Skip to main content

Full text of "Beiträge zur Paläontologie Österreich-Ungarns und des Orients"

See other formats


/ 

! op 

COMPARATIVE ZOÖLOGY, 

AT HARVARD CflllECE, CAMBRIDGE, MASS. 
J?ounlreti fcji prtbate subsccrptron, fn 1861. 

Deposited by ALEX. AGASSIZ. 

No. Jy^i/ 



BEITRÄGE 



PALÄONTOLOGIE ÖSTERREICH-UNGARNS 



UND DES ORIENTS 



HERAUSGEGEBEN VON 



E. V. MOJSISOVICS UKD ]yi. N E U M A Y I^ 



V. BAND. 



3Vr I T so T -A. F E L IST. 



WIEN, 1887. 
ALFRED HOLDER 



K. K. HOF- UND UNIVERSITATS-BUCHHAKDLER. 

ROTHENTHURMSTRASSE 15. 



Alle Rechte vorbehalten. 



eil. Keiseer & M. Werthner. 



Verzeichniss 

AbonneDten auf Band Y der „Beiträge zur Paläontologie Oesterreicli-Fngarns". 



Alth, Professor Dr. A. v., Krakau. 

Benecke, Professor Dr. E. W., Strassburg-. 

Bergakademie in Leoben. 

Beyrich, Geheimrath Dr. E., Berlin. 

Braun, Mr., Cincinnati. 

Brusina, Professor Dr. Sp., Agram. 

Burmeister, Dr., Director d. Museo publico in 

Buenos - Ayres. 
Cabinetto geologico della provincia di 

Messina, Messina. 
Cameraldirection, Erzherzog Albreclit'sche, 

Teschen. 
Claus, Hofrath Professor Dr., Wien. 
Cope, Professor Dr. E., Philadelphia. 
Credner, Professor Dr., Leipzig. 
Dames, Professor Dr., Berlin. 
Delgado, Joaquim Filippe Hery, Lissabon. 
Doell, Director Dr., Wien. 
Drasche-Wartinberg, Dr. R. v., Wien. 
Eck, Professor Dr., Stuttgart. 
Fritsch, Professor Dr. A.. Prag. 
Fritsch, Professor Dr. C. v., Halle a. S. 
Gaudry, Professor A., Paris. 
Geological Society, London. 
Geologische Landesanstalt, Budapest. 
Geolog-ische Landesanstalt, Strassburg. 
Geologische Reichsanstalt, Wien. 2 Ex. 
Geologisches Universitätsmuseum, Wien. 
Grotrian, Geheimrath. Braunschweig. 



Hauer, Hofrath F. v., Wien. 
Hof-Mineraliencabinet, k., Wien. 
Karrer, F., Wien. 
Katholiczky, Dr.. Rossitz. 
Koenen, Professor Dr. v., Göttingen. 
Loriol, P. de, Frontenex bei Genf. 
Lundgren, Professor Dr., Lund. 
Makowsky, Professor A., Brunn. 
Meneghini, Professor Dr., Pisa. 
Merian, Professor Dr. P., Basel. 
Mösch, Director C, Zürich. 
Mojsisovics, Oberbergrath Dr. E. v., Wien. 
Museo civico, Triest. 
Naturhistorisches Hofmuseum, Wien. 
Natu r^vissenschaftl. Verein, Hermannstadt. 
Neumayr, Professor Dr. M., Wien. 
Nikitin, Professor, Moskau. 
Oberbergamt, k., München. 
Oberrealschule in Salzburg. 
Ottmer, Professor Dr., Braunschweig, 
Paläontolog. Universitätsmuseum. Wien. 
Pancic, Director Dr., Belgrad. 
Petrino, O. Freiherr v., Czernowitz. 
Pheophilaktow, Professor Dr., Kiew. 
Pilar, Professor Dr., Agram. 
P o 1 y t e c h n i c u m , Braunschweig. 
Porumbaru, Professor R., Bukarest. 
Reyer, Professor Dr. E., Wien. 
Sandberger, Professor Dr., Würzburg. 



IV 



Abonnenten - Verzeichniss. 



Schwarz, Baron Julius, Salzburg. 

Sinzow, Professor Dr., Odessa. 

Stäche, Oberbergrath Dr. G., Wien. 

Städtische Bibliothek, Bern. 

State Museum of Natural History, Albany. 

Steindachner, Director Dr., Wien. 



St ein mann, Dr., .Strassburg. 

Stur, Director, Wien. 

Stürtz, B., Mineral, und Paläontol. Comptoir in 

Bonn. 
Suess, Professor Dr. E,, Wien. 
Waagen, Professor Dr. W., Prag. 



Ausserdem wurden mehrere Exemplare durch Buchhandlungen pränumerirt, deren Besteller 
unbekannt sind; im Ganzen gingen 136 Exemplare nach den folgenden Städten: 



Aachen i 
Agram 2 
Athen i 
Basel I 
Belgrad i 
Berlin 7 
Bern 2 
Bonn I 

Braunschweig 2 
Brunn i 
Brüssel i 
Budapest 8 
Buenos -Ayres i 
Bukarest i 
Cincinnati i 
Czernowitz i 



Dresden i 
Genf 2 
Giessen i 
Göttingen 2 
Graz 6 
Haarlem i 
Halle I 
Heidelberg i 
Hermannstadt i 
Innsbruck 2 
Kiel I 
Kiew I 
Klagenfurt i 
Klausenburg 2 
Krakau i 



Leipzig 4 
Lemberg 2 
Leoben i 
Lissabon i 
London 8 
Lund I 
Mailand 3 
^Moskau I 
^lünchen 3 
^lünster i 
Neapel i 
New -York 2 
Odessa i 
Paris 3 
Petersburg i 



Philadelphia i 
Pisa I 
Prag 7 
Rom 2 
Rossitz 2 
Salzburg 2 
Stockholm i 
Strassburg 4 
Stuttgart 2 
Teschen i 
Triest i 
Turin 2 
Wien 18 
Würzburg 2 
Zürich 2 



INHALT. 



Heft I. 

(10. Februar 1885. pag. I— 14. Taf. I— VIII.) 

Seite 

J. Velenovsky, Die Flora der böhmischen Kreideformation. 4. Theil (Taf. I — VIII) I 

Heft II. 

(15. Februar 1886. pag. 15—36. Taf. IX— XV.) 

C. Zahällia, Ueber zwei Spongien aus der Kreideformation von Raudnitz a. d. Elbe (Böhmen). (Taf. IX — X) 15 

A, Hoffmann, Crocodiliden aus dem Miocän der Steiermark. (Taf XI — XV) 26 

Heft III. 

(i. October 1886. pag. 37—74. Taf. XVI— XXIV.) 

Fr. "Wähn er, Beiträge zur Kenntniss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. (Taf. XVI — XXIII) 37 
A. V. A 1 1 h, Ueber die Zusammengehörigkeit der den Fiscbgattnngea Pteraspis, Cyathaspis und Scaphaspis zugeschriebenen Schilder. 

(Taf. XXIV) • 61 

Heft IV. 

(20. Juli 1887. pag. 75—171. Taf. XXV— XXX.) 
G. Bukowski, Ueber die Jurabildungen vom Czenstochau in Polen. (Taf. XXV — XXX) 75 



(Die Autoren sind allein für Form und Inhalt der Aufsätze verantwortlich.) 



DIE FLORA DER BÖHMISCHEN KREIDEFORMATION 



J. VELENOVSKY. 
IV. THEIL.O 

(Tafel I— VIII [XXIV— XXXI] ) 



Eucalyptus Geinitzi Heer (Myrtaceae). 
(Taf. 1 [XXIV], II [XXV], III [XXVI], Fig. i, Taf. IV [XXVII], Fig. i, 13.) 

Blätter länglich lanzettlich bis ziemlich breit lanzettlich, in eine lange, schmale Spitze verschmälert, 
zum Stiele kurz verschmälert, in der Mitte oder in der unteren Hälfte am breitesten, ganzrandig, fest 
lederartig. Der Primärnerv gerade, stark, zur Spitze hin verdünnt. Die Secundärnerven sehr zahlreich, 
dünn, unter spitzen Winkeln entspringend, dicht am Blattrande in einem Saumnerven endigend. Das 
Nervennetz fein, aus länglichen Feldchen zusammengesetzt. Der Blattstiel gerade, stark, i cm und 
darüber lang. Fruchtbecher gross, vorne bedeutend flach ausgebreitet. Blüthendolden einzeln achsel- 
ständig oder mehrere in scheinbaren Wickeln. 

Es ist dies die Pflanzenart, welche die böhmische Kreideformation am besten charakterisirt. 
Sie begegnet uns überall, wo sich überhaupt Pflanzenabdrücke vorfinden ; an einigen Fundorten 
kommt sie sogar massenhaft vor. Besonders häufig erscheint sie in den Perucer Thonen und Schiefer- 
thonen, wo sie den Steinbrucharbeitern als ^ Weidenblätter* wohl bekannt ist. Ich habe sie auch in 
den jüngeren Kreideschichten beobachtet. Perucer Schichten: bei Vyäerovic und Kaunic sehr 
gemein, bei Kuchelbad, Lieben au, Li p e n e c, Mein ik an der Säzava, Lidic bei Schlan, 
Jinonic, Cibulka und Hasen bürg bei Prag, Mäeno, P e ruc, K o zäk ov. Weissenberger Pläner- 
Schichten : bei Schlan, Laun, Weisse nberg bei Prag. 

Die gewöhnhchste Grösse dieser Blätter zeigen die Abbildungen Fig, 3, 5, Taf. II (XXV), oder 
Plg. I, Taf. III (XXVI). Das böhmische Museum besitzt eine ganze Reihe solcher prachtvoller Stücke. 
Meistens sind die Blätter länghch lanzettlich, etwa in der Mitte am breitesten; es kommen aber 
auch Formen vor, die am Grunde oder vorne stark verbreitert sind; das gemeinschaftliche Merkmal 
für alle Exemplare bildet die sehr lang und fein vorgezogene Blattspitze. Die Blattspreite war fest, 
derb lederartig, mit glatter Oberseite. Die Nervation ist zwar in den meisten Fällen verwischt, aber 
nicht selten findet man sie auch sehr schön erhalten. Die Secundärnerven sind sehr zahlreich, unter 
einander parallel, scharf hervortretend, wiewohl fein und dünn. Der Saumnerv, welcher mit dem 
Blattrande parallel verläuft, ist sofort in die Augen fallend. Zwischen den Secundärnerven sind noch 
feinere Nerven, ein typisches Nervennetz bildend (Taf. XXV, Fig. 2, 5), bemerkbar. 



') Vgl. Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns, Bd. IV, Seite 
Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V, 1. 



2 Velenovsky. [63! 

In den Schieferthonen bei Vyserovic und Kaunic findet man nicht selten becherförmige 
Abdrücke, welche vorne gerade abgestutzt und auf der Oberfläche mit narbigen Längsstreifen 
versehen sind (Taf. XXV, Fig. 8 — 11). Diese Abdrücke entsprechen recht gut den reifen Fruchtbechern 
einer Eucalyptus- Art. Die Deckel zu finden gelang mir nirgends. Heer beschreibt und zeichnet ganz 
ähnliche Formen in seiner grönländischen Kreideflora (I. Theil, 1883, S. 93). Seine Becher gehören 
aber einem jüngeren Stadium der Fruchtbildung an. 

Viel häufiger als die Fruchtbecher findet man in den erwähnten Schieferthonen rundliche, 
etwas vertiefte Abdrücke (Taf. II [XXV], Fig. 6, 7, Taf. I [XXIV], Fig. i, 2), von 1—2 cm im Durch- 
messer. Auf diesen sind neben verwischten Contouren kurze, konische, glatte Flächen bemerkbar, 
welche ich nur den Blüthenbechern von E. Getmisi zuschreiben kann. Diese rundlichen Abdrücke 
sind vielleicht ganze Dolden mit mehreren blühenden oder gerade abgeblühten Blüthen, wie man sie 
bei lebenden Eiica lyßtus- Arie.n findet. Auf dem Abdrucke Fig. 7 ist noch der starke, dicke Dolden- 
stiel zu sehen ; er hat dieselbe Form wie die kurzen Doldenstiele bei den jetzt lebenden Arten 
dieser Gattung. 

Als directer Beweis für die Richtigkeit dieser Erklärung dienen die Fragmente Fig 2, i, 
Taf. I (XXIV). Auf dem ersten von diesen sieht man einen Zweig mit Blättern und unmittelbar 
auf dem Zweige sitzt ein ganz ähnliches, rundliches Gebilde wie in Fig. 6 und 7. Das Aestchen 
Fig. I zeigt drei Blätter und zwei Blüthendolden. Fig. 6 ist noch ein anderes Bruchstück mit ähnlichen 
Blüthendolden, aber ohne Blätter, welche abgebrochen sein mögen. Nach meiner Auffassung 
sitzen die einzelnen Dolden auf kurzen dicken Stielen in den Blattachseln, oder beenden den Zweig 
wickelartig. Zum Verständniss dieser Verhältnisse habe ich einen ähnlichen Zweig des jetzt lebenden 
Eucalyptus piperita Smith abgebildet (Taf I [XXIV] Fig. 5). Jene Bruchstücke wie Fig. 6, Taf. II 
(XXV), welche ohne Blätter und abgebrochen nicht selten in Schieferthonen vorkommen, ähneln 
sehr den Blüthenständen einer Platanus-hrt. Auf dem Aestchen Fig. i, Taf. I (XXIV), stehen aber 
die Eucalyptus-Blätter in deutlicher Verbindung mit derselben Aehre, auf welcher die Blüthengebilde 
sitzen, so dass man mit Sicherheit annehmen kann, dass sie der Eucalyptus Geinitzi angehören. 

Aber auch die Blätter und besonders ihre Nervation ist dieselbe wie bei jetzt lebenden 
Eucalyptus-Arten. Die zahlreichen Secundärnerven und der Saumnerv charakterisirt sie am besten 
Neben dem erwähnten E. piperita Smith nenne ich des Vergleiches wegen noch E. acervula Sieb, 
und E. floribunda Endl., sämmtlich aus Australien. 

Aehnliche Blätter kommen freilich auch bei verwandten Gattungen Callisteinon, Tristania u. a. 
vor, ihre Früchte und Blüthenstände sind aber anders gestaltet, so dass unsere fossile Pflanze nur 
der Gattung Eucalyptus angehören kann. 

Die E. Geiuitsi muss zur Zeit der Bildung der Kreideschichten eine sehr ^verbreitete Pflanze 
gewesen sein. In Böhmen ist sie überall gemein, aber auch in anderen Ländern scheint sie reichlich 
verbreitet zu sein. Heer fand sie. nicht selten in den Liriodendron-Schichten auf Grönland (Fl. Gr. 
S. 93, Taf. XIX, Fig. ic. Taf. XLV, Fig. 4—9. Taf. XLVI, 12c, S. 13). Bei Moletein in Mähren (Heer, 
Fl. Molet., Taf. XI, Fig. 2 — 4) kommen dieselben Blätter wie in Böhmen vor. 

Unger, Kreidepflanzen von Oesterreich, Taf. II, Fig. 11. Phyllites proteoides Ung. Die Form 
dieses Blattes stimmt mit der E. Geinitzi gut überein; die Nervation ist leider nicht erhalten, so dass 
Unger selbst seine Bestimmung für unsicher hält. 

Leo Lesquereux, The cretaceous Flora, Taf. XV, Fig. i — 2, S. 85. Proteoides daphnogenoides 
Heer. Die Form und die Nervation dieses Blattes sind dieselben wie bei E. Geinitzi. Die lang 
vorgezogene Blattspitze erinnert sehr an unsere Blätter Fig. 4, Taf. XXV, oder Fig. I, Taf. XXVI. 



[64] Die Flora der b'öhinischen Kreideforination. 3 

Eucalyptus angusta m. (Myrtaceae.) 

(Taf. III [XXVI], Fig. 2—12.) 

Blätter lineal, schmal li n e all an z e tt 1 i ch, in der Mitte oder in der unteren Hälfte am 
breitesten, ganzrandig, vorne in eine sehr lange Spitze vorgezogen und miteinemharten 
Dorn beendet. Der Primärnerv gerade, ziemlich stark, zur Spitze hin verdünnt. Die Secundärnerven 
zahlreich, unter spitzen Winkeln entspringend, am Rande durch einen Saumnerv untereinander ver- 
bunden. Der Blattstiel gerade, etwa i cm lang, stark. 

Ebenso wie die vorige Art in den Perucer Schichten allgemein verbreitet, manchmal auch 
massenhaft beisammen. Ich fand sie bei Vyserovic und Kaunic, bei Melnik an der Säzava, bei 
Li eben au, Lipenec, Kuchelbad, Jinonic und Pocernic bei Prag. 

Diese Blätter sind durch ihre schmale, lange Form und durch fein vorgezogene Spitze leicht 
kenntlich. Erreichen sie aber eine bedeutende Breite, so ähneln sie nicht wenig den Blättern der 
vorigen Art. 

Die ganze Erscheinung der Abdrücke weist auf ehemals derbe Beschaffenheit der Blattspreite. 
Bemerkenswerth ist die hornig endigende Blattspitze, wie sie z. B. in Fig. 2, 10, 12 abgebildet ist. 
Diese Eigenschaft findet man bei den Blättern der jetzigen Gattungen EncalypUis und Callistei)ion 
sehr häufig. Die Nervation ist von derselben Zusammensetzung wie bei der vorhergehenden Art, und 
kommt nicht selten schön erhalten vor ; der Saumnerv ist ganz deutlich (Fig. 8, 10). 

Alle diese Umstände sprechen deutlich für die Verwandtschaft mit den Arten der Gattung 
Eucalyptus. Es bleibt aber eine andere Frage zu beantworten, nämlich, ob man diese Blätter zu der 
vorigen Art stellen soll, ob sie als blosse Varietät derselben anzusehen sind, oder ob sie eine 
selbstständige Art repräsentiren. Die schmale Form der Blätter, welche die Blattränder parallel 
erscheinen lässt, kommt bei der E. Geinitzi nie vor. Auch die dornig endigende Blattspitze fand 
ich nie bei dieser Art, auch ist der Primärnerv viel feiner, am Grunde niemals so stark verdickt 
wie bei E. Geinitzi. Ferner kommen beide zwar häufig zusammen vor, doch habe ich E. angusta auch 
in Schichten gefunden, welche keine Spur von E. Geinitzi enthalten. Eine Menge sehr schöner 
Exemplare (Fig. 6, 7, 9) fand ich z. B. in den hellgrauen, mit Unionen gefüllten Thonen bei Vyäerovic, 
wo überhaupt kein anderer Pflanzenabdruck vorkommt. In den Schieferthonen bei Melnik und 
Kuchelbad ist diese Art auch viel häufiger als E. Geinitzi. 

Cocculus extinctus m. (Menispermaceae.) 
(Taf. VI [XXIX], Fig. I, 3.) 

Blätter oval bis elliptisch, zur Spitze sowie zur Basis kurz verschmälert, ganzrandig, schwach 
lederartig. Drei Basalnerven. Der Mittelnerv gerade, nicht stark, zur Spitze verdünnt; die seitlichen 
Basalnerven von dem Mittelnerven im spitzen Winkel abstehend, vornehin bogenförmig gekrümmt 
und durch Queräste mit den Secundärnerven des Mittelnerven verbunden. Auf der äusseren Seite 
der seitlichen Basalnerven finden sich mehrere bogenförmige Secundärnerven. Von dem Nervennetze 
nur die stärkeren Quernerven erkennbar. 

In den grünlichen Sandsteinen bei Kieslingswalde ^) (Chlomeker Schichten) in Schlesien. 



') Ich habe diesen Fundort, obwohl er schon nach Schlesien fällt, in unsere Flora aufgenommen, weil er in vieler 
Hinsicht mit der böhmischen Kreideformation zusammenhängt. 



A Velenovsky. [65J 

Es stehen uns nur die zwei abgebildeten Exemplare zur Disposition, welche durch ihre ganze 
Erscheinung auf häutige Beschaffenheit der Blattspreite hinweisen. Die Nerven treten sehr scharf 
hervor, obwohl sie fein und dünn sind. Aus der Nervation sind grösstentheils nur stärkere Quer- 
nerven erkennbar, stellenweise kann man aber recht gut ein dichtes, polygonales Nervennetz wahr- 
nehmen. Am Blattgrunde lassen sich neben den seitlichen Basalnerven noch feinere, kleine Basal- 
nerven beobachten, die sich aber nach kurzem Verlaufe mit den Secundärnerven verbinden. 

Ich war lange unschlüssig, ob es besser sei, diese Fossilien den Laurineen oder den Piperaceen 
anzureihen. Unter den Laurineen finden sich zwar einige durch drei Basalnerven ausgezeichnete 
Cinnaitiomrim-AYten, allein sie besitzen keine so deuthchen Secundärnerven und namentlich fehlen die 
feinen Basalnerven zur Seite der grossen Hauptnerven. Uebrigens stimmt die Nervation durchaus 
nicht mit derjenigen der Gattung Cinnainoimim. In der Familie der Piperaceen kommen zwar auch 
ähnliche Blätter vor, sie haben aber in den meisten Fällen nicht drei, sondern mehrere Basalnerven, 
welche einzelne Arten gut charakterisiren. Ich habe jedoch auch Arten gefunden [Piper pyrifolmm 
Vatel, P. imguiculatiim Kunth, P. medmtii Jacq.), welche eine ähnUche Nervation wie bei Cocc. 
extinctus aufweisen können, ihre Zusammensetzung ist aber auch abweichend. In der Gattung Enckea 
findet man auch einige Analogien. 

Glücklicherweise gelang es mir, ganz ähnlich geformte, mit derselben Nervation versehene 
Blätter in der Familie der Menispennaceen zu finden. In der Gattung Cocadiis begegnet man vielen 
Arten, " welche sich durch denselben Blatttypus kennzeichnen. C. polycarpus Roxb. (India orient.) 
hat beinahe so grosse Blätter wie C. extinctus, nur sind sie am Grunde mehr abgerundet. Die 
Nervation kann ich nicht besser bezeichnen, als wenn ich sage, dass sie ganz dieselbe ist wie bei 
der Kreide-Art. Die seitlichen Basalnerven sind genau so gabehg gespalten,' zu den Seiten derselben 
sind ebenso feine Basalnerven erkennbar, auf dem Primärnerven entspringen in derselben Höhe 
Secundärnerven, wie bei C. extinctus. Des Vergleiches wegen habe ich ein Blatt von dieser lebenden 
Art abgebildet (Taf. VI [XXIX], Fig. 6). C. cynanchoides Presl, von Luzon und C. oblongifoliits 
Cand. aus Mexiko gehören demselben Typus an. 

Cocculus cinnamomeus m. (Menispermaceae.) 
(Taf. VIII [XXXI], Fig. 16—21). 

Blätter länglich lanzetthch, ganzrandig, allmälig zugespitzt, von fester, beinahe lederartiger 
Beschaffenheit. Der Primärnerv gerade, fein, am Grunde nicht stark, bis in die Blattspreite auslaufend 
und wie die übrigen Nerven scharf hervortretend. Die zwei seitlichen Basalnerven mit dem Blattrande 
parallel verlaufend, nicht weit vor der Blattspitze im Netzwerke sich auflösend. Die Seitennerven sind 
mit dem Blattrande und dem Hauptnerven durch zahlreiche feine, scharf hervortretende Quernerven 
verbunden. Das Nervennetz aus polygonalen Feldchen zusammengesetzt. Der Blattrand ver- 
dickt und nicht selten mit einem feinen Saumnerven. Der Blattstiel bis i cm lang, 
nicht stark. 

In den Perucer Schieferthonen von Lipenec bei Laun häufig. 

Ich habe von dieser interessanten Blattart die lehrreichsten Exemplare abgebildet. Das Blatt 
ist bald breiter (Fig. 18), bald schmäler (Fig. 21) lanzettlich, zur Spitze allmälig verschmälert. Derb 
lederartig waren diese Blätter nicht, jedoch ist ihre feste Beschaffenheit in den Abdrücken erkennbar. 

Diese Fossilien sind auf den ersten Blick den dreinervigen Blättern von Kaunic und Vyäerovic, 
welche ich im ersten Theile meiner Flora (Taf. V, Fig. 5—8, 10) als Aralia Daplmophylliim beschrieben 



[66] Die Flora der bdJiinischen Kreidefonnntion. 5 

habe, ähnlich, unterscheiden sich aber von diesen in vielen Merkmalen sehr bedeutend. Im Allgemeinen 
sind sie nicht so gross, stets in der Mitte am breitesten oder mit beinahe parallelen Rändern; die Blätter 
der Ar. DaplmopJiylhim sind breit, besonders im unteren Drittel. Die Nervation von G. cinnainomeus 
ist aber eine ganz andere als bei Ar. Daphnophyllum. Bei dieser sind die Basalnerven weich hervor- 
tretend, das Nervennetz nur in de.n stärkeren Nervillen kenntlich und matt auf dem Gesteine abgedrückt; 
übrigens ist hier das Nervennetz selten deutlich erhalten. Bei C. cinnamonieus treten aber alle Nerven, 
wiewohl sie fein sind, sehr scharf hervor ; die stärkeren Nervillen verlaufen zwischen den Basalnerven 
in beinahe senkrechter und unter einander paralleler Richtung, was bei Ar. Daplinophyllum niemals 
der Fall ist. Auf der äusseren Seite der seitlichen Basalnerven der Ar. Daplinophylluui zweigen sich 
nur wenige bogenförmige Nerven ab, bei C. cimiamometts sind aber die seitlichen Basalnerven mit 
dem Blattrande durch eine ganze Reihe von feinen parallelen Quernerven verbunden. 

Die Verschiedenheit von Ar. Daphnophyllum ist also ausser allem Zweifel, es bleibt aber 
noch die Verschiedenheit von den Ciiinainoi>m!n-'E\a.tten\ zu constatiren. Nicht nur in der Form, 
sondern auch in der Nervation stehen unsere Blätter den Blättern verschiedener Arten der Gattung 
Cmnanio7mim sehr nahe. Besonders diejenigen Arten, deren Blätter mit drei gleich aus dem Blattstiele 
auslaufenden Nerven versehen sind) wie z. B^ C. .zeylaiiicitm, scheinen unseren Blättern ähnlich zu 
sein. Der Gattung Ciiinainomuni können sie jedoch keineswegs zugezählt werden aus folgenden 
Gründen: Das Nervennetz, obwohl es scharf und fein und aus vielen polygonalen Feldchen 
zusammengesetzt ist, ist doch nicht so dicht und stufenweise in so kleine Feldchen getheilt, wie 
bei Cinnamoinuin, die seitlichen Basalnerven sind mit dem Blattrande durch zahlreiche, fast gerade 
Nerven verbunden. Die Basalnerven eines Cinnamoinuin-Widittes sind mehr oder weniger gekrümmt, 
ziemlich stark, bei C. cinnainovieus sind sie aber fein, scharf fadenförmig, schlank, gerade. Der 
Blattrand ist wulstförmig verdickt und nicht selten mit einem parallelen Saumnerven, was bei 
Cinnaiiiomum niemals vorkommt. 

Unseren fossilen Resten ganz ähnliche Blätter kann ich freilich in der jetztlebenden Natur 
nicht finden, aber eine sehr auffallende Analogie ist in den Blättern der C. laurifolius gegeben. 
Die Zusammensetzung der Nervation stimmt gänzlich überein. Bei C. laurifolius ist der Blattrand 
ebenso verdickt wie bei unseren Blättern. Der Saumnerv, welcher auf einzelnen — aber nicht auf 
allen — Blättern der fossilen Art erscheint, kommt auf den Blättern der C. laurifolius nicht vor. 
Einen ähnlichen Saumnerv habe ich jedoch auf einigen Blättern von C. oblongifolius Dr. gefunden. 

Diese Blätter sind in dem Schieferthone so erhalten, dass sich die ehemahge Blattsubstanz 
leicht von dem Abdrucke ablöst; ich habe aus diesen Blatthäutchen ein mikroskopisches Präparat 
gemacht, auf welchem die feine Nervation in die kleinsten Details bis auf die Epidermiszellen s chön 
zu sehen ist; und auch in dieser Beziehung fand ich sie mit der C. laurifolius übereinstimmend. 



Cassia melanophylla m. (Caesalpiniaceae.) 
(Taf. VHI [XXXI], Fig. i, 2, S, 9, 11, 12.) 

Blätter aus breiter, eiförmiger Basis in eine lange, schmale Spitze vorgezogen, 
ganzrandig, nicht lederartig. Der Primärnerv gerade, ziemlich dünn, scharf hervortretend, in der Spitze 
verfeinert. Die Secundärnerven unter spitzen Winkeln entspringend, bogenförmig gekrümmt, dünn, vor 
dem Blatt rande in Gabeläste g esp a Ite n. Nervation nicht kennthch. Der Blattstiel kurz, dünn. 

In dem Perucer Sandsteine bei Böhm.-Leipa nicht selten. 



6 VeUnovsky. [67] 

Ganz gewiss ist dies eine Cassia-h.xV, die mit den tertiären Cassia Bereuices, C. hyperborea, 
C. Fischeri, C. phaseolites, wie sie z. B. in He er 's Flora der Schweiz dargestellt sind, gut verglichen 
werden kann. Die scharf hervortretenden schwachen Nerven und die Verzweigung derselben finden 
sich auch bei den meisten lebenden Cassia-KxX&\\. Die vorgezogene Blattspitze, durch welche sich 
diese böhmische Art von allen fossilen Arten specifisch unterscheidet, ist ebenso eine gewöhnliche 
Erscheinung bei lebenden Cassien. 

Es ist freilich schwer zu behaupten, dass diese Blattabdrücke gerade der Gattung Cassia 
angehören, weil auch andere verwandte Gattungen eine Reihe von Arten aufweisen, welche ähnlich 
gestaltete Blätter haben ; aber es ist am wahrscheinHchsten eine Cassia, weil ein dieser Gattung 
ähnhcher Blatttypus am meisten verbreitet ist. Der Phytopaläontologie bleibt in vielen Fällen nur 
annähernde Verwandtschaftsbestimmung übrig. 

Die lebenden C. occidentalis Willd., Jnga acutangula Grab., J. bracteata Poepp., Gyvino- 
cladus canadensis L. stimmen in den Blättern mit C uielaiiophylla am besten überein. 

Cassia atavia m. (Caesalpiniaceae.) 
(Taf. Vm [XXXI], Fig. 3—7, 10.) 

Blätter von derselben Gestalt und derselben Nervation wie die vorhergehende Art; durch 
starke Asymmetrie, durch kürzere Blattspitze und nicht selten durch kleinere Dimensionen von der 
letzteren specifisch verschieden. 

Es liegen mir mehrere Exemplare dieser Art vor, sämmtlich aus dem grünlichen Sandsteine 
bei Rieslings walde herrührend. Die lehrreichsten Stücke verschiedener Form sind abgebildet. 

Diese Blätter kann ich eigentlich von den tertiären C. phaseolites oder C. hyperborea (1. c.) 
specifisch nicht unterscheiden. Wenn die Sandsteine von KiesHngswalde der tertiären Zeit zugezählt 
werden sollten, wie es z. B. Goeppert gethan hatte (Ueber die foss. Flora der Quadersandstein- 
formation in Schlesien 1841 und 1847), ^*^ müsste C. atavia, sowie einige andere Arten dieser Schichten 
mit den tertiären identificirt werden. Die Flora dieser schlesischen Sandsteine entspricht sehr gut 
derjenigen, welche in den Chlomeker Schichten Böhmens begraben ist. Diese Schichten werden aber 
von den böhmischen Geologen als die jüngste Formation der Kreidezeit angesehen, so dass ich die 
Pflanzenabdrücke von Kieslingswalde z. B. jenen von Böhm.-Leipa im Alter gleichstellen muss. 

Von der vorhergehenden C. melaiiopliylla ist die C. atavia sicher specifisch verschieden. Die 
Blattspitze ist nicht so lang vorgezogen und die Basis ist beinahe auf allen Exemplaren ungleichseitig 
(Fig. 6, 7, 4)- 

Pisonia atavia m. (Nyctaginiaceae.) 
(Taf. VIII [XXXI], Fig. i3, [4.) 

Blätter eUiptisch, rundhch, zum Stiele herablaufend, ganzrandig, lederartig. Der Primärnerv 
gerade, ziemHch stark, schwach hervortretend. Secundärnerven und Nervation nicht erkennbar. Der 
Blattstiel kaum i cm lang, nicht stark. 

In dem Chlomeker Sandsteine bei Böhm.-Leipa. 

Die abgebildeten Blattfragmente sind die besten Exemplare, welche uns zur Disposition 
stehen. Der ganzen Erscheinung nach müssen sie derb lederartig gewesen sein. Die Nervation war 
vielleicht auf der Oberfläche im lebenden Zustande nicht hervortretend, in Folge dessen ist sie auch 
auf den Abdrücken nicht sichtbar. 



[68] Die Flora dt'r bohmisclien Kreideforniation. 7 

Diese Blattform stimmt sehr gut mit den zahlreichen Abbildungen, welche in Ettings- 
hausen's Flora von Häring als Pisonia oceanica beschrieben sind. Ich trenne unsere Kreide-Blätter 
von dieser tertiären Art nur wegen des verschiedenen Alters der Schichten, in welchen sie vorkommen. 



Phillyrea Engelhardti m. (Oleaceae.) 

(Taf. IV [XXVII], Fig. 2—5.) 

Blätter breit-eiförmig, am Grunde schwach herzförmig, vorne kurz gespitzt, am Rande scharf, 
ungleich gezähnt. Der Primärnerv gerade, nicht stark, in der Spitze verfeinert. Die Secundärnerven 
nicht zahlreich, unter spitzen Winkeln entspringend, fein, weit vor dem Blattrande in Gabeläste 
gespalten, welche sich untereinander verbinden. Zwischen den Secundärnerven feine Nervillen. Der 
Blattstiel kurz, schwach. 

In dem Chlomeker Sandsteine von Böhm.-Leipa häufig. 

Ich habe nur Fragmente von dieser Art, es lässt sich aber aus denselben leicht das ganze 
Bild zusammenstellen. Auf dem Exemplare Fig. 5 ist der Blattstiel erhalten, auf dem Fragmente 
Fig. 2 die vordere Hälfte und der schön gezähnte Rand, auf Fig. 3, 4 die herzförmige Basis. Die 
Nervation tritt hie und da recht gut hervor. 

Diese Blattart kann mit dem besten Erfolge mit den Blättern der jetzt lebenden Phillyrea latifolia L. 
verglichen werden. Die Zahnung des Randes, die Form und die Nervation stimmen gut überein, so 
dass man eigentlich nicht berechtigt ist, die fossile Art auf Grundlage der blossen Blätter von der 
lebenden specifisch zu trennen. 

Ich habe mir erlaubt, diese Blätter nach dem hochverdienten Phytopaläontologen Herrn 
Herrn. Engelhardt in Dresden zu benennen. 

Rhus cretacea m. (Anacardiaceae.) 

(Taf. IV [XXVII], Fig. 7—12.) 

Blätter klein, länghch lanzettlich, in der Mitte am breitesten, am Rande entfernt seicht 
gezähnt, zur Basis sowie zur Spitze kurz verschmälert, derb lederartig. Der Primärnerv gerade, nicht 
stark. Die Secundärnerven unter sehr spitzen Winkeln entspringend, am Rande durch Schlingen 
untereinander verbunden. Der Blattstiel kurz. 

In dem Chlomeker Sandsteine von Böhm.-Leipa häufig. 

Alle Blätter dieser Art zeigen eine derbe, lederartige Natur der Blattspreite. Die Nerven 
treten nur matt hervor, sind jedoch stellenweise erkennbar. Die Zähne am Rande sind ungleich gross 
und ungleich weit von einander entfernt, klein, scharf. 

In der Flora von Häring sind sehr ähnliche Blätter als Rhus prisca Ett. abgebildet. Die 
Identität der beiden Blattarten zu constatiren, wäre es unerlässlich, die Abdri.icke mit Originalen 
zu vergleichen. 

Aehnliche Blätter findet man auch in der Gattung Phillyrea, so z. B. bei Ph. media L., Ph. 
ligiistrifolm R. S. Auf den Exemplaren Fig. 10, 12 sieht man aber die Blattspitzen sehr fein verschmälert, 
was bei den genannten Phillyrea-Arten niemals vorkommt. Ja, auf diesen zwei Blättchen ist die 
Ungleichseitigkeit der Basis gut erkennbar, welche Eigenschaft auf ein gefiedertes Blatt hinweist, wie 
es bei Rhus-WiäXtQrn so häufig vorkommt. 



§ Velenovsky. [69] 

Prunus cerasiformis m. (Rosaceae.) 
(Taf. VI [XXIX], Fig. 2, 7.) 

Blätter eiförmig bis breit elliptisch, zur Spitze sowie zur Basis kurz verschmälert, auf dem 
Stiele schwach herablaufend, am Rande grob, unregelmässig doppelt kerbig-gezähnt. Der Primärnerv 
gerade, nicht stark, in der Spitze fein verdünnt. Die Secundärnerven zahlreich, hin und her gebogen, 
unter sehr spitzen Winkeln entspringend und weit vor dem Blattrande mehrmals gabelig verzweigt; 
einzelne Aeste anastomosiren dann untereinander. Die stärkeren Nerven des Nervennetzes verlaufen 
zwischen den Secundärnerven in einer sehr schiefen Richtung. Der Blattstiel gerade, nicht stark. 

In dem Sandsteine von K i esl ings w al d e. 

Es finden sich von dieser Art nur die zwei abgebildeten Exemplare in unserer Sammlung 
Beide sind prächtig erhalten und durch die auffallende Zahnung des Randes und die charakteristische 
Nervation von anderen Abdrücken leicht zu unterscheiden. 

In jeder Hinsicht können diese Blätter gut mit einigen Arten der Gattung Prunus verglichen 
werden. Pr. Ccrasits und Pr. avium haben sehr ähnlich gezähnte Blätter, die Zähne reichen ebenso 
tief bis zum Blattstiele herab ; auf den fossilen Blättern kann ich nur die Drüsen, welche unter der 
Blattspreite auf dem Blattstiele der meisten Prunus-Kxt&w sitzen, nicht finden. Die fossilen Blätter 
sind etwas breiter als bei Pi\ Cerasus. Die stärkeren Nerven treten ähnlich wie bei Pr. Cerasus 
scharf hervor, obwohl sie ziemlich dünn sind. Die Secundärnerven sind ebenso zahlreich und auffallend 
hin und her gebogen. Recht gut kann man auch die stärkeren Aeste des Nervennetzes wahrnehmen, 
welche immer auf der unteren Seite der Secundärnerven unter sehr spitzen Winkeln entspringen 
und in beinahe rechten Winkeln mit den anderen Secundärnerven sich verbinden. Der Blattstiel ist 
auch von derselben Form und Länge. Die fossile Art scheint mehr lederartig zu sein. 

Bignonia silesiaca m. (Bignoniaceae.) 
(Taf. Vll [XXX], Fig. I, 2, 5, II, i3.) 

Blätter lanzettlich, in der Mitte am breitesten, ganzrandig, am Grunde massig herablaufend, 
vorne kurz gespitzt oder stumpf, derb lederartig. Der Primärnerv gerade, stark und sowie die 
Secundärnerven scharf hervortretend. Die Secundärnerven zahlreich, unter ziemlich spitzen Winkeln 
entspringend, schon vom Grunde bogenförmig gekrümmt, am Blattrande durch Bogen und Schlingen 
untereinander verbunden. Zwischen den Secundärnerven sind nur stärkere Quernerven erkennbar. Der 
Blattstiel mehr als i cm lang, gerade. 

In dem Sandsteine von Kieslingswalde häufig. 

Ich habe die besten Exemplare dieser Art abgebildet. Am interessantesten ist das Fragment 
Fig. I, an dem man zwei Blätter und von einem dritten ein Stückchen des Blattstieles auf einem 
langen, gemeinschaftlichen Stiele sitzen sieht. 

Die Nervation ist sehr charakteristisch. Die Nerven treten sämmtlich sehr scharf aus dem 
Gesteine hervor. Die Secundärnerven sind regelmässig gebogen und nicht in gleicher Entfernung 
von einander. 

Diese Blätter können mit einigen Bignonien, welche unpaarig gefiederte Blätter besitzen, 
verglichen werden. Im böhmischen Museums-Herbarium hegt eine ähnliche von Haenke in Brasihen 
gesammelte Art (unbestimmt), welche unseren Fossihen in jeder Hinsicht sehr ähnlich ist; auch 
B. pentaphylla aus Guatemala steht ihnen nahe. 



[yo] Die Flora der Iwliviisclun Kreideformation. ■ 9 

Die erwähnte brasilianische Bignoma hat fünfzähhge, unpaarig gefiederte Blätter, von welchen 
das untere Paar tief am Grunde des gemeinsamen Stieles sitzt, während die übrigen drei Blätter 
einander genähert, als eine dreizählige Elattgruppe von dem unteren Blattpaare auf einem langen 
Stiele entfernt sind. Einer solchen dreizähligen Blattgruppe entspricht nun unser Fragment Fig. 1. 
Auf den Blattstielen sind die gelenkartig verdickten Enden, wo sie mit dem langen gemeinschaftlichen 
Stiele in Verbindung stehen, noch gut erkennbar, gerade wie es bei der genannten Bignoma vorkommt. 
Die Blätter fallen nämlich in den Gelenken leicht von dem gemeinschaftlichen Stiele ab, wodurch 
sich erklären lässt, warum sich in dem Sandsteine zumeist nur einzelne Blätter vorfinden. Uebrigens 
stimmt die Nervation der Blätter mit der der lebenden Art gut überein. Des Vergleiches wegen habe 
ich ein Blatt der genannten brasilianischen Art abgebildet (Fig. 3). 

Die fossilen Blätter sind stumpf oder beinahe stumpf, geradeso wie es bei den verwandten 
lebenden Bignonien vorkommt. Die Blattspreite war sehr lederartig; die lebenden Bignonien haben 
ebenfalls sehr lederartige Blätter. 



Bignonia cordata m. (Bignoniaceae.) 

(Taf. V [XXIX], Fig. 5.) 

Das Blatt länglich lanzettlich, ganzrandig, am Grunde herzförmig, ungleichseitig. Der Primärnerv 
gerade, nicht stark. Die Secundärnerven nicht zahlreich, bogenförmig, am Rande durch Schlingen 
untereinander verbunden. Der Blattstiel etwa i cm lang, dünn. 

In den grauen Perucer Thonen von Kuchelbad im Jahre 1881. 

Nur das einzige abgebildete Blattfragment war in dem genannten Standorte gefunden. Obwohl 
die stark herzförmige Basis und die charakteristische Nervation das Blatt gut kennzeichnen, so kann 
die Pflanze, welcher es angehört, doch nicht sicher bestimmt werden, wie dies nach einem blossen 
P'ragmente überhaupt nicht möglich ist. 

Ich habe einige Arten der Gattung Bignonia gefunden, welche ähnliche Blätter mit ähnlicher 
Nervation besitzen. Eine solche ist z. B. B. capreolata L. 



Laurus afflnis m. (Laurineae.) 

(Taf. V [XXVIll], Fig. 4, 5, 7, 8.) 

Blätter länglich lanzettlich, ganzrandig, zur Basis kurz verschmälert, vorne in eine feine Spitze 
ausgezogen, derb lederartig. Der Primärnerv gerade, besonders am Grunde stark. Die Secundärnerven 
nicht zahlreich, bogenförmig, untereinander am Rande durch Schlingen anastomosirend. Ein Nervennetz 
nicht erhalten. Der Blattstiel gerade, mittelmässig stark. 

In dem Sandsteine von K i e sl i n gs wald e sehr häufig. 

Es steht uns eine ganze Reihe prächtig erhaltener Exemplare von dieser Art zur Verfügung. 
Die derbe Beschaffenheit der Blattspreite, die Zusammensetzung der Nervation und die ganze Form 
entspricht der Gattung Laurus sehr gut. Von L. plutonia Heer, welche auch in böhmischen Kreide- 
schichten vorkommt (Die Flora d. böhm. Kreidef III. Theil, Taf IV, Fig. 2—4), sind die Kieslings- 
walder Blätter specifisch verschieden. Sie sind viel kürzer, vorne in schmälere und längere Spitze 
vorgezogen und mit spärlichen Secundärnerven. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich- Ungarns. V, i. 2 



I o Velenovsky. \n \ ] 

Dagegen bin ich nicht im Stande, ein Merkmal zu finden, durch welches sie von der tertiären 
L. priuiigenia Ung. unterschieden werden könnten. Ich habe für sie eine andere Benennung eingefi.ihrt, 
nur auf Grundlage des verschiedenen Alters der Schichten, in welchen sie vorkommen. 

Ficus fracta m. (Artocarpeae.) 
(Taf. Vni [XXXI], Fig. i5.) 

Das Blatt länglich lanzettlich, ganzrandig, derb lederartig. Der Primärnerv gerade, sehr 
stark. Die Secundärnerven zahlreich, gerade, dicht am Rande durch regelmässige 
Bogen untereinander verbunden. 

In dem Sandsteine von Kieslingswalde. 

Bisher wurde von dieser Art nur das abgebildete Fragment gefunden. Alle Merkmale sprechen 
für die Gattung Ficus. Die parallelen, zahlreichen Secundärnerven und ihre schönen Anastomosen am 
Blattrande sind gleich auffallend. Die feine Nervation ist nur spärlich und schwach stellenweise 
bemerkbar; sie ist von der Tracht der meisten Ficus- Kx'i.^x\.. 

Von der tertiären F. inultinervis Heer unterscheidet sich das abgebildete Blattfragment 
gar nicht. 

Ficus suspecta m. (Artocarpeae.) I 

(Taf. V [XXVIIl], Fig. 6, 9.) 

Blätter breit lanzettlich, in der Mitte am breitesten, zur Spitze sowie zur Basis kurz verschmälert, 
ganzrandig, derb lederartig. Der Primärnerv sehr stark, in der Spitze merklich verdünnt. Die Secundär- 
nerven zahlreich, unter spitzen Winkeln entspringend, untereinander parallel, gerade, am Blattrande 
durch bogenförmige Anastomosen verbunden. Der Blattstiel gerade, etwa i cm lang, sehr stark. 

In dem Perucer Schieferthone bei Vy§erovic. 

Ich habe die zwei abgebildeten Bruchstücke zu einer Art verbunden. Sie sind sehr breit 
und zeigen eine sehr lederartige Beschaffenheit der Blattspreite. Die Secundärnerven treten nur 
schwach hervor, der Mittelnerv ist aber sehr dick und stark. Von dem Netzwerke sind keine feineren 
Details zu finden. 

Alle Merkmale, welche sich auf diesen schlecht erhaltenen Fragmenten beobachten lassen, 
sprechen für die Gattung Ftcus, die definitive Bestimmung muss aber auf Grundlage mehrerer und 
besser erhaltener Exemplare noch weiter verfolgt werden. 

Von den breitblätterigen Formen der Eucalyptus Geinitzi unterscheiden sich diese Blätter 
durch den stärkeren Primärnerv und durch die stumpferen Winkel, unter welchen die Secundär 
nerven abzweigen. 

Salix perucensis m. (Salicineae.) 

(Taf. V [XXVIIl], Fig. 1—3.) 

Blätter lang lineal, mit parallelen Rändern, ganzrandig. Der Primärnerv gerade, nicht stark 
und verhältnissmässig überall gleich dick, nur bei der Spitze verdünnt. Die Secundärnerven sehr 
zahlreich, fein, unter spitzen Winkeln entspringend, bogenförmig gekrümmt, am Blattrande durch 
Schlingen untereinander anastomosirend. Der Blattstiel etwa i cm lang, nicht stark. 

In den Perucer Schieferthonen bei Vyserovic (1883) und bei Melnik an der Säzava selten, 



[72] - Die Flora der böhmischen Kreidefonnation. II 

Von Melnik haben wir einige schöne Exemplare dieser Art. Das in Fig. 3 ist sehr lano-, 
überall mit schön erhaltener Nervation; der Blattstiel ist ganz erhalten. Auf dem Fragmente Fio-. i 
ist dagegen die Rlattspitze recht gut kenntlich. Das Blatt Fig. 2 von Vyäerovic ist etwas breiter, 
aber sonst von dem vorigen nicht verschieden. 

Der Primärnerv tritt scharf hervor. Die Secundärnerven sind viel feiner, aber ebenso scharf 
angedeutet. Zwischen den letzteren lassen sich schwächere Zwischennerven wahrnehmen, welche mit 
den stärkeren parallel verlaufen. Die einzelnen Secundärnerven biegen sich stark vor dem Blattrande 
und anastomosiren durch eine Reihe von Schlingen untereinander. Das Nervennetz ist aus einem 
feinen polygonalen Maschenwerke zusammengesetzt. 

Dieser Typus der Nervation ist in den kleinsten Details auch auf den lebenden Weidenblättern 
zu sehen. Es kann in dieser Hinsicht eine ganze Reihe nicht nur von lebenden, sondern auch von 
tertiären Arten dieser Gattung zum Vergleiche aufgezählt werden. 

Das Vorkommen einer Weidenart in der Kreideflora, .speciell in den Perucer Schichten, ist 
ein sehr bemerkenswerther Fund, da sonst die Weide zur Tertiärzeit zumeist in den jüngsten Etao-en 
verbreitet ist. Durch Heer wurden auch Pappeln aus der Kreide (Grönland) bekannt, und ist somit 
nun aus dieser Periode die Familie der Salicineen auch durch die Gattung Salix repräsentirt. 

Grevillea tenera m. (Proteaceae.) 

(Taf. VII [XXX], Fig. 9, 14, .6.) 

Blätter im Umrisse rhombisch, gefiedert, Blattfieder breit lanzettlich, noch einmal getheilt. 
Abschnitte lineal, mit herablaufenden Rändern. Die Hauptnerven nicht stark, überall ziemlich gleich 
dick. Die Seitennerven fein, unter spitzen Winkeln entspringend und durch ein polygonales Maschen- 
werk untereinander verbunden. 

In den grauen Perucer Thonen bei Melnik an der Säzava selten. 

Die abgebildeten Bruch.stücke sind alles, was von dieser Art bisher gefunden wurde. Die 
Form der Abdrücke erinnert stark an einige Farne, die Nervation spricht aber entschieden für eine 
dicotyledone Pflanze. Die Nerven sind netzartig verzweigt, mit randständigen Bogen und Schlingen. 
Die Blattspreite war von fester, beinahe lederartiger Natur. 

In der jetzigen Natur finde ich nur G. robusta mit unseren Blattfetzen gewissermassen 
verwandt. Die Blattheilung und die Nervation sind übereinstimmend; die Blätter sind aber etwa 
zweimal so gross. 

Benthamia dubia m. (Corneae.) 
(Taf. VII [XXX], Fig. 4, 6.) 

Das Blatt lanzettlich, in der Mitte am breitesten, zur Spitze sowie zur Basis verschmälert, 
ganzrandig. Der Primärnerv gerade, nicht stark. Die Secundärnerven spärlich, unter spitzen Winkeln 
entspringend, bogenförmig vorwärts gebogen. Ein Nervennetz nicht erkennbar. Der Blattstiel gerade, 
mittelmässig stark, etwa i cm lang. 

In dem Perucer Schieferthone bei Vyserovic (1883). 

Das einzige Fragment, welches ich besitze, lässt sich freilich nur annähernd bestimmen. Ich 
habe dasselbe mit der lebenden B. fragifera verglichen, welche ebenfalls spärliche, stark gebogene 
Nerven hat. Die Nervation zwischen den Secundärnerven ist auf den Blättern dieser Art ebenso 
unkenntlich. Ich zähle hieher auch das Blättchen Fig 6, welches etwas grössere Nerven am Grunde besitzt. 



12 Velfuovsky. [73] 

Von den kleinblätterigen Formen der Aralta ainplifolia, welche in denselben Schichten bei 
Vyäerovic verbreitet ist (Die Flora d. b. Kreidef., II. Theil), unterscheidet sich das abgebildete Blatt 
durch die spärlichen, lang gebogenen Secundärnerven und den ganzen Umriss der Blattspreite. 

Cissitescrispusm. 

(Taf. IV [XXVII], Fig. 6.) 

Das abgebildete Fragment gehört einem kleinen Blättchen von rundlicher Form und band- 
förmiger Nervation. Es ist am Rande geschnitten gezähnt. Die Haupt- und Secundärnerven sind scharf 
hervortretend. Die Blattfläche zwischen den stärkeren Nerven ist faltig gewölbt. 

Auch dieser Abdruck kann nicht zuverlässig bestimmt werden. Das Blatt muss lederartig 
gewesen sein. Möglich, dass es nur ein junges Blättchen ist. Ich habe es mit einigen Cissus-h.xX.&\\ 
verglichen und bei dieser Gattung untergebracht. 

In dem Chlomeker Sandsteine bei Böhm. -Leipa. 

Phyllites bipartitus m. 

(Taf. VI [XXIX], Fig. 4.) 

Ein merkwi-irdiges Blatt, welches ich nicht einmal annähernd bestimmen kann. Es ist gross, in 
der Mitte bis zur Basis getheilt; die beiden Hälften sind ungleich gross und ungleich geformt; die linke 
ist in zwei Lappen ausgebuchtet, die grössere aber in der Spitze, wo der Mittelnerv endet, massig 
ausgerandet. Der Blattstiel ist lang und stark. Basalnerven mehrere, stark, mit seitlichen Gabelästen, 
welche sich am Blattrande durch Bogen und Schlingen untereinander verbinden. Die Blattfläche ist 
mit einem dicht zusammengesetzten Netzwerke ausgefüllt. Die Feldchen in dem Netzwerke sind 
regelmässig polygonal und fein aus der Oberfläche hervortretend. 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Blatt eine abnorme Bildung einer bei Vyäerovic, wo 
es gefunden wurde, vorkommenden Art ist. Am ehesten könnte es Hedera primordiahs Sap. sein, 
mit welcher es die Grösse, die breite Basis und den Blattstiel gemein hat. Die Zusammensetzung 
der Nervation ist aber sehr verschieden. H. priniordialis hat niemals so dichtes Maschenwerk, wie das 
abgebildete Blatt. 

Ich lasse deshalb dieses prächtig erhaltene Blatt unbestimmt. Wenn es einmal gelingt, 
mehr davon zu finden, kann erst die Verwandtschaft dieses Fossils weiter verfolgt werden. 

Nachträge. 

Dryandra cretacea Vel. (Die Flora d. böhm. Kreideform. IL Theil.) Ein gut erhaltenes 
Fragment dieser interessanten Pflanze fand ich auch in den Schieferthonen bei Melnik an der 
Säzava. — Die Pflanze der böhmischen Kreideformation halte ich nun für eine echte Dryandra, 
und zwar für eine Art, neben welcher aus der Kreidezeit bisher nichts ähnliches beschrieben war. 
(Siehe j,Botanisches Centralblatt* IV., 1883, XIV. Bd., S. 175.) Comptonites antiquus Nilss., welche 
Stur in den Kreideschichten in Siebenbürgen gefunden hat, gehört einer anderen Gattung und 
vielleicht einer anderen Familie an. Die Blätter Stur 's sind verzweigt (dichotomisch?), obzwar die 
Nervation und der geschnittene Blattrand unseren Abdrücken ziemlich gut entspricht. (Jahrbuch d. 
k. k. geolog. Reichsanstalt, 13. Bd., 1863, i. Heft.) 



[74] Die Flora der böhmischen Kreideformation. 13 

Dryandroides quercinea Vel. (I. c.) Es gelang mir ein sehr gut erhaltenes Blattstück in 
den Vorräthen der Fossilien von Kiesli ngs w ald e zu finden. Nebst den schönen Contouren sieht 
man auf demselben die vollkommen erhaltene Nervation. Mit den Blättern von Böhm.-Leipa stimmt 
es ganz überein, eine Analogie, die wieder für das identische Alter der beiden Fundorte spricht 
und zugleich auf die Aehnlichkeit derselben mit dem Tertiär hinweist. Die Stellung dieser Blätter 
scheint mir aber nicht richtig gedeutet zu sein ; eine weitere Beobachtung und Vergleichung mit der 
Gattung Myrica ist wohl noch nothwendig. 

Quercus westfalica Hos. et v. d. M. (1. c.) ist in dem grünlichen Sandsteine bei Kieslings- 
walde auf der böhmisch-schlesischen Grenze die gemeinste Pflanzenart. Die Grösse und Form dieser 
Blätter variirt aber ins Unendliche; man findet Blätter, die bald tief gezähnt, bald ganzrandig, einmal 
in der Mitte am breitesten und am Grunde verschmälert, dann wieder am Grunde am breitesten und 
hier fast eiförmig abgerundet sind. Ueberall kann sie jedoch an dem geraden, starken und scharf 
hervortretenden Secundärnerven erkannt werden. Ich habe einige charakteristische Exemplare abge- 
bildet (Taf. VII [XXXJ, Fig. 7, 12, 13). 

Quercus pseudodrymeja Vel. (1. c.) In dem Sandsteine bei Kieslingswalde. Das 
abgebildete Blatt ist sicher von dem vorhergehenden specifisch verschieden. Die Zähne sind schärfer, 
regelmässig, die Secundärnerven zahlreich und untereinander parallel. Das Blatt ist mehr verlängert, 
mit parallelen Randern. Der Quercus pseudodrymeja (1. c.) ähnelt es sehr, ist aber grösser und 
etwas breiter. 

Die Tracht dieser beiden Quercus-Blätter, und besonders die Nervation ist dieselbe wie bei 
den lebenden Arten dieser Gattung, so dass ich es nicht für berechtigt halte, sie nach dem Vorgange 
Dr. M. Debey's (Sur les feuilles querciformes des sables d'Aix-la-Chapelle-Bruxelles 1881) in eine 
andere Gattung zu stellen. H. D e b e y's Dryophyllum gracile ist entweder unsere Quercus pseudodrymeja 
oder eine sehr nahe verwandte Art. 

Liriodendron Celakovskii Vel. (1. c.) hält Heer (l. c.) für eine Menispermacee. Von dem 
Liriodendrontypus soll sich unser Blatt durch die Nervation, besonders aber durch den kurzen Blattstiel 
unterscheiden. Ich habe alle Menispermaceen, welche die reichhaltigen botanischen Sammlungen des 
böhmischen Museums enthalten, durchgesehen, um dieselben mit dem fossilen Blatte zu vergleichen. 

Am ähnlichsten sind noch die Blätter von Menispermuin und Cissampelos, die Blattform aber 
ähnelt dem Lir. Celakovskii doch nicht. Die Nervation ist ganz anders zusammengesetzt, die Basalnerven 
sind sämmtlich zahlreich, die Blattfläche mit einem dichten, aus polygonalen Feldchen zusammen- 
gesetzten Netzwerke ausgefüllt. Diese Verhältnisse findet man jedoch nicht an dem Kreideblatte. 
Heer bemerkt über den Blattstiel von L. Celakovskii, dass er für €\\\ Liriodendron-'QXz.t'i zu kurz und 
stark ist; bei den Blättern aber, welche aus der Familie der Menispermaceen mit dem L. Celakovskii 
vergHchen werden können, kommen ebenso lange Blattstiele wie bei dem lebenden Liriodendron vor. 
Warum könnte nicht endlich eine Liriodendron-Kxt etwas kürzer gestielte Blätter haben? Umsomehr 
bin ich nun überzeugt, dass L. Celakovskii eine Liriodendron- A.rt ist. 

Sterculia limbata Vel. (1. c.) kann dagegen mit Recht mit einigen Menispermaceen verglichen 
werden. In der Gattung I\Ienispernium, besonders aber bei dem M. canadense L. findet man ähnliche 
Blätter, welche an der Basis eine ähnUche Umsäumung besitzen, die Lappen sind ebenso am Ende 
fein verschmälert, die Blattform variirt in demselben Masse wie bei St. limbata. Die Nervation, so weit 
sie auf den Abdrücken erhalten ist, widerspricht derjenigen von M. canadense durchaus nicht. 

Credneria rhomboidea Vel. (1. c. I. Theil) ist nach Heer (Die fossile Flora Grönlands, 
I. Theil, Taf. VII i, 2, Taf. VIII i, Taf. IV i, S. 72—73) Platanus Heerii Lesqx. Dieser Behauptung 



14 



Velenovsky. [75] 



muss ich entschieden widersprechen. Unsere Blätter sind immer breit rhombisch, niemals so 
breit rundlich, wie bei PL Hecrii, sie sind vorne charakteristisch scharf fein gezähnt und niemals 
dreilappig. Die Blätter von PI. Heerii, wie sie H e e r abbildet, sind beinahe immer ganzrandig und 
nicht selten gelappt. Unter den starken Basalnerven sind auf den Blättern der PL Heerii noch längere, 
starke Secundärnerven bemerkbar, was bei unseren Blättern niemals vorkommt. Von der charak- 
teristischen Nervation zwischen den Secundärnerven bei Cr. rlwinhoidea (1. c. S. 12) ist auf den 
Blättern von PL Heerii keine Spur. 

Der Ansicht, dass es verwandte Pflanzen sein möchten und dass sie zu derselben Gattung 
gestellt werden könnten, will ich freilich nicht widersprechen, aber identisch sind sie nicht. 

Aralia elegans V e 1. (1. c. III. Theil) muss eine andere specifische Benennung erhalten, weil 
schon eine lebende AraLia elegans Horsf., welche zufällig ziemhch ähnhche Blätter besitzt, existirt. 
Sie kann Ar. fiireata genannt werden. 



UEBER ZWEI SPONGIEN AUS DER KREIDEFORMATION VON 
RAUDNITZ A. D. ELBE (BÖHMEN). 



C. Z AH ALKA. 

Mit 2 Tafeln. 



Thecosiphonia ternata, Reuss, sp. 

Taf. IX(I), Fig. 1—7. 

1844. Cnemidium ternatuyn, Reuss, Die Kreidegebilde. S. 298. 

1846. Siphonia ternata, Reuss, Die Versteinerungen, II. S. 73, Taf. 17, Fig. i, 3. 

1849. „ „ Geinitz, Das Quadersandstgb., S. 256. 

1850. „ „ D'Orbigny, Prodrome, II. S. 286. 
1864. Tremospotigia ternata, Römer, Die Spongitarien, S. 40. 
1872. Jerea ternata, Pomel, Palaeontologie, S. 161. 

1877. Siphonia ternata, SoUas, On the Structure, S. 798. 

1880. Jerea ternata, Zittel, Studien, II. Abh. d. m.-ph. Cl. d. k. bayer. Ak. d. W., S. 145. 

1884. „ „ Poeta, Beiträge, II, S. 36. 

1885. „ erecta, Pocta, Vesmir, S. 73. 

In der Kreideformation der Rohatetzer Anhöhe bei Raudnitz findet man viele seltene und 
durch schöne Form sich auszeichnende Versteinerungen. Eine von diesen, welche die Bewunderung 
eines jeden Freundes der Paläontologie erregt, ist die Thecosiphofiia ternata, Reuss, sp. Sie 
kommt hier in zwei Kreideschichten vor, und zwar in den Teplitzer (Turon) und den Priesener 
Schichten (Senon). Diese beiden Schichten habe ich in mehrere Horizonte getheilt, und zwar die 
erstere in 9, die letztere in 10, nachdem ich jede Etage für sich in geognostischer und paläon- 
tologischer Beziehung durchforscht hatte. ^) Dabei fand ich den oben genannten Meerschwamm 
bisher in folgenden Etagen : 

1. In der 7. Etage der Teplitzer Schichten, welche sich in der Höhe von 178 bis 182 m 
über die Meeresfläche befindet, und zwar in unmittelbarer Nähe der Capelle (180 m ü. d. M.) auf der 
südlichen Seite der Gemeinde Rohatetz. Sie war in bläulichem, weichem, graugeflecktem Plänerkalk. 

2. In der i. Etage der Priesener Schichten (199 — 202'8 m ü. d. ]\I.) auf dem südlichen Abhänge 
der Rohatetzer Anhöhe, welcher gegen 2idovic gerichtet ist und „Na vinicich" genannt wird. 



') Die ausführliche Beschreibung der geologischen Verhältnisse dieser Anhöhe werde ich in der nächsten Zeit 
veröffentlichen. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V, 2. i 



i6 Zahdlka. [2 

Auf einem Grundstücke des H. Bureä aus 2idovic fand ich diese Species in gelblich weissem 
tafelförmigem, klingendem, hartem Pläner. 

3. In der 10. Etage der Priesener Schichten (2ii'g — 213T m ü. d. M.), welche in dem 
auf dem Gipfel „Na horäch", ein Kilometer südöstlich von Rohatec befindlichen Steinbruche des 
H. Bohuslav aus Rohatec zugänglich ist. Diese Etage, welche aus zerfallenem Pläner besteht, 
ist, was unseren Schwamm betrifft, die interessanteste. Die darin vorkommenden Formen zeigen 
vor allen anderen ungewöhnliche Grösse und Schönheit. 

A. E. Reuss führt die Thecosiphonia ternata (Siphonia teriiata ^) aus den untersten Pläner- 
kalkschichten (Korytzaner Schichten, Cenoman) vom südlichen Fusse des Boren bei Bilin und des 
Tripelberges bei Kutschlin an. F. A. Römer führt die Thecosiphonia temata (Tremospongia ternata^) 
aus der Cuvieri-Kreide bei Quedlinburg an. 

Die Form dieser Spongien ist verschieden. Sie bestehen immer aus einer Basis, die 
gewöhnlich unregelmässig cylindrisch (Taf IX(I), Fig. 6), kugelig (Taf. IX(I), Fig. 3), oder kegelförmig 
(Taf. IX(I), Fig. 1,4,5) ist. Ueber der Basis erhebt sich der obere Theil und breitet sich zu grösserem 
Umfange aus. Dieser obere Theil besteht aus einer verschiedenen Zahl von Köpfen, von denen 
einer in den anderen übergeht, und welche entweder kugelig (Taf. IX(I), Fig. 6), birnförmig 
(Taf. IX(I), Fig. i) oder sonst unregelmässig (Taf. IX(I), Fig. 2, 3, 4, 5) gestaltet sind. Am Scheitel 
haben' die Köpfe seichte, ziemlich breite, kreisförmige oder längliche Vertiefungen, in denen 
Verticalcanäle in Form kreisförmiger Oeffnungen einmünden. An dem Exemplare, Taf. IX(I), Fig. 3 
sehen wir links in der Ecke einen Kopf ohne Vertiefung, so dass die Oeffnungen der Vertical- 
canäle auf dem convexen .Scheitel erscheinen. Da aber die Umgebung dieser Oeffnung-en beschädigt 
ist, kann man schliessen, dass auch dort einst der Damm der Vertiefung sich erhob. Die kleinste 
Anzahl Köpfe (zwei) hatte der Schwamm Taf. IX(I), Fig. 6 aus den Priesener .Schichten, Etage 10 aus 
dem Steinbruche des H. Bohuslav „Na horäch". Von derselben .Stelle stammt das Riesenexemplar, 
dessen Vordertheil auf Taf. IX(I), Fig. i, der rückwärtige Theil auf Taf. IX(I), Fig. 2 dargestellt ist. 
Dieses hat vorne 7 grössere, rückwärts mehrere weniger regelmässige, theilweise durch Limonit 
beschädigte Köpfe. Das Riesenexemplar auf Taf. IX(I), Fig. 3, welches von derselben Stelle, wie 
die zwei vorhergenannten ist, hat den oberen Theil aus unregelmässigen in einen Kreis zusammen- 
gesetzten Köpfen. Fünf Vertiefungen in denselben sehen wir auf der Peripherie, eine beschädigte 
im Centrum. Möglich, dass an manchen unregelmässigen, etwas beschädigten Ausläufern auch 
A^ertiefungen waren. Ausser den angeführten Schwämmen wurden in der 10. Etage der Priesener 
Schichten auch Fragmente von bedeutendem Umfange gefunden, welche zwar keinen .Schluss auf 
die Zahl der Köpfe zulassen, aber doch auf ansehnliche Grösse hinweisen (z. B. Taf. IX(I), Fig. 4. 
Mit einem erhaltenen Kopfe). In der Etage 7 der Teplitzer Schichten bei der Rohatetzer Capelle, 
am südlichen Ende der Gemeinde, fand ich ein ganzes Exemplar mit drei, durch seichte Falten 
getrennten Köpfen, die ^/^ der ganzen Höhe einnahmen (Taf. IX(I), Fig. 5), von denen jeder auf dem 
nach vorn geneigten .Scheitel eine unregelmässige Vertiefung trägt. In der Etage i der Priesener 
Schichten auf dem Abhänge „Na vinicich" fand ich nur Fragmente von diesem SchAvamm. 

Aus der Basis, seltener aus den unteren Theilen der Köpfe treten cylinderförmige Wurzeln 
von verschiedener Stärke hervor; eine solche von besonderer Stärke (4-5 cm breit), mit kleineren 
Wurzeln besäet, befand sich auf einem grossen Schwämme mit nur einem erhaltenen Kopfe 
(Taf. IX(I), Fig. 4)- 



') Versteinerungen d. böhm. Kreideform. II, S. 72. 

^) Die Spongitarien d. norddeutschen Kreidegeb. Palaeontograpbica, XIII, S. 40. 



[3] 



Ueher zwei Spongien aus der Kreideformation von Raudnifz a. d. Elbe (Böhiiien). 



17 



Die gefundenen Exemplare sind alle", was die äussere Gesammterscheinung anlangt, unter 

einander verschieden, denn durch die Anzahl der Köpfe und deren Gruppirung nebeneinander 

nimmt das ganze Individuum immer eine andere Gestalt an. 
r 

A. E. Reuss schreibt über die Form seiner Siphonia ternata"^): „Er ist knoUig, kurz keulen- 
förmig. Der untere, sich etwas verdünnende Theil war mit breiter ungleicher Basis aufgewachsen. 
Der obere ist selten einfach; gewöhnlich theilt er sich in drei keulenförmige Köpfe, welche 
Theilung schon unterhalb der Mitte durch breite Furchen angedeutet wird, bis endlich gegen das 
obere Ende hin durch breite und tiefe Einschnitte die vollkommene Theilung erfolgt. Jeder Kopf 
verschmälert sich nach oben wieder und endet mit einer etwas schiefen, trichterförmig aus- 
gehöhlten Scheitelfläche, welche von einem breiten gerundeten Rande umgeben wird und in 
deren Mitte sich die cylindrische Centralhöhlung einsenkt." 

F. A. Römer schreibt über die Form seiner Tremospongia iernaia^): „Drei eirunde, am 
Scheitel eingedrückte, 18" dicke Individuen sind bis auf das obere Dritttheil eng verwachsen und 
bilden etwa 3" dicke, eben so hohe Knollen, die unten von einer glatten, meist zerstörten 
Epithek bedeckt gewesen sind." 

Die Dimensionen sind bei unserer Art, wie folgende Ziffern zeigen, sehr verschieden: 



Exemplar 



Länge ') 





( 


lon link 


nach 


(von vorne nach 


des ganzen 








recht 





rückwärts) 


Schwammes, 


der Basis 


Taf. IX(I), Fig. 


6 . 


II-5 


:m 


8-5 cm 


16 cm 


10 cm 


Taf. IX(I), Fig. 


5 ■ • 


16 


n 


9'5 „ 


15 „ 


3-5 !, 


Taf. IX(I), Fig. 


I, 2 


27 


„ 


10 „ 


24 „ 


t? „ 


Taf. IX(I), Fig. 


3 • 


19 


„ 


•5 „ 


23 „ 


12 „ 


Taf. IX(I), Fig. 


4. . 


13 


)) 


12 „ 


23 „ 


15 -l 



A. E. Reuss führt über die Grösse seiner Siphojiia ternata^) an: „misst 2 — 6" in der Höhe. 
Seine Breite ist nicht viel geringer oder selbst noch bedeutender." 

Die Oberfläche des Schwammes ist entweder glatt oder rauh, je nachdem die kieselige 
Deckschicht darauf erhalten ist oder nicht. Diese ist immer glatt und sehr dünn. Auf den 
Köpfen ist sie gewöhnhch nur wenig erhalten, wobei sie kleine Flecken oder Streifen bildet. 
Die Basis ist grösstentheils mit der Deckschicht bedeckt. An manchen Stellen sieht man, wie die 
Deckschicht der Basis mit der Deckschicht des oberen Theiles zusammenhängt; selten reicht sie 
bis in die Vertiefungen der Köpfe. 

Auf dem Exemplar Taf. IX(I), Fig. 6, überzieht die kieselige Deckschicht die ganze Basis. An 
manchen Stellen ist sie durch Limonit beschädigt. Sie bedeckt auch die unteren Theile der Köpfe 
und reicht bis in die Vertiefung des rechten Kopfes. 

Auf dem Exemplar Taf. IX(I), Fig. 5, verhüllt die Deckschicht die ganze Basis und ver- 
breitet sich auf dem rechten und linken Rande bis zu den Scheiteln der Köpfe, welche sie auf der 
rückwärtigen Seite umgibt. Von der Basis dringt sie auch in die zwei auf dem mittleren Kopfe 
befindlichen Höhlungen, welche sie ganz bedeckt. 



') Verst. d. böhra. Kreideform. II, S. 72, 

^) Die Spongitarien. Palaeontographica, XIII, S. 40. 

*) Beim Messen der Dimensionen wurde die Entfernung der weitesten Punkte bestimmt. 

•*) Verst. d, böhm, Kreideform II, S. 72. 



i8; Zahdlka. [4] 

Das Exemplar Taf. IX(I), Fig. 3, hat die Deckschicht auf der mächtigen Wurzel, ausserdem 
bildet dieselbe Streifen auf dem unteren, mittleren und oberen Theile der Basis, umhüllt ringsum 
die untere Hälfte des oberen Theiles und reicht auf der rückwärtigen Seite fast bis zum Scheitel 
und erfüllt zahlreiche grössere und kleinere A^ertiefungen, welche sich auf der Oberfläche der 
unregelmässigen Köpfe vorfxnden. ' 

Das Exemplar Taf. IX(I), Fig.. i, 2, hat die Deckschicht auf dem vorderen Theile in der 
unteren und oberen Hälfte der Basis, auf dem Kopfe links in der Ecke und unbedeutende Spuren 
am rückwärtigen Theile. 

Am meisten ist die Deckschicht auf dem Exemplar Taf. IX(I), Fig. 4, erhalten. Auf demselben 
bedeckt sie die mächtige Wurzel, die ganze Basis bis auf den hinteren Theil und ausserdem 
den erhaltenen Kopf. 

Aus der Verbreitung der kieseligen Deckschicht auf den genannten Schwämmen, kann 
man schliessen, dass ursprünglich der ganze Schwamm mit dieser Deckschicht umhüllt war. Bei 
öofacher Vergrösserung erscheint sie als sehr dichtes in eine Fläche durchflochtenes Skelet. Das 
stimmt mit der Deckschicht der Gattung Thecosiphunia überein, wie sie K. A. ZitteP) beschreibt: 
„Die einfache oder mit wurzelartigen Anhängen besetzte Basis, so wie ein grösserer oder kleinerer 
Theil des ganzen Schwammkörpers sind mit einer dichten kieseligen Deckschicht überzogen. Bei 
zusammengesetzten Stöcken verbindet diese Epithek sämmtliche verwachsene Individuen." 

A. E. Reuss schreibt über die Deckschicht seiner Siphonia ternata^): „In vollkommen 
erhaltenem Zustande scheint der ganze Schwamm mit einer dünnen ganz glatten Rinde umhüllt 
gewesen zu sein, von der man an den fossilen Exemplaren, besonders gegen die Basis hin, auch 
noch hie und da einzelne Partien anhängen sieht." 

Ueber die Deckschicht der Römerischen Tremospongia teriiata wurde schon gesprochen. 

Das Innere des Schwammes, besonders in der Basis, ist kieselig, sehr fest, entweder 
farblos oder grau, oder in's violette spielend. Je näher zur Oberfläche des Schwammes, desto 
mehr wird die Substanz des Schwammes kalkig, und aus dieser lassen sich die kieseligen Skelet- 
Elemente durch Lösung von Salzsäure gewinnen. Bei 4ofacher Vergrösserung erscheinen die 
Skelet-Elemente (Taf. IX[I], Fig. 7) so, wie sie Zittel bei der Gattung Thecosiphonia ^) beschreibt 
und bei Thecosiphonia grandis,^'6Ta.er, sp. darstellt: „Die Skelet-Elemente sind von ansehnlicher 
Grösse, regelmässig vierarmig; die vier Strahlen glatt mit wurzelartig verzweigten Enden. Sie 
unterscheiden sich durch ihre ansehnliche Grösse von denen der Gattung Siphonia.'-'' 

Auch stimmen diese Skelet-Elemente mit jenen überein, welche G. J. Hinde bei der Art 
Thecosiphonia nobilis, Römer, sp. *) darstellt. 

Die Vergleichung unserer Thecosiphonia ternata mit der Thecosiphonia (?) bohemica, Podta °) 
ist nicht möglich, weil das Skelet der letzteren nicht gut erhalten ist. 

Die innere kieselige aber besonders die kalkige Substanz ist stellenweise von Limonit 
durchdrungen, welcher oft bis zur Oberfläche des Schwammes reicht. 

An der Oberfläche des Schwammes, wo keine Deckschicht ist (oder unter der kieseligen 
Deckschicht), ist das Skelet kalkig und verursacht die rauhe Oberfläche. 

An der Oberfläche bemerken wir zwischen dem Skelet zahlreiche, gewöhnlich kreisförmige, 
auch unregelmässige Oeffnungen ohne alle Ordnung zerstreut, die Mündungen der Canäle. 



1) Studien, II, Abh. d. math.-phys. Cl. d. k. bayer. Ak. d. W., Bd. 13, S. 148. 

^) Verst. d. böhm. Kreideform. II, S. 72. 

") Studien, II, Abh. d. math.-phys. Cl. d. k. bayer. Ak. d. W., Bd. 13, S. 148 u. Taf. 10, Fig. 3. 

*} Catalogue of the fossil sponges. P. 75, PI. 17, Figs. 3, 3a. 

^) Beiträge z. Kenntniss d. Spongien d. böhm. Kreideform. II, S, 39, Fig. 25 u. Taf. II, Fig. \^a — c. 



[5] Ueber zwei Spongien aus der Kretdeformation von Rmcdnifz a. d. Elbe (Böhme7i). ig 

Ausserdem sieht man manchmal auf den "Köpfen Furchen, die sich manchmal verzweig-en. Es 
sind Canäle, welche sich in der Nähe der Oberfläche befanden, und durch das Durchreissen des 
Skelets der Oberfläche aufgedeckt wurden. Auf dem Profil durch die Axe der Köpfe zeigt sich 
dasselbe System der Canäle wie es A. E. Reuss bei seiner Siplionia ternata beschreibt und dar- 
stellt^): „Von der etwas länglichen, 0.25 — o^s" grossen Scheitelöffnung entspringen strahlenförmig 
divergirende, entfernt stehende, hie und da sich gabelförmig theilende schmale Furchen, die nur 
bis zur Hälfte des Schwammkörpers herabreichen. Auf der unteren Hälfte des Schwammes bemerkt 
man aber eine noch grössere Anzahl gedrängterer, sich vielfach zerspaltender, hie und da auch 
anastomisirender Furchen, welche von der Basis aus sich nach allen Seiten aufwärts verbreiten, 
ohne aber mit den oberen Furchen irgendwo zusammentreffen." Dasselbe stimmt auch mit der 
Beschreibung des Canalsystems überein, wie es K. A. Zittel bei dem Genus Thecosiphonia 
beschreibt. 

Was die Bestimmung der Gattung anbelangt, geht aus dem vorhergehenden, namentlich 
was die Form, das Canalsystem, die kieselige Deckschicht, die Grösse und Gestalt der Skelet- 
Elemente betrifft, hervor, das unser Schwamm mit der Gattung Thecosiphonia übereinstimmt. 

Wenngleich die Zahl der Köpfe, und die daraus entspringende Grösse und Form von der 
Reussischen Siphonia ternata verschieden ist, sind doch alle übrigen Eigenschaften unserer 
Schwämme und der Siphonia tcr)iata Reuss übereinstimmend und wir sehen keine Verschiedenheit 
der Species. 

Prof. K. A. Zittel ^) gibt ausdrücklich an : „in die Gattung Jerea verweise ich sämmtliche 
stockförmige Jereen mit wohlentwickelten Radialcanälen, der die Kieselepidermis fehlt." Dass 
aber Prof. K. A. Zittel, wie schon vor dem Pomel ^) gethan hatte, die Reussische Siphonia ternata 
unter die Jerea *) rechnet, erklärt sich dadurch, dass die charakteristische Deckschicht auf den 
Exemplaren, welche er bei der Hand hatte, nicht erhalten ist. In seinem werthen Briefe ^) vom 
5. Jänner 1885 gibt er von der Deckschicht seiner Exemplare zu, dass sie vielleicht doch existirte, 
aber während des Fossilidationsprocesses verloren ging. 

Die wenig- erhaltene Deckschicht auf meinem Exemplar Taf. IX(I),Fig. i, 2, war auch die 
Ursache, dass H. Ph. Poöta, welcher über dieses erste von mir gefundene Exemplar in der 
naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Vesmir" ") referirte, dasselbe für eine typische Jerea hielt, 
und wegen seiner eigenthümlichen Form als neue Art ^erecta'-^ benannte. ') Als ich aber mehrere 
Exemplare dieses Schwammes fand, entdeckte ich, dass die Deckschicht bei manchen Stücken 
weniger, bei manchen mehr erhalten ist, wie schon aus der vorausgeschickten Beschreibung 
ersichtlich ist, und wie ich es auf den Bildern Taf. IX(I), Fig. i — 6 darzustellen versuchte. Damit 
entfällt die Einreihung Reuss' der Siphonia ternata in die Gattung „Jerea^'', da auch andere, schon 
angeführte charakteristische Eigenschaften für ,^Thecosiphonia^' sprechen. Aus der Betrachtung 
einer grösseren Zahl der gefundenen Exemplare wird klar, welche verschiedene Form und Grösse 
diese Art hatte, und die Aufstellung einer neuen Art ist daher überflüssig. 



1) Verst. d. böhm, Kreideforra, 11, S. 72, Taf. 17, Fig. 3. 

2) Studien, II, etc., S. 147. 

ä) Palaeontol. ou descript. d. anim. foss. de la Prov. D'Oran, P. 161. 

*) Studien, II, etc., S. 145. 

^) Meinen innigsten Dank spreche ich bei dieser Gelegenheit H. H. Prof. K. A. v. Zittel in München und Professor 
Dr. M. Neumayr in Wien aus, welche mit grosser Gefälligkeit mir bei dieser Arbeit durch ihren werthen Rath behilflich waren . 

") C. 5, S. 73. Praha 1885. 

') Dabei erlaube ich mir zu bemerken, dass als Fundort dieses Exemplars im „Vesmir" irrthümlich der Steinbruch 
zwischen Hrobec und Rohatec angegeben ist. Es soll heissen: aus dem Steinbruche des H. Bohuslav „Na horäch" bei Rohatec. 



20 Zahdlka. [6] 

Unsere Exemplare der Thecosiphonia iernaia übertreffen durch schöne Form und ungewöhn- 
liche Grösse nicht nur die von Reuss und Römer angeführten Exemplare derselben Art, sondern 
auch andere Arten der Thecosiphonia, wie: 

Thecosiphonia Klieni, Gein., sp. i) (Tre?nospongia Klieni, Gein.) aus dem unteren Quader- 
sandsteine von Oberhässlich bei Dippoldiswalda ; 

Thecosiphonia nobilis, Römer, sp. ^) {Lymnorea nobilis, Rom. et Quenst.) aus der Cuvieri- 
Kreide: bei Immenrode, Haverlah, Immenstedt; Quadraten-Kreide : bei Suderode; Upper Chalk: 
Wiltshire ; 

Thecosiphonia grandis, Römer, sp. ^) {Tremospongia grandis, Rom.) aus der Cuvieri-Kreide 
bei Immenrode, Haverlah, Jerstedt und in der Quadraten-Kreide bei Suderode ; 

Thecosiphonia htrbinati , Hinde*), aus dem Upper Chalk: Stockton, bei Heytesbury, 
Wiltshire. 

Schliesslich mögen noch die Versteinerungen angeführt werden, welche auf der Theco- 
sipho7tia ternata angewachsen sind; am öftesten tritt Ostrea Hippopodium, Nilss. MnA. Serpula sp. 
(stellenweise bis 5 cm lang), auf. An dem Schwämme Taf. IX(I), Fig. 5, befindet sich auf der 
Vorderseite Spondylus latus, S ow. sp. (in der Kopfvertiefung) und auf derselben Seite bei der 
Basis Verruculina tenuis, Römer, sp. Ausserdem fand ich an dem Exemplare Taf. I, Fig. 4, einen 
bisher nicht bestimmten Meerschwamm angewachsen. In den Zwischenräumen des Skelets befand 
sich oft Criitellaria rotiilata Lam. sp. 



Verruculina miliaris, Reuss, sp. 

Taf. X (II), Fig. 1—8. 

844. ] f Die Kreidegebilde, S. 170. 

> Manon miliare, R e u s s, < 
846. J \ Die Versteinerungen, II, .S. 78, Taf. ig, Fig. 10 — 12 (non 13). 

84g. Manon miliare, Geinitz, Das Quadersandstgb., S. 262. 

850. Chenendopora miliaris, D'Orbigny, Prodrome, IT, P. 287. 

864. „ „ Römer, Die Spongitarien, S. 43. 

872. Stelgis miliaris, Pomel, Palaeontologie, P. 150. 

878. Manon miliare, Quenstedt, PetrefactenUunde, V, P. 370, Taf. 132, Fig. 52. 

r878. Amphithelion tniliare, Zittel, Studien, II, Abh. d. m.-pli. Cl. d. li. bayer. Ak. d. W., S. 124. 

;. Verruculina miliaris, Hinde, Catalogue, P. 39, T. 3, Figs 3, 3a. 

:. Amphithelion miliare, Poeta, Beiträge, II, S. 24. 

Unter die schönsten Erscheinungen der Versteinerungen der Kreideformation überhaupt 
gehört der Verruculina miliaris, Reuss, sp., welche ich in der lo. Etage der Friesener Schichten 
in dem Steinbruche des H. Bohuslav auf der Rohatetzer Anhöhe bei Raudnitz gefunden habe. 
Er stammt von derselben Stelle, wie die schönsten Stücke der eben beschriebenen Thecosiphonia 
ternata, Reuss, sp. Jene Art ist in der 10. Etage selten, denn bei sehr oftmaligem Besuche 



') Dr. H. B. Geinitz: Das Elbethalgebirge in Sachsen, I, S. 28, Taf. 4, Fig. 3a, b. 
^) F. A. Römer: Palaeontographica 13, S. 37, Taf. 15, Fig. I. 

F. A. Quenstedt: Petrefactenkunde Deutschlands, Bd. 5, Taf. 133, Fig. 8 — II. 

Dr. G. J. Hinde: Catal. of the foss. spong., P. 75, PI. 17, Figs. 3, 3a. 
^) F. A. Römer: Palaeontograph. 13, S. 40, Taf. 15, Fig. 3, 
*) Dr. G. J. Hinde: Catal. etc., Pag. 75, PI. 17, Fig. 4. 



[y] Ueher zzvei Spongien aus der Kreidefoiiuatioii von Rmidnitz a. d. Elbe (Bölimen). 21 

dieser Fundstätte wurden niemals die geringsten Spuren dieses Schwammes — das beschriebene 
Exemplar ausgenommen — vorgefunden, obwohl ein grosser Theil der 10. Etage aufgedeckt 
wurde. In der genannten Etage lag der Schwamm an der tiefsten Stelle ; seine Wurzel und Basis 
lagen gegen unten und der grosse reich verzweigte Obertheil erstreckte sich wagrecht über 
die Wurzel. 

Der ganze Schwamm besteht aus drei Theilen: aus der Wurzel, der Basis und dem 
oberen Theile. 

Die Wurzel hat eine zackige, ungleich starke Form, aus welcher zahlreiche grössere 
oder kleinere wurzelartige Ausläufer ausgehen. Am oberen Ende erweitert sie sich und geht an 
zwei Stellen in eine mächtige unregelmässige Basis über, welche sich auf der rechten Vorderseite 
des Schwammes ausstreckt und sich gegen die linke und die rückwärtige Seite verengt. Der 
untere Theil der Basis hat in der Mitte eine starke Einbiegung, die hintere Hälfte ist concentrisch 
gefaltet. Am Rande der Basis befinden sich einige kleine wurzelartige Auswüchse. 

Aus der Basis erhebt sich der Obertheil, welcher aus einigen Flügeln und anderen am 
Rande abgerundeten Formen besteht. Nach hinten erstrecken sich zwei grosse schöne Flügel. 
Der eine ist unten und geht aus dem unteren Theile der Basis hervor. Der andere ist höher 
gelegen und entspringt aus dem oberen Theile der Basis, verbreitet sich über dem ersten Flügel, 
ragt über denselben hinaus und ist mehrfach gegliedert. Der untere Flügel bildet eine concave 
Fläche, die mit mächtigen Falten versehen ist. Diese Falten gehen von vorne nach hinten. Auf 
der rechten Seite geht eine von den Falten in eine längliche Spalte über. Der hintere Rand 
dieses Flügels sendet stumpfe Ausläufer aus. Der zweite, obere Flügel bildet eine sehr schöne 
fächerförmige Fläche. Der Rand des Fächers ist stellenweise ausgeschnitten, besonders in der 
Mitte, wo ein tiefer Winkel in das Innere des Flügels dringt und denselben in zwei Hälften, die 
rechte und die linke, theilt. Die rechte Hälfte hat einen im Ganzen einfachen Rand; die linke 
Hälfte ist viel mehr gegliedert, besonders am vorderen Theile, a\-o fingerförmige Ausläufer her- 
vortreten. Der ganze zweite Flügel hat massige, von links nach rechts gehende Falten, mächtigere 
Falten aber gehen von vorne nach hinten. Auf der Vorderseite dieses Flügels in der Mitte ist 
eine grosse Serpula angewachsen, welche einigemal wellenförmig sich windend durch die Oeffnung 
dieses Flügels auf die untere Seite desselben dringt. Die Lage dieses Flügels zur wagrechten 
Hauptachse des Schwammes ist schief. Auf der Vorderseite verbindet sich der zweite Flügel mit 
dem ersten und beide gehen dann in einen dritten Flügel auf der linken Seite über. Der dritte 
Flügel ist nicht ganz erhalten. Nach hinten ist ein fingerförmiger, etwas nach unten gebogener 
Ausläufer. Die Bruchflächen auf der Vorderseite beweisen, dass dieser Flügel ursprünglich 
grössere Ausdehnung hatte. Nach vorne tritt aus der Basis ein sternförmiger Flügel hervor, der 
auf der unteren Seite in einen cylinderförmigen Stiel übergeht, welcher sich zweimal zu runden 
Knoten erweitert und sowohl mit dem Untertheile des dritten Flügels als auch mit der Basis 
verbunden ist. Die Bruchflächen dieses dritten Flügels bezeugen, dass sich dieselbe über der 
rechten Seite der Basis weiter verbreitete. Kleinere zusammengedrückte Auswüchse entspringen aus 
dem rechten Rande der Basis. Interessant ist eine trichterartige Form, welche aus dem oberen 
Theile der Basis hervortritt. Auf einem gebogenen, kurzen aber mächtigen Stiele ruhend, erweitert 
sie sich im rechten Winkel des zweiten Flügels. Zwischen dem ersten und zweiten Flügel ist ein 
vereinzelter fingerartiger Fortsatz (auf unseren Bildern ist derselbe nicht zu sehen) erhalten. Den 
mittleren Theil der Basis sehen wir unbedeckt, aber auch dieser war mit Ausläufern bedeckt, wie es 
nicht nur die Bruchflächen beim vierten Flügel, sondern auch die Bruchfläche auf der oberen Seite 
dieses Theiles der Basis bezeugen. Die schöne dichotome Form, welche auch unserem Individuum 



2 2 Zahdlka. . [8] 

zugehört und den oberen Theil unseres .Schwammes zierte, von der es aber nicht möglich war 
bestimmt zu entscheiden, an welcher Stelle sie war, ist auf der Taf. X(II), Fig. 3, 4, abgebildet. 
Ausserdem habe ich noch einige fingerartige Formen, welche zu den obenerwähnten Theilen 
unseres Schwammes gehörten. 

Die Dimensionen des Ganzen mit Rücksicht auf die von einander entferntesten 
Punkte sind : 

die Länge (von links nach rechts) 22 cm 

die Breite (von vorne nach hinten) .... 27 „ 

die Höhe (von unten nach oben) 11 „ 

Die Dimensionen des zweiten, fächerförmigen Flügel sind: 

die Länge (in der Richtung der schiefen Fläche) .... 12 cm 

die Breite 12 „ 

die durchschnittliche Dicke i „ 

Die Dimensionen des ersten Flügels sind: 

die Länge 15 cm 

die Breite 10 „ 

die durchschnittliche Dicke .... i'2 „ 

Die Dimensionen der Basis sind : 

die Länge 8 cm 

die Breite 13 „ 

die Höhe 6-5 „ 

Die Dimensionen der ganzen Wurzel sind: 

die Länge 6'5 cm 

die Breite 10 „ 

die Höhe 5 „ 

Wenn wir die Dicke der Flügel an dem Rande und in der Mitte vergleichen, so finden 
wir keine Regelmässigkeit. Manchmal sind die Ränder dünner, manchmal gerade so stark, ja 
sogar stärker als die Wände in der Mitte. 

Wo der Schwamm vollkommen erhalten ist, ist er mit einer sehr dünnen glatten Deck- 
schicht überzogen, wo diese aber verletzt ist, zeigt sich die Oberfläche fein porös oder rauh. 
Auf der oberen Seite der genannten Flügel, auf dem trichterartigen und den fingerartigen 
Fortsätzen, dann auf der oberen resp. inneren Seite der Basis erheben sich schiefe oder senk- 
rechte, gewöhnlich i mm (auch weniger), selten bis 3 mm hohe kreisförmige Oscula, welche mit 
einem schwachen Rande umgeben und rz — 1-5 mm breit sind. Diese Oscula sind unregelmässig 
zerstreut, von einander verschieden entfernt und vereinzelt. Nur selten finden wir eine Stelle, wo 
mehrere Oscula in einer Gruppe sind. So z. B. befindet sich auf dem dritten Flügel eine Gruppe 
von fünf Oscula (unter der fingerartigen Form des zwei Flügels, auf der Taf. X(II), Fig. i, nicht zu 
sehen). Auf dem sternartigen Flügel sind vorne Gruppen von je zwei Oscula. Auf der unteren, 
respective äusseren Seite der Flügel, auf dem trichterartigen Fortsatze und auf den übrigen 
fingerartigen Formen als auch auf der unteren Seite der Basis befindet sich eine grössere Anzahl 
von kreisförmigen Oscula, deren Breite die Hälfte der oberen Oscula beträgt. Sie treten weniger 



[9] Ueber zwei Spongten aus der Kreideformation -von Raudnitz a. d. Elbe (Böhmen). 23 

aus der Oberfläche hervor und ihre gegenseitige Anordnung ist ganz anders als bei den oberen 
Osculis. Sie sind nämlich in grösserer Menge beisammen gruppirt oder bilden Reihen, selten sind 
sie vereinzelt. Auf der Taf. X (II), Fig. 2, sind nur die erhaltenen Oscula aufgezeichnet. Viele 
bedeckten ausserdem die Oberfläche, aber durch Bildung von Limonit wurden sie zerstört. Das 
gilt namentlich von der Basis, wo eine Menge Oscula beschädigt sind. Auf der Wurzel ist hier 
und da ein kleines Osculum erhalten. 

Ueber das Canalsystem gilt dasselbe, was Zittel über die Gattung Verruculina schreibt^): 
„Von den Osculis dringen ziemHch weite gebogene Canäle etwa bis in die ]\Iitte der dicken 
Wand ein und nehmen dabei von allen Seiten zahllose Capillarröhrchen auf der äusseren (unteren) 
Fläche und bilden die dort befindlichen Oscula." 

Bei 60 bis i2ofacher Vergrösserung sehen wir unter unzähligen Fragmenten des Skelets 
und feinen Nadeln schöne Skelet-Elemente so wie bei der Gattung Verrncuh'na: längliche, 
gebogene, mit vielen kürzeren und längeren wurzelartigen Seitenästen versehene Kieselkörperchen, 
welche durch die Seitenausläufer dicht mit einander verflochten sind. Die charakteristischen habe 
ich auf der Taf. X(II), Fig. 5 — 8, dargestellt. Die Skelet-Elemente stimmen z. B. mit nachstehenden 
Verruculinen überein: mit Verruculina seriatopora, Rom., sp. aus der Mucronaten -Kreide von 
Ahlten, Hannover bei Zittel -) und Hinde ; ^) Verriiculina macronata, Rom., sp. aus der Mucronaten- 
Kreide von Ahlten, Hannover'') bei Zittel; Verruculina Phillipsi, Reuss, sp. aus den Korytzaner 
Schichten von Kamajk =), Verruculina craterosa, Pocta, aus den Korytzaner Schichten von Zbyslav ^) 
und Verruculina tenuis, Rom., sp. aus den Korytzaner Schichten von Kamajk') bei Poöta. 

Das Innere des Schwammes ist von Limonit stellenweise durchdrungen, und derselbe tritt 
an manchen Orten bis an die Oberfläche. 

Die Oberflächenschicht zeigt sich bei 60 bis i2ofacher Vergrösserung als eine aus 
kieseligem, sehr dicht zusammenhängendem Skelet bestehende Fläche, in der sich viele Oeffnuno-en 
befinden. 

A. E. Reuss sagt von s^vcvam Manon miliare^): „075—4" hoch und bis 6" breit, ohrförmig, 
einen schwach concaven oder auch ganz flachen Halbkreis bildend, oft stark verbogen." Unser 
Exemplar übertrifft die Reussischen Exemplare bedeutend an Grösse und reicher Gliederung. 
Die Seite, welche Reuss und nach ihm auch Poöta ^) die äussere nennt, ist eigentlich bei unserem 
Exemplar, besonders bei der trichterartigen Form die innere, und diejenige, welche Reuss die 
innere nennt, ist für die äussere zu halten, wie schon G. J. Hinde angemerkt hat "). Reuss gibt 
an, dass manchmal 2 — 3 Oscula auf einer Warze sind. Auf meinem Exemplar bemerkte ich 
Gruppen von zwei Oscula öfter und nur einmal die Gruppe von fünf. 

Reuss' Manon miliare, Taf. 19, Fig. 13") und Römer's Chenendopora temcis, Taf. 15, Fig. 412) 
wurden von Hinde ") für eine neue Art „ Verruculina pushilosa, Hinde" erklärt. Sie unterscheidet 



>) Studien, 11, Abh. d, m.-ph. Cl. d. k. bayer. Ak. d. "W., S. 122. 

2) Studien, II, Abh. d. m.-ph. Cl. d. k. bayer. Ak. d. W , S. 123, Taf. IV, Fig 

*) Catalogue of the fossil sponges, P. 36, PI. 3, Fig. 4. 

*) Studien, II, etc., Taf. III, Fig. 15. 

^) Beiträge z. K. d. Spongien d. böhra. Kreideform. Taf. I, Fig. 13. 

") Beiträge z. K. d. Spongien d. böhm. Kreideform. Taf I, Fig. 14. 

') Beiträge z. K. d. Spongien d. böhm. Kreideform. Taf I, Fig. 15. 

8) Verst. d. böhm. Kreideform. II, S. 78. 

^) Beiträge z. K. d. Spongien d. böhm. Kreideform. II, S. 25. 

°) Catalogue of the fossil sponges, P. 40. 

1) Verst. d. böhm. Kreideform, II, S. 78. 

^J Die Spongitarien, Palaeontographica 13, S. 43. 

') Catalogue of the fossil sponges, P. 39, PI. III, Figs. 2, 2 a. 

träge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V, 2. 



24 Zalidlka. [lo] 

sich durch ihre in parallelen Linien g-eordnete Oscula der inneren, respective oberen Seite von 
Reuss' typischen Bildern auf Taf. 19, Fig. lo — 12. 

Reuss' Alanon miliare, Taf. 20, Fig-. 3 scheint keine typische Form der Verruciilina miliaris 
zu sein. 

Reuss, Fritsch ') und Poöta geben als Fundort der Verructilina miliaris in Böhmen die ältesten 
Meeresschichten der böhmischen Kreideformation an — die Korytzaner Schichten (Cenoman) — 
.Schillingen bei Bilin ; wogegen unser Exemplar aus der vorletzten jüngsten Schichte der böhmi- 
schen Kreideformation — aus den Priesener Schichten (Senon) — stammt. 

Römer sagt von seiner Chenendopora miliaris^): „Ohrförmig, bis 6" breit, flach concav, 
ohne verdickten Rand; Warzen der Aussenseite (bei uns Innenseite) doppelt grösser, einzelner 
und vorstehender, als die der Innenseite (bei uns Aussenseite). Aus der Quadraten-Kreide des 
Sudmerberges." 

Hinde schreibt über seine VejTuciilina miliaris ^) : „Sie sind fächerförmig, oder durch das 
Zusammenwachsen der Ränder werden sie trichterförmig. Die Ränder sind gerundet und von der- 
selben Stärke wie die Wände. Bei manchen Exemplaren sind die Ränder fingerartig ausgebreitet. 
Die Wände sind 5 — 8 mm dick. Das grösste Stück ist auf dem Gipfel 100 mm breit und 98 mm hoch." 

Interessant ist, dass man bei unserem Exemplare sowohl die fächerartige Form als auch 
die trichterartige Form, vuid daneben auch jene Formen findet, welche Ränder mit fingerartigen 
Ausläufern haben — und zwar alle diese Formen an einem Individuum beisammen. Ausserdem 
sehen wir aber an unserem Exemplar die sternartige P'orm, die mächtige Basis, aus der alle 
besagten Formen hervortreten und die zusammengesetzte Wurzel auf der unteren Seite der Basis. 
Unsere trichterartige Form ist jener sehr ähnlich, die Hinde auf Taf. 3, Fig. 3, darstellt. Sie hat 
aber etwas regelmässiger zerstreute Oscula auf der inneren Oberfläche als die Form Hinde's. Die 
Dicke der Wände ist bei unserem Exemplar sehr verschieden. Die geringste Dicke ist bei der 
Sternform, und hier stimmt sie mit der Dicke der VerruCtdina miliaris Hinde's, nämlich 5 — 8 mm 
überein. Sonst ist die Dicke unserer Wände überall grösser, durchschnittlich 10 oder 12 mm. 
Es gibt auch Stellen, wie bei der Trichterform, wo die Dicke der Wände bis 18 mm erreicht. 
Was die Dimensionen betrifli't, so übertreffen schon manche Theilformen unseres Exemplares das 
gTÖsste Exemplar Hinde's an Grösse. Hinde gibt an, dass die obere, respective innere Oberfläche 
unregelmässig zerstreute \2 mm breite Oscula habe, welche stark und in schiefer Richtung aus 
der Oberfläche hervortreten. Unser Exemplar hat entweder auch so breite oder bis i-5 mm bieite 
Oscula. Die Oscula treten auch mehr schief aus der Oberfläche hervor, weniger senkrecht. An 
manchen Stellen erheben sie sich stark, an manchen wieder wenig. Bei Hinde sind die Oscula 
der unteren Oberfläche o'5 mm breit und mehr vereinzelt als bei unserem Exemplare. Was die 
Menge der Oscula auf der inneren, respective oberen Oberfläche betrifft, so sind sie weniger 
zahlreich als die auf dem Reuss'schen Exemplar, Taf. 19, Fig. \\a; also gerade so wie es Hinde 
von seinen Exemplaren sagt. Unsere Trichterform ist auch der Verruculina a.urita, Römer, sp. *) 
aus der Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover und am Sudmerberge ähnlich und unter 
scheidet sich eben so wie die Exemplare Hinde's durch die auf der äusseren Oberfläche hervor- 
tretenden Oscula. 



') Archiv pro pnrodovedeche proskoumäni Cech, I, S. Igg. 
^) Die Spongitarien etc., S. 43. 

') Catalogue of the fossil sponges, P. 39, PI. III, Figs. 3, 3 a. 
*) Römer: Die Spongitarien etc., S. 43, Taf. 16, Fig. 2. 



[ii] lieber zivei Spongien aus der Kreideformation von Raiuinitz a. d. Elbe (Böhuien). 25 

Prof. K. A. Zittel stellt Verruculinu miliaris in seine neue Gattung Amphithelion '), in 
welcher er Schwämme zusammenfasst, die trichter-, Schüssel-, ohr- oder blattförmig, seltener 
ästig, gestielt, beiderseits mit warzenförmig hervortretenden Osculis besetzt sind. Diese Gattung 
unterscheidet sich von der Gattung Verruculina nur dadurch, dass sie auch auf der unteren, 
respective äusseren Oberfläche Oscula hat, wobei die Oscula der inneren, respective oberen Seite 
der Wand meist grösser als die der äusseren Oberfläche sind, wogegen die Gattung Verruculina 
die untere, respective äussere Wand mit zahlreichen feinen, porenförmigen Oeffnungen versehen hat. 
Zittel bemerkt selbst, dass diese Gattung vielleicht nur die Berechtigung eines Subgenus hat. 
Doch Dr. G. J. Hinde ^) findet in der Praxis, dass es schwer ist, diese Unterschiede zwischen der 
Gattung Verruculina und Amphithelion zu machen; denn obzwar an den typischen Formen der 
Unterschied zwischen den Osculis der oberen Oberfläche und den Poren der unteren Oberfläche 
des Schwammes genügend deutlich ist, gibt es doch viele Exemplare, bei denen es schwer ist, 
zu bestimmen, ob die Canalöffnungen der unteren Oberfläche den Charakter der Poren oder der 
Oscula haben. In Folge dessen schlägt er vor, von der Gattung Amphithelion abzulassen und die 
darin enthaltenen Schwämme in die Gattung Verruculina einzureihen. Dadurch erweitert sich 
dann die Definition der Gattung Verruculina auch auf die Schwämme, welche entweder mit Poren 
oder Osculis auf der unteren, respective äusseren Oberfläche der Wände versehen sind. Darum 
habe ich auch mein Exemplar in die Gattung Verruculina eingereiht. 

Raudnitz a. d. F., im Juni 1885. 



>) Studien, II. etc., S. 123. 
^) Catalogue etc., P. 35. 



CROCODILIDEN AUS DEM MIOCAEN DER STEIERMARK 



VON 

ADOLF HOFMANN 

DOCENTEN AN DER K. K. BERCtAKADEMIE LBOBEN. 

Mit Tafel XI bis XV. 



Der erste Fund eines Crocodiliden in den Susswasser-Ablagerungen der Süd-Steiermark 
wurde im Jahre 1845 gemacht; derselbe bestand aus einem Schädelfragment und einigen Haut- 
knochen aus dem Hangenden von Schönegg bei Wies und wurde von E. Prangner, welcher 
durch die mangelhafte Erhaltung dieses Eundes irregeführt wurde, als ein neues Genus En?ieodon 
Ungeri beschrieben, und vom L. E i t z i n g e r kurz darauf, den Crocodiliden als Cr. Ungeri eingereiht. 

Im Jahre 1875 erwähnt V. Radimsky, ') „Das Wieser Bergrevier", S. 78, aus dem Hangenden 
von Eibiswald und von Schöneg'g Reste von Crocodiliden, namentlich sollten im Josefistollen der 
letzteren Localität Crocodilzähne nicht zu den Seltenheiten gehört haben. 

Dem grossen Interesse, welches Bergwerks-Director Herr Thomas Steiner zu Vorders- 
dorf den in seinen Gruben vorkommenden Wirbelthierresten entgegenbrachte, verdanken die 
Sammlungen der k. k. Bergakademie zu Leoben seit dem Jahre 1882 ein reiches Material aus 
diesen Ablagerungen ; unter diesem befindet sich ein fragmentarisches Skelet eines Crocodils, 
welch' letzteres mich hauptsächlich zur nachfolgenden Arbeit anregte. 

Diese g-edachten Reste stammen aus dem Liegenden des Elötzes und sind in einem grau- 
lichen, sandig-glimmerigen, ziemlich harten Schieferthon eingebettet; die Knochen sind mit der 
Gesteinsmasse so innig' verbunden, dass, trotz angewandter grösster Mühe und Ausdauer, sich 
doch nur die wenigsten derselben herauspräpariren Hessen. 

Es scheint auch, dass in Eolge der bekannten schnellen Verwesung der Reptilien, das 
Crocodilcadaver schon theilweise zerfallen war, bevor es vom Schlamme überdeckt wurde, da 
von den Extremitäten und dem Schwänze, fast keine Reste vorhanden sind. 

Die Schilder waren aus ihrer Lage gebracht, meist regellos unter die anderen Knochen- 
fragmente eingestreut, und nur ein grösseres Panzerfragment, nämlich mehrere zusammenhängende 
Bauchschilder, fand sich zur Beachtung vor. Die Magengegend war durch hasel- bis walnuss- 
grosse Quarzgeschiebe angedeutet. 



') Zeit.schr. d. berg- und hüttenmän. Ver. f. Kärnten. Jabrg. VII. 



[2] Crododiliden ans dem Miocaen der Steicrniark. 27 

Das weitere hier bearbeitete, in jüngster Zeit an die Universität in Graz gelangte Material') 
eines Crocodiliden stammt von Schönegg bei Wies, und zwar aus dem zweiten Flötz des Ludwig- 
stollens, etwa o'2 m im Hangenden über der Kohle. 

Diese Reste wurden vom Prof. R. H ö r n e s in Graz präparirt und mir freundlichst zur 
Bestimmung überlassen ; sie lagern in einem graulichen, sehr weichen, milden, mit vielen Cypris- 
Schalen erfüllten Mergel. 

Es liegen mir von letzterem Funde vor: ein Unterkiefer, mehrere Wirbelfragmente, 
Schwanzwirbel, Halsrippe, vordere und hintere Extremität, Rücken- und Bauchschilder nebst 
einigen unbestimmbaren Knochenfragmenten, dann lose im Schieferthon eingebettete Zähne. 

Von der über fossile Crocodiliden vorhandenen Literatur war mir zugänglich : 
Georges Cuvier, Recherches sur les ossemens fossiles. Paris 1836. 4 edit. 
Dr. H. V. M e 3^ e r. Summarische Uebersicht der fossilen Wirbelthiere des Mainzer Tertiär-Beckens, 

mit besonderer Rücksicht auf Weisenau. Neues Jahrb. f. Mineralogie, Geognosie und Petre- 

factenkunde, von v. Leonhard und Bronn, 1843. 
P. Engelb. Prangner, Ueber Enneodon Ungeri, ein neues Genus fossil. Saurier aus den Tertiär- 
Schichten zu Wies im Marburger Kreise Steiermarks. Steiermark. Zeitschr. Neue Folge. 

Vin. Jahrg. I. Heft. 1845. 
Dr. Leop. Fitzinge r, Bemerkungen über Vraxigne^s Enneodon Ungeri aus der Tertiär-Formation 

von Steiermark. N. J. f. M. G. G. u. P. Leonhard und Bronn, 1846. 
Dr. H. v. Meyer, N. J. f. M. G. G. u. P. Leonhard und Bronn, 1847. 
Dr. H. V. Meyer, Crocodüiis Btih'conensts aus der Süsswasser-Molasse von Bütikon in der Schweiz. 

Palaeontographica von Dunker und v. Meyer. Bd. IV. 1856. 
R. Owen, Monograph an the fossil reptilia of the London Claj' and of the Bracklesham and 

other tertiari beds. Palaeontographical .Society. London 184g — 1858. Part. IL 
C. B. Brühl, Das Skelet der Krokodilinen, dargestellt in zwanzig Tafeln, Fol. (Icones ad 

zootomiam illustrandam. Wien 1862. 
Blainville, Osteographie. Crocodiltna. 
Dr. Alex. Strauch, Synopsis der g"egenwärtig lebenden Crocodiliden. Älemoires de l'Academie 

imperiale des sciences de St.-Petersbourg. Vlle Serie, Tome X, Nr. 13. 1866. 
Dr. Leon Vaillant, Sur les crocodiliens fossiles tertiaires de St.-Gerand-le-Puy. M. Hebert et 

Alphons Milne-Edwards, Annales des sciences geologiques. Paris. Vol. III. 1872. 
R. Ludwig, Fossile Crocodiliden aus der Tertiär-Formation des Mainzer Beckens. Palaeonto- 
graphica. Cassel 1877. 
Achille de Zigno, Sopra un cranio die coccodrillo scoperto nel terreno eoceno del Veronese. 

Roma 1880. 

Crocodilus Steinen nov. spec. 

(Taf. XI (I), Fig. 1—8; Taf. XII (II), Fig. i— 6; Taf. XIII (III), Fig. i — 14.) 

Der Kopf dieser Species, sowie alle hier zur Abbildung gelangten Körpertheile gehören 
Einem Individuum an. 

Was den Erhaltungszustand anbelangt, so sind fast sämmtliche hieher gehörige Reste 
stark zertrümmert, mit Ausnahme des Kopfes, welcher, trotzdem er starke Beschädigungen erlitten 



^) Herr General-Director J. Rochlitzer in Graz hatte die Güte, diesen Fund der Universität in Graz zu überlassen, 
wofür ihm auf besonderen Wunsch des Herrn Prof. R. Hörnes, an dieser Stelle der verbindlichste Dank ausgedrückt wird. 



28 Hof mann. , [3] 

hat, gewiss zu den besser erhaltenen und vollständigsten aus der Tertiär-Formation gehört. Er 
ist ziemlich plattgedrückt, die Schädeldecke theilweise selbst eingebrochen. Die Unterkieferäste 
sind an die Oberkiefer angepresst und seitlich verschoben. Durch den Druck sind die Nasenbeine 
vom vorderen Augenhöhlenwinkel an längs vertieft, in der Richtung gegen den Zwischenkiefer, 
und bilden eine förmliche Furche, zwischen den noch vertical stehenden Aussenrändern des 
Oberkiefers. 

Das Hinterhaupt des .Schädels hat durch die Zerstörung den grössten Schaden erlitten. 
Das Schädeldach und die Schädelbasis sind ganz zertrümmert; das Hinterhauptsloch vollkommen 
zusammengedrückt und lässt sich dieses nur an einem schmalen Streifen des Schieferthones, als 
Ausfüllungsmasse, über dem Condylus occipitalis erkennen. 

Der Kopf, Taf. XI (I), Fig. i, Taf. XII (II), Fig. i, stellt ein spitzes, gleichschenkliges 
Dreieck dar, mit fast geraden Schenkeln, abgesehen von der Einschnürung zum Einlegen des 
vierten Unterkieferzahnes und der kaum merklichen Ausbuchtung in der Gegend des neunten 
Zahnes ; die Spitze dieses Dreieckes, die Schnauze, ist fast halbkreisförmig abgerundet. 

Die Länge des Kopfes zur grössten Breite hinter dem Genicke verhält sich etwa wie 
15:7, somit fast wie 2:1. Die Breite der Schnauze zwischen den beiden eben angeführten Ein- 
schnürungen verhält sich zur Länge, vom Condylus occipitalis bis zum Schnauzenende, wie i : 8'5. 
Die Nasenöffnung ist breit, eiförmig, eine ziemlich tiefe, konische Grube bildend, vorne ohne jede 
Wulst, erst etwa in der Entfernung von einem Drittel der Länge der Nasenöffnung selbst, hebt 
sich der Zwischenkiefer höckerartig empor, um sich dann ebenso schnell zu senken. Taf. XII (II), 
Fig. 2. Diese Erhöhung ist nur links zu bemerken, rechts ist dieselbe abgebrochen. Die Form 
der Mündung in die Mundhöhle lässt sich wegen der Ausfüllungsmasse nicht angeben. 

Die Nähte des Zwischen- und Oberkiefers sind rillenartig vertieft, wodurch ein spitz- 
winkeliges Dreieck entsteht, an dessen Spitze die Nasalia einzumünden scheinen, und zwar etwa 
in der Verbindungslinie, der sich in die Nische des Oberkiefers einlegenden vierten Unter- 
kieferzähne. 

Was die Bezahnung anbelangt, so ist eine vollständige Beschreibung sämmtlicher Zahn- 
formen sowohl im Ober- wie im Unterkiefer nicht streng durchführbar, da dieselben durch das 
theilweise Ineinandergreifen der beiden Kiefer, nur theilweise ersichtlich sind; viele sind nur 
fragmentarisch und einige nur mehr nach den deutlichen Alveolen in Betracht zu ziehen. 

Im Zwischenkiefer, Taf. XII (II), Fig. 2, sitzen jederseits drei Zähne, zwei kurze und ein 
mittellanger, letzterer unmittelbar an der Naht, die von Zwischen- und Oberkiefer gebildet wird, 
alle über den Unterkiefer übergreifend ; diesen folgen im Oberkiefer : ein mittellanger starker Zahn, 
zwei kurze, zwei mittellange, ein langer (Durchmesser = 10 mm), fünf mittellange, sechs kurze. 

Bei dieser Species ist beachtenswerth, dass nicht nur die Grösse, sondern auch die Form 
und die Oberflächenbeschaffenheit der Zähne eine sehr verschiedenartige ist. Die drei Zähne des 
Zwischenkiefers und die vier folgenden des Oberkiefers sind mehr oder weniger spitz — konisch 
glatt, an den Seiten mit scharfen Kanten versehen und mehr oder weniger nach Innen pfriemen- 
förmig gebogen. 

Der achte Zahn des Oberkiefers ist ebenfalls konisch mit zwei Kanten versehen, von 
mittlerer Länge, sehr sanft einwärts gebogen, an seiner unteren Zahnkronenhälfte glatt; an der 
oberen Hälfte zwischen den zwei schärferen Kanten trägt er noch fünf seichte, abgerundete 
Kanten, wodurch er canelirt erscheint. Diesem folgt eine grosse Grube für den grössten Zahn 
des Unterkiefers; darauf der grösste Fangzahn des Oberkiefers, dessen Durchmesser 10 mm 
beträgt, mit kreisrundem Querschnitt und glatter Zahnkrone, ohne seitliche Kanten, leider aber 



[4] Crocodüidcn aus dem- A-Rocaen der Sfeierniark. 29 

nur im Fragment vorhanden. Die weiteren" Zähne von 10 — 14, die nur als Fragmente an den 
Alveolen und im Abdruck ersichtlich sind, dürften spitzkonisch mit ziemlich langer, wenigstens 
noch einmal so langer Krone als die nächstfolgenden gewesen sein. Die von 14 — 20 hingegen sind 
kurz, stumpfkonisch, seitlich zusammengedrückt, mit kaum bemerkbaren Kanten, Taf. I, Fig. 4. 

Zwischen je zweien der Zähne von 10 — 20 befinden sich Aufnahmegruben für ganz ähnlich 
gestaltete Zähne des Unterkiefers, Taf. I, Fig. 3 und 4. 

Die in Fragmenten vorhandenen Unterkiefer-Aeste sind durch eine fünf Centimeter lange 
Symphyse verbunden ; die Höhe vorne dürfte drei Centimeter betragen haben, die rückwärtige 
Höhe, sowie auch die Breite und die den Unterkiefer zusammensetzenden Knochen lassen keine 
nähere, sichere Beurtheilung zu, da dieselben zusammengedrückt und theilweise aus ihrer Lage 
gebracht sind. Vorne ist der Unterkiefer mit seichten Grübchen, gegen die Mitte mit feinen 
Rissen und wenigen länglichen Grübchen, hingegen das Angulare und Supra-Angulare mit wurm- 
förmigen seichten Vertiefungen gezeichnet. Das rechte Winkelbein (Supra-Angulare) sitzt noch 
am Gelenkkopfe des Quadratbeines mit seiner Pfanne, Taf. XI (i), Fig. i, und Taf. XH (II), 
Fig. I. Die Gelenkpfanne des linken Winkelbeines ist abgebrochen und Taf. XI (I), Fig. 5, 
abgebildet ; der Fortsatz ist zweimal so lang als die Pfanne, stark gebogen, glatt, nur das hinterste 
Ende durch linienförmige Vertiefungen unterbrochen. 

Im Unterkiefer stehen, wie Taf. XII (II), Fig. 2, theilweise veranschaulicht, folgende 
Zähne : Zwei kurze, von denen der erste spitzkegelförmige Zahn den Zwischenkiefer durchbricht, 
diesem folgen zwei mittellange, beide in Gruben des Oberkiefers passend, ein mittellanger, ein langer 
Fangzahn in eine Nische der Aussenfläche des Oberkiefers sich einlegend, zwei kurze, ein langer, 
dem neunten des Oberkiefers an Grösse gleichkommender, mit einer entsprechenden Grube im 
Oberkiefer, vier mittellange und schliesslich sechs kurze gleichgestaltete Zähne ; die letzten zehn 
Zähne passen alle in tiefere oder seichtere Gruben des Oberkiefers, welche genau zwischen den 
Zähnen, in der Zahnmittellinie liegen. 

Es ergibt sich somit die Zahl der Zähne im Unterkiefer gleich 18. 

Das Gebiss ordnet sich also in beiden Kiefern auf jeder Seite folgend : 

Oberkiefer : 2k-|-2ml+2k-}-2ml+il4-5nil-|-6k==20 



Unterkiefer: 2k-f-2ml + il + 2k+ il + 4ml + 6k=i8. 

Ich g-laube, dass die Zähnezahl mit absoluter Sicherheit als die richtige angenommen 
werden kann, da dieselbe entweder auf dem Vorhandensein der Zähne oder ihrer Alveolen oder 
auch ihrer Abdrücke begründet ist. 

Die Zahnkronen bestehen aus ineinandergeschalteten Hohlkegeln; sie sind meist dunkel- 
braun gefärbt, manche auch mit hellbraunen oder gelblichen Reifen geziert. Die Wurzeln sind 
hohle glatte, etwas abgeplattete Cylinder, gelblich weiss gefärbt und bei den kurzen, rückwärtigen 
Zähnen bis 2^/2 Mal länger als die Zahnkronen; bei den mittellangen gleich der Zahnkrone oder 
auch länger als dieselbe. In denjenigen Zahnwurzeln, die aufgebrochen sind, lassen sich deutlich 
die Ersatzzähne als kleine Kegelchen beobachten, Taf. XI (I), Fig. 4. 

Am Hinterhaupte, wie in Taf. XI (I), Fig. i ersichtlich, sind die einzelnen Knochennähte 
derart mit der Schieferthonmasse ausgefüllt und verwischt, dass nur annäherungsweise die das 
Cranialsegment zusammensetzenden Theile bestimmt werden können. Die Parietalplatte dürfte 
eben oder schwach concav gewesen sein. 

Die birnförmigen Ohröffnungen sind durch das schmale Scheitelbein getrennt und werden 
nach innen vorne von einer von der Hirnschale sanft ansteigenden Wand begrenzt. Die 



30 



Hof mann. [5] 



angrenzenden Zitzenbein - Fragmente, Taf. XI (I), Fig. i, rechts, zeigen, dass sie nach hinten 
spitz ausgezogen waren. Links ist dasselbe abgebrochen; um desto deutlicher beobachtet man das 
Ouadratbein mit seinem schmalen, aber langem Gelenkkopf, sowie auch die Schläfenschuppe. 
An das Scheitelbein schliesst sich das Hauptstirnbein an, welches sich zwischen den Augen- 
höhlen sehr verschmälert und im rückwärtigen Theile entsprechend dem Scheitelbein eben oder 
schwach concav, hingegen zwischen den Augenhöhlen convex gewesen sein dürfte. Die undeut- 
liche Mittelnaht der Nasalia deutet an, dass dieselben bis zum Zwischenkiefer gereicht haben; 
die Breite derselben lässt sich aus schon besagtem Grunde nicht ermitteln. 

Die Augenhöhlen sind, wie die rechte, Taf. XI (I), Fig. i, wohlerhaltene zeigt, dreieckig mit 
abgerundeten Ecken; die vorderen Augenhöhlenwinkel kommen in etwas weniger als ein Drittel 
der Gesammtlänge des Kopfes zu liegen. Die ganze Schädeldecke ist mit runden, verlängerten 
oder polyedrischen, seichten Grübchen und Furchen geziert; der Oberkiefer mit seinen vertical 
abfallenden Theilen trägt diese Zeichnung vom Schnauzenende bis zum neunten Zahn und 
erscheint dann nur rissig mit äusserst wenigen, sehr seichten Grübchen. 

Die Ränder der oberen und unteren Kinnladen, die knöchernen Lippen, laufen nicht 
geradlinig, sondern erscheinen mehr oder weniger geschweift oder wellenförmig, Taf. XII (II), Fig. 2. 

Der Condylns occipitalis, Taf. XI (I), Fig. 2, ist vorgezogen, halbkugelförmig und durch 
eine Furche in zwei Hälften getheilt, gegen den abgerundeten Gelenkkopf auf der unteren Seite 
etwas eing'eschnürt. 

Die Flügelbein-Fragmente, Taf. XII (II), Fig. i, auf der zertrümmerten Schädelbasis, 
sind mit dem Gaumenbein mittelst einer fast senkrechten Naht auf die Mittellinie bezogen, 
verwachsen. 

Die Gaumenbeine sind von einander getrennt, was wahrscheinlich eine kantige Unterlage 
hervorrief oder der seitliche, nach aufwärts wirkende Schub bewirkte. Die Gaumenlöcher reichen 
fast genau bis zur Hälfte der Kopflänge, d. i. bis zum siebenten Zahn von rückwärts gezählt, 
und ihre grösste Breite beträgt die halbe Länge derselben. Von den Querbeinen sind nur die 
unteren Theile erhalten. 

Wirbelsäule. 

Die wenigen mir vorliegenden Wirbel sind in den meisten Fällen nur auf die concav- 
convexen Wirbelkörper selbst beschränkt, die Bogen abgebrochen, somit nur durch die Bruch- 
stellen angedeutet. 

Der einzige Halswirbel, Taf. XI (I), Fig. 6, der sich auspräpariren Hess — und selbst 
dieser ist seitlich verdrückt — konnte abgebildet werden. Der Wirbelkörper ist vorne breiter als 
hinten, in der Mitte etwas zusammengeschnürt, die Unterfläche mit einem kurzen, breiteren Kiel 
versehen, welcher nach hinten allmälig verlauft. Seitlich am Wirbelkörper ragen kurze, fast im 
Halbkreise herablaufende Ansätze vor, die abgebrochen sind und ihrerzeit die Facetten für die 
zweiarmigen Rippen trugen. Die ziemlich hohen Bogen sind sehr stark und tragen vorne zwei 
nach aussen und rückwärts nach innen mit undeutlichen Zeichnungen versehene Facetten. Das 
Rückenmarksloch ist in Anbetracht des grossen Wirbelkörpers nicht gross und dürfte 10 mm 
betragen haben, ist jedoch hier stark deformirt. Auf einer Platte mit verschiedenen Bruchstücken, 
Taf. XIII (III), Fig. I «, ist ein Wirbelfragment jedoch unbestimmbar. 

Rippen. 
Von Rippenfragmenten liegt eine Unzahl vor, doch konnten aus dieser nur die folgenden 
bestimmt und abgebildet werden : 



[6] Crocodiliden ans dem Miocaen der Steierinark. 31 

Taf. XI (I), Fig-. 7, zweiköpfige Halsrippe, rechts, von der Seite und von vorne. 

Taf. XI (I), Fig. 8, zweiköpfige Halsrippe, links, von der Seite und von vorne. 

Der horizontale, beide Gelenkköpfe tragende Körper läuft vorne in eine kurze Spitze aus, 
nach rückwärts ist derselbe lang, auf der Unterfläche, unterhalb den Gelenkköpfen, eine stumpfe 
Kante bildend, nach hinten abgerundet und an Breite zunehmend, innen ausgekehlt. Der nach 
Aussen stehende Arm, der sich an den Querfortsatz des Wirbels heftet, ist kräftig und der 
Gelenkkopf etwas concav eingebuchtet. Der zweite Gelenkkopf fehlt, ist nur an dem schief auf- 
steigenden, ihn tragenden Astfragment ersichtlich; beide Arme oder Aeste lassen zwischen sich 
eine V-Oeffnung. 

Von den Rippen des Rumpfes ist eine rechtsseitige, Taf. XIII (III), Fig. \ß, von vorn 
und Fig. 2 von innen zur Abbildung gelangt. Der kurze, dicke Ast, der sich an den Querfortsatz 
des Bogens des Wirbelkörpers ansetzt, ist stark, elliptisch; der zweite, wenigstens doppelt so lange, 
ist um die Hälfte dünner, fast cylindrisch und endigt in einen Gelenkkopf. Der Rippenkörper ist 
etwas gebogen und trägt eine bogenförmige Längsleiste, die in den längeren Ast verlauft 

Vom Schultergürtel 
sind nur wenige Reste vorhanden. Vom Schlüsselbein sind nur die schaufelartigen Ausbreitungen 
erhalten ; 

Taf. XIII (III), Fig. I y rechtsseitige. 

I (J linksseitige. 

Die Ansatzstellen der Bänder und Sehnen sind durch feine Rillen angedeutet, und die 
Seite, die mit dem Sternum verwachsen war, ist rauh, förmlich ausgezackt und über drei Milli- 
meter dick. 

Gliedmassen. 

Von den vorderen Extremitäten ist nur der Oberarmknochen und von den hinteren der 
Femur, das Wadenbein und Fragmente von der Tibia erhalten. Der rechtsseitige Humerus, 
Taf. XII (II), Fig. 3, ist wenig gekrümmt, kräftig. Die zwei Hügel des unteren Gelenkkopfes 
sind fast gleich gross; der obere Gelenkkopf, wie aus dem Abdruck zu entnehmen, ist stark 
nach rückwärts gebogen. 

Von dem rechtsseitigen Femur liegt mir der Mitteltheil und der obere Gelenkkopf vor. 
Der Mitteltheil, Taf. XII (II), Fig. 4, von innen, stellt einen starken Röhrenknochen von 
ovalem Querschnitte dar; der obere Theil desselben trägt eine leistenförmige Erhöhung, die von 
einer Vertiefung und vielen Rillen umgeben ist, Anheftungstellen der Bänder und .Sehnen. Der 
obere Gelenkkopf des Oberschenkels, Taf. XII (II), Fig. 5«, von aussen, b von innen, c von 
oben, ist fast eben, abgeplattet, beiderseits halbkreisförmig abgerundet, schmal nach Aussen mit 
einer Erhöhung, unter dieser mit zahlreichen Runzeln, nach Innen mit einer Höhlung versehen. 

Taf. XII (II), Fig. 6, rechtes Wadenbein a von vorn, b von aussen, c von innen. Dieser 
etwa bleistiftdicke Knochen zeigt nur den unteren Gelenkkopf; selbst dieser konnte von der 
Schieferthonmasse ohne starke Beschädigung nicht befreit werden. 

Hautknochen des Panzers. 

Diese Reste waren in dem Schieferthon zerstreut, ausgenommen eine kleine Partie des 

Bauchpanzers, an welchem sich drei Reihen Ventralpanzerschilder beobachten Hessen ; die anderen 

lagen ohne jeden Zusammenhang, weshalb auch einige, was ihre Lage anbetrifft, als zweifelhaft 

dahingestellt werden müssen. Trotz der bedeutenden Anzahl dieser Theile, konnten nur die 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V, 2. 3 



32, Hof mann. [7] 

wenigsten präparirt werden, die meisten zerbröckelten trotz der grössten Vorsicht. Alle Schilder 
bestehen aus zwei Schichten, einer inneren, blätterigen, aus lauter feinen verworren sich 
kreuzenden, innig verwachsenen Lamellen, und einer äusseren dickeren Schichte, die fast dicht 
ist und von zahlreichen Canälen durchzogen erscheint. Die Oberfläche der verschiedenartig 
geformten Schilder ist mit runden oder länglicheiförmigen Grübchen übersäet, die an der 
Mündung breiter sind als am Grunde. Die untere Fläche der Schilder ist glatt, abgesehen von 
den wenigen feinen Durchbohrungen für den Durchgang der Ernährungsgefässe. Die Seitenränder 
der Hautschilder sind entweder glatt oder mit Nähten versehen, Taf. XIII (III), Fig. 3—14. Die 
meisten mir vorliegenden Schilder stammen aus dem Dorsalpanzer, Taf. XIII (III), Fig. 3 — 7, stellen 
mehr oder weniger gestreckte, schwach gebogene Parallelogramme dar, die auf den kurzen Rändern 
mit einer Naht versehen sind, welche in die entsprechende der Nachbarschilder eingreifen, aus- 
genommen Fig. 4, an welchem die längeren Ränder diese Naht tragen. Die Vorderränder tragen 
eine parallele oder ungleich abgegrenzte glatte Längsfalte, die gegen Aussen dünner, fast schneidig 
wird, nach Innen gegen die Schildfläche zu steil abfällt, auf welcher beim Auf- und Uebereinander- 
liegen die vorhergehenden Schilder ruhen. 

Die Oberfläche der nach rückwärts allmälig dünner werdenden Schuppe ist durch einen 
länglichen, schiefstehenden Kiel oder Rücken verstärkt, von welchem die länglich eiförmigen 
Vertiefungen ausstrahlen. Die Längs- und Querschnitte bei den einzelnen Figuren machen eine 
weitere Beschreibung entbehrlich. 

Die Schuppen des Ventralpanzers, Taf. XIII (III), Fig. 9 — 11, bestehen aus zwei durch 
eine Naht miteinander verbundenen Stücken, wie sie schon von H. v. Meyer bei Crocodilus 
BiUikonensis, Vaillant bei Diplocynodon gracile und Ludwig an Alligator Darwml, Cr. Ebertsü 
beschrieben wurden. 

Das vordere, schmälere Stück der Schuppe besteht aus einer g-latten Falte, ähnlichen 
aber breiteren als bei den Rückenschildern, und aus einem bis zur Naht gehenden Theile, der 
ein bis zwei Reihen von Grübchen trägt. 

Die rückwärtige, grössere Schuppe, die durch die Naht mit dem Vorderschild gelenkt, 
trägt an den Seiten Nähte und erscheint am rückwärtigen Theile schneidig, durch die Abnahme 
der Dicke. Die Oberfläche ist mit vielen unregelmässig angeordneten, seichten Grübchen übersäet. 

Zum Schlüsse wären noch einige kleinere Schilder zu erwähnen, Taf. XIII (III), 
Fig-. 12 — 14, die wahrscheinlich als Zwischenschuppen am Ventralpanzer ihre Lage eingenommen 
haben mögen. 

Vergleicht man den Crocodilus Stciueri mit den ihm am nächsten stehenden fossilen 
Formen, und zwar sind dies Cr. Bütikonensis H. v. Meyer, und Cr. aeduicus Vaillant, so ersehen 
wir, dass die Kopfform trotz den ähnlichen Verhältnisszahlen der Länge zur Breite eine abweichende 
ist ; es stellt der Kopf ein wesentlich spitzeres Dreieck dar, wodurch eine Annäherung an die 
Form eines Gavials hervorgerufen wird, die jedoch die Charaktere der echten Crocodile trägt. 

Der Cr. aedincits trägt um die Nasenmündung einen Wulst, Cr. Stemeri hingegen nur 
eine kaum merkliche höckerartige Erhöhung. Die Symphysis ist beträchtlich länger, beträgt mehr 
als die doppelte Länge der vom Cr. aedm'ciis. 

Betrachten wir die Bezahnung, so finden sich, abgesehen schon von der grosseren Anzahl 
und den unwesentlichen und höchst variablen Grössenunterschieden der einzelnen Zähne, Zahn- 
formen und Lage derselben, wie bei beiden genannten fossilen Formen zusammen; es kommen 
sowohl g-latte, vertical stehende, wie beim Cr. aedutciis, als auch schief nach Innen geneigte, glatte, 



[8] Crocodtliden ans dem Miocae/i der Steiermark. 



II 



mit Vorder- und Hinterkanten versehene Zähne vor, wie bei Cr. Bütikonensis, es fehlen jedoch 
die Einschnürungen der Zahnkronen an der Basis, wie selbe bei letzterer Species vorkommen. 
Weiters trägt Cr. Steineri für den ersten Unterkieferzahn, wie bei den echten Crocodilen, 
eine Durchbohrung des Zwischenkiefers, welcher Charakter beiden angeführten Species fehlt. 
Von den jetzt lebenden Crocodilen kann der Crocodüiis acutus als am nächsten verwandt zum 
Vergleich herangezogen werden. 

Crocodilus (Alligator) styriacus nov. spec. 

Taf. XIV (IV), Fig. i— 9; Taf. XV (V), Fig. 1—6. 

Dieser Rest, welcher, wie schon Eingangs erwähnt, aus dem Hangend-Mergel von Schönegg 
bei Wies stammt, besteht aus einem fragmentarischen Unterkiefer von einem erwachsenen Indi- 
viduum. Beide Aeste hängen noch durch die 62 mm lange Symphysis zusammen und schliessen 
einen Winkel von circa 24° ein. Der Vordertheil des Unterkiefers ist regelmässig, fast elliptisch 
abgerundet, verengt sich von der fünften Zahn -Alveole an allmälig bis zur zehnten, hinter 
welcher dann die Schenkel gleichmässig divergiren. 

Die Höhe des Kiefers, Taf. XIV (IV), Fig. i, beträgt vorn 25 mm, in der Gegend der 
zwölften Zähnalveole übersteigt derselbe 30 mm, weitere Masse sind unsicher, da der Kiefer zer- 
drückt ist; seine grösste Höhe erreicht derselbe hinter dem vom Angulare und Supra-Angulare 
gebildeten Loche, nämlich 68 mm, wie am rückwärtigen Theile des linken Unterkiefer -Astes, 
Taf. XIV (IV), Fig. 2, ersichtlich. Die Länge des Unterkiefers, gemessen nach dem Astfragment, 
Taf. XIII (III), Fig. I, und dem Hintertheil des Unterkiefers, Taf. XIV (IV), Fig. 2, dürfte 
circa 595 mm betragen haben. Von den Zähnen ist nur der erste, elfte und zwölfte in seiner 
ursprünglichen Lage vorhanden; nach den Alveolen geschlossen, betrug die Zahl der Zähne 19. 

Dieselben staken vorn bis zum zehnten Zahne ganz am äusseren Theile, vom zehnten 
bis vierzehnten nähern sie sich mehr der Mitte, so dass der vierzehnte etwas über der Mitte, also 
mehr dem inneren Theile der Zahnlade zu, zu liegen kommt, welche Lage auch die weiteren 
Zähne bis 19 beibehalten. 

Der dritte und der vierte Zahn des Unterkiefers, stehen so nahe beisammen, dass sie nur 
eine sehr dünne Wand trennen konnte, ganz ähnlich wie sie Vaillant beim Diplocynodon gracile 
und D. Ratelli und Ludwig beim Alligator Darwini anführen. 

Die Oberfläche des Zahnbeines zeigt wenige seichte, wurmförmig gekrümmte Grübchen, 
hingegen das Angulare und Supra-Angulare erscheint durch zahlreiche tiefe, rundliche und poly- 
edrisch begrenzte Grübchen wie ein Schwamm perforirt. Die an das Zahnbein anschliessende 
Partie des Supra-Angulare ist fast glatt. 

Die beschädigte Gelenkpfanne ist circa zwei Centimeter breit, concav und durch eine 
scharfe Kante von dem wenigstens doppelt so langem Fortsatz getrennt. Taf. XIV (IV), 
P'ig. 2 und Fig. 3. 

Die bräunlich gefärbten Zähne, Taf. XIV (IV), Fig. 4 — 7, welche zerstreut in dem Mergel 
eingebettet waren, sind spitz- bis stumpf konisch, an der Basis der Zahnkrone mehr oder weniger 
eingeschnürt, glatt, mit einer scharfen Vorder- und Hinterkante und meist sanft gebogen. 

Wirbelsäule. 
Von der Wirbelsäule liegen mir nur wenige Reste vor, abgesehen von einigen Wirbel- 
körperfragmenten. Taf. XIV (IV), Fig. 9, stellt den stark beschädigten, ersten Schwanzwirbel dar. 

3* 



34 Hofmann. [qJ 

Der gedrungene Körper dieses biconvexen Wirbels hat einen ovalen Querschnitt ; der untere Theil 
ist etwas zusammengezogen, glatt. Der vordere Gelenkkopf ist etwas grösser und flacher als der 
rückwärtige, der Bogen und der Dornfortsatz sind nur angedeutet, der Rückenmarkscanal, so wie 
die obere Partie des ganzen Wirbels ist durch seitlichen Druck deformirt. Die Länge von einem 
zum anderen Scheitel der Gelenkswölbung beträgt 39 mm. Die auf Taf. XV (V), Fig. i und 
Fig. 2, abgebildeten Schwanzwirbel gehören dem hintersten Theile des Schwanzes an. Der Wirbel- 
körper besitzt langprismatische Gestalt mit kaum angedeuteten Querfortsätzen, der Bogen war sehr 
niedrig, eine fast über die ganze Länge des Wirbelkörpers geschlossene Röhre bildend, deren 
beide Enden kleine trompetenartige Ausweitungen zeigen. Die Gelenkköpfe und Pfannen sind 
sehr undeutlich. Die rechteckige, schmale, untere Fläche trägt eine ziemlich tiefe Rinne. Die 
linke Seite des Wirbelkörpers wird durch zwei ungleich grosse, tiefere, die rechte durch seichtere 
Einbuchtungen unterbrochen. Der Fortsatz ist dünn und ziemlich lang, etwas nach rückwärts 
gebogen und durch Furchen und erhabene Leisten versteift. 

Rippen. 

Aus den wenigen Bruchstücken der Rippen, konnte ich nur eine einzige zusammenstellenj 
die abgebildet wurde, Taf. XIV (IV), Fig. 8 ; sie gehört zu den zweiköpfigen Rippen, welche 
sich zwischen dem Kopfe und der Brust an die Halswirbel anlegen. 

Die beiden ungleich langen Aeste, welche die Gelenkköpfe tragen, lassen zwischen sich 
eine V'O^ffriu'^gf und stehen an dem äussersten, in eine Spitze auslaufenden Vorderende; der 
norizontale rückwärtige Fortsatz der Rippe ist Innen ausgekehlt, unten abgerundet. 

Gliedmassen. 

Taf. XV (V), Fig. 3, veranschaulicht die wenigen Reste des Vorderfusses oder der Hand ; 
es ist nur der Handwurzelknochen des Radius mit dem Daumen. Der erste Finger besteht aus zwei 
Gliedern und einer Kralle. Die Glieder sind im Verhältnisse zu ihrer Länge dünn, die Kralle ist 
schwach und sanft gebogen. Das erste Daumenglied ist um ein Dritttheil länger als das zweite, 
der obere Gelenkkopf breit, ziemlich flach oval. Von dem Fuss sind auf einer Mergelplatte (Taf. V, 
Fig. 4) nur unbedeutende Fragmente eingebettet, die leider über den Bau desselben keine sicheren 
Schlüsse ziehen lassen. Es sind dies nur total zerdrückte Fragmente des Oberschenkels mit dem 
unteren zweihügeligen Gelenkkopfe, vom Unterschenkel hingegen nur der obere Theil der 
Tibia. Ausser dem Knochenbruchstücke der Tibia, ist der weitere Theil derselben bis zum unteren 
Gelenkkopfe als mangelhafter Abdruck überliefert. 

Von den Metatarsen sind nur drei derart zerquetschte Theile vorhanden, dass selbe eine 
nähere Bestimmung mit Sicherheit nicht zulassen ; diesen folgen die Zehenglieder, von denen nur 
zwei ziemlich gut erhalten sind, aber nichts Bemerkenswerthes zeigen. 

Bei Besprechung dieses Exemplars wäre noch der wenigen, dem Funde angehörigen 
Schilder zu erwähnen. 

Das Rückenschild (Taf. XV [V], Fig. 5) von Trapezform ist ohne Kiel, steigt gleichmässig 
von allen Seiten auf, so dass es etwa in der Mitte am höchsten ist; die Längsseite vorne zeigt 
eine nur schmale Gleitfläche. Die kurzen Seiten scheinen mit Nähten versehen gewesen zu sein. 
Die vielen runden und länglich-ovalen Gruben mit Gefässöffnungen sind meist tief. 

Auf einer Platte wurden viele Ventralschilder herauspräparirt, von welcher die Partie 
mit den besterhaltenen zur Abbildung gelangte (Taf. XV [V], Fig. 6). 



[lo] Crocodiliden aus dem Miocaen der Steiermark. 



35 



Diese Doppelschilder bestehen aus einer rechteckigen, schmalen, vorne glatten und hinten 
mit einer Naht versehenen Platte, und aus einer zweiten von nahezu quadratischem Umrisse, mit 
Nähten an der vorderen langen und den beiden kurzen Seiten. 

Die kleinere vordere Schuppe zeigt eine breite Gleitfläche und gegen die Naht zu zwei 
Reihen tiefer Gruben, die hier eine wulstförmige Leiste bilden. Die grössere Schuppe ist mit 
so zahlreichen tiefen, rundlichen Gruben übersäet, dass sie einem Schwämme ähnelt. Auf derselben 
Taf. V, Fig. 6 links unten, .ist ein Schild von seiner inneren Seite abgebildet und zeigt deutlich 
die sich kreuzenden Lamellen nebst den feinen Porenmündungen der Gefässcanäle. 

Die Reste des Crocodilns (AUigafor) styriacus n. sp. lassen auf einen sehr kräftigen 
Körperbau schliessen; ob dieselben einem Krokodil oder Alligator angehören, ist, nachdem die 
Schädelknochen gänzlich fehlen, nicht zu constatiren, trotzdem einige Aehnlichkeit des Zahnbaues 
im Unterkiefer mit den schon beschriebenen fossilen Alligatoren vorhanden ist. Es stehen nämlich 
der dritte und vierte Zahn des LTnterkiefers so dicht nebeneinander, dass sie sich fast berühren 
mussten, welche Eigenthümlichkeit auch von L. Vaillant beim Diplocynodon gracile Vail. und 
Diplocynodon Ratelli Pomel aus dem unteren Miocaen von St. Gerand le Puy, und vom R. Ludwig 
beim Alligator Darmini Ludw. aus der Tertiär-Formation des Mainzer Beckens besonders hervor- 
gehoben wurde. Der Crocodilns (Alligator) styriacus bildet, betrachtet man den Winkel, welchen 
die beiden Unterkiefer- Aeste einschliessen, ecwa den Uebergang zwischen Diplocynodon gracile 
Vail. und Diplocynodon Ratelli Pom., kann aber nicht mit diesem eben angeführten vereinigt 
werden, da Unterschiede obwalten, die mir zu charakteristisch erscheinen, als dass sie unbeachtet 
gelassen werden könnten. 

Die Zahl und P'orm der Zähne, die Oberflächenbeschaffenheit besonders des' rückwärtigen 
Theiles des Unterkiefers, der Bau der Gelenkpfanne und der Halsrippen — Fehlen der Aufnahme- 
gruben für die Oberkieferzähne — sind Charaktere, die einer neuen Art angehören müssen. 

Was schliesslich die vom Owen aus der Tertiär-Formation Englands beschriebenen Arten 
betrifft, so sind diese theils viel zu stumpf-, theils wieder zu spitzschnauzig, so dass selbe nicht 
im Enferntesten einen Vergleich mit Cr. Alligator styriacus nov. spec. erlauben; dasselbe gilt 
auch von der Gavialform Crocodilns Ungcri Prangn. 

Dem Herrn Director der k. k. geolog. Reichsanst. D. Stur, Wien, und Prof. Dr. R. Hörnes, 
Graz, spreche ich für die Zugänglichmachung der Literatur, Herrn Director Dr. S. Aichhorn, der mir 
mit grösster Zuvorkommenheit das recente Vergleichsmateriale zur Verfügung stellte, meinen 
Dank aus. 

Leoben, im Mai 1885. 



BEITRÄGE ZUR KENNTNISS DER TIEFEREN ZONEN 
DES UNTEREN LIAS IN DEN NORDÖSTLICHEN ALPEN. 

vos 

DR- FRANZ WÄHNER. 

(Vierter Theil mit Tafel XA'I[XXX1]— XXIII[XXXVIII].) 



Arietites proaries Neum. var. latecarinatus n. f. 

(Taf. XVI[XXXI], Fig. 1 — 2.) 



Fig. I. Fig 



Durchmesser i66 mm (^ i ) 

Nabelweite n? ,-:- (=0-70) 

Höhe des letzten Umganges . . 27 ,, (=o-i6) 



155 mm (= I ) 

104 ,. (=0-67) 

27 ,, (= 0-17) 



Dicke 26 ,, (= o'iö) | 25 „ (=o-i6) 

Diese Form zeichnet sich vor dem tvpischen Arict. proaries durch die bedeutende Dicke 
und den sehr kräftig ausgebildeten, von zwei deutlichen Furchen begrenzten Kiel aus. Die 
Windungsverhältnisse des in Fig. i abgebildeten Exemplares stimmen überein mit denen der 
langsam anwachsenden Varietät von Ariet. proaries, indem die inneren Windungen etwas niedriger 
sind und langsamer anwachsen als bei der typischen Form; der grössere Theil der äusseren 
Umgänge lässt auch hier keine Verschiedenheit gegenüber der typischen Form erkennen. Der 
Kiel ist ungemein dick und kräftig, insbesondere bei gut erhaltener Schale; wo diese entfernt 
ist, erscheint der Kiel am Steinkern allerdings viel schlanker und niedriger, dafür aber erscheinen 
hier die Furchen breiter und stärker ausgeprägt, wodurch der Arieten-Habitus schon sehr deutlich 
hervortritt. Die Entwicklung des Kieles beginnt hier offenbar viel früher als bei dem typischen 
Ariet. proaries. Das Exemplar ist quer durch die Mitte gebrochen, und man kann im Querschnitt, 
in welchem der Kiel viel schwerer zu erkennen ist als in der Aussenansicht, die Andeutung des 
Kieles bis zur innersten erhaltenen Windung (der siebenten von aussen) verfolgen, welche einem 
Durchmesser von 16 mm entspricht. 

Die Rippen sind ziemlich stark markirt, eng aneinander gereiht und etwas regelmässiger 
ausgebildet als bei Ariel, proaries ; doch sind einzelne Unregelmässigkeiten auch hier nicht selten. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich -Ungarns. V. 3. 4 



38 Wähner. [127] 

Die Vorwärtsbeugung der Rippen an der Externseite, die Ausbildung von feinen, aber deutlich 
erhabenen Anwachslinien findet sich in derselben Weise. Der äussere Umgang trägt 114, die 
nach innen folgenden Windungen 100, 68, 55, 53 und 41 Rippen. 

Von der Suturlinie sind nur Lateral- und Auxiliarloben sichtbar, welche vollkommen den 
Loben des typischen Ariet. proaries gleichen. Zwei gut entwickelte Auxiliaren bilden mit dem 
zweiten Lateral einen ausgesprochenen Suspensivlobus. Die in Fig. \a gegen Schluss der vor- 
letzten Windung dargestellte Lobenlinie ist die letzte überhaupt vorhandene; was weiter aussen 
folgt, ist Wohnkammer, welche nach den auf der Externseite der letzten Windung zurück- 
gelassenen Spuren eine Länge von mindestens i^g Umgängen erreicht haben muss. 

Von einem anderen Exemplare mit höheren und langsamer anwachsenden Windungen und 
minder deutlich markirten Furchen sind in Fig. 2 zwei Lobenlinien abgebildet. Die beiden Aeste 
des Siphonallobus divergiren stark, und deren Enden treffen gewöhnlich (Fig. za), aber nicht 
immer (Fig. ib) sehr nahe mit der Spitze des äusseren Hauptastes des entsprechenden ersten 
Laterals zusammen. Beide Lobenlinien sind zum Theile ang-ewittert, insbesondere der innere Theil 
der in Fig. 2 a dargestellten Linie. 

Das im III. Theile dieser Arbeit, Taf. XXX, Fig. 9, abgebildete kleine Exemplar (S. 222 
[i2i]) und das daselbst auf Taf. XXIX, Fig. i abgebildete Exemplar (S. 22i[i2o]) von Ariet. proaries 
dürften jüng-ere Individuen der hier besprochenen Varietät darstellen. Es lässt sich dies nicht mit 
Sicherheit entscheiden, so lange nur wenige grosse, bestimmt hieher gehörige Exemplare bekannt 
sind. Die nahen Beziehungen zu Ariet. proartes sind aber unverkennbar. 

Durch den kräftigen, deutlich markirten Kiel erinnert die Form an Ariet. Seebachi Neum. 
und auch ein wenig an manche Exemplare von Ariet. Haueri Guemb. Beide unterscheiden sich 
durch viel zahlreichere Windung-en, Ariel. Seebachi auch durch die deutlicher markirten und gleich- 
massiger ausgebildeten Rippen, Ariet. Haueri noch durch die viel weiter nach vorwärts gekrümmten 
Rippen und die tieferen Externfurchen. 

Ein schlecht erhaltenes grosses Exemplar der hier besprochenen Form mit besonders 
deutlich markirten Rippen und gut ausgebildetem Kiele zeigt eine Abweichung in der Loben- 
linie. Der mittlere Hauptast des ersten Laterals überragt nur wenig den langeii äusseren Ast 
desselben; der Siphonallobus, dessen Aeste nicht divergiren, ist so lang als dieser äussere Ast 
und erreicht dadurch fast die Tiefe des ersten Laterals. Darin liegt eine weitere Annäherung an 
Ariet. Seebachi, und es wird bei grösserem Materiale darauf zu achten sein, ob unzweifelhafte 
Uebergänge zwischen den beiden Formen existiren. 

Vorkommen: Im g-elbgrauen Kalke mit Psil. mcgastoma vom Schreinbach und 
Breitenberg. 

Arietites Haueri Gunib. 

(Taf. XVI[XXXI], Fig. 3; Taf. XIX[XXXIV], Fig. i; Taf. XX[XXXV], Fig. 2; Taf. XXni[XXXVIII], Fig. 8— g.) 

1861. Ammonites Haueri, Gümbel, Geognost. Beschreibung des bayr. Alpengeb., S. 473. 

1879. Arietites Haueri, Neumayr, Unterster Lias, Abhandl. geolog. Reichsanst., VII. 5, S. 39, Taf. VI, Fig. i — 3. 

1879. Ammonites Haueri, Reynes, Monographie des Ammonites, pl. XXXII, fig. I — 3. 

Der ausführlichen und genauen Beschreibung Neumayr's ist nichts wesentlich Neues 
hinzuzufügen. Als das am meisten charakteristische Merkmal muss die an der Externseite auf- 
tretende, ungemein starke Vorwärtsbeug-ung der Rippen bezeichnet werden. Auch in dem Ver- 
laufe der Rippen über die Flanken ist in der Regel eine mehr oder minder starke Concavität 



[i28] Beiträge zur Kcnntiuss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 39 

nach vorne ausgebildet, welche nur an den innersten Umg-ängen nicht hervortritt. Bei Ariel, proaries 
haben wir die grosse Uebereinstimmung zwischen der Gestalt des Mundrandes und dem Verlaufe 
der Falten kennen gelernt; daraus lässt sich schliessen, dass bei Ariel. Haue7-i der Mundrand 
einen überaus weit nach vorwärts gezogenen Externlappen besessen hat. — Bei guter Erhaltung-s- 
weise sind auf dem Kiele feine Querstreifen sichtbar, welche zweifellos die Fortsetzung der (in 
tiefen Furchen gewöhnlich nicht sichtbaren) Rippen darstellen. 

Das ziemlich umfangreiche Material ermöglicht es, manche individuelle Verschiedenheiten 
festzustellen. Wir können leicht eine Varietät mit minder zahlreichen, kräftigen Rippen und eine 
solche mit zahlreicheren, schwach erhabenen Rippen unterscheiden. Der ersteren gehören das 
von Xeumayr abgebildete und das hier in Taf. XX[XXXV], Fig. 2, dargestellte Exemplar an. 
Das letztere hat folgende Dimensionen: Durchmesser 97 mm (= i), Xabelweite 64 mm (= 0'66), 
Höhe des letzten Umganges 18 mm (=0-19), Dicke 18 mm (= o'ig). Der äussere Umgang trägt 
80; die nach innen folgenden Windungen 72, 64, 46, 36 und 24 Falten. Der (von aussen gezählt) 
sechste Umgang, welcher 24 Rippen trägt, hat noch etwa 11 mm im Durchmesser. Der zweit- 
erwähnten Varietät gehören die in Taf. XVI[XXXI]. Fig. 3, und Taf. XXIII[XXXVIII]. Fig. 8 und 9 
abgebildeten Exemplare an. Auf den innersten Umg'ängen ist die Sculptur gewöhnlich ziemlich 
kräftig; die bezüglichen Unterschiede machen sich erst weiter aussen geltend. Das in Taf. XVI 
[XXXI], Fig. 3, abgebildete Exemplar trägt bei einem Durchmesser von 80 mm etwa 108 Rippen 
auf dem äusseren Umgänge. 

Abgesehen von gewissen Verschiedenheiten in der Dicke zeigen sich ferner in der Aus- 
bildung des Kieles manche Verschiedenheiten. Von Formen mit schwach eingesenkten Furchen 
(Taf. XVI[XXXI], Fig. 3) bis zu solchen mit sehr tief eingesenkten (Taf. XXIII[XXXVIII], 
Fig. 9) gibt es mannigfaltige Zwischenstufen. Bei Formen mit gut entwickeltem Kiele ist derselbe 
schon bei einem Durchmesser von i8 mm sammt den begleitenden Furchen sehr deutlich aus- 
gebildet (Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 9«, ()b). Im Uebrigen stehen über den Beginn der Kielbildung 
keine verlässlichen Beobachtungen zu Gebote, da der Kiel im Querschnitt meist sehr schwer 
erkennbar ist und sehr kleine Exemplare oder die entsprechenden inneren Windungen mit 
unverletzter Externseite nicht zu erhalten waren. 

Die bisher erwähnten, auf den obersten Theil der Bank des Psil. megasto?na beschränkten 
Vorkommnisse, welche als typisch gelten können, zeigen nur geringe Unterschiede in den Windungs- 
verhältnissen, und die Sculptur erinnert in einzelnen Unregelmässigkeiten, ferner in dem Quer- 
schnitt der Rippen und der sie trennenden Zwischenräume an das, was wir bei Ariel, proaries 
beobachtet haben (III. Theil, S. 2i8[ii7]). Besonders deutlich zeigt sich dies bei Exemplaren mit 
schwach erhabenen Falten, bei denen die letzteren in der Regel durch sehr schmale (oft einer 
scharfen, vertieften Linie g-leichende) Zwischenräume getrennt sind, während bei Exemplaren mit 
stark erhabenen Falten die letzteren ungefähr so breit sind als die Zwischenräume. 

Die Lobenlinie dieser typischen Form ist bereits bekannt. Sie ist ziemlich stark verzweigt; 
der Siphonallobus erreicht ungefähr die Tiefe des ersten Laterals, und zwei Auxiliaren bilden 
mit dem zweiten Lateral einen ausgesprochenen Suspensivlobus (Taf. XVI[XXXI], Fig. 3CI. 
Manchmal ist der zweite Auxiliar sehr schwach entwickelt (Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 8 «) ; bei 
grösserem Materiale wird zu untersuchen sein, ob dies mit der tieferen Einsenkung der Extern- 
furchen zusammenhängt. 

Die stark gefalteten Exemplare der typischen Form vermitteln den Uebergang zu einer 
Abänderung, welche sich in der brauneisenreichen Bank der Schlotli. marmorea findet. Schlanke, 
gleichmässig ausgebildete, stark erhabene Rippen, welche schmäler sind als die sie trennenden 

' 4* 



40 Wähner. _ [12g] 

Zwischenräume, ein schlanker, von tiefen Furchen begleiteter Kiel, etwas schnelleres Höhen- 
wachsthum (höhere Windung-en) charakterisiren diese Abänderung". Einige grosse, hieher gehörige 
Exemplare (Taf. XIX[XXXIV], Fig. I) erinnern durch ihre kräftige Sculptur bereits an Formen 
aus der Gruppe des Artet. Conyheari, von welchen sie allerdings schon durch die ausserordentlich 
starke Vorwärtsbeugung der Falten leicht zu unterscheiden sind. Das abgebildete Exemplar trägt 
bei einem Durchmesser von ung-efähr 143 mm auf dem äusseren Umgange 79, auf den nächst 
inneren Windungen, welche Durchmessern von 102 und 71mm entsprechen, 68 und 65 Rippen. 
Die Lobenlinie dieser Mutation von Ariet. Haueri ist mir nur sehr unvollkommen bekannt 
geworden, so dass ich über wesentliche Unterschiede gegenüber der typischen Form nicht 
berichten kann. 

Vorkommen: Im obersten Theile der Bank des Psil. megastoma (an der Grenze gegen 
die Bank der Schloth. marmorea) und in der brauneisenreichen Bank der Schloth. iiiarinorea vom 
Breitenberg und Schreinbach, im tiefliasischen rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen 
von Adnet und von der Kammerkar alpe. Im paläontologischen Museum der Wiener Universität 
befindet sich ein Exemplar (mit schwach erhabenen Falten) in grauem Kalk mit der Bezeichnung 
„Einschnitt der Rudolfsbahn, nördl. von Losen&tein" (Oberösterreich). 



Arietites Haueri Gümb. var. altior n. f. 

(Taf. XVI[XXXI], Fig. 4; Taf. XVII[XXXII], Fig. 2; Taf. XXI[XXXVI], Fig. 4.) 

Diese Form unterscheidet sich von dem typischen Ariet. Haueri durch das auffallend 
schnellere Höhenwachsthum, daher durch die höheren und minder zahlreichen Windungen und 
den entsprechend engeren Nabel. Die Externfurchen sind sehr tief eingesenkt, und der Kiel über- 
ragt nur um einen geringen Betrag die geg-en die Flanke gelegene Begrenzung der Furchen. Die 
Sculptur stimmt so vollkommen mit jener der typischen Form überein, dass bei oberflächlicher 
Betrachtung dieses hier so charakteristische Merkmal leicht dazu verleitet, beide Formen für identisch 
zu halten. Der Unterschied in den Windungsverhältnissen ist aber ein bedeutender und übertrifft 
weitaus jene Verschiedenheiten, welche oben bei Beschreibung der typischen Form erwähnt wurden. 
Zwischen dem typischen Ariet. Haueri undi der hier besprochenen Varietät besteht ungefähr derselbe 
Unterschied wie zwischen Ariet. proaries \in& Ariet. proaries var. distans, oder wie zwischenAriet. laquetis 
und Ariet. sironotiis. Es ist um so nöthiger, wenigstens durch einen dritten Namen diesen Unter- 
schied festzuhalten, als wir bereits unter „Ariet. Haueri^' eine Anzahl ziemlich mannigfaltig aus- 
gebildeter Gestalten vereinigt haben. — Die Uebereinstimmung ist andererseits eine so bedeutende, 
dass die nahe Verwandtschaft nicht verkannt werden kann, obwohl die bestehende Lücke bisher 
nicht durch Uebergangsformen ausg-efüllt ist. 

Die vorliegenden Exemplare tragen auf den innersten AVindungen ziemlich kräftige, stark 
erhabene, sonst aber nur schwach erhabene Rippen, welche durch sehr schmale, einer scharfen 
vertieften Linie gleichkommende Zwischenräume getrennt sind. Gewisse Unregelmässigkeiten in 
der Sculptur, wie wir sie bei Ariet. proaries und dem typischen Ariet. Haiceri finden, treten auch 
hier auf, indem manchmal eine Rippe viel schwächer ausgebildet ist als die übrigen und sich 
inniger an eine der Nachbarrippen anschliesst. 

Diese Ausbildungswei&e der Sculptur treffen wir sowohl bei den Vorkommnissen aus dem 
Horizonte des Psil. megastoma, als bei jenen aus der Lage der Schloth. marmorea. Exemplare, welche 
der im höheren Horizonte auftretenden Mutation des typischen Ariet. Haueri (mit schlanken, stark 



[130] Beiträge zur Kennt 11 iss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordüstlichen Alpen. 4 i 

erhabenen, durch breite Zwischenräume getrennten Rippen) analog wären, sind mir nicht bekannt 
geworden. 

Das in Taf. XVI[XXXIJ, Fig. 4, abgebildete Exemplar zeichnet sich durch sehr breite 
Rippen aus, welche wie sonst durch äusserst schmale Zwischenräume getrennt sind. Der äussere 
Umgang ist bei einem Durchmesser von ungefähr 80 mm mit 71 Rippen bedeckt. Die Umgänge 
sind ein wenig dicker als hoch. Dieses Verhältniss scheint bei den hieher gehörigen Formen von 
mittlerer Grösse die Regel zu sein. 

Das in Taf. XVII[XXXII], Fig. 2, abgebildete Exemplar zeigt jedoch eine weit geringere 
Dicke. Seine Dimensionen sind: Durchmesser 87 mm (= i), Nabelweite 54 mm (== 0-62), Höhe 
des letzten Umganges 18 mm (=0-21), Dicke 15 mm (= o'i7). Wie verschieden die Breite der 
Falten bei demselben Individuum sein kann, zeigt ein Blick auf die Abbildung, welche deutlich 
die breiten Falten des vorletzten und die schmalen des letzten Umganges erkennen lässt. Die 
Zwischenräume sind jedoch stets ungemein schmal, ausser auf den innersten Umgängen mit 
ihren scharf markirten (stark erhabenen und durch breite Zwischenräume getrennten) Rippen. 
Der äussere Umgang ist denn auch bei einem Durchmesser von 87 mm mit iig, der vorletzte nur 
mit 62 Rippen bedeckt, wobei zu bemerken ist, dass auf dem ersten Viertel des äusseren Um- 
ganges die Rippen noch so breit wie auf dem vorletzten Umgange sind. Die Schalenoberfläche 
ist an diesem Exemplare (namentlich an der Externseite der äusseren Windung, welche ursprünglich 
noch von einem weiteren Umgange bedeckt war) so ausgezeichnet erhalten, dass die feinen 
erhabenen Linien, -welche die Fortsetzung der nach vorne gebogenen Rippen bilden, sehr deutlich 
zu sehen und stellenweise sogar durch die tiefen Externfurchen und über den Kiel zu verfolgen 
sind, auf welchem sie in regelmässigen Abständen deutliche Querstreifen bilden. Die Stelle, 
an welcher eine Falte den Kiel kreuzt, ist von jener Stelle, an welcher dieselbe Falte die Alitte 
der Flanke überschreitet, in tangentialer Richtung um eine Strecke entfernt, welche weitaus 
grösser ist als die Windungshöhe an der betreffenden Stelle. Der Mundrand muss daher in einem 
schmalen Externlappen ganz ausserordentlich weit nach vorwärts gezogen gewesen sein. (Vgl. die 
vergrösserten Abbildungen, Fig. 2c und zd) Von der Lobenlinie ist nur so viel zu sehen, dass 
man die Uebereinstimmung mit jener des typischen Ariet. Haueri erkennen kann; die Tiefe des 
Siphonallobus konnte jedoch nicht festgestellt werden. 

Ein anderes, durch sehr schmale, zahlreiche Rippen ausgezeichnetes Exemplar trägt deren 
155 auf dem äusseren Umgange bei einem Durchmesser von etwa 107 mm. 

Es ist oft mit unüberwindlichen Schwierigkeiten verbunden, junge Arieten sicher zu 
bestirnmen, wenn nicht eine grössere Zahl von Zwischenstufen verschiedener Grösse vorliegt. 
Dennoch glaube ich den kleinen, in Taf. XXI[XXXVI], Fig. 4, abgebildeten Ammoniten mit 
Sicherheit hieherstellen zu können ; er stimmt in den Windungsverhältnissen nur mit der 
besprochenen Form überein, und auch die Rippen sind, wie bei guter Beleuchtung zu erkennen 
ist, an der Externseite ungemein stark nach vorwärts gebogen. Der Durchmesser beträgt 17 mm 
(= i), die Nabelweite 7-5 mm (= 0-44), die Höhe des letzten Umganges 5 mm (^ 0-29). 

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die hier besprochene Form es ist, mit welcher das im 
III. Theile dieser Arbeit (S. 205[i04] beschriebene „Psiioceras n. f. aff.(j) ercbricinctmir^ in den 
Windungsverhältnissen übereinstimmt. 

Vorkommen: In dem gelbgrauen Kalke mit Psil. megastoma vom Breitenberg und 
Schreinbach, in der brauneisenreichen Lage mit Schloth. marmorea vom Schreinbach, im 
rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen von Adnet und von der Kammerkaralpe. 



42 



Wähncr. [iji] 

Arietites salinarius Hau. 

(Taf. XVIII[XXXIII]; Taf. XIX[XXXIV], Fig. 2.) 

1833. Ammonites Walcotti, v. Buch, Jahrb. f. Mineralogie etc., 1833, S. 188; non Sow. 
1846. „ salinarius, v. Hauer, Die Cephalopoden des Salzkammergutes,- S. 30, Tab. X, Fig. I — 3. 

1861. „ euceras, Gümbel, Geogn. Beschreibung des ba5'er. Alpengeb., S. 473. 

1879. „ „ Rej'nes, Monographie des Ammonites, pl. XXXIII, fig. I — 3. (Verkleinerte Abbildung eines 

Guerabel'schen Exeraplares). 

Taf. [XXXIII]. Taf. [XXXIV], Fig. 2.1) 



Durchmesser 246 mm (= i ) 

Nabehveite 162 „ (= o-66) 

Höhe des letzten Umgang^es ... 45 „ (= O'iS) 
Dicke — — 



130 mm (== I ) 
80 ^ (= 0-62) 
27 „ (=o-2i) 
38 „. (=0-29) 



Das Exemplar, auf welches v. Hauer seinen Arid, salinarhis gründete, spielt in der Geschichte 
der Paläontologie eine Rolle. Es sei gestattet, an dieser Stelle das wiederzugeben, was v. Hauer 
vor 40 Jahren darüber berichtet hat : 

„Das einzige zur Untersuchung vorliegende Exemplar dieser Art, von 4'^ Zoll Durch- 
messer, aus dem k. k. Hof -Mineralien- Cabinete hat der sonderbaren A^erbindung wegen, in 
welcher es mit einem grossen Orthoceratiten steht, schon längst die Aufmerksamkeit aller 
Geognosten, welche die reichen Sammlungen dieser Anstalt besichtigten, auf sich gezogen. Man 
suchte das theoretisch als unmöglich betrachtete Zusammenvorkommen dieser beiden Geschlechter 
auf alle Weise in Zweifel zu ziehen. L. v. Buch und Zippe, die bei ihrer Anwesenheit in Wien 
im Jahre 1832 dasselbe sahen, entdeckten daran Spuren von Mastix, »durch welchen die beiden 
Fossilien so künstlich aneinander gefügt sind, dass ohne einen Unterschied der Farbe, indem der 
Ammonit im rothen, der Orthoceratit im grauen Kalkstein steckt« ^), diese Zusammenfügung nicht 
erkennbar gewesen wäre. Boue^), obschon zuerst mit voller Entschiedenheit das Zusammen- 
vorkommen der Orthoceren mit den Ammoniten in den Alpengebilden anerkennend und selbst 
nicht abgeneigt, zu vermuthen, die beiden Fossilien könnten ursprünglich mit einander verbunden 
gewesen sein, bestätigt doch auch, dass sie gegenwärtig ganz deutlich durch rothes Wachs 
zusammengekittet seien." 

,,Bei Gelegenheit der Bearbeitung der Hallstätter Ammoniten wurde mir nun dieses Stück 
von Herrn Kustos Bartsch freundlichst zur genaueren Untersuchung mitgetheilt. Dabei zeigte 
sich nun allerdings, dass das Stück in Folge eines zufälligen Bruches gekittet war, allein mit 
solcher Sorgfalt, dass die Richtung des Sprunges selbst der Aufmerksamkeit so sorgfältiger 
Beobachter entgehen konnte. Nur der obere Theil des Orthoceratiten war nämlich mit seinem 
unteren Theile durch Mastix verbunden und fiel bei gelinder Erwärmung sogleich herab ; zwischen 
dem unteren Theile des Orthoceratiten und dem Ammoniten ging nicht einmal ein Sprung durch. 
Den Ammoniten und den Orthoceratiten hat also dieselbe Gesteinschicht begraben, und ihre 
Vereinigung ist nicht künstlich, sondern durch die Natur selbst bewerkstellig't. Auch der von 
V. Buch angeführte Farbenunterschied des Gesteines, in welchem sie sich befinden, zeigte sich 
bei genauer Besichtigung durchaus nicht. Beide Individuen sind in vollständig gleich gefärbtem 

') Da das Ende des äusseren Umganges verletzt ist, wurden die Dimensionen eine kurze Strecke weiter rückwärts 
abgenommen. 

^) V. Buch in v. Leouhard und Bronn: Jahrbuch für Mineralogie u. s. f. 1833, pag. 188. 
^) v; Leonhard und Bronn: Jahrbuch für Mineralogie u. s. f. 1844, pag. 328. 



[132] Beiträge zur Ken>it)iiss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 43 

röthen Marmor eingeschlossen, doch sieht _inan den Orthoceratiten grösstentheils angeschliffen 
oder im Querbruche, also heller, während die Oberfläche des Ammoniten, wie dies häufig der 
Fall ist, eine dunklere, röthlichbraune Farbe zeigt." 

Das Zusammenvorkommen von „Orthoceratiten" und Ammoniten hat heute nicht mehr 
jene actuelle Bedeutung wie ehemals. Das Vorkommen echter Orthoceraten in der alpinen Trias 
wird gegenwärtig von keiner Seite mehr in Zweifel gezogen, und die noch in den Lias hinauf- 
reichenden „Orthoceratiten" mit randlichem Sipho werden als Unterfamilie der Aulacoceratinen 
in die Familie der Belemnitiden gestellt. Ein solcher „Orthoceratit" mit randlichem Sipho ist 
auch, wie schon v. Hauer erkannt hat, die Form, welche mit dem besprochenen, interessanten 
Ammoniten verbunden ist. Es ist daher ziemlich überflüssig hier neuerdings zu betonen, dass die 
innige ursprüngliche (d. i. seit der Bildung des Sedimentes bestehende) Verbindung der (170 mm 
langen und bis über 50 mm dicken) Alveole mit dem Ammoniten sehr deutlich und mit voller 
Sicherheit erkennbar ist. Der Ammonit besteht im Inneren aus demselben rothen, gelblich- 
gefleckten Kalke wie die Alveole, und die dunkle Färbung an der Oberfläche des ersteren, 
welche übrigens auch der Alveole an nicht angeschliffenen Stellen zukommt, rührt von einem 
Ueberzuge von Brauneisen her, welcher ursprünglich offenbar beide Fossilien bedeckt hat. 

Da die Abbildung v. Hauer's den Ammoniten im verkleinerten ^Maasse wiedergibt, erschien 
es mir geboten, denselben noch einmal in natürlicher Grösse abzubilden (Taf. XIX[XXXIV], 
Fig. 2). In der Beschreibung ist nur wenig Neues hinzuzufügen. 

Zunächst ist abermals die grosse Dicke der Windungen zu betonen, welche deren Höhe 
weit übertrifft. Die Seiten sind wohlgerundet, während die Externseite in Folge der grossen 
Dicke und der geringen Erhebung des Kieles in der ]Mitte abgeplattet erscheint. Der Kiel ist 
von zwei wohlausgebildeten Furchen begleitet. Die Externseite erhebt sich, bevor sie in die 
Flanken übergeht (an den vom Kiele abgewendeten Seiten der Furchen), wieder sehr hoch, so 
dass sie an einzelnen Stellen den Kiel ein wenig überragt. Dieses Verhältniss tritt gerade in der 
Abbildung v. Hauer's und in der hier beigegebenen hervor. An anderen Stellen sind jedoch 
diese Partien der Externseite gleich hoch mit dem Kiele, und an den meisten Stellen ragt der 
Kiel deutlich etwas höher empor. Ob diese Ungleichmässigkeit eine ursprüngliche oder durch 
den Erhaltungszustand (Verdrückung, Ueberrindung mit Brauneisen) bedingt ist, lässt sich nicht 
entscheiden. Die schwach erhabenen Falten sind im Aufsteigen von der Naht sehr stark nach 
rückwärts gerichtet, behalten im Allgemeinen während des Verlaufes über die Flanken die 
Neigung nach rückwärts bei, krümmen sich aber zugleich sehr allmälig nach vorne und sind auf 
der Externseite ungemein weit (in demselben Maasse, wie bei Ariet. HaiieriJ nach vorwärts gezogen, 
welch' letztere Erscheinung nur an wenigen Stellen deutlich zu erkennen ist. 

In der äusseren Hälfte des letzten Umganges ist die Zahl der Rippen in Folge der 
schlechten Erhaltungsweise nicht anzugeben. Bei einem Durchmesser von ungefähr 115 mm sind 
etwa 70 Rippen auf dem äusseren und 53 auf dem vorhergehenden Umgange vorhanden. Es sind 
nur drei Umgänge deutlich erhalten; auf dem drittletzten sind die Rippen noch etwas kräftiger, 
nach aussen werden sie allmälig schwächer erhaben, sind aber dann mit je einer scharfen 
Anwachslinie besetzt, so dass sie bei gut erhaltener Schalenoberfläche trotzdem sehr ■ deutlich 
hervortreten. 

Die Lobenlinie stimmt sehr gut mit derjenigen von Ariet. Haueri überein. Siphonallobus, 
erster Lateral und Suspensivlobus erreichen fast genau die gleiche Tiefe. Es sind zwei deutliche 
Auxiliaren vorhanden; der erste Auxiliar reicht bedeutend tiefer herab als der zweite Lateral. 
Lateralsattel und Externsattel sind ungefähr gleich hoch. Die Loben und Sättel sind auf dem 



44 



Wähner. [i33] 



äusseren Umgange, welcher bis zum Ende gekammert ist, reich verzweigt, und die einzelnen 
Suturen folgen bis zur Berührung dicht gedrängt auf einander. 

Der Fundort dieses Ammoniten ist unbekannt. Die grosse Aehnlichkeit mit den Arieten 
hat bereits v. Hauer erkannt; ebenso wurde von diesem die abweichende Ausbildung der 
Lobenlinie betont. Die Merkmale, in denen die Lobenlinie von jener der typischen Arieten 
abweicht, sind gerade diejenigen, welche die Zugehörigkeit zu den damals noch unbekannten \) 
Uebergangsformen zwischen Psilonoten und typischen Arieten erkennen lassen. Als ich vor 
Jahren das Originalexemplar von A. salinarius in die Hand bekam, bezweifelte ich keinen 
Augenblick, dass wir es hier mit einer analogen Form zu thun haben, obwohl mir kein weiteres 
Exemplar der nämlichen Form bekannt war. Das Gestein und die Erhaltungsweise stimmt voll- 
ständio- mit den Vorkommnissen aus dem rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen von den 
Localitäten Lämmerbach, Adnet und Kammerkaralpe überein, in welchem die beiden 
Horizonte des Psil. incgastonia und der Schloth. marmorea enthalten sind. Am wahrscheinlichsten 
ist es mir (sowohl nach dem Aussehen als nach äusseren Umständen), dass der Ammonit von 
Adnet stammt. -) 

Die Anschauung, dass A. salinarius ein tiefliasischer Ariet sei, fand ich bestätigt, als ich 
in der Sammlung des kgl. Oberbergamtes zu München .die beiden Originalexemplare von A. euceras 
Gümta. kennen lernte und in dem letzteren eine dem A. salinarius Hau. identische .Form 
erkannte. 

Es ist mir gelungen, an dem grösseren prächtigen Exemplare (Taf. XA^III[XXXIII]) auch 
die inneren Windungen bioszulegen, so dass nun acht Umgänge sichtbar sind. Die ersten drei 
Viertel des letzten Umganges sind noch gekammert, und es ergibt sich aus der erhaltenen 
Involutionsmarke, dass mindestens noch sieben Achtel eines weiteren Umganges vorhanden 
gewesen sind. Der Ammonit muss einen Durchmesser von wenigstens 300 mm und die Wohn- 
kammer eine Länge von mindestens i '/s Umgängen erreicht haben. 

Die Dicke konnte nicht gemessen werden, sie ist hier ebenfalls grösser als die Windungs- 
höhe. Am äusseren Umgange verhält sich die Höhe zur Dicke ungefähr wie 7 zu g. Die innersten 
Umgänge scheinen langsamer anzuwachsen als bei dem Hauer'schen Exemplare; die späteren 
Umgänge bringen dies jedoch wieder ein und erreichen so eine bedeutende Höhe. An diesem 
Exemplare fällt es viel deutlicher in die Augen, dass die Windungsverhältnisse von denen der 
meisten anderen hier in Betracht zu ziehenden Arieten sehr verschieden sind. Wir finden hier 
nicht das gleichmässig langsame Anwachsen wie bei Ariet. proaries, Ariel. Haueri etc., sondern 
wir sehen zwar die innersten AVindungen sehr langsam anwachsen, aber schon bei einer massigen 
Grösse, die nicht genau anzugeben ist, wachsen sowohl Höhe als Dicke viel rascher an, so dass 
diese Form eine viel bedeutendere Windungshöhe und Dicke erreicht als die normal gewundenen 
Formen. 

Der von tiefen Furchen begleitete kräftige Kiel ragt auf dem ganzen äusseren Umgange 
über die seithchen Partien der Externseite empor. Die Schalenoberfläche ist an vielen Stellen aus- 
gezeichnet erhalten, die Sculptur ist daher viel deutlicher sichtbar als bei dem Exemplare 
V. Hauer's. Die Falten sind hier übrigens kräftiger und beginnen sich erst etwa vom Beginn des 



*) Nur A. liasicus Orb. war zu jeuer Zeit beschrieben, seine Bedeutung jedoch nicht erkannt. 

2) Die Ansicht, dass A. salinarius aus alpinen Arieten-Schichten stamme, wurde schon von E. v. Mojsisovics aus- 
gesprochen. (Suess u; Mojsisovics, Die Gebirgsgruppe des Osterhornes; Jahrb. geol. Reichsanst., 1868, XVIII, S. 198.) 
Mojsisovics fügt bei, dass A. salinarius aus Adnet in mehreren Exemplaren vorliege. Ich muss dagegen hervorheben, dass ich 
kein zweites Exemplar in den "Wiener Sammlungen gefunden habe. 



[134] Beiträge zur Kennt/u'ss der tieferen Zojien des tinteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 45 

vorletzten Umganges merklich abzuschwäthen, von wo an sie mit scharfen Anwachslinien in 
Verbindung treten. Dabei treten dann gewisse Ungleichmässigkeiten in der Höhe der Falten, in 
der Tiefe der Zwischenräume und in der Entfernung der einzelnen Falten von einander sehr 
deutlich hervor. Trotz der vor sich gegangenen Abschwächung- sind die Falten noch am Schlüsse 
des äusseren Umganges deutlich sichtbar. Der vorletzte Umgang ist mit ungefähr 76 Rippen 
bedeckt. Am letzten Umgange sind die Rippen wegen bestehender Verletzungen nicht zu zählen ; 
nach einer ziemlich genauen Schätzung dürften hier 136 Falten vorhanden gewesen sein. Dass 
die Falten in einem ungemein spitzen Winkel mit der Externfurche zusammentreffen, ist an vielen 
Stellen sehr gut zu erkennen. Dies tritt wegen der grossen Breite der Externseite nicht in der 
Seitenansicht, sondern nur in der Externansicht hervor. An einigen Stellen sind auf der Schale 
Spuren einer feinen Spiralstreifung zu beobachten. 

Die Schale ist an der Stelle des Beginnes der Wohnkammer (wahrscheinlich durch Feilen) 
entfernt, und die Lobenlinie ist dadurch — theilweise etwas zu lief — blossgelegt. Die Ueber- 
einstimmung mit der Lobenlinie des Hauer'schen Exemplares ist sehr weitgehend. Der Lateral- 
sattel ist indessen hier etwas höher als .der Externsattel, der Suspensivlobus erreicht nicht die 
Tiefe des ersten Laterals : zweiter Lateral und erster Auxiliar sind ungefähr gleich tief. Gegen 
Schluss des drittletzten und zu Beginn des vorletzten Umganges, wo die Schale theilweise fehlt, 
hängt jedoch der Nahtlobus noch tiefer herab. Die in der Ausbildung- des Suspensivlobus erkenn- 
bare Annäherung an die Lobenlinie der typischen Arieten tritt also erst in hohem Alter ein, eine 
Erscheinung, die wir nun schon an mehreren Formen beobachtet haben. Der Siphonallobus ist 
auch hier ungefähr so tief als der erste Lateral, und die einzelnen Lobenlinien folgen dicht 
gedrängt aufeinander. 

Das zweite, kleinere, in der .Sammlung des kgl. Oberbergamtes zu München befindliche 
Exemplar hat über 140 mm im Durchmesser und entspricht in jeder Hinsicht den beiden bereits 
beschriebenen Exemplaren. Der von sehr tiefen Furchen begleitete Kiel ragt ein wenig über die 
seitlichen Partien der Externseite empor, die Umgänge sind dicker als hoch, die Ripi^en sehr fein 
und eng aneinander gereiht. Siphonallobus, erster Lateral und Suspensivlobus sind ungefähr gleich 
tief, die einzelnen Suturen folgen dicht gedrängt aufeinander. 

Beide Exemplare stammen aus dem tiefliasischen rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen 
vom Kammerkar-Gebirge. Bis jetzt sind mir nur die drei besprochenen Exemplare dieser 
interessanten Form bekannt geworden. 

Die eigenthümlichen Windungsverhältnisse (langsames Anwachsen der inneren Windungen 
und das plötzlich viel raschere Höhen- und Dickenwachsthum von einer gewissen Grösse an) 
erinnern sehr an Psil. liadroptychuin (III. Theil, S. i48[47]) und an Ariet. nigroinontamis (III. Theil, 
S. 2i3[ii2]), bei welchen wir dieselbe Erscheinung kennen gelernt haben. Daraus allein kann 
wohl nicht auf das Vorhandensein näherer genetischer Beziehungen zwischen diesen Formen 
g-eschlossen werden; immerhin aber wird es gut sein, auf das Vorkommen etwaiger Zwischen- 
glieder zu achten. 

Sehen wir von den Windungsverhältnissen ab, so finden wir in der Ausbildung des Kieles, 
der Radialsculptur und der Scheidewandlinie eine g'anz ausgezeichnete Uebereinstimmung mit 
der Gruppe des Ariet. Haneri. Dabei sehen wir die Form, welche als Ariet. Haueri var. altior 
bezeichnet wurde, gerade in den Windungsverhältnissen sich von dem typischen Ariet. Haneri in 
der Richtung gegen Ariet. salinarius entfernen. Die Lücke ist freilich auch hier noch so gross, 
dass eine sehr nahe Verwandtschaft keineswegs g"ewiss ist; dieselbe könnte nur durch das Auf- 
finden weiterer Zwischenglieder erwiesen werden. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich -Ungarns. V. 3. 5 



46 Wiihner. [i35] 

Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir es hier mit ziemlich weit von einander abstehenden 
Formen zu thun haben, welche sich genau in demselben Entwicklungsstadium des Arieten- 
Charakters befinden. Jedenfalls aber ist es sehr merkwürdig, dass wir auch für Artet nigromonta/nis 
ein vollkommenes Analogon in einer normal gewundenen Form, in Artet proaries besitzen, und 
dass auch hier durch den sehr nahestehenden Artet, proaries var. distans dieselbe Annäherung an 
die abnorm gewundene Form erfolgt, ohne dass wir weitere Zwischenformen kennen würden. ^) 



Arietites Seebachi Neum. 

(Taf. XX[XXXV], Fig. I und 3.) 
jSyg. Arietites Seeiachi, Neumayr, Unterster Lias, Abhandl. geol. Reichsanst., VII. 5, S. 39, Taf. II, Fig. i. 

Fig. I. Fig. 3. 



Durchmesser 165 mm (== i ) 

Nabelweite 115 ji (=0.70) 

Höhe des letzten Umganges . . 27 „ (=^0.16) 

Dicke 22 ,, (=o'i3) 



46 mm {= I ) 

29 ,, (= 0-63) 

8-5 „ (=o-i8) 

9'5 „ (=o-2i) 



Artet. Seebachi unterscheidet sich von dem typischen Ariet. Haueri in der Regel durch 
etwas langsameres Höhenwachsthum (niedrigere, zahlreichere Windungen), durch deutlicher 
markirte, gleichmässiger ausgebildete Rippen, durch die schwächere Vorwärtsbeugung der 
letzteren an der Externseite, durch die etwas schwächere Einsenkung der Externfurchen und 
durch die ein wenig g-eringere Tiefe des Siphonallobus. 

Die von Neumayr erwähnte, mit dem Beginne der Wohnkammer eintretende Veränderung, 
welche in einer Abschwächung der Sculptur und der Externfurchen besteht, ist kein allgemeines 
Merkmal, sondern scheint sich nur bei einzelnen Exemplaren oder erst gegen das Ende der 
Wohnkammer ausg'ewachsener Exemplare einzustellen. 

Das prächtige, in Taf. XX[XXXV], Fig. i, abgebildete Exemplar ist im Gegensatze zu 
der reich verzweigten Lobenlinie, welche Neumayr bekannt gemacht hat, durch eine ungemein 
schwach verzweigte Lobenlinie ausgezeichnet. Der Nahtlobus erreicht zugleich eine so geringe 
Tiefe, dass in diesen beiden Merkmalen eine sehr bedeutende Annäherung an die typischen 
Arieten ausgebildet ist. Es liegen mir noch zwei Exemplare mit derartig schwach verzweigter 
Lobenlinie vor; bei diesen ist jedoch der Suspensivlobus noch gut entwickelt. Die geringe Tiefe 
des Suspensivlobus bei dem abgebildeten grossen Exemplare könnte auch eine Alterserscheinung 
sein, wie ich dieselbe bei einigen anderen Formen thatsächlich beobachtet habe. An dem aus- 
gezeichneten Schalenexemplare konnte nämlich nur die letzte Lobenlinie deutlich blossgelegt 
werden (vgl. Fig. \a). Das letzte Drittel des vorletzten Umganges und der ganze letzte Umgang 
gehören der Wohnkammer an, welche also eine Länge von mindestens i ^3 Umgängen erreicht hat. 

Soweit die Schale entfernt ist (auch auf der kurzen, an die Wohnkammer anstossenden 
Strecke des gekammerten Theiles), kann man auf dem Steinkerne eine deutliche, schwache 
Spiralstreifung erkennen. Besonders deutlich ist auf der vorletzten Windung ein ziemlich stark 



') Es liegt nahe, in ähnlicher Weise auch Psil. hadroptychum und Psil. Johnstoni einander gegenüberzustellen; aber 
abgesehen davon, dass die morphologische Uebereinstimraung hier keine so auffallende ist, haben wir es in diesem Falle mit 
Formen zu thun, welche verschiedenen Horizonten angehören, während in den oben erwähnten Fällen die einander gegenüber- 
gestellten Formen demselben Horizonte entstammen. 



[136] Beiträge zur Ke/nifn/ss der tieferen Zonen des utiteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 47 

vertiefter Streifen nahe der Naht entwickelt (Fig. \d). Diese Streifung war auf die innere Fläche 
der Schale beschränkt; auf der vorzüglich erhaltenen äusseren Schalenoberfläche ist nicht eine 
Spur einer Spiralstreifung wahrzunehmen. 

Am Schlüsse der ersten Hälfte des äusseren Umg"anges beginnen die Rippen sehr allmälig 
an Höhe abzunehmen, und zugleich stellen sich feine Anwachslinien ein, welche immer deutlicher 
und zahlreicher werden, je stärker die Rippen sich abschwächen. Diese Anwachsstreifen setzen 
sich, sowie die Rippen, über die Externseite fort und sind hier auch auf dem Kiele deutlich zu 
erkennen. Gegen den Schluss des Umganges ist die Sculptur so unreg"elmässig ausgebildet, dass 
Anwachsstreifen und eigentliche Rippen nicht streng zu unterscheiden sind. Je nachdem man 
hier nur die stärker hervorragenden oder auch einige der schwächer erhabenen Falten zählt, 
ergeben sich auf dem äusseren Umgange 94 — 100 Rippen. Die nach innen folgenden Windungen 
tragen 81, 75, 67, 63, 53, 42, 27 und 17 Rippen. Die letzterwähnte, welche 17 Rippen trägt, die 
(von aussen gezählt) neunte Windung, hat noch etwa 6 '5 mm im Durchmesser. Im Innern ist noch 
ein zehnter Umgang sehr deutlich sichtbar; der offenbar noch vorhanden gewesene nächst innere 
Umgang ist jedoch zerstört. 

Ob Uebergänge zwischen der typischen Form und der Varietät mit schwach verzweigter 
Lobenlinie existiren, lässt sich an dem vorliegenden Materiale nicht entscheiden. Ein vom 
Breitenberg stammendes Exemplar, dessen Lobenlinie dem Grade der Verzweigung" nach in der 
Mitte stehen dürfte, kann hier nicht in Betracht kommen, da es durch seine grosse Dicke und 
besonders durch die ausserordentlich starke Vorwärtsbeugung der Falten an der Externseite von 
den übrigen zu Ariel. Seebachi zu stellenden Vorkommnissen so stark abweicht, dass es mit mehr 
Recht zu dem Formenkreise des Ariel. Haueri gestellt werden könnte. Das Exemplar unter- 
scheidet sich von den t3'pischen Vorkommnissen des letzteren nur durch das lang"samere Höhen- 
wachsthum (niedrigere und zahlreichere Windungen). Durch die grosse Dicke und den breiten 
Kiel erinnert es zugleich an Ariel, proaries var. latecarinatus (vgl. S. 38[i27]). Obwohl der Verlauf 
der Rippen an der Externseite, welcher mit der Form des Mundrandes zusammenhängt, sonst sehr 
constant ist, möchte ich doch, da das erwähnte Exemplar durch seine zahlreichen niedrigen Win- 
dungen und die gleichmässig ausgebildeten Rippen auffallend dem Habitus von Ariel. Seebachi 
gleicht, die Abtrennung nicht definitiv vornehmen. Bei weit reicherem Materiale wird sich zeigen, 
ob zwischen Ariel. Seebachi und Ariel. Haueri ein allmäliger Uebergang oder eine scharfe Grenze 
besteht. Die Vorwärtsbeugung der Rippen ist manchmal auch bei Ariel. Seebachi eine ziemlich 
starke (vgl. die Abbildung bei Neumayr, 1. c, Taf. II, Fig. \a)\ dann aber beginnen sich die 
Rippen schon nahe der Mitte der Flanke allmälig stark nach vorwärts zu neigen, und niemals 
biegen sie sich sonst — das obenerwähnte Exemplar ausgenommen — erst kurz vor dem Ueber- 
tritte auf die Externseite fast plötzlich nach vorwärts und sind hier so überaus weit nach vor- 
wärts gezogen wie bei Ariel. Haueri. Diese Verhältnisse sind im Allgemeinen recht schwer zu 
beobachten, weil die Externseite selten so gut erhalten ist, dass die hier die P"ortsetzung der 
Rippen bildenden feinen Streifen deutlich zu sehen sind. Damit möge auch die Zurückhaltung 
gerechtfertigt werden, welche in der Beurtheilung der Beziehungen zm A^'iel. Haueri \iQ^o\>'a.c\i\.%t wird. 

Es liegen mehrere Exemplare von geringer Dicke vor, deren innere Windungen etwas 
rascher anwachsen als bei den typischen Vorkommnissen von Ariel. Seebachi und mit dicht 
gedrängten, zahlreichen Rippen versehen sind. Bei schlechter Erhaltungsweise der äusseren 
Windungen oder bei geringer Grösse (wie bei dem in laf. XX[XXXV], Fig. 3, abgebildeten 
Exemplare) können dieselben leicht zu Verwechslungen mit Ariel. Haueri Anlass geben. Die 
niedrig'en äusseren Windungen mit den durch weite Zwischenräume getrennten, massig vor- 

5* 



48 Wähner. [137] 

geneigten Rippen lassen bei guter Erhaltung die volle Uebereinstimmung mit typischen Exem- 
plaren von Ariet. Seebachi erkennen. In der Regel wird der Alangel der für Artet. Haiieri so 
charakteristischen starken Vorwärtsbeugung der Rippen, welche auch an den inneren Windungen 
des letzteren deutlich ausgebildet ist, vor einer Zuweisung des betreffenden Ammoniten zu Ariet. 
Haueri abhalten. Das erwähnte kleine Exemplar lässt übrigens in der Dicke keine Verschiedenheit 
gegenüber dem typischen Ariet. Seebachi erkennen ; aber selbst auf den innersten Windung-en 
trägt es nur schwach erhabene, zarte Rippen. Der äussere Umgang ist bei einem Durchmesser 
von 46 mm mit 72 Rippen bedeckt. 

Vorkommen: Im gelbgrauen Kalke mit Psil. niegastoma (zumeist im oberen Theile dieser 
Bank) vom Breitenberg" und Schreinbach, im rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen vom 
Lämmerbach, von Adnet und von der Kammerkaralpe. 

Arietites Loki n. f. 

(Taf. XVII[XXXII], Fig. I.) 

Dimensionen: Durchmesser 156 mm (== i), Nabelweite 102 mm (= o'65), Höhe des 
letzten Umganges 2g mm (=o"i9), Dicke 28 mm (= o'i8). 

Es sind acht Umgänge sichtbar, im Innern war wohl noch ein neunter Umgang vorhanden. 
Die Dicke der einzelnen Umgäng'e ist ungefähr so gross oder sogar grösser als deren Höhe ; 
noch nahe dem Ende des äusseren Umganges besteht dieses Verhältniss, während am Ende selbst 
die Höhe ein wenig grösser ist als die Dicke. Die gewölbte Externseite trägt einen breiten 
gerundeten Kiel, welcher verhältnissmässig wenig über die seitlichen Partien der Externseite 
emporragt und zu beiden Seiten von seichten, aber deutlichen Furchen begrenzt ist. Die Furchen 
treten besonders dadurch gut hervor, dass sie gegen die Flanken hin von einem schwach, aber 
deutlich hervorrag-enden, dem Kiele parallelen Wulste begleitet sind, welcher offenbar die erste 
Anlage der auf der Externseite typischer Arieten häufig ausgebildeten seitlichen Kiele darstellt. 
Die Kielbildung scheint sehr bald zu beginnen, sie kann im Querbruche weit zurückverfolgt werden ; 
am fünftletzten Umgange ist der Kiel noch sehr deutlich zu erkennen. Die schwach gewölbten Flanken 
sind mit kräftigen, ein wenig nach vorn geneigten Rippen bedeckt, welche nicht so breit sind als die sie 
trennenden Zwischenräume, und welche in der Nähe der Externseite, indem sie undeutlich werden, 
eine kaum merkliche Biegung nach vorwärts annehmen und in den erhabenen Rand der den 
Kiel begleitenden Furche übergehen. Auf dem äusseren Umgange stehen 63, auf den nach innen 
folgenden Umgängen 50, 46, 43 und 41 Rippen. Das Verhältniss zwischen den Rippen und den 
sie trennenden Zwischenräumen bleibt auch auf den inneren Umgängen dasselbe. Die Breite der 
Rippen ist aber auf den letzteren eine sehr geringe, ihre Zahl daher eine verhältnissmässig grosse 
und nur wenig geringer, als die Zahl der Rippen auf den äusseren Umgängen. 

Die Lobenlinie ist sehr schwach verzweigt, die Lobenkörper sind im Verhältnisse zur 
Windungshöhe sehr niedrig, und die einzelnen Suturen folgen in ziemlich weiten Abständen auf 
einander. Noch die letzte Scheidewandlinie vor Beginn der Wohnkammer, welche wie so häufig 
näher an die vorhergehende herantritt, nähert sich derselben nur so weit, dass die Spitze des 
ersten Laterals nur um einen ganz geringen Betrag tiefer ist als das Ende des Lateralsattels der 
vorhergehenden Sutur. Der Siphonallobus ist etwas kürzer als der erste Lateral, der Externsattel 
sehr breit und nur wenig niedriger als der Lateralsattel. Der äussere Hauptast des zweiten 
Laterals ist sehr lang, wodurch dieser Lobus eine zweispitzige Gestalt erhält. Der Suspensivlobus 
ist schwach entwickelt. Bei der letzten Lobenlinie vor Beginn der Wohnkammer und bei einer 



[138] Beiträge zur Keniitiiiss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 4g 

um eine Viertelwindung weiter zurückstehenden Linie erreicht der Suspensivlobus nicht die Tiefe 
des ersten Laterals ; dies ist dagegen bei der vorletzten Sutur der Fall. Von anderen Lobenlinien 
dieses Exemplares ist fast nichts sichtbar. Es sind zwei, fast nicht weiter verzweigte Auxiliaren 
vorhanden. In dieser Ausbildung der Lobenlinie liegt trotz der geringen Tiefe des Siphonallobus 
eine starke Annäherung an die Lobenlinie der typischen Arieten. 

Der vorletzte Umgang ist noch bis über den Beginn der äusseren Hälfte desselben ge- 
kammert; zwei Scheidewände stehen noch in der äusseren Hälfte dieses Umganges. Der übrige Theil 
der vorletzten Windung und der letzte Umgang gehören der Wohnkammer an. Das schöne Exemplar 
ist bis zum Ende erhalten, und es ergibt sich, dass die Länge der Wohnkammer nahezu i % Umgänge 
beträgt. Der Mundrand entspricht auf der einen Flanke, welche in der Seitenansicht (Fig. \d) 
dargestellt ist, vollkommen dem Verlaufe der Rippen. Der Rand entspricht genau der höchsten 
Erhebung, dem Kamme einer Rippe, unmittelbar hinter dem Rande befindet sich eine Vertiefung, 
welche der Tiefe, Breite und Richtung nach genau den übrigen, die Rippen trennenden Zwischen- 
räumen gleicht. In dem weiteren Verlaufe gegen die Externseite bildet der ?\Iundrand auf dieser 
Flanke einen massig nach vorne gezogenen Lappen. Ganz anders ist er jedoch auf der anderen 
Flanke gestaltet (Fig. \b und \c). Von der Extsrnseite an tritt er hier weit zurück, und gegen 
die Naht hin tritt er wieder etwas vor, so dass er einen nach vorne concaven Bogen von der- 
selben Form bildet, wie ihn der Verlauf der Rippen bei der Gruppe des Ariel. Haueri und des 
Ariel, salinariiis darstellt. Zugleich stülpt sich der Rand in der Mitte der Flanke und gegen die 
Naht hin sehr hoch auf und bildet dahinter eine einer Einschnürung ähnliche Vertiefung. Eine 
kurze Strecke hinter dem Rande sind auf dieser Flanke keine Rippen sichtbar. Die letztere 
Erscheinung scheint auf einem Resorptionsvorgange zu beruhen. Es greifen hier nämlich schmale, 
gekrümmte Furchen tief in die Schale ein, welche ungefähr die Gestalt von Serpula-Röhren 
haben, wie solche so häufig der Schale unserer Ammoniten und auch diesem Exemplare an 
mehreren Stellen anhaften. Diese Vertiefungen wurden in der Abbildung (Fig. i b) nicht dargestellt. 
Ob die vermuthete Resorption auf derartige schmarotzende Würmer oder auf das Ammoniten- 
thier selbst zurückzuführen ist, entzieht sich jedoch meiner Beurtheilung. 

Ariel, liasiais d'Orb. ') zeigt in der äusseren Gestalt, namentlich in den gleichmässig aus- 
gebildeten, leicht geschwungenen und von breiten Zwischenräumen getrennten Rippen, eine auf- 
fallende Aehnlichkeit mit der hier besprochenen Form. Bei jenem beginnt jedoch die Kielbildung 
später ; der Kiel ragt auf den äusseren Umgängen stärker über die seitlichen Partien der Extern- 
seite empor, wodurch die letztere wie zugeschärft erscheint ; die Ausbildung der Furchen ist keine 
so weit vorgeschrittene : kurz, die Entwicklung des Kieles steht noch auf demselben Standpunkte 
wie bei Ariel, proaries. Aber auch die Ausbildung der Lobenlinie von Ariel, liasicus ist eine sehr 
verschiedene. Die Verzweigung ist eine viel stärkere, der Suspensivlobus ist sehr gut entwickelt, 
die Lobenkörper sind weit höher, und der Siphonallobus zeichnet sich durch besondere Kürze aus. ") 
Ariel, orlhoptychtts (III. Theil, S. 2o8[io7]), welcher gleichfalls ähnlich ist, unterscheidet sich ebenso 
hauptsächlich durch den viel späteren Beginn der Kielbildung und die reichverzweigte Loben- 
linie mit dem ausgezeichnet entwickelten Suspensivlobus. 

Durch die gleichmässig ausgebildete Sculptur und die vorgeschrittene Entwicklung des 
Kieles steht sehr nahe Ariel. Seebachi Neum., welcher sich besonders durch die geringere Dicke, 

') Vgl. die Abbildung bei Re3'nes, Monographie des Ammonites, pl. VI, fig. 9 — II. 

^) Wir werden übrigens Ariel, liasicus auch aus alpinem Lias kennen lernen. Vorläufig wolle verglichen werden : 
V. Hauer, Cephalopoden aus dem Lias der nordöstlichen Alpen, Denkschr. k. Akad. d. W. AVien, XL, 1856, S. 23, Taf. V, 
Fig. 4 — 6. 



50 ~ Wähiier. [139] 

die viel langsamer anwachsenden (niedrigen und zahlreichen) Umgänge und den schärfer markirten 
Kiel unterscheidet. Es ist zu beachten, dass auch Ariet. Loki im Bereiche der inneren Umgänge 
sehr langsam anwächst ; aber schon bei mittlerer Grösse beginnt ein verhältnissmässig rascheres 
Höhen- und Dickenwachsthum, wodurch die Form bald gegenüber anderen verwandten Formen 
grössere Dicke und Windungshöhe (und engeren Nabel) erhält. Manche Exemplare von Ariet. See- 
bachi erlangen auf den äusseren Windungen eine ziemlich kräftige Sculptur, welche jener von 
Ariet. Loki schon recht nahe kommt; dieselben sind allerdings durch die Windungsverhältnisse 
und den stets viel deutlicher markirten Kiel leicht von dem letzteren zu unterscheiden. Ein vom 
Breitenberg stammender Ammonit scheint zwischen den beiden Formen zu vermitteln. Nach dem 
Gesammteindrucke möchte man ihn zu Ariet. Seehachi stellen. Er wächst im Inneren etwas 
schneller an, als typische Exemplare des letzteren, die äusseren Windungen des grossen Exem- 
plares haben jedoch keine bedeutendere Höhe als bei Ariet. Seehachi. Dagegen ist die Dicke 
eine etwas bedeutendere. Im Ganzen zeigt die Gestalt eine weit grössere Aehnlichkeit mit 
Ariet. Seehachi, als mit Ariet. Loki, bis auf den Kiel, welcher genau so ausgebildet ist wie bei 
letzterem. Der Kiel ist nämlich nicht so deutlich markirt und ragt nicht so stark hervor wie bei 
Ariet. Seehachi, erinnert aber gerade wegen sei/.er geringen Erhebung und hauptsächlich wegen 
der deutlichen Abgrenzung der Furchen gegen die Flanken, trotz der noch geringen Tiefe der 
Furchen, sehr an den Kiel der typischen Arieten. Die Lobenlinie stimmt genau mit jener von 
Ariet. Loki, steht aber auch der Lobenlinie jener Exemplare von Ariet. Seehachi sehr nahe, welche 
sich von dem Typus des letzteren durch schwach verzweigte Suturen unterscheiden. Wir haben 
also gute Gründe, eine nähere Verwandtschaft zwischen den beiden Formen zu vermuthen und 
auf etwa vorkommende weitere Uebergangsglieder zu achten. 

Vorkommen: Ariet. Loki ist mir nur in wenigen Exemplaren aus dem gelbgrauen Kalke 
mit Psil. mcgastoiua vom Breitenberg bekannt. 



Arietites praespiratissimus n. f. 

(Taf. XXI[XXXVI], Fig. 1—3.) 

Fig. I. Fig. 2. Fig. 3. 



Durchmesser ii8 mm (= i ) [ 53 mm (= i ) 

Nabelweite 75 ,, i== 0-64) | 34 ,. {= 0-64) 

Höhe des letzten Umgang-es ... 23 ,, (^0-20) 1 11 ,, (=o'2i) 

Dicke 18 „ (=o-i5) | 11 ,, ( 0-21) 



29 mm (== I ) 

16 „ (=0-55) 

7 r (= 0-24) 

7 r (= 0-24) 



Es liegen mehrere Ammoniten vor, welche ich zunächst mit A. longidomus Quenst.^), diesem 
„ältesten Arieten" des schwäbischen Lias, wie Quenstedt ihn nennt, vergleiche. Quenstedt hat, 
obgleich ihm ein sehr reiches Materiale zu Gebote steht, nur ein gTOSses, prächtiges Exemplar 
(von 215 mm im Durchmesser) abgebildet; es ist äusserst schwer, Ammoniten von geringerer 
Grösse mit jener Abbildung zu vergleichen. Eine Form ist eben erst dann als genau bekannt zu 
betrachten, wenn Individuen von verschiedenen Entwicklungsstadien genau beschrieben und — 
wenn nöthig — auch abgebildet sind. So wäre es sehr wünschenswerth gewesen, etwas über die 
Entwicklung des Kieles und den Verlauf der Rippen bei den von Quenstedt kurz erwähnten 
jungen Exemplaren zu erfahren. 



') Quenstedt, Ammoniten des scbwiib. Jura, I., S. 50, Tab. 6, Fig. I — 2. 



[140] Beiträge Z7ir Keniitniss der tieferen Zo?ieii des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 51 

Nach der Externansicht Fig. i bei Qnenstedt scheint es, als wenn die Furchen noch ver- 
hältnissmässig schwach entwickelt wären. Fig. 2 zeigt jedoch weit stärker ausgeprägte Furchen. 
Die massige Entwicklung des Kieles, das langsame Höhenwachsthum, die Ausbildung der Rippen 
und der Lobenlinie sind die Merkmale, in welchen die alpine Form dem A. longidomns nahe steht. 
Gerade in der so wichtigen Ausbildung des Kieles ist diese Uebereinstimmung jedoch keine voll- 
kommene. Der Kiel ragt bei unseren Exemplaren stärker empor, und die Furchen greifen nicht 
so tief ein wie bei dem grossen Exemplare von A. longidomus. Es fragt sich nun, wie sich die 
inneren Windungen, bez. die jüngeren Exemplare der schwäbischen Vorkommnisse in dieser 
Richtung verhalten. 

Die mir vorliegenden schwäbischen Arieten, welche gerade durch die schwächere Ent- 
wicklung des Kieles und der Externfurchen von A. latisulcatiis Quenst. ^) abweichen und nur zu 
A. longidomns gestellt werden können, zeigen dieses Merkmal doch weit stärker ausgeprägt als 
unsere alpinen Ammoniten. Schon aus diesem Grunde erscheint eine Vereinigung der letzteren 
mit A. longidomus Quenst. nicht statthaft. 

Jedenfalls aber ist die Verwandtschaft eine sehr nahe. Am besten stimmen die kleinen, 
hier in Fig. 2 und 3 abgebildeten Exemplare. "Wenn die Abbildung bei Quenstedt genau ist-), so 
stimmen die Windungsverhältnisse — es betrifft dies nur die inneren Windungen von A. longi- 
domus — sehr gut überein. Es zeigt sich jedoch, dass A. longidomns bei der Grösse, welche das 
hier in Fig. 2 abgebildete Exemplar erreicht, ein rascheres Höhenwachsthum annimmt. Höhe und 
Dicke sind einander bei den erwähnten alpinen Exemplaren zwar gleich, aber nach den Erfahrungen, 
die wir bei anderen ähnlichen Formen und bei dem in Fig. i abgebildeten Exemplare machen, 
dürfte in höherem Alter auch hier die Windungshöhe grösser werden als die Dicke. Die Invo- 
lubilität ist eine sehr geringe. Die kräftigen, stark erhabenen Rippen, welche schmäler sind als 
die sie trennenden Zwischenräume, verlaufen in radialer Richtung und erleiden an der Extern- 
seite eine massige Biegung nach vorwärts, wobei sie undeutlich werden, und worauf sie in den 
der Flanke zugekehrten, schwach erhabenen Rand der den Kiel begleitenden Furche übergehen. 
Der äussere Umgang des in Fig. 2 abgebildeten Exemplares trägt 40, die nach innen folgenden 
Windungen 33, 27—28, 2^ und 14 — 15 Rippen. Das in Fig. 3 abgebildete Exemplar trägt auf dem 
äusseren Umgange 2g, auf den nach innen folgenden Umgängen 28 und 21 Rippen. Ausser den 
Rippen sind auf diesem Exemplare zahlreiche feine Anwachsstreifen sichtbar. 

Das in Fig. i abgebildete Exemplar unterscheidet sich von den zwei kleineren durch 
etwas rascheres Höhenwachsthum, daher durch entsprechend höhere Windungen, ferner durch 
den noch höher emporstehenden Kiel, welcher zwar von analogen Einbuchtungen, aber nicht von 
eingesenkten Furchen begleitet ist. Obwohl die inneren Windungen rascher anwachsen als bei 
A. longidomus, zeigt sich doch, dass die äusseren Windungen eine viel geringere Höhe erreichen 
als der letztere bei gleichem Durchmesser. A. longidomus nimmt eben schon bei mittlerer Grösse 
ein rascheres Höhenwachsthum an, während unser Exemplar sein verhältnissmässig langsames 
Höhenwachsthum beibehält. Daraus wird es aber wahrscheinlich, dass die unseren beiden kleineren 
Exemplaren entsprechenden alpinen Formen in höherem Alter eine noch geringere Windung-s- 
höhe erreichen als das in Fig. i dargestellte Exemplar. In diesem gleichmässig langsamen Höhen- 



'j Der Namen A. latisulcatiis Quenst. (Ammoniten, S. 85, Tab. 12, Fig. i etc.) muss durch einen anderen ersetzt 
werden, da er bereits von F. v. Hauer (Cephalopoden aus dem Lias der nordöstl. Alpen, Denkschr. k. Ak. d. W. Wien, XI., 
1856, S. 44, Taf. IX, Fig. I — 3: A. latesulcatus) für einen Arieten vergeben wurde. 

'-') Quenstedt gibt (S. 50) die Zahl der Windungen mit 8—9 an, Avährend in der Abbildung 10 Windungen zu 
zählen sind. 



52 IVäliner. [141] 

wachsthum, durch \Velches sich die alpine Form von A. longidomus entfernt, besteht eine vorzüg- 
liche Uebereinstimmung mit A. spirafissiimis Quenst., mit welchem, wie weiter unten besprochen 
werden soll, unsere Form am nächsten verwandt zu sein scheint. — Die Rippen stehen auf den 
inneren Windungen ebenfalls radial, verlaufen aber auf den beiden äussersten Umgängen in von 
der radialen nach vorwärts abweichender Richtung über die Flanken. Dazu kommt, dass an der 
Externseite des äusseren Umganges die Vorwärtsbeugung der Rippen und an der Naht der ganz 
kurze Verlauf nach rückwärts deutlicher hervortreten, wodurch es den Anschein gewinnt, als 
würden die Rippen in einem nach vorn concaven Bogen über die Flanken verlaufen; thatsächlich 
ist hier auf der Flanke selbst nur eine sehr leichte Schwingung erkennbar. Der äussere Umgang 
trägt 53, die nach innen folgenden Windungen 44, 37 — 38, 35 und 31 Rippen. Am Ende des 
äusseren Umganges finden sich auf eine kurze Strecke an der Externseite neben den die Fort- 
setzung der Rippen bildenden Streifen noch weitere Streifen eingeschaltet, womit die Andeutung 
einer Rippenspaltung gegeben ist. 

An dem in Fig. 2 dargestellten Exemplare konnte die Lobenlinie deutlich blossgelegt 
werden. (Fig'. zc). Dieselbe ist einfach verzweigt, die Lobenkörper sind sehr niedrig und breit, 
der Siphonallobus ist weit tiefer als der erste Üäteral, es ist nur ein Auxiliar und kein herab- 
hängender Nahtlobus ausgebildet. Die Lobenlinie gleicht also der eines typischen Arieten. An 
dem in Fig. i abgebildeten Exemplare konnte die Lobenlinie nur an zwei Stellen (Fig. \a) sichtbar 
gemacht werden. Sie stimmt mit der eben beschriebenen Linie überein, nur sinken hier der zweite 
Lateral und der einzige Auxiliar ziemlich tief herab. Wie viele Auxiliaren A. longidomus hat, ist 
aus der Beschreibung bei Quenstedt nicht ersichtlich; in der Abbildung (Fig. i) finden sich zwei 
Auxiliaren. Im Uebrigen scheint die Ausbildung der Lobenlinie die gleiche zu sein. 

Von Ariet. Loki, welcher den hier besprochenen alpinen Ammoniten in mancher Beziehung 
nahesteht, sind dieselben schon durch die g-ering-ere Dicke und das gleichmässigere Höhenwachs- 
thum leicht zu unterscheiden. Ariet. Seebachi unterscheidet sich hauptsächlich durch die zahl- 
reicheren Windung'en und die viel enger stehenden, weit zahlreicheren Rippen. Die Gruppe des 
Ariet. Conybeari unterscheidet sich durch die weit grössere Dicke, das raschere Höhenwachsthum 
(höhere Windungen) und durch die für die Gattung Arietitcs als tj'pisch geltende Ausbildung von 
Kiel und Externfurchen. Der Ammonit, welchem Reynes (Monographie des Ammonites, pl. XV, 
fig. 26 — 31) den unmöglichen Namen „Conybearoidcs" zuweist, nähert sich durch die schwächere 
Entwicklung der Externfurchen, ist aber durch das viel raschere Höhenwachsthum unter- 
schieden. 

Ungemein nahe steht Ariet. spiratissiinus Quenst. durch die g-eringe Dicke und die sehr 
gleichmässig und langsam anwachsenden, zahlreichen und niedrigen Windungen. Die typische 
Form, der ..gefurchte spiratissimiis" (Quenstedt, Ammoniten, S. 92) unterscheidet sich ebenfalls 
durch die weiter vorgeschrittene Kielbildung-, während der „ungefurchte spiratissimtis" (1. c, 
S. 93) in dieser Beziehung näher steht. Gerade der letztere ist durch noch zahlreichere Win- 
dungen unterschieden, und in jedem Falle unterscheidet sich Ariet. spiratissimus durch den 
sehr geraden Verlauf der Rippen und den fast völligen Mangel einer Vorwärtsbeugung derselben 
an der Externseite, wobei wir von verkrüppelten Formen (Quenstedt, 1. c, Tab. 13, Fig. 5 
und 6) absehen. 

A. Roiigemonti Reynes (Monographie des Ammonites, pl. XIII, fig. 17 — z-^ ist mit dem 
j.gefurchten spij'atissimus" Quenstedt's identisch. A. spiratissiinus bei Reynes, 1. c, pl. XV, 
fig. 22 — 23, ist eine Copie der Abbildung im „Handbuche" Quenstedt's, welche Reynes offenbar 
irregeführt hat; fig. 2^ — 24 bei Reynes (pl. XV) kann der weit grösseren Dicke und des rascheren 



[142] Beiträge ztir Keniitniss der iie/erctt Zonen des unteren Lias m den nordöstlichen Alpen. 53 

Höhenwachsthums wegen nicht mit A. spirntissimus vereinigt werden. Von letzterem ist jedoch 
nicht zu trennen A. latisiilcattts Quenstedt, Ammoniten, Tab. 12, Fig. 3. 

Wie schwer es ist, bei gänzHch fehlender oder mangelhafter Beschreibung nach den 
Abbildungen allein derartige Vergleiche vorzunehmen, zeigt beispielsweise ein Blick auf Tab. 12, 
Fig. 7, in Ouenstedt's ,.Ammoniten", wobei der bedeutende Unterschied in der Höhe des letzten 
Umganges, wie er zwischen der Seitenansicht und der Externansicht {vi) besteht, sogleich hervor- 
tritt. In welcher Ansicht sind diese Verhältnisse richtig gezeichnet? — Glücklicherweise liegen mir 
einige schwäbische Exemplare von Ariet. spiratissinins vor, welche diese und manche andere 
Schwierigkeit überwinden helfen. In der erwähnten Seitenansicht dürfte die äussere Windung 
viel zu hoch gezeichnet sein. Alle mir vorliegenden Exemplare sind niedriger. Es könnte wohl 
das von Quenstedt abgebildete Exemplar ein ausnahmsweise hohes sein; dasselbe wäre dann 
aber nicht geeignet, den Typus dieser niedrig gewundenen Form darzustellen, von welcher 
Quenstedt (1. c, S. 86) sagt, man finde im unteren Lias i) nicht leicht eine Form, die bei gleichem 
Durchmesser eine grössere Zahl von Umgängen aufwiese. 

Die besprochene alpine Form ist mir nur in wenigen Exemplaren aus dem tiefliasischen 
rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen von Adnet und der Kammerkaralpe bekannt, in 
welchem die Horizonte des Psil. megasloma und der Schloth. marmorea enthalten sind, ist also 
jedenfalls' älter als Ariet. spiratissiinus, welcher der Zone des Ariet. Bncklandi angehört. Es ist 
sehr wahrscheinlich, dass wir in Ariet. praespiratissivms eine Stammform von Ariet. spiratissivins 
vor uns haben. — 

Aus dem gelbgrauen Kalke mit Psil. megastoma vom Schreinbach liegt ein durch die 
Gebirgsbewegung stark verschobener Ammonit vor (Taf. XXI[XXXVI], Fig. 5), welcher in der 
äusseren Gestalt mit den in Fig. 2 und 3 abgebildeten Exemplaren ziemlich gut übereinstimmt. 
Die zwei äussersten Windungen, deren Dicke gemessen werden kann, sind jedoch weit dicker 
als hoch. Diese äusseren Windungen sind auch weit niedriger als der äussere Umgang des in 
Fig. I abgebildeten Ammoniten. Sehr wichtig ist, dass diese Form durch ihre Lobenlinie 
zwischen Ariet. praespiratissimus und den bisher besprochenen tiefliasischen Arieten vermittelt. 
Die I,obenkörper sind weit höher und noch ziemlich stark verzweigt, es ist ein tief herabhängender 
Nahtlobus ausgebildet, und der Siphonallobus erreicht kaum die Tiefe des ersten Laterals. 



Arietites cycloides n. f. 

(Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 1.) 

Dimensionen: Durchmesser 87 mm (= i), Nabehveite 56 mm (=0-64), Höhe des letzten 
Umganges 17 mm (=0-20), Dicke 12 mm (0-14). — Involubihtät -^^^^ (=0-23). 

Die Windungen sind deutlich höher als breit, an den Flanken abgeplattet und an der 
Externseite keilförmig zugeschärft. Statt der Furchen finden sich an der Externseite zu beiden 
Seiten der Medianregion sehr sanfte Einbuchtungen, welche nur um ein Geringes deutlicher aus- 
geprägt sind als einfache Abplattungen. Die massig erhabenen Falten verlaufen selten in radialer 
Richtung, meist in von dieser nach vorne abweichender Richtung über die Flanken, biegen sich 
an der Externseite deutlich nach vorwärts, verschwinden fast in der die Externfurche vertretenden 
Einbuchtung und treten auf dem Kiele wieder deutUcher hervor, wodurch dieser ein knotiges 



') Soll wohl heissen: im schwäbischen unteren Lias. Quenstedt denlct dabei offenbar nur an seine Arieten, 2U denen 
Formen wie Ariet. lagtieus etc. nicht gerechnet werden. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 3. 6 



54 Wähner. [143] 

Aussehen erhält. In der zweiten Hälfte des äusseren Umganges, welche von der Schale entblösst 
ist, werden die Rippen sehr undeutlich, und hier stellen sich an der Externseite feine radiale 
Zwischenstreifen ein. Dieses Auslöschen der Sculptur dürfte zum Theile eine Alterserscheinung, 
zum Theile aber auf den Steinkern beschränkt sein ; es sei erinnert an Ariet. proaries, Ariet. Hauen 
und verwandte Formen, bei welchen die Sculptur auf der Oberfläche der .Schale weit kräftiger 
ausgeprägt ist als auf dem Steinkerne. An manchen Stellen unseres Exemplars ist sowohl auf der 
Schale als auf dem Steinkerne eine feine Spiralstreifung sichtbar. Die Zahl der Rippen der äusseren 
Umgänge kann wegen theilweise mangelhafter Erhaltung nicht genau angegeben werden. Auf 
den inneren Umgängen sind die Falten sehr schmal und folgen dicht gedrängt auf einander, auf 
den äusseren sind sie durch breite Zwischenräume getrennt ; gegen Ende des äusseren Umganges, 
wo sie sich bedeutend abschwächen, werden sie jedoch wieder zahlreicher. 

Die Lobenlinie ist massig stark verzweigt, der Suspensivlobus ist auf den inneren Umgängen 
noch gut ausgebildet, erreicht aber nicht die Tiefe des ersten Laterals. Es sind zwei Auxiliaren 
vorhanden, deren zweiter sehr schwach entwickelt ist. An den beiden letzten Scheidewandlinien 
vor Beginn der AVohnkammer (Fig. \ c) reichen die Auxiliaren kaum so tief herab als der zweite 
Lateral. Der Siphonallobus erreicht nahezu die Tiefe des ersten Laterals. Der Lateralsattel ist 
höher als der Externsattel. Die einzelnen Suturen folgen auf den äusseren Umgängen dicht gedrängt 
aufeinander. Es ist eine geringfügige seitliche Verschiebung des Sipho deutlich erkennbar. Die 
äussere Hälfte des letzten Umganges g-ehört der Wohnkammer an ; die erhaltene Involutionsmarke 
zeigt, dass sicher noch drei Viertel eines weiteren Umganges vorhanden waren. 

Die Ausbildung des Kieles unterscheidet diese Form von allen bisher besprochenen Arieten 
und führt zu Ariet. Doetzkirchneri Gümb. hinüber. Selbst bei Ariet. proaries senken sich die Furchen 
deutlicher ein. Es hängt dies auch mit dem gerundeten, der Kreisform sich nähernden Windungs- 
querschnitt jener Formen zusammen, während derselbe bei unserer Form entschieden oblong ist. 
Am nächsten dürfte noch Ariet. Secbachi stehen, dessen Windungen (besonders die inneren) lang- 
samer anwachsen und kräftigere Falten tragen. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf gewisse Exemplare 
von Ariet. Seebachi, welche vor dem Typus durch g-eringere Dicke und daher mehr länglichen 
Windungsquerschnitt, stark emporragenden (aber immer noch kräftigen) Kiel, etwas rascheres 
Höhenwachsthum der inneren Windungen und sehr zahlreiche, zarte Falten auf den letzteren aus- 
gezeichnet sind. (Vg-1. S. 47[i36].) Die Annäherung- geht so weit, dass manche dieser Exemplare 
sich nur durch den kräftigen Kiel und die kräftigeren Falten der äusseren Windungen von unserer 
Form zu unterscheiden scheinen. Es ist aller Grund vorhanden, auf etwa vorkommende weitere 
Uebergangsglieder zu achten. Es wird dabei auch die Eigenschaft mancher (und gerade auch der 
letzterwähnten) Exemplare von Ariet. Seebachi zu berücksichtigen sein, dass Kiel und Extern- 
furchen auf den äusseren Windungen sich stark abschwächen. 

Vergleicht man unseren Ammoniten mit der Abbildung des geologisch viel jüngeren Ariet. 
Nodotianiis bei d'Orbigny 1), so scheint eine sehr gute Uebereinstimmung, namentlich in den 
Windungsverhältnissen, zu bestehen. Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass in derselben das 
Original verkleinert dargestellt ist. AVir müssen uns an die Abbildung bei Reynes ^) halten, 
welche zeigt, dass die Externseite nicht keilförmig zugeschärft, sondern gerundet ist, und dass 
Kiel und Externfurchen nur weniger kräftig ausgeprägt sind als bei typischen Arieten. Damit 
stehen freilich die Abbildungen bei Dumortier '), welche sich auf kleinere Exemplare beziehen 



') D'Orbigny, Pal. fran9., Terr. jurass. I., pl. 47. 

^) „-J. Nodotr d'Orb. in Reynes, Monographie des Ammonites, pl. L, flg. 4 — 6. 

^) Dumortier, Etudes paleontol. etc., II., pl. XXIX, fig. 3 — 4, p. 158. 



[144] Beiträge zur Kenutniss der tieferen Zonen des unteren Lias in de?7. nordostlichen Alpen. 55 

und der Abbildung d'Orbigny's näher ' kommen, nicht ganz in Einklang. Aber auch Dumortier 
betont, dass der Kiel nicht so schneidig ist, als es bei d'Orbigny dargestellt wird. Keinesfalls 
scheint es mir sicher, dass Ariet. Nodotiamis zur Gruppe des Artet . Doetzkirclineri in näherer 
verwandtschaftlicher Beziehung steht. Man wird vielmehr, wie ich glaube, darauf zu achten haben, 
ob der erstere nicht mit Ariet. raricostatus verwandt ist. 

Vorkommen: Es ist nur ein gut erhaltenes Exemplar aus rothem Kalke von der Kammer- 
karalpe, und zwar aus dem Horizonte des Psil. inegastoiiia bekannt. Ein mit Brauneisen {aber- 
zogener, flachgedrückter Ammonit aus dem Horizonte der ScJdoth. marniorea vom .Schreinbach 
gehört vielleicht auch hieher. 



Aretites n. f. äff. cycloides. 

(Taf. XXII[XXXVII], Fig. 4.) 

Dimensionen: Durchmesser 67 mm (= i), Nabelweite 36 mm (=0-54), Höhe des letzten 
Umganges 17 mm (= 0-25), Dicke 11 mm (= o'iS). — Involubilität ungefähr ^/j^, (Inv. des äusseren 
Umganges etwa 0-28, des fehlenden weiteren Umganges etwa 0-29). 

Es liegt ein einzelner Ammonit vor, welcher in den AYindung'sverhältnissen zwischen Ariet. 
cycloides und Ariet. Doetzkirclineri steht. Er wächst viel rascher an, hat daher höhere "Windungen 
und engeren Nabel als Ariet. cycloides, ohne aber in dieser Richtung Ariet. Doetzkirclineri zu 
erreichen. Die Windungshöhe übertrifft noch stärker die Dicke, der AVindungsquerschnitt ist daher 
noch höher (länglicher) als bei Ariet. cycloides. Dabei ragt der kräftige Kiel stark hervor, die 
an Stelle der Externfurchen befindlichen Einbuchtungen sind viel stärker ausgeprägt, und die 
Involubilität ist eine bedeutendere. 

Die Rippen verlaufen in gerader, aber ziemlich unbeständiger Richtung (selten in radialer, 
meist in von dieser nach rückwärts, an einer Stelle in nach vorne abweichender Richtung) über 
die Flanken und biegen in der Nähe der Externseite, indem sie sich sehr stark abschwächen, 
nach vorwärts ; ihr weiteres Verhalten an der Externseite ist nicht zu beobachten, weil das 
Exemplar dick mit Brauneisen überrindet ist. Am äusseren Umgange zählt man 51, auf den nach 
innen folgenden Windungen 41, 34 und 25 Rippen. 

Die Lobenlinie konnte nur unvollkommen blossgelegt werden. Sie ist massig stark ver- 
zweigt, der Siphonallobus ist merklich seichter als der erste Lateral, es ist ein gut entwickelter 
Suspensivlobus (mit zwei deutlichen Auxiliaren) vorhanden, welcher etwas seichter ist als der 
erste Lateral. Der Sipho zeigt eine geringfügige seitliche Verschiebung-. 

Vorkommen: Das einzige vorhandene Exemplar stammt aus rothem Kalke mit Braun- 
eisenconcretionen und lag mit der Bezeichnung „Breitenberg" in der Sammlung der k. k. geologischen 
Reichsanstalt, Es gleicht jedoch nicht den Vorkommnissen aus dem Horizonte der Schloth. marmorea 
von dieser Localität, sondern jenen aus demselben Horizonte vom Schreinbach und denen von den weiter 
westlich gelegenen Fundorten (Lämmerbach etc.), wo auch die Zone des Psil. niegastoma als rother 
Kalk mit Brauneisenconcretionen entwickelt ist. Es dürfte daher eine Verwechslung stattgefunden 
haben. Jedenfalls stammt das Stück aus dem Complexe der beiden genannten Zonen und sehr 
wahrscheinlich aus dem Osterhorngebiet. 

6* 



56 Wähner. ['45] 

Arietites Doetzkirchneri Gümb. 

(Taf. XXII[XXXVII], Fig. i und 2.) 

l86i. Aymiionites Doetzkirchneri, Gümbel, Geognost. Beschreibung des bayr. Alpengeb., S. 473. 

1879. Arietites Doetzliirchneri, Neuniayr, Unterster Lias, Abhandl. geolog. Reichsaust., VII. 5, S. 40, Taf, V, Fig. I. 

187g. Ammonites Doetzkirchneri, Reynes, Monographie des Ammonites, pl. XXXIII, fig. 7 — 8.') 

Fig. I. Fig. 2. 



Durchmesser 178 mm (= i) 

Nabelweite loi ,, (= o'57) 

Höhe des letzten Umganges . . 41 ,, (= 0-2 3) 

Dicke 23 „ (=0-13) 



51 mm (== i) 

26 „ (=0-51) 

i3'5 „ (= 0-26) 

9 „ (=o-i8) 



Obwohl Neumayr bereits ein prächtiges Exemplar Gümbel's abgebildet hat, ist hrfer 
doch zur Ergänzung ein etwas grösseres, gleichfalls sehr schönes Exemplar, welches einen grossen 
Theil der Lobenlinie erkennen lässt, in Taf. XXII[XXXVII], Fig. i, wiederg-egeben. Die inneren 
Umgänge des letzteren scheinen in den Windungsverhältnissen ausgezeichnet mit dem von Neumayr 
abgebildeten Exemplare übereinzustimmen, der äussere Umgang- erreicht jedoch, wie ein Blick 
auf die Abbildungen und die Vergleichung der angegebenen Dimensionen zeigt, eine weit grössere 
Windungshöhe. Die Ausbildung des Kieles und der Radialsculptur stimmt vollkommen überein. 
Die Rippen verlaufen auf den deutlich abgeplatteten Flanken in einer Richtung, welche von der 
radialen sehr stark nach rückwärts abweicht, und behalten, obwohl sie allmälig eine Krümmung 
nach vorwärts vollziehen, die nach rückwärts gerichtete Neigung auf dem grössten Theile der 
Flanke bei ; erst in der Nähe des Kieles, wo sie undeutlich werden, neigen sich die Rippen nach 
vorwärts. Neumayr g'ibt für das von ihm abgebildete Exemplar an : „Die Zahl der Rippen beträgt 
auf den drei letzten Windungen gleichmässig etwa 65, so dass dieselben innen weit dichter 
gedrängt stehen als aussen." Für den letzten Umgang unseres Exemplares kann die Zahl der 
Rippen wegen einer bestehenden Verletzung nicht angegeben werden. Auf der äusseren Hälfte 
des letzten Umganges stehen 34 Rippen, ebensoviele zähle ich auf dem entsprechenden Windungs- 
stücke des von Neumayr abgebildeten (etwas kleineren) Exemplares. Die nach innen folgenden 
Umgänge unseres Exemplares tragen 69, 77, 60, 37 und 22 Rippen. Auf dem vorletzten und dritt- 
letzten Umgange stehen also noch mehr Rippen als auf der letzten Windung. Die einem Durch- 
messer von etwa 127 mm entsprechende Windung trägt 6g Rippen. Eine Vergleichung der Ab- 
bildungen zeigt auch, dass die Rippen an unserem Exemplare noch schmäler sind und gedrängter 
stehen als an dem von Neumayr abgebildeten Exemplare. Der äussere Umgang ist grösstentheils 
von der Schale entblösst; am Steinkerne sind undeutliche Spuren einer Spiralstreifung zu beobachten, 
und am Ende des Umganges zeigen sich auf der Schalenoberfläche und am Steinkerne Anwachs- 
streifen, welche den Rippen parallel verlaufen. Der gerundete Kiel ist durch deutliche Ein- 
buchtungen von den Flanken getrennt, ist aber nicht so scharf markirt als bei der zuletzt be- 
sprochenen Form, welche in den Windungsverhältnissen zwischen Ariet. cycloides und Ariet. Doetz- 
kirchne}-i steht. 

Das Exemplar ist bis zum Schlüsse des vorletzten Umganges gekammert ; die letzte 
Windung gehört der Wohnkammer an, welch' letztere die Länge eines Umganges jedenfalls über- 
traf. Die beiden letzten Scheidewandlinien vor Beginn der Wohnkammer konnten, soweit sie 
nicht vom äusseren Umgange bedeckt sind, deutlich blossgelegt werden. Sie sind ziemlich stark 



^) Im Text (S. 5) irrthümlich als A. „Detskurchzieri" , auf der Tafel als A. „Doertzkirchnerv' bezeichnet. 



[146] Beiträge zur Kenntniss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen Alpen. 57 

verzweigt und folgen dicht gedrängt aufeinander. (Fig. i a). Es ist ein typischer Suspensivlobus 
entwickelt, welcher etwa die Tiefe des ersten Laterals erreicht; der erste Auxiliar ist merklich 
tiefer als der zweite Lateral. Ausser zwei deutlich gegliederten Auxiliaren sind noch ein dritter, 
kürzerer, nicht weiter verzweigter Auxiliar und ein unselbstständiger kleiner Zacken unmittelbar 
an der Naht vorhanden. 

Das in Fig. 2 abgebildete Exemplar zeigt, dass bei Ariel. Doetzkirchneri die Kielbildung 
zwar schon bei geringer Grösse beginnt, aber erst bei mittlerer Grösse deutlich hervortritt. Die 
Rippen setzen sich mit einer Abschwächung über den schwach ausgeprägten Kiel fort, wodurch 
dieser ein leicht geknotetes Au.ssehen erhält. So sehr unsere Form durch die Windungsverhältnisse 
und die Gestalt des Windungsquerschnittes von Ar. proaries verschieden ist, so zeigt sich doch 
gerade an diesem kleinen Exemplare noch deutlicher als an den grossen, welch' grosse Analogie 
in dem Verlaufe der Radialsculptur und in der Entwicklung des Kieles zwischen Ariel. Doetz- 
kirchneri und Ariel, proaries besteht. Auch in der Ausbildung der Lobenlinie zeigt sich diese 
Analogie, nur der verhältnissmässig tiefe Siphonallobus entspricht einer vorg-eschritteneren Stufe 
in der Entwicklung des Arieten-Charakters, wie wir ihn z. B. bei Ariel. Seebachi oder Ariel. 
Haueri finden. 

Die Involubilität scheint mit dem fortschreitenden Wachsthum und mit dem damit ver- 
bundenen Fortschritte in der Zuschärfung der Externseite und der Erhebung des Kieles zuzu- 
nehmen. An der Involutionsmarke, welche der abgebrochene Umgang auf dem äusseren Umgange 
des besprochenen kleinen Exemplares zurückgelassen hat, kann gemessen werden, dass die Invo- 
lubilität dieses fehlenden Umganges nahe dem Beginne desselben " """^ = o-i8, nahe dem Ende 
°^ ""^" = 0-29 beträgt. Bei dem in Fig. 1 abgebildeten Exemplare beträgt die Involubilität des äusseren 

Umganges = 0-31. Der äussere Umgang des kleinen Exemplares trägt 69, der vorletzte 43 

bis 44, der drittletzte 27 bis 28 Rippen. — Die Lobenkörper sind, der geringeren Grösse des Ammoniten 
entsprechend, weit höher, und der Suspensivlobus fällt noch weit steiler herab als bei der in Plg. 1 a 
abgebildeten Lobenlinie. Ebenso folgen hier die einzelnen Suturen noch nicht so dicht gedrängt auf- 
einander; sie berühren einander zwar, aber die Spitze des ersten Laterals reicht nur um eine kurze 
Strecke unter das Ende des Lateralsattels der vorhergehenden Sutur herab. Der Lateralsattel ist 
bedeutend höher als der Externsattel ; Siphonallobu,s, erster Lateral und Suspensivlobus sind 
ungefähr gleich tief. Der erste und zweite Auxiliar sind sehr lang und wohlverzweigt, der dritte 
Auxiliar zeigt noch zwei seitliche Zacken neben der mittleren Spitze, und selbst der unselbstständige 
Zacken an der Naht ist deutlich erkennbar. 

Vorkommen: Im gelbgrauen Kalke mit Psil. megaslonm vom Schreinbach und im rothen 
Kalke mit Brauneisenconcretionen vom Kammerkar-Gebirge. 



Arietites Castagnolai Cocchi. 

(Taf. XXII[XXXVII], Fig. 3 ; Taf. XXIII[XXXVni], Fig. 2. und 3.) 

1882. Amaltheus (Oxynoticeras) Castagnolai, Cocchi in Canavari, Unt. Lias von Spezia, Palaeontographica, XXIX. 

S. 141, Taf. XX, Fig. 18, 19. 

Dieser von Canavari beschriebene Ammonit erweist sich durch seine Lobenlinie, welche 
sich in nichts von jener vieler Arieten unterscheidet, und durch die nahe Uebereinstimmung der 
äusseren Gestalt mit Ariel. Doetzkirchneri als ein Angehöriger der Gattung Arietites. Die ziemlich 
grosse Breite des Siphonallobus ist durch den hoch emporstehenden Kiel bedingt. Mit der Gattung 
Amaltheus im weiteren Sinne verbindet die Form nur eine flüchtige Aehnlichkeit der äusseren 



5 8 Wähner. [i47] 

Gestalt. Insbesondere Oxynoticeras hat eine ganz verschiedene Lobenlinie, was freiUch bei sehr 
jungen Exemplaren, beziehungsweise bei jüng-eren Individuen weniger deutlich hervortritt, und 
Zwischenglieder, welche den Uebergang in der Lobenlinie und in der äusseren Gestalt vermitteln 
würden, sind bisher nicht bekannt. A. Cluniacensts, Dum. ^), mit welchem Canavari den A. Castagiiolai 
vergleicht, hat allerdings eine änliche äussere Gestalt, ist aber weit stärker involut und kann 
hier darum nicht in Betracht kommen, weil seine Lobenlinie und seine generische Stellung 
unbekannt ist. 

Die vorliegenden alpinen Exemplare unterscheiden sich von Artet. Doetzkirchneri dadurch, 
dass schon auf den inneren Windungen ein hoher, ungemein schneidiger Kiel ausgebildet ist, ferner 
durch höhere AVindungen und engeren Nabel und durch den Siphonallobus, welcher beträchtlich tiefer 
ist als der erste Lateral. In allen übrigen Beziehungen besteht eine sehr nahe Uebereinstimmung, 
namentlich in der Radialsculptur, welche die beiden Formen einander so ähnlich erscheinen lässt, 
dass das in Taf. XXII[XXXVII], Fig. 3, abgebildete Exemplar bisher von gewiegten Paläontologen 
als ein jüngerer ^ir/'g/. Z)ö£'/s/&«>r/2«i£'r«' angesehen werden konnte. Auch in der Lobenlinie zeigt sich, 
wenn wir von dem tieferen Siphonallobus absehen, eine gute Uebereinstimmung. Schon bei sehr 
geringer Grösse stellen sich statt der einfach verzweigten Suturen der innersten Windungen 
solche mit hohen Lobenkörpern und reicher Verzweigung ein, und wir erkennen dann auch einen 
wohlentwickelten Suspensivlobus. Die inneren Windungen der alpinen Formen sind von den 
beiden kleinen, von Canavari abg-ebildeten Exemplaren des a-1 Crti-Zß^wö/a/ nicht zu unterscheiden. 
Auch die dort abgebildete Lobenlinie stimmt überein, und diese Uebereinstimmung würde wohl 
eine noch vollkommenere sein, wenn die Hilfsloben der Spezianer Form bekannt gemacht würden, 
was bei dem reichen, aus der Umgegend von Spezia stammenden Materiale keiner Schwierigkeit 
unterliegen dürfte. 

Das in Taf. XXII[XXXVII], Fig. 3, abgebildete Exemplar hat folgende Dimensionen: 
Durchmesser 54 mm (= i), Nabelweite 24 mm (= 0-44), Flöhe des letzten Umganges 16 mm (=0-30). 
Die Dicke kann nicht direct gemessen werden, da das Exemplar auf der einen Seite innig mit 
dem Gestein verwachsen ist. Der dem jetzigen letzten Umgange nach aussen folgende Umgang 
ist, wie man genau erkennen kann, nicht abgebrochen, sondern musste schon bei der Sediment- 
bildung zum grössten Theile zerstört worden sein. Dennoch blieb die Involutionsmarke erhalten, 
aus welcher sich für diesen fehlenden Umgang eine Involubilität von — ^ '^'" = o'zS ergibt. Die 
Vergleichung des kleinen abgebildeten Exemplares von Arief. Doetzkirch?ieri nach den an- 
gegebenen Dimensionen und der Abbildung zeigt deutlich die höheren äusseren Windungen und 
den engeren Nabel der hier besprochenen Form. Dagegen scheint die Vergleichung der inneren 
Windungen zu ergeben, dass diese bis zu einem Durchmesser von etwa 18 mm bei Artet Doetz- 
kirchneri rascher anwachsen, also höher sind als bei Artet. Castognolai. Deutlicher zeigt sich dies 
bei dem in Taf XXIII[XXXVIII], Fig. 3, abgebildeten Exemplare der letzteren Form, bei welchem 
die inneren Windungen blossgelegt sind. Ob diese Umkehrung der Wachsthums- und Windungs- 
verhältnisse eine allgemeine Erscheinung oder auf einzelne Individuen beschränkt ist, wird sich 
erst bei der Untersuchung grösseren Materials, als es mir vorliegt, ergeben. 

Das in Taf. XXII[XXXVII], Fig. 3, abgebildete Exemplar trägt auf dem äusseren Umgange 
57, auf dem vorletzten 43 Rippen. Das in Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 2, abgebildete, verschobene 
Exemplar scheint einen minder hohen und schneidigen Kiel zu besitzen und sich dadurch dem 
Ariet. Doetzkirchneri 7.\s. nähern ; es dürfte dies jedoch eine Folge des ungünstigen Erhaltungs- 



') Dumortier, Etudes pal^ontol., II, p. 148, pl. XXV, fig. 8—10. 



[148] Beiträge zur Kenjitniss der tieferen Zonen des unteren Lias in den. nordöstlichen Alpen. 59 

zustandes sein. Der Kiel ist an vielen Stelle.n verletzt^, und auch dort, wo er unverletzt scheint, 
ist man nicht sicher, die ursprüngliche Begrenzung vor sich zu haben, weil auch nach voran- 
gegangener Zerstörung während der Sedimentation durch den Ueberzug mit Brauneisen derartige 
glatte Begrenzungen erzeugt werden. Das in Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 3, abgebildete Exemplar 
trägt auf der Windung, welche einem Durchmesser von 18 oder ig mm entspricht, 31 Rippen. 
Auf den inneren Windungen sind einige Rippen auf den Flanken als kräftige, stark erhabene 
Knoten ausgebildet, zwischen welchen minder kräftig ausgebildete Rippen eingeschaltet sind. An 
den inneren Windungen dieses Exemplares ist die Lobenlinie gut sichtbar, welche bei geringer 
Grösse (Fig. 31;) noch sehr einfach verzweigt ist. Der Siphonallobus ist sehr tief, zwei Auxiliaren 
sind als winzige Zacken ausgebildet, deren zweiter unmittelbar an der Naht gelegen und kaum 
sichtbar ist. Wenige Suturen später werden die Lobenkörper schon ansehnlich hoch, die Verzw-eigung 
ist eine verhältnissmässig sehr bedeutende, die Auxiliaren sinken herab und bilden mit dem 
zweiten Lateral einen ausgesprochenen Suspensivlobus, welcher nicht ganz die Tiefe des ersten 
Laterals erreicht. 

Vorkommen: In der brauneisenreichen Lage mit Scliloth. viarinorea vom Schreinbach, 
im rothen Kalke mit Brauneisenconcretionen vom Adnet und von der Kammerkaralpe. 

Arietites abnormilobatus n. f. 

(^Taf. XXIII[XXXVIII], Fig. 4—/.) 

Diese Form weicht in derselben Richtung wie Ariel. Castagnolai noch weiter als dieser 
von Ariel. Doetzkirchneri ab; sie zeigt noch rascheres Höhenwachsthum und hat daher noch 
höhere Windungen und engeren Nabel als Ariel. Castagnolai. Auch der Kiel scheint noch höher 
und schneidiger zu sein, wie dies wenigstens an einem Exemplare zu beobachten ist; in der 
Regel ist die ungemein dünne Schneide, in welche die Flanken an der Externseite verlaufen, 
zerstört, und dieses wichtige [Merkmal ist daher nur bei sehr günstigem Erhaltungszustande nach- 
zuweisen. Der Verlauf der Radialsculptur ist im Allgemeinen noch der gleiche wie bei den zwei 
früher behandelten Formen. Die Rippen beschreiben aber schon an dem steilen Abfalle der 
Flanken gegen die Naht, indem sie von der letzteren gegen die Flanke aufsteigen, einen sehr 
kurzen nach vorne offenen Bogen und verlaufen dann auf der Flanke selbst ihrer grössten 
Erstreckung nach in gerader, nach riickwärts geneigter Richtung, um sich erst nahe der Extern- 
seite wieder nach vorwärts zu biegen. Die Neigung der Rippen nach rückwärts, welche schon 
bei Ariel. Castagnolai eine geringere zu sein scheint als bei Ariel. Doetzkirchneri, ist hier manchmal 
eine sehr geringfügige, und auf dem äusseren Umgange des in Fig. 5 abgebildeten Exemplares 
geht die Richtung der Rippen ihrer grössten Erstreckung nach in die radiale und in eine 
von dieser nach vorwärts abweichende Richtung über. In Folge der grossen Wi^dungs- 
höhe schwellen die Rippen, welche an der Naht ungemein zart beginnen, bis zur Stelle, wo sie 
sich an der Externseite nach vorne wenden, zu grosser Dicke und Höhe an; hier schwächen sie 
sich dann sehr rasch ab. Eine Rippenspaltung ist nicht zu beobachten. 

Das in Fig. 4 abgebildete, schlecht erhaltene Exemplar trägt bei einem Durchmesser von 
ungefähr 70 mm 45 Rippen auf dem äusseren Umgange. Der an Stelle des Kieles sichtbare 
Wulst ist durch die Verdrückung, welche das Exemplar bei der Sedimentbildung erlitt, und 
durch die Ueberrindung mit Brauneisen entstanden. Das in Fig. 5 abgebildete Exemplar trägt bei 
einem Durchmesser von ungefähr 67 mm auf dem äusseren Umgange etwa 50, auf dem vorher- 
gehenden 39 und auf dem drittletzten Umgange 23 Rippen. Insbesondere auf dem vorletzten 



6o Wähner. [149] 

Umgange erscheinen hier die Rippen sehr enge aneinander gereiht. Auf dem äusseren Umgange 
des in Fig. 6 abgebildeten Exemplares stehen bei einem Durchmesser von etwa 45 mm 36.- auf 
den nach innen folgenden Windungen 28 und 23 Rippen. Das kleine, in Fig. 7 abgebildete 
Exemplar endlich trägt bei einem Durchmesser von ungefähr 28 mm 33 Rippen auf dem letzten 
und 23 auf dem vorletzten Umgange. 

Sehr merkwürdig und absonderlich ist die Lobenlinie gestaltet. (Vgl. Fig. 5(5.) Der auf 
einer Flanke sichtbare Theil der Suturlinie besteht nur aus zwei Loben, dem Siphonallobus und 
dem Nahtlobus, zwischen welchen sich ein einziger, grosser, ausserordentlich stark zerschlitzter 
Sattel erhebt. Eine Scheidewandlinie hat also im Ganzen nur vier Loben : einen mächtig ent- 
wickelten, tief herabhängenden Siphonallobus; auf jeder Flanke einen Nahtlobus (Suspensivlobus) 
und den von aussen nicht sichtbaren Internlobus. Diese Form der Lobenlinie ist offenbar dadurch 
enstanden, dass der Siphonallobus immer tiefer und der Externsattel gegenüber dem Lateralsattel 
immer kürzer wurde, so dass nun der erste Laterallobus als ein Zweig des ausserordentlich grossen 
Siphonallobus erscheint, gerade so, wie der viel kleinere zweite Laterallobus als ein Zweig des 
herabhängenden Nahtlobus betrachtet wird. Der Suspensivlobus reicht tiefer herab als der erste 
Lateral, aber lange nicht so tief als der Siphonallobus. Der letztere erscheint mit Rücksicht auf 
das obere Ende des Lateralsattels doppelt so tief als der Suspensivlobus. Der Winkel, welchen 
die beiden zur Spitze des Siphonallobus und zum oberen Ende des Lateralsattels gezogenen 
Radiallinien einnehmen, kommt nahezu einem solchen von 60 Graden gleich. Der einzige, ungemein 
hohe Lobenkörper nimmt also fast den sechsten Theil der Windung ein. Es befinden sich aber 
weit mehr als sechs Scheidewandlinien in einer Windung, da sie sehr dicht gedrängt aufeinander- 
folgen. Der erste Lateral reicht zwar bei seiner im Verhältnisse zur ganzen Lobenlinie geringen 
Grösse mit seiner Spitze nur wenig unter das obere Ende des Lateralsattels der vorhergehenden 
Sutur hinab, aber die Spitze des Siphonallobus reicht noch weit tiefer als das obere Ende des 
sehr niedrigen Externsattels der vorhergehenden Sutur; die Spitze des Siphonallobus steht ungefähr 
in der Mitte zwischen der Höhe des Externsattels und der Spitze des ersten Laterallobus der vor- 
hergehenden Sutur. 

Bei der ungemein starken Verzweigung der Lobenlinie und dem engen Aneinanderrücken 
der einzelnen Suturen ist es sehr schwierig, den Verlauf derselben genau zu verfolgen. Ein Irrthum 
ist dennoch vollkommen ausgeschlossen. Die beschriebene Gestaltung der Lobenlinie kann nicht 
nur an zahlreichen Suturen des in Fig. 5 abgebildeten Exemplares sehr deutlich beobachtet 
werden, sondern es gelang auch, dieselbe an allen anderen vorliegenden Exemplaren mit voller 
Bestimmtheit nachzuweisen. — An Details ist noch nachzutragen, dass drei deutlich entwickelte 
Auxiliaren vorhanden sind. Der dritte befindet sich an Stelle der schwach ausgeprägten Nabel- 
kante ; bis zur Naht war wohl noch ein vierter Zacken vorhanden, welcher nicht sichtbar gemacht 
werden konnte. 

Vorkommen: Im gelbgrauen Kalke mit Psil. jnegasioma \om Breitenberg und im 
brauneisenreichen Horizonte der Schloth. inarmorea vom Breitenberg und Schreinbach. Es ist 
fraglich, ob nicht ein Theil der zahlreichen Vorkommnisse von y>A. Castagnolai<i. aus dem unteren 
Lias von Spezia hieher gehört. 



UEBER DIE ZUSAMMENGEHÖRIGKEIT DER DEN FISCH- 
GATTUNGEN PTERASPIS, CYATHASPIS UND SCAPHASPIS 
ZUGESCHRIEBENEN SCHILDER. 



D^ ALOIS V. ALTH. 

(Tafel XXIV[I]). 



Zu den für die devonischen rothen Sandsteine sowohl Englands als auch des g-alizischen 
Podolien am meisten bezeichnenden Versteinerungen gehören jene schildförmigen Reste, welche 
auch in den obersten Silurschichten als erste Spuren fossiler Fische vorkommen und zuerst in 
unvollständig erhaltenen Exemplaren von L. A g a s s i z ^) unter dem Namen Ceplialaspis Lloydii 
und C. Le-cVisn Ag. beschrieben wurden. 

Im Jahre 1847 beschrieb Dr. Rudolf Kner, damals Professor der Mineralogie an der Lem- 
berger Universität, in der unten angeführten Abhandlung ^) einige ihm damals bekannt gewordene 
Schalenreste aus den paläozoischen Schichten Podoliens und erkannte deren Verwandtschaft mit jenen 
beiden von Agassiz beschriebenen Arten, stellte jedoch, auf ein näheres Studium des inneren 
Baues dieser Fossilreste gestützt, die Ansicht auf, dass dieselben keinem Fische angehören können, 
sondern verglich sie mit Sepienschulpen und bildete aus ihnen eine neue Cephalopodengattung 
Pteraspis Kn. Agassiz hatte die von ihm als Cephalaspis Lloydii und C. Lewisii beschriebenen 
Schilder, obwohl ihm nur sehr unvollständige Reste bekannt waren, an denen weder Augen noch 
sonstige Fortsätze erkannt werden konnten, nur wegen ihrer mit seinem Cephalaspis rostratus ganz 
gleichen Structur- und Oberflächenbeschaffenheit zum Genus Cephalaspis gestellt, jedoch schon 
damals die Möglichkeit zugegeben, dass bei genauerer Kenntniss dieselben generisch getrennt 
werden dürften. 

Dieses von Agassiz damals als C. rostrahis beschriebene Schild zeigt wirklich eine noch 
nähere Verwandtschaft mit C. Lyelli, von dem es sich nach Agassiz nur durch seine äussere 
Form unterscheiden soll, indem dasselbe blos verhältnissmässig länger und schmäler ist als jenes. 

Und doch bemerkte Agassiz schon damals selbst die Verschiedenheit im Baue jener Schilder 
und gibt ausdrücklich an, dass dasselbe bei C rostratus aus drei verschiedenen Schichten bestehe. 



') Recherches sur les poissons fossiles. Tome II, page 149. 

") Ueber die beiden Arten Cephalaspis Lloydii und Lewisii A g. und einige diesen zunächst stehende Schalenreste, in 
den naturwissenschaftlichen Abhandlungen, gesammelt und durch Subscription herausgegeben von W. Haidinger, Band I, S. 159. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich -Ungarns. V., 3. 7 



62 A. V. Alth. [2j 

indem die äussere Lage eine feine concentrische Streifung zeige, die mittlere am dicksten und 
körnig (grmiuleuse) sei. 

Trotz dieser Verschiedenheit stellt Agassiz seinen C. rosfmfiis zu Cephalaspis und 
findet die Verwandtschaft zwischen beiden nicht nur in der äusseren Form, sondern auch 
noch darin, dass auch in diesem Schilde die Augen an der Oberseite desselben nahe bei 
einander gelegen seien ; hierin befand er sich aber in einem oifenbaren Irrthume ; er hielt nämlich 
für Augenhöhlen zwei kleine, ganz nahe beisammen vor der Wurzel des Nackenstachels befind- 
liche, ganz oberflächliche Vertiefungen. Die Zusammengehörigkeit seines C. Lloydii und Lewisii 
mit C. rostraius gründet Agassiz mit vollem Rechte auf den ganz gleichen Bau der Schilder, 
wenn auch die beiden ersten durch eine ganz einfache Form und den Mangel der Augen und 
jedes anderen Anhängsels sich von C. rostraius unterscheiden und überhaupt so einfach gestaltet 
sind, dass Kner sie, wie oben bemerkt, für Schulpen von sepienartigen Cephalopoden ansah und 
deshalb mit einem neuen generischen Namen, Pteraspis, belegte. 

Diese Ansicht wurde auch von Dr. Ferdinand Römer getheilt, welcher im Jahre 1856 ein 
ähnliches Schild aus devonischen Schichten der Eifel unter dem Namen Palaeoteuthis Dmiensts 
ebenfalls zu den Cephalopoden stellte.^) 

In demselben Jahre beschrieben Huxley und Salter in einem Zusätze zu dem Aufsatze 
von Banks : On the tilestones or Downton-sandstones in the neighbourhood of Kington and their 
Contents^) zwei neue Formen solcher Schilder, für welche sie den von Kner vorgeschlagenen 
Namen Pteraspis annahmen und dieselben Pt. tmncatus und Pt. Banksii nannten, jedoch an der 
älteren x\gassiz'schen Ansicht festhielten, dass es den Cephalaspiden verwandte Fischreste seien. 

Im Jahre 1858 erschien ein grösserer Aufsatz von Huxley unter dem Titel: On Cephalaspis 
and Pteraspis ■''), worin die Ansicht, dass es Fischreste seien, wieder aufrecht erhalten wird. Erst 
einige Jahre später erschien ein kleiner Aufsatz von E. Ray Lankester*), worin ein Exemplar von 
Pteraspis beschrieben wird, an welchem hinter dem Kopfschilde ein Theil des mit rhomboidalen 
Schuppen bedeckten Körpers sichtbar ist; und im Jahre 1868 publicirte Lankester eine vollständig^e 
Monographie dieser Fische nach dem damaligen Stande unserer Kenntnisse^), in welcher die 
Ansicht vertheidigt wird, dass alle diese Schilder Kopfschilder von dem Genus Cephalaspis ähn- 
lichen Fischen waren, von welchen sie sich jedoch durch die Structur der Schilder so sehr unter- 
scheiden, dass er für dieselben eine besondere Abtheilung: ^Heterostraci''^ in der Familie der 
Cephalaspidä errichten zu müssen glaubte, Zu dieser Abtheilung zählte Lankester drei Genera: 
Pteraspis, Cyathaspis und Scaphaspis Lk., gab daher dem Namen Pteraspis eine andere Bedeutung 
als Kner und Huxley, indem er nur jene Schilder als hiezu gehörig- ansah, welche nach seiner 
Anschauung aus sieben Theilen bestehen, nämlich aus dem Rostrum, aus dem hinter diesem 
liegenden Haupttheile des Schildes, von ihm Discus genannt, den zwei zwischen Rostrum und 
Discus liegenden viel kleineren dreieckigen ■ Stücken, seinen partes orbitales, welche die Augen 
trugen, und endlich aus drei Hörnern (cornua), von denen das eine in der Mitte des hinteren 
Theiles des Schildes, die beiden anderen an den Seiten desselben sich befanden. 



') Palaeoteuthis, eine GatUing Cephalopoden aus devonischen Schichten der Eifel. Palaeontographica, T. IV, pag. 72—74. 

^) Quarterly Journal of the geological Society of London. 1856. Vol. XII, pag. 100. 

") Quarterly Journal of the geological Society of London. Vol. XIV, pag. 267—280. 

*) On the discovery of the scales of Pteraspis with some remarks on the cephalic shield of that fish (Quarterly Journal. 
Vol. XX. 1864, pag. 194—198). 

^) A monograph of the fishes of the Old red Sandstone of Britain. Part. I. The Cephalaspidae, by E. Ray Lankester. 
(The paleontographical Society. Vol. XXI, 1867 und Vol. XXIII, 1869). 



[3] Ueher die Ziisaminengchörigkcit von Pteraspis, Cvafhaspis und Scaphaspis. 63 

Zu Cyathaspis stellte Lankester jene Schilder, welche nach seiner Ansicht aus vier später 
verwachsenen Theilen bestehen, nämlich aus einem kurzen Rostrum, aus dem eigentlichen Schilde 
(Discus), und aus zwei stark abgeplatteten, dem ganzen Discus anliegenden Seitentheilen, welche 
nach ihm die Seitenhörner von Pteraspis vertreten. 

Zu Scaphaspis gehören nach Lankester jene ganz einfachen und ungetheilten Schilder, 
welche weder ein Rostrum noch Hörner oder Augen besitzen, und hiezu rechnet er eben die 
von Kner als Pteraspis beschriebenen Schilder, welche l^a-nliestev Scaphaspis Ki/eri nennt. Dies 
ist in Kurzem eine Uebersicht der früheren Literatur über diese Schilde. 

Da ich bis zum Jahre 1855 in Czernowitz, also in der Nähe der podolischen Silurbildungen, 
wohnte, so war ich in der Lage, dieselben öfters zu besuchen, was ich auch noch von Krakau 
aus that, so dass ich schon im Jahre 1874 eine genauere Arbeit über diese Schichten und deren 
Versteinerungen beginnen konnte. Der erste Theil dieses Werkes, unter dem Titel : ,,Ueber die 
paläozoischen Gebilde Podoliens und deren Versteinerungen", erschien im VII. Bande der 
Abhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt und enthält ausser einer geologischen 
Uebersicht die Beschreibung der in diesen Schichten vorkommenden Fischreste und Crustaceen, 
soweit sie mir damals bekannt waren. Die Fortsetzung jenes Werkes verschob ich aus dem 
Grunde, weil mit dem Jahre 1875 die genauere Untersuchung des Landes durch die physio- 
graphische Commission der Krakauer Akademie der Wissenschaften begonnen hatte, welche auch 
in paläontologischer Beziehung viel reicheres ^laterial zu Tage förderte, so dass ich es vorzog, 
die Beendigung jener Untersuchungen abzuwarten, wodurch ich gegenwärtig in den Stand gesetzt 
bin, eine viel vollständigere Arbeit zu liefern. 

Was insbesondere die fossilen Fische betrifft, setzte mich ein glücklicher Fund in den 
Stand, die bis jetzt noch immer problematische Natur ihrer Schilder in einigen wichtigen Punkten 
aufzuklären, und dies ist der Zweck des gegenwärtigen Aufsatzes. 

In meiner oben angeführten Arbeit beschrieb ich verschiedene Formen dieser Schilder, von 
denen ich nach dem damaligen Stande unseres Wissens drei zum Genus Pteraspis, eine zum Genus 
Cyathaspis und sechs zu Scaphaspis Lank. stellte, da dieselben in Allem mit der Lankester'schen 
Beschreibung dieser Genera übereinstimmen. 

Aus den dort gegebenen Abbildungen und Beschreibungen ist zu ersehen, dass auch die 
podolischen Exemplare des Genus Pteraspis nichts anderes vorstellen können als die schild- 
förmigen Bedeckungen von Fischen, die dem Genus Cephalaspis Ag. verwandt sind, von welchen 
sie sich nur durch die elliptische Form, die seitliche Stellung der Augen, die verlängerte und 
massive Schnauze (rüstritm) und den Nackenstachel, endlich durch den inneren Bau des Schildes 
unterscheiden. 

Bei Cephalaspis besteht dieses hier halbkreisförmige Schild aus einer von ziemlich grossen 
Gefässcanälen, die sich nach aussen immer mehr verästeln, schief durchzogenen Knochen- 
masse, deren oberste Lage mehr senkrecht faserig, die Oberfläche endlich mehr oder weniger 
regelmässig gekörnt ist. Bei Pteraspis, Cyathaspis und Scaphaspis dagegen besteht es, wie dies 
schon Agassiz betonte und Kner, Huxley und Lankester ausführlich beschrieben, aus drei 
ganz verschiedenen Lagen, von denen weiter unten die Rede, jedoch auch aus Knochenmasse, 
in welcher Fr. Schmidt bei genauer mikroskopischer Untersuchung von Dünnschliffen deutliche 
Knochenlakunen entdeckte.') 



') Fr. Schmidt: ,,Ueber die Pteraspiden überhaupt und über Pteraspis Kneri aus den obersilurischen Schichten Galiziens 
insbesondere." (Verhandlungen der kaiserlich russischen mineralogischen Gesellschaft zu St. Petersburg, II. Serie, V. Band 1873. 
Seite 133 u. f.) 



64 ' A. V. Alth. [4I 

Bei dieser Uebereinstimmung musste es unmittelbar als wahrscheinlich erscheinen, dass 
auch der bis dahin unbekannte rückwärtige Theil des Körpers von Ptemspis dem von Cepha- 
laspis ähnlich sein werde, bei welchem Genus, wie dies schon lange durch Agassiz bekannt ist, 
hinter dem Kopfschilde ein viel schmälerer fischähnlicher, mit plattenförmigen Schuppen bedeckter 
und mit einigen Flossen versehener Körper sich befand. Aus den galizischen Schichten ist bis 
jetzt nichts diesem Aehnliches bekannt geworden, mit Ausnahme von Spuren einer der 
Schwanzflosse von Cephalaspis ähnlichen Flosse; aus dem Devonsandsteine dagegen beschrieb 
Lankester') ein Exemplar von /V^r^j/zi', an welchem hinter dem Kopfschilde auch ein Theil des 
mit kleinen rhomboidalen Schuppen bedeckten Körpers zu sehen war. Darauf gestützt, gab 
Lankester ein ideales Diagramm des ganzen Fisches, auf welchem hinter dem Kopfschilde ein 
nach hinten schmäler werdender, mit rhomboidalen, in schiefe Reihen angeordneten Schuppen 
bedeckter Körper zu sehen ist. A^on der Voraussetzung ausgehend, dass die Unterseite des 
Fisches ganz weich war, und gestützt auf die Analogie mit dem Stör und Sterlet gibt Lankester 
dem Genus Pteraspis auf jenem Diagramm einen auf der Unterseite des Körpers ein gutes Stück 
hinter den Augen liegenden, runden und ausstülpbaren, blos zum .Saugen bestimmten Mund. 

In den paläozoischen Schichten Podoliens finden sich zwar ausser den Schildern und den 
.Stacheln oder Hörnern auch kleinere Reste, welche nach ihrem Baue nur von denselben Thieren 
herrühren können ; deren äussere Form ist jedoch so undeutlich, dass man nicht mit Bestimmtheit 
wissen kann, ob dieselben wirklich andere Theile der Körperbedeckung jener Fische oder blos 
Bruchstücke jener Kopfschilder darstellen; Reste, welche an die A"on Lankester beschriebenen 
rhomboidalen Schuppen erinnern würden, fanden sich bis jetzt nicht vor. 

Aus Allem ergibt es sich, dass die zu Pteraspis gezählten Schilder nur von Ccphalaspis- 
ähnlichen, aber noch niedriger organisirten Fischen herrühren können, welche früher auftraten 
als das Genus Cephalaspis, da sie schon in den obersten Silurbildungen, dem sogenannten Ludlow, 
sich zeigen, während Cephalaspis nur aus der mittleren Abtheilung des zum Devon gerechneten 
Old j-ed sandstone, aus dem englischen Cornstojie und Tilesfone bekannt war. 

Ganz anders sehen jene Schilder aus dem podolischen Silur aus, welche ich in der oben 
citirten Abhandlung als Cyathaspis Sturi beschrieben habe.-) Dort ist nämlich das Rostrum so 
fest mit dem Reste des Schildes verwachsen, dass nur Spuren einer Naht zu sehen sind und die 
feinen, dem Rande des Schildes parallelen vertieften Linien der Oberfläche ohne Unterbrechung 
über das ganze Schild verlaufen. 

Der Vordertheil ist verhältnissmässig kleiner als bei Pteraspis und bildet kein massives 
Rostrum ; auf dem Schilde selbst sieht man verschieden gestaltete, in zwei Längsreihen angeordnete 
Erhöhungen, die bei Pteraspis fehlen. 

Die beiden Seitenränder des Hauptschildes werden auch bei C. Sturi durch zwei ab- 
geplattete, längs desselben verlaufende Theile gebildet, welche hier jedoch schmäler sind als bei 
C. Banlisü Huxley und wirklich die beiden Seitenhörner von Pteraspis zu vertreten scheinen ; von 
einem Nackenstachel ist keine Spur vorhanden, Augen und partes orbitales sind kaum angedeutet. 

Die von mir als zu Scaphaspis Lkr. gehörig beschriebenen Schilde stimmen in Allem mit 
den englischen überein. Es sind dies mehr oder weniger elliptische, mehr oder weniger convexe 
.Schilde, vorne manchmal etwas breiter als hinten, dabei vorne abgerundet und flacher werdend, 
hinten dagegen abgestutzt, ohne jede Hervorragung oder Naht, ohne Anzeichen von Augen oder 
Stacheln. Bei diesem Sachverhalte ist es leicht erklärbar, dass K n e r und Ferdinand Römer, 



') The palaentographical Societ)'. Volume for 1867. The fishes of the Uld red Sandstone of Britain. Part I, page 18. 
■) 1. c. Seite 45, Taf. V, Fig. i, 2. 



|5j Ueber die Zusauiniengchörigkeif vo?i Ptcraspis, Cyathaspis -iind Scnphaspis. 65 

"welche nicht in der Lage waren, den Bau dieser Schilde mit dem von Pteraspis zu vergleichen, 
sich nicht entschliessen konnten, diese ganz einfachen Schilde zu den Fischen zu stellen, sondern 
eine grössere Uebereinstimmung derselben mit den Schulpen sepienartiger Cephalopoden fanden. 

Wirklich ist es nur die mit dem Baue, von Pteraspis ganz übereinstimmende Structur dieser 
Schilder, welche ihre Zusammengehörigkeit beweiset und daher ebenso wie bei den mit einem 
Rostrum, wirklichen Augen, Seiten- und Nackenhörnern versehenen Schildern von Pteraspis jeden 
Vergleich mit Cephalopoden ausschliesst. 

Wie bei Pteraspis bestand nämlich das Schild von Scaphaspis aus denselben drei Lagen, 
deren obere emailartig aussieht und an der Oberfläche sehr feine, nur unter der Loupe deutlich 
sichtbare parallele, manchmal jedoch anastomosirende Furchen zeigt, welche sehr an die feinen 
Linien auf der Oberfläche des menschlichen Fingers erinnern. Im Querdurchschnitte sieht man, 
dass dies keine Furchen, sondern Runzeln oder Falten sind, in welchen bei starker A'ergrösserung 
sich gegen die Oberfläche verästelnde Gefässe sichtbar werden. 

Unter dieser Oberflächenschicht liegt eine zweite, gewöhnlich dicke Lage, die aus lauter 
senkrecht zur Oberfläche stehenden Prismen zu bestehen scheint, bei genauerer Prüfung jedoch 
sich aus lauter prismatischen Zellen gebildet zeigt, die manchmal leer, öfter dagegen mit einer 
von der des Schildes verschiedenen Masse ausgefüllt sind. Die Wände dieser Zellen sind 
doppelt und stimmen ihrer Masse nach ganz mit der innersten blätterigen Schicht des Schildes^ 
ja es sind blosse Fortsetzungen derselben, denn auf dem obersten Blatte dieser Schicht sieht man 
öfters ein Netz, dessen Fortsetzung in der Alittelschicht die Wände jener prismatischen Zellen 
bildet. Nach oben waren diese Zellen mit einem den Zellenwänden ganz gleichen Blättchen ganz 
wie die Zellen der Waben eines Bienenstockes bedeckt, über welchem erst die ihrer Natur nach 
verschiedene äussere Schicht des Schildes sich befindet. Der Durchmesser dieser Zellen ist 
sehr verschieden, erreicht jedoch niemals 0-5 Millimeter. 

Dieser eigenthümliche Bau und die einfache Gestalt der &«///ffi'//i'-Schilder war, wie bereits 
oben bemerkt, die Ursache, dass dieselben sogar verschiedenen Thierclassen zugeschrieben wurden; 
aber selbst nachdem man erkannt hatte, dass diese Structur mit der von Pteraspis vollkommen 
übereinstimme, zweifelte bis zum Jahre 1870 Niemand daran, dass diese .Schilder verschiedenen 
Thieren angehört haben. 

Erst im Jahre 1872 erschien in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft, 
Bd. XXIV, Seite i, ein kleiner Aufsatz unter dem Titel: ,X}Q\iG.r Pteraspis^ von dem damals schon 
verstorbenen Paläontologen A. Kunth, in welchem wir einer davon verschiedenen Ansicht be- 
gegnen. 

In einem bei Schöneberg, unweit Berlin aufgefundenen nordischen Silur-Geschiebe wurde 
nämlich ein Exemplar aufgefunden, auf welchem auf der einen Seite ein zu Cyathaspis gehöriges 
Schild, und darunter ebenfalls mit der convexen Seite nach aussen ein Schild von Scaphaspis 
nebst mehreren kleineren, mit derselben Structur versehenen Bruchstücken zu sehen war. Auf 
(xrund dieses Zusammenvorkommens behauptete nun Kunth, dass beide Schilder demselben Indi- 
viduum angehört hätten, und dass dieses kein Fisch, sondern ein den Trilobiten ähnliches Krusten- 
thier gewesen sei, welches, wie viele Trilobiten, die Fähigkeit sich einzurollen besessen habe, so 
dass das Schwanzschild bis unter das Kopfschild zurückgebogen werden konnte. Diese Ver- 
steinerung nannte Kunth Scaphaspis integer und nahm an, dass das bis dahin zu Cyathaspis ge- 
zählte Schild das Kopfschild, das andere dagegen das zurückgebogene Pygidium desselben Thieres, 
die dabei befindlichen, mit gleicher Structur versehenen kleineren Theile endlich die Rumpfglieder 
desselben gebildet hätten. 



66 A. V. Alth. [6[ 

Zur weiteren Bekräftigung dieser seiner Ansicht führte Kunth an, dass zu Scaphaspis 
gehörige Schilder sich immer in derselben Schicht mit solchen vorfinden, welche entweder zu 
Pteraspis oder zu Cyathaspis gezählt werden, wie ja schon Lankester bemerkt habe, dass 
Scaphaspis rectus immer von Pteraspis Crouchn und .Sc. Lloydii von Pt. rostratus begleitet werde. 
Hieraufgestützt, behauptet Kunth: dass Sc. Lloydii das P3'gidium von PI. rosfratns Ag. sp., Sc. rectus 
Lnk. das Pygidium von Pt. Crouchii Salt., Sc. truncatiis H. und S., das Pygidium von Cyathaspis 
Ba/iksii H. und S., und Sc. Kneri Lnk. das Pygidium von Pt. Kneri Lnk. gebildet habe, dass 
endlich Sc. Ludcnsis Salt., Sc. Dunensis F. Rom. sp., Cyathaspis Symondsü Lank., und Pt. Mitchelli 
Sow. nur unvollkommen bekannt seien, da von den zwei ersten die dazu gehörigen Kopfschilder, 
von den beiden letzteren dagegen die entsprechenden Schwanzschilder noch nicht aufgefunden 
wurden. 

Die Ansicht Kunth's, dass die von ihm beschriebenen Reste zu Crustaceen gehörten, hat 
keine Billigung gefunden, wohl aber hat der Petersburger Paläontolog Mag. Fried. Schmidt sich 
in dem bereits oben citirten Aufsatze über die Pteraspiden ebenfalls dahin ausgesprochen, dass 
die als Scaphaspis bezeichneten Schilder denselben Thieren angehörten wie Pteraspis und Cyathaspis 
welche Ansicht er auf die ganz gleiche Structur derselben, auf das von Kunth beschriebene 
Exemplar und endlich ebenfalls darauf stützte, dass mit einer gewissen Art von Pteraspis oder 
Cyathaspis immer auch eine entsprechende von Scaphaspis zusammen vorkomme. 

Im Uebrigen trat jedoch Schmidt der Ansicht der englischen Paläontologen bei, dass 
diese Fossilreste weder zu Crustaceen noch zu Cephalopoden,. sondern nur zu den Fischen gehören 
können, wofür auch die durch ihn bei /^/"^^ßi-Z/'i- vorgefundenen Knochenlacunen sprechen. Schmidt 
bemerkt hiebei, dass er Pteraspis und Cyathaspis für Rückenschilder, dagegen Scaphaspis für Bauch- 
schilder derselben Fische ansehe und beruft sich darauf, dass auch bei Coccosteiis ähnliche Ver- 
hältnisse vorkommen. 

Dieser Ansicht trat Lankester gleich damals entgegen,^) und bemerkte, dass Kunth's 
Exemplar nichts enthalte, was auf einen organischen Zusammenhang zwischen jenen beiden 
Schildern schliessen lasse, welche daher nach seiner Ansicht nur ganz zufällig sich zusammen- 
gefunden haben. Zum Beweise, dass jene beiden Schilder wirklich zwei verschiedenen Fisch- 
formen angehört haben können, beschrieb Lankester eine von ihm aufgefundene Art, welche 
er als Holaspis sericeus''Leink. einem neuen Genus Holaspis beizählt, welches nach ihm in der Mitte 
zwischen Pteraspis und Scaphaspis stehe, indem es das Rostrum von Pteraspis, zwei seitliche, den 
Augen entsprechende Erhöhungen und endlich auch ein Nackenhorn, dabei aber wie Scaphaspis 
ein ganz ungetheiltes Hauptschild besessen habe. Lankester bemerkt hiebei, dass bei Holaspis 
die den Augen von Pteraspis entsprechenden Höcker blosse Erhöhungen des Schildes waren, über 
welche die vertieften Linien der Oberfläche ohne Unterbrechung fortliefen, so dass wirkliche 
Augen diesem Genus fehlten, welchem überdies auch die von ihm für Kiemenöffnungen an- 
gesehenen feinen Spalten des Schildes von Pteraspis abgingen. 

In meiner oben erwähnten Arbeit über die paläozoischen Gebilde Podoliens und deren Ver- 
steinerungen (1. c. pag. 73) habe ich ebenfalls die Ansicht vertheidigt, dass Pteraspis und Scaphaspis 
ganz verschiedenen Thierformen angehörten. 

Mein oben erwähnter neuer Fund aus dem Jahre 1883 hat mich jedoch vom Gegen- 
theile und von der Richtigkeit der Ansicht Schmidt's überzeugt, dass Pteraspis und Scaphaspis 
nur verschiedene Theile der Körperbedeckungen derselben Fische darstellen, wenn ich denselben 



'J Woodward, geological Magazine, Vol. X. 1873, p. 19O — 192 und p. 241 — 245. 



[y] Ueber die Zusammengehörigkeif von Pteraspis, Cyafhaspis und Seaphaspis. b-j 

auch eine etwas andere Deutung- gebe als Schmidt. Diesen neuen Fund habe ich schon in der 
Sitzung vom 20. December 1883 der mathematisch-naturhistorischen Classe der Krakauer A^kademie 
der Wissenschaften nebst einer Abhandlung über diesen Gegenstand vorgelegt, welche nebst den 
dazu gehörigen Abbildungen im 11. Bande der Verhandlungen dieser Classe, Seite 160 — 187, nebst 
Tafel VI abgedruckt erscheint. Da jedoch dieser Gegenstand meiner Ansicht nach auch jene 
Paläontologen interessiren dürfte, welchen die polnische Sprache nicht geläufig ist, lege ich den- 
selben in gegenwärtiger Abhandlung, welche keineswegs eine blosse Uebersetzung der polnischen 
Arbeit ist, dem deutschen Publicum vor. 

Bei einem Besuche der Steinbrüche von Mogielnica nordösthch von Budzanöw, in welchen 
Sandsteinplatten ganz gleich den sogenannten Budzanöwer und Trembowlaer Platten erzeugt werden 
und denen ich schon früher schöne Exemplare fossiler Fische verdankte, fiel mir ein Stück des 
rothen devonischen Sandsteines auf, auf dessen Bruchfläche eine - weissliche eiförmige Zeichnung 
sichtbar war, welche den Durchschnitt eines Fossils bilden musste.^) Es gelang mir diesen Stein 
so zu zerbrechen, dass der mit Theilen der Schale erhaltene Steinkern eines Är^/Z/Äj/zj-Schildes 
blossgelegt wurde, während der zweite Theil des Stückes mit den Resten der Schale und dem 
Abdruck derselben leider in Trümmer ging. Neben diesem Steinkerne von Scaphaspis zeigten 
sich jedoch Spuren eines anderen Schildes, und es wurde nun klar, dass die zweite Hälfte der 
auf der Oberfläche des Steines ursprünglich gesehenen Zeichnung von einem zweiten, aber in 
umgekehrter Lage befindlichen Fischschilde herkommen müsse, dessen Theile neben dem Scaphaspis 
etwas sichtbar wurden. ä) 

Durch Absprengung des grössten Theiles des erwähnten Steinkernes, welches, ohne ihn 
mehr als in zwei aneinander passende Theile zu zerbrechen, glückte, wurde die innere Fläche 
jenes zweiten Schildes entblösst, welches hinten die Furche für den Nackenstachel und auf einer 
Seite die Ansatzstelle für ein Seitenhorn, dann etwas hinter dem vorderen Ende des Steinkernes 
auch die Augenfurchen zeigte; endlich gelang es, die untere Seite des massiven Rostrums und 
die zellige Structur desselben zu entblössen. Auf diesem P^ß;-«j//j- Schilde blieb bei diesem Vorgange, 
wie es Fig. 3 darstellt, nur der vorderste Theil des früheren Steinkernes liegen, welcher in 
Folge eines stattgefundenen seitlichen Druckes etwas nach links verschoben ist, und daher kam 
es, dass ausser jenem Steinkerne vor dessen Wegsprengung auch noch ein Theil des Pteraspis- 
Schildes von der Seite sichtbar war, *) was mich auf den Gedanken brachte, die Entblössung auch 
des vorderen Endes des /'/'^/•ö'.i-/;i'-Schildes durch Wegsprengung zu versuchen, was auch vollständig 
gelang. Wir sehen jetzt in Fig. 3 vorne das massive Rostrum von unten, mit der für dessen Ober- 
fläche charakteristischen feinen Zeichnung durch parallele, jedoch manchmal anostomosirende 
vertiefte Linien; das hintere Ende des Rostrums zeigt in der Mitte einen Vorsprung, sein Rand 
ist beschädigt, wodurch der innere zellige Bau deutlich sichtbar wurde. 

Zwischen dem Hinterrande des Rostrums und dem vorderen Ende des Scaphaspis-^c\\)\^%& 
befindet sich ein 10 mm breiter Raum, in welchem die innere Fläche des jP/'^r(7J//i'-Schildes bloss- 
gelegt wurde; dieser Raum war daher wahrscheinlich beim Leben des Thieres mit Weichtheilen 
erfüllt. Zugleich ist dies die einzige Stelle, wo sich der wahrscheinlich quere oder, wie Lankester 
meint, etwas röhrenförmig vorstehende Mund befunden haben kann, welcher demnach nicht, wie 
Lankester angibt, hinter, sondern etwas vor den Augen gelegen haben muss, wenn wir nicht 
annehmen wollen, dass dieses Scapliaspis-'i^cMW.A durch Druck auch in dieser Richtung aus seiner 



») Siehe Fig. I auf Taf. I. 
2) Taf. I, Fig. 2. 
S) Taf. I, Fig. 2. 



68 A. V. Alfh. [8j 

Lage gebracht, nämlich nach vorne verschoben wurde. Dieses anzunehmen ist aber schon deswegen 
unnöthig, weil die durch Lankester angegebene Lage des Mundes weit hinter den Augen, der 
Lage dieses Organes bei den lebenden Knorpelstören, den nächsten Verwandten jener paläozoischen 
Fische, weniger entspricht als die aus dem hier beschriebenen Exemplare sich ergebende Lage 
vor den Augen. 

Sowohl in dem Zwischenräume zwischen Rostrum und Steinkern, als auch hinter dem 
stehengebliebenen Theile dieses letzteren ist die glatte Oberfläche der innersten blättrigen Schalen- 
schicht entblösst, und nur an Stellen, wo diese fehlt, sieht man die mittlere Zellenschicht, deren 
Beschaffenheit Fig. 4 vergrössert wiedergibt. Wo endlich diese Zellenschicht auch zerstört ist, wird 
der Abdruck der fein liniirten Oberfläche des Schildes sichtbar. 

Die gegenseitige Lage beider Schilder ist eine solche, dass man nicht daran zweifeln kann, 
dass sie wirklich zusammengehören. Zwar decken sich ihre Ränder nicht, aber nur aus dem Grunde, 
weil eine seitliche Verschiebung durch Druck stattgefunden hat. Während auf der einen Seite 
das unten liegende Pteraspis-'$iz\\\\A über den Steinkern des Scaphaspis vorsteht, findet auf der 
anderen Seite das Gegentheil statt. 

Hieraus folgt, dass bei Pteraspis nicht nur der Kopf und der Vordertheil des Körpers mit 
einem Schilde bedeckt war, welches vorne in eine massive, aus zelliger Knochensubstanz bestehende 
Schnauze ausging, sondern dass auch die Bauchseite mit einem solchen Schilde versehen war, 
welches hinter dem Munde begann und wahrscheinlich ebenso weit nach hinten reichte als das 
obere. Dieses Bauchschild unterschied sich von dem Kopfschilde darin, dass es vorne ganz einfach 
zugerundet war und auch sonst keine Unterbrechung seiner Oberfläche zeigte. Es bestand aus 
denselben drei Schichten, wie das Kopfschild, und zeigte auf der Oberfläche dieselbe charakteristische 
Zeichnung. Während jedoch die concentrischen Linien derselben bei dem Oberschilde (dem bis- 
herigen Pteraspis) auf dem Rostrum und den zwischen diesem und dem Hauptschilde liegenden 
zwei schmalen Stücken {partes orbitales Lank.) einen verschiedenen Verlauf haben, bilden dieselben 
auf dem Bauchschilde {Scaphaspis Lank.) ein Ganzes. 

Die bis jetzt unter dem Namen Scaphaspis Lank. beschriebenen Schilder gehören demnach 
keiner selbständigen Fischgattung an, sondern sind nur Bauchschilder jener Fische, deren Kopf- 
schilder bis nun unter den Namen Pteraspis und Cyathaspis beschrieben wurden. 

Angesichts dieses Fundes erhält auch das, . wie schon oben erwähnt, von K u n t h in der 
Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft vom Jahre 1872 beschriebene Exemplar seine 
richtige Deutung. Kunth's Ansicht, dass die beiden, auf jenem Stücke sichtbaren Schilder zusammen- 
gehören, stellt sich demnach, ungeachtet der dagegen von mancher Seite, insbesondere auch von 
Lankester erhobenen Zweifel, als richtig heraus; unrichtig aber ist es, dass diese beiden Schilder 
der Kopf und das Pygidium eines trilobitenartigen eingerollten Crustaceen seien. Die von derjenigen 
der Crustaceen ganz verschiedene Beschaffenheit der Schilder und ihrer Oberfläche spricht im 
Gegentheile offenbar dafür, dass sie zu einem Pteraspis-zxW^&rv Fische gehören und das Kopf- und 
Bauchschild desselben Fisches darstellen, welcher nach den Verzierungen des Kopfschildes dem 
Genus Cyathaspis angehörte. Es ist dies umso interessanter, weil hiedurch der Beweis hergestellt 
wird, dass diese beiden Genera, nämlich Cyathaspis und Pteraspis, einen in der Hauptsache gleichen 
Bau von Kopf- und Bauchschild besassen. 

Kunth's Zeichnung stellt die beiden Schilder ganz in der gleichen gegenseitigen Lage dar, 
welche sie auf dem hier beschreibenen Exemplare von Mogielnica besitzen; auch bei Kunth ragt 
das Oberschild vorne etwas über das untere vor, so dass auch dort eine unbedeckte Stelle für 
den unten liegenden ]\Iund vorhanden war. 



[g] lieber die Ziisavunengeliörigkeif von Pteraspis, Cyathaspis n?}d Scap/iaspis. 6q 

Hieraus ergibt sich zugleich die schon oben erwähnte Unrichtiglceit der Kunth'schen 
Ansicht, dass die von ihm beschriebenen Schilde einem gleich den Trilobiten einrollbaren Kruster 
ang-ehörten und dass der vorne liegende Theil des unteren Schildes das hintere Ende des Pygidiums 
dieses Krustenthieres vorstelle. Dagegen erscheint Fr. Schmidt's schon aus Anlass jenes Fundes 
ausgesprochene Ansicht, dass in dem Kunth'schen Exemplare Ober- und Bauchschild eines Fisches 
in natürlicher Lage vorliegen, als vollständig gerechtfertigt. 

Der Unterschied zwischen beiden Funden liegt nur darin, dass jeder einem anderen Genus 
angehört. Da bei Cyathaspis jene für Pteraspis bezeichnende massive Schnauze nicht vorhanden 
war, so ist auch die Entfernung zwischen den vorderen Enden beider Schilder dort kleiner, und 
das Maul war dort noch mehr nach vorne gelegen als an dem Exemplare von Aiogielnica. 

An dem Kunth'schen Exemplare ist das hintere Ende des Bauchschildes breiter als das 
vordere, bei den meinigen liegt die grösste Breite in der Mitte der Länge; dies ist jedoch nicht 
einmal ein generischer Unterschied, da auch in den podolischen Schichten der äussere Umriss 
der Scap]iaspis-'^z\i\\&& sehr verschieden ist. 

An dem Kunth'schen Exemplare reicht das Bauchschild weiter nach hinten als das obere ; 
ob dasselbe auch bei dem podolischen der Fall war, darüber kann ich nichts sagen, da dieser 
Fossilrest, wie oben erwähnt, zerbrochen ist. 

Wie die beiden Schilder bei dem Kunth'schen Exemplare aufeinander passten, darüber 
lässt sich nichts Bestimmtes sagen, da dasselbe offenbar von der Seite zusammengedrückt und 
daher die linke Seite von der rechten ganz verschieden ist. Auf der rechten Seite (Fig. 5 bei 
Kunth) passen beide Schilder ganz aufeinander, ja das obere bedeckt mit seinem Rande etwas das 
Bauchschild; von der linken Seite stehen beide Schilder ziemlich von einander ab, es befindet sich 
hier ein ovaler freier Raum, und darin liegt ein anderer, undeutlich spindelförmiger Schalentheil, 
welchen Kunth für einen Theil irgend eines Bewegungs- oder Ernährungs-Organes hält. Da er 
jedoch diesen Theil nicht genau beschrieb, so lässt es sich auch nicht bestimmen, ob dies nicht ein 
zufällig dahin gerathener Theil eines anderen Schildes ist, und sein Vorhandensein an dieser Stelle 
beweist keineswegs, dass hier zwischen beiden Schildern ein mit einem anderen .Schalentheile 
bedeckter freier Raum vorhanden war, und dies um so weniger, als. wie schon erwähnt, auf der 
anderen Seite ein derartiger freier Raum nicht zu sehen ist. 

Der Steinkern meines Exemplares hat beiderseits scharfe Ränder, was dafür spricht, dass 
die Schilder auf beiden Seiten unmittelbar aufeinander lagen. Ausserdem sieht man beiderseits 
sowohl auf der oberen als auch auf der unteren Fläche des Steinkernes eine unmittelbar am Rande 
längs desselben verlaufende schmale Vertiefung, welche beweist, dass die Seitenränder beider 
Schilder etwas verdickt waren; der Vorderrand des Scaphaspis zeigt dieses nicht. 

Dagegen wird diese Verdickung in dem Pteraspis -'$^z\vi\.AQ je weiter nach vorne umso 
stärker und vermittelt so den Uebergang in das massive Rostrum. In diesem verdickten Rande 
sieht man ungefähr 8 mm hinter dem Vorderrande des Äß/Z/aj/w-Steinkernes eine bei 2 mm breite, 
etwas nach Vorne gerichtete, mit Sandstein gefüllte röhrenartige Unterbrechung, worin das Auge 
gelegen haben muss. Das Rostrum ist vorne breit zugerundet, seine untere Fläche ist im vorderen 
Theile entblösst und zeigt .Spuren der charakteristischen parallelen Linien; weiter nach hinten 
ist diese äussere Schalenschicht weggebrochen, und man sieht die darunter liegende mittlere 
Zellenschicht, welche den ganzen Körper des Rostrums bildet. Die Zellen sind verhältniss- 
mässig gross, länglich, manchmal etwas gebogen und sind mit einer braunen dichten steinigen 
Masse ausgefüllt; die Zellenwände entsprechen ganz der innersten Schalenschicht. Die Masse des 
Ptcraspis-'&c\\S\Ae& ist gegenwärtig weiss, emailähnlich und zeigt schiefe, unter schiefen Winkeln 

Beiträge zui" Paläontologie Oesterreicli -Ungarns. V., 3. 8- 



70 



A. V. Alth. 



siph kreuzende Spaltungsflächen, welche sehr an die Spaltungsflächen des Calcit erinnern, aus 
welchem die Gehäuse der Echiniden und die Säulen der Crinoiden gebildet sind. 

Die Schale dieses Bauchschildes ist an dem vorliegenden Exemplare zwar nur stellenweise 
erhalten, zeigt aber deutlich die gleiche Zusammensetzung aus denselben drei Schichten und unter- 
scheidet sich in gar nichts von anderen, schon früher als Scaphaspis beschriebenen Schildern, daher 
rücksichtlich der generischen Identität derselben kein Zweifel bestehen kann. 

In dem obenerwähnten Zwischenräume zwischen dem Hinterrande des Rostrums von 
Ptcraspis und dem Vorderrande des Bauchschildes zeigt sich keine Spur von harten Kiefern oder 
Zähnen ; der Mund war demnach auch hier höchst wahrscheinlich zahnlos, blos von weichen Lippen 
umgeben, wie bei den heutigen Stören, und vielleicht, wie dies Lankester schon in seiner ob- 
angeführten Zeichnung angibt, ausstülpbar. 

Die ganze Länge des hier beschriebenen jP/'^rai'//i--Schildes beträgt loo mm, wovon 13 auf 
die massive Schnauze, 10 auf den Zwischenraum zwischen dem Hinterrande derselben und dem 
vorderen Rande des Scaphaspis-'$iz\v\\&%?, und 77 auf den Steinkern des letzteren entfallen. Die 
wirkliche Länge des Exemplares muss jedoch etwas grösser gewesen sein, denn der Steinkern ist 
hinten schief abgebrochen, so dass nur der Anfang der Anwachsstellen des Nackenhornes von 
Pteraspis und an der rechten Seite des letzteren, welche fast dem hinteren Ende der schiefen 
Bruchfläche entspricht, nur der Anfang des .Seitenhornes sichtbar ist. Nach der Analogie mit 
anderen früher durch mich beschriebenen Arten von Pteraspis ') dürfte jedenfalls noch ein ziemliches 
Stück bis zum wirklichen Hinterrande des Rückenschildes fehlen, und ebenso muss es für jetzt noch 
ganz unbestimmt bleiben, ob das als Scaphaspis bekannte Bauchschild weiter oder im Gegentheile 
weniger weit nach hinten reichte als das Rückenschild. 

Die grösste Breite des Steinkernes des Bauchschildes beträgt an dem hier beschriebenen 
Exemplare 44 mm und befindet sich etwas vor der Ansatzstelle des Nackenhornes; die grösste 
Höhe des Steinkernes, also des ganzen Fisches, beträgt am Anfange des Nackenhornes 20 mm, 
wovon auf das PterasptsSchild ungeishr 11, auf das Bauchschild ungefähr 9 mm entfallen; das 
Rückenschild war daher etwas mehr gewölbt als das Bauchschild. Dort, wo der erhaltene Theil 
des Steinkernes endet, erhebt sich die Ansatzstelle des Nackenhornes noch etwa 2 mm höher. 

Die Schale der Schilder ist in dem grössten Theile derselben dünn, nur an den Rändern 
wird sie, wie bereits erwähnt, dicker, ja sog'ar bis i"5 mm dick. Wo über der inneren Schichte 
auch die mittlere wenigstens theilweise erhalten ist, sieht man deutlich, dass die Wände der 
Zellen, aus welchen die letztere besteht, aus ganz derselben Masse gebildet sind wie die innere 
Schalenschicht, und man erkennt, dass diese Zellenwände sich unmittelbar aus der inneren Schichte 
erheben, auf welcher sie, wo die Zellen selbst zerstört sind, ein feines Netzwerk bilden. Die 
Gestalt der Zellen ist ganz unregelmässig, ihr Durchmesser beträgt manchmal o'i, bisweilen da- 
gegen bis o'4 mm. 

Die die Oberfläche der Schilder zierenden vertieften Linien sind an diesem Exemplare sehr 
fein und nur unter der Loupe deutlich sichtbar; über die Gestalt und Grösse des Nackenhorns 
und der Seitenhörner sowie über den Hinterrand der beiden Schilder lässt sich gar nichts 
Bestimmtes sagen. 

Bei der so unvollständigen Erhaltung des ganzen Fossilrestes lässt sich auch nicht mit 
Bestimmtheit erkennen, ob derselbe einer der bereits beschriebenen Pfcraspis-'&'pecie?, und welcher 



') Vergleiche die Abbildung von Pteraspis podolicus Alth auf Taf. I, Fig. 7, 8, 9, 10, und die Abbildung von Pteraspis 
major Alth auf Taf. III Fig. 3, 4, meiner Abhandlung: Ueber die paläozoischen Gebilde Podoliens und deren Versteinerungen. 
Wien 1874. 



[ii| Ueber die Ziisannncngehörigkcif von Ptcraspis, Cyafliaspis iind Scaphaspis. yi 

derselben er ang-ehöre. Er erinnert wohl am meisten an den durch mich ') beschriebenen 
und abg-ebildeten Pt. major Alth, vollständige Uebereinstimmung besteht aber nicht. Ebenso 
stimmt auch die Form des Steinkernes mit keinem der bereits beschriebenen Scap]iaspis-'iic\v\A.Qr 
ganz überein, am meisten gleicht derselbe dem Sc. Kneri Lank. ^) oder dem Sc. obovatiis Alth ^), 
jedoch bestehen auch hier mehrere Unterschiede, und noch mehr verschieden sind die übrigen, 
in meiner oben angeführten Abhandlung beschriebenen P/£/-(7j//j-Schilder, da alle vorne bedeutend 
breiter sind als hinten. 

Schon nach dem Erscheinen meiner früher erwähnten polnischen Abhandlung über den hier 
besprochenen Gegenstand gelang es mir, noch ein zweites Exemplar aufzufinden, an welchem 
ebenfalls beide Schilder in der natürlichen Lage sichtbar sind. Da jedoch dieses Exemplar noch 
schlechter erhalten ist als das hier beschriebene, so kann ich mich in eine nähere Beschreibung 
jenes Exemplares nicht einlassen, sondern muss mich auf diese kurze Erwähnung beschränken. 

Angesichts dessen, dass es nun nicht mehr bezweifelt werden kann, dass die bis nun 
als Pteraspis und als Scaphaspis beschriebenen Schilder keineswegs verschiedenen Thiergattungen 
angehören und überhaupt Scaphaspis als Genus nicht mehr bestehen kann, sondern die bis jetzt 
unter diesem Namen beschriebenen Fossilreste blos Bauchschilder jener Fische darstellen, welche 
bis nun als Pteraspis und Cyathaspis bekannt geworden sind, so ist es von Interesse, zu erwägen, 
welche von diesen Schildern als derselben Species angehörend angesehen werden können. 

Einen Versuch einer derartigen Zusammenstellung machte, wie bereits angeführt wurde, 
schon Kunth in der citirten Abhandlung, indem er sich hiebei blos auf das Zusammenvorkommen 
in denselben Schichten stützte und dabei stets an der Ansicht festhielt, dass die als Pteraspis und 
als Cyathaspis beschriebenen Schilder die Kopfschilder, die Scaphaspis-?ic\{\\dLQ.r dagegen die Pygidien 
von Trilobiten ähnlichen Crustaceen seien. 

Falls diese Ansicht richtig wäre, Hesse sich wohl auch die Behauptung zum Theile recht- 
fertigen, dass Schilder, die in derselben Schichte vorkommen, ohne Rücksicht auf ihre Gestalt und 
Dimensionen, zu derselben Species gehören, weil viele Fälle bekannt sind, wo die Kopfschilder und 
Pygidien derselben Trilobitenspecies ihren Dimensionen nach ganz verschieden sind. Anders ver- 
hält es sich jedoch in dem Falle, wenn es sich um Ober- und Bauchschild eines Fisches handelt, 
welche offenbar nur dann zusammengehören können, wenn dieses mit Rücksicht auf die Gestalt 
und relative Grösse beider möglich ist. Hierüber sind aber keine Untersuchungen ang-estellt 
worden, es muss daher die Frage der Zusammengehörigkeit gewisser Schilder noch immer als eine 
offene behandelt werden. 

In meiner Abhandlung über die paläozoischen Gebilde Podoliens habe ich im Ganzen zehn 
Species hieher gehöriger Fossilreste beschrieben, und zwar: vom Genus Pteraspis drei: 

1. Pt. podoliens in. (1. c. pag. 43, Taf. I, Fig. 5 — 10 und Fig. 12, dann Taf. II, Fig. i und Taf. III, 
Fig. 13, 14), aus den obersten, mit grünen thonigen Schiefern wechselnden dunkelgrauen Kalkstein- 
platten, welche dem englischen Ludlow entsprechen, und grosse Leperditien (Z. tyraica Schmidt) 
führen, bei Zaleszczyki, Kryszczatek und Dobrowlany am Dniester. 

2. Pt. major m. (1. c. pag. 44, Taf. I, Fig. i — 4 und Taf. III, Fig. 3 — 5). Hiezu zählte ich 
clamals sowohl Steinkerne aus den obersten silurischen Kalksteinschichten bei Zaleszczyki und 
Dobrowlany (Taf. I) als auch aus dem dem untersten Devon angehörenden feinkörnigen, licht- 
grünlich grauen Sandstein bei Euka oberhalb Kryszczatek am Dniester (Taf. VI), sprach jedoch 



>) 1. c. pag. 44, Taf. I., Fig. 1—4. 
^) 1. c. pag. 48, Taf. I, Fig. 8 
") 1. c. pag. 51, Taf. Iir, Fig. I. 



72 A. V. Alth. ' [12J 

schon dort Zweifel darüber aus, ob diese Exemplare zu derselben Art gehören, welche Zweifel 
sich später, mit Rücksicht auf das viel reichere Material, in dessen Besitz ich gelangte, nur noch 
steigerten. Da ich jedoch im Begriffe bin, auf Grund dieses Materiales eine neue Bearbeitung 
jener Fische zu liefern, so beschränke ich mich auch jetzt darauf, jene Bemerkung als begründet 
zu wiederholen. 

3. jP/. aiigustatus in. (1. c. pag. 45, Taf. I, Fig\ 1 1 und Taf. III, Fig. 6, 7), aus dunkelrothem 
devonischen Sandstein von Iwanie und von Krj^szczatek. 

Vom Genus Cyathaspis Lank. ist mir aus Podolien nur eine Art bekannt, nämlich C. Stiiri m. 
aus den obersten Silurkalkschichten von Doroszoutz (1. c. pag. 46, Taf. V, Fig. i, 2). 

Als zum Genus Scaphaspis Lank. gehörig habe ich folgende Species beschrieben : 

1. Sc. Kneri Lk. (1. c. pag. 48, Taf. II, Fig. 3, 5, 7, 8), aus den obersten, mit grünem Schiefer- 
thon wechselnden Kalksteinschichten von Kapuscinöe, Dobrowlany, Zaleszczyki, Uscieczko und 
Tudorow. 

2. Sc. Lloydii Ag. sp. (1. c. pag. 4g, Taf. II, Fig. 2), aus dunkelrothem, feinkörnigen Sand- 
stein von Iwanie bei Zaleszczyki. 

3. Sc. radiatus vi. (1. c. pag. 51, Taf. II, Fig. 6), aus dem dünngeschichteten krystallinischen 
Kalkstein, welcher mit grünen Schiefern wechselt, von Zaleszczyki und wahrscheinlich auch von 
Dobrowlany. 

4. Sc. Haucri in. (1. c. pag". 50, Taf. IV, Fig\ 6, 7), aus dem rothen Sandstein von Dzwiniaczka, 
gegenüber von Zaleszczyki, von Kryszczatek und Iwanie, wie auch aus den obersten silurischen 
Kalksteinschichten von Kryszczatek. 

5. Sc. elongatus 111. (1. c. pag. 51, Taf. II, Fig. 4), aus dem rothen devonischen Sandstein von 
Uscieczko. 

6. Sc. obovahis 111. (1. c. pag. 51, Taf. III, Fig. i), aus dem obersten silurischen Kalkstein 
von Dobrowlany. 

Fr. Schmidt endlich beschrieb ^) aus den podolischen Schichten, und zwar aus den oberen 
Lagen des grauen obersilurischen Kalksteines von Zaleszczyki, unter dem Namen Pteraspis Kneri, 
einen Fossilrest, der, wie ich schon im Nachtrage zu meiner oben berufenen Abhandlung bemerkte, 
gewiss einem Pteraspis angehört und von den dort durch mich beschriebenen Formen verschieden 
ist. Zugleich beschrieb Schmidt daselbst unter dem Namen Scaphaspis Kneri Lank. ein Schild, 
von dem ich jedoch schon damals bezweifelte, ob dasselbe mit Sc. Kneri Lank. und insbesondere 
mit den durch Kner ") abgebildeten und beschriebenen Fossilresten, welchen Lankester den 
obigen Namen gab, identisch sei. Auch rücksichtlich dieser Fossilreste muss ich bei der Ansicht 
verbleiben, dass das blosse Vorkommen in den gleichen Schichten die Zusammengehörigkeit zu 
derselben Species nicht beweisen könne. 

Wir hätten somit bis jetzt aus den podolischen Schichten fünf oder eigentlich mit Rück- 
sicht auf die oben angeführte Bemerkung rücksichtlich des Pt. major m. sechs Arten von Pteraspis, 
und zwar zwei, närnlich Pt. podolicus in., Pt. major m. zum Theile, und Pt. Kneri Schmidt aus 
den obersten silurischen Kalksteinschichten, dagegen drei, nämlich Pt. major m. zum Theile, 
Pt. angustatus m. und die in gegenwärtiger Abhandlung beschriebene Form aus dem devonischen 
Sandstein. Von Scaphaspis dagegen haben wir aus den obersten (Ludlow)-Kalken drei : Sc. Kneri 
Lank., Sc. radiatus 111. und Scaph. obovatiis m., und aus dem rothen Sandstein zwei Arten, nämlich 



*) Schmidt, über die Pteraspiden überhaupt und über Pteraspis Kneri aus den obersilurischen Schichten Galiziens 
insbesondere. Petersburg 1873. 

^) Haidinger's naturwissenschaftliche Abhandlungen, I.. Band, pag. 160, Taf. V. 



[ij] lieber die Zusainiiieiigehörigkeit von Pteraspis, Cyathaspis itnd Scaphaspis. 73 

Sc. Lloydii Ag. sp. und Sc. Haneri in. Ich habe jedoch schon in dem Texte meiner Abhandlung 
über die paläozoischen Gebilde Podoliens (1. c. pag. 49) bemerkt, dass das daselbst Taf. II, Fig. 5, 
ebenfalls als zu Sc. Kncri gehörig abgebildete Schild so bedeutende Unterschiede von den anderen 
zeigt, dass es wahrscheinlich einer anderen Species angehört, bei welcher Ansicht ich auch jetzt 
verbleibe. 

Ob ein isolirt aufgefundenes Scaphaspis-'SichSl^ zu Pteraspis oder zu Cyathaspis gehöre, können 
wir nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse hierüber umsoweniger beurtheilen, als 
das einzige, bis jetzt mit Sicherheit zu Cyathaspis zu rechnende Bauchschild, nämlich das von 
C. integer Kunth., weder nach seiner Abbildung noch nach seiner Beschreibung hiefür irgend 
welche Anhaltspunkte gewährt. 

Nur die grosse Seltenheit des Vorkommens von Cyathaspis in den podolischen Schichten 
und deren bedeutend kleinere Dimensionen sprechen dafür, dass die bis jetzt beschriebenen 
podolischen Scaphaspis-^c\\\iä,.G.r eher zu Pteraspis als zu Cyathaspis gehören. 

Welche der bereits beschriebenen .Schilder jedoch zu derselben Art gehören, darüber 
enthalte ich mich für jetzt jeden Urtheils. 



UEBER DIE JURABILDUNGEN VON CZENSTOCHAU IN POLEN. 



GEJZA BUKOWSKI. 

(Mit 6 Tafeln.) 



Einleitende Bemerkungen. 

Der Mangel an Uebereinstimmung zwischen den Darstellungen von Zeuschner und F. Roemer 
bezüglich der Gliederung der Jurabildungen in Polen und der Deutung einzelner Horizonte bewog 
mich schon vor längerer Zeit, einige Excursionen in jenes Gebiet zu unternehmen, um einige 
dieser Widersprüche mit Hilfe paläontologischer Daten zu klären. Dieselben galten dem weniger 
untersuchten nördlichen Theile des jurassischen Höhenrückens, welcher von Krakau in nord- 
westlicher Richtung über Czenstochau bis Wielun fortstreicht, wo bekanntlich im Gegensatz zu 
dem südlichen, grösstentheils Galizien zufallenden Gebiete die Schichtenserie des mittleren Jura 
bedeutendere Mächtigkeit erlangt und die Ausscheidung einer grösseren Anzahl von Zonen 
gestattet. Es lag nicht in meiner Absicht, das ganze, einen ziemlich grossen Flächenraum ein- 
nehmende Terrain zu untersuchen, ebensowenig die ganze Serie der Juraglieder zu verfolgen; 
die Aufgabe, die ich mir gestellt hatte, beschränkte sich blos auf genaue Feststellung der Glie- 
derung des Callovien und der Oxfordstufe. Zum Zwecke dieser Untersuchungen wählte ich die 
Stadt Czenstochau, deren nächste Umgebung zahlreiche gute Aufschlüsse aufweist, und wo den 
Angaben F. R o e m e r's zufolge eine reiche Ausbeute an Fossilien zu erwarten war. 

Zu gleicher Zeit wurde der Chefgeologe des geolog'ischen Comites in St. Petersburg, Herr 
A. Michalski, mit der Durchforschung desselben Gebietes betraut und legte die Resultate 
seiner Untersuchungen in zwei Mittheilungen wesentlich stratigraphischen Inhaltes nieder, von 
denen die eine, ,^Polskaja J-iira'^ betitelt, im Bulletin des geologischen Comites, Petersburg 1885, 
Nr. 6, in russischer Sprache, die andere, ^Formacyja jurajska rc; Polsce'^ im Pamietnik fizyjograficzny, 
Warschau 1885, Tom 5, in polnischer Sprache erschienen ist. 

Ich bemerke hier im Voraus, dass ich mich im Folgenden bei der Rücksichtnahme auf diese 
Arbeiten, welche wörtlich gleichlauten, stets auf die letztere, mir zugänglichere beziehen werde. 
Eines der wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchungen besteht in dem Nachweise der 
beiden Zonen des Bathonien in Polen, der Zone der Oppelia fusca und jener der Oppelia aspidoides, 
welche von einander und von den liegenden Thonen mit Parkinsonia Parkinsoni sowohl dem 
petrographischen Habitus nach als auch hinsichtlich der Fossilführung scharf geschieden werden 
können. Ferner wurde von demselben das Vorhandensein eines oberen, von den Macrocephalen- 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 9 



76 Bukowski. ■ [2] 

schichten wohl unterscheidbaren Gliedes der Kellowaystufe sichergestellt, das sich mit der 
Belemnitenetage Zeuschner's (Die Gruppen und Abtheilungen des polnischen Juras^ nach neueren 
Beobachtungen zusammengestellt, in Zeitschr. der deutsch, geol. Ges. 1869, Bd. 21, pag. 784) 
zweifelsohne deckt. Auf Grund der angeführten Versteinerungen wird darin die Vertretung des 
mittleren und oberen Callovien nebst dem oberen Theile der Macrocephaluszone constatirt. In 
einem am weitesten nordwärts vorgeschobenen Aufschlüsse bei Lipie gesellen sich noch zu den 
Kellowayformen die Oxfordarten Cardioccras Mariae d'Orb. und Cardioceras Lamberti Sow. 
hinzu, woraus deutlich hervorgeht, dass in Polen die Grenze zwischen dem mittleren und oberen 
Jura zwischen die Zonen des Cardioceras Lamberti und des Cardioceras cordahnn fällt. Die 
Abtheilungen des weissen Jura in dem Höhenzuge zwischen Ivrakau und Wielun werden vom 
Verfasser nur mit einigen kurzen Bemerkungen berührt. Ueber die Oxfordablagerungen wird blos 
gesagt, dass es ihm gelungen ist, daselbst eine präcise Zoneneintheilung, welche von den Dar- 
stellungen F. Roemer's (Geologie von Oberschlesien, pag. 240 — 271) abweicht, durchzuführen. 
Nur mit wenigen Worten wird der wichtigen Entdeckung von Fossilien der Tenuilobatuszone in 
den Felsenkalken, welche bisher allgemein zur Oxfordstufe gerechnet wurden, thatsächlich aber 
zum grösseren Theile bereits dem Kimmeridge zufallen, Erwähnung gethan. 

Es sei hier gleich hervorgehoben, dass ich betreffs der Gliederung der in Czenstochau 
auftretenden Juraschichten zu ganz gleichen Ergebnissen gelangt bin, und es gereicht mir zur 
Freude , die diesbezüglichen Ausführungen des Herrn M i c h a 1 s k i vollinhaltlich bestätigen 
zu können. 

Das Gebiet, in welchem ich meine Untersuchungen angestellt habe, umfasst, wie schon 
erwähnt wurde, blos die allernächste Umgebung der Stadt Czenstochau. Bekanntlich verlieren in 
dieser Gegend die Jurabildungen das Ansehen eines mehr oder weniger ungetheilten Höhen- 
rückens, das am deutlichsten in den Felsenkalken, ihrer grössten Erhebung, ausgeprägt erscheint, 
und ragen weiter gegen Nordwesten blos in einzelnen flachen Kuppen aus der mächtigen 
diluvialen Bedeckung auf. Sie deuten auf diese Weise ihre Fortsetzung unter der Oberflächen- 
formation bis Wielun und selbst über diese Stadt hinaus an. Die Anhöhen von Czenstochau, 
welche durch das Vorhandensein zahlreicher grosser Steinbrüche ausgezeichnet sind, bieten die 
nordwestlichsten Aufschlusspunkte in diesem mehr zusammenhängenden Theile des Jurazuges dar. 

Das breite, mit diluvialen und alluvialen Ablagerungen erfüllte Thal des von Süden 
kommenden Wartaflusses, welcher gleich oberhalb Czenstochau seinen Lauf auf eine kurze Strecke 
direct nach Osten wendet und bei Mstöw die Felsenkalke durchquert, trennt das untersuchte 
Terrain in einen westlichen und östlichen Abschnitt. Als die wichtigste, alle umliegenden Hügel 
beherrschende Erhebung des ersteren erscheint die auf ihrer Höhe die berühmte Wallfahrtskirche 
und das Kloster tragende Jasna göra (mons clarus). Sie ist bereits seit langer Zeit als reiche 
Fundstelle von jurassischen Versteinerungen bekannt und darf wegen des Umstandes, dass in 
ihren Aufschlüssen eine ziemlich lange Reihe von Horizonten in unmittelbarer Aufeinanderfolge 
blosliegt, grosses Interesse beanspruchen. Es ist dies zugleich die einzige Stelle in dem von mir 
besuchten Terrain, wo die Schichten des mittleren Jura deutlich zu Tage treten. Das im Nach- 
stehenden beschriebene Profil behandelt vorzugsweise diesen Punkt. 

Wenn man von Westen, in der Ebene vorschreitend, sich der Stadt Czenstochau nähert, 
stellt sich die Jasna göra als ein langsam ansteigender, in nordsüdlicher Richtung in die Länge 
gezogener Rücken dar. Die gegen die schlesisch-polnische Ebene abfallenden Böschungen sind 
grösstentheils mit Ackerfeldern bedeckt und weisen nur spärliche Aufschlüsse auf; dagegen findet 
man in der Nähe des Kammes und auf diesem selbst zahlreiche Gruben und Steinbrüche angelegt. 



[i] Ueber die Jiirabildttngen von Czenstochaii, in Polen. 



77 



Die östliche Abdachung, auf welcher sich die Vorstädte von Czenstochau ausbreiten, fällt flacher ab 
als die westliche und geht allmählig in die Warta-Ebene über. Bedeutendere Entblössungen fehlen 
hier naiiezu vollständig. 

Von der Jasna göra durch eine breite, flache Einsenkung geschieden, erhebt sich nördlich 
von der Vorstadt Czestochöwka ein niedriger Hügel gleichen Namens, auf dem einige Stein- 
brüche vorkommen. Es ist in denselben nur der oberste Horizont, der weiche, weisse, der Oxford- 
stufe angehörende Kalk aufgedeckt. 

Die in grossem Maassstabe angelegten Steinbrüche von Czenstochau, welche den grössten 
Theil des Materials für die zahlreichen Kalköfen liefern, liegen auf dem rechten Ufer der Warta, 
bei Zawodzie. Die betreffende Anhöhe führt im Volksmunde die Bezeichnung „Zlota o-öra" (mons 
■aureus) und besteht aus dem obengenannten weissen Oxfordkalke, der auf der ganzen Erstreckung 
des Jurazuges zum Kalkbrennen verwendet wird; ältere Schichten wurden, trotzdem man in 
einigen .Steinbrüchen zu bedeutenden Tiefen vorgedrungen ist, zur Zeit meines letzten Besuches 
noch nicht erreicht. Gegen Osten schliessen sich unmittelbar daran die Eelsenkalke ; sie gehören 
aber nicht mehr in den Complex der hier zu besprechenden Schichtenserie. 

Ueber den Charakter der Entblössungen auf der Jasna göra dürften einige Bemerkungen 
nicht überflüssig sein. Natürliche Aufschlüsse kommen, namentlich in den älteren Schichten, sehr 
selten vor und sind für stratigraphische Untersuchungen ganz unzureichend. Dadurch allein, dass 
daselbst Gesteine, welche praktische Verwendung finden, auftreten und zur Anlage künstlicher 
Gruben Veranlassung geben, wird zum Studium dieser Ablagerungen Gelegenheit geboten. Zwei 
Glieder der Juraformation sind es, welche hier ausgebeutet werden. Der weisse Kalk des Oxfordien 
wurde schon vorher erwähnt; er wird vorzugsweise an zahlreichen Punkten der Osthälfte der 
Jasna göra gebrochen. Das zweite Gestein ist ein sehr harter, rostbrauner, sehr sandiger Kalk, welcher 
der Zone des Macrocephalites macrocephahts angehört. Man benützt ihn zur Pflasterung und für den 
Unterbau. Da die Mächtigkeit desselben hier nur eine geringe ist, werden die zum Zwecke seiner 
Gewinnung angelegten Gruben nicht selten wieder zugeschüttet. Die ^Möglichkeit, ältere Schichten auf- 
geschlossen zu finden, hängt daher häufig davon ab, ob der vorübergehende Besuch der Localität 
gerade in eine Zeit fällt, in der eine Grube noch in vollem Betriebe steht, oder sich erst in der 
Anlage befindet. So kam ich beispielsweise nur durch zufälliges Eintreffen zu einer Zeit, als man 
an einer Stelle, die seither wieder verschüttet wurde, sehr weit in die Tiefe vorgedrungen war, 
in die Lage, hier die obere Bathzone nachzuweisen und ihre unmittelbare Ueberlagerung durch 
Macrocephalusschichten festzustellen. 

Alle Horizonte dieses Terrains enthalten Versteinerungen ; während aber einige Schichten 
in ihrer ganzen Mächtigkeit von ihnen erfüllt erscheinen und zufolge der lockeren Gesteins- 
beschaffenheit in kurzer Zeit eine reiche Ausbeute an Fossilien gestatten, ist es bei anderen in der 
Regel nicht leicht, gelegentlich einer kurzen Excursion eine grössere Anzahl sicher bestimm- 
barer Formen zu erhalten. Die Schwierigkeit der Aufsammlung liegt bei letzteren zum Theil in 
dem petrographischen Charakter der Schichten, zum Theil darin, dass die Fossilien nur in gewissen 
Bänken des Gesteins — meist in Nestern — häufiger vorkommen, welche nicht immer in genügender 
Weise blossgelegt sind. Dies betrifft sowohl den harten, sandigen Kalkstein der Macrocephaluszone 
als auch den weissen Oxfordkalk. Das paläontologische Material, welches mir aus den beiden 
genannten Horizonten vorliegt, ist daher ziemlich dürftig. 

Als die weitaus fossilreichste Schicht im ganzen Gebiete des polnischen Jura müssen 
entschieden die lockeren Kalkmergel der unteren Oxfordstufe, Roemer's Schichten mit der 
kleinen Form des Ammonites cordatus, bezeichnet werden. Schon bei meinem ersten Besuche der 



7 8 Buko-ivski. [4] 

Jasna göra nahmen sie durch die Menge der in ihnen enthaltenen Ammonitenarten, von denen 
sich viele als neue, zum Theil sehr interessante Formen erwiesen, meine Aufmerksamkeit in 
vollem Maasse in Anspruch. Während der folgenden Excursionen war ich nun vor Allem darauf 
bedacht, ein möglichst grosses Material aus denselben zusammenzubringen. Die Beschreibung 
der Fauna dieses Horizontes möchte ich auch wohl als den Hauptzweck der vorliegenden Arbeit 
bezeichnen. Es fanden jedoch blos die Cephalopoden, welche den Hauptantheil an der Zusammen- 
setzung dieser Fauna nehmen, nähere Berücksichtigung. Dabei wurden auch die Cephalopoden 
der übrigen Horizonte einer Bearbeitung unterzogen. Die anderen Thierclassen bieten in paläon- 
tologischer Hinsicht kein so bedeutendes Interesse, obzwar auch unter ihnen, namentlich den 
Brachiopoden, einzelne neue oder wenig bekannte Arten vorkommen. Kurze Beschreibungen der 
neuen Brachiopoden-Formen finden sich dem stratigraphischen Abschnitte eingeflochten ; von ihrer 
Benennung musste aber, da sie nicht abgebildet wurden, Umgang genommen werden. 

Das erste Capitel dieser Publication enthält eine kurze allgemeine Schilderung der 
Lagerungsverhältnisse, wobei besonders auf die von mir untersuchten Schichten Rücksicht 
genommen wurde. 

Der folgende stratigraphische Theil behandelt die Aufeinanderfolge der in Czenstochau 
in continuirlicher Reihe aufgeschlossenen Juraglieder und ihre Faunen. Er umfasst das obere 
Bathonien, die Kelloway- und den grösseren Theil der Oxford-Stufe. Nach der ausgezeichneten 
Darstellung der Gliederung des Doggers im südwestlichen Polen durch Michalski konnten 
natürlich in demselben, so weit er vom mittleren Jura handelt, keine wesentlich neuen Ergebnisse 
vorgebracht werden; wichtiger dürfte dagegen die Besprechung der Oxfordbildungen und ihrer 
reichen Fauna sein, da Michalski dieselben nur ganz flüchtig berührt hat. 

Der paläontologische Abschnitt beschäftigt sich mit der Beschreibung der aus dem 
genannten Schichtencomplexe stammenden Cephalopodenarten. Nebst den neuen Arten fanden 
darin nur die weniger bekannten oder seltener vorkommenden Formen Aufnahme. Mutationen, 
sowie nicht ganz sicher bestimmbare Stücke, die aber wichtig erschienen, wurden gleichfalls 
berücksichtigt. Das Gesagte gilt auch von den Abbildungen. Zur Erleichterung späterer Bestim- 
mungen, und damit die individuellen Abweichungen einer Art genau zum Ausdruck gelangen, 
wurde vor Allem getrachtet, von jeder Species möglichst viele Stücke abzubilden. Bezüglich der 
angegebenen Dimensionen muss bemerkt werden, dass dieselben in einigen Fällen mit den Dimen- 
sionen der Abbildungen nicht genau übereinstimmen, indem sie kleiner erscheinen, ein Umstand, 

der vielleicht zu der Ansicht führen könnte, dass die Zeichnungen incorrect ausgeführt seien. 

Der Grund dieser Abweichungen ist jedoch der, dass bei solchen Stücken, deren Gehäuseende 
zufolge schlechter Erhaltung die Ermittlung aller Dimensionen nicht zuliess, nicht der grösste, 

sondern an einer besser erhaltenen Stelle ein kleinerer Durchmesser als Grundlage für die übrigen 

Maasse genommen wurde. 

Die dem paläontologischen Abschnitte angefügten Schlussbemerkungen sind vor Allem 

dem Vergleiche zwischen dem nördlichen Theile des Jurazuges und dem Krakauer Gebiete 

gewidmet. Nebstdem werden darin die Beziehungen des polnischen Jura, von den ältesten Schichten 

angefangen bis zum Schlüsse der Oxfordstufe, zu den äquivalenten Ablagerungen der angrenzenden 

Länder kurz erörtert. 

Das paläontologische Material rührt fast ausschliesslich von meinen eigenen Aufsammlungen 

her; nur einige wenige Stücke, die gleichfalls von Czenstochau stammen, verdanke ich der Güte 

des Herrn A. Rzehak in Brunn. Sämmtliche Originalexemplare befinden sich in der Sammlung 

des paläontologischen Universitäts-Museums in Wien. 



[s] Uebcr die y?i?-abildungen von Czenstocliaii in Poien. yg 

Zum Schlüsse sei es mir gestattet, meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Professor 
M. Neumayr für die mir bei der Ausführung dieser Arbeit in freundlichster Weise gewährte Unter- 
stützung den wärmsten Dank auszusprechen. 



Lagerungsverliältnisse. 

Bevor ich mit der Beschreibung des Profils von Czenstochau beginne, dürfte es nothwendig 
sein, einige Worte im Allgemeinen über die Lagerungsverhältnisse der Jurabildungen in Polen 
vorauszuschicken. Abgesehen von den wenigen Aufschlüssen, in denen die Sedimente durch 
beschränkte Dislocationen, wie sie überall, namentlich in kalkigen Gebieten vorzukommen pflegen, 
in ihrer Lage beeinflusst erscheinen, lässt sich in der grossen Mehrzahl von Entblössungen, wenn 
man sie einzeln betrachtet, eine nahezu vollkommen horizontale Lagerung der Schichten erkennen. 
Dass dieselbe nur scheinbar eine solche ist, geht jedoch aus der geographischen Verbreitung der 
verschiedenen Horizonte hervor. Die zonenförmige Anordnung der letzteren, nach welcher von 
Westen gegen Osten der Reihe nach immer jüngere Gebilde auftreten, beweist mit Rücksicht 
auf die genannte, scheinbare Horizontalität derselben in einzelnen Ausbissen klar, dass die ganze 
jurassische Schichtengruppe je nach der Streichungsrichtung gegen Osten — südlichstes Gebiet — 
oder gegen Nordost sehr flach geneigt ist. Diese Thatsache wird auch von allen Forschern, 
welche dem Studium des polnischen Jura oblagen, in übereinstimmender Weise hervorgehoben. 

Die tiefsten Ablagerungen, über welche wir vor Allem F. Roemer (Geologie von Ober- 
Schlesien, pag. 196 — 208) nähere Angaben verdanken, ruhen zumeist verschiedenen Gliedern des 
Keupers transgredirend auf. Es sind dies der braune eisenschüssige Sandstein mit Inoceramus 
polyplocus und Pecten pumilus bei Helenenthal unweit Woischnik, welcher jedoch bisher anstehend 
noch nicht angetroffen wurde, ferner ein loser gelber Sand mit Einlagerungen eines braunen 
eisenschüssigen Sandsteines (Kostczelitzer Sandstein), endlich der graue Sandmergel und die 
lockeren Schiefer von Lysiec und Siedlec. Nebst diesen stellt F. Roemer auch die Porphyren 
und dem Muschelkalk discordant aufgelagerten, feuerfesten Thone von Miröw in ungefähr das 
gleiche Niveau, bemerkt jedoch ausdrücklich, dass ihre Altersbestimmung noch äusserst unsicher 
ist. Wegen gänzlichen Mangels an Fossilien oder in Folge ihres schlechten Erhaltungszustandes 
ist übrigens das jurassische Alter der meisten eben angeführten Schichten noch nicht ganz 
erwiesen. Sie alle treten im Westen, an der schlesisch-polnischen Grenze auf. Wendet man sich 
nun von da gegen Osten, so gelangt man in immer jüngere Gebilde. Es folgen nacheinander in 
concordanter Lagerung der Parkinsonihorizont, die Bathstufe, das Callovien und darüber die 
mächtige Serie der Gesteine des oberen Jura, welche schliesslich am Ostabfalle des Jurazuges 
von Kreidebildungen ungleichförmig überlagert wird. 

An der Zusammensetzung des eigentlichen Höhenrückens betheiligen sich vorwiegend die 
Schichten von der Bathstufe (inclusive) aufwärts, während die Ausbisse der tieferen Horizonte 
hauptsächlich in der schlesisch-polnischen Ebene liegen. Die Thone mit Parkinsonia Parkinsotii 
erscheinen höchstens als Unterlage der jüngeren Glieder am Fusse der Hügel. 

Es muss hier überdies einer Erscheinung, die bisher noch keine Beachtung fand, gedacht 
werden. Sie betrifft das Vorkommen von Brüchen, an welchen einzelne Theile der Schichten- 
gruppe abgesunken sind, denen aber, so weit mir die Beobachtungen in einem kleinen, engbegrenzten 
Gebiete ein Urtheil erlauben, nur eine locale Bedeutung beizumessen ist. Ein ausgezeichnetes 
Beispiel liefert uns darin gerade die Jasna göra. Es verläuft daselbst auf der Höhe des Hügels, 
ungefähr parallel der Streichungsrichtung der Schichten, eine Verwerfung, welche dadurch, dass 



8o " Bukoiaski. ^ '[6] 

knapp an ihr, zu beiden Seiten, zwei grössere Steinbrüche vorkommen, sich direct der Beobachtung 
darbietet. Die genannten Steinbrüche liegen in gleichem Niveau, nur wenige Schritte voneinander 
entfernt. Im westlichen erscheinen unter der Humusdecke der lockere Kalkmergel des unteren 
Oxfordien und darunter die Schichten der Kellowaystufe blossgelegt; im östlichen zeigt sich 
dagegen blos das nächstjüngere Glied der Oxfordstufe, der weisse, weiche Kalk mit den grossen 
Planulaten. Seine Unterlage, der lockere Kalkmergel, wurde erst in einer Tiefe von etwa fünf 
A'Ietern angefahren; er liegt somit im Niveau der unteren Partien der Macrocephalusschichten 
des westlichen Steinbruches. Es fand hier, wie man sieht, ein Absitzen der ganzen, östlichen 
Hälfte der Jasna göra längs eines senkrecht in die Tiefe gehenden Bruches statt. Besondere 
Erwähnung verdient dabei der Umstand, dass alle Schichten normal (nahezu horizontal) gelagert 
erscheinen, dass somit die Verwerfung keine Störung in der Lagerung- nach sich gezogen hat. 
Andere Brüche Hessen sich zwar in dem untersuchten Terrain nicht mit voller Gewissheit 
constatiren, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass weiter östlich zwischen den Felsenkalken und 
dem weissen Oxfordkalke solche thatsächlich vorkommen. Die zwischen den genannten Schichten 
auf kurzen Strecken nicht selten zu beobachtenden, anormalen Niveaudifferenzen deuten zum 
Mindesten in Anbetracht der bedeutenden Mächtigkeit beider Horizonte und mit Rücksicht auf 
ihre äusserst flache Neigung darauf hin. Eine Erklärung auf Grund einfacher Ueberlagerung- ohne 
späteres Hinzutreten von Brüchen wäre in diesen Fällen wohl nicht leicht zu finden ; die Annahme 
einer Anlagerung ist gleichfalls ausgeschlossen. Auch hier hätte man mit dem Absitzen der 
östlichen .Schollen zu thun, das ähnlich, wie auf der Jasna göra, auf die Lagerung der Schichten 
ohne Einfluss geblieben. Weitere diesbezügliche Untersuchungen in dem übrigen Gebiete der 
Juraablagerungen dürften jedenfalls von Interesse sein. 



Sch.iclitenfolg'e. 

Als ältestes Glied der Juraformation treten bei Czenstochau die Schichten mit Parkinsonia 
Parkinsoni Sow. auf. Sie bestehen aus grauen Thonen mit Einlagerung^en von Thoneisenstein, 
welcher an vielen Punkten der schlesisch-polnischen Ebene bergmännisch gewonnen wird, und 
durch den dieser Horizont bedeutende industrielle Wichtigkeit erlangt. Die Sphaerosiderite 
schliessen eine reiche Fauna ein, in der Parkiiisonüi Parkinsoni Sow. die Hauptrolle spielt, während 
die Thone selbst in der Regel versteinerungsleer sind. Die conforme Unterlage derselben bilden 
nach F. Roemer (1. c. pag. 209) theils der KoStczelitzer Sandstein, theils Keuperletten. Alles 
nun, was zwischen dem Kostczelitzer Sandstein, der zusammen mit den Sandmergeln und Schiefern 
von Lysiec und Siedlec möglicherweise die sonst die Basis des Parkinsonihorizontes bildende, in 
Polen aber noch nicht nachgewiesene Zone des Ammonites Humphriesianus vertritt (vergl. auch 
M. Vacek, Oolithe von Cap S. Vigilio, pag. log), und den Schichten mit Macrocephalites macro- 
cephalus liegt, fasste F. Roemer unter dem Namen „Schichten mit Ammonites Parkinsoni'-^ zu- 
sammen. Er unterschied darin zwei Unterabtheilungen, einen älteren Horizont mit der grossen 
Form des Ammonites Parkinsoni und einen jüngeren mit der kleinen Form dieser Species. Diese 
Gliederung erwies sich nach den Untersuchungen von Michalski (1. c. pag. 11) als unnatürlich 
und nicht bestehend. F. Roemer's Ansicht ging eben dahin, dass in Polen Parkinsonia Parkinsoni 
Sow. durch alle Schichten bis zum Beginne der Kellowaystufe hindurchgeht. Vor dem Erscheinen 
des Roemer'schen Werkes hat übrigens Zeuschner (Zeitschr. der deutsch, geol. Ges. i86g, 
pag. 779 — 780) in diesem Schichtencomplexe drei verschiedene Etagen ausgeschieden. Dadurch 
aber, dass deren Aufeinanderfolge, wie der Verfasser selbst bemerkt, nirgends beobachtet werden 



[7] Uebcr die Jurah'ldungcn von Czenstocliau in Polen. &i' 

konnte, erscheint auch diese Gliederung- ziemlich werthlos. Erst Michalski war es vorbehalten, 
durch präcise Ausscheidung der Bathstufe die verticale Ausdehnung der Parkinsonischichten auf 
das richtige Maass zu reduciren, und meine Beobachtungen auf der Jasna göra stimmen mit seinen 
Darlegungen ganz überein. 

In der nächsten Umgebung von Czenstochau sind Aufschlüsse in den Parkinsonischichten 
ziemlich spärlich. Sie werden in der Ebene durch einige Ziegeleien, welche südlich und süd- 
westlich von der Jasna göra, beim Vorwerk Zacisze und unterhalb der Kirche St. Barbara sich 
befinden, bezeichnet. Am westlichen Fusse der Jasna göra gewährt überdies eine aufgelassene 
Thongrube einen kleinen Aufschluss, welcher zeigt, dass dieser Horizont die Basis der jüngeren, 
den Hügel zusammensetzenden Glieder bildet. Es kommen hier blos reine, graue Thone zum 
Vorschein, ohne Einlagerung von Sphärosideriten ; sie erscheinen auch in Folge dessen ganz 
versteinerungsleer. Erst weiter westlich, bei Gnaszj^n, sollen nach Michalski die Halden auf- 
gelassener Eisensteinförderungen eine reiche Ausbeute an Fossilien bieten. 

Der nächste, hier nachweisbare Horizont, welcher bereits in den auf der Höhe der Jasna 
göra liegenden Gruben zuunterst aufgeschlossen erscheint, gehört der Zone der Oppelia aspidoides 
Opp. an. Das untere Bathonien, dessen selbstständige Ausbildung Michalski an einigen Loca- 
litäten constatirt hat, ist hier nicht blossgelegt. Nach der Schilderung des genannten Forschers 
wird letzteres durch dunkelgraue thonige, sehr kalkreiche Sandsteine mit Limonit-Ausscheidungen 
gebildet, welche in grosser Menge Rhynchonella varians Schloth., nebstdem noch Oppelia fusca 
Quenst., Peiisphinctes cfr. Defrancei d'Orb. und Pholadomya Miirchisonae Sow. enthalten. Ihr 
Alter erscheint somit durch diese Fossilien als der Zone der Parkinsonia ferruginea Opp. ent- 
sprechend genau bestimmt. Erkannt wurde dieser Horizont an drei Localitäten: bei Pierzchno, 
Zwierzyniec und in Panki. Dass derselbe auch auf der Jasna göra in der nicht aufgeschlossenen 
Partie zwischen den Parkinsonithonen und dem oberen Bathonien thatsächlich vertreten ist, 
muss als in hohem Grade wahrscheinlich bezeichnet werden. Es ist übrigens nicht unmöglich, 
dass eine hier von mir beobachtete thonige Sandlage, welche ganz zuunterst in einer Mächtigkeit 
von nur wenigen Centimetern unter dem jüngeren Glieds entblösst war und zahlreiche Stücke der 
Rhynclionella varians Schloth. einschloss, bereits hieher zu zählen ist. Da aber Rhynchonella 
varians sich ebenso häufig in der sicher als oberes Bathonien erkannten Lage findet, so kann 
aus ihrem Vorkommen allein nicht mit Bestimmtheit darauf geschlossen werden. 

Mit der Zone der Oppelia aspidoides Opp. beginnt nun die Besprechung der von mir 
näher untersuchten Schichtenserie. 

Oberes Bathonien. 

Dieser Horizont wird hauptsächlich von einem sehr eisenreichen, oolithischen Kalkstein 
gebildet, welcher petrographisch mit dem Baliner Oolithe fast vollständig übereinstimmt. Die Grund- 
masse ist ein grauer, in geringer Beimengung Sand enthaltender Kalk, in welchem zahlreiche, 
gelbbraune Eisenoolithkörner eingestreut liegen. Bei starker A^'erwitterung nehmen die mehr 
sandigen Partien desselben gleichfalls eine bräunliche Färbung an. Sie rührt von dem ziemlich 
bedeutenden Gehalte an Eisen her, der sich auch in zahlreichen Schnüren und Concretionen von 
Limonit, welche das Gestein ganz durchsetzen, offenbart. Fossilien kommen darin sehr häufig vor. 
Die erste Stelle nimmt entschieden Rhynclionella varians Schloth. ein, welche stets in zahlreichen, 
wohlerhaltenen Exemplaren angetroffen wird; nebst dieser sind besonders die Lamellibranchiaten 
stark vertreten. Es gelingt jedoch nur selten, dieselben vom Gestein zu trennen, und ihr Erhaltungs- 
zustand ist auch in den meisten Fällen der Art, dass eine specifische Bestimmung nicht durch- 



82 Bukoiüski. [8] 

zuführen ist. Mit dem oolithischen Kalke stehen gegen oben grün, braun und weiss gefärbte, 
thonige Sande in Verbindung, welche den Uebergang zu dem nächstfolgenden Gliede, den 
Macrocephalusschichten, vermitteln. Die tieferen Lagen derselben enthalten in grosser Menge 
Rhynchonella 'varians Schloth. und müssen in Folge dessen noch der Bathstufe zugezählt werden. 
Ein Exemplar der Oppelia serrigera Waag., welches einer solchen Sandlage entstammt, lässt 
keinen Zweifel darüber aufkommen. In den höheren Sandlagen verschwindet jedoch Rhynchonella 
varians vollständig, und es stellen sich hier bereits dünne Zwischenlagen von Macrocephaluskalk 
ein, welche wohl deutlich für die Zuweisung dieser Partien zum Callovien sprechen. Die petro- 
graphische Grenze zwischen der Bathstufe und dem Callovien ist somit daselbst nicht sehr scharf 
ausgeprägt; dagegen scheint mir das Vorkommen der Rhynchonella varians Schloth., welche 
zwar sonst auch in höhere Horizonte hinaufsteigt, in grosser Menge jedoch nur in der Bathstufe 
aufzutreten pflegt, ein Mittel an die Hand zu geben, um wenigstens auf der Jasna göra die 
Trennung beider Stufen auf paläontologischer Basis mitten durch ein mehr oder weniger einheit- 
liches Gestein vorzunehmen. 

Von den wenigen Versteinerungen, welche ich aus diesen Schichten aufsammeln konnte, 
Hessen sich nur folgende specifisch mit voller Sicherheit bestimmen: 

Oppelia serrigera Waag. Rhynchonella varians Schloth. 

Gresslya gregaria Gold f. 

Es liegen mir ausserdem noch einige, nicht näher bestimmbare Formen aus der Familie 
der Pholadomyiden und eine stark beschädigte, biplicate Terebratel vor. Bezeichnend ist ferner 
in Czenstochau für diese Schichten das nicht seltene Vorkommen von Lignit, von welchem ein- 
zelne, verschieden grosse Stücke in dem Eisenoolithe eingebettet gefunden werden. Sie zeigen 
noch sehr deutlich die faserige Holzstructur, haben aber nur eine sehr geringe Consistenz und 
lassen sich sehr leicht mit den Fingern zu Staub zerreiben. Ihre Färbung ist dunkelbraun. 
Wollte man nun dieses Lignitvorkommniss mit der Nähe des Landes in Beziehung bringen, 
dann läge es jedenfalls am nächsten, als die Ursprungsstelle dieser Hölzer das böhmische Massiv 
zu bezeichnen. 

Durch Oppelia serrigera Waag., welche bekannthch eine typische Form des oberen 
Bathonien darstellt, erscheint das Alter der in Rede stehenden Schichten als der Zone der 
Oppelia aspidoides entsprechend erwiesen. Die conforme Ueberlagerung durch Macrocephalus- 
schichten steht damit vollkommen im Einklang. 

In der nämlichen petrographischen Ausbildung wurde dieser Horizont von Michalski 
(1. c. pag. 13) bei Gnaszyn, südlich von Wieluh, beobachtet. Es erscheint dort in einem alten 
Steinbruche ein oolithischer Kalk aufgeschlossen, aus dem Oppelia serrigera Waag. und Oppelia 
biflexuosa d'Orb. citirt werden. Aus der Darstellung Michalski's geht jedoch hervor, dass das 
Hangende desselben nicht sichtbar ist; dagegen sollen in einem nördlich von Gnaszyn liegenden 
Aufschlüsse weisse Sande zu Tage treten, von denen er vermuthet, dass sie noch den Raum 
zwischen dem Oolithe des unteren Bathonien und dem Macrocephalushorizonte einnehmen. Diese 
Vermuthung wird durch die Entblössungen auf der Jasna göra insofern bestätigt, als hier that- 
sächlich der Uebergang zum unteren Callovien durch die beschriebenen, Rhynchonella varians 
einschliessenden, mit Sandlagen vom Kelloway- Alter in Verbindung stehenden, thonhältigen Sande 
vermittelt wird, welche wohl ohne Bedenken mit jenen bei Ktobucko und Pierzchno auftretenden 
Uebergangssanden in Parallele gebracht werden dürfen. 

Dass beide Zonen der Bathstufe, die, wie man sieht, in dem nördlichen Theile des Jura- 
zuges gesondert entwickelt erscheinen, in Roemer's Schichten mit der kleinen Form des Am- 



[g] lieber die Jjirabildungen von Czenstochait in Polen. 83 

moyiites Parkinsoni inbegriffen sind, geht mit grosser Wahrscheinlichkeit aus der durch ihn ange- 
führten Fossilliste hervor, in welcher sich einige für das Bathonien charakteristische Arten ver- 
zeichnet finden. Von den durch Zeuschner aufg-estellten Etagen lässt sich keine mit dem Eisen- 
oolithe von Czenstochau in Parallele bringen. Einige Andeutungen über das Vorkommen eines 
sandigen Eisenerzes bei Pierzchno (1. c. pag. 780 — 781), aus welchem etliche Pholadomyen, die 
nach ihm dem Fuller's Earth gut entsprechen, citirt werden, führen dagegen zu der Ver- 
muthung, dass diese Lagen mit den durch Alichalski daselbst nachgewiesenen eisenreichen 
Sandsteinen des unteren Bathonien identisch sind. 



Untere Abtheilung des Callovien. 

Wie schon vorher erwähnt wurde, müssen hieher zunächst die oberen Partien der dem 
Eisenoolithe auflagernden Sande gerechnet werden. Von Fossilien finden sich darin nur schlecht 
erhaltene Belemniten vor, unter denen Belemnites stiihastatus Ziet. bestimmt werden konnte. Die 
Hauptmasse dieser Schichten bildet ein harter, rostbrauner, sehr sandiger Kalk mit muscheligem 
Bruch, welcher in dicke Bänke abgesondert erscheint. Derselbe geht nach den Angaben 
F. Roemer's und ]\Iichalski's häufig in einen kalkigen Sandstein von gleicher Farbe über. Bei 
Czenstochau hat er wohl auch ein sehr sandsteinähnliches Aussehen, doch nimmt daselbst an 
seiner Zusammensetzung der kohlensaure Kalk überwiegenden Antheil. Stellenweise wiederholen 
sich noch zwischen seinen Bänken dünne Lagen von Sand, welche, analog den unteren Sand- 
lagen, Bcle)iinites subhastattis Ziet. führen. 

Wegen seiner Härte gibt der rostbraune Kalk ein sehr gutes Material für die Pflasterung 
und für Unterbaue ab und wird zu diesem Zwecke überall gewonnen. Hie und da findet sich 
demselben ein ebenso fester, doch weniger eisenreicher, grünlich grauer Kalkstein nesterförmig 
eingelagert, welcher durch massenhaft darin vorkommende Brachiopodenschalen ausgezeichnet 
ist. Die Mächtigkeit dieses Horizontes beträgt bei Czenstochau etwa 7 Fuss; sie nimmt gegen 
Nordwesten zu und erreicht in der Umgebung von Wielun, wo derselbe besonders gut auf- 
geschlossen erscheint, nach F. Roemer gegen 30 Fuss. 

Eigenthümlich ist die Vertheilung der Fossilien in diesen Schichten. Während nämlich 
der braune, sandig-e Kalk nur spärliche Reste von Cephalopoden einschliesst, enthalten die nester- 
artig auftretenden, grünlich grauen Partien desselben ausschliesslich eine Brachiopodenfauna. 
Letztere besteht zwar blos aus zwei Arten, der Terebratula dorsoplicata .S u e s s und Rhynchofiella 
Oppe/i De slong., diese erfüllen jedoch das Gestein in einer ungewöhnlich grossen Anzahl von 
Individuen. Die sandigen Zwischenlagen führen schliesslich nur Belefimites subhasiatus Ziet. Die 
Ammoniten treten hier stets in grossen Exemplaren auf, sind aber in der Regel verdrückt und 
lassen sich sehr selten aus dem Gestein herausschlagen. Die wenigen mir aus diesen Schichten 
vorliegenden Fossilien vertheilen sich auf folgende Arten : 

Belemnites stibhasiaius Ziet. Terebratula dorsoplicata S u e s s 

Macrocephalites inacrocephaltis ^c\\\oX\\. Rhynchonella Oppeli Deslong. 
„ lamellosiis S o w. Dysaster (?) sp. 

Ausser den aufgezählten Formen wurden noch grosse, aber schlecht erhaltene Exemplare 
von Perisphincten, welche allem Anscheine nach der Gruppe des Perisphinctes Marfinsi d'Orb. 
angehören, beobachtet. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4 10 



8^ Bukowski. [lo] 

Schon aus diesen wenigen Arten ersieht man, dass diese Schichten die untere Kelloway- 
stufe (Zone des Macrocephalites macrocephahis) vertreten. Als die häufigste Art wird aus 
denselben stets Macrocephalites macrocephalus citirt; er soll namentlich bei Wielun sehr häufig 
vorkommen. Macrocephalites lamellosus S o w., von dem mir nur ein Stück vorliegt, findet sich im 
Jura von Kutch und in Russland ausschliesslich im unteren Callovien vor ; noch bis vor Kurzem 
war er von dort allein bekannt. Eine in neuester Zeit erschienene Notiz von Teisseyre (Ver- 
handl. der k. k. geol. Reichsanstalt, 1887, Nr. 2, pag. 54) enthält jedoch auch eine Angabe über 
sein Vorkommen in dem Eisenoolithe von Baczyn in der Krakauer Umgebung. 

In der selbstständigen Ausbildung des Macrocephalen-Horizontes und des oberen Bathonien 
in dem nördlichen Theile des Jurazuges liegt wohl der wesentlichste Unterschied gegenüber dem 
Krakauer Gebiete, wo bekannthch in den Baliner Eisenoolithen, wie N e u mayrs Untersuchungen 
der Cephalopodenfauna derselben (Abhandl. der k. k. geol. Reichsanstalt, V, 187 1, pag. 48) lehren, 
eine Concentrirung der Faunen vom oberen Bathonien angefangen bis zur Lamberti-Zone (inclusive) 
stattfindet. Die nähere Vergleichung beider Regionen ist den Schlussbemerkungen vorbehalten; 
hier will ich nur kurz hervorheben, dass ich mich ganz der Ansicht Michalski's anschhesse, 
welcher sagt, dass dieser Gegensatz durch die Zunahme der Mächtigkeit der Sedimente in dem 
nördlichen Gebiete allein nicht erklärt werden kann. Aus dem petrographischen Charakter der 
Schichten lässt sich vielmehr schliessen , dass hier die Bedingungen zur Sedimentbildung 
annähernd dieselben waren, wie im nordwestlichen Deutschland, dass sich hier somit die zu jener 
Zeit noch bestandene Meeresverbindung mit dem nordwestdeutschen Becken in dem Charakter der 
Ablagerungen bedeutend mehr geltend macht als in den südlicheren Gegenden, in denen bereits 
der süddeutsche, speciell niederbayerische Typus überwiegt. Darauf müssen wohl auch vor Allem 
die in den Bildungen des oberen Bathonien und des unteren Callovien zwischen dem nördlichen 
und südlichen Theile des polnischen Jura bestehenden Unterschiede zurückgeführt werden. In den 
höherenAblagerungen wird die Aehnlichkeit mit Nordwestdeutschland, wie sich zeigen wird, immer 
geringer; der obere Jura erscheint schUesslich auf der ganzen Erstreckung des Jurazuges nach 
dem süddeutschen Typus entwickelt. 

Obere Abtheilung des Callovien. 

In inniger petrographischer Verbindung mit dem Macrocephalus-Horizonte steht nun auf 
der Jasna göra eine kaum i Euss mächtige Schicht, welche mit Rücksicht auf den Charakter 
ihrer Eauna als ein selbstständiges Glied zwischen dem unteren Callovien und den ihr folgenden 
Kalkmergeln der unteren Oxfordstufe ausgeschieden werden muss. Durch stetige Zunahme von 
Thon geht der braune, sandige Kalk allmählich in einen lockeren Kalkmergel über, bis schliesslich 
ganz zuoberst der Thongehalt über die anderen Bestandtheile überwiegt. Zahlreiche dem Thon 
beigemengte Glaukonitkörner verleihen dieser Schicht und den in ihr enthaltenen Eossilien eine 
intensiv grüne Eärbung, durch welche ihre Abgrenzung sowohl vom Liegenden als auch vom 
Hangenden auf den ersten Blick ermöglicht wird. Die grüne Farbe gibt auch ein Mittel an die 
Hand, um die Fossilien dieses Horizontes, welche auf den Halden häufig mit den Formen der 
Oxfordschichten gemengt liegen, sofort zu erkennen. 

An der Zusammensetzung der verhältnissmässig sehr reichen Fauna nehmen die Cephalo- 
poden den Hauptantheil. Sie finden sich in der Regel in schlecht erhaltenen Steinkernen vor; 
beschalte Exemplare sind selten. Nebst diesen kommen dann noch Brachiopoden sehr häufig vor; 
die anderen Thierclassen sind dagegen nur durch wenige Arten vertreten. Meine Aufsammlungen 
ergaben folgende Formen: 



:ii] 



Ueber die Jiirabi'Idiingen von Czenstochaii. in Polen. 



85 



Belemnifes subhastatus Ziet. 

„ Calloviensis Opp. 

Nautilus Kutchensis Waag. 

Harpoceras Rossiense Teiss. 

„ Cracoviense Neum. 

„ pnncfaium Stahl 

„ Ji. f. indet. 

„ Brighti Pratt 

„ lumila Ziet. 

Macrocephalites fuinidus Rein. 

„ pila Nik. 

Reineckia Lifolensis Steinm. 
„ cfr. Stuebeli Steinm. 

„ n. f. indet. 

Perisphinctcs euryptyclnts Neum. 
„ curvicosta Opp. 



Perisp/i indes patina Neum. 

„ cfr. subimitatus Nik. 

„ funatus Opp. 

„ f. indet. cfr. Vischniakoffi Teiss. 

Cosmoceras Proniae Teiss. 

„ n. f. indet. äff. Duncani Sow. 

„ Fiichsi Neum. 

„ Jason Rein. 

„ Castor Rein. 

Pleurotomaria Cydippe d'Orb. 
Liina tenuistriata Älünst. 
Waldheimia pala Buch 

,, Haiieri Szajn. 

Terehratula dorsoplicata Suess 
Rhynchonella Oppeli Deslong. 
Collyrites äff. bicordata Desmoul. 



Mehrere Exemplare von Pleurotomaria, die sicher zwei bis drei Arten angehören, sowie 
einige Stücke der Gattungen Cucullaea und Lima mussten, da sie gänzlich der Schale entbehren, 
unberücksichtigt gelassen werden. Selten werden auch Crinoidenstielglieder gefunden. 

Wenn wir nun diese Fauna nach ihren Elementen näher in's Auge fassen, so gelangen 
wir zu dem Resultate, dass sie ausnahmslos aus Formen besteht, die der Kellowaystufe eigen- 
thümlich sind. Die Brachiopoden geben uns für die Constatirung der einzelnen Zonen keine Anhalts- 
punkte. Waldheimia Haueri Szajn. wurde bisher nur aus den Baliner Oolithen beschrieben; das 
Niveau ihres Vorkommens lässt sich daher nicht genau präcisiren. Die anderen Arten sind wieder 
in den westeuropäischen Jurabildungen in allen Zonen des Callovien verbreitet. Verwendbar er- 
scheinen in dieser Hinsicht nur die Cephalopoden. Wenn man von den nicht sicher bestimmbaren 
Arten absieht, so zeigt sich, dass vier P'ormen, nämlich Belemnifes subhastatus Ziet., Macrocepha- 
lites tumidiis Rein., Perisphinctcs patina Neum. und Perisphinctcs funatus Opp. den Macroce- 
phalusschichten angehören. Perisphinctcs ctirvicosta Opp. kommt sowohl im unteren, als auch im 
oberen Callovien vor; in der Mehrzahl der übrigen Arten haben wir vorzugsweise Vertreter der 
oberen Abtheilung der Kellowaystufe, Formen, die theils der Zone der Reineckia anceps, theils der 
Athletazone eigenthümlich sind. Harpoceras Rossiense Teiss., Macrocephalites pila ^{"k., Cosmoceras 
Proniae Teiss. und Perisphinctcs su.dm7itatus Nik. kennt man bis jetzt nur aus den Ornatenthonen 
Russlands; das Vorkommen des Natitilus Kutchensis Wa.a.g. ist auf die Anceps-Schichten der Jura- 
bildungen von Kutch beschränkt. 

Aus dem Angeführten geht wohl klar hervor, dass die Fauna dieser obersten Dogger- 
schicht aus einem Gemenge von Formen, welche in anderen Gebieten auf die drei nicht selten 
selbstständig entwickelten Zonen des Callovien vertheilt sind, gebildet wird, wobei aber noch zu be- 
merken ist, dass die Arten der Anceps- und Athleta-Zone über die Formen der Macrocephalus- 
schichten überwiegen. Bei dem Umstände, dass hier das untere Callovien petrographisch und 
paläontologisch als ein selbstständiges Glied ausgebildet vorliegt, kann das Vorkommen von typi- 
schen Formen des Macrocephalüs-Horizontes in der Glaukonitbank nur in dieser Weise gedeutet 
werden, dass letztere blos den obersten Theil des unteren Callovien umfasst. Diese Ansicht ver- 
tritt auch Michalski (1. c. pag. 17). 



86 Bukoiüski. [12] 

Höchst wichtig- für die Charakterisirung und Deutung dieser Schicht ist überdies eine 
von Michalski angeführte Thatsache. In dem nördlichsten Aufschlüsse des von ihm untersuchten 
Gebietes, bei dem Dorfe Lipie wurden in der Glaukonitbank ausser den Kellowayformen auch 
Cardioceras Laviberti ^osfi. und Cardioceras Mariae d'Orb. gefunden. Merkwürdigerweise beschränkt 
sich dieser • wichtige Fund, wie Michalski ausdrücklich betont, auf den genannten nörd- 
lichsten Punkt; aus dem südlich davon liegenden Terrain fehlen dagegen Arten, die auf die 
Lambertizone deuten würden, gänzlich, obwohl gerade diese Gegenden die Mehrzahl der von 
ihm citirten Fossilien geliefert haben. Nichtsdestoweniger muss dieses vereinzelte Vorkommen 
des Cardioceras Lamberti Sow. und Cardioceras Mariae d'Orb. in Gesellschaft der Kellowayformen 
bei Lipie als ein Beweis dafür gelten, dass die glaukonitische Kalkmergelschicht überall, wo sie 
auftritt, ausser dem oberen, mittleren und dem kleineren Theile des unteren Callovien auch die 
Zone des Cardioceras Lainberii in sich begreift. 

Diese Concentrirung von Arten aus vier verschiedenen Horizonten in einer dünnen 
Gesteinslage trägt, nachdem uns dieselbe Erscheinung in noch höherem Grade in den Baliner 
Oolithen vorliegt, nichts Befremdendes an sich. Wir ersehen nur daraus, dass die Analogie mit 
dem Krakauer Gebiete in dieser Ablag-erung eine bedeutend grössere ist als in den tieferen 
Schichten, und dass hier bereits die süddeutsche Entwicklung über die nordwestdeutsche Ober- 
hand gewinnt. Im nordwestlichen Deutschland verläuft die Grenze zwischen dem mittleren und 
oberen Jura mitten durch die Cordatusschichten, und die dortigen Ornatenthone schliessen keine 
Elemente der Macrocephalusschichten ein (vergl. Seebach, Der Hannover'sche Jura, 1864, und 
Brauns, Der mittlere Jura im nordwestlichen Deutschland, i86g); hier liegt dagegen die ent- 
sprechende Scheidungslinie an der Basis der Cordatusschichten, ebenso wie bei Krakau, und die 
Fauna dieser Bildung- umfasst auch noch Formen des unteren Callovien. Ein ganz analoges Ver- 
halten zeigt die von Uhlig (Beiträg-e zur Paläontologie von Oesterreich - Ungarn, Wien, 1881, 
pag. 130 — 131) in dem Brünner Jura beschriebene oberste Doggerschicht. 

Ausgeschieden wurde die in Rede stehende Bank schon von Zeuschner (1. c. pag. 784), 
welcher ihr den Namen „Belemniten-Etage" beigelegt hat. Obwohl ihre Fauna, wie er hervorhebt, 
aus dem Callovien eigenthümlichen Arten besteht, brachte er sie dessenungeachtet in Verbindung 
mit den Oxfordkalkmergeln und stellte sie als das tiefste Glied der Oxfordgruppe in den oberen 
Jura hinein. F. Roemer hat sie später (1. c. pag. 256) dem braunen Jura zugerechnet und mit 
seinen Schichten mit Ammonites nmcrocephalus vereinigt. 



Unteres Oxfordien. 

Eine deutliche petrographische und sehr scharfe faunistische Scheidungslinie trennt die 
eben beschriebene Schicht von dem nächstfolgenden, untersten Gliede des weissen Jura. Es folgen 
der ersteren in conformer Ueberlagerung weisse, lockere Kalkmergel, welche manchmal unter- 
geordnete dünne Zwischenlagen eines weissen, weichen, thonigen Kalksteins enthalten. Die Grund- 
masse bildet ein überaus kalkreicher Thon, der von dichtgedrängten, zumeist knolligen Kalk- 
ausscheidungen durchsetzt wird. Zum nicht geringen Theile bestehen letztere aus aneinander ge- 
kitteten Spongien, denen zahlreiche Cephalopoden, Brachiopoden etc. anhaften. Eine geringe Bei- 
mengung von Chloritkörnern verleiht den tieferen Partien der Kalkmergel in feuchtem Zustande 
einen kaum merklichen Stich in's Grüne; wenn trocken, erscheinen dieselben dagegen vollkommen 
weiss. Gut aufgeschlossen finden sich diese Schichten nur auf der Höhe der westlichen Hälfte 
der Jasna göra, wo sie den Untergrund der dünnen Humusdecke bilden. Auf der Ostseite des 



[13] 



Ueber die Jurabildungen von Czenstochai(. in Polen. 



87 



Hügels, die, wie schon früher erwähnt wurde, an einer senkrechten Verwerfung abgesunken ist 
kommen sie höchst selten, nur in tieferen Gruben, unter dem hangenden Oxfordkalke zum Vor- 
schein. Ihre Mächtigkeit beträgt daselbst im Maximum 6 Fuss. 

, Sie schliessen eine sehr reiche, vorwiegend aus Spongien, Cephalopoden und Brachiopoden 
bestehende Fauna ein. Die Spongien, deren äussere Gestalt in der Regel sehr gut erhalten ist, 
sind insgesammt verkalkt. Löst man sie in Salzsäure auf, so zeigen sich noch geringe Spuren 
von Kieselgerüst, welche theils auf Hexactinelliden, theils auf Lithistiden deuten. Nebst den 
Schwämmen spielen in dieser Fauna die Cephalopoden sowohl bezüglich des x\rtenreichthums, 
als auch der Individuenzahl mancher P'ormen die Hauptrolle. Die Brachiopoden stehen, was die 
Individuenmenge einiger Arten anlangt, den Cephalopoden gar nicht nach; die Zahl der Species 
ist jedoch bei ihnen eine bedeutend geringere. Lamellibranchiaten, Gastropoden und Echinodermen 
kommen wohl auch nicht selten vor, doch macht ihr zumeist ungünstiger Erhaltungszustand häufig 
eine specifische Bestimmung unmöglich. Es darf daher aus der geringen Anzahl der im Nach- 
stehenden angeführten Arten nicht etwa ein Schluss auf die Formenafmuth derselben gezogen 
werden. Dies gilt namentlich von den Seeigeln. Von der sehr häufig vorkommenden, durch mehrere 
Arten vertretenen Gattung Pseudodiadema konnte beispielsweise nur ein einziges Stück mit Sicherheit 
specifisch bestimmt werden. Auch viele Bivalven mussten, weil sie oft nicht einmal Spuren der 
Schale aufweisen, unberücksichtigt bleiben. Die folgende Liste enthält nun die mir aus diesen 
scyphienreichen Schichten vorliegenden Formen : 



Sphenodus longidens A g a s s. 
Belemniies hastatiis Blainv. 
Nautihis fraiiconims O p p. 
Phylloceras mediterraneuvi N e u m. 
Harpoceras Raiiracum Mayer 
,, Delmonfaniim Opp. 

,, Jrispidiim Opp. 

Hoirici ^Orh. 
„ Aroiicum Opp. 

,, friniarginahiin Opp. 

Oppelia ßexnosa M ü n s t. 

„ lophota Opp. 

„ polita Opp. 

„ cfr. Bachiana Opp. 

„ Paturattensis G r e p . 

„ crcnafa B r u g. 

„ n. f. indct. 

„ 7ninax n. f. 

„ Nycteis n. f. 

„ distorta n. f. 

„ psetidoculäfa n. /,. 

„ haccata n. f. 

„ paucirugafa n. f. 
Flaploceras Erato d'Orb. 
Macrocephalites f. indet. 



Sphaeroceras insociale n. f. 
Cardioceras excavatiini Sow. 
„ cordafum Sow. 

„ äff. quadrafoides Nik. 

„ cfr. Nikitinianuni Lah. 

„ vcrtcbrale Sow. 

„ rotundatum Nik. 

„ Goliatliiis d'Orb 

Perisphinctcs convoliitus Quenst. 

„ cfr. Älarlelli Opp. 

„ cfr. plicatilis d'Orb. 

„ cfr. Frickensis Moesch 

„ Binnensdorfensis Moesch 

„ Alarsyas n. f. 

„ Claromontanns n. f. 

„ ?>iirHs V. f. 

„ Michalskii 7/. f. 

,, consociatus n. f. 

„ viazuricus n. f. 

Aspidoccras perarmatufn Sow. 

„ cfr. Edii'ardsiaiiiim d'Orb. 

Peltoceras torosiim Opp. 

„ Arduennense d'Orb. 

„ Constantii d'Orb. 

„ cfr. inierscissum Uhl. 



Biikowski. 



[14] 



Peltoceras athletoides Lah. 
Pecten subpunctatus Münst. 
Hinnites velahis Gold f. 
Modiola tenuistriata Münst. 
Lima Escheri Moesch 
„ Niortensis Opp. 
Jsoarca div. sp. indet. 
Neritopsis jurensis Roem. 
. Pleuroto7naria f. iiidet. 
Terehratula Birmensdorfensis Esche r 
„ bissiijfarcinata Schloth. 

„ jiucleafa Schloth. 

„ mtdeata var. 11. f. 

„ n. f. cfr: tenuiplicata Uhl. 

„ Kurri Opp. 

Waldheiinia impressa Bronn 

„ n. f. äff. Dehnonfana Opp. 

Kingena orhis Quenst. 

Spongien div 



Megerlea runcinata Opp. 

„ loricafa Schloth. 

Rhynchonella Czenstochaviensis F. Roem. 

„ Arolica Opp. 

„ lacunosa var. dichotoma Quenst. 

„ Visidica Opp. 

„ sanctae Clarae F. Roem. 

„ strioplicata Quenst. 

Cidaris lacviusctda Agass. 
Cidaris filograua Agass. 
Hemicidaris f. indet. 
Glypticus siilcatus Goldf. 
Magiiosia decorata Desor 
Pseiidodiadema Langi Desor 

„ pl. sp. indet. 

Goniaster impressae Quenst. 
Balanocriniis siihteres Goldf. 
Serpula div. sp. 
sp. 



Zur Ergänzung dieser Fauna müssen dieser Liste noch zwei von F. Roemer aus den 
Kalkmergeln von Czenstochau angeführte Formen, welche sich in dem mir vorliegenden Material 
nicht finden, beigefügt werden. Es sind dies Peltoceras Czenstochaviense F. Roem. und Dysaster 
Moeschi Jy^sor. Ausserdem citirt F. Roemer aus diesen Schichten, den ^-l;«wi9«/fe ^«tV/ß^Vi- d'Orb. 
Derselbe soll in Czenstochau zumeist in 1^2 Zoll grossen Exemplaren vorkommen und zu den 
häufigsten Formen dieser Fauna gehören. Unter den zahlreichen von mir aufgesammelten Stücken 
trimarginater Harpoceren konnte jedoch kein einziges mit Harpoceras Eucharis d'Orb. in Ueber- 
einstimmung gebracht werden; es liegt wohl daher die Vermuthung nahe, dass die F. Roemer 
vorgelegenen Exemplare nur Jugendformen der hier nicht selten vorkommenden anderen Trimargi- 
naten, des Harpoceras Henrici d'Orb., Harpoceras Arolicum Opp. und Harpoceras trimarginatum 
Opp. sein dürften. Bezüglich des in der Geologie von Oberschlesien auf Taf. 22, Fig. 9 abgebildeten 
Stückes lässt auch F. Roemer selbst noch die Frage offen, ob dasselbe nicht etwa dem Ammonites 
Hem-ici d'Orb. ang-ehöre. 

Nachdem in dem paläontologisch beschreibenden Theil dieser Arbeit nur die Cephalopoden 
behandelt werden, erscheint es nothwendig, an dieser Stelle wenigstens eine kurze Charakterisirung 
der in dem Verzeichnisse erwähnten neuen oder weniger bekannten Brachiopodenarten zu geben. 



Terehratula (Pygope) nuchata var. n. f. 

Die typische Terehratula nucleata Schloth. kommt in Czenstochau nur selten vor. Sehr 
häufig erscheint dagegen eine Varietät derselben, welche mit ihr zwar durch Uebergänge ver- 
bunden ist, in extrem ausgebildeten Stücken aber von ihr sehr leicht getrennt werden kann. 
Die Unterschiede lassen sich etwa in folgenden Punkten kurz zusammenfassen: Die Furche auf 
der kleinen Klappe ist seichter, weniger scharf markirt. Indem sich die Stirnlinie gegen die 
durchbohrte Klappe senkt, entsteht eine theils rund, theils eckig begrenzte breite Zunge, welche 



[15] lieber die Jnrabildiiugen von Czenstocha?i in Polen. 89 

von der Zunge der Terebratida nucleata hauptsächlich dadurch abweicht, dass sie mit den Seiten- 
commissuren einen Winkel bildet, der grösser ist, als ein rechter. Dieser Winkel ist bekanntlich 
bei der typischen Form in der Regel ein rechter, manchmal sogar ein noch kleinerer. In der 
.Seitenansicht erscheint in Folge dessen die Zunge kürzer, nicht senkrecht abfallend. 



Terebratula (Pygope) n. f. äff. tenuiplicata Uhlig. 

Diese Form schliesst sich, wie die vorhergehende, am nächsten an Terebrahila imcleata 
Schloth. an und ist mit ihr durch allmähliche Uebergänge innig verknüpft, so dass über ihre 
directe Abstammung von derselben kein Zweifel herrschen kann. Der wesentlichste Unterschied 
zwischen beiden besteht darin, dass bei vorliegender Art im Sinus der kleinen Klappe eine 
kräftige, über die Höhe der Zunge jedoch nicht hinausgehende Falte verläuft. Dabei erscheint 
die Stirnlinie stark wellig gebogen. Dieser Falte entspricht nun auf der durchbohrten Klappe 
eine deutlich ausgeprägte Furche, welche den über die Seitentheile kräftig sich emporhebenden 
medianen Wulst in zwei kleinere, flach gerundete Falten theilt. Durch die nämlichen Merk- 
male zeichnet sich auch die von Uhlig (lieber die Fauna des rothen Kellowaj'kalkes etc., 
Jahrb. der k. k. geol. Reichsanstalt, 1881, pag. 417) aus der Babierzowkaklippe bei Neumarkt 
beschriebene Terebratula temiiplicata Uhl. aus, doch ist bei ihr sowohl die Zungenfalte, als auch 
die Furche auf der grossen Klappe minder kräftig. Sie stimmt dagegen mit einigen mir vor- 
liegenden zu Terebratula nucleata hinüberführenden Uebergangsformen gut überein. Trotzdem 
scheint es mir aber nicht thunlich, die Czenstochauer Stücke mit ihr zu identificiren. Die Ver- 
breitung beider Formen deutet nämlich darauf hin, dass wir es hier mit zwei von einander unabhängig 
entstandenen Arten zu thun haben. Terebratula tenuiplicata muss, da sie zusammen mit Kelloway- 
formen in einem Lager auftritt, entschieden als eine Callovienart angesehen Averden; bei der vor- 
liegenden Art liefern uns dagegen die zahlreichen Uebergangsformen zu Terebratula nucleata den 
Beweis dafür, dass sie sich während des unteren Oxfordien von letzterer direct abgezweigt hat. 
Es muss für jede dieser Formen, obwohl sie einander auffallend ähnlich sind, eine verschiedene 
Abstammung angenommen werden. Dass als Stammform der Terebratula temiiplicata eine andere 
Species zu bezeichnen ist, geht schon daraus hervor, dass die typische Terebratula nucleata Schloth. 
im Callovien nicht vorkommt; solange sie aus der Kellowaystufe unbekannt bleibt, müssen wohl 
auch Terebratula n.f. und Terebratula tenuiplicata '[J'hl. auseinandergehalten werden. Nicht uninter- 
essant ist dieser Fall deshalb, weil man aus demselben ersehen kann, dass sich bei den Nucleaten 
zu verschiedenen Zeiten die Tendenz äusserte, durch Anlegung einer Zungenfalte in gleicher 
Weise abzuändern. 

Waldheimia (Zeilleria) «. f. äff. Delmontana Opp. 

F. Roemer hat diese Form mit der von Oppel aus dem Terrain ä chailles der Umgebung 
von Delemont beschriebenen Waldheimia Delviontana Opp. identificirt. Ein genauer Vergleich mit 
Oppel'schen Orig-inalexemplaren des Münchener paläontologischen Staatsmuseums, welche aus 
dem Horizonte mit Cidaris ßorigemma von Fringeli stammen, ergab jedoch wichtige Unterschiede 
zwischen beiden. Für die vorliegende Art ist vor Allem das constante Fehlen der Schnabelkanten 
bezeichnend, während bei Waldheimia Delmontana solche stets sehr scharf ausgeprägt sind. Dazu 
kommt noch, dass sie im Verhältniss zur Breite viel kürzer und überhaupt bedeutend kleiner ist. 
Das Fehlen der Schnabelkanten unterscheidet sie auch von Waldheimia subrugata Deslong. Wald- 



go Bitkolüski. [i6] 

heimia pseudolagenaUs Moesch ist länger und hat einen höheren, etwas weniger gekrümmten 
Schnabel; die Bauchklappe wölbt sich stärker als die Rückenklappe. Von der echten Waldheimm 
lagenaUs Schloth. unterscheidet sich die Czenstochauer Form durch flachere Gestalt und durch 
den weniger gekrümmten, niemals an die kleine Klappe angepressten Schnabel, in Folge dessen 
das Deltidium stets "sichtbar ist. Es muss übrigens noch hinzugefügt werden, dass der Umriss 
der Schale stark variirt ; auch hinsichtlich der Dicke weisen einzelne Individuen nicht unbe- 
deutende Verschiedenheiten auf. 



RhynchoneUa Sanctae Clarae F. Roem. 

Aus dem Vergleiche der Czenstochauer Stücke dieser Art mit den Originalexemplaren 
der Rhynchonella Wolfi Neum. aus dem unteren Oxfordien von Czetechowitz in Mähren (Neu- 
m.ayr, Jurastudien, Jahrb. der k. k. geol. Reichsanstalt, 1870, pag. 554, Tab. 23, Fig. 4) hat sich 
ergeben, dass beide Formen einer und derselben Art angehören. Die äusserst geringen, die 
Wölbung der Klappen betreffenden Unterschiede sind durchaus unzureichend, um sie specifisch 
von einander zu trennen. 

Um nun wieder auf den Charakter dieser Fauna zurückzukommen, sei hier zunächst be- 
treffs der Häufigkeit der einzelnen Formen erwähnt, dass unter den Cephalopoden die nachstehend 
verzeichneten durch ihre ausserordentliche Individuenanzahl den grösseren Theil der gesammten 
Exemplare ausmachen. Es sind dies vor Allem: Belemnites hastatus Blainv., Oppelia ßexuosa 
Münst., Oppelia crenata Brug., Haplocems Erato d'Orb., Cardioceras excavahmi ^ow., Cardioceras 
cordatum Sow., Perisphinctes convolufus Quenst., Perisphinctes Claromontamis n. f. und Peltoceras 
Arduemiense d'Orb. Dahin gehören überdies trimarginate Harpoceren, die aber meistens nur in 
kleinen Stücken vorkommen und deshalb specifisch kaum mit Sicherheit sich bestimmen lassen. 
Es wurden hier nur solche Arten aufgezählt, die durch ihr häufiges Vorkommen besonders auf- 
fallen und auf den Halden auf Schritt und Tritt angetroffen werden. Häufig finden sich ausser diesen 
auch noch andere Formen ; von ihrer Aufzählung stehe ich hier jedoch ab, da ihr Vorkommen im 
paläontologischen Theile genau angegeben ist. Die Hauptmasse der Brachiopoden besteht aus: 
Terebrahda Birmensdorfensts Es eher, Terebratula bissiiffarcmata Schloth., Pygope nucleata var. n.f., 
Waldheimia n.f. af. Delmontana Opp., RhynchoneUa AroHca Opp., RhynchoneUa lacunosa var. 
dichotoma Quenst. und RhynchoneUa VisiiUca Opp. 

Ein flüchtiger Blick auf die im Verzeichnisse angeführten Formen, namentlich die Ce- 
phalopoden, genügt schon vollkommen, um uns zu überzeugen, dass die Fauna der lockeren Kalk- 
mergel aus Elementen zusammengesetzt ist, welche zwei verschiedenen Zonen, jener des Cardio- 
ceras cordatum und der des PeUoceras transversariiim, angehören. Es dürfte wohl auch nicht nöthig 
sein, die auf jede der beiden Zonen hindeutenden Formen hier im Besonderen aufzuzählen; ich 
beschränke mich blos auf den Hinweis darauf, dass unter den Ammoniten, abgesehen von der 
nicht geringen Anzahl neuer Formen, die Mehrzahl der Arten, und zwar gerade die häufigst vor- 
kommenden unter ihnen sich als der Cordatuszone eigenthümlich herausstellen. Es finden sich 
aber daneben auch Typen, wie Harpoceras hispidnin Opp., Harpoceras trimarginatiim Opp., Har- 
poceras Arolicum Opp., OppeUa lophota Opp., OppeUa polita Opp., OppeUa Bachiana Opp., 
Perisphinctes Frickensis Moesch, Perisphinctes Birmensdorfensis Moesch etc., die aus den 
Cordatusschichten nicht bekannt sind, dagegen als bezeichnende Formen der Transversarius- 
schichten gelten. Im Allgemeinen lässt sich hier die Beobachtung machen, dass die Zahl der mit 



[17] Ueher die Jurahihhingen von Czenstochau in Polen. gi 

Arten der Transversariusschichten anderer Juragebiete identischen Formen keine grosse ist. Dieser 
Umstand fällt schon bei einem Vergleiche mit der Krakauer Umgebung auf. Die aus den Scyphien- 
kalken von Paczaltowice und Trzebinia durch Oppel (Op pel- AV aage n, Ueber die Zone des 
Ammonites transversariiis, Benecke's Beiträge, I. 1866, pag. 231 — 232) veröffentlichte Fossilliste 
enthält eine grosse Anzahl von charakteristischen Formen der Transversariuszone, welche ebenso 
häufig in Birmensdorf und an anderen Localitäten des westeuropäischen Jura in diesem Horizonte 
auftreten ; viele von diesen fehlen aber bei Czenstochau. Ich nenne beispielsweise den Ammonites 
calliceriis Opp., siihcla-iisiis Opp., Alaufredi Ojap., canalictilatiis jMünst., Anar Opp., Oegir Opp.;, 
Schilh O^Y*- Denselben Hessen sich dann noch andere in Süddeutschland etc. verbreitete Arten 
anfügen. Dieser Mangel an einigen in den Transversariusschichten sonst überall häufigen Formen 
scheint hier dafür durch das Auftreten zahlreicher neuer Arten ersetzt zu sein. 

vSehr bezeichnend ist für diese Schichten das- Auftreten des Perisphinctes Claromontamis, 
einer Form aus der Gruppe des Perisphinctes inosquensis Fisch., welche sich am nächsten an 
Perisphinctes Rjäsanensis Teiss. aus den Ornatenthonen Russlands und an den tibetanischen 
Perisphinctes Sabineamis Opp. anschliesst. In Bezug auf die Individuenzahl nimmt derselbe hier 
nicht allein unter den Arten der Gattung Perisp Jiinctes, sondern auch unter den Ammoniten über- 
haupt eine der ersten Stellen ein. Der hauptsächliche, wenn auch nicht ausschliessliche Ver- 
breitungsdistrict des Formenkreises, dem er angehört, sind bekanntlich die Ornatenthone Russ- 
lands. Einige Arten kommen zwar auch in den Kellowayablerungen Polens vor, aber sie gehören 
daselbst zu den Seltenheiten. Das massenhafte Auftreten des PerispJiinctes Claromontanus im 
unteren Oxfordien von Czenstochau ist dadurch noch um so bemerkenswerther, als Ang-ehörige 
dieser Gruppe aus den Oxfordbildungen Russlands nicht citirt werden. Dieses Vorkommniss, in Ver- 
bindung mit der überaus starken Entwicklung der Cordatengrupi^e, zeugt entschieden von Be- 
ziehungen dieser Fauna zu jener der Cordatusschichten Russlands und darf wohl als ein weiterer 
Beweis für die bereits allgemein verbreitete Ansicht angesehen werden, dass zur Zeit des unteren 
Oxfordien eine Meeresverbindung zwischen Polen und Russland bestanden hat. 

Analog der nächst älteren, obersten Schicht des braunen Jura, welche, w"ie wir sahen, den 
oberen Theil der Macrocephaluszone, das mittlere und obere Callovien, so wie die Lambertizone 
umfasst, tritt uns in diesen Schichten eine Concentrirung von Formen der beiden nächstfolgenden 
Horizonte, der Cordatuszone und der Transversariusschichten, entgegen. Die g-änzliche Unmöglichkeit, 
jede Zone für sich auszuscheiden, wurzelt in diesem Falle nicht so sehr in der geringen Mächtig- 
keit der Schichten, als vielmehr in der ganz gleichen petrographischen Ausbildung beider, sowie 
in dem Umstände, dass kein Facieswechsel zwischen ihnen stattfindet. Die isopische Ausbildung 
beider Glieder bedingt auch den Gegensatz zu den aequivalenten Ablagerung-en der Umgebung 
von Krakau. Wie wir aus den Darstellungen Oppel's und Hohenegger's (Oppel-Waagen, Ueber 
die Zone des Ammonites transversariiis, Benecke's Beiträg-e I, 1866, pag. 231. — Hohenegger- 
Fallaux, Denkschr. der k. k. Akad. d.Wissensch., Wien, Bd. 26, 1867, pag. 248 — 24g) erfahren, werden , 
in Galizien die Cordatusschichten von hellgrauen Kalkmergeln gebildet, welche blos für diese Zone 
bezeichnende Ammoniten, aber keine Spongien enthalten. Sie erscheinen somit in typischer 
Cephalopodenfacies entwickelt. Die über denselben folgenden weissen, weichen Kalke führen 
dagegen nebst zahlreichen Spongien eine reiche Fauna, welche aus Formen, die für den Transversarius- 
horizont charakteristisch sind, besteht. Durch die vielen Spongien wird ihre Facies als die eines 
typischen Schwammlagers genau gekennzeichnet. Bei Czenstochau beginnt jedoch die Scyphienfacies 
schon gleich nach Schluss der Lamberti-Zone und dauert ununterbrochen während der Cordatus- und 
Transversarius-Zone an, wobei sich nicht der geringste Wechsel des Sedimentes bemerkbar macht. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. II 



92 



Bukozcski. [i8] 



Die Grenze gegen die liegende Doggerbank muss in paläontologischer Hinsicht als eine 
sehr scharfe bezeichnet werden. Von den Cephalopoden und Brachiopoden. welche in beiden 
Schichten über die anderen Thierclassen weitaus vorherrschen, steigt nicht eine Art aus dem 
tieferen Horizont in die lockeren Kalkmergel auf. Aeusserst geringe Anklänge an die Fauna des 
braunen Jura könnten etwa nur in dem vereinzelten Vorkommen von Macrocephalites f. tndef. und 
von Sphaeroceras insociale n. f., welch' letzteres allem Anscheine nach ein directer Nachkomme 
des Spliaeroceras microstonia d'Orb. ist, gefunden werden. Zu der Verschiedenheit in Bezug auf 
die Fauna gesellt sich noch eine deutliche Verschiedenheit im lithologischen Charakter beider 
Horizonte. Im ganzen Gebiete der polnischen Jurabildungen fällt, wie schon vorher erwähnt 
wurde, die Grenze zwischen dem mittleren und oberen Jura an die Basis der Schichten mit 
Avnnonites cordatus. Ihrer Lage nach entspricht sie vollkommen derselben Scheidungslinie in den 
Juraablagerungen bei Brunn, wo nach Uhlig (Die Jurabildungen in der Umgebung von Brunn, 
Beitr. zur Pal. von Oesterreich-Ungarn, 1881, pag. 130—132) die Oxfordstufe ebenso, wie hier, mit 
den Cordatusschichten beginnt, während Cardioceras Lambcrti sich mit Formen des Doggers in 
einer Bank findet. 

F. Roemer bezeichnet die lockeren Kalkmergel von Czenstochau nach dem häufig darin 
vorkommenden Cardioceras cordatum Sow. mit dem Namen ..Schichten mit der kleinen Form des 
Ammoniies cordatus^, im Gegensatz zu dem nächstjüngeren Gliede, das sich durch grosse Stücke 
dieser Species auszeichnen soll. 

Diese Art der Bezeichnung erweist sich jedoch für'Czenstochau selbst als nicht zutreffend 
und unhaltbar. AVenn auch die grosse Mehrzahl der Exemplare des Cardioceras cordatum in den 
lockeren Kalkmergeln klein erscheint, findet man doch auch hier nicht selten Stücke, die den 
aus den tieferen Partien des folgenden Gliedes auf der Jasna göra stammenden an Grösse gar 
nicht nachstehen. Wenn man nur die lockeren Scj^phienmergel in Betracht zieht, so muss zugegeben 
werden, dass F. Roemer dieselben in Bezug auf ihr geologisches Alter im Allgemeinen richtig 
gedeutet hat, indem er in ihnen die Cordatus- und die Transversarius-Zone als vertreten ansah. 
Seine Ansicht ging aber dahin, dass dieselben nur den unteren Theil der Cordatusschichten 
umfassen und die hangenden Kalke in ihrer ganzen vertikalen Erstreckung die Fortsetzung dieser 
Zone bilden, so dass der sonst das untere Oxfordien abschliessende Transversariushorizont bei 
Czenstochau mitten in die Cordatusschichten zu liegen käme (vergl. F. Roemer, Geologie von 
Oberschlesien, pag. 255). AYie wir später sehen werden, sind jedoch viele Wahrscheinlichkeits- 
gründe dafür vorhanden, dass das nächste Glied, zum Mindesten aber ein grosser Theil desselben, 
bereits dem oberen Oxfordien zuzuzählen sei. 

Zweites Glied der Oxfordstufe. 

Ueber den lockeren Kalkmergeln folgt auf der Jasna göra, wie gesagt, ein weisser, 
weicher, in dicke Bänke abgesonderter Kalk. Er erreicht daselbst eine Mächtigkeit von nur 
wenigen Metern. Auf dem rechten Ufer der Warta, bei Zawodzie, wo man wegen seiner Gewinnung 
zum Kalkbrennen grosse Steinbrüche angelegt hat, ist er in einer Höhe von gegen 100 Fuss 
aufgeschlossen. Die ihn sehr häufig durchsetzenden, bald kleineren, bald grösseren Klüfte sind 
in der Regel von den Zersetzungsprodukten desselben, einer der terra rossa des Karstes gleichenden, 
rothen Erde ausgefüllt, in welcher sich hie und da Brauneisenconcretionen ausgeschieden fi.nden. 
Die Wände der Klüfte erscheinen an einzelnen Stellen von zahlreichen Calcitkryställchen bedeckt. 
Ein etwa einen Meter im Durchmesser zählender Block, der ganz aus weissen Calcitkrystallen 



[igj Ueler die ytirabildiingen von Czenstochau in Polen. 93 

zusammengesetzt ist, liegt auf der Höhe der Jasna göra bloss. Er entspricht offenbar einer im 
Kalk entstandenen Höhlung, in der sich nachträglich Calcitkrystalle abgesetzt haben, und von 
welchen schliesslich die Höhlung vollständig erfüllt wurde. Bei Czestochöwka, wo dieser Horizont 
nur in geringer Mächtigkeit aufgedeckt ist, stellen sich zwischen den Kalkbänken einzelne Lagen 
weichen Kalkmergels ein. 

Versteinerungen finden sich in diesen Schichten nicht selten; einzelne Bänke des Kalkes 
enthalten sogar in grosser Menge Fossilien, welche zumeist grossen Cephalopoden angehören. 
Wie schon in der Einleitung gesagt wurde, ist es jedoch sehr schwer, gelegentlich einer kurz 
dauernden Excursion eine grössere Anzahl derselben zu erhalten; der vorüberreisende Geolog 
ist nur auf die wenigen jeweilig in den Händen der Arbeiter befindlichen Stücke angewiesen. 
Es gelang mir in Folge dessen nur eine verhältnissmässig geringe Zahl von Versteinerungen zu 
erhalten. Die folgende Fossil-Liste dürfte deshalb auch ein sehr unvollständiges Bild der Fauna 
dieses Horizontes geben. Das mir vorliegende .Material besteht aus nachstehenden Arten: 

Belemnites hastatiis Blainv. Perisphinctes chloroolithicus Gümb. 

Haploceras cfr. Erato d'Orb. ., Warfae n.f. 

Cardioceras cordatum Sow. ,, proviiscinis n. f. 

,, Goliathus d'Orb. Terehrahda Birmensdorfensis Escher 

,, vertebrale Sow. ,. bissuffarcinata Schloth. ^ 

., cfr. Rouilleri ^\k.. ,, nucleata var. n.f. 

Aspidoceras cfr. perarmatuin Sow. Waldheimia n. f. äff. Delmontana Opp. 

„ f. indet. Rhynchonella Arolica Opp. 

Perisphinctes Alartelli Opp. Isoarca sp. indet. 

Dieses Verzeichniss bedarf noch einiger Erläuterungen, ohne welche es wohl leicht zu 
einem falschen Schlüsse bezüglich der Altersdeutung dieser Schichten führen könnte. 

Zunächst muss hervorgehoben werden, dass überall, wo mit den Kalkbänken weiche 
Mergelpartien wechsellagern, wie dies namentlich am Czestochöwkahügel stattfindet, auch 
Spongien wieder erscheinen. Die reinen Kalke enthalten keine Schwämme, ihre Fossilführung 
beschränkt sich blos auf die Cephalopoden. Bei Zawodzie, wo keine Mergelzwischenlagen und in 
Folge dessen auch keine Spongien beobachtet werden konnten, erscheinen daher diese Schichten 
in typischer Cephalopodenfacies entwickelt. Am Czestochöwkahügel und auf der Jasna göra, auf 
welcher sich gleichfalls vereinzelte Spongien vorgefunden haben, wäre für sie die Bezeichnung 
eines Scyphienlagers nicht ganz unpassend, obwohl der grössere Theil derselben nur aus cephalo- 
podenführenden Kalken besteht. In Anbetracht dieser Verhältnisse bleibt es dem Ermessen 
jedes einzelnen Geologen ganz anheimgestellt, welche Faciesbezeichnung für die Gesammtheit 
dieser Schichten wohl in Anwendung zu bringen ist. Zwischenlagen desselben weichen, weissen 
Kalksteins treten an einzelnen Stellen auch in dem älteren Horizonte auf, und der Uebergang in 
die oberen Kalke ist auch kein plötzlicher. Für das Aufsteigen von Arten aus dem tieferen in 
das höhere Niveau ist aber eine solche Entwicklung, wie man sie hier findet, jedenfalls viel 
günstiger als ein plötzlicher Wechsel von Spongitenfacies und Cephalopodenfacies. 

Die angeführten Brachiopodenarten, sowie Haploceras cfr. Erato d"Orb. und Belemnites 
ha Status Blainv. stammen sämmtlich aus den mergeligen Zwischenlagen von Czestochöwka. 
]\Iit Ausnahme des Perisphinctes Wartae, Aspidoceras f. indet. und einiger Stücke des Perisphinctes 
promiscims wurden alle übrigen Ammoniten in den tiefsten Lagen dieser Kalke auf der Jasna 
göra gefunden, also in einem Niveau, das unmittelbar über den lockeren Kalkmergeln der Transver- 



94 



Bukowski. [20] 



sariuszone liegt. In den höheren Bänken dieser Schichten, welche in dem untersuchten Terrain 
nur bei Zawodzie vorhanden sind, und die ich überdies beim Vorwerk Skrajnice, südöstlich von 
Czenstochau, beobachtete, scheinen die Cordaten, Aspidoceras perarmaium So.w. und Perisphindes 
chloroolithicus Gümb. zu fehlen. Ich konnte wenigstens keine Spur derselben auffinden; ihre 
Bruchstücke wären aber auf den Halden, falls sie dort wirklich auftreten würden, nicht leicht 
zu übersehen. Was ich an Fossilien in diesen höheren Kalklag-en beobachten konnte, be- 
schränkt sich, wie gesagt, blos auf zwei Exemplare des Perisphinctes Wartae, einige Stücke des 
' Perisphmctes promisatiis und ein nicht sicher \>&?>\Sm.vd!odiX%?, Aspidoceras , das auf ein jüngeres Alter 
dieser Lagen hindeutet. Ich hebe diese Vertheilung der Fossilien im Besonderen hervor, weil 
uns dieselbe wichtige Anhaltspunkte zur Beurtheilung der Altersfrage dieser Kalke zu geben 
scheint. 

Wenn man die von F. Roemer citirten Arten, auf Grund welcher er diese Schichten der 
Cordatuszone zugewiesen hat, in Bezug auf ihre Vertheilung in den Kalken näher in's Auge 
fasst, so ergibt sich die auffallende Thatsache, dass gerade die für die Cordatusschichten bezeichnenden 
unter ihnen, wie Ammonites cordatus Sow., Ammonites Goliathus d'Orb. blos von der Jasna göra 
angeführt werden. Sie stamm.en somit aus den unteren Partien dieser Schichten, denn als solche 
müssen wohl alle auf der Jasna göra aufgeschlossenen Bänke angesehen werden. Die Form, 
welche Roemer Ainmonites virgulatus Quenst. nennt, ist zweifelsohne mit dem von mir als neu 
beschriebenen Perisphüictes mazimcus identisch. Die mir vorliegenden Stücke desselben stammen 
säramtlich aus den liegenden lockeren Kalkmergeln; in dem in Rede stehenden Horizonte, in 
welchem er nach Roemer nicht selten vorkommen soll, wurde er von mir nicht gefunden. Es ist daher 
nicht unmöglich, dass hier eine Verwechslung des Lagers dieser Form seitens F. Roemer's vorliege. 

Durch diese Betrachtungen gelangen wir zu der Vermuthung, dass blos die tieferen Lagen 
der weissen Kalke, denen die Entblössungen auf der Jasna gora und bei Czestochöwka angehören. 
Formen einschliessen, welche auch in dem darunter liegenden unteren Oxfordien vorkommen, 
dass aber in den höheren Bänken solche Arten fehlen. Das Erscheinen von Spongien in den 
ersteren macht ihren Anschluss an das Liegendglied noch enger; die wenigen, mir aus den oberen 
Bänken bekannten Fossilien berechtigen dagegen noch nicht zu dem Schlüsse, dass auch diese 
das untere Oxfordien vertreten. Es scheint mir demnach die zuerst von F. Roemer ausgesprochene 
und seither allgemein herrschend gewordene Ansicht, dass dieser Horizont ganz der Cordatuszone 
angehört, noch durchaus nicht erwiesen. Wie ich im Folgenden zu zeigen versuchen werde, 
sprechen überdies noch andere, gewichtigere Wahrscheinlichkeitsgründe dafür, dass in diesen 
Schichten auch die Bimammatuszone inbegriffen ist. 

An erster Stelle verdient eine höchst wichtige Entdeckung Michalski's erwähnt zu werden. 
Dem genannten Forscher glückte es in den Felsenkalken, die man bisher allgemein für die obere 
Abtheilung der Oxfordstufe angesehen hat, einen Horizont mit Fossilien der Tenuilobatuszone 
zufinden. Nach seinen eigenen Worten (1. c. pag. 24) nimmt diese fossilführende Schicht eine 
solche batrologische Lage ein, dass die ganze Masse der Felsenkalke, zum Mindesten aber der 
grössere Theil derselben, über sie zu liegen kommt. Es ist daher klar, dass man für dieselben 
das Kimmeridge-Alter in Anspruch nehmen muss. Wenn aber in Polen das Kimmeridgien durch 
die Felsenkalke vertreten wird, woran nach der apodiktischen Aussage Michalski's nicht zu 
zweifeln ist, dann können folgerichtig die Schichten mit Ammonites bimammatus nur in den nächst- 
älteren weissen Kalken gesucht werden. Die Annahme einer Unterbrechung in der Schichten- 
reihe, zufolge welcher die Bimammatuszone im polnischen Jura fehlen würde, ist aber wohl 
gänzlich ausgeschlossen. 



[2i] Ucber die Jurabiidiiiigeii von Czeustochau in Polen. 95 

Die von Zeuschner über diese Schiebten gemachten Angaben verleihen dieser Vermuthung 
noch mehr Beweiskraft, Unter den Formen, welche derselbe (Zeitschr. der deutsch, geol. Ges., i86g, 
Bd. z\, pag. 786) aus diesem Horizonte citirt, befinden sich nämlich auch die der Bimammatuszone 
eigenthümlichen Arten, Ammonites bimaininatus Quenst. und Aminonites polygyrahis Rein. JNIan 
könnte zwar in diesem Falle, wo die Ansichten zweier Forscher, wie F. Roemer und Zeuschner, 
sich einander diametral entgegenstehen, versucht sein, die richtige Bestimmung der Fossilien 
durch Zeuschner anzuzweifeln. Die Möglichkeit einer falschen Bestimmung scheint mir hier 
jedoch, wenigstens was den Ammonites bimamatus betrifft, ausgeschlossen. Peltoceras bimammatum 
ist eben eine Form, die auf den ersten Blick erkannt und kaum mit irgend einer anderen Species 
verwechselt werden kann. 

Durch die erwähnten Untersuchungen Michalski's und die bisher wenig berücksichtigten 
paläontologischen Angaben Zeuschner's gewinnt somit die Vermuthung, dass in den in Rede 
stehenden Schichten die Bimammatuszone als vertreten anzusehen ist, sehr an AVahrscheinlichkeit. 
Die Hinstellung dieser Anschauung als Thatsache wäre aber meinerseits jedenfalls zu gewagt, 
nachdem ich selbst keine sicheren, paläontologischen Belege für dieselbe beizubringen in der 
Lage bin. Es muss vielmehr zugestanden werden, dass ganz untrügliche Beweise dafür bis 
jetzt fehlen. 

Bei der Annahme, dass diese Anschauung richtig sei, bliebe aber auf jeden Fall noch zu 
untersuchen übrig, ob auch die tieferen Kalklagen, welche zumeist charakteristische Fossilien des 
unteren Oxfordien einschliessen, mit den höheren Bänken in dieselbe paläontologische Zone zu 
stellen wären. Unter Berücksichtigung des schon erwähnten Umstandes, dass hier der allmählige 
Facieswechsel für das Aufsteigen von Arten aus dem tieferen, mergeligen, in das höhere, kalkige 
Niveau sehr günstige Bedingungen bietet, könnte wohl im ersten Augenblicke daran g-edacht 
werden, dass sich hier die betreffenden Formen des unteren Oxfordien länger erhalten haben 
und in Ablagerungen vom Alter der Bimammatuszone fortsetzen. Es wären dann die weissen 
weichen Kalke in ihrer ganzen Mächtigkeit als der oberen Oxfordstufe angehörig zu deuten. 

Gegen eine solche Auffassung stellen sich aber gerade dann, wenn man die häufigst vor- 
kommenden Formen, nämlich die citirten Cordaten, in Betracht zieht, sehr grosse Bedenken ein. 
Wegen ihrer überaus starken Entwicklung im unteren Oxfordien schiene zwar gerade bei ihnen 
die Vermuthung- nicht zu gewagt, dass sie sich in diesem Gebiete, nachdem für sie auch 
während des oberen Oxfordien günstige Existenzbedingungen angedauert haben, länger als in 
Westeuropa erhalten hätten; die Unzulässigkeit einer solchen Annahme geht jedoch aus der Ver- 
breitung der Cordaten im russischen Jura, wo sie bekanntlich das Maximum der Entwicklung 
erreichen, klar hervor. Sowohl die Cordatus-, als auch die Alternans-Schichten sind in Russland 
in typischer Cephalopodenfacies ausgebildet ; sie unterscheiden sich von einander in der Regel 
auch in petrographischer Hinsicht nur wenig. Jedenfalls muss man annehmen, dass dort die 
günstigsten Bedingungen für eine grosse vertikale Verbreitung der Cordaten herrschten. Trotz- 
dem finden sich aber die in den Cordatusschichten häufigst vorkommenden Formen, zu denen auch 
die hier gefundenen, Cardioccras cofdatiim Sow., Cardioceras vcrtcbrale Sow., Cardioceras Goliathus 
d'Orb., und Cardioceras Rouilleri Nik., gehören, nirgends aus den Alternansschichten angeführt. 

Die wenigen Brachiopodenarten stellen ganz indifferente Formen dar, indem sie überall 
in höhere Horizonte aufsteigen. 

Von den sicher bestimmbaren, bereits bekannten Ammonitenspecies kommt Perisphinctes 
Martelli Opp. sowohl im unteren als auch im oberen Oxfordien vor; Perispliinctcs chloroolifJiicus 
Gümb. wurde dagegen bisher nur in den Cordatusschichten angetroffen. 



g6 Biikoivski. [22] 

In Anbetracht dieser Umstände scheint es mir daher angezeigt, die tieferen Partien der 
weichen, weissen Kalke der Umgebung von Czenstochau noch dem unteren Oxfordien einzureihen 
und sie etwa als ein Uebergangsglied zu den höheren, vermuthlich die Bimammatuszone bildenden 
Kalklagen zu betrachten. Es bestände dann, falls sich dies als richtig erweisen sollte, keine 
petrographische Scheidungslinie zwischen der unteren und oberen Oxfordstufe. Im Krakauer 
Gebiete, wo auf die Scyphienkalke der Transversariusschichten unmittelbar die Felsenkalke folgen 
sollen, wäre, im Falle letztere ganz der Kimmeridgestufe zufallen, die Bimammatuszone nur in 
den oberen Lagen der ersteren zu suchen. Die vorhandene Literatur gibt uns aber keine Anhalts- 
punkte zur Beurtheilung dieser Frage. 

Obzwar nun diese Auseinandersetzungen zu keinem positiven Resultate bezüghch der 
Altersdeutung dieser Schichten geführt haben, glaubte ich doch hier darauf eingehen zu müssen, 
nachdem diese Ablagerungen den Abschluss der in der nächsten Umgebung von Czenstochau 
auftretenden Schichtenserie bilden. Die endgiltige Lösung dieser Fragen dürfen wir aber von 
der durch Michalski in iVussicht gestellten ausführlicheren Darlegung der Resultate seiner 
Studien erwarten. 

Besclireilbung' der Cephalopoden. 

Nautilus Kutchensis Waag. 

1873. Nautilus Kutchensis "Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pag. 20, pl. III, Fig. 4. 

Diese Art, welche Waagen auf ein Exemplar aus der Charec - Gruppe von Kutch und 
zwar aus den Anceps-Schichten von Wanda gegründet hat, wurde in Czenstochau in der oberen 
Abtheilung des Callovien in zwei Exemplaren wiedergefunden. Obzwar beide unvollständig 
erhalten sind, lassen sie trotzdem eine sichere Bestimmung zu. Der eckige Umriss der Windungen 
mit abgerundeten Kanten, mit nahezu flacher, nur sehr wenig gewölbter Externseite und abgeplatteten 
Seitenwandungen stimmt vollkommen mit der Abbildung der indischen Form überein. Die grösste 
Dicke der Umgänge befindet sich in der Nähe des engen, ziemlich tiefen Nabels, in den die 
Flanken, ohne eine ausgesprochene Nabelkante zu bilden, steil abfallen. Die Kammerscheidewand- 
linien sind nach dem Typus der Gruppe der Aganitici, in welche diese E^orm demzufolge gehört, 
entwickelt, ziemlich stark gekrümmt. Zunächst kommt oberhalb des Nabels ein runder Sattel zur 
Ausbildung. Derselbe ist an beiden Exemplaren etwas tiefer als in der Abbildung bei Waagen. 
Sodann folgt in der Mitte der Seiten ein breiter, abgerundeter Lobus, dessen äusserer Schenkel 
schief, in schwach gebogener Linie bis zum Rande der Siphonalseite verläuft, wo er allmählich 
umbiegt und die letztere unter Bildung einer flachen, nach rückwärts convexen Ausbiegung über- 
schreitet. Es muss bemerkt werden, dass die vorliegenden Formen im Allgemeinen um ein Geringes 
stärkere Krümmungen der Suturlinie, etwas tiefere Sättel und Loben, aufweisen, als die indische. 
Sie neigen in dieser Hinsicht zu dem nahe verwandten Nautilus franconicus O^'^. hin. Der Unter- 
schied zwischen den Septa dieser Stücke und der Form bei Waagen ist aber so unbedeutend, 
dass er auf keinen Fall ein Hinderniss für ihre Identificirung abgeben kann. Auf den inneren 
Windungen eines Exemplars haben sich noch Schalenreste erhalten, welche mit einer feinen 
Sculptur bedeckt sind. Letztere besteht aus dichtstehenden, feinen Längsstreifeti , welche von 
dünneren, schwächer hervortretenden Anwachslinien gekreuzt werden. An den Kreuzungsstellen 
erzeugen sie eine äusserst schwache Granulation, welche nur unter der Loupe wahrgenommen 
wird. Das von Waagen beschriebene Exemplar zeigte, wie der Verfasser erwähnt, keine Ueber- 



[23] Ucber die Jiirabilduiigcn von Czenstochiui in Polen. 97 

reste der Schale, weshalb er die Sculptur nicht constatiren konnte. Diese Verzierung- ist, wie 
gesagt, nur auf den inneren Windungen eines Exemplars beim Durchmesser von etwa 12 mm. 
beobachtet worden ; sie erinnert sehr an jene der Arten aus der Gruppe des Nautilus lineatus 
Sow., vor Allem des Nautilus Calloviensis Opp. und Nautilus Wolgensis Nik., so dass man ver- 
sucht sein könnte, dieser Art den Platz in der Xähe der beiden genannten Species einzuräumen, 
wenn nicht andere Merkmale, besonders aber der Verlauf der Lobenlinien, ihre Zugehörigkeit zu 
der Gruppe der Aganitici (subg. Aganides Montf.) ausser allen Zweifel stellen würden. Wenn auch 
die letztere Gruppe zumeist glatte Formen umfasst, so wurde doch auch hier zuweilen an Jugend- 
exemplaren eine ähnliche Verzierung der Schalenoberfläche beobachtet. Ich erinnere nur an 
Nautilus Strambergensis Opp. (Zittel, Die Cephalopoden der .Stramberg-er Schichten, pag. 43, Taf. 2, 
Fig. 10.), von welchem erst grössere Exemplare glatte Schale besitzen. Es ist nicht unwahrscheinlich, 
dass sich auch bei Nautilus Kutchensis die Schalenornamentik mit dem Alter verliert. Der Sipho 
durchbohrt die K.ammerscheidewände in ihrem äusseren Viertel. 

Bezüglich der Unterschiede von den nächststehenden Arten sei hier auf die Angaben 
Waagen's verwiesen." 

Nautilus Ktitchensis dürfte im polnischen Jura nicht gerade zu ' den seltenen Formen 
gehören; er scheint hier zum Mindesten häufiger vorzukommen als in Indien, von wo Waagen, 
trotz der Grösse des ihm zu Gebote gestandenen Materials, nur ein Exemplar vorgelegen ist. 
Michalski {Polskaja Jura, Iswestija geolog. koiniteta, 1885, Xr. 6, pag. 299) führt ihn neben 
Nautilus Calloviensis Opp. aus demselben Horizonte des iDolnischen Jura g-leichfalls an. Aller 
Wahrscheinlichkeit nach fehlt er auch anderen Juragebieten Europas nicht; es lässt sich dies 
wenigstens aus der Bemerkung Waagen's, dass eine sehr ähnliche, noch nicht beschriebene 
Species in Württemberg- vorkomme, vermuthen. 

Harpoceras Rossiense Teiss. 

(Taf. XXV[I], Fig. 13), 

1883. Harpoceras rossiense Teisseyre, Cephalopoden der Ornatenthone im Gouv. Rjäsan, pag. 7, Taf. I, Fig. 6, 7. 
1883. Harpoceras functatum Lahusen, Die Fauna der jurass. Bildungen des Rjäsan'schen Gouv., pag. 73, Tab. XI, 
Fig. 6 — g. 

Zu der von Teisseyre gegebenen Beschreibung des Harpoceras Rossiense habe ich nichts 
hinzuzufügen. Die Exemplare von Czenstochau stimmen mit den Originalexemplaren aus den 
Ornatenthonen von Proiisk im Gouvernement Rjäsan, welche sich in der Sammlung des paläonto- 
logischen Museums der Wiener Universität befinden und mir bei der Bestimmung' zum Vergleiche 
gedient haben, sehr gut überein. Ich will nur mit einigen Worten auf die über diese Form in 
der Literatur vorkommenden Angaben eingehen. In der oben citirten Abhandlung Lahusen's 
findet man sie unter der Bezeichnung ,,Harpoceras punctatum Stahl'' abgebildet und beschrieben. 
Der genannte Forscher versteht unter Harpoceras punctatum im Gegensatze zu Neumayr jene 
Formen, die einen weiten Nabel und gerundete, dicke, mit sehr kräftigen Rippen bedeckte 
Windungen haben, die also mit Harpoceras Rossiense Teiss. zusammenfallen, wobei er sich auf die 
Abbildung von Stahl bezieht. Er möchte ferner auch Harpoceras Krakoviense Neum. dazu gerechnet 
wissen. Wenn auch thatsächlich die von Neumayr als Harpoceras punctatum beschriebene Form 
(Cephalopoden von Baiin, Tab. IX. Fig. 8) nicht genau jener in Zieten's Werk entspricht, so 
scheint mir doch eine Aenderung der Anschauung über die Deutung derselben insofern nicht 
am Platze, als durch die ausgezeichnete Arbeit Neumayr's, der die bekannten Arten dieser 
Gruppe bestimmt charakterisirt und gut abgebildet und nach genauer Sonderung neue Arten den 



g8 Biikoivski. [24] 

alten hinzugefügt hat, die von ihm vorgenommene Begrenzung der Arten bereits überall in der, 
Literatur Eingang gefunden hat. Durch ihre Aenderung würde nur Verwirrung erzeugt. Es müsste 
dann gelegentlich einer einfachen Anführung dieser Formen stets auch bemerkt werden, auf 
welche Abbildung sich die vom betreffenden Autor angewendete Bezeichnung bezieht. Würde 
man nun diese Form nach dem Vorgehen Lahusen's als Harpoccras punctatuin betrachten, dann 
müsste dem bei Neumayr abgebildeten Exemplar ein neuer Name gegeben werden. Dies that 
auch Lahusen, indem er als eine newe Krt Harpoceras psetidoptmctahim aufstellte, ohne es jedoch 
mit dem ersteren zu vereinigen. Dasselbe ist zweifelsohne mit Harpoceras punctatuin (Stahl) Neu- 
mayr identisch. 

Es scheint mir daher zweckmässig, an der alten, allgemein angenommenen Begrenzung 
der Arten der Hecticus-GirMi^^Q festzuhalten. Im Folgenden gebe ich nun eine kurze Charakteristik 
der an Harpoceras Rossiense sich eng anschliessenden Arten, welche zusammen eine wenig unter- 
brochene Reihe bilden. 

Harpoceras pzmctatum Stahl (= Harpoceras pseudopuncfatuni Lah.) umfasst Formen, welche 
sich an Harpoceras htnula Ziet. anschliessen. Vom letzteren unterscheidet es sich durch einen 
etwas weiteren Nabel, der mit zunehmendem Alter oft enger wird, ferner durch dickere, niedrigere 
Umgänge und kräftigere Berippung, wobei die vom Nabel ausgehenden Umbonalrippen an ihrer 
Theilungsstelle knotenartig anschwellen. Diese Form steht in der ]\Iitte zwischen Harpoceras 
lunula Ziet. und Harpoceras Rossiense Teiss. 

Harpoceras Rossiense Teiss. (^ Harpoceras punctatuui Lah.). Die Identität beider hat bereits 
Nikitin erkannt und sie in der Synonymie vereinigt. (Der Jura von Elatma, II, pag. 9), während 
Haug(Neues Jahrb. f. Miner. etc. 1885, Beilageband III, p.691) Harpoceras Rossiense irrthümlicherweise 
als identisch mit Harpoceras pseiido punctatuin Lah. betrachtet. Es bildet das dritte Glied in dieser 
Reihe. Von der vorhergehenden vSpecies unterscheidet es sich durch niedrig-ere, dickere Umgänge. 
Der Nabel ist noch weiter, die Rippen sind kräftiger, an der Theilungsstelle stark angeschwollen, 
die Zweigrippen sehr kräftig, an den Marginalrändern sehr breit, sichelförmig und nach unten zu 
keilförmig zug-espitzt. Harpoceras Rossiense steht in der Mitte zwischen der vorhergehenden Art 
und Harpoccras Krakoviense Neum. 

Das nächste Glied dieser Reihe stellt schliesslich Harpoceras Krakoviense Neum. dar, das 
durch den weitesten Nabel und ebenso hohe als dicke Windungen ausgezeichnet ist. Die Rippen 
sind ebenfalls sehr kräftig, doch treten bei typischen Exemplaren die Anschwellungen an ihren 
Theilungsstellen nahezu ganz zurück. 

Harpoceras Rossiense Teiss. kommt in Czenstochau im oberen Callovien ziemlich häufig 
vor. Neben typischen Exemplaren, als welche die citirten Abbildungen bei Teisseyre anzusehen 
sind, finden sich auch Uebergangsformen einerseits zu Harpoceras punctatum Stahl, andererseits zu 
Harpoceras Kratioviense Neum. Das zur Abbildung gelangte Stück neigt zur letztgenannten Species 
hin, indem es von der typischen Form durch etwas niedrigere Windungen und um ein Geringes 
weiteren Nabel abweicht. In Folge des letzteren Umstandes wird die Stelle der Rippentheilung 
auf dem vorhergehenden Umgang aufgedeckt. Die inneren Windungen entbehren der knoten- 
artigen Anschwellungen nahezu gänzlich. Auch hinsichtlich der Lobenlinie nähert es sich der 
genannten Art. Am besten stimmt es wohl mit dem von Teisseyre (1. c. pag". 11) beschriebenen 
Harpoceras media forma Rossiense Teiss- Krakoviense Neum. überein. 

Bemerkung. In der Abbildung (Fig. 13 a) treten die Anschwellungen an der Spaltungs- 
stelle der Rippen viel zu stark hervor, dagegen erscheinen die Umbonalrippen zu wenig aus- 
geprägt. Am Original ist die Anschwellung der letzteren eine mehr allmählige. 



[25] lieber die Jiirabilditngcn von Czenstochati in Polen. 



99 



Harpoceras. Krakoviense Neum. 

(Taf. XXV [I], Fig. 14), 
1871. Harpoceras Krakoviense Neumayr, Cephalopoden der Oolithe von Baiin, pag. 28, Tab. IX, Fig. 5. 

Die typischen Exemplare zeichnen sich durch einen sehr weiten Nabel und gerundete, 
in der Regel ebenso hohe als dicke Windungen aus, wodurch der Querschnitt annähernd kreis- 
rund erscheint. Die kräftig entwickelten Rippen beginnen unmittelbar an der Naht und theilen 
sich in der Flankenmitte in zwei ebenso starke Aeste, tragen aber an der Spaltungsstelle keine 
Anschwellungen. Die Zweigrippen sind sichelförmig- geschwungen und reichen bis nahe an den 
siphonalen Kiel, ohne auf der Externseite weit nach vorn gezogen zu sein. Abgesehen von 
den Uebergangsformen zu Harpoceras Rossiense Teiss., finden sich auch Exemplare vor, welche 
Sculpturveränderungen in einer anderen Richtung aufweisen. Man bemerkt nämlich bei einzelnen 
Stücken, die in den übrigen Merkmalen den typischen vollkommen gleichen, dass sich die Rippen 
an ihrer Theilungsstelle erhöhen. Das Anschwellen offenbart sich jedoch nicht in der Weise wie 
bei Harpoceras Rossiense, bei welchem die Rippen zugleich breiter und höher werden, sondern es 
zeigt sich hier vielmehr, dass sie bei gleich bleibender Stärke an der Spaltungsstelle in der 
Art der Bildung spitziger Knötchen in die Höhe zunehmen. Diese Erscheinung konnte auch an 
Exemplaren aus der Krakauer Gegend und aus Süddeutschland beobachtet werden. Manchmal 
steigert sich aber die genannte Abänderung so sehr, dass dadurch das Aussehen ein ganz ver- 
ändertes wird. In Fig. 15 ist ein solches extremes, nur aus Luftkammern bestehendes Exemplar 
abgebildet. In der Involution, den ebenso hohen als breiten Umgängen, ferner in der Lobenlinie 
stimmt es mit typischen Exemplaren überein; ungefähr in der Mitte der Seiten erheben sich 
jedoch starke hohe stachelförmige Knoten, von welchen dann die Zweigrippen ausgehen. An den 
Marginalkanten werden die letzteren kräftiger, biegen plötzlich nach vorn um und erreichen in 
einer kräftig nach vorn gezogenen Linie den Kiel. Zuweilen stellen sich einzelne unverbundene 
Einschaltung-srippen ein. Die Anschwellungen sind bereits auf den inneren Windungen ganz 
deutlich, und nur auf diesen kann eine rippenartige Fortsetzung bis zum Nabel verfolgt werden. 
Später scheinen die Umbonalrippen fast ganz zu verschwinden. In mancher Beziehung erinnert 
diese Form a.r\ Harpoceras Lauheit euva., und zwar ausser in der Knotenbildung namentlich durch 
die weit nach vorn geschwungenen Rippen und das vereinzelte Auftreten von Einschaltungs- 
rippen, sie bietet aber auch nicht unwesentliche Unterschiede dar. Zunächst ist der Nabel nicht 
so weit, die Umgänge sind nicht flach, sondern dick, mehr gerundet, ferner befinden sich die 
Knoten fast in der Mitte der Flanken, während sie bei Harpoceras Laubei ganz in der Nähe des 
Nabels stehen. Es wäre zwar naheliegend, dieses Stück als Uebergangsform zu Harpoceras Laubei 
Neum. zu betrachten, doch lässt sich dies in Folge der unvollständigen Erhaltung und des Um- 
standes, dass es in manchen für das letztere bezeichnenden ^Merkmalen keine Annäherung an 
dasselbe aufweist, nicht mit Sicherheit behaupten; es schien mir daher thunlich, dasselbe vorder- 
hand an Harpoceras Krakoviense anzuschliessen. 

Harpoceras Krakoviense kommt in Czenstochau in der oberen Abtheilung des Callovien 
ziemlich häufig vor. 

Harpoceras n. f. indet. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 18). 

Aus der obersten Bank des Doggers von Czenstochau liegt mir ein Bruchstück eines 
Exemplars einer neuen Species vor, das aus Theilen der Wohnkammer und der vorhergehenden 
Windung besteht. Der Querschnitt der Wohnkammer ist hoch, ziemlich schmal, gegen die Extern- 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 12 



100 Bukozüski. [26] 

Seite, welche mit einem über die Seitentheile kräftig sich erhebenden Kiele versehen ist, zu- 
gespitzt. Die grösste Dicke befindet sich im inneren Drittel der Seiten; letztere fallen gegen die 
sehr schmale, scharfe Siphonalseite allmählig ab. Der Abfall der Seitenwandungen gegen den 
ziemlich engen Nabel ist dagegen verhältnissmässig steil; die Nahtfläche verläuft in einer Bog'en- 
linie, ohne auch nur spurenweise eine Nabelkante anzudeuten. Die Flanken tragen grobe breite, 
schwach geschwungene Rippen, die in ungleichen Entfernungen von einander vertheilt sind und 
nicht ganz an den Nabel reichen. Es erscheint wenigstens bei dem ziemlich ungünstigen Er- 
haltungszustand der innerste Theil der Wohnkammer um den Nabel herum glatt. Zwischen die 
Hauptrippen schalten sich auf der äusseren Hälfte der Flanken i — 2 ebenso kräftige Secundär- 
rippen ein, von denen sich einzelne mit den längeren verbinden. Den Kiel erreichen sie nicht, 
enden vielmehr vor demselben mit einer schwachen Verdickung. Das untere Ende der Haupt- 
rippen ist an der Stelle der grössten Dicke der Windung ebenfalls verdickt. Die Sculptur des 
vorletzten Umgangs ist ähnlich jener des Harpoceras pimciafum Stahl bei entsprechender Grösse; 
die Primärrippen beginnen unmittelbar am Nabel. Die Lobenlinie ist unbekannt. 

In mancher Beziehung erinnert dieses Stück an Oppelia biflexiiosa d'Orb., vornehmlich 
durch die Form des Windungsquerschnittes, zum Theil auch durch die Berippung. Gegen die 
Einreihung desselben in diese Formenreihe, überhaupt in die Gattung Oppelia spricht jedoch vor 
Allem die bedeutend grössere Weite des Nabels. Bei Oppelia biflexuosa beginnen überdies die 
sonst ähnlichen Rippen stets am Nabel, und der allmählige bogenförmige Abfall der Nahtfläche 
an unserer Form gibt ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ab, so dass es scheint, 
die Aehnlichkeit sei nur eine zufällige und nicht durch wirkliche Verwandtschaft bedingte. 
Möglicherweise besteht hier eine Verwandtschaft mit Harpoceras hecticum Rein., doch ist nach einem 
so ungenügend erhaltenen Bruchstücke keine sichere Entscheidung zu treffen- Es unterscheidet 
sich von demselben wesentlich durch die hohe, gegen die Siphonalseite spitz zulaufende Form 
der Wohnkammer, einigermaassen auch in der Berippung. Als eine weitere, wie man etwa vermuthen 
könnte, demselben nahestehende Art wäre noch Harpoceras nodo-sulcatum Lah. zu nennen; das- 
selbe weicht aber, abgesehen schon von der verschiedenen Gestalt der Umgänge, vorzüglich durch 
die mehr geraden und nach unten zu nicht verdickten Rippen ab. Harpoceras dyuasies Waag. 
ist sehr leicht zu unterscheiden an den dickeren, gegen aussen zu nicht spitz zulaufenden Um- 
gängen und den weniger geschwungenen Rippen. 

Bezüglich der Abbildung muss bemerkt werden, dass die Nabelgegend falsch gezeichnet 
ist, indem der Nabel selbst zu seicht erscheint und überdies der hohe, bogenförmige Abfall der 
Nahtfläche nicht zum Ausdrucke gelangte, eine Nabelkante dagegen, wie sie in der Zeichnung 
vorliegt, auf dem Original nicht ang'edeutet ist. 



Harpoceras Rauracum Mayer. 

1837. Avimoniies Murchisoni Pusch, Paläontologie Polens, Tab. 13, Fig. 5 (non Fig. 4), 

1864. Ammonites Raiiracus Mayer, Journal de Conchyliologie, Vol. XII, pag 376; Vol. XIII, pl, 7, Fig. 4. 

1873. Harpoceras Rauracum Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pag. 68, pl. XIII, Fig. 5, 

Es wäre überflüssig, an dieser Stelle noch eine Charakteristik dieser Art zu versuchen, 
da genaue Beschreibungen derselben von Mayer und Waagen geliefert wurden. Ich möchte 
hier nur einige Bemerkungen über die Lobenlinie, welche meines Wissens noch nicht genau 
bekannt ist, anfügen. Leider bin ich nicht in der Lage, auch eine Abbildung der Suturen zu 
geben ; ihre Beschaffenheit konnte nur durch Untersuchung einzelner Lobentheile an verschiedenen 



[27] Uebcr die Jitrabildiingen von Czeustochau in Polen. 10 1 

Stellen des Gehäuses ermittelt werden ; der schlechte Erhaltungszustand erlaubte nicht eine ganze 
Sutur zu verfolgen. 

Der Siphonallobus ist niedriger als der Hauptlateral, welcher mit einem unpaarigen Zweige 
endigt, darunter jederseits einen grösseren Ast aussendet und tiefer noch kleinere Zweige auf- 
weist. Die Enden des Siphonallobus sind einfach, massig zerschlitzt. Der zweite Lateral ist 
bedeutend kleiner als der erste, mehr unsymmetrisch, von schlankerem Bau, nicht stark verzweigt ; 
auf ihn folgen dann bis zur Naht noch zwei ganz kleine Auxiliarloben. Der erste Lateralsattel 
steht tiefer als der Siphonalsattel ; beide sind durch kleine Secundärloben in einen kleineren, 
siphonalen und einen grösseren, umbonalen Abschnitt getheilt. Die Suturlinie schliesst sich im 
Ganzen sehr eng an jene der Formen aus der Ä?c^«'««-Gruppe, etwa des Harpoceras p2inctahi7?i 
und Harpoceras Krakoviensc an, besonders aber an die des letzteren, von der sie sich hauptsächlich 
durch die schlankere Form der Lobenkörper unterscheidet. 

Vorkommen: In Czenstochau in den lockeren Kalkmergeln der unteren Oxfordstufe 
nicht häufig. 

Harpoceras Delmontanum Opp. 

(Taf. XXV [I] Fig. 16). 
1863. Ammonites Delmontanus Oppel, Paläontologische Mittheilungen, pag. I94, Tab. 54, Fig. 3. 

Das Gehäuse ist flach, scheibenförmig, aus dünnen, an den Seiten abgeplatteten Windungen 
zusammengesetzt, welche rasch an Höhe zunehmen und einander nahezu bis auf ein Viertel ihrer 
Höhe umfassen. Der Nabel erscheint in Folge dessen ziemlich eng. Auf den inneren Windungen 
fallen die Seitenwandungen gegen den Nabel allmählig im Bogen ab, erst mit dem Aufhören der 
Luftkammern wird die Abfallsfläche höher und steiler; schliesslich kommt gegen das Ende der 
Wohnkammer eine deutliche Nabelkante zur Ausbildung, von der die Nahtfläche fast senkrecht 
abstürzt. Die überaus schmale Siphonalseite trägt einen scharfen, jederseits von einem glatten 
vertieften Bande begleiteten Kiel, während die Grenzen gegen die Flanken durch zwei stumpfere 
Kiele bezeichnet werden. Die charakteristische Flankensculptur besteht aus zahlreichen sehr 
kräftigen Rippen, die von der Nahtlinie ausgehen und als schief nach vorn geneigte Schäfte etwa 
bis zur ^Mittellinie der Seiten reichen, wo eine merkliche Abschwächung der Berippung eintritt. 
Von da wenden sie sich plötzlich nach rückwärts um. Auf dem gekammerten Theile des Gehäuses 
schalten sich dazwischen noch häufig Alarginalrippen ein. Die Zahl der Aussenrippen ist hier 
nahezu doppelt so gross als die der umbonalen. Sie sind schwach nach rückwärts ausgebogen, 
werden gegen die Externseite zu immer dicker und hören vor den Seitenkielen plötzlich mit der 
stärksten Verdickung auf. Nach Oppel zeigt die Oberfläche der Wohnkammer eine ähnliche 
Sculptur wie der gekammerte Theil des Gehäuses. An dem hier abgebildeten Exemplar bemerkt 
man jedoch, dass die umbonalen Rippen mit zunehmender Grösse schwächer und dünner werden 
und sich schliesslich in dem Maasse abschwächen, dass auf dem Steinkerne die umbonale Region 
der Wohnkammer in der Nähe des Mundrandes fast ganz glatt erscheint. Die marginalen Rippen 
setzen sich hingegen bis zur Alündung fort, sind aber hier auch nicht mehr so kräftig wie auf 
den inneren Umgängen. Einschaltungsrippen kommen daselbst nicht vor. Dadurch weicht nun 
dieses Stück von der typischen Form ab und nähert sich theilweise den echten Trimarginaten. Es 
dürfte, wie ich vermuthungsweise bemerke, eine Mutation darstellen, die zu Harpoceras Henrici 
d'Orb. hinüberführt. Alit letzterem wurde auch zunächst Harpoceras Delmontanuin durch Oppel 
verglichen; es scheint mit ihm thatsächlich in genetischem Zusammenhange zu stehen. 



I02 Biikowski. [28] 

Die Dimensionen des abgebildeten Exemplars sind folgende: 

Durchmesser 49 mm . . (= i) 

Weite des Nabels 9'5 ;> . . o-ig 

Höhe des Umgangs über der Naht 24-5 „ . . 0-5 

Grösste Dicke in der Mittellinie der Flanken . . 12 „ . . 0-24. 

Die Suturlinie Hess sich an keinem der vorliegenden Stücke genau ermitteln. Deutlichere 
Spuren derselben zeigt nur das abgebildete Exemplar. Es kann nur im Allgemeinen gesagt 
werden, dass sie stärker verzweigt ist als in der Abbildung bei Oppel; sie scheint in der 
letzteren nicht richtig wiedergegeben worden zu sein, wie denn auch, nach der Bemerkung 
Oppel's, nur unvollkommene Spuren der Lobenlinie von ihm beobachtet werden konnten. 

Von Wichtigkeit scheint mir die Beschaffenheit des Siphonallobus zu sein, dessen Enden 
in je zwei Zweige sich gabeln, wodurch derselbe dem Siphonallobus des Harpoceras Henrici d'Orb. 
sehr ähnlich sieht. Der erste Lateral ist stark verzweigt und steht viel höher als der Siphonallobus. 

Harpoceras Delmontaniim schliesst sich am nächsten an Harpoceras Raiiracum Mayer an,^ 
von welchem es sich hauptsächlich durch engeren Nabel, kräftigere Berippung und etwas 
schmälere Externseite unterscheidet. Andererseits dürfte es auch, wie schon erwähnt wurde, 
mit Harpoceras Henrici d'Orb. verwandt sein. Die letztere Art weicht von ihm durch engeren 
Nabel und minder kräftige Rippen ab, vor Allem aber hören bei ihr die Rippen vor den Seiten- 
kielen nicht plötzlichauf und sind an ihrem Ende nicht so stark verdickt. Die Windungen sind etwas 
breiter und die marginalen Rippen erscheinen mit zunehmendem Alter, wie man aus der Abbildung 
bei d'Orbigny (Pal. fran9. terr. jurass. Tab. 198, Fig. i) ersieht, minder dicht, während die 
umbonalen sich zeitiger abzuschwächen beginnen. 

Vorkommen: In den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien in Czenstochau 
nicht selten. 

Harpoceras Henrici d'Orb. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 15.) 

1836. Ammonites discus Roemer, Verstein. des norddeutsch. Oolith. Geb., pag. I90. (non Sow.). 

1847. Ammonites Henrici d'Orbigny, Paläont. fran9. terr. jurass., pag. 522, pl. 198, Fig. I, 2, 3. 

1865. Ammonites Henrici Schloenbach, Palaeontographica XIII, pag. 189, Taf. 31, Fig. 3. 

1876. Harpoceras Henrici E. Favre, Fossiles du terr. o.kI. des alpes Fribourgeoises, pag. 37, pl. III, Flg. 7. 

Von dieser Art liegen mir einige Steinkerne vor, welche bis' an's Ende gekammert sind. 
Das grösste Stück hat im Durchmesser 60 mm, wobei seine Nabelweite 9 mm beträgt. Die 
Nahtfläche fällt unter Bildung einer scharfen Nabelkante nahezu senkrecht auf den vorhergehenden 
Umgang ab, genau so, wie dies in der Abbildung bei d'Orbigny dargestellt ist. Die Windungen 
bedecken einander zum weitaus grösseren Theile ; von den inneren liegt stets nur eine ganz 
schmale Fläche über der Nabelkante bloss. An den Seiten sind die Umgänge ziemlich stark 
zusammengedrückt; nur an grösseren Stücken lässt sich die sehr schwache Wölbung besser beob- 
achten. Die Externseite ist schmal, mit einem Kiel versehen, welcher von zwei concaven Bändern 
eingefasst ist, die wieder an den Aussenrändern von niedrigen stumpfen Kielen begleitet werden. 
Die letzteren werden mit zunehmender Grösse des Individuums schärfer; je weiter man sie nach 
rückwärts auf die inneren Umgänge verfolgt, desto schwächer erscheinen sie ausgeprägt. Auf den 
Steinkernen der innersten Windungen verlieren sie sich fast vollständig ; man sieht dann nur den 
mittleren Kiel, und auch dieser tritt bei weitem nicht so deutlich hervor wie im vorgeschritte- 
neren Wachsthumsstadium und erscheint an einigen kleinen Exemplaren in einzelne Knötchen auf- 
gelöst. Letztere Eigenthümlichkeit dürfte vielleicht am ehesten auf Corrosion der betreffenden 



[29J Ueber die Jnrabildiingcn von Czenstochaii in Polen. 103 

Formen zurückzuführen sein. Es ist dies übrigens nicht der einzige Fall, dass man dieser Er- 
scheinung begegnet. Oppel (Paläontologische Mittheilungen, pag. 193) fand beispielsweise unter 
15 normal gekielten Exemplaren des Harpoceras hispidum Opp. eines mit gezackter Externseite, 
welches er auch abgebildet hat. In Folge der Abreibung ist die Flankensculptur fast an allen 
mir vorliegenden Stücken sehr undeutlich; in der Regel sind blos die sichelförmigen, auf den 
inneren Windungen sehr dichtstehenden Rippen der äusseren Hälfte der Flanken sichtbar; die 
vom Nabel ausgehenden umbonalen Schäfte Hessen in den meisten Fällen nur undeutliche Spuren 
zurück. Die Verzierung scheint hier überhaupt nicht sehr kräftig gewesen zu sein und dürfte 
jener des d'Or big ny'schen Exemplars mehr entsprochen haben als der Form, welche Schloenbach 
abbildet, und die sich im Gegensatze zur ersteren durch sehr kräftige Berippung auszeichnet. 

Die Lobenlinie stimmt im Allgemeinen mit der Abbildung bei Schloenbach (1. c. Taf. 31, 
Fig. 2, c) gut überein. Der vSiphonallobus ist breit, endigt beiderseits mit einem in zwei Zweige 
getheilten Aste und ist nur um einen geringen Betrag niedriger als der erste Lateral. 

Ein Unterschied in den Suturen besteht jedoch in der grösseren Breite der Sättel und in 
der Art der Zerschlitzung der Lateralloben. Während nämlich am ersten Lateral des Schloen- 
bach'schen Exemplars die Zweige vom Stamme in gleichmässig absteigenden Zwischenräumen 
ausgehen, sind sie hier mehr gegen die Spitze des Lobus concentrirt und bilden gleichsam eine 
fingerförmig angeordnete Lobenkrone. In Fig. 15 ist die Lobenlinie eines kleineren Exemplars 
bei 25 mm Durchmesser wiedergegeben. An grösseren Stücken tritt diese eigenthümliche Form 
der Loben noch stärker hervor. Wegen ungenügender Erhaltung musste die Abbildung derselben, 
ebenso der Exemplare selbst, unterbleiben. 

E. Hang vereinigt in seiner Publication: ,.Beiträge zu einer Monographie der Ammoniten- 
gattung Harpoceras^'' (Neues Jahrb. für Min. etc. 1885. Beilageband III, pag. 624) Harpoceras Henrici 
mit der Gruppe des Harpoceras lythense Young and Bird. Den Ausschlag für dieses Vorgehen 
gibt die Aehnlichkeit der Suturlinie dieser Form mit jener des Harpoceras compactile Simps. ab. 
Er neigt in Folge dessen zu der Annahme hin, dasselbe sei ein Nachkomme der letztgenannten 
oberliasischen Species. Eine oberflächliche Betrachtung des Harpoceras Henrici genügt jedoch 
schon, um die Irrigkeit dieser Ansicht zu beweisen. Abgesehen von der \^erschiedenheit in 
der Seitensculptur, die in der Gruppe des Harpoceras lythense aus continuirlichen, in der Seiten- 
mitte nicht abgeschwächten Sichelrippen besteht, gibt ja doch die Beschaifenheit der Externseite 
allein, bei dem grossen zeitlichen Abstände beider Arten, ein derzeit unüberwindliches Hinderniss 
für ihre Vereinig'ung in einem Formenkreise ab. 

Alle Arten der Gruppe des Harpoceras lythense sind bekanntlich durch einen hohen 
scharfen einfachen Kiel, von dem die Siphonalseite ohne jegliche Andeutung vertiefter Bänder 
an seinen Seiten abfällt, ausgezeichnet, während bei Flarpoceras Henrici die dreifach gekielte 
Externseite eines der bezeichnendsten Merkmale dieser Form ausmacht. Die grosse Lücke, welche 
diese beiden Formen {Harpoceras compactile Simps. und Harpoceras Henrici d'Orb.) in morpho- 
logischer Beziehung und zeitlich von einander trennt, könnte nur durch Auffindung von Ueber- 
gangsformen, an denen die nothwendig zu erwartenden sehr grossen Umänderungen in allmähliger 
Folge sichtbar wären, überbrückt werden. So lange aber solche nicht bekannt sind, scheint mir 
kein Anhaltspunkt für die Vereinigung so verschiedener Formen in einer Gruppe vorzuliegen. 

Als unerwiesen und ebenso unwahrscheinlich wäre auch die Ansicht, dass Harpoceras 
Henrici sich an die Canaliculaten am nächsten anschliesse, zu bezeichnen. Auch hier bildet die 
Beschaffenheit der Siphonalseite einen gewichtigen Grund zu ihrer Trennung, indem die Canali- 
culaten insgesammt einen einfachen scharfen Kiel aufweisen und Uebergänge zwischen ihnen 



I04 Bukoivski. [30] 

bis jetzt nicht bekannt sind. Der angebliche Canal in der Seitenmitte des Harpoceras Henrici besteht 
blos in einer Abschwächung oder schwachen Unterbrechung der Rippen an dieser Stelle [surface 
lisse in der d'Orbigny'schen Beschreibung), ähnlich wie bei Harpoceras Delmontammi Opp. und 
Harpoceras Rauracum Mayer. Dem ganzen Habitus nach lässt es sich wohl am besten an die beiden 
zuletzt erwähnten Formen anreihen und könnte vielleicht, wie ich hier vermuthungsweise beifügen 
möchte, als Uebergangsform zwischen Harpoceras Deh?ioniaiiwn Opp. und durch dieses zwischen der 
Gruppe der Hectici einerseits und den echten Trimarginaten andererseits aufgefasst werden. Nach E. 
Haug's Meinung wären dagegen die Trimarginaten am ehesten auf die liasische Gruppe des Harpoceras 
Boscense Reyn. zurückzuführen, unter denen die oberliasische Form, Harpoceras hicarinatum Ziet., 
als die Stammform derselben bezeichnet wird. Zwischen diesen beiden Gruppen besteht zwar 
bereits grössere Aehnlichkeit als in dem früher erörterten Falle, aber der zeitliche Abstand vom 
oberen Lias bis zum Beginne der Oxfordstufe ist ebenso bedeutend. Trotzdem die Fauna des 
mittleren Jura schon ziemlich genau studirt ist, fehlen doch bis jetzt Uebergangsformen zwischen 
beiden Gruppen vollständig. Die Möglichkeit des Vorhandenseins derselben will ich nicht bestreiten, 
es muss aber bemerkt werden, dass zufolge des letztgenannten Umstandes die Annahme gene- 
tischer Beziehungen zwischen beiden Formenkreisen mindestens viel an Wahrscheinlichkeit ver- 
liert, zumal eine in Bezug auf zeitlichen und morphologischen Abstand weniger unterbrochene 
Reihe, wie sie zwischen der Hecticus- und Trimarginaten-Gruppe zu bestehen scheint, für die hier 
ausgesprochene Vermuthung mehr Anhaltspunkte bietet. 

In der Beschreibung des Harpoceras Delmontanum Opp. habe ich bereits erwähnt, dass die 
Lobenlinie desselben an die des Harpoceras Henrici sehr erinnert, namentlich fällt bei ihr die 
gleiche Verzweigung des Siphonallobus auf. Auch die Verzierung der Seitenwandungen weist 
bei beiden gemeinsame Züge auf. Bei Harpoceras Henrici werden die umbonalen Rippen, 
welche auf den inneren Windungen noch kräftig entwickelt sind, während des weiteren Wachs- 
thums bedeutend schwächer. Die gleiche Erscheinung tritt uns an dem abgebildeten Exemplar 
des Harpoceras Delmontanum Opp. aus Czenstochau entgegen, und sie bildete den Hauptgrund 
dafür, dass ich dasselbe als eine Mutation in der Richtung zu Harpoceras Henrici bezeichnet habe. 
Im Einklang damit erscheinen auch die marginalen Sichelrippen minder dicht. Die Externseite 
ist bei beiden analog ausgebildet. Andererseits kann auch die Aehnlichkeit des Harpoceras Henrici 
mit den Trimarginaten nicht geleugnet werden. Die gleiche Involution, das Aussehen der Siphonal- 
seite, zum Theil auch die Berippung deuten wenigstens auf ihre gegenseitige Verwandtschaft hin. 
Betreffs der Lobenlinie brauche ich nur auf die Bemerkung Uhlig's (Die Jurabildungen in der 
Umgebung von Brunn, pag. 40) zu verweisen, in der die Aehnlichkeit der Suturen der mährischen 
Exemplare des Harpoceras trimarginatum Opp. mit jenen des Harpoceras Henrici besondere Er- 
wähnung findet. Die zeitliche Verbreitung steht mit dieser Auffassung der genetischen Beziehungen 
gar nicht im Widerspruche, da das verticale Verbreitungsgebiet der betreffenden Formen auf die 
Schichtenreihe vom Beginn der Kelloway-Stufe bis zum oberen Oxfordien beschränkt bleibt. 

Es liegt mir durchaus fern, mit voller Bestimmtheit behaupten zu wollen, dass die Trimar- 
ginaten durch Harpoceras Henrici von der Hecticus-Gruppe abstammen. Das mir zur Verfügung 
stehende Material ist viel zu dürftig und lückenhaft, als dass ein sicherer Schluss möglich wäre. 
Meine Absicht ist blos, auf die Aehnlichkeit beider Formenkreise hinzuweisen und so für 
etwaige spätere, an guten Stücken, unter Zuziehung aller Arten auszuführende Untersuchungen 
einige Anhaltspunkte zu liefern. Vor Allem wäre es nothwendig, die Jugendzustände der Trimar- 
ginaten genauer kennen zu lernen, da nach den Angaben Opp el's beispielsweise junge Individuen 
des Harpoceras Aroliciini Opp. g-anz glatte Flankenoberfläche haben und auch bei anderen Arten 



[31] Ueber die Jtirabildimgcn twn Czenstochmi- m Polen. 105 

zeitlebens nur marginale Sichelrippen zur Ausbildung gelangen sollen, somit diese Thatsache mit 
der hier ausgesprochenen Vermuthung über ihre Abstammung im Widerspruche stünde. Auf den 
inneren Windungen derselben sollten doch gerade die Merkmale der Stammformen am besten aus- 
geprägt sein. Zu dieser Untersuchung steht mir kein Material zu Gebote; ich kann nur das hervor- 
heben, dass alle mir vorliegenden kleinen Exemplare der Trimarginaten — und ihre Zahl ist 
nicht gering — bereits in frühem Wachsthumsstadium mit Sichelrippen bedeckt sind, wobei auch 
feine Umbonalschäfte dort, wo keine Abreibung stattgefunden hat, zu sehen sind. Da in diesem 
Horizonte grosse Exemplare echter Trimarginaten, des Harpoceras Aroliciim Opp. und Harpoceras 
tnmarginatum Opp., nicht selten vorkommen, so muss auch ein Theil der kleinen Stücke für 
Jugendformen der letztgenannten Arten angesprochen werden. Das Eine scheint mir festzustehen, 
dass Harpoceras He7irici d'Orb. und Harpoceras Delmontamim Opp. nicht mehr voneinander 
getrennt und in verschiedenen Gruppen untergebracht werden können. 



Harpoceras Arolicuni Opp. 

1863. Ammonites Aroliciis Oppel, Paläontologische Mittheilungen, pag. l88, Tab. 51, Fig. i, 2. 

1876. Harpoceras Arolicum E. Favre, Fossiles du terr. oxf. des alpes Fribourgeoises, pag. 38, pl. II, Fig. 13, 14. 

1882. Harpoceras Arolicum Uhlig, Brünner Jura, pag. 40 (150), Tab. I (XIII), Fig. 7. 

Grössere Exemplare dieser Art sind bei halbwegs günstigem Erhaltungszustande sehr 
leicht von Harpoceras trimarginatum Opp. zu unterscheiden an dem engeren Nabel, gegen den 
die Nahtfläche zwar steil abfällt, doch keine scharfe Nabelkante bildet wie bei der anderen Form. 
Weiters ist für diese die dickere, mehr gewölbte Gestalt der Umgänge charakteristisch ; die Loben- 
linie zeichnet sich nach den Untersuchungen Oppel's und den späteren Uhlig's durch stärkere Ver- 
zweigung und durch die schmale Gestalt der Sättel aus ; dabei fällt der Siphonallobus durch seine 
breiten, vielfach verzweigten Endigungen besonders auf. Viel schwieriger, in der Regel soo-ar 
ganz unmöglich wird die Unterscheidung beider Arten, wenn man kleinere Stücke vor sich hat. 
E. Favre sagt zwar, dass auch junge Exemplare des Harpoceras Arolicum an der Wölbung der 
Flanken, an dem engeren Nabel und dem Fehlen der scharfen Nabelkante leicht erkannt werden 
können, doch dürfte dies in der Regel nur für mittelgrosse Stücke gelten. An ganz kleinen Exem- 
plaren sind diese Merkmale zumeist noch so wenig ausgeprägt und so schwer zu constatiren, dass 
ihre Erkennung blos an vollkommen erhaltenen Individuen möglich zu sein scheint. In den 
lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien in Czenstochau kommen Harpoceren aus der Gruppe 
der Trimarginaten sehr häufig vor, doch erreicht die ]\Iehrzahl der Stücke kaum 30 mm im 
Durchmesser. In Anbetracht ihrer unvollkommenen Erhaltung gelingt es nur ausnahmsweise sie 
specifisch genau zu bestimmen. Seltener lassen sich grössere Stücke aufsammeln. Von Harpo- 
ceras Arolicum liegt mir ein schönes Exemplar vor, das im Durchmesser loo vivi. zählt. Wenn man 
auch die kleinen Stücke theilweise in die Rechnung zieht, so lässt sich sagen, dass es daselbst 
nicht gerade zu den seltenen Formen gehört. 

Oppelia minax n. f. 

(Taf. XXV [I], Fig. I.) 

Diese Form erreicht im ausgewachsenen Zustande nur eine unbedeutende Grösse. Von den 
vier mir vorliegenden Exemplaren hat das grösste, an dem sich die Wohnkammer bis zu % ihrer 
Länge erhalten hat, im Durchmesser 37 mm. Bei vollständiger Erhaltung der Wohnkammer, 
welche annähernd einen halben Umgang betragen hat, dürfte sich der Durchmesser dieses Exemplars 



io6 Bukoivski. [32] 

auf etwa 41 mm belaufen haben. Besonderes Interesse bietet uns diese Art durch die weit- 
gehenden Veränderungen, welche sie trotz ihrer geringen Dimensionen im Laufe des individuellen 
Wachsthums sowohl in der Schalensculptur als auch in Bezug auf die Gestalt des Gehäuses unter- 
worfen ist, nicht minder aber auch durch die Beständigkeit, mit der diese Veränderungen nur an 
ein bestimmtes Altersstadium gebunden zu sein scheinen. Letzterem Umstände zufolge zeigen junge 
und ausgewachsene Stücke auch bei geringem gegenseitigen Grössenunterschiede ein ganz ver- 
schiedenes Aussehen. 

Der gekammerte Theil der Schale, bis zur Grösse von etwa 27 mm im Durchmesser, 
besteht aus massig- aufgeblähten Windungen, die einander nahezu vollständig umfassen und rasch 
an Höhe zunehmen. Ihre grösste Dicke befindet sich im inneren Drittel der Seiten, von wo sie sich 
gleichmässig gegen die ziemlich breite, schön gerundete Externseite verschmälern. Es ent- 
spricht bei diesem Durchmesser der 16 mm betragenden Höhe des Umgangs über der Naht 
eine Dicke von 10-5 mm. Gegen die Naht zu fallen die Seitenwandungen in einer Bogenlinie ab; 
eine Nabelkante ist nicht einmal angedeutet. Die Verzierung der Flanken besteht aus faden- 
förmigen flexuosen Rippen, welche dichtgedrängt stehen und bis zum Alundsaum gleich kräftig 
entwickelt erscheinen. Die leicht geschwungenen, dünnen, nach unten zu zugespitzten Haupt- 
rippen gehen von der Nahtlinie aus, werden gegen die Mitte der Seiten etwas breiter und 
theilen sich hier zumeist in zwei Secundäräste. Manchmal tritt die Spaltung schon tiefer ein, im 
inneren Drittel der Seiten, und in diesem Falle theilen sich dann die beiden Secundärzweige nochmals 
oberhalb der Flankenmitte. Ueberdies kommen marginale Einschaltungsrippen vor, welche jedoch 
über die Mitte der Seiten nicht hinauslaufen. Alle sind nur ganz schwach sichelförmig ausgebogen. 
Ein Theil derselben steht in Verbindung mit der in der Mittellinie der Externseite ausgebildeten 
Reihe länglicher Knötchen. Auf dem äusseren Umgange sieht man, dass in der Regel jede zweite 
Rippe in ein Knötchen ausgeht, während die anderen knapp vor der Mittellinie der Siphonal- 
seite aufhören. In Folge dessen übertreffen auch die Rippen an Zahl die Knötchen fast um das 
Doppelte. 

Im Verlaufe des weiteren "Wachsthums gewinnt das Gehäuse ein ganz verschiedenes 
Aussehen; an ausgewachsenen Stücken treten die Aenderungen kurz vor dem Beginne der Wohn- 
kammer auf. Zunächst erweitert sich der Nabel, indem die Windung die Spirale verlässt. Die 
Nahtfläche wird steiler und fällt zuletzt nahezu senkrecht gegen den Nabel ab, wobei eine deut- 
liche, doch abgerundete Nabelkante zur Ausbildung gelangt. Die Flanken flachen sich ab und 
erscheinen von der ganz schmal gewordenen, abgeplatteten Externseite durch deutlich hervor- 
tretende Marginalkanten getrennt. Der Umriss des Umgangs wird daher dünn und eckig. An 
den Marginalkanten legen sich in gleichen Abständen sehr grosse, hohe, im Sinne der Einrollung 
stehende und an den Seiten flachgedrückte Zacken an, welche ebenso unvermittelt, wie sie erschienen, 
noch vor der Mitte der Wohnkammer verschwinden. Alan zählt nur fünf Zackenpaare, von denen 
das mittlere das grösste ist. An dem abgebildeten Exemplare ist die letzte Zacke abgebrochen und 
hat blos eine Narbe zurückgelassen. Zugleich mit dem Auftreten der Zacken hört auch die mediane 
Knötchenreihe plötzlich auf; in ihrer Fortsetzung bemerkt man dafür einen continuirlich ver- 
laufenden, dem Sipho entsprechenden Wulst, der sich besonders in den Lücken zwischen den 
Zackenpaaren sehr deutlich hervorhebt. Der letzte Abschnitt der Wohnkammer zeigt wieder eine 
andere Sculptur. Wie gesagt, verschwinden die Zacken, bevor noch die Wohnkammer ihre halbe 
Länge erreicht hat; dasselbe geschieht mit dem siphonalen Wulst. Die Marginalkanten werden 
undeuthcher, bis sie sich schliessHch ganz verwischen, wodurch die Externseite wieder gerundet 
erscheint. Dagegen ist der letzte Theil der Wohnkammer allem Anscheine nach geknickt. Der 



[33] Ueber die Jurabildiingeii zwn Czenstochau in Polen. 107 

Älundsaum ist unbekannt. Bezüglich der Bejippung wäre noch zu bemerken, dass zu gleicher 
Zeit mit den erwähnten Veränderungen der Siphonalseite auch die Flankensculptur insofern sich 
ändert, als die Umbonalrippen breiter und weniger gekrümmt werden und sich in der Mitte der 
Seiten merklich abschwächen. Die marginalen Rippen treten ebenso deutlich wie früher hervor 
und reichen bis auf die Spitze der Zacken; in den Abständen zwischen den letzteren lassen sie 
sich bis zum siphonalen Wulst verfolgen. Auf dem letzten Theile der Wohnkammer setzen sie 
ungeschwächt über die gerundete Externseite hinweg, unter Bildung- einer schwachen, nach vorn 
convexen Ausbiegung. 

Alle diese eben beschriebenen Eigenthümlichkeiten konnten an drei ausgewachsenen Exem- 
plaren von annähernd gleicher Grösse beobachtet werden. Das vierte mir vorliegende Stück 
gehört einem unausg-ewachsenen Individuum an. Es hat einen Durchmesser von 27 mm; die Wohn- 
kammer ist beinahe ganz erhalten, der letzte Theil derselben in der Nähe der Mündung ist jedoch 
stark corrodirt, weshalb die Form des Mundrandes nicht zu constatiren war. In allen Merkmalen, 
namentlich in der charakteristischen feinen, fadenförmigen Berippung, im Umriss der Windungen, 
in der fast vollständigen Involution der Schale, sowie durch das Vorhandensein einer Knötchen- 
reihe auf der Siphonalseite stimmt es vollkommen mit jenem Theile des Gehäuses ausgewachsener 
Individuen überein, an dem die weitgehenden Veränderungen noch nicht platzgegriffen haben. 
Die Schale ist normal eingerollt, weicht noch nicht von der Spirale ab. Im Einklang damit sind 
auch die Dimensionen. Es trägt hier somit die Wohnkammer in ihrer ganzen Ausdehnung die 
Merkmale der inneren Windungen zur Schau. 

Dieser Umstand deutet nun mit Bestimmtheit darauf hin, dass die an grossen Exemplaren 
beschriebenen Veränderungen nicht als Charaktere der Wohnkammer aufzufassen sind, — denn 
dann müssten sie verschiedenalterigen Individuen in gleicher Weise zukommen — sondern dass 
ihr Auftreten an ein bestimmtes Altersstadium gebunden ist. 

Wenn ich hier diese Thatsache besonders hervorhebe, die doch bei der grossen Mehrzahl 
der Ammoniten stets wiederkehrt, so geschieht dies hauptsächlich deshalb, weil uns diese Art 
dadurch, mit Rücksicht auf ihre unbedeutende Grösse, ein vorzügliches Beispiel liefert, welche 
Vorsicht bei der Aufstellung neuer Arten oft zu beobachten ist. Wir haben hier einen Fall vor 
uns, in dem zwei Exemplare derselben Art, beide mit Wohnkammern versehen, und — was 
besonders zu bemerken ist — in der Grösse nur um etwa 10 mm von einander unterschieden, so 
sehr von einander differiren, dass es unter Umständen leicht geschehen könnte, dass jedes für 
eine besondere Species angesehen würde. Der zweite Anlass zu diesen Bemerkungen liegt in der 
Absicht, den Gegensatz zu anderen Formen hervorzuheben. Bei der später beschriebenen Oppelia 
Uistorta werde ich nämlich Gelegenheit haben, gerade das Gegentheil zu zeigen, in einem Falle, in 
dem die Veränderungen ganz unabhängig von der Grösse der Individuen auftreten und lediglich als 
der Wohnkammer zukommende Eigenthümlichkeiten aufzufassen sind. 

Die Suturlinie ist ziemlich stark verzweigt. Die Loben sind schmal, schlank, die Sättel 
dagegen sehr breit. Der Siphonallobus ist kürzer als der ziemlich grosse erste Lateral. Auf den 
zweiten Laterallobus, der um ein Bedeutendes kleiner ist als der erste, folgen dann noch bis zur 
Naht zwei ganz kleine Auxiliarloben. Bezeichnend für die Suturlinie ist, dass der erste Lateralsattel 
im Vergleich zum Externsattel sehr weit vorspringt. Die übrigen Sättel stehen dann mit ihm in 
gleicher Höhe. Keine Sutur konnte leider in ihrer ganzen Länge genau verfolgt werden, und so 
musste auch in Folge dessen von der Abbildung derselben Umgang genommen werden. Die Be- 
schreibung basirt blos auf der Beobachtung einzelner Lobentheile an verschiedenen Kammer- 
scheidewänden. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4 13 



io8 Buko'üski. [34] 

Oppelia minax zeigt mit keiner der bekannten Formen nähere Verwandtschaft und muss 
daher als eine aberrante, vereinzelt dastehende Species bezeichnet werden. 

In den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von Czenstochau scheint sie nicht 
selten vorzukommen. 

Oppelia Nycteis n. f. 

(Taf. XXV [I], Fig. 2, 3.) 

Die an kleinen und mittelgrossen Stücken gleichmässig schwach gewölbten, an der Wohn- 
kammer ausgewachsener Exemplare dagegen etwas mehr abgeplatteten, dabei ziemlich dicken 
Windungen umfassen einander stark und lassen einen engen tiefen Nabel offen, gegen den die 
Seitenwandungen von der Stelle der stärksten Wölbung, welche sich in ihrer Mittellinie befindet, 
allmählig abfallen. Die Nahtfläche fällt, unter Bildung einer abgerundeten Nabelkante, steil ein 
und ist sogar nicht unbeträchtlich zurückgebogen. Der Querschnitt der Windungen ist oval, die 
Externseite gerundet; die Wohnkammer grösserer Individuen zeigt hingegen einen etwas ver- 
schiedenen Querschnitt, indem die nunmehr stärker abgeflachten Flanken gegen die sehr breite 
und zwischen ihren Aussenrändern fast eben erscheinende Siphonalseite nur sehr schwach con- 
vergiren. Die Länge der Wohnkammer konnte nicht genau ermittelt werden; sie dürfte aber 
mindestens einen halben Umgang betragen haben. Die Oberfläche der Seiten ist auf den Stein- 
kernen mit einer sehr feinen Sculptur bedeckt. Vom Nabel strahlen feine dünne niedrige Rippen 
aus, die bereits auf dem gekammerten Theile in grosser Zahl auftreten, auf der Wohnkammer 
aber noch bedeutend dichter stehen. An dem 49 mm im Durchmesser zählenden Exemplar (Fig. 3) 
trägt ihrer der letzte Umgang 25; davon entfallen 14 auf den kleineren, der Wohnkammer zu- 
fallenden, II auf den grösseren gekammerten Abschnitt. In der Mitte der Seiten theilen sie sich 
in der Regel in 2 — 3 Aeste, zu welchen noch manchmal i — 2 unverbundene marginale Rippen 
hinzutreten. Auf der Wohnkammer bleiben die Umbonalrippen zuweilen ungespalten; auf der 
äusseren Seitenhälfte findet dann die Vermehrung blos durch Einschaltung statt. Die Rippen des 
umbonalen Theiles der Flanken sind deutlich ausgebogen, gegen rückwärts convex, die Theilungs- 
rippen insgesammt sichelförmig geschwungen. Letztere setzen sich bis zur Medianlinie der Extern- 
seite fort und erzeugen daselbst eine Reihe sehr dicht stehender Knötchen, welche Querfalten 
eines Kieles auffallend gleichen. Sie beschreiben dabei auf der Externseite einen weit nach vorn 
reichenden Bogen, der uns zu der Vermuthung führt, dass die Mündung mit einem ziemlich 
langen Externlappen versehen war. Gegen das Ende der Wohnkammer nehmen die siphonalen 
Knötchen rasch an Grösse zu, werden weniger dicht und verlieren scheinbar den Zusammenhang 
mit den Rippen. An den Rändern der Siphonalseite entstehen bereits im vorgerückten Wachs- 
thumsstadium längliche Seitenknoten, in welchen 2 — 3 Rippen zusammenlaufen. Zu Anfang der 
Wohnkammer entfallen auf ein marginales annähernd drei mediane Knötchen. 

Die Dimensionen der beiden abgebildeten Exemplare sind folgende : 

Fig. 2 

Durchmesser 40 mm 

Nabelweite 5 ,, 

Höhe des Umganges über der Naht .... 22 „ 
Höhe des Umganges in der Windungsebene 15 „ 
Dicke 15 „ 





Fig. 3. 


(=0 • 


. 49 mm . . (= i) 


0-I2 . 


■ 5-5 ;; . . O-II 


0-55 • 


• 27 ,, . . 0-55 


0-37 • 


• 


0-37 ■ 


— 



[35] Ueber die 'yu7-ahildimge7i von Czenstochazt in Polen. log 

Die Suturlinie konnte wegen schlechter Erhaltung" nicht näher untersucht werden. 

Diese Form ist sehr leicht zu erkennen an der charakteristischen Eigenschaft, dass die Rippen 
auf der Wohnkammer ausgewachsener Stücke dichter stehen als auf den inneren Windungen, 
ferner an der breiten, nahezu ebenen Externseite des Wohnkammerendes im ausgewachsenen 
Zustande. In einigen Merkmalen zeigt sie Aehnlichkeit mit Oppelia Nerens Font, aus den Tenui- 
lobatus-Schichten. Sie nähern sich einander besonders durch die gleich feine Berippung und das Auf- 
treten ähnlicher dichtgedrängter siphonaler Querfalten; Oppelia Nycteis weicht jedoch wesentlich ab 
durch ihre bedeutend dickeren Umgänge, welche gewölbter sind und das Maximum der Wölbung 
in der Flankenmitte und nicht in der Nähe der Siphonalseite erreichen, durch den tieferen Nabel, 
vor Allem aber durch die zu Anfang erwähnten Erkennungsmerkmale. Als eine andere Form, an 
welche sie vielfach erinnert, wäre Oppelia psetidoflexuosa E. Favre zu nennen, von der jedoch 
Fontannes (Calcaires du Chäteau de Crussol, pag. 35) vermuthet, dass sie mit Oppelia compsa Opp. 
identisch ist. Auch hier zeigt sich die grösste Annäherung in der feinen Berippung. Von den Unter- 
scheidungsmerkmalen hebe ich als die wichtigsten die schmäleren Umgänge, den flacheren Nabel 
und die verschiedene Ausbildung der medianen Knötchenreihe bei Oppelia pseiidoflexiiosa E. Favre 
hervor. Bei oberflächlichem Vergleiche können auch manche Analogien mit der noch sehr wenig 
bekannten, aus der Cordatus-Zone des Berner Jura beschriebenen Oppelia Bninneri Fischer- 
Ooster (W. A. Ooster, Catalogue des Cephalopodes fossiles des alpes Suisses, pag. 85, Tab. 20, 
Fig. 8 — 10) gefunden werden. Die Uebereinstimmung in der Form der Umgänge, namentlich in 
Folge der beiden Arten zukommenden Flachheit der Externseite im ausgewachsenen Zustande 
scheint ziemlich gross zu sein. Die Betrachtung der Flankensculptur deckt jedoch durchgreifende 
Unterschiede auf, von welchen der wesentlichste darin besteht, dass bei Oppelia Brimneri die 
Rippen viel kräftiger erscheinen und sich auf der Externseite stets zum zweiten Male spalten. 

In Czenstochau kommt diese Art in den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien 
ziemlich selten vor. 

Oppelia baccata n. f. 

(Taf. XXVI [II], Fig. I, 2.) 

Gehäuse flach, scheibenförmig, mit einem engen Nabel versehen, gegen den die niedrige 
Nahtfläche, unter Andeutung einer ganz schwachen abgerundeten Nabelkante steil abfällt. Die 
Seitenwandungen der comprimirten Umgänge sind flach, nur sehr wenig gewölbt und fallen von 
der Mittellinie, wo die Wölbung das Maximum erreicht, gegen die Externseite langsamer als 
gegen den Nabel ab. Sie sind mit einer überaus feinen, auf den Steinkernen mehr einer Zeichnung 
gleichenden Sculptur bedeckt, welche aus niedrigen flexuosen Rippen besteht. Nur in der Nähe 
der zeitlebens gerundeten Externseite tritt die Berippung etwas stärker hervor. Die niedrigen, 
massig geschwungenen Umbonalrippen nehmen ihren Anfang am Nabelrande und spalten sich 
in der Mitte der Flanken in 2 — 4 Secundärrippen. Letztere sind von wechselnder Stärke und 
häufig in ungleichen Abständen angeordnet, insgesammt aber sehr stark sichelförmig gekrümmt. 
Auf der Wohnkammer ausgewachsener Individuen schwellen einzelne derselbeij am Aussenrande 
der Siphonalseite zu länglichen Knötchen an. In der JNIedianlinie der Externseite verläuft eine 
Reihe ziemlich hoher rundlicher, sehr dicht stehender Knötchen, die beinahe dreimal zahlreicher 
sind als die seitlichen und sich viel früher als die letzteren zu entwickeln beginnen. Sie scheinen 
ganz unabhängig von den an sie heranreichenden Rippen zu stehen. Gegen das Ende der Wohn- 
kammer, welche über einen halben Umgang einnimmt und an einem Exemplar (Fig. 2) in voll- 
ständiger Erhaltung vorliegt, ändert sich in nicht geringem Grade die Verzierung sowohl der 

13* 



HO 



Buko-sski. [36] 



Externseite als auch der Flanken. Die Form der Rippen bleibt zwar dieselbe, doch erscheinen 
sie nunmehr viel kräftiger, dabei aber auch seltener und verlaufen ausnahmslos ungespalten. Die 
umbonalen Schäfte sind dünn, gegen den Nabel zugespitzt. Auf der Externseite verlieren sich in 
der Nähe der Mündung die seitlichen und medianen Knötchen, und an der Stelle der letzteren 
erhebt sich ein breiter, nicht sehr hoher, gerundeter Kiel, der in einem weit nach vorn gezogenen 
Externlappen endigt. Er wird von Querfalten bedeckt, welche von den über ihn hinwegsetzenden 
Rippen erzeugt werden. Der Mundsaum ist sichelförmig; der ziemlich grosse Seitenlappen ent- 
spricht nicht genau der knieförmigen Biegung der Sichelrippen in der Flankenmitte, er ist viel- 
mehr mit der Spitze etwas nach unten gerichtet. 

Diese Form erreicht eine unbedeutende Grösse. Alle mir vorliegenden Stücke sind klein; 
da dieselben stets mit Wohnkammern gefunden wurden, so kann man auch wohl mit gutem 
Grunde annehmen, dass sie ausgewachsenen Individuen angehören. Die Dimensionen der beiden 
abgebildeten Exemplare sind folgende: 

Fig. 2. Fig. I. 

Durchmesser 35 mm (=1) . . 27 mm (=1) 

Weite des Nabels 5 „ 0-14 . . 4 „ 0-14 

Windungshöhe über der Naht 17-5 „ 0-50 . . 14 „ 0-51 

Grösste Dicke — . . 9 „ 0-33 

Die Suturlinie ist massig verzweigt. Nebst dem kurzen Siphonallobus zählt man jederseits 
fünf Seitenloben, auf die an der Nahtfläche noch kleine Zacken zu folgen scheinen. Der erste 
Lateralsattel steht weit vor. 

Als nächstverwandt mit der vorliegenden Art dürfte die in der Zone des Peltoceras bi- 
mammatimi von Württemberg und Bayern vorkommende Oppclia tricristata Opp. zu bezeichnen 
sein. In vielen Merkmalen sind beide einander sehr ähnlich, namentlich in der sehr feinen Sculptur 
der Flanken, nicht minder aber auch in der Form des Gehäuses. Auch die Windungsverhältnisse 
sind annähernd die gleichen; dagegen weist die Externseite gute Unterscheidungsmerkmale auf. 
Während unsere Form stets eine gerundete Siphonalseite zeigt, wird bei der andern die Extern- 
seite von zwei schrägen Flächen, welche in der Mittellinie unter einer stumpfen Kante zusammen- 
stossen, gebildet. Es erscheint in Folge dessen bei ihr der Windungsquerschnitt eckig abgegrenzt. 
Durch dieses Unterscheidungsmerkmal allein können beide Formen sehr leicht auseinandergehalten 
werden. Ausserdem wäre etwa noch zu bemerken, dass bei Oppelia baccata die medianen Knötchen 
zahlreicher, dichter sind und frühzeitiger als bei der anderen aufzutreten scheinen. 

Vorkommen: In den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von Czenstochau 
nicht selten. 

Oppelia flexuosa Münst. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 4—9.) 
1830. Ammonites flexuosus Münster in Zielen, Versteinerungen Württembergs, pag. 37, Tab. 28, Fig. 7. 

Die Unsicherheit bezüglich der richtigen Deutung des \1\:iVL^V&r'?>Q)a.en Ammonites flexiwsiis 
gab den Anlass zu dem Vorgehen der Mehrzahl der Paläontologen, welche die in den Oxford- 
ablagerungen Europas zumeist in grosser Menge auftretenden, theils, wie man annehmen kann, 
mit der Münster'schen Art jdentischen, theils ihr nahe stehenden flexuosen Oppelien schlechtweg 
als Oppelia flexuosa auct. angeführt haben. Dass sich in Folge eines solchen Vorgehens verschie- 
dene Species unter diesem Namen citirt finden, ist wohl sehr wahrscheinlich und leicht erklärlich. 



[37] Ucber die Jurabildiingcn von Czenstocliaii in Polen. iii 

Einige Formen, hauptsächlich solche, die in höheren Lagen des weissen Jura auftreten, und die 
früher auch mit diesem Namen bezeichnet wurden, hat man bereits als selbstständige Species 
erkannt und beschrieben ; für manche derjenigen aber, welche ihre Verbreitung vorzugsweise in 
der unteren Abtheilung der Oxfordstufe haben, wurde der Münster'sche Name beibehalten oder 
die ebenso schwankende Bezeichnung „Ammonites ocidahis Bean." nach dem Beispiele d'Orbigny's 
angewendet. 

Die, wie es scheint, sehr grosse Variabilität bildet wohl auch einen Grund, dass es bis 
heute noch nicht gelang, Oppelia flexiiosa Münst. genau zu charakterisiren und von den ihr nahe 
verwandten Arten scharf abzutrennen. 

Durch genaue Abbildung und Beschreibung des Originalexemplars, welches Zieten bei 
seiner Publication vorlag, könnte diese Unsicherheit jedoch leicht behoben werden. In neuerer 
Zeit hat nun E. Favre (La Zone ä Ammonites acaniliiciis dans les alpes de la Suisse et de 
la Savoie, pag. 31, Mem. Soc. pal. Suisse, 1877) ein in der Sammlung der Sorbonne in 
Paris befindliches, aus den Schichten mit Peltoccras bimainmahim von Meysset bei La Voulte 
(Ardeche) stammendes Exemplar beschrieben und mit Oppelia flexuosa Münst. identificirt, leider 
aber nicht abgebildet. Nach seiner Angabe stimmt dasselbe mit der Abbildung bei Zieten voll- 
kommen überein, und die von ihm gegebene Beschreibung passt auch thatsächlich ganz genau 
auf die letztere. Diese Notiz bildet daher einen wichtigen Anhaltspunkt für die Bestimmung 
dieser Art. 

Wenn ich unter den obwaltenden Umständen nicht anstehe, den Münster'schen Namen auf 
die Stücke von Czenstochau anzuwenden, so hat dies seinen Grund darin, dass einige Exemplare 
sowohl mit der Abbildung bei Zieten als auch mit der Beschreibung bei E. Favre sehr gut 
übereinstimmen. Ich will aber gleich hinzufügen, dass es nur einige wenige Stücke sind, bei 
welchen von einer genauen Uebereinstimmung die Rede sein kann; ein grosser Theil der mir vor- 
liegenden Exemplare weicht in manchen Merkmalen mehr oder weniger von jener Form ab, 
steht aber trotzdem derselben ziemlich nahe. Von flexuosen Oppelien liegt mir eine grosse 
Anzahl von Formen vor, und die Mehrzahl schliesst sich an diese Art eng an. Abgesehen schon 
von den sich bietenden Schwierigkeiten des Vergleiches untereinander, welche aus der verschiedenen 
Grösse der Individuen resultiren, weisen viele Stücke auch bei gleicher Grösse in einigen Charak- 
teren eine so bedeutende Variabilität auf, dass es schwer fällt, auch nur eine Sonderung der zu 
einander gehörenden Formen vorzunehmen. Es bleibt in vielen Fällen nichts anderes übrig, als 
entweder eine Bestimmung, die auf Genauigkeit keinen Anspruch macht, vorzunehmen oder die 
Stücke unberücksichtigt zu lassen. Im Folgenden führe ich nur diejenigen Formen, welche mit 
Oppelia flexuosa (Abbild, bei Zieten) in enger verwandtschaftlicher Beziehung zu stehen scheinen, 
unter demselben Namen an, wobei ich aber bei den einzelnen Formen die Unterschiede im Beson- 
deren hervorheben werde. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass Oppelia flexuosa Münst. eine 
im höchsten Grade variable Form darstellt, die ein Seitenstück etwa in dem ebenfalls überaus 
formenreichen Cardioceras cordatum Sow. findet. Viele Exemplare können auch mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit als Varietäten bezeichnet werden ; ob aber von allen den hier angeführten dasselbe 
behauptet werden kann, bin ich vorderhand nicht in der Lage zu entscheiden. 

Ich beginne mit der Beschreibung jener Formen, die in Folge der grossen Ueberein- 
stimmung mit der Abbildung bei Zieten jedenfalls als typische Exemplare von Oppelia flexuosa 
anzusehen sind. 

Das Gehäuse ist ziemlich engnabelig und besteht aus normal eingerollten, nicht sehr rasch 
anwachsenden Umgängen. Die Seitenwandungen sind ziemlich stark abgeplattet. A'on der Linie 



112 Biikozoski. [38] 

des Maximums der Dicke, welche ungefähr in die Mitte der Seiten fällt oder ein klein wenig 
weiter innen liegt, verschmälern sich die Windungen gegen die Externseite zu nur langsam; etwas 
rascher senken sie sich dafür gegen den Nabel, eine Art flachen Trichters bildend. Die Naht- 
fläche fällt schliesslich steil auf den vorhergehenden Umgang ab. Die Wohnkammer hat sich 
zwar an keinem Stücke vollständig- erhalten, dürfte aber, nach einem Exemplar zu schliessen, 
welches zwar nicht typisch ist, doch ohne Zweifel eine Varietät dieser Art bildet, mehr als einen 
halben Umgang eingenommen haben. Die Externseite ist gerundet und gewinnt blos in Folge der 
kräftigen dichten Knotenentwickelung an ihren Aussenrändern scheinbar ein eckiges Aussehen. 
Junge Exemplare (Fig-. 8 und g) sind bis zur Grösse von etwa 16 mm im Durchmesser 
mit feinen Sichelrippen bedeckt, die in der Nahtgegend anfangen, daselbst bald stärker, bald 
schwächer hervortreten und sich in der Mitte der Seiten in Secundärrippen spalten. Letzteren 
gesellen sich noch einzelne unverbundene Einschaltungsrippen bei. Sie erscheinen an den Marginal- 
rändern am kräftigsten und reichen bis zur medianen Knötchenreihe. Die siphonalen Knötchen 
beginnen bereits sehr frühzeitig sich zu entwickeln und stehen anfangs sehr dicht gedrängt. 
Während des weiteren Wachsthums schwellen einzelne Rippen am Aussenrande der Siphonalseite 
zu länglichen Knoten an, welche an demselben Exemplar stets in gleichen Abständen stehen, die 
aber, wenn man verschiedene Individuen vergleicht, bald dichter, bald seltener erscheinen. Die 
Medianknoten werden dabei immer grösser und höher. Bei 27 mm Durchmesser (Fig. 4) sind 
sowohl die medianen als die marginalen Knoten sehr kräftig; die letzteren erscheinen nicht mehr 
als Anschwellungen einzelner Rippen, sondern sind im Sinne der Einrollung verlängert, quer auf 
die Rippen aufgesetzt und werden an Zahl von den medianen um das Zweifache übertreffen. Die 
Rippen theilen sich in 2 — 3 Aeste. Zwischen sie schieben sich 2 — 3 einzeln stehende Marginal- 
rippen ein, die entweder schwächer oder ebenso kräftig sind wie die Theilungsrippen. Beim 
Durchmesser von 37 mm (Fig. 6) und darüber wird die Sculptur noch kräftiger; namentlich nehmen 
dann die seitlichen Anschwellungen das Aussehen grosser hoher länglicher Zacken an. Man zählt 
ihrer auf dem halben Umgang 10. Die medianen Knoten, die unverändert doppelt so zahlreich 
sind, werden dafür ungleich; es wechselt in der Regel ein stärkerer Knoten mit einem schwächeren 
ab. Das letzterwähnte Merkmal ist jedoch nicht constant, da es auch Exemplare gibt, welche bei 
vollkommener Uebereinstimmung in anderen Charakteren untereinander gleich grosse Median- 
knoten besitzen. Auch in der Berippung zeigen verschiedene Individuen geringe Unterschiede. 
So treten die vom Nabel ausstrahlenden Umbonalrippen bald in grösserer, bald in geringerer Zahl 
auf, stehen manchmal in verschieden grossen Abständen und verlaufen hie und da ungespalten auf 
die Externseite. Andere spalten sich dabei in zwei, auch in drei Theile. Die Zahl der Einschaltungs- 
rippen wechselt nicht unbeträchtlich, ebenso wie ihre Stärke, wobei manche tiefer herabreichen als 
die übrigen. Die grösste Beständigkeit bietet noch die Sculptur der Siphonalseite mit den dichten 
Reihen grosser seitlicher und den stets in doppelter Anzahl auftretenden medianen Knoten. Die 
Flächen zwischen den letzteren und den seitlichen erscheinen auf Steinkernen wegen der Un- 
deutlichkeit der Rippen mehr oder weniger glatt, hie und da lässt sich aber auch auf ihnen die 
Fortsetzung der Rippen bis zur Medianlinie verfolgen. Die Variabilität offenbart sich durchwegs 
schon an solchen Formen, die der typischen Oppelia flexuosa zugezählt werden müssen; bedeutendere 
Abweichungen werden wir noch an später beschriebenen Stücken kennen lernen. Man findet that- 
sächlich nicht zwei Stücke, die bei gleicher Grösse miteinander vollkommen übereinstimmen 
würden. Das grösste mir vorliegende Exemplar hat im Durchmesser ^zmni, konnte aber wegen 
schlechter Erhaltung nicht abgebildet werden. Es hat dieselbe Verzierung wie das in Fig. 6 ab- 
g'ebildete Stück; es treten nur an demselben die Rippen etwas kräftiger hervor. 



[39' Ueber die Jjt}-abildti7igen von Czensfochati in Polen. 113 

Die Uebereinstimmung der soeben beschriebenen Exemplare mit der Abbildung bei Zieten 
ist sehr gross, wenn auch nicht vollkommen. Letztere weist auf ein etwas dickeres Exemplar hin, 
an dem sich die Linie der stärksten Wölbung deutlicher hervorhebt. Ueberdies scheint bei dem- 
selben die Berippung kräftiger gewesen zu sein, welche Umstände aber, nachdem wir eine grosse 
Variabilität der jMerkmale constatirt hatten, nicht sehr in's Gewicht fallen dürften. Eine Abtrennung 
auf diese Unterschiede hin wäre durchaus nicht gerechtfertigt, und ich trage auch keine Bedenken, 
eine präcise Identificirung vorzunehmen. 

Die Dimensionen des in Fig. 6 abgebildeten Exemplars sind folgende: 

Durchmesser 37 mm (= i) 

Weite des Nabels 5"5 ,m 0-14 

Höhe des Umganges über der Naht . . . . . . i8'5 ,, 0-5 

Dicke 12-5 ,, 0-33 

Einige Exemplare, welche von der Zieten'schen Abbildung bereits beträchtlicher abwei- 
chen, trotzdem aber nur eine Varietät dieser Art repräsentiren dürften, zeichnen sich zunächst 
dadurch aus, dass die Fortsetzung der am Nabel beginnenden Rippen auf der äusseren Flanken- 
hälfte nicht nur an Jugendformen, sondern auch bei einer Grösse von 39 mm besonders kräftig 
hervortritt, während die Einschaltungsrippen, theilweise auch die secundären Aeste der Umbonal- 
rippen schwach bleiben. Die Berippung erscheint hier überhaupt unregelmässiger, dabei auch 
dichter. Die seitlichen und medianen Knoten sind viel schwächer, wechseln untereinander 
bedeutender in ihrer Grösse und Gestalt und stehen gedrängter beisammen. Das Zahlenverhältniss 
beider zu einander ist fast dasselbe wie an den typischen Stücken. Wegen schlechter Erhaltung 
wurde von ihrer Abbildung Umgang genommen. 

Eine andere Variationsrichtung tritt uns an Formen entgegen, von denen ein kleines Stück 
in Fig. 5 zur Abbildung gelangte. Diese Formen zeichnen sich vor Allem durch sehr kräftige, 
scharfe Sculptur aus. Die starken Hauptrippen spalten sich in der Mittellinie der Flanken in 
zwei Aeste oder verlaufen ungespalten bis zur Medianlinie der Externseite ; sie stehen in ziemlich 
weiten, aber gleichen Abständen, nur gegen das Ende der Wohnkammer werden sie dichter. 

Auf dem äusseren Theile der Seitenwandungen schieben sich i — 3 gleich kräftige Ein- 
schaltungsrippen ein, welche zusammen mit den ersteren ungeschwächt über die Siphonalseite bis 
zur medianen Knötchenreihe fortsetzen. Die marginalen Knoten erreichen schon an kleinen Indi- 
viduen eine ungewöhnliche Grösse, sind hoch und ziemlich breit und verqueren in der Regel drei 
Rippen. Besonders charakteristisch ist, dass dieselben in sehr grossen Abständen von einander 
vertheilt sind. Bei einem Durchmesser von 35 mm zahlt man ihrer sechs auf dem halben Umgang. Die 
medianen Knötchen gleichen dagegen jenen der typischen Formen ganz, indem sie bedeutend kleiner 
sind als die marginalen. Es entfallen daher auf eine seitliche Zacke drei mediane Knötchen. F.Roemer 
hat diese Form in seiner Geologie von Oberschlesien auf pag. 244 erwähnt und hält sie für eine 
Jugendform des (1. c.) auf Taf. 22, Fig. 5, abgebildeten Exemplars. Wir werden aber sehen, dass 
die Jugendformen des letzteren eine mit den ausgewachsenen Stücken gleiche Sculptur aufweisen. 
Von dieser Form liegt mir dagegen auch ein 52 mni im Durchmesser zählendes Exemplar vor, das aber 
leider schlecht erhalten ist. Es gleicht in der Berippung und in der Knotenbildung vollständig 
dem eben beschriebenen kleinen Individuum. Man sieht an demselben, dass auch bei dieser Grösse 
auf einen marginalen drei siphonale Knoten entfallen. Als eine weitere Eigenthümlichkeit dieser 
Varietät wäre nur noch die schwächere Wölbung der Seiten zu erwähnen, wodurch die Linie der 
grössten Windungsdicke weniger markirt erscheint. Obzwar nun die hier erwähnten Charaktere, 



114 Biikowski. [40] 

durch welche diese Form von den typischen Stücken abweicht, ziemlich constant auftreten, scheint 
es mir doch in Anbetracht des Umstandes, dass in sonstigen Merkmalen grosse Uebereinstimmung 
zwischen beiden herrscht, angezeig't, sie nur als eine Varietät der Oppelia flexuosa zu bezeichnen. 

Von der Form, welche F. Roemer (1. c. Taf. 22, Fig. 5) abgebildet hat, fanden sich keine 
grossen Stücke vor. lieber die Jugendzustände wäre zu bemerken, dass die Berippung kräftiger 
ist als bei der typischen Oppelia flexuosa, .und dass dieses Merkmal auch während des ganzen indi- 
viduellen Wachsthums stark ausgeprägt bleibt. Die marginalen Knoten sind gross, ziemlich dicht; 
die zu Anfang massig grossen medianen Knötchen entwickeln sich schon bei dem Durchmesser 
von 25 mm zu hohen, länglichen, den seitlichen Knoten ganz gleichenden Zacken und alterniren 
mit den letzteren. Nach F. Roemer ist dies auch an ganz grossen Exemplaren der Fall. Fig. 7 
stellt ein Exemplar von 34 mm- im Durchmesser dar. 

Ich habe hier nun die wichtigsten Formen, die sich an Oppelia flexuosa Münst. sehr eng 
anschliessen, angeführt. Ob sie alle nur Varietäten dieser Art darstellen, kann ich nicht bestimmt 
entscheiden, es ist aber sehr wahrscheinlich, dass ihnen nur diese Bezeichnung gebührt. Bezüg- 
lich des von Quenstedt abgebildeten Ammoniies flexuosus (Jura, Tab. 74, Fig. 7, pag. 595) aus 
dem weissen Jura Beta vom Hundsrück lässt sich, nach der gegebenen Abbildung und Beschreibung 
zu urtheilen, nicht bestimmt sagen, ob er mit Ammoniies flexuosus Münst. identisch sei. Da aber 
die Länge der Wohnkammer bei den flexuosen Oppelien eines der besten Merkmale bei der Unter- 
scheidung der Arten abgibt und Quenstedt bei dem letzteren ausdrücklich hervorhebt, dass die 
Wohnkammer sicherlich keinen halben Umgang eingenommen hat, so muss dieser Umstand zum 
Mindesten als ein Grund gegen ihre Identificirung angesehen werden. 

Von A7J7monites flexuosus costatus (Quenstedt, Cephalopoden, Taf. 9, Fig. i) kann wohl als 
sicher gelten, dass derselbe mit Oppelia flexuosa Münst. auch in der weitesten Fassung nicht 
identisch ist. Er erinnert dem ganzen Habitus nach viel mehr an Oppelia pseudoflexuosa E. Favre 
(La zone ä Arnm. acanthicus dans les alpes d. 1. Suisse et d. 1. Savoie, pag. 29). Ob er jedoch mit 
der letzteren vereinigt werden dürfe, könnten auch nur, wie Favre richtig bemerkt, an schwäbischem 
Material vorgenommene Untersuchungen entscheiden. Dass die Oppelia oculata Phill. im d'Orbigny- 
schen Sinne, von der übrigens noch nicht erwiesen ist, ob sie mit dem Phillips'schen Exemplar 
(Geology of Yorkshire, 1829, Tab. 5, Fig. i6) identisch ist, eine von Oppelia flexuosa Münst. ganz 
verschiedene Art darstellt, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. 

In den Suturlinien konnten, soweit sie eben zu sehen waren, keine wesentlichen Unter- 
schiede zwischen den angeführten Formen aufgefunden werden. Die Lobenlinie ist an allen Stücken 
ziemlich stark verzweigt. Der Siphonallobus ist bedeutend kürzer als der mächtig entwickelte 
Hauptlateral. Der erste Lateralsattel springt weit vor. Auf den zweiten Laterallobus folgen dann 
noch bis zur Naht drei kleine Hilfsloben. 

Als nächstverwandt mit Oppelia flexuosa lAünst. muss Oppelia trachynola O'pY'- bezeichnet 
werden. Die mit kräftiger Sculptur versehenen Exemplare der ersteren stehen der bekannten 
Kimmeridge-Species sehr nahe. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass letztere ein Nachkomme der 
Oppelia flexuosa Münst. ist. Ferner zeigt mit ihr Oppelia Bachiana Opp. eine Aehnlichkeit, doch 
sind die Unterschiede, nach der trefflichen Charakterisirung der letzteren durch Oppel, so leicht 
zu ermitteln, dass es nicht schwer fallen kann, auch bei einem nur halbwegs günstigen Erhaltungs- 
zustande der Exemplare beide von einander zu trennen. Von Oppelia pseudoflexuosa E. Favre ist 
die vorliegende Art vor Allem an der bedeutend stärkeren Entwicklung der Knoten zu unterscheiden. 

Oppelia flexuosa Münst. in der weiten Fassung, in der sie hier angeführt wurde, ist in 
Czenstochau nicht nur unter allen Arten der Gattung Oppelia die häufigst anzutreffende Form, 



[41] Uebcr die Jjtrabildidigeii von Czenstochaii in Polen. 115 

sondern steht auch, was Zahl der Individuen anbelangt, den für die lockeren Kalkmerg-el der 
unteren Oxfordstufe daselbst bezeichnendsten Arten, wie Cardioceras cordatiim Sow., Peltoceras 
Ardiienncnse d'Orb. und anderen, ebenbürtig- an der Seite. 

Oppelia pseudoculata n. f. 

(Taf. XXV [I], Fig. II, 12) 
(?) — I-847. Ammonites oculatus d'Orbigny, Paleont. franc. terr. jurass-, pag. 528 (pars), pl. 200, Fig. I, 2. 

Das Gehäuse ist engnabelig und besteht aus ziemlich dicken, rasch anwachsenden Windungen, 
welche eine gerundete Externseite und subovalen Querschnitt haben. Die grösste Dicke der 
Umgänge befindet sich etwas unterhalb der Mittellinie der Seiten, von wo sie sich nach Aussen 
zu allmählig verschmälern. Die Nahtfläche fallt "steil gegen den tief eingesenkten Nabel ab und 
ist zuletzt nicht unbedeutend zurückgebogen. Von der Wohnkammer haben sich nur Bruchtheile 
an einigen Stücken erhalten, sie dürfte aber mindestens einen halben Umgang betragen haben. 
Die ziemlich stark gewölbten Seitenwandungen sind mit flexuosen Rippen bedeckt, welche bereits 
auf den inneren Windungen sehr kräftig erscheinen, während des weiteren Wachsthums aber an 
Stärke sehr rasch zunehmen. Die kräftigen, schwach ausgebogenen Hauptrippen nehmen ihren 
Anfang am Nabelrande und spalten sich in der Flankenmitte in zwei massig geschwungene 
sichelförmige Zweige. An grösseren Exemplaren bei einem Durchmesser von etwa 70 mm zählt 
man auf dem letzten Umgang 12 umbonale Rippen. Zwischen die Spaltungsrippen sind auf dem 
äusseren Drittel der Seiten in der Regel 2 bis 3 ebenso kräftige marginale Einzelnrippen ein- 
geschoben. Etwas verschieden, namentlich viel dichter ist die Seitensculptur auf den inneren 
Umgängen. Es kommen hier zwischen den am Nabel beginnenden und sich gabelnden Haupt- 
rippen kürzere Rippen zweiten Ranges eingeschaltet vor, die über die Flankenmitte hinaus, 
bis auf's innere Drittel der Seiten fortsetzen, den Nabel jedoch nicht erreichen. Dieselben theilen 
sich ebenfalls in der Seitenmitte in zwei Aeste; häufig tritt auch noch eine kurze marginale 
Einschaltungsrippe hinzu. Man zählt hier somit zwischen den aus den Umbonalschäften hervor- 
gehenden Secundärrippen an den Aussenrändern der Siphonalseite in der -Regel fünf gleich starke 
Zwischenrippen. Bis zur Grösse von etwa 35 mm trägt die Siphonalseite eine Reihe rundlicher, 
dicht gedrängter Knötchen, die den Rippen an Zahl nur um ein Geringes nachstehen und zweifel- 
los aus letzteren entstanden sind. Die ]\Iehrzahl der Rippen steht auch mit ihnen in Verbindung; 
im Allgemeinen schwächen sie sich dabei, bevor sie die Knötchen erreichen, bedeutend ab. 
Während des weiteren Wachsthums verschwinden die kleinen Siphonalknötchen, und ihre Stelle 
nehmen breite, sehr flache Anschwellungen ein, die sich bald zu kräftigen hohen Knoten ent- 
wickeln und geg-en die Mündung zu rasch an Grösse zunehmen. Mit dem Aufhören der siphonalen 
Knötchenreihe legen sich an den Rändern der Externseite längliche Knoten an, die mit zu- 
nehmendem Alter rasch kräftiger und höher werden. Auf der Wohnkammer ausgewachsener 
Individuen liegen sie in der Regel in der Fortsetzung der vom Nabel ausstrahlenden Hauptrippen. 
Es entfallen hier auf eine seitliche Zacke zwei mediane Knoten. Oppelia pseudoculata gehört jenen 
Formen an, die durch eine bis zum Mundrande ungeschwächt andauernde, während des indivi- 
duellen Wachsthums sogar immer kräftiger werdende Sculptur ausgezeichnet sind. 

Die Dimensionen des in Fig. n abgebildeten, nur aus Luftkammern bestehenden Stückes 
sind folgende: 

Durchmesser 45 mm . . (=1) 

Nabehveite 4 ?> ■ ' • o-o8 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 14 



I lö Bukoiüski. [42] 

Höhe des Umganges über der Naht 25 mm . . 0-55 

Höhe des Umgang"es in der Windungsebene .... 17 ,, . . 0-37 
Grösste Dicke 21 „ . . 0-46 

Das grosse, in P'ig. 12 abgebildete Exemplar hat einen Durchmesser von annähernd 70 mm; 
dabei beträgt die Xabehveite 6'5 mm. Die übrigen Dimensionen sind nicht messbar. 

Die Lobenlinie ist stark verzweigt, sehr ähnlich der Suturlinie der Oppelia callicera Opp. 
Der erste Laterallobus ist sehr gross, nahezu doppelt so hoch als der Siphonallobus. Es folgen ihm 
dann noch der zweite kleine Lateral und weiter bis zur Naht drei gleichmässig an Grösse ab- 
nehmende Auxiliarloben. 

Ausgewachsene Exemplare dieser Art zeigen grosse Uebereinstimmung mit der von 
d'Orbigny unter dem Namen „Animonites oculahis Phill." abgebildeten Form (Paleont. fran§. 
terr. jurass., pl. 200, Fig. i, 2). Die Berippung der Wohnkammer ist bei beiden nahezu die- 
selbe, nur erscheinen an unserer Form die Umbonalrippen etwas kräftiger. Auch die A''erzierung 
der Flanken des mehr rückwärts gelegenen Theiles der äusseren Windung- dürfte jener der 
inneren Windungen unserer Form gleichen; auf der Externseite zeigt hingegen das d'Orbigny'sche 
Stück insofern eine Abweichung, als die medianen Knötchen minder dicht und jederseits von 
ganz glatten Streifen begrenzt sind ; die Rippen hören plötzlich, bevor sie die Knötchen er- 
reichen, auf. Die Siphonalseite der Wohnkammer weist an ausgewachsenen Stücken einen nicht 
gerade unbedeutenden Unterschied auf. Während nämlich bei der vorliegenden Form zwei siphonale 
Knoten auf einen seitlichen entfallen, ist an dem d'Orbigny'schen Exemplar das entsprechende' 
Verhältniss drei zu eins. Im Nabel und in der Form der Umgänge bieten sich nur geringe Unter- 
schiede dar. Ersterer erscheint bei der vorliegenden Art tiefer und etwas enger, die Windung^en 
sind aber ein wenig niedriger und dicker. Das von d'Orbigny auf derselben Tafel Fig. 3 — 4 
dargestellte kleine Exemplar weicht durch sein flaches Gehäuse und die dünnen hohen Umgänge 
von kleinen Individuen der Oppelia pseudoculata ziemlich bedeutend ab. 

Obzwar nun die angeführten Unterschiede zur specifischen Abtrennung beider Formen 
nicht berechtigen, so schien es mir doch in Anbetracht des Umstandes, dass man bis jetzt noch 
nicht in der Lage ist zu entscheiden, ob die bei d'Orbigny abgebildete Form mit der Oppelia 
ocidata bei Phillips {Geology of Yorkshire, 1829, Tab. 5, Fig. 16) identisch sei, angezeigt, den mir 
vorliegenden Formen einen neuen Namen beizulegen. Ich füge aber auch hinzu, dass, wenn sich 
durch spätere Untersuchungen die Identität der d'Orbigny'schen Form mit jener bei Phillips 
erweisen sollte, es nothwendig würde, die alte Bezeichnung „Oppelia oculata Beanv." auch auf 
diese Formen zu übertragen. Es könnte auch sein, dass die früher erwähnten Unterschiede durch 
die in d'Orbigny's Werken häufig anzutreffende idealisirende Darstellung nicht vollkommen 
erhaltener Exemplare bedingt oder aber auf grössere Variabilität dieser Art zurückzuführen wären. 
Vorderhand glaube ich den richtig-en Weg eingeschlagen zu haben, wenn ich die Czenstochauer 
Stücke mit einem neuen Namen bezeichne. 

Durch die Eigenschaft, dass sich die Sculptur mit zunehmendem Alter stetig verstärkt, 
schliesst sich Oppelia pseudoculata an jene Formenreihe an, als deren Typus Oppelia trachynota 
Opp. angesehen wird. A'on Oppelia callicera Opp. unterscheidet sie sich durch den Mang^el an 
Anschwellungen an der Theilungsstelle der Umbonalrippen. Ueberdies hat sie niedrigere dickere 
Windungen. 

In Czenstochau kommt sie in den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien nicht 
selten vor. 



[43] Uebcr die Jjirabildungen von Czenstochau in Polen. 117 

Oppelia n. f. indet. 

(Taf. XXV [I], Fig. 7.) 

In einem etwa ein Drittel eines Umganges betragenden Wohnkammerbruchstücke, welches 
sich durch sehr g'ute Erhaltung auszeichnet, liegt mir eine neue schöne, sehr charakteristische Form 
aus der Gruppe der Oppelia flexiiosa Münst. vor. Der Querschnitt ist nahezu kreisförmig. Die in der 
Mitte der Flanken liegende grösste Dicke der Windung^ steht nur um ein unbedeutendes ]\faass 
der Umgangshöhe nach ; die Seitenwandungen sind gleichmässig gewölbt. Die breite Externseite 
ist mit einer Reihe scharfer runder Knötchen versehen. An dem ziemlich engen Nabel nehmen 
kräftige, sehr scharfe, dabei aber dünne, in gleichen Entfernungen vertheilte Rippen ihren Anfang, 
deren man sieben auf dem Bruchstücke zählt. Sie sind massig geschwungen und setzen sich in 
der Regel ungespalten auf die Siphonalseite fort. Auf der äusseren Hälfte der Flanken schieben 
sich zwischen dieselben 3 — 4 ebenso scharfe und kräftige Einschaltungsrippen ein, hören aber in 
der Seitenmitte vollständig auf. Sehr bezeichnend ist das Aussehen der Rippen auf der Extern- 
seite. An den Aussenrändern der letzteren schwillt jede Rippe ausnahmslos zu einem schwachen 
runden Knötchen an; charakteristisch ist aber dabei, dass die Knötchen über die Breite der 
Rippen nicht hinaustreten, jedes Knötchen vielmehr als eine runde knopfartige Erhöhung der 
Rippe erscheint. In Folge dessen wird nun die Externseite von zwei marginalen Reihen knötchen- 
artiger Erhöhungen eingefasst, welche, da die letzteren sehr dichtgedrängt stehen, den Eindruck 
hervorrufen, als wäre die Begrenzung der Siphonalseite durch zwei Alarginalkanten gebildet. In 
Wirklichkeit ist dies aber durchaus nicht der Fall. Hinter den Knötchen schwächen sich die 
Rippen plötzlich ab ; ihre Verbindung mit der medianen Knötchenreihe kann nur bei sehr genauer 
Betrachtung beobachtet werden. 

Identificiren Hess sich dieses Stück mit keiner der bekannten Arten, und es unterliegt 
keinem Zweifel, dass es einer neuen Art angehört. Wegen unvollständiger Erhaltung musste 
von ihrer Benennung Umgang genommen werden ; das Fehlen des gekammerten Theiles des 
Gehäuses macht überdies die Erkennung der verwandtschaftlichen Beziehungen zu anderen Arten 
ziemlich schwierig. Es kann nur so viel gesagt werden, dass wir es mit einer Form aus der 
Gruppe der Oppelia flexitosa zu thun haben. ^Möglicherweise wäre sie noch am besten in der Nähe 
der Oppelia pseiidociilaia unterzubringen, mit der wenigstens in der Seitensculptur eine gewisse 
Aehnlichkeit besteht ; andererseits dürfen aber auch sehr bedeutende Abweichungen, welche sich 
namentlich in der Verzierung der Siphonalseite kundgeben, nicht ausser Acht gelassen werden. 

Das Stück stammt aus den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von Czenstochau. 

Oppelia paucirugata n. f. 

(Taf. XXVI [11], Fig. 3.) 

Das Gehäuse dieser kleinen Form ist flach, von unregelmässigem Umriss; es besteht aus 
schmalen, an den Seiten stark comprimirten, mit gerundeter Externseite versehenen Windungen, 
von denen die inneren einander so sehr umfassen, dass der Nabel fast ganz geschlossen erscheint. 
Der äussere Umgang, von welchem drei Viertel auf die Wohnkammer entfallen, tritt dagegen 
aus der Spirale heraus, und zwar streckt sich die erste Hälfte desselben unter einem so flachen 
Bogen nach vorwärts aus, dass auf der gegenüberliegenden Seite die vorherg-ehende Windung 
bis zur Hälfte aufgedeckt wird. An dieser Stelle erscheint dann auch die Wohnkammer, nach 
dem ersten Drittel ihrer Länge, plötzlich sehr stark geknickt. Sie verläuft weiter in einem eben- 



ii8 Btikoioski. [44] 

falls ganz flachen Bogen bis zur Mündung, an der sie die Externseite des vorhergehenden 
Umgangs gerade noch berührt, so dass die Flanken des letzteren ganz bloss liegen. Von der 
Knickung angefangen, die auf der Siphonalseite durch eine ziemlich scharfe Kante bezeichnet 
wird, nimmt die Wohnkammer auch einen anderen Querschnitt an. Die Windungshöhe wird kleiner, 
dafür aber die Dicke grösser. Die Seiten, welche früher vollständig abgeplattet erschienen und 
einander nahezu parallel liefen, sind nunmehr etwas stärker gewölbt. Auf dem Steinkerne lässt 
sich eine äusserst schwache Spur einer sehr seichten Flankenfurche beobachten, welche aller 
Wahrscheinlichkeit nach in ein Seitenohr auslief. Letzteres kommt auch auf einer Seite schwach 
angedeutet vor. Die Wohnkammer erscheint in ihrer ganzen Länge vollkommen glatt; auf dem 
gekammerten Theile des Gehäuses sieht man dagegen vereinzelte radiale Runzeln vom Nabel 
ausgehen. Sie verwischen sich aber bereits auf der Mitte der Seiten und treten überhaupt auf 
dem Steinkerne äusserst schwach hervor. 

Die Suturlinie ist im Verhältniss zu der geringen Grö.sse dieser Form stark zerschlitzt. 
Der Siphonallobus ist bedeutend kürzer als der erste Lateral, auf welchen dann noch drei kleine 
Seitenloben folgen. 

Die Dimensionen des abgebildeten Exemplars sind folgende : 

Durchmesser von der Knickung bis zur gegenüberliegenden Seite 13 mm 

Durchmesser von der Mündung über den Nabel bis zur gegenüberliegenden Seite 14'5 „ 

Höhe des Umgangs über der Naht vor der Knickung 6 „ 

Dicke vor der Knickung 3'5 ?> 

Höhe der Wohnkammer über der Naht an der Mündung 5 „ 

Dicke am Mundrande ' . 4'3 ;? 

Oppelia pmicirngata schliesst sich an zwei bekannte Arten gleich eng an, einerseits an 
die in den Cordatus-Schichten Westeuropas häufig vorkommende Oppelia scaphitoides Coquand, 
andererseits an eine von OpjDe] in den Kalkmergeln der Cordatus-Zone von Kobylany bei 
Krakau gefundene und unter dem Namen Avimonitcs polonicus Opp. angeführte Species. Unsere 
Kenntniss der letzteren beschränkt sich blos auf eine kurze Notiz des genannten Forschers ohne 
Abbildung (Oppel- Waagen, Ueber die Zone des Ammonites transvcrsarius, Benecke's Beiträge, 
I, 1866, pag. 12), in der jedoch die Hauptmerkmale so gut hervorgehoben sind, dass eine Ver- 
wechslung mit unserer Form kaum möglich sein dürfte. Wiewohl Oppelia paucirugata zu den beiden 
genannten Arten in sehr enger verwandtschaftlicher Beziehung steht und mit ihnen in der Mehr- 
zahl der Merkmale, namentlich in dem unregelmässigen Schalenumrisse und in der Knickung der 
Wohnkammer vollständig übereinstimmt, ist sie doch von denselben an der .Seitensculptur sehr 
leicht zu unterscheiden. Mit Oppelia scaphitoides Coquand hat sie die flachgedrückte Form des 
Gehäuses und die schmalen comprimirten Windungen gemein; während aber jene nach Coquand's 
Beschreibung ganz glatt ist, weder auf den inneren Windungen noch auf der Wohnkammer 
irgendwelche Art von Sculptur aufweist, sehen wir bei dieser die Flanken des gekammerten 
Theiles der Schale mit seltenen schwachen radialen Runzeln bedeckt. Bezüglich der Suturlinie 
wäre etwa noch zu bemerken, dass dieselbe bei der vorliegenden Art im Vergleich zur Suturlinie 
der Oppelia scaphitoides (Journal de Conchyliologie, 1853, pl. 14, Fig. 9), falls letztere von Coquand 
richtig wiedergegeben wurde, trotz der geringeren Dimensionen einen bedeutend grösseren Grad 
von Complication erreicht. 

Von diesen beiden Arten unterscheidet sich dann Oppelia polonica Opp. durch aufgeblähtere 
Windungen und gerundetere Seitenwandungen, von der vorliegenden aber hauptsächlich dadurch, 



[45] Ueber die Jitrabildungen von Czenstochau in Polen. iig 

dass bei ihr die inneren Umgänge ganz glatt erscheinen, dass aber dafür gegen das Ende der 
Wohnkammer, welche nahezu einen ganzen Umgang einnehmen soll, somit länger ist, radiale 
Runzeln auftreten. Dem ganzen Habitus nach müssen alle drei Formen in die Gruppe der Oppelm 
lingulata Quenst. eingereiht werden. 

Diese Art scheint in Czenstochau sehr selten zu sein; es liegt mir nur das eine abgebildete 
Exemplar vor. Dasselbe stammt aus den lockeren Kalkmergeln der unteren Oxfordstufe. 



Oppelia distorta n. f. 

(Taf. XXV [I], Fig. 4—6.) 

Das flach scheibenförmige Gehäuse ist aus schmalen, seitlich stark comprimirten Windungen 
zusammengesetzt, welche sich durch einen hohen, sehr charakteristischen Querschnitt auszeichnen. 
Die umbonale Hälfte der Windungen erscheint an den Seiten massig gewölbt; das Maximum der 
Wölbung liegt ungefähr im inneren Viertel der Flanken. Von hier fallen die Seitenwandungen 
ziemlich rasch gegen den Nabel ab, wobei eine ganz deutliche Nabelkante zur Ausbildung gelangt. 
Die äussere Hälfte der Windungen wird dagegen von ganz abgeplatteten ebenen Flächen 
begrenzt, welche ungefähr von der Mittellinie der Flanken geg-en die sehr schmale Externseite 
ziemlich stark convergiren. Etwas verschieden, doch im Ganzen nicht sehr abweichend, stellt sich 
uns die Querschnittsform an kleinen Individuen dar. Hier ist nämlich der Gegensatz zwischen der 
umbonalen und äusseren Hälfte der Umgänge weniger deutlich ausgeprägt. Die Windungen 
erscheinen nur ganz schwach gewölbt, die Wölbung erstreckt sich aber über einen grösseren 
Theil derselben, sie hört erst in der Nähe der Siphonalseite auf, worauf, ebenso wie an grösseren 
Exemplaren, ein geradliniger Verlauf der .Seitenwandungen gegen Aussen zu bemerkbar ist. 
Der Nabel ist massig weit, nur schwach vertieft. Die überaus schmale, von den Flanken durch 
ziemlich deutliche Marginalkanten abgegrenzte Siphonalseite trägt einen in zahlreiche Knötchen 
aufgelösten Kiel. Die Knötchen erscheinen sehr frühzeitig; an ganz kleinen Exemplaren von 
wenigen Millimetern im Durchmesser, sind sie bereits wohl entwickelt und nehmen rasch an 
Grösse zu. An ausgewachsenen Individuen werden sie sehr kräftig, stehen weiter auseinander und 
ändern sich zuletzt in unregelmässige scharfe Zacken um. In der halben Länge der Wohnkammer, 
welche genau drei Viertel eines Umganges beträgt, hören sie plötzlich auf. Mit dem Verschwinden 
der letzten, zug-leich grössten Zacke verlässt die Wohnkammer ein klein wenig die Spirale und erscheint 
sehr stark niedergedrückt. Ihre Seitenwandungen nehmen eine gleichmässige, dabei auch stärkere 
Wölbung an, während in der Flankenmitte eine seichte Furche zum Vorschein kommt. Die Mar- 
ginalkanten verwischen sich vollständig ; die Siphonalseite wird in Folge dessen gerundet und nimmt 
gegen die Mündung rasch an Breite zu. Nach dem Verschwinden der Zacken lässt sich auf dem 
geknickten Theile der Wohnkammer eine äusserst feine fadenförmige mediane Leiste verfolgen, 
die von der letzten Zacke ausgeht, sich jedoch vor der Mündung verliert. Wegen ihrer Zartheit 
tritt sie nur auf grösseren Stücken deutlicher hervor; ihre Spuren konnten aber auch an einigen 
Jug-endformen constatirt werden. Die Seiten des geknickten Theiles der Wohnkammer sind voll- 
kommen glatt; ebenso scheinen die ganz kleinen Individuen auf dem ganzen Gehäuse jeglicher 
Sculptur zu entbehren; bei letzteren ist dies aber höchst wahrscheinlich nur dem Umstände zu- 
zuschreiben, dass die Sculptur wegen ihrer Feinheit auf den durchwegs schlecht erhaltenen 
Steinkernen durch Corrosion verloren gegangen ist. Der normal eingerollte, nicht geknickte Theil 
des Gehäuses mittelgrosser sowie ausgewachsener Stücke weist dagegen eine sehr charakteristische 
Verzierung der Seitenwandungen auf, welche in rippenähnlichen, von den Zacken ausgehenden 



120 



Biikoivski. [46] 



Falten besteht. Die vordersten dieser Falten hängen bis über 'die Mitte der Flanken herab, die 
mehr nach rückwärts liegenden reichen jedoch nicht so tief, werden stetig kürzer und dürften 
sich schliesslich ganz verlieren, so dass es den Anschein hat, als wären die inneren Windungen 
ganz glatt. Diese .Sculptur konnte nur auf der ersten Hälfte der Wohnkammer und etwa noch 
auf den letzten Luftkammern in deutlicherer Ausbildung beobachtet werden. 

Die SuturHnie ist sehr einfach, der Siphonallobus erscheint niedrig, die vier seitlichen 
Loben sind sehr klein und äusserst schwach verzweigt. 

Was nun die Dimensionen dieser Form betrifft, so erlaubte der schlechte Erhaltungs- 
zustand fast sämmtlicher Stücke leider nicht, alle an einem der grösseren Exemplare zugleich zu 
ermitteln. Aus diesem Grunde sah ich mich genöthigt, blos einzelne Dimensionen von ver- 
schiedenen Exemplaren hier anzuführen, und zwar nur solche eines jeden Stückes, die genau 
messbar waren. Ein wegen corrodirter Oberfläche nicht zur Abbildung gelangtes grösseres 
Individuum zeigt bei dem Durchmesser von 37 mm eine Nabelweite von etwa 8 mm; die Höhe 
des Umgangs über der Naht beträgt an der Knickung 14 mm (o 37). 

Das in Fig. 5 abgebildete Exemplar weist folgende Dimensionen auf: 

Durchmesser von der Mündung bis zur gegenüberliegenden Seite 20 mm. 

Nabelweite 5'5 r» 

Höhe der Wohnkammer über der Naht am ]\Iundrande 8 „ 

Durchmesser von der Knickung- zur gegenüberliegenden Seite . . 17 „ 

Umgangshöhe über der Naht an der Knickung 8'2 „ 

Dicke vor der Knickung- annähernd 4 „ 

Die Dicke eines ganz kleinen Exemplars (Fig, 6), das 13-5 mm im Durchmesser zählt, 
beträgt in der Nähe der Mündung 3-5 mm, vor der Knickung 2 mm. 

Unter den zahlreichen Formen der Dentatengruppe zeigt die aus den unteren Tithon- 
bildungen stammende Oppelia colkgmlts O^)^- mit der vorliegenden Art die grösste Aehnlichkeit. 
Beide haben mit einander vor Allem die starke Knickung der Wohnkammer, welche in gleicher 
Weise in der halben Länge der letzteren mit dem Verschwinden der Knötchen zusammenfällt, 
gemein. Die Knickung ist aber bei unserer Form etwas schwächer. Ein weiterer Unterschied 
besteht darin, dass hier der Nabel etwas weiter erscheint. Die von den Zacken auf die Flanken 
herabgehenden Falten, welche bei dieser nur an grösseren Individuen beobachtet werden konnten, 
sind bei jener schon an ganz kleinen Exemplaren stark ausgeprägt und scheinen zuweilen über 
die Mitte der Flanken bis an den Nabel heranzureichen. Bei gleicher Grösse ist an Oppelia 
distorta keine Spur derselben zu sehen. Nebst der eigenthümlichen Form des Querschnittes bildet 
die fadenförmig-e, leistenähnliche Fortsetzung der Zacken auf dem geknickten Theile der Wohn- 
kammer ein ausgezeichnetes Unterscheidungsmerkmal allen anderen Formen gegenüber. Ausser 
der Oppelia collegialis O p p. wären etwa noch Oppelia macrotela O p p. und Oppelia dentata Rein, als 
ihr näherstehende Arten zu bezeichnen. Von vielen Formen unterscheidet sie sich durch das früh- 
zeitige Erscheinen der Knötchen sowie durch die Kleinheit und das Gedrängtstehen der letzteren 
an kleinen Individuen. 

Schliesslich möchte ich noch mit einigen Worten einer Erscheinung gedenken, die an der 
vorliegenden Art unser Interesse in hohem Grade erweckt. .Sie betrifft die Veränderungen an 
der Wohnkammer, namentlich die mit dem Heraustreten aus der Spirale verbundene Knickung 
der vorderen Hälfte derselben. Gelegentlich der Beschreibung der Oppelia minax habe ich hervor- 
o-ehoben, dass bei jener P^orm, analog der Mehrzahl der Ammoniten, die verzeichneten weit- 



[47] Uebcr die Jurabildimgen von Czenstocliati in Polen. 121 

gehenden Veränderungen nur in einem bestimmten AA'achsthumsstadium, bei einer bestimmten 
Grösse, sich einstellen. Ein anderes Verhalten zeigt dagegen diese Species. Die Knickung- der 
Wohnkammer und die dieselbe begleitenden Veränderungen in der Gestalt der Windung und 
in der Sculptur treten hier ganz unabhängig von der Grösse der Stücke auf. Wir haben Indi- 
viduen von 13 mm bis mehr als 37 mm Durchmesser, und alle ohne Ausnahme haben das gleiche 
Aussehen. In Anbetracht dessen muss noch einer Erwäg^ung unterzogen werden, ob man die 
kleinen Exemplare als Jugendformen zu betrachten berechtigt ist, oder ob dieselben nicht etwa, 
ebenso wie die grossen, für ausgewachsen anzusehen sind. 

Nimmt man nnin wirklich an. dass die kleinen .Stücke unausgewachsene Individuen \ov- 
stellen, was im ersten Augenblick wohl ganz natürlich erscheint, so erklärt man unter Einem die 
erwähnten Veränderungen, von denen zunächst die Knickung der Wohnkammer in Betracht kommt, 
für Merkmale, die vom Alter der Individuen ganz unabhängig zur Ausbildung gelangen. Um sich 
aber das weitere Wachsthum vorstellen zu können, muss man dann zu der Annahme einer theil- 
weisen Resorption der Wohnkammer, der hier die ganze vordere geknickte Hälfte der letzteren 
anheimfiele, greifen. Dass bei einer grossen Zahl von Ammonitenformen bei vorschreitendem 
Wachsthum Theile der Mundränder resorbirt wurden, ist eine bekannte Thatsache. Ebenso steht 
es fest, dass verschiedene Formen diesbezüglich ein sehr verschiedenes Verhalten zeigen, indem 
bald grössere, bald kleinere Theile des Mundrandes von der Resorption erg'riifen wurden. Im 
Gegensatz zu solchen Arten kennt man aber auch Beispiele, von denen das merkwürdigste in 
Lytoceras imuiaiic O p p. vorliegt (M. Ne u m a y r, Ueber die Mundöffnung des Lytoceras iimnanc O p p. 
Beiträge zur Paläont. von Oesterreich-Ungarn, 1883, pag. 87), wo sich die Mundränder unver- 
ändert in ihrer ursprünglichen Lage, in gleichen, den Stillstandsperioden während des Wachsthums 
entsprechenden Abständen auf dem Gehäuse erhalten haben. Es unterliegt keinem Zweifel, dass 
die auf dem Gehäuse vieler Formen auftretenden Einschnürungen Reste alter Mundränder sind 
und der Einschnürung der Wohnkammer knapp vor der Mündung entsprechen. Bei solchen 
Formen kann selbstverständlich von einer weiter nach rückwärts sich erstreckenden Resorption 
nicht die Rede sein ; es wurde hier eben nur der äusserste Rand der Mündung resorbirt. Aber 
selbst bei diesen umfasst die Resorption, wie aus den Untersuchungen von Teisseyre (Die Ce- 
phalopodenfauna der Ornatenthone im Gouv. Rjäsan, pag. 71 — 87) über russische Perisphincten 
hervorgeht, theils kleinere, theils grössere Theile des Mundrandes. Man sieht wohl aus Allem 
dem, dass eine allgemeine Regel für diese Vorgänge nicht gefunden werden kann, indem es sich 
herausstellt, dass sich diesbezüglich selbst unter Formen, die derselben Gruppe angehören, 
Verschiedenheiten constatiren lassen. Ein Fall aber, in dem die Wohnkammer bis zur Hälfte 
resorbirt würde, ist bis jetzt meines Wissens nicht bekannt. Die Möglichkeit einer so weit zurück- 
greifenden Resorption müsste bei Oppelia distorta entschieden 'zugegeben werden, falls man die 
kleinen Exemplare als Jugendformen auffassen wollte. Nachdem uns jedoch zur Beurtheilung 
dessen, ob ein solcher Vorgang hätte stattfinden können, irgendwelche positive Anhaltspunkte 
gänzlich fehlen, ist es nothwendig, von weiteren diesbezügiichen Erörterungen, die nur in das 
Gebiet von Muthmaassungen gehören würden, abzusehen. Es muss übrigens hinzugefügt werden, 
dass Oppelia distorta nicht die einzige Art ist, bei welcher diese Fragen in Betracht kommen. 

Bei der Annahme, dass die kleinen Exemplare, analog den grossen, ausgewachsenen In- 
dividuen angehören, stösst man gleichfalls auf einige ,Schwierigkeiten. Es könnte wohl zunächst 
daran gedacht werden, die verschiedene Grösse der Stücke auf sexuelle "\'erschiedenheit zurück- 
zuführen. Dem stellt sich jedoch der Mangel einer folgerichtig zu erwartenden Beständigkeit in 
den Grössenunterschieden entgegnen; es müsste wohl zu bemerken sein, dass ein Theil der 



122 Bukowski. [48] 

Exemplare klein bleibt, gewisse Grenzen in der Grösse nicht überschreitet, während der Rest 
sich durch bedeutendere, aber auch nur wenig schwankende Dimensionen auszeichnet. Hier sieht 
man aber im Gegentheil, dass eine continuirliche Reihe von den kleinsten bis zu den grössten 
Formen besteht. Die Annähme sexueller Verschiedenheit erweist sich demgemäss im vorliegenden 
Falle als unanwendbar, und es bleibt schliesslich nur übrig, ohne Rücksicht auf dieselbe alle 
Exemplare für ausgewachsene Individuen zu erklären. Es ist eine bekannte, häufig wiederkehrende 
Thatsache, dass eine und dieselbe Art, je nach der Localität, bei verschiedener Grösse ihre Reife 
erlangt. Vor Allem scheinen die Dimensionen der Formen nicht selten von der Beschaffenheit 
des .Sedimentes, in dem sie gefunden werden, abzuhängen. Die vorliegenden Stücke der Oppelia 
distorta stammen jedoch sämmtlich aus demselben Lager ; es könnte daher als etwas befremdend 
bezeichnet werden, dass die Grösse der ausgewachsenen Individuen bei gleichen Bedingungen in 
dem Maasse schwankend wäre, wie sich dies bei der vorliegenden Art in der That zeigt. Eine 
Entscheidung ist, wie man sieht, in diesen Fragen sehr schwer zu treffen; meine Ansicht geht 
aber dahin, dass die zuletzt gemachte Annahme, dass alle Stücke ausgewachsene Individuen vor- 
stellen, wegen der geringsten, ihr sich entgegenstellenden Schwierigkeiten vorderhand noch 
die plausibelste sei. Dass alle Exemplare derselben Species angehören, darüber kann es keinen 
Zweifel geben. Eine lediglich auf Grössenunterschiede sich stützende Aufstellung von neuen 
Arten scheint mir überhaupt nicht zulässig; in diesem Falle, wo viele Grössengrade vorhanden 
sind, ist sie sogar gänzlich ausgeschlossen. 

Oppelia distorta kommt im unteren Oxfordien von Czenstochau häufig vor. Leider lässt 
bei der Mehrzahl der Stücke der Erhaltungszustand viel zu wünschen übrig. Von den mir vor- 
liegenden grösseren ganzen Exemplaren eignet sich keines für die Abbildung; ich sah mich 
daher veranlasst, nur ein grösseres Bruchstück abzubilden, an dem die Merkmale noch am deut- 
lichsten wahrzunehmen sind. 

Bemerkung: In Fig. 4 a soll die Nabelkante viel deutlicher hervortreten. 



Oppelia crenata Brug. 

(Taf. XXVp], Fig. 8— lO). 

7g I. Ammonites crenatus Bruguiere, Encycl. meth. I, pag. 37. 

847. Amtnonites crenatus d'Orbigny, (pars), Paleont. fran9. terr. jurass., pag. 521, pl. 197, Fig. 5, 6. 

858. Ammonites dentatus Quenstedt, (pars), Jura, pag. 615, Tab. 76, Fig. 6 (non Fig. 7, 8). 

863. Ammonites crenatus Oppel, Paläontologische Mittheilungen, pag. 203. 

870. Ammonites crenatus F. Roemer, Geologie von Oberschlesien, Tab. 22, Fig. 7. 

Es wäre wohl überflüssig, an dieser Stelle eine Beschreibung dieser Art zu geben, da 
letztere zufolge ihres häufigen Vorkommens in der unteren Abtheilung der Oxfordbildungen 
Westeuropas, für welche sie geradezu als ein Leitfossil angesehen werden darf, bereits seit 
Langem gut bekannt und an der Hand der von Oppel gegebenen ausgezeichneten Charakteri- 
sirung von den verwandten Formen sehr leicht zu unterscheiden ist. Ich möchte hier nur in Kürze 
auf einige Eigenthümlichkeiten aufmerksam machen, die sich an den mir vorliegenden Exemplaren 
der Beobachtung darbieten, und die mir noch nicht genügend hervorgehoben zu sein scheinen. 
Sie betreffen zunächst eine geringe, doch nicht leicht zu verkennende Variabilität in Bezug auf 
die Zähnelung und die Form der Windungen. 

Vor Allem lassen sich Verschiedenheiten in der Wölbung der Flanken constatiren. Es 
gibt einerseits Exemplare mit etwas stärker aufgeblähten Seitenwandungen und steilerem Abfall 
gegen die Naht, andererseits findet man auch solche, deren Umgänge fast ganz abgeplattete 



[49] Ucbcr die Jitrabildungoi von Czensioclum in Polen. 



123 



Seiten haben. Die Grenzen, zwisclien denen^ dieses Merkmal variirt, liegen jedoch nicht sehr weit 
auseinander. Hinsichtlich der Zähnelung wäre zu bemerken, dass bei gleichem Durchmesser die 
Zacken bald zahlreicher und kleiner, bald grösser und seltener erscheinen. An einigen Indi- 
viduen mit vollständig erhaltener Wohnkammer sieht man, dass die Zähnchen fast bis an die 
Mündung heranreichen; sie werden zwar gegen das Ende der Wohnkammer kleiner, hören jedoch 
erst in ganz kurzer Entfernung vor dem Alundrande auf, wie dies auch in der d'Or bigny'schen 
Abbildung (1. c.) richtig zur Darstellung gelangte. Letztere habe ich theils aus diesem Grunde, 
theils weg'en des weiten Nabels in die Synonymie aufgenommen, obwohl Oppel viel mehr geneigt 
war, dieselbe mit der Oppelia Renggeri Opp. zu vereinigen. Die von Quenstedt gegebene Ab- 
bildung eines aus den Schichten an der Lochen (7), der Zone des Peltoceras biinammatiun, 
stammenden Exemplars muss gleichfalls hieher gerechnet werden. Es zeigt sich ferner, dass die 
Zähnchen auf der Wohnkammer bald zeitiger, bald später verschwinden, so dass die Länge des 
glatten Wohnkammerendes nicht unbeträchtlichen Schwankungen unterliegt ; im Allgemeinen 
kann aber gesagt werden, dass hier die Zähnchen bedeutend länger andauern als beispielsweise 
bei Oppelia deiitata Rein. 

An einigen Stücken (Steinkernen) haben sich auch Spuren schwacher Sculptur erhalten. 
Es sind dies feine niedrige, in ziemlich weiten Abständen stehende Sichelrippen, die in der 
Flankenmitte, wo sie deutlicher werden, eine weit nach vorn reichende starke Kniebiegung 
machen. Auf der äusseren Hälfte der Seiten sind sie kräftig sichelförmig ausgebogen und setzen 
sich auf die Siphonalseite bis zu den Zähnchen fort. Rippentheilung- scheint wenigstens in der 
Flankenmitte nicht vorzuliegen, dagegen ist es wahrscheinlich, dass dieselbe in der Nähe der 
Externseite stattfindet, wie man aus der grösseren Zahl der Rippenspuren daselbst zu schliessen 
berechtigt ist. Diese Verzierung ist, wie gesagt, überaus schwach und undeutlich, sie dürfte bei 
der überwiegenden Mehrzahl der Exemplare durch Abreibung verloren gegangen sein. Der 
Mundsaum trägt Seitenohren, welche auf schmalen, schief nach abwärts gerichteten Stielen 
aufsitzen. 

Die Suturlinie ist ziemlich verzweigt und zeigt nebst dem Siphonallobus und den beiden 
Lateralloben noch drei Auxiliaren. 

Hinsichtlich der Unterschiede von Oppelia Renggeri O-^^^. und Oppelia dentata Rein, ver- 
weise ich auf die trefflichen Ausführungen Oppel's. 

In Czenstochau kommt Oppelia crenata in den Oxfordkalkmergeln sehr häufig vor. 

Bemerkung: Der Ohrenstiel ist in der Abbildung (Fig. 9) irrthümlicherweise so dar- 
gestellt, als ob mit demselben die Bildung des Seitenohrs ihren Abschluss nehmen würde. In Wirk- 
lichkeit ist aber bei diesem Stücke nur der grössere Theil desselben erhalten, während das Ohr 
selbst fehlt. Er soll überdies bedeutend mehr nach abwärts gerichtet sein. 

Oppelia Paturattensis Greppin. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 10—13.) 
1870. Ammonites Paturattensis Greppin, Jura Bernois, Mat. p. 1. carte geol. d. 1. Suisse, VIII, pag. 341, pl. 2, Fig. 3. 

Oppelia Paturattensis erreicht nur eine geringe Grösse. Die grössten Exemplare haben mit 
vollständig erhaltener Wohnkammer, welche nahezu drei Viertel des letzten Umgangs einnimmt, 
28 mm im Durchmesser; die Mehrzahl bleibt jedoch kleiner. Die ziemlich rasch anwachsenden 
Windungen sind in der Regel an den Seiten zusammengedrückt, nur selten sehr schwach aufgebläht ; 
ihre grösste Dicke liegt im äusseren Theile der Flanken, in der Nähe der Siphonalseite. Sie 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 15 



124 



Bjiko-ivskt. [50] 



schliessen einen sehr engen Nabel ein, dessen AVeite bei den grössten Stücken etwa 2 mm beträgt. 
Die Dicke der Umgänge ist nicht constant, variirt vielmehr nicht unbeträchtlich. Von zwei Exem- 
plaren mit gleichem Durchmesser (ig mm) hat das eine eine Dicke von 7 mm, das andere eine 
von 8 mm; dabei beträg-t die Höhe über der Naht gemessen bei ersterem io'5 mm, beim zweiten 
10 mm. Es lässt sich im Allgemeinen die Beobachtung machen, dass die dickeren Formen weniger 
aufgeblähte, mehr comprimirte Umgänge besitzen, den schlankeren Individuen dagegen etwas ge- 
wölbtere Seitenwandungen zukommen, wobei die Nabelgegend tiefer eingesenkt erscheint. Da 
die Mehrzahl der Steinkerne stark corrodirt ist, tritt die Sculptur nur an wenigen Stücken deut- 
licher hervor. Die Sichelrippen, welche die Seitenwandungen und die gerundete Externseite dicht 
bedecken, beginnen am Nabel als sehr feine schwache Hauptschäfte und sind auf der umbonalen 
Hälfte der Flanken sehr undeutlich. Sie spalten sich zumeist in der Nähe der Siphonalseite, 
manchmal aber auch etwas tiefer. In der Medianlinie der letzteren stossen sie mit den von der 
entgegengesetzten Seite kommenden unter einem stumpfen Winkel zusammen. An einigen Stücken 
bemerkt man überdies bei genauer Betrachtung, dass sich zwischen diesen noch äusserst feine, 
fadenförmige Rippen einstellen, die jedoch ausnahmslos auf die Externseite beschränkt bleiben 
und sich entweder als wahre Einschaltungsrippen ohne A^erbindung mit den Umbonalschäften 
darstellen oder durch nochmalige Spaltung als linienartige Zweige aus den Secundärrippen her- 
vorgehen. An vielen Exemplaren findet man keine Spur derselben, wie denn überhaupt auch be- 
züglich der Berippung eine nicht geringe Variabilität zu constatiren ist. Es gibt einerseits Formen 
mit feinerer, dichterer Sculptur, andererseits solche, bei denen die Rippen gröber und minder 
zahlreich erscheinen. Gegen das Ende der Wohnkammer, deren vorderster Theil dadurch, dass er 
die Spirale verlässt, den Nabel zuletzt etwas erweitert, kommt in der Mittellinie der Siphonal- 
seite ein bald breiterer und niedrigerer, bald höherer und schmälerer, über die Seitentheile sich 
nur wenig emporhebender Kiel zum Vorschein, der bis an das Ende des spitz auslaufenden Extern- 
lappens fortsetzt. Die Rippen erzeugen auf demselben eine schwache, aber dichte Querfaltung. Der 
Mundrand ist von dem Rest des Gehäuses durch eine tiefe glatte Einschnürung getrennt; er ist 
sichelförmig, ohne Ohren, sein umbonaler Abschnitt normal, nicht umgeschlagen, der übrige Theil 
desselben bis zur Spitze des Externlappens dagegen stark nach aufwärts zurückgebogen. Der 
Querschnitt der Umgänge an der Mündung ist bei den schlankeren Formen mehr gerundet, nach 
unten zu schmäler, bei den dickeren zeigt er wieder mehr die Form eines an den Kanten abge- 
rundeten Vierecks. 

Die Lobenlinie ist trotz der Kleinheit der Exemplare ziemlich verzweigt. Zwischen dem 
Siphonallobus und der Naht lassen sich 4 seitliche Loben unterscheiden. 

Von der nächstverwandten Art, der Oppelia Gessncri Opp., unterscheidet sich Oppelia 
Paturatteiisis durch den engeren Nabel, der sich bei der ersteren mit dem Beginne der Wohn- 
kammer stärker als bei dieser erweitert, ferner durch die Kürze des siphonalen Kieles. Während 
nämlich letzterer bei Oppelia Gessneri sich über den grösseren Theil der AVohnkammer ausdehnt 
und dabei bis an's Ende mit kräftigen Querfalten bedeckt ist, entsteht er bei dieser Art erst 
kurz vor dem Ende der AVohnkammer, und die schwache Querfaltung beschränkt sich blos auf 
den vor der Einschnürung liegenden Theil desselben, der Rest bleibt dagegen glatt. Der umge- 
schlagene Mundsaum, der spitze Externlappen und die ziemlich breite Einschnürung vor der 
Mündung bilden weitere wesentliche Unterscheidungsmerkmale gegenüber der Oppelia Gessneri Opp. 

Greppin führt Oppelia Paturattensis aus den Oxfordkalken von Paturatte in den Franches 
Montagnes an. In Czenstochau gehört sie zu den sehr häufig- vorkommenden Formen der lockeren 
Kalkmergel des unteren Oxfordien. 



[51] lieber die Jjtrabildungen von Czenstoclian tu Polen. 125 

Bemerkung-: In Fig. \ob soll der -Externlappen länger und spitzer sein. Bei den Exem- 
plaren Fig. 12« und Fig. 13 ist der Nabelrand des Wohnkammerendes abgebrochen. Dies hat zur 
Folge, dass die mit dem Heraustreten des Umgangs aus der Spirale verbundene Erweiterung des 
Nabels in den Abbildungen viel zu gross erscheint. 



Sphaeroceras insociale n. f. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 14.) 

Diese kleine Art hat im ausgewachsenen Zustande etwa ig mm im Durchmesser von der 
Mündung bis zur gegenüberliegenden Seite. Die inneren Windungen sind sehr involut, so dass der 
Nabel nur ganz unbedeutend erscheint; erst mit dem Beginne der Wohnkammer, welche nahezu drei 
Viertel eines Umganges einnimmt, erweitert sich der Nabel beträchtlich, indem erstere die Spirale 
verlässt. An der Alündung ist der vorhergehende Umgang zum grösseren Theile blossgelegt. Die 
Windung-en sind dick, massig hoch, an den Seiten ganz schwach abgeflacht; sie wachsen in die 
Dicke bis zu dem ^Momente, wo sich die Wohnkammer zu verjüngen beginnt, was ungefähr in 
ihrer halben Länge stattfindet. Der Mundrand ist nicht erhalten. Die kräftige Berippung ist sehr 
unregelmässig. Die groben breiten, nicht geschwungenen Hauptrippen beginnen am Nabel, stehen 
in ungleichen Entfernungen von einander und sind bald mehr, bald weniger nach vorn geneigt; 
zuweilen verlaufen sie auch radial. Sie spalten sich in verschiedener Höhe der Flanken, meistens 
doch in ihrer Glitte in zwei kräftige Secundärrippen, die in geradem Verlaufe die Externseite 
übersetzen. Einzelne Rippen bleiben ungespalten; manchmal schalten sich wieder Zwischenrippen 
ein, welche bis zur halben Flankenhöhe herabgehen. Auf dem sich verjüngenden Theile der 
Wohnkammer werden die Rippen noch gröber und erscheinen besonders auf der Siphonalseite in 
der Nähe des Mundrandes scharf und hoch. Die Wohnkammer ist somit bis an ihr verengtes 
Ende mit ähnlichen Rippen bedeckt wie der gekammerte Theil des Gehäuses. 

Die Lobenlinie ist unbekannt. 

Als die am nächsten verwandte Form erweist sich Sphaeroceras viicrostotna d'Orb. aus 
dem braunen Jura. Sphaeroceras insociale unterscheidet sich von demselben vor Allem durch die 
bedeutend geringeren Dimensionen. Die sehr unregelmässige grobe Berippung gibt einen weiteren 
Anhaltspunkt zu seiner Unterscheidung ab. 

In den lockeren Kalkmergeln der unteren Oxfordstufe von Czenstochau ist diese Art sehr 
selten. Es wurde nur das eine, hier abgebildete Exemplar gefunden. 



Macrocephalites lamellosus Sow. 

(Taf. XXVI [II], Fig. lg.) 

1840. Ammonites lamellosus Sowerby, Transact. geol. Soc. London, Vol. V, pl. 23. (and expl.) 
1875. Stephanoceras lamellosiim Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pag. 122, pl. 33, Fig. i. 

Diese ziemlich seltene Form des indischen Jura hat sich in Czenstochau im Horizont mit 
Macrocephalites macrocephaliis in einem Exemplar vorgefunden. Dasselbe ist leider nicht vollständig 
erhalten; es besteht blos aus einem halben Umgang, der über loo mm im Durchmesser zählt. 
Ich habe es trotz seines ungünstigen Erhaltungszustandes abgebildet, da es doch die meisten 
Merkmale deutlich erkennen lässt und bedeutendere Dimensionen erreicht als das der Waage n'- 
schen Abbildung zu Grunde gelegte Stück. Der Nabel ist massig weit und dürfte hier annähernd 
24 mm betragen; er ist also im Verhältniss zum Durchmesser ebenso weit wie bei den durch 

15* 



126 Bukoivski. [52] 

Waagen gemessenen Exemplaren. Der Querschnitt der "Windungen, die nach dem genannten 
Autor in der Jugend sehr dick sind und erst im späteren Alter rasch an Höhe zunehmen, ist 
höher als breit. Die Seiten sind etwas atageplattet, die Externseite ziemlich breit, gerundet. Ich 
muss gleich hier bemerken, dass in der Abbildung der vordere Theil des Umgangs zu hoch er- 
scheint, da das Exemplar an dieser Stelle zusammengedrückt ist. Die richtige Windungshöhe ist 
nur zu Anfang des rückwärtigen Abschnittes zu sehen. Die Nahtfläche fällt steil gegen den Nabel 
ein und scheint, wenn das Individuum ausgewachsen ist, eine deutlichere Nabelkante aufzuweisen 
als in der Tugend. Die Berippung ist sehr charakteristisch. Die Rippen beginnen am Nabel, sind 
kräftig, nicht sehr zahlreich und erscheinen auch an diesem Stück, obwohl es nur ein Steinkern 
ist, sehr hoch und ziemüch scharf. Sie verlaufen theils gerade, theils in etwas geschwungener 
Linie bis zur Theilungsstelle. Die ausgebogenen Rippen überwiegen gegen das Ende der Wohn- 
kammer, und es scheint,' als wäre hier eine Ausbiegung der Hauptrippen nach rückwärts Regel. 
Auch aus der Abbildung bei Waagen geht hervor, dass die Rippen im Alter etwas mehr 
geschwungen sind. Etwas unterhalb der Flankenmitte spalten sie sich in zwei oder drei secundäre 
Aeste. Statt der Spaltung erfolgt im späteren Wachsthumsstadium auch Einschiebung. Ueber die 
Siphonalseite verlaufen sie in geraden Linien, nur an jungen Stücken soll daselbst nach Waagen 
eine Ausbiegung stattfinden. Mit Ausnahme des Merkmales, dass auf unserem Exemplar gegen 
das Ende des Umgangs die Umbonalrippen mehr ausgebogen sind, ist die Berippung jener in der 
Abbildung bei Waagen so ähnlich, dass an der Identität beider Stücke nicht gezweifelt werden kann. 

Die Lobenlinie ist bis jetzt unbekannt. Das vorüegende Bruchstück gehört ganz der Wohn- 
kammer an. 

Im indischen Jura findet sich Macrocephalitcs lavicUosus Sow. in den Macrocephalus- 
Schichten ziemlich selten vor. N i k i t i n citirt ihn auch aus dem russischen Jura und zwar aus dem 
unteren Kelloway von Kostroma und Elatma. Ueber seine verwandtschaftlichen Verhältnisse 
haben bereits Waagen und Nikitin eingehend berichtet. 

Macrocephalites pila Nik. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 17.) 
1886. Macrocephalites pili Nikitin, Der Jura von Elatma, II, pag. 10, Tab. YIII(X), Fig. 45, 46. 

Ein kleines, aus der obersten Bank des Doggers von Czenstochau stammendes Exemplar, 
welches bis an's Ende gekammert ist und einen Durchmesser von nur 32 mm besitzt, stimmt .-mit 
der von Nikitin unter diesem Namen aus dem unteren Kelloway von Elatma beschriebenen Form 
gut überein. Die wenigen Unterschiede, welche ich im Folgenden anführen werde, sind so gering- 
fügig, dass sie ein Hinderniss für ihre Identificirung nicht abgeben können. Das Gehäuse ist 
nahezu kugelig. Die Windungen, welche an der Aussenseite stark zusammengedrückt erscheinen, 
sind dreimal so breit als hoch und umfassen einander bis auf eine ganz schmale umbonale Fläche^ 
wodurch ein enger, sehr tiefer Nabel erzeugt wird. Die Nahtfläche fällt gegen den letzteren fast 
senkrecht ab. Eine Nabelkante ist wenigstens bei dieser Grösse nicht angedeutet. Die ziemlich 
kräftige und dichte Sculptur besteht aus zahlreichen, vom Nabel ausstrahlenden Umbonalrippen, 
welche in der Regel radial verlaufen und sich noch auf der inneren Hälfte der Seiten in drei 
oder zwei Aeste spalten. Die Zweigrippen übersetzen die Externseite in geraden Linien. Ein 
geringer Unterschied in der Berippung gegenüber der Atabildung taei Nikitin besteht darin, dass 
hier neben der Dreitheilung ebenso häufig eine Zweitheilung der Rippen vorkommt, während an 
dem russischen Stück die Hauptrippen vorwiegend in drei Secundärzweige gespalten erscheinen. 



[53] Ucbcr die Jiirabildiingen von Gzenstocliaii, in Polen. 127 

Auch die schwachen Anschwellungen der Uijibonalrippen vor der Spaltung, welche letzteres aus- 
zeichnen, treten hier weniger deutlich hervor. Es wäre überdies noch hervorzuheben, dass unsere 
Form etwas dichtere Berippung aufweist. Diese geringen Unterschiede, welche allem Anscheine 
nach theils auf Variabilität, theils auch auf verschiedene Erhaltungsweise der Stücke sich zurück- 
führen lassen, sind meiner Ansicht nach zur Abtrennung beider Formen unzureichend, umsomehr, 
als beide in den übrigen Merkmalen sehr gut mit einander übereinstimmen. 

Die Lobenlinie gleicht fast vollständig der bei Nikitin abgebildeten. Sie zeiget die 
Charaktere der Suturen von Formen aus der Gruppe des Macrocephalites tinnidus Rein. Der 
Externsattel wird durch drei secundäre Loben getheilt, von denen der mittlere im Verhältnisse 
zu den anderen sehr klein ist. Von den beiden seitlichen ist der an der Seite des Hauptlateral- 
lobus gelegene der grössere. Ebenso verhält sich der erste Lateralsattel, indem der mittlere 
Secundärlobus ganz winzig erscheint, in der Abbildung der Lobenlinie des russischen Exemplars 
sogar vollständig fehlt. Der Siphonallobus ist hoch, stämmig, ziemlich stark verzweigt, der erste 
Lateral niedriger, sehr unsymmetrisch ausgebildet ; beide entsprechen genau der Zeichnung bei 
Nikitin. Auf diese folgen dann noch zwei kleinere Seitenloben; die Suturlinie verläuft im Radius 
der Involutionsspirale. 

Die Dimensionen sind folgende: 

Durchmesser 32 mm . . (^i-) 

Weite des Nabels 6 „ . . o'iS. 

Höhe des Umgangs über der Naht 13 „ . . 0^40. 

Höhe des Umgangs in der Windungsebene. .... S'5 ,, . . 0'26. 

Dicke 25 .. . . 078. 

Diese Art schliesst sich, wie Nikitin richtig hervorhebt, am nächsten an Macrocephalifcs 
tiunidns Rein, an, unterscheidet sich aber von demselben vorwiegend durch die an der Extern- 
seite mehr zusammengedrückten breiteren Windungen, durch das Fehlen einer scharfen Nabel- 
kante und die höhere, schmälere Gestalt der Loben und Sättel. Macrocephalites chrysoolithicus 
Waag. hat, abgesehen von dem höheren Windungsquerschnitte, breitere, mehr geschwungene 
Rippen. Von der indischen Oxfordform, dem Macrocephalites suhttmiidns Waag., der in die näm- 
liche Gruppe gehört, kann Macrocephalites pila sofort unterschieden werden an dem engeren 
Nabel, den höheren, gerundeten Windungen, vor Allem aber an der Lobenlinie, welche bei dem 
ersteren im Gegensatz zu diesem einen Winkel mit dem Radius der Einrollung bildet. Sehr nahe 
verwandt mit der vorliegenden Species scheint auch Macrocephalites Zirkeli St einm. (Neues 
Jahrb. für Min. etc., Beilage-Band I, 188 1, pag. 269, Tab. XII, Fig. 5) aus dem Jura von Caracoles 
zu sein. Die gleiche Rippentheilung und der gleich tiefe Nabel fallen besonders auf, doch hat 
derselbe einen im Verhältniss zur Breite höheren AVindungsquerschnitt, während die mehr ge- 
schwungenen Umbonalrippen eher an Macrocephalites chrysoolithicus Waag. erinnern. 



Macrocephalites f. indet. 

(,Taf. XXVI [II], Fig. 16.) 

Aus dem unteren Oxfordien von Czenstochau liegt mir ein sehr kleines Exemplar eines 
Macrocephalites vor, welches specifisch nicht bestimmbar ist, das aber insofern unser Interesse 
beansprucht, als die Vertreter dieser Gattung in den Oxfordbildungen Europas im Gegensatz zu 
ihrer grossen verticalen Verbreitung in Ostindien, wo sie bis in die obersten Schichten der 



128 -Bukoivski. [54] 

Oxfordstufe hinaufgehen, zu den grössten Seltenheiten gehören. Das Stück hat eine kugelige 
Gestalt und ist mit einem sehr engen, tiefen Nabel versehen, gegen den die Nahtfläche senkrecht 
abfällt. Die Umgänge sind an der Externseite zusammengedrückt, dreimal so breit als hoch. Die 
Rippen beginnen unterhalb der abgerundeten Nabelkante, verlaufen radial und spalten sich im 
inneren Theile der Flanken in zwei Secundärrippen, zu denen sich noch einzelne unverbundene 
Einschaltungsrippen gesellen. Sie übersetzen die Siphonalseite in geraden Linien. Die Umbonal- 
rippen sind in der Nabelgegend etwas angeschwollen ; ebenso verdicken sich etwas die Secundär- 
rippen auf der Externseite. Auch ein Theil der Wohnkammer hat sich an diesem Exemplar 
erhalten. 

Im Folgenden sind die messbaren Dimensionen angegeben: 

Durchmesser 14 mm . . (= i.) 

Weite des Nabels 2 „ . . o'i4. 

Grösste Dicke 12 „ . . 0-85. 

Von der Lobenlinie waren nur geringe Spuren zu sehen, weshalb es nicht gelingen konnte 
auszuforschen, ob diese Form sich ähnlich verhält wie die indischen Oxfordformen, welche sich 
fast insgesammt von den Doggerarten in den Suturen dadurch unterscheiden, dass die Kammer- 
scheidewände von der Richtung des Radius der Spirale ablenken. Bei der Kleinheit dieser Form 
lässt sich auch in Bezug auf ihre nächste Verwandtschaft nichts Bestimmtes sagen. Obzwar es 
sehr wahrscheinlich ist, dass dieses Stück einer neuen Art angehört, so musste doch von einer 
Benennung Umgang genommen werden, da nach diesem einzigen Exemplar nicht sicher ent- 
schieden werden kann, ob dasselbe die Jugendform einer bedeutendere Dimensionen erreichenden 
Art darstelle, oder ob es bei diesem Durchmesser schon für ausgewachsen und als ein degenerirter 
Nachkomme der Formen aus dem braunen Jura zu betrachten sei. 

Bemerkung: Das besonders charakteristische Merkmal dieser Form, der sehr tiefe 
Nabel, tritt in der Abbildung nicht genügend hervor. 



Cardioceras cordatum So"W. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 20 und 23.) 

1813. Ammonites cordatus Sowerby, Mineral Conchology, pag. 37, pl. 17, Fig. 2 — 4. 

1837. Ammonites amaltheus Pusch, Paläontologie Polens, Tab. 14, Fig. 4. 

1842. Ammonites cordatus d'Orbigny, (pars), Paleont. fran9. terr. jurass., pag. 514, pl. I94, Fig. I. (?) 

1845. Ammonites cordatus d'Orbigny, (pars), M. V. K. Geologie de la Russie, pag. 432, pl. 34, Fig. I — 2. 

1870. Ammonites cordatus F. Roemer, Geologie von OberscWesien, Taf. 22, Fig. 3; Taf. 24, Fig. 2. 

S78. Amaltheus cordatus Bayle, Explic. d. 1. carte g6ol. d. 1. France, pl. 95, Fig. I, 2, 4. 

38r. Amaltheus cordatus Nikitin, Juraablagerungen an der oberen Wolga, pag. 55. 

383. Cardioceras cordatum Lahns en. Die Fauna der jurass. Bildungen des Rjäsan'schen Gouv,, pag. 48, Tab. 5, Fig. I — 2. 

883. Cardioceras m. f. cordatum-excavatum Teisseyre, Cephalopoden der Ornatenthone im Gouv. Rjäsan, pag. 3, 
Taf. I, Fig. I. 

Durch die wichtigen Untersuchungen, welche Nikitin an dem reichhaltigen, durch be- 
sonders gute Erhaltung sich auszeichnenden Material des russischen Jura angestellt hat, wurde 
schliesslich die Stellung der Gattung Cardioceras Neum. und Uhl. unter den Ammoniten ermittelt. 
Der genannte Paläontolog hat wiederholt in seinen Publicationen die Verwandtschaft derselben 
mit der Gattung Cadoceras Fisch, und durch diese mit gewissen Formen der Gattung Sfephanoceras 
betont. In einer seiner letzten Abhandlungen (Nikitin, Der Jura der Umgegend von Elatma II, 
pag. 1 2) spricht er sich direct dahin aus, dass ein längeres Festhalten an der üblichen Einreihung 



[55] Uebcr die Jiirahildungeii von Czenstochaii in Polen. 129 

des Cai-dioceras in die Gruppe der Amaltheen durchaus nicht begründet ist, indem sich thatsäch- 
lich zahlreiche Uebergänge einerseits zwischen Siephanoceras und Cadoceras, andererseits zwischen 
dem letzteren und der Gruppe der Cordaten, und zwar der von ihm mit dem Untergattungsnamen 
„Quensiediiceras" belegten Abtheilung derselben, der Reihe des Cardioceras Lambert, finden. 
Diese Thatsachen wurden neuerlich durch Neumayr vollinhaltlich bestätigt. (Ueber ArnaWieiis 
Balduri Kayserling und über die Gattung Cardioceras, Neues Jahrb. für Min. etc., 1886, Bd. i, 
pag. 95, Briefl. Mittheil.). Es unterliegt jetzt keinem Zweifel mehr, dass Cardioceras und in Folge 
dessen auch Schloenbachia einen Zweig der Familie der Stephanoceratiden bilden, somit als 
leicht abzutrennende, wohlcharakterisirte Gattungen an die Seite von Cadoceras und Macro- 
cephalites gestellt werden müssen. Neumayr (1. c. pag. 98.) erklärt sie für Arietidformen von 
Stephan oceras. 

In Czenstochau gehören Cardioceren wegen ihres massenhaften Vorkommens zu den be- 
zeichnendsten Fossilien der unteren Oxfordstufe und erreichen hier nahezu die gleiche Formen- 
mannigfaltigkeit wie im russischen Jura. Cardioceras cordatum Sow. nimmt, was die Individuenzahl 
anlangt, unter den daselbst vorkommenden Arten dieser Gattung entschieden die erste Stelle ein. 
Es zeichnet sich auch in der heute von den russischen Paläontologen angenommenen engeren 
Begrenzung durch sehr grosse Variabilität aus; ich will daher hier einige Bemerkungen über die 
verschiedenen Variationsrichtungen, welche es uns im polnischen Jura darbietet, anfügen. 

Als typische Formen betrachtet Lahusen (1. c. pag. 48) jene, die von der Jugend an bis 
in ihr spätes Alter, auch auf der Wohnkammer, an der Theilungsstelle der Rippen Anschwellungen 
aufweisen. Der Nabel ist ziemlich weit, erweitert sich bei ausgewachsenen Exemplaren etwas mehr ; 
die Rippen sind nicht zahlreich, gerade, nur am Nabel etwas hakenförmig gekrümmt und bilden 
in der Mitte der Seiten stets deutliche Knoten, von denen dann die Zweigrippen ausg-ehen. Der 
Querschnitt bleibt zeitlebens unverändert länglich oval, mit schwach abgeplatteten Seitenwandungen. 
Sowohl in den lockeren Kalkmergeln als auch in dem weissen Oxfordkalke finden sich t3'pische 
Exemplare nicht selten vor. Ich sehe von ihrer Abbildung ab, nachdem sie in dem AVerke Lahusen's 
trefflich wiedergegeben wurden. 

Seltener kommen Formen vor, deren innere Windungen die Merkmale typischer Exemplare 
zeigen, während des weiteren Wachsthums jedoch, sogar schon bei mittlerer Grösse, die Rippen- 
anschwellungen verlieren. Es ändert sich nach und nach auch der Querschnitt, indem er mehr 
dreieckig wird. Diese Stücke können am besten als Uebergangsformen zu Cardioceras Nikitiniaiuiin 
Lah. aufgefasst werden. Die Form des Gehäuses und die Berippung erinnern wenigstens auffallend 
an letzteres. Hieher dürfte auch das von d'Orbigny abgebildete Exemplar (Geologie de la Russie 
d'Europe etc., pl. 34, fig. i — 2) gehören; es steht aber dem typischen Cardioceras cordatum näher 
als die Stücke von Czenstochau. Ein solches Exemplar wurde in Fig. 20 abgebildet. Typische 
Exemplare von Cardioceras Nikitinianuvi wurden von mir nicht gefunden, es ist aber sehr wahr- 
scheinlich, dass auch diese Art daselbst vorkommt, nachdem Uebergangsformen zu ihr vorliegen. 

Eine andere, sehr schöne Varietät stellt Fig. 23 dar. Der Nabel ist ebenso weit wie bei 
den typischen Formen. Die Windungen sind rechteckig, mit ganz abgeplatteten, einander 
parallelen, manchmal sogar von der Siphonalseite gegen den Nabel etwas schräg abfallenden 
Seitenwandungen versehen. Die Externseite bildet mit den Flanken einen rechten Winkel, und 
in ihrer Mittellinie erhebt sich plötzlich ein hoher scharfer Kiel. Die am Nabel schwach haken- 
förmig gekrümmten, dichtstehenden Rippen sind sehr scharf und schwellen in der Seitenmitte zu 
kleinen Knötchen an. Die Zweigrippen und die dazwischen noch eingeschalteten Einzelnrippen 
sind gleichfalls sehr scharf, doch nicht so kräftig wie die umbonalen. Die grössten Exemplare 



130 Biikoxvski. [56] 

unter dem ziemlich bedeutenden Älaterial erreichen nur 40 mm im Durchmesser, doch auch an 
diesen bemerkt man schon, dass sie während des weiteren Wachsthums bedeutenden Verände- 
rungen unterworfen sind, indem die Externseite gegen die Flanken allmälig abschüssig zu werden 
beginnt und der Querschnitt in Folge dessen die Rechteckform verliert. Bezüglich der Berippung 
herrscht ziemlich grosse Mannigfaltigkeit ; bei einzelnen Stücken sind die Secundärrippen zahlreicher 
als an dem abgebildeten Exemplar. Im Allgemeinen bleibt aber der Charakter, dass die Umbonal- 
rippen sehr dicht stehen, wenigstens bei der hier angegebenen Grösse noch constant. In vieler 
Beziehung, vornehmlich aber durch den Querschnitt erinnert diese Varietät auffallend an Cardioceras 
quadratoidesW\^.,xmx&vcv6. die Umbonalrippen bei unserer Form zahlreicher. Ebenso wie Lahusen 
von dem anderen nachgewiesen hat, dass es keine selbstständige Species ist und nur in der Jugend von 
Cardioceras cordatum abweicht, mit zunehmender Grösse sich ihm dagegen in allen Merkmalen stark 
nähert, lässt sich auch bei dieser Varietät mit grosser Wahrscheinlichkeit dasselbe vermuthen; es deutet 
zum Mindesten die erwähnte Umänderung der Querschnittsform bei grösseren Individuen darauf 
hin. Diese in der Regel nur in ganz kleinen Exemplaren anzutreffende Varietät bildet in den lockeren 
Kalkmergeln die Hauptmasse der Cordaten. Ihr muss auch das von F. Roemer (L c. Taf. 22, Fig. 3) ab- 
gebildete Stück zugerechnet werden. Das schon erwähnte grösste Stück von 40 mm, von dessen 
Abbildung wegen seines ung'ünstigen Erhaltungszustandes Umgang genommen werden musste, 
hat eine dem Cardioceras qiiadratoidcs Nik. überaus ähnliche Seitenverzierung, welche nur dadurch 
etwas abweicht, dass die Umbonalrippen zahlreicher sind. Knotenanschwellungen an der Theilungs- 
stelle der Rippen sind auf dem äusseren Umg-ang nicht vorhanden. 

Es wäre noch ein Stück zu erwähnen, das sich durch eine sehr unregelmässige Berippung 
auszeichnet. Die Windungen desselben nehmen sehr rasch a« Dicke zu, sind an den Seiten ab- 
geplattet und erst unmittelbar vor dem Kiel eingedrückt. Der Querschnitt ist ähnlich jenem des 
Cardioceras Rouilleri l^'i'k. (Lahusen, 1. c. Tab. 5, Fig. 5). Die Rippen sind zahlreich, sehr kräftig 
und scharf. Ein Theil derselben bleibt ungespalten, andere theilen sich in verschiedener Höhe in 
zwei Secundärrippen. Einzelnstehende Zwischenrippen hängen bald mehr, bald weniger tief herab. 
DieAbstände zwischen den Umbonalrippen, ihre Neig'ung und ihr Verlauf unterliegen gleichfalls grossen 
Schwankungen. Der Nabel ist tief, ebenso weit wie bei dem typischen Cardioceras cordatum. Die hohe 
Nahtfläche fällt fast senkrecht auf den vorhergehenden Umgang ab. Rippenanschwellungen fehlen 
gänzlich. Dieses Stück erinnert entfernt an Cardioceras excavahim Sow., u. zw. an die grobrippige 
Varietät desselben. 

In die Synonymie wurde nach dem Vorgehen vieler Paläontologen auch die Abbildung 
bei d'Orbigny (Paleont. franc. terr. jurass., pl. 194, fig. i) aufgenommen, es ist jedoch nicht 
unwahrscheinlich, dass dieselbe eine verschiedene, noch nicht benannte Art darstellt, welche durch 
gleichmässig vertheilte, gerade, auf den Flanken nicht gespaltene Rippen gekennzeichnet ist. 

Cardioceras excavatum So"w. 

(Taf. XXVI [II], Fig. 21, 22.) 

1813. Ammonites excavatus Sowerby, Mineral Conchology, pl. 105. 

1842. Ammonites cordatus d'Orbigny (pars), Paleont. fran^. terr. jurass., pag. 514, pl. 193. 

1881. Amaltheus excavatus Nikitin, Juraablager. an der oberen Wolga, pag. 52, Tab. II, Fig. 13 — 15. 

1883. Cardioceras excavatum Lahusen, DieFauna der jurass. Bildungen des Rjäsan'schen Gouv., pag. 48, Tab.V, Fig. I, 2. 

Im Gegensatz zu Cardioceras cordatum Sow. trägt diese Art weder in der Jugend noch im 
ausgewachsenen Zustande Knoten an der Theilungsstelle der Rippen. Der Nabel ist bereits bei 
kleinen Exemplaren ziemlich eng, bedeutend weniger weit als bei der erstgenannten Form und 



[57j lieber die Jurabildiingcn von Czenstochau in Polen.. 131 

wird nach Lahusen's Beobachtung- mit zunehmendem Alter noch viel enger, so dass schliesslich 
an sehr grossen Stücken die letzte Windung- die vorhergehende fast bis zum Nabelrande bedeckt. 
Lahusen unterscheidet unter den Formen aus Rjäsan zwei Varietäten, eine, die mit dünnen dicht- 
stehenden, andere, welche mit dicken, aber selteneren Rippen versehen ist. In Czenstochau findet 
sich erstere in grosser Menge vor, die zweite Varietät scheint, wenn nicht ganz zu fehlen, so 
wenigstens sehr selten zu sein. Ein m.ir vorliegendes Stück, welches mit letzterer eine entfernte 
Aehnlichkeit aufweist, ist so schlecht erhalten, dass eine sichere specifische Bestimmung nicht 
möglich war. Die meisten Exemplare der dichtrippigen Varietät sind sehr klein, doch in Folge 
der sehr charakteristischen Windungsform und Berippung sehr leicht zu erkennen; die grössten 
erreichen 45 mm im Durchmesser. Ein solches ist in Fig. 22 abgebildet. Der Nabel erscheint an 
demselben zu weit, weil die Wohnkammer durch Druck aus ihrer ursprünglichen Lage gedrängt 
wurde. Die Windungen sind ziemlich schmal, an den Seiten abgeplattet; sie nehmen verhältniss- 
mässig rasch an Höhe zu und sind erst kurz vor dem hohen scharfen Kiel eingedrückt. Der Abfall der 
Nahtfläche gegen den Nabel ist steil; erst an ganz ausgewachsenen Stücken wird er, wie Lahusen 
beobachtet hat, senkrecht, wobei die Seiten mit der Nahtfläche einen rechten Winkel bilden. Die 
ziemlich scharfen dünnen Rippen beginnen am Nabelrande mit einer schwachen hakenförmigen 
Krümmung, die sich jedoch an kleinen Exemplaren noch sehr wenig bemerkbar macht, und gehen 
dann gerade etwa bis zur Mittellinie der Flanken, wo sie sich in zwei, seltener in drei Secundär- 
zweige auflösen. Mit zunehmender Grösse werden die Marginalrippen selbstständig; auf den Flanken 
sind sie nur g-anz schwach geschwungen, krümmen sich dagegen an den Rändern der Externseite 
sehr stark und verlaufen in einem sehr weit nach vorn reichenden Bogen über die Siphonalseite 
bis zum Kiel, auf dem sie kräftige stumpfe Knoten hervorbringen. An unseren Exemplaren er- 
zeugt jede Rippe einen Knoten am Kiel, während Lahusen an russischen Stücken die Beobachtung 
machte, dass oft zwei Rippen in einem Kielknoten zusammenlaufen. Es steht diese Abweichnung 
offenbar mit der etwas weniger dichten Berippung der polnischen Stücke im Zusammenhang. Nur an 
einigen ganz kleinen Individuen mit sehr dichter Sculptur kommt dieses Älerkmal zur Beobachtung. 

Die Lbbenlinie Hess sich nicht genau verfolgen. 

Cardioceras excavatum wird mit vollem Rechte als Mittelform zwischen dem Anfangsg-liede 
der Cordatusreihe, dem Cardioceras Chanio7isseii d'Orb., und dem von ihm {Cardioceras excavatuni) 
derivirten Cardioceras cordahtm Sow. angesehen. Seine LTnterscheidung von den beiden Arten fällt 
nicht schwer. Vom ersteren kann es leicht unterschieden werden an dem etwas weiteren Nabel 
und den schmäleren, weniger aufgeblähten Windungen. Ferner hält bei ihm die Berippung viel 
länger an; während nämlich schon mittelgrosse Exemplare des Cardioceras Chainousseii d'Orh. 
rippenlose, nur mit Anwachslinien bedeckte Windungen besitzen, tritt hier diese Aenderung in 
der Sculptur erst viel später ein. Schwieriger sind aber ausgewachsene Stücke von einander zu 
trennen. Von Cardioceras cordatum weicht es durch den engeren Nabel, höhere Umgänge und das 
vollständige Fehlen der Knoten an der Theilungsstelle der Rippen ab ; überdies setzen sich bei 
ersterem die Rippen auf der Externseite niemals so weit nach vorn fort wie hier. Mit zunehmender 
Grösse werden diese Unterschiede noch ausgeprägter. 

Cardioceras excavatum wurde in Czenstochau nur in den lockeren Kalkmergeln des unteren 
Oxfordien vorgefunden ; hier kommt es aber in sehr grosser Individuenzahl vor. 

Cardioceras rotundatum Nik. 

1881. Amaltheus rotundatus Nikitin, Juraablager. an der oberen Wolga, pag. 54, Tab. II, Fig. 16. 

Cardioceras rotundatum scheint im unteren Oxfordien von Czenstochau nur selten vorzu- 
kommen. Unter der sehr grossen Anzahl von Cordaten fand sich blos ein Stück vor, welches be- 
Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 16 



132 Bukoivski. [58] 

stimmt hieher gerechnet werden kann. Da es mit der von Niki t in gegebenen Abbildung und 
Beschreibung in der grossen Mehrzahl der Merkmale sehr gut übereinstimmt, so halte ich es für 
überflüssig, auf dasselbe hier näher einzugehen. Nur ein Unterschied, welcher mir aber nicht 
wesentlich zu sein scheint, darf nicht unerwähnt bleiben. Er besteht darin, dass hier die Windungen 
seitlich ein wenig abgeplattet sind und die Seitenwandungen bis in die Nähe der Externseite nur 
langsam abfallen, so dass dieses Exemplar nicht den typisch herzförmigen Querschnitt der russi- 
schen Form aufweist. 

Cardioceras ctr. Rouilleri Nik. 

1846. Ammonites cordatus var. pinguis Rouiller, Bull, de la Soc. des Nat. de Moscou, Tab. A, Fig. 6. 

1881. Amaltheus Rouilleri Nikitin, Juraablag, an der oberen "Wolga, pag. 56. 

1883. Cardioceras Rouilleri Lahu sen, Die Fauna der jurass. Bildungen des Rjäsan'schen Gouv., pag. 50, Tab. V, Fig. 5, 6. 

Ein Bruchstück aus dem weissen Oxfordkalke von Czenstochau gehört aller Wahrschein- 
lichkeit nach dieser Art an. Die Windung ist dick und hat einen etwas eckigen Umriss. Die Um- 
bonalrippen sind überaus scharf und hoch, leistenförmig, in ihrer Mitte nach vorn ausgebogen 
und an der Theilungsstelle auffallend stark in die Höhe gehoben. Sie spalten sich in drei Zweige, 
welche um ein Bedeutendes schwächer sind als die Hauptschäfte. Zwischen dieselben schiebt sich 
regelmässig eine vierte unverbundene Rippe ein. Der Verlauf der Secundärrippen auf der Extern- 
seite ist etwas regelmässiger als in der Abbildung bei Lahusen. Dieses Stück stimmt mit letzterer 
und mit ihrer Beschreibung gut überein. Da sich jedoch ausser diesem kleinen Bruchstücke kein 
anderes vorgefunden hat, welches auf diese Art hindeuten würde, so konnte die Identificirung 
nicht mit voller Bestimmtheit vorgenommen werden. 

Reineckia Lifolensis Steinm. 

1842. Ammonites anceps d'Orbigny, (pars), Pal^ont. fran9. terr. jurass., pag. 462, pl. 166, Fig. I, 2. (non Fig. 3, 4, 5). 
1881. Reineckia Lifolensis Steinmann, Zur Kenntn. der Jura- und Kreideform, von Caracoles (Neues Jahrb. f. Min. etc., 
Beil.-Band I.), pag. 287. 

Zwei aus der obersten Bank des Doggers von Czenstochau vorliegende Exemplare ohne 
Wohnkammern, von denen das grössere 36 mm im Durchmesser hat, stimmen mit der citirten 
Abbildung bei d'Orbigny sehr gut überein. Steinmann, dem wir eine genaue Charakterisirung 
aller bekannten Arten der Gattung Reineckia verdanken, hält letztere für die Jugendform einer 
Reineckia Lifolensis von ihm benannten Art, die ein verbindendes Glied zwischen der zeitlebens 
das Coronatengepräge tragenden Reihe der Reineckia ance-ps Rein, und der Reihe A&r Reineckia 
Greppini Opp. bilden soll. Die Glieder der letztgenannten Gruppe verlieren mit zunehmender 
Grösse das coronatenartige Aussehen, indem die Windungen höher und die Umbonalrippen aus- 
geprägter werden und allmälig in die Knoten übergehen. In späteren Wachsthumsstadien ver- 
schwinden die Knoten in der Regel vollständig. Unsere Kenntniss der Reineckia Lifolensis be- 
schränkt sich bis jetzt lediglich auf die citirte Abbildung bei d'Orbigny. Grössere Stücke, die 
Steinmann vorlagen und schon bei 50 mm das coronatenartige Aussehen verlieren sollen, 
wurden zwar in der Abhandlung des genannten Forschers beschrieben, aber nicht abgebildet, so 
dass man bei der Bestimmung dieser Art vorzugsweise auf die Jugendwindungen nach der Ab- 
bildung in d'Orbigny's Werk angewiesen ist. Die inneren Umgänge sind jedoch so charakteri- 
stisch, dass sie mit den inneren Windungen anderer Arten nicht leicht verwechselt werden 
können. Die von der Naht ausgehenden, manchmal schwach geschwungenen kräftigen Rippen 
gehen an der Stelle der grössten Windungsdicke in sehr hohe spitze Stacheln über. Der Abfall 



[59] Ueber die Jurabildungen von Czenstochau in Polen. 133 

der Seitenwandungen gegen den Nabel ist ziemlich steil. Von jedem Stachel strahlen 3 — 4 kräftige, 
auf der Externseite durch eine schmale Furche unterbrochene Secundärrippen aus. Das eine der 
mir vorliegenden Exemplare hat vorwiegend aus drei Rippen bestehende Bündel, bei dem anderen 
kommen fast ausnahmslos vier Rippen in einem Knoten zusammen. Auf dem Steinkern ist die 
siphonale Furche stets sehr deutlich, die Rippen sind gegen dieselbe scharf abgeschnitten; wo 
sich aber die Schale erhalten hat, dort ist die Abgrenzung weniger scharf, und die Fuirche kann 
sich zu einer schwachen Unterbrechung der Rippen reduciren. Ich stand von der Abbildung 
dieser Formen ab, da sie in Grösse, Gestalt und Sculptur ganz genau der d'Orbigny 'sehen 
Abbildung gleichen. 

Reineckia cfr. Stuebeli Steinm. 

(Taf. XXVII [III], Fig. 3. 

1842. Ämmonites anceps d'Orbigny, (pars), Paläont. fran^., terr. jurass., pag. 462, pl. 166, Fig. 3, 4. (non Fig. i, 2.). 
1881. Reineckia Stuebeli Steinmann, Zur Kenntn. der Jura- und Kreideform, von Caracoles (Neues Jahrb. f. Min. etc., 
Beil.-Band I.), pag. 290, Tab. XI, Fig. 7. 

Das vorliegende, aus grossen Theilen zweier Windungen bestehende Exemplar weist ein 
Gemisch von Merkmalen auf, die einerseits zu Reineckia Stuebeli Steinm., andererseits zu 
Reineckia Greppini Op^. hinüberführen, so dass es nahezu sicher ist, dasselbe stelle eine Ueber- 
gangsform zwischen den genannten Arten vor. Der Anschluss an die erstere wird jedoch durch 
das Ueberwiegen jener Merkmale, die es mit derselben gemein hat, gerechtfertigt und zwar 
schliesst es sich sehr eng an die von d'Orbigny (1. c.) abgebildete Form an, die nach Stein- 
mann nicht den gewöhnlichsten Typus dieser Art vorstellen soll. Auf dem vorletzten Umgang 
welcher zu Beginn fast doppelt so breit als hoch ist und noch ein ziemHch steiles Abfallen der 
Seiten gegen den Nabel zeigt, dessen Nahtfläche sich aber während des weiteren "Wachsthums 
rasch abrundet, sind die vom Nabel ausgehenden Rippen bereits sehr scharf und hoch und tragen 
an ihrer Theilungsstelle, etwas unterhalb der Flankenmitte, scharfe feine Dornen. Von letzteren 
strahlen regelmässig zwei schwach nach vorn geneigte Zweigrippen aus. Nicht selten gesellt sich 
noch zu ihnen eine dritte, in der Regel einzelnstehende Secundärrippe. In Folge des ziemlich 
raschen Anwachsens der Windungen erscheint der äussere Umgang schon beim Durchmesser von 
etwa 77 mm höher als breit. Die grösste Dicke befindet sich etwas unterhalb der Seitenmitte. 
Die Seitenwandungen sind abgeflacht, nur sehr schwach gewölbt, die Externseite abgeplattet. Die 
scharfen hohen schwach gebogenen Umbonalrippen, deren 19 auf einen halben Umgang entfallen 
theilen sich kurz vor der Flankenmitte zumeist in zwei, seltener in drei Secundärzweige, die zu 
Anfang schwächer erscheinen als die Hauptrippen, in ihrem weiteren Verlaufe jedoch kräftiger 
wei-den und das Maximum der Stärke vor der MittelHnie der Externseite erreichen. Sie brechen 
an der glatten Siphonalfurche plötzlich ab. An der Theilungsstelle der Rippen kommen An- 
deutungen dornenähnlicher Erhöhungen vor. Ungespaltene Rippen sind äusserst selten und treten 
nur als Begrenzungen der Einschnürungen auf. Letztere scheinen nicht häufig zu sein, sind jedoch 
ziemlich tief und verlaufen parallel den Rippen. Wenn wir nun die Merkmale zusammenfassen, 
durch welche sich dieses Stück an Reineckia Stuebeli Steinm. anschliesst, so fällt vorerst die 
gleiche Form des Windungsquerschnittes auf, der zwar nach Steinmann bei typischen Exemplaren 
fast rechteckig ist, der aber dafür mit jenem in der Abbildung bei d'Orbigny gut übereinstimmt. 
Ferner haben beide miteinander gemein : die stark abgeflachten Seitenwandungen, die abgeplattete 
Externseite, die gleiche Weite des Nabels und den bei gleicher Grösse ganz schwachen Abfall 
der Nahtfläche des äusseren Umgangs. Die auch betreffs ihrer Zahl übereinstimmenden Umbonal- 



134 Bjikozvski. [60] 

rippen gleichen einander vollständig, theilen sich übereinstimmend erst kurz vor der Flankenmitte. 
Ein ziemlich bedeutender Unterschied besteht jedoch darin, dass, während bei Remeckia Stuebeli 
Steinm. bei entsprechendem Durchmesser Seitenknoten vollständig fehlen, sich hier Andeutungen 
derselben noch vorfinden, vor Allem aber, dass bei der ersteren sich die Hauptrippen blos in zwei 
Zweige spalten und mit ungespaltenen Rippen häufig wechseln, an unserem Stück dagegen neben 
den dichotomen häufig dreigetheilte Rippen auftreten und einzelnstehende nur äusserst selten zu 
beobachten sind. 

Durch die hier aufgezählten Unterscheidungsmerkmale gegenüber Reineckia Stuebeli nähert 
sich dieses Exemplar wieder der Remeckia Greppini Opp. (Oppel, Paläontologische Mittheilungen, 
I, pag. 154. — Reineckia oxyptycha Neumayr, Cephalopoden der Macrocephalenschichten, Jahrb. der 
k. k. geol. Reichsanstalt, 1870, pag. 151, Taf. VIII, Fig. 2 und Verhandl. der k. k. geol. Reichsanstalt^ 
1870, pag. 249. — Steinmann, 1. c. pag. 288). Eine gewisse Aehnlichkeit mit dem von Steinmann 
beschriebenen dritten Wachsthumsstadium dieser Art ist nicht zu verkennen. Durch den vor- 
handenen Wechsel zwei- und dreispaltiger Rippen und das Auftreten von Knotenandeutungen 
rückt ihr dieses Stück ziemlich nahe. Die Unterschiede von derselben sind jedoch auch ziemlich 
bedeutend. Im Gegensatz zu unserer Form zeichnet sich Reineckia Greppini bei entsprechender 
Grösse durch einen stärkeren Abfall der Nahtfläche aus; die grösste M^indungsbreite liegt bei 
ihr hart über der Naht, und die Theilung der Rippen erfolgt, wie man aus der Abbildung bei 
Neumayr ersieht, schon viel tiefer, gleich oberhalb des Nabelrandes. Die gerundete Externseite 
und der mehr ovale Querschnitt der Umgänge geben weitere nicht unwichtige Un,terscheidungs- 
merkmale ab. Wie sich das im ausgewachsenen Zustande stark veränderte Aussehen der Reineckia 
Greppini zu dem entsprechenden unserer Form verhält, ist selbstverständlich nicht möglich zu 
ermitteln, nachdem das vorliegende Stück in dieses Stadium noch nicht eingetreten ist. Aus dem 
Gesagten darf wohl mit Sicherheit gefolgert werden, dass dieses Exemplar eine Stellung in der 
Mitte zwischen di^r Reineckia Greppini Opp. und Reineckia Shiebeli Steinm. einnimmt, letzterer 
jedoch näher steht. Auch das von Waagen (Jurassic Cephalopoda of Kutch, pl. 57, Fig. 4) unter 
dem Namen ^^Perisphinctes anceps ILein." abgebildete Stück, von dem Steinmann vermuthet, dass 
es einer neuen Art angehört, ist dem ganzen Habitus nach unserer Form nicht unähnlich, kann 
aber wegen der unregelmässigen Berippung mit derselben nicht leicht verwechselt werden. 

Die Dimensionen des Exemplars sind folgende : 

Durchmesser 77 mm. (=i.) 

Weite des Nabels 36 „ 0-47 

Höhe des Umganges über der Naht 24 ,, 0-3 1 

Höhe des Umganges in der Windungsebene 22 ,, 0"28 

Dicke .22 „ 0-28 

Vorkommen: In der oberen Abtheilung- des Callovien von Czenstochau. 

Reineckia n, f. indet. 

(Taf. XXVII [III], Fig. 4.) 

Zwei mir vorliegende kleine, bis an's Ende gekammerte Bruchstücke gehören aller Wahr- 
scheinlichkeit nach einer neuen Art an, welche sich durch sehr frühzeitig-es A'erschwinden des 
coronatenartigen Aussehens auszeichnet und durch eine im nachfolgenden Entwicklungsstadium 
sehr charakteristisch werdende Seitensculptur leicht von den bisher bekannt gewordenen Arten 
der Gattung Reineckia unterschieden werden kann. Von ihrer Benennung musste aber Umgang 



[6i] lieber die Jurabilihingen von Czenstuchau in Polen. 135 

genommen werden, da sich in Anbetracht des häufigen Wechsels der Sculptur bei den Formen der 
Reineckm Greppi/n-'R.e\h.e, in welche diese Art zweifelsohne gehört, zur genauen Artcharakterisirung 
die Kenntniss späterer Wachsthumsstadien und der Wohnkammer als unentbehrlich erweist. Das 
Coronatengepräge ist blos auf die innersten Windungen beschränkt. Beim Durchmesser von etwa 
12mm hat es sich schon fast vollständig verloren; die kräftigen Hauptrippen gehen von der 
Naht aus und tragen an ihrer Theilungsstelle nur ganz schwache Erhöhungen. Der Windungs- 
querschnitt ist in diesem Stadium nahezu doppelt so breit als hoch. Der nächste Umgang, hier 
der äussere, zeichnet sich bereits durch bedeutendere Höhe und abgeplattete Seitenwandungen 
aus; die grösste Dicke befindet sich im inneren Drittel der Seiten, am Nabelrande, von wo die 
Umgänge gegen die Externseite allmälig- dünner werden. Die Nahtfläche fällt auf die vorher 
gehende Windung ziemlich steil ab. Die an der Naht beginnenden Rippen sind hoch, dünn und 
scharf, tragen keine Knoten und spalten sich unterhalb der Seitenmitte zumeist in drei schwächere, 
nichtsdestoweniger aber scharfe Aeste ; zuweilen schaltet sich noch dazwischen eine vierte einzeln- 
stehende Marginalrippe ein. Dichotome Rippen sind selten. Die tiefen Einschnürungen laufen nicht 
parallel den Rippen, nehmen vielmehr eine stark nach vorn geneigte Richtung an. Sie rufen dadurch 
Unregelmässigkeiten in der Berippung hervor, indem die drei Secundärzweige der der Einschnürung 
folgenden Hauptrippe sich mit der vorhergehenden verbinden, so dass vor der Einschnürung eine 
sich in sechs Zweige spaltende Rippe erzeugt wird, während dafür die nachfolgende ungespalten 
erscheint. Die glatte Furche auf der Siphonalseite ist am Steinkern ziemlich breit; die Rippen 
sind gegen dieselbe scharf abgeschnitten. Der Nabel dürfte massig weit gewesen sein. 

Die Lobenlinie ist schwach verzweigt; der Nahtlobus hängt nur wenig herab. 

In der Sculptur zeigt diese Form Aehnlichkeit mit den inneren Windungen der Rcineckia 
Reissi Steinm. {Perisphinctes anceps Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pl. 59, Fig. i); der 
Vergleich ist jedoch schwierig, weil in der citirten Abbildung entsprechend grosse Windungen 
nicht sichtbar sind. Der vorletzte Umgang der Reineckia Retssi erinnert theilweise durch die 
Schärfe und Feinheit der Hauptrippen und die vorwaltende Dreitheilung derselben unterhalb der 
Flankenmitte an diese Form ; die Berippung scheint aber bei ersterer mehr unregelmässig zu sein. 
Es ist zwar nicht unwahrscheinlich, dass sich diese Form an Reineckm Reissi am nächsten anschliesst, 
mit der sie auch in der Querschnittsform übereinstimmt ; die Kleinheit und Unvollständigkeit der 
beiden Exemplare erlauben jedoch nicht, einen sicheren Schluss zu ziehen. Reineckia sulcata Hehl 
ist sehr leicht zu unterscheiden an dem engeren Nabel und dadurch, dass sich bei ihr die Rippen 
schon am Nabelrande spalten. Das sehr frühzeitige Aufhören des coronatenähnlichen Jugendstadiums 
bei vorliegender Art deutet auf eine extreme Form in der Reihe der Reineckia Greppini Opp. hin. 

Beide Stücke stammen aus der oberen Abtheilung des Callovien von Czenstochau. 



Cosnioceras Fuchsi Neum. 

1871. Aspidoceras Ftichsi Neumayr, Cephalopoden von Baiin, pag. 45, Tab. 15, Fig. 3, 4, 

Es sind zwar keine typischen Formen, die mir aus Czenstochau vorliegen, doch ist ihre 
Uebereinstimmung mit den Baliner Vorkommnissen so gross, dass über ihre Identität mit den 
letzteren kein Zweifel herrschen kann. Die dicken, durch einen eckigen Umriss sich auszeichnenden 
Windung-en umfassen einander nur so weit, dass die in der Flankenmitte liegenden Knoten des 
vorhergehenden Umgangs aufgedeckt erscheinen und die Nahtlinie oberhalb derselben verläuft. 
Ihre Dicke, welche an der mittleren Knotenreihe am grössten ist, steht der über der Naht ge- 
messenen W^indungshöhe wenig nach. Die Flanken, welche gegen die ziemlich schmale Externseite 



136 Bukoiüski. [62] 

stärker als in der Richtung des Nabels abfallen, gehen an der abgerundeten, nichtsdestoweniger 
aber deutlichen Nabelkante in eine hohe Nahtiläche über, die steil auf die vorhergehende Windung- 
abstürzt. So scharfe Marginalkanten, wie sie in der Abbildung bei Neumayr dargestellt wurden, 
sind hier nicht vorhanden; es kommen blos schwache Andeutungen solcher vor. Dies ist der 
wesentlichste Unterschied zwischen den Stücken von Czenstochau und jenen von Baiin. Die Extern- 
seite erscheint in Folge dessen nur an jenen Stellen, wo Knoten ausgebildet sind, von den Flanken 
durch Kanten getrennt; in den Zwischenräumen zwischen den Knotenpaaren sieht sie dagegen 
mehr gerundet aus, während die umbonale Hälfte der Windungen durch P'lächen, welche mehr 
oder weniger unter Kanten aneinanderstossen, begrenzt wird. 

Die inneren Umgänge tragen seltene, an der Naht beginnende, ziemlich grobe Rippen, 
welche in der Flankenmitte zu kräftigen Knoten anschwellen. In ihrer Fortsetzung entwickelt 
sich dann an den Marginalrändern eine zweite Reihe bedeutend stärkerer Zacken; am Umbonal- 
abfall fehlen hingegen Anschwellungen vollständig. Der äussere Umgang ist mit drei Reihen von 
Knoten versehen, von denen die an der Nabelkante liegenden dem Verlaufe der Rijapen entsprechend 
in radialer Richtung in die Länge gezogen sind; sie treten im Vergleich zu den anderen nur 
schwach hervor. Die mittleren erscheinen dagegen viel kräftiger und mehr halbkugelig. Die äusseren 
Zacken sind überaus kräftig, hoch und lang, parallel der Spirale zusammengedrückt und ragen 
weit über die Siphonalseite empor. Die inneren und die mittleren Knoten treten stets in gleicher 
Anzahl auf; von den marginalen können aber auch weniger ausgebildet sein, so dass nicht jeder 
Rippe eine äussere Zacke entspricht. In solchem Falle hört auch die Rippe bei dem mittleren 
Knoten auf, nur zuweilen setzt sich eine schwache Spur derselben gegen die Aussenseite fort. 
Dass auch das umgekehrte Verhältniss stattfinden kann, ergibt sich aus dem bei Neumayr in 
Fig. 3 abgebildeten Stücke, an dem überzählige äussere Knoten auftreten und kräftige Rippen- 
wülste bis zur Seitenmitte herabsenden, wo sie mit einer anderen Rippe im Mittelknoten ver- 
schmelzen. Rippentheilung kommt äusserst selten vor ; nur ausnahmsweise erscheinen die Wülste 
des äusseren Flankenabschnittes in zwei sehr eng nebeneinander stehende und oben und unten 
ineinanderfliessende Rippen aufgelöst. Auf der Oberfläche der Schale haben sich Spuren zahl- 
reicher, überaus feiner, zwischen den Wülsten verlaufender Rippchen erhalten. 

Die Suturlinie ist massig verästelt; der Siphonallobus erscheint plump, sehr breit, die 
Seitenloben sind dagegen viel schlanker gebaut. 

Cosmoceras Fuchsi Neum. schliesst sich am nächsten an Cosmoceras Castor Rein, und 
Cosmoceras Pollux Rein. an. Vom ersteren unterscheidet es sich vorwiegend durch dickere, niedrigere 
Windungen, durch bedeutend stärkere Knoten und viel kräftigere, dabei auch seltenere Rippen, 
welche sich nur ausnahmsweise in der oberen Flankenhälfte spalten oder durch Hinzutreten von 
Einschaltungsrippen vermehren. Cosmoceras Pollux weicht von demselben hauptsächlich durch den 
Mangel einer umbonalen Knotenreihe ab. Ueberdies ist bei ihm der Windungsquerschnitt gerundet 
oval, die Seitenwandungen fallen allmälig gegen den Nabel ab. Eine .Nabelkante sowie eine 
von derselben steil abfallende Nahtfläche fehlen vollständig. Der Anschluss an Cosmoceras Castor 
ist enger, und es finden sich thatsächlich Uebergänge zwischen beiden Arten vor. Lahusen bildet 
in seiner Abhandlung über die Fauna der jurassischen Bildungen des Rjäsan'schen Gouvernements 
in Fig. 4 der Tab. VIII ein Exemplar ab, welches er als eine Mittelform zwischen Cosmoceras 
Castor und Cosmoceras Pollux bezeichnet. Wenn dasselbe auch in vielen Beziehungen an Cosmo- 
ceras Polhix erinnert, so scheinen mir doch die Analogien mit Cosmoceras Fiichsi grösser zu sein, 
weshalb ich es eher als eine Mutation in der Richtung zum letzteren auffassen möchte. Es be- 
stärkt mich in dieser Ansicht ein im oberen Callovien von Czenstochau gefundenes Bruchstück^ 



[63] Ueber die Jttrabildwigen von Czenstochau in Polen. 137 

das mit dem russischen Exemplar fast vollkommen übereinstimmt, von dem nur hervorzuheben 
wäre, dass die äusseren Knoten kräftiger, länger, seitlich mehr comprimirt sind und weiter von- 
einander abstehen. Die grössere Annäherung dieser Stücke an Cosmoceras Fuchst ergibt sich schon 
aus der analogen Ausbildung der Rippen, die sich nicht spalten, und deren jede drei kräftige 
Knoten trägt, vor Allem aber aus dem Umstände, dass eine deutliche Nabelkante auftritt, von 
der eine hohe Nahtfläche steil abfällt. Durch die zuletzt genannten Merkmale entfernen sich zu 
gleicher Zeit diese Stücke sehr bedeutend von Cosmoceras Pollex. Als Unterschiede von Cosmo- 
ceras Fuchsi lassen sich blos die bedeutendere Höhe und geringere Dicke der Umgänge und die 
schwächere Sculptur anführen. Die erwähnten Formen stehen somit so ziemlich in der Mitte 
zwischen Cosmoceras Castor und Cosmoceras Fuchsi. Das von Teisseyre (Cephalopoden der Or- 
natenthone im Gouv. Rjäsan, Tab. V, Fig. 35) abgebildete Cosmoceras n. f. Jenzeni- Fuchsi nähert 
sich gleichfalls dem Cosmoceras Castor. 

Cosmoceras Fuchsi kommt in Czenstochau in der oberen Abtheilung des Callovien ziemlich 
selten vor. 

Cosmoceras n. f. indet. äff. Duncani Sow. 

Ein sehr schlecht erhaltenes, aus dem oberen Callovien von Czenstochau stammendes Bruch- 
stück dürfte einer neuen Art angehören, welche in der Schalenverzierung einige Anklänge an 
Cosmoceras Duncani Sow. aufweist, in der Form des Gehäuses sich jedoch eher dem Cosmoceras 
Jason Rein, nähert. Mit letzterem stimmt vor Allem der Windungsquerschnitt überein. Derselbe 
ist sehr hoch und schmal; gleich oberhalb der scharfen Nabelkante, von der die Nahtfläche steil 
gegen den tiefen, massig weiten Nabel abfällt, liegt das Maximum der AVindungsdicke. Die 
Siphonalseite ist sehr schmal, durch deutliche Marginalkanten von den flachgedrückten Seiten- 
wandungen getrennt. Sie trägt zwei Reihen dichtstehender, ziemlich grosser, hoher, parallel der 
Spirale flachgedrückter Zacken, in welchen 2—3 Rippen in der Weise zusammenkommen, wie 
etwa bei Cosmoceras Duncani Sow. oder Cosmoceras transitionis Nik. Auf der Nabelkante treten 
ebenfalls scharfe Knötchen auf. Die Seitenwandungen sind leider stark abgerieben ; ihre Sculptur 
hat sich in Folge dessen nur zum geringsten Theil erhalten. Es scheint aber, dass eine zweite Reihe 
von Knötchen auf den Flanken nicht vorhanden war. Die Rippen dürften in ihrer ganzen Länge 
gleich kräftig gewesen sein. Wie gesagt, vereinigt dieses Stück in sich theils Merkmale des 
■ Cosmoceras Jason Rein., theils solche des Cosmoceras Duncani Sow.; der schlechte Erhaltungs- 
zustand erlaubt jedoch nicht, Näheres über seine Beziehungen zu den beiden Arten zu ermitteln. 



Perisphinctes promiscuus n. f. 

(Taf. XXVIII [IV], Fig. I, und Taf, XXIX [V], Fig. I, 2.) 

In Anbetracht der bei der Unterscheidung einzelner Arten aus der Plicatilis-Gruppe sich 
bietenden Schwierigkeiten und in Folge der verschiedenen Deutung, welche viele häufig vor- 
kommende Formen durch verschiedene Paläontologen erfahren, sind die Bedenken, welche sich 
bei Aufstellung neuer Species aufdrängen, ganz erklärlich, zumal, wenn man bei der Bestimmung 
blos auf die Beschreibungen und Abbildungen angewiesen ist. Man ist daher stets erfreut, wenn 
es gelingt, Exemplare mit bereits bekannten Formen zu identificiren. Die im Folgenden be- 
schriebene Art, welche in Czenstochau die Hauptmasse der grossen Planulaten in dem weissen 
Kalke der Oxfordstufe bildet und geradezu als ein Leitfossil dieses Horizontes angesehen werden 
könnte, hat mit einigen Formen der Plicatilis-Reihe manche Charaktere gemein ; wenn man jedoch 



138 Biüioiüski. . [64] 

die Gesammtheit der Merkmale in's Auge fasst, dann ergeben sich Unterschiede, welche ihre 
Identificirung mit irgendeiner dieser Formen unmöglich machen. Ich sah mich in Folge dessen 
veranlasst, dieselbe, trotz ihrer grossen Aehnlichkeit mit bekannten Formen, unter einem neuen 
Namen zu beschreiben, und ich glaube durch genaue Anführung der Unterscheidungsmerkmale 
den nächstverwandten Arten gegenüber zeigen zu können, dass mein Vorgehen gerechtfertigt ist. 

Das Gehäuse ist flach, scheibenförmig, mit einem sehr weiten, flachen Nabel versehen und 
besteht aus zahlreichen Windungen, welche einander nur etwa bis zu einem Viertel ihrer Höhe umfassen. 
Bis zur Grösse von etwa 70 mm im Durchmesser sind die Umgänge von Aussen stark zusammen-, 
gedrückt ; sie erscheinen dadurch viel breiter als hoch ; während des weiteren Wachsthums nehmen 
sie einen fast kreisrunden Querschnitt an ; noch später erscheinen sie an den Seiten etwas ab- 
geplattet, der Querschnitt wird oval, höher als breit. Die zuletzt genannte Windungsform lässt sich 
bis zur Grösse von über 200 mm verfolgen. Stücke von diesen Dimensionen kommen am häufigsten 
vor, sind jedoch in der Regel durch den Gesteinsdruck so zusammeng-equetscht, dass der ursprüng- 
liche Querschnitt nur in seltenen Fällen beobachtet werden kann. Fs sollen sich auch Exemplare 
mit Durchmessern von 2 Fuss vorfinden ; leider liegt mir ein solches nicht vor ; ich bin deshalb nicht 
in der Lage, über die etwaigen weiteren Veränderungen etwas zu sagen. Dieser Mangel sehr grosser 
Exemplare kommt hier jedoch weniger in's Gewicht, nachdem für die Species-Charakterisirung bei 
den Ammoniten in der Regel ein mittleres Wachsthumsstadium maassgebend ist. Die Hauptrippen, 
welche am Nabelrande entspringen und von der Naht durch einen schmalen, besonders auf jüng-eren 
Umgängen deutlich sichtbaren glatten Streifen getrennt werden, sind zahlreich, sehr kräftig und 
hoch. Auf dem in Fig. i, Taf. XXVIII (IV) abgebildeten Stück trägt ihrer der letzte Urngang 
bei 180 mm im Durchmesser 50; in nahezu gleicher Anzahl kommen sie auch auf den älteren Um- 
gängen vor. Die Rippen sind auf den inneren Windungen schwach nach vorn geneigt, in 
späteren Wachsthumsstadien nehmen sie eine weniger geneigte Richtung an, stehen aber nur sehr 
selten ganz radial. Beim Uebergang- auf die Siphonalseite spalten sie sich in zwei oder drei Se- 
cundärrippen, und zwar überwiegt auf den inneren Windungen die Zweitheilung, an sehr grossen 
Individuen ist dagegen Dreitheilung fast Regel, dichotome Rippen kommen dann nur selten vor. 
Die Zweige sind bedeutend schwächer als die Hauptrippen ; sie sind vor Allem nicht so hoch und 
laufen ganz gerade über die Siphonalseite hinüber, ohne sich in der Mittellinie abzuschwächen; 
Parabelknoten fehlen , auf dem ganzen Gehäuse vollständig, dagegen trägt jede Windung zwei 
ziemlich tiefe, schief verlaufende Einschnürungen, die auch auf der Wohnkammer sehr grosser 
Stücke nicht fehlen. Die meisten der mir vorliegenden Exemplare sind mit nahezu ganz erhaltener 
Wohnkammer versehen, welche über einen Umgang lang war; der Mundrand hat sich aber bei 
keinem einzigen Individuum erhalten. 

Die Dimensionen können, da die Exemplare meistens verdrückt sind, nur selten alle an 
einem Stück zugleich gemessen werden. Im Folgenden führe ich die Grössenverhältnisse zweier 
Exemplare, so weit sie an denselben zu ermitteln waren, an : 

Fig. I (Taf. V). 

Durchmesser . 103 mm (=1) . . 156 mm (=1) 

Nabelweite 54 „ 0-52 . . 85 „ 0-54 

Höhe des Umgangs über der Naht ... 26 „ 0-25 . . 39 „ 0-25 



Dicke 



37 „ 0-24 



Das Windungsbruchstück, Fig. 2, hat eine Höhe über der Naht von 35 mm, in der Windungs- 
ebene von 28'5 mm, die Dicke beträgt 33-5 mm. 



[65] Ueber die Jiirabiidimgen von Czenstochmi- in Polen. 139 

Die Suturlinie ist stark verzweigt. Der Siphonallobus, dessen Körper nahezu doppelt so 
hoch als breit ist, endigt jederseits mit zwei stark zerschlitzten Zweigen, von denen besonders die 
oberen sehr lang sind. Der massig breite Externsattel erscheint durch einen wohlentwickelten, 
ziemlich grossen Secundärlobus in zwei ungleiche Abschnitte getheilt. Der ziemlich schmale erste 
Lateral ist kürzer als der .Siphonallobus und endigt mit drei stark verzweigten Aesten. Der 
zweite Lateral bildet mit den Auxiliaren einen Nahtlobus, in dem fünf grössere Loben unterschieden 
werden können, und der sehr weit über die Spitze des Siphonallobus hinaus herabhängt. 

Gegenüher Perisphinctes lndogernia}tusW?i&g. lassen sich folgende Unterschiede anführen. 
Während bei diesem der Windungsquerschnitt zeitlebens constant kreisrund bleibt, unterliegt er 
bei Perisphinctes promisciiiis während des individuellen Wachsthums mannigfachen Aenderungen, 
die Umgänge werden schliesslich höher als breit, seithch zusammengedrückt. Als Folge davon 
erscheinen auch die Hauptrippen länger. Ferner spalten sich hier die Rippen, wenn man aus- 
gewachsene, entsprechend grosse Stücke vergleicht, vorwiegend in drei Aeste, bei dem anderen 
dagegen häufiger in zwei .Secundärrippen. Perisphinctes proiniscims trägt auf jedem Umgang zwei 
Einschnürungen, bei jenem ist in der Regel nur eine vorhanden. Einen bedeutenden Unterschied 
weist die Suturlinie auf. Bei Perisphinctes Indogermamts steht der Nahtlobus in gleicher Höhe mit 
der Spitze des Siphonallobus, hier reicht er aber, Avie 'wir gesehen haben, um ein bedeutendes 
-Stück tiefer hinab als das Ende des Siphonallobus. 

Perisphinctes Botobanowi Nik., eine ebenfalls sehr nahe verwandte Form, hat im ausge- 
wachsenen Zustande niedrigere, nahezu kreisförmige Umgänge ; die Hauptrippen stehen auf grossen 
Windungen radial, theilen sich zumeist in zwei Secundärrippen, welche sich in der Mitte der 
Externseite ausgiätten, und der Nahtlobus steht ebenso hoch wie der Siphonallobus. Es sind dies 
Merkmale, welche dem Perisphinctes promiscuus niemals zukommen. 

Perisphinctes plicatilis Sow. ist von dieser Art sehr leicht zu unterscheiden an den viel 
mehr abgeflachten Windungen, an dem fast viereckigen, höheren Querschnitte und durch die minder 
kräftigen, nicht so vorragenden Umbonalrippen, die nur ausnahmsweise an jungen Exemplaren in 
drei Zweige gespalten erscheinen, sonst aber stets nur zwei .Secundärrippen entsenden. Auf der 
Externseite ausgewachsener Stücke verwischt sich schliesslich, wie Waagen gezeigt hat, die Be- 
rippung vollständig. 

Perisphinctes Martclli Opp. und Perisphinctes cliloroolitJiicus Gümb. entfernen sich schon 
bedeutender von dieser Art. In der Gestalt des Querschnittes und in der Berippung weisen sie so 
bedeutende Abweichungen auf, dass es nicht nothwendig ist, auf dieselben hier einzugehen. 

Auch der aus dem eisenschüssigen Sandstein der Katrol-Cjroup (Kimmeridge) Indiens be- 
schriebene Perisphinctes torquatus Sow. erscheint in einiger Hinsicht unserer Form ähnlich. Ziemlich 
bedeutende Unterschiede bestehen jedoch zwischen ihnen in der Querschnitt.sform und in der Be- 
rippung der Seitenwandungen, namentlich auf grossen Umgängen. 

Der in grossen Exemplaren bis jetzt noch nicht bekannt gewordene Perisphinctes Pralairci 
E. Favre kann ohne Schwierigkeit unterschieden werden an den weiter auseinanderstehenden, 
minder zahlreichen, radial verlaufenden Rippen, die überdies dünner, dabei auch schärfer sind 
und .stets regelmässig dichotomiren. 

Durch die bei vorschreitendem Wachsthum überhandnehmende Dreispaltigkeit der langen 
groben, erst in der Nähe der Siphonalseite sich theilenden Rippen, so wie durch das sehr evolute, 
aus zahlreichen Umgängen bestehende Gehäuse nähert sich die vorliegende Form dem Perisphinctes 
polygyratus Rein. Während aber bei letzterem ausnahmslos nur dreigetheilte Rippen auftreten, 
spalten sich die Rippen hier, wie wir sahen, an mittelgrossen .Stücken sehr häufig auch in zwei 

Beitrüge, zur Paläontologie Oesterreicli-Ungarns. A'. 4 '7 



I40 Bukoivski. [66 1 

Zweige, und selbst auf dem letzten Umgange ausgewachsener Exemplare schiebt sich noch hie und 
da zwischen die dreispaltigen eine einfach sich gabelnde Rippe ein. Ein wichtig^es Kennzeichen 
der Arten der Polygyratengruppe soll nach den Beobachtungen Suttner's und Ammon's in dem 
Längenverhältnisse des Siphonallobus zum Hauptlateral bestehen, indem ersterer gewöhnlich nicht 
so tief herabreicht als der letztere. Dieses Merkmal scheint jedoch nicht durchgreifend zu sein; 
wenigstens führt P. de Loriol (Fossiles d'Oberbuchsitten, Mem. Soc. pal. Suisse, 1880 — i88i, pag-. 21) 
in der Beschreibung des Perisphindes polygyratus Rein, an, dass der erste Lateral kürzer ist 
als der Siphonallobus, was bei unserer Form auch stets der P'all ist. Als ein weiterer Unterschied 
könnte noch die grössere Dicke der Umgänge bei der vorliegenden Form genannt werden. 

Wie man aus diesen Vergleichen ersieht, müssen als dem Perispkmctes promiscuits zunächst 
verwandte Formen Perisphindes Tndogermaniis Waag". und Perisphinctes Bolobanowi '^i'k. bezeichnet 
werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir es mit einem Nachkommen einer dieser Formen zu 
thun haben; ebenso ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass er von diesen zu Perisphindes 
polygyratus Rein, hinüberführt. Da Perisphindes promiscuns in dem weissen Oxfordkalke von 
Czenstochau unter allen Cephalopoden am häufigsten auftritt und in den tieferen lockeren Kalk- 
mergeln nicht gefunden wurde, so könnte man denselben direct als das Leitfossil dieses Horizontes 
betrachten. 

Perisphinctes Wartae n. f. 

(Taf. XXVII [IIIJ, Fig. 1.) 

Das sehr flache, scheibenförmig-e Gehäuse ist aus zahlreichen Windungen zusammengesetzt, 
welche einander nicht ganz bis zu einem Viertel ihrer Höhe bedecken. Der Nabel ist sehr weit und 
flach. Die in den ersten Jugendstadien ziemlich dicken, g-ewölbten Windungen beginnen bereits bei 
dem Durchmesser von etwa 20 mm sich an den Seitenwandungen abzuplatten. An grossen Exemplaren 
erscheinen sie an den Flanken nahezu vollständig comprimirt, sind schmal und hoch und erreichen 
ihre grösste Dicke im inneren Drittel der Flanken, in der Nähe des Nabelrandes. Der Unterschied 
in der Dicke zwischen dem äusseren und inneren Drittel ist jedoch unbedeutend; er beträgt bei 
der Umgangshöhe über der Naht von 42 mm etwa 2 mm. Die Siphonalseite ist schmal, gerundet, 
nur sehr schwach abgeplattet. Einschnürungen kommen auf den inneren Windungen häufig vor; 
sie fehlen auch auf den äusseren Umgäng'en nicht; gegen das Ende der nicht ganz ei"haltenen 
Wohnkammer des grossen abgebildeten Exemplars (163 mm) folgen sogar mehrere Einschnürung-en 
in kurzen Intervallen aufeinander. Sie sind nicht besonders breit, doch ziemlich tief und werden 
stets von Unregelmässigkeiten in der Berippung begleitet. Vom Nabel, gegen den die Nahtfläche 
steil im Bogen abfällt, gehen dünne hohe g'erade Rippen aus. Dieselben sind sehr zahlreich — 
auf dem halben äusseren Umg"ange (Fig-. 1) zählt man ihrer 46 — , etwas nach vorn g-eneigt und 
in ihrer ganzen Länge gleich kräftig'; an der Externseite spalten sie sich in zwei ebenso 
starke Secundärrippen, welche in deutlichem Bogen die Siphonalseite übersetzen. Dreitheilung 
kommt wenigstens auf dem äusseren Umg'ange niemals vor. Nur ausnahmsweise, und zwar aus- 
schliesslich in der Nähe der Einschnürungen treten ungespaltene Rippen auf. Die Einschnürungen 
verursachen stets, wie bereits bemerkt wurde, eine unregelmässige Berippung, vor Allem den 
Wechsel normaler und zickzackförmig'er Verbindung der secundären Rippen auf der Siphonalseite. 
Dadurch, dass an der Einschnürung- eine Zweigrippe über die Siphonalseite ohne Verbindung- 
hinüberläuft und auf der anderen Flanke lose bis zur Flankenmitte herabhängt, wird bewirkt, dass 
die Zweige der folgenden Hauptrippe mit zwei von verschiedenen HauptripjDen abgehenden Aesten 



(= 


=I) 


. o 


51 


o 


-7 


o 


17 


o 


16 



[67] Ueber die Jurabildimgen von Czenstochau in Polen. 141 

der anderen Seite zusammenlaufen. Bei der nächsten Einschnürung gleicht sich dieses Verhältniss 
wieder aus, so dass auf dem Gehäuse regelmässig auf einen Abschnitt mit zickzackförmiger Ver- 
bindung der Rippen einer mit normaler folgt. Gegen das Ende der Wohnkammer erscheinen 
schliesslich die Rippen nicht mehr gerade, sondern sie sind in der Flankenmitte, etwas ausgebogen 
und beginnen am Nabel mit einer schwachen hakenförmigen Krümmung. Sie stehen daselbst 
auch gedrängter. Die Spaltungsstelle der Rippen wird von der nächsten Windung stets verdeckt. 
Der grösste Durchmesser des abgebildeten Stückes beträgt 163 mm. Da das Ende des 
äusseren Umganges verdrückt ist, wurden die übrigen Dimensionen auf den Durchmesser von 
156 mm bezogen. 

Durchmesser 156 mm 

Nabelweite 80 „ 

Windungshöhe über der Naht 42 ,, 

Grösste Dicke am Nabelrande 27 „ 

Dicke im äusseren Drittel der Flanken 25 „ 

Von der Suturlinie sind an den vorliegenden Exemplaren nur undeutliche Spuren vorhanden. 
Man sieht nur so viel, dass der Siphonallobus in nahezu gleicher Höhe mit dem ersten Lateral 
endigt. Der Externsattel ist ziemlich breit, durch einen Secundärlobus getheilt. Die übrigen Loben 
bilden von dem vorspringenden, ziemlich schmalen Hauptlateralsattel einen herabhängenden Naht- 
lobus, der aber nicht so weit wie der erste Lateral reicht. 

Diese Form stellt allem Anscheine nach nur eine A^arietät des Pensplnnctcs plicatilis Sow. 
dar. Der wichtigste Unterschied letzterem gegenüber liegt in den dünneren Umgängen, deren 
Dicke, wenn man den Durchmesser gleich i setzt, nur o" 1 7 beträgt, während sie bei Perisphinctes 
plicatilis zwischen den Grenzen 0-24— 0-37 schwankt. Ferner ist hier die Externseite mehr gerundet 
und stärker gewölbt, bei Perisphinctes plicatilis dagegen von Aussen stark zusammengedrückt, 
wobei die .Seitenwandungen einander nahezu parallel laufen, so dass der Querschnitt rechteckig 
erscheint, während bei dieser F"orm die Windungen am Nabel breiter sind als in der Nähe der 
Externseite. In der Sculptur treten nur sehr geringe Unterschiede hervor; man könnte etwa 
anführen, dass sich hier die .Secundärrippen etwas stärker nach vorn neigen. Bei Perisphinctes 
plicatilis .Sow. werden die Rippen nach Waagen's Beschreibung (Jurassic Cephalopoda of Kutch, 
pag. 189) schon an .Stücken, welche 120 mm im Durchmesser haben, flacher, mehr gerundet und 
seltener und spalten sich dabei häufig in drei Aeste; zu gleicher Zeit nehmen die Umgänge rasch 
an Breite zu. Bei unserer Art ist die Windungsform und Berippung bei einem Durchmesser von 
150 mm noch unverändert; erst später treten die in der Beschreibung erwähnten Sculpturverän- 
derungen ein, welche aber von ]eT\Qn des Perisphinctes plicatilis verschieden, sind. Yoxi Perisphinctes 
Airoldii Gemm. unterscheidet sich Perisphinctes Wartae durch die geraden, erst weit aussen an 
den Rändern der Siphonalseite sich spaltenden Rippen, ferner durch den weiteren Nabel und die 
im Verhältniss zur Höhe dünneren Windungen. Eine ähnliche Form ist auch der aus dem Kimmeridge 
von Crus.sol (Ardeche) beschriebene P(;-.^M////«t-A:'j praemintians Font. Im Gegensatz zu demselben 
zeichnet sich die vorliegende Art durch weiteren Nabel, etwas dünnere Umgänge und durch ab- 
weichende Querschnittform aus, indem letztere am Nabelrande breiter als an der Externseite ist. 
Ueberdies scheinen hier die Rippen zahlreicher zu sein, und sie spalten sich an einer mehr gegen 
aussen gelegenen Stelle. 

Pcrispliinctcs Wartae kommt in Czenstochau im weissen Oxfordkalke nicht besonders häufig 
vor. Einige aus der Umgebung von Krakau stammende Exemplare, welche sich in der Sammlung 
des paläontologischen Universitäts- Museums in Wien befinden, gehören offenbar dieser Art an. 

17* 



142 



Bukozvski. [68] 



Bemerkung: Fig-. ic stellt den Querschnitt des letzten Umganges bei dem Durchmesser 
von 156 mra vor. Derselbe erscheint im Verhältnisse zur Höhe etwas zu breit, weil er durch die 
ziemlich hohen Rippen gezogen wurde. Ueberdies muss hervorgehoben werden, dass die Extern- 
seite an dem Original bedeutend stärker gewölbt ist, als dies die Abbildung des Querschnittes 
darstellt. 

Perisphinctes Martelli Opp. 

1847. Ammonites biplex d'Orbigny, (pars), Paleout. fran9. terr. jurass., pag. 509, pl. 191 (non pl. 192). 
1863. Ammonites Martelli Oppel, Paläontologisclie Mittheilungen, II, pag. 247. 
1875. Perisphinctes Martelli Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pag. Igo, pl. 55, Fig. 3. 
1884. Perisphinctes Martelli Nikitin, Cephalopoden des Jura von Kostroma, pag. 34. 

Die Meinungen einzelner Paläontolog-en über die Deutung der Arten aus der Plicatilis- 
Gruppe gehen bekanntlich so weit auseinander, dass man sich bei der Citirung mancher Formen 
veranlasst sieht, auch zu bemerken, nach welchem Werke bei der Bestimmung vorgegangen wurde. 
Es genügt, auf die Arbeiten von Ammon und Waagen hinzuweisen, um zu zeigen, wie verschieden 
beispielsweise die beiden Arten Perisphinctes Martelli Opp. und Perisphinctes chloroolithicus 
Gümb. charakterisirt werden. Der erstgenannte Forscher, welcher seine Beschreibungen auf 
Grundlage des im Münchener paläontologischen Museum vorhandenen Materials durchgeführt 
hatte (v. Ammon, Die Juraablagerungen zwischen Regensburg und Passau, 1875) gibt leider keine 
Abbildungen dieser Formen, während Waagen von denselben in seinem Werke über die Cephalo- 
poden des Jura von Kutch gute Abbildungen geliefert hat. Ich habe mich somit bei der Be- 
stimmung des Czenstochauer Materials stets nur auf die letztgenannte Publication gestützt. 

Die polnischen Exemplare des Perisphinctes Martelli stimmen mit der Abbildung und Be- 
schreibung bei Waagen gut überein. Die grössten haben mit theilweise erhaltener Wohnkammer 
höchstens 80 mm im Durchmesser; sie sind jedoch auch schon bei dieser Grösse an den dicken, 
nahezu quadratischen Umgängen, den zahlreichen kräftigen geraden, nach vorn geneigten Rippen, 
welche am Rande der steil abfallenden Nahtfläche beg-innen, leicht zu erkennen und von anderen 
Arten zu unterscheiden. Ausserdem wurden in dem weissen Oxfordkalke einzelne, sehr grossen 
Exemplaren angehörende Bruchstücke beobachtet, deren Seitenwandungen mit sehr seltenen groben 
Wülsten bedeckt waren, und die durch ihre Uebereinstimmung mit der Abbildung bei d'Orbigny 
auf das Vorkommen sehr grosser Individuen des Perisphinctes Martelli hindeuten. Die Lobenlinie 
ist nach dem Typus der Gruppe ausgebildet, stark verzweigt; der Nahtlobus hängt tief herab. 
Perisphinctes Martelli Opp. kommt in Czenstochau sowohl in den lockeren Kalkmergeln, 
als auch im weissen Kalke des Oxfordien vor; im ersteren Horizont ist er jedoch seltener. 

Perisphinctes chloroolithicus Gümb. 

18Ö4. Ammonites chloroolithicus Gümbel, Geognost. Verhält., der fränk. Alp., pag. 55. 

1875. Perisphinctes chloroolithicus Waagen, Jurassic Cephalopoda of Kutch, pag. Ig8, pl. 50, Fig. 3. 

1884. Perisphinctes chloroolithicus Nikitin, Cephalopoden des Jura von Kostroma, pag. 37, Tab. IV, Fig. 15. 

Von dieser Art liegt mir nur ein Exemplar vor, welches 85 mm im Durchmesser hat 
und bis an's Ende gekammert ist. Es stimmt mit den Abbildungen bei Waagen und Nikitin 
sehr gut überein, nur erscheint an demselben der Nabel ein klein wenig weiter. Die Seiten- 
wandungen sind abgeplattet und stehen einander parallel ; die Siphonalseite ist flach gerundet ; 
der Windungsquerschnitt stellt ein längUches Rechteck dar. Die Berippung ist auf dem ganzen 
Gehäuse sehr dicht. Die Rippen beginnen an der Naht, sind scharf und dünn, nach vorn etwas 



[ög] Uebcr die Jurabildungeii von Czenstochau in Polen. 143 

geneigt und spalten sich an den Marginalrändern in zwei Zweige. Der letzte Umgang trägt 
70 Hauptrippen. Die Suturlinie Hess sich im Detail nicht verfolgen. Der Siphonallobus ist der 
längste unter allen Loben. Der Nahtlobus reicht nicht so tief hinab als die Spitze des ersten Laterals. 

Nach den Angaben der citirten Autoren ist Perisphinctes chloroolithicus von Perisphinctes 
Martelli Opp. leicht zu unterscheiden durch höhere Umgänge und "dichtere; feinere Berippung. 
Aehnlich sind demselben auch Perisphinctes Aeneas Gemm. und Perisphinctes trichoplocus Gemm. 
Von diesen Arten unterscheidet ihn auf den ersten Blick die rechteckige Form seines Windungs- 
querschnittes. 

Dieses Stück stammt aus dem weissen Oxfordkalke von der Jasna göra. 



Perisphinctes convolutus Quenst. 

Die Anzahl kleiner, theils nur aus Luftkammern bestehender, theils auch mit Wohnkammern 
versehener, specifisch nicht bestimmbarer Perisphincten ist in den lockeren Oxfordkalkmergeln 
von Czenstochau eine ausserordentlich grosse. Auf den ersten Blick ergibt sich bereits die That- 
sache, dass unter denselben mehrere, verschiedenen Gruppen angehörende Arten vertreten sind. 
In Anbetracht der grossen .Schwierigkeiten, welche selbst grosse Exemplare von Perisphincten 
bei der specifischen Bestimmung darbieten, und die sich bei kleinen Stücken noch sehr bedeutend 
steigern, ist es in der Regel ganz unmöglich, eine Sonderung derselben den Arten nach vor- 
zunehmen. Dazu kommt noch der Umstand, dass von vielen Arten die inneren Windungen noch 
sehr wenig bekannt sind. Ein grosser Theil der vorliegenden Stücke zeichnet sich durch gedrungene 
Gestalt, scharfe dichotome Rippen und zahlreiche tiefe Einschnürungen aus und stimmt auch in 
der Grösse mit den von Quenstedt mit dem Namen „Amnion ites convolutus Quenst." (Jura, Tab. 73, 
Fig. 14 — 16, pag. 578) belegten Formen des unteren Oxfordien von Sehwaben überein. Auch bei 
diesen Exemplaren tritt uns wie am schwäbischen IMaterial eine grosse Variabilität bezüglich der 
Gehäuseform und der Sculptur entgegen. Es kommen auch Stücke vor, die gegen 45 mm im 
Durchmesser erreichen. Dieselben stimmen mit jenen Formen überein, die E. Favre (Fossiles du 
terr. oxf. des Alpes Fribourgeoises, pag. 44, Perisphinctes sp. ind., pl. IV, Fig. 13) aus der Oxford- 
stufe der Freiburger Alpen beschreibt. Unter allen haben diese hie und da mit Wohnkammer- 
Fragmenten versehenen Exemplare mit den inneren Umgängen der Plicatilisformen noch die 
grösste Aehnlichkeit, es lassen sich aber auch hier solche mit gröberen selteneren und andere 
mit dichteren feineren Rippen unterscheiden. Parabelknoten erscheinen nur äusserst selten. Durch 
die auf allen Windungen auftretenden tiefen Einschnürungen und bezüglich der Lobenlinie 
nähern sich manche auch dem Perisphinctes siibtilis Neum. Es ist zwar bei der Mehrzahl der 
Formen der Siphonallobus länger als der erste Lateral, doch niemals so lang wie bei Perisphinctes 
subtilis; die Suturlinie ist überhaupt stärker verästelt, der Nahtlobus tief herabhängend. Es wjire 
von Interesse zu untersuchen, ob nicht etwa auch bei den Plicatilisformen in früher Jugend der 
■ Siphonallobus den Hauptlateral überrage. Einige mit dichten feinen, stark geneigten Rippen 
bedeckte Stücke dürften allem Anscheine nach nur die inneren Windungen der hier auftretenden 
Arten aus der Virgulatusgruppe sein. 

Wenn ich den Namen „Perisphinctes convolutus Quenst." für die Mehrzahl dieser P'ormen 
anwende, so geschieht dies hauptsächlich aus dem Grunde, weil er, obwohl unter demselben keine 
besondere Species gemeint wird, doch als Behelf zur Anführung der specifisch nicht bestimm- 
baren imd für die Oxfordstufe sehr charakteristischen kleinen Perisphincten sehr gut zu g'e- 
brauchen ist. 



•144 Bukowski. [70] 

Perisphinctes Birmensdorfensis Moesch. 
(Xaf. XXX [VI], Fig. lO.J 

T867. Atittnonites Birmensdorfensis Moesch, Aargauer Jura, pag. 2gl, Tab. I, Fig. 3. 

1876. Perisphinctes cfr. Birmensdorfensis ^. Favre, Fossiles du terr. oxf. des alpes Fribourgeoises, pag. 48, pl. V, fig. 5. 

Das flache, scheibenförmige Gehäuse besteht aus mehreren, langsam anwachsenden 
Windungen, welche nur die Siphonalseite der vorhergehenden Umgänge bedecken. Der Nabel 
ist weit, schwach vertieft. Die inneren Umgäng-e sind dicker als hoch; dagegen erscheint der 
äussere im Querschnitt nahezu kreisrund, seitlich nur ganz schwach zusammengedrückt; seine 
Externseite ist gerundet. Die Seitenwandungen sind mit zahlreichen, engstehenden, gleichen, 
feinen Rippen verziert, welche sich auf den inneren Windungen etwas nach vorwärts neigen, 
auf dem letzten Umgange dagegen fast radial stehen. An der Externseite spalten sie sich in 
zwei Secundärrippen, welche ohne Unterbrechung, selbst ohne sich abzuschwächen, über die 
Siphonalseite laufen. Nur ganz vereinzelt kommen auch ungespaltene Rippen vor. Jede Windung 
trägt zum Mindesten eine tiefe, nach vorn geneigte Einschnürung; auf dem äusseren Umgange, 
dessen grösserer Theil auf die Wohnkammer entfällt, treten überdies ziemlich kräftige Parabel- 
anschwellungen auf. Von der Suturlinie sind nur undeutliche Spuren vorhanden. Der Nahtlobus 
verläuft schräg zur Naht. 

Abgesehen von der Eigenthümlicheit, dass hier auf dem äusseren Umgange parabolische 
Anschwellungen auftreten, stimmt diese Form mit dem von E. Favre (1. c.) beschriebenen und 
abgebildeten Stücke aus dem oberen Oxfordien der Freiburger Alpen ganz genau überein. Dass 
auf die erwähnte Abweichung kein grosses Gewicht gelegt zu werden braucht, geht aus der 
Erfahrung hervor, dass bei einer und derselben Art das Vorhandensein oder Fehlen von Parabel- 
knoten häufig davon abhängt, ob auch Einschnürungen auf dem Gehäuse vorkommen, indem sich 
Parabelknoten und Einschnürungen gegenseitig in der Regel ausschliessen. Auch hier sieht man, 
dass die Parabelanschwellungen tragende Wohnkammer der Einschnürungen entbehrt, und dass 
die letzteren sich erst gegen das Ende der Windung, wo keine Anschwellungen mehr vorhanden 
sind, wieder einstellen. Sowohl unsere Form, als auch die von E. Favre untersuchten Stücke 
unterscheiden sich von dem typischen Perisphinctes Binnciisdürfensis, wie ihn Mo e seh beschreibt, 
durch etwas rascheres Anwachsen der Windungen. Nach der Angabe des erstgenannten Autors 
findet sich diese Varietät auch in Birmensdorf vor. Perisphinctes Regalmieensis Gemm. unter- 
scheidet sich durch bedeutend stärker abgeplattete Flanken. 

Aus den Oxfordkalkmergeln von Czenstochau liegt mir nur das eine hier abgebildete 
Exemplar vor. 

Perisphinctes Claroniontanus n. f. 

(Xaf. XXVIII [IVJ, Fig. 2—6.) 

Unter den zahlreichen Exemplaren dieser höchst interessanten Art, deren nächste Verwandte 
in den Ornatenthonen der russischen Juraablagerungen und im Himalaya sich vorfinden, gibt sich 
eine in rnanchen Richtungen so bedeutende Variabilität kund, dass auf den ersten Blick mehrere 
Arten vorzuliegen scheinen. Nach genauer Durchmusterung- des Materials gelangt man jedoch 
zu der Ueberzeugung, dass es naturgemässer ist, alle die verschiedenen Formen unter einer 
Bezeichnung- zu vereinigen, und zwar bilden für dieses Vorgehen die Verschiedenwertigkeit der 
Abweichungen und der Umstand, dass keine Gesetzmässigkeit in den Abänderung-en zu finden 
ist, die gewichtigsten Beweggründe. Der Charakterisirung jener Formen, die durch ihre grosse 



[yi] Uebcr die Jurabildungcn von Czenstochaii. in Polen. 145 

Individuenzahl die Bezeichnung- als typische Formen beanspruchen, werde ich eine kurze 
Beschreibung jener Stücke folgen lassen, die wegen der etwas weitergehenden Verschiedenheiten 
als Varietäten aufgefasst werden könnten. Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich 
selbst unter den hier für typisch erklärten Stücken, die zweifellos zusammengehören, eine geringe 
Unbeständigkeit in manchen Jilerkmalen offenbart, die mich zur Abbildung mehrerer Individuen 
veranlasst hat. 

Diese Art scheint keine bedeutende Grösse zu erreichen. Unter der grossen Zahl von 
Exemplaren, die in der Regel mit Wohnkammertheilen versehen sind, leider aber in keinem P"all 
die Wohnkammer in vollständiger Erhaltung aufweisen , haben die grössten 50 mm im Durch- 
messer. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sie bei dem Durchmesser von 50 — 60 mm bereits 
ihre definitive Grösse erlangen. Das flache, scheibenförmige Gehäuse ist aus massig rasch 
wachsendenWindungen zusammengesetzt, welche einander bis zu einem Drittel ihrer Höhe umfassen. 
Der Nabel ist ziemlich weit, nur wenig vertieft. Die Seitenwandungen und die Externseite sind 
flach, abgeplattet, wodurch sich die Form des Querschnittes einem Rechteck sehr nähert. Nur 
in der Jug-end erscheinen die Windungen seitlich ein klein wenig- gewölbt, wobei auch die 
Externseite mehr g-erundet ist. Die grösste Dicke befindet sich am Nabelrande, von dem die 
Nahtfläche steil abfällt: die Abfallsfläche ist jedoch sehr niedrig. Der Dickenunterschied zwischen 
dem äusseren und inneren Drittel der Umgänge ist bei der Mehrzahl der Stücke nur unbedeutend. 
Von der Naht gehen zahlreiche, schief nach vorn geneigte, scharf ausg-eprägte Rippen aus, 
welche sich in der Regel im äusseren Drittel der Seiten, unterhalb der Marginalkanten oder etwas 
mehr nach Innen gegen die Flankenmitte zu in zwei Aeste spalten. Auf den inneren Windungen 
sind sie geradlinig, auf der Wohnkammer grösserer Individuen beginnen sie dagegen meistens 
mit einer hakenförmigen Krümmung; viele sind hier überdies in der Witte der Seitenwandungen 
schwach nach vorn ausgebogen, nehmen aber weiter geg-en aussen zu den normalen, schief nach 
vorn gerichteten Verlauf an. Ausser den dichotomen kommen auf dem ganzen Gehäuse auch 
ungespaltene Rippen vor ; die ersteren überwiegen jedoch entschieden. Es erscheinen ferner 
nicht selten, auf den inneren Windungen sogar sehr häufig, Rippen, welche sich im inneren 
Drittel der Seiten spalten ; die Theilungsstelle kann sogar bis zum Nabelrande herabgehen. Die 
von den Hauptrippen an einer mehr gegen Innen gelegenen Stelle abgehenden Zweige setzen 
sich entweder ohne Spaltung auf die Externseite fort, oder es theilt sich einer derselben noch- 
mals in der Nähe der Marginalkante. Es herrscht bei dieser Art überhaupt eine ziemlich grosse 
Unregelmässigkeit in der Berippung, indem ein Theil der Rippen mehr, ein anderer weniger 
geneigt erscheint, indem gerade Rippen in späterem Alter mit ausgebogenen abwechseln, 
während zufolge der in verschiedener Höhe stattfindenden Theilung auch die Abstände zwischen 
ihnen ungleich erscheinen. Einzelne Zweig-rippen verbinden sich wieder mit einander am Aussen- 
rande der Siphonalseite. Auf den Marginalkanten sind stets Parabelknoten in kurzer Aufeinander- 
folge entwickelt. Dieselben sind zumeist sehr gross, hoch und lang und "verqueren zwei bis drei 
Rippen. Sie treten an kleineren Stücken auf dem ganzen Gehäuse, auch auf der Wohnkammer 
auf; nur die zweite Hälfte der Wohnkammer ausgewachsener Individuen ist frei von denselben. 
Ebenso wie ihre Stärke variirt auch ihre Zahl bei verschiedenen Exemplaren sehr bedeutend. 
Es gibt Stücke, die auf einem halben Umg'ange 5 — 6 Parabelknoten tragen, andererseits zählt man 
ihrer manchmal auf einem halben Umgang gegen 12, wie dies beispielsweise die in Fig. 5 abg-e- 
bildete P^orm zeigt. Es scheint Regel zu sein, dass die Parabelknoten desto schwächer sind, je 
zahlreicher sie auftreten: wenigstens Hess sich dieses Verhältniss an allen mir vorliegenden 
Stücken beobachten. Ferner stehen sie mit dem Vorkommen von Unregelmässigkeiten in der 



146 Bukoiüski. [72] 

Berippung im Zusammenhange. Man sieht nämlich, dass sich in der Regel jene Rippen, welche 
von Parabelknoten gekreuzt werden, bereits in der Nabelgegend spalten, und dass dann die 
Theilungsrippen manchmal vor den Parabelknoten wieder ineinanderfliessen, wodurch besonders 
die mit vielen Parabelknoten versehenen Exemplare (Fig. 5) den Eindruck unregelmässiger Sculptur 
in hohem Grade hervorrufen. Alle Rippen hören vor der Mitte der Externseite auf, welche auf 
den Steinkernen stets mit einem glatten Bande versehen ist. Erst auf der Wohnkammer aus- 
gewachsener Stücke, nachdem auch die Bildung der Parabelknoten aufgehört, gehen die Rippen 
ohne Unterbrechung über die Aussenseite hinweg. Sie erscheinen daselbst gegen das Ende der 
grössten Exemplare sogar schärfer und höher als unterhalb der Marginalränder, wo eine geringe 
Abschwächung an der Theilungsstelle wahrzunehmen ist. Einschnürungen kommen bei der 
typischen Form ziemlich selten vor, scheinen aber niemals vollständig zu fehlen. Meistens sind 
sie nur auf die inneren Windungen beschränkt und treten erst im späteren Alter gegen das 
Ende der Wohnkammer auf. Die Wohnkammer dürfte zum Mindesten einen ganzen Umgang 
einnehmen. 

Trotz der grossen Anzahl mir vorliegender Stücke waren die Dimensionen nur an wenigen 
genau zu ermitteln. Die hier abgebildeten, am besten erhaltenen Exemplare der typischen Form, 
von denen das grössere von Aussen etwas zusammengedrückt erscheint, so dass die Nabelweite 
nicht gut zu messen ist, weisen folgende Dimensionen auf: 

Fig. 2. Fig. 3. 

Durchmesser 46 mm . . (^= i) 36 mm . . (= i) 

Weite des Nabels — • . — 15 „ . . 0-42 

Höhe des Umganges über der Naht . 16 ,, . . 0-35 12 „ • • 0-33 

Dicke 12 „ . . 0-26 10 „ . . 0-28 

Die Suturlinie ist massig- verzweigt; der Siphonallobus ist kräftig entwickelt, ebenso lang 
oder etwas länger als der ziemlich breite erste Lateral. Der Externsattel erscheint durch einen 
kleinen Secundärlobus in zwei unsymmetrische Abschnitte getheilt. Auf den ersten Lateral folgen 
dann bis zur Naht zwei bedeutend kleinere Seitenloben, die in ihrem Verlaufe von der radialen 
Richtung etwas ablenken und gleichsam das Anfangsstadium eines herabhängenden Nahtlobus 
darstellen. 

Als Abänderungen der eben geschilderten Art sind die beiden folgenden Formen auf- 
zufassen. Einige Charaktere, die bei manchen Individuen der typischen Stücke nur in geringem 
Grade zum Ausdrucke gelangten, erscheinen an denselben stärker ausgeprägt. 

Das in Fig. 6 abgebildete .Stück zeichnet sich zunächst durch einen etwas weiteren Nabel 
aus. Es finden sich aber diesbezüglich Uebergänge zwischen den typischen Exemplaren und diesem 
Stücke, das unter Allen die grösste Nabelweite aufweist. Ferner tragen die innersten Windungen 
zahlreiche tiefe Einschnürungen, deren sogar sechs auf einen Umgang entfallen können. Sie verlieren 
sich während des weiteren AVachsthums, dafür kommen aber kräftige Parabelknoten zur Entwick- 
lung. Teisseyre (Cephalopodenfauna der Ornatenthone im Gouv. Rjäsan, Sitzb. der k. k. Akad. 
der Wissensch., 1883, Bd. 88, pag. 620) hat an Perisphincten aus den Ornatenthonen Russlands, 
welche in dieselbe Gruppe gehören, die Beobachtung gemacht, dass sich Parabelknoten und Ein- 
schnürungen gegenseitig- ausschliessen. Es trifft dies aber in der Regel nur dann zu, wenn man 
tiefe Einschnürungen und wohlausgebildete, kräftige Parabelknoten im Sinne behält. Durch Heraus- 
präpariren der inneren Umgänge konnte ich mich auch hier davon überzeugen, dass die mit 
mehreren tiefen Einschnürungen versehenen Windungen der Parabelknoten gänzlich entbehren; 



[73] lieber die Jiirabildungen von Czeiistochau in Polen. 147 

das umgekehrte Verhältniss findet in späterem Alter statt. Ich bemerke jedoch, dass es auch 
Exemplare gibt, an denen beide Charaktere zugleich zum Vorschein treten; an solchen Stücken 
sind aber sowohl die Einschnürungen als auch die Parabelknoten sehr schwach entwickelt. Im 
Uebrigen stimmt diese Form mit den typischen Exemplaren gut überein, nur fällt an der Sutur- 
linie die Läno-e des Siphonallobus auf, welcher den ersten Lateral bedeutend überragt. Die dem 
letzteren folgenden Seitenloben greifen weiter nach rückwärts zurück. 

Die Dimensionen des abgebildeten Stückes (Fig. 6) sind folgende: 

Durchmesser 38 mm . . {;= i j 

Nabelweite 18 ,, . . 0^47 

Höhe des Umganges über der Naht . . 12 „ . . 0-31 

Dicke 10 „ . . 0-26 

Eine andere x'Vbart weicht von der typischen Form durch mehr gerundete Windungen, an 
denen die Marginalkanten minder scharf hervortreten, ab. Im Uebrigen lassen sich Unterschiede 
von grösserer Bedeutung nicht anführen. Da die Exemplare nicht besonders gut erhalten sind, 
musste von ihrer Abbildung Umgang genommen werden. 

In Perisphinctes Claromontanus haben wir einen oberjurassischen Vertreter des Formenkreises 
des Perisphincies Scopinensis^ eum. vor uns, und zwar jener Abtheilung desselben, welcheTeisseyre 
(1. c. pag. 582) als die Gruppe des Perisphinctes subaiirigerus Teiss. bezeichnet. Bis vor Kurzem 
herrschte noch die Ansicht, dass dieser Formenkreis blos auf die boreale Provinz der Juraformation, 
speciell auf die Juraablagerungen Russlands beschränkt sei; wie aber neuere Funde gelehrt haben, 
treten einzelne Arten auch in der mitteleuropäischen Provinz, in den polnischen Jurabildungen auf. 
Ueber das Vorkommen einer Form, die sich an Perisphinctes mosqiiensis Fisch, anschliesst, im 
alpinen Jura bei Waidhofen an der Ybbs hat in neuester Zeit Neumayr berichtet (Verhandl. der 
k. k. geol. Reichsanstalt, 1886, pag. 349). In Polen bietet diese (rruppe bezüglich ihres Vorkommens 
insofern ein grosses Interesse dar, als Formen derselben in den Kellowaybildungen nur spärlich 
gefunden werden, dafür aber in die untere Oxfordstufe hinaufsteigen und hier der Fauna durch 
ihr massenhaftes Auftreten ein ganz eigenartiges Gepräge verleihen. Unter den Perisphinctesarten 
steht die hier besprochene, was die Zahl der Individuen anlangt, keiner anderen nach. 

Als eine ihr sehr nahe verwandte Form muss Perisphinctes Rjäsancnsis Teiss. bezeichnet 
werden; auch Perisphinctes subaurigeriis Teiss. zeigt einen nicht minder hohen Grad von Verwandt- 
schaft. Von beiden Formen, wie überhaupt von allen Gliedern dieser (jruppe, welche in den 
Kellowayablagerungen vorkommen, unterscheidet sich Perisphinctes Claromontanus durch die Loben- 
linie, indem bei ihm der Siphonallobus mindestens eben so lang ist als der erste Lateral, zuweilen 
den letzteren sogar überragt. Bei den Kellowayarten findet dageg-en stets das umgekehrte Ver- 
hältniss statt, indem der Siphonallobus kürzer, in der Regel halb so lang ist als der erste Lateral. 
Es wird blos von Uhlig (Verhandl. der k. k. geol. Reichsanstalt, 1884, pag. 201) ein Stü*k aus 
den Baliner Oolithen citirt, das in Bezug auf die Sculptur in der ]\Iitte zwischen Perisphinctes 
Scopinensis Neum. und Perisphinctes inosqi/ciisis Fisch, steht, welches sich aber von denselben durch 
die bedeutende Länge des Siphonallobus entfernt und dem Perisphinctes siibtilis Neum. nähert. Im 
Gegensatz zu Perisphinctes Rjäsancnsis Teiss. zeichnet sich unsere Form durch stärker nach vorn 
geneigte Rippen aus, welche nur äusserst selten zwischen die Zweigrippen noch eine Einschaltungs- 
rippe am Marginalrande aufnehmen, während bei ersterem diese Erscheinung öfter eintritt. Ferner 
verlaufen hier die Rippen unregelmässiger und sind auf den inneren Umgängen wenigstens bei 
typischen Exemplaren gröber. 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 18 



14.8 Bnkozvski. [74] 

Yon Perisphmctes siibaurigeriis Teiss., bei dem die umbonalen Rippen mit zunehmendem 
Alter seltener werden, und der durch das Auftreten einer grossen Zahl marginaler Einschaltungs- 
rippen leicht kenntlich ist, unterscheiden sich grössere Stücke unserer Form durch die während 
des ganzen individuellen Wachsthums dicht bleibende Berippung. Ein wesentliches Unterscheidungs- 
merkmal den beiden russischen Arten gegenüber bildet ferner das verhältnissmässig zeitige Auf- 
hören des glatten siphonalen Bandes, indem sich die Rippen auf der Externseite der Wohnkammer 
grösserer Stücke nach dem Verschwinden der Parabelknoten miteinander verbinden und schliesslich, 
selbst auf Steinkernen, sehr scharf und hoch erscheinen. Bei den anderen Arten ist dies auf 
Steinkernen niemals, auf Schalenstücken nicht in so deutlicher Weise zu constatiren. Wenn nicht 
eine grössere, so doch ganz sicher eine ebenso nahe Verwandtschaft wie mit Pcrisphinctcs Rjäsancusis 
Teiss. besteht auch mit Perisphinctes Sabineamis Opp. Vergleicht man aber die Abbildung des 
letzteren bei Oppel (Ueber ostindische Fossilreste, Paläontologische Mittheilungen, 1863, pag. 288, 
Tab. 82, Fig. i, 2) mit den vorliegenden Exemplaren, so ergeben sich Unterschiede, welche ihre 
Identificirung mit demselben ausschliessen. Perisphincies Sabineanus Opp. hat vor Allem, wie die 
Zeichnung und die von Oppel angegebenen Maasse ergeben, im Verhältniss zur Dicke höhere 
Windungen. Die Seitenwandungen sind nicht so stark abgeplattet wie hei Perisphi?icies Claromontaniis, 
dessen Windungsquerschnitt bei manchen Stücken rechteckig erscheint. In der Sculptur zeigen 
beide auffallende Aehnlichkeit, es lassen sich jedoch auch hier Unterschiede beobachten. So 
scheinen bei Perisphinctes Sabineanus die Rippen dünner und schärfer zu sein; sie spalten sich 
noch bei sehr grossem Durchmesser in der Flankenmitte oder selbst innerhalb derselben in 
2 — 3 Zweige. Dies kommt an den Czenstochauer Stücken vorwiegend auf den inneren Umgängen 
und auch hier nicht sehr häufig vor; im vorgeschritteneren Wachsthumsstadium theilen sich dagegen 
die Hauptrippen in der Regel weiter aussen, etwas innerhalb der Marginalkanten, und zwar blos in 
zwei Secundärrippen. Ueber die Veränderungen auf der Wohnkammer ausgewachsener Stücke, 
namentlich über die Verschmelzung der Rippen auf der Siphonalseite, die hier schon bei einem 
Durchmesser von etwa 35 mm eintritt, kann ein Vergleich nicht angestellt werden, nachdem bei 
den indischen Formen die Wohnkammer nicht erhalten war. 

Der genetische Zusammenhang mit den russischen Formen und der indischen Art liegt, 
wie ich glaube, ganz klar vor uns, und es darf wohl als sicher angenommen werden, dass PerispJiinctes 
Claromontaniis von denselben, beziehungsweise von Perisphincfes Pjasanensis Teiss. direct ab- 
stammt. 

Wie schon hervorgehoben wurde, findet sich Perisphinctes Claromontaniis in den lockeren 
Oxfordkalkmergeln in Czenstochau überaus häufig vor. 

Perisphinctes Marsyas n. f. 

(Taf. XXVII [III,] Fig. 2.) 

Dieser Form liegt zwar blos das eine, hier abg-ebildete, nur mit einem kleinen Theile der 
Wohnkammer versehene Exemplar zu Grunde, dasselbe weist jedoch eine so charakteristische 
Verzierung auf, dass die Begründung einer neuen Art auf dieses eine Stück hin trotzdem ge- 
rechtfertigt erscheint. 

Das Gehäuse ist scheibenförmig, seitlich comprimirt ; der Nabel ist flach, von massiger 
Weite, welche nicht ganz ein Drittel des Durchmessers beträgt. Die einander ungefähr bis zu einem 
Drittel ihrer Höhe umfassenden Windungen, von denen die inneren dicker als hoch sind, wachsen 
ziemlich rasch an ; der äussere Umgang weist schon zu Beginn der Wohnkammer eine Höhe auf. 



[75] Ueber die Jiirabildtmgeii von Czensiochaii in Polen. t4g 

die grösser ist als die Dicke. Die Seitenwandungen sind abgeflacht; die Externseite erscheint 
gleichfalls zusammengedrückt, nur schwach gewölbt, so dass der Querschnitt einem an den Kanten 
abgerundeten Rechtecke ähnlich sieht. Die Verzierung der Flanken wird von sehr charakteristi- 
schen, geschwungenen Rippen gebildet, die in der Nähe des Nabels nach rückwärts, im äusseren 
Drittel der Seiten nach vorn ausgebogen sind und am Aussenrande der Externseite ziemlich 
weit nach hinten zurückgreifen. Auf den inneren Windungen sind dieselben sehr zart, faden- 
förmig, dichtgedrängt; der äussere Umgang trägt ähnliche engstehende, doch bedeutend kräftigere 
Rippen, welche sich etwas weniger nach vorwärts neigen, an den Marginalrändern aber in gleicher 
Weise wie auf den inneren Windungen nach rückwärts umbiegen. Sie spalten sich in der Regel 
im äusseren Drittel der Flanken in zwei oder drei Zweige. Letztere übersetzen die Siphonalseite 
ungeschwächt. Ungetheilte Rippen sind selten. Auf der Wohnkammer werden die Rippen noch 
bedeutend kräftiger, namentlich kann als sehr bezeichnend für diese Art die Erscheinung genannt 
werden, dass sie sich auf der äusseren Flankenhälfte der Wohnkammer ziemlich stark verdicken. 
Mit der Verdickung ist auch eine Höhenzunahme der Rippen verbunden, keineswegs aber eine 
Knotenbildung. Die Länge der Wohnkammer und die Beschaffenheit des IMundrandes sind un- 
bekannt. Einschnürungen und Parabelknoten fehlen vollständig. 
Die Dimensionen sind folgende: 

Durchmesj.er 32 mm . . . [= i) 

Nabelweite 1 1 ,•,- ... 0.34 

Höhe des Umganges über der Naht ... 13 „ ... 0.40 

Dicke II ;; ... 034 

Die Suturlinie ist massige verzweigt ; der hohe schmale Siphonallobus endigt mit zwei nicht 
langen Ausläufern, unter denen jederseits noch ein seitlicher Zweig vom Stamme abgeht ; der 
Externsattel ist sehr breit, durch einen .Secundärlobus getheilt. Der erste Lateral reicht ebenso 
weit als der Siphonallobus. Ihm folgen dann bis zur Naht zwei sehr kleine, in der Grösse von 
einander sehr wenig differirende Seitenloben nach. Alle Sättel sind ungewöhnlich breit und 
durch kleine Secundärloben getheilt. Ein herabhängender Nahtlobus ist nicht vorhanden; die 
.Suturlinie verläuft radial bis zur Naht. Der Siphonallobus und der Externsattel sind leider nicht 
deutlich genug sichtbar, um eine Abbildung der .Sutur zu ermöglichen. 

Ueber die verwandtschaftlichen Verhältnisse des Perisphiuctes Marsyas sich Klarheit zu 
verschaffen, gelang nach diesem einen, unvollständig erhaltenen Exemplare nicht. Dadurch, dass 
_sich die Rippen auf der Externseite nach rückwärts umbiegen, erinnert er einigermaassen an die 
Gruppe des Perisphinctes curvicosta Opp.; im Uebrigen treten aber Unterschiede hervor, welche 
seine Einreihung in den genannten Formenkreis nicht thunlich erscheinen lassen. Der gänzliche 
Mangel an Einschnürungen und Parabelknoten fällt dabei vor Allem in's Gewicht. Als besonders 
eigenthümlich muss die Zartheit und die geschwungene Gestalt der Rippen auf den inneren 
Windungen hervorgehoben werden ; aber selbst die Vezierung der Wohnkammer, welche an die 
Sculptur anderer Arten schon mehr erinnert, zeigt insofern einen grossen Unterschied, als die 
Umbonalrippen an der Naht als sehr feine Schäfte beginnen und erst weiter gegen aussen dicker 
und kräftiger werden. Von Perisphinctes Frickensis Moesch. unterscheidet sich Perisphinctes 
Marsyas, abgesehen von den Abweichungen in der Gestalt des Gehäuses, gleichfalls durch die 
feinen engstehenden, sehr häufig dreig-etheilten Rippen. Bei dem als Vorläufer der Gruppe des 
Perisphinctes Galar Opp. (Gattung- Siittneria Zitt.) von Waagen aus Indien beschriebenen Peri- 
sphinctes praecursor Waag. zeigen die Rippen einen ganz anderen Verlauf und sind in der Nähe 



150 Bukoiüski. [76] 

des Nabels kräftiger als auf der äusseren Flankenhälfte und auf der Siphonalseite. Dazu kommen 
noch Unterschiede in der Gestalt der Windungen. 

Diese Art stammt aus den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von Czenstochau. 



Perisphinctes cfr. Frickensis Moesch. 

(Taf. XXVIII [IV], Fig. 7.) 
1867. Aminonites Frickensis Moesch, Aargauer Jura, pag. 292, Tab, I, Fig. 2, 

Das einzige mir vorliegende, hier abgebildete Exemplar, welches aus den Kalkmerg'eln des 
unteren Oxfordien von Czenstochau stammt, steht dem Perisphinctes Fi-ickcnsis Moesch. ausser- 
ordentlich nahe, weist aber auch Unterschiede auf, die eine präcise Identificirung nicht thunlich 
erscheinen lassen. Für die Abtrennung- vom letzteren und neue Benennung- sind aber diese Unter- 
schiede nicht ausreichend. 

Das scheibenförmige Gehäuse ist mit einem ziemlich weiten, wenig vertieften Nabel ver- 
sehen und besteht aus langsam an Höhe zunehmenden, einander wenig umfassenden Windungen. 
Vom typischen Perisphinctes Frickensis weicht dieses Stück etwa durch nachstehende Merkmale ab. 
Während ersterer nach der Beschreibung- von Moesch gewölbte Seitenwandungen und eine 
gerundete gewölbte Siphonalseite besitzt und sein Umgangsquerschnitt in der Nähe der Mündung 
sich als ein Oval darstellt, sind bei diesem die Flanken abgeplattet; die Siphonalseite erscheint 
ebenfalls schwach zusammeng-edrückt, wodurch sich der Querschnitt mehr einem an den Kanten ab- 
gerundeten Rechteck nähert. In den übrigen Merkmalen, namentlich aber in der Sculptur, stimmt 
es mit ihm gut überein. Vom Nabelrande gehen dicke gerundete Rippen aus, welche radial oder 
unter schwacher Neigung nach vorn bis zur Mitte der Seiten fortlaufen, auf dem äusseren Theile 
der Flanken aber nach rückwärts umbiegen. In der Nähe der Externseite spalten sie sich vor- 
wiegend in zwei, nur selten in drei Secundärrippen. Ueber die Siphonalseite laufen sie in geraden 
Linien, ohne die gering-ste Abschwächung zu erleiden. Die Berippung der inneren Windungen 
ist ganz dieselbe wie bei Perisphinctes Frickensis und ähnlich jener auf der Wohnkammer; die 
Theilungsstelle der Rippen wird von dem folgenden Umgange nicht verdeckt. Auf der halben 
letzten Windung zählt man 20 Hauptrippen. Einschnürungen fehlen, dagegen sind kräftige Parabel- 
knoten ausg-ebildet. 

Die Dimensionen dieses Stückes stimmen mit den von Moesch angegebenen Maassen ganz 

überein. 

Durchmesser 36 mm . . . (= i) 

Nabelweite 15 ;i ... 0-42 

Höhe des Umganges über der Naht . . . 12 ,, ... o'33 

Dicke 10 ,, ... 0'28 

Von der Suturlinie sind nur Spuren vorhanden. Man sieht blos, dass der Externsattel 
breit, durch einen Secundärlobus in zwei Abschnitte getheilt ist; die Seitenloben verlaufen radial 
zur Naht, bilden keinen herabhängenden Nahtlobus. 

Abgesehen also von dem Umstände, dass die Seitenwandungen und die Siphonalseite an 
dem vorliegenden Stücke nicht in dem Grade gewölbt sind wie bei der Birmensdorfer Form, ist 
die Uebereinstimmung- mit letzterer sehr gross. Das Zurückweichen der Rippen an der 
Siphonalseite ist für Perisphinctes Frickensis sehr charakteristisch, tritt uns aber auch schon an 
Perisphinctes curvicosfa Opp. und Perisphinctes aurigerus Opp. entgegen. Neumayr (Fauna der 



[77] Uebcr die Jiirabildungen von Czenstochau in Polen. 151 

Schichten VA\X.Aspidoceras aea)ifh!e?i/iiOp-p.,^ag_.^2) spricht deshalb die Ansicht aus, dass, Perisphincies 
Frickensis sich wahrscheinlich auf die Reihe des Perisphinctes Mariinsi d'Orb. wird zurückführen 
lassen. Das vorlieg"ende Stück scheint insofern einen Beleg für diese Vermuthung zu geben, als 
es in Folge der mehr abgeplatteten Umgänge thatsächlich dem Perisphinctes curvicosta Opp. um 
einen kleinen Betrag näher steht als die Birmensdorfer Stücke. 

Perisphinctes mirus n. f. 

(Taf. XXVIII [IV], Fig. 8 — 10.) 

Diese Form erreicht nur eine unbedeutende Grösse; das grösste Exemplar, welches mit 
nahezu ganz erhaltener Wohnkammer circa 33 mm im Durchmesser hat, scheint bereits ausgewachsen 
zu sein. Sehr eigenthümlich sind die mannigfachen Sculpturveränderungen, welchen diese Art im 
Laufe des individuellen Wachsthums trotz ihrer Kleinheit unterworfen ist, und die hier umsomehr 
auffallen, als sie bei der Gattung Perisphinctes in diesem Grade und in solcher Art nur höchst 
selten beobachtet werden können. 

Das scheibenförmige Gehäuse besteht aus drei, ziemlich lang'sam anwachsenden dicken 
Windungen, die einander bis zu einem Drittel ihrer Höhe umfassen und einen massig weiten, nicht 
stark vertieften Nabel offen lassen, gegen den die Nahtfläche allmälig abfällt. Die Seitenwandungen 
sind schwach abgeflacht: die Externseite ist nur wenig gewölbt, abgeplattet. Bis zur Grösse von 
etwa 16 mm tragen die Flanken seltene, gerundete, dicke, kommaähnliche Rippen, die an der 
Siphonalseite mit einer Verdickung unvermittelt beginnen und gegen die Naht in etwas geschwun- 
gener Linie spitz zulaufen. Die Siphonalseite erscheint dagegen mit überaus feinen, fadenförmigen, 
engstehenden Rippchen bedeckt, welche in der Mittellinie schwach nach vorn ausgebogen sind 
und ganz unabhängig von den keilförmigen Hauptrippen entwickelt zu sein scheinen. Es treten 
ihrer 4 — 6 zwischen je zwei Umbonalrippen auf. Sie setzen sich auf die Seiten fort, werden aber 
in der Regel schon in der Flankenmitte undeutlich; einzelne kräftigere lassen sich jedoch selbst 
bis zur Naht verfolgen. Nur an gut erhaltenen Stellen der Steinkerne sieht man unter der Lupe 
auch die feineren fadenförmigen Rippchen bis zur Naht fortlaufen. Ausser diesen einzelnstehenden 
Rippen kommen noch auf der Externseite Bündel von 2 — 3 den ersteren vollkommen gleichenden 
Rippchen vor, welche die Verbindung- zwischen den kommaähnlichen Umbonalrippen vermitteln. 
Dieselben sind knapp oberhalb des äusseren, verdickten Endes der Hauptrippen von parabolischen 
Anschwellungen durchquert. Die Parabelknoten bleiben stets auf die innersten Windungen 
beschränkt. 

Bei zunehmender Grösse folgt dann ein kurzes Stadium, in welchem die Berippung sehr 
unregelmässig wird. Die Umbonalrippen verlieren das kommaförmige Aussehen und treten näher 
aneinander, wobei aber die Abstände zwischen denselben ungleich werden. Sie zeichnen sich 
daselbst durch besondere Schärfe aus, namentlich ist ihre Höhenzunahme an den Marg-inalrändern 
sehr stark ausgeprägt. Etwa in der Mittellinie der Flanken bilden sie eine deutliche, nach vorn 
convexe Kniebiegung', wenden sich darauf nach rückwärts und biegen sich schliesslich an der 
Externseite hakenförmig in der Richtung geg-en die Mündung' um. Die feinen Zwischenrippen 
verschwinden gänzlich, ebenso wie die Parabelknoten, wodurch auf den Flanken zwischen den 
Umbonalrippen g-latte Flächen entstehen. In diesem Stadium beginnt auch schon auf der Extern- 
seite die Spaltung der Hauptrippen. 

Die Wohnkammer ist schliesslich mit kräftigten, gerundeten, in gdeichen Abständen ver- 
theilten Rippen bedeckt. Etwa in der .Seitenmitte, wo sie plötzlich schwächer werden, biegen sie 



152 Bukoioski. [78] 

sich nach rückwärts um und spalten sich in 2 — 3 Secundärrippen, die ohne Unterbrechung über 
die Siphonalseite hinüberlaufen. Einschnürungen kommen auf den inneren Windungen nicht vor, 
nur gegen das Ende des äusseren Umganges tritt eine sehr breite und ziemlich tiefe Einschnürung 
auf, welche möglicherweise den Mundsaum vom übrigen Theile des Gehäuses getrennt hat, und 
die vielleicht das Ende der Wohnkammer bezeichnet. Wird sie aber in dieser Weise gedeutet, 
dann ergibt sich die Läng-e der Wohnkammer blos zu einem halben Umgange. Da Reste des Mund- 
randes nicht erhalten sind, so kann keine Entscheidung getroffen werden, ob diese Deutung 
richtig ist, zumal bei vielen Arten vor dem Mundrande mehrere Einschnürungen knapp nach- 
einander zu folgen pflegen. 

Die Dimensionen der in Fig. 8 und 9 abgebildeten Stücke sind folgende: 

Fig. 9. Fig. 8. 

Durchmesser 39 mm . . (= i) ungefähr 33 mm 

Nabelweite 8 ,, . . 0-35 14 „. 

Höhe des Umganges über der Naht . 8'5 ,, . . 0-37 io'5 „ 

Dicke . 9 „ . . 039 IG „ 

Die Lobenlinie ist auf keinem der mir vorliegenden Exemplare genau zu verfolgen. Nach 
den vorhandenen Spuren lässt sich nur sagen, dass sie wenig verzweigt ist, breite Sättel aufweist, 
und dass unter den Seitenloben nur der erste Lateral kräftiger ausgebildet ist. Ein herabhängender 
Nahtlobus ist nicht vorhanden. 

An die in Fig. 8 und 9 dargestellten Exemplare schliesse ich auch das in Fig. 10 abgebildete 
Stück an, das zwar in einiger Hinsicht von ersteren abweicht, ihnen aber trotzdem sehr nahe steht. 
Der hauptsächlichste Unterschied besteht in der unregelmässigen Berippung der inneren Windungen. 
Dieselbe ruft den Eindruck hervor, als ob hier die kommaähnlichen Rippen im äusseren Flanken- 
theile in einzelne feine Rippchen aufg-elöst wären, die dann in der Mitte der Seiten sich verbinden 
und zur Naht spitz auslaufen würden. Die dazwischenliegenden glatten Streifen dürften den bei 
den typischen Formen von den feinen Rippchen eingenommenen Abständen zwischen den Um- 
bonalrippen entsprechen, die auch dort manchmal auf den Steinkernen wegen der leichten Zer- 
störbarkeit der feinen Sculptur glatt erscheinen. In der Verzierung der Wohnkammer sind keine 
bedeutenderen Abweichungen zu verzeichnen. Auch die Lobenlinie scheint keine wesentlichen 
Unterschiede aufzuweisen. 

Von bekannten Arten zeigt nur Perisphinctes variahilis Lah. (Lahusen, Die Fauna der 
jurassischen Bildungen des Rjäsan'schen Gouvernements, 1883, pag. 68, Tab. 10, Fig. 4) mit dieser 
Form eine Aehnlichkeit. Beide dürften auch thatsächlich mit einander verwandt sein. Auch bei 
Perisphinctes variabüis lassen sich auf den inneren Umgängen einzelne wulstförmige, gegen 
aussen zu verdickte Rippen beobachten, welche zwar mit relativ schwächeren, doch immerhin noch 
ganz kräftigen Zwischenrippen wechseln. Letztere erscheinen aber an unserer Form als sehr feine, 
fadenförmige Rippchen. Die Berippung- der inneren Windungen ist bei Perisphinctes variabilis im 
Allgemeinen unreg'elmässiger als bei unserer Form. In der Verzierung der Wohnkammer ist als 
ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Perisphinctes mints der gerade Verlauf 
der Rippen zu bezeichnen. Dieselben machen an der Spaltungsstelle keine Wendung nach rückwärts, 
laufen vielmehr vom Nabel über die Flanken und über die Siphonalseite radial fort. Was die 
Form der Windungen anlangt, so scheinen dieselben seitlich mehr abgeplattet zu sein. Als eine 
auffallende Eigenthümlichkeit beider Arten stellt sich die AehnHchkeit in der Berippung der 
inneren Umsfänare mit den Perarmaten heraus. 



[79] Ueber die Jitrabildiingen zwn Czenstochaii in Polen. 



153 



Perisphinctes mirus findet sich in Czenstochau in den Kalkmergeln der unteren Oxfordstufe 
ziemlich selten. Es liegen mir nur die drei abgebildeten Stücke vor. 

Perisphinctes Michalskii n. f. 

(Taf. XXIX [V], Fig. 3.) 

Diese Art hat ein flaches, scheibenförmiges, mit einem massig weiten, wenig vertieften Nabel 
versehenes Gehäuse. Die Windungen, welche einander bis zu einem Drittel ihrer Höhe umfassen, 
wachsen nicht sehr rasch an und sind an den Flanken flachgedrückt; ihre Seitenwandungen fallen 
von der abgerundeten Nabelkante auf die vorhergehenden Umgänge senkrecht ab ; nach aussen zu 
gehen sie allmählig in die massig abgeplattete Externseite über. Gegen das Ende der Wohnkammer, 
welche zum mindesten einen ganzen Umgang eingenommen hat, erscheinen die Windung-en be- 
deutend höher als breit. In der Jugend dürften dagegen die Höhe und die Dicke der Windungen 
einander annähernd gleich sein. Die Siphonalseite ist ziemlich schmal. Die Berippung erscheint 
kräftig und dicht. Die inneren Umgänge sind mit engstehenden, nach vorn stark geneigten, ziemlich 
scharfen Rippen bedeckt. Die Mehrzahl derselben spaltet sich im äusseren Drittel der Seiten; 
ihre Theilungsstelle wird von dem nächstfolgenden Umgange verdeckt. Einzelne Rippen spalten 
sich jedoch auch weiter gegen innen, und zwar entweder in der Flankenmitte oder selbst in der 
Nähe des Nabelrandes. Auf dem äusseren Umgange, der an dem abgebildeten Exemplar ganz der 
Wohnkammer zufällt, beginnen die sehr kräftigen, hohen, aber verhältnissmässig dünnen Haupt- 
rippen an der Nabelkante; die senkrechte Abfallsfläche bis zur Naht bleibt glatt. Sie sind nach 
vorn geneigt und verlaufen geradlinig bis zum äusseren Viertel der Flanken, wo sie sich in zwei 
oder drei Zweige spalten. Gegen das Ende der Wohnkammer überwiegen die dreigetheilten Rippen, 
zu Beginn des äusseren Umganges treten dagegen dichotome Rippen ebenso häufig auf, wie die 
dreispaltigen. Die Secundärrippen sind bedeutend schwächer und niedriger als die Umbonalrippen, 
von den letzteren häufig losgetrennt und in der Regel noch stärker nach vorwärts geneigt. Sie 
biegen sich auf der Externseite um, indem sie dabei in der Nähe der Mündung winklig gebrochen 
erscheinen, und setzen sich ohne Unterbrechung über die Siphonalseite fort. In der Mittellinie der 
letzteren beschreiben sie einen flachen, nach rückwärts offenen Bogen. Mit zunehmender Grösse 
des Individuums vermindert sich die Dichtigkeit der Umbonalrippen. Beim Durchmesser von 64 mm 
trägt die Wohnkammer etwa 47 Hauptrippen. Das ganze Gehäuse ist mit zahlreichen Einschnü- 
rung-en versehen, welche in der Regel Unregelmässigkeiten in der Berippung nach sich ziehen. 
Auf der Wohnkammer sind ihrer drei vorhanden; auf den inneren Windungen des abgebildeten 
Stückes fallen sie wegen ihrer Undeutlichkeit weniger auf, kommen aber daselbst thatsächlich 
ebenso häufig vor wie auf der Wohnkammer. Ueberdies sind Parabelknoten auf den inneren Um- 
gängen ausg-ebildet; in der Abbildung lässt sich ein Paar noch auf dem äusseren Umgang-e, vor 
dem Beginne der AVohnkammer erkennen. 

Ausser dem abgebildeten Stücke liegen mir noch kleine Exemplare vor, von denen aber 
nicht mit voller Sicherheit behauptet werden kann, dass sie dieser Art angehören. Ich g-ebe hier 
deshalb blos die Dimensionen des grossen Stückes an, wobei zu bemerken ist, dass die Dicke 
nicht messbar erscheint, da das Stück mit einer Seite so fest mit dem Gestein verwachsen ist, 
dass es von demselben nicht abgetrennt werden konnte. 

Durchmesser 64 mm . . (== i) 

Nabelweite 27 ,, . . o"42 

Windung-shöhe über der Naht . . . . 21 „ . . o'33 
Muthmaassliche Dicke 14 „ . . — 



154 



Bukoioski. [80] 



"Von der Lobenlinie ist nur der umbonale Abschnitt aufgedeckt. Der zweite Laterallobus 
ist viel kleiner als der erste Lateral. Der Nahtlobus steht schräg. 

Bei der unvollkommenen Erhaltungsweise dieses Exemplars und wegen der mangelhaften 
Kenntniss der inneren Windungen ist es schwer zu ermitteln, welcher von den bekannten Formen 
diese Art anzuschliessen ist. Wenn man die Gestalt der Windungen und die Sculptur des äusseren 
Umganges näher in's Auge fasst, so fällt eine gewisse Aehnlichkeit mit den Formen der Poly- 
ploken- Gruppe auf, und die Betrachtung der Lobenlinie, so weit letztere hier zu verfolgen 
ist, scheint die Vermuthung, dass diese Art ein Vorläufer der genannten Gruppe, beziehungsweise 
der Inconditus-Reihe ist, noch zu bekräftigen. Der in der Kimmeridge-Stufe in grosser Formen- 
mannigfaltigkeit entwickelte Stamm der Polyploken ist bekanntlich in seinen älteren Gliedern 
noch sehr wenig erforscht, ein Umstand, der in erster Linie wohl durch die dürftige Kenntniss 
der Perisphincten der Oxfordstufe zu erklären ist. Bezüglich der Abstammung- derselben ist man 
deshalb auch nicht weit über Vermuthungen hinaus. Als der Vorläufer der Hauptmasse der 
Polyploken wird allgemein der in den Transversariusschichten sich findende Perisphiiictes Schuh 
Opp. bezeichnet. (Vergl. Neumayr, Fauna der Acanthicus-Schichten, Abhandl. der k. k. geol. 
Reichsanstalt, 1873, pag. 171. — Würtenberger, Studien über die Stammesgeschichte der Ammo- 
niten, Darwinistische Schriften, Nr. 5, 1880, pag. 73.) Derselbe ist aber der vorliegenden Forni 
nicht sehr ähnlich. Dagegen zeigt ein im paläontologischen Museum der Wiener Universität be- 
findlicher, unzweifelhaft der Polyploken-Gruppe angehörender Ammonit aus den Tenuilobatus- 
schichten, welcher allem Anscheine nach eine neue Species der Inconditus-Reihe darstellt, hin- 
sichtlich der Berippung und der Gestalt der Windungen grosse Aehnlichkeit mit Perisphinctes 
Michahkii. Um kurz auf diejenigen Charaktere unserer Art hinzuweisen, die an die Formen der 
Inconditus-Reihe erinnern, hebe ich die abgeflachte Gestalt der Umgänge hervor, ferner die mit 
dem Alter zunehmende und schliesslich vorherrschende Dreispaltigkeit der Rippen, welch' letztere 
zwar bei den meisten Arten der Polyploken im ausgewachsenen Zustande noch in mehr Zweige 
getheilt erscheinen, in der Jugend aber bei den Arten der Inconditus-Reihe einfach dichotomiren. 
Ihre Theilungsstelle ist dann auch bei letzteren weiter gegen aussen zu gelegen und bildet 
dadurch ein Analogen zu dem ausgewachsen Stadium unserer Form. Das häufige Auftreten von 
Einschnürungen und das Vorkommen von Parabelknoten müssen gleichfalls als Merkmale hervor- 
gehoben werden, welche sowohl dem Perisphinctes Miclialsliii als auch den Arten der Inconditus- 
Reihe zukommen. Die hier beobachteten Spuren der Lobenlinie erinnern auffallend an ^ie 
Suturen des Perisphinctes inconditus Font. (P. de Loriol, Fossiles, de Baden, Mem. Soc. pal. 
Suisse, 1877, pl. II, fig. I, c) Es bestehen wohl auch Unterschiede gegenüber den Polyploken, 
doch können dieselben in Anbetracht des grossen zeitlichen Abstandes zwischen diesen Formen nicht 
befremden. So lange verbindende Zwischenglieder unbekannt sind, welche den Beweis für den 
genetischen Zusammenhang- des Perisphinctes AdichalskH mit den Polyploken liefern würden, 
kann selbstverständlich die Ansicht, dass diese Form ein Vorläufer der letzteren ist, blos als 
eine Vermuthung aufgefasst werden. Ferner wäre noch die genaue Kenntniss der inneren 
Windungen dieser Form zur Feststellung des Anschlusses an geologisch ältere Formen unbeding't 
nothwendig. 

Die Beschreibung dieser Art stützt sich blos auf das eine hier abgebildete Exemplar, 
welches aus den lockeren Oxford-Kalkmergeln von Czenstochau stammt. Unter den vielen kleinen 
Stücken von Perisphincten dieses Horizontes haben einige grosse Aehnlichkeit mit dem hier 
sichtbaren Theile der inneren Windungen dieser Form ; da die letzteren jedoch nicht genügend 
bekannt sind, so ist eine sichere specifische Bestimmung dieser JFormen nicht durchführbar. 



[&i] lieber die JurabildTingen von Czeiisfochau in Polen. 155 

Perisphinctes consociatus n. f. 

(Taf. XXIX [V], Fig. 4. — Taf. XXX [VI], Fig. 11, 12.) 

Das Gehäuse ist scheibenförmig, mit einem ziemlich stark vertieften, massig weiten Xabel 
versehen und besteht aus mehreren, ziemlich rasch anwachsenden, seitlich comprimirten Umg-äng-en, 
welche einander etwas mehr als bis zu einem Drittel ihrer Höhe bedecken. Ihre grösste Dicke liegt im 
inneren Drittel der Flanken, von wo sie sich langsam gegen die gerundete Externseite verschmälern ; 
die Nahtfläche fällt unter Andeutung- einer schwach ausgeprägten abgerundeten Nabelkante steil 
ab. In der Jugend erscheinen die Windung-en dicker als hoch; sie nehmen aber rasch an Höhe zu, 
so dass bereits an mittelgrossen Exemplaren die Windungsdicke hinter der Höhe zurückbleibt. 
Die Länge der Wohnkammer ist unbekannt ; an einigen Stücken haben sich jedoch beträchtliche 
Abschnitte derselben erhalten, so dass man mit Sicherheit sagen kann, sie habe zum mindesten 
einen ganzen Umgang eingenommen.. Die Verzierung der Schale besteht aus zahlreichen kräftigen 
gerundeten Rippen, welche am Nabelrande beginnen und sich auf den Seitenflächen stark nach 
vorwärts neigen. Im äusseren Drittel der Flanken spalten sie sich in der Regel in zwei nicht 
minder kräftige Secundärrippen. Die letzteren nehmen, ebenso wie die Umbonalrippen, einen schief 
nach vorn gerichteten Verlauf an und verbinden sich in der Mittellinie der Externseite mit den 
von der anderen Seite kommenden unter einem stumpfen Winkel, wobei sie eine ganz g-eringe 
Abschwächung erleiden. Ausser den dichotomen treten auf älteren Umgängen auch ung-espaltene 
Rippen auf. An kleinen Exemplaren beobachtet man nicht selten Unregelmässigkeiten in der Be- 
rippung. So theilt sich hie und da eine Umbonalrippe schon im inneren Drittel der Seiten, und 
während der eine Ast sich nochmals auf dem Marginalrande in zwei Zweige spaltet, worauf nur 
selten weitere Gabelung eines der letzteren auf der Externseite folgt, fliesst der andere Ast mit 
einer alleinstehenden Rippe zusammen. Diese Art der -unregelmässigen Berippung erscheint jedoch 
selten ; meistens kommt es vor, dass einzelne Rippen sich weiter innen spalten, und dass dann eine 
der Secundärrippen sich im äusseren Seitendrittel wieder gabelt. Auf mittelgrossen Exemplaren 
begegnet man diesen Unregelmässigkeiten in der Berippung nicht mehr. Die Gabelung erfolgt 
daselbst stets innerhalb des Randes der Siphonalseite. Die Rippen stehen dichtgedrängt. Das in 
Fio". 12 abgebildete Stück trägt auf dem letzten Umarans-e, welcher nahezu ganz von der Wohn- 
kammer eingenommen wird, bei 65 mm im Durchmesser 57 umbonale Rippen. Bei fortschreitendem 
Wachsthum werden die Rippen seltener. Im ausgewachsenen Zustande, bei annähernd iiomm im 
Durchmesser, ist schliesslich die Wohnkammer mit seltenen, stark nach vorn geneig-ten, etwas 
geschwungenen, faltenähnlichen Rippen bedeckt, die besonders in der Nahtgegend kräftig- hervor- 
treten. Die Secundärrippen erscheinen dann auf der Externseite in dreifacher Anzahl. Auf allen 
Windungen treten Einschnürungen auf, die parallel den Rippen schief nach vorn verlaufen und 
auf der Siphonalseite eine gegen die Mündung zu stark convexe Linie beschreiben. Sie kommen 
auf verschiedenen Individuen in verschiedener Zahl vor; in der Regel trägt ein Umgang 
I — 3 Einschnürungen. Geg-en das Ende der Wohnkammer ausgewachsener Stücke werden sie 
häufiger, so dass ihrer dann auf ein Drittel des Umganges drei entfallen. Hier erscheinen sie auch 
überaus tief. 

Das grosse Exemplar (Fig. 4) dürfte mit einem grossen Theile der AVohnkammer etwa 
iiomm im Durchmesser messen; die zwei anderen abgebildeten Stücke haben folgende Durch- 
messer: Fig. 12 — 75 mm, Fig. II — 45 mm. Bei dem Durchmesser von 70mm sind die übrigen 
Dimensionen des Stückes (Fig. 12) die folgenden: 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. I9 



156 - Bukowski. [82] 

Durchmesser 70 mm . . (== i) 

Nabelweite 29 „ . . o'4i 

"Windungshöhe über der Naht . . . . 23 „ . . o'33 

Dicke nicht genau messbar. 

Der Windungshöhe von 15 mm entspricht bei etwa 43 mm Durchmesser eine Windungsdicke 
von 14 mm. 

Alle Dimensionen an einem und demselben Stücke zu ermitteln war nicht möglich, 
obwohl mir mehrere Exemplare vorliegen, da die letzteren entweder zusammengedrückt oder mit 
einer Seite auf KalkknoUen aufgewachsen sind und sich vom Gestein nicht loslösen lassen. 

Die Suturlinie ist kräftig verzweigt. Der Körper des Siphonallobus ist ungefähr doppelt 
so hoch als breit und sendet jederseits zwei grosse Aeste aus. Der Externsattel ist breit, durch 
einen kleinen Secundärlobus in zwei Abschnitte getheilt. Der erste Lateral endigt einspitzig. Der 
Nahtlobus reicht nicht so weit wie die Spitze des ersten Laterals. Es wurden zwei Suturen von 
demselben Exemplar abgebildet, um zu zeigen, dass auch solche Merkmale der Suturlinie, die in 
der Regel für constant gehalten werden und für die Sonderung nicht nur von Arten, sondern 
auch von Gruppen verwerthet werden, manchmal an einem und demselben Individuum variiren 
können. Die in Fig. 1 1 c abgebildete Kamnierscheidewand, welche am Anfange des letzten 
Umganges des betreffenden Stückes sich befindet, lässt einen Siphonallobus erkennen, der länger 
ist als der erste Lateral. In der anderen Lobenlinie (Fig-. 1 1 d) vom Ende des äusseren Umganges 
ist zwar der ganze Siphonallobus nicht sichtbar, seine Spitze tritt jedoch ganz deutlich hervor, 
und man sieht, dass er hier bereits vom ersten Lateral um ein Bedeutendes überragt wird. 

Diese in die Virgulatus-Gruppe gehörende Art schliesst sich am nächsten a.n Fertsphtnctes 
Aeneas G e m m. an. (Sopra alcuni fossili della zona con Peltoceras frausversariinn Quenst. del Monte 
Erice, etc., 1877, pag'. 162, Tab. 20, Fig\ 12). Im ausgewachsenen Zustande unterscheidet sie sich 
von demselben durch die selteneren, breiteren und niedrigeren Rippen auf der Wohnkammer. 
Perispliinctes Aeneas Gemm. hat bei 107 mm Durchmesser noch engstehende scharfe Rippen, deren 
78 auf dem letzten Umgange durch Gemmellaro gezählt wurden, während hier bei dieser Grösse 
bereits die seltenen faltenähnlichen Rippen auftreten. Schwierig-er wird die Unterscheidung beider 
Formen in der Jugend und während der mittleren Wachsthumsperioden. Perisphinctes consociafus 
dürfte jedoch vor Allem an dem weiteren Nabel zu erkennen sein, ferner an dem Abfalle der 
Nahtfläche gegen den Nabel, welche nicht so hoch sein dürfte ; • überdies scheinen hier die Um- 
bonalrippen in geringerer Zahl vorzukommen. Leider fehlt bei Gemmellaro die Abbildung des 
Querschnittes, die einen genaueren Vergleich bezüglich der Windungsg'estalt ermöglichen würde. 
Hervorzuheben wäre noch, dass, nach der Abbildung zu urtheilen, Perisphinctes Aeneas in der 
Jugend viel feinere Rippen zu besitzen scheint. Perisphinctes trichoplocus Gemm. (1. c. Tab. 20, 
Fig. 13) unterscheidet sich durch den mehr rechteckigen Umriss der Umg"änge und durch die 
minder stark geneigten Rippen. 

Perisphinctes consociatiis kommt in den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von 
Czenstochau ziemlich häufig vor. 

Bemerkung: Es muss hervorgehoben werden, dass an dem in Fig. 4, Taf.V abgebildeten 
Exemplare die äussere Windung plattgedrückt und aus ihrer natürlichen Lage verschoben ist, 
in Folge dessen der Nabel viel zu weit erscheint. Dadurch wird der vorletzte Umgang bis zum 
Secundärlobus des Externsattels blossgelegt. Bei normaler Einrollung verläuft dagegen die Naht- 
linie über dem ersten Laterallobus. 



[83] Ueber die JiirabildiDigcu von Czenstochmi. in Polen. 157 

Perisphinctes raazuricus n. f. 

(Taf. XXX [VI], Fig. 7—9.) 
1870. Ammonitcs virgiilatvs F. Roemer, Geologie von OberscBlesien, pag. 251, Taf. 24, Fig. 5. 

Aus den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien von Czenstochau liegen mir mehrere 
Exemplare vor, welche mit Perisphinctes Lncingensis E. Favre eine sehr grosse Aehnlichkeit haben 
und in vielen Merkmalen mit demselben übereinstimmen, so dass ich Anfangs geneigt war, sie mit 
der genannten Art zu identif.ciren. Bei genauem Vergleiche mit Exemplaren des Perisphinctes 
Lucingcnsis von Birmensdorf, welche sich in der Sammlung des paläontologischen Museums der 
Wiener Universität befinden, traten jedoch Unterschiede zu Tage, die mich durch ihr constantes 
Auftreten veranlasst haben, diese Formen von Perisphinctes Lucingcnsis abzutrennen. Es ist dadurch 
die ohnedies sehr kleine Zahl der mit Formen anderer Juragebiete identischen Arten der Gattung 
Perisphinctes fast bis auf ein Minimum herabgesunken. Einige der neuen Formen stehen aber in 
so nahem verwandtschaftlichen Verhältnisse zu bereits bekannten Arten, dass sie nur als stellver- 
tretende Varietäten derselben aufgefasst werden können. Diese Bedeutung lege ich auch der 
vorliegenden Form bei. 

Das flache scheibenförmige Gehäuse besteht aus ziemlich rasch anwachsenden AVindungen, 
welche einander mehr als bis zu einem Drittel, doch weniger als bis zur Hälfte ihrer Höhe umfassen. 
Dieselben sind höher als breit und an den Seiten zusammengedrückt. Ihre grösste Dicke erreichen 
sie in der Nähe des Nabels, gegen den die Nahtfläche steil abfällt. Der Nabel erscheint nur wenig 
vertieft. Von der Stelle der grössten Dicke verschmälern sich die Umgänge gleichmässig gegen 
die schmale gerundete Externseite zu. Da alle mir vorliegenden Exemplare blos aus Luftkammern 
zusammengesetzt sind, ist die Länge der Wohnkammer unbekannt. Die an der Naht beginnenden 
Rippen sind fein und dünn, ziemlich stark nach vorn geneigt und stehen auf dem ganzen Gehäuse 
sehr dicht gedrängt. Bei 56 mm im Durchmesser zählt man ihrer auf dem letzten Umgange am 
Nabelrande über 70. Sie treten somit annähernd in gleicher Anzahl auf wie bei Perisphinctes 
Lucingensis E. Favre, unterscheiden sich aber von den Rippen des letzteren dadurch, dass sie 
weniger scharf sind. Im äusseren Drittel der Seiten, in der Nähe der Externseite, spalten sie sich 
in zwei gleiche x\este, welche ohne Unterbrechung über die Siphonalseite hinüberlaufen. Nebst 
den dichotomen erscheinen häufig ungespaltene Rippen. Charakteristisch für diese Form i.st die 
Erscheinung, dass sich manche Rippen — dies ist namentlich auf den inneren Windungen nicht 
selten der Fall — sehr tief, bereits am Nabelrande, in zwei Zweige theilen, von denen sich einer 
im äusseren Drittel der Flanken wieder gabelt. Diese Abweichung von normaler Rippenspaltung 
wird in der Regel von einer Anschwellung der Rippen an der Externseite begleitet; es muss aber 
hinzugefügt werden, dass die parabolischen Anschwellungen an allen Exemplaren überaus schwach 
und undeutlich sind. 

Auch bei Perisphinctes Lucingensis kommt es vor, obzwar nur äusserst selten, dass sich 
einzelne Rippen etwas weiter gegen innen theilen. Die Spaltungsstelle rückt jedoch niemals bis 
an den Nabelrand hinab, und so tritt auch keine nochmalige Rippentheilung ein; die Rippen- 
verdickungen fehlen dagegen stets. Bezüglich der Einschnürungen verhält sich diese Form dem 
Perisphinctes Lucingensis gleich. Dieselben sind ziemlich tief, den Rippen parallel und treten in 
wechselnder Zahl auf allen Umgängen auf. An manchen Exemplaren kommen ihrer sogar fünf 
auf einem Umgange vor; bei anderen Stücken sind sie seltener, scheinen aber auf keiner Windung, 
wenigstens so weit das Gehäuse aus Luftkammern besteht, gänzlich zu fehlen. 
Die Dimensionen der abgebildeten Stücke sind folgende : 



158 Bukozüski. [84] 

Fig- 9- Fig. 7. Fig. 8. 

Durchmesser 58 mm . . {= i) 29 mm . . (= i) 46 mm . . (= i) 

Nabelweite 23 „ . . 0-39 13 ,, . . 0-45 17 v ■ ■ 0-37 

Höhe des Umgang-es über der Naht .21 „ . . o'36 g „ . . o'3i 17 ,. . . 0-37 

Dicke 14 ,, . . 0-24 8 „ . . 0-27 11 „ . . 0-24 

Die Unterschiede von Perisphinctes Lucingensis E. Favre lassen sich kurz in folgenden 
Punkten zusammenfassen. Bei der vorliegenden Form ist vor Allem der Nabel weiter; die Umgänge 
sind niedriger. Ferner erscheinen die Rippen minder scharf, mehr gerundet und stärker nach vorn 
geneigt. Schliesslich geben die weit g"egen innen eintretende Spaltung mancher Rippen und die 
nochmalige Gabelung der Zweige am Aussenrande der Externseite, sowie das Auftreten schwacher 
parabolischer Anschwellungen sehr gute Unterscheidungsmerkmale ab. Ich glaube nicht zu irren, 
wenn ich auf Grund der ang-eführten Unterschiede^ diese Form blos für eine stellvertretende 
Varietät des Perisphinctes Liicingaisis erkläre. Sehr nahe verwandt dürfte auch Perisphinctes 
Jeremejevi Nik. sein; letzterer unterscheidet sich aber durch den eng'eren Nabel, durch höhere 
Windungen und durch regelmässig g-espaltene schärfere Rippen. Auch Perisphinctes virgiilatus 
Quenst. ist von dieser Art nicht schwer zu unterscheiden. Die mir zum Vergleiche vorliegenden 
Stücke desselben aus der Gegend von Boll in Württemberg sind alle bedeutend kleiner, viel 
in^oluter und zeichnen sich durch feinere, noch unregelmässigere Berippung aus, welche durch 
sehr wechselnde Neigung der Hauptrippen bedingt wird. Die übrigen Formen der Virgulattis- 
Gruppe, Perisphi7ictes Rhodanictis'DvLraort., Perisphinctes Ae?ieas G-emm. und Perisphinctes tricho- 
ploctis Gemm. weisen bereits Merkmale auf, die eine Verwechslung mit Perisphinctes mazuricus 
gänzlich ausschliessen und das Hervorheben der Unterschiede an dieser Stelle als überflüssig 
erscheinen lassen. 

Von der durch F. Roemer unter der Bezeichnung ,^Aminonites virgulatus Quenst." ab- 
gebildeten Form kann nahezu, mit voller Bestimmtheit behauptet werden, dass sie mit dieser Art 
identisch ist. Aus ihrer Abbildung gewinnt man zwar den Eindruck, als ob die Windungen niedriger 
wären und die Rippen sich regelmässiger theilen würden, doch es liegt die Vermuthung nahe, 
dass diese Abweichungen nur auf nicht ganz correcter Wiedergabe der Merkmale in der Abbildung 
beruhen. Nach der Angabe F. Roemer's soll diese Form in dem weissen Oxfordkalke von 
Czenstochau häufig vorkommen. Seltsamerweise habe ich in diesem Niveau nicht ein einziges 
Exemplar derselben gefunden, was mich veranlasst, zum mindesten die Angabe bezüglich ihrer 
Häufigkeit daselbst in Zweifel zu ziehen. Alle mir vorlieg-enden Stücke stammen aus den tieferen 
lockeren Kalkmergeln, in denen sie ziemlich häufig gefunden werden. 

Aspidoceras perarmatum Sow. 

(Taf. XXX [VI], Fig, 2—4.) 

1822. Ammonites perarmatus Sowerby, jNIiueral Conchology, pl. 352. 

1S47. Ammonites Bakeriae Quenstedt, Ceplialopoden, Taf. 16, Fig. 8. 

1847. Ammonites perarmatus d'Orbigny, Paleont. franc., terr. jurass., pag. 498 (pars), pl. 185, fig. I — 3 (nonpl. 184). 

1870. Ammonites perarmatus F. Roemer, Geologie von Obersclilesien, Tab. 22, Fig. 8 (non Tab. 24, Fig i). 

i87r. Aspidoceras perarmatuin Neumayr, Jurastudien, Jahrb. geol. Reichsanstalt, pag. 371, Tab. 20, Fig. i. 

1875. Aspidoceras perarmatmn Waagen, Jnrassic Cephalopoda of Kntch, pag. 91, pl. 16, fig. 4 — 7. 

1875. -A-spidoceras perarmatum E. Favre, Voirons, M6m. Soc. pal. Suisse, pag. 36, pl. V, fig. I — 2. 

Die lockeren Kalkmergel der unteren Oxfordstufe in Czenstochau haben mir zahlreiche 
Gehäuse dieser Art geliefert, die aber alle entweder jungen Individuen angehören oder die inneren 



[85] Ucber die Jtinibildiingen von Czenstochau in Polen. 159 

Windungen gTÖsserer Stücke darstellen. Die^grössten derselben erreichen im Durchmesser etwa 
30mm. Obzwar die verschiedenen Wachsthumsstadien von Waagen sehr genau beschrieben wurden, 
halte ich es doch nicht für überflüssig, auf einige Stücke hier einzugehen und dieselben abzubilden, 
da sie durch längeres Andauern der Jugendsculptur von den tj-pischen Formen abweichen und 
in einiger Hinsicht auch in der Verzierung letzteren gegenüber Unterschiede aufweisen. Es sind 
dies die beiden in Fig. 2 und 3 abgebildeten Exemplare. Die Involution und die Gestalt der 
Windungen sind dieselben wie bei typischen Exemplaren, zum Theil auch die Sculptur der .Seiten- 
wandungen, welche aus feinen, mehr oder weniger geschwungenen, in der Seitenmitte zuweilen 
nach vorn ausgebog-enen Rippen besteht. Einzelne Rippen erscheinen kräftiger, und diese schwellen 
dann an den gerundeten IMarginalrändern zu Knoten an, die auf dem einen Exemplar (Fig. 2) 
insofern von jenen anderer Stücke sich unterscheiden, als sie nur stark in die Länge gezogene, 
dem Verlaufe der Rippen entsprechende Erhöhungen darstellen, somit nicht ganz der gewöhnlichen, 
besonders für das Jugendstadium dieser Species charakteristischen Art von Knoten gleichen; sie 
stimmen dagegen mit den von Waagen beschriebenen Knoten überein. welche, wie er sich aus- 
drückt, durch eine eigenthümliche, jener des Perisphinctcs curvicosta Opp. ähnliche Krümmiang der 
Rippen hervorgebracht werden. Die Abstände zwischen den deutlicher hervortretenden kräftigeren 
Rippen sind nicht gleich; meistens liegen zwischen je zwei stärkeren Rippen eine oder zwei, 
seltener drei feine fadenähnliche; manchmal folgen auch einige kräftigere, in Knoten ausgehende 
Rippen unmittelbar nacheinander, und zwar tritt die letztere Erscheinung auf den jüng-eren 
Windungen auf, so dass dadurch der Eindruck hervorgerufen wird, als würde mit zunehmendem 
Alter die Berippung unregelmässiger und dichter. Die feineren Rippen, welche zuweilen auch 
ganz schwach anschwellen, theilen sich an den Marginalrändern ; einige bleiben ungespalten. Die 
Zweige beschreiben auf der Externseite einen deutlichen Bogen. Die bezüglich ihrer Stärke 
gleichfalls wechselnden kräftigeren Rippen theilen sich in der Regel erst auf der Siphonalseite, 
indem von dem Knoten dünnere Secundärrippen ausgehen. .Sehr selten zweigt sich ein Ast schon 
tiefer, auf der Flanke ab. Bis zur Grösse von 30 mm, also bis an das Ende des Gehäuses der 
abgebildeten Exemplare, bleibt die Verzierung- nahezu unverändert; an anderen Stücken zeigt 
sie dagegen bei demselben Durchmesser bereits deutlich den definitiven Charakter. Nach Waagen 
kommen schon bei 27 mm Durchmesser die ersten Andeutungen der inneren Knotenreihe vor; 
die in Rede stehenden Stücke scheinen dagegen erst bei bedeutenderer Grösse in dieses Stadium 
einzutreten. 

Typische Formen des Aspidoceras peraruiatuvi kommen in Czenstochau im unteren Oxfordien 
sehr häufig- vor; man findet aber, wie schon erwähnt Avurde, stets nur ganz kleine Exemplare. 

In dem weissen Oxfordkalke scheinen Aspidoceren, nach den in den Steinbrüchen umher- 
liegenden kleinen Windung'sfragmenten zu urtheilen, nicht selten vorzukommen. Ganze Stücke 
dürften aber nur selten zu erhalten sein. Das mir aus diesem Horizonte vorliegende Material dieser 
Gattung beschränkt sich auf ein etwa 80 mm im Durchmesser zählendes Stück, an dem aber gerade 
die für die Artbestimmung so wichtigen inneren Windungen fehlen. Es gehört allem Anscheine 
nach dem Aspidoceras perarinahim -?>ow. an. Die einzige, etwas abweichende Eigenthümlichkeit 
desselben besteht darin, dass die Knotenpaare auf dem äusseren und dem vorletzten Umgange, wo 
noch die dichtere, unregelmässigere Sculptur vorzuherrschen pflegt, in ziemlich weiten Abständen 
von einander auftreten, ähnlich wie bei Aspidoceras eiicyplmvi Opp. Dag-egen sind die Dornen 
spitz, und nicht stumpf wie bei letzterem; ferner erscheinen die inneren Knoten kleiner. Die 
Suturlinie ist schwach verzweigt, einfacher als in den Abbildungen des Aspidoceras pcrarmatiim 
bei Waagen und Neumayr. 



i6o Biikou'skt. [86] 

Aus dem weissen Oxfordkalke bildet F. Roemer unter dem Namen Aspidocßras perarmatum 
Sow. (1. c. pag. 251, Tab. 24, Fig. i) eine Form ab, die ganz bestimmt mit dieser Species nicht 
identisch ist, und die Neumayr (Jahrb. geol. Reichsanstalt, 1871, pag. 374) mit Recht für 
einen nahen Verwandten des Aspidoceras distractiim Quenst. erklärt hat. Da die Herkunft jenes 
Stückes F. Roemer nicht sicher bekannt war und es entschieden auf ein tieferes Niveau hin- 
deutet, so muss vorderhand von demselben abgesehen werden. 

Ein mir vorliegendes, ungefähr 35 mm im Durchmesser zählendes, ganz verdrücktes Exem- 
plar, welches ebenfalls aus dem weissen Oxfordkalke stammt, und an dem nur so viel constatirt 
werden konnte, dass die innere Knotenreihe sich später als die äussere einstellt, dürfte dem 
Aspidoceras perarmatiun Sow. angehören. Es dient zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass 
diese Species aus den Kalkmergeln in die Kalke hinaufsteigt. 



Aspidocei^as cfr. Edwardsianum d'Orb. 

(Taf. XXX [VI], Fig. I.) , 

1847. Ammonites Edwardsianus d'Orbigny, Pal^ont. fran9., terr. jurass., pag. 504, pl. 188. 

1871. Aspidoceras Edwardsianum Neumayr, Jahrb. geol. Reichsanstalt, pag. 373, Tab. 21, Fig. 3. 

Das abgebildete kleine Exemplar, welches blos 2g mm im Durchmesser zählt und die 
inneren Windungen eines grösseren Stückes darstellt, dürfte aller AVahrscheinlichkeit nach dieser 
Art angehören. Es stimmt mit jungen Individuen dieser Art gut überein. Von gleich grossen 
Exemplaren des Aspidoceras perarmatum S o w. ist es sehr leicht zu unterscheiden an der sehr 
breiten, stärker abgeflachten Externseite, von der die Seitenwandungen sehr schräg zum Nabel 
abfallen. Manche Exemplare des Aspidoceras perarinafuni nähern sich zwar diesbezüglich dieser 
Art, doch ist der Abfall der Flanken bei ihnen niemals so schräg, die Externseite nie so breit; 
ihr Querschnitt erscheint im extremen Falle als ein Rechteck. Die äusseren Knoten des vor- 
liegenden Stückes sind kräftig und hoch. Neumaj^r hat bei dieser Art auch das Vorhandensein 
einer schwachen inneren Knotenreihe festgestellt; dieselbe fehlt hier aber vollständig und dürfte 
erst während des späteren Wachsthums zur Ausbildung gelangen. Von den Dornen gehen ziemlich 
breite Rippen bis zur Naht herab ; zwischen denselben bemerkt man überdies eine feinere Berippung, 
welche jener des Aspidoceras Riippelense d'Orb. ähnlich ist. 
Die Dimensionen sind folgende : 

Durchmesser 29 mm (= i) 

Nabelweite n » 0-38. 

Höhe des Umganges über der Naht n „ 0-38. 

Dicke am Marginalrande zwischen den Knoten , . - . . . 12-5 „ 0-42. 

Dicke im inneren Drittel der Seiten 11 „ 0-38. 

Die Suturlinie ist massig verzweigt. Im Gegensatz zu der von d'Orbigny gegebenen Ab- 
bildung derselben fällt hier die plumpere, breitere Form' des Seitenlobus auf. 

Vorkommen: In den lockeren Kalkmergeln des unteren Oxfordien in Czenstochau sehr selten. 

Aspidoceras f. indet. 
Es liegt mir ein schlecht erhaltener Steinkern eines Aspidoceras vor, das sich durch 
weiten Nabel und abgeflachte AVindungen auszeichnet, die höher als dick sind. Der Querschnitt 
ist suboval, die Externseite gerundet. Um den Nabel zieht sich eine Reihe ziemlich dicht stehender 



[Sy] Ucber die Jiirabildiingen von Czeusfochait in Polen. i6i 

Knoten, von denen schwache Rippenspuren, auf die Flanken zu verfolgen sind. Eine äussere 
Knotenreihe scheint zu fehlen. Wegen sehr schlechter Erhaltung lässt sich dieses Stück specifisch 
nicht bestimmen. Es dürfte allem Anscheine nach in die Abtheilung der Cycloten gehören und 
könnte sich möglicherweise an die Formen der Reihe des Aspidoceras Haynaldi Herhich. und 
des Aspidoeeras microplmu Opp. oder an Aspidoceras Radiscnsc d'Orb. anschliessen. Dasselbe 
stammt aus der obersten Bank des weissen weichen Oxfordkalkes von Skrajnice südöstlich von 
Czenstochau. 

Peltoceras torosum Opp. 

(Taf. XXX [VI], Fig. 6.) 

1847. Ammonites caprinus Quenstedt, Cephalopoden, pag, igo, Tab. 16, Fig. 5. 
1858. Amtnonites caprinus Quenstedt, Jura, pag. 540, Tab. 71, Fig. 5. 
1866. Ammonites torosus Oppel, Ueber die Zone des Ammonites transvcrsarius, pag. 217. 
1882. Peltoceras torosum Uhlig, Jurabildungen von Brunn, pag. 161 151). 

Von dieser Art, welche mit voller Berechtigung als Mittelform zwischen Peltoceras anniilare 
Rein, und Peltoceras Arditennense d'Orb. angesehen wird, fand sich im unteren Oxfordien von 
Czenstochau ein Exemplar vor. Dasselbe ist jedoch nicht g-anz tj-pisch, es nähert sich bereits ein 
wenig dem Peltoceras Arditcnnense d'Orb. durch die seitlich ganz schwach comprimirte äussere 
Windung, die aber trotzdem noch den ovalen Querschnitt des typischen Peltoceras torosum nicht 
verloren hat. Auf den inneren Umgängen spaltet sich die Mehrzahl der Rippen in der Flanken- 
mitte; einige bleiben ungespalten. Der äussere, zum grösseren Theile von der Wohnkammer ein- 
genommene Umgang- ist mit zahlreichen kräftigen, zumeist ungespaltenen Rippen bedeckt; die in 
der Minderzahl auftretenden dichotomen Rippen theilen sich am Nabelrande. Auf der Wohn- 
kammer sind alle etwas mehr als auf den inneren Windungen geschwungen und biegen sich im 
äusseren Flankentheile nach rückwärts um. Ueber die Siphonalseite laufen sie unter starker Ver- 
dickung ununterbrochen hinweg. Von der Lobenlinie sind nur schwache Spuren sichtbar. Sie 
scheint wenig- verzweigt zu sein. Der sehr kräftig entwickelte hohe Hauptlateral überragt den 
Siphonallobus um ein bedeutendes Stück. Diesem folgen dann noch bis zur Naht in schräger 
Linie zwei sehr kleine Seitenloben nach. Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieses Exemplar eine 
Uebergangsform zwischen Peltoceras torosum Opp. \xnA Peltoceras Arditen.ftense d'Orb. darstellt; es 
steht aber ersterem jedenfalls näher. 

Peltoceras Constantii d'Orb. 

1847, Ammonites Constantii d'Orbigny, PaUont. fran^. terr. jurass., pag. 502, pl. 186. 

Von Peltoceras Constantii d'Orb. liegen mir aus den lockeren Kalkmergeln des unteren 
Oxfordien' einige Bruchstücke sehr grosser Exemplare vor, die ohne Wohnkammer einen Durch- 
messer von mindestens 130 mm. erreicht haben. Sie stimmen mit der d'O rb ig ny'schen Abbildung 
vollkommen überein. Der äussere Umg-ang hat einen hohen Querschnitt, der einem an den Kanten 
schwach abgerundeten, langen Rechteck sehr nahe kommt. Die Windungsdicke im äusseren Theile 
der Seiten ist nur etwas kleiner als die oberhalb des Nabels. Der Windungshöhe von 45 mm 
entspricht eine grösste Dicke von 29 mm. Die Flanken sind mit radialen, theils am Nabelrande 
sich gabelnden, theils ungespaltenen, an der Externseite schwach angeschwollenen Rippen 
bedeckt, während die ganz abgeplatete Siphonalseite nur Andeutungen sehr abgeschwächter, 
gerade verlaufender Rippen aufweist. Auf der vorletzten Windung erscheinen die Rippen, welche 



102 Bzikoxoski. ' [88] 

sich auch hier entweder am Nabel spalten oder ungetheilt bleiben, schwach geschwungen. Sie 
zeigen, ebenso wie dies in der Abbildung bei d'Orbigny hervortritt, keine Tendenz an den 
Marginalrändern nach vorn umzubiegen. Bei den übrigen Arten dieser Formenreihe, so beispielsweise 
bei Peltoceras hidens Waag., Peltoceras seinirugosum Waag. und anderen erscheint ein Umbiegen 
derselben sehr deutlich ausgepräg-t. Eine etwas stärkere Höhenzunahme der Rippen am Nabel- 
rande des äusseren Umganges erinnert bei einem Stücke an Peltoceras seinirugosum Waag. Da 
Jugendstücke in der Regel von Peltoceras Ardueniiense d'Orb. und anderen verwandten Arten 
kaum zu unterscheiden sind, so muss bemerkt werden, dass die Angabe, Peltoceras Constantii 
d'Orb. komme in Czenstochau nicht selten vor, sich nur auf die grossen, sicher bestimmbaren 
Exemplare stützt. 

Peltoceras cfr. interscissum Uhlig. 

(Taf. XXX [VI], Fig. 5.) 
1882. Peltoceras interscissum Uhlig, Jurabildungen von Eriinn, pag. 168, Taf. 14 (2), Fig. 2. 

Ein Wohnkammerbruchstück eines kaum mittelgrossen, aus den lockeren Kalkmergeln des 
unteren Oxfordien von Czenstochau stammenden Exemplars ist dem. Peltoceras mterscissufuUKlig 
sehr ähnlich und dürfte mit demselben' identisch sein; es weist aber auch geringe Unterschiede 
auf. Als solches konnte es daher nicht bestimmt angesprochen werden, zumal grössere, besser 
erhaltene Stücke nicht vorliegen. Dasselbe erreicht nämlich nicht die Grösse jenes Stückes, auf 
welches hin die Art von Uhlig aufgestellt wurde und trägt auch in Folge dessen die für diese 
Art charakteristische, aber erst einem späteren Wachsthumsstadium zukommende Sculptur noch 
nicht genug deutlich zur Schau. Die vorhandenen Andeutungen derselben lassen jedoch mit grosser 
Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass die charakteristischen jMerkmale später zur vollen Aus- 
bildung gelangten. Die Seitenwandung-en tragen verhältnissmässig engstehende, sehr kräftige hohe 
Rippen, deren JMehrzahl ungespalten bleibt, während einige wenige am Nabelrande dichotomiren. 
Sie beginnen an der Naht, sind am Nabelrande winklig gebrochen und lassen daselbst Andeutungen 
der erst später kräftig-er werdenden knotigen Anschwellungen erkennen. Auf den Flanken 
erscheinen sie schwach nach rückwärts geneigt und zeigen hier nicht die geringste Abschwächung. 
In der Mittellinie der Externseite tritt eine Furche auf, die Rippen sind aber nicht vollständig 
unterbrochen ; zu beiden Seiten der Furche schwellen die Rippen zu schwachen Knoten an, die 
g-egen die ^lündung zu kräftiger hervortreten und, sobald die Rippen mit zunehmendem Alter an den 
Marginalkanten deutlicher winklig gebrochen erscheinen, schliesslich von einer zweiten, unterhalb 
der Marginalränder auftretenden Reihe knotiger Erhöhung-en begieitet werden. Wie gesagt, sind 
sowohl die Anschwellung-en der Rippen als auch die siphonale Furche an diesem Stücke noch 
nicht sehr deutlich ausgebildet; die Sculptur entspricht aber genau dem vorletzten, von Uhlig- 
beschriebenen Stadium dieser Art. Bezüglich der Gestalt der Windung muss hervorg^ehoben werden, 
dass letztere nur wenig höher als breit ist und ihr Querschnitt zwischen den Rippen einem an 
den Kanten abgerundeten Viereck g-leicht. Als ein bezeichnendes 2\Ierkmal für diese Art gibt 
Uhlig unter Anderm die sehr schmale Gestalt der Windungen an. Die betreffenden Originalstücke 
von Olomutschan, welche sich im geologischen Universitäts-Museum in Wien befinden, dienten mir 
zum Vergleiche, und ich kann nach ihrer Besichtigung- nur der Ansicht Raum geben, dass ihr 
dünner Windungsquerschnitt lediglich auf den Umstand zurückzuführen ist, dass alle sehr stark 
zusammengedrückt sind. An gut erhaltenen Exemplaren dürfte ihr Querschnitt im Gegentheil 
jenem des nahe verwandten Peltoceras Pugenn"KcLS-p. ähnlich gewesen sein, worauf ausschliesslich 
der Querschnitt des Czenstochauer Stückes mit Bestimmtheit schliessen lässt. Der einzige Unter- 



[8g] Ueber die Jiirabild-iingen von Czensioc/iaii in Polen. 163 

schied, welcher zwischen den Exemplaren aus Olomutschan und dem vorliegenden zu bemerken 
ist, besteht darin, dass die Berippung am letzteren etwas weniger dicht ist; es ist nicht unwahr- 
scheinlich, dass dasselbe eine Uebergangsform zu Pelioceras Eitgenii ^a.SYi- darstellt. Vom letzteren 
unterscheidet sich Peltoceras interscissnm hauptsächlich dadurch, dass die Rippen in dem Stadium, 
in welchem Knoten und Siphonalfurche bereits kräftig ausgebildet erscheinen, noch eng beisammen 
stehen, während bei ersterem bekanntlich sehr weite Abstände zwischen den Rippen auftreten, 
ferner dass sich die Rippen auf den Flanken nicht abschwächen. 

Peltoceras athletoides Lah. 

.1847. Ammonitos athleta d'Orbigny, Paleont. fran9., terr. jurass., pag. 457 (pars), pl. 163, fig. 5. 
1878. Peltoceras athleta Bayle, Explic. de la carte geol. de la France, pl. 49, fig. 11. 

1883. Peltoceras athletoides Lahusen, Die Fauna der jurass. Bildungen des Rjäsan'schen Gouv., pag. 70 und 85, 
Tab. X, Fig. 5—8. 

Ein kleines Bruchstück einer grossen Windung, welche noch dem gekammerten Theile 
des Gehäuses angehörte, gleicht dem bei Lahusen abgebildeten, grössten Stücke in allen 
Merkmalen so vollkommen, dass durch dasselbe das Vorkommen dieser Art im unteren Oxfordien 
von Czenstochau ausser allen Zweifel gestellt wird. Der Windungsquerschnitt ist viereckig, etwas 
höher als breit; die Externseite erscheint flachgedrückt, nur äusserst schwach gewölbt; die ab- 
geplatteten Seitenwandungen fallen im Bogen gegen den Nabel ab. Die Verzierung der Seiten 
besteht aus ziemlich seltenen, scharfen, dünnen, ungespaltenen Rippen, welche sich am Nabelrande 
erhöhen und dadurch eine Art scharfer länglicher Knoten erzeugen. Auf den Flanken erscheinen 
sie ein wenig schwächer, bleiben aber nichtsdestoweniger scharf. An den Marginalkanten ver- 
dicken sie sich plötzlich und bilden sehr hohe, seitlich comprimirte, spitze Knoten, welche, indem 
sie gegen aussen zu allmälig niedriger werden, in die Siphonalseite langsam übergehen. In der 
Mitte der letzteren sind die Rippen bedeutend abgeschwächt, vor Allem viel niedriger. 

Die Suturlinie, welche nicht deutlich genug hervortritt, um eine Abbildung zuzulassen, 
ist kräftig verzweigt und, wie schon Lahusen hervorgehoben hat, jener d.es Peltoceras Constantü 
d'Orb. am ähnlichsten. Namentlich fällt an ihr die schmale Form und bedeutende Länge der 
Lobenäste auf, welche auch bei der letztgenannten Art in gleicher Weise ausgebildet sind. Der 
Hauptlateral ist ziemlich schmal und höher als der Siphonallobus. Als die nächstverwandte Form 
muss Peltoceras aililcta Phill. bezeichnet werden. 



Schlussbemerkungen. 

In innig-em Zusammenhange mit der Prüfung der Beziehungen des polnischen Jura zu den 
äquivalenten Ablagerungen der angrenzenden Länder steht die Beantwortung der Frage nach 
den Ursachen, welche der Verschiedenheit in der i^usbildung mancher Schichtgruppen des nörd- 
lichen Theiles des Jurazuges einerseits und des Krakauer Gebietes andererseits zu Grunde liegen. 
Durch die Arbeiten älterer Forscher, unter denen namentlich die Publicationen von Pusch, 
Zeuschner und F. Roemer die hier bestehenden Verhältnisse in ausführlicherer Weise dar- 
gelegt enthalten, werden wir unterrichtet, dass die Contraste zwischen beiden Regionen sich 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4 20 



164 Bukoivski. [90] 

vorzüglich in den Ablagerungen des mittleren Jura kundgeben. Die Untersuchungen Michalski's 
und meine Beobachtungen zeigen überdies, dass diese Unterschiede noch bedeutender sind, als man 
bisher geglaubt hat. Sie beschränken sich auch nicht allein auf die Sedimente des Dogger. Wie 
ich schon früher in dem Capital über die Schichtenfolge angedeutet habe, kommen auch noch in 
den Oxfordbildungen, welche auf der ganzen Erstreckung des Jurazuges petrographisch in gleicher 
Weise entwickelt erscheinen, Verschiedenheiten in Bezug auf die Abgrenzung einzelner Zonen 
und ihren Faciescharakter zum Vorschein. Ausserdem lassen sich in denselben einige, wenn auch 
nur geringe faunistische Differenzen erkennen. An der Hand der bisher geäusserten Ansichten 
zu untersuchen, wodurch diese Erscheinungen bedingt wurden, ist nun vor Allem der Zweck 
folgender Betrachtungen. 

Zufolge ihrer geographischen Lage mitten unter Juragebieten von verschiedenem Charakter, 
deren Sedimente überdies mit Horizonten von sehr ungleichem Alter beginnen, spielen die Jura- 
bildungen Polens eine höchst wichtige Rolle in den Fragen nach der Vertheilung und den Ver- 
schiebungen der Meere in Mittel- und Ost-Europa während der Jurazeit. Demgemäss wurden sie 
auch in den Schriften zahlreicher Forscher vielfach zu vergleichenden Erörterungen herangezogen. 
Abgesehen von den Arbeiten, welche dieselben speciell zum Gegenstand haben, ist die Zahl 
solcher Werke, die Bezugnahmen auf sie enthalten, eine sehr grosse. Es würde zu weit führen, 
wollte man sie alle hier im Besonderen anführen; die wichtigsten werden ohnehin im Folgenden 
genannt werden und sind überdies Jedem, der sich mit dem Jura beschäftigt, gut bekannt. 
Hier will ich nur hervorheben, dass es vor Allem die zahlreichen Arbeiten von Neumayr, dann 
jene von'Ammon, F. Roemer, Uhlig, Nikitin, Teisseyre, Michalski und G. Bruder 
sind, in welchen sich werthvolle vergleichende Angaben finden. 

Indem ich mich der Besprechung des Verhältnisses zu den Vorkommnissen der benach- 
barten Regionen zuwende, betrete ich daher ein Gebiet, das in der Literatur bereits eingehende 
Würdigung gefunden hat. Nur der in vieler Hinsicht lückenhaften Kenntniss des polnischen 
Jura ist es zuzuschreiben, dass die diesbezüglich ausgesprochenen Ansichten in einigen Punkten 
einer Ergänzung oder Correctur bedürfen. Letztere sind auch zum grössten Theile bereits in 
der Abhandlung Michalski's (Formacyja jurajska w Polsce, pag. 18 — 24) enthalten. An die Schil- 
derung der stratigraphischen Verhältnisse knüpft der genannte Forscher einen genauen Vergleich 
zwischen dem mittleren Jura in dem nördlichen und jenem in dem südlichen Gebiete dieses Höhen- 
rückens an, sowie eine erschöpfende Darlegung der Beziehungen desselben zu den benachbarten 
Juradistricten. Die Ansichten, welche ich aus eigenen Beobachtungen gewonnen habe, stimmen mit 
jenen Michalski's so vollkommen überein, dass ich seinen Ausführungen nicht viel Neues hinzu- 
zufügen in der Lage bin. Es erübrigt mir nur, die Oxfordbildungen, welche in der Arbeit Michalski's 
nicht ausführhch genug behandelt wurden, hier etwaä näher zu erörtern. Wegen besserer Ueber- 
sicht über die nunmehr ziemlich klar vor uns liegenden Wechselbeziehungen zwischen den 
verschiedenen Juragebieten habe ich es aber vorgezogen, auch die bereits bekannten Thatsachen 
hier wiederzugeben, indem ich die ganze Serie von den tiefsten Ablagerungen bis zum Oxfordien 
(inclusive) in den Kreis der folgenden Betrachtungen ziehe. 

Als die ältesten Schichten des polnischen Jura erscheinen eisenschüssige Sandsteine mit 
Inoceramus polyploais und Pecten pumilus. F. Roemer (Zeitschr. der deutsch, geol. Ges., 1867, 
Bd. 19, pag. 266 — Geologie von Oberschlesien, pag. 196) hat sie bei Helenenthal unweit 
Woischnik an der schlesisch-polnischen Grenze nachgewiesen. Aus dem Krakauer Gebiete sind 
Aequivalente derselben bis jetzt nicht bekannt geworden. Die daselbst als tiefstes GUed den Baliner 
Oolithen zur Unterlage dienenden gelben Sande und Sandsteine (vergl. Oppel-Waagen, Ueber 



[gi] Ueber die Jurabildimgen von Cze^istochau in Polen. 165 

die Zone des Ammonites transversarius, pag. 27 — Hohe negge r- Fall aux, Denkschr. der k. k. 
Akad. der Wissensch., Wien, 1867, pag. 247) führen keine Versteinerungen; ihr Alter kann somit 
nicht festgestellt werden. Auch in den feuerfesten Thonen von Mirow, deren Zugehörigkeit 
zu einer den Macrocephalus-Schichten im Alter vorangehenden Abtheilung des mittleren Jura 
F. Römer nach ihren Lagerungsverhältnissen und den wenigen in ihnen gefundenen Pflanzen- 
resten als wahrscheinlich hingestellt hat, lässt eine bestimmte palaeontologische Zone vorderhand 
nicht erkennen. Dem ganzen Habitus nach schliessen sich die Schichten mit Inoceramns polyploctis 
Polens am nächsten an den nordwestdeutschen Typus an. Eine bedeutend geringere Aehnlichkeit 
besteht dagegen mit den gleichalterigen Gebilden in Süddeutschland, welche zum grossen Theile 
kalkig entwickelt erscheinen. In Niederbayern zwischen Vilshofen und Passau ist dieser Horizont 
in dem versteinerungsleeren Eisensandstein bei Voglarn vertreten, welcher dort das älteste Glied 
der Juraformation ausmacht (Ammon, Die Juraablagerungen zwischen Regensburg und Passau, 
1875, pag. 100). 

Die Aehnlichkeit dieser Schichten mit jenen im nordwestlichen Deutschland, sowie die 
Thatsache, dass in Mähren, durch das zunächst eine Verbindung mit Süddeutschland hätte statt- 
finden können, Ablagerungen dieses Alters gänzlich fehlen, liefern uns den Beweis, dass die 
Transgression des Meeres zu jener Zeit von Nordwesten her erfolgte. Nachdem auch in Russland 
entsprechende Bildungen unbekannt sind, kann wohl als sicher gelten, dass sich damals vom 
nordwestdeutschen Becken eine im Osten und Westen von Festlandsmassen eingeschlossene 
Meeresbucht nach Polen erstrecke. Wie weit sie nach Süden gereicht hat, und ob sie mit dem 
mediterranen Jurameere in Verbindung gestanden, lässt sich, wie gesagt, heute noch nicht 
entscheiden. 

Die geringe Uebereinstimmung der tiefsten Juraablagerungen Polens mit dem süddeutschen 
Jura wurde bereits von F. Roemer (Geologie von Oberschlesien, pag. 275) betont. Die Ansicht, 
dass das westliche Polen während des Unteroolith von Nordwesten her inundirt wurde, ist zum 
ersten Male von Uhlig (Die Jurabildungen in der Umgebung von Brunn, 1881, pag. 2,2,) aus- 
gesprochen worden. 

Ablagerungen, welche den nordwestdeutschen Coronatenschichten entsprechen würden, 
konnten in Polen bisher nicht nachgewiesen werden. Es ist, wie schon vorher einmal erwähnt wurde, 
nicht unwahrscheinlich, dass die verschiedenen sandigen und schieferigen Gebilde, welche F. Roemer 
an einzelnen Punkten in dem an Schlesien angrenzenden Gebiete beobachtet und als von wesent- 
lich gleichem Alter mit den Schichten mit Inoceramus polyploctts bezeichnet hat, in dieses Niveau 
gehören. Die Spärlichkeit der Aufschlüsse unter der mächtigen Diluvialbedeckung in dem flachen 
Terrain und die Petrefactenarmuth dieser Sedimente erlaubte jedoch bis jetzt noch nicht, Anhalts- 
punkte für ihre Altersbestimmung zu gewinnen. 

Die Thoneisenstein führenden, versteinerungsreichen Thone mit Parkinsonia Parkinsoni So w. 
erlangen im nordwestlichen Theile des Jurazuges eine grosse Verbreitung; im Krakauer Gebiete 
wurden sie dagegen nicht beobachtet. Ihre Uebereinstimmung mit den Parkinsonithonen in Nord- 
westdeutschland (vergl. Seebach, Der Hannoversche Jura, pag. 38 — Brauns, Der mittlere 
Jura im nordwestlichen Deutschland, pag. 47) ist eine nahezu vollkommene. Diese Thatsache 
sowie das Fehlen gleichalteriger Bildungen in Mähren deuten darauf hin, dass auch während 
dieser Periode keine Aenderung in der Meeresvertheilung eingetreten ist, und dass die Bedin- 
gungen für Sedimentablagerung die gleichen geblieben sind. 

Der nächstjüngere Horizont besteht nach Michalski aus thonigsandigen Gesteinen mit 
Ausscheidungen von Limonit und entspricht den in ihm gefundenen Fossilien nach der Zone der 



i66 Btikoioski. [92] 

Oppelia fusca. Er wurde in dem nördlichen Gebiete bei Pierzchno, Zwierzyniec und in Panki 
constatirt. Eine in Neumayr's Abhandlung über die Cephalopoden von Baiin, pag. 22, ent- 
haltene Notiz führt zu der Vermuthung, dass derselbe möglicherweise auch im Krakauer Gebiete, 
wenigstens an vereinzelten Punkten, in selbständiger Ausbildung auftritt. Neumayr erwähnt 
nämlich aus der Gegend von Krakau einige Stücke der Parktnsonia ferruginea Opp., einer 
Form, die in den Baliner Oolithen selbst nicht vorkommt. Auch diese Schichten gehören ihrem 
ganzen Habitus nach der in Nordwestdeutschland herrschenden Entwicklung an, wo die Thon- 
sande mit Ostrea Knorri ihre ungefähren Aequivalente darstellen. 

In den folgenden Zonen des mittleren Jura äussern sich namhafte Unterschiede zwischen 
dem südlichen und nördlichen Theile des Jurazug-es. Während nämlich im ersteren eine Con- 
centrirung aller dem unteren Bathonien nachfolgenden Horizonte des Dogger in einer dünnen 
Gesteinslage stattfindet, wodurch ihre Ausscheidung unmöglich wird, treten in der Gegend von 
Czenstochau und Wilun einige Zonen in selbständiger Ausbildung auf. Ich stimme der Ansicht. 
Michalski's (1. c. pag. 19), dass dieser Unterschied nicht allein auf der Verringerung der 
Mächtigkeit der Sedimente gegen Süden beruht, sondern vielmehr auf Beziehungen dieser Ab- 
lagerungen einerseits zu dem nordwestdeutschen Becken, andererseits zu .Süddeutschland zurück- 
zuführen ist, vollständig bei. Auch darin bin ich mit ihm im Einklänge, dass bei der Beurtheilung 
dieser Beziehungen der petrographische Charakter der Schichten, wenigstens was den Dogger 
anlangt, die wesentlichsten Dienste leistet. 

Sowohl im Krakauer Gebiete als auch in der Gegend von Czenstochau beginnt das obere 
Bathonien mit einer Eisenoolithbildung. Während aber letztere im Süden bis in die Lamberti- 
Zone hinauf andauert, hört sie im Norden schon mitten in der Zone der Oppelia aspidoides auf. 
Der obere Theil dieser Zone besteht, wie ich früher gezeigt habe, aus thonreichen, Rhymchonclla 
varians Schloth. in Masse enthaltenden Sanden, deren Alter durch ein in ihnen gefundenes 
Exemplar der Oppelia serrigera Waag-. genau bestimmt erscheint. Die Baliner Oolithe haben ihr 
Analogon in dem obersten Dogger des Brünner Jura und in den Zeitlarner Schichten von Nieder- 
bayern. In allen drei Districten tritt uns die gleiche Concentrirung von Formen des oberen 
Bathonien und des Callovien entgegen. Dass zur Zeit der oberen Bathstufe bereits eine Verbindung 
des polnischen Jura durch Mähren und die Inselberge am Südrande des böhmischen Massivs mit 
Niederbayern bestanden hat, ist in Anbetracht der petrographischen und paläontologischen Ueber- 
einstimmung der Schichten in allen diesen Gebieten in hohem Grade wahrscheinlich. Wann aber 
diese Verbindung eröffnet wurde, ob erst mit dem Beginne des oberen Bathonien oder schon 
während der nächst vorang-ehenden Periode, lässt sich nicht entscheiden. Dass sie zur Zeit der 
Ablagerung der Parkinsonithone noch nicht vorhanden war, haben wir oben gesehen. Die Cephalo- 
podenfauna der Oolithe von Baiin, des obersten Dogger von Olomutschan und der Zeitlarner 
Kalke deutet entschieden darauf hin, dass in allen diesen Ablagerungen ein tieferes Niveau als 
die Zone der Oppelia aspidoides nicht vorliegt. Was nun im Besonderen den Dogger von Olo- 
mutschan anlangt, so berechtigt das Vorkommen von Brachiopodenarten des Unteroolithes und 
des unteren Bathonien in dem dortigen spätigen Kalke (vergl. Uhlig, 1. c. pag. 131) ebensowenig 
wie das Auftreten solcher Arten in den Baliner Oolithen zu dem Schlüsse, dass in diesen Schichten 
tiefere Horizonte vertreten sind. In Ablagerungen, in welchen sich Cephalopoden vorfinden, 
treten eben die Brachiopoden, wie Pelecj^poden und Gastropoden, bei der Feststellung paläonto- 
logischer Zonen ganz in den Hintergrund. Aus unserer, bis jetzt freilich noch sehr lückenhaften 
Kenntniss der Fauna der tiefsten Bildungen im Brünner Jura scheint sich somit zu ergeben, dass 
Aequivalente des unteren Bathonien in jenem Gebiete nicht vorliegen. (Vergl. auch M. Neumayr, 



[gj] lieber die JurabildiDigen von Czenstochaii in Polen. 167 

„Die geographische Verbreitung der Juraformation", pag. 7). Dies würde darauf hindeuten, dass 
die Communication des polnischen Beckens mit dem süddeutschen sich erst während der oberen 
Bathperiode eröffnete. Wir sehen nun, dass zu jener Zeit eine offene Meeresverbindung von 
Xiederbayern längs des Südrandes des böhmischen Massivs durch Mähren bis in das Krakauer 
Gebiet und weiter über Czenstochau und Wieluh bis Nordwestdeutschland bestanden hat. 

Die Macrocephalen-Schichten treten in dem nördlichen Theile des Jurazuges im Gegensatze 
zur Umgebung von Krakau, in der sie nicht gesondert ausgeschieden werden können, als ein 
selbständiges Glied auf. Sie werden vorAviegend von sandigen Gesteinen gebildet und schliessen 
sich hierin innig an die entsprechenden Bildungen im nordwestlichen Deutschland an. Ihre Fauna 
enthält aber auch Elemente — die daselbst sehr häufig vorkommende Terebratula dorsoplicata 
Suess und Rhynchonella ö/^^j/zDeslongch. — , welche dem nordwestdeutschen Jura fehlen und an 
die süddeutsche Entwicklung mahnen. Die Ansicht, dass die in der Ausbildung dieses Horizontes 
zwischen Czenstochau und Krakau hervortretenden Unterschiede grösstentheils auf dem Ueber- 
wiegen einerseits des norddeutschen, andererseits des süddeutschen Einflusses basiren, eine An- 
sicht, der ich vollständig beipflichte, wurde, wie ich früher erwähnt habe, erst kürzlich zum ersten 
Mal von Michalski (1. c. pag. 21) ausgesprochen. Die selbständige Ausbildung und die petro- 
graphisehe Aehnlichkeit des unteren Callovien bei Czenstochau und Wieluh mit dem Bausand- 
steine des Macrocephalus-Horizontes in Nordwestdeutschland kann nur als ein Beweis dafür an- 
gesehen werden, dass die Bedingungen während der Ablagerung dieser Schichten in beiden 
Ländern die nämlichen waren. Andererseits ist aber auch klar, dass die uns im Süden des polnischen 
Jurazuges entgegentretende Entwicklung mit der in Mähren und Niederbayern in vollkommener 
Uebereinstimmung steht, und dass hier der süddeutsche Typus in ganz unzweideutiger AVeise sich 
offenbart. 

Mit dem Beginne der Kelloway- Stufe trat überdies eine Ausbreitung- des polnischen 
Jurameeres gegen Osten ein. Ablagerungen vom Alter der Macrocephalen-Schichten (Zone des Cado- 
ceras Elatmae russischer Geologen) nehmen in Russland bereits eine ziemlich bedeutende räum- 
liche Ausdehnung ein und repräsentiren dort das älteste Glied der Juraformation. Dieselben wurden 
im Becken der Petschora und Wytschegda, in den Gouvernements Kostroma, Rjäsan, Nischny- 
Nowgorod, Tambow, Ssimbirsk und Kiew nachgewiesen ; es ist ferner sehr wahrscheinlich, dass sie auch 
in den Gouvernements Samara und Orenburg vorkommen. (Vergl. Nikitin, Ueber die Beziehungen 
zwischen der russischen und der westeuropäischen Juraformation, Neues Jahrb. für Min. etc., 1886, 
II. Band, pag. 205 — 245). In petrographischer Hinsicht schliesst sich dieser Horizont, indem er 
theils aus Thonen, theils aus Sauden und Sandsteinen gebildet wird, sowohl an das nördliche 
Gebiet des polnischen Jurazuges als auch an Nordwestdeutschland an. Ein genauer paläontologischer 
Vergleich mit den Macrocephalen-Schichten der Umgebung von Czenstochau und Wielun lässt sich in 
Anbetracht dessen, dass letztere bis jetzt sehr wenig Fossilien geliefert haben, noch nicht anstellen. 
Für die Analogie zwischen beiden Gebieten spricht aber auf jeden Fall schon der Umstand, dass 
sich unter den wenigen, von Czenstochau mir vorliegenden Versteinerungen auch iMacrocephalites 
lamellosus ^o^\ vorfindet, welcher aus Russland nicht selten genannt wird, und der in westlichen 
Juragegenden wenigstens bis jetzt noch nicht nachgewiesen wurde. Dass das polnische Becken mit 
dem russischen während der unteren Kellowaystufe, sowie während der nächstfolgenden Perioden 
in Verbindung gestanden, ist jetzt wohl allgemein als eine Thatsache anerkannt. Auch der Zu- 
sammenhang- der Juraablagerungen Polens mit den Vorkommnissen der baltischen Länder konnte, 
seitdem er von Neumaj'r (Cephalopoden von Baiin, pag. 51) und F. Roemer (Geologie von Ober- 
schlesien, pag. 276) als sehr wahrscheinlich bezeichnet wurde, nicht bestritten werden. Letzterer 



1 68 Bukowskt. [94] 

gilt nicht nur für den in Rede stehenden Horizont, sondern dürfte auch zur Zeit der Ablagerung 
aller tieferen, in Polen vertretenen Zonen bestanden haben. Andererseits unterliegt es keinem 
Zweifel, dass während des unteren Callovien auch eine Ausdehnung des Meeres von Pommern etc. 
durch die baltischen Provinzen Russlands, in denen die Jurabildungen von Popilany von Neumayr 
(Die geographische Verbreitung der Juraformation, pag. 25) als ein Bindeglied zwischen den 
mitteleuropäsichen und russischen Juraablagerungen angesehen werden, nach Osten erfolgt ist. 
In die Zeit der Ablagerung der unteren Kellowaystufe fällt nach Neumayr (1. c. pag. 71) der 
Beginn einer grossen Meerestransgression, welche sich auf der ganzen nördlichen Hemisphäre 
in der Ueberfluthung ausgedehnter Landareale offenbart, und die ihr Maximum in der Oxfordzeit 
erreicht. Im Vergleich zu dieser Transgression bezeichnet Neumayr die in einigen Gebieten 
platzgreifende Ausbreitung der Meere während der der Kellowayzeit vorangehenden Juraperioden, 
so unter Anderem auch die Inundirung des westlichen Polen während des Unteroolith, als ver- 
hältnissmässig geringe Fortschritte des übergreifenden Meeres. 

Die nächstfolgende Glaukonitbank enthält, wie gezeigt wurde, nebst einigen Formen des 
Macrocephalen- Horizontes Arten des mittleren und oberen Callovien und der Zone des Cardioceras 
Lamberti. Die Grenze gegen den oberen Jura fällt somit in dem nördlichen Gebiete dieses Höhen- 
rückens an die Basis der Cordatusschichten, ganz analog wie bei Krakau und in den Juraablagerungen 
der Brünner Umgebung. Im nordwestlichen Deutschland findet sich dagegen zusammen mit den 
Kellowayformen auch Cardioceras cordatum Sow. vor, weshalb man annehmen muss, dass die 
dortigen Ornatenthone auch einen Theil der Cordatuszone umfassen. Daraus ergibt sich schon die 
grössere Aehnlichkeit der Czenstochauer Glaukonitschicht mit den süddeutschen Bildungen. Die 
überwiegende Mehrzahl der Arten tritt auch in den Baliner Oolithen auf; überdies sind 
einige Formen, so die Terebratula dorsoplicata Sufess, Rhytichoiiella Oppeli Deslongch. und die 
Arten der Gattung Reineckia, wie Michalski richtig hervorhebt (1. c. pag. 21), dem nordwest- 
deutschen Gebiete fremd. Man sieht daher, dass in den den Macrocephalenschichten folgenden 
Zonen des nördlichen Theiles des Jurazuges die Aehnlichkeit mit Nordwestdeutschland bereits 
kleiner wird und dafür wie in der Krakauer Gegend die Aehnlichkeit mit Süddeutschland stärker 
hervortritt. Die Verbindung mit Nordwestdeutschland bestand aber noch gerade so wie während 
der älteren Perioden. Es geht dies schon aus dem wenn auch sehr seltenen Vorkommen des 
Stephanoceras coronatum Brug. hervor, das zwar in meiner Fossilsuite fehlt, das aber von 
Michalski bei Czenstochau gefunden wurde. Dieses Vorkommniss trägt auch zur Bekräftigung 
der Annahme einer Verbindung mit dem russischen Jurabecken, in dem Stephanoceras coronatum 
Brug. nicht selten auftritt, wesentlich bei. 

Die Fauna der oberen Abtheilung des Callovien von Czenstochau zeigt mit jener der 
Ornatenthone Russlands eine nicht geringe Aehnlichkeit. Ein genauer Vergleich zwischen letzterer 
und der Fauna der Baliner Oolithe wurde namentlich von Teisseyre durchgeführt. (Teisseyre, 
Przyczynek . do znajomosci formacyi jurasowej srodkowo-rosyjskiego-rozwoju, Sitzb. Krakauer 
Akad., 1882.) Die von demselben (1. c. pag. 28) ausgesprochene Ansicht, dass die A^erbindung des 
polnischen Beckens mit dem russischen nach Schluss der unteren Kelloway- Stufe unterbrochen 
und weiter nach Norden verlegt wurde und in den folgenden jüngeren Perioden stetig nordwärts 
vorrückte, hat bereits Michalski (1. c. pag. 22 — 24) widerlegt, weshalb ich auf diese Punkte hier 
weiter nicht eingehe. Wie schon früher hervorgehoben wurde, ergibt sich aus dem Vergleiche 
der Faunen des Callovien und der Oxfordstufe in Polen und in Russland ganz klar, dass eine Meeres- 
communication zwischen beiden Becken während dieser Perioden bestanden hat. Dies wird jetzt 
auch allgemein als eine erwiesene Thatsache anerkannt. (Vergl. Neumayr, Ueber klimatische 



[gs] lieber die Jurabildiingen von Czenstochau in Polen. 169 

Zonen während der Jura- und Kreidezeit, Denkschr. Akad. der Wissensch., Wien, 1883, pag. 292 — 
Die geographische Verbreitung der Juraformation, ebendaselbst, 1885, pag. 86, im Gegensatze zu 
den früheren Ansichten des genannten Forschers, Neumayr, Cephalopoden von Baiin, pag. 50, 
und Die Ornatenthone von Tschulkowo, Benecke's Beiträge, Bd. II, 1876, pag. 337). Es erübrigt 
nur, von den mir aus dem in Rede stehenden Horizonte vorliegenden Arten diejenigen zu nennen, 
welche bisher nur aus den Ornatenthonen Russlands bekannt geworden sind, oder die sich zum 
mindesten an russische Typen sehr eng anschliessen. Diese sind: Harpoceras Rossiense Teiss., 
Macrocephalites pila Nik., Perisphinctes cfr. submiitatus Nik., Perisphintces cfr. Vischniakoffi Teiss. 
und Cosnioceras Proniae Teiss. — 

Indem wir uns nun der Betrachtung der unteren Oxfordstufe zuwenden, so fällt uns hier 
in erster Linie der Gegensatz in dem petrographischen Charakter der Schichten zu den älteren 
Bildungen auf, der sich auch in den folgenden, jüngeren Gliedern kundgibt. Die im braunen 
Jura vorherrschende thonigsandige Entwicklung hört mit der Zone des Cardi oceras Lamberti 
auf, und es tritt nunmehr im ganzen Gebiete des polnischen Jurarückens eine kalkige Ausbildung 
ein, wie sie den süddeutschen Ablagerungen eigen ist. Im Gesteinscharakter lassen sich keine 
Unterschiede zwischen dem Krakauer Gebiete und der Umgebung von Czenstochau und Wieluri 
erkennen, dagegen können einige Verschiedenheiten, welche die Abgrenzung der paläontologischen 
Zonen und den Faciescharakter der letzteren betreffen, und die schon im stratigraphischen Abschnitte 
näher besprochen wurden, constatirt werden. Ich will dieselben hier noch kurz wiederholen. Im Süden 
gehören die den Baliner Oolithen auflagernden hellgrauen Kalkmergel ausschliesslich der Cordatuszone 
an, welche in typischer Cephalopodenfacies entwickelt erscheint, und es folgen ihnen dann weisse, 
weiche Kalke, die nebst zahlreichen Spongien eine reiche, den Transversariushorizont kennzeichnende 
Fauna einschliessen. Bei Czenstochau umfassen dagegen die weissen, lockeren Kalkmergel sowohl 
die Cordatuszone als auch die Transversariusschichten, welche beide in typischer Spongitenfacies 
ausgebildet sind, und die gesondert nicht ausgeschieden werden können. Die tieferen Partien der 
hangenden weissen Kalke stellen sich der in ihnen eingeschlossenen Fauna nach als ein Ueber- 
gangsglied zu den höheren, vermuthlich schon der Bimammatuszone zufallenden Lagen dar. Es 
sind dies Unterschiede, von denen man fast mit Bestimmtheit annehmen kann, dass sie mit Ein- 
flüssen, welche von benachbarten, verschiedenes Gepräge tragenden Juragebieten herrühren würden, 
nicht im Zusammenhange stehen. Das untere Oxfordien zeigt im Gegentheil trotz der oben ge- 
nannten Differenzen auf der ganzen Erstreckung dieses Höhenrückens eine sehr grosse Ueberein- 
stimmung mit Süddeutschland, die auch den früheren Erforschern dieser Region, Pusch und 
Zeuschner, nicht entgangen ist. Im petrographischen Charakter, in der Facies und grösstentheils 
auch in der Fauna schliesst es sich ganz an die gleichalterigen Ablagerungen Schwabens, Frankens, 
etc. an. Der Unterschied gegenüber den Hersumer Schichten Nordwestdeutschlands, welche vor- 
wiegend sandig entwickelt erscheinen, und in deren Fauna die Pelecypoden eine sehr grosse 
Rolle spielen, ist ein sehr bedeutender. Er tritt auch in den jüngeren Gliedern nicht minder stark 
hervor und gab F. Roemer (Geologie von Oberschlesien, pag. 276) Anlass zu der Annahme, dass 
das polnische Becken während des ganzen oberen Jura von dem nordwestdeutschen vollständig 
abgeschlossen war. 

Von der näheren Besprechung der Analogien mit den süddeutschen Ablagerungen glaube 
ich absehen zu können, da ein Blick auf die im stratigraphischen Theile aus den lockeren Kalk- 
mergeln mitgetheilte Fossilliste genügt, um dieselben sofort zu erkennen. Mit wenigen Ausnahmen 
sind die daselbst aufgezählten bekannten Arten zumeist solche, die hauptsächlich in den südlicheren 
Ländern des mitteleuropäischen Jura vorkommen. Selbst unter den als neu beschriebenen Formen 



170 



Bukowskt. [96] 



schliessen sich mehrere — Perisp hinctes mazuricus, Perisphinctes Michalskii, Oppelia Nycteis, Oppelia 
paucirugata, Oppelia haccata, Sphaeroceras insociale — an Arten der letztgenannten Gebiete und 
an alpine Vorkommnisse {Perisphinctes consociatus, Oppelia distorta) an. 

Die Fauna der lockeren Kalkmergel von Czenstochau enthält aber auch Elemente, welche 
den westeuropäischen Oxfordbildungen fremd sind, und die nebst anderen Eigenthümlichkeiten 
auch einen gewissen faunistischen Gegensatz zu den äquivalenten Ablagerungen des Krakauer 
Gebietes bedingen. Im Capitel über die .Schichtenfolge wurde schon darauf hingewiesen, dass 
viele in der Umgebung von Krakau häufig vorkommende Arten bei Czenstochau fehlen, und 
dass dafür eine ziemlich grosse Anzahl neuer Formen auftritt. Möglicherweise werden sich viele 
von den letzteren nach genauerem Studium des unteren Oxfordien im Krakauer Gebiete auch 
dort finden, doch lässt sich dies nicht von allen Formen mit demselben Grade von Wahrscheinlichkeit 
vermuthen. Zum mindesten kann es keinem Zweifel unterliegen, dass einige Arten, wenn sie dort 
überhaupt vorkommen, bei weitem nicht jene Häufigkeit erreichen wie bei Czenstochau, denn 
sie hätten sonst unmöglich der Aufmerksamkeit Oppel's und Hohenegger's entgehen können. 
Dies gilt vor Allem von Perisphinctes Claromontanus, welcher sich bei Czenstochau in überaus 
grosser Individuenmenge vorfindet, und der als ein Glied des hauptsächlich in russischen 
Juraablagerungen verbreiteten Formenkreises des Perisphinctes mosquensis Fisch, ein fremd- 
artiges Element in dieser Fauna darstellt. Ich habe schon früher gezeigt, dass seine nächsten 
Verwandten der in den Ornatenthonen Russlands auftretende Perisphinctes Rßsanensis Teiss. 
und der indische Perisphinctes Sabineanus Opp. sind. Es wurde auch erwähnt, dass man Formen 
dieser Gruppe bisher aus Oxfordablagerungen nicht kennt. Eine andere Art, welche sich gleichfalls an 
russische Vorkommnisse sehr eng anschliesst, ist Perisphinetes mirus. Die ihm am nächsten stehende 
Form, Perisphinctes variabilis Lah., wurde von Lahusen aus den Ornatenthonen des Gouvernements 
Rjäsan beschrieben, findet sich aber nach der Angabe von Neumayr (Geographische Verbreitung 
der Juraformation, pag 86) vereinzelt auch in den Baliner Oolithen vor. Aus der Oxfordstufe sind 
dagegen Formen, die mit beiden in dieselbe Reihe zu stellen wären, bis jetzt nicht bekannt 
o-eworden. Als nicht minder wichtig wäre noch das Vorkommen des Peltoceras athletoides Lah., 
einer im oberen Callovien von Rjäsan gefundenen Art, in den lockeren Kalkmergeln von Czen- 
stochau zu bezeichnen. 

Es fällt hier vor Allem die Thatsache auf, dass diese, die Typen der borealen Provinz in 
dem unteren Oxfordien von Czenstochau repräsentirenden Arten durchwegs solche sind, welche 
im russischen Jura in den Kellowaybildungen vorkommen oder wenigstens ihre nächsten Verwandten 
in den dortigen Ornatenthonen haben, in den jüngeren Ablagerungen dagegen fehlen. Ein weiterer, 
wenn auch kein sehr wesentlicher Unterschied gegenüber der Fauna der entsprechenden Schichten 
des Krakauer Gebietes offenbart sich in der überaus starken Entwicklung der Cordatengruppe, 
welche hier nicht nur in grosser Formenmannigfaltigkeit auftritt, sondern auch, was die Individuen- 
menge einzelner Arten betrifft, eine hervorragende Rolle in der Zusammensetzung dieser Fauna spielt. 
Aus den angeführten Punkten geht wohl, wie ich glaube, klar hervor, dass in der 
Fauna des unteren Oxfordien sich thatsächlich gewisse Verschiedenheiten zwischen dem nördlichen 
und südlichen Gebiete des polnischen Jurazuges bemerkbar machen, welche, da diese Schichten 
auf der ganzen Erstreckung dieser Ablagerungen in gleicher Weise ausgebildet erscheinen, auf 
anderen Ursachen als auf Faciesunterschieden oder auf Abweichungen im Gesteinshabitus beruhen 
müssen. Die starke Entwicklung der Cordaten und das sehr häufige Vorkommen des Periphinctes 
Claromontanus sowie des Perisphinctes mirus und des Perisphinctes athletoides Lah. bei Czenstochau 
finden ihre naturgemässe Erklärung in dem Zusammenhange des polnischen Beckens mit dem 



[97] lieber die JuraMld-imgen von Czenstochaii in Polen. 171 

innerrussischen während der unteren Oxfordstafe. Es zeigt sich, dass die Oxfordfauna im nördlichen 
Gebiete eine gTÖssere Aehnliclilceit mit jener Russlands aufweist als in den südlicheren Theilen des Jura- 
zuges, dass hier somit der russische Einfluss stärker hervortritt. Die lockeren Kalkmergel von 
Czenstochau dürfen daher mit gutem Grunde als ein Bindeglied zwischen den mitteleuropäischen 
und innerrussischen Ablagerungen aufgefasst werden. Es darf aber auch nicht ausser Acht gelassen 
werden, dass trotz dieser Analogie mit Russland hier doch der süddeutsche Charakter sehr stark 
überwiegt. (Vergl. diesbezüglich auch Neumayr, Ueber die Beziehungen zwischen der russischen 
und der westeuropäischen Juraformation, Neues Jahrb. für Min. etc., 1887, Band I.) 

Wir haben in Czenstochau einerseits eine Berührung zwischen mitteleuropäischem und 
russischem Habitus des unteren Oxfordien, andererseits konnten wir hier innerhalb eines aus 
petrographisch vollkommen gleichartig ausgebildeten Sedimenten bestehenden Jurarückens eine 
faunistische Grenze constatiren. Vielleicht spricht auch dieser Umstand dafür, dass die zwichen 
den russischen und mitteleuropäischen Oxfordablag-erungen bestehenden Verschiedenheiten in der 
Fauna nicht allein durch Faciesunterschiede bedingt werden. 

Von einer vergleichenden Besprechung des nächstjüngeren Horizontes muss ich in Anbetracht 
des Umstandes, dass mir dazu kein ausreichendes paläontologisches Material zu Gebote steht, 
ganz absehen. Wie aus den in den Alternansschichten in Russland gefundenen Fossilen hervor- 
geht, und wie dies auch allgemein als erwiesen gilt, bestand auch während der oberen Oxford- 
stufe eine Meeresverbindung mit Mitteleuropa, und zwar, abgesehen von der Communication 
durch die baltischen Länder, auch durch das polnische Becken, analog wie zur Zeit der Ab- 
lagerung des unteren Qxfordien. 



Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns. V. 4. 



TAFEL ] (XXIV). 

Veletiovsky, Die Flora der böhmischen Kreideformation. 



TAFEL I (XXIV). 

Fig. I — 4. Eucalyptus Geinitzi Heer. Fig. i ein Aestchen mit zwei Blättern und zwei Blüthendolden; das dritte Blatt, welches 
demselben Aestchen gehört, Ist abgebrochen, von Kau nie; Fig. 2 ein grösserer beblätterter Zweig, 
welcher mit kugeliger Fruchtdolde endet, von Vyserovic; Fig. 3 Küchel b ad, 4 Kaunic. Zweige 
mit einigen wechselständigen Blättern, pag. i (62). 
^5. „ piperita Smith aus Australien. Blühender Zweig mit drei Dolden, welche der Form sowie der Stellung 

nach den ähnlichen Gebilden Fig. i und 2 entsprechen, pag. 2 (63). 



VVlenovsky; Die Flora der l)ölmiisrlu'n Knndcroniialioii . (XXI\' 



Tat'. I. 




Vslenovs/?y dsl 



Beiträge ziir Palat'DiiloloLjiy von OeslorrciclvUns^arit, 
hpraiis^cjselipu von Eilm.v.Mojsisovics \i.M.N(^imui\T^ Bd.V. 1885. 

Verlag v.jWfred Holder, k, k Hof-u.Universaars-ßuchhändler in Wien. 



|IJi||!ii 






TAFEL II (XXV). 

Telenovshy , Die Flora der böhmischen Kreideformation. 



TAFEL II (XXV). 

Fig. I— II. Eucalyptus Geinitzi Heer. Fig. i, 4, 5, 6, 7 von Vyserovic; Fig. 2, 3, 8, 10 von Kaunic; Fig. 9, 11 von 
Peruc; Fig. 2, 5 Blätter mit ausgeführter Nervation; Fig. 6 drei Blüthendoldeii ; Fig. 8 — 11 Abdrttcke von 
ungleich grossen Fruchtbechern; Fig. 7 eine auf starkem Stiele sitzende Fruchtdolde, pag. 2 (63). 



Velenovsky: Die Flora der l)(ilimisdieii Kreidefonualion. (XX\' 



Taf. H 




'shnovsky dsl 



Beili'ügo '/x\Y PiiltiPDiiliilogip von Ocsterri'uh-rnijarü, 
lieraiis^e»e1icii von E(lm.v.Mojsiso\-ics u.M.XeiimaAT- Bd.V. 1885, 

Verlag v.^^lFred Holder, k. k.HoF-u.Unlversifäfs-BuchhändUr in Wien. 



TAFEL III (XXVI). 

Velenovshy, Die Flora der böhmischen Kreideformation. 



TAFEL III (XXVI). 

Fig. I. Eucalyptus Geinitzi Heer. Ein Blatt von gewöhnlicher Grösse mit allmälig verschmälerter Spitze, von Vyserovic. 

pag. I (62). 
„ 2-12. „ anijiista Vel. Flg. 2, 4 von Melnik an der Säzava; Fig. 3, 5 von Lieben au; Fig. 8, 10, 12 von 

Kuchelliad; Fig. 6, 7, 9, 11 aus den Uniouschichten von Vyserovic; Fig 8, 10 die Nervation 
ausgeführt; Fig. 12 Blattspitze mit hornartiger Endigung. pag. 3 (64). 



Veleiiovsky.-DieHora der liöhiuisclieu Krt'idefonuatioii. (XX\T), 



Taf. m. 




Bpürä^c zur Palaeonlologie von Oesterrfirh-ünsjarn, 
herausgegeben von Edni.v.Mojsiso\ics u.M.Neiuüa)T-Bd.Y. 1885. 

Verlag v.^lPred Holder, k. k.Hof-u.Universiräfs-BuchhändlBr in Wien. 



Ärxl. v.Cn.JisiIisrS-Af Wsr^hnsrMsn. 



TAFEL IV (XXVII). 

Vtletiovshy , Die Flora der höhmischen Kreideformation. 



TAFEL IV (XXVII). 

Fig. I. Eucalyptus Geinitzi Heer. Ein Zweig mit zwei wecliselständigen Blättern, von Kaunic. pag. i (62). 

„ 2—5. Phillyrea Engelharäti Vel. Verschiedene Blattfragmente aus dem Chlomeker Sandsteine von Bö hm,-Leipa; Fig. 2 

die Blattspitze, Fig. 4 die Basis gut erhalten, Fig. 3 das Blatt auf Grundlage der ersteren ergänzt, pag. 7 (68). 
„ 6. Cissites crispilS Vel. Ein derb lederartiges Blättchen mit starken Nerven und gefalteter Oberfläche, aus den Chlomeker 

Sandsteinen von Böhm.-Leipa. pag. 12 (74)- 
„ 7 — 12. Bhus cretacea Vel. Verschiedene Blattformen erinnernd an die Häringer Bhus prisca Ett. ; Fig. 10, 12 Blättchen, 

welche wahrscheinlich einem gefiederten Blatte angehören, aus den Chlomeker Sandsteinen von Böhm.-Leipa. 

pag. 7 (68). 
„ 13. Ein grosser beblätterter Zweig von Eucalyptus Geinitzi Heer. pag. i (62). 



Veleiiovsky.DieHora derböbmsclieii&eicleforination. (XXITI). 



lüf.W. 




YeienoYsity- de! 



Beiträge zur PiJaeoiilolos^ie von Oesrcrroirli- Ungarn, 
heraus^ej5el)Pn von EdniAaiojsiso\ics u.M.NeniiiajT-Ed.A'. 188J 

Verlag v.yWfred Holder, k.k.HoF-u.Universiräts-Buchhändler in Wien. 



lidi.Ais:. j; Ch-Rs:Tssi-&M \^Jer±iisrXm. 



TAFEL V (XXVIII). 

Velenovshy, Die Flora der höhmischen Kreideformation. 



TAFEL V (XXVIII). 

Fig. I — 3. Salix perucensis Vel. Fig. i die Blattspitze recht gut erhalten, mit theilweise erhaltener Nervation ; Fig. 3 die Blatt- 
spitze ist ergänzt; Fig. I, 3 aus den Perucer Schichten von Melnik an der Säzava ; Flg. 2 aus denselben Schichten 
von Vyserovic (i883). pag . 10 (71). 

„ 4i 5. 7. 8. Laiirus afflnis Vel. Verschiedene Blattstiicke aus den Sandsteinen von K iesl i ngs wal de in Schlesien. Verwandte 

Art des tertiären L. primigenia Ung. pag. 9 (70). 
„ 6, g. VicViS SUSpectU Vel. Bla'ttfragmente mit undeutlich erhaltener Nervation aus den Perucer Schieferthoneii von 
Vyserovic, pag. 10 (7i)_ 



Velenovsky; Die Bora der böhmischen Ki'eideforniation. (XXVHl). 



Taf.V. 








Vehnovs/ry aW 



BGiträge zur Palaeoulologie von Oesl^erreich- Ungarn, 
heraus^göeijei^ vnn Edni.v.Mojsisovics u.M.Neumayr-Bd.V. 1885. 

Verlag v.ftIFred Holder, k.k.HoF-u.UhivePsifärs-Buchhändler in Wien. 



IM Ans/. V. Cn.Re:Tse!-i:M WerthnirMe". 



TAFEL VI (XXIX). 

Telenovshy, Die Flora der hühmifichen Kreüleformation. 



TAFEL VI (XXIX). 

Fig. 1, 3. Cocculus extinctus Vel. aus den Sandsteinen von K iesliugswalde in Schlesien. Fig. i die ßlattspitze ist iheil- 
weise abgebrochen, theiUveise abnoim entwiclcelt; Fig. 5 Cocculus polycarpus Roxb. (India orient.) zum Vergleiche. 

pag- 4 (65)- 
„ 2, 7. Prunus cerassiformis Vel. aus den Sandsteinen von Kieslingswalde in Schlesien, pag. S (69). 

4. Phyllites hipartüus Vel. aus den Schieferthonen von Vyserovic. pag. 12 (74). 

„ 5. Bignonia cordata Vel., ein Blattfragment von Kuchelbad. pag, 9 (70). 



Veleuovsky: Die Flora dprl)öhiiusdieii Kreidel'orniatioii . (XXIX). 



Taf. VI. 




Velencvsliy de/ 



Dyili'ii^^f m\- PalaeoiUolorfio von Oeslerrcich- Ungarn, 
heraiis^egol)«! von EdmxMojsisovics u.MJciimaAT.Bd.Y, 1885. 

Verlag v. Alfred Holder, k.k.Hof-u.Univensitärs-Buchhandler in Wien. 



■X'Xsrdmsr'ii^sn. 



TAFEL VII (XXX). 

Velenovsky, Die Flora der böhmischen Kreideformation. 



TAFEL VII (XXX). 

Fig. I, 2, 5, II, 15. Bignonia silesiaca Vel. aus den Chlonieker Sandsteinen von Rieslings w aide in Schlesien, Fig. i zwei 
Blätter auf einem gemeinschaftlichen Stiele gelenkig sitzend, das dritte Blatt ist abgebrochen; Fig. 2 die Nervation 
ist angedeutet; Fig. 3 ein Blatt einer lebenden Bignonia-An aus Brasilien zum Vergleiche mit der fossilen Art. 
pag. 8 (69). 

4, 6. Benihamia dubia Vel. aus den Perucer Schieferthonen von Vyserovic. pag. 11 (72). 

8. Dryandroides quercinea Vel. Ein schönes Blatt aus den Sandsteinen von K i esling s wald e in Schlesien. 

pag. 13 (75)- 
7, 12, 13. Quercus ivestfalica Hos. et y. d. M. von K i esl ings wal d e in Schlesien, pag. 13 (75). 
„ 10. Quercus pseudodrymeja Vel. von K ieslin gs wal d e in Schlesien, pag. 13 (75). 

., 9, 14, 16. Grevillea tenera Vel. Kleine Bruchstücke aus den Perucer Schichten bei iVIelnik an der Säzava. pag. 11 (72). 



\ elenovskv; Die Flora dm- Itöhmisclieii Kreidct'orniatioii.fXXX). 



Taf.ni 




Beilriii^c zur Palaeontologie von OesterrBich- Ungarn, 
heraus^e,^ebeu von Edm.v.Mojsisovics u.M.Neumaw-Bd.V. 1885. 

Verlag v.ftlFred Holder, k.k.Hof-u.UnivBrsitärs-Buchhändler in Wien. 



-Uik.Ans!- y. Ch.Ks:TserlrX Werj^iJ-.srli^rr.. 



TAFEL VIII (XXXI). 

Velenovsky, Die Flora der böhwischen Kreideformation. 



TAFEL VIII (XXXI). 

Fig. I, 2, 8, 9, II, 12. Cassia melanopliyUa Vel. aus den Chlomeker Sandsteinen von Böh m.- Leipa. Fig. i das Blatt auf 
Grundlage der Fig. 9 und 12 ergänzt; Fig. II die charakteristisch verschmälerte Blattspitze, pag. 5 (66). 

„ 3 — 7. 'O. Cassia atavia Vel. Blätter von verschiedener Grösse und Form von einem grösseren gefiederten Blatte stammend; 
Fig. 6, 7 sehr ungleichseitige Exemplare. Nervation überall so vollkommen als möglich angedeutet. Von Kieslings- 
vpalde in Schlesien, pag. 6 (67). 

„ 13, 14. Pisonia atavia Vel. aus den Chlomeker Schichten von Böhm. -Leipa. pag. 6 (67). 

„ 15- Ficus fracta Vel. aus den Sandsteinen von K iesün gs wald e in Schlesien, pag. 10 (71). 

„ 16—21. Cocculus cinnamomeus Vel. aus den Perucer Schieferthonen von Lipenec bei Laun. Fig. 20. Mehrere Bruch- 
stücke neben einem Blatte von Aralia coriacea Vel. Fig. 17. Ein Exemplar mit dem Saumnerven und ausgeführter 
Nervation. pag. 4 (65). 



Velenovsky: Die Flora der böhmischen Kreideformation. (3(XXI). 



Taf.MII. 




Vehncvsky de! 



Beiträge zur PalaeontoloiSie von Oeslerreich- Ungarn, 
herausgegeben von Edni.v.jSIojsiso\'ics u.M.XeumajT-Bd.Y. 1885, 

Verlag v. Alfred Holder. k.k.HoF-u.Universitärs-Buchhändler inWien. 



Zii/i.Ai!sl v.Ch.JlsiTsei-&M Vfsrjhier.Msi. 



TAFEL IX (I). 
Zahälka, Kreidespongien. 



TAFEL IX (1). 

Thecosiphonia ternata, Reuss, sp. 

Fig I. Ein raehrköpfiges Exemplar aus den Priesener Schichten der Rohatetzer Anhöhe „Na horäch". Ansicht von vorne 
'/g der nat. Grösse. (Länge 27 cm, Breite 10 cm, Höhe 24 cm). 
„ 2. Dasselbe Exemplar. Ansicht von hinten, ^/g der nat. Grösse. 

3. Ein raehrköpfiges Exemplar aus den Priesener Schichten der Rohatetzer Anhöhe „Na horäch". Ansicht von vorne 
•/g der nat. Grösse. (Länge 19 cm. Breite 15 cm, Höhe 23 cm). 

4. Ein raehrköpfiges Exeraplar nur mit einem ganz erhaltenen Kopfe aus den Priesener Schichten der Rohatetzer Anhöhe 
„Na horäch". Ansicht von hinten, '/g der nat. Grösse. (Länge 13 cm. Breite 12 cm Höhe 23 cra). 

5. Ein dreiköpfiges Exeraplar aus den Teplitzer Schichten der Rohatetzer Anhöhe bei der Capelle auf der südl. Seite der 
Gemeinde Rohatetz. Ansicht von hinten, '/j der nat. Grösse. (Länge 16 cm, Breite 9-5 cm, Höhe 15 cmV 

6. Ein zweiköpfiges Exeraplar aus den Priesener Schichten der Rohatetzer Anhöhe „Na horäch". Ansicht von vorne 
'/g der nat. Grösse. (Länge II'5 cm, Breite 85 cm, Höhe 16 cm). 

7. Eine Partie des Skelettes von Thecosiphonia ternata, Reuss, sp. Nach 40 facher Vergrösserung gezeichnet. 



Ö. Zahälka: üeber zwei Kreidespoiigien. (Taf. I.) 



Taf. IX. 










7. 




C. Zahälka ad imt. delin. 



Lichtdruck von Jaffe & Albert, Wien, 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreicli-Ungarn 

herausgegeben von Edin. y. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlan: y. Alfred Holder, k. k. Hof- u. Universitäts-Bucliliändler in Wiun. 



TAFEL X (II). 
Zahälka, Kreidesp ongien. 



TAFEL X (II). 

Verruculina miliaris, Reuss, sp. 

Fig. I. Exemplar aus den Priesener Schichten der Rohatetzer Anhöhe „Na horäch". Ansicht der oberen, resp. inneren Seite. 
^/s der nat. Grösse. (Länge 22 cm, Breite 27 cm, Höhe 11 cm). 
„ 2. Dasselbe Exemplar. Ansicht der unteren, resp. äusseren Seite. ^/^ der nat. Grösse. 
„ 3. Ein Bruchstück desselben Exemplare? in nat. Grösse. Ansicht auf die obere Seite. 
„ 4. Dasselbe Bruchstück in nat. Grösse. Ansicht auf die untere Seite. 

„ 5. 6 u. 7. Skelet-Elemente von demselben Exemplare bei I20facher Vergrösserung bei durchfallendem Lichte. 
„ 8. Skelet-Element von demselben Exemplare bei auffallendem Lichte. 120 fache Vergrösserung. 



C. Zahälka: lieber zwei Kreidespongien. (Taf. II.) 



Taf. X. 




0. Zahalka ad imt. clelin. 



Lichtdruck von Jaffe ä Albert, Wien. 



Beiträge zur Palaeontologie voji Oesterreicli- üngaru 

herausgegeben von Edm. v. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlag v. Alfred Holder, k. k. Hof- u. Universitäts-Bucliliändler in Wien. 



TAFEL XI (I). 
Hofmann, Cro co diliden. 



TAFEL XI (I). 

Alle Figuren sind, wo nicht besonders ein anderes Grössenverhältniss angegeben wird, in natürlicher Grösse gezeichnet. 

CrococlihlS Steineri nov. spec von Vordersdorf bei Eibiswald. 

Fig. I. Kopf von oben gesehen, '/j natürliche Grösse. 
2. Derselbe von hinten, '/a nat. Gr. 
„ 3. Unterkieferfragment mit dem 9., II. und 12. Zahn. 

4. Hinterste Zähne des Oberkiefers und das dazu gehörige Zahnbeinfragment mit zwei Zähnen des Unterkiefers. In der 
aufgebrocheneu Alveole der Ersatzzahn sichtbar. 

5. Gelenkpfanne des linken Unterkiefers von oben. 
„ 6. Halswirbel von vorn. 

7. Zweiköpfige Halsrippe rechts, von der Seite und von vorn. 
„ 8. Zweiköpfige Halsrippe links, von der Seite und von vorn. 

Sämmtliche Originale werden in den Sammlungen der k. k. Bergakademie Leoben aufbewahrt. 



A. Hofmanii: Miocäne Crocodiliden. (Taf. I.) 



Taf. XI. 





^^^:.^:^x. 



A. Ho ff mann ad nat, delin. 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreich- Ungarn 

herausgegeben von Edra. v. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlag v. Allred Holder, k. k. Hof- u. Universitäts-Buchhändler in Wien. 



Lichtdruck von Jaffe d Albert, Wien. 



TAFEL XII (II). 
Hof mann, Crocodiliden, 



TAFEL XII (II). 

Alle Figuren sind, wo nicht besonders ein anderes Grössenverliältniss angegeben wird, in natürlicher Grösse gezeichnet. 

Crocodilus Steineri nov. spec von Vordersdorf bei Eibiswald. 

Fig. I. Kopf von unten. '/, nat. Gr. 

y, 2. Derselbe von der Seite, '/j nat. Gr. 

„ 3. Rechter Oberarm mit dem unteren Gelenkkopf. • 

„ 4. Rechter Oberschenkel von innen. 

„ 5. Oberer Gelenkkopf des Oberschenkels, a von aussen, b von innen, c von oben. 

„ 6. Rechtes Wadenbein, a von vorn, b von aussen, c von innen. ' 

Sämmtliche Originale werden in den Sammlungen der k. k. Bergakademie Leoben aufbewahrt. 



A. Hofmann: Miooäne Grocodiliden. (Taf. II.) 



Taf. XII. 





b 



1\\ ^ 









^^-.y^U: ' 









Hofmann ad nat, delin. 



Lichtdruck von Jaffe £ Albert, Wien. 



Beiträge zur Palaeoctologie von esterreich -Ungarn 

herausgegeben von Edm. v. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlag v. Alfred Holder, k. k. Hof- ii. Universitäts- Buchhändler in Wien. 



TAFEL XIII (III). 
Hofmann, Cro co diliden. 



TAFEL XIII (III). 

Alle Figuren sind, wo niclit besonders -ein anderes Grössenverhältniss angegeben wird, in natürlicher Grösse gezeichnet. 

CrOCOdiluS Steinevi nov. spec von Vordersdorf bei Eibiswald. 

Fig. I. « ein Wirbelfragment, ß rechtsseitige Rippe von innen, y, ä rechtes und linkes Schlüsselbein, f Rückenschilder. 
„ 2. Rechtsseitige Rippe von aussen. 

M 

4. [• Hautknochen vom Rücken, von aussen. 

5- I 

6. Hautknochen vom Rücken, von aussen, a Querschnitt, b Längsschnitt. 

7. Hautknochen vom Rücken, von aussen, a Querschnitt. 

8. Hautknochen vom Cervicalschilde ? , von aussen. 

Hautknochen des Ventralpanzers, von aussen. 

II. Hautknochen vom Bauchpanzer ? , a von aussen, * von innen, c Querschnitt. 

12 I 

13. \ Hautknochen von ? , von aussen. 

14. 1 
Sämmtliche Originale werden in den Sammlungen der k. k. Bergakademie Leoben aufbewahrt. 



A. Hofmaiin : Miocäne Crocodiliden. (Taf. III.) 



Taf. XIII. 









& If ?'^^' 







/4. Hofmann ad nat. delin, 



Lichtdruck von Jaffe & Albert, Wien, 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreich-ÜDgarn 

herausgegeben von Edm. v. MojsisoAäcs u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlag v. Alfred Holder, k. k. Hof- u. Universitäts-Buohhändler in Wien. 



TAFEL XIV (IV). 
Hofmann, Cr o co diliden. 



TAFEL XIV (IV). 

Alle Figuren sind, -wo nicht besonders ein anderes Grössenverhältniss angegeben wird, in natürlicher Grösse gezeichnet. 

Crocodilus (Alligator) styriacus nov. spec. von Wies. 

Fig. I. Unterkiefer von oben. '/^ nat. Gr. 
„ 2. Rückwärtiger Theil des linken Unterkiefer-Astes (Angulare, Supra-Angulare, Gelenkpfanne) von aussen und von oben. 

•/j nat. Gr. 
„ 3. Gelenkpfanne, für den Oberkiefer, des rechten Unterkiefer- Astes, von oben. 



/ Lose im Mergel vorkommende Zähne. 
M 6. 



« 7- 

„ 8. Linksseitige Halsrippe, a von innen, b von vorn. 

„ 9. Fragment des ersten Schwanzwirbels, a von der linken Seite, 3 von vorn. 

Sämratliche Originale werden in der geologischen Sammlung der k. k. Universität Graz aufbewahrt. 



A. Hofmann: Miocäne Crocodilideu. (Taf. IV.) 



Taf. XIV. 







^, Hoffmanii ad nat. clelin. 



Lichtdruck von Jaffe ä Albert, Wien. 



Beiträge zur Palaeontologie voa Oesterreich- Ungarn 
herausgegeben von Edrn. v. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 
Verlan- v. Alfred Holder, k. k. Hof- u. Universitäts-Bueliliändler in Wien. 



TAFEL XY (V). 
Hofmann, Cro codili d en. 



TAFEL XV (V). 

Alle Figuren sind, wo nicht besonders ein anderes Grössenverhältniss angegeben wird, in natürlicher Grösse gezeichnet. 

Ci'ocodiliis {Alligator) styriaciis nov. spec. von Wies. 

Fig. I. Zwei Schwan zwirbel, von der linken Seite. 

„ 2. Schwanzwirbel, a von der linken, b von der rechten Seite. 

„ 3. Theil des Vorderfusses, von oben, a Daumen mit der Kralle, von unten. 

„ 4. Theil des linken Fusses, von unten. 

„ 5. Hautknochen vom Rücken, von oben, a Querschnitt. 

„ 6. Bruchstück des A'entralpanzers mit zwei Reihen Hautknochen, von oben; links unten ein Schild von innen 

Sämmtliche Originale werden in der geologischen Sammlung der k. k. Universität Graz aufbewahrt. 



A. Hofiiiaiiii; Miücäne Crocodiliden. (Taf. V.l 



Tuf. XT 
















Hofmann ad nat, delin. 



Lichtdruck von Jaffe ä Alberl, Wisn, 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreicli-Ungarü 

herausgegeben von Edm. v. Mojsisovics u. M. Neumayr. Bd. V. 1885. 

Verlag y. Alfred Holder, k. k. Hof- u. Üniversitäts-Biiehhändler in Wien. 



TAFEL XVI (XXXI). 
Wähner, Unterer Lias. 



Zur BeaiJUung. — Die Figuren der bisher ausgegebenen Tafeln zu dieser Arbeit wurden als Spiegelbilder auf 
den Stein gezeichnet und erscheinen daher in der den Objecten genau entsprechenden Orientirung auf dem Papiere. Von 
Taf. (XXXI) angefangen wird das umgekehrte Verfahren beobachtet; die Abbildungen sind daher Spiegelbilder der Objecte. — 
Die Gegenstände ''sind wie bisher stets in natürlicher Grösse dargestellt; auf vorkommende Ausnahmen wird in der Tafel- 
erklärung besonders hingewiesen. 



TAFEL XVI (XXXI). 

Arietites. 

Fig. 1 a — b. Arietites proari e s Netim. v a r. late c ar inatii s n. f. — Gelbgrauer Kalk vaxX. Psil. megaStoma vom. Schrein- 

bach. — Paläontolog. Staatssammlung in München. — pag. 37(126). 

„ 2a — b. „ „ „ var. latec arinatus n. f. — l.obenlinien eines Exemplares aus gelbgrauem Kalke 

mit Psi/. megaStoma vom Breitenberg. — Sammlung der k. k. geolog. Reichs- 
anstalt. — pag. 38(127). 

„ in — c. Arietites Hauer i Giimb. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. megastoma vom Schreinbach. — Paläontolog. Staats- 

sammhmg in München. — 3 c, Lobenlinie bei c in 3 a. — pag. 39(128). 

„ 4. Arietites Haiieri Giimb. var. altior n. f. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. megaStoma vom Breitenberg. — 

Paläontolog. Staatssammlung in München. — pag. 41(130). 



F.'Wahuer; rntPi-orüas. (XXXI 



ih - -« 



b^Ä: 








Taf.XVI. 







3b. 



if. 



Fd. Siricksr r.ach dl 



'%.. 





Beiträge zirr Palaeontologie von Oesterreich- Ungarn, 
herausgegeben von Edm.vMojsisovics u.M.NeTnua3T-Bd. Y 1885, 

Verlag v.yWFred Holder, k.k.HoP-u.Universitärs-Buchhändler in Wien. 



TAFEL XVII (XXXIl.) 
Wähner, Unterer Lias. 



TAFEL XVII (XXXll). 

Ariefitcs. 

Fig. \a — e. Arietif.es Loki n. f. — Gelbgrauer Kalk xa\\. Psil. megastoma vom Breitenberg. — Sammlung der k. k. geolog. 

Reichsanstalt. — i a. Seiteuansicht mit dem Mundrande und der letzten Lobenlinie vor 
Beginn der Wohnkammer. — i h. Ende der letzten Windung mit dem Mundrande, von 
der anderen Seite gesehen. — \ c. Eiternansicht desselben Windungsstückes. — i d. Quer- 
schnitt bei d \n \ a. — i e. Lobenlinie bei «? in In. — pag. 48(137). 
„ 2a — d. Arietit es Haueri Gümb. var. al'iur 11. f. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. megastoma vom Schreinbach. — 
Paläontolog. Staatssamralung in München. — 2 a Nabelweiten der inneren Windungen 
etwas zu gross gezeichnet. — 2 c. Seitenansicht, 2 rf. Externansicht eines Theiles der 
äusseren Windung, beide vergrössert. — pag. 41(130. 



F. Wähaer: Untorer Lias. (XXXII ). 




Taf.XAOI. 




< --r-^ 




"^-Y^:^^- 



--j'. J.'.'icker .isch ilfal^ei ir.Jjlh. 



Büitrii^e ZU]' PaJae unlologie von Oeslerreich- Ungarn, 
herauK^e.^eljeii von EdraA'::\[ojsiso\-ics u.M.Neumayi'-Bd.V. 18Ö5 

-Verlag v.^lfred Holder, k.k.Hof-u.Universifafs-Buchhändlsr inWien.. 



LükAnsl.r.Ch Reifser l-MyysrAnsr, Wen. 



TAFEL XVIll (XXXIIl.) 

Wähner, Unterer Lias. 



TAFEL XVIil (XXXIIl). 

Afietites. 

ietites salin arius Hau., Originalexemplar von ^. euceras Gümi. — Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisen- 
concretionen von der K amm erkaralpe. — Sammlung des kgl. Oberbergamtes 
in München. — \ a. Aeussere Windung zu niedrig, Nabel der vorletzten und aller 
inneren Windungen zu weit gezeichnet. — i b. Querschnitt der äusseren Windung. 
Die Externfurchen sind am Original tiefer. — pag. 44(133). 



F. Wähner: Untorer Lias. (XXXIII), 






Taf.iyni. 



;/''«-' 





. Fd. Cirkker nach dlfat^ez ujiäi. 



BGiträ^e zur Polaeoiüolugie von üeslarreich- Ungarn, 
herausgegeben von Edm.v.Mojsisoiics u.M.lVeuma^T-Bd.V. 1885. 

Verlag v.yOflPred Holder, k.k.Hof-u.Univspsifärs-Buchhändlgr in Wien. 



luJi -rs' '-J'-' RaJfser- irMIVerihnsr Wien. 



TAFEL XIX (XXXIV). 
W^ähner, Unterer Lias. 



TAFEL XIX (XXXIV). 

Arietites. 

Fig. I 12 — J. Arietite s Haueri- Gümb., Mutation aus dem rotlien Kalke mit Brauneisenconcretionen (Horizont der Schloth. 

«a/-OTorea) vom Schreinbach. — Paläontolog. Staatssammlung in München. — \ a. 
Ein Theil der Seitenansicht des verdrückten Exemplars. — pag. 40(129). 
„ 2 <z — c. Arietites salinariii s Hau. Erneuerte Abbildung des Originalexeraplares v. Hauer's. — Rother Kalk mit 

Brauneisenconcretionen, vermuthlich aus dem untersten Lias von Adnet. — 
K. k. naturhistor. Hofmuseum in Wien. — 2 a. Nabelweiten (und Durchmesser) 
sämmtlich viel zu gross gezeichnet. — 2 c. Lobenlinie bei c in 2 a. — pag. 42(131). 



F. Wähner: ruterorLias. (MXß' 





Taf.IDC, 







Fd. Sirkker jiachi Nai. ^ez uJith. 




Beitriij^e zur Palaeontologie von Oesterreich-Ungarn, 
herausgegeben von Edm.v.Mojsisox'ic's u.M.Neuma^T.Bd.V. 1885. 

Verlag v.yWFred Holder k.kHof-u^Universifäfs-Buchhändler inWien. 



si-izyLWert:w.sr}\1sn. 



TAFEL XX (XXXV.) 
Wähner, Unterer Lias. 



TAFEL XX (XXXV), 

Arietites, 

Fig. I a — 6; Ariefites Seebacki Neum. Abänderung mit schwach verzweigter Lobenlinie. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. 

megaStoma vom Schreinbach. — Paläontolog. Staatssaramlung in München. — 
I a. Seitenansicht mit der letzten Lobenlinie vor Beginn der Wohnkammer. — 

pag 46(135)- 
„ 2a — h. Arietites Haueri Gümb. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. megastoma vom Schreinbach. — Paläontolog. 

Staatssammlung in München. — pag. 39(128). 
„ 30-Ä. Arietites Sechachi Neum. Rascher anwachsende Abänderung mit schwach erhabenen Falten. — Gelbgrauer 

Kalk mit Psil. megastoma vom Breitenberg. — Paläontolog. Staatssammlung 

in München. — pag. 47(136). 



F. Wähner: Unterer Lias. fXXXF). 



Taf. XX. 



X^^ 




/ 



> 'S 



> fe 



/---"'- 







Fd. Siricker/iach d.Nat^ez. uMth. 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreich- Ungarn, 
herausgegeben von Edm.v.Mojsiso\ics u.M.NeumajT.Bd.V. 1885. 

Verlag v./rlFred Holder, k.k.Hof-u.Universitärs-Buchhändler inWie-n. 



Z;.:7. -,■,■:.-/ v_Ck Reifser &KWsrthDer, Men. 



TAFEL XXI (XXXVI). 
Wälmer, Unterer Lias. 



TAFEL XXI (XXXVI). 

Ai'letiteti. 

Fig. i a — b. An etites pr aesfiratis simu s ii. f. — Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von der Kammer- 
karalpe. — Sammlung des kgl. überbergamtes in München. — \ a. Die 
Rippen erscheinen auf den Flauken zu stark gebogen; sie verlaufen auf den 
drei äussersten Windungen, nachdem sie von der Naht in einem kurzen, 
deutlichen, nach rückwärts gcAvölbten Bogen zur Flanke aufgestiegen sind, 
auf dieser selbst in der grössten Erstreckung mit einer Neigung nach \'or- 
wärts, aber in nahezu gerader Linie und erleiden erst in der Nähe der 
Externseite, wo sie undeutlich werden, eine schwache Biegung nach vorwärts 
— ib. Der Kiel ist am Original höher und schärfer markirt. — pag. 51(140) 

„ 2 <z — c. „ „ ,. . Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von Adnet. — 

Sammlung des Herrn Baron Löwenstern in Oberalm. — 2 a. Die Rippen 
verlaufen am Original steifer über die Flanke. — 2 c. Lobenlinie bei c in 
2 a.— pag 51(140). 

„ 3 a — b. ,, „ ,. Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von der Kammer- 

karalpe. — Sammlung des kgl. Oberbergamtes in München. — 3«. Die 
Rippen verlaufen am Original steifer über die Flanke. — pag. 51(140). 

„ 4a — c. Arie fites Haiieri Gümb. v ar. altior n. f. — Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von der 

Kammer karalpe. — Sammlung des kgl. Oberbergamtes in München. — 
pag. 41(130). 

„ 5 '^ — ''• Arietites n. f. äff. p ra espirat i.'i s i itiK s. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. jnegastonia vom Schreinbach. — 

Paläontolog. Staatssammlung in München. — 5 a. Die Rippen verlaufen am 
Original steifer über die Flanke. Der unten, links vom Bruche stehende 
kleine Windungstheil mit zwei Rippen ist am Original nicht vorhanden. — 
5 b. Externansicht der nebenstehenden Windung. — 5 c. Lobenlinie bei c in 
5 «• — pag. 53(142) 



F. Wähner: rnfererLias. fXXIVr; 




Taf. ST. 



zt 




Za. 



^^ 




Fd. Siricker nach d.Kdl^ez u.Wh. 




Beiträgp zur Palaeontologie von Oesterrpich- Ungarn 
herausgegeben von Edm.v. Mo jsi Sonics u.M.XemuajTßd.V. 1885. 
Verlag v./rlPred Holder, k.k.HoP-u.Univers.färs-Buchhändler in Wien 



lirhJnst. T.Ck SeJfssi- &MWeräner. } 



TAFEL XXII (XXXVII.) 
Wähn er, Unterer Lias. 



TAFEL XXII (XXXVin. 

Ametites. 

Fig. I a — c. Arietites Do etzkirchneri Gümb. — Gelbgrauer Xalk mit Fsil. 7negastoma vom Schreinbach. — Geolog. 

Sammlung der Wiener Universität. — \ a. Seitenansicht mit den zwei 
letzten Lobenlinien vor Beginn der Wohnkammer. — pag. 56(145). 

„ 2 'S« — c. „ „ ^ Gelbgrauer Kalk mit Psil. niegastoma vom Schreinbach. — Paläontolog. 

Staatssammlung in München. — 1 c. Lobenlinie bei c in 2 a. Suspensivlobus 
reicht am Original tiefer herab. — pag. 57(146). 

„ 3« — c. Arietites Castagnolai Cocchi. — Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von der K a m m e r- 

karalpe. — Sammlung des kgl. Oberbergamtes in München. — 58(147). 

_ 4 a — c. Arietites n. f. äff. cycloides. — Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen, angeblich vom 

Breitenberg, wahrscheinlich von einer anderen Localität der Osterhorngruppe. 
— Sammlung der k. k. geolog. Reichsanstalt. — 4 c. Lobenlinie bei c in 
\a. Suspensivlobus hängt am Original tiefer herab. — pag. 55(144). 



F.WähRer: Unterer Lias. (XXXVIE) 



Taf! XXII. 





X 



\ 




fd. Smcker nack dlfat^e: i:hth 



4c. 



lA% 



/ 




LiiiiAmt.v:Ch.Rarser&M.Wsr£'-ir:;rWisn. 



Beiträge zur Palaeonlologie von Oesterreirh- Ungarn., 
herausgegeben von Edm.v.Mojsisoncs "u.M.^N'eumaAT.Bd.Y. 1886. 

Verlag v, Alfred Holder, k.k.Hof-u.Universifärs-Buchhändler in Wien. 



TAFEL XXIII (XXXVIII). 
Wähner, Unterer Lias. 



TAFEL XXIII (XXXVIIl). 

Arietites. 

Fig. la — c. Arietites e^^loides n. f. — Rother Kalk mit Brauneisenconcvetionen, Horizont des Psil. megastoma, von der 

Kammerk aral p e. — Paläontolog. Staatssammlung in München. — \ a. Die 
Falten verlaufen am Original der grössten Erstreckung nach nicht gekrümmt, sondern 
gerade, mit einer Neigung nach vorwärts über die Flanke; erst in der Nähe der 
Externseite, wo sie undeutlich werden, krümmen sie sich nach vorwärts. — i b. 
Querschnitt am Schlüsse der äusseren Windung. Der Kiel ist am Original schneidiger 
zugeschärft, die Einbuchtungen zu beiden Seiten des Kieles sind minder deutlich 
markirt. — \ c. Die beiden letzten Lobenlinien vor Beginn der Wohnkammer ibei 
c in I a). Die zwei punktirten Geraden, welche die Lage der Medianlinie andeuten 
sollen, sind in zu grosser Entfernung von dem Aste des betreffenden Siphonallobus 
gezeichnet. — pag. 53(142,1. 

„ 2« — b. Arietites Castagnolai Cocchi. — Röthlicher Kalk mit Brauneisenconcretionen (Horizont der Schloth. marmorea) 

vom Schreinbach. — Paläontolog. Staatssammlung in München — pag. 58(147). 

^ 3a — c. , „ , Tiefliasischer rother Kalk mit Brauneisenconcretionen von Adnet. — Geolog. 

Sammlung der Wiener Universität. — },c. Lobenlinie bei c in 3 a — pag. 58(147). 

^ 4. Arietites abnormi lobatu s n.f. — Gelbgrauer Kalk mit Brauneisenconcretionen (Horizont der Schloth. tnarniorea) 

vom Breitenberg. — Sammlung der k k. geolog. Reichsanstalt. — pag. 59(148). 

„ 5 a— Ä. „ „ „ Gelbgrauer Kalk mit Psil. inegastoina vom Breitenberg. — Sammlung der 

k k. geolog. Reichsanstalt — 5 J. Lobenlinien. Der Hauptast des Siphonallobus 
der tieferen Sutur bei 5 in 5 a. — pag. 59(148) 

^ 6 a — b. ,, „ „ Röthlicher Kallc mit Brauneisenconcretionen (Horizont der Schloth. inarmorea) vom 

Schrein b ach — Paläontolog. Staatssamralung in München — P^g. 60(149). 

„ 7a — b. „ „ Röthlicher Kalk mit Brauneisenconcretionen vom Schreinbach Paläontolog. 

Staatssammlung in München. — pag. 60(149). 

„ ia-b. Arietites Hatieri Gümb. — Gelbgrauer Kalk mit Psil. megastoma vom Schreinbach. — Sammlung der 

k k, geolog. Reichsanstalt. — pag. 39(128). 

., 9a — c. „ ,. „ Gelbgrauer Kalk Psil. megastoma vom Schreinbach. — Geolog. Sammhing der 

Wiener Universität. — 9 J. Querschnitt und Exterhansicht längs des rechts gelegenen 
Bruchrandes von 9 a. — qc. Lobenlinie bei c in 9 a — pag. 39(128). 



F. "Wlhuer: Unterpr Lias (XKXVIIl) . 

2a.. 



/\ 



Taf.xxm. 



J"' 



k:i 



iV 




3o. 




Fd. SMaker nach ilfat^ez i[.U&. 



.mkAnst.T.ChReifseir&M.y/'sr&r.sT.Wm. 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreich- Ungarn, 
heraus §e gellen von Eclm.v^Iojsiso\ics n.MA^emnaAtBd.V. 1886. 

Verlag v.Alfred Holder, k.k.Hof-u.Univorsitäfs-Buchhändler in Wien. 



TAFEL XXIV (I). 
Alth, Fischgattungen. 



TAFEL XXIV (I). 

F'ig. I. Durchschnitt des Exemplares, wie er sich vor der Herausarbeitung aus dem Gesteine darstellte. 

Fig. 2. Der entblösste Steinkem des Scaphaspis, neben welchem rechts ein Theil des PteraspisSchMAti nebst der Augenrinne und 
links die Stelle des Seitenhorns sichtbar ist. 

Fig. 3. Ansicht des Stückes nach Entfernung der beiden rückwärtigen Theile des Steinkernes, wodurch die innere Seite des 
Pteraspis-S>chi\ies sichtbar wurde. Bei c ist die mittlere Lage des Schildes, bei d dessen charakteristische Oberflächen- 
zeichnung sichtbar; a ist der stehen gebliebene vorderste Theil des Steinkernes, 5 die Augenrinne, f der Anfang des 
Seitenhomes, j' die aus dem Gesteine herausgearbeitete untere Fläche des massiven Rostruras; die Linie lili bezeichnet die 
Stelle, welcher der in Fig. 6 dargestellte Durchschnitt des Steinkernes entspricht, e die Stelle, wo der Nackenstachel sich 
zu erheben beginnt. 

Fig. 4. Die mittlere Zellenschicht des Schildes vergrössert. 

Fig. 5. Ideelle Seitenansicht des Thieres. 

Fig. 6. Der oben envähnte mittlere Durchschnitt des Steinkernes, der obere Theil entspricht hier sowie bei Fig. I dem Pteraspis, 
der nntere dem Scaphaspis. 



A.v. Alih: Schildepvon ?leraspis,f\'alhas[iis u.Scaphaspis 



Taf . XXIV. 



Fig. 3. 



Fig. /. 



/■- 4- 



Fig.i 





Fig.- 




Fig. 6. 



Fig. 5. 



fd. S.'ncksr Hut. 



Beiträge zur Palaeealologie von Oeslerreirh Unsarn 
herausgegeben von Kdm.vMojsisavics u.M.Neuma>T, Bd.V 1886. 

Verlag v. /Alfred Holder, k.k. Hof-u.Universitäts-Buchhändlorin Wien. 



LithARsi.y-Cä.Ssh'ssriiSJ.il'crtknsrMeR. 



TAFEL XXV (1). 
G. BukO"wski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXV (I). 

Fig. I. Offelia minax n.f. — Ein ausgewachsenes, mit einem grossen Theile der Wohnkammer versehenes Exemplar. — Unteres 
Oxfordien. — \a und i 5. Seitenansichten. — \c. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 105 (31). 

„ 2. Oppelia Nycteis n.f. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 1 a. Flanken- 
ansicht, — zb. Ansicht der Externseite. — ic. Querschnitt der "Windungen. — pag. 108 (34). 

„ 3- n II I) Seitenansicht eines mit theilweise erhaltener Wohnkammer versehenen Exemplars. — Unteres 

Oxfordien. — pag. 108 (34). 

„ 4. Oppelia. distorta n.f. — Grosses Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 4a. Seitenansicht (siehe 
Bemerkung im Text). — 4*. Ansicht der Externseite. — \c. Querschnitt des äusseren Umganges 
am Anfange der Wohnkammer. — pag. 119 (45). 

,, 5- n II r Mittelgrosses Exemplar mit ganz erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 5«. 

Flankenansicht. — 5J. Ansicht der Externseite. — pag. 119 (45). 

„ 6. „ „ „ Kleines Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 6fl. Seitenansicht. — dh. 

Ansicht der Siphonalseite, — pag. 119 (45). 

11 !• Oppelia 71. f. indet. — Wohnkammerbruchstück. — Unteres Oxfordien. — 1 a. Flankenansicht. — 7A. Ansicht der 
Externseite. — pag. I17 (43). 

„ 8. Oppelia crenata Brug. — Mittelgrosses Stück in Flankenansicht. — Unteres Oxfordien. — pag. 122 (48). 

,. 9- „ „ „ Kleines Individuum mit ganz erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — Seiten- 

ansicht (siehe Bemerkung im Text). — pag. 122 (48). 
10. „ ' „ „ Flankenansicht eines grösseren Exemplars. — Unteres Oxfordien. — ■ pag. 122 (48). 

„ II. Oppelia pseudoculata n.f. — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Unteres Oxfordien. — IIa. Seiten- 
ansicht. — IIb. Frontansicht. — pag. 115 (41). 

„ 12. „ „ n. f.' — Ein mit Wohnkammer versehenes Exemplar in Seitenansicht, - — Unteres Oxfordien, — 

pag. 115 (41). 

„ 13. Harpoceras Rossiense Teiss. — Ein aus Luftkamraern bestehendes Exemplar. — Obere Abtheilung des Callovieu. 
— 13 a. Flankenansicht (siehe Bemerkung im Text). — 13 i. Ansicht der Externseite. — I3<r. 
Querschnitt der Windungen. — pag. 97 (23). 

,, 14. Harpoceras Krakoviense Neum, — Seitenansicht eines kleinen Exemplars. — Ob ere Abtheilung des Callovien. — 
pag. 99 (25). 

„ 15. Harpoceras f. indet. äff. Krakoviense Neum, — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Obere Abtheilung 
des Callovien. — 15 a, Flankenansicht. — 15 i. Frontansicht. — 15 c. Lobenlinie. — pag. 99 (25). 

„ 16. Harpoceras Delmoniamim O^'p. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer, — Unteres Oxfordien. — i6a. 
Flankenansicht. — 16 h. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 10 1 (27). 

Sämmtliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



G.Bukowslvi: Jiiralildun^en von Czenslochau. (TaEl) 



Jaf.XXV. 



A 



m 



Cv. 






/3<y. 




Siricbrnacli i.Fai. ^ei.ulüh. 



Beiträge zur Palaeoiitoloöie yor Oesterreidi -Ungarn, 
herausöegelien \'nn Eihn.vMojsisovics ii.M.?\'eiimayi-,Btl.V, 1886 

Verlag v. Alfred Holder, k.k. Hof-u.üniversitäts-Buchhändler in Wien 



lifhJnst.v:Ch.Tieirser&M.VeiMer, MiJ!. 



TAFEL XXVI (II). 
G. Bukowski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXVI (II). 

Fig. I. Oppelia taccata n. f. — Exemplar mit theüweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — \a. Seitenansicht. 

— \b. Ansicht der Externseite. — pag. 109 (35). 

2. „ „ „ Ausgewachsenes Exemplar mit vollständig erhaltenem Mundrande. — Unteres Oxfordien. 

— 3 a. Seitenansicht. — 2 ä. Ansicht des Externlappens. — pag. 109 (35). 

■1 3' Oppelia paucirug-ata n.f. — Exemplar mit nahezu ganz erhaltener Wohnlcammer. — Unteres Oxfordien.^ 3 a. Flanken- 
ansicht. — 3i. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 117 (43). 

„ 4. Oppelia flexuosa Münst. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 4a. Seiten- 
ansicht. — 44. Ansicht der Externseite. — pag. 110 (36). 

ij 5, „ „ „ Mittelgrosses Exemplar mit Wohnkammer in Seitenansicht. — Varietät. — Unt eres Oxfordien. 

— pag. HO (36). 

„ 6. „ „ „ Mittelgrosses Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 

6 a. Flankenansicht. — 6Ä. Ansicht der Externseite. — pag. HO (36). 

„ 7. „ „ „ Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Varietät. — Unteres Oxfordien. — 7a. Seiten- 

ansicht. — 76. Ansicht der Externseite. — pag. 110 (36). 

, 8. „ „ „ Junges Individuum mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 8a. Flankenansicht. — 

8i. Ansicht der Siphonalseite. — pag. Iio (36). 

j, 9. „ „ „ Jugendexemplar in Seitenansicht. — Unteres Oxfordien. — pag. IIO (36). 

„ 10. Oppelia Paturattensis Grep. — Exemplar ■ mit vollständig erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 
loa. Seitenansicht. — 10 J. Ansicht der Externseite (siehe Bemerkung im Text). — pag. 123 (49). 

^ II. ,, ^^ Grep. — Ansicht der Siphonalseite eines mit ganz erhaltenem Mundrande versehenen Exemplares. 

Unteres Oxfordien. — pag. 123 (49). 

„ 12. „ „ Grep. — Exemplar mit nahezu ganz erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 

\ia. Flanken ansieht (siehe Bemerkung im Text). — 12 i. Ansicht der Externseite. — pag. 123 (49). 

„ 13. „ „ Grep. — Exemplar mit Wohnkammer in Seitenansicht (siehe Bemerkung im Text). — Unteres 

Oxfordien. — pag. 123 (49). 

„ 14. Sphaeroceras insociale n. f. — Ausgewachsenes Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 14a. Seiten- 
ansicht. — 14S. Frontansicht — pag. 125 (51). 

„ 15. Lobenlinie eines kleinen Exemplars von Harpoceras Henrici d'Orb. aus dem unteren Oxfordien. — pag. 102 (28). 

„ 16. Macrocephalites f. indet. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer in Seitenansicht (siehe Bemerkung im 
Text). — Unteres Oxfordien. — pag. 127 (53). 

„ 17. Macrocephalites pila Nik. — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Obere Abtheilung des Callovien. 

— 17 a. Seitenansicht. — 17 5. Frontansicht. — pag. 126 (52). 

„ 18. Harpoceras n. f. indet. — Wohnkammerbruchstück in Seitenansicht (siehe Bemerkung im Text). — Obere Abtheilung 

des Callovien. — pag. 99 (25). 
„ 19. Macrocephalites lamellosus Sow. — Wohnkammerbruchstück in Flankenansicht. — Unteres Callovien. — pag. 125 (51). 
„ 20. Cardioceras cordatum m. e. Nikitinianum Lah. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer in Flaukenansicht. 

— Unteres Oxfordien. — pag. 128 (54). 

„ 21. Cardioceras excavatum Sow. — Jugendexemplar in Seitenansicht. — Unteres Oxfordien. — pag. 130 (56). 

^ 22. „ „ „ — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer in Flaukenansicht. — Unteres Ox- 

fordien. — pag. 130 (56). 

„ 23. Cardioceras cordatum Sow. var. äff. quadratoides Nik, — Kleines Exemplar mit zum Theil erhaltener Wohnkammer. 
Unteres Oxfordien, — 23a. Flankenansicht. —23a. Querschnitt der äusseren Windung. — 
pag. 128 (54). 

Sämmtliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



G.Bukowslvi: Juraliilfluiigen von Czensiocliau. (Tafll) 

2a Sb 



Taf.XXVI. 




Fd. SiridcsT naoli d.Fd. iei.uliih. 



liMnsixCh. 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreicli -Ungarn, 
herausgegeben vnn Edm.vMojsisovics i[.M.jN>umavi-,Bd.V, 1886 

Verlag V.Alfred Holder, k.k. Hof-uAlniversitäts-Buchhändlerin Wien 



Wien. 



TAFEL XXVII (III). 
G. Bukowski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXVII (III). 

Fig. I. Perisphinctes Wartae n. f. — Ein mit einem grossen Theile der Wohukammer versehenes Exemplar. — Weisser Oxford- 

kallc. — 13. Seitenansicht. — I 5. Ansicht der Siphonalseite. — \c. Querschnitt des äusseren 

Umganges bei 156 mm Durchmesser (siehe Bemerkung im Text). — pag. 140 (96). 
„ 2. Perisphinctes Marsyas n. f. — E.xemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. . — 2a. 

Flankenansicht. — 2b. Ansicht der Externseite. — pag. 148 (74). 
, 3. Reineckia cfr. Stuebeli Steinm. — ■ Exemplar mit zum Theil erhaltener Wohnkammer. — Obere Abtheilung des 

Callovien, — 3«. Flankenansicht. — 3 5. Ansicht "der Siphonalseite. — 31:. Querschnitt der 

Windungen. — pag. 133 (59). 
„ 4. Reineckia n. f. indet. — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Obere Abtheilung des Callovien. — 

43. Flankenansicht. — 45. Ansicht der Siphonalseite. — 4t-. Querschnitt der Windungen. — 

4^. Lobenlinie. — pag. 134 (60). 

Sämratliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



G.Bukowslvi: Juralildun^en von Czensiochau. (Taf.UI) 



Taf.XMl. 




Fd. SiricbrMchi.Iai^e2.vML 



IiihAnäÄ:Ck.Beifser&MMiMer,'Msii 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreicli -Ungarn, 
lieraus6e§el)ea von Edm.vMojsisovics u.AI.Xeumayr,Bd.V, II 

Verlag V, Alfred Holder, k.k.Hof-u.Univepsitäts-Buchhändlerin Wien, 



TAFEL XXVIII (IV). 

G. Bukowski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXVIII (IV). 



Fig. I, 



Perisphinctes promiscuus n. f. — Ein grosses mit Wohnkamraer versehenes Exemplar in Flankenansicht. — Der 
gekammerte Theil des G-ehäuses ist plattgedrückt. — Weisser Oxfordkalk. — 
pag. 137 (63). 

Perisfhinctes Claromontanns n. f. — Grösstes Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — ?.a. Seiten- 
ansicht. — lh. Ansicht der Exfernseite. — ic. Querschnitt der Wohnkammer. — 

pag. 144 (70)- 
„ Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 3 a. Flankenansicht. — 

3Ö. Frontansicht. — pag. 144 (70). 
I, „ Ein mit einem kleinen Theile der Wohnkammer versehenes Exemplar. — Unteres 

Oxfordien. — 4a Seitenansicht. — 4 J. Lobenlinie. — pag. 144 (70). 
jj i> ,1 Varietät mit sehr zahlreichen Parabelknoten. — Unter es Oxfordi en. — 5 a. Seiten- 

ansicht. — 5 J. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 144 (70). 
^ n » Weitnabelige Varietät mit zahlreichen Einschnürungen. — Unteres Oxfordien. 

— 6(Z. Flankenansicht. — db. Lobenlinie. — pag. 144 (60). 

Perisphinctes cfr. Frickensis Moesch. — Exemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. 

— 1a und 7*. Seitenansichten. — pag. 150 (76). 

Perisphinctes mirus n. f. — Ein mit zum Theil erhaltener Wohnkammer versehenes Exemplar in Flankenansicht. — 

Unteres Oxfordien. — pag. 151 (77). 
Jugendexemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 

ga. Seitenansicht. — gJ. Frontansicht. — pag. 151 (77). 
Perisphinctes cfr. mirus n. f. — Ein mit einem kleinen Theile der Wohnkammer versehenes Exemplar. — Unteres 

Oxfordien. — loa. Flankenansicht. — ToJ. Lobenlinie. — pag. 151 (77). 



Sämmtliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



G.Biikowsl\i: Jirralildungcn vun Czenslodiau. (TaCW) 







Fd. Slricl'ermcid.Jd. tez.irlilh. 



Beiträge zur Palaeontoloöie von. Oesterreich-Un^arn, 
herausgegel)eii von Edm.vMojsisovics uM.]N'enma)T,Bd.V, 1886 

Verlag v. Alfred Holder, k.k. Hof-.u.Oniversitäts-Buchhändler in Wien. 



lilhAnsixCh.Iiej/ser&EVeräinei; We£ 



TAFEL XXIX (V). 
G. Bukowski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXIX (V). 

Fig. I. Perisphinctes promiscuus n. f. — Innere Windungen eines grossen Exemplars in Flankenansicht. — Weisser Oxford- 
kalk. — pag. 137 (63). 
., 2. „ „ ., Gekammertes Bruchstück eines grossen Exemplars. — Weisser Oxfordkalk. — 

2 a. Flankenansicht. — 2d. Ansicht der Siphonalseite. — ic. Querschnitt der Windungen. 
— id. Lobenlinie. ^ pag. 137 (63). 

„ 3. Perisphinctes Mickalskü n. f. — Exemplar mit nahezu vollständig erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 

3 a. Seitenansicht. — 3 &. Ansicht der Externseite. — pag. 153 (79). 

., 4. Perisphinctes consociatus n. f. — Ein ausgewachsenes, mit einem grossen Theile der Wohnkammer versehenes Exemplar 

in Flankenansicht (siehe Bemerkung im Text). — Unteres Oxfordien. — pag.l55(8l). 

Sämmtliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



G.BukoAvsTvi: Juralilduu^en von Czensiocliau. (TafV! 



TafJöOX. 




Fd. Siriclir mck iFsi.'^si.ulUh. 



Beüräge zur Pakeoiitologie von OesteiTeicli -Ungarn. 
heraus;SeöobeR von Edm.vMojsisovics uAI.XeTimayr.Btl.V, 1886 

Verlag v. Alfred Holder, k.k. Hof-uliniversitäts-Buchhändler in Wien, 



nthlBslÄ^Ch. BeJfser^MMTäner, Wen. 



TAFEL XXX (VI). 
G. Bukowski, Jurabildungen von Czenstochau. 



TAFEL XXX (VI). 

Fig. I. Aspidoceras Edwardsiatium d'Orb. — Innere "Windungen eines grösseren Exemplars. — Unteres Oxfordien. — \a 
Seitenansicht. — \b. Frontansicht. — pag. 160 (86). 

„ 2. Aspidoceras perarmatum Sow. — Junges Individuum mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien 
— 2a. Flankenansicht — 2 5. Frontansicht. — pag. 158 (84). 

„ 3- ,1 1- So\v. — Jugendexemplar mit theilweise erhaltener Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 

30. Seitenansicht. — 3*. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 158 (84). 

n 4- 11 n Sow. — Kleines Exemplar in Flankenansicht. — Unteres Oxfordien. — pag. 158 (84). 

„ 5. Peltoceras cfr. interscissu?n Uhl. — Wohnkammerbruchstück eines unausgeivachseuen Exemplars. — Unteres Ox- 
fordien. — 5a. Seitenansicht. — 5&. Ansicht der Externseite. — 5c. Querschnitt. — pag. 162 (88). 

„ 6. Peltoceras torosum Opp. — Ein mit Wohnkammer versehenes Exemplar in Flankenansicht. — Unteres Oxfordien. — 
pag. 161 (87). 

„ 7. Perisphinctes mazuricus n. f. — Kleines, bis an's Ende gekammertes Exemplar in Seitenansicht. — Unteres Ox- 
fordien. — pag. 157 (83). 

„ 8. „ „ n. f. — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Unteres Oxfordien. — 8a. Seiten- 

ansicht. — 8J. Lobenlinie. — pag. 157 (83). 

„ 9. „ „ n. f. — Grösstes, bis an's Ende gekammertes Exemplar. — Unteres Oxfordien. — <^a 

Flankenansicht. — gJ. Frontansicht. — pag. 157 (83). 

„ 10. Perisphinctes Birmensdorfensis Moesch. — Ein mit Wohnkammer versehenes Exemplar. — Unteres Oxfordien. — 
loa. Flankenansicht. — 10 *. Ansicht der Siphonalseite. — pag. 144 (70). 

„ II. Perisphinctes coiisociattis n. f. — Ein aus Luftkammern bestehendes Exemplar. — Unteres Oxfordien. — IIa. Flanken- 
ansicht. — \\b. Frontansicht. — \\c. Lobenlinie am Anfange des äusseren Umganges. — \\d. 
Lobenlinie vom Ende des äusseren Umganges. — pag. 155 (81). 

„ 12. „ „ n. f. — Mittelgrosses Exemplar mit Wohnkammer. — Unteres Oxfordien. — 12a. Flanken- 

ansicht. — 12 5. Ansicht der Externseite. — pag. 155 (81). 

Sämmtliche Figuren sind in natürlicher Grösse gezeichnet. 



ü.Bukowslvi: JuralildüRgon von Czensiochaii. (TaHI.) 



Taf.XXX. 







■f-ZC: 











i;"^: ::r:cliTii3cliä.M.^ii.vM. 








liihJaä. TCÜ!. Mfser&MMillmBr, Wien. 



Beiträge zur Palaeontologie von Oesterreidi Cn^am, 
heraus^egel)en von Edm.vilqjsisovics \i.M.>>i]maYr.Bd.V, 1886 

Verlag v Alfred Holder, k.k. Hof-u.ünJversitäts-Buchhändler in Wien. 



/,^J,. BEITRÄGE 



PALÄONTOLOGIE ÖSTERREICH-UNGARNS 



UND DES ORIENTS 



HERAUSGEGEBEN VON 



E. Y. MOJSISOVICS UND yVL. N E U M AY E\. 



BAND V. HEFT I. MIT TAFEL 1-VIII. 

AUSGEGEBEN AM lO. FEBRUAR 1885. 

INHALT: 

J. VELENOVSKY. Die Flora der böhmischen Kreideformation. (IV. Theil.) 



(DIE AUTOREN SIND ALLEIN FÜR FORM UND INHALT DER AUFSÄTZE VERANTWORTLICH.) 



WIEN, 1885. 

ALFRED HOLDER 

K. K. HOF- UjND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER. 

ROTHEHTHURMSTRASSE 15. 



"Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, 

Bolhenthurmslrasse IS. 

Geologische Karte 

ÖSTEBBEICH-yNGARN MIT BOSIN-HEBCEGÖIA UND iNTENEGBO, 

Ajif Gr7iiidlage d^r Anfnaluncn dfr k. k. geologischen Rciclisanstalt 

von 

Director der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Vieite verbesserte Auflage. 

Preis flach oder cart. 6 fl. = 12 M.; auf Leinwand gespannt und in Leinwand geb. 7 fl. = 14 M. 

Die Abgrenzung und Gliederung 

S E L V I^ E T T^A. - O- I^ TJ :E^ IP E. 

Ein vorläufiger Beitrag 

zur allgemeinen Urographie der nordrhätischen Alpen zwisclien Rheintlial, Arlbergbahn und Engadin. 

Von Prof. Dr. Gustav Adolf Koch 

Privatdocent für Geologie an der k. k. Hochschule für Bodencultur in Wien. 
Mit T Karte und i Zinkotypie. Preis 80 kr. = r M. Go Pf. 

DIE GASTERÜPODEN 

der Meeresablagerungen der ersten und zweiten mioeänen Mediterranstufe 
in d.er österreiclxisclx-xirLgarisciLexi 3^«^onarclxie 

von 

R. HOERNES und M. AUINGER. 

IV. Lieferung. — Mit 6 lithographirten Tafeln. — Preis S fl. = 16 M. 
Diese Fortsetzung bildet zugleich jene des Xlt. Bandes der Abhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, in 
welchen die „Gasteropoden" nicht mehr erscheinen. Dieselbe ist daher von grossem Interesse für alle jene öffentlichen 
Bibliotheken, Institute und Fachmänner, welche bisher im Dedications- oder Tauschwege durch die k. k, geologische Reichs- 
anstalt in den Besitz der drei ersten Lieferungen gelangten und das Werk vollständig zu besitzen wünschen. 
Die V. Lieferung erscheint in Kürze. 

DIE CEPHALOPODEN 

MEDITERRANEN TRIASPROVINZ. 

\'ün 

Dr. Edm. Mojsisovics von MoJBvär. 

Mit 94 lithographirten Tafeln. — Preis fl. 70 = Mark 140. 

Die geognostischen Verhältnisse 

von 

Dr. EMIL TIETZE. 

Mit einer geologischen Karte der Umgebung von Lemlierg. Preis fl. 2.80 kr, — M. 5.G0 Pf. Hieraus die Karte apart fl. 2 = M. 4. 

Von demselben Verfasser: 

GEOLOGISCHE ÜBERSICHT VON MONTENEGRO. 

Mit einer geologischen Karte in Farbendruck. Preis 2 fl. 40 kr. = 4 M. So Pf. 

GRUNDLINIEN DER GEOLOGIE 

von 

BOSNIEN-HERCEGOVINA. 

Von Dr. Edm. v. Mojsisovics, Dr. E. Tietze und Dr. A. Bittner. 

Mit 3 lithogr. Tafeln und der geolog. Uebersichtskarte von Bosnien-Hercegovina. (Kunstdruck in 20 Farben. Massstab i : 576.000.) 

(Diese Karte bildet ein Ergänzungsblatt zur „Geologischen Uebersichtskarte der österreichisch-ungarisclien Monarchie", nach den 

Aufnahmen der k. k. geologischen Reichsanstalt, von Fraii:^ Ritter voit Hauer.) — Preis fl. 12 ^ 24 M. 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in "Wien, 

Rothenthurmslrasse 15. 




BEITRÄGE 



PALÄONTOLOGIE ÖSTERREICH-UNGARNS 



UND DES ORIENTS 



HERAUSGEGEBEN VON 



E. V. MOJSISOVICS UND JA. N E U M A Y I^ 



BAND V. HEFT II. MIT TAFEL IX-XV. 

AUSGEGEBEN AM 15. FEBRUAR 1886. 



INHALT: 

C. ZAHALKA, Ueber zwei Spongien aus der Kreideformation von Raudnitz a. d. Elbe (Böhmen). 
A. HOFMANN, Crocodiliden aus dem Miocaen der Steiermark. 



(DIE AUTOREN SIND ALLEIN FÜR FORM UND IIJHALT DER AUFSÄTZE VERANTWORTLICH.) 



WIEN, 1886. 
ALFRED HOLDER 

K. K. HOF- UND U N I VE R S ITA TS - B UC H H Ä N D LE R. 

ROTHENTHURMSTKASSE 15. 



Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und Universitäts- Buchhändler in Wien 

I. Rotbenthurmsti'asse 15. 

der ersten und zweiten miocänen Mediterranstufe der österreicMscli - ungarischen Monarcliie 

Ton 

E. HOERNES imd M. AUINGER. 

4. und 5. Lieferung. 

Mit je 6 lithoyraplnschen Tafeln. Gross-Quart. — Preis ä 8 fl. = 16 3farJc. 

Die Portsetzung dieses be'deutenden paläontologisclien Werkes, dessen erste drei Lieferungen im XII. Bande der 
„Abhandlungen der k. k. geologiselien Eeiehsanstalt" in Wien veröffentlioht wurden, wird in Folge üebereinkommens mit letzterer 
Anstalt von obigen Lieferungen angefangen nicht mehr in deren ,, Abhandlungen", sondern in meinem Verlage als selbständige 
Publieation erscheinen. 

Nachdem nun obige 3 Lieferungen aus dem XII. Bande der „Abhandlungen" ausgeschieden wurden, wird dieser Band 
nochmals neu zur Ausgabe gelangen und an Stelle der ,,Gasteropoden" andere in Vorbereitung befindliche Arbeiten enthalten. 

Ich erlaube mir insbesondere alle jene Akademien, wissenschaftliehen Institute, Gesellschaften und Bibliotheken auf 
diese Veränderungen aufmerksam zu machen, welche die ersten drei Lieferungen im Dedications- oder Tausehwege direct 
von der k. k. geologischen Eeichsanstalt empfingen und dieses wichtige, jedem Paläontologen unentbehrliche Werk vollständig zu 
besitzen wünschen. 

^e2^xbuc^ bex '^Kinexatoa^ie 

von 

D^- GUSTAV TSCHERMAK 

k. k. Hofrath, o. ö. Professor der Mineralogie und Petrographie an der Wiener Universität. 

Zweite verbesserte Auflage. 

Mit 756 Original-Abbildungen und 2 Farbendrucktafeln. 
Preis brosch. 9 fl. 60 kr. = M. 18.—, geb. in Halbfranz fl. 10.50 = M. 19.40. 



Die 

METEORITENSAMMLUNG 

des 

k. k. lineralogisdien Hofkal)iiietes in Wien 

ani 1. IVIai IHSS». 

Von 

D^ ARISTIDES BREZINA. 

Mit vier Tafeln. — Preis 4 fl. 80 kr. = 9 Mark. 

Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und üniversitäts- Buchhändler in Wien 

I. Rothenthurmstrasse 15. 




BEITRAGE 



PALÄONTOLOGIE ÖSTERREICH-UNGARNS 



UND DES ORIENTS 



HERAUSGEGEBEN VON 



E. V. MOJSISOVICS UND /VI. NEUMAYi^ 



BAND Y. HEFT III. MIT TAFEL XVI-XXIV. 

AUSGEGEBEN AM 1. OCTOBER 16 



INHALT: 



F. WÄHNER, Beiträge zur Kenntniss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstliclien Alpen. 

A. V. ALTH, Ueber die Zusammengehörigkeit der den Fischgattungen Pteraspis, Cyathaspis und Scaphaspis zugeschriebenen Schilder. 



(DIE AyXOREN SIND ALLEIN FÜR FORM UND INHALT DER AUFSÄTZE VERANTWORTLICH.) 



WIEN, 1886. 
ALFRED HOLDER 



K. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHANDLER. 

EOTHEHTHUEMSTRASSE 15. 



Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und Universitäts- Buchhändler in Wien 

I. Rothenthurmstras.se 15. 

Mt a^attcropDöEn her Ätert^afilagErungen 

der ersten und zweiten miocänen Mediterranstnfe der österreicMscli- ungarischen Monarchie 

von 

R. HOERNES imd M. AUINGER. 

4. und 5. Lieferung. 
Mit je 6 litlwgrapMsclien Tafeln. Gross-Quart. — Preis ä 8 fl. = 16 Mark. 

Die Portsetzung dieses bedeutenden paläontologisehen Werkes, dessen erste drei Lieferungen im XII. Bande der 
„Abhandlungen der k. k. geologischen Beichsanstalt" in Wien yeröffentlieht wurden, wird in Folge üebereinkommens mit letzterer 
Anstalt von obigen Lieferungen angefangen .nicht mehr in deren „Abhandlungen", sondern in meinem Verlage als selbständige 
Publieation erscheinen. 

Nat-hdem nun obige 3 Lieferungen aus dem XIL Bande der „Abhandlungen" ausgeschieden wurden, wird dieser Band 
nochmals neu zur Ausgabe gelangen und an Stelle der „Gasteropoden" andere in Vorbereitung befindliehe Arbeiten enthalten. 

Ich erlaube mir insbesondere alle jene Akademien, wissenschaftlichen Institute, Gesellschaften und Bibliotheken auf 
diese Veränderungen aufmerksam zu machen, welche die ersten drei Lieferungeu im Dedications- oder Tausehwege direet 
von der k. k. geologischen Beichsanstalt empfingen und dieses wichtige, jedem Paläontologen unentbehrliche Werk vollständig zu 
besitzen wünschen. 

rtKäT" Lieferung 6 wird in kürzestet' Frist erscheinen. "S2£ 



J^e^rBuc^ bex ^Kxncx ato a,xe 

von 

D^- GUSTAV TSCHERMAK 

k. k. Hofrath, o. ö. Professor der Mineralogie und Petrographie an der Wiener Universität. 

Ztveite verbesserte Auflage. 

Mit 758 Original-Abbildungen und 2 Farbendrucktafeln. 
Preis brosch. 9 fl. 60 kr. = M. 18.—, geb. in Halbfranz fl. 10.50 = M. 19.40. 

Soeben erschien : 

Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Jahrgang 1886. — XXXVI. Band. 



Heft I. 

Mit 5 Tafeln. 

Inhalt: Noch ein Beitrag zur neueren Tertiärliteratur. Von 
A. Bittner. 
Geologische Uebersicht des Königreiches Serbien. Von 
J. M, Zujovie. Mit einer geologischen Uebersichtskarte. 
(Tafel Nr. I). 

Die Schichten von Kamysehburnn und der Kalkstein von 
Kertseh in der Krim.' Von N. Andrussow. 

Ueber eine Mikrofauna aus dem Alttertiär der westgalizischen 
Karpathen. Von Dr. Victor Uhlig. Mit vier litho- 
graphirten Tafeln (Nr. II — V). 

lieber die Lagerungsverhältnisse der Hierlatzschiehten in 
der südlichen Zone der Nordalpen vom Pass Pyhrn bis 
zum Achensee. Von Georg Gever. 



Heft II und III. (Mit 2 Tafeln.) 

Inhalt: Vuleanische Strandmarken. Von Dr. Johannes Walther. 
Die Gegend zwischen Sabzwär und Meschhed iu Persien. 

VouA. Houtum Schindler, General im Dienste Sr. 

Maj. des Schab. 
Spalten und Vuleane. Von Dr. Ferdinand Löwl. 
Bemerkung zu Dr. A. Brezina's Abhandlung: Die Meteo- 
ritensammlung des k. k. mineralogischen Hofeabinetes 

in Wien am 1. Mai 1885. 
Arbeiten aus dem chemischen Laboratorium der k. k. 

geologischen Reichsanstalt. Von C. v. John und H. B. 

V. Foullon. 
üeber ein neues Liasvorkommen iu den Stubaier Alpen. 

Von Dr. Fritz Frech. 
Eine geologische Skizze des östlichen Theiles der Pokutisch- 

Marmaröseher Grenzkarpathen. Von Dr. Hugo Zapato- 

wioz. Mit einer geologischen Uebersichtskarte (Tafel 

Nr. VI) und einer Proflltafel (Nr. VII). 



Preis des completen Bandes (4 Hefte) 8 fl. = 16 Mark, einzelne Hefte 2 fl. 50 kr. = 5 Mark. 



Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und Universitäts - Buchhändler in Wien. 

I. Rothenthurmstrasse 15. 



/ 



BEITRÄGE 



•^v 



// /f^7. ZUR 

PALÄONTOLOGIE ÖSTERREICH-UNGARNS 



UND DES ORIENTS 



HERAUSGEGEBEN VON 



E. V. MOJSISOVICS UND /A, N E U M A Y I^ 



BAND V, BEFT lY. MIT TAFEL XXV-XXX. 

AUSGEGEBEN AM 20. JULI 1887. 

INHALT: 

GEJZA BUKOWSKI : Ueber die Jiirabildungen von Czenstochau in Polen. 



(DIE AUTOREN SIND ALLEIN FÜR FORM UND INHALT DER AUFSÄTZE VERANTWORTLICH.) 



WIEN, 1887. 
ALFRED HOLDER 



K. K. HOF- UND UNIVERSITÄT S -BUCHHÄNDLER. 

EOTHENTHUKMSTEASSE 15. 



Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und Universitäts- Buchhändler in Wien 



I. Eothenthurmstrasse 15 



Wk a^aitcrnyoöcn her ÄctreöafilagcrimgEn 

der ersten und zweiten miocänen Mediterranstufe der österreicliiscli - ungarischen Monarchie 

von ; ( . 

R. HOERNES mid M. AUINGER. 

4. und 5. Lieferung. 
Mit je 6 liiliographisclten Tafeln. Gross-Quart. — Preis ä 8 fl. = 16 Mark. 

Die Fortsetzung dieses bedeutenden paläontologiselien Werkes, dessen erste drei Lieferungen, als Heft 1 bis 3, im 
Sil. Bande der „Abhandlungen der k. k. geologischen Eeichsanstalt" in Wien veröffentlicht wurden, wird in Folge Uebereinkommens 
mit letzterer Anstalt von obigen Lieferungen angefangen nicht mehr in deren ..Abhandlungen", sondern in meinem Verlage als 
selbständige Publication erseheinen. 

Nachdem nun obige 3 Lieferungen aus dem XIL Bande der „Abhandlungen" ausgeschieden wurden, ist dieser Band 
nochmals neu zur Ausgabe gelangt und enthält derselbe an Stelle der „Gasteropoden" drei andere Arbeiten. 

Ich erlaube mir insbesondere alle jene Akademien, wissenschaftlichen Institute, Gesellschaften und Bibliotheken auf 
diese Veränderungen aitfmerksam zu machen, welche die ersten drei Lieferungen im Dedications- oder Tausehwege direot 
von der k. k. geologischen Eeichsanstalt empfingen und dieses wichtige, jedem Paläontologen unentbehrliche Werk vollständig zu 
besitzen wünschen. 

3S^ Lieferung 6 wird in kürzester Frist erscheinen. "SSS 

J^e^rßuc^ 6er 5^XmeraXogie 

von 

D^ GUSTAV TSCHERMAK 

k. k. Hofrath. o. ö. Professor der Mineralogie und Petrographie an der Wiener Universität. 
Ztveite verbesserte Auflage. 

Mit 756 Original -Abbildungen und 2 Parbendruektafeln. 
Preis brosch. 9 fl. 60 kr. = M. 18.—. £>-eb. in Halbfrauz fl. 10.50 = M. 19.40. 



lineralogische und petrograpMsche littheilungen 

herausgegeben von 

Gr. tsch:eiima.k. 

(Neue Folge.) 

Achter Band. — VI. (Schluss-) Heft. 

Inhalt: XVI. Ueber die Natur der Glasbasis, sowie der Krystallisations -Vorgänge im eruptiven Magma. Von Dr. A. Lagorio, 
Professor an der Universität Warschau. — XVII. Literatur. — Register. 

Preis des completen Bandes (6 Hefte) 8 fl. == 16 Marie. 
Verlag vou ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und ÜDiversitäts- Buchhändler ia Wien 

I. Rotheutluu-mstrasse 15. 



3 2044 106 22? 068