i'^ink^m XHHn^n$ ^onÄem rU#>tig 
'^^ttdr «ix|/*>rii^*intifi.rt unrt nou^r4tn£;Ä ^imt fJtn AnXii^^'on n^ir Av*- 
nutisuns der '"»^^«ii^lÄwuttr^rlMUji;^*!!, m^HHntltnh Mif rt m ^roii«<ni ^i^- 

wtrö bfii un» gut thunt Ai<if»« B#ni;h>mt^f*n nloht xm \in%^rnnhi\tKim* 
M^ früher f^uf imaiehon ^mn^^r^^vr d*^u%»nhim :^iil In mw#rk»i b*»* 
tl'l^b^n^ Auff*rb#itimis ^♦^'^ '*>^olr<iutt«^rlm;ß»n Jccwmt */^ä«jgent ftow#lt 
«rt ntch ura ia<?hni^ch«^ v^in^^y^^^un^j; de^^ Prodv^tt» h*snd«^>lt, nte^t t^k^Kr 

J4uttfir4i^ßo«^ j^ M-tt#rlfaiöfnii^i^g# e'*öJ^* i^lWF feill Ji*ii Q«bl#t <$^ii 
OlKuHlinii» Yorurt^ilr^fr*i4# ÄrntlifJh^ '"«^obf oht#r e#iitfi1-^n d*>n b*i- 
dtjut^nrt wohif^il*^r•^n »mrt 4iiih<i)r Aiinh Unb«»ralttolt^n ijueRnglAclKm 
tijiSiifiirter ^6j.«*m, ul<» J^^^ e»u<5<h J;nrtt^rla\*een^iklÄö »ln?5| vollltf 
glelci^aa ^irk>Äne;«W4rth im« 

Auch diu ^wi|)aun£ ^4r KÄliftAl«# mui* Ä^n AÄ«h<»n Ä^r '^'«#tf!n- 
S'*^ - K«il|^ - i»% mur n<>^Ji von ^interö->ßrdnf»ter ^^#4^ut>4nii» 

In 4»>n «»?^^tfi>n ^^ r^n n^4h Sr^^hli^^i^ung 4^.<^r ^tf-^nfurt^ir Tä- 
g#r ölnubt^ wivn, ^i^äh f^Joh an» VorkMmin d#r KäIIbaIä« ^\iS <U# 

Pimkt 4^r Ks«»ln*ii9h#n r^tulitd» in yr^lnhmk cU« Mii*t^rlÄii<j5e wl# mit 

J)i<* nJlhore Xrfor>idhuns <;w* tVcr mX4Mns Ä^r Salslfft£*<»r «rfor4l<»r* 
lioh^n ^^^llngunigtn, «owi# 4ihii »i^hon (*var^h din f^Mnnnr^ Fanflß^arÄtlon 

v^rbr^it-f^tn Vorko»n^n v<j.n "Sti^liMiia« in Arai £^ns<»n T'^^jcktn «Wisuhtn 
Riirf «mt 7hUrlnö<>r fia* Pi'^rtf^n ^b#r bal* 4^«w^ äui* m m4^rf^n 
?iinkt4in nÄflh fTiainiklMn mt nuo' nn« I>!»r nR<iliHt(» Aitfs<shlu?^9 d#rii«l- 
b^jn #rfoi<tt# in nur 400 n 3Cn»f^rniine ^ on ^tnnnAirt, n^uf <tmt 
K#raocl. ABlialii»«h«!i ^i;ia*«r#rli0 X»««£>#Mi#}u0.1« If^ik«^ H^r duri^h 4m 



k 



•1»-^ 



auf ^i^ 9Hl$tfWinnwfi(Si vmi <!<>» H«dsli<ir<sb#i.u wviür<l(fin d^^nn von Privaten 
SA}|lf4il0h«i IMirt^rnn^h^ untum^woBt ^ie Äur Sr^iohLt^^nnuns 44r 
»Ddiliorgwfrk«» 5li#n*$tÄ»iifurt nor^lw^t^Xloh» DotÄglauhfai b«! ^••ttir»* 
f5#Xii in W#9t^n Hüft ^«}9RiiAtnifumiihiai hui Anch^ml^ibi^n im 5tttd#n 

Sstlteh v#n stÄisfurt ein KdäLi^ tmci ''rr^ini»Äl»la^r durch Aioi 
Burgwiirk TiU*wig II. iiufs#ii«hX<»i>ii#ii« All« i^Unn TiNu^t^^r*»***^«» wi0 
^bani>0 ^t# \^ifih9r wvr iluroh TioJTb^hrungtf^n conöi;<r.r i«^rten *5«0Lr- 
l«i^9r li«i B<imbura ki»» rn^^ mm Hin ao^h di^^a ^r*ibiot<fi 4^)5 ^Uie*<>* 
b«rß-1lalli#iriitÄ«t#r »#n)c#n* «ug^jhöri« b#|rfeiht«ni 4/i^6«Hkcj'^n Mis^n 
anAiir^ f*un4«t wtn 4i» bül Vi^rtn^nbarßi tfci^donhall imd n#H0r<illnsÄ 
üi Huy «\oi^4qh»t nur c^uroh Tinfbohnrng^in eow..oht^ni dr fi» ^U KaII* 

viel weiter «L^Midtehnent SM^aAere intereeftant i^t in 4 loser Jm- 



Eiehuns *i«> Aufff indiun« von Kalie^iiten b*»i ilnn etw^ Ji50 Jwi nöritlinh 
ven Sti^efiwrt e^l-seenw Orten Tiibtheen um' J^nn^nitz in Meoklen- 
burg, ebeleieh &in Bergbau rt^rt k*w\iw J<ii in M-^ritf t^enowwien werden 
*Urftet weil öie «^Iretch itert Ten 4^r 14eakiinb\*r4j;lao]ien Retfle* 
rung ÄuegefUhrten Bohrxmi^en eine «u ö^tohä^ Unrei^elraMerttgkeit *er 
TiÄtienmgÄverhÄltnieee R«tt:«^n unri f*uee*»rdf>ra *u%e obr^r^ Gebirge d^m 
Abteufen elnee .'»chachtee Behr groeee ^chwAerlgk'^it.in bl<?^tet.-» 7*u 
b^9g#ren Hoffnungen un4 Avf^eleht^n bereohtic;.^ die n^^nit^te 
ä^r untsefÄhr uüf hulboa ^e(a;e «wleohen St^^eefurt und TAlbtheen» «u 
Altmtruleben in «'jr^ Altmi^rX:, Ängeet*a.\tHn !.ohrvv)reuch»=>t pwn hut 
dert äwä*^ «»4ni'*chf*t nvir St«iin»Äl« g^^funÄ-i»ni doch is;t>hört diee, nfoh 
efiner gariÄ^m Bildimgp d^m eog^^nrnnten JUnövr-r^in ^toirifiÄllte wit 
welche» eUh niich in iieo-St^eefurt und X*u<twtg II • ilh^r don K^i- 
miilHlfteern in »ftchtigvjn 'iehichten findet \üid ^eln«^ J^ntetehung wAhr* 
eo>ielnlieh ^tner nochau^l l^^ifm L<l»un6 «^InK^ilni^r Pivrtlen <^^r ^It^n 
Sülxl^wjer Y^rd^mktf wobei ^^r «wieo}^*>n ri^i« Älteren ^»teineak» in 

Torrn 



I' 



1- , 



•!»• 



Vorm m0$ßßwmn%*%r T^Jirourlng^ (s^X^nr%^ ^2fp^ iiuHUk blJl^l) uniü lai« 

Tkxfi .*?ä1« von Altralr$leb0n Xh% nun von gan« Ähnlicher BenfhÄlV 
f9nh<iU« xmA Min^» i>0hr b«»4^ut^n4^ lffi<?ht|ßk#ilt nur <^ln# «•h^tn« 
bHT^t w^ll ilort ^'1*^ 0^lDlrc5«»lÄ^«n untiir #ln«im i»«^r «t^il^n Wlnk#l 
von ^t*»/Ä 75 iaifc;;i»rlchtot Bt^ih^n.- timorhln ^rfich^itnt <!lAMr Ihmkt 
b4iion4*7r^r ^-^a^htwig w^irth ^m4 woltor^r V^rRchvmg vor allim w#rt, 
\m no ctt&hrt alt »«ort auch Ale Pb9r4n Ö«blrg?*«cMoht<5n dea Bdr^bau 
kfin^ ?5ehw ^^rtßkett^n bl<^t^n wurden. 

All<^ tetfthftr g*fn/4utt*^n vorkommiin vcn in^i^aXÄ^in gphl^r^n ^forrt- 
4#ut5Chli»iji4 ani e» HM^ü ^'^'^T hier ^rwÄhni werden, ä^b» ^<ch in äen 
fiim«w Ont-rÄrpf.thw atwÄ 100 Mellon flutilch von <tan iiltherUh»i;«»n 
jit'^lnaiilsl^^im voa^Jä^lioxkii su ^alu«s In ^^llslon n^^^h tlfiiii 

Läjjo 41«i«iifi T>imkt«ii tmrt jnannlßifftnho fyyAnrr^ 4urch polit4ÄQh<i und 
lokale Verti?lltni»»o öaeohnff^ine r>chwlerl^k«»ltfm dl^ Conc^irrena 
clie))^« •oe«t*>rr^lcht»ohan 'Stri^Äfurt^^ vorlfl>4flg noch ntcht mif- 
liottraan laneiyn und dada Deuteohliind weder hlordvirch » nooh dureh 
die In T^er^len im<i nenurdlng« f^u^Äi In InÄten t;efimd<in^n FalllAger 
In eelner r5uj.erIortt;1.t ^'»uf dora p:ÄllrtkirJct<^ bedroht arechnlnt. 

li*H mm »«AnftohHt d le Gtiwinauntf Aer Preduete dea f>alz)ier^kl|He6 
in Mind bei fJtHe«f ^f |^ b#|ri|^t»^^^^^»^^^ d te XnbetrtebHetÄunff 

dee dortigen Rlte«ten KSnl^v;!. Sftlscwerkee ^le de» IhrCHre ini97,^^^^1^^ 
hntt«5 dort «un'^.ch4t nur die 55telnaal/.g^wtnnune be^t)« loht ißt «nd 
Äur d\irch du» Vorkommen df»r oberen T»«^:,« von b^mton bittren ^Jal- 
ftin« mie ra-f^ »1» imbratichb^irr^ •Ab'^anroealKe* au| 4i# Kalde »tUrste» 
»ehr ^Mfirigenehm Überrascht j ^erth und ned^utime rf leeer AbrRUTO«iiil;?e, 
welche i^%Kt den vlo' tl^nten Teil dnie (\or%iQ(yn ^er{);hhuee bilden, 
ki^ijo n eret voll Äur aeltun^;, fOl« von ra.tr ir^i \n f>tÄei5furt die 
erete ^eibrlk »ur v<i|rHrVi^ttun>; <i(^rnf^Xh^n filr teOüilsche und Ifjnd- 

wtrt»ehHftliche 



•14- 



wlrtiioh#iftXtch<> Zweck«) tmß^lf^Qt wurd«!» wl« fwiioh ^mt »ott dt^nor 

1663 kAj^ rt^i» K*r«oÄl. Sikl:>i;werk L^opolduhAll In Betrieb, .ir:76 
?*>u-f5ta»»furt iwirt noiglanhiai, XmX Aiichor»l<ibw und XPPi3 ^^iüä- 
a^rk Ludwig II • 

ÄH nlnÄ mm au» «l«in «liv^rflii^n ^ohkoht*$n t^^tnr^^rt in Jiiihr#ii- 



durqhHchnttt In ct«^n P<f>riort*in 



If>rjl-Ö5 



18^r>-70 



ir^?i-75 le'yß-oo 



An HttoH^aE Ton» ^ ICOO %• 44 494 t »6 «57 t J>4 Ä55 t 9^ Sftß t- 

und 1603 i;i.7 740 t. 



Probim 4*rw<>l«iin ^# tn vomchlod^nfin !Juj'<nc«5n di>r R^tnh^iitg von voll- 
kommen durch» 1l*5llttson bi» «u, du>-ch «inß^l^^irto G^»i>UnktGh»n -»md 
»S<)hnUr» ^^trUbt»n» «»b»r »t#t» w#l»»<^n «'»tu^k^n (sewitaniin wlrd^ <ri»nt 
t0il» futn ßeraahl^n hin 5>p0ti#»alSf kum 2irö»»t«n T«il abor al« 
iJ'ÄbrDcÄÄX^it «nd vi^h»^a?:* Xin nt^ht wnbodout*md«»» ^^4f»ntum von e^*» 
mahl^n^n nd ^tUckti>n»t9in»al;( wtrd nach Aa-^rikH, Indiwi und Afrikfi 
«x|4orttfrt und blld^^^t b*»i »#ln#ni ni»drtß»»n <J»»t^hunßRpr^l» und 
d»r Sehn» 11 115k» t*i wit 4»r dl» »alUtran»P0rt» p»r !^i^Jm na»h f"ft»i- 
burts \m6 Br»m»n »xi^»dl»rt w»rd*>n kt^nn^n^ »Ino »»hr b#ll#bt,» Au#i- 
frischt fiir un»^r» f5chiff». Auch na<^h dw 0»t;ki;»t» JCnglÄJidK kon- 
kurtl»rt «ta»»fiArtor 3alÄ In ^^Qlg» d»»rp d^iroh dl« In Itaabure; »n1^- 
li^»n»n Koia»n»»hlff»t (jobot»n»n bllllg»n RUekf ra»(ht • 

Wühr»nd d^» 5St»ln»alx slainlich r»ln (5»wonn»n wird, l»t df^.n 
Vorko«m»n dar KäIIää?»» »in wenlgdr gl» Ichart ig»», Yi»l»ehr treten 
»1» in lhr<^n !iÄ{:;»m nxir in »tfirk^n B^lnd*>m a^if, iiwl»ch»n d«n»n 
fJohtcht^^^m von unrf^ln»« ^t»in»al» und vf^n Kl»»»rit | ittl»»llch»r 
»i9hw»f»i»a.ir»r >^agn(^»la) »loh ftnd»n. Da» -^lohtlgwt;» kikllha^^tig» 
Mln^rra^ d»r Oamallltp »in T>app»l»alÄ Y<>n Chlork<Hllum un(5 0hl ^-^r- 
ini^^fipiÄHliuii, w»lch»» In r»ln»» ^^nat^md» »«,7;^ Chlork«tllu», n»ban 

84, m^ 



-m- 



i 



34. »0 % Ohlomftcn^iituw «nd 50,74^ rryi»tiaXwiM»»«r •nth«t. wirrt 

n«- «4t •tni» 7)ur«h»«hnltt»6»hiat von 1«,-^ Chlorkiaiiw, »„t^pr^oh^nd 

»*1K. M*rß«l un,: kl«ln* M*8*n imrt-»rer MtnerMl^n, wl« Bor&oot, XI- 

bwtme* 18Ö1: aOO Odutnwr in in«ln«r Fabrik, w«\«h« «r»t in Ooto- 
b»r rtl»»9. ^**itr«» m ?^«tril«b k^*,. Ififta *xu-dw tn vt«r Fabriken. 
wt»r d,^r«n n»c;ri;nd*»m ich di* mi« di.» «twinfurU^r Tndu»trl« hO«h- 
v»rrti^nt»n 3t*»rr«n Pr. w;nHb^rti; imd .To»«ph Tewni»»nd 1)*»)i©nder» n*m- 
r\«tn nu»», b<»r*tt..t 408 OCO f:<»ntn«»r v»riy^b«it«t. Iß53 In 11 F»brJk<»n_ 
1 »g 000 n*ntn«r, 1864 in 16 F*.brlk«n » 775 000 Centn«r, «od*.«» 
dl« F«rd*.nmd von «Änlittii*lÄ«n >mt«r «ftar^n s«hwMik>aie«n. Ab»r 
doch lia eross^m J^irrhRohnltt, «tutlg inw*hm«md, lii d«R »thP fiUnnU- 
J«hr* lOßK tili» Ow^tM« von an Mtn ion^n «5<mtn«r Ubf>ritt i«s» 
38» b«trtt6 aiM«a-toh rtio CarnAllitfflrdonsne Äll«r nchUcht»» 1» 
Jahr«iidureh»«hnitt dsr P«rlod^ 



In Ton« * 1000 k A3 750 

^ Ctr. 1 27!^ 000 



lP.6'>-70 

21<> AOO 

4 3Äft COO 



1P.71-7Ä 1R76-R0 

43» 900 <^J43 #00 

ft7« 000 la ß«6 000 



IßOl wurdrtn 14 »i»« 000 ctr.. lA«» Ub*»r SO millon^m und IBf.S, 
nach «ln*»m l<»td'»r noch i«m*»r «idaii*rnd«n mickßKne im iron»nw 19 Mil- 
lionen C«ntn<»r vorarb^^Uot. K«ü5^produ«Jt der CiuTiiilUtv^rÄrb^itunö 
l„t dK» Chlorkali»«, w«l«h«» wi.»d*»r«ii kIs Rohstoff fUr olno «ro»»«» 
M«n69 ho-JhwlohtißÄr Artikel diont. von d^n^n ich nur Kiaii»ftlp«*»r 
und ?ott«»ch« n«nno. Bi» xur Aufm*H.^ d»r ;Jtfl.»n»furt,-,r »«brlkütJon 
hattan wir In Ki^ropft nur «in« »«hr tlOJ-inc«. d«m YnAi^f IfJtß« nloht 
e«nUe:«nd<» ?rodu«tion dl»«#» fUr Krl.»e «nd Frieden gl» ich wicht i- 
e«n K«rp«ri., dl» Fi^ti^tw.»»« d«« ?jai>n«r« wiird»» Ru» Indien, n**t«nt- 
lloh von Coylon b««ot5en, und dlo »nellHoho Rwulorune; «rhob d^von 
eln^n Au.f*hrROll von 6 *n »»r Ton. w^ rand d«r mttolpr«i» 44 ft. 
t;li»lch «twft 44 !-*. P»r C«ntn'>r b«tn^. ^'^t Kb'ir b«i rKnoh »Kfolßon- 
d«m B«d<irf fVir Krl*)^»- «nd Mobill»l^nmfc;iii{w«ok« oft Mif di« dopp«!' 



4 



% 



1*> Höh« c'^trim)M^n wiird^. .Utxt wtrdi rf&u iii4lp#t;<^rf»Hiir^ K«ai clurnh 
^ln<i n(9hr dlnfach», von il^Jlindr wn<t QrUn»*bor« In d»»n fllnfÄig^^r Jah* 
riifn Kur /*<»it 4«iii n4Hnlnoh*tUrkl»ch^n Kr%<^^^n in T^mit^n^lfinA filn- 
£:^fi;hr?0 '«•nbrlkUkttont hu» Chlorkalli«« und »r^lputuriiÄunun yn,tr€^n$ 
fUm fein Chlllf»#il^»<^^r b0fcf»nnt<^m TTod>4ct dnr p«*rufml»oh<»n und ohlle* 
nlfschnn ^Äl«wU>it«n, h^r^nnt^illt, w9b<^i w*in f?uroh JV>pp^lÄ#irg«tximß 
In Ä<»r Ii^inung ^in^m^ilt» Ohlo^-natrl^wni fmdr^r^rn^ It/i KAlliiali'ötar 
erhalt. !n#r 1^r<»i» do« KfAlinftlp^t ^r l^t <lf.duroh ^uf <ii*> IIÄlft^f^ 
h«)rHbsiibrÄOht. Dl« ongllftCh<i Rfl^tsi^rnis h^it nioht HXloin d^n Au#»- 
fii||r«oll auf lndlii;ijb4»n .*Jali><it«r ll4nti;Ht iaifg<ihob<»n9 «ond<im auch 
ihr B#st»Mib<m, diiw l^t|rt#jNin noch «iln«n v^rs^ug «u w«hr*>ni ind^w »1 
filr dl« Re^;lf>n4ne:»«ontriiCt6 auf P;a1vö rllfjf erune^n »6in« Anw^ndtmg 
v«rlf«3i(5ti>, alA undurohfilhrbivr «ttilnohw^ltg^nd fi^l(9n lAH^on« 



if 



B^i l>€ittH»oh«»9 w#lohd -Ir frUh<i»r hKUi^ti^iehlich Hin Produkt; al'- 



n^«^' unwlrt»ch4fwftllch#n WÄldv-firwItiitune äu» RuciiiXand \mA Oimadf^v be* 
2PlS«nt hl^t »loh %md «w^^r nlc^it iidl<9ln äu unn^r^n Vort-^ll, »andern 
Äuch «uw Kutaen d<ir frUh#>r^n Li*if«rant0n» dla J*>tRt Ihr*» WUltor 
b0»«*ir i^/f »nWltxt*n ß*=>l<»J"nt H##nf diwii V#rhjll.|ni»ii vcfllt&pi^(i#|i uä- 
ß^^drüht« l^ottA»i>h# wird J^Bt nach df»i<<i»»lb»n 7j^hXhnw^rf§^rnn ftu^ 
Chlork^kltvi« h»rß6»t#llt, w4# ^^odf». iv*» devi Chlomn^ttrlum und dl» 
d«ut»ch» oh<ir()l»ch» Tndu;^t,rl«g w»lch» dl#»»n Artikel In vorxUßlidhQr 
Qualität liefert» dOMtlnldrt d^^ralt mif allan MRrktcm. Ala K»b#nt>rG-* 
du«t d#r OhlorknliuwfÄbrlkÄtion nnm d»ii <5iwnvillit »ög»n n0<5h d»r 
f0hon Torher »rwfthnt» iri»»iir^t und Chlomt«|pio»lU0i c:;0n#mnt w»rrtrjn« 
T)»r Ki»»»rlt, »In» »»hw»r lci»lloh» m4iti^H%\^n ^nr b»»»»r i;^l» Bit»* 
tttrmün lMikimnt»n »»hw»f(ii»Aur»n lU*^ff^^nim$ bl»tbt b#ln Auflö»»n 
d»» HohOAjrnfailt», 6;<^ml»oht nit fiti^inBHlB und imd4ir»n Stoff ea« «^ 
riick und wird dur* »ln»n "Suhlftmmpr»»»»» i3»w»nn^n. !^*r«h Ko»h»n 
od»r iiu»h uurch lÄng^^r»» Ui(^^m in fm4»ht»r Luft ß»ht d^r lfl»»»rlt 
unt»r WÄ»»»nj^ufn^uhHMi In dl» 13»li(»h» For» ttWtr und dl»nt ».1» 

bUlis»tii» 



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•17- 

«i,h-.n Proo««.on. von <l»n»n hl»r nur («l« ui,r»t;«Uim6 vm Hchw«f;»l- 
Hi.ur.ym mron xmA ««hw»f*l«Äur«n> Kall, «owt« von Bi«tö fix» vmd 
P^rli»!.!»» B«t«nnt w#rd*in niö««l *ln« *nd«r« wmiß^r lobhn»w«rth». 
Ute«, »«hr au»6«rt«hnt(. v^r^mxAunü finö-^» t^r Ki*««rtt In ÄngUmd 
K,«a B»»«hwer*>n n^r m«8wol it;'»««^». J)S« l«nß«n Kry»nai« rt«» nit- 
tflr»iklx«ii X«ü;«n *lnh, «»nn «tii» Stoff« mu-.^h «in« oono^nt-rlorte 
w;»une i^^^ÄBUrt und di»nn t5«tro«kn«t worden, dicht und elftnjcand 
auf rtwi 'Rrtw f»»»t und 6«b«»n ih« »c?"HnteAr «in Jcrnfau«», dicht«» 
Oflfiiß«; mir »inrt 'Jtoff* d»irch dl« l'»nd ßwßf^eftn, di« nur ?.u 40- 4 V 
ftu« mm^'ilU, n4r rtw R»i»t «»ira srUnfst^n Teil &u» -Utt^r»*:.» b«- 
»tmrt^. ■''rinet m^ aol*ihn 7.«.uen in*» Wft«««ir, »o kwn WJ» nofort 
•#in«n Soh&don b*ni.»h«.n, d#r verh»" griff iß« dicht« Itoff wird zu 
«•in«m lock«r«n dttnnw T^pcn. »» ist b«%dftucrXleh. wonn Huch nicht 
XU var-mmd«)-n. Am» üUnn Art von •AFi>r«»tur» »Ich n«u*»rd Inß.n ftuch 
m i)««t«i»hl«nd *chr v«rbr<»itct hat, kclnenfall» kwm Kb«r d*ir 
$tRi»iif»»rt«r Industrie ein Vorwurf d»r«tt» ßemacht werden, Aixii» ^ie 
dÄ» hierfür frUher aU ßriechisch«» I^aen«i»it vcn Bubon dareeetell- 
te Bitt«r«fcl« jet*t Aüii Ihr^m Ri^ickstlnden liefert.. 

Auch von dem ChkonoRön«»*««. »«lohce 1» rr«6en»Mt» «u d«a 
l»»1cht <mtrockn«nden Bltterend« ')ln »ehr hyero»tti*i»oh«r FSrper 
i»t, der die dfu«it getrÄnkten WiMiren durch Wwieerftn« ifthwig »chwer 
vnA eeechineldiß »acht, ohn« Am» »ie feucht erscheinen, werden 
»lewaich bedeutende Menß«n tUr »AppretuTÄweßke" von .It^eefurt he- 
xegent b*ai«wollene ^snA wollene Stoffe Wnd (iHrrm, J» eeitaet Trfidor 
und Treibriemen werde ^uf dleee, nJcht »ehr loyale weiee beschwert i 
unbedenklich eredieint Aa&tem die y*r^<*-vi\m(i de» ChlomAencÄH»« 
&1» Zuefit« bei« Schlichten der feineren (iMi%9, um die»« beim We- 
ben feucht m •r>iaten, ein Reeult^t, welche» eonet nur durch Auf- 
stellung der »ebetUhXe in feuchten und dadurch A^r ßeeundhel» 
der Arbeiter »«hÄdllchen Wluiwm »u «.«lelcn war. Von d«n eonetlg»« 

xAhlr« lohen 



-iß- 






oik: 



K^Oi.T.r«tch«n v«irw(^ irtun(v;an, valch^i m>4i fi^r dfi« biah^ir noch rwint; im- 
t;anv4tKt, tortfXinnn^^nA^ Chlonuityn^ftlmn vor^^eBChlAü^n hfit, fi<)i hi^r 

vnn l\hi;nc^ni^c^imnt und von hochfau«irf*i;it^)n banifich^n "yt^in^n f\ir 
KonvHrt^r /^tc. *^rwHhnl^t doch »nV^lnt «5, d/k^n fH^ hit^rHut i^nie^^^^'* 
rt^itan "offn^mcj^m {*tch blfih*>r noch nicht ^i^m firtillXt h^ib^n»- I>or 
von mir <»ntwlrf<^n^ unrt i>*ivt«intl<irt^ ?lf^, tli.» Ohlort!u%^«i^rti^4W hIh 
Krj^fitK fUr Salxfifturo b«l dor Oonc<ikntrf*t.ion wnd v,ftrftrb«^itim6 d»^r Kon- 
Vörtnchlackwi rt<f^ bHJ^Sf^'hon f>tahli>roc<^»f««», wl» «lii* Aufl)<^r0ltiimß 
ancJ#rf>r UborgebiUfitt:;^n r^ilk ^mthi^lt^nd^m Pho»j>hat^ /U vorwendon 
l^*t noch im ntfi^diiim dir "^orh^r^f^iUinst *^^r\n au<;h rlt# gUnntlg^n H«i- 
Aiatat#9 w0X^h<i b^i dvir anKlytlaohf=>n J)f4rcharbdit^mfi; d»»f y0rf^*hr«rii5 
imd b*U Kxp«irlm^nti>n im )cl*:)inv»r*in ?-taÄÄÄ»tHt)o «ralult nind» «ln*i bÄ> 
^l£,*a Rtn^Mhrung d9»5>»lbon In ti'^r {jroft^^n Prr^in In Au^nifliht »t^llrm. 
Wl.-^ In n-\«4^^Hi Kfivl.l*!, ao h^^t auch b«^>l d^r J)wrHt<ill\4n|i: vcm Chlor 
imd Chiorkülk, di# durch Aunbr^^itung do» AtifiK^niakftodKprocotfi^^A 



»tark v«i^T»iJnd^>rti> T^roduction von SfüÄiiJiuro dl» Ohemik^^r v^ir^mlcbSBty 
<\\i^ OLlor^owInnuntj dtr^^ct an» Chlorm/^^e'^iiÄiiin jtu «rj*l;r0b*fn, unt^r 
dvm k^innswa^;» a«*.»iitchtÄlo«>(m Arb^ltvjn nach dli^fiar RJlchtiina wi«!}g«»n 
hl»ir nur dinjonl^iiin von '^aiv^y, Pochlnoy und Town^mtd ^nn^nnt *'«r* 
d«nj ftiör-ün dlonn ^ii>itr«»bi«ne«n Ä\ai9 Z1f>l0g «p bt<it«in dto Zt fim^txirt ^r 
Afcf.'^ailftUß«**n M^^t^rtnl ei4w 15riiDitK d^r s^sammt'jn etwa lÄO 000 Ton?i 
jährlich bot ni>5«jnd<»n *inß;lt«ch«9n Chlorfalrtkation,— Di« v^irwi^rthung 
d'*^» J'^^tet ni4he3u 4 I'flUlonf^n 0#*ntn^r ]^*&, b<^t rHt:**nd«'>n Quentum» 
von Chiormj'^cnojii^öflii wolcho» äuw e:^oiir4*»n Ml »»v^rejnUgon d*ir Anwohner 
\m(l zu vlwlfHChor noli4Rtl(4;una; d«r f*>tfknf{t\4rt^r Iwdujitrt*» d^n WLU?i- 
»on KUti;i.^ftihrt wJrd, bl«^ibt ein«» dor wicht ie?*ti»n Aufgiabon d^^r 



chomlHohin Tochnik. 



f!f t\. 



Dio Oowlnnuntä d^» kloln<m . ntoll» otwa 0,lö/J !'ro«t wolchö» 
nlch in d«m ChlorraKeni* lu« X^^u^^n flndot» i^t loftfl von mir «u*ir«it 

durohß^fJihrt 



•*11»- 









^ 
« 



duruhü#>fllhrt wnrt nniidwA wm« tlich v^rbemiiirt^ und orw^Jtert, TkiB 
Bro« war "bl» d/^Aln »ilnir d^r ii#ltn#r«in oh«pil«^nh«n Kftr*#rg »«In« 
Onwtnnunß «iuh»! f>ln Monopol dnr nehottinohnn und frim«i5»iii«iwi 
Kulplndu^trU «nd ^^eln ?r#l« oin entiij^r^ch^^ncl ho||fir» h«^ut# ko»t«»t 
4ii« Kiio.Bro», wi|ich«ii Xfi6» noch mit 50 lOc. bMÄi^hlt wurdn, nwr 
J-4 yk \mA »<iln«i Anwwrtune In ü^r Mdöiolnt wie ninwientlioh in der 
Fffcbr IJcÄt ten d.ir Anilin- unrf f^A^rnr Theerffirbntoff« int «ine nll* 
(jie^fleine. Her tJNfitfmd, diw>e Brom in oh^nUryi^r Besiob^mg de« Chl^r 
i>e>ir mOite eteht \md fcjewineeniwu^iie^n nie flUftBiijei^ Ohlor betrHOh^^e* 
werden kimn , /i^t «idh dariw;f (i:efUhrt, *f laii T^eiiinfectionwitt^l 
nn stalle de» in selnor DÄretellimt; linbeiuemen \mä beaUßltoh dei* 
Wirk^m^D »ohwer äu controll*>renden Chlprc;*^ee •^inKufUhr^w« Da der 
BroadiwnFf l^i- M#a eo^^<|h>v9r äI» Luft und mehr hIb doppelt ee eehwer 



«de flhtorg^e i«t, »o k*i>nn m^n ihn wie eine yAUeeietaffit in n?i\m^ 
flle»een l^i.»»en vmd «o riie Peeinfeetion W4f Steilen Äuedehnen, wel- 
che wie ä.B. tiefe Grub-^n, Brun-m, f>i^idrohret die KielrSwie von 
^^chiffen eti3*^i*tc. «cn«t eohwerg oder fc^^micht 7. lißanßl i ch ?*ind. J>ä 
i^jiitr dne reine TJre« eine eehr fttxende eoharfe VlU/»eiffkelt iet, die 
mü^n nicht ohne '"efaJir triAneportieren und in die FÄnde von Tinten 
^eb^m kAWi, »o h^be ich e^ fUr dleeen Zweck in einen feetent bei- 
nrfxe unÄ«f*^hrlirhen Kön^^r verwimdelt, indes Ich ee ifon besondere 
prÄFiU^ierltn Foröff^a K^i^leMj^i^^ • in di^n hier voröieReißten 
formen — iKufRfAueen lieiiet ^^n A^n^n Jedi (ie^^n T\^ J^eeinfeotlon 
olnee beetira»ijt<i» ^Äume» nftthii^ö ^UÄntuni Brom ?dle:et;ellt enthält* 
Aiich filr peirl; teile T>e»inf »iction ^d^r J>eeodorieKtion »solcher RRva»e, 
6U von virilen Menechen bonmtst werden, wie ä.B. r^brlk* un« 
Kr^mk^neÄle, KÄ«emen, 3chulemt 7-wi eckende cke von Auewimderer»(5*^if« 
fen» findet dae «»feete* Brom au»t;edehnte v^rwendune;» Ich habe nun 
z\m Schlue» noch die v#rwenduntj; der ^Ht^enfiirt^r "^J^d^e in der TjÄnd* 
wirtechaft «u erwähnen» Die «ueret von Liebiff wieeenechfrftlteh 

feet0;eetellte 



-so- 



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A 
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« 



mit mdr^n T'ort^n *^.U mn^-'toff , Ut. Ihn^m J*i lv»Jc;.nnt, nw bot 
,;»rfuU> (lU 'Jr.^iH;jflmi von rUfiomfurt, In wflVoh^r *1n ««hr lntrtni»J1l«r 
Suokfirrub»inbwi »olt L^tJ«!- ''«^t botrl^hnn war, '>ln v-^aUßl *«>»«• 
T'ftXrt fUr- rtl« «»»«»ton b<»'"»>ltr. \RC,2 wt««Ri^ftX\tw '.'(»rsnoh« ni% KftJ i- 

»oli<»n T»'»hr«m. 731'» «« fj«wonn«n.»n KrffWnmwon fii.hrt*m ?a» «»ln.*r rtv 
»chun AuHbrrtlt«nt5 rt«« nnuan TXinü^MtttAi«, fl» rtU B^(l«n, In w•lo^»m 
Ol« txir (\<in T^fjuvi/.^nbuu n'Jthtö-m ^IäI«'», t^tli« ^u^nh tmÄ\ir«4<Jh«ndr> 
*>«d«rö*»b« vftmtnrturt wiir«n, i;«Un auch wl« x.P. ^«i dnn Mo«r- wnö 
K«.i(l'»liVi'l'»r«l»m nah««u fc>«u raimßaXtan, b«A im« *n nmit^^ohlhnd, wie 
m mil-^r^m T.md'im xrAöriich au finden «tnrt. W*lr^ wnrt Tiwt>*k, Wb*»n 
xmA KÄT^offÄln, KJ,«« Wirt wU«f«nfcT..»«r, «owU vi«Xfl «ji««r#r «»wtfln- 



^äch»*. von ilmupn loh lil«r nur ;i|^e»l un<t KohJ.ja-t.«n n*nn«, brftu- 
chon »u lhr.»ra «-»ri<»ih«n gro»»» Mwnfjnn von JC»!*, w<»i9>;.|ji »toh in ö«»r 
A>»ch^ .i*r «ntwiok*lt«n T'tlhnza wi»(J»rf lnd«t: ohn« rai K»^nn Ab«r 
Ub«r>iWipt kwlnfl TrfrtidpfAwiK* von rt»*r kl'»An3t«n n«oht.« bin »nr 
Blch.» o<l*r T^ftlnv» (^rt«ih«n. W#nn mm tra Bo*l«n nicht rturch v«rwUt9- 
run« kallhAltie-t^ r.«i»t»ln4 d-tr nötMc» V»rrftth «ebotiin l«t, hw»» 
«r von /LiidiKm xutsfli^hrt wurden, w«inn df^rmt T>nj*nxrtn e«»d»lh«n Hel- 
len. Voll b<iwi»l»«nd «Inri In '^«»«r -^«xlrthnriß d<«» f»ir d<m I«t<m b»l- 
«Äh» mmtl* yWX^?^ 36rf«>lg«i, w«lchi» .änroh KM idUnsung awf «n»*rAn 
nordrt»ui;»c>}*n Moar«n *rK4«lt »ln.ii «nri nur tn»of«m a.U«»n «u (»wt« 
'H:oi»n«n, ^1 ♦ ' wroh v«r>.^ndiinß d«r Kiai«Al«» fUr dt« bl«h«r in Rol- 
lend unß 0!,tfrU»l».nd libllch« t»r»«dJoiltiir mit Xhrm <»<»f«le<» von 
ktocrrttich «d«r liöJ.«nrKUch «in r^t, toni»ll«r XruHta guichi^ffon wir«. 

St» »»Lftn, «In wl« w«lt«i» :»«ld »loh ht«»r fiir ^U jraltiiia«« 
bl<it«t «nd In w«lcv,.m Dlwon» tonen l» J«»tr.t ««(h«n «i«M«ll«h b«d«tt- 
t«nd^ V«rw« dwis d»r»«lb«n »l«h noch «trUe^rn kwin. »on ««in n^tttr- 
lich«n K«dis«il«on, dto »tch In don '5tK»Rf wrt,#r «jHlaw«rk«m finden, 

iiit 






4 
4 



i 



inX •» tofl»on(i»rii d«r iios«nftnnt«»KAlnlt', ein Trip«l»ftl» von 
»ohw«f^l«Äunwi KhII, »ohw«f«l«ftur«r mai««lft unrt CJAorwKgn«»!»«, 
waloher »ich fitr landwlrtsohftftllch* Zw«i«k« b«»on<l«r» ßdwlßnwt 
xilfitt »«UL «r, »hn» f«»ucht «u w«rd«n od**r »loh su«M!««n su b^l- 
l«a, &ufß«»P«l«h*»' t «nrt wrf w«it« Str<»ck«»n tr«n»port4»rt; w«»r<l«n 
kfinn. IWr Oiihmlt d«» r«tn«n Katnlt» «n »«hw«.f«l»AM*'«M K*li l«»t 
un6«fä>»r i&^, dft» tw W«id«»X v^rjtonapwnd«, imU% ni% Stuliumt« 
d\»r«hii»t«t« SaI« wird »It ein«» c*^»«*!«»*^'*»« »•h«!* von a3-84/i 
»ohw«f«l»ftur9Bi Kftll s«ll«f<»r*. Vor d#r »mt la Jahr* Ift«« «r- 
folfitftn Auffindung d«» Kfttnlt» wandt« wem m» ri»rmlli%, duroh 
»itf«munfi d»» darin «nthftltdn«n <JhXom«ifl?i«iil«M»i dwB«»t«llt« 
KiairtUnff«r «dl, dl« wieli 4«t«» noch vi»lf»«h in »#'r»ueh nlndi 
flir Int-mslT« lC»l»ur«B b«i Zu<Jlwnpttb«n, T*biüi: «t«. dienwi «m 

St«xi« d«» FUanit« dl» ßwwlnlßt»« «»* oon««ntrl«rt#n K«ll««ls«* 
^*ill«* 



■■■i.Vii ai.! t'ii'V" i'"i-\.'ii' miiWiii I uu; 



ii i '. . rfi sag 



t«ll« laiwln, d«r«h t» OäIihöi mit OhUi»«l*fct«r od«r 8itp«n»hoii- 

fh&t«n. 

Dl« Jft'ar«»f»rd*r«n(| d«» KÄüiit« bfttrua In d«r P«rl*d« 

l«71-7» l«7*-60 

IR 000 »» POO 



lR«ift-70 
Ton<^ tk 1000 RH« 



und «rrtleht» i« Tahr« xe63 aa$ 000 Ton«. 

Ol'ßX^loh nun ii«rlcwurdlc«rw»lii« In J)«ut»ohX«nd trotn d«« hl»i' 
ni«rtrlg^>rffln irontwiFJ*»!»««!! d«r v#rbr«uch d«r K:iiXl»«X»# e«rlntf«r 
Irtt 6d« 1« Au»X*i«d«, hat dl» in dtin X»t«trtn Jahren »tAndlg «unahaan 
d« Auafuhr dar K»Xldttnfia»aXta bal aln«»Xn»n wnaarar T/mdwlrth« 
piktrlotlaeh» B*X«ia«unö«n harvoro«ruXan, rt*» Hanran wUnaohan 
nlaht ttXXaln f^lr Ihran Bad*rf noeh blXllfjara Pralaa» aondam 
««chtan «löh Auch da« eaiwwwit« at«a»fur*»r T*e«r d»duroh r^Mr^ 
vlaran, d&a« »l« oln» BaaohrÄnkung odar »tn Varbot der Kalnttaua- 

fuhr «natraban. 

Gang absaaahan dHvan, d«*» <«la vorhwid^nftn K&llXftßar dan 

Jatglgan 



j9t«lc«n xmrt guJrtlnftle^n B«rt«rf <t<»r d«ut«oh«n TAndwlrt»ohft 
«!• 49S H«n<l#l« noch Kuf iml)»ii»tiiwt l«n6» 7*«1 * c^ttgen köi 
. b»(i«nk«n dU 7J«rr«n ftto«r ßiumlcht, da«» «J« «*»ib«t nJt IhrJ 
P»d«rf im im«l<»r«n Piinfc;»toff«n wl# C!h41Ji»mp«i;«ir, Pho»phat«n; 
ivn«» «t«. auf «t*»n Import «h» «in«l«r«n TÄnd*»m fmß«w»<i*imi »Ind 
diui« «n»«r-» KAli»»ui«f«hr n«r ß9wrl«»«miwi««n dJ« Riiw»in» hiwWr 
bil*i«t, nooh y^m-iießr h'-^An «U «ich wohl klftr e«TVi«h*, 4^4»» «In» 
i!r»«hw9nmß wn»»r<»» Kikll^aoforto» nur «In© PritBi« fl4r TOrder»»« 
und A^wbildun« d*r ICftl igowlnnwn« In andsrsn XÄndom »«in wUrd»i 
dl« «imÄchst von d^n Tor«r»»»hn»«n friM\ii*i«li»9h«n .^«in>«lin»n »Vt 
irroudmi «c««ptl«rt wid iiu»6«n«t«t w»rd«li, bald »b^r iwi«h »n »nd»- 
r«n Orlf» dl« 3lrk«njitn4«« waoh nrfon wttrd«, dft.ii« wn»«r<» d«ut»oh«n 
KÄlt»al»l«ß«r doflh mr «^ kl«in« oinÄ»trockn«t,fl Bucht d«» 
»•««••r«» r«»rR««mti»»rfn, «u» dtuwon «n«rii«h6pnioh«n T^rmth 
«itvr ßlln»tiö«n kllMfttli»«h«n V»rh*ltni»»«n noch Jotst dl« Kftll- 
Mis« «b«ni»« h«rs«»t«llt w«r4«n könn«n, w4« »1« vor ;r«hiftA«««nd9n 
W«fli «m« filteiitie» y^^&me m »»«r«« Vftt«rtiurjö« »b6«I«8«"t »in*. 
EunÄohot «n winarom Kut»«n. dfom »bcr nuoh, damit wir da« «n» T«rll« 
h«n« ftut «1W »ohl« d«r gMWton M«n»«hh«lt fru«htb»r Wioh«n. 



J t 



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UtbtrHl« 



i^mi lOatm Am F r A n k • 



^;AOh traft tun Mrlnht 



Ub«r diu Sltxung 4«» 



sur B#f'(rdiirun8 ^m aiiw9rbfl#t«(Hi« 



vom 7. <rull 1K84* 



li#ln« N«rr«iil 



VBSCa 



aas 



unter d0nvl#l«nÄlUckiifill«rntm (»lttclc«fund«nt diu «^>« 



deutBOhnn Volk In Ann lotsten JahrKOhnton boo#ho#rt «Indt nlx«nt| 
vo« Wirtschaft Xlohon Standpunkt botnichtot, Atn Kr»ohlleiifiunß 
Hrilohtleer Sal8l^4;or koina At^r unb«dout<inrt«n Strien otn. Sftdhd^m 
Ooutschland Ifoig«! ^oit nicht aininal Im 3tAnd4i war^ notnon <»i|^«»non 
B^&fxrt an SpoiwcÄl« tu docken« dnfUr vlalraehr avif die Äitfuhr von 
ftkuoson ane;owio»en war^ hat »ich d^s Vorhältniec no gAllndort, das« 
yfirit J<itxt enorme ^antltftton Sali auefUhrent wfthrend uneer «Sal»» 
Import von rTuhr «u iTahr abAAamt. Oegontlber einem Kxport von 
a03 000 Tonnen »tohen In den letzten «Tahren nur 3Ä 000 Tonnen Im- 
portf imd ebonoOf wie der Rohstoff dem Coneiim ku r^ute kommt^ iet 
dies in noch höherem ]4aaeee hei A<^r Indusitrio der Fall. 

Ss let aber bei einzelnen deutschen 55alxfund«^n noch ein «wei- 
tes tjlUckliohes Momont hinxu(5;etroteni wir hnben Über dem gesuchten 
Steinsais (OhlornKtrium) noch ain and*»res Mineral gefunden, welches 
von den fmttinc^ fiurch sein Vorkomr^ien nicht sehr erbauten Berer 
leuten als •Abraumsala» betelchnet, Jetst als Orundlage fUr die in 

wen igen 



-a- 



\ 

I 



w«nißon Jahren «u MÄohttg^r ISntwlcklimg gulangte f?taii»furt«r Kiai- 
lndu»trl<i (tl0ntj elno Induntrlo, üi« unn In rtw botr*iff.^ind«in l^rrm- 
ch«n ntoht alliiln voro Au»li4j\er» unabhAngtg ^^^macht^ »ondom Doutnch* 
lÄTiI fUr «lln diaj^^nigen 6iiw«rblii5h<in und liiindwtrt»«hiidrtlleh#n 
Biitrl<^l)<»t wtloh« KaltAiLLxn g<%brnuch#n, bolnAh« ^In Monopol auf dmn 
g;Hn«<in W^ltmürkt ß«j»chftdrfen hftt« J>»» fRngt mit d«m Siapotor ftlr dla 
PulrarfÄbrlJcÄtion an und g^ht dl# lime:«^ R#ih« d^r töOhni»ch«n 
Vurwandtmgan d^n KaIIk In Form von Pottasohfi^ Alaun» ^Iah» «ito« 
oto« h«runt^r bin «u d«in klinctiiltchiin T)Un^ltt«^ln» w#lch^ In d(^n 
T'aumwollpflÄniunts^^n <^'ir V^r^inlßtun StÄÄtont d^^n TabiOcplÄntÄgtn 
d«r Havanna und J^itst solbut in dün ThtiegKrt^n d^r Chinaaan b^nutst 

wardon« 

Diu liraton Pohrungon nach Sal« alnd In tforddoutachlnnd In don 
draiialgor Jahran diaaoa Jahrhundarta bod^nnt^n wordan, dlaj^nlg^in 

^In Staaafurt wurdan duroh ain vom pr^uj^alaehan Parßhauptmi'xnn von 
Oamall auaeaarbait<ft#i IhroBiaiiiorla Yoranla at» naohdam daa «uvor 
In Art am v«rauohta Abtaufan fiinnm Sr^ inaalsaohaeht aa wagan atar- 
kar Waaaarzid'lUaaa ato. mlaalungan war. Im ^hhr(^ \^9 hat man in 
Staaafurt angafaneenfi naah 3tainaala au bohran \md dlaa bta lft91 

^ fortgaaatst. Ala man au dlaaam 7«altpunkta dla Taufa von IBftl Vuaa 
arraieht und aina Mftchtiskalt daa Salalagara von ttbar 1000 9uaa 
ftatgaataXlt hatta« ohna daa *Llaganda*' su flndan» wurda dta Bohr« 
arbalt alngaatallt und mit dam Abtaufan dar SohAohta vor^a^^angan« 
Iah wmrd0 ai^itar dl« Staaafurtar Varhältnlaaa nooh apaalallar br» 
ayradhfn und will sunil^hat daa Otaaonmtvorkonman in dlaaam Talla 
Horddautaahlanila kurs arSrtam. 

ü^r arata Fund h^t au nin^r gr^mn^n Ralha andarar gafUhrt» au<» 
artt in dar nAharan ttiigabung .^taaafurta, dann hat man abar In Im* 



mar waltaraa Umkralaa 



0Dauoht imd %b vlalfaoh gafundan» aodaaa 



man hauta dia norddautaoha Tiafabana wohl ala daa an Sala ra lahat« 

auropälaaha 



I 



bis aw Auaflu«« rt«r »b« in dl« Kant««« b«l Stn**, •»»!« äuäi in 
H«l«t«in T«H»tttoko s»tvnA«n bat, aln« v Ulf »ah von a« kaloaaalar 
lÄchtlgkalt, dAsa aa «rBt durah dla in dan latatan Jahran rttrh*9F' 
»arta Bahrtaehnik «alvngan lat, ala gani bla auf dla darnntar 11a- 
tsandan 0ablr5»aahl«htan «u durchbahran, »a hht w^n JatJtt b«i Staaa- 
fvirt «Ina Wl^htlsk«!* van IISO ■ aanatfttlart, in n»%r»n%*r8 l»»* »wm 
dna Waganda nooh niaht sawonnan, abanaa bal mahraran wirtaran Tlaf- 
bahrungan, «U d«nan mn In S*isö avif^ahört hat, wall nftah »rachllaa- 
a»m« van taahnlaah unar »oMpfllahan lÄgaratÄttan kalna trnotiaaha 
Varftnl&aaung Yar)A„» dla Bohr«»rb«lt fartauaataan. 

Dia Paant wartun« d«»r fragdt "i* darart ^uagartahnta und «iahtl- 
fia SAl«febla«arvintäan antut&ndan «Ind, Imt nun niaht nllaln tiir dan 
oaolegan unjt^^siplXar, »ondam Auoh HXr Ja rtan Lnl an IntBraaaa, uw 
aa nähr, ala '^la Bilduns dar Siil»l«<jar ainar d«r alnfaehatan gaolo- 
fiaahan vorßfavsa Ut^P^ waloha wir, bal va\9*r«r Jatalgan SaI«- 
rt&rataHun« au» noilan und äuh Maarwaaaar *tln vollkanptanaa T^al- 
»{•lal, fr«llleh In nilnlm«aan VarhÄltnlaaan, h»ban. Ka k«nn hauta 
mit Ba«tirwntlifii auaßaapra<^n w«rdan, dci-aa dla Rntatahun« allar 
Saljclaö«»»" «ln«w «IJlffcOhan VardfJwpfungRpreaaaa «u vartiankAn lat,___ 
und d&aa »«Iah« Blldwißan ttbarall atAttßafundan h»ban, wa »Iah in 
Form «»ln«r riurch Untlafan Kbß«»a>ilo»««nan Bucht aina nfctUrlleha 
Salsa 1 ad apfanna varftmd. In dla d&a Maarwftdsar, wal«he» auch In Ja 
nan Zaltan alna d«« J^tilgan Ähnllcha 7. iawaaanaat itung hntta, aln- 
«ärlnean und durch Wind und Sonn« vardunatan kannta. Sa arklÄrt »Ich 
Äuch dla Th^staaaha, da»» d«ui Vorkanimon von »tölnaülKl^tam nicht 
an aina baatlMBta Kpocha dar Krdbllrtune gabundm l»t, »ich vlal- 
raahr In Allan Formfttlan^n flndat, dt« n^eh da» «rnttn »raehalnsn 
das Waaaara »uf uns'tr'»« Krdkörpar antatandan »Ind, «1 i» «ll'u*: In 
^ardvlrglnlan, l« »talnkohlanßablrßa: b«l Durhm und ^rlatal. Im 

ZahfetAln 



1 



•*• 



Zuchnteln: b«l Art^rn, Iw P\mtnaniliiti»lni Im J4A£:d«»bure-nÄlb6riitRrttgr 
Blöken und In Oh#i>ilr«, Ira üiaBChnlknlk: In nirttf^mh^rß, Iro Ktupur: 
ira "fiothrlnifun, In (i*^r obor#^n TtirtlärformÄt Ion: in ^UirllcakÄ, und 
hlnAu« bin «um JiOaaiAton Aliuviupi: Iw St^ppt^nnalit. Ja, wi» ii#h«in, 
wi0 d4>r 311duni^»proc«»ii dfir ^alzli^t^iir Ich noch iHut« In dfir TIatur 
fortnatKt, vom ri60Htrfmd*i t n» wQ alo Ub<ir»tröm**nd^ T^l\ithwfille zum 
55**iahÄutch»»n Vördunp^ti^tf bl3 äu d*m mächti^wn f>ftlitnuf<fiiilun(f:<^ni di 
wir In den St<»pp«n»«en Amerika» und Asien» finden. S^lbiit tiir dlo 
Zult, w«Xch« UMT Bildung i\^ir ^fKlzlm^r n^thlg war, hKbon wir b«l 
vl'ilHn bestimmte Anhalt »x*'«mkto in <\<^n fUirch d<in WeohBol dnr «Tah- 
rassseiton bewirkt an «inzolnen Abf»ÄtÄon und Zwliichiinlnßien, di« 6^r 
J^t^rfsmnnn mit K#^ht als JüihraArinfi^lHeiiii lehnet, und aus denen T^erg-» 
hau^tm^nn ?rin« Rfibeenalch-Cf^rplath «• B. ftir dae StaeRf^irter Lf^tjer 
eine Pildungexelt von etwiii 15000 Ji^hrrm ber<fchnftt hnt* 



^^%rm wir nun • ie Jetstise Zuöaminen»et«unfi; de» Meerwasser» und 
#eln Verhalte^ >f i kUnetlieher unä natürlicher Ooncentration be- 
trachten, FO finden wir in den cr0nn9n Ozeanen als durcheehnlttlicke 



Beetandteile deeeelben 



in IOC Teilen 



Chiematrium ( KcchJlaia) ^^,700 

Chlorkalium 0,070 

Ohlonnt^ne» iu» 0, 360 

^chwefelnaure Ma^eela • * . . • 0,d.10 

3chwefieleaure Kalk (Oype) .♦•, 0,140 

Kohlensauren Kalk ••««••♦♦vV^* 0,005 

Browpfifti^eeiura • . • • • # « i « • «,...• 0, 002 

laaeer «...«. , * . 96,49A 



100,000 
Sie letite für Waeeer angegebene Zahl von 96,495,"^ ist nicht 
gant richtig, da das Meerwaaee/* neben den oben gemeinten wichtige« 
rea Beetandteilea aoch :9puren faet aller Xlemente enthält, welche 
die Srdaaeee bilden, s« 9. eunächet Jedverb indimgen, ferner Xieen 
eto. auch ein Silbergehalt iet ^jefunden und d^^ach berechnet, daee 
ein ^ubikki^om^lter f{eewa»ser etwa 1kg* Silber enth/llt, ee erklÄrt 

• ich 



r 



\ 



•5« 
#ioh httrauii wphl auoh die Auff/induns von Sllb#r Im alttn Kupftr^» 

Bit #lnÄ#ln9n Osoano wtleh«!!» wl# n^ah dar stoCAPhlAchan 
lie^0 und di^Auroh rurtchlenun VorAunntun^^ •rkX/i.rlioh^ In Ihr^^m fll#* 

tisch« und IniliÄcha Ommi 5p5*5,«,€. on d^n gronnan Blnn<imM4ir«n 
int dam MlttdllJlndisoho swlftoh^n l4HXti^ unr^ Aloxancirion Dtw^« sul««- 
r^leto^rt wJihrimd ^n ^wlschfin Olbnatiur un^ ^tcdtn^ also in soinoai 
oxiropäißchon Toll d^r ZuunnrnninsotKune: d^n Atlrnitinchsn Or.Afms ont- 
sprioht« Ire .Sohw»rjtfln Mosr \md in dor Ostiias int d^r fUhlz^f^hhXt 
düfi^ogan nur etw^ >ülb »o grosH und bitrHgt l»76-lg77,l{, woil b«i 
Atoson kX^iin^^riin M^ar#sb9f)€#A dar Zuf luss von sUsimiia "^Min^^r qt^h^ 
soif ist «1« dtie Vsrdvinftt^mtJj das xarajjdkshj^e v^irhÄltnl^s^ wir 

bslm Hoth*>n Mssr^ wslchwiÄ sin^^n ??^latJClh&lt von 4, 8-4, Alf x^iiet« Ifoeh 



»tärk*>r.i Diffor^nÄ^m finden alnh In dan vollkom:n<m £;*iKnhloftssnsn 

Binn^nmsdriini odor rio) tigti^-, dan Posten früherer oro^Hf^n ;4ssrs. 

nsr es^osMfi nal«s*is von Utc-O sntWilt 33;^, *:hs Todt^ Ms^^r ;ä7-Ä6^ 

f^st^i Host^jidtoil^f das wslt &U5i^0(iriimtorfl> raöplfoho Ü^sr, dsr 

Rdst d»3r fnih»irrin Vsrbln<Um(i das }?lomö*iros mit d<»m Jchw^iraen J«W«r» 

in w»>lch<»s au Wol^H, dsr T^ir^k, d^r Tur, der Araxss imcl sdOtlrsichri 

täxd^rm ßtr^ffm ihr^ w&ns^rmassfm fUhran, snthÄlt nur 0,r^9, also 

-«'/i^/^ öolöato fJÄltö« Wiii ?iehon roio**>^^ut^t, blflt<it bal d^n offenen 

Md^^ren dia Vördunstun^ das W^BÄ^rs dm haui;^l^r«f)(;<;ulator ft^r thron 

<1oh^lt ^m d^n nicht flUchtl^ien ^»i.-^tiwndtoll^iin. 

Ks sntairloht mm ili d^r Brfiltö von Ltvorpool die jÄhrasvsr- 

dunstun^ ein-^r tviafiorhöho von o,r.7 ra 
In d^r von Turin • 1,05 • 

'^ • • Ron • l,ß2 • 

• • • St» nortilngo«' Z^!S7 •• 

• • • Turk» Island :s,nO • 

Auf dsm tiilUhsndsn I^od^in df^r 3«ihi.r>». fc^trAt»'t dls ^och^nrsr- 
dun»tunff J41 wu (0,'.l m) p^r Tft.(i;, es M;rdf) hIho <^ort ^Ine Wumsor- 
ti^fo von 7(; m von d^r 55cnne In olnm»3 T?;.vro u\ift'strocknfi»t werden 

könn^m 



-'> 



s 



kBnn^n. •• btitfo-f fmllloh wohl k,.uB A^r P»iMrkunij. dK»ii bei «inor 
wirklichen U«1i«rnuthuntf d«r Sah.u-a. wi« «t« n»rr v. t,„«mp« vor 
• lnl6#n J«J.r«n planto, KUm<. unrt T.uft«Ättlß'm6 «nrt <lf«it uuoh «U... 
,nom^ V*rdttn»tunß»f«ht«k«it vollkomra^n verändert wurden. - »«hen 
wir ah«r von »ol«h«n «xc«.»itp«n, durch «rtliohi» V^« unri ronfißura- 
tlon b^dlntjt^n Br»ch.»lnunß«n ah, no flnd«n wir, da«. »«lb»t In unae- 
rom nor,r.al«n «urop l-^^hvin KUma. b«l entupr^C «nd«n Tjrft«tröm«n6«n 
«in« r^oht b«d«ut«»nd« Wft«»«»-vardwnpfune nÄglich ist. Oanaua !««- 
obachtune«n, dl^ auf d«n gro.a^n franaftaUicv^n l,trt»r*«auUn<in «u 
fflrauö an Anr mionflrnllndune e^naoht wurdan, haban bei »t.ftr'cam Wahan 
d«» Mi*trai 6 in« Verdunstung von A «« «a«ii»rh«h« p«r Tag ff»t««- 
»taXlt. Da nun dl« T«»lch« von Oiraud .>ln« »lÄ'-.ha von IftOO ha b»da«k«n. 
»« »nt«prieht 1 «m Varduniitung ain^m ^^»»rvumt^m von 1»0 000 W»ni 
'^^iM cl«l«>-* ^-•l«*««« *"'•''* *" unaaran Sal In^npf annan ralndaatnn» 
25 000 Tonnw * »00 000 Cwtn«r St«i>rt:öhl«n «rf ordam. UobarrM Ph«nd 
wi« dl« gananntiB Zahlen sind, vara«h*lnd«n al« doch In nicht», 
w«mi n«m .1« n.bim el'lch^ VorgtoßH in der :Jat»u- »tait. -Oa. R9tha 
M««r hat b«i alnor ObarflÄoha von » 900 quadratMallw « SS« «TS <U» 
«in« J»hr«aT«rdun»tune von ».5 m »nd ant^prlaht d^aa dar J*hrlloh«n 
Vardawpfun« von 1 3»a 107 ailllanon Kublkmatar ©dar Ton». Obj{l«i«ih 
nun da» Roth« Mear rturoh die ntraa»« von Sab «1 Mand«b nlt daa 
Indi»«h«n Oi5«an v«rbundon i»t, K«l«t «a dooh, wi« »ahan «rwÄhnt, 
«in«n h»haran SaXxß«hfilt al» di«»ar. ni« Oonaantration wlirda noah 
ra«oh«r »un«hi««n, wann nicht In dar Stra»»« nah «1 Iland«b i» flae^n- 
aats «tt d«M Obar»trom von dUnnar«ra «a«w&»i»»r, walch«» »um Sr»atx 
da» vardfcTWftan aua daw In4i»ah«n Oa«an *lnnuth«t, «in TJnt«r»tr«Hi 
«»i»tl«rt«, wal«h»r f.i« dl«ht«r«n Sal«wft»»«r in d«n tro««*n Oaaan 
«■ril<!kfUhrt. 

Tlaoh ä'tn V«r!M«auns«n A**r «n-li»ah«n AdralralitÄt hat daa Roth 
ll««r ain« dT*roh«dhnlttlleha Ti«f« von iUO «, •• ^irAnn al»«, w«nn 

.-lureh 



\ 



•7- 

durch ire^nd Hnn llo4mh«buiic di# Vtrbtnihang «iir«h dl# StriMinii Hab 
oi M&nd«b aufhCrt^, nur .^twA 100 jr&lirt «rfordiirlloh 8#ln, um da« 
Rot « M«tr aunrutroeknan und nin ^ Hinn^klxl^iQnr m bildunt w#li>hM 
b«I d<»ra «aiö^J^ft^lt d«i» Wamior» von «*.• i,< dwnn nim diiroht^hnttt- 
llch# MKchtigktiit von 8 m h^Hitt^n wtird«. 

V#rhAltnt«9«t wl# wir »1# un« hl«r hypothntlnoh «on)»trui«rent 
ll->ö;**n nun thatgächllch bolm Todt^in M#^re vor, w^lohnn frUhtr dl# 
V0rblndun<5 «wlschan dorn R0»h«in M^nr und du« WtttiillRndi«#>\iin Mt«r« 
blld<=it#, J^ftxt Abtr fihfh vollfitRn6i&m AbucMuim von b#ld0n und 
vollk©mm#n<»r V#rduniituns 4M • unttr di>m .^plegul d^r beldw M#«r« 
ll»gt. J)l4) 6 Mlllloni^n Toan^^n f^vmn^n WÄ/mam, w<il«ihn d<ir ^ord^oi 
tätlich «uftthrt, ▼#rtilnd#m «wät nU v^ilis« Auatrootoiune, w«rd«in 
*ih«r durch V#rdun«tun^ Auch r^c:nln^nnic wlndiir «ntf«mt, nn «intJiprioht 
dÄi 2 1^0 Millionen ffubikm<»tÄr p.a. und b*»! «In^^r T^lachd von ■ ' , '- 
1 ^^l 'ikm iyiriHr Viirdimfttunt;»höhfi von lt64 a P.a, 

IViMi Todt« M^ür r^prftn^ntlÄrt nun, obwohl 0» «n ri^r OhnrflÄöho 
noch ralt wilU^lt^VriJilt bf^n^ckt Ifit, ^in wirkliche» rtaixlfie^i^ d^inn 
df*« «an«« H««ir*iBbnckfin l?it ral fniitiirti Ti^i« |^r,fi;iit und ^1^ Zu»hBM«n- 
snt znnß d^r Ub«*r«t«») «nd^^n '^Ut^trlauß^^ «ntHi>rloht un^^fRhr ddrjonl- 
a;*in dtir muli^tKt g##blld#ton l^nrtlmt du« St^ufurt^r B^cjkw«, w^flch« 
dort duroh d^n Vorkommen n^^r xurfllnjiiiltchftten nhlorcfac.t^imdopp*il- 
«lilg^S dur Tachhydrltff, markiert «Inrt* r)ftÄ i?»^A»rtor d^»» Todton Mnor«» 
wtJi/ilt von dl«»on MuttorXKu<5^?n4alxon, zu d<m#n mich Browvorbjln- 
dunö^^n gohörw, 27-aoX «nd man hütto In don fllnf^l^-or Jahren In 
KnfljlAvnd »«hon dl« Idno, i^ 9#iln^n Uf<»m oln<9 Brorof^vbrlk zu «»rr loh- 
ton. Wir hubfin dlo« Intfiroasfiuito T^rojoot (;o»tört, Indom wir von 
StfxrtJifurt da» Brom bllllßor um: nanentllch bo^iuomtr lloforton, i^B 
^» J*i HU» dor für Indu>itrlobotrlob wonl^j .*lnlf*rtondon 'lachb^iraohfift 
von Lot*» i!^»lb, mit ihron T?omlnl«c«^n2en toi 'Jodom und aomorrhu eu 
» chaf fon w&r. 



Aohnllcho 



\ 



•0- 

bnim ?!iton»«f) und b<U» t^roamm .VJiKseo vcn Wtf:Ji, allö nlnd eewlis- 

r.j»r XOOO blii iSiOO m mächti^.in ^^trUn«H:uir.i[.;.ir g^inUßvm Äb»r <<1» bl»- 

h«r i^ntjerUhrton Krnchiflnunef^n noch nicht, ^^nn dnn l^oth« Me»r, 

tfi» wich(*;i^wif)j*<m, b«l ;ä40 m Ti^ifo nur «in** .^iaie»<$Mcht von ft m 

3tftrkrt htntdrl<A»»f^n k^^rxn^ »o v,^d»in sich danach f1».r im«»^r» nUchti« 

I5«n Snlje»töck<i M««r«8tl-^fi5n von gan» DXCf*»»lvor Art b«rochn»n, fi\r 

weicht^ ciio Ob»rflftch<inß«i»ti*\tune un»»ir<^r Kr^^ k»lnnn Anhf*lt blii- 

wlr 
t*^t. GlUcklich«*rwoi»*j HinAye\}^;t »K^li^hm ß»w&^^t<^n i^ip^iciilf^tton^n Ub»r« 

hobw, ni*chfjL»ra um» nwn»ntllch durch Ba^r In »»Inon •r#k»i,i»ch»n 
i^tudlon* B0Obfc.chtunß*m aröohXo«»im »ind, w»inho un»or« rh»ort» In 
VefrlfJdlt'f^ndor ^eiar; ert^ftnaii^n. '"■• ■■■,■•■;■.■ .-^ "' 

I>«3 vpllkoimiiw ^ }» chices »«^m«) B»ck«m d»» iriMi|)i»ch^n 1i^»r»» lltgt^ 
i>balf)lch 0», *rl» «chon crwAhnt, «Hchti^'H» ?5U»»W6t»»er?:uflU»»» w^fÄngt, 
in »»inom IUvöilu 26 m tl«f#r, i.l« d»r Äpl»g*,i do» Mltt•lllln<IJ»c^»n 
M»»ro»g und »ollt^ rium hl(^m«ioh ein»n durch dl» »tnrk» V#rdun»tUH8 
b»wlrkt»n h«her»n ^b.lza^>fkl% »rwDkrtmi thÄt»Achllch l»t d«^» W».»« 
UHT d#» KAp»l»ch^n M»iir»» (mit 0,6»;^) Ab»r b#d»ut»n4 »H«»»r, »äU- 
i^ranr al» »•lb»t dum d<9» ftchwia*x»n ll»»r»a (mit lg7<). Bt»»» Ub»r- 

ri.»chind« 3ir»choinun|g «rkXÄrt »Ich nun »»hr »inf^oh au» d»r von 

^t 
B««r |«««g«»t*Ut«n S&lsbuol^AnbUdHiiffi 94nr wl« »i« One «mlu» «p«« 

tnr wuxnft <l«r RArr^nbllÄung. 

I>R» Kasplaoh« It««r hui In »•Inara nflr^ltchim Tiili «in«» nuoht, 
d»n rtuTH Bogh»«, w»lch« mit lhr«r Flach« von «tw« i« 000 «ikm In dl« 
TiirJcrwnwatayp» «ln»«hn*iÄ«nd|i nur «Hu-ch «Inw gw» «nß^n wnrt fl«- 
ch«n Kttnal, cl«r st«U«nw«la<» nicht rawhr «du a«0 n hrniX twd 1 n 
tl«f l«t, mit d«™ rJAuptb««5c«n d»« «««r«» in v^rhlnrtims Ht«ht. J)ur«h 
4«90«n KmiaI «itr««it ntm »«It ^4khrtMui«n<l«n du« «»»»«r nlt «in^r 



(Uf 



! 



-»• 



OasiC' v/lndlcS^-'^it von 5-5 kr«. In 4*ir .'itimdci, dll«i i*fil>>H.t h«^! kontrftrun 
Ind^ noch /i,75 km b-itrlt^t. "Hio Bowohner dor Turk'.n^monHt©PF#| w^jlcli« 
<il^?«en t;<3W**ltlf>;<^5n ''trom unnufhörilch olnfll<»?5»on «^:.h»in, n »int m 
nun, <J[a«8 in f{*«r i'tur-.vt: (U.h ^uwaor wi.*> in «jin)M T7*t^ht«r ocl^ir r»tru- 
<\h1 Ir^j^jnfiwie nnch alnom bi^m^^Oib^rten M<*5:ir<> ab^^tUrzfi unc? nid h«tb^n 
d*in •flchwur;«on ftnhlund.'* (Kara P.ogh^*.7j mit ^^birt^l^iublHCh^ir Furcht 
i^nvf\iii(\'in. Auch <Ki5 ^nitcin europMij^chon ^rfor»nh<^r don T/usi ir>chon 
M^oraa «tinrt->n unt«*r fll^üom ^ann<5t »*ilb.'*t VVa*(5lin un«i ^l&J'fmb^rQ 
nind Hwft-t 1^56 in Ao'in Tarf,. P.ogJ'.a« «In^'if^.ron, ha «n r.hor nach w*i- 
nie'.^n Moil^^n wl^fd^i- K^hrt t^'i^iaoht* ?^r;^t 1.S47 h«^t J-jr^btr.or d^n rar«* 



r 



'o^hÄ« mxch «i^llttn Hlc'itunii;m b<ifahran und dabt^i (il^'^fund'fin, d.-'.iis or 
iiiüT <sina Tliifi> von 4-i;ä m hat» 

Im An»»chlti'?» hi(.->rrji hat nun "Mtiyr nach/:$mia3fm, dc'is.i; auch dor 
K^ra ^Ogghr ^ fii n*» ^ftIi n«T> i n gro f;jkrt it^t^ m .\!ft aft hk t üb ^i int; durch di^ 
troQkt^nan dvirrondt^n '»t^pp^nstUrra»^, w^ilch^ Ub-ir ihm fortbrriu^fmt ^^^r^^ 
dfhn di« •ln«tr3ni#3:^4#n '^aftji^^r mit nolch^^r ^ohn0l.\ißk<iiit vordtm»t<>t 
und oono^ntriurt, da»» 35 ch d^*l• drj^ln «mthfJLtr^n^ f>Äl£ in f«»t«r ^orm 
ihB^tzt. J)U^ n^iturllch«* Fol(;** di«»^» ^rocoii»«» t^t mmf d.Mi» dl«- 
f!«iiptw*;i»»^nna»i«a d/i3 r4.F#piJiOh«n M«*»rrj|i, dir i.n ihnr ^tl dllchan \md 
«UÄJiJitlioh^^n ^oit<» «ttt» nouo M^n^an ÄUsft<^n f^Ht^n^r^ durch dia Strfi • 
äw rugofi;hrt worden« in ihrtvia Salss^jt^h^Jlt zurt;<5ke; »ht un«. iHiint>r nK»hri 
«ntnalzon wird» wShr^md in d w Kurf^ ^OQiinz df^H (^nsk(i«^f%cyindmn ^Ids« 
d'^i.Ä/^rtn U^riQ^ ^^H^r auf 350 000 Tonnen pro Tf^ »ch^tztg *?.in r*>£;«li!i{l»iii* 
Ige» $ia«l;^<ir bildut. ^rd** dor fJLnoh« K*»nitil, w«loh«ir dln v^rbind^mg 
mit dem KÄ#lii€sh^n U^nrn bHd»^t^ durch ir^i^nd welche Tlrni^tflnde «in- 
w*a ti;i>iichlo»ii<m xmd dl« Ub«r d^n 3«4l«Äbl*5i|jfinincan d-^r Ffirix BOj^iä« 
0ti*J\Hn{l(^ Mutt<>rl*fc\4{;onjr!W*«ii<i« wulohn schon J^itr.t von d^m .*>t«Pi.^nbii* 
wohn^im ä1» Bittre Brinnan - Adjl Kounnur^ b^xolchni>t ^^^^rdBn0 ab«n* 
l*All» Äiiin ICtntrocknan und Kry»t^it«l#ir«n ß^brAcht, no «ntntflndii 
dort ein<» mit unsonm norddeut»ch<^n flalx- und FCallsÄlElfAöem vollJWar 



m^n Uh^r^inn^timmnä^ Bildung« 



Bfs.or*» 



\ 



-10- 

X^ hl^rbi^t in ^rhcs^ koinni*^n<^^n ^*r'»r:h<»lniinii;'fn nnd fuhr^m Xim^ auch In 
>nlcnüpfun£ fn AH», wä» *fir \)HXm Toitton M^or fÄ>»te*iiit<^llt Vib<»n, «u 

au» StvilnsölÄ und darub«*r ejfll#4{j«^rten AhrKumBfAz^n (iralt-?1ft.t;ne»l*^- 
Ve^rblndung^m ^tc.) b*i»t**hii)n reiUs^n unri rif.«« rt.^u, wr* f^Annm ob^r^in 
S^»3.Äi^ f^ihl^ikn, cU« ^ll<tunß d^» t,i»^ni>]^s ««>ntwo(l«r vor«aitlß untarbro©h#n 
vmrd«, od^r durch npator« ^^^biins'^J'n odsir n«b«rf luthvmßAn fU<» l«ieh- 
tfnr Ih^lich^n Mutti)rlf4U£j*inÄi*lz<» wieder fort^^^ÄpUlt ynirdf^n. 

Dl#i «ur 5;tfA»«furt«r Cruppo j^ohörlg^^n '5i^lzl*/:j<i»r rilnrl hlum^^ch 
dl^ HtnKltj normal ÄUng4blld<5itTO und trhikltan«», l^tÄt«r#i l<*dlgllcli 
aurch d^n {i;lU-)clloh«n Un^tr^nd, di^nm «iei bnld n?<^*h lhr?^r ^ll(tiine von 
«fin^r f^»t«n, wftji««rdlcht#in Mftri^j^^ll^Ae:'^ b^d^c« wurd^^n, w^lch« ?il<i 



Ab^r nicht In tir" li«»iiT)iii«htunß; Rllaln, «ond^^ äh^^ duroli dAi» 

prßictl50h# ^xpfrlnif^nt bil df>r ^Ä-Hgewtnnunß an» d^m T'ii^jr^iiwaiÄer, 

find^it di«»<» Th9orla Ihr^ •^«/jHlnfamß« In dm '>#«H^lln<m It^Jin raan 

früher ili« nii#h ^#wlnnune rl*^3 ^^»non^l^fiii liarhleib^nd^n bltturon 

?^lutt«rlÄua:<in ung«nut«t fi^rtlf uf^n. Mittat a^r fiinfzi^^r ^«hr^^i hab«n 

dt4i i^a7>«oiiiin, nach Fialnrd*« 50nlalrtn Arbwltun unrt Vor»chl.^ß#ii, dt 

i n Ha ho«»n^b#ak^- 

wltduni« ^aif d«in 'S'ornchuniS^m una jr**!« ''^i#tndnnr;rm^ii vemSnh^rb^fliitrtant 

4#n V^rauöh b^i5onn»^n, di^ ?*iutt«rlHUßi%n d^r (>tn$Hfilinfm welt<4r xu 
v#rÄrb*^lt<in und diirixan XäÜ wn^t ?4Äisn»iiita«ÄlÄ<i «u e<»w.lnn»mj »u dl#» 
ft4im Zw<>ekd raufniti«n dl4 Muttarl^;Wfi;«m duroh J<UnÄtllch<i «^Ärnwi ?>ln8e'» 
r?Kinpft yi^rd^n nn(\ urtjÄb^in dwin, >üL» ^le^dnt.llch^« no'miH.t^ir <=»! für^ 
dt0 Kai Igsw Innung, d&ÄHilbn Dopp**1»ä1« von OhXorknlluit und Hhlor* 
i!ii)^£7i#f»imi, w#lch<i« wir bald ct*hrauf In %ti^nnfurt al» OiirnÄlllt im 
iiohoMo f\^r 'Krdn tnrtiß rorgÄbild^it fandun. ^ln«r t^eXch^n, durdh 
die !?Atur b^fgUnatlßton Cuncurr^^nx i5f»;i;0ni;b«r konnt^^n dli ^fin«Ofl<in, 
trot« ßr0«»i»r Off nr und muBrk^^nnnnuMurthnr MUh#t dla nin nuf * t# 

Durch- 



I 



-XI- 



DurohfUhrune von Biaard*» gro^snürtis 90nelvl#rt<}r lAnn ▼•rwtmdtttiif 
d$iB Fuld nleht b«>hmipt«n und ausutiin d^n «b«n bti€;omi«n«n B^trl^li 

Sie haben isiber d^n mth nicht »Inklni lassen» eondem rtletiff 

f 
weiter experimentiert^ und neuerdingi^ »Ind die Anli»^en «ur Auä- 

nutsunfi der lleeeeiXHmutterlAUKen» mtimentllch liuf den gr^MH^n ^'I^aII- 

n«in «u Glrikud mit I5ner^le und Creeohlck wieder /^ufgenonmen* MÄn 

wird bei uns gut thun» diese Bea(Uh^mgen niciht su untersehAtsen« 

Die früher auf raattiiklm unserer deutschen SÄllnenwerke betrie- 
bene /utia*beltung ä^r 3oolmutt erlauben konrat duige^en» soweit es 
sieh um teehnlsche Verwendung des Produots hsndeltg nicht mehr in 
Betracht» Die mediclnlsche Anwendimg d^r diversen "Ächtwn*^ Mutter- 
laugen vuxd Mutterlaug(^neal2e giehArt m«^hr In (hs Oeblet d^s r?lau<» 
benst Tlrurteilsfrele ärztliche Beob«»ohter gestehen d^n bedeutend 
wohlfeileren und daher auch Unbemittelten sugKnglichen ^^tassfurter 
f^slsen» die ^h auch mtterl/uigensalÄS sind» völlig ^l^lchen ^Ir- 
kunggwerth su. 

Audh die Ga^wlnnung d*$r Kailsalse aus den Ass^sn d^i^r Seetange 
- Kel>^ Ist nvT noch von untergeordneter Bedeutung« 

In den ersten Tehren nach ^«rsohll essung df^r Stassfurter Lagsr 
glf^ubte man» d^ni$ sich d^-s Vorkomnien d^r KallsaXse auf die n^lchsts 
Itatfebung von Staenfurt beechrAnkSt da di^ßB als der tiefste Punkt 
der IKgelnsshen Mulds^ in welchem die Hutterl^'^ugen wie auf dem Bo- 
den einer Krystaillslerschale susamr jengeflossen wirren» betrachtet 
wurde. 

Sie nAhere Erforschung dmr fUr Bildung d^r Salslager erfor- 
derliehen Bedineungen» sowie das sehen durch die Äussere Confi- 
guration und durch sahireiche Sool^uellen und ^alsfunde eonstatler- 
teweitverbreitete Vorkommen von Steinsais in dorn gansen Trecken 
»wischen Hars und ThUringer Vald führten aber bald dasUt auch an 

anderen 



-la- 



I 



«Ad<^r<in T>unkt«n naoh KaliMJlxan «u auch^n. De'" n^Anhntn Aufuchliui« 
di<^rfi#lbi(iii erfolgt« In nur 4000 m Kntfomunß von 'Jt;Ä«j*furt, auf d^ 
H«rie^. A?AitdtiJioh#n $fa«w«rk^ Ii^oi>oiniihi».ll. TTach d*^r <^urlih ian 
B<ir(^e«8<!itg Y<m lfi''»ft btwlrkton Airfh^bung *«• »tanitlichiin !^lonopol» 
ÄUf dl# .*liAlißiiw Innung und 4<m ?;ftlÄb«rßbÄU wxird^n ^rmn von PrlvAton 
«^Imlcha Bohnramuchd imtarnQ»i«#nt dU zur Wrnnhli^mmc d#r 
.iÄl«bÄr^w#rk« N#u*Sta»Äfurt nordwestlich. T>ouglK»hkLl b«l W#»t<im- 
#(ü:#ln im W«0t<»n und Sebmldteumnuhall b«l Asoherslebon ia t^iid^n von 
Stastfurt ftlihrt#n« Aunmir di#son wurde in d^n li^tist<rin Jiihr#h Au#h 
nordSütllch von St^anfvirt ein Kali** und StslnsaliKliiger durch da« 
Btrffifork Ludwig II auf^o»ehl09ii#n* All« dlono lJiHi^r9%A%tnn und 
«himso dl« bl«hor nur duroh Tiefbohrungon «oniitatierton "Ji^itlÄgor 
bol Bemburg k«nn wim nun aI« noch d^ra r^obieto doo MAgd«burg*Hal«* 
borttAdtor Bockon tug<ihdrig b^^trno^ ten» dAg«cS«n ««l^an #md«rii l^mdft 



wio dlo b«i Vlen«nburg« Thlodonhall und neuording» an ftuy sunAchnt 
nuf* iureh Tl«fbohrung«n g^reaehtent dfMia dlo Kiitiialftablag#rungon 
in mohr odor minder bauwürdiger wor» eleh no^ Tiel weit er «uedoh* 
nea* Btsonder« interessant ist in diosar Beatehung die Auffind tmg 
▼da Kalisalaen bei d'/^n etwa $50 ksi nSrdlleh von Stasefurt gelegenen 
Orten fjUbthaen und J^essenit« in ileaklenburg, tbgleieh ein Bergkaa 
dort kaum Je In Angriff genommen werden dUrfta, wail dla Sahire ich 
dort von der Me<^klenburgischen Rogierung ausgeführten Bohnmgan 
eine su grosse Unregelmftssigkeit der LAgerungsTorhAltniaae aeigon 
und ausserdem d^^ obere aeblrge dem Abteufen oinee Sehaehtea sehr 
grosse Sehwlerigkeiten bietet.-* Su bosn^ren Hoffnungen und Aussieh«» 
ten berechtigen (^ie Rosultate der uatgefAhr auf halbem W#ge swlsshon 
Stassf ort und lÄAbtheen, su Altmirsleben in dsr Altmark» ^ngestell« 
ten Bohrversuche» mok hat dort gwar suaAohst nw Steinsal« gefun*» 
(inn, doch gehdrt dleo» nach seiner ^^oisen Bildung» dem sogonannten 
jüngeren «Steinsalze an» welches sieh au<?h auf Neu*3taesfurt und 
liudwig II, Über den Kalioalslagen in mUchtigen Sehlohten findet und 

seine 



-i3- 



I 



»Hin« Knt»t«hunß WÄhr»ch«tnlloh <iln«r noi5hrmllfi;ain Li^fiuns «ina«liuir 
Partiten dar nlt^n ^Hlnlfx^^r vurdimJctt wobei dtir »wlfichiin rt-i« Alte* 
r^a St^indAlm in Form iiOfi;»n*witdr JftL> rf»»rlnß#» ßalULßfrt« (^yps* Äurr.ck 
bli«b im^ AU« Ä<*r e«*«Rtt Igten *'5öo1« ein n#jhe«u reinen ^(In eich ed« 
JUnßere eeJomdÄre Bildun« »beetste. 

na» clftd« von Altmlreleben let nun von tjani ^^'hnllcher ?^e»ohaf- 
fenheit imH eeine eehr teeÄ«utenile l^^ehtiflfkeit nur eine «ohelnbÄre, 
rveil dort die a* ireela^^en imt«r einem »#>a* eteiXen Winkel von et- 
wa 75^ Aufgerichtet eteh^n.- Immerhin erscheint dieeer 1>un)tt bee#n- 
derer Beaoht^ms und weiterer iJ^orHCbunc vor Italien f^nd^iren werth, uro 
ee mehr» aJle dort aueh d*# oberen aeblrgeeehichten de« Bergbau kel- 
nn Schwierigkeiten bioten wttrden* 

Alle bioher gen^jint^n Vorkommen von rAlteaÜten gehören Word- 
deutedhl«nd aä, e» mß^ ^^^^ hier e^^^wÄhnt werden» ^t^nn^ eich in den 
fernen Oetkio-pÄthen, «tw* 100 Meilen «etlioh von den altbertlh|item 
Steineiaxliitfem von Wieliotki* «u Kalue« In Oiaisien nooh ein mächt i- 
gee Kikllla^e*- findet i d^ee Aber die ungflnetige gecggaphieohe ImgB 
dioeee Punktee mnd mAnnigf»ohe «ndere durch »olltieohe und lokale 
Vc^hÄltnieee geechaffene «ohwiertgkeiten die Konkurren« dieeee »oeeter 
reichieohen «taeafurt» ▼orlÄufig noch nicht Aufkommen lÄ»«en und 
dKoe Öeutechlrmd weder hierdurch« noch i^ureh die in Fereien und 
neuerditnee AU^h in Indion gefundenen Kalilager in «einer f^uperiorl- 
tat auf dem KAllmArkte bedroht erecheint.* 

Vaa nun eunAchet 'ilo Gewinnung d^r Produote dee f^Alxbergbauee 
in und bei»3taeefurt betrifft, eo datiert die Inbetriebeetnung dee 
dortigen Alteeten Mnigl. «alKwerke» Aue dem .TA^rre Xß»?* Mah hAtte 
dort xunüchet nur dto SteineaXsgewlnnung beabeichtlgt und wfir 
durch dae VorkOBKnen der oberen IiAae von bunten bittren »alieni ^io 
man al» unbrauchbare «AbrAumiiAlae* auf die Kalde etUrsste, eehr um- 
angonehm ttkerraechti Worth und »Bedeutung dieser AhriiumsAlae, wolOhii 
Jet«t ^jm wichtigsten Teil de« dortigen BergbAue« bilden, kf..men erat 

voll 



-14- 



I 



'i 



vcILsur <^f#Xtunßt **1» von mir 1B61 In .Htamifart dl# nrnt% FÄbrlk 
«ur VtrÄTboltimß d^rtelb^in *Ur t«ohnis9h« und lanöwlrtnohaftllchn 
Zv#ck4i Änc^l«6t wurd#i '**• '^^^h (iir»t ä#U dtüniir "<iU dU «tgontllch« 

,nAi«wiir> LuffOlÄuliall in n«itrlÄb, IC/Tfi Tn^-^tnumfurt und nougla*- 
hMll f X«8l A»oh#ri»X*biin und lßF3 SAlÄWtrk ^.udwlg II. 

S« »Ind nun unn den dlv«r»^n f5chRchten t^eUrd^rt Ira .Tahra»- 



durehftohnltt In d»n l*«rlod<^n 

lBÖl-68 ier>C-70 XB71-76 

An St<iin«AlÄ Tonn ä lonn k^;- 44 494 t f>a ^>»7 t rn ;i35 t 

und irrS I lß7 740 Tonn* 



Xe76-ßO 
96 ri5(> t 



J)*jii> St^lniiiias 40hlomatrlu»), wnXchas • wjn dlß vorgÄ«<jl(st#n 
yn>b*m «rw#lMn • In v#rfiohl-rd'm«n Huiine#n rt<ir IRelnhilt, von veXlkow 
mün durohnlchtlß^n bin «u durch eln<2*>l**li<^>'^^ aypiipUnktch#n und 
.Schniira ü*»trUbtont &bör stat.i wulsiif^n ntUck#n g«wonn^n wird, r'l^nt 
tijlX» fuln «amfthXen aXä ßpi>i»<i»ia«t ifim er6,i*it#» T«1X al)i»r äXh 
FAbrlksifclÄ und Vl^hHÄX«. Kin nicht unb^difut^ndo« Qtimitum «im e«i9ÄJil#- 
BIM und t$tUc3cdn»töla»aX« wird nnch Ara^^rlki^., Iftdlon \md Afrika eT^por- 
tl#rt und blXdvit hfii »t^in^m ni^drltj^m <^»#»t»»hunsapr9l» un<: A^^r 
SohnelXlek9lt, tfllt A^r tiU S&Xxferwftport» »^r B#hn nach ^-i^burg und 
Brm^n «xp#»dl#rt werdon könntin, oln<i »ahr boXl'^bt^i Annfrucht Hir 
unnaro r>ohiff<». Auch nach d#r 0»tktt»t« ÄnßXandi^^ WnJmrrlort f^tiksn* 
JTurter 3ad« in ^X^^ <i^r durch die in Hfimburtj: entX^^dan^n rohl(>n«ohl^ 
f# ^obotttnen blXlltj^^n RUc}cfraaht. 

w-sihr^md da* St^ln»al^ Äl#rallc}t r^ln ß^wonnw wird, iRt d^« 

VorkOHBA^n d»r KuXir>Äla<i oln ^miiQ^r (^l^ich^rtigf^ntii yUlrm>\r tr^tun 

ni& in ihrnn Jj^^nrn nur In fitArken Mndfirn auf, Kwl«ohon dmiin ?^chl* 

t#a YM unr#iln^m SUin^^X« und von Klesorlt (unXönXlchwr fchwef<»X* 

Mineral 

tffttur«»r lii^t>^9iiliÄ) Äloh findon^ T^nn wiohtlgj^tJ^ kHXlhHXtlßÄ )^^fi(/ß(f(X 
(if^r Of^nullit, :iin !Doi>p*a»iiXK von OhXork^aium ^md ChXom^icn^alum, 
w<ilch<i« im r»iin»m Zuötundo ;':G,7,< rJhXorknXium, n«^bon .''^4,no;?f Ohl<^r- 
mi^7i«Hium un<^ .V),74,^ }:ry»taXlwaftß«)r #inthÄXt, ^ir6 nur mit ciin^ra 

Durch- 



-l!-.- 



I 



Duro}i#ohnittt£S«>^aIt von If,^ OhXorkaliuitt #nt9ii>r^chond ntwa 60^ 
n^inwü OfkrnAllit eefSrd^rt« der Hast l«t Vinn^rit^ «telniialit l/tore«! 
unr5 ltl«»iln<i M*n««n AJid«*ror Mln**ralii>n, wl« Boraclt, ?*lii<»nißllmw«r <ite. 
Dl« Fürd'^runis und verf^jrb^ltunß inii O^^rnalllt» betnlg lB«l! ^r.OO 
Cwtnar In ra^tndr ^Mbrik^ w^loh^ nri^t in Octob^r äi^n^n .Ta) re>fi in 
n*itrl*>b kamt 16ᯎ mo-rt^n In 4 ?f«.brik«n, untur di^ran n«t5n;nd^m Ich 
äiö um dt<i SÜ%Ä<ifurt#r Indu^^trl« hochvordt^ntitn r^#rrfin !>r* arUn#* 
b«irti und T©«0ph Towns^nä b«»i> ;<i#r» n«inn^n rauf^», b-i^rf^ltH 40li 000 
C^ntnur v^ri4rb«lt«tt IfiW in 11 J^^nbrik^n 1 i;no 000 O^ntn^r» 1864 
In 16 Pabi^iktn '^ 77ö 000 O^ntn^jr^ m^dasB <^ii» Pörd^run« von ^'^nrnAlllt- 
BÄli#n unt#r ^ftnr^n rohwtmkuns^m^ <*b^r doch im eronf^m^ :^irnhr 
schnitt i>t4>t» ftun«hn<inüt In di#ia &0)%r ^iniitt|$<in Jjihr# lBf>5J dan 
quiTintu» von »0 H4ili<^n#n C^ntn<>rn 1^4iH4^^ Ub*ir»tliic. 

Ks betrug nünllch di^ Oamalli tf ^rd^nm« all^ir ^chRcht« im 



'i^Ä^ r ^iurturchiichnl t V 
dor ?driod# 



«■p 



löÄl^/iö VKfO-70 ia71-7» ia7^R0 



In Ton»> u 1000 Mk. 03 750 5^16 l>00 435 900 *»45 400 

m Otr« 

1 a7ft 000 4 336 000 B r>7fi 000 i;;^ i\c^ ooo 

IhGl wio-drm 14 <>9?. 000 ntr., l^ft?. Ubnr ao Hillion«>n tnd Ißa» naoh 
«Unemt l^^ildfir no<^h inm««* and/wiiimdon RU' kßMitf im FonÄum 19 Millionen 
C(fntn?*r v«rÄrbt>itat. TUuptj^r^iduct Aht nÄmHllitvorf^rb*^^ tun« l«t 
dÄU Ohlorkallum, walch*i« windirum al» Rohntoff fKi^ «ine crt»»« 
Menßo hochwichtig:«?* Artik^*! <'*l<%nt, y^n d*%nfin i«h nur Kalif^Rlp^^tor 
un(i Pottatichn n^nna. Bl» Kur Aufmthm^ d«!>r r^ta^isfurtur 7*<brikHtion 
h^^tton wir in Kuroi*& nur «lin» i^^yw ^^rin^n^ d<«w BndKrf Iftnc^i nicht 
StinUg^^nd« Production rii«««« fU^ Kri«»(<; unri TJ»ri^d<*n e'l<»iöh wlchtiß^n 
y:6r^i^rm^ eil« HMiptmaHd^) dA^» Saljpi^t^rÄ ^4rd*> nun Indien, n^wentlich 
von Ceylon b<»ÄOß;«mt und rUe ^ngliftc' e R^^i^run^ erhob dA*von einen 
Auüfu} TÄOll von 6 fi. per Ton^ während d<*r Mlttelprele 44 fj. el*»i<5h 
etwa 44 ^{k. per Zentner betrug, Af^r /^ber bei r^ech etei^;-.ijndep) Be- 
dü^rf fX^T Kriege- und Mobil! i«ilenmee«^<<«^'* <>^* ^^"f <*^* doppelte nah 

(::»^>trleb*m 



y 



I 



M4J 



g4trl9to#B wur^«. •Tutat wird du« ««dp^tersa^ur^ Kali rt^irch ^In« f^•^r 
<ilnfftoh«>, von liottnir unrt anai<*b^rä; In d«in fUnfÄlg#r Jahren «ur 
JJelt d*t« ruÄ»l»ch-turkl»ohftn Krims^ In T)mUiiehland olnß<ifUhrt# 
PabrikÄtion, ftug Chlar)lc»liura und »*ap<*t#ir§Äurri>m TTutront d*>m al» 
Chlil»Älp'=*t«r bdkiannt^n Product d^r poriumiftOh^n und chlldnlsohdn 
SHlÄwUatont Hf*rÄ0iit<»lltt wob^i mfm 6nroh Dopp^ilÄ^rnatÄunis In d^r 
Vimns (•ln«r«.^U» ChlornÄtriUii, mid^trür »alt;« prHlliialp<it«r <»rhnt. 
Dfir PraU d«i» KÄli»aX;.t3it«rÄ Ist dadurch iv^if fit<» HÄlft^ herab^^ - 
braaht. nia anöHiiahti T^ötsi«'*^^; ^'^^ nicht nll^fin dw Au»fnhr»oll 
In ln*i«c>Min S#ap^t#r liinciat öufgahob^nt »onddrn fc.uch Ihr B#iitr#* 
b*in. dtim X*«»tjet»»ron noch ^im^n Vpr^uu su WÄhr^n, indü« «t« fUr dl# 
Ä<»4^i«irunsaoontrHOt« auf Pulvorllaferunßiin »eine Anwendung vcrlÄnctft 
«1» undurchfUhr st41iachw«i|5find fHll<*n Xaascn. 

B«l Potta»o>iCt w«Xch# wir rrtOit^r hÄuptsfiahiti^h al» ProÄud* 



ipPOPPHi^i 



aa 



«inar ünwirt5cKaftXlchan %ii dir orwltst^ und dän^ML 

b*ia:o{j;<mt h*^t »loht und »war nic}it aXXöin ku unnornw vortoil^ nonr 
dorn Huch Eum nutzen ä^r fri*h#rdn Tiiofarantan, <U« Jwtict ihre ^X- 
Äer b*#«iior »ehRtK^in ß*iX«rnt hnbun, düH VarhilXtni«» voXXkomiion uwße«* 
4rcht« Potti»»c^ « wird J^^tEt nach d<iw»aXbon LtbXimov^rf ah r#n aua 
ChXor^^il iiim hf»r^.t»t#xxt| wl^ Socüa Äua dorn ChXornfitrlum und die d«ut- 
«oha chidmi»ch« Induatrie, waXche ^Mcaün Artlk<iX in vorÄUßXlcher 
QuÄXltÄt Xl«*>f«rt, domlniiirt d^anit &uf nlli^n >ftrkt«n. AXä T^6b«npro- 
duct d>^r OhXorkiilluiifÄbrlkatlon nun di^n CarnaXXlt mögon noch d9r 
ftChon vorher ^r^/fthnt« Ki#»»irlt und OhXon^u*^eiil^i» genannt werden. 
B«r Ki**Ätiritt ^ine ftcnw#rXO/»XiGhc Modlficatlon dnr bcft^or ttln Bit- 
terji^Xx bekftnnten «chwofeXr.Äuren -latsncBlÄ, bXelbt b^^liu AufXöecn 
daa Ro^ CHrnt^ilita, ß^mlscht wlt fU^^innala und andnr^n ?^tcffen, 
iuriick unri wird riiirch (^in^n :>chXftnBiiproce»a ee^^nn^n, ^urch Kochen 
oder h.uah, durch Xfinßerea T^^ern In feuchter Luft i>eht d^^r Kleatrlt 
untar Wuaeeraufnahra« in die XC^aXlcho ^orm über und dient nl» 
biXll^^istaSf XA^XichcB i>chw»)feX<iHure» .^ä-Xä bei vielfachen chewieohtn 

ProcoBson 



I 



-IT- 

Pir?ooi»»»^nt \9n d*^n^n hUr nur dU H#r»t«Huns von iie>^wiifi>l»&uroin 
K^tron und Btih^^t^l^u rtn KäII, iiowl# ron Blanc f lx*i un<i T^«»rl- 
w#l»# (^dnimnt werden rMs^\ <^ln^ Ander<i w#niß<^r lobrtnaw<^rth6t <'^^^ 
»#hr ÄUfß«d«ihnt0 ^«rwenduna; i^ f ind«t d^^r Kltaarlt in ÄnglAnd «um 
B«gchit<ir#n d«r BÄU»wi>llg#liri«ib#. Dlfi ifmi^^?i TCry^t^dl« d^i» nitt^mf*!««» 
ln^en »loht wiinn <«.l«» '>toff<* dureh ^Inn üonaontrtorte Mif^».iji« pcxft- 
• iort und dmtn g^trocJornt werden» dicht und ßjlRnR^nd f*uf d*?» ^iülfitn 
t%B% und ß«ib«n Ih« •0>^«lnbAr ein kräf tle«^«, dicMe» n^ftltSÄj mir 
»ind Stoff« durch dlo ?Tand ßt^simt^^n^ dlo nur «u 4^-44,^ uuh Bftuwwol- 



1«^ fUr d«n 



«um e:rö4Mit#n Teil au» ^^Ittf^rniilK 4ntBtijid#n. Trlngt 



ai^n »©loM %«uße in*« W&«»«irt »o knnn mtAn «cfort n^intm f^c^i^d^n b«* 

dioht^i 
tioh«n» der vorher (griff i£5« ji<Wi6<«if ^toff wird tu «»In«» lockerem dUnn«n 

hi^i^^n. B« t»t bodauorlicht wenn i^uch nicht xu verwundern, df^se 

il^#«e Art vfH *4#i^i^f1(¥^** ülch nouerdln^;» nuch in T)#ut/ichlfmd sehr 



▼ertereitet hut, iMin^*fÄllo 



iiber dt^r f5ti*e»furter Tndu»trie 



ein Vorwurf daraue g»«waeht yfi^rd^n^ da«« «te dne hierftlr fHlher äub 
i£r ieohleohea Ma^eeit von WuboeA dfvTßee t<ilXt#> nttterö«il;i J^t«t hu« 
Ihren RUoketänaen liefert. 

Auoh von des OhlormAenestuniy weiche« im Oei^eneat« «u di^ro 
laicht fiitrocknenden Bitt^reÄlx *»in «ehr hyit^^ koi#t»cher Wrper 
iet^ d'^r die dwnlt ßotrÄnkten "^tuirtin cturch Was» <» ranz i«^h\4ne; «chwar 
l|i|A 1^^ ohne da»» f^le reueht #r«ch<f>ln<^nf werden 

«lemltch bedeutende Mengen fttt» *Appretiu-Äwe ke* von Stiuiftfurt b0»o- 
t^^n; bÄ>i»nwfJll«ne und wolleno .^toffo nn*> CrHrn^^p Ja «el)>»t '^j^nr und 
Treibriemen werde vmT dle«et nlc^t sehr loyfd« ^olne b')«chw*:)rt j 
unbedenklich erechelnt da^;e(:;en dl« Verwendung de» ChlormiHßneetu»» 

ä1« ^ueate beim flcMlchtfm d<ir feineren Or^me, uä dl««« beiro Weben 

nur 
feucht «u erhk^lten, ein ^eeultt^t, wel^^hee »onet durch /uff*toXl*mß 

ö^ir ^«bfitUhle In feuchten un«1 dKdurch di^r ^>e«und^^lt d^r /rb«^lter 

öOhädlichen Raur*ien «u erKtf>len war. Von d«*n Äon«tlt:;en Äohlr^ilchen 

Verwendungen, welche man fUr ^]Hn biiiher noch raelet unijenutÄt fort- 

flie««ond^ 






•Xß* 



fli«s««»nd-» Chlorrnn ijno »t^iwi %or^^n ahlnt^^n hat, nni hin- di«^ 'Jiiwinnung 
d^r d^rin nnthr-ltimfin MBigni?»«!^ b^hitf« r>ÄrjJtra\un(i; von :u^f^(^niHon^ 
trt'tnt und von hochf i^4#>rf->fti0n b*^»liic(hftn St#ln^n fV^r Konverter i»te. 
<?rw«hntp doch »ch^^lnt e», d^ö» die hi^^r^auf i^(^ i^rilmU^t ^m ^^offrr.intiw 
Äl0h bl«ha** noch nloht ^^'^nz »^»rfUllt hM>^m,T Der von mir entworfene 
und pi^tentl^rrte Plnn, 6i.nm Chlormafcpi^/^ • um aln Kr»#^t^ fi^r »alÄBtiure 
h-^l d^r Conc^mtrf*tlon und Ver»#xh >ltUTig d'^r Cönvrtrt^rfichlaekdn den 
bfAelschen ^tf>,lj>roce«eeB, wi« zur Aufber^it^xnt; i»nd»irer Uber»chUs»l- 
gen '^alk enth/^-lt^Jid^m ^ho^J^h^^tf^ xu v**rw4ndw l?<t noch Im f^tMiium 
d-^r Vorh uriilttmß, wenn ruch f^le (i'iInBt i^^i^n ^ei^^lti te^ welch« toinl 
d^rsr nnÄlytl«c^en T^iArch^rh^^ttun^; d;%« Vurffhrnne xm*^ h^l Kx^^irlra^rnttm 
Im lcl«^lneren M#i>si^.^ tr^hri »irrglelt ^Ind, oim* boJldiee KlnfUhrunii; dHH- 
nelhen In d*r ^roeeen Pr^in in Aueelc} t t^t^llen. Wi^ in dleniiiii 

frte, Kio 4iii|wiV'iifi)i v.flil d«r ^^utiillimt: von Hhlor und ChlolrkKlkf di 
dvirch Auftarb tJltunß di« Arnmenl/JceXodf^vrocefiRee «tark vermlnd<)rte Pro* 
ductlon von ^?alKftHur*f i\\*t Chemiker veri\nla«Kt, die nhior|;i;e^ Innung 
riXmct nnm Chlorm^icneelum ^^u erstrebent unter df^n kelneewef^n muaelcht»- 
logen Arbeiten n^ich /Mefter Kiehtune; möti^m nur diejenigen von Hol* 
vnv, T'echlney und TownBend ^-^n/vnnt w^irden, flihr/tn dteee Tentrebiiiigin 
8ua Ziele, #© blnt^in (Mh St/if^efurter A>>ralll^.ufien M>*terlr%l «Uia Kr- 
»at« der ße»animt»n et.wfv 150 ono Ton« Jährlich > ntrf c;/mden eneillÄOhen 
ChlcrfÄbrlkÄktlon.* ]Dle Yerwerthunft «ee Jotjjt nahezu 4 ^Ull^^^non 
C^intner p.a. betr^itj'^nden laKntuaui von Chlorrvi^n«i»iumt welchee gum 
i^roÄKfjn Vil«iiiv«*rw:nüt;*»n d sr An^^ohner und «u vl^if^/^her ^elaMtl£;untj 
d-^r HKHiifurter Tnduetrle den FllUeen KUßfifUhrt vrird, bleibt ein« 
der wlehti£;eten M^f^^Hb^^n d*^r c>emlechen T^^ohnik. 

T)U a^wlnnune; d*#e klilnw ^nt«ll« etwa 0,15,^ ^rom, weichee »leh 
In dem nhlonii^;(;neeiaml^:.u<en flndrit. Int ir.>5 von mir xueret durch- 
geführt und neltdi^m wMfimntllch vir^ mrtort und erweitert. T)ha Prom 
war bl^ Äithln einer ^f^r aeltner-in r:h^ml»ch*in Küri»^r^ »eine rfewln- 
nunß iuÄ«l ein ?!onopol ()f^r »ehottlec^en und frfuriÄSf» Indien K^l^iln- 

<luAtrl« 



I 



-10- 



Mmtriei \m& n^in ^r«»lti ^in ents^rec! find hoher, h^^uttf^ kostot am* 



Kilo Bro», woluho« IBi^fj noch mit JOc. -^0, — • b^Äfthlt MJrdo, nur 
d-4 i/, und ffdln<i Anwandun^ in d)r ILiolcln, wlo muiantllch In d^ir 
Pf^yriki^ticrx d^r /nlXln- und i^nönrnr Th<%<9rfnrh5tof"^« Ifst f>lnf» k11* 
j»5r!»iimi« D-'jtr Unr^tanil, da»ii ^ro. In chenilftcht^r -os:.tohunc ^**m Chlor 
«Hi)i<(i naho »t^ht und co^iBBf^rvujxnnßti nln flUfifti^«» CMor britrfvCht^t 
word^^n k^~nn, hnt reich d/^rtuf fc-:ofUhrt^ 0s ala n»iilnfi^ctlon«nittol 
«m ßtello d«» In »^ilner Di*.r sit^llun^ unbequemen und boKllelich dtir 
Wlrkunc; «chw<ir ku co n tr^ 11 Irrend <^n Dhlore^tnoi* olnÄUfUhron. T)a diir 
^rondhr^i^f Ö-J' yitil f^o nchwAr flu T,uft und Fiohr alu dop|)«lt no 
»chwer Als Chlor(ja» t/it, 00 k/oin man Ihn wie rilnf" Fltifift lekeit 
in R/ium^ fllemcien laiis<in xmd »c die T)^« Info et Jon ^uf r>tollii|i aus* 
dehnen, w*iüh# wiiä «.B« tieff* Orubont Prunn^n, ^>i^1dro^rll, dl«i Tiel* 



I 



Trslui^a V0n ichlff^n <^tc. ntc, fi0t>ii^ i^chwf^r odi^r (::amlrht mieRngllch 
Bind. T>ft aber da» roina l^rpn ein« »«hr ät«ond» nchirta Plti»»l|ir 
k»^lt lÄt, die mfj\ nirht ohne ^reft^hr trfc.n«i'0rtlfl«r4Jii und in dl« 
Händel von "^lal^n e'^^*'^ ks^nn^ »t hfib<i ich #« fUr rüns^n Zwock in 
(♦inf>n fifj»t«in, bein<>.h« ungifÄhrllch^n Kdrpiir %#rwandelt, lnd<<vm Ich 
90 von benond^r© yrAinriif^riiin iorßtan Ki^is^l^u'' rmaBSun • in Äen 
ht#r vortue ge igten Formern • Mif%a\iQ(^n liesu, von donen i^d^ dn» fUr 
DoalnföCti^n ilnotf bon^imnto« ^if>»Jmoji nöthlga Q^wumtuit Brom Äbe#- 
toilt enthält* Auch für p^rti#>ll« J)fiii Inf Lotion od^r TMfiiodorls&tioii 
aoichdr RHum^t dl*> Hon \ lelon U^nnchen b?>nSt«t wordob, wl<i t,B, 
Fabrik- und Krwik^noal^i Kaoorn^n, fllehulont ZwiKchindock« von 
/ua#Änd«>r«rochiffon, findet ftaa • f«»t<» Brora'* boralts auaged«hnta 
V*^rw«>xjLdunß.- Ich h^*.b6 nun «un r'chlu»» noch dl^ ^orw^^ndunif d^r 
3tA4»«furtor ^Älzt» In #ar T.a?n4iwlrt»chf,.ft »\i ^irwrihn^^jn. Ma au^rst 
vv>n Tiiibiic wlaaoniio fc^ftllch foatfliefttollt^ B^d'^utwiß de» Vali% &la 
T^jflanÄ^nnÄhrmltt<^l, od<^r mit and^r^n w©rt«*n kIh Pllnfj«toffi ^«* 3^* 
n«m Jfct btikKnnt^ nun bot ij^irndß dl^ n»i^^>.;find von .^tKÄSfurt, in wnX^ 

Chor 






t 



war, Hn vor/.^tjilUh«» ?<ilci fUr dt<i ^mtw b^^n^t» ir ''^ii ;ji(i;^»t4lk- 
t«n Vdmuch^ mit LökiflUn^iunii; und die»« ll^f<^rt,rjn ^tn« clAn^cend^ 

i56n führten äu ^ta^>r raschtn Äuubmitunti; 4^i* n*^u->n ^iln6^^^^***l*f 
da dlfi BödtüTi, In w<iXch<in dl.*> ft^r d^n Prianx^nhau n^'JtVitfj^n ^>al«^, 

«ktoh >|i# ».B, b^l d»i*a Moor- und T^^Aid^lSnd/ir^Imi tik^j»?:« c^-nz w»n- 
S^lti^n^ b<il un» tn D^utsohl^mdl vij^ In ^ifUr^n T/lnd^m /.. Mr^tch 
«14 flnd-m »ind. W^in und T^biik» RUb-m, Kia-t<>fffan, Kle^ un^ ^i«^- 

nur S^h,r^}X und Kohl^rt.^n ni^nm^t l^r^.ucl.rm ku lhr*jn n^ri^ithon ^rrofi;- 
0# U§ni^fm von Kali, wolcht* »ich In ('^«^r Aiid>'*i d^r >mtwl«*kelton 
: Pf li^Kti wl^d^rfind^t} 4»lui^ K^ll Ifüiin iliüf tilitf^rlihliMti ifjtiniü ^ikM'^ 
ptlhnz9 von dor ]a^>ln«t.)n ^l^cht^ bl» 2ur Blcho od^ir Piilini e*»^«!-^ 
b<in. tfQ nun im ^Oiton nicht durch v^irvciltdrung >:#*llh/»ltli::»>r (^^ 
ttt;riln<5 clor ncithlt;*» Vorr«4.th t^^^bot^n i/'vt, «uü« or von {<^*«on «u^h- 
führt wtird-^ni ^(^nn d^rhut T^tlt.ju*^n t;<'Mi<'^lh<m .solion. Voll biw#ifi^nd 
tjind in didtar 'ie«li»hunt; fJl^ fi^r d«n Ti-*lfpn b^inahn -virndiil-'^^ 



?lrfolc;^, w<iichti fVarch K^-ildUnii-xm^^ auf unj>*)r»m n©rdfiwtftr^>itm Moo- 
rm «>r*Hl»>it ;4lmi, umi nur in.*of')rn ailon üu r^uti kontTim, al» (^Airöh 
Varwandune d«r Kalij^Äi«^ Air dt« bii»h«r in -oll^d und Ojitfrin»- 
l#aid üblich« :v**ndkultur mit ihr9rt Oofole:^ vfi»n ?Srr^Mioh odor K6h»n 
rauch #)in ratiOn^Ul*^/' Rr«i&tK t:*^»ch^'J!1im wird* 

ZiH n^'^n^ viin ^i'i »vfiit-wi F^id J*tch hlir für cit Kf^llfial»« 
bliitat und in wilcht^n T^liri^nslon^in «Üe Jfitxt achon »l^mllch bodw- 
t-^nd'i Var^ > dun^s d^>-ii<ilb^n nich noch »t^^lgirn k^^nn. vnn d^n natur* 
ll<h«*n KaliB«^lK*^np dU ^ich in dm It^HT^furt^^r va/cw^rk^m flnr<i»n, 
ijit rt» b«^aonilfir5 d-ir HOigtim^nnt^i ♦•Kranit", oln Triiwa^Hix von «chwci* 
folwfckur^im Ktoilt «chttr«i\)ittaur<»r Hii^rin'^rt la un<^ Chl<örrV'.fc::nt'>wlUTi, wolche?^ 

«ich 



r 



t 



3S 



i 



-21- 



wolX *>ri ohmi fHncYi jju .««irdi^n odnr »ich xii»>4»i«i«tn RU hfll^n, auf* 
g#f]i^#iiohiirt und oxif waUe *ttr^C-V-^n tr^>n«i>ortlirt w^rrt<m knnn. 

55>i <i^>H Im ^'anil^^l yoi*kowpn<$nde, m^int mit Jn^lnnal« durch^^tsite 
r>&l« wlrcL rait ^ln«*m g^i^^intldrti^n 0«*hult von ?i3-^H;^ »chw«»f*aHaur#i« 

KÄit8«Äil«>f*>^t. Von dar «rat Im J^^^ro 1^66 urfol^t^^n Aiiff indtmi^ 

J«t«tr no<5h vl*flfach im Ofjl rnunh j^ind; fU'* int<^nslYd Kulturen b«>l 
Zuok^rriibant T?J>f.ic *>t;c. fii<in«n nn ^itnllft d^.n KKinlt» di« £j<fr«lntß- 
tan und i5omo<intri*irtiin raXifl^^Uico, t.>ii« Ä.Xl«%in, t.»il» In 0<?ml»ch 



m 



It Chlii«ft^liiiit*>r odi'* ^>iipfirpho«i>hf*t?»n« 



=T>1 



^rvisfördnrtme vf^n ^Atnlt v^etr^ig in d 



i*iada> 



Ton» Ä 1000 Kilo 11 Cf;ö 



1^71-79 
10 000 



ir>7f;-f\o 



und ♦#rrf)tchtr> tm Ta>irrt ir-r>5 i:rii 000 Ton>.. 



0>)(ji,ich nun Ta^rkwlirdli^-arw^iiio tn D'^utschlnn* troi« d^ii hier 
ni*^<iri^r^rrm Ko«t^npr^>l»^ft, d'«r verbrauch dt^r KuaisÄl*« ^urlnij.ir 
iHt alÄ ii« Angli^nd^, h^t fiir> In dm lit/.t^n Tuhrrin HtrmtUß /-\in<s^- 
wm4^> Aunl'ilhr fi^^r Kial«'Unt;»i»#*l/.»^ 1)^*1 »)lnx»iln*m un»^»r*ir ^y^mciwirthn 
pAtriotlBchfi Baklomrauni^on hr»rvori;;orufon, di^ r*»rr^n wU^ftg^ö^^n 
nicht Äll'iin für Ihrrm ^'\Qi\urT noch blllit;Hr<3 PrwlB^, «ondrim inC/Ch- 
tcn nich Kuch d.» t:;«^*»^'^^^ » f^tK^i8furt »r T^^-^r d^dumh n^m^i-yUrnn^ 
dHUfi nie Hin«f '^«iftcVräniaÄnc ^^^^" <*>in '-^«rVct onr Kf-lnit,KUufu}ir fai- 

rttr^b-^n. 

(li*n« U)i;-iiftÄlw5n d*4Von, rjK»« rti*.i vorh/^ndonon KÄlil^v^^^Är di>ii 
J^>ti5i,:-m \4nd ziAWinfti^fm -.fid<*rf n^r d^^iit^clim TxmdwirtACVaft, wl« 
4»i# n^icndol» noch .Mf ixnh-^^limnt X^ms ^ ^'•^^•' li^'^nUci-^n körmmg b«^d^n* 
^ kon die ''nrr*^n ab*ir f^/irniciit, lUr.n ^^i^ H^ulhftt mit ihr^irn B0df*rf an 
and^rm Duüijiütof ^m, wlo ^hiltsÄl^it-^r, PhOrf]|>hf*t^'^n, Ou^noß ^tc. 



.* I • • 



1 



KHiiuu«.fuhr nur t:wi«r.erPW.KHnim die KlriOr^fi^ dufUr bllri^^t, noch w<i- 
ni£;.jr h^.'tn «lo »tnh v,ohl kl-'-r tj "'«'«T^-*» ö* ft» «Ino ^Irftr.v.w^rune 
.^a.^rort I'faiaxi>ortrt» nur .iln.* ' r":-\U i'ur '^rtrdoruTit; unr? AviivMWtmß 
<\^r !'*xLltiowlnnimc: In ;4i«*.'trgn T;;n<l<»'-n min wllrrto, 'M'j ?:ufl/-Bt von 
am vororwHhnton fr.mx?5ßla'ih4n '?f».■>fi.^ ltn.m nit TViiiuim «.cc.iiitlort 
und i.U)»c»nutJit wordan, b«JLd »^b-i- <*ich ,.n c*nd«ron «^/•t'tn «i'fl 75r- 
k«)3intniH« wACh ruf^n dür«t»«i, dt^nn un» ;ro rt«utKfr^rtn KrI i «»IxlM^r 
öoch nur aln» ki-^in^^ «lnt;»troc}cnot,». Bucl.t ft.>« TToltm^rq« roprR- 
i..#jvU«r«n, nu» o<»»sfm lin-irarh i^fHo^wa Vorrjvth untor t:tm«t,ls«m 
kll«^-.tl ««>.<»« Vdr-hKltnl-iBon noch 4«t»t ulj» I^i!^ «hnnna h-i>rö»- 

uti^lit wirft^m könn'»n, wi;» sl« vor .Tfj,rti.Uflonf?<>n -^urch 'iln*» ßlln«tl- 
ü* nisuns In unnfirrim Vut(»rl.-.nrt« ftbt.fllfcfc;«i^*^ J»lnr> Äün^chnt xu un- 
»..r^m Witten» ä.^)j»./.»->r a ach, duiU »1r ri..H un» varH^honr? fiut^ 
xii?a «ohlg dvir i;'.^i«'m Mansc'-^^tt fruchtbar rinr.Vrt3\. 



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ßit^t\^^^%-^mn\ 




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öci DnomracnHn. 



l<yictd)Ioiitcub — biJ aiij Die iclb|tücrftäii»litl)c 9tcnbcruii,i 

in hrii 88. 1 '»: — niifli ncttcnb 



tiir 



das Schwefßikies-ßergwerk VENUS 



unb 



IJuno IL, Werkur IL, Pallas, Vesta u. Mars IL 






-OOO^OOO- 



i^u.!)- iiit) »teinrniicici v.m y^. SnoiiiiU in «atosm*^. 



s 



1. 



a^recf ber ©ctDcvffc^aft ift He 3lu^6eutung bc5 
»cigiperfg Sulfaii \o\vk bie ^crfteUung unb bcr Setrieb 
ton Slulagen, IdcIc^c Me ^luenu^ung biefe^ ©eröii>erf^ 
unb bie aSerJDert^uiig ber ^robufte beffelben er^eifc^t. 

2)ic ®eipevff(^aft l^at i^ren ©i^ in ^iiotoracIotD. 

§ 2. 
SDic ©ciperffd^aU betreibt il)re @eid;äftc unter bcm 
3?dnien „gt^uictclIir^'SBcrgtoerl Sulfon." 

§ 3. 

®ie ©etpevffd^aft a(5 folc^^'e ift Trägerin fämmtlid^er 
9eli>er{fd&aftlid&er 3lec^fte unb aSerbiublid)feiten. Sie er* 
tDirbt ©igcnt^ura, binglic^c unb J^erfönlid^e Siechte auf 
tl)ren Flamen. 

f^ür i^re Serbinblic^feiten l^aftet nur ba$ ®ruben= 
Vermögen, ^ßerfönlid^e SSer^aftung ber ©etuerfen finbet 
nii1)t ftatt. 

§ 4. 

SRitglieb ber ®eh)erffc^flft ift Seber, ber »usmeife^ 
be^ ©eiperfenbud^e« (§. 5) ©igent^ümer eine§ gcivert« 
fc^aftlic^en ant^eil« — fing -^ ift. 

2)ie3lnja^I ber gehjerffd^aftlid^en ant^eile betragt 
€intaufenb unt^eilbare Ruje. 



5. 



Utber bie 3KitgIieber ber ©eiDerffci^aft unb bcren 
Sct^eiligunglpirb ei» ©eixwfenbud^ geführt. 



— 5 — 



§ 6- 
'^^hcv ©eU>erfe cxijäli über feine 5lntf;et(e auf feineu 

3JamenIautenbeSlurfd;eine unbäiüav nad) feiner 2ßal;l über 

bic cinjefnen .QuVe ober über eine 3Ket}r5aI)l bcrfclben. 

3)ie Svurfcfjeine \i>erben unter fortfdufenben ^hnn- 

niern (tü^ßefevti^t, bon 2 JDlitßliebetrt b'e^ ®vuben=3Son 

ftanbe^5 unterfd)vieben unb mit b:m S(^ii)arjbructfie(jet 

bev Öciuerffdjaft iKrfc^en. > ■• 

eintra^]uniien in . ba^5 ®<:U>evten6^d^ biirfcu nur 
auf ®runb frf^riftlidrer IMmwcifiini] .bc^^/.0)viiben^i^in:i 
ftanbe^ ^efcbel^ien. , ^ 

-— ®ic ?rnU)cifunj] 5ur H mf^vlKnit t i^ IHM! J !nren fann 
nur citl>eiU a^erben, U)enn bie über bieje(ben eitl^eiltei^ 
Äu^fcbeiiie/ ober im 3al(Cfbe^,aSei^ifle^ bie 5(mürtifa^ 
tion^^^ertlävuuö einj^erei^t, unb bie bejü(i(ic(HMi (Srti^erb^f 
llvfunben l>üriie(egt unnbcn finb. 

2öer im ©eU>citenbud;e aU fiuir^C£iiient[;ümer ter^ 
gcid>nct ift, ^üirb ber ©eii>erffd)aft gegenüber aU folc^er 
auiicfcften, fo ba^ . alte gemevffcbaftlic^en 5«ed;t^(]anb^ 
Innren mit bemfetben red)t^M>erbinblic^ finb, aucl^i u>enu 
er nicbt meDr Gigentt^ümer be^5 für i(;ii ; eingetragenen 
Slntlieilt^ fein müc^)te. ..^ . 

3ur ''^>rtttung ber Legitimation ift .bie..®eiüerffd;aft 
'«evcd^tigt, jebod; nid)t Deijjflic^tet. 

'S)cr neue (Sitoerber eine^S iHnt:;e.iU ift eift bann 
beicdüigt, bie 3ted;te beö letteren auvijuüben, \m\n bie 
Umfd;reibung be^3 3(nt(;ei(e^5 auf feinen 3hmen in b'em 
0erjerfenbucii)e (§ 5) Uoitjogeu unb i)eräeic^net ift. 



§ ^• 
We(angt ein getoerffc^aftlid^eu «ntf^eif in M^ miU 
eigentt)um mel)verer ^^Jevfonen, fo i)abeu biefe pr 
^^«^crtretung il)rer >Hed;te einen gcnicinfcbaftlicben «et)oU= 
mäd;tigten ^,u befteUen. 3o lani]c bicf, nic^t gefc^e^en, 
\mxh ber Öeloerffd^aft gegenüber beijenige ber mehreren 
lliiteigent^ümer aU (egitimirt jur aSertvetung beö ge^ 
meinfd;aftad}en tHnthei(^> angefet)en, loelc^^^er ben Ülurfd;em 
über ben te^teiren Dortegt 

§ 10. 
3)er geloerffd?aft[ic^e 3lnt^ei( ift 3onbereigent^um 
ber ® eu^erfen, U>orüber o^ne (SimoiUigung ber a)titgeioerten 
in jeber nad; ben (Sefe^en 5utä^tgen ^Seife t>erfügt - 
tDerben fann. 

§ 11. 
Sa^i (Sigentf^um eine^i geU>erffc^aft(i^en 3(ntt)eil$ 

bered^tigt: 

a. jur 3:^ei(nal)me an ben öeratl;ungen unb ^e^ 

fd;lüffen ber ^eiuerffdiaft, 

b. äum entfVredienbem äntljeile an hm, ©eioinne 
berfelben, be^ogleic^en 

c. an i^rem Vermögen, iDenn fie aufgetöft tuirb. 

§ 1^- 

3eber ^eimfe ift berpfliditet, bie ^Beiträge, toelc^e 

5ur örfüliung ber oc^urbl>crbinb[ic(ifeiten ber ©eioerffe^aft 

, unb 5um ^^etriebe hc^S gcineinfcbaftticf^en Unternehmend 

erforberlic(> finb, — ^ubujse — nac^ SJer^ältni^ feiner 

S^UEbet^eiligung ju jaulen. 



~ 6 - 

§ 13. 

Jöci' fichu^Uitjcu äJcvduj^evumjcn im\ ihxxcn bleibt 
bev fcit(}evigc Öigent^ümev bcifclbcu bei ©etuerffcbaft 
für bie 3ubufie l>cvpf(irf;tet, bereu ©vl^ebinu] bie ©eU^evI^ 
fcbaft befd;(offen \)qt, beim bie Unifd)vcibmu3 bev ."ilure 
im ®eh>evfenbucbe nacb § 7 beantragt u>urbe. 

Sie 3a(;fumj ber S^ibxi^c iiuip, foferii ber B^^^UmiV^^ 
termin nidu in bem bejücjUdKn (^3eU>erffd)aft^obefd)(uffe 
ffftgefe^t ift, innerl;alb Dier aßod;en bon bem Xage an 
gered;iiet erfolgen, an loeld^embemC^eiverfenbie ^at^hnig^i)' 
3Uifforberung be^^ Öiuben^a5orfta»ibec> jugeftellt iuirb. 
^irb bie 8aI>Iimg ber.^ögert, fo müfien fünf ^rocent ' 
l^ier^ug^jjinfen entrid^tet iuerben. Äom^>enfation mit 
etu>aigen Jorbcrungen an bie (SeU>er!fc^aft ift nnr ,^u= 
läffig, fofern ber Wruben=»orftanb biefelbe beU>i((igt. 

§ 15. 
2)ie Seitreibung Don Bubuf^Jtüdftänben erfolgt 
nad) 'J)Jaftgabe ber §§ 129—131 be^ '^erggefe^ano l>om 
24. 3uni 18G5 im 33ege ber geric^tlid;en Slage gegen 
bcn fäumigcn ®eioerten, eventuell burd; öffentlichen 
??erfauf bee be^üglicben 3(nt^ei(red;t^o. 

§ 16. 

Crgane ber @eiDertfd;aft finb bie ®eU>erfen^ä?ei^' 
amnUuug unb ber ©ruben isorftanb. 

§ n. 
Tk WeU>erfen'a>erfamm(ung tritt U>enigften9 ein 
aJJaf, nnb jtvar in ben erften fed^c-. DJonaten be^^ Sla^n'eei 






— 7 — 

auf ©inlabung be-o (Sruben^aJorftanbe^^ pr orbentlic^en 
3al}re6t)erfammlung ^ufammen. 

^n förmangehmg eine^o fold^en ift bie ®inlabung 
burd) bie 33crgbel;örbe ju be^oirfen. 

®^5mu^eineau^erorbeutlicbe(^)eioerfen^*erfammIung 
berufen toeioen, menn bie (Sigent(;ümer bon tDenigften^ 
einem a3iert(;eil aller Jlure bie Berufung unter 3lngabe 
be^ 5ur »erat^ung 5U ftellenben ©egenftanbee in Eintrag 

bringen. 

§ 18. 

Die :öeriifung ber ©elDerfen^aSerfammlung gefc^ie^t 
burd; fc^rifttid;e @inlabung berjenigen ©eiDerfen, U>el(^e 
jut 3eit beö (grlaffe^^ berfelben im ®etDerfenbuc§e ein^^ 
getragen fte^en. 

®ie 33erufun9 erfolgt burd; ben (Sruben-aSorftanb 
unb jioar an ben Drt, meieren er jur Slb^altung ber 
aSerfammtung für geeignet erachtet. 

u)ie fc^riftlid;e (Sinlabung ^virb betoiefen burd^ ben 
:9hxd)U>ei<5, baf5 bie (Sinlabung^M c^n-eiben minbeften^^ bier^e^n 
3rage t>or ber ®eU>erfen=aSerfammlung 5ur 'IJoft gegeben 
finb. (^eU>erfen, bereu 3(ufentf)alt^ort unbefannt, finb 
gültig burd; bie ^e!anntmad;ung in ber Scrliner 
S3ör)cn=3citun9 minbeften§ Dierje^n Xage t)or bem 
ä§erfammtung^5tage , eiuäulaben. 

f 19- 

Die ©eioerfen faffen ir;re Sefc^lüffe nad^ Slnt^eilen, 
nic^t nac^ ^erfonen. 



— 8 — 



1)ic ^I5cvjammfinu^ ift 6efd>Iunfä(;ii], ircnn alle 

®cli>evfcn anU^i'enb, obcv mcb § 18 unter ^Hiu^abc bcv 

juv 3?cv[;anb[nnc^ toiinnciiben Öeiicnftänbe citu^elabcn 

u>oiben fuib, unb bic flicbvbcit aikv Kure in bcvfelben 

l>erticten U>ivb. ä^evtvetuni] buic^^ ^^eboKniäcMic^tc ift auf 

@runb Vvil"»atfd)riftürf;ev isollmacbten ?\u(äffi(V 

§21. 

3ft bic !i)ie(;vl;cit allci ihm nidjt l>evtretcn, io fann 
innerhalb brei Dionaten eine ,5U>eite iU^fanimlunij bc- 
vufcn iuevben, U>e(d>e atv^bann über bic junt ^efc^)hift 
c3cftel(t i;\cU>efenen (^k\^'nftänbe ju entfcbeiben befuqt ift 
pt}ne 3lü(l"fid(>t auf bic ^ahl ber Vertretenen i^urc. ^ 

^iefe Jyoliie niuj^ inbeffcn, u>enn fie eintreten )oü, 
in ber ©inlabnnq ane^ecieben ioerben. 

' § ^2. 

Sie '45efddüffe ber (^KuH'rffc^uift UH'rben mit einfad>er 
otinunenniel;rbcit ^lefafit, fi>U>eit nicbt im nadjfoliienben 
§ 24 9UK>na(}men t^üri]e)cbrieben finb. '^ei Stimmen^ 
aleic^^eit t^ilt ber jur ^^H'fd)lufifaffunii i]efteUtc Stntrai; 
aU abiiele^nt. 

Sofern ec^ fid; um Syal^ten l;anbelt, entfcbeibet bic 
abfolute Stimmcnmel;r(;eit. 

3ft eine folcbe bei ber erften iHbftimmuui] nid)t 
Vorbanben, fo U>erbcn biejenii^en beiben --jierfonen, UH'(d;e 
i^i^niciftcn Stimmen erl;alten ^aben, in bic entere ii>al}( 
(]ebrad>t. ^^ei 5timmcni^(ciit(;eit entfd;cibet bas ^l'oü*?. 

Die 3lbftimnunu^ erfuhrt je nad; ^eftimunnu^ ber 
jea>eilicjcn 3]erfammtun(} münblid), ober mittelft i^e 
Reimen Scrutiniumc>. 



9 — 



§23. 

^ie aSerfammlunß leitet ein bon bem (Gruben« 
ä>orftanb ernannter ä^orfi^enbcr. 

lieber bie iJlerbanblunii ift ein^^JrotofoU auf^une^^men, 
Voerd;c§ burd) bie Unterfc^rift bee äJorfil^enbcn uiib ^tocier 
®eU>erfen ^lamene ber föetoertfcbaft red^t^^i^üftit] l^olljot^en 
U>irb. 

lieber aßal;len l>on ®rubenl^orftanb^:i=^Diit(^(iebern ift 
bac> ^45votofoU notariell ober t^ericbtlid; aufzunehmen. 

tDie (^jeioerfen^i^erfammhnu^ bat über :i5etrieb^:i' 



uuD 4'>au^:i^a(t6'':?{m'\e(ei]en()eitcn uub alle fonftitjen, 
gcioerffctniftüdK Unternehmen betieffenben (v^ev^enftänbc 
ju bcfc^licfeen, u>eld)c oon bem (sjrubenborftanbc ober 
bunt »iträi^e Don tWitfiliebern ber ©eu^erffcbaft, toeld^e 
UHMiißftenci ein 'MbwUl ber IHntl^cite l^ertrcten, i{;rer 
<}efcblu6faf)nnii unterbreitet U^erben. Die ©ei^cnftänbe 
muffen in bem (iinlabmu^c^fcbreiben ani\e^eben ioerben- 
^)uui;>foU3enbe Wei]enftänbe bleiben ber (Sntfit'eibgunö 
ber ('♦^eioerfen^S^erfammluni^ i>orbel;alten: 

a. bie aiSaljl M ©luben-SJorftanbcö ; 

b. bie 2lsa^l ber ^Kec()nuni^c^^3fet>iforen; 

c. bie v^nbetriebfchuni] ober Slu^erbetricbfteUung 
beö ":h>erfe^^; 

d. bic Ajerftellmu^ Don neuen iöetriebö^^lnlaaen, 
bereu anfcbIa(^^^mänii^<J fioften mclir ah$ 30,000, 
^l;aler l>eranlaffen; 

e. bie iöcunUiiym^ t>on Stu^^gaben, meldu* für bie 
(^rube ^Wav nüfelid), aber nicbt notf^ioenbig finb^ 



^ — 10 - 

ttjenu fie bcu 'mxa(\ m\ 2,000 i:^mlev 
übcrfd>veitcn ; 

f. ber ?(n= uub tkxta\\\ t)on «nnibftüdcn 5u;n 
^]^x^m l>ou mel)v aU 10,000 S(}alcv; iiu Öaujcn. 

g. I)ie :)(nite(hnuUH^n «ruOenOeamtcn, mcnn^even 
iHnftcUunc^ unfünbbav auf incl)v ah ^\m ?^al}ve 

eifütßen foU; 
h. bic SXufna^rnc l>on Dai(ct)ncn, ober bic (Sroffmuuj 

cinee. 3}anquiev-'Slrcbit^> , (enteren, ii>eiin bcv 

ßrebit auf me(;r aB 25,000 X^alct iu aiufpvud; 

ijcuommcu iDerben foll; 
i. bie 3Ibfd;(ieimuß Dou 2iefcvuucv^^35^^vtväc^cu I;iu= 
«.^ fic^tlid; bcv ^vobucte be^ >^^ei>iU^e r£6 übcv bie 

Dauer t)ou jtuei o^^^)^'^" ()iuauo; 
k. bie ^bfc^acnungM;on Söfaut^^^Scrtvädeu mit 

anbereu ©ruben; 
1. bie ä3eftimmuui^ ber m^ ^«^^^^ >Keferl?efüubc^, 
u>cuu berfetbe 20,000 3:(}aler überfteiflen fotl; 
m. bie l^erf^arciirmu^ ber a?ertxialtunö^5^3ted;uumieu; 
n. bie lHuMdueibuußl>ün«eiträ(^eu — ;^ubufu*n — : 
o bie t^erfüqunil überbk Subftau.^ be^^ >^en3\uerteö 
burd) Äoufolibatiou^^, a^erfauf^^ 3:aufd}= ^ad^t= 
über ^Berpfdubuu.v^^'^erträi^e: 
p. •>lbäuberuui'^ biefe<5 Statute, 
lieber bie C^ei^euftäube o uub p biefe^::; Statute 
lann nur mit einer mdjx^cii mx brei SSiertljeiten 
aUcr Citren ein red;tv5l^erbinblicber Sefd^hi^ c^^m ^^^^^^^y 
Sn 3?crfruiun(ien über bae bertiel^ene Serijmerfe^ 
ei9ent(;um burd; iierycbt ober SduMifun.! ift (Sinftimmiiv 
cit fämmtlid;er (^eU>erfen erforberlid;. 






^■ 



— 11 — 

§ 25. 

,3eber ©eluerfe ift berec^tic^t, innert^alb einer J^-rift 
t>on l>ier^el;n Xagcn l)om iHbtaufe bee ^^a^ec^ on Uu'tcbem 
ein (^en>erfft-baftö^33efd;(uf) i^efaf^t ift, bie (Sntfd;eibuncj 
be^o üvbentlid;en rHiditev^ barüber anzurufen, ob bev 'Sc= 
fd;Iuf^ 5um gemeinfamen öcften ber ®eU)erffi-()aft i^creic^e, 
uub ließen bie ©eioerffr^uift auf 3(uff)ebunci be^5 Sefd)luffeö 
anjutra^en. 

§ 26. 

2)urd; bie ^^Jrobofation auf ric^tertidje (Sntfd^eibung 
ioirb bie 9lu^^fül)rung bec^ (Meioerffc^aftö^iöefd^(uffe^:> nur 
aufgel^alten, ioenn berfefbe einen ber im § 24 sub, c. o. 
uub p. bc.^cic^neteu G^ccjenftänbe betrifft. 



^i^efcbhiffe über anbere ©ecjenftänbe l>crlieren if^re 
red;tlid)e äöirffamfeit erft mit ber ^Hed;te!rQft heö 
rid;terlid}en (Srtenntniffee, toetd;e^ bie 3(uf(;ebunß 

au^>f^rid;t. 

§ 27. 

Die ®cu>ertfd;aft U>irb l^rtreten burd;) einen aiho 
brei bi^ fünf änitßliebern befte^enben ©ruben^aSorftanb. 

Die 'Baljl ber 3}iitiilieber erfoUjt nac^ Stanijabe 
bec> § 22 iu ber orbeuttidien vVil;rev=S5erfamm[inu] ber 
©eioerfen (§ 17j. 

iln jebem 3at;re fd)eibet ein 'i}iit(]lieb aih^, uub jlüar 
bav^jenißc, toe(c^ec> am (äußften fuucjirt, uub fo iano^t 
ber 3:urnuc: ^icrnac^ nic^t feftjufteUen ift, bac> burcl^ 
ba^ Sooc^ baju beftimmte. ^^^»- 

Sd;eibet ein^Jüt^tieb burd; Xob, burd; OTeb^r- 
leßung be^ iDtanbat^, burc^ itünbißuuß be^^ (enteren 
'Seitenc> ber ^Diajovität ber 3Xnt^eifc ober aü5? anbeten 



— 12 — 



— 13 — 



(Mnlnbcn u^ä^reiib foincr ."Vunftiouv^^^iicriobc aib^, fo er= 
\\<\\v,ax fiel) biri>cr(>(io6enni ^J)iiti]lieber bi«.^ ^nx nädj^kn 
cycneral.3?erfam)iilunn aib^ ber ^aljl ber ^Hiitgeiucrfen 
bimf) Äooptatioii. 

3ur ^ei^itimulion bc^o ^^\)vftanbc^-> Dient bic tHu^^. 
fortii^mti^ bec» notaiiolloit ober ncric^tfickn iiietofoU^?. 

§ 28. ' 

I>ei Öhuben--«ürftanb fafU feine 33efc^rn|)e nait 
co«e(?iaIifcr;er ^^erat^ung. ßv ift befit)riif^fär;ig, luenn 
nie^r al^ bie Hälfte [einer 4«iti]lieber bei ber «erat^nng 
anmefenb finb. 

33ci atiunncngreiit^fjeit bei iliitglieber ent]d;eibet 
bie 3tiniine be^:^ ^ßorfil^enben. 



Der iJorftanb ernennt am feiner düiitte ben ä$or* 
fi^enben unb einen StcIIi^ertreter beffelbcn. 

3)er 3?orfi^enbe beruft unb (eilet bie äJorftanbö:: 
äi^ungen. ©r unterzeichnet in C^Jemeinfrfjaft mit einem 
jtüeiten lUitgtiebe bev^ «ürftanbe^:> aUe Urfunben, in 
tpetc^en eine S}erpftirf;tuni] für bie ®en>erffcbaft über, 
nommen iuirb. 

§30. 

Die 4)iitg(iebei be^3 ^i5orftanbec> erl^atten au^ ber 
©rubenfaffe (Jrfa^ ibrer bacivm Sluötagen xinh eine 
^Remuneration, bereu .^öijc unb 3Jormen bie öeu>erfen= 
aSerfammtung auf äJorf^tag ber Slec^nung^ ^Het^iforen 
aUjä^rtii-i^ ober für einen (änncvcn ;^eitraiim feftfteüt. 

§ 31. 
Der (^mben^isovftanb bertritt bic (Memeiffd;aft in 

allen i^urn Slngetegenl^eiten, geiirfjtlic^ ober an^itv^ 



gerid^tlicb, foloo^^f ^^ribaten ah$ ^ov^^^orationcn unb 33e. 
r^örben gegenüber. 

(i'r bered;tigt unb l>erpf(icbtet bic ©eirerffcbaft \>\a'd} 
bic in ibrcm ::)(amcn abgcfcI;(offcnen i-Wcc^^tögefcfiäfte, ein- 
fd)(icplid) bcrjcnigen, iuc(d»e nad) ben ©efefeen eine 
Spccial-'^oIImac^t crforbcrn, foUu'it nicht im ;^ 24 hin- 
fid;t(id; ber bort bcjeid^nctcn (**)cgenftänbc Die (i'utfcbeibung 
ber @eU>erfen=-i5erfammlung lH>rbebalten ift. 

3n ben "^älkn bec> § 24 fü(;rt ber Wrubtn^äJorftanb 
feine :^egitimation burcb isortcgung einer Slih^fertigung 
bei^ be^ügticbcn (SeU>erffc^aft^o=33efd>(uffe^. 

(5ibe ioerben tlfamcibo ber Wetocrffd;aft luni lammt- 
lieben Siitglicbcru bc^ CNhubcn 3?orftanbe^^ gefeiftet. 



§ 32. 



Der ©rnbcn S5orftanb fü[;rt bic äJertt^altung be^ 
gcu>ertfc()aft(ic^cn äJcrmögen^^ cntioebcr in feiner ®efammt== 
l;eit, ober burd; einzelne feiner für befonbere ©efcbdft^o* 
,^n)eigc betegirtcu aRitgliebcr, ober bur* bie t>on i^m 
auäufteüenben Beamten. 

i2x ift übcrl;au}.>t crmäd;tiget, fid,) für bic i^m 
übertragenen (^Kfcbäftc 3ubftitutcn ju befteüen. 



§ 33. 



Der aSorftanb \)at einen iüeamtcn an^uftellen, ioetd^er 
bic ®rubenfaffc l>erUmItct, alte (iinnabmen unb 9Iu^= 
gaben bctoirft, unb barüber in ber t>om i^orftanbe t^or-- 
jufd^reibenbcn JiSeife ^^Önd) unb Jtec^nung fübrt. Jluegaben 
bürfen nur auf ®runb fd>riftlicber ainU^etfung be^ 
35orftanbe$, ober einer l>on i[;m baju betegirten ^Jierfon 
getetftet H)erben. 



t 




_ 14 _ 

§ 34. 

9(nfcl)nittcu gcfü(;rt. (S^ iuirb nad) 9)taf5flabc biefer 
3lnfcf)nitte aümonatU* ein ?U>vcd;ninuv5bOiV*n angefertigt 
unb iebem ®eU>ev!en lMertel|ä^v[ic(> jugcfteHt. 

§ 35. 

®ev C^Jvubeu i§ovftanb eiitfd;eibet ncid) 3}iaf;|)ate 
bcv inünatlirf>cn Slbved^nungen, obunbtuie biel Sla^^beutc 
l>evtf;ci[t irerben foU. Wit bem Sefd;[ufie über bie 
a5crt(;cilung ber SlU'Bbeute eriülrbt jeber ©eiinufc auf 
3a^)(ung bc^S entf^)rec^enben ^^etragc§ eitt ^orbenmgf>rec()t 
gegen bie ®eh}er!fcl^aft. 

§ 36. 

_ Ucber bie -i^eriiHi[tung einei^ ©efdjäft^ja^re^ tt^i^ 

attiäbriid; lu^n bem Wruben^Sorftanbe bi^:^ juni erften 

Mävi eine gel^örig bekgte S5erUm(tung=9tec^mnig gelegt. 

Xa^ ®efd;äft^ia^r beginnt mit bem erften Januar 
jeben ^at^reö. Sic ^){et)ifion ber 3ieff;nung gefd;ie^t 
burd^ jiüei bis brci bon ber ©ett^erfcn-iseriaiundung 
geU>ä^rtf aiitglieber ber (^eU^erffd^aft, bejie^tic^ burd; 
einen ober mehrere bon berfelben bejeid^nete 9tec^nung§= 
aSerftänbige. 

Den Siebiforen muffen fämmtlidje (Sefd)äft§bü(i^er 
jur (£infid;t borgelegt ioerben. 

3)er einjelne ©etberfe fann bie Sinfic^t ber^üd^er 

nid^t forbern. 

§ 37: 

Die ®eu>erlfd^aft ioirb aufgelöft: 
a. burd^ aSerfauf be^5 ganjen Jöergioert^, 



— 15 — 

b. burc^> aiuf^ebung bc^ 3}erg^®igent^um§ ber 
®eh)erffcf?aft. 

c. ioenn alte ®eU>erfen, bi^ auf einen, if)ren 
9lntt)u(en entfagt ^ahcn. 

§ 38. ' 
Diefeo Statut tritt fofort in Siraft, fobalb bie 
@ene(;migung be^5 Söniglid^en Dberberg=?lmt^5 erfolgt ift. 



A^lHG 



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Sonderabdruek aus der „Zeitsehrift fUr angewandte Chemie'* 

und 

^yZentralblatt für technische Chemie^*. 

» 

Eigentum des Vereins deutscher Chemiker. 
Redakteur Prof. Dr. B. Bassow, Leipzig:, Dörrienstraße 13. 

I XXI. Jahrgang (1908). Heft 32, Seite 1681 ff. =i===z= 



!"-■'- ♦ 



Bericht 



über 



den vierten deutscüen Kalitag. 



\ 



Veranstaltet 



\ 



1 



vom Bezirksverein Sachsen -Anhalt und Bezirks- 
verein Hannover des Vereins deutscher Chemiker 



am 9. und 10. Mai 1908 



in Nordhansen. 



V 



^ 



AI 



/ 



3 - 



sonstigen leiblichen Erfrischungen die Ausflügler 
in den Räumen der alten Burgkneipe zu froher 
Runde vereinigte. 

Herr Stadtrat H e r t z e r - Nordhausen hieß 
die Anwesenden namens des Ortsausschusses herz- 
lich willkommen. Er knüpfte an die Geschichte 
der Burg Hohnstein an, deren Ruine jetzt noch eine 
der größten des Harzes ist, wie sie im 12. Jahrhundert 
erbaut, nach vielen Wechselfallen im 30jährigen 
Kriege durch die sächsischen Truppen erstürmt und 
ein Raub der Flammen wurde, und wie da, wo einst 
die alten Ritter mit ihren Burgfrauen und Burg- 
fräulein nach Jagd und ritterlichen Spielen sich in 
heiterer Tafelrunde erholten, heute die alten Mauern 
auf eine hochansehnliche Versammlung modern, 
denkender Menschen herniederschauten. Sein Glas 
galt den Damen und Herren des IV. deutschen 
Kalitages, namens dessen Herr Dir. Dr. Scheit- 
h a u e r in launigen Worten dankte. 

Auf einen Vorschlag des Herrn Stadtrat 
H e r t z e r wurde alsdarm an die hohe Besitzerin 
der Burgruine Hohnst^in, die Fürstin- Mutter von 
Stolberg-Stolberg, folgendes Telegramm abgesandt : 

Fürstin S t o 1 b e r g , Durchlaucht, 

Meerholz, Palais. 

„Der Durchlauchtigsten Burgherrin erlauben 
sich die gelegentlich eines Ausflugs nach der Tal- 
sperre auf dem Hohnstein vcisuimiu'ltiu Teil- 
nehmer des in Nordhausen tagenden IV. deutschen 
Kalitages ihre ehrerbietige Huldigung zu über- 
senden. Möge auch in der Stoiberger Grafschaft 
der uralte Bergbau wieder zu neuem, kräftigem 
Dasein sich entwickeln. 

Bergrat Richter. 

Dr. Scheithauer. 

Stadtrat H e r t z e r." 

Nach einer Besichtigung der Rumen unter der 
sachkundigen Leitung des städtischen Baurats, 
Herrn Michael- Nordhausen, erfolgte der Ab- 
stieg nach Neustadt, wo die Gespanne zur Rückfahrt 
bereitstanden, die die Teilnehmer unter manchem 
Wort des Dankes für den wohlgelungenen und schön 
verlaufenen Ausflug nach Nordhausen zurück- 
brachten. 

Am Abend folgten sämtliche Teilnehmer einer 
liebenswürdigen Einladung der Stadt Nordhausen 
nach den prachtvoll geschmückten Räumen des 
Restaurants Spangenberg zu einer mit dem be- 
scheidenen Namen Bierabend bezeichneten Fest- 
Uchkeit, die eine Fülle des Unterhaltenden und 
Interessanten bot. 

Mit dem_ allgememen Liede : „Es grüne die 
Tanne, es wachse das Erz usw." begann der 
vom Königlichen Bergrevierbeamten Herrn Berg- 
rat Richter in Nordhausen geleitete und von 
der Stadt Nordhausen den Gästen dargebotene 
„Bierabend", zu welchem sich neben den an- 
gemeldeten Festteilnehmem auch Herren vom 
Magistrate und von der Stadtverordnetenversamm- 
lung der festgebenden Stadt, zusammen rund 400 
Personen, eingefunden hatten. 

Nachdem der letzte Vers jenes Liedes ver- 
klungen war, begrüßte Bergrat R,lah t er die Er- 
schienenen mit warmen Worten 
hohen Glückauf. 



Namens des Ortsausschusses zur Vorbereitung 
des IV. deutschen Kälitäges habe ich die Ehre, Sie 
alle in diesen festlich geschmückten Räumen mit 
einem fröhlichen Willkommen zu begrüßen und 
dabei dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß die 
Erwartungen und Hoffnungen, mit welchen Sie 
heute in unsere alte ehemalige freie Reichs- und 
Hansastadt Nordhausen eingezogen sind, in Erfül- 
lung gehen. Mischten Sie Alle, wenn Sie nach Be- 
endigung unserer Tagung, in Ihr Amt und Beruf 
und an den häuslichen Herd zurückgekehrt sein 
werden, sich immer gern der Stunden erinnern, die 
Sie gelegentlich des IV. deutschen Kalitages in 
Nordhausens verlebten. 

Wenn wir in Nordhausen mit manchem, was 
die Großstadt bietet, auch nicht in Wettbewerb 
treten können, so haben wir doch eins vor vielen 
Plätzen voraus, das ist die herrliche Lage Nord- 
hausens. Zwischen Thüringen und Harz, in der 
Nähe des Sagenreichen Kyffliäusers und an einer 
der verkehrreichsten Eisenbahnen Deutschlands 
gelegen, baut sich unsere alte Stadt auf, über uns die 
grünenden Buchen- und Tannenwälder hochragen- 
der Berge und unter uns die gesegneten Gefilde der 
g(jldenen Aue. Diese Ljigc ist unser Stolz und die 
Quelle von emsigem Verkehr und Handel, von 
rührigem Schaffen, von Bürgersirm und Bürger- 
tugend. 

x\ber auch auf die unterirdischen Schät/e un- 
serer Gegend sind wir stolz. Im Laufe des heutigen 
Tages haben wir Ihnen hinter der Eichsfelder 
Pforte und weiter im schönen Schwarzburger Lande 
zwei große Kaliwerke gezeigt. Ein anderer Teil der 
erschienenen Damen und Herren hat unsere inmitten 
prächtiger Wälder und tief eingeschnittener Tal- 
wände gelegene Talsperre und demnächst die alte 
Burg Hohnstein gesehen. In unserer Stadt Nord- 
hausen haben sich anderen Herrschaften die Türen 
großer Fabrikanlagen gastlich geöffnet gehabt. 

Wir haben im Ortsausschuß versucht, Ihnen in 
einem eng begrenzten Rahmen in der uns zu Gebote 
stehenden, knapp bemessenen Zeit von allem nur 
etwas zu zeigen. Möchte unsere Auswahl dessen, 
"^was wir Ihnen vorführten, eine gute und Sie alle be- 
friedigende gewesen sein! 

Es ist schwer, es allen recht zu machen, und 
noch schwerer ist dies, wenn sich, wie geschehen, 
durch die vielen verspäteten Anmeldungen usw. 
dem Ortsausschusse in letzter Stunde noch so 
mancherlei nicht vorauszusehende Schwierigkeiten 
entgegenstellen. Ein Sprichwort sagt : „Qui s'ex- 
cuse, s'accuse". Nun, wenn wir uns auch ent- 
schuldigen wollen, daß hier und da vielleicht nicht 
alles so klappt, oder daß nicht alles, z. B. in den 
Logis, vielleicht so ausgefallen ist, wie Sie es er- 
warteten, und wie wir im Ortsausschuß es auch 
gewünscht hätten, so wollen wir uns doch neben dem 
„entschuldigen" nicht auch „anklagen". Wir 
bitten Sie, mit dem fürlieb zu nehmen, was wir Ihnen 
bieten. Sie wollen das Gebotene aber auch so auf- 
nehmen, wie es Ihnen gebracht wird, d. h. freudig 
und gastfreundhch. „Der Schelm gibt eben mehr, 
als er hat." Ist also etwas nicht so, wie Sie und wir 
es wünschen, so bitten wir um Ilire Nachsicht. 
Selbst mit dem Wetter haben sich unsere verschie- 
_denen Festordner in Verbindung gesetzt. Und daß 
ifdas Exempel gut ausgefallen ist, 



— 4 — 



Iiaben wir Ihnen heute Nachmittag bewiesen, als 
nach einem kurzen heftigen Gewitter am klaren 
blauen Himmel die lachende Frühlingssonne so- 
gleich wieder warm erstrahlte. 

Nun lassen Sie mich mit den besten Wünschen 
auf ein weiteres gutes Gelingen des heute so ver- 
heißungsvoll begonnenen IV. deutschen Kalitages 
schließen. Erwidern Sie unser Willkommen mit 
einem dreimahgen fröhlichen Glückauf!** 
GlückauH - Glückauf ! Glückauf ! 

Darauf folgte ein von Herrn Baurat U n g e r 
gedichteter und von Fräulein Margarete 
C o n t a g vorgetragener „Gruß der N o r d - 
h u s i a", der wegen seiner vollendeten Form und 
der Art und Weise, in der er von der jungen Dame 
vorgetragen wurde, ganz besonderen Beifall fand. 
Er bildete gleichzeitig den Prelog zu einem später 
folgenden Festspiele. 

Sodann sprach Herr Oberbürgermeister Dr. 
C o n t a g namens der Stadt Nordhausen herzliche 
Begrüßungsworte. 

„Nachdem „Nordhusia" Ihnen bereits ein 
freundliches „Glückauf" entgegengerufen hat, ge- 
statte ich mir, Ihnen im Namen der städtischen 
Körperschaften einen freundlichen Gruß zu ent- 
bieten. 

Es gereicht uns zur Freude und Ehre, so zahl- 
reiche Leuchten der Wissenschaft, weitblickende 
■ Leiter von Bergwerks- und industriellen Etablisse- 
ments, hervorragende Beamte und bewährte Män- 
ner der Praxis unsere Gäste nennen zu können. 
Besonders dankbar empfinden wir es, daß auch Sie, 
meine hochgeehrten Damen, an der Tagung teil- 
nehmen und so der Festlichkeit den rechten Glanz 
verleihen. 

In dem Kreise, welcher uns heuto umgibt, 
sehen wir Wissenschaft und Praxis miteinander in 
harmonischem Bunde. Wie herzerfreuend ist es doch, 
daß in unserer modernen Zeit die Wissenschaft die 
Studierstube des Gelehrten verläßt, um in dem 
praktischen Leben sich zu betätigen und eine segens- 
reiche Wirksamkeit zu entfalten. Dadurch, daß 
Wissenschaft und frisch i)ul8ierendes lieben sich 
gegenseitig befruchten, werden große Güter der 
Menschheit gewonnen. Alle neueren Errungen- 
schaften auf dem Gebiete des Verkehrs verdanken 
wir diesem Zusammengehen von gelehrter For- 
schung und praktischer Tätigkeit. Ein Füllhorn 
von Glücksgütern hat die chemische Wissenschaft 
insbesondere ausgestreut, der leidenden Menschheit 
Linderung gebracht, den Wohlstand der Kultur- 
völker gehoben, neue Werke geschaffen! 

Auf dem Gebiete, daß Sie bearbeiten, welcher 
unendliche Nutzen, welcher Segen für die Allge- 
meinheit! Ihr Können, Ihr Wissen, Ihre Arbeit 
dienen einer mächtigen Industrie, die eine große 
Kulturaufgabe erfüllt. Ihre Tätigkeit kommt in 
hervorragendem Maße der Landwirtschaft zugute, 
und so sehen wir das seltene, aber überaus erfreu- 
liche Resultat, daß Ihrem Schaffen und Streben 
von Landwirtschaft, Industrie und Handel in 
gleicher Weise Sympathien entgegengebracht wer- 
den. 

Auch unserer Stadt sind durch den Kalibergbau, 
der im letzten Jahrzehnt in ihrer Umgeb ung e} 
standen ist, neue Erwerbsq uelleii 



neues Leben ist eingezogen in unsere Gegend. Neue 
Industrien haben sich entwickelt, Handel und 
Wandel haben sich gehoben. So gelten aus vollem 
Herzen unsere Wünsche dem Gedeihen und der 
Entwicklung des Kalibergbaus und der mit ihm im 
Zusammenhang stehenden Industrien! Möchte der 
augenblickliche Niedergang bald einem gewaltigen 
Atif Schwung weichen, wie wir ihn früher gesehen 
haben ! 

Als Chemikern ist es Ihnen ja geläufig, Ana- 
lysen aufzustellen, und so werden Sie-gewiß aus dem 
Bescheidenen, das wir Ihnen bieten und gern 
bieten, den sicheren Schluß ziehen, daß Sie uns 
willkommen und liebe Gäste sind. Als geologisch 
vorgebildete Bergmänner, die das Innere der Erde 
aus ihrem Äußeren zu erraten verstehen, werden 
Sie aus dem Fahnenschmuck, aus der freudigen 
Haltung der Bürgerschaft, aus unseren leuchtenden 
Augen erraten haben, daß wir rechte Freude über 
Ihr Hiersein empfinden. Steigen Sie in den Schacht 
unseres Inneren hinein, und Sie werden beobachten 
können, daß unser Herz Ihnen entgegenschlägt, 
vornehmlich freilich entgegenschlägt — den Damen. 
Sie haben bisher Nordhausen nur keimen ge- 
lernt als die Stätte des chemisch reinen Kornbrannt- 
weins, vielleicht auch als die Geburtsstätte der 
rauchenden Schwefelsäure. Möchten die Stunden, 
die Sie in unsern Mauern verleben, Ihnen die Über- 
zeugung erbringen, daß Nordhausen auch die Stätte 
warmlierziger Gastfreundschaft ist, daß es sich hier 
auch gut leben läßt. 

Möchten aber auch die Beratungen, die Sie hier 
pflegen, die Vorträge, die Sie entgegennehmen 
wollen, der Austausch der Erfahrungen, die Sie 
gemacht haben, Ihnen neue Anregung und Freude 
für Ihre schwere Berufstätigkeit geben und so der 
gesamten Kaliindustrie ein bleibender Segen sein! 
Glückauf dem Bergbau, Gedeihen der Kali- 
industrie, ein donnerndes Hoch ihren Meistern 
und den Damen! 

Unsere verehrten Gaste hoch!" 
Hierauf erwiderte Herr Zivilingenieur Andre- 
Hannover mit einem herzlichen Dank für die Stadt 
Nordhausen. Der Redner knüpfte an die sehr herz- 
lichen Begrüßungsworte des Herrn Oberbürger- 
meisters Dr. Co n tag an und bemerkte, daß es 
den Bergleuten, wie der Herr Vorredner richtig be- 
merkt, ein Leichtes sei, mit ihrem scharfen Blick 
tausend Meter tief in die Erde zu sehen und die dort 
verborgenen Schätze aufzufinden. Sie hätten daher 
auch tief in die Herzen der Bewohner Nordhausens 
hineinsehen können und erkannt, daß sie hier mit 
aufrichtiger Freundlichkeit und Gastfreundschaft 
aufgenommen seien. Im Gegensatz zu größeren 
Städten, wo derartige Festlichkeiten im Geräusch 
des großstädtischen Lebens verschwinden, würden 
gerade in kleineren Städten solche Feste von der 
ganzen Stadt mitgefeiert, wie der Flaggenschmuck 
uns gezeigt hätte; wir müßten dankbar anerkennen, 
daß wir hier in Nordhausen mit einer so großen 
Gastlichkeit aufgenommen wären, wie wohl nie 
zuvor. Dem Redner sei diese herzliche Aufnahme 
und großartige Gastfreundschaft nicht über- 
raschend gekommen, denn dieses alte, reizende, ur- 
gemütlich^jjg4 sei schon von jeher als gastfreund- 
""^^^^^wesen. Er selbst habe genau vor 
m ersten Einzug in Nordhausen 



— 5 — 



f 



geluilU'ii und sei da gleich so herzlich aufgenommen 
und abends mit einem Ständchen begrüßt 
worden, so daß er sein Leben lang diese gastliche 
Aufnahme nicht vergessen würde. Allerdings sei 
der Crund ein besonderer gewesen, er habe sich da- 
mals mit einem entzückenden Mädel aus Nordhau- 
sen verlobt, und, wie wir im schönen Liede soeben 
gesungen liaben, denkt er jetzt im Silberhaar gern 
der goldenen Jugendzeit. Den jüngeren Mitgliedern 
der Versammlung gäbe er aber den guten Rat, 
Augen und Herz weit aufzumachen in Nordhausen, 
denn hier hätten die hübschen jungen Mädchen 
Kopf und Herz auf dem richtigen Fleck. Vielleicht 
wäre einem oder dem anderen das gleiche Glück 
beschieden, seine bessere Hälfte hier zu finden. . . ! 
Wenn wir das auch am nächsten Kalitag er- 
fahren würden, würde uns das alle sehr erfreuen! 

Auf jeden Fall wollen wir unseren Dank der 

gastfreundlichen Stadt Nordhausen und seinem 
liebenswürdigen Bürgermeister aussprechen mit 
einem donnernden Lebehoch! 

Herr Dr. Scheithauer dankte alsdann 
namens der Bezirks vereine Sachsen- Anhalt und 
Hannover dem Ortsausschusse, insbesondere seinem 
überaus tätigen Vorsitzenden für die gehabte große 
Mühe und Arbeit mit folgenden Worten: 

„Den Gedanken, den IV. deutschen Kalitag in 
Nordhauson abzuhalten, hat zuerst Herr Berghaupt- 
lann Dr. F ü r s t ausgesprochen. AI» ich mit ihm 
vom IL Kalitage aus Staßfurt gen Halle fuhr, und 
wir über die weiteren Kalitage sprachen, legte er 
mir warm ans Herz, mit dem nächsten Kali tage 
unseres Bezirksvereins Sachsen-Anlialt nach Nord- 
hausen zu gehen. Ich hatte Bedenken, weil Nord- 
hausen an der Grenze unseres Vereinsgebietes liegt, 
und wir hier nur wenig Beziehungen hätten. Ich 
wies ferner auf die Wichtigkeit des Ortsausschusses 
hin, der damals noch Lokalkomitee genannt wurde. 
In Staßfurt hatten wir bekanntlich einen sehr eif- 
rigen und^tatkräftigen Ortsausschuß, dessen Name 
im wesentlichen Kalisyndikat lautete. Das Ge- 
lingen eines Kalitages hängt, wie Sie alle wissen, 
sehr vom Ortsausschusse, von seiner Arbeit und 
von seiner Geschicklichkeit ab. Herr Berghaupt- 
mann Fürst zerstreute alle meine Bedenken durch 
seine Voraussage, in Nordhausen würde alles gut 
gehen, denn dort wäre ein Bergrevierbeamter, Herr 
Bergrat Richter, de^-ganz vorzüglich die Vor- 
bereitung für solche Tagungen treffen könnte und 
keine Mühe scheuen würde, uns behilflich zu sein. 
Die Worte von Herrn Berghauptmann Fürst 
sind glänzend in Erfüllung gegangen. Herr Bergrat 
Richter ist uns, dem festgebenden Bezirks- 
vereine, außerordentlich entgegengekommen, er 
hat für die Vorbereitungen einen Ortsausschuß 
geworben, wie man ihn sich nicht besser denken 
kann. Wir sind Herrn Bergrat Richter zu 
großem Danke verpflichtet, und ich spreche ihm 
diesen Dank im Namen der Bezirks vereine Han- 
nover und Sachsen-Anhalt des Vereins deutscher 
Chemiker hiermit nochmals öffentlich aus. Herrn 
Bergrat Richter zur Seite stt^ht Herr Ober- 
bürgermeister Dr. C o n t a g , ihm gebührt gleich- 
falls unser herzlichster Dank, den ich hiermit zum 
Ausdruck bringe. Auch den übrigtCn Herren vom 
Ortsausschusse, die alle mitgeholfeiB^'jy?^^ww«*^dßr 
an seiner Stelle, daß die VorbereitunJ — Vr» 




Verlauf des Kalitages versprachen, sei hier inniger 
Dank gesagt. 

Meine Damen und Herren! Wenn es Ihnen nun 
gut bei diesem Kalitage gefällt, und Sie mit allem 
Gebotenen zufrieden sind, so gedenken Sie mit uns 
in tiefer Dankbarkeit des Ortsausschusses, der viel 
Arbeit und Mühe gehabt hat. Wie sollen wir ihm 
danken? Ich meine nicht allein durch Worte, son- 
dern auch durch Taten. Goethe sagt, und ihm 
schließt sich der Ortsausschuß an : „Ich lobe mir 
den heitern Mann am meisttm unter meinen Gästen." 
Seien Sie bitte alle recht vergnügt, zeigen Sie dem 
Ortsausschuß nur frohe Gesichter, damit er davon 
ablesen kann : Unsere Mühe war nicht umsonst, 
wir sind belohnt für alles. 

Hier bei unserm festlichen Bierabend wollen 
wir in gewohnter und von Herzen kommender 
Weise dem gesamten Ortsausschusse unsern Dank 
abstatten, den Dank für seine Mühe und Arbeit, und 
den Dank für die herzlichen Worte der Begrüßung, 
indem wir mit gefüllten Gläsern ausrufen : 

Der Ortsausschuß von Nordhausen 
hoch, hoch, hoch!" 

Den Begrüßungs- und Dankesreden folgte nun- 
mehr das von Herrn E. B 1 ü m e 1 - Eisleben ge- 
dichtete Festspiel 

Huldigung der Berggeister, 

dessen Inhalt der Hauptsache nach folgender war: 
Vater Harz tritt auf, schildert die I^nannehm- 
lichkeiten und Beschwerden des Winters und ruft 
die Kinder seines südlichen Reviers, die munteren 
Flüßchen Zorge, Bahre, Wieda und Thyra herbei, 
um die ihn schreckenden finstern Gestalten und 
Sorgen zu bannen. Er klagt ihnen, wie der Erzberg- 
bau mehr und mehr seinem Ende entgegengehe : 

„Zwar grünt noch auf dem Harz die Tanne, 
Doch im Harz wächst nicht melir das Erz." 

Aber die Flüsse können ihm keinen Trost bringen. 
Auf einen Ruf der Zorge erscheinen alsdann 
Gips, Eisen, Kohle und Silber in Gestalt von Gno- 
men. Gips und Eisen können ebenfalls keine tröst- 
liche Auskunft geben, die Kohle dagegen prophe- 
zeit, daß die in den südlichen Revieren noch unver- 
ritzt lagernden schwarzen Diamanten einen neuen 
Aufschwung herbeiführen werden. Ebenso kündet 
auch Silber ein Wiederaufleben des Erzbergbaues 
an, nachdem Verkehrswege und Maschinen aller 
Art zur Bewältigung der bisherigen Hindernisse 
erfunden sind. Inzwischen erscheint Bleicherode- 
rich, hört anfangs der Unterhaltung zu, tritt darauf 
an Vater Harz heran und macht ihn darauf auf- 
merksam, wie in den Vorlanden seit kurzem ein 
ganz neuer Bergbau stolz emporgeblüht sei, der 
Kalibergbau, und wie dieser trotz des überlegenen 
Lächelns Boderichs, der stolzen Mienen Einerichs 
und der Zuversicht Holtemmerichs (Staßfurt, 
Aschersleben und Halberstadt) immer weitere Fort- 
schritte mache, und wie vom Kyffhäuser durch die 
Goldene Aue bis zum Dühn- und Ohmgebirge Turm 
an Turm stolz emporsteige und Werk auf Werk 
neu erstanden sei. Vater Harz fürchtet, die Kon- 
kurrenz möchte zu groß werden, was Bleicherode- 
rich zugeben muß : 

„Syndikat nnfl Außenseiter 
^"'■'^f- -Stimmen mifft sehr wenig heiter." 



</ 



6 



.rr- 



Er tadelt die Verschleuderung des Kalis an das 
Ausland und mahnt zur Einigkeit : 

Einigkeit macht stark und reich; 
Jedem werd' das Seine gleich, 
Förderung in mäß'gen Grenzen, 
Gute Preise, dann wird glänzen 
Unser Kalibergbau hell." 

Er weist ferner darauf hin, daß nur Deutsch- 
lands ßoden Kalisalz.e birgt, und daß man kernen 
Anlaß habe, diese SShätze zu verschwenden: 

„Kaliwerke, alt und jung. 
Übet weise Mäßigung! , 

(iroß dann wird die Zukunft sein, 
Strahlend eures Glückes Schein 1 

Darauf folgt Gesang und Tanz der Nixen, die 
den Mai feiern, und die Gnomen versprechen, den 
Flüssen, dazubleiben und nicht auszuwandern. 

Vom Rathause her kommt Roland der Riese 
und kündet, daß Nordhausen Gäste in Fülle aufge- 
nommen habe, denen es, „niemals vergessend der 
Pfhcht" freudig und freundlich Gastfreundschaft 
biete Wie früher die Reichstage, so komme jetzt 
der Kalitag, und seine Mitglieder werden 
„Finden zu Fimdstätten sicher die Fährten." 

Es ertönt die Melodie: Glück auf. Glück auf! 
Der Steiger kommt, und Vater Harz ruft : 

■^■^■^- Auf . anf, tnm Kalitage hlnl 

Was seh' ich? Ei, wir sind scl.ou drin. 

Gnomen und Nixen bilden einen Kreis um 
Roland. Wilder Mann Harz und Roland rufen : 
Glückauf dem Kalitag! Und der wilde Mann halt 
dann eine längere Ansprache an die aus allen Gauen 
..-erschienenen Kahmänner und hebt, nachdeni er 
auf die Verdienste vieler hingewiesen, insbesondere 
diejenigen von Prof. l> r e c h t - Neustaßfurt und 
Geheimrat Schreiber hervor, letzterem noch 
emvYr langen und glücklichen Lebensabend wun- 

sehend. ^, , „ 

Bleicheroderich tadelt Vater Harz, daß er es 

unterlassen, ein Hoch auf die Damen auszubringen 

und ruft Droll (das Salz) herbei, um das Versäumte 

nachzuholen. Dieser erscheint und wirft dc^n Damen 

Blumen zu. Bleieheroderich bringt das Hoch auf 

die Damen aus. Nach den Worten Rolands : 



Am Sonntag den 19. begann vormittags 91/2 
Uhr im Krystallpalast die wissenschaftliche Sitzung, 
über die weiter unten berichtet werden wird. 

Die im Programm vorgesehenen Vorträge 
nebst den sich daran anschließenden Diskussionen 
füllten mit Ausnahme einer halbstündigen Früh- 
stückspause die Zeit bis zum Beginn des Festessens 
um 2 Uhr vollständig aus. 

■ Während der Sitzung unternahmen ca. 20 
Damen unter Führung der Herren Erster Staats- 
anwalt Dr. Freese, Gewerberat Tobias, 
Stadtbaurat Michael und Oberingenieur Streck- 
f u ß , von herrlichem Frühlingswetter begünstigt, 
einen' Rundgang durch die Stadt Nordhausen. 

Von dem Rolandstandbild vor dem Rathause 
aus ging der Weg über den Markt durch den Garten 
des Stadttheaters zur Promenade, die alte Stadt- 
mauer entlang, über den Hagen und Pferdemarkt 
durch die Engelsburg, am Lutherdenkmal vorbei 
zur Kutteltreppe und auf den Primariusgraben, 
dann durch die Ritterstraße am Dom vorbei zum 
Altendorf und in die Hohensteiner Straße; auf die- 
sem Wege wurden die hauptsächlichen für Nord- 
hausen charakteristischen Baulichkeiten sowie die 
vielen mak^rischen Blicke auf diese und — z. B. 
vom Primariusgraben aus und der Johannistreppe 
— die Untersta dt und die nähere und fernere Um- 



iH'iicnd berührt. 



Bergmann baut auf Hoffnung bieder, 
Glück gab Gott ihm als (Jewinn; 
Kunst und Kraft führt kühn ihn nieder; 
Sei gesegnet Hand und Sinn! 

.schließt Wilder Mann mit dem alten Harzspruch : 

Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, 
Gott schenke uns Allen ein fröhliches Herz! 

Der Chor fällt ein und singt dann zum Schluß 
noch das Lied „Das lustige Bergvolk", gedichtet 
vom Geheimen Bergrat Schollmeyer, Musik 
vom Geheimen Bergrat Runge: 

„Vorbei ist nun die harte Schicht! 
Stürmischer Beifall lohnte den Darstellern, die 
ihr bestes Können daran gesetzt hatten, die wohl- 
gelungene Dichtung wirkungsvoll zur Vorführung 
zu bringen, und Herr Dr. K u b i e r s c h k y 
sprach gewiß im Sinne aller, als er zum Schluß m 
Worten höchster Anerkennung die Dichter und 
Künstler des Abends feierte. 

Nunmehr wechselten gemvinsame Gesänge mit 
Solovorträgen, Quartetten ui>d scherzhaften Vor- 
trägen ab. 



In der Hohensteiner Straße wurde die Städti- 
sche Mädchen- und Kochschule und daran anschlie- 
ßend in der Grimmelallee die Stadtwaschanstalt 
und das Städtische Schwimmbad besichtigt, in 
welchen Gebäuden Herr Stadtbaurat Michael, 
als deren Erbauer, die spezielle Führung und sach- 
kundige Erläuterung der interessanten Einrichtung 
übernahm. 

Nach einem kleinen Spaziergang durch das 
Gehege zum Gehegeplatz endete der Rundgang dort 
im Restaurant Waldschlößchen mit einem kleinen 

Imbiß. ,. <. . j _, 

Das dann folgende Festessen verlief wiederum 

in heiterster Stimmung. 

Herr Oberbürgermeister Dr. C o n t a g brachte 
das Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, den Schirm- 
herrn und mächtigen Förderer der Industrie aus. 
Herr Dr. Scheit hau er verlas ein Be- 
grüßungstelegramm des Vorsitzenden des Vereins 
deutscher Chemiker, welches lautete : 

„Erfolgreichen Verlauf dem vierten deut- 
schen Kalitage, ein fröhliches Glückauf allen Teil- 
nehmern wünscht 

Prof. D u i s b e r g , 
Vorsitzender des Vereins deutscher Chemiker, ' 

und des Generaldirektors des Syndikats, Herrn 

G r a e ß n e r. ^ c- a 

Redner schloß daran seine Wünsche für das 
weitere Bestehen und Gedeihen des Kalisyndikats 
und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Kalitag 
zum Gelingen dieses Wunsches beitragen und der 
Kaliindustrie z^m Segen gereichen möge. 

Sodann nahm Herr Bürgermeister Becker 
das Wort zur nachfolgenden Rede : 

Namen^er Feststadt bin ich beauftragt, Ihnen 

Ire Freude darüber auszudrücken, daß 

') |er Zahl zu uns gekommen sind. Wir 






- <.^:n 



— '7 



liaben Jlinen, den Vertretern der Kaliindustrie, 
^ern unsere im ersten Frühlingsschmuck jirangende 
Stadt und ITmgebung gezeigt und Ihnen mit Stolz 
die Fortschritte auf kommunalem Gebiete vor- 
geführt. Diese Fortsehritte hängen zum guten 
Teile mit dem erfreulichen Aufsciiwunge des Kali- 
bergbaues vor den Toren unserer Stadt zusammen. 
Mag auch das Wort „Kali" in Verbindung mit dem 
Cedanken an Kuxe und Kursstürze hier und da in 
unserer Stadt gemischte Gefühle hervorrufen, so 
steht doch außer Zweifel, daß mit der Aufstellung 
jedes neuen Bohrturmes, mit der Abteufung jedes 
neuen Schachtes und mit Errichtung jeder weiteren 
Fabrikanlage eine wesentliche Steigerung von 
Handel und Wandel in unserer Stadt Hand in 
Hand gegangen ist. 

Sie, meine Damen und Herren, sind uns also 
doppelt liebe Gäste, mit denen in freundlichen Be- 
ziehungen zu bleiben, wir den lebhaftesten Wunsch 
hegen. Nun habe ich kürzlich in einem Bergmanns- 
liederbuche gesehen, daß das gestern und heute 
erklungene Steigerlied noch eine letzte Strophe hat, 
die den Bergmann als besonderen Freund des 
Artikels bezeichnet, der Nordhausen den Weltruf 
verschaffen hat. Obgleich Freund der iVläßigkeits- 
bestrebungen (Gelächter), möchte ich doch für unsere 
Branntweinindustrie den Wunsch hegen, daß auch 
ferner bei den Bergleuten, den Kalimännern und 
in der ganzen Welt die Freude an einem guten 
Tropfen alten Korns anhalten möge (Beifall). Wir 
haben aber noch eine Industrie, deren Erzeugnis 
tief unten, im Schacht wie oben in der Fabrik wohl 
schon ungezählte Verehrer, das aber bei Ihnen, 
insbesondere den Damen, noch nicht die gebührende 
Beachtung gefunden hat — ich meine den Kau- 
tabak. (Beifall.) Unser Wunsch ist es nun, die ge- 
nannten heimischen „K^'-l'rodukte, das Kali, den 
Kornbranntwein und den Kautabak in innigste 
Interessengemeinschaft zu bringen. (Lebhafte Zu- 
rufe. ) 

Um Ihnen nun unseren Gedankengang näher 
zu rücken, bitten wir die Herren, aus der Hand 
unserer jüngsten Nordhäuser einen „alten Nord- 
häuser" entgegenzunehmen, und bitten die Damen, 
einmal den Inhalt der kleinen Tabakdosen zu pro- 
bieren. (Laute Zustimmung.) 

Ihnen allen aber legen wir die Bitte ans Herz, 
sich der hier verlebten Stunden gern zu erinnern 
und uns bald wieder zu besuchen. Darum rufen wir 
Ihnen nicht ein Lebewohl zu, sondern ein freudiges : 

„Glückauf, auf Wiedersehen!" 
( Langandauernder Beifall. ) 

Kleine Knaben und Mädchen überreichten 
darauf den Herren Fläschchen Nordhäuser von so 
hohem Alter, daß selbst die Spender nicht in der 
Lage gewesen, den Jahrgang genau anzugeben, und 
den Damen wurde je ein Schächtelchen Kautabak 
edelster Sorte und vom feinsten, selbst den ver- 
wöhntesten Gaumen einer Dame zusagenden Ge- 
schmack überreicht. 

Der folgende Redner, Herr Bergrat Rich- 
ter, gab ebenfalls der allgemeinen Freude darüber 
Ausdruck, daß sich heute bei den wissenschaftlichen 
Verhandlungen des Vormittags, sovC/^j^J^r^r^ö'üli- 



rend der Besichtigungen wieder gel 



bei den jetzigen Erwerbs- und Verkehrsverhiilt- 
nissen Wissenschaft und Technik, Handel und In- 
dustrie Hand in Hand gehen. Einem solchen gegen- 
seitigen Miteinanderarbeiten verdanke doch unser 
deutscher Bergbau ebenfalls die hohe Stufe und be- 
sonders auch der Kalibergbau das Ansehen, dessen 
er sich im In- und Auslande erfreut. 

Versammlungen von Fachgenossen, von wissen- 
schaftlichen und praktisch beim^ Bergbau tätigen 
Männern, wie wir sie in unseren großen deutschen 
„Bergmannstagen" für den gesamten Bergbau und 
iii den „Kalitagen" im engeren Rahmen für den 
Kalibergbau haben, würden von allen Beteiligten 
deshalb auch mit Freuden begrüßt. Sie böten auf 
neutralem Boden nicht nur die willkommene Ge- 
legenheit der Annäherung und der Aussprache für 
diejenigen, die sich draußen im Wettbewerb viel- 
leicht bekämpfen müßten; sie gäben auch zum Aus- 
tausche von Erfahrungen, zur Anregung oder wei- 
teren Verfolgung neuer Gesichtspunkte und Ideen 
Anlaß. 

Redner feierte die Veranstalter der Kalitage, 
die Zweigvereine Sachsen-Anhalt und Hannover des 
Vereins deutscher Chemiker. Sein Hoch galt den 
anwesenden Vertretern jener Vereine, insbesondere 
dem Nestor der deutschen Kalichemiker, Herrn 
Prof. Dr. HeinrichPrechtzu Neu-Staßfurt, 
ferner dem Vorsitzenden und dem Schriftführer 
von Sachsen -Anhalt, Herrn Dir. Dr. Scheit- 
hauer-Waldau und Herrn Dir. Küsel zu 
Bernburg-Solvayhall, sowie dem Vorsitzenden von 
Hannover, Herrn Prof. Dr. Julius Precht zu 
Hannover. 

Schließlich brachte Herr Dr. Ing. Weis- 
köpf- Hannover ein Hoch auf die Damen aus. 
Seine weiteren Ausführungen wurden leider von 
der immer mehr anwachsenden Heiterkeit übertönt 
und waren nur den nächstsitzenden verständUch. 
Nach der Tafel fand eine photographische Auf- 
nahme der Teilnehmer statt. 

Der Abend brachte als Abschluß noch eine 
Festvors-tellung, die Operette: „Der Obersteiger", 
nach deren Beendigung ein gemeinsames Zusam- 
mensein der noch in Nordhausen verbleibenden 
seßhafteren Festteilnehmer in der Weinschänke 
zum Ritter den endgültigen Abschluß der Tagung 
bildete. 

Für den folgenden Tag war als Nachfeier ein 
Ausflug in das Ilfelder Tal geplant, über dessen Ver- 
lauf uns folgendes berichtet wird : 

Die Teilnehmer an der Nachfeier — etwa 50 
Damen^'und Herren — versammelten sich am 
IL Mai morgens auf dem Bahnhof der Harzquer- 
bahn, um bei schönem Wetter von hier aus mit dem 
fahrplanmäßigen Zuge 8,58 Uhr den Ausflug in den 
Harz anzutreten. Für die in der Festordnung vor- 
gesehene größere Fußtour war keine Stimmung vor- 
handen, so daß die gesamten Teilnehmer bis zur 
Station Tiefenbachmühle fuhren. Unter Führung 
des Herrn Regierungs- und Baurat Sobetzko, 
der mit Herrn Stadtrat H e r t z e r zusammen den 
Plan für den Ausflug in liebenswürdiger und sach- 
kundiger Weise festgelegt hatte, und des stellver- 
tretenden Vorsitzenden des Nordhäuser Harzklub- 
--A. '^y^reins, Herr^ Photograph S c h i e w e c k , 



•<''Al 



Vi;- 



— 8 — 






erreichte man nach etwa einstündiger Wanderung 
den Karlsturm, dessen prächtige Aussicht die 
Mühen des Aufstieges reichHch lohnte. Bei dem ^ 
3 Minuten vom Karlsturm entfernt liegenden Karls- 
haus — einer einfachen Schutzhütte — war für 
einen Imbiß gesorgt, dem von den Teilnehmern, 
welche sich gruppenweise lagerten und gleichzeitig 
die schöne Aussicht auf die nahegelegenen Wälder 
und das dahinter aufragende, mit Schnee be- 
deckte Brockenmassiv genossen, derart eifrig zu- 
gesprochen wurde, daß die Nachzügler auf den 
Aufschnitt zum Brot verzichten mußten, was aller- 
dings auch dadurch erklärlich wird, daß etwa 10 
Personen mehr am Ausflug teilnahmen, als sich 
ursprünglich angemeldet hatten. 

Auf schönem Wege wurdeVder Rückmarsch 
zur Station Tiefenbacher Mühle angetreten, woselbst 
ein Extrazug der Teilnehmer harrte, um sie nach der 
Station Netzkater zu führen. In dem idyllisch schön 
gelegenen Restaurant Netzkate^r wurde in heiterster 
Stimmung das vorher bestellte Mittagsmahl ein- 
genommen, bei welchem die berühmte Harzer 
Forelle nicht fehlte, und Herr Giesemann- 
Bernburg in schwungvoller Rede den Damen 
huldigte. Die größte Zahl der Teilnehmer mußte 
bereits um 4 Uhr das schöne llfelder Tal verlassen, 
um mit dem 4 Uhr 18 Minuten von der Station 
Netzkater abfahrenden Zuge nach Nordhausen zu 
fahren und weiter die Anschlußzügo, die sie nach 
den Festtagen des IV. Deutschen Kalitages wieder 
in ihre Heimat befördern sollten, zu erreichen. 

Der Rest der Teilnehmer — etwa 20 Personen — 
verbrachte in Behaglichkeit und beim Genießen der 
eben neu erwachenden Natur den Nachmittag im 
llfelder Tal, den Ausflug abschließend mit einer 
Wanderung vom Netzkater nach Ilfeld, einen Weg, 
welcher als die Perle des Unterharzes bezeichnet 
werden kann. Der Ausflug wird sicherlich sämt- 
lichen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung ver- 
bleiben. 

Damit fand der IV. Deutsche Kalitag, der alle 
Teilnehmer gewiß vollauf befriedigt hat, und dessen 
sie sich stets gern erinnern werden, seinen Abschluß. 

Dem überaus tätigen Ortsausschusse und seinem 
Vorsitzenden, Herrn Bergrat Richter, ebenso 
dem Schriftführer, Herrn Berginspektor Liebe- 
nam, die mit ganz besonderer Liebe zur Sache 
ihres Amtes gewaltet, der Stadtverwaltung mit 
Herrn Oberbürgermeister Dr. C o n t a g an der 
Spitze, der Bürgerschaft Nordhausens, sowie allen, 
welche mitgewirkt haben, den Nordhäuser Kalitag 
zu einem so wohlgelungenen und interessanten zu 
gestalten, sei auch an dieser Stelle nochmals herz- 
lich gedankt. 

II. Hissenschaftliche Sitzung. 

Um 91/2 Uhr eröffnet der Vorsitzende des Be- 
zirksvereins für Sachsen- Anhalt, Herr Direktor 
Dr. S c h e i t h a u e r, die Versammlung mit fol- 
genden Worten ; 

Sehr geehrte Herren! Im Namen der Bezirks- 
vereine Hannover und Sachsen- Anhalt des Vereins 
deutscher Chemiker eröffne ich die Festsitzung des 
IV. Deutschen Kalitages und heiße Sie alle herzlich 
willkommen. Ich begrüße unsere werten Gäste, im 
besonderen : 



Herrn Dr. C o n t a g , Oberbürgermeister der Fest- 
stadt Nordhausen, 
Herrn Stadtrat H e r z e r , Vorsitzenden der Han- 
delskammer der alten Hansastadt Nordhausen, 
Herrn Bergrat Richter als Vertreter der Preu- 
ßischen Bergbehörden, 
den stellvertretenden Landrat Herrn Regierungs- 
assessor A n d r e a e , 
Herrn Gewerberat Tobias, 
Herrn Bergrat Siemens, Vorsitzenden des deut- 
schen Braunkohlenindustrie- Vereins, 
Herrn Bergrat Neubauer, Vorsitzenden des 

Vereins der deutschen Kaliinteressenten, 
Herrn Dr. L o e w e , Geschäftsführer desselben 

Vereins, 
Herrn Ingenieur Andre, Vertreter des Vereins 
zur Wahrung der Interessen des Hannover- 
schen Kalibergbaues. 

Den Herren vom Bezirksverein Hannover ent- 
biete ich im Namen des Bezirksvereins Sachsen- 
Anhalt unseren freundschaftlichsten Willkommens- 
gruß. 

Ich freue mich, eine so rege Beteiligung an dem 
diesjährigen Kalitag feststellen zu können, und 
möchte hier nochmals hervorheben, daß wir dieses 
nicht zum geringsten Teile der gastlichen Stadt 
Nordhausen mit dem so arbeitsfreudigen Ortsaus- 
schusse zu danken haben. Es ist wohl in ihrer aller 
Sinne, wenn ich hier dem Magistrate, der Stadt- 
verordnetenversammlung und der Bürgerschaft der 
alten Reichsstadt Nordhausen unseren herzlichsten 
Dank ausspreche für die überaus freundliche Auf- 
nahme, die wir hier gefunden haben! 

Darauf ergreift Herr Oberbürgermeister Dr. 
Contag das Wort. Er dankt herzlich für die 
liebenswürdigen Worte des Herrn Vorsitzenden, 
begrüßt die Versammlung und bemerkt, daß schon 
aus lokalegoistischen Gründen — wenn dieses Wort 
gestattet ist — die Stadt der KaUindustrie und dem 
Bergbau große Anteilnahme entgegenbringt. Er 
wünscht den Verhandlungen einen guten Verlauf 
und entschuldigt das Fernbleiben des Herrn Ober- 
präsidenten der Provinz Sachsen Hegel und des 
Herrn Regierungspräsidenten in Erfurt Fidler, 
letzteren unter Vorlegung eines Begrüßungstele- 
grammes. 

Sodann hält Herr Bergrat Richter folgende 

Begrüßungsrede : 

M. H. ! Ich danke Ihnen für die dem Vertreter 
der Bergbehörde gewidmete freundliche Begrüßung. 
Leider sind von den preußischen Bergbehörden, wie 
die Herren dem Festausschusse schriftlich mitgeteilt 
haben, der Herr Oberberghauptmann und Ministe- 
rialdirektor V. V e 1 s e n zu Berlin, sowie Herr Berg- 
hauptmann Krümmer zu Claustal und Herr 
Berghauptmann Scharf zu Halle zu ihrem Be- 
dauern verhindert, persönlich an dem IV. deutschen 
Kalitage teilzunehmen. Ich bitte Sie daher, von 
mir, als den für die Stadt Nordhausen zuständigen 
Königlichen Bergrevierbeamten den Gruß der Berg- 
behörde entgegenzunehmen. Ich heiße Sie in mei- 
nem schönen Bergrevier Nordhausen- Stolberg 
bestens willkommen. 

Die reichen Schätze an Edelsalz sind zwischen 
der Hainleite^dcm Dühn und dem Ohmgebirge 
einfir""'" ' w ^^^ Kyffhäuser und dem Harze 
kt während des letzten Jahrzehnts 







— 9 — 



in so großer und unerwarteter Ausdehnung völlig 
erschlossen worden. Mit diesem ungeahnten Auf- 
schwünge des Südharzer Kalibergbaues ist die 
Stadt Nordhausen eng verbunden. Sie ist damit 
auch in den Kieis der modernen Bergstädte ein- 
getreten. Immerhin hat der Name Nordhausen 
aber auch schon bei den Bergleuten früherer Zeiten 
einen guten Klang gehabt. Die Berggeister haben 
Ihnen in dem Festspiele gestern abend erzählt, daß 
in den benachbarten Stoiberger Grafschaften und 
in der Grafschaft Hohenstein schon seit langer Zeit 
Bergbau umgegangen ist. Hier haben bereits im 
grauen Mittelalter zahlreiche fleißige Hände die 
Schätze der Erde zutage gebracht. Aber im vorigen 
Jahrhundert ist das fröhliche Glückauf der Berg- 
leute an vielen Orten allmählich wieder verstummt. 
Der größte Teil jener Erz-, Eisenstein-, Schwerspat-, 
Flußspat- und Steinkohlengruben ist dort, aller- 
dings nicht wegen Verhiebs der Lagerstätte, ein- 
gestellt worden. Jene Werke scheinen vor allem 
aus Mangel an Betriebskapital zum ErHegen ge- 
kommen zu sein. Auch an guten Zufuhr- und Ab- 
fuhrstraßen hat es damals gefehlt. Die unzureichen- 
den Maschinen konnten vielfach der Wasser nicht 
mehr Herr werden. 

M. H.! Diese Verhältnisse haben sich heute 
ganz anders gestaltet. Jene Landschaften werden 
jetzt von einem Netze vorzüglich angelegter Chaus- 
seen durchzogen. Die Eisenbahnen umspannen 
nicht nur den Harz, sie haben auch zahheiche 
Zweiglinien in die früher so abgelegenen Täler hin- 
eingeschoben. Und der heutigen Technik bieten 
selbst die stärksten Wasserzugänge keine unüber- 
windlichen Schwierigkeiten mehr. 

Ich glaube, daß der deutschen Industrie und 
dem deutschen Kapitalmarkte in jenen alten Gang- 
gefilden des Südharzes noch ein weites und auch 
ein ersprießliches Arbeitsfeld erblühen kann. 

Die Gnomen haben Ihnen gestern ferner ge- 
schildert, wie die Steinkohlen bei Sülzhayn und bei 
Ilfeld kaum bis auf die Talsohle abgebaut sind. 
Und warum sollte die Kohle, die durch Stollen- 
bauten in 1—2 m, stellenweise sogar in 3 m Mäch- 
tigkeit angetroffen wurde, unter der Talsohle nicht 
mindestens in der nämlichen Mächtigkeit fort- 
setzen? Es ist bekannt, daß zwar ein nicht un- 
wesentlicher Teil jener Kohle verdrückt und zer- 
klüftet oder versteinert ist. Aber die heutige Tech- 
nik verwertet bekanntlich auch die unreine, früher 
auf die Halde gebrachte Kohle vielfach schon mit 
großem Erfolge in den Gaskraftmaschinen. So liegt 
es auch hier nahe, nur die guten Kohlen des Süd- 
harzes als Kessel- und Heizkolile zu verwenden, 
die schlechten Kohlen an Ort und Stelle aber so- 
gleich in elektrische Kraft umzuwandeln. 

Sie sehen, m. H., in allem haben wir auch hier 
noch ein weites Arbeitsfeld. Es wäre zu wünschen, 
daß ein Teil des deutschen Kapitals sich den von 
mir gestreiften Gebieten unseres Südharzes wieder 
zuwenden möge. 

Nun, m. H., indem ich Sie seitens der Berg- 
behörde nochmals bestens \\illk<immen heiße, 
wünsche ich Ihren Beratungen die schönsten Er- 
folge. 

Der Vorsitzende dankt Herrn Oberbürger- 
meister Dr. C o n t a g und Herrn Fm^SSSS^^^ '>' 
l c r für ihre freundlichen Entgegn» "^ -x,ti 



Es erhält nunnielir Herr Privatdozent Dr. K. 
E r d m a n n - Halle a. S. das Wort zu seinem Vor- 
trage über 

„lUi' Entstiluni},' der Kulisulzlajserstätteii." 

[Der Vortrag ist durch Literaturangaben und durch 
einige Anmerkungen vervollständigt.] 



M H. ! Das Thema, über welches ich zu Ihnen 
reden will, ist im Laufe des letzten halben Jahr- 
hunderts häufig behandelt worden. Fast mochte es 
überflüssig erscheinen, „Die Entstehung der Kali- 
salzlagerstätten" hier wieder zur Sprache zu bringen, 
nachdem erst im vorigen Herbste durch eine Fest- 
Schrift des X. Allgemeinen Deutschen Bergmanns- 
tages Deutschlands Kalibergbau ausführlich ge- 
schildert und von autoritativer Seite, nämlich von 
der Königlichen geologischen Landesanstalt mit 
großer Sorgfalt das geologische Material zur Kennt^ 
nis der Salzlagerstätten zusammengetragen und 
übersichtlich dargestellt ist. Die Dickleibigkeit 
dieses Festbandes hat vielleicht den einen oder 
anderen vom näheren Studium abgeschreckt: aber 
nicht hierin will ich die Rechtfertigung meines 
heutigen mündliehen Vortrages, der in möglichster 
Kürze nur die Hauptpunkte des Salzproblems be- 
handeln soll, suchen, sondern darin, daß die Frage, 
um die es sich handelt, die Entstehung der Salz- 
lager, tatsächlich zwei Seiten hat und von zwei 
verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden 
kann: von dem des Geologen und von dem 
des Chemikers. 

Wenn in der erwähnten Festschrift die geo- 
logischen Momente, welche für die Entstehungs- 
geschichte der Zechsteinsalze in Betracht kommen, 
durch den Könighchen Landesgeologen Herrn H. 
E verding erschöpfend gewürdigt sein mögen, 
so kann dies von den chemischen nicht in 
gleichem Maße gesagt werden. Das „Audiatur 
et altera pars" ist hier um so mehr am Platze, als 
eine gewisse Animosität gegen die Chemie und 
ihre Vertreter durch jene Darlegungen hindurch- 
schimmert. 

Den gegen die Chemiker erhobenen Vorwurf, 
sie hätten die Weiterentwicklung der Salzlager- 
stättengeologie durch schematische Betrachtungs- 
weise außerordentlich verzögert!), halte ich für sehr 
ungerecht. Vielmehr stehe ich auf dem Standpunkt, 
daß die chemischen und chemisch-physikahschen 
Forschungen — ich darf hier besonders hinweisen 
auf die bewunderungswürdigen Untersuchungen 
eines v a n ' t H o f f und seiner Mitarbeiter — erst 
den wahren Prüfstein abgeben, ob die zunächst von 
Geologen und Männern des Bergfaches aufgestellten 
Anschauungen über die Bildung der deutschen Salz- 
lager richtig, d. h. mit bestimmten Naturgesetzen 
in Einklang sind. Die Chemie wird sich bei Dis- 
kussion dieses Problems nicht zurückdrängen 
lassen, sie hat hier ein gewichtiges, vielleicht das 
entscheidende Wort mitzusprechen. 

Im übrigen bin ich der Meinung, daß es sehr 
falsch wäre, einen Gegensatz zwischen den beiden 
naturwissenschafthchen Disziplinen zu konstru- 
ieren : gemeinsam und in gegenseitiger Achtung 



:a 



^ i)Everding, 

i 



Deutschlands Kalibergbau 



— 10 — 



und Würdigung der Schwester Wissenschaft sollten 
sie sucken, die Wahrheit zu erforschen. 

Nach diesen einleitenden Bemerkungen gehe 
ich zu meinem eigentlichen Thema über. 

Die deutschen Salzmineralien entsprechen im 
großen und ganzen den Salzbestandteilen, welche 
im Meerwasser aufgelöst sind, und frühzeitig kam 
man nach der mit Beginn der zweiten Hälfte des 
19. Jahrhunderts erfolgten Entdeckung der Staß- 
f urter Kalisalzlager zu der Überzeugun , daß sie 
entstanden sein müßten durch Verdunstung von 
Salzwasser. Wenn auch G. B i s c h o f 2) noch im 
Jahre 1855 es für nötig hielt, die Ansichten der Geo- 
logen aus der plutonischen Schule zu widerlegen, 
welche das Steinsalz an manchem seiner Fundorte 
als eine in Spalten aufgestiegene oder sublimierte 
Masse betrachteten, so konnte eine solche veraltete 
Anschauung doch für die Staßfurter Lager am 
allerwenigsten in Betracht kommen. Die Regel- 
mäßigkeit der ganzen Ablagerung, die schichten- 
förmige Aufeinanderfolge der verschiedenen Salze, 
von denen die leichtlöshchsten das Hangende 
bilden, die schwerlöslichen nach der Tiefe hin zu- 
nehmen, mußten, wie der Dirigent der Staßfurter 
Salzwerke, Bergrat F. B i s c h o f 3), schon in der 
ersten Auflage seiner Schilderung der Kalisalzlager 
betont, die Bildung der Salzstöcke aus wässeriger 
Lösung zur Gewißheit erheben. 
■*^ Offen blieb zunächst die Frage, ob die ur- 
^prüngliche Salzlösung ein nahezu abgeschlossener 
Teil des Meeres war, dessen Zusammenhang mit 
dem offenen Meere allmählich ganz aufgehoben 
wurde, oder aber em salziger Binnensee, dem durch 
Auslaugung benachbarter saliner Formationen Salz- 
zuflüsse fortwährend zugeführt w^irden. Ohne fort- 
gesetzten Zugang an Salzwasser konnten selbst- 
verständlich Lager, die bei Staßfurt eine Mächtigkeit 
von etwa 900 m erreichen, nicht gebildet werden. 
Da nämlich 100 1 Ozeanwasser rund 4,1 kg, oder 
dem Volumen nach 2 1 Salze enthalten — ich 
spreche hier von krystallwasserhaltigen Ausschei- 
dungen — , so bleibt von einer 100 m tiefen Salz- 
wassersäule beim Verdunst*m nur eine Schicht von 
2 m Mächtigkeit zurück. Um ein Lager von 900 m 
Mächtigkeit zu bilden, würde bei einmaliger Ver- 
dunstung von Meerwasser eine Tiefe des ursprüng- 
lichen Salzsees von etwa 45 000 m erforderlich sein; 
das ist drei- bis viermal soviel, als die größte Tiefe 
unserer heutigen Meere beträgt. 

Man muß daher annehmen, daß das Salzwasser 
in einem mehr oder minder großen Becken ver- 
dunstete unter stetigem oder intermittierendem Zu- 
fluß neuen Salzwassers. H u g h - M i 1 1 e r *) und 
C h. L y e 1 1 ö) haben bereits m der ersten Hälfte 
des vorigen Jahrhunderts die Bildung der Salzlager 
so zu erklären versucht, daß ein durch Senkung 
entstandenes Becken sich über eine Sandbank wieder- 
holt mit Meerwasser füllte. In Deutschland vertrat 
Prof. G. B i s c h o f die nämliche Anschauung der 
Salzlagerentstehung infolge beschränkter Kommu- 

2) Lehrbuch der chemischen und physikali- 
schen Geologie 1855, II, 1607. 

3) Die Steinsalzwerke bei Staßfurt, 1. Aufl. 

1864, 14. 

4) First impressions of England 1847, 183, 214. 
6) Principles of Geolögy, London 1833, unr' 

Geologie, Berhn 1858, II, 96. 



nikation einer Meeresbucht mit dem Ozean. Er 
schreibt in seinem Lehrbuch der chemischen und 
physikalischen Geologie«) : „Wird eine Meeresbucht 
durch Sandbänke vom Ozean so abgetrennt, daß 
nur eine beschränkte Kommunikation übrig bleibt, 
so werden infolge der Verdunstung des eingeschlos- 
senen Meerwassers Salzabsätze wie in den Salz- 
gärton des Mittelländischen Meeres entstehen. Wird 
eine solche Bucht von den Salzbänken so einge- 
schlossen, daß nur zur Zeit der Flut das Wasser 
des Ozeans über sie fließen kann, so wird das ver- 
dunstende W^asser immer wieder ersetzt, und die 
Salzabsätze dauern fort, bis die ganze Bucht durch 
sie und durch mechanische Sedimente ausgefüllt ist. 
Würde z. B. das Rote Meer oder der Persische 
Meerbusen auf solche Weise vom Ozean abgetrennt, 
so würden sich unter der Voraussetzung, daß die 
Süßwasserzuflüsse weniger als die Verdunstung be- 
trügen, was von diesen in und nahe an der heißen 
Zone gelegenen Meerbusen angenommen werden 
kann, Salzlager von einer Ausdehnung bilden, gegen 
welche unsere europäischen verschwänden. 
Dies waren die Anfänge der sog. „Barren- 
theorie"'), welche von c h s e n i u s 8) 1877 wieder 
aufgenommen und mit großer Energie verfochten, 
seitdem von vielen ah Dogma betrachtet und von 
manchem Katheder gelehrt wurde. Genau be- 
trachtet, kann sie indessen als eine rein hypo- 
thetische Annahme keinen Anspruch auf dj^ 
Bezeichnung „Theorie" erheben. 

Ochsenius geht von der Voraussetzung 
aus, daß alle Salzlager aus Meerwasser entstanden 
sein müßten, und zwar durch Verdunstung in mehr 
oder weniger scharf abgetrennten Teilen des Ozeans, 
also in Baien, Buchten oder Haffen. In solchen 
Meerbusen sinkt die durch starke Verdunstung ent- 
stehende, spezifisch schwere Salzlösung zu Boden; 
ist die Meerenge, welche den Busen mit dem Ozean 
verbindet, tief, so kommen in ihr zwei Strömungen 
in entgegengesetzter Richtung zustande : in den 
oberen Schichten strömt Ozeanwasser ein, während 
ein konzentrierteres Salzwasser als Unterstrom aus 
dem Meerbusen herausfließt. Dies sind Verhältnisse, 
wie sie beim Mittelmeer in der Straße von Gibraltar, 
beim Roten Meer in der Straße Bab el Mandeb tat- 
sächlich vorliegen. 

Ochsenius denkt sich nun eine solche 
Meerenge versandet, durch die Stoßkraft von Sturm- 
wellen eine Barre aufgeworfen, welche nur noch 
* so viel Meerwasser eintreten läßt, als an der Ober- 
fläche des Busens verdunstet. Die zu Boden sinkende 
Salzlösung kann jetzt aus dem Becken nicht aus- 
fließen, sie reichert sich bis zur Sättigung an Chlor- 
natrium an und scheidet dieses am Boden aus. Nach- 
dem im Laufe der Zeit auf solche Weise Steinsalz 
in 1000 m Mächtigkeit abgelagert war, während die 
leichtlöslichen Salze sich in der über dem Steinsalz 
stehenden Flüssigkeit mehr und mehr anreicherten, 
erreichten diese Mutterlaugensalze nach Ochse- 

8)17 Aufl. 1855, II, 1718; ebenso 2. Aufl. 1864, 

IT, 48. , TT i. 

7) Der Ausdruck „Barre" rührt von H u g h - 

"\T i 1 1 p, r her. 

8) Die Bildung der Steinsalzlager, Halle 1877; 
Bedeutunftil<^orographischen Elementes „Barre", 

H:^ ^^^"N Reolog. 1893, Heft 5 u. 6 und an 

I 
V 






■^ 



"NP 



-- 11 



i 



n i u s schließlich die Unterkanto der Barre und 
flössen teilweise in den Ozean zurück. Dann aber 
schloß der Ozean die Barre vollständig, und die 
übrig gebliebene Mutterlauge kam in der Sonnen- 
hitze ebenfalls zur Krystallisation. Ein treffendes 
Beispiel, wie der geschilderte Vorgang noch heute 
zur Entstehung mächtiger Salzniederschläge führt, 
soll der Karabugas (Adschidarjabusen) an der Ost- 
seite des Kaspisees bieten. Diese hier kurz wieder- 
gegebene Auffassung von der Bildung der Salzlager 
hat Ochsenius noch in einer Veröffentlichung 
vom Jahre 1905 vertreten^). 

Ihr ist von Johannes Walther eine 
wesentlich andere Anschauung gegenübergestellt 
worden. Dieser -hervorragende Kenner und Durch- 
forscher der Wüsten von Nordafrika, Nordamerika 
und Zentralasien betont in seiner Einleitung in 
die Geologie der Gegenwart^*'), namentlich aber in 
seinem Buche über das Gesetz der Wüstenbildungii), 
in einer Abhandlung über die Entstehung von Salz 
und Gipsi2)^ sowie in seiner ganz kürzlich erst er- 
schienenen Geschichte der Erde und des Lebensi^) 
nachdrücklich, daß es heutzutage keine Barren am 
Meere gibt, welche die Entstehung großer Salzlager 
unserem Verständnis näher brächten. Die Barre sei 
eine hypothetische Konstruktion, welche weder 
in der Gegenwart, noch auch auf irgend einem geo- 
logischen Profil beobachtet worden ist. Hingegen 
käme eine Bildung von Salzlagern noch gegenwärtig 
häufig zustande in den abflußlosen Salzseen der 
Steppenländer. 

Schon vor langer Zeit (1864) hat F. B i s c h o f i*) 
die Seen zwischen Ural und Wolga, namentlich den 
Eltonsee, ferner das Tote Meer und andere salz- 
haltige Binnenseen zur Erklärung der Entstehung 
von Salzlagern herangezogen. Auch der Karabugas- 
busen ist nichts weiter als die Haffbildung eines 
Binnensees, in welchem das Wasser der Wolga, des 
Ural und anderer Flüsse verdunstet, nachdem ein 
großes Gebiet des russischen Reiches durch dieses 
im Kaspisee zusammenströmende Wasser ausge- 
laugt worden ist. Wie die Wolga im Kaspi, so ver- 
dunstet der Amudarja im Aralsee, der Bärenfluß 
im großen Salzsee. 

W a 1 1 h e r bezeichnet, ohne auf die näheren 
Umstände einzugehen, unter denen die einzelnen 
Salzlager entstanden sind, im allgemeinen ein 
regenarmes Wüstenklima als notwen- 
dige Vorbedingung für die Bildung großer Salzab^. 
lagerungen. Hierunter ist ein Klima zu verstehen, 
bei welchem die durchschnittliche jährliche Ver- 
dunstung größer ist als die Gesamtheit der atmo- 
sphärischen Niederschläge. 

Kommt hinzu, daß das Land keinen Abfluß 
nach dem"Meere hat, so sind die Bedinungen für 
Salzanhäufung gegeben. Die atmosphärischen Nie- 
derschläge laugen die Gebirge und den Erdboden 
aus und führen die gelösten Salze, sei es, daß diese 



9) Z. f. prakt. Geolog. 1905, 167. 

10) Bd. III, Lithogenesis, 1S93. 

11) Berlin 1900, Verl. von Dietrich Reimer. 

12) Die Entstehung von Salz und Gips durch 
topographische oder klimatische Ursachen ; Zentralbl. 
f. Mineral. 1903, 211. 

13) Leipzig 1908, Verlag von Veit & Co. 
1*) Die Steinsalzwerke bei Stalj^'^.5)^^^Aufl., 

1864, 41. / ''^^i^Tj 



aus der Verwitterung der verschiedenen Fels- 
artenis), aus vulkanischer Tätigkeit oder aber 
hauptsächlich aus dem Salzgehalt ursprünglich 
mariner Formationen herrühren, nach den Depres- 
sionen des Gebietes. Hier bildet sich nun eine na- 
türliche Salzpfanne; das Wasser verdunstet unter 
Zurücklassung der gelösten Bestandteile. Da kein 
Salz aus dem System herauskann, so gewährt das 
Ganze ein getreues AbbUd eines Extraktionsappa- 
rates in gewaltigem Maßstab. Das bekanntest« 
Beispiel einer solchen versalzten Wüstendepression 
bietet das Tote Meer dar. 

Ist ein Salz- oder Gipslager frei von Resten 
der Meeresfauna, so kann nach Walther an eine 
Bildung aus Meerwasser nach der „Barrenhypo- 
these" nicht gedacht werden. Die älteren Salz- 
lager sind aber in der Regel völlig fossilfrei; im 
Salzlager von Staßfurt ist, abgesehen von seiner 
Salztondecke, noch niemals ein Fossil gefunden 
wordeniö). 

W a 1 1 h e r s Auffassung einer kontinentalen 
Salzlagerbildung in Wüsten und Steppen, die übri- 
gens auch schon von Richthofen in seinem 
berühmten Werke über China vertreten worden ist, 
hat den offenbaren Vorzug, daß sie die Erklärung 
der Existenz von Salzlagern an Vorgänge anknüpft, 
die heute noch stattfinden. 

A. P e n c k 1'), welcher nachwies, daß die 
Salz- und Gipslager des mittelspanischen Tertiärs 
nicht marinen Ursprungs sein können, stimmt darin 
mit W a 1 1 h e r völlig überein, daß die Bildung von 
Steinsalzlagem sich gegenwärtig nur in seltenen und 
räumlich sehr beschränkten Fällen an das Meer 
knüpfe, da eine Gliederung und Abschnürung von 
Meeresteilen höchstens mit kleinen Flächen zu- 
stande kommt. Der Hauptschauplatz der Gips- 
und Steinsalzbildungen liegt jetzt in den konti- 
nentalen Bi n n engebieten im Bereiche 
des salzhaltigen Bodens. 

Wenn wir vom chemischen Standpunkte aus 
der Frage näher treten, ob in den deutschen Zech- 
steinlagern Bildungen im Sinne von Ochsenius 
oder von W a 1 1 h e r vorliegen, so wird ein sorg- 
fältiger Vergleich der Zusammensetzung des Meer- 
wassers mit der Zusammensetzung der Salz- 
lager von Bedeutung sein. Wir wollen daher in 
dieser Richtung die genannten beiden großartigen 
Salzvorkommen in der Natur, das flüssige und das 
feste, einer Betrachtung, wenn auch nur in ge- 
drängter Kürze, unterziehen. 

Es ist ein Verdienst des dänischen Professors 
Forchhammer i»), zuerst die Einheit- 



15) Es sei hier auf den Chlorgehalt des Apatits, 
vor allem aber auf den durchschnittlich etwa 2% 
betragenden Gehalt der krystallinischen 
Urgesteine an Chloralkali hingewiesen; vgl. O. 
K u n t z e , Geogenetische Beiträge, Leipzig 1895. 

16) Hingegen enthält das im Tertiärgebirge auf- 
tretende Salzlager von Wieliczka marine 
Schnecken und Muscheln vielfach und stellenweise 
massenhaft angehäuft : A. R e u ß , ,,Die fossile 
Fauna der Steinsalzablagerung von Wieliczka" 
Sitz. Ber. Akad. Wien 1867; N i e d z w i e d z k i , 
Beitrag z. Kenntnis der Salzformation von Wie- 
hczka und Bochnia 1883, S. 95 ff. 

17) Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin 29, 
126 (1894). 

18) Phil. TransBct. London 155, 203 ^1865). 



i! 



lichkeit der Zusammensetzung des 
Meerwassers hinsichtlich seines relativen. Ge- 
haltes an Salzen festgestellt zu haben. Während die 
durchschnittliche Konzentration von 3,53% auf- 
gelöstem Gesamtsalz stärkeren Änderungen unter- 
liegt, ist das Verhältnis der im Seewasser ge- 
lösten Bestandteile, von ganz geringfügigen Schwan- 
kungen abgesehen, vom Pol bis zum Äquator, von 
der Meeresoberfläche bis zur Tiefsee, gleich, sobald 
nur das Wasser von der hohen See geschöpft ist, 
weit entfernt von den Küsten. 

Daß qualitativ eine große Anzahl von Ele- 
menten im Meerwasser zu finden ist, — man hat 
bisher 34 verschiedene nachgewiesen — . ist leicht 
verständlich, wenn man bedenkt, daß das Meer 
ein Sammelbassin ist für die Wassermassen, welche 
den größten Teil des Festlandes auslaugen, und 
wenn man ferner berücksichtigt, daß es kaum ein 
Element gibt, welches nicht in irgend einer Form in 
Wasser etwas löslich wäre. 

Jedoch interessieren uns hier nicht Bestand- 
teile, die in den allerminimalsten Spuren nachweisbar 
sind, sondern nur solche, die bei Verdunstung des 
Seewassers a's mineralsalzbildend noch in Betracht 
kommen können. 

Das sind von elektronegativcn Salzbildnern: 
Chlor, Brom, Schwefelsäure, Koh- 
lensäure, wenig Jod, Borsäure und 
Kieselsäure; von elektropositiven : N a t r i u m 
Kalium, Magnesium, Calcium, etwas 



12 — 

Eisen und Tonerde, in sehr geringer Menge 
Rubidium, Cäsium, Lithium, Am- 
monium, Thallium. 

Zunächst wenden wir unsere Aufmerksamkeit 
den Hauptbestandteilen des Ozeanwassers zu. Sie 
sind ihrer Menge nach an den verschiedensten 
Punkten des Weltmeeres durch sorgfältige und um- 
umfassendc analytische Untersuchungen vielfach 
festgestellt worden, namentlich durch Bearbeitung 
des Materials, welches wissenschaftliche Schiffs- 
expeditionen, wie die englische Challengerexpedition 
(1873 — 1876) und die österreichische Polaexpedition 
(1890 und 1891) mitgebracht haben. 

Die Tabelle 1 enthält eine Zusammenstellung 
der mittleren Werte, welche von verschiedenen 
Forschern gefunden worden sind. Die Originalanaly- 
sen sind, soweit erforderlich, auf Ionen umgerechnet. 

Die Vertikalkolumne I gibt die Analysen von 
U s i g 1 i o wieder, welcher sich in einer vielzitierten 
Abhandlung aus dem Jahre 1849 eingehend mit der 
Zusammensetzung des Mittelmeerwassers beschäf- 
tigt hat. 

Es folgen in Kolumne II die Zahlen für Ozean- 
wasser nach Forchhammer, sodann unter III 
Durchschnittswerte von 77 Analysen, durch welche 
D i 1 1 m a r die Wasserproben der Challengerexpe- 
dition untersucht hat, während die vierte Kolumne 
Durchschnittswerte von Mittelmeerwasser nach 
Befunden der österreichischen Polaexpedition wie- 
dergibt. 



Tabelle 1. 
Zusammensetzung von Meerwasser. 



Mittelmeer- »») 

wasser 

nach Usiglio«»). 

In 2657 g 



Cl [54,39] 
Br [1,15] 
SO4 7,75 
GOs 0,20 
Ca 1,18 
Mg 3,56 
K [0,70] 
Na [31,07] 
Fe 24) 0,005 



n 

Ozeanwasser 

nach 

Forchhammer"). 

In 2922 g 



III 

Ozean w {isser 

nach 

Dittmar««). 

In 2676—3029 g 



IV 

Mittelmeer- 
wasser !•) 
nach Natterer*'). 
In 2531-2615 g 



Durchschnitt 



Verhältiiiszahlen 
für Cl = 100 



} 



[55,52] 
• 7,92 

1,16 
3,67 

[0,89] 
[30,83] 



55,29 
0,19 
7,69 
0,21 
1,20 
3,73 
1,10 

30,59 



55,30 
0,18 
7,69 
0,19 
1,19 
3,81 
1,15 

30,49 



55,295 
0,185 
7,762 
0,200 
1,182 
3,692 
1,125 

30,540 



Gesanitsalz^Sj 

100,00 ::^ 



99,99 



100,00 



100,00 



100 
0,335 

14,04 
0,362 
2,163 
6,677 
2,034 

55,25 



Nach den Durchschnittszahlen von 
Kolumne V können aus dem Meer- 
wasser hervorgehen: 
Auf je 100 Gewichtsteile NaCl Auf je 100 Votwmteile NaCl 



Kalkspat 

Anhydrit 

Steinsalz 

Kieserit 

Carnallit 

Bischofit 



Gewichtsteile 

0,431 

4,600 

100 000 

8.484 

10 ä.4.^ (hiervon 0,40{» 
xv/,r»tö Bromcarnallit) 

17,888 



Sa: 141,846 



Sa 



Volumteile 

0,346 

3,369 

100,000 

7,166 

13,988 

23,526 

: 148,396 



1») Das Mittelmeerwasser ist zwar etwas salz- 
reicher als da« Ozeanwasser, entliält aber auch seine 



\. 



Bestandteile in dem über die ganze Erde konstanten 
Verhältnis. 

20) Ann. Chim. Phys. [3] 21, 92 (1849), um- 
gerechnet für 100 g Gesamtsalz und auf Ionen. 

21) Phil. Trans. R. Soc. London 155, 226, 243 
(1865), umgerechnet für Gesamtsalz und auf Ionen. 

22) Report on the scientific results of the 
voyage of H. M. S. Ch allenger (1873—1876); 
Physics and Chemistry I, 137 (1884). Die ebenfalls 
auf 100 g Gesamtsalz und auf Ionen von mir um- 
gerechneten Zahlen stellen das Mittel der Analysen 
von 77 Proben Meerwasser dar, aus dem Ozean ent- 
nommen zwischen 38° n. Br. und 66° s. Br. 

23) Monatsschr. f. Chem. 13, 895 (1892); die 
Zahlen sind «Os Mittelwerte der Tabelle V (1. c.) 
berp-' l-l^he eine Anzahl von Analysen des 






ifc 



— 13 — 



Der Vergleich der Zahlen zeigt eine gute Über- 
einstimmung auch mit den älteren Analysen, wenn 
man von Brom und von Kalium absieht. Die Be- 
stimmung dieser beiden Elemente bietet bei Gegen- 
wart weit überwiegender Mengen von Chlor und 
von Natrium Schwierigkeiten, die von den älteren 
Analytikern, U s i g 1 i o und Forchhammer, 
noch nicht überwunden waren. Es entstanden so 
durch nachweisbar unzureichende analytische Me- 
thoden Fehler, welche den Bromgehalt der älteren 
Analysen viel zu hoch, den Kaliumgehalt zu niedrig 
erscheinen lassen und auch den Wert für Chlor und 
Natrium beeinflussen. 

Für das in Kolumne V gezogene Mittel sind 
daher die in Klammern gesetzten älteren Zahlen 
unberücksichtigt geblieben. 

Kolumne VI enthält noch die Verhältniszahlen 
für Cl = 100. 

Aus den so für die Meerwassersalze festgestell- 
ten Verhältniszahlen der einzelnen Ionen läßt sich 
nun leicht berechnen, wie das Verhältnis der beim 
Verdunsten von Meerwasser zurückbleibenden Salze 
sein muß. Ich habe diese Rechnung durchgeführt, 
indem ich als solche Salze Kalkspat, Anhydrit, 
Steinsalz, Kieserit, Carnallit und Bischofit ange- 
nommen und Chlornatrium = 100 gesetzt habe. 

Man erhält dann die Zahlen, welche auf der 
unteren Hälfte von Tabelle 1 verzeichnet sind. Und 
zwar gibt die erste Spalte die Gewichtsverhältnisse 
der Salze, die zweite die Volumverhältnisse wieder. 
Die letzteren interessieren uns hier besonders. 

Die Zahlen bedeuten, daß bei vollständiger 
Verdunstung einer Meereswassersäule von beiläufig 
etwa 7420 m Tiefe Schichten von folgender Mäch- 
tigkeit zurückbleiben würden : 

Kalkspat 0,35 m, Anhydrit 3,37 m, Steinsalz 
100 m, Kieserit 7,17 m, Carnallit 13,99 m, Bischofit 
23,53 m. 

Diese Zahlen sind natürlich unter Berücksichti- 
gung der spez. Gewichte der einzelnen Salze fest- 
gestellt. 

Eine ganz ähnliche Rechnung mit angenähert 
gleichem Resultat bildet übrigens die Unterlage für 
eine anschauliche Darstellung, welche das König- 
liche Institut für Meereskunde in seinem Berliner 
Museum den Salzen des Meeres gewidmet hat^«). 



Wassers aus dem östlichen Mittelmeer wiedergibt, 
Proben "von der österreichischen Polaexpe- 
d i t i o n im Jahre 1890. 

2*) Forchhammer wies außer Eisen auch 
Aluminium im filtrierten Seewasser nach 
(Philos. Trans. London I5!>, 211, 213 [1865]). 

25) Da sich der Gesamtgehalt an gelösten Be- 
standteilen direkt nicht genau bestimmen läßt, so 
ist hier unter ,, Gesamtsalz" stets die Summe ver- 
standen, welche sich aus der Addition der einzelnen 
analytisch bestimmten Bestandteile ergibt. 

26) Diese Rechnung sucht die Salzschichten zu 
ermitteln, welche bei Verdunstung des gesamten 
jetzigen Ozeanwassers zurückbleiben würden. Nach 
freundUcher Privatmitteilung von Herrn W. 
Stahlberg, Kustos des genannten Instituts, 
liegen seiner Berechnung die D i 1 1 m a r sehen 
Zahlen zugrunde. Das Ergebnis ist, daß unter An- 
nahme einer mittleren Meerestiefe von 3500 m, 
eines Gesamtsalzgehaltes von 3,53% (trocken) und 
eines spez. Gew. von 1 ,0364 die völlige Verdunstung 
allen Meerwassers eine Aufeinander/' ^"'^*yon Salz- 
schichten nachstehender Mächtigkir '~ '*»n 



Vergleichen wir nun mit diesem Resultat den 
Aufbau und die Zusammensetzung desjenigen Salz- 
lagers, welches als das vollständigste bisher auf- 
gefundene gelten muß, die klassischen Fundstätten 
der Magdeburg-Halberstädter Mulde zwischen Flech- 
tinger Höhenzug und Harz. 

Das Liegende des Salzlagers wird nach Z i m - 
mermann27) und nach E v e r d i n g 28) ge- 
bildet durch 70—100 m Anhydrit mit Einlagerun- 
gen von eisenhaltigem, bituminösem Kalkstein. Es 
folgt dann das Steinsalzflöz, welches bei Unseburg 
etwa 900 m, bei Aschersleben 462 m, bei Bernburg 
150 m mächtig ist. Dieses ältere Steinsalz nimmt 
nach oben hin allmählich Mutterlaugensalze auf, 
welche schließlich vorwiegen und, etwa 25 m 
mächtig, das Hangende des Salzlagers bilden. 

Außerdem zeigt sich das Steinsalz des Magde- 
burg-Harzer Beckens dadurch in charakteristischer 
Weise geschichtet, daß es in ziemlich gleichen Ab- 
ständen von 8 — 9 cm durch dünne Schnüre, sog. 
„Jahresringe" durchsetzt wird, welche in der unte- 
ren Region aus Anhydrit bestehen, weiter oben in 
Polyhalit übergehen und schließlich durch Kieserit 
ersetzt werden. Hierdurch entsteht eine Gliederung 
des Salzgebirges, welche, wenn auch die Übergänge 
keineswegs scharfe sind, doch die Einteilung in 
„Regionen" vollkommen rechtfertigt, wie sie F. 
Bischof zuerst in seiner vortrefflichen, klar 
durchdachten Schilderung der „Steinsalz werke bei 
Staßfurt"29) aufgestellt hat, und wie sie noch heute 
gang und gäbe ist. 

Man unterscheidet nach Bischofs Vorgang, 
von den ältesten Ablagerungen beginnend: 

1. Die Anhydritregion als unterste 
und bei weitem mächtigste Abteilung des Steinsalz- 
lagers. Die Anhydritschnüre haben eine durch- 
schnittliche Stärke von 7 mm, und der Durch- 
schnittsgehalt des Steinsalzes an Anhydrit beträgt 
nach P r e c h 1 30) etwa 8%. Nach Ochse- 
nius3i) und nach B i s c h o f 32) steigt der An- 
hydritgehalt des Steinsalzes in der Tiefe bis zu 9%, 
während er in den oberen Horizonten kaum 4% 
beträgt. 

Die eingelagerten dünnen Schichten bestehen 
aus mikroskopisch kleinen Anhydritkryställchen, 
welche durch Steinsalz und durch bituminöse Sub- 
stanzen miteinander verkittet sind. 

Es ist bemerkenswert, daß die Deutlichkeit der 
„Jahresringe" lokal sehr verschieden ist. In Neu- 
staßfurt sind sie überall im älteren Steinsalz scharf 
markiert, weniger schon in Staßfurt selbst, und in 
Vienenburg wurde es mir schwer, sie in den Berge- 
mühlen des älteren Steinsalzes überhaupt zu ent- 
decken. 

2. In der Polyhalitregion werden die 



würde : Kalkspat 0,16 m, Anhvdrit 1,55 m, 
Steinsalz 46,1 m, Kieserit 3,8 m, Carnallit 6,2 m, 
Bischofit 11,5 m, zusammen 69,31 m. 

27) Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. 56, 47 
(1904). 

28) Deutschlands Kalibergbau 1907, 36. 

29) Halle a. S., 1. Aufl. 1864, 14 ff; 2. Aufl. 
1875, 20 ff. 

30) Die Salzindustrie von Staßfurt. 3. Aufl. 

1889, 5. 

31) Zeitschr. f. prakt. Geolog. 1905, 167. 

, 32) Die Steinsalzbergwerke bei Staßfurt 1875,23. 



mamm 



u 



Anhydritschnüro ersetzt durch stärkere Schnüre 
von PolyhaHt, d. h. an Stelle von wasserfreiem 
Caiciumsulfat tritt ein Tripelsalz aus Kalium- 
Calcium-Magnesiumsulfat. Der Übergang von den 
Anhydrit- zu den Polyhalitschnüren ist kein plötz- 
licher; in der Grenzzone tritt eine Mischung auf von 
Anhydrit und Polyhalit, oder es wechseln sich auch 
die verschiedenartigen Schnüre an dieser Stelle ab. 
Das Steinsalz wird in dieser — etwa 62 m mächtigen 
— Region schon unreiner durch einen Gehalt an 
Mutterlaugensalzen, der nach oben zunimmt. 

Ebenso allmählich wie die Anhydritregion in 
die Polyhalitregion überging, findet nun nach oben 
der weitere Übergang in 

3. die Kieseritregion statt. Sie ist 
nach P r e c h t in zwei Unterabteilungen zu zer- 
legen. Während in der Übergangszone Polyhalit zu- 
sammen mit Kieserit und Anhydrit auftritt, ist 
in der 

3a. unteren Kieseritregion oder 
richtiger Anhydrit-, Carnallit-, Kieseritregion, das 
Steinsalz mit Schichten durchsetzt, welche aus einem 
Gemenge von Kieserit mit Carnallit und Anhydrit 
bestehen. In einzelnen Schichten findet sich an 
dieser Stelle, an der Grenze der Polyhalitregion, 
auch ein Gemenge von Kieserit und Sylvin, eine um 
deswillen interessante Tatsache, als hier jedenfalls 
eine unzweifelhaft primäre Ausscheidung von 
Sylvin vorliegt, 

3b. In der oberen Kieseritregion hat 
der Kieserit sich rein ausgeschieden. Neben ihm 
aber wird jetzt häufiger im Steinsalze der Carnallit. 
Er bildet nicht mehr dünne Schnüre, sondern all- 
mählich stärker werdende Bänke und wird schließ- 
lich zum vorwiegenden Bestandteile des Lagers. 
Damit gelangt man in 

4. die eigentliche Carnallitregion, das 
Stockwerk der abbauwürdigen Kalisalze. 

Dieser oberste, etwa 25 m mächtige Teil des 
Salzlagers enthält als Hauptbestandteil 55% Car- 
nallit, 26% Steinsalz, 17% Kieserit, 2% andere 
Bestandteile, wie Anhydrit, Ton, Boracit u. a. Der 
Boracit findet sich als primäre Bildung im Carnallit 
teils in fast mikroskopisch kleinen Kryställchen, 
vornehmlich aber in Form dichter, kleinerer oder 
größerer Knollen von schaliger Struktur, die bis 
über Kupfgröße anwachsen können, sogen. ,,Staß- 
furtit*'33). 



33) Die eigentümliche Bildung des Staßfurtits 
erinnöH an bemerkenswerte Funde, welche die 
Challenger- Expedition auf dem Grunde des Ozeans 
machte. Sie holte von dort nieren- und mandel- 
förmige Knollen herauf mit konzentrisch schaliger 
Struktur, die aus Pyrolusit bestanden und in der 
Regel als Kern ein rundes Stückchen Bimsstein, 
Knochen oder einen anderen Fundkörper um- 
schlossen (K e n n g o 1 1 , Handwörterb. d. Mineral. 
3, 413 [1885]). Ferner wurden bei derselben For- 
schungsreise eingebettet in rotem Ton, der den Bo- 
den des pazifischen Ozeans bildete, auch rundliche 
Konkretionen von Kryställchen gefunden, welche 
nach R e n a r d mit P h i 1 i p p s i t , einem SiH- 
cat« der Zeolithgrupfx^, zu identifizieren sind. 

Die StaßfurtitknoUen enthalten nach F. B i - 
8 c h o f ebenfalls Einschlüsse fremder Mineralien, 
meist Carnallit oder Steinsalz, und diese Salz- 
mineralien scheinen als Krystallisations- 
Zentren gewirkt zu haben,, um deren Kern die 



Die übrigen Kalisalze, welche in der Carnallit- 
region vorkommen, zum größten Teil aber nur 
wissenschaftliches Interesse haben, werden gewöhn- 
lich nicht als ursprüngliche, sondern als sekundäre 
Bildungen aufgefaßt. 

Über der Carnallitregion lagert als Deckschicht 
der sogen. Salzton, etwa 8 m mächtig, welcher das 
Salzlager vor der Auflösung durch Wasser schütztest ). 
Er beschließt das erste Stockwerk des Salzlagers, 
dessen chemische Zusammensetzung sich — ap- 
proximativ wenigstens — berechnen läßt. Für diese 
Berechnung habe ich der tabellarischen Aufstel- 
lung 2 die zuverlässigsten Angaben über den durch- 
schnittlichen Gehalt der einzelnen Regionen an den 
wichtigsten Salzen zugrunde gelegt. Man wird so 
ein angenähert richtiges Bild der Wirklichkeit er- 
halten, wiewohl es als sehr wünschenswert bezeich- 
net werden muß, wenn durch neue ausgedehnte 
Analysenreihen die Zusammensetzung der Salz- 
ablagerungen in verschiedenen Kalibergwerken 
genauer als bisher festgestellt würde. 

Der Prozcntgehalt an Hauptsalzen ist ange- 
nommen wie Tabelle 2, A wiedergibt. Werden 
diese Gewichtszahlen durch Division mit dem spez. 
Gew. der einzelnen Salze in Volumina umgerechnet 
und auf die Mächtigkeit der Regionen bezogen, so 
erhält man die Zahlen der Tabelle 2, B. 

Die Tabelle 2, C endlich gibt Verhältniszahlen 
wieder. Sie gestattet einen Vergleich der für die 
Hauptsalze Staßfurts ausgerechneten Mächtigkeit 
mit der Stärke der Schichten, welche verdunstetes 
Meerwasser zurückläßt. Um diesen Vergleich zu 
ermöglichen, ist Steinsalz = 100 gesetzt. 

Aus der Vergleichstabelle ist klar ersichtlich, 
wie verschieden in quantitativer Hinsicht die Zu- 
sammensetzung des Staßfurter Salzlagers von der- 
jenigen eines Meerwassertrockenrückstandes ist. 
Während ersteres an Kieserit und Carnallit dem 
Volumen nach ungefähr ein Drittel der im Meer- 
wasser vorkommenden Menge, Bischofit aber über- 
haupt nicht als primäre Ablagerung in sich birgt, 
beträgt der nur in dem Salz selbst abgelagerte An- 
hydrit 169% von dem im Meerwasser vorhandenen 
Gehalt. Hierbei ist aber das unter dem älteren 



Boracitmasse sich schalenförmig ausschied. Die 
Vermutung von F. Bischof (Die Steinsalzwerke 
bei Staßfurt 1R75, 54), daß die Borsäure erst nach 
Bildung des Salzlagers dampfförmig aus dem 
Innern der Erde durch Spalten des Salzes aufge- 
stiegen und im Carnallit durch Zersetzung von 
Chlormagnesium den Staßfurtit gebildet habe, ist 
wohl deshalb schon hinfällig, weil es an solchen 
Spalten im Steinsalz fehlt. 

34) Brecht (Chem.-Ztg. «,197) unterscheidet 
drei Schichten dieses Salztons von verschiedener 
Zusammensetzung : 

1. Die liegende enthält neben Ton viel Caicium- 
sulfat (50 — 60%), ferner in Salzsäure lösliches Alu- 
miniumhydroxyd (6%) und Magnesiumhydroxyd 

(6%)- , . . 

2. Die mittlere enthält viel lösliches Alummmm- 

hydroxyd (18,7%), wenig Caiciumsulfat, ferner 
Magnesiumhydroxyd und etwas Magnesiumcarbo- 
nat, Eisenoxydul, Chloride, Ton, organische Sub- 
stanz. 

3. Die hangende ist frei von Caiciumsulfat und 



besteht , ini 



»i' 



wesentlichen aus einem innigen Ge- 
on und Magnesiumcarbon at. 



*#A-i 






i 



— 15 — 



I 



Steinsalz befindliche Anhydritlager gar nicht mit- 
gerechnet. Rechnet man es mit durchschnittlich 
85 m Mächtigkeit hinzu, so kommt man auf einen 
sechsfachen Gehalt an Calciumsulfat in dem 
Staßfurter Salzlager, als normales Meerwasser ge- 
löst enthält. 

Tabelle 2. 

Zusammensetzung der Salzlager in 
der Magdeburg-Halberstädter 

Mulde. 

A. Gewichtsverhältnisse. 



Anhydrit , , . » . 
Steinsalz . . ; ^ w . 
Kieserit . . . . > .' 
Carnallit . . . . . ♦ 
Andere Substanzen 
(K2SO4 — als Poly- 
halit — H2O, Un.- 
lösliches) » , . , «; 



•» bß 
(jj ■SS 

< 
% 

8 
92 



« 

o Z 

äB 

% 

3,7 

91,2 

1,3 



« bc 

"Sa 

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% 

2 
65 
17 
13 



G ^ 

^ a 
'S a 

ü 

% 
1 

26 
17 
55 



o 

Ol 



2,963 
2,17 
2,569 
1,62 



^ B,8 



1 (=2,0 

gesetzt. ) 



j-xjnj 



W» lüU 10 



B. V o 1 u m e n V 6 r h ä 1 1 n i s s e. 



ieMächtigkeit 
beträgt für 

Liegendes 
es S.alzlagers 


a 



'So 

Oi 

u 

•*^ 

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Polyhalit- 
region 


G 


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1 


a 
a 

a 


ö -« 


<! 




M 


u 




ni 


m 


m 


ni 


ni 




Anhydrit [85,00] 


30,19 


1,69 


0,94 


0,16 


32,98 

(117,98] 


Steinsalz? .^^ 


473,81 


57,04 


41,63 


5,61 


578,09 


Kieserit' :-r^ 




0,69 


9,20 


3,10 


12,99 


Carnallit 


l 


Spuren 


11,15 


15,90 


27,05 


Rest 












(K2SO4, 












H2O usw. 


— 


2,58 


2,08 


0,23 


4,89 


[85,00] 


504,00 


62,00 


65,00 25,00 


656,00 












[741] 



35) Zusammensetzung nach P r e c h t , Die 
Salzindustrie von Staßfurt und Umgegend, 3. Aufl. 
1889, 5. Die Mächtigkeit ist als Durchschnitt von 
Staßfurt (900 m), Asohersleben (462 m), Bernburg 
(150 m) berechnet. 

36) Mächtigkeit und Zusammensetzung nach 
B i 8 c h o f , Die Steinsalzwerke bei Staßfurt 1875, 
34 (aus Dr. Steinbecks Angaben umgerechnet). 

Eine geringe Menge Chlormagnesiumhydrat, 
welche Bischof für die Polyhalit- und Kieserit- 
region angibt, wurde gestrichen, da sich nach späteren 
Untersuchungen freies Chlormagnesium weder in 
der Polyhalit- und Kieseritregion, noch auch in der 
Carnallitregion vorfindet (P r e c h t). 

37) Zusammensetzung : F. Bischof, 1, c. 
S. 39; Mächtigkeit nach Pfeiffer, Handb. d. 
Kahindustrie 1887, 15. 

38) Nach P r e c h t - E h r h a ri,U . Die nord- 
deutsche Kaliindustrie 1907, 17. 



C. Verhä 
g 1 e i c 



Itnis der Schichten 

h zu Meerwassersa 

(NaCl = 100). 



i m Ve r 
1 z e n 



Anhydrit 

Steinsalz 

Kieserit 

Carnallit 

Bischofit 



«-MO 

a ^ 

ni 

3^369 
100,000 

7,166 
13,988 
23,526 



■♦-• 

u 

a 

cd 



M 

'S -ö 



.a s^ 



Cß 



Ol 

es 



ni 



5,71 [20,41] 
100,000 
2,25 
4,68 



% 
169 [606] 
100 

31 

33 



Wir können auch folgende Überlegung anstel- 
len : Selbst wenn das allmählich verdunstende Zech- 
steinmeer 500 m tief war, konnte sich unter stän- 
digem Nachfluß von Meerwasser über die von 
Ochsenius angenonimene Barre doch nur so 
lange ein reines Calciumsulfat abscheiden, bis das 
Wasser auch für Chlornatrium gesättigt war. Dieser 
Punkt tritt bei unserem heutigen Meerwasser ein, 
wenn es auf etwa ein Zehntel eingeengt bzw. wenn 
die Konzentration die zehnfache geworden ist. 
Die Mächtigkeit des gesamten, in dem Meerwasser 
enthaltenen Calciumsulfats würde dann nicht 
mehr betragen, als 2,3 m. Wie reimt sich hiermit 
zusammen eine Mächtigkeit des unter dem älteren 
Steinsalz liegenden Anhydrits von durchschnitt- 
lich 85 m? Diese Ablagerung wäre unter Beibe.- -„ 
haltung der Barrenhypothese nur so zu erklären, 
daß das Meerwasser, nachdem es sein Calcium- 
sulfat abgegeben hatte, wieder abfloß und durch 
neues calciumsulfathaltiges Meerwasser ersetzt 
wurde. Eine solche^Annahme kompliziert aber die 
ohnedies künstliche Barrenhypothese noch viel 
mehr, zumal man eine Wiederkehr dieser 
Verhältnisse annehmen muß, als das Meer nach Ab- 
lagerung des Salztones abermals eingebrochen sein 
soll, denn über dem Salzton folgt ja von neuem eine 
etwa 60 m mächtige Ablagerung des sog. Haupt- 
a n h y d r i t 8. Ja selbst zum dritten Male wieder- 
holt sich beim Staßfurter Typus die Aufeinander- 
folge von Anhydrit und Steinsalz oberhalb der 
roten Tone, welche das jüngere Steinsalz bedecken. 

Die Widersprüche, auf die man hinsichtlich 
des Verhältnisses von Anhydrit zu Steinsalz stößt, 
erstrecken sich, wie bereits durch Tabelle 2 dai*- 
getan, auch auf das ältere Steinsalz. Dieses ent- 
hält in den unteren Horizonten — soweit bekannt 
— 9% Anhydrit 39), Meerwasser bis zur Chlor- 

39) Es soll hier nochmals darauf hingewiesen 
werden, daß diese Zahl auf älteren Angaben von 
F. Bischof und Ochsenius beruht und ge- 
nauere Untersuchungen über den durchschnitt- 
lichen Anhydritgehalt des Steinsalzes sehr am 
Platze wären, leider ist bei den Durchbohrungen 
des älteren Steinsalzes bis aufs Liegende nach mei- 
nen Erkundigungen eine chemische Untersuchung 
der Bohrkerne in dieser Richtung nicht ausgeführt 
worden. 

Eine Bestätigung, daß der Anhydrit im älteren 
Steinsalz mit 8 — 9% eher noch zu niedrig als zu 
hoch angenommen wird, läßt sich in den Angaben 
über die durchschnittUche Mächtigkeit der Schnüre 
und Steinsalzbänke finden. St«ht diese im Verhält- 
nis 7 : 85, so berechnet sich, da die spcz. Gew. von 
Anhj^drit und Steinsalz 2,96 bzw. 2,17 sind, das 



I 



9 



natriumausscheidungcingedainpft, enthält auf 1(K) T. 
Chlornatrium etwa 1 T. Anhydrit. Demnach schei- 
det konzentriertes, an Chlornatrium und Calcium- 
sulfat gesättigtes Meerwasser, wie die direkten Ver- 
suche von üsiglio*^) ergaben, Steinsalz aus mit 
einem Gehalt von 1% Anhydrit. Im frischen Meer- 
wasser ist dies Verhältnis 95,6 Chlornatrium : 4,4 
Calciumsulfat*!). Also auch ein ständiger oder 
intermittierender Zufluß von frischem Meerwasser 
Jiätte nur halb soviel Calciumsulfat zuführen kön- 
nen, als die unteren Regionen des älteren Stein- 
salzes tatsächlich enthalten. 

Keine Anschauung über die Entstehung der 
Anhydritschnüre im älteren Steinsalz entspricht 
den wirklichen Verhältnissen besser, als die schon 
von F. Bischof *2) vertretene, und es ist nötig, 
auf seine einfache und imgezwungene Erklärung 
wieder zurückzugreifen. Offenbar sind es inter- 
mittierende, periodisch auftretende Zuflüsse cal- 
ciumhaltigen Wassers gewesen, welche die ,, Jahres- 
ringe" in gleichmäßigem Wechsel mit Steinsalz- 
bänken erzeugten. Der Gipsgehalt des Meerwassers 
reicht, wie oben nachgewiesen wurde, nicht aus, 
um die Stärke der Schnüre zu erklären. Wenn man 
also nicht die willkürliche Annahme machen will, 
daß das Meerwasser der Zechsteinformation ganz 
anders zusammengesetzt war als heute, so bleibt 
nur die Folgerung übrig, daß es Flüsse oder 
Salzbäche waren, welche dem Salzsee das Cal- 
ciumsulfat zuführten. 

Immerhin bin ich darauf gefaßt, daß mir hier 
der Einwand gemacht werden wird, das Zechstein- 
meerwasser sei reicher an Calciumsulfat gewesen als 
das heutige Meerwasser. Ich will daher bezüglich 
des Calciumsulfats noch auf einen anderen Umstand 
hinweisen, welcher — ganz unabhängig von dem 
größeren oder geringeren Gipsgehalt des Zechstein- 
meerwassers — meines Erachtens ein schlagender 
Beweis dafür ist, daß die heutigen deutschen Salz- 
lager ihre Entstehung nicht der direkten Verdun- 
stung von Meerwasser verdanken : dieser Grund 
liegt in der wohlbekannten, aber nicht genügend 
gewürdigten Tatsache, daß eindampfendes Meer- 
wasser das gelöste Calciumsulfat nicht als A n - 
h y d r i t , sondern als Gips ausscheidet. Diese 
Tatsache war schon ü s i g l i o bekannt, als er 
seine empirischen Versuche über Meerwasserver- 
dunstung bei 40° ausführte, sie gehört zur alltäg- 
lichen praktischen Erfahrung einer jeden Seevvasser 
verarbeitenden Saline, und sie ist bestätigt durch 
die umfassenden wissenschaftlichen Untersuchun- 
gen van't Hoffs und seiner Mitarbeiter über 
das Calciumsulfat und seine Hydrate. Durch die 
letztgenannten genialen Untersuchungen sind die 
Existenzbedingungen des Anhydrits auf das sorg- 
fältigste festgestellt. Wir wissen, daß seine Bildung 
abhängig ist von der Tension der Lösung, aus der 
sich das Calciumsulfat ausscheidet, wiewohl die Ein- 



16 — 

Stellung des Gleichgewichtes sehr langsam erfolgt. 
Bei 25° z. B. muß diese Tension bis unter 17,2 mm 
sinken, damit sich Gips in Anhydrit verwandelt*^). 
Gesättigte Kochsalzlösung genügt bei dieser Tem- 
peratur noch nicht zur Umwandlung, wohl aber 
Meerwasser, welches bis zur Kochsalzausscheidung 
konzentriert ist, da infolge gleichzeitiger Anwesen- 
heit von Chlormagnesium die Tension dann unter 
17,2 mm*4) sinkt. Bei 36° aber genügt schon ge- 
sättigte Kochsalzlösung allein zur Bildung von An- 
hydrit. 

Wir haben hiernach als Tatsache festzustellen, 
daß verdunstendes Meerwasser das gelöste Calcium- 
sulfat als Gips ausscheidet, so lange etwa, bis es 
auch für Kochsalz gesättigt ist; dann erst tritt An- 
hydritbildung ein. Es müßten also auch die ge- 
samten 70 — 100 m Calciumsulfat, die unter dem 
Steinsalz liegen, Gips sein. 

E V e r d i n g erklärt aber mit vollster Be- 
stimmtheit, daß es sich nicht um Gips, sondern um 
Anhydrit handele*^), und ich glaube dieser Erklä- 
rung der geologischen Landesanstalt, wenn mir auch 
von einer chemischen Feststellung dieser Tat- 
sache nichts bekannt ist. 

Die Beschaffenheit des Liegenden des älteren 
Steinsalzes ist also ebenso wie seine Quantität nicht 
mit der Annahme vereinbar, daß hier Meerwasser 
eingedampft sei, wohl aber mit der Annahme, daß 
gipshaltige Wasser in Lau genseen einliefen, welche 
bereits ziemlich konzentrierte Lösungen von Chlor- 
magnesium und Kochsalz enthielten. 

Andere Gründe kommen hinzu, welche dafür 
sprechen, daß die Staßfurter Salzlager nicht direkt 
dem Meerwasser ihr Dasein verdanken. 

Zwar nicht von gleicher Beweiskraft, wie der 
gewaltige Überschuß von Anhydrit, aber doch auch 
ins Gewicht fallend scheint mir der Umstand, daß 
ein Element, welches sich im Ozeanwasser stets 
nachweisen läßt, in den deutschen Kalisalzen fehlt, 
oder — um mich vorsichtiger auszudrücken — doch 
nur in so minimalen Mengen darin vorkommt, daß 
es mit den gewöhnlichen Mitteln eines analytischen 
Laboratoriums nicht gefunden wird — , ich meine 
das Jod. Über die Menge des Jods im Meerwasser 
sind die sorgfältigsten Bestimmungen von Ar- 
mand Gautier *6) ausgeführt worden. Er fand, 
daß Jod in dreifacher Form im Meerwasser vor- 
handen ist, in löslicher organischer Bindung, 
in unlöslicher organischer Bindung (nämlich 
im sog. Plankton des Meeres) und als Jodid der Al- 
kalien und alkalischen Erden (in den tieferen 
Schichten des Ozeans). Die Gesamtmenge des Jods 
im Ozeanwasser bestimmte G a u t i e r zu 2,25 bis 
2,40 mg pro Liter, d. i. an Gewicht etwa ein Dreißig- 



Verhältnis der Gewichtsmengen wie 7 x 2,96 : 85 
X 2,17 oder etwa 10 : 90. 

*o) Ann. Chim. Phys. [3] 2T, 176 (1849). 

*i) Dieses durchschnittliche Verhältnis ist so 
konstant, daß es bei 77 Analysen der Challenger- 
Expedition im extremsten Falle 95,2 : 4,8 
betrug (Probe vom 12./7. 1874, S. 25 des Berichts 
der Expedition). 

*2) Die Steinsalzwerke bei Staßfurt 1875, 67. 



48) van't Hoff u. Weigert, Sitz.-Ber. 
Akad. Berlin 1901, 1146; vgl. auch Hoppe - 
S e y l e r , Poggend. Ann. 121,161(1866); Brauns 
Jahrb. f. Miner. 2, 257 (1894); Vater, Sitz.-Ber. 
Akad. Berlin 1900, 269. 

4*) In einer späteren Veröffentlichung v a n * t 
Hoffs (Z. physikal. Chem. 45, 288 wird die Ten- 
sion bei Bildung von gewöhnlichem Anhydrit noch 
etwas niedriger, nämlich zu 15,1 mm angegeben. 

4ö) Deutschlands Kalibergbau, Festschrift 
S. 41. 

46) Coni^t. r. d. Acad. de sciences 128, 1069; 
129, 9 (1899)^ 

( 



\ 



17 — 



Vf 






stel des vorhandenen ßroms*^). Wenn man bedenkt, 
welche Mengen von Brom heutzutage aus den End- 
laugen der Chlorkaliumfabrikation gewonnen wer- 
den, so würde der 30. Teil davon schon ein ansehn- 
liches Quantum Jod darstellen. Ich kann aber mit 
Bestimmtheit behaupten, daß in dem Neustaß- 
furter Brom auch nicht 1/5000 Jod enthalten ist. 

A. F r a n k 48) hat erklärt, daß sich bei der 
fabrikatorischen Verarbeitung großer Mengen von 
Staßfurter Brom schließlich Jod in den Mutter- 
laugen nachweisen ließe. Ich will diese Möglichkeit 
nicht bestreiten. Aber aus einer Untersuchung, 
welche ich augenblicklich in meinem Institut an- 
stellen lasse — Herr cand. ehem. K r a z e führt sie 
aus und wird sie später mit allen Einzelheiten ver- 
öffentlichen — , kann ich so viel mitteilen, daß es 
uns nicht gelungen ist, in dem bisher untersuchten 
Material, z. B. in 1 kg Bromeisen von Neustaßfurt, 
in 10 kg Salzton von Carlsfund eine Spur von Jod 
aufzufinden. 

Ich befinde mich mit dieser Angabe in Über- 
einstimmung mit den besten Kennern der Kalisalze; 
ich darf speziell nennen Prof. P r e c h t und Dr. 
Veit, die ebenfalls Carnallit und aus Endlaiige 
gewonnenes Brom, in welchem sich etwa vorhande- 
nes Jod stark hätte anreichern müssen, mit nega- 
tivem Resultate auf Jod prüften*^). 

Bei Verarbeitung von 1000 kg Brom mag der 
Nachweis von Jod gelingen, aber das ist neben- 
sächlich. Ich sehe in dem Fehlen bzw. in einem 
so minimalen Vorkommen von Jod einen weiteren 
Beweis, der gegen die Entstehung der Salzlager 
durch direktes Eindampfen von Meerwasser spricht, 
einen Beweis, der um so stichhaltiger ist, als in Ge- 
steinen, welche zweifellos aus dem Meere abgesetzt 
sind, Jod gefunden wurde, z. B. im Jurakalk bei 
Lyon^**), in den Liasschiefern von Balingen in Würt- 
temberg (G. Bischof), im Tonschiefer von La- 
torp in Schweden (G e n t e 1 e), in Dolomit von 
Saxon (Montpellier, Rivier und Fellen- 
b e r g). Daß sich tatsächlich beim Eindampfen 
von Meerwasser das Jod in der Mutterlauge an- 
reichert, hat Köttsdorfer^i) an den Seesalz- 
salinen von Pirano in Istrien nachgewiesen. 

Auch in dem aus Meerwasser dargestellten 
Küchensalz fand er 8 mg Jod pro kg. 

In den Staßfurter Salzen sollte man das Jod 
namentlich in dem Carnallit erwarten, in welchem 
sich auch das Brom findet. Denn dem Bromcar- 
nallit, der in dem gewöhnlichen Carnallit als iso- 
morphe Beimischung enthalten ist, entspricht, wie 
von verschiedenen Seiten nachgewiesen ist^2)^ auch 
ein Jodcarnallit KJ.MgJ2.0H2O^3)^ der in ganz 
ähnlichen Formen krystallisiert wie Bromcarnallit. 
Ob der Jodcarnallit durch gewöhnlichen Carnallit 



'*■') Die Menge des in einem Liter Meerwasser 
vorhandenen Broms beträgt nach D i 1 1 m a r 
67—68 mg. 

*8) Diese Z. ÄO, 1279 (1907). 

*8) Privatmitteilungen. 

60) L e m b e r t , J. Pharm. Chim. (3) 19, 240. 

51) Z. anal. Chem. IT, 305 (1878). 

ß2) O. L e r c h , J. prakt. Chem. N. F. 28, 338 
(1883); A. deSchulten, Bull. Soc. chim. Paris 
(3) 23, 158 (1900). 

53) Eine dem Bischof it entspre|»^'\cnde Jod- 
verbindung MgJg.öHgO existiert ebcfifalls. 



ebenso wie Bromcarnallit isomorph aufgenommen 
wird, ist mir nicht bekannt. Darüber hat Herr Dr. 
H. E. B o e k e eine Arbeit unternommen, über die 
wir wohl heute noch etwas erfahren werden. 

Das Fehlen irgend erheblicher Mengen von Jod 
in den Kalisalzen war Ochsenius schon wohl- 
bekaimt. Die Meinung, welcher er Ausdruck gibt^*), 
die Jodide hätten ,,die obersten Horizonte" der 
Mutterlaugen gebildet und -wären mit dem meisten 
Lithium sämtlich über die Barre zurück abge- 
flossen, ist eine Verlegenheitshypothcse, um die 
unbequemen Jodide aus der Welt zu schaffen. 

C. R i e m a n n 55) kleidet die nämliche An- 
schauung in folgende Worte : „Nach ihrer Schwere 
sonderten sich die in der Mutterlauge vorhandenen 
Lösungen in der Reihenfolge von oben nach unten in: 

1. Jodmagnesium, Jodnatrium, Jodlithium, 

2. Brommagnesium, 

3. Chlormagnesium, 

4. Chlorkalium, 

5. Magnesiumsulfat." 

Darauf heißt es : ,,Als diese Mutterlaugen die 
obere Kante der Einflußöffnung erreicht hatten, 
flössen in einer rückläufigen Unterströmung zu- 
nächst die Jodlithium- und Jodmagnesiumlaugen 
in den Ozean zurück." 

Der Gedanke, welcher diese kühne Hypothese 
entstehen ließ, verfehlt sein Ziel vollständig. Denn, 
wenn wirklich eine weitgehende Entmischung von 
Lösungen als möglicii angenommen wird, so würde 
die Sonderung „nach der Schwere" gerade das Um- 
gekehrte der obigen Folgerung bewirken : Die Jod- 
salze müßten als die spezifisch schwersten und 
leichtlöslichsten zu Boden sinken, der Gehalt an 
Jod müßte sich dann in der zurückbleibenden 
Mutterlauge anreichern. Ich meine aber, daß 
das Abfließen einer jodJialtigen Mutterlauge den 
Prozentgehalt der zurückbleibenden Lösung an Jod 
im wesentlichen imgeändert läßt und deshalb auch 
die relative Jodmenge nicht beeinflussen könnte, 
welche die sich ausscheidenden Salze aus einer sol- 
chen jodhaltigen Lösung aufnehmen. 

Wie das Fehlen von Jod in den Kalisalzen er- 
klärt werden kann, darauf komme ich gleich noch 
zurück. 

Ein dritter Grund, welcher dem Chemiker 
wie dem Geologen Bedenken gegen die Barrenhypo- 
these nahelegt, ist das Fehlen von Fossilien 
und tierischen Resten in dem Salzlager. 
Wenn letzteres während des größten Teiles seiner 
Entstehung mit dem Meere durch eine Meerenge 
oder einen Kanal verbunden war, oder wenn auch 
nur periodisch über eine Barre hinweg Meeresfluten 
in das verdunstende; Salzbecken strömten, dann 
müßten unbedingt auch die Bewohner des Meeres 
mit eingeführt werden. Ebenso wie die gelösten 
Salze mußten auch Fische und Meerestiere mit dem 
Wasser in den Meerbusen gelangen, dort zugrunde 
gehen und als organische Reste sich anhäufen. 
Dafür gerade ist der viel angeführte Adschi dar ja 
oder Karabugasbusen, der das typische Beispiel 
einer rezenten Steinsalzlagerbildung darstellen soll, 
beweisend. Diese Bucht des Kaspisees wurde erst 



i 



54) Zeitsehr. prakt. Geol. 1905, 168. 

55) Kali, Zeitsehr. f. Gewinnung, Verarbeit. u. 
Verwert, der Kalisalze I, 4 (1907). 



I i 

1 



18 



/ 



in den Jahren 1894 — 1897 durch eine russische Ex- 
pedition -wissenscliaftlich genauer untersucht. Die 
wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung sind 
auch in deutscher Sprache veröffentHcht worden, 
und zwar von N. A n d r u s s o w ^ß) und von 
W. S t a h 1 b c r g 5'), Kustos des Königüchen 
Institutes für Meereskunde, dessen Angaben auf 
persönHchen Mitteilungen von Lebedinzeff, 
dem Chemiker der Karabugasexpedition, beruhen. 
Da der Karäbugasbusen, seit K. E. v. B a e r 
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zuerst auf 
ihn hinwies, viel in Verbindung mit der Barren- 
hypothese genannt worden ist, so seien seine jetzt 
näher festgestellten Verhältnisse hier kurz dar- 
gelegt. Der Kaspi ist bekanntlich ein gewaltiger 
abflußloser Binnensee, in welchem Flußwasser ver- 
dampft. Er hat an seiner Ostseite den Adschi darja 
als eine Bucht abgegliedert, welche ein Areal von 
etwa 18 qkm einnimmt. Sie hängt mit dem Kaspi 
durch eine Enge, einen flachen, 5 km langen, 100 
bis 500 m breiten Kanal zusammen. Diese Kara- 
bugasenge versorgt den Adschi darja mit Kaspi- 
wasser. Andere regelmäßige Zuflüsse hat die Bucht 
nicht, nur im Winter führen temporäre Wasser- 
adern ihren Ufern etwas Wasser, teils süßes, teils 
salziges, zu. Da die große Oberfläche des i\dschi 
darjagolfes unter dem Einflüsse trockener Winde 
stark verdunstet, so besteht in der Karabugasenge 
; stets eine starke Strömung in der Richtung nach dem 
abgegliederten Golf. Eine entgegengesetzte Unter- 
strömung in der Tiefe existiert nicht, es findet also 
kein Austausch von Wasser zwischen dem Kaspisee 
und seinem Busen statt. Durch die stete Ver- 
dunstung hat sich das Kaspi wasser im Adschi darja 
bereits so konzentriert, daß es ein spez. Gew. von 
durchschnittlich 1,14 — 1,15 zeigt, während es mit 
1,0104 einströmt. Dies bedeutet eine Konzentrie- 
rung des Kaspiwassers auf das Achtzehnfache, 
wozu nach Stahlberg eine Zeit von etwa 
150 Jahren erforderlich war. Steinsalz kann na- 
türlich aus diesem Salzwasser noch nicht krystalli- 
sieron, denn eine gesättigte Chlornatriumlösung hat 
ein spez. Gew. von 1,225 und bei einem spez. Gew. 
von 1,218 beginnt sich aus verdunstendem M e e r - 
wasser erst Kochsalz auszuscheiden. Nach einer 
Berechnung Lebedinzeff s wird in 200 Jahren 
die Sättigungsgrenze für Kochsalz erreicht sein. 
Zurzeit scheidet der Karabugasbusen aber schon 
außer kohlensaurem Calcium zwei andere Salze in 
großen Mengen ab, nämlich Gips und Glaubersalz. 
Die Bildung des letzteren Salzes rührt daher, daß 
das Wasser des Kaspi ganz anders zusammen- 
gesetzt, nämlich viel reicher an Sulfaten ist, als 
Meerwasser^s). 



56) P e t e r m a n n s Mitteil. 43, Heft 2 (1897). 

57) Naturwissenschaft!. Wochenschr. (Verl. G. 
Fischer in Jena), N. F. 4, Nr. 44 (1905). 

58) Binnensalzseen zeigen, auch wenn sie nicht 
weit voneinander liegen, oft starke Verschieden- 
heiten in der Zusammensetzung des Wassers und 
in der Zusammensetzung der Salzausscheidungen. 
Von den zahllosen Seen in der Senke am Nordrande 
des Aralsees herrscht in einigen Kochsalz, in ande- 
ren Glaubersalz oder Bittersalz vor. Gleiches gilt 
von den Salzseen des Gouvernements Astrachan. 
Während das Salz des Eltonsees 95 — 96% Chlor- 
natrium, das des Baskuntschaksees 98% Chlor- 
ratrium aufweist, sind die Ausscheidungen anderer 



Als ein Muster der Gegenwart für die marine 
Ablagerung von Steinsalz kann also der Adschi 
darja nicht gelten, wohl aber als ein Beispiel, wie 
an einem gewaltigen Binnensee in abflußloser Gegend 
durch den Einfluß eines Wüstenklimas in großem 
Maßstab Konzentration und Abscheidung von Sal- 
zen stattfindet, welche direkt jedenfalls nicht 
marinen Ursprunges sind. 

Es wurde bereits oben das Vorkommen tie- 
rischer Reste im Adschi darja angedeutet. In der 
Tat werden nach den Darstellungen A n d r u s - 
8 o w s und Lebedinzeffs schwimmende kleine 
Lebewesen, animalisches und vegetabilisches Plank- 
ton, ebenso aber auch Fische der verschiedensten 
Art von der Strömung der Karabugasenge mas- 
senhaft fortgeführt und in das Salzwasser des Bu- 
sens hineingetragen. Sie sterben schnell und sinken 
teilweise zu Boden, teilweise werden sie ans Ufer 
gespült. Oft liegen sie so haufenweise am Lande, 
daß die M()ven nur ihre Leckerbissen, die Augen 
der Fische, fressen. 

Ebenso werden große Mengen abgerissener Al- 
gen und Seegräser in den Karabugas getrieben, und 
eine Ansammlung dieser verschiedenartigen orga- 
nischen Substanzen findet namentlich in der Um- 
gegend des ßuscneinganges am Boden statt, wo die 
Zersetzung der organisch n Massen sich durch inten- 
siven Schwefelwasserstoffgeruch weithin bemerkbar 
macht. Das Matc^rial iür die Entstehung eines I'e- 
troleumlagers ist hier in den Fetten, welche nach 
Fäulnis der stickstoffhaltigen Substanzen übrig 
bleiben, gegeben. 

Nirgends aber ist innerhalb der deutschen 
Salzablagerungen ein primäres Petroleumlager ge- 
funden worden. 

Wohl liegt Stinkstein unter dem Steinsalz; 
wohl tritt auch zuweilen Petroleum in kleiner 
Menge im Salzlager auf. So in dem Salzbergwerk 
Desdemona bei Alfeld a. d. Leine, wo an der Grenze 
vom Steinsalz und Hartsalz, 685 m tief, nach Mit- 
teilung von P rechtes), etwa 1 1 Erdöl ausfloß. 

Nach den näheren Umständen und der Be- 
schaffenheit des Petroleums dürfte hier ein sekun- 
däres Vorkommen vorliegen und das Erdöl durch 
Druck oder Destillation an seine Stelle gelangt sein. 
Jedenfalls ist das Vorkommen so äußerst geringfügig, 
daß es nur als Merkwürdigkeit in Betracht kommt. 

Selbst gasförmige Kohlenwasserstoffe, wie Me- 
than, gehören in den deutschen Salzlagern zu den 
Seltenheiten^"). 

Salzseen des Gouvernements Astrachan ganz anders 
zusammengesetzt. Das Salz des Birutsehi z. B. 
enthält 45% Chlornatrium, 40,4% Glaubersalz, 
14,4% Bittersalz. Analysen der Ausscheidungen 
von 38 verschiedenen Salzseen hat B e r g s t r ä ß e r, 
Direktor der Kaiserlich russischen Salzwerke in 
Astrachan, veröffentlicht in Petermanns Mit- 
teilungen 1858, 104. 

59) Eine Probe dieses Öles wurde von P r e c h t 
in der Sitzung des Bezirksvereins Sachsen-Anhalt 
(Verein deutscher Chemiker) in Halle a. S. am 3./12. 
1906 vorgelegt und beschrieben. Das öl war hell- 
gelb, dünnflüssig, hatte das spez. Gew. von 
0,789, etwa 60% destillierten bis 300° über. 

^") Hingegen fand Bunsen in dem Gas aus 
dem Knistersalz von Wieliczka 84% CH4 (Poggend. 
Ann. 83, 192)- Hier, in Gahzien, fehlt es nicht 
an marinen Tossihen, und das Salz von Wieliczka 
ist schwära" ,'h grau von bituminösen Substanzen. 



Hl 



W 



— 19 

Nur die Craufärbung der Anhydritschnüre im 
älteren Steinsalz und ein minimaler Ammonium- 
gehalt des Carnallits geben Zeugnis von einer Zer- 
setzung geringer Mengen stickstoffhaltiger orga- 
nischer Materie. Nirgends aber machen sich im 
Salze größere Mengen von bituminösen Substanzen, 
von Asphalt oder Rohpetroleum bemerkbar, wie 
sie aus den Fettsubstanzen zusammengeschwemmter 
Fische hätten hervorgehen müssen. Ebensowenig 
sind, wie bereits erwähnt, Versteinerungen oder 
Abdrücke animalischer Lebewesen im Salzlager vor- 
handen. Es fehlen der Formation des obersten 
Zechsteins marine Fossilien, während seine beiden 
tieferen Abteilungen, der Kupferschiefer und der 
eigentliche Zechstein, versteinerungsreich sind und 
Fischabdrücke enthalten. Das Fehlen organischer 
Reste im Salz muß dem Chemiker den gleichen 
Schluß nahelegen, wie dem Geologenßi), einen 
Schluß, der in Übereinstimmung steht mit der aus- 
führlich dargelegten qualitativen und quantitativen 
Verschiedenartigkeit in der Zusammensetzung der 
Salzlager und der Meersalze und dadurch einen 
hohen Grad von Wahrscheinlichkeit erlangt : D i e 
deutschen Salzlager sind nicht 
durch direkte Verdunstung von 
Meereswasser entstanden. 

Da aber andererseits die chemische Natur und 
die Schichtenf9lge<ier- Salzablagerungen darauf hin- 
weist, daß sie sich aus einer verdunstenden Salz- 
lösung abschieden, welche dem Meerwasser sehr 
ähnlich zusammengesetzt war, so wird man un- 
gezwungen zu der Annahme geführt, daß es sich 
hier um Salze handelt, welche zwar ursprünglich 
dem Meere entstammen, jetzt aber an sekundärer 
Stelle liegen, d. h. durch die Natur einer Um- 
krystallisierung unterworfen wurden. 

Es sei mir gestattet, hier ein Bild zu entwerfen, 
wie ich mir die Salzlager entstanden denke, und dem 
Chemiker möge dabei ein kleiner Streifzug in das 
geologische Gebiet verziehen werden. Denn nur 
die gemeinsame Würdigung der chemischen und 
geologischen Verhältnisse kann die jetzt noch um- 
strittene Frage über die Entstehung der deutschen 
Salzlagerstätt^^n ihrer Klärung entgegenführen. 
Als ein Versuch, hierzu beizutragen, nicht als Fest- 
stellung unumstößlicher Tatsachen, sei die nach- 
folgende Darlegung betrachtet. 

Zur Zeit des unteren Zechsteins — das ist all- 
gemein anerkannt — war Deutschland von einem 
flachen Meere bedeckt. Dieses von Norden oder 
Westen her eingedrungene Zechsteiimieer über- 



61) Vgl. z. B. K a y s e r , Lehrb. d. allgem- 
Geologie, 2. Aufl. 1905, welcher auf S. 374 sagt: 

Den meisten anderen Salzlageni (außer dem Salz- 
stock von Wieliczka) fehlen marine Fossilien, so 
daß die Annahme, daß sie durch Eintrocknung 
salziger Binnenseen entstanden sind, viel wahr- 
scheinlicher ist", oder W a 1 1 h e r . Das Gesetz der 
Wüstenbildung, S. 152 : „Entweder gelangt Meer- 
wasser über eine Barre oder durch andere Um- 
stände in eine abflußlose Pfanne hinein und seme 
Salze werden darin ausgeschieden. In diesem Falle 
werden wir im Liegenden des Salzes und diffus darm 
verteilt, die wohlerhaltenen Überreste der gleich- 
zeitigen Meeresfauna finden. In allen Fällen 
aber, wo die Salz oder- Gipslager frei von 
marinen Resten sind, muß an eme andere 

Bildungsweise gedacht werden." ^ 

\ 



flutete ganz Norddeutschland bis Helgoland und 
Holste'in, dehnte sich nachweislich aus über Han- 
nover, Thüringen, dasWerratal, Oberhessen, Oden- 
wald, östlich bis zum Erzgebirge und den Sudeten. Es 
stand im Osten in Verbindung mit einem russischen, 
im Nordwesten mit einem englischen Zechstein- 
becken. Die mutmaßliche Umgrenzung des deut- 
schen Zechsteinmeeres wird wiedergegeben durch 
die Karte, welche wir als Anlage I der mehrerwälin- 
ten Festschrift dem Direktor der Königlichen Geo- 
logischen Landesanstalt, F. Beyschlag, ver- 
danken. 

Dieses, eine gewaltige Fläche bedeckende Meer, 
dessen Tiefe man nach Maßgabe der jetzt noch 
vorhandenen, aber durch Verwitterung teilweise 
abgetragenen Zechsteinklippen zu etwa 100 m an- 
nehmen darf, verdunstete, nachdem seine Verbin- 
dung mit dem offenen Ozean unterbrochen war. 
So entstand eine primäre Ablagerung, welche 
eine Schichtenfolge von kohlensaurem Kalk, Gips, 
Bittersalz und Kalisalzen darstellen mußte, wie wir 
sie heute an verdunstendem Meerwasser beob- 
achten. Reste der Fauna, welche das ursprüngliche 
Zechsteinmeer enthielt, sehe ich in dem Stink- 
schiefer des mittleren Zechsteins. 

Das Verschwinden des Jods läßt 
sich in folgender Weise erklären : Ein Teil des Jods 
wurde von Seetangen, Seealgen, Spongien und ande- 
ren jodassimilierenden Seepflanzen und Seetieren 
aufgenommen und dadurch in unlöaüohe Form ge- 
bracht. Die jodhaltigen pflanzlichen und tierischen 
Reste wurden in Baien und Buchten des alten Zech- 
steinmeeres zusammengeschwemmt, und vermu- 
tungsweise kann man sagen, daß dies das Urmate- 
rial war, aus dem der Jodgehalt heutiger Salz- und 
Mineralquellen, soweit sie dem Zechstein entströ- 
men, herstammt. Denn eine erhebliche Anzahl 
deutscher jodhaltiger Quellen entspringen in der 
Nähe der früheren Küsten des Zechsteinmeeres — 
ich denke an Suiza, Kissingen, Orb, 
Kreuznach, Homburg, Wiesbaden, 
Salzhausen unweit Nauheim u. a. 

NacFdieser Hypothese würde also das aus dem 
Zechsteinmeer verschwundene Jod teilweise in den 
Jodquellen wieder erscheinenß^). Was es an Jod- 
salzen noch enthielt, d. h., was die das Salzmeer 
anfangs noch bevölkernde Fauna und Flora nicht 
aufgezehrt hatten das konnte sich, zur Trockne ein- 
gedunstet und auf großer Oberfläche verteilt, unter 
den Strahlen der Sonne zersetzen. Jodmagnesium 
bräunt sich am Licht, das Jod verflüchtigt sich 
und konnte vom Winde weggeführt werden. 

Die rückständige Salzkruste, welche die Flächen 
des ursprünglichen Zechsteinmeeres bedeckte, 
mochte bei Annahme von 100 m Meerestiefe eine 
durchschnittliche Mächtigkeit von 2 m haben. 

In der abflußlos gewordenen Salzwüste bildeten 
sich nun Depressionen heraus, welche sich mit Salz- 
lauge füllten. Erdsenkungen innerhalb des Konti- 



62) Es sei hier auch auf die von H ö f e r (Sitz.- 
Ber. Akad. Wien math.-nat. Kl. III, Abt. I, 015) 
festgestellte Tatsache hingewiesen, daß die Wasser, 
welche Erdöl begleiten — in Deutschland z. B. die 
Marienquelle zu ölheim — , jodhaltig sind, womit 
nicht gesagt sein soll, daß jenes deutsche Erdöl- 
vorkommen gerade mit dem Zechsteinmeer in Ver- 
bindung zu bringen sei. 



11 



«MMi» 



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I 



20 — 



nents, welche namentlich die norddeutHchc Tief- 
ebene betrafen, führten zum Schluß der Dyasforma- 
tion ganz allmählich zur Entstehung des Magde- 
burg-Harzer Beckens. Tiefe Niveauänderungen ge- 
stalteten sich nördlich vom Harz und nördlich vom 
Thüringer Wald aus, sowie an allen den Stellen, wo 
sich jetzt Steinsalzlager von gewaltiger Mächtig- 
keit befinden. In diese zentralen Depressionen 
strömten, während das Sinken fortdauerte, von allen 
Seiten die Gewässer, welche die salzigen Rück- 
stände des früheren Binnenmeeres in gelöstem Zu- 
stande auf ein V e r h ä 1 1 n i s m ä ß i g kleines Ge- 
biet zusammenführten. 

Mündet ein Strom, dessen Wasser Salze gelöst 
enthält, in ein abgeschlossenes Becken, dann wird 
er dieses so lange füllen, bis die Oberfläche des Sees 
so groß geworden ist, daß seine Verdunstung dem 
Zufluß die Wage hält. Damit ist ein physikalisches 
Gleichgewicht hergestellt, aber kein chemischesß»); 
denn die Menge der zugeführten Salze vermehrt 
sich andauernd. Das Seewasser reichert sich daran 
an bis zur Sättigung. Ist diese erreicht, so beginnen 
die gelösten Salze sich in der Reihenfolge ihrer 
Schwerlöslichkeit aus dem Salzsee auszuscheiden. 
Die Mächtigkeit der entstehenden Salzablagerungen 
hängt ab von dem Salzgehalt der Zuflüsse, ihrer 
Menge und Zeitdauer, sowie natürlich von der Tiefe 
des Beckens bzw. der zunehmenden Vertiefung der 
^Depression. Die zugefuhrte Salzmengc ist ferner 
abhängig von der Größe des Auslaugegebietes, wel- 
ches der Depression zugehöiix?. Wenn ein Gebiet 
von 1000 Quadratmeilen, welches Salz in einer 
durchschnittlichen Gesamtmächtigkeit von 2 m ent- 
hält, ausgelaugt und alles vorhandene Salz in eine 
Depression von 5 Quadratmeilen Fläche überge- 
führt wird, so muß hier bei völliger Verdunstung 
eine 200 mal so mächtige Ablagerung, also ein Salz- 
lager von durchschnittlich 400 m Mächtigkeit ent- 
stehen. 

Noch hejte werden von manchem kleinen 
Wüstensee die Salze einer tausendmal größeren 
Fläche gesammelt, und im großen Maßstabe 
sind Beispiele dieser Art der Kaspisee, dem 
ein gewaltiger Teil Rußlands tributpflichtig 
ist, das Tote Meer, der nordamerikanische Große 
Salzsee. 

Die Fläche, welche während des Überganges 
der germanischen Dyas zur Triasperiode als Aus- 
laugegebiet der norddeutschen Depression zuge- 
hörtc, kann sehr groß angenommen werden und mag 
sich weit hinein in das jetzige Rußland erstreckt 
haben. Daß zu jener Zeit eine Verbindung zwischen 
Rußland und Norddeutschland bestand, ist wegen 
der Gleichartigkeit der Fauna wahrscheinlich. Die 
gipshaltigen Kalkgebirge Zentralrußlands schließen 
nach A. d e L a p p a r e n t 6*) eine Fauna ein, von 
der neun Zehntel dem deutschen Zechstein zuge- 
hören. Aber auch im Nordwesten können große 
kontinentale Flächen vorhanden gewesen sein, denn 
das nachmalige Triasgebiet des Buntsandsteins stand 



i 



«3) Vgl. Forchhammer, Phil. Transaet. 
London 155, 243. 

6*) Trait6 de Geologie 1900, 986; Lappa- 
r e n t gibt dort eine instruktive Karte über die 
Äieeres- und Festlandsverhältnisse der Zechstein- 
[ eriode. 



mit dem Buntsandsteingebiet von England in un- 
unterbrochenem Zusammenhang^^^). 

Die Zusammenführung der vom Zechstein- 
meer zurückgelasstmcn Salze mußte, wie bereits er- 
wähnt, nach (angetretener Sättigung des Wassers 
eine allmähliche Ausfüllung der Depression mit Cal- 
ciumsulfat und Steinsalz bewirken. Das Calcium- 
sulfat aber mußte sich als Anhydrit ausschei- 
den, wenn die naheliegende Annahme gemacht 
wird, daß die Laugenseen gleich anfangs mit den 
leichtlöslichsten Salzen, also namentlich Chlor- 
magnesiumlösung, sich füllten. 

Die Anhydritschnüre, welche die Staßfurter 
Salzlager66) mit großer Regelmäßigkeit durch- 
ziehen, werden — wie schon früher bemerkt wurde 
— am einfachsten so erklärt, daß die gipsführenden 
Salzbäche, welche den Salzsee speisten, im Wechsel 
der Jahreszeiten intermittierend flössen. In der 
verhältnismäßig regenreichen Zeit hat sich wohl das 
spezifisch leichtere zufließende Wasser über der 
konz., schweren Salzlösung als oberste Schicht 
ziemlich gleichmäßig ausgebreitet, um dann in der 
heißen Zeit zu verdunsten und zunächst seinen 
Gipsgehalt infolge der Berührung mit der Salzlauge 
im wasserfreien Zustande ausfallen zu lassen; dann 
folgte bei weiterer Verdunstung die Krystallisation 
des Steinsalzes. Eine solche Annahme steht jeden- 
falls in Übereinstimmung mit den an Salzseen beob- 
achteten rezenten Vorgängen. So ist das Wasser 
des. Toten Meeres einem bedeutenden jährlichen 
Steigen und Fallen unterworfen. Die Winterregen 
und das Schmelzen des Schnees auf dem Antilibanon 
bewirken ein Steigen um mehrere Fuß, während die 
lange anhaltende intensive Sommerhitze eine be- 
deutende Verdunstung verursachte^). Auch im 
Karabugasbusen stellte A n d r u s s o w «») ein 
regelmäßiges Schwanken des Wasserniveaus fest; 
es steigt im Winter um 4—5 Fuß und fällt im 
Sommer. 

Im Eltonsee, dem bedeutendsten russischen 
Salzsee, der neben zahlreichen anderen Salzbächen 
von der C h a r i s a c h a mit r)%igera Salzwasser 
gespeist wird, besteht der Bodenabsatz aus einem 
vielhundertfältigen Wechsel von Salzbänken und 
Streifen schwarzen Schlammes^») und auch im 
Baskuntschaksee am linken Ufer der 
Wolga sind die den einzelnen Jahrgängen ent- 
sprechenden Salzablagerungen durch eine sehr 
dünne sandige Schicht voneinander getrennt ^o), 
während das Salz, welches in versandeten Salzseen 
unter der Decke von Flußsand krystallisiert, ohne 
Schichtung ist. Manche Salzseen setzen in der 

«5) E. F r a a 8 , Die Bildung der germanischen 
Trias, Separatabdruck aus den Jahresheften des Ver- 
eins für vaterländische Naturkunde in Württem- 
berg, Stuttgart 1899, 9. 

«6) Auch die württembergischen Steinsalzlager 
besitzen z. T. solche Jahresringe; vgl. W. B r a n c o, 
Das Salzlager bei Kochendorf am Kocher, Stutt- 
gart 1899. 

67) G. B i s c h o f , Lehrb. d ehem. u. phys. 
Geologie, 2. Aufl. II, 49 (1864). 

68) P e t e r m a n n s Mitteil. 43, Heft 2 (1897). 
6») Bergsträßer, Petermanns Mitteil. 

1858, 93; Ka'yser, Lehrb. d. allgem. Geologie, 
2. Aufl. 1905,(370. 

70) W a H h e r , Lithogenesis d. Gegenwart 
1893/94, 787 ; jB e r g s t r ä ß e r , I.e. 



tmmmtmm 



— 21 




I 



i 



I» 



ii 



trocknen Jahreszeit auch an der Oberfläche eine 
Salzkruste ab, welche in der nassen Jahreszeit zum 
Teil wieder gelöst wird'^i). 

Die Seen des ägytischen Natrontales schließ- 
lich trocknen in den Monaten Mai bis Juli meist 
vollkommen ein, während sie ihren höchsten Was- 
serstand, bis zu 2 m, im Dezember haben'^s). 

Diesen Naturbeobachtungen aus der Jetztzeit 
gegenüber muß die neuerdings vielfach geäußerte 
Meinung'73)^ daß das Steinsalz der Staßfurter Salz- 
lager in der kälteren Jahreszeit, der Anhydrit in 
der heißeren abgeschieden wurde, gekünstelt er- 
scheinen. 

Ein Punkt bedarf noch der Erläuterung : wie 
es nämlich zu verstehen ist, daß die Anhydrit- 
schnüre nicht in stärkerem Maße durch einge- 
schlämmtes Material, Ton oder Sand, verunreinigt 
sind. Zur Erklärung könnte man vielleicht geltend 
machen, daß die ohne viel Gefälle langsam durch 
die Salzwüste schleichenden Bäche nicht viel mine- 
ralischen Detritus mitführten. Überzeugender aber 
erscheint es zum Verständnis jener Erscheinung, 
die schnell klärende Eigenschaft von 
Salzlösungen heranzuziehen. Bodlaender'^*) 
hat diese eigentümliche Erscheinung der Klär- 
fähigkeit, welche nach ihm mit der elektrischen 
Leitfähigkeit der gelösten Stoffe zusammenhängt, 
wissenschaftlich näher untersucht. Der Nieder- 
schlag erfolgt im allgemeinen um so schneller, je 
stärker die Salzlösung ist. Es ist also leicht ver- 
ständlich, daß alle emulgierten Substanzen, welche 
die Bäche mit sich führten, am Ufer oder, in einer 
Bucht, die als Klärbassin diente, sich nieder- 
schlugen und das klare Gips und Salz führende 
Wasser sich auf der Oberfläche der konz. Salzlauge 
nun weiter verbreitete. Die auf solche Weise er- 
folgende Fortführung des Gipses durch die obere 
Strömung hatte gleichwohl eine Grenze in der all- 
mählich erfolgenden Vermischung mit der darunter 
befindlichen schweren Salzlösung. Wenn man sich, 
wie vorausgesetzt wird, ein ganzes System von Salz- 
seen in der norddeutschen Tiefebene verteilt denkt, 
die miteinander nur teilweise in melir oder weniger 
beschränkter Kommunikation standen, so ist ohne 
weiteres klar, daß die Bedingungen der Verdamp- 



71) Der Baskuntschaksee hat in der heißen 
Jahreszeit sogar eine 2 m starke Salzdecke, unter 
dieser befinden sich 7 m Salzwasser. Trotz der Be- 
deckung krystallisiert am Boden reines Steinsalz 
aus, indem dafür eine entsprechende Menge des un- 
reineren Salzes der Decke in Lösimg geht. Zur Salz- 
gewinnung werden Löcher in die Decke geschlagen 
und durch diese das reine Salz vom Boden herauf- 
geholt (Privatmitteilungen meines Bruders H. 
E r d m a n n). In ähnhcher Weise schildert J o h. 
W a 1 1 h e r (Verh. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin 
1898, Nr. 1, 65 und Lithogenesis S. 153) den Salzsee 
bei Mollahkara, der eine zolldicke, ziemHch harte 
Salzdecke trägt und im Sommer den Anblick einer 
frisch beschneiten Eisfläche gewährt. 

"2) G. Schweinfurth und L e w i n , 
Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde 33 (1898), Separat- 
abdruck; pj. Stromer von Reichenbach, 
Die Umschau (Verl. von H. Bechold), Frankfurt 
a. M. 8, 481 (1904). 

■^3) Siehe z. B. E h r h a r d t, Die norddeutsche 
Kahindustrie, 7. Aufl., 12. 

74) Neues Jalirb. f. Mineral. I^i3, II, 147. 

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/ 



fung in den einzelnen Salzpfannen je nach Zusam- 
mensetzung und Menge der Zuflüsse, je nach der 
Tiefe des Beckens, dem vorhandenen Oberflächen- 
wasser, der Temperatur, verschiedene waren, und 
hierdurch scheint die hier vorgetragene Anschau- 
ung auch für die Verschiedenartigkeit 
der vorhandenen Salzlager im Magdeburg-Harzer 
Becken, im Werragebiet, in Hannover eine bessere 
Erklärung zu bieten, als es die Annahme eines ein- 
zigen vom Ozean aus gespeisten Meerbusens vermag. 

Viele Jahrtausende hindurch haben sich, wie 
die Zahl der Schnüre anzeigt, Steinsalzbänke und 
Anhydritschnüre wechselweise abgelagert. Die 
Mutterlaugensalze reicherten sich in der Lösung 
mehr und mehr an, aber eine starke Minderung der 
Verdunstungsfähigkeit brauchte deswegen nicht ein- 
zutreten, weil das zufließende, schwach salzige Was- 
ser auf der Oberfläche schwamm und sich hier kon- 
zentrierte. Hingegen läßt sich aus der Abnahme 
der Stärke der Anhydritschnüre und der zunehmen- 
den Mächtigkeit der zwischengelagerten Steinsalz- 
bänke nach obenhin folgern, daß die Zuflüsse sich 
allmählich verringerten. Die Trockenheit des Kli- 
mas, welche sich in der Verarmung der Flora dieser 
geologischen Periode zeigt^s), nahm zu und ließ die 
Zuflüsse schließlich ganz versiegen. Eintritt und 
Steigerung des Mißverhältnisses zwischen Verdamp- 
fung und Wasserzufuhr werden ein starkes Sinken 
des Salzwasserspiegels bewirkt haben. Die Salzseen 
traten zurück, indem sie auf weiten Strecken Landes 
Salzkrusten an ihren Ufern hinterließen. 

Auch diese Voraussetzungen lassen sich durch 
rezente Vorgänge belegen. Die Wassermenge des 
Toten Meeres war früher viel größer als sie 
infolge verminderten Zuflusses jetzt ist; das lehren 
die salzhaltigen Absätze, welche mehr als 100 m 
über den heutigen Wasserstand hinausreichen^«). 
Der Spiegel des Utahsees in Nordamerika ist im 
Laufe der Zeit um mehrere 100 m gesunken'^). 
Ein anderes Beispiel bieten die am Nordrande der 
Sahara sich hinziehenden „Schotts" dar, die Reste 
eines früheren Binnensees, der durch die zuneh- 
mende Trockenheit des nordafrikanischen Klimas 
zu einer Anzahl von Salzsümpfen zusammen- 
schrumpfte. Unter dem Einflüsse heißer und trok- 
kener Winde, in einem Klima, wie es jetzt etwa in 
der Sahara oder in der Wüste Atacama herrscht, 
war es möglich, daß die Salzpfannen der Zechstein- 
periode auch die hygroskopischen Salze des Kaliums 
und Magnesiums ausschieden. Auch in der Art dieser 
Ausscheidungen liegen Andeutungen vor, daß die 
Zusammensetzung der Mutterlauge nicht genau die 
eines verdampfenden Meerwassers war. Als ein Bei- 
spiel führe ich den Glauberitan, welcher in der 
Kieseritregion von Leopoldshall gefunden wurde. 
Verdunstendes Meerwasser führt nicht zur Glaube - 
ritbildung. 

Zweifellos mußten nach Ablagerung der leicht- 
löslichen Salze, bevor diese durch den Salzton vor 
der lösenden, scheidenden und transportierenden 



75) Frech, Lethaea geognostica II, 3. Abt. 
554, 557 (1901). 

76) Roth, Allgemeine und chemische Geo- 
logie I, 475 (1879). 

77) W a 1 1 h e r , Verhandl. d. 10. Geographen- 
tages 1893, 144. 



22 



Kraft des Wassers gescliützt wurden, die mannig- 
faehst-en Umbildungen und Translokationen auf den 
weit ausgedehnt<3n Salzflächen stattfinden — dar- 
über sind sich, seitdem dies von P r e c h t zuerst 
liervorgehoben wurde, alle einig, welche das Problem 
der Kalisalzlagerentstehung bearbeiteten. 

Dort, wo das Salz durch Zurücktreten des See- 
spiegels freigelegt war, oder wo durch Gebirgsdruck 
die Oberfläche des Salzlagers aus der Mutterlauge 
herausgehoben wurde, konnten die ausgeschiedenen 
Kalium- und Magnesiumsalze durch Regen und zu- 
strömendes Tageswasser leicht wieder aufgelöst 
werden. Es bildeten sich neue, schüsseiförmige 
Salzpfannen, welche selbst bis in die Regionen des 
älteren Steinsalzes hinabreichten. Beim Verdunsten 
des Inhaltes dieser Salzbecken konnte sich selbst 
dann eine andere Salzfolge als die ursprüngliche 
ausscheiden, wenn es sich nur um eine Umkrystalli- 
sierung an Ort und Stelle handelte, da jetzt ein 
Überschuß an Chlormagnesium fehlte. 

Ich will hier nicht auf die Einzelheiten sekun- 
därer Salzumbildung eingehen — fürchte ich doch, 
Ihre Aufmerksamkeit bei dem für einen Vortrag 
etwas spröden Stoff schon zu lange in Anspruch 
zu nehmen. 

E V e r d i n g hat den gewaltigen Umfang, 
welchen die teils auf Gebirgsfaltung, teils auf Um- 
lösung beruhenden Veränderungen der ursprüng- 
lichen Salzlager namentlich im Südharzgebiet, im 
Gebiet der Werra und im (uhict der T.cinc /.oigcji, 
anschaulich und detailliert nach den geologischen 
Forschungen geschildert. Dabei kann aber der Che- 
miker doch eine Bemerkung nicht unterdrücken, 
die sich auf die Entstehung des Hartsalzes be- 
zieht. Man kann sich die Hartsalzlager aus der Um- 
bildung eines Carnallitlagers oder auch direkt aus 
einer Lösung hervorgegangen denken. Der erste 
Fall, die sekundäre Umbildung eines Lagers, wel- 
ches aus einem Gemenge von Carnallit und Kieserit 
bestand, in Hartsalz ist einfach zu erklären, durch 
die Annahme nämlich, daß eindringendes Wasser 
das Chlormagnesium aus dem Carnallit heraus- 
wusch, und Chlorkalium und Kieserit, d. i. Hartsalz, 
zurückblieb; die Zeit und die Menge des Wassers 
reichte in solchem Falle nicht hin, um auch den Kie- 
serit anzugreifen und so die GleichgewicKislage her- 
zustellen, welche schliei.Mich zum Kainit geführt 
hätte. 

Ich lasse mich aber gern durch E v e r d i n g 
überzeugen und neige selbst der Ansicht zu, daß die 
jjetrographische Bescliaffenheit, die bankige Schich- 
tung der Hartsalzlager und andere Umstände eine 
direkte Ausscheidung des Hartsalzes aus Lösungen 
in vielen Fällen wahrscheinlich machen. Dann muß 
man für diese Fälle der Hartsalzbildung notwendi- 
gerweise eine Temperatur der ursprünglichen Lö- 
sungen oberhalb 72° annehmen. 

Denn van't Hoff'^*) hat festgestellt, daß 
nur oberhalb 72° eine gemeinsame Ausscheidung 
von Sylvin und Kieserit aus ein und derselben 
Lösung erfolgen kann. 

Wenn nun F] v e r d i n g "'^) aus geologischen 
Gründen annimmt, daß sich das Hartsalz aus L ö - 



s u n g e n ausgeschieden habe, gleichzeitig aber 
Temperaturen über 72° für ausgeschlossen 
hält und meint, Chlorkalium und Kieserit würden 
sich trotz van'tHoff auch aus kalter Lösung 
nebeneinander haben ausscheiden können, so ist 
das meines Erachtcns keine Erklärung, son- 
dern der Verzicht auf eine Erklärung. Die che- 
mische Wissenschaft hat ein Anrecht darauf, zu 
verlangen, daß die von ihr festgestellten Tatsachen 
und erkannten Naturgesetze auch von den Herren 
Geologen nicht als quantite negligeable betrachtet, 
sondern voll gewürdigt werden. 

Salzwassertemperaturen von der angegebenen 
Höhe sind aus dem Bereich des Unwahrscheinlichen 
herausgetreten, seitdem v. Kaleczinsky«^) 71° 
an ungarischen Salzseen in einer Tiefe von 1,3 m 
tatsächlich gemessen hat. Solche Auf- 
speicherung der Sonnenwärme kommt zustande, 
wenn auf der Oberfläche des konz. Salzwassers eine 
Süßwasserschicht lagert. Das sind Verhältnisse, 
wie sie auch an den deutschen Salzseen der Zech- 
steinzeit wahrscheinlich vorlagen, und wie sie in 
meinen obigen Ausführungen angenommen sind. 

Wir sind nun bis zur Bedeckung der Salze des 
ersten Stockwerkes gelangt. Nur dort konnten die 
leicht löslichen Salze, die das Hangende der Lager 
bilden, durch die weiteren geologischen Epochen 
hindurch erhalten bleiben, wo sie begraben wurden 
unter einer undurchlässigen Decke von Ton, welche 
(MiKii Schutz büdete gegen unterirdische Erosion. 

Ich sehe den Salzton als eine durch den Wind 
entstandene Bildung an. 

Seitdem F. v. Richthofen^i) nachge- 
wiesen hat, daß die 200 m mächtigen Lößlager im 
nördlichen China ein l'rodukt äolischer Ablage ..'ung 
sind, seitdem man die abtragende und transportie- 
rende Kraft des Windes in Wüstengegenden kemien 
gelernt hat und auch die Formation, welche kon- 
kordant der Dyas aufgelagert ist, den Buntsand- 
stein, ziemlich allgemein als Windbildung betrach- 
tet, liegt an sich nichts Unwahrscheinliches mehr 
in der Annahme, daß der ,, Salzton" als Staub aus 
der Luft herabgefallen ist, hinein in die von Mutter- 
lauge gebildeten Salzseen. Das Material dazu 
konnten nelx^n den vom früheren Zechsteinmeere 
gebildeten Gipsstöcken die alten Faltengebirge 
Mitte leuropas**2) geliefert haben, welche aus Schiefer 
bestanden mit einem Kern von Granit. Zuerst 
mochte der verwitterte Schiefer der „Defla- 
tion", d. h. der abtragenden Wirkung des Windes 
unterliegen, während später, als der Granit bloß- 
gelegt war, dieser die Sandmassen lieferte, mit denen 
die weiten Tiefebenen in der Triasformation über- 
schüttet wurden. Nach dieser Anschauungsweise 
ist der vom Winde forttransportierte, mit Gips ver- 



7«) van'tHof fundMeycrhof f er, Sitz.- 
Ber. Akad. Berlin 1902, 1106. 

'») Deutschlands Kahbergbau S. 83 u. 88. 



80) Zeitsehr. f. Gewässerkunde 1901, Heft 4; 
Ann. Phys. (4) I (1902). 

81) China I, 74 ff, II, 741; Ausland 1883, 585; 
über die abtragende Gewalt des Windes in Wüsten- 
gegenden vgl. auch A. S c h e n c k , Verh. d. 10. 
deutsch. ( Geographen tages 1893, 167; G. Schwein- 
f u r t h und L e w i n , Zeitsehr. d. Ges. f. Erd- 
kunde 33 (1898), Sonderabdr. S. 6; W a 1 1 h e r , Ge- 
setz d. Wüstenbildung 1900, 31 ff. 

82) Vgl. 4iG Karte in F. F r e c h s Letheaea 
geognostica 1899: Die Kohlenfelder und Falten- 
gebirge Mitteleuropas nach Schluß der Carbonzeit. 






I TM 



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- 23 



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isw'^ 






mengte Tonstaub in die Seen gefallen, hat sich mit 
der konz. Lösung der Mutterlaugensalze vollge- 
sogen und allmählich niedersinkend ein geschich- 
tetes Sediment von 4 — 10 m Mächtigkeit auf den 
krystallisierten Kalisalzen gebildet, das ganze Salz- 
lager nach oben hin hermetisch abschließend. 
Oberhalb dieser Deckschicht mochten noch viele 
Meter tief die Mutterlauge der Salze als fast ge- 
sättigte Chlormagnesiumlösung stt^hen. 

Der Vorzug meiner Betrachtungsweise scheint 
mir in der größeren 'Einfachheit zu liegen. Ich 
bringe nicht auf geheimnisvolle Weise Mutterlaugen- 
salze beiseite und nicht Millionen von Fischen. 
Ich lasse auch nicht den Boden des jetzigen Deutsch- 
lands wiederholt auf und nieder schwanken, denn 
es scheint mir durchaus nicht erwiesen, daß nach 
Ablagerung des Salztons das Meer von neuem ein- 
gebrochen ist und alles überschwemmt hat. Was 
ich zur Erklärung der Erscheinungen als Hypo- 
these allein gebrauche , das sind abwech- 
selnde große Epochen hoher, allmäh-, 
lieh abnehmender Niederschlags- 
mengen und großer Trockenheit. Die 
Zeiten der größten Trockenheit sind gekennzeich- 
net durch den S a 1 z t o n , durch die über dem 
jüngeren Steinsalz ausgebreiteten Tonschich- 
ten und schließlich durch den Buntsand- 
stein. So wie die „Jahresringe" des älteren 
äteinsalzes von dem jährlichen Wechsel zwi- 
schen Regenzeit und Trockenheit herrühren, so 
legt die dreimalige Aufeinanderfolge mächtiger 
Schichten von Anhydrit und Steinsalz meines Er- 
achtens Zeugnis ab von klimatischen Schwankun- 
gen, welche sich im Laufe großer Zeiträume voll- 
zogen. 

Die erstc^ dieser klimatischen Epochen um- 
faßte den Zeitraum, in welchem sich der ältere An- 
hydrit, das ältere Steinsalz mit seinen Kalisalzen 
und dem Salzton ablagerte, die zweitt^ beginnt mit 
dem sog. H a u p t a n h y d r i t , auf den das 
jüngere Steinsalz folgt, die dritte wird oberhalb des 
roten Tones, der das jüngere Steinsalz bedeckt, 
wieder durch Ablagerung von Anhydrit mit darauf- 
folgendem Steinsalz gekennzeichnet. 

Um dem in der mittleren dieser Epochen ent- 
standenen zweiten Stockwerk der Salzlager noch 
einige Worte zu widmen, so begann also, nachdem 
der Salzton abgelagert war, wieder eine Periode 
reichlicher Niederschläge; erneute Zuflüsse von 
gipshaltigem Wasser strömten in die bereits durch 
die älteren Salzablagerungen teilweise gefüllten De- 
pressionen. Dadurch wurde auch von neuem Salz 
in die über dem Salzton noch vorhandenen Mutter- 
laugen geführt; aber der Zufluß war stärker als die 
Verdunstung, so daß für lange Zeit eine bleibende 
Verdünnung der Mutterlaugen eintrat, und sich 
nur Anhydrit abschied, wie er als Hauptanhydrit 
in einer Mächtigkeit von durchschnitthch etwa 
60 m über dem Salzton liegt. 

In Becken, deren Zuflüsse kohlensaure Salze 
enthielten, konnte sich an Stelle des Anhydrits 
Plattendolomit bilden, der z. B. im Werragebiet 
das genetische Äquivalent des Hauptanhydrites 
darstellt, als ein deutlicher Beweis, daß hier ein 
anderes, von dem Magdeburg-Harzer Becken 
getrenntes Becken bestand. 

Gegen meine Ansicht, daß es Jsein Meerwasser 



war, welches den Salzton bedeckte, läßt sich gel- 
tend machon, daß es dem Landesgeologen 1^]. Z i m - 
m e r m a n n 83) gelungen ist, marine Versteine- 
rungen im Salzton von Sperenberg und von Quer- 
furt aufzufinden : kleine zweiklappige Muscheln in 
größerer Anzahl, gewöhnlich I cm groß, ferner 
einen fast 3 cm großen Muschelabdruck (Schizodus?) 
und eine 4 mm große Brachiopode. 

Es liegt mir fern, diese interessanten Funde 
eines so hervorragenden Geologen, wie es Professor 
Zimmermann ist, nicht genügend zu würdigen. 
Sie scheinen mir aber nichts anderes zu beweisen, 
als daß eine spärliche Fauna durch geographische 
Verbreitung vom Meere her ihren Weg in einzelne 
Salzseen fand und sich dort den Verhältnissen an- 
gepaßt hat. Die kleinen Bivalven können, worauf 
Zimmermann selbst hinweist, auch eingeweht 

sein®*). 

Auch in anderen Formationen, welche nicht 
Meeresbildungen sind, kommen vereinzelte kleine 
marine Tiere vor. Nach W a 1 1 h e r «5) findet sich 
in dem sonst völlig fossilleercn Buntsandstein ein 
Muschelhorizont, reich an kleinen Conchüien, bei 
Roda; auch in der produktiven Steinkohlenforma- 
tion treten marine Tiere vereinzelt auf»»). 

Im Staßfurter Salzsee haben sich 40—1)0 m 
mächtige Anhydritlager über dem Salzton ge- 
bildet; dann hörten die Zuflüsse auf, und durch 
weitere Verdunstung der nacli den tiefsten Stellen 
sich zurückziehenden Salzlösung krystallisierte das 
jüngere Steinsalz aus. Die Jahresringe treten im 
jüngeren Steinsalz zurück, sind aber im liegenden 
Teile noch deutlich. Zum Unterschiede von den 
Jahresringen im älteren Steinsalz bestehen sie, wie 
Pracht festgestellt hat, nicht aus Anhydrit, son- 
dern aus Polyhalit. Es erklärt sich dies durch das 
Vorhandensein reichlicher Giengen von Kalium- 
und Magnesiumsalzen aus den alten Mutterlaugen. 
Die Mächtigkeit des jüngeren Steinsalzes schwankt 
im IMagdeburg-Halberstädter Becken von 80 bis 
120 m, es tritt aber nicht überall auf und fehlt 
z. B. auf dem fiskalischen Bergwerk in Staßfurt 
und in Leopoldshall. Da es nur an den tiefsten 
Punkten des Staßfurter Beckens auskrystallisierte, 
so halten seine Ablagerungen oft im Streichen nicht 
aus; die Flötze verschwinden auf eine Entfernung 
von einigen hundert Metern in der Streichungslinie. 
Man kann wohl annehmen, daß das Becken mit 
Salzablagerungen angefüllt war, und daß es des- 
wegen hier auch nicht zur Abscheidung der ober- 
sten Kalisalze kam. Die Mutterlauge wurde heraus- 
gedrängt und floß vielleicht nach Nordwesten ab, 
da im Nordwest-Harzgebiet und in Hannover gc- 



83) Zeitschr. geolog. Ges. 56, 47 (1004). 

84) Wenn man einmal den Faktor des trans- 
portierenden Wüstensturmes zuläßt, ist es geradezu 
selbstverständhch, daß auch vegetabilische Sub- 
stanzen mit eingeweht wurden, welche bei ihrer Zer- 
setzung Huminstoffe lieferten und die dunklen 
Bänder im Salzton erklären, welche auf zersetzten 
Seetang (Chondrites) gedeutet worden sind. 

85) Über die Fauna eines Binnensees, Zentralbl. 
Min. 1904, 5. 

86) Vgl. W. B r a n c o , Das Salzlager bei 
Kochendorf; Separatabdr. aus den Jahresh. d. 
Ver. f. Vaterland. Naturk. in Württemberg, 55. 
Jahrg. (1899). 



^ 



24 -— 



lade das jüngere Steinsalz stark entwickelt ist, 
und Kalisalze eingelagert enthält. 

In Großrhüden (Gewerkschaft Carlsfund) hat 
das jüngere Steinsalz eine Mächtigkeit von 130 m, 
in Salzdetfurth von mehreren hundert Metern. 

Im Leinegebiet sind überhaupt die Salzablage- 
rungen von denen in Staßfurt bekanntlich sehr ver- 
schieden, wieder anders sind sie im Werragebiet. 
Sie lassen die Regelmäßigkeit der Staßfurter Ab- 
lagerungen gänzlich vermissen. Wenn sich, wie in 
Hannover, inmitten des jüngeren Steinsalzes Nester 
und ausgedehnte Lager von Sylvinit und Carnallit 
finden, so muß angenommen werden, daß an diesen 
Stellen bei der Krystallisation ein Zufluß gesättigter 
Salzlösungen von wechselnder Zusammensetzung 
erfolgte, oder daß die ursprünglichen Ablagerungen 
später durch die Natur einer radikalen Umarbei- 
tung unterworfen wurden. 

Örtliche Differenzierung der schwerer und 
leichter löslichen Salze ist eine in Wüstengegenden 
sehr allgemein beobachtete Erscheinung. Gewisse 
Striche der Sahara sind mit Gips imprägniert und 
fast salzfrei; andere enthalten Chlornatrium und 
wieder andere Bittersalze. In Nevada finden sich 
Steinsalz, Borax und Glaubersalz getrennt vor^^). 

So werden auch die deutschen Zechsteinsalze 
im Werragebiet und in Hannover, abgesehen von 
den Veränderungen durch Gebirgsdruck, ein häu- 
figes UmkrystaUisieren und oftmalige Ortsverände- 
rung durch die Arbeit des Wassers erfahren haben, 
bis sie endlich unter einer Tondecke zur Ruhe 
kamen. Die Mutterlaugen wurden durch wandernde 
Dünen aufgesogen und entfernt, und die nächste 
geologische Epoche überschüttete die ganze Tief- 
ebene mit buntem Sandstein. 

M. H. ! Ich bin am Schlüsse meiner Ausfüh- 
rungen angelangt und unterbreite diese in allgemei- 
nen Zügen gehaltene Anschauung über die Ent- 
stehung der deutschen Kalisalzlager Ihrer wohl- 
wollenden Kritik. Mein Vortrag hat seinen Zweck 
erfüllt, wenn er den Glauben an die Unfehlbarkeit 
der Hypothese von Ochsenius in Ihnen wan- 
kend gemacht, ja vielleicht in dem einen oder ande- 
ren die Überzeugung geweckt haben sollte, daß jene 
Hypothese zu einem Dogma geworden ist, welches 
sich in der Tat wie eine Barre den Salzkörnchen 
menschlicher Naturerkenntnis entgegenstemmt, und 
daß es an der Zeit sein möchte, diese Barre in,-xias 
Meer der Vergessenheit zu versenken." 

Die Versammlung spendete dem interessanten 
Vortrage lebhaften Beifall. 

In der Diskussion erhält zunächst das Wort 
Herr Prof. Dr. Zimmermann von der König- 
lichen Geologischen Landesanstalt zu Berlin. 

Er erkennt dankbar an, daß der Herr Vortr. 
vom chemischen Standpunkte aus eine ganze Anzahl 
wertvoller Anregungen gegeben und Tatsachen auf- 
geführt hat, die von den Geologen bei ihren Theo- 
rien vielleicht zu wenig berücksichtigt sind, betont 
aber andererseits, daß Herr E r d m a n n verschie- 
dene geologische Beobachtungen nicht beachtet 
habe, von denen er aber wohl manche auch nicht 
wissen konnte, da sie noch nicht veröffentlicht oder 
in das gehörige Licht gerückt sind. Z. B. sei durch 



®') Führer, Salzbergbau und Sahnenkunde 
1900, 19. 



den starken Bitumengehalt des Ältiuon Steinsalzes, 
der sich bei vielen Bohrungen durch fast unerträg- 
lichen Geruch bemerkbar gemacht habe, und ebenso 
des darunter liegenden Anhydrits, Dolomits und 
Stinksteines doch ein Petroleumgehalt in der Ge- 
samtsalzlagerstätte nachgewiesen, der als primär 
gelten müsse, und daraus sei doch auch das minde- 
stens eine lange Zeit dauernde Bestehen einer wenn 
auch vielleicht nur mikroskopischen Lebewelt im 
Salzsee abzuleiten. Ferner sei an vielen Stellen da, 
wo man stratigraphisch das Salzlager erwarten 
müsse, es aber nicht getroffen habe, nicht etwa eine 
Strandfazies, sondern eine Residualbildung oder 
Schlottenbreccie zu beobachten, welche beweise, 
daß die Salzlager ehedem viel ausgedehnter waren 
und zum Teil auch so zusammengehangen haben, 
daß dadurch das von Herrn E r d m a n n ange- 
nommene oder vermutete Vorhandensein isolierter 
Becken mehr oder minder widerlegt werde. Die 
marine Herkunft ferner der Hauptteile des gesam- 
ten Salzlagers werde auch durch die sowohl in der 
älteren wie in der jüngeren Salzfolge der Zechstein- 
formation zu beobachtende Reihenfolge fossüführen- 
der Mergel bzw. Salzton-Dolomit-Anhydrit-Stein- 
salz-Kalisalz erwiesen. Und damit ein Meeresteil 
eintrocknen könne, sei eine Abschnürung desselben 
vom Weltmeer unbedingtes Erfordernis ; welche 
Form diese Abschnürung habe, und wie hoch und 
breit sie sei, bzw. ob sie einen solchen Grad von 
Schmalheit und geringer Höhe habe, wie mancher 
ihn vielleicht mit dem Begriff Barre verknüpfe, dar- 
auf komme es nicht an, ohne Abschluß, „Barre", 
aber komme man nicht aus. — Im übrigen müsse 
er sich aber vorbehalten, auf die einzelnen Argu- 
mente des Vortr. zurückzukommen, wenn sie ge- 
druckt vorlägen. 

Hierauf erhält das Wort Herr Prof. Dr. Wal- 
ther- Halle, welcher folgendes ausführt : 

M. H. ! Diejenigen unter Ihnen, welche im vo- 
rigen Herbst an der Tagung des X. Deutschen Berg- 
mannstages teilgenommen und die wertvolle, so 
schön illustrierte Festschrift über Deutschlands 
Kalibergbau durchgelesen haben, werden über die 
lichtvollen Darlegungen des Herrn Kollegen E r d - 
mann einigermaßen erstaunt gewesen sein. 

Denn aus der Kalifestschrift mußten Sie die 
Überzeugung gewonnen haben, daß die von Och- 
senius bis zu seinem Ende verfochtene Barren- 
hypothese vom geologischen wie vom chemischen 
Standpunkte aus unanfechtbar sei. Nur ein ge- 
wisser Walther habe einmal den völlig mißlungenen 
Versuch gemacht, diese wohlbegründete und all- 
gemein anerkannte „Theorie" zu bekämpfen. 

Sie haben heute aus dem Vortrage des Herrn 
Kollegen E r d m a n n entnommen, daß die An- 
wesenheit von 100 m Anhydrit im Liegenden des 
älteren Salzes und das wiederholte Auftreten von 
weiteren Anhydrithorizonten im Hangenden des- 
selben durch die Barrenhypothese nicht erklärt 
werden kann. Sie haben kennen gelernt, welche 
Widersprüche und welche Verlegenheitshypothesen 
sich durch das Fehlen der Jodsalze ergeben. 

Auf das Fehlen aller organischen Reste im 
Salzlager gegenüber den Fossilien in dem unter 
Mitwirkung des Ozeans entstandenen unteren Zech- 
stein und den: grauen Salzton, auf die ozeano- 
graphische Unijr.öglichkeit der Barrenhypothese u. a. 



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- 25 

gehe ich hier nicht näher ein, denn ich habe seit 
etwa 15 Jahren in verschiedenen Schriften^^) meine 
geologisclien Einwürfe gegen die Barrenhypothese 
ausgesprochen, und Ochsenius, der die Schwere 
derselben wohl fühlte, kämpfte gegen mich mit 
großer Heftigkeit^»). 

Da ich den trefflichen Ochsenius persön- 
lich schätzte, so antwortete ich nur einmal auf 
seine Angriffe (der verletzende Ton seiner zweiten 
Schrift hätte eine zu scharfe Entgegnung nötfig 
gemacht, und nach reiflicher Überlegung stand ich 
davon ab). Aber da ich in einem kleinen Buche^^) 
meine Ansichten über die Entstehung der Zech- 
steinsalze klar und deutlich auseinandergesetzt 
hatte („Bei Beginn der oberen Zechsteinzeit wurde 
Deutschland abflußlos. Die flache Bucht des Zcch- 
steinmeeres wurde vom Weltozean abgetrennt, das 
Salzwasser verdampfte, gelegentliche Regengüsse 
laugten die eben trocken gelegten Landflächen aus, 
trugen ihren Salzgehalt nach den Niederungen und 
füllten dieselben mit konz. Soolen an."), glaubte 
ich, dem Urteil der Fachgenossen ruhig überlassen 
zu können, auf welcher Seite die richtige Ansicht 
vertreten wurde. Ausführlich habe ich dann in 
einem kürzlich erschienenen Buche^i) meine Vor- 
stellung von der Verdampfung des Zechsteinmeeres 
behandelt. 

Es ist unter diesen Umständen befremdend, 
daß in der Kalifestschrift als „Wal t h e r s Wüsten- 
theorie" eine Vorstellung über die Entstehung 
unserer Zechsteinsalze bekämpft wird, die ich nie- 
mals ausgesprochen habe, und die ich mit aller 
Energie von mir abschütteln muß. Merkwürdiger- 
weise ist auch in den ausführlichen Profilen der 
Kalifestschrift der untere Ahydrit I, auf dessen 
Anwesenheit die Theorie von Erdmann so großes 
Gewicht legt, da seine Existenz durch die Barren- 
liypothese nicht erklärt werden kann , voll- 
kommen weggelassen. Bekanntlich wird 
jeder Leser einer wissenschaftlichen Abhandlung 
zuerst und besonders die Illustrationen betrachten, 
und doch tinde ich in der Legende im Text keinen 
Hinweis darauf, daß die blaue Salzfarbe oder das 
Hellblau des mittleren Zechsteins in den Profilen 
der Kalifestschrift eine kompakte Anhydritmasse 
von 70 — 100 m bezeichnen soll. 

Man könnte nun sagen, daß der Anhydrit I 
deshalb nicht die grüne Farbe hätte erhalten können, 
weil diese eine rein stratigraphische Bezeichnung 
für den Anhydrit II (Hauptanhydrit) über dem 
Salzton sei, aber diese Erklärung ist nicht stich- 
haltig, da im Hangenden des jüngeren Salzes auf 
dem Profil XI die grüne Anhydritfarbe (III) wieder- 
kehrt. 



88) 1894; Lithogenesis der Gegenwart, Jena, 
Kap. 18; 1900, Das Gesetz der Wüstenbildung, 
Berhn, Kap. 13; 1903, Die Entstehung von Salz 
und Gips durch topographische oder klimatische 
Ursachen; Zentralbl. f. Mon. 1903, 211. 

89) 1902, Das Gesetz der Wüstenbildung von 
Johannes Walther, das. 1902, 551, 577, 620. Die 
Entstehung von Salz und Gips durch topographische 
oder khmatische Ursachen, das. 1903, S. 416. 

90) Geologische Heimatskunde von Thüringen, 
1. Aufl. 1902, 42; 2. Aufl. 1903, 60; 3. Aufl. 1907, 62. 

91) Geschichte der Erde undj, des Lebens, 
Leipzig 1908, 300. 



Besonders befremden muß es mich, daß in dem 
scheinbar so ausführlichen Literaturverzeichnis der 
Kalifestschrift diejenige meiner Schriften, in welcher 
ich meine Auffassung von der Entstehung der Zech- 
steinsalzlager klar auseinandersetze, gar nicht er- 
wähnt wird, obwohl sie in drei Auflagen erschie- 
nen ist. 

Ich glaube, daß die vorgetragenen Unstimmig- 
keiten der Kalifestschrift auf Zufällen beruhen, 
wie sie die Bewältigung eines so umfassenden Mate- 
rials ^öh.\ mit sich bringen kann, aber Sie werden 
es mir nachfühlen, daß ich mich über den soeben 
gehörten Vortrag vom Kollegen Erdmann 
sehr gefreut habe. Denn wenn ich mich auch 
nicht in allen Einzelheiten mit seinen Darlegungen 
einverstanden erkläre , so scheint es mir doch 
von der größten Wichtigkeit, daß er vom chemi- 
schen, wie ich vom geologischen Standpunkte, be- 
tont : Nicht topographische Schleu- 
sen und Schaukelbewegungen der 
Erdrinde, sondern diewechselnde kli- 
matische Bilanz des Sonnenscheins 
und der Niederschäge über dem abge- 
schnittenen Zechsteinmeer, und ein dauernder 
S e nk u n g s V o r g a n g des Untergrundes 
(Geosynklinale) sinddiewesentlichenUr- 
sachen der Zechsteinsalzbildung. 

Ich beglückwünsche den IV. Deutschen Kali- 
tag, daß er Herrn Kollegen E r d m a n n Gelegen-^ 
heit gab, seine hochinteressanten Darlegungen hier 
vorzutragen, und will wünschen, daß die Diskussion 
des Salzproblems frisch und mutig wieder be- 
ginnen möchte; nicht in den engen Grenzen einer 
veralteten Hypothese, sondern mit neuen Methoden 
auf breiter Grundlage geologischer und chemischer 
Forschung. 

Der Vorsitzende erklärt hierauf : Was schon 
Herr Prof. W a 1 1 h e r aussprach, möchte ich noch- 
mals ausdrücklich hervorheben, nämlich, es hat 
sicherlich nicht in der Absicht der Leitung des 
X. Deutschen Bergmannstages gelegen, die gegen- 
teilige Meinung über den Vortrag von E v e r d i n g 
zu unterdrücken. Auf keinen Fall kann die Leitung 
des X. Deutschen Bergmannstages in dieser Ange- 
legenheit auch nur der leiseste Vorwurf treffen. 

Es erhält dann noch das Wort Herr Prof. 
Dr. HugoErdmann- Charlottenburg, welcher 
auf zwei ihm persönlich näher bekannte Salzsteppen- 
und Wüstendistrikte hinweist, wo aus den dort 
vorhandenen rezenten Ablagerungen und noch heute 
sich weiter bildenden Kry stall isationen wichtige 
Schlüsse für die hier zur Diskussion stehende Streit- 
frage gezogen werden können. 

I. Im Gebiete der kaspischenDepres- 
s i o n hatte sieh 

a) eine örtliche Differenzierung der verschie- 
denen Salze vollzogen, so daß der Sprecher kleinere 
Seen mit d i c k ö 1 i g e r Chlormagnesiummutter- 
lauge neben den mehr oder minder magnesiumsalz- 
armen, zur Gewinnung des russischen Speise- und 
Fischereisalzes dienenden größeren Salzseen fest- 
stellen konnte; 

b) speziell auf dem Baskuntschaksee eine im 
Hochsommer gegen 2 m starke, an Calciumsulfat 
reiche feste O b e r f 1 ä c h e n s c h i c h t gebildet. 
Diese 01x>rflächenschicht, auf der sich die die Salz- 



i 



— 20 



steppe auslaugenden Winterwasser alljährlich sam- 
meln, gibt ihrerseits nach physikalischen Gesetzen 
allmählich Chlornatrium an die gesättigte 
f^nterlauge ab, während gleichzeitig sich am See- 
boden große reine Krystalle von Steinsalz abschei- 
den, das den Gegenstand technischer Gewinnung 
bildet. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß 
ähnliche Verhältnisse auch bei der noch in vielen 
Punkten rätselhaften Bildung des Hartsalzes 
(Mne Rolh? gespielt haben, und auf den Nachweis 
derartiger Oberflächenschichten im fossilen Zu- 
stande wäre auch in unseren Salzlagern das Augen- 
merk zu richten. 

II. Das von dem Sprecher bereits beschrie bene^s) 
( Jebiet der südkalifornischen Depres- 
sion ist sehr lehrreich bezüglich der Bildung u n - 
(1 u r c h 1 ä s 8 i g e r D e c k ^! c h i c h t e n auf fer- 
tigen Salzlagern. Die nunmehr ausgeführten ge- 
nauen Analysen des Saltonseewassers in verschie- 
denen Tiefen zeigen, daß über einem Salzlager, 
dessen Kaligehalt für 200 Jahre den Weitbedarf 
decken würde, sich in historisch a b m e ß - 
barer Zeit aus getrocknetem, verwehtem und 
wieder durchfeuchtetem Flußschlick eine Decke 
bilden kann, die die Ablagerungen praktisch so 
vollständig schützt, daß der deckende See von nun- 
mehr rund 2000 qkm Oberfläche in seiner Zusam- 
mensetzung einem mäßig konz. Fhißwasser ziem- 
lich nahe kommt. 

Der Vorsitzende erklärt, daß weitere Diskus- 
sionen der Zeit wegen nicht möglich sind, und bittet, 
das, was sonst noch zur Sache zu berichten sei, als 
Material für den Bericht einzusenden. Mit noch- 
maligem Dank an den Herrn Vortr. und an die 
Herren, die sich an der Diskussion beteiligten, 
schließt er die Verhandlung über diesen Gegen- 
stand. 

Eine zum vorstehenden Verhandlungsgegen- 
stand gehörige Erklärung des Herrn Bergassessor 
Dr. E i n e c k e , die infolge des vorerwähnten 
Umstandes in der Sitzung leider nicht mehr vor- 
getragen werden konnt<\ lassen wir hier folgen : 
„Zu dem Vortrage des Herrn Dr. E r d m a n n 
möchte ich nach der Entgegnung des Herrn Prof. 
Zimmermann nicht weiter Stellung nehmen, 
mich jedoch, m. H., zu den Unstimmigkeiten 
äußern, die Herr Prof. Walther in den Pro- 
filen und dem Texte der E v e r d i n g sehen 
Arbeit entdeckt haben will. Die Geologie stellt in 
ihren Karten nicht einzelne Gesteine, sondern nur 
geologische Formationen dar, und da der untere 
Anhydrit zum mittleren Zechstein gerechnet wird, 
so konnte er auch nicht selbständig dargestellt 
werden, sondern mußte in der Farbenfläche des 
mittleren Zechsteins Platz finden. Interessiert 
hätten mich auch die weiteren Unstimmigkeiten, 
die Herr Prof. W a 1 1 h e r leider nur angedeutet 
hat. Wenn sie ähnlicher Art sind, dürften sie 
nicht weiter beunruhigen. 

Dann sprach Herr Prof. W a 1 t h e r von den 
Angriffen Everdings gegen die Auffassung 
Prof. W a 1 1 h e r 8 über die Salzbildung. Man 
hätte nach den Ausführungen des Herrn Prof. 



92) Hugo Erdmann, „Die Katastrophe 
von Mansfeld und das Problem des Coloradoflusses", 
Petermanns geographische Mitteilungen 1907, H.H. 



Walt h e r annehmen müssen, daß E verding 
in spaltenlanger Darstellung dagegen opponiert 
hätte. Vielmehr ist an ganz nebensächlicher Stelle 
über die W a 1 1 h e r sehe Auffassung geredet wor- 
den, und zwar mit kaum 20 Worten. Der Name 
W a 1 1 h e r steht sogar in Klammern. Jedenfalls 
sind Everdings Ausführungen so nebensäch- 
licher Art, daß die lebhafte Verteidigung Prof. 
Walt h e r s überraschen muß. Wissenschaftliche 
Beoba(^htungen von weittragender Bedeutung in 
den genannten Blättern für Heimatkunde zu ver- 
öffentlichen, ist weiterhin ein größerer Fehler, als 
diese Blätter bei Abfassung einer wissenschaftlichen 
Abhandlung nicht gelesen zu haben. 

Wenn sich Herr Prof. W a 1 1 h e r ferner dar- 
über beschwert, daß auf dem X. Bergmannstage 
zu Eisenaeh eine Diskussion des Everding- 
schen Vortrages nicht zugelassen worden ist, und 
dies als eine Knechtung der Wissenschaft ansieht, 
so können wir anderen Teilnehmer des Bergmanns- 
tages darüber sehr befriedigt sein! Denn wenn bei 
zehn Vorträgen, die jeder eine gleiche Wichtigkeit 
und Beachtung wie der E v e r d i n g sehe Vor- 
trag beanspruchen dürfen, einem jeden einzelnen 
der 1000 Festteilnehmer, der anderer Ansicht war, 
das Wort gegeben worden wäre, m. H., wir tagten 
dann htmte noch. Aber, m. H., stand Herrn Prof. 
\y a 1 t h e r nicht das Recht zu, schon am nächsten 
Tage nach dem Eiscnacher Feste in einer bekann- 
teren, wissenschaftlichen Zeitschrift seine gegen- 
teilige Ansicht den Herren Fachgenossen bekannt 
zu geben? 

Sie sehen also, m. H., daß den Ausführungen 
des Herrn W^ a 1 1 h e r bei näherer Beleuchtung 
die extreme Bedeutung nicht beizumessen ist, die 
er persönlich annimmt." — 

Als Einleitung für den zweiten Gegenstund 
der Tagrsordnimg gab Herr Prof. Dr. P r e c h t - 
Neustaßfurt zunächst eine Übersicht über die Grün- 
dung des Verbandes zur wissenschaftlichen P^rfor- 
scliung der deutschen Kalisalzlagerstätten, welche 
auf einen Besuch der Herren Prof. van't Hoff 
und Prof. Rinne in Neustaßfurt am 28./12. 1905 
zurückzuführen ist. Auf dem II. Kalitage, welcher 
1906 in Staßfurt stattfand, wurde zuerst in der 
Öffentlichkeit darüber verhandelt. Nach Vorlegung 
eines von Herrn Prof. P r e c h t - Neustaßfurt ent- 
worfenen Arbeitsprogramms durch den Vorsitzenden 
des Kalisyndikats, Herrn Geh. Bergrat Schreiber, 
ist vom Kalisyndikat eine größere Geldsumme für 
diesen Zweck bewilligt worden, wie Herr General- 
direktor Graeßner auf dem III. Kalitage in Hil- 
desheim mitteilen konnte. Nachdem somit die fi- 
nanziellen Unterlagen im wesentlichen geordnet 
waren, wurden von P r e c h t und Rinne unter 
Mitwirkung von Schreiber die vSatzungen be- 
arbeitet und den Ausschußmitgliedern zur Geneh- 
migung vorgelegt. Der Verband hat gegenwärtig 
etwa 110 Mitglieder, und jeder, der für die wissen- 
schaftliche Erforschung der Kalisalzlagerstätten in 
irgend einer Weise tätig sein kann und will, wird 
als Mitglied gern aufgenommen. Feste Mitglieds- 
beiträge werden nicht erhoben. Die für die Arbeiten 
bewilligten Unterstützungen werden derartig be- 
messen, daß daraus im wesentlichen von den be- 
treffenden Fqrschern die baren Auslagen bestritten 
werden könneh, während die Untersuchungen selbst 



./ 



il 



- 27 — 





nicht bezahlt werden und IcdigHch aus wisscn- 
schafthchem Interesse auszuführen sind. 

Der Plan zur Errichtung eines Kalimuseuras 
hat bis jetzt noch nicht in Angriff genommen wer- 
den können. Bemerkt sei aber, daß die Stadt 
Nordhausen als erste sich bereit erklärt hat, ein 
solches zu übernehmen. 

Es nahm sodann Herr Professor J)r. J u 1 i u s 
P r e c h t - Hannover das Wort zu seinem Be- 
richte über 

Wie Arbeiten des Verbandes zur wissenschaftlichen 
Erforschung der Kalisalzlagerstätten. 

„Auf Wunsch des Geschäftsführers des Ver- 
bandes zur Erforschung der deutschen Kalisalz- 
lagerstätten, Prof. Dr. R i n n e , der wegen seiner 
inzwischen erfolgten Berufung an die Universität 
Königsberg hier nicht anwesend sein kann, habe ich 
es übernommen, Ihnen in kurzen Zügen ein Bild 
vom gegenwärtigen Stand der Arbeiten zu geben. 
Entstehung und Ziele des Verbandes sind Ihnen 
bekannt. Wir haben in ihm die erfreuliche Erschei- 
nung, daß eine mächtig aufblühende Industrie sich 
mit Männern der Wissenschaft vereinigt, um die 
Erforschung der Quellen, von deren Ertrag die In- 
dustrie lebt, tatkräftig in die Hand zu nehmen. 
Eine solche gemeinsame Arbeit von Wissenschaft 
und Praxis, die erfahrungsgemäß für beide Teile 
gleich belebend ist, trägt auch hier bereits schöne 
Früchte. Für die wertvolle Unterstützung und 
Förderung, die dem Verband zuteil geworden ist 
und hoffentlich weiter in steigendem Maße zuteU 
wird, sowie für die mannigfachen Anregungen, die 
von Herren aus der Praxis ausgegangen sind, bittet 
mich Herr Prof. Rinne hier ganz besonders, 
seinem Dank Ausdruck zu geben. Natürlich ver- 
langt jede gute Sache dieser Art außer dem not- 
wendigen Geld auch Zeit zur Entwicklung, und so 
wäre es verfehlt, wollte man schon jetzt mit großen 
Ansprüchen an die Ergebnisse der Arbeiten heran- 
treten. Handelt es sich doch zunächst darum, 
einen Anfang zu machen, geeignete Vorschläge für 
die auszuführenden Untersuchungen zu erhalten 
und dann auch die geeigneten Bearbeiter zu finden. 
Die Schwierigkeiten sind in dieser Beziehung sehr 
bedeutend, denn leider geht es in Wirklichkeit 
nicht so, wie es zweifellos am meisten erwünscht 
wäre, daß man für die Untersuchungen einen syste- 
matischen Plan macht unter Voranstellung des 
Wichtigsten, sondern die wesentliche Frage ist, ob 
sich ein Bearbeiter findet, der die Sache mit Aus- 
sicht auf Erfolg in die Hand nimmt. So kommt es, 
daß häufig eine im Augenblick manchem vielleicht 
nebensächlich und unbedeutend erscheinende Frage 
zu bevorzugen ist, weil gerade ein besonders geeigv 
neter Bearbeiter zur Verfügung steht. Bei dieser 
Lage der Dinge legt aber doch die Geschäftsführung 
den größten Wert darauf, vor allem aus der Praxis 
Untersuchungen bezeichnet zu sehen, deren Aus- 
führung erwünscht oder dringend notwendig ist. 
Solche Vorschläge können unmittelbar an Prof. 
Rinne- Königsberg gerichtet werden; auch bin 
ich selbstverständlich bereit, hier zum Ausdruck ge- 
brachte an ihn zu übermitteln. 

Von den seitens des Verbände^ eingeleiteten 
Untersuchungen liegen fertig vor d^ Arbeiten von 



Dr. Nacken- Bferlin : „Über Langbeinit und 

VantlioffiV 

Prof. Rinne und P r a n d 1 1 : „Untersuchun- 
gen über die Druckfestigkeit von Gips und Anhydrit.'' 

Dr. B o e k e - Königsberg : „Physikalisch-che- 
mische und mineralogische Studien über das Vor- 
kommen von Brom und Jod in den Kalisalzlager- 
stätten''; 

sowie der erste Teil einer Arbeit von mir : „Studien 
über radioaktive Körper in Salzbergwerken und über 
den Zusammenhang von Erdwärme und Radium- 
wärme." 

Ferner sind aus den früher bekannt gegebenen 
an sonstigen Untersuchungen neu begonnen: 

Jäger- Groningen : „Krystallisation der Chlo- 
ride von Kalium, Magnesium und des Carnallits aus 
alkoholischen Lösungen." 

C o r n u - Leoben : „Über die Farbe der Kali- 
salze." 

H o c h h u t - Hannover -.„Chemische Analyse 

von Urlaugen." 

Endlich sind für die nächste Zeit geplant: 
„Untersuchungen über die optischen Verhältnisse 
der gesteinsbildenden Salzmineralien" durch Prof. 
W ü 1 f i n g , „Untersuchung der Gase in den Kali- 
salzlagerstätten" durch Prof. Eschweiler, 
„Studien über die chemische Konstitution des Car- 
nallits" durch Dr. B o e k c. Auch regt Herr Prof. 
Rinne an, eine Kommission einzusetzen, welche 
sich der Aufgabe unterzieht, photographische Do- 
kumente von Aufschlüssen in den Kalisalzberg- 
werken zu sammeln. Als Mitglieder derselben kom- 
men in Betracht die Herren Dr. Hauswaldt- 
Magdeburg und Dr. B e h m e - Achim, die sich auf 
meine Anfrage hin auch bereit erklärt haben, sich 
der Aufgabe zu unterziehen. 

Die Wünsche der Mitarbeiter des Verbandes 
zur Erlangung von Material und zur Sammlung 
bereits vorliegender Beobachtungen über die in 
Angriff genommenen Fragen sollen in Zukunft m 
der Zeitschrift „Kah" regelmäßig veröffentlicht 
werden. Der Verband richtet erneut an alle be- 
teiligten Kreise die Bittes die geplanten Studien zu 
fördern und nach Möglichkeit zu unterstützen, da 
er nur dann seine wissenschaftlichen Aufgaben er- 
folgreich lösen kann. 

Alsdann berichtet der Herr Vortr. weiter über 

seine 



„Studien über radioaktive Stoße in den Salzbergwerken 
und über den Zusammenhang von Erdwärme und 

Radiumwärme". 

Der Zerfall der Radiumsalze in Edelgase und 
radioaktive Metalle ist bekanntlich mit starker 
Wärmeentwicklung verbunden. Die Gesamtenergie, 
einschließlich derjenigen, welche die Radiumstrah- 
lungen bei ihrer Absorption in Blei hefern, habe ich 
früher mit dem Eiskalorimeter zu 134,4 Gramm-Cal. 
für I g reines Radium in der Stunde bestimmt. 
Diese Wärmemenge ist im Vergleich mit der bei 
andern chemischen Reaktionen auftretenden so 
groß, daß mehrfach, zuerst von H i m s t e d t 9»), 
der Gedanke ausgesprochen ist, die Eigenwärme der 
Erde könne mit ihrem RadiumgehaJt in Zusammen- 



»3) Himstedt, Verh. Treib, nat. Ges. 
187 (1903). 



14, 



28 



hang stehen, besonders nachdem dank der Emp- 
findhclikeit der benutzten elektrischen Meßmetho- 
den der Nachweis der allgemeinen Verbreitung des 
Radiums über die ganze Erdoberfläche erbracht 
worden ist. Aus der elektrisch gemessenen Strah- 
lung kann man eine Schätzung des Radiumgehaltes 
der Erde vornehmen und daraus dann die ent- 
wickelte Wärmemenge bestimmen unter der An- 
nahme, daß im ganzen Erdkörper das Radium 
gleichmäßig verteilt wäre. Andererseits ergibt sich 
der wirkliche Wärmeverlust der Erdoberfläche aus 
dem bekannten Wärmeleitvermögen und dem 
Ti'mperaturgefälle, das rund 0,03° für 1 m Tiefe 
beträgt. Da für Wärmegleichgew icht die Abkühlung 
der Oberfläche durch die Wärmeerzeugung im 
Innern gerade ersetzt werden muß, so sollten beide 
Wärmemengen gleich sein. Es findet sich aber ein 
lyj bedeutendes Überwiegen der Radium wärme, 
('aß die zugrunde liegende Annahme gleichmäßiger 
Radiumverteilung im Erdinnern nicht richtig sein 
kann. Hieraus folgt demnach eine neue Frage- 
stellung : Wie dick muß eine mit dem an der Erd- 
oberfläche beobachteten mittleren Radiumgehalt 
gleichmäßig erfüllte Mantelschicht der Erde sein, 
die ausreicht, den Wärmeverlust der Oberfläche 
zu decken? Ganz unabhängig von dem Zahlen- 
ergebnis dieser Rechnung besteht zugleich die unab- 
weisbare Folgerung, daß die Wärmeerzeugung 
nach den tieferen Erdschichten hin abnehmen muß. 
Nun haben die bisherigen Temperaturmessungen 
in Bohrlöchern (Schladebach,Paruscho- 
w i t z usw. ) stets eine gleichmäßige Zunahme der 
Temperatur mit der Tiefe ergeben. Da indessen das 
Wärmeleitvermögen einen negativen Temperatur- 
koeffizienten hat, also mit höherer Temperatur ab- 
nimmt, so ist die lineare Zunahme der Temperatur 
mit einer Abnahme der Wärmeerzeugung in Ein- 
klang, oder der wahre Temperaturgradient ist 
für eine Tiefe von der Temperatur i^ gleich dem 
Gradienten an der Oberfläche multipliziert mit 
1 — y. ''^, wenn ;' den Temperaturkoeffizienten des 
Wärmeleitvermögens bezeichnet. Setzt man nach 
den Untersuchungen von Koenigsberger 
und D i s c h »*), welche auf diese Verhältnisse hin- 
gewiesen haben, für y den bei feuchtem Granit ge- 
fundenen Wert 0,0002 und für *V die höchste Tem- 
peratur des Bohrlochs Paruschowitz, etwa 60°, ein, 
so folgt aus 

dl? (dß\ ^ 

eine Abnahme des Gradienten um 1%, wenn die 
Temperaturbestimmung bis zu diesem Betrage 
sicher wäre, was zweifelhaft ist. 

Für eine erneute Prüfung der Frage bieten 
Temperaturmessungen im Steinsalz ganz besonders 
günstige Verhältnisse. Denn einerseits ist bei der 
großen Wärmeleitfähigkeit des Steinsalzes eine be- 
sonders regelmäßige Temperaturverteilung zu er- 
warten, während andererseits der Temperatur- 
koeffizient des Leitvermögens nach den Unter- 
suchungen von R. W e b e r »5) 22mal so groß ist 



»*) Koinigsbergeru. Disch, Ann. d. 
Phys. [4] 23, 655 (1907). 

»6) W i n k e 1 m a n n , Handbuch d. Phys. III, 
l, 504 (1907). 



als beim Granit, so daß selbst bei mäßiger Ge- 
nauigkeit der Temperaturmessung eine sichere Ent- 
scheidung der Frage möglich ist. 

Meine Versuche sind im älteren Steinsalz des 
Staßfurter Gebiets, und zwar im herzoglichen Salz- 
werk Leopoldshall und in den Werken Ludwig II 
und Neu-Staßfurt angestellt. Das ältere Steinsalz, 
das sich nach dem Ergebnis der Bohrung von Unse- 
burg wahrscheinlich bis in weit mehr als 1000 m 
Tiefe erstreckt, ist bekanntlich von Anhydrit- 
schnüren durchzogen. Der Anhydrit hat nahe das- 
selbe Leitvermögen wie Steinsalz, und der Tempe- 
raturkoeffizient des Leitvermögens ist 0,0024, 
also immerhin noch I2mal so groß als beim Granit; 
demnach bietet er diesem gegenüber die gleichen 
Vorteile. Bestimmend für die Auswahl der Meß- 
punkte, die in Tiefen von 285 — 728 m lagen, 
waren die Erfahrungen mühsamer Vorversuche, 
aus denen sich ergab, daß übereinstimmende Werte 
nur an völlig unbewetterten Punkten, toten 
Strecken, unbenutzten Bergemühlen und ähnlichen 
Stellen zu erhalten waren, die außerdem noch durch 
doppelte Verschlage für längere Zeit ganz von der 
Umgebung abgetrennt wurden. Auf diese Weise 
konnten die Fehler der Mittelwerte bis auf 1/20° 
erniedrigt werden. Dabei liefert die Übereinstim- 
mung zwischen Lufttemperatur, Temperatur der 
Salzoberfläche und den Temperaturen in den der 
eigentlichen Messung dienenden 1 — 2 m tiefen 
Bohrlöchern eine zuverlässige Kontrolle für die 
Brauchbarkeit des jeweiligen Meßpunktes. 

Die Gesamtheit der Beobachtungen®*») läßt sich 
ähnlich den früheren Erfahrungen am besten durch 
eine gerade Linie als Beziehung zwischen Tempe- 
ratur und Tiefe unter der Erdoberfläche wieder- 
geben, nur daß hier die größte überhaupt vor- 
kommende Abweichung noch nicht 1% erreicht, 
der mittlere Fehler demnach weit unter diesem 
Betrage bleibt. Daß bei der hohen Genauigkeit der 
Einzelmessungen die Abweichungen von der ge- 
raden Linie doch noch so groß werden können, ist 
wohl wesentlich der bedeutenden Wärmeleitung im 
Steinsalz zuzuschreiben, welche natürlich auch 
etwaige Unregelmäßigkeiten der Temperaturver- 
teilung im Gebirgsstock auf weite Entfernungen 
fühlbar werden läßt. Berechnet man auf Grund der 
gegebenen Erläuterung den wahren Temperatur- 
gradienten unter Annahme eines negativen Koef- 
fizienten von 0,002, so würde in 728 m Tiefe die 
Zunahme der Temperatur um 5% kleiner sein als 
an der Oberfläche. Ein so großer Unterschied 
nötigt zu der auch auf Grund anderer Überlegungen 
sehr wahrscheinlichen Folgerung, daß der Radium- 
gehalt in größeren Tiefen außerordentlich schnell 
abnehmen muß. Jedenfalls findet die Anschauung, 
daß das Radium an der Wärmeströmung der Erde 
einen merkbaren Anteil hat, auch in den hier ge- 
fundenen Ergebnissen eine neue Stütze. 

Um eine unmittelbare Vorstellung von den 
radioaktiven Eigenschaften der Steinsalzmasse zu 
gewinnen, habe ich in einer der abgeschlossenen 
Versuchsstrecken im herzoglichen Salzwerk Leo- 
poldshall in einer Tiefe von 387,2 m die Abklin- 
gungskurve eines aktivierten Drahtes aufgenommen. 



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V 



®^) Die Mitteilung des Zahlenmaterials erfolgt 
an anderer tjJtelle. 



erer Sl 



— 29 — 



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Es fand sich eine sehr bedeutende Radioaktivität; 
die Kurve stimmte mit der der Radiumemanation 
nahe überein. Elster und Geiteia?) haben 
früher in Hedwigsburg bei Wolffenbüttel bei 330 m 
eine schwache Aktivität nachweisen können, wäh- 
rend sie die Elektrizitätszerstreuung in einem ab- 
geschlossenen Luftvolumen merkwürdigerweise klei- 
ner fanden als an der Erdoberfläche. Die von mir 
gefundene Aktivität war so beträchtlich, daß ich 
nunmehr dazu übergegangen bin, zunächst die 
einzelnen in Betracht kommenden Salze getrennt 
zu untersuchen. 

Gern erfülle ich die angenehme Pflicht, den 
Verwaltungen der Salzwerke für die opferwülige 
Förderung dieser Untersuchungen, den Herren 
Berg Werksdirektor Middeldorf und Ober- 
steiger Pallas, Leopoldshall, für persönliche 
tätige Mithilfe meinen besten Dank abzustatten." 
Eine Diskussion mußte der Kürze der Zeit 
wegen leider unterbleiben. Der Herr Vorsitzende 
• sprach dem Herrn Vortragenden, dessen Ausfüh- 
rungen auch die Versammlung ihren Beifall zollte, 
für seinen interessanten Vortrag herzlichen Dank 
aus. 

Nachstehend ist noch der Bericht über die von 
dem Herrn Vortr. erwähnte Arbeit des Herrn Dr. 
H. E. B o e k e - Hannover „Physikalisch-chemische 
und mineralogische Studien über das Vorkommen von 
Brom und Jod in den Kalisalzlagerstätten'' einge- 
schaltet. 



Im Anschluß an die Untersuchungen von 
v a n't H o f f und seinen Schülern-über die ozeani- 
schen Salzablagerungen wurde durch zahheiche 
Krystallisationsversuche die Rolle des Broms und 
des Jods bei der Ausscheidung der Natrium-, 
Kalium- und Magnesiumhalogenide aus Lösungen 
studiert. 

Die Ergebnisse dieser Vei suche Wrden mit den 
natürlichen Vorkommnissen verglichen. 

Bei der Feststellung des Krystallisa- 
tionsschemas bezüglich der Lösungen 
und der Salze, bestehend aus Ka- 
lium, Magnesium, Chlor, Brom und 
Wasser bei 25° ergab sich, daß Magne- 
siumchlorid- und Magnesiumbro- 
midhexahydrat eine lückenlose Reihe von 
Mischkrystallen bilden. Dasselbe ist der Fall beim 
Kaliumchlorid und -bromid. 

Ebenso wie Magnesiumchlorid und Kalium- 
chlorid ein Doppelsalz, und zwar nur ein einziges, 
den Carnallit, bilden, vereinigen sich M a g n e - 
siumbromid und Kaliumbromid zu 
dem chemisch mit Carnallit übereinstimmenden 
Doppelsalz MgBr2.KBr.6H2O. Andere Doppel- 
salze bestehen zwischen Magnesium- und Kalium- 
bromid bei 25° nicht. Der Bromcarnallit unter- 
scheidet sich in krystallographischer Hinsicht stark 
vom Carnallit, wenn sie auch beide dem rhombi- 
schen System angehören. 

Der Carnallit ist imstande, Brom in isomorpher 
Mischung aufzunehmen, ebenso nimmt der Brom- 
carnallit Chlor in fester Lösung auf. Eine Lösung 
mit einem Molekularverhältnis von Brom zu Brom 
plus Chlor gleich 30,2% ist bei 25° mit den beiden 

-00 71^}^^^'' '^' Beitel, Phys./ Zeitschr. 6, 

iöö (190o). - ;-i > 



Arten von Mischkrystallen im Gleichgewicht. Die 
Analysen der Bodenkörper ergaben bei der Inter- 
polierung für die Lösung, welche die beiden Misch- 
krystallarten enthält, eine übereinstimmende che- 
mische Zusammensetzung, während der krystallo- 
graphische Unterschied keine Verwechslung der 
beiden Krystallarten zuläßt. Nach diesen IJrgeb- 
nissen ist das System Carnallit- Brom- 
carnallit als ein Beispiel einer isodimorphen 
Reihe mit außerordenthch kleiner Mischungslücke 
anzusprechen. 

Den oben genannten Ergebnissen gemäß be- 
steht das Raumdiagramm der bei 25° ge- 
sättigten Salzlösungen, die aus Kalium, Magnesium, 
Chlor, Brom und Wasser in beliebigen Verhältnissen 
zusammengesetzt sind, aus vier Flächen: 1. für 
die Sättigung an Kaliumchlorid-bromid-mischkry- 
stallen, 2. an Doppelsalzmischkrystallen von dem 
Carnallittypus, 3. von dem Bromcarnallittypus, 
4. für die Sättigung an Magnesiumchlorid-bromid- 
hexahydrat. 

Bei der Untersuchung der Krystalle, die sich 
aus gemischten Lösungen von Natriumchlo- 
r i d und - b r o m i d bei 25 ° bilden, wurde gefunden, 
daß Natriumchlorid nur eine geringe Fähigkeit hat 
zur Aufnahme von Brom in fester Lösung, auch 
wenn das Bromid in der Lösung im Vergleich 
zum Chlorid reichlich vorhanden ist. Bei einem 
Molekularverhältnis von Bromid zu Bromid plus 
Chlorid über 82,2% krystaUisieren Dihydrat- 
mischkrystalle von Natriumchlorid und -bromid aus, 
die mit dem schon bekannten Natriumbromiddi- 
hydrat isomorph sind. 

Weil m den Lagerstätten immer Steinsalz als 
Begleiter der Kalium- und Magnesiumsalze auftritt, 
wurdederEinf luß einer gleichzeitigen 
Sättigung an Chlornatrium auf die 
Bromaufnahme des Chlorkahums und des Car- 
nallits studiert, und zwar bei kleinem Bromgehalt 
der Lösung. Es zeigte sich, daß die Mitanwesenheit 
des Chlornatriums keinen merklichen Einfluß aus- 
übt. Umgekehrt vermehrt ein hoher Chlor- 
magncsiumgehalt der Lösung die Auf- 
nahmefähigkeit des Chlornatri- 
ums für Brom auf ungefähr das Anderthalb- 
fache. Ebenso wurde beim Chlorkalium eine 
gesteigerte Aufnahmefähigkeit für Brom infolge 
eines hohen Gehaltes an Magnesiumchlorid in der 
Lösung beobachtet. Dieses Verhalten ist von großem 
Interesse in Hinsicht auf das natürliche Vorkommen 
von Sylvinit und Hartsalz, welche aller Walirschein- 
hchkeit nach aus chlormagnesiumreicher Lösung 
auskrystallisiert sind. 

Zur Ermittlung eines Temperaturein- 
flusse s auf die oben beschriebenen Mischkrystall- 
bildungen wurden bei kleinem Bromgehalt der 
Lösung ebenfalls KrystaUisationen bei 45° aus- 
geführt. Ein merklicher Temperatureinfluß hat 
sich aber nicht gezeigt. 

Aus den obigen Krystallisationsversuchen 
konnte ein Schluß gemacht werden auf den 
relativen Bromgehalt der einschlägigen 
Salze beim KrystaUisieren aus einer Lösung mit 
einem bestimmten Verhältnis von Brom zu Chlor. 
Die so gefundenen Zahlen stimmten mit dem 
natürlichen Vorkommen gut überein. 

Zur näheren Prüfung der Verteilung des 



- 30 — 



Broms in den Salzlagerstätten wurde 
ein Profil der Staßfurter Ablage- 
rung von der Anhydritregion bis zum grauen Salz- 
ton aufgenommen und jedesmal über eine be- 
stimmte Strecke der Brom-, Chlor- und Carnallit- 
gehalt der Proben bestimmt. Es ergab sich, daß der 
Bromgehalt mit der Carnallitführung der Proben 
auf und ab geht, entsprechend der relativ großen 
Aufnahmefähigkeit des Carnallits für Brom. Der 
Bromgehalt, bezogen auf 100 g Carnallit, wurde in 
der Kieseriti'egion größer gefunden afe in der eigent- 
lichen Carnallitregion, was wohl durch eine Zer- 
setzung des Bromids durch die Atmo- 
s p h ä r i 1 i e n in der infolge der Salzausscheidung 
untiefer werdenden Mutterlauge zu erklären ist. 
Wie in Staßfurt wurde von mir in Salzdet- 
furth ein Profil der älteren Carnallitablagerung 
bearbeitet, desgleichen eins durch die jüngeren 
(deszendenten) Kalisalze der Salzdetfurther Lager- 
stätte. 

In Bezug auf die horizontale Vertei- 
lung des Broms ergaben die Analysen einer 
Anzahl von C a r n a 1 1 i t p r o b e n aus möglichst 
weit in dem deutschen Kalisalzbezirke verteilten 
Bergwerken einen nur wenig wechselnden Brom- 
gehalt; in den zentralen Partien des Bezirkes wurde 
letzterer durchweg etwas größer gefunden als am 
Rande, was sich wohl wiederum durch eine Zer- 
setzung des Bromids in den wahrsclieinlich un- 
^ tieferen Randteilen des Salzmeeres erklären läßt. 
Auch der Sylvin der Lagerstätten wurde 
relativ stark bromhaltig befunden (ca. 0,25% Br) 
in Übereinstimmung mit den Krystallisationsergeb- 
nissen. 

Schließlich wurde die Frage studiert, ob J o d 
ebenso wie Brom das Chlor in den Natrium-, Kalium- 
und Magnesiumsalzen isomorph vertreten kann. Es 
ergab sieh, daß dem Jod die Fähigkeit, 
in die chemische Konstitution der 
Chlorsalze unserer Lagerstätten 
einzutreten, abgeht. Das wahrscheinlich 
in dem eintrocknenden Zechst^inmeere vorhandene 
Jodid nmß sieh also in den Endlaugen angehäuft 
haben. Es wird dabei v(m der Atmosphäre zersetzt 
sein, wie in dieser Hinsicht angestellte Versuche 
wahrscheinlich mi\chten. Das hier geschilderte Ver- 
halten des Jods kann das Fehlen der Jodide in den 
Salzablagerungen erklären. Ist Jod in der Form von 
. Jodat vorhanden gewesen, so muß es sich ebenfalls 
in den letzten Laugenresten angesammelt haben. 
Eine Zersetzung durch die Atmosphäre ist in diesem 
Falle aber nicht anzunehmen. 

Zum Schluß mag noch ein Vergleich gezogen 
werden zwischen den Ergebnissen der y a n't H o f f- 
sehen Untersuchungen und den Erfahrungen über 
die quantitative mineralogische Zusammensetzung 
der Kieserit- und Carnallitregion. 

In den natürlichen Ablagerungen von Staßfurt 
resp. Salzdetfurth wujcde als ungefähre Zusammen- 
setzung gefunden: 

für die Kieseritregion : 05% Steinsalz, 20% 
Kieserit, 15% Carnallit, 

für die Carnallitregion: 20% Steinsalz, 20% 
Kieserit, 60% Carnallit. 

Ähnliche Zahlen werden von Bischof, 
P recht, Kubierschky u. a. angegeben. 



Es ist nun von Int^n^sse zu vermerken, daß 
diese Erfahrungen wesentli(!h abweichen von den 
künstliehen Krvstallisationsergebnissen. 

Nach V a n't Hoff sind die Mengenverhält- 
nisse der in Betracht kt)mnienden Salze bei 25° : 
Kieseritregion 28,5«/, Steinsalz, 16% Kieserit, 

55,5% Kainit, 
Carnallitregion 2,25% Steinsalz, 62,1% Kieserit, 

35,6»/, Carnallit, 
Schlußausscheidung 0,5% Steinsalz, 3,2% Kieserit, 

1,4% Carnallit, 95% Bischof it. 

Bei 83° ergibt die Berechnung: 
Kieseritregion 57% Steinsalz, 43% Kieserit, 
(^irnallitregion 2,8% Steinsalz, 9% Kieserit, 88,2% 

Carnallit, 
Sehlußausscheidung 0,5% Steinsalz, 0,6% Kieserit, 

5% Carnallit, 94% Bischofit. 

Es stehen also weder bei 25° noch bei 83° die 
l^:rgebnisse der Krystallisation und die Erfahrung 
der natürlichen Vorkommen miteinander im Ein- 
klang, immerhin ist die Übereinstimmung für eine 
Temperatur von 83° sehr viel besser als für 25°. 

Besonders auffallend ist nach obigem, daß 



1. die natürliche Kieseritregit^n. ca. 15% Carnallit 
enthält, während dort theoretisch noch gar kein 
Carnallit auftreten sollt«, 2. daß die natürliche 
Carnallitregion sehr viel mehr Steinsalz und auch 
Kieserit führt als mit den experimentell bestimmten 
Löslichkeitsverhältnissen für Steinsalz und Kieserit 
in an (^arnaüit gesättigter Lösung übereinstimmt. 
Für diesen Gegensatz zwischen dem natür- 
lichen Vorkommen und der experimentellen Kry- 
stallisation läßt sich aber wohl die folgende Erklä- 
rung aufstellen : Man wird annehmen dürfen, daß 
die allmählich eintrocknende Zechsteinlauge in den 
unteren Schichten konzentrierter, d. h. in diesem 
Falle Chlormagnesiumreicher, gewesen ist als in den 
oberflächlichen Partien, wie es ähnlich in den Sa- 
linen beobachtet wird. Infolge von Temperatur- 
wechsel und Verdunstung kann dann gleichzeitig 
aber örtlich getrennt, unt^r Carnallit (mit wenig 
Steinsalz und Kieserit) und oben nur Steinsalz mit 
Kieserit auskrystallisiert sein. Das jetzt verfestigt 
vorliegende Salzgemisch wäre die Vereinigung der 
beiden getrennt erfolgten Ausscheidungen. Hiermit 
wäre also das frühzeitige Auftreten des Carnallit«, 
schon im Anfang der Kieseritregion, und der hohe 
Steinsalzgehalt des Rohcarnallits in einfacher Weise 

erklärt. 

Eine weitere Berechnung der Zahlen von v a n't 
Hoff lehrte, daß die theoretische Mächtigkeit der 
Carnallitregion etwa das l,2fache der theoretischen 
Mächtigkeit der Kieseritregion sein müßte. Wenn 
man die Grenze zwischen Kieserit- und Carnallit- 
region in dem Horizont annimmt, wo der Carnallit- 
gehalt des Salzgemisches von ca. 35% auf ca. 60% 
steil ansteigt, so verhalten sich die Mächtigkeiten 
der Kieserit- und Carnallitregion in dem von mir 
untersuchten Berlepsch- Profil ungefähr wie 
35 m : 31,5 m. Die oben genannte Verhältniszahl 
der theoretischen Kieseritregion zur vollständigen 
Carnallitregion würde hingegen auf relative Mäch- 
tigkeiten von 35 m : 42 m schließen lassen. Mithin 
würden in der untersuchten Stelle der Staßfuiter 
Ablagerung nur V4 der vollständigen Carnallitregion 
vorliegen. Das ließe sich folgendermaßen erklären : 
Entweder ist- die ältere Zechsteinsalzablagerung bis 



i 



- 31 



i* 



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f 



zur "Biscllofitkrystallisation vorangcschritten go- 
wescn und die Biscliofitrcgion zusammen mit 1/4 
der Carnallitregion fortgewaschen, ehe die Salz- 
tonablageiung einsetzte, oder es hat sich der Salzton 
sedimentiert, als nur '^/^ der Carnallitregion aus- 
krystallisiert war. Die teilweise Umkrystallisation 
(Bildung deszendenter Salze) der Staßfurter Ab- 
lagerung und das Vorhandensein des Salztons über 
diesen deszcndenten Salzen macht die erste Auf- 
fassung wahrscheinlicher. 

Es folgt sodann als dritter Vortrag derjenige 
des Herrn Ingenieur O. D a n k w o r t h - Magde- 
burg über 

SpeicIuT- und Verladeeinriclituii}>;<'ii für die Kali- 

indiisfrie. 

M. H. ! Speieher- und Verladeeinrichtungen für 
die Kaliindustrie lautet dasThema meines Vortrages, 
und damit begebe ich mich auf ein Gebiet unserer 
Industrie, das bis vor kurzer Zeit noch recht stief- 
mütterlich behandelt wurde und füglich auch so 
behandelt werden durfte. Nachdem jedocli neuer- 
dings die Einnahmequellen der Werke aus ver- 
schiedenen Gründen nicht mehr so reichlich fließen 
wie früher, mußte man bedacht sein, die Ausgaben 
des Betriebes nach Möglichkeit einzuschränken. Bei 
der hochentwickelten Technik in der Fabrikation 
ist aber so wenig in der Kaliindustrie wie in anderen 
Industrien viel 7A\ ersparen. Vielleicht noch in der 
besseren Ausnutzung des Dampfes, sonst aber nur 
noch dort, wo ungelernte Arbeiter den schweren 
Dienst der Handarbeit verrichten. Fast hier allein 
ist die Stelle, wo man eingreifen konnte. Und prüft 
man solche Arbeiten genau, so wird man finden, daß 
sie durch die Mittel, die uns die Transport technik 
an die Hand gibt, bewältigt werden könnten, wenn 
die Sprödigkeit des in Frage kommenden Materials 
nicht recht oft hindernd in den Weg treten würde. 
Diese Sprödigkeit zu bezwingen war also die Aufgabe 
der Techniker. Daß sie nicht überall gelungen ist, 
und daß man hier und dort wieder zur Handarbeit 
zurückgreifen mußte, gebe ich gern zu; andererseits 
können wir aber doch mit <^enugtuung schöne Re- 
sultate verzeichnen und die Zähigkeit, 'die sprich- 
wörtlich g','wordene Zähigkeit der deutschen Technik 
wird sicherlich nicht ruhen, bis alle groben und 
schweren Arbeiten durch Maschinen verrichtet 
werden. Dadurch erfüllen wir nicht nur die Gebote 
der Menschlichkeit, indem wir die Arbeiter sittlich 
heben und nur zu solchen Funktionen heranziehen, 
die ohne menschlichen Intellekt nicht zu leisten 
sind, wir tragen auch den Umständen Rechnung, 
die durch die sattsam bekannte Leutenot gerade in 
letzter Zeit in unangenehmster Form in die Erschei- 
nung getreten sind. 

Alle in der Kaliindustrie in Frage kommenden 
Salze sind als Fertigprodukte zu den Massengütern 
zu rechnen, die sich infolge ihrer trockenflüssigen 
Form ähnlich wie unsere Cerealien bewegen lassen. 
Für diese aber sind, wie Ihnen bekannt, in den letz- 
ten 25 Jahren Magazine mit Transportanlagen ge- 
schaffen, die fast jeden menschlichen Kraftaufwand 
entbehrlich machen. Leider behält ein großer Teil 
der Salze diese trocken-flüssige Beschaffenheit nicht 
bei, denn diese sind mehr oder weniger hygrosko- 
pisch und daher wesentlich schwieriger iu bearbeiten 
als die vorgenannten Zerealien, die kernen Verände- 



rungen hinsichtlich ihrer Trockenflüssigkeit unter- 
worfen sind. Frisch hergestellte b'abrikate und griesig 
vermahlene Düngesalze jedoch lassen sich genau 
wie K()rnerfrüchte einlagern, mischen, automatisch 
verwiegen und absacken oder lose verladen. Diese 
Arbeiten nehmen aber in der Kaliindustrie einen so 
breiten Raum ein, daß durch ihre Erledigung auf 
mechanischem Wege schon viel gewonnen ist. Län- 
gere Zeit gelagerte Salze findet man häufig mit einer 
Kruste überzogen, unter der sie ihre Beweglichkeit 
beibehalten haben. Auch diese sind für die mecha- 
nische Bearbeitung als gutartig zu bezeichnen, 
wenn man die Kruste beseitigt und zerkleinert. 
Aber auch solchen Salzen ist man durch geeignete 
mechanische Mittel in der Lage, beizukommen, die 
bis in ihr Inneres hinein hart geworden sind, so daß 
man sich des drastischen Mittels des Schießens 
bedient, um sie einigermaßen lockern und dann 
umschaufeln zu können. Es genügen im allgemeinen 
leichte Walzwerke mit starker Differentialgeschwin- 
digkeit, um sie so weit wieder zu zerkleinern, daß 
man die vorgenannten Arbeiten mit Erfolg an ihnen 
vornehmen kann. 

Nach Erörterung dieser allgemeinen Gesichts- 
punkte darf ich wohl dazu übergehen, an praktischen 
Beispielen zu zeigen, wie man der Schwierigkeiten 
mehr oder minder mit Erfolg Herr geworden ist. 
Ich erwähnte vorhin zuerst die Einspeicherung der 
Salze. Ältere Werke bedienten sich dazu der^ 
Becherwerke ( Elevatoren) und der Schnecken, erste re 
für den Vertikal-, letztere für den Horizontal- 
transport. Die Becherwerke sind auch heute noch 
ein beliebtes Fördermittel, während die Schnecken 
besser durch Gurtförderer ersetzt werden. Auf 
letztere werde ich nachher eingehen und bemerke 
zu den ersteren, den Becherwerken, daß in der Kali- 
industrie vorwiegend solche mit Ketten zur Ver- 
wendung gelangen. Aber auch Becherwerke mit 
Gurten findet man hin und wieder, und zwar von 
solchen Konstrukteuren angewendet, die in der 
Getreidemüllerei und dem damit zusammenhängen- 
den CJetreideumschlag zu Hause sind. Hier benutzt 
man ausschließlich Gurte bis zu den größten Lei- 
stungen, die bis 2000 Ztr. in der Stunde und dar- 
über gehen. Und ich, der ich auch hier in der Lehre 
gewesen bin, gestehe gern, daß ich für gut trockenes 
und gleichmäßig griesiges Material am liebsten auch 
Gurte benutze. Sie laufen ruhig und verschleißen 
weniger wie Ketten. Leider hört ihre Anwendbar- 
keit bei feuchtem und grobstückigem Salz auf. 

Kettenbecherwerke sollte man für Becher- 
breiten bis 300 mm eintrumig mit Schiffsketten, 
darüber hinaus zweitrumig mit Gliederketten aus- 
führen. Zweitrumige Schiffsketten längen sich ver- 
schieden, bewirken bald eine schiefe I^age der 
Becher und geben dadurch Anlaß zu allerhand 
Störungen im Betrieb. Die Ummanteln ng der 
Becherwerke findet man neuerdings meist in Blech 
ausgeführt und zwar gewöhnlich aus einem einzigen 
Schlot bestehend. Ich muß gestehen, daß mir Holz- 
ummantelungen lieber sind, als solche aus Eisen, 
die der Zerstörung durch Rost mehr ausgesetzt sind 
als hölzerne. Schräg stehende Becherwerke ver- 
meide ich nach Möglichkeit zugunsten lotrecht 
stehender, weil ihr Verschleiß und Kraftbedarf in- 
folge der Reibung der Becher auf ihren Führungen 
größer ist als bei lotrechten. 



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32 



Jeli wende mieh nun /u den Vcrriehtungen für 
die wagerechte Förderung und erwähnte vorhin 
schon, daß man Sehnecken hesser durch Gurt- 
förderer ersetzen sollte. Ganz allgemein gültig ist 
das natürlich nicht, denn ganz kurze Förderstrecken 
wird man selbstverständlich am billigsten und ein- 
fachsten durch Schnecken überwinden und zu diesen 
auch dann greifen, w enn das zu fördernde Gut hohe 
Temperaturen hat. Daß zur Förderung solcher 
Produkte auch Kratzer und Schüttelrinnen ver- 
schiedenster Ausführung benutzt werden, will ich 
der Vollständigkeit wegen nicht unerwähnt lassen, 
möchte deren Anwendungsgebiet aber doch nur 
sehr eng umschreiben, denn der Kraftverbrauch 
und damit Hand in. Band gehend der Verschleiß 
der bewegten Teile ist bei dem erstgenannten Trans- 
portmittel vergleichsweise groß, und Schüttcl- 
r innen fördern nasses oder auch nur feuchtes Mate- 
rial nicht. Der Gurtförderer ist, darüber dürfte 
unter Fachleuten kaum eine Meinungsverschieden- 
heit herrschen, wohl diejenige Transportvorrichtung, 
die in bezug auf Leistungsfähigkeit und Betriebs- 
sicherheit zuerst ins Auge gefaßt werden sollte. 
Erst wenn zu hohe Temperaturen des Fördermate- 
rials den Gurt zu gefährden drohen, sollten andere 
Mittel in Frage kommen. Außer den schon erwähn- 
ten haben in letzter Zeit die sogenannte M o t o r- 
1 a u f w i n d e und Elektrohängebahnen 
mit Recht von sich reden gemacht. Überall, wo 
elektrische Energie zur Verfügung steht — und wo 
wäre das heute im Zeitalter der Elektrizität nicht der 
Fall? — , und wo für das Fördergut eine gerade 
Laufbahn nicht geschaffen werden kann, ferner 
dort, wo das Gut durch seine Fabrikation oder an- 
dere Umstände von vornherein für den Transport in 
Gefäßen oder Kästen bestimmt ist, haben wir in 
den Motorlaufwinden ein ganz vortreffliclies Förder- 
mittel. Das Lichtbild läßt erkennen, daß der 
Motorwagens an dem unten das Fördergefäß hängt, 
Kurven von sehr kleinen Radien zu durchlaufen 
imstande ist. An dem T-Träger ist im Hintergrunde 
ein Sttmerwagen sichtbar, der an dem Unterflansch 
des Trägers an derjenigen Stelle festgeklemmt ist, 
an der das Gefäß sich entleeren soll. Stößt einer 
der an dem Gefäß befindlichen langen Hebel an den 
Steuerwagen, so öffnet sich der Boden des Gefäßes 
und die Entleerung geht vor sich. Zugleich wird 
durch einen am Wagen angebrachten Ausschalter 
der Fahrmotor auf rückwärts geschaltet, so daß 
dieser mit dem leeren Gefäß zu seinem Ausgangs- 
punkte zurückkehrt. Hier wird der Strom auto- 
matisch ausgeschaltet, der Wagen bleibt stehen, 
das Gefäß von neuem gefüllt, und das Spiel beginnt 
von vorn. Bei Bahnlängen von 80 m und Gefäßen 
von 2 cbm Inhalt beträgt die stündliche Leistung 
ca. 30 000 kg. 

Über die Konstruktion von Gurtförderern kann 
ich mich kurz fasseii. Sie wurden in großem Maß- 
stabe zuerst in den nordamerikanischen Handels- 
emporien zur Förderung von Getreide verwendet 
und kamen, nachdem sie im Anfang der achtziger 
Jahre (damals hauptsächlich durch die Firma 
Luther-Braunschweig) für die Magazinierung von 
Getreide ausgedehnte Anwendung gefunden, all- 
mählich auch in der Kaliindustric zu Ehren. Einige 
Konstrukteure lieben es, den Gurt muldenförmig 
einzubiegen, um das seitliche Abfallen des Förder- 

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gutes zu verhindern, and(^re vermeiden die Ein- 
biegung und hissen den Gurt glatt laufen. Beides 
hat seine Vorzüge und Nachteile. Der muldenfcirmig 
eingebogene (Uirt kann für eine bestimmte Leistung 
relativ schmal gcAvählt werden, man muß ihn aber 
in seiner Zwangslage durch Tragrollen mit schräg 
gestellten Achsen halten. Die Achsen stehen fest, 
und die Rollen drehen sich auf ihnen. Die Schmie- 
rung müssen daher die Rollennaben erhalten, und 
da diese auch schräg stehen, kann nur Starrfett als 
Schmiermittel Verwendung finden. Hierin liegt eine 
Schwäche der muldenförmigen Gurtförderer; denn 
jeder Betriebsleiter weiß, welche persönliche Auf- 
merksamkeit die Starrfettschmierung erheischt : 
entwedc^r w ird zuviel Fett in die Lagerstellen hinein- 
gepreßt oder zuwenig. Tatsächlich hört man an 
einem solchen Gurtförderer von gar nicht großer 
Länge wohl immer ein oder mehere Lager pfeifen. 
Glatte Gurte führt man dagegen über Rollen liinweg, 
deren Achsen sich drehen, und zwar am besten in 
Ringschmierlagern mit Ölschmierung, deren Über- 
legenheit wohl allgemein anerkannt ist. 

Ich führe nun noch einige Konstruktionseinzel- 
heiten von Gurtförderern vor. Zuerst einen sogen. 
Abwurfwagen, der den Zweck hat, das Fördermate- 
rial von dem Gurt abzuwerfen. Es geschieht dies 
dadurch, daß man den Gurt aus seiner geradlinigen 
Bahn ablenkt. Das Fördermaterial löst sich infolge 
seines Behamingszustandes von dem Gurte ab und 
fällt durch eine Blechhaube seitlich ab. Da die Vor- 
richtung auf einem Wagengestell ruht, ist man in 
der Lage, jeden Punkt der Fahrbahn beschütten 
zu können, wenn man den Wagen verfährt. Dies 
geschieht bei dem Apparat der Firma Amme, 
Giesecke & Konegen, den das Bild veranschaulicht, 
von Hand oder automatisch, wie aus diesem Bilde 
ersichtlich ist. Ich habe diese Konstruktion u. a. 
in den Deutschen Kaliwerken zur Ausführung ge- 
bracht. Sie beruht darauf, daß die durch den lau- 
fenden Gurt hervorgebrachte Bewegung der Gurt- 
trommel mittels Schneckengetriebes auf die Fahr- 
radachse übertragen wird. Zur Einleitung dieser 
Bewegung dient ein Handhebel, den man in die be- 
absichtigte Fahrtrichtung legt. Setzt man auf den 
Handhebel noch ein Wurfgewicht, und sorgt man 
durch einen Anschlag am Ende der Bahn dafür, 
daß das Gewicht durch die Bewegung des Wagens 
nachgeworfen wird, so kehrt der Abwurfwagen um 
und findet, wenn dies beabsichtigt ist, am anderen 
Ende der Bahn auch wieder einen Anschlag. Man 
kann also auf diese Weise eine ganz gleichmäßige 
Beschickung einer gewissen Strecke ohne mensch- 
liches Zutun bewirken. 

Ich komme jetzt dazu, einige ausgeführte 
Magazinanlagen im Bilde vorzuführen und zu be- 
sprechen. Ich möchte die Magazine ihrer Bestim- 
mung nach in solche für Fabrikate und solche für 
Rohsalze einteilen. Für letztere hat sich ein Typ 
herausgebildet, den man einfach als Schuppen be- 
zeichnen kann, weil das Salz darin nur in einem 
Geschoß zu ebener Erde lagert. Für die wertvollen 
Fabrikate ist man jedoch in einigen chemischen 
Fabriken dazu übergegangen, mehrgeschossige 
Magazine zu bauen, die unter sich durch Lutten 
und Wechselklappen verbunden sind. Solche Maga- 
zine sind zwar teuer, aber die Bearbeitung des 
magazinierttm Gutes ist billig, während umgekehrt 



i 



— 33 — 



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K 



die Schuppen billig sind, die Ein- und Ausspeiche- 
rung jedoch, und wenn eine Zumischung von Fabri- 
katen nötig wird, auch diese oft recht große Kosten 
verursachen. Um diese nun nach Möglichkeit herab- 
zuziehen, muß man sowohl die Ein- wie die Aus- 
s})eicherung mechanisch einrichten. 

Ein Rohsalzschuppen parallel zur Mühle ange-, 
ordnet, mit dazwischen geschalteter Verladestation, 
ist auf diesem und dem nächsten Bilde dargestellt 
und von der Firma Amme, Giesecke & Konegen 
ausgeführt. Mühle und Schuppen sind durch eine 
Brücke miteinander verbunden. Auf der Brücke 
führt ein Gurtförderer das gemahlene Salz in den 
Schuppen, in dessen laternenartigem Dachaufbau 
ein zweiter Förderer sich bewegt, der das Salz von 
dem ersten empfängt und es mittels Abwurfwagens 
dem Schuppen gleichmäßig zuführt. Durch einen 
dritten im Kanal angeordneten Förderer wird das 
Salz dem Schuppen wieder entnommen und einem 
Elevator zugeführt, der es auf das erstgenannte 
Brückenband wirft. Dieses gibt es, nachdem seine 
Bewegungsrichtung geändert ist, in die Verlade- 
station, in der es mittels Verladers lose in ge- 
schlossene Güterwagen befördert wird. 

Eine ähnliche von mir ausgeführte Anlage zeigt 
das nächste Bild. Es unterscheidet sich hier der 
Transport von dem der vorigen Anlage dadurch, 
daß der Förderer das ganze Magazin umkreist. Das 
obere Trum wird zum Einspeichern, das untere zum 
Ausspeiehern benutzt. Da beide Trume zusammen- 
hängen, bedürfen sie nur eines Antriebmotors, einer 
Spannvorrichtung und wesentlich weniger Trag- 
rollen als zwei einzelne. Das Bild läßt übrigens er- 
ken nen, daß beim Ausspeichern das Salz nicht direkt 
durch die Abfallutte auf den Gurt, sondern erst in 
einen Aufwurfwagen fällt, der über dem Gurt hin und 
her gefahren werden kann. Der Auslauf des Wagens 
ist schnabelförmig gestaltet und sein Querschnitt 
durch einen Regulierschieber derart eingestellt, daß 
nicht zu viel Salz mit einem Male auf den Gurt ge- 
langt und ihn überschwemmen kann. Damit aber 
auch keine Salzklumpen auf den Gurt und später 
in den Elevator gelangen können, habe ich eine 
Einrichtung getroffen, die durch dieses Bild erkennt- 
lich wird. Ein Stachelwalzwerk mit Antrieb durch 
Elektromotor, dem der Strom durch einen Stech- 
kontakt zugeführt wird, zerkleinert das Salz so weit, 
daß sein Transport keine Schwierigkeiten macht. 
Diese Zerkleinerung wird auch da sehr nötig sein, wo 
eine spätere automatische Verwiegung und Ab- 
sackung, auf die ich noch kommen werde, folgen 
soll. Man kann den Antrieb des Walzwerkes ein- 
facher gestalten, wenn man dieses zwischen Ab- 
wurfrolle des Gurtförderers und Einlauf in den 
Elevator setzt und die Achse der Abwurfrolle zum 
Antrieb benutzt. Diese Ausführung hat aber den 
Nachteil, daß dann der Gurt die Salzklumpen bis 
hierher fördern muß, und diese bei einseitiger Lage 
leicht abfallen. 

Der Querschnitt des von der Architektenfirma 
Gustav Schrader, Hamburg entworfenen Schuppens 
ist dem Böschungswinkel des Salzes angepaßt, so 
daß ein Schub auf die Holzwände nicht eintritt. 
Auch die in letzter Zeit sehr in Aufnahme ge- 
kommenen Stephansbinder, und zwar in Spitz- 
bogenanordnung, sind für die Herstellung von Salz- 
schuppen sehr geeignet. 



Ehe ich auf die mehrgeschossigen Magazine 
eingehe, möchte ich im Anschluß an die Schuppen 
einige mir bekannt gewordene Salzverlader be- 
sprechen. Sie dienen dazu, Salz, das nicht gesackt 
verschickt wird, in gedeckte Güterwagen zu ver- 
laden. Die Verladung ist so vorzunehmen, daß die 
Hälfte der Ladung auf die eine, die andere Hälfte 
auf die andere Wagenachse geworfen wird; ein 
Mittelgang von Tür zu Tür muß frei bleiben. Um 
das erreichen zu können, ist eine leichte Beweglich- 
keit des Auslaufs von der einen Wagenseite nach 
der anderen Vorbedingung. Diese erreicht die 
Firma Sauerbrey in Staßfurt dadurch, daß die 
Transportschnecke, welche das Salz von einem 
herabhängenden Pendelrohr erhält, um eine verti- 
kale Mittelachse drehbar ist, die ihr den Antrieb 
erteilt. Die Bewegung zum Eisenbahnwagen und 
von ihm weg erhält der Apparat auf einer Gleitbahn, 
ähnlich dem Support einer großen Drehbank. 

In ähnlicher Weise arbeitet der Verlader der 
Firma Amme, Giesecke & Konegen, die ebenfalls 
als Transportmittel eine drehbare Schnecke benutzt, 
das Ein- und Ausschwenken in die bzw. aus den 
Wagen jedoch durch zwei Gelenkpunkte schnell- 
stens bewirkt, so daß die zwischen zwei Verladungen 
liegende Pause auf ein Minimum reduziert ist. 
Eine Anordnung von drei Verladern dieser Kon- 
struktion zeigt dieses Bild. Sie ist für die Gewerk- 
schaft Hildesia ausgeführt. . 

Der von mir konstruierte Verlader weicht von 
den beiden vorgenannten darin ab, daß er nicht, 
wie diese ortsfest, sondern an jeder beliebigen Stelle 
verwendbar ist, und daß er nicht eine Schnecke 
sondern einen Gurtförderer als Transportmittel 
benutzt. Das Bild zeigt Ihnen den Apparat, der 
besseren Übersicht wegen jedoch ohne Gurt. Der 
Antriebsmotor bewegt die den Drehpunkt des Aus- 
legers bildende vertikale Achse, die sowohl die Gurt- 
trommel als auch mittels Reibungsräder den Vor- 
und Rückschub bewirkt. Eingeleitet wird dieser 
durch den doppelten Fußhebel, auf dessen vorderen 
Teil sich der Bedienungsmann stellt, wenn der Appa- 
rat vorwärts fahren soll oder umgekehrt. 

Die Leistung aller drei Apparate dürfte an 
nähernd gleich sein. Von meinem weiß ich, daß ein- 
Arbeiter, der sich damit eingearbeitet hat, einen 
Doppellader in 6 Minuten füllt. 

Die Firma Amme, Giesecke & Konegen stellte 
mir noch die Zeichnung eines Kratzertransporteurs 
zur Verfügung, der in dem Bilde wiedergegeben ist. 
Der Apparat soll das kostspielige Schaufeln von 
Hand in Salzspeichern überflüssig machen. Er 
läuft in je einer Schiene oben im Dachgebälk und 
einer unten in einem Kanal. Ein drehbarer und 
mittels einer Windevorrichtung in größere oder 
geringere Neigung zu bringender Ausleger trägt 
einen Kratzer, der das abgekratzt« Salz der Mitte 
zuführt, von wo es auf einen Gurtförderer zur 
weiteren Verladung fällt. Ich habe den Apparat 
selbst noch nicht in Tätigkeit gesehen, glaube aber, 
daß er dem längst gefühlten Bedürfnis nach einer 
Vorrichtung zur Lockerung festgewordener Salz- 
mengen gerecht zu werden vermag. 

Von mehrgeschossigen Magazinen bin ich in 
der Lage, Ihnen einige Zeichnungen und Schau - 
bilder vorzuführen, leider aber nur von solchen, 
die von mir ausgefülirt sind. Ich habe mich ver- 



V 



eimtm^- 



34 



^cblich bemüht, entsprechendes Material von ande- 
ren Firmen oder aus der einschlägigen Literatur 
zu erhalten, und ich muß daher annehmen, daß 
in Wirklichkeit weiter keine derartigen Magazine 
von Bedeutung existieren. 

Ich lasse zuerst die Zeichnung eines Magazins 
folgen, das in seiner Bauart ein Mittelding zwischen 
ein- und mehrgeschossigen, gewissermaßen einen 
Silo bildet. Es ist für die Gewerkschaft Thüringen 
gebaut und hat einen Fassungsraum von 87 000 
dz. Es besteht aus einem auf Rampenliöhe liegenden 
li^rdgeschoß und einem hohen, durch Querwände in 
o Schächte eingeteilten Obergeschoß, worüber sich 
ein Stephansdach wölbt. 

Die Zuführung des Chlorkaliums erfolgt durch 
Hängebahnen und die Abführung durch verschließ- 
bare gußeiserne Wechselklappen. Soll das Chlor- 
kalium direkt abgesackt und verladen werden, so 
geschieht dies durch eine fahrbare automatische 
Wage, die unter die betreffende Wechselklappe ge- 
schoben wird. Soll jedoch vor dem Versand eine 
Mischung vorgenommen werden oder das Material 
lose verladen werden, so leitet man dasselbe durch 
Ansatzrohre auf einen Gurtförderer im Kanal des 
^Erdgeschosses, von wo aus es über einen Elevator 
in den Mischapparat gelangt. Von der an denselben 
anschließenden Transportschnecke kann es ent- 
weder abgesackt oder lose verladen werden. 

Sie sehen auf dem Fahrgestell der automati- 
schen Wage einen Elektromotor angedeutet. Er 
hat den Zweck, ein kleines, über dem Einlauf der 
Wage befindliches Brechwalzwerk in Bewegung zu 
setzen, das das stückige Material soweit zerkleinert, 
daß es von der automatischen Absackwage bewältigt 
wird. Das Schaubild läßt die Anordnung von Wage, 
Brechw^rk und Motor erkennen. Die Wage stammt 
aus der Fabrik von Reuther & Reisert in Hennef 
a. d. Sieg, die sich für die vorliegenden Zwecke be- 
währt hat. Ein ähnliche Absackwage baut die 
Fabrik selbsttätiger Registrierwagen in Gliesma- 
rode in Braunschweig, die unter dem Namen 
„Libra" in den Handel kommt. Bei allen diesen 
Wagen ist möglichste Reinhaltung der bewegten 
Teile Bedingung für gutes Funktionieren. Es ist 
deswegen notwendig, mittels eines Handblasebalges 
die Wage hin und wieder von dem Salzstaube zu 
reinigen. Mechanisch kann man das sehr gut da- 
durch erreichen, daß man durch einen kleinen Ex- 
haustor ständig Luft durch das Gestänge saugt. Zu 
diesem Zwecke werden in den Bekleidungsblechen 
der Wage (die auf dem Schaubilde abgenommen 
sind) Löcher gebohrt, durch die die Luft eintritt und 
auf ihrem Wege zum Exhaustor das Gestänge be- 
rührt und dadurch von Staub frei hält. 

Ich möchte gleich an dieser Stelle eine Erklä- 
rung des Mischapparates einfügen, den ich vorhin 
erwähnte, und den Sie auf dieser Zeichnung finden 
und auch noch auf einigen späteren antreffen werden. 
Er stt^llt eine Vorrichtung zum prozentualen Ab- 
messen und Mischen von körnigen und mehligen 
Stoffen dar, von denen uns hier die Salze interes- 
sieren. Seine Konstruktion geht am besten aus dem 
schematischen Bilde hervor, das erkennen läßt, daß 
sich das Mischgut in Schächten über zwei beweg- 
lichen Mischtrommeln befindet. Die Achsen der 
Mischtrommeln sind durch gleich große Stirnräder 
miteinander gekuppelt, so daß beide gleiche Um- 



drehungen machen. In den Trommeln befinden sich 
Zellen, die durch Schieber verschließbar sind. Da 
alle Zellen gleichen Inhalt haben, so entsprechen die 
geöffneten dem jeweilig beabsichtigten Mischungs- 
Verhältnis. In der Zeichnung sind in der rechten 
Trommel 1 und in der linken 4 Zellen geöffnet, und 
das Mischungsverhältnis ist daher 1 : 4. Aus der 
andern Projektion ersehen Sie, daß jede Zelle in 
der Längsrichtung noch dreimal geteilt gezeichnet 
ist. In Wirklichkeit ist aber eine Sechsteilung vor- 
genommen, wie das Schaubild erkennen läßt. Man 
ist also imstande, in dem Verhältnis 1:9x6 
= 1 : 54 zu mischen. Das aus den Zellen fallende 
Material gelangt in ein Schneckenpaar, von dem das 
eine schnell, das andere langsam läuft und so eine 
innige Mischung hervorruft. Der Apparat ist mir 
})atentiert. 

Ich komme nun noch einmal auf den baulichen 
Teil des Chlorkaliummagazins der Gewerkschaft 
Thüringen zurück und möchte Ihre Aufmerksamkeit 
auf die Zwischendecke lenken, die die ganz erheb- 
liche Nutzlast von 6600 kg/qni zu tragen hat. Sie ist 
in Eisenbeton nach dem System Hennebique 
ausgeführt und kostet ungefähr 30 M pro qm und 
jede Säule 200 M. 

Ganz ähnliche Zwischendecken hat das Magazin 
der Aktiengesellschaft Deutsche Kaliwerke, das Sie 
gestern zu besichtigen Gelegenheit hatten. Die 
Zeichnung läßt auch ohne weiteres erkennen, daß^ 
dieselben Grundprinzipien für die Konstruktioir 
maßgebend gewesen sind. Der einzige, allerdings 
ganz wesentliche Unterschied liegt in der Anord- 
nung mehrerer Geschosse übereinander. Sonst 
finden Sie auch die Unterbringung der Misch- 
maschine und der Elevatoren au dem Giebel des 
Magazins wieder, die Möglichkeit direkter Ab- 
sackung im Erdgeschoß, dieselben Wechselklappen 
und die Zerkleinerung der Salzklumpen vor dem 
Elevatoreinlauf. Unterschiedlich ist dagegen die 
Zuführung, die hier durch einen Gurtförderer vor 
sich geht. Derselbe steigt im Dachgeschoß der 
Trocken- und Deckstation schräg an, tritt durch 
den Giebel und geht von hier aus horizontal inner- 
halb eines laternenartigen Dachaufbaues weiter. 

Daß das Erdgeschoß nicht nur als Manipu- 
lationsraum für die automatische Wägung, sondern 
auch zur Lagerung von gesacktem Chlorkalium 
dient, zeigt Ihnen dieses Bild, und ich möchte bei 
dieser Gelegenheit noch erwähnen, daß man mittels 
der automatischen Absackwage unter günstigen 
Umständen und mit eingeübten Mannschaften 
stündlich 260 — 280 Sack abzuwägen und zu sacken 
vermag. 

Ein weiteres Schaubild der Bernteröder Anlage 
zeigt Ihnen, daß man nur einen Teil des Innenraums 
mit Zwischendecken durchzogen und einen anderen 
vor der Hand freigelassen hat. Wertvollere Salze 
lagert man in den Abteilungen der Zwischenge- 
schosse, weniger wertvolle auf dem Boden des freien 
Teiles. 

Für die Chemischen Fabriken in Wolkrams- 
hausen habe ich ein Magazin genau nach dem- 
selben Prinzip nur in größeren Abmessungen aus- 
gerüstet, das insgesamt 84 000 dz Fabrikate zu 
fassen vermag. 

Zum Schluß führe ich Ihnen noch die Zeich- 
nung eine,,' Bandtransporteurs vor, die mir die 



i. 



— 35 



Firma Amme, Gicsecke & Konegen für den heutigen 
Vortrag 'zur Verfügung gestellt hat. Der Trans- 
porteur fördert aus den Eisenbahnwagen das Salz 
in Schiffsgefäße und ist auf Schienen längs der 
Futtermauer des Hafens verfahrbar. Das Schaubild 
läßt erkennen, daß der Gurt gegen Witterungs- 
einflüsse durch eine Blechdecke geschützt ist. 

Mit etwas Ähnlichem kann ich auch aufwarten, 
nämlich mit einem nicht auf Schienen, sondern auf 
gewöhnlichen Wagenrädern laufenden Gutförderer, 
der sowohl loses als auch gesacktes Material fördert, 
und dessen Ausleger gehoben und gesenkt werden 



kann. Der Antrieb erfolgt durch Elektromotor und 
die Hebung und Senkung des Auslegers dadurch, 
daß die Fahrradachse auf zwei Schraubenspindeln 
auf und ab bewegt wird." 

Die Versammlung drückt dem Vortragenden 
ihren Beifall aus. Der Vorsitzende spricht ihm, der 
durch seinen Vortrag den wissenschaftlichen Ver- 
handlungen einen technischen Einschlag gegeben, 
seinen herzlichen Dank aus. Er schließt dann die 
Verhandlungen des IV. Kalitages mit Dank an die 
Anwesenden, die diesen Verhandlungen andauernd 
mit so großer Aufmerksamkeit gefolgt seien. Küsel. 



Teilnehmerverzeichnis. 




A b s h o f f , Ingenieur und Generalsektretär, Han- 
nover. 

Ackermann, Bergingenieur, Halle* a. S. 

A 1 1 g e 1 d t , Ingenieur, Nordhausen. 

Andre, Zivilingenieur, Hannover. 

A n d r e a e , Regierungsassessor und stellvertreten- 
der Landrat, Nordhausen. 

Andreas, Architekt, Hannover. 

Anger, C, Fabrikant, mit Frau, Nordhausen. 

Anger, O., Fabrikant, mit Frau, Nordhausen. 

A r u t z e n , Direktor, Mülheim a. R. 

a ü n t ;> c; k^-J^ briksbcsi tzcr, m it Frau, Sanders- 
leben. 

Bartsch, Ingenieur, Sollstedt. 

B ä u m 1 e r , Generaldirektor, Hildesheim. 

Becker, Bürgermeister, mit Frau, Nordhausen. 

Becker, Brennereibesitzer, mit P>au, Nord- 
hausen. 

Becker, Fabrikant, Nordhausen. 

Behrendt, Bergassessor, Hänigsen. 

B e i c h e , Oberzollkontrolleur, mit Frau, Nord- 
hausen. 

Beige, Direktor, Halle a. S. 

Beißner, Oberingenieur, mit Frau, Kassel. 

Berenbrinker, Ingenieur, Dortmund. 

Betford, Dr., Halle. 

B 1 ü m c 1 , Mittelschullehrer, mit Tochter, Eis- 
leben. 

B 1 ü m e 1 . Bergreferendar, Bleicherode. 

Bock, Dr., Roßlebi>n. 

B o h d e , Direktor, Mühlheim a. R. 

B o m k e , Direktor, Nordliausen. 

B ö n i n g , Rechtsanwalt, mit Frau, Nordhausen. 

Borns, Direktor, Wustrow i. Hannover. 

Böse, JVokurist, mit Frau, Sondersliausen. 

B r a t h e , Braunschweig. 

B r a t z , Chefredakteur, Berlin. 

V. Brause, Bergbau beflissener, Nordhausen. 

B r e h m e , Amtsgerichtsrat, mit Frau und Tochter, 
Nordhausen, 

Breithaupt, Dr., Chemiker, Staßfurt. 

B r e u c k e r , Berging(?nieur, Hannover. 

Brinkmann, Rechtsanwalt, Nordhausen. 

Bj! u. n o w , Kaufmann, Nt)rdhausen. 

Burgdorf, Chemiker, Altona. 

Busch, Bergwerksdirektor, Teutschenthal. 

de Castro, Bankier, Hamburg. 

C o n t a g , Dr., Überbürgermeister, Mitglied des 
Herrenhauses, mit Frau und Tochter, Nord- 
hausen. 



C r e m e r , Dortmund. 

D a m m a n n , Bankier, Hannover. 

Dank w ort h, Zivilingenieur, Magdeburg. 

Dickgreve, Ingenieur, Hannover. 

Drescher, Ingenieur und Direktor, Alfeld- 
Leine. 

E b e n f e 1 d , Kaufmann, mit Frau, Nordhausen. 

E h r h a r d t , Dr., Direktor, Lübtheen in Mecklen- 
*v bürg. 

Ehrlich, Chemiker, Magdeburg. 

E i n e c k e , Dr., Bergassessor, Berlin. 

E i s ( 11 m a n n , Fräulein, München. ^■■■■■■Mi 

K 1 1 i n g li a u s , Direkte »f, Stcelc-Hulu'. 

E m m e r i c h , Dij)lom- Ingenieur, Sollstedt. 

E p p i n g e r , Bergingenieur, Magdeburg. 

Erchenbrecher, P'abrikdirektor, Neu- 
Staßfurt. 

E r c k e n s , Kommerzienrat, Grevenbroich. 

Erdmann, Professor Dr., Charlottenburg. 

E r d m a n n , Dr., Privatdozent, Halle a. S. 

E r m i s c h , Bergwerksdirektor, und Frau, 
Sehnde. 

F e I z , Redakteur, Nordhausen. 

F e r b e r , Direktor, mit Frau, sowie Frau von 
Hanstein und Frl. Heinerici, Nordhausen. 

Forstmann, Bergasseasor, Essen-Ruhr. 

F r e e s e , Dr. jur., Krster Staatsanwalt, mit Frau 
und T(^cliter, Nordhausen. 

F r i e h , Oberingenieur. Nordhausen. 

Fröhlich, Direktor, Staßfurt. 

Fromme, Direktor, Hannover. 

Gebhardt, Direktor, Nordhausen. 

Gebhardt, Direktor, Heygendorf bei Allstedt. 

G e h r k e , Oberbergamtsmarkscheider, Clausthal. 

G e h r e c k e , Direktor, Sandersleben. 

Giesemann, Fabrikbesitzer, Staßfurt. 

Giesemann, Betriebsführer, Bernburg-Solvay- 
hall. 

G o 1 d e m a n n , Dr., Chemiker, Bleicherode. 

Goldschmidt, Dr., Redakteur, Berlin. 

G r a e f e , Dipl. -Bergingenieur und Bergwerks- 
direktor, Diekholzen bei Hildesheim. 

Gramm, Bergingenieur und Bergwerksdirektor, 
Hannover. 

Grawe, Betriebsleiter, Oldan b. Celle. 

Greven, Kgl. Berginspektor, mit Frau, Bleiche- 
rode. 

G r o e n e v e 1 d , Dr., WolfenbütU^l. 

Günther, Dij)l. -Ingenieur., Staßfurt. 

Gutschow, Ingenieur, Braunschweig. 






— 36 



H a e b 1 e r , Dr. med., Stadtvcrordnotor und Geh. 
Medizinalrat, Nordhausen. 

Hagen, Dr., Fabriksbesitzer, mit Frau, Sonders- 
hausen. 

Hahn, Dr., Stralsund. 

Hammerstein, Bankier, Berlin. 

Hartmann, Fabrikant, Mitglied der Handels- 
kammer, Nordhausen. 

H ä r t e 1 , Telegraphendirektor, Nordhausen. 

Henkel, Dr., Betriebsführer, Königslutter. 

H e n n i g , Amtsgerichtsrat und Frau, Nordhausen. 

H e n n i g e r , Bergingenieur und Betriebsführer, 
und Frau, Kleinfurra. 

Hermann, Dr., Fabrikdirektor, mit Frau, 
Bleicherode. 

H e r t z e r , Stadtrat und Handelskammervor- 
sitzender, Nordhausen. 

H o b o h m , Dr., Direktor., Wustrovv in Hannover. 

H ö f e r t , Fabrikbesitzer, Magdeburg. 

Hoffmann, Professor, Clausthal. 

H o f f m e i s t e r , Bergwerksdirektor, Einbeck. 

H o r n u n g , Bergassessor und Berg Werksdirektor, 
Borth, Kreis Mors. 

H ü f f n e r , Bergwerksdirektor, Nordhausen. 

Jäger, Bergrat, Schoenebeck, Elbe. 

J a h n k e , Prokurist, Neu-Staßfurt. 

Jahr, Dr., Chemiker, Sondershausen. 

J o h a n s o n , Fabriksdirektor, Sondershausen. 

J U n g e b 1 <) (I 1 , Bergassessor und Bergwerks-- 
^^ direktor, Vacha a. d. Wcrra! 

Jüngst, Dr., Bergassessor, Essen-Ruhr. 

K a i n , Bergwerksdirektor, mit Frau, und Frau 
Dr. M o i t z h e i m , Nordhausen. 

Kann, Prokurist, mit Frau, Xordhausen, 

K i r c h h o f f , Dr., mit Frau, Wolkramshausen. 

K i r s t e i n , Verleger und Redakttnir, Berlin. 

Klaus, Bergwerksdirektor, VVeetzen. 

Kling, Dipl. -Ingenieur, Sollstedt. 

Klostermann, Fabrikant, Hannover. 

Koch, Bergwerksdirektor, Phi]ip})sthal. 

K o e n i g , Maschineninspektor, mit Frau, Eis- 
leben, 

K o e n i g , Bergbaubeflissener, Nordhausen. 

K o e n i g , Fabrikbesitzer, Nordhausen. 

K o e p e , Direktor Erkelenz. 

K ö n d g e n , Baumeister, mit Frau und Frl. 
S c h i r m e r , Nordhausen. 

König, Oberingenieur, Hamburg. 

K ö p p 1 e r , Chemiker, Bernburg. 

Kopelent, Geschäftsführer, Hannover. 

K o s s a k , Dr., Chemiker, Magdeburg. 

K r a e b e r , Marksclieider, mit Frau, Nordhausen. 

Krage, cand. ehem., Halle a. S. 

K r a u ß , Dr., Direktor, Westeregeln. 

Kruse, Direktor, Nordhausen. 

Kubierschky, Generaldirektor, mit Frau, 
Eisenach. 

K u c k u k , Zivilingenieur, Hannover. 

K u 1 1 e , Bergewerksdirektor, mit Frau, Jessenitz. 

Kunschert, Dr. ing., Fabrikchef, Sehnde. 

Kunze, Stadtrat, Nordhausen. 

Kunze, Betriebsleiter, Stockhausen bei Sonders- 
hausen. 

K ü s e 1 , Direktor, Bernburg-Solvayhall. 

Lange, Architekt, Hannover. 

Langer, Redakteur, Berlin. 

Lau ff er, Dr., Fabrikleiter. Wittmar. 



Laupenraühlen, Bankier, mit Frau, Berlin. 

Lehmann, Bergwerksdirektor, Sondershausen. 

Lehmann, F'abrikant, Hannover. 

L e y s e r , Amtsgerichtsrat, mit Frau und Tochter, 
Nordhausen. 

Lichtenberger, Bergassessor, Witteisheim. 

L i e b e n a m , Bergassessor, Nordhausen. 

L o e s c h e , Dr., Hannover. 

L o e w e , Dr., Bergassessor, Magdeburg. 

Mahn, Direktor, Erfurt. 

M e h 1 , Bergassessor und Bergwerksdirektor, mit 
Frau, Roßleben. 

M a y r , Ingenieur, Hannover. 

Meier, Ingenieur, Hannover. 

Meier, Oberingeineur, Braunschweig. 

Meyer, Werkstechniker, und Frau, Bleicherode. 

Meyer, Hannover. 

Meyer, Dr., Hannover. 

Michael, Baurat, Nordhausen. 

Michel, Fabrikdirektor, Roßlau a. Elbe. 

Michels, Dr., Staßfurt. 

Michels, Bergassessor und Bergwerksdirektor, 
Bernburg-Solvayhall. 

M i d d e n d o r f , Bergwerksdirektor, Nordhausen. 

Müller, Redakteur, Hannover. 

Müller, Ingenieur, Magdeburg. 

N a u p e r t , Direktor, mit Frau, Roßleben. 

N e b e 1 u n g , Stadtverordneter und Chefredak- 
teur, -\()rdiiau.son. ^ 



Ne 1 1 e k () V e 11 , Celieiiuer Bergrat, Braunschweig- 

v. N e t z e r , Direktor, Hannover. 

Neubauer, Bergrat, Leopoldshall. 

N i m p s c h , Bergreferendar, Halle. 

O r t h m a n n , Stadtrat, mit l*>au, Sondershausen. 

O e r t z e n , Direktor, Mühlheim a. R. 

I* a p e n h a u s e n , Fabrikdirektor, Banteln bei 
Hannover. 

P e t r i , Dr., Staßfurt. 

Pfannenschmidt, Oberingenieur, Staßfurt. 

F i n n e r , Dr., Chefredakteur, Berlin. 

P r e c h t , Dr. Professor, Direktor, mit Frau und 
Tochter, Staßfurt. 

P r e c h t , Dr., Professor, Hannover. 

Puffert, Obermaterialienverwalter, mit Frau, 
Nordhausen. 

P u I z n e r , Fräulein, Nordhau.sen. 

P u r i t z , Rechnungsführer, mit Frau, Nordhau- 
sen. 

R a t h k e , Bergwerksdirektor, Berka a. d. Werra. 

Reichardt, Apotheker, Aschersleben. 

Reimer, Dr., Berlin. 

Reinhardt, Markscheider, Hannover. 

Reise, Dr., Betriebsführer, Bernterode. 

Richter, Bergrat, mit Frau, Nordhausen. 

Richter, Bergpraktikant, Nordhausen. 

Rudolph, Berg bau befhssener, Nordhausen. 

S a e g e r , Direktor, und Frau, Bernterode. 

Sanders, Dipl. -Ingenieur, Nordhausen. 

S c h e i d i n g , Bergwerksdirektor, Halle a. S. 

S c h e i t h a u e r , Dr., Direktor, Waldau bei 
Osterfeld. 

Schierhorn, Direktor, Erkelenz. 

S c h 1 i e p e r , Oberingenieur, Nordhausen. 

Schlüter, Oberingenieur, mit Frau, Nord- 
hausen, 

S c h m i d I , Bücherrevisor, Nordhausen. 



\. 



37 — 



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Schmidt, Dr., Syndikus der Handelskammer, 
Nordhausen. 

Schmidt, Ingenieur, Halle a. S. 

Schmithals, Direktor, Hamburg. 

Schmitz, Ingenieur, Erkelenz. 

Schmitz-Jerome, Kaufmann, Hannover. 

S c h o o f , Fabrikant, Erfurt. 

Schrader, Geheimer Bergrat, Braunschweig. 

Schroeder, Bergassessor, Wittmar. 

S c h u 1 1 z i k , Oberingenieur, Nordhausen. 

Schulz, Ingenieur, Braunschweig. 

Schulz, Chemiker, Thiede. 

Schulze, Brennerei besitzer, Nordhausen. 

Schulze, Markscheider, Hannover. 

Schumann, Dr. Professor, Nordhausen. 

Schumann, Reichsbankdirektor, mit Frau, 
Nordhausen. 

Schwade, Fabrikbesitzer, Erfurt. 

Schweisgut, Direktor, mit Frau, Halle a. S. 

Schweisgut, Direktor, Tiefenort S. W. 

S e g e 1 i t z , Dr., Wansleben am See. 

Seiler, Bergingenieur, Diekholzen bei Hildes- 
heim. , . 

Siegel, Ingenieur, Schönebeck a. E. 

Siemens, Bergrat, Halle a. S. 

Siemensen, Prokurist, Magdeburg. 

Simon, Hermann, Bergwerksdirektor, mit Frau, 
Aschersleben, 
i m o n , Bergwerksdirektor, mit Frau, Beendorf 
b. Helmstedt. 

Sobeczko, Regierungs- und Baurat, mit Frau 

V und Tochter, Nordhausen. 

Sommerfeld, Prokurist, mit Frau, Bernte- 
rode. 

S p r i c k , Ingenieur, Nordhausen. 

Staute, Dr., Chemiker i. R., Halle a. S. 

Steegemanns, Bergingenieur, Hildesheim. 

S t e n s , Bergassessor und Bergwerksdirektor, 
Mühlheim a. R. 

S t e n z e 1 , Fabrikdirektor, Salzdetfurth. 

S t e n z e 1 , Frau, Salzdetfurth. 

Stolz, Ingenieur, Braunschweig. 

S t o m m e 1 , Bergwerksdirektor, Hannover. 

Streckfuß, Oberingenieur, mit Frau, Nord- 
hausen. 



Tangermann, Fabrikbesitzer, mit Frau, Helm- 
stedt. 
Thal, Dr., Direktor, Sondershausen. 
Timmermann, Salzungen. 
T i s c h e r t, Dr., Berlin. 

Tobias, Gewerberat, mit Frau, Nordhausen. 
Troitzsch, Bergassessor, Bleicherode. 
T r y 1 1 e r , Dr., Direktor, Heggendorf. 
U n g e r , Fräulein, Nordhausen. 
U s i n g e r , Ingenieur, Nordhausen. 

V a i t h , Handelsredakteur, Hannover, 
Vetterlein, Chemiker, Alfeld a. Leine. 
Viehmeyer, Chemiker, Kleinfurra. 
Vierschilling, Bergingenieur, Saarbrücken. 

V i e 1 1 , Direktor, mit Frau, Magdeburg. 
Vogelsang, Dr., Bergrat, mit Frau, Sonders- 
hausen. 

Wagner, Dr., Medizinalassessor, mit Frau und 
Tochter, Sondershausen, sowie Fräulein Else 
Lehmann, Herresen. 

W a 1 1 h e r , Dr., Professor, Halle a. S. 

W a 1 1 h e r , Ingenieur, Braunschweig. \ 

W e i ß k o p f , Dr. Ing., Direktor, mit Frau, 
Hannover-Linden. 

Westermann, Bergwerksdirektor, Heggen- 
dorf. 

Wille, Dipl. -Ingenieur, Dortmund. 

W i e g a n d , Stadtverordneter, Fleischwaren- 
fabrikant, Nordhausen. ^mmi^KaaaBssBsssBBB 

Wilkendorf, Merseburg. 

Willecke, Stadtverordnetenvorsteher, Nord- 

h hausen. 

Winter, Bergwerksdirektor, mit Frau, Soll- 
stedt. 

W i 1 1 j e n , Bergwerksdirektor, Großrhüden. 

W o e 1 f e 1 , Ingenieur, Bernburg. 

Wohlgemuth, Berg Werksdirektor, Bleiche- 
rode. 

W o 1 f f , Dr., Berhn. 

Zäringer, Direktor, mit Frau, Nordhausen. 

Zimmermann, Dr., Professor, Berlin. 

Zimmermann, Dipl. -Ingenieur, mit Frau, 
Nordhausen. 

Z i r k 1 e r , Bergrat, mit Frau, Bleicherode. 
Gesamtzahl der Teilnehmer 329. 



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V , 




IV. deutscher Kalitag. 



Bericht über die am 9. und 10. Mai 1908 in Nordhausen vom Verein deutscher Chemiker, 
Bezirksverein Sachsen-Anhalt und Bezirksverein Hannover, veranstaltete Versammlung in 

Verbindung mit Teilnehmern aus der Kaliindustrie. 



I. AUgemeioer Bericlit. 

Während der erste und der dritte deutsche 
Kalitag im westlichen Teile des der Kaliindustrie 
erschlossenen Gebietes, in Hannover und Hildes- 
heim, abgehalten wurden, der zweite an der Wiege 
dieser Industrie, in Staßfurt, stattfand, war für 
dieses Jahr zum ersten Male eine Versammlung im 
Süden des Kalibezirkes geplant, und zwar iil der 
Nähe desjenigen Gebietes, auf dem dicht aneinander- 
gedrängt eine größere Anzahl von Werken — die 
unter dem Namen Südharzwerke bekannten — 
entstanden ist, in der alten Reichsstadt Nordhausen. 

Die außerordentliche Sorgfalt und Umsicht und 
die unermüdliche Tätigkeit, mit der der unter der 
Leitung der Herren Oberbürgermeister Dr. C o n - 
tag und Bergrat Richter stehende Ortsaus- 
schuß seine Vorbereitungen getroffen hatte, be- 
rechtigten von vornherein zu der Hoffnung, daß 
sich der Verlauf der Tagung recht interessant ge- 
stalten werde. Daß daneben aber auch der Auf- 
enthalt in Nordhausen ein angenehmer zu werden 
versprach, davon waren gewiß alle diejenigen über- 
zeugt, die vom Bahnhofe aus die Stadt betraten 
und an dem reichen Festschmuck sahen, wie neben 
der Stadtverwaltung auch die Bürgerschaft bestrebt 
gewesen, zu zeigen, daß sie die Teilnehmer am Kali- 
tage als ihre Gäste im engeren Sinne des Wortes 
betrachte. Dieses Bestreben trat denn auch bei 
allen Veranstaltungen zutage und hatte zur Folge, 
daß die von Anfang an herrschende frohe Fest- 
stimmung sich während der ganzen Dauer der 
Tagung erhielt. Der Nordhäuser Kalitag wird auch 
um deswillen allen Beteiligten in angenehmer Er- 
innerung bleiben. 

Daß man indeß auch mit einigen Erwartungen 
nach Nordhausen gekommen, bewies wohl der Um- 
stand, daß der Besuch trotz der von der Mehrzahl 
der Teilnehmer zurückzulegenden größeren Ent- 
fernung ein recht reger war. 

Nachdem die größere Zahl der Teilnehmer in 
den Mittagsstunden des 9. Mai eingetroffen war, be- 
gann der Kalitag nachmittags seine Tätigkeit mit der 
gruppenweisen Besichtigung von Kaliwerken und 
Maschinenfabriken um und in Nordhausen. 

Von Kaliwerken hatten zur Besichtigung ein- 
geladen die „D eutschenKaliwerke, A.-G. 
bei Bernterode" und die „G ewerkschaft 
Güntershall bei Göllingen". Auf beiden 
Werken wurden die Besucher ii^ liebenswürdiger 
Weise empfangen und man war roemüht, die Be- 
sichtigung der Werksanlagen, diev^ den neuesten 



gehören, und bei deren Ausführung man sich alle 
bisher gesammelten Erfahrungen zu nutze zu 
machen gesucht hatte, durch eingehende Erläute- 
rungen und bereitwilligste Auskünfte so interessant 
und lehrreich wie möglich zu gestalten. 

In Nordhausen selbst galt der Besuch der 
Nordhäuser Maschinenfabrik, A.-G., 
vorm. Schmidt, Kranz & Co., der M a - 
schjnenfabrik Montania (Gerlach & 
König) sowie der Deutschen Tiefbohr- 
gesell s c ha f t - A.-G. und der Deutschen 
Schachtbaugesellschaft m. b. H., alles 
Werke, die als Lieferanten von Maschinen und 
Einrichtungen zum Bohren und Abteufen von 
Schächten oder von Bergwerks- und Fabriksein- 
richtungen mit der JCaliindustrie in besonders 
engen Beziehungen stehen. Auch hier wurde recht 
viel Interessantes geboten, und der Besucher erhielt 
einen ungefähren Überblick über das Rüstzeug, 
dessen man zur Schaffung einer modernen Berg- 
werksanlage bedarf. 

Den Besichtigungen folgten ebenso liebenswür- 
dige Bewirtungen, so daß die Teilnehmer in jeder 
Beziehung hochbefriedigt von den gastlichen Stätten 
schieden. 

Eine Beschreibung der Anlagen der Kali- 
werke Günthershall, der Deutschen 
Tie f bohr- A.-G. und Deutsehen Schacht- 
baugesellschaft, sowie der Spezialitäten 
der Montania befindet sich in der von der 
Tageszeitung ,, Industrie" herausgegebenen Fest- 
nummer zum IV. Kalitage, auf die hier verwiesen sei. 

Eine letzte Abteilung, annähernd 60 Personen, 
besuchte unter Beteiligung einer großen Anzahl 
Damen die Nordhäuser Talsperre. In 
Wagen, die von deren Besitzern in liebenswürdiger 
Weise zur Verfügung gestellt waren, ging es bei 
schönstem Frühlingswetter und hellem Sonnenschein 
hinauf in die in frischem, zartestem Grün prangen- 
den Vorberge des Harzes, durch Neustadt am Hohn- 
stein und dann bis an den Fuß der letzten Berg- 
kuppe, nach deren Ersteigung die Besucher zu 
ihren Füßen das langgestreckte Staubecken der 
Talsperre erblickten. Auf einem steUen Abstiege 
gelangte man alsdann an die Sperrmauer und hier 
gab Herr Stadtbaurat Michael folgende SchUde- 
rung der Wasserversorgung Nordhausens und des 
Bauwerkes : 

„Die Stadt Nordhausen bezieht seit 35 Jahren 
ihr Trinkwasser aus dem tiefen Tale bei Neustadt, 
Kreis Ilfeld. In früheren Zeiten wurde das Bach- 



— 2 — 






wasser direkt in eine Rohrleitung eingeführt, welche 
es weiter nach dem Hochbehälter der Stadt förderte. 
Der Bach hat eine unregelmäßige Wasserführung. 
Zur Zeit der Schneeschmelze braust eine beträcht- 
liche Wassermenge im Tale herab, hingegen ist der 
Bach in der übrigen Zeit des Jahres nur ein Bäch- 
lein zu nennen mit geringer Wasserführung, die 
nicht zur Versorgung einer Stadt ausreicht. Die 
ßtadt hatte unter der unregelmäßigen Wasser- 
zufuhr erheblich zu leiden und sah sich gezwungen, 
Maßnahmen zur Verbesserung zu treffen. Alle 
möglichen Fälle der Wassergewinnung wurden in 
Erwägung gezogen; schließlich einigte man sich da- 
hin, im tiefen Tale eine Staumauer mit einem 
Staubecken zu errichten. Das Staubecken dient im 
wesentlichen dazu, die abfließenden Wassermengen 
auszugleichen, das Zuviel des Winters wird auf- 
gesammelt, um im Sommer bei Wassermangel mit 
verbraucht zu werden. 

Das Niederschlagsgebiet von 5,6 qkm Größe 
aus dem das Wasser dem Staubecken zufließt, ist 
unbewohnt und dicht bewaldet, so daß, wie die 
Untersuchungen ergeben haben, nur gutes Wasser 
abfließt. Die jährliche Wassermenge, welche das 
Niederschlagsgebiet liefert, beträgt durchsc^jnitt- 
lich 2 200 000 cbm, eine Wassermenge, die genügend 
groß ist, um den Wasserbedarf einer Stadt zu 
decken, welche um das Doppelte größer ist, als 

das jetzige Nordhausen. -r: 

Die Staumauer ist 28 m hoch, in der Sohle 
20 m und in der Krone 4 m breit. Sie ist überall 
2 m tief in den gewachsenen, gesunden Grau- 
wackefelsen gegründet. An der Wasserseite fällt 
sie beträchtlich ab, während sie sich an der Luftseite 
flach abböscht. Im Grundriß stallt die Mauer ein 
Gewölbe von 124,5 m Spannweite dar, dessen Schei- 
tel nach der Wasserseite gerichtet ist. Die Kreis- 
form trägt den Einwirkungen, welche durch wach- 
sende Druckbeanspruchung und durch Temperatur- 
schwankungen entstehen, am besten Rechnung. 
Das Mauerwerk ist aus Bruchsteinen und Traß- 
mörtel hergestellt. 

Durch bloßes Mauerwerk allein kann eine dichte 
Wand nicht erzielt werden, dasselbe ist vielmehr 
mit einer den feinsten Wasserfäden widerstehenden 
Haut zu überziehen. Diese Haut besteht aus mehr- 
fachen Putzschicht«n von verschiedenen Mischungen 
und Asphaltanstrichen. Der Putz schließt auf der 
Wasserseite an der Sohle an den Felsen an und wird 
im unteren Teile durch Vorlage einer Tonschicht 
geschützt, im oberen Teile durch Verblendmauer- 
werk. Um dennoch in die Mauer einsickerndes 
Wasser unschädlich abführen zu können, sind an 
der Wasserseite und an der Luftseite im Innern des 
Mauerblückes lotrechte Entwässerungskanäle ein- 
gebaut, die in Sammelkanäle einmünden, welche 
ungefähr mit der Bausohle gleichlaufen und das 
Sickerwasser nach der Luftseite abführen. Das 
Wasser wird aus dem Staubecken in zwei Wasser- 
türme eingeleitet, und zwar erfolgt dies durch ab- 
schließbare Öffnungen in verschiedenen Höhen, um 
dem Sinken und Steigen des Wasserspiegels Rech- 
nung tragen zu können. Die Türme sind dicht an 
die Mauer herangesetzt. Aus ihnen zweigen Ent- 
nahmerohre von 450 mm und 750 mm Durchmesser 
ab, die sich an die Zuführungsleitung zur Stadtjj^ 
schließen. Damit die Rohrleitungei 



sind, sind von der Luftseite her Stollen ausgespart. 
Am Ende der Stollen nach der Wasserseite zu sind 
die flußeisernen Rohrleitungen durch besonders sorg- 
fältig hergestelltes Mauerwerk abgesperrt. 

Mit jeder Stauanlage muß ein ausreichend 
großes Überfallwehr verbunden sein, welches bei 
außerordentlichen Regenfällen zur Vermeidung 
eines zu hohen Staues die steigenden Wassermengen 
abzuführen hat, die bei gefülltem Becken in 
dasselbe gelangen. An den beiden Enden ist die 
Mauerki'one von einer Reihe 5 m breiter Öffnungen 
durchbrochen, die das Wasser bei gefüllten Becken 
überströmen lassen. Das Überfallwasser rieselt über 
den abgerundeten Wehrrücken hinab und wird am 
Fuße der Mauer von einer gemauerten Rinne ge- 
sammelt, die zum Bache hinführt. Durch Über- 
brücken der Wehröffnungen mit einer Balkendecke 
wird der Weg über die Mauerkrone fortgeführt. 

Das Äußere der Mauer ist einfach gehalten. Die 
umliegenden schönen Talhänge lassen dies ohne 
weiteres zu; die Natur ersetzt, was die Kunst nicht 
bietet. Das Wasser fließt der Stadt ohne Filterung 
zu. Es hat sich herausgestellt, daß durch die Auf- 
speicherung eine Verbesserung der Wasserbe- 
schaffenheit eintritt. 

Das Staubecken hat eine Größe von 110 000 qm 
und vor der Staumauer eine Tiefe von 23 m. Wäh- 
rend der Bauzeit ist das Becken vollständig ausge- 
-cäumt worden. Die pflanzlichen Teile wurden im 
Sommer verbrannt. Dadurch ist erreicht, daß das 
aufgespeicherte Wasser nach dem ersten Einlassen 
sofort gebraucht werden konnte. 

Der mittlere Wasserspiegel des Staubeckens 
liegt noch 185 m höher als derjenige des Hoch- 
wasserbehälters in der Stadt. Von diesem beträcht- 
lichen Gefälle werden in der 10,5 km langen und 
400 mm weiten Rohrleitung, welche über Berg und 
Tal geht, nur 5 m aufgebraucht, so daß das Wasser 
am Auslauf noch mit einem Druck von 180 m 
= 18 Atm. entströmt. Der Wasserstrahl beauf- 
schlagt ein Peltonrad von 700 mm Durchmesser, 
auf dessen Welle zwei Dynamomaschinen sitzen, 
die die Kraft in elektrische Energie umsetzen. Von 
der Turbine läuft das Wasser dem Hochbehälter zu. 
Die Energie wird im Elektrizitätswerk mit ver- 
braucht. Obwohl nur 50 1/sec im Sommer und 
100 1/sec im Winter an Wasser zur Verfügung ste- 
hen, so ergibt sich doch bei dem hohen Gefälle eine 
Kraft von 95 PS, bzw. 170 PS, und zwar im Tag- 
und Nachtbetrieb. Diese Kraft ist auf Kosten des 
größeren Durchmessers der Zuführungsleitung ge- 
wonnen. Würde eine Kraftausnutzung nicht an- 
gestrebt sein, sondern nur die bloße Trinkwasser- 
zuführung, so würde eine Leitung von 250 mm 
Durchmesser genügt haben. Die Einnahmen aus der 
Kraftausnutzung sind so groß, daß die Leitung sich 
gut verzinst. Die gesamten Baukosten, Talsperre 
und Rohrleitung, haben 1,3 Mill. M betragen. Die 
Bauwerke wurden im Jahre 1904 bis 1905 errichtet." 

Den sich für die Einzelheiten Interessierenden 
wurde zum Schluß noch eine Besichtigung der Ein- 
richtungen zum Absperren und Regulieren des 
Wasserabflusses gestattet. Bemerkt sei noch, daß 
das Staubecken 800 000 cbm Wasser fassen kann. 

Von^dfi^Ülsperre ging es auf schönem Wald- 
bisch gelegenen Ruine Hohnstein, 
hausschuß angebotener Imbiß mit 



l 






Redaktion u. Expedition 
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^ 



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^ 






Kriegs- CHronik. 

Sonnabend, 1. Mal: : 

Die Kämpfe auf dem westlichen Kanalufer nord~ 
westlich Y p e r n endeten mit einem sehr vertust" 
reichen Misserfolg des Feindes, Die F'estung Dün- 
kirchen wurde weiter unter Artilleriefeuer gehalten. J)er 
Feind verlor 3 Flugzeuge. 

Sonnta^v 2. Mai : 

Bei S z a w 1 e wurden weitere 400 Russen gefangen- 
genommen, die deutschen Spitzen erreichten bei der 
Verfolgung des Feindes die Gegend südwestlich von M i t a u. 
Bei Kalwarja wurden bei der Abwehr eines russischen 
Angriff's 300 Gefangene gemacht. 

Zwischen Orawa- und portal wurde ein russischer 
Stützpunkt östlich der Höhe Ostry erobert. Es 
wurden hierbei mehrere hundert Gefangene gemacht und 
Maschinengewehre erbeutet. 

Das australisch-englische Unterseeboot „Ae 2" wurde bei dem 
Versuch, in das Marmarameer einzudringen, zum Sinken 
gebracht. 

Montag, 3. Mai: 

Die verbündeten Truppen haben nach erbitterten 
Kämpfen die ganze russische Front in W^estgalizien 
von nahe der ungarischen Grenze bis zur Mündung des 
Dunajec in die Weichsel an zahlreichen Stellen 
durchstossen und überall eingedrückt Die- 
jenigen Teile des Feindes, die entkommen konnten, sind im 
schleunigsten Rückzug nach Osten, scharf ver- 
folgt von den verbündeten Truppen. Die Trophäen des 
Sieges lassen sich noch nicht annähernd übersehen. 

Bei der Verfolgung der auf Riga flüchtenden Russen er- 
beuteten wir vier Geschütze und vier Maschinengewehre; 
südlich Mi tau wurden neuerdings 1700 Gefangene gemacht. 

Nordöstlich von Skier newice erlitten die Russen eine 
schwere Niederlage. 

In F 1 a n d e r n grifl'en wir beiderseits der Strasse Poelkapelle- 
Ypern erfolgreich an und nahmen die Geholte von 
Fortuin südöstlich von St. Julien. 

In der Nordsee wurden am 1, Mai ein englischer 
T o r p e d o j ä g e r und ein bewafl'neter Fischdampfer zum 
Sinken gebracht. Im Kampf mit einer englischen Torpedo- 
bootszerstörer-Division verloren wir zwei Vorpostenboote. 

Dienstag, 4. Mai: 

In .Flandern setzten wir unsere Angrifle von Norden und 
Osten mit grossem Erfolge fort. Zevenkote, Sonnebcke, 
Westhoek, der Polj^goneveld, Nonne Röschen, alles seit vielen 
Monaten heiss umstrittene Ortcf fielen in unsere Hand. 
Die Offensive zwischen den \V a 1 d k a r pa t h e n und der 
oberen Weichsel nahm guten Fortgang. Die Zahl der 
Gefangenen, die ständig wächst, beläuft sich bisher auf 
30,000, die der erbeuteten Geschütze auf 22, der Maschinen- 
gewehre auf 64. 
Die Zahl der in der Verfolgung auf Mi ta u gefangengenomme- 
nen Russen ist auf über 4000 gestiegen. Bei Kalwarja, 
A u § u s t o w und .1 a d w a b n o nordöstlich Lomcza wurden 
^•he Angriffe abgeschlagen. Der Feind hatte starke 
Rund 600 Gefangene und 2 Maschinengewehre 
uTisefeT Hand. 

t wurde ein englisches Unterseeboot 
Marineluftschifl' durch Bomben zum Sinken 



bereits erkämpft, 
mehreren Stellen 
ist auf mehr als 



Brücken k 6 p f zurück. Die Ferme van Heule' Eksternest 
der Schlosspark von Herenthage und Het Pai)potje - Ferme 
wurden von uns genommen. 

Bei Ailly gingen wir zum Angriff über, der gute F'ortschritte 
machte. Bisher wurden 10 Offiziere und 750 Mann gefangen 
genommen. 

Der Angriff" der verbündeten Truppen nördlich der W a 1 d - 
karpathen durchbrach bereits die dritte befestigte 
Linie der Russen, die dort, auf der ganzen Front ge- 
worfen, auf die W i s I o k a zurückweichen. Auch im 
Westabschnitt der Karpathen sind die Russen seit heute früh 
im vollen Rückzuge aus Ungarn; sie sind also an einer etwa 
150 Kilometer langen Front geschlagen und unter schweren 
Verlusten zum Rückzug gezwungen. 

Dunnerstag, 6. Mai : 

In Westgalizien dringen die Verbündeten auf der ganze n 
Schlachtfront erfolgreich vor. Die russischen 
Kräfte in den Karpathen sind dadurch sehr bedroht. 
Die Gegend von Jaslo und Dukla ist 
Tarnow besetzt, die Wisloka an 
überschritten Die Zahl der Gefangenen 
50 000 gestigen. 

Bei Ypcrn haben wir neue F>folge zu verzeichnen, einige 
hundert Gefangene und 15 Maschinengewehre fielen in un- 
sere Hand. 

Im Waldgelände westlich Comb res fielen bei einem Vorstoss 
vier französische Offiziere, 150 Mann, vier Maschinengewehre 
und ein Minenwerfer in unsere Hand. 

Der Angriff im A i 1 1 y - W a 1 d e führte zu dem erstrebten Er- 
folg. Der F'eind wurde aus seiner Stellung geworfen. Mehr 
als 2000 Franzosen, darunter 21 Offiziere, zwei Geschütze 
sowie mehrere Maschinengewehre und Minenwerfer blieben 
unsere Beute. Auch die blutigen französischen Verluste waren 
sehr schwer. 

Freitag, 7. Mai : 

Der Duklapass ist von den Russen gesäubert. In West- 
galizien dräpgen die verbündeten Truppen weiter vor. 
Teile der Armee Mackensen stiessen bereits mit den westlich 
des Lupkower Passes aus den Karpathen flüchtenden Russen 
zusammen. 

Bei Ypern wurden alle Versuche der Engländer, uns die seit 
17. 4. einen Brenni)unkt des Kampfes bildende Ilöhe #^süd- 
östlich von Zillebeke zu eiitreissen, vereitelt. Wir ge- 
wannen dort weiter Gelände auf Ypern, Der Feind 
verlor bei diesen Kämpfen sieben Maschinengewehre, einen 
Minenwerfer und eine grosse Anzahl von Gewehren mit 
Munition. 

Sonnabend, 8. Mai : 

Der Cunartdainpfer „L u s i t a n i a", einer der grössten Passagier- 
schiffe Englands, ist von einem deutschen U. - b o o t ver- 
senkt worden. 



Zectienverband und Bergarbeiter. 

Vor einiger Zeit hatten die verschiedenen Organisationen der 
Bergarbeiter an den Zechenverband eine Eingabe gerichtet, worin 
sie mit Hinweis auf die derzeitige wirtschaftliche Lage und auf 
die durch den Krieg verursachte Verteuerung der Lebenshaltung 
die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung bezw. einer Teue- 
rungszulage zu begründen versuchen. So sehr man im 
allgemeinen gerade in so schwierigen Zeiten wie den jetzigen, 
allen Bestrebungen durchaus sympathisch und wohlwollend gegen- 
übersteheft wifd, die a uf eine Erleichterung der-Lebef^t>edingungefl- 



und der Lebenshaltung für die Arbeiterschaft abzielen, so wird 
man doch auch nicht verkennen dürfen, dass die generelle Er- 
füllung solcher Wünsche auf Lohnerhöhung schon deshalb sehr 
c^inj^jprj^_j^y|r Hzi|führe n ist, weil in jedem einzelnen Betriebe, bei 

iLsspii -','1 r c h a u s 



Seite 148 



„IND^'^-^RIE'S FACHZEITUNG FÜR KOHLEN-, KALI- UND ERZ-BERGBAU. 



No. 19 



-> 



I 



anders geartet und verschieden sind. Was für den einen 
unter Umständen nur ein geringfügiges Opfer bedeutet, kann für 
den anderen zu einem Verlust werden, der den Bestand des 
Unternehmens ernsthaft in Frage stellen müsste. Daher können 
solche Fragen nicht generell, sondern nur individuell, also je 
nach Lage des einzelnen Unternehmens geprüft und gelöst werden. 
Es ist somit ohne Weiteres einzusehen, dass es für manchen 
Unternehmer ganz unmöglich ist, selbst beim besten Willen die 
Zulagenwünsche der Arbeiterschaft zu erfüllen. Unter diesem 
Gesichtspunkt muss man es betrachten, wenn der Zechenbesitzer- 
Verband auf die eingangs erwähnte Eingabe mit dem nach- 
stehenden Bescheid erwidert hat : 

! „Gegen die Gewährung einer Teuerungszulage sprechen nach 

den Aeusserungen, die uns von den Zechenverwaltungen zuge- 
gangen sind, gru n d s ä t zli ch e Bedenken schwerwiegen- 
der Art. 

Die beantragte Zulage von 40 bis 60 Pf. für die Schicht würde 
die Förderung etwa um 50 bis 75 Pf. für die Tonne verteuern, 
bei der nrossen Ungleichheit in der finanziellen Leistungsfähig- 
keit der einzelnen Bergbaugesellschaften unseres Bezirkes den 
meisten Zechen jede Verdienstmöglichkeit nehmen und vollends 
nicht zu tragen sein von solchen Werken, die schon jetzt mit Ver- 
lust arbeiten. ' -; 

Zum andern wird auch eine gerechte und billige 
Durchführung der vorgeschlagenen Massnahme wegen der 
Verschiedenheit in der Höhe der verdienten Löhne und 
der Lebensmittelpreise für unmöglich gehalten und auch 
darauf hingewiesen, dass das Interesse, aus eigener Kraft für die 
Möglichkeit gleicher und erhöhter Lebenshaltung zu sorgen, in- 
dividuell recht verschieden sei. 

Schliesslich ist es eine bekannte Tatsache, dass derartige 
schematische Lohnerhöhungen leicht verstärkend auf die 
Tendenz zur Erhöhung der Preise des Lebens- 
unterhaltes wirken." 

Was in vorstehendem von der Kohlen-Industrie gesagt ist, 
das gilt natürlich im gleichen Masse auch für die übrigen grossen 
Industrien, also auch für die Kali-Industrie. Hier fällt noch be- 
sonders die ungemein schwierige L a ge ins Gewicht, 
unter der die Kali-Industrie durch den Krieg in viel höherem 
Masse zu leiden hat als die meisten übrigen Industrien. Der 
Absatz ist stark verringert, da das Ausland verschlossen ist, die 
Materialpreise sind gestiegen, zum Teil sogar ganz gewaltig — 
die Förderuug selbst ist durch Arbeitermangel und ungeschulte 
Kräfte verteuert, die K a 1 i p r e i s e jedoch sehr niedrig, und 
eine Erhöhung nur durch Gesetz möglich. Es ist klar, dass die 
Kali-Industrie diese schwere Zeit nur mit der grössten Sparsam- 
keit wird durchhalten können. 



I 



Rheinisch - Westfälisches Kohlensyndikat. 

Das Syndikat gibt jetzt seinen Jahresbericht für das 
Geschäftsjahr 1914 heraus. Den darin vom Vorstand gegebenen 
Ausführungen entnehmen wir: Die in der zweiten Hälfte des Jahres 
1913 eingetretene Abschwächung des Kohlcnmarktes hielt auch zu 
Beginn des Geschäftsjahres an. Besonders im Monat März waren 
die Verbraucher in der Abnahme von Brennstoffen im Hinblick auf 
die ab 1. April 1Q14 einsetzende Preisermässigung für Kohlen und 
Briketts über alle Erwartung zurückhaltend, so dass der März als 
Tiefjawkt der Marktlage bezeichnet werden muss. Für Koks waren 
die Zustände noch trostloser, da mit der verringerten Absatzmög- 
lichkeit noch eine Erhöhung der Beteiligungsanteile einer Reihe von 
Mitgliedern einsetzte, die sich nach den Bestimmungen des Syndi- 
katsvertrages leider nicht verhindern liess. Mit Beginn des zweiten 
"Vierteljahres trat auf dem Kohlenmarkte eine leichte Besserung 
ein, die fortschreitend bis in den Juli hinein anhielt, durch die 
schlechte Lage des Koksmarktes aber dauernd behindert würde. 
Es fehlte jede Aussicht, die gewaltige Zunahme der Leistungsfähig- 
keit der Koks herstellenden Zechen mit dem Absatz auch nur an- 
nähernd in Einklang zu bringen. 

Der Kriegsausbruch hemmte Förderung und Absatz erheblich, 
wurde doch fast ein Drittel der gesamten Belegschaft der Zechen 
zu den Fahnen gerufen. Wenn auch rückhaltlos anerkannt werden 
muss, dass die Eisenbahnverwaltung sich der Riesenaufgabe, die mit 
Kriegsausbruch an sie herantrat, durchaus gewachsen gezeigt hat, 
so mussten doch naturgemäss Wochen vergehen, bis die Abfuhr in 
geregelte Bahnen einlenkte; seit Anfang September hat sie mit den 
Förderergebnissen wieder ziemlich in Einklang gestanden. Der Rück- 
gang des Absatzes im letzten Viertel des Jahres ergab sich aus 
der Verminderung der Förderung, deren nennenswerte Hebung trotz 
aller Bemühungen aus Mangel an geeigneten Arbeitskräften nicht 
möglich war. Die Fördermengen gingen glatt in den Verbrauch 
über. Man machte sich sogar darauf gcfasst, dass im Laufe des 
Winters Kohlenknappheit eintreten würde, da der vorweg zu be- 
friedigende Bedarf der Eisenbahnen und der Kriegsflotte sowie 
der Kriegsmaterial aller Art herstellenden Ge v^^erbezvvcigc andauernd 
gross war und tortgesetzt zunahm und der Kreis der Abnctmrer durctr 
die Unterbindung der englischen Kohleneinfuhr sich bedeutend er- 
weiterte. Die im Export ausfallenden Mengen machten es aber 
möglich, die Minderförderung und den Mchranspruch dieses er- 
weiterten Absatzgebietes einigermassen auszugleichen. Ein_ Ausweg, 
- der den Brennstoffverbiauchcrn immer offen s^an d. war_ 
mehrte Bezug von^ 



er- 

nur 

eine 

und 



ansehnlichen Mengen zur Verfügung gestellt werden konnte. Bei der 
anfänglich sehr eingeschränkten Roheisenherstellung ergab sich sehr 
bald ein Ueberschuss von Koks, desseji Herstellung mit Rücksicht 
auf die Gewinnung der Nebenerzeugnisse nicht weiter eingeschränkt 
werden durfte. Infolgedessen war Koks weit über den Bedarf 
hinaus verfügbar. Die zu seiner Unterbringung gemachten An- 
strengungen waren nicht ohne Erfolg. So bezogen u. a. auch die 
preussisch-hessischen Staatseisenbahnen grössere Mengen, um ihn 
mit Kohlen vermischt zur Lokomotivfeuerung zu verwenden. Nach- 
dem gegen Ausgang des Jahres die verfügbaren Bestände an Kohlen 
und Briketts fast geräumt waren, musste nach den vorstehend 
geschilderten Verhältnissen eine weitere Verschärfung der Markt- 
lage eintreten. Jhre Milderung kann nur dadurch herbeigeführt wer- 
den, dass von der Verwendung von Koks als Brennmaterial erwei- 
terter Gebrauch gemacht wird. Die Brennstoffverbraucher werden 
sich dieser Notwendigkeit nicht verschliessen dürfen. 

Die Preise für Hochofenkoks und Kokskohlen haben während 
des ganzen Abschlussjahres 1914/15 eine Veränderung nicht 
fahren. Die Preisfestsetzung für das Jahr 1915 erstreckt sich 
auf die Zeit vom 1. April bis zum 31. August. Sie brachte 
Preiserhöhung von durchschnittlich J/^ 2 die Tonne für Kohlen 
Briketts und eine Preisermässigung von J^ 1,50 für Hochofenkoks, 
Giessereikoks und gröbere Brechkokssorten. Infolge der Verminde- 
rung der Belegschaften und der dadurch herbeigeführten bedeuten- 
den Steigerung der Selbstkosten, der über die Massen gestiegenen 
Preise der Rohmaterialien und des Mangels an Sprengstoffen und 
Benzin konnte die Preissteigerung für Kohlen nicht überraschen. 
Es ist sogar anzunehmen, dass sie vielfach keinen genügenden Aus- 
gleich für die Steigerung der Gestehungskosten bietet. 

Der Mitgliederbestand des Syndikats hat sich während des ab- 
gelaufenen Geschäftsjahres nicht verändert. Mit den Gewerk- 
schaften A d m i r a 1 und Wilhelmine Mevissen sind wegen 
Uebernahme des Verkaufs ihrer Erzeugnisse Vereinbarungen ge- 
troffen worden, wie solche bereits mit einer Reihe anderer ausser- 
halb des Syndikats stehender Zechen des niederrheinisch-westfäli- 
schen Kohlenbezirks abgeschlossen wurden. Zur Erleichterung der 
Brennstoffversorgung derjenigen inländischen Gebiete, die bisher 
von der englischen Kohle mitbeliefert wurden, sind für die Dauer 
des Krieges verschiedene Frachtermässigungen eingeführt worden. 
Bedauerlicherweise habe aber die Staatseisenbahnverwaltung noch 
immer nicht sich zu der bereits seit Jahren erstrebten Ermässigung 
der Frachten nach schleswig-holsteinischen und mecklenburgischen 
Stationen entschliessen können, obgleich das Bedürfnis für diese 
Ermässigung gerade unter den vorliegenden Verhältnissen in er- 
höhtem Masse fühlbar geworden sei. 

An Umlagen wurden im Berichtsjahre erhoben für Kohlen 
im ersten Vierteljahr 7 v. H., im zweiten Vierteljahr 7 v. H., im 
dritten Vierteljahr 7 v. H., im vierten Vierteljahr 7 v. H., in Koks 
im ersten Vierteljahr 3 v. H., im zweiten Vierteljahr 7 v. H., im 
dritten Vierteljahr 9 v. H., im vierten Vierteljahr 9 v. H., für Briketts 
im ersten Vierteljahr 5 v. H., im zweiten Vierteljahr 8 v. H., im 
dritten Vierteljahr 8 v. H., im vierten Vierteljahr 2 v. H. 

Gesamtbeteiligung, d. i. die 

Syndikatsmitgliedern zustehenden Be- 

88 583 200 t (gegen 88 383 200 t Ende 

t, gleich 0,23 v. H. Die 

Jahre -4914 88 583 200 t" 

t, gleich 5,31 v. H. Von 



In Kohlen betrug die 
Summe der den einzelnen 
teiligungsziffern, Ende 1914 
1913), mithin Ende 1914 mehr 200 000 
rechnungsmässige Beteiligung betrug im 
(84115 965 t), mithin 1914 mehr 4 467 235 

der rechnungsmässigen Beteiligung von 88 583 200 t sind 64 666 066 t 
abgesetzt, d. i. der auf die Beteiligung angerechnete Absatz, d. h. 
es sind der Absatz durch das Syndikat oder für Rechnung des Syn- 
dikats, der Landabsatz, die Deputatkohlen und die Lieferungen auf 
alte Verträge, die zwar auf die Beteiligungsziffern angerechnet, aber 
nicht durch das Syndikat vermittelt werden; die Ziffer enthält femer 
die zur Herstellung der abgesetzten Koks- und Brikettmengen ver- 
wandten Kohlen. 

Im Jahresdurchschnitt hat demnach der Absatz in Kohlen 73 v. H. 
(i. V. 97,88 V. H.) der rechnungsmässigen Beteiligung betragen. 
Die Kohlenförderung der im Syndikat vereinigten Zechen 
betrug im Jahre 1914 84 809 916 t (101652 297 t), also im Jahre 
1914 weniger 16 842 381 t, gleich 16,57 v. H. In Koks betrug die 
Gesamtbeteiligung Ende 1914 19 181050 t (17 737 850 t), also 1914 

8,14 V. H. Die rechnungsmässige Beteili- 

Jahre 1914 18 438 802 t (17 103 223 t), mit- 

t, gleich 7,81 v. H. Von der rechnungs- 

Koks von 18 438 802 t sind abgesetzt 



mehr 1 443 200 t, gleich 
gung in Koks betrug im 
hin 1914 mehr 1 335 579 
massigen Beteiligung in 



7 918 471 t (einschliesslich 207 382 t Koksgrus), also gegenüber der 
rechnungsmässigen Beteiligung weniger 10 520 331 t, gleich 57,06 
V. H. Im Jahresdurchschnitt hat demnach der Absatz in Koks 
42,94 V. H. (einschl. 1,12 v. H. Koksgrus) gegen 80,19 v. H. (einschl. 
1,18 V. H. Koksgrus) im Vorjahre betragen. In Briketts be- 
trug die Gesamtbeteiligung Ende 1914 4 867 510 t (4 849 960 t), also 
Ende 1914 mehr 17 550 t, gleich 0,36 v. H. Die rechnungsmässige 
Beteiligung betrug 4 820 644 t (4 795 901 t). Davon wurden abge- 
setzt 3 685 111 t. Im Jahresdurchschnitt hat der Absatz in Briketts 
76,44 V. H. (90,93 v. H.) der rechnungsmässigen Beteiligung be- 
tragen. 

Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für das Berichtsjahr 
'J6 3 887 793 (J^ 3 783 914) allgemeine Unkosten aus, denen der 
gleiche Betrag an Umlagen abzüglich gezahlter Entschädigungen 
gegenübergestellt ist. Nach der Bilanz per 31. Dezember 1914 be- 
trugen Guthaben in laufender Rechnung M 78 258188 (- /^ 94 099 834) 
und Schulden in laufender Rechnung J(> 111 546 670 {.W 106 678 773J, 
Kohlen-, Brikett- und Pechläger sind mit 
bewertet. Der Effektenbestand hat sich 
10 775 832 erhöht. 

Bezüglich üei^^Vcrhantthmgcn^ 

Syndikats sagt der Bericht : Am 
heit der bisherigen Mitglieder den 



M 10 140 595 {Ji\ 154 415) 
von M 419 98: 



8. Februar 19] 
neuen Vertraj 

Entscheidung der übrigen Mitglieder hängt zutJ 

eii][barungen zusammej 
^h getr()ff( 



i 

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No. 19 



„INDUSTRIE^S FACHZEITUNO FÜR KOHLEN-, KALI- UND ERZ-BERGBAU. 



Seite 149 



h 



* 



\i 



den endgültigen Abschluss aller dieser Erncuerungsverhandlungen 
zur Verfügung steht, nur kurz ist; denn nach der im Dezember 1914 
ordnungsmässig erfolgten Kündigung des Syndikatsvertrages haben 
sich die Mitglieder nur bis zum 30. September 1915 verpflichtet, 
Verkäufe für die Zeit nach dem 31. Dezember 1915 zu unterlassen. 
Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, dass mit dem 30. Sep- 
tember 1915 die Hoffnung auf Erhaltung des Syndikats erlischt, 
wenn seine Erneuerung bis dahin nicht gelingen sollte. 



Anfechtung eines Kaufvertrages über 
Geschäftsanteile einer Bohrgeseiiscnaft. 

(Urteil des Reichsgerichts vom 26. Januar 1915.) 

Bekanntlich haftet nach § 437 BGB. der Verkäufer einer Forde- 
rung oder eines sonstigen Rechtes für deren rechtlichen Bestand. Die 
Frage, ob dieses Erfordernis erfüllt war, bildete den Gegenstand 
eines Rechtsstreits, der kürzlich dem Reichsgericht zur Entschei- 
dung vorlag und bei dem es sich um folgendes handelte: Der Kauf- 
mann C. in Charlottenburg hat im Oktober 1902 von dem Grund- 
besitzer B. in Südwinsen (Provinz Hannover) das Recht erworben, 
auf dessen Grundstücken nach Erdöl zu graben. Zur Ausnutzung 
dieses Rechts errichtete er zusammen mit seiner Ehefrau im Juni 
1903 eine E r d ö 1 - G e s e 1 1 s ch a f t m. b. H. mit einem Stamm- 
kapital von .//• 20 000. r^ieser Gesellschaft sind dann die Bohr- 
rechte von B. bestellt worden. Der Stammanteil der Ehefrau ist 
alsbald auf C. übertragen worden, der die Anteile der G. m. b. H. 
dem Fürsten gegen einen Preis von Jf> 140 000 verkauft hat. Am 
18. September 1906 hat B. den Bohrvertrag vom Juni 1903 

§ 119 des Bürgerlichen Gesetzbuches gegenüber der 
H. insoweit angefochten, als das Bohrrecht unter 
auf eine 15 Morgen grosse Parzelle sich erstreckte, 
gegen die G. m. b. H. angestrengten Rechtsstreit ist 
diese rechtskräftig verurteilt und die Bohrgerechtigkeit dann auf den 
fraglichen 15 Morgen gelöscht worden. Auf Grund dieses Tat- 
bestandes hat nun der Fürst den für die Anteile bezahhen Kauf- 
preis von M 140 000 zurückgefordert. Er stützt die Klage 
darauf, dass der Kauf der Anteile anfechtbar bzw. nichtig sei, weil 
der Fürst über den Umlauf der zu erwerbenden Bohrgerechtigkeit, 
also über eine wesentliche Eigenschaft der gekauften Sache, im 
Irrtum gewesen sei; der Fürst sei aber auch nach §§ 437, 440, 
325 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Haftung des Verkäufers für 
Bestand des Rechts) mit Fug vom Vertrage zurückgetreten. 
Vom Landgericht III zu Berlin und vom Kammergericht ist 
Klage abgewiesen worden. Das Kammergericht führt 
der Fürst habe die Geschäftsanteile, nicht die Bohrgerechtig- 
gekauft und habe sich über den Gegenstand des Kaufs, 
nämlich die Geschäftsanteile, nicht im Irrtum befunden. Sein mög- 
licher Irrtum über den Umfang der Bohrgerechtigkeit komme 
nur für seine Vorstellung über die wirtschaftliche Erspriesslichkeit 
Kaufs in Betracht, sei also ein Irrtum im Beweggrunde, 
ausserhalb des Rahmens der Willenserklärung liege. 
Die Haftung aus § 437 des Bürgerlichen Gesetzbuches erstrecke 
nur auf den rechtlichen Bestand des verkauften Rechtes, 
also der Geschäftsanteile; diese seien aber mit einem Rechts- 
n g e 1 nicht behaftet. Eine Zusicherung des Bestandes der 



auf Grund des 
Erdöl-G. m. b. 
anderem auch 
In dem von B. 



den 

die 

aus, 

keit 



des 
der 

sich 

hier 

m a ^^ 

iBohrgerechtigkeit habe der Beklagte nicht geleistet. 

Ebenso erging es H. mit der beim Reichsgericht einge- 
legten Revision. Der höchste Gerichtshof führte in seiner grund- 
legenden Behauptung folgendes aus: 

Die Behauptung des Klägers, dass der Beklagte den Vertrag 
durch Bestechung zustande gebracht habe, ist nach den Gründen 
des angefochtenen Urteils als wahr zu unterstellen. Wegen dl jser 
Tatsache allein würde aber der Vertrag, wie das Oberlandesgericht 
mit Recht ausspricht, nicht nichtig sein. Ein Vertrag ist nicht 
schon dann im Sinne des § 138 sittenwidrig, wenn er von einem 
Teile durch sittenwidrige Mittel zustande gebracht ist, sondern nur 
dann, wenn sein Inhalt so beschaffen ist, dass er unter Berücksichti- 
gung der gesamten Umstände des Falles, insbesondere der Gründe 
und Zwecke der Beteiligten, einen Verstoss gegen die guten Sitten 
enthäh. Das träfe im Streitfall höchstens zu, wenn der Kläger durch 
das verwerfliche Mittel der Bestechung den Abschluss eines höchst 
unbilligen Vertrages erreicht hätte, d. h. eines Vertrages, bei dem 
der bedungene Preis in auffälligem Missverhältnis zu der verein- 
barten Leistung stände. 

Auch die weiteren Klaggründe sind mit Recht verworfen. Sie 
alle, nämlich die Anfechtung wegen Irrtums, sowie die aus §§ 437 
und 459 BGB. hergeleiteten Ansprüche scheitern daran, dass der 
Beklagte, wie das Oberlandesgericht mit Recht ausspricht, nicht 
die Bohrgerechtigkeit, sondern die Geschäftsanteile 
einer Gesellschaft m. b. H. verkauft hat. Allerdings ist es dem 
Rechtsvorgänger des Klägers bei Abschluss des streitigen Geschäftes 
offenbar nicht darum zu tun gewesen. Anteilsrechte an einer Gesell- 
schaft m. b. H. zu erwerben, sondern er wollte dadurch die Ver- 
fügung über die Bohrgerechtigkeit erlangen, die das Vermögen der 
Gesellschaft bildete. Dies war aber nur der wirtschaftliche Zweck, 
den er mit dem Geschäfte verfolgte, nicht d.r Gegenstand der 
Leistung, die er sich von dem Beklagten versprechen liess. Der Be- 
klagte verpflichtete sich durch den Verkauf nicht, dem Käufer 
das Bohrrecht zu verschaffen, konnte dies auch gar nicht, da die 
Seilschaft nach wie vor Inhaberin des Bohrrechtes blieb. Er ver- 
te sich vielmehr nur, dem Käufer die sämtlichen Geschäfts- 
Oesellschaft zu verschaffen. Es handelt sich, also um 
von Rechten, aus dem sich eine H aftung a llein a us 
bt. Da der rechtliche Bestand der verkjmften Ge- 
wandfrei ist, ist eine Haftung des Belflagten aus 
it begründet. Der Käufer wusste auch bei dem 
der Beklagte ihm pur »dunf}^*cF^^!l?*(ll"P^ ^^^ 

der 



f? r rr viasb^fikh^^^rike 



des Gesellschaftsvermögens geirrt hat, so betraf dieser Irrtum also 
nicht den Gegenstand des Geschäftes, sondern nur den Umfang 
der wirtschaftlichen Güter, die er vermittels der gekauften Rechte 
erlangen zu können glaubte. Ein solcher Irrtum über die aus dem 
Gegenstande des Kaufes mittelbar zu ziehenden Vorteile berech- 
tigt den Käufer nicht zur Anfechtung gemäss § 119 BGB. 

(Aktenzeichen: U. 527/14.) 



Deutsche Kohle für die Neutralen. 

Eine der markantesten Erscheinungen, welche die Blockade der 
englischen Küsten durch die deutschen Unterseeboote zur Folge 
gehabt hat, ist der Schrei nach Kohle, der seit Februar immer 
lauter und lauter von den Lippen derjenigen Neutralen ertönt, die 
bisher in der Hauptsache dem englischen Kohlenhandel tribut- 
pflichtig waren und nun durch die Tätigkeit unserer Unterseer ihre 
seitherige Hauptbezugsquelle versiegen sehen. 

Hierhin gehören in erster Linie die nordischen Staaten, d. h. 
Dänemark, Schweden und Norwegen, ferner Holland und Italien. 

Anfänglich machte sich dies Fehlen der englischen Zufuhr noch 
weniger fühlbar, weil ein grosser Teil der Kohle verbrauchenden In- 
dustrien, der Bahnverwahungen usw. ziemlich umfangreiche Lager- 
bestände in Brennstoffen hatte und andererseits auch die heimi- 
schen Kohlenhändler eine Zeitlang imstande waren, auszuhelfen. 
Aber je mehr diese Vorräte zusammenschmolzen, um so dringender 
wurde die Forderung, Deutsc^hland mit seiner grossen eigenen 
Kqhlenproduktion müsse als Ersatz für England einspringen. Wenn 
man nun auch in Deutschland vorwiegend wohl der Meinung sein 
dürfte, dass eine Verpflidhtung, zu helfen, nicht besteht, so möchte 
man wiederum doch gerne helfen, kann dies aber schliesslich auch 
nur unter g-e w i s s e n Voraussetzungen. 

Es ist in der Tat zu berücksichtigen, dass Deutschland neben 
den grossen Mengen, weldie England in Friedenszeiten an diese 
neutralen Staaten lieferte, nun aus seiner eigenen Produktion auch 
noch die rund 8V2 bis 9 Millionen Tonnen Kohle ersetzen soll, 
die England vor dem Kriege jährlich nach Deutschland selbst ein- 
geführt hat. Noch im Juli 1914 betrug die Kohleneinfuhr Englands 

nach Deutschland 922 000 Tonnen 

„ Dänemark 22^000 

„ Schweden 423 000 

„ Norwegen 172 000 

„ Holland 143 0(0 

„ Italien 822 OCO 

Das macht also in einem Monat rund 2 700 000 t, für die der 
deutsche Bergbau heute ganz oder doch zum weitaus grössten Teil 
einspringen müsste, wenn er allen Ansprüchen gerecht werden 
wollte. 

Der deutsche Bergbau ist gewiss sehr leistungsfähig und hat 
dies zur Genüge vor dem Kriege bewiesen, wobei i>run die be- 
sonders starke Entwicklung einzelner Produktionsgebiete (wir 
weisen nur auf das i^heinisch-westfälische Steinkohlenrevier und die 
Braunkohlenindustrie hin) zu Hilfe kam. Aber die Einwirkung des 
Wehkrieges macht sich auch bei ihm bemerkbar, und zwar in einem 
Masse, das dem Laien im allgemeinen kaum zum Bewusstsein kommt. 
In allen deutschen Kohlenrevieren hat die Produktion durch die Ein- 
ziehung zahlreicher Bergarbeiter zum Heeresdienst eingeschränkt 
werden müssen, während seit Kriegsbeginn auf der anderen Seite 
die Anforderungen an Kohle seitens der deutschen Bahnverwahungen, 
der Heeres- und der MarinevervvaUung den Friedenszeiten gegenüber 
enorm gewachsen sind. Dazu kommen die Ansprüche auf bevor- 
zugte Versorgung all der Fabriken, die^ heute in Deutschland für 
Heereszwecke arbeiten, der (ias-, Wasser- und Elektrizitätswerke, 
die unter allen Umständen im Betriebe gethalten werden müssen, 
schliesslich auch die Versorgung der besetzten Gebietsteile von 
Belgien, Frankreich und Russland, soweit diese dazu aus eigener 
Kraft noch nicht in der Lage sind oder Kohlengattungen nötig 
haben, die dort nicht gefördert werden. 

Dass unter diesen Umständen beim besten Willen die völlige 
Versorgung der neutralen Länder durCh Deutschland ein Ding der 
Unmöglichkeit ist, liegt auf der Hand, solange man bei den Neu- 
tralen nicht in weit grösserem Masse, als es bisher der Fall ge- 
wesen ist, zu dem Aushilfsmittel greift, auf das selbst in 
Deutschland eine grosse Zahl von Brennstoffverbrauchern, nicht zu- 
letzt die deutschen Bahnen, angewiesen ist, dem Verfeuern 

von Koks. . • », ^ • 1 

Eingehende Versuche haben ergeben, dass Koks em Material 
darstelh, das in viel ausgedqhnterem Umfange als Ersatz für Kohle 
und Briketts herangezogen werden kann, als die Verbraucher bisher 
angenommen hatten, oft sogar gegenüber den früher verfeuerten 
Brennstoffen wesentlidhe Vorteile bietet. 

In Koks ist die Deckung vorläufig noCh nicht so knapp 
wie in Kohle, so dass darin zur Not, um dem Auslande zu helfen, 
noch grössere Mengen von den Kohlenausfuhrstellen 
freigegeben werden können, die zur Regelung der Aus- 
fuhr von Brennstoffen nach dem Inkrafttreten des durch 
den Reidhskanzler erlassenen Ausfuhrverbots für Kohle, Koks und 
Briketts erridhtet worden sind. Wie lange diese Ausfuhrmöglich- 
keit für Koks noCh fortbestehen wird, ict allerdings eine ^ andere 
Frage, denn Deutschland muss rechtzeitig an die S i c h e - 
rung seines Hausbrand bedarfes für den nächsten Winter 
denken, und für diesen sind so bedeutende Mengen Koks nötig, dass 
selbst grosse Vorräte rasCh zur Neige gehen können. Man denke 
nur einmal daran, welche Mengen Koks eine Stadt wie Gross-Berlin 
in einem Winter in den Zen tral heizungen verfeuert und zähle da zu 
nur zehn weitere grosse Städfe Deutschlands, wie Frankfurt a. M., 
Hamburg, Bremen, Köln, Düsseldorf, Hannover, Leipzig, Dresden, 
München und Breslau; dann erhält man schon eine Verbrauchsziffer 
in Koks für einen einzigen Winter, von der man sich kaum einen 
Begriff macht und die doch nur einen kleinen Teil des deutschen 
5.0 - • '-^-- ■•" Koks für Heizungszwecke darstellt. 

-— >^-i _.„fe^«-*=-«_ «,.«i^< - «^ — X wenn i^'**'^i 

• I.' 



Decoupez en iuivant le pointtlli 



' LES' 7 MERVEILLES DU MONDE 
eSOmOOO franos äe pfix 



K 



4 Photographie 



leg POSTIEIIS S'tURHEHT 



-#•♦- 



Le trafic augmente 

plus que le personnel 



d' 



-♦<>»- 



(BoD ä d6tacher) 




Au temps de Pin- 
dare, iine jeune fille 
de Sicyone vil im 
jour rombre de son 
fianc6 projet^e sur un 
mur : vite, eile saisit 
un charbon, et d'une 
main diligente, eile 
emprisonna l'image 
adoree dans un petit 

contour. Si ce n'est 

pas lä absolument le principe de la Photo- 
graphie, c'en est, du moins, l'esprit : arra- 
cher au temps destructeur la beaute peris- 
sable des formes. 

La formation des images dans la chambre 
noire fut observee, vers 1520, par Leonard 
de Vinci et Bacon, et pr6cis6e, vers 1560, par 
Ic physicien J.-B. Porta, qui munit l'ouver- 
ture de la chambre noire d'une lentille. En 
1780, le physicien frangais Charles utilisa 
l'actiou des radiations sur le chiorure d'ar- 
gent pour reproduire des portraits-silhouet- 
tes. En 1813, l'ex-ofiicier Nicephore Niepce 
obtient par le meme procede des images d6- 
taillees et invente la photogravure. Seize 
ans plus tard, le jeune peintre Louis Da- 
guerre decouvre !'<( image latente » et sa re- 
velation ä l'aide dun agent chimique appro- 
prie. Peu apres, l'Anglais Talbot decouvre 
l'image negative, pouvant etre reproduite un 
nombre indefini de fois, et le fixatif, — l'io- 
dure de potassium, — bientöt remplac6 par 
rh3rposulfite de soude, propos6 par Hers- 
chel. En 1851, Archer et Fry mettent en 
usage le coUodion, et dix ans plus tard, Poi- 
tevin et Gaudin introduisent l'usage de la 
g^latine en Photographie. 

Pour ötre, en röalite, plus que centenaire, 
la merveilleuse invention n'a rien perdu de 
son Prestige. La science, et en particulier 
l'astronomie et la microbiologie, les arts 
industriels, le Service des recherches judi- 
ciaires et la presse ont recours journelle- 
ment aux bons offices de robjectii. 

Gomme l'aieule ä cheveux blancs qui se 
complait aux ebats des tout petits, la Pho- 
tographie est fi^re des progres de son ä6mil- 
lant dernier-ne : le cinema. C'est un reje- 
, ton d'avenir. Et la bonne aieule elle-mßme, 
qui a toujours bon pied bon oeil, se pr^pare 
ä göüter un regain de jeunesse sous les dou- 
bles et merveilleuses especes de la Photo- 
graphie en couleurs et de la tel6photogra- 
phie. 

Qui disait donc que les artistes et les let- 
tr6s tenaient en r^probation la Photogra- 
phie ? N'est-ce pas un poete, Charles Cros, 
qui, en 1869, inventa l'un des deux procedes 
actuellement en usag^e la Photographie en 
couleurs ? Le proc^dÄKchromique ou indi- 
rect imagin6 par r^^^H^^iareng säur » 
et du (( CoffrAL.^Ä^^^^^^^Bbüjr le m6- 
lange en p^ 
leurs es 



To-ut r^ceniment le personnel du « Cen- 
tral », surmenö, röclamait energiquement le 
jour de repos hebdomadairc que rinsuin- 
saiice des effectifs n'avait pas permiß de Im 
accorder depuis le mois de mars. 

Plus r6oemment encore on s'apergevait 
qna vers la frontiere de Test renforcöe ja p6- 
nurie de personnel constituait un vöritable 
danger. Mais ce ne sont lä, comme on au- 
rait pu le croire, des situations locales ou for- 
tuites. _^ , , 

Uno enquöte, si breve soit-elle, sufflt a le 
d6monlrer. 

Le personnel des P. T. T. a d'ailleurs dans 
ses congrös pouss6 pluaieurs fois d6jä le en 
d ' al ft rm e 

Au t616phone, les r6clamations augmen- 
tent Sans cesse avec le trafic. Au l^legraphe, 
des d6p6ches attendent parfois plusieurs 
heures leur toor de transmi.ssion. Voulcz- 
vous un cxemple ? A Lyon cenlial, la moyen- 
ne joumali^re des iransmissions s'est ac- 
crue, en un an, de plus de 2.(300 unitee. H 
n'y a pas un employe suppl^mentairc. 

Sur les chemins de fer, des millicrs de cor- 
respondances se iroavent retard6es souvenl 
de plus de vingt-quatre heures par suite de 
rimpossibilile materielle de lee achemmer 
normalcment. _ . , 

Comme exemple faul-il citer Paris a 
Tours 2% Paris-Bordeaux 2\ divers Servi- 
ces des lignes de Bordeaux et de Nantes et, 
pendant la p6riode estivale, presque tous 
les Services des stations balneaires ? 

üne circulaire du directeor de la Seine re- 
connaissait recemment cette Situation : «( un 
tres grand nombre de correspondances, y 
lisait-on, ne parviennent pas aux dcstina- 
taires dans les d61ais correspondant ä 
rheure de leur dep6t et de leur arnvee. » ^ 
M. Emile Dupont, dans son rapport au Se- 
nat sur rexercice budg6taire de 1912 a d6- 
montr6 que pendant aue le tmüc g obal avait 
augmeni6 de 1901 a 1910 de 57 %, 1 effe^ctil du 
personnel ne 6'6.tait a^cm que de öl %. 

Au t616graphe notamment, il a Signale que 
pour une augmeniation de 24 % de trans- 
missions, le personnel ne s'öt^t accru que 
de 9 %. Le ministre a, pour 1914, demand6 
les cr6dits n^cessaires, non pas pour rame- 
ner les choses ä la normale, mais pour, r* 
vant l'expression d'un directeur de 1 ad 
nistration centrale, « boucher les trous 
Or le minislöre des flnances lui a impose d- 
r6duire ses prövisions de moiti6. 

Compte-t-ü imposer egalement au pu- 
blic de restreindre le trafic ?... se deman 
dcnt les postiers avec inqui6tude. 



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Vieri 

trei. 



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Mme Richard, infirmiöre 
esst iifiorte ä Rabat 



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Dimanche 23 Novembre 1913 



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^H ^^'/V/^ 



Jy 2-4-«, Boulevard Poissouniere O^ 
1-3-5-7, Faubourg Poissonniere, PARIS (9*} 

T^LePHONE: Gutenberg 3,04- 3,05-3.08 
Aärtsse Tiligraphique : MATIM - PARIS 

-~» Agences ä l'Etranger •»•«• 

I/)NDRES : l&O, Queen Victoria Street 

BERLIN : 112, Leipzigerstrasse 

S'-PETERSBOUna : ZO.Moika 



Jules MADELINE, President 



L'AGRICULTURE DE L'AVENIR 



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LES EFFETS DE LA RADIOACTIVITE 
Chonx de Bruxelles repiQues en rri&me temvs et dont Vun a subi Vaction de la radioactivitB 



^16 
[pro- 

lent 



Depuis quelques ann^es, de nombreux chi- 
mistes ou agronomes, s6duit3 par les mer- 
veilleuses propri6tes du radiam, cherchent 
ä pr6cis€r laction de son rayonnement sur 
la croissance des plantes. A vrai dire, ce 
n'est pas du radium pur qu'il s'agit, beau- 
coup trop caustique d ailieurs, mais des mi- 
nerais auxquels il est incorpor^. II semble 
hien que c'est en enrichisÄant le sol d'azote, 
cet aliment fondamental des vjgötaux, de 
n^me qu'en excitant la vitalit^ des micro- 
bes,\gr^ce auxquels cet. azote est rendu as- 
simiiable, que les substances radioactives 
exerci^nt leur action fertilisante. 

La rf^cente comraunication ä rAcad6mie 
des Sciences du professeur Stoklasa, de 
Tuniversitö de Prague, dömontre la Stimula- 
tion par les faibles radioactivit^s des bactö- 
ries qui fixent, dans le sol, Tazote atmosph6- 
rique, et des bactöries — ce ne c5ont pas les 
mßmes — qui trarisforment en un produit 



directement assimilable Tazote organique 
accumuJ6 dans la terre. C'est ainsi que la 
rayonnement et les ^manations de la pech- 
blende, minerai qui servit nagu^re ä M. etl 
Mme Curie ä isoler le radium, suffit ä pro^ 
voquer cet heureux resultat. 

Les microbes qui dirigent la nutrltion v6- 
g6tale se trouvent donc favoris6s ; non seu- 
lement l'azote devient plus abondant, mais 
il est, d'autre part, mieux assimifö. Tela 
sont les faits qui d^coulent des tr6s impor- 
tantes recherches du professeur Stoklasa, et 
qui expliquent les plus-values de r6colte3 
observ6es en France et ä Tdtranger par les 
exp6rimentateurs. 

Bien que de nombreox essais restent ä en- 
treprendre, en vue d'une dömonstration plus 
ri^oure'use et plus vari6e, ü est d'ores et 
de ja permis d'escompter toutes les prodi- 
gieuses ressources que Futilisation de la ra« 
dioactivit^ apportera ä. notre agriculture. 



EGANCE COMPROMISE 



:esse 




9iorgi 



oitkiiitlHiDfllirlr 




B^arütt^Bf 1874. 
igxfd^extxt ^itttvoc^ utxb ^otxxxabenb. 

iVidfentlidf iwei fianbilshtila^tn. monatlidf eine .farbenOrotftafel. 
Dutdf jebes Heatfdje Pofiomt btiOien: preis olerleljä^rlidf 5 mar!. 
Dtr lag t»on Paul Pate? in Setiin SW., ^ebemannfltag e 10. 



@on6erab6rucf am Hr. 56 öcs gat)rgang6 1910. 



Hefter die SiftigKeit rijinushaftiger 

Jiittermittef. 



3n ben auö bcm 5lu«ranbe fiammenbcn Ocrfud^cn unb Oel^ 
fuc^cntnel^ren l^at man fd^on fett üielen ^al^ren immer unb. immer 
tt)icber in etnjelnen Lieferungen baö 5luftrcten Heiner 3J?cngcn 
»on Dfiiginuöteilen beobad^tet, unb in neuerer 3eit pnben fid^ $re|- 
rüdfftänbe bon Dfit^inuöfamcn aud^ in gefd^rotenem 3Jiai«, in gc= 
trorfneten iBiertrebern, in Äleie unb felbftüerftänblid^ au6) in ben 
al^ 3lblabepla^ für aQen Unrat fo beliebten aj^elaffefutterj^offen. 
3mmer unb immer lieber l^at man nad^ ber QSerfütterung fold^er, 
felbft nur mit fleincn 3)Zengen \}on D^ijinuateilen behafteter 
Futtermittel 3Serminberung ber 3!Jiild^ ertrage, fd^hjere @efunb^eit«= 
ftörungen unb ben ^ob einzelner ^iere gu tjer^eid^nen gehabt. 
Unter biefen %äütn greife ic^ einige, über bie mir eingaben gerabc 
3ur §anb f^nb, ^erau«. 

©d^on 1874 hmd^Utc gienner über eine SSergiftung cmci: 
größeren 9linber^erbe nad^ ber QSerfütterung Don Seinfametts 
mcljl, ba« mit 9fiisinuö|3re§rüdfftänben öermifd^t njar; bie ^ierc 
zeigten (Srfc^einungen bon 5l|)petitloftgfeit, ^urdifaü, 5lpat^ie, 
(Störungen be^ 33en)ugtfeinö unb Krämpfe, genafen jebod^ nad^ 
2-3 tagen. — 2ßie 9iegenbogcn 1888 mitteilte, traten bei 
35 ^f erben nad^ 3Serabreid^ung ri3inu6l)altigen Seinfamenme^lö 
Äoliferfd^einungen, !Durd)faa, (Sc|n)äd^e unb Eingenommenheit ein. 



— 2 



jhjet^icre ftarben, unb ein britteö mugte megen 5lu^f{d^t6lofigfett 
einer Teilung getötet njerben. — (Sogar bie 9)^i(c^ Don gieren, 
bic rijinu^l^altige Scinfud^en ber^el^rt l^atten, erujieö ftc^ naä) 
33 Hing er aU [d^äblid). — dla<i) (S mm er fing erfranftc eine 
ganje 2)ie]^^erbe ijon 120 ©tücf, aU baö biö ba^in ijerfüttertc 
äiei^futterme^l burd^ *^a(mfcrnmclöl erfel^t tüurbe; eö »erfagte 
l^icr bie gregluft, bie ^ül^e Befamen ^urd)faa, unb ber 3D^ild^= 
ertrag fiel üon 1300 auf 650 ^iter. m^ ba« ^almfernme^l auö 
bem gutter fortgelaffen njurbc, feierte bie gregluft ^urücf unb ber 
TOld^ertrag l^ob fid^ lieber, ^abei cntl^ielt baö ^almfernmel^l 
nur eine „fe^r geringe" 3)?enge Dfli^inu^teile. — (Später fanb 
©mmerling Dlijinu« aud) in einem SWtti^fc^tote, nad) beffen 
33erfüttcrung mel^rere $ferbe frepiert n^aren, unb h)eld^e^ nad) ben 
hierüber angeftedten Unterfud)ungen nur 0,17 p^U S^i^inuöteile 
entl^ielt. — §alenfe fteÜte in getrorfneten 33iertrebern, bie bei 
2J?ild^üic^ arge (Störungen l^eröorgcrufen Ratten, ebenfalls einen 
fe^r geringen ©el^alt an Df^i^inu« feft. — ^oncamp berichtet' 
über eine 9^ei|e uon ^Vergiftungen burd^ .S^ofo^fudiett, in benen 
ftd) D^ti^innö nad^meifen Iie§; eine gan^e ^In^a^l bon iieren n^ar 
nad^ ber 5lufnal&me biefer Indien eingegangen. — 5ln ber 5Serfud^^= 
ftation 3D^örfern hjurben uon g. 33arnftein Xeite bon Df^i^inuö; 
famen in einer ganzen D^teil^e »erfd^iebener guttermittelproben 
(drbnu^tnetiU Scfatn= unb Scinfudjcn) nadigeiüiefen ; in aöen 
biefen gäHen l^attcn bie betr. güttcrmittel fc^hjere @e[unb^eit«= 
ftörungen, bereinjelt auc^ ben Zoh ber bamit gefütterten iiere 
t>eröorgerufen. 9^euerbing« njurbe an berfelben 5(nftalt Dflijinu« 
fogar in brei 9}?uftern feeiscnflelc gefunbcn, nad^ bcren 33er= 
fütterung ^ferbe, D^iinber unb (Sd^hjeine crfranft njaren. — 
§. D^eubauer berid^tete, bafe an bie unter feiner Leitung ftel^cnbc 
^erfud^öftation gelegentlid) Futtermittel eingeliefert mcrbcn finb, 
nad^ beren 33erfütterung fic^ 5Ippetitlofigfeit, i)urd)faU, frampf= 
artige 3uPänbe unb anbere Sf^ad^tcile eingcfteÜt l^aben. SJiel^rfad^ 
waren e« Äleien unb anbere ^etreibeabfäHe, bie aU berbäd^tig 
be^eid^net »urben, bei ber Untcrfud^ung jebod^ feine befonberen 
3J?ängel aufnjiefen. 5(uf ben diät ber Serfud^öftation, bod^ aud^ 
noc^ bie anberen Futtermittel einjufenbeir, bie an bie erfranften 
^iere Derabreid^t njorben luaren, lief gcnjö^nlid) bie 5Intn)ort ein, 
bag an Kraftfutter fonft nur l^einmel^l verfüttert ttjorben ift, ba« 
aber augenfc^einlid^ eine tabellofe 33efd^affen]^eit befäge. 3m wei= 
teren 3Serlauf ber 5lngelegenl^eit ftcöte f\d) bann n^ieber^olt |erau6, 
bag bie Seinmel^le fleine 3J?engen D^Üjinnö enthielten. 

^ie l^ier vorgeführten 3SergiftungöfaC[e bilben nur einen fleinen 
jtcil ber 5luf^eid^nungen, bic über biefen ©egenftanb in ber Literatur 
öorl^anbcn finb, unb ttjenn man bebcnft, baf; hd ber hinten; 
fd^eu ber Sanbtoirte übcrl^aupt nur ein geringer SBrud^teil ber 



©(fläbigurigcn jur öffcntlid)cii tenntniö QdawQt, fo genügen bte 
hi^tx feftgefteöten 3Sorfommni[fe boüauf, in eine energifd^e 5tb= 
tüe§r gegen ben über^anbne^menben 5Sertrieb ri^inuöl^altiger ^utter^ 
mittel einzutreten. Ä^ann eö benn angcfic^tö fold) zahlreicher 5Ser= 
giftungen, 6ci benen g^tizinu^ im gutter nac^getüiefen mürbe, über- 
bau|?t nod) jemanb geben, ber bie Urfadbe ber ®d)äbigungen nid^t 
in bem 9fii3inu^gej)alt erbürft? ©oCfte eö benn gerabe ben an? 
crfannt giftigen ^tiginnö^^regrürfftänbcn befd)icben fein, fic^ in eine 
^armloje (Subftanz umzuh^anbeln, menn ber 3m|)orteur fie in ben 
Futtermitteln al« „gute, gefunbe" 2öcire bem 2anbn)irt anfängt? 
Ober foHte ber ^anbiüirt fo t)eranlagt fein, bafe er gerabe immer 
bann, h)enn er baö rizinu^^altigc gutter i?eriüenbct, bie unfinnigften 
geiler bei ber Fütterung begebt unb feine ^iere nur babur^, — 
beileibe aber nid)t burc^ baö D^i^innöfutter, — vergiftet? 

35on ben fd^meren ©d}äbigungen M 35ie]^c6 burd) ri^inu^^ 
baltige Futtermittel n^oEcn bie ^änblcr freilid^ nid)t4( triffcn; fic 
ftül^en }i(i) auf i^ren 5lnlüalt, ben §anbel«c^emifer ^rof. Dr. 
©d^mibt in Hamburg, ber, beforgt tt)egen ber ©efa^r, bie bem 
^ anbei mit rizinu^altigem gutter bro^t, i^nen in 53orträgen 
unb 2luffä^en „betüeift", bag „nic^t ein gaÜ Vorliegt, in bem 
geringe ©puren tjon dH^inu^ in Futtermitteln, fpe^icö (5rb= 
nufefudben, al« Urfac^e bon 33ic]^erfranfungen eintüanbfrei feft= 
gefteHt lüurben". 35on ben fc^r befannt geworbenen 55ergiftungeii 
fäaen, bie nad) ber 3Serfütterung ri^inu^^altigen ©rbnufeme^lö 
auf bem ®ute §. oon 33tömard in 5lnton«^of bei Siffa auf= 
getreten njaren (f. bcffen 5lrtifel in 9^r. 16 beö ^al^rgang« 1908 
bf. 581., ©djriftleitung), htf)auptüt berfelbe fdbon bor 2 3al^ren, 
fie l^ätten mit bem gf^i^innöge^alt beö gutter^ nid^tö y' tun! SDie 
„5(bfu^r", bie er feinen eigenen SBortcn nad; burd^ eine öon mir 
berfagtc 5lb^anblung in 9^r. 75, 3a^rg. 1908 bf. 331., erlitt, lägt 
il^n immer nod^ nid^t Dfiu^e fmben, unb fo benü^t er benn neuer= 
bingö einige 3Scröffentlid^ungen Dr. 2JJief^nerö (9J?itteilungen 
auö bem Äaifer aBil^elmö^^nftitut ^u ©romberg, 33anb I, ypeft 3), 
um feine D^ieberlage 3U uerbeden. ^iefe neuere ^Ibl^anblung 
©c^mibtö ift in bem Organ ber §anbel^c^emifer, ber „3eit= 
fd^rift für ijffentlid^e S^emie" 1910, §eft 6, fotoie al« ^Beilage 
zum (5aaten=, ^ünger= unb guttermaift 1910, 9^r. 19, erfd^ienen 
unb tüirb bon (Sd^mibt feinen jtunben unaufgeforbert ^ugefaubt. 
2öie nad^ frül^eren Seiftungen ©d)mibtö nid}t anberö ^u erloarten, 
ftro^t bie genannte 5lb^anblung h)ieber bon 33eleibigungen ber 
lanbn?irtfd^aftlid}en 33erfud)öftationen, i^rer Mttv unb i^re« 33er= 
banbeö. "^a ^ei§t cö 3. 33.: „3m 33en)u§tfein unsulänglidber 
^robu!tioität fud)t man ben <B6^dn nac^ au§en burd^ günftige 
n?trtfd^aftlid^c Sage bei5 »nftitutö ^u lüabren. SJ^an benft offenbar, 
bag bie l^ier^u erforberlid^e ©clbqueQe fid^ am bequemften baburd^ 



■^'^'ll!''!l''fK'i*vM'' 



- 4 — 

llTh>» ^\ '"«" *>'"'., (»«ibisjtcn S}anbmä)tmihv baä Sffiaffer ai- 
giabt." <S)cv ®efcf,dft«8cift ei in fie (bie !ßerfu<fi«f ation«= 
»orftc^er) gefahren". „<J^„c„ fcl,l, bie TOÖ8li(^teit parte lofer 
©teUungna^me, fie feaben eingeftanbenermafeen (!) ba« einfe^ H 
f.lX'^ 8anbim«fd,aft pfli<^tgcmä6(!) .on^rjune^men." %ini 
Mtge ©tcaungnn^me", „bcfd&ränfter ®efi(t,t«»i„fc[", „einf Wqei 
©tanbpunft" unb „üble golgen beSfelbeu auf bie U te («fäb gW 
tm eigen ten3(r6eü«gebiet"; ba« fmb fo einige Bon ben Mu" 

!Ä*ri,'T®?"''.^' f'"^ "Se^'' ""*> bie feine «ielfeitigteit 

m d) abfaat belehrt m.c^, ba§ li, mitf, no^ immer ber befonkeren 

9ufmerf|amfe,t türmen bnrf, bie mir ber (genannte f^on eÜ 

melen paaren juwenbet. Erfreute er mic^ boc^ fcfion oor cZ 

15 Sauren, ,„, TOär^ 1896, al« e« fiä, um ein Ton mr unb 

einer grogeren 3a^I laubwirtfc^aftli^er Sßer u<^äfta.ione„ feftgefteatt 

»on i^m gcreugnete ^aifd^ung eine« Jteisfu«crn>e(,l6 n OHBen- 

tcrnmc^l ^anbelle (9Jr. 51, ,^a^rg. 1898 bf. S .)- mit S 

SSnefe ben 3»ar ic^ ju ben beffen Seiffung n feine« «erfäfS 

e<^nete, ber aber bo<^ meine bcrgefe(5te Söe^örbe o^ne kben 9n= 

rag meinerfett« j« TOaßna^men wranlfl§te, beren (Srfolg „ad, ben 

gngften 9Ieu§erungen ©<^mibt« Bei %m nod, ^ ut? eLfte 

^t'TKfTl!' "»f?!!;. ®« b« «nfic^ten Lmen lehnen 

folei"be^' fl-rffitTe-ben^Sl Z^^a^^'^Z 

ber Se,,rtetlu„g ber gölfd^ung fte^t e« beute mit ben Süergi tung« 
faDen, bte f,d, fe.ncr 3eit bei ben Äii^en »on SBi«marrf« fu= 

Sun'g« l?n.'"' ""' ""' "' ^''^ """"* "'^" ""^»9'^'" ^ 9'= 

m, ^r. ^^''"«;""".8 f"™c„ .""'9' '"'■3' ''""Sen Borau«ge|(fiirft. 
ffite au« ben JIngaben b. 8i«marcf« in ««r. 16, ^abrq 1908 
b pi. ^crBorge^t, erfranften am 29. JioBember 1906 fämtlWe 
nt^t trcAnfte^enbe Äü^e eine« ©taOe« an ftartem sS aD 

?!/ ^i7^>, r"^;,'^"""'"'^™' ©*lempe unb 9tei«futtermeb[ 
Sa^triung«erfd^emungen, unb eine berfelben mufete in ber Sola not 
©S''i.";!f'^- t?" ''\'' tvotfenfte^enben Äü e b e en 
bir lertaÄt b « !,';''*'^""" '"-l^".™ Jo"en, gefunb blieben, o f.el 
II s ?t* '^'^ jugejogcnen Ärei«i erarjtc« mit 9ledbt fofort auf 
ÄfTk„'''lJ 'ier^t,9ienifd,en3nftltut be«Ä£5m«! 
Äf 1 '"..?"""6"9 »«rbe al«bann fefigefteöt, bag ba« ben 

efSü beh« *-rr"i';f''^" e.bnu6me^I „im ^»'.^ften ®rabe 
9tfunb^eit«|(^ablid^'' »ar. greili(^ tourben, »a« ©<^mibt 



^^■••■PW« 



— 5 ~ 

S?'''i ^h ^\ "•^' ^j' "f^'" 53cobac^tungen mit red)t fioben 
(Srbnuimd^lgabeu imb bei Kälbern gemacht, bic an fidb recftt 
empfinbric^ gegen gutteiDeränbcrungen finb. m tarn aber föäter 
no« eine gänajic^ unbeabfid^ttgte, beftätigenbe 2öa^rne^mung bin;ju. 
„iBei einem Sl^ed^iel m (BtaüptxionciH\ fo fd^reibt ajJiefener 
ber Leiter ber 5Ibteihmg für ^ier^i^giene in ©romberg, „n^urben 
[|ater üer[e^enthcl) bie jlälber, ©d^afe unb (Bd)mim ftatt mit 
.nicic mit ^-rbnufeme^l, bon bem m noc^ 1/2 3tr. in ber 55oiTatiS= 
fammer befanb^ g^^^^^^^ 2^agen geigten [amtliche 

fteie ®urd)ra(I unb fragen nirfit." 5Iu(f| IV. ^abre fbäter 
im 3uni unb »uli 1908, mürbe Don ^miefener burd/ 58erfucbe 
mit Äamndien bargetan, bafe baö betreffenbe (5rbnu§meM baö 
^eilidi tüa^rcnb ber langen l^ager^eit berborben Jvar, noA qiftiqe 
prfungen äußerte ^ie ©iftigfeit beö ©rbnuimeb e^, 
^u ^- ®^«J"?^rf.l906 verfütterte, fte^t fomit auge^ 
al em 3iünfcl, eine Xatfac^c, bic ©c^mibt in feinen 5lni?= 
laffungen gefliffenthd) berfc^iDeigt. i;ätte er \k ern)äf;nt, fo märe 
i^m freiließ ber JBoben entzogen getoefen, auf ben er M oon 
Einfang an gefteüt hat @egenn?ärtig (im ©aatenr, ^ünqer= unb 
|iittermarft 1910, ^r. 23) flammert er fic^ an ben Umftanb, bafe 
^lef^ner bei fernen «erfuc^en mit Äälbern in einem gatte bem 
£iere 2V2 kg (Srbnugme^l borgelegt bat, n?obün IV9 kg qefreffen 
mürben; er erl)ebt ben ©inmanb, bafe 2)ae§ner hd feinen 33er. 
filmen mit Äälbern ben für bie 35erabreid^ung bon (Srbnufemebl 
giiltigen Dtegeln ^uroiber ge^anbclt f)ahc, unb bermirft an^ bicfem 
^runbe, ber bod) nur auf bie 33crfud)öfütterung ber Kälber 33ejuq 
^aben fann äffe bie übrigen Seobad^tungen, bie bie augcrorbentltcbe 
©irtigfeit beö b. 33iömardfd^en (Sibnugme^leo erliefen baben. 
p^negu beachten, ba§ baö in ^ebe fte^enbe ^rbnufemebl im Saufe 
ber 3lufbettja^rung, njie fotvo^l bon mir aU auc^ unabbänqiq 
boii mir bon ^mei anberen ^nftituten feftgeftefft ift, infolge ber ©e= 
nebelung burd^ 212 ifro Organismen bem 33erberben anr^eimfiel, hat 
^d)mibt 3 Sa^re nad) bem 3rnfauf beS ajjeble^ 2 ^ierc 
■^!L^a^""''^' ^" ^'^V2 S^cnatc alte« dlmh mürbe mit äff. 
ma^lid^ ftcigenben 9J?engen beö (^rbnugme^lö, beginnenb mit 200 g 
unb taglidf) um 100 g hi^ auf 1000 g anfteigenb, bcrfeben, alfo 
gegen etma bor^anbeneö ^iainuSgift regelrecht immunifiert, 
unb eine ^u^ erhielt auf einmal 1 kg beS ajJe^leS. Seibe ^ere 
foUen gelunb geblieben fein. Smifd^cn ben a^iegnerfc^en 33eob= 
Ortungen, au^ benen auf bie augerorbentlid^e @iftigfeit be« 
fr ^'i ^*i^^§e" ^^r, unb bem <Sd^mibtfd)en Ergebnis, nad) 
me d^cm bas betreffenbe gutter gana ^armlo« gemefen fein foff 
'/X. 'T^^ . ^'^^^ ^"^ unüberbrüdfbarer 5ffiiberfbruc^. ©erabem 
berbluffenb mirft tß ba^er, ba§ @d)mibt in feiner @d)mäbf*rift 
glauben mad^en miQ, feine unb ©dienfö (feine« Äompagnoni?) 



-o 



— 6 — 



;i 



I 



Strbeiten unb 33el^aii|jtungen feien bon 3)^te6ncr „$unft für 
$un!t aU richtig ertüiefcn hjorben''. — ^aö ift bcr 
©ipfel, ben eine ©ntfteÜung unb ^Serbre^ung feftfte^enber Zat- 
fachen erreid^en fann. 

3)ie eigentlid^e llrfac^e bev fd^äblid^cn 2Öirfung beö D. ^Siö^ 
mardffc^en i5rbnu§me^leö njar ber tier§i;gienifd^en 5lbteitung beö 
^aifer Sßil^elmö^^nftitut^ leiber verborgen geblieben. 3Ser freiließ 
bon ben (ligenfdiaften beö burd^ bie gorfd^ungen (Sl^rlirf)^ be; 
rü^mt geworbenen S^ijinuögifte^ Äenntniö befa^, bcr n?ar burd^ 
bie 33eröffentlic^ung ü. 53i§marcf ö (in dlx. 16, 3a^rg. 1908 bf. 331.) 
f d}on auf bie rechte gä^rte geleitet Sorben, ^ic eingaben SJl i e 6 n c r ^ , 
ba§ fid^ bie ^iere mit bem giftigen ^e^lc immunifieren liefen, 
bag ba« ®ift beö SD^el^lö burd^ jloc^en ^erftört tourbe, fomie bie 
5lrt ber jtranff)eit^ft)m|)tcme, bie bei ben Äül^en beobachtet morben 
lüaren, aÖcö ba^ beutete bireft auf eine 35ergifiung burdf) 9fti^inu6. 
^urd^ folc^c ©rnjägungcn Veranlagt, »crfd^afftc id^ mir ein SÄuflcr 
beö 3J2el;leö unb [teilte barin in (^emeinfd^aft mit Dr. g. 23arnftein 
bie ^nwefenl^eit fleiner, aber burd^au^ nic^t ju Dernad^läffigenber 
2J?engen Df^isinuö feft (^r. 38, 3a^rg. 1908 bf. Sl.); erft nad^= 
bem wir biefe ißeobad^tung öeri3ffentlid)t unb mehrere 35erfud}ö: 
ftationen unferen 23efunb beftätigt l^atten, gelang eö auc^ ^iefener, 
bie ^ti^inuiSteile in bem fraglid^en 30^e^le auf^ufinben. 

aJiit Der fo enüorbenen Äenntni^ auögerüftet, mol^l gu be; 
acfiten, 11/2 Sa^rc nac^ bem 3lnfauf beö gutterö, unter; 
nal^m 3)iie§ner Don neuem (5r))erimente über bie ©iftigfeit biefeö 
9)lel^le^, o^ne babei aber ber ^atfadbe ju gebcnfen, bag er eö jel^t 
nid^t mel^r mit einem frifdl)cn, fonbern mit einem berborbenen, 
eine gro§c ^a^ uon 53afterien unb ^il^feimen ent^altenben gutter 
gu tun l^atte. ©ö ift aber nid[)t ]\i leugnen, Da^ in einem jold)en 
9JJaterial andj bie »Hi^inu^teile ben SSeiänbcrungen mit unterliegen, 
bie ba^ ganje gutter erleibet, bag babei ferner baö Dfii^inuögift 
abgcfd^mäd^t ober jerfe^t tüerben fann, unb bafe cttüaige Stoffe 
tvec^felprobufte ber 39a!tcrien unb ^ilje bie fd^äblidl^en SBirfungen 
bc6 S^ti^inu^ in irgenb iüeldl)er Sßeife beeinfluffen unb abänbcrn 
fönnen. 5lOeö ba« fann nid^t o^ne ©nflug auf bie Sßirfung bc« 
rijinuö^altigen Grbnufeme^lö geblieben fein. ®arum märe eö auc^ 
garnid^t ^u öermunbern, luenn baö berborbene gutter üieücid^t ni(^t 
fo l^eftige @rfd^einungen l^erborgerufen ^ätte mie ba« frifd^e Wc^l 
in 3lnton6^of. Smmer^in ftarb oon 4 Äanind^en, bie fubfutan 
0,5 g C^rbnuftme^l erl)alten Ratten, eine^ nadl) 21 ^agen; unb 
öon 4 anberen Äanind^en, benen ©rtraft au6 0,5 be^m. 0,25 g 
(5rbnu§me^l eingefpri^t njorben mar, gingen eineiS mit 0,25 nad^ 
2 jtagen unb eine« mit 0,5 nad^ 9 ^agen gugrunbe. aJiießner 
fd^lie^t auö biefen 33erfud^en, bag in bem (Srbnu§mel^l jmeifello« 
ftarf rei^enbc ©ubftan^en öorl^anben gemefen fein muffen, meint 



— 7 — 

<iBcr: „n)ärc di'mn^ allein bie Urfad^e be« ^obe« einaelnci 
5Bcrfudb«tiere gctüefcn, fo müßten bie ^iere, borauögefc^t, bag bie 
^obeöbofiö ober me^r enthalten ift (? b. 3Serf.). fämtlic^ in 
ircnigen Xagcn eingegangen fein, ^f^un fmb aber mir 371/2 P^t- 
»crenbet, unb ^mx nad) 2, 9 unb 21 'tagen. !Diefcr Umftanb 
fpridit bafür, bafe ^lijinu« aüein nid)t bie Urfac^e an bem tob 
ber tiere fein !ann. 5lber felbft tvenn man biefe eubftanj fnr 
ben tob ber ticre berantnjortlid^ mad^en njoOte, fo könnte auf 
feinen §aa mel)r aU bie tobeöbofiiS im ©rbnugmel^l enthalten 
fein, mnx fo tt)äre eö erflärlid), bag ber größte teil ber ttere 
am geben bleibt unb ein teil fo öer^ögert ftirbt." — 3n biefen 
rcc^t unbcutlid}en ®ät3en n^iü ^J^iegncr erläutern, njie er ba^u 
jfommt, au§er bem gitiainu^gift in bem ©rbnufeme^l aud) nod^ bte 
5lmüefen^eit eine« anberen, unbefannten @ifte« an^une^men. 
^ie ©rünbe jeboc^, bie für bie ©vifteng biefer unbefannten ©ubftanj 
angegeben iwerben, cvld}ciucn nic^t ftid^^altig. eonberbarcr 5öeife 
n>irb bie SSorauöfet^ung gemad^t, bafe in ben angen?anbten 0,5 
bcjnj. 0,25 g ^tbnufeme^l bie tobe^bofi« ober mel)r an 
^iiinu« oor^anben genjefen fei. ^rgenb einen ©runb ju biefer 
5lnna^me n?ivb man aber ijergeblic^ fud)en. ©obann tft au^ btefen 
unb fonftigen 33eobad)tungen DJZiefenerö s^ entnehmen, bag ba« 
D^ixinuögift auf Äanind}en fe^r üerfd)ieben ftarf mirft. @o gibt 
er, gjiicgner, für biefe tiergattung 0,5-0,75 g Dtijinuöfamenferri 
auf 1 kg 2ebcnbgen)i(^t aK^ tobesSbofiö im gutter an, ^at aber felbft 
f onftatiert, bafe fogar bei 1 g ©amenfern auf ba« kg Don 8 Äanmdjen 
nocfc 2 am geben blieben unb baß felbft bei 1,25 g ein tier fid^ mtt 
bem tobe gerabe nid^t fe^r beeilte, fonbem erft nad^ 11 tagen ftaxb. 
^n biefen Säuen njar nac^ ber Einlage ber (5rperimente Dfii^tnu^ tat- 
fädblicb bie alleinige tobe^urfad^e, aber auc^ ^icr trat trot? ber 
tobeöbofi«" ber tob zuweilen gantid)t, auttjeilen red^t üer= 
lögcrt ein. ^nbibibualität unb ^iöpofition ber tiere l;aben eben 
auf bie Sßirfung ber ©ifte einen gen?altigen ©tnflug, unb 
aud) bie ©iftigfeit lüirb je nad^ bem Urfprung, bem gftetfeftabium, 
ber <t)auer unb ber 9lrt ber 3luf6ewa^rung ber 9ii5inu«tamen ganj 
actüife ftarfe Abweichungen jeigen. 't)er 33egriff ber ,,tobe«bofiö'; 
ift baber bei misinu« tjiel ^u fc^tt)anfenb unb gu unfic^er, aU m 
man i^n fo, w'xt er jej^t ift, ju einer genauen Ermittelung be^ 
^iünu^ge^alte^ in Futtermitteln Dertrenben ober i^n, tvie im üor= 
lieqenben gaüe, aU 33en)ciömittel für bie ©egenmart eine« anbcrcn, 
unbefannten (SJifteö üerwerten fönnte. ^m 5luge ju behalten 
bleibt bei aQcbem, baß aniei^ner 5U ben eben ertü ahnten Erpcn= 
menten ba^i IV2 3a^t: alte (Srbnugme^l benu^t ^at. 3^ ^alte 
bafür bag biefeö oerborbene 3}le^l nod) immer eine red^t ref|3cftable 
(S^iftmirfung entfaltet ^at, ba bei fubfutaner 5lnmenbung in einem 
gatte ba« Er traft au« 1/4 S bc« erbnugmc^l« genügte, um ben 



— 8 — 



iob eine« Äanind^en« in 2 ^agen ^erBei^ufül^rcn ! ®ibt e« 
njol^l eine ^utreffenbere ^Seftätigung ber bon ©c^mibt bel^au^teten 
Unid)äolid)fett beö in 9tebe fte^enben Wlc^t^, alö biefe geftfteOung 
ber augerorbentlid^en ©iftigfeit biefe« gutter«? „^unft für 
^unft", fo berid^tet ja ©d^mibt, Ratten feine 2lrbeiten unb 33e= 
l^auptungen burd^ ^J^iegncr 33eftätigung gefunben! 

%vi(i) über bie 9^atur be« ©ifteö finb 3Jleinung«i)erfc^ieben5 
liehen au^gefd^loffen, ganj befonbcrö md) Unterfu(i)nngen ^rof. 
Dr. di. Robert«, beöjenigen aJlannc«, ber bie 5lrt be« 9ti^inue= 
gifte« über^au^t ^uerft feftgefteDt, ber fid) mo^I am einge^enbften unb 
^äufigften mit ber Entgiftung ber DfJi^inuöpregrüdfftänbe befd^äftigt 
unb un« erft fürjlid^ eine ÜJJetl^obe befd)eert l^at, bie ben 9^ad^h?ei« 
ber ^Inmefenl^eit unb ©iftigfeit üon D^ii^inu« in anbercn gutter= 
mittein geftattet. Wh bem faft brei ^a^xt alten (Srbnu|me§le 
u. iöi«mardf« gelang c« Robert in feinen beiben 33erfuc^en mit 
je 40 g me^r D^iginuögift nac^i5utt)cifen, al« jur 33crgiftung 
eine« ertüac^fenen ^anind)en« notmcnbig mar. „"iDie ®e!tion er = 
gab beibe 3D^ale ttjpifd^en 33efunb." (Sanbnj. 33erfud)^ 
ftationen 71. ^b. 1909, ©.259). 5Iuc^ jlobert ift ber ^Infid^t, 
ba§ ber ©iftge^alt be« Erbnufemel^l« urfprünglid) mijglid)enx>eifc 
„njefentlid^ gri?§er al« in bem fd^led^t fonferüierten 9^eft" 
njar, ber il^m ^ur Unterfudiung öorlag. — 5luf biefe iBefunbc 
gel^t ©d^mibt felbftberftänblid) überbau|?t nid)t ein. 

3J?it ben tjorfte^enben 5lu«fübrungen fönnte e« eigentlich fein 
S3en)enben l^aben. fe« ift bon un« feftgefteÜt unb ijon bieten anberen 
beftätigt ujorben, bag ba« ©rbnufemel^l D. S3i«marcf« be = 
ad^ten«h?erte, njenn auci) Heine 9}2engen 9fii3inu« enthielt; 
e« ift beriefen, ba§ biefe« 3Jltf)\ augerorbentlid^ giftig 
mar unb ti)|jifd^e D^i3inu«t>ergiftung ^u bemirfen Der = 
mod^te. Ob infolge ber 33eränberungen, bie ba« Tlc^ mäl^renb 
feiner IV2— 3jäl^rigen Sagergeit erlitt, ein weitere« „unbefannte«" 
(^ift entftanben ober ba« 9fii3inu«gift abgefd^mäc^t morben ift, ^at 
für bie ^Beurteilung ber auf bem ©ute D. i8i«mardf uorgcfommenen 
^Vergiftungen f einerlei 33ebeutung, benn ö. 33i«mardt bat nid^t 
bie« alte öerborbene, fonbern frif^e« 9[J?e^l verfüttert. — ^ei alle= 
bem bleibt mir aber bie ^ppid^t, nod^ einige fünfte 3U berül^ren, 
bie im 3ntcreffe ber ©ac^c einer ^lufllärung bringenb bebürfen. 
3JJit S3c3ug auf ben i?. 33i«mardfd)en gaü fd^reibt nömtid^ 
3Jiiefencr: 

„'3)a nun nad^ meinen f^J?.«) Unterfud^ungen bie burd^fd^nitt^ 
lid^c ^obe«bofi« nadB einmaliger gütterung bei Jtü^en 350—450 ^ 
(9ti5inu«famen, b. 33erf.) beträgt, fo ^ätte in 750 g pro topf 
verabreichten (Srbnufeme^l« faft bie ^älfte ^ti^inuöfamen ent= 
galten gemefen fein muffen, mollte man ben 3:ob unb bie (^x^ 
franfung ber Äül^e nac^ eintägiger güttcrung in urfäd^lic^en 



— 9 — 



3ufammen^ang mit bcn D^i^inuöfamen Sringen. hiergegen fpred^cn 
aber eintüanbfrei meine ^rä^i^ntation^^ unb öor aüem bie Xicr= 

tocrfudbe"» 

man traut feinen ^ugen nidyt, njenn man biefen ©ajj bei 
Siebte befielt. 3ßarum foü benn jur ©rflärung ber (Srtranfung 
ber m^t ü. 33iömarrfö gerabe bie ^obe^boft« geforbert 
n)erben? ©eftorben ift ja nid)t eine einzige Äu^! dla6^ bem 
3Serxe^r beö fraglid^en (Srbnu^me^lö bekamen bie ^iere überhaupt 
nur einen fürd^tcrlid^en ^urd^faü, ujo^u bie Ä'ü^e bod) ni^t bte 
töblicbe SRenge 9ftisinu« S« fi^^ffen brandeten, fonbern njo^l fjon 
mit ganj er^cblid^ njeniger au^gefommen fem muffen. 5 Äu^e 
njaren gelähmt, unb eine einzige würbe gelötet, ba i^r 3uftanb 
^offnunqöloö tt)ar.*) ®aB bie ©iftnjirfung bei biefen einzelnen 
Xieren ftärfer berücrtrat, erHärt fic^ s^^angloö barau^, bafe fie üon 
bem giftigen ^utter incaeid)t me^r gefreffen Ratten afö bte anberen, 
ober baft ba« Kraftfutter wa^rfc^cinlic^ nic^t grünblid^ genug ge:^ _ 
mifdbt ober ju ungleichmäßig »erteilt n)orben tüar; auc^ ®i«pofUion 
unb f^nbiöibnalität mögen hierbei eine ^oüt SefP^clt ^abcm .-^ 
gacfet« Awingt alfo baju, für bie (grfranfung ber ^ube töblidbe 
gjlenqen üon 9^ijinu« »crauöjufet^en. ^ie ©d^lugfolgerungen, bte 
unter biefer falfd>en 55orau«fe1^ung i)on gjlief^ner gebogen tuorben 
finb, berufen fomit auf einem logifd^en geiler unb ftnb ^mfalltg. 
imerftüürbigernjeife red^net aber ^J^iefener fdion tu bem auf obtgci? 
Aitat folgenbcn 5lbfa^ ben Oti^innöge^alt in bem fraglid^en ©rbnuß^ 
mebl neben bem unbefannten ©ifte »ieber aU „fd^äbigenbcn" 
SBeftanbteil. — ^ie in bem obigen 3itate n^iebergegebenc, 
auf ber irrigen qSorauöfe^unq beru^enbe ^leugerung 5Qlte^ner6 
wirb natürlich Don ©c^mibt gebü^renb au«gefc^lad)tet, inbetn 
er fcbreibt: ,(5« würbe j. 39. in ©romberg feftgcfteOt, bafe 
bie Xobe«bo[i« für eine Äu^ ungefähr 350-400 g gfit^inu«. 
famcn - in frifd)em Suftanbe - beträgt. ® anad) Ratten bte Äu^e 
auf 5lnton«bof bei ber gefütterten ^bnufifuc^entation tux Stn^tn- 
mebl freffen muffen, welche« ungefähr gu glejd^en ^eilm au« 
<5rbnu6 unb gtijinu« beftanb." ^afe gu biefem %u^\\>xuä) ntc^t ber 
aeringfte ©runb vorliegt, ^aht id^ eben gcjetgt. 

©obann foQte man wo^l eigentlid^ al« befannt »orauöfe^en, 
bafe auö Oelfamcn beim ^reffen Del abfließt unb bie jßreßrurfftcmbe 
weniger wiegen al« bte angewanbten (Samen. 33citn gUistnu« 
fpcnea, beffen ©amen burd)fc^nittli^ über 50 p3t. Oel enthalten, 
bürfte man ba« JRic^tige treffen, wenn man für bte ^reßrudf^ 
ftänbe ungefäbr ba« ^alU ©ewid^t bc« ©amen« anntmnit. ^a 
ba« misinu«gift befanntlid^ ni^t in ba« Cel übergebt, fonbern m 



*) 3n einem anbcren ©taOe Ratten 2 Äüt)c üerlolbt; überatt 
war ein rajjtbcr 3nild)ftur§ eingetreten. 



10 



bcn 55re6fud^en bleibt, unb ba ferner fein @riinb bafür crfennt- 
lid^ ift, ba^ haß ®ift beim ^reffen bcr @amen abgefd^mädjt 
ober jerftört tt)irb, fo ift e^ flax, bag bie ^refefuc^en ett»a boppclt 
fotiiel @ift bel^erbergen mc bie ungepre§ten ©amen, ^n bcm 
to. 33 iö mar offnen (^rbnußmell n?aren nun felbftuerftänblic!^ nid^t 
^tijinuöfamen, toie liefen er fd^reibt, [onbcrn beren ^reßrücf^ 
ftänbe Dorljanben. SO^iegner i)at bieö öoUftänbig überfe^en unb 
ben jebem ©ad^Derftänbigen [ofort in bie klugen faüenben gel^ler 
begangen, für bie ^obc^bofi« an ^re^hici)en in feiner thm 
befprod^enen Angabe einfach) bie bon ibm ermittelte ^obe^bofi^ an 
©amen einjufteOen unb mit einem um 100 \}^t. ju l^ol^en 
2Berte 5U redjnen. — jDa§ ©d^mibt biefen gel^ler in feine 
©d^mäl^fd^rift übernimmt, erfd)eint burd^au^ begreiflich- — 

Obgleid^ id^ mid^ nun nid^t rül^mcn fann, bie üer^ängniööoflei 
2Bir!ungen ber 9ii,^inu^fiimen am eigenen !^eibe toerfpürt 3U l)dbm 
h)ie bereinft ©d^mibt, ber au^ Unfenntniö 5 ober 6 Ütiginuöbol^nen 
Oertrauen^ooÜ oerfpeift l^atte unb „faft ba^ Opfer" biefer unfrei; 
n?illigen 9Sergiftung genjorben toar, ge^t meine ^Inftc^t bod) nic^t 
fon^eit, n)ie ©d)mibt mir nad^fagt. ©eine 33ebauptung, iö:) fei 
„für bie eminente ©iftigfeit jeber ©pur Dti^inuß eingetreten", 
ift felbftoerftänblid) eine blanfe ©rfinbung. 33i6 oor furgem gab 
e6 nämlid^, toie befannt, feinen anberen 2Beg, Dfiiginuö in gutter; 
mittcln nad^5un?eifen, a\ß bie geftfteHung ber ©egenujart oon 
Dti^inu^fd^alen mit ^ilfe beö 3Jiifroffopö. 9^ur fel^r feiten fam 
man in bie I^age, 'teile beö ©nbofpcrmö ober ijer ©amenl^aut 
oon ^iijinu^ in ©rbnugmel^l nad^tt)eifen ju fönncn. Obnjol^l nun, 
tt)ie längft beobad^tet, bie ©egalen nic^t giftig finb, fo beuten fie 
bodb auf bie 5lntt)efen]^eit beö fo überaus giftigen ©amenferncö. 
^a njeiter feftftel^t, bag ^rvM ber (^en^innung eine« jcl^r reinen 
Oele^ bie 9{ijinu^famcn oor bem ^^reffen fabrifmä^ig gefd^ält 
tt)erben unb eö ferner nid)t fd^ioer fäOt, bie ^regrürfftänbe au^ 
un^efd^älten ©amen burd) blogeö 5lbfieben oon einem grofeen 
^eile ber auffälligen ©d)alen 3U trennen, fo ift man gur ^dt 
garnidtit imftanbe, auö bem @el^alt eineö guttermittelö an SRi^inuö; 
fd^alen auf einen ^olien ober niebrigen ©el^alt an giftigem ©amen^ 
fern ju fc^licfeen.*) 5luf eine geringe ^enge ©d)alen fann eine 
anfel^nlid^e 3D^enge be^ giftigen Äerneö fommen. S3ei biefer ber= 
zeitigen ©ad^lage bin unb bleibe ic^ ber ^Infidbt, ba§ guttcr= 
mittel, in bencn ftd^ auf mifroffopifd^cm 2ßege felbft nur 



*) SSielleidit »irb fic^ ba« an fic^ fefir einfad)e ^ßerfa^ren 
Äobertg in eine quantitattoe a)iet^obe jur a3cftimmung beg SttginuS» 
gifteg umgeftalten laffen. 2)ann toürbe c8 auc^ mögtid) toerben, 
bicienige geringfte aJJcnge bicfeg @ifte8 feftgufteUen, bie Dielleic^t als 
unfd^äblid^ begeic^net U?erben fönnte. 



— 11 — 

geringe Mengen 9tisinu^ nad^tüeifen laffen, öom guttermittcl= 
tnarftc au^gefd^loffen njerben feilten. 3u meiner Genugtuung 
f)at and) in^njifdien bie ^eutfd^e 2anbh)irtfd^aft^=®efeafd)aft ben 
5Befd^lu§ gefaßt, ri^inuöl^altige Futtermittel für nid^t lieferbar 
ju erklären. — 3n feinen eingaben über meinen ©tanbpunft fe^t 
ftd^ alfo au(^ ^ier ©d^mibt mit ber 2öa^r^eit in 2öiberfprud|. 
— 3Süm guttermittelauöfd^ug M 3Serbanbeö ber 33erfud^«= 
ftationen berid^tet er ferner in feiner ©d^mä^fd^rift »om 30. aJlär^ 
bf. 3«. in gleid^faü« n)a^r^eitön?ibriger Steife, bag berfelbe fid^ 
l^üte, über bie aJiiegnetfd^en 5lrbeiten „in ber Oeffentlid^feit ein 
3Bort au verlieren, bie ^nttäufd^ung fei ^u groß". ®abei ^at ber 
^crbanb fid^ bereit« in feiner §au^töerfammlung öom 18. @ep= 
tcmbcr 1909 ^u aJlünd^en fe^r einge^enb mit SJliegner« 
5Bcobad^tungen befaßt unb biefelben aud^ fottjeit getvürbigt, bag er 
Futtermittel mit gftijinu^beimengungen für nid^t lieferbar erHärte 
(,,2anbH)irtf(^aftlid)e 33erfud^öftationen", 72. Sanb, ©. 336 
bi« 344). 

Futtermittel pnb befanntlid^ feine 5lblabeplä^c für ©ifte. ©ott 
aber ein ^robuft, in n?elc^em fold^ giftige 33eftanbteile njie «Hi^inug 
toorfommen, aU gutter öerfauft werben, fo ifi e« gcnjig nac§ ber 
tKnftd^t eine« jeben anftänbigen 3Jienfc^en unb nad^ bem ®efe^ ^flid^t 
be« 3Ser!äufer«, öor bem Äaufabfd^luffe anzugeben, baß bie ht- 
treffenbe3ßare eben gftijinu« entölt, v^tatt aber bem^äufer »al^r^eitö^ 
gemäße eingaben hierüber ^u mad^en, läßt man i^n l^eutjutage im 
guten Glauben unb fd^micrt i^m al« „gute, gefunbe" SÖßare giftige« 
3cug an. @rfran!t bem !2anbn)irt bann ba« 3Sie^, unb fterben 
il^m werttooae ^iere, fo mag er in^z\)tn, m er 'Sitä^t finbet. 
ÜBeld^c 5lnnel^mlid^feiten unb Soften il^m bann erblül^en, ba« geigt 
ja fo trepd^ ber gaß ö. 33i«mardf. 3ur 5lufred^ter^altung 
fol^er 3uftänbc werben bie ^eutfd^en Sanbttjirtfd^afts 
liefen 9Scrfud§«ftationen nie unb nimmcrmel^r bie §anb 
bieten. 




»>of|3| 




ontmtirtlHiQfliiJir 



B?0rMnbef 1874. 
grfc^exnt '^ititvoc^ utxb ^onnabenb. 

Widtentlidf jtvei tianbtlsbiilaqen. monatlid? eine ^orIlen^rn<ftafeI. 
Durd? jebes tJeutfdje poffam» hejogen: preis oierteljaifrlit^ 5 Illorf. 

Derlag oon Paul Parep in »etlin SW., ^töemannjlra| e 10. 



@on6erab5rucf aus Hr. 65 6c8 3<^t>»^9<^nö8 1910. 



aSon @c^. ^ofrat gJrof. Dr. Ö, ÄeUtte«, Wodtxn. 



3n feinem 2luffa^e über ^2)te ©cfc^ic^te eine« ^utterfauf»" in 
mx. 16, 3a^rgang 1908 bf. 831. teilte ^. bon öigmarcf, Slnton^H, 
über ba8 bei i^m @nbe 9loöember 1906 an ^ü^e uerfütterte ©rbnufe- 
me^l, bo8 giftig getoirft ^attc, ein ©utac^ten be8 ßeiterS ber 2lb= 
teilung für SCter^^giene am ^aifer SBU^elm8=3nftitut au SSromberg, 
^Jrof. Dr. abliefen erg, mit, naci^ toeld^em fic^ biefe§ ^thl bei ben 
^ütterunggöerfudien aI8 „im pd^ften ©rabc gefunbbeitsfdiäblid^" er« 
toiefen l^at. 8luf bie ?5rage, trel^er 2lrt bie fd^äblidien SSeftanbteile 
feien, anttoortete ber eben benannte unterm 7. unb 14. Januar 1907, 
bafe eg i^m bisher nod^ nic^t gelungen fei, bie ©c^äblid^feit nad)» 
gutoeifen. „(5g fei fc^toierig", fo führte berfelbe nad^ don SBig- 
marcfg eingaben*) aug, Jomofil c^emifd^ atg auc^ bafteriologifc^ 
beftimmte ©d^äblic^feiten in ^rbnufeme^I nac^gutoeifen , trofebem 
man burd^ Sütterunggberfuc^e feftgeftcKt l)abt, bafe ein fremb- 
artiger ©toff im ®rbnufemet)I bor^anben fein muffe, ber bag @rb* 
nufeme^I %n einem unbrauchbaren tJuttermittel ftem^ele. 2luc^ in 
unferem (b. i. üon SSigmarcfg) f^alle liefee ficf) c^emifd^ ni^tg^ — ' 
fonbcrn nur nac^toeifen, bafe gtoar baftcriologifc^ (,?) ©diimmelptlac 
ermittelt feien, bicfelbcn fic^ aber bei gJrüfung eineg jeben fjutterg 
fänben unb begfialb nid^t alg ettoag Sefonbereg betrachtet toerben 
fönnten." 2luf eine meitere Slnfrage bom 15. aWörg 1907 f^at 
bon a3igmarcf, toie er fc^reibt, feine toeitere aWitteilung erhalten. 
— S^ocf) ein reicf)Iicf)eg 3a^r länger blieb bann 2)lie&ner über bie 

*) 3cft fübre f)ier unb in ben nad^folgenben Seilen bie SBorte 
bon a3i2mardCg an. 2). SSerf. 



_ 2 — 

„©d)öbltdöfcitcn" in bcm fragltd^cn ®rbnufeme^l im Unflaten, (^ift 
nac^bcm Dr. ^öarnftctn unb id) in einer burc^ öon SSiSmarcf mir 
gur S5erfügung gefteütcn jprobe StiginuS al8 ben gifthaltigen 23cftanb= 
teil erfannt unb im ^Jlax 1908 in 9^r. 38 bf. 331. unseren SSefunb 
bcfanntgegeben Ratten, ba tourbe aud^ Ui 2)lic§«cr 2i(i)t. 2Bie er 
im ipcft 3, S3b. 1 bcr „a^itteilungen be8 Mfer 2BiI^cImg»3nftitut8'S 
©. 268 mitteilte, liefe er ftd^ bon mir, foirie aud^ bon anberen 
SJcrfud^gftationen, bii auf meine SSeranlaffung bog betr. WleU geprüft 
Ratten, ^Jroben fommcn unb beriditete barauf an ber angegebenen 
©teile, bafe er „in bicfen groben mit §ilfe ber <Sicbmctöobe leidet 
DtiginuSfamenfrfialen aug bem ©rbnufeme^I eliminieren fonnte." — 
©in unb ein t)albe8 3a^r lang toar alfo bem ßeiter bcr Slbtcilung 
für Xier^tigiene in 23romberg trofe aller feiner SSemü^ungcn hk 2ln= 
mefen^cit ber S'üginugteile berborgen geblieben; nur ©^immelpilgc 
^attc er nac^toeifen fönncn. 23ei allebem barf man nidfit Uergeffen, 
bafe bU fonftigcn S3eobadötungen in 58romberg, fo bie «Jeftftellungen, 
Hl bie 3:icrc ftd^ an haS ®ift gehjö^nen Iie|en unb ha^ ha^ ®rb= 
nu|mcl)l burd^ ^od^cn entgiftet tourbc, ferner auc^ bie 2lrt ber £ranf- 
öeitSerfd^einungen in 2lnton8öof unbcrfennbar auf ^liginuS al8 bie 
Urfad^c ber ©iftigfcit bcg aJJe^le§ ^inibiefcn. 23ei ber Seftüre bcr 
„®ef(|id^te cineS ^wtterfaufeS" empfing ba^er nid()t btofe ic^, fonbern 
ou(^ onberc meiner 5fl<^genoffen ben (Sinbrucf, bafe c8 fic^ in 2lnton8= 
^of pc^ftma^rfd^einlid^ um eine 25crgiftung mit S^iginu« gclianbclt 
^abc, unb unfcrc Unterfud^ungen beftötigtcn bann biefc SUcrmutung 
bollauf. 

3ftcine SSeröffentlic^ungen über biefc Slngelegen^eit unb einige 
fid^ baran fc^Iiefeenbe S)arlegungen finb in bcr „25cutfd^en ßanbto. 
^Jreffc" crf(f)ienen, nid^t blofe, toeil in biefcm 33latte fd^on borlier bcr 
23ergiftung8fatt in SQlntong^of burc^ bon SiSmardf befd[)ricben 
toorben mar, fonbern, ^icrburdd beranlafet, aad) eine gange Steige bon 
meitcren ©d^äbigungcn burd^ ^anbelSfuttermittcl an gleicher (StcUc 
au^ bcr ^Prajig l)erau8 beröffentlic^t morben maren. 3c^ bctrad^tetc 
e& ba^cr gerabegu für meine ^Pflic^t, bem ßeferfreig, ber ein fo leb» 
l)afte8 3ntcrcffe für biefc 2lngclegen^eit bcfunbct f)atte, aui) bie mtu 
tercn 2lu8einanberfe^ungcn über ben ^all bon S3igmardt nid^t bor= 
guentlialten. 2)em iiciter ber SIbteilung für Stierl^t)gicnc in 23rombcrg 
mag meine Ic^te SSeröffcntlid^ung ja freilid) red)t unbequem getoefen 
fein, c8 ift aber icbcnfallg nid^t meine <5(^ulb, ha^ 2)licfencr bie 
a^liginuSteilc nid^t gcfunben l^at unb ha^ fein üöerid^t feinem §am= 
burger Slnpnger fdfieinbarc Unterlagen su 3ln griffen auf mid) ge- 
liefert ^at 3df) toar berpflicf)tet, bie Un^altbarfeit bicfcr Untcr= 
lagen flargufteflen, benn bie 3Wiefenerfd^en SBeobad^tungen unb 
SBorte tourben unb toerben in fc^iefer SJcleud^lung unb berbre^ter 
O^orm im Sntereffe bcr Importeure riginuSl^altiger tJuttcrmittcI in 
toeite Greife getragen, unaufgeforbert ben Stoifc^eni^änblcrn gugeftettt 
unb bann ben gcfcfiäbigten iJanbtoirten borgel)aItcn, utn fie gu übcr= 
zeugen, bafe bcr ^tsinuggetjalt be8 crtootbenen ^uttcrmittelg gang 
unbead)tlid^ fei 2lufflärung ift ^icr alfo bringenb nötig. SBarcn 
babei toiffenfc^aftlid^c 2)ingc gu ftreifcn, fo fonnte ha^ rul)ig gefc^c^cn, 
benn idb ^alte ha^ 9libcau beS borliegenben 33Iatte8 unb feiner ßcfer 
nidit für fo tieffte^enb, bafe meine übrigen« nebcnfädiltdic Slnmcrfung 



I 

Über bcn „91ad)iüet8 beS Wi^mi" unberftänblid) geblieben fein !önnte. 
2)cr 2tnftd)t aJüefener«, bie „2)eutfc^e ßanbm. ^IJreffe" fei für ber» 
artige 2Iu8einanberie^ungen nic^t ber geeignete Ort, fann ic^ nttc^ 
ba^er nic^t anfdiliefeen. 

3ur 8acbe felbft ift meincrfeits noc^ nachzutragen, bafe eS ätoeicrlei 
S3cftanbtcile finb, tociie für bie eigenartigen äßirfungen ber ^iginu8= 
famen tnbetrac^t fommen. ©inmal ba» al8 2lbfüt)rmittel befannte 
Del unb fobann ba« eigentlid^e, unter bem Dramen „^tijin" befannte 
(Mift. 3n ben ^Jrcferücfftänben au8 ^tiäinuSfamen finbet fic^ nur fefir 
toenig, nad^ meinen Unterfuc^ungen ettoa 1 »)3t., in ben ungeprcfeten 
©amen bagegen fe!)r üiel, nämlich über 50 p3t. Del. SSenn man 
nun, mie in SSromberg i. 33., einem ^erfel bon 8 kg ßebenbgemidit 
burd) einmalige Fütterung 22 g gefrf)älte D^isinugfamen beibringt fo 
finb in biefer ®ofi8 über 15 g ^tiainugöl enthalten. 3toeifcUo8 ift 
man nicbt bcred)tigt. bie 2Bir!unfl biefer &af)t ölbaltigen (Samens 
oönc meitereg auf bie entfetteten ^referücfftä übe gu besiegen, benn 
hai mitüerfütterte Del nht ja felbft eine SBirfung au8 unb fann 
aufeerbem bie äßirtung beS 9tigin8 mobifi^iercn, mabrfc^einlic^ ab= 
fd)tt)ä(i)en. ÜJJicfencr freiließ fd)cint bem »iisinuebl feine SBirfung 
gusutrauen, für i^n fc^cint biefer ©amenbeftanbteil überhaupt nic^t 
p ejiftieren, benn er reebnet bei b. 23igmarcfg tüben ja bie fett= 
balttgen ©amen, mit beneu er experimentiert \:)at, ©ramm für ©ramm 
gleid) ben entfetteten ^li^inugpreferücfftänben. DIacbbem ibm biefer 
gebier f*on in meiner legten 2lbbanblung in ^r. 56 bf. »l. öom 
3abre 1910 nacbgeiuiefen morben ift, bebauptet er ncuerbingS (in 
3lx. 62), bafe burd) biefen feinen Irrtum an feinen 33ered)nungen „nidbt 
ein Xitel^en" geänbert mcrbe, unb bringt e8 mirflid) fertig, bieg 
burcb 3ablen gu belegen. S)a ü. SBigmarcfg tübe überf)aupt feine 
©amen, fonbern ^referücfftänbe t)on S^ü^inug gefreffen babcn, fo ift 
eg bodb getoife öerfeblt, su fagen, bafe „in ben 750 g pro Äopf Der» 
abreicbten ©rbnufemeblg faft tttva bie ^ölfte 9tiginug famen ent= 
balten getocfen fein mufe, moütc man ben Xob unb bie ©rfranfung 
ber m\)t nad) eintägiger Fütterung in utfät^Iic^cn 3ufammen{)ang 
mit bem »liginugfamen bringen." . . 

SBic fdbon in ^x. 56 baröclcgt, ift gmar ni(^t ctne ctngtge tub 
geftorben,*) aber bag mad)t bei 2«ie6ner nid)tg aug: je böbfr bie 
für 3flisinug fonftruierte 3aftl w"i> ic unfinntger fte ift, um fo glaub« 
bafter crf^eint eg ja, bafe ^i^inug nicbt, ober toenigfteng nic^t aücin 
ben 2ob ber ^ü^e berurfacbt baben, fonbern nocb ein „anbereg un» 
befannteg ©ift" babci im ©piele getoefen fein foU. SDer »rief ber 
Stbminiftration ber ^crrfdiaft iüffa^ü^aube bringt gegenüber ber Xar» 
fteüung ti. 23igmar(fg in biefem ^Blatte (1908, ^r. 16) nidbtg »cfent» 
lid) S^eueg unb ift ni^t geeignet, Xobegfätte angune^mcn, mo feine 
ftattgcfunben ^abcn. , ^ ^ 

S)le gleiche Setoanbnig fiai eg mtt ber S3ered)nung, melcbe 
liefen er über bcn iHiginuggebalt beg giftigen ©rbnufemeblg aug» 
gefübtt bat. aWir bleibt eg unetfinblicb, marum man bicr gerabc 
0,5 g biefeg aWc^leg alg 2:obegbofig für ein auggetoad^feneg ^anincben 

*) SRiefenerg SSebauptung in bcn SWitteilungen beg 93rombergcr 
3nftitutg, eg feien Der jd)i ebene ^n^t eingegangen, ift unrid^tlg! 



4 — 



annehmen foll, too boc^ md) bcn SSrombcrger SSerfuc^cn fc^on 0,25 g 
flenügtcn, bcn Xob eine« fold^en SCtcrcS in 2 XaQtn f)crbcigufü^rcn. 
Xtc le^tcrc aScobac^tung läfet ftd^ nidjt o^ne tocitcrc« ftrctc^cn, ftc 
beutet ötelme^r gerabc an, bafe bas ®rbnu6ntel)l fetneStocg» nur bic 
geringen aWcngen 3tijinu8 enttialten fiabcn fann, bic aWicgncr au8- 
gcredinct f)at 2luf bic fe^r fcf)toan!enben $8er^ältniffc bcr Snbi» 
üibualität unb 3)i«pofitton bcr ^anindien ^abc ic^ unter 23egugna{)mc 
auf bic eigenen pttcrunggberfuc^c abliefen er 8 nur bcsjalb ^in- 
getoiefen, um ansubeuten, bafe folc^c ©d^manfungen and) bei fub» 
futaner Slnroenbung üon ©iften üorfommcn fönnen. (Sine parallele 
gtoifc^en bcn ©rgebniffen bcr beibcn 2Iniüenbung8met^oben gu gießen, 
toäre felbftberftänblid) ein bcrfelilteS beginnen, ba» mix nid^t in bcn 
©inn gefontmen, fonbcrn Don SKiefener unterfteüt toorben ift. 
2)er 2lufgabe, bic pcrfönlic^en 2lntoürfc, bic bcr benannte an bic|e 
UnterftcHung fnüpft, ^ier gu beanttoorten, fü^Ic ic^ mic^ enthoben, ba 
bcr ©tanbt)unft, bcn ic^ „allen 2Scrfuc^cn" gegenüber einaunc^men 
gclüö^nt bin, nadfigcrabe auSrcid^cnb befannt unb toeit unb breit 
in einer ntic^ öoHig bcfricbigenben SBeife gemürbigt toorben ift. 3)er 
urfäc^Iid)c Sufantmen^ang berartigcr Slntoürfe mit bcm bon mir au8* 
gegangenen S'lad^tociS bcr ?5c^Ier, bic aj^iefener gur ßaft fallen, liegt 
ja o^ne^in flar gutage. 

2)ie aJJögIict)!eit, baft fic^ bog giftige ©rbnufeme^I im ßaufe bcr 
langen 2lufbetoa^rung geänbert \)at, bleibt bcfteficn. SBeniqfteng trug 
ba« Wle% ba^ ic^ au8 2lnton8()of erhalten löatte, nac^ meinen mic 
Roberts SBa^rnc^mungen unb nad) p^eftfteUungen anberer bereit» 
3cid^en bcr 3crfcfe.wng. Seber, bcr mit ^Futtermitteln gu tun \)at, 
meife, tüte leicht fic^ man^e bcrfclben änbern unb toie rafc^ fie oft 
bcm SSerberben unterliegen, aud) »enn fie unter SSerfd)Iufe unb trocfen 
aufbctoa^rt toerbcn. 3)a8 blo^c „SluSfe^cn", au8 bcm 2Wiefener 
bcn unberänberten 3uftanb ableiten toitt, ift, mic tägliche SSorfommniffe 
im i^wttermittel^anbei betoeifen, fet)r trügerifc^; tiereypcrimentellc 
aSetocife für bic @Icid)^eit ber SSirffamfeit beg frifdien unb bc8 alten 
WlifiU^ i)at er überhaupt nicftt üorgebrac^t. ^ie 3)?ögli($feit einer 
25cränbcrung ber SBiifungSrocifc be8 giftigen @rbnu|mc$le8, bic aucf) 
Robert betont l^at, bleibt alfo befte()cn unb beeinträchtigt gtoeifello« 
bic a3eh)eigfraft ber 1% ^at)xt naä) ber SSefd^affung bc8 3Jic!^le8 in 
aSromberg aufgeführten aSergiftungSberfud^e, gu benen SDIiefener jefet 
mcrfttjürbtgeitücife ©rbnufefuien bertoenbet ^aben totH. SSiellcic^t 
f^at fic^ b. aSigmardfg 3Jic^t in bcr 3toif(ften§cit in ^d^en ber- 
toanbeltl — UebrigenS ift c8 aufföEig, bafe äJiiefencr fid^ bon mir 
unb bon anberen 23erfu(^Sftation§leitern nacS meiner crften SSeröffent» 
lid^ung groben gu feiner Unterfuc^ung fommen liefe, too er bod^ 
angibt, bafe bic gu feinen unmittelbar barauf (3uni 1908) au8- 
gefül)rtcn a3crgiftung8bcrfud)en bcnü^icn „örbnufemc^lfuc^cn in 
bcr 3hJifc6cn3eit trodfen unb bcrfdiloffcn aufbctoa^rt morben maren unb 
in it)rcm 2lu8fc^en bböig benen glichen, toelc^e bor 1^ Sauren ber SBlb« 
tcilung burd) bie .^perrfc^aft fiiffasßaubc übcrfanbt morben toaren.'' — 

3u per|önltd)cn 23ormürfen toirb in ber 9lr. 62 bf. 891. aud& 
meine Slnmerfung auf ©. 613 ber 9lr. 56 bertoertet, — mit Unrc^t; 
benn bcm a9eftrcben, bcn ^ad^toeig ber ©iftigfcit in einem iJutter» 
mittel bor^anbener 9*iginu8tcilc burd^ geeignete Untcrfud^ungSmct^obcn 



— 5 — 



%n crmögltd^cn, bin t* mrgcnbg entgegengetreten, fonbern Hht im 
©egentetl fdion bor 2 Sauren (9Jr. 75 ber „S)cutfc^cn ßanbtü. ^Preffe", 
1908) bte Hoffnung auggefprod^en, ba^ un8 ber 8IggIutimcrunQ8= 
berfuc^ mit üerbünntem ölut biclleic^t bcrctnft ein aWittel gur ge- 
naueren ©c^äöung ber 2«engc bc8 in einem g-uttcr borljanbenen 
JrttginnggifteS an bic ^anb geben toirb. (Sitoa^ anberc» fte^t aud) in 
metner Slnmerfung nic^t. ^axmä) ift e8 alfo nic^t richtig, toenn 
2«tefener jefet ht^ant>kt, id) f)'dü(i tn meiner 2lnmerfung „inbireft 
unb unbeabfid^tigt" einer fjorberung bon ibm ^iecbnung aetraaen. 
2)a8 Umgefebrtc trifft ^icr ^u. ^ » » » 

3m 3ufammenbange hiermit ift nod^ folgenbc» auggufü^rcn: 
mit ift hiS ie^t fein ^att befannt getoorbcn, in meinem man fid) 
bie WUn^t gegeben f)'dtte, bic S^liginugpreferücfftönbc, bk in g^uttermittcl 
ptneingelangen, bor^er gu fod^en ober gu bämpfen. @8 finb eben 
einfädle Wte au8 borangegangencr SSerarbcitung bon 3tiginu8, bic 
in bic ^rcferücfftänbc au§ anbcren Delfamcn übergeben unb Schaben 
ftiftcn. ebenfo ift eg mir trofe bieler SSemübungcn nic^t gelungen, 
y^ad^toeife bafür gu erlangen, bafe nur reine ©dualen unb nichts bon 
bem ^ern ber 3liainu2jamen in anbere Futtermittel eingeführt toorbeua 
finb.*) S)a8 Umgefe^rte aber, ba^ ^üdftänbe gefc^älter 9^iginu8» 
famen in ^Futtermitteln borfommen, ift Xatfad^e. 3d^ bertoeifc auf 
einen folc^en ^aü ber in 2)ammann8 §anbbudö „S)ic ©cfunbbeitg- 
Pflegc ber lanbtoirtfc^aftliaen ^augfäugetiere" (3. 2lufl. 1902, ©. 401, 
S^crlag bon ^aul ^Jare^, »erlin) befc^rieben ift. 2ßo alfo 9ti3inu8= 
fetalen gu finben toaren, ba liat fic^ menigftenS bis je^t immer auc^ 
bic Slntbcfenbcit giftiger S^crntcilc bei ben Vieren bemerfbar gemad^t; 
bic ayjengc ber ©ct)alen läfet aber nic^t auf bic a«engc ber ^crnteilc 
fd&Iicfeen, \a c8 gibt ^ättc, too nur ^ernteilc bor^anbcn finb. 

2)ic SCatfac^e, bafe bog b. SBigmarcffd^c (Srbnufemebl „im ^öd^ften 
©rabc gcfunb^citgfc^äblic^" getoirft l)at unb ttjpifc^c ^i^inbcrgiftung 
ticrborjurufcn bermoc^tc, fte^t fcft unb läfet fic^, toic bargelegt, nid^t 
mebr bcrbunfcln. ^öc^ft fonberbar bcrül)rt eg baber, toenn je^t 
aWicfencr ^ur 23cgrünbung feiner 2lnfid^t über bie Urfadjc 
ber ©rfranfung ber Slübc in Stntong^of am ©c^Iuffc feiner @r- 
toiberung in ber 9lr. 62 bf. »I. bemerft, bafe „800 3tr. beg bon ber 
Slbminiftration ber ^errfd^aft 2iffa=£aubc surüdfgenommenen ©rbnufe» 
mebig an bier anbere SSefi^cr gegangen unb irgenb toeldie klagen über 
etwaige ©d^äbigungen burc| SScrfütterung biefcg (5rbnuf3meI)Ig nid^t be- 
fannt getoorben finb". 2)iefeg ®d)idffal begförbnufemcblg toäre unleugbar 
barna^ angetan, bag Dtcfultat ber eigenen Beobachtungen 3)1 icfen er g, 
nac^ benen bag betreffenbe 3J?ebl Doc^ „aufeerorbentlidö gefunb^eitg- 
fcftäblic^" getoirft f)aite, auf ben ^opf gu fteHen. 2Ber aber bie 
Gepflogenheiten beg ^anbelg mit f(ftäblic^en ^Futtermitteln fennt, ber 
enöt aud^ obne toeitereg, toelc^e äBanblungen biefeg ^tf^l auf bem 
SQBegc gu ben neuen S3erbraud[|gorten burcbgemad^t fiat Äcin^änbler 
toirb eg toagen, ein tJuttermittel, bem fo f^äblic^e SBirfungen toic im 
borliegcnben i^aUt nad^gefagt tourben, einfach einem anbcren SJer« 
braud^er gusufü^ren; baju ift bag S^ififo bod^ gar gu gro^. ^3n bie 



*) SD^it bem ©rbnufemeblc b. »igmardfg 
di. Robert Ipifc^c Stiginbcrgiftung erbaltcn. 



f^at befanntlid^ 



— 6 — 

(Slbc Wmeifeen", tote m ein ^amburfler Importeur in einer 2Scr« 
fammlung auSbrücfte, toxü e8 her ^änblcr aucb nic^t. 3)arum toirb 
eg mit einer grofeen 3}lenge anberen ungiftigen a«e^Ie8 berfc^nitten 
unb läfet bann crnftc ©c^äbigungen nic^t Ieirf)t crfennen. 5Da§ ift 
nac^ ben Erfahrungen ber SSerfud)8ftattonen ber genjötinlic^e 2lu8toeg, 
toenn bie SSertoenbung gu S^elaffefutter au8 irgenb meieren ©rünben 
nic^t beliebt toirb. ^ .. . ^ ^^ 

9^oc^ ein ^Junft ifi übrig geblieben. aWiefener erflart m ^r. 62 
bf. 831., er t)ahe bei ifeincn 2Irbeiten toeDer „baS Sntereffe ber lanb» 
toirtfc^aftlid^en SSerfuc^Sftotionen" noc^ anberer gu beiürffic^tigen. S)a 
biefer 2lu8fprurf) in einer an mid) gerichteten ©rtoiberung fte^t, fo 
ttiufe bei ben 2e[ern bie OTieinung auffomnien, al8 li'ättt ic^ öon if)m 
eine a3erücfficf)tigung bon 3ntercffen ber unter meiner ßeitung fte^enbcn 
anftalt ober anberer 2Serfud)8ftationen nadigefucbt ober ertoartet. 3cö 
erfläre beg^alb, bafe bie SSerfudiSftation gu TOcfern unb iftre 2ln- 
ge()örigen felbft boöfornmen ftarf genug finb, bie Sntereffen beS 
änftttut« nad^ jeber »iic^tung toa^r^unetimen, unb bafe ic^ für meine 
$er)on fo toeit alg nur möglid) entfernt toar unb bin, in ber oor» 
liegenben Slngelegen^eit §errn ^rof. Dr. aWiefener in Slnfbrud) gu 
nehmen. 3c$ toürbc e8 unter allen Umftänben in biefer ©acfie üor= 
borgie^en, miä) im SSebarfSfaße an jemanb gu menben, ber feine frembe 
^ilfe brauet, um 3liginu8teile gu erfennen. 

(Sd)on bor Sauren babe ic^ öffentlich bafür getoirft, u. a. burcf) 
Stnträge beim S)eutfcften üanbtoirtf(^aft«rat, benen au^ f^olge gegeben 
tourbc. bafe bie ©d^öbigungen ber lanbtoirtfctiaftlicfien D^ufetiere burc^ 
berfäIfcf)teS, berbotbene« ober fonfttoie abnormes ^Jutter me^r al8 big 
gu jener 3ett an ben bicrgu berufenen ©tetten toiffenfc^aftUct) bearbeitet 
unb erforfd^t toürben, unb id^ ^offe, bafe aucfe bie toicbtige $Vrage, 
bie in borliegenber Slbtoe^r beleuchtet tourbe, eine befriebigenbc ßöfung 
finben toirb. . v 



Serlin, ®ru(f üon SB. Süycnjieitt. 



Berichte 






Über 



bandwirHdian« 



herausgegeben im Reidisamte des Innern. 




ßeff 23. 

niäÜungsperEudie mit Schweinen 
über die Wirkung von PrefekartoHeln und KarfoffelHocken. 



Dcrla08buc^^an6lung Paul parc^< 

Cetfofl für aanbh>ittf*oft, (Bartenbau unb gotfttoefen. 

SW., ^eöemannjlrage 10. 

1911. 



[RäStungsuerfudie mif Schweinen 
über die Wirkung von Pregkartoffeln 

und KarfottelHocken, 



ausgefflhrt uen 



Prof. Dr. fl. Bö m er In IHünfter I. W., Prof. Dr. IR. 6 er lach In Bromberg, 
Prof. Dr. Ch. Benkel In Welhenftephan, Prof. Dr. F. Boncamp In Roltock I. ITlecblenburg, 
Prof. Dr. fl. Kollier In ITlöcfeern, Dr. B. Oeubauer In Bonn, Prof. Dr. W. Sdineldewlnd 

, In Balle fl. S, und Dr. W. Zlelftorff In Snlferburg. - - 



mit einem zufammenfaHenden Bericht 



von 



6^. ßofrat Prof. Dr. 0. Kellner tolllö&ern. 



ferltm 
ücrlaööbue^^nMuttö Paul pare^g. 

9}(ciag für aanbwlttf*oft, (Battenbou unb gotlttoefen. 
SW., §e6emannftrag« 10. 

1911. 



i 



h 



(( 



Unhait 



Seite 

3ufammenfa[fenber ^ertd^t, dorn ®e^. ^lofrat ^xol Dr. O. Kellner in Wodtvn . . 1 
I. 93ert(f)t ber Sanbrnirtfc^aftlic^en 95erfucf)Sftation 93onn, üon Dr. §. 9Zeu6auer, 

3)ireftor ber S5erfucft§[tatton S3onn 18 

II. S3ericf)t beS Äaifer 3öil^elm§=3nftitut§ für öanbiüirtfc^aft ju Sromberg, üon «ßrof. 

Dr. aw. ®erlad) 33 

^ III. Seric^t ber ^erjuc^Sroirtjc^aft au £aud)fläbt, üou ^roj. Dr. SS. (Sc^neibeiüinb 40 

IV. S3ericf)t ber Sanbtüirtjc^aftl. SSerM^ftation ^u ^nfterburg, üon Dr. 2S. 3teIftorff 48 

V. »erirfit ber Sanbmirtjc^aftl. SSerfucf)§ftation ^u möd^xn, uon <|Jrof. Dr. 9(. Äö^Ier 55 
VI. 93erid)t ber Sonbiuirtjcfiaftlicfien SJeriuc^Sftation ju ^Künfter i. SB., üon ^rof. 

Dr. SU. Sömer. . 61 

VU. S3erid)t ber Sanbrctrtjcfiaftlic^en SSerfucft^ftation ju Sloftocf, öon JRittergutSbefi^er 

e. ©ilbemeifter unb '^Jßxol Dr. f^. ^oncamp (9*ef.) 71 

VIII. S5erid)t be§ tnilc^iöirtjc^aftUc^en ^nftitutS ber ÄgI. Slfabemie ju SSei^enftep^on, 

t)on ^rof. Dr. Zf). Teufel 88 



I 



Zulaninienfa[[ender Bericht 



S^ ^rocfnimg ber Kartoffeln bermenbet man feit met)reren Sauren ent- 
meber g^u^QofC' ^^^ ^^^ ()ei6er Suft üermifd)t unmittelbar auf bie in (Sd^eiben 
ober ©d^ni^el jerfd^nittenen frifd^en Kartoffeln eintüirlen, ober (anggeftrecfte, eng 
aneinanberfte()enbe getiei^te Sßal^en, ^toifd^en benen bie t)or{)er gebämpften Kartoffeln 
in eine bünne 33reif^id&t Derujanbelt ujerben, bie auf ber Oberfläche ber feigen 
SBalsen l)aftcn bleibt unb bort in fur^er 3eit trorfen n)irb. ^adj erfterem ^er= 
'fat)ren geminnt man bie befannten Kartoffelfc^ni^el, nac^ bem le^teren bie \om 
genannten Kartoff elflocfen. SBenngleid) in ber legten 3^\t an biefen beiben ^rocfnung^- 
öerfal)ren toefentlid^e 35crbefferungen eingefülirt Sorben finb unb unabläffig unb 
erfolgreid^ an ber SSerüoöfommnung ber ^Ipparatur unb beö ®ange^ ber STrorfnung. 
gearbeitet tü\x\>,^) fo ift bod^ im ©runbc genommen t)a§> ^rinaip ber (gntmöfferung, 
bie ^erbampfung bee^ in ben Kartoffeln cntl)altenen Sßaffer^, unoeränbert geblieben, 
erft in ben legten 3al)ren l)at man e§ oerfu^t, bie Entfernung be^ SSaffcr^ auf 
einem anberen 323ege ^u errei^en, nämlid^ bur^ ^lu^preffen beö größten Xeile^ 
be§ ^rud^tnjafferö ou^ ben frifd^en Kartoffeln. Ein ^erfa^ren ^iergu ift auf 
bem SfJittergute @d^lagentl)in bei ^al)möborf^9J?ündl)eberg aufgearbeitet unb fpäter 
auf bem 9fhttergute 5U (SJlabau bei (Stufen eingefül)rt morben. ^ie rol)en Kar^ 
toffeln ttjerben l)ier ^uerft ju Srei verrieben, fie mcrben bann §n)ifc^en §tt)ci 
burc^lod^te, mit (Segeltu^ befpannte SSal^en gefül)rt bie einen Xeil be§ ^rud^t^ 
n)affer^ abfangen. Xa^ 9ieibfel gelangt fobann gmif^en Xü^cr eingefd)lagen 
in l)l)brauliid^c ^reffen, too ein weiterer, größerer Xeil be^ grud^tmaffer^ abgepreßt 
n)irb. 9^a^bem ber Srei bie ^reffen paffiert t)at loirb er bei gelinber Sßärme 
mittele ^bbampfeö getrorfnet unb bilbet bann eine Irümeligc, etmaö bunfel gefärbte 
a}?affe oon angenel)mem, an frifc^e^5 33rot erinnernbem (^eru^. 

infolge ber Entfernung cine^ Xcileg be§ grudjtmaffer^ in ben @aug^ unb 
$re6einrid)tungen gc^t ein Xeil ber lö^lic^en S3cftanbtcile ber Kartoffeln oerloren. 
^0^ l)at bieg infofern nid^t oiel gu bebeutcn al§ bie rol)en Kartoffeln nur ettoa 
30/, lööli^e Xeile i^mibc unb Eimeife, Qndct, (Sal^e) entl)altcn. Eine größere 
3al)l oon ^emijc^en ^nalt)fen ber ^refefartoffeln, benen bie mittlere Sufammen-^ 
fe^ung ber Kartoffelfloden be^tü. ©d^ni^el beigefügt ift, ^at nac^ftel)enbe 3al)len 
ergeben: 

1) ^. 9?ePeI, p^IingS lanbro. ßeitung 1910, ©. 831. 
»etl«^te Ü6CT 8anbtoirtf*aft. ^cft 23. 



3u|ainmen|Qffcnber 93cri(^t. 



SSoffcr 

JRo^protein 

Sett . 

©tidftofffreie (Sftraftftoffe 

JRo^fafer 

5lfd)e 

©ihJeife 



^refe!artoffcIn*) 



o 



6 



8 



12,0 
2,9 
0,2 

81,1 
2,3 
1,5 
2,1 



12,0 
3,9 
0,2 

79,2 
3,2 
1,5 
3,2 



12,0 
3,1 
0,1 

80,4 
2,6 
1,8 
2,3 



12,0 
2,9 

81,3 
1,7 
2,1 



12,0 
3,4 

79,5 
2,8 
2,3 



12,0 
4,0 

78,1 
3,4 
2,5 



12,0 
3,5 
0,2 

79,2 
2,7 
2,4 
2,7 



12,0 
3,0 
0,2 

80,8 
3,2 
0,8 
2,4 



9 



10 



12,0 
3,2 
0,2 

80,3 
2,7 

1,6 
2,0 



12,0 
3,3 
0,2 

79,7 
2,8 
2,0 
1,9 



BCjtD. 



12,0 
7,4 
0,4 

74,0 
2,3 
3,9 
4,4 



Sm SSergleid^ ^u giodfen imb (Sd)m§e(n finb ^tcrnad^ bte ^re^Iartoffeln 
cttva^ ärmer an 9^ot)protein ((girüeife unb ^miben), fotüie an 3JJinera(ftoffen, ba^ 
gegen ettoag reid^er an Äo^(eni)t)braten. Über if)re SSerbauüdjfeit liegt Dortöufig 
nur eine SSerfud^greif)e t)or, bie mit ©c^tDeinen unb mit 2 (Sorten ^regfartoffeln 
au§gefü()rt Ujorben finb. 2) ^ie 3Serbaulid^!eit ber (£in^etbeftanbtei(e ^kUtc fic^ 
l)ierbei auf folgenbe S^W^' ^enen bie entf})re(^enben 3ßerte für gebämpfte Kartoffeln, 
gloden unb ©d^ni^el beigefügt finb: 



$re^!artoffe(n . . . 
©ebämpfte 5^artoffe(n 

glodten 

Äartoffeljd^ni^el- . . 



^Organifc^e 
©ubftanj 
94,5 
94 
95 
91 



Äo^protetn 


ejtraflftoffc 




27 


98 


85 


76 


98 


55 


76 


97 


72 


55 


94 


73 



^infic^tlid^ it)rer ^Serbaulid^feit ftet)en fomit bie ^regfartoffetn njeber l)inter 
ben gebämpften Kartoffeln no^ t)inter ben giocfen gurücf. 9^ur bie progentijd^e 
^lu^nu^ung beö 9fJof)proteinö ift bei ben ^rc^fartoffeln am niebrigften, tva^ 
ättjeifello^ mit bem SSerlufte eineg Xeile^ ber löglid^en (Situeifefloffe bei ber $er* 
fteßung biefer 5(rt ber STrocfenfartoffetn §ufammenf)öngt. 

5luf SSeran(affung be§ ^eutfd^en Sanbttjirtfd^aftörate^ unb mit banfenö^ 
ujerter Unter) tügung bcö 9fieid^öamtcö beg Snncrn finb nun in ben 3at)ren 1909 
unb 1910 SSerfud^e über ben 9f?ät)rn)ert ber ^refefartoffeln in berfelben SBeife au^-^ 
gefüf)rt njorben, rt)ie früher mit ben Kartoff elf locfen unb Kartoffelfd^ni^eln. ») SOJan 
entfd)ieb fic^ für SSerfud)e mit Sd^meinen, njeil biefe Xiergattung nad) ben früheren 
(Srgebniffcn nod§ Unterfd^iebe in ber SBirfung üerfd^iebener Wirten ber Xroden-^ 
fartoffeln crfennen lägt, m beim $ferb unb 9fiinb üotte ®(ei^()eit Ijerrfd^t. 

^iefe 3Serfud|e mürben nad^ einem Dom SScrf. aufgefteüten ^'erfud^ö^jlan an 
7 S^erfuc^ganftalten au§gefül)rt, nömlid^ 

I. t)on ber (anbtüirtfd^aftlid^en Sl^erfud^^ftation au 95onn, unter ber ßeitung 
öon Dr. §. 9f?eubauer, 



') Snmlti^tn 1 u. 2 fianbh). SScr|«(^8ftationcn, 73. 93b., 1910, ©. 237, 92r. 3—10, f. bie 
tütttcr unten folgcnben (Smgelberic^te. 

') C. Äellner u. m. 9?cumann, Canbnj. gScr|ud)8ftalionen, 73. 93b., 1910, @. 237. 
'') !öen(^te über fionbrnirtjc^aft, ^eft 11 u. 12, 1909. 



1. 3)er aSerju(^«t)lan. 3 

IL am ^aifer Söil^elmö^Snftitut für fianblüirtjd^aft 5U S5romberg, t)on ^rof. 
Dr. m. ®erla^, ^ 

III. öon bcr (anbtüirttd^aftlid^en Sl^erjud^^ftotion 5U Snfterburg, unter ber 
Leitung tjon Dr. 2B. 3^^Utorff unb unter 9[)?ittr)tr!ung be§ 9J?o(!erei^ 
Uertüalter^ §ennemann, 

IV. t)on ber SSerfud^gtüirtfd^aft ju Caud^ftöbt, unter ber Leitung ^on ^rof. 
Dr. SS. ©d^neibettjinb, 

Y. öon ber Ianbn)irtf(^aftlid)en SSerfud^öftation ^u 9Jtöc!em, unter berfieitung 
t)on ^rof. Dr. ^. ^öt)(er unb unter SJ^toirfung beö 9fJittergutgpftd^terg 
(S e e H n g = (Störmt^al, 
VI. üon ber lanbtüirtjd^aftlid^en SSerfud^öftation ju SD^ünfter i. 2ß., t)on $rof. 

Dr. 51. öömer, 
Vn. öon ber lQnbn)irtfd)aftlid§en 5ßerfud^§ftation ju S^ioftorf, unter ber Seitung 
Don ^rof. Dr. g. §oncamp unb unter ber 9JJittt)irfung be§ 9fJitter:= 
gutöbefi^erg (£. ©ilbem elfter unb 
vm. t)on bem mi(d^tDirtfc!^aft(id^en 3nftttut ber Ägl 5(!abemie §u 2öeit)en^ 
; v-flepf)an, unter ber Leitung öon ^rof. Dr. X^. §enfel. 



1« Der Perfucfisplan« 



1. Perfuchstiere, Bildung der Gruppen und Abteilungen. 

3u ben geplanten ^erfud^en foüen nur felbfige^üdEitete Xiere rafd^ttjüd^figcr 

(Sd^läge, ettoa ha^ öerebelte Sanbfd^n)ein, ba§ grofee meifee ebelfd^tuein ober 

;öer!ft)ire, bie im Filter t)on 4—5 9J?onaten ftet)en unb unter 60 kg f^ioer finb, 

benu^t loerben. @ö foüen im ganzen gujei ^Ibteitungen, jebe berfelben ju ^ttjei 

©ruppen aufgeftellt n)erben, unb jebe (Gruppe foü auö minbeftenö oier Xieren 

beftet)en. Um bie 95ef^affen()eit ber ^iere ri^dg beurteilen 5U !önncn, finb bie 

(Sd^tueine junäd^ft 14 Xage lang gan^ gleid^mä^ig mit einem mäßigen SD^aftfutter 

5U ernät)ren unb ^u Anfang, fotuie an ben brei legten Xagen biefer ^eriobe ju 

tüägen. 3eigt e^ fid^, bafe einzelne Xiere fc^Ic^t freffen, fid) öom Xroge lei^t 

abbröngen laffen ober fonft Sigenfd^aften befi^en, bie eine erfolgreid^e Wa^t nirf)t 

in ^u^fi^t fteden, fo finb biefelben burd) anbere Xiere ju erfe^en. ^a^ ^urd^-^ 

fd^nittggen)id^t au^ ben breitögigen SSägungen bilbet bie ^runblage für bie ^cr-^ 

teilung ber Xiere auf bie einaclnen ©ruppen, bie ein möglid^ft gleite«, um nid^t 

me^r alö 2—3 kg öerfd^iebenes; (SJetnid^t t)aben foEen. §at man e^ mit nid^t 

ganj gleidfien Xieren 5U tun, fo ift eö unbebingt öorjuäie^en, (eid)tere unb fd^ttjere 

Gruppen äu bilben unb jeber 5lbtei(ung eine leid^tere unb eine fd^njere Gruppe 

P5Uteilen. ^nbernfaUö — tt»enn frf)tt)ad^e unb Mftige Xiere burd^einanber in 

eine (SJruppe !ommen — bröngen bie ftärferen Stiere bie fd^tuöd^eren Dom ^utter 

ah, unb ein ungleid^mägiger gutterfonfum, uerbunben mit ungleid^möfeiger ®en)id^tg^ 

5unat)me ber Xiere, ift bann bie golge. 5luf glei^eg ^nfang^getoid^t ber mit^ 

cinanber ^u oergleidjenben (Siruppen be^tt). 5lbteilungen ift bie grijfetc (Sorgfalt p 

öermenben. ^ie Xiere finb felbftoerftänblid^ gu jeid^nen. 

1* 



3u[amntenfa[fcnbcr 99eric^t. 



2. Das VerFuchsfu«er. 



3^ 



" 



1 



5m Qddjait an üerbouli^cm ^itüctö unb im ©tärtoert \oü ha^ ©efamt-^ 
futter im aKgemeinen ben D^ormen entfpred^en, tüäd)c im lanbrnirtjc^aftlic^en 
^atenbcr üon Wm^d unb öon Sengerfe auf ha^ 3af)r 1909 beatü. 1910 angc^ 
geben finb, unb fott fo bemeffen jein, \)a^ bie Xiere gefättigt finb; bo^ muffen 
hk 9f?ät)rftüffmcngen (üerbaulid)e^ (gitreift unb ©tüifemert) bei ben miteinanber ju 
uergleid^enben Gruppen ftet^ glei^ ge()alten merben. 2)ie Suttennenge ift aüe 
14 Xage bem bur^fc^nittli^en ßebenbgelüidjt ber miteinanber 3U üergleic^euben 
©ruppen anäupaffen. ßiegt ein ^Inlafe üor, bic 9?ationen hei ber einen .Gruppe 
tierabäufegcn, fo mufe bieg bal}er auc^ hd ber anbern (Gruppe gefc^el)en, um bie 
^-Bergleid^barfcit nid^t 5U beeinträd^tigen. 

^ag 35erfud^gfutter tuirb in me()rtägigem Übergange na^ 5(bfd^Iu6 ber üor^ 
bereitenben ^eriobe in bie Nationen eingefüt)rt. 3n bemfelben fott bie aj^engc 
ber ^re^fartoffeln möglic^ft i)od) ge()a(ten mcrben, fo l)oc§ nämli^, ha^ bie 
^re^fartoffctn gerabe noc^ gan^ üoüftänbig l^er^e^rt merben. ^ie SO^enge ber 
giocfen, bie an bie bciben anberen (SJruppen ^u Derfüttern ift, fott fid^ nad^ ber 
9J?enge ber ^refefartorfeln rid^ten, b. i). ebenfouiel ©tärfemert enthalten lüie bic 
^^refefartoffctration. ^a bie ^reglartoffetn dm^^ cimeigärmer finb, fo ift baö 
m^ an biefem ^äf)rftoff fc()lt, burdi etmaö 5leif^futtermef)I , gifcfjfutterme^l! 
9}?agermi(c^ ober anbcrc proteinreic^e guttermittel au^^ugleic^en. 33eibe ^rten 
Xrocfenfartoffeln finb in SBaffer hqw. ä^^agermild; aufauqueUen. ttjo^u ()arbftünbigeg 
eim^ei^en genügt, unb barauf, n^enn möglid^, tüarm gu öerfüttem. 

(Sg empfie{)(t fi^ mit tägli^ ca. 15 kg ^rocfenfartoffeln auf 1000 kg 
ßebenbgeiüic^t ,^u beginnen unb bie 9?ation ^unäc^ft burd; .ßugabe anbercr ^utter-^ 
mittet (©erftenfc^rot, ^oggcnfc^rot, ^eiöfuttermet)!, 3}?aigfc^rot, gieifc^. unb Jif^. 
futtermcf)!, entfettetet @ojabot)nen!udjenmet)I, aj^agermilc^ ufm.) auf bie öorgef^riebenc 
^öl)e 3u bringen. 3Birb biefc 9?ation met)rere Stage t)inburc^ o()ne Söibermiaen 
Doüftänbig üer^etirt, fo öerfuc^t man e^, bie ^refefartoffetn bc^tu. giodcn unter 
5lbäug ber fo(}ref)t)bratreic^en unb 33erme()rung ber proteinrei^eren Futtermittel 
nad^ unb nac^ eüentueü folüeit ^u fteigern, hai bie (S^efamtratiou nur au^ Xroden^ 
fartoffeln unb ben proteinreic^cren Suttermitteln (9[)?agermi(^, gteifd)^ ober gif^. 
me^l uftü.) befte^t. Se nac^ bem ©e^alt ber 9^ationen an 5lalf unb ^tjo^ptior-^ 
fäure ift eöent. ettra§ e^Iemmfreibe ober p^o^pljorf aurer Sutterfatf beizugeben. 

Um bie ertüöf)nte Q^^erme^rung ber ^rodenfartoffetn leicht l)ornet)men 3U 
fönnen, ift e^ fet)r empfc^Ienömert, bie Dktioncn rcd)ncrifc^ in amei Xeile, einen 
mtt unb einen ot)nc Slrodcnfartoffcln p aerlegen, bie beibe ba^ gleite «ert)ärtniö 
anjif^en Derbaulic^em ein)ei6 unb ©tärfemert aufmcifen. Qeigt e^^ fic^ bann, baft 
bic Xrodcnfartoffelgabe nod) t)crmct)rt n)erben fann, fo brauet man ben :^eil mit 
ben Kartoffeln nur 5U ert)öt)en unb ben anbern Xeil entfpre^cnb 5U Derminbern 

^^krborbene ober üerfälfdjtc guttcrmittcl bürfen nid)t benutz tücrben, ebenfo 
finb 9J?ifd)futterftoffc uon bem ^erfuc^ au^aufdiUcIscn, med fi^ bereu ^^crbauIiAfcit 
ni^t abfdjä^cn läfet. ^ 

^ie guttermittet Serben in täglid)en Portionen für jebe Gruppe gefonbert 
abgeujogen. mt miteinanber mifd)bare guttcrftoffc fönnen für mcljrcrc Stage in 



I-'^ 



1. 5)er 9Scrfu(^§^Ian. 5 

bem 55er()ä(tni§, in bem fie öerfüttert hjerben foüen, gemifc^t unb baDon bie Xageg-^ 
Portionen auögciuogen werben. (Sine öftere Ä^ontrotte bcr gntterrtjage ift nnerläfeü^. 
J^utterrefte ftnb tnnli^ft ^n oermeiben. ^Bleiben geringe 5D?engen be^ gutterö 
nnüeräe()rt fo fönnen fie bem ^utter ber nö^ften 50?at)l5eiten beigemif^t rtjerben; 
eö ift aber eine entfprec^enbe S^oti^ in bie ^nf^ei^nungen aufäunet)men. 53(eiben 
größere 9fJefte, fo muffen biefelben gen)ogen unb i()r ©elüid^t in ben Huf-^ 
Zeichnungen notiert merben; eine ^robe biefer 9f?efte muß ^ur weiteren Unterfuc^ung 
an bie "J^erfuc^e^anftalt eingeliefert unb ^u biefem 3tüecf in gut fc^üefeenben ®e^ 
fäfeen oerpacft merben. 33ei anbauernbem unoollftönbigem ^Ser^e^ir muffen bie 
©efamtrationen (ni^t ettüa bloß einlerne Futtermittel) entfpre^enb Perminbert 
merben unb f^mi, bamit bie ^erglei^barteit nid^t geftört toirb, glei^eitig bei atten 
(Gruppen. 



1. Unferluchungen des FuWers. 

^sorf^rift^möfeige, am beften oon ben Beamten ber bie iöerfu^e (eitenben 
5(nfta(t gezogene groben aUer guttermittel finb jebe^ einzeln einer Doüftönbigen 
c^emif^en Unterfud)ung ^u untertüerfen. Unbebingt erforbertic^ ift eg, ^a^ bie 
mifroffopifdje llnterfurf)ung atter jugefauften S^raftfuttermittel unb aud^ bie rf)emifd;c 
"ntcrfud^ung bcr 5lraftfutterftoffe oor 33eginn be^ Sßerfu^^s au^5gefü()rt n)irb, bamit 
ctma oerborbene ober oerfälf^te Futtermittel au^gefd^Ioffen unb bie S3erec§nungen 
ber ai^cnge ber 5U oerabreid^enben ^u^agen recfit^eiHg au^gefü^rt merben fönnen. 
3m ßoufe beg SSerfuc^^ finb ferner aüe uier 2öod)en 5ur ßeit ber breitägigen 
SBägungen ber ^iere (f. unter 4) groben aüer gutterftoffe in bid^t oerf^Ioffenen 
(Gefäßen ber mit ber Leitung ber i^erfuc^e betrauten 5(nftalt ^ur 55eftimmung be^ 
3Safferge()alte§ 5U überfenben. (gtnja alle 14 Xage ift eine 5^otprobe jeber Gruppe 
auf \)a^ ^orf)anbenfein unoerbauter (Störte mittelft Soblöfung unterm 9J?ifroffop 
^u prüfen. 

4. Wägungen der Ciere. 

Sn ben legten brei Xagen ber Dorbereitenben Fütterung finb bie ^iere, mie 
bereite angegeben, tunlid^ft oor ber 9[)?orgenfüttcrung ju ttjügen. ^iefe breitägigen 
3Sägungen finb in ber folgenben eigentlirf)en ^^erfuc^^^^eit immer genau nad^ je 
oier SSod^en 5U mieber()olen unb aufeerbem aud^ an ben brei legten Xagen oor 
bem (Sc^Iuffe be^ 3Serfu^ö oor,^unef)men. (5^5 fotl ()ierburc^ ermöglicht merben, 
ben ganzen !i8erfurf) in 5lbfd^nitte uon oiermöc^iger ^auer 3U ^erlegen. 

^ufeerbem ift nod^ ftet^ am 14. ^age nad^ jeber breitägigen 3i>ägung tfa^ 
©eioic^t ber Xiere burd^ eine einmalige SS^ägung feftpfteaen. ^ie Tagungen 
muffen ftetö ^ur gleid^en (Stunbe ftattfinben, unb oort)er ift jebeömal bie SSage 
barauf 5U prüfen, ob fie rid^tig eingefteüt ift. Sofern bie Xiere in ber mä\)c be^i 
^^erfuc^öleiter^ ^ur (S^ladl)tung fommen, ift e§ ermünfdjt, 'öa^ (S^lac^tgemidjt, bie 
Dualität ber (Sd^lad^tprobufte unb ben (^cfunbl)eit^5uftanb ber ein^^elnen Xiere 
feft^ufteHen. 



6 



3ujammcn|affcnbcr 93eri(^t. 



i 



2* Die Ausführung der Perludie, 



I. Vom. — 3u biefem ^erfuc^e, ber auf bem (3nit beg ^ommerjienrat^ 
®. |)crfelbt §u ^ommcr^of, ^reiö 3J^at)en (9ft^etnlanb), üon Dr. §. Neubauer 
auööefüljrt ttjurbe. bienten 16 oerebelte; 55 kg fc^tücre ßanbfc^tüeine tt)eftfättfrf|^ 
olbmburgif^er Bu^tri^tung, bie aug einer größeren §erbe auögefu^t tüaren unb 
in 3 ^Ibteilungen, jebe auö 2 Gruppen uon je 4 ©tücf befte^ienb, äuiammen== 
gefteüt n^urben. ^ufeer ben beiben Porten Xrocfen!artoffe(n mürben 3J?agermiIc^ 
unb anfönglii^ etoag 9Jlaiöic^rot t)erfüttert unb auf baö (Stücf tägli^ 10 g 
©ditemmfreibe unb 5 g ^ietifal^ äUÖ^geben. 2)ie ^äl)rftoffäufuf)r mürbe ben 
^ellnerf^en formen angepaßt, aufgenommen tt)ät)renb ber erften 2 SBod^en, tn 
benen infolge eineö SJ^ifeDerftänbniffeö nur bie §älfte be^ biefen formen mU 
fpred)enben ^utter^ oerabtei^t mürbe, ^ie SJ^enge ber 9J?agermi(rf) unb ber 
Xrodenfartoffetn mürbe im ßaufe beö ^erfu^g a\imm^ ^^¥^^' ^^^ SJ^enge be^ 
9(Kaiöf^rote§ bagegen oerminbert unb f^on narf) 5 Sßo^en nur Kartoffeln unb 
3J?agermild) öerabfotgt. ^abet mürben bie ^rocfenlartoffeln in ^eife gemadjter 
iu-4ö^agermil^ aufqueUcn gelaffeu. ^a^bcm bie Xierc runb 100 kg fi^mcr ge-^ 
morben maren, begann bie Srefeluft ab^unel)men. namentlid^ bei ben mit giocfen 
gefütterten Vieren, bie Sutterrefte ^u laffen anfingen, mä^renb bie ^re^lartoffeln 
noc^ üoUftänbig bemältigt mürben, ^a trofe ber ^erabfe^ung ber 9lation bie 
gloden immer no^ nic^t mit guter Srefeluft üer^elirt mürben, fe^te man ben 
Vieren biefer mteilung SSaffer oor unb beoba^tetc, bafe biefeg begierig auf- 
genommen mürbe unb ber ^Ippertt fi^ mieber fteigerte. 3m Durc^i^nitt be^ 
ganzen 93tägigen 58erfu^§ maren auf Xag unb cStüd üer5el)rt morben 

gibtetlung I 9(btetlung U 

1,80 kg ^re^fartoffeln 1,94 kg Kartoff elf lo den 

6,83 „ 5D^agermild^ 5.36 „ äJJagermilc^ 

0,08 „ 3}Zai^fc^rot 0,08 „ aJJaiöfc^rot 

^abci mar gegen \)a^ ©nbe beö 35erfu^ö bie täglid)e (^ahc auf ba§ (Stüd 

bi§ auf 2,34 kg ^refefartoffeln bejm. 2,5 kg Kartoffelflocfen erl)öl)t morben. ^er 

tägli^c S?er^el)r an 9fiäl)rftoffen betrug im ^ur^f^nitt be§ ganzen «erfuc^ö bet 

ber ^Ibteitung I 1,897 kg ©tärfemert mit 0,242 kg oerbauli^em ©imeife. 



ff 



II 1,884 „ 



0,243 „ 



^^om gefamten ©tärfemert ber 9lation maren bei ber ^rcfefartoffcl'-^bteilung 
70,7, bei ber giocfem^btcilung 76,1 Vo in ^orm ber betreff enben Xrodenfartoffeln 

verfüttert morben. 

^ie 8 ©c^meine jcbcr Abteilung mögen 

3lbtcUunci I 
^refefartoffeln 

5U Anfang be^ 3Serfuc^§ . . . 55,3 kg 
am (Sd)luffe bc^ SSerfu^ö . . . 118,0 „ 



^Ibteilung II 
ßavtoffelflocten 

55.0 kg 
115,1 „ 



|^unat)me 62,7 kg 



60,1 kg 



. r.: \ 



wm 



2. 3)tc ?tu8fü^rung bcr SScvjudje. 7 

gür bte tägliche 3unaf)me ergeben ftc^ im ^ur^fdinitt fotgenbe 3at)Ien: 

3lbtcUung I Abteilung II 

^vefefartoffcln Äartoffclfloden 

1. iO^onat 0,594 kg 0,460 kg 

2 0,716 „ 0,689 „ 

3. , 0,686 „ 0,756 „ 

3m gansen S8erfud)e .... 0,ft65 „ 0,635 „ 

^re^fartoffeln unb ^artoffelflocfen f)aben ftd^ bat)er bei gteid^er S^ä^rftoff-- 
jufu{)r alö nat)e5U gleid^tüertig für bie Tla\i ber ©ditüeine eriDieJen. ^ie ßebenb-^ 
gett)id)t§5unat)me tüax bei beiben ^rten Xrocfenfartoffeln a(ö red^t gut ju be-^ 
seidenen. 3ur ^rgeugung Don 100 kg ßebenbgeujid^t tparen bei ber ^refelortoffel-^ 

Abteilung : 

285,1 kg (Stärfettjert mit 36,3 kg öerbaulid^em @itt)ei^, 

bei ber gtoden-^bteilung: 

296,6 kg (Stärfetüert mit 38,3 kg üerb^ulid^em Simeife 

t)er6rau(^t tnorben. 

^ie ^ugfd^Iac^tung üon je 5 Xieren jeber Abteilung ergab bei ber ^refe^ 

^ f artoff e('-^bteitimg ein e^la^tgetoic^t öon 78,2, bei ber gloden-'^bteilung ein folc^eö- 

t)on 80,40/0. ^er fleine ^^orjprung, ben bie mit ^refefartoffeln gemäfteten (Sd^meine 

in ber Sebenbgen)id^t§§una^me ouf^utüeifen l)atten, ift burd^ ha^ etma^ t)ö()ere 

(Sd^(ad^tgemidE)t ber giodfen^^bteitung ^iemlid^ au^gegtid^en n)orben. 

II. Stombrtg. — tiefer 3Serfud) tuurbe in ber SSerfu^^rtjirtfd^ofT 5U 
ü)^od^eln Don $rof. Dr. 50?. ©erlad^ mit 30 (Bind gut auggeglid)enen, ber öer-^ 
ebelten ßanbraffe angeprigen ©d^njeinen auggefüt)rt. ^ie Stiere t)atten anfängü^ 
ein ^urd^if^nittggetDi^t uon 45 kg unb tüurben in 2 9fleit)en a« j^ 15 ©tücf 
5um ^erfud^e aufgeftellt. gunäd^ft tvaxtn fie in einem einmonatigen 3eitabfd[)nitt 
mit Kartoffeln, (S^erfte unb g(eif^met)( gan^ glei^ ernät)rt morben. S5eim beginn 
biefe^ uorläufigen ^erfud^^ mögen bie Xiere beiber 9Reit)en aufammen 674, am 
(5^lu6 beöfelben 813 kg, f)atten atfo bie ganj gleid^e ßuna^me erfat)ren. 9^a^^ 
bem fo bie SSergleidf^barfeit ber beiben Abteilungen ermiefen mar, begann ber 
eigentliche ^erfuc^' mit ben beiben Arten Don Xrocfenfartoffeln, bie mit SBaffer auf-- 
gcbrü()t unb mit bem anberen gutter gemif^t, ben Xieren oorgelegt mürben. 

g^ei^e I erhielt tägüd^ auf 1000 kg Sebenbgemi^t: 

18,00 kg ^refehrtoffeln, 15,00 kg Werfte unb 2,51 kg gleifdjme^I, 

m^c II 

18,71 kg Kartoff elflocfen, 15,73 kg Werfte unb 1,89 kg gleifd^met)!, 

baau beibe $Heif)cn auf ©tüd unb Xag 4 g ^t)o§pl)orfaurcn ^utterfalf unb 5 g 
$Kiel)fa(a. 33eibe $Raäonen befafeen ben gleichen @et)alt an ^ät)r|toffen, nämüd) 
28,0 kg ©tärfemert mit 4,0 kg Derbauli(^em (Simeife. ^iefe Fütterung mät)rte 
56 Xage. gür ba§ Anfangö-- unb (Snbgemid^t jeber Abteilung ergaben fi^ babei 
fotgenbe 3aWen; bie fic^ alfo auf 15 Xiere, bei ber 9ieil)e II bagegen nur auf 
14 belogen, ba ^ier ein ©d^mein erfranfte unb Dor^eitig gef^tad^tet merben mufete: 



g 3ujammenfaffenber aSeric^t. 

L qjrefetartoffeln II. tavtoffeflocfen 

@nb9ett)td)t 1319 kg 1228 kg 

• 5lnfan9^(ien)td)t 813 „ > 763 „ 

Smafym 506 „ 465 „ 

auf Xag imb (Stüc! 0,60 , 0,59 „ 

3tt ber folöcnben 3eit tuurben auf 1000 kg ßebenbgetüic^t tät]ü^ gefüttert: 
9?eit)e I 18,00 kg ^refefartoffelu, 10,39 kg QJerfte unb 1,89 kg gieif^me^l 
„ II 18,71 „ Slartoffelflodeu, 11,11 „ „ „ 1.27 „ 

^urf) biefe beiben 9f?ationeu tuaren t)on gleid^em 9^äl)rftoffget)alt, fte entt)ie(ten 
nämüd) 23,5 kg ©törfetüett mit 3,0 kg öerbauüd^em (ginjeife. ^a^ ^utter tüurbe 
5unä^ft gut uub öollftönbig aufgenommen, ^ret Xiere ber giocfenabteilung 
ujurben jebo^ fdjon ju Einfang bxeje§ SSerfu^^abf^nitteg fteifbeinig unb nad^ 
ettt)a 3 SBod)en üe^ bie ^refeluft ber giodenabteilung, ba(b barauf auc^ bie ber 
^refefartoffel'^^bteilung na^, tü^Ujalh ber 3Serfu^ na^ 28 Xagen abgebro^en 
mürbe. Söfet man bie er!ran!ten Xiere aufeer ^Re^nung, fo ttjurben fotgenbe ^e-^ 

njid^te ermittelt: 

I. ^refefartoffeln IL frieden 

^^^^^^:K (Snbgetüid)t . . . ... 1546 kg 1126 kg ^— 

v, ,, ^nfangggemidit . . . . . 1319,, 999,, 

ßi^^o^^^ ^^^ " ^^^ " 

„ auf (Bind unb Xag 0,54 „ 0,41 „ 

3iel}t man beibe SSerfudjgabfd^nitte gufammen unb fd)a(tet man babei bie 
er!ran!ten ^iere auc^ l)ier auö, fo ergeben fi^ für ben ganzen 84tägigen SSerfuc^ 
folgenbe B^^^en: 

I. ^refelartoffeln II. fjrlocfcn 

15 Xiere 11 Xtere 

(gnbgetDidit 1546 kg 1126 kg 

5(nfangggert)id)t 813 „ 599 „ 

ßunalime im ganzen . . . 733 „ 527 „ 

„ pro(Stücf . . . 48,86 „ 47,91 „ 

, :;^ ,, „ unb Xag 0,58 „ 0,57 „ 

^ie ^refefartoffeln f)atten im ganzen alfo biefelbe guna^mc betüirft tüie bie 

Äartoffelflocfen. 

^a§ (Sd^tad^tgeiui^t, iüeld^eä bei fämtüd^en Xieren ermittelt ttjurbe, ftellte 
fid^ im ^urd^fdinitt bei \)m mit ^refeCartoffeln ernät)rten Xieren auf 78,2, bei 
ben mit giocfen gemäfteten etttjaö ^ö(}er, nämlid^ auf 79,5 «/o- 

III. ^nfitthntq. — ^er betreffenbe !ißerfud) mürbe in ber (Sd^meine- 
mäfterei ber Snfterburger ^enoffenfc^aft^molferei öon ^. 2Ö. Bielftorff unter 
aj^itmirtung beö gjJotfereiuermalter^ ^^ennemann mit 16 üerebelten ßanbfc^meinen 
auögefüt)rt, bie öon ber ©utöüermaltung (Stagutfrfjen ge^üd^tet maren unb beim 
^Beginn be^ ^erfud^ö 50—60 kg mögen, ^ie Abteilung I beftet)enb auö ben 



II 



2. 55ie ?(uä|üt)run9 ^e^ SSerjuc^e. 9 

(Städcn I unb II crt)te(t Ä^artoffelfloden, bie ^Ibteüung II, (Stall III uub IV 
^refefartoffeln. 3n ben erften 6 Xagcn be§ 35er[u^§ er()telten bie Xiere töglt^ 
pro (Bind 1,5 kg eine^ ®emifd)e^, ba§ au^ 4 teilen ^D^atg, 1 Xeil ©erfte, 
1 Xeil gtocfen be^n). ^refefattoffeln unb 0,5 teilen gif^me()( beftanb unb bem 
8 1 Tloikn zugegeben lüurben. ^a biefe§ ^utter anftanb^lo^ t)er§et)rt tüurbc, fo er^ 
l)öt)te man am 7. 5^erfiic^§tage an bie Xrocfenfattoffeln in ber SRifc^ung unb 
verringerte bie 3J?ai§gabe bementjpred)enb, fo bofe hk TOfd^ung fi^ ou^ 3 teilen 
Tlai^, 1 Xeit ©erfte, 2 Xeiten Xrorfenfartoffeln unb 0,8 Xeilen gifcf)me^I äu== 
|ammenfe|te, n)05u mieber 8 l 9J?o(fen famcn. ©ine »eitere (Steigerung ber Ä'ar^ 
toffelgabe fanb am 15. ^Serfud^^tage [tatt, inbem öon biefer 3^^^ ^^ ^«^ 1 ^^^^ 
9J?ai^, 1 ^eil ©erfte, aber 2,5 Xeite Xrocfcn!artoffe(n unb 0,5 Xeite ^ifc^met)! 
öerabfotgt n:)urben. 3Son biefer [TOfd^ung mürben auf 1000 kg Sebenbgemic^t 
35 kg Derabreid^t, ba5U pro ^opf unb Xag mieberum 8 i Tloikn. ß^^ei 2öorf)en 
fpäter, öom 29. ^erfud^Stage an tüurbe bie 5D^enge ber Xroctenfartoffeln in ber 
oerfütterten 3)^ifd^ung auf 4 %t\k er^ö()t, ot)ne bie 9[)^enge ber anberen gutter^ 
mittel 5U öeränbern; e^ mürben bemnad^ miteinanber gemifd^t 1 Xeil 90?ai^, 

1 Xei( (SJerfte, 4 Xeite gtodten be^m. ^re^fartoffeln unb 0,5 Xeite ^ifd^met)!, 
meld^e^ gutter bei töglid^ 8 1 Tloikn pro (Stücf mät)renb beö gongen nod^ 

2 9[J?onate mä^renben ^erfud^^ beibehalten mürbe. l)a^ ®emifd^ ber Futtermittel 
mürbe t)or bem ^er5et)r V2 ©tunbe lang in ben Tlolkn eingemeid^t. ^uf 1000 kg 
Cebeiibgeinid^t maren in ber töglid)en 9fiatipn oort)anben: 



©tärferüert 

kg 
in ben erften 6 Xagen 31,5 

„ „ folgenben 8 Stagen . . . . 31,25 
ff ff ff ^^ tt ' ' ' ' ^«f" 

» ff ff 56 „ . . . . J7,4 



SSerbauüc^e§ ©twetfe 

tg 
4,5 

4,65 

3,55 

3,15 



93ei ber mit ^reßfartoffeln gefütterten 5lbtei(ung oertief bie gutteraufnaf)me 
in ben testen 2 50?onaten bc^ ^erfud)^ fefjr glatt, unb irgenb meldte (Störungen 
in bem 2öol)lbefinben ber Xiere famen nic^t oor. ^ie 9J?enge ber ^refe!artoffeln 
l)ätte l)ier fid^ ma^rfrfjeinlid^ nod^ etma^ fteigern laffen; \)a inbeffen bie giorfen- 
abteilung il)re 9f?ation faum bemältigte, fo tourbe öon einer @rt)ül)ung ber ^reg^ 
fartoffelgabe ^^Ibftanb genommen. 3mmerl)in mar e§ gelungen, biefe (^aU fo meit 
5U fteigern, 'Oa^ V3 ^^^ 9}äfc^ung — abgefel)en Don ben 3J?ol!en unb bem gifcf)^ 
mel)l — au^ ^re^fartoffeln be^m. giodten beftanb. 

5lud^ in anberer öinfid^t öerlief ber 3Serfu(^ mit ben ^locfcn nid^t ganj 
befriebigenb. ©in Xier be!§ (Stallet II ^atte fcf)on bei ber erften SBägung eine 
nur unbebeutenbe (SJemicl)töüermel)rung gegeigt unb nal)m fpäter übert)aupt nid^t 
me^r gu; eö h)urbe bal)er auö bem SSerfud^e entfernt. Qwd Zicxc im (Stall I 
geigten au^3 nicl)t näl)er ermittelten ^runben eine rcd^t bcfd^eibene 3»nol)me. 
^iefe 3 Xiere ber glodenabteilung, bei benen fiel) offenbar ftörenbe (Sinflüffe 
geltenb gemad^t l)atten, finb bal)er üon ber meiteren 33etrad)tung au^gufd^liefeen. 

^ie 3Sägungen ber Xiere gu Einfang unb am (Sdl)luffc be^ 35erfud^^ er= 
gaben nun folgenbeg in Kilogramm: 



10 



3u|amnicnfaffcnbcr S3eri(öt. 



§lbtci(ung I: glocfen Slbtcilung II: ^rcfefartoffeln 

@taa I u. II (5 Xterc) Statt III (4 Xicre) Statt IV (4 Xicrc) 

(gnböetüt^t ..... 552,0 489,5 477,3 

^Infangggenjt^t . . . . 258,7 217,0 215,0 

3una^me im ganzen . . 293,3 272,5 262,3 

pro (Bind . . 58,7 68,1 65,6 

pro Xag u. (Stücf 0,699 0,811 0,781 

SDaö (Sd^Iad^tgetüid^t, treidle? an 2 (Sd^tüemen jeber Abteilung feftgefteßt 
tüurbe, geigte feinen Unterfc^ieb unb betrug 81,8 7o- ^^^ Qualität beg gteifd^eö 
unb ©perfeg voav gut. 

2)ie ^re^lartoffeln i)aben alfo aud^ f)ier günfttger auf hk Sebenbgemic^tö- 
^una^me getüirft o(^ bic ^artoffelftoden. 

-■■W IV. ian^finhi. — tiefer SSerfud^ tourbe in ber 58erfuc^gtüirt)d^aft ^u 
Saud^ftäbt mit 40 (Stücf jungen {)annöDerf(^en Öanbfd^meinen au^gefüt)rt, hk auf 
8 ^Ibteilungen öon je 5 Xieren öerteilt Sorben njaren. Se 2 Abteilungen er^ 
hielten bie ^refefartoffeln in eingetueid^tem ßi^f^^^J^^^» inbem bie Xageöraäon an 
Kartoffeln mit SSaffer Don 60<^C. aufqueEen gelaffen luurbe; ^tpei anbere ^Ib-. 
teilungen betamen bie gleiche Sf^ation ol)ne biefe 3i^ba:citung, inbem l)ier ha^ ganje 
gutter unmittelbar t)or bem ^er^e^r gemifd^t unb mit faltem Söaffer angerül)rt 
Sorben tuar. 9J?it ben Kartoffelflocfen tüurbe ebcnfo öerfaljren. ^a in einem 
t)orangegangenen, aber njegen (Srfranfung ber Xiere unterbrod^enen SSerjud^e auf 
1000 kg Sebenbgetüi^t ni^t mel)r al^ 12,5 bejrt). 10,0 kg Ißrefefartoffeln töglid^ 
Uerge^rt n)orben maren, jo lie^ mon eö aud^ bie^mal hd biefen 9J?engen betüenben 
unb oerabreid^te auf ha^ genannte ®ctt)id^t folgenbe guttermengen : 

1. S5erfuc^^abfd^nitt (56 Xage). 

9lbteilung I— IV ?lbtei{ung V— VIII 

12,50 kg ^refefartoffeln, 12,41 kg Kartoffelflorfen, 

19,87 „ ©erftcnf^rot unb 20,21 „ (SJerftenfd^rot unb 
6,75 „ gif^met)t. 6,21 „ gi(^mel)l. 

2. 35erfuc^^abfd)nitt (29 Xage). 

10,00 kg ^refefartoffeln, 9,72 kg Kartoffelfloden, 

18,46 „ (SJerftenfc^rot unb 18,74 „ (^erftenfc^rot unb 

4,61 „ gif^mel)l. 4,19 „ gif^mef)l. 

^ie 9^ä^rftoff5uful)r njar bei allen Abteilungen gleid^ unb fteHte fid^ im 
1. SSerfuc^öabfd^nitt (fiebenbgetüi^t 50—75 kg) 

26,0 kg (Stärtoert mit 4,5 kg t)erbaulidl)em (Simei^, 
unb im 2. S8cr(ud^§abfd^nitt (Sebenbgemid^t 75—100 kg) auf 

22,0 kg ©törfemert mit 3,5 kg üerbaulid^em ©imei^, 
alleg auf 1000 kg Sebenbgctt)id^t belogen. 



2. 3)ie §(u«fü^rung ber SScr|u(öc. 



11 



^et S8erfuc^ bauerte 85 Xage unb berlief o^ne Störung; nur in ^b^ 
teilung YII berenbete ein Xier. ^ie ßebenb9ett)i^tö§unaf)men ge^en au^ na^^ 
ftei)enben ^ufaeid^nungen t)ert)or: 



teilung 

I. ^regfartoffeln, eingereicht 



Slnfangg« 
gctüfd^t 

kg 
240,0 

240,0 



(Snb^ 
gewicht 

kg 
466,5 

454,5 



3unat)mc 



im ganzen pro Jag u. @tücf 

kg kg 

226,5 D,53 

214,5 0,50 



^urrf)f^nitt 240,0 
III. ^reßfartoffeln, nic^t eingereiht 240,0 
I^- « . . 240,0 



460,5 
487,0 
498,0 



220,5 
247,0 

258,0 



0,53 

0,58 
0,61 



^urc^fdjnitt 240,0 
V. ^artoffetftocfen, eingereid^t . . 240,0 

■^I- M:l:''ß^^ . . 240,0 



492,5 
459,5 
459,5 



252,5 
219,5 
219,5 



0,59 

0,52 
0,52 



r^^ .^^^ ;^ 240,0 459,5 < 

VIII. ^artoffetffodfen ntd^t eingereiht 242,0 488,0 



219,5 
246,0 



0,53 

0,58 



^ud^ ^ier [teilte fic^ alfo t)erau§, bafe bie ^refefartoffeln biefelbe ^una^me 
berir!ten rie hk ^artoffetflocfen. 3m nic^t eingereichten 3ii|"iö«^e ^^^^ Rotten 
beibe ©orten öon Xrodenfartoffeln nid^t unerfiebüd^ beffer gerir!t rie im ein* 
gereid^ten 3«ftanbe, ein (grgebni^, ha^ rat)rfd^ein(id^ auf bie natürlid^e (Säuerung 
5urüdt5ufüt)ren ift, bie ^u beobad^ten ift, renn man bie ganje Xage^ration in 
^ei^em Sßaffer aufquetten unb ftet)en löfet. S3lo6e§ ^nrüt)ren ber ^rodtenfartoffeln 
mit SSaffer fur^ öor jeber Waf^i^ät ift bemnad^ bem längeren (Sinreid^en in 
Söaffer üor^u^ietien. 

V. ^fflbdevn. — 3i^ biefem S5erfud^e, ber auf bem 9flittergute (Störmtf)al 
bei Seipäig unter TOtrirfung be^ ^ittergut^päd^terö (Seeling üon ^rofeffor 
Dr. %. Äöt)(er auggefüt)rt rurbe, bienten 20 @tüd öerebelte ßanbfd^reine, bie 
au^ einer größeren §erbc au§gerät)(t unb auf 2 Abteilungen üon je 10 (Bind 
»erteilt rurben. ^aö 5(nfang^gerid)t ber Xiere betrug im ^urd^f^nitt 46,8 
be^r. 48,1 kg. (Sin ©darein jeber 5lbteilung erriet fid^ im Saufe beö ^^erfud^ö 
regen mangelnber gre^uft aU ungeeignet, regt)alb bie beiben Xiere ju S3eginn 
be^ 2. ^erfud^^abfd^nitte^ , na^ 39 Xagen, au^gefc^attet rurben. ®er erftc 
SBerfud^öabfd^nitt umfaßte eine Qnt Don 39, ber ^reite üon 37 Xagen. S5ei ber 
gütterung Ijielt man bie öorgefd^riebenen D^ormen ein unb uerabreid^te röljrenb 
be^ 76tägigen 3Serfud^^ im ganzen: 

Slbteilung II 
822,5 kg ^reßfartoffeln, 
785,0 „ ^erftenf^rot unb 
256,0 „ (Soiabot)nenfuc^enme()(. 



3rbteilung I 

853,5 kg ^artoffelflocfen, 
848,5 „ ©erftenfd^rot unb 
202,5 „ (5oiabot)nen!uc^enmel)(. 
^arin raren ent()a(ten: 
1340,1 kg ©tärferert mit 
173,8 „ üerbaulid^em ©ireiß. 



1348,8 kg (Stär!rert mit 
174,0 „ uerbaulid^em Streiß. 



2)ie Xrocfenfartoffeln raren üor jeber SO^atjl^eit mit Söaffcr angerüt)rt rorben. 



12 



3u|ammenfa[jenbcr iöeric^t. 



^ie Xierc tDogen, auf 10 (Stürf 6e5ogen 

?(btetlung I 

enböetüid^t 950,3 kg 

^nfang^gemii^t 468,0 „ 

3unal)me in 76 %aQcn . . 482,3 kg 
SDe^Ql. pro <BtM .... 48,2 „ 
^e^gl pro ^ag unb (Stücf 0,634 „ 



9(6tetlung II 
1024,8 kg 

481,0 „ 

543,8 kg 
54,4 „ 
0,716 „ 



§iemad§ i^abcn bte ^refefartoffetn eine ntiiit unbeträd^t(irf)e beffere SBirfung 
entfaltet a(^ bie ^'artoffelflocfen. Qm ^robuftion Don 100 kg 3u^o^^ tüaren 
üerbraui^t trorben 

bei gtocfenfütterung . . 302,4 kg (Stärfemert mit 39,2 kg üerbauüd^em öitDeifer 
bei ^refefartoffelfütterung 264,9 „ „ „ 34,2 „ 

V ^er ^erfu^ ift alfo ^ugunften ber ^regfartoffeln au^^gefaden. 

VI. ^nnfitv. — tiefer SSerfud^ n)urbe in ber Sßirtf^aft beg ®utö^ 
befi^erö Steuermann gu 9^ottu(n üon ^rof. Dr. %. S3ömer mit 16 (Stücf Der* 
ebelten tDei 



)en Sanbfd^tveinen au^gefül^rt. ^a bie Xiere nid;t gan^ glcid^^ 
möfeig enttüicfelt maren, fo n)urben leichtere unb fd^ttjerere ©ruppen ^u je 4 (Stücf 
gebilbet unb je eine (eirf)te unb eine fdjnjere §u einer 5lbtei(ung oereinigt. ^ie 
giittermenge mürbe nac^ ben öorgefc^riebenen 9^ormen bemeffen unb ^n^ar ^' 
langten in bem gangen 112tägigen ^erfud^e folgenbe Futtermittel gum ^ergetir: 





5lbteilung I 






6taa I 


etaU II 


^refefartoffeln . . 


. . 640,2 kg 


661,5 kg 


^erftenfc^rot . . 


. . 322,0 „ 


322.0 „ 


gieifd^futterme^t . 


. . 98,9 „ 
^Ibteilung II 


102,9 „ 




©tau III 


etoa IV 


^artoffelftocfen . . 


. . 619,5 kg 


648,4 kg 


(SJerftenf^rot . ,. 


, . 3ö7,8 „ 


337,8 „ 


gteifd^futtermef)f . 


. . 79,2 „ 


81,1 „ 



^iefe 9fJationen entf)ielten an 9^äl)rftoffen in ^(ogramm: 

@taa 1 n III IV 

::■ 6tärfen)ert . . . . 785,5 808,0 774,9 798,8 

58erbaul. ©in^eife . . 108,9 112,1 107,7 110,9 

S)ie ^refefartoffeln unb gtocfen njaren ftetg abenb^ §uöor mit SBaffer auf* 
gebrüht unb am näd^ften Xage tjor ber gütterung n)eiter mit 3ßaffer üerbünnt unb 
mit bem übrigen gutter üermifc^t morben. ^ie SO^enge ber beiben (Sorten öon 
Xrocfen!artoffeln tüurbe langfam gefteigert imb \>a§> ©erftenfd^rot aEmät)li(^ ent* 
^ogen, fo t)a^ im legten 28tögigen Q^erfud^^abfd^nitt nur nod) Xrodenfartoffeln unb 
g(eifd)futtermet)( gefüttert ttjurben. ^em gutter mürben pro ^ag unb (Stüd 20 g 



2. 3)tc 9(u§fü^rung bcr 93erfud)e. 



13 



p^ogp()orfaurer gutter!al! beigegeben. S3ei geringen unb mäßigen ©oben tüurben 
babei bie ^refetartoffeln unb Ä^artoffelflocfen im ©emifc^ mit (SJerftenfc^rot unb 
gleifc^futtermeijl üon ben ^^tpeinen ungefät)r gleid^ gern üer^etirt. iöei größeren 
©oben unb bei aüeiniger 33eifütterung üon gieif^futterme^l njurben bie ^reg-^ 
!artoffc(n Don bciben (Stauen gern genommen; bagcgen jeigte fid§ bei Fütterung 
ber entfprec^enben 9J?engen üon Äortoffetflocfen mange((}afte J^reßtuft unb bei 
otteiniger 53eifütterung t)on g(eif^futtermet)( fteüte 'jxd) bei allen gieren biefer 
^2(btei(ung ^ur^fatt ein. (Störungen beö ^erfu^^ famen ni^t üor. 

^ie SöägungiSergebniffe 5U Anfang unb am ©^(uffe be^ 3Serfud^g mvm 
folgenbe in Kilogramm: 

9ibteilung I, ^refefartoffeln S(bteilung II, f^Iocfen 



4 Xiere 



@nbgeiüid)t '. - 
^nfangggemid^t 
3una^me in 112 Slagen 



ötatt I 
. 440,0 
. 148,5 
. 291,5 



^una^me pro Xag unb (Stücf . 0,651 



II 
469,5 
169,0 
300,5 
0,671 



in 

414,0 
147,7 
266,3 
0,590 



IV 
423,5 
167,7 
255,7 
0,571 



Sm 2)urdjfd^mtt ber ^ufammcnge^örigcn (Stäöc betnig ^iemac^ bie töglic^c 
3unal)me auf \)ü^ (Stücf: 

^^^^^^^^^ ; k^ 0,661kg 

^^^^•^^^^^^^^^ f.;^^ 0,581 „ 

^abei tüurben auf 100 kg 3utüad§§ öerbraud^t 
bei bcr Fütterung mit ^refefartoffcln: 

269,2 kg (Stärtoert mit 37,4 kg Derbauüc^em (Simeife, 
bei ber Fütterung mit gloden: 

'^ ^^301,9 kg (Stär!ert)ert mit 41,9 kg i^erbaulid^em (Simeig. 

; . ^ud^ biefer ^erfud^ fprid^t für eine Über(egent)eit ber ^regfartoffetn gegen^ 
über ben ^artoffclflocfen. 

VII. 9)oftOff. — tiefer SSerfud^ mürbe auf bem 9?ittergute ^u ^ummer^ 
ftorf bei ^aDelftorf (SD^edlenbg.) unter 9J?ittüir!ung be^ 9?ittergutgbefi^er§ ©. ®ilbe^ 
meifter üon $rof. Dr. g. §oncamp mit 16 (Bind felbftgeäüd^teten üerebelten 
Sanbjdjtüeincn au^gefüt)rt. Hud^ ^ier tuaren bie Xiere in 2 Abteilungen ^u je 
2 Gruppen Don je 4 Slieren äufammcngeftellt tüorben. Außer ben Xrodenfartoffeln 
erl)ielten bie ^ierc ©erftenfd^rot, (Sojabof)nen!uc^enme^I, 9f?ei^futtermct)( unb S3uttcr' 
mi(d^. ^ie 3}?cnge ber ^reß!artoffe(n unb 5iartoffe(fIodten tüurbe im Saufe be§ 
S^erfud^ö aKmä^lic^ er^öl)t, inbem folgenbe 3J^engen an jebe Abteilung üerabreid)t 
tourben: , 

^eriobe I, in 'iicn erften 31 Xagen .... 10 kg 
II, in ben nöd^ftfolgenben 42 Slagcn . 14 

III, M ,r M 14 „ . 14 

IV . 14 „ . 16 



M 



H 



tf 



tt 



14 



3ujommcnfa[fcnber 93crid)t. 



^ie aj^enge be^ ©erftenjd^rote^ unb 9ieigme^Ie§ tüurbe in ben erften 
4 Venoben entfprec^enb ber (Steigerung ber ^artoffelgabe öerminbert, fo bafe bag 
öerabreid^te ©ejamtfutter ben öorgefd^riebenen S^ä^rftoffnormen fef)r annäf)emb 
entfpra^. 5(m ed)(u6 ber IV. ^eriobe, in ber man tägli^ auf bie ^Ibteilung 
t)on 890 kg Sebenbgen)id^t aufter 16 kg Xrodenfartoffeln nur nod^ ©oja* 
bot)nenmet)t (5,5 bejtt). 6 kg) unb ^uttermi(rf) (4 kg) verfütterte, mußten an 
brei legten Slagen fd^on 4 kg Slrocfenfartoffeln abgezogen njerben, um eine 
öollftönbige gutteraufna^me ^u fidjern. 3n ber Y. ^eriobe, bie nur 12 Xage 
bauerte, ging man ba^er auf 10 kg Xrocfenfartoffeln )jro Abteilung ^urürf unb 
füt)rte au^erbem njieber (SJerftenfd^rot unb 9fleigfutterme^( in bie 9flation ein. 3m 
allgemeinen njar bie gre^Iuft ber Xiere um fo geringer, je me^r bie Xrorfen- 
fartoffeln im gutter t)ort)errfd)ten. X)ie^ tüar befonberg bei ber glocfenabteilung 
ju bemerken, weniger beutlid^ bei ber Abteilung mit ^reBfartoffeln. 

©igentlid^e 5l\anK)eiten traten n)ä^renb be§ 58erfud)§ nid^t auf, jebod^ itjurbe 
tro^ reic^Iidier 33eifütterung üon ©d^lemmfreibe unb ^o^Ienftüc!rf)en an^ ben beiben 
mit gloden gefütterten (SJruppen je ein Xier fteifbeinig. 

^a§ ?lnfang^= unb ba^ (^nbgemid^t ber (Sd^tüeine am (Si^Iuffe ber IV. 
^eriobe nad^ ei ner ^auer ber ^a\i üon 101 ^ggen [teilte fid^ auf folgenbe, 
Balten: 

§lbtetlung I, Sfocfen 
fetbgen)i(^t, 8 (Sd^treine .... 886,0 kg 
5lnfang^gett)id§t, be^gl 618,4 „ 

3unat)me im ganzen 267,5 kg 

„ pro ©tücf 33,45 „ 

,, pro Xag unb ©tücf . . 0,331 „ 

^ie ßebenbgetüid^t^guna^me n^ar ^iemad^ im allgemeinen red^t befd^eiben; 
bei ben mit ^refefartoffeln gefütterten Xieren tvat fie zixoa^ größer al§ bei ben 
mit gloden gemäfteten ©d^Ujeinen, befriebigte aber in feiner Sßeife. Über bie 
mutmafeUd^en Urfad^en biefeö geringen (grfolgeg gibt ber SSerfud^^berid^t einige 
J(u§füf)rungen, auf bie an biefer (Stelle t)ertt)iefen tüerben mufe. ^n^unelimen ift 
jebenfaUg nid^t, ha'^ bie niebrige guttertpirfung etnja auf Üiaffeneigentümlid^feiten 
ber üeriüenbeten Xiere 5urüd5ufül)ren feien; benn ein nebenl)er laufenber S8erfud^ 
mit 4 gteid^altrigen ©ef^t^iftem ber 35erfud^^tiere, n)obei (SJerftenfd^rot, (Soiabol)nen' 
!uc^enmel)l unb S3uttermild^ gefüttert n)urben, ergab bei einer ^auer ber 9(J?aft 
t)on 110 Xagen bie fel)r beträd^tlid^e täglid^e Sebenbgett)id^tg5unal)me auf'g (Stücf 
öon 0,869 kg. ^a ba§ gefamte gutter ien)ei{ig am ^benb öor feiner 33erabreid^ung 
in Sßaffer eingett)eitf)t tüorben ift, fo ift möglid^ermeife bie natürlid^ eintretenbe 
(Säuerung, bie nod^ burd^ bie Qugabe öon Buttermilch üerftärft trurbe, fo toeit 
oorgefd^ritten , ba^ hierin ber (Sd^lüffel ^ur ©rflärung ber niebrigen 9J^aftn)irfung 
be^ gutterö unb ber 5lbneigung ber Xiere gegen ha^ ^utter ^u fud^en ift. (SSergt. 
ben SSerid^t über bie ^erfud^e in Saud^ftftbt.) 



5tbtcilung II, 


^refefartoffeln 


940,5 


kg 


624,8 


ff 


315,7 


kg 


39,5 


>• 


0,391 


ff 



2. 2)ic Slug[ü^rung ber SBcrjudje. 



15 



VIII. mcii^cn^itp^nn. — tiefer «erfu^ njurbe üon ^rof. Dr. %i), 
§en!el mit 16, auf bem ©taatögute ^u 9Beit)enftep^an ge^üd^teten beutfc^en (Sbel-^ 
fc^tüeinen ouggefü^irt, bie in 2 fc^iüeren unb 2 (eisten ©ruptoen öon je 4 (Bind 
pfammengefteat mürben. 3e eine fd^tüere unb Ieirf)te (SJruppe bilbeten eine ^(bteilung, 
Don benen bie eine ^reftfartoffeln, bie anbere ^artoffe(f(oc!en erhielt, ^u^er ben 
Xrocfenfartoffeln tüurben ©erftenf^rot, Wa\^\6>jX0t, Sein!ud^enntef)l, SBeisenfpreu, 
53uttenni(d^ unb Sentrifugenmagermild^ öerfüttert. 33on biefen Futtermitteln 
lüurben ^iüei TOfc^ungen bered^net, bie 9J?ifc^ung A, tüel^e feine Xrocfenfartoffetn 
entf)ielt unb au§ 2;?aigfd^rot, ©erftenf^rot, Seinfud^enmeW unb gleiten teilen 
«utter^ unb 9}?agermil^ W\ianh, unb bte 5a?ifd§ung B, gu ber Xrocfenfartoffeln, 
äRaiöfd^rot, Seinfuc^enmet)!, gleite Xeite S3utter= unb aj?agermil^ nebft etn)aö 
SSei^enjpreu öerlüenbet n)urben. 3n ben erften 43 Xagen erfe^te man, t)on einer 
au^ 70 7o A unb 30 % B befte^enben Station au§gef)enb, nad^ unb nac^ bie 
TOfd^ung A üoaftänbig burdf) bie TOfd^ung B unb verfütterte na^ biefer 3eit bi^ 
gum (Sd^Iuffe beö 88tögigen SSerfud)^ nur ^rocfenfartoffeln unter Qn^abc Don 
^utter-^ unb 3«agermild). 5luf biefe 33Seife gelang e^ bie tägli^e &aU öon ^^^refe-^ 
fartoffeln beäto. glocfen big auf 30 kg für 1000 kg fiebenbgert)i^t p fteigern. 
3n ben legten 3 SBod^en jebod) mußten megen ^bna^me ber grefeluft bie StartoffeI== 
rationen n)ieber auf 20 be^hj. 25 kg für 1000 kg i^ebenbgemid^t ermäßigt merben. 
jDabei tüurbe ba§ Tla\§>\d)xot Don einer ^ur anbem 5D?at)(5eit oorgequoüen unb 
ber übrige Xeil be^ gutter^ eine (Stunbe oor ber gütterung mit fiebenbem SBaffer 
5U einem fteifen S3rei angebrü^t, bem bann bie SButter- unb 5D^agermi(d^ §u9efegt 
mürbe, ^ad) ber SJ^a^l^eit ert)ie(ten bann bie Xiere nod^ bie an ben SD^ifd^gefä^en 
anl)aftenben gutteriefte, bie mit ^ei^em SSaffer auögefpült mürben, darauf mürbe 
i^nen nod^ frifd)eg SSaffer 5ugefüt)rt. 3m ganzen betrug bie 3}?enge be^ im 
gutter unb im (Spül= unb iränfmaffer oer^e^rten SSafferg 4,2—4,4 Xeile auf 
1 Xeil guttertrodenfubftan^. 
V 2)er aJ^afterfolg ift au§ riod^fte^enben Saf)Un erfid)t(idf): 

ßartoffelflocfen 
3c 4 Xiere: |d)»)cre 

enbgemid)t, kg . . . ... . 488,5 



^refjfartoffeln 



5lnfang^gemid^t, kg 



248,5 



ßuna^me, kg ., 240,0 



tt 



n 



pro Bind, kg 

pro ^ag unb (BtM, kg 



60,0 
0,68 



Ietct)te 

®tut)pe 

379,5 

165,0 

214,5 

53,6 
0,61 



jdjiDere 
®rup|)e 

471,0 

244,5 

226,5 

56,6 

0,64 



Ieicf)te 
(SJrup^je 
364,5 
165,0 
199,5 

49,9 
0,57 



0,65 



0,61 



^ie $re6!artoffetn, metd^e in biefem S8erfud^e anfd^einenb etma^3 meniger 
gern \)cx^t\)xi mürben alö bie glocfen, finb t)iernad^ in itjrer 9Sir!ung bei beiben 
iiruppen um eine 5(!(einigfcit i)inter ben glodfen jurücfgeblieben. 

^ad) S5eenbigung be^ ^erfud^^ mürben fämtlid)e Xiere auf bem (Bd)lad)U 
t)ofe au äT^ünd^en gefd^Iad^tet unb i)ierbei folgenbe ©d^Iac^tgemid^t^proaente ermittelt: 

Äattoffclfloden ^refefartoffeln 

©d^mere ©ruppe 80,6 81.1 

Seilte 79,4 78,8 



16 



3u|QmmenfQfjenber SScrid^t. 



(£in Unterfc^teb 5tt)ifcf)en ben beiben (Sorten Xrocfenfartoffcln irar alfo nid^t 
beobad^tet tüorben. gleifc^ unb (Sped tüurben t)on fac^üerftönbiger (Seite aU erft^ 
ftaffig begeidjnet. (Specfproben, bie öon jebem Xtere genommen mürben, ergaben 
bei ber c^emifd^en Unterfud^ung feine 3[^erfd^i^bent)eiten, bie ettpa auf bk 'äxt beö 
gutterö 5urucf5ufüt)ren gemefen tuären. 

Um einen ^n^alt über bie ^oKftänbigfeit ber 5Serbauung ber öerfütterten 
XrodEen!artoffeln gu geioinnen, iüar in fömtlid^en 8 5Serfud^^rei^en ber ^ot ber 
Xtere auf bie ^nmefen^eit unoerbauter (Stärfe geprüft rtjorben. 3n ben meiften 
gällen iuoren t)ierbei nur gan^ bebeutung^tofe (Spuren Oon (Stär!e beobad^tet 
ttjorben, in 2 gäUen l)atte fid^ bie öoUftönbige 5(btoejenI)eit oon (Stärfe ^erauö- 
gefteßt. ^araug ift 5U f^üefeen, \)a^ bie ^re^artoffeln unb gtocfen burd^meg 
fel)r Oollftänbig berbaut iüorben finb. 



3« ZufarnrnenfaHung der Ergebnifie« 



3n -ben 8 35crfud§greit)en, 5U benen in^gefamt 166 (Sd[)rt)eine oertoenbet 
ttjorben finb, ftellte fic^ bie töglic^c ßebenbgeloid^t^^unatjme, auf Xag unb (Stücf 
belogen, auf folgenbe 93eträge: 



I. S5onn . . 

II. Söiomberg 

in. Snfterburg 

IV. Saud^ftäbt 

V. Tlödmx . 

VI. a^ünfter . 

VII. g^oftocf . 

Vin. 3Beit)enftept)an 



30^1 ber 
Xicrc 

J6 
30 
16 
40 
16 
16 
16 
16 



S)QUcr be§ 

18erju(^§ 

Xogc 

93 

84 

84 

85 

76 
116 
101 

88 



93ei ber SSerfütterunq bon 



^rejifartoffeln Äartoffelflocfen 



kg 
0,67 
0,58 
0,80 
0,59 
0,72 
0,66 
0,39 
0,61 



kg 
0,64 
0,57 
0,70 
0,58 
0,63 
0,58 
0.33 
0,65 



3m ^urd^fd^nitt 0,63 



0,59 



ßä|3t man bie 35erfuc^öreif)e VII au§ ben fd^on angebeuteten ©rünben au^cr 
33etrad^t, fo ergibt firf) al^ täglicher Suma^ö auf basi (Stücf 

hä ber ^erfütterung oon ^refefartoffeln .... 0,66 kg 
n n „ „ Äartoffelflocfen .... 0,63 „ 

TOt beiben (Sorten Xrodfenfartoffeln ift t)iemad§ ein fe()r b^efriebigenber 9JJaft= 
erfolg erhielt morbcn, ber fid^ bei ben ^refefartoffeln nod) ettoaö ^ö^er ftellte a(g 
bei ben %iodm. 

5lud^ in bejug auf bie (Sd§madR)aftigfeit ioaren bie ^refefartoffeln in ben 
meiften ^erfud^en ben gioden überlegen, ma^ namentlid^ bann beobad^tet mürbe, 
menn au6ergemöl)n(ic^ grofee 9iationen oon Irocfenfartoffeln gefüttert mürben. 



3ujammenfQ)jung ber (Srgebntffe. 



17 



3n einigen ^erfud^en tvax t>a^ ©d^Iad^tergebni^ gugunften ber gioden^^ 
fütterung auSgefatten, inbem bie (Sd^Ia^tgetüidjtgproäente bei ben mit giocfen ge^ 
fütterten Xieren ein menig ^ö^er lagen aU bei ben mit $re^!artoffe(n gemäfteten 
(Sd)tt)einen; in anberen S3erfu^en tpar ein fold^er Unterfd^ieb nid)t ()erDorgetreten. 
§infid^t(i(^ ber Cualität ber (Sc^la^tftürfe tvat eine ^erf^iebent)eit nic^t n)af)r^ 
genommen ttjorben. 

3m allgemeinen ift ben i)orgefül)rten ^erfud)en §n entnehmen, 
'i)a^ bie ^re^artoffetn aU 3J?aftfutter für junge (Sd^meine in i^rer 
Sßirfung ben ^artoffelflocfen minbeften^ glei^mertig finb. 

TO befte^ 58erfat)ren, Xrodenfartoffeln ^u verfüttern, i^ai fid^ 'Oa^ blofee 

Jlnrül)ren ober ^nbrü^en mit SBaffer ober SO^agermild^ fur^ öor ber ajJa^l^eit 

ertt)iefen. ßängere^ (Sintüeid^en begünftigt eine (Säuerung beö gutterö, bie nid^t 

nur bie (Sd^madl)aftig!eit ber Xrodfenfartoffeln beeinträd^tigt, fonbern aud^ auf htn 

SebenbgetDid^t^ä"^^^^ nod^teilig eintüir!t. 



S)cri<*te übet Sanbveittfc^aft. ^eft 23. 



l Bericht der [landioirtrdiaftlidien PerfudisKation Bonn« 

SSon Dr, H. üeubauer, 

5)treftor ber aScrfuc^gftation 53onn. 



^er nad^ ben pönen beö ^eutjd^en ßanbttJtrtfd^aft^rateö in ben SBinter- 
monaten 1909/10 au^gefüfirte SJ^öftung^öerfud^ mit @d§n)einen fanb auf bemfelBen 
©Ute ^ommerI)of ftatt, auf bem fd§on mel)rere 3)?äftung^t)erfud^e mit (Sd^treinen, 
audö auf Sl^eranlaffung beö ^eutfdjen fianblüirtfd^aftörateg, ^ur glüdlid^en ^nx6)^ 
fü^rung gefommen icaren. 2Bir toaren auö biefem ©runbe aller (Sorgen um ta^ 
Gelingen unferer 5lrbeiten überhoben, bie ben ^[^erfud^ganftener in einem nid^t mit 
ben üielen ^Inforberungen beö SSerfud^ö vertrauten 33etrieb brüden, fonbem ttjufeten 
im (Siegenteil, ha^ unS ein für unfer SSor^aben toie gefd^affener befonberer (Stall, 
eine gute SSiei)n)age unb öor allem ein ben)ät)rte^ ^erfonat gur SSerfügung ftanb. 
2öir finb beöt)alb bem öefiger beö ®ute^, ^erm ^ommer^ienrat ®. §erfelbt in 
3lnbemad^, für fein lieber bett)iefene^ opfernjiHigeg Entgegenkommen ^u befonberem 
^an! öerpflid^tet. 5lud^ ^erm 3nfpe!tor (Sirringt)au^, ber un^ nun fd^on bei 
öier SSerfud^en bie tüertüollften ^ienfte geleiftet fiat, if:pred^en n)ir unfere mörmfte 
^nerfennung aug. 

2)ie fieitung be§ SSerfud^ö lag in ben ^önben beg Serid^terf tattert, bem öon 
ber Sanbtoirtfd^aftöfammer für bie aft^einproüinj it)r ®efd^äftöfü()rer für SSiei)§ud^t, 
§err 9fiid^arb S3ofd^, a(g S3erater in ))raftifd^en fragen ^ur (Seite gefteEt toax. 

Syjad^bem fid^ auö früheren Sl^erfud^en ergeben f)atte, ia^ bie big bal)in be- 
(annten beiben gormen ber ted^nifd^ ^ergeftellten getrodEneten Kartoffeln, bie 
5^artoffelfIod£en unb Kartoffelfd^ni^el, fid^ au^ge^eid^net gur 9}Jäftung ber (Sd^toeine 
eignen, foHte in bem oorliegenben SSerfud^ eine neue 5lrt tedfjnifd^er Xrodten- 
!artoffe(n, bie ^re^fartoffeln, geprüft ttjerben, beren ^erftcHung fid^ tDefentlid^ oon 
ber ber beiben anberen gormen unterfd^eibet. Kartoffelflocfen toerben ^ergefteHt, 
inbem ^erquetfdtjten gebämpften Kartoffeln burc^ ^Inpreffen an mit ^ampf ge^ 
t)ei5te SSalgen ber größte ^eil ber geud^tigfeit entzogen njirb; Kartoff elfd^ni^el 
finb burd§ ^euerung^gafe getrorfnete rot)e jerfd)nittene Kartoffeln, bie ^regfartoffeln 
werben bogegen in ber SSeife erhalten, bafe auö verriebenen ro^en Kartoffeln burd^ 
abfangen unb ^bpreffen ^unäd^ft ber größte Xeil beö grud^tttjafferä entfernt unb 
ber Üiürfftanb erft mit ^ampf getrorfnet rt)irb. 

SBenn man Don ber Umtoanblung organifrf)er (Stoffe burd^ bie §i^e unb 
ben gang geringen 58erluften burd§ 5lug(augung beim kämpfen abfielt, bleibt bei 
ber ^erftcüung ber Kartoffelflocfcn unb Kartoffelj^ni^el bie Xrocfenfubftanä un^ 



öeric^t bcr fianbh)irtf(^Qfmcf|cn SSerfud^gfiotion Sonn. 



19 



öeränbert, tt)äf)rmb bei ber ^erftellung ber ^regfartoffeln ein grofeer Xeil ber im 
gruc^ttüaffer gelöften (Stoffe mit biefem entfernt mirb. ©§ ift nun ein glücfli^er 
Umftanb, ha^ babei gerabe am ber Kartoffel faft feine tvttiüoüm S^ä^rftoffe öer^ 
loren gef)en, ^umat W geringe SRenge fortgeführte^ ©itoeife tDieber^ugeminnen fein 
foH. @g fann aber fogar für bie ^luönu^ung unb 55e!ömmlid^feit ber ^rejg-^ 
fartoffetn öon Sßorteir fein, \)a^ auger gemiffen aUerbing^ no^ etnjaö t)t)pot^etif^en 
©toffen, bie bie .©d^ärfe" ber ro^en Kartoffeln oerurfad^en foKen, ein großer Steil 
ber Ä^atifal^e, an benen bie Xrocfenfubfion^ ber Kartoffeln befonberg reid^ ift, mit 
bem grud^tnjaffer entfernt toirb. 

©e^üglid^ ber fe^r guten (StaEeinrid)tungen fann ouf \>a§> in bem 55erid§t 
über ben im Sa^re 1906 angefteüten äRäftunggüerfud^ ©efagte üertüiefen nierben, 
ber aU Kummer 13 im 12. ^eft ber öom 9^ei^§amt beö Snnern tierau^gegebenen 
«eri^te über ßanbioirtf^aft aufgeführt ift. m^ (Sinftreu hjurbe ©tro^ in rei^lid^er 
SJ^enge üertüenbet. 

SDen ^Intüeifungen entfpred^enb mürben für ben §8erfud§ 2 ^Ibteilungen öon 
jungen SU^aftfd^tüeinen aufgeftem. Sebe Abteilung beftanb auö 2 ©ru^^en unb 
jebe ®ru))pe auö 4 Xieren. 

^ie ^erfu^gtiere tvaxm üerebeltc Öanbf^n:)eine tüeftfälijd^.olbenburgifc^er 
3ud§trid^tung. 5mitte D^oöember 1909, aflo etnja 3 SSod^en tjor S3eginn be^ eigent^ "" 
lid^en ^erfud^g, hjurben am einer größeren 3at)l glei^mäßig enttt)icfelter Xiere 
20 ©tücf au^gefuc^t, getrogen, in bie SSerfu^gftötte gebraut unb unter ftänbiger 
«eobad^tung gel)alten. (Sic erl)ielten ha§> auf bem ^ommer^of f^on feit öielen 
3al)ren hetDäi)xtt 9J?aftfutter, ein ©emif^ üon SWagermil^, gebämpften Kortoffetn, 
Wai^ unb etnja^ SSeiaenfleie, über bog in bem f^on angefüt)rten S3eri^t ouf 
(Seite 144/145 nähere Angaben gemalt Sorben finb. ^y^ad^bem Ut Xiere me^r- 
mal§ gebogen unb 16 ber geeignetften gu je 4 (Stücf aufammengefteüt njorben 
loaren, erfolgte am 3. ^De^ember 1909 ber S3eginn beö eigentlid^en S3erfud^g, alg 
bie (Sdimeine ein burd^fc^nittlid^e^ ©emi^t oon 55,5 kg unb ein Filter üon runb 
5 9)?onaten erreid^t i)aitm. 

®a^ gutter fe^te fic^ ^ufammen am äJ^agermilc^, gefd^rotenem 9Wai§ unb 
tcn beiben (Sorten ^rodenfartoffeln. hinzugefügt tourben nod^ für Xag unb 
(Stücf 10 g ed^lemmfreibe unb 5 g 35iel)falä. ^ie beiben ^araüelgruppen einer 
jeben 5lbteilung iDurben felbftoerftänblic^ ganz glei^mäßig gefüttert, unb e^ njurbe 
aüd) barauf gehalten, t>a^ bie mit üerfd^iebenen (Sorten t)on Xrocfenfartoffeln er-^ 
n'di)xtm 5lbteilungen nad) ber 9?ec^nung gleite Stengen üon (gitueiß unb (Stärfe^ 
mert erl)ielten. S)iefe ^äl)rftoffe mürben ben Kellnerfd^en formen für aj?aft^ 
fd^ttjeine möglid^ft genau angepaßt. 

^ie üom ^eutf^en Saubtoirtf^aft^rat ^ur SSerfügung gefteßten $!reßfartoffetn 
unb bie §uge!auften Kartoff elf locfen maren Don guter 33efd§affenl)eit. ®er SSoffer^ 
geaalt ber gioden betrug nur runb U%, ließ aljo !eine S3eben!en megen ber 
^altbarfeit auffommen. ^ie ^reßfartoffeln entl)ielten allerbingg etma 16^0 SSaffer, 
zeigten aber bo^ bei bcr uorfi^tigen Lagerung feine 9kigung gum 3Serberben. 
®a^ 9}?aiöfd§rot mürbe auf bem ©utc felbft au^ frifd)en Körnern üon amerifanifc^em 
3J?aiö l)ergefteat, unb bie SO^agermild^ lieferte ber in ber ©utömolferei ^ur 33utter'^ 
bercitung biencnbe 9f{abiator. 



20 



I. Scric^t bcr Sanbtt)irt[d^a[tac^en Sßetfuc^fiiftatton Sonn. 



95on Qllen Futtermitteln iDurben 511 uerfd^iebenen Qdtm ^tvä öoKftänbigc 
Unterfud^ungen auggefü^rt unb au^erbem atte üierae^n Xage ber 5[öafferge^a(t 
fontrodiert. ^te ©rgebniffe geigten nur gan^ geringe (Sd^rtJanfungen. 33ei ber 
9}?agermitd§ t)ielten tt)ir eine f^ärfere Ä^ontroffe für tt)unfd^en§tt)ert unb führten 
oufeer ^tDei DoUftänbigen Unterfud^ungen nod^ dtva einen Xog um ben anbern, 
im ganzen an 39 Xagen, 33eftimmungen be^ ^cttQt^alt§> unb be^ f^e^ififc^en 
©etüid^t^ an^. Hbgefe^en Don gtüet Xagen, an benen tüir gan^ abtpeid^enbe 3a^len 
ert)ierten, tvax bie 3ufammenfegung ber SU^agermild^ genügenb gtei^möfeig. 

SSir erhielten 

im 3J?aftnium im SWinimum im Wtttl 

fpesififd^eg ©etüi^t . ... . 1,0358 1,0331 1,0348 

entfpred^enb Xrocfenfubftanj . . 9,69 7o 8,96 7^ 9,19 o/^ 

gett . . ....... 0,50 „ 0,12 „ 0^18 „ 

: 1 r ;Sm ^ur^f^nitt ber Unterfud^ung^ergebniffe Ratten bie Futtermittel fotgenben 
projentifd^en (^^i^alt an 9?o^nä^rftoffen: 

^refefartoffeln Äartoffelflocfen 



ffiaffer .. .C/^v^V^^^^ . 15,88 

Fett . . ..... 0,12 

ftirfftoff freie (gjtraftftoffe 76,73 

9?o^fafer ..... 2,46 

^fd^e. ...... 1,81 



13,73 
6,59, 
0,35' 

71,92 
2,78 
4,63 



aj^Qis 

14,23 
9,90 
3,93 

68,66 
1,70 
1,58 



2KogermiIc^ 
90,81 
3,48 
0,18 
4,83 

0,70 



100,00 
S^id^teitueife . . .' '. . 0,81 



100,00 
1,82 



100,00 
0,60 



100,00 



Für bie 33ered^nung be^ ©e^altö an üerbauü^en 9^üt)rftoffen tüurben folgenbe 
SSerbauungöfoeffi^ienten benugt: 

9io^proteitt, . ... 46 75 74 95 

Fett ....... - _ 39 ^QQ 

fticfftofffreie %traftftoffe 94 96 95 100 

^ot)fa}er 75 72 47 _ 

^ ^er (^^^alt ber Futtermittel an öerbaulic^en 9^ä^rftoffen unb an (Störfetpert, 
genau nac^ ^ elln er ^ Angaben bered^net, betrug fono^ in ^ro^emen: 



9?ot)protän . y ^ . q 1,38 

Fett .■■■ ■ / :''\:'''\''' -.'■■■:'■'■ —. 

fticfftofffreie (gftraftftoffe 72,13 
^o^fafer . . ... 1,85 
eitüeig . ;. > . . . 0,57 



4,94 

69,04 
2,00 
3,12 

73,97 



7,33 
3,50 

65,23 
0,80 
6,73 

78,78 



3,31 
0,18 
4,83 

3,31 
7,22 



(Stärfetüert 74,52 

Söei ber Söere^nung be^ ©tärfeltjerte^ tüurben aUe F"tterftoffe aU öott-^ 
toertig im ^eUnerfc^en (Sinne angefet)en, nur rt)urben bie im rtjefentüAen au^ 
ay?i%uc!er beftet)enben fürffto ff freien (gjtraftftoffc ber 3J?agermi(^ blofe m 76 0/ 
tt)reö 33etrageg eingefe^t. ^a Wi S3eginn be^ ^^erfuc^g noc^ feine Hu^nugunq^! 
uerfuc^e mtt ^regfartoffeln üorlagen, iDurben mit 3uftimmung ber «erfucb^Ieituna 
alg «erbauung^foeffiäienten für biefeg Futtermittel hk für Ä^artoffelf^ni^el an- 



I. «erlrfit ber Sanbrnirtjc^aftlicften 9Ser|ucf)S[tation 55onn. 



21 



genommen, ^te anatt)ttfc^en S3efttmmungen tüurben nad) ben im ^erbanb Ianb= 
tDirtjrf)aftUd|er 35erjud^§ftationen im ^eutj^en 9^eid§e übüd^en 3)?et^oben au^^ 
gefüi)rt. 33ä ber S3eftimmung be§ ©e^altö an nid^teimeifeartigen ©ticfftoff* 
üerbinbungen bebienten tüir un§ ber im 12. §eft biefer Seric^te über fianb^ 
n)irtfrf)aft auf ©. 186 üon un§ befd)riebenen ^bänberung. 

^ie folgenbe Xabelle ^eigt bie t)on jeber au^ 4 ©d^tüeinen befte^enben 
(Gruppe öer^efirten guttermengen in ^logramm: 

A. ^refefartoffel^^Ibteilung. 





ber 

Sage 


^refefartoffeln 
täglicfi im ganzen 


^iJiagermilc^ 


ma\^ 


:.^ ■;"■'.' 


täglid) 


Jim ganzen 


iäQm 


im gangen 


4. 12. 9. 12. 


6 


2,081 


12,486 


11,102 


66,612 


1,179 


7,074 


10.12. 18.12. 


9 


2,720 


24,480 


12,766 


114,894 


0,616 


5,544 


19.12.-3.1. 


16 


5,816 


93,056 


25,280 


404,480 


0,732 


11,712 


4. 1. 7. 1. 


4 


6,979 


27,916 


30,336 


121,344 


0,879 


3,516 


8.1. 10.1. 


3 


7,585 


22,755 


29,677 


89,031 


0,452 


1,356 


11.1. 18.1. 


8 


7,984 


63,872 


30,528 


244,224 






u^mmmmm'^^ 1 '>(^ 1„„ 


^^ 


8,636 


17,272 


31,292 


62,584 


— 




'■•V.-V-:"^''>-:V;: 21.1. 23.1. 


3 


8,759 


26,277 


31,739 


95,217 






^"■iV'^-- :■"■■:!;■ 24.1.-27.1. 


4 


9,055 


36,220 


32,812 


131,248 






.'■;-::e^^>^:>. 28.1. 14.2. 


18 


9,351 


168,318 


33,885 


609,930 




- 


15.2. 23.2. 


9 


9,356 


84,204 


31,779 


286,011 






24.2.-6.3. 


11 


8,420 


92,620 


28,601 


314,611 








93 




669,476 




2540,186 




29,202 






B. S^ar 


toffelflocf 


en-^btei 


(ung. 






^.■-■•■:'^" •--.."■'■ ''^'' 


8a^I 

ber 

Soge 


Äartoffelflocfen 
täglirf) im ganjen 


^iliogermilcf) 


3Rat§ 




täglich 


im ganzen 


täglid) 


im ganjen 


1 4. 12. 9. 12. 


6 


2,214 


13,284 


9,588 


57,528 


1,179 


7,074 


10. 12. 18. 12. 


9 


2,893 


26,037 


10,787 


97,083 


0,616 


5,544 


19.12.— 3.1. 


16 


6,289 


100,624 


20,392 


326,272 


0,732 


11,712 


4.1.-7.1. 


4 


7,546 


30,184 


24,470 


97,880 


0,879 


3,516 


8. 1. 10. 1. 


3 


8,201 


24,603 


23,303 


69,909 


0,452 


1,356 


11.1. 18.1. 


8 


8,633 


69,064 


23,818 


190,544 


— 


— 


19. 1.— 20. 1. 


2 


9,329 


18,658 


24,098 


48,196 




— 


21. 1. 2^3. 1. 


3 


9,462 


28,386 


24,442 


73,326 


— 




24. 1. 27. 1. 


4 


9,782 


39,128 


25,268 


101,072 






28. 1.— 14. 2. 


18 


10,102 


181,836 


26,094 


469,692 






15.2.— 17.2. 


3 


10,108 


30,324 


25,024 


75,072 






18.2. 21.2. 


4 


9,892 


39,568 


24,241 


96,964 


— 




22.2. 


1 


9,784 


9,784 


23,850 


23,850 






23. 2. 24. 2. 


2 


9,417 


18,834 


22,520 


45,040 






25. 2. 26. 2. 


2 


9,119 


18,238 


21,120 


42,240 






27.2. 6.3. 


8 


9,097 


72,776 


22,522 


180,176 







93 



721,328 



1994,844 



29,202 



»11 



22 I. Script bcr ßanbtülrtf^aftUdicn S.^erfu(^Sftotton 93onn. 

Um überft(^tlt(^e Qa^m 5U ert)a(ten, empfiet)tt eg fic^, bie öanje J8e«g^ 
.ett üott 93 Xagen in brei sletcfie ^Mc^nittc öon 31 Xagen, alfo ettoa ^er^auer 
eineg 3J?ottatg, ju aerlegen. ^a^ ift in ber folsenben XabeUe 9efcf)et)en. (S^M^ 
zeitig ift baritt ber burc^jc^nittüc^e ^erje^r für ^opf unb Xag in ben einzelnen 
SSerfu^^abf^nitten angegeben. 

Futterperbraudi in Kilogramm nach Verfuchsmonafen geordnet. 

A. ^reftfartoffel^^bteilung. 



1. 9Konat . . . 
2. 



ff 



1. unb 2. SOlonat 
ganger SSerfud) 



ber 
Sage 



31 
31 
31 



«Berje^r jeber ®rup^e üon 

4 @(^ttjeinen jufammen Ȋ^renb 

beä ganjcn Settabjd^nittS 



^rcfe* 



9Kagcr= 



fartoffeln i mtlc^ 



9ÄotS 



3)urc!^j(^ntttlic^er SScrge^r 
für Äo<)f unb Sag 



^refe* 
fartoffeln 



SWagcr^ 

mm 



maX9, 



130,022 
259,769 
279,685 



62 
62 
93 



389,791 
539,454 



585,986 
980,843 
973,357 



24,330 

4,872 



1,0486 
2,0949 
2,2555 



4,7257 
7,9100 
7,8497 



0,1962 
0,0393 



1566,829 
1954,200 



669,476 2540,186 



^^,202 

4,872 

29,202 



1,5717 
2,1752 
1,7997 



6,3179 
7,8798 
6,8285 



1,1775 
0,0196 
0,0785 





B. . 


^artoffelflocfer 


t'^^lbteil 


ung. 








3aöl 

ber 

Sage 


gSerje^r jeber ®ru|)))e öon 

4 ©(^weinen jujammen wä^renb 

beS ganaen 3eltabf(^nitt§ 


S)ur(i^f(!^mttU(^cr SSerjc^r 
für Äopf unb Sag 




Kartoffel- 
flocfen 


^lUiager« 


gjJaiS 


tartoffeI= 
florfen 


9)'Jager= 

mm 


^Diat§ 


1. ^Jieonat .... 
3. „ .... 


31 
31 
31 


139,945 
280,737 
300,646 


480,883 
763,585 
750,376 


24,330 

4,872 


1,1286 
2,2640 
2,4246 


3,8781 
6,1579 
6,0514 


0,1962 
0,0393 


1. unb 2. äJeonat 
^, ff 0, tt ' ' 
ganjer SScrjud) . . 


62 
62 
93 


420,682 
581,383 
721,328 


1244,468 
1513,961 
1994,844 


29,202 

4,872 

29,202 


1,6963 
2,3443 
1,9391 


5,0180 
6,1047 
5,3625 


1,1775 
0,0196 
0,0785 



^uö ben aJlengen ber t)er5et)rten gutterftoffe unb it)rem ©e^alt (äfet fi^ 
nun bered^nen, föieöiel öerbauUc^e^ ©itüeife unb ©tärfetpert bie (?d^tt)eine auf-^ 
genommen ^aben. 3n ben folgenben Xobeüen finb biefe Angaben gemad)t unb 
ixoox für biefelben «erfu^öabfc^nitte lüie in ber t)orftef)enben ^luffteüung. ^ie 
^Tabellen geigen au^, n)eld^er Anteil beö gefamten ^tärteujertg öon ben Xrocfen-^ 
fartoffeln geliefert tourbe. 



■"^fln.-girTr . 



11,1^^^^ 



I. 35eric^t ber Sanbioirtjc^aftncftcn 58erjuc^«ftatton Sonn. 

Verbraudi an uerdaulichem Elweifs und Sfärkewerf in KKogramm. 

^regfartoffct. Abteilung. 



23 



y ;■;-;■;■ --■ 




ber 
^age 


SScrae^r jeber &mppt üon 

4 ©c^iueinen julammcn 

wät)renb be§ ganzen 3eit= 

abjcfintttS 


3)urc^|(^nittlic^er SSerje^r 
für Äo|)[ unb Sag 


SSon 
100 Seilen 
©tärfewert 




t)cr= 

bauUc^e§ 

©ittjeift 


©tärfenjert 


üer= 

bauliches 

eiroei^ 


©tärfcnjert 


entfielen 




im 
gan3en 


in 3rorm 

ber 
3:rocfen^ 
tartoffeln 


im 
ganzen 


in iJorm 

ber 
Xrocfens 

fartoffeln 


auf bie 

Srocfen= 

fartoffeln 

Seile 




1. 2«onat , . . 

2. ■ -^ ^,,; :'■'-.; .'■;.. . 

Q 


31 
31 
31 


21,774 
34,275 
33,812 


158,610 
268,284 
;278,697 


96,892 
193,580 
208,421 


0,176 
0,276 
0,273 


1,279 
2,164 

2,248 


0,781 
1,561 
1,681 


61,1 

72,2 
74,8 




1. unb 2. S^Jonat 
ganzer SSecjucf) . 


62 
62 
93 


56,049 
68,087 
89,861 


426,894 
546,981 
705,591 


290,472 
402,001 
498,893, 


0,226 
0,275 
0,242 


1,721 
2,206 
1,897 


1,172 

1,621 
1,341 


68,0 
73,5 
70,7 




1. ^TOottat . . . 
3. „ ... 


31 
31 
31 


21,920 
34,362 
34,217 


rtoffel 

157,647 
266,679 
276,565 


floden- 

103,517 
207,661 
222,388 


Abteil 

0,177 
0,277 
0,276 


ung. 

1,271 
2,151 
2,230 


0,835 
1,675 
1,793 


65,7 
77,9 
80.4 




1. unb 2. i/ionat 

2. . 3. „ 
ganjer SSerjuc^ . 


62 
62 
93 


56,282 
68,579 
90,499 


424,326 
543,244 
700,891 


311,178 
430,049 
533,566 


0,227 
0,277 
0,243 


1,711 
2,191 
1,884 


1,255 
1,734 
1,434 


73,3 
79,2 
76,1 



gür ben 3tt)ecf beg ^erfu^eg ift bie (grmittlung be§ S5er^öltntffe§ befonber^ 
tuertöod, in bem ber t)on ben Strodtenfartoffeln gelieferte Anteil be^ (Stärfetuert^ 
au bem gefamten 8tärfert)ert beö ^utter^ fte^t. ^^^\:)aib fd^liefeen ttjir noc^ bie 
folgenbe %ahcUt an, bie biefe^ 3}ert)ä(tniö für aEe Zeiträume mit glei^er Fütterung 
einzeln an^iU. ^iefe auöfü^rlid^en Angaben finb um fo münfc^en^ttjerter, aU hjegen 
ber mangelhaften ^ufnat)me ber ^artoffelfCocfen im legten SD^onat öfter gutter^ 
änberungen eintreten, alö beabfid^tigt wax. 

((Sief)e bie ZaWUt auf @. 24.) 

^aö gutter ber ©d^meine itjurbe tägü^ öormittag^ für jebe Gruppe einzeln 
abgenjogen. 3n ber ^eife zugegebenen SO^agermitd^ quollen bie giocfen fofort ftarf 
auf, fo t>a^ fie mit ber ä)?i(d^ einen 93rei bilbeten. ^ie ^refefartoffeln tüurben 
auc^ gut aufgert)eid§t, borf) tüar \)a§> ^uttergemifd^ njeit baöon entfernt, eine fo 
einl)eitlid^e meid^e 90^affe gu bilben aU 'Oa^ giodtenfutter. Gefüttert tüurbe brei- 
mal täglid^, unb ^ttjar morgend 7, mittag^ IIV2 unb ahm\)^ 6V2 U^r, nur an 
hm SSögungötagen erfolgte bie SJ^orgcnfütterung ettoaö fpäter. ^ie Sliere nahmen 
beibe (Sorten Xrodtenfartoffeln fofort mit großem 5l|)petit auf, nur ttjar bie ®e^ 
n)id^tö5una^me nad^ ^(u^lüei^ ber 3Sögung nad^ Utägiger ^auer beö 3?erfud^§ 
ganz unbefriebigenb, unb bie (Sd^tüeine maren unrul)ig, al^ ob fie nod^ junger 
l)ätten. 2öie fid^ balb l)erauöftellte, Ratten bie ©d^ioeine in ber %at infolge eine^ 



24 



I. SeriAt ber fianbtt)irtjrf)QftHd)en SSerjurfiäftatton 93onn. 



ö 






^refefartoffeI=?lbteiIung 



SSon ben 4 @(t)töeinen 

jeber ©ru^pc »urben 

üer^etirt ß'tlogramm 

©tärfenjett 



im 

ganaen 



in gorm 

Don ^refe= 

fartoffeln 



9Son 100 

Xcilen 

©tärfewert 

entfielen 

auf bie 

^refe= 

fartoffeln 



ÄartoffelfIocfen=?lbteUung 



aSon ben 4 8d)ttjeincn 

jeber ®ru|)pc mürben 

oer^e^rt Jillogtamm 

©tärtewert 



im 
gangen 



in ^orm 

tjon ÄartoffeI= 

flocfen 



aSon 100 
Xcilen 

©tärferoert 
entfielen 
auf bie 

ÄartoffeI= 
floden 



4.12 
10. 12.— 
19.12.— 
4.1.— 
8.1.— 
11. 1.— 
19. 1.- 
21. 1.- 
24.1.- 
■D^a 1.^ 
15. 2.- 
18. 2.- 
22 
23 
24 
25. 2.- 
27. 2.- 



9.12. 

18. 12. 

3.1. 

7.1. 

10.1. 

18.1. 

20.1. 

23.1. 

27.1. 

14.2. 

17.2. 

•21. 2. 

2. 

2. 

2. 

-26. 2. 

-6.3. 



6 
9 

16 
4 
3 
8 
2 
3 
4 

18 
3 
4 
1 
1 
1 
2 
8 



19,758 
30,961 

107,893 
32,369 
24,467 
65,230 
17,390 
26,456 
36,467 

1 fiQ,4fy 



83,399 



9,305 
18,242 
69,345 
20,803 
16,957 
47,567 
12,871 
19,582 
26,991 



47,1 
58,9 
64,3 
64,3 
69,3 
73,0 
74,0 
74,0 
74,0 




I 



91,735 



62,749 



69,020 



75,2 



75,2 



19,623 
30,692 

107,332 
32,199 
24,328 
64,844 
17,281 
26,291 
36,240 

168,416 

27,851 

36,269 

8,959 



} 



17,183 

16,540 
66,841 



9,826 
19,256 
74,432 
22,327 
18,199 
51,087 
13,801 
20,997 
28,943 
134,504 
22,4^ 
29,268 

7,237 

13,932 

13,491 
53,832 



50,1 
62,7 
69,3 
69,3 
74,8 
78,8 
79,9 
79,9 
79,9 
79.9 



80,5 
80,7 
80,8 

81,1 

81,6 
80,5 



93 705,593 498,893 



70,7 



700,889 533,563 



76,1 



imiBüerftänbmffe^ nur bie ^ölftc beg i(}ncu ^ugebad^ten ^utter^ ert)alten, U bie 
für je mer (5d)tüeine einer jeben (S^ruppe beftimmten SJ^cngen auf bie ganje 5lb^ 
teilung bon 8 ©tücf üerteilt Sorben traren. 3Senn anä) biejeö SDafebcrftänbni^ 
§u bebauem tvax, fo t)at eö bo^ für bie 33eurtei(un(; be^ ganzen 33erfud^g ni^t 
t)ie( 5u bebeuten, ba bie ^u geringen guttergaben nur 14 Xage lang gereicht 
njurben. 3a, eö liefe fid^ babei bie intereffante ^^eobarf)tung mad^en, bafe bie (SJe== 
nji^t^äuna^me ber beiben ^refefartoffetgruppen bei biefem fet)r fnappen ^utter 
tt)eit bcffer ttjar a(§ bie ber beiben glodtengruppen. 

^aä) ben erften 14 Xagen mit ^u geringen guttergaben tt)urbcn aud) bie 
Anteile ber 9f?ationen an Xroc!en!artoffe(n fofort gesteigert. ®ic Xiere ert)ielten 
auf 1000 kg £ebenbgen)id)t §unäd)ft runb 24 kg ^refefartoffeln unb 27 kg ^ar-^ 
toffelflocfen. ^a firf) feine Störungen einftettten, gingen mx in ber ^nreid)erung 
ber Station rafc^ ttjeiter, h)ie fid^ am beutlid)ften ai\^ ber legten Tabelle oben auf 
biefer @eite ^eigt, bie für aUe geiträume mit gleid^er Fütterung einzeln angibt, iüieuiet 
t)on 100 teilen (Stärfetüert im $^utter auf bie Xrodcn!artoffeIn !am. 35 ^agc 
nafij beginn be§ SSerfud^ö iDurbe bie immer me^r eingefc^rönftc 9}?ai^gabe gan^ 
fortgelaffen. ^a§ gutter beftanb Don t^a ah biö jum (Snbe be^ SSerfuc^^\ aljo 
58 Xage lang, nur auö Xrodenfartoffeln unb aJJagermild), ettua^ ^odifal^ unb 
(Sd)(emm!reibe, unb bie Tlmc^c ber Xrodenfartoffeln ttjurbc nun an ber unter ben 



mt' 



I. Scric^t ber SQnbn)iit|c^a|tnct)en SSerjucf)§ftatton 93onn. 



25 



9en)öf)lten 35er^ä(tmffen nu^erften erreid^Baren Stenge gef)a(ten, bie burrf) ben 
<Stär!en)ert bcr ah% (Sitücifeträcier öcriüenbeten ^DZagermilcl^ 9^309^^ ^ö^- ®teid) 
na^ 3Be9nal)tne beg ajiaife^ (tefcrten bie ^re^artoffetn 69,3 unb bie gioden 
74,8 7o t)e§ ©tärfetpert^ be§ gutter§. ©d^ou nac^ weiteren 3 Xagen tourben bie 
Anteile auf 73,0 be^tü. 78,8^0 ert)öl)t imb na(^ tüeiteren 8 Xagen, ba§ ift 46 Xage 
nad^ beginn be§ SSerfud)§, auf 74,0 begtt). 79,9 o/o- tiefer i)oI)e betrag tt)urbe 
bi^ 5um (5nbe be§ ^erfud)^, alfo 47 Xage lang, nic^t me^r unterfd^ritten, ja 
fogar nod^ ein ttjenig gefteigert. ^er ^öd^fte überf)aupt erreid^te (Bian\) be^ öou 
ben Xrodfen!artoffeIn gelieferten 8tär!elt)ertanteil§ betrug bei ben ^^refe!artoffe(n 
75,2 unb bei ben gloden 81,6 7o ^^^ gefamten @tär!eti)ert§. 

D^ad^bem bi^ TOtte gebruar aüe^ ot)ne ben geringften 3tt)i(d^enfal( gut ge- 
gangen tvax unb bie (Sd^n)eine ein ®ett)ic§t üon je runb 100 kg erreid^t Ratten, 
fingen bie beiben glodfengruppen an bie guttertröge mit immer größerer Säfftgfeit 
^u leeren unb fd)lie^lid^ gutterrefte übrig §u (äffen, bie nid^t mef)r unterjubringen 
tüaren. ^a§ nad^ ben 9^ormen bemeffene ^utter tüar alfo für bie 5lufnaf)me' 
fäl)igfeit ber glodenfd^tpeine §u reid^tid^ getüorben. 5lud^ bie mit ^re^fartoffcln 
gefütterten (Sd^tüeine fonnten 5U berfelben ßeit bie guttergaben !aum met)r be^ 
n)ä(tiöen, bod^ ging e^ I)ier ol)ne nennen^tüerte gutterrefte ah, unb ber 5Ippetit be^ 
Xiere blieb immer entfcf)ieben beffer aU ber ber glodfenfd^meine. 

Sn ber 3^^ ^^m 18.— 20. gebruar mürben im ganzen bei ber glorfen- 
gruppe 1 unb 3 on gutterreften 6,2 bejm. 8,2, im TOttel alfo 7,2 kg gemogen, 
bie fic^ auf bie einzelnen Xage jiemlid^ gteid^mä^ig verteilten. ®ie ^na(t)fe 
ber gutterrefte ergab in ^rogenten: 





aSaffer 


Üio^protein 


Sett 


©tirfftofffrcic 
ejtraftftoffc 


Gruppe 1 . 


. . 68,71 


4,61 


0,06 


23,17 


. 3 . 


68,36 


4,72 


0,06 


23,25 



9?o^fajer 


?lfd)e 


1,08 


2,37 


1,20 


2,41 



Hu^ bei;t in ben Tabellen niebergelegten 3^^)^^^ über ben ^t\)a[t ber gutter- 
mittel unb bie in ber betreffenben 3^^^ uerabretdjten 3J?engen ergibt fid) folgenbe 
projentifd^e 3ufammenfe^ung be§ gutter^: 

68,51 4,37 0,23 24,09 0,80 2,00 

^ie Übereinftimmung ber 3ii)on^"^ei^f^feu^9 ^^^ gutterrefte unb be^5 guttcr^ 
ift alfo befiiebigenb, unb e^3 liefen fid^ be^^alb au^ ben 9fleften bie nid)t jum 
^erjelir gebrad^ten f leinen Anteile ber einzelnen guttermittel leidet bered^nen unb 
üon ben Angaben über bie gereichten guttennengen ab5iel)en. ^iefe Slorrefturen 
finb in ben obenftet)enben Xabellen bereite angebrad^t. 

^ie tro§ ber .^p^^^bfe^ung ber Station nod) nt(^t fel)r gute grefeluft ber 
glodenfd)meine mürbe fofort mieber normal, al^ mir ben Xieren mittags; nad^ ber 
Tlai^l^di 3Saffer reiften, unb ^mar 1 1 auf ben Stopf. SBir fonnten nun tägli^ 
beobaditen, ha'l^ bie glodenfd^tucine ba§ SSaffer begierig aufnal)mcn, mät)renb e^ 
bie ^refefartoffelfdimeine faft garnidjt anrül)rten. ^ie in ber glocfenration entl)altene 
SSaffermenge toar niebriger aU bie ber ^re^artoffelrotion. 9}?it jener naljmen 
bie Xiere in ber legten 3eit be^ 3Serfu^^ auf ^opf unb Xag 5,4, mit biefer 
6,8 kg, alfo 1,4 kg mel)r SBaffer auf. ^lö meiterer @runb für ba§ oerfd^iebenc 



/^ 



26 



I. Sendet bcr fianbn)trt[c^aftlid|en SSerM^ftation SSonn. 



ißert)alten ber beiben Abteilungen !ann nod^ ^in^uJommen, ba^ n)egen beö natür= 
Ud^en (Sat^ge^alte^ ber Slartoffeln, ber nod^ burd^ hk (Sat^^ugabe ^um gutter 
berme{)rt tüurbe, bte Xiere mef)r ^urft befamen aU bte mit ben faläarmen ^re^= 
fartoffeln emä()rten. SSieHeid^t märe eg rid^tiger gen^efen, bie ©al^gabe hd ber 
^(ocfenabteilung niebriger gu bemeffen al^ bei ber ^regfartoffelabteitung. Unfere 
SBeobad^tungen über bie SSofferaufna()me befd^rönften fid§ (eiber nur auf bie testen 
S Slage be§ SSerjud^^, unb tüir bebauem, ba^ tüir biejem ^n!t nid^t fd^on früt)er 
met)r 5(ufmer!famfeit sugemenbet f)aben. Am ri^tigften tüäre eö lüo^l getpefen, 
bie SSaffermenge ber beiben 9ftationen burd^ 3ugabe öon SSaffer ^n ber gtodfen^ 
ration bon üorn()erein au^äugleic^en. 3n ben tüeiter ^urürfüegenben SSerfud^^^ 
abfd^nitten aber mit engerem @itt)ei^tier()ältni§ bürfte liegen ber größeren 5D^iId^^ 
menge fein SSaffermangel i3orf)anben gett)efen fein. 

^ie Xiere lüurben nad^ ber ißorfd^rift im nüdjtemen 3uftanb alle 4 Sßod^en 
an brei aufeinanberfolgenben Xagen getrogen unb ferner in ber 932itte einer fold^en 
4möd^igen ^eriobe nid^t nur an einem, fonbern an ^tüei aufeinanberfolgenben 
Stagen. Tiie bireft htoha(i)tdtn ©etüid^te ber (Sd^n)eine finb in ber ^ägung^:^ 
tabette am (Sd^Iufe be^ S3erid^te^ sufammengefteKt. %n^ i^nen ergeben fid^ tk 
fotgenben Utägigen @en)id^tg5unat)men ber (5d^n)eine in ^togramm: 



3.12.— 17. 12. 
17.12.— 31.12. 
31.12.-14.1. 

14.1.— 28.1. 

28.1.— 11.2. 

11.2.— 25.2. 

25. 2.-6. 3. 



Xagc 
14 

14 
14 
14 
14 
14 
9 



A. $re6!artoffer^Abtei(ung. 

9?ummer beg @d)tt)ein§ 



92ummer beS ©c^mein§ 



5 

3,5 

12,7 

12,3 

10,5 

9,2 

8,0 

7,0 



6 

4,8 

10,8 

12,2 

6,5 

9,2 

12,8 

3,5 



2 

6,4 
11,8 
11,0 
10,2 
8,5 
0,8 
10,6 



8 

4,0 
8,8 

12,3 
4,7 

14,1 
9,9 
7,2 



13 

5,1 
14,0 

7,9 
10,3 
12,0 
10,0 

5,7 



14 

7,1 
14,2 
15,7 

8,5 
11,5 
16,1 

6,7 



15 

4,0 

6,7 

12,2 

5,1 
9,7 
8,2 
5,6 



16 
4,3 
8,7 
11,5 
11,5 
8,6 
6,9 
3,8 



langer ^^erfud^ 
3.12.— 6.3. 



93 63,2 59,8 59,3 61,0 65,0 79,8 51,5 55,3 



3. 12. 

17.12. 

31. 12.- 
14. 1. 
28. 1.- 
11.2.- 
25. 2.- 



-17.12. 
-31. 12. 
-14. 1. 
-28. 1. 
-11.2. 
-25.2. 
-6.3. 



3:agc 

14 
14 
14 
14 
14 
14 
9 



B. Slartoffelflocfen^Abteilung. 

Q/>xuppi 1 
9?ummer beä @c^roein§ 



&mppt 3 
92ummer beS 6c^roein§ 



1 

3,1 

11,2 

13,5 

7,8 

10,5 

9,5 

6,7 



7 
-0,7 
8,8 
9,4 
7,8 
9,5 
6,0 
9,3 



3 

5,2 
10,8 
13,4 

8,0 
10,3 
11,0 

8,2 



4 
3,5 

5,8 

14,7 

7,8 

5,3 
11,5 



9 
1,3 

12,0 

14,5 
5,2 

14,8 
9,2 

10,0 



10 

1,5 

9,7 

14,2 

7,6 

11,5 

10,2 

6,3 



(SJanjer 3Serfud^ 
3. 12.-6. 3. 



11 
4,8 
8,8 

14,0 
5,2 

12,2 
9,6 
9,5 



12 

-1,0 

7,0 

10,2 

1,5 

11,7 

6,3 

7,7 



93 62,3 50,1 66,9 57,8 67,0 61,0 64,1 43,4 



I. S3cric^t ber ßanbttjittfd^aftlic^cn Ser|u(^3ftatton 93onn. 



27 



Berlegt man bte S^erfu^gjeit in biefelben monatlid^en 5lbfd§mtte njte oben 
bei ber SDarftettung beg Suttertjerbrauc^g, fo ert)ätt man folgenbe Überftd^t über 
bte 3unat)men ber ©d^iüeine in ^(ogramm: 



A. ^refefartoffel'^^lbteitung. 





Xage 


&tuppt 2 


®vuppt 4 




9?ummer bc§ ©c^roein« 


Sflummtt be« ©c^roetnS 








«r>tu«T 




^tttef 






5 


6 


2 


8 




13 


14 


15 


16 


Ji/VlllVl 


> fcSKonat . 


31 


18,84 


18,21 


20,56 


15,44 


18,26 


20,79 


24,66 


13,31 


15,46 


18,56 


i&^m 




0,608 


0,587 


0,663 


0,498 


0,589 


0,671 


0,795 


0,429 


0,499 


0,599 


2. ajjonat . . 


31 


24,10 


20,03 


22,48 


20,40 


21,75 


21,65 


25,77 


18,85 


24,23 


22,63 


täglich 




0,777 


0,646 


0,725 


0,658 


0,702 


0,698 


0,831 


0,608 


0,782 


: 0,730 


3. 9Konat . . 


31 


20,26 


21,56 


16,26 


25,16 


20,81 


22,56 


29,37 


19,34 


15,61 


21,72 


: .V tögiif^ 




0,654 


0,695 


0,525 


0,812 


0,671 


0,728 


0,947 


0,624 


0,504 


0,701 


1. it. 2. aifJonat 


62 


42,94 


38,24 


43,04 


35,84 


40,01 


42,44 


50,43 


32,16 


39,69 


41,18 


täglich 


fi9 


0,693 
44,36 

0,715 


0,617 
41,59 
0,671 


0,694 
38,74 
0,625 


0,578 
45,56 

0,735 


0,645 
42,56 

0,686 


0,685 

A Ä Ol 


0,81? 

RK 1 Ä 


0,519 


0,640 


0,664 


täglich 


D^ 


44,<2l 

0,713 


55,14 
0,889 


38,19 
0,616 


d9,84 
0,643 


0,715 


: ®anaer SSerju(^ 


93 


63,2 


59,8 


59,3 


61,0 


60,82 


65,0 


79,8 


51,5 


55,3 


62,90 


täglich 




0,680 


0,643 


0,638 


0,656 


0,654 


0,699 


0,858 


0,554 


0,595 


0,676 







B. 


Äarl 


toffelflorfen-^^bt 


ei(un( 


i- 










5Cage 


®rut)pe 1 


®rn^pe 3 




Stummer beä @d)tDein§ 




92ummer bcS ©c^toemä 










9J?ittcI 




Sßittel 






■X-:.^: 


^ ;-;.7 


3 


4 




9 


10 


11 


12 




1. monax . . 


31 


17,19 


10,11 


18,87 


12,45 


14,66 


16,41 


14,24 


16,60 


8,19 


13,86 


täglich 




0,555 


0,326 


0,609 


0,402 


0,473 


0,529 


0,459 


0,535 


0,264 


0,447 


2. «Wonat . . 


31 


22,91 


19,26 


22,94 


23,29 


22,10 


22,93 


23,69 


21,43 


14,52 


20,64 


täglich 




0,739 


0,621 


0,740 


0,751 


0,713 


0,740 


0,764 


0,691 


0,468 


0,666 


3. 3Konat . . 


31 


22,20 


20,73 


25,09 


22,06 


22,52 


27,66 


23,07 


26,07 


20,69 


24,37 


täglich 




0,716 


0,669 


0,809 


0,712 


0,726 


0,892 


0,744 


0,841 


0,667 


0,786 


1. u. 2. gjjonat 


62 


40,10 


29,37 


41,81 


35,74 


36,76 


39,34 


37,93 


38,03 


22,71 


34,50 


täglicö 




0,647 


0,474 


0,674 


0,576 


0,593 


0,635 


0,612 


0,613 


0,366 


0,556 


2. u. 3. Wlomi 


62 


45,11 


39,99 


48,03 


45,35 


44,62 


50,59 


46,76 


47,50 


35,21 


45,01 


täglich 




0,728 


0,645 


0,775 


0,731 


0,720 


0,816 


0,754 


0,766 


0,568 


0,726 


©an^ei: SSerjucft 


93 


62,a 


50,1 


66,9 


57,8 


59,28 


67,0 


61,0 


64,1 


43,4 


58,87 


täglich 




0,670 


0,539 


0,719 


0,622 


0,637 


0,720 


0,656 


0,689 


0,467 


0,633 



Stimmt man auö ben 3"J^ot)men beiber Gruppen einer jeben Abteilung \>a^ 
SUJittel, fo eri)ält man ben folgenben burd^fd^nittüd^en tägtid^en 3ii^öC^^ eineö 
jeben (Sd^tüeinö ber betreffenben Abteilung in S^Iogramm: 



28 



I. »eiiv^^t ber fianbwtrtjc^aftltc^cn SScrjuc^Sftation 33onn. 



1. SJ^onat. . . 

i. „ . . . 

ö. „ . . . 

1. unb 2. Womi 

O. „ ö. „ 

ganzer $ßerfu(^ . 



<J5reBfattoffcI=9lbtetIung 

. 0,594 ± 0,028 

. 0,716 + 0,018 

. 0,686 ± 0,035 

. 0,655 ± 0,021 

. 0,701 + 0,021 

. 0,665 + 0,022 



f^Io(Icn=?lbteiIung 

0,460 + 0,029 
0,689 + 0,024 
0,756 + 0,020 
0,575 + 0,036 
0,723 + 0,019 
0,635 + 0,021 



35etrac^tet man 5unäd)ft btefe ^urd^f^nitta^atilen, fo geigt fic^ folgenbeö: 
^ie mittlere täglidje (SJetüidit^guna^me ber (Sd)tt)eine in beiben Abteilungen ift 
burdjQuö befriebigenb. (£§ fommt nod^ bagu, '^a!)^ ber ©efunb^eit^auftanb unb 
bic 3}^unter!eit ber Xiere n)ä^renb ber 93 3Serfud§gtage niemals eine (Störung 
erlitt. S3eibe gormen üon Xrodenfartoffeln t)aben fid^ fomit a\^ Ieiftung^fät)ige 
unb gut befömmlid)e 50^aftfuttermitte( bett)ä()rt trofe ber fe()r ^o^en ®aben, in 
benen fte öerabreidjt irorben finb. ^ie ©efamtteiftung ber ^re^fartoffeln ift nad) 
ben 9J?itte(§a^len ettpaö !)ö^er, bod| ift ber fleine SSorfprung nur fc^einbar, mie 
fid^ au§ ben ben (Srgebniffen ant)aftenben iratirfd^einlic^eit Sel)(ern erfennen läfet. i) 
JSlaä) bcm gel^lerfortpflanäung^gcfeg ift bie beffere 2öir!ung ber ^re^fartoffetn-. 
fütterung, bie fic^ nad) bem aritt)metifd^en TOttel auf 0,03 kg täglid)en 3}?et)r^ 
§utDad^§ eine§ «Sd^tücine^ fteEt, aud^ mit einem ti:)at)rfd^einlid^en geiler öon 0,03 kg 
bet)aftet. ®ie 3Bir!ungen ber beiben ©orten öon Xrodenfartoffeln finb bemnac^ 
a(^ g(eidf)tüertig angufeticn. 

3u benjelben ©d^lüffen fommt man auc^ bei ber nät)eren iöetrac^tung ber 
(Srgebniffe ber einzelnen SSerfuc^^abjd^nitte, nur bleiben im 1. SJ^onat eine Über- 
legent)eit ber ^refefartoffeln Don 0,13 + 0,04 kg unb im legten ein fleiner 35or^ 
fprung ber gloefen üon 0,07 + 0,04 kg beftel)en. ®ie erfte ©rfdjeinung ift be^- 
t)alb bemerfen^mert, meil, mie fd^on oben mitgeteilt, in ber erften §älftc biefeg 
aJ^onat^ bie 9^ä^rftoffmengen fe^r !napp bemeffen n)aren, unb bie untoefentlid^e 
3J^et)rmir!ung ber giocfen im legten 9J?onat bürfte menigfteng gum Xeil i^ren 
®runb barin ^aben, ba^ bie ^re^fartoffelnfd^meine in ben beiben Vorangegangenen 
SOfconaten um runb 4,5 kg für jebe§ Xier mel)r zugenommen ^tten afö bie glodEen- 
fd^meine unb bie meitere 9}?aftfät)igfeit ber fd^on über 100 kg fc^meren ^iere 
mcr!lid^ ftärfer nad^lie^ alö bie ber leid^teren glodenfd^tüeine. 

Um bie SSermertung be§ |5«tter§ p Mtrte^^^^^ e§ nod^ nötig, bie 
9)^engen Don oerbaulid^em @irt)ei^ unb oon ©törfetüert ju bered^nen, bie gur (Sr? 
geugung Don 100 kg Sebenbgen)id^t^5unal)me Derbraud^t mürben, ^ie folgenbe 
Tabelle gibt biefe SO^engen in Slilogramm an auf ®runb be^ oben mitgeteilten 
9fiäl)rftoffaufmanb^ unb ber mittleren ©emidl)t^5unal)me ber beiben ^arallelgruppen 
einer jeben Abteilung. 



*) 5)te|e i^e^Ier [inb jo grofe, bofj e§ nct)tiger wäre, bic JRefuUote nur mit 2 2)eäimal= 
ftetten anaugebcn. 5)ie brüte ift nur nac^ bem SSorbtlb ber früt)eren SSerjuc^äberic^tc beibet)alten 
roorben. 



I. 93eri(^t ber Sonbtt)irt|c^aft«d)en SSerfud^^ftation 95onn. 



29 





^rc^fartoffcUMbtetlung 


f5Ioc!en=?Ibteilung 




toerbaul. (Sittjeife 


©tärfeiDert 


uerbaul. ©iiueife 


Stärfeiuert 


1. Sö^nat . . . 


. . 29,6 


215,4 


27,6 


276,4 


d. „ ... 


. . 38,6 


302,3 


40,2 


312,0 


3. „ ... 


. . 39.8 


327,6 


36,5 


294,9 


1. unb 2. momi . 


. . 34,5 


262,9 


39,5 


297,7 


1. „ 3. „ . 


. . 39,2 


314,7 ^ 


38,3 


308,0 


ganger SSerfud^ 


. . 36,3 


285,1 


38,3 


296,6 



^te Säulen (äffen JDieber ben guten S^^u^effeft ber Fütterung erfennen unb 
beftätigen aud^ fonft \iQi^ oben bereite ©efagte. 

Sßö^renb be§ SSerfuc^^ tüurbe täg(td) morgens unb abenb^ bie im ©tall 
(^errfd^enbe Temperatur abgetefen. ^ie om Sd^luffe beg «erid^teö tabeUarifd) gu-^ 
fammengefteaten 3at)ten setgen, "^o."^ bie Xem))eratur immer giemli^ gleichmäßig 
unb nid^t gu niebrig tüar. 

, 3n bem ^ot ber Xiere (ieg fi^ bei beiben ?lbteilungen übereinftimmenb nur 

fo tüenig 6tär!e nad^toeifen, \^q,S^ man nur üon (Spuren fpred[}en fann. ^en ^ot 

_ber Xiere 9^r. 7, 12 unb 15, bie in ber ^unaCjme etwaig gurüdblieben, {)Q^t\\ loir 

met)rma(g bejonberg geprüft, fonnten aber aud^ barin nur (Spuren öon (Stär!e 

auffinben. 

"^(x^ 93tögtger ^auer tüurbe ber 35erfud^ am 7. mxt}^ 1910 abgebrochen, 
unb bie (Sd^njeine mürben an ben SO^e^ger oerfauft. (£^ (ie^ fid^ ermögti^en, 
ba6 bie ^ölfte beö Seftanbe^ am 8. a^örg oormittag^ auf bem S3onner (Sd^(ac^t= 
t)of gef^lad^tet njurbe unb ber 93end^terftatter Gelegenheit \)QMva, \iQä> (Sd^larfjt^ 
gemid^t, ben ®efunbl)eit^äiiftö"^ ^^^ inneren Organe unb bie Ouatität beö ©d^la^t^ 
probufteg feftguftellen. 

- Stimmt man ben SSertuft an ßebenbgert)i^t mül)renb beg Xran^portc» oon 
bem ^ommerl)of big jum Bonner (Sd^lad^t^of ju 4 0/o unb \itxi ßrfaltung^öerluft 
ber balb nac^ bem ^iluöfd^lad^ten gert)ogenen Xiere §u 27o an, fo erhält man 
folgenbe 55eäiel)ungen gmifd^en Sebenb^ unb ^d^lac^tgemid^t : 



<ßre6fartoffel=9lbteiIung 


ÄQrtoffeIfIocfen=2lbtetlung 


9?r. bc§ 
©c^roeing 


■ 

fiebenb* 
gemic^t 


- - 

geroid^t 

tg 


Sc^rac^tgcwid^t 

in ^ro^enten 

be§ ßebenb» 

gemic^tS 


g^Zr. beg 
©c^wein« 


fiebenb= 
gewicht 

kg 


©dilac^ts 
gett)id)t 

kg 


^Sd)Ia(^tgen)i(^t 

in ^ro^enten 

bc§ aebenb= 

gett)ic6t§ 


5 

6 

8 

13 

14 


117,6 
108,5 
108,7 
116,8 
133,0 


90,7 
86,2 
83,3 
92,1 
105,4 


77,1 
79,4 
76,6 
78,9 
79,2 


1 

3 

9 

10 

11 


114,7 
118,3 
119,5 
111,2 
116,9 


93,6 
94,1 
97,0 

88,7 
93,6 


81,6 
79,5 
81,2 
79,8 

80,1 




-:v-^-y7^ 


ittel 78,2 




m 


ittcl 80,4 



^aö progentifd^e (Sc^lad^tgetoid^t ift alfo bei ben glocfenfd^m einen fel)r gleid^: 
ntägig unb ein njenig l)ö^er al^ bei ben ^refefartoffelfc^meinen. ^Ke SEiere er= 



30 



I. 99ertd)t ber Sonbiüirtjc^aftltc^en ^crfuc^8ftatlon Sonn. 



liefen ftd^ bei ber amtftd^en Unterfud^ung a(g gejunb, unb ber 9}?e^ger, ber ftc 
gefauft ^atte, be^eid^nete fie alö eine gute (Sd^Iadjttüare. @in jebe^ Xier fei nid^t 
fett, fonbern gut fleifd^ig unb ba§ S^eif^ bmld unb feft. ^er ^i^föfe ^on 
(Sc^lemmfreibe ^um gutter I)atte ouc^ öollftänbig genügt, aUe ^nod^enerfranfungen 
fernptialten. 
^ ^ur^ jufammengefa^t, ift ba^ Hauptergebnis beg SSerfud^eg foIgenbeS: 

!5)ie für ben SSerfud^ öermenbeten ^egfartoffeln \)ahm fid^ ben S^artoffel- 
ftocfen bei ber 3J?äftung junger ©d^toeine als gleid^mertig ertüiefen. S3eibe Prä- 
parate l^atten ben gleid^en 3J?afterfoIg, unb eS gelang aud^ hä beiben gleid^gut, 
bie (SdCjnjeine mehrere SO^onate lang t)inburd^ mit einem gutter ju mäften, baS nur 
aus ben betreffenben ^roden!artoffeIn unb S)?agermild^ unter B^göbe t)on etn)aS 
©d§Iemm!reibe mh Äöd^fal^ beftanb. 



mmmm 



Mi 



Gewicht der Schweine während des Verfuchs in Kilogramm. 





<tJrefefartoffeU3l6telIung 






ÄartoffcIflocfcn=Slbteilung 






t— • 

« 

a. 




lag 


®ruppc 2 


Qffxuppi 4 


QJru^pe 1 




®rup|: 


>c 3 




bev 3Sägung 


9?ummev be§ ©t^tüeinS 


9?ummer beS ©t^toeinä 


9?ummcr beS ©c^ttjeinS 


9?ummcr beS ©t^weinS 




■^•^■■' . -'v-'/ ■ 


5 


6 


2 


8 


13 


14 


15 


16 


1 


7 


3 


4 


9 


10 


11 


12 




^ ' _ 2. 3)eäembev 


58,5 


.53,0 


59,0 


52,0 


55,5 


58,0 


51,0 


55,0 


56,5 


55,5 


54,5 


52,0 


56,5 


54,5 


56,5 


54,0 






59,0 


51,0 


60,0 


51,0 


57,0 


57,5 


52,0 


57,0 


56,5 


56,0 


56,0 


52,5 


57,5 


54.0 


57,5 


54,0 


s 

3 






60,5 


55,5 


60,5 


53,5 


57.5 


60,5 


52,5 


57,5 


58,5 


58,5 


58,5 


53,5 


58,5 


56,0 


59,0 


55^ 


S'-^WMMMBa 


^ 


1 ■■--^■■■.-•.;^1*^-:-':--.^ 


61,0 


56,5 


65,5 


55,5 


62,5 


64,0 


55,5 


60,5 


60,0 


55,0 


60,5 


55,0 


56,0 


55,0 


60,5 


53,0 






17. 


68,5 


58,0 


66,0 


56,0 


62,0 


66,5 


56,0 


62,0 


60,5 


55,5 


61.0 


55,5 


60,0 


58,0 


63,0 


54,5 


"2 




18. 


64,0 


59,5 


67,0 


57,0 


61,0 


67,0 


55,5 


60,0 


60,5 


57,0 


63,0 


58,0 


60,5 


56,0 


64,0 


53,0 


3^ 




30. 


75,0 


67,5 


77,0 


65,0 


76,0 


80,0 


62,0 


69,5 


70,0 


64,5 


72,0 


62,0 


70,0 


65,5 


70,5 


60,0 






31. 


76,0 


70,0 


79,0 


65,0 


75,5 


80,0 


63,0 


69,5 


73,0 


65,0 


72,5 


62,0 


71,5 


66,5 


72,0 


61,0 


C9 




13. Januar 


84,0 


79,0 


86,5 


75,0 


82,0 


92,0 


72,0 


77,0 


82,5 


72,5 


84,0 


75,0 


85,0 


80,0 


85,0 


70,0 






14. 


88,5 


81,0 


87,5 


77,5 


83,0 


95,0 


75,0 


82,0 


85.0 


75,0 


85,0 


75,0 


85,0 


79,0 


84,0 


70,0 


«so 

TP 




1 15. 


91,0 


83,0 


93,0 


79,5 


86,0 


100,0 


77,0 


84,0 


87,5 


75,0 


88,0 


80,0 


86,0 


81,5 


87,0 


72,0 


Ä 




27. 


97,0 


87,0 


100,0 


81.5 


94,5 


104,0 


79,5 


95,0 


92,0 


82,0 


92,0 


84,0 


90,0 


87,5 


90,0 


72,0 






28. 


99,5 


88,0 


98,5 


82,5 


93,5 


104,5 


80,0 


90,0 


93,5 


82,0 


95,5 


85,0 


91,0 


88,0 


91,0 


72,5 






10. fjefe^'"'!'^ 


104,0 


97,0 


108,0 


94,0 


104,0 


114,0 


88,0 


100,0 


102,0 


90,0 


102,5 


92,5 


104,0 


97.0 


100,0 


82,5 


s 




11. 


109,0 


96,0 


109,0 


97,0 


106,0 


116,0 


89,5 


101,5 


104,0 


92,0 


105,0 


93,0 


105,0 


99,0 


103,0 


84,0 






12. 


109,5 


97,0 


100,0 


97,5 


108,0 


117,0 


91,0 


102,0 


104,0 


92,5 


104,5 


95,5 


107,0 


102,0 


105,0 


85,0 






25. 


115,0 


109,0 


109,0 


105,0 


115,5 


131,0 


97,0 


108,0 


113,0 


98,0 


115,0 


99,0 


114,0 


109,0 


112,0 


90,5 






26. 


116,0 


110,0 


108,0 


107,0 


116,5 


132,5 


98,5 


108,0 


112,5 


97,0 


115,0 


99,0 


115,0 


110,0 


112,5 


90,0 






5. mäva 


124,0 


112,5 


119,0 


113,0 


121,0 


138,5 


102,5 


111,0 


119,0 


106,5 


123,0 


109,5 


123,5 


115,0 


122,0 


97,5 






V 6. . 


122,0 


113,5 


119,0 


113,0 


122,0 


138,0 


104,0 


112,5 


120,0 


107,0 


123,0 


111,5 


125,5 


116,5 


121,5 


98,0 






7.::;:,:..:^. 


121,5 


113,0 


; 119,5 


,113,5 


122,0 


139,0 


103,5 


112,0 


119,5 


107,0 


123,5 


110,5 


124,5 


116,0 


122,0 


98,0 


CO 





32 



I. Scric^t her fiaubn)lrtfc^a[tltc^en 9Ser[uci)§ftation Senn. 



SfalÜemperaturen in Ceinus-Sraden. 



3)atum 


morgens 

1 


abenbg 


S)atum 


morgens 


abenbS 


3)atum 


morgens 


abenbS 


4.12. 


15 


13 


4.1. 


15 


16 


4.2. 


14 


13 


5.12. 


13 


12 


5.1. 


17 


17 


5.2. 


13 


13 


6.12. 


14 


12 


6.1. 


16 


16 


6.2. 


12 


13 


7.12. 


15 


13 


7.1. 


15 


16 


7.2. 


15 


14 


8.12. 


15 


12 


8.1. 


15 


! 14 


8.2. 


15 


16 


9. 12. 


14 


13 


9.1. 


13 


14 


9.2. 


14 


13 


10. 12. 


14 


13 


10.1. 


15 


16 


10.2. 


14 


15 


11.12. 


14 


14 


11.1. 


16 


14 


11.2. 


15 


15 


12. 12. 


14 


13 


12.1. 


15 


15 


12. 2. 


:-:.;'ii..:- 


13 


13. 12. 


15 


13 


13.1. 


15 


15 


13.2. 


14 


15 


14. 12. 


14 


15 


14.1. 


15 


14 


14. 2. 


:--:v>15 


14 


15. 12. 


14 


14 


15.1. 


16 


; 15 


15.2. 


14 


14 


16. 12. 


14 


15 


16. 1. 


17 


17 


16.2. 


14 


14 


17. 12. 


14 


13 


17.1. 


16 


17 


17.2. 


14 


16 


18. 12. 

4 #% M f^ 


14 


14 


18.1. 


15 


15 


18. 2. 


IG 


17 


19. 12. 


14— 


15 


19.1. 


IS 


15 


19.2. 


' 17 ^ 


16 ■ 


20. 12. 


15 


15 


20. 1. 


15 


16 


20. 2. 


--:-i7 . 


16 


21. 12. 


14 


15 


21. 1. 


16 


15 


21.2. 


;-V/15 


17 


22.12. 


15 


15 


22.1. 


15 


15 


22. 2. 


17 


vr 


23.12. 


17 


16 


23.1. 


14 


14 


23.2. 


19 


18 


24. 12. 


16 


15 


24.1. 


14 


14 


24.2. 


18 


17 


25. 12. 


15 


16 


25.1. 


15 


13 


25. 2. 


17 1 


16 


26. 12. 


14 


15 


26.1. 


14 


12 


26.2. 


17 1 


16 


27. 12. i 

1 


14 


15 


27.1. 


13 


13 


27. 2. 


1 
16 ! 


17 


• 28.12. 


]6 


15 


28. 1. 


13 


13 


28.2. 


15 


16 


29. 12. 


16 


14 


29.1. 


13 


11 


1.3. 


16 


15 


30. 12. 


15 


14 


30.1. 


11 


13 


2.3. 


16 


15 


31. 12. 


15 


15 


31.1. 


12 


14 


3.3. 


15 


15 


1.1. 


15 


16 


1.2. 


13 


12 


4.3. 


15 


15 


2.1. 


16 


14 


2. 2. 


14 


14 


5.3. i 


15 


15 


3.1. 


14 


14 


3.2. 


14 i 

1 

i 


14 


6.3. 1 

1 


14 


15 



n. Bericht des Kaifer Wilhelms SnWfufs för [landwirtfchaK 

zu Bromberg, 

«on ^rofeffor Dr. m. Serlacft. 

"^k ^^artoffelfloden, tüelc^e ^u ben SSerfud^en Benu^t tpurben, ftnb nad^ bem 

^auffd^en SSerfa^ren Getuonnen unb t)on Gerrit ^ttttergutöbefiger §öffmet)er, 

j ©atpronil belogen tüorben. SDie ^regfartoffeln lieferte ber ^eutfd^e i^anbtüirt' 

f^oftgrat. Söeibe guttermittel moren gute, reine, gefunbe 2Bare, beren Untcrjr^ 

fotgenbe Qa^m ergab: 

Pre^kartoffeln. 

^roBe t)om 25. 11. 09 (^Mx. 166). 

SSaffer 11,34 7o 

^i^otein 2,88 „ 

fücfftofffreie ©ytraftftoffe .... 81,91 „ 

9^o^fafer ijo „ 

^We 2,17 „ 

100,00 7o 
^ie $a?enge ber üerb. ^äE)rftoffe fteEte fid^ auf 

®^^ei6 2,11 o/q 

V V fticfftoff^^^^ .... 77,81 „)_ _/ 

^^^^^^^^^9^^^^^ 1,33. JJ^'^^/« 

SDer (StörfetDert trurbe ^u 81,12^0 6ered§net. 



Kartoffelflocfcen. 

(^robe t)om 20.11.09 (9^r. 167) — Dom 17.1.1910 0Rx. 170). 

Koffer . 11,60 0/, 10,22 0/, 

6,11 „ 5,91 „ 

76,40 „ 77,26 „ 

lrl8 „ 1,97 „ 

4,71 „ 4,64 „ 



^rotein 

fticfftofffreie (gjtraftftoffe 
9^o^fafer, . > . . . 
5lfc^e 



!;'•■;■;«■■ 



»crie^te übet 8anb»ittf(^«ft. ^eft 25. 



100,00 0/, 



100,00 0/, 

3 



34 



n. 93cric^t bc8 Äaijer SBil^elmS 3nftitut§ für i^anbnjtrtjd^aft ju «romberg. 



^roBe t)om 25.11.09 (9^r. 167) — ö. 17.1.1910 (170) 
t)erb. eitüdfe ..... 4,08 7o 4,35 o/, 

fttcfftofffrete (Sjtraftftoffe . 73,34 . K, . . o/ '^^'^^ " 1 75 5Q o/ 

^of)fafer 0,85 „ T^'^^ '^ 1,42 „ T'^'^^ '' 

@tär!ert)ert 78,03 „ 79,70 „ _. 

2)er 2öoffergef)alt ber ^refefartoffeln unb ^artoffelflocfen na{)m beim ßagem 
oüf bem @^eid^er etluaS ju. 3f)re ^altbarfeit lüurbe jebod) ntc^t beeinträd^tigt. 
Söetbe Futtermittel hielten fid^ gut unb seigten feine iDeitere SSeränberung. 

3u ben SSerfud^en tt)oren auf bem SSerfud^ögute 3)?od^e(n 30 ©d^tpeine öor« 
t)anben. ®ie ge!f)örten ber gleid^en Sfiaffe (öerebelte^ 2anbfd§tt)ein) an, entftammten 
berfelben ^\x6)t, tuaren gut auögeglid^en unb tüogen im ^urdjfd^nitt 45 kg. ^ie 
Xiere ftanben in gemauerten 93ud^ten eineö neuen, maffiöen ^iaUt^ unb maren 
auf gtoei Steigen ^u je 15 (Stüdf verteilt. (Sömtlid^e ©d^tüeine ert)ielten gunäd^ft 
t)om 8. S^oöember big 7. ^e^ember 1909 ein gleid^mäfeigeö ^utter unb ^tpar pro 
^ag unb 1000 k^ Sebenbgemid^t 

^^^^^^^^^^^^ ' ■ 1 50 kg Kartoffeln, 

12 „ ©erfte, 
3 „ gleifd§met)t, 



fotoie pro *tag unb Stüdf 



4 g pt)o§pt)orf. Kalf, 

5 „ ^Sie^fal^. 



gür auSreid^enbe ©inftreu ((Strol)) n^urbe geforgt. ^ie Temperatur beö 
(StaEeg ^ielt fid§ tt)äf)renb be§ gangen SSerfudf)eg auf einer normalen §ö^e. 3n 
jeber Sud^t tüaren 3—4 ©d^meine untergebrad^t. !Da§ ®en)id^t ftellte fidE) 

in JRet^c I in JRei^c II 

am 8. S^oüember auf 674 kg 674 kg 

„ 7. ^ejember „ 813 „ 813 „ 

, ^ic 8»Jiöf)me ber beiben ^t\\)tn toax alfo gleid^. 
■ ^er §auptt)erfad^ begann am 8. ^egember 1909. ^ie Xiere erf)ie(ten pro 
Xag unb 1000 kg fiebenbgemid^t 

4,0 kg terb. (Simei^, 
24,4 „ „ fücfftofffreie (Sjtraftftoffe, 
28,0 „ (Stärfett)erte unb gtoar 

; MRei^e I. 
18,00 kg ^refefartoffeln, 
15,00 „ (SJerfte, 
2,51 „ gieif^me^l. 

m\\)t II. 
18,71 kg 5tartoffeIflodEen, 
15,73 „ Werfte, 
1,89 „ gieifd^me^t. 

3n ben 18 kg ^rc^artoffeln ttjaren biefelben (Stärfetoerte (14,6 kg) mie in 
bcn 18,71 kg Kartoffelflocfen entt)a(ten. S3eibe Futtermittel n^urben öorf)er in 
t)eiJ3em Söaffer aufgemeid^t unb fobann gufammen mit ber gefd^roteten ®erfte unb 
bem gleifd^mef)! Uerabreid^t. ^ie gütterung in biefer SBeife bauerte t)om 



II. »erlcfit bcS Äatfcr SBil^cImS ^nftitut» für Sanbtotrtjc^oft ju 93rombcrg. 



35 



8. SDeäember 1909 Big 1. gebruor 1910, basJ finb 56 Xage. 5)a§ (Sd^toein 9f?r. 46 
ber 9flei^e II er!ran!te im Saufe be§ SJerf ud^eg unb mufete gefd^Iad^tet werben, 
©g ift bei ber ßufammenftellung ber SfJefuItate nid^t 6erücffid§tigt iüorben. ^ie 
(Sd§tt)eine nahmen i^r gutter in beiben 9f?eif)en tuä^renb biefeg 3eitrQume§ gern 
unb fragen üoUftänbig auö. ^ag ©etpid^t ber Xiere unb i^re 3una^me fteUte 
ftd^ tt)ie folgt: 

SReifie I (15 ©tücf). 

— 9^otion mit ^refefartoffeln. 
©emid^t am 8. ^e^ember 1909 . . . . 813 kg 
„ 1. gebruar 1910 .... 1319 „ 

3ii"ot)me 

im ganzen . 

bur^fd^nittl. pro ©d^tüein 



506,00 kg 
33,73 „ 
0,60 „ 



9flei^e II (14 Xiere). 

Sfiation mit Äartoffelfloden. 

©etoid^t am 8. ^e^ember 1909 . . . . 

■3^*^— ----— 1. gebruar 1910 . 

3una^me 

im gangen 

bur^fd^nittl. pro (Sd^tüein 



763 kg 
1228 



w 



unb Xag 



465,00 kg 

33,21 „ 

0,59 „ 



^ie Unterfud^ung oon Äotproben, meldte am 28. Sanuar 1910 entnommen 
toaren, geigte, bafe bie Xiere ber 9fleit)e I met)r ungerfe^te (Stärfe au^gefd^ieben 
t)atten, aU biejenigen ber 9ieif)e II. ^od^ mar ber Unterfd^ieb nid^t auffallenb 
grofe. 5llg 9f?efu(tat ergibt ftd^ bemnad^, 'tia^ in ber 56tägigen ^ertobe beibe 
9flationen faft bie gleid^e 3unat)me (0,60 refp. 0,59 kg pro Xag unb (Bind) bemirft 
t)aben. 14,6 kg (Störfemerte in ben ^re^fartoffeln leifteten bagjelbe, mie 
bie gleid^e 9}?enge in ben Äartoffelflocfen. 

^^^^^^^^^^v . i^ 2. gebruar ah erhielten bie Xiere in beiben 9fieit)en pro Xüq unb 
1000 kg fiebenbgemid^t 

3,0 kg öerb. (gimeife, 



unb gtüar 



21,0 „ „ fdcfftofffreie (gjtraftftoffe, 
23,5 „ ©törfemerte 

9fieit)e L 

18,00 kg ^refefartoffeln, 
10,39 „ ©erfte, 
1,89 „ gieifc^me^L 

3lei^e II. 

18,71 kg ^artoffetftocten, 
11,11 „ (SJerfte, 
1,27 „ glcifd^me^I. 



36 n. »cridit beS Äaijcr 2Bilt)clm« ^nftitutä für Sanbwirtjc^att ju 93rombcrg. 

3n ber üerfütterten ^menge ^refefartoffeln unb ^artoffelftocfen maren tüteberum 
gletdje (Stär!etüerte entt)alten. ^a§ Sutter tDurbe pnö^ft gut unb üoßftönbig 
auögefreffen. ^te (Sd^töeine 9^r. 32, 47 unb 58 befamen jebod^ Jd^on Bei Söeginn 
biejer ^^eriobe fteife ^nod^en unb nahmen ntd^t me^r ^u, tüte Tabelle 1 seigt. 
Hm 27. gebruar tourbe gemelbet, ba^ bte Xiere ber 9fiei^e II (^artoffelf(ocfen) 
-bte Station nii^t me^r öoUfommen auffreffen mUtm. Söenige Xage fpäter üe^ 
au^ bte grefetuft ber anberen 9let^e nad§. S^ ^ielt e§ ba^er für ratfam, ben 
Sßerju^ am 2. Wläx^ abäubre^en. ^te 3unaf)me fteKte ftd^ inner^ialb ber 3eit 
Dom 2. gebruar big 2. gjiärä, bag finb 28 Xage, lüie folgt: 

SRct^e I (15 Xiere). 

3flation mit ^refefartoffeln. 

@ett)id§t am 2. Februar.- 1319 kg 

^ > ^_2. 9D?är§ 1546 „ 

■ ; guna^me 

im ganzen 227,00 kg 

burclJd^nittl. pro ©c^ttjein . . . • • • ^^'^^ " 
^■■■■^^W"^"^"^^^^!^^ unb Xag ?'*F'^* 0,54 «^m^^^p« 



9^eit)e IL 

9lation mit 5^artoffe(f(odfen. 
14 Xiere 



(SJetütd^t am 2. ^ebruar .... 1228 kg 

V ,^, : ; „ 2. SJJärj 1347 „ 

3unat)me 

im ganzen 119 „ 

burd^fd^nittl. pxo ©d^rtjein. . . . 8,50 kg 

unb Xag 0,30 „ 



11 Xiere 

{^x. 32, 47 u. 58 

finb auggejct)ieben) 

999 kg 

1126 „ 

127 „ 
11,54 kg 

0,41 . 



^ie 3utta^nte in biefer Ißeriobe Ift bemnäd| geringer aU m ^eriobe I. S5ei 
D^ei^e I mad^te fid^ ber Unterfd/ieb alterbingg nid^t fel)r bemerfbar (0,60 ^u 0,54 kg), 
ift bagegen in Siei^e II red^t bebeutenb unb fteßt fic^ unter S3erücffid)tigung fämt^ 
lid^er Xiere auf 0,59 ^u 0,30 kg, bei Huöfd^altung ber brei er!ran!ten ^d^ujeine 
auf 0,65 ju 0,41 kg pro Xag unb (Stücf. - 

^ie ^otproben, ttjetd^e om 28. Sanuar 1910 entnommen Waren, enthielten 
tüieber eine Keine SD'Jenge (Stärfe. SSefentlid^e Unterfd^iebe gmifd^en ben beiben 
9fleit)en liefen fid^ nidC;t er!ennen. 

3n ber 2. ^criobe t)at bie S^iation mit ben ^artoffelftoden fd§(ed^ter ab- 
gefd^nitten, aU biejenige mit ^re^fartoffeln, felbft toenn bie erfranften 3 (Sd)tt)eine 
in ber 3ufammenfteIIung fet)(en. 

HIö ©efamtrefultat beg auggefüt)rten 35erfud§e§, n)eld^er 84 Xage bauerte, 
ergeben fic^ folgenbc 3ö^ten. 



( 



\t 



w 




IL »eric^t beä Äaijcr 3BiI^eIm§ 3nftitut§ für fianbiüirtjc^oft au SSrombcrg. 37 

9?et^e I (15 (Stucf). 

©etri^t am 8. ^eaember 1909 .... 813 kg 

. 2. a^örj 1910 ..... 1546 ^ 
Suna()me 

im ganzen 733^00 kg 

bur^f^nittl. ))rü ©tue! 48,86 

„ unb Stag . . . . 0,58 „ 

mdi)t IL 

14 Xiere 11 Xtere 

©emid^t am 8. ^e^ember 1909 ... . 768,00 kg 599,00 kg 

„ „ 2. 3«är5 1910 1347,00 „ 1126,00 

Swnat)me 

im gansen 584,00 kg 527,00 V^ 

bur^fc^mttl. pro ©tücf 41,71 47 91 

ff » n unb Xag . . . , 0,50 „ 0,57 „ 

_ ^erücffid^tigt man fämtlid^e (Sd^ipeine in SfJei^e H, fo tft btc 3imat)me ^cr 
f^led^ter al^ in 9?eii)e I (0,50 ^u 0,58 kg pro Xag unb (5tüd). 9«ti^tiger bürfte 
eö jebo^ fein, bie 3 erfranüen Xiere au^aufc^olten. ©efd^ie^t bie^, fo fteEt fid^ 
ber töglid^e 3uit)a^g njö^renb beg gangen ^ßerfu^e^ auf 0,58 ju 0,57 kg, b. ^. 
4)ie ^refefartoffeln unb ^artoffelflocfen i)ahtn biefelbe 3una{)me 
bewirft. 

^ie ©d^njeine hjurben am 9. mäx^ im @d§Iad§tf)aufe in S3romberg gef^Iac^tet. 
^ag DfJefuItat ift in ZaUU^^ 2 aufammengefteEt unb geigt, ha^ ha^ (B^lad)U 
gemixt ber mit ^refetartoffeln gefütterten ©^tüeine ettüae nicbriger ift, aU ha^^^ 
jenige ber Xiere, toel^e ^artofferflocfen ert)alten t)aben. 3ebod§ ift ber Unterfd^ieb 
nid^t befonberg grofe. 



38 U. SScrtd^t bc« Äaijcr 3Btl^eIm8 SnftttutS für Sanbiülrtftftaft ju ©romberg. 



Oft 

S B 

«> 



(Cabelle I. 
Gewicht der einzelnen Ctere. 



®cn)tc^t in Kilogramm am 



8.12. 



21. 12. 



22. 12. 



23. 12. 



5.1. 



18.1. 



19.1. 



20.1. 



2.2. 



15. 2. 



16.2. 



17.2. 



1.3. 



2.3. 



5 SP 
CO B 



kg 



35 


77 


81 


41 


65 


74 


45 


60 


68 


39 


54 


59 


40 


57 


60 


53 


54 


56 


QJ. 


^A 


^Q 


o* 


Ü4 


Oo 


50 


51 


53 


36 


51 


60 


44 


50 


61 


55 


50 


58 


37 


52 


59 


48 


52 


60 


61 


45 


54 


33 


41 


47 


@a. 


813 


909 



82 
74 
68 
60 
60 
57 
60 
53 
61 
60 
58 
60 
60 
55 
47 



915 





mcr^c I 


(^refe!artoffeIn). 












83 


87 


95 


96 


97 


104 


110 


109 


110 


125 


125 


74 


84 


102 


101 


102 


105 


113 


114 


114 


120 


120 


69 


80 


99 


100 


99 


99 


110 


109 


109 


120 


124 


60 


72 


85 


85 


85 


90 


98 


98 


98 


104 


106 


60 


78 


82 


82 


82 


91 


99 


100 


100 


102 


105 


58 


65 


79 


80 


79 


80 


93 


93 


93 


100 


103 


61 


71 


84 


m 


84 


89 


98 


99 


99 


106 


106 
95 


53 


60 


70 


70 


70 


80 


88 


88 


87 


95 


62 


73 


86 


87 


88 


96 


106 


106 


105 


.116 


116 


61 


72 


84 


84 


84 


92 


102 


103 


103 


107 


107 


58 


68 


75 


76 


75 


85 


93 


93 


93 


103 


103 


59 


70 


82 


81 


82 


80 


86 


86 


86 


90 


91 


60 


69 


76 


76 


76 


80 


78 


78 


78 


80 


80 


56 


66 


72 


73 


74 


78 


82 


82 


82 


87 


87 


47 


58 


65 


65 


65 


70 


74 


73 


73 


78 


78 


121 


1073 


1236 


1239 


1242 


1319 


1430 


1431 


1430 


1533 


1546 



48 
55 
64 
52 
48 
49 
52 
44 
65 
57 
53 
39 
28 
42 
37 



i\ 



733 













Dtct^e 11 


(ßartoffelflocfen). 














38 


64 


71 


71 


71 


79 


90 


90 


90 


98 


105 


104 


105 


111 


111 


47 


47 


62 


70 


71 


72 


80 


84 


85 


86 


87 


83 


83 


83 


81 


81 


19 


31 


62 


74 


73 


72 


84 


96 


96 


96 


102 


109 


109 


108 


109 


110 


48 


54 


64 


70 


70 


70 


84 


95 


94 


95 


101 


114 


112 


113 


119 


120 


56 


52 


58 


63 


65 


64 


75 


84 


85 


84 


91 


93 


92 


92 


97 


98 


40 


57 


56 


63 


62 


64 


75 


85 


85 


85 


90 


84 


.84 


83 


91 


93 


37 


58 


54 


57 


57 


57 


68 


74 


75 


76 


80 


80 


81 


80 


78 


80 


26 


42 


56 


62 


63 


64 


78 


85 


87 


86 


95 


99 


100 


99 


106 


108 


52 


32 


48 


51 


50 


49 


54 


62 


60 


61 


62 


62 


61 


61 


61 


60 


12 


51 


51 


57 


58 


57 


72 


73 


73 


73 


80 


93 


92 


92 


97 


99 


48 


60 


51 


61 


60 


61 


73 


84 


85 


86 


94 


103 


103 


103 


108 


109 


58 


49 


48 


57 


58 


59 


71 


81 


80 


81 


90 


93 


94 


94 


95 


96 


48 


59 


48 


56 


57 


56 


68 


76 


76 


76 


82 


89 


90 


89 


90 


92 


44 


43 


41 


51 


50 


51 


59 


67 


68 


69 


76 


83 


82 


81 


88 


90 


49 


@Q. 


763 


863 


865 


867 


1020 


1136 


1139 


1144 


1228 


1290 


1287 


1293 


1331 


1347 


584 



n. öcric^t beä Äaijci 2ötl^elm§ ^nftitut« für ßanbwirtjctjaft ju örombcrg. 39 



Cabeüc II. 
Sdiladitergebniffe. 



92ummer 
bed 



®ctt)tcftt in ^Hfogramm 



in ^Koc^eln 
am 8. 3. IQ. 



in SSrombcrg 
am 9. 3. 10. 



@(^Ia(l^tgen)i^t 



tg 



/o 





9?ci^e 1 


(^refefartoftfln). 






33 


74 


75 


57,5 


76,6 




■■•vv-\:-:-v 34 


104 


102 


80,5 


78,9 




:x--t':: 35 


120 


116 


93,5 


80,6 




:;^^v■•;:--:■ ■-:-^---:-^:v-:;/:>^-:- 36 


113 


115 


85,5 


74,3 




•■-■■■■• -.'■•;--:.■. 37 


90 


90 


70,0 


77,8 




39 


101 


103 


78,5 


76,2 




40 


102 


100 


81,5 


81,5 




41 


118 


115 


90,0 


78,3 




44 


104 


100 


84,0 


84,0 




■ . 45 


120 


115 


92,0 


80,0 


> 


./.-.r^':r-,y-'':y:-y:::/y-y 50 


■^ 79 

91' ^:--^': 


80 
90 


61,5 
70,0 


77,8 


■1 


53 


101 


97 


75,0 


77,3 


i 


■:^--■^-.::':■:^v■.;:■ 55 . 


lOX ; 


100 


78,0 


78,0 


J 

f 


61 


84 


87 


65,5 


75,3 




SWittcI 


100,1 


99 


77,5 


78,2 


! 





JRci^c 11 (Äartoffelflodfcn). 




31 


110 


109 


89,0 


81,6 


38 


112 


105 


86,5 


82,4 


42 


106 


105 


80,5 


76,7 


43 


88 


90 


70,5 


78,3 


49 


96 


93 


75,0 


80,6 


51 


99 


100 


77,5 


77,5 


52 


95 


94 


74,0 


78,7 


54 


120 


120 


96,0 


80,0 


57 


92 


90 


70,0 


77,8 


59 


91 


90 


73,5 


81,7 


60 


110 


105 


83,0 


79,0 


aJitttel 


101,7 


101 


79,6 


79,5 



«tt^ 



'■^"?^-fifSX!&> 



m^m 



wmm 



\\l Bericht der Perfudisioirtfdiaft zu hau±ltädt 

3Son ^rofeffor Dr. W. Schneidewind. 



■r-^'^ ^er erfte S[5erfud^, iüeld^er am 12. gebruar 1910 begann, mu^te nad^ 
6 Sßod^en obgebrod^en lüerben, \)a mel)rere Xiere er!ran!ten. TOt bem gtüäten 
^JSerfud^ fonnte bann erft am 23. Suü begonnen iperben. SSte jum erften SSer- 
fud^, fo trurben aud^ '^ter 40 (BtM junge t)annööerfd^e ßanbfd^meine aufgefteöt 
unb in 4 ©rupfen mit je 2 5lbtei(ungen gu 5 (StücE eingeteilt. 

i V , :©§ erhielten: 

^^^^^^ruppe A (5tbteilung I u. II): ^re^artoffeln eingetüeid^t, -—^^^i,^^ 

} : :^^^^^^^r; 1^^ ^ ( ^ ^ "' I^) * " "^^^ eingetuet^t^^^ 

v^v^'^^^^^^ • ■ ;^^^^ . C ( „ Y u. YI): ^artoffe(f(orfen eingeiDeid^t, 

„ D ( „ YII u. YIII): „ nid^t eingeftjeid^t. 

^a§ ^lufiüeid^en ber Kartoffeln erfolgte mit Söaffer öon 60° C, n)obei in- 
folge eineg 3)?i^t)erftänbniffe§ feiten^ be§ 5lbminiftrator§ gleid^ bie gan^e Slageö^ 
ration eingetoeid^t tuurbe. ^ieö bürfte aber infofem oon prafäfd^em Söert fein, 
aU fid^ ein ^nbrü()en jeber einzelnen Tlai)l^txt in ber ^rajiig nic^t ober fet)r 
fd§tt)er burd^füt)ren löBt. 

S)ie rnd^t eingemetd^ten Xrodfenfortoffeln njaren unmittelbar öor ber SSer^ 
fütterung mit bem übrigen gutter gemifd£)t unb mit faltem SSaffer angerüt)rt \)^x^ 
abreid^t n)orben. 

(S§ mürben auf 1000 kg fiebenbgetpid^t oerfüttert: 

SScrbauIic^e§ ©ittjcife ©tärfemert 
kg kg 

^bf^nitt 1 (50—75 kg fiebenbgetoid^t) . . 4,50 26,00 

„2 (75—100 „ „ ) . . 3,50 22,00 

^ie 3ii|ömmenfe^ung ber Futtermittel unb bie 9fJationen finb in hcn 
Tabellen 1— III im 5(n^ang jufammengeftellt. 

^u ß^^ begann am 23. 2u(i unb bauerte bi^ jum 15. Oftober; eg 
liegt bemnad^ eine SSerfud^öbauer üon 85 Xagen öor. 3^ 33eginn unb am ©nbe 
be§ SSerfud^^ iüurben bie Xiere an brei aufeinanberfolgenben ^agcn getoogen; bie 
oufgefüt)rten Qaf^lm fteHen t>a§> SDurd^fd^nitt^getDid^t jener brei Sßägungen t)or. 
3n ber 3tt)ifd^en§eit fanb alle 14 Slage eine eintägige SBägung ftatt. 

; ^^a^ ^(nfangggemid^t ber Abteilungen betrug 240 kg, bei ber einen Ab^ 
teitung 242 kg. 

: ^ ^ie eingelnen ®en)id^t§5unal)men finb in ber Tabelle lY gufammengefteat. 



m. 53cric^t ber SSer|urf)8tüirtfd)a[t ju fiauc^ftäbt. 



41 



SBä^renb be^5 SSerfud^g n)urben au^ n)iebert)oIt ^otunterfu^ungen öor^ 
öenommen, bcren ©rgebniffe fic^ in XabeEe V befinben. 

^gg ^ur^fd^nteergebnig ber Sßerfu^e ift ha^ folgenbe: 



tcilung 



Srüttcrunfl 



I 
II 



III 
IV 



V 
VI 



VIII 
VII 



2)auer 

beS 

SSerfucf)g 

Sage 



©etoic^t ber Slbteilung 



Seginn 



am 
@nbe 



beS SSerjuc^S 



kg 



kg 



^rcfefartoffeln, eingeweidit . 



n 



^refe!artofteIn, nic^t eingemeicftt . 



mim 



Äartoffelflocfcn, etngeweid^t 



85 
85 



85 

85 

85 



Suna^me 



im 
gangen 

tg 



|)ro Xag 

unb 

©tücf 

kg 



240,0 
240,0 



466,5 
454,5 



240,0 

240,0 
240,0 



460,5 

487,0 
498,0 



85 

85 

85 



240,0 

240,0 
240,0 



492,5 

459,5 
459,5 



SKittel 



^artoffelflocfen, nic^t eingenjeid)t . 



85 
85 



240,0 I 459,5 
242,0 488,0 



226,5 
214,5 



0,53 
0,50 



220,5 

247,0 
258,0 



0,52 

0,58 
0,61 



252,5 

219,5 
219,5 



0,59 

0,52 
0,52 



219,5 
246,0 



0,52 
0,58 



^uidi ein IrepicrteS 3:ier unbrauchbar gcnjorben. 



^emnad^ betrug bie burd^fc^nittUd^e ^una^me: 

pxo Slbteilung 
kg 

5lbtei(ungen ^refefartoffeln eingenjeid^t . . 330,5 

„ ntd^t etngetreic^l 253,5 

^artoffelfforfen eingetreidjt . . 319,5 

„ nid^t emgen:)eid^t 346,0 



n 



n 



|)ro Sag u. Stücf 

kg 

0,53 

0,59 
0,53 
0,58 



e^ f)atten fomit bie ^regfartoffeln biefetbe fiebenbgen)id§t^3unaf)me f)ert)or= 
gerufen aU bie ^artoffelflocfen. 

^ie ^otunterfud^ungen i)atten ergeben: 

^Abteilungen Ä^artoffelflocfen: 9J?eift ©tärfe nid^t nad^tDei^bar. 

^refehrtoffeln: ^^ereingelte Äartoffelteil^en; nid^t eingettjetd^t, 

met)r ol^ eingetüeid^t. 

^ie^ tvax in ber ®etüid§t^5unat)me nid^t gum Au^brudf gefommen. (5ott)o^( 
bie ^re^artoffeln aU aud^ bie ^artoffelflocfen Ratten aber im nic^t eingetüeid^ten 
3uftanbe nid^t uner^eblid^ bcffer getüirft al§> im eingetüeid^ten. ^ie^ bürfte auf 
eine (Säuerung ^urücfäufütiren fein, bie bei bem längeren (Stef)en ber eingettjeid^ten 
Kartoffeln eingeleitet mürbe, ^anad) müßten hk Ä'artoffeln, menn fie mit tüarmem 
3Saffer beE)anbelt toerben foHen, für jebe einzelne SJ^a^f^eit angebrü^t tcerben, toa^ 
prahifd^ aber jebenfaü^ nid^t uneri)eb(id^e (Sd^iüierigfeiten mad^t. ^ie öorliegenben 
SSerfud^e geigen, bajs aud^ bie ^refefartoffeln im uneingeireid^ten Suftanbe biefetbe 
3ßir!ung geigen al§> bie Kartoff elfloden, U)eld§e ja nid^t eingetüeid^t gu tüerben 
braud^en. 



Cabcllc I. 
Zufammenfe^ung der FuüermifteL 



«rt bcr gfuttcrmtttcl 






^refefartoffeln I . 

n . 

Äartoffelflocfen 

®crftenjc^rot . . 

f5fi|(^mc^I . . . 



(öe^alt an JRol&nä^rftoffen 



Saffcr 



10 



^Äjd^e 



10 



^rotein 

V. 



fjctt 



Nfr. 

@jtraft: 

ftoffe 



0/ 
(0 



fafcr 

10 



mnuxe |)roäcnti[c^c SSer= 

bauli(^!ctt ber Mlix^to^i 

(nac^ Äeüner) 



Protein 



&ett 

/o 



10,90 
11,72 
11,88 



2,34 
2,49 

2,71 



11,04 t 4,90 
10,40 I 29,93 



3,43 

4,06 

5,58 

11,75 

54,11 



2,39 
5,51 



Nfr. 

®^traft= 

ftoffe 

^/ 

10 



fajer 

/o 



Ijrotctn 

V. 



®c^alt an öerbaulic^en 9?ä^rftoffcn 



fReinx 
eiwetfe 



80,50 
78,27 
77,33 
63,89 



2,83 
3,46 
2,50 
6,03 



Nfr. 
gelt (Sjtraft: 
ftoffe 

% 



55 
55 
76 
75 
92 



49 
45 



94 
94 
97 

89 



73 
73 
72 
12 



1,89 
2,23 
4,24 
8,81 
49,78 



0,88 
0,86 
2,44 — 



8,30 
40,72 



1,17 

2,48 



0/ 
'0 



fafer 

/o 



Sa.Nfr.efn|c^I. 

JRo^fafer 
4- f^ett X 2,2 

/o 



75,67 

73,57 
75,01 
56,86 



2,07 
2,53 
1,80 
0,72 



77,74 
76,10 
76,81 
60,15 
5,46 



*) ©tärlctocrt = berboul. eitoelfe x 0,94 + öerbaul. gctt x 2,2 + bcrbauL Nfr. einfc^Iiefetic^ 9Jo§fa|er, Sa. x 3Bertia^I nac^ Äellner. 
') SSertjo^l 98. 



@tärfe= 
wert ^) 



78,57 

76,91 

79,10 

66,59») 

43,74 



m 



m. Scric^t bcr SScrjuc^ätüirtft^aft ju ßau(^ftäbt. 



43 



Cabeöril. 
Rationen auf 1000 kg üebendgewicht. 









«er* 






baultd)e§ 


8Scr= 

bauliches 

Srctt 


bau(i(!^e 

Nfr.cinfd)!. 

9fJo^fa|er 

+ Sett 

x2,2 


@täv!e= 
wert 




kg 


kg 


kg 


kg 



Mf^ttttt 1 (50-75 kg iMtnh^mim* 56 ^age. 



Stbteilung I u. H. 

12,50 kg^tefefortoffcln*) I, cingetocidjt . 

19,87 „ ©crftenjc^rot 

6,75 „ f^ifcDme^l • . 



0,11 
1,64 

2,75 



0,23 
0,17 



9,72 

11,95 

0,37 



©a. 



«■ 



?tbteilung IH u. IV. 
12,50 kg ^rcfelartoffeln*) I, nic^t ctngeroeidit 

19,87 „ ®erftcnjcf)rot 

6,75 „ Sifc^mclt. . . . 



4,50 



0,40 



0,11 
1,64 
2,75 



0,23 
0,17 



@a. 



3lbtctlung V u. VI. 

12,41 kg Äartoffelflodcn, eingemcid^t 

20,21 „ ®crftenfc^rot 

6,21 „ f^i|*mc^l 



@a. 



Abteilung VII u. VIII. 
12,41 kg Äartoffclflorfcn, ni*t cingettjcidjt 

20,21 „ ®er[tcnj(ftrot 

6,21 „ Sflfc^me^l _^ 



4,50 



0,30 
1,67 
2,53 



0,40 



0,24 
0,15 



9,72 

11,95 

0,37 



9,53 

12,16 

0,34 



4,50 



0,30 
1,67 

2,53 



0,39 



0,24 

0,15 



22,03 



9,53 

12,16 

0,34 



9,82 

13,23 

2,95 



22,04 1 26,00 



9,82 

13,23 

2,95 



22,04 26,00 



9,82 

13,46 

2,72 



26,00 



9,82 

13,46 

2,72 



@a. I 4,50 I 0,39 | 22,03 26,00 



1) 3)a beim erften SSerjut!^, melden wir abbrechen mußten, nicftt me^r roie 12,5 kg ^refi= 
fartoffeln im 1. ?tb|c^nltt unb 10,0 kg ^refefartoffeln im 2. ?(b|djnitt aufgenommen lourben, fo 
würben, um eine glatte Wna^me au ermöglichen, auc^ beim jweiten Serjuc^ ^ö^ere ©abcn 
nici^t öeiabreld^t. 



44 



III. 93crtd)t ber aScrjuc^§tt)iitjc^a|t ju Sau(^ftäbt. 



tEabeUc III. 









SScr- 




■'.■•'■/.. 


«er. 
bauli(^6§ 


bauIidieS 
&ett 


bauliches 
Nfr.einfd)!. 

+ Sett 
x2,2 


©tärfe* 
ttjert 




kg 


kg 


kg 


kg 



mh^^nlti Ä (75—100 k^ 2ebtnHmm). 29 Saflc. 



^rbteilung I u. IL 
10,00kg ^rcfefartoffeln*) II, eingctüeit^t 

18,46,, ©erftcnfc^rot .; .v > : ' 

4,61 „ iJtj(^me6l • * . . . . • . . . 



^a. 



Stbtcilung III u, IV. 



10,00 kg $te|farto[feIn^) n, ntc^t eingeroetc^t 

18,46 „ ßJerftenjc^rot . v; ;;^ i^^^^^ >^^^^^^^^ . 

4,61 „ gijcfime^l . . . 



@a. 



9XbtciIung V u. VI. 

9,72 kg Äartoffelflocfen, eingereicht 

18,74 „ ©erftenjdirot 

4,19 „ f^if^meJil 



0,09 
1,53 

1,88 





7,77 


0,22 


11,10 


0,11 


0,25 



7,69 

12,29 

2,02 



3,50 



0,09 
1,53 

1,88 



0,33 


19,12 

7,77 






0,22 
0,11 


11,10 
0,25 ^ 



22.00 



7,69 

12,29 

2.02 



3.50 



0,23 
1,56 
1,71 



0,33 


19,12 




7,47 


0,22 


11,27 


0,10 


0,23 



22,00 



7,69 

12,48 

1,83 



©a. 



5lbteilung VII u. vm. 
9,72 kg Äartoffelfloden, nit^t eingeweicht 

18,74 „ ©erftenfc^rot 

4,19 „ fjijd^me^l v^-^ V y . • • • • • • 



(Sa. 



3,50 



0,23 
1,56 
1,71 



3,50 



0,32 



18,97 



0,22 
0,10 



7,47 

11,27 

0,23 



22,00 



7,69 

12,48 

1,83 



0,32 



18,97 22,00 



^er SBafferge^alt ber guttennittel tüurbe aEe 4 2Bo(J^en fontrolliert unb 

bie 9Ratton bementf^red^enb umgered^net. 

& betrug n)ät)renb ber ^auer beg SSerfud^^ ber gefamte gutteröer^etir pro 

5lbteilung: 

247,0 kg ^re^fartoffeln, 

423.8 „ ®erften|d^rot, 
125,7 „ giid^me^I. 

245.9 kg ^artoffetflorfen, 
430,7 „ ©erftenj^rot, 
115,0 „ gifd^mei)!. 



Abteilung I unb II 
be^tt). III unb IV: 

Abteilung V unb VI 
beätt). VII unb VIH: 



III. Seric^t ber SScr|ud^8tt)irt|(^aft ju Saud^ftftbt. 



45 



'^ahzUz IV. 
Gewiditstabelle. 



.■•' ; ' ■'■'■'/•■ 




23.3ult 


5. 9tug. 


19. ?tug. 


2. ©ept. 


16. ©ept. 


30. @cpt. 


15. Oft. 


B 

stX- 

c 

3 


3 
3 




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3 


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3 




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CO 


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00 

1 




«5 




CO 




CO 


et 

3 
3 

CO 


^rcgiförtoffcln, etngetoetcftt. 




Abteilung I: 


1 


48,0 


56,0 


8,0 


61,0 


5,0 


68,0 


7,0 


75,0 


7,0 


85,0 


10,0 


91,5 


6,5 


43,5 


0,51 




2 


49,0 


55,0 


6,0 


61,0 


6,0 


66,0 


5,0 


72,0 


6,0 


80,0 


8,0 


88,0 


8,0 


39,0 


0,46 




4 


45,0 


54,0 


9,0 


62,5 


8,5 


72,0 


9,5 


79,0 


7,0 


91,5 


12,5 


98,5 


7,0 


53,5 


0,63 




.5 


58,0 


68,0 


10,0 


78,0 


10,0 


85,0 


7,0 


95,0 


10,0 


105,0 


10,0 


113,5 


8,5 


55,5 


0,65 




18 


40,0 


44,0 


4,0 


49,0 


5,0 


53,0 


4,0 


59,5 


6,5 


65,0 


5,5 


75,0 


10,0 


35,0 


0,41 




240,0 


277,0 


37,0 


311,5 


34,5 


344,0:32.5 


380,5 


36,5 


426.5 


46,0 


466,5 


40,0 


226.5 




^ur(I)t(t)nttt§gcn)!(!)te unb 
































ßuna^men .... 


48,0 


55,4 


7,4 


62,3 


6,9 


68,8 


6,5 


76,1 


7,3 


85,3 


9,2 


93,3 


8,0 


45,5 




!^\xn(x^mtx[ ^ro ^tag u. @tücf 


— 


— 


0,53 




0,49 


— 


0,46 


— 


0,52 




0,66 




0,53 


0,53 




?lbteilung II: 


7 


52,0 


58,0 


6,0 


66,5 


8,5 


72,0 


5,5 


80,5 


8,5 


93,0 


12,5 


99,0 


6,0 


47,0 


0,55 




8 


36,0 


40,0 


4,0 


45,0 


5,0 


50,0 


5,0 


54,5 


4,5 


62,0 


7,5 


71,5 


9,5 


35,5 


0,42 




9 


37,0 


42,0 


5,0 


45,5 


3,5 


50,0 


4,5 


53,5 


3,5 


61,0 


7,5 


66,5 


5,5 


29.5 


0,35 




31 


62,0 


69,0 


7,0 


77,5 


8,5 


86,0 


8,5 


92,0 


6,0 


100,0 


8,0 


110,5 


10,5 


48,5 


0,57 




47 


53,0 


63.0 


10,0 


69,0 


6,0 


77,0 


8,0 


85,5 


8,5 


94,0 


8,5 


107,0 


13,0 


54,0 


0,64 


©a. 


240,0 


272,0 


32,0 


303,5 


31,5 


335,0 


31,5 


366,0 


31,0 


410,0 44,0 


454,5 


44,5 


214,5 




; ^urc^td)nitt§geiötc^te unb 






























v- 3""öt)men .... 


48,0 


54,4 


6,4 


60,7 


6,3 


67,0 


6,3 


73,2 


6,2 


82,0 8,8 


90,9 


8.9 


42,9 




Suna^mcn pro %0i% u. ©tücf 




— 


0,46 




0,45 


— 


0,45 




0,44 


- 0,63 


— 


0,59 


0,50 




^refefartoffeln, ntc^t einge meiert. 




3lbteilung III: 


10 


49,0 


60,0 


11,0 


66,5 


6,5 


73,0 


6,5 


79,5 


6,5 


89,0 


9,5 


94,5 


5,5 


45,5 


0,54 




11 


43,0 


51,0 


8,0 


60,0 


9,0 


67,0 


7,0 


75,5 


8,5 


88,0 


12,5 


98,5 


10,5 


55,5 


0,65 




12 


50,0 


55,0 


5,0 


61,5 


6,5 


66,0 


4,5 


71,0 


5,0 


80,0 


9,0 


86,5 


6,5 


36,5 


0,43 




13 


45,0 


55,0 


10,0 


63,5 


8,5 


72,0 


8,5 


83,0 


11.0 


94,0 


11,0 


105,0 


11,0 


60,0 


0,71 




15 


53,0 


62,0 


9,0 


70,5 


8,5 


76,0 


5,5 


83.5 


7,5 


94,0 


10,5 


102,5 


8,5 


49,5 


0,58 


Sa. 


240,0 


283,0 


43,0 


322,0 


39,0 


354,0 


32,0 


392,5 


38,5 


445,0 


52,5 


487,0 


42,0 


247,0 




^urc^fdinittägctDic^tc unb 
































3unQ^men . :. . . 


48,0 


56,6 


8,6 


64,4 


7,8 


70,8 


6,4 


78,5 


7,7 


89,0 


10,5 


97,4 


8,4 


49,4 




^una^men pro %(x% u. Stücf 


— 




0,61 




0,56 




0,46 


— 


0,55 


— 


0,75 


- 1 


0,56 


0,58 




Slbteitung IV: 


16 


53,0 


61,0 


8,0 


68,0 


7,0 


75,0 


7,0 


80,5 5,5| 


90,0, 9,5 


100,5 


10,5 


47,5 


0,56 




17 


59,0 


70,0 


11,0 


79,0 


9,0 


88,0 


9,0 


97,0 


9,0 


110,013,0 


116,5 


6,5 


57,5 


0,68 




22 


42,0 


51,0 


9,0 


57,5 


6,5 


64,0 


6,5 


71,0 


7,0 


83,012,0 


92,5 


9,5 


50,5 


0,59 




32 


42,0 


48,0 


6,0 


55,0 


7,0 


62,0 


7,0 


69,5 


7,5 


80,010,5 


90,0 


10,0 


48,0 


0,56 




38 


44,0 


53,0 


9,0 


61,0 


8,0 


68,0 


7,0 


75,5 


7.5 


90,014,5 


98,5 


8,5 


54,5 


0,64 


@a. 


240,0 


283,0 


43,0 


320,5 


37,5 


357,0 


36,5 


393,5 


36,5 


453,0 


59,5 


498,0 


45,0 


258,0 





S)ur(^fc^nttt§gcttJtcl^tc unb 
































3unQ^men .... 


48,0 


56,6 


8,6 


64,1 


7,5 


71,4 


7,3 


78,7 


7,3 


90,6 


11,9 


99,6 


9,0 


51,6 




8u nahmen pro Xag u. @ti 


icfl 




— 


0,61 




0,54 


1 


0,52 




0,52 




0,85 




0,60 


0,61 





46 



III. »crtc^t ber a3erju(^ätöirt|c^aft ju Sou^ftäbt. 



9lBteiIung V: 



Cabeüe IV. 
Gewichtstabelle. 







23.3ua 


5. ^ug. 


19. Slug. 


2. @ept. 


16. Sept. 


30. Btpt 


15. Oft. 


S 


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3 






























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3 






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Äarto[|cItIoc!cn, eingeweicht. 



14 
20 
21 
23 
35 



52,0 
49,0 
49,0 
48,0 
42,0 



60,0 
58,0 
54,0 
53,0 
49,0 



8,0 
9,0 
5,0 
5,0 
7,0 



68,0 
65,5 
60,0 
59,0 
56,5 



-^tttc^jd)nittgg ewi ( ^te u nb 
3uuQ^men 

3unat)men ))ro Za^ u. ©tücf 



240,0 
48,0 



274,0 
54,8 



34,0 

6,8 
0,49 



309,0 
61,8 



8,0 


76,0 


8,0 


82,5 


6,5 


7,5 


74,0 


8,5 


80,5 


6,5 


6,0 


65,0 


5,0 


70,5 


5,5 


6,0 


65,0 


6,0 


70,5 


5,5 


7,5 


61,0 


4,5 


67,0 


6,0 


35,0 


341,0 


32,0 


371,0 


30,0 












7,0 


68,2 


6,4 


74,2 


6,0 


0,50 




0,46 




0,43 



91,0 
92,0 
81,0 
77,0 
75,0 



8,5 

11,5 

10,5 

6,5 

8,0 



97,5 
103,0 
91,0 
85,0 
83,0 



6,5 

11,0 

10,0 

8,0 

8,0 



45,5 
54,0 
42,0 
37,0 
41,0 



416,0 
83,2 



45,0 

9,0 
0,64 



459,5 
91,9 



43,5 

8,7 
0,58 



219,5 

43,9 
0,52 



0,54 
0,64 
0,49 
0,44 
0,48 



tlbteilung VI: 


25 


41,0 


43,0 


2,0 


49,0 


6,0 


55,0 


6,0 


62,0 


7.0 


69;;0 


[ 7,0 


77,5 


8,5 


36,5 


0,43 




26 


48,0 


53,0 


5,0 


59,0 


6,0 


65,0 


6,0 


70,5 


5,5 


80,0 


9,5 


87,5 


7,5 


39,5 


0,46 




27 


43,0 


50,0 


7,0 


58,0 


8,0 


64,0 


6,0 


73,0 


9,0 


82,0 


9,0 


91,5 


9,5 


48,5 


0,57 




44 


60,0 


68,0 


8,0 


76,5 


8,5 


84,0 


7,5 


92,5 


8,5 


103,0 


10,5 


113,5 


10,5 


53,5 


0,63 




46 


48,0 


54,0 


6,0 


59,5 


5,5 


65,5 


6,0 


70,5 


5,0 


80,0 


9,5 


89,5 


9,5 


41,5 


0,49 


@a. 


240,0 


268,0 


28,0 


302,0 


34,0 


333,5 


31,5 


368,5 


35,0 


414,0 


45,5 


459,5 


45,5 


219,5 


— 


3)urc^|d^nitt8gctt)i(^te unb 
































3una^men 


48,0 


53,6 


5,6 


60,4 


6,8 


66,7 


6,3 


73,7 


7,0 


82,8 


9,1 


91,9 


y,i 


43,9 


— 


ßuno^men pro Xag u. <Sti 


icf 




— 


0,40 




0,49 


— 


0,45 




0,50 




0,65 




0,61 


0,52 





^artoffelflocfen, nic^t eingeiueic^t. 



Abteilung VIII: 



28 
33 
34 
37 
40 



53,0 


60,0 


7,01 


53,0 


62,0 


9,0 


36,0 


43,0 


7,0 


59,0 


65,0 


6,0 


41,0 


48,0 


7,0 


242,0 


278,0 


36,0 


48,4 


55,6 


7,2 


• — 




0,51 



67,5 
71,0 
48,5 
74,0 
53,5 



7,5 
9,0 
5,5 
9,0 
5,5 



76,0 
82,0 
55,0 
82,0 
59,0 



8,5 
11,0 
6,5 
8,0 
5,5 



84,5 
91,0 
61,0 
90,0 
65,0 



8,5 
9,0 
6,0 
8,0 
6,0 



96,0 
105,0 
70,0 
98,0 
75,0 



11,5 

14,0 

9,0 

8,0 

10,0 



103,5 


7,5 


50,5 


114,5 


9,5 


61,5 


79,0 


9,0 


43,0 


106,5 


8,5 


47,5 


84,5 


9,5 


43,5 



0,59 
0,72 
0,51 
0,56 
0,51 



S)urc^fd)nittSgett)icftte unb 
3unQ^men 

3una^men pro Xag u. <BiM 



314,5 
62,9 



36,5 

7,3 
0,52 



354,0 
70,8 



39,5 

7,9 
0,56 



391,5 
78,3 



37,5 444,0 



7,5 
0,54 



88,8 



52,5 

10,5 
0,75 



488,0 
97,6 



44,0 

8,8 
0,59 



246,0 

49,2 
0,58 



' CabeUc Y. 
Kot - Unter[udiungen. 



9luguft 



©c^jtcmbcr 



iDftober 



Dftobcr 



Dftober 



29. 



21. 



7. 



14. 



Slbtctlung I u. II: 
^rcfefattoffeln eingeweicht 



^Ibteilung III u. IV: 
^rcfefartoffefn nid^t eingetoeid^l 



ßeine Äartoffelteilc^eu Uor^anbcn. 

9ln bert ©coolen nod^ toenig ©tärfe 

^oftcnb. 



9Joc^ üerein^clte ^artoffeltetldjen 
öor^anben.,^^^^^— 



'iilodf vereinzelte 5^artoffeItetI(i^en 
Dor^anben. 



^rbteilung I: 
Äeine Äaitoffelteilc^en uor^anben. 

9lbteilung U: 

9?o(ft vereinzelte Äartoffelteilc^en 

Dor^anbcn. 



9?o(^ öerfc^iebcntlic^ ÄartoffeI= 
teueren ttor^anben. 



9lbteilung V u. VI: 
Äartoffelflocfen eingemeid^t 



Srbtcilung VII u. VIII: 
Äartoffelflocfen nic^t eingeweicht 



'iHodf üereingelte Äartoffelteilc^en 

tjor^anben. 9ln bcn ©dualen nod^ 

etwas ®tifr!e ^aftenb. 



etwa« me^r Äortoffelteiltfien oIS 
^Jbel Slbleilungen I u. IL 



ditoa^ me^r ^artoffelteilc^en t)or= 
^anben qIS bei ?(bteilungen I u. II. 



SfJoc^ üereinjelte ÄartoffcItci(d}en 
vor^anben. 



©ttoaS me^r Äartoffelteilc^en bor= 
fanden aI8 bei I u. II. 



Untjerbaute fi'artoffelteild^en nic^t 

öot^onben. 9ln ben ©c^alen öer= 

einleite ©tärfelörner. 



SSercinjelte @tärle!örner an ben 
®c^aIeii----||_-_--i 



Unöe-baute Äartoffelteilc^cn nic^t 

üorbanben. 5ln ben ©c^alen üer= 

einleite ©tärleförner. 



SSereinjelte ©tärfe!örner an ben 



©tftrfe nicftt nachweisbar. 



©tär!e nic^t noc^weiSbar. 



©tärfe nic^t nachweisbar. 



©törfe nic^t nachweisbar. 



©tärfe nic^t nachweisbar. 



©tär!e nic^t nad^weiSbar. 



es 

3. 

:^ 

as 



«0 



a« 







■ i 



IM mm 



IV« Bericht der [iandioirtfchaftlidien Perfudisitation 

zu Snfterburg, 



SSon Dr. W. Zielftorff. 



^er nad^fte^enbe SSerfud^ tüurbe in ber ©^tDeinemäfterei ber 3nfterburger 
^enoffenfd^aft^motferei unter TOtmirfung be^ 90?ol!erebertüalter^ ^ennemann 
auggefüf)rt. ^ie SJ^oIferet ^nd^m ni^t felbft, fonbem beriet)! i^re (S^ttjeinebeftönbc 
t)on ben benad^barten (SJütem. ^ie gu biefem SBerfud^ au^getüä^tten Xtere 
^ftammten üon ber ^ut^öertpaltimg ©tagutfd^cn, tDofelbft boei t^erebette SonbfdittJetn 
ge^üc^tet tüirb. 

^ie Xiere tüaren anfangt Sanuar ongefauft, ()atten ein ^urd^fd^nitt^atter 
t)on ca. 4 äl^onaten unb tüogen ethja 40 kg. ©ntfpred^enb ber SSerfud^^orbnung 
tpurben 4 ^Ibteilungen öon je 4 Vieren, bie mögli^ft glei^möfeig au^gett)ät)(t 
h)urben, gebilbet. ^ie ©ru^pen erhielten bie 9^ummem I— IV. ^ie ^iere mürben 
mit fortlaufenben Drummern 1—16 gegeid^net, unb jnjar bilbeten bie beiben ©töUe 
I unb II bie grorfenobteilung, tüä^renb in ben (BtäUm III unb IV ^re^fartoffeln 
gefüttert njurben. SSa§ bie fanftigen Staltüerpltniffe anbetrifft, fo i)atten biefe 
ettüa eine ©runbfläd)e üon 10 qm. 5luf bem ^iegelfufeboben bienten S3retterbe(äge 
alö Sager für bie Xiere. (SJefüttert ftjurbe töglid) 3 mal, unb ^tüar morgend um 
6 U^r, mittag^ um 12 Ut)r unb abenbg um 6 U{)r. ^ie SBägungen tüurben 
regelmäßig !urj t)or ber 2. Fütterung gegen 11 U^r au!§gefül)rt. SJ^it ber ^or^ 
fütterung tüurbe glei^ na^ ^n!unft ber Stiere, alfo Einfang Sanuar begonnen, 
(gntfpre^enb ber 3Serfud^§anftelIung mürben bie ©tatttemperaturen regelmäßig 
morgend unb abenb^ gemeffen. (©ie^e 5lnl. I.) §iemad^ fc^manften biefelben im 

gebruar . . . t)on 6— ll^ C. 

SJ^öra 7—120 „ 

5lpril 9-210 „ 

2öie au§ öorfte^enben ^o^^en crfid^tlid^, mar im allgemeinen bie Temperatur 
eine red^t glei^mößige. 3m %pxxi maren aßerbingg fd^on einige red^t l)eißc Xage 
äu üer^eid^nen, unb e§ ift möglidC), ta^ l)ierauf teilmeife bie mangelnbe greßluft 
einiger Xiere, morauf fpäter nod^ aurüdtgefommen mirb, äurücf5ufül)ren ift. 

Unter 3ugrunbelegung ber regelmäßig bur^gefül)rten Söafferbeftimmungen, 
bie nur geringe (Sd)man!ungen geigten, l)atten bie Futtermittel folgenbe ßufammen^ 
fe^ung: 



.__../ 



IV. 93ciic^t ber £anbiDirtj(^a|tUc^en SScr|uc^«ftat{on iju ^nftcrburg. 49 

!artoffeIn floden fcftrot fd^rot me^I 

Sßaffer 11,1 12,1 12,8 14,0 9,9 93.6 

3flot)protein ..... 3,5 6,4 11,2 12,1 60,0 0,9 

gett 0,2 0,2 3,9 2,0 0,9 0,1 

©tirfftofffrete ©jtraftftoffe 80.1 76,0 68,9 65,6 — 4,9 

^ot)fafer 2,7 1,9 1,7 3,5 - — 

5lfd^e . 2,4 3,4 1,5 2,8 25,9 0,5 

^Rein-^eitoeife 2,7 4,2 10,9 11.4 49,6 0,9 

; ' ^ie mifrof!optfd)e UnterfiK^ung ber guttermtttet ergab, bafe fie öon normaler 
3ufammen(e^ung unb S3efd^affen^eit tüaren. 5luf ©runb ber bt^^er burd^ geführten 
Unterfud^ungen ftnb für bte S5ere^nung be§ ®ef)a(te§ an tjerbauüd^en 9^ät)rftoffen 
fotgenbe ^Serbauung^foeffijtenten in ^nnjenbung gebrad^t: 

«Ptc6= tartoffcI= a»QiS= ®crftcn= ^m^ ^olUn 
faitoffeln flocfcn fd^rot fcftrot me^I 

^Ro^protein >; v * "^v.^ 76 75 84 70 92 94 

gett. V .;.... — — 74 89 45 100 

(Sticfftofffreie C^ytraftftoffe . 98 96 94 92 - 98 

Sfio^fofcr . . =— »55 «i«r2 41 •^mmmtmmmmmmmmmmmßmm 

§ternad^ fteüt ftd§ mithin ber pro^enttfd^e (5Jef)a(t ber Futtermittel an öer^ 
baulid^en 9^äl)rftoffen unb an (Stärfetüert folgenbermafeen: 

^refe= ÄattoffeI= 3Kaig= ®erften= 2rijc^= ^Wolfen 

fartoffelu flocfen jcörot jc^rot mc^I 

9^ol)protein 2,7 4,8 9,4 8,5 55,2 0.8 

gett - — 2,9 1,8 0,4 0,1 

(Sürfftofffreie @jtra!tftoffe . 78,5 73,0 64,8 60.4 — 4,8 

9Rof)fafer ...... 1,5 1,4 0,7 — — — 

eitüdfe V . . V . . . 2,1 3,2 17 9,2 8,0 45,6 0,8 

©tärfemert 82,0 77,4 80,2 70,3 43,8 5,7 

^ie 3ufenbung ber ^re^fartoffeln öer^ögerte fid^ (eiber tüiber ©rtüarten. 
^iefelben trafen am 25. Sonuar ^iefelbft ein, fo \)aiß erft Anfang gebruar mit 
ben SSerfud^en felbft begonnen tuerben !onnte. ^a bie 35orrat§räume ^um ^uf^ 
betüaf)ren ber Futtermittel in ber (gd^treinemöfterei felbft nur fet)r befd^ränfte tüaren. 
fo n)urben bie ^refefartoffeln, toie aurf) bie anbern ^JSorräte auf bem geräumigen 
gutterfd^uppen be§ länblid^en ^öirtfd^aftöüerein^ gelagert unb je nad^ S5ebarf ah-^ 
geholt, gür biefe^ freunblid^e (£ntgegen!ommen fei bem SBirtfd^aftööerein aud^ 
nod^ an biefer (Stelle gebanü 

SBenngleid^ nun bie am 31. Sanuar burd^gefül)rten Sßägungen ber Xiere 
immerl)in etma^ gröfeere Unterfd^iebe aufmiefen, fo mußten fie tro^bem genommen 
merben. um nid^t ben ganzen ^erfud§ in grage ^u ftellen. 3m allgemeinen loirb 
in ber @^rt)einemäfterei aj^aigfd^rot, ^erftenf^rot unb ^artoffelfloden gefüttert, 
unb jtoar njerben bieje im Söer^öltniö öon 4:1:1 gemifd^t unb ^ieröon erl)ält 
jebeiS Xier pro Xag unb S^opf je nac^ ^Iter unb gre^luft IV2-2V2 kg, aufeer^ 
bem mirb pro Xag unb ^opf ttma 8 1 90^ol!en verfüttert, ^a biefe Station eth)a^ 
fd^toad^ an ©itoei^ ift, tpurbe eine geringe S3eigabe öon gifd^me^l gegeben, ^ie 

»eri(!|>te übet 8anb»ittf(^aft. ^eft 23. 4 



50 



IV. Seric^t bcr Saubwirtfc^attlicfien SScrjud^gftotion gu ^nftcrburg. 



^refefartoffeln würben ber SSer^ud^^orbnung gemä^ alImä()Ud^ in bie 9lattun 

dngefüljrt. 

& tt)urbe junäd^ft ein SSorrat gemifd^t, befte^enb au^ 

40 Steilen 9)?ai^ 
10 „ ©erfte 

10 „ S^ocfen, be^tti. ^refefartoffeln unb 
5 „ gifc^met)!. 

§iert)on er()ielt jebeg Xier pro Slag 17« kg, fon)ie 8 1 9}?o(fen, biefeg ent^ 
fprid^t auf 1000 kg ßebenbgetüid^t 4,5 kg ©itüeife unb 31,5 kg ©tärferoert, 
n)ä^renb fi^ für bie Nation mit ^refefartoffeln auf 1000 kg fiebenbgen)ic^t 4,5 kg 
®in)ei6 unb 32,1 kg (gtärfettjert berechnen. 2Bät)renb be§ garten 3Serfu(^e^ ttjurbe 
baö Swtter t)om SSorrat^^aufen für bie einzelnen ©täUe unb für hk einzelnen 
Fütterungen glei^möfeig abgetüogen unb mit Tloikn aufgequoEen, n)Oäu ^ttva ein 
Jajtbftünbigeö @intt)eid^en genügte, ^iefe^ gutter ert)ielten bie Xiere t)om 31. ganuar 
'big 5. gebruar. ^a ba^fetbe ftet^ anftanb^lo^ öon ben Vieren genommen njurbe, 
ttJurbe bie tartoffelration er^öt)t unb gtüar in ber SBeife, ha"^ 

■;: .;.::-:;pi'-^ 30 Steile aJ?aigfd^rot 

^*"**f*"*W*^f^i^^ (g^erftenfcf)ro t " ' ' V ' 

20 „ glocfen be^ft). ^re^fartoffetn unb 

|;:'- 8 „ gij^me^l 

gcmifd^t mürben. 5Son biefer SD'Jifd^ung mürben pro Xag unb %kx neben 8 1 
Tlollm mieber iVa kg gegeben, fo ha^ fid^ auf 1000 kg ßebenbgemid^t 4,7 kg 
©imei^ unb 31 kg (Stärfemert für bie glodtenftälle unb 4,6 kg ©imeife unb 31,5 kg 
©tärfemert für bie ^refefartoffelgruppe bered^net. ^iefe^ gutter, ba^ aud^ mieber 
anftanb^Iog t)erjet)rt mürbe, erhielten bie Stiere üom 6. Februar big jum 14. gebruar. 
Sßon nun an mürbe bie ^artoffelration mieber ert)öt)t unb gmar in ber 

Sßeife, bafe 

10 Xeile g^aigf^rot 
10 „ ©erftenfd^rot 
25 „ g(oc!en be§m. ^refefartoffeln unb 
5 „ gifd|met)( 
gemifdE)t mürben. 

^a bie SBögungen ber Xiere am 14. gebruar ergeben t)atten, bafe ha^ 
©emid^t etma 65 kg im ^urd^fd^nitt betrug, mürbe bementfpredjenb bie Station 
etmag ert)öl)t unb auf 1000 kg ßebenbgemid^t 35 kg beg SOäJd^futterS gegeben, 
mobei gleid^^eitig 'Oa^ Xier mie bigt)er pro Xag 8 1 SO^olfen erhielt. §iemad^ 
bered^nen fi(^ auf 1000 kg Sebenbgemid^t für bie glorfenration 3,6 kg (gimei^ 
unb 26,7 kg (Stär!emert, mät)renb für bie ^re^fartoffelgruppe fid) 3,5 kg ©imeife 
unb 27,3 kg ©tärfemert ergeben, ^iefeg gutter mürbe 14 Xage gegeben, ^om 
1. 9JJär5 an mürbe bie ^artoffelration nod^malg er{)öt)t unb jmar in bcr SBeife, ha'^ 

10 Xeite 9J?aigfd^rot 
? 10 „ (SJerftenf^rot 

40 „ glocfen be§m. $rc^!artoffeIn unb 
5 „ gijrf)mei)t 



^^•»^^jr T^p^^ 



IV. 59ei1c^t ber Sanbmlrtjdiaftltt^cn SSerjuc^äftation gu ^nftetburg. 



51 



aemiWt tüurben. §iert)on ert)ielten bie Xtere toieberum bte ölei^e SSJ^enge it)ie 
frütjer fo 't>a^ m «uf 1000 kg ßebenbgetütd^t 3,3 kg ©itDeife unb 27 kg (Störfe-^ 
mert bei ben S^artoffdflorfen unb 3,0 kg ©itüei^ unb 27,8 kg (StärfetDert auf bie 
^refefartoffeln beregnen. ^ieje§ ^utter tDurbe n)ät)renb be§ g^an^m nod) 2 5^onate 
tt)öl)renben ^erfu^e^ gegeben unb ^mx ttjurbe mit md'\\6)t auf ba§ t)öf)ere 
Sebenbgett)i^t ber Xiere Don Anfang ^pril an pro Xag unb ^ier bie Station 
Don P/4 kg auf ^im 2^1, kg ert)öt)t, entfpri^t alfo bamit ben üblid^en 9^ormen. 

Sßa§ nun ben tt)eiteren 3^ertauf be^ 58erfu(i)eg anbetrifft, fo war biefer bei 
ben beiben mit ^efefartoffeln gefütterten ©tättcn ein öoUftönbig glatter, unb irgenb 
mel^e (Störungen im SBof)Ibefinben ber Xiere famen ni^t üor. SBefentlid) memger 
gut fcbnitten jebod) bie beiben mit giocfen gefütterten (Ställe ah. ^a^ Xter ^r. 8 
batte bei ber erften SBägung am U. gebruar eine gang unbebeutenbe ®en)id)t§'^ 
^unat)me gezeigt, unb bie näd)ften SBägungen am 1., 2. unb 3. TOr^ ergaben 
gar feine ® etmd|t^5unat)me ; e§ mürbe bat)er au^ bem ^erfud) au§gefd|a(tet unb 
bementfprerfienb ber meitcre 5Serfud) mit ben brei übriggebliebenen Xteren fort-^ 
qefetjt, mobei ba^ gutter entfpred^enb rebujiert mürbe. 

9jud) befonberö bie beiben Xiere 1 unb 3 im (Stall I liefeen 5U munfdien 
oibria. Sßie bie «öägetabette ^eigt, finb bie Suna^men nur red)t befrf)eibene, unb 
ba biefeö Sutter !aum be^mungen mürbe, fo fonnte bie giocfenraüon mcfjt cr!)ö^t 

merben. .— .. r ^ tu 

Sföenngtci^ Ttod^ ctma§ mel)r ^re^fartoffeln l)ätten gegeben merben fönnen, 

fo mürbe boc& bauon mftanb genommen, um bie Xiere für ben meiteren ^^erlauf 

be§ ^erfuc^e§ bei guter grefeluft ^u ert)alten. (So ift alfo mäl)renb smeier S^onate 

ein gutter gegeben, t>a^ - abgefel)en Don ben 9J?ol!en unb bem gtfd)mel)l - 5U 

2/« aug $re6!artoffeln bejm. ^artoffelfloden beftanb. 

^er ^ot ift regelmäßig auf ©tärte unterfuc^t morben. ^te Unterfuc^ung 
eraab teilmeife Döllige ^bmefen^eit berfelben, ^ier unb fanben fic^ oeretnäelt (Starfe-^ 
partüel. ©^ ift bal)er mol)l ber ^c^lufe gerechtfertigt, bafe bie Kartoffeln üon 
ben Vieren oollftänbig oerbaut morben finb. , cm ^ 

Berlegt man meiter ben breimonatlid)en ^erfu^ in ^bfd)mttc oon 4 Sßo^en, 
fo fteUt fic^ bie (5^emic^t§äuna^me für bie einzelnen Stätte, mie au^ ber SSage. 
tabeüe erfid)tli^, folgenbcrmafeen: - . 

©tall I ©tau II ©tau in 

kg :- kg ^ 



I. ^eriobe 
Hnfang^gemid^t am 31. 1. 

big 2. 2. 10 

(SJemid^t am 1.--3. 3. 10 
3unal)me in 4 SBod^en 



©taH IV 
kg 



224,0 

287,7 



147,7 (196,3)1) 217,0 
211,3 (281,7) 309,0 

92^^ 



215,0 
312,0 



63,7 63,6 (84,8) 



U. ^eriobe 
^emi^t am 30. 3.-1. 4. 10 342,0 
annähme in 4 9Sod|en * - 54,3 



271,7 (362,3) 
60,4 (80,6) 



384,7 
75,7 



97,0 



394,0 
82,0 



^) S)ic 3at|ten finb be§ bcjieren SJergleic^eS falber ^ier unb aud) fpäter auf 4 Xierc 
um9ered)nct. 4* 



52 



IV. 93crl(^t bei- Öanbroirtfc^aftUc^cii SSerfuc^Sftation ju Snftcrburg. 



IIL ^eriobe 
(Siett)id)t am 28. 4.— 30. 4. 10 
3una^me in 4 SSod^ett . 
® ejamtauna^me in 12 Sßod^en 

mitt)tn 3iJ"ö^"^^ P^^ ^^9 
uttb Xier 



Statt I Statt II Statt III 

kg kg kg 

382,7 335,2 (446,9) 489,5 

40,7 63,5 (84,6) 104,8 

158,7 187,5 (250,0) 272,5 

0,472 0,744 (0,744) 0,811 



Statt IV 

kg 
477,3 

83,3 
262,3 

0,781 



(Stellt man nun meiter bie ^ufammenge^örigen ©tolle, al[o I unb II unb HI 
unb IT äufammen, fo ergibt fid^ für bie einzelnen ^erioben folgenb^ ßuna^me 



^eriobe I 



fjlodcngru^^c^) 
63,7 63,7 kg 
63,6 (84,8) „ 



':ßrefefartoffelgruppc 
92,0 kg 
97,0 „ 



^eriobe 11 



sßeriobe IH 



127,3 


(148,5) kg 


54,3 


54,3 „ 


60,4 


(80,6) „ 


114,7 


(134,9) kg 


40,7 


40,7 „ 


63,5 


(84,6) . 3 



189,0 


kg 


75,7 


ff 


82,0 


n 


157,7 


kg 


104,8 


ff 


83,3 


rr : 



in^gefamt 



104,2 ?(125,3) kg 
346,2 (408,7) kg 



e^ beträgt alfo bie ßuna^me in 

^eriobe I pro ^ag unb Xier 0,663 kg 

„ n 0,602 „ 

III , n 0,559 „ 



ff 



188,1 kg 
534,8 kg 

^rcfetartoffclgrup^e 
0,843 kg 
0,705 „ 
0,837 „ 



2öie aug öorfte^enben Qa^m erfid^ttid^, ift bie 3unal)me bei ben beiben 
Gruppen mit gioden!artoffeln eine ^iemlid^ befc^eibene, in^befonbere werben ^ier 
bie SSerte burd^ ben (StaE I erl)ebli^ l)eruntergebrürft, n)äl)renb ber (Stall II mit 
ben 3 Xieren beffer abgefd^nitten ^at. (Sbenfo mar aud^ tia^ (Srgebni^ ber mit 
ipre^!artoffeln gefütterten Sliere ein red^t gute^, unb bie ßuna^me eine burd§au§ 
gufriebenftettenbe. 

^a bereite in ber legten ^älfte be^ ^pril bie mit ^artoffelflodEen gefütterten 
(gd^tüeine unregelmäßig fraßen, bie @ett)ic^t§äunat)me au(^ eine nid^t befriebigenbe 
mar, mürben bie Stiere am 3. 9J^ai gefd^la^tet. ^ie 6^lad^tung fanb auf bem 
l)iefigen (S^tad)tüiel)^of ftatt. §err ©d^erpe, ^ireftor be§ (Sc^la^t^ofe^, t)atte 
in ©egenmai-t beö 9f?eferenten bie greunbli^leit, bie 3[öägung unb (Sd^lad^tung 
ber Xiere — e§ rtJurbe auö jebem (Statte ein^ auggemäl)lt — ^u beauffid^tigen 
unb gab unter ^in^ujieliung einiger gieifc^ermeifter folgenbe^ (S^utad^ten ah: 

„2 mit S^artoffelflocfen gemäftete (Sd^meine $Rr. 4 u. 7 ^ah^n 
lebenb: 211 kg 2) gefd^lac^tet : 176 kg 

gemogen, mitl)in ein (Sd^lac^tgemid^t öon 81,5 ^/q. 



^) 9(uct) ^ier finb bie ^^a^Ien ttjieber auf 4 Xierc umgeredinet luorbcn. 
^) 3)tc Xicre Ratten 30 Stunben uor ber S(^lad)tung gehungert. 



IV. g3cii'f)t ber Sanbrnirtlt^aftlicficn 58etjud)8flation ju ^nftetburg. 



53 



2 mit ^refe!artoffeIn gemottete Zmt 9flr. 12 u. 15 tDogen 
lebenb: 231 kg gef d)lad^tet : 189 kg, 

ergaben mithin ein (Sd)(ac^t9en)id^t üon 81,8 Vo- 

SSenngleid^ mit ^u^nat)me eine^ mit ^reB!artoffetn gefütterten Stieret bie 
onberen brei nid)t öoEftänbig auögemäftet njaren, \o mx bo^ anbererfeit^ bie 
Dualität be§ gieij^e^ bei aüen Xieren gut big re^t gut, n)ie aud^ ba^ Sett 
eine glei^mäfeige fernige S3efd)affenf)eit geigte." 









CO 



1. 
2. 

3. 

4. 



52,0 
55,0 
60,0 
54,0 



03 






o 

c6 



CO 



CO 

CO 



ö I ö 



CO 



52,0 
56,0 
60,0 
55.0 



f^ 



54,0 60 
57,0 67 
61,0^67 
56,0 67 



68,0 
75,0 
72,0 
70,0 



68,0 
76,0 
73,0 



69,0 
76,0 
74,0 



71,0 71,0 



75 
81 
80 
85 



CO 

ö 

CO 



o 

1—1 

CO 

r-i 

CO 



221,0 223,0 228,0 



tm mnü 224 kg 



( 



„j 



5. 
6. 

7. 
8. 



45,0 
53,0 
49,0 

(48 



45,0 

52,0 

50,0 

48 



46,0 

53,0 

50,0 

49 



285,0 228,0 290,0 



147,0147,01149,0 



im gWittel 147,7 kg 



55 
68 
63 
50 



287,7 kg 



59,0 

80,0 

71,0 

50 



59,0 

80,0 

72,0 

50 



59,0 
81,0 
73,0 



60 
95 

82 



75,0 
89,0 
82,0 
94,0 



76,0 
90,0 
82,0 
94,0 



o 



76,0 
90,0 
83,0 
95,0 






80 

102 

90 

98 



00 
CM 



(M 



80,0 
107,0 

90,0 
110,0 



75,0 
108,0 

88,0 
109,0 



Ö 

CO 



75,0 
110,0 

88,0 
108,0 



340,0 342,0 344,0 



342 kg 



50)1- 



210,0 211,0 213.0 



III. 



9. 
10. 
11. 
12. 



63,0 
48,0 
53,0 
51,0 



64,0 
48,0 
53,0 
52,0 



64,0 
49,0 
54,0 
53,0 



80 
61 
67 
66 



211,3 kg 



88,0 
69,0 
74,0 
75,0 



89,0 
70,0 
75,0 
75,0 



89,0 
71,0 
76,0 



270,0 272,0 273,0 



102 
79 
84 



71,0 

106,0 

93,0 



72,0 

107,0 

93,0 



72,0 

107,0 

94,0 



387,0 380,0 381,0 






84 
120 
104 



271,7 kg 



76,0| 84 



215,0 217,0 220,0 



im 3KitteI 217 kg 



IV. 



13. 
14. 
15. 
16. 



63,0 
51,0 
53,0 
46,0 



63,0 
51,0 
54,0 
47,0 



64,0 
52,0 
54,0 
47,0 



300,0 309,0 312,0 



80 
67 
67 
64 



309 kg 



87,0 
73,0 
75,0 
74,0 



88,0' 
73,0 
76,0 

75,0 



89,0 
74,0 
77,0 
75,0 



382,0 



213,0 215,0 217,0 



im aWittel 215 kg 



309,0 312,0 315,0 



312 kg 



97 
85 
88 
88 



160,0 
90,0 
91,0 
95,0 



107,0 
91,0 
91,0 
96,0 



385,0 



107,0 
92,0 
92,0 

90,0 



382,7 kg 



88,0 
132 
110,0 



91,0 
135,0 
113 



90,0 
134,0 
111,0 



127 
106 
197 

in 



330 



339 



335 



334,6 kg 



132 
115,0 
110,0 
119,0 



136,0 
119,0 
117,0 



139,0 
119,0 
118,0 



120,01124,0 



387,0 



384,7 kg 



106,0 
94,0 
96,0 
97,0 



106,0 
94,0 
96,0 
97,0 



107,0 
95,0 
97,0 
97,0 



393,0 393,0 396,0 



394 kg 



120 
106 
110 
113 



476 492,0 500,0 



489,5 kg 



120,0 
111,0 
115,0 
121,0 



122 
114,0 
118,0 
127 V, 



123,0 
115,0 
118,0 
127,0 



467,0;481 483,0 



477,0 kg 



54 



IV. »cric^t ber fianbiüiitic^aftlidien SSerjucfiSftation ju ^nftcrburg. 









• 






Einlage 1. 






Sfalltemperaturen. 




■'■-% 


fjrcbruar 


m&ti 


SH)itI 




morgens 


abcnbS 


morgens 


abenbS 


morgens 


abenbS 




': -:^':--::---:\f:. 


«c. 


«C. 


«C. 


«C 


°c. 


«C. 




1. 


8 


10 


9 


11 


9 


8 




..■..^..•-..;.-. ■ 2. 


9 


8 


11 


10 


10 


9 




^y:-f' '''''' ^:v^:-:;.:.^-:-v-V:::"-^ :•:■•:■• 3. 


'^:-A- 


8 


9 


11 


11 


10 




--■^-'■v.'-"^:'^.vv;;;;--'''^ 4. 


rr 


1 


10 


9 


15 


10 




■■ 5. 


8 


10 


7 


10 


14 


15 




^.:-:':-'-''^-^"6. 


9 


8 


9 


9 


14 


15 




:--...;..- ■:::/''■'':■--. j^ 


7 


9 


8 


10 


14 


15 




., .. ^-■;...■/..,...^■.;,■■.. ■"■■■^^i ■ 


8 


9 


7 


8 


16 


15 




'■'^■'■''■"^:v-^i-: 9. 


8 


9 


6 


9 


11 


S:i2 




^^:v,;:;w.::: 10. 


9 


10 


7 10 


10 1 11 






9 


8 


8 9 




■HHIK 


, '■■■-"■'.^■■■■■■■■■^^^■:";:/:^^^ 


8 


10 


10 


10 


11 


12 




^''iv;!;:?"'" ■■'^■^' . 13. . 


9 


8 


■li;-' 


9 


10 


'^M:m. 




:':,.V;,::;:v^-.vv:-;';;:'^;v 14. 


7 


8 


10 


10 


12 


ii 




15. 


8 - 


• " 7 


11 11 


15 


15 




16. 


6 


8 


12 11 


16 19 




17. 


7 


8 


10 


12 


17 


18 




18. 


8 


9 


10 


11 


18 


21 




19. 


7 


9 


11 


8 


17 


18 




;■::-:-.■■., -.v:-:^^-; 20. 


8 


8 


9 


10 


15 


18 




:_:;'--'-::;';^^v;v^ 21. 


7 


8 


11 


10 


12 


14 




22. 


7 


10 


10 


11 


10 


10 




23. 


8 


9 


9 


10 


9 


8 


* 


24. 


11 


10 


9 


9 


9 


9 




25. 


9 


11 


10 


10 


10 


11 




26. 


10 


9 


9 


11 


13 


12 




27. 


10 i 11 


10 


9 


11 


13 




28. 


10 


10 


10 


10 


14 


-■ß;- 




29. 


— 




9 


. 40 


12 


14 




30. 






10 


9 


13 


15 




31. 






10 


10 








• 









V. Bericht der üandwlrtfchaftllchen Perfuchsttatlon 

zu niödiern. 

«on «ßrofeffor Dr. fl. Köhler, 

^ie SSerfuc^ötiere, üerebelte Sanbfd^tüeine, tuurben 3)?itte Sonuor 1910 ouö 
einer §erbe t)on 36 (Stürf ouögefuc^t unb in sipei Sonetten (I unb II) 5U je 10 ©tue! 
oufgeftellt. ^ie Xiere maren gefunb unb aeigten gro^e gre^luft; ha^ ^mi^t 
berfelben fd§n)anfte jtrifd^en 40 unb 50 kg. ^er SSerfud§ begann am 22. Sanuar; 
baö ©etüid^t ber einzelnen Xiere foiüie ber (Stalle betrug an bie[em Xage in 



^X. 



f» 



ff 



1 n). 

2 m. 

3 m. 

4 tt). 

5 m. 
-6 tu. 

7 tu. 

8 n). 

9 tu. 
10 tu. 

3ufammen 



©tan I 

50,5 kg 

48,5 

45,0 

49,0 

41,0 

50,0 

43,5 

49,5 

46,5 

44,5 



^v. 



11 tu. 

12 m. 

13 m. 

14 tu. 

15 tt). 

16 m. 

17 m. 

18 tu. 

19 tt). 

20 tu. 



Stall II 
47,0 kg 
51,5 
44,5 
48,0 
42,5 
52,0 
52,0 
55,5 
44,5 
43,5 



468,0 kg 



481,0 kg 



^ie (Ställe befanben ftd^ in einem maffitjen 33au, tt^aren mit guten ^entilation^^ 
einrid^tungen t)erfet)en unb ttjurben fet)r jauber gehalten. ^a§ gutter ht^ianh für 
(Stall I au^ ©ojabo^nenfd^rot, ©erftenfd^rot unb ^artoffelflocfen, für (Stall II auö 
(Sojabolinenfc^rot, ®erftenfd§rot unb ^refefartoffeln. SDie S^artoffelflocfen unb ebenfo 
bie ^re^fartoffeln ttjurben t)or bem Verfüttern im SSaffer eingett)eid^t. 
,,.-■ ^ie guttermengen tt)urben auf ©runb ber gütterungSnormen tion D. Kellner 
bem Sebenbgett)id;t ber ^iere ange))a^t unb nad) bem ©ett^id^tögutDai^ö abgeänbert. 
§iemac^ erl)alten n^ac^fenbc 9J^aft)^tt)eine täglich auf 10 (Stüd: 
aRittlere« ®ett)i(^t 



pro !5;ter 


5;rocfenfubftan5 " 


«ßerboul. (gtttjcife 


©tärlejuert • 


kg 


] 


kg 


kg 


kg 


50 


17- 


-20 


2,25 


16,0 


65 


20- 


-23 


2,25 


17,2 


90 


22 


-26 


2,70 


22,0 



56 



V. SSeric^t ber fianbtüirtjc^aftlic^en SSerjucftSflation ju WlMtxn. 



ma^ bie grefeluft ber beiben ©tälle anlangt, fo ift gu bemerfen, bafe bie 
Sßerfu^ötiere big auf (Sd)ttjein 9^r. 5 {©tau I) nnb ©d)tt)ein 9^r. 14 ((Stau II) 
bur^getienbö eine öorgüglid^e grefetuft geigten, ^a bie ©d^tueine 5 nnb 14 fi^ 
ni^t befferten, tüurben fie am 1. 9)^är§ au§ ben ©täEen entfernt, nnb ber 33er'^ 
fud^ tourbe öom 2. Tläx^ mit nur 9 (Sdjn^einen pvo (Stall fortgelegt unb am 
7. 5(pril 0f)n€ tDeitere Störungen au (änbe geführt. 5(ug biefem (SJrunbe ift ber 
SSerfuc^ in gtDei ^erioben geteilt n)orben: 

I. ^eriobe: 22. Sanuar bi^ 1. Tläi^, 
II. „ : 2. S^ärä big 7. ^pril. 

Über bie 5Irt unb 3J?enge beg öergefirten ^utterg geben bie folgenben Tabellen 
5luffc§(u& (Angaben in Kilogramm): 



Stair I. 

I. ^eriobe. 

Äartoffclfloden 

kg 
22. Sanuar big 4. gebruar (14 51'age) . 140,0 

5. gebruar big 1. Wfläx^ (25 Xage) . . 262,5 



S)Qtum 



@erftenf(i^rot 
kg 

154,0 

275,0 



©ojabo^nenfc^rot 

35,0 
62,5 



3ufoinmen 402,5 

i. Hg 13. ISörg (12 ^age) . . .". 126,0 
14. 9Kärä big 7. 'äpxxi (25 ^age) . . 325,0 



429,0 



132,0 

287,5 



97,5 



30,0 
75,0 



^ufammen 451,0 



419,5 



105,0 



ii 



Stau II. 

I. ^eriobe. 

^rcfefarloffeln 
kg 
22. Sanuor big 4. gebruar (14 ^age) . 140,0 

5. gebruar big 1. Wäx^ (25 Xage) . . 250,0 



3)atum 



®erftenj(^rot 

kg 
140,0 

250,0 



ßufammen 390,0 

r::.':.-y-[--'^':::-U. ^eriobe. 
2. big 13. mäx^ (12 Xage) .... 120,0 
14. mäx^ big 7. ^pril (25 ^age) . . 312,5 



390,0 



120,0 
275,0 



©ojabo^nenjc^rot 

kg 
49,0 

87,5 



136,5 



42,0 

87,5 



Qufammen 432,5 



395,0 



129,5 



35on ben Futtermitteln tDurben nor 33eginn beg ^ßerfud^g groben ^ur mifro- 
ffopif^en unb c^emifd^en Unterfud^ung entnommen, ^urd^ bie mifroffopif^e 
Prüfung tourbe feftgeftettt, bafe bie Futtermittel genügenb rein unb frif^ toaren. 
^ie d^emifc^e Unterfud^ung ber 5(na(t)fierproben ergab folgenbe Qai)kn: 



V. a3erid)t ber 2anbtt)irtjc^aftlic^en SSerMSftation ju ^Ködern. 



57 



7o 


/o 


/o 


14,16 


15,17 


17,28 


12,51 


6,02 


2,82 


2,18 


0,29 


0,18 


61,95 


75,25 


73,93 


6,20 


1,63 


3,02 


3,00 


3,64 


0,77 


11,87 


4,08 


2,23 



@ojabo^nenjc^rot ©erftcnfc^rot Äartoffelflodfen 5ßicfefartoffeIii 

7 
Sßaffer ....... 14,24 

9f{o^protein 44,75 

gett 1,04 

Nfr. ©i'traftftoffe . . . ^. 29,47 

9fiot)fafer .....*. 4,73 

5lf^e. . 5,88 

(SitüetB 44,04 

Unter 33enu^ung ber in ber fotgenben Tabelle angegebenen S^erbauung^- 
foeffi^tenten 
9flo()protein 94 70 75 27 

gett . 85 89 — — 

Nfr. (££tra!tftoffe.[ , :y*^ . 92 92 96 98 

9fio()fafer .... . . 61 — 72 85 

ergeben fid^ für ben projentifd^en (SJe^alt ber ^not^fierproben ber üerje^rten J^utter* 
ftoffe an uerbanHd^en 9^ä^rftoffen unb an (Stär!ett)ert folgenbe ß^J^^^i^- 

©ojabo^nenjc^rot ®crften|d)rot Äartoffelflocten ^rcfefartoffettt 

mmmmmmm m/:,. „ .i..: ...... ... i Uj i .,... J. i .. \ .. ,' . ■ . ' i i....t | |....J. .i . i .. Vo — 



9f{o^protetn . .... . 42,07 8,76 

gett 0,88 1,94 

Nfr. (Sftraftftoffe. . . . 27,11 56,99 

$Ro{)fafer ...... 2,89 — 

(Sitüeife 41,36 8,10 

©tärfenjert 67,9 68,3 



4,52 

70,32 
1,17 
2,60 

73,9 



0,76 

74,41 
2,57 
0,16 

77,6^ 



^er Sßafferge^alt ber tr)äf)renb beg ^erfud^^ öerge^rten Futtermittel ift 

breimal, am 28. Sanuar, 1. SD^är^ unb 7. Hpril beftimmt njorben: 

©ojabü^nenjc^rot ®erftenjc^rot Äaitoffelflocfen 

0/ 0^ Oj 

28. Sanuar 88,76 84,44 84,42 

1. gj^örä 85,32 84,53 ' 84,47 

7. ^pril . . . . . . 86,13 85,72 84,89 



^refelartoffeln 

°/o 

82,82 
82,15 
83,02 



3J2itte( 85,74 



84,90 



84,59 



82,63 



^a [id^ nur geringe (Sd^ttjanfungen ergaben, fo n)urbe bei ber S3ered^nung 
ber 9^äf)rftoffaufnal)me ber burc^fd^nittlid^e geud^tig!eit^get)a(t ber Futtermittel 
benu^t. ^er projentifd^e ®el)alt ber öer^elirten Futtermittel an uerbaulid^en 9Zäl)r^ 
ftoffen unb an @tärf entert [teilte fi^ Ijiernad^ auf folgenbe 3ol)len: 



9fiol)protein . . • 

gett 

Nfr. ©jtraftftoffe. 
9flol)fafer :. .•: .t 
(Sinjei^ . vv -♦^ ,; 
«Stärfenjert . . . 



bo^nenfc^rot 


©erftenjc^rot 


Äartoffelflocfcn 


<PrcB^artoffcIn 


7o 


Vo 


7o 


0/ 

/o 


42,06 


8,66 


4,51 


0,76 


0,88 


1,92 






27,10 


56,37 


70,12 


74,32 


2,89 




1,17 


2,57 


41,35 


8,01 


2,59 


0,16 


67,9 


67,6 


73,7 


77,5 



58 



V. SSertcfit bcr ßanbmirtjcftaftlic^cn iBevjuc^Sftatlon 5U 3Köcfcnt. 



^u^ ©rünben, bie bereite oben angegeben toorben finb, ift ber 5mäftung§== 
t)erfud^ in sttjei Venoben geteilt n)orben: 

I. ^eriobe üom 22. 3anuar bi^ 1. Tläx^ mit je 10 ©d^lüeinen pro @tall, 
n. „ „ 2. gjiörä big 7. ^pril „ „ 9 

gür bie einzelnen Venoben ftettt ft^ \)a^ üerje^rte gutter nnb ber (^ef)alt 
begfelben an öerbauli^em Sflo^protein, (Sittjeife nnb an (5tär!en)ert anf folgenbe 
3a^len in Kilogramm: 

StaU I. 

L ^eriobe: 22. 3an. hi^ 1. Wäx^. 

fjuttcr mo^protcin (gitDcife ©tärfewert 

kg kg kg kg 

. . 402,5 18,2 10,4 296,6 

,. , 429,0 37,2 34,4 290,0 

. . 97,5 41,0 40,3 66,2 



^artoffelftocfen . 
(SJerftenfd^rot . , 
(Sojabotinenfd^rot 



Äartoffelftorfen , 
(S^erftenfc^rot . 
(Sojabo{)nenfd^rot 



— 96,4 85,1 

IL $eriobe: 2. Wäx^ big 7. ^jjril. 

. V 451,0 20,3 11,7 

,19,5 «»■c:3e,3 ««=^5,6 
105,0 44,2 43,4 



— - 100,8 

3m ganzen SSerfud^: 187,2 



88,7 
173,8 



^re^fartoffetn . 
^erftenfd^rot . . 
<5ojabot)nenfd§rot 



StaU IL 

L «ßeriobe: 22. 3an. big 1. mäx^. 

. . 390,0 3,0 0,6 

. . 390,0 33,8 31,2 

, . 136,5 57,4 56,4 



94,2 



88,2 



^re^artoffeUi . 

©erftenfd^rot * s 
(Sojabo^nenfd^rot 



IL ^eriobe: 2. Wäx^ big 7. ^pril 

, . 432,5 3,3 0,7 

.> 395,0 34,2 31,6 

.;. 129,5 54,5 53,5 



— 92,0 

3m ganzen ^erfud^: 186,2 



85,8 
174,0 



652,8 

332,4 

83,6 I I 
71,3 



687,3 
1340,1 



302,3 

263,6 

92,7 



658,6 

335,3 
267,0 

87,9 



690,2 

1348,8 



^ug ben t)orftet)enben guttertabellen ergibt fid^, bafe bie beiben (Ställe n)ä()renb 
ber ^erfnd^gbauer faft ben gteidjen (Stärfenjert unb bie gleid^en 9J2engen an öer* 
baulid^em 9flot)protein unb (Sitt)ei6 im ^utter erhalten ^aben. 

Über bie 2ebenbgett)id^tgöerönberungen geben bie folgenben Nabelten 5(uf' 
jd^lu^; hierbei mufe bemerft tt)erben, ha^ ha§> ^nfangggen)id)t ber (Stätte I unb II 
om 2. Tläx^ aug ben Sßäge^atilen öom 25. gebruar unter S3erudfid)tigung ber 
burd^fd^nittlid^en täglid^en 3w^öt)me ber Stiere minus bem ®en)id^te ber (Sd^Ujeine 
9^r. 5 unb 14 bered^net Sorben ift. 



V. 83en(^t ber ßanbmirt|d)QftIic^en SScr|ud)8ftatton gu W6dtm. 59 

I. peno6e. (10 (Sd^tüetne j)ro <Sta(I.) 

©taU I. Stall II. 

kg kg 

änfang^getptd^t om 22. Sanuar .... 468,0 481,0 
©etPid^t am 25. Februar 672,5 729,5 

3unaf)me in 35 Xagen 204,5 248,5 

tägli^er Qutüad)§> pro Xier 0,584 0,710 

(^mi^t am 1. Tläx^ (beregnet) . . . . 695,9 757,9 

3unaf)me in 39 Xagen 227,9 276,9 

tägüd^er QvLtoa^^ pro %m 0,584 0,710 

II. pertoöc. (9 (Sd^meine pro (BtaU.) 

; ;. ©taU I. (Stall n. 

^■■•^N:'^^-/--.-'^^:>'"S'c^^ kg kg 

695,9 757,9 

minus ©d^toein ^v. 5 55,8 minus (Sd^toein 9^r. 14 67.8 

^nfangggetütc^t am 2. Tlixx^ (bered^net) 640,1 690,1 

©emtd^t am 5., 6., 7. ^pril . > « .^ , 855.3 ^^^^ ^ 922.8 

V :^ ^^ ' 3«naf)me in 37 Xagen 215,2 232,2 

tägüd^er Sutoad^ö pro Xier 0,646 0,697 

^^^^^^^ i^ mir aug ben öer^efirten guttermengen unb ber ®emid^t^5unat)me ber 
Stiere bered^nen, mieöiel öerböulid^e^ 9flo^protein unb ©imeife, fomie (Störfemert 
erforberlid^ gemefen i[t gur ^robuftion t)on 100 kg Sebenbgemi^t§5umad§g (in!l. 
fiebenbert)altung ber Xiere), \o !ommen mir auf folgenbe Ballen in Kilogramm: 

1 Perioöe. 

©tall I. Stall II. 

kg kg 

9flo^protein 42,3 34,0 

©imeife 37,3 31,9 

- ©tärfcmert . 286,4 237,8 

■:;; :;;::''-f;;;;/v,.'iII.^ , Periode 

9?ot)protein . . . . . . . 46,8 39,6 

eimeife ........ 41,2 37,0 

(5tär!emert . . . .> . . . 319,4 297,2 

^ie tiorftef)enben Qa\)kn lehren, bag fid^ in ber 2Bir!ung ber üerfütterten 
Stationen ein beutlid^er Unterfd^ieb ^ugunften ber ^re^fartoff.etn 
ergeben f)at. 

^ie Unterfud^ung beö 5^ote§ ber ^iere beiber Gruppen tieg nur gan^ un^ 
bebeutenbe ©puren untjerbauter @tärfe erfennen. ^n Unterfd^ieb mar in biefer 
§infid^t ^mifd^en ben beiben Gruppen nid^t feft^ufteHen. 



60 



V. »eric^t ber Sanbtt)trt|c^a|tlt(^en SScr|ud»8ftation gu Wodtxn. 



Wägungsfabelle. 

i&mx^i in Äitogromm; m. = männlid^, m. --= m'Mdi.) 



©c^mein 



22.1. 



9.2. 



v&tatt I 

1. w. 

2 m. 

3 m. 

4 tt). 

5 m. 

6 m. 

7 to. 

8 w. 

9 lu. 

10 tD. 

i^toU n 

11 tt). 

12 m. 

13 m. 

14 tt). 

15 ID. 

16 m. 

17 m. 

18 m. 

19 tu. 

20 ft). 



50,5 
48,5 
45,0 
49,0 
41,0 
50,0 
43,5 
49,5 
46,5 
44,5 



47,0 
51,5 
44,5 
48,0 
42,5 
52,0 
52,0 
55,5 
44,5 
43,5 



-I 



62,0 
61,5 
55,0 
60,0 
48,0 
64,0 
57,0 
65,0 
57,0 
54,5 



62,0 
66,5 
62,5 
62,5 
55,0 
67,0 
67,0 
71,5 
57,5 
56,5 



10.2. 



11.2. 



25.2. 



62,0 
62,0 
55,0 
62,0 
49,0 
63,5 
57,5 
63,0 
57,5 
54,5 



62,5 
66,5 
62,5 
64,0 
55,0 
67,0 
68,0 
73,0 
58,0 
57,5 



61,5 
62,0 
55,0 
61,0 
49,0 
64,5 
57,5 
65,0 
57,5 
55,5 



69,0 
69,5 
62,5 
69,5 
[53,5] 
74,5 
70,0 
77,0 
62,5 
64,5 



M 



63,5 
66,5 
63,0 
64,5 
55,0 
68,0 
68,0 
73,0 
58,5 
58,0 



72,5 
77,5 
72,5 
[65,0] 
63,0 
79,5 
79,0 
85,0 
69,5 
66,0 



8.3. 



80,0 
72,0 
68,5 
83,0 

81,0 
78,5 
86,5 
66,5 
70,5 



wmtr- 

81,5 
85,0 
81,5 

70,5 
87,0 
88,5 
95,0 
75,5 
75,5 



9.3. 



10.3. 



24.3. 



5.4. 



6.4. 



82,0 
73,0 
69,5 
83,0 



82,5 
79,0 
87,0 
68,0 
71,5 



82,0 
85,5 
81,5 

71,5 
87,5 
89,5 
96,5 
76,5 
76,0 



83,0 
74,0 
70,0 
83,0 



83,5 
79,0 
88,5 
70,0 
73,0 



94,0 
86,0 
76,5 
92,5 



83,0 
86,5 
82,0 

73,0 
89,5 
91,0 
98,5 
78,5 
77,0 



93,0 
86,5 
96,5 
73,0 
79,0 



104,0 
93,5 
84,0 



104,5 
94,0 
84,0 



103,0 103,5 



94,0 
92,5 
88,5 

82,0 

100,0 

101,5 

110,0 

88,5 

86,0 



99,5 
96,5 
105,0 
78,5 
87,0 



100,0 
97,5 

106,0 
78,5 
87,0 



7.4. 



105,0 
94,5 
85,0 

104,0 



100,5 
98,5 

106,5 
79,5 
87,5 



102,5 
99,5 
97,5 

90,5 

108,5 

109,0 

119,0 

96,0 

94,0 



103,0 

100,0 

98,0 

91,5 

109,0 

110,0 

119,5 

96,0 

94,5 



104,0 

101,0 

98,5 

92,0 

110,0 

111,0 

120,5 

97,0 

95,0 



r 



Vi. Bericht der üandioirtfchaftüctien Periuctisitation 

zu münfter i. W. 

SSon ^ßrofeffot Dr. fl. Bömen 






< } ^ie 58erjucl^e tüurben beim ©utsbeft^er Kelter mann in 9^ottutn au§gefüt)rt. 
^ie QSerfud^ötiere gehörten 5U ben öerebelten meftfälifd^en ßanbf(^tt) einen. 
Seim S^eginn ber 35erfuħfütterung am 21. ^e^ember 1909 ftanben fie in einem 
tlltcr t)on 20—22 Söod^en unb t)atten ein ^cmid^t öon 35—4472 kg. Sn ber 
3eit üor bem ^erfud^e maren fie toeriiältniämäfeig fd§tt)ad^ mit ©erftenfd^rot unb 
Kartoffeln gefüttert unb, fort)eit eö bie SBitterung geftattete, auf ber Sßeibe gettjefen. 
SSon 'Dtn 16 35erfud^§tieren ttjaren 13 mönnlid^ unb 3 meiblid^; le^tere 
njaren nid^t faftriert. (£ö mürben auö it)nen 2 "Abteilungen mit je 2 parallel^ 
laufenben Unterabteilungen in ber SSeife gebilbet, ba^ in jeber Abteilung je eine 
Unterabteilung mit fc^mcreren unb je eine mit leid^teren Xieren gebildet mürbe. 

^aö gutter ber beiben Abteilungen mar beim 53eginn be§ 35erfud^eö folgenbee^ 
für 1000 kg Sebenbgemi^t: 

Abteilung I. Sptcftfartoffeltt: 19 kg ^refefartoff ein, 28,3 kg ©erften^ 

fd^rot unb 4,2 kg gieifdjfutterme^l. 
Ab teilung IL ftortoffelfloffett : 18 kg S^artoffelflocfen, 29,3 kg (^erften-^ 

fc^rot unb 3,7 kg gicifd)futtermel)l. 

Au^erbem mürben auf jebeö Xier pro Xag 20 g präzipitierter pl)o^pl)ori 
faurer 5^al! gefüttert. ' 

^ie gütterung mürbe in ber 3Beife eingerid^tet, baft bie gutterration für 
jeben (StaE getrennt an jebem 9[J?orgen Oor ber erften gütterung für einen Xag 
abgemogen unb gubereitet mürbe; bie ^refefartoffeln unb Kartoffelflodfen mürben 
jebod^ bereite am Abenbe t)ort)er mit einem ^eile beö Sßafferö, ba^^ angemörmt 
mar, angebrül)t unb ber S^eft beö SBaff erö am folgenben SD^orgen mit bem übrigen 
gutter hinzugegeben, ^ie SO^enge beg SBaffer^ betrug 9—12 1 pro Kopf; fie 
mar im Anfang bei beiben Abteilungen bie gleid^e, nämlid^ 9— 10 1; fpöter mürben 
bei ber Abteilung II mit Kartoff etflocfen IV2— 2 l pro Kopf unb ^ag mel)r ge-- 
gegeben, meil ol)ne bieö baö gutter biefer Abteilung bei ben l)ol)en ®aben üon 
^artoffelflorfen 5U fteif unb bal)er ^ur Fütterung ^u menig geeignet mar. 

@g mürbe breimal am Xage gefüttert, nämlid^ 6 Uljr morgend, IIV2 ^^^ 
mittag^ unb 6 Ul)r abenbä. 



62 



VI. 99eri(f)t bcr Sanbnjtrt|tf)Qftacf)en SSerfudjSftation gu HKünfter t. 9B. 



^ie guttergaben mürben fo bemeffen, ta'^ bauembe gutterrefte überhaupt 
nid^t geblieben ftnb; an 2 %ac^m gegen (£nbe be§ ^erfud^e^, IDO bei ber Abteilung 
mit ^artoffelfloden folci^e öerblieben maren, njurbe am folgenben Xage Uc gutter- 
gäbe bei beiben Abteilungen entfpred)enb üerminbert unb auf biefe Sßeife ber 
gutterreft bejeitigt. 

^ie SSerfuc^^ftälle befanben fid^ in einem maffiüen ©ebäube au§ 3i^9^^' 
fteinen. ^ie STemiperatur njurbe 6 Ul)r morgend unb 6 Uf)r abenbg feftgefteüt; 
it)re 8d^tt)an!ungö' unb 9D?ittel5af)(en ttjaren folgenbe: 

gj?orgen§ 6 Utir 



^criobe 

1. 22.12.09-18.1.10 

n. 19.1.10-15.2.10 

III. 16.2.10—15.3.10: 

IV. 16.3.10—12.4.10 



9lbenb§ 6 U^r 



@d)tt»anfungen 
5— 130C. 

5-11 \, 
10—150,, 
10— 120 . 



HKittcI 
10 «C. 

12,80 „ 
11,7 0,, 



©dbmanfungen 
5— 130 c. 
5-120,, 
11-150,, 
10—130 .. 



2«ittcl 
10 OC. 
8,20 ^^ 

12,90,, 
11,80 ^^ 



L flufgenommenes Futter. 

58on ben 4 <5d^n)einen ber ctnselnen (Stalle trurbc ti)äl)renb bc§ 16 SBocfjcn 
bauemben ^erjud^e^ folgenbe guttermengen öer^eljrt. 

'''''SC&:-^^ (^^^¥ ^ie Tabelle auf ©. 63.) 



IL Zufammenfe^ung der FuttermitteL 

1. ^re^fartoffeln. ^ie gu bem SSerfud^e uenuenbeten ^refefartoffeln 
tt)urben üon ber patent- ^re^^^artoffel^Snbuftrie 53erlin geliefert; fie ftammten au^ 
ber biefer gehörigen ^abri! in (Sd^lagent^in. 

'S)ie Unterjud^ung ergab im SJiittel breier ©efamtanal^fen, auf ben mittleren 
SBaffergel)alt öon 16,16 o/^ unb auf Xroc!enfubfta«§ belogen, folgenbe ßufömmen* 
f e^ung : 

9?QtürItc^e ©ubftanj Xrotfenjubftanj 



»/. 



Isa^affer ■■^-r;;];::^^^^^^^^ 


V 16,16 


— 


9fio^protein . . > i, ^ • ;:; 


: 3,00 


3,58 


(Simeife . :^: ^ i V 


. . . 1,94 




Sett . .,,.^, ':'■■:■•"/■'■■. . 


0,23 


0,27 


(Sticfftofffreie ©ytraftftoffe . 


. 76,54 


91,18 


Sflo^fafer . -^v. .... 


. 2,61 


3,11 


5lf^e . ... . . . . 


. 1,56 


1,86 



2,31 



^er SBafferge^alt ber (gin^elproben fd^tüanfte Don 16,00— 16,28 o/^^. 
2)ie ^re^artoffeln maren rein unb Don einnjanbfrcier 93efd^affenl)eit. 

2. Kartoffel flocfen. ^ie Unterfudljung ergab im 3J?ittel breier (SJefamt* 
analt)fen, auf ben mittleren S5?affergel)alt Don 13,440/^ unb ouf Xrorfenjubftanj, 
belogen, folgenbe 3«fontmenfe^ung: 





aSejetc^nung 

bei 

^erioben 


ber 
Xage 






Abteilung I 










Slbteilung II 








L 


Stau 1 


Stau 11 


©tau III 




©tau IV 




< 


f 


^refe= 
fartoffeln 


®erften= 
fc^rot 


futter= 
nte^I 


^tefe= 
fartoffeln 


®erften= 
fc^rot 


futter= 
me^l 


ÄartoffeI= 
flocfen 


®crften= 
fc^rot 


mm- 

futter= 
me^I 


^artüffel= 
flocfen 


(^erftcn= 
fc^rot 


fultcr= 
me|I 


• 

a. 








kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 


kg 






1. ^^eriobe 
































22.12.09 4.1.10 ... 
5.1.10 18.1.10 . . . 


14 
14 


42,00 
44,62 


63,00 
63,00 


9,32 
9,32 


42,00 
44,62 


63,00 
63,00 


9,32 
9,32 


40,25 

42,87 


64,75 
64,75 


8,19 
8,19 


40,25 

42,87 


64,75 
64,75 


8,19 
8,19 


1 

3> 




^ufammcn 


28 


86,62 


126,00 


18,64 


86,62 


126,00 


18,64 


83,12 


129,50 


16,38 


83,12 


129,50 


16,38 






-<:./^:- II. ^ ertobe 




















— ,;'■, 




■■■'.■.-,;" 




3 




^^^^9.1.10-1.2.10 .... 
2.2.10 15.2.10 . . . 


14 
14 


56,00 
56,00 


56,00 
56,00 


8,75 
8,75 


63,00 
63,00 


56,00 
56,00 


9.34 


54,25 
54,25 


56,00 
56,00 


7,00 

7,00 


60,67 
60,67 


""56,00 
56,00 


7,00 
7,00 


3 




3ujammen 


28 


112,00 


112,00 


17,50 


126,00 


112,00 


18,68 


108,50 


112,00 


14,00 


121,34 


112,00 


14,00 






III. ^erfobc 




























o 
3 




16.2.10 1.3.10. . . . 
2.3.10 15.3.10 . . . 


14 

14 


91,00 
111,00 


38,50 
25,25 


14,70 
16,05 


88,00 
121,25 


38,50 
25,25 


16,10 
17,45 


87,15 
106,48 


42,00 
30,05 


11,62 
12,53 


94,15 
115,49 


42,00 
30,05 


12,21 
11.87 


OK» 

3 




3^1^"^"^^" 


28 


202,00 


63,75 


30,75 


209,25 


63,75 


33,55 


193,63 


72,05 


24,15 


209,64 


72,05 


26,09 


3 




IV. «ßeriobe 
































16.3.10—29.3.10 . . . 
30.3.10-12.4.10 . . . 


14 
14 


121,50 
118,12 


20,25 


16,87 
15,18 


121,50 

118,12 


20,25 


16,87 
15,18 


116,15 
118,12 


24,30 


12,82 
11,81 


116,15 
118,12 


24,30 


12,82 

11.81 


• 




3ujammen 


28 


239,62 


20,25 


32,05 


239,62 


20,25 


32,05 


234,27 


24,30 


24,63 


234,27 


24,30 


24,63 






3m gangen SSerjud) 
^eriobe I-IV 


112 


640,24 


322,00 


98,94 


661,49 


322,00 


102,92 


619,52 


337,85 


79,16 


648,37 


337,85 


81,10 


CO 



64 



VI. S3cn(!^t ber SanbiüirtjAaftUc^en 9Scrfu(^§[tation gu 2Rünftcr t. 2Ö. 



92atürltc!^c ©ubfianj Xrocfenfubftana 



V 
Sßaffer 13,44 

9flo^^rotetn . . . . . . . 5,94 

eittjeife 4,06 

gett ( . 0,35 

©ücfftofffreie (gjtraftftoffe . V-^?^,69 

9^o^fafer 2,11 

^f^e 3,47 



/O 



6,86 

0,40 

86,29 

2,44 

4,01 



4,69 



^ ^er SSafferge^alt ber (Sinaet^roben fd^manfte öon 12,66— 14,06 7o- ^i^ 
^artoffelflocfen tDaren rein unb Don normaler 33efc^affent)eit. 

3. ©erftenfd^rot. ^ie Werfte ttjurbe at§ fold^e gefauft unb in Heineren 
Soften für ben SSerfud^ gefd^roten. 

^ie Unterjud^ung ergab im 9KitteI jtüeier (SJefamtanat^fen, auf ben mittleren 
Sßafferge^alt üon 13,10^0 ^^^ <Juf Xrodenfubftang belogen, folgenbe ßiifontmen- 
je^ung: 

SJatürlic^e Subftan^ Xroctenjubftanj 



ff. 






SBaffer 13,10 

9?o^protein 13,63 

©imeife 12,37 

gett 1,83 

©ücfftofffräe ©jtraftftoffe . . 64,00 

9lot)fafer 4,79 

^J^e 2,65 



15,69 

2,11 

73,64 

5,51 

3,05 



14,24 



4. gleifd^futtermet)!. §ierüon famen 2 üerfd^iebene Lieferungen ^nx 
SSertüenbung. ^ie Lieferung I h)urbe bi^ jum 15. 3. 1910 einfd^liefelid^ , bie 
Lieferung II öom 16. 3. 1910 an bi^^ jum <Sd^(u6 be§ S5erfu^e§ verfüttert. 

^ie Unterfud^ung ber beiben Lieferungen ergab im 9J^ittet je ^tvdtv @efamt* 
<inal^fen folgenbe SSerte: 



Stcferung I. 

Söaffer . 
Sf^o^protein 

(Sittjeig 
gett . . 
^fd^e . . 

ßteferung II 

Söaffer . 
3fio^))rotein 

©injeiß 
gett . . 
Hfc^e . . 



i)ktürad)c Subftanj Jrocfcnfubftanj 



10,60 
81,72 

• • 

9,25 
0,71 

10,72 
81,47 

• • 

8,99 
0,69 



79,72 



79,56 



Vo 

91,44 

10,35 
0,79 

91,25 

10,07 
0,77 



89,21 



89,11 



iöeibe gleifd^futtermel)le njaren rein unb unöerborben. 



) 



VI. S3erirf|t ber Sattbroirtfc^aftHcfien SSerjuc^äftation ju äRünftcr i. 2Ö. 65 

5. ^er präzipitierte p^oö^orfaure ^ait enthielt 39,82 o/o ^itratlö^lid^e 
^^o§pf)orfäure. 

III. ^ür bie Berechnung des Gehaltes der Futtermittel an perdaulidien 
nahrftoffen finb folgenbe SSerbaulid)!eit^=Äoeffi5ienten ^ugrunbe gelegt: 

^refefartoffeln Äartoffelfloden ©erftcnfd^tot fJIeijc^futteime^I 

'>t:,...:... .: "/« "/o "/o Vo 

9iot)protein . ..... 55 76 75 97 

gett - - 49 86 

©ticfftofffreie ©^traflftoffe .94 97 89 — 

9ioper. , 72 72 12 - 

^^^ : ® bered^nct fi^ ber ©e^dt ber öertüenbeten Futtermittel an öerbau^ 

ticken 9^ät)rftoffen unb ©tärfetüert, trie folgt: 

fjleijc^futterme^l 

'''^''''^:'----:'i-'-^:y^^^^^^^ ^rcfefartoffeln Äartoffelflocfen ©crftenfcörot ■ 

\:')-^-['::-:''.^::r:-'- l. ©ottc II. 6ortc 

■:.:-:'-:'^^^^^^^^^^^^^ % % % % % 

S5erbaulid^e 9^af)rftoffe 

9flol)protein . :. J . . A i ß6 ^'mm 4,51 —1^10,22 79,27 79,03 

©itDeife . ; . ... 0,59 2,63 8,96 77,27 76,89 

gett /.:■:. . — - 0,90 7,96 8,66 

(Stidftofffreie @jtra!tftoffe 71,95 72,45 56,96 — — 

9io^fafer 1,88 1,52 0,57 — — 

©tärfetuert für 100 kg . 74,4 76,4 67,7 -91,8 93,1 

gür bie einselnen gütterungöperioben bered^nen fi^ fomit folgenbe ein= 
genommenen 9J?engen üon öerbaulid^em 9^o^protein unb (gitoeife, fott)ie ©tärfe^ 

njerte: 

((Siet)e bie XahtUt auf (S. 66.) 

IV. ^ie Wägungen erfolgten beg Wox^m^ öor ber erften Fütterung; 
bie SSage ftanb auf ber 'j;enne öor ben (Ställen, ^ie SBägungöergebniffe ber 
einzelnen (Sc^tDeine finb in ber Tabelle am ©d^luffe ((S. 70) §ujammengefteat. 
^ie SSägungöergebniffe ber einzelnen (Ställe ttjaren folgenbe: 

Statt I Statt II Statt III Statt IV 

A:.-----A::-%':i.:-h^y kg kg kg kg 

I. ^eriobe: '']:A,y:;'0 . 

(SJetoi^t am 19. 1. 10. v - : . 219,75 239,25 211,75 226,50 
„ 22. 12. 09 148,50 169,00 147,75 167,75 

3unal)me in 28 Xagen .... 71,35 70,35 64,00 58,75 

IL ^eriobe: 

©üüi^t am 16. 2. 10 287,50 310,25 281,50 287,50 

; „ 19. 1. 1 .... 219,75 239,25 211,75 226,50 

3unal)me in 28 klagen .... 67,75 71,00 69,75 61,00 

»ctWte Wet Sanbtolrtt(*oft. ^eft 13. ^ 



^ 



3 
s3 

Si 

3 

HO 

3 

o 



OS« 

3 
«> 

3 



o 

e 



B 

JQ 

3 



ö 
ja 



83 



CD 
<D 





Slbteilunfl I | 


31bteilung II 








Verloben 

unb 

f^uttcrmlttel 


@taa I 


©taa II 1 


©tau III 


©toK IV 

' — 


gruttcr 
kg 


Protein 
kg 


etnjelft 
kg 


@tärfc= 

ttJCtt 

kg 


fjuttcr 
kg 


protein 

kg 


©iroeifj 
kg 


@tär!es 
racrt 

kg 


f'rutter 
kg 


9lo^= 
protein 

kg 


©injetfe 
kg 


©törle. 
roert 

kg 


gutter 
kg 


9«o^= 
protein 

kg 


©iroeift 
kg 


©tärfe* 
wert 

kg 


I. «ßcrlobe. 
^refetartoffeln . 
Äartoffelflocfen . 
®erjtcnjd)rot 
f5rletjcftfutlcrmcf)l 


86,62 

126,00 
18,64 


1,43 

12,88 
14,78 


0,51 

11,29 
14,40 


64,4 

85,3 
17,1 


86,62 

126,00 
18,64 


1,43 

12,88 
14,78 


0,51 

11,29 
14,40 


64,4 

85,3 
17,1 


83,12 

129,50 

16,38 


3,75 
13,23 
12.98 


2,19 
11,60 
12,66 


63,5 

87,7 
15,0 


83,12 

129,50 

16,38 


3,75 
12,23 
12,98 


2,19 
11,60 
12,66 


63,5 

87,7 
15,0 


gufaTnmen 

II. ^eriobc. 
«ßrcfelartoffeln . 


112,00 


29,09 
1,85 


26,20 
0,66 


166,8 
83,3 


126,00 


29,09 
2,08 


26,20 
0,74 


166,8 
93,7 




29,96 


26,45 


166,2 


1 


29,96 

f\ 4.7 


26,45 

■ ■ 

3 19 


166,2 


Äartoffelfloden . 

©erftenjc^rot 

^leijd)futtcime^I 


112,00 
17,50 


11,45 
13,87 


10,04 
13,52 


75,8 
16,1 


112,00 
18,68 


11,45 
14,81 


10,04 
14,43 


75,8 
17,2 


108,50 

112.20 

14,00 


4,89 
11,45 
11,10 


2,85 
10,04 
10,82 


82,9 
75,8 
12,8 


112,00 
14,00 


11,45 
11,10 


10,04 
10,82 


75,8 ■ 
12,8 


gujammen 

III. «ßcriobc. 
^refelartoffeln . 
Äartoffclflodcn . 
®crftcnj(^vot 
fjlcifdjfuttcrme^l 


202,00 

63,75 
30,75 


27,17 

3,33 

6,52 
24,38 


24,22 

1,19 

5,71 
23,76 


175,2 

150.3 

43,2 

28,2 


209,25 

63,75 
33,55 


28,34 

3,45 

6,52 
26,60 


25,21 

1,23 

5,71 
25,92 


186,7 

155,7 

43,2 

30,8 


193,63 
72,05 

24,15 


27,44 

8,73 

7,36 

19,14 


23,71 

5,09 

6,46 

18,66 


171,5 

147,9 
48,8 
22,2 


209,64 
72,05 
26,09 


28,02 

9,45 

7,36 

20,68 


25,05 

5,51 

6,46 

20,16 


181,3 

160,2 
48,8 
24,0 


ßujammcn 

IV. Verlobe, 
«ßrefefartoffelit . 
Äartoffelflüden . 
®erftcnfd)rot . 
fjlcijcftfuttermc^l 


239,62 

20,25 
32,05 


34,23 

3,95 

2,07 
25,33 


30,66 

1,41 

1,81 
24,63 


221,7 

178,3 

13,7 
29,8 


239,62 

20.25 
32,05 


36,57 

3,95 

2,07 
25,33 


32,86 

1,41 

1,81 
24,63 


229,7 

178,3 

13,7 
29,8 


234,27 
24,30 
24,63 


35,23 

10,56 

2,48 

19,47 


30,21 

6,16 

2,18 

18,94 


218,9 

179,0 
16,4 
22,9 


234,27 
24,30 
24,63 


37,49 

10,56 

2,48 

19,47 


32,13 

6,16 

2,18 

18,94 


273,0 

179,0 
16,4 
22,9 


gm gonjcn SSer= 
juc^C^criobel 
bl3 IV) . . 




31,35 
121,84 


27,85 
108,93 


221,8 

785,5 




31,35 
125,35 


27,85 
112,12 


221,8 
808,0 




32,51 
125,14 


27,28 
107,65 


218,3 
774,8 




32,51 
127,98 


27,28 
110,91 


218,3 

798,8 



■:-|'^ ;■•'-' -«'-^^-ff^ 



VI. »crid^t ber fianbmlrtjc^aftlic^en SBcrjut^äftation ju aWünfter i. 2S. 



67 



III. ^eriobe: 
(^etüi^t am 16.3. 10. 
,, ,, 16.2. 10. 



©tatt I 
kg 


Statt II 
kg 


Stoü III 
kg 


Statt IV 
kg 


365,75 
287,50 


395,75 
310,25 


348,00 
281,50 


364,75 
287,50 



3utiaf)me in 28 Xagen 

IV. ^ertobe: 

®ett)i^t om 13.4. 10. 
,, „ 16.3. 10. 



78,35 

440,00 
365,75 



85,50 

469,50 
395,75 



66,50 

414,00 
348,00 



77,35 

423,50 
364,75 



3unat)me in 28 STogen . . . . 74,25 73,75 66,00 58,75 

Sm gangen SSerfud^ (^eriobe I— IV): 

(gnbgetüid^t 440,00 469,50 414,00 423,50 

^nfang§gen)id§t . 148,50 169,00 147,75 167,75 



3unat)me in 112 Xagen . . 
„ pro Xag unb Sio\>\ 



391,50 

0,651 



300,50 

0,671 



366,35 

0,590 



355,75 

0,571 



matd 



0,661 kg 



0,581 kg 



V. Zur Erzeugung uon 100 kg Iiebendgewlditszuwadis finb in ben 
4 ^erioben be^ SSerfud^e^ fottjie in bem gangen ^erfuc|e t)erbraurf)t Sorben: 



Sejetc^nung 

ber 
<«ät)rftoffc 



I. ^eriobe. 

JRo^protein 

©iweife 

Stärfeiuert 

IL ^eriobe. 

JRo^protein 

©iiücife 

Stöifetoeit 

m. Verlobe. 

afJo^protein 

®injet§ 

Stärletücrt 

IV. ^etiobc. 

jRo^^rotein 

etweife 

Stätfcmert 

3m ganzen SSerjud). 

JKotiprotein 

(Siiueife 

Stärferoeit 



^Ibtctlung I 



Stott I 
kg 



40,8 

36,8 

234,1 

40,1 

35,7 

258,6 

43,7 

39,2 

283,3 

42,2 

37,5 

289,7 

41,1 

37,4 

269,5 



Statt III 
kg 



41,4 

37,3 

237,6 

39,9 

35,5 

263,0 

42,8 

38,4 

268,7 

42,5 

37,8 

300,8 

41,7 

37,3 

268,9 



aWittel 
kg 



41,10 

37,05 

235,85 

40,00 

35,60 

260,80 

43,25 

38,80 

276,00 

42,35 

37,65 

299,75 

41,4 
37,35 
269,2 



Slbtcilung H 



Statt III 
kg 



Statt IV 
kg 



46,8 

41,3 

259,7 

39,3 

34,0 

245,9 

53,0 

45,4 

329,2 

49,3 

41,3 

320,8 

47,0 

40,4 

291,4 



51,0 
45,0 



3JJittel 
kg 



48,90 
43,15 



282,9 271,30 



45,9 

41,1 

297,2 

48,5 

41,6 

316,2 



55,3 

46,4 

371,6 

50,0 

43,4 

312,3 



42,60 

37,55 

271,55 

50,75 

43,50 

322,70 

52,30 

43,85 

346,20 

48,5 

41,9 

301,85 



_.J 



68 r VI. Scric^t bcr fianbtolrtjct)aftad)en SSerjud^äftation ju tOJünftct t. «5. 

VI. gür ben Perzehr pon uerdaulidiem Rohprotein, perdaulldiem €lwel6 
und Stärkewert berechnen fi^ in ben einaelnen ^erioben ^ro Xag unb 1000 kg 
^nfangggetüi^t jeber ^eriobe folgenbe Sßerte: 



gut 1000 kg «Infangä* 
geroic^t 



I. ^eriobc. 

Mittleres «[nfangSgcroidit 

IRo^protcin 

(Sttoeife . . r • • : • 
©törfehjert . . : . V 



«btciluttfl I 



©taH I 



Statt II 
kg 



kg 



37,1 



IL ^crtobc. 
SWittIcreä ^<{ln|ang8gett)ic^t 

Slo^protein 

eiroetfe ...... 

fcCtöttetoert . .^^mhmbi 



7,0 

6,3 

40,0 



m. ^crtobc. 
aÄittlereä 3tnfang8geiDic^t 

9lo^))rotcln 

eimetfe ...... 

©tärferocrt 



54,9 



42,2 



6,1 

5,5 

35,2 



39,65 



6,55 

5,90 

37,60 



Slbteilung II 



©tatt III 
kg 



Statt IV 
kg 



gRittcI 
kg 



36,9 



4,4 

3,9 

^8,5 



71,9 



IV. «ßcriobc. 
aJZittlcrc« 5ln|ang§gett)id)t 

9fio^protein 

ßimctfe ...... 

©tärlcwert 



4,3 

3,8 

27,5 



59,8 



57,35 



4,3 

3,8 
28,0 



77,8 



4,2 

3,8 

26,4 



4,35 

3,85 

ä8,35 



7,3 
6,4 

40,2 



52,9 



74,85 



91,4 



3,1 

2,7 

21,7 



98,9 



2,8 

2,5 

20,0 



4,25 

3,80 

26,95 



95,15 



3,95 

3,60 

30,85 



4,6 
3,9 

28,4 



41,9 



39,4 



6,4 

5,6 

35,3 



56,6 



70,4 



4,5 

3,8 

27,8 



87,0 



4,4 

4,0 

28,6 



6,85 

6,00 

37,75 



54,75 



71,9 



4,6 

4,0 

28,9 



3,3 

2,8 
22,4 



91,2 



3,2 

2,7 
21,4 



4,50 

3,95 

38,50 



71,15 



4,55 

3,90 

38,35 



89,1 



3,35 

3,75 

31,90 



§iemad^ ^aben bie ©d^meine in beiben Abteilungen in ben erften 3 ^erioben 
me^r 9lo^protein, ©iwetfe unb @tär!ett)erte aufgenommen, alg ben t)on Kellner 
aufgeftettten 9^ormen entjpric^t; in ber IV. ^eriobe entfpra^ bagegen bie $Rät)rftoff^ 
Aufna()me biefen S^iormen. 

Vll. Unterfudiung des Kotes, 

SBäf)renb ber S^ot ber $re6!artoffel^5lbteiIung n)äl)renb beö gongen 3Serfud^e§ 
eine normale ^onfiftena auftt)ie§, ftellte fid^ bei ber ^artoffelftoden-Abteilung am 
(Sd^tuffe, nac^bem am 30. Wöcc^ bie (^ahz üon (SJerftenfd^rot aufgehört l)atte unb 
nur ^artoffelflocfen unb gieifc^futterme^I gefüttert mürben, öom 31. äJJärj an bei 
allen Stieren ber beiben (Staue me^r ober minber ftarfer SDurd)fall ein, ber big" 
3ur S5eenbigung be^ ^Serfud^eö, am 13. April, anl)ielt. 

^ie periobifd^e Unterfud^ung beö 5^ote^ auf (Stärfe ergab, ba^ bei ber ^reg- 
!artoffeUAbteilung ber Ä^ot au^ beiben (Ställen ftetö geringe SJ^engen öon Kartoffel- 
(Stäriefömern entl)ielt, mäljrenb in ber ^artoff elf locfen^ Abteilung ber Äot beiber 
©tööe ftetö ftörtefrei mar. 



VI. 53end)t bcr fianbtt)trtf(^aftlic^cn SSerjud)gftatton gu ^JWünfter i. 2S. 



69 



^te ©rgebnif je be§ ^erfu^eö (äffen fid) furj, tüte folgt, jufammenf äffen: 

1. ^re^artoffeln unb ^artoffelflocfen tuurben in geringen unb mäßigen ®aben 
••im ©emifd) mit (SJerftenjd^rot unb g(eifd^futtermet)l öon ben ©d^treinen ungefö()r 

g(eid) gern genommen. S3ei größeren ©aben unb bei alleiniger S3eifütterung Don 
gleifd)futtermet)l n)urben bie ^re^fartoffeln t)on beiben ©tollen gern genommen; 
bagegen geigte fid^ bei Fütterung ber entf))red)enben 3J?engen üon ^artoffelflocfen 
mangetl)afte grefeluft unb bei alleiniger S3eifüttcrung üon gleif^futterme^t ftellte 
fid^ bei allen Xicren ^urc^fall ein. 

2. ^ie mW ber ^refefartoffeln liefe fi^ am (Srf)luffe beg «erfud)eg bei 
v; aüeiniger 35eifütterung t)on gleijc^futtermel)l big auf 28,7 kg pro Xag unb 1000 kg 

ßebenbgelüid^t fteigern. 

3. SDie 5ur ©rjeugung öon 100 kg Sebenbgemic^t erforberlic^en ©tärfetoerte 
betrugen im 9J?ittel bei ber Fütterung mit ^refefartoffeln 269,2 kg unb bei ber 
mit ^artoffelflocfen 301,85 kg. 

4. 3n bem ^ote ber mit ^refefartoffeln gefütterten Xiere fanben fid) ftet^ 
geringe 9}?engen t)on ^artoffetftärfefömern, n)äl)renb ber ^ot ber mit ^artoffelfloden 
gefütterten Xiere feine ©tärfe entt)ielt. 



Wdgungstabelle. 

(®ettjirf)te in Kilogramm.) 



• 














Slbteilung 1 




9t6tetlung n 




1 


2ag ber ^Bägung 


(Statt I 


Statt II 


©tatt m 


Statt IV 


t 


1 

1 


mx.i 


m.2 


9Jr. 3 


9ir. 4 


9?r. 1 


«Rr. 2 


^x. 3 


^x. 4 


«»r. 1 


9?r. 2 


m. 3 


««r. 4 


yix. 1 


«Wr. 2 


92r. 3 


««r. 4 


20. 2)ejcmbcr 1909 


39 


37 


35,75 


35 


43 


43,5 


40,5 


39,75 


38,5 


36 


35,5 


36 


44 


41,5 


42 


39 


^X* ff ff * 












39,5 


36,5 


36 


35 


44 


43,5 


40,0 


40,5 


38,75 


36,5 


35,75 


36 


44,5 


41,25 


41,5 


39,5 




Äö. rr ff 








■■i 


K* 


39,5 
50,0 
56,25 


37 

46,5 

.53,5 


36,5 

Ai\0 


35,5 


44 
53 5 


44 


40,5 
49 


40,5 
48.75 


38,75 
46 


36 
44,75 


36,5 
44,5 


36,5 
45 


44,5 

54 


41,75 
47,5 


42 

48,5 


39,5 


s 


^ 0. 3anuar 1910 
17 




^ 




^^ 


F . 


53,5 


51 


61 


Dc,cD 

60,5 


55,5 


57,25 


52,5 


52 


50,5 


51,25 


61,5 


53,5 


54,5 


51,5 


»»* 














57 


55 


54,25 


52 


62,25 


61 


56 


58 


53 


52,5 


51,5 


52,5 


62 


54 


55 


52,5 


o 

e 


X «7» ff ff 












57,25 


55 


54,5 


52,5 


62,5 


61,5 


57 


58,25 


53,5 


53,25 


52 


53 


63 


54,25 


56 


53,25 


1 


2. Februar 1910 












68 


64,5 


64,75 


60 


70,75 


74,5 


64,5 


69 


62 


63 


60,5 


62,5 


74,5 


61 


62,75 


63 


jl 














75 


70,0 


71,5 


65,5 


78 


81,25 


71 


76 


65,5 


73,25 


68,5 


72,5 


82,25 


68,5 


69,75 


69,5 


d 


15. ,, tt 












75,25 


70,5 


72,25 


66,5 


78,5 


82 


72 


77,25 


66,75 


72,5 


69 


71,5 


82 


68 


70,5 


69 


S 


16. „ ,r 












75,5 


71,5 


72,75 


67,75 


78 


83 


-72,75 


76,5 


66,5 


73 


70 


72 


81,25 


67,5 


69,5 


6^,25 


ja 
^4 


2. SWära 1910 . 












84 


81,75 


84 


77 


90,5 


95 


81,5 


87 


75 


80,5 


78 


78,5 


90,5 


75,5 


77,5 


80,5 




14 












93,5 


90 


92,5 


85,5 


98,5 


105 


90 


97 


85,5 


87 


85 


86 


102 


85 


85 


88 


8P 














94,5 


90 


93,25 


86 


100 


106 


91 


98 


86 


87,5 


85 


87 


102,25 


86 


85 


90 


• 


16* tt ff • 












95 


91 


93,5 


86,25 


99,5 


106,25 


91,5 


98,5 


86 


88,5 


86 


87,5 


102,5 


86,25 


86,5 


89,5 


P 


30. „ „ . 












106 


100 


102,5 


94,5 


108,5 


116,5 


98,5 


106 


93 


95 


94 


92 


113 


90,5 


90,5 


97 




11. ^Iprll 1910 . 












114 


106 


111,75 


97 


113,5 


123,5 


101 


112 


97 


98 


97 


96 


117,5 


92,5 


96 


101 




Xa» f, rr • 












114 


107 


112,5 


99 


115,5 


125,5 


103,5 


113,75 


98 


98 


97,5 


98,5 


119,5 


95 


97 


102,5 


o 


lo. ,f ,, 












115,5 


109,5 


114,75 


100,25 


118 


130,5 


105 


116 


102 


105,5 


103,5 


103 


121.5 


98 


98,5 


105,5 



VIL Bericht der [landioirtrdiaftlidien Verludisltation 

zu Roitock« 

Äittergutsbeft^er G. GildemeHfer un6 profeffor Dr. F. Boncamp (Hef.). 

3n ^nbetra(^t ber t)o^m S3ebeutung, tuel^e ber fünftlid^en Xrorfnung ber 
S^artoffeln äufommt, tüaren bereite in \>tn Satiren 1907 unb 1908 mit Untere 
ftü^ung beö SDeutfc^en ßanbttjirtfc^aftöratg eine größere ^n^ot)! t)on Sßerfuc^en 
auggefü^rt rtjorben, njelc^e ü6er bie 2ßir!ung unb S5efömmlid^feit ber Xrodfen^^ 
fartoffeln namenttid^ im SSergleid^ ^um Tlai^, fotüie über bag ben klieren ^u^ 
träglid^fte Wa^ an biefem ^utter ^u^funft geben foßten. ^iefe Sßerfu^e, fonjie 
oud^ fd^on Were üon (5d)neibett)inb, ®er(ad^, ^anfen unb anberen i)atitn 
5U einem burd^au^ günftigen (grgebni^ für Xrodenfartoffeln gefüf)rt, unb e^ n)ar 
aud), §um Xeil iüenigftenö, gelungen, ben Vieren bie gan^e ^utterration in ^orm 
t)on Xrocfen!artoffe(n ju üerabfolgen, fetbftöerftönbüd^ immer unter S3eifütterung 
eineg ein)ei6reid^en Futtermitteln, ^ie t)ierbei erhielten 9^efultate in bejug auf 
Sebenbgemid^tggunatime unb ^aftqualitöt maren aU gut ju bejeic^nen. dagegen 
ftnb big^er ujo^l faft atte SSerfud^ganfteüer 5U ber ©rfenntnig gefommen, ba^ bie 
^artoffetfd^ni^el tt)ie bie ^artoffelflorfen t)eutigentagen nod^ t)iel ju teuer finb, 
unb ba^ bieje ^robufte eigentlid) nur bann eine allgemeine ^ertüenoung n^erben 
finbcn fönnen. tt)enn fie §u greifen angeboten n)erben, bie ^u it)rem tüirtf^aftUd^en 
SSert in einem rid)tigen 35er^ä(tniö ftef)en, ttjag \a be!annttid^ ^ur^eit bei njeitem 
ni^t ber ^aU ift. @o tt)ie ^ur 3eit alfo bie 3Sert)ärtniffe liegen, ift bie rt)irtfc^aft'- 
lid§ rentable Sßertrertung ber Xrocfenfartoffel eine rein ted)nifd^e ^rage, unb jtüar 
infofern, alg nur burd^ Verringerung ber Xrocfen!often infolge SSerbefferung ber 
Xrocfenapparate ober tjieüeid^t burd^ Kombination mit genjiffen anberen Xrorfen* 
anlagen eine §erabfe§ung be^ greifen ber Xrodfen!artoffeIn ftattfinben !ann. 

3n biefer S3e5ie^ung fd^eint nun ein neuere^ SSerfa^ren ^lu^fid^t auf ©rfotg 
3U ^aben, ttjeld^e^ barauf auöget)t, ben trodEnenben Kartoffeln ben größten Xeil \^xt^ 
Sä]iaffergel)alten auf trocfenem SBege ju entjie^en unb bamit alfo eöentuett mefent^ 
lid) an StrodEenfoften 3U fparen. ^enn n3Öl)renb m6) einer ftatiftijd^en (Sr^ebung 
ben g^eid^nöerbanben lanbmirtfd^aftlid^er ®cnoffenfde)aften bie ^rodenfoften burd^^ 
f^nittlid^ 49-85 $f. für ben gentner 9lol)fartoffeln betragen fotten, toerben für 
ban neue ^rcfefartoffeloerfa^ren bei ^Verarbeitung Don 100 000 3tr. nur 25 $f. 
für ben ßentner ^ol)!artoffeln angegeben. 



71 



o 



VII. Söcrirfit ber fianbioirtfc^aftlid^en SSerfucf)8ftation ju JRoftotf. 



3Son öerfd^iebenen (Seiten ift mm gegen bk ^re^fartoffeln, aucf) ^ap!a ge^ 
nannt, ber (ginlüanb erhoben tüorben, ba)^ fie jebenfallg gegenüber ben ©^ni^eln 
unb gtorfen tüeniger Be!ömmü^ feien unb tt)af)r(^einüd) au^ ni^t fo gut rt)ie 
biefe üertpertet tüürben. S3ei ber SBi^tigfeit biefer ^rage frfjienen ba^er ebenfaü^ 
üerglei^enbe S5erfud§e über bie Sirfung ber ^reBfartoffeln unb S^artoffelflocfen 
erforberli^, treidle tüie frü()er \o and) biegmal tüieber mit Unterftü^ung be§ 
^eutjdien fianbmirtfdiaftgratg t)on einer größeren "än^ahi (anbmirtfd^aftlic^er SSer^ 
fu^Sanftalten gur 5lugfü(}rung gelangen foEten, um fo in biefer S5e§iel)ung eine 
mögüd^ft grofee 3at)( öon Xieren unb 9fJaffen ^u prüfen unb fi^ eüentueü geltenb 
marf)enbe Snbiüibualitöten au§5uf(^alten. ^em S[^erfu^§plan felbft (ag ber ©ebanfe 
^ugrunbe, mit einer tägüd^en ^'erfütterung t)on ca. 1 5 kg Xrocfenf artoff ein pro 
^ag unb 1000 kg Sebenbgert)id^t §u beginnen unb bie 9flation ^unöd^ft burc^ 
S5eifütterung entfpred^enber anberer Futtermittel auf bie öorgefc^riebenen gutter^ 
normen ju bringen, ^iefe^ ^Beifutter foKte bann allmä^lid^ immer mel)r entzogen 
unb burd^ ^rocfenfartoffeln erfe^t merben, felbftöerftänblid^ unter ^erme^rung 
eineö proteinreid^en guttermittel^. 



rr 



BBBB« 



Perfudistiere und Einrichtung des Verfudis. 



2)er öorliegenbe ^erfud^ tüurbe auf bem 9fiittergut 2)ummerftorf bei ^aDel- 
ftorf in SUJedlenburg-^^^lüerin in ber geit öom 9. SDejember 1909 big 19. be^nj. 
31. Wax^ 1910 auggefü^rt, bauerte alfo 101 beglü. 113 Stage. ^ie fed^ggelin SSer^ 
fuc^gtiere, meldte ber Sf^affe beg üerebelten ßanbf^meineg angel)örten, njaren fömtlid^ 
felbft ge^üd^tet, aber infolge ^[^er^ögerung üon gutterfenbungen unb anfänglid^em 
Eintreffen minberluertiger Futtermittel, bie loieber gur 35erfügung gefteüt merben 
mußten, älter unb fd^njerer geioorben, alö bieg nad^ bem SSerfud^gplan tpünfrfieng^ 
mert erfdiien. Sm übrigen ift atteg SBiffengmerte über bie 3Serfudl)gtiere in ber 
nac^fte^enben %ahtä^ entl)alten. 



Slbtellung I 



ßfb. 
3lx. 






geboren 
am 



SSater 



9Kutter 



?tbteüung U 



fifb. 

yix. 



®e= 
jt^Iecftt 



geboren 
am 



SSater 



3Kuttet 
5 au 9ir. 



®ruppe I Äartoffelflocfen. 



1. 
2. 
3. 
4. 



0. 

6. 

7. 
8. 



95org 
@au. 
@au. 
S3org 



21. 6. 1909 
10. 5. 1909 
10. 5. 190'J 
27. 5. 1909 



Stlbrec^t 
aWajI 
9KajI 
SKajI 



151 
96 
96 
90 



9. ISBorg 

10. i iBorg 

11. I @au. 

12. I JBorg 



25. 5. 1909 
7. 5. 1909 

25. 5. 1909 

26. 5. 1909 



aWaf I 
93tat) 
SRajI 
2Waf I 



©ruppe 11 ^vefelartolfeln. 



Sorg . 


3. 5. 1909 


aSraü 


163 


13. 


@au. . 


25. 5. 1909 mav. I 


(Bau. . 


26. 5. 1909 


©ratj 


136 


14. 


Sorg . 


17. 6. 1909 SSraü 


|«org . 


1. 6. 1909 


SSrao 


161 


15. 


aSorg . 


27. 6. 1909 aWaf 1 


1 ©au . . 


21. 6. 1909 


9tlbred)t 


151 


16. 


a3org . 


17. 6. 1909 93raü 



6 

125 
15 
70 



15 

77 
14 

77 



2Sie aug obigem erfid§tlid§, beftanben bie Xiere aug S3orgen unb (Sauen, 
^a le^tere bei ber burd^fd^nittlidj aller brei big 'okx 9Ößod§en eintretenben 53rünftig= 



VII. Seriell ber fianbtt)lrtj(^aftli(]^cn SSeijucftSftation ju 9fioftocf. 



73 



feit erfal)run9§gcmä^ fef)r t)äufiö in biefer Qtxt fc^Ied^t frcffen unb burd^ auf^ 
geregtes Sßefen Unruhe im ganzen <S>iaU anridjten fönnen, fo tuurben fämtlid^e 
meiblid^en Xiere gefd^rotet. 

@igentUrf)e ^ranf^eiten traten tüQt)renb ber ganzen ^auer beS SSerfuc^S 
nid^t ein, jebod^ tüurben auö jeber ber beiben giocfenabteilung tro^ räd^Iirf)er S^ei- 
fütterung Don ©^(emmfreibe, (gal^ nnb ^o^Ieftücfd)en je ein Xier [teifbeinig, bie 
natürüd^ infotgebeffen aud^ öerminberte gre^uft geigten. 

^ie Xiere tuaren in Abteilungen ^u je t)ier ©tue! untergebrad)t. (Sämtliche 
üier ^Ibteilungen befanben fid^ in einem erft t)or toenigen Sauren öon ber 35au^ 
ftelle ber ^eutfdjen fianbtüirtfd^aftSgefeEfd^aft neu errid^teten (S^treinef tau, beffen 
gufeböben öoUfommen abgebirf)tet unb unburd^läjfig traren. Snfolgebeffen unb ba 
gleid^ä^itig für einen fofortigen 5lblauf beS ^arnS (Sorge getragen mar, lagen bie 
Xiere bei reid^üd^er ©troljeinftreu öoKfommen trocfen. 

Gefüttert njurbe breimal töglid^ unb §tt)ar morgend gegen fünf Üt)r, mittag^ 
itm 11 U^r unb am 5(benb um 6 Uf)r. ^aS gutter tt)urbe am Ibenb öort)er 
mit genügenb Söaffer eingelreid^t. ^(ufeer ©al^ unb ^ot)leftücEd^en ttjurbe 
pro Gruppe nod^ ca. Vi ^f^- ©d^Iemmfreibe pro Xag Derabreid^t. "^a^ gutter 
würbe in großen 33un5(auer ^utterfd^alen öerabfotgt, bie eine gan^e 55reitfeite beS 
(Stallet einnahmen, fo \)a'^ bie Xiere am guttertrog felbft nid^t ^u bröngen brandeten 
unb fo aud^ einigermaßen ©eiDö^r bafür geleiftet tdax, \>a^ jebeS Xier bie it)m §U' 
ftet)enbe Station ert)ielt. 

©enjogen n)urben bie Xiere je nad^ öier SSoc^en an brei aufeinanberfolgenben 
Xagen mittag^ um 12 tlf)r. ^lufeerbem tüurbe ftetS am 14. Xage nad^ ber brei^ 
tägigen SBögung baö ^etüid^t ber Xiere nod^malS burd^ eine einmalige Söögung 
feftgefteßt. S5ei jeber Sßägung tüar minbeftenö an einem Xag ein 33eamter ber 
33erfud^gftation jugegen. ^ie ©d^IufetDögungen n)urben jebod^ fd)on am SSor=^ 
mittag um 10 Uf)r augflefü^rt, ba bie Xiere am S^ittag bereite na^ Hamburg 
öerlaben ttjerben follten. 

Seben 5!J?orgen unb Abenb mürbe bie (gtaütemperatur notiert, ^iefelbe 
betrug : 

3m ^e^ember 1909 burd^f^nittli^ 13« C. (©d^manfungen ton 10— 15« C.) 
„ Sonuar 1910 „ 12« C. ( „ „ 8-15 <> C.) 

„ gebruar 1910 :--::^.^:^n^^ 11« C. { „ ^ 9— 15« C.) 

„ mrs 1910 „ 120 C.( ,^ ,, 10-140 C.) 



Das Verludisfutter. 

©ntfpred^enb bem Dom SDeutfd^en Sanbmirtfd^aftSrat aufgeftettten ^erfu^g-^ 
plan mürben anfänglid^ neben ^refefartoffeln be^m. ^artoffelfloden no^ ©erftem 
fdirot unb ^ieiSme^l verfüttert; als eimeißreid^eS 33eifutter mar (Sojamehl gemäl)lt 
morben. gemer mürben no^ pro Stag unb (Gruppe 4 kg S3uttermil^ oerabfolgt, 
meil bie Xiere ben fäuerlid^en (SJefc^marf, meldten baS ©efamtfutter burd) biefen 
3ufa^ erl)ält, aufeerorbentli^ gern mögen. 






i 



74 VII. »eridöt btx Sanbroirtlc^oftUc^en aJetlu(*«{tatlon ju SRoftoet. 

S)te oraonMe Sufammenfe^ung») bet öetwenbeten Futtermittel mt fotgenbe: 

Söaffer ^rotcin «Itüclfe gett ®jtra!tftoffc fafet ^^^^ 

•/ 7o 7o % */o '/• "/» 

^artoffelflocfen . 14,65 5,97 3,69 0,25 72,37 2,56. 4,90 

^refetooffeln . 15,71 3,20 1,78 0,15 76,30 2,72 1,92 

©erftenfc^rot I . 9,05 13,40 12,43 1,65 67,15 5,77 2,98 

n . 10,89 11,90 11,50 1,93 66,17 6,04 2,53 

tRei§mef)l . . . 9,16 12,68 11,80 17,06 43,47 7,57 10,06 

©oiame^t I . • 13,87 43,33 41,10 6,30 18,72 11,47 6,31 

II . . 8,90 42,70 41,48 5,63 32,08 4,97 5,72 

S3utterm«^ . . 92,62 2,56 2,27 0,13 4,09 - 0,60 

^tc ^naltifen fetbft tpurben in ber übli^en Seife au^gefü^rt, nur bei ber 
iöeftimmunö öon 9?eineitt)ei6 in ben Xrocfen!artoffeIn ^aben toxi ung an eine öon 
§. 9^eubauer angegebene SJ^et^obe gehalten unb finb folgenbermafeen öerfat)ren: 
10 kg ber äerfleinerten (Subfianj tuurben in einem Siterfolben mit Söaffer öon 
3immertemperatur übergoffen, bi§ jur 9J?arfe aufgefüttt unb ber Kolben mehrere 
(etnja 6 etunben) unter tüiebert)oItem Umfd)ütte(n ftet)en getajfen. darauf njurbe 
«filtriert. 3^om giltrat tüurben 200 com in einen 250 ccm Äolben gebrad^t unb 
bic no^ in fiöfung befinbli^en (£itt)eiMtoffe mit ft^upferfulfat auggefäüt. 9?a^ 
bem 5lb!ü^Ien tt)urbe gur maxU aufgefüttt, burd^gemifd^t, filtriert, unb öon biefem 
giltrat tüurben 200 ccm, entfpre^enb 1,6 kg (Subftanä ^ur Söeftimmung be§ noc^ 
in Söjung befinbli^en ©tidftoffeö in ^orm ni^teitt)ei6artiger SSerbinbungen na^ 
^jelbat)l tt)eiter be^anbelt." - — 

9fla^ SDkfegabe ber bi^l)er aufgeführten 3Serfud^e finb für bie S3ered^nung 
be^ ©e^alteg an öerbaulic^en 9^äl)rftoffen folgenbe SSerbauungöfoeffiäienten in 
^nnjenbung gebradjt morben: 

Üto^pMtcln grett Nfr. ©jtrattftoffc 9loMa|cr 

S^artoffelfloden 76 - 97 72 

^refefartoffeln 55 — 94 73 

(SJerfte 75 49 89 12 

aieigme^l 58 76 78 — 

©ojame^l ......>,., 90 88 96 83^^ 

Suttermil^ . V r . - , • > ^ 1 : 94 98 94 — 

§temad^ bered^net fi^ ber ©e^alt ber im öorliegenben ^erfud^ uermanbten 
Futtermittel an üerbaulidljen 9^ä^rftoffen unb ©törfemert iüie folgt: 

Nfr. 9io^= SScrbauI. ©tärfc« 

gio^^rotcin f^ett (jjtraftftoffe fajet (Sitüeife wert 

0/ 0/ 0/ 0/ Oj i>i^ 

tartoffelfloden . . . 4°54 ~ 70,20 1,84 2,26 74,2 

^refefartoffeln . . . 1,76 — 71,70 1,99 0,34 74,0 

(§Jerfte I 10,05 0,81 59,76 0,69 9,08 69,3 

,, II 8,93 0,95 59,37 0,72 8,43 68,6 

^) S)tc ^naU)jen [inb t)on Dr. 93. ®eict)tt)enbuer ausgeführt morben. 



Vn. Scric^t bcr 2anbiDlrtjc^a|tlic^cn Sßer|uc^§ftation ju mo^iod. 



75 





A 1 




9?eigme^t . . 


. . 7,4 


Vo 

13,0 


©ojame^I I. . 


. . 39,0 


5,5 


. II. . 


. . 38,4 


5,0 


Suttermild^ . . 


. . 2,41 


0,12 



Nfr. 


9lo^= 


SScrbauI. 


@tärfc= 


(Sjtmftftoffc 


fajer 


®ttoet^ 


wert 


'Vo 


•/• 


•/o 


7o 


23,9 


— 


6,5 

36,8 


72,2 


18,0 


9,5 


72,4 


20,8 


4,1 


37,2 


78,7 


3,84 




2,12 


4,88 



^er ^rocfenfubftan§9efta(t 
fpred^etib atte öier SSod^en Don 

9(n|ang 
2)caember 1909 

7o 

. 85,35 
.84,39 
V • 90,95 
i; 90,84 



ber Futtermittel lüurbe bem SSerfud^öplan ent- 
neuem feftgeftettt unb ergab folgenbe 3^^^^* 

10. San. 1910 ö.^cbr. 1910 5. 3Räral910 im^Ktttel 



Äartoffelfloden 
^refefartoffeln 
©erfte . ;, 
9ltet!gmet)l ^ v 
©ojame^l . 



•/ 
87,08 
85,41 
88,22 
89,65 
87,67 



10 

85,43 
84,94 
89,11 

89,82 
87,69 



0/ 

87,36 
86,13 
89,54 
91,16 
89,53 



86,30 

85,33 
89,46 
90,37 

87,76 



Gereichte Futtermengen und deren Gehalt an verdaulichen RährftoHen. 



S5et ber 3^"^^ffitJ^9 ^^^ gutterrationen unter 3"9^iii^^^^^9iitt9 ^^^ ^on 
0. 5£el(ner im Sanbtoirtjd^aftlid^en ^alenber öon SJ^en^eUßengerfe angegebenen 
9^ormen lüar junäd^ft ma^gebenb pro Xag unb 1000 kg ßebenbgetüid^t ca. 15 kg 
Xrocfen!artoffeIn ju üerabreid^en. ©leid^^eitig njurbe aU Beifutter, um bie ent* 
fpred^enben 9^ormen ju erreid^en, (SJerftenfd^rot unb S^lei^met)! verfüttert; a(g 
eittjeifereid^e^ Futtermittel tüurbe ©ojamelil üenüanbt, meld^e^ fid^ nad^ ben auf 
ber l)iefigen SSerfud^öftation auögeful)rten ^luönu^ungööerfud^en al§ fel)r l)od^ uer^ 
baulid^ ertüiefen ^atte unb nad§ allgemeinen ^Beobachtungen üon ben Xieren, unb 
^njar ^auptjäd^lid^ öom 9iinbüiel), aud^ leibenfd^aftlid^ gern gefreffen tüirb. 3m Saufe 
be^ SSerfud^eg tt)urbe bann 'Oa^ au^ ©erftenjd^rot unb 9flei^mel)l beftel)enbe ©runb- 
futter mel)r unb me^r geüirgt, unb, entfpred^enb aud^ bem öermel)rten fiebenbgemid^t, 
burd^ XrodEen!artoffeln erfe^t, unb gleid^^eitig natürli^ aud^ burc^ @rt)ö^ung ber 
(Sojame^lgabe ber in ber (SJefamtration üorl)anbene ©e^alt an öerbaulid^em (Sittjei^ 
forrigiert. ^aö ^uerft verfütterte (Sojamel)l, be^eid^net al^ (Sojamehl I, erlüieö fid^ 
alö üerfd^tmmelt unb trurbe be§l)alb fobalb alö möglid^ burd^ ein neueg ^robuft 
erfe|t. 3mmerl)in !onnte (Sojamehl II erft oom 20. '^^mbtl ah, alfo erft mitten in 
ber I. gütterung^periobe, eingefüt)rt merben, (SJerfte II !am Dom 7. Februar ah pr 
Sßernjenbung, alfo aud^ mitten in einer gütterung^periobe. Sßir ^ahm jebod^ t)on einer 
getrennten ©onberberec^nung, alfo (Einteilung jeber biefcr beiben gütterung^perioben 
in ^mei Unterabteilungen abgefel)en, \)a bie Differenzen bei ber äl)nlic^en cljemifd^en 
ßufammenfe^ung ber groben unb bei ben üerliältni^mäfeig geringen SQ^engen, bie 
tion biefen Futtermitteln öerabfolgt mürben, fo flein maren, ba^ fie nirfjt Don au^* 
fd)laggebenber 33ebeutung finb. Söir laffen nun junäc^ft bie Futtermengen be§tt). 
bereu ^el)a(t an '^rodenfubftans , Derbaulid^em (Simei^ unb (5tär!cmert folgen, 
mie fie pro (Gruppe Don adjt Xieren Dcrabrei^t mürben. 



76 



VII. S3ertc^t ber fianbttjirtjd|üftlic^cn 5Ber[uc^8ftation a" S^oftod. 





Äartoffelflocfen 


«Prefefartoffeln 


5trt unb 3Kenge 
beS üerQbreid)tcn f^utterä 


3;rocfen= 
jubftartä 

kg 


üerbaul. 
(Sittjeife 

kg 


©tärfe= 
wert 

kg 


3:rocfen= 
fubftana 

kg 


üerbaul. 
kg 


(Stärfe= 
wert 

kg 



^eriobe I Dom 9. ©egember 1909 bt8 10. Sanuor 1910, 
bererfinet auf ein burd^jc^nittt. Scbenbgeroic^t pro ®xnppt üon 620 kg 



10 kg Srodenlartoffcin . 
2 bejtt). 2,5 kg 6oiamet)I 
6 kg ©erftenfcftrot . . 



8,64 


0,22 


7,42 


8,52 


0,04 1 


1,76 


0,74 


1,46 


2,20 


0,92 i 


5,36 


0,54 


4,16 


5,36 


0,54 


2,72 


0,20 


2,16 


2,72 


0,20 


0,30 


0,08 


0,20 


0,30 


0,08 ! 


18,78 


1,78 


15,40 


19,10 


1,78 


30,1 


2,9 


24,8 


30,8 


2,9 



3 „ 5Rei§mel)I 

4 „ SSuttermilt^ . . 

in ©umrna 
entH)recf)enb 1000 kg fiebenbgeniicöt 

9?ac^ ÄeUner werben öerlangt: 28— 32 kg Strocfenfubftanj, 3,0—3,5 üerbaul. 
24,5—26,5 8tärfciüert. 

^eriübe II öom 11. ^amax biS 22. f^ebruar 1910, 
berechnet auf ein burc^fd^nittl. Sebenbgettjic^t pro ©ruppe öon 740 kg 



7,40 
1,82 
4,16 
2,16 
0,20 



15,74 
25,3 

©iroeife, 



fetifartoffeln . . 
3,5 bejtt). 4 kg ©ojameöl II . 
4 kg ©erftenjc^rot I . . . 
2 „ JRciSmetil .....' 
4 „ Buttermilch . .... 

in @umma 
entfpred^enb auf 1000 kg fiebenbgeroic^t 



12,08 
3,07 
3,.58 
1,81 
0,30 



0,32 
1,30 
0,36 
0,74 
0,08 



10,38 

2,75 
2,77 
1,45 
0,20 



20,84 
28,1 



2,80 
3,7 



17,55 
23,7 



11,93 

2,51 
3,58 
1,81 
0,30 



1,49 
0,36 
0,74 
0,08 



3,15 
2,77 
1,45 
0,20 



21,13 

28,5 



2,72 
3,6 



17,93 
24,2 



^^ad) [Äellner werben öerlangt: 30 kg Xrodenfubftana, 3,3 kg öerbaul. (Simeife unb 
25,5 kg @tärfett)ert. 



III. gütterungSperiobe öom 22. f^ebruar biS 7. Wl&x^ 1910, 
beied)net auf ein burc^fdinittl. Sebenbgettjic^t pro ©ruppe oon 860 kg 



14 kg •J'rodenlartoffeln . . 
3,5 bejtt). 4 kg ©ojamc^I II 
2 kg ®crftenf(^rot U . . 
1 „ SReiSme^I .... 



4 „ 93uttermil(^ . 



12,08 
3,07 
1,79 
0,90 
0,30 



in ©umma 
entfprec^enb auf 1000 kg Sebenbgeroic^t 



18,14 
21,0 



0,32 
1,30 
0,17 
0,07 
0,08 



10,38 
2,75 
1,37 
0,72 
0,20 



1,94 
2,3 



15,42 
17,9 



11,93 
3,51 

1,79 
0,90 
0,30 



0,05 
1,49 
0,17 
0,07 
0,08 



10,36 
3,15 
1,37 

'0,72 
0,20 



18,43 
21,4 



1,86 
2,2 



9?acb Äellner werben verlangt: 25— 28 kg Strocfenfubftana, 2,4-3,0 kg üerbaul. 
unb 19,8-24,5 kg Stärfewert. 

VI. fjütterungäperiobe Dom 7. m&x^ bi§ 15. «Kär^ 1910, 
• berechnet auf ein burd)fc^nittl. fiebenbgemicbt pro ®ruppe üon 890 kg 



15,70 
18,3 

©iwei^ 



16 kg 5:rocIen!artoffeln . . . 
5,5 bejm. 6 kg @o|ame§I II . 
4 kg 93utteimilc^ 



: in ©umma 

entfprec^enb auf 1000 kg Sebenbgewic^t 



13,81 
4,83 
0,30 



18,94 
21,3 



0,36 
2,04 
0,08 



11,87 
4,33 
0,20 



2,48 
2,7 



16,40 
18,4 



13,64 

5,27 
0,30 


0,05 
2,23 

0,08 


11,84 
4,72 

0,20 


19,21 
21,6 


2,36 
2,6 


16,76 
18,8 



92ac^ Äellner werben »erlangt: 25 kg Xroclenfubftang, 2,4 kg uerbaul. ^iweife unb 
19,8 kg ©tärfewert. 



VII. Sertd^t bei Sanbroirtfc^aftlic^en »erfud^Sftation ju 9?oftocf. 



77 



^m 17., 18. unb 19. aj?är^ mußten jebod^ Don ber Station bcr legten 
gütterung^periobe 4 kg Stroc!enfartoffeln abgejogen tüerben, bamit bte Xiere bte 
Station üöttig auf^etirten. 

^ SSergletc^t man sunäc^ft bie oon ungi oerfütterten Stationen mit ben ent-- 
fpre^cnben Stormen öon D. Äellner, fo ift er[i^tli^, bafe e^ ung in aßen üier 
gütterung§^)erioben gelungen toar, ben Xieren bie erforberlid^e 9Jtenge öerbauli^eö 
eirt)eif3 a(^ aud^ faft genau bie erforberli^en 8tär!en)erte beizubringen. 

«e^üglid^ beg eitoeigeö ^aben lüir un^ im attgemeinen abfi^tü^ an bie 
obere (SJren^e gehalten, um hm Vieren baö ^utter mögli^ft fc^macf^aft ju mad^en, 
benn an bie reine S^artoffelfütterung gingen bie Xiere nur mit einem gett)iffen 
SSibermiden ^eran, tüorauf mir übrigeng nad6t)er nod^ gu fpred^en fommen. ^a= 
gegen mar eö m§> nid^t mögli^, bie geforberte SUJenge Xrodenfubftan^ in ber 
Station ein5ut)a(ten, fofern toenigfteng bie Xiere bie gefamte Slarton boüftänbig 
auffreffen foKten, masg ja fd^üe^lid^ unerläffige S3ebingung tvax. dagegen ergibt 
ein SSerg(ei(^ beS 9^äf)rftoffget)a(teg ber Stationen mit ^refefartoffeln unb gtocfen 
eine fef)r gute Übereinftimmung untereinanber, fo \)a^ al\o beibe (Gruppen bie 
g(eid§en 9tä^rftoffmengen ert)ie(ten. _^ 

SBie fd§on ermä()nt, mufeten in ben letzten brei ^agen ber IV. gutterungg= 
periobe pro ^og mtb (»Gruppe t)on 8 @türf 4 kg ^rodfenfartoffetn abgezogen 
merben, menn bie Xiere ba^^ ^utter reftloö t)er§et)ren foKten. ^a mir im ßaufe 
beö SSerfud^eg bie 35eobac^tung gemad^t t)atten, morauf mir aud^ fpöter nod^ 
ZurüdEfommen merben, bafe bie ßebenbgemic^tg^una^me um fo gering£r_ unb ber 
SSibermiHe gegen bag gutter um fo größer mürbe, je me^r (SJerftenfd^rot unb 
Steiömebl ber Station entzogen mürbe, fo entfd^Ioffen mir un§, nod§ eine amölf^ 
tägige ^eriobe (bie ^iere fottten am 1. ^pril 1910 auf bem Hamburger @d^(adE|t^ 
öief)t)of §ur 5(blieferung fommen) an^ufrfiliefeen, in bie mir mieber ©erfte unb 
Stei§met)l einführten. 3Sir beabfid^tigten bamit feftjuftetlen, ob bie Xiere ha^^ 
gutter in biefer gorm lieber aufnef)men mürben unb ob 0)mt ami) in biefem 
gatte bie ßebenbgemid^tgä"^^^"^^ ^^"^ beffere fein mürbe. 



.■•V-- ■-■' \ 


Äartoffelflorfen 


^refefortoffcln 


Slrt unb ajjenge 
bc8 üerabreicf)ten 5"*ter5 


!J;voc!cn= 
jubftanj 

kg 


ücrbaul. 
(Sittjeife 

kg 


©tärfc= 
loert 

kg 


2:rocfcn= 
[ubftana 

kg 


üerbaul. 
kg 


@tärfc= 
lüert 



«ßeriobc V oom 20. gjJärj biS 31. «Karg 1910, 
berechnet auf ein burcftfc^nittl. Sebenbgenjic^t öon 910 kg pro ®ruppc 

10kg 5trocfcnf artoff ein. ..:>;. • • 8,64 0,22 7,42 8,52 0,04 7,40 

4„ ®rrftenfcf|rot II r v:;0^ . . • 3,58 0,34 2,74 3,58 0,34 2,74 

2 „ 9iei8me^I . . . . . . . . 1,81 0,13 1,44 1,81 0,13 1,44 

4 „ S3uttertnild) 0,30 0,08 0,20 0,30 0,08 0,20 

3,5 bejro. 4 kg ©ojamc^I II . . . . 3,07 1,30 2,75 3,51 1,49 3,15 

in ©umnta 17,40 2,07 1 14,55 17,72 I 2,08 14,93 

entjprcc^enb auf 1000 kg Scbenbgcujtc^t 19,1 2,3 | 16,1 19,5 | 2,3 16,4 

9?adö Kellner werben »erlangt: 25 kg 2;cocfen|ubftani5, 2,4 kg ucrbaul. ©iioeife unb 
18,8 kg ©tärfcroert. 



78 



VII. SBcridjt bcr fianbroirtjc^aftlit^cn 33erjud)8ftation au JRoftocf. 



Die Verfudisergebniffe. 

3imäcf)ft ift über bie ^ufnat)me ber ^rodenfartoffeln im aHöemeinen ^u 
bemerfen, bafe anföngü^ bie ^rcfefartoffeln itjeniöer gern Genommen tüurben; bie 
Xiere, tt)eld^e biefe§ ^utter erhielten, auc^ ttjeniger gut au§fat)en, ^iemü^ feu^t 
fd^mierig unb bergleidjen tüaren. (Später änberte fid) bieg jebo^, unb je met)r 
tüir f^Iiefelid) ^u reiner ^artoffelfütterung übergingen, befto me()r liefen bie gtocfen-^ 
f^raeine in ber gutteraufna^me unb bem ^u§fef)en ^u tüünjc^en übrig. SBie Jd^on 
früher ertt)ä^nt, tüurben aud) tro^ reid)(id^er 33eigabe öon @c^(emm!reibe, ©alj 
unb ^ot)leftüdc^en unb jeber Abteilung ber gtocfengruppe ein Xier fteifbeinig. — 
%Ui 14 Xage mürben ben einzelnen (Ställen ^otproben entnommen unb auf it)ren 
(Stär!eget)alt unterfuc^t. Sn aUen gäüen mar, menn au^ nur in geringer 9J^enge, 
unverbaut abgegangene <Btäxk nad^^umeifen, unb jmar f^ien bieg bei hm Vieren, 
bie ^refefartoffeln erhalten Ratten, in ^ö^erem ®rabe ber ^aU ju fein. 

S3etrad|ten mir nun sunä^ft bie Sebenbgemid)tgäuna^men big ju jenem %h 
fdinitt beg SBerfuc^eg, in bem mir, um nur einigermaßen bie gütterunggnormen 
eint)alten ^u Bnnen, mit ber reinen 5lartoffetfütterung aufl)ören mußten, fo ergibt 
fic^ folgenbeg 35ilb: 

SSom 9. S)eäcmber 1909 m 19. ^Warj 1910 Gruppe I f^lorfcn ®ruppe II «ßrc^fartoffeliiiw 

kg kg 

enbgemi^t 886,0 940,5 

^Infangggemi^t • 618,4 624,8 

3una^me im ganzen (101 Xag) .... 267,6 315,7 

pro Xag unb ^ücf 0,831 0,391 

§iernad^ märe alfo ein «einer SBorteil jugunften ber $refeCartoffetn üor== 
t)anben, im übrigen ift aber bie Sebenbgemic^tg^unat)me alg eine red)t mäßige $u 

be§eid^nen. 

(£g ift nun intereffant ju fonftatieren, ha^, menn man bie Sebenbgemid^tg-^ 
junatjmen ber einzelnen gütterunggperioben öerfolgt, mit ^crmet)rung ber Xroc!en^ 
fartoffeln unb ^erminberung ber ©erftenf^rot-^ unb 9?eigmet)lfütterung aud) eine 
geringere 2ebenbgemic^tgäunat)me $anb in §anb get)t, mie bieg aud^ aug ben 
folgenben ^uf^mmenftellungen erfid^tli^ ift: 

I. ^criobe. (Siruppe I glocfen (iiruppe II <ßtefe!artoffeIn 

kg kg 

(^emidjt am B. 1. 1910 735,0 746,7 

©emi^t am 9. 12. 1909 618,4 624,8 

3una^me im ganzen (31 Xage) 116,6 121,9 

,, pro Xag unb (Stü