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Full text of "Beiträge zur assyriologie und semitischen sprachwissenschaft"

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BEITRÄGE 



ASSYRIOLOGIE 



VERGLEICHENDEN SEMITISCHEN SPRACHWISSENSCHAFT 



FRIBtMCH DEUTZSCH UND PAUL HAUPT 
HIT UNTERSTÜTZUNG DER JOHNS HOPKINS UNIVERSITÄT ZU BALTDIORE 



ERSTER BAND 



LEIPZIG 
J. C. HINRlCHS'scHK BUCHHANDLUNG 



t 

' 1 



) 



Alle Rechte Torbehalten. 

^PR - 7 1.- 



Unveränderter fotomechanUcher N«chdruck der Origin«lausg«be IMO 

ZENTRAL-ANTIQUARIAT 
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK 

LEIPZIG 1968 

Druck: (S2) N«tion«les Druckh«us VOB N«tlon«l. 1098 Berlin 

Ag SM'in'M 0.30 2171 



INHALT. 



S«kc 

PmiI Haupt, Dm Nonünalprilfiz »« im AnTrischen i 

Fnnx Pnetorins, Zur iUiiopiscben Grammatik und Etymologie (I) ai 

Panl Hanpt, Die fwölfte Tafel des babyloniicheo Nimrod-Epot. (Mit 9 Tafeln) . 48 

Joh. Fkmming, Der Uterariscbe Nachlan G. F. Grotefendi. (Mit Portrait) ... 80 

Panl Haapt, Ergebnine einer neuen CoUation der Isdubar Legenden 94 

Ebr Nestle, Die Veiba medise M im STrischen 153 

Panl Haupt, Zur asqrrischen NominaUehre 158 

Friedrich Delitssch, Zur assyriscb-babyloniichen Briefliteratur (I) 185 

Paul Haupt, Die semitischen Sprachlante und ihre Umschrift 249 

Johannes Jeremias, Die Cultustafd Ton Sippar 26!t 

Panl Haupt, Über die Halbrocale |^ und i 293 

Friedrich DeUtisch, Der Cylinder Sin-idhmam*s. (Mit Abbildung in Lichtdruck und 

4 Tafeln) 301 

Paul Haupt, Nachtrige und Berichtigungen 313 

Georg Steindorfi; Die kdlschrifUiche Wiedergabe ftgjptischer Eigennamen (I) . . 330 

Paul Haupt, Veneichniss der Abkttnungen 3^2 

Frans Prsetorius, Zur äthiopischen Grammatik und Etymologie (H) 369 

Richard Kraetischmar, Relativpr on omen und Relatirsats im Assyrischen .... 379 

Martin JIger, Der Halbrocal | im Assyrischen 443 

Rudolf Zehnpfnnd, Babylonische WeberreGhbuqgen , 49^ 

Joh. Flemming, Hiob Lndolf (Mit Portrait) 537 

Richard Kraetnchmar, Die Präposition ia im Assyrischen 583 

Martin Jäger, Über das babylonische Hauchlautsseichen 589 

Georg Steindorff, Die keilschriftliche Wiedergabe ägyptischer Eigennamen (Q) . . 593 

Friedrich Dditaich, Zur assyrisch-babylonischen Briefliteratur (IQ 613 

Paul Haupt, MakkAzu oder makkilru? 631 

Rudolf Zchnpfund, Nachträge und Berichtigungen 632 



u y. ^w^^A«^- 



über das assyrische Nominalpräfix na. 

Von 

Paul Haupt. 

Das zweite Heft des zweiten Bandes der von C. Bezold heraus- 
gegebenen lA}inc\iexitT Zeitschrift für Assyriologie (April 1887) enthält 
an erster Stelle eine Notiz von J. Barth über das Nominalpräfix na 
im Assyrischen. Ich habe die Bemerkungen mit lebhaftem Interesse 
gelesen und freue mich in der Hauptsache, der Zurückfiihrung des 
3 statt 13 auf Dissimilation, durchaus beistimmen zu können. Es ist 
sehr erfreulich, dass „die Semitisten" dem Assyrischen gegenüber 
mehr und mehr aus ihrer Zurückhaltung heraustreten. Das kann 
beiderseits nur dienlich sein. 

Im Einzelnen möchte ich zu den Ausfuhrungen Barth's Fol- 
gendes bemerken. 

Zunächst glaube ich behaupten zu können, dass die jüngeren 
Assyriologen (d. h. die nach 1874 aufgetretenen) die Nominalbildung 
mit präfigirten na wohl nie als Ableitungen des Niphal betrachtet 
haben. Wenige nur haben wohl auch die von Barth als charakte- 
ristische Autoritäten angeführten Bücher wie ScHrader's ABK und 
Sayce's Assyrian Grammar in den letzten Jahren je genauer an- 
gesehn. So verdienstlich diese beiden Werke zu ihrer Zeit gewesen 
sein mögen, für die seit etwa einem Jahrzehnt geltende neue Rich- 
tung in der Assyriologie sind sie nicht mehr massgebend. 

Dass diese ;7<7-Bildungen lediglich als Spielformen der Nomina 
mit präfigirtem tt, nicht als Ableitungen vom Niphal, betrachtet 
worden sind, zeigt z. B. Anmerkung 18 meiner Habilitations- Vor- 
lesung über den keilinschriftlichen Sintfltähbericht^ Leipzig 1881, p. 26. 
Ich bemerkte daselbst: „Die Luke heisst im Assyrischen nappalu=i 
*nanpahif was.sich zu arab. ^jtJüjo maffas „Luftloch" verhält wie assyr 
narkabtu „Wagen" zu ÄMSIrtj" — und in meinem Worterverzeicßtmss 
sunt Sintfluthberichte in Schrader's KAT* 511 s. v. t^fed fügte ich 
zunappaiu „Luftloch", arab. ^juliiji in Parenthese hinzu: für nanpaht^ 
eigentl. „Ort des Wehens". Damit meine ich die Identität dieses 3 

Beibii^ rar Mnit. SprmchwimeBichaft. I. I 



2 Bdtr&ge zur semitischen Sprachwissenschaft. 

mit dem tt locale oder instrumentale (Gesenius S 85, X, 48, 3 u. 4; 
cf. S 86, 2, 3; Stade §§ 268 — 291) resp. dem Präfix der nomina vasis, 

mstrumenü, receptaculi («>U^, iüF, oJb, Kosegarten SS 692 und 

694) zur Genüge angedeutet zu haben. Das eine Beispiel varkabtu^ 
das Barth ja ebenfalls zu diesem Zwecke anführt (S. 113), ist allein 
schon beweisend. Das von Barth an zweiter Stelle genannte assyr. 
naptetu „Schlüssel" = arab. -.Ua^o steht in meinen Beiträgen zur as- 
syrischen Lautlehre fcitirt BAL), GGN. 1883, p. 94, n. 2. Dass die 
Natur dieser assyr. Bildungen erst von Barth erkannt worden sei, 
trifft demnach nicht zu. 

Dagegen ist die Vermuthung, dass dieses Präfix 3 statt )3 auf 
Dissimilation beruhe, mit Rücksicht auf einen Labial unter den 
Stammconsonanten — etwa wie die Dissimilation des (dem arab. ^JO 
entsprechenden) aram.x zu \ in'^-haltigen Stämmen (,^i\\| für y^'Shp, 

<==^2^aAJL^*) oder des J zu i in ^^^t^ und *YAA* — meines Wissens 

zuerst von Barth öffentlich ausgesprochen worden. Dies Verdienst 
bleibt also bestehn. [Vgl. auch Hai.evy, Recherches bibliqucs^ VII, 296I. 
Ein solcher scheinbar sporadischer Wechsel lässt sich fast immer 
auf combinatorischen Lautwandel (Assimilation oder Dissimilation) 
zurückführen*. Ich habe z. B. in meiner Schrift Watch-ben-Hazael 
Chicago, 1885 (citirt als WBH), p. 5, n. i gezeigt, dass das 3 in '\l6y\ 
„fett" gegenüber ^^^ dasim auf einer partiellen Assimilation des ^ 

an die vorausgehenden Dentale beruht; das ^ in Jlo^ gegenüber 

IHD auf einer Assimilation des 3 an das i {Hebraica II, 6); das i in 
lÜÄ, 133 gegenüber assyr. abätu auf partieller Assimilation des M an 
das vorausgehende a l Dieselbe Einwirkung benachbarter Laute zeigt 
sich auch in den von mir BAL. 102, 3 zusammengestellten Beispielen 
eines Schwankens zwischen b und p im Assyrischen. Fast in allen 
Fällen, in welchen wir statt des stimmlosen Labials / ein b finden, 
folgt ein stimmloser Laut, in dessen Nähe eben statt eines stimm- 
haften b mit partieller Assimilation ein stimmloses / gesprochen 
wurde. Eine Schreibung wie bitluxu „er fürchtete" für pitluxu ist 
demnach ähnlich aufzufassen wie \i^\ für \ia\ (NöiJ). S 27; cf. 

HOFFM. BA. Nr. 3549). Man schrieb eben bitluxu für pitluxu, weil 
man ein Wort wie bitluxu unter der Einwirkung des folgenden stimm- 
losen / und x wie pitluxu sprach. Andrerseits beruht das a in hebr. 
bjna statt briB auf einer Assimilation des & an das folgende T. 

Für die „Empfindlichkeit in der Aussprache des ^/-Labials un- 
mittelbar vor Dentalen" (S. 115, 2) — das soll wohl heissen, für die 
partielle regressive Assimilation des labialen Nasals an einen folgen- 



Haupt, das Nominalpr&fix na. j 

den Dental lassen sich sehr viele Beispiele anführen. Überhaupt 
scheint m im Assyrischen stets vor d^ /, /, i und s in den dentalen 
Nasal übei^egangen zu sein; vgl. z. B. chtdu „Gespann" (Lotz, TP. 
94) für cividu, mandndu „Ausdehnung" (KAT.^ 508) für mamdudu; 
burrtmhi (iV R. 21, 4a) für burrumtu (IV, 5, 34 c) fem. zu burrwnu 
„zweifarbig"; xanlu für xatttfu „eilig**; ianSu^ für ian/hi „Sonne", taniilu 
für tamiiln J^hnlichkeit" (Sarg. Cyl. 64), xaniä (II R. 62, 45 h) für 
xamiä „fünfzig'*, fc9tiu „sein Verstand** für femiu (D!?ID)^; kansaku 
„ich beuge mich*' (IV R. 24, 43b) für kamsahi (vgl. Flemm. 38). 
Ein Beispiel von reciproker partieller Assimilation haben wir in 
mundaxfu „Krieger** für muMtäx(i)fu (f Htt) und dem mand. jnsbü (syr. 
|lli^)=assyr. $a/affifii\ fem. zu ^alviu „Leichnam**, eigentlich „etwas 

Verendetes" (Hehraica III, 187). Vgl. auch das von DELITZSCH, 
Farad, S. 131 befprochcne sändu für sätn{a)tu^. 

Ich wiederhole nochmals, in der Hauptsache, der Ansicht, dass 
die Spielformen mit D an Stelle des Präfixes ti möglicher Weise auf 
combinatorischem Lautwandel beruhn, stimme ich Barth bei. Im 
Übrigen habe ich allerdings verschiedene Ausstellungen zu machen. 
Auf Kleinigkeiten wie iplaxu ana nibirti „er fürchtete sich vor dem 
Hinübergehen" (S. 112) statt iplaxii ana mbarti „sie fürchteten sich 
vor dem Hihübergehn** {ui-ba-ar-ti^ nicht ni-bir-ttl) will ich mich hier 
nicht einlassen. Nibiriu ist wohl auch im Hinblick auf S. 1 1 5, Z. 6 
lediglich als Druckfehler aufzufassen. Schlimmer steht es schon mit 
dem Citat Sarg. Cyl. 44 auf S. 115. An der angezogenen Stelle ist 
von einem Nomen nübu „Sättigung** nichts zu entdecken. Es findet 
sich lediglich nambau (für mambau ajJuo) „Quelle**, geschrieben 

NAM-BA-'. Auch in der ersten für niibn gegebenen Belegstelle 
V R, 8, 1 19 liest ein so vortrefflicher Assyriologe wie M. Amiaüd 
nicht ffie nii-bhe sondern me man-bi-e (Journal asiatigue, 1881, aoüt- 
septembre, p. 246). D<inn müsste manbi^e als Parallelform von nam- 
bat angesehn werden, ebenso wie wir namküru und makküru „Habe**, 
die beide für wamktiru stehn, neben einander haben. Vgl. dazu 
meine Übersetzung des arabischen Feldzugs in dem Dr. C. Lee- 
maxn's gewidmeten Album (ZA. I, 231). Lyon {Manual 10^ 31) und 
S. A. SMmi, Keilschrifttexte Asurbanipals's, S. 66, Z. 119 lesen aller- 
dings nii-bi-e. Auf alle Fälle ist aber nübü mit langem Vocal im 
Auslaut zu schreiben; fiiibu könnte nur von einem Stamme 303 
kommen, nicht von :^dO. Auch in nindabu „freiwillige Gabe'* hat 
Barth (S. 115) die Länge des auslautenden Vocals ausser Acht ge- 
lassen: es ist nindabü zu Icserif^^ nindabaiu resp. _jjüje; vgl. meine 

ASKT. III, 47 {mn-da-bu-u); Nabon. Cyl. V R, 64, 37 c (nin-da-bi-e) 
sowie meine Bemerkungen, Hebraica I, 179. 4; 111, 109. 



^ Beitrige snr lemidiclien Sprachwissenschaft 

Noch bedenklicher ist das Citat Sanh. VI, 13, wo angeblich ein 
Wort miliku «Weg** vorkommen soll (S. 112 unten). Das Wort findet 
sich nur in falschen Transcriptionen der Stelle wie bei HÖRNING 
Sanherib'Prisma (Leipzig 1878) und Smith, Sennacherib^ p. 126. Das 
MI gehört nicht zu dem folgenden illiku^ sondern ist Ideogramm 
für milLiu ,,Nachf S also adi 11 kaspu müh illiku. So hat gemäss der 
RP. I, 53, 1. 13 veröffentlichten Übersetzung schon Talbot gelesen. 
Vgl. auch meinen Aufsatz über die Schlacht von Halüle im Andaner 
Review für Mai 1887, p. 547. 

Endlich hätte Barth nicht (S. 116) die irrige Übersetzung 
von Kä*lKa als ,y Berggipfel'' wiederholen sollen. Dies ist schon 
längst von GEORG Hoffmann in der (von mir BAL. 97 ci- 
tirten) Anmerkung 1794 seiner ausgezeichneten Auszüge aus syr. 
Akten pers. Märtyrer richtig gestellt worden. Ebensowenig wie 
\lS\i „Berggipfel", bedeutet neribu (für nerabu, nagrabu) jemals „Höhe'* 
im Assyrischen. Wie soll von y^yt auch ein Wort für ^Höhe" her- 
kommen? 

Auf diese Versehn kommt aber schliesslich nicht viel an , we- 
nigstens nicht bei der uns hier zunächst beschäftigenden Frage. 

Wichtiger ist es, die falsche Auffassung des /-vocals in der zweiten 
Silbe der Wörter nabnitu, nibirtu, nhnüiu (S. 1 14) zu berichtigen. Hier 

hat Barth die Formen &Jyubf , iüjüLo und Jüub«, mit der Form Jjübe 

verwechselt Mit dem "«ns in hbfitt und YV^ o^^i* ^^^^ y*^ ^^^ 

ooJüo und ^^^iaJue hat dieses assyr. i nichts zu schaffen. Nabnttu (für 

mabni/u) ist wie marxitu „Ehefrau^', maititu oder maltitu „Getränk*^, 
marUtu^ „Viehbesitz** fem. des passiven Particips J^mäjo, das z. B. 

auch in namküru fiir «JC^q von makäru'^ vorliegt Die Länge des // 

ist hier durch die Schreibung nam-kur-ru d. i. ndmkufu mit langem 
Consonanten (SiEVERS' 188. 193) gesichert Barth's Zusammen- 
stellung dieser Form mit llbbKt^ resp. SJjU ist demnach ebenfalls 
unrichtig. Was das I in nabmtu (für Lyüjo*) anbetrifft, so ist das 
ebenso aufzufassen wie das i in RaJuüo tnabnilatun gegenüber S«'Jte 

maggüuatun (Kosegarten % 300). Das bekannteste Beispiel dieser 
Art — ich führe das natürlich nicht für einen so vortrefflichen Ara- 
bisten wie Barth an — ist das (ja sogar in umfangreichen Feuil- 
leton-Artikeln Berliner Tagesblätter eingehend analysirte) Wort 



« X 



Mäßuii „Prophet* eigentlich „der recht Geleitete" arab. («4X44 für 
v5^4V-p (vgl. "»gm I Chr. 2, 47 und Spitta's Gramm, p. 234). 



Haapt, das Nonünalprifix na. c 

Allenfalls könnte man auch daran denken, nalmitu als eine Form 

iJLjuU (oder synkopirt mqfBaltii) wie narkabtu ,, Wagen'', naxlaptu 
„Gewand", nalpartu „Sendung", naihantu (AW. 290, 5) zu erklären. 
Dann wurde das / auf Monophthongisirung v m aj^ beruhn (SFG. 21, 
i), so dass nabnttu also für nabnajfUy mahnajfu stünde. Ursprünglich 
ist das / der zweiten Sylbe aber keinesfalls. 

Ebensowenig war in nibirtu oder vielmehr nebirtu „Küste" eigent- 
lich „Überfahrtsort' und nintiduj genauer nimidu „Wohnstätte^ ur- 
sprünglich ein i zwischen dem zweiten und dritten Stammconso- 
nanten, wie Barth S. i 14 annimmt Das 1 in nebirtu beruht auf se- 
cundärer Vocalassimilation eines ä an das vorausgehende e wie in 
bellt „Herrin** statt belat (III R. 7, 3) stat. constr. von beltu^^ba latu 
(II R. 36, 62) oder in lelibu „Fuchs" für ielabu (III R. 15, i6b) und 
dies ftir lailabu mit Quiesciren des Laryngals and Übergang von & 
in / (a) wie in mand. Äb'^a „Herr", bW^n „Donner" (NöLD. Mand, 
Cr, 16; cf meine BAL. 94, 2). Weitere Beispiele finden sich in 
meinem unter der Presse befindlichen Aufsatz über den assyrischen 
^■•vocal, der im Octoberheft des American yaumal of Pkilology der 
Johns Hopkins University zu Baltimore erscheinen wird, insbeson- 
dere in No. II, f. der Schlussregeln über den ^-vocal*, vgl. auch 
meine SFG. 16, 6 sowie meine Bemerkungen Hebraica II, 5, 4. Ni" 
birtu ist demnach eine Form maf^altu, fem. zu nibiru oder viel- 
mehr nebiruj was wie neribu „Engpass" eine Form JiüLo ist Neribu 
\st=nerabu {NrjQaßoq Nie. Dam.), närabu, nagrabu und nebiru (oder 
in späterer Aussprache ntbiru) «» nebaru, näbaru, naibam, tnaBbaru^ 
hebr. "D!^, fem. mSU^. Das Wort neribu „Engpass" ist in No. 8 des 
ersten Theils meiner Abhandlung über den ^-vocal eingehend be- 
sprochen [p. 13 der Separatausgabe, wo natürlich in der letzten Zeile 

iU^S zu lesen ist}. 

Ebenso wie nebiru und neribu die Form JJüLo repräsentiren, 
steht auch midilu oder genauer medilu (IV R. i, 31) „Riegel" für 
fna'dalu. Der Stamm scheint bi:^ primae V zu sein: edeiu „ver- 
riegeln", impf, edil, tedü etc., Form JkjUit: etidil für laBtädil, Auch 

bm mit ^ ist nicht ausgeschlossen. Vgl. dazu meine Bemerkungen II 

ZK 284. Pognon's (Bav, 121) Combination dieses Stammes mit daltu 
„Thür** scheint mir unmöglich. Das assyr. medilu „Riegel" als p^ 

in's Syrische übergegangen ist^ ist bekannt. FrAnkel's Behauptung 
{Aram, Fremdw, 19, i), dass p^ zweifellos aus fiopdaXog entstan* 

den sei, ist zweifellos unrichtig. MaviaXoq geht im letzten Grunde 

* [Siehe jeUt TTü Assyrian E-vowel (Baltimore 1887) p. 28.] 



5 Beitrige tut semitischen Sprachwissenschaft. 

^ufzssyr.mediiu^=ma*äalu zurück. Da wir neben «/iWwrr/ „Bedräng- 
niss*^ auch nanduru finden, so kann neben medilu „Riegel'' auch sehr 
wohl eine Form mandalu existirt haben. [Vgl. Zimmern*s Busspsalmai^ 
p. 94 sowie Delitzsch, AW. 148 und 180.] 

Ebenso wie medilu „Riegel" für md'daluj ma^daiuy steht metiqn 
„Vorrücken** für metagu, mätaqu ma'taqu^ maBtaqu (pro). 

In allen diesen Fällen ist das i der zweiten Silbe nicht ursprüng- 
lich, und die Annahme einer Form maf^il ausgeschlossen. 

Das einzige unter den von Barth angeführten Beispielen, wo 
man eine Form mafBil annehmen könnte, ist das angebliche miqidti 
„Brand", wofür man auch meqidu lesen kann, aber nicht mit dem 
durch &JLel aus a entstandenen offenen e (ä), sondern dem durch 
Monophthongisirung aus a/ hervorgegangenen geschlossenen e. Hier 
könnte das f der zweiten Sylbe nicht aus a hervorgegangen sein; 
denn das diphthongische t^=^ai in Wörtern wie biht „Haus**, inu 
„Auge" oder das reine 1 (in Wörtern wie niru Joch", Hfnht „Schick- 
sal**) bewirkt keine &JLel eines folgenden kurzen ä zu /; vgl. meine 
Bemerkungen II ZK 274. Das i müsste hier also als ursprünglich 
angesehn werden wie in lpi)3, arab. Jü»^ maiiqid^ das ich II ZK 282 

unten besprochen habe. Dann bliebe aber immer noch das / der 
ersten Sylbe zu erklären. Nach dem arab. und hebr. maitqid sollte 
man ein u erwarten wie in fftniabu „Wohnung**. Das f in arabischen 
Formen wie t>^Lue darf man schwerlich zur Vergleichung hcr- 
beiziehn. Unter diesen Umständen ist es sehr wahrscheinlich, 
dass MI-QIT iiäti überhaupt nicht fniqid=sJ3yjo zu lesen ist, son- 
dern fniqit von maqätu = ^JLo, So umschreibt auch Herr S. A. 
Smith V R. 3, 125. Leider fehlt das Wort aber bei ihm im Glossar. 
Vgl. auch Deutzsch, AW. S. 191, S und zu npti KAT^ 509 unten. 
Ganz anderer Art ist wiederum mmidu „Wohnstätte**. Dies ist 

weder eine Form JlaA^, noch eine Form JjuLe, sondern eine Form 
jIjüU, wie ^UiLo „Schlüssel". Das e der zweiten Sylbe beruht hier 

ebenso wie in nimiqu „Weisheit'* (für ^Ujlo*) oder nimiln „Macht** 

V R. 40, 29 d auf iiJLo!. Vgl. dazu imiru „Esel** =» .L^^., piiequ 
„Kind** II R. 36, si;piMu V R. 19, 36; piifnt^ Tig. VIII, 68, ü/enu 
(für /i/änUf eine Form wie /iiänu „Zunge" = ^jLMki*)'-* II R. 32, 4 

(cf. Strassm. Nr. 4810). Das e ist hier also aufzufassen wie z. B. 
/isen „Sprache" im Dialekt von Bagdad (Newman, Handbook of Mo- 
dem ArabtCy p. 22) oder kiteb ^Buch** im Dialekt von Beirut (Hart- 
mann, Arab. Sprachführer^ p. 6). Ebenso finden wir im Syrischen 



Haupt, das NomioalprÜix na. 



UUJ „Erholung**, U'Uod „Hinterhalt", (NöLü. S 1 1 1) für urspr. *nipäi, 
*kiman. Auch das syr. flhe „Fluth" assyr. w//«, für w/7/r/, «f//7*i^, 







niiläu (vgl. f//w „Rippe" = p//«, py«, pla^f) ist eine Form Jljii. 

Das Nähere siehe in Nr. i des zweiten Theiles meiner Abhandlung 
über den -fi'-Vocal [p. i8 der Separatausgabe]. 

Ich komme nun zu der angeblichen A^a-Bildung mit transitivem 
Sinn, nantru „Erleuchter". S. 1 16 bemerkt Barth, von den ihm augen- 
blicklich vorliegenden Nominalformen enthielte nur nanniru „Erleuch- 
ter" (Assurb. Sm. 126, 78; vgl. Barth, S. 112) das Präfix na statt ma, 
ohne dass ein Labial folgte. Dagegen ist zunächst zu bemerken, 
dass nanniru nicht „Erleuchter" bedeutet Dies heisst im Assyrischen 
munammiru, nom. agentis des Intensivstammes von %^; vgl. z. B. 

IV R. 19, 39. Geo. S^^TH übersetzt in der citirten Stelle sehr richtig 
„luminary". Das bedeutet nicht „Erleuchter** {illuminator) sondern 
„Lichtkörper, Lichtwerkzeug, Lichtort,*' hebr. ■ftÄtt, LXX q>a>CxfiQ; 

cf. DiLLM. zu Gen. i, 14. Nanniru steht für nanmiru (=s ^^juo) mit 

progressiver Assimilation des 1«, ebenso wie nach der Ansicht HOM- 
mel's zunnu „Regen" aus swtmu (vgl. HTy») entstanden sein soll. 
Auch hier war also ursprünglich ein Labial, der die Dissimilation 
des Präfixes m i\x n veranlasste, und nanniru oder nannaru bildet 
demnach keine Ausnahme. Dass mämttu^^ „Schwur" und mHiabu 
„Wohnung'' nicht zu nantitu und nüiabu wurden, beruht wohl auf 

dem Einfluss der Dentale / und i. Miäabu ist eine Form Ja^o und 

mämUu wie nabnitu ein passives Particip sjuJuOf steht also Hir ma*- 

Die von Barth angeführten assyrischen Wörter sind vielfach 
ungenau wiedergegeben. Vor Allem hätte in der Scheidung von n 
und c sowie 3 und p etwas mehr Genauigkeit und Consequenz beob- 
achtet werden sollen. Auch i und / (e) musste besser auseinander- 
gehalten werden. Statt nartabu S. 112 lies narfabu mit D; statt 
ili/ f,Fe\d" S. 115 egi/, Statt tukuntu (Anm. 2 derselben Seite) tuquntUy 
statt ntitiku (S. 114) mltiqu^ statt mikid „Brand** (ibid.) fnigid {resp. 
miqit)\ statt nimidu, nimiqu (S. 116) ist ntmidu, nimiqu zu schreiben; 
nur das zweite / ist in diesen Wörtern ,^efärbt**, d. h. e\ die Worte 
werden regelmässig Nl-midu^ Nl-miqu geschrieben, nicht mit 
NE. Statt narkaptu auf derselben Seite ist consequenter Weise 
narkabtu zu schreiben, wobei ich natürlich keineswegs in Ab- 
rede stellen will, dass die Assyrer narkaptu mit p sprachen (NöLD. 
Syr, Gr, % 22); statt niibi schreib mibü oder wenigstens nübi, statt 



3 Beitrtge zur semitischen Sprachwisienscbaft. 

mujsa (Z. 14) tnuca'u (Del. Parad. 1 10, letzte Zeile) oder ntü(ü\ statt 
xasaluy ixsul (S. 118) xaiälu, ixiu/, ebenso statt na/dasu (S. 113) nai- 
dahi; statt narbutu (das wäre Inf. Niph. von roi!) narbtitu. Dass das 
assyr. yjb durch j? transcribirt ist, giebt zum mindesten zu unnöthi- 
gen Missverständnissen Anlass. Unter z versteht man in der Sprach- 
wissenschaft allgemein ein \. Glaubt Barth, dass das assyrische 
yjb wie unser deutsches s als Affricata gesprochen wurde (wie das 
abessynische 0) so mz% er lieber wie Sayce ts schreiben ^\ 

Tm den von Barth S. 116, Anm. i nach meiner BAL. 96, 3 
gegebenen Zusammenstellung angeführten Formen verweise ich be- 
treffs fiatbaqu oder vielmehr nadbaku (=» Ijai?, tfaiti)*' auf Del. ProL 
150; auch in narmaku ist der Gaumenlaut ein k^ nicht q, l^aglabu 
bedeutet sicherlich nicht ,,Schermesser", eher ein Castrationsinstru- 
ment; in naglabu la Itri^ das ich SFG. 34,2 vermuthungsweise als 
öTiU77fe erklärte, ist i/n<r=iÄttj wohl im Sinne von ito Lev. 15 zu 
nehmen. Schon damals habe ich übrigens zu naglabu hinzugefügt 

„Form Jüüb — > arab. Jjü^ das Instrument zum ^"^ ^^ — also keine 
Ableitung vom Niphal! 

Die S. 116 hingeworfene Bemerkung, dass man im Assyrischen 
vermuthlich schon seit alter Zeit die Casusendungen nicht gespro- 
chen habe, scheint mir durchaus unbegründet. Ich weiss, dass dieses 
Dogma von vielen aufgestellt worden ist. Meine assyrische Syntax 
wird, denke ich, zeigen, dass die Assyrer den auf «, 1, a ausgehen- 
den Status absolutus und den sich davon durch Apokope der Casus- 
vocale unterscheidenden Status constructus sehr wohl auseinander 
zu halten wissen. Aus der Verwechslung der Casusvocale darf man 
nicht folgern, dass diese Endungen überhaupt nicht mehr gesprochen 
wurden. Vgl. Gesenius S 90, i, Anm. 

Ich gebe zum Schluss noch eine Ergänzungsliste von Nominal- 
bildungen mit den Präfixen 3 und )3. Auf Vollständigkeit macht 
dieselbe keinen Anspruch. Ich führe nur an, was mir gerade ein- 
fällt. Es ist mir nicht möglich, alle meine Sammlungen jährlich zwei- 
mal über den Ocean zu nehmen. Die Beispiele werden aber genügen, 
um zu zeigen, dass das Präfix 3 in der That nur bei Stämmen mit 
einem Labial erscheint, gleichviel ob derselbe an erster, zweiter oder 
dritter Stelle steht; dass dagegen bei den Formen mit präfigfirtem 
ö niemals**» ein Labial folgt. 

a) Formen mit präfigirtem 5. 

naptanu II ZK. 18; napraku II, 32, 35; napsamu V, 28, 93; nap- 
iaitu II, 25, 35; nairaptu V, 39, 65; namallu II, 23, 63; nibretu V, 
4, 43; niptk II, 23, 49; nabbaxu 11, 23, 9; nambubtu II, 37, 14; ninbütu 



Haapt, dai Nominalprlfix na. g 

n, 7» 43; naxbalu 11, 22, 29; nalpaku ü, 22, 19; natbalu V, 16, 77; 
naibafu V, 26, 47; nofraptu II, 34, 64; nappaxu ZA I, 256 1<^. 

b) Formen mit präfigirtem U 

Markasu „Band* manzasu „Ruheort", maikanu „Wohnplatz**, 
tttiiäru^^ „Recht**, maidaxu^^ „Festplatz** oder „Processionsstrasse** 

II, 33, 23 (cf. Flemm. 44), maiqitu „Tränke**, makänu „Ort** V, 16, 51 ; 
maxäsu^'^ „Stadt", müragu „Höhe** KAT«68; mastaku V, 38, 15 ; 41, 
15; fHoqä^ „Marterbank** II, 23, 9; V, 17, 13; maqUitu „Verbren- 
nung; mil^tu ASKT. 68; malkadu II, 28, 13; ASKT. 83, 20 (cf. II 
ZK. 275, I) mäiqahi V, 17, 45 (LOTZ, TP. 91); maxralu (vgl. MDHÖ 
I Sam. 13, 20) II, 62, 67; V, 18, 25 ; wf4«ii oder #««»« (njrjS, Zim- 
mern 44, 3); maälUf mdaitu „Ruhelager** (bnWD) II, 22, 55; markUu >* 
„Zufluchtsort**, meKi (— ""maHaiu, rib^Jlj) „Höhe** V, 60, 50; S^ 363; 
Mi9fr. 24, 2; S3t 44- 

Im Anschluss hieran möchte ich noch einige Bemerkungen über 
Barth's Sprechsaal-Notiz ^Zum Stamm HM* (ZA. II, 207) machen. 
Einen Stamm Hbu giebt es im Assyrischen nicht Tibu könnte nur 
ein zweiconsonantiges Nomen sein wie ilu nGott**, idu „Hand** tUu 
„Hügel**, ifu „Holz" usw. „Kommen** heisst im Assyrischen tcbüy 
wofür man meinetwegen tibü schreiben mag. Das / der ersten Silbe 
weist deutlich auf 'ein ^ oder Hj (^) als letzten Stammconsonanten 

hin; bei Verben M"b findet sich dieses charakteristische / niemals. 
Dies ist der Grund, warum Delitzsch und ich die naheliegende Er- 
klärung von tebu Jcommen** als Secundärstamm von Mi2i, assyr. 
bau zurückweisen; vgl. LoTZ, Tigiathfileser^ 94. Über den Ursprung 
des / in diesen Infinitiven siehe meine Abhandlung über den JT-Vocal, 

III, IG, e der Haup^regeln am Schlüsse [p. 28 der Separatausgabe]. 
Die Zurückführung von Ubü auf einen Stamm tlQT\ tertiae M| ist un- 
vereinbar mit den Regeln der assyrischen Grammatik. 

Ebenso anfechtbar ist die S. 207, Anm. i implicite ausgespro- 
chene Behauptung, dass die Verba K^ im Assyrischen wie im 
Hebräischen ein Imperfectum a bildeten. Das ist durchaus irrig. 
Vielmehr haben sämmtliche Verba tertiae infinnae (I, 9, ^, c, ^, ^5) 

mit jilleiniger Ausnahme der Verba f b im ImpeHectum Qal ein f 
als charakteristischen Vocal. Das Impf, von iemü „hören** z. B. lautet 
iimt (— ^iimif). Wenn sich daneben Formen wie ümä und iSmü 
finden, so repräsentiren dieselben nicht etwa die Parallelformen 
b?1f^*®, bajlf^ mit Variation des charakteristischen Vocals, sondern 
Formen desselben Imperfectums f mit überhängendem Vocal a oder 

fc, also JkAA^ und J^aA^. fimä^ woneben gemäss SFG. 65, Excurs IV 

auch iimf vorkommt, steht nach SFG. 59, 8 fiir ümfa; ümü flir 



10 Bdtrige cur lemitischen SprAchwiasenschaft. 

timiu^K limi entspricht also morphologisch der arabischen Jussiv- 
form, ümü dem arab. Indicativ, ümä und (mit Umlaut) üme dem 
arab. Subjunctiv. Ebenso ist die eigentliche Imperfectform von xafu 
»»sündigen** nicht ix(ä (BARTH, 1. c 207, i), sondern />/i; ix(ä ist »= 
ixft^a. Dies giebt auch Delitzsch, AL^ XI, 4 übereinstimmend mit 
meinen SFG* 59, 8 gegebenen Darlegungen richtig an. Barth wird 
nun wohl auch begreifen, warum ich dem dreimaligen Htbä-ma (ge- 
schrieben lit-ba-am-mä) im Sintüuthbericht die Grundform litbid-ma 
„aufnöthige". Nicht ich nöjthige diese Grundform airf^ sondern die 
assyr. Grammatik. Das Impf, itbi fmdet sich z. B. IV R. 14, No. i, 
Rev. 6; Haupt, Nimr, 50, 210 var. von Text B; itbe-ma dagegen ist 
=a itbiBä-ma; vgl. Nimr, 58, 9 sowie ASKT. 77,38, wo tebü und ibäü 
zusammenstehn. Andere Imperfecta i von Stammen M"b sind z. B. 
iUi „er erhob", /wf/, „er fand", üfi „er kam heraus" = /Viüf, imp\ 
iaup\ tertiae -, : ipH^ „er öffnete", ilqi „er nahm*' = ^Hfi^ ilqi(^\ tertiae 

y: idi „er wusste", iqbi „er sprach" = iafcUB, iqbiB, 

Dass Formen wie itbä und itbu für ifbi^a und itbTu stehn, ergiebt 
sich vor Allem aus gewissen syntaktischen Regeln. Bekanntlich hat 
das assyr. Verbum im Relativsatze fast regelmässig einen Überhän-- 
genden Vocal, gleichviel ob das Relativpronomen gesetzt oder aus- 
gelassen wird. Daher sagt man z. B. la anaku idü^ atta ttdi „was 
ich weiss, sollst du wissen" (ZA. II, 103). Hier ist tidi =» tajiädi^, 
idü aber » aiädiBu (SFG. 21, i). Statt des „überhängenden" u kann 
in diesem Fälle auch a gebraucht werden, vgl. z. B. V R. 2, 117; 
kt ia ana il Ahir amxuru (var. amxurä) „wie ich zum Gotte Assur 
gefleht". Vgl. V R. 2, 58; 3, 37; 3, 45 und 48 etc. etc. 

Wie Amiaud 1 ZK. 242, 2 '^ sehr richtig bemerkt hat, finden sich 
die Formen mit überhängendem a besonders in Fällen, wo ein No- 
men zwei oder mehrere coordinirte Verbalprädicate hat, z. B. parakke- 
iunu ubbib^ ulliia suHeiunu „ihre Heiligthümer reinigte ich, säuberte 
ihre Strassen" — parrakku = |i^ (NöLD. § 121) s%Ul<k = n^t?, ubbib 

1« u^abbib^ ulliia = tiallila. In dem vorliegenden Beispiele haben 
wir den im Assyrischen sehr beliebten asyndetischen Chiasmus*', 
nicht selten wird das coordinirte Verbalprädicat mit überhängen- 
dem a aber auch durch das vorausgehende enklitische ma „-que" 
(Prä TOR. Amh, Spr, 272) angeknüpft; z. B. idäka tättälak-ma nmära 
gärika „an deiner Seite wollen wir schreiten und unterjochen deine 
Feinde** AL' 117, 9'*. Vielleicht hängt mit diesem überhängenden 
a das hebr. rv in Formen wie HnblÖÄn (Gesen. % 49,2) zusammen. 

Überall nun, wo wir bei Verben mit einem starken Consonanten 
im Auslaut einen überhängenden Ä-vocal haben, finden wir bei 
Stämmen j('b nicht den Auslaut /, sondern ein aus Contraction von 



Haupt, des Nomioalprifix na. II 

fa hervorgegangenes a, Instructiv ist z. B. die Stelle V R. 2, 22: 
Arkänu TanQ)äamane ntär Sabakü üiiö ina kussi iarruäht, AI Ni\ äl 
Unu ana dannutiiu iU'tmf uppaxira ellatsu^ ana mitxuci^^ ^abita^ 
märe mät Ailür^ ia qirib hl Mempi idq& qabaliu, Nile iatimu esir* ^^ 
ma i^bata müfäiun, Al/aJhi* xanfu ana Ninu'a illikä-ma igbärläÜ^K 
Das heisst: ,,Darauf setzte sich Tan(^)damane, der Sohn Sabako's ^' auf 
den Thron seines Königsthums. Er machte die Städte Theben und 
On zu seinem (militärischen) Stützpunkt, brachte zusammen seine 
Macht, zum Kampf mit meinen Kriegern, den Söhnen des Landes 
Assyrien, die in der Stadt Memphis, bot er auf seine Streitmacht 
Diese Leute schloss er ein und besetzte ihre Ausgänge. Ein Eil- 
bote kam nach Ninive und brachte mir Botschaft.'' Wie man steht, 
steht hier idqä (■» idgi^a) im Parallelismus mit upaxxira. Ebenso 
steht iqbä nach tllikd-ma fiir iqbPa, 

Noch deutlicher ist die Stelle V R. 3, 15: danän iläni rabüti 
emur-ma iknula ana nirfa^ aihi baiäf napüti^iu (II ZK. 354) amä$u 
iptö, u^allä belütit Erisinni mär redüHiu ana Ninua ilpurd-ma unai' 
Uqa iepi'a „die Macht der grossen Götter sah er und unterwarf sich 
meinem Joche, um sein Leben zu erhalten, bekannte er seinen Fehl- 
tritt, flehte an meine Herrlichkeit, Erisinni, den Sohn seiner Len- 
den *•, schickte er nach Ninive, dass er meine Füsse küsse.** Hier 
stehn iptä und ufailä wieder (lir ipti*a, iptifia und u^alWay u^aUiia. 

Das Impf, iptä neben ipti kann Barth auch ZA II, 193 finden. 
Jensen hat dort allerdings das Assyrische syntaktisch nicht ganz 
scharf gefasst; iapA und taktum sind coordinirt, taptä und taUä da- 
gegen sind tapti eigentlich subordinirt, sie bilden eine Art von Zu- 
standsätzen. Es ist demnach genauer zu übersetzen: „die Schranke 
des strahlenden Himmels öffnetest du, indem du Öffnetest die Thür 
des Himmels, indem du, Sonne, über die Erde dein Haupt erhobst; 
so, Sonne, breitetest du Himmelsglanz über die Länder!" Hier ist 
tapti =^tapHp, taptä ^^taptifiat ebenso ta}Jlä = tan}i*a, Es ist keines- 
wegs nothwendig, dass in den subordinirten Zustandssätzcn bestän- 
dig das Präsens stehe wie in attälab-tna abäki „ich setzte mich nie- 
der und weine"=„ich setzte mich weinend nieder** (vgl. Guyard, 
Melanges d^ Assyriologie^ Paris 1883, p. 103, n. 2). Ich spreche hier 
vom arabischen Standpunkte aus; in meiner Assyrischen Syntax nenne 
ich das Imperfectum unaliiqa in illikä-ma unaUiqa Upi'^a coordinirt, 
das Präsens wiaUaqa in derselben Verbindung (z. R. III R. 15, 26b) 
dagegen subordinirt. Weitere Auseinandersetzungen muss ich mir 
fiir meine Assyrische Grammatik vorbehalten. Gott gebe es, dass ich 



^ Vgl. zu diesen lutensivrormen IIeimrich Lhotzky's Inaugural-Dissertation ttber 
Du Atmalen Assumaxirpals (Müncheiit 1885) p. 25. 



12 Beitrtge vnr semitischeii Sprachwitsenschaft 

dieses Schmerzenskind bald erscheinen lassen kann. Meine Schuld 
ist es nicht, dass das Werk nicht schon im Jahre 1883 veröffentlicht 
wurde. — 

Barth wird sich nun wohl überzeugt haben, dass es mit dem 
Aitfnöthigefi nicht allzuschlimm bestellt ist Ich hoffe unserm vor- 
trefflichen neuen Mitarbeiter die, Überzeugung cnrfgenötkigt zu haben, 
dass die Assyriologen für ihre Aufstellungen wohlerwogene Gründe 
haben. Mit semitischen Orakeln vom gelehrten Dreifuss des Ara- 
bisch-Hebräisch- Aramäischen — ein Bein mittelsemitisch, ein Bein 
hochsemitisch, ein Bein niedersemitisch! — ist dem Assyrischen 
nicht viel zu helfen. In erster Linie muss man das Assyrische nach 
den assyrischen Sprachdenkmälern, oder wie man im neuen Reich 
sagt, ans sich selbst zu verstehn suchen. Es ist mir eine besondere 
Genugthuung, dass Barth diesen Weg beschritten hat. Hoffentlich 
ist es eine xarranu la alaktdla lä ta^äraty ohne dass ich damit die 
Assyriologie irgendwie als semitistische Unterwelt bezeichnen will. 



Anmerkungen. 

1 Ich möchte mir hier im Hinblick auf Siegmund FrXnkel's Buch ttber Die ara- 
mäischen Fremdw'örter im Arabischem^ p. XIV die Anmerkung gestatten, dass es auch 
dem radicalsten Junggrammatiker nicht einfallen wird, eine Durchkreuzung der Laut- 
Verschiebungsgesetze lediglich deswegen zu leugnen, weil wir einstweilen die Gründe der 
Abweichung nicht ermitteln können. Zu dem dort folgenden Satze» gesetzmissige Laut- 
Terschiebung erweist Einheit, Identität erweist Entlehnung vgl. Lagabde, GGN. 1886, 
p. «73 — Mitthei/umgen, H 77. 

2 Durch voUstindige Assimilation des Nasals kann daraus schliesslich iaiht ent- 
steho (ZA. II, 172, 10 und 21), ebenso wie wir neben xatihi (Hr xämiJts „fUnfler'* auch 
aaiht finden, IV R. 5,23a: xa-ai (sie!) -lu. Die in den neubabylonischen Texten öfter 
vorkommende Adverbialbildung laHäniJ^ welche man früher wohl gar durch „lilicn- 
gleich" ()V^'t) oder „marmorgleich** (o:v) übersetzte, bedeutet aber nicht „sonnengleich", 
(die Babylonier hat an Einer Sonne genug I) sondern „jawelengleich'*. Es ist iälänü 
zu lesen, plnr. von dem bekannten Worte Jf4/ti, das mit dem hebr. 1^^ zusammenge- 
hört, wie franz. Joyau und Joyeux, engl, joy (»» jocale^ gaudiaU). Schon LOTZ, Tl* 
>79« 95 übersetzte iähs richtig, wenngleich zweifelnd, durch „Klemod". Schrader 
liest sUtt mu (Sanh. n, 56: la-a-iu) bekanntÜch GAR. §U „Sache der Hand" KAT» 
39s > 17 (vg^ COT. 183, 81). Das mit Ulu h&ufig zusammengenannte gar. ga 
ist gemäss ASKT. 113, 34 makkuxu zu lesen. Das Ideogramm für huiu ist gar. gal 
vgl. AL' 127, 47; das Z. 38 dazwischenstehende Ni ist wie II R. 48, 46 g Glosse 
(cf. Lyon, Sarg, 68, 39). Bei makküxu könnte man an hebr. n^-n^tt „Waarcn" Nch. 
10, 32 denken; das \ von np^ wird im Assyrischen aber nie assimilirt, vgl milq\tu 
ASKT. 68, 4. Ich sehe in makküxu deshalb die Form JuuLe von nsa. ' Das Wort 
bedeutet eigentlich etwas, das einem v^t^ r.;i 0^, also „Schaustück, Kostbarkeit". Die 
drei Worte iäiu ,Juwel", makkäxu „Kostbarkeit" und f>ul& „Hal>e" sind scharf ausein- 
ander zu halten. Varianten wie Asum. I, 48 und 61: 11, 18 und 64; V R. 4, 65 können 
nichts für eine Identität dieser drei Ausdrücke beweisen. Nach diesem Princip müsste 
schliesslich auch qepu V R. 5, i ^ rt^ qaiii sein. Nur nicht zu mechanisch 1 



Hanpt, dai Nondnalprifix luu I3 

3 VgU z. B. AL^ 98, rer. 5 maxxüHi et/mt, ulamd tenia „sie wurde kopflos and 
gmns rasend'*. Zu uiantä fenJa ^ ^irerrytf, n|^ siehe meine Schrift WAtek-beit' 
Hamütlt p. 5, tn maxxütÜ ethiA oder illika maxxüHi (V R. i, 84) Zimmern, BB. 70. 
MoxxütH bedeutet möglicher Weise eigentlich „Abwischnng*', also „wie weggeblasen, 
wie Temichtet'' (a K. ai, 13). 

4 Vgl. meine Vorlesung über den Sintfiuthbititkt^ S. 30, sowie meine Ton Delitzsch 
ProUgpmena 141 citirten Bemerkungen in den Johns Hopkins University Circulars^ 
Vol. in, p. 51. Die angesogene Seite der DBLtTzscH'schen Schrift Teranlaist mich xn 
einer kleinen Abschweifung über PrioritXtsfragen. Delitzsch bemerkt dort, ich hätte 
zuerst erkannt, dass mandattu und biltu ins Kebrftisch« und Biblisch-AramÜsche als 
rm« und ^^ übergegangen seien. Das entspricht nicht dem Thatbestande. Die Com- 
bination von SVi und biltu hat meines Wissehs zuerst Schrader aufgestellt; vgl. dazu 
meine Bemerkungen Hebraica Ilt, 107, 3. Wie de Go^jb Kautzsch mittheilen konnte, 
die Combination von i^ und biltu finde sich schon bei Offert, EM. II, 49 und 92, ist 
mir nicht klar. Schrader hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass an diesen beiden 

Stellen von ^^1 überhaupt nicht die Rede ist Was das syr. \Af»^ anbetrifft, so glaubte 

ich allerdings noch zu Anfang dieses Jahres, dass ich zuerst die Identität dieses Wortes mit 
dem anyr. mädatln für mandanlu erkannt habe. Die Zusammenstellung findet sich aber, 
wie ich kürzlich entdeckt habe, schon bei HtNCKS, On tht Kkorsabaä Jnscriptiofu, 
Dublin 1850, p. 42, note. Einige Seiten weiter (p. 47 unten) hat HiNCKs auch schon 
damals ma mit dem griechischen Digamma verglichen; danach sind die Bemerkungen 
II ZK 340 oben zu berichtigen. Mühlau und Volck aber sollten unter nnto schreiben: 
aram. uratr«, nach IlmCKS das assyr. maddattu für mandantu „Tribut^ von nadänn 
„geben" — }q (SFG. 43, 2) und unter SV^: „nach Schrader, KAT» 377 vielleicht das 
assyr. biltn von abäln (V^Sn) „bringen". Wenn Del. aaO erwähnt, dass Prätorius in 
ei«« „Beschwörer" ein babylonisches Lehnwort sieht, so hätte auf CV. verwiesen werden sollen. 
Meine Ansieht über r)i;M wurde schon auf dem Berliner Orientalisten-Congresse discutirt. 
Dass Jiptu „Beschwörung" von fjVsMi eine Analogiebildung nach Mtm „Wohnung" von 

3«|Ko primae m ist, steht schon SFG. 75. Bei der Erklärung von apv «h babyL ^phel 
von sn war BAL. 91, 3 zu dtiren. PoonoN, Bavian 183 hat zuerst erkannt, dass 
uietiba §aphel zu eubu ist, ich dagegen habe suerst ar^ als babylonisch-assyrisches 
Lehnwort erklärt und die Bedeutungsentwicklung von aT9 dargelegt Beiläufig will ich 
bemerken, dass at'«^ ebenso wie das andere aus dem Babylonischen entlehnte ^aphel 
ITT* {Prol. 140 unten) als beweise für meine Ansicht über di6 Aussprache des Avocals 
uifMib, ul/ff) angeführt werden können. Nach dem Prospect von DELir^scH's IVörttr- 
btuk werden sich dem Hauptwerke gedruckte Noten anschliessen, welche hauptsächlich 
den „historischen Charakter" der Assyriologie zu Ehren bringen sollen, indem sie zu 
allen Stämmen und Wörtern die Namen ihrer Erklärer, bei schwankenden Ansichten die 
Vertreter der herrschenden Meinungen anführen. Ich halte einen derartigen Anhang für 
ebenso wichtig wie das Wörterbuch selbst Wir brauchen ein assyriologisches Pendant 
zu Lagarde's Arminischen Studien. Eine zweite ungemein nützlicht Arbeit wäre ein 
Index zu sämmtlichen Keilschrifttexten, der bei jeder einzelnen Zeile die Arbeiten an- 
gäbe, in welchen die betreflende Stelle besprochen worden ist, also z. B. Sintft 87: 
ZK. I, 75; ZA I, 57. — 99: ZK II, 35. 333; Zi. BB. 47. — loi: Guy. 49, 1; BB. 55, 1. 
Vielleicht erwirbt sich Dr. Bbzold ein neues Verdienst durch eine derartige Zusanunen- 
stellang. Nothwendig ist es. Bisher ist der der Assyriologie zum Vorwurf gemachte 
unhistorische Charakter nur wenig htsaci ^worden. [Zu uietib vgl. jetzt Delitzsch, 
AW. 347, 4 und zu ^\^ ^ bilat, das offenbar mit dem äthiopischen blnat zusammen- 
hängt, meine Prolegomena to a Competrative Assyrian Grammnr, p. LI unten.] 

5 Weitere Beispiele siehe IVäteh-ben-Hazael, p. 4. Auch indäiarü V R 3, 9 steht 



14 Beiträge cor semitischen Spncbwineoschaft. 

fUr imtdiarA and bedeutet „(anbegraben) liegen Ussen", nicht ^zerfleischen' '; Tgl. Jer. 

6 Vgl. meine Bemerkungen Hebraica III, iio, i. Das daselbst angeführte magrii, 
fem. magtitu scheint mir eine Ableitung Ton mägint zu sein, also eine Form wie 
maxrA „erster", fem. maxfitu. Es bedeutet nicht „Feind" (ZiMM. 43, a), sondern „llö- 
riger'^ Ich glaube, dass dasselbe Wort auch in dem babylonischen Namen des MonaU 
•>7«^ Torliegt. Dass wir ASKT. 64, 13 (AL*. 93) arxu magrH ia Atiari zu lesen haben, 
nicht waxru^ zeigt II K. 49, No 3, 30; 51, 64 a. Selbst wenn das Zeichen max auf 
(^116 ganz sicher stünde, so wttnle ich es als ;tt fassen. Das x wEre dann zu beur- 
theilen wie das n in MnDhM oder noch besser wie das auf Dissimilation Ton t und \ 
beruhende x in C^fl* und assjr. yiSP „klein". Arxu magru ia Adari bedeutet 

Tielleicht „der zum Adar gehörige, der vom Adar abhängige Monat". Das akkadische 
Ideogramm könnte man auf Grund von IV, 24, 29; V, 29, 10 g auch als arxu eit Adari 
fassen; das wSre etwa „Zusatzmonat des Adar'^ In erster Linie handelt es sich aber 
um die Erklärung des assyr. magm. — Nachschrift: vgl. jetzt auch die Ausführungen 
DEUTZscirs in seinem IVörteHmcke S. 189. 

7 Warum uiamkir (V, 3, 105; 7, 102 ebenso bmikunt V, 7, 50) nicht von diesem 
Stamme, sondern von *^9S (AL^. 143) herkommen soll, sehe ich nicht recht ein. Man 
könnte es hegreiflich finden, wenn uiofnkir mit n statt m täankir geschrieben würde 
(vgl. dunqu fUr dntiuju) aber nicht umgekehrt. Ausserdem bedeutet uiamkir nicht „er 
reizte zur Empörung" trotz niabaikit (III, 34, 91 a). Uiamkir heisst lediglich „er über- 
redete, verleitete, berückte", vgl. arab. )-^* Dass *Ot9 „betrügen" im Hebr&ischen „ver- 
kaufen" bedeutet, kann nicht auffallen. In Bezug auf das n in dunqu will ich noch 
bemerken, dass dadurch (wie im Lateinischen) der gutturale resp. velare Nasal, den die 
Griechen durch y ausdrückten, angedeutet werden soll. Dunq oder dumq ist zu sprechen 
wie dunk im deutschen Dunkel, Das n in dunqu ist von dem n im findu und den 
andern oben (S. 3) angeführten Beispielen für den Obergang von antedentalem m in 
n ganz verschieden. 

8 Ich habe schon vor Jahren die Vermuthung ausgesprochen, dass piiirii oder viel- 
mehr piierii an dieser schwierigen Stelle des Tiglathpileser-Cylinder's möglicher Weise 
„zur Erklärung" d. h. „zur Leetüre" oder „als Literaturdenkmal" bedeute; E. azag. 
DINGER müsste dann Ideogramm für „Bibliothek" sein. Andere Auffassungen dieser 
Zeichengruppe siehe bei Jensen, äurbu, 86, 2; Pognon, Af/r. 43. Sayce übersetzt 
RP. XI, 5, 21 (IV R. 45, 21) „a kause Underground**, Rawunson RP. V, a6 in 
seiner Übersetzung des Tiglathpileser-Prisma's: „/ht holy place of god*\ Der Schluas 
dieses Paragraphen des Tiglathpileser-Textes hätte Herrn Dr. Lehmann abhalten sollen, 
ZA U, 214 die Frage zu erörtern, ob VR. 2, 122 ein Meteorstein keilinschriftlich er- 
wähnt wird. Das einzige Meteorhafte dabei ist das schnelle Verlöschen dieses Leu- 
MANN'schen Gedankenblitzes. Das .^aphel y^ttr^ ist schon von Lotz TP 185, 73 richtig 
erklärt, nur fasste er das pän in ana pän nätfa Tig. Vni, 72 zu wörtlich als „Ober- 
fläche". Epiit iimutti'^ ia ina nli qätfa iläni Hkli*a itta pän abi tänOu uiapriqü 
ina qätH allakHu üpur heisst einfach: „er sandte Botschaft durch seinen Gesandten 
über die schrecklichen Ereignisse, die meine göttlichen Helfer auf mein Gebet an seinem 
Vater und Erzeuger hatten geschehn lassen", d. h. „er zeigte ihm an, dass Gyges bei 
dem zweiten Einfall der Kimmerier gefallen sei. Wörtlich: „die Thaten des Übels, die 
sie angesichts seines Vaters hatten (gewaltsam) verüben lassen (pc). Jipur mit dem 
accus, bedeutet keineswegs „er schickte den betreffenden Gegenstand", ebensowenig wie 
p^p^ ri« I K. 5, 23 ("»V« nWiT— ^K aip^ir— »?) zu der Voraussetzung berechtigt, man 
habe den ganzen Ort eingepackt und hingeschickt! Sapdru ina qäfi aber heisst wie 
^ nV^ nichts weiter als „bestellen durch". Dau der Bote den Brief dabei in einer 



Hanpt, dai Nominalprtfix na. Ij 

Umhiagetasche getragen habe, ist nicht au«geichlosienl Vgl. Is. 20, 2: Jahfe redete 
«n|^ -r^ Da» folgende larru ia t'Iu iä^thi atta bedeutet nicht „da bist ein König, den 
Gott anerkennt*', sondern „den die Gottheit anter ihrer besonderen Obhut hat* ^ Tgl. hebr. 
y?; s. B. Hos. 13 , 5 und meine Bemerlcangen KAT^. 73. Die letzte Zeile dieses Ab- 
schnitfs endlich ist zu übersetzen: „mir aber, deinem ehrfurchtsroUen Diener sei gnSdig 
und lege mir nicht auf dein Joch!** — JW/« imp. energ. wie hebr. ripp (Gbsen. § 71, 
Anmerkungen I, 3). Nach lä sollte man allerdings den Jussiv taiäl erwarten; aber auch 

im Neusyr. kann man sagen «^al^ P ,,stiehl nicht" (Nöld. § 153). So habe ich 

die Stelle schon seit Jahren erkllrt — Ich sehe nachtrftglich zu meiner Gent*gthuung, 
dass auch PiNCHSS in dem 3. Hefte des Herrn S. A. Smith im Wesentlichen dieselbe 
Anschauung fiber lä hifa hat Seine Bemerkungen über den Unterschied Ton iä mit 
dem ImperatiT und lä mit dem Jussiy kann ich nur unterschreiben. [Vgl. jetzt auch 
Dr. Jastrow's AusOlhrungen, ZA. II, 353—6]. 

9 Über den Stamm von pv*^ Tgl. meine Bemerkungen HtbraUa I, 178, 4. 

10 Dass rnMu gahht „cours imp^tueux" bedeute, wie POON. Mir. 43, will, scheint 
mir sehr zweifelhaft 

1 1 Vgl. Anm. 33 zu meiner Habilitations-Voriesang über den SintßutkhtrUht (citirt 
HV). Das ^ in M^^ (k^o^) ist aufirafasien wie das Un tfr^ ,3aiide^ Ton 

•«II oder OMj^ ^.Wunder** Ton Pi« (oJl). 

13 Die beste Transcription für das semitische yjD ist sicher f d. i. deutsches s mit 
Spiritus lenis oder KehlkopfTerschluss. Ebenso sollte man f, wenn man nicht q schreiben 
will, durch f wiedergeben und D durch /; der ^tergesetzte Punkt (/, h, /} ist nicht 
recht deutlich und hat keinen Sinn. AUe diese drei Laute wurden mit festem Absatz 
gesprochen. Die Anschauung, dass dide Aussprache der sog en a n nte n emphatischen Con- 
sooanten eine Eigenthtfmiichkeit des Abessjnischen (PaÄTOtius, Amh. Sßr. 46) sei, ist 
irrig. Nöliakb, Syr. Gr. p. 4 sagt sehr richtig, t» sei eine „TöUig hauchlose Modifi- 
catioB TOD K' — ganz natürlich, denn der Kehlkopfrerschhiss schliesst jede Aspiration 
TOD vornher ei n aus. Vgl SnvBKsS 137. Pkatomos Bemerkung (Amk. Spr, VI) fiber 

die Aossprache des arabischen ^ ist mir wohlbekannt; die Sache nnss aber noch 
weiter untersucht werden. 

13 Vgl vJLoJüO midmäk, FräNKBL 12. Es ist immerhin möglich, dass trotz Dbl. 
yV#/. 151, I ein Zusammenhang zwischen nadbaku und tabäku „ausgiessen" besteht; das 
d könnte auf partieller Assimilation an das ^ beruhn. Nadbnk ladt „Bergwand'* würde 

demnach eigentlich „Ort der Giessfoiche'* bedeuten, Tgl arab. ^JLm »^fh „Fuss des 
Berges*' Ton ^ <lu» „ausgiess^**. 

14 Ugallab in den FamilUngtsetun bedeutet sicherlich „Terschneiden'S muttassu 
im zweiten Gesetze steht iür muttaUu Ton muttaiM „Msnneskrsft**, eine Femininbildung 
Ton wmm „Mann", ithiop. met, plur. amläi (Hibraiea I, 176, 3). Das einfache gulluiu 
scheint sich lediglich auf das Ausschneiden der Hoden zu beziehen, gulh$bu ia wmtUtH 
dagegen auch das Abschneiden des ganzen nkinnlichen Gliedes zu b ezeich neti. Das akka- 
dische AquiTalent Ton muttaim (AL*. 66,. n. 7) kiH hingt wohl mit kai „Urin" (Sb339, 
assyr. Bnäiu) zusammen. Möglicherweise ist es aus kai-e ^ Hi Httää (also eigentlich 
„kamröhre'*) entstanden. Das auf muUassu ugalbü folgende älam mfoxxarAtu scheint 
„capitis demtMutiff** zu bezeichnen. Die richtige Übersetzung Ton muttassu findet sich 
schon TSBA. VUI, 355. Sicherlich kann muttassu nicht „sein Haar" bedeuten. Das 

syr. )£bU0 L e MT^ müsste im Asftyr. mitmatu oder wenigstens mun mat u lauten. Dies 



l6 Bdtilge sur femitischen Sprtchwinenschaft. 

könnte allerdingt zn munlu, muttu tynkopirt werden, wie msrht ,,Galle'' aus marraiu 
oder «//« ,,Weib'' ans aJim, aJIaiu, aniam\ der Plnral sollte dann iSitvmunnäti lauten, 

oder entsprechend der syr. Masculinform |Jl^: mutme. Die SFG. 73 aufgestellte An- 
nahme einer Analogiebildung wie nin^)? scheint mir bedenklich. Dazu kommt das 
mutiaium augenscheinlich ein Singular ist Wenn ich SFG. 73 bemerkte: „dem syr. 

)£bl^ jiSchlaf' entspricht assyr. hitiu; wir würden gemäss als Vertreter des syr. \l2ii 

im Assyrischen muttu erwArten, so ist das natflrlich nach NÖldeke, Syr. Gt, § 10$ su 
Terstehen. Ein talmud. M'» „Haar" kommt meines Wissens nicht Tor. Wenn ich nicht 
irre, hat mich Nöldskb schon 1879 darauf aufmerksam gemacht [Delitzsch, AW. 213 
(Tgl. 31$, 5} erkllrt muttasm ugaibü'ma älam u^axxaMu durch „so schneidet man 
ihm ein Mal in die Stirn und jagt ilm ans der Stadt"]. 

14* Eine Ausnahme von dieser Regel bildet, abgesehen von den schon x>ben ange- 
fllhrten beiden Wörtern mamttm „Schwur" und müiabu „Wohnung** die Form muipalu 
„Tiefe** II, 29, 67. Auch hier ist die Erhaltung des m wohl einerseits durch das be- 
nachbarte dentale / andrerseits durch den unmittelbar folgenden labialen Vocal u ver- 
anlasst 

1$ Daneben mit &JLef wie in mtmtäu, fämeqn auch mtleru, vgl. Tig. IV, 47. Der 
Vocal der «weiten Silbe von mUaru (■» maj^aru) ist wohl als lang anzusetzen: mtläru 
■» hebr. iiS«*np. Das scUiesst nicht aus, dass daneben auch eine Form mUäru mit kur- 
zem a bestand, woraus mit Synkope des a und Anlegung des Nominalaffixes ** mfh-A 
oder mtirü wurde. Ausserdem wfirde sich auch die Synkope des e in melerü erklären 
lassen, da der Ton hier auf dem 4 liegt Vgl. remtätu „barmherzige**, fem tJLremn^*^ 
remenUf rtmänA, rakmän^, rakmänäiu, 

16 Jensen bezeichnet dies als ,4» wichtigste Wtrkuug, dessen sich der Schmied 
bedient^*, also nappaxu -» manpaxu mit fi instrumentale. Es bedeutet wohl ,ßlasebalg** 

syr. |m^^^* [Peiser meint ZA. II, 448, 2, nappaxu^ ebenso auch ijBtt Jer. 6, 29 sei 

wohl besser als „Schmelzofen** zu fassen]. 

17 MüHLAU-VoLCK bemerken unter tSrm, dass McCurdy damit assyr. maxStu 

vergleiche. Sie hätteh LoTZ, TP. 109 citiren und \\^t^ NÖTJ>. § 120, G anftihren 
sollen. Letzteres ist wohl ebenso wie (Je^o al> Lehnwort zu betrachten. 

18 Plene mar-ki-i-fu V, 4, 60. Mr. S. A. Smith fUhrt in seinem GloRsar nur eine 
einzige Stelle V, 3, 2 fUr marHhi an. 

19 Vgl. iadaxu V, 8, 98. Ein anderer in dem Bericht vonSardanapal's arabischen Feld- 
zng vorkommender Name flir „Feiertag*' ist NU. bad. to V, 9, ii (vgl. S. A .Smith zu der 
Stelle), was Lehmann ZA. II, 64 durch ai fniH\)}}) „er ist doch nicht etwa todt ?** {}}) wieder- 
giebt. Die reichlich angewandten Fragezeichen sind hier sehr am Platze. Ich bemerke hei 
dieser Gelegenheit, dass htimu AH iibbaka lülabka (ZA. II, 59 und 63^ nicht „Friede sei 
mit dir, es ergehe dir wohl!'* bedeutet, sondern: „mein Gruss möge dir dein Herz erfreuen'*; 
iibbaka hingt von lüläbka ab. Wie äH „sei'* heissen soll und Hbbaka „mit dir" ist mir 
unklar. Von iüi (vj) müssle der Precativ doch liSi lauten, und ausserdem bedeutet iUk 
im Assyrischen „haben", nicht „sein*', ganz abgesehn davon, dass der Ausdruck des 

Verbum substantivum in diesem Falle wenig semitisch wäre. Sagt man etwa a^Lm 

^*yjtXt i*>iC)^ Schon Geo. Smith hat äh in dieser Verbindung richtig als Pronomen 

der ersten Person gefasst, vgl. KAT^, 152. Eine Vermnthung über das Verhältniss von 
äii und äii siehe II ZK 282,1. Neben äti findet sich bekanntlich auch die Fonn At&\ 
z. B. ätu'a ab&*a „mein Vater**, plur. ä/mni „unser", z. B. V R. 1,122: äfUMt aJabäni 
mlnmf Das heisst weder: „our dwelling U numbered'* (Lyon, Afan. 47.) noch „uns ver- 
blieb die Zahl unserer Wohnsitze" (S. A. Smith), sondern: „wie sollen wir bleiben?" 



Hauptt das NominalpriUix nm. I^ 

Mtnu ist >B ^ (Ruth 3, 16) + ^1 (Dillm. 398), wlhrend mtnü „was*' aus drei Wörtchen 

zusammengesetzt ist, nimlich 1l y*t ||"t Dasselbe fragende nu haben wir in änu 

(y» Ruth a,i9) „wo" — 1^J&* ^'t ebenso in manmt „wer". Dass ^tt auch an Stellen 
wie Ruth 3,16 (*ri rM *&) „wer" bedeuten soll, ist mir wohlbekannt Ich halte das aber 
fbr Kflnstelei. Um Missrerstindnisse zu vermeiden, bemerke ich, dass die Ausfithrungen 
Flimming's zu Neb. VIII, 11 (p. 56) aus meinen Vorlesungen über assyr. Grammatik 
berrflhren. [Zu der Stelle V, 1, 122 vgl. auch noch ZA. 11, 228 und zu nu. bad. tu „Fest" 
ZA. m, 100]. 

20 Vjffr ist auch im Hebräischen i/ial zu lesen, nicht yifial. Auf die Bemerkung 
QAjqii's (bd Gbsbnius-Kautzsch { 47,2) habe ich schon SFG. 69 unten aufmerksam 

gemacht; vgL ^,^^1 etc. [Ich fHge hier nachtrtglich hinzu, dass schon der grosse 
HiNCKS in seiner (mir zuerst am 14. JuU 1887 bekannt gewordenen) Abhandlung On 
Attyrimu Vttht in 71u yommal •/ Sacrtd Literahtre anä BUiuai Rtc^rd^ Voi I, London 
1855, P* 3^5 bemerkt: „I have inserted in brackets the initial ^^ of the third person in 
Hebrew and Chaldee, believiog that these forms, if properly pronounoed, would begin 
with I and not /t. It 'appears to me that \ may denote / as well as ^ m; and I am in- 
duced to give it this value partly from Assyrian analogy, and partly from thinking that 
the cormpt Syriac form nip is much more easily deduced from ip than from yip,^^ Ich 

glaube allerdings dassNOituAJ ursprünglich Jussiv war wie fi^^C^ und aus ^9 her- 
vorgegangen ist Darauf kann ich jedoch hier nicht weiter eingehn. Betreflb ^ ^ ver- 
weise ich noch auf ScmöD. Pk9nh. Spr. | 91, eine Stelle, die Philippi in seinem Auf- 
satz Aber die Aussprache von ^ und "« ebenfalls hätte citiren können.] Die Präformative 
des Qal und Niphal sowie der davon abgeleiteten Conjugationen hatten ursj^flnglich bunten 
Vocalismus, also ilmad^ talmadf almad\ iimadü^ talmadü^ niimad. Das durchgehende a 
im Arabischen beruht ebenso wie das 1 im Aramäischen und im Geez auf uniformirender 
Analogiebildung. "leV^ ist ursprünglicher als ^^x* aber "i^^^ ist nicht aus n^lmad 
^verdünnt*', sondern urtemitisch. Ni erklärt sich nur vom assyr. Lautbestande aus. 
N^ktm erscheint im Assyrischen bekanntlich als üIitm, wliit (CV. XL unten). Mimad 
oder im Präsens miidmad steht demnach für mni'/amad. Es freut mich, dass jetzt auch 
Gko. HorPMANN {lit. CiL 1887, Sp. 606 unten) die Frage aufwirft, ob nicht die Form 
H unprünglicher sei als V^a« ^^^ l^i^ diesen Standpunkt schon seit Jahren eingenommen ; 
vgL Htbraka I, 178, 4. Zu einer vergleichende Studie über die Präformative des semi- 
tischen Imperfectums habe ich viel Material gesammelt Leider bleibt mir blutwenig Zeit 
zum PubÜdren. Hofpmann fragt aaO. auch: „bedeutet es Verlust, wenn das Babylo- 
nische (fast?) kein postfigirtes Perf. kennt, oder ist dies Perf. schon in Kanaan eine Neu- 
bildung vom Participialadjectiv ans?" Die letztere Ansicht habe ich bekanntlich schon 
vor 10 Jahren sufgestellt QRAS. X, 244). 

31 Diese Formen mit Kehlkopfverschluss zwischen den beiden Vocalen kommen 
noch vereinzelt vor, sind aber durcluius als Ausnahmen zu betrachten. Meine Behauptung 
(SFG. 59, 8), dass auslautendes a*«, i*m, i*a, ua im Assyrischen regelmässig zu ü resp. 
ä cootrahirt werde, geht demnach keineswegs zu weit, wie LOTZ, TP. 109 meint Die 
Cootractioo ist entschieden das Regelmässige, der Hiatus die Ausnahme. Im Anlaut 
Überwiegt bekanntlich grade in umgekehrter Weise die Qualität des ersten Vocals: aus 
uaUit „ich vernichtete" wird ««MiV, aus uaddii ^^ ukaddü ,,ich erneuerte" uddÜ, aus 
Pammmr „er sieht'' immar, aus tarruh ■- i^druh „er tritt ein" (vgl. die Form S)*n; 
y 7, 6 — assyr. ^irdddup, *irädu/\) irruk, 

22 Diese Anmerkung scheint bisher nicht gebührend beachtet worden zu sein, sonst 
hätte man schon längst ftr it It $0 „seine Niederlage" itltmht gelesen, nicht apiktaht. 
Ich lehre das ebenfalls schon seit Jahren. Cf. 11, 47, 34 Die Amiaud*s sind unter 
Bdoftc« SV Mout SprachwiMMSchaft. L 2 



l3 Beitrige zur semitischen Sprachwissenschaft. 

den Assyriologen so selten und haben noch Tiel seltener wie Arihue Amuud die nicht 
hoch genug schitzende Tugend der ScHOPENHAUBR'schen Oiigografhie, dass alle Be- 
merkungen unseres ausgeseichneten Pariser Fachgenossen nicht bloss einmal, sondern 
zehnmal gelesen werden können. — Einer meiner Baltimorer Zuhörer, Mr. Edgar P. 
Allen, der auf meine Veranlassung der Geschichte der assyrischen Lexikographie be- 
sondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, hat mir mitgetheilt, dass die Lesung Htmiu sich 
schon bei Hincks findet: Royal Irish Acadtmy^ vol. XXUI, PoHte Littratmrt^ p. 35. 
Auch die Femininform Hlimiu^ (geschrieben §i-§i-Tu) konunt vor (vgl. AW. 37, Nr. 20), 
ebenso wie wir neben ialmu „Leichnam" Hlamtu haben. An Stellen wie die von De- 
litzsch, AW. 30 unten aus dem Sahn. Mo. (Obv. 39) angeführte, hat Hlim nahezu die 
Bedeutung von ialmat. Die Lesung ahikti ist da kaum am Platze]. 

33 Vgl. z. B. V, 51: li amät iarr&ifa lä iffuru, lä ihnä iikir lap^a „der das 
Gebot meiner Majestät nicht beachtet hatte, nicht gehorcht dem Wort meiner Lippen"; 
V, 4, 10: uf$M<nfa ilqü, ihnü nikir iapf^a „mein Gebet (^n) nahmen sie an, erhörten 
das Wort meiner Lippen"; V, 4, Sa: /a süqt purrukü matü lUäH ,.die die Strassen 

versperrten, anfüllten die Plltze vs^L^); femer in der Hüllenfakrt der Utar AL> 110, 
8: aiar epru ^HUsunu, akalhmu jtfu „wo Staub ihre Nahrung, ihre Speise Koth"; 
ibid. 17: amäxaf äaiium, iikküru aidbir „ich zertrümmere die Thtlr, den Riegel zer- 
brech ich". Ich bemerke, dass titUtm, das bekanntlich (SD. 517, a) nicht bloss „Nah- 
rung", sondern auch „Hunger" bedeutet, mit ^nk „Leere" wurzelverwandt ist und für 

*hihhuhatM steht, vgl. die Bedeutungsentwicklung von y^ft^^. Sodann möchte ich darauf 

aufmerksam machen, dass ich iziä in Z. 33 schon SFG. $3 richtig erklärt habe, was 
Dr. Alfred Jeremias in seber Inaugural-Dissertation hätte erwähnen sollen. Der In- 
finitv zu iä tanäid-H „rüttle nkht daran" (Del. Proleg, 64, 3) am Schluss derselben 
Zeile findet sich Sintfluth 135 (vgl V, 36, 58). Da wir gerade bei Dr. Jeremias' Be- 
arbeitung der Höllenfahrt sbd, so möchte ich bemerken, dass S. $ das fölschllck ohne 
Schaden hätte wegbleiben können, schlimmsten Falls hätte auch irrihümlich genfigt. Die 
Fassung des qaqqari idi, , . am Schlüsse der Anfangszeile als „dem Lande, das du kennst*', 
scheint mir unmöglich, da wäre es immer noch besser wie Z. 4 efl „Finstemiss" zu 
lesen. Bedenklich ist die Bemerkung (S.a3, 7), dass in ^/^-ma „er kam heraus und" V,9,36 
der Stamm tummü ^exclndere* vorliegen soll. Das na Rev. 3 ist zu na-lda-a-tt] zu 
ergänzen. Annttu Obv. a6 ist woU doch als Anrede zu fassen (Opfert: maitresse de 
cians, wofür Jeremias cians zu schreiben vorzieht, vielleicht als „Gnädige" für nrtin|*. 
Dieser Auflassung hat sich auch Delitzsch, AW. 374, angeschlossen. Zu Ht efi vgl. 
AW. 331, 1]. 

35 Delitzsch liesst GA'ri-i'ka und fügt dem ga sogar ein siel hinzu; vgl. 
Layard's Ausgabe. Dagegen bietet m R. gir; ebenso lesen gemäss HebraUüf m, 
183 unten sowohl Pinches als Harper. Was ist das Richtige? Herrn Dr. Robert F. 
Harter möchte ich bei dieser Gelegenheit bemerken, dass meine von ihm Hekraiea in, 
177 kritisirten Bemerkungen fiber E. A. Budge's Esarkaddon sich nicht auf die Repro- 
duction der Texte bezieht; ich habe die Assarhaddontexte überhaupt nie collationirtl Budge 
braucht übrigens nicht weiter in Schutz genommen werden. Was am -ri'i'ka anbetrifft, so 
würde sich diese Lesart recht wohl erklären lassen. Man mflsste gerika lesen und als Umlaut 
von gärika (auffassen wie ueru „Stuat^* 11, 36, 48 für xäru, uarru, nat^u oder syr. ^(^nt „Pfeil" 
für gärA^ garrA BAL. 90, 3). Das Verhältniss der beiden Formen entspricht aber keines- 
wegs dem von •^ und ** im Hebräischen, obwohl das assyrische Wort, wie ich Hehraiea 
I» »79i 4 gezeigt, mit "«f wurzelverwandt ist: -^i ist — gl^ir und ^ — ^«'»>» assyr. 
g&rü dagegen ■— gSiraiu, woraus gerü lediglich umgelautet ist wie reiu „Kopf* aus 
räiu, Z. 15 dieses Assarhaddontextes möchte ich vennuthen, dass das zweifelhafte er 
ein BA ist, vgl. mul. xu. sl ba. in (II, 49, 11 ; Strassm. No. 3443). Worauf 



Haupt, das NominalpriUix na. Iq 

sich die Übersetxung Haubvogel bei MüRDTKK aoy grflndet, weiss ich nicht — Nach- 
schri/n Delitzsch hat mir mitgetheilt, dass an beiden Stellen n R. 49, 11 sowohl wie 
auf dem Assarhaddon - Cylinder gemiss seiner Collation deutlich er, nicht ba tu 
lesen sei. [Siehe jeUt aach AW. 259, Nr. 139, Anm. * Dr. Harper Uest aber Htbraica 
IV, 148, 1$: si'Si'tH'm (vgl. Htbraica ni, 182 unten) — also weder er noch ba\ Si» 

shmu ist jedenfalls das Wahrscheinlichste. — Zu gir m^ garr Tgl. noch n^ Gen. 

14, 10 -= TiflJ?*). 

36 II ZK 381, 3 habe ich in Bexug auf diesen Infinitiv geäussert: „warum das u 
in diesen Fillen lang sein soll (AL'. 143 s. v. ym: mitxü^u^^ vermag ich nicht einsu- 
sehn. Auch jetzt noch halte ich die Länge des u der zweiten Silbe im Infinitiv der 

Form Jjüül ftlr unbewiesen. Stellen wie VR. 8, 16, wo Finches mü-xu-uf'fi 
edirt hat, unter Beifügung eines cant zu u^, sind offenbar so zu verstehn, dass 
einige Texte atM mit-xu-u^ bieten (vgl. in, 37, $ b), andere ana mit'XU'p. Ein ähn- 
licher Fall liegt V, 8, 95 vor. Hier schreibt Pinchks: mat Na-ba-a-ati-a-a und giebt 
zu MAT die Variante amelu, zu ti die Variante ta. Jedenfalls stand hier in einem Text 
AMELU Na^ba'a^a-ta-a'at in einem andern mat Na'ba-a»m*ti. Na^bü'a-a^H-ü'a 
steht gewiss nirgends. Assurb. Sm. 89, 37 und 17S, 4$ lesen wir allerdings a^na mit» 
XM'Uf'fi; 261, 20 a-fta mi/''XU'{uf)'fi. Solange ich die Originale aber nicht gesehn 
habe, glaube ich nicht, dass mit'Xn'{u{)-p dasteht Und wenn es dastünde, wttrde es die 

Länge des Vocals der zweiten Sylbe in den Infinitiven der Form cSAÄii noch inuner 
nicht beweisen, ebenso wenig wie die Schreibung f-jrM-«s-sai fUr exuMU „er empfing** oder 
u-ia-xi'ix'tu t^t uSäxisu die Länge des Vocals der vorletzten Sylbe beweisen kann. 
Hier wird offenbar nur die Betonung der Penultima angedeutet, also exuau, uiäxinM, 
Es wäre nun denkbar, dass sich unter dem Einfluss des Accentes der Vocal gedehnt 
hätte; finden wir doch IV R. 31, 00 b mu-ia-bu-u-ka „deine Wohnung" für m^abuJka, 
Assurb. 125 pa-nu'M'ka „deili Antlitz", 135 ar^na-a-Iu ,, seine Missethat** 142 wiq-na- 
a-Su „seinen Bart*' 189 sogar u-U-i-bH „er sass*' fUr pänikka, amÜu^ Mt'ptäht, üStbtt, 
Das ist aber eine ganz secnndäre Länge, die uns keineswegs berechtigt, die Paradigma- 
form mit langem Vocal anzusetzen. Vor allem muss man hier historisch zu Werke gehn : 
was fUr Asurbanipal richtig sein mag, gilt darum noch nicht fUr Ramm&n-nirftrt L 

37 Es will mir schon seit Jahren nicht recht in den Kopf, dass esir „ich schloss 
ein, blockirte, belagerte'* von einem Stamm "CKf „gefangen nehmen** (assyr. fabätu) her- 
konunen soll. Das e in der ersten Person wäre bei einem Stanun iit\t sehr auflallend, 
ebenso die Nominalbildung mejtm statt ma*sant gegenüber mAlaku „Weg** von "(»n. 

Ich vermuthe, der Stamm hat ein ^. Dieses assyr. yM>^ würde sich zu dem arab. 
wO^ „belagern" verhalten wie ne| zu l^^. ^wO^ oder S^dioL:^ ist noch heutzu- 
tage terminus technicus für „Belagerung** oder „Blockirung**. Über den Übergang von D 
in s unter dem Einfluss von n gedenke ich anderswo eingehender zu handeln. Ich ver- 
weise einstweilen nur noch auf die beiden bekannten Beispiele ^^1% ■« aram. ii|Dn 
(FrAnkbl 235) und Mfifn ^ vpn Dan. 2, 33, ins Arabische fibergegangen als v^y^ (Frank. 
169; vgl NöLDEKB, ZDMG. XL, 730). 

28 Das assyrische Pronomen äti „mir, mich" und die andern verstärkten Formen für 
die zweite und dritte Person kätu, iaht bieten eins der schwierigsten Probleme der ver- 
gleichenden assyr. Grammatik. Meine Bemerkung (KAT' 498) dass äti mit "^rk nichts 
zu schaffen habe, habe ich WBH. 4 zurückgenommen. Ati ist ursprünglich sicher ■* 
^rjn. Die Form ätü'a in Verbindungen wie ätu'a abü'a „mein Vater'* verhält sich zu 
äti wie abii*a zu abt und darf jedenfalls nicht von tUi getrennt werden. „Dein Vater*' 



2* 



20 Beiträge tnr semitischen Sprachwissenschaft. 

würde kätu ahuka heitsen ; ^^unser Vater*' ätmni akuni. Da Atuni oder ätünu genau dem 
hebr. ^^rk entspricht, so würde man flir „dicV statt kätu rielmehr Atuka erwarten. Ich kann 
mir die Form kätu nur durch Annahme einer sehr complicirten Analogiebildung erkULren. 
Ich Termuthe» dass in Fällen wie iqbä-äti ,^t Terkflndete mir*' sich ein irrationaler 
Spirant xwischen den beiden Vocalen einschob wie in qäiim statt qi^im^ also iqhä-i-äti 
(%rn Kap^). Dies reranlasste eine Ideenassociation mit dem Nominalsnifiz der ersten 
Person ja, (das in äti ^^ ^k ja in dem auslautenden i Torliegt). In Folge dessen wurde 
die Vorstellung der Prifigirung des Personalpronomens herrorgerufen und demgemlss 
eine Form kätu statt ätuka gebildet. Natürlich konnte aus iqbä-^Aiuka ebenso gut iqbä- 
i'ätu-ka werden» aber nun muss im Auge behalten, dass in den ältesten semitischen 
Texten die erste Person die Hauptrolle spielt Wie nch das äthiopische Üiä hierxu 
verhält, kann ich hier nicht anseinandersetsen. Die Bemerkung Dsutzsch's, Pra/. 117 
unten, dass mit der hebr. Objectspartikel -t|i das aram. n^, äthiop. Hiä, arab. Hä 
{Miä) nicht vermengt werden dürfen, ist sicherlich richtig, insofern es niemals jgut ist, 

verwandte Formen mit einander tu vermengen. Es ist aber auch nicht gut, Am „Wesen** 
in reflexiver Verwendung mit dem alten Objectsseichen La zu vermengen; vgl. Nöld. 
Syr. Gr. p. 119, Anm. Manä. Gr, p. 390, n. 2. Dass Am, nS«, ißä, Üiä unter ein- 
ander zusammenhängen, scheint mir tweifellos; vgl. Lagarde, Mitthii/ungen I, 226; [so- 
wie NöLDKKE, ZDMG. XL, 738] Ebenso glaube ich, dass das r in allen diesen Formen 
ursprünglich ist Das im Assyrischen daneben auftretende i deutet, wie ich bereits n 
ZK. 282, 1 bemerkt habe, jedenfalls nur die Spiration des postvocaliichen / an. Auch 
iaht steht demnach ftir iäfu » i-ätu *» ätu-i. Die GescUechtsdiflTerenzirung in käia, 
käH i. e. käfa, kägi beruht natürlich auf Analogiebildung nach atta, atti ^ attm -{- t 

fßfi — "il*) und läht^ fem. läia auf Analogiebildung nach den PossessivsufKxen -i» und 
•la. Die Pluralbildungen kähtnu und lähiuu muss ich hier unerörtert lassen. Allein 
über kähtnu ^ osry liesse sich eine lange Abhandlung schreiben. Ich bitte diese Be- 
merkungen zweimal zu lesen, ehe man sie ablehnt Sehr nützlich wäre ebe Monographie 
über diese verstärkten Pronominalformen mit genauen Nachweisungen über die Schreibung 
mit / und /, dem syntaktischen Gebrauche etc. etc. Das würde ein sehr empfeUens- 
werthes Thema ftlr eine Inauguraldissertation abgeben. Mir fehlt leider die Zeit, den 
mechanischen Theil einer solchen Arbeit selbst aussultihren. 

29 Statt mär Sahakü steht bekanntlich in einer Variante mär axätihi (V, 39, 64 d) 
„der .Sohn seiner Schwester**. Eine derartige Angabe sollte Mr. S. A. Smith nicht völlig 
ignoriren. Zu dem nam 'mu-h'ht in der vorhergehenden Zeile vgl. V R. 41, 51, wo 
BAD ^ na'mu'li'ht ist Die Lesung Umat müUht ist demnach unmöglich. VgL 

tu-nam-mai V, 45, 43 h. Jllik namHÜiu scheint ^ KXkkm ^jA<< zu sein. 

30 Ich weiss, dass nä^iu nicht „Lende** heisst, sondern „coitus**. 



Beiträge 
zur äthiopischen Grammatik und Etymologie. 

Von 

Franz Praetorius. 

^hi/L iisich erbarmen, Gnade erweisen'* wird ziemlich allgemein 
für eine Lautumstellung von ^^jf sab. Dm gehalten. Bezweifelt oder 

verneint ist diese Gleichung von Nöldeke, wenn anders seine Be- 
merkung G. d. Korans S. 93 „den Äthiopen fehlt die W. DTTI" in 
diesem Sinne aufzufassen ift; ferner von Hommel welcher Jagdinsckr, 
S. 1 1 ^hiL f^r identisch mit assyr.-arab. ma^ara hält. Letztere Zu- 
sammenftellung ift zwar falsch (vgl. ZDMG 29, 601 ; 34, 759; 37, 408); 
ebenso falsch ift aber auch die von HOMMel der vollständigen Laut- 
umdrehung wegen mit Recht beanstandete alte Gleichung ^Jtii^ 

Wenn nicht alles täuscht, gehört 9^ih/i — so unglaublich dies 
auf den ersten Blick scheint — zu ^^ „gehen". Im Arab. bedeutet 
die W. .^ bekanntlich nicht schlechthin „gehen**, sondern „zurück- 
gehen**, in gewissen Stämmen daher „antworten**. Im Sab. bedeutet 
nn „antworten** spec. im günstigen Sinn, „sich gnädig, willfahrig 
cnveisen**; als entsprechendes Nomen finden wir in den sab. Inschrif- 
ten iTXü ,^ädige Antwort, Gnade** od. ähnl.; vgl. meine /thnj. Bei- 
träge 3. Heft S. 24, ZDMG 37 S. 402 f. Von einem solchen Nomen 
nma ift ^#h^ denominativ. — 

Wenn fich im Tigjre i,^a^ „avoir pitid" findet, so will ich das 
nicht zu Gunsten meiner Behauptung, dass äth. ^ih^ nicht = ^^.^ 

ist, verwerthen. Denn erstens scheint i^^ti^ aus dem Arabischen 
entlehnt zu sein, und sodann selbst wenn es acht abessinisch sein 
sollte, wäre nicht ausgeschlossen, dass es = ^. wäre, welcher wahr- 
scheinlich auch im Sab. neben DITl vorhandenen Wurzel {ZDMG 
I7y 350; 39» 233) im Ath. namentlich i^^C^ verwandt zu sein scheint. 



22 Beitrige cur semitischen Sprachwissenschaft 

2) ^ftlMl. 

HPfklfll nWiederkäuen" (amh. n^AV^t tigr^ ^^^^AhA) i^ sicher mit 
A) nicht mit ip zu schreiben, denn seine dreiradikalige Wurzel ent- 
spricht dem gleichbedeutenden am*:>* In dem uns nicht überliefer- 
ten Nomen von welchem n^Alf"!! abgeleitet ist, hat Umstellung der 
benachbarten Laute g und s stattgefunden, und hat weiter der Ein- 
fluss des s Wandel des g in k veranlasst. In der von Abdadie, dict. 
avtar, 96 gebrachten Nebenform co^mti ist das s seinerseits wieder 
durch den Einiluss des — sei es sekundären, sei es reflexivischen — 
n erweicht worden. 

Das inhärirende Ü rührt wohl schon von der dreiradikaligen 
Wurzel her. Mit ^ — ^ ist nämlich bereits von LüDOi-F und Tuen 



äth. T»/**!! zusammengestellt worden, welches wenn diese Verglei- 
chung richtig, T'All ^^ schreiben ist. Im Tigr^ aber 7AII ohne in- 
här. //, wozu n^AhA stimmt; dagegen stimmt amh. 7*^, Nomen 
^"Y^ (Abb. 839) und ao^mti nicht zu iii»Al\* 

Dass T'All ^^ der That mit aam^^i nicht mit U^, lii^ zusammen- 
zustellen ist, dafür spricht besonders die von Abbadie gebrachte 
Tigr6form lAO» welche, wenn genau wiedergegeben, die Richtigkeit 
des auch in der äthiop. Form verbürgt. Möglich ist es aber immer- 
hin, dass auch Lä^^, lii^ im Äth. als 7/**^ oder 1»/*'^ vorhanden 

war: Annähernde Bedeutungsgleichheit verbunden mit den bekannten 
eigenthümlichen Lautverhältnissen des Äthiop. kann hier äusserst 
leicht Verwechselung und Zusammenfall mit T'All veranlasst haben 
Die Schreibung T*/^!! möchte indess jedenfalls abzulehnen sein. 

3) t^Ü' 

Die inzwischen durch Trumpfs Gadla-Adam S. 74 Anm. 9 und 
S. 79 Anm. 10 weiter belegte Wurzel ii*^|| „als Gespenst, Trug- 
bild erscheinen**, von welcher das bekannte Nomen ^1*||1* und 
weiter das von diesem denominirte no^H-f" herkommen, ist von 

Dillmann hx. 183 mit ixi verglichen worden. Gewiss mit Recht; 

nur scheint es, als ob die sehr häufige äthiopische Wurzel, ebenso 
wie die weniger häufige arabische noch weiter zurück verfolgt wer- 
den könnte. Man wird kaum irren, wenn man n^^fl, xa^ als ab- 

geleitet von einem Nomen wie &^ä^ ansetzt Wenigstens eine 

Spur der einfachen Wurzel jlj findet sich auch im Äth., s. Dii.L- 
MANN iex, 571. 



/ 



P-raetorint, Äthiopische Cnmamatik und Etymologie. 23 

4) MC*. 

Dieses auch in den neuäthiopischen Sprachen so gewöhnliche 
Verbum für „ruhen** halte ich für ein altes Denominativum von 

»ilfc» = *olÄl n^uf den Söller, das Oberstockwerk gehen**. Man 

weiss, dass das obere Stockwerk des Hauses im Orient vornehmlich 

Zwecken der Ruhe und Erholung dient Auf der iuli von Gumdan 

stand das Bett des Schlossherm, s. D. H. Müller, Burgen und 
Schlösser I, 15; vgl. ZDMG 37, 337. 

5) t^AA. 

♦^AA «Wunde, Geschwür** (ebenso im Tigre, Tigrifta, Amhar.) 
von dem das Verbum ^LftA «verwundet werden** erst ausgegangen 
zu sein scheint, ist mit jmJU identisch; vgl. die Lexika. ^AA würde 
also eigentlich bedeuten „Ausströmung, Aussonderung (von Blut, 
Eiter)«. Im Tigre bedeutet #AA nach MUNZINGER nicht „verwundet 
werden** wie im Äthiop., sondern „suppurer (la plaie)**, was der Be- 
deutung des arabischen Verbs ganz nahe steht. Da die Wurzel in 
den verwandten Sprachen bisher nicht gefunden zu sein scheint, so 
müsste unentschieden bleiben, ob die Lautumstellung im Äthiop. 
oder im Arab. stattgefunden hat, wenn nicht die hier gleich fol- 
gende Etymologie dafür spräche, dass ^mJU» die ursprüngliche Laut- 
folge bietet. 

6) IIA7A. 

IIA7A «Ausschlag, Aussatz bekommen« ist bisher mit <Jv und 

;JLi^ verglichen worden und hat für eine Bildung durch nachge- 
setztes causativisches s gegolten. Das Vorhandensein solcher Bil- 
dungen im Semitischen soll durchaus nicht bestritten werden, aber 
IIAlA wird man zu Gunsten derselben nicht anführen dürfen. Zu 
Grunde liegt der vierradikaligen Wurzel m. E. eine Nisbebildung 
wie etwa ^yJU «i» *lltAA «mit Wunden, Geschwüren behaftet"; diese 

Nisbeform hat sich zur besondem Wurzel erhoben. Der Einfluss 
des B wird das benachbarte q in ^verwandelt haben, danach wird 
Umstellung von g und / eingetreten sein. Läge die ursprüngliche 
Lautfolge in äth. ^AAi nicht in arab. ^^JU vor, so würden ^AA 
und HAlA kaum auf gemeinsamen Ursprung zurückzufuhren sein. 

7) ++XA. 

-^«^}iA nirgend eine Kopfbedeckung (Helm, Krone, Kranz 
u. s. w) aufsetzen« (wozu amh. tmA »»Schirmdach, Hahnenkamm«) 



24 Beitri^ tat semitischen Sprachwisseiischaft 

wird mit ^JtTA n^latf' kaum etwas zu thun haben, wie Dillmank 
anzunehmen scheint Die Etymologie des letzteren Wortes bleibe 

dahingestellt; -^t}iA dagegen möchte ich, wenngleich zweifelnd, 
als Denominirung von einem Worte wie g-^^ILs» Sa^MjJLj deuten. 

Die Lautumstellung und der Wandel von j in / durch Einfluss des 
g sind beide gleich unbedenklich. Vielleicht werden die genannten 
arab. Wörter, die fremder Herkunft dringend verdächtig sind (s. 
FräNKEI^ Fremdwörter 5. 53 f.), durch das Äthiopische als semitisch 
gerettet Noch sei bemerkt, dass bereits Norris, Assyr. dict, i', 199 
assyr. gisallat^ das wahrscheinlich „Höhe, Spitze" bedeutet, mit äth. 
^tA verglichen hat. 

8) -hfl». 

Diese nur selten belegte Wurzel, welche in T^lll, T^ÜT» T^IIV 
„Mysterium", hA-^^1flD „Mysterien verkünden" vorliegt scheint die 
eigentliche volksthümliche und heidnische Form gewesen zu sein 
für das jüdisch-christliche l|||'} u. s. w. Die Bedeutung scheint an 

die Orakclsprüche der alten j^Li^ ^" erinnern. Ob lni'J von jeher 

neben 7*11) in Abessinien existirt hat, oder ob es erst durch die 
Aramäer eingeführt worden ist, muss dahingestellt bleiben. 

9) fhm^- 

Der „Weizen" fuhrt bei den Äthiopen eine andere Benennung 
als bei den übrigen Semiten: AC?J&> tft* ebenso, tigre hCif» und 
lfC>j&, nach Merx schenrai, amh. tnf^ {Gramm, S 53^). Da Weizen 
im Galla zamare-da bedeutet (vgl. weiter Reinisch, Bilinsprache II 
327), so ist liCftf» vielleicht Lehnwort aus den Hamitischen, — oder 

■— rli jji n r ^ Indes ist die den asiatischen Semiten gemeinsame ge- 
wöhnliche Öenennung dieser Getreideart ntDH, \h^, TPSn, ^ hA?^ 

im Äth. nicht spurlos verschwunden, man kann das Wort vielmehr 
wohl mit ganzer Sicherheit wiedererkennen in *lin1* Dll.LM. col. 622 
dessen ursprüngliche Schreibung dann JtdX(?t sein muss (wie z. B. 
Mt 13, 31, Lond, 1826 u. 1830). Eigentlich nur „Weizenkorn" be- 
deutend, hat es später die allgemeine Bedeutung „Korn" ange- 
nommen („Weizenkorn" ist JtitK^^ hCSf^- — Das von Dillmann 
n^Jt 'Iml* verglichene amh. ♦^^rt' wird mit diesem schwerlich 

identisch sein, vielleicht ist es = 



"*• 



10) llPA;^;h^ 

^"•Aji'ihl* nW'ange", das m. W. bisher allgemein mit hebr 
ri^^bra, ni^^I^bia „Backzähne" zusammengestellt worden ist, scheint 



Pntetorivs, Äthiopische Grmmmatik und Etymologie. 25 

vielmehr durch Laut und Bedeutung zu *»nb, ^i gezogen zu 
werden. 

Im Einzelnen freilich sind über die Bildung von tiofi^lti^ 
manche Zweifel berechtigt. Namenlich ob das unzweifelhaft reflexi- 
vbche erstere / an seiner ursprünglichen Stelle steht, d. h. ob wir 
in i'i*A;i*#h4* die Spur eines verschollenen äthiop. Reflexivs mit in- 
figirtem / haben, oder ob / mit dem ihm voraufgehenden / erst spä- 
ter, zufällig und sporadisch den Platz gewechselt hat Selbst wenn 
sich anderweitig unzweifelhafte Spuren eines Reflexivs mit infigirtem 
/ im Äth. nachweisen lassen sollten*, so würden wir grade bei 
^•Aji'ihl* in Zweifel sein müssen, ob hier eine solche Spur vor- 
liegt : Zwar hat der Baseler Druck der Tigriftaevangelien Mat, 5, 39 
^•Aji'ih» dagegen die Handschriften B u. R ii0;l*A#h (= ^th. ao 
Al*Ä; vgl. Tigrinagr, S. 133), was für ein ursprüngliches t/^^K!lx% 
^•1*AAl* in Anspruch genommen werden könnte. Im Tigre wie- 
der tf0A;i*#h* — Dahingestellt muss auch bleiben, weshalb das j 
von "»nb, ^i in dem äthiop. Wort nicht erscheint. — Der Mangel 

dieses j und die Erinnerung an häufige arab. Verse in denen es 
vom weissen Haar heisst -^\Iju -,il u. ähnl., lassen die Möglich- 
keit übrigens auch nicht ganz ausgeschlossen erscheinen, dass nicht 
Tib, ^ sondern _il als Wurzel von 00 ^^J^ anzusetzen ist. 

II) no^l-J». 

aoß^^r^ , jähzornig, zornerfüllt* wird seit LuDOLF als Particip 
einer sonst im Äth. nicht belegten Wurzel Q'^ao angesehen, mit 

welcher Gesenius, thes, 1084 fx^ und hebr. DM, dagegen DlLLMANN 

gramm. S. 193, lex, 988 yj^ü „schelten, zornig anfahren" verglichen 
hat Letztere Zusammenstellung würde zwar nicht unmöglich sein, 
aber näherliegend, denke ich, ist die Annahme einer Weiterbildung 

* Dass auch dem Äthiop. einst diese Reflexivbildnng zu eigen gewesen, ist von 
vornherein nicht unwahrscheinlich, wenn ich auch Reste derselben von ttberzeugender 

Beweiskraft nicht kenne. }\fA fthtAtcVtn^ verhüllen'' würde sich durch t^^ÄTf erläu- 
tern und sich somit von gleichlautenden Wurzeln verwandter Sprachen trennen (vgl. da- 
gegen Hekraua I 181 Anm. 3; Ztschr. f. Assyr, I 44; Schradbr KAT» 557); Jl*|| 

„fliehen" könnte ^wl sein; ebenso IPHlt „'^i^pi^^D) zerreissen «* ^JXÄ!. '^•flD 

„brennen, kochten", das bereits von Gesenius, thes. 537 mit nrn verglichen worden, 

wird kaum zu #hlO* „Feuer" gehören. — Eigenthümlich ist tl^^W^y ^'■•1*h¥l* 

„Schulter" mit äusserem /, während die Wurzel tp sonst im Semitischen bei dem Aus- 

drack für „Schulter" das infigirte / zeigt («n:| u. s. w.); so selbst in» Tigr« tl^\Vt*^' 



26 Beitrige sor semitischen Sprachwissenschaft 

von «•^l'i ooQ^ „Zorn" mittelst der Endung Aw, welche gleich dem 
amhar. am von Substantiven Adjektiva der Inhärenz oder Fülle ab- 
leitet {Amhar, Sprache % 145); vgl. ^4^» ^^)y Jl^wi» r*^^ "* *' 

(SUJUTI, Muzhif II 13s). Die Wurzel von 0»54* scheint denominirt 
von dem gemeinsemitischen Wort für ^Eingeweide", Ö'*?tt u. s. w.; re- 
duplicirt liegt sie wohl vor in tf^Q „erbeben". Hierbei sei die 

Vermuthung ausgesprochen, dass auch arab. 1^, welches soviel mir 

bekannt y allgemein als Umstellung des in den meisten verwandten 
Sprachen verbreiteten &]^ (so auch sabäisch) angesehen wird, viel- 

mehr zu ^^e gehört Die Bedeutungsentwicklung würde klar und 

durch Analogien hinreichend geschützt sein; und sollte in der in 
Ägypten gebräuchlicheren Nebenform mtä (Spitta § 79c) vielleicht 

einfach J^o vorliegen? 

12) Hftlfl-. 

In Dillmanns Lexikon 1056 f. ist angegeben, dass das Demon- 
strativum lflf|. noch die Fähigkeit habe, zwischen seine beiden Be- 
standtheile die enklitische Partikel A einzuschieben: HAIfl« statt des 
gewöhnlichen lf1n*A* — Es wäre mindestens sehr auffallend, wenn 
diese doch gewiss uralte pronominale Zusammensetzung von der 
Sprache noch in der angegebenen Weise behandelt werden könnte. 
In der That scheint es, als ob die beiden Beispiele auf Grund wel- 
cher Dillmann jene Bemerkung macht, verlesen seien ; vermuthlich 
steht nicht H Atl« in den Handschriften, sondern H fttl*. So auch in 
der Berliner Handschrift Ms, orient. quart, 284 (= DiLLMANN cataL 
No 39) fol. 25f. oft tVn'ht lIAIn«! hlMfl«^» ebenso Peterm. II 
Nachtr. 60 (« DiLLM. cat, No 40). Was bedeutet nun Hftln*? Es 
kann kaum anders als lf + }|A1n* erklärt werden. Wir wissen, dass 
LüDOLF, Gramm, pag. 13 für ]^A1n* die Aussprache sku anführt In 
der Zusammensetzung mit dem proklit. 1f erscheint diese Aus- 
sprache auch hier in der Schrift. Man darf sich durch den Hinblick 
auf die bekannte Stelle Gen, 43, 27 /(«tlV* hlMfl«^» iftl*» hi.P^ 
u. s. w. nicht verleiten lassen, in jenem Hftln* ebenfalls iflfi« finden 
zu wollen. 

13) f'iJKr und MJf** 

Nach V. Maltzan's Mittheilungen in ZDMG XXVII 270 f. hat 
im Mehri das Imperfekt des Steigerungsstammes, abgesehen von 
modalen Endungen, insofern eine doppelte innere Bildungsweise, als 
einerseits die charakteristische Verdoppelung des mittleren Radikals 



Piietorin«, XUiiopUchc GnmiiHtni and Etymologlt. 2^ 

bleibt, andrerseita dieselbe aufgehoben wird unter gleichzeitiger Er- 
satEdehoung des vorangehenden Vokals; so hat i. B. foili „er hat 
gebetet" die beiden Imperfckte UAlliyen u. i(6li. — Im Äthiopischen 
scheint ein ganz analoger Vorgang im Imperfektum des gleichen 
Stammes stattgefunden zu haben: Der Subjunktiv-Jussiv f.i^P ist 
die ursprüngliche Form mit b«behaltener Verdoppelung, während 
im Indikativ f^ijt^ die Form mit Ersatzdehnung und aufgehobener 
Verdoppelung vorliegt Auf Jl^Ä"^ selbst wird allerdings ^iJK^ 
schwerlich zurückzuführen fein; Dih,MANN's in dieser Richtung unter- 
nommener Erklärungsversuch {Gramm. S 150) kann nicht mehr be- 
friedigen. Vielleicht trifft folgende Deutung das Richtige: 

Im Tigrida haben wir ^^fTT", f^Kf, J^^ÜT" a» Stelle des 
äthiop. J60fr, fiJKV', t^lAf (9- meine TigriRagr. S. 274; 
Schreiber $ 15z). Dass die Tigrinaformen nicht aus den äthiopi- 
schen entstanden sein können, geht zunächst hervor aus der von 
Schreiber ausdrücklich bezeugten Verdoppelung des mittleren Ra- 
dikals der Tigrifiaformen, sodann auch daraus, dass ein Übergang 
von l in S, namentlich mit dieser Regelmässigkeit, sonst unerhört 
ist ^¥]t^ U.S.W, deuten vielmehr auf ursprüngliches y^^fj^'m u. s.w. 
(da ein urspr. je/uifim von vornherein ganz unwahrscheinlich ist). 

Eine weitere Stütze erhält diese Ansicht dadurch, dass auch an 
Stelle der äthiop. Grundstamm-Indikative ^+^A u. ^4'+4'A im 
Tigrina f^A bez. ^^-fA auftritt Die unmittelbare Rückführung 
der Tigrifiaformen auf die äthiopischen ist auch hier wieder des- 
halb sehr bedenklich, weil der regelmassige Übergang des äthiop. 
ä nach dem t. Radikal in i sehr aufTallend wäre. Im Verein mit 
den Indikativen ^^SRT", fffJW*. f'VM' betrachtet, ergiebt sich 
vielmehr auch für die Grundstamm-Indikative f^1-A> ^^^A ^^ 
ältere Form jaqitel Bez. jetqital, sei es, dass das i hier einige Ur- 
sprünglichkeit in Anspruch nehmen kann, sei es, dass es erst vom 
Steigerungsstamm aus in den Grundstamm gedrungen ist und auch 
hier einefrüher nicht vorhanden gewesene doppelte innere Bildungs- 
weise der beiden Modi hervorgerufen hat (wie ähnlich im Äthiop. 
von der schon alten Indikativform ^+^A ^us das ä des 1. Radikals 
auch in ^t^-A, ^ft++*A, jSft>14, ^RiTfi, jl*«»>Ä-fl. niitC, 
ff^MPi^ und noch andere Formen eindringend, eine innere 
menverschiedenheit vom Subjunktiv erzeugt hat, die im Tigrifia r 
existirt und wahrscheinlich auch nie existtrt hat). 

Wir haben also im Tigriila eine doppelte innere Bildungsv 
des Imperfekts vom Steigerungsstamm: fj^JK^ für den Subjun 
f>*^f!^ für den Indikativ. Man kann damit vielleicht assyri 



28 Beitrlg^ «ir semitischen Sprachwissenschaft. 

Doppelformcn vergleichen wie uparrir u. upirrir^ ulaknis u. uhknis. 

ff^fk^ 2iber musste sich, wenn wir Aufhebung der Verdoppelung 
und Compensationsdehnung annehmen wollen, nothwendig in f»i^ 

K9^ verwandeln; ebenso natürlich f^Kf^ in fijf:f^y f»^^fi9^ 

in fß^ij^^. Von diesen Imperfektformen aus hätte sich dann bei 
gewissen Verben ein Pe'alstamm schlechthin ausgebreitet*. — In 
meiner kleinen äthiop. Grammatik ist die Schwierigkeit bei Seite 
geschoben durch Annahme eines neben qattala hergehenden Parallel- 

.^ Sri ^ 

Stamms qaitala. Wenn sich nun im Arab. neben ^^ auch wirklich 
y^Ai, neben JJje auch JJLüt (das kaum von jJUI ill &JI ü herstammt) 

findet, so ist es immerhin möglich, das solche arabischen Pai*als ähn- 
lichen Ursprungs sind wie die äthiopischen Pedals. Vgl. Joutn, Asiat 8. 
s^r. X 273 note 2, 278 note 5. Vgl. auch die folgende Anmerkung. 

14) KM- 

Ersatzdehnung, ausgehend von einer bestimmten t-haltigen Ver- 
bal- oder Nominalform, scheint es gleichfalls zu Wege gebracht zu 
haben, dass eine Reihe von Wurzeln med, gcmin, im Äthiop. zu nted. 

/ geworden ist. So ist h,^ „treten" längst mit j^ verglichen , und 
innerhalb des Äthiop. hat man (ob mit Recht?) mft» 9JSi ^^ Hll 
♦♦1 Äflfl gestellt*. So wird auch in j(.A «(den Weg) bahnen, 

ebnen" ^.^^ ^ -ri^^ nicht länger zu verkennen sein. Irre ich nicht, 

» U. .., .,o,„ W„„el (»i » .US fc* «a„ „och ,., ^> .,no 

neue, und zwar eine sehr häufige, gleichwohl bisher unerklärte äthiop. 
Wurzel entsprungen: flltrA »»gelangen, ankommen". Auf gebahn- 
tem Wege gelangt man zum Ziel; und so mag sich etwa flK^ltii 
(Ufkt^lti <^der ähnl. zur selbstständigen Wurzel entwickelt haben. 

15) #li»h> "^m 

Auch solche Consonantenverdoppelungen die erst durch Assi- 
milation entstanden sind, sind mehrfach später geschwunden unter 
Hinterlassung einer Ersatzdehnung. So geht ^|| „kauen", dessen 
Zusammenhang mit JU^i ^n, (^aI übrigens nie verkannt worden, 

♦ Vgl. Amhar. Sprache S. 520 § 48; mehrfach auch im Ilarari. 

* Ebenso ist die Verwandtschaft von t^ti mit I) , längst erkannt. Da aber hier 

auch im Arab. Lu0 entspricht, so liegt möglicherweise ein andersartiger, älterer Wandel 
▼on med. gem. in med. 1 vor. den man sich verschieden erklären kann. Vgl. Delitzsch, 
Proiegont. S. 159 f. 



Praetorios, Äthiopische Grammatik und Etymologie. 20 

sicher auch auf irgend welche Form mit assimilirtem n zurück. — 
Im Tigre (Reinisch) /lana^ „Gaumen", (Abbadie) #h>Ifl> #hV^ »pa- 
lais"; AVh (MuNZiNGER) „nourriture"; vgl. amhar, Spr, % 44a; Ti- 
£n'Ha^ramnt, § 70 a. E. 

So vermuthe ich auch, dass *%ffi „verkaufen" identisch ist mit 
" ^ ^ 
^«Jw; vgl. LANE zu ]ey& I. u. 4. Eine Form mit f und assimilirtem 

r würde die Vermittelung bilden. 

Der Wurzel "tTh scheint im Äth. die Bedeutung „sündigen" 
nicht eigentlich zuzukommen. Denn die Nomina ^Tll »»Sünder" und 
das wenig äthiopisch aussehende •^/n.hl* „Sünde" können aus dem 
Aram. (|.J1, 1^4^*) entlehnt, oder mindestens nicht ohne aram. Ein- 
fluss gebildet sein; und die paar Male wo das Verbum "tTh »»sün- 
digen" heisst, kann man Einfluss oder Denominirung von J^TJi» '^#11, 
Ji^ annehmen. Vielmehr zeigt •^Th» abgesehen von den erwähnten 
Fällen, im Äth. durchweg nur die ursprüngliche sinnliche Bedeutung 
„verfehlen, nicht finden, vermissen"; ebenso im Tig^r* nach Abbadie 
(#hTll)j Reinisch : fiafa „verarmen". Ebenso das entsprechende 
amhar. J^#H {am/i, Spr, § 275 e); denn das von ISENBERG angeführte 
und aus der amh. Bibelübersetzung belegte Jii^ftl »,to declare im- 
pious etc." ist vermuthlich nur ein Kunstprodukt, weshalb Abbadie 
es auch nicht zu kennen scheint, sondern es nur auf die Autorität 
Isenbergs hin anfuhrt 

Irre ich indess nicht, so hat '^tK einst im Äth. so gut wie 
in den verwandten Sprachen (im Sabäischen: Hai. 681, 6; 682, 7 «» 
ZDMG 24, 195. 198) auch die übertragene Bedeutung des geistigen 
Verfehlens, Irrens gehabt, nur dass sich in diesem Sinne schon früh 
eine besondere Zwillingswurzel abgesondert hat %ti[i „verführen, 
täuschen", welchem bisher alle Anknüpfungen fehlten, geht m. E. 
auf '^tK zurück. Am wahrscheinlichsten dürfte es sein, dass aus 

einem Nomen wie Mt^n, »io^ »»Irrthum" die neue Wurzel «Vni »»zum 

Irrthum veranlassen" entstanden ist Das Hamza wurde dem t assi- 
milirt, und dann trat Ersatzdehnung ein. Ähnliches nimmt man im 
Assyrischen an, s. Haupt, Sum, Fant, Ges, 10 Anm. (Das von Ab- 
badie, dict, amar. 577. 583 als Nebenform angeführte hmnilO* »4«^ 

;nanqua" deutet indess schwerlich auf ein «^iii ~" fcniHl« sondern 
ist = äthiop. AäX). 

Beiläufig erwähnt sei, dass sich eine nach einem Steigerungs- 
stamm aussehende Form von »^m findet GuiDI, sette dormienti 76, 10, 



30 Beitrige zur semitischen Sprachwissenschaft. 

und dass das bisher unbelegte '^fiik. steht P/iys, 6, 1$; Gadela 
Adam 96 ult. 

Assimilation von Hamza an einen voraufgehenden Consonanten 

noch in hflAt von Nöl.DFKE mit Recht aus h'flfcA erklärt. DM^n 
„übelthun" auch im Sab., s. ZDMG 37, 375; D^RENBOURG, nottro. 
etudes Nr. 7 (Anders HOMIIEL, Leydener Congress S. 402). 

17) hir^ 

Auch in \\^'\ „küssen, begrüssen" scheint die Doppelung des 
mittleren Radikals durch Assimilirung eines folgenden Hamza ent- 
standen zu sein. Ich möchte diese Wurzel nämlich aus t\^t\'\ er- 
klären, denominirtem Causativ von einem Nomen wie •7}l2^ „Bruder- 
schaft, Freundschaft". Also ursprünglich etwa: Jem. als Bruder, 
Freund aufnehmen. 

18) Uff 

Ebenso geht das bekannte und häufige Wort fl^Jf „etliche, Ge- 
nosse** auf L^, sab. ö]^Sn (Mordtmann & Müller, Sab, Denkm, 



36 Anm. 2) zurück. Die Assimilation des "P an den vorhergehenden 
Zischlaut noch ohne Ersatzdehnung zeigt vielleicht die Tigriilaform 
•flÄj^ {Gramm, S. 46 oben). Aus djf entstand dann die Wurzel 
f^% Als correkte Schreibung müssen wir dann wohl II, ^ ansetzen; 
freilich wissen wir ja nicht, ob nicht alte Übergänge von i^ in ib 
(^) anzunehmen sind. — Die Wurzel fl^n hat im Äth. eine ganz 
besondere Bedeutung; Tigr^ flt|| ,.s*öchappa"; was das sab. Ver- 
bum 9il bedeutet, ist noch nicht klar [ZDMG 37, 402). 

19) QOOß. 

Die bei fl^jf beobachtete A.ssimilirung des ^ an den vorauf- 
gehenden Consonanten ist bereits bekannt aus noflA ^r ^''^'flllA'f 

möglich dass sie auch in +t|If vorliegt*. Ein neues sicheres Bei- 
spiel glaube ich noch in Qcoß „unrecht thun, ungerecht behandeln" 
hinzufugen zu können. Die Schreibung dieser stets im Steigerungs- 
stamm gebrauchten Wurzel ist durch Axumit. II 48 gestützt. Die 
Doppelung des mittleren Radikals scheint auch hier durch Assimi- 
lation entstanden. Als Grundform setze ich Ji^OOi Causativ einer 

wohl selbst erst denominativen Wurzel prim, m. Ob letztere als 

- - • _ * 

fjQjuo anzusetzen ist (wohl zu Ji^t Oßß gehörig), oder als ^t!yü (das 



* Bereits im Sabäi^chen zeigt 9 Neigung zu schwinden: ZDMG 19, 196 Anm.; 
37* 394! MoRDTM. n Müller, Sah. Dotkm, S. 14. 



PnetoriuB. Athiopiscbe Gnunmatik und Etymologie. 31 

ZU einem mit Jdx, 000 wohl aufs engste verwandten l£^ gehören 
würde), bleibe dahingestellt Zu letzterer Vermuthung fuhrt der 
Umstand, dass wir im Sabäischen ein tira deutlich in einem dem 
äthiop. 00^0 gleichen Sinne treflfen: Osiand. ij, 9 lO; meine Beiträge 
I 43 (Hal^vy, Journ, As. VII 2, 338 kaum zutreffend). 

Der dem Entstehen der neuen, dreiradikaligen Wurzel förder- 
liche Übergang des causativen 1\ in Q konnte sowohl durch Q wie 
durch begünstigt werden. 

20) OiX. 

OiX (^^f) «gleich sein, zusammen sein" oder „gl, z. machen" 
dürfte einen ganz ähnlichen Weg zurückgelegt haben. Bereits Hup- 
feld, exerc, aeth, 30 hat diese Wurzel mit \\CJlh^ Joch", -f*iii»Cllfl' 
„heirathen** verglichen, wie ich glaube mit Recht, wenn er auch 
schwerlich die Brücke zwischen beiden Wurzeln gesehen hat Als 

Grundform setze ich KCOf ^n, was sich zu QiJ( entwickeln konnte, 

so gut h^O0 zu O^^0- hCOf ^^^ ^Iso Causativ sein zu der in 
tiCO^ steckenden Wurzel „cuius prima potestas in copulando 
et sociando fuisse videtur** (Dillmann), wenn nicht denominativ 

von }iCO^ selbst oder einem ähnlichen Nomen. hCH^ ■" sl^\( 

(irf^ülat) zeigt die Wurzel mit ausl. w, während n^f ausl. j hat. Wir 
werden dem gleichen Wechsel noch öfters begegnen (s. Nr. 23). 

21) X.i<D. 

MiD „duften" ist bereits Amh, Spr, S. 82 Anm. mit dem gleich- 
bedeutenden ^,y^ zusammengestellt worden; vgl. jjj,. Im Assyr. 



erscheint diese Wurzel als prim. «: ^13; s. Guy ARD, /. Asiat, VII 
15, 48; Thiele, Leidener Congr. 504. Die Ansetzung einer solchen 
Wurzel fiir das Assyr. wird wahrscheinlich richtiger sein, als die einer 
Wurzel mit mittlerem i und direkte Gleichstellung letzterer mit dem 
äth. %A{iD) {Ztschr.f, Keilschr. H 276, Hebraica I 179 f.); denn das 
mittlere l ist allem Anschein nach speciüsch äthiopische Eigenthüm- 
lichkeit, wieder entstanden durch Ersatzdehnung fiir die geschwun- 
dene Doppelung des n. 

Das Auftreten eines überschüssigen w als letzter Radikal in der 
äth. Wurzel führt zur Erörterung einer Erscheinung die in der Folge 
noch durch weitere Beispiele belegt werden wird. Wir sehen im 
Äth, nämlich eine ganze Reihe von Wurzeln die in den verwandten 
Sprachen med gemin. sind, als ult w auftreten, zugleich aber auch 
als Steigerungsstämme (event mit Ersatzdehnung für die geschwun- 
dene Doppelung). Diese Steigerungsstämme halte ich indess des- 



32 Bdtrlge rar •emitucben SprtchwiMemcliaii 

halb nur fiir scheinbare Steigerungstämme, weil ich in ihnen nicht 
Verdoppelung des mittleren Radikals der dreilautigen Wurzel, son- 
dern Beibehaltung des Doppellauts der urspr. Wurzel med. gem 
erkenne. Ebensowenig wie hiap ein Fiel ist, ebensowenig gehören 

X*?hi üirh u. a. dieser Stammbildung an. Wir können aus dem Vor- 
handensein mehrerer derartiger Wurzeln* mit Sicherheit schliessen, 
dass auch das Äthiop. einst gleich dem Hebräischen und Arabischen 
bei Wurzeln med. gemin. den Antritt der consonantisch anlautenden 
Flexionsendungen mittelst ö oder au gekannt hat**. Wie sich nun 
nach Vassalli* § 102 im Maltesischen in ganz parallelen Formen 
nach Analogie von äantmaß, dantmajtu^ dammajna wenigstens schon 
in der 3. Pers. plur. neben dem ursp. dammu auch datnmau heraus- 
gebildet hat, so im Äthiop. eine vollständige Sekundärwurzel ult. w. 
Nicht selten werden solche scheinbaren Steigerungsstämme sich 
zum Grundstamm vereinfacht (vgl. Spitta S. 2 16) und dadurch ihre 
Herkunft verschleiert haben. Denn nicht jede äth, Wurzel ult. w 
welcher in den verwandten Sprachen eine med. gemin. gegenüber- 
steht, wird man ohne Weiteres auf dem eben beschriebenen Wege 
aus der letzteren herzuleiten haben. Wie zwischen den schwachen 
Wurzeln überhaupt, so haben auch, wie bekannt, zwischen den med., 
gemin. und ult w im Semitischen uralte Beziehungen bestanden, 
weit ältere wahrscheinlich als die welche wir noch in regelmässigem 
lebendigen Wechsel begriffen im Hebr., Arabischen, jetzt auch im 
Äthiop. deutlich erkennen, wenn sich auch vermuthen lässt, dass der 
Ursprung beider der gleiche ist***.— Hierzu kommt weiter noch, dass 

* Ausser den unten erwähnten so noch t^lD (auch schon Grundstamm), dessen 

Zusammenhang mit \^ klar ist; Yielleicht auch H^ID. Iflll^lD wird mit dem ge- 
meinsemitiscben nat (Nöldeke, ZDMG 40, 155. Lagardb, arm. stud. § 1360), das 

5n VK^ vorliegt, nichU ra thun haben, sonderp riell. ein Eupheminnus sein — j»6l 
„tadelnswerthes thon" ; S. Frinkel verweist noch auf Vi^t. fMf^ üt von fJiOi viell 
nkht nur der Bedeutung, sondern auch der Wurzel nach Terschieden und su Ji> zu 
stellen. Zu dijID vergleiche ich zweifelnd J^( UuJ^ yjkk kn u Bei OO^iiD 
und iA^ liegt die Vergleichuog mit < * W und nsB U' allerdings so nahe, dass 

man kaum an JÄ^ t>ez. J^, amh. 4«)) denken kann. 

** Ob auch mittelst ? oder «f ? Ich kenne keinen Fall der dies ganz sicher be- 

zeugte, wennglekh z. B. ^Afi 'tAf (wohl anfii engste mit '^A^' verwandt) daflir 
sprechen könntm. 

♦♦♦ Die in Martin Schultzens Schrift Zur Formenlehre des semitischen Verbs S. 36 f. 
ausgesprochene Ansicht, dass hier angewachsene Hülfsrerba ▼orliegen, war mir schon 
vor dem Erscheinen genannter Schrift wahrscheinlich geworden. 



Pi.etori«s. Athiopi«:lie Gimmmatik und Etymologie. 33 

bei Wurzeln med. gem. ebensowohl wie bei starken Wurzeln manch- 
mal ein überschüssiger letzter Radikal w sich erst in Folge von 

später Denominirung entwickelt haben mag; so sehen Afl^ u. 1%iiD 

wie recht junge Denominirungen von A*([| u. 7]f aus« 

Neben der Verbalwurzel jtk bringt MuNZiNGER für das Tigrg 
das Nomen Jp^ .Jhift*' — vielleicht noch auf die unvermehrte Wurzel 
med. gemin. zurückgehend? 

ÜM^ „befreien, erretten** (amh. fl,7r» fllT» VX), denke ich, wird 
weiter nichts sein als das wohlbekannte Ij» TT^i >a, amh. flHflH 
„plündern, rauben** und sich zu diesem genau so verhalten wie tJi€^ 
zu \jc. Der Zusammenhang der beiden scheinbar ganz entgegen- 
gesetzten Bedeutungen wird durch den Begriff des gewaltsam Fort- 
nehmens leicht vermittelt 

23) IL>0. 

Ob aber |L>|D „verkünden** in Folge einer gleichen oder ähn- 
lichen Entwickelung wie MtD, (kMID entstanden ist, ist mindestens 
fraglich. Soviel scheint mir sicher zu sein, dass wir in ILlfID den 
bisher vermissten äthiop. Repräsentanten von aram. *f2n, >Sa = 

assyr. uioftm (Haupt, Hebraica I 220) «=» Ij vor uns haben. Durch 

das Auftreten des w an letzter Stelle und durch das H welches, eine 
Wirkung des n, für A ini Anlaut erscheint, sind die Zusammenhänge 
von IL^ID verschleiert worden. Näher der asiatischen Grundform 
stehen südliche Formen, nämlich das von Paulitschke S. 82 für 
das Harari gebrachte assini „sprechen, sagen, nennen**, wodurch das 
von Abbadie, dict atnar. I94angefi2hrte KAT ossäMä „fit dire, nomma** 
einigermassen bestätigt wird, welches in meiner amA, Gramm, S 331^ 
anders aufgefasst worden ist. Vgl. weiter das von Isenberg äüt. 57 
gebrachte, äthiopischem tL^f genau entsprechende Substantiv A? 
„tale, history, tradition'*. 

Da M^ = ^f "iX^ =■ -n^j da femer ^|||D neben Odt 

(Nr. 20), tUtD 'iks neben tAf jJlii so wird man kein Bedenken zu 

tragen haben, auch |L>ID unmittelbar zu ^jljU.s.w. zu stellen. — In- 

dess sei doch noch auf eine besondere Möglichkeit der Vermit- 
telung hingewiesen. Neben dem erwähnten asstni nämlich bringt 
Paulitschke S. 86 sinän „Wort**, smansita „antworten**, wörtl. „er 

Bdtrigtt tw MBÜt. SprachwiiMiMchaft. I. 3 



34 Beitrlge rar semitiKhen Sprachwissenschaft 

hat Wort gegeben" {sinäl „erzählen" » A> + hA?); weiter S. 94 ko- 
räm sittän assenäna „erzähle mir [uns?] eine schöne Geschichte!", za- 
shtancha sinän sidkimälta „was du sagst [wörtl. „das Wort welches 
du gesagt hast] ist nicht die Wahrheit". Es scheint, als liege hier 
neben der Wurzel ult j eine gleichbedeutende med. gemin. vor, die 

sich wohl aus dem Steigerungsstamm "Wi, ^S, Alf entwickelt haben 

könnte (vgl. auch ath. fc^^ neben fc^f, m«, J); doch vgl auch 

die Zusammenstellung mit AAT ZDMG 23, 456. Sollte diese Wurzel 
med. gem. etwa dem äth. ILlfID zu Grunde liegen, so würde dessen 
Entwicklung allerdings analog der von ^^HfB^, tJi^ sein. Doch muss 
dies noch als ganz unsicher gelten. 

24) llAoi. 

Das gewöhnliche Hülfsverbum IIAID vergleiche ich mit J^iJüt 
das im Kamus durch J^üu Jia3i^\ »warten und zögern" erklärt wird; 

weiter mit JJLjt „zurückbleiben" (z. B. ZDMG 38, 513); diesen reihe 
ich an das bekanntere, sich als Denominativ ergebende Jl^ »»lang- 
sam, gemächlich sein". Dies wird genügen, um zu den von Lagarde, 
Orientalia II 19 als grundverschieden angesetzten Urwurzeln bn „tx 
leuchtete" und brt „er schrie" noch ein drittes Vi in der Bed. „war- 
ten, zögern, bleiben" hinzuzufügen. Aus dieser Wurzel med. gemin. 

ist auch llAfl' in der oben bei %A0 angegebenen Weise erwachsen. 
Zum Übergang der Bedeutung vgl. XTA» das im Äth. noch „war- 
ten", aber im Tigrö und nördlichen Tigrifia „sein" bedeutet {ZDMG 

28, 4430, femer 'ju „bleiben", das im Neuarab. gleichfalls als reines 

Hülfsverb gebraucht wird (Spitta % 161 g); ebenso im Galla tur „wag- 
ten, zögern" und „sein". 

25) ifiAm. 

^liJllD „lügen" geht vielleicht aus von Jft^\ JL^i wird im Kam. 
durch gJLx^l erklärt. Doch mag die Richtigkeit dieser Zusammen- 

Stellung gern dahingestellt bleiben. Ein stärkeres Argument für die 
Herleitung dieser Wurzel aus einer med. gemin. liegt aber in dem 
Nomen #hA^ n^^üge", welches von ihAfl' ^lus schlechterdings nicht 
zu erklären ist, sich aber untet Annahme einer Grundwurzel med. 

gem. als #||jt^ mit JtA^ sofort vereinigt Dass Reinisch, Biltnspr, 
11 für das Tigre beständig häsät (nicht hdssät) schreibt, fällt kaum 
ins Gewicht; auch das Verbum schreibt R. Jyasd , — Was amh, Spr, 
S 106 c über #|iA^ vermuthet worden, wird zurückzuziehen sein. 



PraetoHiis, AtUopItcbe Grammatik und Etymologie. %c 

26) iP^d». 

wd^ „entwurzeln, ausiotten" wird zwar auch als Verbum schon 
im Grundstamm gebrauchti weist aber durch sein häufigeres Vor- 
kommen als Steigerungsstamm (zu dem auqh das Nomen /^^f ge- 
hört) noch recht deutlich auf seine Herkunft von einer doppellautigen 
Wurzel hin. Diese zeigt sich jioch im Tigr* bei dem Nomen /^C 
pl h/^i^C „Wurzel**, ebenso amh. /*'C» während im Äth. der ent- 
sprechende Ausdruck schon von der sekundären Wurzel abgeleitet 
wird: /*'ClO**« Aber auch im Äthiop. selbst liegt die doppellautige 
Wurzel noch lebendig vor in «^^^ „das Fundament legen". Dass 
IP und nicht vielmehr A erster Radikal ist, ergiebt sich für die se- 
kundäre und damit indirekt auch für die primäre Wurzel aus der 
Axufnitana II 51. Beachte auch zir mit -sr, nicht s im Tigre nach 
Reinisch, wozu vgl. Liter, CentralbL 1884 Sp. 893 f. Zunächst ist im 

Arab. also 1^ Repräsentant von "Y^^, soweit die Bedeutungen dieser 

Wurzeln auch auseinander zu liegen scheinen (vgl. RÖDIGER, thesaurus 
III 1482 b), und so sehr auch die Ähnlichkeit der Bedeutungen eine 

unmittelbare Gleichsetzung von «^^^ und 'L« (l*** ■=» J^}» sab. 

■nOK „Thäler**) zu empfehlen scheint — i^Cf 1 richtiger wohl dCft 
„Balken" und ACf w^eer" sind ganz von der besprochenen Wurzel 
zu trennen. 

27) X^fl»- 

Das Nomen Jf •Tt „Stille, Einsamkeit" lehrt, dass das als Ver- 
bum unbelegte %ß'^^ (D1LI.M. coL 1325) als Steigerungsstamm an- 
zusetzen ist. Die doppellautige Wurzel von der %äofB ausgegangen 
ist, liegt im Äthiop. selbst noch vor in %!ao das bei Dillmann col. 
1270 f. wohl irrig in zwei verschiedene Wurzeln auseinandergezogen 

ist Da %ßio offenbar =» Lo ist, so wird man auch die Sekundär- 
wurzel mit J(, nicht mit zu schreiben haben. Auch fiir i^'^ 
DiLLM. col. 1323 ist sicher K^f^f^ zu schreiben. — Vielleicht ge- 



hört auch J(00|D hierher, vgl. «Lm^» 

Dillmann hat lex. 140 die feierliche Benennung des äthiop. 
Kaisers Mt „Majestäf\ mit "Ul zusammengestellt, was Amh, Spr. 

♦ Im Hararl nach Paülitschke S. 86 /fr/. Vgl. Kuhn*s Littrütufhhtt I 198. 

3* 



^5 Beitrige tnr semitiflcben Spnchwiaseoicluift. 

S. 196 gebilligt worden ist. Als genaue Schreibung muss man dann 
ML* ansetzen und dieses Wort mit AX* pl^- h^K ^Ffeil^ wohl 
zu einer Wurzel #fiXf — U^^ ziehen. Demgegenüber ist mir 

unter Hinweis auf ZDMG XXV 257 privatim eingeworfen worden, 
die Bedeutung ^nteil** aus der sich das Weitere leicht entwickele, 

sei sowohl bei J^ä. wie bei U>^ eine specifisch arabische Ablei- 
tung aus der urspr. Bedeutung „Pfeil" die Deutung von Af durch 
U^ sei mithin sehr unwahrscheinlich. — Indem ich nebenbei be- 
merke, dass ön auch im Sab. eine Bedeutung wie „Antheil" haben 
soll {ZDMG 37, 346 Anm. 3), und dass femer das acht äthiop. Auf 
DiLLM. /^j:. 139 y,das Brautgeschenk geben", das dann ebenfalls #fiXf 
zu schreiben wäre, doch wohl auch zu dieser Wurzel fc%^ und der 

Bedeutung des Beantheiligens gehört**, möchte ich als zu Gunsten 
der DiLLMANN'schen Etymologie sprechend namentlich hervorheben, 
dass in den sab. Inschriften lön in fester, fast formelhafter Wendung 
eine mit 1±1 synonyme Handlung der Fürften ihren Unterthanen 
gegenüber ist, s. z. B. Os. 20, 5; Sab, Denktn, Nr. 8, 18. 19; 9, 16; 
DiÄRENBOURG, Nouv, et, Nr. 10, 16. Dass dieses "»m mit äth. Mt^ 
identisch ist, ist mindestens wahrscheinlich, "»ön wird hier allerdings 
kaum d?e intransitive Bedeutung haben, welche das arab. Lexikon 

für "Ul angiebt, als vielmehr die transitive von ^-^i^f» MM* *lso 

zunächst etwa „Beschenkung, Belehnung, Auszeichnung" später viel- 
leicht blasser und allgemeiner „Gnadenerweis, Gnade" wie 12^. M^ 
(amh. KflU)* +hA« I.P'CI./k wäre dann also eigentlich etwa „Takla- 
Georgis' Gnaden". 

29) mKdk- 

Die bisher nicht genügend aufgeklärten Verwandtschaftsverhält- 
nisse einer Reihe von äth. Wurzeln prim. w ergeben sich aus dem 
engen Zusammenhang der Wurzeln prim. w bez. _;* mit solchen 
prim. »; beide sind im Grunde nur aus verschiedenen Stämmen 
(Conjugationen) der zweiradikaligen Urwurzel erwachsen. Freilich 
ist es nicht gewiss, ob wir in jedem einzelnen Falle bis in die se- 



* Freilich wird ja bekanntermassen flir Jb häufig yjt gesprochen: Michael Sab- 
BAö 10, 14; Spitta S. 19; Caussin« § 20. 

** Allerdings scheint das äthiop. Verb mit seiner ganz speciellen Bedeutung deno- 

minatiT ra sein. tfhXT/^^ entspricht arabischem iUlSl^ (welches wohl nicht allzu- 
häufige Wort ich notirt habe aus Dieterici^ Mutanabbi und Saifuddaula 106, 3). Be- 
merkt sei noch, dass das Tigrifta auch das Maskulinum Tt^t» „Verlobter, Gatte" ent- 
wickelt hat, wozu Tgl. ZDMG 40, 154 Anm. 2. 



Praetorins, Athiopisclie GramnutUk und Etymologie. yi 

mitische Urzeit hinabzusteigen haben, um zwischen den Wurzeln 
prim. n und w zu vermitteln. Es wäre auch denkbar, dass in sehr 
junger Zeit ein mit ima/i- anlautendes Nomen auf lautlichem Wege zu 
iwJ- geworden wäre, woraus sich dann leicht die Wurzel prim. w 

denominiren konnte (vgl. möl^a =» 8«daüje ZDMG '^ 2l8; mostet 

von «»7^/1 amh, Spr, % 48 c). — So hat O^KJh DiLLM. 94a f. „tröpfeln, 
giessen'' mit yx> nichts zu thun, sondern entspricht arabischem ^,^?r 

^^ \ sab. nÄ {ZDMG 37, 371 f.); Urwurzel ^Lß6, Aber die Parallel- 
wurzel prim. n ist im Äth. gleichfalls entwickelt, nämlich >lf^ das bereits 
Dillmann richtig mit ^ ^\, ^ j^\ verglichen hat Der Einfluss des 

benachbarten n hat den Wandel in || hervorgerufen. 

30) a^i^K 

Auch diese im Äth. so überaus gewöhnliche Wurzel hat mit 
ifyM*y if'yMty ^^ kaum etwas gemein, ist hingegen wohl ziemlich 

sicher mit J/*'^ und daher auch mit CäJ, Ate verwandt Bekannt 
ist ja Kte mit und ohne bip, mttt Kte u. ähnl., bekannt femer j^l 

/••fc» ^Ai fcl/*'^» ^•Tf^'*'^! vor allem endlich L&ST. So wird auch 
häh/^ti ^^ Grunde. nichts andres sein als „er erhob (die Stimme'' 
oder ähnl.). 

30 afi.C 

Zu iDiL^ „aufs Land gehen'' gehört weder o noch v^i vielmehr 
^, Grundwurzel li. — Das arab. ^. „in Fülle vorhanden sein** 
kehrt in gleicher Bedeutung im Amhar. wieder. 

32) Die Nomina mit vorgesetztem /. 

Dass die mit vorgesetztem / gebildeten Nominalformen des Hebr. 
zum Fiel gehören, behauptet Gesenius, Lehrgeb, 498 Nr. 28; für das 
Syr. hat Hoffmann, gramm. syr, 243 Nr. 16 den gleichen Zusammen- 
hang erkannt DIETRICH hat in den Abhandl. s. hebr, Gramm, 166 f. 
diese „ziemlich herrschende Meinung** etwas modificirt und nament- 
lich erkannt, dass in beiden Sprachen sehr viele dieser /-Formen 
sich auch an das HifU anschliessen. Auch Fleischer setzt in seinen 
Beiträgen von 1863 S» 150 Anm. |L*fi)2 zu ^V — Vgl. weiter La- 
GARDE in GGA 1871 S. 1097 (= Symm. I 88); NöLDEKE in ZDMG 
XXV (1871) S. 674, Mand, Gramm. S. 133, Syr, Gramm, S. 70; auch 
Ewald, hebr. Sprfi % 161. 



xS BeitrSge rar semitjachen Sprachwissenschaft 

Bisher aber m. W. ist nirgends ausgesprochen, dass auch im 
Äthiop. die mit vorgesetztem / gel^deten Nominalformen durch 
den Sprachgebrauch zum Steigerungsstamm gestellt werden. Eine 
Zugehörigkeit zum Causativ tritt im Äthiopischen weniger entschie- 
den hervor. Wahrscheinlich wird sich dieselbe Erscheinung auch 
im Aflyr. nachweisen lassen *, wodurch dann die metaplastische Zu- 
sammenstellung der angezogenen Nominalformen mit den genannten 
beiden Verbalstämmen als ursemitisch feststände. Ich muss hier ge- 
stehen, nicht einsehen zu können, weshalb diese Nominalformen mit 
vorgesetztem / ursprünglicher zur 4. als zur 2. Conjug. gehört haben 
sollen, wie Lagarde, Orient, U 39, Symm, I 150, auch Stade, hebr, 
Gr, S 260 annehmen. Der Form nach gehören sie doch sicher weder 
hier- noch dorthin. Ich kann in diesen Nominalformen nur ganz alte 
zum Reflexiv des Grundstammes gehörige Infinitive sehen, welche 
schon früh isolirt und nicht mehr richtig begriffen wurden, zumeist 
wahrscheinlich in Folge des Eintretens anderer, sich mehr der Ge- 
staltung der übrigen Formen, vornehmlich des Imperf. anpassender 

Infinitive. Man braucht aus dem Vorhandensein dieser JujUJf JIjÜj 

usw. durchaus nicht auf die einstige Existenz eines Perfektums Jjüi 
zu schliessen: Die genannten Nominalformen können viel älter sein 
als das sich aus den früheren Zeitformen heranbildende Perfektum, 

viel älter als alle %4-^i), JücxsI und nicht zum letzten auch als 
Dillmann's Lexikon liefert die Belege fur's Äthiopische. Zu 

+»"yc", -Wn» +/*'AÄ, +M^, +/!<-, +*^»", ;^-l•7Ä, +flHA 

T, +<P-4h» +<P-^Ä, +T1Ä', tÄ-VÄ, +¥«»• (mit der Weiter- 
bildung •Hm^^) sind die entsprechenden Verbalstämme aus- 
schliesslich oder fast ausschliesslich im (einfachen oder vermehrten) 
Steigerungsstamm üblich, und soviel ich sehe, liegt nirgends Grund 
vor, die genannten Nomina von den Verbalstämmen zu trennen. 

Aus dem Amhar. fuge ich hinzu ^•/•^ft ^Schwelle" zu h^AA» +♦ 

•7^ „Sitzung** (Euphemismus für „Diarrhöe**) zu '^^ao^ gehörig. — 
Bei einigen Nominibus dieser Form ist das entsprechende Verbum 
zwar im Grund- wie im Steigerungsstamm vorhanden, aber die Be- 
deutung des Nomens weist auf den Steigerungsstamm. So wird 
+1ltlC gebraucht von der thätigen Erinnerung, der Handlung die 



• Die Richtigkeit Ton Haupt's dahinzielender Bemerkung Gott Nachr, 1883, S. 93 
Anm. 2 u. Hebraica I 179 wird erst noch durch weitere sichere Belege zu erweisen sein. 
Als einen solchen möchte ich noch nennen tahlnbu „Bedachung**. 

•• Wovon 'l^t^UC vicll. nur graphisch Terschieden; vgl. •f'fcjJ für ;i*}|P u. &hnl. 



Praetorius, Äthiopische Grammatik and Etymologie. 39 

im eigenen Andenken an jem. oder zur Erinnerung anderer an jem. 

geschieht, mithin stellt sich -Mff|C zu ||h^> hUhdy -Mfti^» während 
ItbC mehr die unwillkürliche Erinnerung an jem. oder das An- 
denken das jemand hinterlassen bedeutet, sich mithin zum Grundst 
Hh^ stellt Ebenso gehört -MOC »Arbeit, Bemühung, Erwerb" zu 

+10^1 dagegen ^-flC »Handlung, That** zu dem hülfsverbähnlichen 
«Ml^. Noch entschiedener wird ^Jt^ durch seine Bedeutungen 

,^nnehmlichkeit, Ehre, Vergnügen" vom einf. fJitD weg zu 'tfJ\iD 

hingezogen. Die Zusammengehörigkeit von -^TQ'fl mit -^|nnn ^'^^^ 
man ebenfalls erkennen. 

Zu 't9^f^ und ++«^/* ist zwar ein verbaler Steigerungsstamm 
nicht überliefert; aber die Nomina ^fm und t«^^ deuten eben- 
falls auf einen solchen. Und zu '^jC"Q•fl kann man vielleicht aus 

dem amh. Pilpel |U||UI ^^^ ^^^^ Afin construiren. 

Es bleiben noch ^gMK (mit den Weiterbildungen ^JMJL« 

ß-lMA/t: ^ihn. +A-*i¥, +♦*»•, ;^^A +Ä'^A, +»<.♦, + 

t^X;, zu denen sich ein Steigerungstamm nicht nachweisen lässt 
und bei denen auch mit dem Causativ ein unmittelbarer Zusammen- 
hang nicht sofort in die Augen springt (am deutlichsten, dünkt mich, 
bei 't^W). Doch wird, namentlich in Anbetracht des geringen 
Umfanges in welchem uns der äthiop. Wortschatz überliefert ist, 
kein Zweifel sein, dass auch diese Nomina in engerer Verbindung 
zum Steigerungsstamm oder zum Causativ standen oder stehen. 

Die 2^ahl der zu Gunsten der Regel sprechenden Beispiele wird 

noch vermehrt durch die beiden zu '^ID>f und +tf»>f gehörenden 
Feminina 'tilh%^ und +9*%,^* Femer durch das einer seltneren, 
nahverwandten Form angehörende häufige Nomen ^}|l|1t, wo- 
gegen dem ganz seltenen 4*^^¥ ein Steigerungsstamm nicht zur 
Seite steht; ebensowenig ist dies freilich auch bei ^Chtt ""^ 1*C 
Pt der Fall, doch sind grade diese beiden vielleicht besser als Qua- 
drilitera aufzufassen. 

Da im Arab. dem häufigeren JImÄS seltneres JLjÜj gegenüber- 
steht (wie btog zu JUif), so werden auch im Äth. beiderlei Formen 

von vornherein auseinander zu halten sein. Sonst könnte man ^}| 
•m, I^A*. 1^*7Ä (neben ;h-l«7ft) auch aus urspr. -^^lnt usw. 
erklären, wie Chlk u. a. aus £ht^ Nicht möglich ist dies natürlich 
bei denen die nicht prim. g^tt sind; zu diesen gehört auch ^A#li¥ 
Bezold mass 394 neben dem gew. '^A^¥• 

Hier möchte ich auch ^t»^K nennen. Wenn es auch jetzt zu 
'tJ/^h zu gehören scheint und vielleicht wirklich gehört, so ist 



40 Bdtrlge rar sanitbchai Spnchwissensduift 

'n/^h selbst seiner Form nach doch nur zu begreifen als Deno- 
minirung von '^1■Y}| oder einem ähnL Nomen mit präfigirtem /. 
Der Grundstamm i/^h heisst weniger aufheben" als „nehmen, weg- 
nehmen**; „aufheben, hochheben, aufwecken'* ist vielmehr ht/^h. 
Mit diesem Causativstamm muss ein Nomen wie 'tJ^h (von dem 
^t*^K abgeleitet sein kann wie ^JMJL von jhjMJC*) und in der 
Bed. „Aufhebung, Aufweckung** correspondirt haben. Von diesem 
Nomen ist 'tt/^ti »sich erheben, auferweckt werden** abgeleitet 

Weitaus am häufigsten unter den Nominibus mit vorgesetztem 
/ ist die Form l'TflCl**; bei ihr ist denn auch die Zusammenge- 
hörigkeit mit dem Steigerungsstamm durch die Menge der Fälle am 
meisten in die Augen springend. Es seien hier nur die häufiger 
gebrauchten Nomina angeführt: I^UCl*. ^T'f^t^f l^hAl*» 1* 

CA.1-, ^ja/t, ^•^»•c^•, wm-, wi&ci-. i-mai-, i-m/**!-, 

1^-1C1-, 1-Ä^Cl-, 1-ÄHhAl-. I^/***!- gehören alle zu be- 
kannten, häufigen Steigerungsstämmen *^ Femer sei ^/^t^ her- 
vorgehoben, weil das gleichbedeutende /^p^ ebenfalls auf einen 
bisher nicht bekannten verbalen Steigerungsstamm deutet Nach 

Analogie von l-^^AÄl-, 1-C-OM-, 1-l»"/rt-, 1-Ä-0*1-, ^Ö/^C^" 

wird man nicht anstehen, auch ^}|A¥4* zum Steigerungsstamm zu 
ziehen, wenn derselbe auch zufällig nicht belegt ist Die einzigen 
häufiger vorkommenden Wörter dieser Bildung, denen ein zur Seite 
stehender Steigerungsstamm nicht überliefert ist, sind ^HHAJC"» 4* 
H9^f:> 1'*/&'H*. Bei allen dreien fällt die collektive Bedeutung 
auf, welche sehr gut zu einem Steigerungsstamm passen könnte. 
(Anders Lagarde, Orientalia II 42). 

Die Form betreffend, so kann kein Zweifel sein, dass l'TflCl* 
USW. mit &JLjuJ» viell auch iXmsi^ OL^oAArl) identisch ist Dass das 

dem inlautenden / assimilirte ä der ersten Silbe sich namentlich bei 
'^IP"A£' noch zuweilen erhalten hat, ist bekannt, s. noch Dillmann 
(bei Merx) zu Joel 2,2; 4, 20; Formen wie «fiAX*! l^hAl* schei- 
nen jung. 

Die im Arab. gewöhnlichste Form Juaif ist bekanntlich im Äth. 



* Z&hle ich recht, so ist dieselbe too sechs Wurzeln gleichseitig mit -^^QC be- 
legt Nlmlich lunichst l-^-flCl* u. "MOC selbst , weiter 1*/*'A/H' a. +/** 

I^^Äl* tt. ji*'!*?/!. Nur zun kleinen Theil sind diese Formenpaare hinsichtlich 
der Bedeatnng Tom Sprachgebrauch wahrnehmbar differenzirt 

** Beiläufig sei hingewiesen auf tfia tCA«^ (Gramm, S. 183), was zu Gunsten 
des in meiner kleinen Grammatik S. 73 bezweifelten Steigerungsstamms Ton C}lf 
sprechen könnte. 



Praetorins, Äthiopische Gnunmatik und Etymologie. 41 

ganz selten: '^(^)•flA•Af "MMIA* ^^^ ^^^S^ indess noch einigen, 
freilich wie es scheint, künstlichen Weiterbildungen zu Grunde: 

^trnm^. l-iw&Ä'?, i-zRiiÄ-v, Wisv. 

33) Die Imperfektpräformative mit a. 

An Stelle der äthiop. Imperfektpräformative f, ;!•, «T, Ji zeigt 
das Tigrifia vorherrschend f , •§•, J, J^, s. meine Grammatik S. 38 u. 
271. Ebenso in den PETERMANN'schen Handschriften, während bei 
Schreiber S. 46 f. nur die Formen mit der Länge angeführt sind. 
Da äthiopisches ä im Tig^fia sonst nicht zu ä geworden ist, so ist 
meine aaO. ausgesprochene Meinung, es liege hier im Tigrifia eine 
Verkürzung vor, von vornherein nicht einwandfrei. Vielmehr scheint 
ein Blick auf die asiatischen Verwandten leicht zu ergeben, dass das 
Tigrifia hier im Vorzug vor dem Äthiopischen und Amharischen die 
ursprünglicheren Formen bewahrt hat Tfia f ^M'A = ^PpN VJäJ; 

tfia nT«T«, mcnC = JääIS, bog?; tfia f ft+^A — JaÄ£lS. 
Auch für äth. ^£-A^A^ (Grundst.) wird tfia f £-A^A^ anzu- 
setzen sein, wie y^i^ s^ . Die Formen ^♦l'A usw. mit a werden im 

Tigrifia Äthiopismen oder Amharismen sein. 

Das lange a der Fräformative im Äthiop. und Amhar. ist ohne 
Zweifel aus dem ursprünglichen kurzen Präformatiwokal und dem 
anlaut ä des Perf. in der Weise entstanden, dass die Sprache 
glaubte der Imperfektbildung das Ferfektum zu Grunde legen zu 
müssen, dass die Sprache also in sekundärer Weise das Imperfektum 
thatsächlich so gebildet hat, wie wir gewöhnlich geneigt sind, uns 
seine Entstehung überhaupt zu denken. (Vgl. die amhar. Infinitiv- 
bildung, Gramm, $ 204). 

34) Hin 

^rf> nr^ „gewinnen, Schätze erwerben** kehrt im Äthiop. als Mlfl 
wieder. Im Amhar. und T*» (Gramm. S. 162) gehört hierher 11|f«fl 
das die Reihenfolge der Radikale noch in der ursprünglichen Weise 
zeigt. Dass der Wandel des k und s \n g und s dem Einfluss des b 
zuzuschreiben ist, dürfte kaum Zweifel unterliegen. — Zu äth. hAll 
vgl. ZDMG 4P, 723. 

35) tn^ik 

Jf^^A „Opfer**, bes. „Brandopfer** wird von Dn.LMANN col. 
1285 zweifelnd zu ^^ gezogen. Sehr wahrscheinlich ist diese Ety- 
mologie richtig, da in den sab. Inschriften Dnn2 in der That 



^2 Bdtrige cor temitiichen Sprachwissenicbaft 

als Beiwort zu üTiSi vorkommt; vgl. D. H. Müller in ZDMG 
XXX, 675. 

Zu }^;h »Hand", spcc. ^achc Hand" hat bereits Dillmann, 
Ux, 740 iZy ^y^) verglichen, wodurch angedeutet scheint, dass 

das anlautende X Lautzusatz ist. Letzteres wird in der That der 
Fall sein; aber das nach Abzug desselben bleibende £*^ entspricht 
so genau wie möglich dem arab. &^L. 

37) *Ä*. 

>Ä+ tibauen**, speciell „mauern** (vgl. Abbadie, düt amar, 429) 
möchte ich für Verstümmelung eines alten weitgewanderten Cultur- 
worts, nämlich aram. tf^TS »Steinlage, Bauschicht^ halten. Die Araber 

kennen das Wort als JLoJ^ {ZDMG 12, 80). Vgl. Fränkei^ Fremd- 
wörter S. 12. 

38) *'>*^ 

Ö"}^ „Edelstein" (zu dem Cornill, Buch d. tu. Philos, 49 auch 
den Plural KAf ^4* anfuhrt) scheint ebenfalls Fremdwort zu sein, 
nämlich oi^vg. Vgl. Sprenger, alu Geogr. Arab. § 60; D. H. Müu.er, 
Burgen u, Schtösser I, S. 40, 83 [372, 415]; auch Periplus d. erythr, 
Meeres (Fabriqus) S 4^» 49, Si; 7oum. Asiat, VI, 11, 163. Man 
beachte, dass 4'>+^ nicht etwa ^enqä^ gesprochen wurde, sondern 

*unq\ sowie l-CW" =* ^U, •flC^'^A nicht bertgüal sondern Portugal. 

39) fl>#n* 

IM 

^w!k »»anfangen'' wird genau das arabische ^^^ sein mit Unter- 
drückung des Reflexivs welche Dozv Suppl. 11, 819 auch für das Ara- 
bische belegt hat JLä jL^ ^£^, Mutanabbi (Dieter.) 80, 10 auch 

mit J construirt, bedeutet „sich an etwas gewöhnen** und „sich zu 
etwas entschliessen** (weitere Belegstellen: Mutanabbi-Wahidi 79, 25; 
80, I; 411, 10). Namentlich die letztere Bedeutung steht dem äth. 
„anfangen** bereits ganz nah. Der seltenere Gebrauch von iBifX^ 
„anfangen** im Grundstamm, an den sich einige freilich recht ge- 
wöhnliche Nomina knüpfen (s. auch Abbadie, dict. amar. 695), scheint 
der sekundärere zu sein. — Im Arabischen sowohl wie im Äth. scheint 
das Verbum ^^Jb*> tf^Hlt übrigens Denominativ zu sein von dem 

auch im Sabäischen {Os, 7, 7; ZDMG 24, 199) belegten Nomen yjicyi 



Praetoriot, Äthiopische Grmmmatik und Etymologie. 43 



oder ähnlichen; iuLjü ^^^t ä^iUi wäre dann eigentlich y^eine Seele 
zur Stätte für etwas machen." 

40) Ulf. 

lUf bezeichnet im Ath. die Erholung, das Ausruhen des 
Geistes; im Amhar. dagegen ist das auf 1||f fussende '^tf gewöhn- 
licher Ausdruck fiir ,,schlafen^ schlechthin, vgl. Abbadie ätct. 541, 
amhar. Spr. § 200 f. Gegen Dili.mann's col 632 zu JUf gegebene 
Vergleichungen spricht der nicht genügend zu erweisende Zusammen- 
hang der Bedeutungen; namentlich wird das den Lauten nach freilich 
genau entsprechende ^j mit 1||f wohl kaum etwas zu thun haben. 

Eher dürfte 1||f mit ^jje. zusammenzustellen sein, natürlich 
nicht in der Weise, dass 1||f eine vollkommene Umstellung von 
^^jt. wäre (wie früher das Verhältniss von i»»ih^ zu ^^^.aufgefasst 
wurde), sondern so, das "JUf etwa Weiterbildung einer Form wie 

HJjt, oder Denominirung von einer Form wie ^1» ist Da alle Liquida 

sehr zur Umstellung neigen, so hat auch die hier anzunehmende 
Umstellung von n mit A (bei der wir nicht wissen können, von 
welcher besonderen Form sie ausgegangen ist) nichts Bedenkliches. 

^^y bedeutet „schwach, abgespannt sein<\ ^p; und ^^yi n^eit der 
Abspannung, des ersten tiefsten Schlafs'', ^^Z Jju wird ZDMG 
12, 63 durch Le^ jJu erklärt, vgl. Fleischer zur Stelle. 

41) (koao. 

Bekannt ist (und. zwar nicht nur aus dem Arabischen) der ziem- 
lich rege Wechsel von vd> und vj. Zuletzt hat über denselben ge- 
redet Barth in ZDMG 41^6^ Es ist nicht nöthig, hier diejenigen 
Wörter zu nennen, welche als Beispiele dieses Lautwandels gewöhn- 
lich angeführt zu werden pflegen; verwiesen sei nur noch auf 5^/«» 
&ULj (Höfer, ZtscAr./. Wiss. d, Spr. I, 314) und Glaser, die arab, 
Ausspr. S. 6 (Aus den Sitzungsber. d. k. böhm. Ges. d. Wiss. vom 
n. Mai 1885). Versteckt wird man dergleichen wohl noch genug 
finden können, so weist ^J^ „schartig sein" deutlich genug auf das 

häufigere Ji ; von einer alten Nominalbildung auf m wird die Wurzel 
herzuleiten sein. 

Es wäre nicht auffallend, wenn Spuren dieses Lautwandeb auch 
im Äthiop. sich zeigten (vgl Amhar, Spr. S. ^\o % 14). Ich erkläre 
AO^* „küssen** aus ^ es ^. Die Dissimilation des / vom m 



wäre hier auch im Äth. zu erkennen. 



44 Beitrige zur semitiachen Sprachwissenschaft. 

42)Ä'JW 

Jf Jh^ »»Bart**, zu dem Dillmann vergeblich ^i u. s. w. ver- 
gleicht, gehört vielleicht zu derselben Wurzel wie Aoao. JJ 
bedeutet das Kinn &1a!^ oder aüul^ (s. Lane). Die Überein- 



Stimmung der Bedeutungen ist also eine völlige. Arabischem ^ 
entspricht im Äth. Q oder -^ (A?)» vielleicht auch f. Welche Fak- 
toren diese wechselnde Vertretung bestimmen, entzieht sich unserer 
Kenntniss. In Agao würde also £ durch Q, in JC*^/' durch 
ih vertreten sein. Der fernere Wandel des aus vi?, weiterhin aus v^ 
entstandenen anlautenden A in X ist durch das folgende ^ es £ 
veranlasst und wird kaum Bedenken erregen. — Vgl. übrigens 
Ämhar Spr, S s6c a. E. 

43) lO+A- 

fl'+A „seine Sache verteidigen, streiten, vor Gericht gehen" wird 
von Dillmann mit ip und A geschrieben. Letztere Schreibung 
dürfte vielleicht die richtige sein, denn durch die Bedeutung wird 
man bei ID«^A unwillkürlich an v^3*^ erinnert; vgl. namentlich 'f^V^d 
mit v^ftito* Durchgangsform wäre also v^aS., bei dem die Dissimi- 
lirung des / vom w ebenfalls kaum zu verkennen sein wird. — 
Beiläufig sei bemerkt, dass lOAt »»den Bogen spannen** vielleicht 

^ji^l entspricht. 

44) ATIC 

Der dem Übergang des v^ in vd> ungefähr entsprechende Über- 
gang von 3 in 1 hat viel geringere Verbreitung. Vgl. Lagarde, 
Mittheilungen II, 78; FLEISCHER zu Abülfeda 44, 4 (S. 209). Viel- 
leicht kommt im Äthiop. dieser Lautwandel einmal vor, doch gebe 
ich das betreffende Beispiel nur sehr zweifelnd, um so mehr, als der 
genannte Lautwandel hier nicht zugleich als Dissimilation anzu- 
sehen wäre. 

hUC „Spanne**, Ali^ »»n^it der Spanne messen" (amh. ft'JIIC. 
(iWC ist für altes Causativ zu nnt, lii] {ZDMG 41. 607) gehalten 
worden, so schon LüDOLF, weiter DlLLMANN; PoRGES, Verbal- 
Stammbildung 300. (Hal^vy, Rev. £t, Juiv, XI, 62 hält XT\i für con- 
trahirt aus niTID = Alf^ ) Lautlich ist diese Etymologie unan- 
fechtbar; aber ich muss bekennen, dass das denominirte Saf^el 
All^ >*init der Spanne messen*' meinem Sprachgefühl etwas entgegen 

ist, und dass ich eher ||^^> 11^^* If^f oder ähnlich erwarten würde. 
Noch bedenklicher scheint aber, dass das Nomen HHC „Spanne** 
wieder erst von diesem denominirten Saf el ausgegangen und das 



Praetorius, Athiopifche Grammatik und Etymologie. 4J 

Grundnomen völlig verdrängt haben sollte. Es dürfte von vom 
herein viel nahliegender sein, t^llC ^^s das Grundnomen anzusehen 

von dem All^ denominirt ist. Sollte nun I^IIC nicht <» yj^m, 

All^ nicht «=3 jK&» oder y^ sein können? Wir würden dann 

/*"JIC (5W. 3, 16), tPUd *** schreiben haben und das || sius j —> v^ 
erklären müssen. 

45) ^Jtrfb. 

Bei den hamitischen Völkern Abessiniens ist gegenseitiger 
Wandel von r einerseits und ^, / andrerseits nicht ungewöhnlich. Es 
sei vorläufig verwiesen auf Reinisch, Chamirspr, I, § 43 u. 44; ZDMG 
XXXII, 415 f. Es liegt nah anzunehmen, dass es hamitischer Ein- 
fluss ist, wenn dieser im Semit, sonst wohl nicht beobachtete Laut- 
wechsel* sich auch im Äth. findet, oder richtiger vielleicht, dass die 
hamitische Zunge der Eingeborenen Abessiniens bei der Reception 
der semit. Sprache in ihren alten Neigungen beharrte. Vielleicht er- 
klären sich so auch die amhar. Spr. S 53^ besprochenen Wörter 

♦!«■. ♦lÄ'-n. Äifc, hlÄ- aus ♦«•!, ^x-i-n, AÄ-i, hÄ-l rür 
äth. +171, ♦cn-n, /*•£¥/&. W-CT* 

^^J, \Uiy QW „Mühlstein** schien bisher im Äthiop. nicht vor- 
handen zu sein. Ich finde das Wort jetzt wieder in oof^J^ „oberer 

Mühlstein", amh. iip)^» einem arab. ^^iwo entsprechend. 

Ausser der bekannten häufigen Bedeutung gesund, wohlerhalten 
sein" haben einige Ableitungen der Wurzel Ä"l> (hJM>» +Ä"1>» 
HPÄ^i"!) noch die Bedeutung „bürgen**. Auch amh. iJ^Jf} „caution 
d*une vente*. Ich vermuthe, dass hier zwei ganz verschiedene 
Wurzeln äusserlich zusammengefallen sind und möchte Ä"l> „bürgen** 
gleich ^^Pj** setzen, welches Wort zwar eigentlich „verpfänden** be- 
deutet, aber doch auch von der persönlichen Bürgschaft gebraucht 
wird, s. Lane III, 11 73 b, DOZY suppL I, 563 b. Vielleicht haben wir 
also richtiger JtUJ zu schreiben. — Aber bei Ä"1J „gesund, unver- 
sehrt sein'* ist die Schreibung mit '\ durch AXUM. 11, 33 be- 
stätigt Nichtsdestoweniger möchte ich hier einen wirklichen Laut- 
wandel von ^ in ^ annehmen. Im Sab. ist QiOn wiederholt belegt für 
„gesund*. Ich vermuthe, dass Ä"l> zunächst für ^||J steht, und 



• Ähnliches: Fränkel in Ztschr, f. Astyriol. m, 56. 

** Vgl. Eurmc, nabat. Imckri/ten S. 7S, 5 a i. Abs. und dazu FrXnkbl, Lit, 
Centralbl, 1886, Sp. 354. 



46 BeitrSge nur lemitiichen Sprachwinenichaft. 

dass letzteres «> C^J , |joi^),- oder von einer Nominalform mit präfi- 
girtem •§• hergeleitet ist. 

47) t^C 

fJhi^ „segnen** wird von LüDOLF mit A, von Dillmann dagegen 
mit '\ angesetzt Ist folgende Etymologie des bisher ganz dunklen 
Wortes richtig, so würde Ludolf's Schreibung vorzuziehen sein. 

Wir haben unter Nr. i gesehen, dass das sabäische nnn, lin 
„Gnade erweisen*' auch im Äth. einst vorhanden gewesen. Nehmen 
wir nun an, es sei in alter Zeit eine gebräuchliche Ausdrucksweise 
gewesen zu sagen: ^mC » MnJtvfü^C oder h&^ » XT" od- ähnl. 
„Gott sei ihm gnädig!", so ist weiter fast nothgedrungen zuzugeben, 
dass durch ein Substantiv wie ^lh0hC^ oder nach älterer fiildungs- 
weise vielleicht '^#||C4* ^^ Aussprechen dieses Segenswunsches be- 
zeichnet worden sein muss. Aus diesem Nomen scheint die Wurzel 
tJhi^ unter Erweichung des t zu d (wie in Ä"l» entstanden zu 
sein. Zu beachten ist dabei, dass fUt%H nicht dieselbe umfassende 
Bedeutung wie Q^h hat, sondern dass es, soweit ich sehe, ganz ent- 
sprechend seiner eben erschlossenen Herkunft, nur von Segens- 
wünschen von Menschen gegen Menschen gebraucht wird. 

48) -tÄl 

In dem so unendlich häufigen •^Ät „verlassen** möchte ich ein 
weiteres Beispiel des Übergangs von r\nd sehen. Ich setze '\f/^ — 
^\ auch sabäisch: Hal. 257,6. Die Bedeutungsgleichheit beider 

orte wird nur dadurch etwas verschleiert, dass '\f^'^ unmittelbar, 
^ dagegen mittelbar transitiv ist Doch sind in Dillmann*s 

Lexicon auch einige Fälle von •^ftf 1 M^ (■■ ^ rJ^^ belegt 

49) hfLäm. 

Das stets im Steigerungsstamm gebräuchliche hfj^ „gefallen, 
angenehm sein", macht eben wegen dieser Eigenthümlichkeit in Ver- 
bindung mit dem anl. f^ von vornherein lebhaft den Eindruck, als 

gehöre es mit KllA» fclT't« 0^0« OiX zusammen in dieselbe Klasse 
von Verben, als sei mithin das f^ im Grunde Causatiworsatz und 
die Doppelung des d durch Assimilirung eines ursprünglichen }%, 
od. Q entstanden. 

Lange indess blieben alle nach dieser Richtung hin unternom- 
menen Analysirungsversuche vergeblich. Der oben nachgewiesene 
W*andel eines ursprünglichen r In d lässt nun aber auch einen Über- 
gang von H in d nicht mehr ganz unglaublich erscheinen. Ich erkläre 



W 



Pfietoriui, Athiopliehe Grammatik mid Etymologie. 47 

tifj^ AUS Kl0^*i |Ciü>r. Sollte D!^; laS im Äthiop. ganz ver- 
schwunden sein? Auch in den sabäischen Inschriften ist das Verbum 
D^, das Nomen DDtt^ und speciell vom Causativ der Eigenname 

DMT reichlich belegt fifj^ würde eigentlich also bedeuten ^jem. 
Annehmlichkeiten, Wohlgefallen verschaffen S wozu die thatsächlich 
vorliegende Bedeutung so genau wie möglich stimmt 

Ob vielleicht der Übergang des » in ^ als eine Art Dissimilation 
vom m zu betrachten ist und bereits im einfachen Grundstamm statt- 
gefunden hat? Es bestimmt zu dieser Vermuthung die bekannte 
stark bejahende Partikel /{}|ii^i als deren ursprünglichere Form das 
voq Dillmann ebenfalb angeführte Ht0^ anzusetzen wäre, wenn sie 

zu liS gehören sollte. 

Jede Zusammenstellung von KA^* init DIK u. s.w., spec. etwa mit 

1S\ (Beitr. zur Erkl. d. himj. Inschr. III, 31) wird abzulehnen sein. — 
Merkwürdig ist, dass wenn A^\ wirklich aus DTK entstanden ist 

(NöLDEKE, ZDMG 40, 722), hier gerade der umgekehrte Wandel von 
^ in « vorliegt. Do<ih s. Ernst Meier, Grabschrtft des Eschmu- 
nezer S. 24. 



Die zwölfte Tafel des babylonischen Nimrod-Eposo 

Von 

Paul Haupt. 

Auf den folgenden Blättern veröffentliche ich nach meinen im 
Frühjahr 1882 angefertigten Abschriften die zwölfte Tafel des baby- 
lonischen Nimrod-Epos. Da die Bruchstücke der ersten zehn Tafeln 
in dem 1884 erschienenen ersten Theile meiner Ausgabe {Assyriolo- 
gische Bibliothek y Band III) enthalten sind, die elfte Tafel mit der 
Sintfluthepisode aber inzwischen von Delitzsch in der dritten Auf- 
lage seiner Assyrischen Lesestücke* (Leipzig, 1885) mitgetheilt worden 
ist, so liegt nunmehr das ganze Gedicht, soweit mir dasselbe bekannt 
geworden, im Originaltexte vor. Unter diesen Umständen wird die 
(mir selbst im höchsten Grade unliebsame) Verzögerung im Er- 
scheinen des zweiten Theils meines Werkes, welcher die elfte und 
zwölfte Tafel sowie etwa inzwischen neugefundene weitere Frag- 
mente"* enthalten soll, weniger störend sein. Ich habe sämmtliche 
Bruchstücke der Sintiluthtafeln auf siebzehn Folioblättem besonders 
copirt (pp. 46—62 meines Manuscripts), auch zum Theil abschliessend 
collationirt; zur glücklichen Vollendung des Ganzen fehlten mir nur 
noch etwa vierzehn Tage. Warum ich die Arbeit damals nicht 
fertig stellen konnte, ist in dem Vorworte zu meiner Akkadischen 
Sprache (Berlin, 1883) auseinandergesetzt worden. Zu einer neuen 
Reise nach London bin ich bisher, verschiedener Umstände halber, 
leider noch nicht gekommen. Meine Zeit reicht augenblicklich beim 
besten Willen nicht hin, die seit meiner Übersiedelung nach Amerika 
im Jahre 1883 unterbrochenen Publicationen zum Abschluss zu 
bringen, so sehr ich auch das von dem vortrefflichen Amiaud in 



* Einige Abweichungen, die meine AbpchriAen der Sintfluthfragmente gegenflber 
Deutzsch's höchst Terdienstlicher Gesammtaasg«be aufweisen, werde ich an anderer 
Stelle besprechen. 

** Es ist mir seiner Zeit die Mittheilnng zugegangen, dass Mr. PiNCIus (abgetehn 
von der elften und zwölften Tafel) verschiedene andere bisher unveröffentlichte Bruch- 
Stacke der Izdubarlegenden bekannt sind. Wenn das wirklich der Fall ist, so sollten 
die Nummern dieser Texte den Fachgenossen nicht länger vorenthalten werden. 



Uaopt, die XU. Tafel dM Nimrud-Epon. 



49 



UR&wiu^< 



C»«..x. 



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, Nif ->^ ^ J. t:f==-p*-iW 








Haupt, di« xn. Tkfai dm Nimrod-Kpoii. 



53 






7«A^4iU/r |.*k4/iH:c«-««t,. KJulu.^Ztt. juiVUj tU^U^Jutb. CU.x. 






^tu:«, HT^ •Uiu«^M«,M,J 



Uünpt, 4i« XIL Tafel des Kimnxl.KpcNC 



55 






c»t.ic. 



7t<u»»<l «U^TSuidt. 



G»e.3ic 




Hupt, dJ« XIL TtM d« HiwiKt-VpiM. 




nr.Sl-. 
Gt.x, 

■»•AT i^h;^- 



Hsapt, die XU. Tafel d« Nimrod.Kpm. 



59 







W>»Wf=je^K^»«T-«^ 



'Ka/w>t« 






Hupt, die XU. UM dM NiMnidEpia. 

Ä.MT-)--. 



t "Mn. Jt; ! _ • «***■, 



HBipt, die XIL Tafd da» Ninnid-ltpM 



K.'-TTM- 



fte-ET. 



■+ärt^'i^ >w»T>«: WWF 






Haupt, die XII. Tkfel de« Nimrod-Epo«. 



65 







►^l- 



mbH. SpnwkwiMtiiMUll L 



Hmnpt, die XIL Tafel des Nimrod-Epot. Sj 

der Vorrede zu seinem schönen (in Gemeinschaft mit L. M^CHINEAU 
herausgegebenen) Tableau compare des ecritures babylcnienne et as- 
syrienne (Paris, 1887), p. IX, n. 2 ausgesprochene Bedauern theile 
(vgl. auch TiELE*s Geschichte^ p. 565, n. ). Der Grund, warum ich 
nicht mehr so viel publicire wie früher, ist jedenfalls nicht, dass ich 
»nichts mehr mache«, wie man sich wohl liebenswürdiger Weise 
aasgedrückt hat, sondern dass ich mehr zu »machen« habe. Wer 
das ganze Jahr ruhig an einem Orte für sich weiter arbeiten kann, 
ohne sich viel für Vorlesungen und andere Dinge vorbereiten zu 
müssen, kann freilich ohne Schwierigkeit dem Drucker Arbeit ver- 
schaffen. Wohlwollende Fachgenossen, welche diese mir nothwendig 
erscheinenden persönlichen Erklärungen für überflüssige novellistische 
Ansätze iS) halten sollten, bitte ich dafür zu sorgen, dass dieselben 
wirklich überflüssig werden. — 

Was nun den Text der zwölften Tafel des Nimrod-Epos (citirt 
als NE) anbetrifft, so sind mir davon bisher vier Exemplare bekannt 
geworden: K. 3475, K. 2774 und zwei unnumerirte Fragmente. 
Das umfangreichste Fragment ist die Tafel K. 2774 (Nr. 54 meiner 
Ausgabe), welche Bruchstücke von sämmtlichen sechs Columnen 
enthält, und zwar den unteren Theil der Columnen I~III auf der 
Vorderseite, und den oberen Theil der Columnen IV — VI auf der 
Rückseite. Am meisten verstümmelt ist die V. Columne: von ihr 
ist nur die erste Zeile einigermassen vollständig erhalten, ausserdem 
nur noch einige halbverwischte Spuren der zweiten, und die Anfänge 
einiger Zeilen vom Ende der Columne. BosCAWEN's Bemerkung 
(RP. IX, 134) thi whole of this column is lost ist demnach etwas 
übertrieben (vgl auch CG. 242 und LNT. 103). Die ersten beiden 
Ziffern der Nummer K. 2774 sind nicht ganz deutlich. Dr. J. A. 
Craig, der die Fragmente der zwölften Tafel im Sommer 1885 für 
Dr. Alfred Jeremias copirte, las 3774; vgl. Jeremias' interessante 
Schrift über Die babylonisch-assyrischen Vorstellungen vom Leben 
nach dem Tode (Leipzig, 1887) von mir citirt als LNT — p. 102, 2. 
In Bezold's Index steht weder K. 2774, noch K. 3774, ebensowenig 

K. 3475- 

K* 5475 ^^ meiner Ausgabe Nr. 51) ist ein Duplicat zu der 
Haupttafel K. 2774 (resp. K. 3774). Es enthält in winzig kleiner 
Schrift das Ende der ersten Columne und auf der Rückseite die 
VL Col. mit der Unterschrift. Die Tafel wird darin (ebenso wie 
auf K. 2774)* ausdrücklich als Nr. XII der Izdubar-Serie gekenn- 

* Nach LNT. 10a, % (ygl. auch 103) köoote et tcbeliieii, alt ob die Unterschrift 
mir anf K. 3475 erbalten sei Sie findet sieb aber aacb anf K. 3774 und sogar nocb 
▼oDstindiger als anf K. 3475 Ancb kann man nicbl wobl sagen, dau K. 3774 die 
Aufmngsus^tsk ▼oo CoL VI enthalte, eher die 5rA/iw/seUen. 



68 Beitrige tnr semitischen Sprachwissenschaft. 

zeichnet Bemerkenswerth ist bei diesem Fragment die »babylo- 
nische« Form des Zeichens // (Amiaud, TC 8, Nr. 20). Die erste 
erhaltene Zeile in Col. I auf K. 3475 (Nr. 51) entspricht Zeile 16 
in CoL I von K. 2774 (Nr. 54). Der wagerechte Keil ist der Rest 
des Zeichens pu, Col. VI von K. 3475 hat zu Anfang noch drei 
Zeilen mehr als Col. VI von K. 2774* und liefert ausserdem eine 
Reihe werthvoller Ergänzungen. Zum Beispiel ersehn wir, dass der 
lange Strich nach der Lücke in der ersten Zeile von K. 2774, Col. VI 
der Rest des Zeichens ö/** ist, also ina mahl (altl-ma «auf dem 
Lager ruht er«, femer dass die folgenden Worte me zakkii üäH 
»reines Wasser trinkt er« zu lesen sind, wie auch Halävv, MCH. 
369 richtig bietet, nicht ffte namruä, wie JEREMIAS, LNT. 56 ergänzt; 
ebenso dass wir Z. 9 la ekimmäiu päqida la iiü (cf. IV, 3, 10) zu lesen 
haben (auf K. 3475 im Plural paqide)\ dass ich Hal^VY je mitgetheilt, 
es stehe iabda resp. labta »Ruhe« da (LNT. 56, 2), ist mir nicht 
erinnerlich. Endlich zeigt die letzte Zeile von K. 3475, dass die LNT. 
56, 3 vorgeschlagene Ergänzung qa-ab-ri unmöglich ist; zwischen qa 
und ri fehlt kein Zeichen. Übrigens hat Dr. Jerf.mias, LNT. 56 
nach kusipat das ganze Wort a-ka-li ausgelassen, obwohl es auch 
bei BosCAWEN, TSBA. IV, 286 klar und deutlich zu lesen ist (vgl. 
auch CG. 242 unten). Natürlich musste er dann auf eine Erklärung 
der Stelle verzichten. Ich glaube, dass diese vorletzte Zeile iükulat 
diqarif ktisipat akäli zu lesen ist. Die beiden Stämme Ipl und pOD 
stehn auch V, 18, 5 ff. zusammen: diqaru, diqdiqu^ kispu ia ameli, 
kispu ia erfitim. Zu diqaru vgl. II, 44, 56, wo es neben maltü (= 
*ffta}taiu) rabü »g^rosses Trinkgefass« aufgeführt wird, und II, 46, 17, 
wo es ebenso wie das voranstehende ummaru (cf. V, 19, 25) dem 
Ideogramm kam (das Delitzsch, AL'. 27, Nr. 224 durch »grosses 
Trinkgefass« erklärt) entspricht. Zu dem Vogelnamen diqdiqu siehe 
Delitzsch, Assyr. Stud, 100. Das Wort kispu ist von Dr. Jeremlvs, 
LNT. 53, 4 besprochen. Die Bedeutung »Wehklage, Trauerklage« 
scheint mir aber unerweisbar. Jedenfalls glaube ich, dass das Ver- 
bum ktisipat in der vorletzten Zeile des Nimrod-Epos mit dem hebr. 
S|Q3 »gieren, lechzen« zusammenhängt; vgl. y 17, 12: CjiDD^ •T!'?^ 
5|htDb »wie ein Löwe, der nach Beute giert« .f kusipat akäli würde 



* Dieselben sind CG. 243 nicht berflcksichtigt, auch nicht in der neuesten englischen 
Ausgabe (dtirt als CAG). 

** LNT. 56, I wird bemerkt, dass nach den Spuren das Zeichen nicht Li sein 
kann. Hal^vy, MCH. 369 hat richtig ml^at oder vielmehr maäl. Zu dem Abfall der 
Casnsendnng vgl. KAT< 74, 3; ZK. II, 238. 

t Auch Saycb scheint, wie ich nachtrSglich sehe, kusipat ähnlich gefasst su haben. 
Er tlbersetxt in der Ton ihm besorgten letzten englischen Ausgabe Ton Smith*s Werk, 
p. 300 : „/Äf tender orpkans long for hrtad; the food which in the tents is placed is 



Haupt, die XIL Tafel des Nimrod-Epos. 69 

demnach bedeuten »sie giert nach Nahrung«, kusipat ist eine Form 
wie gtdibat ASKT. 87, 62 und entspricht, äusserlich betrachtet, 
der arabischen Passivform quHlat (vgl. auch PSBA. VI, 65). kusipat 
ist ebenso wie iukulat 3. fem. Ekimmu »Geist, Schatten« (r oxia, 
unibra, larva) ist hier also wie das vorausgehende lalanttu »Leiche« 
(cf. Hebraica III, 187) weiblichen Geschlechts. Daraus erklären sich 
die Femininformen in den Paralleltexten zu HI. 8 — lOa; NK 17, 
38 und 40; 19, 33—35. 

iukulat* ist 3. fem. Perm. Öaphel, bedeutet aber nicht causativ 
wie uläkil (V, 4, 75) »ich gab zu essen«, sondern reflexiv resp. passiv 
»sie verzehrt sich, wird verzehrt«, ebenso wie himru^at »sie ist 
schmerzerfüllt« oder Sunuxat »sie ist voll Seufzens« (Zimmern, Btiss- 
psalmen, p. 11). Diqaru aber scheint mir nach D'^'^igTtJ Lam. 4, 9 
erklärt werden zu müssen. Es bedeutet eigentlich »Durchbohrung«, 
dann aber speciell »Durchbohrung des Hungers« d. i. »nagender 
Hunger« also iükuiat diqari »sich verzehrend in nagendem Hunger« 
— Genetiwerbindung wie in ann ''bbn oder ayj *^y\% was in der 
angeführten Stelle aus den Klageliedern im Parallelismus mit D'^'J^TtD 
steht. Auch diqaru «= maltii rahu grosses Trinkgefäss« kann sehr 
wohl eigentlich »Durchbohrung, Aushöhlung« bedeuten. Es ist aber 
nicht nothwendig anzunehmen, dass beide Wörter, diqaru »grosses 
Trinkgefäss« und diqaru »nagender Hunger« vollständig gleich 
lauteten. Das eine könnte die Form qitäl repräsentiren wie sikäru 
»Mann«, iikäru »berauschendes Getränk« {Hebraica III, 108), das 
andere die Form qitäl wie kilädu »Hals« oder ügaru »Käfig«. 
Spuren dieses nordsemitischen Stammes npl »durchbohren« scheinen 
auch im Arabischen vorzuliegen. Im Neuarabischen bedeutet ^'4> 
»beleidigen, verletzen«, d. i. eigentlich JjüL aui ^«Jb, und im 
Altarabischen hat npi »durchbohrt, ausgemergelt sein« in der in- 
transitiven Form 04> daqira den Gegensinn »voll von Speise sein« 

«»UlaJI ^ iljuci und dann weiter (von Orten und Pflanzen) 
»üppig sein«. 

Ich übersetze demnach den Schluss des Nimrod-Epos; »Wessen 
Leichnam auf dem Felde liegen bleibt — wie du es (schon häufig) 
gesehn hast und (auch) ich es gesehn** — dessen Schatten findet in 

eaitm^*. Das l^ng ist also richtig, aber wie er tn den tender orpkans kommt, ist mir 
nkht klar. SicrrH, AD. 204 bietet statt dessen: nTTU captrvis canquered come a/ter**, 

• Dr. JEREMIAS bemerkt LNT. 56, 3 sehr richtig, das ht-ku-la von akälu abgeleitet 
werden mnss, hat aber nicht erkannt, dass es im Parallelismus mit kusipat steht, so dass 
also das folgende at als Endong der 3. fem. dazu gehört: hi-ku-la-at di-qa-ri, nicht 
iu-kU'ta ad'di ftf-[a^-]n. 

** Dieses wiederholt eingeschobene tämur Stdmar scheint der assyrischen Umgangs- 
q>racbe ansogehören. Es entspricht etwa dem vielgebrauchten englischen yau kncw. 



jQ Beitrige rar semitischen SprtchwissenKhaft. 

der Erde keine Ruhe. Wessen Schatten Niemand hat, der seiner 
gedenkt — wie du es gesehn und ich es gesehn — der wird verzehrt 
von nagendem Hunger, (vergebens) lechzt er nach Labung; was auf 
der Strasse liegen bleibt, verzehrt er«, assyr. ia ia/amtäiu ina ^eri 
nadät — tätnur ätämar — ekimmähi ina er^iti*^ ul (olii; ia ektm- 
tnähi päqida lä iiu — tämur ätämar — Wnäat diqari, kusipat akalii 
ia ina süqi nadä ikkai. Vgl. dazu die Übersetzung in Smith's CG. 
(i. e. Chaldäische Genesis) p. 242 (engl. Ausg. ed. Sayce, p. 300; 
AD. i. e. Assyr. Discoveries^ p. 204) und Hai^vv's Melanges de cri- 
tique et dhistoire ^citirt MCH.), Paris '83, p. 369, wo die beiden 
Schlusszeilen ebenso wie bei Dr. Jeremias unübersetzt gelassen sind. 
Meine Übersetzung ist bereits englisch von Dr. CvRUS Adler in 
seinem Aufsatz On the vtews of the Babylonians conceming life öfter 
death (PAOS. Oct '87, p. XL) mitgethcilt worden. 

Ausser diesen beiden Exemplaren der zwölften Tafel (K. 2774 
und K. 3475) kenne ich noch zwei weitere Duplicate, die zur Zeit 
da ich sie im Britischen Museum copirte, noch beide unnumerirt 
waren. Das erstere (Nr. 52 meiner Ausgabe) ist ein kleines, sehr 
klar geschriebenes, Fragment mit gänzlich abgebröckelter Rück- 
seite, das die Anfänge von 11 Zeilen der ersten Columne enthält, 
entsprechend 11. 29—39 von Nr. 51, Col. I und 11. 15—25 von Nr. 54, 
Col. I. Bemerkenswerth ist, dass auf Nr. 52 die mit ekimmu «Geist« 
(vgl Hommel, Sem, 490 n.) beginnende Zeile vor der Zeile ia ina 
milpani maxpi iUimüika (»die mit dem Bogen verwundet worden, 
umgeben dich«) steht, nicht nach iabbi{a ana qataka lä tanäii (»den 
Stab nimmst du nicht in deine Hand«) wie auf Nr. 51, Col. I, 35 
und Nr. 54, Col. I, 21. Das Zeichen /*/ ist auf diesem Fragment 
Nr. 52 ebenso geschrieben wie auf Nr. 4, d. i. K. 3389; vgl. die Be- 
merkung zu Z. 2 auf S. 14 meiner Ausgabe des Nimrod-Epos. 

Das andere Fragment (Nr. 53 meiner Ausgabe) enthält den 
Anfang der dritten Columne und die Ausgänge der ersten zehn 
Zeilen der zweiten. Es ist sehr klein - und eng geschrieben, die 
Rückseite gänzlich abgebröckelt. Bemerkenswerth ist die »sumerische« 
Form des Zeichens ra (CV. 2. 28. XXIX unten) mit den zwei schrägen 
Keilen, und die Form des Zeichens ni mit vier senkrechten Keilen 
statt der gewöhnlichen drei. Wir finden dieselben Formen von ra 
und ru (ebenso auch u = iam mit vier senkrechten Keilen)* auf 
dem aus K. 2252 etc. zusammengesetzten Exemplar der Sintfluthtafeln 
(bei Delitzsch, AL^. 99: Tafel B; vgl. auch AL^ 22, n. i). 

Der Keilschrifttext der Bruchstücke der zwölften Tafel des 
Nimrod-Epos ist bekanntlich schon im Jahre 1876 im zweiten Thcilc 



* Auf Nr. 53 kommt das Zeichen u ^ sam nicht vor. 



Haupt, die XII. Tafel des Nimrod-Epos. ji 

des vierten Bandes der TSBA. von W. St. Chad Boscawen in seinen 
Nütts an the Religum and Mythology of the Assyrians veröffentlicht 
worden.* B. gpebt daselbst auch (p. 268) ein und eine halbe Zeile 
aus K. 3200 (— p. 51, 11. M und 12 meiner Ausgabe) im Originaltext; 
ebenso auf der folgenden Seite (p. 269) die ersten sieben Zeilen der 
ersten Columne der neunten Tafel, K 3060 [+ K. 2360) = p. 59, 
I — 7 meiner Angabe (übersetzt von Dr. Jeremias, LNT. 83). Dar- 
nach sind die Angaben auf S. 172 von Bezold's Literatur zu ver- 
vollständigen (vgl op, dt, p. 293, s. K. 3060) und meine Bemerkung 
auf der zweiten Seite des Umschlags meines Nimrod-Epos^ dass das 
ganze Gedicht, abgesehn von der 6. und 11. Tafel bis dahin nur 
aus den Übersetzungen in Smith's CG. bekannt gewesen sei, zu be- 
richtigen. B.'s Ausgabe der zwölften Tafel kann schwerlich als ge- 
nügend bezeichnet werden, ohne dass ich ihm damit irgendwie einen 
Vorwurf machen will. Nr. 54, CoL I meiner Ausgabe entspricht B. 
pp. 272—275; Col. II: pp. 276—279; Col. III: 281—282; Col. IV: 
282—284; Col. VI: 284—286; Nr. 53 meiner Ausgabe findet sich bei 
B. pp. 280—281. Nr. 51 und Nr. 52 dagegen sind bei ihm nur hier 
und da in den Varianten berücksichtigt Ich halte es für nützlich, 
hier die wichtigsten Differenzen zwischen B. und meiner Collation 
kurz zu besprechen, bemerke aber, dass ich meine Copien gänzlich 
unabhängig von B. angefertigt habe. Hatte ich damals K vor Augen 
gehabt, so würde ich den Abweichungen in meiner Abschrift beson- 
dere Aufmerksamkeit geschenkt haben. 

Nr. 54, Col. I, 13 giebt B. nach aiirti das Pronomen atta »du« 
(l c. 273, 3). Auch ich hatte anfangs at copirt, habe es aber dann 
am Rande dahin verbessert, wie ich es jetzt autographirt habe. 
Statt des a hinter u (sam) nebst den darauf folgenden Spuren in 
Z. 15 hat B. mar. In Z. 16 hat er die Variante fu-ri statt pu-u-ri 
auf Nr. 52 nicht angemerkt; statt B.*s tap-pa-H-ka am Ende dieser 
Zeile ist wohl besser tap-pa-H-ü zu lesen, von naphäu »sich ein- 
reiben«; vgl meine Abhandlung über den £'-vocal (citirt als AEV.) 
p. 14, n. 3 ; also laman p&ri {äba lä tappäHi »mit dem wohlriechen- 
den Fett eines (jungen) Stieres (= pinguia taurorum^ Plin. XXVIII, 



* BoscAWSic hat den Tfxt auch mit Transcription nnd InterUnear-Obenetsnng ver- 
•ehn. Letztere ist (mit einigen geringfiigigen Ändemngen) RP. IX, 131 ff. wieder ab- 
gedmckt (1877). Vgl. auch Gso Smith*s Assyrian Discavtriis^ London 187$ (citirt als 
AD.), pp. 199— «04 nnd CG. pp. 239—243 (engl Ansg. von Saycb, pp. «95— 3oo)« 
Zuletxt handelte darflber Dr. Alfsed Jerkioas in seiner oben erwihnten Interessanten 
Erstlingsschrift {et insbesondere cp, eit, pp. 5a 56. 103). Vgl daxn auch Dr. Cyrus 
Aoler's Bemerkungen On the Views of the Baiyhnians eoneeming Life afler Death 
(AOSP. 1. e. American Oriental Society, Proceedings at Baltimore, October 1887} ins- 
besondere p. XL. 



^2 BeitrSge rar semitischen Sprachwissenschaft. 

144) salbst du dich nicht« {%^üt^ Ä"b ^WOJ). Z. 17 fehlt bei B. der 
wagerechte Keil vor dem Bruch. Z. 18 giebt B. richtig zu mifpana 
die Variante mifpanu von Nr. 51, aber nicht die correcteste Lesart 
mifpani von Nr. 52 ; ebenso liest er statt cu in Maxfü »sie sind ver- 
wundet«, das noch auf beiden Tafeln (Nr. 54 sowohl wie Nr. 51) zu 
erkennen ist, fälschlich xaf (KUT, SIL, TAR). Zwischen maxfu und 
iiammüka fehlt nichts, wie man nach B. vermuthen könnte. Z. 20 
ist hinter ana richtig qätäka gemäss Nr. 51 ergänzt (Spuren von hi 
e= qatu sind auch auf Nr. 54 noch zu sehn); dagegen fehlt die 
Variante labbifa ina qäti (statt labHfa ana gätä) von Nr. 52. Dass 
die folgende Zeile 21 ekimmu etc. auf Nr. 52 umgestellt ist, haben 
wir schon oben bemerkt In Z. 22 ist beachtenswerth, dass alle 
drei Exemplare gleichmässig die Schreibung le-e-ni haben, also scriptio 
plena wie in ne-e-ru^ U-e-pu^ be-e4u etc. (AEV. 25, 7); vgl. dagegen 
iu-mi-e ii-i-ri NE. 17, 44 statt Su-me-e ie-e-ri NE. 19, 39 (siehe dazu 
LNT. 96, 2). ^nu erklärte Hommel, JI. 38 im Anschluss an Smith*s 
Übersetzung als »Sandale« (K3*^p); vgl. aber ZiMM., Bussps, 6, 2: Senu 
labirtu »ein drückender Ring« (ASKT. 87, 64). Jedenfalls steht nicht 
la taieni sondern lä taSapti, wie auch B. richtig bietet, in> Text. 
Nr. 51 hat ina lepäka statt ana Upäka auf Nr. 54 und Nr. 52. 
Z. 23 hat Nr. 51 rigmu ina erfiti^) auch Nr. 52 hat den Accusativ 
rigifta. Z. 28 fehlt bei B. die Variante ta-az-zi-im-tum (für ianzimtu 
»Weh«, Stamm DTi, ZiMM. Bussps, 23, i) von Nr. 51 statt ta- 
'Zi'int'H'y ausserdem bietet B. irrig i-i^-bat-ka"" statt i-gab-bat-ka 
(Col. II: i((äba(), Datn-a-zu statt Nin-a-zu (cf. HoMM. Sem, 373) wie 
Nr. 51 und Nr. 54, Col. II, 20 deutlich bieten, ist bei B. natürlich 
nur Druckfehler. Z. 30 fehlt bei B. die Variante pu-da-a-la (statt 
pU'da-la\ vgl. ZlMM. 6, i; Guy. § 75) von Nr. 51; nin bei B. statt 
f« in fu-ba-a-tu (vgl. V, 14, 32) ist wieder Druckfehler. Auf Nr. 54 
kann übrigens nicht der Nominativ fubätu gestanden haben ; vielleicht 
sind die vor u/ kuttumä erhaltenen Spuren der Rest des Zeichens 
/ä, so dass wir also das correctere (Gesen. § 138, 3) (ubäta im Ac- 
cusativ haben würden wie Col. II, 21 (cf. IV, 3, 35). Die auf Nr. 51 
folgende Zeile (vgl. CG. 240, 21): iratsa ki puri iappati (cf. Col. 
II, 22) fehlt bei B. gänzlich. 

Zu Col. n von Nr. 54 giebt es keine Varianten; mit den Aus- 
gängen der Anfangszeilen dieser Columne auf Nr. 53 ist nicht viel 
anzufangen. Col. 11, 17 ergänzt B. gemäss Col. I, 26 zu nia\rasä\ 
irammu inasic — Tl für NA ist Druckfehler. Es sollte aber wohl 
lauten märahi la irämu inäüg; jedenfalls repräsentiren die vor irämu 



* Bekanntlich las man früher auch in dem ersten Familiengesetxe i'ii'ak'kan-iu 
(AL». 76; SFG. 44) statt i-ia-ak-kan-hi (V, 25, 27) i. e üdkoMiu (SD. 525). 



Hmnpl, die XII. Tafel da Nimnid-Epoa. ;3 

erhaltenen Spuren das Relativum ia. Ebenso sollte es in der fol- 
genden Zeile heissen: mä[raiü\ ia isim m[xaf\. Z. 15 und 16, die 
bei B. vollständig fehlen, Inuteten vielleicht: aüatsu Sa irhmu inäiiq 
und ailatsu ia izini intäxaf oder mit impf, statt der Präsensformen 
mäiiq, imiixaf : iiliq, inaraf. CG. 240, Col. 11, I ist nur Z. 16 be- 
rücksichtigt. Z. ig hat B, fälschlich if-!a-6at-[su] und die Transcription 
i-sa-bal'su; es steht aber ta-[si-iin\-li rrfüim iffaial[su, oder -Mai] im 
Text (cf. LNT. 50). Z. 21 bietet B. am Schluss der Zeile das Zeichen 
iu hinter hit-tu; auf dem Original ist nichts davon zu sehn; auch 
erwartet man (wie Col. I, 30} ma oder wenigstens mu. Z. 32 ist das 
vor fiu-ur stehende ma offenbar zu lii]-ma zu ergänzen, statt Sik-ka-ti 
(Col. I iap-pa-tt\) hat B. MUX-A'. Das letzte Zeichen der Zeile scheint 
TV zu sein. 2X 23 scheint es nach B., als wenn zwischen mu und 
Eabani nichts fehlte; es können aber sehr wohl 2—3 Zeichen da- 
zwischen gestanden haben. Zu den folgenden drei Zeilen 24—26 
Namtär (CV. 38) «/ i^balsu etc., Räbi^ Nergal Ia fiadü (cf. IV, 57, 53; 
ZiMM. 97, 40) etc., Mar thtaz mkare etc. vgl. Nr. 54, Col. HI, IL 
17—19 sowie Nr. 53, Col. III, II. 2—4 und II. 9 u. la Das drei- 
malige tr^iti" ifbatsu am Schlüsse dieser Zeilen hat im Original 
keine Stütze. B. hätte ifbalsu deshalb wenigstens in Klammem 
schliessen sollen. Über die am Schlüsse von Z. 26 erhaltenen 
Spuren siehe meine Anmerkung unter dem Text. Z. 26 bietet meine 
Copie übrigens kein SuTfixum Ja (B. und LNT. 50) hinter imxaf; 
man würde auch eher su erwarten, nicht iu [vgl. mumssu »seine 
Krankheitc für muniflu, SFG. 26, I; ^oAms Hopkins University Cir- 
atiars, Nr. 59, p. ii8a). Die LNT. jo gegebenen Zeilen beruhn 
wohl auf K und nicht auf der CoUation Dr. Craig's; denn auch 
Dr. JEREMIAS giebt dreimal ifbalsu ohne Klammem. Z. 27 passen 
die Spuren des zweiten Zeichens nicht recht zu »»1 ich konnte nur 
zwei horizontale Keile, und zwar der untere etwas weiter nach rechts 
eingerückt, sehn. Der in meiner Autographie erscheinende senkrechte 
Strich unter dem oberen wagerechten Keil gehört nicht zum T^rt 
sondern ist zufäUig beim Schrafüren entstandene autographisch 
that Nach dem Bruch hat B. m'-TUR = ablu, während ich 
copirt habe. Das »1 ist übrigens sehr unsicher; es könnte aucl 
Rest eines anderen Zeichens sein. Gemäss CG. 24O, Col. II 
{p. 297 der SAYCE'schcn Ausgabe] las auch Smith nicht /, soi 
TUR. Sicher falsch ist B.'s i-bi-ki am Ende der Zeile statt i-bi 
Z. 28 deutet B. richtig den Bruch zwischen ana und bit an, wäl 
die Smith -Sa vcE'sche Übersetzung denselben ganz unberücksit 
lisst; statt B.'s e-dil-iu ist aber t-elii-h-hi zu lesen. In der folge 
Zeile ei^änzt B. hinter o^: DINGEK EN-LlL, es könnte aber 
DixcER-EN-zu dagestanden haben, entsprechend dem dingfb 



7^ Beitrige sar semitischen Sprachwisstnscluift 

auf Nr. 53, 1. 6. Am Schluss der Zeile hat B. ma hinter an-ni aus- 
gelassen; beide Schlusszeilen haben -ma am Ende. Zu Anfang der 
letzten Zeile ist mi-ik-ki-e zu lesen wie Nr. 53, nicht mi-ki'e\ Spuren 
von ik sind noch zu sehn, mikku^ das (nach ASKT. 169, § 13) sehr 
wohl auch für miqqü stehn kann, kommt auch II, 22, 10 und V, 

26, II vor. An letzterer Stelle bietet PiNCHES allerdings (ebenso 
wie II, 44, 30) fälschlich tum statt u (vgl. Strassm. Nr. 5283). Da- 
gegen scheint PiNCHES* Lesung biikku (= buqqu^ aram. ppS?) in der 
vorhergehenden Zeile richtiger zu sein als buklu (Strassm. Nr. 1368); 
vgl. auch n, 5, 26 und V, 27, 9 sowie die als custos am Ende der 
Sintfluthtafel stehende erste Zeile der 12. Tafel, AL^ 109, 289. 
Tam(ma)bukku wird wohl ein Compositum sein. Die Übersetzung 
von mikkü durch „tödtliche Wunde*' (CG. 240) beruht offenbar auf 
Combination mit rotj. Für die verschiedene Schreibung mi-ik-kue 
und me-ik-ki-e vgl. den Insectennamen miqqanu^ der II, 5, 42 mi-iq- 
-qa-nu^ V, 27, 23 dagegen me-iq-qa-nu geschrieben wird. Das Wort 
entspricht dem talmud. p]^ „Schabe*' {ßlaita s. Periplaneta orientalis), 
Delitzsch, Assyr, Stud, 84, übersetzte „Termite**. Wenn das ledig- 
lich ein volltönenderer Name für „Holzwurm** sein soll, entsprechend 
dem plautinischen tarmeSj so lässt sich gegen diese Wiedergabe 
nichts weiter einwenden. Eigentliche Termiten oder weisse Ameisen 
aber hat es in Mesopotamien schwerlich gegeben. Identisch mit miq- 
qanu scheint der Krankheitsname migganu II, 28, 10 (Assyr. Stud, 
88 unten) zu sein. Lenormant gab es in der deutschen Ausgabe 
seiner Magie p. 6 durch „Abzehrung** wieder, vgl. auch dessen ^tud, 
cuneif. fasc. II, 9 (= TSBA. VI, 150) und das hebr. pptt Zach. 
14, 12. In dem Vocabular II, 5, 42 steht miqqami „Schabe** zwischen 
säsu „Motte** und tufu „Wurm'* (ZK. II, 298; Deu ProL 113), V, 

27, 23 zwischen nalu „Kornwurm** (Ktjni) und ibxu „Ungeziefer** 
(Del. AW. 27). Vgl. noch CG. 209 und Smith's AD. 177, auch B. 
TSBA. IV, 269. 

Die letzten vier Zeilen der zweiten Columne der XII. Tafel 
werden sonderbarer Weise von B. /. c, pp. 278—9 noch einmal 
wiederholt, wie es scheint lediglich zur Ausfüllung einer beim Druck 
entstandenen Lücke. Das einzig Neue dabei ist die Auslassung der 
Präposition ana zu Anfang der drittletzten Zeile und die falsche 
Lesart itiaru statt ittallak am Ende derselben. 

Col. III giebt B. zunächst, wie Smith in seiner Übersetzung, das 
Fragment Nr. 53. Hinter lu-li in der ersten Zeile ergänzt B. mi\ es 
steht aber i im Text, entsprechend dem hi-li-e in Z. 8. In der 
zweiten Zeile habe ich hinter Namiar ul i^batsux azag dinger ugur 
copirt, diese Zeichen fehlen bei B. gänzlich. Ich will die Richtigkeit 
meiner Abschrift nicht verbürgen, da ich dieses Fragment nicht ab- 



Haupt, die XIL Tafel des Nimrod-Epos. ^5 

schliessend collationirt habe (vgl. jedoch das azag in Z. 9). Nach 
Nr. 54, Col. II, 24 würde man hinter Namtär ul ifbatsu wieder asakku 
ul ifbatsu erwarten (vgl. auch ASKT. 75, obv. 4). Z. 3 sind hinter 
iä padü die Zeichen 1//, if und der Anfang von ba deutlich zu sehn, 
ebenso ul in der folgenden Zeile hinter zikare, B. setzt schon ul in 
Klammem. In Z. 5 hat B. abu Bei amat ul ifbatsu, während ich 
e-fu . . . statt ifbat copirt habe. Smith übersetzt „verachte die Sache 
nicht**, las also jedenfalls nicht i^batsu* Statt tambukku in der fol- 
genden Zeile bietet B. tambukki, und statt mi-ik-ki-e in Z. 7: mi e-ki-e^ 
letzteres entschieden falsch. Z. 8 fehlt bei B. das Relativum la vor 
ana und statt iu-li-e bietet er itt-/r*-KiT resp. su-li-ma. Die folgende 
Z. 9 hat er ganz ausgelassen; sie scheint Z. 17 auf Col. III von 
Nr. 54 zu entsprechen, ebenso wie Z. 10 mit Z. 18 jener Columne 
übereinstimmt. Demnach könnte es scheinen, als fehlte uns keine 
Zeile dieser Columne; vgl. aber die Bemerkung hinter Z, 10 in 
Snuth's Übersetzung, CG. 241. 

Fragment 2 bei B. ist Col, III von Nr. 54. Z. 21 ergänzt B. 
im Anschluss an Smith*s Übersetzung hinter ana qarradv, DINGEK 
Marduk, Das Zeichen hinter qarradi kann aber unmöglich AN sein. 
Es sieht mehr wie MA oder Nl resp. IR aus. Ich habe am Rande 
meiner Copie bemerkt, dass letzteres das wahrscheinlichere ist. Das 
in der folgenden Zeile 22 auf qarradu cdlu** folgende Zeichen ist 
wohl nicht Ti, wie B. bietet, sondern in AN und U zu zerlegen, also 
wohl qarradu edlu DINGER U-GUR i. e. Nergal wie Z. 26. Statt LU 
zu Anfang von Z. 23 und Z. 27 (vgl. Nr. 51, col. VI, 2) bietet B. 
II*; das Zeichen ab hinter ka hat B. ausgelassen (in der Transcription 
giebt er va dafiir); ebenso ia nach utukku in der folgenden Zeile, 
wofür meine Copie (wohl irrig) u-lik-ku bietet Auch Smith über- 
setzt „der Geist" las also ebenfalls utukku, Z. 25 hat B. (wie Smith) 
ana abnhi „seinem Vater** statt ana axi .... Z. 26 liest B. wieder 
qarradu idlüii \il Marduk^ statt qarradu edlu il NergaL Auch Dr. 
Jeremias nennt LNT. 103 Bei, Sin, Ea und Marduk statt Nergal. 
Statt ab hinter ka in Z. 27 hat B. ba. Z. 28 scheint Smith utukku 
ia Eabani ki zaqtqi ultu er^iti^^ ela gelesen zu haben; davon sind 
aber nur die Zeichen bis ul sicher, zu dem -tu erptm elä stimmen 
die erhaltenen Spuren nicht B. bietet za-ki-ku ul Kl-ttm und fasst 
dabei td anscheinend als Ideogramm für ultu\ das ist aber unmöglich. 
Meine Abschrift zakiki ist jedenfalls richtiger als B.*s zakiku\ auch 
Delitzsch hat gemäss LNT. 103, 4 zakiki copirt. Von den folgen- 

• VgL ad. 201, 5: Fatker Bei tke matter do not despise , . . . SAycb hat in der 
neuen Ansgabe von Smith's Werk p. 297: Fatker Bei, a judgment did not take kirn, 

** BoscAWEN schreibt dai Wort richtig mit d\ ygL ZA. I, 399; Del. AW. 
152 onten. 



^6 BeitrSge zur semitiscben Sprachwinentchaft 

den zwei Zeilen 29 und 30, die B. ganz ausgelassen hat, ist in 
Delitzschs Abschrift nur das Verbum imdalUku (vgl. NE. 50, 212) 
deutlich zu erkennen. Ich habe itn-dal-lL-ku copirt, was möglicher 
Weise irrig ist, obwohl die Schreibung nicht ohne Parallelen wäre. 
Innidni am Anfang von Z. 29, was Smith unübersetzt lässt, könnte 
Niphal von eleru ,,schirmen, schonen** sein (vgl. lunntfir oder viel- 
mehr lunnefir IV, 66^ 54a; ZiMM. 105)- wie mnitgä-ma (für iftnett^ä-Ma, 
inatiqdma) von pM,* mniriiu resp. inneriiu von u^^i, innimmedu 

(lies innemidu) von IW (ZK. I, 286) ; vgl. auch Del. AW. 245 unten. 
Oder sollte innidru mit 1 zu lesen sein, als Niphal von nadäru „er- 
grimmen**, was sonst innadir (vgl. Sanh. V, 54) mit a lautet? Auch 
adaru ^^inster, trübe, in Noth und Angst sein** (vgl. Del. AW. 182, 
n. i) kommt in Betracht Die folgenden Spuren scheint Smith u 
ia-pa-ahla-ar (NK 50, 210) gelesen zu haben. Das letzte Zeichen 
kann aber kaum UB, AR sein; die Spuren passen besser zu einem 
Zeichen wie US; auch ax oder al ist nicht ausgeschlossen. Statt 
der ersten drei Zeichen hatte ich übrigens anfangs ar (= si + Ri) 
copirt Die von mir in der zweiten Hälfte von Z. 30 copirten Spuren 
uS'ta-an-na-an würden zu Smith's Übersetzung „er wiederholte" 
stimmen. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass uUannan „er 
wiederholte** bedeuten kann. Uhannan könnte vielmehr nur als 
Reflexiv-Passiv des Pael von iananu (LOTZ, TP. 102) gefasst werden. 
Das ar, das ich in der Fussnote zu Z. 30 zur Wahl gestellt habe, 
scheint mir sehr unwahrscheinlich, vielleicht stand aber ui-ta-an-na- 
-an-Su da. Es ist bedauerlich, dass ich 1882 nicht im Stande war, 
die III. Col. abschliessend zu collationiren. Bei einer nochmaligen 
genauen Untersuchung würden sich vielleicht mehrere der zweifel- 
haften Stellen völlig aufklären lassen. 

Col. IV ist klarer, auch von mir genau collationirt. Z. 3 wieder- 
holt B. ebri „mein Freund*' am Schlüsse noch einmal. Es steht aber 
bloss ul aqäbäku^ ebri^ nl aqäbäku*'' da. Die falsche Übersetzung 



* Vgl Deu Par, 304; KAT.« 277; COT. 269 — sittahtrm mnUqd'ma steht flir 
sittahtnu Sa innitqä'ma (Gesen § 123, 3) and dies ist Object zu uSarm^, Es liegt 
also kein sweifacher Wechsel der Subjecte in dieser Zeile vor, wie Lyon in seinen 
Sargpnsfexten, p. 62 annimmt Aach innefi „es wird gekocht'* (Zimm. Bussps, 43, 4) 
hätte ich noch anftihren können. 

** Ein Saffix -ku statt -ka haben wir auch in liqüku IV, 66, 7 (Zdcm. 28) and 
izxaiku (^ iztazku) in der vorhergehenden Zeile. FOr den Wechsel von tk and ik 
siehe meine Bemerkungen in den Johns Hopkins University Cimtlars, Vol. VI, No. 59, 
p. 118 b (Aag. '87). Als PossettiTSttfHx am Nomen erscheint ^ku statt -ka z, B. in 
htbiahi „deine Wohnung", ag&ku „dein Gemach** IV, 46, 16 (vgl Del. Far, 214; AW. 
85 unten), qurdiku „deine Macht** etc. Denselben Wechsel von auslautendem u und a 
finden wir in himmu „wenn** V, 39, 25 « himma etc. {Jjmu. 38, 10). Dass diese 



Haupt, die Xu. Tafel des Nimrod-Epos. ^^ 

der ersten Zeile qibä ebri durch terrible seer (AD. 202) oder „schreck- 
lich, mein Freund" (CG. 241) statt „sage mir doch mein Freund" 
(LNT. 103) ist schon von Sayce in seiner Ausgabe von Smith*s Werk 
berichtigt worden (p. 298). B. übersetzt y,'sieri<nis frietid! Statt 
lumma zu Anfang der 4. Z. bietet B. \enuma\ Z. 9 lässt B. ma vor 
libbaka aus, und Z. 11 u. 12 fehlt bei B. das Zeichen Ri vor ittapalsix 
(BAL. 106, 2); ebenso giebt er unter ätämar „ich sehe*' nicht die 
Spuren von Z. 14. 

Col. V lässt B. ganz aus Smith übersetzt „gleich einem guten 
Fürsten**; wie hirinmi (Strassm. Nr. 8563) aber „Fürst" bedeuten 
soll, ist mir nicht klar. Das auf damqi folgende dup wird hier wohl 
nicht als Ideogramm stehn, sondern als Sylbenzeichen wie IV, 30, 44 
(vgl ASKT. 163, § 7 und 95, 52). 

Col. VI liest B. falschlich ina ma-a-a-li statt ma-a-a-al und a-lil 
statt (a-lil. Dass in Z. 2 weder me pifiäi (B.), noch me namrüH (JER.) 
zu lesen ist, haben wir schon oben bemerkt Z. 3 klammert B. DI 
von di-e-ku unnöthiger Weise ein; es ist klar zu sehn; auch unter- 
lässt er, die Variante di-ku von Nr. 51 anzumerken. Die daselbst 
den Worten ina maäl galil-ma me zaküti üdti vorausgehenden drei 
Zeilen fehlen bei B. und Smith (auch in Savce's Ausgabe) gänzlich. 
Die Stelle ist allerdings sehr verstümmelt, doch würde sich bei ein- 
gehenderer Untersuchung wohl herausfinden lassen, ob PiNCHES* Le- 
sung oder die von mir gegebenen Spuren dem Originale mehr ent- 
sprechen. Das von mir am Ende der zweiten Zeile von K. 3475, 
Col. VI gegebene ka gehört vielleicht an den Schluss der folgenden 
Zeile; vgl. die Fussnote 7. Ätdmar hinter tamur in Z. 3 lässt B. aus; 
es ist aber noch ziemlich deutlich zu erkennen; auch von mar^ das 
Dr. Jeremias in Klammern einschliesst, sind Spuren sichtbar. Z. 4 
fehlt bei B. das u zwischen abülu u umtnuiu, NaSü kann auf Nr. 54 
nicht gestanden haben, vielleicht iHü^ was nicht bloss Imperfectum 
(für üh*ü)f sondern wie Sintfi. 99 {Anunnafci ii$u dipäräH „die Geister 
der Tiefe erheben die Fackeln")* auch Präsens (für iHau, c{, issassü^ 
SFG. 53) sein kann (cf. auch KAT^. 512 s. v. »rtw). Statt ina tnux 
in Z. 5 liest B. bi'Jda, das auf ialamtähi ina ^eri in Z. 6 folgende 

Nebenformen mit -m (oder -t) statt »a einer jüngeren Sprachperiode angehören sollen, 
will mir nicht recht einleuchten. Eher könnte man denken, dass sie der Umgangssprache 
eigenthflmlich gewesen seien. Offenbar hat das Schwanken zwischen den Casusendongen 
-« and 'U einen Einfloss auf diesen Wechsel ansgeflbt. Die Formen mit 'kumma statt 
'ki-ma wie andfalaku^ma , upaxxard^kU'ma (Sintfl. 3; 186 etc.) ipdiarku-ma (ZiMM. 
96, 25) sind bekannt Auf den Zusammenhang dieser SufHxform mit kummu „dein'* 
(CG. 303, i; ZK n» 377 unten) habe ich schon KAT^. 5S. 3 hingewiesen. Einige 
weitere hierhergehörige Bemerkungen wird man in meiner Assyrischen Grammatik in 
einer Anmerkung zu der Pluralform -kunu ^euer" (** arab. -kumu, 'kum) finden. 
* Vgl. ZK. II, 53 und 322; ZiMM. Busspsalmm, 47 



78 Bdtrige sur semitiichen Sprachwissenichaft. 

nadät „sie (die Leiche) liegt« fehlt bei B. ganz. Statt ina in Z. 8 
hat Nr. -51 das Ideogramm RUM. Lil am Ende der Zeile, das B. aus- 
lässt, ist ziemlich klar zu erkennen. Ebenso lässt B. am Schluss der 
folgenden Zeile das Zeichen u hinter i-hi aus, es ist i-iu-u zu lesen. 
Spuren von ki zwischen pa und da sind noch ziemlich klar zu er- 
kennen; ganz unzweifelhaft ist die Variante pa-ki-di auf Nr 51. Dass 
auf dieser Tafel K. 3475 hinter pakidi la \i'hi''ü\ noch ta-mur a-ta-mar 
gestanden haben soll, erscheint kaum wahrscheinlich. Ebenso ist in 
der Schlusszeile hinter iükulat diqari schwerlich Raum für mehr als 
[kusipat akäU], Die letzten Worte auf K. 2774 }a ina suqi nadä 
ikkal scheinen demnach auf K. 3475 gänzlich genehlt zu haben. Für 
den Sinn der Stelle sind sie ja auch ohne besondere Bedeutung. 
Statt suki resp. süqi giebt B. fälschlich suku resp. zuku\ das Zeichen 
na von nadä lässt er ganz aus. Auch Dr. Jeremias (LNT. 56) 
schliesst na in Klammem ein; es ist aber noch klar zu erkennen. 
Zu der Unterschrift auf Nr. 51 vgl. NE. 26 (auch die erste Zeile der 
Unterschrift AL.' 90), zu Z. 15 NE. 36, 20 ; zu der Unterschrift auf 
Nr. 54 vgl. NE. 36, 18; 41, 15; 64, 38; 6S, 42. Z. 17 ist natürlich 
nach NE. 41, 19 zu vervollständigen. Bemerkenswerth ist die Schrei- 
bung ba-a-e statt ba-an-e (vgl. die Unterschrift der Sintfiuthtafeln 
AL^. 109, 293). Dies kann, wie ich beiläufig bemerken will, sehr 
wohl „übersetzt** bedeuten, eigentlich „herausgebracht** vgl jjsüu*»!. 

Das semitische Äquivalent ban bedeutet wohl „erklärt** (cf. 'D'^S^n 
Neh. 8, 8). 

Ich hebe zum Schluss nochmals ausdrücklich hervor, dass ich 
nicht alle meine Abschriften der verschiedenen Fragmente von Tafel 
XII abschliessend collationirt habe. Als „fertig** sind in meinem 
Manuscript nur bezeichnet: Nr. 51, Col. I (nicht Col. VI); sodann 
Nr. 52 (aber nicht Nr. 53); endlich Nr. 54, Col. I, Col. II (aber nicht 
Col. in) Col. IV und Col. VI. Sollten in Nr. 51, Col. VI oder 
Nr. 53 oder in Nr. 54, Col. III einige Fehler sein, so bitte ich das 
gütigst zu entschuldigen. Ich dachte, es wäre besser, meine Copien 
so wie sie sind herauszugeben, anstatt die Fachgenossen möglicher 
Weise noch Jahre lang darauf warten zu lassen (cf. ZA. II, 147). 
Von demselben Gesichtspunkte aus habe ich auch in meinen ASKT. 
180—183 ^»c Auszüge aus den eme-sal Fragmenten, die ich im 
Oktober 1880 im Britischen Museum flüchtig durchmustert hatte, 
mitgetheilt Dieselben waren ursprünglich überhaupt nicht zur Ver. 
öffentlichung bestimmt Ich kann deshalb auch für diese uncoUa* 
tionirten Auszüge natürlicher Weise nicht dieselbe Garantie über- 
nehmen wie für die in der zweiten und dritten Lieferung meiner 
ASKT. enthaltenen Texte. Darnach ist auch die an sich ja für mich 



lUapt, die Xlt Tafel des Nlmrod-Epos. 79 

sehr schmeichelhafte Bemerkung ZA. 11, 234 zu beurtheilen. Man 
sollte meinen, dass der von mir ASKT. 180 gebrauchte Ausdruck 
durchmustert schon zur Genüge anzeige, dass ich diese Auszüge nicht 
mit den von mir behufs genauer Veröffentl :hung copirten Texten 
in eine Linie stelle. Gewisse Leute scheinen das Wort durchmustern 
aber in einem mir gänzlich fernliegenden Sinne zu fassen. Ich würde 
annehmen, dass dies auf einer besonderen, auch bei der Auffassung 
assyrischer Wörter zu Tage tretenden Eigenthümlichkeit dieser ge- 
schätzten Mitforscher beruhe, wenn ich nicht auch in einem deutsch- 
englischen Wörterbuche für durchmustern die Übersetzung to examine 
accuratefy and minutely fände. Unter diesen Umständen scheint es 
mir nothwendig, ausdrücklich festzustellen, dass ich durchmustern nur 
im Sinne von „durchlesen mit Rücksicht auf mir damals interessante 
emt'ScU Eigenthümlichkeiten^' gebraucht habe. Nichtassyriologen 
werden diese Auseinandersetzung vielleicht sonderbar finden. Diese 
ncvelUstischen Ansätze(^) sind aber leider Gottes im Hinblick auf die 
wohlwollenden Bemerkungen gewisser Zunftgenossen durchaus noth- 
wendig. 

[Nov. '87.1 



Der literarische Nachlass Grotefend's. 

Von 

J. Flemming. 

Die Universitäts-Bibliothek zu Götttngen bewahrt seit einer Reihe 
von Jahren den handschriftlichen Nachlass des Entzifferers der Keil- 
schrift Georg Friedrich Grotefend*. Der verstorbene Professor 
VON Leutsch hat die literarische Hinterlassenschaft seines Freundes 
im Jahre 1878 der Bibliothek übergeben, und Herr Archivrat H. 
Grotefend in Schwerin hat in der Lebensbeschreibung G. F. 
Grotefend*s im 9. Bando> der deutschen Biographie davon Notiz 
genommen. 

Bis jetzt sind die Papiere so liegen geblieben, wie sie eingetroffen 
sind, ungeordnet und unbenutzt Doch wäre es ein Unrecht gegen 
den Mann, dessen genialem Scharfsinne im letzten Grunde auch 
unsere Wissenschaft, die Assyriologie, ihren Ursprung verdankt, und 
der bis zu seinem Tode für ihren weiteren Ausbau unermüdlich 
thätig gewesen ist, wenn wir seine Hinterlassenschaft, ohne weiter 
ein Wort darüber zu verlieren, in dem Staube der Bibliothek begraben 
sein lassen wollten. Es ist indess nicht meine Absicht, das eine oder 
andere Stück des Nachlasses hier zu publicieren; denn das Meiste hat 
Grotefend bei seinen Lebzeiten schon bekannt gemacht, und die- 
jenigen Arbeiten, welche, soweit ich es übersehen kann, noch un- 
bekannt sind, liegen entweder nur in Bruchstücken sehr geringen 
Umfangs vor, oder es sind Entwürfe und Notizen, die ihr Autor selbst 
noch nicht für druckreif hielt, und deren Veröffentlichung deshalb 
heute noch viel weniger zeitgemäss wäre. Vielmehr gedenke ich 
durch eine kurze Beschreibung der hinterlassenen Papiere ein Bild 
von der Arbeit GRotEFEND's zu geben, und im Anschluss daran 
durch eine Bibliographie einen Überblick über die gesammte lite- 
rarische Thätigkeit dieses Gelehrten zu ermöglichen, als Vorarbeit 



♦ Grotefend ist geboren am 9. Juni 1775, gestorben am 15. December 1853. Die 
ausführlichste Schilderung seines Lebens und Wirkens, besonders als Schulmann und 
Latinist, gibt Eckstkin in Erscii und Gruuer's EncyclopädU. 



Flemmiog, G. F. Grotefeod. gl 

einer späteren eingehenden Würdigung seiner Leistungen auf dem 
Gebiete der Keilschriftforschung. — Die hinterlassenen Schriftstücke 
lassen sich in vier Gruppen zerlegen: die erste umfasst die Keilschrift- 
texte, die zweite die Bearbeitungen derselben, die dritte den Brief- 
wechsel mit befreundeten Gelehrten, und den Inhalt der vierten bil- 
den alle die Aufzeichnungen und Notizen, welche dem übrigen, sehr 
mannigfaltigen, gelehrten Schaffen Grotefend*s angehören. 

I. Zunächst also die Inschriften. Sie sind zum grössten Theil 
Lithographien, vielfach aus den eignen Publicationen stammend; eine 
Anzahl ist mit Bleistift oder Feder äusserst sauber und genau ge- 
zeichnet, der Rest ist nach gewöhnlicher Manier geschrieben. Be- 
kannt sind sie alle. Am meisten vertreten sind babylonische Inschrif- 
ten, und unter diesen wiederum stehen die Nebukadnezar's II. oben 
an. Da ist die erste Lithographie der grossen East-India-Hotise 
Inscripäon vom Jahre 1803, und als Hülfsmittel für das Studium der- 
selben die Liste sämmüicher in ihr vorkommenden Kcilschrift- 
zeichen von Thomas Fisher, London 1807; femer die zuerst von 
RiCH bekannt gemachte Kanalinschrift^ die nach Grotefend benannte 
Inschrift, jetzt I R. 65 & (16^ und die sogenannte Inschrift von Babylon 
I R. 52, Nr. 3. Die Zahl der kleinen Backstein-Inschriften beträgt 3S; 
sie sind, wie die beigefügten Notizen besagen, aus den Sammlungen 
und Museen aller Welt zusammengekommen, doch stimmen sie beinahe 
in allem aufs Haar überein. Mehr curios, als wissenschaftlich werth- 
voU sind ein paar colorierte Abbildungen babylonischer Backsteine in 
natüriicher Grösse. Von den übrigen babylonischen Texten verdienen 
nur noch die babylonischen Achämeniden-Inschriften Erwähnung. 

Das Hauptstück der assyrischen Inschriften ist die Lithographie 
des BELLINO-Cylinders Sanherib's. — Auch den armenischen Keil- 
schriftdenkmälem hat Grotefend ein eingehendes Studium zuge- 
wandt. Die von Schulz in Armenien copierten und im Journal 
asiatique von 1840 (S^r. III. T. 9) publicierten Texte hat er sammt 
und sonders abgeschrieben, eine Liste der Zeichen aufgestellt, gleich- 
lautende Stellen gesammelt, die Götter- und Ortsnamen notiert und 
dergleichen mehr. Dazu findet sich noch der Anfang eines Auf- 
satzes vor, betitelt: Bemerkungen über die keilßrmigen Inschriften, 
welche Professor Schulz um den See Van in Grossarmenien abschrieb, 
Grotefend sagt, der Herausgeber der ScHULZ'schen Inschriften habe 
nicht sowohl von ihm als vielmehr von La.ssen, Burnouf und 
Rawlinson Aufschlüsse über die armenischen Inschriften erwartet, 
dennoch glaube er hierin ebensogut als in allen andern Keilschrift- 
arten die Bahn brechen zu müssen. Indessen das vorliegende Bruch- 
stück, es sind nur S. 1—8 und 13 & 14 vorhanden, bringt keine 
Resultate der Entzifferung. 

Baiirlg« nr Mmtt. Spwtehwi a i e mAa ft . L 6 



82 B«itr8ge snr semitischen Sprachwissenschaft. 

Am wenigsten zahlreich sind die permchen Achämeniden-In- 
schriften vertreten, nur ein paar Lithographien und Abschriften kurzer 
Texte sind da. 

Ziemlich umfangreich ist dagegen wieder die Sammlung von 
Abbildungen geschnittener Steine und ihrer Legenden, die aus einer 
grossen Anzahl archäologischer Werke von Cavi.us, Raspe, Mont- 
FAUCON, DOROW, OüSELEV, Ker Porter mühsam zusammenge- 
tragen ist. 

II. Die zweite Abtheilung umfasst die Bearbeitungen der Texte, 
von der druckfertigen Abhandlung bis zur einfachen Materialsamm- 
lung auf zahllosen unscheinbaren Zettelchen. Die Manuscripte der 
Aufsätze und die vielen, schwer lesbaren und zum Thcil wieder 
durchgestrichenen Brouillons sind fast alle unvollständig, bald fehlt 
der Anfang, bald der Schluss, bald beides. Die letzteren übergehe 
ich daher ganz und gar und widme nur den ersteren noch ein 
paar Worte. 

Erhalten sind noch, aber auch nur mit vielen Lücken, die Manu- 
scripte zu Nr. 87, 92, 94, 95, 99 der unten gegebenen Bibliographie^ 
und von ungedruckten Arbeiten findet sich vor eine über assyrisch' 
babylonische Mythologie^ eine Notiz über die möglichst geringe Anzahl 
von Typen zum Drucke der Keilschrift und ein lateinisch geschriebener, 
8 Seiten langer, aber unvollständiger Aufsatz, welcher, soviel sich 
sehen lässt, die ersten, die Entzifferung begründenden, Arbeiten 
Grotefend's recapitultert 

Die Materialiensammlung auf einer Reihe kleiner Zettel berück- 
sichtigt vornehmlich die babylonischen Inschriften. Sie umfasst eine 
Reihe von Zusammenstellungen der Zeichen der einfachen und der 
archaischen Schrift der Babylonier, Listen von Göttern, Sternen, 
Königen, Ländern, Aufzeichnungen über Präpositionen, Zahlen und 
andere grammatische Sachen, flüchtige Notizen aus gelesenen 
Schriften usw. Indessen, so verdienstvoll diese Sammlung auch seiner 
Zeit gewesen sein mag, und so viel Arbeit sie wohl ihrem Urheber 
verursacht hat, heute dürfte sie Niemand mehr als Grundlage seiner 
Studien benutzen wollen. 

III. Den in seiner Art interessantesten Theil des Nachlasses bil- 
den die Briefe, 36 an der Zahl. Sie stammen alle von bekannten 
oder befreundeten Gelehrten, und beschäftigen sich, wenn sie nicht 
Dankschreiben für eine erhaltene Sendung oder Begleitschreiben einer 
abgehenden sind, durchgängig mit wissenschaftlichen Fragen, in erster 
Linie mit der Keilschriftforschung. So sind vertreten Chrlsti an Lassen 
und der Archäologe Eduard Gerhard mit je einem Briefe, DoROW 
mit 2, Hammer-Purgstall mit 3 (sehr schwer lesbaren), CüLi.i- 



FlemmiDg, G. F. Grotefend. 83 

MORE* und der Rev. George Cecil Renoüard mit 3, John Lee mit 4. 
Den werthvollsten Bestandtheil des Briefwechsels bilden aber ohne allen 
Zweifel 9 Schreiben Carl Bellino's.* Es ist das bleibende Ver- 
dienst dieses Mannes, zu einer Zeit, wo die Quellen noch ziemlich 
spärlich flössen, eine nicht geringe Zahl äusserst genauer Copien 
babylonischer und assyrischer Inschriften den Entzifferern geliefert, 
und so ihre Arbeiten gefördert zu haben. Die Briefe nehmen darauf 
Bezug. Grotefend selbst hat sie gelegentlich an verschiedenen 
Stellen, jedoch immer nur stückweise, bekannt gemacht, so dass ein 
Abdruck dieser interessanten Documente aus den Eindheitsjahren 
der Keilschriftforschung unnöthig erscheint, doch will ich wenigstens 
die Stellen nachweisen, an denen die einzelnen Briefe mit grösserer 
oder geringerer Vollständigkeit publiciert sind. 

1) Schreiben vom 20. Aug. 1817: Beiträge zur Erläuterung der 
babylonischen Keilschrift (Nr. 69 der Bibliographie, weiterhin von mir 
citiert als BEBK.) S. 16—17; Fundgruben des Orients (FO.) VI,S. 146. 
— Über die Kanalinschrift Nebukadnezar's. 

2) Brief vom 22. Mai 18 18: FO. VI, 146—47; BEBK. 17—18; 
22—23; ZKM. IV, 44; II, 178—179; BEBK. 18—19. — Über Nebu- 
kadnezar-Grotefend und einige kleinere Inschriften. 

3) Brief vom 31. Juli 1818: BEBK. 20—22; FO. 153; ZKM. II, 
179—180. — Über Nebukadnezar-Grotefend. 

4) Brief vom 8. Nov. 1818: ZKM. I, 214; VII, 64-65; Beitr, zur 
Erläuterung der persepolitan. Keilschrift (Nr. 6S der Bibliographie, 
citiert alsBEPK.) S. 9— 12. — Über Ker Porter's Reisen in Persien. 

5) Brief vom 28. Nov. 1818: ZKM. VII, 65. 

6) Brief vom 19. April 1819: ZKM. VII, 66—69. — Über den 
Bellino-Cylinder Sanherib*s. 

7) Brief vom 30. Sept 1819: BEBK. 24; ZKM. VII, 67—68. 

8) Brief vom 6. Febr. 1820 : BEBK. 25. 

9) Brief vom 15. März 1820: ZKM. I, 216—19; 22O; BEBK. 25. 
Ein halbes Jahr später war Bellino gestorben. Die Kunde von 

seinem Tode hinterbrachte ein Schreiben seines Vorgesetzten Claudius 
Jame-s Rich an Hammer-Pürgstall, welches dieser in deutscher 

* ISAAC CULLIMORE (1791— 1852), eogliicher Ägyptologe. Aach auf aasyriologiichem 
Gebiet hat er sich bekannt gemacht» und zwar durch seine 1842 im Verein mit John 
Lee und Gore Ouseley begonnene Ausgabe der Oriental Cylinders^ die aber nicht xum 
Abschlnss gekommen ist Weiteres Aber ihn in Gentleman*! Magazine 1852, Vol. n, 
S.P08. 

** Über Bbluno*s LebensumstSnde weiss ich weiter nichts tu berichten, als dass er 
ein geborener Wflrttemberger war, und cur Zeit, da er mit Grotefend in Correspondenx 
trat, irgend eine Stellung bei der englischen Residentscbaft in Bagdad bekleidete. Resi- 
dent war Claudtos James Rich. 

6» 



8^ BdtrSge cur lemititcheii SprachwiMenichaft 

Übersetzung Grotef£ND übermittelte. Es befindet sich ebenfalls in 
der Sammlung und da es seines Autors und seines Inhalts wegen 
doppelt interessant ist, theile ich es hier mit 

Mossul d. 13. Norember 1820. 
Lieber Hmmmer! 

Eine traurige Pflicht trifll ans Beide, fUr Sie aber doppelt beschwerlich, und gern 
bitte ich »ie Ihnen erspart, wfisste ich irgend eine Art, diese Nachricht mit Vorsicht und 
Sorgüidt den betrübten Freunden mitzutheilen. Der arme Bellino ist nicht mehr, und ich 
▼erlasse mich auf Sie, diese traurige Nachricht seinen Freunden auf die mögiich[st] 
tarteste >^eise mitsutheilen. Ich glaube es wird jedem, der irgend ein Interesse an diesem 
trefflichen jungen Mann% nimmt, nicht unwillkoDunen sein, etwas Yon den letzten Augen- 
blicken seines Lebens zu hören. Ich glaube, es ist der einzige Trost, zu denken, dass 
sein Ende ebenso glflckltch war, als wire er im Hause seiner Eltern gestorben, und dass 
er an nichts Mangel litt, was nur immer freundschaftliche Wartung, ärztliche Hülfe, und 
geistlicher Trost gewähren kann. 

Als wir im östlichen Kurdistan waren, gab ich dem guten Bellino Erlaubniss sich 
zu entfernen, um die Alterthümer von Hamadan zu besuchen, welches lange 2^it seine 
Lieblingsidee war. In Kurdistan war er etwas unp&sslich gewesen mit einem gewöhn- 
lichen Abweichen [Diarrhöe], Ton dem er aber ganz hergestellt wurde. Ganz frisch und 
gesund ging er nach Hamadan, welches in ganz Persien eines der besten Klimate hat. 
Er hatte einen italienischen Arzt mit sich, der einige Zeit in Bagdad und Kurdistan 
gelebt hatte und diese Gelegenheit von Bellino's Reise benutzte, um Persien zu sehen. 
Bellino Yerliess uns in Sina, von wo aus ich auf einem Umw^;e nach Sulimania ging. 

Inzwischen bekam aber Bellino in Hamadan ein bösartiges Gallenfieber, welches ihn 
jeden Gedanken, die Inschriften zu kopieren, aufzugeben und zu uns zurückzukehren 
zwang. Er erreichte uns in Sulimania in einem besseren Zustande, als er gewesen war, 
aber doch noch nicht ganz vom Fieber frei, und an den Füssen geschwollen. Unter 
der Obsorge des Herrn Bell, des Arztes der Residentschaft, der ihn wie seinen eignen 
Bruder pflegte ward er bald hergestellt; das Fieber und alle bösen Symptome rer- 
schwanden ginslich, und in kurzer Zeit fand er sich hinULnglich wohl, die Reise für 
einige Tage weiter fortzusetzen, bis wir hier anlangten, wo die Luft besonders in dieser 
Jahreszeit. fUr Reconvalescenten unTcrgleichlich gut ist Er machte die Reise zum Tbdl 
in der Sinfte meiner Frau, theils auch in einer gedeckten S&nfte; und er war unterwegs 
augenscheinlich besser, so dass Niemand den mindesten Zweifel an seiner Genesung hegte. 
In der That, ich bedauere, dass unsere Reise nicht l&nger wXhrte, denn eine seinen 
Krftften angemessene Bewegung war ihm immer sehr heilsam. 

Kurze Zeit nachdem wir hier ankamen, fing er an den Muth zu Yerlieren; eine leichte 
Diarrhöe schwichte ihn betrlchtlich und Schlaffheit und Gleichgültigkeit bemächtigte 
sich seines Geistes immer mehr und mehr, und machte es uns unmöglich, ungeachtet 
aller unserer Bemühungen, ihn zu bereden, nur im mindesten Kraft anzuwenden. Meine 
Frau war unermüdlich in der Sorge für ihn. Am Abend beredete sie ihn, ein wenig 
mit ihr spazieren zu reiten, welches ihn zu erheitern schien. Vorgestern ritt er wieder 
auf eine halbe Stunde aus, und es schien ihm gut anzuschlagen. Niemand hatte die 
mindeste Ahnung, dass irgend eine Gefahr bei ihm zu fürchten wäre, und er beklagte 
sich auch gar nicht Die leichte Diarrhöe hörte ganz auf und es war gar keine Gefahr 
da. Er kam stets zu Tische und zeigte einen Appetit der stete Ermahnung erheischte; 
dennoch nahmen seine Kräfte immer ab, er wurde immer mehr und mehr schlaff und 
traurig. Gestern Morgen begehrte er sein Frühstück ins Bett, ich fand ihn sehr schwach, 
aber doch besser als die Nacht zuvor. Dies war auch Herrn Bellas Meinung, der ihn 



Flenuning, G. F. Grotefend. 85 

weder bd Tage noch bei Nacht einen Angenblick Yerlieta. Er nahm sein Frflhstflck 
mit Appetit ein, und begehrte, man möchte ihm gegen Mittag etwas Milch in Kaffee, 
und gegen Abend etwas Reis geben Armer Bellino I er sah den Sonnenuntergang nicht 
mehr. Gleich nach dem Frflhsttick wurde er auffallend übler, war ganz erschöpft und 
konnte kaum sprechen, die Diarrhöe flberfiel ihn heftiger als vorher. Ich kam su ihm 
and Terliest ihn auch nicht mehr. Ich fand es nothwendig, nach einem Geistlichen xu 
■chicken, denn es war beinahe nicht xn bexweifeln, dass seine Genesung vermöge seiner 
achwachen Constitution und seines Temperaments nie mehr stattfinden werde. 

Als der Geistliche kam, war er sehr damit xufrieden, und äusserte, dass er stets 
einem in ItaUen erzogenen katholischen Geistlichen gebeichtet und bei ihm communiciert 
habe. Er verlor darauf immer mehr und mehr die Besinnung und entschlief ruhig gegen 
4 Uhr Nachmittags. 

Meine Frau ist, wie Sie sich leicht vorstellen können, untröstlich; ja wirklich wir 
sind es alle. Er war ein vortrefflicher, gutherziger, junger Mann und sein rasches Wesen 
machte ihn uns nur noch angenehmer, und nur mit wahrem Schmerze erinnern wir uns 



Der katholische Bischof des Kircbensprengels wachte die Nacht hindurch bei seiner 
Leiche. Diesen Morgen erwies ich meinem geschätzten Freunde die letzte Ehre. Ich 
begleitete ihn auf den katholischen Gottesacker mit der ganzen Residentschaft; der 
Bischof mit dem ganzen Clerus erwies ihm den letzten Dienst Ich habe Anstalt ge- 
troffen, dass die erforderliche Anzahl Messen mit der gehörigen Feierlichkeit in der 
katholischen Kirche gelesen werde, und habe ihm ein Monument auf sein Grab setzen 



Ich habe nun die traurige Erzählung geendet, ich kann nicht weiter fortfahren, ich 
bin zu betrflbt Der arme Bellino ist nicht einer von denen, die man so leicht ver- 
gessen kann. Leben Sie wohl Ihr aufrichtiger 

Claudius James Rieh. 

Es folgt dann noch in Parenthese: 

[Die Verdienste Bellino's um die Wissenschaften werden sich erst dann wflrdSgen 
lassen, wenn einmal die Nachrichten Aber sein Leben und Wirken vollständig gesammelt 
sind. Hier bemerken wir nur, dass er sich hauptsächlich durch neue Entdeckungen Aber 
das Alter der Buchstabenschrift verdient gemacht hat] 

In DoROW's Buch Die assyrische Keilschrift (vgl. Nr. 38 der 
Bibliographie) bemerkt Grotefend auf S. 54, er habe sich die Briefe 
Niebuhr's verschafft, die dieser mit den Abbildungen der persepoli- 
tanischen Ruinen und Inschriften, zum zweiten Bande seiner Reise^ 
beschreibung gehörig, seiner Zeit an Chr. G. von Murr nach Nürn- 
berg gesandt habe. Diese Briefe — es sind ihrer drei — befinden 
sich' mit jenen Tafeln ebenfalls unter dem Nachlasse. Nach dem 
Erscheinen des zweiten Bandes der Reisebeschreibung hat dann Murr 
die auf die Tafeln bezüglichen Stellen abgeschrieben und seine Ab- 
schrift mit den Tafeln, NiEBimR*s Briefen und einem Aufsatz über 
die persepolitanischen Inschriften aus dem vierten Bande seines 
youmals sur Kunst und Litteratur zu einem Bande vereinigt Die 
Briefe Niebuhr's sind alle drei schon veröffentlicht, und zwar der 
erste im vierten Bande von Murr's Journal^ S. 122 — 124, die beiden 



86 Beitrige sar lemitischeii Sprachwissenschaft 

andern in DOROW's schon erwähnter Schrift, und zum zweiten Male 
in den GGA. 1836, S. 1997—2000. 

IV. Über die vierte Gruppe kann ich mich kurz fassen. Da sind 
Listen von persischen und Sanskrit-Wörtern, Notizen über das Avesta 
und Firdusi*s Schähnäma, über Homer und Horaz, beschriebene 
Blättchen und lithographierte Tafeln mit griechischer, lycischer und 
etruskischer Schrift, zahlreiche Abbildungen ägyptischer Denkmäler, 
die CüLLiMORE geschenkt hat, usw. — 

Es folgt die Bibliographie. Ich habe möglichste Vollständigkeit 
erstrebt, doch gebe ich mich nicht der Illusion hin, ganz abgesehen 
von dem, was anonym erschienen ist, alles beigebracht zu haben; 
denn die literarische Thätigkeit Grotefend*s erstreckt sich über 
einen Zeitraum von 55 Jahren, und umfasst die verschiedensten Ge- 
biete: Persisch und Babylonisch, Griechisch und Lateinisch, Oskisch 
und Umbrisch, Phrygisch und Lycisch, dann wieder Deutsch, Lin- 
guistik und Alterthumskunde, Geschichte undPädagog^ik. Grotefend 
selbst beklagt sich mehrmals über seine Kritiker und Fachgenossen, 
Hartmann und Burnouf, dass sie nicht alle seine Arbeiten gekannt 
und berücksichtigt hätten, die Jn vielerlei Schriften und Journalen 
zerstreut wären**; und doch hilft er dieser Unkenntniss nicht ab: 
^Ue die kleinen Schrtften^ welche ich ohne meinen Namen drucken 
liess^ auf zuzählen^ verbietet Mangel an Raum** heisst es und wiederum: 
fyRecensent könnte mehrere Schriften namhaft machen, worin seine Fort- 
schritte verzeichnet strhn, doch ist dazu hier nicht der Ort^* Viel mehr 
nun, als HARTMANN und BuRNOUF kannten, habe ich auch nicht zu 
bieten, daher wird meine Liste in der ersten Hälfte wohl manche 
Lücke haben. 

Die Arbeiten 6. F. Grotefend'e. 

I. Selbitändige Werke, Abhandlungen aus Zeitaohriften. 

I. Commentatio de pasigraphia sive scriptum univenali. Gottingae 1799. [Wieder- 
abgednickt im <iUitteii Stück der Abhandlungen des Framkfurtiichen Getehrien- 
Vereines, Frankfort a. M. 1821]. 

t2. Praevia de cuneatis quas vocant inscriptioDibus PerBepolitanis legendi« aut expli* 
candis rdatio. — GGA. 1802, S. 1481 — 87. [Referat tod Thomas Tychsen]*. 

t3. De Zendici alphabeti atque sennonis charactere. — GGA. 1802, S. 1769— 1772' [Refe- 
rat von Tychsen]. 



* Eine detaillierte Übersicht Aber die ersten mehr oder weniger glücklichen Ent- 
zifferungsrersuche der persepolitanischen Inschriften, die Grotefend und seine Vorgänger 
O. G. Tychsen, Munter und Lichtenstein angestellt haben, gibt A. Th. Hartmann, 
O, G. Tychsen ^ Bd. II, 3, Bremen 1820. Vgl. auch die Neue allgemeine deutsehe 
Bibliothek, Bd. 97, S. 130--153. Beriin 1805. 



Flemmiog. G. F. Grotefend. 87 

f4. Fasdcolus IL de primae secundoeqae scripturae inscriptionibiu per tingolas voces 
inter se compantis. — GGA. 1803, S. 593~S95- [Referat tod Tychsen]. 

^5. Fasciciiliis IIL de sensa majorum ioscriptionam et interpretationom praesidiis. — 
GGA. 1803, S. Ii6i>-ii67. [Referat von Tychsen]. 

Grotefend selbst kommt erst zum Wort über seine Entdeckun- 
gen in der 

t6. BeUage xu A. 11. L. IIeeren's Idttn über die Politik, den Verkehr und den 
Handel der vornehmsten Völker der alten Welt. Theil I, a. Aufl. Göttingen 1805, 

i>. 932-958: 

Über die Erklärung der KeilschriAen, und besonders der Inschriften von Perse- 

polis. 3. Aufl. 181 5; S. 564—603 derselbe Aufsatz, und S. 643-653: 
t6a. Über Pasargadae und Kyros Grabmal; und dann beide nochmals 4. Aufl. 1824 
S. 325—361 und S. 371-383. — 

Aus: Nova Acta societatis latifiae Jenensis, Vol. I, Lipsiae 1806: 

7. S. 161 — 168: Carmen Diogenis Laertii de Eudoxo Lib. VIII fin. metro suo re- 
stitutum. 

8. S. 221 — 330: Akaei bymnus in Mercurium e fida Horatii (Od. I, 10) versione 
restitutus. 

9. S. 387 — 400: Pindar's erster olympischer Siegeshymnus metrisch Übersetzt 

f 10. Entzifferung eines hieratischen Alphabets in einem Briefe an Herrn ▼. Htunmer. — 
FO. IV, Wien, 1814, S. 240-245. 

■fix, Explicatio tabulae, qua inscriptiones laterum coctilium in yeteris Babylonis loco 
repertorum omnium, qui adhuc innotuerunt cum magnae inscriptionis ibidem re* 
pertae et Anno 1803 Londini vulgatae versibus similibus conferuntur. — FO. IV, 

S. 33«— 337. 

12. Gegenbemerkungen ttber Homer's Geographie, Ycranlasst durch die Bemerkungen 
des Herrn Prof. Ukert über denselben Gegenstand. — Allgem, geographische Ephc' 
mcridcn hrsg. von F. J. Bertuch, Bd. 48, Weimar 1815, S. 255—282. Fortsetzung: 
Nette Ephemeriden, Bd. I. 1817, S. 275—293. 

13. Anfangsgründe der deutschen Prosodie, Giessen 1815. 

14. Ilorazens fünfzehnte Ode des zweiten Buches. — Athenaettm hrsg. von Günther & 
Waciismuth, lid. I, Halle 1816, S. 176—180. 

ti5. Explicatio tabulae, characteres cuneiformes ex tertia quartaqne scriptum recensentis. 

— FO. V, 1816, S. 225—230. 

16. Grössere lateinische Grammatik für Schulen nach Wenk's Anlage umgearbeitet 

Bd. I| 2. Aufl. Frankfurt a. M. 1817; 3. Aufl. 1819; 4. Aufl. 1823. Bd. II, 

2. Aufl. 1820; 4. Aufl. 1824. [Als erste Auflage wird die von Grotefend besorgte 

7. Ausgabe der WENK'schen Grammatik gerechnet, Frankfurt a. M. 1815/ 16]. 

ti7. Gutachten über vier von Sir Gore Ouseley aus Persien mitgebrachte Keilschriften. 

— GGA. 1817, S. 529—531; vgl. auch S. 1754. [Referat von Heeren]. 

't'i8. Bemerkungen über die Ruinen eines persischen Denkmales in der Gegend von Suez. 

— FO. VI, (1818) S. 252—258. 

t>9* Beweu, dass alle babylonische Keilschrift, soweit sie bis jetzt bekannt geworden, 
ungeachtet aller Verschiedenheiten in der Schreibweise, zu einerlei Schriftgattung 
and Sprache gehöre. — FO. VI, S. 143 — 162. 
20. Horaz, Ode III, 6. 30. I, 1. — Athenaettm, Bd. III (1818} S. 77—89. 

t2i. Bemerkung über die Keilschrift. — GGA. 1818, S. 194. [Referat von Heeren]. 

t22. Aufsatz ttber die von Ilerschel der Kgl. Ges. d. Wissensch. in Göttingen übersen- 
deten Copien indischer Inschriften und zweier babylonischer Backsteine. — GGA. 
1818, S. 574—575 [Referat von Heeren]. 



88 Beitrige rar Mmitischen Sprachwinenscbaft 

Aus den Abkandiungen des frankfurHichtn GelekrUnutninti för deutscht 
Sprache, Frankfurt a. BImin: 
33. Stück I (18 18) S. 7—9: Nachricht Ton der EnUtehnng des Vereines. 

24. S. 24 — 152: D. Martin Luthers Verdienste um die Ausbildung der hochdeutschen 
Schriftsprache. 

25. S. 153 — 200: Sprachbemerkungen Aber den Titel des frankfurtischen Gelehrtenvereines 
ftlr deutsche Sprache. 

26. S. 201—216: Wie unterscheiden sich Gesellschaft und Verein? 

27. S. 235 — 247: Gegenbemerkungen xu Seel's Abhandlung über die Linder und 
St&dtenamen auf er und isch, 

28. Stück n (1818) S. 3—102: Sollen wir uns Deutsche oder Teutsche nennen? 

29. S. 103—128: Das Wort Sprache nach allen seinen Besiehungen eri&utert 

30. S. 141 — 318: Bemerkungen zum Grundrisse der reinen allgemeinen Sprachlehre von 
G. M. Roth, Frankfurt 181 5. 

31. Stück m (1821). S. 17—32: Deutsche Bezeichnung sprachlehrlicher Kunstaus- 
drücke. 

32. S. 63—122: Über die gothischen Urkunden aus Italien. 

33. S. 123—291: Die deutschen Zahlwörter. 

34. Aus der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste hrsg. von Ersch 
& Gruber, Leipzig 181 8 ff. die Artikel: A, Ab (hebr. Monatsname), Abc, Abtb, 
Abkürzungen, Abacadabra, Achaia, Acht, Adar, Ägyptische Sprache und Litteratur, 
Aeolos, Aera, Aethanim, Agnus, Alektryomantie, Aleuromantie, Alfenfuss, Almanach, 
Alphabet, Amerdat, Anagramm, Ananisapta, Anfang, AnnShening, Anthisterion 
Anthropomantie, Antilogie, Antinomie, Apellaeus, April, Arae, Archaismus, Arg, 
Arimaspen, [Geschichte der] Arithmetik, Arithmomantie, Arkadia, Articulation, Atlas 
Athener, Au, Aufgehen, Aufschrift, Augustus (Monatsname), Aussprache, Ayar, B, 
Bamalip, Barbara, Barbaren, Barytonon, Basileus. 

t3S. Bemerkungen über eine bisher noch nicht untersuchte Gattung keilförmiger In- 
schriften. — GGA. 1819, S. 1950—1952. [Referat von Tychsen]. 

t36. Vorläufige Nachrichten von eim'gen persischen, babylonischen und ägyptischen 
Denkmälern. — Allgemeine Hallesche Litteraturuitung 1819, Bd. 11, CoL 137 — 
144 & 664. 

t37. Das Gebiet der keilförmigen Inschriften, soweit sie bekannt sind. -^ Ibid. 1820, 
Bd. I, Col. 841—846. 

t38. Erläuterungen über einige babylonische Cylinder mit Keilschrift, in DoROW, Die 
assyrische Keilschrift erläutert durch sivei noch nicht bekannt gewordene Jaspis- 
Cylinder aus Niniveh und Babylon, Wiesbaden 1820, S. 23—56. 

t39. Persische Ikonographie auf babylonischen und ägyptischen Kunstwerken. Erster 
Beitrag. — Amalthea, oder Museum der Kunstmyihologie, hrsg. von C. A. Böttiger. 
Bd. I, Leipzig 1820, S. 93 — 103. 

t39»- Zweiter Beitrag, Bd. II, 1822, S. 65—114. 

40. Inschriften am Grabmale Günthers von Schwarzburg im Dome zu Frankfurt a. M. und 

41. Ober eine silberne Schaale der Weimarischen Sanmilung. — Archiv der Gesellschaft 
für ältere deutsche Geschichtskunde, Bd. HI, Frankfurt a. M. 1821, S. 142— 145 
und 461 — 468. 

4t. Kleine lateinische Grammatik für Schulen, Frankfurt a. M. 1821; 2. Aufl. i8a6. 

43. Die Römerstädte längs des Pfahlgrabena auf der Nordseite des Mains. — Krit. 
Bibliothek für das Schul- und Unterrichtnoesen, N. F. I. 1828, S. 57 & 58. 

44. Kurze Entwickelung der hauptsächlichsten Gattungen von Wörtern, Wortbildungen 
und Sätzen in der Sprache. — Neues Archiv für Philologie und Pädagogik, Jahrg. IV 
(1829), S. 53-56. 



Flemmiogi G. F. Giotefend. 89 

45. Vorllufer dner demilichst encbeiDcnden Schrift Aber die alten Sprachen Mittel- 
Italiens. — Nnus Archiv, IV, S. loi— 126. 

46. Zur Bericfatigiing einiger grammatischen Ansichten des Herra Professor Bopp. — 
Neutt Archiv, V, 1830, CoL 313—316. 

47. De pnblicaram scholarom praestantia et ntilitate» Hannoverae 1831. 

48. Vorrede sor 7« Aufl. von ScHELUCR-LüNnUNN's LaUimsch-äittitchim und Deutsch' 
lateinischem Handltxicon, Leip^ 1831. 

t49. Nora pericola cnneiformes inscriptiones enodandi, emendatios et auctius facta. Fasd- 
cnlBs I— rV, 1833. — GGA. 1832, S. 641—647; 1209— I2ia [Referat von 
Hebrbn.] 

[Handschriftlich ist diese Arbeit seit ihrer Abfasrang auf der Göttbger Bibliothek 
▼orlianden.] 
5a Remarks on some inscriptions fonnd in Ljcia and Phrygia. — Trvmaciipm 0/ tht 
R0yai Asiaüc Society 0/ Great Britain, VoL m, Part 2, London 1833, S. 317— 331. 

51. Artikel fforatius in Ersch und GkOBBR's Encyclopidie^ Sect II, Theil 10, S. 457— 
476. Ldprig 1833. 

52. Geschichte des Lycevms der Königlichen Reddensstadt Hannorer während des Zeit- 
ranms Ton 1733 bis 1833, Hannorer 1833. — 

Ans den Blättern für Mümkunde hrsg. Ton H. Gkotb, Bd. I, Leipxig 1835: 

53. Einige Brlinteningen der Münzen mit oskischer Aufschrift in Eckhbl's Dcctrina 
mtmortem veterwn, P. I, Vol. i. — Nr. 21 & 22. 

$4. Woher stammt das eigenthttmliche Mfinssystem des alten Italiens? Nr. 28 & 29. 

55. Bemerkungen sn einem Anftatce des Dr. Stieglitz über die Form der ältesten 
griechischen Münzen, Nr. 31 & 32. — 

Band II, 1836: 

56. Anleitung zu richtiger Lesung und Beurthdlung der Anischriften alt-itaUscher Mün- 
zen, Col 25—28; 33—43. 

57. Velia oder Volsinii? Col. 113— 1 17. 

58. Über die Münzen des alten Campaniens und Samniums und einiger angrenzenden 
Gegenden, Col. 141— 158. 

59. Die antiken Münzen von Unter-Italien mit Ausnahme der griechischen und römischen 
Cokmien, CoL 265—273. 

60. Das umbrisch-picenische Münzwesen im alten Italien, Col. 69 — 76. 

Bd. ni, 1837: 

61. Ein Referat Über Raoul-Rocbette, Lettre k M. Grotefend sur quelques m^daiUes de 
rob des Odryses et des Thraces, Paris 1836. CoL 18—23. 

Bd. IV, 1838: 

62. Das älteste Geld, Abschnitt II, Col. 44—50. 

63. Rudimenta linguae Umbricae ex inscriptionibus antiquis enodata. Particula I— Vm. 
HannoYerae 1835—39. 

64. Vorwort zu Sanchuniathcn's Urgeschichte der Phönicier ron Fr. Wagbnfeld, 
Hannorer 1836. 

165. Urkunden in babylonischer Keilschrift. Bdtrag I— IV. — ZKM [i. e. Zeitschrift 
für die Kunde des Morgenlandes] Göttingen 1837 ff. Bd. I, S. 212—222; Bd. II, 
S. 177—189; Bd. ni, S. 179—183; Bd. rV, Bonn 1842, S. 43—57. 

166. Neue Bdträge zur Erläuterung der perrepolitanischen Keilschrift nebst einem An- 
hange Über die Vollkommenheit der eisten Art derselben, Hannover 1837. 

67. Rudimenta linguae Oscae ex inscriptionibus antiquis enodata, Hannoverae 1839. 

68. Die Artikel: Argonautae, Chonia, Iguvium, Xtalia in PaüLY's Realencyclopädie der 
classischen Alterthumswissenschaft, Stuttgart 1839 ff* 



gO Beitrftge cor semitischen Spnchwisienscbaft. 

t69. Nene Beitrige sor ErlSatemng der babylonischen Keilschrift nebst einem Anhange 
Aber die Beschaffenheit des ältesten Schriftdnicks, Hannover 1840. 

70. Über die neuen Reisewerke von Fellows. — Verhau dlungeu der vierten Versamm- 
iung dttit scher Philologen und Sehulmänner in Bottn, 1841, S. 85-89. 

71. Zar Geographie und Geschichte von Alt- Italien. Heftl: Alteste Kunde von Italien 
bis cur Römerherrschaft, Hannover 1840; Heft II: Der Griechen älteste Sagen- 
geschichte von Italien; Heft III: Der Römer älteste Sagengeschichte von Italien; 
Heft IV: Italiens Bevölkerungsgeschichte bb zur Römerherrschaft, 1841; Heft V: 
Nomenclatur der Völker Alt-Italiens, 1842. 

72. Die alten Geographen und die alte Geographie hrsg. von S. F. W. Hoffmann. 
Heft I: Menippos, der Geograph aus Pergamon, dessen Zeit und Werk. Eine 
Untersuchung. Nebst Ergänzungen aus Pithous Handschrift zu dem Werk mit Skylax 
Namen von G. F. Grotefend und H. N. Ulrichs, I^ipzig 1841. 

73- Über Lykische Schrift und Sprache. — ZKM. IV (1842), S. 281—301. 

74 Eine Bemerkung zu Tacitus Annalen XV, 41. — Kheinisches Museum für Philologie t 

N. F. m (1845), s. 152-153. 

75. Horatiana. — Jihein, Mus, N. F. IH, S. 469-473. — 
Aus dem Philologus: 

76. Bd. I (1846) S. 143—147: Verhältniss des HoraUus zu Augustus. 

77* S. 605 — 609: Verhalten des Horatius g^en die Elcgiker seiner 2^it. 

78. Bd. II (1847) S. 280—288: Des Horatius Freunde und Bekannte. 

79. WIV (1849) S. 673—678: Des Horatius Weintrank. 

80. S. 680 — 681: Alteste Familienbekanntschaft des Horatius in Rom. 

81. Bd. V (1850) S. 141—144: Die Verszahl horazischer Oden. 

82. S. 166 - 170: Einige Bemerkungen zum Specimen conmicntatorium 

Homeri Iliadis des Herrn Director Lange. 

f 83. Keilinschriften aus der Gegend von Niniveh, nebst einem persischen Siegel. — ZKM 
VII, 1846 (1850) S. 63-70. 
84. Das Aufblühen der Stadt Hannover von ihrem ersten Ursprünge bis zur Mitte des 
vierzehnten Jahrhunderts und Festrede zum fUnf hundertjährigen Jubelfest des Lyceums 
zu Hannover in Erinnerungsblätter at: das fimßiundert jährige Jubelfest des Lyeeunu 
tu Hannover^ Hannover 1848. 

t85. Bemerkungen zur Inschrift eines ThongefUses mit babylonischer Keilschrift, Göt- 
tingen 1848. — Abhandlungen der Gese Ilse haß der H'issense haften zu Göttini^en 
[citiert als AGWG], Bd. IV. [Dazu 2 Steindrucktafeln mit der auch 1 R. 65 & 66 
publicierten Inschrift Nebukadnezars II.] 
86. Schriftstellerische Laufbahn des Horatius, Hannover 1849. 

t87. Bemerkungen zur Inschrift eines Thongefässes mit ninivitischer Keilschrift, Göttingen, 
1850. — AGWG. IV. [Dazu zwei Nachträge-, i) Das Zeitalter des Obelisken ans 
Nimrud. — 2) Die Erbauer der Paläste in Khorsabad und Kujjimdschik. — Beide 
Nachträge befinden sich auch in den Nachrichten der Ges. der Wissensch. [GGN] 
1850, S. 177 — 186 & 196 — 203. Am Schluss des Randes die Lithographie des Bel- 
lino-Cylinders Sanheribs.] 

f88. Assjrrisches in Griechenland: i) Poseidon. — 2) das Löwenthor zu Mykenae. — 
3) die Säulengötter. — Archaeologische Zeitung^ hrsg. von E. Gerhard, Bd. IX, 
Col. 337—342, Berlin 1851. Die Fortsetzung dieses Aufsatzes, wieder von Poseidon 
handehid, befindet sich in Bd. XI (1853) Col 29—32. 

t89. Anlage und Zerstörung der Gebäude zu Nin.rud nach den Angaben in Layard*s 
Niniveh, Göttingen 1851. — AGWG. V. [Erster Anhang: Götlerlehre der Assyrier 
nach den Andeutungen im Palaste zu Nimrud. — Zweiter Anhang: Über assyrische 
und babylonische Königsnamen] 



Flemmiog, G. F. Grotefend. Ol 

t90. Über eine mericwttrdige Nachschrift einiger Backsteine aus Kujjundschik. — GGN. 
1853, S. 92-95. 

^91. Erl&atening der Keilinschriften babylonischer Backsteine mit einigen andern Zu- 
gaben, HannoTcr 1852. [Die Zugaben sind: ErlSuterung der Inschrift eines baby- 
lonischen Steines mit der Abbildung eines Stemaehers. — Die Sternkunde der As- 
syrier und Babylonier. — ErULuterung einiger morgenländischer Cylinder. — An- 
rufung der Götter auf dem Obelisken aus Nimrudj. 

t93- Die Tributrerzeichnisse des Obelisken aus Nimrud nebst Vorbemerkungen Aber den 
▼erschiedenen Ursprung und Charakter der persischen tmd assyrischen Keilschrift 
und Zugaben Aber die babylonische Current- und medische Keilschrift, Göttingen 
1852. — AGWG. V. [Es sind noch zwei Nachträge hinzugefügt: 1) Erl&uterung 
der dreisprachigen Keilinschriften zu Persepolis. — 2) Die Grabschrift des Darius 
in Nakschi-Rttstam.] 

't'93. Erlinterung einer Inschrift des letzten assyrisch-babylonischen Königs aus Nimrud 
mit drei andern Zugaben, Hannover 1853. — [Erste Zugabe i Zeitfolge der assy- 
rischen und babylonischen Könige nach den Keilinschriften des britischen Museums. 
— Zweite: Der Ursprung der Keilschrift mit dem Rechnen darin. — Dritte: Die 
Erfindung der morgenULndischen Currentschrift.] 

t94. Erläuterung der babylonischen Keilinschriften aus Behistun, Göttingen 181;.^. — 
AGWG. VL 

t95. Erlinterung zweier Ausschreiben des Königs Nebnkadnezar in einfacher Keilschrift 
mit einigen Zugaben, Göttingen 1853. — AGWG. VL [Zugegeben sind: Schluss der 
dreispaltigen Inschrift eines babylonischen Thongefösses (nämlich der Inschrift Ne- 
bukadnezac-Grotefend); Erläuterung babylonischer Cylinder in Bezug auf Kindes- 
opfer; Nachtrag zum achtzeiligen Ausschreiben Nebukadnezars und ttber assyrische 
Cylinder. — Die beiden Ausschreiben^ welche sich auf einer lithographierten Tafel 
befinden, sind die Canalinschrift Nebukadnezars II, I R. 52, Nr. 4, und ein Bruch- 
stflck der Inschrift Nr. 6 auf derselben Seite. 

t96. Erläuterung der Inschrift aus den Oberzimmem in Nimrud — ZDMG. VII (18S3) 
S. 79->86. (Inschrift Ranunän-nirdr^s.) 

^97. Erläuterung des Anfangs der babylonischen Inschrift aus Behistun. — ZDMG. VII, 
S. 156—161. 

t98. Erläuterung einiger Urkunden in babylonischer Keilschrift. — ZDMG. VIII (1854) 
S. 229—238. 

t99. Zur ältesten Sagenpoesie des Orients. — ZDMG. Vm, S. 772—816. 

100. Im Heumcverrchen Magazine hat dann noch Grotefend während der Jahre 1822—26 
halbjährlich Nachrichten über das Lyceum Teröffentlicht 

n. BeoenBionen. 

A. Aus den Göttingischen gelehrten Anseigen, 

1826, S. 1825: A. T. Wersebe, Über die Voiker und Vblkerbündnisse.des alten Deutsch- 
lands ^ Hannover 1826. 

1827, S. 729: J. Ch. A. Heyse, Theoretisch-praktische deutsche Grammatik, 4. Aufl., 
Hannover 1827. 

Derselbe, Theoretisch-praktische Schul grammatik der deutschen Sprache, Hann. 
1826. 
Derselbe, Leitfaden zum Unterricht in der deutschen Sprache, Bann. 1826. 

1828, S. 105: R. Rask, Über das Alter und die Echtheit der Zendspracht und des Zend- 
Avesta übers, von F. H, von der Hagen, Berlin, 1826. 



g2 Beitilge* tat temidachen Spnchwittenschmft 

iSaS, S. 50$: F. Mflnter, Xtligim dir Batylomier, Kopenhagen 1827. 

1829, S. 729: S. F. A. Rbuscher, fMeinische Sckulgrawmatik, Tbeil I, Soraa 1827. 

S. 1741: U. F. Kopp, Fäloicgrofkis critica^ P. III, IV, Mannheim 1829. 
1852, S. 1446: F. Bleibimhaos, Sckulgrammatik der laieiniscken SfrttAi, Zfirich, 1832. 
1833, S. 1145: C. R. Lepsios, Dt tabuiis Emgmbims, Part I, Bertin 1833. 

S. 1333: F. Crenaer, Zur Gesckichtt tlt-r^mueker Cmllur am Ober- Rhein und 
Neckar, Leiptig q. Darmatadt 1833. 

1836, S. 1961— 2000: E. Bamonf, Mimoire sur deux imcripüom eunii/trma iromf4u 
pris d* Hamadam, Paria 1836; und Chr. Laaaen, Die a/ipersiseken ICeiiimcktißen 
V0H Penepolis, Bonn 1836. 

1837, S. 170$: Selhstanaeige der neuen Beiträge mr ErlSuterung der penepolitaniseken 
Xeiiuhriß [tgL I, Nr. 66]. 

1838, S. 418: F. Lajard, Recktrcha sur te eulte de Venus t Paria 1837. (M^moirea de 
Tacad. dea inacripdona) 

S. r745: J. C A. Hejrae'a Ltkrhuck der deutsehm Sprache nen bearbeitet Ton 
K. W. L. Heyae, Bd. I, Hannorer 1838. 

1839, S. 1481 : Sdbatanaeige der Rudimenta lingnae Oseae [vgl. I, Nr. 67]. 

1841, S. 89: SexH Pomp ei Festi de verbomm signißccUione piae mpersunt emendaia ei 

annotata a C. O. Müller, Leipzig 1839. 
1842« S. 138—173: Ch. Fellow, A Journal written during an excursian in Asia Minor, 
. London 1838; nnd An Account 0/ Ditcoveriet in Lycia, being a Journat kept 

during a second excursion in Asia Minor, London 1840. 
S. 697: Inscriptionts umbricai et oscae cd, C R. Lepaioa, Leipzig 1841. 

1843, S. 4: C. R. Lepaioa, Über die tyrrhenischen Pelasger in Etrurien und über die 

Verbreitung des italischen Münusystems von Etrurien aus, Leiptig 1842. 
S. 513: The inscribed monument at Xflnthus re-copied in 1842 by Ch. Fellowa, 

London 1842« 
S. 889: Rtcutil du inscripHont grecqua et latines de P^gypte par Letronne, 

Paria 1842. 
S. II 14: A. de Longp^rier, Essai sur les midaillu des rois Persu de la dynastie 

Sassanide, Paria 1840. 
S. 166$: W. Betham, Etruria-Celtica. Etruscan Literature and Antifuities in- 

vesägaied, Vol. I & II, Doblin & London 1842. 

1844, S. 228: W. Hnpfeld, Exercitationum Herodotearum specimen JJ, sive de vetere 

Medorum regno, Rinteln 1843. 
S. 1155: A. Hoakina, Visit 0/ the great Oasis of tht Ubyan desert, London 1837. 

1845, S. 1701: W. F. Ainaworth, Travels in the track of the ten thousand Greeks, 

London 1844. 
S. 1857: J. R. Steoart, A descripAon of some ancient monuments, with inscriptions 

still existing in Lydia and Phrygia, London 1842. 
S. 1996: H. Lflken, Die Einheit des Menschengeschlechts und dusen Ausbreitung 

über die ganu Erde, Hannover 1845. 
S. 2050: C. A. de Bode, Travels in Luristan atid Arabtstan, London 1845. 

1846, S. 137: H. Gray, The history of Etruria, P. I & II, London 1843—44. 

S. 317: H. Soathgate, Narrative of a tour through Armema, Kurdistan, Persia 

and Mesopotamia, London k New York 1840. 
S. $0$: R. Gnarini, Nupera quaedam Osca, Neapel; und Lexici osco'latini stamina 

quaedam, Neapel 1842; Th. Mommaen, Oskische Studien, Berlin 184$. 
S. 721: Chr. Laaaen ond N. L. Wcatergaard, über die Keilinschriften der ersten 

und »weiten Gattung, Bonn 1845; ^^ ^* Holtxmann, Beiträge tur Erklärung 

der persiscken Keilinsckriften, HeftI, Carlarahe 1845. 



Flemmiog, G. F. Grotefeod. 03 

S. 126a. J. Löwensteni, Essai de dickifremtni dt t^eriturt assyriinmi, Paris & 
Leipzig 1845. 
<847» S. 532: Th. Mommteo, Nachträgi tu den oskischtn Smdien, Berlin 1846. 

B. Ans der Xritiscktn Bihliotkek für das Schul- und UnUrficktswestn» Neut Folge, 

Jahrg. I, 1828, S.601: i) E. J. Leichtlen, Schwaben tinier den Römern, Freiborg 1825; 
s) Dorow, Die Denkmale germanischer und römischer Zeit in den rheinisch^ 
westphälischen ProviuMen, Bd. I, Stuttgart & Tflbingen 1823; 3} Die Denk' 
male germanischer und römischer Zeit, Bd. Ü, Berlin 1826; 4) F. Fiedler 
Römische Denkmäler von Xanten und Wesel, Euen 1824. 
Jahrg. n, 1829, S. 117: Saint-Martin, Notice sur le voyage littiraire en Orient de 
M. Schult, Paris 1828. 
S. 321: Fomaldar kullnaumur nordrlanda, Fundgruben des alten Nordens 
hrsg, von G. Tb. Legis, Leipsig 1829. 
Jahrg. UI, 1830, S. 29: K. H. W. Völcker, Oöet homerische Geographie und IVelt- 
künde, Hannorer 1830. 
S. 34I: Jnscriptionum latuearum selectarum amflissima collectio ed. J. C. 
Orelli, VoL n, Zflricb 1828. 

Dazu kommt noch eine Anzahl anonym erschienener Recensionen 
in der Jenaer Lilteraturseihmg. — 

Das dem vorstehenden Aufsatze beigegebene Bild verdanke ich 
der Güte eines Enkels des Entzifferers der Keilschrift, Herrn Ober- 
Pcstkassen-Buchhalter Grotf^eND in Magdeburg, der mir eine ältere 
Lithographie in zuvorkommendster Weise als Vorlage überlassen hat 
Ich glaube, die Fachgenossen werden ihm mit mir Dank wissen da- 
für, dass er uns ermöglicht hat, die Züge des Mannes kennen zu 
lernen, dessen Scharfsinn es gelang, die stummen 2^ugen aus den 
Trümmerhügeln von Persepolis, Niniveh und Babylon reden zu 
machen, und Jahrtausende orientalischer Geschichte und Cultur zu 
erschliessen. 



IlAupt, CoIlAtioii der Izdubar-Legenden. nc 

3) das Fragment 80, 7—19, 305, ein Duplicat zum Anfang der IX- 
Tafel, das die Zeilenanfänge von NE. 59, 8 — 11 in erwünschter Weise 
vervollständigt, veröffentlicht NE. 85; und endlich 4) RM 907 ein 
sehr klar geschriebenes, hellröthlichgelbes Fragment in neubabylo- 
nischer Schrift, veröffentlicht NE. 88. PlNCHES hat mir sofort bei 
meiner Ankunft in London sein Handexemplar meiner Ausgabe des 
Nimrod-Epos, in das er die betreffenden Nummern eingetragen, in 
der zuvorkommendsten Weise zur Verfügung gestellt Dasselbe ent- 
hält auch die Resultate seiner Collation von Nr. le, auf die ich 
unten zurückkommen werde. 

Bei der erneuten Collation der ersten zehn Tafeln der Izdubar- 
Legenden habe ich zu meiner Genugthuung gefunden, dass im ersten 
Theil meiner Ausgabe verhältnissmässig nur sehr wenig wirkliche 
Fehler untergelaufen sind; meist beruhn dieselben darauf, dass ich 
1882 in dem im etruskischen Saale errichteten offnen Verschlage 
{„Assyrian sAanty**) sehr schlechtes Licht von der rechten Seite 
hatte. Erst bei meinem diesjährigen Aufenthalt im Britischen Mu- 
seum habe ich zum ersten Mal das Licht von der linken Seite ge- 
habt, und das verdanke ich, wie ich hier mit Vergnügen anerkennen 
will, in erster Linie der freundlichen Intervention von Mr. BuDGE. 
Leider war der verflossene Juli sehr dunkel, ausserdem litt ich an 
starkem Kopfschmerz, da fast die glänze Zeit über Anstreicher in 
dem Studenfs room thätig waren! Ich rechne also ebenfalls (trotz 
Dr; Bezold's sonderbaren Bemerkungen in seiner „Anzeige" von 
Delitzsch's AW. Lit, CentralöL Aug. 4 '88, Sp. 1080) auf „verständige 
Nachsicht". 

Meine Gopten der XII. Tafel, wie ich sie oben pp. 49 — 65 mit- 
getheilt habe, sind im Wesentlichen correct; insbesondere habe ich 
mich überzeugt, dass ich in allen Punkten, wo ich von BosCAWEN 
abweiche. Recht habe. Ich bemerke zunächst in Bezug auf die Num- 
mern der vier Exemplare der XII. Tafel, dass meine Bezeichnung 
des grössten Fragmentes (Nr. 54 auf pp. 57—65) als K. 2774 gegen- 
über Craig's (resp. JEREMIAS*) K. 3774 richtig ist. Die beiden ersten 
Ziffern der Nummer sind allerdings verwischt; auf einem dem Kasten 
beigegebenen Zettel hat PlNCHES aber deutlich K. 2774, /2'* TabUt 
of the Gisdubar-scries geschrieben. Bei meiner Anwesenheit in London 
habe ich vergessen, mir K. 3774 zur Gegenprobe geben zu lassen. 
PiNCHES hat mir aber auf meine Anfrage in gewohnter Liebens- 
würdigkeit (am 15. Aug. '88) mitgetheilt, dass K. 3774 is a fragment 
which has been marked by Geo, Smith with A {Astrologie aC), It hos 
portions of 8 lities of writing^ but it is not a very interesting text. Die 
von PlNCHES für mich freundlichst copirten ersten vier Zeilen zu 
veröffentlichen, ist hier nicht der Ort 



q6 Bdtrige tut leiQitiicIien Sprachwisteotchaft. 

Die Tafel K. 2774 ist aus fünf Stücken zusammengesetzt; die 
Vorderseite wird, wie man bei Nebeneinanderhaltung meiner Copien 
von CoL I, II und m leicht ersieht, aus vier Fragmenten gebildet; 
dazu kommt auf der Rückseite noch, als ein besonderes fünftes Frag- 
ment, das rechte untere Stück der VI. Col. (auf p. 6;). Dasselbe 
ist dunkelgrauschwarz, während die beiden andern Stücke der VI 
Col. hellröthlichgelb sind. Auch die linke Hälfte der I. Col. auf der 
Vorderseite hat diese schwärzliche Färbung, während die rechte 
Hälfte hellröthlichgelb ist 

Die beiden 1882 noch unnumerirten Fragmente Nr. $2 (auf p. 53) 
und Nr. 53 (auf p. 55) tragen, wie mir Mr. SvETTS bei meiner Ankunft 
mitzutheilen die Güte hatte, jetzt die Nummern K. 8226 resp. K. 8225. 
Mr. EvETTS, oder im letzten Grunde der allzeit gefällige und dienst- 
bereite Mr. Spence, hat auch Dr. Bezold in dankenswerther Weise 
veranlasst, eine Liste der Nummern, welche die im ersten Theil 
meiner Ausgabe veröffentlichten wmumerirten Fragmente inzwischen 
erhalten haben, für mich anzufertigen (14. Juli '88). PiNCHES und 
ich hatten 1882 alle Izdubar-Fragmente zusammengebracht, so dass 
jedes Stück unschwer gefunden werden konnte. Da die von George 
Smith angebahnte Gruppirung der Thontafeln nach ihrem Inhalte 
(vgl. CG. 4) seitdem aber zu Gunsten der rein äusserlichen Ordnung 
nach den fortlaufenden Nummern zerstört worden ist* — grade als 
wollte man eine Bibliothek nach den Eingangsnummem der Bücher 
aufstellen! — so ist es nöthig geworden, die Nummer jeder Tafel 
zu kennen, falls man sie zur Ansicht haben will; eine genaue Be- 
schreibung und Angabe des Inhalts genügt nicht mehr. Ich benutze 
deshalb die Gelegenheit, um die neuen Nummern der im ersten Theil 
meiner Ausgabe als unmimerirt bezeichneten Fragmente hier im Zu- 
sammenhange mitzutheilen: Nr. i,f auf S. 6 meiner Ausgabe trägt 
jetzt die Nummer K. 8584 und ist neu veröffentlicht NE. 79; Nr. 6 
(NE. 18) hat die Nummer K. 8590; Nr. 7 (NE. 20) ist jetzt K. 8558; 
Nr. 9 (NE. 22) erfreut sich der immer seltener werdenden Aus- 
zeichnung, noch keine K.-Nummer zu haben, ist aber jetzt mit dem 
von PiNCHES hinzugefundenen Fragment RM 289 zusammengefugt 
(vgl. NE. 81—84); Nr. 12 (NE. 27) ist K. 8591 ; Nr. 14 (NE. 30) ist 
K. 8018; Nr. 25 (NE. 52) ist K. 8574; Nr. 28 (NE. 56) ist K. 8566; 
Nr. 29 (NE. 56) ist K. 8573; Nr. 30 (NE. 57) ist K. 8586; Nr. 33 
(NE. 65) ist K. 8589; Nr. 35 (NE. 68) ist K. 8587; Nr. 37 (NE. 73) 
ist K. 8579; Nr. 38 (NE. 74) K. 8565; Nr. 40 (NE. 76) K. 8560; 
Nr. 42 (NE. 78) K. 8582. Man sieht, dass alle diese Stücke von 

* Vgl den TOD Sciirader der Berliner Akademie vorgelegten Bericht Dr. Bbzold's 
darflber, SBAW. XXXm, pp. 745/6 ($. Juli *88) betitelt Die ThoMta/ehamtulungen des 
British Museum. 



Htnpt, CoUatk» der Ixdobar-Legeiiden. m 

PiNCHES offenbar in vorzüglicher sachgemässer Ordnung zusammen- 
gehalten worden waren — nicht weniger als zwanzig der Texte ent- 
fallen auf die Nummern von K. 8558 — K. 8594! Es würde in der 
That eine ernste Rüge von Seiten aÜer Assyriologen verdient haben, 
wenn man bei Zerstörung der von George Smith mit seltenem 
Scharfblick bewerkstelligten Gruppirung unterlassen hätte, die ent- 
sprechenden Nummern meiner Au^^be zu notiren. Andernfalls 
wären entweder PiNCHES oder ich selbst gezwungen gewesen, uns 
die Stücke nochmals herauszusuchen, eine Mühe, die keinem Ge- 
lehrten zum zweiten Male zugemuthet werden kann. Mir ist schöpfe- 
rische Thätigkeit wenigstens lieber als Registraturarbeit 

Ich gebe nunmehr im Folgenden zunächst die Ergebnisse meiner 
erneuten Collation der XII. Tafel, wobei ich den Differenzen zwi- 
schen Boscawen's Text und meiner Ausgabe besondere Aufmerk- 
samkeit zuwende. 

In G>L I (auf p. 57)* bt Z. 11 hinter bar (und ein wenig vor 
a-na in der folgenden Zeile) noch der Anfang eines wagerechten 
Keils zu erkennen. Z. 13 steht hinter äHrü sicherlich nicht atta\ 
allenfalls könnte es der Anfang des Zeichens iar sein; auch ta 
könnte in Betracht kommen. Z. 16 entspricht, wie ich oben bemerkt 
habe, der ersten erhaltenen Zeile auf K. 3475 (p. 49, L 30). Da- 
selbst ist aber nicht ein wagerechter Keil erhalten, sondern Spuren 
des Zeichens man (der zweite Winkelkeil ist klar, die andern Spuren 
sind sehr verwbcht); und vor man sind zwei wagerechte und zwei 
senkrechte Keile zu sehn, offenbar Spuren des Zeichens itf, also ia- 
man wie auf K. 8226 (p. 53) und K. 2774 (p. 57}. Man sieht das 
allerdings nur bei besonders gutem Licht von links; dann kann man 
in Z. 33 auf p. 49 auch noch Spuren von pa vor a-na erkennen. 
Weiter ist über Col. I auf K. 3475 nichts zu bemerken, ebenso- 
wenig über K. 8226 (p. 53). Z. 17 (auf p. 57) scheint das Verbum 
i'pax'xu-ru'ka zu sein, zwei Striche von f sind vor pax noch zu sehn, 
also wohl ana erüiiu^'' ipäxurüka „zu dessen Duft sie sich um dich 
schaaren^ 



* Dkse Scitensiailen bestellen sich hier wd das erste Heft der BtUrüge^ nicht auf 
meiDe Ausgabe des Nimrod-Epos. 

*^ Vgl Z. 15 1/3 der Sintflnthenihlung and die Bemerkungen Guyard's g§ 53 und 
59 seiner NLA. sowte Zimmbrn's Bussps, 98. Zimms&n hat daselbst anch (n. 3) Aber 
das oben (p. 31, Nr. ai) von Peabtorius angesogene i-fi-nu „sie rochen" gehandelt 
Ein Stamm a*^ ist das Verbom keinesfalls; nipnu ^L». 95, 9 (▼gl- 2Umm. 99, Rer. 3) 
ist I pL, und Uffmm könnte ebensogut wie ttihtru „leiten" su einem Stamme ^"b ge- 
böfcn. VgL auch Dklitzsch*s Frei. p. 176, n. 3. Was Guyard § 53 seiner trefflichen 
^^0ies fibcr die assjrrischen Verba )"■ bemeikt hat, ist unrichtig; Aber den angeblichen 
lafiaitlT mamht resp. mmiu (rgl. Guy. §43) Ton naiälm siehe DiLmscH, AW. 4, Nr. 6; 
▼gl nach Dr. Jiruoas' LNT. 34, 79. Wte es sich mit Guyard's § 54 v or getragener 

I. 7 



^g Beitrige tar aemidtehen Spradiiriflcnichmft. 

Col. II, Z. 17 & 18 sind die Spuren von ia vor irämu rcsp. 
isiru bei gutem Licht noch deutlicher zu sehn, als ich p. 59 ange- 
deutet habe; der linke senkrechte Keil von ia ist in beiden Fällen 
zu erkennen. Z. 19 ist das zweite Zeichen der Anfang von zu Z. 2 1 
ist am Schluss noch der senkrechte Keil von -ma zu sehn. Das 
am Schluss von Z. 26 stehende Zeichen scheint mir jetzt doch su 
zu sein, eine Spur des mittleren wagerechten Keils ist zu sehn. 
Zwischen dem vorausgehenden erfi-tp^ und diesem su ist aber nur 
Raum fiir i Zeichen und zwischen ul wt'Xaf und erfi^fi'^ steht kein 
SU, auch nicht hi; lediglich Spuren einer Rasur sind zu sehn. Es 
scheint, dass der Schreiber zunächst im-su geschrieben hatte und 
dann das su in xaf verbesserte. Die Köpfe der beiden senkrechten 
Keile des ausradirten su sind noch ziemlich deutlich zu sehn. Das 
zweite Zeichen in Z. 27 scheint wirklich nu zu sein, also i-nu wie 
Z. 23; der schräge Keil von nu ist allerdings ziemlich nach rechts 
geneigt Das 1 nach dem Bruch ist sicher; der Strich, der das Zeichen 
wie tur erscheinen lässt, ist zufallig. Z. 28 ist der untere Keil nach 
a-na noch etwas länger zu sehn und dahinter, ziemlich niedrig, zwei 
wagerechte Keile; das h in e-dü-H-hi ist durch einen Riss etwas 
beschädigt, aber klar. Z. 29 ist hinter a-bu der Anfangskeil von 



Aniicht, da« milufu in nUurbmu aqH Sanh. III, 7 für mmibtru ttehc, TerfaUt, kann ich 
hier nicht erörtern. KAT>. 266 hat leine Erklimng Zuitimmnng geinnden, ebenso wohl 
anch bei Delitzscu, wenigstem spricht die Übersetxnng AL*. XV, 7 „sprach ich frei" 
daftr. Vgt anch COT. 258 unten, wo daraof anfmerksam gemacht wird, dass die assy- 
rische Grundform des Namens "iDimVo äulman-aiariä (ZK. II, 197) ist Nach meinen 
ZA. n, 270 ff. gegebenen Ausführungen kann das TollsUndige Schwinden des m nicht 
weiter befremden. Ich will bei dieser Gelegenheit bemerken, dass die 1. c. 271 ge- 
ittsserte Vermnthnng Über die Form fi-(iPva)-0f-fiV AL>. 94 richtig ist Auf K. 3567 
(einer dunkelrötfalSchbrannen einspaltigen Tafel, deren Rückseite lediglich Spuren der 
Unterschrift enthilt) ist die rechte Hälfte der oberen Zeilen überhaupt nicht erhalten. 
Dieselben werden erglnst durch Bruchstitcke xweier Duplicate, K. 8526 und K. 8588. 
K. 8526, ein weissgelbes sehr klar geschriebenes Fragment, enthilt den Schluss ▼..Z. i— 18; 
K. 8588, ein hellx^thliches Fragment mit leerer Rückseite, das ich 1882 aU R 10 be- 
sdchnet habe, enthilt die letsten Zeichen Ton Z. i— 2t. Auf K. 8588 steht nun deutlich 
M-ffM-tff-ffV, auf K. 8526 dagegen mi'if'ra'ta u-of-fir. Ein weiteres Beispiel ftlr das 
Schwinden des v gesprochenen m scheint mir in axa*ti (AW. 270) «- axämiJ (BAL. loi, 5) 
vorsuliegen. Ausserdem hat mir Strassmaier mitgetheUt, dass in den von ihm copirten 
Texten der Name der Göttin B^u (Hommkl, SemiUn 379; Sayck, lühbert lect, *87^ 
p. 262) nicht selten durch das Ideogramm ftlr 6ähi „Thor^ ausgedrückt wird, letsteres 
muss demnach Sdvm, bä'u gesprochen worden sein. Die Spiration der iwansa ist jeden- 
falls ziemlich alt, dafür spricht s. B., worauf mich Hommkl aufmerksam gemacht hat, 
das Ton Pinchbs richtig als bSVb erklirte keilschriftliche malaxum^ das Dr. Bbxold 
PSBA. IX , 377) als das phönisische Prototyp von assyr. malaxu „Schiffer** erkliren 
wollte(l); Tgl Aeadtmy, Dec. 24 *87, p. 42«bc und p. 445 b sowie Hommkl's GesckickU, 
p. 634, n. 3. [Siehe jeUt auch Hal^vy, ZA. III, 193]. Auch ithk>p. üxr „Grabnud** 
ist wohl als entlehutes *<t auftufassen. 



HMipC, CoUatkNi der Itdabar-Legenden. go 

AN a= iiu zu sehn, und Z. 30 sind noch Spuren der beiden schrägen 
Schlusskeile von ig zu erkennen. Die im Anschluss an miqqü^ er- 
wähnte Stelle II R. 44, 30 (resp. V R. 26, 11) habe ich mit PmCHES 
genau coUationirt und dabei gefunden, dass die von Strassmaier 
Nr. 5283 gegebene Lesung me-ik-ku'U^ wie ich schon oben ange- 
nommen habe, richtig ist Ebenso hat sich meine Voraussetzung 
bestätigt, das PiNCHES* Lesung bu^uk-ku in der vorhergehenden Zeile 
richtiger ist ab Strassmaier's imklu\ der scheinbare zweite senk- 
rechte Keil ist ein zufölliger Riss in dem rechten senkrechten Keil 
von kUf und zwar ziemlich schräg rechts nach unten zu. 

Bei Col. m der XU. Tafel bespreche ich zunächst wieder das 
Fragment Nr. 53 (auf p. 55) d. i. K. 8225. Z. i scheint mir hi-ii-i 
sicher; das Zeichen nach ii ist sicher nicht mi\ von einem Winkel- 
keil ist keine Spur zu sehn. Das iu könnte (ebenso in Z^ 8) allen- 
falls auch ku sein ; der erste senkrechte Keil ist aber lange nicht so 
klar als in tambukku^ Z.6. Z. 2 sind die von mir gegebenen Zeichen 
AZAG. DINGER hinter if-bat-su richtig; das letzte scheint aber nicht 
UGUR, sondern ulz\x sein und zwar aus folgenden Gründen: i) scheint 
ein unterer Winkelkeil hinter dem senkrechten Keil zu stehn, kein 
zweiter senkrechter Keil; 2) müsste bei UGUR der Winkelkeil zu 
Anfang schmaler und höher sein, vgl. (auf dem Original!) das UGUR 
in der folgenden Zeile; endlich müsste 3) der obere wagerechte Keil 
etwas weiter nach rechts eingerückt sein. Der hinter ul if • am Schluss 
von Z. 3 erhaltene Keil steht ziemlich hoch. In der folgenden Zeile 
4 sind (hinter sikare) von ul die beiden schrägen Schlusskeile nicht 
zu sehn, wohl aber dahinter noch ein wagerechter Keil. In Z^ 5 ist 
e-fU' am Schlüsse richtig; von tfbatsu ist nichts zu sehn. Das auf 
fu folgende Zeichen ist sehr unsicher, es könnte ui sein (also rpu- 
ul). Auch meine Lesung Umbukku in Z. 6 ist richtig; die Ober- 
fläche der Tafel ist vor -ku etwas abgesprungen, aber das Zeichen 
ist sicher nicht ki. Am rechten Ende von Z. 7 ist an der Bruch- 
linie noch der Ansatz eines wagerechten Keils zu sehn. Die letzte 
Zeile 10 ist sehr undeutlich, doch können die Spuren kaum etwas 
anderes sein. 

In der IL CoL von K. 8225 konnte ich bei günstigerem Licht 
Verschiedenes besser erkennen als 1882. Das Schlusszeichen in Z. 2 
könnte mei sein. Das tu m Z, i ist sehr unsicher, es könnte auch 
TU sein. Statt pi-ü in Z. 6 ziehe ich jetzt h-ii vor. Statt ne am 
Schluss von Z. 9 scheint mu-hi (das kleine hi '^ ianitu) dazustehn^ 
Vor tu in der letzten Zeile konnte ich noch zwei wagerechte Keile 
(hinter einander) erkennen. 

* Dhjtzsch (AW. 398 noten) Yergleicbt wu-ik-ku-u V, a6, 1 1 mit dem bebr. n|^. 
Sutt ht'uk-ku Ucft Delitzsch (wie Strassmaier) bu-uk-lu. 



lOO Beitrige sar semitischen Sprachwissenschaft. 

Auf K. 2774 ist in Col. m (p. 61) Z. 19 hinter xt-ka- nicht das 
Geringste von ri zu sehn. Z. 21 kann hinter qarradi nicht k^^^üu 
gestanden haben; dafiir ist der Griffeleinsatz zu gross; bei gutem 
Licht sieht man auch drei Striche, wie ich es p. 61 gegeben habe. 
Das in der folgenden Zeile hinter qarradu eälu stehende Zeichen ist 
sicher nicht /)r; /Sr wird auf dieser Tafel anders geschrieben; es scheint 
DINGER ü[gur] zu sein. Lu zu Anfang von Z. 23 und 27 ist richtig. 
Z. 24 steht deutlich u-tuk-ku auf dem Original, wie ich schon p. 61, 
n. f vermuthet habe. Das vierte Zeichen in Z. 25 ist sicher eher 
xi als bu\ deutlich zu sehn sind aber nur die beiden unteren schrägen 
Keile (gam, GUR). Von Marduk ist in Z. 26 nichts zu sehn. Die 
ausserordentlich schwere Zeile 28 habe ich erst ganz zuletzt, am 
Tage meiner Abreise, herausgefunden. Wie ich oben bemerkte, ist 
die erste Hälfte uiukku ia Eabani ki gaqtqi ul . , , sicher; die fol- 
genden Zeichen scheinen mir aber folgendermassen gelesen werden 
zu müssen: -tu (tam) Kl-tp^ til-U-fa-a (die beiden letzten Zeichen 
stehn auf dem Rande). Das wäre also: utukku ia Eabani kt zaqiqi 
uitu ergiHm tätegä „den Geist Eabani's Hess er zephyrgleich aus der 
Erde hervorgehn"; Subject scheint, wie bei ipte-ma in der vorher- 
gehenden Zeile, Nergalzw sein; erpH^ ipte-ma kann jedenfalls nicht 
„da öffnete sich die Erde" heissen, wie Dr. Jeremias LNT. 103 über- 
setzt. Die Spuren passen, wie auch Pinches urtheilt, durchaus zu 
meiner Lesung; am unsichersten ist das Zeichen te, Dr. Brünnow 
meint, dass die Spuren wenigstens nicht gegen meine Lesung spre- 
chen; das Zeichen tim, an dessen Stelle p. 61 gu steht, hält er für 
sicher. Z. 29 ist/a nach u ta- möglich, das letzte Zeichen konnte 
ich nicht feststellen. In Z. 30 ist Delitzsch's Lesung im-dal-li-ku 
höchstwahrscheinlich das Richtige. 

Col. IV (p. 63) ist Boscawen's enu zu Anfang von Z. 4 ganz 
unmöglich; lumma ist ziemlich klar zu erkennen. Unter iu in Z, 6 
sind in der folgenden Zeile zwei senkrechte Keile zu sehn. Das von 
B. in Z. 9 vor libbaka ausgelassene ^ma steht klar da. In Z. 12 sollte 
das ri vor ittapalsix etwas weiter rechts stehn; die beiden letzten 
senkrechten Keile von ix stehn Z. 11 und 12 fast auf dem Rande. 
Die Spuren in Z. 14 unter atdmar könnten ka-ta-ma sein, doch sind 
die drei senkrechten Keile von ta nicht so gleichmässig wie in dem 
ta von ätämar. 

In Col. V scheinen die Spuren in der 2. Zeile unter 'tn^ni^ nicht 
zwei wagerechte, sondern zwei senkrechte Keile zu sein, die Spuren 
unter damqi könnten das Zeichen iu repräsentiren ; auch unter dup 
sind noch ein paar Spuren mehr zu sehn; ebenso am Schluss der 



* Zn tu'fi'in-fm vgl. noch AW. 118, 2. 



Haupt, ColUdon der Izdobar-Legenden. lOI 

ersten Zeile, wo möglicherweise das Zeichen tu stand. Es ist damit 
aber nichts anzufangen. 

Die Spuren in der Mitte der ersten Zeilen von Col, VI auf K. 
3475 (P* 50 vermochte ich auch diesmal nicht zu entziffern. Das 
ia zu Anfang der ersten Zeile scheint mir sicher, aber was zwischen 
BAD und ta-mur gestanden haben mag, weiss ich nicht zu sagen. 
PlNCHES* (in n. 2 auf p. 51 gegebene) Lesung hat wohl Anhalt am 
Original; mein verehrter Freund hält dabei aber, wie mir scheint, 
vieles für Reste von Zeichen, worin ich nur zufällige Brüche sehn 
kann. Eigentlich sind nur die beiden von mir hinter BAD gegebenen 
senkrechten Keile sicher. Die von PlNCHES nach a-na in Z. 2 ge- 
gebenen Spuren (p. 51, n. 3) sind möglicherweise richtig; in der 
zweiten Hälfte der Zeile aber ist weder PlNCHES' noch meine Lesung 
correct: hinter iax steht deutlich Ük-ka da, und zwar gehört das ka 
vor die Bruchlinie. Das von PlNCHES vor na^iox gesehene gal 
(p. 51, n. 4) hat möglicherweise auf dem Original gestanden, ebenso 
das sur-hi in Z. 3 (p. 51» n. 6); das dritte Zeichen der Zeile kann 
aber kaum H sein, H wird auf diesem Text ja anders geschrieben, 
man vgl. z. B. (auf dem Original!) das H von zaküH in Z. 4. Es 
scheint ia-mu-an-u-hir-iu gelesen werden zu müssen. Hinter ta-ntur 
am Schluss der Zeile spricht nichts für PmCHES' Ergänzung -ka 
(p. 51, n. 7); es stand jedenfalls nur a-ta-mar da wie auf K. 2774 
(p. 65, Z. 3). In der folgenden Zeile (p. 51, Z. 4) sind hinter ma-a- 
a-al noch Spuren von ^a zu erkennen. Das Zeichen hinter qaqqadsu 
in Z. 4 auf p. 65 ist sicher nicht na\ das na von na-da'\af\ in der 
folgenden Zeile ist ganz anders geschrieben. Höchst wahrscheinlich 
ist es ti^y wenngleich ich den p. 65 gegebenen senkrechten Keil 
jetzt nicht mehr sehn konnte. Das u zwischen abtihi und ttmmuhi 
in Z. 4 steht klar da, ebenso das (grosse) u am Schluss von Z. 9. 
In Z. 5 ist Boscawen's Lesung di-ka statt tna mux natürlich falsch; 
die beiden Zeichen sind allerdings eng zusammengeschrieben (so z. B. 
auch NE. 3, 5 b), aber das ist auf den Tafeln ja ganz gewöhnlich, 
ebenso wie man RUM »s ina und mi zusammmenzuschreiben liebt 
(vgl. z. B. ASKT. 61, 23 und 29). Das vorausgehende su von aHatsu 
sollte etwas weiter rechts stehn, unmittelbar vor dem ina in der 
folgenden Zeile; die Bruchlinie macht keine so grosse Ausbiegung 
nach links, sondern läuft von zi in Z. 3 ziemlich direct nach ina in 
Z. 6. Die vorletzte Zeile Uikulat diqari kusipat akäli ist ganz sicher, 
auch auf K. 2774 ist der Anfangskeil von ri hinter qa noch zu sehn. 
Vollständig klar ist diqari auf K. 3475* In der vorhergehenden Zeile 
(p. 51, 9) ist aber, wie ich schon oben bemerkt habe, in der That 
nur Raum für i-iu-u hinter lax ta-mur a-ta-mar kann dort nicht mehr 
gestanden haben; es müsste denn einfach durch das Wiederholungs- 



I02 Beitrige sur semidachen Sprachwissenschaft 

zeichen | (zwei senkrechte Keile) ausgedrückt worden sein, ia ina 
süqi^ nadä ikkal fehlte auf K. 3475 sicherlich; ki und na sind au! 
K. 2774 vollständig klar. In Z. 16 endlich ist hinter ne noch der 
Winkelkeil von ktma zu sehn. Das ist alles, was ich über den Text 
der XII. Tafel der Izdubar-Legenden noch zu sagen habe. 

Ich wende mich nunmehr zu einer textkritischen Besprechung 
der ersten «ehn Tafeln im ersten Theile meiner Ausgabe. 

Ich beginne mit Nr. i« auf S. i. Dass dieses Stück den Anfang 
der Izdubar-Legenden enthält, scheint mir sicher: einmal passen die 
in der ersten Zeile erhaltenen Spuren durchaus zu den Worten 
naq-ba i-mu-ru (so urtheilen auchPmCHES, Strassmaier und Dr. Brün- 
NOW), sodann erweist auch der Inhalt, soweit sich dies bei dem ver- 
stümmelten Zustande beurtheilen lässt, dass das Stück die Einleitung 
gebildet haben muss. Es erinnert in gewisser Hinsicht an die Verse 
zu Anfang der Proverbien. Der allgemeine Sinn scheint zu sein: 
Wer die Geschichte Izdubar's gesehn, der erfährt allerlei, Weisheit 
von allen Dingen, das Geheime und Verborgene; er bringt Kunde, 
die nicht . . . ., einen fernen Pfad wandelt er und ... — Die von 
mir nach la naq-ba i-mu-ru in Z. i gegebene Ergänzung KU-GAR** 
(vgl. IV, 60, 30»; AL'. 90 unten) iz-tu-bar ist natürlich zu streichen; 
die Worte bilden keinen Thcil des Textes der Izdubar-Legenden. 



* Daü sAfU „Strasse" mit s^^ (« ^suHnqu) „einengen" (impf. uAq) susammen- 
hingt, scheint mir onsweifelhaft Anch Dr. Jeumias schUesst sich LNT. 34, 78 dieser 
▼on mir schon seit Jahren ▼o r gctitg en en Etymologie an. Süqu bedeutet ebenso wie jnir- 
ränu „Strasse" (Stamm vrr), wonach die Stadt )^ benannt ist, eigentlich ,^traif* ; TgL 
meine Abhandlung T%€ Assyrian E^owel^ p. 5. Dutrich wollte in der letzten Ton 

ihm besorgten Ausgabe des GESENius'schen Wörterbuch (1868) auch f«v Ton ^L^ 
,^inengen" ableiten, unter Hinweis auf syr. Kntsp ,3trasse" neben ^tap „eng, schmal". 
Die enge Strasse der orientalischen Stidte erscheine als Engpass. Die Grundbedeutung 
Ton yirr scheint aber vielmehr »tAusgeschlossenheit, Abgeschiedenheit" tu sein, Ton einem 

Stamm yjOy^ *" T^tfi „abschneiden, scheiden". Dass pn ursprünglich vrie f^ Es. 13, 10 
„Mauer** bedeute, wie Delitzsch in Baer*s EuckUl, p. XI behauptet, scheint mir nicht 
richtig. 7^ heisst eigentlich „Abschneidung'S dann „Scheidewand" resp. eine als solche 

dienende leichte „Lehmwand". Bfit JajL^ hat dieses y*n nichts tu schaffen; ebensowenig 
mit assyr. ipt [AW. 229]. Hebr. p^ „Strasse" ist offenbar ein Lehnwort und xwar ent- 
weder direct aus dem Assyrischen aufgenommen oder indirect durch aramlische Vermitt- 
lung; Tgl. datu auch Hommel, JI. 61. Das t? teigt, dass das Wort in nineritischer Aus- 
sprache gehört wurde (wie y^ 1* Het-eni, y*9 ijn), während der Zischlaut in ^Jy^ 
der ursprünglicheren babylonischen Form entspricht 

^ Vgl datu die von Pinch£S als Names of Works and ikeir authcrs and com^ 
pilers beteichnete Tafel Sm. 669, rev. 5 (DupUcat K. 9717, Z. 10) Teröflentlicht NE. 
90 — 92 (vgl. CAG. Xn unten). Wie man übrigens aus der Angabe ku-gar dinger iz- 
TU>bar: ia fi Sin'üqt-unnefä folgern kann, dass Sin-iiql'Unntfä der Verfasser desNim- 
rod-Epos sei, ist mir unerfindlich; ia pl kann noch vieles andere bedeuten. 



Haapt, CollatloB der Itdabu-LcgtodciL IO3 

S. 2 ist in der fUnften Zelte von unten in Col. b von Nr. it> noch 
ein senkrechter Strich (über dem -kir in der folgenden Zeile] vor 
-ma ifrrä zu sehn (wohl H). 

S, 3 ist Col, V, Z. 13 auch der dritte wagerechte Keil von ia 
EU sehn. 

S. 4 sind Z. 32 vor mi-i auch noch die vier wagerechten Keile 
von mm (allerdings sehr verwischt) zu ericeonen (vgl NE. 1 1, 8) und 
Z. 34 ist noch der untere wagefechte Keil von e schwach zu sehn. 
Zu dem U-iMS in Z. 45 hat PiNCHES in seinem Handexemplar be> 
merkt, dass das m auch ma sein kannte. Möglich ist das gewiss, 
obwohl das Zeichen anders geschrieben ist als das ma in tt-ma-fi-ma 
Z. 43 (vgl. LNT. 30]; NE. II, 21 ist das ma ganz klar. Das gu am 
Ende von Z. 48 ist sicher. 

S. 5, Z. 32 sieht mir das pi jetzt mehr wie h aus. Z. 27 ist 
das vor dem Bruch stehende Zeichen jetzt klar als *u zu erkennen, 
wie auch PiNCHES in seinem Handexemplar eingetragen hat. Z. 30 
liest PiNCHES auf der rechten Seite des Bruches -ga, doch ist das 
unsicher. Z. 31 könnten die hinter dem Zeichen für den Hauchlaut 
stehenden Spuren der Anfang von «u sein. Das Z. 36 vor ia stehende 
Zeichen könnte n' gewesen sein; wenigstens glaubte ich noch einen 
unteren schi^en Keil erkennen zu können. 

S. 6, Z. 40 sollte das tu weiter rechts stehn, die Bruchlinie geht 
durch den senkrechten Keil des Zeichens. Vor itntaiiäqtä in "L. 47 
ist die Spur des oberen rechten Th«ls eines senkrechten Keils zu 
sehn. Zu meiner Randnote in Z. 48 hat PmcHES bemerkt, dass il 
wahrscheinlicher sei als da-, mir scheint aber da besser. Die beiden 
Thcilc des Zeichens ia stehn in Z. 49, wie auch Pinches bemerkt, 
etwas weiter aus einander: i-a. 

Nr. I . f (i. e. K. 8584) auf S. 6 ist es NE. 79 von Neuem ver- 
ötTeotlicht Wer sich darüber wundert, wie man Su statt lu lesen 
kann, sehe sich die Tafel an. 

S. 7 ist zu Anfang von Z. 3 ein WinkelkcU mit zwei wagerech 
Keilen dahinter (also der Anfang von ul, NE 4, 41) zu sehn, 1 
nach den in meiner Autographie g^ebenen Spuren von xti ni 
zwei schrü^e Ktile (also der Anfang von uf). Auch zu Anfang 
folgenden Zeile 4 ist noch ein wagerechter Keil (von lu) zu erkenn 
In Z. S geht von tu bis bu eine feine Linie durch ü. Das Fr 
ment K. 2756«! ist röthlichbraun, während die andern Stücke 1 
K. 2756 mehr gelblich sind. Nur Col. IV und V von K. 2756 (I 
4—6) sind zusammengefügt, und zwar aus vier Stücken (mit gä 
lieh abgebrochener Vorderseite); die andern Fragmente sind t 
zeln. Zu demselben Exemplar der ersten Tafel wie K, 275Ö gehö 
(höchstwahrscheinlich) K. 2756«, K. 27^6^, K. 2756« und K. 27; 



10^ Bdtrige sur semitisclieii SprachwiBsenichAft. 

also Nr. i«, ib und die beiden Stücke von ic, wogegen K. 2756« & 
K. 2756d (L e. Nr. i^ und Nr. 2) Bruchstücke von zwei Duplicaten 
der ersten Tafel sind. 

S. 8, Z. 25 ist zwischen reiäina und », ebenso zwischen u und 
dem folgenden an der Bruchlinie stehenden Zeichen nicht so viel 
Raum. In der folgenden Z. 26 steht das erste Zeichen eigentlich 
zu weit links, als dass es zur sein könnte; jedenfalls ist gai'tu wahr- 
scheinlicher. Zu der Form ii-te-nim-me (i. e. iitenemt) von TOtD vgl 
NE. 52, 50, und zu NE. 8, 33 ff. siehe LNT. 36 sowie Del. Proi. 155 
und AW. 196, 2. 

S. 9, CoL III, Z. I schreibt die Tafel nicht \pähi\ e-pu-uS, son- 
dern i-pu'iii; das Versehn ist erst beim Autographiren entstanden. 
In Z. II scheint mir U jetzt wahrscheinlicher als du; hinter nam- 
maJSä la scheint das Ideogramm fiir feru „Feld'' gestanden zu 
haben, die beiden Anfangskeile sind noch zu erkennen und zwar 
der untere etwas mehr nach rechts eingerückt Das pü am Ende 
der folgenden Zeile 12 scheint aus einem andern Zeichen verbessert 
zu sein: es hat vier wagerechte Keile zu Anfang und drei untere 
senkrechte. Das lat vor Uruk in Z. 14 kann schraffirt werden. Das 
in Z. 16 vor na stehende Zeichen war möglicher Weise nu, 

S. 10, Z. 43 ist zwischen immarü'ma und ifixä nicht soviel Raum. 

S. II, Z. 21 ist das mä in te-bi-ma^ wie schon oben bemerkt 
wurde, ganz klar, ebenso das la von il-la-ka in der letzten Zeile 27; 
das a von a-na in Z. 23 ist ziemlich beschädigt (nur der rechte 
untere Keil ist deutlich zu sehn und der untere Theil der senkrechten 
Linie des oberen) aber es kann nichts anders sein. 

S. 12, Z. 31 ist der hintere Theil des Zeichens la (ma) ziemlich 
deutlich. Mit dem Schluss von Z. 34 ist nichts anzufangen; auch 
Dr. BrüNNOW hat sich vergeblich bemüht, die Stelle zu entziffern. 
Die Spuren erinnern an tab-ba-al-U^ das H ist sogar ziemlich sicher 
und al (geschrieben wie NE. 37, 7) wäre möglich; aber wenn man 
die beiden vorhergehenden Zeichen tab-ba lesen will, so muss man 
annehmen, dass der grösste Theil der Spuren auf zufälligen Brüchen 
beruht Überhaupt möchte ich auf die Form tabbalH als Variante 
zu tabäH lieber bis auf Weiteres verzichten, obwohl man ja in inam* 
din B= inddin und imandad t= imädad^ ßaXöOfiov etc. (vgl. auch NöL- 
DEKE, Nrusyr. Gr, % 24 am Ende) Analogien finden könnte. Das 
Zeichen zu Anfang von Z. 36, das früher mit einer weissen Masse 
ausgefüllt war, stellt sich jetzt, nachdem die Stelle sorgfältiger ge- 
reinigt, als al heraus. Zu ugdaiiam in Z. 39 habe ich am Rande 
in meinem Exemplar bemerkt, dass sich auch auf K. 155, obv. 8 die 
Form ug'da^ia-ra finde. Ob der Text mit dem von Strassm. AV. an 
verschiedenen Stellen citirten identisch ist, vermag ich nicht zu sagen. 



Haopt, ColladoD der Iidobar-Legenden. IO5 

Z. 44 am Ende steht wirklich kein u zwischen Anu*^ und ISfar. Zu 
dem vorausgehenden qudduiu^ das ZiMM. Bussps, 37, 2 anfuhrt, möchte 
ich bemerken, dass dieses Wort zuerst BAL. 104, 2 citirt worden ist. 

S. 13 ist von dem Zeichen vor ki in Z. i fast nichts zu sehn ; 
Z. 22 sind vor -i» usunlu zwei Striche zu sehn; vielleicht stand hier 
also das Präsens urappahi statt urappüu NE. 6, 41 ; vgl NE. 11, 27. 

Im Allgemeinen will ich über NE 8 — 13 noch bemerken, dass 
die Tafel K. 4465 -fS. 2133 ^us vier Stücken zusammengesetzt und 
von hellröthlicher Farbe ist 

S. 14, Z. 2 scheint der Strich am Ende der Ansatz eines wage- 
rechten Keils zu sein. Z. 17 hätte bis vor uk[kuiu]* schraffirt wer- 
den können. Z. 19 konnte ich zu Anfang (vor hi) jetzt nur zwei 
senkrechte Keile erkennen. 

S. 15, Z. 35 sollte maäii rabi weiter rechts stehn: ii unter dem 
ri von ebri und gal unter dem li von talimeka^'^. 

Das Fragment K. 3389 ist ausserordentlich klar geschrieben. 

S. 16 will ich zunächst bemerken, dass nach Dr. Jeremias, LNT. 
^6, 2 die beiden Fragmente Nr. 5 und Nr. 6 nicht zum NE gehören. 
Mir scheint das aber keineswegs sicher (vgl. auch HoMMEL's Gc- 
sckükU BabylomenS'Assyriens ^ 396, i) insbesondere wegen der An- 
fangszeilen von Nr. 5. So lange die Izdubar-Legenden nicht voll- 
ständig vorliegen, wird man darüber kein abschliessendes Urtheil 
fallen können. Bei dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntniss 
des Epos könnte man sogar daran denken, Nr. 5 und 6 mit der XII. 
Tafel in Verbindung zu bringen f, obgleich ich das keineswegs fiir 
sicher halte. Es wird aber nützlich sein, sich vor Augen zu 
halten, dass NE 17, 46 nur bedeuten kann: „in dem Hause, mein 
Freund, in das ich einging", nicht „das ich betreten will**; vgl. auch 
Dr. Jeremias* richtige Übersetzung, LNT. 98. Was den Text an- 
betrifft, so könnte das Zeichen vor mi-i zu Anfang von Z. 8 allen- 
falls ki sein. Der senkrechte Keil am Schluss von Z. 15 {qaäii}) 
steht im Original auf dem Rande. 

S. 17, Z. 36 ist vor hi ein senkrechter Keil mit zwei kleinen 
wagerechten (resp. etwas schrägen) Strichen davor zu sehn. Ebenso 
scheinen vor sina in Z. 38 zwei schräge Striche zu stehn. Z. 42 ist 



* Nicht Mf^/u ZiMM. BB. 94; vgl Del. i^V. 115 und Dr. Jeremias, LNT. 43. 
Ich niöchte bei dieser Gelegenheit bemerken, dass das too Dr. Jeremias /. c, im An- 
schluss an Zimmern durch „Taumelgesang" erklirte iig^ „^unpttAm" mit dem hebr. 

frf^ (V 7> li ^^^- 3i i) nichts sa thun hat, sondern rielmehr als Form ^«Jlni von 
wv anfenfasseo ist; vgl ""r^iiil ^i:^ tff 22 ^ 2 (siehe Hupfeli>-Nowack sa der Stelle). 
** Vgl sa diesem Worte die Anmerkung auf p. 17 von Dr. Lbhmann's Inangoral- 
Dissertation. 

t VgL Sayce, imSert Itcfuns *87, p. 62. 



I05 Bdtrige xnr lemitischen SprachwiMentchaft 

vor kutnmusu nicht grade ma zu sehn, eher ein senkrechter Keil und 
drei Striche davor. Das letzte Zeichen in Z. 43 steht auf dem Rande. 
Z. 44 könnte das Zeichen vor (DINGER) Anu^ allenfalls das Ideo- 
gramm ama (SD. 520; ZK. I, 305, 4) i— ummu „Mutter** sein; das 
erste Zeichen von Z. 45 scheint e zu sein, die Linie des unteren 
Anfangskeils ist zu sehn (vgl. ZiMM. Bussps, 43, 4). Z. 50 bt bei 
dem zweiten aiib noch die lange Linie von ME »= hb hinter dem 
Bruch zu sehn. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, dass sich auch 
auf K. 8562 ai'bu ptaO) . . . | aibat Belit &c findet und auf K. 8563 
(linke Col. einer Tafel, gewölbte Seite, also Rückseite) Z. 4 von 
unten lesen wir ana ia-iu-ma ana (DINGER) e-ta-na; auf der andern 
Seite, Z. 4: ktma e-ta-m (ohne vorhergehendes DINGER) und dar- 
unter kima ka-a-H. 

Die Farbe des Fragments K. 2589 (NE. 16 und 17) ist ein 
dunkles Rothbraun 

S. 18, Nr. 6 (i. e. K. 8590) ist eine ziemlich dicke, hellfarbige 
Tafel, die aus zwei Stücken zusammengesetzt ist Die Vorderseite 
des kleineren ist vollständig abgebrochen. Die Schrift von Nr. 6 er- 
innert an Nr, 14 und Nr. 16, auch an Nr. 45. Das letzte Zeichen von 
Z. I auf S. 18 ist sicher fu\ die Randbemerkung könnte demnach 
wegfallen. Vor ki in Z. 9 ist noch ein Winkelkeil (als Rest von XU?) 
zu sehn. Die beiden »Linien vor '/i-e-ki in Z. 10 konnte ich jetzt 
nicht mehr sehn; sie standen wohl auch nicht auf dem Original; 
vgl. NE. 16, 7. In Z. II dagegen sind vor den zu Anfang gegebenen 
Spuren von Xü noch zwei dazugehörige Keile (ein wagerechter und 
ein senkrechter) zu sehn. Z. 19 sind Spuren der Winkelkeile von 
man zu erkennen. 

Z. 19 ist das ni am Schluss von Z. 27 natürlich nicht zu sehn; 
es hätte deshalb in [ ] eingeschlossen werden können. Das erste 
Zeichen von Z. 29 könnte na gewesen sein; doch ist ausser dem 
senkrechten Keil nur der untere schräge von na zu sehn. Z. 31 ist 
zwischen dem a-a von ta-a-a-rat ein Zwischenraum ; ich bemerke das 
mit Rücksicht auf Herrn Professor E Schrader's sonderbaren Auf- 
satz ZA. in, 8, I. Z. 36 scheint vor dem zu Anfang gegebenen 
Zeichen noch ein oberer schräger Keil zu stehn (was aber nicht 
ausschliesst, dass das Zeichen doch ri war); und darunter in Z. 37 
Spuren, die allerdings* wie nta aussehn, obwohl von den wagerech- 
rechten Keilen nur der untere und das rechte Stück der Linie des 
mittleren deutlich ist Der schräge Keil von nu in Z. 39 ist nach 
links geneigt wie auf dem Sintfluthtext C (i. e. K. 8517). Z. 40 stand 
offenbar iitaqqü nte nadäti^ wie auch Dr. JEREMIAS, LNT. 96, 5 richtig 



* Ich sage dai im Hinblick anf das oben zn NE. 17. 42 Bemerkte. 



Kmupt, ColUtion der Iidobmi-Legcnd». I07 

liest; das u zwischen ^ und a-MES ist allerdings nicht zu sehn, aber 
fw ist deutlich, ebenso die beiden hinteren Keile von a. Z. 47 wird 
die von A. H. SavCE, HMert Uctures 'Sj, p. 63, n. 2 ausgesprochene 
Vennuthung richtig sein: das Zeichen vor erpti» scheint wirklich 
nicht la, sondern ei zu sein. Hinter la vor imt/räitt (iiäh in Z. 49 
steht ein halblanger unterer senkrechter Keil, der wohl als Überrest 
einer Rasur anzusehn ist Am Schluss von Z. $0 schien mir auch 
diesmal das Ideogramm für amf/u am besten zu passen. 

S. JO, Nr. 7 (l e. K. 8558) scheint mir das Zeichen hinter 6ir 
in Co), a, Z. 12 nicht iu, sondern hi zu sein, also wohl i-bir-iu (cf. 
IV, 58, 29) ^etn Freund". Das Zeichen hinter in in Z. 18 ist sicher 
«'; bei kak müsste der senkrechte Keil weiter vom stehn. Beachte 
übrigens die interessanten Formen nipqidäka und taphqiddnaii (vgL 
auch iilikäHah NE. 60, 14). Zu Col. b habe ich ein neues Duplicat 
(*^ 7—19* 306) NE. 80 veröffentlicht Das Zeichen am Schluss von 
Z. 18 kann nicht w sein (wie Smth gemäss CG. 181, Col. II, 10 an- 
genommen zu haben scheint); dafür sind die beiden wagerechten 
Keile zu klein ; das ts am Schluss von Z. 34 sieht ganz anders aus. 
Z. 25 rind hinter da- auch noch Spuren der schrägen Keile von pi 
lu sehn. In Z. 28 ist auf K. 8558 kein ii zwischen ia-a und i, aber 
auch kein Zwischenraum; die Spuren am Ende von Z. 38 sind nicht 
zwei wagerechte Keile, sondern ein wagerechter und ein senkrechter 
(KAL). Ich will bei dieser Gelegenheit auch den Schreibfehler K. 
3097 am Schluss der einleitenden Bemerkungen zu Nr. 7 statt S. 
oder Sm. 2097 berichtigen. Falls Dr. Bezold diese Entdeckung 
schon irgendwo veröffentlicht haben sollte, so trete ich gern meine 
Prioritätsansprüche ab. 

Fragment Sm. 3097 auf S. 21 ist von röthlichgelber Farbe. Z. 9 
von Col. a entspricht der ersten Zeile von Nr. 44. Ich habe ver- 
gessen, das NE. 80 zu erwähnen; ebenso hätte ich daselbst in n. t 
hinzuiiigen können, dass das (von mir paläo graphisch ganz richtig 
erschlossene) pa durch die Farallelstellc als rechte Hälfte von dt er- 
wiesen wird. In Z. 3 ist das xu von pag ri-ia sehr unsicher; nur 
der rechte senkrechte und der untere schräge Keil sind deutlich. 
Dagegen wird das von mir Z. to in den Text gesetzte la durch das 
Duplicat Nr. 44 als zweifellos richtig erwiesen; die Randbem 
oder tu f kann deshalb gestrichen werden; das su am Schluss 
Zeile sollte weiter rechts stehn, der Columnentheilstrich geht 
den senkrechten Keil des Zeichens. 

Zu S. 33 stehe meine neue Veröffentlichung NE. 81—84 

S. 33 scheint Z. I in der That uJfabbit tarrinna (vgl. zu 
Worte LNT. 45) zu sein, wenngleich von dem na nur der A 
keil deutlich zu sehn ist. Z. 33 scheint das Zeichen am Bruch 



I08 Bdtrige cur aendtiKhen SprachwiMentchaft 

am) ma zu sein. In Z. 34 schienen mir hinter p jetzt drei einfache 
wagerechte Keile (wie bei inä) zu stehn, also nicht zwei Keile in der 
Mitte (wie bei //). Die Spur am Schluss von Z. 35 ist ein wage- 
rechter Keil. Die Spur am Ende von Z. 36 scheint an zu sein. 
Z. 44 hätte das iv in [ ] eingeschlossen werden können. Hinter dem 
ii zu Anfang von Z. 46 könnte lu gestanden haben, sodass die Zeile 
also mit u „und** begonnen hätte; das tu vor a schien mir eher ia 
zu sein. Von den Schlusszeichen von Col. a ist in Z. 42 ia wahr- 
scheinlicher als da, Mi in Z. 48 ist falsch; höchstens könnte es lit 
sein; es stehn nicht vier wagerechte, sondern nur zwei wagerechte 
Keile da; doch sind von dem Anfangswinkelkeil nur schwache Spuren 
sichtbar. Bei du am Schluss von Z. 49 scheinen zwei senkrechte 
Keile über einander zu stehn (wie bei kip)y doch ist das Zeichen 
wohl du\ bei den Spuren davor stehn zwei Striche vor dem senk- 
rechten Keil. Das bar am Schluss von Z. 50 steht auf dem Doppel- 
theilstrich zwischen beiden Columnen. 

S. 24, Z. 7 sollte das pa zu Anfang etwas weiter rechts stehn; 
es ist Raum für den aufrechten Keil der Präposition ana. Die Schrift 
des (aus zwei Stücken zusammengesetzten, hellröthlichen) Fragments 
K. 3252 ist übrigens nicht so sehr eigenthümlich wie mir *82 schien. 
Wer besonders peinlich ist, mag das Ia von mi-la-hi am Schluss von 
Z. 2 sowie das -nap-pa-aUiu in Z. i schraffiren; das tu könnte an 
sich auch ein Ia sein. Das 1 von xüu (vgl V, 32, 52 e; 37, 20) sieht 
so aus, wie ich es autographirt habe. 

S. 25 war '82 von mir nicht copirt worden und ist daher in 
meiner Ausgabe nur nach Delitzsch's (mir freundlichst zur Verfügung 
gestellten) Copie mitgetheilt Ich habe dazu jetzt Folgendes ange- 
merkt Z. I ist unter den Spuren möglicher Weise noch ein wage- 
rechter Keil nachzutragen; ebenso ist hinter 1/ in Z. 8 noch ein 
wagerechter Keil zu sehn. Zwischen 9 und 10 stand noch eine Zeile, 
in der noch zwei wagerechte Keile (übereinander) und in einiger 
Entfernung drei kleine senkrechte Linien zu sehn sind; wir wollen 
die Zeile als Z. 9« bezeichnen. Z. 10 ff. konnte ich einige Spuren 
mehr sehn, als Demtzsch's Copie bietet, doch ist nichts damit an- 
zufangen. Z. 13 könnte vor den an der rechten Bruchlinie gegebenen 
Spuren nu dagestanden haben. Z. 15 möchte ich -dan ig-bat einsetzen. 
Z. 16 schienen mir die Spuren hinter // zwei schräge Keile zu sein. 
Z. 17 schien mir pa-a-hi (über -ba-ba in Z. 18) ziemlich klar, zu An- 
fang (über an in Z. 18) schien mir Jfi^ {^ Sanitu) zu stehn. Das in 
Z. 20 von Delitzsch für zu gehaltene Zeichen sieht mir mehr wie 
ra aus; eher könnte su zu Anfang vor ba gestanden haben, wenig- 
stens sind da zwei senkrechte und ein unterer wagerechter Keil zu 
sehn; das Zeichen könnte aber auch u sein (vgl. oben p. 57, 1. 15 



Hanpt, ColUtion der Izdobar-Legendeo. lOg 

Tafel XII, col. I). Hinter ma am Ende von Z. 21 ist nur der Winkel- 
keil sicher. Hinter ta am Ende von Z. 23 ist mehr Raum; von dem 
ta zu Anfang der Zeile sind der untere und die beiden mittleren 
wagerechten Keile zu sehn. Hinter hi am Ende von Z. 23 steht noch 
ein Winkelkeil mit einer senkrechten Linie dahinter. Der erste der 
beiden senkrechten Keile in der letzten Zeile 26 scheint vielmehr 
ein schräger Keil zu sein. 

S. 26, Z. 2 am Ende fehlt der wagerechte Keil in Delitzsch's 
Copie; er steht aber da und mag mit dem folgenden u zusammen 
sogar als BAD gefasst werden. Dass das erste Zeichen von Z. 3 nicht 
iiir sein sollte (wie es auch Smith, CG. 186 gefasst) scheint mir nicht 
sicher; der wagerechte Keil reicht jedenfalls eng an $a heran; das 
Zeichen hinter a am Ende aber scheint auch mir eher dt als ki zu 
sein. Bei den Spuren unter dt in der folgenden Zeile schienen mir 
unter dem wagerechten Keil noch zwei kürzere (etwas nach rechts 
eingerückte) wagerechte Keile zu stehn. Das Zeichen vor Eabam in 
Z. 5 könnte auch gur^ gam gewesen sein. Das Zeichen hinter Xum- 
ba-ba in Z. 6 ist wohl ra, wozu auch Delitzsch's links am Rande 
gegebenen Spuren passen. In der folgenden Zeile sind noch Spuren 
des unteren Keils von e zu sehn ; ebenso ist das xi von kam in der 
letzten noch zu erkennen. 

S. 27, Nr. 12 hat jetzt die Nummer K. 8591. Z. 2$ scheinen vor 
ku in der That zwei schräge Keile zu stehn, wie auch Deutzsch's 
(links am Rande gegebene) Spuren bieten. Der untere Keil von kud 
zu Anfang von Z. 27 ist auf dem Original nahezu wagerecht, nicht 
schräg. Die am Ende von Z. 28 gegebenen Spuren können sehr 
wohl, wie Delitzsch vermuthet, gi sein; es ist nicht nur ein Stück 
des zweiten senkrechten Keils zu sehn, sondern auch die drei oberen 
schrägen Keile des zu gi gehörigen xi, Z. 29 ist MU-ra ^ iMxäkra 
ziemlich klar; ebenso te-it vor ti-qa in Z. 31; ob das vor nu stehende 
Zeichen aber $u ist, scheint mir zweifelhaft; bei hi steht der untere 
Keil weiter links; ebensowenig weiss ich, was das vor /r(?) stehende 
Zeichen ist Auch die beiden verwischten Stellen in Z. 32 konnte 
ich nicht entziffern. In Z. 33 ist das (von Deutzsch richtig copirte) 
mu zu Anfang sicher; in der zweiten Hälfte der Zeile erinnern die 
Spuren hinter ia an nak, doch ist das höchst zweifelhaft. In Z. 34 
scheint mir dup unmöglich. Mit den Spuren vor tuquniii in Z. 39 
weiss ich nichts anzufangen; in der Mitte der verwischten Stelle 
könnte man hk-ka i. e. Ubba-ka lesen; die Spuren vor up zu An- 
fang der Zeile sehn mehr wie ein am unteren Ende von einer wage- 
rechten Linie durchschnittener Winkelkeil aus; und das letzte Zeichen 
(über me in der folgenden Zeile) könnte tna gewesen sein. Zu An- 
fang der folgenden Z. 40 ist über der wagerechten Linie eine schräge 



1 10 Bdtrige tat lemi ri ic h ep Sprachwi»eiitch«ft. 

ZU sehn, etwa -<— (nu}); zwischen lu und fitt-gu du ist mehr Raum; 
das vor iu stehende da/ könnte allenfalls auch in da und zwei schräge 
Trennungskeile zeriegt werden. Deutzsch's Lesung 1/ zu Anfang 
von Z. 41 (vgl. dazu NE. 20^ Col a, 16) ist möglich. Ebenso ist 
Deutzsch's ki zu Anfang von Z. 43 besser als ku; dahinter scheint 
(vor ikhidü) eine Rasur zu sein. Die letzte Zeile 45 scheint der 
ersten Zeile von K. 3252 (NE. 24) zu entsprechen; und man könnte 
deshalb auf den Gedanken kommen« dass die NE. 27 gegebene linke 
Columne von K. 8591 den Schluss der IV. Tafel enthalte, sodass die 
letzte Zeile ab custos aufzufassen wäre, und NE 28 ab Col. V. Doch 
scheint mir das — ganz abgesehn davon, dass man die gewöhnliche 
Serien-Unterschrift vermbsen würde (NE. 27, 45 steht ja unmittelbar 
unten am Rande der Tafel!) — äusserst zweifelhaft. Ob die beiden 
Columnen von K. 8591 der Vorderseite oder Ruckseite angehören, 
lässt sich nur angesichts des Originab entscheiden. 

S. 28, Z. 36 ist der wagerechte Keil (hinter UT) am Ende nicht 
sicher. Z. 37 dagegen scheint mir das a vor sikir klar. Z. 38 ist die von 
mir vor ix gegebene Spur zu sehn; das Zeichen hinter mzsaihi kann 
nicht hi sein, der Anfangskeil von ia auf dieser Tafel steht tief 
(vgl NE 81, n. 5). 21 39 sind die von Deijtzsch statt na ge- 
gebenen Spuren ganz genau, aber das Zeichen ist wohl sicher na, 
Z. 40 scheint mir u-xal-iab sicher, ebenso sind die beiden zwischen 
der Ziffer 7 und ud-du stehenden 2Mchen ku'\'tik klar; hinter ud^du 
mag ht{rrMM}anitu) gestanden haben. Das Zeichen zu Anfang von Z. 42 
erinnert an da\ das mu hinter rp4 ist sicher; die beiden schrägen 
Keile am Schluss der 2Mle sind sichtbar. Z. 44 ist das Zeichen 
vor üest wohl sicher H\ das e am Schluss der Zeile ist aber sehr 
zweifelhaft; sicher ist nur die linke Hälfte (if). Am Ende von Z. 45 
sieht es aus, als wäre unter den NE. 28, 45 gegebenen Spuren noch 
darunter, halb auf den Rande, das Zeichen htm geschrieben und vor- 
her zwei schräge Keile. 

S. 29 habe ich nichts zu verbessern; die Farbe des Fragments 
RM 578 ist gelblich. Auch RM 579 (S. 19 meines MS.) gehört zur 
Izdubar-Serie. Es ist das Bruchstück der dritten oder vierten Co- 
lumne einer Tafel, wahrscheinlich vierte Spalte. Die Vorderseite 
ist gänzlich abgebröckelt In meiner ('82 angefertigten) uncollatio- 
nirten Copie enthält das Stück 11 Zeilen; in der 2. und 7. findet 
sich der Name Indnbar, in der 9 EabanL Ich werde das Fragment 
wohl an anderer Stelle noch veröffentlichen. 

Auch S. 30 habe ich nichts zu verbessern; die Nummer des 
Fragments ist jetzt K. 8018. Das Zeichen zu Anfang von Z. 16 kann 
sehr wohl ü sein; zu sehn sind zwei senkrechte Keile mit einer 
wagerechten Linie davor, über der ein schräger Keil steht. 



Haopt» ColUÜon der IidabM-Legenden. III 

S. 31, vorletzte Zeile vor dem Schlussstrich steht Ri ^ fai auf 
dem Doppeltheibtrich zwischen Col. VI und V; ebenso in der catch- 
line das letzte Zeichen mel und schon ein Theil von gal, 

S. 32, auf dem (röthltchen) Fragment Si 1. 2112, ist in Z. 35 vor 
den beiden senkrechten Strichen hinter it noch ein wagerechter Keil 
(von td) zu sehn. Am Schluss von Z. 39 ist bei dem Ideogramm für 
lltar {Nanä) auch der untere wagerechte Keil zu sehn (vgl AL'. 
28, 234). Die Form un-di-en-na-a in Z. 36 ist ganz sicher, ebenso 

S 32, auf dem (gelblichen) Fragment Sm. 401 un-äsn-na-a in 
Z. II (umUnnä steht wohl fiir umtamu^a, Reflexiv-Passivstamm zu 
ttmanna Z. 15). In Z. 10 von Col. II sind am Schluss vor dem senk- 
rechten Keil über der unteren wagerechten Linie noch zwei andere 
wagerechte Linien zu sehn. Die durch [u]mailä gehende Linie in 
Z. 18 kann bis zum Bruch verlängert werden. In der letzten Zeile 
der Rückseite von Nr. 15 auf S. 33 ist bei den Spuren vor ki noch 
ein schräger Keil rechts unten zu sehn ; am Schluss der Zeile stand 
also wohl das Ideogramm für Eabani. 

S 34, Nr. 17 bt die Linie rechts von Col. III, ii— 14 natürlich 
der Rand der Tafel In CoL IV, Z. 3 ist Hb mit vier senkrechten 
Keilen geschrieben. In Z.' 7 könnte das vor qabliiu stehende Zeichen 
allenfalls der Rest des Ideogramms fiir reiu «Haupt^ sein; vgl. das 
Sachen iak NE. 63, 45. Z. 10 sind bei dem Zeichen hinter bu nur 
zwei senkrechte Keile zu sehn; es könnte deshalb auch u$ in Betracht 
kommen. Vgl. das unten zu Z. 232 der Sintflutherzählung (Variante 
von Fragment A =» K. 8593) Bemerkte. 

Fragment Sm. 2194 auf S. 34 ist von hellröthlicher Farbe; die 
Rückseite ist abgebröckelt Das Zeichen hinter ^ in Z. 4 scheint 
na zu sein, abo a-na^ der obere schräge Keil von na ist zu sehn. 
In Z. 8 sind die Köpfe von. zwei senkrechten Keilen zu erkennen, 
nicht bloss von Einem Keil 

S 35 habe ich die Bruchlinie, die Col. V in zwei Hälften theilt, 
nicht gegeben; und das bt in gewisser Hinsicht auch besser, denn 
die Stellung der Zeichen zu dieser Linie ist in meiner Copie nicht 
ganz genau; die Linie läuft etwa von dem Anfang von e in qa-bi-e 
Z. 10 bis vor ii-ia-ku-ni in Z. 28 und zwar mit einer Ausbuchtung 
nach links; e von epuiki in Z. 14 steht hinter der Bruchlinie. Z. 12 
könnte für das letzte Zeichen auch // in Betracht kommen. In Z. 22 
steht der Anfangswinkelkeil von iik resp. pik (ZK. II, 315 unten) 
nicht so tief; er ist höher hinaufgezogen, mehr wie bei iL Die 
Z. 24 — 26 schraflirte Stelle ist sehr verwischt Von dem ni am 
Schluss von Z. 28 sind nur die Anfange der beiden wagerechten 
Keile zu sehn. Dagegen ist oben in Col. IV, 6 (vor ip) der ganze 



112 Beltrige zur temitbcbeD Sprachwiaeoielialt 

untere wagerechte Keil von m zu erkennen. In Z. 20 kann bis eng 
an kü heran schrafiirt werden. 

S. 36 habe ich nichts zu bemerken. 

S. 37, Z. 5 und 6 am Ende läuft die Bruchlinie ein klein wenig wei- 
ter nach links. In Z. 6 ist zwischen äwt^ und la etwas mehr Raum. 
Zu Anfang von Z. 7 scheint es, als wären bei ai zwei Winkelkeile 
auf der rechten Seite; vgl NE. 83, n. 7. Z. 8 sind bei gutem Licht 
von der linken Seite auch die Spuren des vorderen Theib von m 
noch ziemlich klar zu erkennen; ir und sa sind ausgeschlossen, da- 
für stehn die drei senkrechten Keile zu weit nach rechts, ausserdem 
würde bei diesen beiden Zeichen der Anfang des oberen wagerech- 
ten Keils mehr entwickelt sein; so wie er dasteht, setzt er einen 
vorausgehenden wagerechten Keil voraus. Diese paläographischen 
Bemerkungen sind von Wichtigkeit, da dies die einzige Stelle ist, 

in der wir das assyr. Äquivalent von C^^ „Liebe** finden, wie ich 
NE. 37, 8 rechts am Rande und NR 42, n. 17 angedeutet habe. 
An indu „fruit** (SavcEi Hibberi lectures ^Sj^ p. 246, n. i) habe ich 
nie gedacht Eine Übersetzung der ganzen Zeile inbika (-■ (libbikä) 
(j)äH qähi qÜä-ma „schenke mir Deine Liebe** habe ich bereits 
Hebraka I, 179, 2 gegeben, was Zimmern, Bussps. 12 unbekannt ge- 
wesen zu sein scheint. Ich erwähne schliesslich, dass Delitzsch, 
ProL 176 (wohl im Hinblick auf die vorliegende Stelle) bemerkt, 
Un „Liebe** sei bisher im Assyrischen nicht sicher nachgewiesen. 
Der Stamm ist auch in seinem AW. nicht aufgeführt. 

S. 37, Z. 12 ist der wagerechte Strich an der rechten Seite, des 
unteren schrägen Keils von nu noch etwas länger; vgl. das nu am 
Ende von NE. 40^ 21. In der folgenden Zeile 13 sind zu Anfang 
Spuren von a zu sehn. 

S. 38, Col. n, Z. 3 ist nur der erste wagerechte Keil von me} 
deutlich zu sehn. 

S. 39, Z. 14 scheint hinter dem Ideogramm für amebi wirklich 
nicht PA+IP — itf/, sondern PA+LU — sibj Ideogramm für reu 
„Hirt** zu stehn; derselben Ansicht sind PmCHES und Dr. Harper. 
Auch VR. 12, Nr. 4 (i. e. K. 4244) steht Z. 36» deutlich pa + lu, 
nicht PA + IP (die Rückseite des sehr schön geschriebenen Fragments 
K. 4244 enthält nur die Unterschrift). Die Lesung damqaru (ZiMM. 
Bussps. j6f 51) ist demnach aufzugeben; vgl. auch NE. 44, n. 14. Ob 
V R. 16^ 22 und 23g iap oder stb steht, weiss ich nicht zu sagen. 
Strassm. bietet Nr. 1857 und 7889 lab, nicht sib. Beiläufig will ich 
aber bemerken, dass ta-pu-la NE. 39, 14 unmöglich der Eigenname 
des Hirten sein kann; es steht ja auch kein determinirender senk- 
rechter Keil davor; vielleicht haben wir täpula als impf, von ap&lu 



Hanpt, ColUtion der Izdobar-Legenden. II3 

(S« 319) ZU fassen. Z. 30 sind hinter ku-tutn-mu-u noch zwei wage- 
rechte Keile (n/?) zu sehn, und unter tum scheint am Ende der fol- 
genden Zeile ein Winkelhaken (»?) gestanden zu haben. Das da vor 
>b< in Z. 34 ist ziemlich klar. In der folgenden Zeile 35 ist Hu am 
Ende wahrscheinlicher als tu\ man fiihlt in dem untersten Keil keinen 
Absatz. 

S. 40 scheint mir amelu am Schluss der ersten Zeile wahrschein- 
lich. In der folgenden Z. 2 scheint das Zeichen hinter qardi die 
Conjunction u gewesen zu sein; die linke Seite von lu ist hinter ii 
ziemlich deutlich zu sehn. Z. 4 ist am Ende der senkrechte Strich 
von ba zu sehn. Z. 5 sollte der an der Bruchlinie stehende Keil 
grösser und unmittelbar an der Bruchlinie eingesetzt sein. Das xup- 
fa in Z. IG scheint mir sicher. Z. 23 ist zwischen ta und xa etwas 
mehr Raum. In Col. IV rechts ist Z. 20 der Kopf eines senkrech- 
ten Keils zu sehn, und Z. 22 der Anfang eines wagerechten. 

S. 41, Z. 8 ist 'kan vor xidütu sehr wohl möglich. 

Über NE. 42—50 habe ich nichts zu bemerken. 

S. 51, Z. I ist bei den über -la-iu stehenden Spuren mehr 
Zwischenraum zwischen den wagerechten und den senkrechten Keilen; 
die senkrechten Keile könnten das Zeichen a sein, jedenfalls bilden 
die Spuren nicht Ein Zeichen; auch die über u stehenden beiden 
Keile könnten a sein, sie sind beide nicht so hoch, wie ich sie auto- 
graphirt habe; die beiden schrägen Keile zu Anfang der Zeile sind 
von dem dahinter stehenden senkrechten etwas weiter entfernt, es 
ist nicht das Zeichen n/, der senkrechte Keil steht ungefähr in der 
Mitte zwischen den schrägen Keilen und den folgenden wagerechten. 
Z. 4 ist zwischen -i» und uä- mehr Raum, ebenso zwischen ibäki und 
sarbii in der folgenden Zeile sowohl wie zwischen xaläla und ixiul 
in Z. 6; dagegen ist in der letzteren Zeile kein Raum zwischen na und 
äl Ganganna \ ebensowenig zwischen kima und bülu in Z. 9, und 
kima und summää in Z. lO; in Z. 9 sind die Striche von ni nicht 
so lang; zwischen ummäni und ixätt ist mehr Raum. Bei dem letzten 
Zeichen von Z. 4 könnte man an Stelle von (üf auch an him, tak 
denken. Dass -ia und müre „Eselsfiillen", ebenso -ra und pure „Stier- 
kälber** in Z. 7 und 8 nicht zusammengehören, wie CAG. 193 an- 
genommen worden ist, brauche ich kaum zu bemerken; -dtää und 
•sirä sind natürlich die Reste zweier Verba in der 3. fem. pl. impf, 
als Prädicate zu at&nati „Eselinnen** und WäH „Wildkühe" am Schluss 
von Z. 7 und 8. Dass die Stelle so zu erklären ist, habe ich bereits in 
den Johns Hopkins Unrversity Circulars (JHUC.) vol. III, No. 29 (March 
'^) P- 51 angedeutet*. Z. 21 steht xa und du enger zusammen; das 

* Ich sage daselbft ^that the Aasjrrian eqniTaleot of the Akkadian amari bitru or 
rather /^Sn», is the mascuUne to ^rtu yjavenca", corretponding to the Hebrew /tfr, 
Beürige mr Mmit. Spnichwfatentchaft. L 8 



114 Bdttfge for lemitifchen Sprach?risienichAft. 

ZU Anfang dieser Zeile stehende Zeichen scheint mir eher tu als in 
zu sein, vgl. (auf dem Original!) das tu in Z. lO u. 14. Z. 24 zu An- 
fang ist nur der zweite wagerechte Keil sicher, der erste ist sehr 
zweifelhaft Die Farbe des Fragments K. 3200 ist ein dunkles Roth- 
braun. 

S. 52, Nr. 24 ist Col. a, Z. 46 nicht soviel Raum zwischen dem 
drittletzten und vorletzten Zeichen. Col. b, Z. 44 scheint das Zeichen 
vor an tna ZM sein. Das dt in der vorhergehenden Zeile ist nicht 
ganz sicher. Ganz klar ist aber das sa von xursäm in Z. 46. Ge- 
mäss CG. 177 oben (CAG. 214) scheint Smith dieses Fragment für 
ein Stück der III. (resp. I.) Tafel gehalten zu haben. Die Schrift 
von K. 4474 ist ähnlich wie auf K. 3200; der Thon röthlich braun, 
Rückseite abgebröckelt. Das Stückchen, das „etwas über Thiere 
erzählt" und das „dritte Fragment** mit einem „Gespräch zwischen 
Izdubar und seiner Mutter** sind wohl nicht zwei verschiedene Frag- 
mente; ersteres entspricht wohl Col. b von Nr. 24, letzteres Nr. 24, 
CoL a. Über Izdubar's Mutter möchte ich noch bemerken, dass die- 
selbe nicht Dannat hiess, wie CG. 149 (auch CAG. 184 und 201) auf 
Grund von NE. 8, 27 angenommen worden ist. Dort ist natürlich 

(see Nimrod epic, p. 51, U. 7 and 8)". Das Ideogramm f)ir püru ist augenscheinlich 
nur eine Weiterbildung des Ideogramms für „Wildochs" assyr. arxu^ syn. rimu und /iS, 
fem. Um (vgl. hebr. n^V «nd Del. Ht^, 6* Assyr. p. 7, 2). Wir finden dieses Zeichen 
AMAR ^ fAru bekanntlich auch in dem Ideogramm für den Gott Merodach, das eigent- 
lich njvnger Sonnenstier** xn bedeuten scheint, und man könnte deshalb daran denken» 
dass GuäUir n, 48, 36 für gud-iöil stünde; natürlich ist das aber lediglich eine ganz 
zweifelhafte Vermuthung. Mit (*>nn9 oder vielmehr) "tVTf (ZK. I, 310) hat {Htm oder 
▼ielmehr) pAru nichts zu schaffen. Ebensowenig darf aber das assyr. parü mit *^ zu- 
sammengestellt werden (Del. Heör, &* Ass. 65; Pro/. 114. 119; AW. 93); parü bedeutet, 
wie ich bereits in meiner Besprechung von Delitzscu's Kossäem in Andover Review 
(Jnly 1884, p. 97) herrorgehoben habe, nicht „Farre**, sondern „Maulthier**. Es fragt 
sich Übrigens, ob das Wort Farre^ fem. Färse (engl, keifet) nicht ein semitisches Lehn- 
wort ist Was Kluge in seinem Etymol, Würierbuch imter Farre rorbringt (vgL auch 
Skbat unter keifet) spricht nicht sehr für indogermanischen Ursprung des Wortes. Auch 
noQiQ und nog^iq scheinen Fremdwörter zu sein. Vgl. dazu auch Fürst's Wörterbuch unter 

re^ und Homickl's Säugethiematnen, pp. 239. 261 und 278, wo ich das Wort r^r^ 

furfur tipetit de brebis, de cherre, etc." (auch „passerau'*) vermisse Ich möchte bei 
dieser Gelegenheit noch darauf hinweisen, dass ich an der eben citirten Stelle der Jokne 
Hopkins C/niversily Grculars auch die richtige Lesung für das keilschrifUiche Äquiva- 
lent des hebr. ''f>\ angegeben habe (vgL ZK. n, 57, i). Das angebliche Ideogramm 
PULPUL ist einfach phonetisch pulpul zu lesen, eine Reduplication der altarabischen Dia- 

lectform cMi die Ton den Dichtem im Vocativ statt ^^yki gebraucht wird: J^ L) 

ia fulu, fem. &JLi L> (Kosegaeten § 11 19). Das häufig vorkommende assyr. pulpul 

mär pulpul „6 öiXva xov SfTvo^* entspricht dem arab. ^"^kj ^j^\ ^^Li fulin 'dttu 

fuläui» (Wright § 353). Für das Assyrische llsst sich die Lesung pulärm {Zatu 28) 
nicht rechtfertigen. 



Haupt, CollaHon der Udubar- Legenden. II j 

ul umaiiar Izdubar batidta ana ... zu lesen; vgl. ASKT. 41, 270 >=3 
V, 42, 56; ausserdem auch die Ausfuhrungen von Dr. Jeremias, 
LNT. 36,11. 

S. 52, Nr. 25 ist jetzt K. 8574 numerirt Das Fragment ist 
ungewöhnlich dick; über das verwischte Zeichen nach ba in Z. i 
und nach ana in Z. 6 werde ich mich anderwärts äussern. 

S. 53, Z. 33 ist der rechte Winkelhaken des zweiten Zeichens 
kaum zu sehn. Auch die zwei Z. 35 am Ende gegebenen Keile 
konnte ich nicht mehr erkennen. Das in Z. 36 darunter stehende 
hu ist fraglich; ebenso der Keil nach iq in Z. 38; am Ende dieser 
Zeile (nach ki) konnte ich nur zwei (nicht drei) Keile sehn. Z. 45 
stehn u und ia enger zusammen. Am Ende von Z. 46 ist nur der 
erste wagerechte Keil deutlich; am Ende von Z. 47 nur der obere 
wagerechte. Das letzte Zeichen in Z. 48 (hinter du-) scheint muq 
zu sein. Die Farbe des Fragments K. 3588 ist hellroth. Über die 
Rückseite auf S. 54 habe ich nichts zu bemerken. 

S. S5) Z. 17 ist zwischen den beiden Zeichen hinter ka4u nicht 
so viel Raum. Dagegen ist zwischen den beiden a von ma-a-a-H 
in Z. 22, wie ich wieder mit Rücksicht auf ZA. III, 8, i hervorheben 
will, ein ziemlicher Abstand. Auf der Vorderseite von Sm. 2132 
(NE. 56 unten rechts) kommt in Z. 17 fiir das ta am Ende auch kit 
(resp. u) in Betracht. Die Farbe von Sm. 2132 ist gelblich braun; 
die Schrift auf der Vorderseite schwärzlich. 

S. 56, Nr. 28 (i. e. K. 8566) könnte man für das lu hinter U in 
Z 17 auch an su denken. Am Schluss von Z. 24 scheinen rechts 
an der Bruchlinie noch zwei kleine schräge Keile zu stehn. Nr. 29 
(i. e. K. 8573, ein klar geschriebenes, dunkel gelblichbraunes Frag- 
ment) scheint das „vereinzelte sechs Zeilen lange Fragment der 
VL Columne, das uns die beiden Kampfgenossen am Thore zeigt*^, 
zu sein; vgl. CG. i84 = CAG. 221 unten. 

S. 57 ist von dem fnu zu Anfang von Z. 37 wenig zu sehn. Vor 
ri in Z. 38 scheint noch die Spur eines oberen schrägen Keils zu 
stehn. Z. 42 hinter tüiari (vgl. ZiMM. BB. 96; Dr. Jeremias, LNT. 
33 unten) stehn die wagerechten Keile nicht übereinander; der obere 
bt etwas weiter rechts. Hinter den beiden schrägen Keilen am 
Schluss von Z. 46 (hinter uxarrü büru) ist noch ein wagerechter zu 
sehn; und hinter nitix am Ende von Z. 47 scheint noch ein senk- 
rechter Keil zu stehn. Die Farbe von Nr. 30 (i. e. K. 8586) ist ein 
gelbliches Roth. 

S. 58, Z. 5 am Ende sollte bis eng an den nach an stehenden 

Keil schraffirt sein. Z. 7 zu Anfang sollte der Strich vor tum tiefer 

stehn. Die letzten drei Zeichen von Z. 11 und die letzten sechs 

von Z. 12 sind durchaus sicher. Überhaupt ist die ganze (hellröth- 

8» 



1 16 Beitrige rar semitiscbeD Sprachwiiaenschaft 

lichgelbe) Tafel sehr klar geschrieben. Zu dem von ZiMNL BB. 22, 2 
behandelten ni£^ „Glanz, Licht^ in Z. 19 möchte ich bemerken, 
dass mir das bekannte Wort iangü ^Priester" (eine Form wie iabrü 
„Seher'' von uiadri) auf denselben Stamm zurückzugehn scheint 
San£^ würde in diesem Falle eigentlich „Lauterer^ bedeutet haben. 
Die von Savce, Hihbert Lect 'Sj^ p. 61 vorgetragene Etymologie 
kann ich nicht für richtig halten. Z. 21 zu Anfang scheint der Keil 
ein schräger zu sein. Z. 22 haben beide u nach hittahi drei senk- 
rechte Keile. Aus Schrader's ZA. III, i citirten Aufsatz in den 
MBAW. 1880, S. 273 kann man lernen, dass die Form nicht u-u-xar- 
hiy sondern niamxarhi zu lesen ist 

Zu S. 59 vgl jetzt das neugefundene Duplicat NE. 8^. Z. 6 
steht auf Nr. 32 kein senkrechter Keil zwischen ana und ää wie auf 
Nr. 46. Z. 8 passen die Spuren auch hier zu a-na ni-ri-bi-e-H Z. 10 
würde statt iul (vor ana) besser H-ia gelesen werden (also wohl 
aiH reifa); fiir iul ist der Anfangswinkelhaken von dem Schluss- 
doppelkeil auch zu weit entfernt Z. 9 sollte der wagerechte Keil 
(i. e. Rest von ffteiy weiter nach links stehn, unter der rechten Seite 
des ri von neribeü. Das Zeichen vor tu in Z. 13 ist kil {kir, xab), 
nicht rechte Hälfte von ka etc. Z. 15 ist natürlich ilH xaffina zu 
lesen; Z. 16 }i/up [namfara ina] }ibbt}u\ und Z. 17 ktma tartaxi etc. 
(vgl. NE. 69, 40; 75, 4 und 5). 

S. 60, Z. 12 ist nach i^bat fenhmu natürlich iq-ru-ub zu lesen; 
die beiden schrägen Keile von iq sind klar zu sehn; sie stehn auch 
deutlich in meiner Copie und sind nur beim Autographiren nicht 
zum Ausdruck gekommen. Das Zeichen vor a-di in Z. 20 könnte 
qa sein, der wagerechte Strich ist zu sehn. 

S. 61 habe ich nichts zu bemerken. Höchstens möchte ich er- 
wähnen, dass Z. 4 dafür spricht, dass wir Z. 7 der Sintflutherzählung 
tassiz-ma und nicht tafbat- ma zu lesen haben. 

S. 62, Z. 40 sollte der Keil hinter Ma-a-iu grösser eingesetzt 
sein. Z. 43 am Ende sind die beiden unteren Keile mit weisser 
Masse ausgefüllt. Z. 49 bei den Spuren hinter / sollten die beiden 
senkrechten Keile näher zusammen stehn. 

S. 63, Z. 24 ist vor ia ein ziemlich langer Strich zu sehn (mög- 
licher Weise ein Theilstrich von Col. VI) und hinter der Bruchlinie 
rechts noch die Anfänge von zwei wagerechten Keilen, der untere 
etwas nach rechts eingerückt Z. 27 ist zwischen iq und dem An- 
fangskeil von ü an der Bruchlinie nicht soviel Raum. Z. 28 sind 
hinter dem Winkelhaken zu Anfang zwei wagerechte Keile zu sehn 



• Das Fragment 80, 7 — 19, 305 bietet deutlich ur-max-meS -« nde „Löwen" txx 
Anfang dieser Zeile, also fuh ämur-ma aptdlax anäku „Löwen sah ich und (Urchtete mich**. 



Hanpt, Collation der Isdnbar-Legenden. H^ 

(also wohl «/), und darunter zu Anfang von Z. 29: = zz: ^. Z. 30 
ist der erste Keil zu Anfang so g^oss, dass er sehr wohl ia gewesen 
sein kann; hinter him am Schluss der Zeile sind zwei wagerechte 
Keile (über einander) zu sehn; auch unter tum steht ein wagerechter 
Keil in der folgenden Zeile, aber ziemlich hoch. Die beiden Zeichen 
hinter u/ 1- in Z. 31 scheinen nam-di zu sein wie in Z. 28. Das 
dritte Zeichen in Z. 32 hält auch PiNCHES für pi] es mag sein, dass 
der aufrechte Keil nur auf einem Sprung in der Tafel beruht; aber 
das Zeichen sieht sicherlich mehr wie pi als wie pu aus. Z. 34 
könnten die Spuren am Ende (hinter ra in der folgenden Zeile) das 
Zeichen li repräsentiren. Z. 35 zu Anfang ist die Ziffer 8 ganz klar; 
der Strich von bu sollte länger sein, und dahinter sieht man einen 
Winkelhaken mit zwei wagerechten Keilen (wie bei lU) und weiter 
rechts drei senkrechte Keile. Das Zeichen nach ai in Z. 39 sieht in 
der That wie pi aus; man glaubt zwei schräge Keile deutlich zu 
sehn, und das ganze Zeichen macht sicher einen anderen Eindruck 
(auf dem Original!) als das H in Z. 35. Wenn man die Tafel aber 
mit dem Anfang der V. Columne nach unten zu geneigt hält, so 
sieht man, dass das vermeintliche pi ein H ist, wobei lediglich etwas 
zufallig in den Anfangswinkelkeil gerathen ist, das ihm das Ansehn 
zweier schrägen Keile giebt Z. 45 steht vor dem a zu Anfang auf 
dem Doppelthcilstrich zwischen der V. und VL Col. ein winziges 
kur (vgl. ASKT. 72, 32; VR, 27, 57a; 31, 68a; 36, 39 f.); bei dem 
vorletzten Zeichen könnte man auch an pi denken, aber auch 
Dr. BrüNNOW hält h für richtiger. Das erste Zeichen von Z. 50 ist 
ein klares in (nicht LUGAI, — iarru). 

S. 64, Z. 25 sind zu Anfang vor h zwei senkrechte Striche zu 
sehn, und zwar so nahe an h^ dass man an das Zeichen gi denken 
könnte; der wagerechte Keil zu Anfang der Linie kann aber nicht 
zu gi gehören, dazu ist er einerseits zu weit entfernt von ie^ andrer- 
seits zu niedrig. Möglicherweise ist ina si zu lesen, oder überhaupt 
nur ina ie-nu^ wobei dann die Zeichen dazwischen als zufällige Spuren 
zu betrachten wären. Das letzte Zeichen von Z. 25 kann nicht cm 
sein, eher «/, der untere Theil von ni mit den zwei senkrechten 
kleinen Keilen ist ganz deutlich; auch das vorletzte Zeichen an ist 
nicht ganz sicher. Z. 27 ist das von Deutzsch beanstandete u 
ziemlich deutlich, und dahinter ist noch der Anfangskeil von gifi^'^» 
pafru) zu sehn; vgl. V R. 3, 40 (auch Strassm. Nr. 2453). Z. 29 
ist am Ende ein ziemlich langer wagerechter Keil zu sehn, und 
zwar ziemlich hoch. Z. 32 sind vor a-ab-ba nur zwei senkrechte 
Keile zu sehn, möglicher Weise der Rest von ip, Z. 36 ist das vor- 
letzte Zeichen sicher ai, es sind drei wagerechte Keile zu sehn (vgl. 
auch NE. 64, 2); das iam von tam-ti sollte weiter links stehn, ziem- 



Il8 Beitrige lur semitUcheo Sprachwissenschaft. 

lieh nahe an der schraflirten Stelle. Auch in der vorhergehenden 
Zeile ist zwischen dem vor iu stehenden an und den davor «uto- 
graphirten Spuren kein Raum; ausser dem wagerechten und senk- 
rechten Keile, wie ich es Z. 64 autographirt habe, glaubte ich üb- 
rigens noch Spuren eines zweiten unteren wagerechten Keils zu 
sehn, und unmittelbar hinter dem aufrechten Keil noch die Köpfe 
von zwei weiteren senkrechten Keilen, endlich etwas weiter rechts, 
den Ansatz eines schrägen Keils; ausserdem ist links vor diesen 
Spuren (etwa zwischen dem -di und e^ von Z. 38) eine senkrechte 
Linie. Z. 38 ist ku-^arnoch ziemlich deutlich zu sehn; ebenso an; 
von tM dagegen nur der Kopf des senkrechten Keils; von dar der 
wagerechte Keil ; von fu gar nichts. 

S. 65 kann die allzupeinliche Anmerkung i gestrichen werden. 
Nr« 33 ist jetzt K. 8589 numerirt, in der Schrift ähnelt das Fragment 
K. 8558. Zur Rückseite auf S. 66 habe ich nichts zu bemerken, 
höchstens dass die Schreibung i-ba-H in Z. 28 und i-ba-ai-H in Z. 32 
sicher ist, ebenso ma-am-me-tum in Z. 37. 

S. 67 1 Z. 1 1 ist das lu nach i klar. Z. 14 am Ende ist noch ein 
zweiter Keil hinter dem wagerechten von ii zu sehn. Z. 23 ist 
um-mu ak'la (LNT. 86, $) ganz klar. Z. 27 am Ende steht mi-na^ 
wie ich oben autographirt habe, nicht etwa mi-na-a^ msnä, wie 
Dr. Jeremias, LNT. 87 transcribirt; über den Unterschied von minä 
und mM siehe oben p. 17. Z. 29 scheint es, als wenn zu Anfang 
vor uäi $na hi gestanden habe; ein wagerechter Keil ist zu Anfang 
zu sehn. Wenn die Spuren vor ud das Zeichen iu repräsentiren, so 
muss jedenfalls noch ein Zeichen vorher gestanden haben; für Hu 
als Anfangszeichen sind die Spuren vor ud zu weit vom Rande ab. 
Man könnte auch an tu denken, vgl. aber NE. 69^ 39. 

S. 68, Z. 31 am Ende wäre -ka möglich. Z. 48stehn die beiden 
du wirklich hinter einander, nicht über einander. Nr. 35 (i. e. K. 8587) 
enthält auf der Rückseite Spuren der Unterschrift, der Anfang der 
letzten Zeile ist ana, Nr. 36 ist ein hellröthliches Fragment mit neu- 
babylonischer Schrift. Z. 2 ist hinter Marduk mehr Raum; Z. 4 
hinter tax dagegen nicht soviel. Z. 5 ist der wagerechte Keil hinter 
KA-GAL zu streichen (der Einsatz des wagerechten Keil auf der rech- 
ten Seite von GAL könnte allerdmgs etwas mehr entwickelt sein, 
ebenso in Z. 2). Über dem unteren schrägen Keil von ERIN in Z. 5 
sollte noch ein kleinerer schräger stehn. Das erste Zeichen von 
Z. 7 hätte besser gegeben werden können, besonders die zweite 
Hälfte Ä; es ist natüriich u „und" (PmcHES, Sign- List, Nr. 164). 
Der untere Theil von ina in Z. 3 und ku in Z. 4, sowie der obere 



• Vgl Z. 246 der Sintfluthtafel 



Haupt, CoUatloo der Iidabv-Legenden. IIQ 

Theil von i in Z. 5 hätte schraflirt werden können. Endlich will 
ich, wenngleich ich damit Dr. Bezold der Gelegenheit zu einer wich- 
tigen Berichtigung beraube, erwähnen, dass die Signatur nicht S. P. 
297, sondern SP. 297 (ohne Punkt hinter S) ist 

S. 69, Z. 18 ist zu Anfang ein wagerechter Keil zu sehn. Der 
wagerechte Keil hinter ik-hi in Z. 22 sollte etwas tiefer stehn. Hinter 
/^t in Z. 25 sind zwei wagerechte Keile (hinter einander) zu sehn; 
hinter den zwei wagerechten Keilen zu Anfang von Z. 27 noch zwei 
niedrige senkrechte Striche; über dem unteren wagerechten Keil des 
ersten erhaltenen Zeichen in Z. 28 noch eine wagerechte Linie. 
Z. 32 ist der Anfang des unteren wagerechten Keils von UR zu sehn. 
Das na von xa-ft-in-na in Z. 40 ist sehr unsicher; ebenso das la am 
Ende von Z. 42. 

S. 70, Z. 2 scheint mir das dritte Zeichen nicht /f , sondern ut 
zu sein ; die beiden schrägen Keile stehn allerdings etwas weiter ab 
von dem senkrechten, als man bei uä erwarten würde; das erste 
Zeichen hat nur drei senkrechte Keile. Z. 13 und 14 sind die von 
mir rechts am Ende gegebenen Zeichen (hinter amäüi resp. iü) jetzt 
nicht mehr zu sehn; offenbar ist die Stelle seit 1882 abgebrochen. 
Das ia in iUakäma Z. 17 ist sicher. 

S. 71, Z. 18 schien mir vor dem senkrechten Keil am Ende 
(hinter xarränu in der folgenden Zeile) noch ein schräger Keil zu 
stehn. Z. 19 am Ende konnte ich die beiden senkrechten Striche 
hinter dem wagerechten Keile nicht mehr sehn. Z. 21 ist das Zei- 
chen vor a-ram-fHu sicher in ; der untere Keil ist ziemlich breit und 
auch von zwei oberen Keilen sind Spuren zu sehn. Z. 22 am Ende 
hinter ur sind zwei wagerechte Keile vor dem senkrechten Strich 
zu sehn, also unter dem von mir autographirten noch einer, und zwar 
ein wenig nach rechts eingerückt Das Zeichen zu Anfang von 
Z. 25 scheint as zu sein ; Spuren des dazu gehörigen kleinen za sind 
deutlich zu sehn, also vielleicht [luYas-xur^ vgl. ASKT. 75, rev. i 
(IV R. 67, 31a und isb; ZiMM. Bussps. 22). E-te-U-bi-ra in Z. 27 
ist sicher. 

S. 72, Z. 29 ist das von mir beanstandete pa (in dem Ideo- 
gramm für fUssatu „Wehklage", ZiMM. BB. 92 unten) mit Licht von 
der linken Seite vollständig klar, die wagerechten Striche gehn 
durch den senkrechten Keil. Z. 37 am Ende hinter tur sollte der 
Keilansatz grösser und unmittelbar an der Bruchlinie sein. Z. 44 
am unteren rechten Ende der schraffirten Stelle zu Anfang scheint 
eine zu einem Winkelkeil wie u gehörige schräge Linie zu sein. 
Z. 46 (über der Anmerkungsziffer 3) ist eine feine wagerechte Linie 
zu sehn, von der Bruchlinie links bis etwa unter den Anfang von e 
in der vorhergehenden Zeile. Die in Anm. i nach PiNCHES für 



120 Bdtrlge zur semiüfcben SpnchwisseDSchaft. 

den Schluss von Z. 31 gegebenen Spuren scheinen jetzt auch mii 
richtiger. 

S. 73, Z. I sind hinter an die beiden wagerechten Keile von £? 
zu sehn, und von fu der Kopf des ersten senkrechten Keils. Unter 
/ttt (zweites Zeichen von Z. 7) ist in Z. 8 ein kleiner schräger Keil 
zu sehn. Fragment H. 7, dessen Rückseite gänzlich abgebröckelt 
ist, trägt jetzt die Nummer K. 8579. 

S. 74 könnte das mit sie/ bezeichnete ir allenfalls auch sa sein. 
Die am Ende von Z. 19 in Col. b gegebenen Spuren sind nicht ge- 
nau: der Anfang des unteren wagerechten Keils i.<Jt viel grösser, und 
der darüber stehende Keil viel kleiner. Duplicat zu col. b ist 
K. 8564 (H. 8) auf S. 86. NE. 74, Col. b, Z. 15 entspricht NE. 86^ 
Z. 15. H. 6 (ein dünnes Fragment) trägt jetzt die Nummer K. 8565. 
In seiner Übersetzung von Col. V, Z. 7 ff. der X. Tafel combinirt 
Smith NE. 74 col. b mit NE. 86 und NE. 71, 7 ff. K. 8565 bietet 
die Anfänge, K. 9564 den mittleren Theil, und K. 3382 den Schluss 
dieser Zeilen. Alä mnäru in Z. 9 bezieht sich natürlich nicht auf 
die Zerstörung einer Stadt, sondern auf die Bewältigung des GUD- 
ANA „des himmlischen Stieres" (vgl. NE. 45, n. 15 und NE. 48, 170) 
und dieses a/ü ist identisch mit dem bekannten Dämonen-Namen 
alü (vgl. HOMMEL, Semiten, 368; Savce, Hibbert Lectures '87, p. 196, 
n. 2 und 290^ n. i). 

S. 75, Z. 7 sind auf der schraflfirten Stelle hinter it-ba-am-ma drei 
wagerechte Keile zu sehn, und der hintere wagerechte Keil schliesst 
sich an den untersten an, nicht an den obersten. Die Farbe von 
RM 2. II, 262 ist gelblich weiss. 

S. 76, Z. 12 stand vor iar möglicher Weise ein senkrechter Keil, 
doch ist das unsicher; über u (am Ende der Zeile) scheint in Z. 11 
der Ansatz eines unteren wagerechten Keils zu stehn. Das XUL 
(si + üR) in Z. 14 sollte noch weiter rechts gesetzt worden sein, 
als links am Rande verbessert worden ist; die Bruchlinie geht durch 
den Anfang des wagerechten Keils von üR. H. 13 hat jetzt die 
Nummer K. 8560. 

S. 77 scheint das Zeichen vor ka in Z. 21 li zu sein. Die Schrift 
von Nr. 41 ist ähnlich wie auf Nr. i, f. i. e. K. 8584 (NE. 79) und 
die Farbe des Thons hellröthlich. 

S. 78, Z. 3 scheint das Zeichen vor lum am Anfang an zu sein. 
Am Ende der folgenden Zeile steht wirklich gul-mu, nicht gul-gul 
oder mu-mu, Nr. 42 trägt jetzt die Nummer K. 8582, das Frag- 
ment ist sehr dünn, von gelblicher Farbe und klar geschrieben. 

Die Sintfluthfragmente werde ich, nachdem ich sie in der (unter 
der Presse befindlichen) zweiten Abtheilung meines Nimrod-Epos 
autographirt herausgegeben, nächstes Jahr von Neuem mit den Ori- 



Hupt, CDll>dao der Iidiibu-I,egeDdca. 1 2 [ 

ginalen im Britischen Museum zu vergleichen suchen und dann die 
Resultate meiner CoUation in dem zweiten Hefte der Beiträgt ver- 
öfTentlichcn. Hier beschränke ich mich darauf, einstweilen die haupt- 
sächlichsten Abweichungen von Delitzsch's Text hervorzuheben 
(vgl. oben p. 48, n. 1). Ich bemerke zunächst, dass Dei.ITZSCH's Tafel B 
bei mir Text A Ist und Delitzsch's Tafel A dagegen Text B. Text 
C trägt jetzt dieNummer K. 8517. Leider ist diese Tafel seit 1882 
(ebenso wie A) zerbrochen und nicht besonders geschickt zusammen- 
gefügt worden. Das Fragment, welches den Anfang der zweiten 
Columne wnd die Schlusszeichen der ersten Zeilen der ersten Columne 
enthalt, ist eine ganze Zeile zu tief angefügt, sodass also auf eli fi- 
nicht lrj\-ia sondern [g]u-un-tu folgt. Sodann sind mehrere Spuren 
an den Bruchltnien, die ich 1882 deutlich erkennen konnte, jetzt mit 
gefärbtem Gips zugeschmiert. Femer ist das Fragment in der 
n. Columne von K. 8517, das die Form uitabbalu (AL'. 105.75) 
enthält, abgebrochen worden; es trägt jetzt die besondere Nummer 
K. 8518. Zu demselben Exemplar der Sintflutherzählung könnten 
auch die Fragmente K. 8593 und K. 8595, sowie K. 8594 gehören, 
obwohl bei letzterem die Farbe des Thons etwas verschieden ist 
Delitzsch bezeichnet AL'. lOO K. 8593 als Fr^m. k, K. 8595 als 
F:^!m. / und K. 8594 als Fi^m. c. K. 8593 enthält übrigens nicht 
vier, sondern sechs Zeilen, die ALI 107, 230—236 entsprechen; 
ebenso hat K. 8595 nicht vier, sondern fünf Zeilen = AL'. 231—236. 
Da K. 8593 und K. 8594 dieselben Zeilen enthalten, können sie 
nicht wohl zu Einem Exemplar gehören. 

Frgm. a bei Delitzsch ist das halb verbrannte (aber verhält- 
nissmässig grosse) Stuck RM fiiC^ das Bruchstücke der ersten 19 Zeilen 
enthält (nicht bloss 3—18}. Vgl. auch HV. 12. 

Fi^m. d, e, f \mA g sind leider gegenwärtig unauffindbar; viel- 
leicht gelingt es PlNCHES bei seiner unvergleichlichen Kenntniss der 
Schätze der assyrischen Sammlung sie von Neuem an's Licht zu 
bringen, 

Fi^fm. I bei Delitzsch ist das neubabylonische Fragment SP. 11, 
960^ dessen erste Kenntniss, wie ich bereits in der Vorrede, zu meiner 
Götänger Habilitations -Vorlesung (HV.) über den ÄnJfw/AifnrA/ 
(Lpi. '81) erwähnt habe, ich der Güte PiNCHES' verdanke. PiNCHES 
hat auch dies Jahr auf meinen Wunsch eine neue unabhängige P"-!» 
dieses ausserordentlich schwierigen Textes für mich angefertigt 
Strassmaif.r hat die Güte gehabt, einzelne Stellen meiner Abs 
mit mir zu collationiren. Besonders wichtig sind verschiedeni 
rianten der II. Col. dieser Tafel. Nach GAG. VII f. scheint e 
ob Savce dieses babylonische Fragment SP. IL. 960 mit dem 
rischen RM 616 verwechsele. Soviel ich weiss, ist das babylor 



122 Beitrige xur lemidKhen Spnchwisseiiscliaft. 

Sintfluthfragment nicht von Rassam heimgebracht, sondern in London 
käuflich erworben worden. 

Von Frgm. 2, 3 und 4 hat Delitzsch bereits die Signaturen 
gegeben. 

Das AL'. lOi oben gegebene Fragment aus der Daily Tele- 
graph Collection hat die Nummer D. T. 42. Dass dieses Stück nicht 
zu einem Exemplar der XI. Tafel des NE. gehört haben kann, ist 
schon KAT*. 57, n. 2 angedeutet und seitdem durch die beiden 
1882 von mir entdeckten Sintfluthfragmente (CV. XLI) über allen 
Zweifel erhoben worden. 

Was den Text dieses Stückes anbetrifft, so ist zunächst die 
Bruchlinie rechts keineswegs so gekrümmt wie AL'. loi, sondern 
nahezu senkrecht. Am Schluss von Z. 4 — 12 ist überall nur Raum 
fiir I Zeichen. Deshalb ist auch die Ergänzung kumtna am Schluss 
von Z. 5 unmöglich; es kann nur a-Iap-pa-rak-lka] dagestanden haben. 
Das über rak stehende Zeichen am Ende von Z. 4 ist sicher ma^ 
nicht if; ich sah drei wagerechte Keile; auch Strassmaier und Dr. 
BrünnOW erklärten sich für ma; vgl. auch (auf dem Original!) das 
ma in um-tna-ni Z. 8. Zwischen dem Ideogramm für dädu und dem 
Suffix 'ka in Z. 10 ist auf dem Original kein Raum; die beiden 
Zeichen stehn eng zusammen. Der darunter stehende Theilstrich 
(zwischen Z. 10 und 11) ist auf dem Original (zwischen den beiden 
Bruchlinien links und rechts) 4,2 cm. lang. Die Farbe dieses Frag- 
ments wird AL3 als hellgrau angegeben. Andere würden dieselbe 
wohl eher als weissgelb bezeichnen. Es wird nützlich sein, sich dies 
bei der Suche nach den beiden „hellgrauen" Sintfluthfragmenten / 
und g stets gegenwärtig zu halten. — 

Ich wende mich nun zu dem Text der XI. Tafel der Izdubar- 
Legenden nach Delitzsch*s Ausgabe (AL'. loi). 

Z. 5 ist zwischen gummurka und libbi auf A noch Raum fiir ein 
Zeichen. Das letzte Zeichen in Z. 7 kann auf A nicht um sein (man 
vergleiche das um in gunimurkaX)\ wahrscheinlich ist es u{^=^am)\ ebenso 
steht auf dem babyl. Fragmente ir, nicht um. Auf C dagegen ist 
um ganz unzweifelhaft. 

Z. 9 möchte ich bemerken, dass amät nifirä (vgl. Z. 252) nicht 
(wie Opfert aufgebracht hat) „die Geschichte meiner Errettung" (so 
auch Sayce, CAG. 279 und Dr. Jeremias, LNT. 89) bedeuten kann 
(„retten" heisst im Assyrischen iilzubuV) sondern nur, wie Smtth 
von Anfang an richtig gesehn, die „geheime Erzählung" {the concealcd 

stoty)\ vgl. Is. 48, 6: Dijrj^ «b«) n*in«ii3i niw? n-itfin ^i'^n^pQttJn. Ni^rtu 

und pirisiu stehn bekantlich auch V, 36, 50 zusammen, und es folgt 
daselbst dupsarriOw^ axäzu „die Tafelschreibung erlernen" (vgl. II, 



Hmupt, CoUatioii der Ledubar-Legeoden. I23 

9, 66 und Lyon, Sargon 78, 74; auch Delitzsch AW. 293, b; 295 
unten). 

Z. II hat auf dem babylonischen Fragmente in dem Namen 
der Stadt Surippak (DEL. Parad. 224; vgl. KAT^ 520,1) entschieden 
weder ip noch up vor pak gestanden; das y or pak stehende Zeichen 
kann nur ri gewesen sein, also wohl äl iu-ri-pak. Auf RM 616 sind 
die beiden Zeichen ri^pak (ohne ip dazwischen) ganz klar; das vor 
ri stehende Zeichen kann aber nicht iu gewesen sein, es sieht mehr 
aus wie u «s iam ; also war der Name dort wohl Su^u-ri-pak geschrie- 
ben. Demnach scheint es, als wenn sowohl das u wie das i lang 
wären: Siiripak. 

Z. 17 und 20 in Delitzsch's Ausgabe sind natürlich nach der 
autographirten Tafel in meiner Habilitations-Vorlesung über den 
Sinthfluthbericht (citirt als HV) zu verbessern, also Z. 17 b: kikkii 
kikkü igar igar (i. e. bnn b5P) fnij fn«)* und Z. 20b: müiiir la tukkai 
Ifi napioH „rette was du von lebenden Wesen finden kannst**, wie 
ich bereits BAL. 91, 2 erklärt habe. Die Stelle scheint dem Heraus- 
geber der deutschen Bearbeitung von Sayce's Fresh Light (p. 28) 
unbekannt geblieben zu sein (vgl. auch Franz Deutzsch's Neuen 



* Dass die AW. 113 vorgeschlagene Erkllraog ttVerHlgung!** vitnakm er (der 
Gatt Ea) und sann auf Rettung (f); oder richtiger mit imperativiseker Fassung der 
beiden Verba: „Vertilgung!** (sc. ist beschlossenf) — vernimm es und sinne auf Ret- 
tung (f Abwehr?) oder ersinne eine Listf nicht richtig sein kann, lehrt der Zusammen- 
hang. Ebenso ist die kfihne Übersetxnng Saycb's ZK. I, 257 (vgl. Fresk Light 39) Ton 
▼oraherein unhaltbar. Pinches hat ZK. I, 346 mit Recht bemerkt, daas kihhOu und 
igaru „unbebaute«** (d. h. uncuitivirtesl) und „bebautes Land'* bedeuten. Das auf dem 
Qetzt AW. 1S6 TeröflentUchten) Fragmente Rm 122 (wofHr AW. 113 Steassm. AV. Nr. 
4305 hätte citirt werden können) als Synonym von hihhOu erscheinende xu^uf-fu be- 
deutet nicht .^bschneidung, Vertilgung** (Zuoc. BB. 24, 2; vgl AW. 25, Nr. 16) ent- 
spricht Tielmehr dem hebr. fvn in Stellen wie Job 5, 10; ProT. 8, 26; V' 144, 13; Deut 
33, 15. Kikhiht ist möglicher Weise eine reduplicirte Form von H/m, fem. hÜtu „Wald**, 
das wie hebr. "U^ (Is. 21, 13; Hot. 2, 14; Mich. 3, 12 etc.) ja sehr wohl auch „Wild- 
ttiss** bedeutet haben kann, und hikhüu und x^fu nnd synonym wie hebr. *vr nnd Vn« 
in gewiven FlUen als Synonyma gebraucht werden (s. B. Is. 56, 9). Vgl. tu xAfu auch die 
Arno. * oben auf p. 103. Igaru bedeutet woM eigentlich „Umhegung** (AW. 105, Nr. 73) 
oder „Zaun, Mauer, Wand'* und dann (wie tonm) „Ansiedlung**. Natürlich ist damit 
auch das sfldsemitische hägar identisch, ohne dass darum das assyrische Wort mit 14 
(AW. 104, Nr. 71) anzusetzen ist. Die Zeilen 16—18 des keilschriftlichen SintfluthberichU 
sind demnach su flbersetzen: „der Gott Ea sass mit ihnen (den andern Göttern) zuRathe 
und ihren Plan kfindigte er an dem Gefilde (rufend) „Gefild. Gefild! Siedlung, Siedlungl 
Gefilde höre und Siedlung merke auf*. Kikküu ümt ist ungeflUir « hebr. pM '^rnm 
oder "»yBO resp. pim rovr, und igaru xissas entspricht etwa hebr nw^ttn Van (resp. 
iriGNtz). Vgl. dazu biblische Stellen wie Is. 34, i; Mich, i, 3; Is. i, 3; Joel 3, 31; 
Deut. 33, i; Jer. 6, 19; Es. 36, i und 4; Mich. 6, i und 3; ^ 50, 4 etc. und zu der 
Wiederholung von kikkii kikkii, igar igar besonders das bekannte: ''Tom y*« y*tii y*« 
n ' ii; » - u -t Jer. 32, 39. 



124 Beitrige zur lemitischen Spnchwisieiischaft. 

Commmtar über die Genesis^ 185, 2). Beide Zeilen sind auf dem ba- 
bylonischen Fragment ganz klar, selbst das HV (Z. 19) schrafürte 
'kii i-; auch PiNCHES und Strassmaeer halten die beiden Zeichen 
fiir durchaus sicher. Ebenso ist die Form tuk-kal in Z. 20 ganz un- 
zweifelhaft 

Z. 21 liegt es nahe, \fn\akkura zir-ma napilti bullit „hss fahren 
(deinen) Besitz, rette das Leben" zu lesen. Damit würde Oppert's 
ytAbanäonne ce que tu poss^des, sauve ta vie^ (in seiner Schrift Le 
pohne ckaldeen du deluge^ Paris '85) stimmen, obwohl die Worte da- 
selbst als Übersetzung von ntuiiir ia tukkal Vi napläti „rette was du 
von lebenden Wesen finden kannst", figuriren. Auf dem babyloni- 
schen Fragmente kann vor akkuru aber unmöglich ma- gestanden 
haben. Ebenso ist die KAT^. 57, i (resp. 6^^ 3) vorgeschlagene Er- 
gänzung RUM = ina unmöglich, wodurch die von Barth (ZA. II, 384, 
unten) citirte Präsensform inäqurü (statt ittdqarü) hinfallig wird. [Nay 
ak'ku-ru dagegen wäre den Spuren nach möglich (so urtheilt auch 
Strassmaier) und dieses nakkuru oder nakkura könnte sehr wohl 
als Infinitiv des Niphal oder als nomen patientis (vgl. oben p. 4) 
von naqäru „zerstören" gefasst werden, dessen Imperativ Qal uqur 
in Z. 20 vorliegt, also: „von dem zur Zerstörung Verdammten wende 
dich ab!" Meine KAT^. 678 vorgetragene und von Opfert aaO. 
adoptirte Vermuthung, dass ugur als Imperativ von ^^ zu fassen 

sei, halte ich für verfehlt Einen assyrischen Stamm agäru „ver- 
lassen" giebt es nicht Im letzten der Familiengesetze, wo POGNON 
{Bavian 103) igur als ^4^ fasste, liegt bekanntlich das Impf, von 

y^l* „vermiethen" vor; vgl. ZK. ü, 271, i, sowie Del. Prot, 149, 2 

und AW. 102, Nr. 70 (wo die Abstractform agrutu „Miethsverhältniss** 
n, 33, 13 nachgetragen werden kann). 

Z. 23 scheint auf dem babylonischen Fragmente ia ta-ba-an-nu- 
lu gestanden zu haben, nicht ta-ban-ni-hi. Die folgenden Zeilen sind 
von besonderem Interesse, da sie die Maasse der babylonischen 
Arche enthalten. KAT^. 69 oben übersetzte ich: ^ Ellen an 
Länge sein Maass (mt'ndtu St. ^x, Wü) und ^ Ellen das Gleichmaass 

seiner Breite und seiner Höhe". Daran ist die Übersetzung „Gleich- 
maass" richtig; minätu bedeutet aber nicht „Maass", sondern ist Plural 
zu einem assyr. 1'^ti ■= hebr. njltift, demnach besser minätu (mit "^-J 
zu lesen. Ebenso ist das Wort natürlich auch zu Anfang der Sint- 
flutherzählung (Z. 3) zu fassen: minätuka ul ianä, „dein Aussehn ist 
nicht verändert" vgl PAOS. Oct '87, p. XLI, n. 14). Dass minätu 



* Denselben Stamm haben wir auch in dem Namen des Spnichdichters *^^s "^K 
(Proy. XXX) was doch wohl ..Miethssklave" (assyr. agtru) bedeuten wird. 



Haapt, Colbttioo der Izdabv-Legenden. I2C 

ein ferniQ. Plural ist, habe ich schon KAT.^ 55, n. 3 am Ende her- 
vorgehoben. Es wäre also richtiger zu übersetzen: ^ Ellen an Länge 
ihre (der Arche) Gestalt und y Ellen das Gleichmaass ihrer Breite 
und ihrer Höhe^. Lassen sich nun die beic^'^n Unbekannten elimi- 
niren? Ich denke ja: einerseits durch paläographische Erhebungen, 
andrerseits durch die bisher vollständig missverstandene Parallelstelle 
Z. 55 und 56. 

Ich bespreche zunächst die paläographischen Ergebnisse. Z. 25 
ist nur auf Text C erhalten ; Z. 25 auf C und auch, was die HV. 
wiedergegebene Copie PiNCHES' allerdings nicht vermuthen lässt, auf 
SP. n, 96a Hierzu ist zunächst zu bemerken, dass auf dem babyl. 
Fragment das Suffix von mindtu nicht la (wie auf C), sondern hi 
Ist (wie in tadänüiu Z. 23). Was nun die Zahl vor u =» ammat 
^EUe" anbetriüt, so lässt sich nur sagen, dass auf SP. 11, 960 das 
Ideogramm für vrJQoq (V, 18, 23; cf. AEV. 9) sehr wohl gestanden 
haben kann. Auch Strassmaier hält if^r, das heisst den senkrech- 
ten Keil mit dem Winkelkeil oben rechts (cf. AL'. 32, 273) nach den 
Spuren für möglich. Auf Text C scheint vor ü = ammat ebenfalls 
ein aufrechter Keil gestanden zu haben; ausserdem ist die Bruch- 
linie so gestaltet, als wenn sie durch den Winkelkeil des Zeichens 
für ner beeinflusst worden wäre. Man kann also zwar nicht mit 
Sicherheit behaupten, dass ner dagestanden habe, aber es spricht 
nicht nur nichts dagegen, sondern es ist sogar höchst wahrscheinlich. 

Zu Anfang von Z. 25 giebt Deutzsch einen Winkelkeil vor 
U BS ammat, und dies hat in der That einen gewissen Anhalt an den 
Spuren auf dem Original; dieselben können aber auch lediglich zu- 
fallig gewesen sein; '82 hatte ich bar copirt, aber mit dem Zusatz, 
dass der den senkrechten Keil schneidende Strich möglicherweise 
nur zufällig sei. Sicher ist also nur der senkrechte Keil. Dies würde 
uns nun wenig helfen, wenn das „Gleichmaass der Höhe und Breite" 
nicht durch Z. 55 und 56 klar bestimmt würde. Dort ist das von 
Allen mit Ausnahme Oppert's bisher als 14 gefasste Zeichen, wie 
das babylonische Fragment klar zeigt, in u = 10 und §A (IV, 40, 33)* 
= I Doppel-^<i««** — 12 ammat (AL'. 37,- 323b) zu zerlegen, also 
120 Ellen (OpperT: dix toises). Auf Text A (resp. Sm. 188 1) ist ein 
ziemlich deutlicher Zwischenraum zwischen U und SA zu Anfang von 
Z. 56; auf Text C stehn die beiden Zeichen aber sowohl Z. 55 wie 
Z. 56 ziemlich nahe an einander. Das würde also nichts beweisen; 
nun steht aber in der (HV. nicht gegebenen) II. Col. von SP. II, 960 

• Wir fifideo dieses Lftogenmaass z. B. auch NE. 53.44; 69, 41 & 45 (cf. LNT.88, i). 
** Vgl. Lepsius, Die babylomsch-assyrischen Längenmasse nach der Tafel von 
Seukerek (ARAW. '77) p. 116, auch p. 3 des Anfsatses in der AZ. '77 Die babylonisch- 
assyrische LängenmasS' Tafel von Senkereh. 



126 Beitrige sur leiiiitiachen Spnchwissenschaft 

deutlich V §A, und das kann in babylonischer Schrift natürlich nicht 
die Ziffer 14 sein; das dreikeilige babylonische SA dient ja als Ziffer 
für 3. Demnach sind Z. 55 und 56 also zu lesen: 

ma'gofixisa 10 GAR ta-a-an iaqqä igarätiia 

10 GAR ta-a-an imtaxir kibir muxxiia. 
Das heisst „in ihrem Mitteltheile (?) waren ihre (der Arche) SchiflTs- 
wände 120 Ellen hoch, und ebenfalls 120 Ellen betrug die Ausdeh- 
nung ihres oberen Theils resp. Decks" — letzteres natürlich auch 
ina ganxisa „in ihrem Mitteltheil'S also was man im Englischen beam 
nennt Das ebenfalls habe ich absichtlich nicht in Klammern ge- 
setzt; denn imtäxir bedeutet nicht bloss „es betrug", sondern ,,es 
betrug ebenfalls** oder „es hatte denselben Betrag {mitxar), eigentlich 
„es stand gegenüber" oder „es war das Äquivalent**. Sehr schwierig, 
aber fiir die richtige Auffassung der Stelle nicht besonders wesentlich, 
ist das ina ganxisa zu Anfang von Z. 5$. Opfert übersetzt dieses 
(soviel ich weiss, nur hier vorkommende) Wort durch ^hantier***', 
Smith giebt es durch „Umfang** wieder. Ich glaube aber — und 
darin wird mir jeder, der etwas von Schiffen versteht, zustimmen — 
dass der Ausdruck nur ein terminus techmcus für die Mitte des 
Schiffsrumpfs sein kann, wo die Schiffswände die grösste Höhe haben 
und zugleich das Deck die grösste Breite. Die Analyse des Worts 
wird dadurch erschwert, dass man nicht weiss, ob gan-xi als Ideo- 
gramm zu fassen, wie ich KAT^. 71, 5 vermuthete, oder ob es pho- 
netisch zu lesen ist Im letzteren Falle müsste man annehmen, dass 
ganxisa fiir ganxitia stünde (vgl. qirbissu in Z. 59) und ganxitu würde 
eine Form sein wie maxritUt fem. zu maxru = *maxraiu (Hebraica 
I, 179, 4; II, 6). Ein Stamm ganäxu scheint in der Paelform tugan- 
nax V, 45, 21 c vorzuliegen. [Ich will bei dieser Gelegenheit auch 
gleich darauf hinweisen, dass Z. 57 offenbar addi Ihn päm zu 
lesen ist] 

Die Maasse der babylonischen Arche waren also 120 Ellen ** für 
die Breite sowohl wie für die Höhe, und höchstwahrscheinlich 600 
Ellen für die Länge, also ein Verhältniss von i : 5.t 

• „Puis, sur le ckantier, Je äisposai äix toists pour les bripus, Dix toises furent 
misur^es (pour les poMtresf*, 

•• VieUeicbt itmnd dafHr auf C za Anfang Ton Z. 2$: II ui ^ 2 Wf (ASKT. 
110, 38) L e. „zwei Sonen". 

t Wenn man annehmen dürfte, datt das Verhiltnin der Breite (and Höhe) in dem 
berroneiachen Flathberichte (2 Stadien breit and 5 Stadien lang; Eoseb. 1$ Stadien lang!) 
richtig Überliefert wire, so wttrde man demgemiss Ton einer Breite Ton 130 Ellen auf 
eine Linge Ton 130 X 3^^ ^ 300 Ellen (also genau entsprechend der Angabe in der 
biblischen Erzihlung) schliessen können. Mancher wird sich deshalb rielleicht Tersucht 
ftlhlen Z. 24 auf C Va **^ ^ 3<^ ammat zu lesen, und Z. 25: // i«/ «■ 130 ammat. 
Auf SP. n, 960 ist aber kein Raum fUr Vi vor ner\ auch ist das Verhiltniss 5 : i (600 



Haapt, Collatioa der Itdabw-Legendeii. 12^ 

Ich erwähne schliesslich noch, dass Delitzsch (AW. 185, 10) 
müragia mit dem biblischen ^k zusammenzubringen sucht; 
wenigstens liesst er aaO. mürahi mit 3 und übersetzt es durch ,,Länge^. 
Da aber ruphi nur die ,,ßreite^ sein kann so ist von vornherein 
klar, dass mitragu («= mu^ragu von ^^t eine Form wie muipalu 

„Tiefe**) die ,,Höhe** sein muss. Wenn zwei der Dimensionen des 
Fahrzeugs gleich sind, so kann das offenbar nur die Breite und die 
Höhe sein, nicht die Breite und die Länge. Ein Fahrzeug von 120 
Ellen Breite und Länge und 600 Ellen Höhe ist nicht wohl denkbar. 
Das wäre ein Thurm, aber kein Schiff! Die etymologische Erklä- 
rung von mandüdu „Länge** = matndüdu von TTtt bietet ja auch 
gar keine Schwierigkeit. 

Auch den Tiefgang der babylonischen Arche können wir be- 
stimmen: derselbe betrug gemäss Z. ^6^ achtzig Ellen. Wenigstens 
scheint mir die (allerdings ja verstümmelte Stelle) nur so gefasst 
werden zu können, dass nachdem alles nach oben und unten ge- 
bracht worden war {uitabbalu elii u laplif) die Bordwand des Schiffes 
zu zwei Drittel (Jinipatsu) im Wasser ging {illiku}). 

Nach dieser Abschweifung wende ich mich wieder zur Be- 
sprechung des Textes. Am Anfang von Z. 26 erinnern die Spuren 
vor ma auf C an dH\ möglicherweise haben wir alkä-ma apsä iäii 
pälilii „auf! lass sie vom Stapel in*s Meer!** zu lesen. Auf RM 2. 
II, 390 stand dann wohl [alkä-ma ana] apsi iäU fullilii, Dass fW/r/ 
nicht ,,bedache*' heisst, ist schon CV. XLII bemerkt worden. In 
meinen ProUgomena to a Comparative Assyrian Grammar (PAOS. 
Oct '87, p. LH) habe ich dann weiterhin gezeigt, dass dieses ^alälu 
{tflal) mit dem hebr. !)bb]| Ex. is» 10 identisch ist Vgl. auch das 
äthiop. i^el^l Gen. i, 2, was nicht „er überschattete** (Del. Gen. '87, 
p. 53) bedeutet 

TL 26 sind vor hi auf C nur Spuren von na zu sehen. 

Das MüX-M am Schluss von Z. 34 in Delitzsch's Ausgabe ist 
im höchsten Grade zweifelhaft Die Spuren auf C sind kaum zu 
entziffern ; a-iak-kan ist dort ziemlich klar, aber was darauf folgt, lässt 
sich nicht feststellen. Es wird wohl auch dort reifa oderpänta ge- 
standen haben (vgl. CV. XLII). 

Z. si ist Sit auf Text A ganz unmöglich; man vergleiche (auf 
dem Original) z. B. das lAK in i/'/aJb (Col. II =» AL*. 104, 98) oder 



Elkn Uog and 120 Ellen breit) wahrscheinlicher als die Proportion 5 : 2. Selbst die 
▼ielbemfeDe OpPBRT'sche Halbelle wird hier keine Tollstftndige Übereinstimmung schaffen 
können. Ich erwihne diese nutzlosen Speculationen auch nur, um sie nicht nachtr&glich 
▼00 modernen chaldlischen Weisen aufgetischt zu erhalten. 



128 Beitrige rar semitischen Sprachwissenscbaft 

in i'iid iame Z. 93). Ich sah 4 aufrechte Keile ; SIT, LAK wird aber 
nur mit 3 geschrieben. Eis wird also wohl u »■ SAM sein. 

Z. 52 ist das erste Zeichen (auf A) jedenfalls sar-xir; von Ja 
kann gar nicht die Rede sein, man vergleiche z. B. das ia in Ja im- 
ääxfu Col. III (AL^ 105, 124). Das zweite Zeichen scheint ru zu 
sein, und auch die Spuren des dritten erinnern an ru. Das letzte 
(nur auf 82, 5-22, 316 erhaltene) Zeichen in Z. 52 ist deutlich ta; und 
das darunter stehende am Schluss von Z. 53 nicht öit, sondern ganz 
klar ra, 

Z. 53 kann auf SP. II, 960 nicht dan-nu gestanden haben, son- 
dern höchstens dan-ni, Beachtenswerth ist, dass auf A in Z. 55 /0- 
a-an hinter gar steht, in der nächsten Zeile dagegen nur a-an. Auf 
C steht in beiden Fällen ta-a-an, 

Z. 59 ist das zu statt des zu erwartenden su auf C ganz klar, 
auf den anderen Tafeln ist das Zeichen nicht deutlich. Man wird 
demnach besser thun, su in den Text zu setzen. 

Z. 60 scheint zwischen A-MES und qahlila auf C noch ein wage- 
rechter Keil zu stehn; es liegt aber eine Rasur vor, und der Keil 
mag ein Überbleibsel der früheren Lesart sein. Am Schluss der 
Zeile kann lu-u-am-xas-si auf 82, 5 — 22, 316 nicht gestanden haben, 
wenigstens nicht das grosse u = iam; man vergleiche den Raum, den 
iU'U in u-mu tä-lu-u (fünftletzte Zeile von Col. II = AL* 104, 112) 
einnimmt. Höchstens könnte u mit dem Winkelhaken geschrieben 
worden sein. Möglicher Weise stand aber bloss lu-am-xas-si da; 
die beiden Zeichen lu-am stehn auf dem Original ziemlich nahe zu- 
sammen. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, dass die Schluss- 
zeichen in der ersten Columne von 82, 5—22, 316 höher geschrieben 
sind als die vorhergehenden Zeichen der dazu gehörigen Zeilen. Der 
Strich von pi in der ersten erhaltenen Zeile (— » AL* 102, 51) würde 
in seiner Verlängerung nahe an die obere Linie des Schlusszeichens 
der folgenden Zeile (ra\ nicht bit wie AL' 102, 52 bietet!) streifen. 
Die Bruchlinie von pi nach ra geht auf dem Original kaum abwärts, 
sondern ist nahezu wagerecht 

Z. 61 ist das Zeichen Ux auf C wirklich so geschrieben, wie es 
Delitzsch bietet 

Z. 62 bietet SP. II, 960 deutlich 6 }ar ku\pri\^ nicht 3 lar. Dies 
hat schon Sayce, CAG, 282, n. i angemerkt Nur verwechselt er 
daselbst wieder SP. II, 960 mit RM 616; ausserdem bietet das baby- 
lonische Fragment nur das erste Mal in Z. 62 die Ziffer 6 statt 3; 
in den beiden folgenden Zeilen hat es 3 genau so wie C. Der Ver- 
weis auf n. I in CAG. 282, 1. 11 ist demnach zu streichen. 

Z. 65 hat C deutlich e-zu-ub (vgl. AW. 248). Auf SP. II, 960 
scheint aber die gewöhnliche Imperfectform von ezebu: ezib gestanden 



Haupt, CoUation der Izdnbar-Legeoden. I29 

ZU haben. Strassmaier meint allerdings, dass die Spuren die Lesung 
f'Eu . . . nicht ausschlössen; PiNCHES bemerkt aber, und wie mir 
scheint mit Recht, dass die Lesung e-zu-ub auf dem babylonischen 
Fragmente unmöglich ist Der wagerechte Anfangskeil von zi ist 
ganz deutlich zu sehn, auch passen die Spuren an der Bruchlinie 
nicht zu üb. 

Sehr unsicher sind die beiden Zeichen ia und / nach dem Ideo- 
gramm für iamnu* ^öl" in derselben Zeile. Allerdings passen die 
Spuren dazu sowohl auf B wie auf C. Auf B sind aber nur die 
beiden unteren wagerechten Keile von i und die linke Seite von ia 
ganz sicher; sonst kann man nur sagen, dass allem Anschein nach 
kein senkrechter Keil auf die beiden wagerechten folgte; es kann 
also nicht la-ap-ku gewesen sein. 

Z. 66 ist lamnu auf SP. II, 960 phonetisch geschrieben, das Zei- 
chen u ^ iam nach 2 iar ist ganz deutlich. SP. 11, 960 enthält auch 
noch die Anfange der folgenden fiinf Zeilen, nämlich Z. 6j a-na und 
ein Zeichen, das sicher nicht an ist (nach STRASSMAIER entweder 
kü oder bit oder e); Z. 68 ai'gi'üi>)\ Z. 69 si-ri . . .; Z. 70 
um-ma . . . (nicht attaqi\)\ Z. 71 i-sin . . . (wohl das Wort für „Fest"; 
vgl. das kima ümi akitt-ma, das hier, wie DELITZSCH mir münd- 
lich mitgetheilt, natürlich ebenfalls den Akltu-YtstXzg bezeichnet); 
Z. 72 DINGER SamaiQ\ doch sind nur die beiden schrägen Keile von 
ud zu sehn; die Zeichen entsprechen wohl aber dem von Delitzsch 
in Z. 73 eingesetzten DINGER babbar, wie es auf C resp. K. 8518 
erhalten ist Der dort vorausgehende schräge Keil könnte das 
Trennungszeichen sein, obwohl die Worte schon ziemlich weit 
rechts stehn. 

Z. 80 scheint auf C a-na libbi (mit dem Ideogramm SA ge- 
schrieben) gestanden zu haben. Die von DELITZSCH vor elippu ge- 
gegebenen Spuren sind nicht genau: vor den beiden senkrechten 
Keilen stehn nicht zwei wagerechte Linien, sondern zwei schräge 
Keile (und darunter sogar noch ein dritter schräger Keil, der jedoch 
nur zufallig sein mag; vgl. auch den schrägen Keil unter ina zu An- 
fang von Col. n, Z. 2 von C). Allerdings sind von den drei senk- 
rechten Keilen von sa = libbu nur zwei deutlich zu sehn. Das 
kann auf C aber nicht weiter auffallen. Auch das u von lu-u-e-zib 
in der Stichzeile** am Schlüsse der XI. Tafel hat auf C nur zwei 



* Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass Oppkrt in seinem Auf- 
ntx fiber die Imcription d*AnHochu» SoUr {Mi langes /Unter, Paris 1887, P* ^^9$ «• <) 
die Bedeutung „öl" für Ni-iz i. e. .,Fett des Baumes** (AL». 18, 148»») resp. „Pflanzen- 
fett** leugnet Dass die Ideogramme filr kisaZ/u „Plattform'* und iamnu „Öl** Musserlich 
«Mammengefallen sind, ist bekannt 

* Diesen Ausdruck möchte Ich filr das englische ca/ck phrase (CAG. 15) einführen. 
Bdtrifc aar scnh. Sprachwisteosduift. I. 9 



130 Beititge snr lemitiicheD SpracbwinemchAft. 

senkrechte Keile (siehe die Bemerkungen zu Z. 289) und in dem 
Namen ^u-ri-ip-pak (Col. I, 11) ist das ri schmaler als das pak\ die 
beiden vorderen senkrechten Keile von ri sind nicht klar zu sehn, 
wenigstens lange nicht so deutlich wie in Z. 19: {Su-^ri-ip-pa-ku-u, 

Ktm-H-ia in Z. 80 ist auf B ganz klar, auch auf C sind noch 
Spuren von kirn zu sehn. 

Die schwierigen Anfang^worte von Z. 83 und 86 sind nur auf 
C erhalten und auch da sehr beschädigt Mü-zr <» iszäkir und ku-uk- 
ist sicher; zu dem angeblichen -ru* aber bemerkte ich schon '82: 
„Keinesfalls ru^ sonst würde man den Rest der Linie des wagerechten 
Keils sehn. Möglicherweise ki. Sicher ist nur der letzte senkrechte 
Keil. Die übrigen Spuren könnten auch nur zufällige Brüche in der 
Tafel sein." Ich schrieb dies, ehe ich RM 2. n, 383 entdeckt hatte, 
das bekanntlich in der vorletzten Zeile vor dem Theilstrich (=3 AL^. 
102, 39) deutlich ku'uk-kiiy^ V, 23, 12a) bietet, während darunter 
[uiasnanüku]nuii iamütu kiöäH steht Der Zusammenhang ist also 
ganz ähnlich. RM 2. II, 383 stand vielleicht als Schluss der Wamungs- 
rede Ea's: ia adanna** ^ama} iiäkanu-ma iszäkar kukki: ina ßldti 
uiagnanükunuii lamütu kiboH d. h. „wann die Sonne die bestimmte 
Zeit anzeigen (eigentlich: „machen*') wird, soll mein >bi^>b^ sprechen: am 
Abend werden die Himmel über euch Verderben regnen." Was kukku 
(vgl. II, 44,41b und V, 26, i6d, auch NE. 72, 43) bedeutet, weiss ich 
nicht zu sagen; jedenfalls ist das 1 in kukki aber Sufüx der ersten 
Person. Die Worte ina liläti uiaznanü iamütu kibdti^ dem Sonnen- 
gotte in den Mund zu legen, wie DELITZSCH AW. 136 will, scheint 
mir ganz unmöglich: kukki muss Subject zu izzäkir sein. Bei meiner 
erneuten CoUation habe ich dieses Jahr zu ku-uk-ki hinzugefügt: 
„das Zeichen hinter ku-uk- sieht bei oberflächlicher Betrachtung aller- 
dings wie -ru aus; insbesondere hat es den Anschein, als seien zwei 
senkrechte Keile zu sehn; mehrere der Spuren scheinen aber ledig- 
lich zufällig zu sein, und vor allem scheint mir der scheinbar die 
beiden (?) senkrechten Keile schneidende wagerechte Strich durch die 
Feder eines das Zeichen prüfenden Assyriologen entstanden zu sein.*' 

Iqrida am Schluss von Z. 85 ist nur auf B erhalten, aber dort 



Die Benennung Cmtos stammt nicht Ton mir, wie Dr. Bbzold in seiner oben p. 96* an- 
gesogenen Abhandlung (p. 761, n. i) anzunehmen scheint, sondern ans CG. 21 und geht 
daselbst wohl auf Franz Delitzsch surück. 

^ Smith*s Lesung hu-Mk-hu-m (IV, 50, 31 und 34b) ist ginxlich ausgeschlossen. 
** Ich möchte das Wort als Adätm fassen, eine Form wie fi^ (Stadb p. 177). Vgl. 
HV. 2$ oben. 

t VgL SU diesem Worte These DC in Dr. C F. Lbhicann's Inaugural-Dissertation, 
Berlin, 1886 (ht-ba-a-H « ^päH Ton qApu, iqüf) Zu der Schreibung mit a Ygl. s. B. 
die AW. 106 unten dtiite Stelle m R. $2, 36«. 



HMipt. CoUtliim der Tidabar-Lcgeaden. Iil 

ganz Vlar. Dass ich die KAT» 58, n. s (vgl ibid. 516 3. v. aip) 
au^esprochene Vemiuthung, sobald ich die Stellen NE. 10, 47; 
67, 27 gesehn, aufgegeben, versteht sich von selbst; vgl. aber oben- 
ctn noch LNT. 87, n. 1 und AW. 143, 13. 

Z. 91 kann attadin auf B nicht at-ta-din geschrieben gewesen 
sein; das Zeichen vor adi kann daselbst nicht dm sein; man vgl 
z. B. das tJt-ttK In Col. III unten (= AL'. loj, 149]; 7.u in passen 
die Spuren, also stand wohl at-ta-di-in da. 

Das erste Zeichen von Z. 97 ist nur auf A erhalten und dort 
nicht gans sicher. 

Z. 103 bietet auch 82, 5—22, 316 ganz klar MAT vor IHma, kein 
verkrüppeltes xi-iu. Hinter ix- am Ende derZ«le sind auf A Spuren 
von pM zu sehn. 

Die Spuren vor mat in Z. 104, wofür Deutzsch (nach Smith, 
IV, 50, 3c) ii bietet, sehn (auf B) mehr wie meS aus. Zu Anfang 
der Zeile waren auf B im Jahre "82 Spuren von t-ti noch deutlich 
zu sehn. Auch IV, 50, 2 c bietet ja deutlich zi. Das zu xi gehörige 
Se, das ich '82, ohne etwas von dem Fragmente 82, 5—22, 316 zu 
wissen, copirt habe, ist jetzt aber leider (wie vieles anderel] at^e- 
brochen. 

Z. 110 steht auf B in derXhat (wie IV, 50, 8 c bietet) iUsl Iltar 
ma-li-ti, nicht etwa ki-ma li-ti. Die Übersetzung ^chrie wie eine 
Wildkuh" (ZiMM. Bussp. 20) ist demnach nicht mißlich. Zwischen 
litar und ma wäre Raum Renug für ki, aber es steht nicht da, und 
die Annahme, es sei vom Schreiber ausgelassen worden, ist doch 
recht misslich. All die Tafeln der Izdubar-Legenden, die ich unter 
den Händen gehabt habe, scheinen mir mit der grössten Soi^alt ge- 
schrieben und nach der Niederschrift genau mit den Originalen {la- 
h'rihnui) verglichen worden zu sein. Sonst würde der Schreiber 
NE. 40, ij z. B. nicht das w von h-u-a-lu-la ausradirt haben. Wäre 
das ki aus Versehen ausgelassen worden, so hätte es der Schreiber 
ja leicht nachtragen können. Mir scheint es demnach besser, die 
Lesart von B üesi Ütar ma-li-ti festzuhalten, und z«'ar glaube ich, 
dass maitä im Sinne von maM libbäti „zomerflillt" steht (vgl. üb- 
bctti imtdli in Z. 1Ö2 =~ KOn ""bain Dan, 3, 19, und i-na ma-li-e 
lilhba-tt-ti V, 7, 26; auch Del. Prol. 89 und AW. 250). Die Lesart 
von B bedeutet also: „es schrie Istar zornerfüllt" (nicht: „wie e- — 
Wildkuh"!); die Lesart von A dagegen {kima alittf}; „es schrie Is 
wie eine Kreissende" dTj'j*^ V 48, 7; Is. 13, 8; Jer. 6, 24 ; nicht: „1 
eine Mutter" und noch weniger „Itke a chtl4f CAG. 284. 

Z. III habe ich bereits SFG. 56, i erklärt; fäbat rigma st< 
hier im Parallelisrous mit Üma alitti (resp. maiilt) und ist kein 
wegs blosses „Gottheitsepitheton", wie Deutzsch, AW. 274 ot 



1^2 Beitrige snr semititcben Sprach wissemchaft 

meint Das Ideogramm DINGER MAX, das ich (wie Dr. Bezold ZA. 
1, 42* mit anerkennenswerther Gewissenhaftigkeit hervorgehoben hat) 
in meinem Wörterverseichniss zum Sintflutberichte nicht aufgeführt 
habe, ist nach der Variante auf 82, 5 — 22, 316 wohl besser nicht 
Rubätu (V, 13, 45) sondern Belit zu lesen. Was das daselbst auf 
Be-lit folgende Zeichen ist, weiss ich leider nicht zu sagen. Man 
sollte da erwarten, aber dazu passen die Spuren nicht recht Die 
Variante unambä statt, des coordinirten unambi erklärt sich nach den 
oben p. 10 f. gegebenen Ausführungen. 

ümu ullii zu Anfang der folgenden Zeile, was Delitzsch (nach 
einer mündlichen Mitthetlung) als „dieses Volk'* fasst(?)i ist auf 82, 
5 — 22, 316 ganz klar. Auf B sind die beiden Zeichen verwischt; 
'82 hatte ich §i-mat copirt, und es ist auch in der That nur Ein 
schräger Keil von UT und nur zwei der unteren drei schrägen Keile 
von MU zu sehn; das scheinbare SI-MAT ist aber natürlich auch hier 
lediglich der Rest von u{d)'mu. 

Das la (GAR) zu Anfang der folgenden Zeile 113 ist nur auf B 
erhalten und zwar sehr verwischt, das andere Zeichen ia{=pidnUy 
Sb 61) kann es aber nicht gewesen sein, und auch für (ühi, wie 82. 
5—22, 316 deutlich bietet (cf. Del. ProL 44, i) ist auf B kein Raum. 

In Z. 116 sind AL^. die Zeichen schlecht vertheilt: zwischen 
ul'la-da und ni- ist ein Zwischenraum auf B; dagegen ist kein Raum 
zwischen -Su-u und a-a-ma. 

Tarn in tam-ta-am-ma (Z. 117) scheint auf B aus einem andern 
Zeichen corrigirt zu sein. Ebenso hatte der Schreiber am Schluss 
der folgenden Zeile 118 auf B anfangs it-ti-ia geschrieben und ia 
dann in ia verbessert**. Die Übereinanderstellung der beiden Zeichen 
IV, 50, 15c giebt davon freilich eine sehr schlechte Vorstellung. Ar, 
nicht ia, steht auch auf A. 

Z. 120 — 124 sind die Zeichen in der Mitte sehr unsicher; 120 — 
22 sind nur auf B erhalten ; bei A beginnt der Text erst wieder von 
Z. 123 ab. Auf B ist in der Mitte von Z. 119— 124 ein runder Fleck 
der Oberfläche abgebröckelt, und im Britischen Museum ist ein Stück 

* Auf derselben Seite (Z. 30—33) hat Dr. Bezold bekaDntlich die gewöhnliche An- 
rafong ruppiSt uri"* hindili nannoH „breite ans meinen Samen und erweitere meine 
Nachkommenschaft'* durch fw-w^-^i /<fff Ml (??) Mt-ri-iml bätüQ) i-di (t(>/i na-an-na-b1 (?) 
„den hehren, dem Antlits(?), dem erhabenen I Die michtige Hand(?)'* wiedergegeben! 
Gegen die Bemerkung ibid. p 41 Dies wird man]}] etwa folgendermassen ttnnsscrihirtn 
und übersetzen muss ich gans entschieden Verwahrung einlegen. Zu hmdilt ^ htdäili 
TgL ZK. n, 352 und XU nannabU » nanabt (asu) Dkl. PrcL ^5, 2. 

** Deshalb darf man nicht Les dieux, joints aux Anunna, pleurent avec moi fiber> 
setzen. Die Zeile gehört nicht mehr zur Rede der Göttin ktar, sondern nimmt die Be- 
schreibung wieder auf. Auch GAG. 285, 16 findet sich derselbe Fehler; Fresh Hgkt 
p. 32 bietet das Richtige. — Zu bakü lud „weinen Aber'' siehe Delitzsch, ZK. n, 289, 2. 



Haupt, ColladoD der Izdabftr^Legeoden. Ißß 

mit ein paar verwischten Keilspuren daraufgeklext worden, das 
aber nicht genau an der richtigen Stelle zu stehn scheint. Zwischen 
iläni airji aibi, „die Götter sassen niedergedrückt** (ZiMM. Bussps, 96) 
und ina bikiä in Z. 119 fehlt anscheinend nichts. Was aber in der 
folgenden Z. 120 zwischen katmä iaptähinu^ ,,geschlossen waren ihre 
Lippen" (d h. ^ie waren stumm**) und -a pu-ux-ri-e-ti gestanden 
haben mag, lässt sich nicht feststellen. Das von Delitzsch ver- 
muthete li-^ hat keinen Anhalt am Original; es würde auch nicht in 
den Zusammenhang passen; denn das a vor pu-ux-ri-e-H ist offenbar 
der Rest einer 3. fem. pl. von einem Verbum tertiae tnßrmae^ und 
das Subject dazu muss puxreti sein, eine Form wie kudurreti oder 
kummmeä (ZlÄfM. Bussps, 43). Die Lesung ixreti (vgl. AW. 314, 3) 
habe ich längst fallen lassen. 

Von der Ziffer VII vor müiäH in Z. 121 (vgl. AW. 238, 3) konnte 
ich weder '82 noch dies Jahr irgend welche Spuren sehn*. Was zu 
sehn ist, sieht eher wie SI-MAT (vgl. die Bemerkungen zu Z. 112) 
aus, und diese Zeichen stehn auf dem aufgeklexten Stück niedriger 
als das mu von muiäH in Z. 121 und höher als das xu von me-xu-u*^ 
in Z. 122. In Stellen wie NE. 4, 45 und 11,21, oder Z. 188 der 
XI. Tafel ist VI urre u VII müiäti ganz klar; das berechtigt uns 
aber noch nicht, die Lesart auch hier einzusetzen. 

Z. 122 ist nur illak }äru abü xü iiäbdnü (cf. AW. 288 unten) 

sicher; das bu von ahubu ist auf B ebensowenig deutlich wie das 
me von mexü\ die Spuren hinter a-bu- würden allerdings zu bu pas- 
sen, von fpu ist aber gar nichts zu sehn. Ganz unsicher ist auch 
das Schlusszeichen dieser Zeile, dass Delitzsch (ohne Fragezeichen) 
als nu giebt Ich würde eher geneigt sein, num in den Text zu 
setzen, denn das Zeichen hat deutlich einen Winkelkeil zu Anfang. 
Man muss dabei bedenken, dass hier auf B sehr wenig Platz ist und 
dass infolge dessen das Zeichen sehr schmal und zusammengedrängt 
ausgefallen ist. Man könnte allenfalls auch an mat denken (das wäre: 
illak iäru abubUy mexü üaban mäta\ doch scheint mir das wenig 
wahrscheinlich. Die Lesung nu halte ich für unmöglich. 

Z. 123 stand auf A sebü ümu ina ka-lia-di] iMa-rik (§AL ge- 
schrieben!) nU'Xu-u Spuren von }a und äi sind noch zu sehn; 

dass der Infinitiv wie auf B plene ka-Sa-a-äi geschrieben gewesen 
sei, scheint mir unwahrscheinlich. Auf B lautet die linke Hälfte der 
Zeile: sebü ümu ina ka-ia-a die rechte: iu-u a-bu-bu gab-la; von 



•• 



^ HV. 26, D. 17 wsr anf Delitzsch*! AatoriUU hinzugeftgt worden. 
Meiner Zuificknihning Ton mixA ,,Stann" auf einen Stamm accü (KA'H. 493) hat 
sich DioJTzscH, AW. 290, 4 angeschlossen. Dadurch erledigt sich die Bemerkung S. A. 
Smith's, Mmr^. l, p. 94. Das i wixe bei der Herleitnng Ton nna (Zuof. Bussps. 93) 
nicht SU erküren. 



l^A Beitiige rar semidichen SprachwiMctwchaft 

dt sind hinter ka-ia-a Spuren zu sehn; ebenso können die vor 

hi'U stehenden Spuren (die Smith als mu-ut fasste) wie Delitzsch, 
AL^ 104 unten richtig bemerkt, sehr wohl das Zeichen koJi — » rik 
repräsentiren. Für die Gleichheit des Lautwerths der beiden Zeichen 
ial und Um siehe ü, 53, 38 und 59, wo der (gewöhnlich mit ipm 
Zach. 9, I combinirte) Ortsname Xatartka einmal Xa-ta-^mrlkäly das 
andere Mal Xa-ta-^n-ka, das ist in beiden Fällen Xa-ta-rik-ka ge- 
schrieben ist Vgl dazu Del, Par. 279, sowie KAT*. 453. Gemäss 
AL'. 104, n. 4 soll auch // von ittarik^ „es hörte auf, auf B sich 
noch ziemlich erkennen lassen. Das beruht wohl aber auf einer 
Verwechslung des Texts B mit A. Man lämn wohl sagen, dass auf 
A sich it noch ziemlich erkennen lasse; auf B ist jetzt aber keine 
Spur davon zu sehn, obwohl ich natürlich nicht im Geringsten zweifle, 
dass es einmal dagestanden hat. Das hi-u vor a-bu-bu qab-la ist 
sicher, aber nicht leicht zu erklären. Delitzsch scheint nach seiner 
Randnote zu Z. 123 anzunehmen, dass auf A hinter sebü ümu ma 
ka[}ädi\ ittarik mexü noch iü abübu qabla gestanden habe. Ich glaube 
aber, dass l^ dort ganz fehlte, sodass lü also auf B die Stelle von 
mexii einnahm. Die Zeile lautete dort jedenfalls: sebü ümu makaiä- 
[dt itta]rik Sü ab&bu gab/a, und dieses Jlü kann verschiedentlich ge- 
fasst werden. Es steht auf B grade unter dem Worte mexü in der 
vorhergehenden Zeile, und man könnte daran denken, dass es als 
do. (vgl. Delitzsch bei Lotz, TP. 107, i) zu fassen, also ebenfalls 
mexü zu lesen wäre. Das scheint mir aber nicht recht wahrschein- 
lich. Eher möchte ich annehmen, dass es als eine Art „Artikel'* zu 
abübu zu fassen sei, vgl. Z. 247 oder NE. 11, 2*. Natürlich könnte 
man lü aber auch als grammatisches Äquivalent, als Pronomen für 
mexü fassen und demgemäss übersetzen: „ . . . wüthete der Sturm 
{mexü iiabänt(p*\ bei Anbruch des siebenten Tages aber hörte er 
auf etc.** 

Z. 126 bietet A: ap^pal-sa-am-ma tam-ma la-qi^ qu-lu (vgl. NE. 
24, 4); der senkrechte Keil, den Delitzsch (in der Randnote als 
Lesart von A) hinter appalsamma bietet, ist lediglich der senkrechte 
Keil des vorausgehenden ma\ ich wüsste auch nicht, was der Keil 
hier sonst vorstellen sollte. Wenn der Riss, den Delitzsch für einen 
aufrechten Keil gehalten hat, wirklich der aufrechte Keil von ma 
wäre, so würde das Zeichen viel zu schmal ausfallen. Die Mascu- 



* U lü ohne Wiederholnng des Nomens finden wir x. B. NE. 70, 9; 74, 17. Aach 
Tafel VI begann wohl: u iu belOu ubbiba^ und zn Anfang der drei folgenden Zeilen 
möchte ich Uul, iddt und stmä/i erg&ncen. 

^ Ich halte die Lesung i/lfi Ton iagu ,,erheben" noch immer filr besser als iäJtin, 
obwohl auch Delitzsch in der Randnote zu Z. 126 Säkht schreibt Vgl. meine Bemer- 
kungen KAT*. 74, 15. 



Haapt, CoUalioD der Isdubar-Legenden. 13^ 

linfonn täma statt tamäia (SFG. 39, i) resp. ttämata ist vollständig 
sicher, wenigstens soweit die beiden Zeichen in Betracht kommen. 
Ob wir wirklich tanta zu lesen haben, ist eine andere Frage, die ich 
hier unerörtert lassen will. 

Z. 128 ist offenbar ki-ma u-ri mit-xu-rat u-sal-lu zu lessen und 
U'Sal'lu als Subject zu mitxurat (eine Permansivform wie Htkunat oder 
litinäat cf. V, 9, 80 und PSBA. VI, 63) zu fassen, also der usallu 
(vgl n, 23, 50 ; IV, 57, 10 etc.) war gleich geworden (vgl. imtäxir in 
Z. 56) dem uru (vgl. IV, 58, 58, auch NE. 2I9 7) mit ki-ma construirt, 
wie emii in Z. 183 (LNT. 95, i). Zwischen uri und mitxurat ist auf 
A sowohl wie auf B ein Zwischenraum. 

Z. 131 ist bei dimaa „meine Thränen" auf B (wie gewöhnlich) 
ein deutlicher Zwischenraum zwischen a-a, 

Z. 133 zeigt die Gruppirung der Zeichen, dass (mit Smith) ana 
11 ta-a-an itelä nagü zu lesen ist, nicht ana 12 (ta-a-AN) ite lä nagü 
„vers les douze maisons de Thorizon pas de continent**, wie Opfert 
vorgeschlagen; i-te-la-a steht eng zusammen. Wäre la-a die Nega- 
tion, so würde zwischen i-te — wofiir man ausserdem i-te-e (vgl. LOTZ, 
TP. 1 16) erwarten sollte — und la ein Zwischenraum seih. Darnach 
ist auch die Übersetzung in SuESS' geologischer Studie über die 
Sintfluth (Prag-Leipzig '83, p. 25, cf COT. 57) zu berichtigen. 

Das Ideogramm für elippu „Schiff' am Schluss von Z. 134 ist 
auf A mit 4 senkrechten Keilen geschrieben. 

Z. 135 muss das Schlusszeichen -diu auf B nahezu auf dem 
Rande gestanden haben; wie ana noH ul iddm zu erklären ist, habe 
ich schon oben p. 18, n. 23 angedeutet; also: der Bei^ des Landes 
Nizir (was mit nsa „retten" nichts zu thun hat!) hielt das Schiff fest 
und dem Schwanken -(^b) gab er nicht mehr hin, d. h. „Hess es nicht 
mehr weiter schaukeln, Hess es nicht mehr in die Strömung*'*. 

In Z. 136—8 ist das Zeichen iyix do, (AL.* 31, 263) auf A durch- 
weg mit nur zwei senkrechten Keilen geschrieben, ganz besonders 
klar tritt das in der letzten Zeile vor dem Theilstrich zu Tage. Auf 
B ist von dem Zeichen immer nur der Anfang erhalten; über die 
Zahl def senkrechten Schlusskeile lässt sich mithin dort nichts fest- 
steUen. 

Dass der Name Nizir Z. 137 auf A fehlt, ist richtig. Das liegt 
aber daran, dass Z. 136 und 137 dort in Eine zusammengedrängt 
sind. In Z. 138 kann es auf A sehr wohl gestanden haben. Auf 
K. 8594 (i. e. Frgm. r), wo Z. 138 und 139 ebenso wie auf A Eine 
Zeile bilden, steht [M'jsr/r deutlich da. 



* Dui ana näh „nach der Höhe'* bedeutet, hat Schrader, COT. 58** mit Recht 
bezweifelt 



136 Beitrige zar semitischen Sprachwissenschaft 

21 139 hat Delitzsch übrigens anzumerken vergessen, dass B 
nicht plene wie A ina ka-la-a-di bietet, sondern ina ka-ia-di (cf. IV, 
5^ 37 c)* ^ ist also grade umgekehrt wie in Z. 123. 

Das Ur von umailir ist, wie ich im Hinblick auf PiNCHES* Be- 
merkungen ZK. II, 1 58 hervorheben möchte, auf B in Z. 140 mit drei 
Keilen zu Anfang geschrieben, in Z. 142 dagegen mit zwei. Z, 142 
am Ende stand auch auf K. 8594: i- (PI- i. e.) 'tu-ra-am-ma (wie auf 
A, Z. 140) wenigstens stehn die (nach PI erhaltenen) beiden wage- 
rechten Keile zu nahe bei einander, als dass sie zu dem Zeichen ram 
gehören könnten. 

Z. 145 möchte ich bemerken, dass die (nur auf B erhaltene) 
Genetivform äribi statt des Nominativs dribu wohl gewählt ist, um 
den Labial zu fixiren; aribu könnte ja auch äripu gelesen werden. 
Aus demselben Grunde finden wir Sb 93 und 96 auf dem babyloni- 
schen Duplicate F. i (AL^ 94) a-hi „Vater" und al-pi „Ochs** statt 
des zweideutigeren abu und alpu, 

Dass Z. 151 auf (dem mir bisher nicht zugänglichen) Frgm. c 
nach e*'ri'}a nicht i/, sondern da {fa-a-bd) gestanden haben wird, 
habe ich schon Z K. 11, 276, i bemerkt Die beiden Zeichen ü und 
da sind z. B. auch VR. i, 125 var. verwechselt. Übrigens ist die Verbal- 
form ictnü auf A nicht i-(i-nu geschrieben, sondern i-fi-nu^; B hat 
allerdings deutlich i-^i-nu. 

Meine Vermuthung, dass NIM-MES in Z. 154 ein Schreibfehler 
für BAN-ME§ „Bogen** •• sei (KAT^. 59, n. 15; vgl. Assurb. Sm, in) 
habe ich schon KAT*. 517 zurückgenommen. A sowohl wie B 
bieten deutlich NIM, was wohl mit dem NIM in dem Ideogramm für 
birqu „Blitzstrahl'^ zusammenhängt Auf A sieht übrigens das U (von 
ü'ii) vor NIM-ME§ wie pi aus (vgl. das oben p. 117 zu NE. 63, 39 Be- 
merkte), der scheinbare zweite (untere) schräge Keil ist aber wohl 
nur zufällig; i-pu-hi am Ende der Zeile ist auf B aus anderen Zei- 
chen verbessert 

Z. 154 bildet auf A den Anfang der IV. Col. Die linke Seite 
derselben ist ziemlich klar, die rechte ist aber halbverbrannt wie 
RM 616, hat auch in Folge dessen dieselbe grüngelbe Farbe ange- 
nommen. Auch auf der andern ( Vorder-^txX.^ sind die Zeichen in 
der rechten Hälfte des obersten Fragments (d. h. die Schlusszcichen 
von Z. 106 ff.) unter der Einwirkung des Feuers gelbgrün geworden, 
aber die Oberfläche der Tafel ist dort unversehrt geblieben. Die 
Entzifferung der Schlusszeichen in der IV. Col. von Tafel A ist eine 

* So, nicht iärüay wird zu lesen sein. 

•• VgL MüEDTER's Geschichte, p. $0 unten. Auch Sayce, Frtsh Ügkt, p. 33 Über- 
setst tht ligkttd up the rainhcw. Siehe aoch CAG. 387, 52 und 2:A. 11, 333, sowie 
Sayck, Hihb. lect. 'Ä7, p. 380, n. 2. 



Ilanpt, Collation der Itdubar'Lcgeoden. I^^ 

der schwierigsten Aufgaben der ass3rrischen Paläographie; die Zei- 
chen sind durch das Feuer theils ganz zerstört, theils durch dabei 
aufquellende Blasen verzogen und undeutlich geworden, und die 
Spuren stellen sich in Folge dessen, je nach dem Lichte, das man 
grade hat, an verschiedenen Tagen anders dar. Ich habe mich be- 
müht, den Text so gut wie möglich festzustellen, auch bei zweifel- 
haften Zeichen, soweit thunlich, die Ansicht der grade anwesenden 
Fachgenossen Strassmaier, Dr. Brünnow und PmcHES eingeholt; 
es ist aber sehr wohl möglich, dass andere Assyriologen hier bis- 
weilen abweichender Ansicht sein mögen. Auf B ist der Text (von 
den Schlusszeichen der Zeilen 163 — 175 abgesehn) ziemlich klar. 

IL 160 hat DELn*zscH anzumerken vergessen, dass A u „und" 
zu Anfang der Zeile (wie Z. 188; 201 ; 203; 247) mit dem Winkel- 
haken schreibt 

Z. 162 steht auf B (wie ich bereits KAT^. 60, n. i hervorgehoben 
habe) deutlich: i-mur elippa-ma i-te-ziz Bei („Bei sah das Schiff und 
ergrimmte", IXS) während auf A, wo Z. 162 auf zwei vertheilt ist, 
nur i-mur elippa-^na und zu Anfang der folgenden Zeile lih-ba-ti er- 
halten ist Das / vor teziz (vgl. AW. 254, 3) ist auch auf den Photo- 
graphien der Sintfluthtafeln noch deutlich zu sehn. 

Z. 165 ist amatu iban . . . auf B sicher, ebenso die Variante {amct) 
Ü auf A. Was nach iban- steht, ist aber zweifelhaft Die von 
Delitzsch gegebene Lesung i-ban-na-ii scheint mir unmöglich (es 
ist auf B kein Raum* für H**) und na nach ban (das Deutzsch für 
„ziemlich sicher** hält) scheint mir ausgeschlossen. Smith's i-ban- 
nu-u wäre eher möglich; von einem Winkelkeil u am Schlüsse ist 
aber weder auf A noch auf B etwas zu sehn. Auf B stand ent- 
weder i'ban-nu oder i-ban-ni. Nur zwischen diesen beiden Lesungen 
kann man schwanken. I-ban-nu scheint mir die wahrscheinlichere; 
denn der Einsatz des letzten Zeichens ist grade, und das spricht für 
-Ä«; ni wird am Schluss der zweiten und dritten Zeile von Col. IV 
des Texts B (in iur-qi-ni Z. 157/8) mit vorstehehdem unteren (von 
den beiden senkrechten Keilen geschnittenen) wagerechten Keil ge- 
schrieben, wodurch ein Absatz entsteht, der sich hier markiren 
müsste. Derselbe ist z. B. selbst in uiteiibuinni (Col. IV, 1. 29 resp. 
Z. 185) bemerkbar, obwohl die Zeichen dort ziemlich eng zusammen- 
stehn. Die Lesung üban-nu (oder auch ba statt ban) nahm PiNCHES 
auch für A an. Ich glaube aber dass dort i-ba-an-nu oder i-ba-an-ni 
stand; STRASSMAIER hält ba und an sogar für sicher; na am Ende 
scheint mir auch dort ausgeschlossen. Die Lesung ist also ibänü 
oder ibäni. 



* Man vergleiche den Raum, den ban-'Ha-H in 1. 26 (Z. 18 1) einnimmt. 

* Das H würde auch in grammatischer Hinsicht nicht ohne Bedenken sein. 



138 Bdtrlge rar iciniliichen Sprachwiaetischalt 

» 

Das von Deutzsch am Schluss von Z. 166 gegebene ä scheint 
mir richtig, obwohl PiNCHES statt dessen auch xu zur Wahl stellte. 
Zwischen (ME ») hp und ti ist aber kein Raum; dagegen ist ein 
Zwischenraum zwischen kä/u (resp. käia) und iiptu 

Z. 167 ist ofia qurädu auf B sicher, auf A scheint mir aber der 
(correctere) Genetiv zu stehn; wenigstens schienen mir die Spuren 
nach qu-ra- besser zu di zu passen als zu du, 

Z. 169 giebt Delitzsch am Schlüsse nur den Text von B wie- 
der; dort ist allerdings nur der Anfangskeil von kun zu sehn. Auf 
A ist aber auch der zweite Theil des Zeichens kun (i. e. AX, ix, ux) 
ziemlich deutlich. Wie Delitzsch zu der Variante ki-ki kommt, 

weiss ich nicht Auf B steht >b-/ ki-i^ auf A ki-i talik .... 

ba taikun. Dort kann also sehr wohl ki-i [ki-i iä tam\taHk gestan- 
haben. Das (auf A) nach dem ki zu Anfang der Zeile stehende 
Zeichen ist sicher nicht kiy sondern der untere Theil von 1. 

Von dem (auf B gar nicht erhaltenen) -su am Schluss von Z. 
170 sind auf A nur zwei wagerechte Keile zu erkennen. 

Z. 171 scheint mir das Zeichen hinter hidud ä\ir zu sein, aller- 
dings ist nur die äusserste linke Seite davon zu sehen. Sollte etwa 
(im Parallelismus zu ibboHq) irrasip dagestanden haben? Die Spuren 
auf A würden dazu passen. 

Z. 172 ist auf A auf zwei Zeilen vertheilt, statt abid)a scheint mir 
dort der Nominativ abikbu zu stehn, obwohl in Z. 173 und 174 auch 
A den Accusativ bietet. Die Spuren am Schluss von Z. 20 der IV. 
Col. von A sehn jedenfalls mehr wie bu aus. Von dem ir (von 
lifoxxir) das Delitzsch vollständig einklammert, ist die linke Seite 
zu erkennen. 

Z. 173 glaube ich nicht, dass li^axxir am Schluss /r-ftf-[;n'-/>] 
geschrieben gewesen war, wie Delitzsch ergänzt, es kann (auf B) 
recht wohl li'^a'OX'Xi'ir (vgl. AL^ 106, n. 2) oder li-fa-ax-xir dage- 
standen haben. Auf A steht das // allerdings ziemlich nahe am 
Rande, aber doch wenigstens weiter links als das xi von li'fa-ax'xi'ir 
in der vorhergehenden Zeile. Eis ist ja sehr wohl möglich, dass das 
letzte Zeichen oder die beiden letzten auf dem Rande der Tafel 
standen. So muss z. B. auch das H von ikärabänaii in Z. 181 auf 
dem Rande von A gestanden haben. 

Z. 174 ist das Ideogramm fiir mätu nach xtdäxu HUakin-ma sicher 
Das darauffolgende Zeichen ist aber weder ut^ noch ii^ sondern lü 
wie in dem vorausgehenden /il-Ia-kin. Das von (Smith und) Delitzsch 
in den Text gesetzte ul ist ganz unmöglich, und für h scheint mir 
(auf B) der Winkelkeil zu hoch; man vergleiche (auf dem Original I) 
z. B. das ii in ikärabänaH am Schluss von Z. 181. Allerdings ist 
der Winkelkcil von i/ in lim-si Col. V, 24 von B (Z. 230) aber ebenso 



Haapt, ColUÜoo der bdnbar^LegeDden. Iin 

hoch. Vielleicht stand xuiaxu lüiaktn'ma mäta lübif (vgl. Del. 
Prol. 38) da. Wer Jfi vorzieht, könnte limxof lesen. 

2^ 175 ist die Precativform am Ende offenbar lü'£^ resp. liSqii 
von iaqähi (LOTZ, TP. 91 ; vgl. V R. 17). Ebenso ist wohl das al-^-tli 
zu Anfang von Z. 68 (auf dem babylonischen Fragment) als aigii 
(im Parallelismus zu uffabbix in der vorhergehenden Zeile) zu fassen. 
Auch die IV R. 51, 20 c gegebenen Spuren passen sehr wohl zu der 
Lesung liiqü. Auf A erinnert das Zeichen hinter lä-da-am^ma mala 
allerdings an num; viele der Spuren sind aber wohl nur zufallig. 

Z. 176 kann, wie Delitzsch*s Randbemerkung zeigt, auf A nicht 
wohl tiJ aptä gestanden haben; das Zeichen nach ul sieht eher aus 
wie der Anfang von «r. 

Z. 177 könnte statt ii-me auf A ebenso gut ii-mi gestanden haben. 

Z. 186 steht, wie Delitzsch mit Recht hervorhebt, auf A ein 
senkrechter Keil vor ilani^ nur nicht so hoch, wie ihn Delitzsch 
g^ebt; vielleicht war dort zwischen mannu und ilani das Relativum 
ia eingeschoben. 

Z. 187 scheint tubSu auf A ohne Hauchlaut geschrieben gewesen 
zu sein, wenigstens sehn die Spuren vor u dort mehr wie ba^ als 
wie das Zeichen fiir den Hauchlaut aus. Auch tatu am Schluss von 
Z. 7 ist auf A ja einfach tdi-u geschrieben, 

Z. 193 scheint e^iu am Ende auf A mit dem Zeichen hi ^ qätu 
geschrieben zu sein und 

2^ 194 scheint auf A ru-qu^ nicht ru^ki zu stehn. 

Z. 199, die auf A die Schlusszeile der IV. Col bildete, ist jetzt 
nur auf B erhalten. Das rag zu Anfang ist daselbst sehr undeutlich. 

Z. 200 — 211 ist auch auf A erhalten. Auf die Rückseite dieses 

« 

Stückes ist dort das Fragment geklebt, das den Schluss der zweiten 
Columne von A enthält Die ersten Zeichen von Z. 200—202 sind 
auf A jetzt nicht mehr so deutlich wie '82: von ga zu Anfang von 
Z. 200 sind nur zwei senkrechte Keile und ein schräger zu sehn, das 
übrige ist mit gefärbtem Gyps verschmiert; u zu Anfiauig von Z. 201 
ist jetzt gar nicht mehr zu sehn, ebensowenig der Anfangswinkel- 
haken von H zu Anfang von Z. 202. Übrigens scheint ütäkan in 
dieser Zeile auf A ihtaka-an geschrieben gewesen zu sein; wenig- 
stens fuhren die Spuren nach /i- eher auf ta als auf tak\ auch 
Strassmaier hält ta für wahrscheinlicher; der zweite obere wage- 
rechte Keil ist etwas nach unten durchgezogen. 

Die beiden letzten Zeichen (nach der Klammer) in Z. 206 (vgl. 
Z. 217) können nur auf dem (mir nicht zugänglichen) Fragment/ 
stehn, auf A und B sind sie nicht erhalten. Nach AL^ 100 enthält 
/ja die Schlusszeichen von Z. 203 bis Z. 222. 

Z. 207 steht hinter ilpussu-ma auf A allerdings nicht ik-kil (wie 



I^O Beitrige zur semitischen Spracbwissenscbaft 

auf B, Col. V, Z. i); aber auch i-ie . . . scheint mir wenig wahrschein- 
lich; $e würde breiter sein, ausserdem scheint hinter dem ersten 
schrägen Keil ein wagerechter zu stehn. Te wäre möglich; es könnte 
aber auch i-ban- sein. 

Z. 2IO steht auf B deutlich ta-ad-di-kan-ni, nicht ta-ad-di-i^'-m. 
Auf A ist nur der Anfang von ta und das rechte Ende von ni er- 
halten. 

Der determinirende Keil vor dem Namens Izdubar's in Z. 211 auf 
B ist sicher. 

Z. 216 sind die vier ersten Zeichen (falls Delitzsch überhaupt 
nicht lediglich die Klammer vergessen hat) nur auf/ erhalten; auf 
B ist vor p nur die rechte obere Ecke eines senkrechten Keils 
zu sehn. 

Z. 217 sieht das letzte Zeichen auf B mehr wie man aus; aller- 
dings ist der linke schräge Keil auf dem Original etwas gespalten, 
so dass das Zeichen an mat erinnert Aber wenn auf / nicht ein 
klares mat** stehn sollte, so würde ich von B aus die Lesung man 
vorziehn. Dass die beiden letzten Zeichen von Z. 206 nur auf/ 
erhalten sein können, haben wir schon oben bemerkt 

Dass auf A die über Z. 219 stehende Zeile mit at-ta schliesst, 
Ist richtig. Ob dieses atta aber die Stelle des onaku von B ein- 
nimmt, ist zweifelhaft Ich habe '82 am Rande meiner Copie von A 
bemerkt, dass die fünf Zeilen 213 — 217 daselbst auf höchstens 4 
vertheilt gewesen sein müssen; fiir fünf Zeilen ist kein Raum. Mög- 
licherweise stand alputka anäku auf A zu Anfang von Z. 219? 

Z. 221 mag das Zeichen vor ikkimu^ dessen ki auf B nahezu wie 
das Ideogramm ktru (Z. 62) aussieht, -ta gewesen sein, doch sind 
nur die beiden rechten senkrechten Keile ganz sicher. 

Das tah von talkun in Z. 223 ist auf B keineswegs klar; über 
dem rechten senkrechten Keil von tal befindet sich ein Winkel- 
haken, mit dem ich nichts anzufangen weiss. Die von DELITZSCH 
über tal gegebenen Spuren sind nicht genau. Die beiden Z. 222 
vom gegebenen Keile sind nicht schräg, sondern senkrecht über 
einander (wie bei der rechten Hälfte von UN etc.). Die drei Zeichen u 
a-iar zu Anfang von Z. 223 sind nur auf 82, 5—22, 316 erhalten, wo 
sie den Anfang der V. Col. bilden; auf A und B stehn sie nicht 

Z. 230 steht auf A in der That phonetisch me- e statt A-MEs ; es 
scheint aber, dass der Schreiber auch auf A anfangs a-mes ge- 
schrieben hatte und dies erst nachträglich in me-e corrigirte. Ver- 
gleiche dazu das oben zu Z. iio {maiiti-aHtti) Bemerkte. 



• Vgl. ZK. I, 348, i. 27 (V R. 18, 27 c). 
** An sich ist matf tat ja entschiedeo wahrscheinlicher als man, nü. 



Hanpt, ColUtion der Isdnbar-Legenden. I^I 

Z. 231 scheint hinter fäbu auf A nicht lu-za-pu^ sondern zu-pu 
gestanden zu haben, also fa-a-bu zu-pu zu-mur-hi^ allerdings sind nur 
die unteren Theile der beiden Zeichen zu sehn, aber die Spuren 
fuhren auf zu-pu. Auf i (i. e. K. 8595) ist libil nicht li-bii, sondern 
U-bi-il geschrieben; mit den vorausgehenden (ganz feinen) Spuren 
ist dort aber nichts anzufangen. 

Z. 232 bietet A nicht lu-u-ud-du-ia (Del.) sondern ebenfalls ud- 
duui (wie B); zu sehn ist der (wie ni aussehende) vordere linke 
Theil von «i ; man vergleiche das «i- in uiteHbü^inm (Col. IV, 45 i. e. 
Z. 185,; ia ist vollständig ausgeschlossen. Auch dass Fragment h 
(L c. K. 8593) ud'du'hi-ni biete, ist nicht richtig. Der Schreiber 
hatte vielmehr daselbst anfangs lu-u ud-du^u geschrieben (beide Male 
mit u = lam) und u dann in }u (»* iatuiu) corrigirt; das vermeint- 
lich ni ist also lediglich Überbleibsel einer Rasur und die Pluralform 
udduhmi AW. 199 bt zu streichen. 

Z. 233 scheint mir die Variante tediqa (AW. 203, i) von / (=» K. 
8595) sicher. 

Z. 234 könnte auf A auch a-di i-kai-la-da (mit überhängendem 
a statt ») gestanden haben. Z. 240 dagegen ist i-kai-la^du auf A 
sicher; es steht deutlich nur i senkrechter Keil da. 

Z. 237 steht auf C hinter ma4uhi ein senkrechter Keil , und es 
folgt darauf ein wagerechter und ein senkrechter Keil, die an ma 
erinnern, aber auch zu kUM-A-MES resp. ina me-e gehören könnten. 
Der senkrechte Keil hinter iu scheint mir sicher. 

Z. 242 steht irkabü elippa „sie bestiegen das Schiff' resp. „fuhren 
Im Schiffe*' auf B unmittelbar unter dem Schluss von Z. 239: tediqa 
ialni fubät baitiiu (vgl LNT. 31, 60). Mithin müssten auf B die drei 
Zeilen 240—2 auf Eine zusammengedrängt gewesen sein, was mir 
etwas unwahrscheinlich vorkommt. Das bal- von bal-ti-hi ist auf 
A übrigens über ein anderes Zeichen geschrieben. 

Z. 245 konnte ich von einem Zeichen il- hinter Izdubar auf A 
nichts entdecken; '82 copirte ich zwei wagerechte Keile (hinterein- 
ander), die ebenso gut zu du passen würden ; jetzt ist nur noch einer 
zu sehn, der zweite ist mit Gyps verschmiert. 

Z. 253 ist sehr unsicher; die Zeichen uq-bi-ka am Schlüsse sind 
auf B keineswegs klar, nur bi ist sicher; ka dahinter ist aber nur in 
ein paar verwischten Spuren erhalten, die allerdings nicht gegen die 
Lesung ka sprechen. Auch das ka zu Anfang der Zeile, das auf A 
in der zweiten Halbzeile (hinter amät niprtt) steht, ist sehr zweifel- 
haft; von dem von Delitzsch dahinter gegebenen ia vollends ist 
nicht das geringste zu sehn. Der zweite (rechte) senkrechte Keil 
des Zeichens nach u ist etwas niedriger als der erste (linke), und das 
spricht eigentlich nicht für ka, sondern eher fiir ein Zeichen wie das 



1^2 Beitrige for temitisclien Spnchwisibnachaft 

Ideogramm für puxru (Z. 7).. Jedenfalls möchte ich nicht u amäta 
ia \ilani l]uqbika lesen, eher noch einfach u kä[}a ^uqbtka. 

Auch -i^-n am Schluss von Z. 254 ist auf B sehr unsicher, ri 
ist wohl möglich, aber das vorausgehende Zeichen könnte statt ia 
auch ebensogut a oder (a sein. 

Die folgenden vier Zeilen 255 — 258 sind nur auf A erhalten, 
erst von Z. 259* kommt das babylonische Fragment zu Hülfe, und 
weiterhin von 266 an auch 82, 5 — 22, 315; von der folgenden Zeile 
267 an kommt dann auch noch Text C hinzu. 

Z. 255 möchte ich die (von Delitzsch KL\ 108, n. 5 berück- 
sichtigte) Lesung gi-ü-hi vorziehn. Der scheinbare untere zweite 
wagerechte Keil des ersten Zeichens scheint zufällig zu sein. Wäre 
es si'Xi'i/'hij so könnte man nicht begreifen, warum der Schreiber 
am Anfang der Zeile so eng geschrieben haben sollte. 

Z.257 scheinen mir die Trennungskeile hinter art9utam ina iemiiu 
nicht ganz sicher, das von Delitzsch hinter ipH gegebene ra- ist da- 
gegen richtig. Vgl. dazu Z. 279, wo A deutlich ra-a-fa ki-i ap-tu-u 
bietet, nicht da-a-da, wie Smith bietet, oder la-a-ia, was Deutzsch 
gemäss AL*. 109, n. i für „mindestens ebenso möglich" hält Auf 
C scheint daselbst ra-a-(u (vgl II, 38, 18* sowie Del. Par. 142 unten) 
gestanden zu haben. Das Zeichen ra hat auf A bekanntlich die 
„sumerische" Form mit den zwei schrägen Keilen. Z. 257 am Ende 
sind die drei wagerechten Keile und der obere der beiden schrägen 
zu sehn, der untere schräge Keil dagegen nicht. 

Z. 258 könnte auf A ebensogut kab-tu-ti gestanden haben, nur 
der Anfang eines wagerechten Keils ist nach tu deutlich zu sehn, die 
andern Spuren sind zufallig. 

Z. 259 wird das Zeichen nach zu am Ende wohl ab sein, also 
üdudühi-ma ana apsu Auf dem babylonischen Fragment scheint 
aber bloss il-du-hi-ma gestanden zu haben, sodass also das eine du 
vom Schreiber ausgelassen wäre. 

Z. 260 ist i^'bat am Ende keineswegs zweifellos, fUr bat ist das 
Zeichen zu klein; es könnte aber if-ba-at dagestanden haben, denn 
von dem Zeichen nach if ist nur der erste wagerechte Keil sicher. 

Z. 26 t ist kabtüta auf A sicherer als in Z. 258; es sind die drei 
unteren wagerechten Keile von ta zu sehn. 

Z. 262 ist tum auf A keinesfalls das erste Zeichen. Es stehn 
zwei (oder auch drei) senkrechte Keile davor (wie Z 205). Das 
Ideogramm für imerUy wie es IV R. an Stelle von tum bietet, steht 
nicht da. Ebenso ist die Lesung qa statt is^ wie Delitzsch AL^ 



* Von Z. 358 rind auf SP. n, 960 nur ein paar undeatUche Sporen det ersten 
Worts urakku erhalten. 



Haopt, CoUation der Isdabar-Legenden. I^^ 

108, n. 7 richtig bemerkt, unrichtig. Auf SP. II, 960 scheint tum 
aber in der That das erste Zeichen der Zeile zu sein. Am Schluss 
der Zeile steht SP. II, 960 nicht ana elippüUy sondern a^na ^ab {bir^ 
KL\ 26^ 219) -ri'iu. 

Z. 266 stehn auf SP. 11, 960 vor dem Ideogramm für Uböu in 
der That zwei senkrechte Keile. Ganz besonders schwierig sind da- 
selbst die Schlusszeichen nach lu-ia-kil; Fragment 82, $—22, 316, 
dessen VI. Col. mit Z. 266 beginnt, bietet deutlich als die vier letzten 
Zeichen lam-ma lilhiuq^ wie es Delitzsch in den Text gesetzt hat 
Damit lassen sich auch die Spuren auf dem babylonischen Fragmente 
vereinigen. Vor iam-ma steht dort aber nicht ki sondern ki-am-ma. 
Auch Strassmaier liesst lu'ia-kil ki-am-ma iam-^a lilhtuq. Die 
HV. gegebenen Spuren sind falsch. Auf 82, 5—22, 316 erinnert das 
vor iam-ma üb-tnq stehende (verstümmelte) Zeichen allerdings an ki, 
doch könnte es schliesslich auch -ma gewesen sein. 

Z. 267 ist Delitzsch's Lesung him-hi" entschieden falsch; auf 
A kann das zweite Zeichen weder lu >=« gälu, noch hi ■« iani/u 
noch la ^^ gar sein, dagegen passen die Spuren zu la ^^ pidnu\ 
die beiden senkrechten Keile und der fiir la «> pidnu charakte- 
risitische schräge Keil sind ziemlich deutlich zu sehn. Die Variante 
la «- gar von C ist richtig. Also ist zu lesen : lumla Hirn i^gaxir 
amelu*^\ die Zauberpflanze, die dem Greise die Jugend zurückgiebt 
(d LNT. 93) ist demnach fem. gen. Die Variante Itbi statt lUm auf 
dem babylonischen Duplicat hat wieder den Zweck, den Labial zu 
fbciren ; vgl. das oben zu Z. 145 Bemerkte. 

Die Vermuthung, dass in Z. 268 anäku auf C nicht a-na-ku son- 
dern ana'ku geschrieben gewesen sei, hat keinen Anhalt am Ori- 
ginal; es ist Raum genug ftir a-na vor ku. Ich habe allerdings in 
meiner Copie von CoL VI des Textes C ausdrücklich bemerkt, dass 
Z, 17 — 25 (L e. AL*. 109^ 267—274) etwas weiter links beginnen 
sollten, nicht soweit vom Rande entfernt. Warum Delitzsch ana 
la so eng zusammen schreibt, weiss ich nicht; die beiden Zeichen 
stehn nur auf 82, 5—22, 316 und dort ist ein deutlicher Zwischen- 
raum zwischen ana und la pi-ux-ri-ia-ma. SP. II, 960 hat statt 
dessen: a-na la pi'{^')ux'ri'ia'a'ma (vgl. den Schluss von Z. 34 auf 
RM 2. n, 383). Das von mir eingeklammerte u scheint vom Schreiber 
ausradirt worden zu sein. Auf C stand ana fi^ix-ri-ia ohne la da- 
zwischen; auf A dagegen war die Präposition (wie auf SP. II, 960) 
phonetisch geschrieben, wenigstens sind dort nach lutkr noch Spuren 
von a'{nd\ zu sehn. 



* (^oios Surre (IV, 51, 9«) lai gw 1/ statt htm4m\ 
^ Aach auf SP. n, 960 steht am Sclünss das Ideogramm ftr amiim, nicht etwa tim. 



lAj^ Beitrige rar semitischen Sprachwissenschaft 

Z. 269 ZU Anfang ist meiner Ansicht nach auch auf C wieder 
Raum für a-na; ku-sa-pa statt ku-sa-pu (wie A und SP. II, 960 haben) 
steht nicht bloss auf 82, 5—22, 316, sondern auch auf C: . . . kas-pu 
ik'SU'Pu ku-sa-pa ana XXX kas-pu /i . . . ist dort deutlich zu sehn. 
Auch 82, s — 22, 316 hat a-na XXX kas-pu ü-ku-nu nu-daMa*, die 
XX in Delitzsch's Text ist also falsch. Dagegen scheint zu An- 
fang der Zeile ana XX kaspu iksupü kusäpa gelesen werden zu 
müssen, nicht ana X kaspu wie Deutzsch bietet Die Ziffer ist 
allerdings nur auf A erhalten, dort scheinen mir aber zwei Winkel- 
keile zu stehn, nicht einer; vgl. auch Z. 281 und 282, wo wir eben- 
falls ana XX kaspu iksupü kusäpa^ ana XXX kaspu ilkunü nudaUa 
finden. Auch hier stehn auf A deutlich zwei Winkelkeile und zwar 
der zweite etwas kleiner als der erste; ebenso ist die XXX zu An- 
fang von Z. 282 auf A ganz klar; vgl. auch noch NE. 57, 44. 

Z. 270 ist das SufHx von me-}a auf SP. 11, 960 mit dem Zeichen 
}a =piiinu geschrieben. 

Z. 271 ist das zweite (nur auf A erhaltene) Zeichen: n/, iak, das 
auf A bekanntlich mit vier senkrechten Keilen geschrieben wird, 
also ün'ä ana libbt-ma me irämuk,. Auch auf C passen die vor ana 
lib-bi stehenden Spuren zu dem Zeichen rid, 

Z. 272 ist Delitzsch's Text richtig. Das erste Zeichen pr ist 
auf A ganz klar, und auch auf C passen die Spuren dazu. Von den 
folgenden Zeichen /-/r-fr m-ni-pü ist -p in-m-pü auf SP. II, 960 ganz 
deutlich ""* und auch auf A ist in-ni-pü ziemlich klar; te dagegen ist 
auf A sehr verwischt, dafür aber auf C vollständig sicher. Von den 
auf A an Stelle von te stehenden Spuren scheint nur der untere 
schräge Keil ein Rest des Zeichens zu sein, das übrige sind wohl 
nur zufällige Spuren. In-ni-pü steht auch auf 82, 5—22, 416. 



• Vgl. za diesem Worte Sayck, Hibbert Uchtres '87, p, 71, i (auch 76, 2). Die 
dort Torgeschlagene Etymologie möchte ich allerdings nicht unterschreiben, obwohl ich 
auch nicht viel Besseres tu bieten habe. Es wäre ja denkbar, dass nubattu für tutbadtu 

resp. mubadtu Ton nay stünde mit Quiesciren des 9 wie in müragu „Höhe** Ton ^ Y^* 

Man mttsste dann annehmen, dass nübaUu ursprünglich „Gottesdienst" (wie mischn. vn^) 
bedeutete, dann „gottesdiensUiche Feier, Feiertag** und endlich ganz allgemein „Rasttag, 
Ruhetag*'. Der Stamm nay ist im Assyrischen allerdings sonst nur in dem (von den 
Vocabularien angeHlhrten) seltenen Synonym von ardu „Knecht": abdu (AW. 17) nach* 
gewiesen. Nubattu ■« mubadtu wäre eine Form wie nun^abtu^ pl. nun^abäti NE. 51, 14 
(rgl Dil. Par, 142, 38). Delitzsch liest AW. 181 (unter idirtu) nubittu mit 1. Ich 
will bei dieser Gelegenheit noch bemerken, dass im kispi 1 c sehr wohl „Fasttag*' be- 
deuten kann, bubbulu ist IntensiWorm Ton babälu^ wovon bibil libbi „Begehren**. Vgl. 
dazu die oben p. 68 gegebenen Ausführungen über kusipat in der vorletzten Zeile von 

NE. xn. 

^ Die HV. nach m-ni-pü gegebenen Spuren nun-tim sind falsch; auch hier ist das 
letzte Wort lam-'mu. 



Itupl, Collatinn der lidul«iF-I^i:i!n<lcD. l^^ 

Z. 273 scheint mir Izdnbar itlaiab ibiibi' auf SP. II, 9G0 ziem- 
lich sicher. Von den davorstehenden (nur auf C erhaltenen) Zeichen 
ist aber nur me deutlich. Die zwischen me und Izäubitr stehenden 
Spuren können nicht ra sein, wie UEl.in/.stll vcrmuthet, <la;:ii sind 
die Spuren lu breit. Was es ist. vermaf; ich aber nicht 7.» sagen. 

Z. 274 scheint das Zeichen vor dem (den Namen des Boots- 
manns detcnnjnirenden) senkrechten Keil auf SP. II, 960 iit tm sein, 
vielleicht ist es aber auch das mit der Ziffer V geschriebene rVr 
(AL'. 37. 324)- 

Z. 27s fehlt alt in dem Namen des Bootsmanns nicht bloss auf 
SP. II, 960, sondern auch auf A. Femer steht am Schluss der Zeile 
auf dem babylonischen Fragmente nicht i-tia-n-iii (HV.) sondern 
i-tta-a-a wie auf A und C. 

Z. 277 scheint auf C (hinter äum-ga) a-na (wie auf SP. II, 960I 
gestanden zu haben; Spuren von -na sind, obwohl sehr undeutlich, 
EU erkennen. Diese Variante beider Tafeln ist von DKl.lT/stn nicht 
angemerkt worden. Das u vor nriu ia qaqqari (I,NT. 93, 5) ist auf 
keiner Tafel erhalten. Raum genug ist dafür auf C. 

Dass das erste Wort von Z. 279 auf A raa-ta (auf C rälu) ist, 
haben wir schon oben zu Z. 357 bemerkt. Auch auf SP. II, 960 ist 
übrigens das Zeichen vor -xu u-nu-tu nicht it (HV.) sondern tu. Es 
kann aber sehr wohl it-ta-bak ii-nii-tu dagestanden haben. 

Z. 280 ist auf C zwischen dem fünften Zeichen i und der vor 
itli'a stehenden Präposition ana kein Raum für die beiden Zeichen 
Ai-iiZ, wie sie auf A stehn. Hinter /a sind aufA allerdings nur zwei 
wagerechte Keile eu sehn, aber dieselben sind zu schmal für i::, sie 
könnten höchstens der untere Theil von iii/t sein. 

Über die Ziffern XX und XXX in Z. 281 2 haben wir schon oben 
gehandelt. In der (nur auf A erhaltenen) zweiten Hälfte von '/.. 2H2 
steht nicht ik-iu-du-um-ma, sondern ik-iu-du-Mtm-ma. 

Z. 285 kann das Zeichen vor iu nicht xi sein. 

Z. 287 ist Smfih's T.esung er statt su richtig. Das vor bil lifnr 
stehende Zeichen kann unmöglich ttir sein (vielleicht ist es iii) 
das Zeichen davor kann ebensowenig / sein, dafür ist der erste 
zu gross. Das unmittelbar nach rs-sri-t/(J) stehende Zeichen cm 
könnte ebensowohl ii als fii sein. 

Was die Zeichen hinter pi in der Variante von C tm 7.. 28X 
weiss ich nicht zu sagen; allenfalls könnte man pi-it-rn lesen. 1 
ist das höchst unsicher. 

Z. 289 ist zwischen tam-ma und bu-iik-kii ein Zwischenraun 
A; statt /u-f-iib{}) von des.sen letztem Zeichen jetzt nur der unt 

f.ij.ii «Mtl (i. e. nj^iin -rst; Neh. 1, 4) in Z. ijo ((ii'v. NLA. 



1^6 BcitrÄge tur seinitiKhen Sprachtriwiciwchaft. 

schräge Keil auf A erhalten ist, bietet C /tMt-c-lsidl Von dem 1/ 
zwischen /;/ und c sind aber nur zwei senkrechte Keile deutlich zu sehn. 
Das Zeichen scheint aus einem andern corrigirt zu sein. Vielleicht 
hatte der Schreiber anfangs lu-e-zib geschrieben und dann aus dem e 
ein u gemacht 

Hiermit schliesse ich die Be.<«prechung der Ergebnisse meiner 
erneuten CoUation der Izdubar-Legenden. Es schien mir rathsam, die 
Resultate meiner Untersuchungen baldmöglichst zu fixiren, denn 
in einigen Jahren wird vielleicht Vieles, was ich hier gebucht habe, 
auf den Originalen nicht mehr zu erkennen sein; die Zahl der seit 
1872 unrettbar verloren gegangenen Zeichen der Sintfluthtafeln ist 
nicht unerheblich! 

Mein Aufsatz wird, hoffe ich, zugleich den Beweis geliefert haben, 
dass es recht wohl möglich ist, selbst Fragen der assyrischen Paläo- 
graphie eingehend zu besprechen, ohne ein einziges Keilschriftzeichen 
zu gebrauchen. Meiner Ansicht nach hat dieser freiwillige Verzicht 
auf Keilschrifttypen (wie ihn ja auch Schrader's KAT. und KGF. 
aufweisen) einen äusserst heilsamen Einfluss. Man kann im Hinblick 
auf gewisse neuere assyriologische Publicationen mit einer kleinen 
Variation eines bekannten Citats sagen, wo Begriffe fehlen, da stellen 
die Keile sich ein, oder auch in Anlehnung an Sayce*s Hibbert Uc- 
tures *^7, p. 425, 4: a page bristHng with cuneiform types may look 
scientific ^ but not vnfrequently the appearance is greater than the reality^ 
Was fiir eine nützliche Zusammenstellung hätte Dr. C. Bezold's 
fleissige Arbeit über die babylomsch^assyrische Literatur z. B. werden 
können, wenn der Verfasser es sich zum Princip gemacht hätte, mög- 
lichst wenig Keilschriftzeichen darin anzuwenden! Man vergleiche 
z. B. den sogenannten Chronologischen Excurs daselbst pp. 14—35 
und das Eigennamen- Verseichniss am Schlüsse pp. 377 — 395.** Ob man 
den assyrischen Namen Sardanapal's Aturb&napil oder ASur-bant- 



* Auch dem daselbst ausgesprochenen Wunsche unseres scharfsinnigen Oxforder 
Fachgenossen tAai Assyricicguts would devpte some study to pkonttics schliesse ich mich 
natürlich vollinhaltlich an. Sayce's Abneigung gegen den Gebrauch Ton Buchstaben mit 
diakritischen Punkten theile ich allerdings nicht; wohl aber ist seine Forderung, dass 
man sich bei diesen (möglichst sparsam anzuwendenden) Symbolen auch etwas denken 
mOsse, nur allzu berechtigt. Das ist zu allen Dingen ntttse i Ebenso wenig kann die Be- 
hauptung bezweifelt werden, dass das assyrische e (und zwar nicht bloss das assyrische) 
dem -T näher gestanden habe, als dem n; vgl. die ASKT. 167, § 11 citirten Bemer- 
kungen Brücke's sowie Lepsios' Abhandlung aber DU arabischen Sprachlaitte und ihre 
Umschrift (ABAW. '62, pp. 125; 134; 139; auch meine BAL. 86, 2 Die Vermuthung, 
dass das assyrische t9 wie das „weiche** englische th in the etc. gesprochen worden sei, 
erscheint mir durchaus unhaltbar. 

** Bei dem in Vorbereitung befindlichen Kataloge der Londoner Kujundschik-Samm- 
lung ist hoffentlich ein anderes Verfahren beliebt worden. 



Ifaupt. CoIIntion der Izdubar-I^genden. . l^j 

^abaJ ctc liest, scheint mir insbesondere für literarhistorische Studien 
ziemlich gleichgültig zu sein. Wie die Assyrer den Namen wirklich 
aussprachen, werden wir doch nie genau feststellen können. Im 
Grunde genommen kommt darauf doch auch nicht viel mehr an als 
etwa auf die Aussprache des Namens Beaconsfield bei einer Wür- 
digung der Politik des grossen Staatsmannes. Die Anführung von 
Namen und Citatcn in krauser Keilschrift anstatt in rationeller Tran- 
scription ist sicherlich nicht selten lediglich ein Deckmantel für eine 
gewisse Unselbständigkeit und Unwissenheit. Auch die schönen Ar- 
beiten Henri Pognon's würden ausserordentlich gewinnen, wenn der 
Ketlballast in Zukunft über Bord geworfen würde. Umfang und Preis 
dieser (von mir sehr hochgeschätzten) Publicationen könnten dann un- 
schwer auf die Hälfte reducirt werden. Dass der treffliche Verfasser 
der Inscription de Biwian, der Inscription de Merou-Nerar /"' wie 
der Inscriptions babyloniennes du Wadi Brissa sehr wohl „rationell" 
transcribiren könnte, wenn er nur wollte, bezweifle ich natürlich keinen 
Augenblick. Bei Leuten aber, die bei den gewöhnlichsten Eigen- 
namen die Verantwortlichkeit für die mitgetheiUen Lesungen ablehnen^ 
merkt man die Absicht und ist verstimmt Auch damit kann man 
Popularitätshascherei* treiben! 

Ebenso beruht das Festhalten an der (angeblich wissenschaft- 
licheren) Transcription mit Sylbentrennung in vielen Fällen wohl 
nur auf dem unbehaglichen Gefühl einer gewissen Unbekanntschaft 
mit den Principien der vergleichenden assyrischen Grammatik. Um 
ein assyrisches Wort wie "jüb „Zunge** li-la-mi zu transcribiren, 
braucht man nichts weiter als eine der landläufigen Schrifttafeln. 
Zu der „zusammenhängenden** Transcription lü&nu gehört aber etwas 
mehr, nämlich vor Allem umfassende Belesenheit auf dem Gebiete 
der Keilschriftliteratur (vgl. Lyon's Sargons texte, p. XIV) und dann 
auch eine gewisse Vertrautheit** mit den verwandten Sprachen. Wer 
das an anderen Stellen plene li-Ia-a-nti geschriebene Wort in der 
scriptio defectiva li-Ia-nu mit langem äililanu liest, /y*^^/ jedenfalls 
nicht mehr in die assyrische Schrift hinein, als der welcher (wie es 
alle Assyriologen thun) da-a-bu „gut** z. B. ta-a-bu oder fäbu liest. 
Ebenso wie da in der assyrischen Schrift auch für O gebraucht wird, 
ebenso steht ia auch unter Umständen für Ü; und ebenso wie andere 
assyrische Formen des Stammes a^o wie fitbu etc. den Dental deut- 



* Vgl den Schlnss der Vorrede zu Dr. Bbzoi.d^s Literatur. 

** Ich tage: eine gewisse Vertrautheit; dass ein Assyriologe z. B. nicht soviel Ära- 
biKh treiben kann, wie ein Arabist, ist natürlich; wenn die arabische Weisheit ,,so neben* 
bei" erwort>en werden könnte, so wOrden die Arbeiten der arabischen Specialisten ja sehr 
im Werthe sinken. Ich glaube aber behaupten zu könnnen, dass die Assjrriologen im 
Allgemeinen sich mehr mit Arabisch besch&ftigen, als die Arabisten mit Assyrisch. 



lO* 



I 13 Tlcitrrij;e nir sciuituiclicu Siirnclmn^scnschaft. 

lieh als o bestimmen, ebenso zeigen Schreibungen wie li-la-a^nu 
(ASKT. 214, Nr. 72) dass das Zeichen la in Schreibungen wie //- 
la-HU als scrtptio defectiva für ia steht. Das klingt höchst selbst- 
verständlich, aber ich glaube, dass nur wenige sich diese Thatsachen 
vollständig klar gemacht haben. 

Die zusammenhängende Transcription /fi/v//*/'/ die strengste Wis- 
sensc/taftlieftkeit, da diese Art der Umschrift, wie Fl.EMMiNCi, Nebti- 
kadnezar^ p. VII* mit Recht bemerkt, zu einer weit grösseren Ge- 
nauigkeit im Ansetzen der Stämme und bei der Bestimmung der 
Formen zwingt, als die getrennte Transcriptton mit Zeichenabtheilung. 
Letztere ist eine mehr mechanische Arbeit Sie entspricht in gewisser 
Hinsicht der Herausgabe eines orientalischen Texts ohne Beifügung: 
der Vocale**, wobei sich, wie Brockiiais ZDMG. XVII, 454 sagt, 
grosse Unwissenheit hinter scheinbarer Gelehrsamkeit verbergen kann. 
Der Heransgeber eines Keilschrifttexts in zusammenhängender Tran- 
scription kann aber nur wagen^ seine Arbeit zu pubiiciren, wenn er 
seijien Text durch und durch verstanden hat^ wenn er alle Regeln der 
feinsten Grammatik etc. anzmvenden versteht. Eine Unbestimmtheit ist 
hierbei unmöglich ^ man muss ein bestimmtes Wort in seiner volleti Ge- 
stalt geben. Für den Herausgeber der Texte ist daher die Sc/tu'ierig" 
keit der Herausgabe unendlich gesteigert^ und ohne streng geschulte 
Wissenschaftlichkeit kann er es nicht unternehmen^ die Hand an die 
Arbeit zu legen, Fiir den Leser hingegen wird natürlich dadurch das 
Verständniss der Texte unendlich erleichtert. 

Nach dieser kleinen Abschweifung möchte ich mir schliesslich 
noch erlauben, das vollständige Verzeichniss der Londoner Museums- 
Nummern sämmtlicher in meiner Ausgabe des babylonischen Nim- 
rod-Epos enthaltenen Fragmente der Izdubar-Legenden (oder für 
dieselben wichtiger Texte) beizufügen t. 

Museums-Nummern der Fragmente des Nimrod-Epos. 

1) K. 231 i« Xr.2i meiner Ausgabe (NE. 2) K. 2252 — ein Stück des aus K. 2252 
37—41). Taf. VI. -H K. 2602 -h K. 3321 -h 

* Vgl. auch die Bemerkungen in dem Vorwort zu Dr. Be/oi.d's Achämcn'niiii'Iu' 
nhn/Un^ p. X. 

** Die zusammenhängende Transcription dagegen setzt eine ähnliche Arbeit vorati<i 
wie die Vocalisirung und Accentuirung eines hebräischen Texts. Niemand wird sich da- 
von wohl durch den Gedanken an die Gefahr abhalten lassen, dass ein Autlcrcr tlcti so 
heri:isuUleii Text /i#r Je» monumoitahu halte (KAT*. \'). 

t Sollte ich eine Nummer dabei Übersehn haben, so bitte ich das gütigst zu ent- 
schuldigen. Die Zusannnenstellung musste in grosser Hast (im Drange der Abrci<«c) ge- 
macht werden. Auch gestehe ich otTen . dass ich die Anfertigung dieser rein uicchani- 
scheu Arbeit liciter einem meiner Studenten überlassen hätte. 



Haupt, ri»11ation iKr Tzdubar-T^egeiiden. 



149 



3) K. 2360 



4) K. 2589 

5) K. 2602 



6) K. 2756 

7) K. 2756« 

8) K. 2756» 

9) K. 2756« 

10) K. 2756' 

11) K. 2756« 

12] R. 2756 f 
13) IC 2774 



14) K. 3060 



15) K. 3200 - 

16) K. 3252 -- 

17) K. 3321 = 



K. 4486 etc. zusammenge- 
setzten Sintfluthtcxts A (bei 
Du. AL'in). K. 2252 ent- 
halt die Unke obere mihc 
der ersten Columne und die 
linke untere Hälfte von 
Col. VI 

= ein Stttck der aus K. 2360 
-f- K. 3060 zusammenge- 
seteten IX. Tafel, Nr. 32 
meiner Ausgabe ^NE. 59 — 
64]. Duplicat dazu: 80, 

7-19» 305. 

Nr. 5 (NE. 16 und 17). 
Duplicat zu K. 8590. 
ein Stück des aus K.22 32 etc. 
zusammengesetzten Sint- 
fluthlext« A, vgl. die Be- 
merkungen unter 2) : K. 
225a. 

Nr. le (NE. 4—6). Dupli- 
cat zu K. 4465 -f Sni. 2 133. 
Nr. r« (NE. 3). 
Nr. I»» (NE. 2 oben). 
Nr. i» (NE. i). 
Nr. 2 (NE. 7). 
Nr. ic, rechte llälfle (NE. 
2 unten). 

Nr. ic, Unke Hälfte (NE. 
2 unten). 

Fragment der XII. Tafel 
des NE. Siehe oben pp 
57 — 65. Duplicatedazu siml 
K. 3475, K. 8225 und K. 
8226. 

ein Stück der aus K. 2360 
-H K. 3060 znsammenge* 
seUten IX. Tafel. Vgl die 
Bemerkungen unter K. 2360. 
Nr. 23 (NE. 51). 
Nr. II (NE. 24 — 26). 
Tafel V. 

ein Sttlck des aus K. 2252 
etc. zusaminengesctztenSint- 
lluthtexts, vgl. die liciner- 
kungen unter 2) : K. 2252. 
K. 3321 enthält das rechte 
obere Stück der ersten ( "0- 
lumne, Anfänge von Z. 14 
16 der II C'ul. und .\n fange 
von Cül. V. Z. 42, endlich 



18) K. 3375 - 



19) K. 3382 



30) K. 3389 

21) K. 3423 

22) K. 3475 



23) K. 3588 

24) K. 3990 
2$) K. 4465 



auch die rechte untere Hälfte 
von Col. VI. 

Sintfluthtext B (bei Dk- 
i.ri/.scii, .AL3 100 : A). 
Erste von Smith 1872 auf- 
gefundene Sintfluthtafel. 
> ein Stück des aus K. 3382 
4- R^ 621 zusammenge- 
ftigtcn Exemplars der X. 
Tafel « Nr. 34 (NE 67 

-72). 
= Nr. 4 (NE. 14 und 15). 

' Nr. 10 (NE. 23). 

= Duplicat zur I und VI. CV»1. 
der XII. Tafel. Vgl. oben 
pp 49 und 51. 

= Nr. 26 (NE. 53 und 54). 
Duplicat zu Sm. 2132. 
Nr. 20 (NE. 36). Schluss 
der VI. Tafel. 

' ein Stück der aus K. 4465 
-h Sni. 2133 zusammenge- 
fügten Tafel Nr. 3 (NE. 
8—13). Duplicat zu K. 2756. 

^ Nr. 24 (NE. 52 oben). Vgl. 
CG. 177 oben (CAG. 214). 

: ein Stück desausK.2252 etc. 
zusammengesetzten Siiit- 
lluthtcxts (A); vgl. die Be- 
merkungen unter K. 2252. 
Fragment K. 4486 enthält 
die Anfänge von Cul. \', 
Z. 24-38. 

ein Stück de.s aus K.4579 
-|- D. T. 2 zusammenge- 
fügten Fragments der VI. 
Tafel; Nr. 19 (NE. 35. 
Nr. 17 (NE. 34 oU'U). 
Tafel VI. Col. III \ IV. 

Nr. 14 (NE. 30 und 31 ^ 
Zu demselben Excmplnr 
derVl. lafel gehört 8ni. 401. 
' Duplicat zur II. unil 111. 
Col. der XII. Tafel. Vgl. 
K. 2774 und olien p. 55. 

Duplicat zur I. Col. der 
XII. Tafel, vgl. K. 2774 
und oben p. 53. 

33) K. 8517 --= SinllluthteNt C. Almlicher 
.\rl sind die l-'ragmente 



26) K. 4474 

27) K. 4486 



28) K. 4579 



29) K. 5335 

30) K. 8018 

31) K. 8225 

32) K. 8226 



ISO 



BeitrSge zur semitischen S|trachwisseiuichaft 



34) K. 8518 - 



35) K. 8558 - 



36) K. 8560 

37) K. 8561 



38) K. 8564 

39) K. 8565 



40) K. 8566 

41) K. 8573 

42) K. 8574 

43) K« 8570 

44) K. 8580 



K. 8518, K. 8593, K. ^94. 
K. 8595. 

Brnchstflck des Siotfluth- 
texts C, Col.n. Ohne Rück- 
seite. 

Nr. 7 (NE. 20). Duplicat 
zu Nr. 8 (Sm. 2097) und 
Nr. 44 (80, 7—19. 306). 
Nr. 40 (NE. 76). H. 13. 
Nr. 16. Sehr dick und hell- 
röthlichgelb. Enthält Reste 
der sieben letzten Zeilen 
einer Colomne, Reste der 
vier ersten Zeilen einer Co- 
lumne auf der andern Seite, 
letztere schwer zu lesen. 
Von den erwähnten 7 Zeilen 
bietet die vorletzte a^gab^ 
-öak'-küm'ma „ich sage 
dir", darüber steht [Ea]- 
•dnnipähi eptä^ma fgäb[t]f 
und in der viertletzten />- 
'fU'bar £a-[6an$], Ver- 
öflentlichung des Fragments 
lohnt sich nicht 
H. 8. Nr. 47 (NE. 86) Du- 
plicat zu K. 8565. 
Nr. 38 (NE. 74). H. 6. 
Duplicat zu K. 8564. Vgl. 
auch die Schlusszeichen des 
Anfangs von Col. V der 
X. Tafel (NE. 70- 
Nr. 28 (NE. 56). 
Nr. 29 (NE. 56 unten links). 
H. 14. Vgl CG. 184, Col. VI. 
Nr. 25 (NE. 52 unten). 
H. 12. 

Nr. 37 (NE. 73). H. 7. 
H.9. Röthlich, andere Seite 
abgebrochen. Erwähnt Aar* 
sag'kaiama, Guduaki a^ 
Kutha, Enlil'ki — Mpfmr. 
Winzige Schrift, 10 Zeilen. 
Es ist das CG. 242 ange- 
zogene Fragment nin wel' 
chtm luiubar seine Staate 
aufzurufen scheint ^ mit ihm 
seinen Freund tu beklagen. 
Ob das kleine Stück zu 
der Izdnbar-Serie gehört, 
erscheint mir zweifelhaft. 



45) K. 8582 - 

46) K. 8584 — 

47) K. 8586 -^ 

48) K. 8587 - 
49)K.8589 — 

5o)K.8590 -> 

51) K. 8591 >» 

52) K. 8593 -* 
53)K.B594 » 



54) K. 8595 



55) K. 9716 -> 



$6) K. 9717 » 



57)811.401 - 

58) 8a. 669 -^ 

59) SU. 1040 - 

60) SU. 1371 — 



Das über dem Namen Xar- 
sag-kaiama stehende /ar- 
'UÖ'ka'aJ'hifu-ma kann 
sehr wohl ««lass mich ihn 
beweinen'* bedeuten. 
Nr. 42 (NE. 78). Zugehörig- 
keit zur Izdubar-Serie zwei- 
felhaft. 

Nr. I, f (NE. 6 unten, neu 
TeröfTentlicht NE. 79). 
Nr. 30 (NE. 57). Vgl Sm. 
1040. 

Nr. 35 (NE. 68 unten Unk»). 
Nr. 33 (NE. 65 und 66). 
Tafel X. 

Nr. 6 (NE. 18 und 19). 
Duplicat zu K. 2589. 
Nr. 12 (NE. 27 und 28). 
Tafel V. 

Sintfluthfragment^ bei De- 
litzsch, AL» : Fragm. k. 
Sintfluthfragment , könnte 
zu Col. m Yon C gehören, 
cf. K. 8517. Farbe von K. 
8594 allerdings etwas an- 
ders als von K. 8517. Doch 
kann K. 8594 mit K. 8517 
sehr wohl zu Einer Tafel 
gehört haben. 
Sintfluthfragment, bei Dk- 
LmscH : Fragment / . Bruch- 
stück Ton K. 8517? 
H. 19, Nr. 48 (NE. 87 und 
88). Vgl. CG. 219, Col. 
IV und V. 

Katalog mit Erwähnung der 
Izdttbar-Serie, Duplicat zu 
Sm. 669, Revers ; Nr. 51 
(NE. 90). 

Nr. 16 (NE. 33 oben). Zu 
dem^lben Exemplar der 
VI. Tafel gehört K. 8018. 
Katalog ; Duplicat : K. 97 1 7. 
[RM 618 habe ich nicht 
gesehn]. 

Nr. 31 (NE. 58). Vgl K. 
8586. 

ein Stück des aus Sm. 1371 
-f- Sm. 1877 zusammenge- 
setzten Hywtnus an Itäu- 
^r, Nr. 53 (NE. 93). E» 



Haopt, CöIIatioD der Izdnbar-Legeoden. 



151 



61) Sit 1877 
6a) Sit 1881 ' 



ist das die CG. 145 er- 
wilinte Tafel »twelekt Ge- 
bete an hdubar als an 
einen Gatt enihälf, [Die 
aaO. TOQ SiUTH angezo- 
gene „Serie über Hexerei** 
besieht sich wohl auf IV R. 
56, 37«. Dass n R. 46. i<l 
TOT dem „Schiff luiu- 
bat's** n R. 46, ab nicht 
ämri/paktu*», sondern Ma- 
'i-ri-ttt- txL lesen ist, habe 
ich KAT» 521 bemerkt. 
Die Signatar des CG. 144 
unten erwähnten „Frag- 
ttients einer im Britischen 
Museum befindlichen Tafel 
Ober irdische Varttichtnt 
welche von einem OrigineU 
aus der Zeit I%dubar*s ab- 
geschrieben sein will**, 
kenne ich nicht], 
vgl. Sm. 1371. 
ein Sttlck des aus K-. 325 2 etc. 
susammengesetxten Sint- 
flttthtexts(A). Enthält linke 
obere Hälfte von CoL II 
und Anfänge der letzten 
Zeilen von CoL V. 
Nr. 8 (NE. 21). Duplicat 
zu Nr. 7 (NE. 20) und Nr. 
44 (NE. 80). 
64) SU. 2112 — Nr. 15 (NE. 32 und 33 
unten). Zusammengefügt 
mit einem Stück der D.T,- 
Sammlung. Tafel VI. 
Nr. 27 (NE. 55 und 56 
unten rechts). Duplicat zu 
K. 3588. 
60) SU. 2133 — ein Stflck der aus K. 4465 
und Sm. 2133 zusammen- 
geseuten Tafel, Nr. 3 (NE. 
8—13). Duplicat zuK. 2756. 
Nr. 18 (NE. 34 unten), 
ein Stflck zusammengefügt 
mit Sm. 21 12. 

69) D. T. 2 — ein Stflck des aus K. 4579 

-f- D. T. 2 zusammenge- 
fügten Fragments der Tafel 
Nr. 19 (NE. 35). 

70) D. T. 42 « Fragment einer andern Re- 



6i)S«.2097 



65) S«. 2132 



67) S«. 2194 
6«) 0. T. 



daction der Sintflutherzäh- 
lung, bei Delitzsch, AL'' 
loi oben. 

71) R" 289 — ein Stflck des aus RM 289 

-I- Nr. 9 (NE. 22) zusam- 
mengefügten Fragments, 
Nr. 45 (NE. 81-84). 

72) R" 578 — Nr. 13 (NE. 29). Anfang 

von Tafel VI. 

73) Rü 579 ^ unveröffentlichtes Fragment, 

vgl. meine Bemerkungen zu 
R** 578 oben auf p. 110. 

74) Rl. 616 i* halbverbranntes Sintflutb- 

fragment, bei Deutzsch 
Fragment a. 

75) WL 621 -« zusammengefügt mit K.3382 

— Nr. 34 (NE. 67—72). 
Tafel X. 

76) Ri. 907 — Nr. 48 (NE. 88). Nenbaby- 

lonische Schrift. 

77) R" 908 — Nr. 50 (NE. 89). Nicht zur 

Izdubar-Serie gehörig. 

78) R" 2. IL 262 — Nr. 39 (NE. 75). 

79) Ri. 2. II. 383 — Sintfluthfragment, zu- 

erst veröffentlicht CV., 
bei Del. AL* Frgm. 4. 

80) Ri. 2. II. 390 i* Sintfluthfrsgment, zu- 

erst CV. veröffentlicht. 
Bei Del. Frgm. 3. 

81) RH 2. II. 399 — Nr. 41 (NE. 77). Zu- 

gehörigkeit zur Izdu- 
bar-Serie unsicher. 

82) SP. 297 — Nr. 36 (NE. 68 unten 

rechts). Neubabylonische 
Schrift. 

S3) SP. II, 960 — Neubabylonisches Frag- 
ment der Sintflutherzäh- 
Inng, zuei^ HV. in as- 
syrischer Transscription 
veröffentlicht. 

84) 80, 7—19, 305 i- Nr. 46(NE. 85). Dup- 
licat zur ersten Co- 
lumne der IX. Tafel. 

S5) 80, 7—19, 306 — Nr. 4 4 (NE. 80). Dup- 
licat zu Nr. 7 (NE. 
20) K. 8558 und Nr. 
8(NE.2i)Sm.2097. 

86) 82, 5—22, 316 -= Sintfluthfragm.. bei 

Delitzsch AL> 
Fragment 2. 



1^2 lieitrftgc sur »eiiuUscIicii SiirnchwisHcnüchalt. 

^7 — 90) I^c Signatur der bei Dkui'ZSCil 91) Ebensowenig kenne icli iU> CG. 167 
als Frgm. tf, i*, /, jt[ bezeichneten vier gegebene ,^/^/W uiS(VHMtctihatti;<tt*s€ 

Sintfluthfragmente kenne ich nicht. Bntchsti'uk**. 

Ich hoffe, dass auch andere Fachgenossen sich der Mühe untcr- 
ziehn werden, die Fragmente der Izdubar-Legenden im Britischen 
Museum eingehender zu studiren. Für jede Berichtigimg werde ich 
aufrichtig dankbar sein. Ebenso darf ich wohl die Erwartung aus- 
sprechen, dass alle Assyriologcn, welche zufällig ein neues Fragment 
der Serie auffinden sollten, mich davon in Kenntniss setzen oder 
ihren Fund mit Angabe der MuseumsNummer baldmöglichst ver- 
öffentlichen. Ich habe anderes zu thun, als die ganze Sammlung 
des Britischen Museums von A— Z (resp. K — SP) durchzugehn. 



Die Verba mediae « im Syrischen.* 

Von 

E. Nestle. 

In ^ 45 meiner syrischen Grammatik schrieb ich in Überein- 
stimmung mit den früheren Lehrbüchern, auch denen von NöLDEKE 
(S 171) und DuvAL (S 209): „Verba (k werfen den Vokal des | 
auf den vocallosen ersten Consonanten, haben im Perf. meist 
e %^lc, >s^^ .U01 lassen | zwischen 2 Vocalen alsy hören, zum Theil 

so schreiben (Pael ^aIa). Imp. «£|i, Impf. «a^S; part. act «.&(«, la^, 

pass ^.aaÄ". 

Das hier Gelehrte ist hicht unrichtig, aber nicht vollständig. Eine 
Anfrage von Prof. Paii. Haupt giebt mir Anlass, näher auf diese 
Klasse von Stämmen einzugehen. Prof. Haupt schrieb mir: „Giebt 
es irgend eine Tradition, nach welcher der erste Stammconsonant 
im Impf, der Verba mediae K verdoppelt ist? Muss %V^ nicht eigent- 
lich niiial gesprochen werden, sodass also das K als assimilirt zu 
denken ist, wie in Kpn, assyr. fyu^i (mit Ersatzdehnung }fip^\ Sünde. 
Ebenso im Aphel ^\1^ aiiilt Wie lesen femer die Nestorianer das 
Perfectum ^^|ä etc. bei oder til oder ^<Xf?" 

Leider war ein nestorianischer beziehungsweise chaldäischer 
Pater Au(;lstin Thomas aus Urmia, der diesen Sommer zwei Tage 
bei mir war, eben abgereist, als der Brief von Prof. Haupt kam; so 
konnte ich diese beste Gelegenheit nicht mehr benützen, um zu er- 
fahren, ob auch heute noch eine derartige Tradition erhalten ist, 
und wie jetzt die Nestorianer die genannten Formen sprechen. Ich 
hatte also auf anderem Wege nachzusuchen, und da ergab sich fol- 
gende doppelte Ergänzung zu obigem Paragraphen als nöthig; 
nämlich: 

I. dass die Nestorianer in diesen Verben ganz conscquent das 
K noch als starken Consonanten behandeln, den Vocal desselben 



* (Der obcnstchende Aufsatz war ursprünglich niclit für die Htciträgt bestimmt, ist 
mir .iljer toii dem geschätzten Herrn Verfasser freundlicher Weise für das erste Heft 
ülierlassen worden. — P. II.] 



le^ Beitrige zur seinitischen Sprachwisseuschaft. 

also nicht auf den vorausgehenden vocallosen Consonanten werfen; 
und dass 

2. wo letzteres geschieht, der vorausgehende Consonant, wie Prof. 
Haupt annahm, häufig verdoppelt erscheint Beides ist bisher nicht 
völlig unbekannt gewesen, aber in diesem Zusammenhange nie so 
bestimmt ausgesprochen worden; daher im folgenden die näheren 
Nachweise: 

Das erstere sagte z. B. schon NOldeke in $ 33: „Obgleich dieser 
Wegfall des | sehr alt ist, so haben es die Ostsyrer doch öfter in 
solchen Fällen consonantisch erhalten; so punctieren sie auch z. H. 

lieber xUj, |2|Lfi, ohne Verschiebung der Vocalc auf den vorher- 

• •• • 

gehenden Consonanten, als sollte noch nei^al, bfäd^ä gelesen 
werden; doch dies alles ohne Consequenz**. 

Was mir daran hinsichtlich unsrer Verba zu beanstanden scheint, 
ist nur der letzte Zusatz, dass die Ostsyrer hierin ohne alle Con- 
Sequenz verfiihren. 

Ich habe sämmtliche im NT. und in den Psalmen vorhandenen 
Formen dieser Verba — soweit ich sie, bis ^ aus dem Thesaurus 
SyriacuSy weiterhin aus Castle-Michaelis finden konnte, in der New 
Yorker Ausgabe von 1874 nachgeschlagen — die Urmia-Bibel ist 
mir leider hier nicht zugänglich — und mit nur einer Ausnahme 
überall das K in dem in Frage stehenden Fall stark consonantisch 
behandelt gefunden, d. h. es behält seinen Vocal nach vocallosem 
Consonanten, %A.isfi ^^^ai, .1^^} -'-^1 "fj >^\^A usw. Es ist nicht 

nöthig die Stellen anzuführen: Mt. 11, 28; 16, 22; 19, 13; 21, 15; 
26, 8 usw. Die einzige Ausnahme, die ich fand, war Mt. 26, 10 (cf. 
Merx,^. Syr. 128 (S 37, 1, 1); auf 2 weitere Stellen Mt. 7, 7; 3 Joh. 15 
wies mich Prof G. Hoffmann hin. Darüber sogleich. 

Ich habe dann weiter über sämmtliche Stellen die exegetischen 
Bemerkungen des Barhebräus verglichen, soweit sie gedruckt vor- 
liegen (zu den Psalmen von DE Lagarde, zu Mt. von SpanütH, zu 
Joh. von SCHWARTZ, zu Act und kath. Briefe von KiJ^MROTH). Er 
hat diesbezügliche Bemerkungen zu ^ 69, 30; 109^ 16, zu den oben- 
genannten Stellen aus Mt ; ausserdem noch zu Mt 26, 10 und Act. 
12 y 8, und siehe da, er bestätigt nicht bloss überall die fragliche 
Vocalisirung als nestorianisch, sondern vertritt sie an nicht wenigen 
Stellen auch seinerseits und räumt die Ausnahmen Mt 7» 7 und 26, 10 
ausdrücklich hinweg. Mt 11, 28 z. B. sollen wir nach ihm nicht 
|ip, sondern |ip lesen, Ittaja nicht lajä, (bei den Typen des The- 
saurus und der meisten Ausgaben ist der Unterschied kaum zu be- 
merken); 16» 22 nicht nlLk^ (Lee, Tftesaurus)^ sondern |Ca£a^ 

(|&A^«£ I %Ae]o «^ >i\^r) ebenso 19, 13 e(se (%a ^^^^e |o o 



Nestle, die Verl»» mediae B im Syrischen. 155 



ItAs^). Mt 7, 7 liest er selbst al^U (^ ^ft^s); fugt aber hinzu 

) „mLms ai«9a4ba3. Dadurch fällt die eine der Inconsequenzen weg 

und HoFt'MANN hatte recht, indem er gleich dazu bemerkte, es 
könne dies westlicher Einfluss sein ; ebenso wird es mit der zweiten 
sein 3 Joh, 15, und sicher ist es so mit der dritten Mt. 26, 10, wo 

6H. selber ^|iL (% ^ie >e "^^«^) liest, wie an dieser Stelle gegen 

ihre sonstige Praxis auch die amerikanische Ausgabe -^|Le hat, viel- 

leicht aber bloss als Druckfehler; jedenfalls bestätigt uns BH. ab 

nestorianisch -^Jä« (] ^r^ oi^Va^uma). Ebenso liest BH. auch Jes. 

7» I3i vgl. S. 114, Z. 15 seiner grossen Grammatik bei Maktin und 
die Vocalisation im ganzen dortigen Capitel. Leider hat weder er 
noch sonst einer der alten Nationalgrammatiker aus diesen Verben 
eine besondere Klasse gemacht; daher muss man ihre Bemerkungen 
an sehr verschiedenen Stellen zusammensuchen. (Zuerst fand ich sie 
als besondere Klasse von MiaiAELls 1741 im Syriasinus behandelt). 
Aus der grossen Grammatik des BH. vgl. insbes. S. 30, wo er Z. 5 ff. 
zu Jes. 13, 9 betont, dass die Karkaphenser unrichtigerweise (P 
^U^) >n Formen wie |1(^ und |!^ das Pathach auf den ersten Con- 

sonanten setzen. Selbstverständlich hat bei diesen Formen sein Pro- 
test noch besondem Grund ; sie fallen ja so in der Aussprache mit 
dem emph. des Singulars zusammen. 41, 18 verlangt er für Jes $0» 2 
die Aussprache ,^}^ri wie nach ihm auch vor |)ie und nach Amira 

vor Formen wie )C (ursprünglich |L ) die Präformative ä bekommen. 

112, 18 führt er ^(s und ^ aus Ephrem an; anders dagegen 117, 

18. 19. (Aus Bar-Am verweist mich G. Hoi-TMANN auf die Num- 
mern 713; 935; 936;- 1551 ; 1552; 1618; 1689; 1696; S307; 6708 etc., 
wo diese Schreibung expressis verbis bestätigt wird.) 

Diese Bemerkungen sind zugleich eine willkommene Bestätigung 
dass es sich bei dieser Vocalisation nicht um eine neue systemati- 
sirende Consequenz dieser einzelnen Ausgabe, sondern um alte Tra- 
dition handelt, und dies wird noch ergänzt durch seine Bemerkung 
zu Act. 12, 8, wo er in seiner Handschrift und seiner Schule ^^ 

vorfand (^ ^«£^«0 e -^-'^)i aber als nestorianisch A«e (je e ^«£bAA) 
und dies sogar fiir das richtige erklärt (^^fib^o), wie er denn auch 
seinerseits Ps. 109, 16, in Übereinstimmung mit den Ostsyrem «a|^2io 
liest (')o >e ^^AbAo) nicht ^e|IIo wie die andern (auch Thesaurus) und 

Ps. 69, 30 ^l^e (I ^A^e e >.mJbMo). Hierher und zur zweiten Frage 

von Prof. Haupt gehören endlich die Bemerkungen des BH. zu Mt. 
21, 15 und 26, 8, an welchen Stellen er als seine Lesart y^\£^ 



n 



|c6 Beitnlgtt xur sciiittischtfii S|irucliwb!»citschttn. 

ctbfi angicbt (^ä ^iä), als ncstorianische aber ,^|jsz), ctöi'\'i 
(1 ^r^)* ^1^ sehr das K noch als starker Consonant bei den Ost- 
syrern galt, ergiebt sich vollends aus denjenigen Formen, in denen es, 
hebräisch geredet, nach Stwa qtäescens ein Snva mobile haben sollte, 

also z. B. ^^l4jii^, .qjIjü, .»oiQjlffre (I-uc. 15, 22 die Stelle fehlt im 
Thesaurus 'y Lee etc. .*oiai0)e; neben ,^m9^Lä^\ letzteres sicher falsch, 
statt i^^^^v''^ s. z. B. BH. zu Mt 22, 13; seine Scholien zur Lukas- 
stelle sind mir leider nicht zugänglich). Nöl.DEKE fiihrt diese Form 
J^ 190 D mit der Anmerkung an, dass hier „natürlich ein Vokal des 
I nöthig sei"; aber selbst in diesem Fall begnügen sich die Nesto- 
rianer, wie die angeführten Beispiele zeigen und NöLDEKE selbst in 
S 34 hervorhebt, mit dem Af^hag^dnä- odtr Mahgi^jäfiäStnä^y zum 
deutlichen Beweis, dass sie noch keinen vollen Vocal diesen Formen 
geben wollten. — Im g^rossen ganzen wird diese Vocalisation von 
andern Hdss. bestätigt werden, z. B. vom berühmten Londoner Mas- 
sorah-Codex vom Ende des IX. Jahrhunderts. Das Stück von Psalm 
I — ^40 habe ich mir vor mehr als 10 Jahren abgeschrieben; da stimmt 
gleich 2,8 VV^, nicht /<?/; 6,6 bJt, nicht /t/; im Nomen allerdings schon 

)ft.^U» nicht )£^)^. Und das ist der Punkt, worauf NOl>l)EKK*s Aus- 

Spruch sich stützen wird, dass bei den Ostsyrem in der Behandlung 
des I keine Consequenz sei. Bis zu einem gewissen Grad wird es 
sogar beim Verbum gelten. In der allerdings jungen Hds. der Asia- 
tischen Gesellschaft in London, die Wright in seinen Apocr, Acts 
in so dankenswerther Weise mit allen Punkten as closely as possibU 
wiedergegeben, steht (S. 86, i der genannten Ausgabe) - ^t*^^'i 

'*-^|^^l aber diese Hds. ist vom Jahr 1 569. In der Hauptsache sind 

sie beim Verbum consequent Das zeigt in besonders interessanter 
Weise der Unterschied zwischen dem noch als Participium empfun- 
denen yj^si^ Ps. 109, 16 und dessen zum Substantiv gewordenen st 

cmph. \i\^ 69, 29 Luc. 14, 21 etc. Wie dieser Unterschied zu er- 

klären ist, ob die starkconsonantische Behandlung beim Verbum auch 
in späterer Zeit noch der sprachlichen Wirklichkeit entsprach, das 
ist eine Frage für sich, die nur in allgemeinerem Zusammenhang 
untersucht werden kann. Hier genüge die Mittheilung, dass mir 
auch G. HoMMANX schrieb, die occidentalische Weise sei gewiss 
sehr alt; — nur so erklaren sich nämlich Schreibungen, wie ^)^» 

^«^ft^Uc, oUc) mit vorgeschobenem oder ausgelassenem | — , dass 

aber die orientalische Art keineswegs künstlich, sondern Tradition 
der ältesten Aussprache der Bibel sei, die immerhin dialektisch be- 
grenzt sein mochte. 



Melle <lic Vi.i1>:i iiudiu K im äyrivben. |j^ 

2. Aus dieser verschiedenen Rehandlung des | beantwortet sich 
nun auch die zweite Frage Hmit's hinsichtlich der Verdopplung 
oder Nichtverdopphint; des ersten Radikals. Da diese im Syr. nur 
an den a*b^^ sichtbar ist, beschrünkt s*^h natürlich das vorhan- 
dene Material. Soweit ich gesehn, kennt die amerikanische Aus- 
fpibc und Bak Am keine Verdopplung; für letzteren siehe z, H. 
5307: S^S'' >» ersterer Act. 7, 19; 12, i, auch da, wo sie wie im 
substantivischen ULä^ I.e. 14, 2i den Vocal herüberzieht. Da- 
gegen verzeichnet nun schon MrUX p. 68 .^tc)' ^L«)' als west- 
syrjsch, und eben so sagt DlVAl, S 209: A la faibhssc (Taleph est 
liü missi U iiiamlien de la voyelU du sirffixe au ni^tn du redoublement 
de la premüre radiiale ^Uäi, ^äUI , Ebenso giebt es schon Bekn- 
sTElN im Wörterbuch zu seiner Chrestomathie. Von weiteren Be- 
tegen habe ich aus Handschriften und Drucken augenblicklich aller- 
dings nur die Bemerkung von II ICH {Bemhtignngen imd Zusältt), 
der aus seinen Hdss. zu V. 1267 ^»'-t' anfuhrt „wahrscheinlich zu 
differenziren von ^^U ( -*'-)" Letzteres wird nicht der entschei- 
dende Grund sein, auch nicht wie mir scheint, die Analogie des 
starken Verbums, die man ftir die ähnlichen Formen x*ii< -^^ schon 
zu Hiire gerufen hat; ich sehe in diesem Dagesch, ähnlich wie in dem 
des Hifil ^^)', einfach Assimilirung des auffallenden Consonanten, 
sei's Rückassimilirung wie in ,^le|, V*«f sei's Vorassi mi lim ng wie 
in Nii, .^'ü. Dazu scheint auch das Assyrische zu stimmen, und 
diese Zeilen haben ihren Zweck erreicht, wenn sie zu eingehenderer 
Untersuchung der »emitischen Laute bez. Buchstaben, z. B. des M 
oder der Gutturale mit eine Anregung geben. 

|Aug. 'as] 



Zur assyrischen Nominallehre. 

Von 

Paul Haupt. 

Ich sehe mich veranlasst, dem zu Anfang dieses ersten Heftes 
abgedruckten Aufsatze über das assyrische Nominalpräfix na- einige 
weitere Bemerkungen zur assyrischen Nominallehre hinzuzufügen. 
Zunächst möchte ich feststellen, dass mir das Aprilheft von ZA. II 
(mit Barth*s Aufsatz) erst Ende Juni '87 bekannt geworden ist — 
es kam am 25. Juni auf die Göttinger Universitätsbibliothek — nach- 
dem mein Manuscript über den Halbvocal (/ im Assyrischen (ver- 
öffentlicht im Septemberheft derselben Zeitschrift) bereits am 18. Juni 
an die Redaction abgegangen war. Die (oben pp. 1—20 im Wesent- 
lichen unverändert abgedruckte) Besprechung der BARTH*schen Aus- 
führungen wurde im Juli vorigen Jahres niedergeschrieben und An- 
fang September gedruckt. Wegen der von mir gewählten Umschrift, 
die eine Reihe neuer Typen nothwendig machte, konnte die Revi- 
sion aber erst am 17. Nov. nach Baltimore gesandt werden, sodass 
die Druckbogen erst Anfang December wieder in meine Hände 
kamen, grade zu einer Zeit, wo ich mit verschiedenen unaufschieb- 
baren Angelegenheiten (eine Expedition nach Babylonien betreffend) 
so beschäftigt war, dass ich erst nach meiner Rückkehr von Amerika 
dazu gekommen bin, die Arbeit wieder vorzunehmen. Inzwischen 
nothwendig gewordene Zusätze geringeren Umfang^ habe ich bei 
der Cojrectur dem Text in [ \ hinzugefügt. Einige weitere Nachträge 
lasse ich hier folgen. 

I. Ich bemerke zunächst, dass die zu den Kunstausdrücken uo- 
mina vasis, instrumenti^ receptacttli (auf p. 2) in Parenthese beigefügten 

Wörter X^y iüT, uiJfr natürlich nur den Zweck haben, die arabi- 
schen Originale dieser tennim in Erinnerung zu bringen. Wem diese 
Nebeneinanderstellung nicht behngt, mag sich meinetwegen statt 

dessen ^JbiS aLm^I oder ^UJI^ vjlXJI X^\ und &ßH ^U-'» 
»Ix^l »U^l geschrieben denken. Desgleichen will ich, damit sich 



Haupt. 7.ar assyr. Nominmilehre. iCg 

Niemand darüber beschwere, dass ich lediglich auf KosECiARiTCN's 
(von mir sehr hochgeschätztes) seltenes Buch verweise, hier noch 
nachträglich eine Auswahl anderer Citate beigeben: Caspari, SS 223 
bis 230 und 249; Wright, JS 221—229 u- d 248; Palmer, S 34» 6 
und 7; Wahrmund, §S 170— 171; EwALD, SS 253—257; Fleischer, 
KS. I, 192 ff.; 219 unten: 269 etc.; Sphta, SS 50~5J (beachte da- 
selbst die sehr richtige Bemerkung, p. 109, n. i). Dass ich meine 
Gründe habe, eine scheinbar so überflüssige Erklärung hinzuzufügen, 
brauche ich wohl kaum zu bemerken. 

2. Zu nisbü^ nambau und vianbin (p. 3) will ich nachtragen, dass 
Bar TH mit dem Citat Sarg. Cyl. 44 wohl Z. 39 des Sargon-Cylinders 
meint Wenn man mit Amiaud manbte „Quellen** liest, so würde 
der Vocal der zweiten Sylbe dann dem Kesra der bekannten zwölf 
^LCJI X^ wie ffiaskin, mawbii ttc, (Wrk;ht, J 221, rem. b) ent- 
sprechen fvgl. auch Stade, % 272»). Allenfalls könnte man auch eine 
Form ya^ = ?'^M annehmen, obwohl mich das wenig wahrscheinlich 
dünkt. Formen mit /* in der zweiten Sylbe sind bei assyrischen Bil- 
dungen mit präfigirtem tt überhaupt sehr zweifelhaft; ich meine natür- 
lich nur die Fälle, in denen das / ursprünglich ist ; Ableitungen von 
Stämmen primae guttftralis^ in denen das a der Form mqfial durch 
secundäre Vocalassimilation zu 1 geworden ist (p. 28 f. meiner Ab- 
handlung über den y>vocal) giebt es bekanntlich in Menge. Bei 
Formen mafBü von starken Stämmen im Assyrischen muss man sich 
aber sehr vorsehn. Der (von HOMMEl. mit ^Jüo „Löwe** vergli- 
chene) Thiemame mandinu zum Beispiel (woneben auch tnindinn 
vorkommt) repräsentirt nicht etwa die Form maf^il von nadanu, son- 
dern die Form b'^ttg von madnnu „heulen** (vgl. ZiMM. Busses. 23, i ; 
auch LOTZ, TP. 198, 2); das n ist demnach aufzufassen wie das 3 in 
aram. WTR^ „Erkenntniss** (Kautz.sch, S n, 4, b, d), von welchem 
Worte bekanntlich der Name der Mandäer abgeleitet ist (NöLD. 
MG. XX)*. Namnru (cf. Guy. SS öi; 103; 113), das ich BAL. 96 
unten von "ntt ableitete", halten andere Assyriologen fiir eine VilPt- 
Bildung (wie zirbäbu „Heuschrecke** Del. AS. 78; iuqallulu „schwe- 
bend**, hiparruru „ausgebreitet**, Del. Prol. 127) von namäru „glänzen** 
(vgl. LoTZ TP. 83), während namnrratti (Guy. p. 95) von Dpi« ProL 
194 (unter Vergleichung von arab. j^ und syr. ITMriK) als Form 

nblt3f) von namäru „wüthen** (auf welchen Stamm auch 1)33 „Panther* 
zurückgehn soll) gefasst wird. Demnach wäre das Wort in Anm. 2 

* Mmn veneihe mir diesen harmlosen Zusatz. Ich erwähne diese beliannte That- 
Sache, ebenso wie die oben (p. 4 unten) gegebene Etymologie von Mahdi^ lediglich aus 
l^dagogitchen ROcksichten auf meine Schfiler. 

•• EI>enso Opfert in seiner Uesprechung von I^tz'r TP (GGA. '81, p. 901). 



Ii5o l^itrfige zur semitischen Sprachwissenschaft. 

auf S. 116 von BartiTs Aufsatz zu streichen. Vgl. aber auch Dr. 
Craki's Bemerkungen lUbraka III, 227 (= p. 27 der Inaugural-Dis- 
sertation The Moiioiit/t hiscription of Salmancscr f/y New Haven, 
Conn. *87). 

Wie das / vor der Femininendung bei Derivaten von Stämmen 
^"b wie waiqihi „Tränke", naönttit „Geschöpf" aufzufassen ist, habe 
ich oben auseinandergesetzt. Diese Bildungen entsprechen entweder 

arabischen Formen wie iüuewc oder ätliiopischcn wie uiar^vt „Heerde** 
(Dil.i.M. AG. p. 197). 

3. Zu der Form des uomen patieutis (p. 4 unten) möchte ich da- 
rauf aufmerksam machen, dass das // der assyrischen Formen wie 
nainkürn möglicher Weise ursprünglicher ist als das /// in Juux; stehe 
darüber vorläufig Anmerkung 29 meiner Prolcg, to a Comp. Assyr. Gr. 
Auch das von Dki.i'IZScii, AW. 202 besprochene Synonym von pirxu 
„Spross": nadhhi II, 23, 4« scheint eine derartige Form zu sein. Natür- 
lich kann man aber das Wort auch als Infinitiv des Niphal betrach- 
ten. — Wenn makkhrUy wie ich oben vermuthet habe, aus mamkwit 
entstanden wäre, so müsste man annehmen, dass mamkünt zunächst 
mit Dissimilation des zweiten ;// zu manknrn geworden wäre, und 
dass sich das aus ;// entstandene n dem folgenden Consonanten dann 
cben.so assimilirt habe, wie in (dem oben in Anm. 2 auf p. 12 be- 
handelten) sashi* „Sonnc^* = ifrnhi = savLh/ oder aram. Uffyt = Vf^bXD 
= Salanhi =» lalamtu (vgl. salintu „Wohlsein" Dei.. AW. 224). 
Makkurti kann aber auch Intensivform ohne äussere Vermehrung 
sein wie sattfiku ZA. I, 36; allnni V, 28, 38: lasshru** V, 16, 36; 

* Delitzsch denkt fUr das oben p. 12, 2 behandelte Uüiu oder iiiin , Juwel" noch 
AW. 157, 2 an wni (vgl. dazu Lagarde, Mittheilungm II, 20). 

** Bei Wörtern wie lassüru und iaiiugii kann man nicht selten im Zweifel sein, 
ob das 9 zum Stamm gehört oder Präfix des bapheKs ist Dass in den nominalen Ab- 
leitungen vom Saphel das PriUbc o ausschliesslich mit u ausgesprochen würde, ist jeden- 
falls eine irrige Voraussetzung. Eine klare Ausnahme ist z. B. das bekannte Wort iabrü 
„Scher" (Guy. § 80; Flemm. 43; Pogn Mir. 104; ZK. II, 338, 16) von assyr. r\a 
„sehn", auf welchen Stamm auch bcni (ZK. II, 274) oder hcrtu (constr. beril) „Mitte** 
zurückgeht Bertt (= baru, wie zem „Same" = zaru) verhält sich zu ira „sehn" wie 
;^a ^Zwischenraum, Mitte" zu 7^ „sehn". Ob beru freilich von hebr. ^a nur lautlich 
verschieden ist, wie Barth (ZA. III, $8, b) annimmt, scheint mir äusserst zweifelhaft. 
Ebenso wie Ubnt „Scher** von »■« scheint mir auch langii „Priester** (Lorz, TP. 176; 
Pogn. JAfr. 29) das AL> 147 als -sav aufgeftihrt wird, eine Sapbeibildung von dem 
Stamme »*: „hell sein** (Zi. Bussps. 22. 2; 31, 2; 44; 76; Dei« ProL^i^) zu sein. Die 
ursprüngliche Bedeutung würde demnach „Läuterer, Erleuchter'* (vgl 7^v^ tp 18, 29) sein. 
Ich will bei dieser Gelegenheit bemerken, dass natürlich auch TP. I, 25 und VIII, 34 
str hingiitt zu lesen ist Ein Wort zirritttt ^ r«^t „Ann** giebt es nicht. Oppkrt's 
„Same der Lenden" (GGA. '81, 906) giebt den Sinn im Allgemeinen wieder, aber natür- 
lich kann iangtttit nicht „Lenden** bedeuten. Oitkrt dachte wohl an scr rttiuti (vgl. 



Haupt, sor usyr. Nominallehre. l6l 

n, 5, 12; iaihligti V, 26, 31 ; paüüm*; vgl. hebr. bns«, IpSTi etc. 

(Stade, S 227). 



oben p. ao, n. 30). Das Ton Delitzsch, TP. 183 angesogene fi^ri-ii (1 R. 69, a6c) be- 
dentet y^c^pter*' (▼C^- D^L. ATi»//. 58). Wenn Jf<m^ S^ 343 im Akkadiscben als sangu 
erscheint, so muss es tu einer Zeit entlehnt worden sein, wo die bekannte (zuerst von 
HmcKS erUnterte, vgl. JHUC. Aug. '87, p. 118^) assyr. Lautverschiebung von V zu e 
und e ra ^ bereits dngetreten war. 

* Das entsprechende aramÜsche Wort K^rt (jSffträ mit u, nicht S; cf. Nöld. 
Syr, Gr. % 107] „Tisch", das ich schon seit Jahren mit dem assyrischen palSüntf ak. 
kadisch ianiur verglichen habe ist neuerdings von Fränkel im zweiten Pan^praphen 
seiner dankenswerthen lexikalischen Studien (ZA. III, 53) besprochen worden. Auch im 
Assyrischen bedeutet paSHiru oder mit Auflösung der Verdopplung päium keineswegs 
bloas rtSchflssel**, sondern auch „Tisch". Eine ganz besonders klare Stelle hierfUr ist V, 
3, 30: miiri BAÜli htnüti ina poHür taqtA u/Mlssunüti „diese Babylonier setote ich an 
eine festliche Tafel". Die Übersetzung S. A. Smith's (ICeilsehri/itexte Asurbanipals, 
Heft I, p. 37, 90), „ich stellte die Söhne Babylons in ein reichgeschmttcktes Gemach*' 
ist unhaltbar (vgL auch Smith's Commentar zu der Stelle, p. 95 unten). Ebenso ist pai- 
htrm in der Nebukadnezar-Inschrift (Phillipps' Cylinder) I R. 65, 34 b zu fassen. Rev. C. 
J. Ball (PSBA. X, 221) liest gii'bara und Übersetzt skrine, ohne das in seinem Commentar 
irgendwie zu begründen. Die richtige Übersetzung „Tisch" hat auch Strassmaibr in 
seinen Bemerkungen zu S. A. Smith, Asurbanipal ^ Heft II, p. 97, sowie POONON in 
seinem Werke Lis inscriptions babyloniennes du Wadi Brissa (Paris *87), p. 180, und 
wenn ich mich recht erinnere, merkte A.H.Sayck in seiner Besprechung von Some Boolts <m 
Assyriohgy (Academy, Sept. 17, *87 p. 186) dies grade als eine wenig glückliche Neuerung 
an. Vgl. insbesondere p. 106 von Pognon's Arbeit. Pognon (Uhrt dort auch das syr. imrt 
an, bemerkt aber, die Bedeutudg von taq-ni-e sei unbekannt. Die richtige Erklirung von 
fT* ist aber (abereinstimmend mit dem von mir im Sommer '83 zu Göttingen Vorgetragenen) 
schon in Flemming*s Nehtkadnexar . p. 38 gegeben worden. Wie Barth (ZA. m, 57) 
mnrt statt mit assyr. päütru mit dem assyr. naptanu zusammenstellen kann, verstehe ich 

nicht recht. Der assyr. Stamm patAnu gehört doch wohl zu arab. ^»ySki „erproben, ver- 

suchen". Barth scheint übersehn zu haben, dass K*n^B auch im Arabischen aU \y^^ 

erscheint, und zwar bedeutet es im Arabischen, wie im Assyrischen, nicht bloss eine 
groese Schüssel, sondern auch einen Prachttisch. Es w&re für manchen vielleicht nützlich 
g e wes e n , wenn Fränkel ZA. m , 53 auf seine Aram. Fremdw. p. 83 ausdrücklich ver* 

wiesen bitte. Den Zusammenhang zwischen assyr. paiHiru und arab. )^^ bat Hal^vy 

schon vor nahezu zehn Jahren hervorgehoben in seiner Besprechung meiner Familienge' 
Situ, wieder abgedruckt in seinen M4lang€s de critique et d*hhtoire, (Paris '83), p. 40, 

L 8. In derselben Recension hat er auch assyr. neht „Löwe" mit t^V nnd ouJ ver- 
glichen', indem er für den Wechsel von / und n auf arab. kanttat gegenüber hebr. n\f 
hinwies. Dies kann zu Barth, ZA. III, 60, 2 nachgetragen werden. Übrigens habe ich 

die Znsammenstellung von nehi mit \j»*y^ nie vertreten, sondern nur als Hommel*s 

Ansicht angeführt Auch die Vergleichnng von neht und tr^ luit ihre Schwierigkeiten. 
Die Schreibung m-e-ht führt eher auf einen Stamm mediae gutturalis\ für naiht würde 
man im Assyrischen nthi erwarten, vgl. meine Abhandlung über den E-vocal, p. 25. 
Wenn t^ nnd ntht identisch sind, so müsste man annehmen, dass das ai im Hebrftischen, 
Aramiischm nnd Arabischen lediglich auf Wiedergabe des assyrischen .f-vocals beruht, 

ohne einen Stanam mediae ^ vorauszusetzen. Die Entsprechung von v vd» ^ wäre in 
Bdtfif« nr Mmlt. SpnchwiateiucluUt. I. H 



l52 Beitifige sar semidichen SprachwineiuchAft. 

4. Zu medilu „Riegel'' (p. 5 unten) Hige ich hinzu, dass dieses 
Wort später allerdings mtdilu gesprochen wurd^. Dadurch darf sich 
aber Niemand dazu verleiten lassen, eine Form mifBil (etwa wie arab. 
tmnxir ,,Nasenloch** Wright, % 221b) oder fn^3al darin zu wittern. 
Die assyrischen Nomina mstrumenti haben kein Präfix mi (oder fu) 
wie im Altarabischen, sondern die Form m(rf^al (resp. nqfBat) wie 
im Äthiopischen (Praetorius, ÄG. p. 49). Vgl zum Beispiel mar- 
kasu ,3and'', malkdnu „Fessel" (syn. biritu V, 47, 59; ZiMM. Bussps. 
59; De;,. AW. j6)^ maxrahi „Pflugschar" (V, 18, 25; ZA. I, 191, i), 
maqgaru {Sa pi sisi) „Gebiss (für das Maul des Pferdes)", syn. nap- 
samu (V, 47, 40) und aäü (das ist "ny y 32, 9; cf. Del. AW. 144; 
256; 276); »or^tf/M „Schlinge" (syn. näbaru^ fem. nabartu „Falle" d. i. 
aram. «P'J?} ZA. III, 50 — 8^a^*)i napraku „Riegel", ^nam^aru 
„Schwert" (wie arab. Jl^^Jüd munfal oder munful), namxaru oder (mit 
Femininendung) namxartu (eine Form wie arab. 8%iaj« „Rauchfass") 

„Opfergefäss", nappaxu „Blasebalg" etc. etc. Auch im Neuarabischen 

ist die Form m(tfBal statt mi/Sal bei den &/Sl »U^l ja ganz ge- 
wöhnlich, z. B. mardan „Spinnrocken", mabrad „Hobel" (Spitta, 
p. 108) und schon im Altarabischen haben wir Juu „Spindel" mit 
zwei -/4-vocalen (Wright, % 228, rem. a), also magzal (neben mugzal 
und migzal). Selbst Wörter wie nibiru „Fähre" (= «ajlo), tupüu „Be- 

handlungsweise" (von epeSu) etc. reprasentiren wie miäilu, medilu (oder 
mtrihi „Gewächs" etc.) die Form mqf^aif nicht mtf^il oder mißaL 
Der /-vocal ist in beiden Sylben secundär. Eins der wenigen Bei- 
spiele fiir die Form mtf^al im Assyrischen ist das (neben narmakuy 
fem. narmaktu vorkommende) mrmaku „Opfergefäss" von ramäku 
„ausgiessen", wozu man LOTZ, TP. 125 vergleichen möge. Ebenso 
findet sich neben nardamu (AL' 89, 57; vgl. II, 38, 31) auch die Va- 
riante ftt'rdamu*. Das i ist hier wohl in beiden Fällen das Ursprüng- 

diesem Falle ebenso aufkufanen, wie in paOüru \y^^ & K^nhB and AiUtr^ sy^sS^ nirrm 

(NÖLDBCKB, ZA. I, 270; Fränkrl, ZA. III, 53). Fflr den Wechiel Ton / und w in 
Lehnwörtern Terweise ich noch anf meine Zusammenstellang des ithiop. bhtdt „Tribut" 
mit aasjr. biiat, constr. von Mtu in meinen ProUgomtna to a C&mparative Assyriam 
Grammar, p. LII, n. (vgl. oben p. 13 unten). 

* Delitzsch hat mich ausserdem auch noch auf das bekannte niiamtH I R. 28, is« 
hingewiesen. VgL LoTZ, TP. 196. Houghton, RP. XI, 9, la Obersetot neie ina nir- 
'amä uiamqii durch „lions with his spear he killed", indem er nit^amtu wohl (mit Meta- 

thesis) dem hebr. rw^ (arab. ^^)) gleichsetzt Niramtu ist sicherlich eine tödtliche 

Waffe, ein Uordinsfrumenf, und reprisentirt die Form iJjJlA mißüU. Vgl auch Db- 
MTZSGH*s Assyr, Gramm. § 65 Nr. 31, a. Delitzsch fUhrt daselbst auch nüpatu (C* 96, 
cf. ALS S9) neben näipatu (HI R. 67, 65(1) an. Nilpatu kann sehr wohl dem hebr. Vt^ 



Haupt, Kor anyr. Nominallehre. 163 

liehe und das daneben auftretende a durch den Einfluss des folgen- 
den r hervorgerufen. Nindanu II, 7, 27 Ist zweifelhafter Natur, und 
vollends nirpaddu „Gebeine*** (itlOXJ^), das TiELE in seiner vortreff- 
lichen Babylonisch-assyrischen Geschichte p. 296, l von rapädu „sich 
ausdehnen, sich erstrecken** ableiten will, kann gar nicht in Betracht 
kommen, obwohl diese kühne Erklärung von unserem verehrten Ley- 
dener Mitarbeiter /. c. p. 320, i noch einmal wiederholt wird. Ich 
möchte wissen, in welchem andern assyrischen Worte das Ideogramm 
für iefiu „Fuss** je als Sylbenzeichen für nir gebraucht wird. Selbst 
im Akkadischen ist das Zeichen gir zu lesen (ASKT. 29, 666\ 75, 3) 
nicht nir. Aus Sb 2, 1 1 folgt dieser Lautwerth noch lange nicht Zu 
den Formen mit präfigirtem ni von Stämmen tertiae infirmcu wie 
nümü „Gehör**, nübü ,3ättigung** vgl. ZiMM. Bussps, 97, 38/39. Auch 
hier ist das 1 wohl secundär und ebenso zu beurtheilen wie in den 
Formen des Infinitiv Qal der Verba tertiae -. und y (vgl. p. 28, e 
meiner Abhandlung über den £'-vocal)**. 

5. Wenn ich zu miqit (auf p. 5) bemerkt habe, dass das Wort 
bei S. A. Smith im Glossar fehle, so habe ich übersehn, dass er in 
den Verbesserungen auf S. 130 des ersten Heftes das richtige miqit 
auf S. 28 in das falsche tniqid verbessert hat, und dieses miqid ist 
demgemäss auf S. 119 im Glossar unter ipl ,,brennen** aufgeführt. 
Auch Halävy, Recherches bibliques^ VII, 29(5 nimmt noch ein assyr. 
miqid «= TpntS an. Ich bin aber (mit DELriTiSCH, AW. 191, 5) überzeugt, 
dass wir miqit\ iiäti, Form fi^/ von maq&tu „fallen** zu lesen haben. 
Die Femininform miqittn (eine Form wie sidirtu „Reihe^ oder libittu 
^Ackstein**) findet sich coL II, 11 der Borsippa-Inschrift Nebukad- 
nezar's. Miqittahi uSsts kann dort nur heissen: ,^einen Verfall 
stellte ich wieder her**. Mit hebr. njiDtJ (COT. 112 = KAT^ 127, 
vgl. auch 557 s, v, "pD) hat das Wort nichts zu schaffen ff- Über 

entsprechen, da der Stimm tsMi im Assyrischen (vgl. Dkl. Prot. 39, vor n. i ; anch ASKT. 
200, Nr. 14) ab rtv mit r erscheint. 

* GuYAKO, der die Bedentnng des Ansdracks raerst erschlossen (NLA. § 26) he- 
merkt: NHi-PAD-ini parcAt ttre un idiogrammt. Vgl. auch St&assm. AV. 6357. 

^ Auch niptU (II, 23, 49) das man an sich ja sehr wohl «^ mptau oder mpit^u, 
mipUtu fassen könnte, wird wohl so sn erU&ren sein. 

t Vgl. anch Assnrh. Sm. 143: Te*utmman ina miqit lernt a$ta rnArihi iq^i ,hill 
mifpäMo. feniu imqut bedeutet: ,^in Math sank". Vgl daxu auch Tislb's (Jesck. 365 
vnd Delitzsch, AW. 314. 

tt [Wie ich nachträglich vi meiner Freude bemerke, hat auch S. A. SinTH in seinem 
(nur erst ganz kflnlich bekannt gewordenen) Anfsatxe Aber die Borsippa-Inschrift (im Juli- 
Hefte des ersten Bandes von TTie Babylonian and Oritnial Record, L«ndon *87, p. 135) 
miqittäbt tddt richtig durch „its decay I caused to be restored" ttbertetzt. Der (etwas 
magere) Commentar nimmt freilich darauf keine Rflcksicht In Bezug auf aptäti bemerkt 
S. A. SmTH: Tkis word quitt eertainly means ffStäries". I think thi root is nt^\ Er 



l54 UeitrSge zur semitischen Sprachwissenschaft 

ulsie*, das Schrader (cf KAT^ 550 oben!) als Sapliel von «b „lier- 
vortreten"(?) im Saphel „erneuern" fasst, unter Vergleich von eiz „von 
Neuem" Beh. 25. 26(!) vgl. meine Bemerkungen ZK. II, 272; Hebraka 
II, 5. Ebenso bedeutet abtativa der vorhergehenden Zeile der Borsippa- 
Inschrift nicht „etwas Verflochtenes« (=hebr. n», KAT^ 524!) „Flecht- 
werk", dann „festes Mauerwerk", sondern ^^the niined parts cf the buil- 
ding^, from TIK, wie der grosse HiNCKS schon 1863 auf p. 38 seiner 
scharfsinnigen Abhandlung** On the Polyphony of the Assyrio-Babylo- 
man Cuneiform Writing (From the Atlantis ^ Vol. IV, Dublin 1863) 
bemerkt hat. Dies wird in dem historischen Anhang zu Deutzsch's 
AW. 72 Mitte zu berücksichtigen sein. HlNCKS liest aaO. — mit 
demselben Rechte, mit dem Barth narkaptti „Wagen" schreibt (p. 7 
unten) — aptäti statt abtati und erklärt das p dadurch, dass for b d 
when concurring^ pt was substittited for aiphony. Several similar m- 
stancfSf sagt er, are metwith\ as kaptu, ^Juai^y^, from ins, and ap- 
täti y^rmned parts of a building^y frotn TIA. Ich glaube nun aller- 
dings, dass die Assyrer wohl kaptu und aptu sprachen, als Stamm 
müssen wir aber rD3 und rOK ansetzen. Das 1 in den entsprechen- 
den Stammen der verwandten Sprachen "Dd und UM beruht, wie 
ich oben (p. 2) angedeutet habe, auf partieller Assimilation des r 
an das vorausgehende nf . Kaptu und aptu mit wurzelhaftem / be- 
halte die falsche Obersetsung wcDigstens durch Hinweis aaf das taUnud. KrtK ■» rv 
(CV. 34) stutzen sollen; vgl auch S^ 188 und die bekannte Stelle IV R. 27, ish; tum- 
mäti ina apätiiinä ibärüß* „ils attrapent les pigeons dans leors nids" (Guy. § 56). Ich 
bemerke bei dieser Gelegenheit, dass IV R. 27, 31a. wie auch Delitzsch, AW. 239, 6 
henrorhebt, wirklich [su\'Um'ma-H auf dem Original steht, nicht sM-MH-ma'n'H (Znof. 
Bnssps. 30, 10). An meiner in Dr. Cyrus Adlrr's Notiz Tke Legends »f Stmiramis 
and the Nimtüd Epic (Johns Hopkins University Circulars, No. 55, Jan. '87) erwlhnten 
Vermuthung, dass das Wort summatu „Taube" oder vielmehr das CoUectivum summu 
dem ersten Tbeil des Namens Stmiramis zu Grunde liegt, möchte ich trotz Hommrl, 
GBA. 632, I festhalten. (Vgt noch Sayce, Hibb, lect, '87, p. 271). Dr. Jastrow in 
seinem DicHonary^ p. 109 leitet kmk von **rfe abl] 

* Mein Schiller Edgar P. Allen erklärt die Nebenform m/sIs durch die Annahme, 
das« das assyr. t eine dem altgriechischen ^ ähnliche Aussprache (also ^^ </t) gehabt 
habe. Ebenso meint er, dass das aasyr. C wie deutsches «, also ts gesprochen worden 
sei, daher alsi „ich sprach** fUr aisi von iasft. Auch der Übergang von postdentalem / 
in / wie in aiiatsu oder ailassu fttr nSiatht „sein Weib*' hängt seiner Ansicht nach da- 
mit zusa m m e n. Er wird sich darüber in seiner Antwort auf Prof. G. F. MooRB's Aufsatt 
On a new theory of the nature of thi so-calUd emphatic consonants in the Semitic tan- 
guagts (PAOS. May '88) die in den PAOS. ftlr Oct. '88 veröffentlicht werden wird, ein- 
gehender iutsem. 

•• Nr, 48 von Dr. Adler'k Tentative Bibliography of Dr. Hincks* Worhs (PAOS. 
May '88, p. XXVI). 

t Arab. hHda^ iafAd^ das mir von hervorragender Seite entgegengehalten worden 
ist, kann diese Thatsache nicht umstotsen. Auch hier kann partielle Assimilation 
vorliegen. 



Haupt, zur nssyr. Nomüiallehre. l5c 

deuten „gebunden" (cf. AW. 277) und „Anbau", spefciell „Schwal- 
bennest" (cf. AL^ 51, n. 2). 

Schliesslich will ich zu dem vermeintlichen miqid =» Tpitt, arab. 
maitqid noch bemerken, dass die notnina loci von Stämmen primae 
^ im Assyrischen keineswegs / in der zweiten Sylbe haben, wie im 

Arabischen (Wright, % 222), sondern a, wie die Derivate starker 
Stämme. Ebenso finden wir ja auch im Neuarabischen manqaf 
„Standort" (Spitta, p. 107), also genau wie assyr. miüabu „Wohnung", 
tiutcau „Ausgang". Zu dem //-vocal in der ersten Sylbe im Assy- 
rischen vgl. das neuarabische mülid „Geburtstag" (SrnTA, % Sib). 

6. Wenn ich (p. 5 unten) sage, dass nUnidti^y nivtHu^ nimequ die 
Form mtfBäl repräsentiren wie ^Ua^ „Schlüssel", so meine ich natür- 
lich nicht, dass nimidu etc. als nomina iiistrumenti anzusehn sind. 
Auch im Altarabischen giebt es ja Nomina der Form JLjü^, die 

nicht zu den äiSl »L^mI gerechnet werden können, z. B. müraq = 
uF*J^, Geez mcsräq (Wright, % 226, rem.). Im Äthiopischen ist die 

Form m^Bäl für nomina loa ganz gewöhnlich, z. B. tn^rBäl „Weide", 
m^släi „Tränke" (DiLLM. § 1 1 $*; PRAETOR. % 106). Vgl. auch NöLD. 
SO. S 126 £. Zu dem Worte nimidu vgl. jetzt auch Del. AW. 63 
und zu dem Stamm von piiHu vgl. ZiMM. Bnssps, 58, 2. Ein wei- 
teres Beispiel für die SüLol des ä in der zweiten Sylbe (AEV. 18) 
ist nixesu V, 31, 14. 

Dass man meine Erklärung von liianu „Zunge" (p. 15, n. 9) für 
unmöglich erklären wird, daauf bin ich von vornherein gefasst. Die 
Thatsache, dass es im Assyrischen einen Stamm laiu „lecken" giebt, 
der sich zu ^^a verhält, wie rätnu „lieben" zu *^j, lässt sich aber 

nicht wegläugnen, ebenso wenig, dass die Form fi^län von j**i im 
Assyrischen als li^änu erscheinen müsste. Die Länge des i kann bei 
der Eigenartigkeit der assyrischen Schrift allerdings nicht zum Aus- 
druck kommen. Auch dass ^ als mittlerer Stammconsonant drci- 

consonantiger Stämme bisweilen auf secundärer Entwicklung beruht, 
lässt sich nicht bestreiten. Kautzsch erklärt in seiner sehr verdienst- 
lichen Gramm, d, BibL Aram, p. 31, 2, a die Verdopplung des 10 in 
]Ä als künstliche Schärfung zur Hervorhebung eines vorhergehenden 
kurzen Vocals, Das wäre ja möglich ; aber wahrscheinlicher ist doch, 
dass 'jwb auf einen Stamm Wh zurückgeht, der sich zu ^^i*" verhält, 

* Scbrdbnngen wie nt'mi-ki (I, 6$, 4*) etc. stossen das oben (p. 7 unten) Be- 
merkte nicht am. 

•• Ob lä^iiänu V, 39, 22 (Ygl. zur Torhergehenden Zeile: IV, 19, 46 und «1 Z. 24: 
Zi. 46, 1) trotx der Negation uu in der akkadischen Columne (vgl. 11, 32, 59) mit diesem 



I^ Bdtrige sur semitischeD Sprach wiaentchaft. 

wie s^Ji turiffu bei Saadia (Gen*, i, 2) zu dem (aramäischen) rams. Arab. 
^LmJ kann an sich eine Form wie assyr. lidanu ,»Kind'* sein, also 
zu einem Stamm \^^ gehören, und hebr. 'po'b könnte auf einer 

Stufe stehn mit plT (Stade, p. 177), Natürlich ist darum noch nicht 
nöthig anzunehmen, dass die vier Verbalstämme TOb, tnb, Ob% Vnb 
jemals wirklich nebeneinander existirt haben. 

Zu syr. khnenä „Hinterhalt" (p. 7 oben) möchte ich noch be- 
merken, dass man gegen meine Annahme eines /-Vocals in der ersten 
Sylbe (^kimän) jedenfalls nicht das arabische ^jx^ kaffdn resp. ^Z- 
min anführen kann,i denn ^^^j^ist ja, wieNöLDEKE* bemerkt hat, 
aus dem Aramäischen entlehnt (Fränkel, AF. 243). 

7. Zu nanniru (p. 7) vgl. jetzt auch Dr. James A Craig's Be- 
arbeitung der Monolith Inscription of Salmaneser II (Hebraka III, pp. 
200 & 222 a* pp. I und 22 der EHssertation). Barth hat mich übri- 
gens darauf aufmerksam gemacht , dass er auf S. 115, Z. 10 seines 
Aufsatzes die richtige Übersetzung „Leuchte" bietet, und HOMMEL 
hat mir mitgetheilt, dass er schon '79 li^ einem Briefe an mich Nan- 
naru »» nanmaru gesetzt habe; seine Erklärung von zunnu ZMSsunniu 
steht Jagdinschrtften 46. DELITZSCH AW.** schreibt beständig Nan- 
näru. Soviel ich weiss, wird der Name aber niemals Nan-na-a-ru 
geschrieben. Für Namtäni habe ich die scriptio plena CV. 37 unten 
nachgewiesen. 

8. Zu meiner Beanstandung der mangelhaften Scheidung zwi- 
schen n und ü und 3 und p (p. 7 unten) in Barth's Aufsatze will 
ich darauf hinweisen, dass Barth jetzt ZA. II, 382, i ausdrücklich 
erklärt, er transcribire yjfvo es nur auf die grammatische Stnutur der 
Worte ankäme y die Laute [er meint die Zeichen] nach der assyri- 
schen Schrtft^ also z. B, k am Schiuss der Sylbe Sak, einerlei ob es 
im einzelnen Falle k oder q bedetäen sol^. Das ist jedenfalb sehr be- 



Stamme tfli}V saummenhingt, oder ob e« (mit AW. 344) in lä und Hänu >« hebr. ^IT»» 
(HA. 10) sn terlegeo ist, will ich hier nnerörteit lassen. VgL aber noch Koh. 10, ii: 
xf^r^ ^»^ T^ TV\ ^^Y"^^ «01^ 1!*»r*'!* I^ *^, „Schlange" und rrj? mit vrh 
susammenhkngt (wie neht „Löwe" und 1I7V) ist schon mehrfach rermuthet worden, Tgl. 
FORST /. V, und Franz Deutzsch's Neuen Commentar über die Genesis ^ p. 97. Die 
(wohl auf Guy. § 2 fussende) Bemerkung daselbst über die Grundbedeutung des assyr. 
vna ist nach CV. XLII zu berichtigen. Nuxhi „Segen'* bedeutet im Assyrischen eigent- 
lich „WasserfdUe" (vgl. n^::^ und n^^). Siehe noch Zc Brnsps. 97, 3 sowie Dbl. Prot. 
7a und 200y 3. 

• Vgl. Mand. Gramm, p. ii6, n. 3. Ob in Wr^ „Schrecken" Hos. 13, 1 und VV; 
„Geheul" Deut. 33, 10 dieselbe Bildung vorliegt, iSsst sich schwer entscheiden. Jeden- 
falls scheint es mir bedenklich, diese beiden Wörter mit den von mir AEV. 19, i be- 
sprochenen wie *^ „Brunnen" etc. susammei^ustellen, wie es s. B. Siadr § 199'* thnt. 
•• VgL s. B. /. <-. pp. 19, 3; 132; 176; 303; 3o6. 



Hupt, sar astyr. Nomioallehre. 167 

quem für den Schreiber, dem Leser ist es aber sicher Heber zu 
wissen, ob eine Form tuiakpat oder häaqpad^ zu lesen ist Wenig- 
stens sollte die Lesung, für die man sich entscheidet, jederzeit in 
Klammem beigefügt werden. Wenn Jemand arabische Texte ohne 
diakritische Punkte herausgiebt, so vermindert es das Vertmuen in 
die Kenntnisse des Herausgebers keineswegs, falls dem unpunctirten 
Nesxi ein genau punctirter Text beigegeben wird. Eine assyrische 
Form wie iu-sak-pai entspricht etwa einem arabischen i_r^*w^ Für 
grammatische Zwecke wird da wohl jeder Arabist zu verstehn geben, 
wie er die Form aufTasst In den von mir beanstandeten Schrei- 
bungen nartahu** ikil, tiikuntu, mitiku^ mikid steht übrigens das O und 
p in keinem Falle am Schluss einer Sylbe. Gegen narkaptu habe 
ich wie gesagt, vom phonetischen Standpunkte aus, nichts einzu- 
wenden. 

9. In Beispielen wie idid:a nittdlakma ninära gerika\ (p. 10 unten) 
kann man das ninära natürlich auch als ^ä/ssitz fassen, also .an 
deiner Seite wollen wir schreiten, unterjochend deine Feinde*. Zu 
dem -ma vgl. auch David H. Müller's Bemerkungen in den Sttsungs- 
berichten der Wiener Akademie vom 18. Juni 1884, p. 46—47, ob- 
wohl ich den dort vorgetragenen Ausfuhrungen nicht durchweg bei- 
stimmen kann. Zu den Formen mit überhängendem a wie MnbVtt^ 
verweise ich auf Praetorius* gehaltvolle Besprechung von Deutzsch's 
Hebr, Longa, in KuHN's IM. BL /. or, Phil, I, 198. Die Bemerkungen 
Aug. MüLLER's über mj^in in der Ztschr, / luih. TheoL '77, 206) 
auf die Praet. dort verweist, sind mir bisher leider nicht bekannt 
geworden. Die von AuG. MClXER in seiner Hebr, Schulgramm, 
% 250b gegebene Erklärung scheint mir wenig befriedigend. 



* Der TP. Vn, 96; Vm, 19 Yorliegende Stamm (vgl. Lotz, p. 179) ist — JÜÜ» 

im Siuie von cM^ul (>^. 

•• Vgl ra^uhiu Sarg. Cyl. 61; AW. 35 oben. Zu narfaht kann ASKT. 218, nr. 97 
dat (daselbst ans Veneben ausgelassene) Citat V, 39, 64 g nacbgetragen werden. VgL 
anch Strassm. Nr. 6145. 

t So, nicht gätfkm^ ist sn lesen. Ich habe die Stelle sosammen mit Pincuks und 
Dr. Haapek genau untersucht und mich dabei aberzeugt, dass das Zeichen tot -n'-i« in 
der That nicht /», sondern gir ist. Ghika ist demnach in der oben p. 18, n. 35 an- 
gedeuteten Weise xu erküren. Auch mit seinem Ton mir (p. 19) tou Tornherein als das 
Wahndieinlichste beaeichneten si'si-tn-ni ist Hakpir im Rechte. Es steht wirklich so 
da, nicht si'tr'in'ni wie Delitzsch bietet Dagegen hat (K. 350) II R. 49, 11 in der 
That li-er-üt'm und nicht si'ba'iM'Mt (Strassm. No. 3443). Si^si-fn-nu ist wohl sisitm 
— stsimt m lesen (cf. AEV. 18). Der Name dieses leichtbeschwingten (mupßariu) Vogels 
hingt wohl mit D« (Jer. 8, 7 O^t^) zusammen. Die Endung -tnu Ar -änu haben wir 
aach in ettitm „allein** >- iäünM (AW. 2] sowie Urdinu >- terdü ^ märu „Kind** II, 
30^ 39 und 46. Zu ger „Feind" statt gilr vgl. noch TP. I, 45 : ulamp'tm ger Ahtr, Vgl 
dazu Lagardk*s Mittheilungen m, 31. 



l68 Beitrige tar semitiscbeo Sprachwissenschaft 

10. In Fällen wie attäiab-ma abäki (= rorjir '»ra«^) „ich setzte 
mich weinend nieder^ (p. 1 1 unten) entspricht das assyrische Präsens 
natürlich syntaktisch dem Imperfectum der verwandten Sprachen. 
Wer Lust an solchen Dingen hat, kann sich das abäki „ich weine*^ 
als virtuell im Accusativ stehend vorstellen, es als Verbalsatz er- 
klären mit dem im Verbum verborgenen Pronomen anäku ich als 
Jl^U, meinetwegen auch die Conjunction -ma in diesem Falle statt 
der asyndetischen Anlehnung für falsch halten. 

11. Zu Anm. 7 auf p. 14 möchte ich bemerken, dass ein ähn- 
licher graphischer Wechsel zwischen n und m vor folgendem Gaumen- 
laute in dem akkadischen Äquivalent von nanduru „Bedrängniss*' 
(AW. 172) vorzuliegen scheint, ASKT. ^6, i (vgl. auch AW. 198, 
rev. 4, sowie 174, n. 3 am Ende) : su-mu-ug-ga. Ich halte dieses su- 
mugga, das von seiner Umgebung ebenso absticht wie gar-ra-du- 
ufH'bi ASKT. 81, 25 (vgl ZK. I, 99, S S) lediglich für eine Modifica- 
tion des assyrischen sunqu (von pao ^ JLu^, vgl. meine Bemerkungen, 
Hebraicüy I, 231 »= WBH. 15) constr. sunttq*. Die Veränderung der 
assyrischen Form ist nicht gewaltsamer als in xalamma-kid^ das wir 
ASKT. 181, XII, Z. 23; 24 als „sumerisches** Äquivalent von uxaiiiq 
^er vernichtete** (•tA+«) finden. Xalamma ist hier offenbar «= xa- 
Iowa s= xalagga s= xaläqa. Deshalb gehe ich aber noch nicht in's 
anti-akkadistische Lager über! 

12. Zu dem in Anm. 8 auf p. 14 über pUirü Bemerkten vgl. jetzt 
auch HOMMEL's GBA. 520, i. 

13. Delitzsch setzt AL^ 147 den Stamm von markitu „Zufluchts- 
ort** als Km mit K3 <=> ^ an, wohl im Hinblick auf arab. ^^ IV 

(sljfJI^ sJüUmI ^I iüJI k^^I). Man könnte sich auch versucht iiihlcn, 

an das äthiop. tut^skäl zu denken, umsomehr als auch in dem be- 
kannten Baumnamen urkarenu^ den LYON, Sargonstexte ^ p. 84 durch 
„Buchsbaum** übersetzt, derselbe Übergang von sk in rk vorzuliegen 
scheint (vgl. :^"OVK). Sonst findet sich r statt s im Assyrischen nur 
als Mittelstufe** zu /vor folgendem Dental. Vgl. dazu die BAL. 97, $ 
citirten Bemerkungen PiNCHES* PSBA. Apr. 5 '81. Ich will noch ein- 
mal ausdrücklich erwähnen, dass mir ein Zusammenhang zwischen 

* Vgl. die SchreibuDg suntqa „Mangel'' mit ^ I, 27, 94 (Pogn. Bav. 162) statt 
utnqa\ andrerseits auch enqftA „weise" (statt emqAti) Sanh. VI, 46: ina Upir dimgalU 
tn^H „durch das Werk weiser Baumeister" (so richtig HöRNINg; vgl. LOTZ, TP. 179) 
was Sanh. Sm. 153 durch in tht appeamnct of a man like tkt spirit 0/ Qutii}) „aber- 
setzt** ist 

** Dr. C. F. Lehmann bestreitet in These VII seiner Inaugural-Dissertation, dass 
der Übergang ron antedentslem i in / durch r vermittelt sei. Es lisst sich auch nicht 
leugnen, dass diese (fast von simmtlichen Astyriologen getheilte) Auflassung in ph< 
tischer Hinsicht ihre Schwierigkeiten hat 



Iliniil. >ar uifr. Nomtnillebre. 169 

markltu und mhk&i, ebenso auch zwischen urkarhm und p-uVK nicht 
recht wahrscheinlich vorkommt 

14. Zu Anm. 23 auf p. 18 muss ich bemerken, dass der Hin- 
weis auf SFG. 53 mit Bezug auf Dr. Jeremus' Inauguraldissertation 
DU Höllenfahrt dir Istar (München '86) niedergeschrieben war, ehe 
die vollständige Schrift unter dem Titel Die babylonisch- assyrischen 
Vorstelltaigen votn Leben nach dem Tode (Leipzig '87) erschien. In 
letzterer Schrift hat Dr. Jeremias p. 26 das Citat SFG. S3 noch nach- 
traglich eingefügt Vgl. ibid. p. VI. 

t;. Zu Anm. 26 auf p. 19. Das Citat zu tH&iabüka „deine Woh- 
nung" sollte IV R. 3r, s/b lauten. Bogen 2 ist tn Folge eines Ver- 
schns gedruckt worden, ehe ich die letzte Revision gelesen. 

16. Zu Anm. 28 auf p. 20 möchte ich dem Wunsche Ausdruck 
geben, dass das am Schlüsse dieser Anmerkung vorgeschlagene 
Thema für eine Pfomotionsarbeit nicht wieder absichtlich verdreht 
werde, wie es Herr Dr. F. E. Peiser mit meinen Bemerkungen ZA. 
n, 261, 3 gethan. Ich habe nicht gesagt, dass man das „Arabische zur 
Zeit der Sargontden" erforschen solle und seine Aussprache unter- 
suchen. Das Arabische ist aaO. von mir der Natur der Sache nach 
nur anhangsweise erwähnt. Die von Herrn Dr. F. E. PEISER be- 
witzelte Bemerkung lautet: Es wäre eine sehr lohnende Aufgabe, ein- 
mal über die Aussprache des Kanaanäischen, Aramäischen und Ara- 
bischen MW Zeit der Sargoniden su schreiben, ein sehr hübsches Thema 
für eine Prometionsarbeit. Wenn Herr Dr. F. E. Peiser bei seinem 
an den Haaren herbeigezogenen Ausfall das Arabische allein in den 
Vordergrund schiebt und die Thatsache, dass ich in erster Linie 
vom Hebräischen und Aramäischen gesprochen habe , absichtlich 
unterdrückt, so ist das, um einen neuerdings von SchkaüER belieb- 
ten Ausdruck zu gebrauchen, eine Verdunkelung des objectiven That- 
bestandes, die ich nicht für anständig halten kann. Ob Herr Dr. F. 
E. Peiser die Wichtigkeit der keilschriftlichen Transcriptionen ka- 
naanäischer, aramäischer und arabischer Wörter für die historische 
Grammatik der semitischen Sprachen begreift oder nicht, ist wohl 
ziemlich gleichgültig. Es wird andere Semitisten geben, die e: 
teressirt zu erfahren , dass die Assyrer z. B. in dem hebriiis< 
Namen ynn einen deutlichen Diphthong au hörten und in ; 
einen /1-vocal nach dem H; dass phönizische Namen wie p 
schon zur Zeit der Sargoniden mit <o in der letzten Sylbe gespro< 
wurden; dass die aramäische Pluralendung als -ina mit auslauten 
a gehört wurde, das fem. zu rrm „neu" als xaäatth' mit lan 

■ Ober dk Wkdc^ab« Ton _ durch x Lid AuyriKhcD Tgl. lutint BAI. 
(towic FiAKiua., KV. XX]). JcdcnTills darf mu Mit der UnHGhKibung saiallA 



Ijro Beitrige sur semitiKhen Sprach wifMaschaft. 

a* und Verdopplung des vorausgehenden /*'; dass man in ^Uy^ einen 
deutlichen Diphthong hörte, ebenso in den starken f Imperfectfonnen 
der Verba primae ^ wie J^^ft d*^ su-ab. Femininendung -at dagegen 
zum Theil ab e etc. etc. Auch eine Untersuchung der aus dem He- 
bräischen, Aramäischen und Arabischen in's Assyrische übergegan- 
genen Lehnwörter dürfte äusserst lohnend sein. Ein Beispiel der Art 
ist z. B. das Wort iaelu „Steinbock" (LOTZ, TP. 196, 20) das, wie 
das anlautende 't zeigt, aus dem Nordsemitischen entlehnt ist. Wäre 
iaelu kein Lehnwort, so müsste man im Assyrischen fiir Jkft^ eine 
Form wie äiu oder ein («» ^elu, t^älu^ ua^i)lü) erwarten. Ich glaube, 
dass das II R. 6, io<i auf titraxu „Steinbock" jfolgende aa-lu i. e. ätu 
die ächte assyrische Form von baj^ repräsentirt Die Vermuthung 



«chlicwen, dass dmt n von trm „oen" ab ^ ^hört wurde (wie im Neusyriichen, TgL 

NöLOBKB, Neusyr. Gr. p. 90 onten sowie § a6. auch Syr. Gr. p. 4 oben). Im Aoschlo» 
an den Stadtnamen K^i^n möchte ich noch bemerken, dau daa in dem Bericht Aber den 
arabischen Feldxng Sardanapal's (V, 8, 100) daraofSblgende Cattell Laribda^ wo der 
aasyiische König an Waiaerbehiltera (ma tli guMni la me) sein LAger aoftchligt, mir 
*» assyr. labirtu^ fem. von Ubiru „ait" su sein scheint. Das d in larihda beruht offenbar 
auf partieller Assimilation, und die Umstellung von labirtu zu larihtu ist leicht erkl&r- 
lieh. Labiru „alt'* wird aber wohl ein Compositum (aus Af ,,nicht" und ? ) sein. Ebenso 
scheint mir in assyr. p^ „feindlich** {liw$iUy constr. limmty fem. Unmitu) eine alte Zu- 
sammenietsung mit lä „nicht** vorauliegen. Zu der partieUen Assimilation der Feminin- 
endnng n an den vorausgehenden Stammconsonanten vgl. noch die Bemerkungen Dr. Jbn- 
scn's auf p. 74 seiner Inaugnral-Dissertation (Manchen '85). Siehe auch Dbutzsch's 
Pmradiu^ p. 298 und meine Übersetzung des Berichts ttber den arabischen Feldsug in 
dem LttmamU- Album (Leyden '85, p. 141 oben). 

* Der Artikel in Xadattä ist natariich nach Gesknius g 109, 3 zu erU&ren. 
** Vgl. daxu anch die Aosfthrungen Laoarde's in seinen FroUgomenis tu citter 
virgleithenden Grammatik des Hebräischen. Arabisehen und Araniäischen {Mittkeilun^cn 

n, pp. 354 ff). 

t Eigentlich sollte man diese Bildungen als sckioache Imperfecta beseichnen und 
Formen wie ialid etc. stark nennen. Doch damit hat es noch gute Wegel 

tt kh habe WBH. 6 (-^ Hebraica I, aaa) gezeigt, dass der Scheich der Qedarener 
sur Zeit Sardanapals zugleich [a^ta* und V^te* genannt wird, Ihnlich wie wenn ein Mann 

sugleich iX^W und 4X^\ genannt wUrde. Den andern dort erwlhnten arabiKhen Namen 
la-'lu'U (den Schradbr, KAT.> 25 mit VkS^ combinirti) fasse ich jetst als ^Jjlj (« 

iS^)' ScHRADBE scheinen meine Bemerkungen WBH. 6 unbekannt geblieben so sein, 
aonst hfttte er (ZA. III, 7) seine alte Erklirung von lirrt|ili(l) and KlV)r«(!) KAT> 522 und 
SS5 wohl nicht wieder angeführt, f/äte' wird wohl, wie ich WBH. 6 vermuthet habe, 

— ^1^ sein und bedeutet möglicher Weise: )^,n. Ein Fall wo ein und dieselbe Per- 
sönlichkeit abwechsehid bald (X^y bald 4X,>W (oder y^ und ^^J^; ^^ und Jjt^) 
genannt wird, ist den hervorragendsten Arabisten, bei denen ich deswegen angefragt 
habe, allerdings nicht bekannt 



Hmnpt, tar astjrr. Nominallehre. 



171 



Delitzsch's (Assyr. Shid, 52; vgl. AW. 221 und 258), dass älu hier 
„Hirsch" (bni) bedeute, scheint mif wenig wahrscheinlich*. 

17. Ich schliesse hieran noch eine alphabetisch geordnete Über- 
sicht von Formen mit prfifigirtem tt und 3. Einige der darin aufge- 
führten Wörter verdanke ich Deutzsch's Freundlichkeit. 



L Formen mit präfigirtem ta. 



■s'Ua und «S*iltB „Uger, Bett«' (^nM?): 
Fred. 105; AW. 3; rgl. «Uia aber die 
weiterhin anter namalht citirten Bemer» 
hangen Dr. Jensen*!. [Der Vocal des Prä- 
fixes ist wohl kort; ma'älu scheint eine 
BiMang wie naiiämu za sein ; ma'Aaht mflsste 
wa mä*aiu werden. Zwischen ma*älM and 
Bti^aht kann man schwanken; TgL Htbraica 
I, aaj; ZA. II, aSi, 1. Die Bemerkungen 
Scueadee's ZA. m, 7 fr. kennen daran 
nichts indem. Zu der Bedeutung „Nieder- 
iassong, Lager" dann speciell »Zelf' Tgl. 
hehr, yfif^ sowie AW. 9, i. In seiner Ad- 



drus to tht Pkilologicai Society (delivered 
May 18 '88, p. 38) bemerkt Sayce: „The 
identißcotMn 0/ Alu witk Skel was ßrst 
made by myself in 1872'*; vgl. auch LOTZ, 
TP. 127]. 

Maglsla(?): II, 37, 52 (AV. 4997). 

■lagiara „Stftrke, Macht** (syn. daninu): 
n, 43, 30 (AV. 5001). Vgl. LOTZ, TP. 169. 

Madban oder Madbara „Steppe*': TP. 

150; Del. jParad, 241 unten; 304 (cf.KAT* 

545). 
«adlktll „Feldlager": eigentlich wohl 

„Ort des Kriegsheers** {dd&ku oder dtktu 



* Auch omiqäH ,,weibliche Kamele** (in der bekannten Stelle III, 9, 56: gammale, 
MuqäH adt hakkarehnü\ vgl II, 67, 55, auch V, 9, 66 sowie Hommbl, Säugetkiem, 
148, 1) and atämu „(vaterloses) Kind" (AS. 143) mtlssen entlehnt sein. Ursemitisches 
ianaqiti oder iaiAm mflsston im Assyr. gemiss SFG. 21, i als inoqät^ itäm (oder mit 
Imile: iiim) erscheinen. Der Abfall des anlautenden ■» ist ähnlich wie in dem Namen 
Cypems: latnana (Scheadee, BAM. 4. Min *8o, p. 278, i ; Del. Par, 291 ; vgl aber 
anch ZA. m, 112). Ebenso bt wohl auch gatnmal „Kamel** sowohl im Assyr. wie im 
Akkad. (et Zl Bussps. 6, i) als Fremdwort tu betrachten (cf. SFG. 70). Auch iämu 
t^fcce* (n, 41, 45; 43, 59; Del. Prol, 128, i) und ia^um „Strom** (HA. 25, n; Frei, 
145) sehe ich als Lehnwörter an. Ebenso sind a-or («- "i|^ BB. 98) und ababa (AW. 16) 
die n, 23, 43 aU Synonyme von Hiin „Wald** angefthrt werden, wahrscheinlich aU he- 
brÜsche resp. aramüsche Fremdwörter ansusehn. Abaia reprisentirt wohl ein aram&isches 

11^ mit 1% «« ^, Einer Wunel mit arab. &^V£ (vgl 0^9^ Jer. 4, 29 und syr. «.fill). 

Falls Lagaede's AafTassung von "lu^f *- )vy^ {Stmitica I, 22) richtig ist, so muss 

auch assyr. ei&ru ,3mte** (AW. 68) aus dem Aramftischen aufgenommen worden sein. 
Ich will bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, dass nach David H. Müllee 
{Die Keit' Inschrift von Aschnit-Darga, Wien '86, p. 18) der bekannte Steinname 
f^tlu oder peln (LOTZ, TP. r77, 84; Lyon, Sargons texte , 80, 56) aus dem Idiom 
der vannischen Keilinschriften in*s Assyrische Übergegangen ist (vgl' auch ZA. 11 , 107 
und 225). Feäneel und Peaeioeius scheinen es sogar für möglich tu halten, dass 
assyr. pilaqqu „Beil** ein griechisches Lehnwort »> niX^xv^ ist Siehe Peaetoeius* 
Besprechung von Delitzsch's HA. in LOP. I, 195; Laoaede, Ges, Abh. 49, 10; SFG. 
55 1 5; Delitzsch, AS. 133. Gegen die von Peaetoeius /. c, ausgesprochene Ansicht, 
dass möglicher Weise schon Jahrhunderte lang vor Assurbanipal aus dem Wortschatz der 
nichtsemitischen Sprachen Vorderasiens ein und derselbe Eindringling zu den Assyrern, 
Ifebriem, Aramiem, ja schon zu den Sumeriem gekommen sei, habe ich principiell 
nichts einzuwenden. Vgl aber Delitzsch, Prol, 147. 



172 



Beiträge zur leinitischen Sprachwissenschaft. 



Ton yn „erschUgen**, TgL Lotä, TP. 151) 
tyn. uhnänu (Assarb. Sm. 103, 45). Dass 
madäktu niemals («Morden** bedeatet, auch 
nicht KB. 215 unten (oder ibid. 147, 151; 
TgL dazu ZK. II, 96 t I) werde ich ander- 
wärts auseinandersetzen. [Dr. Peiser liest 
KB. 86, 88 und 92 ff.; 88, 98; 96, 2 asdkan 
middak „ich lagerte mich'' (wobei er mid- 
dak — madäktu fasst) w&hrend er KB. 76. 
38; 80, 65 dieselben beiden Schriftzeichen 
in Verbindung mit uAra durch mi/to^ wieder- 
giebt, was nach seiner Ansicht offenbar die 
Masculinform zu nätaqtu (KB. 186, 27) also 

— mtä^ »Zug, Vorrücken" sein soll — 
eine IMfferenzirung, die mir lusserst zweifel- 
haft erscheint Dr. Ernst MOller liest ZA. 
I, 360 mittakf mit n und 7]. 

Medito (Vif?) „Riegel": AW. 148 (vgl. 
oben p. 6). Siehe auch unter mttill&tu 

nidattu „Tribut" (syr. KhKnis): siehe 
mandatiH, 

Mexi „Sturm" (» nui*x&y von einem 
Stamme axü „heulen"?): siehe p. 133 unten. 

Mtxizu (plur. maxätäni) „Stadt": vgl 
p. 16, n. 17. [KB wird das Ideogramm für 
^tadt" statt Siu, pL ä/äni (AW. 5) durch- 
w^ maxäzUf pl. maxdsäni gelesen (vgl. 
Schrader's Bemerkungen, KB. VII). Diese 
Wiedergabe 'hat viel fUr sich]. 

Mtxizta oder Mtxlltl (plur. tfäxtätt): nach 
AW. 300 ,^tliU" (eigentlich „Umfassung") 
von mn (— mm«). 

■laxrail, ein Ackerwerkzeug („Pflug- 
schar"?): AL' 89, 72; V, 18, 2$ (cf. ZA. 
I, 191 unten). 

■Itpimi (plene mi^-pa-a-nu, JL 8; plur. 
pti^pAnäti (Sanh. VI, 57) „Bogen" (eigent- 
lich wohl ,|Spannmittel"). 

Mtkkixn „Kostbarkeit" (Stanmi naa?): 
siehe oben p. 12, n. 2. 

Mekalt« (fem. zu W^ 2 Sam. 17, so; 
Stamm ^?): „Wasserbehlltniss" (syn. räfu 

— an-«) HA. 20; Prol. 47. [Möglicher- 
weise hingt mtkaltu mit dem äthiopischen 
miBqäl^ pl. miiqSiät zusammen, zu dem 
Dillmann arab. md*Jal {mäjil) „Teich" 
und mdiqule pl. maiäqil vergleicht. Beide 
arabische Wörter wären dann wohl, ebenso 
wie Vs'n), als Lehnwörter anzusehn]. 

MtkAau „Stätte": II, 49, 33 » V, 16, 51 
(vgl AW. 226). 



niln: nach AW. 223 „Vorderseite, PVont'% 
dann als Präposition i-* ana „zu" (vgl. 
ViB — Viwj). Nach AW. 224 auch ent- 
halten in itimäli oder timÜH „gestern" 
(V^ri^). [Lagarde bemerkt auf der letzten 
Seite seiner Probe einer neuen Ausgabe der 
lateinischen Obersetnungen des A, T, (Göt- 
tingen ^85), dass ^o (constr. V«q) „gegen- 
über** « n^ing sei, von einem Stamme ^"V 
(^Vm, nicht V111) mit Abfall des auslauten- 
den langen Vocals (wie in Vjpo oder ^9«, 
Stade §269c; vgl auch assyr. iaäü „Berg" 
constr. iad^ qanä „Rohr** constr. qan) und 
Quiesciren des M in ^ wie in *^i;i^ (vgl. 
meine Bemerkungen oben auf p. L5, n. 11 
sowie ot;Ti<b „Wage** etc.). Vo resp. Vf« 
„beschneiden** soll ein von Vm -« r^M» 
„Phallus** (Lag. Orientalia I. 102, Cött.'79 
Bruchstücke der kopt. Übers, des A, 7*.) 
abgeleiteter secundärer Stamm sein wie aram. 
VvnQnM (Lag. Symmicta I, 127, n. 2); vgL 

auch arab. ^>a4 von &3La^ (^) und ijl^ 

„mit Mundvorrath (SJ**i4 von pM) ver» 
sehn*' etc. (cf. Krehl, ZDMG. XXV, 685 
und die daselbst besprochene Inauguraldiss. 
Stade*s p. 5S). Mitthal. II, 254, i f^gt 

Lagarde hinzu, dass auch das arab. lO^ 
..Pflugsterz" nicht « aram. mim „Geräth" 
sei (FrXnkel, AF. 131), sondern wie n)i 
I Sam. 13, 20 auf einen Stamm ^3ii zurflck- 
gehe. PM „mit" dagegen (assyr. r/tt) steht 
nicht fär nsii von ^aM, so dass es das Fem. 
zu assyr. ina (das vielmehr — y^A ist) 
wäre (Mittheil. I, 226) sondern fUr idtu, 
fem. zu idu — t« „Hand, Seite" (2^ IL 
279; ▼gJ- dagegen Prol. 115, 4; 132, l). 
Die nota accusativi tk erscheint, wie ich 
oben p. 20 angedeutet habe, im Assyrischen 
als ätu], 

Meia (->!>») „Höhe" und mWk „Anhöhe" 
oder Militl „Erhabenheit": V, 20, 50; 
Sb 363: NE. 53, 44; Sanh. lU, 75. — ü. 
29, 66; Sc 29 (BB. 66 unten). — V, 65, 
17* etc. (vgl. ZA. I, 29; BB. 19). — Melü 
ist synonym mit müragu; mülü mit tilu 
„Hflgel"; und müliitu mit bel&tu „Herr- 
schaft". 

Malgi (eine Form wie arab. malja' „Zu- 
fluchtsort**?): n, 7, 21 (cf. n, 60, 34 sowie 



Haapt, rar assjrr. NominoUehre. 



173 



SciiKAi>iUL*s Abhandlang in den SHAW. 
Ilat 20 '86 DU D*Ot n roV« und ihr ara- 
mSisck'Ostyrisckes A^uwaienif p. 13; liebe 
dazn Stade, ZAT *86, pp. 289—339). Das 
c könnte oatflrUch auch SUmmconsooant sein 
wie in ma/^^ fem. magriin (vgl oben p. 14). 
Mutant ,,Schrirt": siehe maifant. 

wASMm (tVw)) „Weg". 

MeUUMM nMajestit*': nach ProL 93, 3 
Ton xhf ,>)ch sein" (cf. AEV. 15; TP. 84; 
Ken, 70, 5; GOY. § I13). 

■ilqitll (Erwerb** (? — njrjj?) von rx^h 
..ndiiDen": ASKT. 68 (cf. 56, 9). 

Mlti ,,TTinkgeflsi**: siehe maitü. 

■tittktl „Gemach*': siehe mastaktu, 

■altttM ,,Getr&nk*': siehe maiA. 

■inttl „Schwur** Ton ^n „sagen** (=■ 
ma*maitH)x siehe oben p. 15. n. II. 

■iai und Miltta oder wMk „Lager** 
(n»TO): BB. 44, 3 (syn. erh^. Vgl. anch 
BB. 117 sowie Saycb, Hibb, Uci. J2, 2. 

■MfaftC?): V, 26, 47. 

WUmiU „tiefe, Norden** (?): nach AW. 
226 „sehr möglicherweise** ^ mäntu, fem. 
XQ mämt wm ma'änu (y^Tol). Vgl. PSBA. 
Not. 7 '82, p. 11; ZK. II, 337; Tole, 
Gark, 334. HaUvy. ZA. HI, 188 hftlt das 
o sowohl wie das "* für radical, nnter Ver- 
gleich Ton hebr. fm imn in der rhtr Ha- 
baknk's nnd rrm ^vsii. Aach der oben (p. 1 59 
nnter Nr. a) besprochene Thiemame mandinu 
soll auf diesen Stamm rarfickgehn(?). 

■Miidy (— mamdüdu\ vgl. Htbraua 
1,220) „Linge**: KATa68. tfi% (vgl. oben 
p. 127). 

MUidua(?): AV. 5051. Nach HaUvy, 
ZA. ni, 189 unten ein Thiemame (cf. II, 
22, il) wie mandhmX 

mUiiattl (-« mandantH von pa « ^ 
„geben*0 „Abgabe, Tribut'*: siehe oben 
p. 13. [Zu der Ableitung von p3 vgl. 
X. B. Stellen wie Aaturb. Sm. 281 unten 
(^ V, 9, 118): lä inamdinSt mandattu na- 
din tmd/UuM „sie geben nicht den Tribut, 
die Abgabe ihres Landes'*.] 

■auui „Ruheort*' (iraip): KAT> 511; 
PAOS. Oct. '87 1 LIL Davon man»a%Stm 
ASKT. 60, 21 und MUUtlll (» matuattu) 
nStandort**: PrcL 142. [Beachte auch hebr. 

MUlixtl „Ruheort'*: Sanh. III, 79 (vgl. 



II, 15, 34a. 33b; 48, 6; V, 24 sowie AW. 

133 unten). 
Milttl „Lager": siehe mänü, 
MMtA: U. 20, 40 (AV. 5336). Wohl — 

9M von 9D: eine Form wie mtqqA ^ yn^, 
IMtMl^a „Gedr&nge** (Stamm pae « pas, 

dLud): AW. 35. 161. In dem Namen des 
Ostthors von Ninive: Nerib'fHäsnaqti'Od' 
näti. Vgl. daxu Herzog's R£> X, 593 
[nirib patnakü adnäH „Eingang cum won- 
nigen Entzücken**); Hthraica I, 231 {jurib 
masnaqti adnäti ,,the entrance to the pas- 
sage to the temples*'); Lyon (AM. 77, 23) 
und TiELB (BAG. 638) lesen mainaktm von 
einem Stanmie yit, Lyon bemerkt: „the 
reading maS is assured by a fragment of a 
cylinder in the Wolfe expedition collec- 
tion**(?). 

Htttaki und Mutaktn oder Baltaktn 

„Gemach" (?): Lyon, Sarg. 81 mit if, ebenso 
AM. 136 (tm»). 

Mattara „Vergebung**, syn. Arätu „Er- 
barmen** (von mr.cf. BB. 102, 44); V, 21, 
57. Eigentlich D^mama o^as *«^en (y> 51, 1 1). 

MMiru „Band**: ZK. II, 273, i (Stamm 

*«ii 1-* yOJ^\ cf. oben p. 19, 27). 

Mi9a'a (w^) oder Mi9i „Ausgang": 
Dkl. Parad, 110 unten. 

Mt9alla „Gehege** (?): V, 32, 48 (cf. II, 
24, 16 resp. 34, 34) syn. dütUy tarbüfu, 
/Im (vgl o^T*03 ^yn-Pii TT-^aan Ho«. 2,8). 

Ma9lala „Dach*'(?): PooN. M^. 36; 
Smith (AD. 244) und Saycb (RP. XI, 4) 
llberaetsen „ascenf *. Zu dem Zeichen rnm^ 
vgl. Amiaud TC. No. 154. (Pbisbr, KB. 
7. 35 liest pr-la-ia). 

iiit9raxa (rrs): n, 20, 28. 

Ma99artU „Befestigung" «- man^artu 
(•»»): ZK. n, 293; ProL 127. 

■eqqi (eine Form wie mtsxü oder viex^ 
„Sturm**): nach AW. 298 (vgL oben p. 99 n.) 
— nj^ip? „Gelinder" (Deut 22, 8: rr»wn 
7\^i\ npfta) syn. axaztu, 

MU|itfl „Fenetttfttte": V, 16, 18; Stamm 
qädu * hu^pu (II, 35, 14). Vgl. hebr. 
n^ftt von tp (cf. ZK. n. 283). 

«MI^ (* fnaqlaiftu) „Brand*'; Stamm 
qalü (Geez ftfAfytf): m, 7, 17 (vgl. He- 
braiea m, 326). 

Mtflifi „Marterbank'*: II, 23, 9 (syn. 



'74 



Beitrige rar Kmidscben Spnchwtsienschaft 



nohhaxu resp. nafbaxu) vgL III, 33, 75 
(-« Assurb.Sm. 137) und V, 17, 13, «uchAW. 
27. 226 sowie KAT> 557 anter pa. Stimm 
f«p (— 731p cf. BB. «4, a):*HA. 29; />«/. 75. 

M«||9ani (ia ^ /IxJ) „Gebiss (für das 
Matü des Pferdes)": V, 47. 41»» (cf. AW. 
144) syn. nüpsamu (und üd& i. e. *n9 ^ 
3a, 9). Stamm qa^äru ,,binden*' (tyn. m- 
käsM, kasi) — aram. ')isp (hebr. •»©?): 
Flemm. AV^. 48; Prot, 167; BB. 13, 2; 55. 
VgL oben p. 162 unter Nr. 4. 

Mirbaia „Ungestüm'* (Lyon, AM. 130) ist 
wobl besser xarbaiu xu lesen; siehe BB. 108. 

Mirtga (nicbt tfHiraht: AW. 185, 10) 
„Höhe" (»*»): siehe oben p. 127. 

«arxttt „Ehefrau" (nach BB. 43, 2 viel- 
leicht von einem Stamme rexü „lieben"?): 
AS. 44, 1 (syn. aüafu und sirtu i. e. „die 
Erkorene" Ton *rn, cf. ZA. II, 277 sowie 
AW. 301). Über die Form Ton marxitu 
Tgl. oben pp. 4 sowie 14, n. 6. Das Wort 

ist wohl Ton «<^) „weich, zart sein" ab- 
rakiten, so dass marxttm fllr marxiiaiu steht. 
aerixta (Stamm mit?): Lyon, AM. 75, 2$ 
(TgL Assnrb. Sm. 134. 147. 160. 175. 247, 
sowie 117, 94 wo gemSss 331 Me'ri-xi-e'ti 
zu lesen ist, endlich auch AW. 314). 

■arkMU „Verschluss" (syn. mediim „Rie- * 
gel") oder „Schloss": Flemm. Neb. 56: 
Lhotzky, Asum, 26 (Stamm tish y,binden"; 
Tgl. birtu — rnr»^ „Schloss, Burg" Ton barü 
„binden« HA. 23, i). Ich wül bei dieser 
Gelegenheit bemerken, dass mir die Bedeu- 
tung „SchiftUu" fUr markas tlippi (AS. 137) 
lusKrst zweifelhaft erscheint Auch wir 
reden ja Ton der„Verschansung** einesSchiffs 
(engl. bulwaHi) im Sinne Ton „Deckge- 
Iftnder". [Vgl auch Tiblx, Gesch. 442. 3]. 

■arktta „Zuflnchtsorf* (lon): siehe oben 
p. 16, n. 18 und die Nachtrige dazu auf 
p. 168, Nr. 13. 

«irain und (synkopirt) Mlriu „Lager, 
Ruhebett**: 11, 23, 65, ein Synonym Ton 
ma'älm (AW. 4) und Hn-nu-m ^ e. ten& ^ 
^3hr; Tgl. "»rSrw 2 K. 6, 8; BB. 44, 3) und 
wohl (trotz des J) ^ines Stamms mit erhi 
«- t^, also » yarvo, Quiesdren des 9 in 
i wie in iäru „Wind" ~ «^ Is. 28, 2 (wo- 
bei möglicher Weise das -> Ton Einfluss ist) 
Tgl. KAT* 72, n. 1. 



Merlin (miriht) und Mtriitll „Pflanzung" 

(qmJU): n, 23, 15; V, 21, 3. Vgl. Strass- 

MAIBR*8 WörterTerzeichniss ra den Inschriften 
in LiTcrpool, p. 39. 

Mtritta {jne^) „Besitz" (specieU an Vieh), 
„Heerde": LoTC, TP. 147 (TgL meine Be- 
merkungen Htbraica m, 1 10, l sowie FräN- 
KEL, Fremdw. 98). 

Miiaba „Wohnung** (a|;^): LNT. 10, 4 
(syn. {}ubtu — r^^^. 

Mtidtxn „Processionsstrasse" (m« „ein- 
herschreiten'*): Flemm. Ntb, 44; Tgl oben 
p. 16, n. 19. 

■tittni (oder MtlttlH) „Schrift** (tMf). 

naiitkkn oder Mliiakku „Altar** (syn. 
turqtnu); BB. 14, 4 (cf. 22). Stamm yei « 
hebr. "^9 anivSttv, libare} Vgl. aber Be- 
braica, m, 108, 5. (Auch Delitzsch und 
Zimmern lesen dieses Subst mit «; TgL 
AW. 78, Nr. 50; 120, n. 2). 

naikadn „eine Krankheit": ZK. 11,275,1. 
Nach Delitzsch (BB. 117) Tielleieht zu- 
sammenhingend mit h'kdu ^ laga^u V, 47, 1 3 
(wie Üqlu und maiqahi V, 17. 44). Saycr, 
mbb. lect, 442, I übersetzt „0 constricied 

naikaau „Fessel" (Stamm pr^^legen"): 
BB. 59; AW. 76. Auch wie ^^ „Wohn- 
ort'' (z. B. V, 1, 113; Esarh. 1, 13) und wie 
"r^'9 „Pfand** (Tgl. Strassm. AV. Lherp, 
Inschr, p. 38. 

MailHu, ein Ge(bs: V, 42, 19. Nach 
Del. Par, 142 ,, Wasserleitung** Ton rī(?). 
An der angefUirten Stelle folgt karpat J9- 
«rfrf i. c. o*Vjn MTtt W» trai. 

nailA (tou iaiüy, \\, 62,65 (cC aw. 107). 

■nipala „Tiefe": Aäum. II, 132; III, 136 
(syn. iupälH TP. VII, 8i); siehe oben p. 16, 
n- >4* (▼£!• BB. 66, i sowie ZK. 11, 399, i 
einerseits und Dr. Craig's DUi. p. 30 andrer- 
seits). 

Maiqaia, ein Mordwerkzeng: V, 17, 44; 
26, 33 (»gl. Lotz, TP. 91). 

naiqi (NE. 8,40) und Maiftta „Trinke**: 
BAL. 103, 2; COT. 287; ProL 186, 2 (sab. 

^yUMw« „TrinkplaU**) Nach Sayce, Hikb, 

lect. 161, 3 soll fitu m matkitu (mit D und 
31) „tkeitattamdtke/otd"htdtioXtn. [Vgl. 
auch mirtttt [r-^no}) u maiqitu, Men. Man, 
309, 5; Del. P r. 191]. 



lUttpt, zur aasyr. Nominallehre. 



175 



mUm (-i«m?) „Wagennid*'(?) oder viel- 
locht qwddl ^abe*' {mpählus) wie V^^ 
« K. 7, 33p). Vgl. ebtra Sanh. V, 30 

Siehe «ach BB. 39 




TOO 

unten sowie AL' 138. [PiXii die Variante 
V, 4. 30 (ygl. Anurb. Sm. 161, 88) ist 
kanm etwas ni geben. S. A. Smith über- 
setxt: „den Thron meiner Gerechtigkeit^ (I) 
p. lai leiDes Boches]. Maiiaru BB. 104 
ist ein Druckfehler. 

Mtttni (oder mit Imäle; mliiru wie ed/inu 
nnd edfmu allein*' AW. a; efiätu nnd ep- 
IM „Thaten" ZA. U, 118; vgl. AEV. 94) 
^Gerechtigkeit^ (v^^): siehe oben p. 16, 
n. IS nnd vgl Lotz, TP. 142. 

Btitfl oder MtltA „Trinkgefkas** (^rv): 
siehe oben p. 68. Fem. dazu ntitttu oder 
■altttl ,,Getrink** (z. B. V, 8, 104; 9, 34: 
mühttm miiqir ana pthm . . . gammale rU' 
Mehnm mJal/i^ ana fümfhmu ütäiü dämt 
u mt pariu „Getrink machte ich selten (Ur 
ihren Mond» die Kameele, ihre Reitthiere 
schnitten sie auf, fbr ihren Durst tranken 
sie das Blut und Wasser des Eingeweide- 
inhalts", xr%\ Tgl. meine Bemerkungen Ht' 
hrtäca m, lio). 

■•ttlftta (Ton eHlu ^^haben sein") „Er- 



habenheit": LOTZ, IT. ia8; Guy. § 104 
(syn. rafaitH i^usdehnung**)* [Dr. Peisbr 
liest KB. 120, 50 mtdüHiim mit 1, ebenso 
auch 124, 10, obwohl das Original der letz- 
teren Stelle 1. e-'it'lu'ti'hi bietet Vgl. auch 
Salm. Mo. I, 9, wo Dr. Pkisee ina mtdil 
qardüti (nicht mtdU iddüä, CraioI) liest. 
Dr. WwcKLER schreibt KB. 38. 78 (Tgl. 
ibid, 22, 85; 36, 55) millüim mit 19 (wie 
NOER. 748 unten) 30, 56 dagegen bietet 
auch er arxe edUkü mit n, giebt es aber 
(troU AW. 153) durch ,,steile Wege" wie- 
der. Ich halte es nicht ftlr unmöglich, dass 
mtdil, midlüim mit n zu lesen ist, mtHl' 
lüiu dagegen mit M, zusammenhingend mit 
eUllu (Guy. § 104; PooN. M^, 122; rgt 
Prot. 200, 7). FOr die Schreibung mit 19 
liegt kein Grund vor. AW. 147— IS4 i>t 
weder mtdil qanHUif noch mtdU^^ noch 
mtHlUktH behandelt; Delitzsch fiHst wohl 
also in diesen Worten den Dental als r]. 
Mttiqa (p?tr) „Fortgang*': II, 38, 26 (syn. 
xarrAtm^ urxtt, darägu; vglPooN. Sav,S$), 
(Asum. m, 110: mthtqUf in Verbindung 
mit kiksu, KB. 112, n. 4). Vgl auch mI- 
taqtH I, 31, 27 (KB. 186) und die Bemer- 
kungen oben unter madäktn „Feldlagef *. 



n. Formen mit prftfiglrtem 3. 



(oder näbaxu) „Marterbank" 
{« na^baxu, Stamm nan): HA. 29; /V^/. 
75; AW. 27. VgL aber nafbaxul 

Mtattl „Erzeugniss" (*«9a): dehe oben 
pp. 4 und 5. 

■ifeara oder llterto (-w) „Kifig**: AW. 
5$; in*s Syrische Übergegangen als vr^; 
(ZA. m, 51). 

■tMni (Ar ntHm) „Fihre" (->b9): AW. 
63 (cf. Prffl. 142, I ; BB. 45,. 7). 

■tbirti {ntHriu) „Überfahrtsort, Ufer*': 
AW. 63. 

■tterti „Übergang" V, 5, 96: AW. 63. 
(VieOeicfat ^ läkirh* mit Übergang des f 
in a unter dem Einfluss des ^. Vgl. auch 
den Stadtnamen NUarti-AlAr Asum. m, 50 
(KGF. 143 unten; vgl. auch ZA. I, 3S8). 

■Urtta „Hnngersnoth": siehe nipretm, 

■aUtalto „Gekochtes" resp. „Gebratenes" 



(so ist rv, 64, 7 nach Delitzsch zu lesen; 
nicht naSium tum, Jens. Diss, 50): Stamm 
Vta (/Vtf/. 32). [Die falsche Übersetzung 
KAT> 19, 20 ist COTH 304 nach BB. 76 
verbessert; demgemiss hätte auch das Glcs' 
sary p. 221 unter Vra und p. 257 unter 
y» geindert werden sollen]. 

■tllittl {nthittu) „Strick, Bande" (na»): 
ZK. I, S99; BB. 59 unten; vgl AW. 76 
(Form wie tämi/ät, tMirttt, tiipütm), 

■akattH „Feiertag" (-ia9?): siehe oben 

p. 144. 

Mflafel, ein „Strafinstrument** (nach De- 
litzsch: „Geissei") : siehe oben pp. 8 und 
16 sowie AW. 215, 5, auch Sayce, /UM. 
Itct 185. 

Mtftekl (Asum. n, 115 var.: nadtAaku, 
vgl. ZK, I, 376) „Bergwand": p. 1$, n. 13 
(Guy. §§4. 35: ntubaq), [Vgl. auch *mV- 



1/6 



BeitrSge rar semitischen Sprachwissenschaft. 



hak (? oder miäöäk}) iadü „Gebirgsabhang"' 
(KB. 190, 10) nach KAT< 215 die bergigen 
Gebiete ifidwesüich von Medien nach Ba- 
bylonien ni. Das Wort KAT> im Glonar« 
auch schon KATi, kann also COTH 280 
nachgetragen werden]. 

dUlAiu ,,Spross*<: AW.202. Wohl Niphal- 
bildnng, von ttn^nen" ; vgl. oben p. 160, Nr. 3. 

■axlli oder naxbitl (nan) „Köcher** 
(eigentl. „Bergongsort"): Prot, 175, 1. 

MXiMihi „Schlinge*' (Van): BB. 93 unten. 

■axiapa oder MXitptl (R)Vn) ,,Gewand*' : 
BB. 95 unten; AW. 145. 

Mtbtxa ,,Schlachtbank*' (nao): ü, 23, 9. 
So ist gemiss AV. 5951 statt nahbaxu ra 
lesen. 

[Mkptrtl ,J)eckel" (-«a). Del.] 

naltein ,^egelbau": I, 44, 62. 

MiMa ,,Gewand*': BB. 95 unten. 

[Mlpatu : K. 4378 Col. m. 44. Dbl.] 

naaka'n (ftr manba'u. yas) „QueUe": 
siehe oben p. 3. 

MMkatli (eaa) „Heiterkeit** (syn. ullu^ 
lUbty. II, 43, 26. 

Raagani (-<»«?) : AV. 6010 (cf. ibid. 6057 

sowie Sa IV, 4). 

ntarfdu (-njT) „Wohnstitte, Zimmer*' (?): 
Pr0l. 75, 2; AW. 63 (cf. Guy. § 38; Pogn. 
M^r. 45. 114). Khssü fdmidi scheint mir 
allerdings eher wie kusst xarräni einen 
„tragbaren Stuhl" oder „S&nfte" xu bezeich- 
nen. Zu dem n, 23, 5 zwischen kusA fä- 
midi und kusst xarrätu stehenden kusst 
sirdt vgl. ZK. 11. 261. Siehe auch tämihu. 
[Vgl. auch ni-mat-fu „Sessel** oder „Sänfte" 
(? — ntmädtu}) KB. 92, 123 (pl. ntmä/äü} 
vgl, TP. 1151); 106. 68 und 74; 191, 20. 
Schrader: fo/ma/tu „Sonnenschirm** (?) 
KAT> 216 unten. Eben«) Del. AG. 188.] 

■aUftv (MTtt) vielleicht „Mischkrug*^ : 
Sb 168; IV, 14, No I, 28 (AW. 97 unten); 
Asum. n, 67 (cf. Sayce, //ihh. Uct, '87. 
p. 296, n. 5). 

■awca9a (rm) ein Werkzeug: AL> 89, 62. 

■aMXaiH „OpfergeftsB** (-^m». Pael mux- 
xuru — a-»^): TP. 125. Fem. aaaxartii 
(oder namxurtut^f syn. mit maudäiu „Ab- 
gäbe** ASKT. 57, 28. 

aaMkAni ,3e8iu*< (-m): wohl wie aan- 

kati (n, 47, 49) NiphalbUdung, eig. „Er- 
worbenes**; vgl. oben p. 160, Nr. 3. 



ntailla „Macht** (^K): BB. 100. 

naaMtlln mW«^ (syn* *^^ ftL«C«r^: 
ein Wort der Sutier (i. e. f<« Ez. 23, 23): 
Del. Pamd. 236; Haupt, Andever Rtvitw 
'84, p. 93, n. I ; vgL auch Jensbn*s „Rand- 
glossen** zu AW (Wiener ZKM. H, 157). 

aaaNUda (-> namaddu) ,Mamf* (-^19): 
Sh 196 (T^EPSius, Ttf/ V. Senkerek, Berl. 

'77, p. 116). 

aaatfi „Reinigungsort'* (mob): BB. 97; 
LNT. 90. 

Naapafiti: eine der achtzehn Ort- 
schaften in der Ebene nord- und ostw&rts 
von Nineve in der Richtung nach Bavian 
zu) die Sanherib durch achtzehn, mit dem 
Flusse Chöser in Verbindung geseUte Kanäle 
mit Wasser versorgte (Dbl. Par. 188; vgl. 
Pogn. Bav, 1 16). Stanmi wohl »a (oder psa ?). 

BaBI9abu(?): V, 29, 21 (» noffo^, asa??). 
Cf. Sayce, /XM. Uct. 380, 3. 
aaa9aqu(?): n, 23, 50. 
naai9ara ,3chwert**: TP. 146. 

aaBl^ta(?): II, 20, 44 (Form wie nax^ 
bäUi „Köcher**?). 

ataiilia (ptay) „WeUheit" (eigentL „Tiefe** 
vgl. hebr. ^n): siehe oben p. 6. 

aaBira9a .Schwierigkeit** (pto). 

ataiKta „Gründung" ("my?): Del. Par, 
215; Flsmm. Neb, 47; Tiele, Gack. 447. 
NemUti'Bel\ die lussere Mauer {^aixti) von 
Babylon (siehe Tiele, Gesck, 447, 1). 

aaaaaka {^na'nabts) „Spross** (aan): HA. 
65; P^o/, 75, 2; 83, 2; 114) 

alakita (naa?): II, 7, 43. 

alatfabfi „Gabe** (ans): O^s*"« ^'^*' 
34, i); ZA. I, 37; HA. 20; (BB. 24 oben). 

Biaiaaa(?): II« 7« 27 (vgl. oben p. 163, 
Nr. 4). 

aaaaiarta ,,Leuchten** (-«a): Assurb. Sm. 
119 * m, 3«. «6 (vgl. RP. VII, 67). 

aBa9akta, pl. nunfobäH: NE. 51, 14 
(vgl nanfobu Del. Par. 142). 

aaaaara oder nauniru „Leuchte**: vgl. 
oben p. 166, Nr. 7. 

aatpaau ()B0?) ein Instrument: II, 46, 48. 

lappaxu (* nau/axu) ,31aseba]g** (nsa): 
siehe oben p. 16, n. 16. 

aapxara „Gesammtheit** (von *vit „sich 
versammeln**). 

aaptani oder aaptarta (-«csb?): Il, 22, 3; 



Hmapt, sur Msjr. NomioaUehre. 



177 



39» 5«; 44, 44 (iyn. ^t^^ „Schlltael"). 
VgL IR. «7, no. a, 41 (KB. 1190.). 

M^tll (eW „sefan<0 : AL* 85, 31 ; BB. 18. 

■tptUNI „GebiM, Zamn*' (lyn. ma^faru) : 
AW. 144; 256; 276. 

Uppaf« (— mmpofu})', V, 26, 2i(?). 

■apr&IW nRies^**: BB. 39; AW. 63, a; 
148 (sjrn. mediim), 

uprtm (oder iMirM»«?): n, 23, 39. 

■aprani „Anflöiang (eines Heeres)" Ton 
"nt (assyr. uparrir oder upyir ellatsu oder 
qipriu oder «ich puxmHu^ TgL KAT* 579): 
SdB. Mo. n, 100 nach Craio's Cütrtctwm, 
No. 186 (<£ Diu. p. 30). (VgL aber KB. 
172, 100). 

■iprtta (nt) „HangenDoth*': BB. 93; 
AW. 173, II. 

■tppaii (•« Mom/ahi) ,;LnSÜodh** : dehe 
oben p. I (TgL ZA. I, 64, 1). 

ntpÜfai (oder m^^iIi», «•») ^^bandlnngs- 
wciie" (syn. «f'tff/^ AW. 78. 119); auch 
ein betondercr „Belagervngiapparat". [VgL 
Dr. WlliCKl.Ui'8 Diss, 56 sowie POON. IVaäi 
Bfistm 8$, I. Das daselbst unflbersetst ge- 
kssene fiOu beisst »«Bresche", TgL aram. 
if^; ebeoao Sanh. in, 16 und Asnm. m, 
S3. III, TgL AL' XVI, coL m. In der 
daseibat dtirten Stdle Sahn. Balaw. V, 1 
bcdentet >»£Fii „Loch«' (syn. h^iu V, 36, 24). 
VgL auch upaiiam Sanh. V, 68 sowie RP. 
m, 70, ■• I uid Lyon, AM. 103 unter v^a 
sowie 7a, motts #m 17, 27]. — Fem. vi td- 
pQu Ist ■fpÜtl, ein Synonym von epUiu 
Saab. VI, 42. 

npiari „Eilasang": Dkl. Koss, 26. 

Mipiaiti, Werkseogzam w» „einreiben'* 
CKnsd"?): n, 25, 35 (cf. AEV. 14, 3). 

■Ipta „ScUflssel" (m): n, 23. 49 (syn. 
mmielA). Ct m^ätm, 

MpteM „Tisch, Tafel": V, 16, 31 (cf. 
Jan,, Diss, 48, 1% 

Mfteti „Scblflssel" (m). 

M^Mtil „Geschirr, Zflgd" (-nn): Sanh. 
VI, 58; AL» 97, 16 (Guy. § 66). 

■a9nirti: n. 34, 64; V, 39, 66. 

■titeln „Grab" (syn. iU wUUi nnd tr- 
ptm): ASKT. 215, 37 (cf ZA. II, ii3i >)• 

■MbA (n, 34, 69) oder MU|M^ „Brand- 
stitte": Sanh. IV, 68 (vgL BB. 94, 12/13; 
97 > 38/39). Stamm "mp (impf, i^mi) nnd 

Bdtilf« aar mmk, SpradkwitMaachaft. L 



nlr'uirtl „Speer" (?): I, 28, 12« (vgl. oben 
p. 162, n. i). 

Mribl „Engpass" (a*i9 „eintreten'O: AEV. 
13 (cf. oben p. 5). [VgL noch läntht Asom. 
n, 24; KB. 74]- 

narbi oder iirbi (^a*«), aoch naHi^M 
„Gfflase, Rnhm": BB. 97 (TgL AW. 129 
und Craio*s Diss. p. 27, 49). 

MTht^n »»Lager, Wöhnstitte": Lyon, 
Sarg, 14 (resp. 42) L 36 (TgL Del. Paraä. 
178 sowie KAT> 336 nnten). 

■trtfuii oder nlriMia: AL* 89, 57 (TgL 

n, 3«» 30- 

MTtiN (ann) „Bewisserangskanal": V, 
29, 64 (et IV, 59, ij AW. 276). 

MitaMl »»Wagen" (spedeU „Kriegs- 
wagen'O» «yn. ntJÜUm (— MSh tp 104, 3) : I, 
7, E 4; Su^ V, 80 (et KAT» 74, n. 2); 
in, 37. 62; V, 64, 2oetc 

MUrtol „Liebling" (syn. dSätt « nSn 
V, 16, 34) lern. Mrinti (om). 

■Iriii „Ftodament" (syn. üdu « nf^^ 
jPr^i. 46): BB. 97 (Stanmi nn, cC Ba 91 
sowie ZA. n, 274, 1). 

MTMlIUI (auch fem. MTMakta) oder lir- 
■alui „Opiergeftss": Lotz, TP. 125. (pl 
nirmakAH Asnm. m, 66). 

MUrpaM, ein Ackerwerkseng (« B^*^^: 

V, 17, 3«. 

■libfi (yafe) „Sättigung": Lyon, Siurg, 
68, 39 (BB. 97). VgL oben p. 3. 

naitati (n«, iV»/. 38): V, 26, 47. 

Mikutl „Stormgebrans": AW. 288; 

«90, 5 (▼gl- ol>«> P» »33)- 

Wli^iflm „Liebling'f: TP. 142 und 175; 
Stamm n-t« Rieben" {Fnl. 97). Wohl 
Niphalbildnng (ZA. n, iii). 

■•iaa oder ■Haft „GehOr" (yoiQ: BB. 
97; AW. 260; 263, I. 

Mipalll (im) „ansgfessen") ein Geilss: 
n, 22, 19 (TgL Klf^ „Trichter"). 

Mipari oder Mliparta „Sendung": ZA. 
1, 32 (TgL m, 41, 22; AW. 252 s. T. Mwm), 

Miptt« oder gliptta „Gericht" (? * 
tsf^«;, Stamm iapäiu « t»c?)> in, 67, 65; 
O 96 -« AL* 89, coL m (cf. Dhjtzscu, 
Assyr. Gramm. § 65, nr. 31, a). 

MirUM (cf. iarämm Sh 219): AL' 87, 4a 

Miraptii (rpb): V. 39, 65 (TgL ZA. I, 

64» I). 
MUtelu: V, 16, 77. 

12 



178 Beitrftge rar semitischen SprachwissensduiA. 

Die Abhängigkeit des präfigirten d von einem Labial unter den 
Stammconsonanten ist unverkennbar. Überall wo der Stamm kein 
Üy t oder 13 aufweist, finden wir das gemeinsemitische Präfix 13 wie 
in den entsprechenden Bildungen der Schwestersprachen. Nur ein 
Zehntel der oben angeführten 80 Formen mit präfigirtem 13 enthält 
einen Labial unter den Stammconsonanten, nämlich madbaru oder 
mudbaru „Wüste**, mifpätm „Bogen", melammu „Majestät**» tnämltu 
„Schwur**, murbahi „Ungestüm**, müiabu „Wohnung** und muipalu 
„Tiefe***. Über fnämUu**, müiabu und muipalu ist bereits p. 16, n. 14» 
gehandelt worden, und zu murbahi haben wir schon oben hinzu- 
gefugt, dass stattdessen wohl htsstr xarbaiu zu lesen ist***. Melanifttu 
„Majestät** wird von verschiedenen Assyriologen als akkadisches Lehn- 
wort betrachtet!, und auch madbaru und mudbaru „Steppe** kann 
sehr wohl aus einem alten aramäischen oder arabischen Dialekte in's 
Assyrische aufgenommen worden sein. • Ebenso ist mifpänu „Bogen** 
möglicher Weise ein Fremdwort +t« Es ist ausserdem zu beachten, 



* Ein Wort mutbalu (Assarb. Sm. 81, 9) existirt nicht Statt m&tVa mutbalu ist 
bduumtlich mät lamutbäht ku lesen (Del. Par. 231; Tble, Gesch, 360). 

** Zu der arainlisclien Form Iina*it3 gegenflber mAmiht vgl. ansser den beiden p. 15, 

D. u angeführten Wörtern rti^te und trrtffo atich noch ^^'v^ nWage** (pL ^j'^) 

Ton ^j^ gegenüber D'^tttb ron pt (siehe dam aoch meine Bemerkungen ZA. n, 378, i). 

Afämitu kann nicht too einem Stamme i''b herkommen; Mmne wflrde im Assyrischen 
ab mAndiu mit ü erscheinen. Dass imänäht hfiofig ohne To k aBsc hen Anslant gebraucht 
wird, erkürt sich daraus, dass es als Eigenname betrachtet wurde (vgL daxn NE. 66, 37; 
Sayce, imb. lect 306; KAT> 6, 35; 74i 32; ZK. II, 238). 

*** Bekanntlich las man firtther auch mttrränu statt swränu „Weg** (Assorb. Sm. 
329) von ivt „eng sein" (vgL oben p. 102, n. i). Anf denselben Stamm gebt auch das 
bduumte iaxrartu oder Uxarratu „Bedringmss*' snrflck, das BB. 1 11 als ein Qnadri- 
litterum *rn9 anfgefthrt wird. Schon oben p. 160, n. 2 ist darauf hingewiesen worden, 
dass die (KAT* 76, 25 vorgetragene) Ansicht, als ob alle Nominalbildungen mit piSfi- 
girtem ya im Assyrischen ausnahmslos die Form hiqtulu aufwiesen, nicht dem Thatbe- 
stande entspricht Vgl. x. B. noch iasluqtu (ASKT. 108, 13; IV, 11, 22; 30, 24) „Ver- 
derben" (PooN. Mir, 120), ial^tu „Verheerung" (BB. 42), dessgleichen Ußiak-m 
Salm. Mo. I, 7, das Dr. OtAio durch „declivity*< ttbersetxt (KB. 152). Ich wiU bei dieser 
Gelegenheit (im Hbblick auf Ausstellungen wie in Hommbl's Semittn 481) ttbrigens 
bemerken, dass mir p. 116 nicht vorlag, als ich p. 160 f. die Anmerkung Aber iang& 
„Priester" und iabrü „Seher" hinxufUgte. FaUs die Etymologie richtig ist, wird die 
Wiederholung ja auch nichts weiter schaden. 
t Siehe KAT« 237, 10 — COT. 228. 
tt Allerdings scheint der Stamm von mifpärm auch im Assyrischen vorsnkommen; 
VgL n, 27, 23 : ^apänm ia narkabit, das wohl wie das darauf folgende fomädu la «mt- 
kabd „anspannen" bedeutet. Das gewöhnlich durch „Schirmherr" ttberKtste {ää/hm 
resp.) lApinu bedeutet wohl wie mischn. ns^9 „Lenker, Herrscher" (vgl. daxu i Sam. 
9} 19: "^^ "^If? nt sowie «am lob 34, 17). Auch das V, 41, 34 als Synonym von fä- 
pinu erscheinende tmamu führt auf die Bedeutung coercert imperio. Beachte auch II, 
34, 41, wo lappatm mit ^ndu la ast „Verband des Antes'S syn. parsigu und agittA 



Haupt, xur assyr. Noniuiallebre. ijg 

dass in maälfarUf mudbaru^ milpäftu, müiadu und muipalu die beiden 
Labtale stets durch einen dazwischen stehenden Dental getrennt sind. 
Eine Lautverbindung wie mab-^ map-., mam-, ist unerhört*. 

Übrigens würde selbst eine grössere Anzahl Formen mit präfi- 
girtem )3 bei labialhaltigen Stämmen das Gesetz nicht umstossen. Es 
handelt sich ja in erster Linie darum zu beweben, dass die Formen mit 3 
an Stelle des gemeinsemitischen Präfixes 13 auf Dissimilation beruhn. 
Das schliesst keineswegs aus, dass das ursprüngliche 13 sich in gewissen 
Fällen (aus uns zum Theil unbekannten Gründen) gehalten habe. 

Formen mit präfigirtem 3 statt !tt ohne Einwirkung eines folgenden 
I^bials kommen kaum vor. Unter den oben aufgeführten 115 Wör- 
tern scheinen nääüSu ,^pross^, nindanuQ)^ nannaru oder nanniru 
^^euchte** und naiaddu „Liebling^ eine Ausnahme zu bilden. Wie 
bereits hervorgehoben wurde, stehn nannaru oder nanniru aber fiir 
nanmaru, nanmiru mit progressiver Assimilation des zweiten Stamm- 
consonanten**, und ninäanuy ist, wie p. 163 unter Nr.4 bemerkt wurde, 
ziemlich zweifelhafter Natur, während naladdu „Liebling^, wie auch 
Barth (ZA. n, iii) meint, eine Niphalbildung sein wird. Dasselbe 
müssen wir auch für nadiäu (üins) annehmen (vgL oben p. 160, Nr. 3). 
Bei diesen Bildungen ist das 3 natürlich ursprünglich und nicht erst 
durch den dissimilirenden Einfluss^ eines folgenden Labials hervor- 
gerufen. Die Niphalderivate können bei der vorliegenden Frage über- 
haupt nur dann in Betracht kommen, wenn man meiner Ansicht bei- 
pflichtet, dass das nomen patientis JuüU eigentlich ein Niphalparticip 

(für Jyuü) sei, in welchem das charakteristische Präfix 3 unter dem 

(. *m«i AW. 118) tasammeosteht Siehe auch AV. 1892—5—7; Lyon, Sarg, 85; 
LoTZ, TP. 175 (wo das Qtat I R. 37 in I R. 35 ra Terbesiera ist). — In meinem Auf- 
sats ttber die XII. Tafel des Nimrod-Epos ist statt mi^panu pp. 70 & 73 mffßAnu mit 
laafcm «t ni schreiben. VgL auch Assarb. Sm. 331 unten. Übrigens ist das Sylben- 
seichen ftr mit bekanntlich sehr vieldeutig. Delitzsch llsst es z. B. AW. 351 Mitte un- 
transcribirt Ich habe mifpSnu deshalb auch nicht oben p. 162, nr. 4 als Beispiel der 
Form V|^ anführen wollen. [Delitzsch liest pp. 144. 188. 190. 246 seiner (mir leider 
erst nach Abschluss meines Auisatses sugekommenen] Assyr, Gramm.: pitpAnu], 

* Um so häufiger sind dagegen Formen mit anlautendem nah-^ ^^P't oder nam'. 
Auch die Lautrerbindung imm- ist siemlich häufig; in den meisten der Beispiele beruht 
das sweite » aber auf Auflösung der Verdopplung des zweiten Stammconsonanten , und 
es ist zweiielhaft, ob das n in diesem Falle dieselbe Aussprache hatte wie der präfigirte 
dentale Nasal. VgL dazu auch die Bemerkungen Keshl's ZDMG. XXV, 683. Aus der 
daselbat dtirten Abhandlung Lepsius' ist nicht viel Belehrung ttber die Frage zu schöpfen 
^ Ich will hier zu p. 166, Nr. 7 nachtragen, dass mir Dr. Hommel am 11. Febr. 
'80 auf einer Postkarte schrieb: „Zu Munmu als Grundform fUr tunnu Tgl. Nannaru für 
mammaru (dieselt>e Art Ton Assimilation I)'^ Saycb in seinen Mbi. lect, 157 spricht der 
Ablettong Ton namäru „leuchten'' (nicht ,,/<> se^'X rgl. SFG. 43 unten 1) nur den Werth 
einer Vt^ksetymologie zu, während Lyon, AM. 13 1 mmnar als *roa auCTasst Zu dem 
Stamm %*^ vgl. auch noch Fräneel, ZA. III, 51. 

^ 13» 



igO Beitr&ge xur semitischen Sprachwissenschaft. 

uniforniirenden Etnfluss des Participialpräfixes )3 der anderen abge- 
leiteten Conjugationen in den labialen Nasal übergegangen ist: in 
Fällen wie namkuru^ namkiitu und den Femininformen wie nabnku etc. 
konnte der Einfluss der Analogie nicht durchdringen, da die Laut- 
verbindung mamküru, vtatfikütu^ maömtu als Kakophonie empfunden 
wurde; bei makküxu, mandüdu und den Femininformen malHtu^ mar- 
Htu^ marxitu^ milqttu dagegen stand (von mämitu abgesehn) dem uni- 
formirenden Einfluss des participialen 19 kein Labial hindernd im 
Wege; und es ist demnach sehr wohl denkbar, dass das ts in diesen 
Formen erst aus 3 hervorgegangen ist, sodass eine Form wie natu- 
kiiru also ursprünglicher wäre als arab. Judus, Das ist aber einst- 
weilen lediglich eine Hypothese, die ich selbst nicht fiir sicher 
halten kann*. 

Ausser den schon angeführten Formen nädühi^ naiaddu^ nam» 
kurut namkiUu und nabnku könnten auch noch narämu (fem. na- 
rämtu) „Geliebter", napiaru „Erlösung" sowie nübü „Sättigung" als 
Niphalbüdungen angesehn werden**. Nilbü kann sehr wohl aus naibü 
=s naibuu entstanden sein, obwohl dabei zu beachten ist, dass hbii 
„sich sättigen", ebenso wie yiti und mjJu im Qal gebraucht wird. 

Auch das oben unter nantxaru*** angeführte Synonym von moMdattu 



* Änssent nreifelhafter Natur ist das anlautende a in (dem ägyptischen Lehoworte ?) 
namsuxu, das auf dem Jagdobelisken** (I, 7%, 29«; Tgl. TP. 198; KB. 126) mit einer 
grossen pag&tu (Tgl. Asum. III, 76. 87) und einem fiwlr(?) näri ,3sel des Flusses** (d. i 
wohl „Flusspferd** hebr. Harji, TgL Franz Delitzsch, lob'^ 525) nebst anderem See- 
gethier {^mämi tämdt) als eins der Geschenke erwihnt wird, welche der König Ton 
Ägypten an den assyrischen König (Tiglathpileser I oder Aäumigirpal? Tgl. KB. 124, 

n. 7) sandte. Nach Oppkrt (Tgl NoMU 1037) ist es (wie arab. ^LmmJ^; TgL Hoiof. 
Säugeih, 329) ein Lehnwort aus dem igypt. €mst$h (mit ^) „Krokodil** (TgL Dkl. 

M^ 531). Das anlautende : soll der igyptische Pluralartikel sein, doch ist diese Er- 
kl&rung wenig befriedigend. 

** Barth meint ZA. 11, iii, dass die Möglichkeit dieser Auffassung auch bei h/'m- 
dabü „(freiwiUige) Gabe** und nalbalu „Gewand** gegeben seL Nalbaht ist aber wohl 
mit dem arab. malb<u „Kleidung** identisch, während mnäabu möglicherweise fUr uid' 
dctbü steht, also IntensiTform sein kann. 

*^ Ich habe oben p. 162 unter Nr. 4 uatnxaru oder (mit Femininendung) namxarim 

bemerkt: „eine Fprm wie arab. S^-^EJuO „Rauchüus**. Wenn ich mkh hier nicht aus- 

drfickUch dagegen Terwahrte, würde wahrscheinlich demnächst in einem PliSER'schen 
oder WiMCKLER'schen Au^tx die Anmerkung auftauchen, ich scheine bei dieser Neben- 
einanderstellung A mit A Terwechselt su haben. Was wflrde mir wohl (trotx Ahm. 20, 
6, 6) angehfingt werden, wenn ich einmal wie Jensen, ZA. I, 312, L 7 unter den Au- 
spiden Bezold's littera inßrmis schriebe! Man lese s. B. die kindische Bemerkung 
Dr. WiNCKLER's (ZA. ni, 110) über die officielle Orthographie von Shtttätic an der Johns 
Hopkins UniTersitfit. Dr. Wincklkr scheint nicht zu wissen, dass Sem im Englischen 



Haupt, zar anyr. Nominallehrc. lg] 

Abgabe" ist möglicher Weise eine Niphalbildung und dann vielleicht 
besser namxurtu mit // (vgl. nasxuru BB. 22) zu lesen wie napiurtu 

n, 34» 72*. 

Die Niphalinfinitive mit u in der zweiten Sylbe wie nafiiuru „Er- 
lösung (V, 21, 65)**, naplusu „sehn" (BB. 17; vgl. ZA. HI, 55, 8), nas- 
xuru „sich wenden" (BB. 22), nalbuhu „erregt sein" {ProL 89), nädum 
oder nanduru (Stamm TW)*** „bedrangt sein" (AW. 172), nanduru 
(Stamm TD) „wüthen" (AW. 287 unten), nämuru (Stamm ntJ») ,^e- 
sehn werden" (AW. 85), na'butu oder (mit Quiesch-en des ik) näbutu 
„fliehn" (SFG. 10, i; AW. 74 unten)t, nangugu (MiK) „zürnen" (/Ar- 
braka I, 176, 2; AW. 81), narpusu (V, 16, 17) etc. habe ich, da sie 
für den Übergang des Präfixes tJ in 3 nichts beweisen können, nicht 
in das obenstehende Verzeichniss aufgenommen. 

Der eine oder andere wird vielleicht auch noch manche andere 
Formen vermissen ff, die ich absichtlich nicht berücksichtigt habe. 

Sktm heiBst und dus die Schreibart Semitic im Englischen ofTenbar erst aus dem Frmn- 
zdnscben und Deutschen kfbistlich eingef&hrt worden ist. 

• Auch nakrüfu „Mitleid", syn. remn „Erbarmen**: V, 21, 63, ist wohl eine Niphal- 
bOdong. Stamm wahrscheinlich K*o „Schmerz empfinden" (BB. 92, n. i ; cf. Guy. § 106), 
also eine Form wie narMfu „Grösse" oder naqm&iu ,,Brandstitte". 

** Napiuru erscheint daselbst als Synonym von remu „Erbarmen". Paläru wird 
aach wie das aram. w^m *mt von der Deutung der Trtnme gebraucht: htttu paiänt, 
ASKT. 205. Vgl. anch ^ t^| T^ mj, EccL 8, 1 (cf. Delitzsch, Qmm, »u Kok, 
p. 204). Es ist merkwflrdig, dass wir daftr in der Getchichte Joteph's im 40. rnd 
41. Cap. der Genesis *«v mit n finden. Das h wird wohl hier als vdy anfgefasst werden 
missen, das sich ans dem assyr. i ebenso entwickelt hat wie in Ai&r^ Utar (AEV. 16. i), 
neiu, paiHtihi (vgl. oben p. 161, n. i). Arab. «pamJ ist jedenfalls erst aus dem Ära- 
mÜBchen entlehnt (vgl Fränkel, AF. 286). GüYAED meinte ZK. I; 28: „que la ckum- 
ttmte assyritnm a du st cAanger de bonm heure en v^ (tk/ort angiaisy^. Was er sonst 
gegen die von mir verlbchtene HiNCK*sche Zischlantstheorie vorbringt, will ich hier auf 
sich berahn lasKn. Ich verweise dafllr auf meine Abhandlung On the prommciation of 
» in Old Penian (JHUC Aug. '87). 

*** Das n in diesen Formen an Stelle des M beruht wohl kaum auf Auflösung der 
Verdopplang, sodass nandur {fix naddur •« na*dur stünde, sondern auf Analogiebildung 
nach den Verben 3"b. Das Impf. Niph. lautet ja von "inii sowohl wie von "na: innadir 
(vgl oben p. 76). Vgl übrigens auch das ZA. I, 376 unten Bemerkte. 

-f- Das Imperiectum zu na'bittu lautet entweder innahit (mit progressiver Assimila- 
tioo des ersten Stammconsonanten) oder i'abit für i**abit (mit regressiver Assimilation des 
Pri forma tivMns a an das k) — eine doppelte Bildung mit gleichseitiger Bedeutnngs- 
diileteoximng wie hebr. r^^fn und rrin von tna. Ebenso ist Caidu ^ ^n^^* „sie wurden 
geboren" gebildet Auch tadru „er wurde bedringt" (geschrieben C-ad-ru ASKT. 76, 10 ; 
77, 30) stdit für i**adru, headhru, ist also ebenfalU ein Impf Niph. Adir IV, 5, 23 kann 
dagegen nicht in Betracht kommen. Ich habe darauf schon Hebrüica \ 223 hingewiesen, 
aber die Formen werden noch immer (sogar AW. 72 und 172) (Ülschlich als Permansiv- 
formen des Qal angetehn. 

ft Die von Scheader angeführten Wörter mabad{^'xn) „Dienst" (ABK. 212; KAT» 
179) ^axAmamvqtu (rpsjrtj) „Tiefe" (KAT» 349, 31 — COT" 35, cf ibid. 209) cxistiren 



l82 Beitrige tor semitischen Spnchwisseiisclutft 

Über namurratity namrirtt und fnandinuvsX schon oben p. 159 f. unter 
Nr. 2 gehandelt worden; ebenso habe ich unter Nr. 3 zu makküru 
bemerkt, dass diese Nebenform von namküru wohl keine Präfixbildung 
sondern eine Intensivfomi wie satiüku „Opfer** (ZA. I, 36) ist Ich 
glaube jetzt auch (mit Delitzsch), dass der (p. 8 unten als A^/i-bildung 
angeführte) Vogelname nambuötu II, 37, 14 (ein Synonym von adam- 
mumti „der Dunkelrothbraune** AW. 159) für nabbübtu steht wie unamdi 
fiir unabbi etc. Ähnlich sind wohl der Gefassname nassabu (II, 22, 14), 
nakkamtu „aufgehäufter Schatz** (V, 5, 132; AW. 142, 19; vgl ZA. 
II, 266) und nabbaltu (HA. ^f) „Orkan** Intensivformen, so dass das 
anlautende 3 also als Stammconsonant anzusehn ist*. So verhält es 
sich femer wohl auch (trotz BAL. 96, 3) mit naxallu oder nasUu 
„Giessbach** (HA. 49; Prol. 151 ; vgl. BB. 55), iM[^»rrw „Spitze** (AW. 
130 unten), nammailü „Gewürm** (ZA. III, 57, i). Über Formen wie 
nubalu (TP. Vü, 57)»*, nisiggu „Trophäe** (TP. VI, 83), nigi^^ (GOT. 
p. 109, 2; BB. 54 unten), nargitu (V, 28, 12) lässt sich in dieser Hin- 
sicht nichts aussagen, noch viel weniger über ganz zweifelhafte Wör- 
ter wie nflü (nach BB. 103 von rtK), tdbixu (Esarh. VI, 4) oder na- 
naxu {Prol. 84, 2)***. Die BB. 6S erwähnten Formen wie namtu „Gnade** 
— attnu (pn), nuggatu „Zorn** «= uggaiu (ääk), nalliUu von bi« „bin- 
den** (ZK. n, 43, i) gehören nicht hierher. Die Nasalirung des An- 
lauts beruht hier offenbar auf Analogiebildung. Eine Form wie 
nuggatu^ ist (ebenso wie der Infinitiv nangugu) von dem Impf. Niphal 
ifmagig «^ iiiagig abgeleitet, hätte deshalb auch AW. 82 angeRihrt 
werden sollen. 

Auch die Eigennamen wie Marduk^ Nergal (HA. 12; AEV. 12), 
Namtär, Nanä^ Nimia und (das AW. 23. 37. 60. 91. 96. 97 etc. kühn 



Dicht. Statt mahad ist mäwät ni lesen (KAT> 262, 3 — COT. 354, wobei die fiüsche 
ÜbefBetxong ron UH^ nach Del. Par. 295 hitte berichtigt werden sollen) und drr Text 
des Bellino-Cylinder*« KAT> 346, 14 ist nach Sanh. Sm. 27, 13 (cf. ibid. 30) zn Ter- 
besKrn. — [Der Pflanzenname maiiakal (AW. 306; vgl. Hau£vy, RP. XI, 159) woneben 
(gemto PSBA. Apr. 5 '81) anch mortakal Yorkommt, ist wohl ein Compositiim. Für 
den Wechsel Ton / und r vgL noch die wichtige Notiz Deutzsch's ZA. II, 101.] 

* Auch mngAtu, das Assnrb. 8m. 125, 66; 134, 46 (cf. 132, 21) und 312, 74 durch 
musu (vgl. Guy. p. 32, n. 2) flbertetst wird (wohl hn Hbblick auf hebr. Hr^s; vgl ibid. 
3311) steht wohl ftr niggüm * rvi^ resp. fdgütu (BB. 31, 2; AM. 10, \\\ S. A. 
Smith [Assurb, Heft I, p. 124; siehe auch den „Commentar** p. 105, 95) führt das 
Wort als *Mi auf. Vgl. auch P^ffi. 33. 

•• VgL anch nuparu Esarh. VI, 38. 

*** VgL anch nißint Asom. m, 39, das Dr. Pbiser KB. loi dorch „gedeckte Stel- 
lung*' (?) wiederglebt, indem er es wohl von *«t% „bedecken*' {Hebraica l, 178, 1) ableitet 

t Delitzsch (BB. 118] hält die Ableitung des Wortes von agAgu ftr unmögHcb, 
und ist deshalb geneigt, nuqqunt (vgl. Schkadbr, HI. 93} statt nuggat zu lesen. 



Haupt, rar tMjr. Nominallefare. 183 

angesetzte) Namrüdu* lasse ich lieber aus dem Spiel. In Bezug auf 
den zuletzt genannten Namen möchte ich nur noch hinzufügen, dass 
sich sicherlich Niemand mehr freuen würde als der Herausgeber des 
babylonischen Nimrod-Epos, wenn die Form Namrüdu eines schönen 
Tages wirklich keilinschriftlich beglaubigt werden könnte. Bis jetzt 
sind die darauf gerichteten Versuche aber leider vergeblich gewesen; 
auch Halävy's Ausführungen ZA. II, 397 sind nicht überzeugend**. 
Es muss aber zugegeben werden, dass der babylonische Ursprung 
des Namens nach dem oben über das Präfix a bei folgendem Labial 
Auseinandergesetzten noch an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Jeden- 
falls möchte ich diese althergebrachte Ansicht nicht zu Gunsten der 
neulich von Eduard Meyer (ZAT. '88, 48) vorgebrachten kühnen 
Behauptung aufgeben, dass der Name libyschen Ursprungs und Nimrod 
eine ägyptisch-libysche Sagengestalt sei***. In meiner Besprechung 
von Delitzsch's Kossäem {Andcver Review^ July '84, p. 94) habe ich 
vermuthet, dass Titfi möglicher Weise ein kossäischer Name sei, 
zusammenhängend mit dem Namen des kossäischen Gottes der Jagd 
Maraddal^ (also etwa ein Name wie Nazi'Maraddal)W der sich aus 



* VgL Lyon's Bemerkoogen PAOS. May *87, p. XII. 

** Vgl auch HoMMiL, OBA. 321, i; 227; 394, 4. 

*** Das .„habyloniiche Calturland'' retp. die babylonische Niederoog mit den ao- 
greosenden Diftricten war ,,siir Zeit Nimrod's^ wohl ebono „thierreich'' wie die libysche 
Wttsic. An jagdbaren Thieren war gewiss kein Mangel. Loftvs sagt in seinen Travels 
m Chaldtemi „The Hon stems tc havt betn ifultgenotit to (he Chaldaean marshes in 
wery tarfy thmes (cf. op. dt. pp. 259 — 262, auch 342) and noch jetzt sind Löwen und 
andere wilde Thiere unterhalb Babylon's in Menge Torhanden; Tgl. Layam>*s Nineveh 
mmd Bmhylon^ 433. Man denke auch an die Elephantenjagden Tiglathpileser's I (LOTZ, 
TP. 162, 2; Tgl. HoMMEL, GBA. 192, 3) im Nordwesten von Mesopoümien bei Haran 
and an den Ufern des Chaboras; die Löwenjagden« die der alte König § 36 seiner 
grossen Prisma-Inschrift beschreibt Vgl anch die ParaUelberichte aaf dem ,Jagd* 
Obelisken«' I R. 28 (Lotz, TP. 197; RP. XI, 9; Hommel, GBA. 532) sowie Tible*s 
Gtsch, pp. 52. 57. 511. 537. Übrigens erwfthnt Nimrod selbst ausdrücklich, dass, als er 
anf seiner Wanderung su seinem Ahn Ubara-Tutu (vgl. AW. 67 unten) des Nachts in 
die Schlochten des Gebirges kam {ana tieribeli ia iatit iktäiaä m&Bta^) er Löwen sah 
und sich Archtete {neU imur-ma iptdlax). Doch erhob er sein Haupt cum Monde betend 
{ÜB reiaht'[tma\ aua Sin iqdrab) and die Götter hörten sein Flehn und beschtttzten ihn 
(rgt die oben p. 116, n. mitgetheilte Erginzong su NE. 59, 9). 

"f* Vgl. Franz Dklit^SCH's Neuen Cpmmeniar über die Gettesis, p. 213. n. I. 

tt Siehe V, 44, 26 and TgL Hommbl, GBA. 436. Ticlk liest (pp. 141. 146. 637 seiner 
Gesch.) Nm8i»de'Ur{}) indem er offenbar die beiden Zeichen S^ 88 und 91 mit einander 
Terwcchselt Das Ideogramm für qaiiu (akkad. rnuru) woAr Delitzsch den kosslischen 
Laatwerth maretd rermuthet, hat nur drei eingesetste Winkelkeile, das Zeichen de «« 
H^Um dagegen sechs. Dass statt ur Tielmehr dai za lesen, wird durch die Hiafigkeit 
der Endung »oi im Kosaischen (vgl. Lenormant, Les origines de thisioire, II, 105, 2 
sowie Andever Review ^ Jaly '84, p. 93, n. 7) sehr wahrscheinlich, ganz abgesehn ron 



184 Beitrige tur •emidtcben Spnchwinenschaft 

VTi)3"ra vielleicht zu TD93 verkürzt habe wie der kossäische Gottes- 
name yüptO auch in der verkürzten Form ütO erscheint Ich brauche 
kaum zu bemerken, dass mir das alles noch im höchsten Grade zweifel- 
haft erscheint, wie überhaupt bei der Erklärung alter Eigennamen 
selten viel herauskommt 

Wir haben es hier ja auch nur mit dem Nominalpräfix na- zu 
thun, und dessen Natur wird wohl nunmehr nicht weiter zweifel- 
haft sein. 



der (auf p. 37 voo Dkutzsch's IToss. behaodelten) Schreibung Ma-rad'äaJ in dem koi- 
■liichen Gloisar. Aach Dr. Psisbr und Dr. Winckler lesen KB. 196, 24 mit Delitzsch: 



Beiträge zur Erklärung 
der babylonisch-assyrischen Brieflitteratun 

Von 

Friedrich Delitzsch. 

I. 

Indem ich mit diesem I. Artikel eine Reihe von Beiträgen zur 
Erklärung der babylonisch-assyrischen Brieliitteratur eröffne, bemerke 
ich von vornherein, dass ich auf Beigabe der betr. Texte in Keilschrift 
zunächst verzichte. Das einzige Mittel zu wirklich treuer Wiedergabe 
wie aller, so auch dieser Keilschriftoriginale würde Facsimile-artige 
Abschrift sein mit genauester Wiedergabe jedes einzelnen Zeichens 
in der besonderen Gestalt, die ihm die Handschrift der verschiedenen 
Schreiber gegeben, mit peinlichster Beibehaltung der die einzelnen 
Zeichen und Zeilen trennenden Zwischenräume, und was dergleichen 
mehr ist, und hierauf Vervielfältigung dieser Abschrift mittelst 
Autographie oder Lithographie. Zu persönlicher Vornahme dieser 
technischen, grossentheils rein mechanischen Arbeit mangelt mir 
dermalen die Zeit Nicht minder wurde auf Textveröffentlichung 
mittelst Keilschrifttypen absichtlich verzichtet Die meisten der in 
diesem L Artikel zu behandelnden Briefe sind von S. A. Smith auf 
diese Weise edirt worden*, und alle Assyriologen werden diese seine 
Arbeit mit Dank und Freude begrüsst haben. Aber dass die Ver- 
öffentlichung mit Hülfe von Keilschrifttypen wesentliche Vorzüge 
besässe vor jener mittelst einfacher Umschrift, möchte ich nicht be* 
haupten**. Wohl hat S. A. Smith in anerkennenswerther Weise es 
sich angelegen sein lassen, auch den besonderen Formen, welche 
etwa die Zeichen /< oder iä oder iidöu in den verschiedenen Briefen 



* lo idiiMi Keiltchrifttexten AsorbuiiiMa's, Heft II, Leipcig 1887 (12 Tafeln mit 
14 Briefen); in PSBA IX, 1887 (6 Tafeln). X, Nr. (= Part) i, 1887 (9 Tafeln). X, 
Part 3, 1888 (19 Tafeln). X, Part 6, 1888 (7 Tafeln). 

** In erhölitem Maae gilt Obigei natttrlich Ton den neubabylonischen Texteditionen 
in ZA: die VerOffentlichnng t. B. too K. 95 und 67, 4—2, 1 (l* c- H, S. 59 ff.) bleibt 
•elbst Unter deb bescheidensten Ansprüchen surttck. 



l86 Bdtrige xar faDitucben Sprichwisaentchaft. 

aufweisen, gerecht zu werden und dieselben im Druck nachzuahmen, 
aber diese Nachahmung vermag sich doch nicht immer mit den 
Originalzeichen zu decken, und bei einer grossen Zahl von Zeichen — 
ich verweise nur z\x{ Nergal in K. 478, 8, zufmätäti in K. 509, i. 5, auf 
dur in K. 146^ 22 — war eine solche Nachahmung überhaupt unmög- 
lich. Grundvoraussetzung jeder Veröffentlichung von Keilschrifttexten 
mittelst Umschrift bleibt natürlich, dass der Leser bei keiner einzigen 
Sylbe, keinem einzigen Worte in Zweifel sein kann, welches Sylben- 
zeichen oder Ideogramm jedesmal im Original entspricht Ich habe 
deshalb, wo immer solcher Zweifel möglich war, denselben durch 
beigefugte Anmerkungen beseitigt Im Übrigen bitte ich die fol- 
gende kurze Liste meiner Umschriftsweisen beachten zu wollen. 

Mu — EN; Bir^ iiu EN. iläni {rabüti) — AN //(GAL/O- 

Marduk — Um ZUR (AMAR)-UD. be-iir = be-ni. 

Nabu — //««AK (mit oder ohne banü {ibniM.z) = ¥JiK, 

Ligatur). (mc = UD //. 

Nergal — //« UGUR. kussfi =- //« GU. ZA. 

Sin -= ilu XXX. mär — TUR. 

Rammän «= //» IM. nadänu {tiädin^ iddina u. ä. in nn. 
^mai -= üu UD. prr.) — MU. 

ElamUi — »'4/NUM (d. i. EL AM), napläte = ZI //. 

MA*/. sise = imfru KUR. RA //. 

abü = AD. pän{u) — äl. 

äläm — ER //. fäbe =- ZAB //. 

apü — A. lamf-e — AN-^. 

aiia/u „Weib, Ehefrau« = DAM. Jerc =« UZU //. 

Wo zu }arru, ihr „Könige nichts bemerkt ist, ist es stets mit dem 
Ideogramm LUGAL geschrieben. Umschriften wie HU-fHUy Db-bi, 
ü-rnu, räb, ihm weisen auf ideographische Schreibweise dieser Wörter. 
E in Tempelnamen wie k-an-na bezeichnet bitu. Die aus U und lu 
zusammengesetzte Copula umschreibe ich durch ;/. Ist zu ia kein 
besonderer Zusatz gemacht, so ist stets das aus Zusammenftigung 
von I und a erwachsene Zeichen gemeint. 

Ich beginne mit drei Briefen an die „Königin-Mutter^, nämlich 
K. 486. K. 523. K. 478, und lasse diesen, in loser, nlir zum Theil 
durch verwandten Inhalt begründeten Aneinanderreihung, siebzehn 
andere Schreiben (worunter vierzehn an den „König" gerichtete) 
folgen, nämlich K. 476. K. 512. K. 81. K. 526. K. 146. 81, 2—4, 57. 
K. 493. K. 498. K. 522. K. 572. K. 483. K. 604. K. 618. K. 95. 67, 
4~2, X. K. 509. K. 82. 

* Et köontQ tnch i-nt mntchfieben werden; dessgleicben wire bt^U möglich, doch 
wlfde hei letiteierUaMchrift die Schreihmg mit m nicht so klar henrortreten wie bei ht-ili. 



Delitzsch, Beitrige rar Erkllning der babyloniacli-usjrTiachen Brieflitteratar. 187 

K. 486. 

[Neuassyrisch. Braunes Täfelchen (Grösse: c. 5 cent lang, 2^,2 
breit). Grosse, starke, entschiedene Schriitzüge. Zwischen den ein- 
zelnen Zeilen ziemlich grosser Zwischenraum. Veröffentlicht von 
S. A.Smith im II. Heft seiner „Keilschrifttexte Asurbanipals" (Leipzig 
1887); vgl S. 46. Von mir copirt im Oct 1888. Auch aus Strass- 
maier's Wörterverzeichniss liess sich nach den in Bezold's Literatur- 
Überblick zusammengestellten Citaten, zu denen noch S. 352 nach- 
getragen werden mag, der ganze Text gewinnen (obschon Nr. 144, 
vgl. 7303, statt tnafit-te-ma Z. 10 ai-tami^yte-maO) bietet, und Nr. 144 
statt a-^a Z. 14 a-hi Host, woraufhin in Nr. 800 auf Grund dieser Stelle 
ein Wort a-htC?) angenommen ist).] 

Obv. A'hit^ iarri a-na 

ummi^ }arrt> 

iul^ mu a-ü" H 

lu lul'tnu a-na 

5. ummi^ iarri^. 

Ina eh ardi iä* '^A-fnu-ie 

Sä tai-pur-in^-ni 

ki iä ummi'^ iarri'^ 

taJc'ÖU'' u- ni 

* 10. a-na-ku ina pi^te-ma 

Rev. oJc- ^/- bi 

damüp^ a-dan- nü 

ki iä tcH^- bi- ni 

a- na mr- /'- ni 

I $. "" ^n- mU' na» a-a 

il- la- o^*. 

UobeschrSebener RAam. 

1) mid^ had, a) SAL. DAIIAL. 3) mam^ mÜ, 4) durchweg mit nur drei wage- 
lechten Keiletf geschrieben. 5} mit drei wagerechten Keilen zn Anfang geschrieben. 
6) bekanntes ans lf< -f- x<i^ bestehendes Ideogramm. 

*) S. A. Smith, l c, flbenetzt Z. 6 ff.: „Über den Knecht des AmuM, den dn 
mir gesandt hast, wie die Königin-Matter geboten hat, habe ich urplötsUch befohlen 
Gnade; seitig, wie da befohlen hast, der Zahl des Chamnna ist er gegangen". (Vgl. 
auch „Nachtrige and Berichtigungen*' S. 86: „Vielleicht ist gemeint: sa dem Regiment 
des Chamana bt er hingegangen"). 

Übersetzung: 

Bescheid des Königs an die Königin-Mutter. Ein Gruss von mir, 
ein Gruss an die Königin-Mutter! 

Angehend deine mir gemachte Mittheilung betreffs des Knechtes 
des AmuSu, so habe ich, wie die Königin-Mutter befohlen hat, so- 



l88 Beitrfige zur semitiachen Sprachwissenschaft. 

fort Befehl gegeben. Es ist sehr gut, wie du befohlen hast Wozu 
soll J^amunä kommen? 

Bemerkungen: 

Z. I. Für abitu „Bescheid" (STSK, „entscheiden, wollen") s. WB, 
S. 21 f. und vgl Gramm. § 65 Nr. 6. S. A. Smith, ebenso Strassm. 
Nr. 47. 144, lesen a-bat („Wille"); aber das Nebeneinander von a-^Ht 
{bat) und a-bi-te innerhalb des Textes K. 507, 11 und 23 (s. Artikel II 
dieser Serie) fuhrt auf abit. S. A. Smith freilich liest auch dort 
in Z. II a-bat „the will" und übersetzt in Z. 23 ina eli a-büte an'tri'ie 
„for these overthrows", von TÖJH^ „to overthrow". 

Z. 3 ff. Soviel ich sehe, ist die mit hämu äJi anhebende Gruss- 
formel ausschliesslich dem König eigen; Privatpersonen gebrauchen sie 
nicht. Beachtenswerth scheint femer, dass der König seine Unter- 
thanen mit den Worten begrüsst: „mein Gruss libbaka Ui %äbka (z. B. 
K. 95, 3 ff.) bez. libbakmu lü fäbkunüh (z. B. K. 312, 3 f.) thuc wohl 
deinem bez. eurem Herzen", dass aber hier, in einem Schreiben an 
die Königin-Mutter, dieser letztere Zusatz unterbleibt. Für die Unter- 
thanen ist des Königs Gruss eine beglückende Huldbezeugung; der 
Königin-Mutter gegenüber wird der königliche Gruss des Charakters 
huldvoller Herablassung entkleidet. Trotz der hierin sich unverkenn- 
bar aussprechenden Ehrerbietung darf aber andrerseits nicht unbe- 
rücksichtigt bleiben, dass der König seine Mutter nicht etwa „seine 
Herrin" titulirt. Und obwohl der König die Weisung seiner Mutter 
bez. ihre Willensäusserung (Jeibu wird auch im Sinne von „denken, 
meinen" gebraucht) auszuführen sich beeilt, so muss ihre Anordnung 
doch erst vom König selbst sanctionirt werden. — Für die Wort- 
verbindung Iu/fftt4 äii s. Gramm. § 119. 

Z. 6. Amuhi eigentlich ein Pflanzenname (Synn. ezizzu^ anäu u. a^ 
s. einstweilen WB, Nr, 125); vgl. ProU. S. 202?. 

Z. 7. $a taipurinns „was du gesandt hast" (d. h. was du mir 
sei es durch Boten sei es brieflich mitgetheilt hast) lehrt, ebenso wie 
ki ia takbiftt Z. 13, dass die 2. Pers. fem. Sing, auch im Relativ- bez. 
Conjunctionalsatz ihr auslautendes i behält und dasselbe nicht durch 
den sonst üblichen Vocalauslaut des modus relativus (zumeist Ui s. 
Gramm. § 92) verwischen lässt. Vgl. dagegen die 3. Pers. fem. Sing, 
im Conjunctionalsatz: ki ia täfcbufd Z. 9. 

Z. 9. Für das enklitisch angehängte ni von tälcbüm (ebenso von 
talcbini Z. 13) s. Gramm. § 79, ß. 

Z. la ina pitema s. Gramm. § 78 auf S. 211. 

Z. 12. Für die Bed. von adannii s. WB, S. 160 f. und vgl. Gramm. 
§ 80^ b. Dass dieses Adverb nicht „von Zeit zu Zeit" bedeuten kann, 
wie OrPERT meinte, eine Zeit lang unter Zustimmung von S. A. 



Delitzsch f KcitrSge zur Erklftraog der babylonisch-Assyrischen Brief litteratur. 180 

Smito (s. dessen Asurb. II, 44), liegt auf der Hand: wollte man in 
der stereotypen Segensformel: „die Götter mögen den König adan- 
mi adannü segnen** dieses adannii durch ^^zeitweise, von Zeit zu Zeif 
wiedergeben, so gäbe dies augenscheinlich ^ einen vernünftigen Sinn. 
Schon George Smith übersetzte mit richtigem Tact „greatly" (s. As- 
syrian Discoverus^ p. 414). Wenn S. A. Smith in den weiterhin zu 
besprechenden Texten K. 526 und K. 493 cutannii „constantly** über- 
setzt (PiNCHES: „for ever and ever**), so mag dies dort zwar wie 
auch an andern Stellen (z. B. S. 1034) passen, aber an vielen andern, 
wie z. B. gleich an unserer hier, passt es unmöglich. Ebendesshalb 
übersetzt S. A. Smith hier „zeitig", anderwärts (81, 2—4, 57 Z. 4) 
„rechtzeitig" — haltloses Schwanken, dem gegenüber mein WB, 1. c, zu 
vergleichen ist — Dantik adannü ki }a tahbini bildet offenbar Einen 
Satz; auch die Bedeutung der Worte: „es ist sehr günstig, es passt vor- 
trefflich, wie du's bestimmt hast" kann kaum zweifelhaft sein. Vgl. die 
interessante Parallelstelle aus K. 492 (PSBA X, Part 3, s. Artikel 11), 
Z. 5 ff.: „angehend die mir von meinem Herrn König ina müf^ 
ü'inu {iam^muTj gewordene Mittheilung, dami-ik adantäi bi-id larru 
bfü ikbüni so passt es vortrefflich, wie(?) mein Herr König gemeint 
(angeordnet) hat" (für bid s. zu K. 146). 

Z. 14 ff. Gegen die Übersetzung dieser Zeilen (wie auch der vor- 
hergehenden) durch S. A. Smith ist jeder Widerspruch überflüssig. 
Neben dem Subst menUi minu „Zahl" besitzt das Assyrische bekannt- 
lich ein Adverb menu „wie?** (s. Gramm. § 78 auf S. 210), wovon ana 
metti^ zusammengezogen ammhii, „warum?". S. ebendieses Adv. in dem 
weiterhin besprochenen Text K. 512 Z. 11. Der König fragt am 
Schlüsse seines Briefes beiläufig, warum oder wozu j^munä kommen 
bez. gehen soll. Ob es sich um den Übertritt des Sclaven eines 
anderen Herrn in die Dienste der Königin - Mutter behufs irgend- 
welcher speciellen Dienstleistung handelt, oder welches Geschehniss 
sonst diese Zeilen des Königs veranlasst hat, ist natürlich unmöglich 
zu ergründen. Eine Hauptfrage bleibt, ob der „Knecht des Amusu" und 
^amunä Ein und dieselbe Person sind. 

K. 523. 

[Neubabylonisch. Braunes, auf Obv. und Rev. gleich sorgfältig 
und schön abgerundetes Täfelchen (c. 4^/2 cent lang, 2^/2 breit). 
Veröffentlicht von S. A. Smith in PSBA X, Part 6, 1888, Plate II; vgl. 
p. 309. Von mir copirt im Oct 1888. Auch aus Strassmaier's 
Wörterverzeichniss Hess sich nach Bezold's Citaten ziemlich der 
ganze Text gewinnen (obschon Nr. 2499 statt des ganz klaren lü 
fyimää Z. 14 bit ü-^-ht-ii bietet).] 



IQO Bcitrige tor leiiiiüschen Spnchvriwenschmft. 

Obv. A'fta tüHfni^ iarri beltt^id^ 

ardurka "" Apla^- a 

BHuNabü a-na ummi^ iarri 

öM^-m^ lik' ru' du 
$. a-äu'ü />- fNU- US' SU 

Nabu u '^ Na^na- a 

a-na da- la- (a 

nap- itf- a- ti 

k a- ra- ka //- mu 

lO. ia ihr matäü^ beU-ia^ 
Rcv. u ummi^ iarri bilti^ia^ 

//- sal" la, 

Ummi^ iarri belti^- a 

lu' n Ja- ina^' ti 

jj »t^ii^apiUip-ri ia du- wt-kn 

ia Bei u Nabu 

it- H ihr mätäti^ 

be- ili- ia^ 

it' ta- lak* 

i) DAMAL. 2) Zeichen gleich dem astyr. M, aber ohne die beiden scuknschten 
ScUnnkeile. 3) Zeichen gleich der Ziffer V. 4) TUR. U§. S) ^*^^^ ^"^- 6) ««eher m; 
du 3a in Z. 7 ist ganz anders geschrieben, nimlich mit langem unterem wagerechten 
Keil, linger als die beiden oberen; in Smith*s gedruckter Textitnsgabe sieht dieses ma 
genau so ans wie das ha der Z. 7. 

*) S. A. Smith, 1. c, ttberseut Z. 13 ft: „May the mother of the king, my lady, 
be joyful (?). A messenger of the grace of Bei and Nebo with the king of countries, 
my lord shall go." 

Übersetzung: 

An die Mutter des Königs, meine Herrin, dein Knecht Aplä. 
Bei und Nebo mögen die Mutter des Königs, meine Herrin, segnen! 
Ich flehe jetzt täglich zu Nebo und Nani für das Leben und die 
Länge der Tage des Königs der Länder, meines Herrn, und der 
Mutter des Königs, meiner Herrin. 

Mutter des Königs, meine Herrin, sei getrost (?)! Ein Gnaden- 
bote Bel's und Nebo's zieht mit dem König, meinem Herrn. 

Bemerkungen: 

Z. 2. ardu'ka statt des zunächst zu erwartenden ardu-ki wie in 
K. 478, 3. Richtig ardu-ki K. 476, 2. 

Z. 5, Für adü „nunmehr** s. WB, S. 134 f.; für ittnussu „täglich", 
eine Bildung wie ar^su „monatlich", s. Gramm. § 80, /?, Anm. 
und vgl § 136 Anm. Die von S. A. Smith frühers befolgte Zer- 
theilung des Wortes in ümu ussu (s. Asurb. II, 1887, S. 41 f.; ebenso 



Delitssch, Beiträge rar Erklfiniog der babylonisch-assyriichen Brief litteratur. iq( 

Strasskl Nr. 2621), welch letzteres PiNCHES in seinen Notes upan thc 
Assyrian Repfrt TabUts (PSBA VI, i, 1878, p. 238) als eins mit Ussu 
«strength'' (nicht: „strong^) betrachten zu dürfen meinte („a strong 
day^, I. e, „a healthy life^), ist inzwischen vor beiden aufgegeben wor- 
den und durch die von Anfang an im Hinblick auf arfytssu allein 
berechtigte Lesung und Deutung ümussu ^»täglich'' ersetzt worden: 
s. PiNCHES in Asurb. S. A. Sm. II, 75 (zu K. 476). 

Z. 6. Zu Na-na-a (ebenso K. 476, 6. K. 81, 4 u. o.) und seine 
Aussprache Nana s. Gramm. § 13. 

Z. 14. lü fyimäH muss grammatisch in erster Linie als Permansiv- 
form der 2. Pers. fem. Sing, gefasst werden; die 3. Pers. fem: („may 
the mother of the king be joyful'') müsste A2 fyimat lauten. Ummi 
iani beÜTa giebt sich hiemach als Vocativ. Vocativ übrigens oder 
Nominativ, bildet bilti^a eine Ausnahme von der in Gramm. § 74^ i,b 
auseinandergesetzten Regel, derzufolge man belii {bellt) „meine Herrin" 
erwarten sollte. Wie indess ebendort bereits hinzugefügt wurde, 
lässt sich nicht läugnen, dass allerdings auch an Substt mit Nominativ- 
(bez. Vocativ-) Bed. das Pronominalsuffix ia sich gefugt findet. Vgl. 
ausser dieser Stelle hier noch K. 81, 6. 29 und K. $09, 2$; sollte es 
nur ein Zufall sein, dass alle diese Stellen neubabylonischen 
Texten angehören? Die Zukunft muss dies lehren; inzwischen darf 
daran erinnert werden, dass es gerade eine Eigenthümlichkeit des 
babylonischen Dialektes ist, den Nominativ auf 1 auslauten zu lassen 
(s. § 66), und dass sich hieraus die Pronomtnalsufßxform ia {ä) 
leicht genug erklären würde. Das Verbum lü fyimäH ist das einzige 
noch dunkle Wort unsres Textes. Weniger etymologisch: denn wenn 
S. A. Smith als Stammverbum neben ntm auch Tan zur Wahl stellt, 
so ist das falsch: voq Tun müsste das Permansivder 3. itm.fyimdat, der 
2. fem. fytmddti lauten. Als Stammverbum kann lediglich TWn oder 
Kttan (möglicherweise auch din) in Frage kommen. Nur die Bedeutung 
des Verbums ist an sich dunkel, obwohl der Zusammenhang keinen 
grossen Spielraum lässt Wir dürfen zuversichtlich sagen: rn9n(M|13n) 
muss eine Bed. haben wie „getrost sein, gutes Muths sein** (vgl. fytmät^ 
das bekannte Syn. von narärütu „Hülfe^, mit gleicher Grundbed. wie 
tukultu}) oder „fröhlich sein**. Giebt sich doch das Schreiben ohne 
Weiteres als ein Trost- und Ermuthigungsschreiben. Der Sohn 
der Königin -Mutter, der regierende König, ist offenbar auf einer 
ge&hrvoUen Unternehmung begriffen; die Mutter sorgt sich um ihn, 
Apli aber ermuthigt sie durch den Hinweis, dass der König, für den 
er selbst tagtäglich betreffs Gesunderhaltung und langen Lebens Für- 
bitte thue, unter der Götter besonderem Gnadenbeistand stehe, indem 
Bei undNebo einen Schutzengel ihm zur Begleitung ausgesandt hätten. 

Z. 15. Syntaktisch ist für apil iipri ia dunki d. i. Gnadenbote 



I02 Beitrige tor semitiacheo SprachwiitetiKhaft. 

(Ein Begriff, nicht: „a mes^enger of the grace of Bei and Nebo") 
beachte Gramm. § 123, 2. Die Stelle scheint in religiöser Hinsicht 
recht bemerkenswerth: ich wenigstens wüsste nicht, was unter einem 
von Bei und Nebo gesandten apil hpri oder ^q anders verstanden 
werden könnte als ein Engel Das Determ. <w»^«' vor apil sipH kann 
nichts dagegen beweisen, es war nun einmal mit apil (oder mär) hpri 
„Bote*' unzertrennlich verbunden und wurde darum auch hier, wo 
von einem nichtmenschlichen, einem überirdischen, göttlichen Boten 
die Rede ist, beibehalten. 

K. 478. 

[Neubabylonisch. Braunes, tadellos erhaltenes Täfelchen (a4cent 
lang, 1,7 breit). Veröffentlicht von S. A. Smith in PSBA X, Nr. i, 
1887, Plate V; vgl. p. 68. Von mir copirt im Oct 1888. Aus Strass- 
maier's Wörterverzeichniss Hess sich nach Bezold's Citaten ein voll- 
ständiger Text nicht gewinnen.] 

Obv. A-na ummi^ larri 
be- ili' ia^ ^ 

ardu'ka "» A-la-re-du 

Nabu u Marduk 
5. a-na ummi^ larri 

he- ili" ta^ lik- ru- du 
ii - mu' US' SU 

Nergal u '/« La- az 
a- na balä( * napläH 
IG. la iarri u ummi^ latri 

hm- 

Rev. w- $al' lu 

iul-mu a-na äli 
u ÖU^' iläni 
15. }a Iarri. U a-du-u 

ma- as' sar- tu 
ia Iarri be- iÜ' ta^ • 

a- na- as- sar. 

Unbeschriebener Rmom. 

i) DAMAL. a) Zeichen gleich der Ziffer V. 3) Rarar. 4) TIN, nicht p, DUO, 
wie S. A. Smith bietet, obwohl er richtig da/äf trmnicribirt 5) be-iliP^, die ganse 
Zeile einnehmend. 6) über iit kann kein Zweifel sein; auch Strassm. bietet Nr. 7170 
richtig itt^ obwohl er Nr. 1867 dan las, das gante Citat anter da-an stellend. 

Übersetzung: 

An die Mutter des Königs, meines Herrn, dein Knecht Aiaredu. 
Mögen Nebo und Merodach die Mutter des Königs, meines Herrn, 



Delitzschi CeitrSge zur Erklirong der babylonisch-assyrischen Brieflitteratur. jg^ 

segnen! Täglich flehe ich zu Nergal und Laz für das Leben des 
Königs und der Mutter des Königs, der Herren. Gruss der Stadt 
und den Tempeln des Königs! 

Und nunmehr übernehme ich die Wache des Königs, meines 
Herrn. 



Bemerkungen: 

Z. 3. Für arduka statt arduki s. oben zu K. 523, 2. S. A. Smith's 
Lesung des Namens des Schreibers, welchen Strassm. (Nr. 2591) und 
Bezold (Lit. S. 261) nicht entziffern konnten, ist unzweifelhaft richtig. 

Z. 8. La-az {as^ a$) ist bekanntlich NergaFs Gemahlin: s. Tig. 
jun. 12. Lay. 17, 16. Neb. Grot II 37 und vgl. IV R 59, 5 a. K. 601, 13 
u. a. St m. 

Z. II. belcy nach Art unseres „Herrschaften" auf Herr und Herrin 
bezüglich. Man vermisst hinter bele das Pronominalsuffix der i. Pers. 
Sing. 

Z. 12. u^allu^ auch K. 81, 5. K. 528, 7, statt des sonst üblichen 
usalli oder v$alla\ vgl. Gramm. § 109? 

Z. 14. Wenn bit ili das Gotteshaus, den Tempel bedeutet, kann 
bit-ilani sehr wohl die Tempel bedeuten: bit-ili als Ein Wort, ein 
Compositum gefasst, wobei im Plur. nur das zweite Glied Plural- 
cndung bekommt; vgl. z. B. bit-nakamati „die Schatzhäuser", dägil- 
mure „die Vogelschauer" K. 572, 9 und s. Gramm. § 73. S. A. Smith : 
„to the palace of the gods". Auch K. 646, 5 wird bit-iläni-ka „deine 
Tempel", nicht: „das Haus deiner Götter** (S. A. Smith) zu über- 
setzen sein. 

Z. 15. u adü „und nun", ganz wie hebr, Wl?*, zu etwas Neuem, 
hier zu dem eigentlichen Zwecke des Schreibens, überleitend: hier- 
mit übernehme ich die Wache, trete ich die Wache an. Da es die 
Königin-Mutter, nicht der König selbst ist, bei welcher Asared sich 
meldet, so wird Z. 16 f. nicht von der Wache, die für den König, 
beim König gewacht wird, sondern von einef Wache, die vom König 
gesteHt, auf Befehl des Königs gehalten wird, zu verstehen sein. 
Auch wird die „Wacht" nicht astronomisch-astrologische Zwecke, 
wie sonst so of^, verfolgt haben, sondern wird — es darf dies wohl 
aus dem an Stadt und Tempel gerichteten Gruss gefolgert werden — A 

militärischer Natur gewesen sein. So fasse ich das Schreiben als 
eine Officiersmeldung bei Übernahme des Wachtcommandos in 
der von der Königin-Mutter bewohnten Stadt Wie S. A. Smith dazu 
kommt, unsern Text „merely a letter of congratulation" zu nennen, 
verstehe ich nicht 

Bdtrif« wo* Mintt. SpracbwiMtnidwft. I. I3 



IQ^ Beitrfge rar semitiicben SpncliwisMiMcliAft 

IC 476. 

[Neubabylonisch. Hellbraunes Täfelchcn (c. 4,7 cent laug, 2,8 
breit). Die Vorderseite ist etwas verwischt und dadurch etwas 
schwerer lesbar. Veröffentlicht von S. A. Smith in Asurb. II; vgl 
S. 41 f. Von mir copirt im Oct. 1888.] 

Obv. A-na vtärat^ iarri 

bclti^ia ardu' ki 

^NabU' na- dtn- ihm 

ü' mu' US' SU ^^BH 

5. ''" Zar- pa- tu- tum Nabu 
'^ Na-na-a u ''" Tai- me-tum 
ana bala^^ napiäte }a ihr kiiiati* br-ili^-ia^ 
u märat^ iarri bi'lH^ia {i-sal-li. 
'** Zar-pa-ni-tum belhi^ sir-ti 
la hb' ba- ki tu-- (i- ib-ki 

a-ki ia Bei u Nabii 
a-na (u- üb Hb- bi 
ia iär kiiiati^ be- ili- ia 
u fnäraO iarri belti^' ia'* 

Unterer Rand. 15, //. ^ah lu- U 

Rev. BH u Nabii pa-an 

ia- du' ti ia iarri be4li'ia^ 

ii ia märat^ iarri belti^ia^ 

Ä- na mu^'^i'ia^ 

20. /ii' ku' nu.* 

Unbeschriebener Ranm. 

i) TUR. SAL. ä) Zeichen gleich dem aisyr. Ü, aber ohne die beiden senkrechten 
Schlnsskeile. 3) TIÜ. 4) §U. s) Zeichen gleich der Ziffer V. 6) nur die Zekhen 
iii-ia stehen auf dem rechten Tafelrand. 

*} S. A. Smith, L c, Ubenetxt, Z. 9 ff.: „Zirpanit, die erhabene Herrin hat dir 
dein Herz fröhlich gemacht, wie ich zu. Bei und Nebo Uix die Fröhlichkeit des Henens 
des Königs der Gesamtheit, meines Herrn, and der Tochter des Königs, meiner Herrin, 
bete. Mögen Bei nnd Nebo vor der Hoheit (?) des Königs, meines Herrn, nnd der 
Tochter des Königs, meiner Herrin, mich festsetzen**. 

Übersetzung: 

An die Tochter des Königs, meine Herrin, dein Knecht Nabü- 
nidinSum. Täglich flehe ich zu Bei, Zarpanft, Nebo, Nanä und Tal- 
m^t fiir das Leben des Allkönigs, meines Herrn, und der Tochter 
des Königs, meiner Herrin. 

Zarpanit, die erhabene Herrin , hat dir dein Herz erfreut Wie 
ich zu Bei und Nebo für Erfreuung des Herzens des Allkönigs, meines 
Herrn, und der Tochter des Königs, meiner Herrin, flehe, so mögen 



Delitxsch, Beitiige tur Erkl&rang der bAbylonitch-usyriachen Brieflittentur. mc 

Bei 'Und Nebo ein freundlich Antlitz des Königs, meines Herrn, und 
der Tochter des Königs, meiner Herrin, auf mich richten! 

Bemerkungen: 

Z. $. S. A. Smith liest hier (und Z. 9) Zir-pa-ni-tum^ während er in 
dem neuassyr. Text K. 538 (Z.4) das nämliche Wort Zar-Z^-irA/wM um- 
schreibt, wozu PiNaiES (Asurb. II, 73) bemerkt, dass er schon 1878 
das erste Zeichen Zir gelesen habe (Records of tJte Fast XI, 75). Frei- 
lich, wenn PiNaiES diese seine Lesung damit begründet, dass in dem 
von ihm veröffentlichten alliterirenden babyl. Hymnus (s. Babyionian 
Texts p. 15 f.) Rev. 4 Zuir-pa-ni-tum rubätum firtum und Tig. jun. 
Obv, 12 *^ Zer-bäni-ti geschrieben sei, so scheint mir diese Beweis- 
führung nicht ohne Bedenken. Gewiss ist es interessant, dass auch 
in dem citirten neubabylonischen Hymnus der Name dieser Göttin 
als Zirpanituttt sich findet, aber dass nun in all den vielen Fällen, 
wo gerade im Babylonischen Zar-pa-ni-tum geschrieben ist, Zir-pa- 
m-tum zu lesen sei, scheint mir damit doch noch nicht bewiesen. 
Warum sollte sich nicht die ältere Form von -ar^/w ,3ame**, zäru^ neben 
zeru noch erhalten haben? Überhaupt liegt die Grundbed. dieses 
Gottheitsnamens noch im Argen. Mir wenigstens will es nicht in den 
Sinn, dass die Babylonier banü „bauen, schaffen^ in Zarpanitum con- 
sequent panii gesprochen haben sollen. So gewiss es ist, dass die 
Assyrer in dem Namen von Merodachs Gemahlin die „Nachkommen- 
schaft-schaffende'< Göttin erblickten, wie sie denn den Namen mit 
Vorliebe mittelst der Ideogramme zeru „Same, Nachkommenschaft^* 
und KAK d. i. bmiü schrieben, und so wahrscheinlich es ist, dass 
diese Fassung des Namens auch bei den Babyloniern sich Geltung 
verschafft hat — über die ursprüngliche Bed. des Gottheitsnamens 
ist damit noch nichts entschieden. Es muss als möglich gelten, 
dass Zarpanitum von Haus aus überhaupt kein Compositum, sondern 
etwa eine Bildung wie ^ras-än-i-tu ist, von einem St qiT. 

Z. 6. Für die enge Verbindung der beiden Göttinnen Nanä und 
Tahnehtm mit Nabu vgl IV R 59, 40 f. b. 

Z. 9 ff. Die Zeilen 9 und 10 lassen über den Charakter des Briefes 
als eines Glückwunschschreibens keinen Zweifel. Welcher Art 
das freudige Creigniss gewesen sei, zu welchem der Schreiber die 
königliche Prinzessin beglückwünscht, darf vielleicht aus der Nen- 
nung der Göttin Zarpanit als der Urheberin dieses Ereignisses ge- 
schlossen werden. An den Glückwunsch schliesst sich Z. 1 1 ff. un- 
gezwungen und mit echt assyrischer Motivirung (vgl. Tig. VIII 17 ff) 
eine Bitte um Gewährung bez. Erhaltung huldvollen Wohlwollens 
der höchsten Herrschaften für den unterthänigsten Gratulanten. Das 
einzige dunkle Wort des Textes ist la-dn-ti\ eine Bed. wie „Huld", 



ig6 Beiträge cur semitischen Sprachwissenschaft. 

„Freundlichkeit" o ä. wird durch den Context sehr nahe gelegt, aber 
ob TID (VW. iedu}) oder mx6 oder IJWJ (vgl. ftäJu „erhaben" von IJC) 
der Stamm ist, lässt sich noch nicht entscheiden. 



K. 51a. 

I Neuassyrisch. Hellrothes Täfelchen (c. 5 cent lang, 3,8 breit). 
Vorzüglich erhalten. Veröffentlicht von THEO. G. PlNCHES in V R 53 
Nr. 4. Von mir coUationirt im Oct. 1888.] 

Obv. A' na iarri be- Ui- ia 

ardu" ka ^ Ba- ni- i 

lu-- u Hä' mit a-dan-nii 

a- dan- ml a-na iarri 

5. de/i' ia Adar^ u '^^Gu'la 

(U'uä ülhbi (u- üb ierc 

a-na iarri beli- ia lid-di-nu. 

Ina eli ** Nabii'^- nadin^-iiwi 

iti iarrti be- ili 

10. ii' pur- an- ni via-- a 

a-na me- /'- ni ta-sa-al-li 

a-na L UGALM beli- ia 

a- sa- al' li 

Rev. Bei Nabu iiäni 

15. iä it" iak' ku^- ka- in 

iiMin üb' tat' li' fui^- in 

'^Jk'lif balati^ 

ilu' ka dam- Jeu 

iä imie arkiitP 

20. ii' bu' tu lit' tu- tu 

ialti^-mu balafi^ a-na iarri 

beii'ia ta- da- nu- u- ni 

ii-i hat^' SU 

ta- sa- bat ina lib-bi 
25. ili u iedi^^ iä iarri 

beli- ia ib' ta- laf. 

i)'V«BAR. 2) 'Vi. PA. 3)SE. 4) *ttUt mir wahrscheinlicher als *i/(vR). 5) Zeichen ihr. 
6) TL LA. 7) CID. DA//. 8) DI. 9) §L mit üualrcicheu. 10) 'VwnAN mit unterge- 
schriebenem, nicht, wie sonst üblich, mit eingesetztem fiai/, Strassm. Nr. 986 las: >^RI, 
dasselbe ilaiH(f) umschreibend. 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Bant. Gru.ss gar sehr, 
gar sehr dem König, meinem Herrn! Mögen Adar undGula Fröhlich- 



Delitzsch, Beiträge zur Erklärung der babvlnniscb -assyrischen Rrieflitteratur. iq7 

keit des Herzens, Gesundheit des Leibes dem König, meinem Herrn, 
verleihen! 

Angehend die betreffs des Nabü-nädin-Sum vom König, meinem 
Herrn, an mich ergangene Anfrage: „warum glaubst (?) du?" — wegen 
des Königs, meines Herrn, glaube ich. Bei, Nebo, die Götter, die 
dich aufrecht gehalten (?), sie haben ihn am Leben erhalten. Die 
Herrin des Lebens, deine gnädige Gottheit, welche lange Tage, Greisen- 
alter, Nachkommenschaft, Unversehrtheit des Lebens dem König, 
meinem Herrn, verliehen hat, sie wird ihm helfen. Mit Hülfe Gottes 
und der Schutzgottheit des Königs, meines Herrn, wird er genesen. 

Bemerkungen: 

Z. 2. Brinty wohl der Name eines Arztes. So viel ich diesem 
Schreiben entnehmen zu dürfen meine, hat sich der König wegen 
eines schwer kranken, ihm gewiss sehr nahestehenden Mannes, Namens 
Nabänadinsum, bei dessen Ar/t nach den Gründen erkundigt, warum 
derselbe den Krankheitsfall noch immer für nicht ganz hoffnungslos 
halte. Der Arzt vermag zwar in seinem Antwortschreiben sein Urtheil 
nicht mit dem körperlichem Befinden des Kranken zu begründen, 
aber er spricht felsenfestes Vertrauen in den Beistand der Götter 
aus, die sich nicht allein dem König in so reichem Masse gnädig 
erwiesen, sondern auch diesem dem König lieben Kranken bis jetzt 
das Leben erhalten hätten. Die Götter haben bis hierher geholfen, 
sie werden gewiss auch weiter helfen. Keinesfalls gehört unser Text 
zu den „Erlassen und Briefen politischen Inhalts**, zu welchen er in 
Bezold's Literatur-Übersicht S. 165 gestellt ist. 

Z. 3. /u hUmn ndannii erinnert an K^b ÄttbtD. 

Z. 5. Beachte für die Anrufung der Göttin Gula im Schreiben 
eines Arztes III R 41 Col II 29 (Gula äsltu gallatu) und vgl. K. 502. 

Z. II. Ein Verbum r6o oder Kbo, wovon tasalli und (Z. 13) 
asalli sich ungezwungen herleiten Hessen, ist mir nicht bekannt. Da- 
gegen legen die ihrer Bedeutung und Ableitung nach feststehenden 
Formen asäal „ich fragte aus" (K, 507, 9), a-sa-al (K. 686, 9) u. a. m. 
für asalliy tasalli Idealformen von bKttl mit der Bed. „eine Entscheidung 
treffen, urtheilen" sehr nahe; für das / vgl. Gramm. S. 254. 

Z. 12. iarri-e muss ideographische Schreibweise sein, aber nicht 
für lar Bäbili wie anderwärts, sondern einfach für larri. An der Stelle 
VR 44, 20a: annütwn LUGAL.E ia arki abubi, dessgleichen III R 
43 CoL IV 13: ina mafyi ilani u LUGAL.E (vgl. i Mich. III 23; ana 
mafytr ili u iarri) könnte man auch vermuthen, dass LUGAL.E = 
iarräni sct, aber hier ist dies ausgeschlo.ssen. Die Schreibung bleibt 
befremdlich. 

Z. 15. Die Lesung ü-tak-ku-ka-ni schien mir bei der Collation 



igS Beitrige rar semitiichen Sprachwissenschaft. 

des Originaltextes den Vorzug vor PiNCHES* ü-tak-kil^ka-ni zu ver^ 
dienen. Grammatisch ist die letztere Form ganz unmöglich; wäre 
kü wirklieh unzweifelhaft, so müsste ein Versehen des Schreibers statt 
ü-tak-kil-u-ka-ni angenommen werden. Bewährt sich meine Lesung 
läakküy so haben wir hier gewiss das nämliche Wort wie Neb. II 6i 
{ihta-ak'ku'iü). Eine Vergleichung von Neb. III 19 mit II la Neb. 
Bors, n 6 {uiatkanni, was ScHRADER von pD => uSa/kantnm herleiten 
zu dürfen meint) erweist den assyr. St. nsD als ein Syn. von HttO^ 
aufheben, erheben, aufrichten^; vgl. auch das Qal at-ki „ich richtete 
auf" VR 10^ 74. 63, 29a. Weitere Belegstellen s. in meinem „Assyri- 
schen Handwörterbuch" (H WB). Utakkü selbst kann sowohl ^s Praet. 
wie als Praes. gefasst werden, ebenso wie tadan {tadanuni)\ s. für 
letzteres § 100. Für tadantmi führen die beiden Objecto iibiüu TitttUu 
mit Sicherheit auf Praeteritalbedeutung. Für das ni von utakku-ka-m 
und tadammi s. den zu K. 486, 9 bereits citirten § 79, /9. 

Z. 20. Die Hervorhebung des „Greisenalters** ist bedeutsam für 
die Bestimmung des Königs, an welchen unser Brief gerichtet ist 

Z. 25. ilu u iedu, vgl. IV R 59, 2 f a. 

Z. 26. ibtalau Praesensform des Ifteal (Praet. iötalu( z. B. K. 509, 
21); s. zu K. 146 Z. 8 {ikfaraäüni). 

K. 81. 

[Neubabylonisch. Braunes Täfclchen (c. 5,2 cent lang, 2,5 breit). 
So gut wie tadellos erhalten. Auf Obv. sehr kleine, aber trotzdem 
deutliche Schriftzüge. Veröffentlicht von S. A. Smith in PSBA X, 
Nr. I, Plate III; vgl. p. 64 ff. Von mir collationirt im Oct. i888.| 

Obv. A'tta iär mätäte^ be^ tli- ia 
ardu'ka ** Kudurru^ Umk^ h k-an-na 
a-na Ihr mat&te^ be-üi-ia lik-ru-bu 
ü-mU'US'SU litar^ Uruk'^ it ''" Na-na-a 
5. a'fta ba/a(^ naplate larri beli'ia ü'$al4u, 
"' Iki^ia-aplu *""^^äsn(}y sa iarru be-s/itt 
a-fta büß' (t'ia ii-pu-ra 

ub-tal-lit-an-ni ilani rabüH 

ia Same^e ü im-tim a-na Jarri beli-ia 
10. lik'tar- ra-bu ü küsse iarri beli-ia 
lib-bti'tl iame-e a-na da-rii lu-kin^-nu 
ia mi'i'tti a-na-ku h larni beli-a 
ü'bal' lit-an-ni (a-ab-ta- a- ti 
ia iarri be-ili-ia i-na mu^-hi-ia 

15. w/i-'- da a-na a- ma- nt 

ia iarri be-ili* ia at- taU ka 



Auf dem un- 
teren Rand. 



DeliUscb, Bdlrige xur Erklirung der babylooisch-aMyriachen Brieflitteratar. igg 

ufH'ma al'lak-ma pa^ni ia larri bili-ia 

am-mar-via xU rad- dt' r- ma 

a-baf'lut '^^rhb-MU ul-tu ^arrani^^ 
20. a-na Urtik^ 

ul-ter^ra-an-ni 

um- ma •*''^ rhb-lcisir * * 

Rev. td'hi ekalli un^^ Ich 

a-fta tntd^y- ka iMaia-a 

25. it'ti'ia a-fui Uruk^ 

ta- nam- ^'- is- ma 

a-na Uruk^ ut'ter-ra^^- an^ ni 

iarru be/ü a lu-ü /- <//.* 

Unbeschriebener Raum. 

i) mitt mtU, 2) SA. DU. 3) UNU ^<. 4) Ligatur aus ii** und dem scheinbar aus htr und 
äü insammengeseUten Ideogramm. 5) TIN. 6} BA. 7) A ist klar und darauf folgt Ein 
Zeichen, too welchem nach S. A. Smith ein wagerechter und vier an diesen sidi an- 
schUeaaende ebenfalls wagerechte Keile (die beiden mittleren nach links hin etwas kflner als 
die beiden iasseren) noch tu sehen sind. Aber selbst wenn diese Überreste noch sichtbar 
wiren, was nicht tutrifit, so wire Iciy woran Smith denkt („ff/'V i»pri(f/')^ dennoch mit 
denselben unvereinbar, wie ein BHck auf das Torletxte Zeichen der Z. 1 1 ausweist Die 
erhaltenen Spuren ftlhren am ehesten auf sm, also o*«'^^ A. ZU « äsü „Ant**. 8) Zeichen 
kil mit drei Winkelhaken darin. 9) ^'1 ^"** >o) KAS nebst Dualieichen. ti) KA. 
SAR; das leUtere Zeichen in der Pinches' Texis Nr. 111 gegebenen Fonn geschrieben, 
la) S. A, Smith: tr (älu^ was unmöglich; uh sweifellos. 13) ne. 14) feMt aus Ver- 
leben t>ei S. A. Smith. 

*) S. A. SMrrH (1. Not. 1887) ttberseUt Z. 15 ff.: „To see the king, my lord, 
I went Thtts I went, and in presence of the hing, my lurd, I saw and came forth and 
ihall live. The chief of the MU from the roads to Erech has returaed to me, thus: 
the Chief of the forces from the palace of Ku to thee was bronght with me to Erech 
thou shalt urge (him) forward and news will be given. To Erech he will retum to me. 
May the hing, my lord, know." 

Übersetzung: 

An den König der Länder, meinen Herrn, dein Knecht Kudurru. 
Erech und £-ana mögen den König der Länder, meinen Herrn, 
segnen! Täglich flehe ich zur Göttin Istar von Erech und zu Nana 
für das Leben meines Herrn Königs. 

I^isa-aplu, der Arzt, welchen der König, mein Herr, zur Rettung 
meines Lebens gesandt hat, hat mich am Leben erhalten. Mögen 
die grossen Götter Himmels und der Erde den König, meinen Herrn, 
segnen und den Thron des Königs, meines Herrn, inmitten des 
Himmels auf ewig festigen, weil ich todt war und der König, mein 
Herr, mir das Leben wiedergeschenkt hat Die Wohlthaten meines 
königlichen Herrn gegen mich sind zu viel. Den König, meinen 



200 Beltrige zur semitischen Sprachwissenschaft. 

Herrn, zu sehen (persönlich zu sprechen) machte ich mich auf. Ich 
dachte: ich will mich aufmachen und das Antlitz des Königs, meines 
Herrn, sehen und dann in um so höherem Grade des Lebens mich 
freuen. Aber der Ober .... holte mich von unterwegs nach Erech 
zurück, indem er sagte: Ein Major hat aus dem Palast ein gesiegeltes 
Schreiben an dich gebracht: du sollst mit mir nach Erech zurück- 
gehen. So brachte er mich mittelst Befehls nach Erech zurück. 
Möge der König, mein Herr, solches wissen! 

Bemerkungen: 

Z. 2. Über die Person des Briefstellers Kudurru s. Näheres 
zu K. 82. 

Z. 6. -*•'*' A. ZU, bekanntes Ideogr. für äsü Arzt (auch ödrü 
Magier); Näheres s. unten zu K. 572, 8. Von Smith's mit dem Ori- 
ginal unvereinbarer Lesung aptl Upri „messenger** nicht weiter zu 
reden, so giebt sich seine Übersetzung der Zeilen 6—8: „Basa, the 
Messenger (?) of the king, my lord, for my life sent; he preserved 
my life**, von selbst als verfehlt. Dass Ikuia-aphi und nicht Ba-ia-a 
zu lesen sei, lehren die Contracttafeln (s. zweites Heft der „Beiträge**). 
Für iarru b^t*a als Nominativ (auch Z. 12) s. oben zu K. 523, 14 
(bez. 13) und vgl. weiter den neubabylonischen Text K. 646,6. 7. 14. 

Z. II. libbü iawe = ina iibbi iawe s. Gramm. § 80, e. 

Z. 12. ia Conj. „weil**; s. Gramm. §§ 82 und 148, i. 

Z. 17 ff. Für S. A. Smith's Übersetzungen: umma aliak „thus I 
went" (allaky nicht allikX), päni Ia iarri ammar „in presence of the 
king I saw** (ammar, nicht amur\\ utteranni ^t has returned to me" 
(uttcr^ nicht iturX) \x, s. w. s. die Bemerkung am Schluss des Artikels. 

Z. 18. Zu wradema s. Gramm. § 53, d. 

Z. 19. Der "'«''•' GAL. MU (über das Zeichen mn kann kein 
Zweifel sein), zu welchem S. A. Smith bemerkt: „Mn Pinches thinks 
that he has found such an official elsewhere. but we could not find 
a passage**, findet sicherwähnt in dem Amtsnamen- VerzeichnissK.4395 
(d. i. II R 31 Nr. 5) Col. I 6, gefolgt von -«"'^ MU (Z. 7). Genaueres 
weiss ich über diesen Amtsnamen allerdings auch nicht auszusagen. 
Für -»«"^MU (= zikaru „Mann, Diener**?) s. noch Str. II, 336, 4 (hier = 
IcaUu „Diener, Sclave**?). — Dass das Ideogramm für j^rränu^ auch 
wenn es, wie hier, das Dualzeichen hinter sich hat, den „Gang, 
Weg** bedeutet, erhellt aus dem Zusammenhang unserer und anderer 
Stellen, dessgleichen aus dem Wechsel des Ideogramms KAS mit 
und ohne Dualzeichen in der zum Täfelchen 6t ^ 4—2, i Z. 10 zu 
besprechenden Redensart. Die Bedeutungsgleichheit beider Ideo- 
grammformen ist von Wichtigkeit für die babylonischen Contract- 
tafeln, in welchen KAS mit Dualzeichen oft vorkommt. 



Delitnch, Beitrige xor Erklimng der babyloniich-assyrischen Brief litteratur. 2OI 

Z, 22. Der «-'^ rbb htm oder h'^tr (KA. SAR ist bekanntlich 
Ideogramm, könnte also höchstens noch ka^ir^ aber keinesfalls ka-Hr^ 
S. A. Smith, umschrieben werden) ist ein über eine „Macht", wohl 
„Heeresmacht, grössere Heeresabtheilung** Gesetzter, und zwar muss 
dieses lasm der Name einer bestimmten, fest abgegrenzten Menge 
von Soldaten gewesen sein, wie Compagnie, Bataillon oder Regiment. 
Im Hinblick auf die in K. 82, 25 dem rab ki^ir gestellte Aufgabe 
halte ich die Wiedergabe durch „Major** für angemessen. Auch in 
K. 6^, 4 ist ein '""^^ rab ki-^ir (beachte den Zusatz: Id '"•''* rhb Icke, 
also unter dem General stehend!) der Überbringer eines königlichen 
Handschreibens. 

Z. 23. Dass S. A. Smith*s Lesung der beiden letzten Zeichen als 
^Ku falsch sein müsse, dass der Zusammenhang vielmehr noth- 
wendig auf ein Subst. der Bed. „schriftliches Document, Brief, Be- 
fehl** u. dgl. führe, war mir beim Studium der S. A. SMlTH*schen 
Brieftexte längst klar, und die Prüfung des Originals hat, wie oben 
bemerkt, meine Annahme bestätigt: das Original bietet un-ltUy das be- 
kannte Wort für Ring (V R 28, 6^ ff. a; unlpu fyirä^i K. 509, 19; un- 
katsifH ia dalte Thürringe, s. PiNCHES in ZK. II, 324), speciell Siegel- 
ring (auch Siegelcylinder). Wie unsere und andere Stellen (vgl. 
K. 83, 7: unku ia larri\ K.-686, 5: unM iarri) lehren, wurde das Wort 
auch für eine mit Siegel versehene schriftliche Urkunde gebraucht. — 
uUu ekalli aus dem Palaste, natürlich aus dem Palast des Königs in 
der assyr. Hauptstadt, aus der kgl. Hof- und Staatskanzlei. 

Z. 26. tanamjfis ■= taftäJ^s (zur Form s. Gramm. § 52, zur Bed. 
des Praesens § 134,. 1); der Verbalstamm ist nicht fn3 (S.A.Smith), 
wovon wir in K. 359 die Formen iUa^ü (Z. 13), uianfyisü (Z. 21) und 
wahrscheinlich auch ussan^^ (Z. 6) lesen, sondern, wie K. 145, 18 
(tTf'fjt'SU'fm) in Verbindung mit Z. 22 {i-na-alj-^-is) lehrt, on3. Für 
diesen Stamm üTXi vgl. ferner K. 79, 14 f.: „als er dann nach Elam 
iff-^'St^ (s. auch Z. 43) sowie V R 45 Col. II 46: tu-na-a^-^-sa. Seine 
Bed wird weder durch unsere Stelle noch durch K. 79, 15 ganz 
sicher erschlossen : beide Stellen lassen zwischen „eilen** und ,^urück- 
kehren** schwanken. Das Gleiche gilt von Nimr. Ep. XI, 108, wo ich 
die Form ittcJ^ü („die Götter ittcJ^ü itelü ana lame la Anim) nicht 
als IV 2 von non oder I 2 von om (Haupt) , sondern als I 2 von 
orc (vgl. ittekni von "03) fassen möchte („die Götter stiegen eilends 
empor zum Himmel des Gottes Anu**? oder „sie entwichen, stiegen 
empor**?). Dagegen lassen andere Stellen über die Bed. „weichen, 
zurückgehen" des St. oro nicht in Zweifel; s. zu K. 618, 6. 

Z. 2T, Die Richtigkeit der Lesung i-lak-kan-ga (S. A. Smith 
umschreibt ungenau ilaggangd) ist über jeden Zweifel erhaben. So 
bleibt meines Erachtens nichts anderes übrig als ilakanga für die 



202 B«itrlge lur semitischen Sprachwissenschaft. 

der Umgangssprache angepasste Schreibung an Stelle des etymolo- 
gisch zu erwartenden iiakamma zu halten, wodurch der vermeintlich 
^^umerische" Lautwandel «von ///(;//) und ng in grelle Beleuchtung ge- 
setzt wird; vgl. Gramm. § 49, a, Anm. Syntaktisch giebt sich (emu 
iiakamma {üakanga) in ungezwungener Weise als vorausgestellten 
ZustandssatZy s. Gramm. § 152. Nur höherem Befehl weichend, will 
Kudurru sagen, habe er unterlassen, wozu ihn die Dankbarkeit unwider- 
stehlich getrieben, nämlich persönlich dem König zu danken; nur ge- 
zwungen sei er wieder nach Erech zurückgekehrt, ohne dem König 
seinen innigsten Dank für die Zusendung eines Arztes und seine da- 
durch bewerkstelligte Errettung aus schwerer Krankheit mündlich aus- 
gesprochen zu haben. Ob der König erfahren hatte, aus welchem 
Grunde Kudurru sich von Erech aus auf die Reise begeben, lässt 
sich nicht mehr entscheiden; jedenfalls aber hatte er Kunde davon be- 
kommen, dass Kudurru Erech verlassen, woraufhin er ihn bedeutete, 
sich sofort auf seinen Posten in Erech zurück zu begeben. Um den 
König nun aber ja nicht in Zweifel zu lassen, dass er^ einer Dankes- 
pflicht zu genügen, sich auf den Weg zum König gemacht, schrieb 
Kudurru den vorliegenden Brief, der sich von A bis Z als ein Dank- 
und Rechtfertigungsschreiben ausweist Ziemlich richtig be- 
zeichnet der dem Täfelchen K. 81 in der Sammlung des Britischen 
Museums beigegebenc «label* dasselbe als einen .Letter from Ku- 
durru conceming the State of his health, and stating that he intended 
to go to see the king*. Dass S. A. Smitii der Zweck des Briefs 
verschlossen geblieben, kann bei seiner fehlerhaften Übersetzung 
und seiner Unbekanntschafl mit der Person des Briefstellers nicht 
befremden. Er bemerkt zu unserm Texte: ,The Ictter, likc many 
others from Babylonia, is very flattering to the Assyrian king. It 
may be that the writer desired to convincc the king of his loyalty; 
I am — however, often inclined to doubt the sincerety of many of 
those generals and other officials of Babylonia .... these letters, 
therefore, may have bcen intended to dcceive* — eine gänzlich 
zweck- und gegenstandslose Betrachtung. 

K. 526. 

[Neuassyrisch. Graues Täfelchen (c. 4,3 cent. lang, 2,5 breit). 
Bis auf die linke untere Ecke, die etwas abgestossen ist, vollständig 
erhalten. Sehr deutliche Schriftzüge. Vcröflfentlicht von S. A. Smith 
in PSBA X, Part 3, Plate XII; vgl. p. 177. Von mir copirt im 
Oct. 1888.J 

Obv. A'fta iarri bcii- ia 
ardu-ka '" Nergal-eti^- ir 



Delitzsch^ Beiträge zar Erkl&rung der babyluiiisch-assyrischea Dnefliüeralur. 203 

lu Üil'fnu a-na iarri beli-ia 

a- (ian- nü 
5. a-iia mati hi iarri sttl-mu 

Üb-bu hl larri beli-ia 

a- dan- nii iu (ab^. 
Ina nmi VP**^ iä '"'*« Aru 
amiiu f,iuttr^ pjt. tu 

Rcv. 10. [tfta*] mu^' J/- in 

//- fa/' ka 

tna nmi VIP*^ iä ""^^^ Jm 

stse 

ü" ta- rid' ü- nt* 

Unbeschriebener Raum. 

1) KAR. 2) HI (DXjG), GA. 3) GUR; die yor GUR erhaltenen Reste des Detenn. 
mmiim fahren auf die scheinbar aus (ad und Jkak zusammengesetzte Zeichengestalt (Nr. 9$ der 
Schrifttafel in AL^). 4) die Ergänzung wa (nicht ana) hat viell. an einer auf dem Ori- 
ginal erhaltenen Spur einen gewissen Halt Auch S. A. S|itTu : ina, 

*) S. A. Smith <io. Jan. 1888) übersetzt Z. 8 ff.: „On the sixth day of the month 
lyyar, the contractor(?) to me came; on the seyenth day of the month lyyar the horses 
arrived". 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Nergal-etir. Gniss 
dem König, meinem Herrn, gar sehr; dem Lande des Königs Gruss! 
Möge das Herz des Königs, meines Herrn, gar sehr fröhlich sein! 

Am 6. Ijjar kam der Trabant zu mir, am 7. Ijjar wurden die 
Pferde hinabgebracht. ■ 

Bemerkungen: 

Z. 7. Für das Perm, (ab s. Gramm. §§ 87 und 89. 

Z. 9. mu/ir püfUy ganz ideographisch ***''« GUR. ZAG geschrieben 
(s. z. B. IHR 46 Nr. 3, 34. K. 439S, d. i. II R 31 Nr. 5, Col. V 7, an 
welch letzterer Stelle unmittelbar darauf die halbideographische 
Schreibweise '•'«^'«' GUR. pu-u-fe folgt), ist das gewöhnliche Wort für 
den „den Zugang (zum König) wehrenden** kgl. Leibwächter oder 
Trabanten. S. A. Smith, der htir-bu-tü liest und „something like con- 
tractor (root a"ip)" darin vermuthet, scheinen Stellen wie Sanh. III 72 
entgangen zu sein. Schon NoRRis, Dütionary p. 191, übersetzte richtig 
„body-guards", obschon auch* er irrig gurbuti las. Die Unbekannt- 
schaft mit diesem assyr. Amtsnamen hat wie S. A. Smith, so auch 
StrasjjMAIER vor allem bei der Edition bez. Übersetzung des weiter- 
hin zu besprechenden Textes K. 82 sehr irre geführt. 

Z. 14 könnte das Verbum auch Ma-lak-ü-ni, ü-ta-üdd, t)-ü-ni oder 
ü-ta-mihn-ni gelesen werden; aber die Annahme eines Stammes II 2 



204 Beiträge zur semitischen Sprachwissenschaft. 

für aiäku „gehen" mit der Bed. „gebracht werden" scheint mir 
äusserst bedenklich (S. A. SNflTH's „the horses arrived" ist ganz un- 
möglich, sowohl was die Bedeutung als was die Fassung als Prae- 
teritum — s. Gramm. § 97 auf S. 267 — anbetrifft), wesshalb ich 
der Lesung utaridüni {uttarridüni) „sie sind hinabgebracht worden" 
den Vorzug gebe. Sei dem übrigens wie ihm wolle, jedenfalls meldet 
das Schreiben die unverzügliche, umgehende Ausführung eines könig- 
lichen Befehls: am 6. Ijjar gelangte Nergal-ctir in den Besitz der 
durch Specialbotcn überbrachten kgl. Ordre, am 7. schon ward sie 
vollzogen. 

K. Z46. 

[Neuassyrisch. Hellbraunes Täfelchen (c. 7 cent. lang, 3 Vj breit). 
Gut erhalten. Veröff'entlicht von S. A. Smith in PSBA X, Part 3, 
Plate II; vgl. p. 158«: Von mir copirt im Oct. 1888. Aus Strass- 
MAlER*s Wörterverzeichniss Hess sich nach Bezold's Citaten ein voll- 
ständiger Text nicht gewinnen.] 

Obv. A-na iarri beli- ia 

ardu' ka '"Naid^- ilu 
lU'U iiil-mu a-na iarri beli-ia, 
Umu XXVIP-'*'^ 
5. ICXX sise pa-ni-ia-te 

ina '*'"' 6V- su- Jjt- na 

fk' fa- ra- bu- u-ni 

ümu XXVIII^*''^ina llb-bi-ma hi-nu 
10. ümu XXIX*"*"* lam- na vinlu 

al' lak^ ina ^** Sa- ri-e 

n^' }e- bir- ht-nti 

ümu ^YA"**» 

ina ^^ Sa- ri- e-ma 

15. ak' ia- hi' nn 

Unterer Rand. a- di bid 

Rev. arkiäte^ 

/- Ipar- bu^' U' ni- ni 
/- j/- ms sise^ 

20. ga- mu' zu 

lip- lit- fyt 

bur^^' ba- a- ni,* 

Unbeschriebener Kaum. 
i) I. 2) ^rt« durchweg nur wenig schräg geschrieben. 3) ''«PA. 4) Zeichen iid. 
In Smitii's Textausgabe mag die Auslassung dieses rim durch ein Versehen yeranlasst 
sein; aber in der Umschrift konnte Smith auf dieses Versehen aufmerksam werden, um 



Delitzsch, Beiträge zur Erkl&mng der babylonisch-assyrischen Brieflitteratur. 205 

nicht einen so onmc^tichen Eigennamen wie Nttbü-a-ni zu statoiren. S) ^oi^ ▼i^ senk« 
rechten Keilen geschrieben. 6) mit Tier senkrechten Keilen geschrieben. 7] EGIR Z', die 
ganze Zeile füllend. 8} mit vier schrägen Keilen geschrieben. 9) ""'''« KUR. RA. me (nicht 
md) ; die beiden letzten Zeichen stehen auf dem Rand. 10) das an drei wagerechte Keile 
sich anschliessende ia steht nicht, wie sonst stets beim < sieben bur^ senkrecht, sondern 
ziemitch schrig nach rechts geneigt Aber aU lar darf es darum doch nicht gelesen 
werden, da Jtar in Z. 18 anders aussieht (das an drei wagerechte Keile sich anschliessende 
^* des Zeichens J^r ist sowohl noch schriger als niedriger gehalten). 

*) S. A. Smith (10. Jan. 1888) UberseUt Z. 4 ff.: „On the 27^^ day 120 horses of 
an earlier time which Nebo-a-ni into Urzu^a brought On the 28th day they were 
there; on the 29^^ towards(?) night, I went to Sar£, I brought them OTer; the 20th day 
in Sart I shat them up, together with the honse [a-di biti\ of the later (ones). They 
came to me with 20 horses boond; they shall rest qnietly in the summer stables (??)". 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Na*id-ilu. Gruss dem 
König, meinem Herrn! Am 27. werden 120 zum ersten Transport ge- 
hörige Stuten des Nabu-rim'ani in der Stadt Urzu^i na eintreffen; am 
28. sollen sie dort bleiben; am 29. will ich dann die achte Nacht den 
Marsch fortsetzen. Bei der Stadt Sare habe ich sie übergesetzt; am 
20. behielt ich sie in Sare zurück, bis die zum zweiten Transport 

gehörigen einträfen (für die letzten 4 Zeilen wage ich keine 

Übersetzung). 

Bemerkungen: 

Z. 4ff. Das Verständniss der Zeilen 4 — 18 hängt ab von der richtigen 
Fassung der Worte it-na (oder iatn-nä) tnülu in Z. 10. Indem S. A. 
Smith mit Stra.ssm. 2593 H-fui liest, ohne auf die durch den Zu- 
sammenhang nahe genug gelegte Lesung iat/i-na zu verfallen, musste 
ihm der grössere Theil des Schreibens undurchsichtig bleiben. Na*id-ilu 
theilt dem assyrischen König brieflich mit, dass er (wohl in der Nacht 
vom 19. zum 20. des laufenden Monats) 120 Stuten des Nabü-rim'ani 
(eines Pferdehändlers?) bei der Stadt Sar^ übei^esetzt habe, nach 
eintägigem Warten auf einen zweiten für den König bestimmten 
Pferdetransport am 21. von Sare aufgebrochen sei und am 27. mit 
seinen Pferden in Urzuljina eintreffen werde: nach zweitägiger Rast 
in Urzu^ina werde er dann in der Nacht vom 29. auf den 30. als der 
achten Retsenacht seinen Weg nach der Stadt des assyrischen Königs 
fortsetzen. Über die Richtigkeit unsrer Fassung von sise päniate und 
sise arkiate (so wird zu lesen sein, nicht arki^ Strassm. 1423, oder 
arkuti, S. A. Smith) kann kaum ein Zweifel obwalten. Den Sing, voh 
pämäte lesen wir IHR 51 Nr. 9, 15. 32 (ina pa-ni-ti „früher**) u. ö., 
den dem Plur. fem. päniäU entsprechenden Plur. masc. pa^m-ü-ti 
z. B. in R 58 Nr. 8, 48. Die einzige, aber ebenfalls zu hebende, 
Schwierigkeit bildet das a-di bid {bi^ bit) der Z. 16. Das Zeichen bit 
bt sicher, Strassm .viER's libbn {a-di libbi, Nr. 7344) falsch. Indess 



206 BeitrSge zur semitiM^hen SprachwissenKhaft. 

mit bitu „Haus", wie S. A. SmitH überall liest und übersetzt, ist 
in den Briefen und Contracten allein nicht auszukommen. Ich gebe 
hier vielmehr eine Beobachtung der Prüfung anheim, welche, so viel 
ich sehe, den bisherigen Erklärern von Briefen und Contracten 
entgangen ist, nämlich auf die Existenz einer assyrisch*babyl. Prae- 
position und Conjunction ^, gleichbedeutend mit ki Es wird 
innerhalb dieser Serie von Artikeln wiederholt Gelegenheit sein, 
Belegstellen für diese anzunehmende Praep.-Conj. btd zu besprechen. 
Hier begnüge ich mich mit dem Hinweis auf die oben zu K. 486, 12 f. 
citirte Stelle K. 492, 8 f., wo damik adannü bi-id (iarru Hcbüni) sich 
als gleichbedeutend giebt mit damilc adannü ki ia (täkbini), sowie 
auf den IV R 54 Nr. 3 veröffentlichten Brief, wo bt-id tllikimi Z. 10 
und 39 dem Zusammenhang nach nichts weiter bedeuten kann ab 
kt iiiikihn. Als Praep. lesen wir bid z. B. Strassm. II, 344, 7: „die 
und die bid fnai-ka-ttu ma^-ruWt sind als Pfand empfangen worden", 
wo bid maJkanu augenscheinlich s. v. a. ki maikanti ist Natürlich 
ist mit diesem bid etymologisch eins das ebenfalls „anstatt, für, als" 
bedeutende. In den Codtracttafeln zahllose Mal vorkommende bu-ud 
(nicht pu-tid, Strassm.). Auch an unserer Stelle giebt sich adi bid 
von selbst als Conj. „bis dass". Na'id-ilu, der Führer des ersten 
Pferdetransportes, vereinigt sich zwar nicht mit dem des zweiten zu 
gemeinsamer Reise, aber er wartet in Sare die Ankunft des zweiten 
Transportes ab, um sich nicht allzuweit von diesem zu entfernen und 
keinen allzugrossen Vorsprung vor ihm zu gewinnen. Für die Ety- 
mologie von bid^ bud und andere bedeutsame Folgerungen s. HWB 
s. V. lK4a. 

Z. 5. Dem sise meiner Umschrift entspricht im Originaltext 
blosses ''"''''' KUR.RA ohne Pluralzeichen; liegt ein Versehen des 
Tafelschreibers vor? Dass sise hier von Stuten zu verstehen ist (vgl. 
f\ Tjrjroe), lehrt wohl die Femininform des Adjectivs. Das genauere 
Ideogr. für „Stuten" würde /*"''** KUR. RA>' sein (s. zu K. 493, ^) 
und der eigentliche Name für Stuten wahrscheinlich urhte (s. eben- 
dort). Beiläufig sei schon hier bemerkt, was bei Tafel K. 11 13 (in 
Artikel II) näher ausgeführt werden soll, dass die übliche Deutung 
des Ideogramms für Pferd als „Esel des Ostens" sich schwerlich 
halten lassen wird. Es würde kaum denkbar sein, dass wenn KUR. 
RA (= iadü „Osten") nur das zweite Glied eines st cstr.-Verhält- 
nisses {imcr KUR. RA d. i. lade) bildet, das blosse KUR>' für „Pferde" 
und KUR als Determinativ vor bitl^aiiu gebraucht werden konnte, 
wie dies auf Tafel K. 11 13 und sonst der Fall ist. Ebendesshalb um- 
schreibe ich *-''^'' KUR. RA, nicht w/rrKUR.RA. 

Z. 7. Das 2^ichen ur von Urzuljina ist sicher; Strassm. 7344 
bietet irrig schraffirtes ar. Für die Lage der assyr. Stadt Arsuf^na^ 



Deütacb, Bettrige zur ErklXmog der babylonisch-Astyruchen Brieflitteratur. 207 

UrsM^ma ist die Hauptstelle II R 65 Obv. Col. 11 15 f., wonach Tig- 
latfapileser I alle seine ina eli ^^Za-bam lu-ba-li-e befindlichen Streit- 
wagen dem babyl. König Marduknidina^^ bei der Stadt Arzu^ina 
entgegenstellte. Es folgt hieraus, dass un^'^r dem Fluss von Sar^ 
keinesfalls der Euphrat verstanden werden kann, sondern nur der 
Tigris bez. ein Fluss zwischen Tigris und unterem Z4b. Das Wahr- 
scheinlichste bleibt der Tigris. Die Stadt ^^ Ur-zu-J^-na ist auch 
K. 1252, 8. 30 (Smith, Asurb. III, Plate XVI) erwähnt. 

Z. 8. i^rabünt (das Zeichen da^ fa ist zweifellos; Strassm. 7344 
bietet irrig schraffirtes ^r\ interessante Praesensform I 2 (Praet t^a- 
Hb bez. iJcfMb), Noch mehr solche Praesensformen wie ifcfarab neben 
Praet i^rib, ibtalat (s. oben K. 512, 26) neben Praet ibtalu^ werden 
bald gestatten, die in Gramm. § 97 (S. 267 oben) noch unformulirt 
gebliebene Regel betreffs der Vocalaussprache derartiger Praesens- 
formen I 2 festzustellen. 

Für die Zeilen 19 — 22 begnüge ich mich darauf hinzuweisen, 
einmal dass i-si-ni} im Hinblick auf K. 507, 17 ^vgl. auch K. 11 13, 29) 
gewiss zu Einem Wort («s iUhäi}) zusammenzuschliessen ist und 
nicht mit S. A. Smith und Strassm. (1423. 3795) in ist XX zer- 
theilt werden darf (K. 507, 17 liest S. A. Smith zur Abwechslung 
ist iarri); sodann dass bei zu von ga-mu-zu zum Schwanken zwischen 
SU und ru (Strassm. 1423. 1520) keinerlei Grund vorliegt S. A. 
Sbuth's Combinationea von ga-mu-zu mit DU, was übrigens gar 
nicht „binden" bedeutet, und von burbani^ purbäni mit i:j'j5 i Chr. 
26, 18 mögen zur Verständlichmachung seiner Übersetzung kurz re- 
gistrirt werden. Ich für meine Person bescheide mich mit Gott- 
fried Hermann zu sagen: „est etiam nesciendi quaedam ars". 

8x, a— 4, 57. 

[Neuassyrisch. Hellbraunes Täfelchen (c. 54 cent lang, 2,5 breit). 
Tadellos erhalten. Veröffentlicht von S. A. Smith in Asurb. IL; vgl. 
S. 42 ff. Von mir copirt im Oct 1888.] 

Obv. A- na iarri bth $U~ ia- 
ardu-ka "Na- äi- ftu 
iu HU-mu a-na iarri be-ili-ia 
a- dan-nii a- dan- nü 

5. Nabi^ Marduk 

a-na iarri be^iÜ-ia Ük- ru-bu, 
ICXI -^' AT«, sa- Ä- a 
XI ^^ Mi' sa' a- a 

napiar^ ICXXll stse'^ 
10. iä HP- i" ri 



208 Beitrige rar semitischen Sprachwistenichaft. 

}ä *•**' Bar- fyü- $a 
XI sise "^^^ Ku-sa-a-a 

Auf dem XVII '^^^Km- sa- Ä- a 

onteien Rand. iS* X '^ Me- sa- a- a 

Rev. napl^ar^ XXVII sise 

M nüühiä ^Kal'ia 

la- gam- mar' u- m 
naphar^ ICXXXIX"^^ Ku-sa-a-a 

20. XXI "^^^ Me-sa-a-a 

nap^r^ ICLX sise 

iä nir- i" ri ü- ntu 

an- m- u e- tar^du^m. 

Unbeschriebener Raum. 

l) PAP. 2) Das in diesem Ideogr. dem KUR. RA /^ Torstehende Zeichen imirm 
ist in der gewöhnlichen, dem Zeichen itm nSchststehenden Weise geschrieben; die Wieder- 
gabe des Zeichens bei S. A. Smith ist ungenau. 3) bekanntes, aus zweifichem ia^ 
bestehendes Ideogramm. 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Nadinu. Gruss dem 
König, meinem Herrn, gar sehr, gar sehr! Nebo und Merodach 
mögen den König, meinen Herrn, segnen. 

III kusäische, 11 mesäische, zusammen 122 Zugpferde des Lan- 
des Bar(?)^al9a; ll kusäische Pferde der Stadt Arapl)a; 17 kusäische, 
10 mesäische, zusammen 27 Zugpferde der Stadt Kelach, [diese 
letzteren] nicht...: zusammen 139 kusäische, 21 mesäische. Total- 
summe: 160 Zugpferde sind heute eingeführt worden. 

Bemerkungen: 

Das Täfelchen giebt sich als einen kurzen und rein statistischen 
Bericht über die Höhe der an einem bestimmten Tage stattgehabten 
Einfuhr von Zugpferden in die Hauptstadt des assyrischen Königs. 
Es werden zwei Pferderassen unterschieden, eine kusäische und eine 
mesäische. Die erstere bilden Pferde des Landes Äthiopien, assyr. 
Kusu, Von alters her standen die Pferde Äthiopiens und Ägyptens 
bei den Völkern Vorderasiens in hohem Ruf und Werth: die hetti- 
tischen Könige bezogen daher ihre Pferde, Salomo befasste sich mit 
Pferdeeinfuhr von Ägypten (i Reg. 10, 28 f.; vgl. auch Dt. 17, 16); 
Sargon nennt unter den ihm dargebrachten Reichthümern sise Mvsuri 
.«-n-Ä*(lies: Hreti) „erhabene (d. i. hochgewachsene oder edle?) ägyp- 
tische Stuten" (Khors. 183 f.), und unter der von Asurbanipal aus 
Theben in Oberägypten weggeführten Beute werden gleichfalls sise 
rabüti (oder wäre rabäti zu lesen? VR 2, 40) ausdrücklich namhaft 



Dditisch, Beitiige rar Erklirung der bftbyloniich-tMyriscKen Brieflittentur. 209 

gemacht Vgl.KAT^ iS/f. Von PiNCHES' Hypothese, dass unter Kiisu 
in diesen Tafeln vielmehr Cappadocien zu verstehen sei, wird zu 
80, 7 — 19, 26 in Art II gehandelt werden. Dass die „kusäischen" 
Pferde in erster Linie Wagenpferde waren, lehrt wie unser Text 
auch der soeben citirte. Die andere, mesäische Rasse stammt vom 
Lande Mes, assyr. Me-su^ gemäss I R 35 Nr. i, 7 zwischen Arazias und 
Medien gelegen (vgl. Sams. II 42: "^^^ Me-sa-a-a)^ also aus Medien 
und dessen Nachbarschaft, Länder welche ebenfalls durch ihre 
Pferde im Alterthum hochberühmt waren. Gerade Zugpferde {sise 
simdät nirt) werden oft unter der Beute des Landes Mes und 
der benachbarten Nairi- Länder namhaft gemacht: s. Sams. II 55; 
femer II 2. 32 f. 41. III 6. 6S^ u. ö. Vgl. auch K. 11 13, 27 [me-sa-a-ä) 
in Art II. 

Z. 9. Wie das Ideogramm für „zusammen" bez. das Summirungs- 
zeichen phonetisch zu lesen ist, steht noch nicht fest; PiNCHES (PSBA 
IV, 1882, p. 13. TSBA VII, 1882, p. 113 f.) liest napf^arü und S. A. 
Smith (s. ZA I, 426) folgt ihm. 

Z. II. Bar-fyil-za oder Mal-^U^a: Lesung sowohl wie Lage 
dieses gewiss gleich Arap^ und Kelach zu Assyrien gehörigen 
Bezirks sind noch unsicher. Auch K. 11 13, 19 erscheint dieser Name 
in enger Verbindung mit dem der Stadt Arap^a. 

Z. 18. lä gammar&ni kann sich nur auf die 27 Zugpferde von 
Kelach beziehen; syntaktisch bildet es eine Parenthese, formell ist 
es ein mit der Permansivendung der 3. Pers. m. Plur. versehenes 
Adjecttv nach Art der in Gramm. § 91 erwähnten Formen aiareääku; 
vgl kammasüni K. 506, 37, allakä^ d. i. allaku mit der Permansiv- 
endung der 3. Pers. f. Plur., II R 16, 30 c, u. a. m. Die Phrase findet 
sich häufig in solchen Pferdeeinfuhr-Berichten; vgl. z. B. K. 11 13: 122 
hiß^Ue (d. i. „Reitpferde") des Turtan etarbüm lä gam-ma'ru'fiit 5 bit- 
iai/e des Statthalters von Kelach etarbüm la gam'fna-rU'U'ni (Z. 9 fr.); 
ferner 80, 7—19, 26 Z. 28: 25 Pferde ia bitf^Ue, 6 ''^^^ku-äm^ (d. i. 
Biaulthiere, anderwärts *^^'^ ku-du-nu K. 525, 37, vgl. Ä3T0), im Ganzen 
31 aus Arpad, la gam-ma-ru-u-ni. Für beide Texte, sowie den, 
gleich dem unsrigen, von Nadinu verfassten Bericht 80, 7—19, 25 s. 
Art n. Was die Bed. betrifft, so übersetzt PlNCHES (s. Asurb. S. A. 
Sm. n, 75) lä gammarüni „unvollständig** und denkt dabei an „Wal- 
lachen" (vgl. PSBA IV, 1882, p. 13 f.: lä gammarimi ^igt\^\n%^% S. A. 
Smith übersetzt: , Jochpferde, die nicht eingeübt sind" (also wohl 
Zugpferde, welche noch nicht völlig eingefahren sind). Aber keines 
von beiden vermag bei Zusammenhaltung aller Stellen zu befriedigen. 
Zur Erschliessung des wahren Sinnes dieses terminus technicus wird 
in erster Linie der Gebrauch von gammaru in den Contracttafeln, 
z. B. Str. II, 34, 5. 402, 2. 447, 2 in Betracht zu ziehen sein. 

(ar semit. SprachwitMudiaft. L I^ 



210 Beiuitge tat semitischen Sprmchwissenichaft 

K. 493. 

[Neuassyrisch. Braunes Täfclchen (c 5,5 cent lang, c. 2,5 breit). 
Sehr deutlich beschrieben. Veröffentlicht von S. A. Smith in PSBA X, 
Nr. I, Plate VII; vgl. p. 69 f. Von mir copirt im Oct 1888.] 

Ohv. A-na larri be- ili- ia 
ardu'ka •* {Nabü-lUm-^ iddina^ 
Ä/ i/>/- niu [ö-»ä] iarri 

b€'üi-4a a- dan- nü a-dan-nü 
5. Nabü"^ Marduk 
bc-ilu- ia lik- 
XXV it- 

}ä^ na- 
M III 
10. hi '^^^ Kal- 

la ^ Ni- 

}ä ^ Dür- 

Auf dem it" tol- ko- 

unteren Rand. /<*- «J- di- 

Rev. 15. ina i/- a- 
mi" i- 

id iarru 

/- Itab- bu- 

Unbeschriebener Raum. 

i) wagerechter Keil ; die2Mchen Torher sind herausgebrochen ; S. A. SioTH umschreibt: 
Marduk(f)'hm(f)'iddin, Zu meiner Ergftnsung s. K. 550 bes. 11 13 in Art 11. 2} 'AipA. 
3) durchweg nur mit drei wagerechten Keilen geschrieben. 4) Zeichen man, nU, 5) DU. 

*) S. A. SMmt (i. Not. 1887} übersetzt Z. 7 fT.: ,^5 animaU (?) (for ofi^ings) 
from the treasury of which three (are) young (?), from Kalach, from Nineveh, 'from 
D&r-iar-uktn hare arriTed; they are not provided for (?). In the moming the connt 
(wiU be made), as the king, my lord, has commanded". 

PmcHBS (in Records of the Fast, XI, p. 75) fibersetst ebendiese Zeilen: „Twenty- 
five lionesses which are caged, with three males, from Calah, from Niniveh, (and) from 
Dur-Sarg:ina, hare set out. I detected not a pregnant one. At sunrise they coanted 
(them), of which they will teU the King my Lord". 

Obwohl diese letztere Übersetzung ohne jedes Fragezeichen gegeben ist, hat Ptnchis 
seitdem doch offenbar seine Ansicht geändert ; denn sein jetziger dem Tftfelchen beige- 
gebener „label" lautet (ungleich richtiger): ,^bottt Horses and Marcs". 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht NabCk-sum-iddina. 
Gruss dem König, meinem Herrn, gar sehr, gar sehr! Nebo und 
Merodach mögen den König, meinen Herrn, segnen! 

25 Stuten ans dem Vorrath der 3 . . . von Kelach, Ninewe und 
Dür-Sarrukin sind angekommen. Ich will ehestens(?) ordnen, wie mein 
Herr König befiehlt. 



a-na 


iam 


ru" 


bu. 


ra- a- 


te 


kan- 


tc 


pi- ir- ra- a^^m 




¥ 


fJU' 


a 


}arru*'idin^ 


a^ 


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r- 


ri 




fi 




im 


bf- 


üi 


U" 


nu^ 



Deutsch, Bcitrige vu Erkl&roog der babylomsch-atsjrnicheo Brieflitteimtor. 211 

Bemerkungen: 

Z. 7. uräfr. Da die Fassung von urafe als eines Plurals der 
V R 28, 76. 78 a genannten Synn. von unkuiü-ra-tum und n-n-tum 
durch den Zusammenhang ausgeschlossen ist, so bleibt nichts übrig 
als ur&te mit dem Berufsnamen rhb it-ra-te III R $0 Nr. i, 15 zu com- 
biniren. Dieser rab urate erinnert aber unwillkürlich an den rab ure, 
von welchem es V R 55, 53 f. heisst: "'^^ räb ii-re-e ü-ra-a k-^ sisc 
ana Hbbi äikni iä lürubi „ddiss kein Stallmeister Hengste oder Stuten 
in die Städte einführen dürfe". Die Bed. „Stall" steht für urü fest: 
besonders häufig findet sich ü-ri-e si-si-i „Pferdestall" (s. z. B. Sm. 
1708 Obv. 9 in WB, S. 197 und vgl. D'^OIO nh^K I Reg. 5, 6), wesshalb 
es nicht Wunder nehmen kann, dass auch das einfache urü spectell 
den Pferdestall bezeichnet, wie dies offenbar in rab ure der Fall ist. 
Die Stelle V R 55, 53 lehrt aber noch ein Weiteres: wenn der rab 
ure auch die Einfuhr von urä und uräte besorgt, so kann assyr. urü 
nicht bloss den Stall und speciell den Pferdestall (bez. den einzelnen 
Pferdestand im Stall), sondern es muss auch die in einem solchen 
Stall untergebrachten Thierc bedeutet haben. Für das Assyrische 
scheint die Paarung von urä und / sisc d. i. „Stuten" zu beweisen, dass 
ure die „Hengste** sind, und unser Brief hinwiederum macht es äusserst 
wahrscheinlich, dass das ideographisch / sise geschriebene Wort für 
,3tuten" geradezu uraU gewesen ist Da IHR 43 Col. IV, Kante 
Z. 2 / '■•'^KUR. RA den Gegensatz zu bu^älu bildet, so würden wir 
nach dem Vorhergehenden für „Hengst" die Wörter urü und buf^iu 
(urspr. überh. „männliches Thier"), für „Stute" urttu und (s. oben 
K. J46, 5) allgemein sisü erhalten. Dass bitjiallu „Reitpferd" eben- 
falls urspr. den „Hengst", das männliche Reitpferd bedeutet habe, 
lehrt doch wohl sein Etymon sowie die Stelle VR 55, 58 f.: ein 
*-'*' Sa bitialii soll die Städte nicht betreten und alldort / sise bit- 
^aliä holen. Da, wie zu erwarten ist und diese Stelle ausdrücklich 
besagt, auch Stuten als Reitpferde dienten, könnte es nicht befrem- 
den, würde man einmal dem Plur. bitfyilläH begegnen. Ob der oben 
erwähnte rab uräte ein über Stuten gesetzter Beamter ist, oder^ob 
urü ^tall" den Plural uräte bildete (vgl. hebr. rr-i», Plur. nVjK st. 
cstr. rnrjK und nh'^'TK, und s. Gramm. § 70, a), also gleich rab ure den 
„Stallmeister" bedeutet, muss dahingestellt bleiben. 

Z. 9 ff. Hier scheint soviel klar zu sein, dass die /// pirräni 
durch die 3 unmittelbar folgenden Städtenamen näher bestimmt wer- 
den. Die Verknüpfung der III pirräni mit den XXV uräte, von denen 
sie einen Theil bilden würden, ist nicht nur wider den klaren Zusammen- 
hang des Textes, sondern Übersetzungen wie „of which three are 
young" sind auch grammatisch unmöglich. Pirräni ist wohl Plur. 

14* 



212 Beitrige tar sendtiicheo Spnchwitsemchaft. 

eines Subst. pirru\ doch könnte es auch Plur. von pirr&nu sein, in 
welchem Falle pirrknk zu lesen sein würde. An nnß ^oung" zu 
denken, ist schon desshalb unmöglich, weil dieser Stamm, wie assyr. 
pirfyi beweist, ein n^ hat. 

Z. 14. la-as-di-e-ri wird dem Context nach am besten als Ein 
Wort und zwar als eine Precativform der i. Pers. Sing, gefasst, nach 
Analogie der in §93, i,b citirten Formen laHta^ iämur^ zu. welchen 
als ein besonders lehrreiches Beispiel das iafal in dem weiterhin 
zu besprechenden Text K. 483 (Z. 12) hinzugefugt werden mag. Statt 
as wäre auch die Lesung az und as möglich. Meine Lesung la-as- 
di-e-ri gründet sich vornehmlich auf den schon mehrfach citirten, 
von ebendemselben Nabii-§um-iddina stammenden Text K. 1113, wo 
es Z. 26 fr. hcisst: '^'''^ KUR. RA^' rak-ka-su-U me-sa-a-a . . . i-si- 
nil'fna a-sa-di^r minu la iarru bcH üapparanni. Das Praet. von so- 
därUy wovon hier das Praes. asadir^ lautet bekanntlich isdir^ asdir\ 
für asder s. Gramm. § 36 und für die Dehnung des zu erwartenden 
lasdir, lasder zu lasderi vgl. die analogen Fälle in § 53 (S. 125 f.). 
Für minu la (Z. 16), welches wie K. 11 13, 30 so auch hier ganz gleich- 
bedeutend mit aki la gebraucht sein würde, vgl. noch den Schluss 
von K. Sil (PSBA X, 3, Plate XI): mi-i-nu la larru bell tkabbüni /ti- 
purüni „wie der König, mein Herr, befiehlt, sende man Ordre". Vgl. 
femer noch K. 669, 32 {mi-nu M iarru ikabbüm likbi), 582, 36 {mi- 
i'ftu Id)^ sowie die Redensart mi-i-nu Ja abttüm „g^nz nach Belieben, 
nach Herzenslust" o. ä. (eig. wie es der Wille ist) K. 525, 43, wech- 
selnd mit M ia abüiüni K. 11, 29 und akt }a ileü z. B. K. 82, 27. 
S. A. Smtth umschreibt la as-p-e-ri „von syr. !-•»". 

Z. 15. ina U-a-ri, Für diesen adverbialen Ausdruck s. zu 
K. $72, 16 und weiter zu K« 618, 26. 

K. 498- 

[Neuassyrisch. Dunkelbraunes Täfelchen (c 5,8 cent lang, c 3 
breit). Vollkommen erhalten. Veröffentlicht von S. A. Smith in 
PSBA X, Nr. I, Plate VIII; vgl. p. 71. Von mir collationirt im Oct 
1888. Auch in Strassmaier's Wörterverzcichniss ist der Text viel- 
fach citirt, ohne dass sich nach den von Bezolx) zusammengestellten 
Citaten der vollständige Text gewinnen Hesse.] 

Obv. A-na larri be- üi- ia 
ardu" ka ^Ramtnän' ibni^ 
lu hU" mu a-na iarri 

be- üi' ia. 

5. Mär Bäbilt^ 

lü'U ina mu^' ^ ia 



Delitnch, Beitrige xnr ErkllniDg der babylonisch-issyrischen Brieflitteratur. 213 

it" tal-' ka ma- a dübi 
ma pi^-ia ma-a ma ekalli 
iu- bi" hl" U' m 

10. //*- ma- a an^ nu- hm 
ina pa-an larri he- iÜ- ia 
U" st' ÖP- ia- iü 

iamt be-üi lü- al- iü 
me- nu M di-bp- hi-u^m 
Rcv. 15. Mftu XXVIII*'"^'^ atti iibbi 
^'- i^rj- ad' dt 

ina pa* an larri be-ili-ia 
w- SP- bi- la- lü^ 

Unbeschriebener Raum. 

i) KAK. 2) bäb'dmgir-ra ^'. 3] KA. 4) ü hier wie durchaus mit yier senkrechten, 
vi)u zwei wagerechten durchschnittenen, Keilen geschrieben. $) so, ^«*m, bietet das Origi- 
nal; S. A. Smith's Text und Umschrift geben durch ein Versehen *"*. 

•) S. A. Smith (i. Not. 1887) übersetzt Z. 5 ff.: „The son of Babylon, he to me 
came; both the word in my mouth and in the palace may he bring. Now at once be- 
ibre the king, my lord, I will bring him. May the king, my lord, ask him what their 
words (are). On the 28^ day from Zaddi before the king, my lord, I will bring him". 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Ramman-ibni. Gruss 
dem König, meinem Herrn! 

Der bewusste Babylonier ist zu mir gekommen. Er sagt: „meine 
Mittheilung hat mit meinem eigenen Munde [d. i. persönlich] zu ge- 
schehen — man bringe mich in den Palast!*' Ich habe ihn nun so- 
eben vor den König, meinen Herrn, bringen lassen. Mein Herr 
König möge ihn befragen, wie sich*s mit seiner Mittheilung verhält. 
Am 28. habe ich ihn aus der Stadt Saddu vor den König, meinen 
Herrn, bringen lassen. 

Bemerkungen: 

Z. 5 f. mär oder apil Babili lü „jener Babylonier, der (bewusste) 
Babylonier" (s. für diesen Gebrauch von Ui Gramm. § 58, a) weist 
darauf hin, dass betreffs dieses Mannes bereits zwischen dem König 
und Ramman-ibni correspondirt worden war. 

Z. 9. Meine Übersetzung von lübilüni^ welche in dem ni das 
PronominalsufBx der i. Pers. Sing, sieht, stützt sich auf die in Gramm. 
§ 56, b (S. 135) beigebrachten analogen Fälle. Man könnte auch 
an die Übersetzung denken: „man bringe meine Mittheilung durch 
meinen eigenen Mund in den Palast** (was ebenfalls s. v. a.: man 
lasse sie mich persönlich dem König hinterbringen), aber das mä vor 
ekalli scheint einer solchen Verbindung beider Sätze weniger günstig. 



21 A Beitrige rar semitischen Sprachwissenschaft. 

Z. lo. Eine Bcd. wie jetzt** für ü-ma-a und eine solche wie „so- 
eben" für an-nu-iw^lA^dttn die bis jetzt bekannten Belegstellen 
dieser Advv. mit ziemlicher Sicherheit an die Hand geben; etymo- 
logisch bedürfen beide noch der Aufhellung. 

Z. 14. vienu (ttimu) Adv. „wie?** in directer Frage (s. bereits oben 
zu K. 486, 14), 1/unu (fftiftü) ia „wie" in indirccter Frage (wie hier) oder 
in abhängigem Satz {=aki }a^ s. hierfür soeben zu K. 493, 16 f.). — 
dib{b)üuni\ dihbu „Wort, Rede" mit Pronominalsuffix der 3. Pers. 
m. Sing., verstärkt durch das den Ton auf die unmittelbar vorher- 
gehende Sylbe ziehende enklitische ni (s. oben zu K. 486, 9 und 
K. 512, 15). 

Z. 16. Die Stadt ^addu (nicht Zaddu\ auf der babylonischen 
Seite des unteren Zib gelegen, bildete ziu* Zeit Sams!-Ramman*s 
(825—812 V. Chr.) die nördlichste Grenzstadt Akkads; s. „Paradies" 
S. 203. Zur Zeit, da obiger Brief geschrieben wurde, war Saddu 
wohl schon lange eine assyrische Stadt geworden, die Grenzstadt 
Assyriens gegen Babylonien hin. 

Der Zweck des vorstehenden Schreibens ist klar. Es ist ein 
Begleitschreiben, welches das Oberhaupt der assyr. Grenzstadt 
§addu für einen Babylonier ausstellt, welcher darauf besteht, eine 
von ihm zu machende Mittheilung nur persönlich, unter vier Augen, 
dem Könige zu machen. Ob das Schreiben dem Babylonier selbst 
oder seiner assyrischen Begleitung oder aber einem besonderen 
Boten anvertraut wurde, geht aus den Worten nicht hervor. Der 
Verfasser des Begleitschreibens fügt am Schlüsse das Datum bei, 
an welchem er den Babylonier von Saddu aus weiter befördern 
Hess; dasselbe ist wohl identisch — beachte an-nu-iim Z. 10 — mit 
dem Datum der Abfassung des Briefes. Ramman-ibni selbst ver- 
blieb, wie die Istafalformen ustbila lehren, in Saddu. 

Wenn S. A. Smith zu unserm Texte bemerkt: „it is not easy 
to see the meaning of the tablet as a whole", so begreift sich dies 
bei seiner Übersetzung leicht. Für etliche Einzelheiten s. die Bemer- 
kung am Schluss dieses Artikels. 

K. 522. 

[Neuassyrisch. Dunkelbraunes Täfelchen (c. 54 cent. lang, c. 3 
breit). Mit Ausnahme der Anfangszeichen der Zeilen 6 — 10, die 
etwas verwischt sind, sehr gut erhalten. Kräftige Schriftzüge. Ver- 
öffentlicht von S. A. Smith in PSBA X, Nr. i, PlatelX; vgl. p. 71 f. 
Von mir copirt im Oct. 1888. Aus Strassmaier's Wörterverzeichniss 
Hess sich nach Bezold's Citaten kein vollständiger Text gewinnen, 
auch sind die betr. Auszüge irreführend: .so bietet z. B. Nr. 5239 statt 



Dclitnch, ÜeitrSge sur ErkULriMig der bftbyloiiUich-anjrischeu Brieflitteratur. 215 

i-zir-tu i-mu-tu^ dieses unter mäiu stellend (Nr. 7791 richtig: i-sir-ti^y 
und statt des zweifellosen rat Z. 11 {}a(rat) iaaf-H,] 

Obv. A' na iarri beli- ia 

ardu'ka ■* Rtär^-Süin- erel^ 
In lul'Vm a-na Sarri beli-ia 



Rcv. 





Nabü^ 


u 


Marduk 


5- 


a- na 


Sam 


beli-ia 




lik- 


rU" 


bu. 




V 

Sä 


iarru 


be- U 




ü- 


pur- 


an- ni 




ma- 


a p- 


zir- tu-u 


10. 


ine- 


fnc- 


m ina lib-bi 




Sä- 




a{* rai 




üb- 




ta^- '- i 




ia- 




a}- hi 




/- 




zir- tu 


»5. 


ia 


Sa- ai- rat^ 



Unbeschriebener Kaum. 

1) Zinfer XV (ohne Hu), 2) KAM. 3) 'V»PA. 4) geschrieben mit swe! parallelen 
ULngeren und Über diesen xwei parallelen kürzeren wagerechten Keilen, woran sich dann 
die bekannten drei senkrechten Keile sc^liessen. 

*) S. A. Suirii (1. Nov. 87) überseUt Z. 7fr.: „As to what the king, my lord, 
has sent to nie thus; tbc document (?) whatever in the midst is written, I hare lought. 
There is not; the document (?) is not written". 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Utar4um-ere8. Gruss 
dem König, meinem Herrn ! Nebo und Merodach mögen den König, 
meinen Herrn, segnen! 

In Beantwortung der von meinem Herrn König an mich er- 
gangenen Anfrage: „steht irgendwie ein Fluch darauf geschrieben?" 
— ich habe nachgesucht: nein! ein Fluch steht nicht geschrieben. 

Bemerkungen: 

Z. 2. Für das Ideogr. KAM, welches im Namen des Briefstellers 
den dritten Bestandtheil bildet, steht von vornherein so viel fest, 
dass sein assyr. Äquivalent ein Verbum mit V als drittem Radical 
gewesen: es lehrt dies das phonetische Complement el^ welches 
z. B. gleich in der nächsten zu besprechenden Tafel K. 572 Z. 2 zu 
KAM hinzugefügt ist. Da aber weiter für das mit KAM gleichbe- 
deutende KAN (vgl. auch Str. II, 348, 19: /i/ar-i//w-KAN) die Bed. 
erelu bezeugt ist (vgl. die Schreibungen des Namens Nabü-erel Str. 



2l6 Beitrige sar semitischen Sprachwissenschaft 

n, 508, 5 einer- und 509, i andrerseits)*, so kann über die Richtigkeit 
der obigen Lesung kaum ein Zweifel obwalten. Der Name litär-ihm' 
erel ist aus dem m. Bande des Londoner Inschriftenwerkes wohl- 
bekannt: s. ni R 51 Nr. VIII, 52. 58, 60a. 31b. 59 Nr. 10, 9. 11, 18 
(auch hier ist der Gottheitsname lUär durchweg mit der blossen 
Ziffer XV geschrieben). Es ist ohne Weiteres klar, nicht allein dass 
der Verfasser des Briefes K. 522 mit jenem des Briefes K. 572 ein- 
unddieselbe Person ist (wie es denn auch graphisch sehr möglich 
ist, dass beide Täfelchen von ebenderselben Hand geschrieben sind), 
sondern auch dass der Verfasser dieser beiden Schreiben Eine Person 
ist mit dem Astronomen und Astrologen dieses Namens, von wel- 
chem die eben erwähnten Tafeln in III R herrühren. Gemäss III R 
2 Nr. XXII war ntär-lhm-ere-el (der Gottheitsname hier mit dem 
scheinbar aus hir und du zusammengesetzten Zeichen nebst Gott- 
heitsdeterminativ geschrieben) ein Sohn des bekannten Uipsarru zu 
Sargons und Sanheribs Zeit Nabu'SuIctiP'keniy Sohnes des Marduk- 
lum-iicÜa^ und als solcher ein Nachkomme des Ober-Tupsar Gabbi- 
iläni-erei (s. III R 2). Beide Tafeln, K. 522 und 572, stehen zu dem 
Amte des Briefschreibers als eines Hofastrologen und Horoskop- 
stellers in unverkennbarem Zusammenhang. Unser Täfelchen ist 
ein Antwortschreiben des Hofastrologen auf die Anfrage des 
Königs, ob in den heiligen Büchern der Magier für einen bestimmten 
Tag (vgl. K. 21 in PSBA X, Nr. i) oder für ein bestimmtes Vor- 
haben ein Fluch geschrieben stehe: der Hofastrolog ist in der glück- 
lichen Lage diese Anfrage verneinend beantworten zu können. 

Z. 9. Das Verständniss des ganzen Schreibens hängt ab einmal 
von dem richtigen lexikalen Verständniss des Wortes hirtti^ sodann 
von dem richtigen g^rammatischcn Verständniss der Form izirtu in 
Z. 9 gegenüber dem izirtü in Z. 14. Dass die aus I R 27 Nr. 2, 6j 
sicher zu erschliessende Bed. „Fluch, Verwünschung** S. A. Smith 
unbekannt ist, sogar noch im April 1888 (s. PSBA X, Part. 6, p. 306), 
ist nicht zu verwundern , da er damals noch nicht im Besitz der 
2. Lieferung des WB gewesen ; noch weniger dass ihm das lange aus- 
lautende ü von igirtii keine Scrupeln macht: s. jetzt theils WB, Nr. 
134 theils Gramm. §§ 79, 7 und 146. S. A. Smith's Lesung i'^r(r)- 
tU'U verbot sich überdies schon aus graphischen Gründen. 

* Auf obige Stellen hat mich einer meiner jtlngeren Zuhörer, Herr stnd. Meissner, 
au&nerktam gemacht. Vgl. auch Str. n, 501, 11. Strassmaibr las frflbert (x. B. Wörter- 
▼eneichnitt 3937) das KAM-^i der Eigennamen eiSei(f) , jetxt (s. Str. II, Inhaltsrer- 
seichniss, S. 61 u. ö.) fasst er KAN als uiHi^ zweifellos auch seinerseits auf Varr. wie 
509, I sich besiehend. Aber obschon jenes Ideogr. URU, welches 509, i mit KAM, 
KAN wechselt, auch fttr uHu „Grund, Fundament'* gebraucht wird, glaube ich doch, 
dass bei der durch S*> 292 dargebotenen und weitaus am nächsten liegenden Lesung 
ertiu stehen geblieben werden muss. 



Delitzsch, Beitrige zur Erklimng der babylonisch-astyrischeo Brieflitter«tar. 217 

Z. 10. iff^-i«/-»/(K. 533, 21: me-me-e-ni^ K. 915, 3: pie-m-me-e-nt) 
höchst wahrscheinlich ^irgendwie", die indefinite Bcd. wie so oft durch 
Reduplicatton des betr. Fragewortes (hier menu „wie?**) gewonnen. 
Vgl. K. 89, 16. Sm. 1064, 24. K, 506, 31 (fni-mi-ni lä „in keiner 
Weise, gar nicht**) u. a. St m. 

Z. 13. Beachte la-ai-hi^ eig. „es ist nicht**, in seiner hier durch 
den Zusammenhang gesicherten Bed. „nein**. 



K. 572. 

[Neuassyrisch. Braunes Täfelchen (c. 5,5 cent lang, c. 2,6 breit). 
Linksseitwärts etwas abgebrochen, doch lassen sich die Zeichen durch 
den Zusammenhang leicht ergänzen. Z. 6 — 9 begann stets mit dem 
nämlichen Determinativ, für welches Zusammenhang wie Spuren 
auf •'*"^'" und zwar in dessen üblichster Form führen. Veröffentlicht 
von S. A. Smith in PSBA X, Part 6, Plate III; vgl. p. 309 ff. Von 
mir copirt im Oct. x888. Aus Strassmaier's Wörterverzeichniss war 
trotz mehrfacher, bei Bezold zusammengestellter, Citate kein voll- 
ständiger Text zu gewinnen.] 

Obv. [A-na] iarri bell- ia 

\ard\U'la *" litär^'ihm-erc'^ei 
[In] hil'tnu a-na iarri beli-id^ 
\Nä\bü u ' Marduk 
5. [ä-»]ä iarri beU-ia lik-ru-bu, 

[*^H malmaU^ 

[«'"''•] da-giP- w«n'^ 

10. man- sa-az ekalli 

a- h' ib ali 
arhu j^isannu mm A' F/*""^ 

ina libbi a- dt- e 

ir» ru' bu 

Rev. 15, ;/- ma- a 

ii- i/- a- ri 

a- di' e lü-ku^mt. 

Unbeschriebener Raum. 

i) Ziffer XV. 2) KAM. 3) Zeichen gleich der Ziffer V. 4) A. BA/A 5) MA§. 
MAS//. 6) A. ZU/A die Zeile fttllend. 7) Zeichen kil, rim, jad. 8) EVK 9) schräg. 

*) S. A. Smith (4. April 1888) überseUt Z. 6 ff.: „The magicians (?), the conjurer* 
[iMu(f)]t the astrologers (?)t the seers [därl]^ the Dakillju, who have the palace in 
cWge, who dwell in the city, in the month Nisan, on the 16^ day into the agreements 
entered. New in the moming(?} may the agreements be made". 



2l8 Ikiträge zur »einUischen Sprach Wissenschaft. 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Istar-siim-eres. Gruss 
dem König, meinem Herrn! Nebo und Merodach mögen den König, 
meinen Herrn, segnen! 

Die Astrologen, Weissager (r), Beschwörer (?), Ärzte und Vogel- 
schauer, die Palastwürdenträger hiesiger Stadt, sollen am i6. Nisan 
verpflichet werden [wörtlich : in die Gesetze eintreten]. Man stelle nun 
ehestens (?) die Gesetze fest [erlasse die Gesetze oder: formulire die 
Eidesformeln]". 

Bemerkungen: 

Z. 2. Über Name und Amt des Briefstellers sowie über den 
Brief im Allgemeinen s. die Bemerkungen zur vorigen TafeL 

Z. 6 — 9. Von den fünf in diesen Zeilen genannten Amtsnamen 
s. für den ersten WB, S. 23 f. A. BA ist natürlich ein Ideogramm, 
aber gleich so vielen andern ein solches, das einem gutsemitischen 
Worte seinen Ursprung verdankt Im Hinblick auf die Person des 
Briefstellers und den Wechsel von """''« A. BA und '''^^^" tupsan u in 
dem Titel seines Vaters (s. III R 2 Nr. XIII u. ö. einer-, Nr. III. VIT, 
auch IHR 64, 35b, andrerseits) wurde oben die Umschreibung tup- 
sarrti gewählt 

Für IJAL, welches in dem Fragment Sm. 1806 durch labn f,greis 
sein^ erklärt wird, weiss ich auch jetzt noch nichts anderes als was 
in AL' S. 4 Anm. i (in Zusammenhalt mit den „Nachträgen") be- 
merkt wurde, nämlich dass entweder Icbu i. S. v. aüpu „Beschwörer" 
oder bäru „Seher" zu umschreiben ist. Die Tafel Nabübaliddin*s aus 
dem Sonnentempel zu Sippar VR 60. 61, dessgleichen IV R67, 54. 56b 
lassen keinen Zweifel darüber, dass '"'"'" HAI- eine besondere Priester- 
oder Magierclasse bezeichnet IV R 32. 33, wo unter den verbotenen 
Werken des Sabbathtages auch: alar pnzri """^♦"IJAL pa ul isakan 
„an geheimnissvollem Orte soll der . . . keinen Ausspruch thun" (er 
soll nicht orakeln), genannt wird (31, 33a. 18b u. s. w.), führt für 
aiHiiu IJAL vielleicht auf eine Bed. wie „Weissager, augur**. Sonst vgL 
noch für ''-^'" gAL Asurn. III 20. Asurb. Sm. 182, f. K. 915 Obv. 7. 
Rev. 13. Ebenfalls mit A. BA gepaart lesen wir diesen Amtsnamen 
I R 27 Nr. 2, 77: „sei es ein '*«'''• A. BA oder ein '•'«^'« gAL oder 
sonst jemand anderes". 

amiiu MAS. MAS (nicht BAR. BAR), gemäss II R 32, loe. f viai- 
ma^iu zu lesen, folgt wie hier, so auch in dem Amtsnamen- Verzeich- 
niss II R 31 Nr. 5 (d. i. K. 4395) unmittelbar auf *-'^'« IJAL^^' (Col. II 
8 — 9). Ebenso lesen wir IV R 67^ 53— 56b den mahnahi in enger 
Verbindung wie mit '""^'" IJAL, so mit ähpu. Möglich, dass der Con- 
text dieser letzteren Stelle (sa-kik-kc-ia ii^ufu maimahi h (e-ri-ti-ia 



DcUUsch, Beltr&ge zur Erklärung der babylonisch-assyrischen BriefUtteratur. 210 

•"***• JLAL U'äaJ'Ii^ iil ü-la-pi a-li-fni Stkin muni^a adatma si-li- -H-ia 
"•^'"IJAL uliddin) in Zukunft zur näheren Bestimmung dieser Magier- 
classen verhilft. Da das einfache MAS durch älipu erklärt wird (S'^ 2), 
II R 30, 10 — II f aber 2lu{ fftas-ma-sü unmittelbar äl/fu folgt, liegt für 
»tahnaiu die Annahme einer Bed. wie ^^eschwörer' sehr nahe und 
die Stelle IV R 67 begünstigt diese Vermuthung. Sonst vgl. für mal- 
Main noch Sanh. Baw. 27. K. 167, 24 (in Art. II) u. s. w. 

Dass '""''" A. ZU der „Arzt** ist, steht durch das Sabbathverbot 
IV R 32. 33 fest; (''«^''') A. ZU ana mani kätsii ul ubbal „der Arzt 
soll seine Hand nicht bringen an einen Kranken" (31, 34a. 19b u. s. w.). 
Was die assyrische Aussprache dieses Ideogramms betrifft, so kann 
jetzt auf eine Combination von V R 13, 42 c. d mit S*» 202 (beachte 
sonderlich die babylonische Variante!) verzichtet werden: lehrt doch 
das Vocabular VR27, 6c. d, wo A. ZU durch den Gcri. a'Si'\i\ 
wiedergegeben ist, wohl mit Sicherheit, dass auch die Assyrer gleich 
den Aramäern den Arzt asü benannten. Daher meine Umschrift von 
A. ZU als am (Fem. asitu}) schon oben K. 81, 6 (vgl. zu K. 512 Z. 5). 
Auch sonst begegnen wir diesem Berufsnamen äsü phonetisch ge- 
schrieben in der assyr. Litteratur: vgl. z. B. K. 4340 (ka-U-c, ha-a-rc, 
a-li'pe^ ba-ri-ft ttip-sar-re^ a-si-c u. s. w.). 

Dass dagil'h^urc die auspices sind, liegt auf der Hand; für die 
Behandlung des Plurals innerhalb dieses „Compositums^ s. Gramm. 
55 73 und vgl. oben zu K. 478, 14. 

Z. 10 f. Für die Singularformen der Appositionen manzas ckalli 
und äiib s. Gramm. § 124. 

Z. 1 3 f. .,sie werden in die Gesetze eintreten" wird kaum anders 
als wie es in der Übersetzung geschehen ist verstanden werden können. 
Man denkt dabei unwillkürlich an Stellen wie VR 1, 11 — 22, wo, 
Asurbanipal erzählt, dass er, nachdem sein Vater Asarhaddon abge- 
dankt und er selbst den assyrischen Thron bestiegen habe, die Be- 
wohner Assyriens allesamt, Gross und Klein, versammelt und unter 
Anrufung des Namens der Götter die Gesetze habe beschwören 
lassen (ade nis ilani nSa^Uirsutmti ndannina riksati). Eine andere 
zur Vergleichung sich darbietende Stelle enthält der Brief K. 83 
(s. PSBA IX, Plate V) Z. 29ff.: „die Leute samt ihren Göttern a-na 
M'bi a-dUe la Urri btlPa li-ir-bu (= lerubü, lir(u)büf^ vgl. Z. 35 ff: 
a-na lib^ a-die la larri be/fa ina Bäbili i-te-ir-bu. Für JTTl „fest- 
setzen, bestimmen" als den Grundstamm des assyr. adü „Gesetz" s. 
HWB; die frühere Ableitung von einem St; T»^, an welcher S. A. 
Smith noch im April 1888 festhält, ist gerade durch die assyr. 
Brieflitteratur als irrig erwiesen worden. 

Z. 16. ü'Ii-a-ri, Während Strassmaier (s. Wörterverzeichniss 
Nr. 155. 676) dieses Wort in /ü/ und a-n zerspaltet (vgl. auch Nr. 3915, 



220 Beitrige xnr semitiKhen Sprmchwissenscliaft 

WO tl'ii fragend von naM abgeleitet wird), hat S. A. Smith richtig 
erkannt, nicht allein, dass ü-H-a-ri Ein Wort bildet, sondern auch 
dass es ein adverbialer Ausdruck sein muss. In der That lässt unsere 
Stelle über beides keinen Zweifel. Wenn Smith aber weiter bemerkt: 
„I regard il-Ii-a-ri as another form of h'-a-rt „moming", ihU-a-ri also 
richtig mit dem oben in K. 493 Z. 15 vorkommenden ina h'-a^ri 
combinirt, so befremdet es, dass er, was die formale Fassung von 
ü'h'-a-ri betrifft, nicht auf die richtige Erklärung verfiel: iS-h-a-n 
steht natürlich für m(a) h-a-ri, wie imtnatcma für in(a) matema u. s. w. 
Mit der Praep. ana lesen wir ebcndiesen adverbialen Ausdruck 
K. 21 Z. 8 (s. PSBA X, Nr. i, Plate I): a-na li-ia-a-ri epui\ die Schrei- 
bung ina li-^-a-ri findet sich K. 167, 21. Diese letztere, in Art. II 
näher besprochene Stelle („heute lä iäba ana aläki^ ina Ü'-a-ri 
aUak) lehrt zugleich, dass unser Adverbium zeitliche Bed. hat Eine 
Bed. wie „ehestens, so bald wie möglich** scheint mir für ana h*än^ 
ina Ii^atif iUi^äri an allen Stellen recht gut zu passen und auch mit 
K. 618 Z. 26 (s. unten) vereinbar. S. A. Smith's Deutung von ina 
h*äri „SLth Morgen" scheitert an dieser letzteren Stelle, wenn gleich 
das Etymon richtig getroffen sein dürfte. Die sonstigen von S. A. 
Smith an Z. 16 geknüpften Bemerkungen sind durch die Übersetzung 
von irruM „they entered** verschuldet: irrubii ist Praesens, „they 
entered** müsste embü heissen. 

K. 483. 

fNeuassyrisch. Graues Täfelchen (c. 3,5 cent. lang, c. 2 breit). 
Deutliche Schriftzüge. Veröffentlicht von S. A. Smith in PSBA IX, 
Plate II; vgl. p. 244 f. Von mir copirt im Oct. 1888. In Strassmaier's 
Wörterverzeichniss finden sich nur die drei letzten Zeilen citirt.] 
Obv. A»na iarri beii - ia 

ardu'ka *" Nabu ^'nädtn^-ihm 
hiru lüi'Mu a-na Harri beli-ia^ 
Nabu u Marduk 

5. a-na larri be-ili-ia 

a-dan-nü lik - ru - bu, 
Ina eli lä lami belu ii-pur-an-ni 
ma-a ai-ta - ma 

M' '- al 

Rev. 10. amelu la tl- da 
a-a-t£* hi'tU'tt- ni 
a-na man - ni la - ai - al 
amelu lu- ial^ - ha - ni 
la - a$ - al ' hi* 

Unbeschriebener Raum. 



Dclitxsch, BeitrSge zur Erklärung der babylonisch-assjrrischen BriefUtteratur. 221 

t) '^PA. a) SE. 3) Zeichen gleich der Ziffer V. 4) die zwei wagerechten Keile 
dorchscbneiden die drei senkrechten; bei dem andern ü ebendieser Zeile ist das nicht 
der Fall 

*) S. A. Smith (7. Juni 1887) übersetzt Z. 7 ff;: ,^s to what the king (my) lord 
Said thas: thou also ask. The man I do not know, has .le not fled? Of whom have I 
Dot uked, the LuhtJ^^äni, did I not ask him?'' 

Übersctrunpf: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Nabü-nadin-§um. 
Gruss dem König, meinem Herrn! Nebo und Merodach mögen den 
König, meinen Herrn, gar sehr segnen! 

In Erwiderung des von dem König» meinem Herrn, mir zuge- 
sandten Befehls: „frage du!**, so hat niemand bestimmt, wer der Be- 
treffende sein soll. Wen soll ich fragen? soll ich einen Menschen 
. . . . ^ fragen? 

Bemerkungen: 

Z, IG. uddf Praet von rm „festsetzen, bestimmen*, wovon adü 
„Festsetzung, Gesetz": udi Form wie iti;^, ürid^ mit ^ schliessendem 
Vocal 4ää, vgl ürä „ich führte, brachte** von mi. ü-da auch K. 
618, 31. 

Z. XI. Die obige Verbindung und Trennung der einzelnen 
Zeichen dürfte sich wohl bewähren: iüHmi „er**, zusammengesetzt 
aus Uttu^ einer gerade in den Briefen häufig vorkommenden begriff- 
lichen Nebenform von i«, und dem schon mehrfach besprochenen 
(s. oben zu K. 498, 14) nu Für iütu vgl. noch V R 54 Nr. 4 (d. l 
K. 537) Schluss: ana maJ^ lan^ iarru Ufa/ hl-u-tü izsazu aki ana 
ameli /W'-/<?;i(sic!) t^^ iikun&m „den zweiten Magnaten möge der 
König befragen — der wird hintreten, wie er dem Turtan Bescheid 
gethan hat". Auch auf der Tafel K. 525 begegnen wir diesem Pro- 
nomen: Z. 9, wo am Schluss nii^ mäU hi-u-td^ und Z. 32, wo ana 
tegirte hi-u-Hi zu lesen ist.* Alle diese Stellen und andere mehr wie 
z. B. K. 691, II (s. Artikel II). 537, 20. 525, 32. Sm. 1064, 26 (W- 
td-ma) lehren übereinstimmend, dass hUu unmöglich eine Nebenform, 
wenigstens nicht der Bedeutung nach, von luatu (S. A. Smith) sein 
kann; 'denn hlatu wird bekanntlich immer nur adjectivisch gebraucht 
(s. Gramm. § 57, a). Sü/u giebt sich vielmehr als ein Synonym von 
iü Für die Wortverbindung niie mdti Hau in K. 525, 9 sei einst- 



* Die Tafel K. 525, anerst in meinem WB, S. 114 f. Teröflentlicht, wird in Art. II 
auf Grund einer abermaligen, im Oct. 1888 von mir gefertigten Abschrift Ton neuem 
edirt werden und zwar wird diese Edition in Yerschiedenen Punkten ebenso Ton meiner 
ersten Abschrift, deren ,^uverUUsigkeit" S. A. Smith „beispiellos" nennt (s. Asurb. m, 36), 
als TOD Smitii^s im 3. Heft seiner „Keilschrifttexte AsurbanipalV* mitgetheilten Abschrift 
ibweichen. 



222 Beitrige sur semitischen Sprachwissenschaft 

weilen auf Asarh. IV 26 kurz hingewiesen. S. A.Smith liest Z. xi: 
ai uhitftni und leitet dies ab von DKsVf, dazu bemerkend: „the usual 
forme is iUtm^. Aber wie kann uintuni dne von T^^xb stammende 
Verbalform sein? Jede Polemik ist hier unnöthig, ebenso wie bei 
SMlTirs Herlcitung der Form ti-da von TV^ und bei seiner Bemer- 
kung zu Z. 12, mamtt sei ,,only nnothcr form of mamma^ manma 
„who"". 

Z. 12 wie Z. 14 kann ia^ai-alt so viel ich sehe, dem Context 
nach nur als Ein Wort und zwar als Cohortativ der i. Pers. Sing, 
gefasst werden: andere Beispiele solcher Cohortative der Form 
lafal statt des gewöhnlichen ItiTal s. Gramm. §93, i,b; vgl. ferner 
ia-ai-me „möge ich hören" K. 11, 43 sowie oben K. 493, 14, Wie 
Smith trennt auch Strassm. (s. Nr. 5065) iasal in la ai-a/' 

Z. 13 ist die schwerste Zeile dieses Textes: die Frage ist, ob 
iu{tipyiali'fyi'm als Ein Wort zu fassen ist, oder ob iü die bekannte 
Disjunctivpartikel „odtr^ (s. Gramm. § 82) darstellt Das Letztere hat, 
so viel ich sehe, das Wenigste für sich. Im ersteren Falle fragt sich 
wieder, ob in lu{tip)iaj^äm ein Subst. steckt («*»"» würde dann Deter- 
minativ sein) oder aber ein Verbum (iuidhhrmi i. Pers. Sg. des Prec. 
II I etwa von Sinil, mit enklitischem ///). Ich für meine Person 
wage keine Entscheidung. 

Der allgemeine Zweck und Inhalt dieses Briefes dürfte trotz 
der dunklen Schlussworte ziemlich sicher sein: es ist eine kurze Bitte 
an den König um genauere Ordre. 

K. 604. 

[Neuassyrisch. Hellgraues Täfelchcn (c. 5,6 ccnt lang, c. 2J 
breit). Tadellos erhalten. Veröffentlicht von S. A. Smith in Asurb. II; 
vgl S. 38 iff. Von mir copirt im Oct. 1888. Aus Strassmaier's 
Wörterverzeichniss Hess sich nach den von Bezoi.d zusammen- 
gestellten Citaten kein vollständiger Text gewinnen.] 

Obv. A'iia larri bcli-ia 

ardu'ka *" Ak^kul^-la-nu 

iU'U hil-mu a-na larri bHi^ia^ 

* 

Nabu u Mardtik 
5. a»na larrt beli-ia^ 
lik ' ru ' du 

iul-mu M iarri brli-ia^ 
\U'ub libbc^ -i// 

// iu - üb Sere -i;/. 

Iü. Ina gab - ri - e 
Jtd C'gi'r*' ti'ia 



Delitxsch, Beiträge zur Erlclining der bftbylonisch-muyrischen Brief lUtcratnr. 223 

larru be - üt 

a-na "'^'^ ardi-lu 

Rcv. lü - pU" ra. 

Unbeschriebener Rmam. 

i) «V. 2) Zeichen glefch der Ziffer V. 3) libhu mit zwei kleiner gcxchriehenen Keilen» 
dea T>iuilzeichen, dahinter und hierauf das Determ. des Phiral. 4) dH, 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht AkkuUänu. Gruss 
dem König, meinem Herrn! Nebo und Merodach mögen den König, 
meinen Herrn, segnen! Wohlbefinden meines Herrn Königs, Freudig- 
keit seines Herzens und Gesundheit seines Leibes! 

Möchte in einem Antwortschreiben auf meinen Brief der König, 
mein Herr, seinem Knecht Nachricht zukommen lassen! 

Bemerkungen: 

Z. 2. Ob der Name des Briefstellers AkkuUänu oder Aggullänu 
(so S. A. Smith) zu lesen ist, st^ht dahin: wahrscheinlicher ist ersteres. 

Z. 8. Befremdlich ist die Schreibung des Wortes libhu. Das 
Pluralzeichen zwar dürfte vielleicht nur auf einem durch den un- 
mittelbar folgenden Plur. lere veranlassten Versehen beruhen, aber 
das Dualzeichen harrt noch befriedigender Deutung. 

Z. la gabrüy anderwärts auch gabarü (ga-ba-ru-ii Z. 16 der im 
II. Artikel dieser Serie besprochenen Tafel K. 479), steht in der Bed. 
„Erwiderung, Antu'ortschreiben** fest, vor allem durch K. 479 {li/fir// 
ina muJß^i ana iarri belia kt alfntni gabam ul ämur „als ich dem 
König, meinem Herrn, einen Brief hierüber sandte, bekam ich keine 
Antwort^; vgl. IV R 52 Nr. i (d. i. K. 84), Z. 39 f.: han(iS gabre (geschr. 
GAB.RI) Jfi^/r'Ä /umurf^ich will flugs eine Antwort auf mein Schreiben 
sehen (haben)". Unser Täfelchen giebt sich unzweideutig als Mahn- 
brief zu erkennen, als eine Mahnung an den König um baldige Ant- 
wort auf einen ihm gesandten Brief. S, A. Smith hat die Richtigkeit 
seiner Übersetzung: „Mit der Abschrift (?) meines Briefes möge der 
König, mein Herr, zu seinem Knecht schicken** mit Recht selbst schon 
in Frage gezogen — sie giebt in der That keinen Sinn. Dass übrigens 
gabrü, gabarü „Antwortschreiben" mit dem ideographisch ebenfalls 
GAB.RI geschriebenen und wohl gewiss auch gabrü oder gßbarü 
gesprochenen Worte für „Abschrift** eng zusammengehört, ebenso 
wie mit GAB.RI = gabtii „ebenbürtig** (nicht: „Gegner**!), ist nicht 
zu bezweifeln: alle drei Wörter („Erwiderung; Abschrift; ebenbürtig**) 
^^cgnen sich in dem gemeinsamen Begriff des lat. respojidere („ant- 
worten** und „entsprechen**). Als Synonym von gabrü „Entsprechendes, 
Pendant** (und zwar voraussichtlich in seinen beiden Anwendungen: 



224 BeitrSge zar semitischen Sprmchwissenschaft. 

„Antwortwortschreiben" und „Abschrift") wird V R 40, 47 ff. c. d mif^ 
st. cstr. i/ri^'r genannt (viell. neben ma^ru^ das ich in der Bed. „Pen- 
dant, Abschrift" WB,S. 189 f. annehmen zu dürfen glaubte), ähnlich wie 
„ebenbürtig'* ebensowohl gabrü als mä^ru heisst Die ideographische 
Schreibweise GAB.RI, GAB.RI.A bringt ^ä^;^ mit GAB „Brust, 
Entgegenstehendes" in Verbindung, und die babylonisch-assyrischen 
Schreiber verwendeten weiter GAB.RI auch als Ideogr. für den 
Verbalbegriff ,jem. gegenüber sein, ihm entsprechen bez. ihm gegen- 
übertreten", s. II R 27, 44g. h: GAB.RI =» tnaf^ärum ia ameli. Aber 
dass GAB.RI ein „sumerisches" Wort sei, woraus gabtü ein Lehnwort 
(vgl. PiNCHES in Asurb. II, S. 75: akkad. gab-ri „die Brust setzen" 
s= „entgegensetzen"), ist damit noch lange nicht ausgemacht Zum 
Nebeneinander der assyr. Nominalformen gabrü und gabarü vgl. 
Gramm. § 65 Nr. 6; zur Feststellung der Bed. des assyr. Stammes ga- 
bäru, wovon gabru, gabaru und weiter (s.§ 65 Nr. 37 oder Z^) gab(a)rüj 
bedarf es noch anderer Ableitungen ebendieses Wortstammes. 

Z. 13. S. A. Smith's Umschrift ana aradhi ist ein böser Fehler: 
es könnte bekanntlich höchstens ana araäsu heissen, aber dagegen 
s. Gramm. § 74, i. 

K. 6x8. 

[Neuassyrisch. Braunes Täfelchen (c. 6,2 cent. lang, 3 breit). So 
gut wie vollkommen erhalten. Sehr deutliche Schriftzüge. Veröffent- 
licht V R 53 Nr. 3. Von mir collationirt im Oct. 1888.] 

Obv. A' na iarri be- ili- ia 

ardu' ka '^ Ramm an- iüm- u^r^ 
lu' u iül-mu ana larri be-ili-ia^ 
Nabu^ u Marduk ana iarri be- ili-ia'^ 
5. lik' ru' bu • }ü/- mu a- na 
pi' hit'H ^a bit ku- tal-li 

re- U- hl in- ta- at-f^a 

ilani rabüä ia larru be-ili 

lüm- hi-nu is- sik- «- ni ni- ma-al^hi 
IG. a- na larri be- ili- ia 

lu*' kal' li' mu ultu da-ba^-bi 
an- ni' 4 u ik- ri- bi 

an- nu' ti Id iarru be-ili 

a-na kalbi^-hi ana '""''^ ardi-lu 
15. ii par- M' me 

i Sa bUi' }u 7 

Unterer 1 » ^ 

I» iJt- r»*- 6u- u- tu 



Oberer 
lUnd. 



Deutsch, Beitrige wt Erkttmog der babylonisch-assyrischen Brieflitteratar. 22C 

Rev. iä fHatäii^ dan- na- U 

20. Ä- na iarri be4li'ia^ ana Jcar^ru-bi 

ü üäni rabüHla iame- e 

irfüüm üäni -^ ** Aiiür^^ ^ 

Uäfd'^'Akkad^ u mätätt^ kali^^hi-nu 

a-na bala(^^napiää Sa iarri be- ili- ta^ 
2$. ü märe^^ Sarri mu- Su 

kal ü-nte ü- a- ri nu- bat- te 

a-na sa^^ ru- ri Sa IM I M 

SanaU^^ Sa pi- üb Üb- bi 

fu- üb SM ana Sarri^ be- ili4a^ 
30. Ä- na ta- da-ni, U- ma- a 

ü' da ki" i ni' me- Ici 

Sa^ E' a u ^ Marduk^^ 

u Si'pir^'i IcäH^^ Sa ardi- Su 

i' Sa/' /i- fnu' u- «/•* 

35. Sa ik" ri' bi <?[«- nu- ti]^^ 

Sarru be-ili ana ardi» [Su\ 
iS' für' u ni. 

1) PAP. 3) Zeichen gleich der Ziffer V. 3) «^ PA. 4) In verdient den Vorzog 
yw km, tui, wie V R bietet. Auch Strassm. bietet lu, bald schrafiirt (z. B. Nr. 367. 
1766) bald nicht (so Nr. 2699). $) ebenso Strassm. 1766; V R irrig: na, 6) UR. KU. 
7) Rasor. 8) mit Tier senkrechten Keilen geschrieben. 9) miU mii, ;o) aus di und 
btr rasammengesetztes Zeichen, ii) KAK. la) Tl. 13) TURM 14) VR irrig: tV; 
SB ist skher, auch Strassm. 6603 : sa-ru-ri, 15) MU. AN. NAW. 16) »^ §ILIG (Sb 268) 
«*"'^ HL 17) M/, par, tarn. 18) §L mit Dualzeichen. 19) ein schmales Zeichen, kann 
ni gitwtaen sein. 3o) ebenso erginzt Strassm. 3679. 

Übersetzung: 

An den König, meinen Herrn, dein Knecht Ramm4n-§um-u9ur. 
Gniss dem König, meinem Herrn! Nebo und Merodach mögen den 
König, meinen Herrn, segnen! Gruss der Verwaltung des bit kntalUy 
dessen (?) Spitze . . . ist! Mögen die grossen Götter, deren Namen 
mein Herr König in Liebe ergeben ist(?), seine volle Genüge den König, 
meinen Herrn, sehen lassen, in Folge dieses Wortes und dieser from- 
men Wünsche, die der König, mein Herr, seinem Hund, seinem 
Knecht und dem Greise seines Hauses gesandt und gewünscht hat, 
auf dass mächtige Länder dem König, meinem Herrn, zur Huldigung (?) 
werden, und die grossen Götter Himmels und der Erde, die Götter 
Assurs, die Götter Akkads und aller Länder dem Leben meines 
Herrn Königs und der königlichen Prinzen bei Nacht, jeden Tag der 
Geschäftigkeit und des Feiems(?) zum Schutz (?) seien, auf dass tausend 
und abertausend Jahre voll Herzensfreude und Gesundheit dem König, 
meinem Herrn, zum Geschenk werden! 

na MnlL Spnchwi«MiMduft. I. Ij 



226 h^Mgt tar semitiichen Spnchwiaenicliaft. 

Ich habe nun Bestimmung getroffen gemäss der Weisheit Ea's 
und Merodach's, und das Werk der Hände seines Knechtes wird 
auch gelingen, da solche fromme Wünsche der König, mein Herr, 
seinem Knechte gesandt hat 

Bemerkungen: 

Z. 2. Der Verf. des vorstehenden Schreibens ist gewiss der näm- 
liche Ramman-iünt'Usur (oder ü-fur)^ von welchem wir die beiden, 
freilich weit weniger gut erhaltenen, Briefe K. 6oi und K. 6SS be- 
sitzen. Während den beiden letzteren Schreiben der zum Gruss an 
den König gefugte Gruss an die pilätii ia *^ Bslü pam und femer 
die Segensformel „die grossen Götter m-tm-el Miür bez. ni-e-ma-al- 
hi lükallimit (s. zu Z. 9) gemeinsam ist, verbindet ebendiese Formel 
beide Texte auch mit K. 618. Hierzu kommt bei K. 601 und K. 618 
die gleiche Wortfiille und Überschwenglichkeit des Stils: die ein- 
leitenden Worte mit den Segenswünschen für den König füllen hier 
30, dort mehr als 30 Zeilen. Das letztere Charakteristicum macht 
es äusserst wahrscheinlich, dass auch der Brief K. 183 (s. Art II) 
von der Hand des nämlichen Rammin-dum-u^ur stammt, umsomehr 
als in ihm des Sohnes des Verfassers, eines gewissen Arad-Gula 
(Z. 35, vgl. 30), Erwähnung geschieht, ein Arad-Gula aber auch in 
K. 6&S genannt wird (Rev. 9). Ob dagegen K. 492 unserm Ram- 
niin-Sum-ußur zuzuschreiben ist, bleibt trotz K. 492, 18 verglichen 
mit K. 618, 15 noch unsicher. Nehmen wir die Texte K. 618. 601 
ipl&S) und 183 zusammen, so erscheint uns Rammän-Sum-ußur als ein 
im Dienste des königlichen Hauses ergrauter (K. 618, 15), sich zur 
assyrischen Aristokratie (s. K. 183, 34) zählender Mann, welcher — 
es darf dies wohl aus den „Grüssen" gefolgert werden — längere 
oder kürzere Zeit in dienstlicher Beziehung zu der Tempelbehörde 
der „Herrin des Gebots** sowie zur Verwaltung von Ht kutalli stand. 
Da anzunehmen ist, dass die mit einem solchen Specialgruss begin- 
nenden Schreiben eine der betreffenden Behörde unterstehende 
Angelegenheit betreffen, so lässt sich vielleicht, wenn die Bed. der 
Z. 7 von K. 618 ermittelt sein wird, das „Händewerk" (Z. 33), für 
dessen glückliche Vollführung dör König dem Verfasser beste Wünsche 
gesandt hat, näher bestimmen und damit auch Amt und Beruf des 
Rammän-äum-u9ur feststellen. Im allgemeinen giebt sich K. 618 als 
ein allerdevotestes Dankschreiben des durch eine besonders 
gnädige königliche Zuschrift hochbeglückten Rammin-§um-u9ur. 

Z. 6. iuimu ana pilcitii ia bit kutalli, Stellen wie diese (vgl K. 
601, 4, 666 Obv. 6) halten S. A. Smith die richtige Verbindung 
dieser oder ähnlicher Worte lehren können, sodass er nicht in K. 



DeHtxKh, Beitiige snr Eiklimng der babylooiach-aMjrischen Brieflitteratiir. 22J 

482 Z. 8 (s. Art II) ana pUcitH lo^erissen und „by appointment*' über- 
setzt hätte, wodurch er sich das Verständniss jenes Textes wesent- 
lich erschwert hat Während Rammän-Sum-ußur in dem Schreiben 
K.601 diepp-kä-fila ^i9M/^r/f'(s.Sb 2 14) d.i. die Behörde der Göttin 
Istar von Arbela (s. VR 10, 62, Näheres zu K. 482) grüsst, ebenso in 
dem Briefe K. 666 {^^^ pi-htt-ä ia etc, so bietet mehie Abschrift, 
während Strassmaier Nr. 1208. 7068 — kaum richtig — iarru pi-^ü 
bietet), grüsst er hier die Aufsichts- oder Verwaltungsbehörde (pi- 
leiihty St natüriich ipb) ia bU kutallL Ob zwischen beiden Behörden 
irgendwelches Verhältniss bestand, lässt sich nicht ausmachen. Das 
assyr. kutallu bed. «Wand, Seite* (wie im Hebr.- Aramäischen); vgl. 
IV R 68, 24 a (.^ pänätüka ina kutaUika gehe ich«). K. 13 (d. i. 
IV R $2 Nr. 2) Z. 20 («als Hungersnoth in ihrem Lande ausbrach, 
mätsunu gabbi ina kutalUhmu muihirai ward ihr ganzes Land zum 
Abfall von ihrer Seite gebracht«). K. 114, 19 f. (d. i. IV R 53 Nr. i, 
18 £: OHa kutaUi üU^iü „sie wichen zur Seite^). Die letztgenannte 
Stelle entscheidet in Verbindung mit VR 31, 14 f: a/äJhi u mffhu 
die Bed. des assyr. Stammes DfO, s. oben zu K. 81, 2&* Die Gleichung 
TIK. TAR = ku'tal'lum K. 4195 Rev.(?) mittlere Col. lehrt, dass auch 
K. 4386 (n R 48) Col. III so TIK. TAR = ku-pi-lum vielmehr ku-tal- 
htm zu lesen ist, wie schon Strassmaier Nr. 4628 erkannt hat Das 
Ideogramm, fiir welches auch jenes für ur^ stH Sm. 1708 Obv. 8/9 
(WB, S. 197) zu vergleichen ist, ist vielleicht besser ab TIK. g[AZ 
(s. n R 39, 21 e) zu fassen. Ein btt kutaüi kann hiemach nichts 
weiter sein als ein „Seitenbaus^, wie denn umgekehrt ku-tal biti die 
Wand oder die Seite eines Hauses bedeutet (s. Str. II, 53, 5. 7). 
Der von Sanherib niedergerissene ekal ktUalU Sanh. VI, 28, welcher 
zur Aufbewahrung des Feldlagers, der Pferde u. s. w. gedient hatte, 
war ein „Seitenpalast^. Welchem Zweck der in unserm Brief er- 
wähnte bit kutalU diente und in welcher Stadt er sich befand, in 
Ninewe etwa oder in Arbela, lässt sich zur Zeit noch nicht be^ 
stimmen. Vgl. noch ad^an-ni ku-tal ^R-tar Sanh. Rass. ^^, 

Z. 7. reh'hi in-Za-ai-^ in zusammenhängender Umschrift wohl 
durch r^Jehi m/^ci/^ wiederzugeben, syntaktisch dagegen ab Relativsatz 
(Gramm. § 147, 2) zu fassen. Reli (oder r^ä) Plur. «Spitze, oberster 
Theih* eines Gebäudes ist bekannt; mtatf^ kommt wahrscheinlich von 
nra {nicht nma), von welchem Stamme in K. 556 Z. 9 und 23 die 
Formen tn-ta^fa^ und ii-tn-tu-iu vorkommen (s. Strassm. Nr. 6168). 
Hteoiach dürfte wohl auch ü-m-tu-ffu in K. 482, 18 (s. Art II) von 
ebMdiesem Stamme herzuleiten sein. Eine Form IV 2 lesen wir 



I < ■ ■ 



^ Auch Herr Dr. Jensen nimmt nach m&ndlicher Mittheilong anf Gmnd der Voca- 
bskruigabe VR 31 und anderer Stellen fUr wajr: na^äsu, m^su die Bed. „weichen^ 
svrflckgehen^ an. 

•s* 



228 Beitif^e cur •coritkchcn SprachwiaeotcliAft 

niR 51 Nr. 9 d. L K 480 (also nicht unedirt, vgl. Bezold, Literatur 
262) 2^ 25: ii-tan-ta-f^, 

Z. 9 durfte niemals in is-stk^'m-m-ma al-hi zertheilt werden 
(s. Strassm. Nr. 367, wo die Stelle unter a-lu citirt ist), da eine Plu- 
ralform issiküni'm sich unmöglich mit einem Subject Sarru verträgt 
Die Verbindung issifcu-ni m^ma-al-iu bietet sich von selbst dar. 
Strassmaier leitet issik von einem St nasaku her, doch ist dies 
nicht ohne Bedenken. Von den beiden zur Zeit bekannten Stämmen 
nasäku „setzen, legen, thun** und nasoUcu „verherrlichen, preisen, 
rühmen^ bildet der erstere issuk, inasuk (s. Gramm. § 99), der zweite 
isstüc^ inasälc (s. HWB). Überdies ist doch in erster Linie eine 
Praesensform zu erwarten. Unsere Stelle erinnert an II R 54 Nr. 
4, 2, wonach der Gott Anu ^'IB (bez. URAä) geschrieben wird als 
Anu ia ii'hk ik-ri-bi „der Gebete annimmt (?lieb hat?)**. Hier liegt 
nothwendig ein Praesens vor. Möglicherweise sind dieses iiük und 
unser issik sogar von ein und dem nämlichen Stamme herzuleiten, 
wie ja z. B. statt iiku „Fessel**, da die Assyrer i wie s sprachen, sich 
wiederholt isku geschrieben findet Der assyr. St pVK bed. urspr. 

„fest verbinden^ daher theUs üJcu (St jjü) „Fessel** theib ellcu (St 

Jk«i) „fest, stark**, ein Syn. von (kimm (vgl. 11 R 66 Nr. 2, 6 mit 

Asarh. V 9)% er bed. dann aber auch — und dies macht seine Iden- 
tität mit hebr. ptjn (also ptjft^) zweifellos — „an etw. hängen, nach 
etw. verlangen, Lust, Gefallen an etw. haben**. Ich schliesse dies 
nicht nur aus den in Rede stehenden Praesensformen — denn so 
vortrefflich die Übersetzung: „die grossen Götter, an deren Namen 
der König mit Verlangen hängt**, und: „Anu, der Lust hat an Ge- 
beten** passt, bliebe dies^ Erklärung doch nur Hypothese — , sondern 

ein Subst eilcut ülcu (St jJU), auch iS'Tcu geschrieben (I R 27 Nr. 2, 
52), in der Bed. „Lust, Begehren**, concret „Gegenstand der Lust, 
woran man seine Lust hat**, ist längst bekannt Vgl. Tig. I 47: „die 
grossen Götter, welche Stärke und Macht ana il-ki-ia verliehen haben** 
d. -h. mir zur Lust, zu meinem Lieblingsbesitz; ähnlich Asarh. IV 57 
{ana ei-ki iarriiä^a). 

Für die Nominalform und den Stamm des Wortes fu-ma-al ist 
von hoher Bedeutung die Parallclstelle K. 666 Obv. 11: „die grossen 
Götter Himmels und der Erde m-^-ma^l-hi ana Sani beiia \Ih-\ 
kal-ipm[uY: est ist nemalu zu lesen und dieses der Nominalstamm 



* Die Glone t-si (tic) bei dem Ideogr. «Am daN II R 40, asd wird nach dUfen 
Panllektellen aU ESI(G), das lahllow Mal vorkommende Ideogr. DAN. GA aU ESIG. GA 
Eo fassen seini Vom ,,sumeri(cheD** Gebinde bröckelt Stein a«f Stein — noch wenige 
Jahre nnd es wird, ohne dats man weiter eine Hand regt, nir Ruine geworden sein. 



DcHtzKh, Bdtiige nir Erklinmg der babylooisch-aHjrriichen Brieflitteratnr. 229 

Julis « JkjiLo von einem St. b)9K (s. Gramm. § 65 Nr. 31, a). Und 
wenn wir in dem ebenfalls von Rammän-§um-u9ur verfassten Brief 
K. 601, 24 — 27 lesen: ni-me-el Ailür tä-nte-el Akkadi ni-me-ei mätdH 
kalihmu* ana iarri bklia lu-kal-lU-mu] (es folgt: pib übbi tub IBri 
mtmmur kabitti labär ime rüküH etc.), so ist natürlich auch dieses 
m-mi-lu das nämliche Substantiv wie nemalu (vgl. hierzu die Gramm. 
1. c. erwähnten analogen Fälle mi-te-lcu neben fnetilcu^ m-me-ku neben 
ftf-mi-ku). Das Subst ni-me-iu aber ist häufig genug bezeugt (Strassm. 
6222 erwähnt nur diese Eine Stelle aus K. 601), um auch die Er- 
mittelung der Bedeutung hoffen zu lassen. Im Allgemeinen führt 
schon das Ideogramm von m-me-lu ID. TUK (s. K. 245 Col. II 4 und 
vgl. einestheils K. 2008, d. i. 11 R 27 Nr. i, Col. II 8 andemtheils 
V R 40 Nr. 3, 29), auf dessen Bedeutung: ID. TUK bezeichnet etwas 
wie Kraftbesitz, Vollkraft und da es K. 245 CoL II 37 ff. heisst: ni-me- 
hi ma^la baiu mü^äri} isüsü „den ni-me-lu, so viel dessen war, theil- 
ten sie in gleicher Weise", so liegt es nahe, in m-me-lu etwa ein 
Wort, wie „Überfluss** zu sehen, und der Zusammenhang des Vo- 
cabulars VR 40 Nr. 3 bestätigt dies einigermassen, insofern ie-bu-ü 
„sich sättigen, satt sein, übergenug haben ** unmittelbar vorausgeht 
und emüku „MachtfuUe",. ^blu und weiterhin dufyiu, n$if^y kusbu^ 
alles Wörter für Überschwang, strotzende Fülle u. dgl., darauf folgen. 
Auch in dem Brief K. 601, 24—27 passt eine derartige Bedeutung 
wie „Überfluss, Fülle" durchaus und so kann wohl nur noch die Be- 
deutungsnuance an den andern Briefstellen K. 618 und K.666 frag- 
lich sein. Das Wort scheint neben „Überfluss** auch volle Befrie- 
digung, volle Genüge u. ä. zu bedeuten, sodass obige Segenswünsche 
besagen: „die Götter mögen ihn seine reichste Befriedigung, die Er- 
füllung aller seiner Wünsche finden (eig. sehen) lassen". Sehr be- 
achtenswerth hierfür ist IV R 6jy 47 ff. a in Zusammenhalt mit K. 2024 
Obv. An der ersteren Stelle lesen wir: u-mu paläf} ili tub libbfa 
u-mu ri , . . ti(>) litär ni-nte^a tattüru ik-ri-bi iarri H fyidM u mgü- 
tahi ana damekti lapätumma(}\ wofür ich zu übersetzen vorschlagen 
möchte: „seitdem die Furcht Gottes meine Herzensfreude, seitdem 
die Achtung (?) Istars mein Ein und Alles geworden, ward die Für- 
bitte fiir den König meine Freude** u. s. w.; und an der letzteren 
heisst es: u-ma ni-tne-el palaf^ ili tatamar ilu tana^ad ana iarri ta- 
karrab, d. i. wohl: „wenn du die vollste Befriedigung (in) der Furcht 
Gottes siebest (findest), preisest du Gott und segnest den Könige. 
Für die Stelle K. 167, 17 («i-«rr-// ina reiulhi agzizimi) s. Art II. 
Im Hinblick auf die vorstehende Darlegung liegt es nahe, das assyr.- 



* ht'[nu] liest Strassm. 329 and das wird wohl auch im Hinblick auf Z. 33 un- 
Tortes das Richtige sein. Nr. 1970 bietet er ka-li-Ü-lna], 



230 Bdtrige tar tcmitiichen Spnchwliwiiscbftft. 

babyl. nhnälu^ ni-nu-lu dem ezechielischen axa^ Xe/6fiBvav b);n^ 
(£z. 24, 21) gleichzusetzen: D^'kQ b^n^^ Q^^r? ^^V^ B^ 1^^ "^^^^ 
die beiden letzten Parallelglieder „die Lust eurer Augen** und „der 
Überschwang eurer Seele*' (das Ein und Alles, was eure Seele voll 
und ganz crfiillte, wovon sie gleichsam überfloss) erinnern unwill- 
kürlich an das obige fud übbi | ni-tne-la. Weiteres fiir den assyr. 
St. btttt|, die Grundbed. des hebr. btsn sowie die Etymologie des 
assyr. amelu (amilu) „Mensch" s. im HWB. 

Z. II. Während das neuassyr. ta mit der ideog^raphischen Bed. 
üiUf ultu {ultu da-öa^n) vorne mit zwei gleich langen wagerechten 
Keilen geschrieben ist, deren oberer in einen Winkelhaken endet, ist 
das als Sylbenzeichen dienende ta in Z. 7 {in-ta-at-f^ä) mit den in 
der bekannten Weise gruppirten vier wagerechten Keilen geschrieben. 
Es ist diese graphische Unterscheidung eines doppelten ta auch 
sonst in den assyrischen Texten, speciell in den Briefen aus der Zeit 
Sanheribs und seiner Nachfolger zu beobachten. Siehe fiir ta <» ütu^ 
ultu K. 498, 15. K. 175, 6. 17. 24 u. a. m.; für ta als Sylbenzeichen 
K. 526, 14. K. 512 u. a. m.; für beides zugleich K. 80. K. 525 (beachte 
ta z. B. in ta-f^-me Z. 8 einerseits, uitu z. B. Z. 18 andrerseits). 
K. 506 (s. z. B. Z. 8). K. 513. K. 359 u. a. m.; vgl. auch K. 183 (Z. 
20. 29 einerseits, Z. 30. 37. 40 andrerseits). 

Z. 14. ana kaibiiu „seinem Hunde**. Vgl. zu diesem Ausdruck 
tiefster Unterthänigkeit K. 647 Rev. 8: kal-ba-a-nu Sa iarri a-m'-ni. 
Das häufige Vorkommen von Kalba-a d. i. „mein Hund** als assyr.- 
babylonischer Eigenname lässt übrigens den Schluss zu, dass der 
Beigeschmack kriechender Servilität, den wir in einer solchen Selbst- 
benennung zu sehen gewöhnt sind, für die Babylonier-Assyrer nicht 
nothwendig damit verbunden war. 

Z. 15. Für par^iü-mu „alt, Alter** (hier ohne Determ.) wgV, ausser 
den in Art. II besprochenen Briefen K. 498, 18 i^*^^^ par-lü-mü). K. 
183, 16 {^"^^^par-Sä-mu-te). K. 482, 19 {par-Ui-ma-a-te) noch II R 32, 
30c (pur-hi-mu), VR 29, 62 h. Das Fem. lautet puriumtu. 

Z. 19—33. So leicht im Allgemeinen das Verständniss dieser 
Zeilen ist, so schwer ist ihre syntaktische Verknüpfung. Ein Dop- 
peltes scheint mir sicher: einmal dass sich die Worte ana kar-ru-bi 
(Z. 20), a-na sa-ru-ri (Z. 27) und a-na ta-da-ni (Z. 30) entsprechen; 
sodann, dass mit ü-ma-a ü-da (Z. 30), wie immer mit ü-wa-a^ ein 
neuer Satz anhebt. Ist dem aber so, so bleibt nichts anderes übrig 
als dass man, wie in meiner Übersetzung geschehen ist, die Sätze 
Z. 19 fr.: „mächtige Länder zur Huldigung**, „alle Götter zum Schutz (?), 
„tausend und abertausend Jahre zum Geschenk** durch das am An- 
fang der Z. 19 stehende und in Z. 27 der grossen Satzlänge wegen 
noch einmal wiederholte Wörtchen iä an die Einleitungsworte des 



DeUtaeb, Beitrige snr Efkllnuig der babyloniach-aaqrriieben BrieflittenitQr. 23 1 

Schreibens, speciell an den Segenswunsch: iidni nemalhi iükaUimü 
lose ange^edert sein lässt 

Z. 26. Statt kal üme liest Strassm. 4053: kal-Um^ das Wort 
unter kalamu aufführend, während die Worte nu-bat-te a-na sa-ru^ri 
ganz ausgelassen sind. Das letztere Versehen ist in Nr. 6602 nicht 
wiederholt, aber kai-Um {H-a-ri etc.) liest Strassm. auch dort Be- 
züglich kal ü-me kann weder den Zeichen noch der Bed. nach ein 
Zweifel obwalten. Bei Nacht und an jedem Tag, sowohl h-a-ri als 
nH'bat'U^ mögen die Götter das Lebe» des Königs und der Prinzen 
beschirmen. Auf diese wichtige Stelle, zu welcher sofort die gleich 
wichtige andere Stelle IIIR Obv. 10 d: ma k-me ie-tr-H nu-bat-tf (sollst 
du den Namen der grossen Götter anrufen) gefugt werden mag, 
wurde bereits zu K. 572, 16 verwiesen. Sind beide Stellen desshalb 
von Bedeutung, weil sie lehren, dass die ume h*äri {Hrti) mit den 
üme nubat{)yte die Gesamtzahl der Tage eines Jahres austnachen und 
dass, da um nH-batQyti zweifellos der Name eines nur von Zeit zu 
Zeit wiederkehrenden Tages ist, die üme ifäri etwa die Werktage 
bedeuten, so dürfte uns der von IIIR 66 dargebotene Wechsel von 
liän mit lerti, in Verbindung mit dem temporalen Gebrauch des 
Wortes Ifäru in dem oben besprochenen Adv. ifut Hart (tfii'in), 
auch etymologisch gleich auf die richtige Fährte verhelfen, insofern 
es zum mindesten sehr wahrscheinlich wird, dass dieses liru mit 
iem Plur. ieriti „Morgen** gleichen Stammes ist Die ümi Ihit oder 
}i*än sind vielleicht die Tage des "Yin^* oder ni]1Q, die Tage da man 
von früh an mit Eifer auf etw. ausgeht, die Tage des rastlosen, eifrig- 
sten Strebens und Schaffens vom frühen Morgen an (vgl. den Ge- 
brauch des hebr. urW Spr. 13, 24, des hebr. 0*^51177, des arab. IX^ 

in Verbindungen wie i^\Jxi\ ^X^ ^7^1 u* ^ "^0* ^ür um nu- 

bat{jt mit, fit}yu lässt sich leider noch immer nichts Sicheres aus- 
sagen. rV R 32, II. 28a. 27b lesen wir nu-bat-tufm) stets in Ver- 
bindung mit Merodach und Zarpinitu, ebenso V R 9, 1 1 : „am 3. Ab, 
mhbat'tu ia iär iläni Marduk^, Vgl. femer fiir dieses schwere Wort 
die bekannte Stelle der XI. Tafel des sog. Nimrodepos Z. 269 und 
281 f.: ana XX KAS. BU iksupü kusdpu ana XXX KAS. BU ükunü 
mhbai-4a (zum Text s. Haupt auf S 144 dieses Heftes der „B^träge'O. 
Für die Vocabularangabe HR 32, 13a. b, derzufolge um mt^at-ti ein 
Syn. von um t^ir-ti (aber kaum von um kispi etc.) zu sein scheint 
vgl WB, S. 181. Sehr beachtenswerth bt der Str. II, 351, 2. 26 vor- 
kommende Plural des Wortes: vu-bat-ta-tum. Derselbe lässt zwar 
nicht mit absoluter Sicherheit (s. Gramm. § 69 Anm.), aber doch 
mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb des Singularauslauts attu von 
nu-bat'tu ein / als letzten Radical des zu Grunde liegenden Stammes 



232 Bcitrige lor semitiKlien Spracliwi»eiiichaft. 

erkennen, abo ros (bez. MO; nttS?) oder, wenn das n Pracfonnattv 
ist, ra« bez. ra,\ Vgl iabat-tu, hebr. njmj (für nrarjtt) u. v. a. 
Strassmaier erwähnt in seinem Wörterverzeichniss Nr. 6394 einen 
St raS; doch ist dazu, was das Vocabular K. 4188 Col. III betrifft, 
zu bemerken, dass dasselbe gemäss meiner Abschrift nicht bloss 
Z. 54 nu'ud'du'jcu (bez. nu-ufhpU'lcu) bietet (so auch Strassm. 6447), 
sondern ebenso Z. 8, wo SxRASSNf. nu^ulhbu-tum liest. 

Z. 27. sa-ru-ri lässt noch keine sichere Deutung zu. Eine Bed. 
wie „Schutz", vielL auch „Dienstbereitschaft**, scheint nach dem Zu- 
sammenhang wahrscheinlich. 

Z. 30. ta-da-ni Gen. eines Subst tada-nu^ über dessen Stamm 
und Bed. die assyrischen Contracttafeln im III. Bande des Londoner 
Inschriftenwerkes keinen Zweifel lassen: wechselt doch mit der rein 
phonetischen Schreibung ta-da-^-ni III R 46 Nr. 7, 2. 49 Nr. 2, 4 so 
häufig die ideographische SE-a-ni 46 Nr. 2, 7. 49 Nr. 5, 2, SE-OH-ni 
50 Nr. 3, 4, SE-«i 48 Nr. 2, 2. 49 Nr. 4, 5, SE-ää 48 Nr. 3, 5. Der 
Stamm von tadannu^ tadä$tu ist p3 „geben** und die Bed. „Geschenk** 
(HI R „Verkauf**, eig. Weggebung). Als „Geschenk** ist das Wort 
natürlich auch, wenn es n. pr. m. ist, zu fassen; vgl. Ta-ad-dan-nu 
Str. I, 167, 20. n, 306, 3. 711, 2. 5, u. ö.. 

Z. 31. Für ü'da s. oben zu K. 483, la 

Z. 34. ila/ämÜHt, Zum »-Vocal im Hauptsatz vgl., ebenfalls 
mit enklitischem «1, il-lak-u-ni „er wird kommen** K. 525, 13. Gramm. 
§ 92 (auf S. 25s). 

K. 95. 

[Neubabylonisch. Hellgraues Täfelchen (c.4,7 cent lang, 2,1 breit). 
Nach den schönen zierlichen Schriftzügen und der auch sonst äusserst 
sorgfältigen Ausführung zu urtheilen, wohl gewiss in der Kanzlei 
des Königs geschrieben. Vollkommen erhalten. Veröffentlicht von 
C. F. Lehmann in ZA II, 1887, 59 f. und von S. A. Smith in Asyrb. II; 
vgl. S. 44 f. Von mir copirt im Oct 1888. Aus STRASSMAIER s 
Wörterverzeichniss Hess sich trotz mehrfacher, von Bezold aufge- 
führter Citate kein vollständiger Text gewinnen. Wie sonst, finden 
sich dort auch bei diesem Texte scharf zu trennende Satztheile zu 
Einem Citate vereinigt, dessgleichen war aus Nr. 7462 das Wort 
ap-pit'H nicht zu ersehen.] 

Obv. A-mat iarri 

a-na '^Bel- ib- ni 

Hd' mu ia- a- U 

nih ba- ka 

5. lu' u (a- ab-kcL 



DeUtach, Bcitfige rar ErkUmiig der babylonisch-assyriicheii Brief littentor. 233 

Ina eti **^ Pu- Icu-di 

M ina eli "^'^ Jffar-ri 

ia tai' pu- ra 

ap- pit» ti amelu 
10. iä bit beli' iü 

i' ra- *- a- mu 

$a ifH' ma- ru 

ü la i'iem^ mu-u 
Rcv. uznu^ ia deU' hi 
15. tt- pat" ta en- na 

ba- ni ia tai-pti^ra 

tisme^ta^ tu-pat-tiMi* , 

Unbeschriebener Raum. 

t) PI mit Dualzeichen. 3) PI mit Dual- und Pluralzeichen. 3) Zeichen gleich der 
Ziffer V. 

*) C. F. LsHMANN (1887) fibenetzt: ,,Bot8chaft des Königs an B^libnt. Friede sei 
mit dir, es ergebe dir wohl! Hinsichtlich dessen, was du tlber die Puqndu am Murruß)- 
Flusse gemeldet hast, (ist meine Antwort:) Was ein treuer Diener [arad Jkit'ti], der das 
Haus seiner Herren liebt, sieht und was er hört, das (öffnet die Ohren •») findet Beach- 
tung bei seinen Herrn. Bis dass [en^na «: aät] geschieht, was du gemeldet hast, hältst 
du meine Ohren geöffnet". Der Sinn dieser Worte soll sein: „Ich, der König, habe 
deine Meldung in Betreff' der Puqudu erhalten, versehe mich des Besten zu deiner er- 
probten Treue, und sehe weiteren Berichten über die Ausfllhrung deiner PUne entgegen". 

S. A. Smith (1887) fibeneUt: „Der Befehl des Königs ra Bll-ibnt Grass Ton 
mir deinem Herzen, möge es dir gut gehen. Über die Leute von Pekod welche am 
Flusse Charri (wohnen), was du gesandt hast, habe ich den Mann aufgestellt [a/-|,*i/-A'], 
der das Haus seiner Herren liebt, der sieht und hört, die Ohren seiner Herren öffnet. 
Bis [adt] das geschieht. Welches du gesandt hast, meine Ohren hast du geöffnet". 

Übersetzung: 

Wort des Königs an B^l-ibni. Mein Gruss thue wohl deinem 
Herzen! 

Angehend deine Mittheilung betreffs derPu]j:udäer amFlussChami, 
so soll in Zukunft jeder der das Haus seiner Herren lieb hat, was 
er sehen und was er hören wird, seinen Herren mittheilen. Siehe! 
willst du mich über die Ursache deiner Mittheilung unterrichten? 

Bemerkungen: 

Z. 2. Bf/'ib-ni (anderwärts, z. B. gleich im nächstfolgenden Text 
und K. 312, IG, ^^/-i(^/ geschrieben) war einer der assyrischen Heer- 
führer in Asurbanipal's Kriegen wider Elam und die mit den Ela- 
miten verbündeten babylonischen Aramäerstämme, deren bedeutend- 
ster damals der Stamm Pul^üdu gewesen sein muss. Zur Zeit unsres 
Schreibens befand sich B£l-ibni im Kampf wider die Pul^udäer. In 



234 Beittige rar temitiichen SprachwlMeiiiebAft. 

K. 524 (Asurb. S. A. Smith II) meldet der nämliche BiSl-ibni dem 
König, dass ein gewisser Na-äan {tan}) und die Pu^udäer mit Naöu- 
bel'iumäti^^ dem von Hass gegen Assyrien erfüllten Enkel Merodach- 
baladans und Parteigänger Elams, sich verständigt hätten, dass sie ihm 
— selbstverständlich nicht ohne Gegendienste von seiner Seite — alles, 
was sie (über die assyrischen Operationen) erfahren würden, mittheilen 
wollten. In K. 10 (PiNCHES, Texts p. 6) berichtet B^l-ibni dem König 
über einen sehr glücklich verlaufenen Streifzug, welchen er, vom 
„Meerlande^ kommend, in das Innere von Elam habe ausfuhren lassen 
und zwar unter der Leitung seines Neffen Muä^ztb-Marduk, woran er 
dann weiter eine kurze Nachricht über einen Aufstand wider den 
König von Elam, Umma^ldasu (Rev. 20), anknüpft Von Bel-ibni 
stammt auch der grosse Rapport K. 13 (d. i. IV R 52 Nr. 2) über 
elamitische Angelegenheiten, näher über die Flucht des elamitischen 
Königs Umma^aldaSu nach Madaktu und die Ereignisse, welche der 
Auslieferung des Nabü-b^l-öumati vorausgingen. Alle mir bekannten 
Schreiben Bel-ibni's an den König sind ebenso wie umgekehrt die 
des Königs an B61-ibni mit neubabylonischer Schrift geschrieben. 
Wie hoch Asurbanipal die Dienste seines Feldherm schätzte, geht 
daraus hervor, dass er ihn zum Gouverneur [aUk pänt) des „Meer- 
landes*« (s. hierüber Paradies S. 181 f.) machte (K. 312). Auch die 
ganze Fassung des kgl. Handschreibens K. 828 (PiNCHES, Texts p. 8) 
ist ein Beweis des herzlichen Wohlwollens, welches Asurbanipal für 
B^l-ibni hegte. 

Z* 5. lu'U ta^ab-ka darf nicht zu Einem Worte verbunden wer- 
den, wie S. A. Smith thut Läge ein Precativ vom Praet. vor, so 
müsste dieser im Piel iüfiöka und im Qal tifidka lauten. Es ist viel- 
mehr /ü {äbka abzutheilen (so richtig Strassm. Nr. 20. 421, freilich 
Nr. 3475 ebenfalls lu-u-^a-ab-kä) und t&b als 3. m. Sing, des Permansiv 
des Qal zu fassen (so auch Lehmann im Anschluss an Mc CuRDV, 
The Semitic Perfect in Assyrian, Leydener Congressacten II, 521): der 
Gruss von mir sei gut, erfreulich für dich, was dein Herz betrifft, 
d. h. er erfreue dein Herz. Im Übrigen s. oben zu K. 486, 3. 

Z.6f. „die PuVudäer am Fluss ^arru**. Für ^^^^Pidcudu, hebr. 
■npfi, s KAT2 423. Paradies S. 240. Das ursprüngliche Gebiet 
dieses aramäischen Nomadenstammes scheint Südbabylonien nach der 
elamitischen Grenze hin gewesen zu sein ; doch stossen wir in Asur- 
banipal's Zeit allüberall in Babylonien auf pu):udäische Horden. In 
K. 82 (s. unten) sehen wir sie stegreich, von dem assyrischen General 
Kudurru nur mühsam zurückgehalten, bis in das Herz des chaldäischen 



• MU/', £u lesen zikri oder besser — beachte hk-ma-a-ti K. 679, 7 (s. Asurb. 
S. A. Smith UI, PUte XXUI) — hmäti (hebr. n'HBf') ? 



DeHtzsch, Bdtrige snr Erklimog der babylonisch«assyriacben Brieflittentnr. 235 

Betirks Bit-Amü]^ (s. hierüber Paradies S. 202) vordringen: sie 
machen Bit-Amü^än ein Ende und beginnen sich häuslich darin nie- 
derzulassen. Erst am ffdr }am\ dem ^Königskanal** (s. zu K. 82, 24), 
gelingt es den Assyrem ihnen Halt zu gebieten. In unserm Texte 
stehen sie am "^^ffar^n. Wo dieser Fluss oder wohl besser Kanal 
innerhalb Babyloniens zu suchen ist, ist weder aus dieser Stelle noch 
auch aus K. 578, 11 {'^'^ffar-ru) ersichtlich, aber dass der '^'^ J^arru 
nicht mit Lehmann '^^^Mur-ru gelesen und dem *'*^Marratu, dem nach 
Südbabylonien hereinreichenden Arm des persischen Meerbusens (s. 
Paradies S. 174—182), gleichgesetzt werden darf, das bedarf keiner 
Beweisführung. 

Z. 9. Die Worte appitti bis upattä (Z. 9— 1 5) werden nicht, wie ich 
wohl früher that, als Inhalt der Sendung des Bel-ibni zu betrachten 
sein, und zwar dieses ebensowenig im Sinne einer von B^l-ibni an 
die ihm untergebenen Soldaten ergangenen Weisung als im Sinne einer 
an den König gesandten und von diesem durch K. 95 beantworteten 
Mittheilung: in beiden Fällen würde zwischen taipura und appitä das 
die oratio directa einfuhrende ma-a mit Nothwendigkeit zu erwarten 
sein; vgl. oben K. 512, 8 ff. K. 483. 7 ff., ferner K. 167,6 ff. 174, 6 f. 
Vielmehr beginnt mit appitti die Antwort des Königs auf B61-ibni*s 
hpirtu-, vgl. K. 486. 6'8. K. 679, 4/6. K. 828, 4/6 u. a. St m. — Für 
ap-pit'ti^ von dessen Verständniss das des ganzen Textes zu einem 
guten Theil abhängt, s. bereits Prolegomena S. r^i f., wo über das 
Verhältniss dieses Wortes zu DD&M (Dbfi^) Ezra 4, 13 gehandelt ist 
Es ist ein Adverbium, für welches eine Combination der zur Zeit 
verfiigbaren Stellen (K. 84, 19: ap-pit-tim-ma^ K. 312, 13: ap-pit*- 
äm-ma) die Bed. „in Zukunft*' äusserst wahrscheinlich macht. Was 
die Etymologie betrifft, so legt die Genitivform des Wortes nahe, 
dass in appitti die Praep. an^a) enthalten ist, mit gleicher Assimilation 
des n wie in ammeni, aiiüt („betreffs^ K. 508, 4), und vgl. immatima, 
üifäri und das am Schluss dieses I. Artikels erwähnte issurri. Trotz 
des Zusammenklingens von appittimma {ana pittimma) mit inapittimma 
„plötzlich** (s. Gramm. S. 211) kann aber das in appittimma enthaltene 
Subst pittu mit dem in ina pitema, ina pittimma steckenden pittu s= 
^Tl^ (vgl. auch Dkra) nicht zusammenhängen. 

Z. 10 f. „wer das Haus seiner Herren lieb hat**; die nämliche 
Redensart auch K. 824 (Asurb. II) Z. 31 : ardu ia dit beliiu irammu, 

Z. 14 f. wsnu puttii „das Ohr jem.*s öffnen** -« ihm etw. mittheilen, 
ihn über etw. unterrichten, s. WB, S. 262. Gleicher Bed. ist das 
Schafel von iemit „hören**, s. zu K. 525 (Art II). 

Z. 15. S. A. Smith sowohl wie Lehmann sind hier (Smith auch 



* Geschriebeo mit dem Zeichen ^e» had. 



236 Beitrige rar aemitischeii SpnchwiiieosclMift. 

Im Text K. 509 Z. 21) dadurch irre gegangen, dass sie en-na ideo- 
graphisch und zwar als Praep. adi fassen (auf Grund von Stellen wie 
HR 15, 9a d. i. K. 56 Col. IV 9). Aber abgesehen davon, dass sich 
als Ideogr. von adi innerhalb assyrischer Texte immer nur EN ge- 
braucht findet, und dass an Stellen wie K. $09, 21 ff. (s. unten) Ein 
Satz von zwei Conjunctionen, von EN. NA =» adi und von kt abhängig 
sein würde, wird jene ideographische Fassung durch die Schreibung 
en-na-a K. 84, 27. K. 528 (IV R 54 Nr. 2) Z. 21 hinfällig gemacht. 
En-na^'d) muss ein Adverbium sein und die Bed. „siehe!^, die ich 
schon in WB, S. 262 für ermä annahm, dürfte jetzt wohl durch eine 
Fülle von Stellen gesichert sein: s. K. 479, 34 (Art II). 312, 5. 646, 
22. 828, II. 19. 647, 22 (u en-nd). 31, 14 (u en-Ha, s. Art Ö). 524, 33. 
508, 10 (len-na adü siehe! nun that ich das und das), ähnlich 831, 16. 
RM 215, 18. 

Z. 16. ba-ni. Das Wort findet sich auch K. 824, 36 (s. Art. II), 
ohne dass dort der Znsammenhang klar genug wäre, die Bed. von 
ba-an la tefmid festzustellen. PiNCHES (in Smith's Asurb. 11, 75) 
übersetzt an unserer Stelle {enna bani la taipurd) „durch dieses Ding, 
welches du gesandt hast", in K. 824 „die Arbeit (oder das Ding), die 
du gemacht hast". Da es am nächsten liegt, ba-an wie sonst als st. 
cstr. von bäni d. i. dem Part des Qal mit activer Bed. zu fassen, so 
könnte bäni viell. eine Bed. wie „Urheber" oder „ Anlass, Motiv" haben ; 
indess bleibt es ga^then, weitere Belegstellen abzuwarten. 

Z. 17. tupattü. Für die enklitische Fragepartikel ü s. die schon 
oben zu K. 522, 9 citirten §§ 79, /. 146 meiner Grammatik. 

67, 4— a, I. 

[Neubabylonisch. Röthliches Täfelchen (nach Lehmann i Vi in- 
ches lang, nicht ganz \ inches breit). Veröffentlicht von C F. Leh- 
mann in ZA n, S. 63 f. Von mir selbst weder copirt noch colla- 
tionirt. Aus Strassmaiek*s Wörterverzeichniss Hess sich nach den 
von Bezold zusammengestellten Citaten kein vollständiger Text 
gewinnen.] 

Obv. A' mat iarri 

a- na "^Bel- ibni^ 

iiä' mu a- a- i/ 

Hb' ba- ka 

5. hi'ü (a- ab' ka. 
Ina eli '^ Mu-U^Bib-Marduk 
iä tal' pU" ra 

ma- al ü-mi-hi 1- Ur-ba 
1- na pa- ni- ia 



Delitxsch, Bcitrige sar Erkliruog der babylooisch-usyriscben Brieflitteratar. 237 

la f^rroHä^ ina iepi^- iu 

Rcv. al' ta- kan 

nu' bat' ä 

ma Nmä *** ul /- >b>.* 

Unbeschriebener Raum. 

I) KAK. 2) KAS mit Doalxeichen. 3) bekanntes Ideogr. Sb 2, 11 mit Dnalseicben. 
4) nach Lbhmann wie Pinchis di, was natürlich ein Schreibfehler Ar ü sein wflrde; 
Strassm. Kcst gemias Lehmann (1. c): ii, aber Wörtenreracichniss Nr. $015 bietet anch 
er dt (gemäss dem Citat dieser Nommer scheint auch das Ideogr. ftr MmA nicht gans 
sweilellos sn sein). 

^ C F. Lkhmann (1887) flbersetst (in freierem Deutsch): «Botschaft des Königs an 
BeKbni. Friede sei mit dir, es ergehe dir wohl! Hinsichtlich dessen, was dn Aber Motte- 
sihmaidnk gemeldet hast, (habe ich dir mitxntheilen): Die Zeit, da er vor meinem Ant- 
fits bitte erscheinen sollen, ist erfUlt [wönUch: die Ftllle seiner Tage ist eingetreten vor 
meinem Angesicht], seine Reiseroute hatte ich bestimmt; er ist doch nicht etwa ge- 
storben? (??) [ai mäHf(ff)], in Ninewe ist er nicht eingetroffen (?) [ul i-ma/, sc. ^matht, 
wörtlich: seine Zeit hat sich in Ninewe nicht erftllt]«. 

Bemerkungen: 

Obwohl ich auf eine Übersetzung dieses Textes absichtlich ver- 
zichte, da ich denselben in London selbst weder copirt noch coUa* 
tionirt habe, möchte ich doch vorläufig etliche Bemerkungen an ihn 
knüpfen, um sein zukünftiges Verständniss mit anbahnen zu helfen. 
Dass Lehmann's Übersetzung missglückt ist (vidleidit unbewusst 
beeinflusst durch den gemäss PlNdfES mir provisorischen JäbtV* des 
lUfelchens: „Complaint hy the king that aft ofHcer had not retumed 
to time**), wird wohl von ihm selbst nitht mehr gdäugnet: vor 
allem ist verwunderlich, wie ihm das Subst. ■nu-baUH (s. oben zu K. 
618, 26) so völlig unbekannt bleiben konnte. Auch die Vermuthung, 
dass t-mal, wie LEHMANN (mit Strassm. 5015) das letzte Wort des 
Textes liest, „eine Art Jussiv-Form" nach Art des hebr. rfe^t^, bjlj 
seiy „wobei das a von imal ebensowenig ein reiner Vocal zii sein 
braucht wie das hebräische Vtikd^» wäre besser untergeblieben \ Was 
die Person des Mui^ib-Marduk betrifft, so nimmt Lehmann ohne 
Zweifel mit Recht an, dass es der nämliche Muö6zib-Marduk sei, wel- 
chen Bel-ibni in seinem K. 10 bezeichneten Schreiben an den König Rev. 
Z. I (vgl. 6. 10) erwähnt. Wenn er aber zu diesem Text K. 10 (s. PiNCHES, 
Tests p. 6) bemerkt, es werde „dort von Räubereien gewisser elamiti- 
scher (?) Stämme berichtet, gegen welche einige der bedrohten Süidte 
und Stämme mit MuS^zib-Marduk einen Bund schliessen**, worauf, wie 

* Übrigens bitte, wss den Wegfall des letsten Radicals K betrifft, die interessante 
Form Af-«/ „ich will hinansgehen" beigesogen werden können; s. Gramm. § 39. 

** Lbhmann omschreibt Rer. Z. 1 ff.: arad ia W-ia ia ina tli^ka a . . . . apkidu^ 
«nd ftbersetst: „den Diener meines Herrn, den Ich in deinem Namen som Statthalter 



238 Beitrige rar lemitfacben SprachwinäuchAlt 

es scheint, die assyrischen Truppen unter Muö^zib-Marduk und Baia 
gegen die Räuber ziehen und sie bezwingen**, so verräth sich durch 
diese Bemerkung, dass ihm auch das Verständniss des Briefes K. 10 
zu einem grossen Theil entgangen ist; auch vergisst er obendrein 
das Wichtigste anzugeben, nämlich dass Mu§^zib-Marduk B^l-ibnt*s 
Neffe gewesen ist; s. Rev. Z. i: Afuiesib-Marduk mär a^diCa, Vgl. 
schon oben zu K. 95, 2 und 5. Näheres in Art. II, wo der Text 
K. 10 eingehend behandelt ist Die von Lehmann an diesen Text 
sonst noch geknüpften Bemerkungen allgemeinen Charakters können, 
da die einzelnen Worte des Textes theils überhaupt noch unverständ- 
lich theils, wie nu-bat-ti, von ihm sicher missverstanden sind, mit 
Stillschweigen übergangen werden. Irgendwie belangreiche historische 
Folgerungen werden aus dem Text gewiss niemals zu gewinnen sein. 
Noch sei erwähnt, dass Miäknib-Marduk auch in dem Schreiben 48, 
7~20, 115 (Z. 13) erwähnt ist, ohne dass der schweren Stelle etwas 
Sicheres zu entnehmen wäre. 

Z. 8 f. bed. doch wohl: „er ist sein Lebenlang (eig. die Fülle seiner 
Lebenszeit) bei mir ein(-und aus)gegangen''; das ina pän iarri erebu 
hatte wohl ähnliche Bed. wie das ina pkn larri nazagu d. h. „in des 
Königs persönliche Dienste treten**, wozu in K. 183,34 fr. die Söhne 
des assyrischen Adels vom König befohlen werden, üerba »i ithruba^ 
für das u s. Gramm. § 102; Lehmann schwankt zwischen u und a und /. 

Z. 10 f. bietet die Redensart: f^arräna ina Upi . . . lakänu d. i. 
„einen Weg mit den Füssen eines andern machen (zurücklegen)^. 
Der nämlichen Redensart begegnen wir auch K. 175 (d. l VR 53 
Nr. 2) Z. 27 f.: „der und der UUika f^arräna ina i^püu Uikus^. Leider 
wird der Sinn dieser an unser „Schritte ftir jem. thun** erinnernden 
Wortverbindung durch keine der beiden Stellen erschlossen: ist es 
etwa ein Ausdruck fiir ,jemanden zu seinem persönlichen Dienste 
verwenden, sich seiner (als seines Stellvertreters u. s. f.) bedienen**? 
Für den Wechsel von KAS mit und ohne (so K. 175) Dualzeichen 
s. bereits oben zu K. 81, 19 und vgl. weiter noch für KAS nebst 
Dualzeichen in der Bed. „Strasse, Landstrasse'' K. 1249 (Asurb. S. 
A. Smith III, Plate XVHI f.) TL 5 (,^ie die ich ultu KAS'^ BäbiH 
ufabbitu von der Strasse nach Babylon abgefangen habe**) und 27 
{J^AS"ina bi-rit Bäbili u Barstpa „die Strasse zwischen Babylon und 
Borsippa**); femer K. 83, 18 und III R 50 Nr. 3, 10 (s. dagegen, ohne 
Dualzeichen, 48 Nr. 6, 7). 

Z. 12 f. nu-bat'ti\ s. oben zu K. 618, 26. — ikU, St n^D ^zu Ende 
sein*»? s. HWB. 



gonacht habe**. Aber lag nicht die richüge ErglnniDg im Hinblick anf Obv. Z. 8 
nabe? 



Dditxicli, Bdtrige rar Erkllmog der babylooiM;li-a»]rriiclien Urieflitteratiir. 239 



K. 509. 

[Neubabylonisch. Hellrothbraunes Täfelchen (c. 6,7 cent lang, 
c 2^ breit). Vorzüglich erhalten. Veröffentlicht von S. A. Smith 
in Asurb. II (dazu eine Verbesserung von PiNCHES S. 76; vgl S. 47 t 
Von mir copi'rt im Oct 1886, collationirt im Oct 1888.] 
Obv. A-na ihr mätäH^ be- iU- ta> 

aräwka '^NahUr ihm- Ithr^ 

Nabu u Marduk üme 
ianäti^ da- ra- 

5. tf- na lär mätäti^ be-ili-ia^ 
Säbe ^Bir- ta- a- a 

m 

ia iarri be-iU^ia'^ a- na ma- 

a-na sa- pan- ni 

ia Bäbi/i^ küi 

la fäbe ia ihr Bäbiü^ 

ki' I //- bu' ü ina Um* H 

^'^Bir-ta^ a- a arääni 

IV* säbS ina lib-bi säbi 

id" du- ku u IX ki' I 

na pa-an iarri be- 

tafr- rai' iu- 

tu eU ia 

pU'ü u ile^ 

i' tu a- na- ku 

iarri be/i» ia^ 

ta- /u( ii 

'*^api/ hpri^'ia^ a-na htUlum iarri beii-iä^ 

ki' $ ai'pu- ra un* Icu ia iarri 

bt' iU" ia'^ ul tf- mu- ur-ma ul ab-lut 

25. mi' i" tu a-na- ku iarru be^ i/i- a 

la t£- mai' iar- an- ni* 

Unbeschriebener Ranm. 

1) mät mät\ dM Zeichen mAt iit mit twei wagereohten Keilen geschrieben, von 
denen der untere nach links hin etwas kflrser ist als der obere, wihrend der obere rechts 
von einem Winkelhaken aufgenommen wird. 2) Sachen gleich der Ziffer V. 3) SL DI. 
4) CID. DA/'. 5) MU. AN. NA/'. 6) TIN. TIR^. 7) deatUch mit drei obeien und 
eiaeB anteren senkrechten Keil geschrieben, ävsserlich also gleich dem assjr. Zeichen ia, 
«) ANW. 9) KL 

*) S. A. Smith flbenetit (1887} Z. 6ff.: „Als ich die Kiiegslente von Birat, die 
Knechte des Königs, meines Herrn, tur Bewachung, um das Wiesendickicht t>ei Babylon 
n bewahren (?) sandte, als die Kriegsleute des Königs von Babylon wider sie kamen auf 
GeheisB des Königs, meines Herrn, da wurden die Birtier, die Knechte des Königs, 
4 Soldaten unter den Kriegsleuten des Königs tou Babylon geschlagen und als neun ent- 
kommen sind, SU dem König, meinem Herrn, sende ich sie. Seitdem Birat lentört ist 



15. Ä- 

al' 
Rcv. ui- 

mi" 
2pL ia 
ab- 



arkiUi^ 
a- ti 
iid' di' ftu, 
ardäni 
af- far- tu 
ap- pa- ru 
ai' pu^ ru 
a-na mu^^-iu-nu 
ia iarri biü^ia 
ia iarri 
ia iär BäbiU^ 
I- bu'ku-ni 
ili' ia 
nu' ti 

^Bi' rat 

f' iu ad- ku 
u uH-ku fiuräfi 
ki' i tf- mu" ru 
en- na 



2 40 Bdtrige tat semiüschen Sprachwineoschaft. 

und ihre Götter fortgeHlhrt sind, bin. ich des Todes und wenn ich den goldenen Siegel- 
ring des Königs, meines Herrn, sehe, so werde ich am Leben bleiben und bis ich, da 
ich meinen Boten um den König, meinen Herrn, zu begrüssen sende, den Siegelring des 
Königs, meines Herrn, nicht sehe und nicht lebe, des Todes bin ich. Der König, mein 
Herr, möchte mich nicht Verlanen". 

Übersetzung: 

An den König der Länder, meinen Herrn, dein Knecht Nabü- 
8um-li§ir. Nebo und Merodach mögen lange Tage, dauernde Jahre 
dem König der Länder, meinem Herrn, verleihen! 

Als ich die Männer von Birat, Diener des Königs, meines Herrn, 
als Wache in die Verborgenheit des Sumpfes von Babylon sandte 
und die Männer des Königs von Babylon sie angriffen, tödteten 
kraft der Bestimmung des Königs, meines Herrn, die Birtäer, die 
Diener des Königs, 4 Leute aus der Zahl der Leute des Königs von 
Babylon, 9 aber, die sie gefangen weggeführt, habe ich zum König, 
meinem Herrn, gesandt 

Seitdem Btrat zerstört ward und seine Götter weggeführt wur- 
den, war ich todt. Als ich aber den goldenen Ring des Königs, 
meines Herrn, sah, lebte ich wieder auf. Aber siehe! als ich meinen 
Boten zur Begrüssung des Königs, meines Herrn, abzusenden im 
Begriff stand, konnte ich den Ring des Königs, meines Herrn, nicht 
finden und hatte kein Leben mehr. Ich bin todt Der König, mein 
Herr, möge mich nicht verlassen! 

Bemerkungen: 

Z. 2. Der „label^ des Britischen Museums lautet: „From Naäu- 
hint'Uiiur to the king", während S. A. Smith den Namen des Brief- 
stellers theils Naäü-$um4h'r theils (s. PSBA X, Part 6, S. 307) Na^- 
ium-eHr (vgl. auch Strassm. Nr. 5875) umschreibt. Früher pflegte 
man Namen wie diesen wohl auch Nabü-ium^uiteHr zu lesen. Jetzt 
lehren die von Strassmaier herausgegebenen Contracttafeln, dass die 
richtige Lesung vielmehr Nabü-iüm-ltHr ist, d. h. „Nebo! möge der 
Name Gelingen haben, glücklich sein!" Näheres für diese precative 
Fassung des Schlussideogramms SI. DI (anderwärts IZ) s. im 2. Heft 
dieser „Beiträge". Ob der Verfasser des vorstehenden Schreibens 
mit dem in K 1 54, 26 f. erwähnten Nabü-ium-liür^ einem Neffen des 
Zakirru^ als Eine Person gelten darf, ist sehr fraglich. Aus Z. 17 — 19 
ist wohl zu schliessen, dass Nabü-§um-l!§ir aus Birat stammte, ein 
Birtäer also an der Spitze jenes birtäischen Trupps stand. 

Z. 6. Dass die Ortschaft Birtu^ Birat in der Nähe von Babylon 
gelegen habe, folgt aus unserm Texte nicht. Da aber gemäss K. 507, 
wenn anders meine Auffassuner dieses Briefes in Art. II sich bewährt, 



Dditxsch, Beitrige lor Erklimng der babylooisch-MtyrUcheo Brief Utteratur. 24 1 

die dem assyr. König treu ergebenen Bewohner von Bürat (der Ort 
hatte damals einen vom assyr. König eingesetzten Ictpu Namens 
Nabü-b^l-iumiti) die Uppäer, welche Sipar plünderten, zurückschlugen, 
so scheint in der That Btrat nicht allzuweit von Babylon ent- 
fernt und zwar nördlich davon gelegen zu haben. Eines (des näm- 
lichen?) Ortes Birtum geschieht auch Str. II, 379, 2 Erwähnung. 

Z. 8. Das Subst. sapannu^ welches S. A. Smith unbekannt ge- 
blieben ist, bed. die Verborgenheit, das Dunkel (vom St. 1&0 „be- 
decken**, dann auch „überwältigen**) und wird ebensowohl von der 
Waldesnacht (Sanh. Kuj. 4, 12) als vom Dunkel der Meerestiefe ge- 
braucht, s. HWB. Ein Syn. ist kaämtu Sanh. Rass. 76. — Statt ap- 
pa-ru hält PiNCHES (Asurb. S. A. SmiTH II, 76) auch die Lesung ab- 
bar-ru für möglich, doch verdient Smith's ap-pa-ru den Vorzug. 
Rbendesshalb mag auch PmcHEs' Vermuthung, dass „dieses abbani 
wahrs(:heinlich mit äbaru V R 42, 55 verwandt sei und etwas wie 
Feldhütte (Syn. lanu) bedeute**, nicht weiter erörtert werden. 

Z. 10. „die Leute des Königs von Babylon**. Gemeint ist wohl 
Sama»-gum-ukin. Vgl. V R 3, 107 ff. 130 ff.? 

Z. 13 umschreibt S. A. Smith das erste Zeichen ia, übersetzt 
aber richtig „4 Soldaten**, wahrscheinlich durch P1NCHE.S (s. S. ^6) ver- 
anlasst, dessen Umschrift irbit ummane allerdings nicht frei von Be- 
denken ist 

Z. 14. PiNCHES, 1. c.,* bemerkt, wie es scheint im Gegensatz zu 
S. A. Smith, welcher ibukthu richtig von *X^ „wenden, in die Flucht 
schlagen** ableitet, diese Verbalform „stamme ebenso wie das Perm. 
äbku am Ende von Z. 18 von dem wohlbekannten äbaku nehmen, 
gefangen nehmen**, dazu TSBA VIII, 285, Z. 26 Obv. vergleichend. 

Z. 18. Die Richtigkeit von S. A. Smith's Umschrift ile-e-iu kann 
keinen Augenblick zweifelhaft sein. Ebenso ist ilu^-e'a ile'a „meine 
Götter** zu lesen, K. 1139 Z. 19. K. 647 Obv. 8. PiNCHES (1. c, S. 86) 
weniger richtig: ilan-e-iu. Vgl. Gramm. § 74, 2. 

Z. 26. S. A. Smith liest lä umaiHranm „er möge (möchte) mich 
nicht verlassen^ aber das prohibitive lä verbindet sich bekanntlich 
immer nur mit Praesensformen (Gramm. § 144). PiNCHES (1. c, S. 86) 
richtig: umaiiar. Auch das Schreiben Zakir's 80, 7 — 19. 19 (PiNCHES, 
Texts p. 10) schliesst mit den Worten: iarru belu Id umaliaranni. 

Das Verständniss des ganzen Briefes beruht auf der Erkenntniss, 
dass der Brief, gleich andern, in zwei von einander scharf, zu trennende 
Theile zerfällt (Z. 6—16. 17 — 26), zwei ganz verschiedene Zwecke 
verfolgt Der erste Zweck ist, dem König die erfolgreiche Zurück- 
weisung des Ausfalls einer babylonischen Heeresabtheilung mitzu- 
theilen, der andere dem (hierdurch günstig gestimmten) König nahe 
zu legen, dass der dem Briefsteller einst vom König huldvoll ge- 

Utrif« sar Moiit. Sprach wisMosdiaA. 1. 16 



242 BeitTige zw temitiicheii Sprachwissenschaft 

schenkte goldene Siegelring durch irgend einen unglücklichen Zufall 
verloren gegangen sei, worin natürlich deutlich genug die Bitte um 
Erneuerung des königlichen Gnadenbeweises beschlossen liegt 



K. 8a. 

[Neubabylonisch. Braunes Täfelchen (c. 5,8 cent. lang, 2,8 breit). 
Sehr deutlich beschrieben und ausgezeichnet erhalten, sodass über 
kein einziges Zeichen Zweifel obwalten kann. Veröffentlicht von 
S. A. Smith in PSBA IX, Plate IV; vgl. p. 247—250. Von mir 
coUationirt im Oct 1888. Aus Strassmaier's Wörterverzeichniss 
Hess sich nach Bezold's Citaten und gleichzeitigen Verbesserungen 
ziemlich der ganze Text gewinnen, nur Z. i und 2 sowie die zweite 
Hälfte von Z. 12 fehlten.] 

Obv. A' na iär mätoH^ be- ili" ia 

ardU'ka '^Kudurru^ Bei k Nabu 
iü" lum ba- la- fu ü a- ra- ku />- tnu 
ia iarri be* ili- ia ä- na da-rii lik- bu- //. 
5. 67- tu i-na tndt tta-ki' ru a^ na^ ku 
"'^^Pu-ku' du ina H-bi bU- '^A- ntük-a-ni 
ardäni Ia iarri be»tli'ia üh-te- ü- tu- ü 
äläni Ia a-na ma^farti^ ia larri be-iü-ia 
ü' ia' of'bi'tu um^nta »itiimj^^. in, ^ 

10. ia iarri be- ilir ia lu- ie- ti-ku- « 

a^na mu^- ^ äläm /- tib- bur ü 

^äbe i'duk-ku' u zikreü^ ü-ia^-fna- su- ü 

ii a-na mu^- ^ * Sa- ba- tf- a 

'^^mutir^ru pu-tu it- te- bu- ü 

15. ii" mu ia a-na blt- ^A- fnük- a- ni 

e- rur bu ih- ta- bu- nu 
um- ma •^^^''te-büe a-na ntu^-^ 

"'^^muHr^-m pu-tu it- te- bU' it 

fäbe al' tap-ra um- ma 

20. al' ka- a- ma 

Rev. ••*i4- Ia- ' uf- fi- fa- d 

maffartu^ iv- ra- a- ma 

Pi' üb- bi' ta- nii' iu- nu^ tu 

i-na mu^'^ näri iarri a-na mu^' f}i 

25. '^Nabü' ihr- u^f* **'*' räb ki- ^r 

kir i it' bu' ü US' sab' bu- su- nu- tu 
iarru be'ili- a ä- ki-i ia 1- le- V ü 

lü-a* al' iu' nU' tu iarru be-ili' a i- dt 

ki-i bit' '^A-miik' a- ni ik" tu- ma 



DeUtnch, Beitrige rar EiUinmg der babylooitch-awyrbchen Brienitteratnr. 243 

3a ««'^/i^- ku'du Uta hah-ho" ri- hhtm ai'bu 

•^ • • • • 

^^^^kal-bnl it-ä- m ul ti- ir- //- te- kti 

m 

ü M-nu-tna "^^^ te- bi- e 

u a-ni-m ^ (u ia kak- ha- ru 

m- kti('pi iarru de- üi- a lik- bi- ma 

35. a- na tar-H äli ia al- bu- ü 

Wenig nnbeschriebener Raum. 

I) m4/ mät. 2) §A. DU. 3) EN. NUN. 4) SAL/A s) C^UR, geschrieben mit 
zwei gleich langen wagerechten Keilen, swischen welche einer der beiden, im Nea- 
aMjr. das Zeichen CUR abschliessenden, senkrechten Keile getreten ist Strassm., S. A. 
Smith lesen ti. 6) §E§. 

*) S. A. Smith tlberseUt (Jone 1887) Z. S ff-: >»As into the enemy's coontry I (en- 
tered), the Pokada near by the house of Ama]^i, the senranti of the king. my lord, 
mordered, the eitles wbich (were) for the watch of the king, they cansed to take — may 
the KallA of the king, my lord, advance — against the eitles they pressed forward, the 
soUien tfiey killed and the women they treated violently, and against $abA*a, the Stru- 
httu, they advanoed; the day on which they the hoose of Amn^Ani entered, they ao- 
Doonced thos; the attackers against the SiruhUu advance. The soldiefs I sent thos: 
Go and (for) the *Ila*iu$$i$a'i a watch set and take them. As orer the river of the king 
igaiost Nabü-iar-u$ar, the chief of the forces they adranced, he captnred them. May 
the king, my lord, as he wishes, a3k them; the king, my lord, knows, that the house 
of Amu^M^ ^ destroyed and the Pnkudn in their conntry dwell. The KallA with ns 
did not march through and they also, the attackers and we the sin of the country have 
cut off. May the king, my lord, command and to the front of the city where they dwell, 
may the KallA march through". 

Übersetzung: 

An den König der Länder, meinen Herrn, dein Knecht Kudurru. 
Bei und Nebo mögen Wohlbehaltenheit des Lebens und Länge der 
Tage [der Lebenszeit] des Königs, meines Herrn, auf ewig befehlen! 

Seitdem ich in Feindesland bin, haben die Pu^udäer mittelst 
feindlichen Überfalls das meinem Herrn König ergebene Haus Amü- 
^xi vernichtet Die Ortschaften, die ich zur Wacht fiir meinen Herrn 
König habe nehmen lassen, indem ich dachte: Soldaten meines 
Herrn Königs sollen hinziehen — die Ortschaften greifen sie an, die 
Kri^^ tödtend, die Frauen schändend. Auch Siba, den Grenz- 
wächter, haben sie angegriffen. Als ich in Btt-Amü]^n anlangte, 
hiess es: die Feinde haben den Grenzwächter angegriffen. Ich 
schickte Krieger aus mit der Weisung: Auf! tödtet den *Ali(?) mit 
einem Pfeilschuss(?), legt euch auf die Lauer (?) und nehmt sie ge- 
fangen! Als jene nun am Ufer des Königskanals Nabü-sar-u^ur, den 
Major, angriffen, fing er sie ab. Der König, mein Herr, möge nach 
Ikliebtn Verhör mit ihnen anstellen! 

Mein Herr König weiss, dass das Haus Amü]^n ein Ende ge- 

16 • 



244 BeitrSge zur seinitiKben Spracbwissenschaft 

nommen hat und die Pu^udäer auf ihrem Grund und Boden wohnen. 
Die bei uns befindlichen Soldaten sind nicht hingezogen. Und doch 
sind jene die Feinde, während wir vor dem Vergehen an Grund und 
Boden zurückschrecken. Möge doch der König, mein Herr, Befehl 
gebtn, dass gegen die Ortschaft, da sie wohnen, Soldaten rücken ! 

Bemerkungen: 

Z. 2. Der Bericht stammt von Kudurru (geschrieben ""SA. DU), 
allem Anschein nach der nämlichen Persönlichkeit, von welcher der 
oben besprochene Brief K. 8i herrührt. Auch in graphischer Be- 
ziehung — ich mache diese Bemerkung absichtlich — konnte ich 
nichts entdecken, was hindern würde, beide Täfelchen von der näm- 
lichen Hand geschrieben sein zu lassen. Als Kudurru den Brief 
K. 8i schrieb, lag er, anfangs krank, in Erech; unser Schreiben zeigt 
ihn auf dem babylonischen Kriegsschauplatze, und zwar in ganz ähn- 
licher Weise wider den Nomadenstamm Pu^iüdu in Anspruch ge- 
nommen wie wir es oben zu K. 95 von seinem assyrischen Mitfeld- 
herrn, B61-ibni, sahen. K. 81 lehrt, dass Asurbanipal auch auf diesen 
seinen General, ebenso wie auf Bel-ibni, hohe Stücke hielt: er sandte 
ihm, als er in Erech schwer krank (verwundet?) darniederlag, seinen 
Leibarzt und nahm Kudurru's Absicht, persönlich seinen Dank ab- 
zustatten, als vollführt an, sei dies nun, um ihn ja nicht, wenn 
auch nur vorübergehend, den militärischen Operationen fern zu wissen, 
sei es um ihm , dem Reconvalescenten , die weite Reise von Erech 
nach Ninewe zu ersparen. Der gleichnamige Verfasser des Schrei- 
bens K. 154, Ku'dur-rUy wird kaum die nämliche Persönlichkeit 
wie der Feldherr Kudurru sein; eher wäre dies möglich mit dem 
K. 79 (d. i. IV R 53 Nr. 3) Z. 45 in Verbindung mit Erech genannten 
Kudurru (geschrieben ""äA. DU). 

Z. 6. Für den Stamm Pu^üdu und den Bezirk Bit-Amü|pn s. 
oben zu K. 95, 6 f. 

Z. 7. S. A. Smith bemerkt zu ardänii „perhaps the plural is 
more properly ardüte, as Strassmaier thinks". Aber beachte das 
phonetische Complement ni z. B. K. 506, 36 (PSBA X, Part 3, 
Plate VIII). 

Z. 9. Es liegt nahe, uia$bUMHma zu Einem Wort zu vereinigen, 
trotzdem glaube ich, dass sich obige Worttrennung {täasbitu uinttta) 
bewähren wird. — Das wichtigste Wort des ganzen Textes ist •'*^'" 
kal'lu'ü (Plur.). Eine Bed. wie „Diener" oder „Unterthanen** o. ä. 
dürfte aus dem Zusammenhang dieser Zeile erhellen: Wachtplätze 
sollen mit kaliü des Königs belegt werden. Da aber Z. 31 und 36 
der Genitiv Sa Sani bei kallü fehlt, so scheint kaliü auch prägnant 
von den Soldaten als Dienern des Königs gebraucht worden zu 



Delitzsch, RdtrSge znr Erklftmng der babylonisch-tssyrischen nrieflitteimtur. 245 

sein, wie dies von htkläti Soldaten", cig, „Helfer" sc. des Königs, 
längst bekannt ist Das Wort ist wahrscheinlich das nämliche wie 
das in den Contracttafcln so oft vorkommende, zumeist zwar ideo- 
grammartig **^*'GAL. LA geschriebene, aber zweifellos gallu bez. 
Vedlu gesprochene Wort fiir „Diener, Beamter, Geselle u. ä."*; vgl. das 
Fem. gal'la-tu „Magd, Dienerin", welches, wie der st. cstr. gal-lat 
lehrt, durchweg phonetisch, nämlich gallatu bez. kallaiUy zu lesen ist 
(nicht 2u verwechseln mit kallätu ,3raut"!). Ist dem aber so, dann 
bt '^^kallü (Plur.) gewiss auch seinerseits etymologisch als kallü 
anzusetzen, was überdies durch btti-a u "^^^ka-al'la-a K. 479, 21 
(s. Art II) aufs Beste bestätigt wirdi Zum Sylbenwerth kal des 
Zeichens dan, kal, Hb vgl. die doppelte Schreibung des Subst 
Icalkaltu „Verschmachtung": theils kal-kal-ti V R 8, 87. 106. 123 theils 
gal'gai-tu K. 2022 Col. IV I7**. Der Rm 77, 6 (PSBA X, Part 6, 
Plate VI) vorkommende "^^räb kal-li-e repräsentirt möglicherweise 
die phonetische Schreibweise des oben zu K. 81, 19 erwähnten 
ideographischen Amtsnamens *"•''" GAL. MU. Vgl. sonst noch für 

kaÜH V R 55, 51: kal'li'f iani u ia-Iaf '^^'Na-ntar ana äli la 

erebi. Etymologisch wird für kallu Fem. kallatu an den Stamm bbp 
„gering, verachtet sein** zu erinnern sein; vgl. II R 36, 40a. 

Z. 12. S. A. Smith fasst das schliessende u von üduk^ku-u als 
Copula, aber man nimmt besser mit Strassm. (z. B. Nr. 1766) idukkü 
als Ein Wort Haben wir doch gerade in diesem Briefe mehrere Aus- 
nahmen von der in Gramm. § 10 S. 41 für die Schreibung der Verbal- 
endungen aufgestellten Regel: /w-i^-Ä' (bez. teyku-ü Z. 10. 36, ü-iaff- 
ma-fu-ü Z. 12, al'bu'ü Z. 35 (neben ai-bu Z. 30). — Uia^ma^; zu 
der -durch den Zusammenhang an die Hand gegebenen Bed. „ver- 
gewaltigen, schänden** vgl. hebr. fhöH „gewaltthälig** Jes. i, 17, ftthn 
„Vergewaltiger** Ps. 71, 4. So schon S. A. Smith. Unsere Stelle ist 
wichtig, weil sie das n dieses hebr. Stammes als 112 ausweist Man 
trenne also im hebräischen Wörterbuch s. v. pan. 

Z. 14 (und 18) lesen S. A. Smith und Strassmaier (z. B. Nr. 6753) 
si-ru-bu-tu, und Smith bemerkt dazu: „thi^ word is quite new to 

* In Wörtern wie ^'^^^ goi-la-ht „seinen Diener, ScbiTen*' (Acc.) kann man 
schwanken twischen ideographischer und phonetischer Lesung. Das Gleiche gilt Ton 
mmflu gal'la-a ,,meinen Diener** Beh. 44. 53 (altpers. manä banäakt^^ wo beide Mal, 
betlinfig bemerkt, gallu in militärischem Sinn gebraucht ist. Dagegen ist nur phone- 
tische Lesung möglich an Stellen wie Strassm. ü, 751, 5: »^f** gal-li-ht (Gen.); ebenso 
bei «««'A» gal-li-ka u. s. w. 

** Nach der obigen Darlegung Ut ohne Weiteres klar, dass der mit dem Idtogr. ftr 
ßmUu »^Mensch, Mann, Diener" verbundene Silbenwcrth ^al semitischen Ursprungs^ dass 
auch dieses Ton Zimme&n (Busspsalmen S. 14 ff.) so scharfsinnig erschlossene .^sumerische" 
gül, kal, ^ „Mann, Diener" ein gutsemitisch-assyrisches Wort ist. 



246 Beitrige cor KiniHschen Sprachwiasemcbaft 

me**. Es ist natürlich muttr-ru pu»tH zu lesen; s. oben zu K. 526, 9. 
Ob Sa-ba-a^a ein mutirru pütu im gewöhnlichen Sinne des Wortes 
war, also der besten Truppe des assyrischen Königs, der Leibgarde 
— natüriich als Oilicier — angehörte, oder ob hier viell. dieser Titel 
besser von einem „Grenzwächter^ zu verstehen ist („der den Eingang 
wehrt^ sc. in das assyr. Gebiet), wird schwer zu entscheiden sein. 

Z. 21. Statt ^A-la- könnte auch ^I-la- gelesen werden (oder wäre 
etwa gar ana ^a-la- zu lesen, vgl. WB, Nr. 4?). — mmäy vielleicht 
Imp. eines von u^fu „Pfeil" abgeleiteten denominativen Verbums 
u^^u^t wozu hebr. Q*>s;|Tj)f Jud. 5, 11 verglichen werden könnte. 

Z. 24. n&r iarri^ der ,^önigskanal*', musste gemäss dieser Stelle 
von den Pu]pidäem auf ihrem Weg durch B!t-Amü^n passirt wer- 
den. Eines när iarri geschieht auch in der Schenkungsurkunde 
Nebukadnezars I, bezeichnet 82, 7—4, 37 (s. PSBA X, Part 6, Plate 
VII f.) Z. 24 Erwähnung, und zwar dürfte dieser „Königskanal**, 
welcher in nächster Verbindung mit den Städten Opis, Dür-§arrukin 
und 9^99u genannt wird, wohl mit dem berühmten Nahar-Malkä, 

>dX^\ «4S, dem BaolXBiOQ xorafiog (Ptol), vgl. NOldeke in ZDMG 

XXXVI, 182, eins sein. Bevor nicht Genaueres über die Grenzen 
des Bezirkes B!t-Amü]^an zu Asurbanipal's Zeit ermittelt ist, wird 
sich über das Verhältniss der beiden när iarri bez. über ihre Iden- 
tität nichts aussagen lassen. 

Z. 25. ^^^räb ki'fir^ s. oben zu K. 81, 22. 

Z. 29. ilciünta, natürlich von hatü^ wovon auch üktetiü Z. 7. Strassm. 
4244 stellt das Wort zu katämu (wie er itteHi Z. 14 in Nr. 5694 unter 
nabü, itibhü Z. 1 1 in Nr. 1766 unter dabäbu aufführt). 

Z. 32. lü-nu ifSie**; beachte für diese Pronominalform die lehr- 
reiche Schreibung H-ü-nu K. 1249, 24 (s. Asurb. S. A. Smith III, 
Plate XVnif.). 

Z. 34. niicuUu kann unmöglich von einem St tttsp (S. A. Smitm) 
kommen, sondern kann nur eine Praesensform von Wp nach Art 
der in Gramm. §115 S. 315 besprochenen Bildungen sein. Eine 
Bed. wie „sich scheuen vor, verabscheuen** scheint dem Zusammen- 
hang zu entsprechen und hat auch an hebr. wp Ps. 95, 10 einigen 
Halt Dass bei den Babyloniem gerade auf Vergehen an fremdem 
Besitz, speciell Grundbesitz [j^^ää ia käkkaru) die schrecklichsten 
Flüche standen, ist bekannt 

Der Gesamtinhalt des Schreibens ist der folgende: Kudumi 
meldet dem assyr. König, dass eine Schaar von Pu^^udäem nach 
Vernichtung von Blt-Amü^n gegen die assyrischen Grenzwachtplätze 
zum Angriff vorgerückt sei, dass sie aber hierbei in einen von einem 
Streifcorps Kudurru's gelten Hinterhalt gefallen und abgefangen 



DeUtach, Beitrige lor Erklimng der babylonisch-aMyrischen Brieflitterattir. 247 

worden seien. Kudurru sendet gleichzeitig zur Bestätigung dieser 
Nachricht pu^udäische Kriegsgefangene an den König. Weiter aber 
verbindet er damit die Bitte, die Pu^^udäer, welche sich in BIt-Amükän 
bereits häuslich niedergelassen begonnen hätten, vertreiben und an 
ihrer Statt Soldaten des Königs ansiedeln zu dürfen. 

Während des Druckes des vorstehenden Artikels ist nun auch 
das m. Heft von S. A. SMrni*s „Keilschrifttexten Asurbanipals" er- 
schienen. Der Verfasser hat sich mit diesem Hefte durch die darin 
veröffentlichten zwanzig weiteren Briefe (vgl. oben S. 186 Anm. i) 
von neuem den Dank aller Assyriologen erworben. Leider wird seine 
Gleichgiltigkeit gegen die Regeln der assyrischen Formenlehre eine 
immer grössere, und werden in Folge davon die Übersetzungen, welche 
er von den auch nur einigermassen schwereren Texten giebt, immer 
unverständlicher. Wenngleich seine Übersetzungen von K. 183. K. 507. 
K. 479 u. a. m. keinen höheren Werth beanspruchen können als den 
von Curiositäten, werde ich doch fortfahren, auf S. A. Smito's Text- 
erklärungen fortwährend Rücksicht zu nehmen, und wo immer seine 
Aufstellungen wenigstens einiges wissenschaftliche Interesse darbieten 
oder in anderer Hinsicht -charakteristisch sind, in streng sachlicher 
Weise dieselben besprechen. Formerklärungen und Übersetzungen 
allerdings, wie z. B. tJefaradünt he brought (K. 146, 8), a//a^ I went 
(ebenda Z. 11); iJeabbümYit has commanded (K. 493, 17); lisibilahi 
I will bring him (K. 498, 12. 18), dibiÜmi their words (Z. 14); ap- 
Icä'ti ich habe aufgestellt, von tpt (K. 95, 9); ibukitni sie sind 
entkommen (K. 509, 14), aipura ich sende (Z. 23), ablut ich lebe 
(Z. 24), u. s. w. (vgl. oben zu K 483, 11 und K. 81, I7ff.)i werden 
auch in Zukunft mit Stillschweigen übergangen werden; das III. Heft 
strotzt von derlei Verstössen gegen die assyrischen Elementarregeln. 
Auch im III. Heft kennt Smith noch nicht das Frageadverb menu 
„wie?" und übersetzt statt dessen fast durchweg „Zahl" (vgl. oben zu 
K. 486^ 14 ^-X sodass er z. B. das Sätzchen K. 11 13, 29 fr.: i-si-nihma 
asadir fnhtu $a iarru diHüafparanni medergitbU ,,mit irgend andern 
[i'Si fftan-ma] habe ich geordnet die Zahl« welche der König, mein 
Herr, geschickt hat (Asurb. III, S. 74). Die zu K. 493, 14 (s. oben 
S. 212} von mir erwähnten und ohne Zweifel „ganz nach Belieben" 
bedeutenden Phrasen fftinu la abitüni und ki la abütimi übersetzt 
Smith an der ersteren Stelle, K. 525, 43: die Zahl der Vernich- 
tungen, an der zweiten, K. 11, 29: wie ich zu Grunde richtete. 
Wenn solche verhältnissmässig leicht zu hebende Schwierigkeiten des 
Stiles der babylonisch -assyrischen Brief litteratur von S. A. Smith 
unbehoben bleiben, ist es natürlich nicht zu erwarten, dass die schwerer 
zu erkennenden und zu erklärenden Partikeln und Redensarten, von 



248 Beitrige sur semiUachen SpnchwisieDScliAft 

denen nicht selten das Verständniss eines ganzen Briefes abhängt, 
von ihm richtig gefasst werden. Aber warum dann nicht einfach 
auf die Übersetzung verzichten anstatt zu den unmöglichsten Form-, 
Sinn- und Satzverrenkungen die Zuflucht zu nehmen? Wiederholt 
findet sich in den Briefen das Wort ifsj-su-ur-ri, is-su-n) z. B. K. 691, 
9: iS'SH'ri iarru beeilt i-lcalhbi {ma^a mM-nu di-lil), S. A. Smith über- 
setzt (Asurb. III, 33): „das Gebot hat der König, mein Herr, ge- 
sprochen**, indem er noÄ (Dan. 6, 8 flf.) „Verbot** vergleicht Ebenso 
K. 525, 6: is-sU'Ur»ri iarru Mi ilcabbi {nta-a man-nu hi-nu) „das Gebot 
des Königs, meines Herrn, sprachen sie (also)**, und Z. lO: i^su* 
ur^h iarru belt ikabbi {ma-a) „das Gebot des Königs, meines Herrn, 
verkündigten sie (also)**. Die Unmöglichkeit aller dieser Über- 
setzungen erhellt schon durch das Verbum ilcabbi, das nichts weiter 
bedeuten kann als „er spricht, er befiehlt**. Ich hoffe, auch S. A. Smith 
wird sich der besseren Einsicht nicht verschliessen, wenn er belehrt 
wird, dass issurri iarru belt ikabbi einfach bedeutet: „wenn mein 
Herr König spricht (oder befiehlt, meint)", und dass issurri für infa) 
surri steht (vgl. oben S. 235 zu K. 95, 9), surri aber der Genitiv des 
bislang zumeist iur-ru gelesenen Synonyms von himtna „wenn**: sur- 
ru ist, s. ASKT 65 Col. II 5 (weitere Belegstellen s. im HWB). Die 
rühmliche Begeisterung, welche S. A. Smith für die assyriologischen 
Studien zeigt, lässt mich noch immer hoffen, dass er sich wenigstens 
wissenschaftlich allmählich zu einer höheren Stufe emporarbeiten 
werde, während er in seiner Gesinnung, wie es scheint, unaufhaltsam 
tiefer und immer tiefer herabsinkt (s. die Vorrede zum III. Heft 
seiner „Keilschrifttexte**). 



über 
die semitischen Sprachlaute und ihre Umschrift. 

Von 

Paul Haupt. 

Franz Praetürius hat in dem Vorworte zu seinem grossen 
Werke Die amharische Sprache (Halle *79) den schwerwiegenden Vor- 
wurf ausgesprochen, dass die semitischen Grammatiken durchweg 
keine Lautlehre, sondern eine Buchstabenlehre enthielten. In der That 
ist der Unterschied zwischen Lauten und Buchstaben sehr vielen 
Semitisten noch nicht ganz klar geworden. Die Überschrift von ^ 24 
der neuesten Auflage von Gesenius' Grammatik (1885) lautet, wie ich 
schon an einer andern Stelle (PAOS. Oct. '87, p. LXVI) hervorge- 
hoben habe, noch immer „Veränderungen der schwachen Buchstaben 
•i und ^**, und in der letzten Auflage des GESENluS'schen Wörter- 
buches (1886) heisst es z. B. S. 88: ,,es wechselt der Buchstabe 3 
mit dem härteren Cj; S. 366: 3 ist Gaumenbuchstabe von mittlerer 
Härte ; S. 762 wird von dem Übergang des Buchstabens n in b und 
3 geredete Eine Besserung ist mit dem Jahre 1879, in dem auch 
Stade's vortreffliches Lehrbuch der hebräischen Grammatik erschien, 
allerdings eingetreten. Ausdrücke wie das damals von mir (SFG. 
43, 2) angeführte „Verwechselung der Buchstaben d und /" sind kaum 
noch zu finden. Die Ansicht, welche ich mir S. 11 der erwähnten 
Schrift auszusprechen erlaubte, dass die Assyriologen bei den Indo- 
germanisten in die Schule gehn sollten, um sich die nothwendigsten 
Grundsätze der allgemeinen Sprachwissenschaft anzueignen, hat aber 
wenig Anklang gefunden^. Die Folge davon ist, dass über alle laut- 
lichen Vorgänge im Bereiche des Assyrischen noch immer mit einer 
bedauerlichen Unklarheit geredet wird, und Edicte über gewisse 
Punkte der assyrischen Lautlehre, die bei Beurtheilem mit einigem 
Verständniss für phonetische Processe sofort als unhaltbar zurückge- 
wiesen werden würden, nach wie vor Zustimmungsadressen ^ finden. 
Natürlich gilt das nicht ausschliesslich vom Assyrischen, auf andern 
Gebieten der semitischen Sprachwissenschaft steht es in dieser Be- 



250 BeitrSge zur semitischen Sprachwissenschaft. 

Ziehung nicht viel besser! Viel Schuld trägt dabei der Mangel eines 
allgemein befolgten rationellen Transcriptionssystems^ Es herrscht 
in diesem Punkte eine grenzenlose Verwirrung. Unter 5 z. B. ver- 
steht der eine ^JC, ein anderer vi», ein anderer assyr. 0; unter / der 
eine v^, der andere ^; 5 findet sich bald als Wiedergabe von it^ bald 
als Wiedergabe von j ; J bald als Umschreibung von J, bald als Um- 
schreibung von ^jo ; j wird von dem einen für ^ gebraucht, von dem 
andern fiir ^; >^ für ^' sowohl wie fiir ^^ 

Die meisten Assyriologen wenden das in CÄSPARi's Arabischer 
Grammatik durchgeführte Transcriptionssystem (der DMG) an. Dcm- 
gemäss wird durch ' umschrieben, vii /,-,/,-.>, -^ J» i <A j ^1 

^ .f ^ f^, Jo /, Jb f, g *, ^ i-, jj ^, ^ w, ^ j; nur statt i um- 
schreibt man ^ lieber durch i, und das ist auch entschieden vor- 

zuziehn. Auch statt / empfiehlt es sich, schon der Deutlichkeit 
wegen, jf zu schreiben'. 

Die Wiedergabe des vii und j durch / und d erscheint ganz 
passend, insofern als man sich den untei^esetzten Strich als hebräi- 
sches t%tn vorstellen kann®; vi» ist ja lautlich =» t\, und 3 = ^. Dem- 
gemäss sollte man aber auch i nicht durch ^, sondern (wie das laut- 
lich entsprechende ä)* durch g oder j^ wiedergeben. Der Punkt kommt 
ja hauptsächlich bei der Umschreibung der sogenannten ^emphati- 
schen" Laute sowie für ^ ^ji i Jfc |S zur Anwendung, ist deshalb 
bei der Wiedergabe von £ nicht am Platze, ebensowenig bei — ; denn 

6 und -. sind keine „emphatischen** Consonanten*®. Ausserdem ist 

die Linie bei weitem deutlicher als ein Punkt**. 

In Übereinstimmung mit /, c/t g sollten auch 5, % t durch k^ A, 
f wiedergegeben werden, also z. B. i^DFi durch tikbäa, "nns durch kiödi, 
b$d durch nafäl. Wenn man will, kann man für t und t auch gradezu 
V (d. h. deutsches w) und / schreiben, also meinetwegen ^v „Vater**, 
^„Nase**; jedenfalls ist für das Arabische und Äthiopische die Um- 
schreibung von v^ und /, durch / vorzuziehn. 

NöLDEKF. wendet (nach dem Vorgange Oi^hausen*s) für die Laute 
rasiaa mit XXtf) oder Rukkäkä die griechischen Buchstaben ßy 6 % 
g> d' an*^. Dies ist insofern ganz passend, als diese Laute im Neu- 
griechischen wirklich als die entsprechenden Spiranten gesprochen 
werden, also ß wie z/, y wie i, ö wie „weiches" engl /// etc. Allein 

wie schon Brockhaus in seinem Aufsatze über die Transcriptitm 
des arabischen Alphabets bemerkt hat (ZDMG. XVII, 456), beleidigt 
die Einmischung fremder Buchstaben aus einem andern Alphabet 



Ilaapt, die semit. Spimchlaate. 25 1 

das Auge und beeinträchtigt die Sauberkeit und Schönheit des Drucks; 
äibaä sieht jedenfalls besser aus als ti^bad. Auch P, das man an 
sich recht wohl zur Wiedergabe von vi> verwenden könnte , berührt 
uns in der lateinischen Schrift immer noch sehr fremdartig *^ 

Bei b und d könnte der Raphe-strich ohne Schaden auch durch 
den Buchstaben gehn>*. Ebenso wird vielleicht Mancher vorziehn, 
bei ^ und / den Raphe-strich über den Buchstaben zu setzen, also 
nicht g und /, sondern / und /. Nothwendig ist das aber keines- 
wegs, obwohl L AGARDE, Mittheilungen 11, 45 sich in diesem Sinne 
ausspricht. Die von Lagarde gewählte Bezeichnung der Spiranten 
n&SlSQ durch Capitälchen BGDKFr^^ wirkt einerseits nahezu ebenso 
störend im cursiven Druck wie die griechischen Buchstaben, andrer- 
seits müsste man dann auch die lautlich entsprechenden arabischen 
Spiranten 6 o vd> consequenter Weise ebenfalls durch D, P, T wie- 
dergeben. Für v«j gebraucht Lagarde aber das Zeichen /, worunter 
die Meisten ic verstehn; ebenso drückt er j durch ^, was gewöhn- 
lich für ^ angewandt wird, aus. Ich bleibe also bei der Andeutung 
der Spiration durch einen untergesetzten Strich, und ziehe es schon 
der Gleichmässigkeit wegen vor, auch bei g und p den Strich unter 
die Linie zu setzen. Den oberen Strich verwende ich bei Conso- 
nanten wie bei den Vocalen als Zeichen der Längung; ich schreibe 
demnach lib „Herz", aber /ij/ „mein Herz"*^ Der obere Strich ent- 
spricht abo dem hebräischen Dagesch forte resp. dem arabischen 
Teidfd, der untere dem hebr. Raphe resp. dem syr. Rukkächä oder 
vielmehr Rukak. 

Ich wende mich, nun zu den sogenannten „emphatischen** Conso- 
nanten, ein Ausdruck, bei dem, wie Lepsius in seiner Abhandlung 
über Die arabischen Sprachiaute und deren Umschrift (Berlin '61) 
p. 131 sehr richtig bemerkt, sich wohl die Wenigsten etwas Klares 
denken.*^ Als emphatische Consonanten werden bekanntlich ^jo ^ 

^ 3t und ^ bezeichnet, endlich auch das abessinische Ai ^^ ^^^ 
schon Praetorius, TigriHa- Gramm, § 50 richtig das sogenannte grie- 

chische ^*® im Syrischen verglichen hat Praetorius bezeichnet die 
emphatischen Laute des Abessinischen dort allerdings fälschlich als 
Aspiraten ; dieser Irrthum ist aber schon längst von ihm selbst {Am- 
har, Spr, p. VI) berichtigt worden *•. Worin besteht nun der Unter- 
schied zwischen dem emphatischen A und dem gewöhnlichen /? und 
wie unterscheidet sich femer ^ von ^, ^ von Di io von vs;, Jb 
von V und ^ von vj? Man bezeichnet ja ganz richtig das ^ als 

ein emphatisches x, das ^ als ein emphatisches d^ das ^ als ein 
emphatisches /, das Jb als ein emphatisches \, das ^ als ein em- 



2C2 Beiträge zur semitischen Sprachwissenschaft. 

phatisches /•. Welche Modification des betreffenden Lautes wird hier 
durch den Ausdruck emphatisch angedeutet? 

Es kommen hier hauptsächlich zwei Momente in Betracht Zu- 
nächst nämlich werden die emphatischen Consonanten mit Kehlkopf- 
verschluss^® gesprochen, d. h. zugleich mit dem in der Mundhöhle 
gebildeten Verschluss wird auch der Kehlkopf durch den Kehldeckel 
und die Giessbeckenknorpel verschlossen; sodann aber wird die Klang- 
farbe der diesen Kehlkopfverschluss-Consonanten folgenden Vocale 
durch „Verengerung des weichen Gaumens" modificirt*^ Während der 
Vocal von JU z. B. ungefähr wie in dem deutschen Worte Thal 
lautet, entspricht die Klangfarbe des Vocals in JlJb mehr dem a im 
englischen tall\ ebenso klingt «jJ wie Thier^ web dagegen mehr wie 

Thür oder Theer^ jyS wie l^hur, sJ^ dagegen mehr wie Thor. Diese 

Trübung des folgenden Vocals ist aber etwas Secundäres, das Wesent- 
liche ist der Kehlkopfverschluss oder feste Absatz ^^ ßei dem Fl ist 
die Stimmritze weit offen, bei "T ist sie verengt, bei O aber ist (im 
Gegensatz zu R und "i) der Kehlkopf vollständig geschlossen. Das 
Zeichen des Kehlkopfverschlusses ist bekanntlich im Semitischen das 
K. Man kann sich deshalb zur Verdeutlichung das emphatische t3 
als eine Combination von n und ä^^ vorstellen, entsprechend der 
Combination von R und n in der reinen aspirata /// oder / resp. / 
d. h. der tenuis / mit nachstürzendem scharfen Hauch (wie CüRTlus 
zu sagen pflegte) 2^. Der Kehlkopfverschluss schliesst jede Aspiration 
von vornherein aus. Daher kommt es, dass während ^ und D durch 
die Mittelstufe der reinen Aspiraten dh und th (resp. </*, /*) in die 
Spiranten i und in übergehn können, D dagegen stets unverändert 
bleibt; ebensowenig kann bei p eine Aspiration oder Spiration^* statt- 
finden, während 3 und ä zu 5 und 5 werden können. Damit hängt 
femer die bekannte Thatsache zusammen, dass das griechische r im 
Aramäischen durch t3 wiedergegeben wird, ebenso x durch p; vgl. 
NöLDEKE, Syr, Gr. p. 4 sowie p. 10, n. i und schon Lagarde, Ges. 
Abhandl. 256. Lagarde sagt an dieser Stelle ganz passend: o wurde 
gesprochen wie V im englischen V is'^^. NöLDEKE's Bemerkung, dass 
das grriech. t und x völlig hauchlos gewesen sei, ist im Allge- 
meinen richtig, doch nicht ohne Einschränkung. Dass die griechi- 
schen tenues in einigen Mundarten, besonders im Attischen, Aspira- 
tion erfuhren, kann nicht geleugnet werden; siehe Brugm. Gricch. 
Gr, S 32; G. Meyer2 § 206. 

Da nach unsern oben gegebenen Andeutungen der Kehlkopf- 
verschluss oder feste Absatz (englisch ^/(C?/Ä7/^^/rA)-^ das Wesentliche 
für die sogenannten emphatischen Laute ist, so sind sie bei der 
Transcription auch am besten mit dem Zeichen des Kehlkopfver- 



Maupt, die scuiit Spracblaute. 253 

Schlusses, also ', zu versehn und demgemäss statt s 4 ^ ^. h P, besser 
\4 1 ^ KP* zu schreiben 2®. Das Häkchen ist zugleich bei weitem deut- 
licher sds der nichtssagende und im Drucke leicht abspringende 
Punkt*®. Statt des 5=*<^ kann man aber sehr wo^l f schreiben, besonders 
wenn man sich dabei das c als griechisches C =» J& vorstellt, oder 
dem c die deutsche Aussprache als ts beilegt (vgl. die Anmerkung 
12 auf S. 15)''; und statt des k kann man der Einfachheit wegen 
auch q anwenden. Genauer wäre es allerdings, q zu schreiben, denn 
das p ist ein velares k mit Kehlkopfverschluss. Die Articulations- 
stelle am Velum palatinum oder Gaumensegel bedingt die Trübung 
des nachfolgenden Vocals, der Kehlkopfverschluss'* den „prompten 
Einsatz** oder festen Absatz desselben. Man mache sich klar, dass 
der Kehlkopfverschluss für das velare q keineswegs nöthig ist; man 
kann auch eine reine Aspirata q oder qh sprechen. Im Tigrifia 
scheint + dialektisch ohne Kehlkopfverschluss gesprochen zu wer- 
den, unterscheidet sich dann also von h nur wie indögerm. ^2 von 
k^ , also durch das Weiterhintenliegen der Articulationsstelle. In 
Folge dessen kann f sowohl wie h in den entsprechenden Spiranten 
übergehn (Praetorius, Tüa p. 71): h wird zu ;rp + zu x^ d. i. also 
vorderer und hinterer öf//-laut. Vgl. PRAETOR. §71 sowie seine Re- 
cension von ScHRElBER*s iWiiwWZDMG. XLI, 686*^ Für praktische 
Zwecke ist die Umschrift q aber durchaus genügend. 

Am Schlüsse dieses Abschnitts möchte ich noch dem Irrthum 
entgegentreten, als ob die sogenannten emphatischen Laute dem 
Semitischen speciell eigenthümlich wären '^^ Praetorius hat schon 
in seiner Amhar, Spr. p. 46, n. i darauf aufmerksam gemacht, dass 
sich diese (von ihm im Anschluss an ISENBERG nicht grade glücklich 
als Explosivlaute bezeichneten) Consonanten auch im Armenischen 
finden, und zwar, wie SlEVERS, Phonetik 138 genauer angiebt, in der 
Aussprache von Tiflis und Erzerum (ebenso im Georgischen) '^^ Die 
Differenzen in der Beschreibung der Aussprache des arabischen 
ic einerseits und des abessinischen m andrerseits beruhn lediglich 
auf ungenauer Auffassung desselben Lautes. Höchstens kann man 
zugeben, dass im Arabischen wie in den übrigen nordsemitischen 
Sprachen die Öffnung des Mundhöhlen verschlusses und die Öffnung 
des Kehlkopfverschlusses gleichzeitig stattfinde, während im Abes- 
sinischen erst der Mundhöhlenverschluss durchbrochen wird und 
dann der Kehlkopfverschluss. Isenberg^^ sagt deshalb von der Aus- 
sprache des J^, dass der Luftstrom zwischen den Lippen ausgeblasen 
werde, ehe man den [folgenden festeingesetzten] Vocal höre; Praet. 
Tfia p. 70, vgl. dazu die im ganzen sehr richtigen Bemerkungen 
von Praetorius auf p. VI der Atnhar, Spracßie, 

Der Name emphatische Laute ist am besten ganz aufzugeben. 



2 £4 BettrSge zur semitischen Sprach winenschaft 

Emphase kann wohl Aspiration hervorrufen, sodass also statt / ein 
th^ { mit „nachstürzendem'' Hauch gesprochen wird, aber nicht Kehl- 
kopfverschluss /^^. Dass der Name Explosivlaute für diese Consonan- 
ten unpassend ist, hat schon Praetorius, Ainh, Spr, V unten , richtig 
bemerkt^®. Lepsius gebrauchte statt emphatisc/ie Consonanten den 
Ausdruck geschlossene Consonanten. Das wäre nicht weiter zu be- 
anstanden, wenn jeder h€\ geschlossen^^ an Kehlkopfverschluss dachte. 
Am besten wäre wohl die Bezeichnung Consonanten mit Kehlkopf- 
verschluss oder Consonanten mit festem Absatz^ und für Fälle, wo ein 
Adjectivum nothwendig ist, festabgesetzte Consonanten. Für die Tran- 
f scription empfiehlt sich jedenfalls das ' mehr als der Punkt 

Wir bemerkten schon oben, dass auch das arab. ^ gewöhnlich 

durch // transcribirt werde. Dies ist ebenfalls aufzugeben. Viel rich- 
tiger ist Lepsius* Bezeichnung ä*, gegen die ich nur das eine einzu- 
wenden habe, dass, besonders im Antiqua-Satze das ' häufig eine 
schlecht aussehende Lücke zwischen dem h und dem folgenden Buch- 
staben hervorruft Aus diesem Grunde möchte ich vorschlagen // 
zu schreiben, das ist also h -f- Spiritus asper m ^ 4o oder hh. Ein dop- 
peltes oder verstärktes // ist zur Wiedergabe des ^ ganz passend, 

denn der rauhe und heisere Laut des ^ unterscheidet sich von dem 

C 
8 wohl nur durch stärkere Exspiration und Verengung (ViETOR^ Js 26). 

Während bei dem »** die Stimmritze weit offen ist, findet bei dem — . 

eine massige Verengung des Ausgangs des Kehlkopfs statt, wobei 
die Stimmfortsätze des Giessbeckenknorpels ecksteinartig in die ge- 
öffnete Stimmritze hineinragen^^. 

Das ^ verhält sich zum s ungefähr wie c zu I; c ist ebenfalls 

ein Kehlkopflaut, den man als stärkere Potenz von I bezeichnen 
kann*^ Aus diesem Grunde ist auch die von Lepsius vorgeschlagene 

Transcription ^ (also ein doppeltes oder verstärktes I) ganz passend. 
Der Spiritus asper ' ist zur Wiedergabe dieses Lautes durchaus un- 
geeignet; c ist gar kein Hauch, ebensowenig wie I: beides sind Ex- 
plosivlaute des Kehlkopfs. Noch unpassender ist die von Brock- 
haus vorgeschlagene Transcription g. Man kann wohl c conven- 
tionell durch * transcribiren, c durch g^ und dann sagen, * und g 
seien im hebr. *9 zusammengefallen. Warum deswegen aber der reine 
Kehlkopflaut c durch / transcribirt werden soll, ist unerfindlich. Ich 
werde c in Zukunft durch ^ *^, c dagegen durch g transcribiren. Es 
ist sehr nützlich, dass c und L auf diese Weise durch zwei gänz- 
lich verschiedene Zeichen ausgedrückt werden, denn es sind zwei ganz- 



Hanpt, die semit. Sprachlaate. 255 

lieh verschiedene Laute: c ist ein Explosivlaut des Kehlkopfs, t 

ein Spirant des Gaumensegels, in der Transcription der Indogerma- 
nisten 52 (SFG. 71). 

Der stimmlose Correspondent des t ist jekanntlich das ^, das 

man gewöhnlich durch $ transcribirt, während die Indogermanisten 
fiir diesen velaren Spiranten das altspanisehe x anwenden, genauer 
Xj. Ich halte dieses x für weit geeigneter als J. Es wird vor allem 
dazu helfen, die gänzlich irrige Anschauung zu beseitigen, als seien 
^ und ^ yßpaltungev^ eines Lautes. Die Articulationsstelle des ^ 

und ^ ist gänzlich verschieden: ^ ist wie c ein Kehlkopf laut, ^ 

wird dagegen (ebenso wie sein stimmhafter Correspondent f) am 
weichen Gaumen gebildet^ kann also schwerlich als Modification von 
h bezeichnet werden. Dagegen steht ^ dem 5 sehr nahe, t ist der 

vordere ^if^^aut x^ , ^ der hintere ^A-Iaut x^. Da wir 5 aber durch 

k wiedergeben, so genügt für ^ ein einfaches j:*^ 

Dass für die Halbvocale ^ und ^ die (von mir zuerst für das 
Semitische angewandten) Bezeichnungen ^ und / das einzig Passende 
sind, ist so klar, dass ich darüber kein Wort weiter zu verlieren 
brauche. Diese Bezeichnungsweise hat den grossen Vortheil, dass 
man in Fällen wie ualada und mauluä^ ebenso in iabasa und iaifiasu 
dasselbe Zeichen anwenden kann. Zugleich verhindert dies die Ver- 
wirrung zwischen englischem und deutschem w und die (für Engländer 
und Franzosen sehr naheliegende) Verwechslung des zur Wieder- 
gabe von ^ dienenden j mit -. und y Mawt, baß odtratvwa/^ qi/u*^ 

giebt eine sehr schlechte Vorstellung von der wirklichen Aussprache 

von \s^f ouu, J^l, ^r, iffai^/, öa^t^ aff^aJ, ajjiu wird jeder Anf^ger 

sofort richtig lesen. Wer will, mag statt ^ oder ^ auch ü^ | schrei- 
ben, also äüal^ diu ebenso Sadüf^ nabflu^ resp. Badü^uß nabfittn. 
Zur Wiedergabe von in syr. Aussprache würde sich das engl. 

j der Einfachheit wegen sehr empfehlen, wenn dieses Zeichen nicht 
eben in Deutschland vielfach zur Umschreibung des Halbvocals ^ 
verwendet würde. Aus diesem Grunde dürfte /*^ vorzuziehn sein. 
Wir umschreiben demnach das arabische Alphabet in folgen- 
der Weise: T *, v-i ^1 ^ ^ ^ A ^ ^' r ^' C ^' *^ ^' *^ ^' ^ ^' ) *' 
\j' Sy ^ i, ^ f, ^ 4, io t, ib s, ^ B, ^£, vj/, jf f , J ^, J /, 

[Aug. '87)«. 



256 Beitrige rar semitischen Spnchwisieotchaft. 

Anmerkungen. 

1 Vgl. aach in der einleitenden Abhandlung yon den Quellen der kehr, IVürt- 
forsekung t\z. p. XX {Verwechslung 6tx Konsonanten); p. XXXII, 3 (Da die Verschieden- 
heit der verwandten Sprachen oft aof Buehstabenvertauschung beruht); p. XXXIII. L 7 
(Zischbuchstaben), — Man kann wohl von einer Vertanschnng der Zischbochstaben in 
den nenpanischen Inschriften reden (Sghrödbr p. iio), aber man darf nicht sagen, da» 
der Unterschied zwischen hebr. *^«7 und aram. ^Ar\ aof Bachstabenverwechslang beruht. 
Eine Bachstabenverwechslang haben wir z. B. oben aaf p. 168, 13 dieses Heftes, wo 
statt W^ fUschlich tta^ gedruckt worden ist Auch bei einem Falle, wie tenith — o.»^ 
(Lag. Ges, Abh, 224, 39; MUth, 11, 20; GGA '89, 119 ist der Ausdruck allenialls am 
Platze; bei '^^ ■» *nn etc. (oder der verschiedenen Aussprache des ^ in Ägypten und 
Syrien) liegt aber ein Lautwandel vor. ^ 

2 Siehe z. B. Hommel's Semiten, p. 423. 

3 VgL die ebleitenden Bemerkungen ra meiner Abhandlung TTU Assyrian 3-vowel 
(Baltimore '87) und die belustigende gehamischte Erklirung ZA. III, iio. 

4 In der (trotz SociN, LOP. m, 108; vgl. dara die anerkennenden Worte in dem 
Vorwort zu A. O. Grbbn*s Practical Arabic Grammar und das Urtheil Aber W.'s 
Handbuch der tfirk. Spr. in Aug. MOller*s Türk, Gramm, p. V) mir sehr ntttzKcben 
Prakt, Gramm, der neu-arab. Spr. von A. Wahrmund (3. Aufl. Giessen '86) wird das 
palatale i z. B. § 42 (nach Walun) als velare Spirasti- Explosive (I) bezeichnet (vgL 
auch L1P8IUS, Arab, Sprachlaute^ p. 124 unten; Spitta*s Gramm, p. 13, n. i) und der 
Halbvocal i als velare Spirans (§ 44); t und ^ sind velare Spiranten, aber nicht ^! 

5 Es wftre sehr wttnschenswerth, dass der VfiL internationale Orientalisten-Congre» 
ra Stockholm dieser Frage niher trete. Der auf dem V. Congresse (ra Berlin) von 
indogermanistischer Seite unternommene Versuch, wenigstens f)ir die arischen Sprachen ein 
(die BedArfnisse der Sprachforscher wie der Specialphilologen berflcksichtigendes) ein- 
heitliches Tranacripdoossystem herbeizuAhren , ist leider erfolglos geblieben. VgL den 
Bericht llber die Verhandlungen des Berliner Congresscs p. 89 sowie die Ausfthrangen 
Monier Williams' daselbst (n, 2, pp. 225—236); auch die Bemerkungen Whttney's 
und Lanman*s in PAÖS. Oct. '80, p. XVn resp. Oct '84, p. XXV; femer Brugmann's 
Grundriss der vergl, Gramm. I, p. VII; andrerseits Lagarob's Mittheü. I, 140^163 
(besonders p. 159); n, 38—48 (Bemerkungen über die AvestaSchri/t ; siehe dara Nöl- 
DBKi, Fers. Stud. Wien *88, p. 37, 2). 

6 Lagardb schreibt z. B. in seinen MittktiL n, 253 ff. Nasl^x für Neskhi (I, 162) 
oder Nasrgi (I, 172); ebenso bu^äri^ für ^^^^ (H, II unten, 13), was maglfcher 

Weise dara verleiten könnte, das Wort durch ^jVjb(l) ra retranscribiren (vgL Dr. 
Bezold*s LH. 107, il); Ihn Bafuta (II, 8); Ihn Baifär (n, 15) etc. — Zu der (soviel 
ich weiss, zuerst von A. J. Bllis angewandten) Umschreibung des ^ durch ^ vgL 

BrOcke*s GnmdMÜge* p. 162« 5 (auch Lag. Mitth. I, 143) und fllr den von C. T. Volnkt 
in seiner Abhandlung V aiphabet europien appliqui aux langues simitiques (18 18) ein- 
geführten unteren Strich als Zeichen der emphatischen Laute Lbpsius* Siemdard Alphabet 
(1863) pp. 74 «owie 33-36. 

7 Die Ersetzung des Aeuts durch den umgekehrten Circnmflex wird auch von T-N 
in seiner Anzeige von Dr. ROD. Geykr's Ausgabe von El-A^mat*s Kitäb^ei-^fuf^ 
(LCR '88, col. 1234) befürwortet (ebenso q statt k). Der Schmeruensschrei aber, den 
der Ref. daselbst ttber die von Dr. Geyer angewandte neue Transcription ansstossen 
möchte, scheint mir in Bezug auf das Stehnbleiben bei dem System der DMG mindestens 



Haapt, die semit. Sprachlante. 257 

eboao angebracht m sein. Die UmschrdbaDg g ftlr ^Jj und / für ^ hat jetzt aach 
Aoo. Müller {f off an) in seiner Türk, Gramm, angewandt. ^ 

8 VgL auch die durch einen darttber gesetzten Strich gebildeten Zeichen flir die 

ans h und t entstandenen Spiranten im Tfta (Prät. pp. 17; 18; 71« i\ Schreiber, 
p. 8; cf. Prät. AmA. Spr. §§ 41 und 42). 

9 Die Articulationsstelle des t liegt etwas weiter hinten als die des T. Letzteres 
ist (nach J. A. Lundbll's Terminologie) mediopalatal^ das t dagegen postpalatal (cf. 

SiEVERS* p. 62). Über die Verwandtschaft dieser stimmhaften gutturalen (resp. Telaren) 
Spirans mit dem urularen r (R grasseyi, vgl. VntTOR« p. 112) siehe SiEV. 108, c (cf. 
itiä. 126 & 171) sowie Swbkt § 106. Beachte dazu auch, was Lag. MUth, m, 29 
aber >\9 bemerkt, und vgl. dazu Anm. 3 auf der eben angeführten Seite der ViEtoR*schen 
Phonetik (auch die Bemerkungen fiber '. im Tamaieq bei Leps. Stand. Alph. 206 unten). 
Vielleicht hilft dieser Hinweis dazu, die Beschreibung des t in der n&chsten Auflage 
der GESENn7s*schen Hebt, Gramm. (§ 6, 2) dem Verstftndniss der Anf)biger etwas näher 
zu bringen (für das e Tgl. unten Anm. 34). — Brücke (ebenso Brockhaus, ZDMG. 
XVn, 458) meinte irrthttmlicher Weise, dass L sowohl wie (sein entsprechender stimm- 
loser Correspondent) ^ MusammengeseMe G>nsonanten seien, d. h. aus zwei gleichzeitigen 
Gerluscben zusammengesetzt, dem hintersten ackAani und dem r uvulare {Arab. Lauil. 
336; Phon. Tramcr. 24; Grundt 88). Er transcribirt deshalb ^ durch [jt^fl ^<^ A 

^«i'ch [/'^]. Allerdings bemerkt er Grundt. 152, der Zitterlaut könne dabei so schwach 
werden, dass ^ und t wie einfaches x^ <^^' y^ lauten, und Spitta sagt p. 7 seiner 
Gramm, ansdnkklich, dass (in Kairo) das schnarrende GerSusch nur ganz leise herrorw 
gebracht werde; es gelte als schlechte und auslindische Aussprache, es zu stark hören 
zu lassen, wozu besonders Deutsche geneigt seien. Vgl. dazu die sehr richtigen Be- 
merkungen von Lepsius, Arab. Spracht. 100. Brücke glaubte bekanntlich auch, dass 

das / mvuUU und das palatale ^, ebenso ^« ^> S* zusammengesetzte Laute seien 

{Grwnd». 8$ und 94) wozu man die sehr instructive Bonner Dissertation von Run. Lenz 
Zur Physiologie und Geschichte der Palatalen (Gütersloh 1887) p. I7 etc. vergleichen 

mag. Auch das türkische k in Wörtern wie vyJwi dL^«^ ist ein einheitlicher palataler 
Laut; die Zusammensetzung mit unmittelbar darauf folgendem y (Brockhaus, ZDMG. 
XVH, 507; Aug. Müller, Türk. Gr. pp. 2$ und 29), ist nur scheinbar (vgl. SiEV. 16$, 
sowie Sweet § 189). Eine der MouiUirung oder Palatalisirung analoge Erscheinung ist 
die Labialisirung oder Rundung (Lepsius: Gutturalisation), wie wir sie in den soge- 
nannten ff-haltigen Kehl- und Gaumenlauten des Geez finden; siehe darüber Leps. Stand. 
Alph. 190 (Trumpp, ZDMG. XXVIII, 520) und König, Äth. Stud. 45 etc. Zur Pala- 
talisirung im Amharischen vgl. PrXt. Amh. Spr, § 23. 

IG Wenn man den Ausdruck emphatisch im richtigen Sinne braucht (Sweet § 221; 
VgL unten Anm. 37), dann ist ^ allerdings ein emphatischer Consonant, aber nicht ^, 

Joy ^t Jb und ^', mit denen z. B. auch Nöldeke p. DC seiner ausgezeichneten Gesch, 
der Perser und Araber das ^ zusammenstellt Ebensowenig ist die daselbst gegebene 

Bezeichnung des ^ als tintsXarten ICeklhauchs berechtigt (wenn auch Brücke, Grundu. 
65 von der //arte und Rauhigkeit des t redet); t ist weder ein Kehlhauch (wie 8 und 
^) noch ist es hart; nach dem in NöLD. Syr. Gramm. § 2 und sonst beliebten Sprach- 
gebrauch w&re es im Gegentheil als weich zu bezeichnen. Ich führe das nur ungern an, 
da es einem Meisterwerke wie die Gesch. d, Pers. u. Arab. gegenüber leicht als höchst 
kleinlich erscheinen könnte, obwohl Nöldeke selbst, nach dem Schluss der Vorrede 
Bciiilc« mr s«aüt. Sprachwbseasdiaft L Ij 



258 Beitrige rar semitUchen SpimchwiMenschaft 

seiner AufsäHt tur pers, Ctsch, (Lpt. *87) ra mtheUen, mir dms Vtrgnügtn schwerlich 
missg'ömnen wird. 

II Allerdings darf der Strich nicht ra dOnn ausfallen. Das ist aber ein Fehler 
des Schriftschneiders, nicht des Systems. 

13 Ebenso anch Stade § 69 c. 

13 Man TgL s. B. die Trsnscriptionen der Lesesttteke in Bartholomab*s Hatüt- 
buch der alHraniscken Dialekte (Lpz. '83) pp. 161. 163. 168 etc. Noch störender wiikt 
die nir ^ angewandte Modification des A mit Heronterziehnng des rechten Grandstrichs 

(vgl. Lao. MiUk, n, 48}. Ich stimme duichans mit Momu Williams llberein, der /. r. 
(▼gl. oben Anm. $} p. 330 bemerkt: // seemt to mt an indispensable reqttisilt ihai tkt 
skape 0/ those marks shculd not destroy the symmetry of tke Ji^man Symbols or offend 
tke eye by tktir intongruiiy, 

14 Vgl. s. B. BRUGiiANN*s Grundriss der vgl, Gramm. §§ 24 and 522. 

15 Lagardb bemerkt Mitih, II, 45, dass er die Capitikhen ledigliek mit Rücksicht 
auf das was sich in Jeder Druckerei an Typen findet^ verwende; vgl anch Ges*. Abh, 
IX {Mittk, I, 160) sowie die Bemerkangen sa Anfang der Fers, Stnd, (Gott. '84). Die 
daselbst aasgesprochene Verwahrung ist jedenfalls nicht liberflfissig: auch die in Flem- 
MiNO's Nebukadnetar angewandte Umschrift ist höchst abOUlig beartheilt worden (ZK. 
I, 80; GGA. '84, p. 332) obwohl Verfasser p. VI aasdrflcklich erklirt hatte, dass wir 
sie zanichst mit Rücksicht aaf den Typenschats der Göttinger Dmckerei angenommen 
hStten. Die vorlaute Bemerkong des Herrn Dr. Robbrt F. Hakper in Hebraica IV, 147 
will ich hier auf sich beruhn lassen, empfehle ihm aber gelegentlich JL 62; TSBA. 
Vn, 225; KB. Vm sowie JHUC. Aug. ^87 ra lesen. 

16 VgL BRt)CRB*s Ph&n, Transcr, 42 {Arai, LantL 312, n. i); VnTOR> § 134; 
SiEV. 193 unten; Swbbt's Handbook § 188 und Elementarbuch (2 Aofl. Lpz. *86) pp. 10 
und II (auch PrAt. in seiner trefflichen Besprechung von Dblitzsch's HA in Kuhn's 
LOP. I, 200, sowio in seinem gelehrten Anftatse Ober den Ursprung des Dorsch forte 
con/unctivum in Stadb*s ZAT '83, p. 17, n. 2 und p. 31); femer Nöld. Neusyr. Gr. 
p. 27, n. I und Staob § 133 (Gbsenius-Kautzsch*« p. 48, n. 2). Natürlich soll diese 
Bezeichnung der Consonantenlinge nur bei speciellen phonetischen Untersuchungen zur 
Anwendung kommen. FOr gewöhnlich genügt die althergebrachte Doppelschreibung 
durchaus. Vgl. auch noch Leps. Stand, Alpk, 178 oben. 

17 Ich möchte z. B. wissen, was ftir eine Vorstellung ein so vortrefflicher Gelehrter 
wie GusT. Meyer (Grieck. Gramm.* p. 208) damit verbindet 

18 Prät. verwechselt daselbst allerdings aspirata und implosiva (siehe darüber 
unten Anm. 38) ebenso wie de Sacy {Gramm,'^ I, 20, 43; vgL Brücke, Grundt. 137) 
Jo durch tk transcibirte, eine Umschreibung, die sich auch noch in Mouu^ras* kürzlich 
erschienenen Manuel algirien findet (wobei man allerdings, im Auge behalten mnss, dass 

unsere franaösischen Fachgenossen sich das I als k aspirie vorstellen). Ebenso sagt MuN- 
ziNGER p. V seines verdienstlichen Tigr6-Vocabulan irrthümlich: ,,|1| ^ est un / aspir6*' 
(vgl. auch noch Stern's Kopt. Gramm, p. 17 unten), wihrend Spitta pp. 4 und 12 
seiner Gramm, mit Recht grade die Beifügung einet Hauchs {t*) als Unterschied des 
va; von Jo angiebt (ebenso bei vj /. r. p. 12); vgL dazu Hoffm. ZDMG. XXXII, 747. 
Zu dem griech. ^ im Syr. vgl. Nöld. § 15; Duval p. 30; Nbstle> p. 1$. Die Ver- 
wandtschaft dieses Lautes mit den empkatiscktn Consonanten zeigt sich deutlich in 
Schreibungen wie ytSL^m^d\ (Hoffm. ZDMG. XXXII, J47; Nöld. § 177 B); vgl anch 
l^o^i.« — npoaamov (Nöld. § 25), U^ (?) -* (ma „Loos" (Lac. J'krim 23; FrXnr. 

AF. 60) mit griech. ^ (Nöld. § 105) und ^AfS — KaTaa^ (Frank. AF. 278). 



Haapt, die semit Spracblante. 259 

19 Eine Berllcksichtigmig dieser Stelle wttrde Prof. Geo. F. Moore wahrscheinlich 
abgehalten haben, leinen (oben p. 164, n. erwähnten) Aufiwtx in PAOS. May '88 ni 
achreiben, so dankenswerth und erwünscht es an sich ist, dass anch andere Semitisten 
(and besonders ein so trefHicher Gelehrter wie Prof. Moore) diesen Fragen ihre Aaf- 
meiksamkeit zuwenden. Die Einwinde Prof. Moore*s gegen meine Theorie ttber die 
Natur der sogenannten emphatischen G>nsonanten sind Ton meinem Schiller E. P. Allen 
(der schon in PAOS. Oct. '87 auf Grand des MS. meiner obenstehenden Abhandlang die 
Hauptpunkte meines Transcriptionssystems kurz dargelegt) in PAOS. Oct. '88 beleuchtet 
worden (Art. 34: CM M< SemtHc Emphaiie ComoHants), 

20 Ich weiss nicht, waram Stade § 67 b dies den bestimmten Angaben BrOcke's 
gegenflber (TgL z. B. Arab, Lautl, 330 und 337 unten; Phon, Transcr. 10 und 37; 
Grmult. 46. 137 und 140) als zweifelhaft hinstellt. Siehe auch den am Schluss der vor- 
hergehenden Anmerkung dtirten Auftatz Allbn's, p. CX unten. 

ai Vgl Leps. Arab, SprackiauU p. 130. Ich sollte meinen, dass man das ver- 
stehn kann, ohne grade Anatom oder Physiolog zu sein (besonders wenn man etwa 
p. 171 von Brücke's Grundt, mit der dazugehörigen Abbildung vergleicht). Jedenfalls 
bereitet eine derartige Definition amerikanischen Studenten, von denen die meisten während 
ihrer Gymnasial- (resp. College") Zeit einen Cursas in einem biologischen Laboratorium 
durchgemacht haben, keine besondere Schwierigkeit. Wenn die Elemente der Lautphy- 
siologie Nichtirzten unverständlich bleiben mUssten, so wflrde BRt)CKE auf dem Titel 
seiner Grumät wohl nicht ausdrOcklich Für LmguisUn und TauhstummenlekrtrhinzyngeX^ 
haben. Vgl. jedoch Lao. Mittk, I, 144; U, 46 und 48 (PAOS. Oct *87. p. LXVn) 

aa Olshausen, in der unten (Anro. 31) citirten Abhandlung, p. $64 meint irrthamlich, 
dass die Hebung gewisser Partien der Oberfläche der Zunge gegen bestimmte Punkte des 
Gaumens das Wesen der sogenannten emphatischen Laute ausmache. 

23 Brücke, Grundt, 45 sagt sehr richtig von dem p mit Kehlkopfverschluss (siehe 
dazu SiEV. 139), es stecke darin ein verborgenes Hamsa, ebenso bei t9 und p {y^. pkon. 
Tramer, 34 und 35). 

24 Diese Auflassung der Aspiraten ist allerdings, trotz der Schreibung ^> 94>i ^ 
etc. im Hindustani (ZDMG. XVII, 521) oder U8, T8, IIB neben X O ^ im sahi- 
dischen Dialekt des Koptischen (Stern, p. 17) etwas iusserlich. Man vgl. dazu was 
Beamrs p. 264 seiner Comparathe Grammar o/tke Modem Aryan Languages 0/ India 
(London ^72) bemerkt, sowie die Ausflihrungen Sweei's § 221 (und § 223) seines Hand- 
bookf SlKV. pp. 138 und 153; VlETOR> § 104; andrerseits BrÜcke's Notiz Üfier die 
Amsspraehe der Aspiraten im tTmdustani (Wiener Sittungsber, XXXI, pp. 219 — 224) 
and Grundt. 108 und 109; endlich Leps. Stand, Alph, pp. 11. 78. 134. Es wird ntttz- 
lich sein, sich stets gegenwärtig zu halten, dass )(,/,/ in der norddeutschen Aussprache 
wirkliche Aspiraten sind. Techmer (Phon, p. 186, 20) sagt sehr richtig (unter Ver- 
web auf LCR. 10. Jan. '80^ col. 56 unten): „Die Schreibung Thal etc. ist weniger falsch 
als man gewöhnlich annimmt*' Vgl. auch noch die schon oben in Anm. 18 angezogenen 
Bemerkungen GBO. Hopfmann's, ZDMGr XXXII, 746. 

25 Über die Spiration von q nach Aufgabe des Kehlkopfverschlusses im T&a siehe 
An>D. 33 (vgl auch Auo. Müller, Türh, Gramm, § 21, Anm. b). Ftlr den Unterschied 
von Spirans, Aspirata und Affricata vgL meine Bemerkungen ZA. II, 263, 2; PAOS. 
Oct '87, p. LXVI (auch König Xth, Stud, 38 unten). In seinen Pers, Stud. (Wien '88) 
p. 29, n. 3 gebraucht auch Nöldeke jetzt Aspirata und Spirans im richtigen Sinne; 
p. 10^ n. I derselben Abhandlung wird der Übergang von postvocaUschem (> in aber 
noch immer als Affrieation bezeichnet. Es ist richtig, dass z. B. im Griechischen der 
Übergang der aspirirten Tenues in die phonetische Geltung von Spiranten auf dem Wege 
der A£FHcation (vgL SiEV. pp. 157. 241) vor sich gegangen ist (G. Meyer' § 210; Bruom. 

17* 



26o Beitrige rar lemitischeD SprAchwistenschaft 

Grieck. Gramm. § 34); das berechtigt uns aber nicht, den Obergang von rftKTti in j^^n Ja 
(vgl. dara Lag. Ges. Abk. 256; Symm, n, 97; Mitth. II, 4$) bo zu nenDen, da wir auf 
lemitiscbem Gebtete eine Zwischenstufe xx% r^t ^7 nicht constatircn können. Noch viel 
weniger darf eine (möglicherweise auf dem Wege der Afirication aus einem Verschluss- 
laut entstandene) Stroms als Affricata beseichnet werden. Vgl. auch noch Lepsius* 
Abhandlung Über das Lautsystem der pers. Keilschrift (Berlin '63) p. 396. 

a6 Prabtorius verwies mich dazu noch auf Hoffmann, ZDMG. XXXII, 746 und 
Lagarde, Agathangelos (Göttingen '87) p. 141, n. 2. 

27 Vgl. SwEBT § 18. Ich möchte bei dieser Gelegenheit der (unter den Semitisten 
allgemein verbreiteten) irrigen Voraussetzung entgegentreten, dass Jedem anlautenden 
Vocal kraft seiner Natur ein leiser Hauch vorangeht (Gesenius-Kautzsch'« § 6, 2, i ; 
vgl. auch König, Lehrgeb. p. 33; Stade § 63a; Spitt4 p. 5$ unten). Man kann den 
Vocal auch leise einsetzen, ohne vorausgehendes K; vgL Siev. 130. Im Deutschen wird 
allerdings gewöhnlich ein K vor einem anlautenden Vocal gesprochen (nur beim Singen 
wird es vermieden, Techmer p. 21) im Englischen und Französischen ist das aber nicht 
der Fall (Vietor> § 30). Darauf beruht das Hinfiberziehn der Endconsonanten im 
Französischen (BRtlcKE, Grund*. 12). Sweet sagt in seinem sehr nützlichen Elementarbuch 
des gesprochenen Englisch (2. Aufl. p. 15) ausdrücklich, dass anlautenden Vocalen im 
Englischen kein Kehlkopfverschluss vorausgeht, wie im Deutschen, die Stimme vielokehr 
im vocalischen Anlaut sofort einsetzt. Danach ist Brücke, Grund*. 92 unten ra be- 
richtigen. Vgl. auch die genaue Beschreibung bei Merkel, Physiologie der menschlichen 
Sprache^ p. 75. — Übrigens giebt es auch im Semitischen Fälle, in denen ein anlautender 
Vocal (wenigstens u und t) ohne vorausgehenden Spiritus lenis gesprochen wird, z. B. 
in « ^ ^ „und" (Ges. - Kautzsch §§ a6, i ; 104, 2, c; Stade § 70 «). Auch im 
Neus]rr. hat die Conjunction o (NölJ>. Neusyr. Gr. p. 56) wohl die Aussprache », nicht 
'ff (vgl. dazu die Bemerkungen in Brücke's Grund*, p. 90 unten). Femer dfirfte an- 
lautendes u in Fällen wie neuarab. ouqif „il s'arrlta** statt ^»A^«) ou-rSsek „par ta t£te" 
statt dLwwlj • (MOULI^RAS. Man. alger. 7) ein leise eingesetzter Vocal ohne vorhergehen- 
den Spiritus lenis sein. — Ebenso wurde anlautendes ^ wohl f , nicht V oder |V gesprochen ; 
VgL dazu oben Anm. 20 auf p. 17 (die daselbst angezogene Verweisung auf Qamhi in 
Gesen.-Kautzsch's Gramm, stammt wohl aus Franz Deutzsch*s Comm. über das salom. 
Spruchbuch, p. 301, n.). Ob in Fällen wie |^| „Hand" etc. (NöLD. SG. § 40 C) 
wirklich 'I oder **, oder / ohne Spiritus lenis, zu sprechen ist, wage ich nicht zu ent- 
scheiden. Jedenfalls beweist die Schreibung '«K nicht die Länge des i-vocals» vgl. Lag. 
Afitth. II, 28 & 183. Es wäre der Mtthe werth, einmal festzustellen, ob die Nestoriancr 
den Namen ^oa^ z. B. ^Uöi oder Uöi ohne anlautendes K sprechen. Auf solche feine 
Unterschiede hat man bisher aber kaum geachtet. Ich möchte vermuthen, dass auch im 

Neuarabischen das anlautende 1 in Fällen wie irkabu ^m }yjSyJ^ (Spitta § 9*) kein V 

ist (zu anlautendem ii vgl. Fleisch. Kl. Sehr. I, 14 t); endlich wird wohl auch bei der 
Aussprache von anlautendem Ch und ^ als m und / im Abessinischen (Dillm. AG. 
pp. 30, n. i; 76, n. I; Trumpf, ZDMG. XXVIII, 520; König, Ath. Stud. 107; Prät. 
TVia § S3* Amh, Spr. § 25«) dem Vocal kein Spiritus lenis voransgehn. Das alles 
muss aber erst besonders untersucht werden. Zu irkabu will ich nur noch bemerken, 
dais die Form genau so im Assyrischen lautet, z. B. NE. 69, 47. [Cf. ZDMG. XI«, 650/1]. 

28 Schon LuDOLF wandte das links offne Häkchen rar Umschreibung von 
t m A X *^' ^^ schreibt in dem Sy Ilabarium seiner Gramm. Ath. (ed. sec. Fran- 
cofurti ad M. 1702, p. 2) k*a, t*a, p*a, ts*a, liezelchnet den Spiritus lenis aber als 
Apostroph (cf. op. cit. p. 6, 6 und vgl. unten Anm. 40). Derselben Umschrift bediente 
sich Isenberg in seiner amhar. Gramm, (p. 7) sowie Lepsius (Arab. Spracht, 105, n. 2; 
Stand. Alph. 189). Ebenso wird in den von den Beiruter Jesuiten herausgegebenen 



Haupt, die semit Spnchlaute. 26 1 

£lemtnts de grammaire arabe (1886) p. 5 yjb^ io, ^ etc. durch D , T*» K' wieder- 
gegeben (wogegen in Mouli^ras* Man, alger. Z)' als Umschreibung ron ^ erscheint). 
Trumpf (ZDMG. XXVni, 518) gebrauchte die Zeichen V> Vi '^ (ebenso wie Ewald in 

seiner arab. Gramm. I, 21 J0 und \J^ durch */, V transcribirte) was nicht minder un- 
passend ist als die in Anm. 30 besprochene Umschreibung von X in den früheren Auf- 
lagen Ton Gesenius' Gramm. Dass 0, dessen Aussprache nach Luoolf dem %, völlig 
gleich ist, nicht mit Kehlkopfrerschluss gesprochen wird, bt am Schluss von Anm. 33 
weiter ausgeführt worden. Über Litdolp's Angaben werden wir möglicher Weise weitere 
Anfschlttsse erhalten durch den auf der Göttinger Bibliothek befindlichen Briefwechsel 
des Abba Grkgorius mit Ludolp während der Jahre 1649 — 1657, woraus Dr. Flem- 
lOMG vielleicht in dem nfichsten Hefte der Beiträge einiges mittheilen wird. 

29 Der Punkt ist ausserdem schon deshalb ungeeignet, weil derselbe gewöhnlich 
zur Bezeichnung der indischen Cerebrallaute verwandt wird (cf. Lbps. Stand. Aiph. 74). 
Letztere sind aber, wie schon die Wiedergabe durch vH^ etc. im Hindustani zeigt, (ZDMG. 
XVII, 522 und 527; Leps. /. c, lot) von den semitischen ,femphatischen'* Consonanten 

durchaus verschieden; }o sowohl wie \j^ sind alveolar (Brücke, Arab. Lautl. 310 
und 319). 

30 In der GESENius^schen Grammatik wurde S (und e) bis zur 22. Auflage (^78) 
durch X (resp. /) mit einem rechts offnen Häkchen darunter umschrieben, erst von der 
33. Aufl. an hat Kautzsch das 9 und i der DMG eingeftlhrt (vgl. auch König, Lehr- 
geb. p. 29, n. 2). Das Häkchen ist, wie schon oben bemerkt wurde, dem Punkt sicher- 
lich vorzttziehn, nur sollte es ein Spirittts icnis sein, nicht ein Spiritus asper. Letzterer 
wurde Qbrigens sonderbarer Weise auch von Brücke in seiner Phon. Transcr. als Zeichen 
des Kehlkopfverschlusses gewählt, während er den links offnen Haken ftir den {Grundt. 
13 mit ^ bezeichneten) Zitterlaut des Kehlkopfs verwandte (cf. /. c. pp. 20, 6; 31 
and 48). 

31 Die Zugehörigkeit des ^ zu den .,emphatischen" Consonanten 19, p etc. wird nur 
dann begreiflich, wenn man annimmt, dass die Aussprache S bei den deutsch-polnischen 
Juden (und des % und bei den Abessiniem) etwas Ursprüngliches ist. Auch Fränkel 
(ZA. III, 53. i) hält die Aussprache des s als /^r (genauer (s) f)ir die ältere. Olshausen 
in den Berliner Monatsberichten vom 10. Juli '79, p. 566 meint zwar, dieselbe lasse sich 
nicht als die ursprüngliche erweisen, einige Seiten weiterhin (p. 570) hält er es aber 
wenigstens nicht für unmöglich, „dass die erwähnte Aussprache des s bei den occidenta- 
tischen Juden einem Theile des grossen semitischen Volkerstammes doch wohl schon in 
iehr früher Zeit eigen gewesen sei**. Das arabische ^jO ist gegenwärtig allerdings ent- 
schieden keine Affricata, sondern ein alveolares s wie ^, und unterscheidet sich von 
letzterem im Wesentlichen nur durch dif Trübung des nachfolgenden Vocals (Brücke's 
Arab. Lautl. p. 323). Da es wie ^ ein Dauerlaut ist, so kann es natürlich nicht 
mit Keblkopfverschluss gesprochen werden, wie auch Praetorius, Amh, Spr. VI richtig 
bemerkt Die Aussprache braucht aber keineswegs die ursprüngliche zu sein. Olshausen 
hat aber aaO. 570 darauf aufmerksam gemacht, dass das arab. ^jO zur Wiedergabe der 

persischen Affricata ^ d. i. äa verwandt wird, z. B. arab. yJjüLiO „Sandelholz" ■» 

pers. ^(iXA^, ^lJLlO „Platane" — «Ll^, AJL<n „Harfe" — <|)U^. Er verweist dazu 

auf Sachau*s Ga^älttfi p. 45 und für ähnliche Erscheinungen im Aramäischen auf La- 
CARi>E*s Ges. Abhandl. p. 80, Nr. 203 und Semitiea^ p. 52 (t'X^a). Praetorius macht 
mich dazu auf Hoffmann's Recension von Lagarde^s Psalteriumt lob, Proverbia Ära- 
bice in der Jenaer Literaturzeitung '76, Oct 539 (p. 2 des Separatabdmcks) aufmerksam 



202 Beiträge zur lemidscheii Sprmcbwisseiucliaft. 

Dass das s auch im Assyrisch-Babylonischen ihnlich gesprochen worden sein muss. xeigt 
die Wiedergabe des Namens Nebukadnesars *QM*na*iaa durch pers. Nabukudralara mit 
r. Vgl. auch noch die Anmerkung p. 6 meiner Abhandlung über den ^-vocal, femer 
HopFM. syr. Act, pers. Märt. n. 2132; FräNKEL, AF. 276 und Lag. Mitth. II, 27 (sowie 
Pers, Stud. 70). Auch das Millk. I, 235 (und 385) Vorgebrachte ist ftr die Beur- 
theilung dieser Frage wichtig. — [Ich wiederhole nochmals, ich weiss sehr wohl, dass 
das arab. ^ (ebenso das neusyrische ^ keine Affricata mit Kehlkopfverschlnss ist; 
Brücke, GrunJz, 142 (cf. ibid. 53 oben sowie arab. Lautl 324) sagt ausdrficklich, dass 
das ^ dem (jm ganz Shnlich ist, nur sei sein Laut in der Regel etwas rauschender, 
ebenso wie Stoddard in seiner Grammatik von dem neusyrischen . sagt: vthen tkis 
letier is used, the sytlabU ßlls the mouth^ as it were, more than wken U0 is used. Dies 
erklärt sich daraus, dassbeim ^ die Mundöflhung mehr spaltförmig ist (wie bei i), beim 
^ dagegen mehr gerundet (wie bei u)\ vgl. SiEV. p. 30, Anm. 12. Die auf ^ 
folgende Vocale haben in Folge dessen einen andern Lautwerth als bei ^ (vgL Sweet 
§ 36 fr.). Darauf beruht die Verwendung des ^ fUr j mit ,,schweren" oder „harten** 
Vocalen im Tarkischen. Hier werden bekanntlich nicht nur \jO, sondern auch ij und J0 

als Sf i, / (resp. d) ohne Kehlkopfverschluss gesprochen (ebenso wie ^jO und Jo etc. im 
Munde der Perser einfiach ^ und v;L9 lauten; cf. Brücke, /Ach. Tramcr. 5) und dienen 
im Unterschiede von ^^ W und v;:^ lediglich dazu, sogenannte „schwere" oder „harte** 
Vocale anzudeuten (cf. ZDMG. XVII, 506; Leps. Stand, Alph. 217; Aug. Müller, 
Türk, Gramm, pp. 12. 3o) und zwar steht io dabei sowohl für C^ als für (> vor ^yhartti^'' 
Vocalen (vgL dazu unten Anm. 35 am Ende) obwohl im letzteren Falle auch (> gebraucht 

wird, z. B.^ „Watser**, ,^Lb „Stein", ^Lb (mit d) „Berg**, ,jy?, „vierzig**, 0<^aJo 

„Erde** etc. etc. Wenn Spitta p. 9 seiner Gramm, sagt, dass das ^ im Dialekt von 
Kairo gar nichts „Emphatisches** an sich hnbe (dass es ein scharfes palatales s sei, das 
aber von den Ägyptern ganz am vorderen Theile des Gaumens gesprochen werde und 
daher oft schwer vom dentalen yyt zu unterscheiden sei), so steht das im Widerspruch 
mit den oben angefllhrten Angaben Brücke's, der bei seinen Beiträgen nur arabischen 
Lautlehre bekanntlich ebenfalls den Dialekt von Kairo zu Grunde legt {iirab. Lautl, 309). 
Auch A. O. Green bemerkt in seiner Pract, Arab. Gramm, p. 7, 29 : „^ has a stronger 
and more hissing sonnd than onr j**. Ebenso giebt Mouli^ras p. 6, Nr. 12 seines 
Manuel algMen an: „Le ^ r6pond au \y* mais doit £tre articnI6 plus fortement qne 
lui et avec une sorte d'emphase*' (vgl. auch Hartbiann's Arab. Sprachführer 3). Brücke 
(arab, Lautl. 324) sagt, dass auch der Ton des auf ^ folgenden Vocals eine gewisse 
Rauhigkeit und Härte habe, die ihm schon im Kehlkopf mitgetheilt werde, und ver- 
muthet, dass der Kehlkopf und die Stellknorpel dabei eine wesentliche Rolle spielen, 
indem sie einander mehr genähert sind, als dies bei den weicheren Tönen der Fall ist 
(vgl. phon. Tramer. 21). Dadurch stellt sich das ^ zu den Lauten mit festem Absatz 
wie J0 etc., bei denen, wie wir oben (im Text zu Anm. 2 t) bemerkt haben, der Kehl- 
kopf durch den Kehldeckel und die Stellknorpel verschlossen wird. Es sind hier noch 
verschiedene unaufgehellte Punkte, wenngleich Lepsius, Arab, Spracht. 135 kurz bemerkt: 
„Am wenigsten Schwierigkeit macht ^. Es ist ein „geschlossen** gesprochenes s. Da- 
mit ist Alles, was nöthig ut, gesagt"]. — Ich habe diese lange Ausföhrung absichtlich 
in die Anmerkungen verwiesen, um nicht die knappe Darstellung im Text zu unter- 
brechen. 

32 Dass ^ jetzt mit offnem Kehlkopf gesprochen wird, haben wir in der vorher- 
gehenden Anmerkung auseinandergesetzt. Ebenso findet bei yjb und Jb nach Brücke 
{arab. Lautl. 321) kern Kehlkopfverschluss statt, und man könnte deshalb die Umschrift 



Haapt, die semit Spimchlaate. 263 

4 retp. f beant tandfn . Ich glAobe aber, dmn die Annprache ohne fetten Absatz bei allen 
diesen Laoten erst secnndlr eingetreten ist. Spitta p. 10 beidchnet den Laut des ^ 
flbrigens ansdrficklich als exphsiVf und nach p. 4 seiner Gramm, scheint er daronter 
Kehlkopfrerschloss xu verstehn (rgl Anm. 38). Ob bei der Beschreibung der Aussprache 
des ^ im TÜr ^Mäln Prym & SociN (p. XXVIII) in den oben Anm. 18 besprochnen 
Irrtbom verfallen sind, also Aspiration mit Implosion verwechseln, kann ich nicht beur* 
theilen. Wire es der Fall, so bitten wir hier ein wirkliches /. Über die Aussprache 
des ^ als ^emphAtisches*' J, i. e. slawisches t (SiBV. p. iii unten) siehe Brücke, 
arab, LauH. 316 & 348 (vgl. dasu Snv. 113, Anm. 4 und I17, 2; auch ScHRÖD. Phdn, 
Spr, § 23) und Aber den (Ur ^ (und Jb) charakteristischen vertieften Klang der Stimme 
pkcn, Tramtr, 37 und 21, 8. — Das dem yjb im Abessiniscben entsprechende ist ein 
deutsches s, also eine Affricata is (ohne Kehlkopfverschlnss), während das (etymologisch 
arabischem Jb und ^ entsprechende) %, die Aussprache // (mit Kehlkopfrerschluss) 
hat Nach J. Schrbibbr*s Manuel^ p. 7 unten soll allerdings grade umgekehrt %^ ts 
sein, und B der entsprechende „Explostvlaut* L e. Affricat« mit festem Absatz. Dies 
steht aber m directem Widerspruch mit der ausdrücklichen Angabe TRumpp's ZDMG. 

XXVm, 519 („0 hat den Laut von ts und unterscheidet sich von H dadurch, dass es 
mekt explosiv gesprochen wird**). Ebenso sagt Isknbbrg (j^H. Gr, p. 7 unten): „0 
tt prooounced like ts, or the German s**, w&hrend er ^ zu den Explosives (oder viel- 
mehr Imphsivts rechnet (vgl. Prät. Tu« 126, n. 1; Amh, Spr, 46, 3 & p. 83; Äih. 
Gr. p. 8; auch König, Äih, Smä. pp. 47—49 und Nöld., dit stmii. Spr, 58 unten). 
Die Bemerkung Schreiber^s ttber das Verhiltniss von ft und B wird demnach wohl 
auf einem Versehn beruhn. Ebenso urtheilt Prät. ZDMG. XLI, 686 unten. VgL auch 
noch meine Abhandlung The Assyrian E-votoei p. 4, n. i. 

33 Daas die ftlr k eintretende Spirans mit der aus q hervorgegangenen keineswegs 
völlig gleich ist (PRÄT. Tüa pp. 18 & 70 hat der Missionar J. Schreiber (ZDMG. 
XXXVII, 449 unten) ausdrflckUch consUtirt Die Angabe Isenberg's {Amk. Gramm. 
p. 7) dass letztere dem arab. £ gleiche, kann sehr wohl richtig sein (vgl. Prät. ZDMG. 

XLI, 686) Ax q }k vielfach als ein weit nach hinten articulirtes ^ gesprochen wird (cf. 
BRt)CKE, arab. LauÜ, 327, n. i; Merx, ZDMG. XXn, 273; Wetzstein, Sprachliches 
aus dm Ztlüagtm der syr. Wüste ^ p. 99, n. i; Delitzsch, PhysioL und Musik 30, 
n. 4; Kümo, Aik, Stmd. 29). Wie ich schon mehrfach hervorgehoben habe (cf. SFG. 71) 
ist ^ ja der stimmhafte Correspondent von ^ oder jtj, verhält sich also zu ^ wie ^ 

zu i, resp. gt tn kl (oder nach Brücke, Gnmdt, 61: ^) t e. ^ (vgl. dazu Spitta*s 
Gratium. p. 1 1 unten). So erklärt sich auch der Übergang von ^ In L im Tflrldschen 

(vgl Brocxhaus, /. c. 507, Waurmuno's Handb, § 54, Aug. Müller*s Türk, Gr. 26). 
Ftr die aus h hervorgegangene Spirans darf man jedenfalls nicht an den deutschen (palatalen) 
%ch\nX denken (Prät. Amh. Spr, § 46; vgl dazu Wetzstein, /. c 103 unten). LeUterer 
ist nach BrOcke's Bezeichnung X\t ^ ^'^^ semitischtn k entsprechende Spirans aber;^], 
md .die dem q entsprechende: Xi {i, e. ^) resp. der stimmhafte Correspondent derselben: 

t (SwsBT § so) VgL dazu BrOcke's Grundt. pp. 60 & 64; SiEV. pp. 61. 119. 125. 

Ob Stoddard*s Bemeikung (p. 10 seiner Gramm.^ cf. Nöld. Neusyr. Gr, 32 & 39), 

daas ä von «^ nicht venchieden sei, genau Ist, oder ob ä als Xit ^^ «)>^ Xs gesprochen 
wird, kann ich nicht beurtheilen. Ober den Unterschied von 5 und n vgl. auch noch 

Leps. Stand, AlpK 181. — Dass der Übergang von abessinischem ^ in die Spirans 
durch die Aufgabe des KehlkopfrerKhlusses bedbgt ist, zeigt der Dialekt von Hauasa. 
Hier geht q niemals in die Spirans Aber, andrerseits finden wir daselbst aber die Aus- 
spiache des f als Hamia (Prät. na p. 101 ; vgl Aimk, Spr, § 45) was deutlich darauf 



264 Beitrige fur semltiscben Sprachwissenschaft. 

hinweist, dass q mit festem Absatz k^ gesprochen worden sein moss; Tgl. dazu Bkücke, 
arab, LautL 328; ZA II, 270, n. 2). Wenn Spitta p. 12 seiner Gramm, sagt, dass das 
aus q entstandene Hamta am Anfange des Worts der Aussprache nach ganz mit dem reinen 
[er meint festen^ cf. SiEV. 131] Vocalansatx tusammenfaUe, so bemerkt AujtN (PAOS, 
Oct '88, p. CXI) dagegen, dass die Qualitit des Vocals in beiden FiUen verschieden 
bt: die auf aus ijf entstandenes Hamza folgenden Vocale behalten die „«/fVi«** Aussprache 
mit „Gaumensegel- Resonanx" (Brücke, arab, LautL 345). Es rerdient bei dieser Ge- 
legenheit auch angemerkt zu werden, dass Sweet § 19 ervihnt: accordmg to Mr, Bett 
thi glottat catch is useä in tht Glasgow /rommciaftoH of Scotch as a tubsHtuU for 
the voictless stc^, z. B. wa*er tut waicr, 

34 Diese Vorstellung ist ebenso irrig wie die weitverbreitete Behauptung, dass der 
Laut des y dem Organ der Semiten „eigeothümlich und national wie das tk der Eng- 
länder sei" (Gesen. Lehrgeb, 18 unten I) wogegen Brücke, Grunäz. 84 mit Recht bemerkt, 
dass jeder, der im Besitz seiner oberen Schneidezähne ist, das engt th bei gehöriger 
Unterweisung in wenigen Blinulen erlernen kann (vgl. Vietor' § 90, Anm. i). So sagt 
z. B. noch HoMMEL p. 53 seiner Semiten, dass das 9 ein „ganz ohne andere Analogie 
dastehender, von uns Europäern fast undefinirbarer Laut*' sei; desgleichen erklärt Whitney 
in seinem lesenswerthen Aufsätze On Lepsins* Standard Alphabet (JAOS. VII, 328): 
Of that mcst difßcult and ptuuUing sound , the Semitic ain (Ar, fi^ J/ebr. 7) tue skalt 
not venture to speak, as we must confess oursetves unable either to utter or to describe 
it. Ebenso meint Spitta (p. 1 1 seiner Gramm^ dass das fi dem Arabischen eigenthttm- 

lich sei und sich in keiner andern Sprache 6nde. Dagegen haben Stade § 63, b, 2 und 
Brücke, Grunds, 14 und 147 (vgl Lautt. 333 und 338 sowie phonet. Transcr. 32) aus- 
drücklich hervorgehoben, dass das c auch oft im Deutschen hervorgebracht werde (cf. 
Merkel' p. 77). Man halte flbrigens stets im Auge, dass fi ein stimmhafter Laut ist 

(Brücke, arab, Lautl, 334 unten; Grundt, 165). Auch Über die p. 1$ Ton Gesenius* 
Lehrgeb, ausgesprochene Anschauung, dass unser Organ und Ohr fllr den Unterschied von 

nia und und nsa keinen Sinn habe, ist man seit 1817 vielfach noch nicht hinausge 
kommen; vgl z. B. Gesenius-Kautzsch >« p. 28 sowie meine Bemerkungen ZA II, 263, 2 ; 
andreneiU z. B. Braune*s Got. Gramm,^ §§ 54. 65. 72. 

35 Vgl. dazu Leps. Stand, Alpk, pp. 252; ferner 140 & 189 (k\ /*, /' etc. im 
Ossetischen; 222remphat. / im Mordwinischen); 297 (^, /i, ft p \m Dakota); 205 (Galla, 
cf. Prät. Amh, Spr. p. 46, nn. i & 2); 299 (Khetsua; Praetorius verweist mich noch 
auf J. J. VON TscHüDi, Organismus der Khetina-Sprache, '84, p. 162 f.). — Dagegen irrt 

Brücke, wenn er (Grunds, 46 ; phon. Tr. 10) das semitische Jo und l^ den anlautenden 
Tenues der Romanen und Slawen gleichsetzt (siehe auch Leps. Stand. Atph, 134 & 221 
sowie seine Arab. Sprachlaute 10$). Die romanisch -slawischen Tenues h, t, p werden 
nicht mit Kehlkopfverschluss gesprochen, sondern nur ohne Aspiration (vgl. dazu oben 
Anm. 26, auch Vietor> 165). Merkel (p. 153; cf. Brücke phon, Tr, 10, n. t) nahm 
auch an, dass im sächsischen Dialekte Tenues mit festem Absatz gebildet wllrden, siehe 

jedoch SiEV. 138. — Eine viel umstrittene Frage ist es, ob J0 und ij als Mediae oder 
als Tenues aufzufassen sind. Nach Leps. Stand, Alph, 181 & 186 (cf. Arab. Spracht. 
120: 123; 125; 134; 139; 141, n. i; sowie König, Äth. Sind. 28*32) soll io eine 
Media sein, Q dagegen eine Tenuis. Andrerseits erklärt Brücke (p. 347 seiner arab. 
Lautl., cf. ibid. 323) ausdrücklich, dass er J0 und ij nicht als Mediae anerkennen 
könne. Dass das Jo dem (> näher steht aU dem vs^, ebenso das >« dem g näher als 
dem vj (vgl. die schon ASKT. 167 unten angesogenen Bemerkungen BrOckk's arab. 
Lautl. 321 & 328) beruht darauf, dass C^ und W mit Aspiration gesprochen werden (vgl. 



Hftupt, die temit. Spnchlante. 265 

oben Anrn. iS). Fflr nngeflbte Beobachter ist die Verwechslaog der beiden Lautmrten 
hier ebenso leicht wie bei den Tenaes mit leisem (nichtgehaochten) Absatx und den 
trtminlosrn Mediae (resp. schwachen Tenues^ Viktor' 109) mit offenem Kehlkopf (SiKv. 
I39f >)> Bekanntlich unterscheiden wir ▼ielfach /und h von </und ^ hauptsichlich durch 
den (die sogenannte Aspiration henrormfenden) stärkeren Ezspirationsdrack. VgL dasn 
auch das Schwanken swischen Tenues und Mediae im Armenischen (Lag. Ges. Abh, 30; 
Mitth. l, 156; ZDMG. XXX, 53— 73; R. v. Sowa, Zur Aussprache des IVestarmenischen, 
Mihr. Trfibau, '83, p. 9). 

36 Amh. Gr. p. 8: The breath puffs offrom belween the Ups, before tke vowel is 
keard (ygL DiLLM. AG. p. 45, n. 2). Fflr die gleichzeitige Durchbrechung des Mund- 
höhlen- und Kehlkopfrerschlusses bei dem arab. io und iS dagegen siehe Brücke, 
Arab, Lautl, 32 1 oben & 323 unten, resp. 327 unten (vgl dazu SiEV. 153/9). Prät. h&tte 
p. 46, c seiner Amh, Sfr. demnach etwa sagen können: „Die sogenannten emphatischen 
Laute ^ und #n haben im Amhar. (ebenso wie in der traditionellen Aussprache des 
Geez) ihre Articulation in der Weise verändert, dass die Durchbrechung des (fllr diese 
Laute charakteristischen) combinirten Mundhöhlen- und Kehlkopfverschlusses nicht gleich- 
zettig stattfindet wie im Arabischen, sondern nach einander (daher Ludolf^s Transcrip- 
tioo k^9 i etc.) so dass der Zeitunterschied zwischen der Öffnung des Mundhöhlenver- 
schlusses und der Öffnung des Kehlkopfs deutlich zu merken ist [cf. Amk. Spr. VI]. 
Auch bei Kt das nicht als einfocher Zischlaut wie ^, sondern als Affricata ts ge- 
sprochen wird, findet (im Unterschiede von 0) ein Kehlkopfverschluss statt, während 
yj^ sich von ^ bekanntlich nur durch Hundung (cf. SiEV. 97) der darauf folgenden Vo- 

calc (vgl. 1^9 ic und yjb etc. im Türkischen) unterscheidet. Der dem arab. \jb ent- 
sprechende Laut ist zu einem deutschen s, also ts ohne Kehlkopfrerschluss, geworden.'* 

37 VgL dazu was Sweet § 221 seines Handbook Aber die aspirated stops oder 
stress'gtidu bemerkt, auch die Ausführungen Vietor's /. c, 165 (§ 104, Anm. 2). Das 
in SpittaU Gramm, p. 4 unten Bemerkte wird man dagegen kaum anflihren wollen. 

38 Eher könnte man sie mit Merkel, PkysioL d, mensch/, Spracke (Lpa. *66) 
p. 149 und Sweet, Handb, § 224/5 I^plosivae nennen (vgl. auch Tbchm. Phon. p. 21). 
Den Ausdruck ExplosivlauU wendet flbrigens auch Spitta p. 4 („vs^ bleibt immer nur 
eisu reine Tennis und wird nie ein Explosivlaut*^ \\) und p. 10 {der explosive Laut 
des ^jti) seiner Gramm, fttr die emphatischen Consonanten an, während die meisten 
Sprachforscher unter Explosivae einfach das verstehn, was BRt)CKm (im Anschluss an 
Chladni) Verscklusslaute nennt [Gntndt, 41, cf. 79 & 149). 

39 Es scheint mir trotz Moore (PAOS. May *88, XXXII unten; cf. Allen, ikid, 
Oct. *88, CX unten) noch immer höchst wahrscheinlich, dass daz iSLÜ0| der arabischen 
Ortho^isten (vgl. dazu Brücke, arab. Lautl. 346 unten) sich auf den Kehlkopfrerschhisi 
bezieht (Fleischer^s Kl. Sckr, I sind mir leider augenblicklich nicht zur Hand). Trotz- 
dem wird die Benennung geschlossene Consonanten besser aufzugeben sein, umsomehr 
ab einige Phonetiker (z. B. Sweet in seinem Elementarbuch da gaprochenen Englisch, 
2. Aufl. p. 17) den Ausdruck im Sinne von Verschlusslcmtt gebrauchen. 

40 Es ist keineswegs nothwendig, dass der Doppelhaken so unverhälfniswnäsrig 
gross ausfällt Er kann sehr wohl so geschnitten werden, dass er nicht höher als a, c, e 
tic erscheint (vgl z. B. Prym & SociN , Der neuaramäische Dialekt des /Idr iAbdin, 
Göttingen '81, p. XXVIIQ. Auch sollte man von der Unsitte abgehn, das Zeichen des 
Spiritus Unis wie ein Apostroph über die Buchstaben zu setzen (vgl Spitta, p. 2, n. i): 
das * sollte vielmehr zwischen den kleinen Buchstaben in gleicher Höhe stehn (siehe z. B. 
Lkps. Arab. Sprackl, 146; Stand. Alpk, 186). 

41 Es wird ffir liebraisten nützlich sein zu erfahren, dass man 4, wie Whitney 



266 BeitrSge cor semitiBchen Sprachwittenschaft. 

Boent gezeigt hat, als sHmmiosen Vocal betrachten kann (vgl. Hoffory's Streitschrift 
Prof, Steven und die Prmcipien d& Sprackpkysioicgie, Berlin '84, p. 29). Daraas er- 
klärt sich die Verwendung des ti sur consonantischen Andeutung des ^-rocals im He- 
bräischen (auch im Mioäischen? HoFFM. LCB. '87, coL 607 oben). Vgl. auch die bei 
Franz Deutzsch, Physiologie und Musik, p. 10 oben citirte Bemerkung, und Stai>k § 2Sh, 

sowie das &Imm% ^ÜD im Türkischen (ZPMG. XVII, 504; Aug. Müller's TG. 
§ 6. 4). 

42 Siehe Brücke, phon. Transcr, 19, 3; Grundx. 10; Sweet § 20; SiBV. 132 (wo 
bemerkt wird, dass der nach Spitta 9 speciell arabische Hauchlaut des ^ sich auch 

bei Irlindem findet). Ffir den Unterschied von ^» ^ und S mag man sich daran 
erinnern, dass ^1 (resp. ^S, cf. Brücke, arab, Lautl. 338, i) im Arabischen ^husten" 

(JjUm) bedeutet, sl (resp. st, S«^) dagegen „seufsen** und ^1 „<^en Laut aus dem 

Munde des Schlafenden" (Fleisch. Kk Sehr. II, 77); vgl auch %^ ,,schnarchen** (Ja^)» 

Brücke bemerkt {arab, Lautl. 338) sur Verdeutlichung der Aussprache des ^, man solle 

thui\, als wenn man vor Frost in die Hinde haucht Ich halte derartige Ulustratiooen 
IHr sehr ntltslich, und es wire entschieden ein Gewinn, wenn Kautzsch in einer neuen 
Auflage der GESBNius'schen Grammatik auf diese Weise die Aussprache der semitischen 
Consonanten dem Verstindniss der Anftnger etwas näher zu bringen suchte. 

43 VgL Stade § 63, b, i; Fleisch. Kl. Sehr. II, 632; III, 102. Besonders zdgt 
sich dies in den bei NöLDSKE, Syr. Cr, § 37 behandelten Fällen wie ||^V ftr K9^ — 

iJLiÄ oder 701X Die Definition des fi als eines leisen Kehlhauehs ist gänsUch iin- 
richtig, fi ist weder ein Hauch noch leise. 

44 Es ist bedauerlich, dass Agyptologen nun wieder i fUr K und f IHr y gebraucbeo 
(vgL den nachfolgenden Aufiwts Stsindorff^s). Ich sehe nicht ein, warum das einfache 
' und * nicht genttgen soll, falls man ' und i nicht annehmen wüL Durch Wiederholung 
wird Falsches schwerlich richtiger. Auch die Verwendung des Zeichens <} für «^ bei 
Prym und SociN (/. e. p. XVII) bt durth nichto gerechtfertigt ^ 

45 Diese Umschrift hat (im Anschluss an Castro) schon Nöldeke in seiner Ge- 
sehiehtt des Qoran's (Göttingen 1860) empfohlen (cf. op. eit. p. VII); in neuerer Zeit 
hat sie dann Wbllhausen in seinem Vakidi (Berlin 1882, p. 8) wieder aufgenommen 
(ygl. aber Lagardb, Mittheilungen I, 146 und 157, auch Lkps. Stand. Alph. 63). Zur 
gleichen Zeit bediente ich mich derselben in meinen Beiträgen tur assyrisehen Laut- 
lehre ^BAL). 

46 VgL Fleisch. Kl, Sehr, I, 47. Nöld. liest LCB '88, coL 1713 wenigstens 
Omaijaden etc. [Vgl. auch Syr, Gramm. § 177, E und ZA. II, 262, n. i]. 

47 Bei G kann man das diakritische Zeichen entweder oben oder unten hinsetzen; 
letzteres z. B. bei Lag. Mitth. n, 247. 

48 Der Torstehende Aufsatz ist der Abdruck eines im August '87 niedergeschriebeneu 
Entwurfs zu einer umfassenden Abhandlung Aber die Elemente der semitischen Phonetik. 
Ich hoffte Zeit zu finden, die Arbeit weiter auszuführen; es ist aber vorerst nicht abzu- 
sehn, wann ich dazu kommen soll, und um das Erscheinen des ersten Heftes unsrer Bei- 
träge nicht noch länger hinauszuschieben, habe ich mich entschlossen, meine Andeutungen 
in dieser unfertigen Form zu Teröflentlichen. Erst jeUt, Ende Juni *89, bbi im Stande ge- 
wesen, die mir Anfang Oct '88 übersandte Correctur zu erledigen und einige mir nöthig 



Haopt, die semit. Sprachlaute. 267 

scheinende Erl&nteningen und Nachweise in Fonn von Anmerkungen hinzuzufügen, wobei 
dann vieles sehr tusammengedrftngt werden musste. Ich rechne deshalb (wie oben p. 95) 
Aof „verständige Nachsicht." Mein Zweck ist erreicht, wenn die kurzen Ausführungen 
ÜB ihrer unansgearbeiteten Form hinreichen sollten, das Princip der in diesem Hefte von 
nur angewandten Umschrift zu verdeutlichen, und vielleicht den einen oder den andern 
der Fachgenossen dazu zu veranlassen, der Phonetik etwas mehr Beachtung angedeihn 
zu lassen; die darauf verwandte Mtthe dflrfte sich reichlich lohnen. Es freut mich, bei 
dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass einer meiner Baltimorer Schfiler, Edgar 
P. Allen der Phonetik besondere Aufmerksamkeit schenkt und die semitischen Sprach- 
laute zum Gegenstände seiner (voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres erscheinenden) 
PromotKMisschrift gewählt hat [21. Juni *89.J 



Die Cultustafel von Sippar. 

Von 

Johannes Jeremias. 

Die im V. Bande des Londoner Inschriftenwerkes Blatt 60 und 
61 veröffentlichte Inschrift — 256 kurze Zeilen auf einer Alabaster- 
tafel von 26 X 18 x6fi cm. — behandelt vornehmlich die von dem 
babylonischen König Nabupaliddin (884 — 860), dem Zeitgenossen 
Asurnazirpals, bewirkte Wiederherstellung des Samaskultes zu Sippar. 
Der Text bietet in mehrfacher Hinsicht, besonders durch die in ihr 
namhaft gemachten Geschenke und Abgaben an die Priester von 
Sippar, wertvolle Aufschlüsse über den babylonischen Kultus. PlN- 
CHES gab, nachdem er zuerst in den Pi-oceedin^s of the Society of 
Biblical Archaeology XW^ 109 ff. auf die Inschrift aufmerksam gemacht 
hatte, in den TransacHons ebendieser Gesellschaft VIII, 164 ff. einen 
kurzen Überblick über ihren Inhalt, und im Anschluss daran Text- 
umschrift und Übersetzung von col. V, 39 — VI, 6. Meine Abwei- 
weichungen von dieser Übersetzung des verdienstvollen englischen 
Assyriologen werden an den betr. Stellen begründet werden. 

Die Hälfte der Vorderseite der Steintafel ist durch die bildliche 
Darstellung einer vor dem Bilde des Sonnengottes statthabenden 
religiösen Ceremonie eingenommen. Die Abbildung findet sich auch 
bei Menant, les pierrcs gravees de la Haute Aste I, plate V, sowie 
TSBA VIII 16465 (vgl auch HOMMEl/s Gesc/i, Assyr. db BabyL p. 596). 
Eine nähere Beschreibung derselben s. bei Menant, 1. c. p. 243—247. 
Das Bild ist mit drei kurzen Aufschriften versehen: 

a) links oben: fa-lam ^^*Sama} belu rabu 

a-lib E'babbar-ra 

la ki-rib Sippar^' 
d. h. „Bildniss des Samas, des grossen Herrn, der in Ebabbara zu 
Sippar wohnt**. 

b) über dem Bild des Sonnengottes: 

agu '^Samal 

mtd-h yy 

d. h. „Gemach des Samas, Gerät (??) ebendesselben**. 



Joh. Jerenüas, die Cidtiittafel tod Sippar. 260 

c) Über den drei Emblemen Sin*s, Samas* und Istar's: 

'^"Sin '^"'^amal u ''"/I/ar ina pu-ut apsi 
ina bi-rit ili mui'tt-mi innadu-u. 
Der üu mtätimu (Part I, 2 von d"^©) ist vielleicht Ea, der Lenker der 
Schicksale. Dass dieser gemeint sei, leg^ auch die Wortverbindung 
piU apst ^^ingang zum Ozean" (Z. i) nahe: der Ozean scheint durch 
die wellenförmigen Linien unterhalb des Bildes angedeutet zu sein. 
Ob mit Z. 2: „in das Gefängnis (??) des Entscheiders sind sie geworfen" 
die Nimr, Ep, 67 ^ 23 bezeugte Hadesfahrt des Samas* in Verbindung 
zu bringen ist? Menant liest (1. c. p. 246): ina birit '^*'^ir titniru 
meint und übersetzt die beiden letzten Worte mit Je baton de la 
mesure^ {symbole du Sceptre de la Justice). Ein '^"^ir wird allerdings 
auch sonst genannt (vgl. VR 56, 59; Delitzsch, PD 147). Indess, 
abgesehen davon, dass die Richtigkeit der Lesung rit fiir u mehr als 
fraglich ist, trifft auch die Übersetzung nicht das Richtige: temiru ht- 
deutet ,3äule**, nicht „Stab" (s. HR 34,67—71 c d, wo eine temiru ia epri, 
vgl hebr. "pD^J nhWPl HL 3, 6, „Rauchsäule" und eine temiru Sa iiäti 
„Feuersäule"'genannt wird). [Vgl. auch PAOS. Oct '^7, p.CCXXXlII]. 
Die Inschrift selbst können wir folgendermassen disponieren: 
i) Geschichte des Sonnentempcls zu Sippar vom 

Eififalle der Sutäer bis auf Eulbariakinlum, . I, i — I, 28. 

2) Wiedereit^ührung des Kultes durch Eulbarla- 

kinium und desselben Sttftungen I, 29 — 11, 17. 

3) Regie nmgsprogramm Nabupaliddins^ Königs von 

Babel II, 17— III, 10. 

4) Wie der auf findung des Samasreliefs III, 11 — IV, ll. 

5) Herstellung und Eimveihung des neuen Bildes . IV, 12 — IV, 34. 

6) Stiftungen für das Kultuspersonal IV, 35 — V, 38. 

7) Verzeichnis der gestifteten Festkleider .... V, 39 — VI, $. 

8) Besiegelung der Stiftungen VI, 6 — VI, 31. 

9) Fluclifonnel VI, 32— VI, 55. 

Zur Geschichte des Sonncntempels von Sippar vergleiche PoG- 

NON, Inscriptions de Wädi Brissa, p. 19, und Latrille, ZK II, 358 f 

Umsehrift und Obersetzung. 

Col. I. 
^i^Samal belu rabu-u Samas, der grosse Herr, 
ü'lib E-babbar-ra welcher wohnt im Tempel 
Ebabbara 

• VgL Alfred JeRBMIAS, die öah.-ass. VonUlltmgen vom Leben nach dem Tode^ S.97. 
— Die oben citirte Stelle des Nimrodepos bietet die Worte, welche Ssibitum zu Nimrod 
spricht, als dieser kflhn die Überfahrt zn den Gewissem des Todes begehrt Innerhalb dieser 
Rede beisst es: ibir tämti äamal knrädu „überschritten hat Samas, der Held, das Meer"* 



1 



2/0 



Bdtrige tar leioitiicheii Sprackwi«eDSchAlt 



Sa ki-rib Sip-par^ 
la ina e-ia-a-H 
5. u dal-^-a-H ia "»^^ Akkadi 

<ff^^Su'4iMi o^^t^nakru lim-nu 

U'^al-li-lcu u$wräte 

par-fU'hi wi-ma-hi-ma 

lO, h^km^hi u simätühi 
una Itäti ip-par-Sid-ma 
lä na-Ul ma-na^ma 
Si'im^mai'H'ffu Sar Bäbili 

h'ks'ft'hi ü'ta»al'ma 
\$,pa^m^hi ia id^dm-Su 
fU'lam'hi u simäti-Su 

ia i-mur-ma 

ni-ip-^a ia par$i(^) il^'SamaS 
u^iat-rüfa^am-ma 
20, sattukka-iu U'Jbm'fna 

*» E'kur'Sum-uiaihii 
iangu{j!) Sippar^i 
amUuJJal U'ia-a^'bit 
ina dannati u (§U'ia(}'/ji 

2^,ia '^^ KaS-Su-u-nädin-ahu larri 

sattukku hi-a-tttm 
ip-pa-ri-is-ma 
ba-{ü* Sur'ki'fiu 
ina E'Ul'Bar'iäkin-hitn 
sarri 
30. ^ E-^kur'ium-uiab-U 

JangiiQ) Sip-par^i ameluffal 



zu Sippar, 

den zur Zeit von Wirren 
5. und Unruhen im Lande Ak- 
kad 

die Sutäer, der böse Feind, 

zerstört, 

die Reliefs vernichtet hat- 
ten — 

seine Satzungen waren ver- 
gessen worden, 
la sein Bild samt seinem Schmuck 

war abhanden gekommen, 

niemand fand es. 

Simmassichu, der König von 
Babel, 

forschte nach seinem Bild, 
15. aber er zeigte sich ihm nicht, 

sein Bildniss samt seinem 
Schmuck 

fand er nicht 

Den .... von Samas* Satzung 
richtete er her, 
20. setzte sein regelmässiges Opfer 
ein 
und Hess den ükursumusabsi, 
den Priester von Sippar, 
den Seher, holen. 
Während der Drangsal und 
Hungersnot 
2$. zur Zeit des Königs Kassuna- 
dinachu 

ward dieses regelmässige Opfer 

aufgehoben 

und das Speiseopfer hörte auf 

Unter dem Könige Eulbarsa- 

kinsum 
30. ging Ekursumusabsi. 

der Priester von Sippar, der 

Seher. 



* So bietet das Original. Das zweite Zeichen ist >— ; die Spur des Schrfigkeiles 
beruht nach einer gtttigen Mitteilung des Herrn Pinches auf einem Riss 'im Steine. 



Job. Jeremias, die CultmUfel von Sippar. 



271 



coi. n. 



iarra bel-hi im-^ur-ma 

ba-iü tk-bi-ma 
I Ka akm I fa hkari 
^.kurmat omi/u^ak-ni la E-sag- 

ina libbi gi-nüe i^^Bel 
a-na il^^iamai u-kin-ma 
« E-kur-ium-tdab-ii 

iaHgü(>) äluSip-par 

üt^en kira irfi-itf}) 

ia ki'irib Tin- Tir^i 
a-na *^^&ima} idäin-fna 
iS.pän f^ E-kur-htm-usab-h 

iangü Sip-par^ omklu^al 

U'iad'giL Ar-ka-nu 
Nabü-pai-iddin-na 
iar Kd^Dingir-ra^i 
20, ni-bü il**Mardtik 

na-ram »i^A-nim u'^i^Ea 
mu-lu iib'bi il^A-Ri 

si'ik-ru Icar-du 
Ja ana iarru-ii as-mu 
il.na-ai ptt^ypü-m eg-zi-Üm 
sa-kip f^w^l^nakru Um-nu 
^»^i^Su^tH'U ia iur-bU'U 

ia ana Umiv gi-wil 
lO-f^Akkadi hi'Iub ma-f^a-zi 



den König, seinen Herrn, an: 

„die Gerechtsame des Samas 

hat a.fgehört** meldete er. 

I f^a Speise, i ^a Dattelwein, 
5. den Unterhalt des Vorstandes 
von Esaggil 

in der Gerechtsame des Bei, 

bestimmte er fiir Samas 

und verwilligte es dem Ekur- 
sumusabsi, 

dem Priester von Sippar, 
10. dem Seher. 

Eine Baumpfianzung auf dem 
Grund und Boden (?) 

der Neustadt 

in Babel 

schenkte er dem Gott Samas 
15. und übergab ihn dem Ekur- 
sumusabsi, 

dem Priester von Sippar, dem 
Seher. 

Danach [kam zur Regierung] 

Nabupaliddin, 

König von Babel, 
20. der von Marduk Berufene, 

der Liebling Anu's und Ea's, 

der Mann ganz nach dem Her- 
zen Zarpanit's, 

der Männliche, Tapfere, 

der zur Königswürde Gezierte, 
25. der den gewaltigen Bogen trägt, 

den bösen Feind niederwarf, 

die Sutäer, die gar arg 

gesündigt hatten-; 

dessen Hand, Akkad zu rächen, 
30. Städte bewohnbar zu machen, 



Col. III. 



na'di-e parakki 
uf'fur ufuräte 
hil'lum parfe 



Göttergemächer zu gründen, 
Bildwerke zu bilden, 
Satzungen und Gebote 



272 



Beitrige xar semidacben Sprmchwissenicbaft 



ti bil-lu'di'i 
5. kun^m sat'tuk'ki 
iur-ru-uff nindabe 
belu rabu-u »l^Marduk 
^af(a i'iar-ta 
ri'i'Ut niie e^p^-U 
10. U'tnai'lu'U Ica-tui'iu 

iiu^amai belu rabü ia ütu üme 

ma-^a-du-ti 

it'ti «4/- Akkadi ig-me-iu 
tS'bu'Su ki-iad'Su 
15. ina pale Nabü-pal-iddin-na 

lar Kd-Dingir-ra^i 
sa-li-nia ir-Iütna 
U'Sa^'^üra pa-nt-iu 
u-sur-ti fal-mi-iu 
20. ^r-pu ia ^a-af'bi 
Itkm-hi u SMna'ti'iu 

ina e-bir-ti 
när Pu-rat'ti 
ia bal'ti ereb-iamü 
2$. in-na-fnir-ma 
« Nabü-nädin-ium 
iangüQ) ^l^Sip-par amitu^al 

ina zer ^ E-kur^ium'üialh'ii 

E^Mai äluSip-par amiluffal 

y>,u^urti sal'tni iu-a-tum 



unversehrt zu erhalten, 
5. regelmässige Opfer einzusetzen, 

freiwillige Opfer zuvergrössern, 

der grosse Herr Marduk 

mit einem gerechten Scepter, 

der Regierung des Volkes 
10. belehnt hatte — 

Samas, der grosse Herr, wel- 
cher seit 

vielen Tagen 

mitAkkad gegrolltp), 

seinen Nacken abgewandthatte, 
1$. fasste während der Regierung 
des Nabupaliddin, 

Königs von Babel, 

Zuneigung, 

wandte zu sein Antlitz. 

Das Relief seines Bildnisses, 



20. 



seiner Gestalt samt seinem 

Schmuck 
wurde jenseits 
des Euphrat 
am westlichen Ufer 
25. gefunden. 

Nabunadinsum, 

der Priester von Sippar, der 

Seher, 
aus dem Geschlechte des Ekur- 

sumusabsi, 
des Priesters von Sippar, des 

Sehers, 
30. zeigte das Relief selbigen 

Bildes 



Col IV. 



Nabü'pal'iddin-na 

iarra beUiu u-kal^lim^ma 

Nabüt-pal'iddin^na 



dem Nabupaliddin, 

dem Könige, seinem Herrn. 

Nabupaliddin, 



• So bietet das Original. VR irrig GAL (d. i. rab&). 
•* V R falsch KAM(HAM); MAX ut nach einer Mitteilung des Herrn Pinches das 
Wahrscheinlichste. 



Joh. Jeremias, die Cultustafel too Sippar. 



273 



iar Tin-Tirü 

Ica-bu-htm-ma 

hhud-gU'lu pa-nu-^'hi 

^al-mu ht-a-ium ümur-ma 

pa'nu'hi ir-ti'hi 
10. i'te-lüis 

kab'ta'OS'SU 

ana epi-el fol-mi ht-a-tum 

u-gtMtH'hi ib-ü-ma 

ina nüme-ki la i^^E^a 
15./« h'pir iiuNin-Si-Nangar- 
Bu 

H^Guigin- Tur^Da 

ü^tNin-Kur-ra ^^Nin-Za- 

ditn 
ina (furäfi ru-ui-h-i 
o^nuugni clhbi 
20. ^a-lam *l^^amai bell rabe 

ki-nü U'kan-ni 
ina te^Ul'ti 

la ii^E-a u ii^Marduk 
ma'ffar *^^iamai 
2$,ina E' Kar^Zagin-na 
ia küäd nhr Pu-rat-H 
pi'hi int'Si^ma 
ir-ma-a ht-bat-su 

mTei bi4nl lib-bi 

3a ia gumaß}^ paüc-lu^ 

Lu'if'SigQyga 
kab'rU'ti ik-ki-ma 
ina düpi karäm u ubunti 
U'dai'^-da hgare 

ia NabUrpal-iddiH'-na 
iar Tin- Tir^ 
lih'ba'iu i^-du-ma 

Bcitrige tar Mmit. Sprachwinscnsduift. I. 



König von Babel, 
5. welcher die Anfertigung eines 
solchen Bildes 
ihm befohlen 
und übertragen hatte, 
sah dieses Bild 
und sein Antlitz frohlockte, 
la es jauchzte 
sein Gemüt 

Auf Herstellung dieses Bildes 
stand sein Sinn. 
In der tiefen Weisheit Ea's, 
15. mittelst der Kunst des Herrn 
der Metallarbeiter, 
des Gottes des gediegenen Gol- 
des, 
des Herrn des Gebirgs, des 

Herrn der Steinbildner, 
aus gediegenem Golde, 
aus glänzendem Krystall(?) 
20. stellte er das Bild des Samas, 
des grossen Herrn, 
getreulich [? dauerhaft?] her. 
Mit der Reinigung 
£a*s und Marduk's 
vor Samas 
25. in E^Kar-Zaginna 
am Ufer des Euphrat 
wusch er seinen Mund 
und schlug ihm seine Woh- 
nung auf. 
Opfer, soviel ihn das Herz 
trieb, 
3a bestehend in gewaltigen Opfer- 
stieren, 
grossen fetten und reinen 
Lämmern, opferte er 
und mit Honig, Wein und Ysop 
übergoss er die Thürschlösser. 
3$. Zu dieser Zeit 

freute sich Nabupaliddins, 
des Königes von Babel, 
Herz, und 

18 



274 



BeitT&ge tar semitiichen SprachwinenschAft. 



im-me-ru zi-mu-Su 
40. f/i NabU-nädin-hitn 

iangü(>) Sip-parki amituQal 

it'Tu-fa bu-ni-hi 
ma bu-ni-hi nam-ru-ti 
zi-me-ht ru-ui-iu-H 
45. damkati enä-ht f^nii} 

iP'Pa'Us'fiU'ma 
I Ka akä/i I Ka hkaru 
gi-ni-e ^i^^amal la-bi-ri 
ga-du kirk 
50. ia E' Ul' B a r-iäkin-hitn iarru 

«» E'kur^hifft'Uiab-H 
ian£Ü{}) Sip-parki amVuJ^al 

i-ri-mu 

ma libbi kerne hkari 

SS. Gar-Ni'De-a ier alpi 



seine Gesichtszüge glänzten. 
40. Auf Nabunadinsum, 

den Priester von Sippar, den 
Seher, 

richtete er sein Antlitz; 

mit seinen heiteren Mienen, 

seinen vollen Gesichtszügen, 
4S. seinen freundlichen Augen 
blickte er 

fröhlich ihn an. 

I Ka Speise, i Ka Dattelwetn, 

diealteGerechtsamedesSamas, 

nebst der Baumpfianzung, 
50. welche der König' Eulbarsakin- 
sum 

dem Ekursumusabsi, 

dem Priester von Sippar, dem 
Seher, 

verwilligt hatte. 

[Ferner] von dem Mehl, dem 
Dattelwein, 
55. dem Fett (?), dem Rind- 
fleisch, 



Col. V. 



Ur Lu'Nitapi nüni 
iammuSarpi ia ana ehh 
Nabü'Pai'iddin'na 
iar Tin^Ttr^f 
5. a'fta il^Samai ü^A-a 
u il^Bu-Ne-Ne 
U'kift'ftu a-^ zitti larri 

kumiat iangeQ) ina Lu^NitaPi 

nilci iarri $a kal iatti 

la ^^ sunt i^ maiki 

/^ arkati i^ru kurüsi 

mi'hl i^ru kar-ii 

nti-Ul i^ kir-bi 

II i^ Icur-stn-nu 
IS- dikar me iiri 



Lämmerfleisch, den Fischen, 

den Gartengewächsen, welche 

Nabupaliddin, 

König von Babel, 
S. fiir Samas, Aa 

und Bunene 

neu festsetzte, als vom König 
getragene Leistung (?) — 

Unterhalt für den Priester. 
Von den jahrüber 

vom König geopferten Läm- 
mern 
10. Lenden, Haut, 

Rückteil, Sehnen, 

die Hälfte vom Bauche, 

die Hälfte vom Gekröse, 

2 Knöchel, 
IS. einen Topf Fleischbrühe; 



Joh. Jeremias, die Caltoitefel tod Sippar. 



275 



ina mki alpe u Lu-Nitapi^ 

ina Ubbi V tJJki 

II' ia ülu lehne 
Hkaru Gar^Ni^De^a 
ih alpi Ver Lu-Nita 
nkni iammuSarpi 
25, omiiMn^^atru''U'tu 

u u-^na^at Ub^bi 
khna pi-i II amUu Tu-Epi** 
ina gi-m-e u$i 
u ru'ud'äi'i 
3a ina pa-an äli ubunfu 
ka-ri'bi u mim-ma 

hb-ru-ub-ti 
E^babbar-ra 
ma-ia ba-hi-^u 
35. tf-^ sifä' iarri 

kurmai omilM}angif^) 
u Il'ta {ü\ce\ 

khna pi'i II omiiu Tu- Epi 
subäiu damlcu kaiäma 
40. Ia '^iamai ^A-a 
u iimBu-Ne-Ne 
iS'ku{^) pu'Ul'f^u 

f^^flcar4nt 

45. P^'f^tä-ia-nu 
p^tni-bi'^ 
^p ta-bar-ru 
firip ta-kilrtu 
p^fJeaf^bü rabifu 



von den Rinder- und Lämmer- 
opfern 
der [sonstigen?] Opferer 
dessgleichen. 
Davon 5 Anteile 

2a der Genossenschaft der . . ., 
2 Anteile Mehl, 

Dattelwein, Fett (>), 

Rindfleisch, Lämmerfleisch, 
Fische, Gartengewächse 

25. der Genossenschaft der Dolch- 
träger, 

und des Herzens 

gemäss 2 

Von geringer 

oder erhöhter Gerechtsame 
30. seitens (?) der Stadt, dem Ysop 

des Opferers, sowie allen son- 
stigen 

Einkünften 

Ebabbara's, 

soviele deren sind, 
35. vom König getragene Leistun- 
gen© - 

Unterhalt für den Priester, 
und 2 [Anteile] 

gemäss 2 

[Endlich] allerhand Festkleider 
40. fiir Samas, Aa 
und Bunene, 

Eigentum (??) des Gottesdien- 
stes (?): 

eine ^Mrbit, 
eine iertUuj 
45. ein IfiälänUt 
ein nibi^, 
Tabamiwolle, 

purpurblau gefärbte Wolle, 
eine grosse fcarbit^ 



* Geschrieben «m. 

** Geschrieben «^; das Zeichen me wird der Schreiber gemeint haben, obwohl das 
▼00 Ihm geschriebene Zeichen einem lai gleicht 

i8» 



2^6 



Beitrige tnr temltiKhen SprachwiMeotchalt 



5a u U-lit ka-ri'bi 

araf^Nisannu <*w F//*«» 



5a und eine üHt des Opferers. 
Am 7. Nisan 
eine ienUu^ 
am la Ijjar 
eine ienitu^ 



55. ^<^Ulülu^mHlllkaHfukätl^r'bü 55. am 3. Elul eine karbit, 

Col. VI. 

ttra^TilritH^'^VII^^p^^flear- am 7. Tischri eine kaMt, 

bit 
«ra^Araffiamnu i^muXV^on 



kar-bit 
$.nap(^r VI fubatu damku ia 
kal Satti 
'nd'dan iani 
ia il^iantai il^A-a 

Nabü-pal-iddin-na 
10. itfr Tin-Tirki 
^ Nabü-n&dm-him 
iangü(}) Sip-par^ f^^^ffal 

arad-'su i^rim 

u ana pokert lä baie^e 

ana ü^nm ^a-a-ti iddin-na 
ina ka-nak tup-pi ht-^-tu 
f üuMarduk-ium-ukin 
apil ^l}ab'ban amkluka-lu 
20. f» /bai'ii-i/u 

apil ^ ilt^E-a-ri-man-ni «w^«» su- 

kallu 
«» il^Marduk'täbik'Zer 
apil '»Um-balai'T^^ "^^ia-Jtu 

u '»»l^Marduk'balät'SU'tlC'bi 
2^. apil mArad-il^E-a 

ami/u ^ei paf^äti iZ'Za-aB'SU 

Tin-Tirki ara^Nisannu ^»^ 



am 15. Marcheschwan 

eine iertihtt 

am 15. Adar eine karbUx 

5. im ganzen 6 Festkleider für 
das ganze Jahr, 

ein Geschenk des Königs 

liir Samas, Aa 

und Bunene — 

[all das] hat Nabupaliddin, 
la König von Babel, 

dem Nabunadinsum, 

dem Priester von Stppar, dem 
Seher, 

seinem Knechte, verwiUigt, 

zudem als unwiderruflich 
I j. besiegelt und 

für ewige Zeiten geschenkt. — 

Bei Siegelung dieser Tafel 

sind Marduksumuktn, 

Sohn des ^abban, der Priester; 
2a Ibasilu. 

Sohn des Eanmanni, d^ Bot- 
schafter, . 

Marduktabikzer, 

Sohn des Umbalat. . ., der Of- 
fizier, 

und Mardukbalatsuikbi, 
25. Sohn des Arad-Ea, 

der Statthalter, als Zeugen 
gegenwärtig. 

Babel, am 20. Nisan, 



Job. Jcreoiiaa, die Cdtnttalel tob Sippar. 



277 



SaUu XXXI^ Nabürpal-id' 
dinna 

iar Tin- Tir^ 
yx Gab-Ri »^nutuppi Sani 

Sa Sip-ri-t'ti. 

Man-nu ar-ku-u 

Sa ma ekalU Sal-fiS 

i'Z'ga'ajssu'ma 
^$,m'äät-ti Sarri 

Nabü-paZ-iääm-na 

u-pah-ka-ru-ma 

ana Sa-rnm^ma i-Sar-ra^ku 

ma Höbt akale ftu-Sur-ra^a 
40. iSaka'nU'fna ana pi^äU s^man- 
nU'U 

/u-u ana ram^m-Su ular^ru 

u ina mtm-ma Si^pir limut'tim 

^^f^narä Su^a-tu 
u^ffaU/a-ku 
45. AMT//» Su-a^hifH 

ina a-mat H^^maS i^^A^a 

bete purusse 
iläni rabüti 
$o,Sum'Su lii'lik 
Ul'ia-Tät seT'Su 
ina un-n u bubiäi 
na-piS'tuS iilc^ti 
lifH'kut Sai-mat^su-ma 

SS.kt*^i'ra a^a ir^Si, 



31. Jahr Nabupaliddins, 



Königs von Babel. 
30. Abschrift der königlichen 

Erlasstafel. — 

Wer immer in Zukunft 

im Palaste als Herrscher 

auftreten wird und 
35. die Schenkung des Königs 

Nabupaliddin 

fiir nicht rechtskräftig erklären 

und einem andern schenken, 

von den Speisen einen Abzug 
40. machen, und [diesen?] dem 
Bezirk zuteilen 

oder sich selbst zuwenden, 

oder durch irgendwelche böse 
That 

selbige Tafel 

vernichten wird: 
45. was diesen Menschen betrifft, 

so möge auf Befehl des Samas, 
der Aa 

und des Bunene, 

der Herren der Entscheidung, 

der grossen Götter, 
50. sein Name verderben, 

sein Same vernichtet werden, 

in Bedrängnb und Hungersnot 

sein Leben enden, 

hingeworfen werden sein 
Leichnam und 
55. kein Begräbniss bekommen! 



Zur Erklinnig. 

CoL I, 2. E'babbar-ra, Der Name bedeutet bekanntlich „Haus 
des Sonnenaufgangs" {bit jü SamSi, s. HR 39, 17c. f) bez. „Haus des 
Sonnengottes". Ein Tempel gleichen Namens befand sich in Larsam; 
vgl. Neb. Grot 11 , 40—43. Zur Geschichfe des Sonnentempels von 
Sippar vgl PocNON, IWB, p. 19. Latrille in ZK 11, 358 f 



* VR {9hchiiMm. 



2jr8 Beitrfige tut semitischen SprachwisMOSchaft 

7. usa^^ü. Dass dieses Verbum „zerstören" bedeutet, lehrt be- 
sonders klar V R 65, i8a. 

8. »/»r^//, ideographisch 19. ^AR/A Es liegt nahe für «/i^m/Sf 
die nämliche Bed. anzunehmen, welche das Wort, gleichfalls in Ver- 
bindung mit dem Verbum su^ä, an der eben citirten Stelle V R 65 
hat, nämlich „Grundmauern*', „Umfassungsmauern** oder dem ähn- 
liches (vgl. auch Neb. Senk. I, 16. 22). Aber eine solche Zerstörung 
von Grund aus setzt der folgende Bericht nicht voraus: es ist nir- 
gends davon die Rede, dass etwa die Stätte des Sonnentempels 
nicht mehr habe gefunden werden können oder dass der temin des 
Tempels habe gesucht werden müssen, dass sich zu Simmassichu's 
oder Nabupaliddin's Zeit ein Neubau des Tempels, wo möglich gar 
auf einem neugewählten Platze, vemotwendigt hätte. Vielmehr lehren 
die Stellen I, 2a IV, 28. 34 (bis zu einem gewissen Grade sogar schon 
I, 2) und lehrt nicht minder auch die Nichterwähnung irgendwelchen 
Neubaues, dass die Zerstörung, so stark immer sie gewesen sein mag, 
keine fundamentale gewesen ist. Es kommt dazu, dass sonst ufuriu 
gerade in unserm Text unzweifelhaft etwas ganz anderes bedeutet, 
nämlich Bildwerk, spec. Relief, s. III, 19. 30 (wohl auch Z. 2), eine 
Wortbed., die auch in den Sargonstexten Sarg. Cyl. 76\ Stier-Inschr. 
104 {uf(f)urtUt wechselnd mit ef(f^urtu) äusserst wahrscheinlich ist 
Das Wort für „Grundmauern** ist zweifellos umräU mit ü in der 
zweiten Sylbe; dagegen ist bei u^($)urtu „Relief* (St. TS*») Ü ungleich 
wahrscheinlicher. 

10. liknu (st cstr. Ukni)^ wofür Z. 14. III, 21 ideographisch SA 
(GAR), bed. sonst „Machwerk, Creatur, Bau**, hier möchte ich es von 
der bildlichen Darstellung einer menschlichen oder göttlichen Person 
verstehen. Die Stelle erinnert an Asarh. V, 42, wo es von den Stier- 
gottheiten heisst, dass sie k% pi hknüunu „entsprechend ihrer äusseren 
Erscheinung** (ihrer bildlichen Darstellung) die Brust des Feindes 
zurückhalten. Dass hknu fast die nämliche Bed. wie falmü hat, lehrt 
unser Text durch Vergleichung von I, 10 mit I, 16. 

13. Simmaili^u regierte nach der babylonischen Königsliste 
(wo der Name zu SimmaUi abgekürzt ist) 18 Jahre. 

14. iitälnt a. Die Form ist ebenso wie muUälu (Neb. Bors. I, 7. 
Neb. Grot I, 4), Fem. multältu von bÄi« abzuleiten (Flemming's Ab- 
leitung von einem St bKD „ruhig sein** ist aufzugeben). Assyr. $a*älu 
vereinigt die beiden Bedd. „entscheiden** und „fragen**. Von ersterer 
leiten sich ab Wu^ le/u Herrscher, Jä/ütu Herrschaft, lüu/fu = faJimtu 
Entscheidung (zur Form s. Del., Gramm. § 65 Nr. 40, b), u. a. m., 
von der letzteren }ä*i/u Befrager (ein Priestemame), Fem. ic^iltu, 

18. Dunkel. Statt parsi könnte möglicherweise auch rein phone- 
tisch pa-an zu lesen sein. 



Joh. Jeremiast die Cultostafel voa Sippar. 270 

20. sattukku. Zu diesem Worte vgl. die Bemerkungen La- 
TKiiXE's in ZA I, 36. sattukku entspricht dem hebr. TttP und be- 
zeichnet die an Zeit und Pflicht gebundene Opfergabe (opp. nindabü, 
rm? das freiwillige Opfer: Asum. I, 23. IV R 9, 33a. IVR32. 33 
passim, Nebenform nidöu Neb. Grot I, 14). Das Ideogramm DI. KA, 
mit welchem das Wort an unserer Stelle (wie auch I, 26) geschrieben 
ist, ist SA. DUG zu lesen gemäss II R 48, 14a. b {di mit der Glosse 
sa) und II R 7, 33 e. f {ka mit der Glosse äug). Ausser den von La- 
TRiLLE L c. angeführten Stellen vergleiche noch IV R 60, 38. V R 
4, 90 f. 62, la 65, 4a; zum Adverb saitak(k)a(m) „beständig" s. jetzt 
Delitzsch, Gramm. § 80, a. In den Kontrakten wird sattukku 
immer sat-tuk geschrieben und bezeichnet gewöhnlich die monatliche 
(Str. II 476. 488, 2. 491, 3. 496, 11), zuweilen auch die tägliche 
(Str. n 737, lO; vgl. Neb. Grot II, 36) Abgabe von Naturalien aller- 
art, wie z. B. Öl, Datteln, Sesam, femer Abgaben von Opfertieren, 
Kleidern, Wolle an den Tempel. Die Aufsicht über die sattukku- 
Abgaben lag dem ami/m re'ü sattukki ob (Str. II 296, 3. 303, 6. 
371, i). Synonyma von sattukku sind guhkä (Str. II 850, 2), gukkänü 
(Str. n 462, 12. 476, 25: gtätane la elreti. 620, 2: ana sattukki guk- 
käne. 859, 3), ^htü (aus gi-na = kenu II R 13, 33c. d. IV R 9, 5/6b. 
V R 38, 14 a. c) „Gerechtsame« (vgl. ZA I, 37. Str. II 623, 12. 762, i f. 
802, 4 t). 

21. Ekur-ium-uSabii. Vgl. die in Str. II vorkommenden 
Eigennamen Esaggila-ser-epui 300, i. 633, 2. 787, 17; Ekur-za-kir 
34g, 16; Ezida-him'epui S + 233, Rev. i; die Lesung ium ist vor- 
zuziehen nach Analogie von Schreibungen wie Nabu-iu-um-ibni (Str. II 

293i 41). 

22. £. MAS wird im Hinblick auf II, 16 mit Strassmaier und 

PiNCHES doch wohl dem Worte iangü gleichzusetzen sein. Wenigstens 
dürfte die Bedeutung „Priester** feststehen. Mit Determ. amüu lesen 
wir £. MAd in unserer Inschrift V, 36 und oft in den Kontrakten, z.6. 
Str. II 293, 37. 309, 14. 395, 4. 15. 477, 37. Vgl. noch zu Col. V, 25. 

23. Ä«»e/»^AL; die wahrscheinlichste Lesung ist bärü {ba-ru-u) 
«Schei^. 

24. dannatu. Dass KI. KAL so zu lesen ist, hat Delitzsch 
erkannt. Vgl. auch ZK 11,83, Z. 19 f., wo auf dannatmn mikkurütum 
„Feindschaft** folgt. Die nota loci KI wird auch als Abstrakt- 
determinativ verwandt; z. B. KI. A = idränu „Trübsal** V R 16, 4c. d; 
KI. LI = reiätum ib. 6c. d. S. DELITZSCH, WB s. v. idränu (S. 181 f.). 

25. Kaliünädina^u^ Nachfolger des nur 5 (Var. 3) Monate 
regierenden Bei (Var. Ea)-mukin-zer, des Nachfolgers des Simmas- 
sichu. Er regierte 3 (Var. 6) Jahre. 

28. iurkinu, Bildung auf änu, vgl. DELITZSCH, Gramm. § 65 



280 Beiträge rar semiütchen SprtchwiMeiischaft. 

Nr. 35. Unsrc Stelle fet für dicBed. des Wortes wichtig. Der Parallelis- 
mus mit sattukku führt auf eine Bed. wie „Opfer". HaUPT (KAT^ j6) 
und Zimmern (BB 22) übersetzen surkinu mit „Altar** (St saräku, 
S* 35 ffl, Syn. von iapaku, tabäku), V R 47, 37a erklärt htr-hntt {}a «»<'•» 
Iä*i/s) das Subst. tnai-iak-ku bez. mas^sak-ku; das letztere Wort muss 
jedoch nicht identisch sehi mit dem II R 34, 6a. b als Syn. von 
papafyi^ admänu^ iubtum genannten ma-assa-ku. Ich möchte iurlcitm 
{stirksHÜ) nicht von pno „ausgiessen**, sondern von pn© „schenken** 
ableiten wegen Sintfl. 148 (vgl. 157 f.); denn auf die Worte attaki 
nikä aiktm iurhmu folgt die Beschreibung einer nbi^, nicht eines ^p}l 

29. E-Ul-Bar-iäkin-ium. Er war Begründer einer neuen Dy- 
nastie und herrschte 17 (Var. 15) Jahre lang über Babylonien (nach 
HOMMEL um 1050). HOMMEI., Semiten p. 333 liest Eu/dar-Jaräkt- 
izkur^ vgl. aber Str. II 461, 15: Marduk-ia-kin-ium, und viele andere 
Namen mehr. 

CoL II, 2 f. Zur Wortstellung s. Delitzsch, Gramm. § 142. 

4. akäie. Zu SA(GAR) = akälu vgl IV R 17, 55/56 a. K. 246 
€ol. 1, 67. Auch akiu st cstr. äkäl findet sich. In den Kontrakten 
wechselt mit GAR. ZUN in phonetischer Schreibung ki-me d. i. 
wohl gewiss kenie, Plur. von l^emu «= msR Mehl; vgl. Str. 11 
24, I mit 113, 2 (beidemal folgt hkaru) und s. ferner 21, i. 29, i. 
62, I. 86, I u. s. w. In Col. IV, 54. V, 21 hat GAR. ZUN gewiss nicht 
die allgemeine Bed. „Speise** im Gegensatz zu „Trank**, sondern die 
speciellere „Mehl**, wesshalb dort kerne umschrieben wurde. Auch 
an unserer Stelle Col. II, 4 sowie IV, 47 hätte GAR. ZUN — viel- 
leicht sogar richtiger — so umschrieben werden können; dagegen be- 
zeichnet es VI, 39 die „Lebensmittel** überhaupt. — Ukaru. Für die 
Lesung des oft (z. B. IV R 25,8. 13 b. 64, 5a) vorkommenden Ideo- 
gramms BL Rlä kommt einerseits IV R 19, 61 a in Betracht, wo BL RI§ 

durch ku-ru , sicher zu kurunnu zu ergänzen, wiedergegeben 

ist — vgl auch V R 19, 28 a. b: RI§ ku^ru-un TIN = sabü hebr. «Ob 
Jes. I, 22 (RM 388, 2 in ZK II. 216 folgt auf natNfyar iikan JJ sa^ 
[^]) — , andrerseits V R 32, 25 a— c, wo eine kaäiä ükari erwähnt 
wird und dem iikari rechts unser BI. RIS entspricht Die Lesung 
iikaru wird für BI. RIS auch durch eine Vergleichung von Stellen wie 
Str. II 24, I mit 80, I {JH'ka-rfjt dessgleichen mit 113, 3 (BI) äusserst 
wahrscheinlich, iikäru (hebr. nsv', LXX clxegOf ^ 69, 13 durch olvoq 
übersetzt) ist wahrscheinlich der „Dattelwein". Vgl. Her. I, 193: dol 
di ög>i g>olviX€g .... ^x rmv xäi oirla xcA olvov xol liiXi xouvvxai^ 

5. kurmat (ideogr. PAT oder besser SUK, s. HR 39, 65a). Für 
die Lesung kurmatu oder kunimmatu und die Bed. „Speise, Nahrung** 
s. IV R 1,48a sowie ZimmeknBB, 43 und Delitzsch ebenda S. 117. 
Vgl auch NE 43, 26: kurummati u bubüti „Speise und Nahrung**. 



Joh. Jeremias, die Caltastafel von Sippor. 28 1 

Das Ideogr. kommt in den Kontrakten ungemein häufig vor und be- 
zeichnet hier allgemein Nahrung, Proviant". Str. II 24, 3 werden 
Ifhne und Hkaru durch SUK. ZUN zusammengefasst; 697, 3 steht das 
Ideogr. an Stelle des zu erwartenden epru und pßiatu Verköstigung 
und Salböl. Besonders häufig folgt es auf su/ufpl Mit SUK. ZUN 
werden auch die den einzelnen Beamten und Leuten zugeteilten „Ra- 
tionen" bezeichnet; vgl. Str. 11 Nrr. 24. 25. 317. 

la i-r/wf , Prt von rämu „lieben, Liebe erweisen, schenken, be- 
willigen", mit dopp. Acc. construirt. Gleichen Stammes ist iarimtu 
syn. ktiiu „Weihgeschenk", V R 33 Col. VI, 7 ff. Die staatliche Unter- 
stützung des Kultus ist auch sonst aus dem Altertume bekannt In 
Rom wie Athen wurden bestimmte Opfer vom Staate bestritten 
{ihHiUu d^fioreXtlg Her. VI, 57); vgl die Obliegenheiten des Fürsten 
Ezech. 45, 17 ff. Auch sonst wurde späterhin der jerusalemische Tempel 
staatlich unterstützt: so schenkt Darius (Esr. 6, 9) den Juden alle zum 
Opfer nötigen Materialien, „dass sie opfern zum süssen Geruch und 
bitten für des Königs Leben und das seiner Kinder". Vgl. i. Macc. 
'O» 39; 2. Macc. 3, 3. 

11. irfi'it Diese Fassung der Zeichen dürfte der phonetischen 
Lesung ki-it von kitu „Ende" (vgl. das in den Kontrakten häufige: 
ina ki'it la arafy ,am Ende des Monats*) wohl vorzuziehen sein. 

12. eiiu »neu* (Zeichen S* Col. II 33). Phonetisch geschrieben 
lesen wir den Stadtnamen Str. II 709, 4: Alu-ei-iu (hier eine Vor- 
stadt von Sippar?). 

17. arkänu „nachher, darnach*; vgl. Del., Gramm. § 80, c. 

21. Um L (d. i. Ziffer 50), bekanntlich (s. z. B. V R 44, 48 c. d) der 
Gott Ea. 

22. mu'/u lib-bi. Vgl. mäl{a) Höbt und mu-lu kabittCa „mein 
Liebling" Weltschöpf. III Z. 3 [Delitzsch]. — */« A-RI = Zarpänttum 
gemäss VR 44, 34c. d. Zum Lautwerte RI des Zeichens fem (edinu) 
s. Zimmern, BB 48. Jensen, ZA I, 265. 

25. pit'pa-ni, bekanntlich die Lesung, welche DELITZSCH in 
seiner Gramm, (z. B. S. 144) für diesen Namen des „Bogens** (tHid- 
fa-nu) in Vorschlag gebracht hat. 

29. tur gifnH\ tur st cstr. des Inf. II, i von 1*)n. Vgl. Asurn. 
I, 21. II, 118. VR 55, 13. 



^ Solcher kkiner Venehen, welche sich die babylonischen Schreiber in der „Eile 
des GcschSlb" haben xa Schulden kommen lassen, finden sich viele. Vgl. z. B. Str. 11 
69, t •mitukm^ni-e ftlr mu-kin-nUt (68, l); 78, 9 ku-tmm ftlr ku'si-htm\ 154, 9 Lul^tam- 
Rämmän fllr Lul^tam-mar (II, 2 von -iQ«; vgl. 176, ll); 33$, 2 fehlt nach äi in\ 
391, 3 fehlt nach gi ni\ 504, 6: bi-^a'i'e-nam-din (Ur (ina ebir) fa^bi-e t-nam-äm; 
$07, $ ist /a Tor ^f>; 508, 6 ni nach ^0; 530, i na nach ma; 534, 18 UD nach AMAR 
(auch 436, 9. 764, 1$); 696, 5 na nach a ausgelassen. 



282 BeitrSge zur »etuitischen Sprachwissenschaft 

Col. III, I. parakku (vgl. S^ 354. II R 35, 14a. b) bezeichnet 
den abgeschlossenen Raum, das Allerheiligste des Tempels, das 
aduroy; der Stamm paräku bed. „trennen, scheiden* (wovon nafraku 
Riegel, hebr. rohfi Vorhang). Synn. sind (gemäss HR 35, 14^. a.b. 

33, 64fT. a.b, in Zusammenhalt mit 28, 41fr. a): suk-ku (vgl. Sarg. 
Cyl. 54), panpan(u) und di-ti {äü). Femer: fct^^ (St. ftp abschnei- 
den?) Sams. I, 24. Sarg. St 102. IV R 55, 18 b. VR 34 Col. 1, 46. V R 
65, 17a (Av>/i/ f//u hibat tapluf^ü müiab de/üHiu); papahu II R 34, 
5a. b (PI. papaljäte, z. B. VR 33 Col. V, 10. VII, 30); massaku II R 

34, 6a. b (St. IbS ausgiessen?); parama(§(^u (zur Wortbildung s. Del., 
Gramm. § 73 Anm.), z. B. Sarg. Cyl. 49. Sarg. St. 47. ASKT 80, 16 
(wo statt i/>//, rik vielmehr ra zu lesen sein wird). 

4. bil ludet gemäss Sb 21$ Syn. won parsu; vgl. Neb. Grot. II, 51. 
VR62, 51 u. a. St m. 

6. nindaöü (Ideogr. AL^ S. 127, 49). Das Ideogr. ist zusammen- 
gesetzt aus kurmat (beachte II R 39, 65 a. b, wo auf nindaöü ki^-ur- 
ftiatii] folgt) und il^IUar, 

13» ig-me-lu {ikmelu} iktnclu}). Eine Bed. wie „zürnen, grollen" 
scheint der. Zusammenhang zu fordern. 

17. salima iriitna. Zu dieser Redensart vgl. Zimmern, BB 57 f. 
Dieselbe Wendung findet sich Neb. Senk. I, 19 {irtaiu sa/imü); vgl 
auch IV R 20 Nr. i Obv. 11, wo [retna ir]Hma ktlädsn iisa(tfjira zu 
ergänzen sein dürfte. 

20. fir-pn{bu) Sa /ja'as{aSt as)-bi\ ich wage für diese Worte 
keine Erklärung. Mit dem zu Col. V, 47 besprochenen Hrpu sowie 
mit /jasbu „Topf ^ ist augenscheinlich nichts zu machen. Eine Bed. wie 
die des hebr. St axn , wovon axll „Steinhauer**, würde dagegen vor- 
trefflich in den Zusammenhang passen. Und vgl. IIR34,6if. a.b? 

24. bal-ri (HR 62, 77c durch ebirti nari erklärt) ist hier phone- 
tisch zu lesen. Beachte insonderheit Neb. Grot II, 6 (st. cstr. ba- 
la-ar) und vgl. WB, S. 64 Anm. 3. Gleichen Stammes ist baUurtu 
HR 39, 56 e. f, Syn. von usurht. 

26. Nabü-nädin-Sum, Er wird Z. 28 ausdrücklich als ina zer 
Ekurhimuiabh „zur Familie des E. gehörig** bezeichnet. Die Erb- 
lichkeit der Priesterwürde bei den Babyloniern bezeugt Diod. Sic. 
II, 29. Ein von Herrn Prof. DELITZSCH mir zur Verfügung gestelltes 
unveröffentl. Fragm., K. 2486, welches eine alte Prieslerordnung von 
Sippar (s. Z. 13) darzustellen scheint, lautet Z. 9—12: timmanu (geschr. 
amUu UM. ME. A) müdh näfir piristi ilani rabiite apilhi ia iramntu 
ina iuppi u kan Uippi mahar ^^^ Tantal *i^ Ramm an utammalüma 
ulaftljasu enuma mar «»'^/«IJAL. Dieses zu lehrende „Wenn der Sohn 
eines Magiers** wird eine Art Katechismus der babyl. Priesterschulen 
gewesen sein. 



Juh. jEnmiu. ilie Cnllniütfel vun Kppu. 283 

CoL IV, 5 ft Die Zeilen 5—7 liessen sich auch übersetzen: „wel- 
chem die Anfertigung eines solchen Bildes [von den Göttern] be- 
fohlen und übertragen worden war^. Da das Subjcct der Zeilen 
29—34 doch wohl der Känig selbst ist, so dürfte er dies auch für die 
Zeilen 14—38 sein. Hiemach also Z. 5—7 zu verstehen? 

15. '/»NIN. SI. NANGAR. BU ist gemäss 11 K 59, 45b. c ein 
Beiname Ea's. Auch die folgenden Namen sind Epitheta dieses 
Gottes, welcher als der Protektor aller der mannigfaltigen mensch- 
lichen Künste und Gewerke galt: s. 11 R 58 Nr. 5. Das Ideogr. bringt 
Ea in Verbindung mit dem Gewerbe der „Metall-, Stein- und Holz- 
arbeiter". Den vorletzten Bestandteil unseres Götterideogramms bildet 
das in seiner assyr. Form scheinbar aus sal und u zusammengesetzte 
Zeichen mit dem Lautwerthe na(n)gar (s. AL' 46 zu S' Co!. IV, 4). 
Nach einer Mitteilung Dr. Jensen's an Prof. Delitzsch ist jener 
gene^ nnngam mit arab. iIaj zu identiticieren. JENSEN hat da- 
mit ohne Zweifel das Richtige getroffen, und zwar wird der assyr. 
Berufsname, was die grossere Allgemeinheit seiner Bed. betrifft, vor 
allem dem aram. khjJ gleichzustellen sein. Auch die Kontrakttafeln 
erwähnen den Berufsnamen ""tlinaagam (z. B. Str. II 416, 4}. Die 
Bed. der das Ideogr. NANGAR cinschliessenden Zeichen SI und BU 
ist mir noch nicht klar. S. noch 11 R 37, 57 c. d. 

16. </«GUSGIN. TUR. DA (oder BANDA) d. i. iiit hwäfi ntlH 
bez. '^ffuräfu ruiiü; so heisst Ea gemäss HR 58,653— c. vgl. 66d, 
als Hort der Edelmetalle und Schirmherr der dieselben bearbeiten* 
den Gewerke, obenan der Goldschmiede. 

17. '^NIN. KUR. RA d. i. fiel iadi „der Herr des Gebirges", 
ein Name Ea's als Hortes der Edelsteine; s. HR 58, 68 f. d. Auch 
Rammän wird oft (vgl. HR S9,43d— f; ASKT 131 Nr. [8 Rcv. j) der 
„Mann oder Herr des Gebirges" genannt. — ''"NIN. ZADIM d. i. b^i 
sa-siai, s. Sb 163 u. vgl. IV R 25, 37a. Nach einer Mitteilung von 
Herrn Prof. Delitzsch „Ist HR 58 Nr. 5, Z. 64 -v-nIN. ZADIM in 
der zweiten Spalte noch erhalten. Der Gott Ea ist hiernach auch der 
Schutzgott der sa-si-ni, einer Berufsklasse, welche in dieser phoneti- 
schen Schreibweise auch sonst vorkommt". 

25. E. KAR. ZAGINA d. i, „Haus mit krystallener (?) l 
lung", eine Umschreibung für ß-öaddara} 

27. piJu imsima. Das Wasser des Euphrat* wurde auct 
zu magischen und religiösen Zwecken verwandt. Vgl. NE < 
{ma när fitraM iinsü käliSitnü). K. 44 Obv. 5. Der Kuphr; 
den Babyloniern der heilige Fluss (vgl, Salm. Co 103, v 

* Dm mit Wu«r dei Enphnl die Wuchuog »olUogtn wurde, darf i 
der (opogimphiicbea Nolii In Z. a6 geschloucD weiden. 



284 BeitrSge tar semitiachen Sprachwissenschaft 

König ^an der Quelle des Euphrat** opfert), wie den Ägyptern 
der Nil, den Israeliten der Jordan. Reinigungen von Mund und Hand 
haben religiöse Bedeutung: Reinheit ist Erweis und Ausdruck der 
Herzensfreude, Spiegel der inneren Reinheit, sie ist Voraussetzung 
aller gottesdienstlichen Handlungen (vgl. Her. I, 198). Müssen ja selbst 
die Götter vor der ihnen vom König bereiteten Mahlzeit ihre Hände 
reinigen; s. IV R 13 Nr. 2: „wasche [o Adar?] deine Hände, reinige deine 
Hände; die Götter, deine Geschwister, mögen ihre Hände waschen, 
ihre Hände reinigen". 

29. nike\ nikü bedeutet zunächst „Trankopfer" Sintfl. 147. II R 45, 
41. 42e.f: nihü ia hkari, likar niht^ gemäss derGrundbed. des Stammes 
fTp3, nämlich „leer sein, leer machen, ausgiessen"; vgl. hebr. r*»g5t3 
„Opferschale*', syn. p'JtO. Zu dieser Bed. von nihü stimmt die Glosse 
S^ 89 ni'Sakf vgl. 705 „ausgiessen". Nikü erhält dann aber die allge- 
meine Bed. „blutiges Opfer**, so besonders oft in Verbindung mit LU: 
„Lammopfer**.* Sb 185 hat nikü links die Glosse h-gü-ie, nach DE- 
LITZSCH zusammenhängend mit lakälu „morden, vertilgen** (wovon 
ntaigaiu V R 17, 44f. c. d).** Die Glosse würde hiemach nikü als 
vicäma {hostiä) bezeichnen. 

30. gnma(ilje (so dürfte das Ideogr. GUD. MA5^' zu lesen sein) 
term. techn. für die „Opferstiere" (alap-nike II R 44, 1 1 f). Vgl. Khors. 
168. IV R 23, 9/10 a. Alle Opfertiere mussten von kräftigem 
Körper sein; darauf weist vielleicht auch der wiederholt vor- 
kommende Ausdruck nilce talri(}ti^ was ich „Opfer von gewaltiger 
Kraft, kräftige Opfertiere" deuten möchte. Dass auch die Forde- 
rung der Makellosigkeit bestand, folgt aus den häufigen Attri- 
buten ebbu (Her. I, 183: xa tiXsa xmv XQoßatmv), hiklulu (ideogra- 
phisch SU. UL Neb. Grot I, 16. II, 26. III, lO; IV R 25, 55/s6b). Be- 
züglich des Geschlechts scheinen nicht, wie in Israel, bestimmte Vor- 
schriften bestanden zu haben; sicher aber wurden meist männliche 
Tiere geopfert. Feilich lesen wir neben LU nik^ ebbuti auch LU 
nike ebbeti (Sanh. Bav. 33). In diesem Zusammenhange finde auch 
eine Bemerkung über das Alter der Opfertiere ihren Platz. Nach 
Herodot wurden auf dem goldnen Altar im Beistempel yaXaDriva 
„milchsaugende Tiere" geopfert. Dass auch einjährige Tiere geopfert 
wurden, besagt eine Str. II 699 veröffentlichte Rechnung über Opfer- 
tiere, die an den Tempel Ebabbara abgeliefert worden waren. Dort 



* Möglicherweise ist LU auch nur blosses Determinativ wie vor finu (vgl. TP 
II, 52. Asum. I, 52 Salm. Ob. 137}. Sb i Col. m, 11 ist LU durch im-me-ru „Lamm" 
erklärt 

**" Semitische Glossen (Paraphrasen) finden sich auch sonst in Sh: Z. 89 m-sak ^ 
mUüi Z. 109 itU'U — ei/u\ Z. 282 H/a — r/Hu „Wasserrinne" (t'W»); Z. 359 xw-^iir — 
kimmatu „PflanzenhüUe" (*inO „umschliessen'*}. 



Joh. Jeremies, die Cultostafel von Sippar. 285 

werden als Opfer für Samas 3 afil laiU (geschrieben A. MU) „drei 
einjährige" Stiere abgeliefert 127, 4 wird ein alpu Itiklulu apil iatti 
genannt; desgl. 768, i. Bekanntlich bestanden auch im israelitischen 
Opferritual Vorschriften, einjährige Tiere zu opfern: vgl. Ex. 29, 38. 
Num. 28, 3. 

31. LU. SE. SIG(?). GA d. i. in wörtlicher Übertragung: immeru 
maru damicu, SE mit der Aussprache ni-taf} bedeutet nach II R 32, 
66f.a.b marü „fett, gemästet" (siehe Zimmern, 6B 16). Dass das 
ganze Ideogramm Collectivbed. hat, lehrt das Adj. kabrütu — /A- 
kima. Für „opfern" giebt es im Assyrischen verschiedene Ausdrücke: 
ifthi nik^ Salm. Co. 82. VR 3, 112. IVR 32 Col. III, i {epei nikasi); 
vgl griech. kga ^^^Biv, hebr. b trOT\ nadänu zibü TP VII, 52. Asurn. 
I, 25. VR 3, 114; tabaf^u Sintfl."68 {ana iläni rabüte ut^bbif} alpc); 
kunnu mndabü IVR 32 und 33 passim; fuhe $abätu oder zibü rDT Salm. 
Co. 28 f. Asurn. III, 89 (die Lesung azbi ziehe ich Vor, doch beachte 
(lir asbat die Analogie des hebr. npb); iumfyiru Asarh. VI, 31. Khors. 
168; larähu VR 7, i; zancmu Asurn. I, 23; hOlumu III R 13, 41. 
Für das Trankopfer sind neben nakü (V R 52,65 a. Sintil. 147. Sarg. 
Cyl. 60, Vgl II R 45, 40 e. gebräuchlich: ramäku HöUenf. Rev. 48 
(vgl. IHR 67, 6^ c. d. II R 32, 8 e. f, u. s. w.); muß^fyuru mu^uru oxovd^v 
cxivdsiv AL^ 121 Nr. 10, 3; sirka saräku Sarg. Cyl. 60 ; saläf^u IV 
R 66, 9b; iapäku in den Reinig^ngsopfem. 

33. ubuntu; von JENSEN in ZK II, 31 als „herba, quae edi po- 
test, in caerimoniis saepius usurpata" bezeichnet Hal^vy vergleicht 
talm. pwe und übersetzt „Bohne". Zu den von Jensen 1. c. ange- 
führten Stellen vergleiche noch IV R 62, 59 a: RIK. GIR u ubunta ta- 
tabak iikara u karäna AiffaHi „Dolchkraut und ubunta sollst du hin- 
streuen, Dattelwein und Wein ausgiessen." Nach dieser Stelle scheint 
ubuntu ein wohlriechendes Kraut zu sein. 

54. ina libbi\ leitet wie hier, so oft in den Kontrakten die ein- 
zelnen Posten einer genannten Summe ein. Es entspricht dann etwa 
unserm „davon, bestehend aus". Vgl. z. B. Str. II 694, 24 f.: napf^ar 
XXIII i^c ma libbi VII isu eihi XVI isu labiru: im ganzen 23 Holz- 
gerate: davon 7 neue, 16 alte. 

55. GAR. NI. DE. A, Ideogr. noch unsicherer Lesung und Be- 
deutung. Es bezeichnet eine Opfergabe, wie hier so oft (z. B. IV R 
23, 59b. 64, 3a; an beiden Stellen folgen äiipu und f^etu, das Ver- 
bum ist taiakan). Der letzte Bestandteil des Ideogramms, DE(-ö), 
wird Sb 91 durch likitum, HR 45, 39. 41 e. f durch mkü {ia ükari), 
IV R 26, 4i/42b durch tabäku erklärt — alles Bedd., welche in den 
Zusammenhang von Opferspenden recht gut passen würden, pur 
schade, dass die beiden vorstehenden Ideogrr. GAR und Nl dabei 
dunkel bleiben. Am wahrscheinlichsten will es mich bedünken, dass 



286 Beitrige zor semitischen Sprachwissenschaft 

in allererster Linie NI „Fett" in dem Idcogr. zu suchen ist, denn in 
einer Liste von Opfergaben wird doch das „Fett** kaum fehlen. Ob 
aber fiir GAR. DE. A an AL* 127, 44 erinnert werden darf, wo diese 
drei Zeichen durch öiöiu erklärt werden {bibü iamni}\ steht dahin. 
CoL V, 2. i(tmmuSKRpi\ II R 42, 71C. d wird iamnmSAR durch 

liiän kalbt „Hundszunge** xvviyXmttov^ (vgl arab. >,yJÜCtl ^wJ) er- 
klärt Doch folgt hieraus noch nicht ohne Weiteres die absolute 
Gleichheit von ^ammu SAR und /iiän ka/bi; die letztere Pflanze war 
vielleicht von den Assyrern nur ab und zu, weil eines der haupt- 
sächlichsten ^<»»»«»« SAR-Gewächse, geradezu so genannt worden. In 
unserm Falle protestirt schon das Pluralzeichen hinter iämmuSAK, 
gegen eine solche engbegrenzte Fassung. Da iammu „Pflanze, Kraut, 
Gewächs überh.** bedeutet, SAR aber (u. a. =■ arib/, pn^) alle Arten 
Gartengewächse bezeichnet, wie es denn den Namen derselben 
determinativisch nachgesetzt zu werden pflegt, so scheinen mir iammm 
SAR// „Gartengewächse** überhaupt zu bedeuten, wie solche in der 
„Opfertafel" II R 44 Z. i — 6g. h aufgeführt sind (Gurke u. s.w.). 
Auch in den von Bezold mitgeteilten „Hemerologien** (ZA III, 243 ff.) 
lesen wir: iammuSKR. kiri iikul „Gartengewächs des Gartens (eig. 
des Baumgartens) esse er** (S. 246, 21. 248, 13). 

5. »V«A. A, die kallahi rabiiu beltu rabttu^ die „hehre Braut, die 
hehre Gemahlin** des Sonnengottes, auch seine litrUi narämtu „Lieb- 
lingsgemahlin** (ZA II, 136) genannt. Vgl. die Bemerkungen La- 
TRiLLE's, Jensen's, Teloni's in ZA II, 357. 204. III, 161. Mit der 
Göttin A. A, ihren Eigenschaften und den dieselben ausdrückenden 
mancherlei ideographischen Schreibweisen beschäftigt sich II R 57, 
II --31a. b. ScHRADER liest »/«A. A phonetisch Malkatu, 

6. »/«BU. NE. NE. Wesen und Amt dieses Gottes erschliesst 
V R 65, 33ff. b: er ist der sämid parc Icardüti Sa lä initaf^ birkähtn 
„der die kräftigen Maultiere anschirrt, deren Kniee nimmer er* 
matten**. Auch III R 65, 30b erscheint er neben i^»*^ama} und »'/»A.A. 

7. a^u zitii, s. zu Z. 35. 

10. sünu. Die Aufführung der von den Opfertieren den Prie- 
stern zufallenden Teile ist sehr interessant. Die Priester von Sippar 
erhielten die Lenden, Fell, Rippen^ Sehnen, Bauchlappen, Gekröse, 
Knöchel, sowie einen grossen Topf Fleischbrühe. Aus der Erwäh- 
nung des letztgenannten Anteils ergiebt sich die Thatsache, dass die 
Opfertiere gekocht* wurden (gemäss der Vorstellung, dass die Opfer- 
speisen von den Göttern genossen würden; vgl. IV R 17, 56a: akaÜu 
akul nigähi viuf^ur: „iss seine Speise, nimm an sein Opfer**). Nach Lev. 



* Dies scheint auch in Israel in älterer Zeit Sitte gewesen tu sein; Tgl. i. Sam. s, 14. 



Joh. Jeremias, die ColtosUfel Ton Sippar. 287 

7, 8 gehört dem israelitischen Priester die Haut; vgl. Jos. antt. III, 
9, l: rag öogag rmv legdcop Xaiißavovxcav, Nach Lev. 7, 32 erhält, 
er vom Hebopfer die Brust (ntn) und die rechte Schulter (phttj; vgl. 
Lev. 7, 35. Num. 18, 18). Nach Deut 18, 3 ^rhielt der Priester vom 
Schlachtopfer Bug, Kinnbacken und Magen. In der Opfertafel von 
Marseille werden als dem Opferer zukommende Teile bezeichnet: 
rw Fell (d. i. maihi); Mb» Lenden (sünu); D*»)3:^ft Füsse {hursinnäti)) 
m» •>inK Reste {kiröu). — Mit den Opferteilen beschäftigt sich 
näher K. 4405 (d. i. II R 44) Col. II— III. Dass es sich hier um die 
bei blutigen und unblutigen Opfern darzubringenden Gaben handelt, 
hat Delitzsch (WB, S. 45) erkannt Es werden auf diesem Täfel- 
chen die folgenden (durchweg mit dem Determ. ^^ versehenen) Teile 
des Opfertieres genannt (II R 44, 14— i8g. h. i— 5e. f): kakkaduKo^i\ 
kiiädu Hals, Schulter; päht Seite (Ideogr. ZAG; s. auch IV R 23, 
61 b. 64, 7a); irtu Brust; silu Rippe; sünu Lende; I?. KUN (viell. is 
zibbati^ is st. cstr. eines dem hebr. n]pf entsprechenden /.w, esü} also 
die Wirbelknochen des Schwanzes?); esett seru Rücken (zum Ideogr. 
s. II R 48, 52 c. d. K. 4378 Col. VI 30; zur Bed. wenigstens im All- 
gemeinen s. II R 37, 61 e. f: esen scru = seru)\ zibbatu Schwanz; 
libbu Herz; kariu Bauch; (§aU Eingeweide (syn. tertu, s. II R 27, 
46c. d; vgl. auch IV R 64, 58a); es folgen dann drei mir noch dunkle 
Körperteile (darunter Ijäni), und endlich irrum saf^ruti (so möchte 
Deutzsch das Ideogr. SA {iibbu) NIGIN im Hinblick auf II R 20, 
19c. d lesen), k€iHtu Niere, irru (s. hiefür 11 R 20, 8 ff. c. d) und Icur- 
simtäU Knöchel 

12. miUl, st cstr. von miUu „Hälfte**, von maiälu „gleich sein** 
(s. V R 47, 33 a, wo tmü nw durch maiälu erläutert ist). Vgl. Del. 
Gramm. § 77. In den Kontrakten findet sich häufig der Ausdruck 
ma müii iatä in der Mitte des Jahres (opp. ina rei iatti zu Neu- 
jahr), z. B. Str. II 48, 12 f. 

15. dilcäru. Zu dieser Lesung des Ideogr. DUK (d. i. karpatu 
„Gefäss**) KAM s. K. 4378 Col. IV, 17. Ein Syn. ist ummäru, II R 
44, 55 ist dikaru durch maltu rabü „grosses Trinkgefäss** erklärt Vgl. 
auch Prof. Haupt*s Ausführungen oben S. 68. Die von Hal^vy 
neuerdings vorgeschlagene Fassung von dilcäru als „grand repas, 
festin** ist augenscheinlich verfehlt 

17. käribu, wohl der „Opferer**, der ein Opfer „Darbringende**. 
Sintfl 152 wird der Opferer bei nike^ in der Opfertafel von Marseille 
rar b:^a genannt, nachbiblisch p"ipn b^. 

ki pi in Übereinstimmung mit, gemäss; vgl. Del., Gramm. 
§ 81, c. Oft in den Kontrakten, z. B. Str. II 566, 9. 668, 16. 715, 13. 

19. üle (oder ükäti}), Plur. von iH«, isku. Durch is-ku (eine 
Var. bietet iJ-ku) wird das Ideogr. IS. SUB. BA II R 39, 49c. ^ er- 



288 Bdtrige cor ic mi tisc h en Sprachwissenschaft 

klärt (SU6 ist dort fölschlich als Glosse eingeklammert). Voraus 
geht zi'it'tum; es folgen, zu Einer Gruppe vereinigt, ip (sie!) -ru Nah- 
rung, püiatum Salböl, lubtdtum und nalbalu Kleidung. Str. II 380; 
3. 7. II lesen wir ühu in gleicher ideographischer Schreibung neben 
mkasu Schatz, Geschenk (zum letzteren Wort vgl. AL' 127, 52, wo 
IdSiu „Geschenk" vorausgeht). Dass ühu „Einkommen, Vermögen, 
das jemandem zufallende oder zugefallene Teil*' bedeute, scheint aus 
Str. I 42, 13 hervorzugehen: itti iShu biti u amelüii „nebst dem Ver- 
mögen an Haus und Sklaven". Ob ühu (islu) Fessel (z. B. V R 
3, 59) mit diesem üku {isku) etymologisch zusammenhängt, lasse ich 
dahingestellt; ühu „Fessel" möchte ich am liebsten mit dem hebr. 
St piD> combiniren. Prof. Delitzsch macht mich auf seine Aus- 
einandersetzung auf S. 228 dieses Heftes der „Beiträge" aufmerksam 
und bemerkt dazu nachtragsweise Folgendes: „Das Subst üku^ ishu 
„Besitz, Teil, Einkommen" liegt gewiss auch vor an den S. 228 citir- 
ten Stellen Tig. I 47. Asarh. IV 57. I R 27 Nr. 2 , 52. Denn ob-, 
schon an diesen und andern Stellen, wie Khors. 171. Sarg. Annalen 
417 f., eine Bed. wie die von mir dort angenommene passen würde, 
so können dieselben doch unmöglich von den hier besprochenen 
getrennt werden. Man wird also Asarh. IV 57 einfach zu übersetzen 
haben : „all den Besitz und Beute, welche Asur zum Eigentum meiner 
Herrschaft verliehen hatte**, und dem entsprechend die übrigen alle. 
Auch WiNCKLER übersetzt an den Sargonsstellen „Anteil" bez. „Ein- 
künfte". Beachte auch II R 65 Rev. Col. IV 20: ü-ku gi-na-a . . . 
ukinhmüü. Die von mir 1. c. vorgeschlagene Herleitung sämtlicher drei 
Nomina üku (eiku) i) „stark**, 2) „Fessel" und 3) des in Rede stehenden 
üku von einem Stamme mit der Grundbed. , binden* wird an sich 
dadurch nicht berührt, denn bekanntlich kommt auch kisru «Besitz, 
Teil** von einem Verbum des Bindens. Indess wird das assyr. isku^ 
iiku doch wohl dem targ. tX^X^T „Habe, Gut** unmittelbar gleich- 
gesetzt werden dürfen, sodass für dieses üku der Stamm ptXP (hebr. 
pOT) feststehen würde**. 

20. fl#i/A^TU. E {fntuyu'tu, Abstraktbildung auf ütu, nicht Plural 
Vgl. AL^ 134 Nr. c, 19, wo dem VJ orte päiilutu „Stand, Genossen- 
schaft* bez. „Arbeit, Dienst der Ölsalber" NAM. LAg (LU5) ent- 
spricht Solcher Abstraktbildungen auf üäi wird in den Kontrakten 
eine grosse Anzahl genannt: amiiuuipariUu (Str. II 302, 2. 898, 2); <^^** 
mukmütu (343,2) Zeugenschaft; omiluptala^ütu (968,4); »milukeputu 
(456,2.658,2); <^il^ amelütu (passim); «w^/«NI. TUK-k-Zm (607,7); 
«••l/«MAN. DI. DI-«-A^(630, 10. 898, 8). Die üke der amiiuTU. E-u-tu 
werden auch sonst wiederholt erwähnt; s. Strassm.*s Wörterverzeich- 
niss Nrr. 3912. 9029. Meine Übersetzung „der Genossenschaft:" etc. 
will hier wie in Z. 25 dativisch verstanden sein: seil, verwilligte er. 



/ 



JoK JeremiM, die Caltostalel von Sippar. 289 

25. näi-patrütu. Das Ideogr. {amüu) GIR. LAL «=» näi fapi ist 
bekannt (s. z. B. AL' 129, 96). „Dolchträger** war, wie unsere 
Stelle lehrt, nicht nur der Name einer militärischen Waffengattung, 
sondern auch einer Klasse des Priestertums. Es mag dies der Grund 
sein, worauf mich Prof. Delitzsch aufmerksam macht, dass in der 
Liste von Berufsnamen II R 31 Nr. 5 des nä$ patri zweimal (Z. 36a 
und 88 b) Erwähnung geschieht. Das zweite Mal folgt unmittelbar 
darauf, ergänzt durch das Fragment Sm. 56. der omkiuna-ki-su (Z. 89) 
und der f>"l/«MU. E (^'Z^) MAS (Z. 90) d. i. vieUeicht: lal lange 
„Diener lies Priesters", während Z. 85 und 86 die an amkiu1\3, E 
unseres Textes erinnernden Amtsnamen «»l/«TU. KAL. KAL und 
omUu'YK}, IGAB. GAB vorhergehen und diesen hinwiederum der «^^^ 
rab nikasi* (Z. 84), alles Namen, die dem priesterlichen Dienst näher 
zu stehefl scheinen als dem militärischen. — tsu „klein, gering**; 
s. Del., ^B, S. 229. Ggs. ruddü vermehrt (St rm II, i „hinzufügen", 
syn. e^epu „verdoppeln**). 

30. ina pa-an. Die genaue Bed. dieses Präpositionalausdrucks 
an unserer Stelle steht noch dahin. Auch in den Kontrakttafeln 
erheischt dieses ina pdn (z. B. Str. II 127, 9. 754, 3 u. oft) noch eine 
Specialuntersuchung. 

32. Mrubtu Einkommen, Einkünfte, eig. „was eingebracht wird**, 
vom St aiKj. Vgl ASKT 68, 17 ff.: iürubtum if*tm, lamaiiamme, 
suluppi Einkommen an Getreide, Sesam, Datteln. Als Ideog^. dient 
hier wie öfter MU. UN. DU „was einkommt*'. 

35. al^u zittL Wie fast immer in den Kontrakten, ist auch hier 
(wie Z. 7) ßiUu mit dem Ideogr. ^A. LA geschrieben (für die Gleichung 
^A. LA »» sittu s. II R 40 Nr. 4, 51 : ktmük zitti). Ebendieses Ideogr. 
entspricht ohne Zweifel dem Worte züit-tum auch II R 39, 48 c. d, 
wo es zwischen puirü (d. i. JFiabe, Besitztum**, buiü^ s. AL' 127, 45. 
46), gimülu baläii einer- und isku (s. oben zu Z. 19) andrerseits ge- 
nannt ist Mit phon. Compl. tt lesen wir ^A. LA Str. I 41, 5. II 
17, 5. Für die Bed. dieses schwierigen, von PiNCHES, TSBA VIII, 
288 unter Vergleichung von arab. A-. mit „property** übersetzten 
Wortes wage ich noch keinen Vorschlag (meine Übersetzung ruht 
lediglich nur auf einer dem Zusammenhang angepassten Vermutung); 
das Eine aber scheint mir sicher, dass mit diesem zütu das Wort zittu 
„Trauer**, obschon ihm das nämliche Ideogr. QA. LA eignet, nichts 
zu thun hat Für das letztere Wort s. V R 16, 5 cd {zittum^ hiermit 
dem Ideogr. PAP. gLAL, folgt unmittelbar auf ikktUum „Wehklage** 
und idrättu). In ähnlicher Verbindung wie idirtUj bikUu^ nissaiu^ bar-tu 
„Aufstand**, JfiijUu lesen wir auch dieses sittu im babyl. Kalender V R 
48, 24 c. 17 f. Sein Stamm ist ^äT; vgl. Sc 292 zuunu (Ideogr. TAG, 

Btitfif« mr tcait. Sprachwistcocdiaft. L lO 



2Q0 Beitrige stir sfwitifchen Sprachwissenscliaft. 

SLUch'^iadä^ma^uu.R.m,, anderwärts als Ideogr. für (adä^ und 
lapätu gebraucht). 

42. pullen Furcht, hier vielleicht i. S. v. „Gottesdienst" (vgl. 
talm. inblfi). Die phonetische Lesung der beiden vorstehenden Zeichen 
iS'ku ist sehr fraglich. 

43. fubät]carbU Opfergewand (also Syn» von subät nikf, V R 
28, 20 c. d)? PiNCHES fasst Kar-Bit als abuttu biti und übersetzt: 
„vestment of the service of the house"; aber abuttu bedeutet „Fessel", 
nicht „Dienst" (rrjha;). 

44. ikriUu. PiNCHES: „brightness" („from the Accadian Ur^ a 
value of BU"). Dies ist unmöglich, schon wegen des Spir. lenis. 

45. fubätf^ullänu. Das nämliche Wort, jedoch mit Determ. v», 
oft in den Kontrakten: Str. 11 137, i. 143, 1. 164, 14. 252, 5, 660, 1.694,4. 
696, 5). 660, 1—3 wird ein ip»fyillänu zum irht ia H^iamal gegeben. 
Stamm ist bbn „durchbohren, aushöhlen" (vgl. auch (liliatum 664, 5); 
'/«<5^<^mi^ bezeichnet also einen hölzernen, hohlen Gegenstand. PiNCHES 
(TSBA 1. c.) liest f^ullatu und übersetzt joy" („a Semitic form of 
the Accad. guUaf*), 

46. nibi^u. PiNCHES: „curtain" Gardine. V R 28, 40 ff. findet sich 
unter den Synn. für „Schlinge, Schleife" auch nib^u (s. WB, S. 70). 
Zu nibi^u vgl. noch Str. II 78, 20. 547, 4f : ana mbi(}i ia il^Samai 
u kusitum ia '/»A. A (kusitum Hülle, Kleid, hebr. n^D:9). 

47. TUK Dass TUK. ZUN die „Wolle" bedeutet, geht un- 
zweifelhaft aus Stellen hervor wie Str. 11 952, 14: TUK. ZUN iitu 
gizzi ia senu ia Da-di-ia r^e ttadnu „die Wolle wurde gegeben von 
der Schur der Schafe des Hirten Dadi*a"; Str. II 754, 2: „so und so 
viel TUK. ZUN titu gizzu ia senu ia ina pän N. N." Giszu ist 
natürlich das hebr. ta, rm „Schur". Im Hinblick auf $ AB und $AB 
ZUN, beide « ummänu „Heer", werden wohl auch die beiden Ideo- 
gramme TUK und TUK. ZUN völlig identisch gebraucht worden sein. 
Was ist nun aber der assyr. Name der „Schafwolle"? Da IV R 7, 
a8 — 31b, verglichen mit VR 14, 25 d (Sb 240), idlcu als einen Namen 
der Rohwolle zu erweisen scheint; da gemäss IV R 7, 48b sirpu eben- 
falls Wolle, und zwar solche wie sie der Weber verarbeitet, bedeutet 
(unzweifelhaft) „gefärbte Wolle", s. sofort); und da tndWcli napäsu, na- 
bäsu ein dritter Name der Wolle ist, aber gewiss nur der Name der noch 
ungefärbten Wolle (daher die häufige Redensart in den historischen 
Texten: „mit ihrem Blut kima napäsi iadü lü a^rup färbte ich den 
Berg wie Wolle"), so schien mir sirpu einstweilen die nächstliegende 
Lesung für das Ideogr. TUK. Endgiltig ist damit noch nichts ent- 
schieden. Noch sei bemerkt, dass gemäss V R 14, 1 5 e. f sirpu auch 
ein gefärbtes Kleid gleichviel welchen Stoffes bezeichnet (das Wort 
wird an dieser Stelle mit sibütum^ St M^as, und iimtum eng ver- 



Joh. Jeremias die Caltostafel von Sippar. 20I 

bunden). — tabarru. Wie hier, wird auch in den Kontrakten TÜK 
tabarru häufig (z. B. Str. 11 664, i f.) mit TUK takiltu zusammen ge- 
nannt: es wird also, wie takiltu, einen besonderen Farbstoff bezeich- 
net haben, dann vielL auch auf die mit diesem Stoffe gefärbte Wolle 
übertragen worden sein. 

48. takiltu, hebr. Mbppi violetter oder blauer Purpur. 

Sa tiltu. n R 35, a/ff'a. b ist ein Subst te-el-tum (St rbsi), als 
Syn. von tanattum (lKi3) genannt PiNCHESi l c, übersetzt „place^ 
(„evidently a synonyme oft tupkt^). 

CoL VI, 14. pakri. St npfi, s. zu Z. 37. 

19. ^iAikalü. Für kalü (ideogr. US. KU, LA. BAR, SUR d. i. 
das S^ 288 bez. HR 21, 41. 46c genannte Zeichen) als einen 
Namen des ,J^riesters*' oder „Magiers'' vgl. bereits Zimmern, BB S. 28 
Anm. 2. Prof. Delitzsch bemerkt dazu: „Dass ka^ und lan^ Synn. 
sind, lehrt besonders klar das mit ebenjenem SUR gebildete Ideo- 
gramm fiir iangamma^ oder „Oberpriester'* II R $8 Nr. 6, 70/72. 
m R 68, I2e.f und (Jensen's Erklärung dieser Stelle in ZK I, 292. 
n, $1 ist nicht länger haltbar) IV R 8, 51b {ian^amma^äküma „der 
Oberpriester bin ich'', nicht, wie Jensen liest und übersetzt: aJH kalä 
s,ira rubä „toUo vas augustum sacrum"). Näheres im WB*'. 

21. Earimanni d. i. „Ea, erbarme dich meiner" {rim Imp. I, i 
von Dl^'i), einer der vielen babyl. Eigennamen, welche ein gewichtiges 
und schönes Zeugniss für den tiefreligiösen Sinn der Babylonier 
zb\tgen,^sukallu oder sukkallu (Ideogr. LU]^ bez. gUKKAL Sb jj, 
vgl IV R 14 Nr. 3, 2). Da das näml. Ideogr. Sb j6 durch müü 
„waschen", II R 2$, 3ie. f durch päiiiu „Salbender* erklärt wird, so 
könnte neben sukallu auch päh'Su in Betracht kommen, eine Priester- 
klasse (V R 23, 5id), welche möglicherweise mit der der kisaUu^^ 
(V R 13, 2a. b) Eins ist; der letzteren Zunft lag die Salbung des 
Tempelfussbodens ob. Vgl. übrigens auch hebr. Tjßi'i, Ttg\ Der Be- 
nifsname suk(k)allu bed. etwas wie „Botschafter, Geschäftsträger". 

31. ia iiprkti. Ein Syn. von iipirtu ist bekanntlich egirtu, 
rnm (vgl Delitzsch, Prolegomena S. 148 F.). Für das ia s. Del., 
Gfamm.§i23. 

37. upakkarüma. St npfi, gemäss ASKT 6j, 5fr. (II R 40, 27 f. g) 
Syn. von ragamu (pugurrü und rugummii haben dort Ein und das 
nämliche Ideogramm). Das Verbum ragamu hat eigentlich die Bed. 
„rufen, clamare" (Sc 316 — 21 syn. Sagämu, iasü, kidü); in der babyl. 
Geschäftssprache erhielt es dann die nuancierte Bedeutung „wider- 
rufen, reklamieren". Vgl die sehr häufige Phrase ia iraggumu um- 
ma eklu iüatim ul nadinma kaspu ul ma^r „wer reklamiert, indem 
er spricht: dieses Feld ist nicht verkauft, Geld ist nicht empfangen 

19* 



292 Beitrige sar semitiscben Sprachwitseiischaft. 

worden^ In einer alten Kontraktformel (ASKT 6^ oben) heisst es: 
ana arkht üme amelu ana amili ana la etU ana la ragame fdi ili- 
hmu itmü nü iarrüunu ana a^äm^} ishurü „fiir zukünftige Zeiten, 
einer dem andern, als unabänderlich, unwiderruflich schwuren sie beim 
Namen ihres Gottes, schwuren sie gegenseitig beim Namen ihres 
Königs". Talm. npft» bed. „freigeben, für herrenlos erklären, ver- 
äussem**. Näher besprochen hat diesen juristischen Ausdruck Peiser 
in ZA III, 69 ff. 

39. nuiurrä, St *W^ „zerreissen, zerstückeln **? Das Subst nu- 
iurrü muss etwas wie „Abstrich, Abzug** bedeuten und scheint mit 
nihrtu verwandt zu sein. S. für dieses letztere Wort Mich. II, 15: 
nüirta kissata {ftp „abschneiden**); ebenso III R 41 Col. II 6. 43 
Col. III '21. 

4a ana pif}äti tmannü. Vgl. III R 41 Col. II 2. 

51. ii/iaktt; so, nicht Ullapit^ zu lesen im Hinblick auf IV R 
12, 41 ; 41 Col. III, 37 u. a. St. m. 

52. bubüiu „Hungersnot** ; zum Idecgr. ÖA {iibbu) GAR. E s, 
K. 246 CoL II 22. HR 39, 55c d. AL' 128, 89 (Synn. Ipdä^u und 
kaHaltu), 

55. libira a-a irii. Zu diesem Fluche vgl. ALFRED Jeremias, 
die bab.-ass. Vorstellungen vom Leben nach dem Tode, S. 47 f. 



über die beiden Halbvocale v und /. 

Von 

Paul Haupt. 

Im dritten Hefte des zweiten Bandes der Münchener Zeitschrift 
für Assyriologie habe ich einen langem Aufsatz über den Halbvocal 
sr im Assyrischen veröffentlicht. Das Manuscript der Abhandlung 
wurde am i8. Juni vorigen Jahres * an die Redaction abgeschickt 
Inzwischen ist mir, als ich NöLDEKE's Besprechung von Delitzsch's 
ProUgomena in ZDMG. XL lesen wollte, PHlLiPPrs Aufsatz über die 
Aussprache der semitisc)ien Consonanten 1 und ** (in demselben 
Bande der Zeitschrift, pp. 639—654) bekannt geworden^. Zu irgend 
welcher Änderung meiner ZA 11, 2 59 (f. vorgetragenen Ausfuhrungen 
bietet dieser (sich nicht besonders ansprechend lesende) Artikel keine 
Veranlassung. Die richtige Anschauung über die beiden Halbvocale 
1 und *t meine ich schon seit Jahren gehabt zu haben. Das beweist 
meine Transcription ^ und |, die ich, soviel ich weiss, zum ersten 
Male für das semitische 1 und ** angewandt habe. Vgl. meine im 
Herbst 1879 geschriebene Besprechung von Hommel's Jagdinschrtf- 
Uh ZDMG. XXXIV sowie meine ASKT. 184, Nr. 81. Die Umschrift 
ia hat dann auch Zimmern in seinen Busspsalmen und Latrille in 
seinem Naboned von mir angenommen. ' Die Behauptung Philippi' s 
(S.645 unten), dass unter* sämmtlichenSemitisten noch eine trau- 
rige Verwirrung unter ** den Lauten herrsche, geht wohl doch etwas 
zu weit. Andrerseits glaube ich, dass PHlLlPPl die Verhältnisse in 
allzu rosigem Lichte sieht, wenn er meint, dass die lautphysiologi- 
schen Arbeiten der letzten Jahre, besonders die von SiEVERS, den 
Seroitisten nicht unbekannt seien. Ich möchte wissen, wieviele Se- 
initisten SiEVERS* Phonetik studirt haben ?^ Wohl kaum ein halbes 
Dutzend! Bei Gesenius-Kautzsch, % 6, i, Anm. 2 ist die Aufzählung 
der verschiedenen Schriften über Phonetik, wie ich schon ZA 11, 
323, 2 bemerkt habe, lediglich D(^coration. Ich glaube nicht, dass 
Kautzsch auch nur eine der dort angeführten Arbeiten eingehen- 



2Q4 Beitrige tut semitiscbea Sprachwinenachaft. 

der studirt hat, Franz Delitzsch's Leipziger Antrittsvorlesung aus- 
genommen. Dies thut den grossen Verdiensten Kautzsch's um die 
hebräische Grammatik auch weiter keinen Abbruch. 

Ich bin gewiss der Letzte, der irgend ein Vorurtheil gegen die 
Befruchtung der semitischen Sprachwissenschaft durch indogermani- 
stische Pfropfreiser hat (vgl. SFG. ii, 4!); aber die von Phiuppi 
(S. 646) befürwortete Übertragung der Eintheilung der Sprachlaute 
in Sonanten und Consonanten wäre meines Erachtens eine wenig 
glückliche Neuerung. Auf indogermanischem Gebiete ist dieser Ein- 
theilungsgrund berechtigt, da hier ausser den Vocalen auch /, r, m 
und n in sonantischer Function gebraucht werden. Das ist aber im 
Semitischen nicht der Fall, / r m und n können hier niemals als 
sylbebildend aultreten. Indogerm. /, r, m und n scheinen ursprüng- 
lich Sonanten gewesen zu sein, semit b'l aber war spirantisch, und 
auch die Nasale fi und 3 waren nicht sonantisch. Philippi scheint 
von einer Nasaiis sonans keine besonders klare Vorstellung zu haben, 
sonst würde er S. 646 nicht (im Anschluss an VlETOR) behaupten, 
man spräche in englischen Wörtern wie Wolston in der letzten Sylbe 
einen Sonanten 0, Das -stcn wird einfach -stn mit NasaUs sonans 
gesprochen, ebenso wie in den deutschen Wörtern Mast{e)n^ rast(c)n, 
Kast(f)n, Kost{e)n etc. Kein Phonetiker sollte hier einen iE'-vocal in 
der letzten Sylbe annehmen; vgl. SiEV. 38 ^ Die alte Eintheilung der 
Sprachlaute in Vocale und Consonanten, zwischen denen dann 1 und "^ 
als Halbvocale aufzuführen sind, ist für das Semitische das einzig 
Richtige. Andere Sonanten als die Vocale giebt es eben im Semi- 
tischen nicht, wenigstens nicht im Ursemitischen, Dass im Neuara- 
bischen Wörter wie ^j-aä liopi „Festung** oder Mi^r „Ägypten** mit 
sonantischem n resp. r gesprochen werden (wie im deutschen Kiss{e)n, 
Mess{e)r, oder engl. lts{t)en, ies{s)er\ will ich damit nicht in Abrede 
stellen. Postconsonantischcs / im Auslaute.ist nach Brücke, Grundzuge^ 
S. S^ ini Neuarabischen stimmlos und spirantisch, also nicht sonan- 
tisch^. Aus meiner im Manuscript nunmehr glücklich vollendeten 
Assyrischen Lautlehre^ wird Philippi hoffentlich sehn, dass auch an- 
dere Semitisten der Phonetik einige Aufmerksamkeit zugewandt haben. 
Für Assyriologen will ich noch erwähnen, dass der einzigartige E. 
HiNCKS schon vor vierzig Jahren sich mehr um Phonetik kümmerte 
als viele der jetzigen assyriologischen Grössen des Tages. Er sagt 
z. B. in seiner am 25. Juni 1849 gelesenen Abhandlung On tke Kkor- 
sabad Inscriptionsi „Ellis* Essentials of Phonetics ought to be in the 
band of every Student of languages**; vgl. auch besonders die Anm. 
auf S. 58 der HiNCKS'schen Abhandlung. Für Philippi möchte ich 
noch bemerken, dass er Trümpp's Angaben in ZDMG. XXVIII, 519 
nicht hätte ignoriren sollen. Was Trumpp dort sagt, ist durchaus 



Haapt, Aber die Halbrocmle y und i. 20$ 

richtig, wenngleich er die moderne Terminologie nicht anwendet. 
Die ist aber auch nicht das Wesentliche*. 

Ebenso wie Philippi's gelehrten Aufsatz über 1 und "^ sind mir 
auch Amiaud's anregende Bemerkungen De la prononciation du ^ en 
assyrien^ ZA. II, 205 '<^ erst nach Absendung meines Manuscripts über 
den Halbvocal u im Assyrischen bekannt geworden. Ich habe die 
Ausfuhrungen unseres scharfsinnigen Pariser Fachgenossen mit leb- 
haftem Interesse gelesen, muss aber gestehn, dass ich in sehr vielen 
Punkten nicht beistimmen kann. Die meisten der von Amiaud vor- 
gebrachten Fälle lassen sich anders erklären. Dass emü nicht von 
"^TU^i sondern von M*in herkommen soll (ZA. II, 205) erscheint mir 
sehr bedenklich. Wenn PI. DU wirklich fiir u^äu stehn soll, so ist 
das u in diesem Falle natürlich ebenso eine secundäre Entwicklung 
aus anlautendem K wie in d^y Auf der Tafel K. 4629 wird xa- 
meria „ihr Gemahl** in der ersten Columne einmal xa-me-tr-ia ge- 
schrieben, einmal xa-PI-ir-la. Wenn das xa^eria zu lesen ist, so ist 
das eben nach meiner in dem erwähnten Aufsatze gegebenen Er- 
klärung aufzufassen. Auf die Ausfuhrungen ZA. II, 15 und ZiMMERN's 
Busspsalmen 86, i hat Amiaud bereits hingewiesen. 

[Sept '87]. 



Anmerkungen. 

1 Das heilst 1S87 (ygl. oben p. 158). Ich will hier nachtrigUch noch hinxoftlgeii, 
dass der betreflfeode Aufsatz nrsprttogUch Über die Halbvoeale y und i ttberschrieben 
war. Dass ich mich auf das ^ beschränkte , lag lediglich an der Kürze der mir zur 
Verfligang stehenden 2^it. Das Material über i im Ass^rrischen habe ich seit geraumer 
Zeit gesammelt, nur bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, es zur Veröffentlichung 
▼ofzttbereiten. Schaader scheint in Folge dessen (rielleicht auch spedell durch meine 
anerkennende Anmerkung ZA. II, 359, 1) den Eindruck erhalten zu haben, aU sei mein 
Standpunkt betreib des i nicht so entschieden wie hinsichtlich des HalbYocals y. Er 
hat sich veranlasst gesehn, seine früheren Ausführungen über ai und ia (in den Mcnats- 
ieriehun der Berl. Akad., Jahrg. 1880, pp. 371—284) zur Eröffnung von ZA. m noch 
einmal zu wiederholen (vgl. auch den Nacktrag dazu ZA. lU, II3), ohne dass meine 
Anschauungen dadurch irgendwie erschüttert worden w&ren. Es widerstrebt mir, Schradbr 
in dem, von ihm angeschlagenen Tone zu antworten ; ich kann aber die Bemerkung nicht 
unterdrücken, dass er wohl besser gethan hätte, den ihm von Nöldekb (zu Anfang seiner 
Bcsprechnng von KGF in ZDMG. XXXIII) wohlwollend ertheilten Wink zu beherzigen; 
jedenfalls wäre an Stelle der verunglückten ironischen Wendungen eine angemevene Be* 
rflcksichtigung der neueren assyrioIogiKhen Literatur mehr am Platze gewesen. Wer im 
Jahie 1888 Über ai und ia das Wort nehmen wollte, musste unter allen Umständen das 
bei LoTZ, TP. 113, i (cf. AW. 195, 1. 4); I55» '*. '70, i (cf. AW. 334. 3) Vorge- 
tragene sowie die Bemerkungen in Delitzsch's Paradies 347 (cf. AW. 73 unten); 
ASKT. 184, 81; ZK. I, 30 unten (cf. ZA. II, 343); Hebraica \ 323, n. I und 334 
(— WaUh'heH'Hatael^ pp. 7 und 8) etc. etc. zusammenstellen und eingehend erörtern. 
ScHKADER spricht aber z. B. (ZA. III, 7) Über die beiden Namensformen des Scheichs 



2q6 Beitftge zar •emittschen Sprachwissenschaft. 

der Qedarener snr Zeit SardanaiMd's, IJätt und lo^ia^ ohne meiner Erklirong dieser 
interessanten Parallelbildungen (vgl. oben p. 170, n. ff) anch nur mit einem Worte an 
gedenken. Auch das im xweiten TheOe von V R. vorhandene Material ist in keiner 
Weise Terwerthet worden, obwohl schon ein Fall wie qitltulu V, 47, 33 (cf. BB. 14, 
n. 2; AW. 17a unten) entKheidend itlr die ganze Frage ist, der Umschreibungen auf 
den Tell-el-Amama Tafeln wie n-fn flir den Namen des igjptischen Sonnengotts r^ 
(also n'a resp. r^a wie re*a „Hirt*' TP. I, 19 o. 34, bei LoTZ p. 96, cf. Dkutzscu, 
Assyr, Gramm. 44 unten), auf die ich Schradb& sofort nach Empfang seines Anfcatses 
hingewiesen, ganz zu geschwetgen. 

Dass der Unterschied zwischen intenrocalischem K und t, besonders wenn der eine 
der Vocale ein 1 oder t ist, lediglich graphischer Natur ist, scheint mir unzweifelhaft 
Ei wird bei der ganzen Frage wesentlich darauf ankonunen, ob man meiner ZA. II, 275, 
n. 3 ausgesprochenen Behauptung beipflichtet oder nicht, und ich darf dabei wohl mit- 
theilen, dass NÖLDKKE diese Anmerkung fih sehr riekHg hilt Ich bin ganz und gar 
nicht der Ansicht Schrader's (ZA. III, 13), ^ydass man ursprünglUh k:»^ e^:. sagU, 
später aber "^Mrrby etc. daför sprach und schrieb, wie umgekehrt Aussprachen wie 
"pipy^ etc., die doch sicherlich die ursprunglicheren sind, sich in die anderen ^ "» ti ^ p 
etc. umsetuten^*; ich glaube vielmehr, dass die Aussprache dieser Formen Yon Tora- 
herein so zu sagen zwischen dem sr^ro und '*^ schwankte. Wenn dagegen neben Üw 
„Feind" (wofUr Schrader aibu liest) wirklich auch iä^u im Assyrischen gesprochen 
wurde — ein Übergang, für den Scukader auf die Vertretung Ton angelsächsischem aj 
durch ia im Dialekt von Westmoreland (cf. SiEV. 147, Anm. 6 am Ende) h&tte Yerweisen 
können — so ist natflrlich iäbu als secundire Entwicklung anzusehn, ähnlich wie iä/i 
statt ätt (-»rk) oder syr. m^ statt rtf «■ rk etc. (siehe darflber die Anm. ZA. 11, 278 
und p. 20 dieses Hefts, sowie S. A. Smitu's Asurb, Heft III, p. 95, Z. 9) wozu man 
sich auch der späteren Aussprache des langen g im Abessinischen (Trumpf, ZDMG. 
XXVni, 519; Schreiber, Manuel, p. 9; Prät. TUa § 32; Amh, Spr, § 14) als >$ (mit 
Palatalisirung des Torausgehenden Consonanten) erinnern mag. Man wird dabei stets 
im Auge behalten mOssen, dass dieses anlautende secundire i nur Tor langem ä er- 
scheint, also i<!; der Fall ist demnach von anlautendem (ä mit kurzem ä, das gemäss 
SFG. 21, I zu f wird, ganz Terschieden. Ebensowenig gehören hierher Fälle wie die 
Yon ScHRAOER, ZA. III, 3 recapitullrteu : in den Umschreibungen fremder Eigennamen 
wie la-u-a f^r ytm^ etc. ist das anlautende i jedenfalls nicht consonontisch, sondern 
sylbebildend; denn ebensowenig wie aus der Wiedergabe von Tiv^ durch *lijcoifQ ge- 
folgert werden kann, dass das anlautende "* in diesem Falle nicht consonantisch war, 
ebensowenig beweist die Umschreibung Yon Knrr durch /a-u-a, dass Ja in diesem Falle 
einsylbig, also ia zu sprechen ist 

Auch im Inlaut ist die Entwicklung eines secnndären "* aus intenrocalischem M in 
Fällen wie ukAian aus ukä'an (— theoretisch angesetztem *ukA^an) oder taiärat ans 
ta*ärat (f)lr theoret. ^taffärat) sehr wohl denkbar. Im Syrischen ist dieses ■• im Intensiv- 
stamm der Verba i"9 ja gradezu zur Regel geworden. Ich glaube jedenfalls nicht, dass 
eine Form wie a-sa-ia-a-ti einfach asää zu lesen ist wie Deutzsch, Assyr, Gramm, 
p. 188 annimmt, Ton Dr. Ernsi- Müller's asiAti (ZA. I, 368; cf. ibid. 376) ganz zn 
geschweigen (zu der Einschiebung des a Tor dem zweiten Stammconsonanten vgL meine 
BAL. 89, n. 3). Man kann sehr wohl asaJiäti gesprochen haben (vgl. die Anmerkung 
in meines Schülers E. P. Allen *s Aufsatze Some additions and corrections to Lott's 
Tiglathpileser (PAOS. Oct. 88, p. CV unten). Dass das Zeichen ia emfach den Laut- 
werth a gehabt habe, wie Delitzsch, AG. § 12 (nach ASKT. 184, Nr. 81) annimmt, 
kann ich nicht mehr glauben. Gegen die Existenz eines secundären i im AssyriBchen 
habe ich ebensowenig einzuwenden wie gegen die Annahme eines secundären y. Was 
ich bestreite, ist <^^<^ ^^'^ ursemitisches ^ im Assyrischen erhalten habe. Dieser Unter- 



Haopt, Aber die HalbTocmle y und |. 207 

fchied ist «charf im Auge zn hslten. Bfmn kann ja re-ia ,,Hirte'' meinttwegen reia lesen: 
swischen der Aosspracbe r^a und reia wird wenig Unterschied gewesen sein. Nun ist 
das ' in diesem Falle allerdings, wie ich im Andover Review ^ July 84, p. 97, 3 nnd 

Uebraiea I, 224, n. 3 angedeutet habe, ein 1I7, also Vertreter eines ursemitischen ^, 

das i in reia reprlsentirt aber nicht diesen ursprünglichen Stammconsonanten, sondern 
eine secundire Entwicklung aus dem intervocalischen K (vgl. dazu meine Bemerkungen 
ZA. n, 377, 2). Es ist nicht meine Absicht, den Gegenstand hier eingehender zu be- 
bandeln, um so weniger, als die Aussprache der beiden Zeichen a-a und i-a demnächst 
▼on Dr. Bf. Jäger (cf. HV 27) ausführlich erörtert werden wird. Ausserdem steht eine 
neue Untersuchung über die (für diese Frage sehr wichtige) keilschri/tiiehe Wiedergabe 
ägyftiseher Eigennamen von Georg Steindorff in Aussicht. Ich verspare mir deshalb, 
was ich noch Aber den Halbvocal i zu sagen habe , bis nach Erscheinen dieser beiden 
Arbeiten. Nur möchte ich noch Jedermann, der in Zukunft über den Unterschied von 
ja, ia, ia^ Va, To, r>'a, tia etc. (cf. Schrader, ZA. III, 3 unten) reden will, dringend 
an's Herz legen, ^ch vorher (etwa durch Siev. 141 ff., vgl. auch 179) über die dabei 
in Betracht kommenden Anfangsgründe der Lautwissenschaft einigermassen aufzuklfiren. 
Sonst ISsst sich überhaupt nicht discutiren. 

Es ist mir eine besondere Genugthuung, darauf hinweisen zu können, das Delitzsch 
in seiner Assyr, Gramm, meinen Ansichten über i^ sowohl wie betreffs i im Wesentlichen 
durchaus beistinunt; (die Bemerkungen Dr. Lehmann's ZA. III, 384 können dagegen kaum 
in Betracht kommen). Allerdings bemerkt Schrader jetzt (ZA. IV, 196), dass seine Aus- 
führungen (zu Anfang von ZA. III) Delitzsch bei der Ausarbeitung der Abschnitte über 
ai und ia in seiner Assyr. Gramm, noch nicht vorliegen konnten, und scheint mit diesem 
Hinweis dem Gedanken Raum geben zu wollen, dass Delitzsch bei Kenntniss des 
SCHRADER*schen Artikels sich den daselbst von Neuem vorgetragenen alten Anschauungen 
jedenfalls angeschlossen haben würde. Das ist wohl aber doch ein wenig zu zuver- 
sichtlich. Das I. Heft von ZA. III gelangte allerdings erst im Juni in die HInde der 
Subscribenten — ich erhielt mein Exemplar am 17. Juni *88 und das 4. („Oe/oder*^ 
Heft am II. Febr. '89; das „Januar" 'Htft von ZA. IV am 22. Apr. und das „if^n/^*- 
Heft am 20. Junil Man wird demnach das [?] hinter 1888 in ZA. III, 429 und ZA. 
IV, 94 unten (bei den thatsächlich im Jahre 1888 ausgegebenen Sonderabdrücken 
meiner ersten drei Aufsätze in diesem Hefte) zu würdigen wissen; diese Gewissen" 
ka/tigkeit steht auf gleicher Stufe mit dem {sict) hinter Semitie ZA. III, 259 (vgl. dieses 
Heft p. 180 unten) — Delitzsch war aber entschieden schon früher (ebenso wie meine 
Wenigkeit) im Besitz eines Sonderabdrucks des ScHRADER'schen Artikels und hatte 
sicherlich vollauf 2^t, wenigstens in den Nackträgen der (im December 1888 ausge- 
gebenen) Assyr, Gramm, seine Übereinstimmung mit Schrader's Ansichten über ai und 
ia zu constatiren (umsomehr als der betreffende Aufsatz in der LitUratura unter Nr. 1 58 
verzeichnet ist) — vorausgesetzt natürlich, dass er Überhaupt von Schrader überzeugt 
worden war. 

Der ScHRAOER'sche Aufsatz enthält soviele unrichtige Behauptungen oder, um mit 
Schrader (ZA. III, 7; vgl. oben p. 169, 16) zu reden, Verdunkelungen des objecthen 
Tkatbestandes (man vgl. z. B. ZA. III, 6, n. i mit JHUC. No. 59, li8a| auch den 
Schluss des ersten Abschnitts auf ZA. III, 9I), dass ich sofort eine sachliche Erwiderung 
in dem nächsten Hefte von ZA erscheinen lassen wollte. Dr. Bezold erklärte mir aber 
(am 8. Juni *88) von vom herein, ohne mein Manuscript gesehn zu haben, dass er sich 
nicht in der Lage sehe, einen Artikel von mir aufzunehmen! 

2 Ich habe auf PHiLnrrs Aufsatz noch nachträglich bei der Correctnr durch den 
[ ] Zusatz am Schluss von Anm. i auf ZA. II, 262 hingewiesen. 

3 Vgl jetzt auch Deutzscu*S; Assyr, Grammatik (ebenso Teloni, ZA. III, 305, 21). 



298 Beitrige sor tendtiicheii SpnchwiaaitcbAft. 

Übrigens wird auch in Schradir's KB (cC iHd, Vin) wenigstens iü statt Ja (oder 
ya) geschrieben, was meines Eracbtens schon einen gewaltigen Fortschritt bekundet; 
ebenso ist das von mir tot sehn Jahren Yorgeschlagene (jetst aber durch x ersetste) ^ 
statt i^ (siehe Hommkl, JagdimchrifUn^ p. 63) and m statt v (cf. LoTZ, TP. p. VI) 
adqptirt worden. VgL dasa auch den Schloss von Amn. 15 oben aaf S. 258. Ich kann 
mir bei dieser Gelegenheit, besonders da ich von dem trefflichen Dr. BrOnnow (ZA. 
IV, 3 ff. Tgl. dagegen Tulb , ibid. 89) anscheinend vollkommen missverstanden worden 
bin, nicht versagen, noch ein Wort ttber die Transcription mit Zeichenabtheilong im 
Gegensatze tur zosammenhlogenden Umschrift hinzosoftgen. Fttr Werke wie LoTZ*8 
TP und Schraobr's KB ist die Zeichenabtheilung entschieden das Richtige, ebenso bei 
der Mittheilung neuer Tezte in Transcription, überhaupt Hlr alle Umschriften, die in erster 
Linie für Assyriologen von Fach bestimmt sind; (^r die sprachlichen Arbeiten aber, die 
auch anderen Semitisten das Verstindniu assyrischer Texte vermitteln sollen, also z. B. 
(br die Texte in Scheader's KAT halte ich die znsammenhAngende Umschrift ftlr an- 
gebrachter. Wohin die ScHRADER'sche Umschrift fUhrt, daftlr sind die von Mühlau und 
VoLCK aus KAT« etc. bezogenen assyriKhen Wörter (z. B. Ja^ unter Ha;; Akkuu 
unter ^tT* Wazaiiu s. Vv^n; ^iniinH s. can, Tammaa s. n|t9^ etc. etc.) abechreckende 
Beispiele. Die Transcription mit Zeichenabtheilung setzt offenbar eine grössere Kennt- 
niss des Assyrischen bei dem nichtassyriologischen Leser voraus, die zusammenhängende 
Transcription dagegen erfordert eine tiefere Einsicht in das Wesen der assyr. Sprache 
auf Seiten des betreffenden Assyriologen. Der Unterschied zwischen den beiden Transcrip- 
tionsarten ist ähnlich wie etwa das Verhiltniss des L£PSius*schen Standard Aif habet zu 
einer wirklichen phonetischen Wiedergabe eines Texts, worflber man BrüCKB, phom. 
Transcr. 6 nachlesen möge. Es fUlt mir aber nicht ein, die Umschrift mit Zeichen- 
trennung (die obenein f^ Leseflbungen von AnftUigem im Assyrischen sehr nützlich ist) 
als unwissenschaftlich hinzustellen. Was ich bekämpfe, ist der Versuch, die susammen- 
hlogende Transcription als weniger wissenschaftlich zu brandmarken, lediglich weil — 
sie manchem ihrer grösseren Schwierigkeit wegen unbequem ist; denn das ist nicht 
besser als wenn Jemand (in nnbewusster Nachahmung des Fuchses mit den sauren Trauben) 
die ganze Assyriologie als unsicher zu verschreien sucht, weil es ihm nicht behagt, sich 
auf seine alten Tage durch das Labyrinth der Keile hindurchzuarbeiten, obwohl er 
ftthlt, dass er ohne Kenntniss des Assyrischen in vielen Fragen nicht mehr das letzte 
Wort sprechen kann. Man muss hier die Dinge beim rechten Namen nennen. Es hilft 
nichts, der Sache ein Minteichen umzuhängen. [Zu der Radieaicur des „Assyriologie- 
Anzweifelns" vgl. auch Lagarde's soeben erschienene Übersicht über die im Aramäischem, 
Arabischen und Hebräischen übliche Bildung der Nomina (Göttingen 1889) p. 132 unten]. 

4 Die beiden unter gehören PhilippiI 

5 Ich möchte Übrigens Semitisten keineswegs empfehlen, ihre phonetischen Studien 
grade mit Sievbrs* (an sich ja vorzfiglichen) Arbeit zu beginnen, sondern vielmehr mit 
Brücke's Crundtügen den Anfang zu machen, wenngleich S>\'srr p. VI der Vorrede 
zu seinem Handbook sagt, dass SiEVBRs* Phonetih has almost entirely superseded tke 
older work 0/ Brücke (vgl. dazu auch p. 43 von Hoffory*s Streitschrift), Sikvkks* 
Arbeit ist ja, wie auch zu Anfang des Vorworts ausdrticklich hervorgehoben ist (vgL 
ibid. p. 4) nur zur Orientirung Aber die zum Verständniss der Lautlehre der indogerma- 
nischen Sprachen nothwendigen allgemeinen Fragen bestimmt, so dass andere Sprach- 
gebiete wie das semitische nur ganz gelegentlich gestreift werden, z. B. pp. 24 (Kehl- 
kopfgeräusche ausser Spiritus lenis und cuper in den semitischen Sprachen); 27 unten 
(wo L wohl Druckfehler für e ist); 62, 3 (die tiefen Gutturale der semitischen Sprachen 

wie q etc.); 119, 4 (Unterschied von S und p); 131 (semiL K, arab. hamu) 132 (das 
heisere h des Arabischen). In BrOcke*s Grund^gen dagegen ist der X. Abschnitt 
(pp* 134 — 152) speciell der SystemcUik der Sprachlaute bei den Arabern gewidmet; 



Haupt, ttber die Halbvocale y nnd |. 299 

«och die flu die ieniitiicheii Spncbeii lo wichtigen Kehlkopf lautt sind bei Brückk (Ab- 
tchniU 11, pp. 7 — 15) weit eingehender behandelt, als es Sievkrs im Rahmen seiner 
Arbeit thon konnte. Semitisten, die sich ttber die Elemente der Phonetilc orientiren 
woUen, werden demnach, wie gesagt, gut thon, mit Brücke's Crundvitgen eti beginnen, 
gans abgesehn davon, dass das BRÜciCE*sche Werk den grossen Vorxag hat, nar halb so 
unfisngreich sn sein wie Sievbrs* Arbeit. Auch wird der Stil der letzteren den Meisten 
nicht so verständlich sein wie die Ausdrucksweise BrückeV Brücke ist neutral, Sievers 
aber ist Indogermanbt. Mit den Crundvigtn zusammen mögen dann BrCcke*s Bei^ 
trägt sur arahischin Lautlehre (Wien *6o) and die Neue Methode einer phonetisthen 
Trmmteription (Wien '63) sowie Lepsius' Abhandlung Über die Aussprache der arabischen 
Spraehlauti und deren Umschrift (Berlin '61) stadirt werden. Diese vier Arbeiten sollte 
e^entlich jeder, der nch um semitische Sprachwinsnschaft kümmert, besitzen. — In 
zweiter Linie konwien dann Lepsius' Standard Alphabet (London 1863), wo besonders 
die Bemerkungen Aber die Gu/turalisation der Vocale (p. 57, vgl. Anm. 9 auf S. 257 
dieses HM), die Fauca/e und Gutturale (p. 67 ff.) und der Abschnitt über die semi- 
tischen Sprachen (pp. 173—192) von Wichtigkeit sind; femer Sweet's Handbooh of 
Pkonetics (Oxford '77) und das ftnsserst instructive Elementarbuch des gesprochenen 
Englisch (3. Aufl. Leipzig '86), VlSTOR*s ElemenU der Phonetik und Orthoepie des 
Deutschen^ Englischen und Franxösischtn (2. Aufl. Heilbronn '87} und endlich Sievers* 
Phonetik^ die, wie ich aus Erfahrung weiss, auf die meisten Semitisten anfisngs ab- 
schleckend wirkt — freilich würden die phonetischen Bemerkungen der meisten Semi- 
tisten auf SiBVERS noch viel abachreckender wirken I — aber nach dieser vorbereitenden 
Leetüre mit Interesse gelesen werden wird, und vielfach zur Aufklärung über mannig- 
&che Irrthümer in den Schriften Brücke's und Anderer dienen wird. Tbcijmer*s Pho- 
netik (Lpz. *8o) und Merkel's Laletik (Lpz. '66) werden ebenso wie Czermak*s Unter- 
suchungen über die Kehlkopflaute den Meisten zu speciell sein. Weitere fUr die Semi- 
tisten in Betracht kommende phonetische Literatur — ich denke in erster Linie an die 
werthvoUe Arbeit Walun's in ZDMG. IX u. XII, die sich aber nicht zur Einführung 
in das Studium der neueren Laulwissenschaft eignet — ist bei König, Äthiop, Stud, 
p. 23 aufgezählt, wobei ich aber darauf hinweisen möchte, dass König*s eigene Be- 
merkongen über semitische Phonetik (trotz des ihm von Praetorius, Amh, Spr, V ge- 
spendeten Lobe) mit grosser Vorsicht aufzunehmen sind. 

6 Ich sage das trotz Vibtor> 93, Anm. 2. Auch Brücke lehrt Grundu 31: 
„In manchen Fällen, die für den unbestimmten Vocal angeführt werdien, ist gar keiner 
vorhanden, sondern die Consonanten werden einfach aneinander gereiht Dies lässt sich 
am schlagendsten nachweisen an der deutschen Infinitivendung en, wenn derselben eb d 
oder / vorhergeht, denn dann wird zwischen d oder / und n die Zunge, wie schon 
Purkine richtig angiebt, nicht aus ihrer Lage gebracht, was vollkommen unmöglich 
wäre, wenn zwischen beiden Consonanten eb wie immer gearteter Vocallaut läge, da die 
Zunge in eben dieser Lage den Mundcanal verschliesst In der gebundenen Rede, wenn 
der Vocal wirklich gesprochen wird, erkennt man ein kurzes accentloses e. Derselbe 
Vocalmangel lässt sich an der englischen Endsylbe on^ z. B. in mutton, beobachten". 
Ebenso heisst es phon. Transcr. 43 unten: „Das e in IVasser^ rufen etc. wird sehr 
▼erschieden ausgesprochen, bald mit der Dauer eines gewöhnlichen kurzen Vocals, bald 
nur andeutungsweise, bald endlich werden die Consonanten in der That unmittelbar an 
ei nand er gefügt". Das Letztere ist bei unsrer gewöhnlichen Umgangssprache wohl das 
Natürliche. Wer den Vocal der letzten Sylbe voll ausspricht, ist wohl mehr oder weniger 
durch die Schreibung beebflusst. Vgl. auch noch die Wiedergabe der englischen Partie, 
prät, auf it bei Sweet, Elementarbuch\ p. 33, auch nt für not ibid. pp. 35 u. 37, femer 
snoudn für Snowden und wndn für wooden (p. 70) etc. etc. (auch SiEV. 161, Anm. 3). 



300 Beitrige xnr semitiacben Spntchwissenschmft 

7 GemSss Brücke's arab.Lautl, 311 toll aach das . inF&lkn wie yA> sdnunlos sein 

(siehe dam Sisv. 73 und iii). — Mit Rücksiebt auf das oben angeOibrte englische 
iesser möchte ich Übrigens Yorsichtsbalber noch bemerken, dass ich sehr wohl weiss, 
dass aoslaatendes r in gebildeter englischer Sprache flir gewöhnlich keinen wirklichen 
r-laut hat (Vietor^ 151); siehe aber Sweet's EiementaHuch* pp. 20 and 21. 

8 Ich schrieb das im Herbst 1887 (ygl. dazu p. la oben dieses Hefts). Leider 
ist das MS. (ans den pp. 67 nnd 158 etc. angedeuteten Gründen) bisher noch immer 
liegen geblieben. Ausserdem muss ich sagen, dass ich bei der Ausarbeitung meiner f7r- 
gleichenden assyrischen Grammatik mit jedem Jahre immer mehr zu der Überzeugung 
gelangt bb, dass eine ganze Reihe wichtiger Fragen erst einzeln erledigt werden müssen, 
ehe man daran denken kann, etwas einigermassen Abschliessendes zu liefern. Ich er- 
innere an den ^'-Yocal, die Diphthonge, die Halbvocale tf und i, die Zischlaute, die 
Spiration der ntsn^a, die Assimilationsprocesse, den Accent, überhaupt die ganze Laut- 
lehre Tom Standpunkt der modernen Phonetik, die Partikeln, Nominalbildung, PermansiY- 
resp. Perfectformen, die sumero-akkadische Streitfrage, den Unterschied der Volkssprache 
Yon dem literarischen Kunstdialekt etc. etc. Wenn man die Grammatik, die meiner 
Ansicht nach eigentlich nur die gesicherten Resultate der Forschung in dogmatischer 
Kürze zusammenfassen soll, nicht zu einer Art Sammelband polemischer Excurse an- 
schwellen lassen will, so müssen diese streitigen Punkte vorher in Monographien behandelt 
werden, wie ich es in den letzten sechs Jahren zum Theil versucht habe. Es ist be- 
dauerlich, dass nicht mehr Arbeiten wie Dr. Ernst Müller*s Grammatische Bemerkutt- 
gen tu den Annalcn Asumasirpars (ZA. I, 349—379) vorhanden und. Wie ich höre, 
sind aber in Kurzem wenigstens einige Monographien über die Nominalbildung, den 
Halbvokal i und die sumero-akkadische Frage zu erwarten. Aber wir brauchen mehr 
Mitarbeiter auf diesem Gebiete, das Interesse wendet sich wieder viel zu ausschliesslich 
den historischen Texten zu. Was nützen aber alle histotischen Arbeiten, wenn das sprach» 
liehe Verstlndniss der Quellen auf keiner soliden Grundlage ruht. Hoffentlich fallen wir 
nicht mehr in die grammatische Verwilderung zurück. Freilich leitet Dr. Winckler im 
Wörterverzeichniss zu seinen Keilschrifttexten Sargons (p. 217) innabit (•■ in^abit^ „er 
entfloh" (iroU SFG. 10, i ; AW. 74; COT. II, 202 etc. etc.) statt von ^5ll -« na« (vgl. 
p. 164 dieses HeHs) von einem Stamme nabAtu ab! 

9 Wohlwollende Fachgenossen mache ich darauf aufmerksam, dass sie diesen Aus- 
spruch bequem gegen mich verwenden können. 

10 VgL auch ZA. III, 582 unten (Dr. Lehmann) und die Ausführungen Amiaud*s 
(datirt 29 Jan. '87) in seinem schönen Aufsatze Vinscriytion lilingue de Hammvurcshi 
in der Revue d*assyriologie et d* archiologie Orientale^ vol. II, No, l, p. ll. Ich bin 
darauf erst ganz kürzlich von meinem Schüler Dr. W. M. Arnolt aufmerksam gemacht 
worden (vgl. Amjaud's eignen Hinweis ZA. II, 206, i und das Citat bei Teloni, ZA. 
in, 298, 4). S. 34 derselben Nummer heisst es übrigens in Bezug auf ZA: „La publi- 
cation allemande sous la savante et impartiale direction de son öditeur, jouit d*une r^a- 
tation acquise par les proc^d^s d'honn^tetö et de bon aloi. EUe suffit pleinement ^ 
Tassyriologie en AUemagne: vouloir y fonder une autre revue de ce genre, serait une 
tentative incompröhensible. Les deux revues allemandes se tueraient mutuellement : il 
faut respecter ce qui existe, et ne pas se mettre en travers d'un succes döj^ assur^. 
Ich habe Gründe anzunehmen, dass diese unparteiische Auslassung wohl nicht von Opfert 
herrührt (vgl ZA. III, 252); im Übrigen verweise ich besonders mit Bezug auf die ge- 
lehrte und unparteiische Direction von ZA auf den Schluss der ersten Anmerkung (auf 
S. 297 unten). (Juli *89]. 



Ein Thonkegel Sinidinnam's. 

Von 

Friedrich Delitzsch. 

In einem Excurs über „Larsa-Ellasar" zu Franz Delitzsch's 
Neuem Commentar über die Genesis, Leipzig 1887, S. 539—545, 
habe ich (S. 542) einer Inschrift des Königs Sinidinnam Erwähnung 
gethan, welche im J. 1887 i" meinen Privatbesitz übergegangen ist 
und welche die bislang bekannten äusserst spärlichen Denkmäler 
dieses altbabylonischen Königs von Larsam (I R 3 Nr. IX?" 5 Nr. XX. 
IV R 38 Nr. 2) in erfreulicher Weise bereichert. Ich erwarb das 
werthvoUe Denkmal von einem gewissen Herrn JosiF Mayer aus 
Bukarest, welcher es zum Verkauf angeboten hatte. Derselbe schrieb, 
über die Herkunft des Denkmals befragt, dass sein verstorbener 
Schwager Coccio, der mehrere Jahre in Bagdad und Aleppo wohnte 
und ein grosser Liebhaber von Alterthümem war, bei seiner Rück- 
kehr eine Anzahl von solchen mitgebracht habe, darunter auch 
diesen Thonkegel, welcher durch Erbtheilung 1879 Eigenthum seiner 
Familie geworden sei — das letzte ihm nach Verkauf der übrigen 
(Keilschrift nicht aufweisenden) Alterthümer verbliebene Stück. 
Der spitzzulaufende und absolut unversehrt erhaltene Thonkegel, 
über dessen Echtheit keinen Augenblick Zweifel sein kann, enthält 
zwei Schriftcolumnen , die erste mit 20 Zeilen (darunter 3 Doppel- 
zeilen), die zweite mit 18 Zeilen. Die beigegebene Tafel mit einer 
photolithographischen Darstellung des Thonkegels wird von seinem 
äusseren Aussehen einigermassen ein Bild geben. Im Folgenden gebe 
ich dann zunächst den mit altbabylonischen Schriftcharakteren ge- 
schriebenen Originaltext in genauer Abschrift und fiige daran eine 
Umschrift in neuassyrbche Schriftzeichen. Im Übrigen beschränke ich 
mich einstweilen auf eine Rückübersetzung des, mit theilweiser Aus- 
nahme der Königsnamen, ganz ideog^raphisch geschriebenen Textes 
in die assyrische Sprache. Für die geschichtliche Bedeutsamkeit 
des Denkmals verweise ich auf meinen eingangs citirten Excurs. 

* Vgl Z. 6 mit CoL I 19 des neuen Thonkegels. 



302 Bdtrige rar ■emitiicbeo Spnchwistenichaft 

Assyrischer Grundtext: 

Col. I. ^Sm-t-äm-na-am ^sikaru dannu ^zänin Üri *Iar Larsam 

^lar Numeri u Akkadi ^ia £l-babbara ''bit SamSi ^tpuhi ^parm kü- 

kän^'' ^^Anunnake ^^ana airihtuHrru ^^a när D$klat())** ^^näru ra- 

paitu ^*iirüma ^^me nu^iu ^gallu *«/4 naparküä'f ^"^anä äl mätihi 

^^ükuHu ^^mär Nu-ür-Rammän ^^lar Larsam 

Col. IL ^}a määhi ^hibatsa lü uni^ma ^rebetsu «i^(?) ^ohü um 
säH ^sikir tanitti iarrütüu ''ami/uQ) etp^ht ^d&ru rabä ^diir irnt 
gurgurn ^^ütu , . . hi ^^rabei idepii ^^Sm-i-äm-na^m ^^rei kilH ^^eU 
Samai u Duüzi ^h'0 ^Hm paleht ^^a-a uttakkir ^^ana ümi däHUi. 

Übersetzung: 

Col I. ^Stn-idinnam, ^ der starke Held, *der Ausschmücker von 
Ur, * König von Larsam, 'König von Sumer und Akkad, *der E-bab^ 
bara^ 'das Haus des Sonnengottes, ®baute; 'die Satzung des M>&iia( 
*®der unterirdischen Gottheiten "wiederherstellte; der den Tigris (?)- 
kanal, ^^den breiten Kanal, "grub und "Wasser in Fülle, in 
Überfluss, "unversiegbares, "seiner Landeshauptstadt ^^schaflfte; 
"Sohn des Nür-Ramman, ^•Königs von Larsam; 

Col. II. *sein Land ^liess er ruhig wohnen 'und seine Platze 
* verschönerte (?) er. * Auf ewige Zeiten • währt der Ruf der Eriiaben- 
heit seiner Königsherrschaft 'Thatkräftig, ®lies er eine grosse Mauer, 
•die Mauer des Quartiers (? der Stadt?) der Bronzearbeiter, "von 
ihrem ... aus "grossartig bauen. " Sin-idinnam, "der Hirt der Ge- 
rechtigkeit, "gefiel Samas und Tammuz "wohl. "Möge seine Regie- 
rungszeit "unabänderlich bleiben "auf ewig! 

Die Erklärung dieses Textes, welche in erster Linie eine ge- 
naue Besprechung der ideographischen Schreibweisen der assyrischen 
Wörter und Formen enthält, halte ich g^en meine ursprüngliche 
Absicht zunächst noch zurück. Es scheint mir von Wichtigkeit, mit 
dem Commentar bis zu jenem Zeitpunkt zu warten, da die von ver- 
schiedenen Seiten her in Aussicht gestellten Besprechungen der „sume- 
rischen Frage" erschienen sein werden. Dass freilich durch diese Ent- 
gegnungen auf § 25 meiner Grammatik vorstehende Sinidinnam-In* 
Schrift als ein sumerisches Denkmal und ebendadurch als in den 
Rahmen dieser nur der semitischen Sprachwissenschaft dienenden 
^Beiträge" nicht passend erwiesen werde — davor ist mir nicht bange. 

* Ygl. I R 3 Nr. X, ita. IV R 35 Nr. 6, laa, und Tor allem IV R 15, 53/S4b, wosu 
„Lana-Ellasar** S. 543 Anm. 1 zn vergleichen ist — •♦ oder htfü} — f s. NerigL II 10. 



Driitweh, 8iD Thonkeiret Siiiidiimut't. 



.^aoaJoalmticiu ckigüuil: 



305 









tik 







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fes^=4 S^ ö^ 



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DelitMch, Ein Thonk^ff«! Slnidiiiniuu*!. 



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Dtlitaeli, Ein Thonk«s«l SinidimiAm*«. 



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Nachträge und Berichtigungen. 

Von 

Paul Haupt 

Seit dem Druck der ersten Bogen unserer Beiträge sind nahezu 
zwei Jahre verflossen. Es kann daher nicht Wunder nehmen, dass 
ich jetzt beim Abschluss dieses Hefts eine Reihe von Nachträgen 
und Berichtigungen hinzuzufügen habe, zumal da in letzter Zeit ver- 
schiedene wichtige Veröflfentlichungen auf dem Gebiete der Assy- 
riologie und vergleichenden semitischen Sprachwissenschaft wie 
Deutzsch's Assyrische Grammatik (AG) und Lagarde's Übersicht 
aber die im Aramäischen^ Arabischen und Hebräischen übliche Bildung 
der Nomina (ÜBN) erschienen sind. 

Zu dem dieses erste Heft eröffnenden Aufsatze Über das assy- 
fische Nominalpräfix na ist natürlich In erster Linie Art VII Zur 
assyrischen Nominallehre zu vergleichen. Aus dem mir durch die 
Güte Barth's unlängst zugegangenen Bogen 12 von ZDMG XLIII 
(mit Barth's schöner Untersuchung über Das H-Imperfect im Nord- 
semitischtn) habe ich ersehn, dass Dr. JENSEN ZDMG XLIII 192 ff. 
einen Aufsatz Zu den Nominalpräfixen m{-a, -/, -ü) und ni-a^ -/, -«) 
im Assyrischen hat drucken lassen; da mir einstweilen aber nur die 
^ne Seite 192 davon bekannt ist, so muss ich mich begnügen, auf 
den Aufsatz hinzuweisen, indem ich mir eine eingehendere Be- 
sprechung, falls dieselbe angezeigt erscheinen sollte, für das nächste 
Heft der Beiträge vorbehalte. Sonst möchte ich im Einzelnen zu 
meinem Aufsatze Über das Nominalpräfix na noch Folgendes 
nachtragen. 

8. 2 Z. 18 von unten lies iX^ mit ^ statt lV^^* — Za meinen Bemerkungen 

ftt>er assjr. ran — hebr. naii vgl. S. 164 dieses Hefts and zu ^fn «- arab. das im ÜBN 
117. Wenn onn und yrn wirklieb zusammengebörten, so könnte man docb wobl nnr 
einen (durch das vorbergebende n benrorgerufenen) Übergang von B in ^ annebmen, 
nicbt einen Übergang von 1 in D, der „absichtlich vorgenommen wurde, da man scheiden 
wollte j was nicht mehr ais zusammengehörig verstanden leurde," Im Übrigen Ygl. 
meine Anmerkung über ym in meinem Aufsatze On the etymolagy 0/ D^0d3, Hehraica 
m 108 n. 4. 



314 Beitrige ntr semititchen SprachwiMenschaft 

8. 3 Z. 12 TgL ra iaiamhi „Leichnam'' auch Hal^vy ZA m 342. 

8. 9 am ScMo» des Absatses nnter b) toll das Gtat tu mtlü »,Höhe" V ao, 50 
laaten. Das Richtige findet sich schon S. 172h unten. 

8« 10 unten. An ein postpositives parataktiKhes „und, auch, ebenso", so dass die 
Verbindong -sva -j~ ~^ ^^^ griech. Tf-Jrcri entspriche, ist bei dem flberhlngenden -a 
im Assyrischen nicht sn denken. Dasselbe ist Ton dem flberhingenden u im RelatiTsatz 
(AG § 147) nicht sn trennen. 

8. II Z. 2 Tgl. SU der (hier som ersten Male angewandten) Lesung Tandamattt 
statt Urdätnünt (so noch GBA 706 unten) die Ausftihrungen Stundorff's in seinem 
Au£ntse Über Die keUsckri/tlicke Wiedergabe Sgyptiseher Eigennamem, 

8. 12 Anm. 2. Nach Fleischer in Jacob Levy*s TW I 421 soll bekanntlich 

Joyau und Juwei von pers. ^y^% arab. ^0y> ,3^elstein, Perle*' herkommen. — Zu 

der Schreibung la-a-ht in Sanh. 11 56 vgl. die Notis in ZA m 253, wonach das a 
Tom assyrischen Schreiber selbst wieder ausradirt sein soll (ein ähnlicher Fall: ASKT 
203, 13); siehe auch COTH 222 s. *u (und S. 160 n. * dieses Hefts). — Zu nas vgl 
OBN 30 n.*|*; wenn der Stamm wirklich mit aX^ susammenhingt, so wtirde die 

Vergleichung mit makküxu hinflllig werden, denn das assyr. Wort hat ein ^. 

8. 13 Anm. 3. HoMMEL liest noch GBA 689, n. 2: fmü mahhur, was „machten 
Front" bedeuten solL Auch Dr. Winckler scheinen die Bemerkungen Dr. Zimiüe&n*s 
BB 70 unbekannt geblieben su sein: er liest in seinen soeben erschienenen Un/a^ 
tuckungem tur allorieMtalisehm Geschickte (weiterhin citirt als UAG) 103,22 i/'/i-ku 
ma^'^M -[wr] und flbersetst ,^ entsetste sich*'. — Zu Anm. 4 auf dieser Seite Aber 
MUMlattl „Abgabe" TgL auch noch die Notis ZA m 424 (wobei die Redaction abrigcns 
das Qtat h&tte hinsuftgen können). Das syr. U|«^ ist, wie ich berdU auf S. 172« dieses 
Hefts angedeutet habe, nicht etwa maddattä oder mädattAy sondern maddAiä su lesen. 
Dies hat der Terstorbene W*. Weicht in einem Briefe vom 5. Mai '88 (in welchem er 
auf das Baltimorer Assyrian'E nglisk Ghssary subscribirte) ausdrücklich bestätigt mit dem 
Bemerken, dass das Wort in 3 MS Wörterbüchern in seinen Händen maddätä punctirt sei. 

8. 14 Anm. 7. Zu üiati^kir vgl. jeUt auch Deui'ZSCH*s AG 116. Dr. Abel liest 
KB 177, n.tt ^amgirQ), 

8. 15 Anm. 8. Meine (Ton Hommel GBA 726 adoptirte) Übersetsung Ton V R 
2, 125 „sei mir gnädig und lege- mir nickt auf dein Joch*^ möchte ich nicht mehr 
aufrecht halten. Die Annahme einer Verbindung der Negation lä mit dem Imperatir 
bat doch SU grosse Bedenken. Aus demselben Grunde ist auch (wie Delitzsch AW 
332, n. 7 mit Recht bemerkt) die Fassung Ton e pixi auf dem Sintfluthfragmtet D. T. 
42 (TgL S. 122) als „TerschUesse nichr* zu verworfen. Das « ist in dieser Verbindung 
offenbar die cohortatiTe Partikel, auf welche ich schon im Jahre '84 in meiner Be- 
sprechung Ton Deutzsch's Kossäem (And. Rev. July '84, p. 98, n. 3) aufincrksam ge- 
macht habe; Tgl. auch 2^ I 51 (welches Citat AW 333, Nr. 160, Anm. nachge- 
tragen werden kann). Dasselbe / liegt (vgl. AG 212) auch NE 69, 41 Tor, wonach die 
Bemerkung in 2UC n 283 su berichtigen ist. ia-ht-^a ist jedenfalls als I pers. des 
CdhortatiTS („lass mich tragen") su fassen ■• ht-aUifa, falls man nicht annehmen will, 
dass das precative J neben lu und li auch (wie im AthiopiKhen, cf. Dillm. AG. §§ 90; 
l^ 7; I99f h PkAt. AG p. 56, Amh. Spr, 279 b) die Aussprache la hatte. Vielleicht 
beruht das la statt lu in diesem Falle auch auf dem dissimilirenden Einfluss des 4 der 
Stammsylbe. Doch findet es sich bekanntlich auch vor andern Vocalen; vgl. die Be- 
merkungen DblitzsCh's auf S. 212 (Z. 14) und S. 222 (Z. 12) dieses Hefts (auch AG 
«57 sowie S. A. Smith's Assurh, TU 109). Diese Auffassung von laHifa kann V R 2, 
125 um so weniger Bedenken unterliegen, als die Worte Sarru ia ilu tdüht atta^ aku*a 



Hanpt, Nachtrige und Beiichtigiingen. 31 e 



iäntr^ma Ihmutiu üiakin ma päMÜu JiäH arda päiixka ptHrnttA-ma /aUifa ahiinka 
offenbar ans dnem Britft stammen, den Gyges' Sohn Ardyi an Sardanapal sandte. Die 
Tielbcsprochene Stelle ist demnach sn Übersetzen: „Do bist ein König, den Gott anter 
leiner besonderen Obhut haben moss; denn als da meinem Vater flachtest, da kam Un- 
heil {limuitu ^ P3U^-n^, siehe amen xa S. 170!) Über ihn. Dram nimm mich, deinen 
ebrlorchtSTollen Diener, gnidig an and lass mich tragen dein Joch." 

8« 15 Anm. 11 Tgl. die Bemerkangen anter mähi aaf S. 172^ and tu KTttUi aoch 
ÜBN 150. — Zu Anm. 13 auf dieser Seite TgL die Bemerkang Prätouus* aaf S. 42, 
Nr. 37. 

8. 16 Anm. 13. Aach AG 91 c (vgl ibU, 168, 24 and 173) flbersetst Delitzsch 
ugaiku durch «.sie stiupen*'. — Zu mehü in Anm. 15 TgL die Bemerkungen aaf 
S. 289 (unter Z. 35). — Zu Anm. 19 siehe meine Bemerkungen (Aber nAbattm „Feier- 
tag") auf S. 144 und Delitzsch*s Ausführungen auf S. 331 und 337. — Zu dem 
königlichen Gruss Mmu äii lihbaka lü-fähk* TgL Delitz5CH*s Bemerkungen auf S. 188 
(Z. 3 ff.) und S. 334 (Z. 5), auch AG 345. Ut-^äb ist natürlich PermansiTfbrm wie 
lA-kän etc. TgL ZK II 344, n. 3, auch die S. 303 (Z. 7) dieses Hefb citirten §§ 87 
und 89 in AG. 

8. 17. Zu dem (soviel ich weiss hier Ton mir zum ersten Male nachgewiesenen) 
mimu „wie?*' Tgl auch S. 189 (Z. 14 ff.); 312; 314 (Z. 14) und 317 oben. Dr. WlNCKLtt 
hat UAG 104 oben mitm in mtiuni aiaSam minu nicht versta n d e n. -~ Gegen meine 
Erklirung von änu „wo" aus i -(- fragendem nu (vgL matt^mt etc.) darf man 
jedenfisUs nicht einwenden, dass „wo'' im Arabischen aimm mit „accusativischem" a 
heisst — Zu Anm. 30 auf dieser Seite vgl weiter unten die Nachträgt zu S. 260, 
Anm. 37. 

8. 19 oben. Auch Hommbl nimmt GBA 689 einen „Raubvogel" sirinnu an, v^ 
dagegen S. 167, Anm. j*. — Meiner in Anm. 26 ausgesprochenen Ansicht, dass Bildungen 
wie ■itxi9l mit kurzem u anzusetzen sind, hat sich jetzt Delitzsch (AG 244) ange> 
tchk>Mep. VgL auch noch ZA II 358 and 453, wozu ich bemerken will, dass ich unter 
dem Eindrucke war, hinter mit-xu^u^tu (ZK II 281, 2) in Klammern: (KAT> 218, 7 II) 
hinzugefügt zu haben. Die Annahme, dass dieser Zosatz von der unparttnscktm (siehe 
oben S. 300 Anm. 10) Redaction gestrichen worden sei, lag sehr nahe: im Jnttresst der 
jungtM IVtssemchaft wurdt Ja Sürge gttragtm^ jtdt ptrsUniicki Polemik mtbedimgt auS" 
%m€hiiesstn\ Soviel ich mich erinnere, wurde mir ZK II 277, n. 3 sogar die Bemerkung 
^Smuth hat diesen Text cfeubar tiaeh einer laieiniecken TranscripHon ver9ßeittiickf* 
nicht gestattet; vgL auch den von mir in Amn. 9 meiner ProUgomena to a C^mpara- 
tive Assyrian Grammar (PAOS Oct '87, p. CCXX) angeführten FalL Der geiekrU 
und uMparUüsehe Herausgeber von ZA hat mit seinen Berichtigungen überhaupt wenig 
Glück: so zeigt z. B. die Berichtigung ZA III 426 ledigUch, dass er kein Englisch ver* 
steht (vgL auch die schöne Anmerkung in PSBA Dec, 4 *88, p. 45 unten Über 
r^üpie wmsäng their preäcm time by descrUing the hitg a$$d skart 0/ every kcie and 
cratk ifi a tahiei, and cf tke exact positions of the (karmeters abeve and bhide eaek 
0tkef), — Das Citat zu mläabüka soll (wie ich bereits S. 169, 15 nachgetragen habe) 
rv R 31, 27h lauten. Auf den Umstand, dass ich von dem betreffenden Bogen keine 
Rcvisioo lesen konnte, sind auch die Schreibungen wie Thiele (S. 31, Nr. 21) und 
NöLOBCKB (S. 162 unten) zurückzuführen. Nach AG 220 e (vgl. schon BB 97 unten) 
soU meäiabüka übrigens ^ €ma müiabika sein. 

8. 20 Anm. 28 vgL zu dem Objectsprifixe m auch noch die Ausführungen Geoeo 
HomiANif's in seiner so eben erschienenen ausgezeichneten Abhandlung Ober einige 
pfOmkucke JmekrifUH (Göttingen 1889) pp. 39—41 (AGGW XXXVI) — Zu Ulik 
namkiüu (cfl UAG 105, 69) und tunammai in Anm. 29 siehe anch Delitzsch's Be- 



3 16 Beitrige sur aemiüachen Sprachwissenschaft 

merknngen ttber den Stamm traa AG 278. Vgl. auch mu-ui Hmti-ht U-lik^ KB I 146, 
t5a and Hommsl GBA 676, n. 3. 

Am Schlnss des Aufsatzes trage nach: [Juli *87]. 

8. 28 oben lies statt uiaknis und uiiknis : uiaknii und uiiknH mit e im Auslaute. 
Noch richtiger wftre ulekniJ zu lesen und statt upim'r: upirir, siehe dazu AEV 27«! 
(cf. AG 266) und zu der ithiop. Form ifk^im meine Prot, to a Comp. Assyr. Gramm. 
(PAOS Oct '87) § 9 g. 

8. 31 Nr. 21 Tgl. meine Anm. auf S. 97 unten. 

Zu Art III über Die zwölfte Tafel des babylonischen Nimrod- 
Epos sind natürlich die Ergebnisse meiner erneuten CoUation der 
Xn. Tafel auf S. 97 — 102 dieses Hefts zu vergleichen. 

8. 68 ff. Tgl. zu der Übersetzung der SohlUttzeflen det NE die AusfÜhrnngen 
Hal]£vy*s ZA m 337—340. Ich verstehe übrigens nicht, wie Halkvy (/. (, 338) in 
Abrede stellen kann, dass ia auch „ce que^^ bedeutet, will mich dabei aber hier nicht 
weiter aufhalten, da ja eine specielle Arbeit über das RelatiTpronomen im Assyrischen 
Ton Dr. Kraetzschmar flir das zweite Heft der Beiträge in Aussicht steht. Gegen die 
▼on Halävy (/. r. 339) Torgeschlagene Übersetzung Celui dont Pombre n'a personne 
pour en prendre soin — ttt ras vu et je U verrat — les matteres diger^es des repas^ 
les rebuts de nourriturt qui gisent dans les rues^ il les mange fallt doch sehr ins Ge* 
wicht, dass (wie ich schon S. 78 und 102 bemerkt habe) die letzte Zeile Ton K. 2774 
ia ina süqi nadä ikhal auf dem Duplicat K. 3475 überhaupt nicht gestanden haben 
kanni Bei meiner Fassung macht das wenig Unterschied, bei Hal^vy*s Übersetzung aber 
würde der Satz unvollstindig sein. — Zu dem Ideogramm von diqaru (was Hal£vy 
/. c, 338 unten durch ,yCopleux repeu" übersetzt) in der Bedeutung „Geflss" vgt 
auch CoL V 15 der Cultustafel von Sippar auf S. 287. AG. 34 (Nr. 184) liest De- 
litzsch übrigens ummäru und diqäru mit langem a, — Zu dem Worte kitpv Tgl. 
auch die Anmerkung über nübattu auf S. 144 und Delitzsch's Ausführungen auf 
S. 231 unten. Das Ton Dr. A. Jeremias durch „Trauerklage" (?) wiedergegebene Wort 
fasst Delitzsch in seiner Anzeige Ton LNT (LCB t6/III '89) unzweifelhaft richtiger 
als „Todtenopfer". Er übersetzt demgemSss die bekannte Stelle V R 4, 70 ff. sitti näe 
balfüsun ma ledi lamassi Ja Sinaxerba abi aü^a ina libbi ispunü^ eninna anäku ina 
kispihi (cf. coL VI 76 und Amiaud JA. aoüt-sept. '81, p. 237) niU Jitnnu ina libbi 
aspun: „die übrigen Babylonier bei dem Stierkolosse, bei welchem man [in Babylon?] 
Sanherib, meinen Grossrater, gemordet hatte, ebendort mordete jetzt ich als ein Todten- 
opfer für ihn jene Leute lebendig." — Übrigens scheint es mir keineswegs nothwendig 
anzunehmen, dass bei der Verbindung kispi näq-me ein GenetiTrerhSltniss Torliegt (LNT 
55: y^Trautrklagen des Trankopf erspenders")\ die beiden Ausdrücke kispu und näq-mt 
können sehr wohl auch coordinirt sein. Vielleicht bedeutet kispu ein (wiederkehrendes) 
Speisopfer an den Gribem der Todten, und nliq-me ein ebensolches Trankopfer. In 
diesem Falle würden sich auch die Bedeutungen Ton kispu und kusipat (S. 69 oben) 
unschwer Tereinigen lassen (man denke an bübütu^ SD 517, n. 2!). Auf Todtenehren bei 
der Bestattung kann sich kispi näq-me nicht beziehn: bei der LNT 54 unten ange- 
zogenen GriberschSndung (VR 6, 70 waren die elamitischen Könige bei ihrem Tode 
gewiss mit allen Ehren bestattet worden; es kann rieh da nur um die Pflege ("^fe S. $1, 
Z. 9) der Griber handeln. Dadurch erledigt rieh auch die PD 209 ausgesprochene 
Vermuthung, dass näq-me ein Ausdruck wie das bekannte hebr. ^^z ^rv« sei. Auf die 
Realien kann ich hier nicht weiter eingebn. Ich werde auf die Todtenopfer an anderer 
Stelle zurückkommen. — 



Haupt, Nachtrige und Berichtigangeii. 3IJ 

Die am Schlosse von NE öfter wiederkehrenden Worte tämur Aiämar möchte ich 
jetst doch anders auflassen, als ich S. 69, Anm.** Termnthete. Es scheint mir, dass 
tämur immer znm Vorheigehenden xn ziehn ist, ätämar dagegen (was ebensowenig 
Prisen« sein braucht wie altäkan, cf. IV R. 26, 10 1> und AG 287 unten) sum Folgenden. 
Demnach wire Z. 3—5 von K. 2774, Col. VI (auf S. ^5) zu fibersetsen: Wen du 
[hier auf Erden] im Kampfe fallen sahst, ich sah [im Todtenrdche] seinen Vater und 
seine Mutter halten sein Haupt, und sein Weib um ihn [besch&fb'gt]." Ebenso gehört 
dann Z. 6— 8 zusammen: „Wessen Leichnam du [hier] im Felde liegen sahst, ich sah 
seinen Geist [dort unten] in der Erde ohne Schlaff und endlich Z. 9—12: Wessen Geist 
du [hier] pietitlos ▼emachlSssigt [ohne ^B, ohne Todtenspenden etc. fUr seinen Unter- 
halt im Schattenreiche] sahst, ich sah ihn [dort] sich verzehren in nagendem Hunger, 
Tergebens lechzend nach Nahrung, fressend was auf der Strasse li^ (ein Zustandssatz 
wie mt MoJkAä iidfi in Z. 2) oder nach Hali^vy: „ich sah ihn fressen /es matiires digiries 
des repaSf ies rehnts de n<ntrriture gut giseni dans les rues," Natürlich gehört auch 
Z, I und 2 ima ma*ä\l . . . . ] ^alil-ma me [takü]ii üää mit der Schlusszeile der V 

CoL, die gemiss K. 3475, coL VI 3 (auf S. 51) iamu tämtir [äiamaf\ lautete, eng 

rusammen Übrigens wird wohl hinter ma'äi das Wort Ptüli (cf. NE 50, 208) ausge- 
fallen sein (auf K. 3475, S. 51 scheint allerdings kaum Platz dafUr zu sein), sonst wire 
der stat constr. nicht wohl zu erkliren. Der lange Strich vor fo/rV auf S. 65 könnte 
der wagerechte Keil Ton H sein. Ebenso gehören dann die beiden ersten Zeilen auf 
S. 51 zusammen. Es sind hier aber noch verschiedene Schwierigkeiten zu lösen. Vor 
Allem mfissen wir einen Tollstindigen Text haben. 

8. 70 und 72 lies statt mi^parm „Bogen" (wie ich schon S. 179 unten verbessert 
habe) mt^pänu mit langem ä. VgL auch die Nachtrige zu S. 178. 

8. 76 bitte ich neben innemidu auch die synkopirte Form innendu (AW 106) 
anfahren können, zu der partiellen Assimilation des a an das ** vgl. den Imper. endi-ma 
„steht" (AL> 98, rev. 3: cf. ZK 11 390 und AG 286) und die Permansivform endiku 
„ich stehe" (AG 81; 87; 285, § 104). Nach Dr. Ernst Müller (ZA I 373. 3) soU 
mnendu allerdings von "na herkommen. Vgl. auch noch meine Bemerkungen Hebraif.a 
I 220 * WBH 4- 

8. 78 bitte neben ^ «J^XamI auch auf das aramiische pK^M (wovon w^^ „Über- 
setzung**) hingewiesen werden können. ZA II 161, 39 zu citiren, wie PSBA Dec. 4 *88, 
p. 47, n. tt gewünscht wird, lag keine Veranlassung vor. Mancher bitte vielleicht auch 
ZDMG XXV 435 angeführt I 

8. 87 Nr. 6 ist, wie mir Dr. Flemmino nachtriglich mittheilt (31. Juli ^89) auch 
in englischer, französischer und hollindischer Übersetzung vorhanden. Cf. On tke cunti- 
form ekaraeUr^ and parHculary in tke inscripHons at Persepolis sowie On Pasargadae 
and tke Tomk of Cyrtu in Heeren, Historieal researehes mtc tke politics, mtercottrse, 
and trade of tke prinzipal nations of antiquity, VoL* II, Oxford 1833, pp. 313—3^ 
& 361 — 375; femer ExpHcations des icritures cuneiformfs ^ et particuiihrement des in- 
seri/tions de Persepolis sowie Sur Pasargada et sur le tombeau de Cyrus in Heeren, 
De la politique et du commerce des peupies de tanäquiti, Tome n, Paris 1830, p. 366— 
413 & 414—428; endlich Over de uitlegging der spijkersckriften vooräi der opsckrifUn 
van Persepo/is sowie Over Pasargadae en ket graf van Cyrus in Heeren, Ideen wer de 
Staatkunde onderlinge verkeering en den kandel van de voomaamste vo/ken der oudkeid, 
Deel n, Rotterdam 1825, p. 318—366 & 366— 38a 

8. 89 Nr. 64 VgL auch noch das Londoner Atkenaeum vom 16. JuU '36 p. 502 ff. 
(Mitthdlung Dr. Cyrus Adler's vom ii/VII ^89). 



3l8 Beitiige sor semitiachen Sprachwissenschmft 

Zu Art. V Ergebnisse einer erneuten Collation der Izdubar- 
Legenden bemerke ich im Allgemeinen, dass ich von S. 97 — 148 
nur die erste Correctur lesen konnte und von dem Verzeichniss der 
MuseumS'Nummem der Fragmente des Nimrod-Epos auf S. 148 — 152 
(desgleichen von mehreren erst nachträglich hinzugefügten An- 
merkungen) nicht einmal diese. 

8. 96 TgL 2U meioen Ausnihmiigen andreneits die Bemerkaogen Dr. Brünnow*s 
ZA IV 3 unten, auch Strassmaier's „interessante" Vorrede zu seiner yerdienstUchen 
Ausgabe der Inschriften [aus der Zeit] von Nabonidus (Leipzig 1889} S. VIL 

8. 98 unten Tgl. zu malaxu und tixr jetzt auch Hal^vy, ZA IV 53, Nr. 17 sowie 
Opfert ibid, 173. 

8. 102 Anm.** rgl. zu ku-gar auch PSBA Dec. 4 '88, p. 47 n. f. 

8. 105 (zu NE 16). Die NichUugehörigkeit der beiden Fragmente Nr. 5 und Nr. 6 
(K. 3589* und K. 8590} zum NE halte ich Olr keineswegs erwiesen. Die Bemerkuag 
Dr. A. jERBkciAS* LNT 8, 3 dass ich den NE 16—19 Teröffentlichten Text ßUschiUk 
(LNT 76 begnügt er sich mit wohi irrig) zum NE gerechnet habe, ist schon oben S. 18, 
Anm. 33 zurflckgewiesen worden. Dass die Hdlleiftbrt der IttAf (HI) einen Bestand- 
theil des NE gebildet habe, behaupte ich nicht Aber die Worte CG 198: In engem 
Zusammenhang mit diesem Abschnitt djtr Izdubar- Legenden steht mnwei/eiha/t die bC" 
kannte schöne Ertahiung von der Höllenfahrt der Istar (K, 162J; diese wird melieieki 
geradezu als eine Rhapsodie aus der siebenten Tafel der Izdubar- Legenden betrtuhtet 
werden müssen, sind meiner Ansicht nach — von der Nummer 7 abgesehn, die mir auch 
LNT 83 nicht am Platze zu sein scheint — auch jetzt noch unbestreitbar, während ich 
die Yorhergehenden Ausführungen SMtTH's auf CG 198 allerdings fUr ebenso Terfehlt 
halte, wie die Bemerkung Saycb*s CAG 349: // is possible that this tablet formed an 
episode in the sixth [cf. LNT 6 oben] teUtlet of tke Isdubar legends. Bei meiner kurzen 
Inhaltsangabe des NE in HV 9 habe ich bekanntlich die Höllenfahrt der Istar Oberhaupt 
nicht erwihnt; ebensowenig ist mir je in den Sinn gekommen, HI in meiner Ausgabe 
des NE mitzuyeröflfentlichen: ich habe mir auch nie eine neue Abschrift der Tafel an- 
gefertigt I 

Dagegen halte ich es nach wie vor nicht bloss fUr möglich, sondern sogar für 
wahrscheinlich, dass NE 16 — 19 wirklich einen Theil der Izdubar-Legenden bildet; jeden- 
fisUs enthalten die Fragmente nichts, was dagegen spriche. Ob der Text aber zur XIL 
Tafel gehört, wie ich oben S. 105 als denkbar hingestellt habe, ist einstweilen nicht zu 
entscheiden. Wir mOssen dabei aber im Auge behalten, dass von K. 3774 nur der Unke 
untere Theil der III. Col. erhalten ist (siehe oben S. 61) und der rechte obere Theü too 
CoL IV (S. 63). NE, Nr. 5 dagegen enthilt ebenso wie Nr. 6 nur den rechten oberen 
Theil einer Tafel mit Bruchstücken ron Col. m & IV. Die Tafehi K. 3774 und NB 
Nr. 5 & 6 können sich also sehr wohl gegenseitig ergänzen, wozu noch hinzukommt, dass 
die Eintheilung der Columnen auf den yerschiedenen Exemplaren des NE hiufig gmns 
abweichend ist (vgl. Deutzsch's Bemerkungen über die Sintfluthtafeln AL' 99 unten). 
Auf alle F&lle lässt sich nicht Uugnen, dass die Worte qibä^ ebti; qibä, ebrt etc. .,sage 
mir doch mein Freund, sage mir doch mein Freund I etc." (vgl. oben S. 77) in Col. IV 
Ton K. 3774 (auf S. 63) sehr wohl der Schilderung der Unterwelt in NE 17 und 19 
vorausgegangen sein können. Die Worte sind offenbar als Aufforderung Izdubar*s an 
Eabani, ihm von seinen Erlebnissen {la emuru) in der Unterwelt zu erzählen, aufzufassen, 
und NE 17 und 19 könnte sehr wohl die Fortsetzung von Eabani*s Schilderung des 
Todtenreichs im Anschluss an S. 63 Z. 3 ff. enthalten. Da die Columnen der Sintflntb- 
tafel B z. B. über 50 Zeilen lang sind, so kann zwischen den 14 Zdlen von K 3774 



Hanpt, Nachtiige und Berichtigaiigeii. JI9 

CoL IV (auf S. 63) und dco 21 Zeilen von NE 17 retp. den 24 von NE 19 immer noch 
eine Lücke von 10—15 Zeilen angenommen werden, ohne die etwaige Verschiedenheit 
der Colnmnen- nnd Zeileneintheilung irgendwie in Betracht su tiehn. Auch das Frag- 
ment K. 8225 (dessen rechte Columne auf dem Original etwa den Raum eines silbernen 
Fflnümaikstllcks einnimmt!) würde sich mit den 14 Zei' n von K. 2774, Col. in (auf 
S. 61) und den 17 resp. 2$ von NE 16 und 18 zusammen bequem auf einer Columne 
voo 50 Zeilen unterbringen lassen, ganz abgesehn davon, dass es gar nicht ausgemacht 
ist, ob die beiden Columnen von K. 8225 (auf S. $5) Col. II und m oder CoL I und II 
einer Tafel sind. 

Ich behaupte also nach wie vor, die beiden Fragmente K, 2589 und K. 8590 ge- 
hören troU LNT 8, 3 tum NE, möglicherweise zur XIL Tafel; HI dagegen ist eine 
selbttlndige Beschwörungslegende, in die jedoch bei der Beschreibung des Todtenreichs 
(in der epischen Einleitung) Theile aus NE eingewebt sind. Der Umstand , dass Istar im 
NE ab Tochter Ann*s erscheint, in HI aber Tochter Sin's genannt wird, kommt dabei 
gar nicht in Betracht: bei einem magisch-liturgischen Stttcke wie HI waren für derartige 
Bezeichnungen natürlich die localen religiösen Anschauungen entscheidend, wobei ausser- 
dem noch berücksichtigt werden muss, dass HI möglicherweise bedeutend jünger ist als NE. 

Bei der Wichtigkeit der Frage halte ich es für angemessen, hier die Bemerkungen 
DujTZScu's in seiner Besprechung von LNT (LCB. 16/III '89) anzuführen. Delitzsch 
sagt daselbst im Hinblick auf Dr. A. Jkrkmias* scharfeinnige Erklärung der Schlusszeilen 
voo HI: „Es ist hierdurch der Beweis erbracht, dass HI, so wie sie auf der betr. Keil- 
schrifttafel vorliegt, d. h. von Z. i des Obv. bis zu Z. 58 des Rev., unmöglich einen 
Bestandtheil des sog. NE gebildet Wben kann: sie bildet vielmehr die epische Einleitung 
und Einkleidung einer Todtenbeschwörung (vgl. die ühuliche Verwendung epischer Stücke 
IV R 5—6; 15 u. ö.), das Ganze ist eine „Beschwörungslegende". Der Verf. geht aber 
noch einen Schritt weiter: er will auch die Annahme, dass HI in einer andern Gestalt, 
ako vor allem des Schlusstheils entkleidet, eine Rhapsodie bez. Episode des NE gebildet 
habe, endgUtig aufgegeben wissen. Ref. ist geneigt, auch hierin dem Verf. Recht zu 
geben: der Umstand, dass ganz die gleiche Schilderung der Unterwelt auch innerhalb 
des NE sich findet (s. Hauptes Ausgabe S. 16 — 191 beachte, dass der Verf. seine S. 8, 
Anm. 3 und S. 76, Anm. 2 ausgesprochene Ansicht auf S. 98 aufgegeben hatl) und dass 
auch sonst stilistische Anklinge der HI an NE bemerkbar sind (vgl. HI Rev. 23 ff. mit 
NE 16, $ff.; 18, 8 ff.) scheint Ref. kein stichhaltiger Grund wider die Annahme des 
Verf. zu sein. Andrerseits dürften als positive Gründe für dieselbe zu gelten haben, 
einmal dass im NE Istar stets als Tochter des Himmelsgottes Anu erscheint, in HI da- 
gegen als Tochter des Mondgottes, und sodann, dass nicht abzusehn ist, in welche Lücke 
des NE die HI hineinpassen sollte". 

Das deckt sich im Wesentlichen durchaus mit meinen Anschauungen. Vor Allem lege ich 
Werth darauf fettzustellen, duss Delitzsch NE 16 — 19 nicht etwa einem andern Epos zu- 
weist, wie LNT 76, 2 versucht worden. Die daselbst aufgestellte Behauptung, dass NE 
16—19 ▼<»> oiir irrig zum Nimrod-Epos gestellt seien (vgl. auch LNT 8,3) hat Dr. 
A. JEKBMIAS übrigens, wie man nach Deutzsch*s oben angeführten Worten glauben 
könnte, LNT 98 keineswegs zurückgenommen; seine Berichtigung bezieht sich lediglich 
darauf, dass NE 17 und 19 der Sprechende nicht von den Genössen des seligen Lebens 
redet, sondern vielmehr eine Schilderung der Unterwelt giebt 

8. 114 zu der Anmerkung über ^ru „Farre" und parü „Maulthier** mache ich 
darauf aufoierksam, dass diese letztere Übersetzung auch S. 286 (unter Z. 6) angenom- 
men worden ist Auch Delitzsch hat jeUt die Übersetzung „Farre" für parü auf- 
gegeben. Zu den Bemerkungen über das assyrische Äquivalent von ''fi% vgl. auch 
AW 334 unten. 



320 Beitrige inr semititchen Sprachwisaeinchalt 

8. 116 (xtt NE 9, i6) lies ülup [namfara ma] mbihi, nicht HlupX 

8. 121. Von den Sintfluthfngmenten </, t, f und g hat PntCHEs bisher leider nur 
/*, das jetzt die Nummer K. 7753 trigt, aasfindig machen können, obwohl er mehr denn 
21000 Fragmente daraufhin unterracht hat 

8. 122 Ygl. SU dem Alfuig der Siltfllthtafel die Bemerkungen ZA m 417. Dem- 
nach wiren Z. 5—7 t^sicker** su flbersetzen: „Deine Vollkommenheit hat mein Hers 
Kämpfe SU bestehn [angetrieben]; ich bin dir entgegengegangen, [um su erfahren,] wie** 
etc. Die Ergänzung ama i-äi zu Anfang von 1. 7 und die Fassung von ilu firika als 
,,ich bin dir entgegengegangen" erscheint mir sehr bedenklich. Im Übrigen vgl meine 
Erklärung der Eingangszeilen JHUC, No. 69 (Febr. '89) p. i%K Unklar ist mir Übrigens 
warum Herr M. (— Meissner, ZA IV 66? vgt oben S. 216 n.) es fflr ndthig hält, 
ZA in 418 oben zu bemerken, dass 1. 32 ff. nicht, wie man g^öhnlich annehme, einen 
Monolog Ea*s enthalte, sondern, wie kiäm taqahdhmitä erweise, eine Anrede des Adra- 
hasis an seine Mitbürger, womit er ihnen seine Rettung und das über sie verhängte 
Strafgericht ankflndige. Ich meine, dass die p. XLI unten meiner Schrift Die akkadiscke 
Spracht (Berlin ^83] gegebene erste Übersetzung dieser (im Jahre '82 von mir entdeckten) 
Sintfluthfragmente Aber die richtige Auflassung dieser Stelle keinen Zweifel lässt Dort 
(resp. in der Transcription auf der folgenden Seite XLII) findet sich auch schon die von 
Herrn M. Prof. D£LmsCH sugeschriebene Lesung ur-rad. Die Ergänzung [f'rj-i/i-ma su 
AnAmg von Z. 33 (wonach Herr M. in seiner Transcription übrigens das Pronomen iUi 
auslässt) passt nicht zu den Spuren auf RM 3 II 390; ich glaube, das erste Zeichen kann 
nur id- gewesen sein. Noch bedenklicher scheint mir die Fassung des Schlusses von 
Z. 36 als iimnu ahuma „Böses und Feindliches** (wobei übrigens limnu wiederum bei 
der Transcription aasgelassen istl). 

8. 123 Z. 4 von oben etc. (unter Z. 1 1) lies ilrippak mit «, was allerdings später 
(cf. JHUC, Aug. '87, p. 118 Smrtppak mit gesprochen wurde. Nach Gio. Hofpmann 
ist dieser Stadtname (wofür Berosssos Att(faYia bietet) vielleicht mit dem bei Weicht, 
Appcr, Acts of tht AposHes 1871 , p. 27$ (cf. ZDMG XXV 679) vorkommenden ^aSH* 
identisch — In der Anmerkung auf dieser Seite, von der ich, wie schon oben er^ 
wähnt wurde, keine Gmectur gesehn, ist Z. 5 von unten vor (resp. hinter) rmVs Var 
das Wort 90«n oder ^s^vpn ausgefallen; pK ■»rmn darüber sollte zu Anfang der fünf- 
letzten Zeile stehn, und am Ende der vorhergehenden das "»90« oder am Anfang von 
Z. 5 von unten. Zu der Anrede kIkkÜ, kikkli; Iftr» Iftrl vgL auch die interes- 
santen Ausführungen H. Steintual's über .^Hürf ihr HifAmel^ merk' auf Erd^* (mit 
Rücksicht auf Dr. Karl Bruchmann's Psychologische Studien Mttr Sprachgeschichte) 
in der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft ^ Band XVHI Heft 4, 
pp. 431 — ^450» insbesondere p. 437, auch den Anfisng des Aufsatzes über Die ethische Idee 
der VollkoMsmnheit in Bd. XI p. 161. — Ich bin femer von einem meiner Zuhörer, Dr. 
W. M. Aenolt, darauf aufmerksam gemacht worden, dass PofCHES seine oben S. 123 
angeführte Erklärung ZK I 346 auch p. 61 des Guide to tht Nimroud Central Saloon 
(London '86) wiederholt hat Pinches überMtzt dtselbst: 7)1/ lord of deep wisdom, 
Hiat tpoke with them, and communicated their command to the earth, saying "Earth, 
earth! Field, field! O earth, hear, and ßeld^ ustderstand T Ich glaube allerdings, dass 
kikkiiu durch *ßtld* za übersetzen ist, igaru dagegen durch *tewfC\ vgL dazu meine 
oben zu S. 122 citirten Bemerkungen in den JHUC, No. 69, p. i8a. Nach S. A. Smith 
Assurb, III p. 94, n. 1 soll kikküu „Schilfmoor'* bedeuten; nach HalAvy, der (ZA 
IV 6 1) aram. Knira*u vergleicht, nC^rgile^* und igaru „poussiere''. Hal^vy schlägt als 
Übersetzung dieser schwierigen Stelle vor: „Z/ mattre de pmssanct lau prit la parolt 
(tamema non tadibma) et annonfa la nouvelUh fargilei argile, argile, poussiirt, 
poussiire; argile icoute^ pous stire sois attentif! Sourippakite, ßls de Oubarpuirdouk etc.** 



Hanpt, Nacbtrige and Berichtigungen. 32 1 

8. 124 — 127 ist zu den Ausf^lliruiigen Aber die Maitse der Arobe mein Aufsats The 
dimemicm 0/ tkt Babylonian Ark in Vol. IX No. 4 des Amtrican Jvumal of Phi' 
Uhgy (Baltimore 1889) su vergleicben (abstract in PAOS Oct *88, p. LXXXIX). Die 
10 gar in IL 55 und $6 nimmt auch noch Herr ll (in ZA m 418) für die ^fler 14, 
und ina xanH ümi in der vorhergehenden Zeile soll heissen „io ^f Tagen" statt ,,am 
ftnften Tage'M Beachtenswerth aber scheint mir Herrn M*s Lesung karxi (1. 55) unter 
Vergleich von kirxu ,,Wall" (KB I 88, vgl das Wörtenrerzeichniss in Dr. Wincklsr*s 
Sarg, p. 2ial>) obwohl auch da noch grosse Bedenken bleiben. Meiner Lesung addl 
/an p&ni zu Anfang von l 57 stimmt Herr M. (ZA m 419 oben) bei — Dr. Jensen 
und Dr. Zimmern glauben übrigens nicht, dass das Zeichen U in 11 35 und 26 das Ideo- 
gramm für „Elle" ist, und wollen [/»-]« minduda und [/m-]m mitxwr als PermansiT- 
formen lesen. Ich würde dann wenigstens nüdudä vorziehn. — Zu dem assjrr. "pi; >-■ 
hebr. rv^'naty vgl die Anm. ÜBN 183. Die Worte noch im Assyrischen ibid. 184, l 8b 
sind zu streichen. 

8> 129 oben vgl zu imb «■ tüb von dem gewöhnlichen ewibu die Bemerkungen 
M*s ZA m 419 unten. — Zu aktto (unter Z. 66) vgl Hommel, GBA 782 n. 2 and 
785 ; PiNCHES bei S. A. Smith, Assurb, Heft HI 89 sowie Dr. F. E. Peiser's Ktilschrift- 
licht AcUnst&cke (Berlin '89] p. 49 und p. 58, XVI, 3, wo das Wort durch „Feststrasse" 
ttbeneUt wird. — Statt Samai (unter Z. 72) lies kamai, 

8. 130. Zu kikktt vgl. noch Sb 1 , obv. col III l 7. Dr. Jensen will das Wort 
von hanäht „niederdrücken" ableiten. (?) 

8. 132. Zu der in Anm. * besprochenen Übersetzung eines „neuen Nebukadnezar- 
TexU" von Dr. Bezold vgl. jetzt auch noch die Bemerkungen C. J. Ball*s in PSBA, May 
7 *89, p. 253. 

8. 133 (tonter Z. 121) lies nMäü „NSchte" mit langem ^, vgl V R 13, i6b, wo 
wir die scriptio plena mu-u-H finden. 

8. 135 (Z. 128] streiche das Citat IV 58, 58 zu uru\ das /. c, stehende u-ri-e be- 
deutet „Stall" (vgl Deutzsch's Bemerkungen auf S. 211). Zu Mllll (oder ulaliui), 
das Sanh. Sm. 152 (wenn ich nicht irre; ich habe das Buch nicht zur Handl) durch 
„/ raised^* übersetzt wird, w&hrend Pincues RP IX 28 das bekannte agddmar usaiiii 
Sanh. Sm. 135, 34 (III R 14, 54) durch „/ madt an tnd with power^^ (dachte er an 
asiii TP 159?) wiedergiebt, vgl ausser den beiden oben (S. 135) angezogenen Stellen noch 
Sanh. VI 35: qirubA ma*adu ultu qirib usalli u tämirü Ali Hma axauHmma (AW 299) 
lu'a^bata (cf. Sanh. Const. 60 und 62), was HörninO „Ein grosses Stück Land nahm ich 
von den Ackern und der Umgegend der Stadt wie .... hinzu" übersetzt. Wenn usalln 
„Acker" bedeutet, dann würde agddmar usallii im Wesentlichen «« uiend karmil Sanh. 
m 61 sein. Zu girubü (syn. qaqqaru Es. V 6^8; auch merihi^ cf. Peis. Act, 98) mit 
anlautendem p vgl Lyon's Sarg, 6$ (auch AG 178). Das Wort usailu aber ist mir 
nicht ganz klar, und ich bin augenblicklich (fem von meinen Sammlungen etc.) nicht in 
der Lage, eine eingehendere Untersuchung darüber anzustellen. 

Noch schwieriger ist die Erklärung von ■ni (oder ist iamru zu lesen?), da das 
auf etwa ein Dutzend verschiedene St&mme zurückgeführt werden könnte. Mit dem AW 

240 behandelten üru «■ ^)y^ (y9\* D^^to Hab. 2, 15) ist hier offenbar nichts anzu- 
fangen. Man könnte nun auch an rrirf „Auen"(?) Is. 19, 7 (cf. 9ar-nr9a Jnd. 20, 33 
und mra loa. 15, 59) denken, oder an *^n „Berg'*(?) Gen. 49 1 26 (cf. das nom. propr. 
"«») — das sind aber alles lediglich mehr oder weniger haltlose Vermuthungen. Die 
letzte Combination liesse sich allenfalls durch die (schon auf S. 13$ angezogene) Stelk 
stützen, wo iUlä ana uri „er stieg empor zu dem Mfw*' darauf hinzuweisen scheint, 
dass um etwas Hohes ist Smith's Übersetzung „er stieg hinan zu der Stadt" CG 181 
col n 7 (*- Jl/ ascended to ihe ciiy CAG 218) halte ich jedenfalls für ausgeschlossen. 
Bdufice nr Mmit. SpradiwisienMliaft. I. 21 



922 Beitrige tnr Mmitiicheii Spradurinenschaft 

Man könnte Jtima uri miixurat usailu demnach etwa erkliren: „Das Feld war eü» 
l^eworden mit dem Berge", alio „Berg und Thal waren nicht mehr xn imtencheide&**. 
Allerdings wflrde man in diesem Falle eher erwarten um mitxur Bma ttsa/ü, nnd statt 
um ist möglicher Weise (wie schon oben angedeutet wurde) lamru (TP 128, n. 2) an 
lesen, was als Substantimm (cf. V R 5, 95) „reissender Strom" bedeuten könnte; B$ma 
iamri mitxurai usailu wftre dann etwa „das Feld war wie ein reiisender Strom". Ich 
halte diese ganze Ausflihrung aber fftr äusserst sweifelhaft, und will lediglich andere 
Fachgenossen hiermit anregen, an der Lösung der (bisher nicht genug gewilrdigten) 
Schwierigkeit mitxuwirken. Meine AufTassung Ton usailu als Subject su der PermansiT- 
form mitxurai dOrfte unbestreitbar sein. — Zu nAii in Z. 13$ auf derselben Seite TgL 
auch LNT 51 unten. 

8. 143 (in der 5. Zeile des Abschnitts unter Z. 267) lies charakterisäscke, 

8. 144 Tgl. SU der Anm. Ober nübattu die Bemerkungen Deutzsch*s auf S. 231. 

8. 146 Anm. ** möchte ich bemerken, dass ich schon im Jahre 1880 mit Pinchbs 
susammen den verstorbenen Dr. Birch tu bestimmen suchte, einen wissenschaftlichen 
Katalog der Thontafelsammlungen des Britischen Museums herstellen sn lassen. 

8. 147. Zu meinen Ausfllhrungen Aber die susammenhingende Transcription Tgl. 
ausser den Einwendungen Dr. BRt)NNow*s in ZA IV 3 ff., denen gegenüber ich auf 
S. 298 Anm. 3 meinen Standpunkt kurx priclsirt habe, auch noch HAtivv's Bemerkungen 
ZA m 34a 

8« 148. Von den MweumS'Nuntmem der Fragmente des NE habe ich, wie schon 
oben bemerkt wurde, keine Correctur lesen können; andrenfalls wflrde ich die Raum- 
▼erschwendung durch den unnöthigen Ausschluis auf der linken Seite der Columnen be- 
seitigt haben. 

8. 149 ist zwischen 29) und 30]: K. 7224 und 7752 nachzutragen. Letzteres ist, 
wie PiNCHES inzwischen herausgefunden, DsLiTZSCifs Sintfluthfragment / (TgL oben die 
Nachträge su S. 121); ersteres gehört ridleicht zur V. Tafel, da es nach Pinchbs die 
Namen Itdubar^ Eabam und Xwmbaba enth&lt. — [Von dem Fragmente K. 7224 hat 
mir Pinchbs in gewohnter Liebenswürdigkeit (am 12/ VIII ^89) eine Copie flbersandt, 
ebenso die Abschrift eines neuen Fragments, das er am 16/II '89 gefunden. Dasselbe 
trigt jetzt die Nummer K. 1 1 659, ist demnach auf 8. 150 zwischen Nr. 56 und 57 nach- 
zutragen. Beide Texte sind NE 94 Teröffentlicht] 

8. 152 unter 87—90 streiche /. 

Zu dem Aufsatze Die Verba mediae M im Syrischen S. 153^x57 
habe ich von Prof. NESTLE am 24. Juli '89 folgenden Nachtrag er- 
halten : 

„Zu meinen Bemerkungen Aber Die Verba mediae m im Sytischen sind mir manche 
Erginzungen und Berichtigungen sugekommen, deren Veröffentlichung willkommen sein 
wird. Th. NÖldbkb wies mich auf die Metrik hin, indem er henrorhob, dass schon 

Ephraims Verse gewisse Gewohnheiten in Bezug auf das | bestätigen, s. B. dass man 

\m\i!a nicht »{«o sprach, also auch («U^f nicht tivU«»* Ausserdem theilte mir Nöl- 

DBK£ mit, dass die Ton mir S. i$6 angef^lhrte nnd benutzte nestorianische Massorah-Hds. 
▼om Jahr 899 doch eine uiemliehe AuMokl Ton Fillen habe, in welchen nach Vocal- 

iosigkeit das | ftlr die Aussprache wegfalle, zum Thdl mit ausdrficklicher Anweisung 

dazu; so ^I^Al mit der Bemerkung \ ol^ d. h. | «iCOl^ „unterdrflcke das |"; ebenso 

^4iflj mit der Anweisung oCk. sJOmA P „sprich das | nicht aus"; und sogar bei 

|i r > ) ftA g , ^oaJIAJ stehe | oX^, also die Aussprache sollte damals schon das \ ignorieren, 



Hanpt, Nftchtiige nnd Berichtiguogeo. 323 

obwohl der Vocal som \ geschrieben ist. Umgekehrt heisse es allerdiiigs in vit/m an- 
dern Fillen I ^^«1 „sprich das Y\ sogar s. B. beim Eigennamen |*^Ö1^. „Ick hohe 
wnr Mock oIltHei Merkwürdiges üier \ aus dieser Massora au/geteieknef*. Wie wiin- 
scbenswerth, dass es allgemein bekannt, dass überhaupt diese ganze Massorahandschrift 
womöglich in photographischer Nachbildung zoginglich würde! Aber wer giebt das 
Geld daxQ? 

Hinsichtlich des «weiten Punktes, der Verdoppiung des ersten Radikals^ wurde mir 
eingewendet, ob nicht MiRX und Duval mit ihrer Regel etwas generalisiert hätten, und 

wurde insbesondere meine Erkllrang des Dagesch in V^a| , X|J beanstandet In 

enterem sieht Nöldekb nur eine künstliche Unterscheidung Ton V^^f „gegessen"; doch 

haben wir ja auch im Hebr. rr^ Ton r^40; aber ob nun dieses Dagesch durch Assimi- 
liemng erklärt werden könne, erscheint andern zweifelhaft. Die Sache bedarf weiterer 
Untersuchung; cn solcher anzuregen, war der Zweck meiner ersten, ist der Zweck dieser 
Zeilen". — 

S. 158. „Im Juli vorigen Jakres, am 17. Nor., Anfang Dec" bezieht sich 
auf 18871 

8. 160. Nach S. A. Sioth {Ferk, d, Wien, Orient, Congr, Semit Sect p. 260) 
soll imiintu „Wohlsein" von yf> herkommen und „abiding place** bedeuten I — In 
Anm. ** auf derselben Seite ftige hinter Eine klare Ausnakme ist s. B, ein: wie iek 
sekan aken S. 116 angedeutet kabe (vgl S. 178, n. ***). — Statt Sapkel in Z. 7 von 
unten lies Sapkel, Meine Lesung Mer iangüä statt uir-rit-ti ist auch von Delitzsch in 
seiner Anzeige von LNT (LCB 16/III *89) angenommen worden; vgl auch noch PAOS 
Oct *88, p. CV. 

8. 161. Zu paiiOri möchte ich noch bemerken, dass auch Es. VI 36 pal- 
i&ri taJiläti nicht „dedicatory vessels** bedeutet, wie Dr. Robert F. Harper p. 19 
seiner Inaugural-Dissertation («-■ Hebraica IV 117) Übersetzt, sondern (wie/alASr taqne 
Assurb. Sm. i$3, 33 etc.): „Festtafel". Dr. Harpbr's Übersetzung dieser Stelle erhebt 
sich schwerlich über das Niveau des von ihm so schonungslos verdammten BuDOE'schen 
Boches (vgL oben S. 18 Anm. 35 I). Die Übersetzung von 1. 40: ike best oil I offered(ff) 
tktm , / caused tkem to drink ist etwas stark oder — sehr schwach, wie man will. Es 
ist natürlich Jaman reÜ Jamna gulä muxxahmu nlaiql zu lesen, und das bedeutet ,,öl 
für das Haupt, feines (eigentlich „grossartiges") öl hiess ich ausgiessen über ihr Haupt" 
Für gU'la-a siehe ASKT 59, I3 und zu iaman reit, das wie vrih ^^ yf 141, $ nicht 
0lemm capitale sondern oleum capitis bedeutet, vgL Franz Deutzsch's Psalmen-Com- 
mentar, p. 848. / caused tkem to drink würde uiaitl-htnlUi heissen, aber nicht uJaigi, 
Letzteres kann nur bedeuten „ich hiess tränken". Sonderbar ist auch die Lesung /a- 
tir/m Es. VI 35. Ich behalte mir vor, die HARPBR*sche Übersetzung der Esarhaddon- 
texte bei einer andern Gelegenheit eingehender zu beleuchten. Betrefis palHiru will ich 
nur noch bemerken, dass aram. SoLm sowohl wie arab. Y*^Li natürlich Lehnwörter sind. 

8. 164 oben Z. 1 und 3 lies Sapkel mit i. — Zu meinen Bemerkungen über 
twntnaiH „Taube" in Verbindung mit dem Namen 8«ilraill8 vgl Hoffm. Fk9n, Insckr, 
51. Nach Hoffm. (wenn anders ich ihn richtig verstanden habe) soll SewUramis ^ 
^rrngn ,4hr hohes Numen" (mit Beziehung auf Astarte) sein, und auf der folgenden Seite 
wild sogar bemerkt: „Wenn das eusyr, [su\'um'ma-ti „Taube** irgend etwas mit dem 
Mam^n Semt'ramis mu tkun kat, wie Paul Haupt meint, so kannte es die Taube eben 
als Nowum oder Numen der Göttin beteicknen: die an Did gekängte Femininendung 
deutet die übertragene Bedeutung an, vgl, auck «rvmVs ete,** Diese Anschauung dtbfte 
schwerlich Beifidl finden. Ich glaube nach wie vor, dass das assyr. Sammu»rämat „Se> 
miramis'' ^ Summu-räwtat ^,Tanben-Liebhaberin" ist — rAmat «■ ra'imat, rakimat von 

3I» 



^24 Beitrige zur semidschen SprachwisaenicIuLft. 

rAmu „lieben" —■ |%^> Mit B« Iuuid summaiu schon deshalb nicht nuammenhlngeo, 

weil ,J^fame** im Assyrischen (wie sa erwarten) htmu mit / und einfachem m beisst — 
Za Anm. * daselbst vgl PAOS, Oct '88, p. CXIL 

8. 166 am Ende von § 6 vgl zu mürlni „weichen" die Bemerkungen Dbutzsch's 
auf S. 227. — In der swdten Zeile des folgenden Abschnitts lies darauf statt daauf, 
— Zu den Ansf&hrungen Aber ^ als secnndiren Stammmconsonanten in der Mitte der 

Wurxel will ich erwihnen, dass anch Nestle in seiner Anseige von D. H. Müllbe's 
Abhandlnng Zur Geuh, ätr semit, Zischiaute LC3, Jan. 1 '89, col 22 bemerkt: Es 
ist k'ichsU Zeit, die versehiedenen Ciassen der semitischen Spracklaute in Untersuekmng 
tu nehmen, man denke nur s. S» an die Outtura/e, deren Vemacktässigung bei Sama- 
ritem und GaJiläem in ein ganz anderes Licht trift^ seit wir wissen, dass sich bei den 
Assyrem dieselbe Erscheinung findet (2 Reg. 17, 24ffy*, — Anm. • auf S. 165 Tgl. 
SU den Schreibungen wie nemiki auch AG 78. 

S. 166 unten. Lagaxde stellt ÜBN 50 und 188 «jna ,^hlange** mit arab. '\J*J^J^ 
(cf. Mitth. I 230) hanai zusammen.. Letzteres wird wohl Lehnwort sein. Lag. memt, 
i;>.s sei Denominativ von «17^, und iTn^ wohl aus vrrp entstanden; ich möchte das ^ aber 
fUr ursprünglicher halten. Die Grundbedeutung scheint mir „züngeln, zischen, zischeln" 
zu sein, denom. von iH-än „Zunge" eigentlich „Lecker**. — Zu den Formen wie rr^ 
etc. (Anm. * auf S. 166) vgl. ÜBN 174. 

8. 167 unten bezieht sich die Bemerkung Vgl, dasu Lagarde's Mittheilungen Jll, 
31 auf D^b, sollte demnach drei Zeilen höher hinter zusammen stehn, oder lies statt Vgl. 
dazu: und mu WO „Schwalbe". 

8. 168, II. Auch Delitzsch fasst xalamma AG 115 n. m gleicher Weise 
auf. — In § 13 auf derselben Stdte lies Kd-t sUU na*) (vgl. S. 256, Anm. 1). — Zu 
Anm. ** erwihne ich, dass, wie Delitzsch AG 119 (nach Tsloni) bemerkt, der Über- 
gang von antedentalem / in / sich auch in italienischen Dialekten (z. B. dem von Pisa) 
findet {vilta Hlr vista). 

8. 169. Zu uriarinu vgl. Rev. C. J. Ball*s J^ffte on the IVcod called UriaAna 
(in PSBA Feb. 5 '89, p. 143) die freilich nichts Neues bringt — - 

8. 170. Zu ia*elu „Steinbock" etc. vgl. AG. 97 undxa turdxu (— n^? Del. Pr^l. 
80) ÜBN 151, n. *. ~ Zu limnu und labiru möchte ich noch hinzufügen, dass ich Wwum (das 
eigentlich nicht „feindlich** wie nakru^ sondern vielmehr „unheilvoll, bösartig'* bedeutet; 
vgl. die Nnchtr&ge zu S. 15, Anm. 8 oben auf S. 315) f)lr eine Zusammensetzung von 
R^ und "^^ (was im Assyrischen gemlss SFG 21, 1 imnu^ fem. imittu lautet) halte. 
Das i in limnu wird demnach wohl als lang anzusetzen sein: timnu ■* lä-imnu. In 
läht „er war nicht'* (ZA I 372; vgl oben S. 217, Z. 13), das natürlich aus r«-iiV lä- 
iht (nicht lä-iht KB 41 unten I) contrahirt ist, überwiegt dagegen der i4-Vocal (wobei 
allerdings wohl Einfluss der Analogie anzunehmen ist). Da der stat constr. von Itmnu 
aber nicht /Iotm, sondern Itmun, das fem. nicht Itmittu, sondern Itmuttu lautet, so muss 
neben iamin auch eine Nebenform iamun ezistirt haben (zur Form /aSul et ÜBN 35). 
Das Verbum p^ (z. B. ä ulammeniM „sie sollen mir nichts anhaben** (SFG 29 V 1) 
ist natürlich denominativ. Ich trage diese Erklärung um so zuversichtlicher vor, als 
mir inzwischen bekannt geworden, dass auch Dr. BfAETm Jäger (HV 27] unabhingig 
von mir auf dieselbe Ansicht gekommen ist Nicht so sicher fUUe ich mich in Besag 
auf laMlH „alt**, obwohl ich überzeugt bin, dass auch darm eine Zusammensetzung mit 
der Negation 16 steckt. Der Stamm -«a^ scheint mir (trotz ^ „bedringen** BB 6, 2; 
LNT 72, 2) etwas verdichtig. Ich möchte jedenfalls darauf hinweisen, dass das 1 von 
labiru offenbar lang ist, andrenfalls würden wir labru^ constr. labir, fem. labirtu^ pl. 
labrüti, labräti haben; vgl. namru „hell**, gamru „voUstlndig**, habtu „schwer" — 1»«- 
miru, gamiru, habitu etc. (siehe dazu auch meine Bemerkungen in //ebrai<a I 228 ^ 



Haapt, Nftchtrige nod BerichdgQngen. ^2$ 

WBH 12, womit ikh die Ausfthningeii in ÜBN 73 & 74 £a meiner Freode im Wesent- 
Hcheo decken). Das i von Miru erhält sich aber durchweg, auch in der Abstract- 

form laMfüiu ,,AlteT'* (TP Vn 54). Genauer wäre demnach läHru (wo^» Form 

JUüfVS) xa lesen. Dies könnte eine Zusammensetximg von 16 y^nicht*' mit einem Stamme 
"r«a resp. *na oder *>aK, auch m^ oder *«*« sein. Ich halte es nicht flir unmöglich, dass 
lUlru ans /i nnd htru „hell" Ton barü „hell sein, schauen" (BB 67, 31; ZK II 338, 16) 
zusammengesetzt ist (vgl. die Composita lä ianiiu und /d amirtu flir „Unreinheit" resp. 
„Sünde", BB 37, 3; ZK II 353). Lä^ru wflide dann ursprünglich (rielleicht speciell 
Ton Kleidern) „unansehnlich" oder „abgetragen" bedeutet und dann allmählich den all- 
gemeinen Sinn Ton „alt" angenommen haben. Die Bedeutnngsentwicklung ist nicht ge- 

waltsamer als etwa bei ithiop. "lAt *-" assyr. xal&qu „su Grunde gehn, fliehn" (wie 
ran), das (soviel ich weiss zuerst von dem Terstorbenen W. Wrigut] richtig mit arab. 

\ ^ X^ „abgetragen sein" (^ y^) zusammengestellt worden ist Hierflber kann man 
aber, wie gesagt, verschiedener Ansicht sein. Im Übrigen vgL zu den Zusammensetzungen 
mit lä auch noch das bekannte lädiru (^ 'nr »!>) „furchtlos" bei Asum. I 3o (vgl. 
Lhotzky*s Diss. p. 6, n. i und Dr. Ernst M0llbr*8 Bemerkungen ZA I 376; auch 
AW 169). — Am Schlnss der (von mir nicht corrigirten) ersten Anm« auf S. 170 bitte 
ich flbrigens das ' in dem Namen Leemans su streichen. 

8. 171 Anm. Auch Hommel hält GBA 662, 2 gammalt (cf. ÜBN 11, 10; 49, und vgl. 
dazu aasjr. Vss "vin „riehen" z. B. S. 27 t, 29 dieses Hefts und KB 197, 13; andrerseits 
Dr. WmcKLKR*s Sarg. 207 s. gimillti)^ anaqäti und bakkare ftlr arabische Lehnwörter. 
Zu dem Namen Cjpems [ainan (AG 97 unten) vgl. GBA 703, 3 wonach [amanana, 
lavanana zu lesen wlre(?), auch ZA HI 1 12. — Zu a-ar „Wald" cf. AG 47 und 97. — 
Statt naay lies iisajf , obgleich das schliesslich auf danelbe hinauskommt. — Zu /£/«, 
pelu vgL auch RP> I 117, n. 4. 

Von den folgenden Seiten 171— 184 mit der Alphabetisch ge^ 
ordneten Übersicht von Formen mit prftfigirtem %] und 3 habe ich 
gar keine Correctur lesen können. Delitzsch hat die Güte gehabt, 
diesen Abschnitt durch die Presse zu fuhren. 

& 172. Zu madäktu vgL auch UAG 103, 3$, wo ükuna madäktu richtig durch 
„schlug ein Lager auf' flbersetzt wird; ibid, 23 unten liest Dr. Winckler aber auch 
tMa medak^a la tSmdi, was „wihrend meines Aufenthalts am Meere** bedeuten soll. — 
Zu mälu siehe jetzt ÜBN 184, wo Lagaade bemerkt, dass der Zusammenhang zwischen 

^ und ^wl^ schon von Chr. B. Michaelis erkannt worden ist. 

8. 173 oben. Zu der hier citirten Abhandlung Schrader*s vgl. jetzt noch ZA III 
3S3""3^ — 2» iwflw^Ä^ vgl Dr. Peiser's Acttnst, p. 114. — Zu mandu in der 
assjrr. Bezeichnung der Scythen, Umman-Manda vgL auch UAG 112 und 125. — Messü 
(fem. mtssitu) wird AG 171 unten durch „Strasse" Übeisetzt. — Beachte auch masxatH 
PSBA Jan. 8 '89, p. 90, L 31. — Zu masiaku vgl ZA III 302, 10. — Unter mustaru 
„Vergebung** lies: syn. äränu mit n. — Zu ma^allu vgL Peis. Act, 85. 

8. 174. Zu murhaht vgl. AG 145, wo Delitzscu ebenfalls xarbaht liest — 
MerixiM Ist auch UAG 97 unten unttberseUt geUusen. — Zu merüu cf. Peis. Act 98. — 
Unter »UUahu streiche ( vor btbtu, — Zu maiiakku vgL S. 280 u. 282 dieses Hefts, 
wo das sjnonjme surqtnu durch „SpeiK>pfer** wiedergegeben wird. — Zu maikadu 
VgL den AW 330 angeführten babylonischen Kalender VR 48, coL V, 33, woraus her- 
vorgeht, dass maikadu die Krankheit ist, die man sich durch Genuss von Schweinefldsch 
am 30. Ab (cf. Jensen ZA I 309) zuzieht. — Nach B. Meissner ZA IV 73 soll mai- 



X26 Beitrige nir lemitlicheii Spnchwbwnichaft 

kamt „Caution" itsp. „Cautionsicbeiii** bedenten. FrXnkbl hllt flbrigeot du 01 in msi' 
kamt „FcMel" retp. .JYand" oder „CtntioDnchein" (wohl mit Recht) ftr worselhaft, 
nnter Vergleich von yn — dLww« (AF 190}. In dieiem Falle ist wohl be«er, wie 
AG 171 Termiithet wird, maikämt tn. lesen, dnes Stamms mit maiku „Haut** (ZA HI $4 
unten). — In der letzten Zeile dieser Seite lies: Del. Par, ^ Paradits. 

8. 175 anter maitü, GBA 711 ist meine (rflhere Übenetsnng ron VR 9, 37 
noch nicht nach Htbraica m 110 berichtigt: me^parbt (v*K-'*o) gehört nisammen. — 
Zu mttiqu rgl auch nUitaqu „Pfad" bei Psis. Act, 115. — Vor noMiu (hge ein: 
nabiafu von kaiäfu ,,leben" in mixif la nablafi „t\nt tödtliche Wände** anf der noch 
nnTeröffentlichten Stelen-Inschrift von Sendschirli, UAG 100. — Zu näbaru oder nA- 
bartu „Kl6g" Tgl. HOFFM. Ph»H, Imchr, 39, i, wonach (troU FrAnkbl, ZA m 51) flir 
aram. W^} an der alten Ableitung Ton ^ festzuhalten sein soll. — Unter nübiru lies in der 
Parenthese: "*S9 mit a, und in der letzten Zeile dieser Columne: nakiaitu mit /. — Neben 
nagiaht nimmt Dr. Winckler in seinen KtilsckriftUxten Sargon*t a 18 ein naklabn an, 
was mit sVa „Hund" zusammenhingen und „Geheul" bedeuten soll! Vgl. daselbst auch 
noch die Bemerkungen im WürUrverxHcknuii unter miriht^ na*dirtu und marbApt^ bei 
welchem die Dehnung des Vocals der vorletzten Sylbe /. e. p. 150, 57, (alls sie über- 
haupt feststeht, wohl auf den Einfluss der Pausa zuifickzufOhren ist. 

8. 176» Z. 4 von oben lies: Das Wort feklt KAT^. — Ich weiss nicht, ob De- 
litzsch mit seinem nakparttt „Deckel" (cf. AG 172) die Stelle II R 44. 53 meint (das 
Wort könnte dort auch naktamtH gelesen werden); mit K. 4378 nnter naipatu meint 
er ALS gy. — 2u nimidu vgl. auch noch ZA III 327, und in Z. 4 dieses Ab«chnitts 
schliesse die Worte toit kitsst xarräni in ( ) ein. — Zu mimilti («■ nimA/u, nhnAlu) vgL 
ausser ASKT 69, 4; 70, 37 und ZA IV 23, 48 insbesondere S. 229 dieses Hefts, wo- 
nach das Wort nicht grade „Macht" sondern „Überfluss, vollste Befriedigung** bedenten 
soll, möglicher Weise zusammenhängend mit dem hebr. ^nn^ liyofiivov V tt n a (Ez. 
24, 21). ~~ In der folgenden Zeile (unter namailu) lies: eriu „Btif*, — Unter Nampa- 
gäti soll vor den Worten die Sankerib ein Komma stehn, nicht ). — In der zweiten Zeile 
des Abschnitts ttber ntmiitu streiche: Tiele, Gesch, 447 (siehe die vierte Zeile!). 

8. 177. Das unter fiipiitt erwähnte piiht „Bresche" erklärt Dr. Winckler noch 
UAG 100, n. 2 als eine „Belagerungsmaschine". — Dr. Peiser Att. 115 liest naptAnu 
mit langem A, 

8. 178. Zu der Anmerkung Aber mi^pAnu „Bogen** vgl. S. 271 dieses Hefts, wo 
Dr. JOH. JEREMIAS (Z. 2$) ebenfalls wie Deutzsch pitpAmt liest 

8. 179. Zu nddühi cf. AG 244 unten. 

8. 180 n. * vgl. zu pagütu auch UAG 106, n. t. 

8. 181, Anm f- Dass Paidu Niphal ist, nimmt jeUt auch Hommel, GBA 669, 1 
an (auf derselben Seite giebt Hommel auch das S. i8i, AnnL ff angezogene 3a mAmit 
^mai Utiqu dem Sinne nach richtig durch „die den der Sonne heiligen Eid gebrochen 
hatte" wieder; auch Dr. Winckler hat UAG 103, 37 die falsche Übersetzung Schra- 
der's verbessert). AG 246 dagegen sind die Formen noch immer irrthiimlich als Per- 
mansiv des Qal erklärt. 

8. 182. Es ist sehr wohl möglich, dass in manchen mit o anlautenden Stämmen 
das Nominalpräfix O steckt: mi^ „Gebiet** z. B. mag aus mtpru^ mepm von '"Xf con- 
trahirt sei; ebenso ist statt migir „Erkorener** resp. „Geliebter** (syn. mträm von Dm, 
vgl. z. B. UAG 116 und 139) vielleicht mip'r von "^ (cf. ZK II 282, 3) zu lesen. — 
Zu MtbixM resp. mibtxu vgl. S. 290, 46 dieses Hefts, zu dem in Anm. * auf dieser Seite 
besprochenen ning^iu: AG 164, und zu Anm. -f* ttber mtggatu „Zorn** AW 332, 2 wo 
Delitzsch nukkui lesen wilU — 

8. 183 n. tt Sonderbarer Weise schreibt Dr. Winckler jetzt wieder UAG 32 
Nati-di'dai mit der Anmerkung: „Auch Nati-maraJ^dai gelesen.** 



Haupt, Nftchtrii:« und Berichdguogen. 327 

Für Delitzsch's Beiträge gut Erklärung der babylonisch- assyri- 
schen Briefliteratur auf S. 185 — 248 braucht man eine Liste der 
darin behandelten (S. 186 unten aufgezählten) 20 Texte mit Verweisen 
auf die Seiten dieses Hefts, auf denen die betreffenden Tafeln in 
Umschrift mitgetheilt sind: 

Liste der vm Doitzsoh 8. 185—248 bebtMleltei Briefik 

1) K, 81 S. 198 (Nr. 6) n) K. 509 . . . . S. 239 (Nr. 19) 

a) K. 82 S. 242 (Nr. 20) 12) K. 512 S. 196 (Nr. 5) 

3) K. 95 S. 232 (Nr. 17) x3) K. 522 S. 214 (Nr. 12) 

4) K, 146 S. 204 (Nr. 8) 14) K. 523 S. 189 (Nr. 2) 

5) K. 476 S. 194 (Nr. 4) 15) K. 526 S. 202 (Nr. 7) 

«) K. 478 S. 192 (Nr. 3) 16) K. 572 S. 217 (Nr. 13) 

7) K. 483 S. 220 (Nr. 14) 17) K. 604 S. 222 (Nr. 15) 

•) K. 486 S. 187 (Nr. I) 18) K. 618 S. 224 (Nr. 16) 

9) K. 493 S. 210 (Nr. 10) 19) 67, 4—2, I ... S. 230 (Nr. 18) 

10) K. 498 S. 212 (Nr. 11) ao) 81, 2—4, 57 ... S. 207 (Nr. 9) 

8. 250» Gegen meine Bemerkung, vdi sei iamHich ^ r ebenso wie <> ^ n, ist 
ron henrorrmgender Seite der Einwand erhoben worden: vdi nnd 3 dürften nicht mit r 
and n nuuunengeworfen werden; erster« gehörten in*s WOrterbnch, letztere in die Gram- 
matik. Das kann doch aber an der phonetischen Identitit nichts indem. Zwischen der 

«i 
eisten Sylbe von aram. mpvn und arab. ^b\ war in der Aussprache Jedenfalls kein 

Unterschied. Auf FiUe wie Jui»Jl^ brauche ich kaum hinzuweisen; YgL aber noch AF 
XIX und XX. 

8. 253 sollte die Anmerkunguifler *> nicht hinter Kthlkopfvencklust in Z. 11 
stehn, sondern hinter diaiektisch ohne Kthlkopf verschluss in Z. 15. 

8. 254 unten. Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass man nicht 
mehr (mit SFG 10, 1) von dem assyrischen Hauchlaui reden darf, sondern nur von dem 
UKft. Keklk^fßmU resp. dem assyr. Hamta, Hauchlaute giebt es nicht im Assyrischen 1 

8. 256 Anm. 5. Vgl. die Notiz in den Berichten des Wiener Orientalisten-Con- 
gresses, p. 95 (Afrikanisch-egyptische Section): „Za section dtmandt qu^on p0rtt h Cptdrt 
du Jcmr du procham C0ngris la qmtsttQH de Fadoption etutu tremseripHon unique de 
r^gyptietti'*. Sehr nöthig! — Zu Anm. 6 bemerke ich , dass Lagardk diese Transcrip- 

tioo auch in ÜBN beibehalten hat, vgl. z. B. fak-id PXt d^ /. e- 72 unten. — Anm. 7 
lies ei statt eil ~ 

8. 260 iVnm. 27. Erst nach Absendung des MS dieser Anmerkungen bin ich bei 
der Ausarbeitung der Zusätze zu Art. XI Oder die halbvocale y und i dazu gekommen, 
Fhiuppi^s gelehrten Aufsatz über Die Aussprache def semitischen Consonanttn ^ und ■» 
(in TjyyiO XL), den ich seit zwei Jahren nicht mehr augesehn, wieder vorzunehmen. Ich 
habe deshalb nur noch nachtrftglich bei der Correctur das Citat am Schlüsse von Anm. 27 
hinzufllgen können. Hier möchte ich noch folgende Anmerkungen anschliessen. Zunichst 
stimme ich durchaus mit Pmupn darin flberein, dass in FtUlen wie "«**« oder aram. 
rv*a, auch bei dem prostheticum im Arabischen, kein fester Vocaleinsatz mit Kehlkopf- 
verschlnsi vorliegt, oder wie Puilippi sich ausdrückt, das m nur so zu sagen als Vocal- 
triger hinzugesetzt ist, nicht als Gerinschlaut In seiner Erklärung der Entstehung ara- 
bischer Formen wie *nqaial statt naqtai unter dem Einfluss des Impf, iemqaül (vgl da- 
gegen Peätoiuus* Bemerkungen auf S. 41) trifft PHiUPn mit den von mir 1878 in 
meinem Aufratze The oldest Stmitic veHh-form QRAS 244—252) vorgetragenen An- 



328 Bdtrlge nir temitlichen Sprmchwiaemchaft. 

schAQODgen coHUDineii. Vielleicht war das n in dietem Falle sogar eine Nasaiix tonami^ 
woftr die Araber allerdings keinen anderen graphischen Ausdruck wossten als |%l 

ohne ►; Tgl. anch Ithiop. sma -■ KA^****! *ku «■ KAth etc. (Dillm. AGp. 56, n. 2; 
König, lik. Stud, 51; PrXt. auf S. 26, Nr. 12) auch assyr. IptixarfHu f^r Igypt 
PÜ^trdiis etc. (vgL dazu Steindorff's Bemerkungen auf S. 352, Nr. 13). Danach wire 
meine in Art XI ausgesprochene Behauptung, dass n etc. im Semitischen niemals sylbe- 
bildend sei, einzuschrinken. Auch dass das anlautende a in ithiop. astaqtala auf Ana- 
logiebildung nach den CausatiTformen beruht (cf. andrerseits Trumpf, ZDMG XXVm 
523, n. 2), scheint mir sehr wahrscheinlich. Philifpi weist femer ebenfalls auf die Un- 
richtigkeit der Behauptung von Kautzsch und vielen anderen hin, dass „jede Sylbe im 
Semitischen nothwendig mit einem Consonanten beginne**. £s wire übrigens der Mfihe 
werth zu untersuchen, ob bei dem arabischen Artikel der anlautende Vocal leise eioge- 

setzt wird (ohne k), ebenso bei dem I der VTI. Form etc. und den bekannten Wörtern 

wie ibHy um etc. — Zu Xojl« vgl. noch das ÜBN 97 unten angeHlhrte uaama» Wie 

mir Geo. Hoffmann mittheilt, bt das anlautende t in Xojl«, \^\ etc. bei den Nesto- 

rianem unzweifelhaft lang, also ihi, i^ä (Philippi dagegen meint aaO. es müsse kurz sein). 
Der Einsatz der Stimme soll wie bei uns sein, wenigstens ist Hoffmann und SoaN nichts 
Abweichendes aufgefallen. Es wird freilich den meisten auch nicht zum Bewusstsein 
kommen, dass der Einsats anlautender Vocale im Englischen und Französischen anders 
ist als im Deutschen (vgl. oben S. 260, Anm. 27]. — 

S* 261 Anm. 31 vgL auch die Ausführungen Lagardk's in dem soeben ausgegebenen 
neuen Hefte seiner AiittheilumgeM III 217, wonach der dem semitischen S entsprechende 
Laut im Altigyptischen ein c war. Lagarde hebt mit Recht hervor, dass die Transcrip- 
tion der Agyptologen für diesen Laut, d (cf. S. 332 unten) durchaus ungeeignet ist 

8. 266 Anm. 38. Ebenso unklar wie die Bemerkung Spitta's, dass vs^ (von dem 
er eben erst gesagt, dass es keine reine Tenuis sei, sondern mit nachfolgender Aspiration 
gesprochen werde) stets eine reine Tenuis bleibe und nie ein Explosivlaut werde (wih- 
rend doch / ebensogut wie k, p und d g b tva Explosivlaut resp. Verschlusslaut ist!), ist 
die Ausdmcksweise Dr. Lehmann's, der ZA m 383 oben die Aussprache des ^ als 
velares g (siehe oben S. 263, Anm. 33) Vtrtrehmg der Emphatica durch die entsprtckende 
Scnans nennt 

8. 266 Anm. 44. Stundorfp begnügt sich jetzt mit einem einfachen Spiritus 
asper für fi, und in Bezug auf i bemerkt er, dass damit nicht k umschrieben werde, 
sondern ein Laut, von dem man nur wisse, dass er im Koptischen bald als k bald ab ^ 
erscheine. In diesem Falle kann es sicherlich kein fi gewesen sein, und es wire dem- 
nach entschieden besser, eine andere Transcription als i zu wihlen (vgl. übrigens noch 
S. 335. Anm. ••). 

8. 278 (unter Z. 14) vgl. zu der Ableitung von muliä/u Dr. Zimmern's BB. 99. 

8. 279 vierte Zeile lies n^p statt n^na. Der Fehler schleppt sich schon von ZA 
I 37 fort 

8. 280 (Col. n Z. 4) vgl. zu qemu » Wf^ „Mehl" die Ausführungen Dr. Jrnskn's 
ZA in 235. 

8. 281 (unter Z. 22] lies: mttfli libbi bez. kabittVa, Die Vergleichung von m^Ha) 
Höbt wird dadurch hinftUig. Peutzsch]. 

8. 282 (Col m Z. I) vgl. meine Bemerkung ZK II 273, woselbst für ASKT 
80, T 6 schon vor vier Jahren die Lesung pa-ni'max'xi hergestellt worden ist 

8. 289 (unter Z. 25) vgl. zu ruddü „vermehren" CV XXXm. Ich glaube nach 
wie vor, dass der letzte Stammconsonant ein Ki ist. Die Bezeichnung Ti**h ist für das 



Haupt, Nachtrige und Bericbtigungen. 929 

A»jriache ftberhanpt nicht angebracht, rg\, dam Dr. Cy&vs Adler*s Bemerkungen in 
PAOS. Oct *88, p. C Das Synonym von ruddü „Termehren", 'f^/«< „verdoppeln" 
scheint mir mit sJuüA identisch zu sein, also eine ähnliche MeUthesis wie bei hebr. 2X$ 
ifs^i) gegenüber s^t ue , UÜLfd ,^hwach" ist von OUL^ „doppelt" offenbar ra 
trennen. 

8. 296 möchte ich tu mrr nnd m? »uf Hoffm. PAön. Inschr, 33, a hinweisen 
Nach Hoffm. steht das # im |5r> und mnj -« ti^m (assyr. Ja-u-a „um JB^ Jakve %u 
meiden ** Ich neige mich mehr der Ansicht Fränkel's su, wonach in t^X': der AEV 22 
besprochene Lautfibergang von ^ in <^, / Torliegt Das assyr. Ja-U'a kann an sich natflr- 
lich auch ein [affa resp. /4A]y<S » mm vertreten (cf. ZA II 269, a) ebenso wie Ti-i'i 
aof den el-Amama Tafeln ftU Teie zu stehn scheint (vgl. S. 337 dieses Hefts). 

S. 298 Anm. 3. Zu den aus Mühlau & Volck's WB angefahrten irreführenden 
Umschreibungen wie Japuüf Akkuu. ffininh Tgl. auch ÜBN 84, n. * nnd 13t, n. **, 
wo Lagarde Qariipiu mit ii nnd Ahaahbu Sir-* »ia-ai* statt Qariptu (wohl eine Form 
wie napatu „Seele") und Axahöu Sir'ilä'a liest (vgl. AG § 10). 

S. 300 Anm. 8 am Ende hätte ich zur ZurfickfÜhrnng der Form innahit auf einen 
Stanun ras erwähnen können, dass Dr. Wincklkr in ZA III iio (wo er bekanntlich auch 
die Schreibung Shemiäc im Englischen als eine Ton mir eingeführte Neuerung ansieht 1 vgL 
oben S. 100, Anm. ***) ausdrficklich erklärt, er habe andere Anschauungen fiber die assy- 
tische Lautlehre, als wie sie in Baltimore vorgetragen würden. Auf diesen ahsfeichenden 
Ansiekttn beruht wohl auch z. B. die Verwechslung ron rm ,,gehn*' mit n^ «^hinabsteigen" 
wie sie sich UAG 100 unten ([<V]-<^«) nnd X2I (ir-da-a) findet Der Schnitzer iplux statt 
ipleue ,,er fürchtete sich" (UAG 109, 112) wird wohl als Druckfehler entschuldigt werden. 
Aber auch in lexikalischer Hinsicht bestehn zwischen Berlin u. Baltimore anscheinend grosse 
Differenzen: diktabt ma'assu iduku (cf. JHUC. Aug. '87 und AG 103) wird UAG 121 z. B. 
frei durch „sie metzelten vollständig nieder" (vgl dagegen UAG 100: diktoHe ma*iu adük 
^\c\k schlug ihn ofV) flbersetzt; öussurat xadt UAG 123. 27 (troU Prpi. 170, 3) unflbeneUt 
gelassen; suiurnmA UAG ia4. 4a durch „Friede" wiedergegeben sUtt „BOndniss" (cf. 
Hebrmca I 179, n. 4); dilüH soll UAG 98 (me büri ina diMti uiaigi) ,,Schlänche" 
heitsen, und taxaiü UAG 106 „Silber** {twei gewaltige Obelisken aus killem Silber ge- 
arbeitet \)\ der coordinirte InfinitiT xabäti ,,piandem" endlich (in dem bekannten ana 
dSki, xabäti f ialäli im Anfang des Berichts Sardanapal*s fiber seinen ersten ägyptischen 
Feldkug) wird UAG 102, 11 von däki abhängig gemacht und durch ,,Heerden"(?) flber- 
setzt (er sckickte sein Heer, um die Heerden(f) mu erscklagen und mu plündern) etc. etc. 
Noch mehr aber als in Bezug auf Grammatik und Lexikon scheint Dr. WiNCKUUt sich 
von den in Baltimore (und Gott sei Dank nicht dort allein I) herrschenden Anschauungen 
über Anstand, Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe zu entfernen, sonst wflrde er 
sich UAG 34 unten nicht erdreisten, Ton PiNCHES als „Mr. Tkeo, G. Pinekes^ ein am 
Britisk Museum besckaftigter Kupferstecker** (siel) zu sprechen. Ein self-made man wie 
PiNCHES hat nach „Baltimorer Anschauungen" auf doppelte Hochachtung Anspruch. 
Diese schamlose Frechheit — ich weiss keinen andern Ausdruck dafür — , die sich obenein 
noch »(wie ich rielleicht gelegentlich näher beleuchten werde) in den Dienst einer elenden 
Intrigue stellt, reiht sich den Artikeln Dr. Winckler's in ZA II 3$o und ZA m 110 
wflrdig an. 



Die keilschriftliche Wiedergabe ägyptischer 

Eigennamen. 

Von 

Georg SteindoHfl 

Die Streitfrage über die Aussprache der Zischlaute im Assy- 
risch-Babylonischen* sowie die Untersuchungen über den Werth der 
Keilschriftzeichen ta und ^i-a** haben in jüngster Zeit wiederholt 
auf die hohe Bedeutung, welche die keilschriftliche Wiedergabe 
ägyptischer Eigennamen fiir die assyrische Lautlehre besitzt, hinge- 
wiesen. Aber auch für das Ägyptische sind diese Transscriptionen 
von unschätzbarem Werthe. Abgesehen davon, dass sie zur laut- 
lichen Bestimmung hicroglyphischer Consonantenzeichcn eine wich- 
tige Beihülfe gewähren, sind sie es gerade, die uns. Dank der genauen 
Vocalbezeichnung in der Keilschrift, zuerst einen (wenn auch nicht 
ungetrübten) Einblick in das Vocalsystem der septischen Sprache 
gestatten. Nachdem nun neuerdings durch den epochemachenden 
Thontafelfund von el-Amarna"* die Reihe der bisher bekannten 



• Vgl. Oppert, Expedition en Misopotamie VL\%\ Schrader, Monatsber, </. Berl, 
Ak, 1877; Haupt, Beiträge zur assyrischen Lautlehre {Gott. Gel, Nachr. 25. April 1883); 
ScHRADER, Zur Frage nach der Aussprache der Zischlaute im BaSylonisch-Assyrischcny 
Zeitschrift für KeilschHftforschung (ZK) I, I ff.; Haopt, On the pronunciatim 0f»in 
Old Persian (John Hopkins University Circulars, Aoput 1887). 

** Vgl, TOD neueren Arbeiten: Haupt, Sumer. Fasnilitngesetu 63 ff.: Schrader. 
Monatsber. d. Berl. Ah, 1880; LoTz, Tiglathpileser^ S. 155 Anm. 1; sowie Haupt. Zeit- 
schrift für Assyriologie (ZA) II, 259; endlich Schradbr, Zur Aussprache der Zeichen 
a-a und ia im Baby Ionisch» Assyrischen ZA m, l ff. Vgl. daxa S. 295 dieses Hefts. 

••• Ad. Erman , Der Thontafelfund von Tell'Amarna in den Sitmngsber. d. Berl, 
Ak, 1888; vgl. dun Vossische Zeitung rom 13. 5. 1888; JTifln. Zeitung 4. 6. 1888 (Erstes 
Blmtt); Hamburgischer Correspondent 20. 6. 1888. — Winckler, Sittungsber, d. Berl. 
Ah. 1888; Lehmann, Aus dem Funde von Teil el-Amama ZA m, 372 ff. — Saycb, 
Babylonian table ts front Tel El-Amama, Proceedings Soc. Bibl. Archaeol. (PSBA) 
X, 488 ff.; BUDGE, On cuneiform despatches etc., Proceedings X, 540 ff. — WiNCKLiR, 
Verteichniss der aus dem Funde von el-Amama herrührenden Thontafeln (AZ XXVII 
42 ff.); Winckler- Abel, Der Thontafelfund von el-Amama 1 (Königl. Museen xu Berlin, 
Mittheilungen aus den orientalischen Sammlungen, Heft I, 1889). 



Stcindorff, die keflschriftlkhe Wiedergabe Igyptiiclier Eigennmmeii. 331 

Umschreibungen eine werthvolle, durch ihr hohes Alter ausgezeich- 
nete Bereicherung erfahren hat, wird eine neue eingehende Unter- 
suchung sämmtlicher keilschriftlicher Transscriptionen ägyptischer 
Eigennamen um so gerechtfertigter erscheinen, als man sich seit dem 
ersten Versuche der beiden RouG^'s, die Umschreibungen zu er- 
klären, mit geringen Ausnahmen damit begnügt hat, ohne Beweis- 
fuhrung den assyrischen Formen das ägyptische Urbild gegenüber- 
zustellen. 

Die keilschriftlichen Umschreibungen ägyptischer Eigennamen 
zerfallen in zwei zeitlich genau geschiedene Klassen: 

Der ersten Klasse gehören die Transscriptionen an, welche sich 
auf den Thontafeln von el-Amama finden. Sie stammen aus dem 
Ende der 18. ägyptischen Dynastie (dem fünfzehnten Jahrhundert 
V. Chr.) und sind die ältesten bis jetzt bekannten semitischen Um- 
schreibungen ägyptischer Namen. Die meisten derselben lassen sich 
leider nicht mit genügender Sicherheit identificiren, da sie kein deut- 
liches ägyptisches Gepräge haben, und in vielen Fällen die Möglich- 
keit, dass der Name vielleicht gar nicht ägyptisch ist, sondern einer 
der uns bekannten oder unbekannten Sprachen Syriens angehört, 
nicht ausgeschlossen ist. Mit Sicherheit sind als Umschreibungen 
ägyptischer Eigennamen bisher nur die Namen von Mitgliedern des 
18. ägyptischen Königshauses, die Namen Thutmosis' III., Thut- 
mosis* IV., Amenophis' III. und seiner Gemahlin, sowie Amenophis' IV. 
erkannt worden*. Nur diese habe ich deshalb im Folgenden behandelt 

Die zweite Klasse bilden die assyrischen Transscriptionen, 
welche sich in den Inschriften Sargon's und Asarhaddon's, vor 
Allem aber in dem annalistischen Berichte Assurbanapal^Sasdzn^r 

* Von Namen, die vermathlich igyptischen Unprungs sind, nenne ich : ffa-a-mai-h, 
igjptischer Bote Amenophis* III. an DuärAta Ton Mit&ni (Winckler, Sitxungsber 1353; 
ÄZ XXVn 51); — ffa-ni-e, Sgyptisclier Dragoman (Winckler, a. a. O. 1352; ÄZ 
XXVU 49); — Ma-ni'f, ägyptischer Gesandter (Winckler, ÄZ XXVII 49; PSBA X 
560), vielleicht Sgypt Mmi, Mtv^q; — J>U'U'du^ ein hoher ägyptischer Beamter 
(WufCKLKR, SittuHgsber. 1356; ÄZ XXVII 53. 54), yielteicht mit dem Tkotw iden- 
tisch, dessen Grab wir in el-Amama (Lepsius, Denkm, III 107 a — c) kennen; — ga-a-i 
(WiMCKLER, SitzMngsbtr, 1356; ÄZ XXVII 53) könnte einer der im neuen Reiche 

sehr gebräuchlichen ägypt Namen ^ (] fl ^y oder ^ j] (| Ifwy sein. — Bei 

dem Namen ^^T* Jg* \ ^ Perete (hieratische Aufschrift einer Mitäni-T^itX, WiNCK- 

Ltt, SiituHgsber, 1354; AZ XXVH 63), der sich keilschriftlich als Pi-ri-h-ti (auf derselben 
Tafel) Endet, kann ich nicht sagen, ob das letztere die Umschreibung des ersteren ist, oder 
ob es sich umgekehrt verhält; ich habe deshalb auch diesen Namen von der Untersuchung 

D 



ausgeschlossen. Beachte flbrigens /f^» *- z (t). VgL den Namen . 

auf der Stele No. 7297 in Berlin. 




332 Bcitrige zur semitbclieii SpnM:hwl«e«»8cluift. 

pal's finden. Sie sind meines Wissens zuerst von Emmanuel und 
Jacques de Rougi^ in Oppert's Memoire sur les rapports de t^gypu 
et de PAssyrie dans tantiquite (Paris 1869) 88 ff. in einer für ihre 
Zeit wahrhaft grossartigen und erschöpfenden Weise erklärt worden. 
Nach ihnen haben der Engländer Haigh und namentlich Heinrich 
BrüGSCH an verschiedenen Stellen A^x Zeitschrift fiir ä^ptische Sprache 
und Alterthumskufide* y letzterer noch in seiner Geschichte Ägyptens 
(GÄ) 717 ff. wesentliche Beiträge zur Identification der Eigennamen 
geliefert. Während sich die RoUG^'schen Untersuchungen auf eine 
nach vier Fragmenten von Opfert angefertigte Copie der Annalen 
gestützt hatten, lag denen der Späteren der um vieles vollständigere, 
in dem III. Bande des englischen Inschrif^enwerkes veröffentlichte, 
dann von George Smith in seiner History of Assurbanipal wieder- 
holte Text der Annalen zu Grunde, welcher einem fast vollstän- 
digen Cylinder und den Bruchstücken von vier anderen entnommen 
ist. Vor wenigen Jahren hat nun Hormüzd Rassam das Glück 
gehabt, in den Ruinen des Nordpalastes von Kujundschik-Ninive 
ein neues zehnseitiges Thonprisma mit den Annalen des Assurban' 
apal aufzufinden. Dasselbe ist auf den ersten zehn Tafeln des fünften 
Bandes des Londoner Werkes [A selectian from the ntisceilaneous in" 
scriptions of Assyria & Babylonia^ London 1880 — 84, citirt als V R) 
veröffentlicht und hat, was die ägyptischen Eigennamen betrifft, die 
früheren Lesungen theils bestätigt, theils nicht unwesentlich verbessert 
Für die Transscriptionen ist dieses frische Material von O. v. Lemm 
in Delitzsch's Wo lag das Paradies? und von A. Erman in seinen 
Zusatzbemerkungen zu Haupt's Beiträgen zur assyrischen Lautlehre 
{Göttinger Gel, Nachrichtai 1883) verwerthet worden. Doch hat sich 
ersterer darauf beschränkt, die Erklärungen Brugsch's mit Auswahl 
wiederzugeben, während letzterer leider nur diejenigen Eigennamen, 
welche für Haupt's (resp. Hincks') Zischlautstheorie in Betracht 
kamen, besprochen hat. 

Was die Transscription der ägyptischen Hieroglyphenzeichen 
betrifft, so weiche ich in einzelnen Punkten von der LEPSius'schen 
ab. Ich umschreibe, wie ich das theil weise bereits in meiner Disser- 
tation (Prolegomena zu einer koptischen Nofnincdklasse ^ Berlin 1885) 
gethan habe, und wie es neuerdings allgemein in der Zeitschrtft für 

ägyptische Sprache geschieht, das Ibv durch i, das dem semitischen 

^ conforme ^ — d durch *, (j durch /, \m durch y, die dentalen Sibi- 
lanten ^^ und t=3 durch rf" bez. /. Für die assyrische Umschrei- 

* AZ 1868, Soff.; 1871, 112 A.; 1872, 29 f. 
** Vgl aber Lagardi, Mitth, lU, 217 and S. 328 (xu S. 261) dieses Hefb. 



Steindorff, die keSlschrifUicbe Wiedergabe Sgyptischer Eigennrnmeo. 3^3 

bung sei bemerkt , dass ich (im Anschluss an Schrader) den dem 
hebräischen W entsprechenden assyrischen Zischlaut durch i, den dem 
hebr. gegenüberstehenden dagegen durch s wiedergebe. Die A-A 
geschriebene Zeichenverbindung, welche Sthrader mit ai, Haupt 
mit a'a oder ä transscribirt, umschreibe ich, um die Aussprache in 
keiner Weise zu präjudiciren, unverändert mit a^a, den von ScHRADER 
mit / wiedergegebenen Vocal durch e*. 



I. Die Umschreibungen auf den Tliontafeln von el-Amama. 

I. *^** Ma-na-af^-bi-ia 

„König von Ägypten**. Er wird in dem Schreiben eines gewissen 
Ramman-nirär (Thontafel in Berlin) an den Pharao Amenophis IIL 
genannt; dasselbe beginnt nach WlNCKLER (ÄZ XXVII 52) folgender- 
massen : „An die Sonne, den König, meinen Herrn, den König von 
Ägypten (AfifH): Ramman-nirär ist dein Diener, ich falle meinem 
Herrn zu Füssen. Als Manafybia, König von Ägypten, mein Vater, 

den , meinen Bruder in (mät) Nu-f^a-ahU zum König einsetzte** 

u. s. w. — Danach muss Manaf^bia einer der Vorgänger Amenophis' III., 
also entweder Thutmosis IV., Amenophis IL oder Thutmosis III. 
sein. Da uns nun, wie wir weiter unten sehen werden, der Name 
Thutmosis* IV., des Vaters Amenophis* III., als Mimmuria überliefert 
ist***, so kann Manaf^bia nur der Thronname eines der beiden letzten, 

entweder (O"***!^'! J ^^'(iprW'ri^ (»gross an Wesen ist Rfe***), Ame- 
nophis II., oder (0^=3 JSj^ Mn-fjpr-ri^t Thutmosis III., sein. Die 

Wahl kann hierbei auf keinen anderen als auf Thutmosis III. fallen. 
Manaf^bia ist aus M^tt'f}ep(r)'ri' (so etwa würden wir nach dem Kop- 
tischen vocalisiren) entstellt, wobei freilich re , der im Ägyptischen 
wesentlichste Bestandtheil des Namens, am meisten gelitten hat Die 
keilschriftliche Vocalisation ist angesichts einer solchen Misshand- 
lung des Namens für das Ägyptische natürlich ohne Wert — Chrono- 
logisch hat die Gleichstellung von Manama mit Thutmosis III. übri- 
gens kein Bedenken; es ist sehr gut möglich, dass bei der kurzen 
Regierungsdauer Thutmosis* IV. und Amenophis* II. (von ersterem sind 
7, von letzterem 5 Jahre bezeugtf) ein Sohn Thutmosis' HI. bis gegen 

• Vgl Haupt, Tht Assyrian E- Vowtl, Baltimore 1887. 

** Mit OT bezeichDc ich im Anschluss an Lotz, Tiglathpiltser S. XVI den (minn- 

Uchen Personennamen in der Kerlschrift als DeterminatiT vorgesetxten) senkrechten Keil. 

Ebenso gebe ich das Determinativ Tor weiblichen Namen mit LOTZ durch / wieder etc. 

•♦♦ Trotsdem identificirt Winckler (ÄZ XXVU 53) Mana^ia mit Mn^hpru-rt . 

dem Thronnamen Thuunosis* IV. — f Wirobmann, Ägyptisch* Geschickte 374. 377. 



334 Beiträge cor semitiichen Sprachwissenschaft 

das Ende der Regierung Amenophis' III., die nach den ägyptischen 
Denkmälern auf wenigstens 36 Jahre anzusetzen ist*, gelebt hat. 

2. *^ AH'Wt-mu-ri'ia, 
Variante: *^ Mi'Wt'mU'U'rMa. 

So wird auf einer Tafel** des Dtäräta, Königs von Mitäni^ der 
Vater Amenophis' III., also Thutmosis IV., genannt. Mimmuria kann 

deshalb nur dem Thronnamen dieses Königs, (o e=a ^ 1 11« Mn-fipruf- 

re" gleichgesetzt werden. Auch dieser Name ist arg verstümmelt; 
wir würden nach Analogie von Nap^üria (vgl. 5) = Nfr-f^pruhrc 
zum Mindesten ein *Mi'n^aria erwarten, während Mimmuria eher 
einem ägyptischen Mn-msl^t-ri^ entspricht***. Die Umgestaltung von 
Mn-^prw-re in keilschriftliches Mimmuria ist wohl unter dem Ein- 
flüsse des Namens Nimmuria (3) geschehen. Auf ria =« ri"^ komme 
ich weiter unten zurück. 

3. ^ Ni-im-mu-ri-ia^ 

Varianten: 

a) "** Ni-im-mu-u-ri-inW, — b) [**M-/V«]-i««-Ä-w-/Vittt. — c) '^ Ni-id-mu- 

a-ri'ia*-f. — d) ['«iV/-/>«-w«]-n-/**t. — e) '^Ai-mu-pi-ri-a***^. — 

f) \^ Ni-im]'ViU''pi'ri'iaY^, — g) ^^Ni-mu-pir-ri-ia^, 

Die Identität des Nimmuria mit dem ägyptischen Könige Amen' 
hotp — Amenophis IIL ist gleich beim Bekanntwerden des Thontafel- 



• WiEDEMANN, Ag, Gisch, 382; Vgl. auch WiNCKLER, Süsungsber, 1354. 
** WiNCKLER, Sittungsber. 1353; AZ XXVII 51. Ausserdem wohl noch aaf einer 
Tafel in London, PSBA X 554. Die Gleicbsetzung Mimmuria «» Nimmuria (Budge 
a. a. O.) ist falsch. 

••• Dies ist der Thronname Sethos' L Von den Königen der XVm. Dynastie fthrt 
Iceiner diesen Namen. 

t Dies die gewöhnliche Schreibung anf den i///^Mi-Tafeln. 
tt AfiAlifi-Tafel 4 bei Winckler, Sittungsber. 1354; ÄZ XXVII 51. 
ttt Mitäni'TnitX 2 bei Wincklbr, Sittungsber. 1352; AZ XXVII 49. 
•t Mitäni'T^fel (Bodge Nr. 79) in London, PSBA X 554. 
**t Nach einer priraten Mittheilnng Dr. Wincklbr*s. 
•••t Berlin VATh 148; ÄZ XXVU 43; Winckler-Abel, Tkontafet/unä 2. 
t* Babylonische Tafel im Mnsenm Ton Bulak 28179, Wincklbr, SitMungsber. 1343; 
ÄZ XXVII 43. — Das 2^eichen Pi hat noch die Lautwerthe tu, tal, me, ma und a; sa 
letzterem Ygl Delitzsch, Assyrische Lesestücke* S. 26 Anm. i; Zimmern, Baiy/. Buss^ 
psalmtn^ S. 86, Anm. i and Amiaud, ZA n, 205 — 207. Vgl. auch S. 295 diesei Hefts. 
tt* Hethitische Tafel des Königs von Ar^api in Bulak, Winckler, SOuengsber, 1349 
und Taf. VI, i ; ÄZ XXVII 47. — Das Zeichen pir hat gewöhnlich den Lantwerth ut 
(«<, ud)\ ausserdem kann es noch «, Am», tu, par^ fur^ la^^ ^U gelesen werden. Zu 
piR vgl. LoTZ, Tiglatkpileser 178 Anm. 3. 



SteindoHf, die keilschrifüiche Wiedergabe igyptisclier Eigennamen. ß^e 

fundes von el-Amarna festgestellt worden* und unterliegt keinem 
Zweifel. Nimmuria ist die keilschriftliche Umschreibung des Thron- 
namens dieses Pharao, der ägyptisch f,^^^^^]^] N^b-m^^i-ri:^ 

lautet und etwa „Herr der Wahrheit ist (Gott) R^* bedeutet. 

Für die Consonanten ist dabei Folgendes zu bemerken. Von dem 
äg. nb (kopt lud^) hat sich, wie die Varianten zeigen » das b in den 
meisten Fällen dem folgenden m assimilirt; nur in Nibmuaria giebt die 
keilschriftliche Transscription das ursprüngliche b wieder. Einen Über- 
gang des b in m, wie er sich bei dem gleichlautenden Stamme n^ Jeder, 
all** im Sahidischen nui, gegenüber der boh. Femininform mfti, ^ndet, 
möchte ich hier nicht annehmen. Das alte f//iV ,,Wahrheit^ haben die 
Schreiber der Thontafeln schon in einer ähnlich verkürzten Form 
gehört, wie wir es im sah. mc, boh. jumi überliefert haben. Auffallend 
ist die Erscheinung, dass die Femininendung / im Inlaute verschlifTen 
ist Dieselbe ist vielleicht durch die (bei zusammengesetzten Eigen- 
namen häufige) Verkürzung der einzelnen Bestandtheile des Namens 
zu erklären — ich erinnere nur an das aus dem ägypt Irnn-r-stH' 
ntnv „Amenr^, der Götterkönig^ entstandene griech. ^4fiovQaaa)P^Q 
— oder sie könnte darin ihren Grund haben, dass der ägyptische 
Eigenname einen zwiefachen Ton, etwa Nmmü'Ha^ hatte, wofür auch 
die in einem Falle überlieferte Länge des u zu sprechen scheint 
Das ägyptische * i. e. :^, welches sowohl in tn/l** als in r auftritt, 
giebt die Keilschrift in dem letzteren Falle, wo es einem i folgt und 
im Auslaute des Wortes steht, fast regelmässig durch ta wieder***. 
Das Zeichen ia dürfte hier in seine Bestandtheile i + af zu zerlegen 
sein, so dass f zur Bezeichnung der Vocallänge in ri dient, das a hin. 
gegen den scharfen Kehlkopf laut, für den die Keilschrift kein be- 
sonderes Zeichen besitzt, wiedergeben soll. Ebenso wird auch das 
* (y) von m/t in zwei Fällen durch a wiedergegeben, während ihm 
einmal ein keilschriftliches ' (K) entspricht Gewöhnlich bleibt es jedoch 
in diesem Worte (einmal auch in ri-i) unbezeichnet 

Ich komme nun auf die Varianten e), f ) und g) zu sprechen, die an 
Stelle des gewöhnlichen ria ein piria (pt-ri-a, bez. ptr-H-ia) aufweben. 
Vorausgesetzt, dass diese Lesungen richtig sind, und nicht etwa AV- 



•• 



* Erman, Thoniafeljund von Teil Amama^ Sittungsher, 583 ff. 

Das i von m^t kommt in der Transscription nicht vom Ausdruck. Dieser Laut 
ist im Ägyptischen in den meisten FUlen frühzeitig aufgegeben, während er sich in wenigen 
Beispielen als / erhalten hat; su letzteren gehört das boh MHi. Ein näheres Eingehen 
auf diese schwierige Frage ist hier nicht am Platze. 

Mit ia bezeichne ich das bekannte aus i und a zusammengesetzte Zeichen, 
t Haupt, Smmer, Familienges, 66; Lotz, Tiglathfilaer 113 Anm. i. 



336 Beiträge nir semititchen Sprmchwissenschmft 

mu-a-ri-ia Ni-im'mu'-a'ri-a^, Ni-mu-ut-ri^ia** zu lesen ist, kann das 
dem ria vorgesetzte pi nichts anderes als der neuägyptische Artikel 

^^ '^ ^^ ^^' ^^ ^^'"* ^^^^ ^^^ Name des Sonnengottes in Eigen- 
namen pri* statt re^ lautet, ist, worauf mich Erman hinweist, im 
Neuägyptischen nichts Ungewöhnliches. Ein Sohn Ramses' 11. (und 

ebenso Ramses' lü.) heisst ^^^^^ P-r-hr-wnüfn^f („R6 ist 

zu seiner Rechten**), LEPSiüS,/u?«/^j^«r^ Nr. 428a; Brugsch-Bouriant, 
livre des rois Nr. 452. 522***. Der XX Dynastie gehören Namen wie 

^^®^U^ Ar-w-^ („R<J am Feste**), Pap. jud. Tur. 

II 4, und ^^ O ^ *^^ "^ P-raUmn-f, Pap. jud, Tur, V 5, an. 

Häufig findet sich xQti für Qr^ in spätägyptischen Eigennamen und ihren 
griechischen Umschreibungen: /7£T6a()jr(Mj$, /7ct69()J7($) (^nf^XD^ß). Der 
Grund für die ungewöhnliche Erscheinung, dass ein Eigenname den Ar- 
tikel erhält, liegt darin, dass r/ im Ägyptischen nicht nur den Sonnen- 
gott, sondern auch appelativ die „Sonne** bezeichnet und in diesem 
Falle immer mit dem Artikel gebraucht wird. — Nach dem Gesagten 
bietet die Erklärung von Nimmupiria keine Schwierigkeiten; es ist 
die Umschreibung der vulgären Form unseres Königsnamens, dessen 
klassische Form durch Nimmuria wiedergegeben wird. 

Was nun die Vocalbezeichnung in Nimmuria betrifft, so 
muss vorausgeschickt werden, dass wir von dem Vocalsystem des 
Alt- und Neuägyptischen so gut wie nichts wissen und erst durch 
die griechischen Transscriptionen und später durch das Koptische 
einen genaueren Einblick in dieses Gebiet der ägyptischen Lautlehre 
gewinnen. Die uns überlieferten ägyptischen Vocale sind also min- 
destens um 1000 Jahre jünger als die, welche wir durch die hier 
vorliegenden keilschriftlichen Umschreibungen kennen lernen, also 
ungefähr um den- gleichen Zeitraum, der unser Neuhochdeutsch von 
dem Althochdeutschen der Epoche Karls des Grossen trennt! — 
Nach späterer Vocalisation würde nun der Name Nb-mft-r etwa 
NsßfiOQf^g oder NB/iftagi^g lauten f. Dieser Form steht die babylo- 

* Hier wäre bei der Umschreibung Yon m^'t das *" , dem im Ägyptischen wohl 
noch ein tonloses f folgte, durch keilschriftliches ' + ^ ausgedrückt. 

** Diese Form ist sehr gut möglich. Sie wtlrde mit ihrem / die igjrptische Feminin- 
endung Yon m/''if die unter dem Schutze des folgenden ria nicht Yerschliifen wäre, treff- 
lich wiedergeben. 

•♦• Daneben auch einmil Jia 'hir-tonam-f ohne Artikel. Vgl. auch den leider ver- 

stflmmelten Namen eines Sohnes Sethos' I. bei Bxugsch-Bouriant, livre des rois Nr. 402. 

t Die tonlose Form Yon nH& haben wir im nordlgyptischen (boheirischen) Dialekte 

des Koptischen erhalten in ne&-Hi „Hausherr"; neft-iO£i ,^err (ßeutzer) des Ackers" 

otxoSeanotfii; nsAr^i „Herr des Lebens, langlebig^ u. a. m. — Die tonlose Form 



Steindoiff, die keilichriftliclie Wiedergabe Igyptficher Eigennamen. ^jr 

nische Umschreibung Nimmuri gegenüber. Dass hier dem späten 
n^lhnhn ein altes mm entspricht, kann um so weniger befremden, als 
die Keilschrift kein besonderes Zeichen für n? (mit kurzem ^ besitzt, 
zur Umschreibung des letzteren sich also eines nuy tu oder nu be- 
dienen musste. Auffallend (und mir vorläufig unerklärlich) ist das 
mü, welchem das koptische mc : mri gegenübersteht Der Bildungs- 
vocal des letzteren ist e bez. ^, welches tonlos zu ^ und unter dem Ein- 
fluss des folgenden Hauchlauts zu a werden konnte. Hätte der Baby- 
lonier das eine oder das andere gehört, so würde er es etwa durch mr, 
mi oder ma, keinesfalls aber durch mu oder gssma transscribirt haben. 
— Den letzten Bestandtheil des Eigennamens bildet der Name des 
Sonnengottes r (:n), welcher uns koptisch als pH ,3onne" und in 
zahllosen griechischen Eigennamen als (^7-$* erhalten ist Dem späten 
Bildungsvocal i steht in der keiischriftlichen Umschreibung ein be- 
tontes, vielleicht langes i gegenüber. Dieses 1 darf nicht befremden 
und zu der Ansicht verleiten, dass pn ursprünglich ri gelautet habe^; 
babylonisches ria kann, worauf Haupt mich aufmerksam mach^ 
auch ria^ rea gelesen werden, wie z. B. auch re^a „Hirt" (eine Form 
wie belu „Herr**) häufig ri-4a geschrieben wird. 

heisst in einem Schreiben des Königs von Mitäm die ,^;rosse Gattin" 
{aUatu rabttu) des Nimmuria -Amtno^hxs III. und die Mutter des 
A^tf/^i^rki-Amenophis IV. (5). Te-i-e ist keine andere als die aus 
zahlreichen äg3rptischen Denkmälern bekannte Frau Amenophis' IH, 

die Königin QwHH] Tey (^n). Der Name Tey ist unägyptisch, ebenso 

wie die Namen der Eltern der Königin, des öQ^i)^ ^^^^ ^«^ 

der *=* >^ü''ßfe^ TWif. Über die Aussprache von Tey ist uns aus 

späterer Zeit nichts überliefert; die keilschrifUiche Umschreibung 
7>-iW weist auf ein ägyptisches Teje hinft» 

IM" (Yon Mc:Mfu) findet sich in der griechischen Umichreibang des Thromuunent 
Ramftes* IL (o |ljl| ^*r-m/'t'rt, Owfi/ia^^t die uns im sogenannten Sothisboche 

Syncelltts loi (189) ttberliefert ist; YgL auch MaQQiiq ÄZ 1885, 93. 

* VgL Afngtc-^Ct Ova^p^, Ovtfi/Mt-p^, Um^if^i, UexBaifH-Q^q n. a. m. 

^ wie b modernen Bflchem der Naoke des igyptischen Sonnengotts fiUschHch lantet, ist 

die tookMe Form von Rf (ftr Rt\ die wir x. B. in ^Pu-fiiaaftQf ''Pa-vtiaiQ o. a. haben. 

** Vgl Maspero, MythcUgie igypu (Rcy. de Thist des religions) 6 n. i. 

•^ WiNCKLiR, Sittmmgshtr, 1354 (vgL auch 1352); ÄZ XXVII 51. 

t VgL WiXDBMANN, i^. Cr«xM.393; BRUGSCH-BouaiANT, liort da rois Nr. 352. 353. 

tt Siehe auch S. 329 (ni S. 296) dieses Hefts. 
Beitrig« nr Mmit. SpradiwisMMchaft. L 22 



338 Bdtrlge rar lemitiichcD SptuchwiMentchift 

5. ^ Na-afhfyi'ru'ri'iä^, 

Varianten: 

a) ^Na-ap-fyi-ru'-ri-ä^, — b) *'iVtf-tf/-^-*-n/-f»-f/Vi]***. — c) ^Ni-ip- 
^ur-ri'H'ia^, — d) *'A^a-Ä/-^n-/[Ä?]ff. — c) *^ Na-ap-^rri-ia^^^. 

— f) -5iw-ir.nW.[ni>]*t. 

Die längere Form ist babylonisch, die kürzere mitinisch-assyrisch. 
ffuria ist arg verstümmelt 

Nap^ururia {Napf^uria) ist der Name des ägyptischen Ketzerkönigs 
Amenophis' IV^ des Sohnes des Nimtnuria und der Teje, und entspricht 

dem ägyptischen Thronnamen dieses Herrschers foll^ j J^i^-^/'w-r 

(^schön an Wesen ist R^"). Die keilschriftliche Schreibung scheint ein 
gesprochenes Ni^kärere bez. NifkSrre (vielleicht auch NifflOr^re bez. 
Nifhhrre) wiedergeben zu wollen, was auch dem Bilde, das wir uns 
unter Anwendung späterer I^ut- und Accentgesetze von dem Namen 
entwerfen würden, entspricht*^. Dabei wird das ägyptische/ von frfr 
(kopt unverkürzt noTqc, fem. hoqpe) durch den P-Laut der Zeichen ap 
{ip) bez. napy die übrigens auch ab {ib) bez. nab gelesen werden könnten, 
umschrieben. Dem ägyptischen (f ( • ) steht, wie auch zu erwarten, 

keilschriftliches ^ gegenüber. Für die Transscription von r ver- 
weise ich auf das oben Gesagte, das hier durch die Schreibung ri-a 
noch bestätigt wird. Den aus ursprünglichem ö (kopt u) verkürzten, 
tonlosen Vocal von nfr giebt die Keilschrift gewöhnlich durch ä, 
nur in ^inem Falle (Var. c) durch 1 wieder, während dem aus i ver- 
kürzten tonlosen Vocal von nb (in Nimmuria) ein keilschriftliches i 
entspricht Koptisch-griechisch steht in beiden Fällen ein / (e, e). 
Vielleicht soll die Verschiedenheit der keilschriftlichen Transscrip- 
tion andeuten, dass in jener alten Zeit, also in der XVIIL Dynastie, 



* Anf mehreren Schreiben des ßurrahuriai von Babylon, z. B. AZ XXVII 43. 
** Schreiben des BumUunaf; Lshmann, ZA II 402; Winckler-Abbl, ThmtUfel' 
fitnä 5a. 

*** Schreiben des SurrahiriaJ; AZ XXVH 4$. 
t Schreiben des BurrahiHaJ; PSBA X $55. 

tt Assyrischer Brief im Mosenm Ton Bnlak; WiNCXLtt, SUMtmgsber. 1344; AZ 
XXVU 46. 

ttt AffAfm-Tafel in Berlin; WofCKLBR Siitmnpber, 1353; AZ XXVH $1. 

*t Schreiben eines unbekannten Königs in Bolak; Wincklir, Siimmgsher. i3SO~ 
1351; AZ XXVII 48; Wincklui-Abbl, ThtUaftlfimd 15, Z. 9. 

**t Fflr die swei betonten Vocale Tgl. ll^oy(»tftfo>i^f n, S. 335. Die tonlose Form 
ntfir-^ stark TerkOnt nif- haben wir in den griech. Transscriptionen : Ne^i(^XfpiJQ (Name 
mehrerer igyptischer Könige bei Manetho) ig. Nifr'kU't/' ; DitiVf^pmTifQ (igypt Eigen« 
name in griechischen Papyrosorkonden, Pakthkv, Agypt. Ptrscn em m amm 80 f.) ig. I^ß' 
nli/(r)hötp Pap. Berol. 116 alte Nnmmer (ygl. mit Pap. Casati i, 4. 7). 



Steindorffy die keUschriftUche Wiedergabe igyptifcHer Eigennamen. ^ig 

der aus ö verkürzte Vocal eine anders nuancierte Aussprache hatte, 
als der aus / verkürzte, vielleicht beruht sie aber auch nur auf einer 
Willkür des Thontafelschreibers, der für das keilschriftlich nicht vor- 
handene / sowohl a als auch / oder u schreiben konnte. — Über 
die unverkürzte (betonte) und verkürzte (tonlose) Aussprache der 
Pluralform ^firw sind wir ganz im Unklaren. In griechischer Zeit 
lautet sie stark verkürzt x^Q* wenn anders Manetho's !4xsQ(^g (König 
der XVUI. Dynastie) ägyptischem '^^^prw-rf , dem Thronnamen 
Amenophis' IL, entspricht Keilschrifdich haben wir babylonisches 
^trUf Ipiru, f^-ur-ri und assyrisches oder nordsyrisches l^u^ fyir^ ^u-u. 
Formen, die wohl einen dem ^ folgenden betonten Vocal, etwa <J, 
wiedergeben sollen. 



II. Die Umsobrelbongen In den Inschriften Sargen's und Asaiiiadden's. 

Von den in den genannten Inschriften vorkommenden ägypti- 
schen Namen behandle ich hier nur diejenigen, welche sich in den 
Texten Assurbanapal's nicht finden, während die auch bei letzterem 
stehenden Namen (^^Ku-si und ^Me-im-pt) unter III besprochen 
werden sollen. 

Variante: -Ä'^V. 

Ausser diesen beiden Formen giebt Smith, ÄZ 1869, 97 (vgl. 
auch TiELE, BabyL-assyr, Geschichte 237 Anm. i)*** noch eine dritte 
Form Sidakif die sich in einer Inschrift Sargon's finde. Ich ver- 
muthe, dass dies auf einer irrthümlichen Lesung der Stelle Botta 
IV 75, 6 (Annalen 29; vgl. WlNCKLER, äe inscriptione Sargonis regis 
Assyriae quae vocatur amtaltum^ Berlin 1886) beruht, indem ki „gleich- 
wie" statt zum folgenden rfu („gleich einem Hirten") zum vorher- 
gehenden Eigennamen Sib-e gezogen worden ist Ich habe in Folge 
dessen Sibaki nicht unter die Varianten aufgenommen. 

Über die Person des Sib-* geben uns hauptsächlich zwei Stellen 

* Pninkinschrift (Fasten) Sargon's, Zeile 2$ und 26; Botta, Monument de Ninsve 
IV 122, 20; I4S U I. 2. ~ Das Zeichen sit könnte auch sip gelesen werden. 

** Annalen Sargon's, Zeile 27 und 29; Botta IV 71, i. 3. ~ Das Zeichen 'e 
hat auch die Lantwerthe 'a, '1, *u, — Der Name Sid^e wird Yon den Assyriolc^n all- 
gemein ^ ^ah'^'e bes. ia^-*e gelesen. An den angeführten Stellen der Annalen und der 
Piranldnschrift steht jedoch überall das Zeichen SIB and swar in der Form, welche sich 
anch in den Inschriften §amfti-RammAn's und Asarhaddon's findet; vgL AiOAUD-Mi- 
CHlNBAt;, Tableau compari des icritures dafyionienne et assyriinne Nr. 63. Wie ich sehe, 
liest jetzt anch Wincklkr {Keiischri/ttexte Sargon's S. 241) Sib\, 

*** Dass sich diese Form, wie Tiblb bemerkt, in einer nnpublicirten Inschrift 
Sargon's findet, wird von Smith a. a. O. nicht gesagt. 



22* 



3^ Beitrige for semidicbeii SpnchwiMeoKhmIt 

der Sargonsinschriften Aufschluss, und zwar die eine in den Annalen 
(BOTTA IV 71, I ff., vgl. WiNCKLER a. a. O. 27 ff.), die andere in der 
Pninkinschrift (Botta IV 145, II iff.; vgl. ScHRADER, K AT» 396). 
Beide behandeln ein Ereigniss, das in das zweite Regierungsjahr des 
Assyrerkönigs (720 v. Chr.) fällt Eine Anzahl syrischer Fürsten, an 
ihrer Spitze Ilubid von Hamath, hatte sich gegen Sargon empört und 
mit ffanuHu (Hanno) von Gaza und Sib^ ein Bündniss geschlossen. 
Noch ehe eine Vereinigung der Bundesgenossen ermöglicht war, 
wurden die Rebellen in der Stadt Qarqar niedergeworfen, ^b^* 
.... vertraute auf sein Bündniss und zog, um Schlacht und Treffen 
zu liefern, mir entgegen. Unter Anrufung Assur's, meines Herrn, 
schlug ich sie, und gleich einem Hirten, dessen Schafe als Beute 
weggeführt werden {^d-ta), floh Stö-* allein und zog aufwärts^ Hanno 
wurde gefangen genommen. — So der Bericht der Annalen. Mit 
einigen wichtigen Abweichungen wird die Schlacht in der Pninkin- 
schrift (Zeile 25 ff.) erzählt, die dann noch ein später stattgehabtes 
Ereigniss hinzufügt: ^aMunu, der König von Gaza, und 5/i^V, der 
Tartan* von Ägypten, kamen bei der Stadt Ra-pi-di (d. L Raphia), 
um Schlacht und Treffen zu liefern, mir entgegen. Ich brachte ihnen 
eine Niederlage bei. Sib'-e fürchtete das Getöse meiner Waffen und 
floh. Nicht ward seine Spur mehr gesehen. Hanno, den König von 
Gaza, nahm ich mit eigner Hand gefangen. Den Tribut des ••Z^- 
/>-'-«, des Königs von ^**Mu'fU'ri (d. i. Ägypten), der -^Sa-am-si^ der 
Königin von Arabien, und des ^U'-am-a-ru von ^'^ Sa-ba- ^a-a^ Gold, 
Weihrauch (?), Pferde und Kamele empfing ich". 

Die Identität des keilschriftlichen Sib-f-e) KIO mit dem biblischen, 
2 Kön. 17, 4 erwähnten 0^*1» ^bt; M*10, zu dem König Hosea von 
Israel um 727 v. Chr. behufs eines Bündnisses in diplomatische Be- 
ziehungen getreten war, ist von Oppert {Ra/>p, 12), Schrader (KAT^ 
269) u. A. mit Sicherheit behauptet, von Stade {(U Isaiae vatidn, 
Acthiop, p. 54 f.) in Abrede gestellt worden. Ich will auf diese Frage, 
die ich im OpPERT-SeHRADER'schen Sinne beantworten möchte, 
nicht näher eingehen, sondern mich mit der anderen, fiir uns wich- 
tigeren beschäftigen: ist der keilschriftliche Stb-'-e (iTlO) mit dem 
äg3rptischen iabakö — Saßaxoiv identisch? Zunächst ist diese Gleich- 
stellung chronologisch nicht so einwandfrei wie man gewöhnlich 
annimmt Die Dauer der XXV. Dynastie wird bei Manetho auf 40 
(Africanus) bez. 44 (Eusebius) Jahre angegeben. Davon fallen auf 
JSaßaxdv 8 (bez. 12), auf JSsßixcig 14 (bez. 12), auf Ta(^a)xoq 18 

* Tartänm ist der Titel des attyriichen Staattbeamten , wekher an xweiter Stelle 
nach dem Könige kam; Tiklb, Assyr, babylcn, Gesth. 260. Die Leiong Tisu't tarUum 
«tatt des gewöhnlichen Hltanu «Sultan, FOrse' wird jeUt durch eine von Wimcklu, 
KeiltckrifittxU Sargon* $ loo angeflihrte Variante (/ter-Am-Mw) der Prunkintchrift bestitigt 



SteindoHT, die keilicliriftUche Wiedergabe ig]rptiicber EigenDamen. 341 

(bez. 20) Jahre. Monumental sind für Sabakö 12*, fiir Taliraqö 26 
Jahre •• bezeugt; von Sabaiaka liegen keine datirten Denkmäler vor. 
Combiniren wir nun die Angaben Manetho*s und der Denkmäler, so 
erhalten wir fiir die drei Äthiopenkönige eine Regierungsdauer von 
52 Jahren*". Da nun Psammetich I. nachweisbar 664/63 die Regie- 
rung angetreten hatf, und die Alleinherrschaft des Tenotamon über 
Ägypten nur wenige Monate gedauert haben kann, so ist der Re- 
gierungsantritt des Sabakö (wenigstens für Ägypten) in das Jahr 
716 zu setzen. Dieses Datum höher hinaufzuschrauben, liegen zwin- 
gende Gründe nicht vor. Es ist ja möglich, dass iabakö bereits 
im Jahre 725 v. Chr. — vgl II Reg. 17, 4 — König von Ägypten 
gewesen ist; nothwendig ist diese Annahme aber keineswegs. — 
Ausserdem ist es bei einer Identification des Sifc mit Sabakö auf- 
fallend, dass Sib\ nicht, wie man nach der Titulatur des Tarkü 
(npmn), die sich in den Annalen AssurbanapaPs findet (s. S. 345), 
vermuthen sollte, „König von Ägypten und ''**Ku'U-si (Äthiopien)", 
sondern nur tartan (also nicht einmal „König**!) ^^*Mu^uri genannt 
wird. Femer will es mir — die chronologische Möglichkeit zu- 
gegeben — im Hinblick auf die schweren Kämpfe und geringen 
Erfolge, welche der Ahne Sabakö^ 5, der Äthiope F^nhy im Delta 
hatte, wenig glaublich erscheinen, dass Sabakö im Jahre 720 das 
Nilthal und namentlich die selbstständigen, unterägyptischen Macht- 
haber soweit unterworfen hatte und sich in seiner mit Waffen- 
gewalt erstrittenen Herrscherstellung so sicher gefühlt habe, dass er 
Ägypten den Rücken kehren und einen Feldzug nach Syrien unter- 
nehmen konnte. — Der Haupteinwand gegen die Gleichsetzung des 
keilschriftlicben Si^e mit dem ägyptischen Sabakö ist jedoch sprach- 
lich geltend zu machen. Bereits Oppert und RouG^ {Rapports 13) 
haben Anstoss daran genommen, dass dem ägyptischen k von Sabakö 
ein keilschriftliches M in Sib^e gegenübersteht, und da sie der damals 
allgemein herrschenden Meinung waren , dass die äthiopischen 
Eroberer Ägyptens mit den Bewohnern des abessinischen Hoch- 
landes eins, ihre Sprache demgemäss das semitische Äthiopische sei, 
so haben sie diesen auffallenden Lautübergang aus den Lautver- 
hältnissen des Äthiopischen zu erklären versucht ft- Heute wird der 
Altmeister Oppert selbst keine Widerlegung seiner Hypothese mehr 
verlangen. — Brugsch (GÄ 731. 732) erklärt den Namen Sabakö mit 



* WiXDKiiANN, Ägypt Gesckickie 583 (Anm. 3). 
** Maruttk, Sirafium III 36. 

*** Die 13 Jahre des Tierten Athiopeokönigs lifififQrfq Äl&loy) (Eosebius) kommen 
nicht inBetnicht; Tgl Wibdbmann. Ag. Gesth. 590; Meyer, Gtsck. d. Alterth. I § 393. 
f WnLOEMANN, Ägyptische Geschichte 603 ff. 
tt Vgl S. 264 (Anm. 33) dieses Heft». 



342 Beitrige rar semitischen Sprachwissenschaft. 

Hülfe der heutigen Barabra-Sprachc als Saihki „der Kater** und meint, 
dass von den Hebräern das fremde Schaba-k („Kater der") mit Weg- 
lassung des Artikels, ,,der einen unwesentlichen Bestandtheil des 
Wortes bildete**, zu Sewe (Schab „Kater**) umgewandelt worden sei. 
Leider ruht aber auch diese Hypothese auf recht schwachen Füssen. 
Zunächst steht es keineswegs fest, dass die Muttersprache des Äthio- 
pen Sabako mit der Sprache der heutigen Nuba etwas zu thun hat. 
Dann besitzt das Nubische keinen Artikel; das von BrügSCH für den 
Artikel gehaltene Suffix -ki ist vielmehr die Endung des Accusativs 
und Dativs und dient zur Bezeichnung des directen und indirecten Ob- 
jects*. „Der Kater" heisst im Kenüs- und Dongola-Dialecte sab**^ und 
dieses kann weder mit Sabako noch mit Sib^e (ino) zusammenge- 
stellt werden. — Die Schwierigkeit, Sib^e mit iabakö zu identificiren, 
wird noch dadurch erhöht, dass der ägyptische Name in den Annalen 
AssurbanapaFs (s. u. HI 22) mit Sabakü^ also der hieroglyphischen 
Form genau entsprechend, transscribirt wird. Auch die Griechen 
umschreiben den Namen bekanntlich mit Saßaxciv. Hier wie bei 
Assurbanapal ist die Endung kö als Silbe mit langem Vocal wieder- 
gegeben und nicht als etwas Unwesentliches weggelassen. Aber auch 
das mir unmöglich Scheinende, den Abfall der betonten Endung, zu- 
gegeben, wie in aller Welt ist das K, das sich sowohl im assyrischen 
Sib*e, wie im hebräischen ino findet, zu erklären? 

Ich finde keine Brücke von 5/^V zu Sabako. Ich halte 5/i^V, 
den Gegner Sargon's, für einen der zahlreichen unabhängigen, unter- 
ägyptischen Kleinkönige, von deren Machtverhältnissen in älterer 
Zeit die Siegesinschrift des Königs P^n^y (um 775 v. Chr.), in späterer 
die Annalen Assurbanapal's uns ein anschauliches Bild liefern. — 
Eine Erklärung des Namens Stb^e vermag ich nicht zu geben*** 

2. ^Pi'ir''U\, 
Variante : ** /V-/>-*«f f . 

Die Annalen Sargon's berichten für sein 7. Regierungsjahr (715 
V. Chr.), dass Sargon „von Piru^ dem Könige von Ägypten (Afufuri), 



* Lbpsius, Nubiicke Grammatik S. 39. (19.) 464; Erman, G'4tüngische gelehrU 
Anteigen 1880, S. 1053. 

•• Lepsius m. a. O. 379. 
*** Vgl. daxn jetzt auch die Ausflihrangen in Dr. Winckler's eben erschienenen 
üntersuckumgeH gur aitorientaiischen Geschickte (Leipzig, Ed. Pfeiffer, 1889) pp. 92~94< 
wo die Identit&t Ton M*iO und Saßaxciv ebenfalls bestritten wird. 

t Pmnkinschrift Sargon's, Zeile 37; Botta IV 145, II 3; femer auf einem jetzt Ton 
WiNCKLER {Keilsckri/tiexte Sargon's Taf. 44 D, S. 188) Teröffentlichten Fragment eines 
Sargon-Prismas; vgl. Delitzsch, Wo lag- das Paradies f p. 308. 
tt Annalen Sargon's, Botta IV 75, 6. 



Steindorff, die keUachiiftliche Wiedergabe igyptiscber Eigennamen. 343 

Samsi, der Königin von Arabien, Ifamra^ dem Sabäer, den Königen 
der Meeresküste und der Wüste'' Tribut empfangen habe. Dasselbe 
erzählt die Pninkinschrift, welche die Ereignisse nicht in chronologi- 
scher, sondern in geographischer Folge aufzählt, im Anschluss an die 
Niederlage Sib*e*s (siehe oben auf S. 340). 

Piru ist zweifellos das ägyptische ^^ pr-B „das grosse Haus", 

das die gewöhnliche Bezeichnung des ägyptischen Königs ist. /V- i 
ist als tXT^ in das AT übergegangen und wird von den LXX mit 
^oQam wiedergegeben. Der oberägyptische (sahidische) Dialect des 
Koptischen hat diesen Königstitel als nJSpo (j>^rro) bewahrt und, indem 
das anlautende it für den männlichen Artikel angesehen wurde, daraus 
ein ppo {^rro) „König" gemacht Nach Massgabe von nppo lautete die 

vocalisirte ägyptische Form von p^ etwa p^r-o^. — Gegen die 

Annahme, dass Piru oder nT^ auf ein älteres ^^^g^ fir \ pi^-ivr-o^^ 

das gewöhnlich als Titel der selbstständigen Deltafürsten in der Zeit 
vor der XXVI. Dynastie vorkommt und sich im unterägyptischen (bo- 
heirischen) Dialecte des Koptischen als norpo erhalten hat, zurück- 
geht, ist als entscheidender Grund zu betonen, dass weder die assy- 
rische noch die hebräische Transscription ein *i aufweist. 

Eigenthümlich ist, dass der Titel p^rd^ =« piru assyrisch als 
Eigenname erscheint; dieser Gebrauch steht jedoch nicht vereinzelt 
da, und ScHRADER (KAT* 153) hat mit Recht auf das ^btt ninfi 
D71^ des AT hingewiesen, das genau dem assyrischen Piru lar 
"^Äfufuri entspricht Ob übrigens der bei Sargon erwähnte Piru 
der Pharao Sabakö oder irgend ein unterägyptischer Kleinkönig ist, 
lasse ich dahingestellt 

Die Umschreibung bietet nichts Auffälliges. Das ägyptische - — o 

* (^) wird keilschriftlich durch den Kehlkopflaut ^»^ ' wiederge- 
geben; dem tonlosen, aus i verkürzten /* entspricht ein assyrisches 
I, dem betonten, kurzen 6 ein assyrisches u bez. ü, 

3. "^ Pa-tu-n^-si. 

J^Land) Paturis^. Auf Inschriften von Scherif-Gian*** nennt sich Asar- 
haddon ausser „König von Assyrien, Machthaber {iakkanakku) von 
Babel, König von Sumer und Akkad, König der Könige" noch 
„König von Mufur, "^^'Paturisi '^^' Ku-u-si"'. Das Land Küsi ist 



1 /^ „Haas** ist du Koptische Hi; vgl. meinen Anfsatz ttber „Monillining im 

AgjptisGb-Koptisclien" AZ XXVU, Heft 2. 

^ So, und nicht ru ist nuhWiNCKLU, ZA n, Tafel III (tu S. 399 ff.) Nr. 3 ra lesen. 
I R 48 Nr. 5; Ygl WmcKLER a. a. O. 



\AA Bdtrftge rar semitischen Sprachwissenschaft. 

Äthiopien, Mufur das ü^ytü, des AT., Ägypten im Allgemeinen, 
Unterägypten im Besondern; das Land Paturisi kann in Folge dessen 
nichts anderes als Oberägypten bedeuten. Es ist das o'lira des 
AT, das Jes. ii, ii, ähnlich wie an unserer Stelle, zwischen D^lXtS 
und tTD, an anderen Orten (z. B. Jer. 44, i. 15; £z. 30, 14) in enger 
Beziehung zu Ägypten genannt wird. Die LXX geben den Namen 
bald mit Ua&ovQ^g (Jer. 44, i. 15), bald mit yfj ^ad'mQt]^ (Ez. 29, 14; 
30, 14) wieder. 

Paturisi geht auf ein ägyptisches ^ ^ tt^-rt^s, mit vorgesetz- 
tem Artikel pij^-t^-res^ „das Südland** zurück, das Oberägypten im 
Gegensatze 2" T* *^ © tii-mbit (oder /^^/) „dem Nordlande** d. L 

Unterägypten bedeutet* 

Für die assyrische Umschreibung ist zu bemerken, dass dem 
ägyptischen 5 ein assyrisches s entspricht, während es sonst ge- 
wöhnlich durch assyr. i wiedergegeben wird. Dem aus o verkürzten 
/ (in /^ steht assyrisches ti, dem betonten ägypt e assyr. 1** gegen- 
über. Das auslautende i von risi hat m. E. keine grammatische Be- 
deutung; der assyrische Schreiber hat wohl das Zeichen si gewählt, 
um den Charakter des ägyptischen S- Lautes genau zu bezeichnen, 
was mit dem Zeichen />, das auch die Werthe is und /f hat, nicht 
möglich gewesen wäre***. 

III. Die assyrischen UmschreilMingen in den Annalen Assurbanapti's. 

Von vornherein sei bemerkt, dass ich bei der Identification der 
assyrischen Umschreibungen in den Annalen Sardanapal*s in Bezug 
auf die Personennamen in einigen wesentlichen Punkten über das 
von den Vorgängern Geleistete hinausgekommen zu sein hoffe, hin- 
sichtlich der Ortsnamen hingegen, welche von jeher eine crux inter- 
pretum gewesen sind, leider wenig Neues hinzuzufügen vermag und 
mich darauf beschränken muss, die früheren Erklärungen auf ihre 
Zuverlässigkeit hin zu prüfen. Die Gründe für die Schwierigkeiten, 
welche gerade die Bestimmung der Städtenamen bereitet, liegen in 
der Beschaffenheit des zu Gebote stehenden ägyptischen Materials, 



♦ Vgl. Kopt. iiM«k-pHC „OberSgjrpten", nM«k-£HT „Unterigypten". — Ä ist 

die toDlo6e Fonn ron TO : <»o „LmkI"; x. a //^ '^''^ V ' ß\ ^ /-/?-«-w/W, 

griech. Uteyttei. 

•* Allerdings steht das Zeichen ri auch ftlr rt: nht „Kopf" wird statt ri-e^u 
hiofig einfach ri-ht geschrieben; siehe Haupt. Tke Assyr, E-vowel, p. 25 und S. 337. 
*** Oder ist das auslautende f als angehängte assyrische Genetivendong (von mät 
abhiogig) auixufassen? 



Steindorff, die kcUichnfUiche Wiedergabe ägyptischer Eigennamen. ß^^ 

welches auch für diese und die folgenden Zeiten vorwiegend aus 
religiösen Inschriften besteht und uns nur mit den für die Tempel- 
verwaltung oder die Mythologie wichtigen Orten bekannt macht. 
Über grössere Landstädte, soweit sie nicht eine religiöse Bedeutung 
haben, über Festungen, Dörfer u. s. w. erfahren wir bei der geringen 
Zahl historischer Inschriften nur wenig. Hierzu tritt noch eine zweite 
Schwierigkeit Die ägyptischen Städte trugen, soweit wir sehen 
können, sehr oft zwei, mitunter auch mehr Namen, einen „heiligen", 
welcher im Cultus eine Rolle spielt und mit dem des Haupttempels 
der betreffenden Stadtgottheit übereinstimmt, und einen „profanen", 
mit welchem die Bewohner ihre Heimath bezeichneten und welcher 
wohl als der ursprüngliche zu betrachten ist. So heisst z. B. die 
Deltastadt, welche die Griechen Busiris nennen, auf den Denkmälern 
mit ihrem „Profannamen" Dedw^ mit ihrem „heiligen" Per-Usire fd. i. 
Busiris) „Haus des OsmY*. Der Profanname, mit welchem die Ägypter 
die alte Hauptstadt Memphis nannten, war Aftn^nuffn in den reli- 
giösen Texten dagegen führt sie nach dem Tempel des Hauptgottes 
die Bezeichnung „Tcf^pe/ des Geistes des Ptah^\ ausserdem heisst sie 
noch bisweilen nach ihrer Citadelle „weisse Mauer^, Bei dieser 
Mannigfaltigkeit der Benennung kommt es nun nicht selten vor, dass 
wir bald nur den einen, bald nur den andern Namen eines Ortes 
aus den Denkmälern kennen, dass uns also die assyrische Liste, 
ähnlich wie die griechischen Klassiker, den sonst nicht überlieferten 
Profannamen einer Stadt nennen mag, deren „heiliger" Name uns 
ganz geläufig ist, und umgekehrt. 

Ich betrachte im Folgenden zuerst die Personennamen, darauf 
die geographischen Namen und zwar in der Reihenfolge, in welcher 
sie in den Annalen erwähnt werden. 



A. Personennamen. 

I. Tar-qU'U 

Col. I 53. 55. 78. 83. III. 121. 123; II 20. — König von Mu^r (Ägyp- 
ten) und Ku-U'Si (Äthiopien). Von Asarhaddon besiegt, greift er die 
von diesem eingesetzten Vasallenfürsten an und setzt sich in der 
Stadt Me-im-pi fest. Assurbanapal zieht gegen ihn zu Felde und 
schlägt bei der Stadt Karbaniti das ägyptische Heer. Tar-quu flüchtet 
auf die Kunde von dieser Niederlage aus Me-im-pi nach der Stadt 
Ni-^ und stirbt hier bald darauf. — Nach dem älteren und glaub- 
würdigeren Berichte* (K. 2675 + K. 228; Smith, Assurhanipal 36 ff.) 



• Vgl Tulb, Assyr.'hahyL Gesekichit 372. 



346 Beiträge xor teoiitiacheii SprachwisaeiMchaft 

verfolgte Assurbanapal den Tar-qu-u bis nach M-'; in Folge dessen 
verUess dieser die Stadt, setzte über den (Fluss) la^ru-'U und schlug 
auf dem jenseitigen Ufer ein Lager auf. Später wird dann sein Tod 
berichtet 

Tar-gU'U ist der bekannte dritte König der 25. (äthiopischen) 
Dynastie, der Nachfolger des Schabataka (Jkßixoig). Ägyptisch lautet 

sein Name (^2)1 ^^''^ (P'^^T^). Manetho nennt ihn ToQxog (bei 

Africanus) oder TaQoxog (bei Eusebius), während der Name bei 
Strabo I 61 und XV 687 (nach Megasthenes) als TBa(fxciv auf- 
tritt. In der Bibel wird Tkrk durch npn^ (LXX ßoQOxa) um- 
schrieben, das, wie Opfert, Rafp, 103 mit Recht vermuthet, durch 
Umstellung aus Sip^iiim entstanden ist — Der Name selbst ist nicht 
ägyptisch, sondern, wie sein Träger, äthiopisch. Wie er vocalisirt ge- 
lautet hat, lässt sich nach den vorliegenden Umschreibungen mit 
Sicherheit nicht feststellen. Formen, wie * TaArlo {Tahra1{d) oder 
• T^harko (Opfert) dürften der Urform wohl am nächsten stehen. 
Sicher ist jedenfalls ein betontes am Ende, das der Assyrer durch 
langes ü wiedergiebt; vgl. Haupt, ZA II 261, 3. Das ägyptische // 
musste in der assyrischen Umschreibung übergangen werden. 

2. ^Ni'ku'U\ Variante: '^ Ni-ik-ku-u, 

Col. I 90; n 8; Assurb. Sm. 41. — König von Me-im^pi und Sa-a-a, 
Er, sowie 19 andere Fürsten, deren Namen im Folgenden gegeben 
werden, waren von Asarhaddon in Ägypten als assyrische Vasallen ein- 
gesetzt worden, vor Tar-qu-u jedoch geflohen. Nach der Schlacht bei 
KarbamH (s. o.) wurden sie von Assurbanapal in ihre Städte zurück- 
geführt. Doch kaum hatte der Assyrerkönig das Land wieder ver- 
lassen, als sie behufs eines antiassyrischen Bündnisses mit dem 
in Ni' weilenden Tar-qu-u in Verbindung zu treten suchten. Der 
Verrath wurde jedoch von den in Ägypten zurückgebliebenen Feld- 
herren Assurbanapal's entdeckt: die Einwohner der rebellischen 
Städte wurden niedergemetzelt, die Fürsten nach Ninive gebracht 
Ni'ku'U allein wurde begnadigt und als Herrscher von Sa-a-a wieder 
eingesetzt — Der Name Ni-ku-u ist der in der 26. Dynastie häuflge 

(wohl libysche) Name (^^)|, var. (Yj^ )| Nkw. An der Identität 

unseres Ni-ku-u mit dem von Herodot (II 152) genannten Nixcig, 
dem Vater Psammetich's, ist nicht zu zweifeln. Bei Manetho tritt 
er als iVejfaco (Var. Naxam)^ dritter König der 26. Dynastie, auf. 
Von griechischen Umschreibungen des Namens sind noch die Dio- 
dor's Nexcigt die mit der Herodofs übereinstimmt, femer die der 
griechischen Bibelübersetzung Nex^ci, sowie des Papyrus Paris. 19», 3 



Steindorir, die keiischriftliche Wiedergabe ig]rptischer Eigennamen. 34^ 

iV«j[cn5s (vulgär für iVcj^aai^) anzuführen. — In der Bibel wird der 
Name, dessen Träger hier, wie auch bei Diodor und den LXX, der 
Enkel unseres Niku-u , der Besieger des Josias bei Mageddo ist, 
durch iD^ (Jerem. und Chron.) und nb3 (II Reg.), also durch N^äö 
wiedergegeben. — Was nun die vocalisirte ägyptische Grundform 
anbetrif!l, so hat sie wahrscheinlich *NekawQ gelautet. Ich halte das 

\\ hier entschieden für consonan tisch und nicht, wie dies allgemein 

geschieht, fiir vocalisch, für den Träger eines ö. Ein ägyptisches 

*Ntkö würde, wie dies ja die Schreibungen M<LT ^^LJM JSaßaxciv^ 

ra ^fi '^^^Q^^v z"«" Genüge beweisen, ägyptisch | j oder t^?^ 
geschrieben worden sein. — Indem das ^ 1 zwischen den zwei Vo- 

calen (wie im Assyrischen, vgl. ZA. II, 270 ff.) In K, den spiritus 
lenis, überging, wurde aus *Nekatvö: ^Nekctö {Nex<^ci, Naxaci) und 
aus diesem mit Contraction der beiden Vocale N^kö {Nexcig^ assyr. 
Nikü). Zur keilschriftlichen Wiedergabe des ö durch a s. S. 346. 

Indem ich den assyrischen Namen des Königs der Stadt (j'-nu 
"Sar-Zu-ääri (»lang lebe der König*) als nicht hierher gehörig über- 
gehe, komme ich zum Dritten in der Liste der ägyptischen Klein- 
fürsten, welche sich dem Assurbanapal bei seinem Heranrücken er- 
gaben: 

3. '^ Pt'Sa-an'^U'ru, 

Col. II 92. — König der Stadt Na-at-^u-u. Piian^uru wird von 
BRUGsai (GÄ 721) als Pt-son-Hor („der Bruder des Horus") erklärt, 
was aber schwerlich richtig ist. Es liegt dem Namen vielmehr ein 

P'i^*'(n)'Hör „der Sohn des Horus" zu Grunde, also einer 

jener namentlich in saitischer und noch späterer Zeit häufigen Eigen- 
namen, die mit pi^ „der Sohn" — bez. ti^ „die Tochter" — und einem 

Göttemamen zusammengesetzt sind; vgl. d 2J)/^^^^ ? P-I^-n-Ptaft 
(Lieblein, HierogL Namemvörterbuch No. 1087); ^^ ^D -P-i^- 

(n)'Amön (Revillout, Nouv. ChresL 264. 382; Thvanox>vi<i)\ ^^ ^ 
j5 P-i^-n-Min (Rev.. N. Chr. 283; ^Buidviay, \% "^ %^ 

• Ä (gc-) ist die tonlose, stark verkünte Form too gnpc „Sohn" bet. gcepc 
„Tochter" ; dass S) = igHpc (ind nicht — ^ „Sohn") Ut, habe ich in meinem Anf- 
satte „Über twei altkoptische Mumienetiketten" (ÄZ XXVni) nachsnweisen versucht. 




348 Beiträge rar semidscheR Sprachwissenschaft. 

T'lhH'Hör (Rev., N, Chr. 336); u. a. m. Griechisch wird unser P-ie- 
n-Hör mit VetfVQiq {Corp, inscr. Gr, 4853) wiedergegeben, wobei das 
ägyptische ö (^b>p; i2(>o^) zu v geworden ist, ein Übergang, der sich 
in der griechisch -ägyptischen Vulgärsprache sehr häufig findet. Die 
assyrische Transscription Pilanf^uru giebt das i von * Pi^nhör (•ngcn- 
2b>p) durch $ (V), das lange, betonte durch u wieder. 

4, '^ Pa-aq^-ru-ru. 
Col. I 93. — König der Stadt Pi-sap-tii. Er ist mit dem in der 
ägyptischen „Traumstele**** (Rückseite Zeile 17) erwähnten q j{ 

ü^^^&fv.®^^^ '^' ^'' " ^^''^■•^'^ „Erbherrn und 
Fürsten (Nomarchen) von P{rySpd P^krr (mpc)" identisch, der 
an der Spitze der kleinen Deltafürsten zu dem Äthiopenkönige 

(11^^ "fl W ^^^^^^^^^ '^«ich Memphis kam und sich ihm unterwarf. 

— Die Bedeutung und Vocalisation des ägyptischen Pt'krr ist bei 
der Unklarheit des Determinativs nicht sicher anzugeben. Vielleicht 

ist das Determinativ der „Frosch** J^ oder ähnl., und der Name 
dem Koptischen ne-Rpo-rp „der Frosch** gleichzusetzen. Dies würde 
dann auch zur^ assyrischen Namensform Paqntru (d. i. äg. PiTcrur) 
stimmen"*. 

5. '^Buf'tiJt'kii'na^an'ni'' pi, 

Col. I 94. 102. — Zwei Könige desselben Namens; der eine 
König der Stadt ffa-at-l^i-ri-bi, der andere König der Stadt Afi-ni, 

Der Name entspricht ägyptischem Ä^ «^^»^il-i^ Bk-n-trf 

(vocalisirt etwa B(^khmife)^ der sich auf der /^«^^'-Stelc (Zeile 18) 
findet und „Diener des Windes** bedeutetft« I^as assyrische pi gicbt 
ein ägyptisches / wieder; vgl. ZA. II, 207; auffallend ist das K der 
assyrischen Umschreibung. Dem aus bök (kopt. ftioR „Diener**) ver- 
kürzten bi^k — steht assyrisches bttk gegenüber. 



* Das Zeichen aq könnte auch ak oder ag gelesen werden. 
•• S. Seite 357. Anm. ♦♦♦. 

••• Mit dem igypt <ä^ (1 itir ,. Brandopfer** (Brucsch, IVörterb, 1468 f ), kopL 

^AiA, ist der ägyptische Eigenname, trotz der Ähnlichkeit des Determinativs, wohl 
schwerlich zusammenxnstellen. 

f Das Zeichen bu hat auch den Lautwerth pu, 

tt Vgl. den griechisch - ägyptischen Eigennamen IltxevTfi^ ,|das Geschenk des 
Windes** (Wilckkn). 



Steindorff, die keilichriftUche Wiedergabe Igyptischer EigemMunen, j^ 

Col. I 95. — König der Stadt J^i-m^in-U, Ich kann diesen Namen 
aus dem Ägyptischen nicht erklären; vielleicht enthält er als ersten 

Ä »^ (Tto; Jeben*'. 

Col. I 96. — König der Stadt Qa-a-nu, PutubiiH ist zweifellos 

der in später Zeit häufige ägyptische Name ^ ^ ^ ^ P^äodastf{t) 

„das Geschenk der (Göttin) Bastet**, den die Griechen mit Uttoßcuh 
&iq, IlBToßaaTfjg^ IletovßaöTig wiedergegeben. Der erste Theil unseres 

Namens ^ ^ ^ //</(^ findet sich in vielen ägyptischen Eigennamen; 
vgl die griechisch-ägyptischen Namen nttBfiivig^ ÜBte^Cigf Ubtboov» 
XO^, nttevQiq u. a. m. Hebräisch wird er durch '^Wt umschrieben: 
:nD'^ty» „das Geschenk des /'-r/** und bjTD'^ß „das Geschenk des b»". 
Wie im Hebräischen entspricht auch im Assyrischen dem ägyp- 
tischen c:=:> ä ein tD. Der zweite Theil des Namens enthält den 

Namen der Göttin ^^, der ^otj^dr«^ des Herodot, der Localgöttin 

der Stadt Bubastis. Die älteste (alphabetische) Schreibung des 
Namens dieser Göttin findet sich in den Pyramidentexten: 

jn*^ ^ ^^^' ^ 5^** ^"* *^ ergiebt sich die Lesung öSsU, 
das die weibliche Nisbe von d^st, dem alten Namen der Stadt Bu- 
bastis***, ist und „die von Bast* bedeutet Der Name der ^^ findet 

sich auch in mehreren griechisch -ägyptischen Eigennamen: in den 
bereits angeführten Personennamen Iltxoßac^tq^ nstoßaaxijg, üb- 
Tovßaottq, ferner in den Personennamen VBPoßacttg d. \, p-i^-n-bBstt 
„der Sohn der B^stt' und ßavßacxiq {Pap, Cas, 31, 3) „die der 
Bistt gehörige**, sowie in dem Stadtnamen Bovßäcrig „Haus der 
BBstt^. Nach Massgabe dieser Formen kann der Name dieser Göttin 
in später Zeit nicht anders als ^Obaste oder *UbasU gelautet haben. 
Hiesse er, wie allgemein angenommen, *Bast^^ so könnten die grie- 
chischen Formen nicht anders als ^IlBTBßactig, ^^Bfißaarig^ ^Btßa- 
ottg {*Bißaotig) lauten; vgl. die analogen Bildungen nBXBfUviq^ ^Bfi- 
filviq (Zusammensetzungen mit dem Gottesnamen Min); aber ÜB- 
todgig^ WBvocvQig^ BovolQig (Zusammensetzungen mit dem Gottes- 



* Das Zeichen /« hat anch den Lantwerth Su; bU könnte auch pü^ gir^ kir ge- 
MMn werden. 

** VgL aoch Rouoi, Inscr, kUrügl. 98. 

*^ Aoch nach den alten, freilich recht verderbten Schreibongen im ToäUmhuke 
Cap. 13$, 16 (ed. Navillb) ist flir den Stadtnamen die Lesung bSst animetifn. 



^eo Beitrige tnr leinStitcheii Sprachwineoichaft. 

namen Usire^ oTcipe). Wollen wir uns nun nicht zu der Annahme 
versteigen, dass die Namen Uetoßacd-ig und Genossen sämrotlich 
Analogiebildungen nach den mit Usire zusammengesetzten sind, 
so werden wir zu dem Schlüsse gezwungen, dass die ägyptische 

Form des Namens ^^ *misU, später ♦WJj/^O {yocalisirt * mastr) 
geheissen habe. Dass das anlautende W. selbst in den alten alphabeti- 
schen Schreibungen der Pyramidentexte und des Todtenbuches, nicht 
zum Ausdruck gekommen ist, wird den Kenner der ägyptischen Ortho- 
graphie nicht befremden. — Hebräisch findet sich der Name der 
Göttin in dem Stadtnamen nD3*'^& „Bubastis'', das wohl ein ägyptisches 
*Pij-wbast^ wiedcrgiebt Das hebräische noa steht mit dem assy- 
rischen biiti auf derselben Stufe: beide geben ägyptisches *{w)dast(<^ 
wieder. 

8. '^ [/'na-mu'nu, 

Col. I 97. — König der Stadt Na-at-fju-u. Dieser Personenname 
muss unerklärt bleiben. An eine Zusammensetzung mit dem Gottes- 
namen (I imn («jMom, Aftfionf) darf wohl nicht gedacht werden. 

Col I 98. — König der Stadt fäd-nu-u-ti. ^arsiaehi giebt den 

ägyptischen Namen ^"^jj^, ^?^0 ^''"^"^^)' Parsics^ 
([nJOKOHfl), griech. kQCitjCig, „Horus, der Sohn der Isis" wieder, der 
in saitischer Zeit einer der häufigsten ägyptischen Personennamen 
ist Für die Transscription ist die zweifache Umschreibung der 
Zischlaute bemerkenswerth: dem ersten ägyptischen s (0) entspricht 
assyr. s (0), dem zweiten dagegen assyr. I (Vf)*** Das a (in ia) soll 
wohl den zwischen / und c stehenden Kehlkopflaut (K) andeuten**^. Die 
assyrischen Vocale entsprechen ungefähr den griechischen von I^q- 
Ci^cig. l^Q- (ffar-) ist die tonlose Form von äg. Hör (giop); der Name 

der Göttin j] lautet im Spätägyptischen rs^ (kopt. Hce) f. 



* Dmt Zeichen ^r könnte auch ^/r oder ^r gelesen werden. 
** Vielleicht beruht dieselbe auf Dissimilation Die Assyrer würden demnach 
ffaHPese statt ffarsi'ese gesprochen haben, ebenso wie die Araber statt sams „Sonne** 
imms sagen. Vgl Haupt, Beiir. nur assyr. Lantl. (Gott. 1883) p. 87; Schrader, 
ZK. I, 4, n. I. 

••• ^ar-H-t-hi (ohne a dazwischen) wfirde von den Assyrem ^arslsu gesprochen 
worden sein, ebenso wie ^-i^/n „Herr" Wm gelesen wird (vgl. Haupt, E-vcwe/ 25). 
t Das griechische Vaic, lat Isis, beruht auf lotacismus. 



Steindorff, die keilschriftliche Wiedergabe igyptischer Eigennamen. ßci 

10. '^Bu'a-a'fna,* 

Col. I 99. — König der Stadt Pi-in-titi. BrüGSCH (GÄ 721) 
hält den Namen Bu-a-a-ma für das ägyptische p-mly „der Kater", das 
Koptisch n-Mw** lautet; ich glaube aber nicht, dass der Assyrer ein 
pmai durch Bu-a-a-ma (oder Bu-ai-ma) wiedergegeben haben würde. 
Eduard Meyer {Gcsch, des alten Ägypt 352) liest den assyrischen 
Namen (im Anschluss an ScHRADER) Bnawa und will ihn (a. a. O. 330) 
in dem Namen des bekannten Ahnherrn der 22. Dynastie Bujuwa wie- 
dererkennen. Auch dieser Erklärung kann ich mich nicht anschliessen. 
Vor Allem ist dagegen einzuwenden, dass das von Meyer Bujuwa 

gelesene J^ijlj^^^®^ BwytvwB . . ., wie das Verdoppe- 
lungszeichen ® angiebt, mit Reduplication des oder der letzten Buch- 
staben *♦♦ gelesen werden muss und keinesfalls Bujuwa lautete. Die 
vocalisirte Form des ägyptischen Namens lässt sich auch nicht an- 
nähernd bestimmen. Eine neue befriedigende Erklärung von Bu^a* 
a-ma kann ich nicht geben. 



II. " Su'St-m-gu. 

Col. I 100. — König der Stadt f^'h-ru. Susinqu ist die Wieder- 
gabe des ägyptischen (libyschen) Namens TtTiTTiTiT jwi ^ink 

(ystOt). Ein iinl , Fürst von crz3 jj "^^^ ft ^ P(r) - Wsire-nb- Ddt 

d i. Busiris (assyr. Puiiru) begegnet uns zur Zeit des Äthiopen- 
königs Pn^ (Stele des F^n^y i8)t um das Jahr 770 und ist wohl 
sicher ein Ahn des von Assurbanapal erwähnten ^uhnqu. He- 
bräisch haben wir ^ink in ptJ'^O (LXX 2kwcaxiii)^ dem Namen 
des ersten Königs der XXII. Dynastie und Zeitgenossen des Jerobeam. 
Manetho bietet die Form Ikcmyx^ (Var. SBodyxoodq), ein Berliner 
Ostrakon aus Theben (P. 250), wie mir U. WiLCKEN gütigst mittheilt, 
SBC&fx^' Als vocalisirte Form des Namens dürfte im Ägyptischen 
demnach wohl ein S^Unh anzusetzen sein. Die assyrische Um- 
schreibung bietet keine Schwierigkeiten; vielleicht sind die Vocale 
umgestellt, so dass Susinqu für richtigeres *Sisunqu stünde. 



* Das Zeichen hu hat auch den Lantwerth /«. — Schradbr würde diesen Namen 
Bu-ai-ma lesen. 

** n-M^ auch als Eigennamen auf einem Contract aus Theben; AZ 1884, 195. 

Lspsius liest Buiwoawoa^ Stern BmuHaua. 
t Vgl auch ÄZ 1884, 95. 



352 Beitdlge tur temititchen Sprachwinentebaft 

12. "^ Tap^-na-a^-H, 
Col. I lOi. — König der Stadt Pu-nu-bu. Tapnaffä ist das ägyp- 
tische ^''^r /i li^ T^fnf^t. Diesen ägyptischen Namen fuhrt auch 

der Hauptgegner des Äthiopen Pn^y und Vater des der XXIV. (saiti- 
schen) Dynastie angehörigen Königs Bokchoris. Bei Diodor (1 45) lautet 
der Name Tvttpaxd^o^y bei Plutarch (de Iside 8) 7c;i^t'axr^, bei 
Athenäus (X 13 p. 418) NeoxaßK;, Die letztgenannte Form ist voll- 
ständig verstümmelt oder missverstanden; die beiden ersten gehen 
wohl auf ein correctes *TBq>vax^o^^ bez. ""Tsipvaxxiq zurück, dem ein 
ägyptisches TTf-naß^te (kopt icq-n^^^rc ,,scine Stärke**) zu Grunde liegt. 
In der assyrischen Transscription entspricht zssyr. p ägyptischem f\ 
die ägyptischen Vocale sind genau wiedergegeben. 

13. " Ip-a-f^ar-Ue'^u,** 

Col. I 103. — König der Stadt Pt-f^a'at-ti'f^U'ru-un'fn'ki, RoUGfi 
{Memoire iio) vermuthet, dass dieser Name vielleicht das Ende des 
Namens Isis enthalte; Brugsch (GÄ 722) erklärt ihn als Petefmrsiese 
{nexBOQOi^oiq) „das Geschenk des Horus, des Sohnes der Isis**, ohne 
die Schwierigkeit, dass dem ägyptischen ss (0) ein assyrisches fi (td) 
gegenübersteht, zu lösen; Erman (GGN 1883, 114) meint, dass der 
Anfang vielleicht Petehar (i7£rca(H) sei, weiss aber „fiir den Beinamen 
dieses Horus dielu oder deiu keinen Rath**. Nach HaüPT (GGN 
1883, 1 14) ist ein Fehler des assyrischen Textes, so dass etwa f^iu 
fiir siehi geschrieben wäre, kaum anzunehmen. — Ich lese den Namen 

Iptifiar{ehi und halte ihn für das ägyptische oüSO AH 

Ptfdrdis (Lieblein, Namenwörterbuch 12 19). Eigenamen (sowohl 
für männliche als auch für weibliche Personen), die mit einem Gottes- 
namen und der Verbalform (| ^ '^^^^ A M JciaX ihn (bez. sie) gegeben** 

zusammengesetzt sind, finden sich allenthalben in sa'itischer Zeit; 
griechisch haben sie die Form ^4(ivQxolO(; („Ammon hat ihn gegeben**), 
femer BoxoQtäloq oder ßoroQxaiq**^ („Dlj^owt hat ihn gegeben**). 
Ipti'^rfeiu würde demnach etwa ein ägyptisches /V^i!i^r</aw, PÜfuhrdiis 
wiedergeben. Dem ägyptischen </ entspricht assyrisches \ (vgl. HI 7); 
das anlautende i der assyrischen Namensform soll die Aussprache des 
ägyptischen Ooppelconsonanz // erleichtern; vgl griech. ^Eöfiivig 
(äg. Nsmin) neben Sfavtg; 'Eößevd^iq (äg. Nsb^(d)di'd(t)) neben 
Zßevö^ig u. a. 

* Das Zeichen iap kann auch iai gelesen werden. 

** SUtt i> könnte auch ii gekKn werden; statt ^ auch ^sr, ^, kin^ mur\ 
statt ^' auch di, 

••• Parthby, Agypt. Pers0nmn, 12. 120. 



Steiodorfli; die keÜichriftUche Wiedergabe Igyptifcher -Eigennameii. 3 J3 

14. '^Na^a^'ti-^U'ru'afhsi'm, 

Col. I 104. — König der Stadt Pi-Iap-fs-^-a, Der entsprechende 

altägyptische Name lautet ^U-fl^*^ ^"^ ^j^ N^t-J^r- 

n^'In{w\ ^tfnnnro, (Pn^y-SUle 116) und bedeutet etwa ,^tark ist 
Horus, (der Herr) der Bfiume"; vocalisirt würde er nach Massgabe 
des Koptischen ungeföhr Nal^-^rhiiin heissen. Dem ägyptischen 
i entspricht assyrisches s\ das aus (£u>p) verkürzte a wird im 
Assyrischen durch », das betonte l (tgHn) durch / wiedergegeben. 

Col. I 105. — König der Stadt Pa-af^-nurH, Ich möchte trotz 
WiEDKMANN {JAgypüsche Geschichte 592 Anm. i) an der alten Gleich- 
stellung dieses Namens mit dem ägyptischen A^ f**^^*^ Bknrnf^ 

Cpnao^ festhalten. Die in der assyrischen Umschreibung auffallende 
Umstellung der Consonanten n und r ist vielleicht durch Analogie 
(ich denke an den assyrischen Gott Ninip^ wenn dessen Name wirk- 
lich so zu lesen ist) veranlasst Als vocalisirte Form des äg3rptischen 
Namens ist ftir die Zeit des Assurbanapal wohl ein *B^kifnraftf anzu- 
setzen. Griechisch findet sich unser Name als der des Pharao der 
XXrV. Dynastie in der verstümmelten Form BoxxoQig (Var. Boxxoi^ig) 
bei Manetho. Zu bemerken ist noch, dass das ägypt d^h- (assyr. 
duh') aus döh (tuM „Diener") verkürzt ist 

16. *»p-^-Ä. 

CoL 1 106. — König der Stadt Si-ia-u-tu, Das assyrische p^4 
ist schon von ROüGlß (Memoire 1 1 1) richtig dem griechischen Ta^mQ 
oder TBciq — bekanntlich heisst so ein König der XXX. Dynastie — 
— gleichgestellt worden. Der entsprechende ägyptische Name lautet 

^ ^ DdHfy vocalisirt in späterer Zeit l>i{d)M,r). Das ägyptische 
*^ d wird durch assyrisches f (t) wiedergegeben, das betonte durch 
assyrisches ä (vgl. Sissyr. MS ab für nirita). Vgl. auch S. 355 Anm. ♦♦♦. 

17. ^ La-me-in-tu, 
Col. I 107. — König der Stadt ffi-mu-ni. Der Name Lamentü 

ist wohl das ägyptisch-libysche y ^__^ Nm/t und aus letzterem 
durch Umstellung der Consonanten n und / entstanden**. Diese An- 

* Das Zeichen ^ könnte auch /w gelesen werden; das htr gelesene Zeichen hat 
noch die Lantwerthe ma/f iat, laty nat\ statt ip könnte auch ii gelesen werden. 
•• Vgl Brugsch, GÄ. 722. 

Bcitrife wax tmmh, SprmchwkMiMciiaft. L 33 



354 Beitrige tiir temitiicben Spnchwiaentcbftft. 

nähme enthält dadurch ihre Bestätigung, dass in der F^nf^-SUie 
(Zeile 22), die mehrfach (auch gleichnamige) Vorfahren der in den 
Annalen Assurbanapal's genannten Kleinkönige auf!uhrt, ein König 



yy J Nmlt von ZZ^ ^mnw (gMOTii, d. i. assyr. ffmum) er- 
wähnt wird. 

Über die Vocalisation des ägyptischen Namens ist uns nichts 
überliefert; die assyrische Form lässt auf ein ägypt Namilt oder 
ähnl. schliessen. 

i8. ''J}'pi'ma'[a-](u, 

CoL I io8. — König der Stadt Ta-a-a-ni. Die Identification von 

Ilpfmäfu mit dem ägyptischen d 9) ^\^ Pl^-maut, dem Wofi/iovg 

der Griechen, ist von Erman (GGN 1883, 1 14) mit Recht aus dem 
Grunde angefochten worden, weil das auslautende / von PihHotU sich 
unmöglich in dieser späten Zeit der Assurbanapal-Annalen noch er- 
halten haben könnte. Erman's Vermuthung, lipimäpt sei einer der 
zahlreichen (ägyptischen) Namen mit vorgesetztem 09 nsi „zuge- 
hörig zu^, das in später Zeit sein 3 einbüsste, ist zweifellos richtig; 
den zweiten Bestandtheil des Namens lässt Erman unerklärt Ich 

möchte npimMu dem äg. "^^^Q^^l Nsp^tmt^ (nM03) 

demot Pap. in Berlin P. 116 (alte Nummer), gleichstellen, das in 
dem griech. Duplicat der Berliner Urkunde (Pap, Casati 2, 8) durch 
*Eoxiifixiq* wiedergegeben wird. Dabei ist allerdings auffallend, dass 
dem ägyptischen / (r, tl) ein assyrisches ( (d) entspricht, und für das 
betonte ägyptische ^ die assyrische Form nicht, wie man erwarten 
würde, ^, sondern & bietet. 

19. "Ma-an-ti-mf-lany^'f.** 

Col. I 109. — König der Stadt M-'. Die RoüG^'sche (vgl Memoire 
iii) Erklärung dieses Namens als ägypt MtUw-m-nf^ „Mentu im 
Leben** (besser wohl „Mentu lebt^) ist allgemein angenommen und 
trotz der Erkenntniss, dass der Träger dieses Namens mit dem aus 
ägyptischen Inschriften bekannten MntW'tn'fit eins ist, beibehalten 
worden.*** — Die angeführte Deutung ist aber aus einem Grunde hin- 
fallig, weil nämlich Eigennamenbildungcn wie MtUw-m-nf^^ Namen 

* So, und nicht *Eati/iijxtq (Parthey, Persontfmamen 36) ist, wie mich WnxKKN 
belehrt, ra lesen. 

** Das Zeichen mt hat auch den Lantwerth üp^ das Zeichen ^ aoch d Last- 
werth ie. Wieoemann {Gesek, Ägypt. $92) liest flUschlich Manäpianhi, 
Vgl Meyer, Gtsck, des alten Ägypt. 353. 



•*• 



Steindorff, die keUfcbrifOiche WiedetsiOie Igyptitcher Eigeimameo. 355 

also, die aus einem Gottesnamen und folgendem m ^n^ zusammenge- 
setzt sind, im Ägyptischen überhaupt nicht vorkommen. Die einzig 
richtige Ableitung scheint mir die aus dem ägyptischen J/«/(te^)-i»-^V, 
griech. MepxBfi^gy vocalisirt in spätägyptischer Form M^ternftf^ zu 
sein. Das vor ^ stehende Zeichen AN, das zu MhUhnbi nicht passt 
und zu der Auffassung m *ff^ verleitet hat, ist hier nicht das Silben- 
zeichen an^ sondern das vor Göttemamen stehende Determinativ. 
Es ist von dem assyrischen Schreiber, der den ägyptischen Namen 
nicht verstand und vielleicht in Hl das Wortzeichen fiir den Gott 
Aiür vermuthete, fälschlich eingefügt worden und in sämmtliche uns 
erhaltenen Abschriften derAssurbanapal-Annalen übergegangen. Einen 
ähnlichen Fall haben wir in dem Col. I ^^ der Annalen stehenden Namen 
der ägyptischen Stadt KarbaniH: dieser wird auf den meisten Exem- 
plaren Kar-ba-ni'ti geschrieben, der Cylinder Rassam I bietet dagegen 
Aar-[tfff]-^^m-/Sr „Stadt der (Göttin) Baniti"; auch hier hat der Schreiber 
fälschlich das baniü für den Namen einer Göttin gehalten und das 
entsprechende Determinativ vorgesetzt — Ich lese demnach den in 
Rede stehenden Namen Mantimefjt^ und erklärte ihn als ägypt. 

^i^— ^ Mntmftt An der Gleichstellung des erwähnten 

Mantimelu mit dem „vierten Propheten des Ammon**, dem 

— ^ T^ S ^ — ^ li n nt Mntjfii'l} „Fürsten der Stadt (d. i. 

Theben) Ment-em-}^*^, dem Sohne des Ns-ptd^*, der zur Zeit der 
XXV. Dynastie unter der Regierung der assyrischen Occupation lebte 
und sich durch seine Bauten am Tempel der Göttin Mut in Kamak 
verewigt hat**, kann ein begründeter Zweifel nicht erhoben werden. — 
Für die Umschreibung sei Folgendes bemerkt: das &=3 ^, das in der 
XXV. Dynastie längst in / übergegangen war, wird durch / wieder- 
gegeben; das auslautende feminine / des ägyptischen ifit^frzi in jener 
späten Zeit verschliffen, das Wort lautete wie im Koptischen £u, 
das assyrische f^üe = ^ entspricht (von ^ für — .*** abgesehen) also 



* Maruttb, Kamak pl. 42—44. 47; Dümichsn, ffist, Insckr. 11 48; Rouoi, 
i.tmdts sur des mönuments du rigne de Tahraka in den Milanges I 17 ff. ; AZ 1885, 
55. — Wenn Mni-m-^ (Mariettb, Kamak pl. 44, 48) von sich sagt, </r-(W; btmo „ich 
vertrieb die Missethiter", so sind diese Worte wohl, wie das vorhergehende mn^'iti nt4 
,4ch begUlckte meine Stadt", allgemeine Phrase , and nicht auf die Vertreibung der Ai- 
sfrer ans dem thebanischen Gan, den sie anter Takr^o wohl flberhaapt nicht besetat 
hatten, za beziehen. 

•• Mariettb, Kamak pl. 3 X (grün). 

^* Zu der Wiedergabe Ton fremdlindischem ^ darch ^ im AssTrischen vgl die 

Anmerkung Haupt's auf S. 169 dieses Hefts. 

23* 



j j6 Beitrige rar lemidBcben Spncliwi»eiischAft 

genau der ägyptischen Form. Das aus ö* verkürzte / in IfAU- 
{MePT") erscheint im Assyrischen als a. 



2U " Tan**'äa***'ma'm'e, 

Col. II 22. 29. 34. — Ein Sohn des ^abakü und Schwestersohn 
des Targü\^ bestieg er nach dem Tode des Targü den ägyptisch- 
äthiopischen Königsthron. Nachdem er die Städte Ni-^ und U-nu 
befestigt, belagerte er mit seiner Streitmacht die assyrischen Truppen 
in Me-tm-pi, Als ein Eilbote dem Assurbanapal diese Ereignisse 
nach Ninive gemeldet, unternahm der König einen zweiten ägyp- 
tischen Feldzug. Beim Nahen des assyrischen Heerbanns ff verliess 
Tanäamane die Stadt Mf-im-pi und floh nach Ni"*; als ihm die As- 
syrer auch dorthin folgten, wandte er Ni-* den Rücken und floh 
nach Ki'ip^ki'pu Über die weiteren Schicksale schveigen die Annalen. 

Tandamane {Urdamane) ist mit zwei ägyptischen Königen iden- 

tificirt worden: mit (11^^^^ Rd4mn^ (pKtDl) und mit 
U^^^^Zm Tnwt'imn*^ (1t5«n['^>n). Von dem ers^enannten 



* Vgl. die mit Mnt('w)^ MSni rasAmmengeteUten griechisch-igyptischen Eigen- 
namen Ila/nüV&ffQt Seima/idv^Q. 

** Das tan gelesene Zeichen hat gewöhnlich den Lautwerth ur; der von mir (ans 
welchen Gründen s. o.) Tandamane gelesene Name ist deshalb bisher immer Uräamam 
gelesen worden. Über den Lantwerth tan vgl. Guyard, Notes de lexicograpkie astyrienne 
(Paris 1883) p. IIa, § 118. Ausserdem hat das Zeichen noch die Werthe IH, iik, toi, 
tas, das, tu, tis; vgl DxuTZSCH, Ass/k Lesest,* S. 35 No. 311. — Dass Tan d a m ane 
mit dem Zeichen tan (ur) geschrieben wird, ist auffallend, aber nicht aoflallender als 
die Schreibang Tniamelki für JHiameiki und dieses wiederum ftlr PiSametki; TgL weiter 
unten No. 33. — Vgl. auch noch S. 314 dieses HeAs (Nachtrige su S. 11). 
••• Das Zeichen da könnte man auch pi lesen, 
t Smith, Assnr^nipai 47 (K. 267$ + K. 228, Zeile 67). — Zum Zeichen nsn — 
al^tu „Schwester*' vgl. Delitzsch, Assyr, Lesestücke* 34 Anm. 6; Delitzsch, WrtJer- 
hnck 268. 

tt Nach dem Berichte Ton K. 262$ (Smith, Assurbanipal 55), der auch hier wieder 
der bessere ist, wurde Tandamane in offener Feldschlacht beriegt 

ttt RouGi in Oppbrt's Mhnaire 104; Brugsch, GA 728; Brugsch-Bouriamt, Ihm 
des reis 696. — Man könnte den hieroglTphischen Namen auch ^hnn^rd lesen. 

*t Smith, Assurbanipal 50; Haioh, AZ 1871, 113; Miykr, Geseh, d, Altertk. 
I § 382 und Anm.; Wixdemamn, Äg, Gesch, $97; Mkybr, Gesck, d, täten Ä^, 352; 

TiKLK, Bab.-assyr. Gesck, 356 Anm. I. — Das auf (] ""J folgende Zeichen, das oft 

ftlr xzzx gehalten worden ist (Roucä, Af Hanges d^arckiol, ig, et, assyr, I 89; Maspsro, 
Revue arckiol. N. S. XVII 329 ff.; neuerdings wieder Brogsch-Bouriant, livre des rms 
p. 134), ist, was schon Lepsius nach den Berliner Inschriften 2096 und 2097 (AZ 1871, 
113 Anm.) constatirt hat und wovon ich mich nochmals fibeneugt habe, sacher das 



Steindorflr, die keilscbriftlicbe Wiedei^gabe igyptischer Eigennamen. ^cy 

Könige Rd4mn (vocalisirt etwa Red-amon) ist nichts als der Name 
überliefert*. Es steht weder fest, dass er Athiope war, noch wissen 
wir, wann er regierte oder welcher Dynastie er angehört ♦♦. Nur 
ungefähr lässt sich aus anderen auf dem Sargbrette genannten Eigen- 
namen folgern, dass er in die Zeit nach der XXI. Dynastie gesetzt 
werden muss. 

Über den König Tmut-lmn (vocalisirt vielleicht Tenot-amon) 
haben wir ausfuhrlichere historische Nachrichten: 

i) Die sogenannte »Traumstele* (stkle du songe)***^ die 1862 
in den Ruinen der altäthiopischen Hauptstadt Napata am Gebel 
ßarkal gefunden worden ist und sich jetzt im Museum von Bulak 
befindet, erzählt, dass der König Tenotamon im ersten Jahre seiner 
Regierung durch einen Traum, der ihm die Herrschaft über ganz 
Ägypten verhiess, veranlasst worden sei, nach Norden zu ziehen. 
Nachdem er in Elephantine dem Katarraktengotte Chnum geopfert 
und in Theben den Ammonstempel von Kamak besucht hatte, zog 
er weiter nach Norden, überall von der Bevölkerung mit begeisterten 
Zurufen empfangen. Als er nach Memphis gelangt war, zogen ihm 
„die Kinder des Aufruhrs" entgegen. Sie wurden geschlagen, Mem- 
phis fiel in die Hand des Äthiopen, der, fromm wie er war, in der 
Hauptstadt den Göttern opferte und Tempelbauten anordnete. Da- 
rauf „zog seine Majestät nordwärts, um mit den Fürsten des Nor- 
dens zu kämpfen". Diese zogen sich indessen in ihre Städte zurück, 
und nachdem „seine Majestät viele Tage zugebracht hatte, ohne dass 
einer von ihnen herausgekommen war, zog er wieder gen Süden 
nach Memphis**. Da erschienen wider Erwarten eines Tages die 
Deltafiirsten in Memphis, „nicht um mit ihm zu kämpfen, sondern 
um sich ihm zu unterwerfend Der König empfing sie feierlich und 
hielt ihnen eine längere (weiiig verständliche) theologische Ansprache. 
Der Nomarch von P(rySpd^ PiHcrr huldigte dem Tenotamon, der über 
die demüthige Rede seines Gegners so erfreut war, dass er die 



Zeicbeo . — Man könnte den in Frage stehenden igyptischen Köoigsnamen flbri- 

gens anrh ^Immotmwt lesen. 

* Anf einem bölsernen Sargbrett (ans Abd el Goma) im Berliner Museum No. 1085, 
pabL Lspsn», Dtnkmäitr VH 384a; auf einem KrystallgefiUs im LouTre, PotutBT, CaUL 
dt lü sollt ktstor, p. 109; Mahsttb, Kamak p. 66. n. i. 

** WriDiMANN, Äg, GtscK 693-694, identificirt ihn, ohne jeden inneren Grund, 
nor anf den Namen Rd-lnm hin, mit dem )^vqitaloq Manetho*s (Dyn. XXVni) nnd 
schBesst sogar ans dem in Theben gefundenen Sargbrette der Enkelin Rd-lmn's^ dass sich 
AmyrtSss* HerrKhaft bis nach Theben erstreckt habe. 

*** PabL Maribttb, Mamuments divers pl 7 und 8; Maspbro, JUvut arckioL N. 
S. XVn, 329—339; Rtcords of tkt Fast VI, 81 ff.; Bruosch, GÄ 709 ff.; Maspbso, Gmde 
am Musie dt Boulaq p. 69 ff. 



358 Beitrige zur semitiscHen Sprmcbwinenschaft 

Fürsten mit JBrot, Bier und allen schönen Dingen** beschenkte. Nach 
Verlauf mehrerer Tage kehrten die Fürsten auf ihren eigenen Wunsch 
in ihre Städte zurück, um dem Könige den Tribut zu schaffen. „Da 
kamen die Bewohner des Südens nach Norden, die des Nordens 
nach Süden zu der Stätte, an der sich der König befand, mit allen 
schönen Dingen des Südlandes und allen Reichthümern des Nord- 
landes, um das Herz seiner Majestät zu beruhigen, und der König 
Tenotamon (ich lasse die vollen Titel bei Seite) glänzte auf dem 
Throne des Horus ewig." — Mit diesen Worten schliesst die Stele. 

2) In den beiden kleinen Zimmern der Kapelle desOsiris-Ptah 
in Kamak sind Tahrkö und Tenotamon (in ägyptischem und äthio- 
pischem Königsornate) nebeneinander als Könige dargestellt*. Viel- 
leicht ist der Bau des Tempelchens von Tahrkö angefangen und von 
Tenotamon vollendet worden ♦♦; vielleicht hat Tahrkö noch bei 
seinen Lebzeiten den Tenotamon zum Mttregenten angenommen, und 
ist die Kapelle unter der Regierung beider Herrscher gebaut und 
ausgeschmückt worden. 

3) Eine hieroglyphische Inschrift, die in einer Mauer in 
Luxor verbaut war und sich jetzt im Berliner Museum (No. 2096) ♦♦♦ 
befindet, enthält eine nach dem 3. Jahre des Tenotamon datirte 
Genealogie. 

Aus den angeführten äthiopischen Inschriften ergiebt sich nun 
mit Sicherheit, dass Tenotamon aus Äthiopien stammt, zu Tahrkö 
in sehr nahen Beziehungen steht, bis nach Memphis, zum Theil mit 
Waffengewalt, vorgedrungen ist» das Delta aber nicht hat erobern 
können. Der Tandamane der Keilinschriften ist ein Sohn des Sabaku 
(Sabakb\ vgl. 22), also ein Mitglied der XXV. äthiopischen Dynastie 
und ein Blutsverwandter des Tahrkö; auch von ihm wird erzählt, 
dass er bis nach Memphis vorrückt Es ist also möglich, dass Teno- 
tamon und Tandamane eine Person sind und dass die „Traumstele** 
von Napata und die „assyrischen Annalen" ein und dasselbe Er- 
eigniss behandeln. Diese Möglichkeit wird dadurch zur Wahrschein- 
lichkeit erhoben, dass die Namen des in der äthiopischen Stele er- 
wähnten Pekrr von P(r)'Spd und des in den Annalen angeführten 
Paqruru von Pisaptu (No. 4) sicher identisch sind. — Der Haupt- 
einwand, den man gegen die Gleichstellung von ^Urdamane mit 
Tenotamon erhoben hat, dass nämlich die beiden Namensformen zu 



♦ Mabikttb, Monum. div. pt 79—87. 

** Maspkro, Histoire andtnne des peuples dt tOritnt (4. ^) p. 45S n. 3. 
♦♦• VtrttUknus der ägypt, AUertkümer und Gipsahgüsst No. 223. — Eine iweite 
Inschrift desselben Inlialts und derselben Herkunft (Berliner Museum No. 2097; Vir- 
Mtickuiss No. 224) ist gleichfmlls nach dem Könige Tenotamon datirt, doch ist die Jahres- 
sahl leider abgebrochen. 



Steisdoiil^ die keUachrifUiche Wiedergabe Igyptischer Etgenoainen. 7^g 

stark von einander abweichen, um mit einander identisch sein zu 
können*, fallt, wenn wir die (mir übrigens von Haupt zuerst vor- 
geschlagene) Lesung Tandamane an Stelle von Urdamane annehmen. 
Die Abweichungen zwischen dem ägyptischen und assyrischen Berichte 
erklären sich leicht aus dem verschiedenen Standpunkte, von dem 
aus beide die Ereignisse darstellen; dazu kommt, dass beide Berichte 
ofiicielle Urkunden sind, die selbstverständlich jedes Missgeschick 
des zu feiernden Herrschers vertuschen mussten**. Die auffallende 
Thatsache, dass die erwähnte genealogische Inschrift aus Theben 
das dritte Jahr des Tenoiamon nennt, nach den assyrischen Annalen 
die Herrschaft Tandamane' s über Ägypten aber nicht so lange ge- 
dauert haben kann, lässt sich mit WiEDEMANN (Äg, Gesch. 599) wohl 
am besten daraus erklären, dass das dritte Jahr von dem Regierungs- 
antritte des Königs in Äthiopien (vielleicht auch von seiner Mit- 
regentschaft^mit Tahrhö) an gerechnet sein wird; zwischen dem Auf- 
bruch des Königs aus Napata (in seinem ersten Jahre) bis zum 
definitiven Abzug der Äthiopen aus Oberägypten kann wohl ein 
Zwischenraum von drei Jahren liegen. 

Während also die Gleichstellung von Rd-imn mit Urdamane 
lediglich auf dem ungefähren Gleichklang der Namen beruht, spricht 
flir die Identification von Tnwt-lmn mit Tandamane die lautliche 
Übereinstimmung beider Namen und die gfösste historische Wahr- 
scheinlichkeit In Folge dessen halte ich an der Gleichung Tanda- 
mane (nicht Urdamane^ «» TnwUlmn fest 

Der Name Tmvt-lmn ist äthiopisch. Was er bedeutet, ist unbe- 
kannt; sicher ist wohl nur so viel, dass er mit dem Namen des 
Gottes Ammon, der bekanntlich auch der äthiopische Nationalgott 
war, zusammengesetzt ist Auch über die Aussprache ist nichts 
überliefert; wir können nicht einmal sagen , ob Imn in der äthio- 
pischen Aussprache wie in der späteren ägyptischen Ambn oder 
Aman gelautet hat — Die Wiedergabe des hieroglyphischen / durch 
keilschriftliches d beruht auf der im Assyrischen häufigen theilweisen 
Assimilation eines / an vorhergehendes n\ vgl Haupt, SFG 43, 2. 



* Vgl. Rouoi, Milanges I 89; Tielb, Bob.-assyr. Gack, 356 Aom. i. — Die 
Bedenken Aber die lantlicbe Venchiedenbdt der Nimen baben Maspkro {/Rstoire oh' 
timne p. 536) wohl auch Tenuilant, Urdamam ond Tettotmmon ftr xwei Penonen sn 
halten nnd, allerdings ohne jedweden Grund, den letzteren alt den Nachfolger des ersteren 



** Vgl Rouoft ond TnLB a. d. a. O. — Wie der wirkliche Verlauf der Ereig- 
nisse gewesen sein mag, ftthrt Mkybr (Gesck, ä, alttn Äg. 3S3— 354) anter Ausgleichung 
beider Berichte aus. 



ß6o Beiträge sur semitiKben Sprmchwinenschmft 

22. ^ Sorba-ku-u, 
Col. II 22. — Vater des Tandamane, Sabakü ist der ägyptische 

(lilil^tJ) ! ^ffk (7M*), der erste König der XXV. (äthiopischen) 

Dynastie. Die griechischen Klassiker (Herodot, Manetho, Diodor) 
geben den Namen mit Saßaxmv wieder. Dass Sbk mit dem keil- 
schriftlichen Süh-e und dem biblischen K*10 (II Reg. 17, 4) nichts zu 
thun hat, habe ich oben (S. 340 fT.) zu beweisen gesucht — Das assy- 
rische Sabakü entspricht lautlich genau dem griechischen Saßaxajv 
(oder richtiger Jkxßaxciv accentuirt); beide geben 'Wohl ein ägyp- 
tisches Sabakö wieder, das eine ähnliche Bildung wie das gleichfalls 
äthiopische Tahräkö (III i ; s. S. 345) ist Der ägyptische Zischlaut 
i (d) wird hier durch assyrisches i wiedergegeben; ägyptischem 
(griechischem) b steht assyrisches ü gegenüber (s. S. 346). 

23. *• Tu-ia-me-il-ki^. 
Variante"! Pi-ia'fne'il'ki**. 

„König von Mu^ur (Ägypten)**. — Die Annalen (V R II 95—125) 
berichten gelegentlich des vierten Feldzugs Assurbanapal*s, dass 
Gyges {Gu'Ug'gu)^ der König von Lydien (Lu-tid-dt)^ durch einen 
Traum veranlasst (in Wirklichkeit, weil er von den Kimmeriern be- 
drängt wurde) an Assurbanapal Gesandte geschickt und in Folge 
dessen (wohl mit assyrischer Hülfe) die Feinde besiegt habe. Kaum 
war er aber von der drohenden Gefahr befreit, da „vertraute er auf 
seine eigene Macht, und sein Herz wurde trotzig. Seine Streitmacht 
sandte er zur Bundesgenossenschaft des Ttäamelki (Var. Piiamelkt), 
Königs von Ägypten, welcher das Joch meiner (Assurbanapal's) Herr- 
schaft abgeschüttelt hatte**. Doch den Ungetreuen erreichte die 
Rache der Götter, die der Assyrerkönig im Gebete erfleht hatte. 
Gyges wurde bei einem neuen Einfall der Kimmerier besiegt und 
getötet Sein Sohn (Ardys) bestieg den Thron und unterwarf sich, 
des Geschicks seines Vaters eingedenk, dem Assurbanapal. — Die 
Zeit, in welche diese Ereignisse fallen, lässt sich genau nicht fest- 
stellen. Meyer {Gesch, d, alten Ägyptens 361 und 362) setzt die Be- 
freiung Ägyptens und Lydiens von der assyrischen Oberhoheit „bald 
nach 660 V. Chr.**, den Tod des Gyges um das Jahr 657. — In Ägyp- 
ten hatte Psammetich 663 v. Chr. die Herrschaft angetreten; mit 
Hülfe karischer und ionischer Söldnerschaaren unterwarf er sich, wie 
Herodot berichtet, die selbstständigen Deltafiirsten und gab Ägypten 



* VR II 114 (Cylinder Rassam I); ferner aaf einem Duplicat Ton Cyl. A, SiOTH, 
Atsntbanipat 78. 

*♦ Cyl. A, Col. in 28, Smitu, Asswrianipat 66. 



SteindoriT, die keflschrUttiche Wiedergabe igyptiicher Eigennamen. 36 1 

seine Einheit wieder. Der ^König von Ägypten, Pilamelki^ (diese Les- 
art ist die bessere) kann m. E. kein anderer sein als der Wafifi^xixog 



der Griechen, der ägyptische ml ^v ^~^ Psmtk, Sein Vater Nexcig 



(Herodot; NexaS Manetho) ist der in den Annalen erwähnte Nikü 
(III 2; s. S. 346), der König von Sais und Memphis, der wahrschein- 
lich im Kampfe mit den Äthiopen gefallen ist (Herodot II 152)*. 

Die assyrische Namenform P/iame/ks, statt deren wir dem ägyp- 
tischen Pswtk (auf Grund des grriechischcn Wafifiiftixog vocalisirt, 
etwa Psamitk) entsprechend, ein Pi^ia-fpie-tt-ki erwarten würden, 
beruht wohl auf einer Volksetymologie (im Anschluss an das assy- 
rische ntilku „Rath^) und verdankt ihr Dasein ursprünglich vielleicht 
einer dem Tafelschreiber zugestossenen Verwechselung der beiden, 
einander sehr ähnlichen Zeichen /'/ und il**. Die zweite Schreibung 
Tu-la-me-il-ki lässt sich ohne Mühe daraus erklären, dass ein Schreiber 
bei dem Zeichen pi den horizontalen Strich vergessen und so m/, 
das ja auch den Lautwerth tu hat, geschrieben und dass dann ein 
Abschreiber Ttdamelki auf seiner Vorlage gelesen und statt des 
Zeichens ut bez. tu das gewöhnliche Zeichen tu gesetzt hat 

Püamelki (für ^Püametkt) entspricht lautlich ziemlich genau der 
griechischen Form. Dem ägyptischen (0) steht keilschriftliches i 
gegenüber. 

* Ob der mit anyriachen Namen NaM'InU'Otmi genannte Sohn des AfM, den 
AMorbanapal in ^ffai^arUa nun Hemcher einaetste (V R 11 i7>-i8; Smith, Astmr- 
bamipai 46 — 47) mit Psammetich identisch oder ein anderer Sohn des Nikü ist, lisst sich 
nicht entscheiden. 

"•♦ TiSLE, Bah,-assyr, Gesck, 386 Anm. i. 

[8oM«M fol|t \m zwvHm Hefte.] 



Verzeichniss der Abkürzungen. 

Von 

Paul Haupt. 

A: SintflQtbtext A bei Haupt i-i Tafel B bei Delitzsch, AL* 99 (K.23S2 elc). 

ABAW: AbhandlHngeH ätr K^inigL Akadtmie itr Wisstmchafttn tu Berlin^ 

ABK: Eberhard Schrader, Dit assyruck^hobyl^nisckm Keiimschri/Un, Leipxig 
1873 (ZDMG. XXVI). 

AO: Assyrian DiscäViries\ an acconnt of explorations and discoTeriet on tbe site 
of Ninereb, dnring 1873 and 1874. Bj Georgs Smith; ^^ ed. London 187$. 

AEV: Thi Assyrian E-vvwtl^ a contribadon to tbe comparadTe pbonology of tbe 
Attjrro-Babylonian language. Bj Paul Haupt. Baltimore 1887. (Reprinted from tbe 
AmtruoH J»%umal of Phihlogy^ VoL VIII, 3, pp, 265 — 291). 

AF: Du aramäisthem Fremdwörter im Arabischen, Von Siegmund FrXnkbl, 
Leiden, E. J. BriU, 1886. 

A6 (in Verbindung mit Del.): Assyrische Gra m mati k mit Paradigmen, Übongi- 
•tflcken, Glossar and Utterator von Friedrich Delitzsch, Berlin 1889 (Porta lingnamm 
Orientalium, Pars X). 

A6 (in Verbindung mit Dillm. oder PrXt.): Grammatik der ätkio^schen Sprache 
▼on August Dillmann, Leipzig 1857; Äthiopische Grammatik von F. Praetorius, 
Karlsrube und Leipzig 1886. 

A68W: Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften t» Git- 
tingen, 

MJ: Assyrische Lese stücke, berausgegeben Ton Friedrich Delitzsch, 3. Aufl. 
Leipzig 188$. — AL>: fV. 2. Aufl. Leipzig 1878. 

AM : An Assyrian Manual by D. G. Lyon, Chicago 1886. 

A08P — PAOS. 

Anun« Vramd-w* «• AF. 

A8: «-* Assyr, Stnd, 

Aaaril. — Esarb. 

A8KT: Akkadische und sumerische Keilschrifttexte, berausgegeben von Paul Haupt, 
Lieferung I— IV, Leipzig 1881—2 (Assyriologiscbe Bibliotbek, Bd. I). 

AMBtuh. Ben.: History of Assurbanipal^ translated from tbe cuneiform inscriptioos. 
Bj George Smith. London 187 1. 

A««ttrb. (in Verbindung mit S. A. Smith): Die Keilsckrifttexte Asurbanipafs, 
Königs von Assyrien (668 — 626 ▼. Cbr.). Von Samuel Alden Smith. Heft I und II, 
Leipzig 1887, Heft III, Leipzig 1889. 

AMmyr. Stnd,: Assyrische Studien von Friedrich Delitzsch, Leipzig 1874. 

AMre.: Grosse Alabaster-Inscbrift AsumA^irpal's (885-^60) I R. 17—26. InVer> 



Haupt, Versekbiüss der Abkflnungeo. 363 

bbdong mit Lhotzky: DU Annalm AsxumasirpaTs (Leipziger Inmngural-Dissertatioo) 
Too HUMRICH I.HOTZKY (MflDcheo 1885). 

AT: Altes Testament 

Xük, atud, (in Verbindung mit König): Neue Studim über Schrift ^ Ausspracht etc. 
du Äikippiscken von Eduard König, Leipdg 1877. 

AV: « Strassm. 

AW.: Assyrisches ff^f^f^wrA Ton FRIEDRICH DsUTZSCH, Lieferung 1 und 3,Leipsig 
1887 und '88 (Assyriologiscbe BibUothelc, Band VU). 

AZ: Zeitschrift fSr ägyptische Sprache mui Alterthsmskunäe , Leipzig (J. C 
Hinricbs). 

B: auf p. 71 ff. ist Abkflrsung ftr Boscawen. 

B: Sintfluthtext B bei Haupt ^ Tafel A bei Delitzsch, AL> 99 (K. 3375)< 

BA: Syrisch-arabische Glossen (Bar Ali's Lexikon von AUf bis Mim) berans- 
gegeben Ton Georg Hoffmann, Kiel 1874. 

BA6 (in Verbindung mit Tirle): * Gesch. 

BAM: — MBAW. 

BAL: Beiträge mr assyrischen Lautlehre Ton Paul Haupt (GGN. 1883, No. 4). 

Bair. (in Verbindung mit Pogn.): Vinscription de Baviau par H. Pognon, 
Paris 1879—80. 

BB: Babylonische Busspsalmen, umschrieben^ flbersetzt und erklärt Ton Dr. Hein- 
rich Zimmern, Leipzig 1885 (Assyriologische Bibliothek, Band VI). 

BEBK: ^eue Beiträge tur Erläuterung der babylonischen Keilschrift Ton G. F. 
Grotefbnd, Hannover 1840. 

Bth: Die grosse Darius-Inschrift am Felsen Ton Behistun (III R. 39 und 40). 

BEPK: Neue Beiträge tur Erläuterung der persepolitanischen Keilschrift Ton 
G. F. GrotefenD, HannoTer 1837. 

BOR: The Babylonian &» Oriental Record edited by Terrien de Lacouperib, 
Thro. G. Pinches, etc. London 1886 ff. 

BS8: Beiträge tur Assyriologie und vergleichtnden semitischen Sprachwissenschaft, 

Bumapa, oder BusspsaUnen (in Verbindung mit Zi., Zimm. oder Zimmern): » BB. 

C: Sintfluthtext C — K. 8517. 

CA6: The Chaldean Account of Genesis. By George Smith. New edition, by 
A. H. Sayce, London i88a 

C6; George Sbcith's Chaldäische Genesis. Autorisirte ÜberseUung Ton Hermann 
Delitzsch, Leipzig 1876. 

COT: The Cuneiform Inscriptions and the Old Testament by E. Schrader, trans- 
Uted by Owen C. Whitehouse, Vol I, London 1885, Vol. 11 1888. COT ohne wei- 
teren Zusatz bezieht sich auf Vol I; VoL 11 ist als COTH citirt 

CV: Dif ahhadische Sprache (Vortrag gehalten auf dem fünften intemationalen 
OrientaUsten-Congresse zu Berlin) von Paul Haupt, Berlin 1883. 

Do..: Friedrich Delitzsch. 

DlUI. (ohne weiteren Zusatz): Dillmann, AG. 

l>ima, ^ Inaugural-Dissertation. 

DUO: DeutKhe Morgenlindiscbe Gesellschaft 

D.I.: Daily Telegraph Collection im British Museum. 

EM: J. Opfert, Expedition scientißque en M^sopotamie, Tome II, Paris 1859. 
Esarll.: Sechsseitiges Prisma Esarhaddon*s (681—668) I R. 45—47- 
FLEML (ohne weiteren ZusaU): Johannes Flemming, Die grosse Steinplatten- 
insckrift Mebuhadnetar^s //, Göttingen 1883. 



364 Beitrice «ir temitischcn Sprachwissenschaft. 

FRÄMCEL (ohne weiteren Zusatz): besieht sich auf AF. 

ITremh JLiffbi (in Verbindung mit Saycb): Fresk Ught frvm the Ancitnt M^nu- 
ments, By A. H. Saycb, 3«» ed. London 1885 (By-Patks 0/ BibU Kmmledgt II). 

QA: Geschickte Ägyptens unter den Pharaonen Ton H. Brugsch, Leipzig 1877. 

6BA: Geschichte Babyloniens und Assyriens Ton Fritz Hommkl, Berlin 1885 ff. 
(Oncken*s Allgemeine Geschichte). 

O«*. Ahh. (in Verbindung mit LAGiOLDs): Gesammelte Abhandlumgen von Paul 
DB Lagardb, Leipzig 1866. 

0««eli. (in Verbindung mit Tielb): Babylonisch-assyrische Geschichte yoo C P. 
TiELB, I. Theil Gotha 1886, 2. Theil ibid. *88. 

Sun. oder QcSEnUS (ohne weiteren Zusatz): Wilhelm Gesbnius* Hebräische 
Grammatih herausgegeben Ton E. Kautzsch, 24. Aufl. Leipzig 1885. 

66A: Göttingische gelehrte Anzeigen unter der Aufsicht der KönigU Gesellschaft 
der Wissenschaften. 

66N: Nachrichten von der Koni gl, Gesellschaft der Wissenschaften und der G. 
A, Universität mu G9ttingen, 

6UY. (ohne weiteren Zusatz) «« NLA. 

H: die Ton mir (mit Erlaubniss Dr. Birch*s) mit Bleistift signirten Tafeln des Bri- 
tischen Museums (ygL Bbzold, lit, 355). 

HA: The Hebrtw Language viewed in the light of Assyrian research, By Frb- 
derxc Delitzsch, London 1883. 

Hmhradomi Hebraica^ a Quarterly Journal in the interests of Semitic Study. Ma- 
naging Editor: Wiluam R. Harper. Assodate Editors: Paul Haupt & Hermann L. 
Strack, Vols. I— V, Chicago & New Haren, Conn. 1884 ff. 

Mahr, dh AMmjr, «- HA. 

Hl: Die milenfahrt der Istar (IV R. 31) speciell Schradbr's Bearbeitung, 
Giessen 1874. 

Hibh, lad, (in Verbindung mit Saycb): The Hibbert Lectures, 1887. Lectures 
on the Origin and Growth of Religion as illustrated by the Religion of the Ancient 
Babylonians, By A H. Saycb. 2n(l ed. London 1888. 

HL (S. 269) — Hohes Lied. 

HiNM. « Fritz Hommeu 

HV: Der heilinschriftliche Sintßuthbericht, eine Episode des bctbylonischen Nimrod- 
epos, Habilitations-Vorlesung gehalten an der Universität Göttingen am 18. December 
1880 Ton Paul Haupt, Leipzig 1881. 

HWB: « Handwörterbuch, TgL S. 198. 

Xnd«x (in Verbindung mit Bezold): der Anhang zu dessen Literatur, 

IWB (S. 277 unten): H. Pognon, Les isucriptions babylonitnnes du Wadi Brissa^ 
PRris 1887. 

Jus. oder JeMCI, Diss, — Siurbk, 

JHUC: Johns Hopkins University Circulars (Published with the approbatioD of the 
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work in progress in Baltimore). Baltimore 1879 ff. 

Jl: Zwei Jagdinschriften Asurbanibats nebst einem Excurs aber die Zischlaute 
im Assyrischen wie im Semitischen ftberhaupt Ton Fritz Hommel, Leipzig 1879. 

JRA8: Journal of the Royal Asiatie Society, 
R: Kuyounjik CollectioD im British Museum. 

KAT*: Die Keilinschriften und das alu Testament, Von Eberhard Schradbr. 
Mit einem Beitrage Ton Paul Haupt. 2. Aufl. Giessen 1883. 



Hanpt, Verzeiclmiai der Abkttnongen. 365 

KAiTZSON (in Verbindmig mit Anmiiachem): Gnummatik äa Bibtisck'Aramäitchtn 
▼00 E. Kavtzsch, Leipzig 1884. 

KB: KtUimckrifÜUhe BUlicthek, Sammlung von usyriflcben und babylonischen 
Texten in Umschrift und Übersetsong, heraosgegeben von Eberhard Schradkr. Band I, 
Berlin 1889. 

R6F: Keilimchrifttn und Gtsckickts/orschmg^ ein Beitrag zur monamentalen Geo« 
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KOtUARTU: J. G. L. KosEckRTEN, Grammatica imguat Arabicat^ pp. 1—688, 
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Komm,'. Die Spracke dir Koss&tr, Linguistisch-historische Funde und Fragen von 
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R8: Kleinert Schriften von H. L. Fleischer, Bd. I Leipzig 1885; Bd. II und m 
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LC oder LCB: — Lit ai, 

LembAM, I>imm.', De inscripHonibus cuneatis quae perünent ad äamai-him'iMn 
regis Babyloniae regm initia. Dissertatio inauguralis quam . . . scripsit . . . Carolus 
Fredericus Lehmann, Monachii 1886. 

IM, Cbh: Literarisches Centralbtatt för Deutsehland (Herausgeber: F. Zarnckx) 
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lMmTm.ivkT (in Verbindung mit Bezold) : Kurngefeuster Überbliek über die baby* 
Ionisch-assyrische Literatur ^ nebst einem chronologischen Excurs, zwei Registern und 
einem Index zu 1700 Thontafeln des British-Museum's herausgegeben von Carl Bezold, 
Leipzig 1886. 

LNT: Die babylonisch-eusyrischen Vorstellungen vpm Leben nach dem Tode. Von 
Dr. Alfred Jeremus, Leipzig 1887. 

LOP: Literaturblatt für Orientalische Philologie herausgegeben von Ernst Kuhn, 
Jahrgang I— III, Leipzig (Otto Schulze) 1883—87. 

Mtiffim (in Verbindung mit Lenormant): Die Magie und IVahrsagekunst der 
Chaldäer, Von FRAN901S Lenormant, Jena 1878. 

Mmn. (in Verbindung nüt Lyon): » AM. 

Mmnd, Or. «- MG. 

MBAW: Monatsberichte der ICönigl. Akademie der IVissenschaften m Berlin, 

HGH: M^langes de critique et d'histoire relatifs aux peuples s/mitiques ^t]. Ha- 
LivY, Paris 1883. 

Ilea. «■ Menant. Men. Man, »^ Manuel de la langme assyrienne par M. Joachim 
MsNANT, Paris 1880. 

JMr.r Inscription de Mirou-nirar I*r, roi d^Assyrie, par M. Pognon (Extrait du 
Journal Asiatipse) Paris 1884. 

MG: Mandäische Grammatik von Theodor Nöldkkb, Halle 1875. 

Jfitiii. (in Verbindung mit Lag.): Mittheilungen von Paul de Lagardb, Göttingen 
'84, a Bd. ibid. '86, HL Bd. (pp. 388 ibid, '89) im Eischeinen begriffen. [Mitth. m 
113 — aoo kenne ich noch nicht]. 

MS: Mannscript, 1188: Mannscripte. 

MOROTER: Kurtgefasste Geschichte Babyloniens und Assyriens nach den Keilschrift* 
denkmälerti. Von F. Mt)RDTER (mit Vorwort und Beigaben von Friedrich Delitzsch) 
Stuttgart 1883. 

NE: Das babyloniscke Mimrode^os, Keilschrifttext der BruchstUcke der sogenannten 
Izdnbarlegenden mit dem keilinschriftlichen Sintfluthberichte, nach den Originalen im Bri- 



jjSS Bdtilge cur lemidscheo Spfachwiwenichtft 

tifcben Mtuenm copirt und beimnsgegebeo Ton Paul Haopt. Ente Abtheiloog (dco 
KeiUchrifttext der ersten zehn Tafeln enthaltend) Leipzig 1884. Zweite AbtheUung 
(pp. 79 iL) unter der Prene (Leipzig 1890). (Am/jt, Bibliothek, Bd. US), 

IVinm — NE. 

NLA: Npiis de lecneographit assyvitmu, toiTies d*iine <tode tor les intcriptloot de 
Van, par Stanislas Guyakd, Parb 1883. 

NAlO. (in Verbindung mit Syritchem): SG; (in Verbindung mit Neasjrischem): 
Gratumatik der netuyriseken Sprache am Urmia-See und in Kurdistan Ton Th. Nöloikb, 
Leipzig 1868; (in Verbindung mit Mandftischem): MG. 

Norr. ohne weiteren Zusatz: Atsyrutn DieHonmry by Edwin Norris, Parts I- III, 
London 1868—72. 

PA08: Proceedmgs pf tke Ameruan Oruntal Soeitiy (New Haven, Conn.). 

Au*, oder AuiMf.: W9 lag das Paradies} Eine biblisch-assyriologische Studie. 
Von Friedrich Delitzsch, Leipzig 1881. 

PD: « Farad. 

Frohi Prolegomena eims neuen Mräisek-aramäiseAen IVbrterbucks tum Alten 
Testament, Von Friedrich Delitzsch, Leipzig 1886. 

PSBA: Proceedmgs 0/ the Society of Biblical Archaeohgy^ London. 

R: The Cunei/orm Inscripüons of Western Asia^ prepared for publication bj Sir 
Henry C. Rawlinson, Vols. I—V, London 1861 ff. Bei den Qtaten ist das R häufig 
weggelassen: V. 4, 23 ist also VR. Seite 4« Zeile 33. 

!!■ in der Bezeichnung der Tbontafeln des British Museum: Hormuzd Rassam. 

RP: Records of thi Pastx being English translations of the Assyrian and Egyptian 
Monuments. Published under the sanction of the Society of Biblical Archaeology, 
London 1873 ff. — Ntw series edited by A. H. Sayce, Lond. '88 ff. (citirt als RP>). 

8«, 8^, 8«: Syllabare nach der Ausgabe in AL'. 

Sala. Mt.: Monolith-Inschrift Sahnanassar*s n (860—824) lU R. 7 und 8 (Nene 
CoUation in Dr. James A. Craig*s Leipziger Inaugural-DisserUtion The Monolith In- 
scription of Salmaneser IL New Haven, Conn. 1887). 

8uh.: Sechsseitiges Prisma Sanherib's I R. 37—42. 

Busah, Sin.: History of Sennacherib, translated from the cuneiform inscriptioos. 
By George Smith. Ed. by A. H. Sayce^ London 1878. 

Bmrg, (in Verbindung mit Lyon): Keilschrifttexte Sargon's^ Königs too Assyrien 
(722—705 T. Chr.) Ton D. G. Lyon, Leipzig 1883 (Assyr. Bibliothek, Bd. V). 

8BAW: Sitzungsberichte der Königlich preusrischen Akademie der Wissenschaften 
zu Berlin. 

80HIIEItER: Manuel de la langue Tigräi parlie au centre et dorn le nord d'Akys- 
sinie par J. Schreiber, Vienne 1887. 

8D: Über einen Dialekt der sumerischen Sprache. Von Paul Haupt (GGN. 1880, 
Nr. 17). 

S«iii. oder Samiian (in Verbindung mit Hommel): Die semitischen Vdlker und 
Spretchen als erster Versuch einer Encyklopidie der semitischen Sprach* und Alterthnms* 
Wissenschaft Von Fritz Hommel. Erster Band. Leipzig 1883. 

8MI.: «■ Sennacherib resp. Sanherib. 

8FG: Die sumerischen Familiengesetu, Eine assyriologische Studie Ton Paul 
Haupt, Leipzig 1879. 

86: Kumgefasste syrische GrammeUik Ton Theodor Nöldekb, Leipzig i88a 

8CV. oder 8IEVER8': Grundsüge der Phonetik Ton Eduard Sikvkrs, 3. Aufl. 
Leipzig 1885. 



Hmapt, VeneicbniM der Abkflnvngen. 367 

aigwk'Zäti fin Verbindmig mit PmcHBs): Texis in tke Babylonian Weägt- Writing 
utogniphed by Theo. G. Pinches, London 1889, pp. I~V. 

Slltfl.: die XL Tafel des NE mit dem keiUchrilUichen Sintflnthbericht (AL» 99— 109). 

8IR. (in der Bexeicbnnng der Tbontafebi des Britiib Museum): Smith (ofBcieUe Ab- 
kllizang: S). 

SP: Spartoli ColUeHon im Britisb Mnsenm. 

SHTTA (obne weiteren Znsats): Grammaük dts arabiscktn VulgärdialtcUs von 
Ägypten. Von Wilhelm Spitta-Bby, Leipzig 1880. 

Stade (obne weiteren Zusatz): Ltkrhuk der htMUscktn Grammatik Yon Bern- 
HAED Stade. Erster Tbeil, Leipzig 1879. 

StBAMI.: AlphabttUches Veruichniss der assyrischen und akMadiscAen Harter 
der Cumi/orm Inscriptions 0/ WtsUm Asia, VoL II etc. Von J. N. Steassmaieii, 
S. J. Leipzig 1886 (Assjriologiscbe Bibliotbek, Band IV). 

Surbu: De ineantamtntcrum Sumerieo-Assyriorum seriei fuae dicitnr Surbu ta- 
bula sexta, Commentatio pbilologica quam scripsit Petrus Jensen Nustrupensis. Mo- 
nacbii 1885. 

TC: Tahleau compari des icritures babylonienne et assyrienne arcbaYques et mo- 
dernes arec classement des signes d'apris leur forme arcbalque par A. Amiaud et L. Mi- 
CHINEAU, S. J. Paris 1887. 

TG (in Verbindung mit Aug. Müller): Türkische Grammatik von August Müller, 
Berlin *89 (Porta linguamm Orientalium, Pars XI). 

TI9.: Acbtseitiges Tbonprisma Tiglatb-Pilesers I (iiao— iiio y. Cbr) I R. 9—16. 

Tia: Tigrifia, speciell Grammatik der Tigrinasprache ron Franz Prätorius, 
Halle 1872. 

TP: Die Inschriften Tiglathpitescf's I in transskribiertem assyrischem Grundtext 
mit Übersetzung und Commentar ron Wilhelm Lotz (mit Beigaben Ton Friedrich 
Delitzsch) Leipzig 1880. 

T8BA : Transactions of the Society of Biblical Archaeology^ London. 

TW: J. Lew, Chaldäisches Wörterbuch über die Targumim, Leipzig 1867/8. 

UA6: Untersuchungen zur altorientalischen Geschichte Ton HuGO Winckler, 
Leipzi| 1889. 

UBN: Übersicht über die im Aramäischen, Arabischen und Hebräischen übliche 
Bildung der Nomina, Von Paul de Lagarde, Göttingen 1889. 

VATh (S. 334* Anm. ***t): Vorderasiatisches Tbontafel-IuTentar (im Berliner Mnsenm). 

ViCTOII: Elemente der Phonetik und Orthoepie des Deutschen, Englischen und 
Französischen mit Rflcksicht auf die Bedürfnisse der Lehrpraxis Ton Wilhelm Vietor, 
2. Aufl. Heilbronn 1887. 

WB: - AW. 

WEN: tVäuh-ben-Hatael, Prince of the Kedarenes, abont 650 B. C. By Paul 
Haupt (Reprinted from Hebraica^ VoL I, No. 4) (Hiicago 1885. 

WRMNT (ohne weiteren Zusatz) : A Grammar of the Arabic Language by W. Wright, 
2wl ed. London 1874« 

ZA: Zeitschrift für Assyriologie und rerwandte Gebiete, Leipzig (Otto Schulze) 
1886 (Fortsetzung der Ton Hommel begründeten ZK). 

ZAT: Zeitschrift für die alttatamentliche Wissenschaft ^ herausgegeben von 
B. Stade, Giessen. 

ZOMG: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (}je\^ng). 

iL oder ZlM. » BB. 

ZK: Zeitschrift für Keilschriftforschung und yerwandte Gebiete, Band I und II, 
Leipzig (Otto Schulze) 1884 und ^85. 



368 Bdtilge cur lemitfKbeD Spnic1iwi«eiitchAft. 

ZKM: ZeitBclirift ftr die Kunde des Morgenlandes, benuugegeben von CmL Lasssn. 
Wiener ZKM: Wiener Zeitschrift ftr die Kunde des Morgenlandes. 

Es ist wflnschenswerth, daas diese Abkttrsongen noch mehr vereinfi^ht werden. 
Es dürfte sich empfehlen, statt Pognon, Bavian s. B. PB tu schreiben; statt Amuud, 
TahL comp, AT; statt ZiMMK&N, Busspsaimeni ZB; statt Delitzsch, W9rterb9uh\ DW; 
statt Haopt, E'vccal: NB ; sUtt Flsmhing, NebukadmMarx P* etc. etc. Diese OtatioDS- 
weise wtlrde bd weitem weniger Raun einnehmen nnd dabei doch durchans yerstindlich 
sein, jedenfalls sich dem Gedichtniss mnchwer einprigen. Der Umstand, daas die Namen 
mehrerer Assyriologen mit demselben Consonanten beginnen, bietet keine unftbersteigUcbe 
Schwierigkeit Besonders fllr lexikographische Arbeiten würden diese Abkflrsangen roo 
grossem Vortheil sein. 



Druck beendet «ai 31. Angntt 1889. 



Zur äthiopischen Grammatik und Etymologie. 

Von 

Franz Praetorius. 

Auf den nachfolgenden Seiten setze ich die im ersten Hefte 
S. 21 — ^47 begonnenen Bemerkungen fort. 

so) Aft-» 

Für Dillmann's AAA „geschmacklos, ungesalzen, fade sein" wird 
doch wieder Ludolf's Schreibung AA*^ einzusetzen sein; freilich 
nicht auf Grund von dessen Gleichsetzung mit ^a*^. Ohne Zweifel 

gehört vielmehr AA*) zu ^jJLI, I^^Lm». 

SO u»fn-. 

Von /^fi^ „Beamter** wurde der Plural ursprünglich auf regel- 
mässige Weise gebildet: /*'(l*77» Nur diese Form findet sich an- 
gegeben bei Dillmann lex, 262. Aber in den äthiopischen Chro- 
niken tritt ein unregelmässiger Plural iPf J^ auf, wie es scheint, 
speciell in dem Sinne „Statthalter einer abessinischen Provinz**, so 
bei Basset 17, 22; 18, 23, Pereira {Historia de Minäs) 34, 4. Ob 
dieser Plural schon altes äthiopisches Sprachgut, oder erst eine 
posthume Bildung ist, wird vorläufig kaum zu entscheiden sein; so- 
viel kann indess wohl als sicher gelten, dass erst die Analogie des 
unregelmässigen, aber als Metaplasmus erklärbaren tt/^ ■— il/^^ 
„König**, dieses /*'(l^ — iPp^l* »Statthalter** nach sich gezogen hat 

52) ^IIA, +^ÜAA. 

Dillmann zweifelt ob 0»#fiA oder a^UA ^s die richtigere Form 
des äthiopischen Verbums für „Schwören** anzusetzen sei. Ich glaube 
mich, anders als Dillmann, fiir a^UH entscheiden zu müssen. Dazu 
bestimmt mich namentlich der sehr wahrscheinliche Zusammenhang 
dieser Wurzel mit (+)^ilAA „inbrünstig anflehen** (fast immer GoU 

Bdtrig« rar scnilt. Spiachwhiemdiaft. L 24 



370 BeitrSge rar semidicben Sprachwusenschaft. 

Obj.) amh. i^tUi „\tnp\orz, supplia^ tigre a^UlUi ntaUle* „tmplorer 
Dieu" (cn procession publique). Vom Tigrö aus ist das Wort auch 
ins Bilin gedrungen: Mahläl „Gott im Gebet anrufen, beten", s. Rei- 
NISCH, Bilimv'drterbuch 266. Es scheint mir ziemlich sicher, dass wir 
in i*^|lAA usw. die christliche Veryvertung eines uralten semiti- 
schen Cultuswortes vor uns haben, dass "t^flAA ^^r äthiop. Re- 
präsentant ist von bbn V^oi, jJj». Von irgend einem Nomen JJL^ 
wird ^UAA denominirt sein. 

Entsprechend scheint nun 0V||A denominirt zu sein von irgend 

einem Nomen J^. Es würde der äthiop. Ausdruck if*|IA ^^o 
eigentlich den Anruf der Gottheit bezeichnen, welcher entweder den 
Schwur unmittelbar begleitet, oder das Opfer bei dem der Schwur 
geschieht Vgl. WellhaüSEN, ResU arab, Heident. 124; Lagarde, 
OnenUüia 11 9**. 

53) XA«1* 

XAV1+ »wie viel?" wird von Dillmann zur Wurzel dl^ „über- 

wältigen, beherrschen" gezogen, vielleicht im Hinblick auf «Jü» und 

sSs. Aber die Bedeutung von A/.} (vgl. ZA III 60) scheint doch 

zuweit jenseits von der des arabischen Verbs zu liegen, als dass ein 
Zusammenhang beider Bedeutungen besonders glaubhaft erschiene. 

Im Amh. entspricht der Bedeutung nach ganz genau /|14* {Am-- 
hat. Spr, § 328 c); dass aber der Form nach ein Zusammenhang 
zwischen amhar. ft*}^ und äth. XAVIi' bestände, ist Amkar. Sfr. 
§ 95 f verneint worden. 

Bedenkt man indess, dass das im Harari der Bedeutung nach 

* So schreibt Munzinoer. RfimiscH aaO. 375 filhrt die Tigrefoim dagegen mit 
ht 266 mit h an. Angenommen da» alle drei Schreibungen der wirklichen Aostprache 
entsprechen, so sieht man genflgend, auf welchem secundiren Standpunkt hinsichUich 
der Gnttnrale auch das Tigre berdts steht. 

•• Zu dem hier genannten pers. yjö\y^ OJSyMit sei Yeiglicben das nur Iuskt- 

lich gleiche ith. flAO* ^^IIA „er hat den Eid gegessen", d. h. „gebrochen" ZDMG 
XXXV 54. Ahnlich im Galla Jkarig ^cu „einen Weg essen", d. h. „yergeblich machen". 
Gant anders sind die Amk, Sßr, % 294 a a.E. aufgeOlhrten Fftlle, xa denen noch manches 
Andere, namentlich Syrische gestellt werden kflnnte. ~ Zu Laoasdb, Orienialia Vi 19 
Z. 20 rergleiche man RSQfiscH, TtxU der Sak^^Sprache 59, 26, mm Erweise, dass 
wenigstens bei den Sahos takatü auch su der Bedentong „Totenklage" gekommen ist (a. 

jetzt RtUfncH, W^Mtrhuch der Sako-Sprücke 183, wo tahaÜi aber (Uschlich sn J^& 
gexogen). Aber zu Gunsten Yon Robs&tson SMrm, Riligion 0/ Ihi Stmita 411 n. 2 

möchte ich diese Thatsache nicht sofort terwerthen; ist doch %J^\ im Galla su ektrm 
„Hölle, Gespenst** geworden. 



Praetorinsi tor ithiop. Gramnuitik und Etymologie. 97 1 

entsprechcncTe misH (neuerdings bestätigt durch Paulitschke, BH- 
träge zur Ethnographie usw. 89) wahrscheinlich auch der Form nach 
mit amh. /|1^ zusammenhängt, indem es sich ganz einfach als ^t 
A(7)1: erklären lässt (vgl. •Ifl^flil), so bietet sich doch auch für 
äth. XÄVIis eine ganz ähnliche, das amh. /|7^ zu Grunde legende 
Etymologie. Ich vermute den Ursprung von XAVIi^ in einem 
dem harari ^t tn^ parallelen XC*Al4*» welches in X^7^ 
zusammengezogen, schliesslich zu XAVI4* umgestellt worden wäre. 

Aus XAVIis hätte sich dann, als ob es etwa ein Zahlwort wie 
hS^M^ wäre, eine Nebenform ohne /, /|97> herausentwickelt 

Wenn ich amh. /|1^ richtig zu idA> gezogen habe, so würde 
also auch äth. XAVIi^ zu idA> gehören, falls die vorstehenden Er- 
örterungen das Rechte getroffen haben. 

54) vnc 

In w^H sind deutlich mehrere verschiedene Wurzeln zusammen- 
gefallen. Dillmann nimmt nach Ludolf's Vorgange deren zwei 
an, doch ist die Zahl in Wirklichkeit grösser. 

I. Ganz übersehen worden ist bisher, dass auch hebr.Jitnto „Ranket 
aram. li^H*, MJ'^'^O „Netz, Gitter", Ssv^^ „Geflecht von Palm- 

blättem, Rohr usw.", dass also die Wurzel yx9i „flechten" in ipf^j 
steckt ^•/*'7Cl' „Netz" ist nichts anderes als der äthiopische Re- 
präsentant der genannten Wörter, und die Verba h/^ldy hu^d 
„(mit Netzen) fangen", pass. +iP^4l sind nur Denominativa von 
if»/*"IC^-, oder besser wohl von einem gleichbedeutenden Nomen 

ohne fff. Aus dem Amhar. scheint hierherzugehören ioVild Abbad. 
664, vgl. Amh. Spr. § 68b; wohl auch IfT^^ „Weber**. — Weder 
hebr. "t» (Dillmann), noch |a» (Wright, Janah p. 65) sind zu ver- 
gleichen. Vgl. noch FräNKEL, Fremdwörter loi, 156, 173. 

Ob etwa auch AC7fl' „schmücken" von dieser Wurzel ausgeht, 
muss ganz zweifelhaft bleiben. 

IL Ist die obige Etymologie richtig, so gehört w^i^t »(Ge- 
rängniss-)Wache" aller Wahrscheinlichkeit nach nicht hierher. Dieses 
eigentümlich geformte Nomen, dem Anschein nach ein in concrete, 
collectivische Bedeutung gewendetes Abstractum, steht im Äthiop. 
ganz vereinzelt da (abgesehen von den Ableitungen iP7^;l"i{, ip7 
^i2, die unsere Einsicht natürlich nicht fördern können), ohne er- 
kennbare Anlehnung an irgend eine Wurzel. Wir sind nicht einmal 
sicher, ob ip7^4* ursprünglich nicht etwa Name eines besonderen 
abessinischen Truppenteils und vielleicht überhaupt nicht semitisch 
ist Und beim Suchen nach einer etwaigen semitischen Etymologie 



3^2 Beitrige tat semitischen Sprachwissenschaft 

Stört uns schon im Beginn der Zweifel, ob nicht vielleicht A als 
erster Radical anzunehmen ist 

Nur als entfernte Möglichkeit kann daher ein Zusammenhang 

von ip7^4* «lit njO, ^— », ^*y$i* hingestellt werden. Ganz von fem 

sei auch auf das assyr. hgäru g^edeutet, welches Wort zuerst von 
Friedr. Deutzsch, Assyr. Studien 46 als „Käfig** (für Hunde** und 
Löwen) gedeutet worden ist; in einen solchen Käfig wurden aber 
auch gefangene Feinde gesetzt 

III. w^/i in der Bedeutung „schreiten** ist von DiLLMANN mit 
amh. +7fl4l „überschreiten, durchschreiten** verglichen worden (if*1f 

1C^ „Furt**, nÜ^CS »Fähre, Floss** u. ähnl, amVp^CS „Leiter^). 
Die genannte amhar. Wurzel ihrerseits dürfte sich als urspr.« rtl4l 

erweisen durch die Vergleichung des völlig bedeutungsgleichen 

j,^:L\, Wenn Fränket^ Fremdwörter S. 285 f. die Echtheit von 

„Brücke" auch aus dem Grunde bezweifelt, weil das Wort im Äthio- 
pischen fehle, so dürfte sich dieses Argument also als hinfällig er- 
weisen; denn gerade so wie J^, j,^X,y\ sicher von jLs^ ^Brücke** 

denominativ sind (s. Lane), so deutet auch «Mfl4^ auf ein ursprüng- 
liches Nomen dieser Bedeutung. 

Wenn nicht sicher, so ist es doch wohl möglich, dass äth. v»m 
„schreiten** (das dann also eigentlich Al4C zu schreiben wäre) in der 
That auch hierher gehört Da zur Überbrückung eines Baches oft 
ein weiter Schritt genügt an Stelle eines übergelegten Balkens, so 

ist es wohl denkbar, dass von y^a^ „Brücke** auch ein Verbum der 

Bedeutung „einen Schritt machen', schreiten** abgeleitet sein kann. 
Auf diese Seite der Bedeutungsentwicklung*** gehört, abgesehen 
von dem äthiop. Verbum, im Amhar. (Abb. 202) wPC „b^te accou- 



* Vgl. Barth, ZA HI 61. TigrC A^ »garder, mettre sous clef ist wohl 
dem Arabischen entlehnt. — Zweifelhaft ist es, ob amh. U^ü „verriegeln" hierher ge- 
hört, oder itt \\jSf „Riegel, vorgelegter Balken". 

♦• Mit Ugaru „Hnndek&fig" hängt wohl das von FkÄNKBL, FrtmdtodrUr S. 114 
besprochene \^>>Lim „Handehalsband" sosammen. Syr. Ii,^att wird aber nicht ohne 
Weiteres in \S9^ tn yerändem sein (vgl Payne-Smith 3527); vielmehr bestätigen sich 

gegenseitig Ir^o», nhebr. *>»90 (Lbvy, Nhebr, und chald, Wörtirbuck VI 477. 721) ond 

das alttestamentl. kn. Xey, "^s^O, welches letztere demnach nicht mit Haupt (fV/tuk- 
btn^Hanatl 10) in *>2^0 su verändern bt (s. auch Ba&TH, Nommalbildung S. 22). Die 
Begriffe „Käfig'' und „Halseisen" konnten unschwer wechseln. 

*** Die Bedeutung „einschalten" des äthiop. Verbums ist gewiss nur Übertragung 
der Bed. „schreiten". 



Pnctorim, inr Utuop. GruDiutlk wid Etjnologle. ^7^ 

tum^ ä aller Tamble", }iwl£, ,fit aller l'amble", ÜP£ = M^bt 
d. i. wohl ^'itltt „lahm", sämmtlich Ausdrücke, welche i:^end eine 
besondere Art des Schrittes hezeichnen; femer im Tigre (Reinisch, 
Biiiitworlerb. 411) särga und sirig y „einen Schritt thun" mit einer 
nochmaligen Lautumstellung. In allen Ableitungen dieser Bedeutung 
zeigt sich das s also unverändert, nicht als i. 

IV. Assyr. gaiarv {s. LYON, Assyr. Matmal 105; DeutzSCH, 
LestitiUke* 139], arab. I^IÄ sind vielleicht auch nur Denominirungen 
von guiam usw. „Balken, Stamm": „stämmig, kräftig, kühn sein". 
Auch in dieser Bedeutung scheint die Wurzel einst im Äth. vor- 
handen gewesen zu sein, und zwar ebenfalls mit der Lautumstellung 
"t A7<!- E^ine Spur erkennt man in tigrfi 3*^^^ „brave, courageux" 
(MUNZINGEK). 

SS) m&.% 

9iA .Jüngling" stelle ich zu mth „erben". Da in der Regel 
der Jüngere den Alteren beerbt, konnten die Begriffe „Erbe" und 
„Junger, Kind" leicht für einander eintreten (vgl. beiläufig D. H. 
Müller, Epigrapkiscke Denkmäler öj Z. 16 f). Das Wort ist auch 
im Tigrft vorhanden, und zwar noch mit dem ursprünglichen J-Laut: 
Pi^ woresa „sujct, pl^b^ien" (MuNZ.). Die angegebene Bedeutung 
„sujet, pljbdien" kann uns nicht veranlassen, das Wort von dem Bth. 
0äH n)''"S''"g" trennen zu wollen; denn, wie wir weiter aus Hun- 
zinger, Siltfn und Recht der Bogos S. 43 erfahren, ist Woresa Gegen- 
satz zu SchmagilU „Senior, adelig" ( Tigrfgloss. 19 Tf^tA. „vieux, 
noble, juge"; amh. ]r<*7A „vieillit", IfT^Jk „vieillard"), kann also 
in erster Linie sehr wohl junior" bedeuten; v^. purr, «^kci Ji^^l^ 
und im Tigr* «hfl „enfant male, gargon, domestique" (Münz. Tigrf- 
gloss. 13). Den ursprünglichen J-Laut im Tigre bestätigt auch Rei- 
nisch, Bilimvörlerb. 148 nata gäl/ära: 0^4- 

Wodurch der Übei^ang des f In « in dem äthiop. Worte 
anlasst worden, ist nicht klar; vgl indess FrAnkei., FrttHdxi 
S. 249 zu T^lt. Ebensowenig ist die Bitdungsform dfeses No 
klar. Zieht man die besondere Bedeutung des Wortes tn Beti 
so scheint das e der zweiten Silbe auf eine Deminutivbildun 
deuten*, deren Grundform vielleicht in dem amh. ^Cfi „Schwag 
(eigentl. „Erbe") vorliegt. 

Das Verbum 0CMA> durfte erst von A^lf herstammen. 



374 Beittf^e rar semitischen Sprachwisscnschsft. 

K^i „einzäunen^ X^l »»Zaun^ ist vermutlich richtiger mit ^ 
als mit zu schreiben. Im Tigrifta lautet das Verbum Oi^i Mr. 
12, iR.; in meiner Grammatik ist S. 105 u. 127 auch OL^i (ohne 
Belegstelle) angeführt Im Amh. ist OL^i nur selten und, wie es 
scheint, nur dialektisch, es bedeutet hier „drücken", s. Abbadie 956; 
Hes. 23, 3; Am. 2, 13. Sehr häufig dagegen ist im Amh. die Wurzel 
fSLi^ „resserra, restreignit^, welche dem äth. |l^> zu entsprechen 
scheint In OLi^ sehen wir noch die ursprüngliche, im Äthiop. ge- 
störte Reihenfolge der Radicale. So nähert sich |l^> an das zu dem 
hebr. ojr. X$j. pd*)! verglichene samar. pax „einschliessen**. 

Vielleicht wird auch das sabäische Ipax in den trotz aller Er- 
klärungsversuche noch recht unklaren Inschriften OsiAND. 10 und 
Hal. 208 einst obige Etymologie bestätigen. 

57) HUi^^, hAfll- 

Meines Wissens zuerst hat Derenbourg im youmal asiat Juin 
1867 p. 465 f. die zu den Singularen ^hA'H* und hA^fl gehörigen 
beiden Pluralformen itJti^^ wn<^ hAfll' roit der zu dem Singular 

Jjii, &JUi gehörigen arab. Pluralbildung vs^^lüii verglichen. Damit 
ist auch für das Äthiop. der Vocalüberschuss im Plural der Segolat- 
formen nachgewiesen und die Frage nach seiner Herkunft erhoben. 
Es scheint nicht zufällig zu sein, dass es grade zwei femini- 
nische Plurale sind, welche im Äthiop. von dieser Bildungsweise 
erhalten sind. Auch im Arabischen zeigen nur die Substantiva der 

Form &JUi und die weiblichen Substantiva der Form JJii vor der 
weiblichen Pluralendung -at den überschüssigen kurzen Vocal. Frei- 
lich können wir im Arab. (auch im Äth.) die Gegenprobe nur unvoll- 
kommen machen, da fast alle männlichen Substantiva der Form Jai 
den inneren Plural angenommen haben. Aber wir haben noch ^Jüt|, 
nicht ^^I^lf und ebenso bei Eigennamen ^^jJLw, yjy^^ gegen- 
über von v&)l4X^t>» c^ljJi^, c^L^Jo. Das abweichende ^y^^ (neben 
seltnerem ^y^y) erklärt sich wohl als eine, vielleicht durch die 
specielle Analogie von yjy^^ veranlasste, besondere arabische Neu- 
bildung auf der Grundlage des gemeinsemitischen weiblichen vä^L^jl*. 



* Den Ton D. H. Müller, Zur vgl, sem. Sprach/. S. 12 fUr diu SabÜsche ge- 
brachten äoMeren mSnnl. Plural von pK bezweifle ich vorllufig. Da das Wort an der 
in Betracht kommenden Stelle hinten abgebrochen ist, so kann das fibrlgbleibende ^^ 



PnetorioB, rar ithiop. Grmmnuidk und Etymologie. 3^j 

Sind kelimät, färamanät (SPITTA S. 134) vielleicht Nachwirkungen 
der alten Regel? 

Ich möchte aus dem Umstände, dass das Südsemitische diesen 
überschüssigen Vocal nur vor der weiblichen Pluralendung zu 
kennen scheint, in Verbindung mit dem weiteren Umstände, dass 
im Arab. Substantiva mid^ gim, und med, w und j diesen über- 
schüssigen Vocal nicht kennen, Folgerungen über seine Herkunft 
ziehen*. 

Der überschüssige Vocal im Plural der Segolatformen scheint 
sich als eine uralte Analogriebildung nach gewissen weiblichen 
Singularen zu erweisen, so dass es erklärlich ist, wenn er sich zunächst 
auch nur bei weiblichen Pluralen zeigte. 

Dass ein mehr oder weniger erheblicher Teil der einsilbigen 
Nominalbildungen aus zweisilbigen hervorgeht, ist neuerdings mehr- 
fach und sicher mit Recht behauptet worden, s. Haupt, Wäteh b, 
Hag, 12, Tßie Assyr, E-Vowel 14U Lagarde, Übersicht 71 fi\ Barth, 
NomtnaiöiiduHg 165 Anm. 2; schon Land, Princ. Hebr, Gramm, 
8§ 97. iiib (vgl. Steinthal's Ztschr. X 26 1; Land's Buch selbst 
ist mir nicht zugänglich). Beim unmittelbaren Antritt des Feminin-/ 
konnte sich ein ursprünglicher kurzer Vocal des zweiten Radicals 
erhalten, ebenso konnte sich in gleicher Lage nach einem ursprüng- 
lich vocallosen zweiten Radical leicht ein Hülfsvocal einschieben. 
Es kommt hier nicht darauf an, beide Fälle möglichst zu sondern. 
So haben wir im Assyr. neben damqui damiqtu „gütig**, neben raplu\ 
rapaitii „weit", im Syrischen neben kapnäx k<^panta „hungrig**; im 
Assyr. neben sidru\ sidirtu „Reihe**, neben pulfyu\ puluf^tu „Furcht**, 
im Syrischen neben Iaao^: |^^ „Rebe**, neben \i^^ auch |£b^9 
„Furcht**. Ganz ausgeschlossen smd aber naturgemäss entsprechende 
Bildungen bei Wurzeln med. gemin, und med, 7v und / (wenigstens 
so lange dieselben ihren eigenen Weg gehen und noch nicht der 
Analogie der dreiradical. Wurzel folgen); wir haben nur dannu fem. 
datmatu „stark**, (ij fem. |fiiJ „gross**, Hrrüu U^ „Nebenweib**, |iioJ 
„Ort**, Umtu „Geschick**, )£^al» „Gestalt**. 

Im Hebr. und Arabischen ist dieser Gegensatz zwischen männ- 
lichen und weiblichen Formen nicht vorhanden in Folge der jetzt 
besseren Erhaltung kurzer Vocale in offener Silbe. Nichts hindert 
uns aber anzunehmen, dass auch hier z. B. rfr'iin „deine Genossin** 
einem vorhistorischen männl. (uibruka (» V^V^ gegenüberstand. 



auch alt «c^j' '^^^^■^'■^ werden. Freilich pflegt man ja ansanehmen, das letztere 

Form Ton ^y^y ausgebt 

* HoFFMANN's Theorie (Zt/. Centralbl. 1887, Sp. 607} scheint verfehlt. 



3/6 Beitifge snr semiäschen SprachwisaciMcbmft 

Von hier aus, scheint es, dass die Analogie ausgegangen ist 
Man bildete, nicht etwa von H^b^, sondern von einem älteren, aus 
maliktu hervorgegangenen malaktu (Barth, Nofninalb, S. 165 Anm. 2) 
aus zunächst nur malaköt^ während man den männlichen Plural von 
malku aus wahrscheinlich noch maikftn bildete. Ebenso im Arab. 

S*> 8_^*, Saft 

v;;;UJLb, nicht von t^Xib aus, sondern von einem älteren v:>^i^; desgL 
v»Ua^ von einem alten ca4a3. Von 8%je, &AAe dagegen konnte zu- 
nächst nur c^lLe, c^La^ gebildet werden, da hier nie ein Singular 
^> ^ exfatirt hatte. 

Auf diesem ursprünglichen Standpunkt ist das Arabische (ab- 
gesehen von dialektischen Besonderheiten) im Ganzen stehen ge- 
blieben. Einerseits ist es zwar etwas vorgeschritten, indem es die 
betr. weibl. Substantiva ult w und j\ ganz entsprechend ihrer stark 
gewordenen Bildung, nunmehr auch in der Pluralbildung ganz nach 
Weise der starken Bildungen behandelt; andrerseits ist es aber etwas 
zurückgewichen, indem es bei Adjectiven den weiblichen Plural nach 
Analogie des bei Adjectiven ja stets lebendig danebenstehenden 
männlichen Plurals (oder auch des männl Singulars) geformt hat, 

nicht nach Analogie des alten weiblichen Singulars; z. B. vs^Uju^ 

nach Analogie von ^^Jl^, nicht nach Analogie eines vorauszu- 

setzenden alten oJ«^. Ich möchte auch diesen Umstand, dass 

grade bei Adjectiven der überschüssige Vocal des Plurals fehlt, 
zu Gunsten meiner Vermutung anfuhren, dass dieser übersch. Vocal 
vom Femininum ausgegangen ist; denn beim Substantiv fehlt in der 
Regel das lebendig danebenstchende Masculin, welches die Bildung 
des weibl. Plurals ablenken könnte. 

In bekannter Weise haben dann Hebr. und Aram. die Ana- 
logie weiter ausgedehnt, aber nicht überall consequent durchgeführt 
Im Hebr. zeigt sich das ^, welches eigentlich nur bei einem Theil 
der Formen in der Bildung begründet ist, aber auch bei einem an- 
deren Theil rein lautlich aus / entstehen konnte, vollständig durch- 
gedrungen. Verschont von der Analogie sind auch die abseits stehen- 
den längst starren Zahlwörter d'^nto, fi*»?»*, ^^'SW (gegenüber d>6b«, 
lüiT), so dass ich also (in KUHN's Literaturblatt 11 58) gegen D. H. 
Müller Unrecht gehabt hätte, der hier in dem Fehlen des a etwas 
Alterthümliches sieht Vgl ZDMG 42, 349. 

Im Assyr. findet sich der überschüssige Vocal des Plurals über- 
haupt nur erst selten. Vgl. tupku^ tupuktu^ plur. tupukdtu (HaüPT, 
SFG 73; vgl. ZA V 2 Anm.); nakmu^ nakamtu^ plur. nakamatu\ 



Praetorios, tut Itbiop. Gnumnatik nnd Etymologie. ^yj 

tuqinatu, tuqumtUy plur. iuqfMatu und ttiquwatu (vgl. noch J, asiat. 
Vni 8, 377). Haupt hat derartige Formen bereits Gott. Nachr. 1883, 

S. 89 f. mit yjyiy^y v^^UÜo verglichen und für das Assyr. den Zu- 
sammenhang der Formen mit überschüssigem Pluralvocal mit den 
Sing^laren qataltu^ qitiltu^ qutultu angedeutet. Ob im Assyr. auch 
der stat constr. masc. qatal^ qitÜ^ qutul* eine Beeinflussung ausgeübt 
hat, wie Haupt gleichfalls andeuten zu wollen scheint, ist wohl 
zweifelhaft und wird jedenfalls noch zu untersuchen sein. Vgl. noch 
Deutzsch, Assyr. Gramm. S. 160, 5, Anm. 

58) h-tf-A. 

Zu h»tf*A itFels** lautet der Plural hf hih- Derselbe scheint 
im Äthiop. bisher zwar nur einmal belegt zu sein, er wird aber be- 
stätigt durch tftft W^hiil (Tigrifiagramm. S. 205). Obwohl DlLLMANN, 
Grammat. S. 245, die vorliegende Singularform mit der Pluralform 
in unmittelbaren Einklang bringen zu wollen scheint, so hat doch 
bereits LUDOLF, lex. c. 405, mit Recht von der Pluralform gesagt 
„tanquam esset a singulari titf*^^ 

Es wird ungefähr Das richtig sein, was bereits Tuch {de Aeth. 
Imguae sonorum proprütatibus quid, p. 10) als einen, wenn auch un- 
richtigen Weg der Erklärung angesehen hat: ,Haec enim Pluralis 
numeri forma . . . a Singularis forma |ihA proficiscitur, ac profecto 
possit quispiam de )|»tf*A vocabuli origine ita statuere, ut h» ex 
|i prodiisse litteramque }| secundo loco positam antecedentis h» soni 
causa in tf* abiisse . . existimet". 

Dies von LUDOLF und TuCH als Grundform des Plurals hf hA 
geforderte singularische tih^ hat in der That existirt. Reinisch 
bringt im Wörterbuch der Saho- Sprache 211 käkäh plur. kawäkeh 
„nackter, steiler Fels, Felswand^ Das würde also einem äthiop. tiliA 
entsprechen und vollständig genügen, auch ein äth. lihA zu con- 
struiren, gleichviel ob das Wort im Äth., wie es scheint, Lehnwort 
ist, oder ob eine semit Grundform ti||A sich nach beiden Seiten 
hin, zu tihA und zu tih^ entwickelt hat. Vgl. äth. f ^|| und f ^ 
«» Saho qöq£ (vgl. v. Heuglin, Reise in Nordost- Afrika II 238). 

Auffallend ist nur, dass lihA ^u h"If*A geworden ist. f ^Hl 
ist nicht zu ^^Mli *? ^4* nicht zu 'V»^^, auch f4l4 ist (ausser 
in missbräuchlicher Schreibung) nicht zu f^^ geworden. VieUeicht 
ist das des Wortes von jeher kein sehr langes gewesen, so dass 



* Mftn darf dabei nicht Yergessen, da» die Msyr. Schrift Fonnen wie qaä^ qiü^ 
fMl nicht nun Ausdnick bringen kann, sodass qatal^ qttil^ quimi möglicher Weise nur 
die unvollkommene graphische Wiedergabe Yon qatl^ qiil^ qua sein könnte. 



3/8 Beltiige int seBiitischen Sprachwinenachalt 

es sich in der fast geschlossenen Silbe leichter in M verkürzen konnte; 
man beachte, dass Reinisch käkä(i schreibt, aber qöqS und qoftdt 
(aaO. 231 ; = f4l04*)* h"hA musste dann der Regel (Tuch aaO. lO; 
DilXMANN S. 43) nach weiter zu h"If*A werden. 

Tuch wie Dillmann erklären \^Jti aus h"Atf*Ai beide, wie 
es scheint, Verdoppelung des zweiten k annehmend. Dass im Tigrifia 
dieses k aspirirt werden darf (z. B. Mt 7, 24; 16, 18 BR), spricht 
wenigstens nicht zu Gunsten dieser Etymologie. 

59) XA^- 

Xfttf* „denn, weil; dass" ist Btrg, z. Erkl, d, himjar. Inschr, III 13 
mit /l^, ^J< „Name" zusammengestellt worden. Erst jetzt ünde ich 
eine Bestätigung dieser Etymologie bei SPITTA, Gramm. S. 188: ism 
^« (^1 *-i*'t eig. „unter dem Namen dass"), „weil, sintemalen", z. B. 

bltis^ä'loh ism innoh qarybak „du bemühst dich für ihn, weil er dein 
Verwandter ist". Das würde auch im Äth. heissen ^M^^^^i 
A*is> XA<>*> ^^{^h> lO-Xi^- Bekanntlich sind nicht wenige Eigen- 
thümlichkeiten des Neuarabischen uralt, vielleicht auch dieser Ge- 
brauch von äJtS, 



Relativpronomen und Relativsatz im Assyrischen. 

Von 

Richard Kraetzschmar. 

Das einzige im Assyrischen existierende Relativpronomen ist 
iCf welches, unempfindlich gegen Zahl und Geschlecht, sich gleicher- 
weise auf Personen wie Sachen beziehen kann. Es wird durch die 
bekannten zwei Silbenzeichen, welche gewöhnlich la und M um- 
schrieben werden, unterschiedslos ausgedrückt 

1. Das Relativpronomen. 

S I. Ursprung und demonstrative Verwendung des 

Relativpronomens. 

Die Frage nach dem Ursprung des assyrischen Relativpronomens 
kann schlechterdings nicht aus dem Assyrischen allein beantwortet 
werden, da man dasselbe alsdann aus dem innigen Zusammenhange, 
in welchem es zu den Relativen anderer semitischer Sprachen steht, 
herausreisst, sondern nur im Hinblick auf das übrige semitische 
Sprachgebiet. Allerdings hat man versucht*, ia auf eine spezifisch 
assyrische Form zurückzuführen, und gemeint, dass es ursprünglich 
der Akkusativ des Personalpronomens 3. pers. masc. sing., welches 
Ui lautet, gewesen sei. Man beruft sich dafür auf verschiedene 
Stellen in Wörterverzeichnissen, an welchen sich gewisse sog. ak- 
kadisch-sumerische Äquivalente fiir das Relativpronomen in der as- 
syrischen Kolumne durch ia-a (=» lä) wiedergegeben finden, z. B. 
II R 31, No. 2, I4c.d: LU (d. i. amclu) = ia-a-, ib. 29c.d: RA = itf-tf; 
V R 21, No. 4, Rev. 40. 52; ib. 27, 45. Ist nun diese Ansicht an und 
für sich schon wenig wahrscheinlich, weil der Überg^ang einer Form 
des Personalpronomens in die Funktion eines allgemeinen Relativ- 
pronomens nicht leicht zu erklären ist und aller Analogie in anderen 



* Deutzscr, Astyriscke Grammatik, Berlin 1889, § 58; Lyon, KtihckrifHexU 
Sar^ons, so Sarg. Cyl. 45. Wie mir Herr Prot Dkutzsch mitteilt, bemhen die Worte 
„Accus. Ton i£" in § 58 seiner Grammatik auf dnem Versehen. 



380 Beitrige zur scuüUschen Sprachwissenichaft 

Sprachen entbehrt, und weil dadurch la aus dem Zusammenhange 
mit hebräisch *tlj, phönizisch 1Ö (V$K), mit denen es etymologisch eng 
zusammengehört, gerissen und isoliert wird, so wird sie durch die 
Erwägung unhaltbar, dass das u in lü mit dem u des Nominativs 
gar nichts gemein hat, mithin, dass Sü überhaupt einen Akkusativ 
der Form }ä niemals bilden konnte. Das u in $ü ist vielmehr die 
vokalisch aufgelöste Pronominalwurzel va (vgl. unten p. 383) und nur 
äusserlich mit dem des Nominativs zusammenfallend. Aus den zu- 
gezogenen Belegstellen kann man für unsere Angelegenheit m. E. 
nicht mehr entnehmen, als dass der Vokal von Ja lang ist, bez