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Full text of "Das Obst der Tropen"

Bind 18. 

Das Obst dcr Cropcn 

von 

Dr. Konraa Sebrwald 



Siisscrott 



F. C. Heinemann, Erfurt 351. 




Sicher keiniende Samen sind fur 
die grosste 
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Rebstocken, 

dlinge und 



COUNT EGON CAESAR CORTT 

bcstes, langjaf 

reichen Kranl 
Erdfruchten, 
tropischen un 

Sichere, 

pilzartigen Schmarotzer: Blutlaus, Schildlause, Blattlause und 
Raupen jeder Art, Apfelwickler und Apfelbliitenstecher, Krebs- 
wunden an Holz und Rinde, sowie Wunden des Holzes und der 
Rinde durch Wildfrafi usw. 

Alle diese Schadigungen warden durch unser schon seit Jahr- 
zehnten von uns fabriziertes wasserlosliches Obstbaum-Karbolineum 
Brunonia absolut sicher beseitigt; die Pflanzen erholen sich zu- 
sehends, werden frisch und gesund, und bringen reiche Ernte. 



5 kg. Brutto 
~~Mk. 3,50 



Qebrauchsanweisungen gratis! 



50 kg. Netto . 



25 kg. Netto 

Mk. 12,00 Mk. 21,00 

frei deutscher Seehafen. 



inkl. Exportpackung 



eerprodnktenfabrik Baese & Meyer, Braunschweig. 



Das Obst & 
der Tropen 



von 



Dr. Kortrad SeHrwald 

^\ 

Joinville (Brasilien). 



Mit 43 Abbildungen. 



Wilhelm Siisserott 

Hofbuchhandler Sr. Hgl. Hoheit des Grofiherzogs 
von MecKlenburg-Schwerin. 

Berlin W, 30. 



Alle Rechte, auch das der Ubersetzung, vorbehalten. 



Gewidmet 



Sr. HoHeit Herzog JoHann 
Albrecht zu. MecKlenbvirg 



vom 



Verleger. 



Inhalt. 

Seite 

1. Die Banane. Musa sapientum 14 

2. Die Mangostane. Garcinia Mangostana .... 19 

3. Die Ananas. Ananassa sativa 21 

4. Der Zimmtapfel. Anona cherimolia 26 

Der Zuckerapfel. Anona squamosa 20 

Der Schleimapfel. Duguetia Marcgrafiana 26 

Der Sauerapfel. Anona muricata 26 

Der Ochsenherzapfel. Anona reticulata 26 

5. Die Doko. Lansium domesticum 30 

6. Die Abakate. Persea gratissima 32 

7. Die Mangga. Mangifera indica 35 

8. Die Litchi. Nephelium litchi 38 

Die Rambutan. Nephelium lappaceum 33 

Die Longane. Nephelium longanum 38 

9. Die Sapoti. Achras sapota 42 

10. Der Mammeiapfel. Mammea americana 43 

11. Der malaiische Rosenapfel. Jambosa domestica .... 44 

12. Die Feige. Ficus carica . ... 45 

13. Der Sternapfel. Chrysophyllum Cainito 47 

14. Die Cambuca. Myricaria plicato-costata ... . .48 

15. Die Orange. Citrus aurantium . . .49 

Die Tangerine. Citrus nobilis ... 49 

16. Der Tahitiapfel. Spondias dulcis . . ... 52 

17. Der Pfirsich. Amygdalus persica 52 

18. Die japanische Mispel. Eriobotrya japonica ... 54 

19. Die Guajave. Psidium guayava ... 56 

20. Die Stachelbeerguajave. Psidum araca .... . . ' 8 

21. Die Madagascarpflaume. Flacourtia rukam 59 

22. Die Tamarinde. Tamarindus indica GO 

23 Die Kaki. Diospyros kaki .62 

24. Die Baummelone. Carica papaya. . . . .... 64 

25. Die Kaschu. Anacardium occidentale . . 6(5 

26. Die sufie Hovenia. Hovenia dulcis ... . . . . 68 

27. Die Durione. Durio zibethinus 70 

28 Die Karata. Karatas Plumieri .72 

29. Die Carambola. Averrhoa carambola ... ... 74 

Die Bilimbi. Averrhoa bilimbi 74 



M351651 



Seite 

30. Die Brodfrucht. Artocarpus incisa . . . . . . 76 

31. Pie Jackbrodfrucht. Artocarpus integrifolia 78 

32 Die Bakury. Platonia insignis .... 78 

33. 'Die Bhelfrucht. Aegle marmelos . 80 

34. Die Aki. Blighia sapida 81 

35. Die Jabotikaba, Myricaria cauliflora .... . . 81 

36. Die Jujube. Zizyphus jujuba .... ...... 81 

37 Die Dattelpalme. Phonix daktylifera 82 

38. Die Weintraube. Vitis vinifera 82 

39. Die javanische Himbeere. Rubus rosaefolius . . . 84 

40. Die Sternstachelbeere. Phyllanthus distichus . 85 

41. Die Zitrone. Citrus limonum 85 

42 Die Myrtenkirschen. Eugenia .... .86 

43. Die Genipapo. Genipa brasiliensis . 87 

44. Die Passionsfrucht. Passiflora alata 87 

45 Die Wassermelone. Cucumis citrullus 83 

46. Die Zuckermelone. Cucumis melo . . . ... 89 

47. Syzygium jambolana . . . , ... 90 

43. Die Icacopflaume. Chrysobalanus icaco 90 

49. Die Blasenkirsche. Physalis peruviana .... 90 

50. Monstera deliciosa 91 

51. Die Brustbeeren. Cordia myxa ... . . .91 

52. Die Manguba. Hancornia speciosa 91 

53 Sandoricum indicum 91 

54. Vangueria edulis .91 

55. Der Negerpfirsich. Sarcocephalus esculentns 91 

56. Mimusops kauki 92 

57. Der Granatapfel. Punica granatum 92 

58. Alektryon excelsus - .92 

59 Der Elephantenapfel. Feronia elephantum ...... 93 

60. Die grofie Sapote. Vitellaria mammosa ... . . 93 

61. Das Affenbrod. Adansonia digitata 93 

62. Clausena Wampi 93 

63. Die schwarze Maulbeere. Moms nigra 93 

64. Doryalis 94 

65. Die Vanille. Vanilla planifolia 94 



Vorwort. 

Unter den vielen Nahrungsmitteln. die der Mensch ver- 
zehrt, gibt es eigentlich nur zwei, die ihm auch im rohen Zu- 
stande ohne Zubereitung schmecken, namlich das Obst und 
die Niisse. Obst und Niisse sind daher unsere natiirlichen 
Nahrungsmittel. Selbst in Kulturlandern ist das Bedurfnis 
nach ihnen so groB, daB viele, besonders Kinder sich durch 
nichts abhalten lassen, um Obst, sollte es auch unreif sein, 
zu erlangen. Dies spricht dafiir, dafi die Urmenschen, wie 
noch jetzt ihre nachsten Verwandten, die Menschenaffen, 
fast nur von Obst und Niissen gelebt haben. Daher wird 
man wohl auch die ersten Menschen nicht in der gemafiigten 
ziemlich fruchtarmen Zone zu suchen haben, sondern in den 
Tropen, wo eine Menge geniefibarer, nahrhafter Frtichte im 
Urwald vorkommt. Fur den Kulturmenschen von heute, mit 
seinem verfeinerten Qeschmack und seinen schlechten 
Zahnen, ware es allerdings eine starke Zumutung, nur von 
den Friichten des Urwaldes zu leben; denn diese schmecken 
uns meist nicht sehr gut und besitzen nur wenig Fleisch. 

Fast alle jene herrlichen, fleischigen Friichte, an deneh 
sich der Mensch in den Tropen labt, findet man nicht wild, 
sondern nur an Orten, wo sie der Mensch kultiviert und seit 
Jahrtausenden gepflegt hat. Hort der Mensch auf, fur die 
guten Fruchtbaume zu sorgen, so verkummern sie, ihre 
Friichte verlieren das Fleisch und den guten Qeschmack und 
werden samenreicher. Hieraus kann man mit Sicher- 
heit schliefien, daB der Mensch es war, der aus den wilden 
die edlen Fruchtbaume schuf. Qefiel ihm eine Frucht des 



Waldes besonders gut, so pflanzte er den Baum neben sein 
Haus; hierdurch konnte der Baum extra gut gedeihen, unbe- 
hindert durch seine Konkurrenten, im vollen Sonnenschein 
und bei reichlicher Dtingung, wie sie sich von selbst durch 
die Kuchenabfalle etc. neben jedem Haus vollzieht. Der 
wilde Fruchtbaum brachte im Lauf der Jahrtausende immer 
bessere Friichte hervor, indem der Mensch d i e Baume, die 
die besten Friichte trugen, immer am liebsten vermehrte und 
am sorgfaltigsten behandelte. Da sich in dieser Weise die 
Zuchtung edler Fruchtbaume abgespielt haben mufi, wird 
es auch erklarlich, warum man einen Fruchtbaum um so 
mehr pflegen und mit Humus und anderen Diingerstoffen 
versehen mufi, ie besser seine Friichte sind; so bedurfen die 
edlen Anonaceen, die Mangostanabaume etc. des aller- 
reichsten Bodens, wahrend die gewohnlichen Spondias-, 
Eugeniaarten usw. keiner Pflege bedurfen, wenn sie sich auch 
dankbar fiir eine solche zeigen. -- DaB es noch nicht sehr 
viele Jahrtausende her ist, dafi man einzelne Fruchtbaume 
aus dem Urwald herausgenommen und zu Kulturbaumen um- 
gewandelt hat, beweist der Umstand, dafi eine ganze Anzahl 
tropischer Fruchtbaume, wie die Mangga-, Mangostanen-, 
Abacatenbaume etc. in den ersten Lebensjahren unbedingt 
der Beschattung bedurfen und ihre Samen nur dann auf- 
gehen, wenn sie aus der Frucht entfernt immerfort feucht 
gehalten werden, Bedingungen, die sich im dichten Urwald 
von selbst erfullen. -- Wollte man das Alter der Menschen- 
geschlechter einmal genauer berechnen, so mtifite man be- 
obachten, wie viel Jahrhunderte der wilde Mangga-, Anona- 
bauni etc. durch fortwahrende Vermehrung in Kulturland 
brauclit, um so gute Friichte hervorzubringen, wie man sie 
jetzt haben kann. 

Leider sind die Tropen, die die herrlichsten Friichte der 
Erde liefern, die ungesundesten Qegenden fiir die Euro- 
paer; man kann eben ,,nicht ungestraft unter Palmen wan- 
deln", und daran ist, abgesehen von Moskiten, Fliegen usw., 
die Krankheiten iibertragen, vor allem das Friichteessen mit 
Schuld. Dies kommt daher: die Hauptkrankheit der Tropen 
ist neben der Malaria die Ankylostomiasis. 



Das Ankylostomum duodenale, das auch Tunnelwurm 
iniolge der Erkrankung der Arbeiter am St. Qotthardtunnel 
genannt wird, 1st ein kleiner Blutegel von l l /2 cm Lange; er 
lebt zu Munderten im Diinndarm des Menschen und seine 
Weibchen liefern taglich eine groBe Anzahl Eier, die zu 
Tausenden mit dem Stuhlgang ins Freie gelangen. Diese 
Eier sind mikroskopisch klein und werden zu ebenfalls mit 
blofiem Auge nicht sichtbaren, in der Erde sehr widerstands- 
fahig bleibenden Larven. IBt jemand solche Larven mit, so 
entwickelri sie sich im Korper zu den Ankylostomen. Diese 
saugen sich im Diinndarm fest, entziehen ihrem Wirt Blut 
und vergiften ihn durch ihre Mundsekrete so, dafi er dahin- 
siecht, blutarm wird und schlieBlich an der Wassersucht 






Mann ch en u. Weibobeu Ei von Ei vom Ei vom 

von Ankylostoraum Ankyloatomum Peitschenwurm. Spulwnrm. 

duodenale. duodenale. 

stirbt. Die so haufige tropisclie Blutarmut ist meistens durch 
die Ankylostomiasis bedingt. Man steckt sich mit den Anky- 
lostomen vor allem dadurch an, dafi man etwas mit 
unreinen Fingern oder rohe, mit Erde beschmutzte Fruchte 
geniefit. Fast liberall in den Tropen, wo Menschen hausen, 
enthalt die Erde massenhaft Ankylostomumlarven, was 
leicht erklarlich ist, da die Landbewohner meist keine 
Aborte haben und oft auch die frei umherlaufenden Haustiere 
an diesen Blutegeln leiden. Obst in den Tropen roh zu 
essen, ist deshalb sehr gefahrlich, abgesehen von den 
wenigen Friichten, die man beim Verzehren an ihrer unge- 
niefibaren Schale anfassen kann. Recht saubere Finger und 
grofie Sauberkeit in der Kiiche schiitzen einigermafien vor 
der Ankylostomiasis; dies wissen leider nur die wenigsten 
Tropenbewohner bis jetzt. Auch verstehen nur wenige 
Arzte in den Tropen die Ankylostomiasis zu kurieren. Da 



- 10 - 

ich im Laufe von zehn Jahren hier in Brasilien Qelegenheit 
hatte, viele Tausende Ankylostomumkranke in kurzer Zeit 
vollstandig zu heilen, so will ich die Wurmkur, die am 
besten die Ankylostomen aus dem menschlichen Korper 
treibt, genau beschreiben: 

Die Ankylostomen sitzen im Dunndarm und zwar in 
dicken Schleim gehiillt. Soil ein Wurmtotungsmittel auf die 
Wiirmer wirken, so muB man zuerst den Darmschleim be- 
seitigen. Hierzu dienen einige starke Dosen Kalomel, wah- 
rend man zum Wurmtoten Thymol verwendet. Mittags iBt 
der Kranke wie gewohnlich, dann nimmt er denselben Nach- 
mittag um 2, um 3 und um 4 Uhr je ein Pulver Kalomel mit 
etwas Milchzucker und zwar bis zum 18. Lebensjahr 0,01 
Kalomel in jedem Pulver fur jedes Lebensjahr des Kranken. 
Ober 18 Jahre alte Erwachsene nehmen ebenfalls nur drei 
Pulver mit je 0,18 Kalomel. Abends konnen kleinere Kinder 
und sehr schwache Kranke etwas Mehlsuppe essen. Den 
andern Morgen von friih 5 Uhr an nimmt der Ankylostomum- 
kranke nuchtern Thymol in Starkekapseln, die fur Erwach- 
sene je 1 Qramm, fiir Kinder je % Qramm enthalten. Die 
ganzen Qramms sind alle Stunden, die halben alle halben 
Stunden einzunehmen. Wer Kapseln, die man auf einen 
EBloffel mit Wasser legt und schnell in den Schlund hinunter 
gieBt, gar nicht schlucken kann, bekommt das Thymol in 
Banane eingehullt. 1 Jahre alte nehmen 1 Qramm, 2 Jahre 
alte l l /2 gr. Thymol, 3 und 4 Jahre alte 2 gr., Kranke mit 5 
Jahren nehmen 2% gr. Thymol, mit 6 Jahren 3 gr., mit 7 und 
8 Jahren 3% gr., mit 9 und 10 Jahren 4 gr., mit 1114 
Jahren 4% gr., mit 1416 Jahren 5 gr., mit 1618 Jahren 
6 gr. und Erwachsene 7 gr. Thymol. Beim Einnehmen der 
Thymolkapseln muB sich der Kranke recht ruhig im Bett 
verhalten, um ja nicht zu brechen. Gegen Brechreiz kann 
er ein Pfefferminzplatzchen in den Mund nehmen. Fiihrt er 
2 Stunden nach der letzten Kapsel nicht ab, so trinkt er 
Sennesblattertee oder macht Klystiere. -- Gewohnlich wird 
der Kranke durch die eben beschriebene Kur alle Ankylo- 
stomen los; sollte eine Anzahl Blutegel zuriickbleiben, so muB 
die Kur nach 14 Tagen wiederholt werden. Mehr wie zwei 



Kuren sind fast nie erforderlich, damit ein ganz blutarmer An- 
kylostomumkranker in vier Wochen wieder rot und frisch 
aussieht. - - Um zu wissen, ob ein Kranker Ankylostomen 
beherbergt, muB man ein Mikroskop besitzen; man zerreibt 
ein ganz klein wenig Stuhlgang mit etwas Wasser auf einem 
Glaschen und betrachtet es unter dem Mikroskop bei 
schwacher, etwa 50facher Vergro'Berung. Die Ankylosto- 
mumeier und die Eier anderer Darmwiirmer erkennt man 
dann an ihrer charakteristischen Form. Die Kalomel-Thjmiol- 
kur befreit den Kranken nicht nur von den Ankylostomen, 
sondern auch von den Spul-, Peitschen- und Bandwurmern. 
Die Darmwurmer sind in den Tropen so haufig, dafi man 
selten jemanden, namentlich unter den Landbewohnern und 
unter den Kindern antrifft, der keine Darmwurmer aufzu- 
weisen hatte. - - Das Obstessen kann in den Tropen auf 
verschiedene Weise fur den Menschen gefahrlich werden: 
IBt man rohe Friichte, die mit Wurmeiern beschmutzt sind, 
oder iBt man sie mit unreinen Fingern, so kann man sich, 
wie schon geschildert wurde, die tropischen Wurmkrank- 
heiten zuziehen. Ferner wird man auch dann krank, wenn 
man viel ungesunde Friichte geniefit oder dadurch, daB man 
Kerne, Schalen, Haute und andere unverdauliche Teile der 
Friichte mit herunterschluckt. Viele Darmkrankheiten sind 
die Folge davon. Alle diese Qefahren vermeidet man, wenn 
man von guten tropischen Fruchten nur das Fruchtfleisch 
allein ohne die unverdaulichen Teile im gekochten Zustand 
und maBvoll genieBt. Alle Friichte sollte man nur mit einem 
Bronzemesser schalen und saubern und am besten nur in 
einem Aluminiumtopf kochen. Denn sehr viele Obstsorten 
enthalten Qerbsaure; diese bildet mit dem Eisen des Messers 
oder des Topfes gerbsaures Eisen, das jedermann unter 
dem Namen ,,Tinte" kennt. Tinte ist schadlich und schmeckt 
abscheulich, so dafi das beste Kompott dadurch verdorben 
wird. Auch sollte man zu Kompott nur den allerbesten 
weiBen Zucker verwenden und alles gekochte Obst nur kalt 
genieBen. Durch das Kochen zersetzen sich viele aroma- 
tische, recht gut schmeckende Stoffe der Friichte, die sich 
zum Teil nach dem volligen Erkalten wieder bilden. Kompott 



12 

verdirbt in den Tropen sehr schnell; man tut deshalb gut, 
es taglich 20 Minuten lang tiichtig aufzukochen, wenn man 
mehrere Tage davon essen will. 

Um tropische Fruchtbaume aus dern Samen zu ziehen, 
steckt man diese sofort, nachdem man sie aus der Frucht 
entfernt hat. Das Austrocknen vertragen die wenigsten 
Samen, so daB gewissenhafte Samenhandler gezwungen 
sind, sie in etwas angefeuchtetern Kohlepulver zu ver- 
schicken. Der beste Boden fur alle Fruchtbaume ist eine 
recht humusreiche, lehmige, durch Sand locker gehaltene, 
tiefgrtindige Erde, wie man sie in den Ebenen der groBen 
Flusse antrifft. Die Baume miissen von Unkraut reingehalten 
werden; dies erleichtert man sich sehr, wenn man den 
Stamm mit einer dicken Streu umgibt. Hierdurch ahmt man 
die Verhaltnisse im Urwald nach, wo auch eine Unmenge 
vermodernder Pflanzenteile den Boden feucht und weich 
erhalt und die Wurzeln vor dem Austrocknen beschiitzt. Die 
meisten tropischen Baume vertragen nicht gut eine Ent- 
blo'Bung und Abtrocknung ihrer Wurzeln, weshalb man sie 
auch mit dem Erdballen verpflanzen muB. 

Am meisten sind die Baume durch die zahlreichen In- 
sekten gefahrdet; die schlimmsten Feinde sehr vieler Frucht- 
baume, namentlich ihrer jungen Blatter, sind die Schlepp- 
ameisen. Diese rucken in groBen Scharen auf gutgehaltenen 



Schleppameise. 

(NatQrliche Gr53se.) 

Wegen an, schneiden aus den ihnen . zusagenden Blattern 
moglichst groBe Stiicke heraus und tragen sie in ihr oft 
weit entferntes Nest, wo sie sie zu einer Art Pilzzucht ver- 
werten. Die Schleppameisen vertilgt man am besten in 
folgender Weise: Man stort an einem Nachmittag in dem 
Nest herum, um die Ameisen mit hauslichen Arbeiten zu 
beschaftigen und zieht den anderen Morgen recht friih mit 
einer Hacke den ganzen Inhalt des Nestes in ein daneben 



13 

angelegtes, tiefes Loch. Das Loch wird dann fest zuge- 
stampft, wenn notig, unter Zuhilfenahme von Wasser. An 
rnanchen Orten, wie z. B. in dichtem Bambusgebiisch, muB 
man das Ameisennest mit kochendem Wasser und etwas 
Petroleum einige Male iibergieBen und es dabei tiichtig um- 
rtihren; oder man ziindet ein groBes Feuer iiber dem Nest 
an. Auch hat man Maschinen erfunden, um durch Da'mpfe 
von schwefliger Saure die Ameisen in alien Winkeln ihres 
Nestes zu toten. 

Wer gute Samen von alien moglichen tropischen Frucht- 
baumen beziehen will, bitte in englischer Sprache um den 
Katalog der Firma J. P. Williams and Brothers, Tropical 
seed merchants, in Henaratgoda auf Ceylon. Von diesem 
groBartigen Geschaft kann man sich auch ganz kleine Pflanz- 
chen von Fruchtbaumen in sog. Wardiankasten kommen 
lassen. Die Wardiankasten sind Kisten, die mit zwei 
schragen Qlasfenstern verschlossen sind, und die auf einer 
GieBschicht die feuchte Erde mit den lebenden Pflanzen 
enthalt. Leider steht auf den Kisten nur in englischer Sprache 
,,kuhlstellen", was auf Dampfern anderer Nationen unbeachtet 
gelassen wird, so daB die Pflanzen auf langen Reisen ver- 
trocknen. Man bestelle aber ftir tropische Gegenden nur 
tropische Pflanzen. Es lohnt sich nicht, die Fruchtbaume 
der gema'Bigten Zone in den Tropen zu kultivieren. Fast 
jeder Europaer, der nach den Tropen kommt, denkt wunder 
wie gescheit er ist, wenn er Apfel-, Birnen- und Pflaumen- 
baume, Stachel- und Johannisbeerstraucher etc. anpflanzt 
und glaubt dnen nicht, die aus Erfahrung davon abraten. 
Den Baumen aus der gema'Bigten Zone fehlt in den Tropen 
vor allem die Kalteperiode, die den Saft monatelang so ein- 
dickt, daB er im Fruhling zum Auskristallisieren von Bliiten 
und Frtichten geniigenden Stoff enthalt. Trotzdem ist nicht 
ausgeschlossen, daB sich durch Weiterziichtung von Sam- 
lingen in den Tropen im Laufe der Jahrhunderte die Frucht- 
baume der gemaBigten Zone so umformen lassen, daB ihr 
Anbau in den Tropen lohnend wird. Solchen Versuchen ist 
aber der Einzelne nicht gewachsen; dies sollte vielmehr die 
Aufgabe von Versuchsanstalten sein. 



Die Banane. Musa sapientum. 

Eine der schonsteit Riesenkrautpflanzen der Tropen 
ist die Musacee Musa sapientum. Ihre Frucht ist die Banane, 
die man auch als Pisang oder Paradiesfeige bezeichnet. Ihre 
Heimat sind die sudasiatischen Inseln; dort wachsen ihre 
nachsten Verwandten noch wild. Wie aus den fleischarmen, 
samenreichen Friichten der wilden Musaceen die fleischige, 
samenlose Banane kultiviert worden ist, dafiir gibt die 
Musa Fehi einen Anhaltspunkt. In Tahiti, 330 m tiber dem 
Me'eresspiegel tragt dfre Musa Fehi fleischige samenlose 
Fruchte; an hoher gelegenen Punkten mit magerem Boden 
kommen in ihren Frtichten einzelne, unvollkommene Samen 
vor, an noch armeren Stellen, an denen ihre Wurzeln durch 
Felsen aufgehalten wurden, trifft man in ihren Bananen 
keimfahige Samen an. Obwohl die Musa Fehi sehr groB 
wird und einen Stamm von 1 m Umfang hat, pflanzt man 
sie doch nicht in Tahiti an, da sich der Anbau der Musa 
sapientum besser lohnt. Bananen der kultivierten Sorten 
sind frei von Kernen und enthalten oft schwarze Punkte; 
nur ganz selten findet man in ihnen einen erbsengroBen, 
schwarzen Samen, der aber nie aufgeht. 

Die Musa sapientum oder die Bananenpflanze, die man 
ebenso wie ihre Frucht kurz als Banane bezeichnet, ist eine 
krautartige Staude. Wahrend die Zwergbanane iVz m hoch 
wird, erreichen die meisten anderen Sorten 3% 4 m Hohe. 
Die hellgriinen, prachtvollen Blatter sind 2 m lang und 50 
bis 60 cm breit; sie sind spiralig angordnet und bilden mit 
ihren Blattscheiden einen 2530 cm dicken, nach oben 
dunner werdenden Stamm, Die Mitte des Stammes enthalt 
den langen Stiel mit der Bliite, der in einer Hohe von unge- 



- 15 - 




A) Eine reife Bananentraube 
B) Darunter: die dazu gefoorige Endknospe mit mannlichen Bliiten. 



16 

fahr 4 m oberhalb des Erdbodens sichtbar wird. Die Brute 
ist eine groBe Ahre und von rotblauen, lederartigen Htill- 
blattern eingeschlossen; durch ihr Qewicht biegt sie sich 
beim Hervorwachsen nach abwarts. Die Bliitenahre wird 
% 1 m lang und ist unten mil fruchtbaren, in ihrer Mitte 
mit unfruchtbaren Zwitterbliiten und oben mit mannlichen 
Blliten besetzt. Durch die Bestaubung werden die unteren 
Bliiten nach 34 Monaten zu den Bananen. Zur Zeit der 
Reife tragt die Bananenpflanze ein oben aus ihr heraus- 
hangendes Fruchtbiindel von Bananen, iiber das hinaus noch 
der mit kurzen Querrippen versehene Bliitenstiel und eine 
dicke Endknospe mit vielen Hullblattern und Anlagen zu 
mannlichen Bliiten ragt. Ein solches Bananenbundel wiegt 
meist 1535 Kilo. 

Die einzelnen Bananen sind Schotenfruchte, sehen wie 
Gurken aus, werden 10 35 cm lang und 2,3 3,5 cm dick 
und sind bei einigen Sorten 3 6kantig. Will man sie essen, 
so schneidet oder bricht man eine reife Banane von dem 
Biindel ab und fafit sie an der Spitze an; dann schalt man die 
Banane in Langsstreifen von unten nach der Spitze zu bis 
zu den Fingern. Es ist sehr unzweckma'Big, die ganze Schale 
abzuziehen und dann das bloBliegende Fruchtfleisch in die 
oft nicht ganz saubere Hand zu nehmen. Die Qefahr, Wurm- 
eier mit herunterschlucken, wird verhiitet, wenn man die 
Banane beim Verzehren nur an der Schale anfaBt. 

Das Fruchtfleisch der Banane ist weich, ohne FaSern, 
schmeckt angenehm suB und ist bei einigen Sorten mehlig 
und wurzig. Die Europaer mogen viele Sorten, namentlich 
die roten, roh nicht gern. Zum Rohessen ziehen sie meist 
die Zucker- und Apfelbanane alien anderen vor. In Fett 
gebraten und mit Zucker bestreut, schmecken alle Sorten 
Bananen sehr gut ebenso in Eierkuchenmasse verbacken. 
Bananenmus ist ein gutes Kompott. Hat man UberfluB an 
reifen Bananen, so halbiert man sie der Lange nach und 
trocknet sie auf Bananenblattern im Backofen. Qetrocknete 
Bananen erinnern in ihrem Qeschmack an Feigen. Aus ge- 
trockneten Bananen kann man leicht ein Pulver herstellen, 
das zur Ernahrung kleiner Kinder zu empfehlen ist. Die 



17 

Banane 1st so gesund und dabei so nahrhaft, dafl man Saug- 
linge mit ihr grofi ziehen kann. Wenn arme Brasilianer und 
andere Tropenbewohner keine Milch flir ihre Sauglinge be- 
schaffen konnen, so papeln sie sie oft mit Bananen, besonders 
mit San-Thome-Bananen, auf. Die Erfolge sind zufrieden- 
stellend und nicht zu wunderbar, wenn man bedenkt, daB 
100 gr reifes Bananenfleisch, 4,9 EiweiBstoffe, 25,0 Trauben- 




Wie man eine Banane anfassen soil, um sie roh zu essen. 

und Rohrzucker, 0,58 fette Ole und 0,9 Salze enthalt. Fiir 
Erwachsene ist die Banane zu wenig nahrhaft; ein Arbeiter 
kann auf keinen Fall dauernd mit Bananen allein kraftig 
bleiben, da er seinen Magen mit der Unmasse Bananen rui- 
nieren wiirde. - - Schalt und trocknet man unreife, griine 
Bananen, so kann man aus ihnen viel (12 Prozent) Starke- 
mehl gewinnen. Dieses Bananenmehl schmeckt angenehm, 
duftet etwas wie frisches Heu und kann beim Brotbacken 
Verwendung finden. Nur unreife Bananen eignen sich zur 

S e h r w a 1 d , Das Obst der Tropen. 2 



18 

Starkemehlbereitung, da in reifen Bananen alle Starke ver- 
schwunden und in Zucker iibergegangen ist. 

Wenn man an einer Bananenpflanze erne Bananen- 
traube sieht, von der eine oder die andere Banane gelb 
zu werden anfangt, ist es Zeit, die Traube abzuschneiden. 
Wollte man langer damit warten, so wiirden die Vogel, Eich- 
hornchen, Fledermause, fliegenden Hunde etc. die Bananen 
verzehren. Einige Tage nach dem Abschneiden werden alle 
Bananen gelb und halten sich dann nur noch wenige Tage. - 
Will man Bananenbiindel versenden, so mussen sie ziemlich 
unreif abgenommen werden; solche Bananen schmecken 
aber nicht so gut, wie vollig ausgereifte und sind viel weniger 
nahrhaft. Zentralamerika sendet jahrlich iiber 8 Millionen 
Bananenbiindel nach Nordamerika. 

Unten an jedem Bananenstamm befindet sich eine 
Wurzelknolle; von dieser aus bilden sich immer wieder neue 
Wurzelzwiebeln, aus denen neue SchoBlinge hervorschiefien, 
wahrend die alten Stamme, die getragen haben, langsam ab- 
sterben. So wird aus einer Bananenstaude nach und nach 
ein Qebiisch. In einem solchen nehmen sich aber die ein- 
zelnen Pflanzen Licht und Luft weg, und nur wenige Stamme 
werden fruchtbar. Man haut daher an jedem Bananen- 
gebiisch alle alten Stamme und aufierdem von den neuen 
Schofilingen alle bis auf 2 oder 3 ab. -- Um eine Pflanzung 
anzulegen, benutzt man von der Mutterknolle abgestochene, 
mit einer Knolle versehene SchoBlinge von ungefahr 60 cm 
Lange, die schneller tragen, wie noch hohere. Die Pflanz- 
weite sollte 3 m betragen. 7 9 Monate nach dem Pflanzen 
bluht die Banane. 

Die Banane liebt ein tropisches, feuchtwarmes Klima und 
viele Bodenfeuchtigkeit; am besten gedeiht sie in humus- 
reichem, lehmig-sandigem Boden in Schluchten. Qegen 
Winde, die ihre Blatter zerfasern und ihre Stamme abknicken 
und umwerfen, muB eine Bananenpflanze moglichst geschiitzt 
sein. Ein oder zwei starke Reife im Jahr vernichten fast die 
ganze Ernte ftir das kommende Jahr. Einige Bananensorten 
sind ziemlich klimahart; so wird in Indien die Nepaulbanane 
bis zum 30., in Syrien die Zwergbanane bis zum 34. Qrad n. B. 



19 

an geschiitzten Orten kultiviert. In den Tropen gibt eine 
Bananenpflanzung noch bis zu einer Hohe von 300 m uber 
dem Meeresspiegel befriedigende Ernten. 

Die Bananenpflanze erfordert wenig Pflege, gibt nach 
Jahresfrist schon vollen Ertrag und bringt sehr gesunde und 
nahrhafte Friichte hervor. Dies sind die Hauptgriinde, 
welche die Banane zum wichtigsten Fruchtbaum aller 
Tropengegenden gemacht haben. 

Die Mangostane. Garcinia Mangostana. 

Eine der kostlichsten Friichte der Welt, fiir viele die 
,,K6nigin der Friichte", ist die Mangostane. Der Baum, der 
sie hervorbringt, ist die Quttifere Garcinia Mangostana. Er 
ist ein herrlicher, pyramidenformiger Baum von 20 25 m 
Hohe, der im Malaiischen Archipel zu Hause ist; er wachst 
durchaus regelmafiig; sein Stamm und seine Aste verhalten 
sich wie bei einer Fichte, dabei tragt er grofie, glanzende, 
harte, lederartige Blatter, die einander gegenuberstehen. Die 
Blatter sind dunkelgriin und ungefahr 20 cm lang und 7 cm 
breit. Der Mangostanabaum ist zweihausig; die mannlichen 
Bluten stehen in Biischeln zusammen, die weiblichen Bliiten 
an demselben Baum einzeln fiir sich. 

Die Frucht ist ungefahr so groO wie eine Orange, kugel- 
rund, nur oben etwas abgeplattet, 5 7 cm breit und 4 5 cm 
hoch, aufien rot bis dunkelbraun. Unten an der Frucht sind 
die vier Kelchblatter und oben die Reste der 5 lOstrahligen 
Narbe zu sehen. Um sie zu offnen, schneidet man die harte, 
lederartige, 7 mm dicke Schale mit einem Messer rings um 
den Aquator der Frucht bis auf das schneeweifie oder rosa- 
farbene Fleisch durch. Dann bricht man die obere Halfte 
der sehr gerbsaure- und harzreichen Schale ab und loffelt 
das Fleisch aus den einzelnen 510 Fachern der Frucht aus. 
Das Fleisch besteht aus den Manteln der Samen. Die platten 
Samen sind braunlich und 2 cm lang und 1,2 cm breit. Der 
Qeschmack der herrlich duftenden Samenmantel ist aus- 
gezeichnet und erfrischend, und ahnelt dem einer Mischung 
aus Ananas und Pfirsichen. Die Frucht ist sehr gesund und 




Ast der Gareinia mangostana mit Bliiten und einer Frucht, 

A) Eine Mangostana, die obere Halfte der Schale (B) 

entfernt. 



21 

selbst fiir Fieberkranke zutraglich. Die reife Frucht halt sich 
nur 23 Tage; nicht ganz reif eignet sie sich zum Versenden. 
Den Mangostanabaum pflanzt man fast nur durch die 
Samen fort. Benutzt man hierzu Stecklinge, so muB das an 
der unteren Schnittflache hervorgequollene, gelbe Harz erst 
sorgfaltig entfernt werden, wenn sie wachsen sollen. Die 
Samen gehen nach 4 6 Wochen auf und lassen sich daher 
nicht sehr weit verschicken. Der Baum braucht in den 
ersten Jahren sehr viel Schatten, ist spater durch Auslichten 
langsam an die Sonne zu gewohnen und wachst aufierst lang- 
sam. Erst mit 20 Jahren tra'gt er unter sehr giinstigen Um- 
standen befriedigend. Die FluOebenen mit schlammigem, 
durchlassigem, den Uberschwemmungen ausgesetztem 
Boden, eignen sich am besten fiir den Mangostanabaum. Echt 
tropisches, feuchtwarmes Klima ist zum guten Wachstum 
erforderlich. Zur Zeit gedeiht er fast nur in Meereshohe in 
dem Malaiischen Archipel, Ceylon, Siam, Bengalen und den 
Tropen Siidamerikas. Selten trifft man den Baum in Hohen 
bis zu 500 m auf ton- und eisenhaltigem Boden an; er tra'gt 
auch dann recht gut, aber kleinere Friichte; sein Stamm 
kann einen Umfang von 20 25 m erreichen. In Cochin- 
china bliiht der Baum vom November bis zum Ma'rz und gibt 
zahlreiche reife Friichte vom Mai bis zum September; auch 
bliiht er oft noch einmal im Mai. 

Die Ananas. Ananassa sativa. 

Die Ananassa sativa ist eine Bromeliacee aus Siid- 
amerika; sie besteht, abgesehen von ihrem Wurzelstock, aus 
einer Rosette von 6090 cm langen und 6 cm breiten, meist 
dornig gezahnten Blattern, die spiralig angeordnet sind. Aus 
der Mitte dieser Blattrosette wachst auf einem fingerdicken, 
ungefahr 30 ~cm langen Stengel die dicke, kegelformige 
Bliitenahre hervor. Diese treibt viele kleine, blaue, zwittrige 
Bluten, die schnell hiinter ihren Schutzblattern verwelken. 
Aus jeder Bliite entsteht eine fleischige Beere, von denen 
eine jede mit ihrer Nachbarin so verwachst, dafi nur eine 
einzige Frucht, eine sog. zusammengesetzte Scheinfrucht, ent- 



- 22 

steht. Diese hat eine gelbe, rote oder griine Schale mit 
harten, schildformigen Schuppen. Aus der Mitte der Ana- 
nasfrucht wachst oben eine kleine Blattrosette heraus. Durch 
die Kultur ist die Ananas fast samenlos geworden; selten 
trifft man in den guten Sorten ganz kleine schwarze 
Kerne an. 

Die Ananas hat meist ein Qewicht von l 1 /^ 2 Kilo und 
ist ungefahr 20 cm lang und 9 cm breit. Von manchen Arten 
kann man unter gunstigen Umstanden Kopfe von 1015 Kilo 
ernten. Die besten Sorten sind auBen gelb, innen weiB und 
geben nur mittelgroBe Fruchte; die allerbeste Sorte ist die 
Abacaxi (abakaschi), wie man sie in Brasilien nennt. Will 
man eine Ananas essen, so schalt man sie mit einem Messer 
und entfernt alle an der Oberflache sitzenden harten Reste 
der Bliiten. Nunmehr kann man die Frucht, in Scheiben oder 
Stiickchen geschnitten, verzehren, bis auf die harte, faserige, 
fingerdicke Achse, die man nicht mitifit. Das Fleisch der 
Abacaxis ist auBerst saftig und schmeckt roh ohne Zuberei- 
tung ausgezeichnet suB-sauerlich und aromatisch. Meist 
schneidet man sie in Scheiben, bestreut sie mit Zucker und 
ei quickt sich nach einigen Stunden an ihnen. 

Das Fleisch der Ananas, namentlich dicht unter der 
Schale. enthalt, ebenso wie der Mittelstrang, einen scharfen 
Stoff; dies ist in geringem Grade selbst bei den besten Ana- 
nassorten der Fall, so daB die Arbeiter in den Konserven- 
fabriken gezwungen sind, beim Schalen der Ananas Gummi- 
handschuhe anzuziehen. Bei der wilden Ananas ist diese 
Substanz so scharf, daB sie im Munde Brennen und Entztin- 
dung verursacht. Rohe Ananas wird daher in vielen Ge- 
genden als hitzige, etwas ungesunde Frucht mit Recht 
betrachtet und z. B. in Indien von den Frauen gemieden, da 
sie Flucr albus erzeugen soil. DaB selbst die Abacaxi keine 
ganz unschuldige Frucht ist, kann jeder leicht bemerken, der 
nicht nur einige Scheibchen, sondern eine ganze groBe 
Frucht auf eirimal genieBt. -- Unschuldig ist jedoch der ge- 
kochte Ananassaft, der seine Scharfe und allerdings auch viel 
von seineni herlichen Aroma durch das Kochen verliert. 
Frisch ausgepreBter gekochter Ananassaft sollte recht viel 




Die beste Ananassorte, 
die Abacaxi. 



24 

im Haushalt verwendet werden, da er sich vorziiglich zur 
Herstellung von Kompott aus saueren Fruchten, z. B. Wein- 
trauben, japanischen Mispeln, Pfirsichen etc., eignet. 

Unreif abgenommene Ananas werden ziemlich weit ver- 
sandt. Sind sie erst wirklich reif, so gehen sie leider sehr 
schnell in wcinige Garung und Faulnis liber. Das Expor- 
tieren der rohen Ananas ist daher trotz aller Sorgfalt zur 
Verhtitung von Quetschungen und von hoher Temperatur 
wahrend des Transportes mit groBen Verlusten an Fruchten 
verkniipft. Bei groBeren Entfernungen ist es besser, die 
Ananas in Zuckerwasser sterilisiert zu verschicken. Die 
Ananas werden zu dem Zweck geschalt und von ihrem 
Mittelstrang befreit, dann legt man die Ananasstiickchen zu- 
sammen mit halb Wasser halb Zucker in Blechbiichsen ein 
und lotet letztere zu. In den Deckel der Biichsen wird mit 
einer Able ein kleines Loch geschlagen, die Buchsen dann 
V2 Stunde lang gekocht und wieder sofort zugelotet. Nun- 
melir schlagt man mit einem Holzhammer auf den Deckel 
jeder Buchse. Diejenigen Buchsen, bei denen der Deckel 
durch den Schlag eingedriickt bleibt, sind und bleiben gut; 
diejenigen hingegen, deren Deckel den Hammer zuruck- 
schnellen la'Bt, sind sog. ,,Schwellkopf e" ; sie enthalten zu 
viel Luft und wahrscheinlich auch mit der Luft eingedrun- 
gene Mikrobien, die den Inhalt der Buchsen zum Verderben 
bringen. Die Schwellkopfe unterwirft man daher der oben 
geschilderten Procedur noch einmal. Alle Konserven in 
Blechbiichsen nehmen leider etwas Blechgeschmack an. Fiir 
den Haushalt ist es daher empfehlenswerter, Ananassaft 
oder -stiicke in Flaschen oder Konservenglasern mit Patent- 
verschlufi zu sterilisieren. Damit die Qlaser dabei nicht 
springen, stellt man sie in einem Kessel mit kaltem Wasser 
aufs Feuer, nachdem man den Kesselboden innen mit Stroh 
ausgelegt hat. Die Flaschen und Qlaser la'Bt man offen, ver T 
schliefit den Kessel mit einem Deckel und kocht das Wasser 
im Kessel eine halbe Stunde lang; nunmehr lafit man das 
Feuer ausgehen oder nimmt es aus dem Ofen heraus. Als- 
bald verschlieBt man die Flaschen und Qlaser mit ihrem 
PatentverschluB; sie bleiben dann noch eine halbe Stunde in 



25 

dem zugedeckten Kessel auf der heifien Ofenplatte stehen 
und konnen dann jahrelang aufgehoben werden, ohne zu ver- 
derben, wenn man ihren PatentverschluB nicht offnet. 

Die Ananas pflanzt man nur dann durch Samen fort, 
wenn man neue Spielarten ziichten will. 10 12 Jahre 
brauchen solche Samlinge, um fruchtbar zu werden. Fur 
gewohnlich benutzt man zur Vermehrung der Ananas die 
Schofilinge des Wurzelstocks, die nach Jahresfrist tragen; 
die SchoBlinge 'des Fruchtstiels geben in 18 Monaten Friichte, 
und pflanzt man die Rosette, die die Ananas kront, so dauert 
es 3 5 Jahre, ehe die Bliite erscheint Wahrend Wurzel- 
und StengelschoBlinge die Spielart der Ananas genau fest- 
halten, variiert die Pflanze der Fruchtrosette etwas. 

Die Ananas erfordert viel Sonnenschein und recht viel 
Humus mit verwittertem Holz; es sind Pflanzen, die mit 
wenig Feuchtigkeit auskommen; das begreift man, wenn 
man bedenkt, daft die Ananas wohl friiher, wie ihre nachsten 
Verwandten noch jetzt, als Scheinschmarotzer auf Baumen 
gelebt haben. In regenreichen Qegenden ist fur die Ananas 
ein durchlassiger Boden, in trockenen Landern ein lehmiger 
Untergrund zusagend. Wie wenig die Ananaspflanze Feuch- 
tigkeit bedarf, kann man daraus ersehen, daB man Ananas- 
scho'Blinge wochenlang in der Tropensonne liegen lassen 
kann, ohne daB sie absterben. - - Man pflanzt die Ananas- 
schoBlinge in einem Abstand von 50 cm in Reihen, die 2 m 
von einander entfernt sind. Fur Reinbleiben von Unkraut 
sorgt man durch Hacken und dichte Streu. Keine Pflanze 
lafit man alter als zwei Jahre werden, da sie spater nur noch 
minderwertige Friichte gibt; auch duldet man an keiner 
Pflanze mehr als zwei WurzelschoBlinge. Die Stengel mit 
der groBerwerdenden Frucht fallen leicht um. Eine solche 
umgesunkene Ananas verbrennt an der Oberseite, bleibt 
klein und ihre obere Halfte wird trocken und wertlos. Daher 
ist es notwendig, den fruchttragenden Stengel bei Zeiten an 
einen Stock anzubinden. 34 Monate nach dem Bliihen 
wird die Ananas reif; man erntet sie jedoch ein klein wenig 
frtiher, damit die Beutelratten etc. sie nicht vorher aufzehren. 



26 

Der Zimmtapfel. Anona cherimolia. 

Der Zuckerapfel. Anona squamosa. 

Der Schleimapfel. Duguetia Marcgrafiana. 

Der Sauerapfel. Anona muricata. 
Der Ochsenherzapfel, Anona reticulata. 




B 



A) Ast von Anona squamosa mit 2 Zuckerapfeln. 
B) Zuckerapfel, langs durchgeschnitten. 

Diese 5 Baume sind die am haufigsten angepflanzten 
Anonaceen, stammen aus Siidamerika und haben einen 
unregelma'Bigen, niedrigen Wuchs. 4 5 m Hone erreicht die 
Anona cherimolia, 3 4m die strauchartige Anona squamosa; 
die Anona muricata und reticulata und die Duguetia Marc- 
grafiana werden 5 7 m hoch. 



27 

Die Frucht aller dieser Anonaceen 1st eine zusammenge- 
setzte Beere. Aus wie viel fleischigen, einsamen Beeren 
solch' eine Anonafrucht gebildet wird, sieht man am besten 




Ast mit Bltiten von Anona muricata. Darunter: em Sauerapfel. 

an den zahlreichen Schuppen, Huckeln und anderen Erha- 
benheiten, von denen jede dem freien Teil einer Beere ent- 
spricht. Die zahlreichen Beeren sind zu einer Frucht zusam- 
mengewachsen und umgeben den kegelformig in die Frucht 



28 

fortgesetzten Fruchtstiel. - Die Zimmtapfel bilden faust- 
groBe Kugeln und besitzen eine Schale mit niedrigen, wenig 




A) Ein Schleimapfel von Duguetia marcgrafiana (Beriba). 
B) Einer von seinen mehr wie 60 Samen. 

ausgepragten Buckeln. Die Zuckerapfel sind eiformig, 7 cm 
lang und 5% cm breit, und ihre Schale wird von schildfor- 
migen Schuppen gebildet, die mehr oder weniger durch 
scharfe Furchen von einander getrennt sind. Die Sauer- 



29 

apfel werden 14 cm breit und 20 cm lang und bis zu zwei 
Kilo schwer; ihre Schale weist konische, nach oben ge- 
kriimmte, weiche Erhabenheiten auf. Aufwarts gekriimmte 
und oben abgestumpfte Pyramiden hat der kugelige Schleim- 
apfel auf seinen Schuppen, die durch tiefe Furchen von ein- 
ander getrennt sind. Die Schale des grofien Ochsenherz- 
apfels ist rauh und in fiinfeckige Felder eingeteilt. - - Die 
regelmaBige Form dieser Anonafriichte wird durch Ver- 
tiefungen gestort, wenn einige Fruchtknoten der Sammel- 
blute unbefruchtet blieben. Die Farbe des Zimmtapfels ist 
griinlich bis schwarzlich, die des Zuckerapfels graugriinlich 
und die des Sauerapfels grim; der reife Schleimapfel hat eine 
gelbe, der Ochsenherzapfel eine braunrote Schale. 

Die besten Anonas sind der Zimmt- und der Zucker- 
apfel, die roh ohne Zutat ausgezeichnet schmecken. Will 
man eine Frucht der Anona cherimolia, squamosa oder der 
Duguetia Marcgrafiana essen, so teilt man sie der Lange 
nach in zwei Halften und loffelt mit einem Teeloffel das 
weiche Fruchtfleisch aus jeder Halfte heraus. Nur die % cm 
dicke Schale, die zahlreichen, bohnengrofien Samen und die 
in die Frucht ragende, kegelformige Fortsetzung des Frucht- 
stiels bleiben iibrig. Das Fleisch des Zimmt- und Zucker- 
apfels stellt einen tadellosen, gesunden und nahrhaften, fur 
Fieberkranke zu nahrhaften, von der Natur fertig gelieferten 
Fruchtkreme dar, der herrlich duftet und auBerordentlich suB 
und aromatisch schmeckt. Das Fleisch des sehr fleischigen 
Schleimapfels, welches iiberreif schleimig wird, ist siifi- 
sauerlich und gut zu essen, wenn man es mit Zucker wahrend 
des Herausloffelns bestreut. Die Sauerapfel riechen und 
schmecken meist nach Terpentinol; bei den besten Sorten 
enthalt nur die Schale Terpentingeschmack, und das Fleisch 
ist mit Zucker genossen nicht unangenehm. Da aber das 
Fleisch des Sauerapfels ganz von Fasern durchsetzt ist, ist 
es besser, schon aus Qriinden der Reinlichkeit. sein Fleisch 
nur mit Zucker gekocht, z. B. als Marmelade, zu essen, 
ebenso wie das Fleisch des noch schlechteren Ochsenherz- 
apfels. 

Die Anonafriichte sind unreif hart, und reif oft sehr 



30 

weich; da sie gut nachreifen, nimmt man sie einige Tage vor 
der vollen Reife ab, damit nicht die Friichte durch das Herab- 
fallen im weichen Zustand Schaden erleiden; besonders notig 
ist dies bei der Anona muricata und der Duguetia Marcgra- 
fiana. 

Alle Anonaarten pflanzt man durch die Samen fort; diese 
gehen meist nach einigen Wochen auf und werden schon 
nach 3 4 Jahren zu fruchtbaren Baumen. Die Samen ver- 
tragen, im Qegensatz zu vielen tropischen Fruchtsamen, 
ganz gut die Austrocknung und lassen sich weit versenden. 
Auch die Baume lieben mehr wie andere Fruchtbaume ein 
trockenes Klima. Alle, besonders aber die Anona cherimolia, 
erfordern ein nicht zu regenreiches Klima und einen sehr 
tiefgriindigen, sehr humusreichen, etwas sandigen, recht 
durchlassigen Boden, ohne jede stehende Feuchtigkeit. Erfiillt 
der Standort nicht alle Bedingungen, so werden diese herr- 
lichen Fruchtbaume krank, von Rost und Kafern befallen und 
ihre Wurzeln faulen ab. Soil die Anona cherimolia ausge- 
zeichnete und nicht sehr minderwertige Friichte liefern, so 
darf sie auch nicht zu tief liber dem Meeresspiegel wachsen; 
sie gedeiht in den Anden von Peru bis zu einer Hohe von 
1200 m. Aus alledem erklart sich der kleine Anbaubezirk 
des Zimmtapfels, der eigentlich nur in Peru, Columbien, 
Ecuador, Mexiko und Brasilien mit Erfolg kultiviert wird. 

Die Doko. Lansium domesticum. 

Lansium domesticum ist ein Baum aus dem indischen 
Archipel; er wird 10 m hoch, sein Stamm 60 cm dick und 
bekommt eine dichte Krone. Seine Blatter sind 7 9fach 
gefiedert, lederartig und 20 30 cm lang und 7 9 cm breit. 
Die kleinen, zwittrigen, fast oder ganz ungestielten Bliiten 
sitzen in Trauben in den Blattwinkeln namentlich an den 
unteren Asten. 

Die Frucht bildet eine eiformige Beere, die je nach <ler 
Sorte 2,5 4 cm lang wird und eine tiefgelbe, lederartige 
Schale besitzt. Das Fruchtfleisch besteht aus den Samen- 
manteln, von denen nicht alle, sondern nur einer, zwei oder 



31 

drei Samen, von 2,5 cm Lange und 6 mm Breite, enthalten; 
diese weichen, saftigen Samenmantel schmecken angenehm 




Ast von Lansium domesticum mit einer Traube Dokos. 

siiB oder siifi-sauerlich. Die sehr bitteren Samen ifit man 
nicht mit, namentlich da sie etwaigen Spulwiirmern im 



32 

Darm unangenehm sind. - - Drei Monate nach der Bllite 
werden die Fruchttrauben reif. 

Den Lansiumbaum pflanzt man meist durch Absenker 
fort, um die guten Sorten festzuhalten, und urn schneller, als 
wie durch Samlinge tragbare Baume zu bekommen. Der 
Baum gedeiht namentlich in ebenen Qegenden, kommt aber 
auch noch bis zu einer Hone von 600 m iiber dem Meeres- 
spiegel in den Tropen fort. 

Die Abakate. Persea gratissima. 

Abakate ist der brasilianische Name fiir die Frucht der 
Persea gratissima.. Brasilien ist wohl die urspriingliche 
Heimat dieses Baumes; denn noch jetzt trifft man ihn hier 
in der Provinz Para wild an. Abakate heifit in Mexiko 
Ahuaca; die Spanier nennen sie Aguacate; die Westindier 
Avocado; die Deutschen Avocatobirne; die Englander Alli- 
gatorpear. Von den Tropen Amerikas hat man den Aba- 
katenbaum nach alien anderen tropischen Qegenden der 
Welt eingefuhrt. 

Der Abakatenbaum ist ein schoner, immergruner Baum, 
der meist 6 9 m hoch wird; die Krone ist unregelmafiig, 
domformig. Der Baum gehort zu den Lauraceen; seine 
ca. 20 cm langen Blatter ahneln denen des Lorbeerbaums. 
Die kleinen zwittrigen Bliiten stehen in den Achseln der 
Blatter am oder nahe am Ende der Zweige. 

Die Frucht ist eirie sehr langgestielte Steinfrucht, meist 
so groB und so geformt wie eine recht grofie Birne; bei 
einigen Sorten bildet sie einen unregelmafiigen Klumpen. 
Die Schale ist griin, braun, braunrot, dunkelblau bis schwarz, 
zuweilen gefleckt. Unter der festen, glatten, sehr diinnen 
Schale liegt das Fruchtfleisch, das in seiner Mitte einen sehr 
grofien, oft oben und unten zugespitztea, kugelformigeri. 
Kern einschlieBt. Wenn die Abakate reif ist, ist ihr Fleisch 
gelbgrtinlich bis weifi, weich und auf der Zunge zerschmel- 
zend, fast ohne jede Faser. Die Spanier Mexikos nennen 
daher auch die Aguacate die Butter des Waldes (Mantequilla 
silvestre). Der Qeschmack der Frucht ist unzubereitet fade 



34 

siiBlich, nicht sehr ausgepragt, etwas an den Qeschmack 
der Wallniisse oder an den der Moschusmelonen erinnernd. 
- LaBt man die Frucht am Baum reifen, so lost sie sich vom 
Stiel und kommt als Brei unten auf dem Boden an; deshalb 
pfliickt man die Abakaten kurz vor dei 1 Reife, wenn sie noch 
hart sind; allerdings sollte man damit moglichst lange 
warten, wenn man recht groBe und nahrhafte Fruchte von 
l /2 % Kilo Schwere erzielen will. Die Abakate reift leicht 
nach; man iBt sie, wenn sie sich weich anfiihlt, trotzdem sie 
dann bei den griinen Sorten noch sehr griin aussieht. 

Will man eine Abakate verzehren, so teilt man sie der 
Lange nach mit einem Messer in zwei Halften; in der einen 
Halfte bleibt der kolossale, hellbraune Kern. Dann nimmt 
man einen Teeloffel zur Hand, entfernt mit ihm den lose- 
sitzenden Kern und loffelt das ganze Fleisch heraus; nur 
die diinne Schale bleibt zuriick. Sehr gut schmecken die 
Abakaten, wenn man wahrend des Herausloffelns Zucker 
in die Frucht streut; andere lieben sie mit Salz, oder mit 
Salz und Pfeffer aufs Brot wie Butter gestrichen; andere 
vermengen das Fruchtfleisch mit Zucker und Zitronensaft, 
noch andere auBerdem mit Port- oder Madeirawein. Einen 
ausgezeichneten Salat erhalt man, wenn man das Frucht- 
mus der Abakate mit Essig, Pfeffer, Zwiebeln und Salz unter 
Zusatz von Tomatenstiicken anriihrt. Ol setzt man nicht 
hinzu, da das Fruchtfleisch reichlich (12%) ein feines griin- 
lich, bei anderen Sorten braun gefarbtes Ol enthalt. Vori 
den Mexikanern, die viele Sorten Abakaten kultiviert haben, 
stammt das Spriichwort: ,,Die feinste Frucht ist ein Salat, 
und dieser Salat ist die Abakate". - - DieAbakate ist eine 
der besten tropischen Fruchte, gesund und nahrhaft. Man 
iBt sie stets roh; gekocht schmeckt sie unangenehm bitter. 
Die grime Abakate ist die beste Sorte. Die Fruchte bleiben 
fast frei von Maden. 4 5 Monate nach der Bliite reift die 
Abakate. In halbtropischen Qegenden gibt sie jahrlich eine, 
in echten Tropenorten jahrlich zwei Ernten, z. B. in Ost- 
indien die erste im Januar und Februar, die zweite im 
August und September. Durch Okulieren laBt sie sich leicht 
veredeln. Die unreif abgtenommenen Fruchte vertragen 



35 

einen ziemlich weiten Versand. Mexiko z. B. schickt regel- 
maBig Abakaten nach San Francisco. 

Der Abakatenbaum kommt auBerhalb der Tropen nicht 
fort; das Klima muB frostfrei sein. Der Samen, aus der 
Frucht entfernt, verliert schnell seine Keimkraft; er geht in 
14 Tagen auf. Nur ganz junge Baume lassen sich zusammen 
mit dem Erdklumpen verpflanzen. In den ersten Jahren ist 
den Abakatenbaumen Schutz vor greller Sonne sehr dien- 
lich. Der Boden muB fiir den Abakatenbaum sehr tief- 
griindig, recht durchlassig, locker, humusreich, etwas erhoht 
und durchaus ohne stehende Feuchtigkeit sein. Ist der 
Standort nur etwas zu feucht, so faulen die weichen Wurzeln 
schnell ab, und selbst groBe Baume gehen dann leicht ein, 
besonders wenn die Pfahlwurzel auf fester Untergrund 
stoBt. 5 Jahre nach der Aussaat bringt der Baum die ersten 
Frtichte hervor; er bliiht und tragt meistens sehr reichlich. 
Ist er schon groB und will er immer noch nicht tragen, so 
bringen die Brasilianer dem Stamm und den groBeren Asten 
mit einem Sabel viele Wunden bei, was meist fur das nachste 
Jahr eine groBe Ernte zur Folge hat. Der betreffende Baum 
bleibt dann auch ohne dieses Hilfsmittel dauernd fruchtbar. 

Die Mangga. Mangifera indica. 

Die Frucht der Anacardiacee Mangifera indica ist die 
Mangga. Die Deutschen nennen sie oft Mango oder Mango- 
pflaume. Ihre Heimat ist Indien. Es gibt Hunderte von 
Sorten; viele recht gute stammen aus Java. Die wild wach- 
senden Verwandten des Manggabaums, z. B. die Mangifera 
lauriana, trifft man ebenfalls im tropischen Asien an. -- Der 
Manggabaum bekommt einen braunen, von rissiger Borke 
besetzten Stamm von 2 3 m Hohe und 30 40 cm Durch- 
messer; er wird 10 15 m hoch und bildet eine weitaus- 
gebreitete, sehr dichte, unregelmaBige Krone. Die griinen 
Blatter sind steif und lederartig, 20 24 cm lang und 5 6 cm 
breit. In der Jugend haben die Blatter eine weinrote Farbe 
und hangen schlaff herab. Die Bltiten stehen in 16 cm 
langen, pyramidalen Trauben an den Enden der Triebe, sind 
zwittrig und sehr klein, 



- 36 - 

Die Frucht ist eine groBe Pflaume, 7 cm breit und 10 20 r 
meist 15 cm lang. Gewohnlich wiegt sie ein halbes Kilo; 
kolossale, nicht gerade die besten Sorten werden zwei 
Kilo schwer. Eine grim- bis orangengelbe, stark nach Ter- 
pentinol riechende Schale laBt sich von dem Fruchtfleisch 
der Lange nach abziehen. Auch das orangengelbe Frucht- 
fleisch riecht und schmeckt ein wenig nach Terpentinol; es 
enthalt viele Fasern, die ihren Ursprung von dem groBen, 
platten Steinkern in der Mitte der Frucht nehmen. Wer sich 
an den Terpentingeschmack gewohnt hat, dem schmecken 
ganz reife Manggas recht gut; sie sind sehr suB und durch 
ihre Zitronensaure erfrischend. Reichlich genossen, er- 
zeugen sie manchmal flautausschlage. - - DaB Terpentinol 
in den Manggas enthalten ist, kann man leicht an dem Urin 
erkennen, der einige Stunden nach dem Verzehren der 
Friichte einen Qeruch nach Veilchen annimmt. Bekanntlich 
parfimiierten die vornehmen Romerinnen vor 2000 Jahren 
ihre Schlafzimmer auf ahnliche Weise. - 

Zum Rohessen taugt die Mangga nicht. Man bekommt 
dabei ganz klebrige Hande und ein klebriges Qesicht, wenn 
man das faserige Fruchtfleisch vom Kern abbeiBen will; 
beim Rohessen von Manggafriichten ist daher die An- 
steckungsgefahr mit Wurmeiern sehr groB. Am besten iBt 
man die geschalten Manggas nur gekocht, nachdem man das 
Fleisch mit einem scharfen Messer vom Kern abgeschnitten 
hat Mit Zucker eingekocht geben die Manggas eine gute 
Marmelade. Die allerbesten Manggasorten, wie die rote 
Apfelmangga von Kuba, enthalten nur wenig Fasern, haben 
fast keinen Terpentingeschmack und einen kleinen Kern. 
Nicht ganz reife Manggas schmecken wie Ruben; unreife 
Manggas, geschalt und von den Kernen befreit, macht man 
wie Salz- und Senfgurken ein. 

Man pflanzt den Manggabaum durch den Kern fort, der 
nach 14 Tagen aufgeht. Auch kann man Topfe mit guter 
Erde um geringelte Aste anbringen und so Ableger erzielen. 
Die aus dem Kern gezogenen Manggas variieren stark und 
sind oft nicht die besten; sie werden daher meist durch 
Pfropfreiser besserer Sorten veredelt, Veredelte Baume 




Ast der Mangifera indica mit einer Mangga. 



38 

bleiben zwar klein, tragen aber friiher und reichlicher. Zum 
Zweck des Kopulierens bindet man junge Manggabaumchen 
in Korben an die Aste eines edlen Baumes an. -- Man hat 
den Manggabaum auch auf den Kaschubaum auigepfropft; 
dies ist ganz interessant, jedoch nicht nachahmenswert; ein 
solcher Manggabaum tragt dann schon mit 2 Jahren; die 
Friichte werden fast doppelt so grofi, verlieren ihre Fasern 
und die Kerne bleiben klein. Solche Kaschumanggas 
schmecken aber fade und wassrig. 

Die Mangifera indica bltiht und tragt in den echten 
Tropen zweimal im Jahr, und zwar um so reichlicher, je 
heiBer das Klima ist; reife Friichte hat man in Indien im 
Dezember und Januar und im Juni und Juli. Um die Frucht- 
barkeit zu steigern, werden von den Brasilianern dem 
Stamm Wunden mit der Axt beigebracht, die Spitzen der 
Aste nach der Ernte abgebrochen und die Krone stark aus- 
gelichtet. Die Manggabaume gedeihen namentlich in ebenen 
Qegenden. Uber 400 m iiber dem Meeresspiegel bliihen 
und tragen sie schon sehr schlecht. Die Mangifera indica 
bevorzugt einen humusreichen, gut durchlassigen, nicht zu 
feuchten und nicht zu tonigen Boden. 

Die Litchi. Nephelium litchi. Die Rambutan. Nephelium 
lappaceum. Die Longane. Nephelium longanum. 

Diese drei Sapindaceen stammen aus Asien, haben 
vieles Qemeinsame und sind nahe miteinander verwandt. 
Alle drei sind Nepheliumarten, ihre Blatter sind gefiedert 
und ihre kleinen zwittrigen Bliiten stehen in Trauben. Der 
Litchi- oder Litschibaum wird 56 m hoch, der Rambutan- 
baum 20 m und der Longanebaum 1015 m; alle drei 
bilden eine dichte, breite Krone. 

Ihre Friichte sind kugelige, herz- oder eiformige Kapsel- 
friichte. Die Longane ist die kleinste; sie wird -2% 3 cm 
dick, die Litchi hat 45 cm im Durchmesser, am grofiten 
wird die Rambutan, die 6 cm und daruber lang werden 
kann. - - Alle drei Fruchtarten besitzen eine feste, leder- 
artige, ganz diinne, innen weifie Schale; diese ist bei der 



- 39 
Ast von Nephelium longanum mit 5 Frtichten. 





detune Lederschale 
essbarer Samenmantel 

Kern 
leerer Raurn 

uabefrachteter Zwilliog 



Longana durchgeschmtten. 

Longane auBen grau und rauh; die Schale der Rambutan 
ist von rotbrauner Farbe und mit vielen haarartigen Er- 



- 40 - 

habenheiten besetzt (Rambut 1st der malaiische Ausdruck 
fur Haare); die Schale der Litchi 1st rubinrot und in scharf 
begrenzte 5 6seitige Felder, die in niedrige Pramiden aus- 
laufen, eingeteilt. Die Schale der drei Friichte lafit sich 
leicht durch Abbrechen wegnehmen, da sie nur am Stiel fest 
mit der Frucht zusammenhangt. Entfernt man die Schale, 
so trifft man auf den dicken, saftigen, weifi durchscheinenden 
Samenmantel, der mit seinen Lappen den schwarzen Samen 
vollstandig einhullt. Der Samenmantel ist wie der Same 
nur am Fruchtstiel fest angewachsen. Will man daher eine 
Litchi, Rambutan oder Longane essen, so entfernt man mit 
einem Messer den oberen Pol der Frucht mit dem Stiel- 
ansatz, dann schalt man die Frucht weiter bis zu ihrem 
Aquator und quetscht das Innere auf einen Loffel heraus. 
Nunmehr kann man den ziemlich zahen Samenmantel im 
Mund langsam zerdriicken und vom Kern ablutschen, was 
am schwierigsten bei der Rambutan von statten geht. Die 
Frucht der Longane sieht ohne Schale aus wie eine Kugel 
aus weiBem Qelee, aus deren Mitte der schwarze Samen 
hervorschimmert. Dieses Aussehen, das an ein heraus- 
genommenes Ochsenauge erinnert, hat der Longane den 
Namen Ochsen- oder Drachenauge (long-yen) eingetragen. 

Das Fruchtfleisch aller drei Nepheliumarten ist sufi; das 
der Litchi ist auBerordentlich sufi, duftet und schmeckt 
sehr angenehm und ist daher zur Lieblingsfrucht der 
Chinesen geworden. Wie wir den Kaffee mit Zucker- 
stiickchen verbessern, so wiirzen und versiifien die Chinesen 
ihren Tee mit Litchis. Das Fleisch der Rambutan schmeckt 
weinsauerlich wie Muskatellertrauben und riecht angenehm; 
die Longane erinnert in ihrem Qeschmack an Rettigbonbons. 
Alle drei Fruchtarten bilden eine gesunde, angenehme 
Nascherei. Von der Longane wird auf Formosa eine gute 
Marmelade bereitet, die ein bedeutender Handelsartikel 
dort ist. Litchis werden in getrocknetem Zustand exportiert. 

Die Samen der drei ,,Bonbonbaume" gehen nach zwei 
Wochen auf und lassen sich daher nicht weit versenden. 
Die aus Samen gezogenen Baume brauchen ungefahr 10 



- 41 




A) Ast von Nephelium lappaceum mit Rambutans. 
B) Drei Rambutans; von einer die Schale halb entfernt. 



42 

Jahre, bis sie tragen. Die guten Sorten der Litchi, die sich 
durch viel Fleisch und einen kleinen Kern auszeichnen, 
bleiben aber bei den Samlingen nicht erhalten. Deshalb 
schneidet man diinnere, schon holzige Aste der edlen Litchi- 
baume bis zur Mitte ein, spaltet sie 34 cm nach oben und 
stellt sie durch ziemlich scharfes Abknicken senkrecht in ein 
GefaB mit guter Erde. In 46 Monaten ist der Ableger 
bewurzelt, und man schneidet ihn von dem Ast der Mutter- 
pflanze nach und nach ganz ab. Solche Ableger tragen sehr 
bald und haben hohle, unfruchtbare Samen. Alle drei Nephe- 
liumarten, besonders die Litchis, erfordern ein gleichmafiiges 
Tropenklima und ziemlich viel Feuchtigkeit im Boden. 

Die Sapoti. Achras sapota. 

Achras sapota ist der botanische Name fur den Baum, 
dessen Frucht die Brasilianer als Sapoti, die Deutschen als 
Sapotillpflaume oder als Breiapfel bezeichnen. Die Sapota- 
cee Achras sapota hat ihre Heimat auf den Antillen; sie 
ist ein schoner Baum, der 20 m und dariiber hoch wird. Die 
Blatter sind elliptisch, beiderseits zugespitzt und lederartig; 
die zwittrigen Bliiten sind weiBlich und stehen einzeln auf 
Stielen. 

Die Frucht ist eine eiformige Beere, 7 cm lang und 5 cm 
breit. Unter der rauhen, diinnen, graubraunen Schale liegt 
das saftige, gelbrotliche oder griinliche Fruchtfleisch ; es ist 
auBerordentlich suB und schmeckt sehr angenehm. Um die 
Achse der Frucht sitzen die platten Samen; diese sind 3 cm 
lang, 1,3 cm breit und bitter. Nur ganz reife Friichte 
schmecken wirklich gut, halten sich aber nicht lange. Da in 
manchen Qegenden die Fledermause den Sapotis stark nach- 
stellen, muB man Sackchen um die Friichte binden, wenn 
man sie reif ernten will. 

Auf den Antillen bluht der Sapotillabaum zweimal das 

Jahr; er hat dort fast das ganze Jahr iiber reife Friichte. 

- Den Baum pflanzt man durch die Samen fort, die, bald 

nachdem sie aus der Frucht entfernt wurden, gesteckt und 



feucht gehalten werden mtissen. Der Baum wachst auBerst 
langsam und braucht wenigstens 10 Jahre, bis er zu tragen 
beginnt. Ein einzeln fiir sich stehender Baum gibt wenig 
Friichte. Nur wenn Bestaubung durch andere Baume mog- 
lich 1st, fallen die Ernten reichlich aus. Der Sapotillabaum 
kommt bis zu einer Hohe von 700 m iiber dem Meeresspiegel 
in den Tropen vor. 

Der Mammeiapfel. Mammea americana. 

Ein Verwandter des Mangostanabaumes ist der prach- 
tige Mammeibaum, die Mammea americana, die man auch 
als Aprikose von St. Domingo bezeichnet. Der Mammea- 
baum stammt von den groBen Antillen; er wird 1520 m 
hoch und bildet eine dichte, weitausgebreitete Krone. Seine 
Blatter sind grofi, hart und glanzend; seine weiBen Bliiten 
riechen sehr gut und geben mit Alkohol destilliert, einen 
Liqueur, das sog. Kreolenwasser. 

Die Frtichte sind orangengroBe, eiformige bis kugel- 
runde Beeren; sie werden 812 cm dick und sind rotlich von 
auBen. Dicht unter der harzreichen Schale liegt ein feines 
Hautchen, das sehr bitter schmeckt; dieses muB sorgfaltig 
entfernt werden, wenn man die Frucht essen will. Das 
Fruchtfleisch ist goldgelb und butterweich, riecht gut und 
schmeckt angenehm suB und wurzig; es enthait 2, 3 oder 4 
groBe, etwas platte, eiformige, bittere, harzreiche Samen, die 
6 7 cm lang und 3 cm breit sind. Man kann den Mammei- 
apfel roh ohne Zubereitung essen; gekocht gibt sein Fleisch 
ein sehr gutes Kompott und gute Konserven, die den ange- 
nehmen Qeruch und Qeschmack der rohen Frucht behalten. 
Manche lieben das Fleisch des Mammeiapfel mit gesuBtem 
und gewiirztem Wein zubereitet. 

Auf den Antillen bliiht der Mammeibaum gewohnlich 
zweimal des Jahres; er gedeiht bis zu einer Hohe von 500 
m iiber dem Meeresspiegel und tragt mit 6 7 Jahren zum 
ersten Mai. Man pflanzt ihn durch die Samen fort; er liebt 
einen lockeren, leichten Boden. 



44 



Der malaiische Rosenapfel. Jambosa domestica. Der 
gewohnliche Rosenapfel. Jambosa vulgaris. Der java- 
nische Rosenapfel. Jambosa alba. Der wassrige Rosen- 
apfel. Jambosa aquea. 

Ein schoner, regelmaBig gebauter, pyramidaler, dicht- 
belaubter Baum von 18 m Hohe und mit einem 45 cm dicken 
Stamm ist der Jambusenbaum von Malacca (Jambosa dome- 
stica oder malaccensis). Seine Blatter sind 20 30 cm lang 
und 8 16 cm breit. Der gewohnliche Jambusenbaum (Jam- 
bosa vulgaris) ist niedriger, 10 m hoch; seine Blatter sind 
schmalelliptisch, 15 20 cm lang und 3 3% cm breit. Noch 
weniger hoch, namlich 67 m, wird der javanische Jam- 







Der malaiische Der gewohnliche Der javanische Der wassrige 
Rosenapfel Rosenapfel Rosenapfel Rosenapfel 

(durohschnitten). (von aussen). (durchschnitten). (durchschnitten.) 

busenbaum (Jambosa alba); er besitzt Blatter von 814 cm 
Lange und 3 6 cm Breite. Ihm sehr ahnlich ist die Jam- 
bosa aquea. 

Alle diese Baume bringen Frtichte hervor, die der Form 
nach an unsere Apfel und Birnen erinnern und mit den 4 
Kelchblattern und einer den Qriffelrest einschliefienden Ver- 
tiefung gekront sind. Der malaiische Rosenapfel ist ei- 
formig, 5,5 cm lang und 4 cm breit Seine Schale ist diinn und 
weinrot oder weinrot gestreift. Sein Fleisch ist fest wie das 
eines Apfels, weiB, saftig und riecht ein wenig nach Rosen. 
In der Mitte der Frucht befindet sich eine Hohle, in der 1, 
seltener 2 oder 3 kugelige Samen von \V% cm Durchmesser 
bei der Reife rappeln. Der malaiische Rosenapfel schmeckt 



45 

nicht schlecht, hat aber nicht viel Aroma; bei den schlechte- 
ren Sorten erinnert sein Qeschmack an den eines schlechten 
Apfels oder an den einer Rube. -- Die eigentlichen Rosen- 
apfel von Jambosa vulgaris sind kugelig, 4 cm dick, mit 
gelber Schale, wenig saftig und wegen ihres starken Rosen- 
geruchs und -geschmacks roh oder auch mit Zucker ein- 
gekocht sehr beliebt. Der javanische Rosenapfel von 
Jambosa alba, der eine zart grim und rosa gefarbte Schale 
besitzt, ist birnformig, 4 cm breit und 4 cm hoch, riecht ein 
wenig nach Rosen und ist eine gute Frucht. Die schlech- 
teste Frucht von alien kultivierten Jambusenarten liefert die 
Jambosa aquea; denn diese ist wassrig und ohne Qeruch 
und ohne besonderen Qeschmack. 

Die Jambusenbaume pflanzt man durch die Samen, sel- 
tener durch Absenker fort. Die Jambosa domestica ist 
ziemlich klimahart und tragt noch bis zu einer Hohe von 
1200 m iiber dem Meeresspiegel. Die Jambosa alba gedeiht 
nur bis zu einer Hohe von 300 m iiber dem Meere; sie liebt 
wie die anderen Sorten die Nahe der Bache und Fliisse und 
hat in undurchlassigem Boden viel vom Rost zu leiden. Die 
Jambosa aquea kommt an sehr feuchten Stellen fort, wo 
viele andere Baume eingehen und ist sehr fruchtbar. Ebenso 
zeichnet sich durch kolossale Fruchtbarkeit der malaiische 
Jambusenbaum aus. Wenn er abgebliiht hat, liegt der ganze 
Boden unter ihm zollhoch mit den scharlachroten Bliiten- 
resten bedeckt; es sieht dann so aus, als hatte man einen 
scharlachroten Samtmantel unter dern Baum ausgebreitet. 
5 6 Monate nach der Bliite sitzt der Baum iiber und iiber 
voll von Rosenapfeln. 

Die Feige, Ficus carica. 

Der Feigenbaum (Ficus carica) und das Feigenblatt ist 
aller Welt wohlbekannt. Die Friichte, die Efifeigen, sind 
keine echten Friichte, sondern Scheinfriichte, die aus der 
dick aufgeschwollenen fleischig gewordenen Bliitenachse 
bestehen. Die zahlreichen, ganz kleinen Bliiten, die die 
kleinen Samen, die Feigenkorner, liefern, findet man im 



46 

Innern dieser oben offenen, innen hohlen Bliitenachse. 
Feige hat eine weiBe oder schwarze Schale, je nach der 
Sorte, und 1st so groB und so geformt wie eine Birne; sie 
enthalt bis zur Reife viel auf der Zunge brennenden Milch- 
saft der erst durch die Vollreife verschwindet und sich in 
Zucker umwandelt. Die Feigen sind auBerst zuckerreich, 
infolge ihres betrachtlichen EiweiBgehaltes ziemlich nahrhaft 
und frisch genossen sehr gesund. Qanz reife Feigen be- 
kommt man in den Tropen nur dann zu essen, wenn man 
sie durch Sackchen etc. gegen die Vogel schiitzt; diese 




Ast von Ficus carica mit 4 Feigen. 

Feigen sind dann sehr suB und saftreich und zerschmelzen 
samt ihrer Schale auf der Zunge; solche in den Tropen ge- 
wachsene Feigen lassen sich daher nicht gut trocknen. Weil 
sie bei den Vogeln so beliebt sind, nimmt man die Feigen in 
den Tropen meist ab, wenn sie aufschwellen und iBt sie gut 
geschalt, am besten zusammen mit sauerlichen Friichten ge- 
kocht als Kompott. 

Die Feigenbaume gedeihen sehr gut in den Tropen und 
werden zu hohen, 8 m hohen Baumen, tragen aber in 
den warmen Qegenden der gemaBigten Zone mehr und 
bessere Friichte. Fiir die Tropen empfiehlt sich besonders 
die groBe weiBe Feige. Soil der Feigenbaum, der diese her- 



- 47 

vorbringt, in den Tropen gut tragen, so muB er, wenn er 
laublos dasteht, einen Monat vor dem Auftreiben tiichtig be- 
schnitten werden und vollen Sonnenschein genieBen; auch 
darf er nicht zu fett und nicht zu nafi stehen, sonst wird er 
krank und seine Friichte fallen vorzeitig ab. Die nachsten 
Verwaridten des kultivierten Feigenbaums sind die Feigen- 
baume des Urwaldes, von denen viele die ersten Lebens- 
jahre auf anderen Baumen zubringen, ehe ihre Wurzeln den 
Erdboden erreichen. Solche Baume sind Sonnenfreunde und 
kommen mit wenig Humus und Feuchtigkeit aus; deshalb ist 
es wohl erklarlich, daB viel Schatten und ein zu fetter und 
zu nasser Boden dem kultivierten Feigenbaum nicht zu- 
sagt. Man pflanzt den Feigenbaum durch Stecklinge fort. 
Er hat in den Tropen oft durch einen groBen Bockkafer zu 
leiden; zerstort man diesen nicht in seinen Gangen, so 
sterben die Baume ab. Stecklinge tragen schon im zweiten 
Jahr, wahrend Samlinge dazu mehrere Jahre brauchen. Aus 
Samen zieht man den Feigenbaum nur dann, wenn man eine 
neue Spielart ziichten will. 

Der Sternapfel. Chrysophyllum Cainito. 

Chrysophyllum Cainito ist ein 10 12 m holier Baum aus 
Westindien. Da seine lederigen, ovalen Blatter an der 
Unterseite rotgolden schimmern, hat man ihm mit Recht den 
griechischen Namen Chrysophyllum ,,Qoldblatt" gegeben. - 
Seine Friichte, die Sternapfel, sind kugelig, so groB wie 
Apfel, grim, rot oder violett, je nach der Sorte. Das Frucht- 
fleisch ist rot oder grauweifi, etwas klebrig, sehr suB, aber 
fast ohne Aroma. In der Mitte des Sternapfels sind 510 
braune Samen sternformig angeordnet. Die Baume 

brauchen 810 Jahre, bis sie tragen und bltihen auf den 
Antillen im Mai, Juni und Juli und geben reife Friichte in den 
Monaten Juni bis September. - - Die guten Sorten miissen 
durch Veredelung oder durch Absenker, die man wie die 
Litchiabsenker herstellt, festgehalten werden. Ein humus- 
reicher, durchlassiger, tiefgrundiger Boden und ein echtes 
Tropenklima sagt dem Goldblattbaum am besten zu. 



- 48 - 

Die Cambuca. Myricaria plicato-costata. 

Die Myricaria plicato-costata, der Cambucabaum, aer 
von einigen als Marlierea edulis oder Eugenia edulis be- 
schrieben wird, stammt aus Brasilien und ist ein Baum mit 
ganz niedrigem Stamm und strauchformig aufstrebenden 
Asten. Die Blatter sind lederartig, elliptisch und spitz zu- 
laufend; die kleinen Bluten brechen aus der dunnen Rinde 
dickerer Aste hervor. 

Die Frucht, die Cambuca, wird so groB wie eine Rei- 
nette, ist oben abgeplattet und sitzt ohne Stiel an alteren 
Asten. In der Jugend ist die Cambuca grim, mit vielen 




Cambuca, im Durchschmtt. 

Rippen versehen und mit weichen Harchen besetzt. Spater 
wird sie fast ganz glatt von auBen und bekommt eine gelb- 
rote Farbe. Schale und Fruchtfleisch bilden eine einzige 
gelbrote Masse, die den groBen nierenformigen, platt- 
liegenden "Kern umschlieBt. - - Man iBt die Cambuca, wenn 
sie sich weich anfuhlt. Um sie zu verzehren, teilt man sie 
mit einem Messer in zwei Half ten; in der einen Halfte bleibt 
der Samen liegen, der einseitig befestigt ist. Mit einem 
Teeloffel entfernt man den Samen und schneidet mit dem 
Teeloffel das weiche, sehr saftreiche Fleisch aus jeder 
Halfte der Frucht heraus. Die je nach dem Qrad der Reife 
verschieden dicke Schale bleibt iibrig. Das Fleisch der Cam- 
buca schmeckt sehr angenehm, siiB-sauerlich, ist erfrischend 



_ 49 

und so gesund, daB Brasilianer taglich ganze Korbe voll 
Cambucas ohne jeden Nachteil vertilgen. Das Fruchtfleisch 
eignet sich auch gut zum Kochen; mit dem Messer ge- 
schalte Cambucas trocknet man vielfach im Backofen. 

Den Cambucabaum pflanzt man durch seinen Samen 
fort, den man sofort stecken muB, wenn man ihn aus der 
Frucht entfernt hat. Dieser Samen hat in der Erde schon 
monatelang Wurzeln, ehe der oberirdische Trieb erscheint. 
Der Cambucabaum wachst sehr langsam und tragt mit 10 
Jahren zum ersten Mai; er wird sehr alt und sehr fruchtbar. 
Ein lockerer, fruchtbarer, durchlassiger, etwas lehmiger 
und feuchter Boden sagt ihm am besten zu. 



Die Orange. Citrus aurantium. Die Tangerine. Citrus 

nobilis. 

Den Orangenbaum nennen die Botaniker Citrus auran- 
tium, den Tangerinen- oder Mandarinenbaum Citrus nobilis. 
Beide stammen aus Asien. Der Tangerinenbaum wird 3 bis 
4 m hoch und bekommt eine halbkugelige Krone, der Oran- 
genbaum erreicht eine Hohe von 4 6 m und ist unregel- 
maBiger gebaut. Beide Baume haben lederartige Blatter; 
die des Orangenbaumes sind groBer und unten etwas starker 
gefltigelt wie die des Tangerinenbaumes. Die Schlepp- 
ameisen tragen die jungen Orangenblatter mit Vorliebe weg, 
wahrend sie die des Tangerinenbaumes fast ganz unge- 
schoren lassen. 

Die Frucht des Orangenbaumes, die Orange, ist kugelig, 
bekommt einen Durchmesser von 7 8 cm und besitzt eine 
dicke, innen pelzige Schale, die sehr schwer vom Frucht- 
fleisch abzuziehen ist. Die Tangerine ist kleiner und von 
oben her stark abgeplattet, und ihre Schale laBt sehr leicht 
vom reifen Fruchtfleisch los. Die Tangerine kann man be- 
quem in einzelne Scheiben zerlegen, ohne daB Saft austritt; 
bei der tropischen Orange ist dies nicht moglich. Die Orange 
des Mittelmeergebietes, die man leicht in Scheiben zerteilt 
und in Deutschland verzehrt, ist nicht die tropische Orange, 
sondern eine Abart, die nicht recht in den Tropen gedeiht 

Sehrwald, Das Obst der Tropen. 4 



50 

und ein kalteres Klima liebt. Um die tropische Orange zu 
essen, steckt man sie an eine Qabel und schneidet mit einem 
Messer die Schale und die oberste Schicht des Frucht- 
fleisches ab. Will man eine Tangerine verzehren, ist es 
gleichfalls am besten, sie an eine Gabel zu stecken, um nicht 
das Fruchtfleisch mit den Handen anfassen zu miissen. Die 
hautigen Teile, wie die Zwischenwande und die Kerne iBt 
man nicht mit. Die Tangerine wie die Orange sind sehr 
saftreich, schmecken roh ausgezeichnet siiB-sauerlich und 




2 Orangen, eine quer durchgeschnitten. 

sind gesund. PreBt man den Saft von Tangerinen oder 
Orangen vorsichtig aus, ohne die bitteren Kerne zu quet- 
schen, so bekommt solcher Saft durch das Kochen einen 
leicht bitteren Qeschmack; dieser verliert sich jedoch, wenn 
man andere Fruchte mit dem Saft kocht, was nur zu emp- 
fehlen ist. -- Frisch ausgepreBter Orangen- oder Tange- 
rinensaft gibt mit Wasser und Zucker eine gute Limonade, 
die man sich zu jeder Jahreszeit verschaffen kann, wenn 
man den frischen Saft ohne Zutat in Qlasflaschen mit 
PatentverschluB sterilisiert und aufhebt. Trotzdem dieser 



51 - 



Fruchtsaft nicht vergart, bekommt er doch mit der Zeit 
etwas berauschende Kraft. Aus frischausgepreBtem Oran- 
gen- oder Tangerinensaft kann man auch einen leidlichen 
Wein bereiten, der ebenso wie Orangenmus als Handels- 
artikel von Bedeutung ist. 

Den Tangerinenbaum pflanzt man meist durch die Samen 
fort, ebenso viele Sorten des tropischen Orangenbaumes. 
Manche recht gute Orangen, wie die Selecta, die Nabel- 
orange etc. kann man nicht aus Samlingen ziehen. Solche 




Eine Tangerine, zwei Scheibchen und die 
Halfte der Schale entfernt. 

Sorten erhalt man durch Veredelung von Samlingen von 
bitteren und siiBen Orangenbaumen. Samen von siiBen 
Orangenreisern, mit denen bittere Orangenbaume veredelt 
wurden, ergeben wieder bittere Orangen. Veredelte Oran- 
genbaume sind kurzlebig und bleiben klein, tragen aber bald, 
besitzen oft keine Dornen und ihre Friichte haben wenig 
von Maden zu leiden. Samlinge von Orangen hingegen 
fangen mit 79 Jahren an zu tragen, konnen aber dabei iiber 
100 Jahre alt werden und wie z. B. im Staate Amazonas noch 
mit 120 Jahren reiche Ernten geben. Die Orangenbaume 



- 52 

mussen oft ausgelichtet, von Moos und Schmarotzern frei- 
gehalten und vor Schleppameisen geschiitzt werden. Selbst 
alte Baume lassen sich noch gut verflanzen. Der Orangen- 
wie der Tangerinenbaum liebt einen lockeren, lehmigen, 
humusreichen, recht tiefgrtindigen und durchlassigen Boden. 
Durch frischen Mist, stehende Feuchtigkeit und undurch- 
lassigen Untergrund werden sie zum Absterben gebracht. 

Der Tahitiapfel. Spondias dulcis. 

Die Spondias dulcis oder cytherea ist ein schoner, 20 
bis zu 25 m hoher Baum, dessen Stamm einen Umfang von 
34 m bekommt. Seine Blatter sind unpaarig gefiedert und 
2030 cm lang. Im Winter werden sie goldgelb und fallen 
ab; nur die Friichte bleiben noch langer hangen, um zu 
reifen. Die kleinen, zwittrigen Blliten stehen in Trauben. 
- Der Tahitiapfel v/ird so gioB wie eine Citrone, ist ei- 
formig, hat eine gelbe SchMe, ein faseriges gelbes Fleisch 
und besitzt einen kleinen, oben sehr spitzen Steinkern. Er 
la'Bt sich ganz gut roh essen, ist angenehm suB und fast fre? 
von jedem Terpentingeschmack, den die Friichte der ande- 
ren kultivierten S: ondiasarten reichlich besitzen; er eignet 
sich gut zum kochen und ist als Wirtschaftsfrucht sehr zu 
empfehlen. Den Baum pflanzt man durch die Samen ode r 
durch Ableger fort; er wachst kciossal schnell, fangt mit 3 
Jahren an zu tragen und ist spater sehr fruchtbar. Auch die 
Pferde und Schweine erfreuen sich an seinen groBen Er- 
tragen. An einem Standort mit stehender Feuchtigkeit gibt 
die Spondias dulcis sehr minderwertige Fruchte. Qute 
Tahitiapfel bringt er nur auf trockenen, etwas erhohten 
Stellen hervor; er gedeiht besonders gut in durchlassigem, 
lockerem Lehmboden nahe am Meer. Im Innern des Landes 
und auf Bergen ist er wenig fruchtbar. 

Der PHrsich. Amygdalus persica. 

Der Pfirsichbaum hat seinen Beinamen ,,persica" von 
Persien. Hier und in anderen warmen Oegenden der ge- 
maBigten Zone gedeiht er am besten und bringt die herrlich- 



53 

sten Friichte reichlich hervor. Da sich jedoch auch einige, 
wenige Sorten, wenn auch nicht gerade die besten, gut fur 
die Tropen eignen, sollte dieses ausgezeichnete Obst auch 
hier recht eifrig kultiviert werden. -- Der Pfirsichbaum hat 
schmalelliptische Blatter, die genau so aussehen wie die des 
Mandelbaumes, Amygdalus; er wachst wie sein naher Ver- 
wandter sich selbst iiberlassen in Buschform. Zwingt man 
den Pfirsichbaum durch Beschneiden hochstammig zu wer- 
den, so erreicht er in den Tropen eine Hohe von 58 m. 
Die Strauchform empfiehlt sich jedoch mehr, da die reifen 




Ein Pfirsich der Tropen 
(durchschnitten). 

Friichte durch ihr Qewicht die rutenartigen Zweige nach ab- 
warts biegen und so die Ernte erleichtern. 

Der Pfirsich hat eine samtene, diinne Schale, abgesehen 
von der Abart der Nektarinen, die sich durch eine glatte 
Schale auszeichnen. Als Wirtschaftsfrucht zieht man d i e 
Pfirsiche vor, deren Fleisch leicht vom Kern loslaBt. Man 
kann die Pfirsiche, halbreif oder reif, mit einem Messer ge- 
schalt und von den Kernen befreit, zu Kompott oder Mus ein- 
kochen, das urn so besser wird, je reifer die Friichte waren. 
Die Schale muB von den frischen Friichten entfernt werden, 
da sie einen bitteren Stoff enthalt. Zum Rohessen eignen sich 
die Pfirsiche in den Tropen nicht. Bevor sie ordentlich voll- 



54 

reif sind, haben sie die Vogel schon verzehrt oder die Maden 
von innen her vernichtet. Audi schmecken sie roh lange 
nicht so gut und sind nicht so gesund, als wie mit Zucker 
eingekocht. Da die Pfirsichbaume bei guter Pflege in den 
Tropen sehr reichlich tragen, so bleiben viele Piirsiche iibrig, 
die nicht sofort im Haushalt verwertet werden konnen. Diese 
trocknet man am besten. Hierzu braucht man die Schale 
nicht zu entfernen, sondern nur die Friichte zu halbieren und 
die Kerne herauszunehmen. Qetrocknete Pfirsiche geben 
ein gutes Kompott, namentlich wenn man sie mit Orangen-, 
Ananassaft etc. kocht. 

Den Pfirsichbaum pflanzt man durch die Samen fort, die 
ein Jahr in der Erde liegen, ehe sie aufgehen. Sorten, die in 
der gemaBigten Zone gut tragen, sind in den Tropen sehr 
wenig fruchtbar, so daft Veredelungen, die sehr leicht ge- 
lingen, in den Tropen kaum notig werden. Mit drei Jahren 
bluht und tragt der Pfirsichbaum zum ersten Mai. Er liebt 
einen lehmigen, durchlassigen, tiefgriindigen, humusreichen 
Boden; stehende Feuchtigkeit bringt ihn zum Absterben. 
Eine maBige Beschneidung einen Monat vor der Bliite 
empfiehlt sich, um groBere und fleischigere Friichte zu 
erzielen. 

Die japanische Mispel. Eriobotrya japonica. 

Zu der Familie der Rosaceen, der wir die Apfel, Birnen, 
Pflaumen, Pfirsiche etc. zu verdanken haben, gehort auch 
der japanische Mispelbaum, die Eriobotrya japonica. Die 
Englander nennen ihre Frucht ,,Loquat", die Brasilianer 
,,Ameixa" (amesche), die Japaner ,,biwa" und die Deutschen 
oft ,,Wollmispel". Der japanische Mispelbaum wird nicht 
sehr hoch (5 6 m), besitzt einen niedrigen Stamm und eine 
groBe, dichte, pyramidenformige Krone. Seine Blatter sind 
groB, dunkelgriin, etwas gefurcht, grob gezahnt und in der 
Jugend so wollig, daB sie silberweiB schimmern. Die Bliiten 
stehen in aufrechten Trauben, sind klein und weifilich und 
duften wie die Bliiten des Hagedorns. Die jungen Friichte 
besitzen einen wolligen Uberzug, der bei den reifen, gelben 
Friichten kaum noch auffallt. 



55 



Die Frucht wird so groB wie eine kleine Pflaume, 1st 
birnformig, mit einer Vertiefung an der Spitze, enthalt 1 3 
kaffeebohnengroBe Kerne, ein diinnes Hautchen als Schale 
und ein festes, weiBliches Fleisch. Die japanische Mispel, 
von der man die Samen und das auBere Hautchen nicht mit 
iBt, schmeckt mehr sauer wie siiB, fiir einen Europaer sehr 




A) Ein A.st der Eriobotrya japonica. 

B) Eine japanische Mispel, langs durch- 
geschnitten. 



angenehm und ist sehr gesund. Es gibt in ihrer Heimat 
Japan noch eine andere Sorte, die ,,siro biwa", die seltener 
kultiviert wird, da ihre Friichte kleiner bleiben; diese sind 
kugelig und haben ein siiBes Fleisch. Die gewohnliche, birn- 
formige japanische Mispel eignet sich gut mit Zucker gekocht 
zur Bereitung von Kompott, nachdem man die dunne Schale 
abgezogen und die Kerne von den halbierten Friichten ent- 
fernt hat. Die Wollmispeln lassen sich auch sehr gut im 



56 -- 

Backofen trocknen; zu diesem Zweck braucht man das diinne 
Hautchen nicht abzuziehen; dieses wird spater zum grofiten 
Teil dadurch entfernt, daft man die getrockneten Friichte 
nach dem Kochen durch einen Durchschlag riihrt. - - Die 
Samen der japanischen Mispel schmecken wie bittere Man- 
deln und werden wie diese mit in den Kuchen verbacken. 

Den japanischen Mispelbaum pflanzt man durch die 
Samen fort; diese gehen bald auf. Die Baume wachsen 
schnell und werden nach 45 Jahren fruchtbar; sie tragen 
nicht nur sehr gut in den Tropen, sondern auch in den Sub- 
tropen, und in noch etwas kalteren Qegenden. Ja selbst in 
der Provence zieht man den japanischen Mispelbaum, indem 
man ihn auf den gewohnlichen Mispelbaum, auf WeiBdorn 
oder Quitte pfropft. 

Die Guajave. Psidium guayava. 

" Der Quajavebaum stammt aus Siidamerika, wurde von 
hier nach alien anderen Tropengegenden eingefiihrt und 
kommt jetzt dort iiberall verwildert vor. Er ist ein 36 m 
hoher Baum mit schiefem, grunbraunem, glattem Stamm; 
seine Aste verzweigen sich unregelmaBig und sind gedreht. 
Die Blatter sind oval, 915 cm lang und 4,57,5 cm breit. 

Die Frucht, die Guajave, wird so groft wie ein Hiihnerei, 
ihre Schale ist gelbgriin und geht in das feste Fruchtfleisch 
iiber, das eine 3 /4 cm dicke Wand bildet. Das Innere der 
Frucht wird von vielen, eckigen, hellen Samen eingenom- 
men, die in einer fleischigen Masse liegen. Das Fruchtfleisch 
hat eine weiBliche oder rotliche Farbe, je nach der Art. Die 
weifien Quajaven werden zu Kompott vorgezogen, wahrend 
von den roten, die saurer sind, das meiste Qelee gekocht 
wird. Die Quajave hat einen unangenehmen Qeruch und einen 
an gewisse Arzneimittel erinnerndeo Beigeschmack. Sieht 
man hiervon ab, so schmecken die Quajaven ganz gut, siifi- 
sauerlich. Roh sind sie nicht sehr gesund; sehr schadlich 
sind sie, wenn man die Schale und die Kerne mitherunter- 
schluckt; hierdurch entstehen leicht DarmverschluB und 
Darmentziindung. Zu keiner Zeit gibt es in den Tropen 



57 

mehr Kinderkrankheiten als zur Zeit, wenn die Quajaven 
reif sind. Sorgfaltig mit dem Messer geschalt und von der 
ganzen Kernmasse befreit, kann man von dem Guajaven- 
fleisch mit Zucker ein gutes Kompott kochen; dadurch ver- 
liert das Fleisch etwas von seinem unangenehmen Bei- 
geschmack, was noch mehr der Fall ist, wenn man, wie in 
Brasilien iiblich, die Kernmasse noch extra abkocht und diese 
Kernbriihe mit an das Kompott gieBt. Das Guajavenfleisch, 
mit Zucker eingekocht, liefert eine feste, gutschmeckende 
Masse, die sog. Quajabade, das beliebteste Gelee Brasiliens. 




Ast von Psidium Guayava 
mit einer Guajave. 

In Indien bereitet man das Guajavengelee, indem man dem 
Fleisch von 200 Quajaven 8 Kilo Zucker und den Saft von 
50 Zitronen zufugt. 

Den Quajavebaum kann man durch die sehr wider- 
standsfahigen Samen fortpflanzen, wie dies die Vogel ohne 
Absicht immerfort tun. Besser benutzt man dazu die Wurzel- 
auslaufer, da diese schneller fruchtbare Baume geben. Jedes 
Stuck Wurzel, das von einem Quajavebaum in der Erde 
zuruckbleibt, schlagt wieder aus und wird ohne Pflege 
wieder zu einem Baum. Der Quajavebaum benimmt sich 



- 58 

ganz wie ein Unkraut in kultiviertem Lande, besonders da 
die Schleppameisen seine Blatter in Ruhe lassen. Drei Jahre 
alt, fangt der Quajavebaum an zu tragen, und ein gut gehal- 
tener, kurz vor der Bliite beschnittener Baum liefert durch- 
schnittlich 30 Kilo Quajaven jahrlich. 




Ast von Psidium Ara^a 
mit 2 Stachelbeerguajaven. 

Die Stachelbeerguajave. Psidium araca. 

Ein naher Verwandter des Quajavebaumes ist der Aras- 
sabaum, Psidium araga. Dieser kleine Baum hat lederige, 
glatte Blatter und tragt kleine, 3 cm dicke, kugelige Friichte, 
die man als Arassas oder Stachelbeerguajaven bezeichnet. 
Die Schale dieser Friichte ist je nach der Art gelb oder 



59 

dunkelrot. Unter der diinnen Schale liegt nicht, wie bei der 
gewohnlichen Quajave, das eBbare Fleisch, sondern dieses 
sitzt nur zwischen und nach innen von den vielen Kernen, die 
man direkt unter der Schale antrifft. Die Stachelbeergua- 
javen schmecken sehr gut und ihr Qeschmack erinnert etwas 
an den der Stachelbeeren. Zum Rohessen sind jedoch die 
Arassas nicht zu empfehlen, weil man dann alle Kerne mit 
herunterschlucken muB. Schneidet man aber die Friichte in 
der Mitte durch und loffelt aus jeder Halfte das Fruchtfleisch 
heraus, so gibt dieses, mit Zucker gekocht und durchgeriihrt, 
ein ausgezeichnetes Kompott und Gelee. Leider haben die 
Friichte, namentlich die roten Arassas, viel von Maden zu 
leiden, auch tragt der Baum schlecht in den echten Tropen; 
er liebt mehr etwas kaltere und hochgelegene Qegenden. 

Die Madagaskarpflaume. Flacourtia rukam. 

Die Flacourtia rukam ist ein 46 m hoher, dornenloser, 
pyramidenformiger Baum, dessen Stamm 20 cm dick wird. 
Seine Blatter sind elliptisch und zugespitzt; seine kleinen 
Bliiten stehen in kleinen Trauben. Die Narbe des Stempels 
ist 3 lOstrahlig. Es gibt mannliche und weibliche Baume. 
Die Frucht der Flacourtia, die sog. Madagaskarpflaume, ist 
kugelig, so grofi wie eine Kirsche von 2 2% cm Durch- 
messer und tragt oben die Reste der Narbe. Die Schale ist 
diinn und rotbraun; das Fruchtfleisch ist mehr sauer wie 
suB, unreif sehr herbe. Es enthalt in der Mitte einige kleine 
Samen. Die Frucht ist gesund und schmeckt reif sehr gut. 
Man verbackt sie in die Kuchen und bereitet ein sehr belieb- 
tes Qelee aus ihnen. Da nur die weiblichen Baume Friichte 
tragen, pflanzt man den Madagaskarpflaumenbaum meist 
durch Absenker der weiblichen Baume fort; diese werden so 
gemacht, wie die Litchiabsenker. Sie sterben ab, wenn die 
Erde von ihren Wurzeln fallt; man legt deshalb die Absenker 
in kleinen Kisten an, die aus einem leicht verfaulenden Holz 
hergestellt sind, und pflanzt die Absenker samt der Kiste. 
Die Kerne solcher Absenker gehen nicht auf. Die Flacour- 
tia ist sehr fruchtbar und liebt einen lockeren, humusreichen 
Boden und gedeiht auch gut in den Subtropen. 



- 60 

Die Tamarinde. Tamarindus indica. 

Trotzdem der Tamarindenbaum den Beinamen der ,,In- 
dische" infolge des hauptsachlich aus Indien ausgefiihrten 
Tamarindenmuses hat, stammt er doch nicht aus Indien, 
sondern aus Afrika. Der Tamarindenbaum erreicht fur ge- 
wohnlich eine Hohe von 25 m, sein Stamm einen Durch- 
messer von 8090 cm und seine krummen Aste eine bedeu- 





Ast. 

Madagascarpflaume quer und 

langs durchgeschnitten. 



tende Lange. Seine Blatter sind paarig gefiedert und reiz- 
bar. Die zwittrigen Bliiten stehen in kleinen Trauben bei- 
sammen. Die Frucht, die Tamarinde, ist eine 10 15 cm 
lange und 2 x /2 cm breite, etwas gebogene Schote. Die Schale 
besteht aus zwei Klappen, ist bei reifen Friichten leicht zer- 
brechlich und dunkelbraun. Das Innere der Schote wird von 
dem braunen, weichen, etwas faserigen Fruchtfleisch ein- 
genommen und enthalt 4 6 viereckige Samen, die ihre Ge- 
genwart durch Buckel der Schale verraten. Unreif ist das 



61 

Tamarindenfleisch sehr sauer; vollreif schmeckt es ange- 
nehm weinsauerlich. Die Verwendung der Tamarinde ist 
ziemlich vielseitig. UbergieBt man das zerquetschte Frucht- 
fleisch mit kochendem Wasser, so ergibt dieser AufguB nach 




B 



A) Ast von Tamarindus indica mit 9 Friichten. 
B) seine Bliite. 

der Abkiihlung, zusammen mit Zucker, eine erfrischende, 
leicht abfiihrende Limonade. Von der Schale befreite Tama- 
rinden konserviert man, indem man sie mit Zucker iiber- 
schichtet oder mit kochendem Sirup iibergiefit. Entfernt 
man von den Fruchten die Schale, das Faserwerk und die 



62 - 

Kerne, so kann man dieses Mus, mit Zucker geknetet, ge- 
kocht oder getrocknet, lange aufheben. Man verwendet 
frisches oder konserviertes Tamarindenmus als Gewurz an 
viele Speisen und iBt es in Afrika als Nahrungsmittel mit 
Butter und Zwiebeln. Das Fruchtmus wird auch fiir sich, 
oder zusammen mit Fischen eingesalzen, und so zubereitete 
Fische, sog. Tamarindenfische, sind in Indien sehr beliebt. 
Fiir kleine Kinder dient das Tamarindenmus als unschad- 
liches, gut schmeckendes Abfuhrmittel. Der Tamarinden- 
baum wird durch die Samen fortgepflanzt. Mit 8 Jahren 
fangt er an zu tragen und wird sehr alt, so daB man zu- 
weilen Baume mit 8 m Stammumfang antrifft. Er liebt ein 
ziemlich trockenes Land und ein heiBes, trockenes KHma. 
Sandboden sagt ihm nicht zu. 

Die Kaki. Diospyros kaki. 

Aus China und Japan, wo er in ausgedehntem MaBe kul- 
tiviert wird, stammt der Kakibaum, Diospyros kaki. Er 
wird meist 4 6 m hoch, bekommt eine unregelmaBige, pyra- 
midenformige Krone und tragt breite, elliptische, zugespitzte 
Blatter, die im Winter abfallen. Die Bliiten sind auf mann- 
liche und weibliche Baume verteilt; die mannlichen stehen 
in Biischeln, die weiblichen einzeln. 

Die Frucht behalt unten ihre vier Kelchblatter, hat eine 
diinne gelbe oder rote Schale, ein mit Fasern durchsetztes 
rotliches Fleisch und bei unveredelten Sorten einige halb- 
mondformige, platte Kerne. Die groBe Anzahl der kultivier- 
ten besseren Arten ist ohne Kerne. Die Kakifriichte der ein- 
zelnen Sorten sind sehr verschieden; es gibt solche, die 4 gr 
wiegen, wahrend andere bis zu 300 gr schwer werden; einige 
sind kugelig, andere eiformig und wieder andere sehen wie 
Tomaten aus. Das Fleisch der reifen Kakifruchte ist sehr 
weich und sehr suB, etwas wiederlich siiB, ohne viel Aroma. 
Unreif sind die Friichte hart und auBerordentlich herbe. Da 
sie aber leicht nachreifen, nimmt man sie unreif ab, wenn sie 
gerade anfangen, gelb zu werden; unreif abgenommen kann 
man sie leicht vor den Nachstellungen der Tiere bewahren 




Verschiedene Kakifriichte. 1. Diospyros Kaki var. Roxburgii; 
2. D. Kaki var. Tiodemon; 3. D. Kaki var. Toyama. 



64 

und ziemlich weit verschicken. Um sie zu konservieren 
schalt man die Friichte, driickt sie platt und trocknet sie im 
Backofen; solche getrocknete Kaki nennt man Kakifeigen. 
Sie sind anfanglich schwarz und so zuckerreich, dafi sie nach 
kurzer Zeit sich mit einer Kruste von weiBem Zucker 
bedecken. Die Kakifeigen schmecken eigentiimlich aro- 
matisch. 

Den Kakibaum pflanzt man meist nicht durch Samen 
fort, da solche Samlinge nicht sehr gute Friichte hervor- 
bringen und oft mannlich sind; man veredelt daher die aus 
Samen gezogenen Kakibaumchen mit Reisern von edlen 
weiblichen Baumen und pfropft die guten Sorten auch auf 
andere Arten von Diospyrosbaumen, so z. B. auf Diospyros 
virginiania, lotus, coronaria, villosa etc. Der Kakibaum liebt 
einen humusreichen, lockeren, etwas lehmigen Boden, der 
ziemlich feucht sein mufi. In den ersten Jahren tragt er nur 
einzelne Friichte; nach 10 Jahren beginnt er sehr fruchtbar 
zu werden und bringt durchschnittlich im Jahre 200300 
Friichte hervor. In den Tropen und Subtropen ist er weniger 
fruchtbar, wie in noch etwas kalteren Qegenden; er ver- 
tragt gut einen leichten Frost, so daB man extra klimaharte 
Sorten, wie die Diospyros Si tete, sogar im nordlichen 
Frankreich und in der Rheinebene an geschiitzten Stellen 
gezogen hat. 

Die Baummelone. Carica papaya. 

Die Carica papaya, die die Deutschen als Melonenbaum 
bezeichnen, ist eine Riesenkrautpflanze aus Siidamerika. Sie 
besitzt einen senkrecht aufschieBenden, krautigen Stamm, 
der spater holzig wird, der meist eine Hohe von 67 m 
erreicht und nur bei einigen Arten wenige Aste bekommt. 
Der Stamm wird von unten her kahl und weist Marken auf, 
wo dje Blatter gesessen haben. Der Melonenbaum tragt 
Blatter, Bliiten und Friichte nur an seiner fortwachsenden 
Spitze. Die Blatter besitzen 85 cm lange, hohle Stiele, sind 
60 cm breit und 5 9fach gelappt. Es gibt mannliche und 
weibliche Ba'ume. Erstere haben nur mannliche Bliiten an 



65 

60 cm langen Stielen, die anderen nur weibliche Bliiten, 
deren Stengel sehr kurz bleibt. Nur bei Carica penduculata 
sitzen auch die weiblichen Bliiten an langen Stielen. Selten 
kommen, namentlich an den mannlichen Pflanzen, Zwitter- 
bltiten vor. 

Die Frucht des Melonenbaumes wird kopfgroB, 25 cm 
lang und 14 cm breit. Friichte von Riesensorten, z. B. aus 




Baummelone (Mammao), 
ein Keil der Wand entfernt. 

Bahia, erreichen eine Lange von 3040 cm bei 1820 cm 
Breite, schmecken aber nicht so gut wie die kleinen, birn- 
formigen Arten. Die Baummelonen haben meist die Form 
einer Brust, einer Mamma; die Brasilianernennen siedeshalb 
mammao (mammong). Die auBere Schale wird durch die 
Reife gelblich und ist diinn; das darunter liegende weiche, 
orangengelbe Fruchtfleisch bildet eine 3 cm dicke Wand und 

Sehrw aid, Oaa Oust der Tropen. O 



66 

umschliefit eine grofie leere Hohle, die mit zahlreichen 
erbsengrofien, nach Kresse schmeckenden Samen austape- 
ziert ist. Das Fruchtfleisch kann man roh essen; es schmeckt 
eigentiimlich fade, moschusartig und ist sehr siifi. Alle Teile 
des Melonenbaumes enthalten einen milchigen, bitteren Saft; 
dieser hat die Eigenschaft, Fleisch in kurzer Zeit miirbe zu 
machen, da er ein eiweiBlosendes Ferment besitzt. Dieser 
Milchsaft ist nicht sehr gesund, wie iiberhaupt die Mammao 
nicht zu den besten und wohlschmeckendsten Friichten zu 
zahlen ist. - - Will man eine Mammao essen, so ist es sehr 
anzuraten, damit zu warten, bis aller Milchsaft aus der 
Frucht durch die Reifung verschwunden ist; auch empfiehlt 
es sich, die Stiicke der Frucht, die man kochen will, gut mit 
Wasser auszulaugen. Die Baummelone enthalt Stoffe, die 
den Spulwiirmern nicht zusagen. Ifit ein Kind, dessen Darm 
viel Spulwiirmer beherbergt, von der Baummelone und 
geniefit und zerbeiOt dabei vielleicht gar einige der sehr 
wurmtreibenden Samen, so kann es sich leicht ereignen, da'fi 
sich die Spurwiirmer im Darm zusammenballent und so 
DarmverschluB und Krampfe hervorrufen. Am besten 
schmeckt und bekommtdas mit Wasser ausgelaugteMammao- 
fleisch, wenn man es mit Zitronen-, Orangen- oder Wein- 
traubensaft zusammen gekocht hat. 

Der Melonenbaum wird nur wenige Jahre alt, ist aber 
sehr fruchtbar. Seine Samen gehen nach 14 Tagen auf und 
geben mehr mannliche wie weibliche Exemplare. Die weib- 
lichen Pflanzen fangen schon nach einem halben Jahr an zu 
tragen, Der Melonenbaum liebt eine recht gut gediingte 
Qartenerde und ein frostfreies Klima; er gedeiht in den 
Tropen bis zu einer Hohe von 300 m iiber dem Meeres- 
spiegel. 

Die Kaschu. Anacardium occidentale. 

In dieselbe Familie wie der Manggabaum gehort der 
Kaschubaum, den die Botaniker Anacardium occidentale 
nennen. Dieser Baum tragt Frtichte, die aus einer Nufi mit 
einem fleischigen Stiel, einer sog. Scheinfrucht, bestehen 



67 

und die man als Kaschu bezeichnet. Die Heimat des Kaschu- 
baumes ist das tropische Amerika, von wo aus er nach alien 
anderen Tropengegenden verpflanzt worden ist. Der Baum 
wird ungefahr 7 m hoch; er hat einen niedrigen, krummen 
Stamm von 2530 cm im Durchmesser und wenige lange, 
horizontale Aste. Die Blatter sind an der Spitze stark abge- 
rundet, lederartig und stehen abwechselnd. Die Bliiten sind 
klein und zwittrig und bilden Trauben am Ende der Triebe. 
Die Kaschufrucht besteht aus einer nierenformigen NuB 
und einer birnformigen Saftfrucht, dem saftigen Stiel der 
Nufi, dem sog. Kaschuapfel. Die NuB ist ungefahr 3 cm lang 




^ 

\ 








1 




2 Kaschus. 

und 2 cm breit; man kann sie nicht mit den Fingern oder den 
Zahnen 6'ffnen, da ihre Schale reichlich ein blasenziehendes 
01 enthalt. Man rostet daher die NuB, wenn man sie essen 
will; dann platzt sie auf, und man kann den NuBkern leicht 
herausnehmen. Der NuBkern schmeckt ahnlich wie eine 
HaselnuB und noch etwas besser wie Mandeln. Qanz wie 
diese werden die Kaschuntisse vielfach im Haushalt ver- 
wertet, unter anderem mit Cacao zusammen zu einer leid- 



68 

lichen Schokolade verarbeitet. Der Stiel der NuB, der 
Kaschuapfel, ist rot oder gelb gefarbt und 7 cm lang und 
5 l /2 cm breit; er enthalt ein sehr saftreiches Fleisch. Der 
Qeschmack des Stieles ist unreif sehr sauer und sehr herbe, 
der des reifen erfnschend, ganz wenig herbe, eigenartig 
siiBsauer, im ganzen etwas unangenehrn und daher nicht nach 
Jedermanns Qeschmack. Die Brasilianer lieben aber die 
Kaschu sehr, namemtlich die gelbe Sorte, die siiBer ist; sie 
essen sie in Scheiben geschnitten in der Suppe oder mit 
Camaroes gebraten oder mit Zucker bestreut als Kompott. 
Auch trinken sie den Saft des Kaschustieles mit Wasser und 
Zucker als Limonade oder gekocht und in verkorkten 
Flaschen vergoren als berauschendes, schaumendes Qetrank. 
Will man den Kaschubaum fortpflanzen, so steckt man die 
NuB an den Ort, wo der Baum groB werden soil, da er sich 
spater kaum verpflanzen lafit. Der Boden muB trocken, 
sandig und kiesig sein; an feuchten Stellen gedeiht er nicht, 
da die Wurzeln dann abfaulen. Er bliiht schon im ersten 
Jahr und tragt .das Jahr darauf. Auf den Antillen blu'ht er 
im Januar und Februar, und die Friichte sind im Mai und 
Juni reif. 



Die suite Hovenia. Hovenia dulcis. 

Ein schoner Baum von regelmaBigem, luftigem Bau ist 
die Hovenia dulcis. Er stammt aus Japan, wo seine 
Friichte ein beliebtes Obst bilden. Mit 6 Jahren fangt er an 
zu bliihen und zu tragen. Die Blatter ahneln denen der 
Linde, die honigreichen Bliiten bilden kleine Dolden. Von 
den Bliiten wird eine Anzahl zu Kornern, die bei der Reife 
erbsengroB und schwarz sind und 1 3 braune, glanzende, 
abgeplattete Samen enthalten. Diese Korner sind nun aber 
nicht die Frucht, die verzehrt wird; soridern gegessen 
werden die Stiele und die Verbindungen der einzelnen Kor- 
ner. Diese werden fleischig und zuckerhaltig und bilden so 
eine etwas verzweigte, merkwiirdig wie Wurmer ge- 
krummte Scheinfrucht. Die reifen Hoveniafriichte duften 
angenehm, schmecken roh sehr suB, etwas widerlich suB, 



69 




ahnlich wie Johannisbrot und enthalten wie dieses etwas 
ungeniefibaren Faserstoff. Zum Kochen taugen die Hovenia- 
fruchte nicht. Die Aste des Hoveniabaumes sind so zer- 



70 

brechlich, daB man die Friichte nicht durch Hinaufsteigen 
abnehmen kann; ihre Reife kann man von unten nicht gut 
beurteilen; unreif abgepfluckt reifen sie nicht nach. Lafit 
man sie reif abfallen, so werden sie beschmutzt, was gefahr- 
lich ist, besonders da sie keine abziehbare Schale besitzen. 
Der Hoveniabaum ist deshab nicht zur Anpflanzung zu 
empfehlen. Er braucht fast keine Pflege, abgesehen davon, 
daB man ihn vor Schleppameisen schiitzen muB; er wachst 
sehr schnell in jedem Boden und tragt gut an den Asten, die 
vollen Sonnenschein geniefien. 

Die Durione. Durio zibethinus. 

Ebensowenig wie der Mangostanabaum hat sich trotz 
aller Einfiihrungsversuche der Duriobaum iiber alle tro- 
pischen Qegenden der Erde verbreitet, sondern ist auf die 
Inseln des Indischen Ozearis beschrankt geblieben. Der 
Durio zibethinus wird ein 25 m hoher Baum mit einem 35 cm 
dicken Stamm. Seine Blatter sind an der Oberseite glan- 
zend grim, an der Unterseite meergrun mit rotbraunen 
Haaren bedeckt und 1017 cm lang und 4^6 cm breit. Die 
zwittrigen Bliiten sitzen in groBen Buscheln zusammen. 

Die Frucht ist eine Kapselfrucht, eiformig, 20 30 cm 
lang und 20 cm breit. Die dicke, lederartige Kapsel der 
Durione ist graubraun und bespickt mit pyramidenformigen, 
scharfen Stacheln (Duri ist der malaiische Ausdruck fiir 
Stachel). Nur an den 5 Langsnahten stehen die Stacheln 
weniger dicht. Eine solche stachelige Frucht ist schwer vom 
Boden aufzuheben, wenn ihr Stiel abgebrochen ist, und ver- 
mag schwere Verletzungen hervorzurufen, falls sie auf einen 
Menschen vom Baume fallt. Man pfliickt daher die Durione 
vor der vollen Reife; dies tut man auch noch aus einem an- 
deren Qrunde; viele Tiere stellen namlich der reifen Frucht 
eifrig nach. So sind die Zibethkatzen so arg hinter ihnen 
her, daB man sie mit einer reifen Durione als Koder fangen 
kann. Die Frucht springt mit 5 Klappen auf und hat 5 Abtei- 
lungen in ihrem Innern. In jedem Fach befinden sich 25 
Samen, die so grofi wie Taubeneier sind. Diese Samen sind 



71 



von Samenmanteln eingehiillt, die gelbweiB, rahmartig weich 
sind und gegessen werden. Die Durione stinkt ganz gehorig, 
in einem Hause beinahe unertraglich, und zwar nach Knob- 
lauch, faulen Zwiebeln und faulem Fleisch. Zur Zeit der 
reifen Durionen liegen iiberall in ihrer Heimat Reste der 
Frucht umher, die Geriiche, wie die einer Abortgrube, ver- 
breiten. Die Europaer, die nach Indien kommen, nennen 





A 



A) Eine Durione. 
B) Eine der 5 Abteilungen der Durione. 

daher die Durione die ,,Stinkfrucht". Die meisten haben vor 
ihr einen solchen Ekel, dafi sie sie gar nicht kosten. Andere 
und alle Eingeborenen lieben die Durione leidenschaftlich 
und preisen sie als die kostlichste Frucht, als die ,,K6nigin 
aller Friichte". Zu de*n Zeiten der Ernte kostet eine Durione 
50 Pfg. bis 1 Mark. In den Monaten, in denen sie selten 
sind, mufi man oft 10 bis 12 Mark fur eine bezahlen. 

Mit einem Messer kann man die Durione je nach dem 



72 

Grad ihrer Reife ziemlich leicht langs Hirer Nahte ofinen. 
Besonders gering empfindet man den Gestank der Frucht, 
wenn man sie sofort nach dem Abpfliicken im Freien ver- 
zehrt. Der Geschmack des von der Natur in der Durione 
fertig gelieferten Fruchtcremes ist unbeschreiblich und wiirde 
ungefahr einer Mischung aus Pfirsichen, Haselnussen, 
Ananas, Wein, Mehl und faulem Kase gleichkommen. Man 
geniefit auch das Fruchtfleisch der Durione als Konserve mit 
Schweinefleisch eingesalzen. Die Durione ist kerne der ge- 
siindesten Friichte; denn viele, die an sie nicht gewohnt sind, 
werden durch ihren GenuC von Furunkeln, Fiebern und 
Dysenteric befallen. Die Samen der Durione werden ge- 
rostet gegessen. 

Zur Fortpflanzung des Duriobaumes dienen die Samen, 
die man sofort steckt. Die Samen gehen nach 4 Wochen auf. 
Den Duriobaumen ist in den ersten Jahren Beschattung sehr 
notwendig. Nach 9 Jahren fangt der Duriobaum an zu 
tragen; er gedeiht am besten in der Nahe der Fliisse und 
kommt bis zu einer Hohe von 300 m iiber dem Meeres- 
spiegel vor. 

Die Karata. Karatas Plumieri. 

Eine nahe Verwandte der Ananas ist die Karata; sie 
stammt, wie diese, aus Siidamerika und gehort ebenfalls zur 
Familie der Bromeliaceen. Ihre Blatter gleichen denen der 
Ananas, nur sind sie langer und zahlreicher und mit grofieren 
Dornen versehen. Aus der Blattrosette kommt mit langen, 
nach auBen purpurroten, nach innen weifien, hinfalligen 
Blattern, die die Insekten zu den blauen Bltiten anlocken, 
der dicke Stengel mit der Blutenahre hervor. Die Beeren, 
die bei der Ananas zu einem grofien, fleischigen Cylinder 
zusammenwachsen, bleiben bei der Karatasfrucht getrennt. 
Die ganze Beerenmasse der Karata bildet zur Zeit der Reife 
einen gelben, auf einem 20 cm langen Stiel stehenden Kolben 
von 2530 cm Lange und ca. 20 cm Breite. Eine Blattrosette 
oben auf der Frucht, wie bei der Ananas, besitzt sie nicht. 
Jede Beere sitzt ohne Stiel an dem dicken Bliitenahren- 



73 




Karatas Plumieri. 
A) Die Beerenmasse; B) eine einzelne Beere; C) ein Samfen. 



74 

Stengel und hat eine ziemlich harte, abziehbare Schale. Unter 
der Schale findet man das faserige, weiche Fruchtfleisch, das 
eine Anzahl kleiner dunkeler Samen, in Langsreihen ange- 
ordnet, enthalt. Ron hat die Karata einen angenehmen, 
sauerlichen Qeschmack; doch rufen ihre Fasern ein sehr hef- 
tiges Brennen im Munde hervor. Man ifit sie daher nicht roh, 
sondern kocht die geschalten Beeren mit Wasser und Zucker, 
jeden Tag einmal eine halbe Stunde lang; nach drei Tagen 
wirft man das faserige Fruchtfleisch fort, das seinen scharfen 
Stoff fast ganz behalten hat, und genieBt die Fruchtsauce 
allein; diese hat einen angenehmen, etwas an Vanille und 
Stachelbeeren erinnernden Qeschmack. Die Karatas 

pflanzt man meist durch die Auslaufer fort, die sie entsendet 
und mit denen sie schnell ihr Qebiet vergrofiert. Die Samen 
brauchen 6 Jahre, bis sie zu fruchtbaren Pflanzen werden. 
Die Karatas gedeiht sehr gut in den Tropen, in den Sub- 
tropen und in noch etwas kalteren Qegenden und vertragt 
einen leichten Frost eher wie die Ananas. 



Die Carambola. Averrhoa carambola. Die Bilimbi. 
Averrhoa bilimbi. 

Diese beiden Ba'ume gehoren zur Familie der Oxalideen 
und stammen aus Indien. Der Bilimbibaum wird 2 1 /2 3 m 
hoch, der Carambolabaum erreicht eine Hohe von 5 7 m. 
Die Blatter beider sind unpaar gefiedert und reizbar; die des 
Carambolabaumes besitzen 9 11, die des Bilimbibaumes 
20 30 Reihen Fiedern. Die kleinen, rotlichen, zwittrigen 
Bliiten stehen in Trauben in den Achseln der 
Blatter. Die Carambola, die Frucht des Carambolabaumes, 
wird 10 12 cm lang und 4 5 cm breit; sie besitzt 5 Langs- 
rippen und ihre griine Schale wird zur Zeit der Reife gelb 
und durchscheinend. Die Bilimbi bleibt auch reif griin, wird 
halb so grofi, 8 cm lang und 5 cm breit. Die 5 Langsrippen 
laufen bei der Carambola in einen scharfen Qrat aus, die der 
Bilimbi sind mehr abgerundet. Die Fruchte der Bilimbi sind 
stets sauer, von der Carambola hat man auch Sorten, die 
ziemlich siiO sind. Die diinne Schale beider Fruchte hat 



75 

einen unangenehmen Bitterstoff, den auch das Fruchtfleisch 
in geringem Grade besitzt. Diese bittere Substanz ist das etwas 
giftige oxalsaure Kali, das die Carambola wie die Bilimbi 
reichlich enthalt. Aus diesem Qrunde sind diese Fruchte 
wohl gut zum Entfernen von Tintenflecken, aber nicht sehr 
gesund und nicht nach Jedermanns Geschmack. Nur wenige, 
namentlich die Kinder, essen sie roh gern. Am besten 




Ast von Averrhoa carambola rnit 6 Friichten. 

schmecken die Fruchte noch, wenn man die diinne Schale mit 
einem scharfen Messer entfernt, die Frucht in wie fiinf- 
strahlige Sterne aussehende Scheiben zerschneidet und sie 
mit Zucker und Ananassaft kocht. Andere verbacken die 
Fruchtscheiben in die Kuchen und Torten oder kochen sie zu 
Mus ein. Auch konserviert man die Fruchte wie Salz- und 



- 76 

Senfgurken. Die kleinen Samen pflanzt man in Topfe; erst 
wenn die Baumchen ungefahr 10 cm hoch sind, bringt man 
sie auf ihren Standort. Sie lieben ein niedriges, etwas 
feuchtes Land und beginnen mit 5 Jahren zu tragen. 



B 




A) Carambola, quer durchgeschnitten. 
B) Ein Same der Cararnbola. 



Die Brotfrucht. Artocarpus incisa. 

Der Brotfruchtbaum, Artocarpus incisa, stammt aus dem 
ostindischen Archipel; er wird 1012 m hoch, enthalt in alien 
semen Teilen MilchsaftgefaBe und bekommt einen Stamm 
von 40 cm Dicke. Seine Blatter sind schon und groB, 35 cm 
lang und 15 cm breit, durch Einschnitte in 8 11 Lappen ge- 
teilt. Die mannlichen Bliiten bilden cylindrische Ahren, die 



77 

weiblichen kugelige Ballen und sitzen an den jungen Asten. 
- Durch Zusammenwachsen einer groBen Anzahl fleischig- 
werdender Beeren, die um die Bliitenachse gruppiert sind, 
bildet sich die fast kugelige, grofie Frucht, die Brotfrucht. 
Von dieser hat man zwei Sorten zu unterscheiden, die 
grofiere, samenhaltige, unechte Brotfrucht, und die kleinere, 
samenlose, die eigentliche, echte, gute Brotfrucht. Die 
unechte Brotfrucht wird 30 cm lang und 25 cm breit, 3 Kilo 
schwer und besitzt eine in 56 eckige Felder geteilte Schale. 
Halbiert man sie der Lange nach, so findet man ein faseriges 
Fleisch, das von einer dicken festen Achse ausgeht und nahe 
der Schale 1624 kastaniengroBe Kerne einschliefit. Das 
Fleisch der unechten Brotfrucht ist reif wie unreif ungeniefi- 
bar; man verzehrt von der reifen Frucht nur die grofien 
Samen, die man wie Kastanien ro'stet oder in Salzwasser 
kocht. Qanz ahnlich wie die unechte ist die echte Brotfrucht 
gebaut, nur dafi sie keine Kerne besitzt, kleiner ist, durch- 
schnittlich 1% Kilo schwer wird und daB ihre Schale 
4 5 eckige Felder aufweist. Man pfliickt sie griin, wenn sie 
noch hart ist und bevor sich das Starkemehl ihres Fleisches 
in Zucker umgewandelt hat. Als Zeichen fur den besten Zeit- 
punkt des Abnehmens erscheinen einige Milchtropfen auf 
der Schale. Will man eine echte Brotfrucht verzehren, so 
entfernt man die y cm dicke Schale durch Abschaben oder 
Abschneiden; dann teilt man die Frucht in halbfingerdicke 
Stiicke und rostet sie; dieses Backwerk kann man 8 Tage 
aufheben; es schmeckt mit Zucker bestreut oder mit Milch, 
Butter, Eiern etc. zubereitet ganz gut, nur etwas herbe. 
Pfliickt man die echte Brotfrucht zur Zeit der vollen Reife, 
so ist ihre Schale tiefgelb und ihr mehliges Fleisch saftig und 
zuckrig; man geniefit es aber dann nicht, da es reif einen 
fauligen Qeschmack hat. Den echten Brotfruchtbaum kann 
man nicht, wie den unechten, durch Samen vermehren; man 
pflanzt ihn deshalb durch Wurzelstiicke der Auslaufer fort. 
An guten Standorten wird der Baum in 6 Jahren 6 m hoch, 
fangt an zu tragen und gibt jahrlich in zwei Ernten ca. 
50 Friichte. Der echte Brotfruchtbaum erfordert ein heifies 
Klima und einen sehr fruchtbaren Boden in ebenen Qegen- 



- 78 

den. In gro'Beren Hohen bis zu 600 m tragt er nur wenige 
und minderwertige Fruchte. 

Die Jackbrotfrucht. Artocarpus integrifolia. 

Ein naher Verwandter vom echten Brotfruchtbaum (Ar- 
tocarpus incisa) ist der Jackbrotfruchtbaum (Artocar- 
pus integrifolia); er besitzt jedoch nicht wie dieser ein- 
geschnittene (incisa), sondern ganzrandige Blater (integrifo- 
lia). Audi sitzen seine weiblichen Bliitenballen nicht an den 
jungen Asten neben den mannlichen Bliitenkatzchen, sondern 
am Stamm und den dicksten Asten. Dies ist auch sehr 
notig; denn die Fruchte werden kolossal groB, 50 60 cm 
lang und 2540 cm breit und wiegen dabei 1015 Kilo. Man 
iBt von der reifen Frucht das sauerliche, weiche Fleisch, das 
die Samen umgibt, jedoch nicht ohne Zubereitung, da es nach 
faulen Rosen riecht und einen fauligen Geschmack hat. Diesen 
fauligen Stoff entfernt man vorher, indem man das Frucht- 
fleisch eine Nacht in Salzwasser legt oder es kocht. Aus 
so vorbereitetem Jackbrotfruchtfleisch kann man sogar ein 
feines Qeback herstellen, das nach Mandeln schmeckt, aber 
schwer verdaulich ist. Auch die mehligen Samen der Jack- 
frucht werden gerostet gegessen, besitzen jedoch keinen 
sehr guten Qeschmack. -- Der Jackbrotfruchtbaum vertragt 
ein etwas kalteres Klima wie der echte Brotfruchtbaum, kann 
in den Tropen bis zu einer Hohe von 1000 m iiber dem 
Meeresspiegel kultiviert werden und gewahrt einen herr- 
lichen Anblick, wenn sein Stamm und seine dicken Aste mit 
zahlreichen, kindergroBen, gelben Friichten beladen sind. 

Die Bakury. Platonia insignis. 

Ein herrlicher, in Amazonas einheimischer Baum, der 
ebenso regelmafiig, wie der ihm yerwandte Mangostana- 
baum wachst, ist die Platonia insignis. Seine zwittrigen 
Bliiten sind groB und sitzen an den Enden der Triebe. Die 
Fruchte nennen die Brasilianer Bakury, da sie herabfallen 
(ba), sobald (kury) sie reif sind. Die Bakurys sind orangen- 
groBe Beeren, mit zitronengelber Schale, die wie die Man- 




Jackbrotfrucht von Artocarpus integrifolia. 



80 

gostanen Facher mit Samenmanteln und Samen enthalten. 
Fast in jeder Frucht trifft man ein samenfreies, nur Fleisch 
enthaltendes Fach an. Die Samenmantel kann man roh 
essen; sie schmecken ausgezeichnet suB-sauerlich und 
liefern ein sehr gutes Kompott und eine sehr schmackhafte, 
in Brasilien sehr gesuchte Konserve. -- Der Baum liebt die 
groBen FluBebenen in den echten Tropen und wachst, wie 
seine Verwandten, sehr langsam. 

Nicht verwechseln darf man die Bakurys mit den Bako- 
parys. Die Bakoparyfriichte stammen von dem ,,Rheedia" 
genannten Baum, der mannliche und weibliche Blu'ten ge- 
trennt in Buscheln tragt, und sind gelbe, langliche Beeren 
mit in der Mitte eiformiger Verdickung; sie enthalten unter 
der dicken, festen Schale grofie Samen und fast gar kein 
Fleisch. Die groBte und beste Sorte, die Bakopary do norte, 
hat ein sehr wohlschmeckendes, siifi-sauerliches Fleisch, das 
man von den Kernen ablutschen kann. Die Bakopary eignet 
sich zur Weiterkultivierung in Versuchsanstalten. 

Die Bhelfrucht. Aegle marmelos. 

Ein Verwandter des Zitronenbaums ist der Bhelfrucht- 
baum, Aegle marmelos; er bekommt einen bis 50 cm dicken 
Stamm, der eine korkreiche Rinde besitzt und eine eifor- 
mige Krone tragt. Seine Blatter sind dreizahlig und durch- 
sichtig punktiert; die Zweige sind mit Dornen besetzt. Die 
zwittrigen, wohlriechenden Bliiten sitzen in Buscheln. Die 
Fruchte sind grofie, eiformige Beeren, werden 510 cm dick 
und besitzen eine holzige Schale, aus der wohlriechende 
Schnupftabaksdosen hergestellt werden. Das Innere ist, wie 
bei den Orangen, in Facher eingeteilt, die die Samen ent- 
halten. Das Fleisch, das diese umgibt, ist sehr saftreich und 
wohlschmeckend und eignet sich gut zu Limonaden. Da die 
Samen in einer schleimigen Masse wie bei den Quitten 
liegen, nennt man die Bhelfrucht auch die Bengalquitte. 
Der Aeglebaum liebt einen lockeren, humusreichen, sehr tief- 
griindigen Boden, und gedeiht in Indien bis zu einer Hohe 
von 1300 m iiber dem Meeresspiegel, vertragt aber keinen 
starken Frost. 



81 

Die Aki. Blighia sapida. 

Der Akibaum, den die Botaniker meist Blighia oder 
Cupania sapida nennen, wird 8 m hoch, hat eine reich ver- 
zweigte Krone und gefiederte Blatter; seine kleinen Bliiten 
sitzen in Trauben. Die Frtichte hangen ebenfalls in Trauben 
und sind orangengelb, huhnereigroB, verkehrteiformig, an 
der Spitze eingedrtickt, stumpf-dreikantig und besitzen innen 
drei Facher. Jedes Fach enthalt einen Samen. Der gelappte 
Tra'ger des Samens ist fleischig wie ein Kaschustiel und um- 
hullt den Samen von unten. Dieser Samentrager ist der 
eBbare Teil der Frucht und schmeckt schwach sauerlich und 
beinahe so gut, wie das Fleisch eines Pfirsichs. Der Aki- 
baum stammt aus Guinea und gedeiht gut in alien Tropen- 
gegenden. 

Die Jabotikaba. Myricaria caulitlora. 

Der Jabotikababaum besitzt einen niedrigen, glatten, 
weiBlichen Stamm, wachst wie ein Strauch und wird sehr alt 
und sehr groB; seine Blatter sind klein und elliptisch; die 
kleinen weiBen Bliiten erscheinen am Stamm und an den 
dickeren Asten; ihnen folgen schwarze, kugelige Friichte 
nach, die so groB wie Kirschen werden. Unter der diinnen 
Schale der Jabotikabafrucht liegt ein sehr saftreiches, weiB- 
liches Fleisch, das nach dem Kern in der Mitte zu sehr faserig 
wird. Der Saft der Friichte ist sehr wohlschmeckend, gesund 
und erfrischend. Zum Kochen eignen sich die Jabotikabas 
nicht. - - Der Baum liebt ein durchlassiges, etwas feuchtes 
Land, wachst sehr langsam und fangt mit 12 Jahren an zu 
tragen. Durch Veredelung kann man Jabotikababaume 
erhalten, die friihzeitig tragen und deren Friichte samenlos 
sind. 

Die Jujube. Zizyphus jtijuba. 

Der echte Jujubenbaum, Zizyphus jujuba, ist ein mittel- 
grofier Baum aus Indien. Blatter und Friichte sitzen an 
diinnen, drahtahnlichen, dornigen Zweigen. Die Friichte sind 
kugelig oder eiformig, werden so groB wie Taubeneier und 

S e h r w a 1 d , Das Ob at der Tropen. 6 



82 

enthalten unter der diinnen Schale ein apfelartig schmecken- 
des, siiBes Fleisch und in der Mitte einen oben spitzen Stein- 
kern. Zizyphus vulgaris, der Brustbeerenbaum, tragt 
kleinere, siiB-mehlige Friichte und gedeiht besser in noch 
etwas kalteren als halbtropischen Qegenden. Die Jujuben- 
baume pflanzt man durch die Samen oder durch Wurzel- 
scho'Blinge fort; sie lieben einen recht humusreichen, 
lockeren Boden. 

Die Dattelpalme. Phonix daktylifera. 

Die Dattelpalme ist eine der wenigen Palmen, deren 
Friichte reichlich eBbares Fleisch besitzen. Die Bliiten 
bilden 8 10 groBe Rispen, sind mannlich oder weiblich und 
nicht zusammen auf demselben Baum anzutreffen. Es dauert 
12 Jahre, bis die aus Samen gezogene Palme ihren Stamm 
bildet und zu bliihen anfangt. In feuchtwarmen Qegenden 
erfordert sie Salzdiingung und ihr Anbau ist nicht lohnend; 
sie liebt trockene, warme Lander mit geniigender Feuchtig- 
keit im durchlassigen Boden. Man pflanzt die Dattelpalme 
selten durch Samen fort, sondern meist durch WurzelschoB- 
linge, die man nach Belieben von den mannlichen oder weib- 
lichen Baumen nimmt, und gibt gewohnlich zu 2030 weib- 
lichen Baumen einen mannlichen. Um eine gute Befruchtung 
zu erzielen, schneidet man die mannlichen Bliitenstande ab, 
hebt sie auf, bis die weiblichen Palmen bliihen, was bis- 
weilen erst drei Monate spater der Fall ist, und hangt dann 
neben die weiblichen Bliitenrispen Stiicke der mannlichen 
Blutenstande. Will man die Datteln trocknen, so muB man 
sie kurz vor der Reife ernten, ganz reife Datteln werden 
breiig und schmecken weniger gut. 

Die Weintraube. Vitis vinifera. 

Der Weinstock gedeiht besser in den warmen 
Qegenden der gemaBigten Zone, als wie in den feuchten 
Tropen und Subtropen. Trotzdem gibt es unter den 350 
bekannten Sorten einige wenige, die fiir die Tropen geeignet 
sind, und die fast alle aus Amerika stammen. Ungeschiitzt 



- 83 

verliert der Weinstock in den Tropen zu friih seine Blatter, 
so daB seine Beeren schlecht und unregelmafiig reif werden; 




Phoenix dactylifera (Dattelpalme); a Fruchtstand. 

(Aus Meyers Konversationslexikon.) 

auch sagt ihm das feuchte Erdreich so wenig zu, dafi die 
meisten europaischen Sorten im Freien eingehen. Will man 



84 

gutausgereifte Weintrauben in den Tropen ernten, so mufi 
man den Weinstock ans Haus pflanzen und zwar an die der 
Wetterseite entgegengesetzte- Seite; dadurch werden die 
Blatter vor Regen moglichst geschiitzt, und die Wurzeln 
konnen sich im trockenen Erdreich unter dem Haus ver- 
breiten und bleiben gesund. Die fur die Tropen geeigneten 
Weinrebensorten erfordern eine nur maBige Beschneidung 
zur Zeit, wo sie laublos dastehen. Stecklinge tragen bei 
guter Pflege schon im zweiten Jahr befriedigend. 

Die javanische Himbeere. Rubus rosaefolius. 

Ein Himbeerstrauch der Tropen ist Rubus rosaefolius; 
er hat, wie sein Name besagt, rosenahnliche Blatter und 
besitzt auch wie diese reichlich Dornen. Die Frucht ist 




Javanische Himbeere, langs durchgeschnitten. 

ahnlich wie eine gewohnliche Himbeere gebaut, nur ist der 
Hohlraum innen viel groBer; auch liegt der weiBe Zapfen, 
auf dem sie sitzt, locker im Innern der abgefallenen, reifen 
Frucht. Der Qeschmack dieser aus Java stammenden, 
2% 3 cm breiten und 2 cm hohen Himbeere halt keinen 
Vergleich mit der gewohnlichen Himbeere aus; er ist ein 
wenig aromatisch, erfrischend, aber im ganzen nicht beson- 
ders delikat. Das eigentiimliche, etwas unangenehme Aroma 
tritt noch starker hervor, wenn man aus der javanischen 
Himbeere Saucen bereitet. Der javanische Himbeerstrauch 
tra'gt sehr gut und wird zum gemeinsten Unkraut in den 
Tropen, wenn er einmal angepflanzt ist; namentlich die Vogel 
betreiben mit Eifer seine Vermehrung; er laBt sich leicht 
durch WurzelschoBlinge vervielfaltigen und gedeiht auch 
gut in noch kalteren, wie halbtropischen Qegenden. 



85 

Die Sternstachelbeere. Phyllanthus distichus. 

Der Sternstachelbeerbaum, Phyllanthus distichus, wird 
ungefahr 4 m hoch, bekommt einen 20 cm dicken Stamm 
und hat ganzrandige, elliptische Blatter. Die Bluten bilden 
kleine Trauben, iiberall an den Asten, nur nicht an den 
Achseln der Blatter. Die Bluten sind mannlich oder weib- 
lich und sitzen an demselben Baum. Die kugelige Frucht 
ist stark abgeplattet, 2 cm breit und 1 cm hoch, und mit 
6 Rippen versehen. Die diinne gelbe Schale grenzt an das 
gelbe, saftige, sehr sauere Fruchtfleisch, das 6 kleine, an 
einander liegende, keilformige Samen umschlieBt. Die 







Sternstachelbeere, quer Ast von Citrus limonum 

durchschnitten. mit einer Citrone. 

Sternstachelbeere schmeckt mit Zucker gekocht sehr ange- 
nehm und eignet sich auch gut zum Trocknen und Ein- 
machen. Man pflanzt den Baum durch die Samen fort. Er 
wirft seine Blatter ab, wenn er zu bluhen beginnt. 

Die Zitrone. Citrus limonum. 

Der Zitronenbaum ist nahe verwandt mit dem Orangen- 
baum, wachst sich selbst iiberlassen in Strauchform und er- 
weitert sein Qebiet durch WurzelschoBlinge. Diese benutzt 
man auch gewohnlich zu seiner Fortpflanzung. Edle 
Zitronenbaume erhalt man meistens durch Veredelung der 



86 

gewohnlichen Arten. Die besten Sorten besitzen fast keine 
Dornen und geben kleine, sehr sauere, saftreiche Friichte. 
Die Zitrone dient besonders zur Bereitung von Limonaden, 
die sehr gesund sind; manche benutzen den Zitronensaft 
auch an Stelle von Essig im Haushalt. 

Die Myrtenkirschen. Eugenia. 

Die Eugenia wird von den Deutschen als Kirschmyrte 
bezeichnet; ihre Friichte erinnern namlich etwas an 




Eine Myrtenkirsche (Cereja do Rio Grande). 

Kirschen; sie sind so grofi, so kugelig und ofters so gestielt 
wie diese; sie besitzen jedoch keinen Steinkern, sondern 
meist einen, selten^er zwei ovale, griinliche Samen und 
tragen oben die Kelchblatter. Das Fleisch der Myrten- 
kirschen ist meist wassrig und siifi-sauerlich. Die Schale 
enthalt ofters einen unangenehmen Stoff, wie bei den Qru- 
michamas. Am meisten noch von den vielen Eugeniakirschen 
ist die Eugenia lucescens zu empfehlen, die die Pitombos 
liefert, und die Eugenia uvahla, die die Uvahlas hervor- 
bringt. Ungesund sind die kurzstieligen, roten, mit Rippen 



87 . 

versehenen Pitankas von Eugenia incarnata, die nach Ter- 
pentin schmecken. Die Eugenia tenella liefert die Cambuys, 
Eugenia Michelii die Qrumichamas, Eugenia tomentosa die 
nach Rettig schmeckenden, fast fleischlosen Cabelludas, etc. 
Die Kirschmyrten sind immergrun, besitzen lederige, 
ganzrandige Blatter und bedurfen keiner groBen Pflege. 

Die Genipapo. Genipa brasiliensis. 

Ein mittelgroBer Baum mit sehr schonen groBen, ganz- 
randigen Blattern ist der brasilianische Qenipabaum. Seine 
Friichte, die Qenipapos, sind orangengroOe, kugelige Beeren, 
die oben die Kelchblatter tragen urid unreif eine harte, dicke 
Schale besitzen, die spater weich wird. Das saftige Fleisch 
im Innern enthalt viele Samen, ist schwarzlich, schmeckt 
sehr aromatisch, nicht fur jederman angenehm, suB, wein- 
artig und ist ziemlich nahrhaft, aber ein wenig ungesund. 
Nicht ganz reif, verursachen die Friichte Brennen im Munde. 
Aus dem Fruchtfleisch stellt man mit Zucker und Wasser 
eine Limonade her, die etwas urintreibend wirkt. 

Die Passionsfrucht, Passiflora alata. 

Die Passionsblume ist eine sich wei t ausbreitende 
Schlingpflanze mit herrlichen Bliiten. Die Friichte vieler 
Arten werden gegessen. Die besten Fruchte gibt Passiflora 
alata. Diese sind eiformig, 10 cm lang und 6 cm dick und 
besitzen eine grofie Hohle, die sehr zahlreiche, von wenig 
Fleisch iiberzogene Samen und etwas Saft enthalt. Hat 
man die Frucht oben mit dem Messer geofmet, so kann man 
den Inhalt der Frucht herausloffeln, der einen sehr ange- 
nehmen, weinartigen Qeschmack hat. Will man nicht bios 
den Saft genieBen, so muB man alle Kerne mit herunter- 
schlucken, was nicht fur jederman gesund ist. Zerkaut man 
die Kerne, so wirken sie berauschend. Die Passionsblume 
bedarf keiner groBen Pflege und wird am Haus empor- 
rankend weniger von Ungeziefer wie im Freien belastigt. 
In Qegenden, wo die groBen Hummeln fehlen, die sonst die 
Befruchtung besorgen, muB man die Bliiten kiinstlich 
befruchten. 



Die Wassermelone. Cucumis. citrullus. 

Die Wassermelonen sind die Friichte eines kriechenden, 
einjahrigen Kurbisgewachses, des Cucumis citrullus; sie sind 
eiformig und werden sehr groB, 2535 cm lang. Die Schale 
ist auBen grlin, griin und schwarz gestreift oder gelb 
gefleckt. Unter der diinnen Schale liegt em festes, weifies, 
ungenieBbares Fleisch. Daran grenzt nach innen ein rosa- 
farbnes, weiches Fleisch, das roh, mit Salz und Pfeffer, mit 
Zucker oder als Salat mit Essig zubereitet gegessen wird. 
Dieses rosafarbne Fleisch schmeckt wassrig, schwach 
suBlich. 




Wassermelone (Konigin von Cuba). 

Die Wassermelonen stehen bei den Europaern in den 
Tropen in schlechtem Ruf; sie bezeichnen sie vielfach als 
,,Totenkopfe". In der Tat werden viele nach ihrem QenuB 
krank oder vom Fieber, von der Malaria, befallen. Hierzu 
ist zu bemerken, daB die Malaria von einer Moskitoart 
den Menschen eingeimpft wird. Da im Somrner, wo die 
Wassermelonen reif werden, fast jeder in den Tropen von 
infectiosen Moskiten gestochen wird, beherbergt das Blut 
fast aller zu dieser Zeit einige unschadliche Malariaparasiten. 
Trifft aber einen solchen Malariaparasitentrager eine 
Schadlichkeit, z. B. ein Schreck, eine Durchnassung, eine 
Oberanstrengung etc., so vermehren sich plotzlich die im 



89 

Blut kreisenden Malariaparasiten ungeheuer, und der Be- 
treffende erkrankt sofort an der Malaria, wahrend die Krank- 
heit sonst 14 Tage braucht, um sich zu entwickeln. Zu 
solchen Qelegenheitsursachen der Malaria gehort auch das 
Essen von ungesunden Friichten, z. B. von Wassermelonen. 
Die Wassermelone ist nicht sehr gesund und zwar infolge 
ihres zu geringen Qehaltes an organischen Salzen; sie wirkt 
daher ahnlich schadlich, wie destilliertes Wasser, das in 
ganz reinem Zustand eins der starksten Qifte ist. Man esse 




Verschiedene Melonen. 1. WeiBe von Japan; 2. Melrose; 3. Champion 
Market; 4. Ananasmelone; 5. Cantalvup (Apfelmelone). 

(A us dem Katalog von Haage & Schmidt, Erfurt.) 

daher nicht viel auf einmal von dem Fruchtfleisch der 
Wassermelone und stets mit Brot zusammen, oder genieBe 
es am besten gekocht als Salat zubereitet mit anderen 
Speisen. 

Die Zucht der Wassermelone erfordert einen frucht- 
baren, sandigen Boden. 

Die Zuckermelone. Cucumis melo. 

Eine Verwandte der Wassermelone ist die Zucker- 
melone, die kleiner bleibt und sehr verschiedene Formen 



90 

aufweist Ihr Fleisch schmeckt bedeutend besser wie das 
der Wassermelone, 1st siifi, angenehm duftend und aromatisch 
und zerschmilzt auf der Zunge. Die Zuckermelonen sind 
gesiinder wie die Wassermelonen, doch rufen auch sie, im 
UbermaB genossen, Krankheiten hervor. - - Die Zucht der 
Zuckermelone erfordert in den feuchten Tropen mehr Miihe, 
wie die Kultur jedes anderen Gewachses; denn sie vertragt 
weder Nasse, noch grelle Sonne, noch Kalte; auch hat sie 
viel von Ungeziefer zu leiden. Man pflanzt sie auf Hiigel 
recht kompostreicher, lockerer Qartenerde. 

Syzygium jambolana, 

Syzygium jambolana ist ein Baum, der 15 m hoch wird; 
rein Stamm bekommt einen Durchmesser von 60 cm und 
bcsitzt eine rissige Borke. Seine Blatter sind 10 cm lang 
und 6 cm breit und sitzen an 15 cm langen Stielen. Die 
Fruchte sind eiformig, einseitig eingedriickt, 4 cm lang und 
2 cm dick. Die diinne Schale der reifen Frucht ist dunkel- 
blau, ebenso das saftige Fruchtfleisch, das die Zunge blau 
farbt; es schmeckt suB-sauerlich und enthalt einen Samen. 

Die Icacopflaume. Chrysobalanus Icaco. 

Der kleine Baum, Chrysobalanus Icaco, gehort zu den 
Rosaceen; er gibt pflaumengrofie, eiformige, gelbe, rote oder 
schwarze Fruchte, die unreif sehr herbe, reif wenig herbe 
und siifi sind; sie werden roh gegessen; am liebsten genieBt 
man sie jedoch mit Zucker gekocht als Kompott. Kuba ver- 
sendet jahrlich viel Icacopflaumen in Konservenform. Die 
Frucht enthalt einen Sseitigen Steinkern. 

Die Blasenkirsche. Physalis peruviana, 

Eine einjahrige Krautpflanze aus der Familie der Nacht- 
schattengewachse ist Physalis peruviana; sie bringt 
kirschengrofie, kugelige, sauerliche, angenehm, aber eigen- 
tiimlich schmeckende Fruchte hervor, die viele ganz kleine 
Samen enthalten. Die Fruchte bleiben vcn dem blasenartig 
aufgetriebenen Kelch eingehullt. 



91 

Monstera delicosa. 

Monstera delicosa ist eine Aracee mit philodendron- 
artigen, durchlocherten Blattern. Ihre 20 cm lang werdenden 
Fruchtkolben schmecken wie Ananas und werden in Mexiko 
auf dem Markt verkauft. Die Fruchtkolben miissen sorg- 
faltig von dem anhaftenden Bliitenstaub durch Abwaschen 
befreit werden, da dieser Halsentziindung verursacht. 

Die Brustbeeren. Cordia myxa. 

Die Brustbeeren sind eiformige, oben spitze, orangen- 
rote Beeren und enthalten in ihrer Mitte einen harten Stein- 
kern. Die Fruchte schmecken sufi und sind sehr beliebt. - 
Der Baum, Cordia myxa, wachst sehr schnell, wird 6 9 m 
hoch, hat eine lange Pfahlwurzel und in der Jugend gesagte, 
spater ganzrandige Blatter. 

Die Manguba, Hancornia speciosa. 

Der kleine Kautschukbaum, Hancornia speciosa, bringt 
honigsiifte, reif sehr weiche, auf der Zunge zerschmelzende, 
eiformige Beeren, die Mangubas, hervor. 

Sandoricum indicum, 

Sandoricum indicum besitzt dreizahlige Blatter und 
tragt tangerinengroBe, gelbe, birnenformige Fruchte, die an- 
genehm sauer und erfrischend schmecken. 

Vangueria edulis. 

Vangueria edulis ist ein Baum, dessen Blatter im Winter 
abfallen; er tragt grungelbe, wohlschmeckende, saftige 
Steinfruchte. 

Der Negerpfirsich, Sarcocephalus esculentus. 

Der Negerpfirsich ist eine faustgroBe, braunschwarze 

Sammelfrucht; sie enthalt viele kleine Samen und ein saf- 
tiges, suBliches Fleisch. 



92 - 

\\iniusops kauki. 

Dis Frucht der Sapotacee Mimusops kauki ist etwas 
kleiner, wie die Sapoti; sie schmeckt ahnlich, wie diese, ist 
aber weniger saftig; sie enthalt 6 oder mehr Samen; die 
Blatter des Baumes sind an der Unterseite silbergrau. 




esbares Fleisch 



Frucht von Mimusops Kauki, 
langs durchgeschnitten. 

Der Granatapfel. Punica granatum. 

Das rote Fleisch des Granatapfels sitzt fest in ganz 
diinner Schicht urn jeden der kleinen, zahlreichen, eckigen 
Samen, die so iiberzogen wie Qranaten aussehen; es 
schmeckt angenehm erfrischend; der Qranatapfel wird nicht 
sehr gern gegessen, da es sehr langweilig ist, das wenige 
Fleisch von den Kernen abzulutschen. 

Alektryon excelsus. 

Der lappige, zerkliiftete Samenmantel der eiformigen 
Frucht von Alektryon excelsus, einem Verwandten des 
Litchibaumes, ist wegen seines Himbeergeschmackes beliebt. 



93 

Der Elefantenapfel. Feronia elephantum. 

Feronia elephantum hat nach Anis riechende, unpaarig 
geiiederte Blatter und liebt ein trockenes Klima. Seine 
kugeligen Fruchte besitzen eine rauhe, harte, holzige Schale 
und enthalten viele kleine Samen und ein saueres, nuBartig 
schmeckendes Fleisch. Aus diesem wird Qelee bereitet. 

Die groBe Sapote. Vitellaria mammosa. 

Vitellaria mammosa ist ein der Achras sapota ver- 
wandter Baum und tra'gt 10 cm lange, eiformige, oben spitze 
Fruchte, die aufien rostfarben sind und innen 1 3 grofie 
Samen enthalten. Aus dem Fruchtfleisch wird eine beliebte 
Marmelade hergestellt. Ahnlich der groBen Sapote ist die 
Frucht der verwandten Pouteria lasicarpa, die sog. Abiu; sie 
ist ebenfalls eiformig, etwas kleiner, stiellos, in der Jugend 
behaart und besitzt unter der dicken gelben Schale ein 
siiBes Fleisch ohne Aroma, und in der Mitte einen groBen 
Samen. 

Das Afienbrot. Adansonia digitata. 

Der Affenbrotbaum, Adansonia digitata, auch Baobab 
genannt, wird 1222 m hoch, bekommt einen Stamm, dessen 
Umfang 47 m misst und der einen Wipfel von 40 und mehr 
Metern im Durchmesser tra'gt. Seine Fruchte werde>n 45 cm 
lang, sehen wie Qurkeri aus und enthalten unter der sproden, 
festen Schale ein weiBes, leicht zerreibliches, mehliges Mark 
und braune Samen. Aus dem sauerlichen Fruchtfleisch 
stellt man Limonaden her. 

Clausena Wampi. 

Clausenia Wampi ist ein kleiner Baum mit elliptischen 
Blattern, der friiher als Cookia punktata beschrieben wurde. 
Seine langlichen Fruchte sind in Indien und China sehr 
beliebt und schmecken angenehm aromatisch und sauerlich. 

Die schwarze Maulbeere. Morus nigra. 

Der schwarze Maulbeerbaum gedeiht sehr gut in den 
Tropen; seine kleinen, wie Brombeeren 1 gebauten, 



94 

schwarzen Sammelfruchte geben mit Zucker gekocht ein 
ausgezeichnetes, erfrischendes, gesundes Kompott. Leider 
stellen die Vb'gel in den Tropen den Fruchten so sehr nach, 
dafi sich der Anbau kaum lohnt. - - Den schwarzen Maul- 
beerbaum pflanzt man leicht durch Stecklinge fort. 

Doryalis. 

Verwandt mit den Flacourtias, von denen verschiedene 
Sorten Madagascarpflaumen liefern, sind die Doryalis- 
baume. Die Fruchte von Doryalis rhamnoides und rotundi- 
folia werden Kafferpflaumen genannt und geben mit Zucker 
gekocht ein gutes Kompott, wahrend die Fruchte von Dory- 
alis caffra in Natal als Keiapfel sehr beliebt sind. 




Narbenkanal 



Saule der Vanillenbliite, langs durchgeschnitten, vergrossert. 
A) unbefruchtet, B) kiinstlich befruchtet. 



Die Vanille. Vanilla planifolia. 

Die Vanilla planifolia liefert das beste Qewiirz fiir alle 
Obstsaucen, Obstpuddings etc. und soil deshalb hier erwahnt 
werden. - - Die Vanilla planifolia ist eine rankenformige 
Orchidee, die mit Luftwurzeln hoch an den Baumen empor- 



95 

klettert. Ihre Frucht ist eine Schote, die getrocknet als 
Vanille Verwendung findet Zu ihrer Kultur pflanzt man 
Stiicke von Ranken in die Erde an stachellose Baume, die 
die Rinde nicht abwerfen, und paBt auf, daB die Orchidee 
sich nur an den unteren Asten oder an in Manneshohe ange- 
brachten Baumstammen ausbreitet. Ranken, die zu hoch 
geklettert waren, lost man wieder ab und bindet sie weiter 
unten an. Dies alles hat den Zweck, die Bliiten bequem an- 
fassen zu konnen, wenn man sie kiinstlich befruchten will. 
Denn eine kiinstliche Befruchtung der Vanillei ist iiberall 
in den Tropen notwendig, auBer in ihrer Heimat Mexiko, 
wo ein Insekt dies, allerdings ziemlich ungeniigend, besorgt. 
Bei der kiinstlichen Befruchtung muB man die Bliite mit der 
linken Hand festhalten und die hinter einem Helm sitzende 
Pollenmasse an ein diinnes Holzchen, am besten an ein zu- 
gespitztes 7 8 cm langes Bambusstabchen oder an einen 
Palmennerv bringen und in den Narbenkanal stopfen. Da 
der an der unteren Seite der Bliite befindliche Narbenkanal 
durch eine lange Lippe verdeckt ist, muB man diese nach 
oben herumklappen, wenn man das Stabchen mit der Pollen- 
masse in den Trichter des Narbenkanals einfiihren will. 
Die Bliiten bleiben nur einen Tag fur die Befruchtung taug- 
lich. -- Die Schoten, von denen man hochstens 6 an einer 
Traube laBt, werden nach 7 8 Monaten reif, indem sie an- 
fangen an der Basis gelb zu werden. Man nimmt sie dann 
ab, taucht sie einige Sekunden lang in kochendes Wasser 
und trocknet sie langsam. 




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palme Rotangpalmen Nipapalme Salakpalme Areng- 
oder Gomutupalme Kitulpalme Dumpalme Raptia- oder 
Bambuspalme Zwergpalme Seyctellennufipalme Elfen- 
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