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Full text of "Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe"

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* 




HARVARD UNIVERSITY. 




LIBRARY 



OK THE 



MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY. 

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3- 



3- 



□ 



DENKSCHRIFTEN 



DER 



KAISERLICHEN 



AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



1 



MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE. 



SIEBENUNDDREISSIGSTER BAND. 




MIT 7G TAFKEN. 



IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN. 

.„CHHJtNDLEB DE» KAISEaMCHEN AKADEMIE DEB W ,»SE«SC.«AKTEN. 



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3- 



DENKSCHRIFTEN 



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KAISERLICHEN 



AKADEMIE DEH WISSENSCHAFTEN. 



MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE. 



SIEBENUNDDREISSIGSTER BAND. 







WIEN. 



AUS DER KAISERLICH-KÖNIGLICHEN HOF UND STAATSDRUCKEREI. 

1 8 7 7. 



<\\t 






TN HALT. 



Erste Abtheilung. 

Abhandlungen von Mitgliedern der Akademie. 

Seiti 

Fritsck: Jährliche Periode der [nsectenfauna von Österreich-Ungarn. II. Die Käfer (Coleoptera). (Mit 

graphischen Darstellungen auf 9 Tafeln.) 1 

Claus: Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. (Mit 7 Tafeln.) . . . . 137 

Ettingshausen, Freih. v.: Die fossile Flora von Sagor in Krain. (Mit 17 Tafeln.) 161 

Lancier : Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut, (Mit 4 Tafeln. ) 217 
Hdler: Untersuchungen über die Tunicaten des Adriatischen und Mittelmeeres. III. (I.) Abtheilung. 

(Mit 7 Tafeln.) 24] 

Zweite Abtheilung. 

Abhandlungen von Nicht-Mitgliedern. 

Fuchs: Studien über die jüngeren Tertiärbildungen Griechenlands. (Mit 32 geologischen Durchschnitten 

und 5 Petret'actentafeln.) ' 

ZmurJco : Über Kriterien höherer Ordnung zur Unterscheidung der relativen Maxima und Minima 

bestimmter Integrale hei vorhandenem Systeme zweifelhafter Nachbarwerthe ... 43 

Manzoni: I Briozoi fossili del Miocene d'Austria ed Ungheria. II. Parte.* (Mit 17 Tafeln.) ... 49 

Noväk: Beiträge zur Kenntniss der Bryozoen der böhmischen Kreideformation. (Mit 10 Tafeln.) . 79 



* Diese Arbeit bildet die Fortsetzung der unter dem Titel: „Die fossilen Bryozoen des österreichisch-ungarischen 

Miociins" (Denkschr. d. kais. Ak. d. Wiss. :;::. Bd.) begonnenen Untersuchungen weiland des w. M. Prof. v. Eteuss I ist 

desslmlb als „II. Parte" angeführt. 



Berichtigung zur Abhandlung „Doelter" im XXXVI. Rande der Denkschriften: 

Seite 147 (Seite 7) Zeile 3 von unten lies n statt p. 

148 „ 8 „ 10 „ „ sind die Worte „und Leucit." zu streichen. 

185 45 7 „ oben lies Theil Statt Thal. 



Erste Abtheilung. 



Abhandlungen von Mitgliedern der Akademie. 



Mit 44 Tafeln. 



JAHRLICHE PERIODE DER INSECTENFAUNA 

VON 

ÖSTERREICH-UNGARN. 



IL DIE KÄFER (CO LEOPTE RA). 



VON 



KARL FRITSCH, 

EOROLOGIE UKD ERDMAGNETISMI 
DER WISSE SCHÄFTEN elo. 



EM. VICE-PIRECTOR DER K. K. OE! [I 1- 3TALT FÜR METEOROLOGIE UND ERDMAGNETISMUS, CORREEPOJ-DIRENDEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN .- ! 

DER WISSE SCHAFTES elo. 



VORGELEGT IN DER SITZUNG DER MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CLASSE AM 20 JULI 1876 



JJem erstell Tlieile meiner Abhandlung, betreffend die jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- 
Ungarn, I. Die Fliegen (DipteraJ folgt nun der zweite, welcher ähnliche Untersuchungen über die Käfer 
( Goleoptera i enthält. 

Ich habe diese Classe der Insecten vor den übrigen, welche sieh naturgeniäss an jene der Zweiflügler 
anschliessen würden, wie z. B. die Hautflügler (HymenopteraJ schon jetzt angescülossen, weil die Beobach- 
tungen hierüber am längsten angestellt worden sind, und auch die meisten Arten u nt'asseu. 

Zur Zeit, als Redtenbacher's ..Fauna austriaca. Die Käfer- erschien (1849), war der Zeitpunkt des 
Erscheinens der Faunen anderer Insectenclassen noch in die Ferne gerückt. So erschienen die „Neuroptera 
austriaca- von Brauer und Low erst 1857, die „Europäischen Heiniptera" von Fieber 1861, die „Diptera" 
von Schiner erst 1862 — 1864, und über die anderen Ordnungen der [nsecteu besitzen wir noch beute 
kein Werk, welches so speciell wie die genannten, die österreichisch -ungarische Fauna berücksichtigt. 
Heinemann's ..Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz-, welches Werk ich zu den Determiuirungen 
der Arten dieser Ordnung wählte, ist meines Wissens noch gegenwärtig i l^T.'n nicht ganz, vollendet obgleich 
die 1. Abtheilung (Grossschmetterlinge) bereits 1859 erschien. 

Da Herr Custos Rogenhofer eine lange Reihe von Jahren hindurch so freundlich war. die Determin't- 
rung der Lepidopteren zu besorgen, so hatte ich nichl Gelegenheit, mir die nöthige, auf Autopsie gegrün Lete 
Kenntniss der Lepidopteren zu erwerben, wie in den anderen [nsectenordnuugen — sonst hätte ich die Lepi- 
dopteren zuersl berücksichtigt, weil sie sich besser als die Insecten der übrigen Ordnungen zu den Beobach- 
tungen über periodische Erscheinungen eignen. 

Was endlich die Geradflügler (Orthoptera betrifft, so bin ich noch nicht über einige einleitende Studien 
hinausgekommen. 

Deakfichriften der mathem.<naturw. Cl. XXXVII. Bd. 1 



2 Karl Fr tisch. 

Aus diesen Gründen kann ich die einzelnen Abtheilungen meiner Arbeit nicht in der natürlichen Folge 
der Ordnungen erscheinen lassen. Auch dürfte es hier kaum von Bedeutung sein, dass ich zur Bezeichnung 
derselben, wenigstens in der Abtheilung der Insecten mit vollkommener Verwandlung, noch die veraltete, mir 
zur Gewohnheit gewordene Terminologie von Linne beibehalte, zumal dieselbe bis in die neueste Zeit von 
mancher entomologischen Autorität, insbesondere Schiner in seiner Dipteren-Fauna in Schutz genom- 
men wird. 

Meine eigenen Beobachtungen über die periodische Erscheinung der Käfer, welche als die ersten schüch- 
ternen Versuche hierüber anzusehen sind, reichen bis zum Jahre 1844 zurück 1 . Als ich nach dreijähriger 
Abwesenheit auf wissenschaftlichen Beisen die nöthige Müsse fand, mich den Beobachtungen über die Käfer 
ungestört widmen zu können, gab ich denselben die grösste Ausdehnung, welche mir möglich war. Es war 
vom J. 1849 angefangen, in welchem auch Redtenbacher's Fauna erschien, ohne welche die Ausführung 
meines Vorhabens wohl kaum möglieh gewesen wäre. 

Während ich mich bei meinem ersten Versuche im J. 1844 und 1845 darauf beschränkte, bei einigen 
der bekanntesten Arten den Tag der ersten und letzten Erscheinung, also die Grenzen der Periode und die 
Zahl der Tage anzugeben, an welchen jede Art ..einzeln-, ..in Mehrzahl-, ..zahlreich" und überhaupt mir 
vorgekommen ist, machte ich 1849 bereits den Versuch, die jährliche Vertheilung zu ermitteln, indem ich in 
jedem einzelnen Monate die Zahl der Tage des Vorkommens angab 2 . Die Anzahl der berücksichtigten Arten 
war bereits auf 191 gestiegen. 

Diese Beobachtungen wurden bis zu meiner Übersiedlung nach Wien (zur Zeit der Errichtung der k. k. 
Centralanstalt für Meteorologie etc.), welche Ende August 1851 erfolgte, fortgesetzt und fortwährend erwei- 
tert. Die Ergebnisse aus den Jahren 1850 und 1851 wurden in den Sitzungsberichten der k. Akademie der 
Wissenschaften veröffentlicht 3 ; zuerst jene des J. 1850 allein, über 720 Arten, dann von beiden (eigentlich 
vom September 1849 bis August 1851) Jahren zusammen über 1000 Arten. 

Auch in den beiden ersten Jahren meines Aufenthaltes in Wien wurden die Beobachtungen nach dem- 
selben Plane angestellt und in den Jahrbüchern der k. k. Centralanstalt für Meteorologie veröffentlicht 4 , 
wenn dieselben gleich auf den botanischen Garten beschränkt blieben, welcher aber nach Zulass der Witte- 
rung täglich besucht worden ist. 

In der ersten Instruction, welche 1853 von der Centralanstalt an ihre Stationen gesendet und von mir 
im Auftrage des verewigten Directors K. Ereil verfasst worden ist, um Theilnehmer an den Beobachtungen 
über periodische Erscheinungen im Thierreiche Zugewinnen, wurde auch die Beobachtung von 33 nament- 
lich angeführten Käferarten empfohlen. Die Beobachtung sollte aber auf die Zeit der ersten Erscheinung der 
einzelnen Arten beschränkt bleiben, um einen grösseren Kreis von Theilnehmer zu gewinnen \ 

Im folgenden Jahre wufde von mir eine grössere Instruction entworfen, in welcher schon eine bedeutend 
grössere Anzahl von Käferarten berücksichtigt erscheint; auch wurde den Beobachtern aufgegeben, ausser 
der Zeit der ersten Erscheinung der einzelnen Arien auch die Zeit des Verschwinden» zu notiren, sowie auch 
auf die Perioden wiederholter Erscheinungen = neuer Generationen, Bücksicht zu nehmen' 1 . 

Nach dem Plane dieser Instruction habe ich von nun an (1854) auch meine eigenen Beobachtungen ein- 
gerichtet, obgleich dieselben 1855 über die engen Schlanken des Wiener botanischen Gartens erweitert und 
im grösseren Umkreise der Umgebung von Wien ausgedehnt wurden sind. 



1 Magnetische und meteorologische Beobachtungen zu Prag. Von K. Kreil. Jahrg. 1S44 u. ist.-. 
- .Magnet, und meteor. Beobachtungen zu Prag. Jahrg. 1S49. 

3 Über die jährliche Vertheilung der Käfer. Jännerheft lS5l. Resultate zweijähriger Beobachtungen. November- 
het't 1851. 

1 IV. u. V. Bd. Jahrgänge 1852 und 1S53. 

5 Jahrbücher der k. k. Centralanstalt, II. Bd. 

6 Jahrbücher, III. Bd. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- Ungarn. 3 

Hierbei blieb es auch nach dem Erscheinen meiner neuerlichen Instruction vom .T. 1859 ', in welcher <lie 
Zahl der zu beobachtenden Käferarten vorzugsweise auf 48 beschränkt worden ist, die früheren Phasen der 
Erscheinungen jedoch beibehalten worden sind. 

Für die jährliche Vertheiluug der Arten wurden von mir seit 3 sf>4 in der früheren Weise (1849 — 1853) 
nur indirect Daten gesammelt, nämlich mit Rücksicht auf den Zeitpunkt des Verschwindens, welcher sich 
mit einiger Sicherheit nur bestimmen Hess, indem ich die dein Verschwinden nahen Arten täglich notirte. 
Da nun nicht wenige Arten in zwei und seihst mehreren Perioden vorzukommen schienen, so wurden Erschei- 
nungsdaten erhalten, welche einen beträchtlichen Theil des Jahres mnfassten. 

Von 18G4 au brachte ich jeden Sommer in Salzburg zu, 187] kehrte ich nicht mehr nach Wien zurück. 
Ich fand nun die nöthige Müsse, meinen Beobachtungen die grösste wttnschenswerthe Ausdehnung zu 
geben. 

Die früheren Notirungeti der Zeit des ersten und letzten Erscheinens ("eigentlich nur Beobachten») der 
Arten während meines Sommeraufenthaltes konnten von 1871 in fortdauernde übergehen, und die Beobach- 
tungen wurden wieder nach demselben Plane angestellt, wie vor 1^">.'!. 

Während daher von Pia;;-. Wien und Salzburg, wo nach und nach mein Domicil war, mehr oder 
weniger vollständige Reihen einige Jahre hindurch fortgesetzter fortlaufender Beobachtungen über die Tage 
des Vorkommens der Käfer vorliegen, beschränken sich die Daten an den übrigen Stationen in den einzelnen 
Jahrgängen vorzugsweise auf die Zeiten der ersten Erscheinung. Die letzte Erscheinung und das Vorkommen 
in zwei u. s. w. Perioden ist verhältnissmässig nur wenig berücksichtigt, während sich aus meinen fortlaufen- 
den, freilich sehr mühsamen Aufzeichnungen die erwähnten Puasen bestimmen bissen. 

Nur von Herrn Emil Conrad in Senftenberg sin 1 1853 und 18 ; 1 ganz nach dem Plane meiner Beob- 
achtungen in Prag ilsl'.i — 1851) fortlaufende Aufzeichnungen gemacht und übersichtlich zusammengestellt 
worden, welche ein gutes Bild der jährlichen Vertheilung gewähren. Ich bin daher in der Lage, die Fre- 
quenz der Käfer während der jährlichen Periode von vier durch ihre geographische Lage beträchtlich ver- 
schiedenen Stationen: Prag und Senftenberg (an der Ostgrenze Böhmens), dann Wien und Salzburg darstellen 
zu können. 

Nach dem Bisherigen umfasst meine Abhandlung über die jährliche Periode der Käfer wieder, wie die 
erste, die Fliegen betreffende, zwei Theile, von denen der erste sieh mit der Darstellung der Erscheinungs- 
zeiten, der zweite mit der jährlichen Vertheiluug der Käfer befasst. 



A. Erscheinungszeiten. 

Es sind im (ranzen nicht weniger als ii.~> über alle Länder von Österreich-Ungarn veitheilte Stationen, 
von welchen ich Beobachtungen über die Erscheinungszeiten der Käfer für meine beiden Theile des Kalen- 
ders der Fauna 2 , meine phänologisehen Studien 3 , sowie für einen noch nicht edirten Nachtrag zum Kalen- 
der der Fauna zusammenstellte, selbstverständlich nur insoweit, als es die eben angeführten Arbeiten erfor- 
derten. 

Vollständig berücksichtigt sind nur die Beobachtungen, welch • vor der Bearbeitung des ersten Theiles 
des Kalenders der Fauna (also bis 1862) angestellt werden sind, und insoweit sie — freilich nur für eine be- 
stimmte Anzahl der Arten — das Substrat meiner „phänologiscbenStudien* bilden (also bis 1868), Alle ande- 
ren oder späteren Beobachtungen nur tbeilweise un 1 insoweit als sie zur Ergänzung des zweiten Theiles des 
Kalenders der Fauna dienlich waren, oder für einen nicht edirten dritten Theil hätten dienlich sein können, 
und zwar bis Ende 1874. Es sind da her die Beobachtungen einzelner Stationen in dem Mass e 



1 Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. XXXVII. Bd. 

-' Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. LVI. u. LVIII. Bd. 

3 Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. LXI. Bd. 



4 Karl Fritsch. 

weniger berücksichtigt, a 1 s s i e später eint r a t e n und s i c h aufArten beziehe n, deren E r- 
g cheinungszeiten schon früher ans den Beobachtungen an anderen Stationen abgeleitet 
w o r d c n sind, da Mit t el w e r th e f ü r einige derselben in i r g e n ü g e n d schienen. 

Die Erscheinungszeiten beziehen sich nur auf die absolut erste Erscheinung, da über die anderen Phasen 
der Perioden des Vorkommens nur spärliche und wenig sichere Beobachtungen vorliegen, abgesehen von den 
vier Stationen, für welche die jährliche Vertlt eilung der Familien, Gattungen und Arten ermittelt werden 
konnte, welche ohnehin deu Inhalt des zweiten Theiles dieser Arbeit bildet. 

Die Erscheinungszeiten sind tlieils durch Mittelwerthe der Tage des ersten Vorkommens, theils durch 
die Angabe der Monate desselben dargestellt, so weit die Beobachtungen zur Ableitung von Mittelwerthcn 
nicht ausreichend waren. 

Die systematische Anordnung des Materiales ist der zweiten Auflage der Fauna von Redtenbacher 
entnommen, weil nach derselben alle Vorarbeiten ausgeführt worden sind. In neuester Zeit ist wohl eine 
dritte Auflage dieses Werkes erschienen, welche zu berücksichtigen gewesen wäre, wenn man dem neuesten 
Stande der Literatur hätte Rechnung tragen wollen. So weit aus einer nur theilweise vorgenommenen Ver- 
gleichung beider Auflagen geschlossen werden kann, so beschränkt sieh die dritte Auflage, abgesehen von 
einer Vermehrung der Gattungen und Arten, fast ausschliessend auf eine zum Theile andere systematische 
Reihung derselben. 

Die Angaben über die Zeiten der Erscheinung, welche zur Vergleichung mit den von mir ermittelten von 
Wichtigkeit gewesen wären, sind eben so spärlich wie in der früheren Auflage, obgleich sie durch Berück- 
sichtigung meiner Angaben über die Erscheinungszeiten mehrerer hundert Arten Käfer der Fauna von Wien 
nicht unbeträchtlich hätten vermehrt werden können; jene über Lebensweise, welche bei den Beobachtungen, 
wenn auch nur in zweiter Linie in Frage kommen, sind fast durchgehend« ungeändert geblieben. 

Die Arbeit war bereits zu weit vorgeschritten, als dass ich mich zu einer so wenig lohnenden Umarbei- 
tung hätte entschliessen können. 

Aus folgender Tabelle sind die Stationen ersichtlich, von welchen Beobachtungen über die Erschei- 
nungszeiten vorliegen. Die drei ersten Spalten enthalten die Unterschiede der geographischen Breite = \B, 
Länge =&L und Seehöhe =A<S gegen Wien. E>ie Differenzen von B und L sind in Graden und deren Deci- 
nialen angegeben, jene von 8 in Metern. 

Die drei folgenden Spalten enthalten das Product dieser Differenzen mit den in den Köpfen der Colum- 
nen angegebenen Constanten '. Diese entsprechen der mittleren Verzögerung oder Beschleunigung der Blüthe- 
zeit (in Tagen) krautartiger Pflanzen, wenn B oder L um 1° und S um 1 Meter zunehmen. Die Begründung 
folgt weiter unten. • 

Die letzte Spalte endlich enthält die Summe der Grössen in den drei früheren Spalten. Diese Summe 
diente als Index iür die Reihung der Stationen, bei den Mittelwerthen der Erscheinungszeiten. Ein negatives 
Vorzeichen bedeutet einen Vorsprung gegen Wien in Beziehung auf die Erscheinungszeit, ein positives Ver- 
zögerung, beide in Tagen und deren Decimalen angegeben. 

Die Benützung der angeführten Constanten gründet sich auf die Annahme, dass das Insectenleben mit 
dem Pflanzenleben auf das Innigste zusammenhängt. Es wurden die Constanten für krautartige oder Boden- 
pflanzen, und nicht jene für die Holzpflanzen (Bäume und Sträuche) gewählt, weil die Käfer vorwiegend auf 
ersteren oder am Boden beobachtet werden. Übrigens weichen beide Kategorien der Constanten nicht bedeu- 
tend von einander ab. 



1 jfflanzenphänologische Untersuchungen im L1II. Bande der Sitzungsb. d. k. Akad. d. Wiss. Wien 1866. 



Jährliche Periode der Inseetenfauna von Osterreich-Ungan 



Übersicht der Stationen. 

Unterschiede ihrer geogr. Breite {kB), Länge (AZ.) und Seehöhe (AS) mit Wien. 
Reduction der Erschemungszeiten auf Wien. 



Station 



1B 



\L 



A.S' 



3-8 n; 


0-4A/, 


046 A.S' 


V 




— 6-o 


— 11-7 


4-21-6 


4-14-9 


- 9-0 


— 0-2 


— 1-8 


— 11 





+ 3-8 


-4-1-2 


4-13-3 


+ is 


3 


+ 5-9 


+0-4 


4-16 6 


+ 22 


9 


— 13-3 


-1-2 '3 





— 11 





+ 5-9 


+1-0 


4- 6-0 


+ 12 


9 


— 3-8 


—2-6 


4-17 9 


+ 11 


5 


— 6-5 


-2-d 


4- 1-8 


— 6 


i 


— -2-7 


—2-7 


4- 9-7 


+ 4 


3 


-1- 3-0 


+ 1-0 


4-12-0 


+ 16 





+ 3-S 


H-0- 1 


4- 0-9 


+ 4- 


S 


-4- 3-0 


— OS 


+ 10-6 


+ 12 


8 


+ 0-4 


4-0-9 


+ 17-0 


+ 18 


3 


— 7'6 


— 0-4 


4-1-8 


— 6 


4 


-t- 3-4 


-0-4 


4-12-9 


+ 15 


9 


+ 50 


—0-3 


-J- 9-7 


+ 14 


3 


+ 2-7 


+2-0 


4- 2-8 


+ 7 


5 


o-o 


-0-8 


4- 4-6 


+ 3 


8 


— 0-7 


—06 


4-10-1 


- 8 


8 


— 4-9 


-1-2 


4-33-1 


+ 27 





— 9-1 


+3-1 


4-10-1 


+ 4 


l 


-+- 11 


+ 1-0 


4-19-3 


+ 21 


4 


+ 5-0 


+0-7 


4- 5-1 


+ 10 


8 


— 0-4 


+2 -8 


— 2-8 


- 


4 


— 6 8 


— 1-4 


4-13-4 


+ 10 


2 


-f- 4-9 


-+-2-0 


4- 1-8 


4- S 


5 


+ 4-6 


-0-3 


4-14-3 


4-18 


6 


— 3-4 


— 2 


4-13-5 


4-12 


1 


— l'J 


— 1-1 


4-12-0 


4- 9 





+ 1-9 


+2-0 


+ 0-9 


4- 4 


8 


-1- 3-4 


+ 1-6 


4-19-8 


+ 24 


8 


— 3-8 


— 1-G 


4-19-8 


4-14 


4 


— 0-4 


— 0-9 


4-11-5 


4-10 


•_> 


— 59 


— 0-8 


4-11-5 


+ 4 


8 


+ 4 2 


-HO- 4 


4- 9 


4- 5 


5 


— 0-8 


— 0-9 


4- 8-7 


+ ~< 





— 9-5 


4-3-7 


4- 1 8 ■ 5 


+ 12 


7 


— 8-4 


— 0-8 


4- 4- 1 


— 5 


1 


-+- 5 9 


f-3-1 


4- 4-6 


+ 13 


6 


+ 2-8 


4-1-7 


4-15-6 


+ 20 


l 


— 5-3 


- 1-4 


4-21-1 


+ 14 


4 


+ ii- 1 


—0-8 


4- 8-3 


4- 7 


9 


— 80 


4-3-2 


— 2-3 


— 7 


1 


+ 1-9 


—0-4 


4-2-3 


4- 3 


8 


— 4-2 


— 0-8 


4-19-8 


+ 14 


s 


+ 1-9 


4-1-1 


4- 7-4 


+ 10 


4 


+ 5-3 


4-0-7 


4- 4-6 


+ 10 


6 


+ 2 1 


4-0-1 


4- 1-4 


+ 3 


6 


— 3-4 


o-o 


4- 7-8 


4- 4 


4 


— 2-7 


4-1-1 


— 3-0 


— 4 


6 


-11-8 


4-2 ■ 2 


4- 3-2 


- 6 


4 


+ 7-2 


— 0-8 


4- 0-5 


+ 6 


9 


- 0-4 


4-0-3 


— 2 • 3 


■_> 


4 


+ 6-8 


— 1-0 


4- 6-4 


+ 12 


2 


— 1-9 


4-0-5 


— 3-2 


— 4 


6 


-+- 1-5 


4-1-7 


4-4-6 


4- 7 


S 


-1-4-2 


+ 5 


4-12-4 


+ 17 


1 


— 8-7 


— 21 


4-0-5 


— 10 


3 


+ 7-2 


4-2' 1 


4- 1-0 


+ 10 


3 


— 1-5 


— 1-4 


4-10-6 


+ 7 


7 


— 7-6 


4-3-5 


4-69 


+ 2 


8 


+ 7-2 


o ■ 


4-10-6 


+ 17 


s 


— 5-8 


— 2-4 


4-4S-0 


+ 39 


8 


+ (',-5 


4-0-7 


4- 2-8 


+ 10 





0-0 


0-0 


(1 ii 


o 





— 3-4 


— 2 


-1-17-9 


+ 12 


•5 


— 9-9 


o-o 


4-20-0 


+ 10 


1 



Admont 
Agram . . 
Arvavarallja 
Bärn . . . 
Bania . . . 
Biala . . . 
Bludenz . . 
Bozen . . 
Bregenz . . 
Briesz . . . 
Brunn . . . 
Budweis . . . 
Bngganz . . . 

Cilli 

Datschitz . . 
Deutsi -hbrod , 
Eperies . . 
St. Florian . 
Gresten . . 
Hausdorf . . , 
Ili-riiiannsradt 
lilinik . . . . 
Hochwald . . 
Huszth . . , 
st. Jakob . 
Jaslo ... 
Iglau . . . 
Innsbruck . 
Ischl . . . 
Kaschau . . 
Kesmark . . 
Kessen . . 
Kirchdorf . 
Klagenfurt . 
Kremsier 
Kremsmiinster 
Kronstadt 
Laibach . . 
Lemberg . . 
Leutschau . 
Lienz . . . 
Linz .... 
Mediasch 
Melk . . . 
Micheldorf . 
Neusohl . . 
Neutitschein 
Nikolsburg . 
Oberschützen 
Ofen .... 
Oravicza . . 
Prag . . . 
Pressburg . 
Pürglitz . . 
Raab . . . 
Liosenau . . 
Rottalow itz 
Roveredo . 
Rzeszow . . 
.Salzburg . . 
Schässburg 
Senftenberg 
Täufers . . 
Troppau . . 
Wim . . . 
Wüten . . . 
Zvecevo . . 



-1°6 


-1*9 


+ 472 


-2-4 


-0-6 


— 40 


+ 10 


+3-0 


+ 295 


+ 1-6 


+ 1 -1 


+ 358 


— 3*5 


+5-8 





+1-6 


+ 2-7 


+ 129 


— 1-0 


— 6-5 


+ 387 


-1 7 


— 5-0 


+ 44 


—0-7 


—6-7 


+ 209 


+0-8 


+ 2-4 


+ 262 


+ 1-0 


+ 2 


+ 18 


+0-8 


— 1-9 


+ 231 


+0-1 


+ 2-3 


+ 371 


—2-0 


— 1-1 


+ 40 


+0-9 


-0-9 


+ 270 


+ 1-4 


-o-s 


+ 213 


+0 7 


+ 4-9 


+ 63 


0-0 


— 20 


+ 105 


—0 • 2 


— 1-4 


+ 217 


— 1-3 


—3-1 


+ 720 


— 2-4 


+ 7-8 


+ 219 


+0-3 


+ 2-4 


+ 120 


+ 1-4 


+1-8 


+ 112 


—o- 1 


+ 6-9 


— 65 


— 1-s 


— 3-5 


+ 399 


+ 1-3 


+5 • 2 


+ 44 


+1-2 


— 0-8 


+ 314 


-0-9 


—5-0 


+ 380 


— 0-5 


—2-8 


+ 262 


+ 0-5 


+4-9 


+ 18 


+ 0-9 


+4-1 


-r 427 


— 1-0 


— 4-0 


+ 4:) 3 


-o-i 


2 2 


+ 255 


— 1-6 


— 2-1 


+ 24 6 


+ 1-1 


+ 1-0 


+ 17 


-0-2 


■> o 


+ 190 


-2-5 


+ 9-2 


+ 379 


— 2-2 


— 1-9 


+ 93 


+1-6 


+7-7 


+ 104 


+ 0-8 


+ 4-3 


+ 336 


— 1-4 


—3-6 


+ 463 


+ 0-1 


-2-1 


+ 183 


— 2- 1 


+8 


— 48 


+ 5 


-1-0 


+ 55 


— 1 • 1 


—2-0 


+ 432 


+0-5 


+ 2-8 


+ 157 


+1-4 


+ 1 -7 


+ 100 


+0 6 


+ 0-2 


+ 26 


— 0-9 


-o-i 


+ 167 


— 0-7 


+2-7 


— 66 


— 3 • 1 


+ 5-4 


+ 68 


+ 1-9 


— 2-0 


+ 7 


— 0-1 


+0-7 


— 50 


+ 1-8 


— 2-4 


+ 145 


—0-5 


+ 1-2 


— 74 


+ 0-4 


+ 4-2 


+ 99 


+ 1- l 


+ 1-3 


+ 274 


— 2-3 


-5-3 


+ 15 


+ 1-9 


+ 5-3 


+ 20 


-0-4 


-3-4 


+ 230 


— 2-0 


+8-5 


+ 147 


+ 1-9 


+o-i 


+ 226 


— 1-5 


— 5-9 


+ 1046 


+ 1-7 


+ 1-5 


+ 64 


0-0 


o-o 





— 0-9 


— 5 - 


+ 392 


— 2- 6 


+ 1-1 


+ 438 



Karl Fritsck. 



I in klar zu machen, in welcher Weise die durch Verwendung der angeführten Constanten gewonnenen 
ReductioDSwerthe zur Gontrole der Erseheinungszeiten dienen können, wähle ich die Mittelwerthe der Er- 
seheinungszeiten für Meloloniha vulgaris, den geraeinen Maikäfer. 



Mittlere Zeit 

Agram 17 — 4 

Mediasch 12 — 4 

Cilli 18—4 

Oravicza 27 4 

Laibach 16 4 

Pressburg 20 — 1 

Wien 26 — 4 

Schässburg . ... 19 — 4 

St. Florian 25 — 4 

Hermannstadt .... 2" — 4 

Melk 19 — 4 

Überschätzen . . . 14— .4 

Briinn 20 4 

Kaschau ■>;, 4 

Klagenfurt 24 — 4 

Kremsiei' 29—4 

Eperies 25 — 4 

Kremsmiineter .... 1 

Prag 4 — 5 

Jaslo 9 5 

Linz 19—4 

Rosenau 22 4 

Salzburg 25—4 

Gresten 27—4 

Ischl .... .... 27—4 



Differenz mit Wien 
Beob. Rech. B-R 



— 9 

— 14 

— 8 
+ 1 

— 10 

- 6 


— 7 

— 1 

- 1 

— 7 

— 12 

— 6 

- 3 
2 

-+- 3 

- 1 
+ ö 
+ 8 
-1-13 

— 7 

— 4 

- 1 
-+- 1 
-+- 1 



— 11 

— 6 

— (3 
- 5 

o 



-I- 3 
+ 4 
+ 4 
+ 4 

-f- 4 



— 4 


— 10 

— 5 

— 5 

— 11 

— 16 

— 11 

— s 



Differenz mit Wien 



8 


+- 5 


S 


— 15 


8 


— 12 


8 


— 9 


9 


— S 


9 


— 8 



Mittlere Zeit 

St. Jacob 10—5 

Kirchdorf 27—4 

Neusohl 8—4 

Rzeszow 5 5 

Troppau 23 — 4 

Bludenz . 30— 4 

Hochwald 5 — 5 

Innsbruck 14 — 4 

Wüten 25 — 4 

Biala 1-5 

Kronstadt ...... 2 — 5 

Kessen .4 — 5 

Lemberg 6 — 5 

Lienz 6 — 5 ? 

Admont ....... 6 — 5 

Micheldorf 3—5 

Datschitz 4—5 

Rottalowitz 4—5 

Senftenberg 10 — 5 

IgJau 4—5 

Leutschau 6-5 

Barn 30 — 5! 

Kesmark 15—5 

Hausdorf 4 — 5 

Täufers 8-5 



Beob. Re 



-HU 

-(- 1 

— 18 
+ 9 

— 3 
-t- 4 
+ 9 

— 12 

— 1 
+ 5 
+ 6 
+ 8 
+ 10 
+ 10 

+10 



- 8 
-14 

- 8 
-10 
-34 
-19 

- 8 
-12 



eil. 

+ 10 
+ 10 
+ 10 
+ 10 
+ 10 
+ 11 
-(-11 
+ 12 
+ 12 
— 13 
+ 13 
+ 14 
+ 14 
+ 14 
+ 15 
+ 15 
+ 16 
+ 17 
+ 1S 
+ 19 
+ 20 
+23 
+25 
+27 
+40 



B—Ii 

+ 4 

— 9 
—28 

— 1 

— 1 3 

— 7 
o 

— 24 
—13 

— 8 

— 6 

— 4 
-- 4 

— 5 

— 8 

— 8 

— 9 

— 1 

— 11 

— 10 
+ 11 

— 6 

— 19 
—28 



Die Werthe von B — Ii sind mit wenigen Ausnahmen negativ ausgefallen. Es kann dies daher rühren, 
dass entweder die Erscheiaungszeit für Wien zu spät angesetzt ist, oder die Constanten, welche den berech- 
neten Werthen zu Grunde liegen, zu gross angenommen worden sind, oder dass beide Ursachen zugleich 
mitwirken. 

In meinen pflanzenphünologisehen Untersuchungen ' habe ich nachgewiesen, dass die Bodenpflauzen 
bei Wien im Allgemeinen nur 0-5 Tage früher zur Bliithe gelangen, als dies der geographischen Lage von 
Wien entspricht. 

Anderseits hat sich aus den Untersuchungen, welche im ersten Theile des Kalenders der Fauna 2 ent- 
halten sind, ergeben, dass die Erscheinungen im Thierreiche gegen jene im Pflanzenreiche im Mittel um 
2 Tage im März, 3 im April, 6 im Mai, 8 im Juni. 5 im Juli zurückbleiben. 

Bei der Vergleichung der Erscheinungszeiten von Wien mit den unter Zuhilfenahme der Constanten für 
die anderen Stationen berechneten, sollten daher die Mittelwerthe der beobachteten Erseheinungszeiten von 
Wien um die für die einzelnen Monate oben angeführte Anzahl der Tage verkleinert werden. 

In unserem Falle (Melolontha vulgaris; bleiben aber selbst dann die Werthe B—Ii noch immer grössten- 
teils negativ, was auf die Annahme zu grosser Constanten schliessen lässt, oder eigentlich, dass die für die 
Bodenpflauzen ermittelten mit jenen, welche eine specielle Untersuchung für die Käfer ergeben haben würde, 
nicht genau übereinstimmen. 

Da jedoch die Reihung der Stationen durch eine solche Untersuchung nicht geändert worden wäre, so 
Rann davon Umgang genommen werden. 



1 Sitzungsberichte, LII1. Bd.. Wien 1868. 
- Sitzungsberichte, LVI. Bd., Wien 1S67. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



In folgender Tabelle sind siiiuurtliche Stationen mit ihrem Reihungs-Index = dem berechneten Unter- 
schiede der mittleren Erscheinungszeit gegen Wien X— W, ersichtlich. Die bei jedem Ortsnamen durch ein 
Comma getrennten Anfangsbuchstaben zeigen die Abkürzung an, mit welcher der Name im Register vor- 
kommt. 

Reihungs-Index der Stationen. 



All. liiont . . 

Ag,rain . . . 
Ar,vavärallja 

Ba',111 . . . . 

Ba,nia . . . 

Bi,ala . . . . 

Bl,udenz . 

Bo,zen . . . 

Bre,genz . . 

Brii,nn . . 

Lud, weis . . 



+15 

— 11 

+ 13 
+23 
-11 
+ 13 
+ 11 

— 7 
-I- 4 
+ 5 
+ 13 



Bug,ganz +1S 

C,iUi 

Da.tschitz 

De,utschbrod 

E,peries 

St. F,lorian 

G,resten 

Ha,usdorf 

He,rmannstadt 

Ho,chwald ........ 

Hu.szth 



— 6 

+ 16 
+ 14 

+ 4 
+ 9 



St. Jak,ob +10 

Jas,lo +8 

Igl.au +19 

Innsbruck +12 

Is,ohI +9 

Ka,schau f- 5 

Eesm,ark +25 

Kess.en +14 

Ki,rchdorf +10 



Kremsi,er . . . 
Kiemsiu.Unster . 
Kronstadt . . 
La.ibaeh . . . 
Lem,berg . . . 
Leu, tschau . . 
Lie,nz .... 

Lin,z 

Med,iasch . . . 

Mel,k 

Mi,cheldorf . . 



+7 

+13 

. . . . . — 5 

+14 

+20 

+14 

+ 8 

— 7 

+4 

+15 

Neus,ohl +io 



Xeut.itsehein 
Ni.kolsburg . 
Ob.erschützen 
Of,en .... 
Oiyivicza . . 
Pra,g .... 
Pre,ssburg . 
I'u.i'glitz . . 
Ra,nb . . . 
Ros,enau . . 
Rot.talowitz . 
Rov,eredo . . 
Rz,eszow . . 



+ U 

+ 4 
+ 4 
— 5 
- 6 
+ 7 

2 

+ 12 



-17 
-10 
-10 



Salzburg 

Sc,hässburg 

Se.nftenberg 

Ta,ufers ... .... 

I r.oppau 

Wie,n 

Wil,ten 

Z,veeevo . ....... 



+ 3 
+ 18 
+40 
+ 10 

+ 12 
+ 10 



Während die Mittelwerthe nach vorstehendem Reihungs-Index geordnet wurden, sind die für Einzeln- 
beobachtungen geltenden Daten in alphabetischer Ordnung der Stationen angeführt und durch die Nummer 
des Monates ausgedrückt, in welchem die Aufzeichnung gemacht worden ist. Die Angabe der Tage wie bei 
den Mittelwerthen wäre doch nur illusorisch gewesen. 

Im Ganzen handelt es sich, so weit die Erscheinungszeiten nach Monaten angegeben sind, nur um ab- 
solut oder relativ seltene Arten, deren Beobachtung vom Zufalle sehr abhängig ist, also in der Regel nicht so 
genau sein kann, dass die Angabe des Tages von Werth sein könnte, den Fall ausgenommen, dass man durch 
Combination mit späteren Beobachtungen Mittelwerthe berechnen wollte. 

Auch in jenen Fällen . in welchen die Mittelwerthe einiger Stationen unter sich sehr abweichend waren, 
sind selbst Einzelnbeobachtungen anderer Stationen zur Vergleichung beigefügt. 

Unsichere Mittelwerthe oder Einzelndaten sind mit ?, auffallende mit ! bezeichnet. Erstere beziehen 
sich immer auf einen mittleren oder auch wahrscheinlichen Fehler, welcher +5 Tage überschreitet. 

Bei den einzelnen Familien sind Bemerkungen über die Lebensweise der Gattungen angeführt, so weit 
dieselbe auf die Angabe der Erscheinungszeit von Einfluss sein könnte, wobei die Gattungen nach Verschie- 
denheit der Lebensweise gruppirt sind. 

Die. Abweichungen von derselben bei einzelnen Arten ist bei diesen selbst angeführt. Hier kommen auch 
anderweitige Notizen vor, welche, so weit sie aus Redtenbacher's Fauna entlehnt, mit Anführungs- 
zeichen „ •• bemerkt sind. Anderweitige Notizen dienen zur Ergänzung derselben. 

Die übrigens spärlichen Angaben Redtenbacher's über Erscheinungszeiten sind sämmtlich angeführt 
und alle nach ihm seltenen Arten besonders bezeichnet, weil die Beobachtungen über solche Arten in der 
Regel weniger sicher sind. 

Ich habe gewissenhaft die Ergebnisse aller Beobachtungen angeführt , mochten dieselben für meine 
Ansicht, dass sich die Erscheinungszeiten genau bestimmen lassen, günstig sein oder nicht. Ein beträcht- 
licher Fortschritt in Beziehuni;- auf Genauigkeit der Daten ist in der Folge nur zu erwarten, wenn man sich 



-8 Karl Fritsclt. 

angewöhnen wird, die Umstände des Vorkommens der Arten bei jeder einzelneu Beobachtung genau zu be- 
merken; z. B. die Pflanzenarten, aufweichen man den Kater antraf, woraus der Vortheil entsteht, nur homo- 
gene und desshalb vergleichbare Beobachtungen in den Mittelwerthen combiniren zu können. Ist also z. B. 
die Lebensweise einer Art an eine bestimmte Pflanze gebunden, so sollte man sie auch nur auf dieser, und 
nicht auch auf anderen beobachten, wo sie zufällig erscheinen kann — kurz, die Beobachtungen sollten 
immer nur unter Umständen angestellt werden, welche mit der Lebensweise der betreffenden Arten im inni- 
gen Zusammenhange stehen. 

Wenn man alle Verhältnisse erwägt, welche auf die Erscheinungszeiten der Käfer von Einfluss sein kön- 
nen, so wird man die Übereinstimmung der Mittel werthe verschiedener Stationen befriedigend finden. Wo 
die geringere Übereinstimmung einen Zweifel lässt, welchen Mittelwerthen der Vorzug zu geben ist, wird 
man durch Vergleiehung der Erscheinungszeiten anderer Arten derselben Gattung den Zweifel leicht lösen 
können Liegen Mittelwerthe von mehreren Stationen vor, so ist jenen der Vorzug zu geben, welche an der 
Mehrzahl der Stationen nahe dieselben sind, wobei aber immer auf die Differenzen Rücksicht zu nehmen ist, 
welche in der Verschiedenheit der geographischen Lage begründet sind. 

Uiese Regeln gelten auch für jene Arten, deren Erscheinungszeit nur nach Monaten und nicht auf den 
Tag genau angegeben werden konnte, weil die Beobachtungen zur Ermittlung sicherer Mittelwerthe nicht 
ausreichend waren. 

Jedenfalls dürften die im folgenden Register enthaltenen Erscheinungszeiten ein reichhaltiges Materiale 
liefern zu Untersuchungen über die Abhängigkeit der Erscheinungen von klimatischen, geographischen, oro- 
graphischen, geologischen und anderen Verhältnissen der Stationen. 

Durch chronologische Reihung der Daten gelangt man zu einem Kalender der Käferfauna an den Sta- 
tionen, der nach der Anzahl beobachteter Arten mehr oder weniger vollständig ist. 

Schliesslich liegt mir noch ob, allen Theilnehmern an den Beobachtungen meinen besonderen Dank aus- 
zusprechen; in höherem Grade gebührt derselbe den Herren Ignaz Bö lim in Agram, derzeit Polizeicommis- 
sär in Podgörze bei Krakau, für seine vierjährige Beobachtungsreihe über viele Arten; Herrn Franz Riese, 
technischem Lehrer in Biala, für mehrjährige Theilnahme an den Beobachtungen, welche hier nur zum Theile 
verwerthet werden konnten; Herrn Prof. Vincenz Gredler in Bozen, dem bekannten gründlichen Kenner 
der Coleopteren-Fauna von Tirol und späteren Antagonisten phänologischer Beobachtungen; in neuester Zeit 
dem an derselben Station thätigen fProf. Peter Hamp: Herrn Prof. Friedrich Zimmerle in Bregenz; Herrn 
Joseph Otto, Oberlandesgerichts-Official in Brunn, für langjährige Theilnahme, früher auch schon in Neu- 
titschein; Herrn fP. Max Elbel, Piarist in Budweis, einem talentirten jungen Entomologen, später in Nikols- 
burg thätig; Herrn Prot. Anton Tomas chek in Cilli, später in Lemberg; Herrn Wilhelm Schleie her in 
Gresten; Herrn P. Raimund Kaiser, für langjährige eifrige Theilnahme in St. Jakob, dann in Hausdorf; 
Herrn Prof. Karl Fuss in Hermannstadt, einem gründlichen Kenner der dortigen Fauna; Herrn Prof. Adolf 
Pickler in Innsbruck, für Aneiferung seiner Schüler; Herrn fProf. Hermann Tausch in Kaschau, für be- 
sonders sorgfältige und gewählte Beobachtungen, - Herrn Dr. Karl Schiedermayr in Kirchdorf, dermal 
Landes-Medicinalrath in Linz, für langjährige Theilnahme; Herrn fProf. Andreas Rettig in Kremsier, für 
mit grosser Sorgfalt angestellte Beobachtungen; Herrn fProf. Gustav Hlaväcsek in Leutschau, für mehr- 
jährige Theilnahme; Herrn fProf. Johann Hinter öcker S. J. in Linz, für sehr eifrige Theilnahme an den 
Beobachtungen über viele Arien und mehrere Jahre hindurch; Herrn Prof. Vincenz Staufer in Melk, für 
mehrjährige Theilnahme: Herrn Prof. Wilhelm Vafecka in Neusohl, für sehr sorgfältige Beobachtungen über 
viele Arten; Herrn Prof. KarlRothe in Obersehützen ; Herrn Prof. Kornhuber in Pressburg, derzeit in 
Wien; Herrn Prof. Julius Geyer in Rosenau, für besonders sorgfältige Beobachtungen über viele Arten, von 
welchen hier nur jene über die selteneren nach dem Plane der Arbeit berücksichtigt werden konnten; Herrn 
P. Daniel Sloboda, evang. Pfarrer in Rottalowitz, für besonders eifrige Theilnahme eine lange Reihe von 
Jahren hindurch und Berücksichtigung der ganzen Käferfauna; Herrn Emil Konrad, Buchhalter in Senf- 
tenberg, für zweijährige Beobachtungen über die jährliche Verkeilung der Käfer (s. zweite Abtheilung). 



Jährliche Periode der Insectertfauna von Österreich-Ungarn. 9 



Erste Ersclieinungszeiten der Käfer an den einzelnen Stationen. 

Geordnet nach der Fauna von Redtenb acher (2. Autlage). 

I. Farn. CICINDELIDES. 
2. Gatt. Cioindela. 

1. C. campestris. Ag. 5-4, C. 25—3, Pre. 13—4, Hu. 26—4, Wie. 8—4, Sc. 10—4, He. 24—4, 
Mel. 2(3—3, Ob. 10-4, Brtt. 28-3, Kremsi. 9 — 4, Pra. 21—4, Liu. 27—3, Ros. 12—4, Sa. 19—3, G. 29—3, 
Ki. 1—4, Neus. 14—4, Neut. (3-4, In. 17-3, Bi. 18—4, Bud. 22—3, De. 17—4, Lern. 21-4, Ad. 8-4, 
Eot. 21—4, Se. 15-4, Ig. 8—4, Leu. 15—4, Bit. 20—5?, Ha. 21—4, Ta. 13-4. 

2. C. germanica. Ki. 21 — 4. — Bug. 4, Ci. 4, Ka. 5, Kess. »3, Neus. 6, Pü. 4. „In Österreich o. d. E. auf 
Stoppelfeldern nicht selten." Wäre das Vorkommen auf diese allein beschränkt, so könnte der Käfer vor Juli 
nicht erscheinen, er muss demnach auch auf anderen Standorten zu treffen sein. 

3. C. Viemiensis. Lin. 7. 

4. C. sylvatica. Brü. 20 — 4. — Wie. 4. 

5. C. sylvicola. Wie. 19-4, Mel. Ki— 4, Sa. 21—4 *, Neut. 10-4. 

6. 0. hijhrüia. Ag. 7 — 4, He. 21—4, Kremsi. 2(3—4, Sa. 13—4, G. 7—4, Neus. 18—4, Rot. 17 — 1, 
Leu. 20-4. 

7. C. riparia. Ag. 2 — 4. 

Die Arten dieser Gattung leben an sonnigen sandigen Plätzen, in waldigen Gegenden und an Flussufern, 
wo sie sich während der Tageshitze bald laufend, bald fliegend herumtreiben, wären also zur Beobachtung 
gut geeignet, wenn sie nicht tlieilweise schwer zu unterscheiden wären. 

2. Farn. AR ABIDES. 
.'!. Gatt. Elaphvus. 

8. E. uliginosus. Brü. 3 — 5, Neut. 11 — 4. 

9. E. cupreus. Lin. 1 — 4, Neus. 3 — 5. 

10. E. aureus. Ros. 24 — 4. — Neus. 5. 

11. E. ülrichn. Bud. 5, Neus. 4, Pos. 4, Rot. 4. 

12. E. riparius. Neus. 5 — -5, Leu. 14 — 5. — Brü. 4, Sa. (3. 

4. Gatt. Blethisa. 

13. B. multipunctata. Wie. 4. 

6. Gatt. WotlopMlus. 

14. X. aguaticus. Wie. 27—3, Brü. 18—3, Lin. 23—3, Neut. 23-4. 

15. N. palustris. Bud. 3, Kremsi. 3, Lin. 2, Neus. 2, Ob. 3, Pre. 5, Rot. 5, Sa. 6, Wie. 5. 

16. N. semipunctatus. Wie. 4, Rot. 4. 

8. Gatt. OmopJwon. 

17. 0. lirnbatum. He. 5, Rot. 0. 



1 Kommt bei Salzburg sehr häufig an saudigen, sonnigen Ufern der Salz ich vor, kaum minder selten in sonnigen 
Schluchten der Waldschläge. Diese Verschiedenheit des Vorkommens scheint zwei Species anzudeuten, welche ich jedoch 
nicht mit Sicherheit unterscheiden konnte, wenn ich auch geneigt war, die in Waldschlägen vorkommende Art für O. hybrida 
zu halten, welche „auf sonnigen Waldwegen in 0. -Österreich" vorkommt. 



Denkschriften der mathem.-naturw. CI. XXXVII. Bd. 



10 Karl Fr itsch. 

9. Gatt. Nebria. 

18. N. livida. Mel. 5. 

19. N. picicorm's. Mel. 11 — 5, Sa. 8 — 6. 

20. N. brevicollis. Pre. 4, Brii. 4. 

10. Gatt. Leistus. 

21. L. ferrugineus. He. 6 — 4. — Kremsi. 3, Liu. 5. 

22. L. rvfescens. Neus. 5 — 4. — In. 4, Pia. 4. 

23. L. Frölichii. Neus. 4. 

11. Gatt. Cychrus. 

24. C. rostratus. Mel. -'7—4, Rot. 6—5. — He. 5. 

12. Gatt. Procerus. 

25. P. gtgas. C. 13—5. — Ag. 3, Wil. 5. „In den Krainer Alpen.-' 

13. Gatt. Proerustes. 

26. P. coriaceus. Brii. 15 — 3, Lin. 14 — 4, Wil. 2-4, Ad. 15 — 4, Leu. 11-4. 

14. Gatt. Caiabus. 

27. C. clathratus. Tr. 4. „Im Prater bei Wien." 

28. C. TJlhichn. Kremsi. 28—3, Brii. 2(5-4, Sa. 21-3, Neus. 7—4, Neut. 20—4, Rot. 14—4. 

29. 0. granulatHS. Mel. 16—3, Brii. 27 — 3, Lin. 10—3, Sa. 7—4, Neus. 7—4, Neut. 10—4, Wil. 
12—4, Bud. 4—4, Ad. 13—4, Rot. 24-3. 

30. C. cancellatus. Sc. 7—4, Mel.27— 3, Brii. 25-3, Kremsi. 21 — 3, Pra.11-4, Lin. 26— 3, Sa, 26— 3, 
Ki. 20—4, Tr. 9-4. Bl. 27-4, Neut. 12—4, Bi. 27—3, Ad. 23-3, Rot. 27-4, Se. 13-5, Igl. 18—4, 
Leu. 20—4, Kesm. 2—4. 

31. C. avratus. Ad. 4, Bre. 5, Kess. 4, Wil. 5. „Auf den Vorgebirgen des Schneeberges." 

32. C. auronitens. Bl. 16 — 4, Ad. 9—4, Leu. 20—4. „Auf Alpen." 

33. C. intricatus. C. 6-4, Wie. 12-5, Brii. 14—4, Pra. 15-4, Neus. 15-4. 

34. C. nodulosus. C. 15 — 5, Hc. 6 — 4. ,,hi Österreich o. d. E. im Mühlkreise selten." 

35. C. violaceus. Brii. 5-5, Neus. 9-4, Rot. 10-5, Se. 10—5, Leu. 16-4. 

36. 0. glahratus. Neus. 21 — 4, Leu. 23 — 4. 

37. C. scabriuscuhz. Neus. 5 — 4, Rot. 21 — 4. „Um Wien selten." 

38. C. convexus. Brii. 1—5, Lin. 27 — 3, Neus. 18 — 4, Neut. 5 — 5, Leu. 10 — 4. „In Alpengegenden 
selten." 

3,9. C. purjpurascens. Wie. 10 — 5?, Kremsi. 5— 4, Rot. 12 — 5. „Sehr selten." 

40. C. Scheidleri. Wie. 9—5, Brii. 6—5, Neus. 6-5, Leu. 15—5. 

41. C. Preissleri. Wie. 14-5?, Brii. 10-5, Neus. 16-4. „Um Wien sehr selten." 

42. C. tiemoralis. Bre. 6-4'?, In. 30 — 3. — Lin. 4, Mel. 4. „Selten." 

43. C. catenulatvs. Rot. 4. „Auf dem Schneeberge selten." 

44. C. catenatns. Bud. 30—4?. — Rot. 5. „In Osterreich o. d. E. bei Kirchschlag selten.- 

45. C. arvensü. Se. 23—3?, Leu. 15-4. — Ni. 3, Rot. 4. 

46. C. horte»«;*. Brii. 10-4, Pra, 26-4, Rot. 7—5, Se. 28-4. „Selten." 

47. C. Lume'i. Ros. 4. 
-^6'. C. sylvestris. In. 3. 
49. C. alpestris. Neus. 3. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- Ungarn. 11 

15. Gatt. Calosoma. 

50. C. sericeum. Brii. 6 — 6. „Selten in Eichenwalduugen." 

51. C. sycopkanta. Ag. 30-4, Brü. 6 — 6, Ka. IG -5?, Mi. 20—5, Ha. 25-5. 

52. C. Inquisitor. Ag. 30-4, Bo. 24-5?, He. 20-5, Brü. 28-5, Rot. 17-4. 

17. Gatt. Drypta. 

53. D. emarginata. Ag. 3 — 4. — Ros. 3. „An den Ufern der Donau sehr selten." 

19. Gatt. Folystichus. 

54. P. vittatus. Neus. 4. „Bei Mautern an der Donau." 

20. Gatt. Cymindis. 

55. C. miliaris. In. 6! „Um Wien sehr selten." 

56. C. hwmeralis. Rot. 14-4. — Bud. 3, In. 4, Wie. 3. 

57. C. cingulata. Pre. 3. „Sehr selten.-' 

58. C. vaporariorum. Lin. 2. .Selten." 

59. C. axillaris. In. 6!. „Selten." 

60. C. homagmca. Pre. 3. 

21. Gatt. Demetrius. 

61. D. atrieapillus. He. 3. „An der Donau nicht selten." 

23. Gatt. Dromius. 

62. D. melanocephalus. Rot. 5. „Sehr selten." 

63. D. agilis. Lin. 2. „Unter der Rinde von Obstbäumen." 

64. D. quadrimaculatus. He. 3, Lin. 5, Mel. 3, Rot. 2, Wie. 4. „Unter Baumrinden." 

65. D. glabratus. Kremsi. 3, Ni. 3, Rot. 4, Wie. 5. 

66. D. maurus. Ros. 3. „Selten." 

24. Gatt. MetabTetus. 

67. M. pallipes. Wie. 15 — 3. — Kremsi. 3, Mel. 3, Pra. 2. 

68. M. truncatellus. Pra. 2. 

69. M. punctatellus. Wie. 23-3?. — Mel. 3, Neus. 2, Pra. 3. 

27. Gatt. Lebia. 

70. L. ct/anocepkala & chlorooephala. Wie. 27—1?, Mel. 31-3, Sa. 15—4, Neus. 7—4, Rot. 20-4. 

71. L. haemorrkoidalis. Bre. 6!, Neus. 4. „Im Frühjahre auf blühenden Gesträuchen selten." 

72. L. crux minor. Rot. 15 — 5. — Bo. 2, Bre. 5, Mel. 3, Wie. 3. 

73. L. turciea. Bo. 5. „Bei Wien.- 

30. Gatt. Apti/nus. 

74. A. mutilatus. In. 6, Neus. G. 

32. Gatt. Brachinus. 

„Im Frühjahre unter Steinen u. s. w." 

75. B. crepüans. Ag. 11—3, Wie. 6-5 (im Freien herumlaufend), Brii. 13-3, Kremsi. 17—4?, Pra. 
22—3, Lin. 1—4, Ros. 15-3, Neus. 22-3, Neut. 30—3, Rot. 15 — 4, Kesm. 5-4. 

76. B. explodens. Mel. 2—4, Pra. 22—3, Lin. 15 — 3. „Von dem vorigen kaum specitisch verschieden." 

36. Gatt. Clivina. 

77. C.fossor. Pra. 29-4, Rot. 21-4. 

2 * 



12 Karl Fritsch. 

37. Gatt. Dyschirius. 

78. D. politus. Wie. 5. 

79. D. aeneus. Bud. 4. 

80. D. rotundipennis. Ag. 30 — 3. „In den österreichischen Alpen." 

81. D. Bonelln. Wie. 5. 

82. D. globosus. Lin. 4. 

40. Gatt. Panagaeus. 

83. P. crux major. Lin. 13-3, C. 27-3?. — Mel. 3, Ra. 5, Rot. 5, Sa. 4. 

84. P. quacb-ipustulatus. Bu. 3, Mel. 3, Rot. 5. 

41. Gatt. JLoHcera. 

8ö. L. pilicomis. Lin. 3, Mel. 4, Pra. 4. „Am Rande von Pfützen selten." 

42. Gatt. Callistus. 

86. C. lunatus. Brü. 20 — 3, Lin. 12—3. Rot. 21—3?. 

43. Gatt. CItlaeitiits. 

87. C. holosericeus. Neus. 12 — 4. „Selten." 

88. C. nigricornis. Neus. 31 — 3, Rot. 2 — 5. 

89. C. Sckra?^». Brü. 5—5, Pra. 22-4. 

90. C. tibialis. Bre. 4, Ros. 3. „Bei Linz, Regensburg, Danzig* u. s. w. 

91. C. vesntus. Bre. 17 — 5, Neus. 4—4, Leu. 13—5. 

92. C. spoliatus. Lin. 5. 

46. Gatt. Oodes. 

93. 0. helopoides. Pre. 4. „Türkenschanze." 

47. Gatt. Liciiuis. 

94. L. Hoffntannsegii. Pra. 4, Ros. 4. „Auf Alpen selten." 

95. L. cassideus. Wie. 15 — 5. 

96. L. depressus. He. 3, Ros. 4. „Im Frühjahre um Wien nicht selten." 

48. Gatt. Bfulister. 

97. B. kumeralis. G. 3. „Sehr selten." 

98. B. unipustulatus. Rot. 4. .Selten.-' 

99. B. bipustulatus. Lin. 4 — 3, Pra. 19 — 3. 

51. Gatt. C'alathus. 

100. C. cisteloides. Pra. 15 — 3, Bud. 16—3, Rot. 4- 4. 
IUI. C. fulvipes. Pra. 3U — 4. — C. 4. 

102. C. fuscus. Mel. 23 — 3, Pra. 10— 4. 

103. C. melanocephaius. Rot. 1 — 5. — Bre. 6, Bud. 3, Ka. 5. Mel. 4, Neus. 3, Wie. 5. 

104. <'■ micropterus. Pre. 4. „Selten." 

52. Gatt. Taphria. 

105. T. nivalis. Neus. 5 — 4. „Selten." 

53. Gatt. Hphodrus. 

106. S. leucophtkalmus. Ros. G. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 13 

55. Gatt. Anchomenus. 

107. A. scrobiculatus. Kremsi. 3, Neus. 4, Rot. 5. „Selten, in Gebirgsgegenden.-' 

108. A. angusticollis. Wie. 11 — 5, Lin. 28—1', Ros. 12—3, Rot. 7-4. 

109. A. prasinus. He. 5—4, Brii. 19—3, Pra. 8-3, Lin. 3—3, St. Jak. 29—5, Neut. 3-5, Rot. 23—3, 
Leu. 16— 4. 

110. A. albipes. Neus. 1-4. — Pra. 4, Rot. 5. 

111. A. oblongus. Ros. 3. 

112. A. impressus. Bud. 3, Mel. 4. 

113. A. sexpunctatus. Brii. 28 — 3, Pra. 15--5, Lin. 11—3, Sa. 24-4. Neus. 3-4, Neut. 22-5, 
Leu. 15 — 4. 

114. A. modestus. Pra. 5, Wie. 5. „Selten.- 

115. A. viduns. Mel. 5—3. — He. 3. 

116. A. versutus, Pra. 2—4, Wie. 8 — 4. „Selten." 

117. A. lugens. Bud. 12—3. — Bre. 4. 

118. A. moestus. Pra. 5, Wie. 5. 

119. A. elongatus. Neus. 4. „Selten." 

120. A. parwmpunctatus. Wie. 5 — 4, Brii. 24 — 4, Lin. 14—3, Sa. 14-4, Leu. 13 — 4. 

121. A. micans. Neus. 4. „Selten." 

122. A. gracitis. Pra. 6. „Sehr selten." 

123. A. fuliginosus. Rot. 5. „Selten." 

124. A. picipes. .Mel. 4. „Selten." 

58. Gatt. Poecilus. 

125. ]'. punotulatus. Wie. 22—4. — In. (3. 

126. F. subcoeruleus. Mel. 4, Rot. 4. „Am Ufer der Donau selten." 

127. ]'. dimidiatus. Kremsi. 3, Pra. 5, Ros. 3, Wie. 6. „Sehr selten." 

725. 1'. cupreus. Wie. 20-4, Brii. 14—3, Kremsi. 5—3, Lin. 14-3, Sa. 28— 3 ', St. Jak. 27-3, 
Neut. 10 — 4, Leu. HS — 4, Ha. 11 — 4. 

129. F. lepidus. Wie. 16—5, Bre. 2(3 — 4, Brii. 1—4, Pia. 24 — 3, Lin. 18—4. 

59. Gatt. Feronia. 

130. F. elongafa. Pre. 5. „Selten." 

131. F. aethiops. Neus. 8 — 4. „Auf Alpen selten. - 

132. F. metallica. Bvti. 21 — 5, Sa. 27—5, St. Jak. 2 — 5, Rot. 24—4, Ha. 7 — 5. 

133. F. transversales. Neus. 4. „Auf Alpen selten." 

134. F. carinata. Kremsi. 4, Lin. 4, Wie. 5. „Selten." 

135. F. ovalis. Ros. 26 — 4, Sa. 2-6, Rot. 3—5. 

136. F. striola. Pra. 13-4. Neus. 10—4, Rot. 9—4. 

137. F. parallel«. Neus. 4. 

138. F. fasc iato- punctata. In. 6, Sa. ti. 

139. F. Selmanni. Neus. 4. „Auf Alpen, an den Rändern von Schneefeldern." 

140. F. cylindrica. Kremsi. 3. „An der mährischen Grenze, sehr selten." 

141. F. picinvina. Kremsi. 3. „Um Wien, selten." 

142. F. oblongo-punctata. Lin. 6, Neus. 4, Pra. 6, Ros. 3. 

143. F. angustata. Ros. 17 — 3. — Sa. 6. „Sehr selten." 



1 In .Salzburg tummelt sich eine Abart auf sonnigen Wegen häufig herum, welche die Mitte hält zwischen dieser und 
der folgenden Art. 



14 Karl Fritsch. 

144. F. nigra. Brü. 24—4, Pia. 5-5, 8a. 18—6?, Neus. 19—4. 

145. F. anthracina. Sa. 24 — 4, Neus. 19 — 4. 

146. F. nigrita. Neus. 29—3, Leu. 1—4. 

147. F. gracüü. Bre. 4, Rot, 5. „Selten." 

148. F. terricola. Lin. 21-4, Neus. 19—4, Rot. 14 — 4. 

149. F. elata. Wie. 28-4'?, Pra. 9-5. 

150. F. melanaria. Pra. 5—4, Lin. 11—4, Neus. 8—4, Bud. 1(3 — 3. 

151. F. melas. Ag. 10—4, Brü. 15 — 4. 

152. F. minor. Lin. 13—3. — Neus. 4, Ros. 4, Rot. 4. 

153. F. crenata. Bud. 12—3?, Ros. 12 — 3. — Bo. 2, He. 4, Lin. 3, Pra. 5, Sa. 5. 

154. F. erythropa. Wie. 4, Pra. 5. 

155. F. strenua. Pra. 3, Ros. 3, Wie. 3. 

61. Gatt. Broscus. 

156. B. vulgaris. Pra. 25—5, Neus. 20—4, Rot". 5—5, Leu. 21—4. 

62. Gatt. Stomis. 

157. S. pumicatus. Pra. 25—4?, Ros. 20—4. 

66. Gatt. Pelor. 
15$. F. blapoides. Ros. 29 — 4. — Brü. 4. „Selten '.-• 

67. Gatt. Zabrus. 

159. Z. gibbus. Brü. 8 — 5. — In. (3, Pra. 4. 

69. Gatt. Ämara. 
„Die Arten leben unter Steinen, abgefallenem Laube u. s. w." Nach meinen Erfahrungen sieht man sie 
an sonnigen Tagen im Frühjahre sich häufig auf der Erde herumtummeln. 

160. A. brunnea. Lin. 2. „Selten." 

161. A. patricia. Mel. 3, Neus. 3, Rot. 5. 

162. A. ingenua. Lin. 5. „Selten." 

163. A. municipalis. Neus. 3, Sa. 3. „Selten." 

164. A. tricuspidata. Lin. .3, Pra. 4, Sa. 6, Wie. 6. 

165. A. plebeja. Brü. 22—3. — Neus. 2, Pra. 5, Rot. 4, Sa. (3, Wie. 3. „Selten." 

166. A. similata. Ros. 24—3. — Lin. 4, Rot. 6, Sa. 5. 

167. A. obsoleta. Wie. 18—5»/, Sa. 20-4, Rot. 22-5. 

168. A. tihialis. Ros. 3. „Sehr selten. " 

169. A. acuminata. Rot. 12—4. 

170. A. trivialis. Wie. 31-3, Kremsi. 10—3, Sa. 22--3, Rot. 14-4. 

171. A. nitida. Pra. (3, Sa. 4. „Selten." 

172. A. curia. Lin. 8, Ros. 4. „Selten." 

173. A. communis. Wie. 29 — 3, Lin. 9 — 3, Leus. 27 — 3. 

174. A. vulgaris. Pra. 3, Neus. 3. „Selten!" 

175. A. montivaga. Lin. 3, Sa. 4. 

176. A. familiaris. He. 26 — 3, Pra. 14—3, Lin. 9-3, Sa. 19 — 4. 

177. A. tueida. Mel. 1 — 4. 

178. A.fulva. Rot. 12— 5. — Neus. 4. „Selten.- 

179. A. apricaria. Lin. 9—3, Pra. 12 — 3. 



i Einmal auf dem Linienwalle von St. Marx bei Wien gefunden. 



Jährliche Periode der Insectcnfuuna von Österreich-Ungarn. 15 

ISO. A. contsularis. Wie. 5 — 3?, Brii. 4 — 4. — Kremsi. 3, Lin. 3, Sa. 3, Rot. 5. „Selten." 

181. A. aulica. Kremsi. 3, Pra. 5, Ros. 4, Sa. 6, Se. 3. 

182. A. spreta. Pra. 6. „Um Berlin nicht selten.« 

73. Gatt. Ani8odactylu8 t 

183. A. pseudoaeneus. Leu. 5. „Am Ufer des Neusiedlersees." 

184. A. nemorivagus. Brü. 3 — 4, Lin. 30 — 3. 

185. A. signatus. Lin. 3. „Selten." 

186. A. binotatus. Brii. 17-4, Lin. 26-2, Pra. 22-5. — Bud. 3, He. 4, Mel. 3, Pre. 4, Sa. 3 '. 

75. Gatt. DiacJiromus. 

187. I). germanus. Lin. IC»— 3. — Neus. 4. 

76. Gatt. Havpalus. 

188. H. azureus. Wie. 9-5, Pra. 24—4, Lin. 7—4, Neus. 1-4. 

189. H. punctulatus. Rot. 4. „Selten.- 

190. H. puncticollis. Lin. 6, Pra. 5, Sa. 4. 

191. H. complanatus. Pre. 4, Wie. G. 

192. H. rußcomis. He. 12—4, Brii. 20-3, Pra. 31-3, Lin. 13—3, Neus. 2—4, Bud. 17-3?. 

193. H. grisei,*. Ag. 24-3, Bot. 9—4. - Bre. 4, He. 4, Kremsi. 3. 

194. IL aeneus. Ag. 28-3, Wie. 13-4, He. 21— 4?, Mel. 12—3, Brii. 16—3, Kremsi. 11—3, 
Pra. 17—3. Lin. 15-3. Sa. 2—4, Neus. 27 — 3. 

195. IL confusus. Lin. 3, Ros. 3. 

196. H. honestus. Brii. 23—3, Pia. 23-4. — Bo. 3, Neus. 4. 

197. H. rulripes. Wie. 23—4. — Leu. 4, Pra. 6, Sa. 6. 

198. H. melancholicus. Pra. 26 — 5?. „Sehr selten.'' 

199. H. stmiviolaceus. Wie. 29 — 5, He. 1 — 5. — Pra. 4, Pre. 4. 

200. H. sulphuripe?. St. F. 5, Lin. 4. „In Österreich o. d. Enns. Selten." 

201. H. distinguendus. Wie. 25 — 3, Pra. 13-3, Neus. 28 — 3. 

202. II. caleäratus. Mel. 1—4, Neus. 12—4. 

203. 11. hottentotta. Pia. 14—4. — Mel. 4, Wie. 4. 

204. H. laevicollis. Pra. 6, Sa. 4. 

205. II. discaideus. Wie. 31-3, Rot. 21—4. — Mel. 4, Ob. 3, Sa. 3. 

206. 11. latus. Sa. 12-6. — Neu<. 2, Ros. 4, Wie. 5. 

207. II. picipennis. Wie. 27 — 4, Sa. 24 — 3. „Häufig im Frühjahre in der Umgebung Wiens.'' 

208. II. tardus. Sa. 21—4. — Bo. 3, Pra. 4. Ros. 3. Wie. 4. 

209. H. flaoitarsis. Pra 5, Sa. 5. 

210. 11 hirtipes. He. 4. „Anf Brachfeldern bei Wagram." 
277. IL serripes. Sa. 6, Wie. 3. 

272. II. anxtus. Wie. 5 — 5. 

77. Gatt. StenolojiJiu.s. 

213. S. skrimshiranus. C. 4. „Unter Steinen am Ufer der Leitha bei Manneisdorf." 

214. S. vaporariorum. Lin. 8 — 3. — Pre. 4. Sa. 5. 

78. Gatt. Acupalpus. 

215. A. dorsalis. Pra. 4. 

216. A. merkhanus. Wie. 2-5?. Pra. 13—3. — Bre. 4, Kremsi. 3, Rot. 4. 



An sonnigen Tagen im Herbste häufig herumfliegend (am Fürberg . 



16 Karl Fritsch. 

79. Gatt. Bradijcellus. 

217. B. simi/ia. Wie. 3. 

83. Gatt. Patrobus. 

218. P. excavatus. Bud. 4, Pra. 6, Ros. 4. 

85. Gatt. TrecJiits. 

219. T. palpalis. Neus. 4, Pra. 4, Wie. 3. 

220. T. austriacus. Wie. 3. „Selten." 

221. T. mmutus. Pre. 4, Rot. 3. 

86. Gatt. Epaphius. 

222. E. seca/ü. Wie. 5. 

90» Gatt. Bembidhim. 

223. B. caraboides. Ag. 2, Neus. 4. 

224. B. pallipes. He. 5. 

225. B. flavipes. Mel. 31-3. — Pra. 3. 

226. B. striatum. Pra. 6. 

227. B. Schüppeli. Wie. 4. 

228. B. tenettum. Mel. 4. 

229. B. artiGulatwm. Ros. 3. 

230. B. quadrimaeulatwm. Wie. 21 — 4'?. Pra. 13 — 4. — Rot. 3. 

231. B. splenduluin. Krenisi. 3. ,,Selten." 

2.32. B. velox. Wie. 24-3, Pra. 16—3, Ki. 13-4. Se. 6—3. 
233. B. pygmaeum. Neus. 4, Pra. 4. 
231. B. lampros. St. F. 3, Ros. 3. 

235. B. decorum. Pra. \b— 4. — Rot. 5, Sa. 6, Se. 3, Wie. 5. 

236. B. rufipes. Sa. 5. 

237. B. tricolor. Mel. 5. 

238. B. quadriguttatum. Rot. 28—4?, — Bo. 4, Lin. 3. Ob. 4, Pra. 6, Sa. 5, Wie, 4. 

239. B. ustulatiim. Ag. 3-4. — Bud. 6, Kesm. 3, Sa. 3, Wie. 5. 

240. B. Andreae. Ag. 2, Bre. 3, Pra. 3. 

241. B. testaceum. Mel. 3. 

242. B. femoratum. Mel. 4, Neus. 4. 

243. B. fasciolatum. Lin. 9 — 4. 

244. B. tibiale. G. 3. „Selten." 

245. B. obUquum. Pra. 4. „Selten." 

246. B. assimile. Ros. 3. 

247. B. biguttatum. Wie. 3. 

248. B. obiiisinu. Pra. .">. 

249. B. bipustulatvm. Pra. 3. ..Um Wien sehr selten." 

250. B. bistriatum. Pra. 5. 

Bei Weitem die meisten Gattungen der Carabides halten sieh an feuchten, schattigen Orten unter Stei- 
nen, abgefallenem Laube, Moos u. s. w. auf. Dennoch findet man auch die Arten dieser Gattung zu gewissen 
Zeiten auf Wegen sich herumtreibend, wo sie viel leichter beobachtet werden können, als an den natürlichen 
Standorten ihres Vorkommens. 

Aller Wahrscheinlichkeit nach trifft mau sie dann später an als hier. Die ßeobachtungszeiten fallen 
deronarh verschieden aus nach dem Standorte der Beobachtung. An einer Station können so in aufeinander- 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 17 

folgenden Jahren nahe übereinstimmende und dennoch frühere Erscheinungszeiten erhalten werden, als an 
einer anderen, obgleich die klimatischen Verhältnisse beider wenig verschieden sind. Dasselbe gilt natürlich 
von den Mittelwerthen der Erscheinungszeiten. 

Bei meinen eigenen Beobachtungen habe ich hierauf erst in Wien und Salzburg, noch nicht in Prag, 
Rücksicht genommen, wo ich sie an den erwähnten verborgenen Orten aufsuchte, ohne mich an diese alleiu 
zu binden. In Wien und Salzburg notirte ich nur die Arten, welche ich auf Wegen und anderen Orten antraf, 
wo ich sie nicht erst aufzusuchen brauchte. 

Aber auch die meisten von jenen Gattungen, welche nicht unter Steinen, abgefallenem Laube, Moos 
u. s. w. leben, und daher auch besser zu den Beobachtungen sich eignen, halten sich doch an feuchten Orten, 
am Rande von fliessenden oder stehenden Gewässern auf, wie die Arten von Elaphrus, Bietisa, Notiophihis, 
Drypta, Demetrius, Dyschirius, Loricera, Bembidium, 

Man kann daher annehmen, dass es vor Allem die Feuchtigkeit ist, welche die Carabides mit ihrer 
Lebensweise an verborgene Orte fesselt. Der prächtige Metallglanz vieler derselben ist aber ein Product der 
Sonnenwirkung an heiteren Tagen nach Regenfall, an welchen sich die Käfer auf der nun feuchten Erdober- 
fläche herumtreiben. 

Nur äusserst wenige Gattungen trifft man an Baumstämmen, auf blühenden Sträucheu oder Schirm- 
blumeu an, wie Calosoma, Cymindis, theilweise Lebia, Harpalus, Stenolophus, wo sie auch am besten beob- 
achtet werden können. 

III. Farn. DY TIS CID ES. 

Ol. Gatt. Haliplus. 

251. H. mfieoUis. Pre. 4. „Selten." 

252. H. lineatoeoUis. Pra. 3. „Selten." 

253. H. cinereus. Pra. 4. 



254. C. caesus. In. 6, Pre. 4. 

255. H. ovatus. Pra. 6, Wie. 5. 



92. Gatt. Cnemidotus. 



04. Gatt. Hyphydrus. 



05. Gatt. Hydroporus. 



256. LL. inaequalis. Pre. 4, Rot. 5. ..In der Brigitteuau." 

257. IL reticulatus. Pra. 5. „Mit dem vorigen." 

258. IL pictus. Pra. 5. „Um Wien." 

259. LL. geminus. He. 4, Wie. 3. 

260. H. unistriatus. Wie. 3. „Nicht sehr selten.- 

261. LI. elegans. He. 4. „In Gebirgsgegenden." 

262. LI. confluens. Ob. 4. „Um Wien." 

263. LL. lineatus. Pra. 4. „Um Wien." 

264. LI. picipes. Bo. 6. 

265. H. planus. Pra. 6—4. — Ob. 4, Ros. 3, Rot. 6 

266. II. palustris. G. 3, Wie. 3. 

267. IL. nigrita. G. 10 — 3.— Mel. 5, Wie. 3. „Seitun." 
26S. IL. i/mbrosus. Pra. G. 



Öü. Gatt. JVoterus. 



269. A*. sparsus. Pra. 3, Ros. 3. 

Denkschriften der mathem.-naturw. Gl. XXXVII. Bd. 



18 Karl Fritseh. 

97. Gatt. Laccopfoilus. 

270. L. hyalinus. He. 3, Rot. 6. 

271. L. rmnutus. Bud. 3, Mel. 4. 

272. L. variegatus. Mel. 4. 

98. Gatt. Colymbetes. 

273. C. fuscus. Wie. 7 — 3, Mel. 31-3, Brti. 1—5. 

274. G. pulverosus. Leu. 4, Mel. 4. 

275. C. bistriatus. Wie. 4. „Selten.' 1 

276. C. adspersus. Wie. 3-4. 

277. C.collaris. Brii. 25— 4. — Pra. 4. „Selten." 

278. C. consputus. Wie. 6. 

99. Gatt. IlyMas. 

279. 7. guttiger. Bot. 6, Sa. 5. „Selten." 

280. I. uliginosus. Lin. 5, Pra. 4. 

281. 1. fenestratus. Ag. 2—4?. 

282. 1. subaeneus. Ag. 4. 

100. Gatt. Agabus. 

283. A. btpunctatus. Pra. 4. 

284. A. maculatus. Bot. 15—4. 

285. A. congener. He. 3. „Sehr selten." 

286. A. chalconotus. He. 3. 

287. A. bqmstulatus. Brii. 15-4, Pra. 14—4, Kens. 14-4, Neut. 23-5!, Bot. 8-4. 

101. Gatt. Cybister. 

288. 0. Roeselii. Brii. 5 — 5. 

102. Gatt. Dytiscus. 

289. D. latissimus. In. 3, Kens. 5, Z. 6. „In grösseren Fischteichen selten. 1 ' 
29". D. dimidiatus. Bud. 3, Ob. 3. „Selten." 

291. I). marginalis. Ag. 2-5, C. 10-3, Wie. 3— 3, Mel. 5-4, Sc. 22— 4, Brii. 23-3 Kremsi. 22-3, 
Neus. 8—4, Neut. 30—3, Lern. 30-3, Ad. 6—4, Leu. 14—4. 

104. Gatt. Acilius. 

292. A. sulcatus. 0. 4—4, Mel. 25—3?, Brii. 23-4, Pra. 12—4, St. Jak. 8-5. 

105. Gatt. Hydaticus. 

293. H. transversalis. Ag. 3. Neus. 4, Pre. 5. 

294. E. stagnalis. Sa. 4. „Selten." 

4. Farn. GYR INIDES. 
106. Gatt. Gyrinus. 

295. G. marinus. C. 4. „Selten." 

296. 0. natator. Brii. 23 — 3, Kremsm. 6—4. „Selten.' 

297. G. mergvs. Ag. 2—4, Wie. 26—3, Brii. ^7—3, Ka. 30—3, Pra. 5—4, Bi. 30—3, Ad. 30-3. 

V. Farn. HYDROPHILIDES. 
108. Gatt. Hydrophilus. 

298. IL piceus. Ag. 7-5. Mel. 29—3, Brii. 30—4. 



115. Gatt. Limnebius. 
116. Gatt. CijlUäium. 



Jährliche Periode der Insectenfcmna von Österreich- Ungarn. 

109. Gatt. Bydrous. 

299. H. caraooide, Ag. 12-4, Br«. 20-4, Krems', 13-4, Pra. 18-4», Lin. 6- 4, Neut. 3-4?. 

300. H. ßavvpes. Pre. 5. „Uni Wien, aber selten." 

HO. Gatt. HydroMus. 

301. H. fuscipes. Brli. 24—3, Pra. 6-4. 

302. H. Umbatus. Pra. 3-4. — Bud. 4, He. 3. 

303. H. ohlongus. Ros. 4. 

112. Gatt. PMlhydrus. 

304- P- testaceus. Bo. 6, Rot. 5. 

305. P. melanocephalus. Pra. 4. 

306. P. marginellus. Pra. 5. 

307. P. frontalis. Pra. 23 — 3. — Bo. 0. 

113. Gatt. Laecobius. 

308. L. minutus. Pra. 6-4. — Lin. 4, Ros. 5. 

114. Gatt. Berosus. 

309. B. luridus. Pra. 4. 

310. B. aericeps. Ros. 3. 

311. L truneateüus. Pra. 3. 

312. C. semiculum. Pra. 12 — 4?. 

118. Gatt. Helophorus. 

313. H. nullius. He. 5, Pra. 5, Wie. 3. 

314. H. grandis. He. 3, Ob. 4, Se. 3, Wie. 3. 

315. H. aquaticus. He. 4. 

316. H. granularis. Pra. 3, Wie. 3. 

317. H. griseus. He. 4—4. 

121. Gatt. Hydraena. 

318. IL riparia. Pra. 3. 

122. Gatt. Cyclonotwm. 

319. C. orbiculare. Pra. 4, Sa. 4. 

123. Gatt. Sphaeriäium. 

320. S. scarabaeoides. Wie. 9-5, Pra. 10-5. 

321. S. bipustulatum. Wie. 7-5?, Pra. 25 -5?, Rot. 14-4. 

124. Gatt. Cercyon. 

322. C unipunctatum. Rot. 7—5. — Bo. 4, Sa. 3. 

323. C. quisquillium. Sa. 5. 

324. C. plagiatum. Pra. 3. „Selten." 

325. C. haemorrhoidale. Sa. 29-4, Bot. 8-5.- Bo. 3, Lin. 4. 

326. C. haemorrhoum. Bo. 5. 

327. C. flavipes. Pra. 4, Rot. 6. 

328. C. melanocephalum. Ob. 4. 

329. C. pygmaeum. Pra. 12—4. — Sa, 4. „Selten." 



19 



3 * 



20 Karl Fr it. ■seh. 

330. C. lugubre. Pia. 4. „Selten." 

33 1. C. minupum. Sa. 4. 

Die Gattungen (lev Dytiseides, Gyrinides und Hydrophilides leben mit wenigen Ausnahmen in stehen- 
den Gewässern, die Erscheinnngszeiten dürften daher verschieden ausfallen, je nachdem man den Zeitpunkt 
abwartet, zu welchem sie sich an der Oberfläche des Wassers herumzufummeln beginnen oder nicht, und sie 
früher schon vom Grunde der Gewässer mit Schlamm oder Wasserpflanzen herausschöpft. 

Die Gattung Oyrinub , deren Arten sich in der Regel auf der Oberfläche des Wassers herumfummeln, 
zeigt auch die grösste Übereinstimmung in den Beobachtungszeiten der verschiedenen Stationen. 

Von den an Wasserpflanzen lebenden Gattungen können die Erscheinungs/.eiten jener sicherer bestimmt 
werden, welche wie Laccobius und Helophorus sich zugleich an den Rändern der Gewässer aufhalten. 

Bequem zu beobachten sind die im Quellwasser lebenden Gattungen IL/biu-s und Agabus. 

Ganz abweichend von den übrigen Gattungen der Familie leben Sphaeridixm und Gercyon im Dünger 
oder an feuchten Orten unter Steinen, sind daher weniger zu den Beobachtungen geeignet. 

VII. Farn. ST A PH YL IN IDES. 
129. Gatt. Alttal ia. 

332. A. rivularis. Pra. 5. „Unter Steinen und trockenem Dünger selten." 

130. Gatt. Falagria. 

333. F. thoracica. He. 6. 

334. F. sulcata. Wie. 5—3, Pra. 18 — 3. 

335. F. nigra. Wie. 3, Pra. 4. „Selten. - 

131. Gatt. Myrmedonia. 

336. M. canaliculata. Wie. 31—3?, Pra. 10—3, Sa. 20-4. Se. 10-3. 

337. M. limbata. Pra. 11—4. 

134. Gatt. Tachytisa. 

338. T. exarata. Kremsi. 4. 

339. T. scitula. Pra. 4, Sa. 3. „Sehr selten." 

340. T. umbratica. Pra. 23—2. „Selten." 

135. Gatt. Homalota. 

341. H. aeguata. Lim 4. 

342. IL. Fungi. Pra. G. „Selten." 

343. IL parens. Lin. 4. 

344. H. orphana. Wie. 3. 

345. LI. lividipennis. Pra. 5. 

346. IL alpicola. St. Jak. (\—2\. Nicht in Redtenbacher's Fauna II, sondern in den Schriften der 
k. k. zool.-botan. Gesellsch. XVII, A. 751 als neue Art. 



347 . O. longiuscula. Pia. 5. 

348. O. abdominalis. In. li. 

349. L- fumida. Sa. 4. 

350. O. castanea. Pra. 5. 



137. Gatt. O.rypoda. 

138. Gatt. Leptusa. 
139. Gatt. Ocalea. 



Jährliche Periode der Tnsectenfauna von Österreich-Ungarn. 21 

140: Gatt. Calodera. 

351. C. forticornis. In. 6. „Sehr selten." 

352. C. rubicimda. Pra. 6, Wie. 3. „Selten." 

353. C. aetkiops. In. 6. „Sehr selten." 

145. Gatt. Aleochara. 

354. A. nitida. Wie. 1. ,.Selten." 

355. A. brevipennis. Ob. 4, Pra. 4. ..Selten." 

356. A. ntgripes. Wie. 4. 

357. A. fuscipes. Bo. 2, Lin. 6, Se. 5. 

358. A. rufipennis, Pra. 6, Wie. 3. 

359. A. bisignata. Pra. 3, Sa. 1 (am Schnee sich sonnend), Wie. 4. „Selten." 

360. A. bipunctata. Pra. 3. „Selten." 

361. A. moerens. Pra. 4, Wie. 3. „Selten." 

160. Gatt. Hypocyptus. 

362. H. laeviusculus. Pra. 4. „Selten." 

363. H. longicornis. Pra. 3. 

364. H. semicuhim. Pra. 6. ..Sehr selten." 

161. Gatt. Connriis. 

365. C. pubescens. Pra. 21 — 4. 

366. C. bipustulatus. In. 6. „Selten." 

162. Gatt. Tachyporus. 

367. T. chrysomeJinus. Neus. 4, Ros. 3. 
36S. T. saginatus. Wie. 4. „Selten." 

369. 1. solutus. He. 4. 

370. T. rußcollis. Lin. 3. „Selten." 

371. T. pusilhis. Pra. 3. „Selten." 

372. T. scitulus. Pra. 25 — 2. — Wie. 3. 

373. T. hypnorum. Wie. 9—3?, Pra. 20—2, Lin. 23 — 2?. 

374. T. brunneus. He. 3, Ros. 3, Wie. 4. „Selten." 

375. T. abdominalis. He. 5, Pra. 4. 

163. Gatt Tachinus. 

376. T. silphoides. He. 3, Rot. 3. „Selten." 

377. T. collaris. G. 24 — 3. 

378. T. rufipes. Sa. 27—3. — Pra. 4, Wie. 4. 

379. T. flavipes. Rot. 4. 

380. T. ßmetarius. Wie. 4. 

381. T. bipustulatus. Leu. 5. „Selten." 

382. T. marginellus. Rot. 4. „Selten." 

166. Gatt. Boletoblns. 

383. B. cernuus. Pra. 17—4. — Ob. 4. „Selten." 

384. B. lunulatus. Wie. 5. 

169. Gatt. Othiiis. 

385. 0. fulvipennis. Ros. 3, Bot. 4. 



22 Karl Fritsch. 

171. Gatt, Xantholinus. 

386. X. fulgidus. Pra. 2. 

387. X lentus. Pra. 3. 

388. X. ochropterus. Lin. 3 — 4. — Pra. 4. 
3£9. X. rußpenm's. Sa. 3. „Sehr selten." 

390. X. punctulatus. He. 5, Pra. 3, Sa. 3, Wie. 3. 

35-/. X. linearis. Wie. 27—3?. — Mel. 3, Sa. 1. 

172. Gatt. Leptacinus. 

392. L. batychrus. Wie. 3-4. — Bo. 2, Pra. 4. 

173. Gatt. Staphylinus. 

393. S. fulvipes. Lin. 4. „Selten." 

394. S. mrrxillosus. Mel. 10—4, Brü. 5 — 5, Lin. 6 — 6, In. 10— 6?. — Ha. 5, Kremsi. 5, Neus. 4, 
Ros. 4, Sa. 5. 

395. S. hirtus. Wie, 25—4, Pra. 3—6, Neus. 25—4. — Bug. 5, St. Jak. G, Ki. 5, Kremsi. 6, Leu. 4, 
Lin. 5, Rot. 5. 

396. S. chloropterus. He. 4. „Unter faulendem Laube, sehr selten." 

397. S. pubescens. Wie. 24 — 3, Brü. 24 — 3. Bot. 12—5. — Lin. 5, Neus. 4. 

398. S. nebulosus. C. 7—4, Brü. 25—3, Pia. 14-4, Lin. 23—5, Neut. 21—3, Rot. 8—5. 
39.9. S. murinus. Wie. 21 -4. Lin. 12 — 4. 

400. S. fossnr. Rot. 19 — 4. — Lin. G, Pra. G. „Ziemlich selten, in Gebirgsgegenden." 

401. S. lutarius. In. G. „Um Wien." 

402. S. ckalcocephalus. In. 4, Lin. 4, Rot. 5. Wie. 4. „Selten." 

403. 8. caesareus. C. 15—4, Wie. 16—4?, Brü. 12-4, Pra. 14-4, Lin. 4-4, Sa. 29—3, G. 6-4, 
Neus. 10—4, Bud. 28-4, Lern. 25—4?, Rot. 15-4, Leu. 29-4. 

404. 8. erythropterus. Sa. 24—4, St. Jak.23— 4, Neut. 1G-4. Bi. 24—3, Se. IG -4?, Ha, 23—4. „Selten." 

405. 8. stercorarius. Rot. 5, Sa. 4. „Selten." 

174. Gatt. Ocypus. 

406. 0. mono. Lin. 24 — 3, Sa. 19 — 3. 

407. 0. falcifer. Sa. G, Wie. 5. „Um Wien." 

408. 0. brachypterus. Neus. 4. „Um Wien." 

409. 0. similis. Wie. 27—3, He, IG— 4?, Kremsi. 16—3. — Lin. 2, Ob. 4, Sa. 4, Se. 3. 

410. 0. cyaneus. Bo. 22— 4. — Bud. 5. „Selten." 

411. 0. olens. Ag. 17—4, Rot. 12—4, Ha. 27—4. 

412. (J. fit catus. Neus. 4, Sa. 3. „Selten." 

413. 0. picipennis. Ros. 4. 

414. 0. cupreus. Pra. 2. 

415. 0. brunnipes. Wie. 3. „Selten." 

416. 0. fulvipennis. Rot. 6. „Selten." 

175. Gatt. TMlonthus. 

417. V. laevicollis. Lin. 17 — 3. „Unter abgefallenem Laube, selten." 

418. P. cribratus. Sa. 3, Wie. 4. 

419. 1'. splendens. Neus. 5— 4, Rot. 21 — 5. — Ros. 3. 

420. P. iiitermedius. Pra. 3, Wie, 3, Rot. 5. 

421. P. larninatus. Lin. 11 — 3. — Ros. 3. 

422. /'. nitidus. Bre. 4, Lin. G. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Ö.iterreick-Ühgarn. 23- 

423. P. bimaculatus. Rot. 4, Wie. 3. 

424. P. atratus. Pia. 4-3, Sa. 22-4, Rot. 13-5. — Lin. 3, Neus. 2, Wie. 3. 

425. P. oyanipennis. Lin. 4. „In Schwämmen, sehr selten." 
42ö. 7'. carbonamus. Wie. 4—5. — Pra. 4, Rot. 4. „Selten." 

427. P. cephalotes. Pra. 5. 

428. P. sordidus. Wie. 3. 

429. P. aeneus. Wie. 5—4, Pra. 11-4, Rot. 9—5. — Bud. 4, Lin. 4, Sa. 3. 

430. P. decorus. Ros. 4. „Selten." 

431. P. polüus. Lin. 10—3, Rot. 2—4. — C. 2, Neus. 3. 

432. P. lepidus. Pra. 5. 

433. P. alb/pes. Pra. 16— 4. — Wie. 3. „Sehr selten." 

434. P. nitidulus. Pra. 4. 

435. P. frigidus. Ob. 3. 

436. P. fimetarius. He. 18 — 3?. — Pra. 4, Wie. 4. „Sehr selten." 

437. P. varius. Pra. 10—3. — Sa. 3. „Selten.- 

438. P. discotdeus. Pra. 4, Wie. 5. 

439. P. quisijuillarius. He. 4, Pra. 4. „Selten." 

440. P. ebenius. Pra. 4, Ros. 3. „Selten." 

441. ]'. fumiyatiis. Wie. 4. „Selten." 

442. }'. rubidus. Sa. 22-4. „Selten.'- 

443. P. sanguinolentus. He. 4. 

444. P. corvinus. Sa. G— 4. — He. 4. Pia. 3. 

445. P. varius. Pra. 10-3—. Sa. 3. 

446. ]'. debih's. Wie. 5. „Selten.-' 

447. P. vernalis. Pra. 4. Ros. 3. „Selten.- 

448. P. tenuis. Bre. 4. „Unter angeschwemmtem Reisig." 

■ 449. ]'. fulvipes. Mel. 3, Ros. 3. „Am Ufer von Bächen und Flüssen." 

450. ]'. micans. Wie. 5. „Selten." 

451. P. aterrimus. Wie. 5. 

452. P. cinerascens. Pra. 4. „Sehr selten." 

178. Gatt. Quedius. 

453. Q. fulgidus. Sa. 5, Wie, 4. 

454. <J. impressus. Sa. 4. 

455. Q. punctatellus. Sa. (i. 

456. Q. molochmus. Lin. 2. 

457. Q. fuliginosus. Pra. 3, Sa. 3. 

458. (J. scintillans. Pra. 4. 



181. Gatt. O-ryporus. 
182. Gatt. Cryptobium. 



459. 0. ruf us. Rot. V—S. 

460. C. fracticorne. Pra. 3. 

185. Gatt. Achenium. 

461. A. kumi'le. Kremsi. 4. „Sehr selten." 

18G. Gatt. Lathi'obiuH). 

462. L. elongatum. Pra. 18 — 3, Lin. 21—3, Neus. 6—4.— Bud. 3, Kremsi. 4, Rot. 4. 

463. L. ßdvipenne. He. 4, Pra. 2, Sa. 3. Wie. 4. 



<24 Karl Fritsch. 

464. L. rußpenne. Sa. 3. 

465. L. Unguium. Bnd. ?>. „Selten." 

466. L. brunnipes. Lin. 4. 

188. Gatt. LitJiocJmris. 

467. L. fuscula. He. 3, Wie. 5. 

468. L. melanocephala. Wie. 3. 

469. L. obsolete. Pra. 4, Wie. 2. 

189. Gatt. Scopaeus. 

470. S. pumilus. He. 6. Wie. 3. „Selten." 

190. Gatt. Stillens. 

471. S. orbicularis. He. 3, Neus. 2, Wie. 3. „Selten." 

472. 8. similis. Pra. 8 — 3? „Selten." 

473. S. affinis. Pra. 1—3. 

474. 8. rufipes. Pra. 6—3, Lin. 8—4. 

475. 8. subtüis. Pra. 4. 

191. Gatt. Su Hius. 

476. S. filiformis. Pra. 2, Wie. 1. 

477. 8. angustatus. Pra. 2, Wie. 1. 

192. Gatt. Paeder hs. 

478. P. ruficollis. Sa. 27-3. — Rot. 4, Wie. 5. 

479. F. littoralis. Wie. 4-4, Mel. 28—2, Pra. 6—3, Lin. 21-2. — Bre. 3, He. 3, Neus. 3, Ob. 3. 

480. P. brevipennis. He. 4. 

4SI. P. liinnopliilus. He. 5, Pra. 6. „Selten." 

482. P. longipennis. Sa. 6—3, He. 8-4. — Bud. 3, Leu. 5, Pra. 4, Pre. 4, Ros. 4, Rot. 2. Wie. 4. 
„Selten. - 

483. P. riparius. C. 1, In. 3, La. 3, Neus. 2, Rot. 4, Se. 3. 

195. Gatt. Dicmous. 

484. D. eoeruleus. Lin. 3, Wie. 3. „Bei Steyer an einer Wehre des Ramming-Baehes." 

196. Gatt. Sterins. 

485. S. biguttatus. Pra. 3 — 4V. Lin. 9—3, G. 25—3, Tr. 19—3. 

486. 8. bipunetatus. Tr. 3, Wie. 3. 

487. 8. bimaculatus. Ros. 3. 

488. 8. Juno. Ros. 3, Wie. 3. 

489. 8. ater. Bo. 4, Pra. 4. 

490. 8. aemulus. Pra. 5. „Sehr selten." 

491. 8. atratulus. Pra. 6. 

492. 8. foraminosus. Pra. 4. „Sehr selten." 

493. 8. providus. Pra. 11-3?. — Bud. 3, He. 3, Lin. 4. 

494. 8. speculator. Bud. 5, He. 5. „Selten.- 

495. 8. Argus. Neus. 4. „Selten." 

496. S. circularts. Ros. 3. 

497. S. nigritulus. Pra. 5. „Selten " 

498. 8. um'color. Wie. 3. „Selten." 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 25 

499. S. oculatus. Pra. 10—5. — Lin. 2. 

500. S. cicindeloides. He. 3, Pra. 5. „Selten." 

198. Gatt. Bledius. 

501. B. unicomis. He. 5. „Arn Ufer des Neusiedlersees; sehr selten in der Brigittenau bei Wien." 

502. B. rufipennis. He. 6. „Selten." 

503. B. crassicollis. Pra. 4. 

199. Gatt. Platystetus. 

504. 1'. morsitans. Wie. .'!. 

505. P. cornutus. Wie. 3. 

506. P. nodifrons. Pra. 3. 

200. Gatt. Oxytelus. 

507. 0. rugosus. Pra. 1 — 4, Sa. 3—5. — Bre. 3, Se. 4. 

508. 0. insecatus. Pra. 4. „Selten." 

509. 0. piceus. Lin. 5, Pra. 6. 

510. 0. luteipennis. Pra. 6. 

511. 0. sculptus. Pra. 4, Wie. 4. 

512. 0. inustus. Pra. 31—3?, Sa. IG— 3. — Ha 6 ; Wie. 3. „Selten.- 

513. 0. nttidirfus. Bnd. 3. 

514. 0. complanatus. Pra. 3. „Selten." 

515. 0. depressus. Pra. 29—3. — Lin. 5, Ni. 3, Wie. 3. 

516. 0. pumilus. Pra. 4. 

201. Gatt. Phloeonaeus. 

517 . P. caelatus. Pra. 3. 

202. Gatt. Trogophloeus. 

518. T. fuliginosus. Pra. 4. 

204. Gatt. Coprophilus. 

519. C. striatulus. Wie. 30 — 3. — He. 3, Sa. 5. 

206. Gatt. Deleaste): 

520. D. dichrous. Pra. 4, Wie. 5. 

216. Gatt. Pesteva. 

521. L. bicolor. Pra. 5, Rot. 5. 

522. L. pubescens. Pra. G. „Selten." 

221. Gatt. Acidota. 

523. A. crenata. Pra. 4. „Sehr selten." 

222. Gatt. Olophrum. 

524. 0. assimile. Sa. 6. 

223. Gatt. Lathvimaeum. 

525. L. melanocephalum. Pra. '■'>. 

224. Gatt. Deliphrum. 

■~>~_>6. D. angustatum. Pra. 13 — 5. — Wie. 4. ..Am Bisamberge bei Wien." 

225. Gatt. Otnalium. 
b'27 . (K striatum. Ni. 2. „Sehr selten. - 

528. Ü. rivulare. Wie. 10 — 3. — Bre. 3, G. 4, Pra. G, Rot. 5. Sa. 3. 

529. 0. florale. Wie. 5. „Selten." 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. XXXVII. Bd. 4 



26 Karl Fritsch. 

227. Gatt. Anthobium. 

530. A. ophthalmicum. Sa. 6. „Selten." 

531. A. abdominale, Pra. 4. 

532. A. scutellare. Pia. 5. „Sehr selten." 

533. A. Sorbi. Wie. 4. 

534. A. florale. Rot. 4. 

229. Gatt. Megarthrus. 

535. M. depressus. He. 4. „Sehr selten." 

233. Gatt. Micropeplus. 

536. M. porcalus. Pia. 8 — 5. „Selten." 

Beiweitem die meisten Gattungen der Staphyliniden leben an feuchten verborgenen Orten, unter Steinen, 
faulenden Vegetabilien; andere im Dünger, Auskehricht, unter Moos und abgefallenem Laube; einige in 
Pilzen, unter Baumrinden und Moos; entziehen sich demnach leicht der Beobachtung, wenn man, wie in der 
Regel, ihre Standorte nicht genau kennt. 

Verhältnissmässig nur wenige Gattungen falten sich auf feuchtem Schlamme und Sand au Ufern stehen- 
der und fliessender Gewässer auf, wie Tachyusa, Paedem?, Dianons, Stenus und Bledius , und sind daher 
auch besser zur Beobachtung geeignet. 

Nur Deliphrum, Omalium und Anthobium trifft man auf Blütlien, sind daher vorzugsweise geeignet. 

Es erscheinen übrigens die meisten Gattungen zu gewissen Zeiten über der Erdoberfläche und lassen 
sich dann ohne mühsames und dennoch oft erfolgloses Aufsuchen recht gut beobachten. Für die Ungleichheit 
der Erscheinungszeit je nach einer oder der anderen Beobachtungsmethode gilt das bei den Carabiden 
Angeführte. 

Nicht Micropeplus allein, sondern auch andere Gattungen schwärmen in der Luft, wie Oxytelus und 
Platystetus ; man trifft sie häufig schon am Tage und bei Sonnenschein herumfliegend. Noch häufiger scheint 
diess am Abend der Fall zu sein. Als ich einmal in Prag, es war im Sommer 1830, bei einer Lampe im 
Hofe meines Wohnhauses an einem Tische sass, war ich nicht wenig überrascht über die Menge der anflie- 
genden Staphyliniden. 

Die grössten, welche der Gattung Staphylinus angehören, trifft man die ganze wärmere Jahreszeit über 
häufig auf Wegen - und selbst bei Sonnenschein — sich herumtreiben: die Erscheinungszeiten lassen sich 
dann genau bestimmen, wenn sie auch verspätet denjenigen gegenüber ausfallen dürften, welche man beim 
Aufsuchen du- Thiere an ihren verborgenen Aufenthaltsorten erhalten haben dürfte. 

VIII. Farn. PSELAPHIDES. 
237. Gatt. Tyrus. 

537. T. mucronatus. He. 5. „Unter Steinen, äusserst selten." 

239. Gatt. Pselaphus. 

538. P. Heiset. Pia. 23-3. 

240. Gatt. Tychus. 

539. T. niger. He. 3. „Sehr selten. - 

245. Gatt. Bryaxis. 

540. B. sanguinea. He. 5. 

541. B. fossulata. St. F. 2, G. 3, He. 4. 

542. B. kaemdtica. Mel. 5. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 27 

Die Gattungen dieser Familie leben unter Steinen und Moos und in Ameisennestern, daher die Verschie- 
denheit der Erscheinungszeiten, je nachdem sie hier oder im Freien beobachtet werden, wo man sie in der 
Regel später antrifft. 

IX. Farn. CLAVI GERIDES. 

248. Gatt. Clcwiger. 

543. C. testaceus. Bi. 4, Tr. 4. „Bei Wien, unter Steinen, in den Nestern der gelben Ameise/' 

X. Farn. SCYDMAENIDES. 
251. Gatt. Scydmaenus. 

544. S. tarsatus. He. 4, Wie. 3. ,. Selten." 

545. S. rufus. He. 5. ,,Sehr selten.-' 

546. S. hirticollis. He. 5. 

547. S. scutellaris. G. 3. 

Die Arten dieser Gattung findet man zur Tageszeit im Auskehricht, unter Steinen, Baumrinden, in 
Ameisennestern u. s. w. 

XL Farn. SIL PH IDES. 

262. Gatt. Cholera. 

Sehr schnelle, bewegliche Thiere, die sich das ganze Jahr hindurch im Auskehricht und bei faulen- 
den Stoffen aufhalten. 

54S- C. cisteloides. Pra. '■), Sa. 5. 

549. C. agilis. Rot. 29—5. — In. 6. ^Selten.- 

550. C. clvysomeloides. Wie. 9 — 3. — Pra. 5. 

551. C. nigricans. Lin. 3. „Selten." 

552. C. anisotomoides. Pra. 5. „Im faulen Holze sehr selten. - 

553. C. sericea. He. 4, Wie. 4. 

264. Gatt. Colon. 

554. C. fusculus. He. 4. Redtenbacher, I. 

555. C. dentipes. In. 6. „Norddeutschland." 

265. Gatt. Ayyrtes. 

556. A. castaneus. Wie. 10 — 4. .Unter Steinen bei den Gemüsegärten in der Brigittenau bei Wien." 
Von mir auf Wegen. 

267. Gatt. Silpha. 

557. S. littoralü. Brti. 19 — 5. — Bo. 5, ('. 6. 

559. S. thoracica. C. 8— 4, Wie. 11 — 5, Mel. 6— 4, Bin. 20-4, Ka. 16—5, Lin. 4-4, Sa. 9-4, 
St. Jak. 1—6, Neus. 23-4, Neut. 2-5, Lern. 22—4?, Rot. 29-4?, Leu. 10—5?. 

560. S. quadripunctata. Brü. 25 — 4, Ka. 13 — 5, Pra. 25 — 5?, Neus. 19 — 5. „Auf blühenden Gesträu- 
chen einzeln, in grösserer Menge in den Nestern des Processionsspinners." 

561. S. opaca. Lin. 13—3. — Bud. 3, Rot. 4. 

562. S. ncgom. Wie. 3—4, He. 25—3, Brü. 20—4, Pra. 29—4, Neut. 15-4, Leu. 11-4. 

563. S. sinuata. Ag. 25 — 4?, Brü. 7—4, Rot. 11—5. — Bo. 6, In. 6, Leu. 5, Lin. 4, Pra. 4. Sa. 4, 
Se. 5, Wie. 4. 

564. S. carinata. Wie. IS — 6, Brü. 8—5, Pra. 25 — 5, Ros. 20—3!. .Selten.'' Im Thiergarteu Stern 
bei Prag nicht selten. 

565. S. tristis. Neus. 3. „Sehr selten." 

4 * 



28 Karl Fritsch. 

566. S. reticulata. Wie. 28—3?, Kremsi. 18—3, Lin. 25-3. 

567. S. obscura. G. 16—3. Wie. 22—4, Brti. 26—3, Pia. 27—4, Lin. 25—3, Sa. 26—4, Neus. 8-4, 
Neut. 8—4, Leu. 29—4. 

56S. S. nigrita. Pra. 10—4?, Wie. 5. 

569. S. «trat«. Ag. 16—4, C. 23—2, Mel. 8—3, Pia. 8—4, Lin. 20—3, St.Jak. 13—5, Leu. 9-5. 

570. S. laevigata. Ag. 30—4. — Lin. 4, Mel. 4. Neu?. 5. 

268. Gatt. Necrophorus. 

571. N. germairicus. Wie. 4 — 5, Sc. 4—5, Brii. 6—5. „Um Wien bei grösseren Äsern." 

572. N. humator. Se. 8—5?, Eos. 5. „Um Wien.' 1 

573. N. mortuorum. Ag. 14 — 4, Brii. 30—3, Leu. 8—5. — Lein. 4, Lin. 4, Wie. 4. ..In dem gebir- 
gigen Theile von Osterreich, aber selten.-' 

574. N. vespttlo. Ag. 16—4, C. 28— 4, Wie. 2.1 — 4, Mel. 12 — i, Brii. 2- 4, Ka. 17-4. Kremsi. 12—4, 
Kremsm. 30—4, Pra. 23—4, Lin. 2<J— 4, Sa. 1 — 5, Neus. 15—4, Neut. 19 — 4, In. 6—4, Wil. 3—6!, 
Bj. 7_4 ; Lern. 15-4, Ad. 28—4, Rot. 1—5, Leu. 3 — 5. 

575. K. vestigiator. Wie. 10—4?. — Pra. 3. „Selten." 

„Die Arten der Gattung Süpha leben grösstenteils vom Aase, theils verzehren sie auch lebende Insec- 
ten, theils sind sie pflanzenfressend. Auch jene der Gattung Necrophorus findet man im Sommer häufig 
bei Aesern, vorzüglich von kleinen Säugethieren, in deren Ermanglung sie auf lebende Thiere ausgehen.'' 

Sie halten sich daher meistens nicht an verborgenen Orten auf und eignen sich desshalb gut zur Beob- 
achtung, abgesehen von ihrer bedeutenderen Grösse, die sie nicht leicht übersehen lässt. Wenn man nun 
auch selten ein Aas ohne Käfer antrifft, so hängt doch ihre Erscheinung mit Rücksicht auf das Vorkommen 
des Aases sehr vom Zufalle ab. 

Die Arten der Gattung Silpha trifft man aber häutig auf Wegen, wo sie regelmässig beobachtet werden 
können, besonders bei feuchter Witterung. 

Die Arten des Kecroplioras sieht man an wannen Frühlingstagen nicht selten herumfliegen. Die Noti- 
rung der Zeit, wann dies geschieht, dürfte zu genauen Ergebnissen führen. 

XII. Kam. ANISOTOMIDES. 
271. Gatt. Anisotoma. 

576. A. cinnamomea. Mel. 3. „Selten." 

275. Gatt. Liodes. 

577. L. Jiumeralis. St. Jak. 5, Sa. 5. 

276. Gatt Amphicyllis. 

578. A. globus. Rot. 5. „Selten, in faulenden Pflanzenstoffen." 

Die Gattungen dieser Familien leben in Schwämmen und moderndem Holze, entziehen sich also leicht 
der Beobachtung, da man sie anderwärts nur selten antrifft. 

XIV. Farn. TRIGHOPTERYG IDES. 
282. Gatt. Ti ichopti rij.r. 



579. I. atomaria. IIa. ti. 

580. 1'. Kunzet. l!<». 4. „Selten." 

581. ]'. pusillwni. He. 3. „Selten. 1 



283. Gatt. Ptiliutn. 
284. Gatt. Ptenidium. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- Ungarn . 2 1) 

Die Auen dieser Gattungen leben in faulenden Pflanzenstoffen, theilweise unter Baumrinden und in den 
Nestern von Ameisen (283), es gilt demnach das bei der vorigen Familie Bemerkte. 

XV. Farn. SCAPHIDIIDES. 
286. Gatt. Scaphidiiim. 

582. S. quadrimaculatum. He. 4, Bo. 4. 

288. Gatt. Scaphisoma. 

583. S. agaricinum. He. 4. „Unter der Rinde alter faulender Pflanzenstöcke. " 
Die Arten dieser Gattungen leben in Baumschwämmen. 

XVI. Farn. HI ST ER IDES. 

289. Gatt. Hololepta. 

584. H. plana. Ag. 29 — 4. „Selten." 

290. Gatt. Platysoma. 

585. P. frontale. Ha. 1 — 5. „Selten.- 

586. P. depressum. Rot. 10 — 5, — He. 4, Ros. 4. 

291. Gatt. Hister. 

587. H. quadrinotatus. Wie. 18 — 4'?, Kremsi. 22 — 3, Pra. 2 — 5, Rot. 16 — 4. — Brü. 4, C. 3, Lern. 5, 
Ob. 4, Pre. 4. 

588. H. quadrimaculatus. Ag. 9—4, Wie. 25—4, Pra. 31—3. — C. 3, Ka. 4, Neus. 3, Pre. 4, Tr. 4. 

589. IL uncinatus. Wie. 3U— 3, Brü. 8—4, Pra. 13—4. 

590. H. umcolor. Ag. 9 — 4, Wie. 23 — 5, Brü. 29— 4, Pra. 2(3 — 5. — St. Jak. 5, In. 5, Lern. 5, Rot. 5. 

591. IL inaeguah's. Ag. 9 — 4, Wie. 28 — 5. — Ros. 6. „Im Sommer auf Viehweiden um Wien.-' 

592. H. terricola. Rot. 5. „Selten." 

593. LI. modestus. Wie. 7 — 4. 

594. IL distinctus. Wie. 5 — 5, Pra. is_ 4. — Lin. 3, Sa. 6. „Sehr selten." 

595. H. cadaverinus. Bud. 4 — 4, Rot. 5 — 5. — Bo. 5, St. Jak. 5, Kremsi. 2, Lin. 4, Mel. 3, Neus. 2, 
Ob. 4. Wie. 4. 

596. H. merdarms. Pra. 5, Rot. 5, Wie. 5. 

597. II. purpurascens. Wie. 2—4, Lin. 30—3. — Ob. 5, Pra. 3, Ros. 3. 

598. IL stercorarius. Ag. 7 — 4, Brü. 4 — 4, Rot. 12—4. 

599. II sinuatus. Wie. 5 — 4, Leu. 14—5. — Mel. 3, Pre. 4. „Auf trockenen, sandigen Viehweiden." 

600. IL marginatus. Pre. 4, Sa. 4. „Sehr selten." 

601. IL neglectus. Neus. 2, Pre. 4. „Selten." 

602. H. carbonarius. Ros. 5, Rot. (3, Wie. 5. 

603. LI. bimaculatus. Ag. 11—4, Mel. 26— 3. — He. 4, Ka. 4, Rot. 5. 

t;t>4. II corvtnus. Wie. 3 — 5, Lin. 5 — 4. — He 4, Neus. 3, Ros. 4, Rot. 5, Sa. '.'>. .Selten." 

605. II duodecimstr iatus. Neus. 4, Pre. 4, Wie. 4. „Im trockenen Kuhmiste selten." 

293. Gatt. Hetaerius. 

606. II. sesquicomis. Ag. 22 — 4. ..Selten. Türkensehanze, Hermannskogel bei Wien, unter Ameisen. - 

298. Gatt. Scvprinus. 

607. S. mbidulus. Wie. 16—6. — He. G, Pra. 5. 

608. 8. aeneus. Pra. 3 — 5. — Pre. 4, Rot. 5. 

609. <S vu-tscens. Wie. 5. ..Selten." 



'60 Karl Fritseh. 

610. S. rotundatus. Bud. 5, Pia. 4, Rot. 4, Sa. 6. 

611. S. conjungens. Pra. 6. 

672. 'S', arenarius. Bre. 3. „Sehr selten." 

301. Gatt. Onthophilus. 

613. 0. striatus. Lin. ?>. 

303. Gatt. Aeritus. 

614. A. nunutus. He. 5. „Nur zweimal gesammelt, unter Steinen.-' 

Die Gattungen dieser Familie leben theils unter Baumrinden, wie Hololepta und Platysoma, theils im 
Dünger, faulenden Pflanzenstoffen oder bei Aas: Ulster, Saprinus, Abraeus. 

Die Arten der Gattung Rister trifft mau im Frühjahre häufig auf Wegen an, wenigstens bei Wien und 
Pra 0, weniger bei Salzburg, aufweiche drei Stationen, da ich daselbst meine eigenen Beobachtungen an- 
gestellt habe, sich in der Regel meine eigenen Bemerkungen über das Vorkommen beziehen. 

XVII. Farn. PHALACRIDES. 
305. Gatt. Phalacrus. 

615. P. corruscus. Wie. 15 — 4, Rot. — 4. — Bud. 6, Pra. 5, Sa. 4. 

307. Gatt. Olibrus. 

616. O. aeneus. Wie. 8—4?, Pra. 15—6. 

617. 0. bicolor. Wie. 2—5. — He. 4, Lin. 4, Ros. 3. Fand ich gewöhnlich auf Blumen von Taraxacum 

officinale. 

61S. O. Uquülus. Bud. 6, Kremsi. 3, Wie. 5. 

619. O. Mülefolii. Pra. 11-6. — St. Jak. 5. 

620. O. gemmus. Lin. 4, Pra. 5. 

621. O. atomarius. Wie. 19 — 4. 

Die Gattungen dieser Familie leben auf Blumen, könnten daher gut beobachtet werden, wenn sie sich 
wegen ihrer Kleinheit nicht oft einer genauen Beobachtung entziehen würden. 

XVIII. Farn. NITIDULIDES. 
309. Gatt. Cercus. 

622. C. Sambuci. Wie. 28 — 4. — Bud. 6, Lin. 6. „Selten." 

623. 0. pedicularius. Pra. 18 — 4. — Bre. 4, Sa. 4. 

310. Gatt. Brachypterus. 

624. B. pubescens. Pra. 5. „Selten." 

625. B. Orticae. Bud. 6. 

626. B. gravidus. Pra. 6, Rot. 4. „Selten." 

312. Gatt. Epuraea. 

627. E. Ivmbata. Bud. 6 — 4. 

628. E. bisignata. Pra. 6, Wie. 3. „Selten." 

629. E. castanea. Sa. 6—4. 

630. E. süacea. Pra. 4. 

631. E. immunda. Bre. 4, Wie. 4. „Selten." 

632. E. aestiva. He. 5, Pra. 4. 

633. E. deleta. Pra, 6. „Selten." 

634. E. florea. Sa. 6. 

635. E. oblonga. Bre. 5, Pra. 4. „Selten." 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 31 

313. Gatt, mtidula. 

636. N. obscura. He. 3, Ob. 5. 

637. N. bipustulata. Mel. 21—4, Lin. 22 — 4. — He. 4, Ob. 4, Rot. 3. 

638. N. quadripustulata. Mel. 4. „Selten." 

314. Gatt. Soronia. 

639. S. grisea. Pra. 26—4, Rot. 13— :>. — Wie. 5. „Selten." 

31C>. Gatt. Am/photis. 

640. A. marginata. Ag. 5, Sa. 6. 

317. Gatt. Omosita. 

641. 0. colon. He. 3, Pra. 4, Wie. 3. 

642. 0. discoidea. Lin. 18—5. — Bo. 3, Wie. 4. 

318. Gatt. Thcdycra. 

643. T. sericea. Bud. 5, Pra. 4. 

321. Gatt. Meligethes. 

Die „schwierigen Arten dieser Gattung" werden wohl nicht immer sicher unterschieden worden sein. 

644. M. rufipes. Lin. 18—4?. 

645. M. lumbaris. Sa. 5. „Selten." 

646. M. vin'descens. Pra. 13—5. — Bre. 4, Bud. 4, Lin. 4. „Selten." 

647. M. aeneus. Ag. 28-4, Wie. 23-4, Pra. 24-4, Sa. 21 — 4, Bud. 1—5. 

648. M. subrugosus. Lin. 4. „Selten." 

649. AI. Symphyti. Pra, 24—4. — Bud. 4, Kremsi. 4. 

650. M. sen-ipes. He. 5. 

651. M. dtffioilis. Pra. 4. ..Selten." 

652. M. viduatus. Sa. 13—3, Pra. 20-4, Wie. 10—4. 

653. M. peJicularius. Neus. 4. 

654. M. tristüs. Lin. 5. „Selten." 

655. M. flavipes. Bud. G. „Selten." 

324. Gatt. Cyehmimis. 

656. C. luteus. Ros. 30—5, Rot. 16 — 6. — Lin. 4. 

327. Gatt. Ips. 

657 . 1. ferruginea. Bo. 6. 

658. 1. quadripustulata. Rot. 21—4, Leu. 8 — 5?. „Selten." 

328. Gatt. Bhizophagus. 

659. R. bipustulatus. He. 4. 

332. Gatt. Peltis. 

660. P. grosso. Rot. 6—6. „ Selten. - 

661. P. ferruginea. Lin. 5, Ob. 5, Pra. 5, Sa. 5, Wie. (i. 

662. 1'. oblonga. Rot. 15 — 5. — C. 6, Neus. 4, Sc, 5. „Selten; im modernden Weidenholze." 

Die Gattungen dieser Familie eignen sich in ungleichem Grade zur Beobachtung. Cercus, Brachypterus 
und Thah'ora, theilweise auch Epurea, Amphotis und Meligethes, welche auf Blumen und blühenden 
Gesträuchen vorkommen, sind vorzugsweise geeignet. 

Minder mir die übrigen oder die Arten jener Gattungen, welche sich unter Baumrinden, in kranken ab- 
gestorbenen Bäumen oder in Staubpilzen aufhalten. 



32 Karl Fritsch. 

XIX. Farn. COLYDIIDES. 

334. Gatt. Sa/rrotrium. 
663. S. clavicorne. Pra. 5. „Selten." 

338. Gatt. Coxel/us. 

66-1. C. pictus. In. 7. „Lebt auf morschem Holze." 

340. Gatt. Ditoma. 

665. I). crenata. Ag. 12—5, He. 10—4. — Rot. 3, Wie. 2. 

352. Gatt. Bothrideres. 

666. B. contractus. He. 5. ,.Am ausfliessenden Safte alter Weidenbäume, selten. - 

357. Gatt. Cevijloii. 

667. C. histeroides. He. 4. 

Die Arten der Gattungen dieser Familie leben unter Steinen (Sarrotrium) , unter Baumrinden, wie 
Ditoma, Cerylon, oder auf morschem Holze fCoxelus), sind daher schwer aufzufinden, und so weit sie ander- 
wärts anzutreffen, werden sie zu spät beobachtet. 

XXI. Farn. CUCUJIDES. 
360. Gatt. Cnciijits. 
66S. C. sanguinolentus. St. Jak. 5 '. „Im Prater sehr selten. - 

362. Gatt. Brontes. 

669. B. planatua. He. 20 — 4. 

363. Gatt. Laemophloeus. 

670. L. duplicatus. He. 4. 

671. L. pusillus. Bo. 3. „In Specereiwaarenbandlungen." Ob im Freien beobachtet? 

672. L. ater. He. 5. 

368. Gatt. Sylvanns. 

673. S. btdentatus. St. Jak. 6. 
671. S. unidentatus. Kot. 3. 

Die angeführten Gattungen dieser Familie leben fast sämmtlich unter Baumrinden, theilweise fSylva- 
nus) im Grase und Getreide, sind daher zu den Beobachtungen minder geeignet, abgesehen von ihrem 
seltenen Vorkommen. 

XXII. Farn. CR YPTO PH AGIDES. 
369. Gatt. Lyetiis. 

675. L. bicolor. Bre. 5, Wie. 5. „Selten." 

373. Gatt. Telmatophilus. 

676. T. Carlas. Pra. 5. 

374. Gatt. Antherophagus. 

677. A. silaceus. Pra. 6. „Sehr selten." 

376. Gatt. CryptopJiagus. 

678. C. badius. Pra. 3. „Selten." 

679. C. scanicus. Bo. -. 



IHrsc i;eol>;i chriina könnte iinf einer Verwechslung der Gattung beruhen. 



Jährlich' Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn . 33 

680. 0. vini. Pia. 4. 

681. C, crenulatus. Pra, 4, Wie. 3. 

682. C. fumatus. Wie. 6. „Sehr selten." 

683. C. acutangulus. Wie. 3. 

684. C. cellaris. Pra. 3. 

377. Gatt. Paramecosoma. 

685. P. serrata. Pia. 6. „Sein - selten." 

379. Gatt. Atomaria. 

686. A. fimetarn. Pra. 5, Wie. 3. 

687. A. elongatüla. Pra. 3. „Selten." 

688. A. linearis. Ni. 3. „Selten." 

689. A. fuscipes. Pra. 3. 

69<>. A. gibbula. He. 4. Lin. 3. 

691. A. apicalis. IIa. tj. 

692. A. fuseata. Pra. G. 

693. A. Lasalis. Pra. 6, Wie. 3. „Selten." 

694. A. atra. Bud. 4. 
£#5. .-1. pusilla. Ni. 4. 

381. Gatt. Mycetaea. 

690. M. hirta. He. 3. 

387. Gatt. Ewgrte. 
£07". E. bipustulata. Lin. 4, Rot. 4. 
6'y§. £. sanguinicollis. Ros. 4, Rot. 4. „Sehr selten." 
699. JE. humerah's. Rot. 5. 

388. Gatt. Tritoma. 
70". T. bipustulata. Mel. 4. Rot. 6. 

390. Gatt. Triplax. 

701. T. aenea. Ob. 4, Pra. 3. 

Von den Gattungen dieser Familie eignet sich Antherophagus , welche auf Blimieu lebt, am besten zur 
Beobachtung, dann allenfalls noch Telmatophilus, welche auf nassen Wiesen vorkommt. 

Die übrigen , welche sich alle unter Baumrinden, im faulenden Holze und anderen faulenden Pflanzen- 
Stoffen, in Baumpilzen, an feuchten dumpfigen Orten aufhalten, sind minder geeignet. 

XXIII. Farn. L ATHU I DI IDES. 

398. Gatt. Lathridius. 

702. L. lardarius. Pra. 4. „Selteu." 

703. L. rugicollis. Ni. 3, Pra. 4. „Selten." 

704. L. clathratus. Bud. 4. ..Selten." 

705. L. minutus. Pra. 12—3, Lin. S — 4, Rot. 21—4, — Xi. .".. 

706. L. transversus. Wie. 4. „Selten." 

399. Gatt. Cortirarin. 

707. C. pubcscens. Pra. 22-:.;. — Wie. 4. 

708. 0. bella. Pra. 4. ..Sehr selten." 

709. C. denticulata. Xi. 3, Pra. 3. „Selten." 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. XXXYI1. Bd. 5 



34 Karl Fritsch. 

710. C. piligera. Pra. 4. „Selten." 

711. C. crenulata. Pra. 5. „Sehr selten." 

712. C. gibbosa. Pra. 10—5. 

Die Arten dieser beiden Gattungen leben unter Auskehricht, bei schimmelnden Pflanzenstoffen und unter 
Baumrinden, entziehen sich daher leicht der Beobachtung. 

XXIV. Farn. MYCETOPHAGIDES. 
401. Gatt. Mycetophagus. 

713. M. quadrvpustulatus. Rot. 8 — 6?. 

714. M. atomarius. He. 8 — 4. 

715. M. fulvicollis. He. 4. „Sehr selten." 

716. M. multipunctatus. Rot. 15 — 5. 

404. Gatt. Typhaea. 

717. T. fumata. Ag. 7 — 5. — Bo. 6. 

Die Arten der ersten Gattung leben in Baumschwämmen, jene der zweiten im Moder alter Bäume und 
unter Baumrinden, sind daher zur Beobachtung ebenfalls nur minder geeignet. 

XXVI. Fam. DERMESTIDES. 
408. Gatt. JBytumis. 

718. B. fumatus. Wie. 14 — 5, Pra. 18 — 5, Rot. 12 — 5. „Auf blühendem Löwenzahn." 

719. B. tomentosus. Bre. 25 — 5, Pra. 3 — 6, Sa. 22-4 '. — Rot. 5. „Auf Fichten im Frühjahre." 

409. Gatt. Dermestes. 

720. D. lardarius. Ag. 17 — 4?. Brü. 9— 4, Pra. 2;")— 4, Sa. 22 — 4, Leu. 7 — 4. Die ziemliche Überein- 
stimmung der Zeiten ist bemerkenswert!], wenn erwogen wird, dass diese Art oft nicht im Freien beobachtet 
worden sein dürfte. 

721. I). murinus. C. 26—3, Wie. 19—4, Pra. 10—5, Rot. 18—4. 

722. D. laniarius. Wie. 9—4, Brü. 2)1-4. — Kremsi. 3, Ob. 4. Pre. 4, Rot. 3. 

723. D. rulpütiis. Ag. 24-4. „Sehr selten." 

724. D. Frischii. Wie. 13—4. — Bo. 5, Ka, 4, Neus. 3. 

725. D. undulatus. Bo. 30—4. — He. 6, Wie. 6. 

726. D. atomarius. Pre. 4. Wil. 3. „Selten." 

410. Gatt. Attagenus. 

727. Ä. viginti-guttatus. Rot. 28—4. — Bo. 4, Mel. 4, Ob. 4. Sa. 5. „Selten." 

728. A. pellio. Ag. 12-5, Wie. 10-5, Bre. 17—5?, Brü. 16-4. Pia. 22-4, Se. 4-6!, Rot. 22-4 
(19 — 2 im Zimmer). 

729. A. Schaffen'. Ag. 7 — 5, Rot. 2—5. — Pa. 5. „Selten." 

730. A. megatoma. Wie. 23 — 6, Rot. 24—5. — Bo. 6. „Selten. - 

411. Gatt. Megatoma. 

731. M. undata. Rot. 23 — 5. — Pra. 4, Kos. 5. „Selten." 

413. Gatt. Trogoder ma. 

732. T. versicolor. Bo. 6. „Selten; in den Ritzen der Rinde von jungen Weidenstämmen." 



1 Wahrscheinlich B. fumatus. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 35 

415. Gatt. AntJirenus. 

733. A. Scrofulariae. Ag. 10—4, Wie. '2-5, He. 24—4. Lin. 27-4. Sa. 14-5, Rot. 7—5. 

734. A. signatus. Sa. 12 — 7. 

735. A. Pimpinellae. Ag. 24 — 4. - St. F. 4, Mel. 3. 

736. A. varius. Rot. 11— G. — In. 5, Lin. 6, Neus. 5, Sa. 6. „Auf Blüthen selten, häufiger iu In- 
sectensammkvngen." 

737. A. museorum. Wie. 12 — G, Pia. 3—6, Rot. 10-6, Leu. 11—5. 

738. A. claviger. Wie. 2— G, — Rot. 6. 

41G. Gatt. Trinodes. 

739. T. hirtus. Rot. 6. „Selten." 

Die Gattungen dieser Familie leben theils von thierischen Stoffeu, wie Dermestes und theilweise Atta- 
genus, theils im alten Holze (MegatomaJ, Iheils auf Blumen, wie theilweise Attagenus und Megatoma, sind 
demnach im ungleichen Grade zur Beobachtung geeignet. 

Mehrere Arten, wie Dermestes lardarius und Attagenus pellio , dann einige Arten von Antkrenus, kom- 
men nicht selten in Wohnungen vor. wo sie nicht beobachtet weiden sollten, da ihr Vorkommen dann ent- 
weder kein periodisches, oder doch ein viel zu sehr verfrühtes ist. da sie hier noch vor Ablauf des Winters 
vorkommen. 

XXVII. Farn. THROSCIDES. 

418. Gatt. Trtxacus. 

740. T. dermestoides. Wie. 21—5"?. — Mel. .">. 

741. T elateroides. Bo. G. „ Auf Barietaria officinalis." 

XXVIII. Farn. BYRRHIDES. 
420. Gatt. Syncalypta. 



742. S. setigera. He. 5. „Am Donauufer bei Klosterneuburg. 



422. Gatt. Byri'hus. 

743. B. ornatus. Lin. 25 — 4. 

744. B. Inniger. Lern. 4, Wie. 5. 

745. B. picipes. Ag. 19 — 5. — Bre. 5. ..Selten. ■• 
74C. B. fasciatus. Se. 5. Wie. 5. 

747. B. dorsalis. Wie. 11-5, Lin. 14—4?, Rot. 9^5?, Pia. 23 — 4. 

748. B. pilula. C. 4 — 4, Wie. 3-5, Brü. 2-5, Ka. 10—5, Kremsi. 13-3!, Pra. 23—4, Lin. 13 — 4, 
Sa. 31 — 3, Neus. 1—4. Neut. 7 — 5. Rot. 15—4, Leu. 12—5. 

749. B. arietinus. Bus. G. „Nur einmal gefangen." 

750. 13. murinus. Wie, 4. ■ 

423. Gatt. Cytilus. 
751 C. varius. Sa. 24-5. — Rot. 9 — 5. — Bud. 4. Neus. 3, Ros. 3. 

424. Gatt, Morychus. 

752. M. aeneus. Bug. 4, Sa. 5. „Selten." 

753. M. nitens. Pia, 21-4. — He. 4. Pre. 4, Wie. 3. 

Die Arten von Syncalypta und Morychus leben unter Steinen auf sandigem Boden oder Grasplätzen, in 
der Nähe von Wasser, sind daher nur minder zur Beobachtung geeignet. 

Bei den Übrigen Gattungen ist die Art des Vorkommens nicht angegeben. Die Arten von Byrrhus trifft 
man häufig auf Wegen, wo sie gut beobachtet werden können. 

.i * 



36 Karl F ritsch. 

XXX. Fam. P ARN IDES. 
431. Gatt. Parnus. 

754. P. prolifericornis. Pia. 6. „An den Rändern von Pfützen.-' 

XXXI. Fam. HETEROCERID ES. 
437. Gatt. Meterocerus. 

755. H. parullelus. Rot. 5. ..Am Ufer des Xeusiedlersees." 

756. H. fossor. Pia. 5. „Selten." 

Die Arten dieser Gattung leben am Ufer von stellendem Wasser und Seen, im Schlamme oder im 
Sande. 

XXXII. Gatt. LUC ANIDES. 
438. Gatt. Lucamis. 

757. L. cervus. Ag. 7—5, Med. 5— 5, C. 15 — 5, Pre. 2—6, Wie. 1—6, Sc. 10—5, Brii.4— 6, Ka.29— 5, 
Kremsi. 22—5, Mel. 8-5, Pia. 18-6, Ein. 30-6, Pos. 14-5, Sa. 21-7?, Neus. 18-5?, Tr. 4-7, 
Neut. 22—6, In. 19—6, Bi. 18 — 6, Bud. 26-6, Rot. 5—6, Bug. 31-5, Leu. 29—6. 

Diesen Käfer fand ich 1828 bei Prag nicht selten am ansfliessenden Safte von Eichenstämmen. Bei Salz- 
burg sah ich ihn nur am Abend herumfliegend und selten. Vielleicht lässt sich die Verschiedenheit der 
Erseheinungszeiten an den Stationen daraus erklären, dass der Käfer an einigen saugend, an anderen fliegend 
beobachtet worden ist, falls das Schwärmen nicht schon an den ersten Abenden der Periode des Erscheinens 
stattfindet, dann könnte das häufigere oder seltenere Vorkommen von Einfluss sein, indem letzteres dem 
zufälligen Auffinden einen grossen Spielraum gibt. 

430. Gatt. Dolens. 

758. D. parallelepzpedus. Ag. 12 — 5, C. 25 — 5, AVie. 21—5, Brü. 8—6, Ka. 21 — 5, Sa. 11 — 6, Neus. 
14-5, Rot. 11-6, Bug. 28—5. 

440. Gatt. Platycerus. 

759. ]'. caraboides. C. 1—5, Wie. 12 — 5, Brü. 7 — 5, Pra. 17 — 5, Lin. 4—5, Rot. 10—5. 

443. Gatt. Sinodendron. 

760. 8. cylindricum. Neus. 5, Ros. 6, Rot. 6. 

Von den Gattungen dieser Familie leben fast alle am ausfliessenden Safte von Laubhölzern (Eichen 
und Buchen) sind daher sehr gut zu beobachten, wozu noch die Grösse und leichte Erkennbarkeit der Arten 
kommt. Nur Sinodendron lebt in faulenden Baumstämmen und ist daher schwerer aufzufinden. 

XXXIII. Fam. SCARABA EIDES. 
445. Gatt. Sisyphus. 
7G1. S. Schaffen'. Neus. 5. ..Leopoldsberg, Rosenhügel bei Wien." 

446. Gatt. Gymnopleurus. 

762. G. mopsus. Brü. 27 — 4. — Ni. 5, Pra. 6, Ra. 6, Ros. 6. „Im Frühjahre auf trockenen sonnigen 
Anhöhen um Wien." 

763. G. cantharus. Neus. 15 — 5. „Am Laaerwäldchen nächst Wien." 

447. Gatt. Copris. 
76-1. C. lunaris. Ag. 20—4, C. 30—3?, Wie. 9—5, Brü. 1 -5, Ka. 28-4, Kremsi. 26-4, Neus. 10-5. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn, 37 

450. Gatt. Ontophagus. 

765. 0. Sckreben. Ag. ti— 4, Wie. 3—6?, Pia. 2—6, Neus. 2-4. — Ob. 5, Rot. 4. 

766. 0. Tages. Ha. 5, Pre. 4. „Um Wien, aber selten." 

767. 0. nutans. Pos. 28—4. — Bo. 5, In. 4, Neus. 5. 

768. 0. camelus. Wie. 19— 4?. — Ka. 4, Mel. 4, Pra. 5, Pre. 4. „Um Wien, aber selten." 
76'J. 0. semtcornis. Mel. 3, Pra. 6. „Im Menschenkothe , um Wien." 

770. <>. taurus. Ag. 5—4, Wie. 9-5?, Pra. 22—5, Ha. 16—4. — Bo. 5, Eos. 4. „Um Wien, im Kuh- 
dünger." 

771. 0. furcatus. Ka. 4, Neus. 4. „Um Wien." 

772. 0. oral, is. Ag. 7 — 4, Wie. 10—4?, Neus. 3-4. 

773. 0. lemur. Pia. 15 — 5, Bot. 12-4. — In. 4, Mel. 4. 

774. 0. coenobita. Wie. 26 — 4?, Brii. 16—4, Pra. 19—4, Leu. 12 — 4, Sa. 17 — 6!. 

775. 0. austriacus. Wie. 12 — 5. — In. 4, Ka. 5. 

776. 0. fracticorms. Brii. 1C> — 4. Pra. 15 — 4. Neus. 16 — 4, Neut. 14—4. 

777. 0. vacca. C. 3 — 5, Brii. 10—4, Pra. 9 — 6!, Neus. 17 — 4, Se. 4 — 5?. — Bo. 5, He. 4, In. 4, 
Ni. 4, Ob. 4. Pre. 4, Rot. 4, Wie. 4. 

778. 0. nuchicomis. Wie. 12—5, Pia. 19—4, Lin. 2 — 4, Leu. 14—4. 

451. Gatt. Oniticellus. 
77'.). 0. flavipes. C. 3— 5, Wie. 11—5?, Brii. 26 — 4, Neus. 27— 4?. 

452. Gatt. Aphodius. 

780. A. erraticus. Pra. 13 — 4, Neus. 10— 4, Kot. 22—4. 

781. A. subterraneus. Pra. 2S — 4. — Rot. 5. 

782. A. haemorrhoidalis. Pra. 6. Pos..'!. „Im Frühjahre, in den Donau- Auen." 

783. A. fossor. Wie. 22-5, Brii. 19 — 3, St. .Jak. 11—4. Ki. 28— 3, Rot. 10—5. — In. 5, Ka. 3, 
Leu. 5, Lin. 6, Neus. 6, Wil. 6. 

784. A. sulcatus. Sa. 18—3. ..Selten." 

785. A. conjugatus. He. 31 — 3. „Um Wien sehr selten; in Osterreich o. d. Enns." 

786. A. scybalarius. Bi. 3, Bud. 3, Lin. 6, Pra. 3. 

787. A. foetens. In. 6, Pra. 6, Wie. 6. 

788. A.fimetarius. Ag. 6— 4. Wie. 20— 3, He. 29— 3, Brü. 17-3, Ka. 25— 3, Pra. 20— 3, Lin. 21— 3, 
Sa. 12—3, Ki. 23 — 3, Neus. 14 — 3. In. 11—3, Lein. 31 — 3. Leu. 31 — 3. 

789. A. granarws. Ag. 2—4, Wie. 2—4, Lin. 17 — 4, Pra. 25 — 3, Rot. 20—4. 

790. A. nitidulus. Kreinsi. 3, Rot. 4. 

791. A. sordidus. St. Jak. 11—3, Ha. 12 — 2. — Lin. 4. 

792. A. lugens. Pra. 6. „Selten." 

793. A. ater. He. 4, Leu. 4. „Im Frühjahre, im Dünger." 

794. A. piceus. Sa. 4. ..In Gebirgsgegenden selten." 

795. A. al-pinus. In. ü. 

796. A. Uvidus. Neus. 2, Pra. 6, Wie. 5. ..Selten." 

797. A. bimaculatus. Bo. 2 — 4. — In. 4, Neus. 4. 

798. A. niger. Rot. 5. 

799. A. sticticus. Bo. 5, Pra. 4. „Selten." 

800. A. melanosticus. Wie. l'.i — 3, Pra. 19 — 3, Bud. 10 — 4, Rot. 25 — 3, Leu. 2 — 4. 
8U1. A. inquinatus. Wie. 21 — 3, Pra. Ki — 3. _ B<>. 3, Mel. 3, Neus. 2, Rot. 2. 
802. A. pusillus. Po. 5, In. 6. 



38 Karl Fritsch. 

803 A. prodromus. Ag. 2—4, He. 22—4. Ob. 19—3, Lin. 6-3, Sa. 4-3. 

50-7. A. punctatosulcatus. Sa. 1 — 3. — Mus. 4. 

805. A. consputus. Pra. 4. 

50tf. ^4. puhescens. Ha. 2, In. 4. 

507. .4. cbh'teratus. He. 3. „Selten." 

505. A. arenarius. Wie. 26 — 4. „Sehr selten." 

809. A. rvfipes. Lern. 15-4?. — Kens. 6. 

570. A. pecari. Ag. 29-3. — Bo. 5. 

811 A. luridus. Wie. 28—4, He. 9-4. Brü. 19—4, Pra. 16—4. 

812. A. depressus. Rot. 14 — 4. — Bre. 5, Sa. 3. „Selten." 

813. A. atramentarius. Rot. 4. 

514. A. porcatus. Wie. 8-4. Pra. 31—3, Kens. 5 — 4. 

57.3. .1. sus. Ag. 22-3. 

5i'A .1. testudinarius. Pra. 29 — 3. „Im Frühjahre, unter trockenem Dünger." 

453. Gatt. Amoecius. 

817. A. brevis. Bo. 6, Neus. 4, Ros. 4, Rot. 5. „Selten." 

454. Gatt. Rhyssemus. 

818. R. asper. Wie. ib- 4?. Pia. 22—4. 

456. Gatt. Psammodius. 

819. P. caesus. Wie. 24 — 4. — Bo. 5, He. 3, Sa. 4. 
520. /'. ml „erat iis. Pud. 4. ..Selten." 

463. Gatt. Odowtaeus. 
821. 0. mobilicornis. Bug. 6, Ob. 6, Ros. 5, Rot. 5. ,. 1 in Wien selten, in Oberösterreich häufiger 
und im Sommer nielit selten unter Dünger." 

464 Gatt. Ceratophius. 

522. C. Ttphoeus. In. 5, Wie. 5. „In Österreich o. d. Enns bei Linz. 

465. Gatt. Geotrupes. 

823 G. vemalis. Ag. 17-4, C. 4 — 4. Wie. 21—4, Brü. 14—4, Pra. 20-4, St. Jak. 14-4'?, Neus. 
8—4?. Neut. 7 - 4. Rot. 29-4. 

824. G. stercorarius. Ag. 19-4, C. 31—3, Pre. 21-4, Wie. 21-3, Ob. 1-4, Brü. 19-3, Ka. 28-3, 
Pra. 19-3, Lin. 9-3. St. Jak. 21—3, Ki. 7-5!, Kens. 18-3, Bi. 11 — 3, Bl. 5-4, Lern. 26-3, Ad. 31-3, 
Mi. 24—3, Rot. 24-3, Se, 6—4, Leu. 1-4, Ha. 11—3. 

525. G. sylvaticus. Pra. 7 — 5, Lin. 24-5, St.Jak. 11 — 5, Rut.26-3. - Biul.4, C.4, Ha. 4, He. 4, Lern. 5. 

466. Gatt. Lethrus. 

826. L. cephalotes. Kos. 4. .In den Weinbergen an der ungarischen Grenze." 

4<i7. Gatt. Tro.»\ 

827. T. seither. Rot. 5. 

525 7'. hispidus. Wie. 31—3. — Pra. 4. Sa. 4. 

829. T. sahdosus. Ob. 20— 3, Brü. 10—4, Lin 6-4. Sa. 18—4, St.Jak. 8— 5, Rot. 12— 5,- Ha. 22— 4. 

47:i. Gatt. Hoplia. 

830. H. phüanthus, 0.22—5, Brü. 17-5, Sa. 27 — G! 1 , Neut. 8— 5, Kess, 10—6. „Nicht häufig. 6 

831. H. praticola. Brü. 4—6. - In. 6, Neus. 5, Sa. 5. 

1 Erscheint immer plötzlich in grosser Menge im : verschwindet fast eben so rasch. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 39 

832. H. sguamosa. C. 31— 5, Wie. 7 — 6, Mel. 27— 5, Brü . 15 — 5, Sa. 31—5, G. 3—6, Ki. 14—6, 
Fla. 19-6. 

475. Gatt. Triodonta. 

833. T. nitidula. Bo. 6. 

477. Gatt. Serica. 

834. S. hrunnea. Sa. (j— 7!. — B<>. 7, C. 6, Mel. 4. „Um Wien selten, in Osterreich o. d. Enns in 
Gebirgsgegenden häufig." 

835. S. holosericea. Wie. 15—4, Rot. 20—4. — He. 6, Pre. 4, Ros. 3, Sa. 4. „Auf trockenen, sandi- 
gen Grasplätzen, unter Steinen. Selten." 

480. Gatt. Bhfeotrogus. 

836. B. aestivus. Pra. 4 — 6. — Bug. 6, In. 6, Wie. 6. 

837. K. aequinoctialis. Wie. 16 — 4, He. 14 — 4. — Mel. 4, Of. 4. „Um Wien auf dein Linien walle sehr 
geniein im ersten Frühjahre, sehr selten im Spätherbste." 

838. IL vernus. He. 4. 

839. II. assimilts. Wie. 5 — 6, Brü. 8 — 5!, Ka. 14—6, Neut. 1—7. .Zur Zeit der Heueinte nicht 
selten." 

840. Ji. sohtüialis. Ag. 26—5, C. 3 — 6, Wie. 17— 6, Mel. 24-6, Brü. 10—6, Ka. 20—6, Kremsi. 12— 6, 
Kremsm. 10—7, Lin. 24—6, Pra. 19—6, G. 20—6, St. Jak. 2-7, Bl. 8—6, Neut. 14—6, In. 22—6, Wil. 
14—6, Bi. 19 — 6, Kess. 3— 6, Rot. 1—7, Kesm. 13—6, Ha. 20 — 6. „Im Juni und Juli bei Sonnen- 
untergang auf Wiesen gemein." 

841. II. ochraceus. Neus. 4. „Einigemale um Wien gesammelt. 

482. Gatt. Anoocia. 

842. A. joilosa. Ra. 6. „In der Gegend um Wien in manchen Jahren im Juni sein- häufig." 

483. Gatt. Polt/plülla. 

843. P. fullo. Ag. 14 — 6, C. 28-6, Brü. 17 — 7, Ka. 27—6. — Ros. 7. „Um Wien, selten." 

484. Gatt. Melolontha. 

844. M. Hippocastani. Ag. 21—4, Brü. 9 — 5, Rot. 7 — 5?. — Bo.4, In. 4, Lern. 5, Lin. 4, Ob. 4, Roy. 4. 

845. M. vulgaris. Ag. 17—4, Med. 12—4, C. 18 — 4, Or. 27 — 4, La. 16 — 4, Pre. 20—4, Wie. 26— 4. 
Sc 19—4, St. F. 25—4, He. 25-4, Mel. 19-4, Ob. 14-4. Brü. 20-4, Ka. 23—4, Kl. 24-4, Kremsi. 
29-4, E. 25—4, Kremsm. 1 — 5, Pia, 4—5, Jas. 9 — 5, Lin. 19—4, Ros. 22-4. Sa. 25-4, G. 27-4, 
Is. 27 — 4, St. Jak. 10 — 5, Ki. 27-4, Neus. 8 — 4, Rz. 5—5, Tr. 23-4, Bl. 30—4, Ho. 5—5, In. 14—4. 
Wil. 25—4, Bi. 1 — 5, Kro. 2 — 5, Kess. 4 — 5, Lern. 6 — 5, Lie. 6—5?, Ad. C, — ; K Mi. 3 — 5, Da. 4—5, Rot. 
4-5, So. 10—5, Ig. 4-5, Leu. 6—5, Bä. 30—5!, Kesm. 15 — 5, Ha. 4—5, Ta. 8 — 5. 

846. M. albida. Lin. 4. „Um Wien im ersten Frühjahre an den jungen Trieben des Weinstockes. " 

488. Gatt. Anisoplia. 

847. A. fruticola. Wie. 7 — 6'?, Brü. 29 — 5. — Bo 6, C. 6, In. 6, Ra. 6. „In den Donau-Auen im 
Prater, selten." 

848. A. agricola. Ag. 9 — 6, C. 13 — 6, Lin. 18 — 6. 

849. A. bromicola. Bo. 6, Wie. 6. „Auf Brachfeldern bei Wagram." 

850. A. crucifera. Brü. 19 — 5. — Ros. 6. 

851. A. austriaca. Ag. 11—6, Wie. 6 — 6. — Ra. 6. 

852. A. adjeeta. Brü. 5 — 6. — Wie. 7. 

853. A. lata. Wie. 19—6?, Brü. 25 — 5. 



40 Karl Fritsch. 

489. Gatt. PhtjUopert/ia. 

854. P. horticola. Ag. 29-4!, C. 24—5, Wie. 2— 6, Mel. 3— 6, Brü. 21— 5, Ka. 1—6, Kremsi. 30-5, 
Pra. 6-6 ', Lin. 22-5, Sa. 27-5, G. 28—5, St. Jak. 4— 6, Ki. 1—6, Neus. 11—6, Neut. 26—5, In. 2—6, 
Bi. 1—6, Rot. 29—5, Bug'. 9—6, Sc. 6 — 6, lg. 5—6, Leu. 6—6, Kesm. S-G, Ha. 29—5. 

490. Gatt. Anomala. 

855. A. aurata. Bo. 7. „Bei Reichenau, sehr selten." 

856. A. Früehü. Ag. 5-6, C. 16-6, Ka. 28 — 6. Pra. 17-6, Kess. 8 — 7. 
557. A. Vitis. Bo. 6. „Selten." 

494. Gatt. Oi-yctes. 

858. 0. nasicornis. Ag. 17 — 4. Brü. 6—4. Ros. 26—4. „In Österreich o. d. E. selten, um Wien häutig." 

495. Gatt. O.rt/tJu/rea. 

859. U. stirtica. Ag. 2—5, C. 5-4, Wie. 7 — 5, Brü. 24-4, Ka. 2 — 5, Lin. 28-4. 

496. Gatt. TJpicoinetis. 

860. E. hirtella. Ag. 29-4, Wie. 19-4, He. 23-4, Brü. 9-4, Ka. 25-4, Kreuisi. 4-5, Pra. 24-4, 
Lin. 5-4. Neus. 14-4. Bud. 25-5!, Lern. 18-4. 

4'.»7. Gatt. Ccfonia. 

861. C. virt'dä. Leu. 10—5. — Pre. 5. „Anfangs Sommer auf blühenden Disteln selten." 
In Baden bei Wien fand ich C. viridis auf Jurinea mollis. 

862. C. aurata. Ag. 19-4, Bo. 30-4, C. 26-4, Wie. 26-4, Sc. 23-5, He. 2-5, Mel. 16-4, 
Brü. 21—4, Ka. 30—4, Kremsi. 28 — 4, Pra. 19—5, Lin. 11—4, Kos. 21—4. Sa. 3 — 5, Ki. 4 — 6, Neus. 22 — 4, 
Bl. 13-4, Ho. 19-5. Neut. 21—5, In. 1—5, Wil. 9—6, Bi. 7 — 6, Kess. 9—5, Ad. 14—6, Mi. 16—5, 
Rot. 17-5, Bug. 26-5, >Se. 14-5, Ig. 19—5, Leu. 17-5. BS. 10—5, Ha. 7-5, Ta. 13—5. 

863. C. speciosissima. Brü. 8 — 7, Ros. 3 — 6. — He. 5, Kremsi. 5. „Sehr selten." 

864. C. aiffinis. Ros. 7 — 6. „Sehr selten. tS 

865. C. marmorata. Wie. 22—5?, Brü. 11-5, Pia. 19— 6*, Lin. 12 — 5, Rot. 9 — 6. „In Gebirgs- 
gegenden, auf Doldenblüthen." 

866. C. aenea. Wie. 5 — 5, Pra. 12 — 5. — Bo. 5, Lin. 4, Mel. 3, Neus. 5, Rot. 5. Sa. 4. 

867. 0. metaüica. Wie. 28—4, Brü. 11—5, Pia. 9 — 5, Lin. 19—5, Neus. 8—5, Rot. 23 — 5. 

498. Gatt. Osmorteriiia. 

868. O. eremita. Ag. 2 — 4!, C. 2 — 7, Brü. 19 — 6, Lin. 9 — 7?, Neut. 3 — 7. Bi. 9-7, Rot. 19—6. — 
Kremsi. 7, Kremsm. 7, Neus. 6. 

49!). Gatt. Gnorimus. 

869. G. nobilis. Ag. 15—6, C. 27—5, Sa. 10— 6 3 , G. 9-6, Rot. 17-6. 

870. G. variabilis. Lin. 6. „In holden Bäumen, sein- selten." 

500. Gatt. Trichius. 

871. /'• fasciatus. Ag. 22 — 5, C. 31—5. Brü. 10—6, Ka. 16—6, Kremsi. 12 — 6. Lin. 24 — 6, Ros. 5—6, 
Sa. 13 — 6, G. 7-6, Ki. 1 -7, Neut. 1-7, In. 3—6, Bi. 19-ti. Rot. 11—6, Bug. 10—6, Leu. 14-11. 

501. Gatt Valgus. 

872. V. Jiemiptems. Ag. 3-5, C. 18 — 4, Wie. 11—5, Mel. 7 — 4. Brü. 3 — 5, Ka. 7 — ."!. Kremsi. 2<>-4V, 
Lin. 30-4, Neus. 26-4, Rot. 26-5. 



i In Prag und Wien fand ich I'. horticula immer auf blühender Bosa canina. 
2 In der Scliarka am ausfliessenden Satte der Weiden stamme. 
:: Auf den Blüthendolden von Sambucus nigra. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 41 

Die Gattungen dieser Familie sind schon im Allgemeinen zur Beobachtung' vorzugsweise geeignet, da 
sie viele grosse, gut unlerscheidbare Arten enthalten. 

Zwar kommen sie in Mehrzahl in der Eegel an verborgenen Orten vor, wie Sisyphus im Menschenkothe, 
Qymnopleurus, Copris, Onthophagus, Oniticellus, Aphodius, Ammoecius, Psammodius (theilweise), Odontaeus, 
Oeotrupes im Kuh- und anderem Dünger, sowie in faulenden Pflanzenstoffen , Rhyssemus und Psammodius 
(theilweise) unter Steinen, Lethrus in selbstgegrabenen Erdlöchern , Oryctes, Osmoderma, Gnorimus (eine 
Art) in Gartenerde, Lohe oder hohlen Bauiastämen, aber auch von diesen scheinen viele Arten bald oder 
gleich nach ihrem ersten Erscheinen über der Erdoberfläche herumzuschwärmeu, wie die zahlreichen Arten 
von Aphodius. Amoecius, Psammodius, Rhyssemus und Oeotrupes, welche an den ersten sonnigen Tagen des 
Frühjahres herumfliegend erscheinen, die Arten von Aphodius Tags über, Oeotrupes am Abend, ja Amoecius 
Psammodius und Rhyssemus habe ich nur in der Luft schwärmend angetroffen. 

Ähnliches gilt von der in tliieriscben Resten vorkommenden Gattung Trox. 

Am besten geeignet sind Roplia, Phyllopertha, Oxythyrea, Onorimus, Trichius , Valgus , welche auf 
blühenden Gesträuchen und Doldenblumen leben, sowie Melolontha A Anisoplia, Anomala, -welche auf Bäumen 
und Gesträuchen vorkommen. 

Melolontha trifft man vorzugsweise Abends, Bäume umschwärmend. 

Homaloplia und Rhizotrogus schwärmen schon Tags über oder in der Dämmerung, verdienen daher 
vor allen den Vorzug. 

XXXIV. Farn. BÜPRESTID ES. 

503. Gatt. Acmaeodera. 

873. A. taeniata. Ag. 21—5. „Selten." 

504. Gatt. Ptosima. 

874. 1'. novem-maculata. Eos. G — 6, Bug. 17 — 5?. — Bo. 4. 

506. Gatt. Capnoäis. 
375. C. tenebrionis. Bo. G, Ni. 6, Wie. G '. „Um "Wien, in Föhrenwaldungen, sehr selten.- Auch bei Prag. 

507. Gatt. Perotis. 

876. I'. lugubris. ßrü. 25—4. — He. 4. „In Osterreich u. d. Euns. in Waldgegenden, sehr selten.- 

508. Gatt. Dicerca. 
87i . I>. aenea. Kremsi. G. ..Selten. ■• 

878. D. berolinensis. C. 10 — 5. Brü. 2M—5. Neus. 15—5. „Etwas seltener." 

509. Gatt. Poedlonota. 

679. V. rutilans. Brü. 20-6, Neut. 12-7, Kot. 7-6. — Bo. 5, G. 5. Pra. 6, Ka. 6, Tr. 7. ..Sehr sel- 
ten." In Prag nicht selten auf Lindenbäumen, in deren Stämmen die Larve lebt (Nickerl). 

510. Gatt. Ancylocheira. 

880. A. octo-guttata. Ki. 8. „Sehr selten." 

881. A. flavomaculaia. In. G. ..In der Bndner Gegend, auf Kiefernholze." 

882. A. rustica. Brü. ;)<)- 5. In. 2G — 6?. — C. 6, St. Jak. G, Lin. 6, Ra. 7. Rot. 7. Sa. 6, Wie. 7. 

883. A. spiendida. Lin. 7. ..Am Schneeberge, sonst dem Norden Europas angehörig." 

511. Gatt. Eurythyrea. 

884. /-.'. austriaca Ka. 7. „In den gebirgigen Gegenden von InterÖsterreich, sehr selten." 



1 In Baden auf Cornus sanguinea. 

Denkschriften der malhem.-n:itur\v. Gl. XXX.VII. Bd. 



42 Karl Fritsch. 

512. Gatt. Chalcophora. 

885. C. Mariana. Brü. 19 — 5. — Ag. 3!, Bo, 5, C. 4, Tg. 6, In. 6, Kremsm. 5, Lin. 5, Pli. 6, Wie. 6 l . 

513. Gatt. ChrysobotJiris. 

886. C. chry so stigma. Bud. 6, Neus. 6, Ra. 6. „Auf gefällten Fichten in Alpengegenden, sehr selten." 

887. C. affinis. Brii. 28 — 5, Rot. 5—6. — Bug. 6, In. 6, Ka. 5, Ni. »3. 

514. Gatt. Melanophila. 

88S. M. decostigma. Bo. 5. „Im Prater an ausgegrabenen Wurzelstöcken von Silberpappeln.-' 

889. M. tarda. C. 7. „Selten." 

515. Gatt. Cratomerus. 

890. ('. cyanicomis. Brii. 22— 5. — Bo. 5, Wie. 5. „Im Frühjahre auf Blüthen, aber sehr selten." 

516. Gatt. Anthaxia. 

891. A. nitidula. Ag. 21—5, Wie. 14-5, Brii. 19-5, Ka. 23- 5, Lin. 27-5, Sa. 25—5, Rot. 21-5. 
„Aufwiesen, vorzüglich aufblühendem Chrysanthemum und Taraxacum.-' 

892. A. nitida. Ag. 21—5, Ka. 9 — G?, Rot. 21 — 5. — Ob. 5. ..Aufblühenden Gesträuchen im Früh- 
jahre, ziemlich selten.' 1 

893. A. Cichorei. Ag. 28 — 5. „Selten." 

894. A. Salicis. Brii. 11 — 5. — Bo. 5, He. 4, Ka. 6. „Selten." 
89-5. A. candens. Brü. 16 — 5. — Bug. 6, Ros. 6. „Sein- selten. - 

896. A. manca. Ni. 6. „Auf gefälltem Ulmenholze im Prater, selten. - 

897. A. quadri-punctata. Ag. 22—5, Wie. 0—6'?, Sa. 10—6, Rot. .'3-6. 

898. A. morio. Rot. 25—5?. , Selten. - 

899. A. sepulchralis. Bo. 6, Rot. 6, Sa. 6. 

518. Gatt. Coraebus. 

900. Ö. elatus. Ag. 17 — 5, Wie. 23 — 6. „Auf jungen Eichentrieben, sehr selten." 

519. Gatt. Agrüus. 

901. A. subauratus. In. 6. «Auf den Wurzeltriebeu alter Pappelstämme. Sehr selten." 

902. A. higuttatus. Ag. 22 — 5, Brü. 10 — 6. — Bug. 6, In. 6, Ka. 5. Lin. 5, Pra. 7!, Pre. 5, Ra. 6. 

903. A. alboguttaris. Sa. 6. 

904. A. sinuatus. Bo. 5, Ra. 6. „Auf jungen Wurzeltrieben von Eichen, selten. - 

905. A. tenuis. Ag. 24 — 5. — Bug. 6, Rot. 5. 

906. A. angustulus. Ag. 19—5. — Ros. 5. 

907. A. laticornis. Brii. 11— 6. „Selten." 

908. A. cotruleus. Ag. 17-5, Brü. 21 — 6, Sa. 2— 6. 

909. .1. pratensis. Rot. 6. 

910. A. lineola. Rot. 7. 

911. .1. viridis. Wie. 18—6, Pia. 5 — 7, Sa. 12 — 6, Ho. 29 — 5. — Lin. 6, Bot. 6. 

912. A. Hyjperiei. Lin. 20 — 6. 

913. A. integtrrimus. Sa. ^i~^>. „Selten. - 

522. Gatt. TracJvys. 

914. T. minuta. Wie, 10-5, Bre. 17-5, Lin. 24-5, Sa. 26 — 4, Ad. 11—5, Rot. 14—5. 

!tl,J. T. im mit n. Kos. 3. 

916. T. pygmaea. Ag. :5 — 4. — In. 6. „Selten." 



i Bei Wildtigg auf gefälltem Holze häufu 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 43 

Da fast alle Gattungen dieser Familie auf Blumen, Bäumen und Gesträuchen oder doch wenigstens 
gefälltem Holze vorkommen und auch durch Farbenpracht und Metallglanz ausgezeichnet sind, so würden 
sie sich sehr gut zur Beobachtung eignen, wenn sie nicht grösstenteils selten wären. 

XXXV. Farn. EL A TE RID E s. 

523. Gatt. Meiosis. 

917. M. buprestoides. Rot. 6. 

526. Gatt. Eucnemis. 

918. E. capucinus. In. <i. ..Seilen.-' 

529. Gatt. Nematodes. 

919. N. procerulus. Pia. 7. .In morschen Stämmen, sehr selten.-' 

532. Gatt. Drapetes. 

920. T). equestris. Wie. 4. 

535. Gatt. Synaptus. 

921. S. ßliformis. Bo. 6, Ka. 5, Lin. 6, Leu. 5, Mel. 5, Kot. 5. 

536. Gatt. Oratonychus. 

922. C. crassicollis. Bot. 6. „Sehr selten." 

923. C. castariipes. Lin. 17-5. — lire. 5, Bo. 6, Bud. 5. „In Gebirgsgegenden, selten." 

924. C. rufipes. Wie. 4 — (i, Bre. 25-5, Sa. 30— 0. — Bud. 4, Pra. li, Rot. 5. 

925. C. niger. Ag. 15 — 5, C. 9—5?, Wie. 1—6, Brii. 13-5, Ka. 20 — 5, Pra. 31—5. 

926. C. brunnipes. Wie. 7 — 6. — He. 5, Pra. 6, P.e. 5. „Selten." 

537. Gatt. A(j)'iji)}uiü. 

927. A. atomarius. Bo. 4. „In Gebirgsgegenden in morschen Holzblöcken, sehr selten. - 

538. Gatt. Adelocera. 
92S- A fasciata. Neus. 4, Sa. 5. „In Gebirgsgegenden, selten. - 

929. A. raria. Sa. 4. „Im Moder alter Eichenstämme." 

539. Gau. Lacon. 

930. L. murinus. Ag. 7-5, Wie. 14-5. He. 15—5, Mel. 22—4, Brü. 19-4, Ka. 12 — 5, Lin. 27—4, 
Sa. 23— 4 >, G. 5-5, St. Jak. 4-5, Ki. 14-5, Kens. 9-5, Bl. 10—5, Neut. 18-5, In. 20-5, Wil. 6-6!, 
Bi. 10-5, Ad. 29-3!, Rot. 9-5, Leu. 12-5, Ha. 29—4. 

541. Gatt. Äthans. 

931. A. hirtus. Ag. 10—5, Wie. 14—6. Pra. 14 — G, Sa. 11—6. 

932. A. alpinus. Sa. 1— 6. — Bre. 6. .In Alpengegenden, selten." 

933. A. serutator. Pra. 3—6. — Rot. 6. „Selten." 

934. A. rliombeus. St Jak. 6. „Bei Mannersdort. - 

935. A. longicollis. Wie. 20— 6. Lin. 16 — 5. — Bud. 6, Rot. 6. 

936. A. crassicollis. Sa. 29—5?. „Selten." 

937. A. kaemorrkoidahs Wie. 21-5, He 29-5, Pra. 8-5, Lin. 8-5, Sa. 18-5. Bud. 20— 5, 
Bre. 10-5?. 

93S. A. vittatus. Bre. 29-5, Brii. 21-5, Pra. 8-5, Lin. 28 — 5, Sa. 7-6, Rot. 26-5. 

939. A. biformis. Sa. 5. Wie. 5. 

940. A. analis. Lin. 15 — 6, Kos. 22—6. 



1 Im Sommer häufig auf Roggenfeldern. 



44 Ka vi l ritsch. 

542. Gatt. Ca/mpylus. 

941. 0. denticotUs. Ag. 17 — 5. _ Tu Gebirgsgegenden, äusserst selten. - 

942. C. mesomelas. Sa. 15 — (3. — Lin. 5. 

543. Gatt. Idmoniiis. 

943. L. bipustulatus. Lin. 13 — 5. — Pra. 6, Rot. 5. 

944. L. Uthrodes. Sa. 5. .Selten." 

945. L. cylindricus. Ag. 9—5, Wie. 13 — 5, Brii. 5 — 5, Pra. 7 — 5, Lin. 5 — 5, Sa. 18 — 4, Leu. 18 — 5. 

946. L. nigripes. Ag. 14—5. „Selten." 

947. L. minutus. Ob. 5, Sa. 5, Wie. 5. „Sehen. - 

948. L. Bructeri. Eos. 3. 

949. L. parvulus. Sa. 4 — 6. — Pra. 5, Rot. 4, Wie. 5. 

544. Gatt. Cardiophorus. 

950. C. thoracicus. Mel. 11—4, Kremsi. 11-4, Pra. 6—6!, Hot. 2—5. — Bo. 4, Bud. 3, Ka. 4, Ni. 2, 
Neus. 4, Ol,. 4. 

951. C. ruficollis. Bo. G, Leu. 4, Mel. 4, Sa. G. „Selten." 

952. C. disdcollis. Lin. 5, Wie. 5. .Auf blühenden Gesträuchen, sehr selten. - 

953. C. rufipes. Wie. G. .Selten. - 

954. 0. v est ig iah' s. Wie. 5. 

955. C. musculus. Ag. 7 — 5, Wie. 14 — 5. „Selten." 

956. C. asellus. Sa. 21 — G '. — Pra. 6. 

957. C. testaceus. Wie. 18 — 5. 

95S. C. Equiseti. Wie. 17 — 5. — Rot. 4, Bre. G. 

545. Gatt. Amperfu.s. 

959. A. crocatus. Ag. 20—5. — Leu. G, Sa. G. „Selten." 

960. A. sanguineus. C. 3—5?, Brü. 13 — 5, Lin. 14 — 5, Ha. 17—5. 

961. A. lythropterus. Ag. 31—5, Ros. 25 — 4. „Selten." 

962. A. ephippium. Sa. 25— 5 2 . — Ag. 5, Bo. 5, He. 5, St. Jak. 5, In. G, Rot. 5. 

963. A. pomorum. Ros. 25 — 4. — In. 6, Rot. 5, Sa. G. „Selten." 

964. A. quadri-signatus. Rot. 5. .Bei Wien." 

965. A. elegantulus. Ag. 17—5?, Pra. 7 — G?, Neus. 29-4. — In. G, Kremsi. 5, Rot. 6, Wie 5. „Im 
Prater in alten Bäumen, sehr selten." 

966. A. praeustus. St. Jak. 21 —5. — Lin. 5, Rot. 4. ..Sehr selten." 

967. A. brdteatus. Ag 17 — 5, Sa. 25 — 5. — Ob. 5, Rot. 4. 

968. A. elongatulus. Sa. 5 3 . „Selten." 

969. A. subcarinatus. Lin. 5. „Sehr selten." 

970. A. brunicornis. Ag. 20—5. „Selten." 

971. A. scrofa. In. G. „Selten. - 

972. A. sinuatus. In. G. „Sehr selten auf blühenden Gesträuchen.- 

547. Gatt. Oryptoh/yptvus. 

973. C. elongatus. Pra. 25 — 5?. — Wie. 5. „In den Donau-Auen, selten." 

974. C. pulchellus. Ros. 3, Wie. 1. „Am Ufer der Donau in der Brigittenau, unter Steinen, im Früh- 
jahre." 



1 Einmal schon i. 

- Auf Weidenbiischen in den Salzach-Auen. 

■ Im Leopoldskronmoos häufig' auf Salix caprea. 



Jährliche Periode der Inseetenfauna von Osterreich- Ungarn. 45 

548. Gatt. Drasterius. 

975. D. bimaculatus. Wie. 22— 3. — Pre. 4. „In manchen Jahren in den Donau-Auen; im Frühjahre 

unter Steinen, trockenem Dünger u. s. w." 

551. Gatt. Ludius. 

976. L. ferrugineus. Bug. 7, Ka. 6, Mel. 4. .Sein- selten. Um Wien hei Baumgarten am Ufer des Wien- 
flusses. " 

552. Gatt. Corytribites. 

!)77. 0. haematodes. Ag. 12 — 5, C. 23-4, Bre. 18—5, Mel. 14—4, Bai. 28 — 4, Pra. 21—4, Lin. 29 — 4, 
Sa. 1—5 ', G. 3U-4, Neus. 20-4, Neut. 19—5, Rot. 17 — 5, Leu. 15-4. 

978. C. castaneus. Pra. 31—5'?. -- Bud. 4. He. 4, St. Jak. 5, Se. 4. _In gebirgigen Gegenden im 
Frühjahre auf Fichten, selten." 

979. Ü. sulphuripes. Rot. 5. „Auf dem Jaurling und in Gastein. - 

980. C. aulicus. 8t. Jak. 15 — 5, Leu. 12 — 5. — Bre. 4, G. 5, In. 5, Lin. 5. Kens. 5. „Im ersten 
Frühjahre auf Alpen. 

981. C. cupreus. Bre. 7, C. 5, Wie. 6. „Wie der vorige, aber nicht selten.- 

982. C. aerugtnosus. Bl. 5, In. 6, Lin. 5, Wie. 6. 

983. C. pectmicomrs. Brü. 12 — 5, Lin. 18—5, Sa. 29 — 5, G. 12 — 5, St. Jak. 15—5, Neut. 20 — 5 
Rot. 19-5. 

984. C. tesselatus. Ag. 20—5, C. 13—5, Pra. 25—5, Lin. 8—5, Sa. 21—1. Leu. 13—5. 

985. C. affinis. Ho. 5. „Auf Alpen in Österreich o. d. Enns, sehr selten." 

553. Gatt. Diacanthus. 

986. D. aeneus. Ag. 1~ — 5, Wie. 9 — 5, Brü. 3 — 5, Kremsi. 8— 5. Pra. 5 — 5, Neus. 3 — 5. Neut. 11—5 
Rot. 9 — 5, Leu. 3 — 5. 

987. D. guttatus. Rot. G. .Auf blühenden Ranunkeln auf dem Schneeherge bei Gloggnitz." 

988. D. metallicus. Lin. 4. „In Gebirgsgegenden, sehr selten." 

989. D. impressus. Bre. 5. „Dem Norden Europas angehörig; selten in Reichenau am Fusse des Schnee- 
berges." 

990. J>. Jiolosericeus. Wie. 15 — 5, Pra. 23 — 5, Sa. 22 — 5, lind. 25—5?, Rot. 4 — G. 

991. J>. latus. Brü. 25-5. — He. 5. Kremsi. 5, Neus. 4, Pia. 4, Wie. 5. 

992. T>. müo. Wie. 5. 

554. Gatt. I'iistilopluis. 
!>:i:i. P. insitivus. Lin. 9 — G. — Brü. 6, Mel. 4, Wie. 5. „Selten." 

555. Gatt. Agriotes. 

994. A. lineatus. Und. 3 5?, IIa. 4 — 5. — St. Jak. G, Ki. 5, Kremsi. 3!, Neus. 4, Ni. 4, Rot. 5. 

995. A. obscurus. Wie. 1—5, Brü. '-> — 5, Lin. 12 4, Sa. 22—4, Rot. 17 — 4. 
!)!)/;. .1. graminicola. Ag. 17 — 5!, Wie. 21—4, Pra. 19 — 4, Lin. 11—4. 

997. .1. pilosus. Wie. 16 — 5. Brü. 11-5, Pra. 22-5, Lin. 11 — 5, Sa. 26 4, Rot. 29—4. „Selten." 

998. A. sputator. C. 25—3!, Wie. 7 — 7, Sa. 6 — 7. 

999. A. ustulatzis. Bre. 7, Sa. 7. 

1000. A. flavicomis. Wie. 14—6?, Sa. 13 — 7. — Bre. 7. 

1001. A. blandus Wie 6, St. F. 4, Lin. 4. Sa. 7. 



1 Auf der Mönchsbergstiege oberhalb St. Peter an sonni.en Frühlingstagen nicht selten herumfliegend. 



4 6 Karl Fr tisch. 

ööG. Gatt. Sericosomus. 

1002. S. tibialis. Wie. 19—6?. „In Gebirgsgegenden, seifen." 
1003.' S. brunneus. Sa. 25 — 5. — Bre. 7, Lin. 4. „Ebenso." 

557. Gatt. Dölopius. 

1004. D. marginatus. Lin. 13—5, Bud. 30—5. — Bre. 5. 

1005. D. bis-bimaculatus. Rut. 4. 

559. Gatt. Adrastus. 

1006. A. limbatus. Sa. 7, Sc. 6. 

1007. A. pallens. Bud. 7. 

1008. A. lateralis. Wie. 29—6?. — Bre. 6, Pra. 6. „Selten. 8 

1009. A. laeertosus. Bre. 6, Sa. 7. „Selten." 

1010. A. pusillus. Ho. 5. 

Von den Gattungen dieser Familie halten sich die meisten und die an Arten und Individuen reicheren 
auf Blumen und blühenden Gesträuchen auf, und sind daher auch sehr gut zur Beobachtung geeignet. Hieran 
schliessen sich Limonius, Dölopius und Adrastus, welche auf Grasplätzen vorkommen. 

Minder geeignet sind die im faulen Holze oder alten modernden Bäumen und unter der Rinde derselben, 
sowie in Gerberlohe lebenden Gattungen: Meiosis, Eucnemis, Nematodes, Ih-apetes, Adelocera und theilweise 
Athous, sowie Ampedus. 

Dann kommen erst die im Sande unter Steinen am Ufer von fliessenden Wasser lebenden Gattungen: 
Oryptohypnus und Drasterius. 

XXXVII. Farn. ATOPIDKS. 
56i). Gatt. Dascillus. 

1011. D. cervinus. Sa. 12 — 6. — Bo. 6. Brii. u\ Lin. 6, Neut. 6, Wie. 6. „Auf Doldenblüthen in 
Gebirgsgegenden." 

XXXVIII. Farn. CYPHONIDES. 
564. Gatt. Elode.s. 

1012. E. pallida. Sa. 20—6, Rot. 18—5. 

566. Gatt. Oyphon. 

1013. 0. variabilis. Sc. 4, Wie. o\ 

1014. 0. coaretatus. Sa. 6 — G. — Ag. 5, Bre. 6. Pra. 6, Rot. 5. 

5ti9. Gatt. Scirtes. 

1015. S. hemisphaericus. Sa. 20—7. — Bo. 6, Pra. 7. 

570. Gatt. Etui actus. 

1016. E. haemorrhoidalis. Sa. 7. ..Sehr selten. Auf nassen Wiesen oder in Schwämmen." 

Die Arten dieser Gattungen leben thei's auf Blüthen, wie Elodes und Cyphon, theils auf Schilf und 
anderen Wasserpflanzen, wie Scirtes. 

XXXIX. Farn. TELEPHORIDES. 
571. Gatt. Lygistopterus. 

1017. L. sanguineus. Sa. 2i> — 7!, Rot. 13—6, Bug. 5—6. — Bre. 7, St. Jak. 5, Lin. 5, Pra. 6. 



Jährlich'- Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 47 

572. Gatt. Dictyopterus. 

1018. D. rubens. Bre. 29—5, Sa. 14—5. 

1019. I). Aurora. Rot. 18—5. — Mel. 5. 

1020. affinis. Sa. 7. „Selten.« 

573. Galt. Homalisus. 

1021. IL suturalis. Ag. 6—5. — Pra. 6, Sa. 6. ..Bei Sirning in Österreich o. d. Enns." 

574. Gatt. Lanii/pris. 

V>=22. L. noctiluca. Ag. 12—5!, C. 5—6, Mel. 11—6, Brii. 15—6, H.a. 22—6, Kremsin. 6—6, Is. 22—6, 
St. Jak. 11-7!, Ki. 14—6, Ros.18— 6, Bl. 16— 6, In. 5 — 6, Kess. 23—6, Ad. 21—6, Rot. 19—5!?, Ar. 2—7, 
Se. 15—6, Leu. 21-6, Ha. 24—6. 

1023. L. splendidula. Ag. 16—6, Bo. 14-5!, Lin. 24— 6, Sa. 10—6, G. 12— (3, Ki. 24— 6, Neus. 
21—6, Neut. 19—6, Bi. 17-0. Rot. 26—6, Se. 12—6, Leu. 26-0, Bä. 21—6. 

579. Gatt. Cantharis. 

1024. C. violacea. Rot. 6 — 5. ..Aul' Alpen, sehr selten." 

1025. C. abdominalis. Leu. 26 — 5. „In Gebirgsgegenden, selten." 

1026. (_'. tristis. Rot. 13—6. „Auf blühenden Fichten in Alpengegenden." 

1027. 0. obseura. Wie. 5 — 5'?, Kremsi. 11 — 5, Lin. 15 — 5, Sa. 9— 5, Rot. 4 — 5. 

1028. C. opaca. Wie. 13—5. — Ros. 5. 

1029. C. laceralis. Pia, 6. Rot, 6. 

1030. C. fusca. Bo. 28—4, C. 18 — 4, Wie. 8 — 5, Bie. 22 — 5, Brü. 6—5, Ka. 9 — 5, Kremsi. 16 — 5, 
p ra . 8—5, Lin. 11 — 5, St. Jak. 19—5?, Neut. 14—5, Rot. 11—5, Kesm. 13—5?. 

1031. C. rustica. Ag. 7 — 5, C. 30 — 4, Wie. 7 — 5, St. F. 2 — 5, He. 28 — 4, Kremsi. 11—5, Pra. 1 1 — 5 
Lin. 7-5, Sa. 28—4, G. 24-4, Ki. 8 — 5, Neus. 12—5, Bud. 3—5?, Rot. 10—5, Se. 15-5, Leu. 2 — 6! 
Ha. 9- 5. 

1032. C. thoracica. Pra. 2—7, Bud. 21—6?, Rot. 7 — 7. — Se. 6. 

1033. C. dispar. C. 27-4, Wie. 17—5, Bre. 17 — 5, Pia. 13 — 5, Lin. 11—5, Sa. 29 — 5. 

1034. C. nigricans. Wie. 17 — 5, Pra. 26 — 5, Lin. 17—5, Sa. 13 — 5, St. Jak. 17 — 5. 

1035. C. pellucida Pra. 2—ii, Rot. 17 — 5. — Kremsi. 5, Mel. 5, Se. 5. 

1036. C. humeralis. Bo. 5, Sa. 5. „Aul blühendem Weissdorn am Kahlenberge nächst Wien." 

1037. C. clypeata. Wie. 13- 5. Pra. 9 — 5, Rot, 14—5. Im Frühjahre auf Bltithen. " 

1038. ' '. liturata. Sa. 19 — 5. , Auf blühenden Gesträuchen, selten. - 

1039. 0. assimüis. Sa. 18 — 4, Rot. 6 — 5. 

1040. C. livida. C. 26 — 5, Wie. 27 — 5. Bre. 17 — 5, Pra, 1— 6, Lin. 1— ii, Rot. 4 — 6. 

1041. C. rufa. Pra. 29 — 5, Sa. 11—5. Ruf. 25 — 5. — Leu, 5, Se. 5, Wie. 5. 

1042. C bt'color. Ag. 9 — 5, Kremsi. 9- 5. Sa. 23 — 5. 

581. Gatt. Ragonycha. 

]>>43. li. Redtenbacheri. Sa. 4 — 7. „Anfangs Sommer auf Alpen, selten.- In Salzburg nicht selten auf 
den Wiesen im Nounthale. 

1044. 1!. melanura. Wie. 11 — 7, Pra. 11 — 7, Lin. 24 — 6. Sa. 27 — 6, Ki. 14—7, Rot. 10—7. 
Erscheint immer in grosser Menge nach der ersten Wiesenschur auf den eisten Doldenblüthen. 

1045. 11. testacea. Lin. 9 — 5, Sa. 4 — 5, Rot. 5 — 5, Leu. 15 — 5. 

1046. R. fuscicomis. Rot. 7 — 6. — Sa. 6. 

1047. 11. nigripes. Bre. 5 — 5. „ Auf der Raxalpe ; bei Sirning in Österreich o. d. Enns." 

1048. R. pattida. Rot. 22—5. — Mel. 5. 



48 Karl Fritsch 

1049. R. femoralis. Ro. 5. „Auf Bergwiesen.* 

1050. R. paludosa. Sa. 3— 6. „Auf nassen Wald wiesen, selten.'' 

582. Gatt. Silis. 

1051. S. nitidula. Sa. 21— 5. „Auf Haidebeerkraut." 

583. Gatt. Malthinus. 

1<i~>2. M. fasciatus. Bo. 5. 

2053. M. ßaveolus. Rot. 5. „Auf schattigen Waldwiesen, selten." 

584. Gatt. Malthodes. 

1054. M. sanguinolentus. Pra. 25 — 6. — Ha. 5. 

1055. .V. marginatus. Pra. 6, Kot, 5. „Selten." 

1056. iL pellucidus. Kot. 0. 

1057. M. trifurcatus. Bo. 7. „In den österreichischen Gebirgen." 
105S. M. atramentarius. Sa. 5. 

1059. M. spretus. Sa. 5. 

1060. M. dispar. Bo. 5, 8a. 5. 

1061. M. maurus. Mel. 5, Se. 5. „Im Frühjahre auf Erlen in den Donau-Auen." 

1062. M. pulicarius. Lin. 5, Sa. 5. Wie. 5. 

Die Gattungen dieser Familie eignen sich vorzugsweise zur Beobachtung, da die Arten fast durchgehends 
auf Blumen und blühenden Gesträuchen anzutreffen sind und viele derselben auch häufig vorkommen. 

Die Arten von Lampyris sind dadurch ausgezeichnet, dass sie im Finstern ein helles Licht verbreiten 
und desshalb nicht leicht übersehen werden können. 

XL. Farn. ME LYRIDES. 
586. Gatt. Malachius. 

1063. M. rubricollis. Bo. 6, Lin. 6, Wie. 6. „Selten." 

1064. M. marginellus. Bre. 12—6, Sa. 10- 0. — Wie. f.. 

1065. 31. pulicarius. Wie. 6 — 7?. 

1066. M. bipustulatus. Kremsi. 14—5, Mel. 6—5, Lin. 2 — 5. Rot. 25-5. 

1067. M. aeneus. Ag. 10-5, C. 9 — 5, Wie. 17 — 5. Bre. 20-5, Brti. 12-5, Kremsi. 12-5, Kremsm. 
25-5, Pra. 22-5, Lin. 12-5, Sa. 12—5, G. 10-5, Ig. -2-5, Ki. 29—5, Kens. 31-5, Bi. 14—5, Bud. 
7—5, R,,t. 20 — 5, Leu. 23 — 5. Erseheint sehr häufig auf Roggenhalinen, wo er leicht zu bemerken ist. 

1068. M. scutellarü. Wie. . r >. ..Sehr selten." 

1069. M. ritbidus. Wie. 24 — 5, Sa. 22 — 5. „Anfangs Sommer auf Waldwiesen am Anninger." 

1070. M. viridis. Mel. 6—5, Pra. 28-5, Lin. 26—5?. 

1071. M. elegans. Wie. 11-."). Brii. 26— 5, Pra. 19 — 5, Sa. 19 — 5. Leu. 20 — 5. .Selten." 

1072. M. geniculatus. Wie. 22—5. — Bo. ö. Sa. 5. 

1073. M. spinnipennif. Wie. 5. „Selten." 

588. Gatt. AniliocotHn.s. 

1074. A. eguestris. Pra. 2— 5?, Lin. 12 — 6!, Rot. 5— 5. — Bo. 6, Bud. 5. Mel. 4, Ni. 6, Se. 4, Wie. 5. 
„Anfangs Summer, mit Anhöben um Wien, selten." 

1'J75. A. fasciatus. Pia. 1 < » — 5. S.u. 14 — 0. — Bre. 5, Bug. 6 

589. Gatt. Ebaeus. 

1076. E. thoracica s. Pra. 8 — 7. „Selten." 

1077. E. appendiculatus. Wie. "i. „Selten." 

1078. /•-'. ßaricoi-nis. Bud. 6. ..Sehr selten.-- 



Jährliche Periode der Inseetenfauna- von Österreich- Ungarn. 4 9 

590. Gatt. Charopus. 
1079. C. coneolor. Bö. 5, Ha. (5, Pra. 5. „Selten." 

592. Gatt. Troglops. 
Visa. T. albicans. Sa. 13 — 6, Rot. 13 — 7. — Lin. 5, Pra. 0, Wie. 0. „Selten.- 

594. Gatt. Dasytes. 

1081. D. coeruleus. Bug. 24—4. — Bre. 6, St. F. 5, Leu. 4, Bot. 4, Sa. 5. 

1082. D. floralis. Bre. 9— 5. „Sebr selten." 

1083. I). niger. Wie. 21—5. Lin. 17-6, Sa. 18-6. — Ka. 5, Ra. 6, Pra. 5. 

1084. D. obscurus. Sa. 4. 

1085. D. fusculus. Wie. 5. „Selten." 

20S<5. D. flavipes. Ag. 25—4, Wie. 28—5, Pra. 31 — 5. Lin. 30—5. — Sa. 5. 

595. Gatt. Enicopus. 

1087. E hirtus. Wie. 17 — 5. Aul dürren Grasplätzen am Wall der St, Marxer Linie bei Wien gemein. 

598. Gatt. Cosmioc&mus. 

1088. V. pallipes. Pra. 25 — 4. Wie. 28-6?. -- Bo. 5, Lin. 5, Mel. 4, Sa. 5. ..lin Wien auf Gras- 
plätzen zur Sommerszeit sehr häufig." 

599. Gatt. JJolicJio.soma. 

1089. I). linearis. Wie. 5. 

Gerade die an Arten reicheren Gattungen dieser Familie, wie Malachius, Anthocomus, Dasytes leben auf 
Blumen und würden sieh daher vorzugsweise zur Beobachtung eignen, wenn nicht mehrere derselben nicht 
ganz leicht zu unterscheiden wären. 

Die übrigen kommen auf Grasplätzen vor, sind weniger leicht — Enicopus ausgenommen — aufzufinden, 
und stehen desshalb den ersteren nach. 

XLI. Farn. CLERIDES. 
603. Gatt. Tillus. 

1090. T. e/ongatus. Bi. 5, Rot. 5. „Selten." 

1091. T. Hirifasciatus. Ros. 21 — 5. 

604. Gatt. Clerus. 

1092. <'. mutillarius. Brü. 8—5, Mel. 7—4. — Bug. 4, C. 6, Ra. 6, Rot. 7. ., Selten.- 

1093. C. formicarius. C. 15 — 4, Wie. 19 — 4, Mel. 30— 3, Ob. 8 — 4, Kremsi. 11-4, Pra 13-4. Lin. 
24-3, Bnd. 4—5?. 

605. Gatt. Opilus. 

1094. O. mollis. Mel. 25—4, Rot. 8 — 5. — Brü. 0, C. 0, He. 0. In. 7. Kesni. li, Sa. 0. 

606. Gatt. Trichodes. 

1095. T. apiarius. Ag. 17 — 5, 0. 17 — 5. Wie. 11—6, Mel. 27 — 5, Brü. 22 — 5, Ka. 7 — 0, Kremsi. 
14—6, Pra. 15 — 0, Lin. 9 — 0. Sa. 4 — 6, G. 13 — 6, Neus. 17 — 5, Ros. 31—5, Neut. 8—6, Wil. 13 — 0, 
Bud. 27 — 5, Rot. 10—0, Ig. 13—6, Leu. £9—5, Ha. 15 — 5. 

1096. T. favarius. Ag. 19 — 5. — Bug. 7. „Um Wien, aber selten." 

1097. T. alvearius. Bre 14—5. „In der Umgebung des Schneeberges bei Reichenau, sehr selten." 

608. Gatt. Cori/iictrs. 

1098. C. coeruleus. Sa. 1—0. — Rot. 5. „Selten." 

1099. C. ruficomis. Ros. 4, Wie. 5. ..Sehr selten." 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. XXXVII. IM 7 



50 Karl Fritsch. 

1100. C. rufipes. Brü. 31 — 5. 

1101. C. violaceus. Wie. 24-3 (nicht im Freien), Brü. 30—5, Pia. 29—5, Sa. 9—5, Rot. 26—4, 
Bug. 3—5. 

Die Gattungen dieser Familie halten sieh theils auf Blüthen auf, wie Tillus und Triehodes, theils auf 
frischgefälltem Holze, wie Tillus (theilweise), Clerus und Opilus, lassen sich daher auch gut beobachten. 
Man trifft letztere daher nicht selten an Häusern, in welchen solches Holz aufbewahrt wird, insbesondere den 

Clerus formicarius. 

Die Arten von Corynetes leben von thierischen Stoffen und kommen daher weniger im Freien, als in 
Bäumen (Magazinen und Wohnungen) vor, wo solche Stoffe aufbewahrt werden. Auch lassen sich die Arten 
dieser Gattung ihrer geringen Urösse und wenig verschiedenen Färbung wegen schwerer unterscheiden. 

XLII. Farn. PTINIDES. 
611. Gatt. Hedobia. 

1102. H. imperiales. Lin. 27 — 5 ', Bot. 20—5. „Selten." 

1103. H. regalis. Wie. 5. 

612. Galt. Ptinus. 

1104. P. nitidus. Wie. 3. „Unter Steinen im ersten Frühjahre auf der Türkenschanze. ;l 

1105. P. variegatus. Bo. 2, Mel. 4. „Selten." 

1106. P. sexjmnctatus. Bo. 5, Ros. 5, Sa. 5. „Selten." 

1107. P. dubius. Pia. 5. „Unter Nadelholzrinde." 

1108. P. für. C. 11 — 3?, Wie. 26-3, Brü. 2-4, G. 4-3?.- Bo. 3, St. Jak. 1, Lern. 3, Mel. 2, 
Ni. 3, Ob. 3, Sa. 1. 

1109. 1'. crenatus. Ni. 3. 

Hin. P. latro. Wie. 13-3, Pra. 2-4?. — Lin. 3. „Selten." 

1111. V. testaceus. Wie. 5. „Selten." 

615. Gatt. Gibbium. 

1112. G. scotias. Brü. 28-3. — Bo. 3, He. 6!. 

Hedobia kommt auf blühenden Gesträuchen vor, ist aber zu selten. 

Ptinus und Gibbium leben in Häusern bei thierischen Stoffen, sind daher in ihrer Entwiekelung von einer 
jährlichen Periode nicht in erster Linie abhängig. Überdiess ist ein grosser Theil der Arten der Gattung 
Ptinus wegen ihrer veränderlichen Grösse, Verschiedenheit der Geschlechter und Vergänglichkeit des Haar- 
kleides äusserst schwierig mit Sicherheit zu bestimmen. 

XLIII. Farn. ANO BIIDES. 

617. Gatt. Ptilinus. 

1113. }'. pectinicornis. Sa. 22—5. — Bot, 5. 

618. Gatt. Xyletinus. 

1114. X. pectinatus. Bug. 6. „Selten." 

621. Gatt. Tif/popiti/s. 

1115. T. Carpini. Sa. 6, Bot. 8. „In altem Fichtenholze, sehr selten." 

623. < iatt. AnoMum. 

1116. A. denticolle. Pra. 5, Hot. 6. 

1117. A. striatum. Sa. 21 —6. — Pra. 5, Rot. 3. 



1 Nicht sicher, ob nicht //. regalis. 



Jährliche Periode der Tnsectenfauna von Österreich-Ungarn. 51 

1118. A. pertinax. Lin. 28 — 5, Rot. 15—5, He. 15 — 5. — Med. 3, Neus. 4, Ros. 4, Sa. 5, Wie. 2, Wil. 1. 

-7179. A. tessellatum. Rot. 10—5. — In. 0, Kremsi. 5. 

i/20. A. molle. Kesm. G, Wie. G. 

2/27. .1. 4Äw*w. Lin. 22-4. „Selten.« 

025. Gatt. Apate. 

1122. A. capucina. He. 17—5, Mel. 8—5, Brii. 20 — 5. — Bug. 5, C. 5, Ka. 5, Kremsi. 5. Lin. 6, 
Neus. G, Ni. 6, Wie. 6. 

G27. Gatt. Synoxylon. 

1123. S. muricatum. Ros. 5. „Uni Wien, selten." „Auch in Tirol und dem Küstenlande als Baumschäd- 
ling beobachtet." 

G28. Gatt. Xylopertha. 

1124. X. sinuata. He. 5. „In Österreich, Ungarn und im Bannte." 

630. Gatt. Psoa. 

1125. V. viennensis. He. 4. „Um Wien im Prater, sehr selten." 

Die Arten der Gattungen dieser Familie lehen mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. jene von Anobwm, 
welche theilweise auf blühenden Gesträuchen vorkommen, im Holze und entziehen sich daher leicht der 
Beobachtung, oder man trifft sie doch nicht im Freien, in welchem Falle sie zu früh beobachtet werden. 

Sie scheinen jedoch im Freien in der Nähe der Holzstöcke, in welchen ihre Larven lebten, ihre Schwärme- 
zeit zu haben, und sind dann gut zu beobachten, wie insbesondere Vtilinus. 

XLIV. Farn. CIO IDFS. 
631. Gatt. Endecatomus. 



1126. E. reticulatus. Pra. 4. 

1127. C. boleU. Pra. 4, Rot. 4. 



G34. Gatt. Cts. 
035. Gatt. Enneavtlti'oti. 



112S. E. fronticorne. Pra. 4. 

Die Arten dieser Familie leben grösstenteils in Schwämmen, auch im altem Holze, es gilt daher das 
bei der vorigen Familie Bemerkte. 

XLV. Farn. L YMFX YLONIDES. 
G38. Gatt. Hyleeoetus. 

1129. IL dermestoides. Lin. 19 — 5, G. 11—5, Kot. 25-4?. — Bo. G, Neus. 5, Pra. 5, Sa. 5. „Lebt in 
altem, trockenem Holze." Ich beobachtete ihn nur einmal in Prag, fliegend; K. Fritscb jun. in Salzburg. 

XLVI. Farn. PIMELIIDES. 
663. Gatt. Platyscel/ls. 

1130. V. politus. In. 7. „Bei Mödling." 

GG7. Gatt. Blaps. 

1131. B. mortisaga. Ag. 31 — 3, C. 7— 5?, Mel. 10—4. Brii. G— 5, Kremsi. 25— 3, Tr. 25— 4, Bud. 
G— 4, Ig. 4— G. Rot. ii— 5, Leu 20—6. — St. F. 4. He. 5. Lin. 6, Ob. 4, Ros. 3, Sc. 4, Tr. 4, Wil. 6. 

1132. h. fatidica. Brü. 7 — 5, Lin. 2G — 5. — Wie. 6. 

1133. B. obtusa. Wie. 5. „Selten." 

669. Gatt. Pedinus. 

1134. J: femoralis. Mel. 5 — 3. Pra. 12-4. — Ni. 5. 



52 Karl Fr it. ■ich. 

678. Gatt. Opatrum. 
1185. 0. sahulomm. ('. 14-3, Pre. 9-4, Wie. 19-3, He. 30-3, Mel. 12-3, Brü. 19-3, Ka. 30-3, 
Kremsi. 10—3, Pra. 20—3, Lin. 24-3, Sa. 4-3, Neut. 29-3, Rot. 10-4, Leu. 6—4. 

1136. 0. pusillum. Wie. 10 — 4. — Neus. 4. 

681. Gaft. Micro&oii/m. 

1137. M. tibiale. Wie. 5. 

683. Gatt. Crypticus. 

1138. C. glaber. Wie. 29 — 5, Pia. 4-6, Lin. 21-6. 

Von den Gattungen dieser Familie eignen sich Opatrum und Vlatyscelis, welche auf trockenen Anhöhen 
vorkommen, am besten zur Beobachtung; letztere ist jedoch zu wenig allgemein verbreitet. Opatrum erscheint 
in den ersten sonnigen Frühlingstagen und ist von der Lage des Standortes in Beziehung auf Insolation ab- 
hängig. 

Pedinus, Microzoum und Crypticus leben unter Steinen und sind demnach minder geeignet, Crypticus 
ausgenommen, welche bei Sonnenschein mit grosser Behendigkeit Beute suchend herumläuft. 

Die Arten von Blaps leben im Finstern, in Kellern und Erdlöchern, und dürften daher von einer jähr- 
lichen Periode nur wenig abhängig sein, wie dies auch die geringe Übereinstimmung selbst der mittleren 
Erscheinungszeiten andeutet. 

XLVII. Farn. DIAPERIDES. 
693. Gatt. Scaphidema. 

1139. S. bicoloi: Rot. 24— 5. „In Baumschwämmen, selten.-' 

694. Gatt. Plat'ydema. 

1140. P. Dejeanii. He. 5, Pra. 6. „Sehr selten." 

1141. F. violacea. He. 4. „Sehr selten. •• 

696. Gatt. JHaperis. 

1142. D. Boleti. Mel. 15- 5, Rot. 2—6. — Neus. 6, Kos. 5. 

699. Gatt. Uloma. 

1143. V. culinaris. Neus. 5, Rot. 3. „Im Moder alter Bäume." 

7u4. Gatt. Hypophloeus. 

1144. H. castaneus. He. 4. „Unter morscher Baumrinde.-' 

Die Arten dieser Familie leben in Baumschwämmen oder Baummoder, entziehen sich daher leicht der 
Beobachtung. 

XLVIII. Farn. TENEBH IONID LS. 
707. Gatt. Teneb) io. 

1145. T. molitov. Brü. 15 — 5. — St. Jak. 5, Neus. 3, Ra. 5, Hos. ^ — ^, Sa. 3, Wil. 6. 

1146. T. transversalis. Mel. 3. „Um Wien, im Moder alter Bäume, ziemlich selten.-' 

1147. T obscurus. Leu. 5, Neus.fi. 

Die Arten dieser Gattung leben als vollkommenes Insect im Moder alter Bäume und in Mehlstoffen und 
kmiimen daher nicht selten in Wohnungen vor, wo ihre Entwicklung kaum einer jährlichen Periode unter- 
liegt, daher die grosse Verschiedenheit der beobachteten Erscheinungszeiten an verschiedenen Stationen, je 
nachdem die Beobachtung im Freien angestellt worden ist oder nicht. 

XL1X. Farn. HE LOP IDES. 
715. (Satt. Enoplopus. 

1148. E. caraboides. Wie. 13—5. — Hos. 3. „In Österreich, häutig in Italien, Dalmatien u. s. w." 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Osterreich- Ungarn. 53 

7 IG. Gatt, Helops. 

1149. 11. lanipes. Ag. 9—4, C. 25-4, Wie. 22—4, He. k"2-4, Kremsi. 4—5, Pra. 18—4, Lin. 14-4, 
Sa. 26—5?, Neus. 21-4, Rot. 5—5, Leu. 28—4. 

1150. H. quisquilius. He. T>, Wie. 3. „Im Frühjahre in Föhrenwaldungen unter Steinen und auf 
Föhren.-' 

Die Arten von Helops leben zur Tageszeit gewöhnlich unter loser Baumrinde und in den Ritzen von 
Bäumen, öfters findet man sie aber auch auf Bäumen, unter welchen sie. wenn sie herabfallen, leicht 
bemerkt werden. 

L. Farn. C ISTELIDES. 

711». Gatt. Mycetochares. 

1151. 21. bipustulata. He. 3. „Äusserst selten.-' 

721. Gatt. Allecula. 

1152. A. mono. Rot. 22—6. — Lin. 6. „Selten." 

722. Gatt. Cistela. 

1153. C. fuhipes. Wie. 18 — 5. 

1154. C. murina. Bo. 12—5, Pra, 18—5, Sa. 3—6. 
7 755. 0. rufipea. Pia. 6. „Selten. •' 

723. Gatr. Prion yelius. 

1156. I'. ater. Ag. 17 — 5, Rot. 11—5. 

m 

724. Gatt. Megischia. 

1157. 21. nigrita. Wie. 23 — (3. — He. 6, Ka. (5, Neus. 6, Sa. 6. „AufBlüthen von Anikemis arvensis 
um Wien im Sommer." 

725. Gatr. Cteuiopns. 

1158. C. sulphureus. Wie. 27—6, Brü. 27 — 6, Lin. 3—7, Sa. 8—7. 

726. Gatt. Omophlus. 

1159. 0. lepturoides. Ag. 30—5, Wie. 22 — ö, Brü. 7 — 5, Ka. 19—5, Lin. "23—5, Bug. 21—5, Leu. 3 — 6. 

1160. 0. pinicola. Lin. 5, Pra. 5. 

1161. 0. pieipes. Wie. 18 — 5. 

Von den Gattungen dieser Familie sind Cistela, Megischia. Cteniopus und OmopMus, weil sie aufBlüthen 
leben, sehr gut zur Beobachtung geeignet, weit weniger die übrigen, weil sie im Baummoder oder Schwäm- 
men vorkommen. 

LI. Farn. M ELAN DR Y I D ES. 

7;!ö. Gatt. Sei t opalpus. 

1162. S. striatus. Rot. 7, Sa. 8 '. „Selten." 

737. Gatt. Wclfimlrya. 

1163. 21. earaboides. Brü. 14 — 5. — Lin. 5, Neus. 5, Wie. 6. ..Seilen. •• 

1164. 21. canaliculata. Pos. 5. „Sehr selten." 

1165. 21. flavicornis . Neut. 5. „Sehr selten." 

Die Arten dieser Familie leben im alten Holze und sind dabei-, dann auch wegen ihrer Seltenheit zur 
Beobachtung minder geeignet. 

1 Von K. F ri t seh jun. im Pass Lutigg ffetuuden. 



54 Karl Fritsch. 

LH. Farn. LAGRIIDES. 
742. Gatt. Lagria. 

1166. L. hirta. Wie. 9 — 7, Ka. 3— 7, Lin. 15 — 7, Sa. 17 — 7, Rot. 6— 6!. „Aufblühenden Pflanzen 
und Gesträuchen." 

LIII. Farn. PYROCHROIDES. 

74.3. Gatt. Pyrochroa. 

1167. P. coccinea. Ho. 16—5?, C. 27—5, Brü. 17—5, Sa. 6—6, Rot. 22—5, Bug-. 24-5. 

1168. P. pectinicomis. Wie. 5. „In Gebirgsgegenden, selten." 

1169. P. rubens. Wie. 24-5, Kremsi. 17 — 5, Lin. 19—5, Sa. 17 — 5, St. Jak. 24-7!. 

Die Arten leben auf schattigen Grasplätzen und fallen durch ihr. 1 nicht unbedeutende Grösse und rotlie 
Färbung leicht auf. 

LIV. Farn. ANTH IC 1 DES. 

746. Gatt. Wothoxus. 

1170. N. monoceros. Wie. 22 — 5?, Pra. 25 — 4, Rot. 8—5. -- Bud. 6, Bug. 5, Ka. 6, Ni. 5, Mel. 5, 
Neus. 5, Pre. 5. 

1171. N. cornutus. Wie. 6. 

741». Gatt. Formicosomiis. 

1172. F. pedestris. He. 4, Ni. 3. „Im ersten Frühjahre um Wien hei Auskehricht in der Sand- 
grube bei dem botanischen Garten." 

751. Gatt. Anthicus. 

1178. A. hispidus. Ni. 3, Pra. 4, Pre. 4. 

1174. A. humilis. Pra. 14—5. „Arn Ufer des Neusiedlersees.'' 

1175. A.floralis. Wie. 12-4, Bo. 2, Mel. 3. 

1176. A. bifasciatus. Wie. 5. „Um Wien, sehr selten." 

1177. A. ßavipes. Pra 3. ,. Am Ufer von Flüssen in Österreich o. d. Enns." 
11 7S. A. antherinus. Neus. 4. 

Die Arten dieser Familie leben auf Grasplätzen, am Ufer von Bächen und Flüssen, wo ich sie auch nicht 
selten auf Weidenbüschen fand, insbesondere die Arten von Notoxus, welche dann auch gut beobachtet 
werden können, während jene von Anthicus wegen ihrer sehr geringen Grösse leicht übersehen werden 

LV. Farn. MORDELLIDES. 
754. Gatt. Mot'ilella. 

1179. M. bisignata. Rot. 7. „Um Wien, sehr selten. u 

1180. M. fasciata. Lin. 23 — 5, Sa. 16-0, Rot. 1-7. — Bre. 7, Wie. 7. 

1181. M. biguttata. Wie. 6. ,.In alten morschen Baumstämmen." 

1182. M. aculeata. Ag. 10—5, Wie. 12 — 5, Ka. 14-5, Pia. 2— 6!, Lin. 30—4, Sa. 23-4, Rot. 15—5. 

1183. M. pwmila. Pia. 18—5. — Sa. 4, Wie. 5. „Selten." 

1184. M. brunnea. Wie. 6— 6. „Sehr selten." 

1185. M. abdominalis. Bre. 5. Lin. 5, Pre. 5. 
11S6. M. axillaris. Lin. 2—6. „Selten." 

755. Gatt. Anaspis. 

1187. A. thoracica. Rot. 22—6?. „In Österreich o. d. Kims.-- 

1188. A. ruficollis. Wie. 11 — 6, Pra. 4— 7. „Von Redtenbaehcr nur einmal um Wien gesammelt." 

1189. .1 frontalis. Lin. .•'. — 5, Rot. 29—5. — Mel. 5, Sa. 5. Sc. 5. Wie. 6. 



Jährliche l'eriode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 55 

1190. A. rufildbris. Wie. 20-4?, Pra. 22— 6!. 

1191. A. flava. Bo. 5, Wie. 5. „Selten." 

1192. A. obscura. Bo. 6. „Sehr selten.-' 

Die Arten dieser beiden Gattungen leben auf Blüthen und auf morschen) Holze und lassen sieh daher 
gut beobachten. 

LVII. Farn. MELOIDES. 
763. Gatt. Meloe. 

1193. M. proscarabaeus. Ag. 7 — 4, C. 10—4, Wie. 29-3, He. 8—4, Mel. 1 -4, Brü. 29—3, Ka. 15-4, 
Kremsm. 15-4, Pra. 24—4, Li«. 6-4, Kos. 28—3, Sa. 10—3, St. Jak. 25-4, Ki. 19-4, Neus. 10—4, 
Ho. 10—4, Neut. 1—4, In. 23 — 3, De. 17—4, Kess. 28-4, Lein. 10-4, Ad. 21—4. Rot. 24 — 4, Leu. 18—4, 
Ba. 4— 5, Kesni. 30— 3, Ha. 25— 4. „Im Frühjahre." 

1194. M. violaceus. Ag. 3—4, C. 5 -4, Wie. 30— 3, Mel. 20— 3., Brü. 30— 3, Kremsi. 6— 4, Pra. 6— 4, 
Lin. 2-4, Sa. 4-4, Neus. 10-4, Kot. 6—4. 

1195. M. hungarus. He. 21 — 4. 

1196. M. autumnalis. Bo. 11!. „Von Redtenhacher nur einmal in der Brigittenau bei Wien gesammelt." 

1197. M. uralensis. Wie. 30—3. 

1198. M. variegatus. Wie. 18 — 4, Brü. 30—3, Ka. 10—4, Kremsi. 4 — 4, Pra. 16—4, Neus. 18—4, 
Rot. 30 — 4. „Im ersten Frühjahre um Wien." 

1199. M. reticulatus. Ni. 4, Ob. 4, Pre, 4. „An den Linien Wiens. 1 ' 

1200. M. rugosus. Wie. 18—3?, Pra. 15 — 4, Neus. 12—4, Rot. 20—4. Durch grosse Sonnenwärme 
am steileu Südabhange des Mönchsberges bei Salzburg einmal schon im Jänner hervorgelockt. 

1201. M. scabriusculus. Kremsi. 30—3, Rot. 26 — 4. — Pra. 3, Wie. 4. 

1202. M. brevicollis. Wie. 21—4?, Pra. 15 — 4, Lin. 19— 4, Sa. 13-4. „Selten.-' 
1203 M. pygmaeus. Ob. 4, Pra. 4. „In Gebirgsgegenden, selten.-' 

7(j4. Gatt. Cerocoma. 

1204. C. Schäfferi. He. 25—6, Rot. 23 — 6. „Um Wien im Sommer.-' 

766. Gatt. Mylabris. 

1205. M. Fueslmi. Wie. 26 — 5. — Bug. 6, In. 6, Neus. 5. „Um Wien selten." Am Blocksberg bei 
Ofen gefunden; bei Wien im Thale von Kaltenlentgeben. 

769. Gatt. Lytta, 

1206. L. vesieatoria. Ag. 12 — 5, Wie. 31 —5, Sc. 30— 5, He. 8- 6, Mel. 31— 5, Brü. 7 — 6, Ka, 5— 6, 
Kremsi. 2 — 6, Pra, 2 6 — 5, Lin. 26 — 5, Neus. 13 — 5, Lern. 6 — 6, Bot. 16 — 6, Ig. 6 — 6, Leu. 7 — 6. „In 
manchen Jahren aufblühendem Liguster." Bei Prag aui Syringa vulgaris gefunden. 

1207. L. syriaca. Wie. 1 — 6. — Fa. 6. ..Anfangs Sommer um Wien.-' 

770. Gatt, mpicauta. 

1208. E. dubia. Brü. 21—6. — In. 6, Ra. 7, Wie. 7. „Um Wien, sehr selten." 

771. Gatt, Zoiiitt.-:. 

1209. /.. mutica. Bo. 8 — 5, Wie. 14 6?. „Anfangs Sommer aui Anhöhen um Wien, sehr selten.-' 
Bei Baden gefunden. 

Alle Gattungen dieser Familie, Meloe ausgenommen, leben auf Blumen und blühenden Gesträuchen und 
sind ausgezeichnet durch Färbung, eignen sich daher sehr gut zur Beobachtung. 

Die Arten von Meloe leben zwar im Grase, lalb n aber leicht auf durch ihre Grösse und dunkle Färbung. 



56 Karl Fritsch. 

LVIII. Fam. OED'EMEKIDES. 
778. Gatt. Calopus. 

1210. C. serraticornis. Bre. 7. „Im gebirgigen Theile von 'Österreich, sehr selten.* 

782. Gatt. Xanthochroa. 

1211. X. carniolica. Bo. 6, Sa. 1». „In Krain, aber auch im Schwarzwalde." 

783. Gatt. Asclcra. 

1212. A. sanguinicollis. Rot. 27—5. — Wie. 5. „In Gebirgsgegenden, selten." 

1213. A. caerulea. Wie. 28-4?. — Bo. 4, Mel. 4, Rot. 5. 

785. Gatt. Oedemera. 

1214. 0. Pödagrariae. Wie. 20—6, Pra. 22—6, Rot. 8— li. 

1215. 0. flavescens. Wie. 11- 6, Pra. 27—6, Lin. 7—6, Sa. 11—6, Rot. 8 — 6. 

1216. 0. marginata. Sa. 4—6. — Rot. 6, Se. 6. „Selten." 

1217. 0. flavipes. Wie. 2— 6, Rot, 11—6. 
121S. 0. tristis. Sa. 6. „Sehr Seiten." 

1219. 0. virescens. Wie, 6—5, Bre. 27—5, Sa. 24 — 4. Rot. 29- 5. 

1220. 0. lurida. Pra. 28-5, Sa. 10-f, >. — Bre. 6, Rot. 6. 

787. Gatt. Anoncodes. 

1221. A. adusta. Sa. 7, Wie. 6. 

1222. A. rufiventris. Wie. 7—6, Lin. 19—6, Sa. 16 — 6. 

1223. A ustulata. Mel. 1—5!, Lin. 14—6, Sa. 28 — 6. „Selten." 

1224. A. azurea. Wie. 5 — 6, Sa. 9 — 7. „Selten." 

1225. A. fidvicoUis. Sa. '3 — 7 2 , G. 12—7. 

1226. A. viridipes. Wie. 24 — 5. 

7ss. Gatt. ChryscmtMa. 

1227. C. viridissima. Sa. 15 — 7. — Bo. 7, He. 5!, Rot. 6, Wie. 7. „In Gebirgsgegenden." 

Die Gattungen dieser Familie eignen sich gut zur Beobachtung, da sie auf Blüthen vorkommen, aber die 
Arten sind ohne nähere Untersuchung nicht immer leicht zu unterscheiden. 

LIX. Fam. SALPINGIDES. 
792. Gatt. Mycterus. 

1228. M. curculionoid.es. Wie. 10—6, Pra. 25—6"?. „In gebirgigen Gegenden auf blühenden Gesträu- 
chen, selten." 

795. Gatt. Rhinosimus. 

1229. h. Roboris. St. Jak. 6. 

1230. li. planirostris. Pra. 5. 

Die Arten dieser Gattung leben unter Baumrinden, entziehen sieh daher leicht der Beobachtung. 

LX. Fam. BRUCHIDKS. 

796. Gatt. Bruchus. 

1231. B. imbricornis. Bo. 5. 

1232. B. variegatus. Pra. 6. „Selten." 

1233. B. nigripe.?. Wie. 5. „Sehr selten." 



1 Einmal schon 1. 

2 Einmal schon n. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 57 

1231. B. granarius. Bo. 5, Ka. 4, Lin. 6, Hot. 6 (auch schon 2). 

1235. B. flavimanus. Pra. 4. Wie. 3. „Selten." 

1236. B. Pisi. Pra. 10-4. — Brii. 6, Ka. 6, Neus. 3, Pre. 5, Rot. 2. 

1237. B. luteicornis. Pra. 14-5, Rot. 31— 5. 
J238. B. Cisti. Wie. 8—5. — Mel. 4. 

7!>8. Gatt. Urodon. 
1230. U. rvfipes. Wie. 6. 

1240. U. suturalis. Wie. 22 — 5. — Pra. 6. 

7 ( .»0. Gatt. Urach i/tars us. 

1241. B. scabrosus. Bre. 6. 
i242. ö. vartus. Lin. 4. 

801. Gatt. Tropidere«. 

1243. T. dorsalis. Lin. 5. ..Selten." 

i2^. V. »M//-o«Yr/5. Ag. 28—5. — Bo. 4, Rot. 6. „Selten." 

1245. T. nivei-rostris. Lin. 6. 

!si>4. Gatt. Platyrhinus. 

1246. 1'. latirostris. Ag. 14—5, ('. 18- 5. — Ka. 5, Bot. 5, Wie.."). „Unter der Rinde morscher Bäume 
selten." Auf einem modernden Holzstock der Rothbuche auf der „Sophienalpe" bei Neuwahlegg- nächst Wien 
gefunden. 

805. Gatt. Anthribus. 

1247. A. albinus. Ag. 6—5. — Ba. <i, Bot. 5, Sa. 4. „Selten." 

Von den Gattungen dieser Familie eignen .sich nur Urodon, Brachytarsus und Tropideres (theilweise), 
welche auf Bliithen oder Gesträuchen leben, gut zur Beobachtung. 

Minder nur die unter der Binde alter Bäume lebenden : Tropideres (theilweise), Platyrhinus und Anthribus. 

Die Arten von BrucJms leben im Samen verschiedener Pflanzen, kommen daher häufig an Orten vor. wo 
jene aufbewahrt werden, in Magazinen, Wohnhäusern, und sind daher von der jährlichen Periode der Witte- 
rung minder abhängig, als die im Freien lebenden Thiere. In künstlich erwärmten Bäumen können sie sehr 
frühzeitig zur Entwickelung kommen, wodurch sieh die grosse Differenz der Zeiten bei manchen Arten erklärt. 

LXI. Farn. CURCULIONIDES. 
809. Gatt. Apoderus. 

124S. A. Coryli. Ag.29— 4, C.8— 5, Brii.'.) — 5, Lin. 18-5, Sa.2-5, G.24-5, Neus. 20-5, Bot.21— 5. 

sin. Gatt. AttelcOms. 
1249. A. curculionoides. Ag. 7 — f>, Brii. 15 — 5, Lin. 16—5, Neut. 2;} — :"). 

sll. Gatt. Bhynchites. 
l2->(>. li. coeruleo-cephalus. Lin. 4. ..Selten." 

1251. lt. hungaricus. Bos. 5. ..In Pulkau am östlichen Abhänge des Manhartsberges auf Aristolochin 
Clematitis." 

1252. li. aequatus. Wie. 13—5, Pra. l(i— 5. Lin. 17— 5. 

1253. li. planirostris. Rot. 2 li. — Bo. (i. Wie. (i. 
1251. li. Betulae. Lin. 26 4. G. 29 4, Rot. 30—4. 

1255. Ji. auratus. Wie. 28—4?, Pia. 23 — 4. — Bo. 4, Ile. 5, Ka. 4, Mel. 4, Bot. 4. 

1256. li. Bachus. Ag. 30—3, Brii. 12—5, Ka. 10 — 4, Pra. 16 -5. Neus. 31—3. — Bo. 4, 0. 5, 
Kreinsi. .">, Mel. :), Ni. 5, Bot. 5. 

Denkschriften der mathem. -natura. Cl X.XXVI1 l;i s 



58 Karl Fritsch. 

1257. B. nanus. Pra. 5. „Selten.-' 

1258. B. Populi. Ag. 25-4?, Wie. 17—5, Brü. 7—5, Kremsi. 23-5, Liu. 15—5, Rot. 7—5. 

1259. B. betuleti. Ag. 12—4, C. 13—4, Kremsi. 12-4, Lin. 10—4, Sa. 18—5!, Rot. 18-5. 

1260. B. cupreus. Lin. 7 — 5, Rot. 5—5. — Bug. 6, Pra. 4. „Aufblühenden Schlehen." 

1261. B. conicus. Bo. 6, Mel. 4, Pra, 5, Ros. 5. „Selten.-' 

1262. R. interpunctatus. Bi. 5, Brü. 5, Wie. 6. , Selten. - 

1263. B. aeneovirens. Rot. 5, Wie. 4. „Selten.-' 

1264. R. germanicus. He. 5. 

1265. B. pauxMus. Pra. 4. „Sehr selten.-' 

1266. B. megacephalus. Pra. 30—4. — Bi. 5, Bre. (i Kens. 4, Wie. 4. 

1267. B. pubescens. Rot. 5. „Selten.' 

813. Gatt. Apion. 

1268. A. pomonae. Pra. 8 — 4, Se. 18 — 4. — Brü. 4, Lin. 5. „Auf Gesträuchen, selten." 

1269. A. Craccae. Pra. 17-4. — Sa, 4. 

1270. A. atomarium. Pra. 4. 

1271. A. aeneum. Bo. 7 — G !, Rot. 14 — 4. — Ob. 3, Se. 4. 

1272. A. radiolus. Bre. 6, Pra. 4. „Selten." 

1273. A. pulchelhim. Wie. 6. „Bei Kalksburg." 

1274. A. Onopordi. Mel. 4, Ros. 3, Wie. 3. 

1275. A. curvirostre. Wie. li. 

1276. A. Carduorum. Pra. 5. „Selten." 

1277. A. difficile. Bo. 6. 

1278. A. rvfirostre. Pra. 6. 

1279. A. Malvae. Bud. 6. „Sehr selten." 

1280. A. vernale. He. 5, Bud. 6. „Auf Nesseln um Wien, im Frühjahre." 

1281. A. miniatum. Pra, 24—3. — C. 2, Ros. 3, Sa. 4, Wie. 5. „In Österreich o. d. E. auf Wiesenklee." 

1282. A. frumentarium. C. 28—3, Pra. 2 — 6?. — Lin. 4, Mel. 4, Neus. 2, Se. 5. 

1283. A. ßavipes. Pra. 17—4. — Se. 4, Wie. 4. 

1284. A. nigntarse. Neus. 3. „Sehr selten." 

1285. A. rußcrus. Pra. 23—4. — Mel. 3. „Sehr selten." 

1286. A. varipes. Bo. 4, Pra. 4. „Sehr selten." 

1287. A. Fugt. Bo. 6, Bud. 4, He. 5, Kremsi. 4, Mel. 4, Pra. 4, Wie. 4. 

1288. A. aestivum. Pra. 6—5. — Nens. 4. „Selten." 

1289. A. GyllenhaU. Pra. 5-5. „Sehr selten." 
1.290. A. elongatum. Pra. 5. „Bei Kalksburg.-' 

1291. A. civicum. Pra. 27 — 4. — Hos. 3. 

1292. A. morio. Sa. 6. „Selten. •• 

1293. A. pavidum. Pra. 3. „Selten." 

1294. A. elegantulwm. Wie. 5. „Sehr selten." 

1295. A. cohintbüium. Lin. 19 — 3. — He. b, Neus. 2, Sa. C>, Wie. 6. „Selten." 

1296. A. validum. Ag. 14 — 5. — Bre. (i, Wie. 0. „Selten." 

1297. A. «ethiops. Ag. 7—6. „Selten." 

1298. A. i-ireus. Pia. 21 — 5. — Lin. 3 (einmal schon 1). 

1299. A. minimum. Pra. 4 — 5. — Bo. 4, Wie. 4. 

1300. A. simum. Mel. 4, Pra. 5. „Selten." 

1301. A. humile. Sa. 4. „Selten." 

1302. A. aterrimum, Pra. ti. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 59 

1303. A. violaeeum. Ag. 5—5, Pra. 21—4. — Bo. 5, Neus. 2. „Sehr selten." 

1304. A. Pisi. Rot. 4, Sa. 6, Wie. 4. 

1305. A. Sorbi. Wie. 6—6, Pra. 30—4. — Lire. 6, Lin. 4, Neus. 3, Sa. 3. 

810. Gatt. Urach ycevus. 

1306. B. muricatus. Pre. 4, Wie. 4. „Auf der Neustädter Heide, sehr selten." 

817. Gatt. PsaliiUum. 

1307. I'. rnaxillosum. Wie. 16 — 5. „In manchen Jahren um Wien anfangs Sommer am Laaerberge." 

819. Gatt. Thylae&tes. 
130S. T. pilosus. Pra. 21—6. — Mel. 3. „Um Wien unter Steinen auf sandigen Grasplätzen." 

821. Gatt. Strophosomais. 

1309. S. limbatus. Lin. 4. Von Redtenbacher nur einmal auf einer Anhöhe bei Mödling gefangen. 

1310. S. faber. Pra. 15 — 5?. „Unter Steinen um Wien." 

1311. S. retusus. Pra. 5. „Sehr selten." 

1312. S. squamulatus. Pra. 23 — 5. 

1313. 8. Conjli. Pre. 17 — 6?, Lin. 14-5. — Bud. 0, He. 5. 

822. Gatt. Sciaphilus. 

1314. 8. muricatus. He. 30—3. — Rot. 4, Sa. 5, Wie. 5. 

1315. S. setosulus. Ag. 19—5. 

823. Gatt. Brachyderes. 

1316. B. incanus. Ag. 10— 5. — Bud. 5, Lin. 4. „Im Frühjahre auf jungen Föhren." 

824. Gatt. Busomus. 

1317. E. ovulum. Wie. 19 — 5, Lin. 16—5. — Bud. 5, He. 5. 

827. Gatt. Tanymeeus. 

1318. T. pallkitus. Ag. 5—5, Wie. 23-5, Lin. 7-5. 

828. Gatt. Sitones. 

1319. 8. diseoideus. Mel. 25 — 3, Pra. 21—5. — Pre. 4, Ros. 3, Sa. 6, Wie. 3. 

1320. 8. humeralis. Leut. 25—4. — Neus. 2, Wie. 3. 

1321. 8. canJjricus. Sa. 7 — 6. — Ha. 6. 

1322. 8. oeto-punetatus. Sa. 24 — 4, Leu. 26 — 4. — Bud. 5, Pra. 5, Rot. 4, Se. 5, Wie. 4. 

1323. 8. Uneatus. Wie. 31—3. — Bre. 6, Bud. 4, Mel. 3, Pre. 4, Rot. 4, Sa. 5. 

1324. 8. sulcifrons. Wie. 30 — 4?. — Rot. 4, Se. 5. 

1325. S. tibiellus. Bud. 5, Mel. 3, Neus. 3. „Selten." 

1326. 8. hisptdulus. Wie. 25—3. — Mel. 3, Rot. 4. 

1327. 8. tibialis. Pia. 4, Pre. 4, Sa. 6. ,. Selten.- 
132S. S. brevicoüis. Bre. 5, Wie. 5. 

1329. S. lineellus. Wie. 5—4, Lin. 17 — 3. — St. F. 3, Neus. 2, Pre. 4. Rot. 4. 

830. Gatt. Scytropus. 

1330. 8. mustela. Bud. 6. 

831. <^att. Clorophanus. 

1331. C. salicicola. Wie. 3 — 6. — C. ii. He. 0, Kremsi. 6. 

1332. C. viridis. Brü. 17 — 6, Ka. 1-6?, Pra. 8—6, G. 3 — 7, Leu. 18—6. 

8* 



CO Karl F ritsch. 

1333. 0. pollinosus. Wie, 12—0. — Bre. d, Sa. 6. 

1334. C. graminicola. Kremsi. 3 — 6, Sa. 14— 6. — Bre. 6, Bo. 6. ..Selten.-' 

832. Gatt. Poh/drusus. 

1335. ]'. l'icus. Rot. 19—5. — Mel. 5. 

1336. P. cervinus. Pra. 19 — 4, G. 28 — 4, Lin. 2:1—4, Rot. 2(3-4. 

1337. P. Chry.-omela Rot. 18- 5. „Auf jungen Buchen, selten.-' 
133S. ]'. jiterxjgonalis. Leu. 4, Lin. 6. „Sehr selten." 

1339. ]'. con-uscus. Pra. 4— ü. 

1340. 1'. ßavipes. Lin. 29—5. — He. 5, Ra. 5. 

1341. i: undatus. Lin. 8-4, G. 28-4, Rot. 9-5. — Pra. 6, Wie. 4. 

1342. ]'. micans. Wie. 5— 5?, He. 25- 4, G. 3— 5, Rot. 30— 4, Leu. 17—5. 

1343. P. sericeus. Wie. 23 — f.?, Lin. 25 — 5, Rot. 6—6. 

833. Gatt. Metallites. 

1344. M. marginatus. Wie. 4. 

1345. M. mollis. Lin. 27 — 5?. — Bre. 6, Bud. 6. 

1346. M. atomarius. Bo. 6, Wie. 4. 

834. Gatt. Phyllobiiis. 

1347. 1'. oblongus. Wie. 14—5, Mel. 14—4, Pra. 13-5, Lin. 4-5, Sa. 26-4, G. 8—5, Bnd. 15— 5? ? 
Rot. 12—5. 

1348. V. calcaratus. Lin. 5 — 5, Sa. 27 — 4, Rot. 13 — 5. 

1349. ]'. alneti. He. 5, Mel. 4, Rot. 5. 

1350. I'. psittacinus. Sa. 15 — 5. — Lin. 5. 

1351. P. argentatus. Wie. 25 — 5, Pra. 22—5, Sa. 5—5, Neus. 27 — 5, Kess. 28—5, Rot. 19—5. 

1352. P. maculicornis. Pia, 21—5. Sa. 2—5. 

1353. P. Pyri. Ag. 2—5, C. 27—4, Wie. 7-5, Brü. 14-4, Pra. 23—5, Lin. 6—5, Sa. 18—4, Neut. 
3—6?, Hot. 15—5. 

1354. ]'. viridicollis. Pia. 5. „Auf jungen Buchen um Wien.-' 

1355. ]'. Pomonae. Wie. 11 — 5, Sa. 8 — G. 

1356. 1'. uniformis. Pia. 31—5. — Wie. 5. 

835. Gatt. Cleonus. 

1357. C. suloirostris. ('. 13 — 4. Wie. 31 — 3, Brü. 25—4, Ka. 15—4, Lin. IG— 4, Neus. 12 — 4, 
Leu. 3—5. 

1358. 0. trisulcatus. Rot. 4. „Selten.-' 

1359. C. ohliquus. Wie. 17 — 3. — Ka. 4, Mel. 3, Neus. 4, Pia. 4. „Um Wien im Frühjahre.-' 

1360. 0. turbatus. Neus. IG — 4. — Brü. 4 „Selten." 

1361. < '. roridus. Wie. G. 

1362. < '. marmoratus. Ag. 12 — 5, Brü. 27 — 4, Neus. 12—4?, Leu. 13 — 5. Rei Wien, im Sommer nicht 
selten am Laaerberge auf blühender Schafgarbe gefunden. 

1363. C. altemans. Ag. 2 — 4, Wie. 9—5y, Rot. IG— 4. - Neus. 2, Ros. 3. „Sehr selten." 

1364. 0. ophthalvricus. Wie 3 — 4, Brü. 25— 4, Neus. 9 — 4, Rot. 7— 5. 

1365. C. einereus. Wie. IG— 4V, Lin. 24—4?, Pia. 19 — 4, Rot. 3 — 5. 

1366. C "punetiventris. Ni. 4. ..Sehr selten.-' 

1367. C. cdbidus. Wie. 28— 4?, Brü. 2— 5. 

1368. C. vai-ius. Neus. 4. „Sehr selten." 

1369. 0. nebulosus. Lin. 23— 3?. „Norddeutschland.-' 



Jährliche Periode der hrsectenfauna von OstetTeich- Ungarn. 61 

837. Gatr. AlopJuis. 

1370. A. trtguttatus. Wie. 20—4, He. 10-4, Ka. 30 — 4, Pra. 6—5, Sa. 25—4. 

839. Gatt. Liophloeus. 

1371. L. nubüus. C. 4— 5, Mel. 18—4?, Kremsi. 3— 5?, Lin. 12 — 5. 

1372. L. Herbstü. Brü. 16—6!, Sa. 1—5, Rot. 17—5. „Selten." Bei Salzburg häutig. 

1373. L. lentus. Rot. 23-5. 

840. Gatt. Barynotus. 

1374. B. obseurus. He. 5, Mel. 4, Rot. 5. 

841. Gatt. Iropiphorwt. 

1375. T. mercvrialis. Wie. 6. „Selten." 

842. Gatt. Minyops. 

1376. M. variolosus. Wie. 7 — 5, Nens. 20—4, Rot. 12—6. — Mel. 4, Pra. 5. „Um Wien unter Steinen. a 

843. Gatt. Lepyrus. 

1377. L. colon. Ag. 16—4?, C. 18-4, He. 7—4, Kremsi. 14-4, G. 8—4, Rot. 21—5!, Leu. 15—4. 

1378. L. hinotatus. Pra, 19—5, Pot. 5 — 5. — Po. 4, In. 3, Kremsi. 4, Nens. 4, Ob. 4, Pre. 4. 

845. Gatt. Hylobiits, 

1379. H. pincti. Ig. 2S — 5. — C. .".. ..In Alpengegenden auf frisch gelallten Eichenstämmen.-' 

1380. IL Abietis. Wie.26— 5V, Bre. 16- 4, Brü. 7 — 5, Lin.22— 4, St. Jak. 3— 5, Rot. 17 — 5, Leu. 15—5. 

*47. Gatt. Molytes. 

1381. 11. coronatus. Mel. 31 — 5, Lin. 21 — 4, Pia. 26 — 5. — Bud. 6, Rot. 5. 

1382. M. gldbratus. Pos. 22 — 4. — Wie. 4. „Um Wien selten." 

1383. M. germanus. Ag. 1—5, Brü. 29—4, Lin. 26 — 4, Neus. 30—4, Neut. 15—5, Kess. 6— 5, Rot. 
30—4, Leu. 7-5. 

1384. M. carinaerostris. Bud. 5, Rot. 5. 

852. Gatt. Plinthus. 

1385. 1'. Megerlei. Ag. 12—5. „Unter Steinen auf Alpen, selten." 

1386. ]'. Tischen. Pra. 5. „Deutsche Art.-' 

s.).;. 'alt. PhytoiioiHiis. 

13X7. 1'. muri, latus. Pra, 12 — 4, Sa. 8 — 4. ..Auf Ve>-bascun<-Arten, selten.- 

1388. 1'. viennensis. Ag. 17 — 5. — Neus. 4. ..Selten." 

1389. P. punctatus. Brü. 18—5, Lin. 5—4?, Pra. 31—3. Neut. 24—5, Rot. 25—5. - Bo. 2. St. F. 3, 
Neus. 4, Sa. 3, Wie. 3. 

1390. 1'. fasciculatus. Bo. 2, Neus. 4 

1391. 1'. elongatus. Sa. 4. 

1392. 1'. suttiralis. Pia. 5. ..Selten." 
/.;.'/.;. /'. Pla?itagi?u's. Mel. 3. 

1394. 1'. Polygoni. Ag. 6—5. — St. F. 3, Ob. 4, Pra. 3, Wie. 3. 

1395. /'. variabilis. Ag. 15 — 5. — Sa. 3. 

1396. /'. susjpiciosus. Neus. 2, Pra. 5. 

1397. /'. plagiatus. \\ ie. 4. 

-."i4. Gatt. Lhnobltix. 

1398. /.. dissimüis. Pra. 5. 



62 Karl Fräse h. 

860. Gatt. Traclvyphloeus. 

1399. T. scaber. He. 5, Mel. 4. „Sehr selten." 

1400. T. inermis. Pra. 5—5. 

_864. Gatt. Om las. 

1401. 0. hirsutulus. He. 4. 

867. Gatt, Peritelus. 

1402. I'. leucogrammus. Mel. 5. „Aul sandigen Grasplätzen, unter Steinen." 

872. Gatt. Otiorhynchus. 

1403. 0. niger. Ho. 5, Ig. 4, Se. 5. 

1404. 0. villosopunctatus. Rot. 23 — 5. 

1405. 0. mastwe. Wie. 8—5. „Selten.« 

1406. 0. geniculatus. C. 16—4?, Sa. 3 — 6. — Ros. 3, Wie. 5. 

1407. 0. laerigatus. Ag. 6 — 5, Brü. 6 — 5, Kremsi. 14 — 3!, Rot. 7 — 5. 

1408. 0. longicollis. Ag. 30—5. — C. 4. 

1409. 0. scabrosus. He. 5, Rot. 4. „Um Wien, selten." 

1410. 0. multtpunetatns. Neus. 4. „In Alpengegenclen auf blühenden Fichten." 

1411. 0. irritans. Bre. 9—5, Rot. 24—5. „Selten." 

1412. 0. lavandus. Sa. 5. „In Alpengegenden, selten." 

1413. 0. velutinus. Pre. 4. „Um Wien, sehr selten." 

1414. 0. perdix. Bo. 5. „Auf jungen Fichten in Gebirgsgegenden, selten.- 

1415. 0. unicolor. St. Jak. 4. 

1416. 0. ebenius. Wie. 1 — 5. 

1417. 0. maxillosus? Wie. 6. 

1418. 0. Icpidopterus. Ros. 3, Sa. 5. „Auf Alpen, anfangs Sommer." 

1419. 0. gemmatus. Ag. 2—5?, Sa. 6—6, Leu. 6—5. 

1420. 0. orbicularis. Wie. 8 — 5, Brü. 3— 5, Rot. 1 — 5, Leu. 6 — 5?. „Im ersten Frühjahre, unter 
Steinen, um Wien." 

1421. 0. hirticornis. Mel. 5. 

1422. 0. raueus. Bo. 6, Pra. 5, Rot. 4 (auch schon 2). 

1423. 0. pieipes. Ag. 11-5, Brü. 14-6, Sa. 11-6, Leu. 15-4. — Bre. 6, Lin. 6. 

1424. 0. septemtrionis. Bre. 6, Lin. 3!, Sa. 6. 

1425. 0. porcatus. Lin. 3— 4. „Auf Alpen, unter Steinen, sehr selten." 

1426. 0. mono. Pra. 18 — 5. — Wie. 6. „Um Wien selten." 

1427. 0. rugifrons. Leu. 5. „Dem Norden Europa's angehörig, doch auch unter Steinen um Wien." 

1428. O. pinastri. Sa. 4—6. 

1429. 0. ovatus. Wie. 23-5, Rot. 4-5. — Bud. 5, Kremsi. 4, Ros. 5, Sa. 5. 

1430. 0. austriacus. ('. 3, Ros. 4. „Auf Alpen, selten. 

1431. 0. carinatus. Sa. 4. „Aul Alpen, sehr selten." 

1432. 0. Ugustiei. Ag. 7-5, ('. 24-4, Wie. 7-4, Mel. 23-4, Brü. 29-4 ; Ka. 4— 6, Kremsi. 16— 4, 
Pra. 9-5, Neus. 16-4, Rot. 8—5. 

1433. 0. fuseipe*. Ros. 5. „Deutsche Art." 

1434. 0. chlor ophanus. In. 5. „Deutsche Art." 

877. Gatt. Li.xti.s. 

1435. L. pollinosiis. In. 6. „Auf sonnigen Anhöhen um Wien, selten." 

1436. L.ßhformü. Ag. 21— 5, Pra. 6— 6?. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 63 

1437. L. paraplecticus. Ag. 11—5, Brii. 11 — G. „Auf Wasserpflanzen, selten. - 

1438. L. turbatus. Ag. 20— 5. — Wie. 6. „Auf Sumpfpflanzen, selten." 

1439. L. Ascanü. Wie. 20—5. — He. G, Lin. 5, Ni. 6, Neus. 3, Ros. 4, Rot. 4. „Um Wien, im ersten 
Frühjahre, unter Steinen." 

1440. L. Myagri. Sa. 6, Wie. 4. 

1441. L. hicolor. Wie. 4. „Im ersten Frühjahre, an Mauern, selten." 

1442. L. angustatus. Bo. 6, He. 5, Neus. 3, Ros. 5. „Selten." 

1443. L. Bardanae. Sa. 5. 

878. Gatt. Larimis. 

1444. L. obtusus. Bo. 6, Bre. 7, Ros. 6, Sa. 7, Wie. 5. „Um Wien, sehr selten." 

1445. L. Jaceae. Ag. 15 — 5, Lin. 9 — 6. — Ka. 5, Pia. 7, Sa. 6, Wie. 5. „Anfangs Sommer auf son- 
nigen Hügeln um Wien." 

1446. L. planus. Sa. 27-5 '. — Pra. 7. „Selten." 

1447. L. Garlinae. Sa. G. 

879. Gatt. Ehijnocijllus. 

1448. R. antwdontalgious. Bo. 5, Lin. 6. 

1440. IL latirostris. Ag. 28 — 5, Rot. 4— 5. — Pra. 6. „Auf Gm'cua- und Carduus- Arten um Wien, sehr 
selten.- 

880. Gatt. Pissodes. 

1450. ]'. Tini, Pü. 3 — 5V, Bi. 3-5. — Ba. 4, Bre. 7, Ig. G, In. G. 

1451. P. Piceae. Pra. 7, Rot. G, Sa. 8. 

145-2. P. notatus. Ag. 12-5, Rot. 22—5.— Bo. 4, Hu. 4, Neus. 5, Ob. 4. 

ssi. Gatt, MagdaUnus. 

1453. M. duplicatus. Sa, 14 — G. — Pra. G. 

1454. 3/. jddegmaticus. Ob. 4. „Sehr selten." 

1455. M. violaceus. Ag. 4, Sa. 5. 

1456. M. frontalis. Mel. 4, Wie. 5. 

1457 . M. carbonarius. Bre. 5. 

1458. M. Gerasi. Mel. 5. 

1459. iL stijgius. Pra, 10-5, Wie. 21— 5. 

1460. M. Prüm. Bud. 5, Mel. 5, Rot. 5. 

882. Gatt. Dorytomus. 

1461. D. acridulus. Wie. 5. 

1162. D. bimaculatus. Pra. 4, Pre. 4, Wie. G. „Auf Wasserpflanzen, selten.- 

1463. D. vorax. Wie. 22—3, Ka. 30 — 3. — C. 3, Mel. 3. „Den ganzen Sommer hindurch. - 

1464. D. macropus. Wie. 24 — 5. — Bo. 5, Bre. 5, Bud. 5, Kesm. G, Pra. 5, Sa. 5. „Auf schattigen, 
feuchten Grasplätzen in den Donau-Auen, anfangs Sommer." 

1465. D. pectoralis. Leu. 18 — 5. — Ag. 4. 

1466. D. Tremulae. Wie. 19-3. — Bre. 5, Mel. 3, Pre. 4. 

1467. D. majalis. Bo. G, Wie. 3. 

1468. D. affinis. Bre. G. 

1469. D. biticberculatus. Mel. 3. „Selten." 
147<>. />. viüosulus. He. 3. „Selten." 



1 Nicht selten auf den Blüthenköpfen von Carduus Personuta. 



64 Karl Fritsch. 

883. Gatt. ErirJiiims. 

1471. E. Festucae. Bo. 6. „Im Prater bei Wien." 

884. Gatt. Grypitliiis. 

1472. Cr. Equtseti. Bo. G. Pra. 6. „Auf nassen Wiesen." 

88G. Gatt, ffllescus. 

1473. E. scanicus. Wie. 4. „Anfangs Sommer auf Weiden- und Pappelgesträueh." 

887. Gatt. Ldgnyodes. 

1474. L. enucleator. Wie. 4. „In manehen Jahren an Gartenmauern." 

890. Gatt. AntJlonomics. 

1475. Ä. druparum. Ag. 21—4, Rot. 20-4, Se. 8-5. — Mel. 5, Ob. 4. 

1476. A. cinctus. Ros. 4. „Selten." 

1477. A. incurvus. Sa. 3. „Selten." 

1478. A. pomorum. Ag. 7-4, Ka. 2— G!, Bi. 26—4, Rot. 19-4. — Bre. 5, Brii. 4, He. 4, Kremsi. 3, 
Lin. 3, Mel. 5, Pra. 6, Pre. 4, Sa. 6. „Im Frühjahre den Apfelblüthen sehr schädlich." 

1479. A. Vyri. Ag. 14-4. 

1480. A. ater. Bre. 4, Bud. 6, Pra. 5. 

1481. A. fubescens. Bre. 6. „Selten." 

893. Gatt. Balaninus. 

1482. B. nucwm. Ag. 7-5, Bo. 14—5?, C. 18-5, He. 11—5. 

1483. B. Elephas. Sa. 5. „Selten.« 

1484. B. turbatus. Ag. 11—5, Hot. 9 — 5. 

1485. B. vülosus. Ag. 10 — 5. „Sehr selten." 

. 1486. B. crux. Pra. 27—4. — Lin. 6, Se. 5, Wie. 4. 

1487. B. Brassicae. Bo. G, Lin. 5, Pra. 6, Wie. 4. 

1488. B. pyrrkoceras. Pra, 5. 

894. Gatt. Amalus. 

1489. A. scortillum. Pra. 3. 

895. Gatt. TycMus. 

1490. T. quinque-punctatus. Ag. 11—5, Lin. 21— 5. 

1491. T. tomentosus. Bre. 6, Pra. 5, Wie. G. 

896. Gatt. Miccotrogus. 

1492. M. pioirostris. Pia. 3—6. — Rot. 6. 

898. Gatt. Sibynes. 

1493. 8. femoral 'in. Bo. 6. ,. Bei Wien." 

1494. S. canus. Lin. 30 .">. — Wie. 6. „Auf trockenen, (sonnigen Hügeln um Wien." 

902. Gatt. Anoplus. 

1495. A. ■plantaris. Pra. 5, Wie. 5. „Auf Erlenstauden." 

903. Gatt Orchestes. 

1496. O.Ilicis. Bo. 4. „Auf Eichen, selten." 

1497. O. ruf us. Bre. 4. 

1498. O. scutellaris. Mel. 3. 



Jährliche Periode der Irisectenfauna von Österreich- Ungarn. 65 

1499. 0. Fagi. Ho. 5, Rot. 4, Wie. 4. 

1500. 0. pratensis. Wie. 5. 

1501. 0. Populi. Eos. 3, Tr. 5, Wie. 6. 

1502. 0. Rusci. Bud. 4. 

I5n3. 0. stigma. Ag. 7 — 5. — Sa. 4. 

1504. 0. Salicis. G. 4, Lin. 4, Se. 4. 

1505. 0. decoratus. Bud. 5. , Deutsche Art." 

908. Gatt. Baridius. 

1506. B. T. album. Ag. 5, Pra. 6, Wie. 5. 

1507. B. scolopaceus. Wie. 3. „Auf Wasserpflanzen, sehr selten." 

1508. B. Ärtemisiae. Wie. 0—6. — Bre. 7, Pra. 6. 

1509. B. chloris. Neus. 4, Wie. 4. 

1510. B. coerulescens. Wie. 6 — 5. 

1511. B. Lepidii. Pra. 3. 

1512. B. Abroiani. Wie. 4— 6. „Sehr selten." 

1513. B. nitens. Kos. 5. ..Deutsche Art." 

91<). Gatt. CryptorJvynchus. 

1514. 0. Lapathi. Ag. 21—5. — Bre. 6, Brü. 5, Bud. (5, C. 5, Lin. 5, Pia. 4, Bus. 5, Rot. t>, Sa. 5. 

912. Gatt. Coeliodcs. 

1515. C. rubicundus. Pra. 1 — 6'?. — Sa. 4, Wie. 4. „Sehr selten." 

1516. C. subrufus. Pra. 5. „Selten." 

1517. 0. didymus. Wie. 14 — 4, Pra, 11-4, Lin. 25-4, Bud. 14-6?, He. 4, Sa. 6. 
7.576'. G. Lamii. Pra. 15-4. 

757,9. C. guttula. Kremsi. 5, Ni. 3, Pra. 5. 

1520. G. fuliginosus. Wie. 6 — 4. — Bud. 5. 

1521. < '. exiguus. Bud. 6. 
7522. G. Gerann. Bo. 5, Wie. 6. 

Hl 3. Gatt. Mononychus. 

1523. M. Pseudacori. Ag. 14—5, Bo. 22—5. „Sehr selten." 

918. Gatt. Bagous. 

1524. B. tempestivus. Pra. 5. „Am Ufer der Donau, im Pratcr, äusserst selten." 

1525. II. lutidentus. In. 6. 

919. Gatt. Orobitis. 

1526. <>. cyaneus. Pra. 5. ..Auf trockenen Grasplätzen, aber selten." 

920. Gatt. CeutorhyncTvus. 

1527. G. cyanipennis. Wie. 2. ..Selten." An Häusern. 

1528. C. ohalybaeus. Wie. '.'>. ..Sehr selten.- Au Häusern. 
152!). G. Erysimi. Pra. 15-6. — Bo. 4, Bud. 5. 

1530. C. Cochleariae. Sa. 3. 

7537. C. syriu s. Pra. 13 — 7. 

1532. ('. oniior. Bre. 6, Sa. 5. „Sehr selten." 

1533. G. pulvinatus. Pra. 5, Wie. 4. ..Selten." 

1534. G. floralis. Wie. 21 — 5. Pra. 8 — 5. — Sc. <;. 

Denkschriften der mathem.-naturw. Ol. XXWil IM 'i 



66 Karl Fritsch. 

1535. C. Boraginis. He. 6. 

1536. 0. marginatus. Bud. 5. 

1537. C. Echü. Pia. 7-7. — Bud. 6. 

1538. C. crucifer. Bo. 5, Pia. 5, Wie. 3. 

1539. C. Aspeiifoliarum. Pra. 13 — 5. — Bo. 6, Lin. 4. 

1540. C. arquatus. Sa. 6. 

1541. C. abbreviatus. Wie. 7 — 6. — Bo. 3, Sa. 6. 

1542. C. troglodytes. Lin. 3, Ros. 3. 

1543. C. suldcollis. Wie. 2. An Häusern. 

1544. C. Rapae. Liu. 4, Pra. 5. 

1545. C. viduatus. He. 5, Ni. 4. „Deutsche Art." 

921. Gatt. Rhinoncus. 

1546. R. castor. Pra. 6. 

1547. R. pericarpü. Wie. 25 — 3. An Häusern. — Bo. 4, Lin. 5, Ob. 4. 

922. Gatt. Poophaf/Hs. 

1548. P. castor. Pra. 7. „Selten, auf Wasserpflanzen." 

923. Gatt. Tapinotus. 

1549. T. sellatus. Ag. 9—5. „Um Wien an Wassergräben auf LysimacMä vulgaris, selten." 

926. Gatt. Oionus. 

1550. C. olens. Pra. 7. 

1551. C. Blattariae. Lin. 6, Pra. 7, Rot. 6. 

1552. C. Scrofulariae. Ag. 25—5, Wie. 13—6, Lin. 4 — G. — Sa. Ü. 

1553. C. Verbasci. Ag. 21-5, Pra, 8-6, Rot. 14-6. — Wie. 6. 

1554. C. Olivieri. Wie. 13-6. — Mel. 3!, Rot. 6. 

1555. C. Thapsus. Wie. 29—6?. — Bo. 5, In. 6, Pra. 6, Sa. 7. 

1556. C. hortulanus. Lin. 9—6. — In. 6, Pra. 5, Rot. 6, Wie. 6. 

1557. C. pulchellus. Pra. 18—3. — Lin. 4, Wie. 5. „Selten." 

927. Gatt. Cleopus. 

1558. C. graminis. Lin. 5, Pra. 5, Ha. b, Wie. 6. 

1559. C. eampanulae. Wie. 11—6, Pra. 16—6, Sa. 14—6, Rot. 15 — 6. 

928. Gatt. Gymneti-on. 

1560. G. cylindrirostris. Neus. 27 — 5. — Bo. 6, Wie. 6. 

1561. G. Linariae. Pra. 16 — 7. - Wie. 6. „Selten." 

1562. G. teter. Wie. 6. „Auf verschiedenen Arten von Antirrhinum, selten." 

1563. G. Antirrluni. Pra. 6. „Lebt wie der vorige, selten." 

1564. G. spilotus. Wie. 12 — 6. — Rot. 6. 

1565. G. Beccabungae. Bo. 5. 

1566. G. Yeronicae. Bo. 5, Bud. 4. Pra. 5. 

929. Gatt. Mecimts. 

1567. M. collaris. In. 6. „In den Donau-Auen, selten •• 

931. Gatt. Sphenophorus. 

1568. 8. abbreviatus. Ag. 5 — 5, Neus. 21 — 4. — Ob. 4, Pre. 4, Rot. 5, Wie. 5. „Au Mauern und 
unter Steinen, um Wien." 



Jährliche Periode der Insecienfauna von Österreich-Ungarn. 67 

932. Gatt. SitopMlus. 

1569. S. granarius. Ag. 26—3?, Wie. 10—4"?, Pra. 11 — 5. „Im Frühjahre, an Mauern von 
Getreidemagazinen. 

1570. 8. Oryzae. Ag. 25 — 3'?. „Diese Art lebt in Reiskörnern, und man findet sie nicht selten in Spe- 
zereigewölben." Die vom Beobachter eingesendeten Exemplare halte ich ihr 6'. granarius. 

933. Gatt. Cossonus. 

1571. C. linearis. Mel. 5, Rot. 5. 

936. Gatt. Bhyncolus. 

1572. R. elongatus. Bre. 4, 8a. 6. 

1573. Fi. truncorum. Ob. 5. 

Die zahlreichen Gattungen dieser grossen Familie leben in der Regel aut Bäumen, Gesträuchen und 
anderen Pflanzen, zur ßlüthezeit und ausserhalb derselben; lassen sich daher gut beobachten. 

Einige Gattungen , welche im Grase oder auf Wiesen vorkommen, wie Sciaphilus, Eusomus, Omias und 
Amalus wird man am Besten mittelst des Streifsackes finden. Ich bediente mich desselben bei meinen Beob- 
achtungen nur in Prag, nicht mehr in Wien und Salzburg, daher fehlen hier Beobachtungen über viele kleine 
Arten, z. B. der Gattung Apion. 

Schwieriger zu beobachten sind die unter Moos oder Baumrinde vorkommenden Gattungen, wie Sclerop- 
terus, Cossonus, Rhyncolus, ebenso die unter Steinen lebenden: Strophosomus, Gleonus, Alopkus, Barynotus, 
Tropiphorus, Trachyphloeus. Eiuige Arten dieser Gattungen, besonders von Cleonus trifft man im Frühjahre 
nicht selten auf Wegen, wo man sie gut beobachten kann. 

LXII. Farn. BOSTRYCHIDES. 

938. Gatt. Hylastes. 

1574. IL pallia.tus. Bl. 5, Pra. 4. 

1575. H. attenuatus. Lin. 4. „Selten." 

1576. II. angustatus. Pra. 4, Wie. 4. 

1577 . H. cunicularius. Ho. 4. 

940. Gatt. Hylurgus. 

1578. H. ligniperda. Wie. 5, Mel. 3. „Selten, unter der Rinde von Föhren." 

1579. II. puüperda. Mel. 3. „Unter der Rinde von Föhren.-' 

941. Gatt. Mylesinus. 

1580. II. Fraxini. Lin. 17-4?, Sa. 4-4. — Wie. 3. 

1581. II. rittatus. Wie. 3. „In der Nähe von Holzlagern." 

943. Gatt. Poh/graphus. 

1582. F. pubescens. Wie. 19-4. — Ob. 5, Pra, 4. „Selten." 

944. Gatt. Xijloteres. 

1583. X. liveatus. Ho. 3, Sa. 3. „Im Holze von Nadelhölzern." 
15S4. X. domesticus. In. 6!, Neus. 4, Rot. 3. „In Buchen." 

947. Gatt. Cryplialus. 

1585. G. Tiliae. He. 4. „Unter der Rinde von Buchen und Linden." 

949. Gatt. Bostrychus. 

1586. B. typographus. Bre. 4, Brii. 3, In. 3, Ros. 4. 

1587. B. stenographus. Ob. 5. 



68 Karl Fritscii. 

1588. B. curvidens. Ho. 4, Pra. 6?. 

1589. B. bispinus. Mel. 4. 

1590. B. autographus. Lin. 6?, 8a. 4. „Auf Alpen selten." 

1591. B. bicolor. Pre. 6 !. 

1592. B. cLispar. In. 6!, Mel. 4 

950. Gatt. Scolytus. 

1593. S. multistriatus. Bre. 6. 

1594. S. Prüm. Brii. 6, Pra. 6, Sa. 6. 

1595. S. rugulosus. Pra. G. „Unter der Rinde von Pflaumenbäumen, selten." 

Alle Gattungen dieser Familie leben unter oder in der Rinde von Nadeln und Laubholz, theils auch in 
diesen selbst, entziehen sich daher der Beobachtung. Es gibt aber eine Zeit, wo sie schwärmen und recht 
gut beobachtet werden können und auch von mir fast ausschliessend in Prag, Wien und .Salzburg beobachtet 
worden sind. 

LXIII. Farn. GE RAMBICIDES. 
952. Gatt. SjfJiontJt/Us. 

1596. 8. bupristoides. C. 1 — 7, Brii. 11-7. Lin. 2-7, St. Jak. 8-7, Rot. 13 — 7. 

953. Gatt. Ergates. 

1597. E. faber. Bo. 8, Lud. 0, Rot. 8. 

950. Gatt. Aegosorna. 

1598. A. scabricome. Ag. 5—0?. — Ra. 7, Ros. 7. ..In den Donau-Auen." 

957. Gatt. Tragosoma. 

1599. T. depsanum. In. 6. „In alten, morschen Bäumen auf Alpen, sehr selten.-' 

958. Gatt. Prionus. 

1600. P. eoriarms. C. 17 — 7, Brii. 22—7, Pra. 14-8, Sa. 15---8, St.Jak. 9 — 8, Neut. 15 — 8, Rot. 1 — 8. 

959. Gatt. Hain niaticliet'os. 

1601. H. heros. C. 7—6, Wie. 3—6, Ros. 15—5, Bug. 26—6. -- E. 4!, Ka. 0, Kremsi. 5. Med. 4!. 
„Auf frisch gefällten Eichen, selten. "• 

1602. H. cerdo. Ag. 7—5, C. 19—5, Wie. 27 — 5, Brii. 10-5, Sa. 17—5, St. Jak. 20— 6!, Kens. 23-4!, 
Bug. 4— 5. „Auf blühenden Gesträuchen." In Sa. auf Sambucus. nigra , nicht selten. 

960. Gatt. Piii'purt'ceutt.s. 

1603. 1. Koelileri. Ag. 5—0 (sehr häutig), C. 23—0. „Am Fusse des Schneeberges, sehr selten. 

962. Gatt. Rosalia. 

1604. B. alpina. Ag. 30—5. — Kess. 7, Z. 0. „In Alpengegenden." 

903. Gatt. Ai-oini«. 

1605. A. moschata. Ag. 17 — 5. C f. — 0, Wie. 22 — 0, Mel. 23-0. Brii. 12 — 0, Ka. 12—0, Kremsi. 
16 — 6, Pra. 17-7!, Lin. 28-0,, Sa. 24-7!. Neu.«. 4—0, Ki. 22—0, Neut. 3-7, Bud. 19— li?. Ad. 24-6?, 
Rot. 13—7, Se. 21-7. 

967. Gatt. CrioccphaUis. 
16m;. C rusticus. Brc 0, (_'. 6, Rot. 0. „An ausgerodeten Wurzelstöcken von Kiefern. ■• 

968; Gatt. Criontorpliiis. 
1607. C. luridus. ('. 21— 5, Lin. 9— 5, Bud. 8— 5. — Bo. 5. Krcmsni. 0, Mel. f.. Pia 0, Wie. 0. ..Bei 
frisch gefällten Nadelhölzern, an deren Wurzelstöcken, und in der Nähe von Holzlagern.* 



Jährlichi Periode de?' Tnsect&nfauna von Österreich-Ungarn. 69 

'.ni'.i. Gatt. Asemum. 

1608. A. striatuvt. Br-tt. 28—5, Kot. 5— 5. — Bre. 5, Neut. 5. Lebensweise wie 968. 

97Q. Gatt. Sapharms. 

1609. S. piceus. C. 6, St. Jak. 7, Lin. 6, Sa. 6. ..In Gebirgsgegenden, an den Wurzeln ausgerodeter 
Föhrenstöcke." 

972. Gatt. Hylotrupes. 

1610. IL bajulus. Ag. 12-4!, Wie. 3— 7, Brü. 14-6, Pra. 12—7, Lin. 10—7?, Neut. 4-7. „Inder 
Nähe von Holzlagern.-' 

973. Gatt. tJetoderes. 

1611. L. Kollari. Wie. 2—6, Brü. 18—5. 

H74. Gatt. Rhopalopus. 

1612. 11. clavipes. Ag. 9—5, Kremsi. 19—5. — He. 5, Kos. 5. „Bei Holzlagern, ziemlich selten." 

975. Gatt. CalUdium. 

1613. 0. sanguineum. Wie. S — 4, He. 28—4?, Kremsi. 9—4, Rot. 6—5, Bug. 12—4. — Ob. 4. Pra. 4, 

1614. C. violaceum. Ag. 24 — 4, Bo. 25— 4?, He. 29-5, Brü. 27— 5, Kremsi. 19 — 5, Lin. 18— 5, Bud. 
17 — 4'?, Leu. 17—5. 

1615. C. rufipes. He. 24— 5. „AufBlüthen, selten.« 

1616. C. coriaceum. Rot. 6. „Auf dem Schneeberge und bei Weitra." 

1617. C. dilatatum. Neut. 24 — 5. — Brü. 5, C. 6, Lin. 5, Ob. 5, Sa. 6. 

1618. C. castanewk. Ob. 5, Sa. 4. „Auf Wachholder. << 

1619. C. Alm. He. hin— 4. — Bo. 5. Ni. 6, Kos. 5, Rot. 6. „Selten." 

1620. C. variabile. Sa. 10—6, Rot. 4 — 6. — Bug. 6, He. 5, Ka. 6, Kremsi. 6, Pra. 6. Ra. 6. 

976. Gatt. Semanotus. 

1621. S. undatus. Bo 6, Lin. 4, Ob 4. „Bei Holzlagern." 

978. Gatt. Wothorhina. 

1622. N. muricata. Wie. 22 — 5. „In dem gebirgigen Theile von Österreich o. und u. d.E., aber sehr selten." 

979. Gatt. Clytus. 

1623. C. detritus. Ag. 25—5, Brü. 14-5. - Neus. 6, Ra. 6, Rot. 6, Wie. 5. „Auf frisch gelallten 
Eichenbäumen." 

1624. C. arcuatus. Ag. L0-5, C. 29— 5, Brü. 12—5, Ka. 17—5, Kremsi. 2 — <i, Neus. 28—5?. ..Auf 
gefällten Eichenstämmen. " 

1625 C. mysttous Wie. 24-5, Brü. 11—5, Ka. 1'.) — 5, Kremsi. 16—5, Lin. 21— 5, Rot. 3^6. ..An- 
fangs Sommer aufblühenden Gesträuchen." 

1626. C. artet;». Ag. 12—5, C. 22 — 5, Bre. 15 — 6, Kremsi. 15 — 5, Lin. 16—5. ..Auf gefälltem 
Eichenholze." 

1627. ('. lihamiu. Bot. 10—6. — Bug. 5. 

1628. C. floralis. Wie. 14 — ('.?, Bi. 13—5. — Ha. (I. „Im Sommer auf Blumen. i 

1629. C omatus. Brü. 20 — 5. — Bo. 6, He. 7, In. 7, Neus. 5. Kot. 6, Wir. 6. 

1630. C. Verbasci. Ag. 23-5, Brü. 21-6. — Lin. 6. Ros. 5. „Selten." 

1631. C rusticus. Ag. 1 — 6. — Bo. 5, Neus. 6, Ra. 6, Ros. 6, Rot. 6. „Auf gefällten Pappeln." 

1632. ( '. semipunölatus. Ag. ;!1 — 5, Bo. lii— 5?, Brü. 11— li. — Brü. 6, Ka. (i. 

1633. C. plebeßis. Wie. 5 i— 6, Brü. i> — 6, Lin. 19— 6. „Auf Blumen und blühenden Gesträ uucb.cn." 

1634. G. wnssiliehsis. Ag. 21 — 5. „Sehr selten." 



70 Karl Fritsch. 

980. Gatt. Anisairthron. 

1635. A. barbipes. Lin. 6, Pra. 7. „Auf blühenden Gesträuchen, sehr selten." 

981. Gatt. Gracilia. 

1636. G. pygvnaea. Sa. 27 — 5. „Wahrscheinlich im Holze lebend, selten.- 

984. Gatt. Obrium. 

1637. 0. brunneum. Lin. 5. ..In Gebirgsgegenden auf Bliitlien. vorzüglich der Spiraea Ulmaria." 

987. Gatt. Stenopterus. 

1638. S. rufus. Ag. 1—6, Wie. 19— (3, He. 8-7, Brü. 17—6, Ka. 13—6, Lin. 15 — 6. 

1639. S. flavicomia. Ag. 1—6. „Selten." 

988. Gatt. Molorchus. 

1640. 31. major. Neut. 7. „Auf Weidenbäumen am Ufer der Wien, sein- selten. u 

1641. M. minor. C. 10—5, Lin. 15—5, Rot. 19 — 5. — Bre. 6, St. F. 5. Ob. 5, Pra. 4, Ra. 5, Wie. 5. 
„Auf Doldenblüthen, selten." 

1642. M. umbellatarum. Mel. 6—5, Lin. 31 — 5. — Bo. 5, In. 6, Kot. 6, Sa. 7!. „Auf den Blüthen der 
Spiraea Ulmaria. " 

989. Gatt. Acanthoderes. 

1643. A. varius. Ro s. 14—5. — Bo. 6. „In Gebirgsgegenden, in der Nähe von Holzlagern, selten." 

990. Gatt. A-sttjnoiniis. 

1644. A. aedilis. C. 22-4, Bre. 28-4, Mel. 29-3, Ob. 7-4, Brü. 20-3, Neus. 26-4, Ad. 17-5, 
Leu. 18-5, Kesm. 19—4?. 

1645. A. griseus. Leu. 5, Lin. 5. „Sehr selten." 

991. Gatt. Leiopus. 

1646. L. iiebulosus. Sa. 7 — 6. — Bo. 5, Lin. 6, Neus. 5, Pra. 6, Pre. 5, Rot. 7!. „Bei Holzlagern." 

992. Gatt. Uxocenti'its. 

1647. E. balteatus. Ag. 12 — 5. 

993. Gatt. PogoiioeJiei'us. 

164S. V. hispidus. Bo. 5, Ob. 4, Ros. 5. „Sehr selten." 

1649. J'. pilostts. Bug. 4, Mel. 4, Rot. 4, Sa. 5, Wie. 4. 

1650. ]'. fasczcularis. Bo. 5. 

995. Gatt. Monochamus. 

1651. 31. sutor. Ag. 23—5, Brü. 29-5, Sa. 24—7!. — Bre. 7, In. 7, Lin. 6, Neus. 6. 
1052. 31. sartor. Brü. 18—5, Sa. 17 — 7!. — Bre. 5, Bnd. 6, In. 6, Pra. 5, Ros. 5. 

996. Gatt. Lamia. 

1653. L. textor. Ag. 28-5, Bo. 22-4, C. 19—4, Mel. 27-4, Brü. 4-5, Ka. 8-5, Kremsi. 19-4, 
Pra. 29—5, Lin. 1 — 5, Sa. 7 — 6! (sehr selten), Nens. 13—5, Bnd. 12—5'?, Rot. 19 — 5. Leu. 14—5. „Lebt 
im Weidenm oder." Ich fand sie auf Weidenbiiscben. 

997. Gatt. Morimus. 

1654. 31. tristts. Ag. 9 — 4, C, 16 — 4. — Ra. 6!. „Bei Wien, häutiger im Kreise u. d Manhartsberge." 

1000. Gatt. Jlesosa. 

1655. 31. curculionoides. Ag. 17—4'?, Ho. 24—4, C. 12—5, Mel. 16— 4, Brü. 5 — 6, Sa. 24- 5. „Selten." 

1656. 31. nebulosa. Mel. 7 — 5, Ros. 2 — 5. — Bo. 5, Bug. 5, He. 6, Kess. 6, Ob. 5. „Sehr selten." 



Jährliche Periode der Tnsectenfauna von Qsterreich-Ungarn. 71 

1001. Gatt. Doreaäion. 
Die meisten Arten findet man im Frühjahre auf Wegen und an Mauern. 

1657. D. mono. Wie. 19-4, He. 15 — 5, Ka. IG — 4?, Bug. 20—5. 

1658. D.ßdvum. Wie. 2G— 4, Mel. 18—4, ßrü. 13-4, Rot. 7—5, Bug. 15-5. 

1659. D. molitor. Ka. 23 — 4, Ros. 20—4. „Um Wien, selten." 

1660. D. rufipes. Ag. 4— 5. Wie. 16—4, He. 25— 4. Mel. 13— 4, Ka. 4— 5. Brü. 6—4, Kremsi. 26—4, 
Neus. 16—4. 

1661. D. lineatum. He. 5 — 5. Ni. 25- 4. ..Deutsche Art." 

1003. Gatt. AnaestheUs. 

1662. A. testacea. Bo. 5. „Selten." 

1004. Gatt. Saperda. 

1663. S. bipunctata. Ros. 6. ..In der Umgebung von Linz." 

166-1. S. populnea. C. 16 — 5, Biü. 14-5, Lin. 18 — 5, Sa. 29—5?, In. 9-6?. 

1665. S. eareharias. Brü. 24 — 7. Ka. 4 — 7, In. 20 — 6, Ig. 6 — 7, St. Jak. 4 — s. 

1666. S. P/ioca. Lin. 6. „In Aigen bei Salzburg." 

1667. S. Scolaris. Brü. 18 — 5. — Bo. 5, C. 5, Kremsi. 5, Kos. 5, Sa. 5. „Auf Birken, selten." 
166S. S. tremulae. Bo. 3 — 6, Kreinsin. 22 — 6. — Kot. 6. 

1005. Gatt. Stenostola. 

1669. S. nigripes. Lin. 20-5, Rot. 26—5. — Bud. 5, He. 6, Kess. 6, Ni. 5, Pra. 5. 

1006. Gatt. Tetrops. 

1670. T. praeusta. Wie. 27—5?, Lin. 26 — 5, Pra. 19—5, Sa. 7—5, Rot. 17—5. 

1007. Gatt. Oberea. 

1671. 0. linearis. He. 10 — 6, Lin. 4 — 6. — In. 6, Ka. 6. 

1672. (). pupillata. Lin. 8 — 6. — Bre. 6, Sa. 6. „In Osterreich o. d. E um Kremsmünster, sehr selten. -• 

1673. 0. oculata. C. 1—6, Wie. 11—7?. Brü. 3 — 6, Lin. 13 — 6, Sa. 24—6. 

1674. O. erythrocephala. Ra. 4, Mel. 5, Lin. 6, Rot, 6. 

1008. Gatt. Phytoeoia. 

1675. I'. ephippium. Wie. 29 — 5?. — He. 6. 

1676. ]'. affinis. He. 26 — 5. — Ka. 5. „Um Wien in schattigen Buchenwaldungen auf Grasplätzen, 
sehr selten." 

1677. P. punctum. Wie. 5. „Auf Grasplätzen, selten." 

1678. P. lineola. Ag. 14—5, He. 18 — 5. — Ka. 5, Ob. 5, Pre. 4. 

1679. P. rufimana. Wie. 7—5. „Anfangs Sommer um Wien auf Sisymbrium Sophia nächst dem 
botanischen Garten." 

1680. P. cylindrica. He. 5. 

1681. P. virescens. 0. 31— 5, Wie. 5-6, Pra. 19-6, Lin. 3-6, Bud. 12-6. „Um Wien." 

1682. P. Solidaginis. Ros. 6, Sa. 7. 

1683. P. uncinata. Wie. 5. „Um Wien in der Brigittenau auf Disteln, selten." 

1684. P. molybdaena. Ros. 5, Sa. 5, Wie. 5. 

1010. Gatt. AgapcmtMa. 

1685. A. riolacea. Ros. 5, Wie. 5. „Sehr selten." 

1686. A. Cardui. He. 5, Ka. 5, Rot. 5. „Auf Disteln, selten." 

1687. A. angusticolli«. Wie. 31 — ;V?. — Leu. 5, Ros. 5. 



72 Karl Fr lisch. 

1012. Gatt. Rhcvmnusium. 

1688. R. Salicis. Pra. 15—6. — Bo. 5, C. 5. „Auf Weiden und Pappeln, selten. •• 

1013. Gatt. Rhagium. 

1689. E. bifasciatum. Bre. 9—5, Brti. 10 — 5, Bi. 9—0, Rot. 28—5. — Bug. 6, G. 6, In. 6, Mel. 4, 
Ob. 4, Sa. 5, Wie. 6. 

1690. li. indagator. Mel. 24—4, Brti. 0—5, Lin. 25 — 4. 

1691. iL mordax. Ag. 27— 4, 0.23 — 5. He. 21 — 5, Brü. 8 — 5. Krenisi. 10— 5, St. Jak. 12— 7!, Neus. 
23—5, Leu. 18 — 5. 

1692. li. inquisitor. C. 12— 5, Brü. 30— 4, Kremsi. 4— 5, Lin. 4— 5, Sa. 28— 4, St. Jak. 22—5?, 
Neut. 19-5, Rot. 26—5. 

1014. Gatt. Toxotus. 

1693. T. cursor. Kot. 22—5. — Brü. 5, G. 7, Ki. 7, Ros. 6, Sa. 7, TV. 5. „In Alpengegenden. " 

1694. T. meridianus. Wie. 19-6?, He. 26—5, Brü. 23-5, Ka, 21-5, Krcmsi. 19—5, Sa. 31-5, 
G. 4-6, Neus. 4-6?. 

1695. T. Querem. He. 24— 5, Brü. 31— 5. „Auf Eichen, selten." 

1696. T. quadrimaculatus. Sa. 25 — 6, St. Jak. 14 — 7, Leu. 20—6, Ha. 14 — 7. „In Alpengegenden 
auf Dolden blüthen." 

1015. Gatt. Pachyta. 

1697. F. octomaculata. C. 16 — 5, Wie. 16 — 5, Brü. 6—5, Lin. 15 — 6?, Rot. 9 — 6. 

1698. T. sexmaculata. Wie. 5 — 0, Brü. 19 — 6, Pra. 8—6, G. 29-6. 

1699. F. clathrata. Ros. 5, Rot. 5. „Auf Alpen, anfangs Sommer." 

1700. ]'. strigilata. G. 5, „Auf Alpen, sehr selten." 

1701. P. virginea. He. 15 — 5, Lin. 5 — 6, Sa. 30 — 5, G. 23—5. 

1702. F. collaris. Ag. 7—5, Wie. 6—6, Mel. 12—0, Ka. 30—5, Pra. 20-5, Lin. 22-5, Sa. 8-5, 
Bud. 1—6, Rot. 25—5. 

1016. Gatt. Strangalia. 

1703. S. sej>terrvpunctata. Wie. 14 — 0?, Lin. 0. 

1704. S. nigra. Ag. 12 — 5, C. 21— 5?, Ka. 2 — ^?, Pra. 23-0!, Lin. 25-5, Sa. 23-5, Rot. 29-5. 

1705. S. revestita. Bo. 5, Ros. 5. „Sehr selten." 

1706. S. atra. Ka. 2 — 0?, Brü. 16—5, Pra. 8—6, Lin. 2* — 5, Neut. 3 — 6, Rot. 9 — 6. 

1707. 8. pubescens. Rot. 9—0 (auch schon 5). 

1708. S. aurulenta. Rot. 9—0. — C. 6. „Sehr selten." 

1709. S. m, hiiI, ins. Ka. 6, Rot. 6. „Selten." 

1710. S. quadrifasciata. Bi. 16 — 0, Rot. 30—0. — Bug. 0, Ka. 6, Lin. 0. Ra. 6, Se. 6. 

1711. S. iirwii/,,. C. 30-5, Brü. 2-0, Lin. 18-0, Sa. 21-0, Neut, 28—6, Rot. 22-6. 

1712. 8. attenuata. Ag. 12—5!, C. 27 — 0, Wie. 10-0?, Brü. 7 — 0, Lin. 24 — 0, Sa. 3 — 7, Rot.5— 8!. 

1713. S. melanura. Wie. 12—0, Ka. 22— 6, Pra. S— 6, Lin. 22 — 0, Sa. 10 — 0, St. Jak. 2—7, Rot. 13 — 0. 

1714. S. bifasbiata. Wie. 15-0, Ka. 19 — 6?, Brü. IS— 6, Pra. 22-0. Lin. 0- 7!, Rot. 23 — (i. 

1017. Gatt. Leptura. 

171b. L. rubro-testacea. Ag. 12 — 5!, Wie. 10 — 7, Mel. 7— % Brü. 18 — 0, Lin. 9 — 7, Sa. 8 — 7, (i. 21— 7. 

Ki. 23 — 7. Neut. 17-7, Bi. 15 — 7, Bud. 30- 6?, Rot. 18-7, Leu. 12—5!, Ha. 22—6. 

1716. /•• scutellata. Ra. 0, Ros. 6. „Selten.'" 

1717. L. tomentosa. Ag. 9 — 5. — Bo. 0, Bud. 0, In. 0. 

1718. I. . cincta. Brü. 12 — 0, Rot. 20—6. — Kesm. 0, Neut. 7. Wie. 0. 

1719. /.. sanguinolenta. Rot. 21 — 0. Sa. 1 — 7. — Bo. 5. St. Jak. 7, Lin. 6, Wie. 6 



(• 



Jährliche Periode der Insectenfaitna von Österreich-Ungarn. 73 

1018. Gatt. Grammoptera. 

1720. G. sexguttata. Ros. 5. gelten.-' 

1721. G. maculicornis. Brü. 11 — 6, Kremsi. 26 — 5?, Lin. 17 — 6, 8a. 9 — 6, Rot. 19 — 6. 

1722. G. livida. Wie. 17-6, Pra. 15—6, Liu. 2—6, Sa. 17-7!, Rot. 8—6. 

1723. G. lurida. Sa. 9—6, Rot. 14-6. — Bre. 7. 

1724. G. laei-is. Rot. 8—6. — Bre. 6, Ei. 6. 

1725. G. mfipes. Wie. 3-6, Eos. 1—6. „Selten." 

1726. G. ruficornis. Ag. 6 — 5, Wie. 21 — 5, Lin. 1 — 6. 

1727. G.. praeusta. Rot. 19—6. — Lin. 5. „Selten." 
172S. G. quadriguttata. Ros. 5. „Sehr selten.-' 

Die zahlreichen Gattungen und Arten dieser Familie sind grösstenteils durch ihre Grösse, Färbung und 
Gestalt so ausgezeichnet, dass sie zu den Beobachtungen vorzugsweise geeignet sind, besonders die vielen 
auf Pflanzen vorkommenden Arten. 

Bei mehreren Arten sind die Verhältnisse des Vorkommens oben besonders angegeben. Vor allen eignen 
sich die auf Blumen und blühenden Gesträuchen vorkommenden Gattungen. Hammaticheros (cerdo), Calli- 
dium (zum geringen Theile), Stenopterus, Molorchus, Tetrops, Toxotus, l'achyta, Strangalia, Leptura, Gram- 
moptera; dann die auf Bäumen und Gesträuchen lebenden: Aromia, l'ogonocheru* (auf jungem Nadelholz) 
Anaestethis, Sa/perda, Stenostola, likamnusium. Auch Oberea, Pkytoecia und Agapanthia leben auf Gesträu- 
hen und Pflanzen; Monochamus und Mesosa auf Nadelholz. 

Hieran reihen sich die auf dürrem Reisig vorkommenden Gattungen: Exocentrus und Vogonocherus. 

Die aui Wegen und Mauern vorkommenden Arten von Borcadion sind ebenfalls vorzugsweise geeignet, 
fast nicht minder die auf frisch gefälltem Holze und ausgerodeten Baumstämmen vorkommenden : Hamma- 
ticheros \heros). Callidiwm (grösstentheils), Ashjnomus, Rkagtum, deren Arten man im Frühjahre auch nicht 
selten fliegend antrifft. 

Nur Spkondylis, Ergates, Aegosoma, Tragosoma, Vrionus, Lamia und Morimus leben im faulen Holze 
oder im Moder alter Bäume, zeichnen sich aber durch Grösse aus und kommen ebenfalls im Freien vor. 

LXIV. Farn. CHRYSOMELIDES. 

1019. Gatt. Donacia. 
1729. D. crassipes. Sa. 7. 

173<>. I). o'neta. Rot. 7. „Selten." 

1731. I>. dendata. Bi. 12 — 5. 

1732. D. dentipes. Bud. 4!, In. 6, Pra. 6, Kos. 5. 

1733. D. brevicornis. Ros. 5, Sa. 6. 

1734. D. Lemnae. Ag. 10 — 5. — Bo. 6, Lern. 5, Pre. 5. 

1735. D. Sagittariae. Brü. 19—5. — Pra. 5, Ros. 5. „Selten." 

1736. D. obscura. Sa. 9—5. 

1737. D. sericea. Sa. 2 — 5. — Bi. 5, Bo. 5, Bud. 5, Kremsi. 5, Jlel. 4, Neut. 5. 

1738. D. nigra. Bud. 8 — 6. — In. 6. 

1739. D. Jiscolor. C. 4—5, Wie. 19 — 5, Pra. 20—5, 8a. 12 — 5. Kot. 17-5. 

1740. I). affinis. Bo. 5, Bre. 7!, Ob. 5, Sa. 6. „Selten." 

1741. T>. linearis. Pra. 27 — 5. — Bo. 5, Wie. 5. 

1742. D. Menyantktdis. Sa. 2 — 6. — Bud. 6, Pra. 6. 

1743. D. semicuprea. Bud. 5, C. 5, Pra. 5. 

1021. Gatt. Orsodacna. 

1744. 0. Cerasi. Bre. 18 — 6, Rot. 15 — 6, Leu. 12-4!. — Bud. 6, Sa. 6. 

1745. 0. ntgrioollis. Rot. 6. 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. XXXVII. Bd. (0 



74 Karl Fritsah, 

1023. Gatt. Zeitgophora. 

1746. Z. flavicollis. Pra. 6. „Selten." 

1024. Gatt. Lema. 

1747. L. puncticollis. Rot. 5. „Sehr gelten. " 

174S. L. cyanella. Ag. 12—5, Wie. 9—5?, He. 1—5, Pra. 29—4?, Lin. 25 — 3!. Sa. 24-4. 

1749. L. melanopa. Mel. 15-4, Lin. 10 — 3. Pra. 20—4, Rot. 9—5. — Bre 6.!, Ka. 4, Sa. 5. 

1750. L.ßavipes. Bo. 5. „Selten." 

1025. Gatt. Ci'ioceris. 

1751. C. merdigera. C. 9—4, Wie. 22-4. Brü. 28—4. Pra. 14-4, Lin. 15-4. Sa. 3-5, Ki. 25-5!, 
In. 15-4, Wil. 3-5, Leu. 13-5. 

1752. C. brunnea. Wie. 15 — 5, Ka. 13 — 5, Sa 20 — 5, Neu*. 28 — 4. ..Aul Gonvällariä und Aspara- 
gus. u Ich sammelte sie hei Wien auf Lilium Martagon und All tum ursiwum. 

1753. C. alpina. In. 6. „Auf dem Sehneeberge auf Lilium Mär tag on'. u 

1754. C. dodecasiigma. Leu. 5. „Selten." 

1755. C. quinquepunetaia. He. 5. 

1756. C. duodecirn-punetata. Wie. 20— 5, Kremsi. 20 — 5. Pra. 2» '- — 5, Lin. 21— 5, Leu. 21— 5. 

1757. C. Asparagi. G. 1—5, Wie. 15—5, Mel. 27—4, Ka. 3—6, Kremsi. 14-5. Kremsm. 18—6, 
Lin. 7—5, Bi. 10—5, Leu. 0—5. 

1026. Gatt. Labhlostomis. 

1758. L. pilicollis. Wie. 10—6, Pra. 24— 6. „Auf Weiden am Ufer des Neusiedlersees. " 

1759. L. tridendata. Brü. 6 — 6. — He. tj. In. 7, Rot. 7. 

1760. L. cyanicornis. Wie. 22 — G. 

1761. L. longimana. Wie. 7—6, Bre. 24—5, Brü. 3 — G. 

1762. L. humeraiis. Ag. 5—6, Pra. 12 — G. — He. 6, In. 7, Sa. 5, Rot. 6. ..Selten. >• 

1763. L. lucida. Wie. 6. 

1764. L. axillar**. Wie. 18 — 6, Pra. 30— G. — He. 7. 

1028. Gatt. Lachnaea. 

1765. L. longipes. Ag. 3 — 6, 0. 23-5, Wie. 1— 6. Brü. 5— 6. 

1029. Gatt Clythra. 

1766. C. laeviuscula. Wie. 30— 5, Mel. 18— 5, Ka. 30— 5, Kremsi. 2— 6, Prä. 9— 6, Ki. 2— 6, Rot. 4 — G. 

1767. C. quadripunetata. ('. 22 — 5. Wie. 1—6, Mel. 16 — 5, Brü. 2—6, Pra. 20—6?, Sa, 18— G. Ki. 
6-6, Neut. 20—6, Rot. 7—6. 

1030. Gatt. Gynand?'opTitalma. 

176S. G. concolor. Wie. 6. „Selten." 

1769. G. cyanea. C.-2— 5, Wie. 31— 5V, He. 20 — 5, Brü. 10—5, Kremsi. 16-3!, Pra. 30— 5, Lin. 
14_5, Sa. 8-5, Leu. 10-5. 

1770. G. aurita. Wie. 31 — 5?, Bug. 20— 6. — Pra. 6. Rot. G. „Auf Haseloussgesträuchen in Öster- 
reich o. d. Enns; selten." 

1771. G. affinis. Wie. 24-5?. Pra. 27-5, Sa. 6-5. - Mel. 4. Rot. 5. 

1772. G. xanthaspis. Wie. ^ — ^, Sa. 4 — 6. — G. 5. 

1031. Gatt. Cheilotoma. 

1773. C. hucephala. Wie. G. ..Selten.- 



■Jährlich' Periode der Tnsecterifauna von Österreich- Ungarn. 75 

1032. Gatt. Coptocephala. 

1774. C. quadri-maoulata. Ag. 7 — 6, Wie. 12 — 7. 

1775. C. scopolina. Pra, 11— 8, Sa. 28 — 8, Neut. 1 — 8. — In. 7. „Selten.-' 

1033. Gatt. Lamprosoma. 

1776. L. concolor. Kremsi. 3, Pra. 5. „Auf blühender Astrantta major bei Steyer." 

1034. Gatt. Eumolpus. 

1777. E. Vüis. He. 6, Rot. 6. 

1035. Gatt, Clvrysochus. 

1778. 0. prettosus. Ag. 2—6, He, 8 — 7. — St. F. 6, In. 4!, Lin. 7, Neus. 7, Wie. 6. „Sehr selten auf 
Vincetoxicum officinale." Von mir bei Buden und Reichenau in Nieder-Österreich nicht selten auf dieser 
Pflanze gesammelt. 

1036. Gatt. ~Pachnephorus. 

1770. P. mllosus. Wie. 5. 

1038. Gatt. Proctophi/sus. 

1780. P. lobatus. Pra. 25 — 5. — Neus. 5, Wie. 6. „Auf blühendem Crataegus am Kahlenberg." 

1030. Gatt. Cryptocephalus. 

1781. C. coloratus. In. 6, Wie. 5. „Auf sonnigen Hügeln um Wien." 

1782. Ö. laeoicollis. Sa. 5. „Bei Wien." 

1783. 0. Coryli. Wie. 17—5, Rot. 10—5. — Brti. 5, In. 6, Pre. 5, Sa. 4. 

1784. C. cordiger. Leu. 18 — 5. — Neus. 5, Pra, 6, Rot. 5. 

1785. C. interruptus. C. 20— 5, Brii. 25- 5, Pra. 23 — 6 !. — Kremsi.5, Lin. 5, Rot. 6, Wie. 6. „Selten." 
17S6. C. variabilis. Rot. 22 — 5. — Ka. 5, Kremsi. 5, Lin. 5, Pre. 5, Sa. 5. 

1787. C. sex-punctatub. Rot. 12 — 5. — Bud. 6, Pra. 5, Pre. 5, Wie. 5. 

1788. C. vio/aceus. Wie. 29— 5, Sa. 21— 5, G. 25 — 5. 

1789. C. virens. Lin. 6, Rot. 6. „Mitte Mai auf der Tttrkenschanze bei Wien." 

1790. C. sericeus. Wie. 1—6, St.F. 17 — 5. He. 2— 6, Mel. 11—5, Brii. 17-5, Ka. 21—5, Pra. 20— 6!, 
Lin. 16—5, Sa, 17-5. G. 24-5, St. Jak. 12-0, Ki. 2-6, Neus. 19—5, Neut. 8-0, Ad. 18—5, Rot. 
28 — 5, Se. 31—5, Ig. 12 — 0, Leu. 5 — 0, Ha. 11—0. 

1791. G. Hippockoeridt's. Lin. 3 — 0. — Neus. 0. 

1792. C. villosulus. Lin. 23 — 5. „Um Wien, sehr selten." 

1793. C. jiavqie*. Ag. 14 — 5, C. 18-5, Wie. 21—5, Pra, 5—6, Sa. 18—5. 

1794. C. nüens. Wie. 18—5, Pra. 9—6, Sa. 10—0, Rot. 20-5. „Selten." 

1795. C. nüidulus. Rot. 3 — 0. — Sa. 6. „Sehr selten." 

1796. 0. paltifrons. Lin. 5. „Sehr selten. - 
17U7. 0. flavilabris. Rot. 6. 

1798. C. bipustulatüs. ('. 24—5, Lin. 2 — 0. — Ka. 5, Neus. ö, Pre. 5, Rot. 5, Sa. 5. 

1799. C. Hübneri. Wie. 17 — 5. — Bud. 5, G. 5, Pra. 6, Pre. 5, Rot. 6. 

1800. C. Moraei. Wie. 15-0, Bre. 4— 0, Pra. 20— 6, Sa. 20-0. 

1801. C. labiatus. Rot, 9 — 0. — Pra. 6. 

1802. 0. geminus. Wie. 31—5, Pra, 30—5, Rot. 10—6. — Bud. 5, Sa. 6. 

1803. 0. bipunctatus. Ag. 19—5, Wie. 4 — 0, Brii. 29 — 5, Pra. 10—6, G. 5—0, Neut. >< — 6. 

1804. C. marginatus. Rot. 28 — 5. — Bo. 5, Sa. 6, 

1805. C. vittatus. Rot. 12 — 6. — Pra. 6. 

1806. C. bilineatus. Lin. 0. 

10 * 



7G Karl Fritsc%. 

1807. C. flavescens. Bre. 6, He. 6, Rot. 6, Sa. 6. 

1808. G. pygmaeus. Bo. 0. 

1809. C. minutus. Wie. 30 — 6. — Pra. 6. 

1810. C. guadri-guttatus. He. 15 — 6. ,.Deut.sclie Art, und auf Blumen in Mähren." 

1041. Gatt. Pacht/brach is. 

1811. P. bisignatus. Pia. 7, Wie. 6. 

1812. P. Hippophaes. Sa. 6. 

1813. P. fimbriolatus. Mel. 5, Pre. 5, Wie. 5. 

1814. P. hwroglypkicus. Ag. 30 — 5, Wie. 13 — 6. Ka. iL' --6, Pia. 9—6, Sa. 27 — 6. 

1815. P. Ju'strio. Wie. 13—6, Pra. 18 — 6. — He. 6, Ka. 6, Lin. 6. ..Selten.- 

1044. Gatt. Timarcha, 

1816. T. tenehricosa. C. 25— 4, Wie. 21-4, Brü. 5— 5, Leu. 16—5. 

1817. T. coriaria. Wie. 26—3?, Neus. 14—4. - 0. 5, Ha. 5, He. 5, Ka. 6. Med. 2!. Med. .!, Ros. 4. 

1818. T. metallica. Kens. 5. Ros. 4. ..Selten.- 

lu45. Gatt. Chrysomela. 

1819. C. Umbata. Ag. 11 — 5, Wie. 27—4. Mel. 28—3, Neus. 6 -4. — C. 5, He. 5 Pre .">. „Um Wim. 
i m F r ii h j a h r e unter Steinen. " 

1820. C.fimbrialis. Ros. 4. „Bei Pitten.- 

1821. C. sanguinolenta. Wie. 3— 4, Brü. 8— 5, Kremsi. 11— 4, Pra. 9 — 6!. St. Jak. 7—5, Bnd. 12- 6!, 
Rot. 3—5, Leu. 20—4, Ha. 1—5. 

1822. C. marginalis. Neus. 17 — 3, Rot. 8—5. — Bud. 4, Mel. 3. 

1823. C fastuosa. Wie. 25-5, He. 10 — 5, Mel. 24—4, Brü. 7-5, Ka. 16-5. Neus. 22-4, Rot. 6-6!. 
Leu. 25-5, Ha. 11-5. 

1824. C. poltta. Brü. 15—4, Ros. 11—4, Rot. 19-6!. — Leu. 5. Sa. 6. 

1825. C. staphylea. Ag. 25-5!, C. 12—4, Brü. 6-5, Lin. 18—3, Sa. 27 — 3, Neus. 23—3. — Bo. 2, 
He. 3, Ob. 4, Pra. 3. 

1826. C. rufa. Rot. 3—6. — C. 3. ..Auf Alpen, sehr selten. 1 .' 

1827. C. crassimargo. C. 3, Neus. 4, Rot. 5. Se. •">. 

1828. C. hemisphaerica. Ros. 4. 

1829. C. graminis. V. 24 — 3, Wie. 22— 5 (C. Menthastt ■//>, Brü. 3-5. Pra. 4-6. Leu. 14-:"). ,.In 
Gebirgsgegenden, selten. - 

1830. C. mentkastri. Bi. 23— 5, Rot. 4-6. 

1831. C. violacea. Brü. 21—4, Pra. 26—4?, Neus. 15 — 4. 

1832. 0. varians. Lin. 28—5, Sa. 18—6, Neus. 25—4?, Bi. 16 — 6, Rot. 17 — 5. 

1833. C. göttingensis. He. 5—5, Brü. 18 — 4, Kremsi. 24—3, Lin. 15—4, Sa. 19 — 3. St. Jak. 12—5. 
Neus. 2-4, Neut. 5 — 5, Rot. 3 — 5, Leu. 15-4. 

1834. C. Iiaemoptern. Kess. 10—5, Rot. 17—5. — Bo. 2, Lin. 5, Pre. 4, Wie. 6. „Im Frü lija li rc. 
unter Steinen. - 

1835. C. globosa. Sa. 4. ..Auf Alpen, selten. *• 

1836. C. Menthae. St. Jak. 5, Neus. 1!. „Am Grundlsee.- 

1837. C. oereah's. Ag. 28—5, Pra. 7 — 6. — Lin. 6, Sa. 6, Wie. 5. 

1838. O. Megerlei. Brü. 5- 5, Neus. 25 — 4. Rot. 30—4. „Um Wien, im ersten Frühjahre; unter 
Steinen.- 

1839. C. analis. Pra. 6, Rot. 6. ..Selten. - 

1840. C. Schach. G. 2U-4?, Neus. 15-4, Rot. 3—5. — Sa. 4. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Öste7'r eich- Ungarn. 11 

1841. G. marginata. Rot. 8-5. — C. 4, Neus. 4, Pre. 5. 

1842. G. Salviae. Neus. 14-4. „Selten." 

1843. C. lamina. Ha. 5, Neus. 5, Sa. 5. 

1844. G. lurida. He. 5, Rot. 5. „Sehr selten, bei Wien." 

1845. C.fucata. Ag. 30— 5, Rot. 4— I». — Lin. li. ..Selten." 

1846. G. geminüta. Rot. 2 — 4. — Lin. 3, Sa. 3. 

1847. Q. luctuosa. Bre. 23 — 5. — Wie. 6, In. 7. „Auf Alpen, sehr selten." 

1848. G. tristt's. In. 5, Neus. 4. ,. Auf Alpen, sehr selten." 

1849. C. GacaUae. Bre. 7, Sa. 6. „Auf Alpen." 

1850. G. gloriosa. Bre. 7, In. 7. 

1046. Gatt. Lina. 

1851. L. viginti-punetata. Ag. 30--4, ('. 27 — 3, Brü. 22 — 4, Kremsi. 5 — 4, Sa. 11—4. Lern. 25 — 4, 
Rot. 11—5. 

1852. L. collaris. G. 5. In. G. _In Gebirgsgegenden, auf Weiden, selten. •■ 

1853. L Populi. C. 2-4, Pre. 30-4, Wie. 17-4, Sc. 18-4. He. 26—5?; Mel. 17-4, Brü. 17—4, 
Ka. 10—5, Pra. 26—4, Lin. 18—4, Sa. 10—5, G. 13—4, St. Jak. 31—5, Neus. 2 — 5, Ho. 16-5, Neut. 
12—5, Bud. 3-5, Kess. 12-5, Ad. 23-4, Rot. 8-5, Leu. 4-5, Ha. 12-5. 

1854. L. Tremulae. Kremsi. 18 — 3!, Lin. 14-5, Sa. 18-6, Kesm. 30—4. — C. 4, In. 5, Ka. 6, 
Mel. 4, Tr. 6. 

1855. L. aenea. Mel. 14-4, Brü. 4 — 5, Lin. 2-5, G. 9 — 5, Rot. 13 — 5, Leu. 15 — 5. 

1856. L. cuprea G. 11-4, Brii. 10—5. — He. 5, Lin. 6, Pre. 4, Rot. 5. 

1857. L. lapponica. Brü. 4 — 5. „Selten." 

1047. Gatt. Entomoscelis. 

1858. E. Adonidis. Ag. 22—5, Brü. 20 — 5. — Ka. 5, Neus. 4, Pra, 5, Wie. G. „Lebt auf Adonis ver- 
nalis." Bei Prag in manchen Jahren häutig auf Lepidmm Drulm. 

1048. Gatt. Gonioctena. 

1859. G. sex-punetatu . Wie. 12 — 5, Ka. 15—5, Leu. 16 — 5. „Um Wien auf Luzernerklee." 

1860. G. titura. Rot. 13—5. „Sehr selten." 

1861. G. rufipes. Brü. G— 5, Lin. 3 — 5, Sa. 16-5, Rot. 11-5. 

1862. G. viminalis. ('. 26—5, Brii. 23—5, Sa. 4—5, Rot. 25 — 5. 

1863. G. palh'da. Bre. 5, Sa. 5. ..Selten.- 

1040. Gatt. Gastvophysa. 

1864. G.Polygoni. Ag. 17-5, Bo. 18 -4, Wie. 28- 4, Mel. 12-3!, Pra. 5— 5, Rot. 26— 4, Ig. 24— 5. 
„An Wegen und Mauern auf Polygonum aviculare.V 

1865. G. Raphani. Pra. 18 — 5. — He. 4. „Auf Kreuzblumen, selten.'' 

1050. Gatt. Plagiocterä. 

1866. 1'. Armoraciae. Wie. 21 — G, Ka. 26— 4, Sa. 3 — G, Rot. G -5, Se.. 10 — 6. — Bre. 5, He. G, 
Kesm. 5, Neus. 5. ..Auf Weiden und Pappeln." 

1051. Gatt. PJiaedou. 

1867. 1'. orbicularis. Rot. 5, Sa. G. „Um Wien." 

1868. J'. pyritosus. Rot. 5, Wie. 5. 

1869. P. Cochleariae. Sa. 4. ..Auf Kreuzblumen.- 



78 Karl F ritsch. 

1052. Gatt. Phratora. 

1870. P. Vitellmae. Ag. 6-5, C. 8-4, Wie. 2-5, Pra. 11-5, Sa. 16-5, G. 7-4, Leu. 8—5. 

1871. P. vulgatissima. Rot. 11—5, Sa. 25—4. — Bre. 4, Kremsi. 4. 

1U53. Gatt. Prasocuris. 

1872. P. violacea. Pra. 2-4. „Sehr selten.-' 

1873. P. Phellandrii. Pra. 11 — 5. — Pre. 4. „Auf Wasserpflanzen, selten.-' 

1874. P. aucta. Lin. 28—4. — Bud. 4, G. 5, Rot. 4, Sc. 5. 

1875. P. marginella. Pra. 31 — 5. „Selten." 

1054. Gatt. Colaphtis. 

1876. C. Sopluae. Wie. 6—5. — Bud. 5, Ka. 5. 

1056. Gatt. Adimonia. 

1877. A. rustica. Ag. 19—4, Wie. 20—6!, Brü. 12—5, St. Jak. 26—5, Ha. 3—6. „Auf Grasplätzen." 

1878. A. florentina. Bo. 6!, Sa. 7!. „Auf sonnigen Anhöhen um Wien, im ersten Frühjahre, unter 
Steinen." 

1879. A. Tanaceti. Ag. 19 — 4!, Wie. 9-6, Brü. 5-6, Ka. 24-6?, Lin. 16-6, Sa, 21-6, G. 22-6, 
Rot. 8—6, Ig. 17-6. 

1880. A. haematidea. Wie. 10—4. „Selten.-' 

1881. A. sanguinea. He. 5, Mel. 4, Neus. 4, Rot. 5. 

1882. A. capreae. Bo. 1S-6!?, Wie. 25—5!?, Sa. 7-4, G. 13-4, Rot. 17-."). — Ba. 4, Bud. 4, 
Hu. 4, Neus. 4, Ob. 5, Pra. 6!. „Auf Weiden." 

1057. Gatt. Galeruca. 

1883. G. Viburni. Bi. 5, He. 5. „Auf blühenden Gesträuchen." Ich fand sie immer nur auf Vibumum 
Opulus, aber nur in der zweiten Generation. 

1884. G. xanthomelaena. Bo. 30—4, Wie. 25 — 5. — Lin. 4, Ig. 4. 

1885. G. lineola. Pra. 11—5, Rot. 29-5?, Se. 4-5?. — Iu. 6, Mel. 4, Wie. 4. 

1886. G. calmariensis. Mel. 4. „Auf nassen Wiesen." 

1059. Gatt. Malacosoma. 

1887. M. lusitanica. Bo. 5. „In Süd-Spanien und Portugal." 

1060. Gatt. Agelastica. 

1888. .1. Alm. Wie. 13 — 4, Ka. 19-4, Pra, 1-5, Lin. 15—4, Sa. 24-4, G. 13—5, Neus. 11-5, 
Bi.'lO— 5, Kess. 11—5, Se. 19-5, Ig. 17—5. 

1061. Gatt. PJtijllobrotica. 

1889. P. quadri-maculata. Wie. 6. „Am Ufer von Bächen auf Krausemünze, selten." 

1890. P. adusta. He. 5. „Selten." 

1062. Gatt. Calomicrus. 

1891. G. circumfusus. Rot. 7 — 6. „Auf nassen Wiesen." 

1892. G. pinicola. Rot, 31—5. — Pra. 6. 

1063. Gatt. Luperus. 

1893. L. rufipes. Wie. 11-6, Pra, 22—5, Sa. 17-5. — Bo. 6, Se. 5. 

1894. L. xanthop>us. Pra. 21—5, Sa, 1—6. — Bud. 5. „Sehr selten." 

ls<)5. L. ßavipes. Wie. 16 — 5, Pra, 12—5, Lin. 16—5, Sa, 8—5. „Auf Erlengebüscb. " 
1896. L. viridipennis. Se 14 — 5. 



Jährlich' Periode der Inseetenfauna von Österreich-Ungarn. 79 

1066. Gatt. Haltica. 

1897. LI. Erucae. Sa. 24 — 3. — Bo. 3, Mel. 5!. „Auf dem geraeinen Sanddorn. <•' 

1898. H. oleracea. Ag. 20 - 4, Wie. 10—4, Sc 4— 4, Bre. 26- 5!, He. 12—3, Brii. 18—3. Pra. 27—3, 
Lin. 28—2, St. Jak. 5-5, Neuf. 1—4, Ad. 23—4. 

1899. II. impresso,. Pra, 26—6?. — Rot. 6, Wie. 6. 

1900. H. ferruginea. Ag. 17—5, Wie. 10—6, Pra. 15 — 6. 

1901. H. Helxinis. Ag. 6-5, Wie. 27—4, Bre. 13-5, Ka. 4-5, Pra. 18-4, Lin. 27,-3?, Sa. 6-5. 
G. 13-4. „Auf Weiden.« 

1902. H. nitidula. Pra. 17-4, Bi. 23—4. „Selten." 

1903. IL rufipes. Sa. 14-4. — Bi. 3. Bo. 6!, Mel. 5, Se. 5. 

1904. IL melanostoma. Sa. 5. „Auf Alpen in Osterreich o. d. Enns, auf Haidekraut." 

1905. IL rustica. Pra. 4. „Auf trockenen Grasplätzen." 

1906. II. Salicariae. Pra. 4. „An Wassergräben, selten." 

1907. IL Ruht. Bot. 5, Wie. 5. „Auf Himbeeren." 

1908. H. Mahnte. Ag. 7—5. — Mel. 6, Pra. 4. „Auf den Blättern der Gartennialve (Althaea ch>/iiensis). u 

1909. IL fuscicomis. Bo. 5—6, Wie. 26—5, Hot. 13—6. „Selten." 
191". H. procera. Pra. 5, Wie. 4. ,. Um Wien." 

1911. H.Lepidii. Ag. 28-5!, Wie.' 29-3, Pra. 21-2. — Bo. 3, Pre. 4. Se. 4. „Auf Kreuzblumen." 

1912. LI. antennata. Pra. 11—3?. — Ni. 4, Wie. 5. „Im ersten Frühjahre, an Mauern und in 
Gärten auf lieseda. u 

1913. H. atra. Wie. 31-3. 

1914. H. Euphorbia*. Pra. 21-4. — He. 3, Bot. 3, Se. 4. 

1915. IL Campanulae. Pra. 15 — 4. „Auf Campariula rotukdifolia." 

1916. II caerulea- Bre. 4, Pra 4. 

1917. IL. Armoraciae. Bot. 26 — 6. — Ag. 6, Wie. 6. „Sehr selten." 

1918. IL Uyparissiae. Bi. 3, Bot. 3. 

1919. H. nemorum. Wie. 30— 3, Pra. 8 — 3, G. 29-3, Bot. 29-4, Leu. 23 — 4. 

1920. 11. vittula. Ni. 4, Ros. 3, Wie. 4. 

1921. IL sinuata. Bud. 5, Kesm. 4. „Selten." 

1922. 11. Brassicae. Hos. 3, Kot. 5. „Selten.- 

1923. II ßexuosa. Lin. 19 — 3. — Pra. 3, Wie. 3. „Selten." 

1067. Gatt. Longitarsus. 

1924. L. tabidus. Mel. 3, Pra. 6. „Selten." 

1925. L. Verlaset. Wie. 2-4, Mel. 21-3. 

1926. L. nigrieeps. Pra. 5. „Selten." 

1927. L. luridus. Wie. 15—5. „Selten. - 

1928. L. pusillus. Pra. 5, Ros. 3. „Selten. - 

1929. L. lutescens. Bud. 6. 

1930. L. Nasturtii. Ho. 3. 

1931. L. atricapillus. Pra. 8—4?. — Bo. 3, Wie. 4. „Selten." 

1932. L. atricilla. Pra. 17-4. — G. 3, Mel. 3. 

1933. L. quadri-pustulatus. Pra. 6. „Selten." 

1934. L. analis. Bo. 3. Pra. 4. „An feuchten, sandigen Grasplätzen." 



1935. L. fusco-aeneus. Pra. 3. „Sehr sehe 

1936. L. Lieh,;. Pra. 3, Wie. 3. 

1937. L. parvulus. Pra. 4. 



i.' 



80 Karl Fr it seh. 

1938. L. Anchusae. Wie. 4—4. — Lin. 3, Prä. 4. 

1939. L. niger. Lin. 25 — 3. „Selten." 

1068. Gatt. Psylliodes. 

1940. 1'. fropinqua. Pra. 4. .Um Wien, sehr selten." 

1941. P. affinis. Pra. 6. 

1942. P. Bulcamarae. Wie. 20—5. „Selten." 

1943. P. Hyoscyand. Pra. 4. „Sehr selten." 

1944. P. attenuata. Kremsi. 3, Pra. 4, Pos. 3. 

1945. P. chrysocephala. Bud. 4. „Sehr selten." 

1946. P. alpina. Pra. 5. „Auf Alpen in Österreich o. d. Enns." 

1947. P. cuculläta. Bud. 5. 

1948. P. fusiformis. Wie. 5. „Um Wien, auf Pajpaver Rhoeas. 

1069. Gatt. PlectrosceMs. 

1949. P. semicoerulea. Mel. 4, Pra. 6. „Selten." 

1950. P. condnna. Wie. 30-3. — Bve. 5, Bud. 6. 

1951. P. aridella. Wie. 5-4, He. 12-3, Mel. 29 — 3. 

1952. P. aridula. Ag. 5—6?. — Lin. 6, Wie. 3. 

1070. Gatt. Dibolia. 

1953. D. femoralis. Bo. 6, Mel. 3. „Selten." 

1954. P). cryptocepkaht. Mel. 3. 

1071. Gatt. Argopus. 

1955. A. hemispkaericus. Wie. 18—6?. — Mel. 5, Pra. 4. ..Um Wien, auf sonnigen Grasplätzen, sel- 
ten." Im botanischen Garten daselbst nicht selten auf Clematis- Arten. Auch am Laaerberge auf Clematis 
reeta getroffen.' 

1072. Gatt. Sphaeroderma. 

1956. S. testacea. Sa. 7, Wie. 6. 

1075. Gatt. Hispa. 

1957. H. atra. Mel. 25-3. — Wie. 3, Rot. 4. 

1077. Gatt, Cassiäa. 

1958. C. atrata. C. 3 — 4. — Ros. 5. -Auf Salm'a glutinosa in Österreich o. d. Enns." 

1959. C. eguestris. Ag. 14-5, Brü. 10-4?, Ka. 2— 5?, Pra. 20— 5, Sa. 13 — 4, G. 1—5, Neut. 17 — 4, 
Bi. 8-5. 

1960. (!. austriaca. Brü. 1—4, Neus. 9 — 4. „Um Wien auf Balvia officmalis." 

1961. C. rittata. Neus. 3—4. — C. 4. „Sehr selten. - 

1962. C muraea. Rot. 16— 5. — He. 4. „Auf einer Ment/ia-Xrt am Ufer der Krems bei Kremsmünster.'' 

1963. C. vibex. He. 5, Lin. 4, Mel. 4, Neus. 3, Pre. 5, Rot. 5, Sa. 4. Wie. 5. 

1964. C. rubiginosa. Pra. 26-4, Sa. 28 — 3, Neus. 27 — 3. — Bre. 4, C. 4, In. 5, Ka. 5, Ob. 4. 

1965. C. sanguinolenta. Ag. 9 — 5, Lin. 8 — 4. „Selten. - 

1966. C. azurea. Neus. 4. „Sehr selten." 

1967. C. rufovirens. Neus. 7 — 4. „Selten." 

1968. C stigmatica. Bo. 2, Neus. 3, Rot. 5. „Selten." 

1969. C. margaritacea. Neus. 15 — 4. — ('. 2, Lin. 3, Pra. 6! „Selten." 

1970. C. ollonga. Wie. 5. 

1971. C. subreticulata. Pra. 5, Wie. 5. „Sehr selten." 



Jährliche Periode der Insecienfaunä von Osterreich- Ungarn. 81 

107-2. C. nobilis. Ag. 17-5, Wie. 10—5, Mel. 10—4, Rot. 3-5. — Bud. 5, He. 4, Kremsi. 4, Ka. 5. 
Neus. 3, Ob. 5. 

1973. C. obsoleta. Pre. 5, Sa. 4, Wie. 5. „Selten." 

1974. 0. lineola. Hos. 5, 8a. 5. „Sehr selten.-' 

1975. C. ferruijinen. He. 6, Lin. 4, Mel. 4, Neils. 4, Ni. 4, Pra. 6, Rot. ö. „Um Wien, aber selten." 

1976. C. nebulosa. Wie. 6—5, Brti. 18—4, Neut. 1—5, Rot. 3—5?, Kremsi. 3, Neus. 2, Pre. 4. 

Da sich die, Gattungen dieser Familie mit sehr wenigen Ausnahmen auf Pflanzen aufhalten , so würden 
sie sich zur Beobachtung' vorzugsweise eignen, wenn nicht viele derselben durch geringe Grösse sich dersel- 
ben leicht entziehen würden, welche aber wieder nicht selten durch grosse Individuenzahl compensirt wird, 
wie bei den Gattungen Haltica, hongitarsus, Phratora. 

LXVI. Farn. ENDOMYCHIDES. 
1083. Gatt. Endovnychus. 

1977. E. coccineus. Ag. 23— 5, Rot. 5 — 6. -- Ros. 4. „In (iebirgsgegenden, unter faulender Baum- 
rinde." 

1085. Gatt. Lycopertlina. 

1978. L. succineta. Ros. 4. „In Schwämmen und unter morschen Baumrinden, selten." 

LXVII. Farn. COCCINELLIDES. 
1088. Gatt. Hippodcvmia. 

1979. II. tredeeim-punetata. Pra. 16—6, Rot. 20 — 5. 

1980. II. sepU m-maculata. Bo. 5, Bud. 6, Ni. 4. 

1089. Gatt. Anisostirta. 

1981. A. novemdeeim-punetata. Leu. 12 — 4. 

1090. Gatt. Coceinella. 

19X2. C. mutahilis. Wie. 15 — 5, Brü. 12—4, Lin. 10 — 4, Sa. 10—5, Rot. 27 — 4. 

1983. C. obliterata. Neus. 4, Rot. 5, Sa. 5. ..Auf Fichten.-' 

1984. C. bothnica. Sa. 22-0. 

1985. C. undeeim-notata. Wie. 19 — 5. „Auf Disteln." 

1986. 0. dispar. Ag. 2-5. Wie. 31—3. Mel. 11—3, Brti. 20-3, Ka. 15—4, Kremsi. 14—3, Pra. 3 — 4, 
Sa. 2S — 3, Neut. 2-4. 

1987. O. alpina. Sa. 14—0. „Auf Alpen in Österreich o. d. Enns, sehr selten.- 

1988. C. hieroglyphica. Ha. 14 — 5. — St. Jak. 5. „In Alpengegenden auf Fichten, selten." 

1989. C. septem-punetata. Ag. 30 — 4, La. 20 — 3, Hu. — 4, Wie. 5 — 3, Mel. 23 — 3, Ob. 8—3, Brü. 
11-3, Ka. 3-4, Kremsi. 31-3, Pra. 20—3, Lin. 2-3, Ros. 18-3, Sa. 29-3, G. 0—3?, Ki. 11-4, 
Neut. 3-4, Bi. 5-3. Kess. 25 — 4, Ad. 28 — 4, Mi. 27—3, Se. 30-4, Leu. 30—3, B-ä. 18—4, Ha. 30—3. 

199<>. C. quinque-punetata . Pra. 2<>— 4, Neus. 3 — 4, Bud. 14 — 4, Rot. 1—5, Se. 23—4, Leu. 7 — 4. 

1991. O. quatuordecirn-pustidata. Wie. 14 — 4, Mel. 28 — 3, Pra. — 4, Rot. 20 — 4. 

1992. C. variabilis. Wie. 3— 5, Brü. 17—4, Neut. 15 — 4, Rot. 20-4. 

1993. C. margine-punetata. Wie. — 5, Bo. 0, Lin. 4. „Aul Kiefern." 

1994. C. impustulata. Wie. 1—5, Pra. 15 — 4, Lin. 13 — 4, Sa. 8—6!, Bud. 3 — 5?. 

1091. Gatt. Ilalyzia. 

1995. H. oblongo-punctata. Mel. 23 — 4. — Bo. 6, Bre.6, Bud 6, G. 7, Pra.4, Rot.5, Wie. 4. „Auf Kiefern.- 

1996. H. bis-sex-guttata Ad. 4. Pre. 5, Sa. 0. 

1997. II. sedeeim-guttata. IIa. 0, Lern. 4, Mel. 3. Pra. 4, Pos. 4, Rot. 5, Sa. (i. Wie. 4. ..Selten.- 

Denkschriften der maihem.-natuiw, ci. XXXVI]. lfd. 11 



82 Karl Eritsck. 

199S. IL quatuordecim- guttata. Sa. 10—6, Bud. 22-:V>. Rot. 22.-5. — St. Jak. 4. Lin. 4. Mel. 4, 
Neus. 4, Pre. 4, Ros. 4, Se. 5, Wie. 4. 

1999. H. bw-septem-guttata. Lin. 4. Rot. 5. „Sehr selten." 

2000. LL. decem-guttata. Lin. 3. „Selten." 

2001. H. ocellata. Wie. 9—5, Mel. 19—4, Brii. 23—5, Bud. 12— r 5. — In. 5. Kremsi. 6, Leu. 5, Ni. 5, 
Ob. 5. Pra. 6, Se. 5. „Auf Kiefern." 

2002. LL. tigrina. Mel. 11—4, Rot. 6 — 6!. — Neus. 4, Pre. 4. „Selten." 

2003. H. conglobata. Wie. 14—4, Pra. 22—4. Neut. 19—6!, Hot. 16-5 Bre. 5, Brii. 7!. Bud. 6, 
Kremsi. 3. 

2004. LL viginti-duo-punctata. Sa. 14 — 5, Ros. 23—4, Neus. 10-4. Rot. 22 — 5. — Bre. 5, In. 2, He. 3. 
„Auf Wollkraut." 

1092. Gatt. Mioaspis. 

2005. 31. duodecim-punctata. Bud. 1—5. — Wie. 5. „Auf feuchten Grasplätzen." 

1093. Gatt. Chilöcorüs. 

2006. 0. renipustulatus. Ag. 5—5, Wie. 23—4. — He. 4, Pra. 4. Sa. 6. 

2007. C. bipustulatus. Leu. 13 — 4. — Lin. 3, Pra. 4. ..Auf Weiden and Pappeln.« 

1094. Gatt. Mxochomus. 

2008. E. quadri-pustulatus. Wie. 6— 2 (in Baürnritzen siel) sonnend), Pra. 27 — 3. — Lin. 2, Mel. 4, tili. 4. 

2009. E. auritus. Pra. 5, Wie. 6. ri Auf Fichten, selten." 

1095. Gatt. Ilyperaspis. 

2010. H. reppensis. Mel. 4, Pra. 5, Kos. 4. 

1096. Gatt. Epilachna. 

2011. E. globusa. Wie. 30-3, Brii. 11 — 4. Mel. 22-3'?. Ka. 11-4. Lin. 20-3, Pra. 22-3. ..Auf 
Luzerner Klee." 

1097. Gatt. Cyncgetis. 

2012. C. impunetata. Wie. 5 — 5, Mel. 24 — 3 V, Lin. 10—4. Sa. 28 — 4. „Auf sumpfigen Grasplätzen." 

1099. Gatt. Platynaspis. 

2013. P. vülosa. Ag. 17—5. — Kremsi. 3, Lin. 2, Mel. 4, Ob. 5. 

1100. Gatt. Scymnus. 

2014. S. nigrinus. Pra. 2. „Auf Fichten." 

2015. S. pygmaeus. Pra. 3—6'?. — Bud. 6, Wie. 5. 

2016. S. quadri-lünulatus. Rot. 4. „Auf trockenen Grasplätzen, selten." 

2017. 8. frontalis. Wie. 8—5, Neus. 3—4. — Bö. 5. 

2018. S. marginalis. Bud. 6, Wie. 3. 

2019. S. ater. Pra. 18—3. — Wie. 3. „Selten." 

2020. S. mzmrnus. Bo. 4, Pra. 6. 

2021. 8. analis. Lin. 27-3. — Bo. 5, Bre. 4, Mel. 4, Neus. 2, Sa. 5. 

2022. S. Abietis. Bo. 6, Pra. 6. „Anfangs Sommer, auf Fichten." 

1102. Gatt. BMzobius. 

2023. I\. litura, Pra. 5, Sa. 6. „Auf Föhren und Fichten." 

1103. Gatt. Cocciduhi. 

2024. ( '. rufa. Bo. 5. 



Jährliche Periode der Insectenfduna von Österreich-Ungarn. 



83 



Die Gattungen dieser Familie leben ohne Ausnahme aufpflanzen, wo sie gut beobachtet werden kön- 
nen, doch sind viele wegen ihrer geringen Grösse leicht zu übersehen, und ist ihr Vorkommen ingoferne ein 
zufälliges, als viele von Apltis- und Coccus-Arten leben, wie Gocoinella, Halyzta, Chilocorus, Hyperaspts, 
welche noch überdies meistens gerade die grössten und durch Färbung und Zeichnung auffallendsten Arten 
enthalten. 

1117. Gatt. Leistotrophus. (Gatt. 173—174.) 

:!>>25. L. nebulosus. Lin. 4. 



Nummern-Index der Gattungen. 



Acanthoderes 
Achenium 
Acidota 
Acutus . . 
Acmaeodt *a 
Acritus 
Acupalpus 
Adeloeera 
Adimoni t 
ädrastus . 
Aegosoma . 

Agapanthia 
A ■;■ laslica 
Agrilus 
Agriostes . 
Agrypnus 
Agyrtes 
Alt ocha; a 
AlU cula . 
Alophus . 
Amalus 
Amara . . 
Amoeciut . 
Ampedus . 
Amphicyllis 
Amphotis . 
A naesthetis 
Anaspis 
Anchomt nu - 
Ancylocheira 
A ü sarthron 
.1 ,i . \dactylus 
Anis tplia . 
Anisosticta 
A uisotoma 
Anohium . 
Anomala . 
I n.Di ödes 
Anoplus . 
A noxia . 
Anthaxia ■ 
A ntherophagus 
Anthicus . 
Anthobium 
Anili tcomus 
. I nthonomus 
A nthrenu s 
. I nth nbu s 



989 


Apate ■ . . 


185 


Äphodius . . 


•.'•21 


A] nu . . . 


104 


Apoderus . 


503 


Aptinus . . 


303 


Argopus 


7s 


Aromia ■ ■ 


538 


Asclera 


1056 


Asemuni 


559 


Astynomus 


956 


Athous . . 


100 


At'omaria . 


1010 


Attagenus 


1060 


Attelabus . 


5 1 9 


Aiitalia 


555 


Badister . 


."> i 7 


Bagous 


265 


Balaninus 


l -1 5 


Baridius . 


7'Jl 


Barynotus 


-.;: 


"Bembidium 


894 


Berosus 


69 


Jj/iiJIS . . 


t53 


Bledius 


5 15 


Blethisa . . 


276 


Boletobius 


310 


ychus 


100 . 


Bothrideres 


7 5 ■"> 


!'■ chinus 


55 


Brächycerus 


510 


Brachyderes 


980 


Brachypterus 


73 


Braahytarsus 


4SS 


Bradycellus 


1089 


Brontes 


271 


/.'. oscus 


623 


Bruchus . 


490 


Bryaxis 


7S7 


Byrrhus 


90-2 


Byturus . 


482 


( 'alathus . 


516 


( 'allidiuvi . 


374 


Callistus . 


751 


Calodera . 


■2-27 


i [alomicrus 


588 


Calopus 


890 


Calosoma . 


415 


i 'ampylus . 


S"5 


C'antharis . 



112.-, 
452 
813 
809 

30 
1071 
963 
783 
969 
99u 
541 
379 
410 
810 
1 29 

48 
918 
893 
908 
840 

90 
114 
667 
198 
4 
166 
949 
352 

32 
816 
823 
310 
799 

79 
362 

61 
7 96 
245 
422 
408 

5 1 
975 

42 

14'> 

LI 62 

778 

15 
542 
579 



Cäpnodis 506 

Carabus 14 

Cardiophorus 544. 

•Ada 1077 

Oeratophius 4(54 

Cercus 309 

' i-eyon .... 124 

Ceroeoma 764 

Cerylon 357 

C'etonia 497 

Centorhynchus 920 

Ohalcophora 512 

' 'haroyus 590 

Oheilotoma 1031 

Chilocorus 1093 

Ohlaenius 43 

Chlorophanus s.31 

C'holeva 262 

C'hrysanthia 788 

Chrysobothris öi3 

Chrysochus 1035 

Ohrysomela 1045 

Cicindela 2 

'.'/onus 90g 

Cis • . 634 

Cistela ... "22 

Olaviger 248 

Cleonus §35 

Cleopus 927 

Clerus 604 

Clieina 36 

Olythra 1029 

Clytus 979 

Onemidotus 92 

Ooacidula 1103 

Coccinella 1090 

Qoeliodes 912 

C'olaphus 1054 

Colon 264 

Colymbt tes 98 

Conurus 161 

Copris 147 

Coprophilus 204 

Coptocephala 1032 

Coraebus 518 

Corticaria 199 

Corymbites 552 

' 'orynetes 608 

' 'osmiocomus vis 

II * 



84 



Karl Fritsch. 



Cossonus 933 

Coxelus 338 

Cratomerus 51 5 

Cratonychus 536 

Criocephalus 967 

Crioeeris 1025 

Criomorphus 9G8 

Cryphahu 947 

Crypticus 683 

Cryptobium 182 

Cryptocephalus 1039 

Oryptohypnus 547 

Cryptopkagus 376 

CryptorhynchMi 910 

Cteniopus 725 

Cucujus 360 

Oybister 101 

Cyehramus 324 

Oyahrus 11 

Oyclonotum 122 

Cyllidium 116 

Oymindis 20 

( 'ynegetis 1097 

' 'yphon 566 

Cytilus 4211 

Dasctllus 563 

Dasytes 594 

Deleaster 206 

Deliphrum 224 

Demetrius 21 

Dermestes 409 

Diacanthus 553 

Dianous 19,". 

Diaperis 696 

Dibolia 1070 

Dicerca 508 

Dictyoptertis 572 

Diloma 340 

Do/ic/tosoma 599 

Dolopivs 557 

Donacia 1019 

Doreadion 10()1 

Dorcus 439 

Dorytomus 882 

Drapetes 532 

Drasterivs . . ■ 548 

Di - mius 23 

Drypta 17 

Dysckirius 37 

Dytiscus 102 

Ebaeus 589 

Elaphrus 3 

Ellescus 886 

Elodes 564 

Endeeatomvs 631 

Endomychus 1083 

angin 387 

/ ni 'opus 595 

Ennearthron 635 

Enoplopus 715 

Entomoscelis 1047 



Epaphius . 
Epieauia . 
Epicometis 
Epilaehna 
Epuraea . 

ErgateS 

Erirhinus 
Eucinetttt 
Eucnemis 
Eumolpus 
Eitrythyrea 
Eusomus . 
/.' coct ntrus 
Exochomus 
Falagria . 
Eeroniu 
Formicoso7nit 
Galeru : a 
Gastropkysa 
Geotrvpi s 
Gibhitim 
Gnnrhnus . 
Gonioctt na 
Gracilia . 
Grammt ptera 

dius 
< i ..' ,n •/ (ron 
Gymnopleurus 
Gynandrophthalm 
Gyrinus 
Haliplus 
Haltiea 
Halyzia 
Hammatieher 
Harpalus . 
Hedobia 
Heloph rus 

/l'/<-]>S . . 

Hetaerius 
Heterocemts 
Htppodamia 
Sispa . . 
Hister . . 
Sololepta . 
Homalisus 
Homalota . 
Boplia . 
Sydaticit s 
Hydraena 
Hydrobius 
Hydrophilus 
Eiydropori'.s 
Hydrous . 
üylasies . 
Hylecot fus 
Sylt sinus 
Hylobivs . 
Hylotntpi & 
"Sylurgus . 
JHypei aspis 
Tlyphydrus 



86 


Sypocyp.'us . 


77n 


Hypophloeus 


um; 


llyl/iüs . . . 


1096 


Ips . . . . 


312 


Labidoslontis 


953 


l <ol ins . . 


883 


/.,'-' j'h'llis . 


570 


i achnaea 


526 


Lacon . . . 


1034 


Laemoptdoeus 


511 


Lagria . . . 


824 


Lamia . 


902 


/." mpTi $on\ ü 


1094 


Lampyris . . 


130 


Larinus . . 


.Ml 


La 'hrid 


549 


Latin-/ 


1057 


Latürobiii m 


1H49 


L Ha . . . 


16') 


Leiodert - 


615 


Leiopüs . . 


499 


Leistotrophus 


1048 


Leistus . . . 


981 


Lt ma . . . 


1018 


Leptaciuvs . 


884 


Leptura . . 


92S 


Leptusa . . 


4 46 


Lepyrus . . 


Hl. ,n 


Li .'• ' ii . . 


106 


Let/trut . . 


91 


Licinus . . 


1066 


Lignyodes . . 


1091 


Limnebius 


959 


Limobins . . 


76 


himonius . . 


611 


Lina . . . . 


118 


Liodes . . . 


716 


1_, j'itt'uPUS 


293 


Lithocharis . 


;;,7 


Lixus . . . 


1088 


Longitarsiis . 


1075 


JLoricera . . 


291 


L'ii-L'in s . . 


2S9 


Ludius . . . 


573 


Lap&rus . . 


135 


Lycoperdina 


473 


Lyclus . . . 


105 


Lygistoj.terus 


121 


Lytta . . . 


110 


Magdalinus . 


108 


Malaehius 


95 


Matacoßoma . 


109 


Ma : llii uns 


938 


Malthodes 


038 


Mecini s . . 


911 


Megart/irus . 


845 


Megafr ma 


7-.: 


Megisc n '■/ . . 


OH' 


Jletandri a . 


1095 


Melanopkila 


94 


Mi lasis . . 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Ö-sterreich-Ung 



am. 



85 



Meligethes 321 

Meloe 763 

Melolontha 484 

Mesosa 1000 

Metabletus 24 

Metallites 833 

Mi 'cot ogus 896 

Micraspis 1092 

Micropej lus 233 

Microzoum 681 

Minyops 842 

Molorchus 988 

Molytes S47 

Monachamus 995 

Mononychus 913 

Mordella 754 

Morimus 997 

Morychus 12 ) 

3fi/pr/nr>i 381 

Myc tophagus -101 

'/"/•es 719 

Myetei ms 792 

Uylabris 7ljfi 

Myrmt do ia 131 

Nebria 9 

N crophorus 268 

N( matodes 529 

tTitidula 313 

Noterus 96 

Nothorhina 978 

Nothoxus 746 

Nothiophilns 6 

Oberea 1007 

(Ihr, um DS4 

Ocalea • . . 13:1 

Ocypus 174 

Odoniaeus 463 

Oedemera 785 

Olibrus 307 

Olophrum 2 22 

Omalium 225 

Omias 864 

Omophlus 726 

Omorphon 8 

Omosita 317 

Oniticeüua 451 

Onthophagus 450 

Onthophilus 301 

Oodes 46 

Opatrum 678 

Opilus 605 

Orchestes 903 

Orchitis 919 

Orsodacna' 1021 

Oryctes 19 1 

Osmoderma 498 

Otkius 169 

Otiorhynchus 872 

Oxypoda 13 7 

Oxyporus IM 

Oxytehis 200 



Oxythyrea 495 

/'" thnephorvs 1056 

Paehybrachis 1041 

Pachyta 1015 

Paederus 192 

Panagaeus 40 

Parainecosoma 377 

Parnus 43! 

Palrobus 83 

Pedinus 669 

Pelor 66 

Peius 332 

Peritelus MIT 

Perotis 507 

Phaedon 1051 

Phalacrus 305 

Philhydrus 112 

Pk'lonthus 175 

Phloeonaeus 201 

Phratora 1052 

Phyllobius 834 

Phyllobrotica loci 

Phyllopertha 489 

Phythoecia 1008 

Phytonomus 853 

Pissod s 880 

Plagiodera 1050 

Platyeerus 440 

Platydema - . 694 

Platynaspis 1099 

Platyrhinus 804 

Platyscelis 663 

Platysoma 290 

Platystethus 199 

Pleetroscelis 1069 

Plinthus 852 

Poecitonota 509 

/' ilus 58 

Pogonocherus 993 

Polydrums 832 

Polygrapkus 943 

Polyphylla 483 

Polyslichus 19 

Poophagus 922 

Prasocuris 1053 

Prionus 958 

Prionychus 723 

Pristilophus 554 

Pi-w'iffii» 12 

Procrustes 13 

Proclophysus 1038 

Psalidium 817 

Psammodnts 456 

Pselaphus 239 

Psoa 63o 

Psylliodfs 1068 

Ptenidium 284 

Ptilinvs 617 

Ptilium 283 

Ptinus 612 

Ptosima 504 



Purpuricenus 960 

Pyrockroci 743 

Quedius 178 

Bhagium 1013 

Uagonycha . 581 

Bkammisium 1012 

ßhinonens 921 

Rki osiinus 795 

tth ohms 1102 

Bh% ophagus 32S 

lllii:. ,t i ogus 480 

Bhopalopus 974 

Tthynchiteä 811 

Bhyncolus 936 

BhynocyUus 879 

Bhyssemus 454 

Bosalia 962 

Saperda • 1004 

Saphanns 970 



saprmn s 



298 

Sarrotrium 351 

Scaphid <«» 693 

Scaphidiwn 286 

Scapkis ma 288 

Sciapkilus 822 

Scirtes öO f .t 

Saolytus 93" 

Scopaeus 189 

Scydmaenus 251 

Saymnus 1100 

Scytropus • 850 

Semanotus 976 

Si i ica 477 

5( >■, .x.iu'is 556 

Serropalpus 735 

Sibynes 898 

Süi 582 

Silpha 267 

Sinodendron 443 

Sisypkus 445 

Sitones 828 

Sitophilus 932 

Soronia 314 

Sphaeridivm '"-3 

Sphai '■'/■ nun 1072 

Sphenophorus 931 

Sphodrus 53 

Sphondylis 952 

Staphylinus 173 

Stenolopfeus 77 

Stt nopti ms 9S7 

St nostola 1005 

Stenus 196 

Stüicus 190 

Stomis 02 

Sirangalia 1016 

Strophon ml' - 821 

Svnius 19 1 

Sylvanus 368 

Synaptus 533 

Synealyp n 420 



86 



Karl Fritsch. 



ffyhoxylon 627 

Tachinus 163 

Tachyporus 162 

TMhyusa 134 

Tanymecus 827 

Tciphria 52 

Tüpinotus 923 

Teimatophilus 373 

Tenebrio 707 

Tetrops 1006 

Thalycra 31 S 

tKylacites 819 

Ttllus 603 

Timarcha ... 1044 

Tovotus 1014 

Trachyphloeus 86U 

Truchys 522 



Tragosoma 957 

Triihus 85 

Trickius ■ ... 500 

Trichndes 606 

Trichopteryx "282 

Trinode» 116 

Triodonta 175 

Triplax 190 

Tritoma 388 

Trixacus • 418 

Troylops .... 592 

Trogoderma 413 

Trogopldoeus ..... 202 

Tfopideres 801 

Tr'öpiphorus 841 

Trox 467 

Trypopitys 621 



Tifchhis ■ . 

Tychus . . . 

Ty j'lt't- >t . . 

! ;■'"- . . . 

Uloma . . . 

Urod n . . 
V'algus . 
Xanth ■ > oa 

Xantholinus . 

Xifletinus . . 

Xylopertha . 
Xylo/eres 
Zabruä 

ßeiicophora . 

/.<>>lttlS . . . 



895 

240 
404 
237 
699 

798 
50 1 
7^2 
171 
618 
628 
944 
67 
u2:; 
77 t 



Nummern-Index der bei jeder Station verzeichneten Arten. 



1. 26. 

845. 862. 

1989. 1996. 



Admont. 

29. 30. 31. 32. 291. 
914. 930. 1022. 1193. 1605. 



Agram. 



297. 574. 824. 
1644. 1790. 185:;. 



Biala. 

1. 30: 297. 101. 543. 574. 757. 78«. S24. 840. 

845. 854. -62. 36fS. 871. 930. 1023. 1067. 1090. 1262. 

1266, 115". 1478. n;-2s. 1689. 1710. 1715. 1731. 1737. 1757'. 

183Q. 1832. 18S8 IS89. 1902. 1903. 1918. 1959. 1989. 



1. 


6. 


7. 


25. 


51. 


52. 


53. 


75. 


-o. 


151. 










15111 


uenz. 










193. 


194. 


223. 


239. 


240. 


281. 


282. 


291. 


293. 


297. 


30. 


32. 


824. 


s|o. 


-15. 


S6?. 


930. 


082, 


1022. 


1574. 


298. 


299. 


411. 


563. 


569. 


570. 


5 73. 


57 1. 


5S4. 


588. 






















590. 


591. 


598. 


603. 


606. 


64(1. 


647. 


665. 


717. 


720. 










Bozen. 










723. 


728. 


729. 


733. 


735. 


745. 


757. 


758. 


761. 


765 


52. 


72. 


73. 


s|. 


153. 


196. 


208. 


238. 


204. 


,o| 


770. 


772. 


7S8. 


789. 


803. 


810. 


815. 


823. 


S2J. 


840. 


307. 


322. 


325. 


.',26. 


3-5 7-. 


392. 


4 40. 


189. 


557. 


563'. 


843. 


S44. 


845. 


S48. 


851. 


854. 


856. 


858. 


859. 


S60. 


5S0. 


58 2, 


595. 


r,l2. 


646. 


657'. 


671. 


679. 


717. 


72 1. 


862. 


868. 


869. 


871. 


872. 


873. 


S85. 


S91. 


S92. 


893. 


725. 


727. 


730. 


732. 


741. 


767. 


7 70. 


777. 


797. 


799. 


897. 


900. 


902. 


905. 


900. 


908. 


916. 


925. 


930. 


931. 


801. 


802. 


810; 


S17. 


819. 


833. 


J-34. 


-1 1, 


847. 


S49. 


941. 


945. 


946. 


955. 


959. 


961. 


962. 


965. 


967. 


970. 


-.Vi. 


857. 


s.; 2. 


86<J. 


87 1. 


875: 


879. 


S82. 


.--5. 


sss. 


97 7. 


9S4. 


986. 


996. 


1014. 


1021. 


10-22. 


1023. 


1031. 


1042. 


890. 


894. 


899. 


-o|. 


921. 


923; 


927. 


950. 


951. 


962 


1067. 


1086. 


1095. 


1096. 


1131. 


1 149. 


1156. 


1159. 


1182. 


1193. 


1011. 


ioi5: 


102:;. 


[030. 


1036. 


1049. 


1052. 


I057. 


lOC.O. 


tO'6'3'. 


1194. 


1206. 


1243. 


1246. 


1247. 


124S. 


1249. 


125i;. 


1258. 


1259. 


1072. 


1074. 


1079: 


1088. 


1105. 


1106: 


14 0.8. 


1112. 


1129. 


1154. 


1296. 


1297. 


1303. 


1315. 


1316. 


1318. 


1353. 


1362. 


1363. 


1377. 


1167. 


1175. 


1191. 


1196. 


1 209. 


1211. 


1213. 


1227. 


1231. 


1234. 


1383. 


1385. 


1388. 


1394. 


1395. 


1407. 


1408. 


1419. 


1423. 


1432. 


1243. 


12".:;. 


1255. 


1250. 


1261. 


1271. 


1277. 


1286. 


128?: 


1299. 


1436. 


1437. 


1438. 


1445. 


1 119. 


1452. 


1455. 


1-175. 


1478. 


1479. 


1303. 


1334: 


1346. 


1378. 


13S9-. 


1390. 


1414. 


1 122. 


1442. 


1444. 


1482. 


14*4. 


14S5. 


1490. 


1503. 


1506. 


1514. 


1593. 


1549. 


1552. 


llls. 


1452. 


146 1. 


1 167. 


1471. 


1472. 


4 4,82. 


1 1-7. 


14 95. 


1496. 


1553. 


1568. 


1569. 


1570. 


1598. 


16 02. 


1603. 


1604. 


1605. 


1610. 


1522. 


1523. 


1529. 


15.18. 


1539. 


1541. 


1547. 


1555. 


150o. 


4 565. 


1612. 


1614. 


1623. 


1624. 


1626. 


1630. 


166 1. 


1632. 


1634. 


163S. 


1566. 


1597. 


[607. 


1614. 


16 19. 


1621. 


1629. 


1631. 


16;, 2. 


1642. 


1639. 


1647. 


1651. 


1653. 


1654. 


1655. 


1060. 


167,8. 


1691. 


1702. 


1643. 


1646. 


1 (548. 


1650. 


1653. 


1655. 


1656. 


1662. 


1667. 


li'V.s 


1704. 


1712. 


1715. 


1719. 


1726. 


17.il. 


1748. 


1/762. 


1765. 


1774. 


1688. 


1705. 


1717. 


17 19. 


1751 


1757. 


1740. 


1741. 


17.,o. 


l.-ol 


1778. 


1793. 


1S03. 


1814. 


INI'.). 


1825, 


1S37. 


1845. 


1851. 


1S58. 


1808. 


1825: 


1,834. 


1864'. 


1878-. 


1882. 


1S84. 


1887. 


1893': 


1.X47. 


1864. 


1870. 


1877. 


1S79. 


1898. 


1900. 


1901. 


1908. 


1911. 


[917. 


1903. 


1900. 


1911. 


1930". 


1931. 


1934. 


1953. 


1968. 


[980; 


1993 


1952. 


1959. 


1965. 


1972. 


r.i77. 


1986. 


1989. 


2006. 


2013. 




1995. 


20 1 7. 


2020. 


2o2l. 


2022. 


2021. 


















Arvavarallja. 
















Bregenz. 











1022. 

Barn. 

1. S45. 862. 1023. 1193. 1989. 



31. 
193. 
631. 
924. 



42. 
216. 
632'! 

952. 



71. 72. 
240. Ij2. 
646. 675. 



90. 
446. 

719. 



91. 
479. 
728. 



105. 
50 7. 
745. 



958. 977. 9S0. 



117. 

52S. 

siä. 

981. 



1 29. 
612. 
914. 



147. 

62.;. 
92.;. 



9S9. 999. 



Bania. 



1450. 1882. 



937. 95S. 

1000. 1003. 1004. 4oO,S. 1009. 4011. 1017. 1Ö1S. 103o. [03 

1040. X047. 10(54. 1067. 1075. 10,81. 1082. 1097. 1180. 11-5. 

1210. 1219. 1220. 1241. 1206. 1272. 1296. 1505. 1313. 132:!. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich,- Ungarn. S T 



1328. 1333. 1334. 1345. 1380 f 1411. 1423. 1424. 1444. 1450. C'illi. 

1457. 14G4. 1466. 146s. 117s. 1480. L481. 1491. 1497. 1508. 

1514. 153-2. 157-2. 1580. 1593. 1594. 1606. 1608. 1626. 1641. 

1644. 1651. 105-2. 1672. 1689. 1723. 1724. 1740. 1744. 1749. 

1761. 1800. 1807. 1847. 1849. 1,850. 1863. 1866. 1871. 1898. 

1901. 1916. 1950. 19Ü4. 1995. 2003. 2004 2021. 



Brunn. 



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1256. 1259. 1281. 1282. 1331. 1353. 1357. 1371. 1377. 1379. 

1406. 1408. 1430. 1432. 1463. I4S2. 1514. 1596. 1600. 1601. 

16(1-2. 1603. 1605. 1606. 16<'7. 1609. 1617. 1624. 1626. 1641. 

1614. 165.;. 1651. 1655. 1664. 1667. 1673. 1681. 1688. 1689. 

1091. 1692. 1097. 1704. 170s. 1711. 1712. 17;(9. 174.3. 1751. 

1757. 1705. 1707. 1709. 1785. 179.3. 1798. 1810. 1817. 1819. 

1825. 1820. 18-27. L829. ls]|. 1851. 1853. 1854. 1862. 1870. 

1958. 1961. 1964. 1909. 



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1. 4. 8. 12. 14. -2c. 20. 28. 29. 30. 

35. 38. 40. 41. 40. 50. 51. 52. 75. 

86. 89. 109. 113. 120. 128. 129. 132. 144. 151. 

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277. 287, 28S, 291. 292. 290. 297. 298, 299. 30,1. 

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1135. 1115. U5,S. 1159 1165. 1167. 1193. 1194. 1198, !206. Mo - 160L 

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1605. 1608. 161H. 1611. 1614. 1617. 1623. 1624. 1625 1629. 

1630. 1632. 1633. 1638. 1644. 1651. 1652. 1653. 1655. 165s. Gresteil. 

1660. 1664. 1665. 1667. 1673. 16ä9. 1690. 1691. 1692. 1693. 

1694. 1695. 1097. 1098. 1706. 1711. 1712. 1714. 1715. 1718. 

1721. 1735. 1751. 1759. 1761. 1765. 1767. 1769. [783. 17S5. 

1790. 1803. 1816. 1821. Is25. 1824. 1S25. 1829. 1831. 183.3. 

1838. 1851. 1853. 1855. 1856. 1857. 1858. 1861. 1862. 1877. 

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2001. 2003. 2011. 2015. 



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1694. 1698- 1700. 170a. 1715. 1772. 1788. 1790. 1799. 1805. 

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1901. 1919. 1932. 1959. 1089. 1995. 



Budweis. Haiisdorf. 

1. 51. 128. 132. 39.4,. 10,4. 444. 512. 579. 5S5. 

691. 766. 770. 791. 806. 824. 82j>. 829. 832. 840. 

429. 462. 463. 4S2. 493. 494. 513. 561. 595. 845 ' 854 ' 8 ' 62 " 93 °- 90U - '" M - l022 " U ' 31 ' loä4 - 1079 " 

1095. 1193. 1096. 1715. 1790. 1817. 1821. 1823. 1843. 1853. 

655. 694, 704. 751. 757. 786. 8ÖÖ. 820. 82S. 860. li "'- 19S8 ' 19S9 - 199T - 



1. 11. 15. 29. 44. 50. 79. 100. 103. 112 

117. 150. 153. 192. 2is. 239. 271. 290. 302. 40*3 
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610. 015. 018. 622. 625. 627. 643. 646 6 17. 649 



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1007. 1031. 1032. 1067. 1078. 1003. 109S. 1151. 1170. 1279. 

1280. 1287. 1313. 1316. 1317. 1322. 1323. 1525. 1330. 1.545. 

1.347. 1381. 1384. 1429. 1460. 1464. 14 so. 1 öo-_>. 1 .500. 1514. 

1517. 1520. 1521. 1525. 1536. 1537. 1566. 15975 16U5. 16071 



Hermannstadf 

1. 6. 17. 21. 24. 34. 52. 61. 64. 96. 

409. 115. 153. 176. 186. 192. 193. 194. 199. 210. 

224. 259. 261. 270. 285. 2.86. 302. 313. Ö14. 315. 



1014. 1652. 1653. 1669. 1681. 1702. 1715. 1717. 1752. 1757. 317 " 333 " 369 ' 374 ' 3 ? 5i 376 " 39 °" 396 ' 409 ' 436 " 



1738. 1742. 1743. 1744. 1787. 1790. 1799. 1802. 1821. 1822. 



439. 443. 441. 465. 167. 470. 471. 479. 480. 481. 



1853. 1874. 1876. 1882. 1894. 1921. 1929. 1945. 1947. 1050. ^ 493 ' 494 ' 50< *' 5 -° 1 ' 502, 519 ' 535 " 587 "■' 
1972. 1980. 1990. 1994. 1995. 1998. 2001. 2oo;;. 2005. 2015. •" ,4 "' 5 -**> ° 44 ' bib - '"' lü ' bhi ' : '~ oi - i6 ' 2 - 5&1 - '"" 



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874, 887, 895. 902. 905. 976. 1017. 107.3 l"sl. 1032. 991. 1031. 1094. 1112. 1122. 1124. 1125. 1131. 1135. 1140. 

1096. 1101. 1114. 1122. ll.V.i. 1167. 1205. 1260. 1601; 1002. 1141. 1144. 1149. 1150. li:,l. 1 1.7. 1172. 1193. 1195. 1204. 

1613. 16-20. 1627. 1619. 1656. 1657. 1658. 1689. 1710. 1770. 1206. 1227. 1255. 1264. 12SO. 1287. 1295. 1313. 1314. 1517. 



1331. 
1439. 
1613. 
1661. 
1695. 
1790. 
1*53. 
1962. 



815. 
1588. 



Karl F ritsch. 



1340. 1342. 1349. 1370. 1374. 

1442. 1470. 1478. 14S2. 1517. 

1014. 1615. 1619. 1620. 1629. 

1669. 1671. 1675. 1676. 1078. 

1701. 1748. 1755. 1759. 1762. 

1807. 1S10. 1815. 1817. 1819. 

1S56. 1865. 1866. 1881. 1883. 

1963. 1972. 1975. 2004. 2006. 

Hochwald. 

862. 911. 986. 1010. 1193. 
1853. 

Huszth. 
1452. 1882. 1989. 



1377. 1399. 1401. 1409. 

1535. 1545. 1585. 1012. 

1638. 1656. 1657. 1660. 

1680. 1086. 1691. 1094. 

1764. 1769. 1777. 1778. 

1823. 1S25. 1833. 1S44. 

1S90. 189S. 1914. 1951. 



1403. 1499. 1577. 











St. Jakob. 


109. 


128. 


132. 


292. 


346. 395 


590. 


595. 


619. 


608. 


673. 783. 


S29. 


840. 


845. 


854. 


882. 930. 


980. 


983. 


994. 


1017. 


1022. 1030. 


1193. 


1229. 


1380. 


1415. 


1596. 1600 


1696. 


1713. 


1719. 


1790. 


1821 1833 


1988. 


mos. 






Jnslo. 


S43. 








Iglau. 


1. 


30. 


730. 


845. 


S54. 862 


1206. 


1379. 


1403. 


1450. 


1605. 1790 



401. 559. 509. 

791. S23. 824. 

934. 902. 906. 

1034. 1108. 1145. 

1602. 1665. 1691. 

1836. 1853. 1877. 



885. 1067. 1095. 1131. 
1804. 1S79. 18S4. 1S88. 



Innsbruck. 



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254. 
549. 

777. 

844. 

901. 

980. 
1434. 
1599. 
17 32. 
1847. 



22. 

289. 

555. 

783. 

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902. 

982. 
1435. 
1029. 
1738. 

ISIS. 



845. 1H22. 



748. 

839. 

87 2 

950. 
1100. 
1357. 
1624. 
10 70. 
1714. 
1817. 
1901. 



51. 

757. 
840. 

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1170. 
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1678. 
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1959. 



12. 

34S. 

563. 

787. 

847. 

916. 
1022. 
1450. 
1642. 
17.il. 
1850. 



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758. 

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1632. 
16S6. 
1752. 
1853. 
1904. 



48. 

351. 

574. 

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854. 

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1094. 
1525. 
1051. 
1753. 
1852. 



297. 

764 

845. 

891. 
1030. 
1193. 
1432. 
1638. 
1694. 
1757. 
1854. 
1972. 



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353. 
590. 
795. 
862. 
930. 



06. 

300. 
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797. 
871. 
902. 



1119. 1130. 

1555. 1550. 

1052. 1664. 

1759. 1702. 

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892. 894. 

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1445. 1463. 

1653. 1057. 

1702. 1704. 

1706. 1786. 

1S5S. 1859. 

1980. 1989. 

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59. 

394. 

757. 

822, 

881. 

903. 
1193. 
1507. 
1665. 
177:,. 
1964. 



571. 

775. 

859. 

902. 
1122. 
1234. 
1 17s. 
10.V.I. 
1706. 
1790. 
1866. 
201 1. 



74. 

401. 

707. 

S31. 

882. 

905. 
1205. 
1584. 
1071. 
17 7S. 
2001 



138. 

402. 

773. 

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1592. 



1689. 1717. 
17 81. 1783. 
2004. 



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788. 

862. 

925. 
1157. 
1250. 
1601. 1005. 
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1709. 1710. 
1798. 1814. 
1876. 1879. 



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2. 31. 830. 840. 845. S56. 862. 1022. 1193. 1351. 
1383. 1604. 1656. 1669. 1834. 1853. 1888. 1989. 



1. 

854. 

1067. 

1989. 



Kirchdorf. 

2. 30. 232. 395. 783. 7SS. 824. 832. 845. 

862. 871. 880. 930. 994. 1022. 1023 1031. 1044. 

1193. 1605. 1693. 1715. 1724. 1751. 1760. 1707. 1790. 



1583. 


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1692. 


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1721. 


1737. 


1750. 


1757. 


1700. 




1709. 


1776. 


1785. 


1786. 


1821. 


1833. 


1851. 


1854. 


1871. 


1944. 




1972. 


1976. 


1986. 


1989. 


20O1. 


2003. 


2013. 









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290 574. 840. S45. 808. 885. 1022. 1067, 1193. 1607 

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Kronstadt. 

845, 

Laibach. 
483. 845. 1989. 



1. 291. 

809. 824. 

1851. 1997. 



Lemberg, 

403. 559. 573. 574. 587. 590. 74). 788. 
825. 844. S45. 860. 1108. 1193. 1206. 1734. 



Leiitschau. 



30. 75. 239. 840. 845. 854. 1030. 1094. 1120. 1193. 
1464. 1644. 1718. 1854. 1800. 1921. 



1. 
45. 

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1131. 
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1715. 
1821. 
1981. 

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1714. 
1823. 
1989. 



12. 

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1824. 
1990. 



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113. 
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1833. 1853. 
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1855. 



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156. 
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1919. 



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166. 



30. 

85. 
154. 



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38. 

80. 
142. 
173. 



Jährliche Periode der Imeotenfauna von Österreich-Ungarn. 



89 



175. 


17 0. 


179. 


180. 


184. 


185. 


186. 


187. 


188. 


190. 


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1854. 


1855. 


1864. 


1881. 


1885. 


1886. 


1897. 


1903. 


1908 


192. 


194. 


195 


200. 


214 


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280. 


299. 


308. 


1924. 


1025. 


1052. 


1949 


1951 


1953. 


105 1 


1955. 


1957. 


1905. 


325. 


341. 


343. 


357. 


370 


373. 


388. 


393. 


394 


395. 


1972. 


1975. 


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1989. 


1991. 


1995. 


1997. 


1998. 


2001. 


2002 


397. 


398. 


399. 


100. 


402. 


403. 


406. 


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117. 


421. 


2003. 


2010. 


•2011. 


2012. 


2013. 


2021. 










122. 


124. 


425. 


429. 


431. 


456. 


462. 


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1989. 












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1381. 


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1423. 


1424. 


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1551. 


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1651. 


1653. 


1664. 


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1670. 


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1672. 


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1439. 


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1979. 


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1989. 


1990. 


1991. 


1994. 


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2001. 


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326. 

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52S. 
563. 


531. 
564. 


2. 


8S5. 


1450. 












56T. 


56S. 


569. 


574. 


575. 


5S7. 


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5S9. 


590. 


594. 










Eaab. 










596. 


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60T. 


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611. 


615. 


616. 


619. 


620. 


S3. 


S42. 


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851. 


879. 


8S2. 


886. 


902. 


90 |. 


1083. 


623. 


624. 


626. 


628. 


630. 


032. 


633. 


635. 


639. 


641. 


1092. 


1145. 


1207. 


1208. 


1246. 


124T. 


1340. 


1598. 


1620. 


1623 


643. 


646. 


64 T. 


649. 


651. 


652. 


661. 


663. 


670. 


677. 


1628. 


1631. 


1641. 


165 1. 


1 T 1 0. 


1716. 










6T8. 


680. 


681. 


684. 


6S5. 


686. 


687. 


6S9. 


692. 


693. 






















TOI. 


702. 


703. 


705. 


707. 


708. 


709. 


T10. 


711. 


712. 










Rosenau. 










TIS. 


719. 


T20. 


721. 


72S. 


731. 


737. 


T4T. 


748. 


753. 


1. 


10. 


11. 


47. 


53. 


66. 


T5. 


90. 


94. 


96. 


T54. 


756. 


T5T. 


759. 


762. 


765. 


768. 


T69. 


770. 


773. 


106. 


los. 


111. 


12 7. 


135. 


142. 


143. 


152. 


153. 


155. 


TT4. 


776. 


TT7. 


778. 


TSO. 


TS1. 


782. 


TS6. 


787. 


7S8. 


157. 


158. 


166. 


16S. 


1T2. 


181. 


195. 


206. 


20S. 


2 IS. 


7S9. 


792. 


796. 


799. 


800. 


SOI. 


805. 


Sil. 


S14. 


S16. 


229. 


234. 


246. 


265. 


269. 


303. 


SOS. 


310. 


36T. 


374. 


818. 


823. 


S24. 


S25. 


828. 


836. 


840. 


845. 


S54. 


856. 


3S5. 


394. 


413. 


419. 


421. 


430. 


440. 


44T. 


449. 


4 82. 


S60. 


862. 


S65. 


S66. 


S6T. 


8T9. 


902. 


911. 


919. 


924. 


487. 


48S. 


496. 


564. 


5T2. 


580. 


591. 


59T. 


602. 


604. 


925. 


926. 


931. 


933. 


93T. 


93S. 


943. 


945. 


949. 


950. 


617. 


656. 


698. 


731. 


T49. 


T 5 1 . 


T5T. 


T60. 


T62. 


TOT. 


956. 


965. 


973. 


9TT. 


9T8. 


984. 


986. 


990. 


991. 


996. 


770. 


782. 


804. 


817. 


821. 


826. 


835. 


843. 


S45. 


850. 


997. 


1008. 


1014. 


1015. 


1017. 


1021. 


1029. 


1030. 


1031. 


1032. 


858. 


SO 2. 


863. 


864. 


S71. 


S74. 


895. 


906. 


915. 


940. 


1033. 


1034. 


1035. 


103T. 


1040. 


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1044. 


1054. 


1055. 


1067. 


948. 


961. 


963. 


974. 


1022. 


102S. 


1091. 


1095. 


1099. 


1106. 


1OT0. 


107 1. 


1074. 


10T5. 


1076. 


10T9. 


1080. 


1083. 


1086. 


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1118. 


1123. 


1131. 


1142. 


1145. 


114S. 


1164. 


1193. 


1251. 


1261. 


1093. 


1095. 


1101. 


1107. 


1110. 


1116. 


1117. 


1126. 


1127. 


1128. 


1274. 


1281. 


1291. 


1319. 


1363. 


1382. 


1406. 


1418. 


1429. 


1430. 


1129. 


1134. 


1135. 


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1154. 


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1501. 


1513. 


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1586. 


1173. 


1174. 


1177. 


1182. 


1183. 


1188. 


1190. 


1193. 


1194. 


1198. 


1598. 


1601. 


1612. 


1619. 


1630. 


1631. 


1643. 


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1052. 


1656. 


1200. 


1201. 


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1203. 


1206. 


1214. 


1215. 


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1230. 


1659. 


1663. 


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1682. 


1084. 


1685. 


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1099. 


1705. 


1232. 


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1820. 


1261. 


1265. 


1266. 


1268. 


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12T0. 


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1281. 


1824. 


1828. 


1920. 


1922. 


1928. 


1944. 


1958. 


1974. 


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1978. 


1282. 


1283. 


1285. 


1286. 


1287. 


1288. 


12S9. 


1290. 


1291. 


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1989. 


1997. 


199S. 


200 1. 


2010. 












1298. 


1299. 


1300. 


1302. 


1303. 


1305. 


130S. 


1310. 


1311. 


1312. 










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1319. 


1322. 


1327. 


1332. 


1336. 


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1341. 


1347. 


1351. 


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1353. 


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1370. 


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1378. 


1381. 


1386. 


1. 


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11. 


15. 


10. 


IT. 


24. 


2S. 


29. 


30. 


1387. 


1389. 


1392. 


1394. 


1396. 


1398. 


1400. 


1422. 


1426. 


1432. 


35. 


37. 


39. 


43. 


44. 


45. 


46. 


52. 


50. 


62. 


1436. 


1445. 


1446. 


1449. 


1451. 


1453. 


1459. 


1462. 


1464. 


1472. 


64. 


65. 


70. 


72. 


75. 


TT . 


83. 


84. 


S6. 


88. 


1478. 


1480. 


1486. 


1487. 


1488. 


1489. 


1491. 


1492. 


1495. 


1506. 


98. 


100. 


103. 


107. 


108. 


109. 


110. 


123. 


126. 


132. 


1508. 


1511. 


1514. 


1515. 


1516. 


1517. 


1518. 


1519. 


1524. 


1520. 


135. 


136. 


117. 


MS. 


152. 


156. 


161. 


165. 


166. 


167. 


1529. 


1531. 


1533. 


1534. 


1537. 


1538. 


1539. 


1544. 


1546. 


154S. 


169. 


170. 


178. 


ISO. 


189. 


193. 


205. 


216. 


221. 


230. 


1550. 


1551. 


1553. 


1555. 


1556. 


1557. 


1558. 


1559. 


1561. 


1563. 


235. 


238. 


256. 


205. 


270. 


279. 


284. 


287. 


304. 


321. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



91 



;;•>•> 


3-25. 


327. 


370. 


379. 


382. 


385. 


395. 


597. 


398. 


409. 


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429. 


437. 


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402. 


403. 


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119. 


420. 


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157. 


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431. 


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1195. 


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1503. 


1514. 


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1963. 


1964. 


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1795. 


1797. 


1984. 


1980. 


1987. 


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1991. 


1990. 


1997. 


1998. 


2004. 


2000. 


l 798. 


L799. 


1801. 


1802. 


1804. 


1805. 


1807. 


1821. 


1822. 


1823. 


2012. 


2021. 


2025. 
















1824. 


I82G. 


1827. 


1830. 


1832. 


1833. 


1834. 


1838. 


1839. 


1840. 






















1841. 


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1845. 


1840. 


1851. 


1853. 


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1856. 


1860. 


1861. 










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1862. 

1885. 


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1891. 


1866 
1892. 


1867. 
1899. 


186S. 

1907. 


1871. 
1909. 


1874. 
1911. 


1879. 

1917. 


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1206. 


1853. 


[957. 


1962. 


1903. 


1908. 


1972. 


1975. 


1970. 


1977. 


1970. 


19S2. 




















1983. 


1990. 


1991. 


1992. 


1995. 


1997. 


1998. 


1999. 


2002. 


2IKI5. 










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•• 








2004. 


2016. 


















1. 


35. 


45. 


40. 


252. 


235. 


314. 


336. 


55 7. 


101. 










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483. 


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572. 


662. 


728. 


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1480. 


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1551. 


1271. 
1605. 


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1710. 


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1790. 


1522. 
1827. 




















1866. 


1874. 


1885. 


1S8S. 


[893. 


1890. 


1903. 


1911. 


1914. 


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199(1. 


1998. 


2no 1. 
















1. 

83. 

153. 


5. 
112, 
103. 


6. 

120. 
10 1. 


12. 

128. 
105. 


15. 

132. 
166. 


19. 
135 

107. 


28. 
138. 

17". 


29. 
14 5. 
171. 


30. 

14 4. 

17 5. 


70. 
14 5. 
170. 


1. 


845. 


862. 




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180. 

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181. 
209. 


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211. 


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214. 


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235. 


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239. 


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2 7 0. 


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291. 










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319. 


322. 


323. 


325. 


329. 


331. 


336. 


339. 


349. 


359. 


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1151. 


378. 


389. 


390. 


59 1. 


394. 


1<>5. 


105. 


405. 


406. 


407. 


1501. 


1693. 


1854. 

















1 2 



Karl Fr it seil. 











Wien. 










1193. 


1194 


1197. 


1198. 


1200. 


1201. 


1202. 


1205. 


1200. 


1207. 






















1208. 


1209. 


12 12. 


1213. 


1 2 1 1 . 


1215. 


1217. 


1219. 


1221. 


1 2 2 2 . 


1. 


4. 


5. 


13. 


14. 


15. 


10. 


33. 


3.9. 


In. 


1221. 


1226. 


1227. 


1228. 


1253. 


1235. 


1238. 


1239. 


124C 


12 10. 


41. 


56. 


64. 


65. 


67. 


69. 


70. 


72. 


75. 


78. 


1252. 


1253. 


1255. 


1258. 


1262. 


1263. 


120C,. 


1273. 


1274. 


1275. 


81. 


95. 


103. 


10S. 


114. 


116. 


120. 


125. 


127. 


12S. 


1281. 


1283. 


1287. 


1294. 


1295. 


1296. 


1299. 


1304. 


1305. 


1306. 


129. 


134. 


149. 


154. 


155. 


164. 


165. 


107. 


170. 


173. 


1307. 


1314. 


1317. 


1318. 


1319. 


1320. 


1322. 


1323. 


1324. 


1326. 


ISO. 


188. 


191 


194. 


197. 


199. 


201. 


203- 


205. 


206. 


1328. 


1329. 


1331. 


1353. 


1341. 


13 12. 


1343. 


1344. 


1346. 


1347. 


207. 


208. 


211. 


2 12. 


216. 


217. 


2 19. 


220. 


222. 


227. 


1351. 


155:;. 


1355. 


1356. 


1357. 


1359. 


1501. 


1363. 


150,1. 


13,65. 


230. 


232. 


235. 


238. 


239. 


247. 


255. 


259. 


260. 


266. 


1367. 


1370. 


1375. 


1376. 


1380. 


1382. 


1389. 


1394. 


1397. 


1405. 


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273. 


275. 


276. 


278. 


291. 


29 7. 


313. 


314. 


316. 


1406. 


1416. 


1417. 


1420. 


1120. 


1429. 


1432. 


1438. 


1439. 


1440. 


320. 


321. 


334. 


335. 


336. 


344. 


352. 


354. 


350. 


358. 


1111. 


1444. 


1445. 


1456. 


1 159. 


1401. 


1462. 


1463. 


1464. 


1460. 


359. 


361. 


368. 


372. 


373. 


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378. 


380. 


3S4. 


390. 


1467. 


1473. 


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1487. 


1491. 


1491. 


1495. 


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391. 


392. 


395. 


397. 


399. 


402. 


403. 


407. 


4 09. 


415. 


1501. 


1506. 


1507. 


1508. 


1509. 


1510. 


1512. 


1515. 


1517. 


1520. 


418. 


420. 


423. 


424. 


426. 


428. 


429. 


433. 


430. 


438. 


1522. 


1527. 


1528. 


1533. 


1534. 


1538. 


1541. 


1543. 


1547. 


1552. 


441. 


446. 


450. 


451. 


453. 


463. 


407. 


468. 


469. 


470. 


1553. 


1554. 


1555. 


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155S. 


1559. 


1560. 


1561. 


1562. 


471. 


476. 


477. 


478. 


479. 


482. 


484. 


480. 


488. 


498. 


15 1. 


156S. 


1569. 


1570. 


1578. 


1580. 


1581. 


1582. 


1601. 


1602. 


504. 


505. 


511. 


512. 


515. 


519. 


520. 


526. 


528. 


529. 


1005. 


1607. 


1010. 


1611. 


1013. 


1622. 


1623. 


1625. 


1628. 


1629. 


533. 


544. 


550. 


553. 


556. 


559. 


562. 


563. 


564. 


500. 


1633. 


1638. 


1041. 


1649. 


1657. 


1658. 


1660. 


1670. 


1673. 


1675. 


567. 


568. 


571. 


573. 


574. 


575. 


587. 


588. 


589. 


590. 


1077. 


1079. 


1681. 


16S3. 


1684. 


L685. 


1687. 


1689. 


H',9 1. 


1097. 


591. 


593. 


594. 


595. 


596. 


597. 


599. 


002. 


604. 


605. 


169S. 


1702. 


1703. 


1712. 


1713. 


1714. 


1715. 


1718. 


1719. 


1722. 


007. 


609. 


615. 


616. 


617. 


61S. 


621. 


022. 


628. 


631. 


1725. 


1720. 


1739. 


1741. 


1748. 


1751. 


1752. 


1756. 


1757. 


1758 


(139. 


641. 


642. 


647. 


652. 


661. 


605. 


075. 


681. 


682. 


1700. 


17 0,1. 


1763. 


1764. 


1765. 


170.0. 


1767. 


1708. 


1709. 


1770 


683. 


686. 


693. 


706. 


707. 


718. 


721. 


722. 


724. 


725. 


1771. 


1772. 


1773. 


1771. 


1778. 


1779. 


17S0. 


1781. 


1785. 


1785. 


72S. 


730. 


733. 


737. 


7.3S- 


740. 


744. 


7 10. 


747. 


748. 


17S7. 


1788. 


1790. 


1795. 


1794. 


1799. 


1800. 


1802. 


1803. 


1809. 


750. 


753 


75 7. 


75S. 


759. 


704. 


705. 


708. 


770. 


772. 


1811. 


1S13. 


1814. 


1S15. 


1810. 


1817. 


1819. 


1821. 


1823. 


1829 


774. 


7 7.".. 


777. 


7 78. 


779. 


783. 


787. 


788. 


789. 


796. 


1834. 


1837. 


1S4 7. 


1853. 


1S58. 


1S59. 


1S64. 


1866. 


1868. 


1870. 


800. 


801. 


808. 


Sil. 


814. 


818. 


S19. 


823. 


824. 


828. 


1876. 


IS77. 


1879. 


18S0. 


1882. 


1884. 


1885. 


1888. 


1889. 


1893. 


832. 


835. 


836. 


837. 


839. 


S40. 


845. 


847. 


S49. 


851. 


1895. 


L898. 


1899. 


1900. 


1901. 


1907. 


1909. 


1910. 


1911. 


1912. 


852. 


853. 


854. 


859. 


860. 


862. 


865. 


800. 


867. 


872. 


1913. 


1917. 


1919. 


1920. 


1923. 


1925. 


1927. 


1931. 


1936. 


1938. 


875. 


882. 


885. 


890. 


891. 


897. 


900. 


9 11. 


914. 


920. 


1942. 


1948. 


1950. 


1951. 


1952. 


1955. 


1956. 


1957. 


1963. 


1970 


924. 


925. 


926. 


930. 


931. 


935. 


937. 


939. 


945. 


947. 


1971. 


1972. 


1973. 


1976. 


1982. 


1985. 


19S6. 


1989. 


1991. 


1992 


949. 


952. 


953. 


954. 


955. 


957. 


958. 


905. 


973. 


974. 


1993. 


1994. 


1995 


1997. 


1998. 


2001. 


2003. 


2005. 


2006. 


2008 


975. 


981. 


982. 


986. 


990. 


991. 


992. 


993. 


995. 


996. 


2009 


2011. 


2012 


2015 


2017 


2018 


2019. 








997. 


998. 


1000. 


1001. 


1002. 


1008. 


1011. 


1013. 


1027. 


1028. 






















1030. 


1031. 


1033. 


1031. 


1037. 


1040. 


1011. 


1044. 


1062. 


1063. 










Wüten. 










1064. 


1065. 


1067. 


1068. 


1069. 


1071. 


1072. 


1073. 


1074. 


1077. 






















108". 


L0S3. 


1085. 


10S6. 


1087. 


108S. 


1089. 


1093. 


1095. 


1099. 


25. 


20. 


29. 


31. 


574. 


726. 


783. 


822. 


840. 


S 1 5 


1101. 


1103. 


1104. 


1108. 


1110. 


1111. 


1118. 


1120. 


1122. 


1132. 


862 


930 


1095 


1131 


1145 


1751 










1133. 


1135. 


1136. 


1137. 


1138. 


114S. 


11 19. 


1150. 


1153. 


1157. 






















1158. 


1159. 


1161. 


1 163. 


1166. 


1168. 


1169. 


1170. 


1171. 


1175. 










Zvezevo. 










1176. 


1180. 


1181. 


1182. 


1183. 


1181. 


1188. 


1189. 


1190. 


1191. 


289 


100 1 



















B. Jährliche Vertheilung der Käfer. 

Zu den Untersuchungen über die jährliche Vertheilung der Käfer liegen vier Beobachtungs- 
reihe n vor: 

1. Für Prag, wo die Beobachtungen von mir seit Anfang September L849 bis Ende August 1851 an- 
gestellt worden sind; 

2. für Senftenberg von Herrn Emil Konrad von 1863 und 1864; 

3. für Wien, die Jahre 1852 — 1871 einschliesslich umfassend; 

4. für Salzburg von 18<J-4 — 1874, an beiden letzteren Orten ebenfalls von mir angestellt, wobei jedoch 
zu bemerken ist, dass die Beobachtungen in den Jahren 1864—1871 zu Wien nur in den Frühlings-, da- 
gegen in Salzburg, ausgenommen im Herbst 1871, nur in den Sommermonaten angestellt wurden sind, ab- 
gesehen von einigen kleineren Lücken in Wien und der Ausdehnung der Beobachtungen in Salzburg über 
einen Theil des Frühlings oder Herbstes in einem oder dem anderen der genannten Jahre. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 93 

Die Ergebnisse der Beobachtungen von Prag habe ich vor geraumer Zeit bereits veröffentlicht '. Den 
Beobachtungen von Senftenberg und den daraus abgeleiteten unveröffentlicht gebliebenen Ergebnissen liegt 
derselbe Plan wie in Prag zu Grunde. 

Für Wien und Salzburg sind die Frequenzzahlen, durch welche die jährliche Vertheilung ausgedrückt 
ist, einfache mittlere Summen der Erscheinungstage in einem Jahre, indem die Gesammtzahl der ganzen 
Jahresreihe durch die Zahl der Jahre dividirt worden ist, welche für jeden Monat eine besondere ist, da die 
Beobachtungen nicht in allen Jahren auch in allen Monaten angestellt worden sind, wie Eingangs bereits 
erwähnt worden ist. 

Diese Quotienten, welche die später folgenden Register enthalten, sind durch Zehntel- Tage ausgedrückt 
mit Hinweglassuug des Decimalpunktes. 

Für Prag und Senftenberg sind die Frequenzzahlen zwar in anderer Weise abgeleitet und daher nicht 
unmittelbar mit jenen von Wien und Salzburg vergleichbar, auf den Gang der jährlichen Vertheilung hat 
diese Verschiedenheit jedoch keinen Einfluss. 

Die jährliche Vertheilung ist zu entnehmen: 

1. Für die einzelnen Arten, 

l'. ,. ,, ,. Gattungen, 

y. ,. ,. ,. Familien, 

4. .. alle Kater zusammen, und durch fortgesetzte einfache Summirung aller Frequenzzahlen der frü- 
heren Abtheilung' für jede der folgenden erhalten worden. Dasselbe gilt von der jährlichen Frequenzzahl in 
Beziehung auf die monatlichen. 

Soviel dürfte zur Erklärung der Register gentigen, da sich bei der Einsicht derselben ihre Einrichtung 
von selbst ergibt. 

Zwei weitere Tafeln machen die Zahl der Arten jeder Familie für die einzelnen Monate und das Jahr, 
dann der in jedem Monate neu erscheinenden Arten ersichtlich, wobei die Erscheinungen der zweiten Periode 
unberücksichtigt sind, so dass jede Art jährlich nur einmal gezählt ist. 

In Prag sind die Frequenzzahlen nicht für den December und Jänner, in Senftenberg nicht für die vier 
Monate November bis Februar berechnet, für alle Monate des Jahres liegen sie nur von Wien und Salz- 
burg vor. 

Nach den Beobachtungen an allen vier Stationen nehmen die Käfer im Allgemeinen vom Anfang des 
Jahres bis in den Juni (in Wien nur bis Mai) zu, und dann wieder ab. Diese Abnahme setzt sich jedoch nicht 
ohne Unterbrechung an allen vier Orten fort und hält nur in Salzburg an. 

In Prag rindet im Juli eine Depression statt, welche sich in Senftenberg bis August, in Wien sogar Ins 
in den September fortsetzt, worauf ein zweites Maximum der Frequenz eintritt, welches in P. in August, in 
Se. im September und in W. sogar erst im October eintritt, aber in dem Masse, als es später stattfindet, un- 
erheblicher wird. 

Es ist bemerkenswerth , dass dieses zweite Maximum desto zweifelhafter wird, je länger die Beobach- 
tungen fortgesetzt worden sind und je mehr sie sich den letzten Jahren nähern. In Salzburg, wo die Beob- 
achtungen so viele Jahre hindurch nur in den Sommermonaten angestellt werden konnten und vervielfältiget 
worden sind, wie an keiner der anderen Stationen , zeigt sich von dem zweiten Maximum nichts, obgleich 
die Jahreszeit zur Ermittlung desselben sehr günstig war. 

Zur Darstellung der jährlichen Vertheilung der Familien habe ich jene derselben gewählt, welche in 
Wien die grössten jährliehen Frequenzzahlen aufzuweisen haben. 

Die Ergebnisse der hierüber angestellten Untersuchungen sind folgende: 



1 Jännerheft und Novemberheft 1851 der Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. 



94 Karl Fritsch. 

Die Carabides zeigen an allen vier .Stationen zwei Maxima der Frequenz, eines im April oder Mai, das 
andere im August oder September, beide Maxima sind durch ein Minimum im Juli oder August getrennt; an 
den zwei Perioden des Erscheinens kann demnach bei dieser Familie wohl nicht gezweifelt werden. 

Auch bei den Staphyliniden scheinen sie vorzukommen, wenngleich die Monate der Wendungen mehr 
verschieden sind. Das erste Maximum fällt in den .März oder April, das zweite schwankt aber schon zwi- 
schen dem August und October, das Minimum zwischen Juni und August. 

Bei den Silphiden zeigt sich in Wien kein zweites Maximum mehr, wenn auch noch an den drei anderen 
Stationen. Auch fällt das erste Maximum auf die Monate April, Mai oder Juni, das zweite auf August, Sep- 
tember oder October, das Minimum indessen schwankt nur zwischen Juli und August. 

Die Dermestides haben au allen vier Orten nur ein Maximum aufzuweisen, im Mai oder Juni. 

Scarabaeides zeigen zwar durchgehende zwei Maxima, jedoch in sehr verschiedenen Monaten, da das 
erste im März, April oder Juni, das zweite im Juni, September oder October eintritt. Die Epoche des Mini- 
mums ist eben so verschieden, Mai, Juli oder August. 

Die Elateriden haben wieder nur ein Maximum, im Mai oder Juni. 

Ebenso die Telepkorides und Melyrides; bei den letzteren findet das Maximuni jedoch in den Monaten 
Mai bis Juli statt. 

Oedemerides haben an allen vier Stationen übereinstimmend nur ein Maximum im Juni. 

Bei den Curculioniden gibt es wahrscheinlich ebenfalls nur ein Maximum, in den Mai oder Juni fallend. 

Ebenso bei den Ceramhyciden, welches aber in den Juni oder Juli fällt. 

Chrysomelides zeigen in Prag und Senftenberg zwei Maxima, in Wien und Salzburg nur eines, an allen 
vier Orten im Mai oder Juni, das zweite an den beiden ersteren Stationen im August oder September, das 
Minimum im Juli oder August. 

Die Coccinelliden haben an allen vier Orten zwei Maxima, das erste im Mai oder Juni, das zweite im 
August, September oder October, das Minimum aber übereinstimmend im Juli. 

Die Verschiedenheit in den Wendemonaten an den vier Stationen mag wenigstens zum Theile davon 
herrühren, dass die Familien nicht an allen dieselben Gattungen enthalten, oder an jeder andere derselben 
durch ihre Frequeuzzahlen sich geltend machen. 

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Perioden des Vorkommens der Familien mit einem Maximum 
der Frequenz kürzer als jene mit zwei. Erstere betragen bei den oben angeführten Familien in Prag im Mit- 
tel nur 6, Salzburg 6-3 und Wien 7 Monate, während sie bei den anderen Familien 9*7 in Salzburg, 9-!» in 
Prag und 11-.') in Wien erreichen. 

Doch kommen auch in der ersten Gruppe bei manchen Familien lange, in der zweiten kurze Perioden 
vor, so hei den Dermestiden, welche nur ein Maximum haben, in Wien in der Dauer von 10, in Salzburg 
von 8 Monateu, in der zweiten Gruppe hingegen dauert die Periode der Silphides in Wien ebenfalls nur 
8 Monate. 

Zu vergleichenden Beobachtungen der Erscheinungszeiten empfehlen sich vorzugsweise Familien mit 
einem Maximum, weil die erste Erscheinung in eine mehr vorgerückte Jahreszeit fällt und desshalb nicht 
mehr so grossen Störungen in Folge der Bückkehr von Kälte unterliegt. Auch sind sie mit ihrer Lebens- 
weise vorzüglich an Pflanzen gebunden, auf welchen sie leicht bemerkt werden können, zumal sie meist 
gleich anfangs in grösserer Menge auftreten. Ihre erste Erscheinung lallt mit wenigen Ausnahmen erst in 
den April. 

Hieher gehören die Familien Dermestides (diese nur zum Theile"), Elaterides , Telephorides, Melyrides, 
Oedemerides, Cerambycides. Von diesen sind nur wenige Arten der Dermestides und Elaterides auch schon 
in den Wintermonaten zuweilen beobachtet worden (in Wien). 

Solche Erscheinungen gehören vorzugsweise den Familien an, welche zwei Maxima der Frequenz auf- 
weisen, es sind dies: Carabides , Staphylinides , Silphides, Scarabaeides, Curculionides , Chrysomelides und 
Coccinellides. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreick-TJngarn. 'J5 

Von diesen sind nur die Silphides, in Salzburg' die Carabides und ChrysomeMdes in den Wintermonaten 
nicht beobachtet worden. 

Von anderen Familien, gleichviel ob sie in die erste oder zweite Gruppe gehören, sind im Winter vor- 
gekommen: in Prag die Oryptophagides, l'tinides und Pimelüdes, davon nur die Abtheilung der Opatrides, in 
Wien Dytiscides, Gyrinides, Oryptophagides, Clerides, l'tinides, in Salzburg l'tinides und Meloides. 

Dytiscides und Gyrinides leben im Wasser, die übrigen halten sich an oder in Gebäuden, Magazinen 
u. s. w. auf, also unter günstigeren Temperaturverhältnissen als im Freien, wo nur in Salzburg durch kräf- 
tige Insolation des Bodens bei südlicher Exposition Meloides hervorgelockt worden sind. 

Bei den Erscheinungen im Winter musste Senftenberg unberiieksichtiget bleiben, da die Beobachtungen 
erst mit März beginnen und schon mit Oetober enden. 

Zu ähnlichen Untersuchungen wie über die Familien habe ich von den Gattungen jene gewählt, welche 
in Wien die grössten jährlichen Frequenzzahlen in ihrer Familie aufzuweisen haben. 

Kur ein Maximum haben übereinstimmend an allen vier Stationen die Gattungen: Cicindela, Necro- 
phorus, Dermestes, Anthrenus, Byrrhus, Athous, Limonitts, Cantharis, Malachius, Dasytes, Lagria, Mordella, 
Meloe, Oedemera, Strangalia, Pachyta, Gryptocephalus. 

Zwei Maxima an allen vier Stationen hat nur die Gattung Paederus aufzuweisen. 

Bei folgenden Gattungen sind zwei Maxima wenigstens wahrscheinlich, da sie seh an dreien von vier 
Stationen herausstellen: Silpha, Aphodius, Geotrupes , Agriotes, Sitones, Ilaltica, Ckrysomela, Coccinella. 

Dennoch erkennt man, dass das zweite Maximum mit Vorsicht anzunehmen ist. 

Die Epochen der Maxiina der angeführten Gattungen sind die folgenden: Von jenen mit einem Maximum, 
wozu gehören: Cicindela im April, an einer Station Mai ; Necrophorus April bis Juni je nach der Station: 
Dermestes April, Mai; Anthrenus Mai bis Juli; Byrrhus April bis Juni; Athous Mai, Juni; Limonius Mai, 
Juni; Cantharis Mai, Juni; Malachius Mai. Juni; Dasytes Mai bis Juli: Lagria Juli, August; Mordella 
Mai, Juni; Meloe April, Mai; Oedemera Juni; Strangalia Juni, Juli; Pachyta Mai, Juli; Gryptocephalus 
Mai. Juni. 

Das Maximum fällt bei dieser Gruppe vorwiegend in den Mai oder Juni, selten schon in den April oder 
erst in den Juli oder selbst August wie theilweise bei der Gattung Lagria. Die Zeit schwankt bei derselben 
Gattung nach Verschiedenheit der Station von 1 — 3 Monaten. An allen vier Stationen übereinstimmend, fällt 
das Maximum nur bei Cicindela und Oedemera in denselben Monat. 

Das erste Maximum bei den Gattungen der zweiten Gruppe fällt in folgende Monate: Bei Paederus in 
den März, April; Silpha April, Juni; Aphodius März, April; Geotrupes April, Mai und Juli, August; Agriotes 
.Mai bis Juli: Sitones April bis Juni; Ealtica April, Mai; Chrysomela April, Juni; Coccinella April bis Juni, 
fällt demnach bei Paederus und Aphodius schon in den März, bei Geotrupes selbst noch in den August, also 
fast in dieselben Monate wie in der ersten Gruppe. 

Das zweite, wenig sichere Maximum vertheilt sich auf die Monate Juli bis Oetober. 

In den Wintermonaten wurden bei Prag 38 , Wien 35, Salzburg nur 8 Gattungen beobachtet, da die 
Beobachtungen im Winter hier nur wenige Jahre umfassen. P. und W. haben davon 15 gemeinsam: Drau, ins, 
Anchomenus, Amara, Bembidium, Tachyporus, Sunius, Paederus, Aphodius, Geotrupes, Ptinus, Opatrum, 
Omias, Ceutorhynchus, Ilaltica, Coccinella. In P. ist die Zahl der Gattungen desslialb grösser, weil die Käfer 
hier auch noch unter Steinen aufgesucht worden sind. 

In Betreff der Arten berufe ich mich auf die Tabellen selbst. Von Prag und Senftenberg liegen keine 
jährlichen Frequenzzahlen für die Arten vor; sie fehlen auch für die Familien und Gattungen, wesshalb die 
folgenden Untersuchungen sich auf Wien und Salzburg beschränken. 

Nach den jährliehen Frequenzzahlen herrschen in Wien die Familien in folgender Ordnung vor: Chryso- 
melides, Scarabaeides, Curcidionides. Coccinellides, Carabides, Cerambycides, Elaterides, Staphilinides, Der- 
mestides, Telephorides, Melyrides, Sylphides. Hievon betheiligen sich die Chrysomelides mit 18, die Familien 
Dermestides u. s. w. herab nur noch mit zwei Percent an der Totalsumme für sämmtliche Familien. 



96 Karl Fritsch. 

Alle diese Familien, die Dermestides ausgenommen, an deren Stelle die Oedemerides treten, sind auch 
in Salzburg die herrschenden Arten, wenngleich in anderer Reihung; doch nehmen die CArysometides eben- 
falls den ersten Platz ein, mit 20 Percent des Totale, während die Sylphides und Melyrides sich nur mit 
2 Percent betheiligen. Die Oedemerides betragen in Wien, sowie die Dermestides in Salzburg nur ein Percent 
vom Totale. 

Von den Gattungen sind in Wien durch die grössten jährlichen Frequenzzahlen der Reihe nach vertreten : 
Goccinella, Haltica, Aphodius, Cetonia, Harpalus, Gantharis, Gryptocephalus, Chrysumela, Silpha, Malachius, 
Hister, Meloe, wovon Goccinella 5 Percent, die Gattungen von Silpha angefangen nur noch 1 Percent der 
Totalsumme sämmtlicher Gattungen ausmachen. 

Salzburg hat nur noch fünf der oben angeführten Gattungen mit Wien gemeinsam, welche auch der Fre- 
quenz nach oben anstehen: Ghrysomela, Cantharis, Aphodius, Goccinella und Gryptocephalus mit ti — 3 Percent 
herab vom Totale. Dann folgen: Amara, Phyllobius, Silpha, Carabus, l'aederus, Staphilinus, Anoncodes, 
sämmtlieh mit 2 Percent, welche nur in S. herrschend sind. 

Noch grösser wird die Divergenz bei den Arten. Von den zwölf vor den übrigen im ganzen Jahre herr- 
schenden Arten hat Salzburg nur noch zwei mit Wien gemeinsam: Goccinella septem-punctata und Epilachna 
globosa, welche indessen nur mit 1 Percent sich an der Totalsumme aller Arten betheiligen. 

Mit Hilfe der Register ist es leicht, diese Untersuchungen auch auf die einzelnen Monate auszu- 
dehnen. 

Was zuerst die Familien betrifft, so sind im Jänner sowohl in W. als S. die Staphilinides in der 
Überzahl. 

Von den drei Familien, welche in jedem der folgenden Monate in Wien herrschend sind, hat S. mit W. 
gemeinsam: im Februar Coccinellides und Scarabaeides , März Staphilinides und Carabides, April und Mai 
nur Chrysomelides, Juni Chrysomelides und Curculionides , Juli Ghrijsvmeiid.es und Gerambycides , August, 
September und October nur Chrysomelides, im September auch die Coccinellides , im November und Decem- 
ber besteht keine Übereinstimmung in Betreff der herrschenden Familie. 

Es ist bemerkenswerth, dass die Sca?-abaeides von Wien zu S. in den Monaten April, dann Juni bis 
October durch Carabides vertreten sind. 

Weit geringer ist die Übereinstimmung in Betreff der in jedem Monate herrschenden Gattungen. 

Im Februar und April ist die Gattung Aphodius gemeinsam, im Mai Cantharis, dann erst wieder im 
September Ghrysomela und Goccinella, letztere auch im October und November, im Ganzen sind es nur 
7 von oij, welche in W. in den einzelnen Monaten zusammen vorherrschen. 

Von 32 ebenso untersuchten Arten hat S. nur noch 3. mit W. gemein, nämlich Cantharis rustica im Mai, 
Goccinella septem-punctata im October und Adimonia tanaceti im November. Die Faunen divergiren desto 
mehr, je mehr man in das Detail eingeht. 

Dem Register sind für beide Stationen noch je 2 Tabellen angeschlossen, von denen die erste die Anzahl 
der in jedem Monate, sowie im ganzen Jahre vorkommenden Arten, die zweite die Anzahl der in jedem 
Monate erscheinenden neuen Arten für jede Familie ersichtlich macht. 

An beiden Orten vermehren sich die Arten überhaupt, sowie die neuen Arten rasch vom Anfang des 
Jahres bis in den Mai und nehmen dann langsamer bis gegen Ende des Jahres wieder ab. Ein zweites .Maxi- 
mum zeigt sich nicht, ist jedoch bei einzelnen Familien, wenn auch in der Regel nur schwach angedeutet. 

In Betreff der angeschlossenen graphischen Darstellungen ist zu bemerken, dass die Freqnenzzahlen der 
Tabellen nicht wie bei den vorstehenden Untersuchungen unmittelbar als Mass der Ordinaten benützt, son- 
dern zu je dreien in ein Mittel vereint worden sind, um den Curven einen regelmässigen Verlauf zu geben, 
also December, Jänner, Februar für Jänner , Jänner, Februar, März für Februar u. s. w. Um die Zahlen für 
alle vier Stationen vergleichbar zu machen, sind die Ergebnisse auf Tat. VII — IX noch in Percenten der 
Jahre-ssumme dargestellt. 



Jährliche Periode der Tnsectenfauna von Österreich-Ungarn. 



97 



Frequenz der Arten. 
Wien. 



Familie 



Gattung und Art 



i Jänn. Febr. März April 



Mai i Juni Juli Aug. 



Sept. Oct. Nov. Dec. 



Jahr 



r ,. . , ( Oiemdela campestris 
Cicinde- ) , r .. 

... / „ siilratica 

hdes ii " , • , 

(I v sylmcola 



Blethisa multipunetata . 
Notiophilus aquaticus 
„ palustris 

n semipunctatus 

Procrustes coriaceus . . 
Carabus Ullrichii . . . • 

„ granulatas . . 

„ intricatus . . 

„ purpurasrens 

„ Scheid!eri . . 

„ Preissleri . . 
Calosoina Inquisitor . . 
Oymindis humeralis . . 
Dromius glabratus 

„ qnaärimacidafus 

Metailetus pallipes . . 

„ punctatelhis 

Lebia chlorocephdla . 
n crux minor . , 
Brachinus crepitans . 
„ explodens 

Dysehirius politus 

„ Bonellii . 

Oallistus lunatus . . 
Cklaenius Sckrankii . 
TÄcinus cassideus . . 
Oalathus cisteloides . 

„ fuh-ipes . . 

„ melanocep7ialU' 

n fuscus . . . 
Anchomenus angusticoll 
„ prasinus 

„ modestus 

„ versutus 

„ parumpunctat 

Poecilus p und ulatus 

„ dimidia us 

„ cvpreus . 

„ lepidus 
Feronia metallica . 

„ u/ictirfata . 

„ carinata . 

„ striola . . 

., anthracina 

., terricola . 

., elata . . 

„ st.enua 
Zrtbrus giblus . . 
Amara ingenua . . 

„ munieipalis 

„ tricuspidata 

., plebeja . . 

„ simila/a . . 

„ obsoleta . . 

., acuminata . 

„ trivialis . . 

„ communis . 

,, familiaris . 
apricaria 

„ consularis . 

„ auliea . . 



12 


4 




1 


1 








3 


1 

1 


2 


1 


1 


1 






1 








5 


6 






1 


2 

2 






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2 


2 




1 


1 
1 






2 


3 






1 


1 






1 


1 








1 


1 




3 


5 


1 




1 


2 

1 
1 

1 
4 

1 


1 

1 
1 




1 


1 
3 






1 


1 
1 


1 




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2 








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1 


1 
1 




4 


2 


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2 


1 




1 








1 


1 
1 






1 
• 


1 






1 


2 


2 


1 


1 


1 


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1 


1 






1 


1 




1 


2 


•2 


1 




2 


1 


1 




1 


1 








1 


1 




1 


; 







1 
1 



19 

1 
9 



1 

3 

4 
13 

1 



6 
5 

1 
1 
7 
I 
4 
2 
2 
4 
10 
i 
1 
1 
2 
1 
4 
3 
1 
l 
3 
3 



4 
1 
6 
3 



Denkschriften der mathem.-naturw Cl. XXXVII. Ud. 



13 



98 



Karl Fr itsch. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. März 



April 



Mai 



Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. 



Oct. Nov. Dee. 



Jahr 



r3 

3 



I 






Gyriuide.s 






o 
'S 

a 



llarpalus azurens . . . 
„ complanatus . 
„ ruficornis . . 
griseu^ . . . 
„ aeneus . . . 

„ rubripi s 

„ semiviolact u s 
„ distinguendm 

„ hottentotta ■ . 
„ discoideus . . 
„ la/us .... 

„ luteicornis 

„ picipennis . . 
„ tardus . . . 

„ serripes . . . 

„ anxms . . . 
Acupalpus meridieinus . 
Bradijcellus similis . ■ 
Treckus palpalis . . . 
„ austriacus . . 
Epaphius secalis . . 

Bembidium Schüppeli ■ 
„ guadrimaculat 

„ eelox . . . 

n pygmaeum 

„ decorum . . 

r quadriguttatUi 

r ustulatum . 

„ biguttatum . 

Hyphydrus ovatus ■ . . 
Hydroporus geminus . . 
„ unittrialus 

„ 2>ahi?tris 

„ nigriia • 

Colymbetes fuscus . . . 
„ /listr-in/its 

„ adsper/ns 

n consputus 

Agabus bipustulatus . . 
Dytiscus marginalis . . 
Acilius sulcatus . . . 
Hydaticus transversalis 

Gyrinus mergus .... 

Hydrophilus piceua . . 
Ilydrous caroboides . . 
Hydrobius fusczpes . . 
Helophorus nubilus . . 

„ grandis . ■. 

n granulai'h . 

Sphaeridium searabaeoide 
B bipusiulalum 

Cercyon plagiatum . . 

Falagria sulcata . ■ . 

„ nigra' . 
Myrmedonia canalioulafa 
Homalota orpka/na . . 
i ',// dera > ubicunda . . 
Ali oc iura nitida . . ■ 
,, m'grfpes . . 

„ rufipennii 

„ bisignata . . 

„ moerens 

Tackyporus saginaius 
„ tcitulus . 

„ iransvt 

n hypnorum . 

brunneus 



11 
2 



1 


4 


1 


l 


o 




1 


1 


. 


1 


5 


1 


1 




3 


1 




1 


3 


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1 


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1 


1 


1 


2 


1 


o 




1 


1 




1 


1 


4 






1 


1 






1 


1 


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1 




1 


1 




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2 


o 


1 


4 


• 



18 

1 
7 
1 
3 
3 
2 

IS 

13 
1 
1 


7 
6 
■t 
4 
1 
1 
1 
1 
1 



1 

'.) 

18 

17 

1 

31 

6 

4 
1 

1 
1 

8 
in 



Jährliche Periode der Jnsectenfauna von Österreich- Ungarn. 



99 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. März April 



Mai 



Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. Oct. Nov. Dec. 



Jahr 



Scydmae- 
nides 



Tachinvs rußpes . . . 
„ ßmetarius . . 

Boletobius lunatus . . 
Xantholinus rußpennis . 
„ pwnctulatus 

„ linearis . . 

Leptacinus baiychrus 
Staphylinus Itirlus . . . 
J7 pubescens 

„ nebulosus . 

„ murinus . . 

„ chalcocephalu. 

„ caesar cus . 

Ocypus falcifer .... 

„ ater 

„ similis .... 
„ briinnipes . . . 
17 fulripennis . . 
Phüonthus cribratus . . 
., intermedius 

„ bimaculatrts 

„ atrains . . 

„ carbonarius 

n sordidus . 

„ aeneus . . 

„ alb/pes 

„ fimetariua 

n discoideus 

n fumigaius 

„ rnicans . . 

„ aterrimus 

Quedius fulgidua . . 
Lathrobium fulvipen ne 
Lithocharis fmcula . 

„ melanocephala 

. obsoleta . 

Scopaeus pumilus . . 
Stüicus orbiculatus 
Sunius ßliformis . . 

„ angustatus 
Paederus ruficollis 
„ littoralis 

„ longipennis 

Dianous coerulescens 
Sterins biguttatus . . 
„ bipuucta/us 
„ Juno .... 
„ ruralis . . . 
„ unieolor . . . 
Platystethus morsitans 
„ eormUus 

Oxytelus piceus . . . 
„ sculptus . . 
B inustus . . 
., niiidulus . . 
„ compla/nalus 
„ depressus 
( 'oprophilus s/rialvlus 
Deleaster dichrous 
Deliphrium angustatum 
Omalium rirulare . . 
„ ßorale . . 

' Anthobiwm Sorbi . . 

Scydmaenus tarsatus . 

Cholera cisteloides 
„ chrysomelides 
„ nigricans . . 
n sericea . . . 



4 
3 
1 

6 
1 
1 
13 
1 
1 
1 
I 
1 
2 
3 
1 
5 
2 

1 

1 
1 
1 
1 
1 
1 
-2 

•2 

l 
1 
1 
1 
1 
1 
16 
1 
1 
1 
1 
3 
1 
1 



13* 



100 



Karl Fritscli. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. 



Febr. 



März 



April 



Mai 



Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. Oct. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



03 



s 

'S 



Agyrtes castaneus . . 
Sil p ha thoracica . . 
„ guadripunctala 

n rugosa . . . 

„ sinuata . . . 

„ carinata . . . 
rctiimlata . . 

n ohscura . . . 

„ nigrita . . . 

„ atrata .... 
Necrophorus germanicus 
„ mortvoram 

„ vespillo 

_ vestigiator 

Hisler quadrinotatus 

„ quadriinaculatus 

n uncinatus . . 

„ vnicolur . . . 

„ inaequalis . . 

„ modestus . . 

_ distinctus . . 

„ cadaeerinus 

„ inerdarhis . . 

,. purpurascens . 

„ stercorarius . 

,, sinuatns . . . 

„ carboiiarias 

„ cervinus . . . 

„ duodecimstrialu 
Saprinus ni/idulns . . 
n virescens 

Pkalacrus corruseus . 
„ gro$8US . . 

Olibrus aeneus . . 

„ bicolor . . . 

n liquidus . . . 



I 1 



Cercits Sambuci . . . 
Brachypierus Vrticae 
n gravidus 

Epuraea bisignata 
„ immunda 
Soronia grisea . . . 
Omosita colon . . . 

„ rf/.y </''- -' . 
Meligethes aeneui . ■ 

r viduatus 

Pellis ferruginea . ■ 



Colydiides 



Ditoiuf crenatct 






Lathri- 

diides ) 



Lycius bicolor . . 
Cryptophagus crenulalus 
„ fiimalus 

acvtangulus 
Atomaria fimetarii 

„ mes, m las ? 

„ ba sah's . . 

Tritt nn bipttsfulata . 

Lathridius t> aasvt r <<- 
Corticaria pubescens . 



Byturtis fumatus . 
„ tomentoms 
IIa mesies lardarius 

„ mun'itiis 

., laniarius 



1 

9 

II 



3 

4 
1 
6 
4 
5 
17 
16 
4 
3 
5 
1 
9 
4 



13 
■1 



1 

1 
1 

15 
1 
4 
4 
1 

4 

l 



1 
IC 
20 

1 



1 
1 
1 
1 
I 
1 
1 
1 

1 
1 

8 
1 
6 

19 

In 



Jahrliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungar». 



101 



Familie 



Gattung und Art 



Jünn 



Febr. 



März 



April Mai 



Juni Juli 



Aug. 



.Sept. 



Ocr. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



( Throscides 






Lucanides 



I \ 



Dermestes Frischii 
„ undulatus 
„ atonxarhia . 

Attagenus pe/lio . . 
„ megatoma . 

Anthrenus Scrophularia 
„ museorum 

„ claviger 

Tri.vacus dermestoides 

Byrrhus Inniger . . 

„ faseiatits . . 

„ dorsalis 

., pilula . . . 

'" murinus . . 
IMCorychus nitens 

Lucanus cervus . . . 
Dorcus parallelepipedus 
Platycerus caraboides , 

Copris In, iuris . . . 
Onthophagus Schreberi 
„ camelus 

r taurus . 

„ ovatits . 

„ coenohita 

,. anstriacus 

„ fracticornis 

„ vacca 

„ nuehicorni 

Oniticellus ßavipes 
Aphodius erraticus 

Bubterraneus 

fossor . . . 

fuetens . . 

fimetarius . 

granarius . 

sordidus 

lugens . . 

lieidus . . 

melanostirticn 

„ inquinatus . 

„ pictus . . . 

„ arenarius . 

n ru-ßpes . . 

„ luridus . . 

lihyssetnus asper . . 

Psammodius caesus . 

Geotrupes vernabis 

„ sterco.arius 

„ sylvaticus . 
Trox hispidvs . . . 
Soplia squamosa . . 
gram-inicola . 
Homaloplia ruricola . 
Sen'ca holosericea . . 
Rhizotrogus aestitui . 

„ nequinoetia) 

„ n ■ limilis . 

,, tolstitiali 

L'olyphylla fiillo 
Melulontha vulgaris 
Anisoplia frut'Cola 
., agricola . 
„ bromicola 
aus/ria -a 
ndjecta . 
., lata . . 



n 



23 



10 

2 
2 

1 

3 
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1 

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17 
1 
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17 
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4 

14 

l 

14 
'6 
2 

3 
11 

1 



10-2 



Karl Fr itsch. 



Familie 



Gattung- und Art 



Jänn. 



Febr 



März 



April 



Mai Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. Oct. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



S3 

■8 






W 



Pliyllopertha liorlicola . 
Anomala Frischii . . . 
Ovyctes nasicornis . . . 
o.rijtltyrea stictica . . . 
Epicornetis hirtella . . 
Cetonia viridis .... 

„ aurata . . . . 

„ marniorata . . 

„ aenea .... 

„ metallica . . . 
Gnorimus nohilis . . . 
Yalgus hemipterus 

Acmaeodera taeniaia 
Capaodis teriebrioiüs . . 
Dicerca heroliensis . . 
Aneylocheira ruslica 
C'/talcophora Mariana . 
Cratomerus cyanicornis 
intliaxia nitidala . . . 

„ nitida . . . . 

„ Salicis . . . 

„ quadri punctata 

„ sepuleralis . . 
C'oraebus elatus .... 
Agrilus /.-iridis . - . . 
Trachys minuta . . . . 

Drapetes equestris . . 
Cratonychus rußpes . . 
„ niger . . . 

.. brunnipes 

Lacon murinus .... 
Atfious hirtus .... 
„ alpinus .... 
„ iongicollis . . . 
„ haemorrhoidoJis 
„ vittatus .... 
„ biformis .... 
Limonius cylindius . . 
„ minutut . . . 
„ parvuh'S . . 

L'ardiophorus di sei coli is 
„ rußpes . . 

„ vestigialis 

„ test accus . 

„ Equiseti . 

Ampedus elegantulus 

„ s-rofa . . . . 

Cryptohypnus elortgatui 

_ pulchellus 

Drasterius bimaculatus . 

Gorymbites haemalodes . 

„ cupreus . . 

., aerttginosus 

„ pectinicornis 

„ tessel/i/iis 

Diacanthus aeneihs 

„ holosericeus 

„ ?'</»« . . 

„ milo . . 

Pristilop/ttts insitivus 
Agriotes obscicrus . . 

„ graminicola . 

„ pilosus . . . 

„ spu/ator . . 

n ßavicornis 

„ blandus . . 

Sericosomus Hbialis . 

„ brunneus 

Adrastus lateralis . . 



9 


7 
4 
G 
S 

12 



1 
5 
1 
1 
15 
1 
1 
1 



10 



13 
2 
3 



13 
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1 
29 
20 

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40 

6 

17 

30 

2 

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1 
1 

1 
1 

1 
1 
7 
2 

1 
C 
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1 
3 

14 
3 

11 
3 
1 
5 

10 
1 
1 

19 
1 
1 
1 
1 
2 

3 

5 

1 
1 
1 
1 
4 
1 
1 
1 
1 
1 
G 
f> 
1 
1 
1 
2 

11 
6 

16 
4 
4 
2 

1 
3 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ung 



am. 



103 



Familie 



Gattung und Art 



Atopides 

Cyphoni- 

des 



2 






Anobiides 






Helopidi s 



Dascillas cereinus . . 
Cyphon variabilis . . . 

Lygistopterus sanguineus 

Lampyris noclilaca . 

„ splendidula 

Cantharis obscura . . 

„ cpaca . . 

n f" sca ■ ■ 

„ rustira . . 

„ Hepar . • 

„ nigricans . 

„ clypeata 

„ livida . . 

rufa . . . 

Bagonycha melcnvtra 

Malthodes pultcarias 

Malachius i'ubricollis 
„ marginellus 
„ pulicarius 

„ bipustu/atus 

„ aeneu-i . . 
„ sculellaris 

n rubidus 

„ viridis . . 

„ elegans . . 

„ geniculatus 
„ spinipennis 

A nthocomus sanguinolentus 

„ equestris 

Ebaeus appendicu latus 
Troglops albicans . . 
Dasytes coeruleas . . 
„ niger . . ■ 
„ obscurus . . 
n fusculus . . 
„ Jlavipes . . 
Enicopus hirtus . . . 
Cosmiocomns pallipes 
Dolichosorna linearis 



Clerus formicarius 
Opilus *\>. ? . . . 
Trichodes apiarius 
Corynetes rußcornis 
„ violaceus 

lledobia regalte . . 

l'tinus nitidus . . 

„ für .... 

„ latro . . . 
n tcstaceus 

Anobium pertinax . 

„ mo/le . . 

Apate eapucina . . 

Blaps fatidica . . 
„ cbtusa . . . 
Pedinus femol alte . 
Opatrum sabulosum 
„ viennense 
Microzoum tibiale . 
Crypticus glaber 

Uclops lanipes . . 
„ caraboides . 
„ quisquillius 



Jänn. Febr. März April 



Mai 



13 

I 



3 

6 

4 

17 

11 

3 

11 

2 

1 



1 
15 

1 



13 
3 
1 

1 
1 



Juni 



1 




l 




l 






l 




1 




1 


1 




1 


1 


o 




2 


1 


1 




-1 


5 



Juli Aug. Sept. Oct. Nov. 



Dec. 



Jahr 



l 
l 
7 
7 
5 

21 

17 
3 

12 
5 
1 

12 
1 

1 
1 
2 
1 

•21 
1 
2 
1 

10 
9 



II 
1 



S 

1 

13 

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1 
1 

3 

1 

1 
1 
1 

1 
1 
6 

33 
9 
1 

17 



104 



Kar l F 7- itsch. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. 



Febr. 



März April Mai 



Juni Juli 



Ang, 



Sept. Oct. Nov. Dec. 



Jahr 



Cistela fulvipes 



ü 



\\° 



SIegischia nigrita . . 

L'teniopus sulpltureus 

Omophlus lepturoides 

„ picipes . . 

Melandryi- 1 L, , , , ., 

j < Melaridrya caroboides 

Lagrüdes { Lagria hirla .... 



Pyrochroi - 
des 






c 

< 



•s 
o 



'S 



Salpin- 
arides 



» 



Pyrochroa coccinea 

„ pectinicornis 

„ rubeus . . 

Nothoxus monoceros . 

„ cornutus 

Anthicus hispidus . . 

„ humilis . . 

„ floralis . . 

„ bifascialus . 

Mordella faseiata . . 

„ biguttata 

„ aculea/a . . 

„ pumila . . 

„ brunnea . . 

Anapsis ruficollis . . 

„ frontalis . . 

„ rufilabris . . 

„ /atrt .... 

Meloe proscaraiaeus . 

„ violaceus . . 

„ uralensis . . 

n vdriegatus . . 

„ rugosus . . . 

„ scabriusculus . 

„ brericoUis . . 
Mylabris Fueslini . , 
iyi7« vesicaturia . . 

„ syriaca .... 
Epicauta dubia . . . 
Zonitis mutica . . . 



. Asclera sanguinicollis 
„ eoerulea . . 

Oedemera podagrariae 
n ßavescens . 
„ marginata . 
„ ßavipes . . 
„ rirescens . 

„ ? Krida . . 

Anoncodes adusta . . 
„ rtißventris 

„ azurea . , 

„ fuh-ieollis 

„ riridipes . 

Chrysanthia viridissima 

Myoterus curculionoides 



1 Bruchus Kariegatus 

\ ., c;'s/i' . . . 

„ nigripes . 

,, flavimanua 
„ pubescens 
„ villosus . 
Platyrhinua latiroslris 



< 



11 
1 



15 

1 



1 
2 
1 

12 
1 

1 

3 

1 





1 






3 

• 


■ 


6 

• 

1 


1 


l 




1 


' 



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1 
4 
3 
23 
2 



15 

1 
1 
o 

4 
1 
3 
1 
3 



28 
3 



3 
1 

9 
10 
10 



1 

15 

3 



1 
20 

L 
1 
1 
11 
1 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



105 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. 



März April Mai 



Juni i Juli Aug. 



Sept. Oct. 



Nov. Dec. 



Jahr 



' 



Apoderus Coryli .... 

Rhynahites coeruleocephalus 

„ aeguatus . 

., plant 'i 

„ auratus 

nanu» 
., Populi 

„ hetuleti 

., interpunclatt 

„ aeneovirens 

„ megacephalu 

Apion pomonae . . . 

„ aeneuni . . . 

„ pulchellum . . 

„ Onopordi . . 

., eurfiros/re . . 

„ miniatum 

„ Kiciae . ■ . 

„ flavipes . . 

„ Fagi . . . 

„ elegantulum 

T uali'dum . . 

., miiiii'lH'ii 



Sorbi .... 
Brackycerus murieatus 
Psalidium maxillosum 
Strophosomus /alter . 
Sciaphilus murieatus ■ 

!:"<"/,(" S >.,'■"'}(,:/ . . 

Tanymecus palliatus . 

Sitones diseoid* us , . 

,, humeralis . . 

„ i.-7 punetatus . 

„ lineatus . . . 

„ sulcifrons . . 

hispidulus . . 

., bresicollis . . 

,, lineelhis . . . 

Chlorophanus salieieola 

viridis . 

., pollinosus 

Polydrnsus undatus . 

„ micans 

„ sericeus . 

Metallitt s marginatus 

n ,,/,.!,/./ r.iis . 

Phyllobius oblongus . 
., argentalus 

Pyri . ■ 
„ Pomonae . 

., uniform is 

i ',' onus sulcir utris . 
„ obliquus . 
roridus . ■ . 
marmoratus 
alternans , . 
„ ophthalmicus 

cinereus 
„ albidus . . . 
Alophus triguttatus 
Tropiphorus M- '•curiai 
Miniops variolosus 
Lepyrus colon . . 

„ binoialus . . 

Xlylobius pineli . . . 

,, Abielis . . 

Molt/tes glabratus . . 

r ., mus punetatus 



12 



3 
3 

1 
11 
1 
1 
3 
6 



6 
1 
9 
3 
1 
5 
1 
3 
2 

1 
1 

16 
9 
9 
7 
1 

13 
5 
1 
6 
2 

4 
9 
3 
5 

1 
5 
5 
2 

1 
3 



Denkschriften der mathem. -naturw Cl. XXXVII. Dd. 



14 



10G 



Karl Fr lisch. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. März April 



Mai Juni Juli Aug. Sept. Oet. Nov. Dec. 



Jahr 



o 



Phytonomu s Polygom 

„ .." ./ iciosui 

„ plagiatus 

Limobius dissimilis . . 
Omias rotundatus . . . 
Otiorhynchu s masti c . . 

„ geniculalus 

„ lai r i 'latus 

„ carinthiacus 

„ ebeniu s 

.* niosus 

„ gemmatus 

n orbicularis 

„ raweMS . 

„ umrio . 

„ ovalus . 

/.' M(S /tirlntiis . . . 
„ _4s?an« . . . 
„ Myagri . . . 
„ bicolor . . . 
Larinus obtusus . . 
„ senilis . . . 
„ Jaceae . . . 
Pissodes notatus . . 
Magdalinus frontalis 
» styghu ■ 

Dorytomus acridulus 
„ bimaculalus 

„ voraus . . 

„ rnacropus 

„ Tremulae 

„ majalts 

Ellesms scanicus . . 
XAgnyodes enueleator 
Anthonomvs Subi . . 
„ ater . . 

JBalaninus Elephas 
n crux . . 

„ Brassicae 

Tychius tomentosus 
Sibynes eanus . . . 
Anoplus plantaris . . 
Orchestes Fayi . . . 
„ pratensis 

„ Populi . . 

Baridius T. alburn 
„ scolopaeaeus 
„ Artemisiae . 
„ chloris . . 
„ coerulescens 
„ Abrotani . . 

Coeliodes rubicundus 
„ didymits 

„ fuliginosus 

Geranii . . 
Centorhynchus cyanipennis 
„ chalybaeus 

„ Cochlea riae 

„ pulvinatus . 

„ floralis . . 

„ crucifer 

„ .-! sperifoliarum 

abbreviatvs 
„ sulcicolli 

Rhinoncus pcricarpti 
Cionus Scrofulariae 
n Verbasii . . 
„ Olivieri . . 
„ Thapstis . . 



1 



•2 1 



1 
1 
1 
1 
1 
i 
3 
4 
1 
5 
1 
1 
2 


1 
9 
9 
1 
5 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 

1 

1 
10 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- JJngc 



im. 



107 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. März April Mai Juni 




Jahr 



~ 









ü 



j \ 



Cionus hortulanus , . . 

„ pulahellus . . . 

C'leopus graminis . . . 

„ '.-.'„( im,, ulae . . 

Gymnetr u cylindrirostris 

„ Linariae . . 

., teter . . . 

„ spilotus . . 

Sphenophorus abbreuiatus 
Sitophilus granarius . . 



Ilylastcs angustatus . 

Bylurgus ligni} erda . 

Hylestnus Fraa ini , . 

„ villatus . . 
Polygraphua / üb 
Scolytus deslructor 

„ multistriatus 



I \ 



Sphondylis bupreatoides 
Uammaticht o 

„ 
. I rotnia moschata . . 
us luridus . 
Hylotrupes bajulus 

lium sanguinevm 
NoIhorMn i muricata 
■ detritus . . . 
„ mystieus . . . 
., arvicola . . . 
„ arietis . . . 
„ floralh . . . 
„ ornatus . . . 
.. ... 

, t( C((8 ufoiS . . 

Molorchus m — r . . 
Astynomus aed/'lis . . 

» ' ' s • • 

nocheru i y - osus 
'lamus sartor . 
,. sutor 

//• aadion norio . . 
„ fulvum 

n "" s ■ ■ 

Saperda i . . 

Teirops prat u rta . . 
Oberea oeulata . . , 
Phyto ecia \ hy oium . 
„ affinis . . 

„ punctum 

lineola . . 
„ rufimana . 
n virescens 

n uncinata 

„ molybdaena 
Agapanthia violaeea . 
n angusticollii 

n'uni bifasciatum 
mordax , . 
„ Inquisitor . 

! us meridianus . 

., quadrimaculatu 
Pachyta oetomaaulata 
a sexmaculata 
„ virginea. 
,, aollaris . . 
Strangalia septempunctata 
„ iii'ira 

„ "' '' • • 

armata 



1 






1 




■2 


2 


2 




3 




1 




2 


1 




•i 




1 





1 

2 
3 
3 
3 
5 
1 
1 
1 
1 
1 
1 

16 
7 

17 
1 
5 
3 
•_> 

1 

1 
1 
7 
4 
1 
ö 
1 
9 

1 
1 
2 
3 
1 
G 
5 
1 
11 
3 
o 

2 

4 



14* 



108 



Karl Fr itsch. 



Familie 



Gattung- und Art 



.länu. Febr. März 



April Mai 



Juni Juli 



Aus. 



Sept. 



Oet. , Nov. 



Dec. 



Jahr 



I 

ü 



ja 



' Strangalia attenuata . . . 

„ melanura . . 

„ bifasciata . . 

Leplura virens ..... 

„ rubrotestacea . . 

„ cincta 

„ sanguinolenta . . 

Grammopiera maculicornis 

„ Heida . . . 

n laei-is . . . 

„ rufipes . . . 

ruficomis 



Donacia discolor .... 
„ linearis .... 

„ Menyanthidis . . 

Lema cyanella 

„ melanopa . 

C'rioceris merdigera . . . 

„ bnmnea .... 

„ daodecimpunctata 

„ Asparagi . . . 

Labidostomis pilicollis . . 

„ cyanicomis 

„ lortgimana . 

,, luctda . . . 

„ axillaris . . 

Lachnaea longipes . . . 

Clythra laeviuscula . . . 

„ cjuadri punctata 
Gynandrophtalma concolor 
„ cyanea 

,. aurita . 

„ affinis . 

r xanthaspi 

Cheilotoma bucepkala . . 
Coptocephala guadrimaculata 
„ scopolina . . 

Eumolpus Yitis 

Chrysoehus pretiosus . . . 

Pachnephurus arenarius . 

„ villosus . . 

Cryptocephalus coloralus . 

„ Coryli . . 

„ cordiger . 

,. interruptus 

sexpunctatus 
„ violaceiiiS . 

„ sericeus 

Jhiripes 
,. iiitens . . 

„ Iläbneri . 

,. Moraei 

„ geminus . 

„ bipunctat'is 

„ mimttvs . 

Disopus Abietis 

Pachybrachis bisignatns 

„ jimbriolatus . 

„ hieroglyphicus 

„ kistrio . . 

Timarcha tenebricosa 
Chrysomela limbata . . 
„ sanguinolenta 

„ fasieata . . 

„ polita . . . 

staphylea 
n graminis . . 

r menthastri . 

„ rio/acea . . 



1 




• 


4 


■1 


1 


3 




2 


6 


2 




Q 


1 




3 








4 


1 


1 


1 


3 




8 


4 




2 


1 




1 




1 







1 


4 


1 






1 


5 


1 


o 


3 




1 



3 

10 

10 

1 

6 



4 
•21 
14 
4 
3 
8 
1 



20 
G 
1 
4 
2 

8 
C 
1 
4 
3 
2 

1 
1 
1 



1 
1 
9 

19 
S 
3 
3 
5 
5 

12 
3 
o 

1 
1 
5 
1 

10 
ä 

19 
9 
2 

1 
4 
6 

1 



Jährliche Periode der Insecienfauna von Österreich-Ungarn. 



109 



Familie 



Gattung und Art 



g 
o 

m 

>> 

.3 



C/trysomela haemopter 
„ cerealis . 

„ Megerlei . 

„ analis . . 

„ Schach 

n geminata 

„ luctu >sa . 

„ speciosissima 

Lina Populi .... 
„ Tremulae . . . 
„ aeu.'fl .... 
„ cuprea .... 
Entomoscelis Adonidis 
Gonioctona sexpunctata 

„ riiwnalis 

Gastrophys i Polygoni 
I'lagiodera A rmoraciae 
Phaedon orbt'cularis . 
„ pyritosus . . 

Phratora I i7 llinae . 
< 'olaphus Sophiae . . 
_[•! 11,1 nui" ru8tica . . 
„ florentina . 
„ Tanaceti . 

„ haematidea 
„ rapreae . ■ 

Galeruca Yiburni . . 
„ xanthomelaena 
„ lineola 

Agelastica Alni . . 
Pyllobroticii quadrimaculata 
Lnperus raßpes . . . 
„ ßavipes . . 
Haltica Mercurialis . 
„ nleracea . . 
„ impressa . . 
„ ferruginea 
„ ITeixinis . . 
„ nititula . . 
„ rufipes . . . 
„ Ä«4/ . . . 
„ fuscicornis . 
„ procera . . 
„ Lepidii . . . 
n anteanata 
„ a/ra .... 
„ Armoraciae . 
„ Ci/parissiae . 
„ nemortnn . . 
„ vittula . . . 
„ flecuosa . . 
Longita fsu s labialis . 
„ I'erJasc/" 

„ l'iridus . 

„ alricapilhis 

„ Echii . . 

„ .1 nohusae 

PsyUiods Dulcamarae 
„ Hyoscyami 

„ fuscicornis 

„ Napi . , . 

Plectroscelis coticinna 
„ aridella 

„ aridula . 

A rgopua hemisphaerieus 
Sphaeroderma testacei 

Hispa atra 

Cassida eques/ris . . 
„ austriaca . . 
„ vibex . . . 



Jiinu. Febr. 



März April Mai Juni Juli |Aug. 



2 

1 
2 

4 

2 
1 
4 
1 
1 
1 

3 
1 
5 



Sept. Oct. 



Xov. Dec. 



Jahr 



12 

l 
2 
1 
1 
3 
1 
1 
17 
9 
3 
2 

3 

17 

o 

18 
4 
1 
1 
7 
12 
20 



3 

11 
4 

37 
1 
9 

12 
1 
o 

1 

11 
2 

32 
1 
2 
1 
2 

24 
1 
1 
1 

13 
1 
1 
1 
8 
7 
3 
1 
1 
o 



110 



Karl Fritsch. 



Familie 


Gattung und Art Jiinn. Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept. 


Oct. 


Nov. | Dec. 


s 

Jahr 




f. 


C'asst'da rubiginosa | 




1 


1 


o 


1 














5 




s 


„ inarrjarilacea 








. 


. 


. 




1 












l 




■3 \ 


„ oblonga ■ . . 




. 






. 


1 
















1 






subreticulata 




. 








1 
















1 




■*■■ 


„ nobilis .... 




. 








4 
















4 




ü ' 


„ obsoleta . . . 










1 




1 












2 






„ nebulosa . . . 








1 


2 


1 


2 




1 








7 




/ 


Hippodamia tredecimpunctata . 


. 
















3 






3 






i oecinella mutabilis 


. 


2 




7 


3 


1 


2 


4 


9 


2 




30 






„ u ndecim-notata . . 


, 


. 




7 


1 


3 


2 


5 


G 






24 






„ dispar 




9 


2 


2 


1 


1 


o 


4 


8 


c> 


o 


33 






„ septem-punctata . . 


2 5 


8 





1 


5 




3 


4 


12 


2 


2 


50 






., quinque-punctata 


1 










. 


1 


1 








3 






„ guatuordecim-pustu- 




























| 


lata 






2 


10 


5 


5 


7 


6 


8 


3 


1 




47 






rnriabilis 








1 


2 


1 


2 




1 






2 


9 






„ margine-punciata 


. 




3 


b 


1 








1 






11 






„ imj'iiuulata .... 






1 


2 




. 




1 


2 


1 




7 






Halyzia oblongopunctata . ■ ■ 






1 






, 












1 




— / 


n sedecim-guttata . . . 






1 






i 












2 




3 \ 


„ ocellata ...... 






1 


2 




i 












4 




■3 


„ conglobata 






• 


4 


• 5 


5 


7 


3 


2 


1 






27 




o 


Micraspis duodecim-punctata . 








. 


1 
















1 




O 


i 'hilocorus renipustulatus . . . 








2 


1 






1 




1 






5 






„ bipustulatus . . . 


. 




1 


2 






1 










4 






"Exochomus guadri-pustulatua . 


g 




3 


1 


1 


2 


1 




2 




1 


19 






„ auritus 


. 




. 




1 














1 




1 


Hyperaspis reppensis .... 


. 










, 


. 










1 




1 


Epilachna globosa 


1 




5 




4 


6 


1 


3 


5 


1 




30 




1 


' 'ynegetis impustulata .... 






, 


2 




2 












4 






Scymnua pygmaeus 


. 


. 




1 








1 








2 






„ frontalis . . ■ . , . 


. 






2 


2 


1 






1 






6 




1 


„ marginalis 


. 








1 


. 












2 




\ 


„ ater 




• 
























1 





Frequenz der Gattungen. 
Wien. 



Familie 



Gattung 



Jiinn. Febr. März April Mai Juni 



Juli 



Aug. Sept. 



Oct. 



Nov. 



Dec. Jahr 



Cicindeli- 

des 



J3 

o 



Cicindeln . . . . 

Notiophilus . . 

Dyschirhts . . . 
' 'allistus .... 
( 'hlaenius .... 

( 'alathus .... 

Poecilus . . . 








■ 





7 
14 



16 


1 
5 




1 


2 


1 


7 


13 


• 


1 


3 


3 


. 


1 


1 


o 


4 


7 


• 


2 




1 


. 


4 


1 


2 


5 


5 


G 


5 


4 


5 


9 


8 


20 


17 
1 



1 
1 

3 
2 

4 
19 



1 
G 
4 

29 
1 
1 
8 
6 
5 

14 



1 
4 

8 
13 
14 
14 

G 
38 
92 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- Ungarn. 



111 



Familie 



Gattung 



Jänn. Febr. 



März April Mai Juni Juli Aug. , Sept. Oct. Nov. 



Dec. 



Jahr 



Ki 


Acupalpus . 


'S ^ 


Bradyct Uns . 


'•3 < 


' Trechus . . 


5§ 


Epaphius . . 


ü ' 


Bembidium . 


1 


Byphidrus . 


G2 


Hydroporus . 




Oolyrnbetes . 


"3 

CO 


Agabtis . 


>a 


Dytiscus . ■ 


Q 


. icüius . . . 


1 


llydaticus 


Gyrinides 


Gy inus . . 


( 


Bydrophilua 




Hydroporus . 


© _3i 


Ihilrobius 


'^-S 


Helophorus . 


w^ 


Sphaeridium 




( 'ercyon . . 




' Falagria . . 




Myrm <donia 




II malota 




Ca lodern . . 




Aleochnra 




Tachyporus . 




Tachinus . . 




Boletobius 




Xantholinus . 




Leptacinus . 




Staphylinua . 


CO 


Ocypua . . 


ü 
■^ 


Philonthus . 


'_3 


Quedius . . 


% 


Lathrobium . 




1. //linearis 


r: 


Scopaeus . . 


X: 


Sl/'/ieus . . . 




Sil,,, IIS . . . 




Paederus . . 




Dianous . . 




Stenus . . . 




Platystethus . 




Oxytelus ■ . 




Coprophilua . 




Deleaster ■ . 




Deliphrum . 




Omalium . . 




Anthobium . 


Scydmaei- 

des ' 


Scydmaenus . 


co / 

© l 


' Cholera . . 


s 


Agyrtes . . 


— 1 


Silpha . . . 


m 


Necrophorut 



Histeridesi Uhle : • ■ 

( Saprinas . 

Phalacridesf *** acnu 

(l Ohbrits . . 



p / Epu 
Ä [\ Soro 



i Cercus . . 
Brachypteru 

raea . 
Soronia 



1 
2 

11 
1 



5 

2 

1 
3 

1 
1 



1 

14 
10 

19 



1 
o 



12 

6 



18 

1 



4 
1 
o 

1 
18 

1 


17 

9 

18 
IT 

1 

31 

6 

4 

1 

4 

18 

•j 

3 
6 

1 
1 
6 
10 
o 

1 

6 

2 

21 

17 

21 

1 

1 

5 

1 

1 

o 

18 

1 



3 

60 
19 



16 

9 

4 
3 



112 



Karl F ritsch. 



Familie 



Gattung 



Jänn, 



Febr. 



März 



April 



Mai 



Juni 



Juli Aug. 



Sept. Ocl. i Nov. 



Dec. 



Jahr 



Nitidulides 



Arnos/' la 
Meh'getkea 
Peltia . . 



Colydiides jj Ditoma 



DQ 



Lyctus . 
i Wyptophagus 
Atomar ia 
Triioma 



Lathrydii- j Lathridius 

des I C'orticaria 

, , Syturus . 

= ^ J Dermestes 

'-,'& i Attagenua 

Q m ' Ant/irt'iois 

Throscidesj Trixacua . 

Byrrhides ■» j/^,,..,,,,, . 

Lucamdes< Dorcus . . 

/ Platycerus 



C'opris . . 

Onthopagua 

Onitieellus 

Aph diua ■ 

Mhyssemus 

Paammodiua 

Gt otrupes 

Trox . . . 

Hoplia . , 

Homaloplia 

Serifa . . 

Rhizotrogua 

Potypkylla 

Meloloniha 

Anisoplia . 

Phyllopertha 

Am mala . 

Oryctes 

Oxythyi ea 

Epicometis 

Cetonia 

Gnorimus 

Valgus . . 

Aemaeodera 
C'apnodia . 
Dicerca 
Ancylocheira 
i 'halcophora 
i ratt m< ms . 
Antkaxia . . 
Coraebui . . 
Agrilua . . 
Trachys . . 

!>,,.. ;. s , , 

Cratonychua 

LoCOtl . . . 

Athotts . . . 
Tjimoiiiua . 
< './ rdioph< " s 
Ampedua . . 



i \ 



1 
20 



1 
1 

1 
16 

2 



2 

23 




20 



10 



14 

1 

1 
2 

2 

4 
13 

4 

10 

1 

o 

1 
1 



10 

3 
3 
3 



9 

9 

25 

12 



6 

8 
8 

17 
8 

1 



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9 

1 
1 

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o 

1 
13 

2 
12 
10 

2 

5 

1 
4 

1 



14 
2 

9 
3 
3 



3 
5 
5 

1 

1 



1 

3 

3 1 

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12 



2 

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10 



12 



3 

42 

1 



1 
3 
3 
1 

1 
1 

9 
44 
21 
24 



3 

24 



10 

49 

9 

119 

2 

3 

35 

7 

5 

1 

4 

50 

1 

14 

21 

13 

2 

1 
29 
20 
95 

2 
14 

1 
I 
1 
1 
1 
1 
18 
o 

3 
5 

1 

20 
11 
21 
21 
12 
o 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



113 



Familie 



Gattung 



1 \ 






( 'ryptohypnus 

Drasterins 

< 'orymbites 

Diacantlnis 

Pristilophvs 

Agriotea 

Sericosovins 

Adrastus . 



Atopides j Dascilhi 
Cyphon 



Cyphoni 
des 



r3 m 



2 



03 

3 



Lygistopteru 
Lampyris • 
i atttharis . 
Ragonycha 
Malthodes 

Halachius 
Anihocomus 

Ebaeits . . 
Troglops , 
Dasytes 
Eni'copns ' 
Cosmiocomus 
Dolichoaoma 



Clerus . 
Opihis . 
Trick: des 
< 'oryneies 



Ptimdes ] ptuws _ 



Anobndes j ^ )a , e _ 



Blaps . 
Pedimts 

; Opatri'iit 
Microzoutn 
i 'rypticus 



Helopides j llelops . 



» j ) 



Melandryi- \ 
des ) 

Lagriides j 

Pyroehroi- \ 
des | 

Anthicides< 



Mordellide 



ides \ 



i ( 



Cistela . 
Äfegischia 

Cteniopus 
Omophlus 

Mdandrya 

Layria . . 

Pyroehroa 

Nothoxus . 
Anthicus . 

Mo rdella . 
Anaspia 

Meloe . . 
Mylabris 

Lytta . . 

Epicauta . 

Zonitis . . 



Jänn. 



Febr 



März 



M 



April 



Mai | Juni ! Juli Aug. Sept 



Oct. Nov. Dec 



Jahr 







1 


2 


. 


1 




1 


1 




1 


9 

1 


1 


5 


11 



13 



7 58 
1 



1 
12 



1 
24 



IC, 
4 

11 
2 
2 



3 
3 

6 19 

3 

2 1 



3<; i 
i 





1 


2 


13 




1 




3 


3 


1 


2 


o 


3 


2 



2 
4 
5 

13 
1 

43 
3 
3 



78 
12 

1 

60 
4 
•_» 

1 
IS 
3 
2 
1 

8 

1 
13 

7 

1 
12 

2 

l 

2 
6 

42 
1 

17 

12 

3 

4 

3 

25 

1 

15 

4 

5 
9 

36 
14 

52 
•j 

8 
1 
3 



Denkschriften der nialheiii.-iiatiirw.CI. XXXVII. Bd. 



15 



114 



Karl F ritsch. 



Familie 



Gattung 



Jänn. Febr. | März 



April 



Mai 



.Imii 



Juli 



Aug. | Sept.j Oet. 



Nov. 



De« 



Jahr 



Aaclera 

Oedomera 
Anoncodes 
Ckryaanthia 



Salpingides J Mycterus 



Bruchides 



o 



3 



o 

La O 

O 

pq 



3-i 



Bruchua . 
Platyrhinua 

Apoderua . 

Bhynchiteä 

Äpion . . 

Brackyderea 

T'salidiinn 

StrophÖ8omua 

Seiaphilus 

Eusomüs . 

Tanymecue 

Sitones . . 

Chlorophan u 

Polydriiaua 

Meta/liiea 

Phyllobiua 

Cleonits 

Alophiü 

Tropiphorua 

Miniopa 

Lepyrus 

Hylobiua . 

Moiytes 

Phytonomus 

Limnobius 

Omias . . 

Otiorhynchu 

Lixus . . 

harinua 

l'issodes . 

Magdalinua 

Dorytomus 

Bliesen* . 

TJignyodea 

Anthonot/ius 

lialaiiinns 

Tychius 

Sibylles . . 

Anopliis 

Orchestes . 

Baridiii s . 

' 'oeliodes . 

üeutorlnj lieft; 

lUiinoneus 

i 'ionua . . 

Cleojiiis 

Gymnetron 

Sphenophoru 

Sitophilua . 

Jltl/nst'S . 

Hylurg.ua . 
HylesiHus 
Polygraphua 
Scolytua . 

Sphondylia 

J!nni:iuitielier 
A romia . . 
' 'riomorphua 
Sylotrupea 

i 'nllidiiim . 



10 



o 

2 

10 

4 

1 
2 

1 
1 



30 
11 



14 
2 
2 

3 
3 



16 
13 



3 

10 



1 




4 




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1 


1 




■• 


6 











1 


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8 


1 







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26 



35 

1 



1 
11 
1 
1 
3 
6 
31 
9 
6 
2 

42 

43 

5 

1 

5 



1 
1 

46 
8 
3 
1 
4 

18 



13 

8 

16 

3 

6 



Jährliche Periode der In&ectenfauna von Österreich-Ungarn. 



115 



Familie 


Gattung 

i 


Jan n. 


I-Ybi'. 


.M;iiz 


April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept. Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 




Notlwrhina . . • 


, 








2 
















-> 




Olytus . . . 














. 




o 


7 


8 


I 


3 














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Stenopterus . . 
























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5 




Molorchus 






















1 


. 








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1 




Astynomus . 
























. 






1 




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. 








2 




Pogonocherus 
























1 


. 










. 






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m 


Mi-uochamus 


























. 






2 


• 








o 




Dorcadion 






















2 


18 


14 


3 


1 




2 


. 






40 




Saperda . . 






















1 
















1 


Tetrops . . 


























o 


3 




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. 












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3 \ 


Oberea . . . 




























1 


1 


1 


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3 


CD 


Phyioect'a, . . 
























2 


11 


8 


1 




• 












22 


O 


Agapanlhia . ■ 
Rhagium . . 
























1 


2 

1 


1 
2 


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4 




Toxotus . . 
























. 


. 


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1 










4 




Packyta . . 
























. 


6 


11 


2 


1 


. 








23 




Strcwgalia 
























. 


4 


20 


7 


3 


. 










34 




I.-ptitra . . 


















* 








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4 


3 


. 










12 




J Qrammoptera 
























3 


6 


3 




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12 




' Donacia . . 


















. 




3 


2 






. 










5 




Leuna . . . 




















1 


3 


1 








. 










5 j 




CriocertB . . 




















1 


4 


22 


3 


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6 


5 








47 




Labidostomis 
























. 


15 


3 














18 




Ladinaea . . 














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2 


4 


1 




• 












7 




( 'lytkra . . 


























1 


5 


1 
















7 




Qynandrophtah 


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8 


11 


2 
















21 




Cheüostoma . . 


























1 


















1 




Copt acephala 


























. 


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1 


1 


1 










7 




Eitmolpus 
























1 


1 




. 




. 










2 




Chry&ochus . 


























. 


1 


• 




• 










1 




Pachnephorus 


























2 




- 




■ 










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Cryptoeephalus 
























1 


23 


33 


13 


3 


2 










75 




Disopus . . 






























• 






2 








2 




Pachybrachys 


























I 


3 


4 


. 












8 




Ttmarcka . . 
























4 


1 




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2 


2 


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10 


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03 


' 'hrysomela . 






















2 


5 


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12 


8 


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14 


9 




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69 


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Lina .... 
























5 


8 


8 


4 


4 




2 










31 


TB 

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L'/itomoscelis 




























1 


• 




2 












3 


Qonioctena , 
























. 


9 


4 


5 


1 






. 






19 


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Gastrophysa . 
























4 


5 


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1 


3 


1 


1 


l 






18 


J= 


/'/'itfiodera 
























. 


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2 


1 


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1 








4 


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Phaedon . . 


























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2 




Phratora • 
























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4 




1 




. 


1 








7 




i 'olaph?ia . . 
























i 


6 


5 














12 




Adimonia . . 
























2 


1 


14 


1 


3 


10 1 


6 


4 




51 




Galeruca . . 
























1 


2 


. 


* 


3 










10 




Agela&tica 
























2 


2 


2 


. 


2 


. 


■ 








8 




Phyllobrotica, 
























• 




1 


• 


1 














2 




Lnperus . . 


























7 


6 


1 
















14 




Haltica . . 
















i 


1 


15 


30 


19 


23 


19 


13 


14 


7 








2 


144 




Longiiarsus . 




















3 


7 


5 


1 


3 


1 


2 


2 




1 






25 




PsylUodes 




















. 




6 


1 


3 


1 


. 


1 










12 




Plectroscelis 




















2 


'l 


1 


• 
















10 




Argopus . . 






















. 


1 


2 


2 


2 


• 










7 




Sphaeroderma 


























2 




• 












2 




Uispa . . . 




















1 




. 


1 


1 










■ 




3 




( 'assida 




















1 


3 


14 


3 


4 




1 










26 




1 Uippodamia . 






















. 


. 








3 








3 




Cbccim IIa 














2 


G 


21 


23 


32 


17 


14 


IC 


28 4 


1 


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6 


214 


Ol 

CD 


1 llalyzia . . 




















• 


7 


7 


5 


9 


3 


2 


1 






34 


!2 


| Micratpis . . 
























1 


. 














1 


15 


(.'//ilocorus 






















3 


3 






2 




1 








9 


.2 


\ Exockomus . 


















2 


6 


3 


1 


2 


2 


1 




2 






1 


2o 


'3 
o 


i Iliiperaspis . 




















1 








. 




. 










1 


6 


Epilachna 


















1 


4 


•"' 


. 


4 


6 


1 


3 


5 




1 




;;u 




1 'ynegetis . . 


















. 




2 




2 














4 




v Scymnus . . 






















2 




3 


3 


1 




1 


1 










11 



15* 



116 



Karl Fritsch. 



Frequenz der Familien. 
Wien. 



Familie 



Jänn. 



Febr. 



März 



I 'II' 

April Mai ! Juni ' Juli Aug. i .Sept. Oct. 



Nov. Dec. 



Jahr 



Cicinde/ides 

Carabfdes 

Dytiscides 

Qyrmides 

]hj>lrophilides .... 
Staphylinidea .... 
Scydmaeides .... 

Silphides 

His/erides 

Plialacrides 

Nttidulides 

Colydiides 

Cryplophagides . . . 

Lathridiides 

Dermestides 

Throscides 

Byrrkides 

L}ican>de$ 

Scarabae'des .... 

linpreslides 

Elaterides 

Atopides 

Cypkonides 

Telephorides .... 

Melyrides 

Vierides 

Ptinides 

Anobiides 

l'imeliides 

Helopides 

' 'istelides 

Melandryides .... 

Layriides 

Pyrochroides .... 

Anthicides 

Mordellides 

Me/oides . • .... 

Oedemerides 

Salpmyides 

Bruchides 

Curculionides .... 
BoUrychides .... 
Cerambycides .... 
Chrysomejides .... 
C'occinellides .... 

Totale 



5 



17 



1 
9 

46 



3 
41 
15 

4 

4 
45 

1 
15 

5 



3 
3 

34 
3 



2 

5 

14 
2 



1 
13 



2 

40 

2 

2 

26 

34 

324 



IG 


5 


71 


84 


9 


5 


8 


1 


5 


9 


45 


31 


27 


20 


19 


19 



10 
23 



24 



119 



7 
2 
6 
1 

13 
3 



12 



32 

1 

15 

5 

118 

13 



38 
4 
4 

1 
9 



16 
1 
1 
11 
72 
18 



72 


48 


• 


1 


. 


1 


59 


16 


48 


29 


5 


5 


4 




. 


2 


12 


8 


4 


2 


1^ 


17 



. 


• 


1 






3 


. 


3 


1 


1 


5 


4 


1 


20 


17 


24 


15 


10 


2 


19 


29 
2 


5 


12 




78 


115 


103 


4 


4 


. 


26 


57 


90 


81 


166 


168 


41 


49 


31 


688 


1060 


789 



13 
1 
1 
1 

40 
3 

25 



10 
9 
4 



5 

2 

9 

1 
6 
1 

7 

7 
25 

28 
92 
34 

372 



1 
19 
4 
1 
4 



30 
3 



11 
1 
3 

5 

4 

1 
20 

16 
55 
23 

223 



11 
7 
2 
3 
4 



6 

1 3 

4 

2 



1 
32 



1 
1 

1 

1 

8 

21 

3 

3 

54 

34 

200 



14 
9 
4 

4 
10 

5 
4 
3 



1 

l 

l 

35 



44 
54 

206 



1 I 



7 
9 

39 



20 



29 

296 

69 

31 

35 

101 

1 

89 

60 

25 

56 

1 

8 

2 

98 

3 

26 

17 

506 

34 

162 

1 

1 

95 

91 

29 

13 

3 

68 

12 

35 

1 

15 

4 

14 

50 

66 

62 

3 

36 

416 

14 

222 

697 

327 

39S4 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



117 



Vertheilung der Arten. 
Wien. 



Familie 


.iiinn. 


Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


.Ulli 


Aug. 


Sept. 


Oct. 


Nov. 


Dcc. 


Jahr 




Cicindelides 






2 


3 


2 


1 


2 


1 




11 






3 




Carabides 




4 


25 


44 


53 


27 


4 


11 


8 




2 


'. 


90 




Dytiscides 


2 


3 


8 


4 


4 


2 


3 


4 


5 


4 


2 


9 


1 




Gyrinides 


... 1 . 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 




. 


1 




Hydropliilides . . . 


... | . 


1 


4 


4 


5 


1 


4 


3 


2 


3 






9 




Staphylinides .... 


. . . 4 


4 


37 


33 


22 


8 


4 


2 


4 


5 




1 


78 




Scydmaenides .... 






1 


. 








. 








' 


1 




Silphides 




6 


12 


12 


5 


4 


5 




3 




* 


18 




Histerides 






5 


11 


12 


7 


1 


1 


3 


3 






17 




Phalacrides 


1 




2 


3 


4 


. 


1 




1 


1 




; 


5 




Nih'dulides 


. . . 




3 


5 


5 


3 


4 


. 










11 




Colydiides 


. . 


1 








. 












. 


1 




Cryptophagides . . . 


. . . 1 




4 




1 


1 




. 




1 






8 




Lathridiidet 








2 


. 














. 


2 




Dermeslides 


. . . ! 1 


1 


3 


7 


10 


8 




2 


4 


1 






13 




1 T/iroscides 








, 


1 


1 




. 










3 




Syrrhides 








4 


5 


1 




. 




1 


1 




6 




ImcafUdes 










3 


2 














3 




Scarahaeides .... 


2 


5 


11 


27 


35 


34 


28 


14 


16 


16 


6 


i 


60 




Suprestides 


. . . 


• 


. 




6 


10 


3 












14 




Elaterides 


. . . 1 


1 


2 


6 


26 


23 


8 


3 










43 




Atopides 










. 


1 














1 




Cyphonides 


• 










1 














1 




Telepkorides .... 


. . . 






5 


10 


CT> 


2 


1 










14 




Melyrid.es 








2 


15 


17 


6 


2 










23 




C'lerides 




1 


1 


2 


4 


1 


2 


1 




1 


1 


! 


5 




Piinides 






3 


1 


4 












1 


1 


5 




Anoiiidei 




1 








2 














3 




Pfmeh'fdes 




1 


2 


3 


6 


4 


3 


3 




2 






7 




Helopides 






2 


1 


2 


1 








1 






3 




Oistelides 


. . . 




. 




3 


5 


1 


1 




1 






6 




Meltnidryides .... 


. . . ■ 










1 




. 










1 




Pagriides 












1 


1 


1 










1 




Pyrockro/des .... 


. . . 








2 


1 














3 




Anthicides 


. . . 




1 


1 


3 


4 


1 






1 






6 




Mordellides 






. 


1 


5 


5 


3 


3 










9 




Meloides 


. . . | . 




6 


6 


8 


4 


1 






l 


1 




12 




Oedemerides 








1 


9 


10 


4 


4 










14 




Sit/jx';/'//'/. s 


'. '. '. '. 




. 




t" 


1 


. 












1 




Bruchides 


. . . . 




2 


1 


4 




2 


1 


3 


l 






7 




Curculionides .... 


. . . 1 


3 


27 


57 


60 


68 


23 


16 


17 


7 




3 


150 




Bostrycliides .... 






2 


2 


4 






. 


2 


l 






8 




Cerambyeides .... 






2 


9 


30 


42 


13 


13 


3 




• 




63 




Chrysomelides .... 


. . . 1 


1 


17 


34 


74 


74 


49 


33 


23 


21 


4 


o 


134 




Cocchiellides , . . 


. . . 1 


4 


9 


14 


17 


13 


12 


11 


11 


13 


6 


4 


26 




Totale 


. . . 15 


33 


198 


306 


467 


400 


200 


173 


110 


100 


24 


16 


'.MIO 





11« 



Kai-l Fritsch. 



Verkeilung der zuerst erscheinenden Arten. 
Wien. 



Familie 



Jiinn. . Febr. März 



April Mai 



Juni Juli Aug. 



Sept. Oct. 



Nov. ; Dee. 



Jahr 



Vieindelides 

( 'wabides 

Dytiscides 

Qyrvmdes 

Hydrophilides .... 
Staphylinidea .... 
Scydmaeides .... 

Süphidea 

JJisterides 

Phaläcrides 

Xituhilides 

C'olydiides 

( 'ryptophagidcs . . . 

Lathridiides 

Dermesiides 

Throscides 

Byrrhides 

Lucanides 

Scarabaeides .... 

Buprestides 

Elaterides 

Atopides 

Oyphonides 

Telephorides .... 

Melyrides 

CI enden 

Ptiniäes 

Anobiidi s 

Pimeliides 

//- lopides 

t'isfetides 

Melandryides .... 

Lagriides 

Pyrochroides .... 

Änthicides 

Mordellides 

Meloidea 

Oedemerides 

Salpingides 

Brudkidt s 

Citrculiouides .... 
Boslrychides .... 
Cerombycides .... 
C/trysomelides .... 
< 'orciiteüides .... 

Totale 



15 



1 

3 
29 



2 

■23 
6 

4 

33 
1 
6 
5 



1 
6 

2 

•26 



lä 
6 



163 



1 
•29 

1 

3 

20 

7 

7 
1 
4 



5 18 

1 



40 



9 
199 



•21 

1 



12 

3 
4 
2 

1 



•2 
3 

12 
6 

21 



5 

13 

2 

2 

3 

3 



4 
3 
8 

3 
35 

2 
24 
öl 

5 

260 



13 
6 

13 
1 
1 
4 
6 



2 
1 

3 
1 
1 

1 
1 
3 
1 
4 
1 

35 

22 
29 

1 

161 



28 



1 


1 


3 


2 




1 


6 


1 


1 


2 


20 


15 



3 

90 

13 

1 

9 

78 

1 

18 

17 

5 

11 

1 

8 

2 

13 

1 

6 

3 

60 

14 

43 

1 

1 

14 

23 



3 

6 

1 

1 

3 

6 

9 

12 

14 

1 

7 

150 

8 

63 

134 

26 

900 



Jährliche Toriode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



119 



Frequenz der Arten. 
Salzburg. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn, 



Febr. März 



April Mai Juni 



Cicinde- 
lides 



"2 
3 



i Hcinäela campe.stris 
„ syleicola 

v hybrida . 



Elaphrus riparius .... 

Noliophilus aauaticus ■ . 

n palustris . . 

Webria picicornis .... 

„ atrata 

' 'ychrus attt nuatus . . . 

Procrustes c iriaceus . - ■ 

( 'arabus Ullrichii . . . ■ 

,, gramilaius . . . 

n cancellatns . 

Lebia eyanocephala . . . 

chl r. '■■ phala . . - 

Clivina foss-jr 

Dyschirius globosus . . . 

Panagaeus cru s major . • 

( 'hlaenius nigricornis . . 

n Sehr inhii . . . 

I i Hins dep essus .... 

Anchomenus angusticollis . 

j, impressuB . . 

„ sexpwnctatus 

r ricinus . . . 

n elongatus . . 

„ parumpunetatus 

Poecilus cvpretts .... 

„ lepidui ... 
Feronia metallica . . . 
transversalis 
unetulata . . . 
„ carinata . . . 
ovalis .... 
„ striola .... 
„ pardllela . ■ . 
„ fasciat o-jihii et a ta 
angustata . . . 
nigra .... 
„ antkracina . . 
„ nigrita .... 
melaiia- in . . 
„ melas . . . 
„ crenata ■ . 
Anio.ro nntnicipalis . . 
„ tricuspidata . . 
2'lebe/a .... 
,, similoto .... 
„ obsolpta .... 
r trivialis . 
r nitida .... 
communis . . . 
r montivaga . . . 
familiaris . . 
njirirorin . . . 
r consularis . . . 
„ aulica .... 
A nisodoctylns binotatus 
Horpnlns asureus . . . 
r punctulatus 
„ puncticollit . 
complanatus . 
rußcornis . . 
griseus . . . 



10 



17 
3 



12 
12 



3 
22 

22 
22 

6 

3 

:; 

3 



1". 



12 



7 
22 
3 
3 
6 
12 



12 

3 
3 



10 



12 



10 



17 



Juli 



Aug. Sept. , Oct. Nov. Dec. 



11 



l 
3 

1 
13 

4 
5 
3 



1 

II 

4 



3 

o 

2 

1 
2 
3 
1 
1 
2 
3 
1 
1 

1 
1 



1 

13 

I 

1 

1 
1 
5 

1 



18 



20 



Jahr 



36 

31 



IG 

4 
■> 

3 
26 

39 
58 
38 

11 

6 

2 

22 

1 
4 



•27 
2 
2 

32 

62 
1 

13 
•_> 

4 
2 

6 
4 

1 
1 
1 
12 
5 
6 

OL 

5 

3 

1 

3 

4 

12 

62 

5 

17 

21 

33 

1 

3 

6 

'J> 

.") 

1 

4 

I 

18 

3 



120 



Karl Fritsch. 



Familie 



■s 

ü 






Gattung und Art 



Jänn.; Febr. 



März 



Harpalus aeneus . . . 
„ rubripes . . 

„ hottentotta . . 

., laevicollis . . 

„ discoideus . . 

,, latus .... 

„ picipennis . . 

n tarda s . . . 

, flavitartis . . 
„ serripes . . . 

Stenolophus vaporariorum 
Bembidium caraboides 
„ flaripes . 

- velox . . 

„ decorin,, . 

„ quadriguttatum 

ustulatum . 
„ testacetim 

Haliplus obliquus 1 . . 

JJydroporus reticu/atus J 
„ palustris 1 . 

Colyrnbetes adspersus 

Jlybius gültiger .... 

Agabus femoralis . . . 
„ uliginosus ' 
„ bipustulatus . . 

Dytisctts marginale» . . 

Jiydaticvs stagnolis . . 



Gyrinides 



Gyrinus mer$ 



03 



c 
o 

K 



Ilydrous caraboides 

llydrobius fnscipes l . 
Heleoehares lividus ] 
PhiUujdrus melanceephalus 
Cyclonotum orbicitlare 
Sp/taeridium scarabaeoides 
Cercyon unipunctatwm . 
n quisquiüium 

„ haeniorrhoidaie 



pygmaeum 

niiuutum . 



— 



Myrniedonta canaliculata 
Tac/iyusa scitula . . . 
I.eptnsa j'umida . . . 
Aleochara bisig na ta . . 
Tachinvs rufipes . . . 
Xantholinus fulgidus 

n rußpennis . 

„ punctulatus 

Staphylinus maxülosus 
„ nebulosus . 

„ 'intriiiiis 

„ caesarcus 

„ erythropterus 

„ stercorarius 

Ocypus iiioriii .... 
„ falcifer . 

similis . . . ■ 

., fuscatus . . . 

„ cnpreus .... 

„ j'ulvipennis , . 

Philontlius cribratur . 

atratus . . 



Kl 



10 



April j Mai 



Juui 



Juli Aug. Sept. 



Oct. Nov. 



Dec. 



7 




3 




7 




3 






ö 


3 


5 


31 


12 


10 


2 


3 




10 


7 


7 


2 



1 
1 


1 




1 


1 




7 


1 


1 


3 


1 


1 


1 




3 





Jahi 



' Nur einmal mit Algen aus einem Wiesengraben gefischt, daher das scheinbare Vorkommen mehrerer Arten im Juli. 



Jährlicht Pei'iode der Insectenfäuna von Österreich-Ungarn. 



21 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. 



Seilt. Ort. Nov. Dec. 



Jabr 



7t 



Ja 



Philonthus cephalotes . 

aeneus . . . 

., rubidus . . 

., 'flllS - . 

., '■-' j'a«6 . . 

Qu, diu ' fulgidus . . . 

„ impressus . . 

„ punctatellus 

„ unicolor . . . 

„ fuliginosus . . 

Latkrobium fulvipenne , 

., rufipenne . 

/'./. 7, ,//, ruficollis . . 

., littoralis . . 

., longipennis 

Oxyt, /,,-, rugosus . . . 

., //tl>sfn\ . . . 

i 'oprophilus striaiulus . 

OlophrvM assinitle . . 

Omäliurn rivulare . . . 

„ nigrum . . . 
Anthobium phthalmicum 



Anisoto- 
mides 



Histeride 



Choleva cisteloides . . 

., chrysomeloides . 

Silpha littoralis .... 

„ thoracica . . . 

„ rugosa . . . . 

„ S<'ii"'>f<t . . . . 

„ obscura . . . . 

,, nigrita . . . . 

., atrata 

.V' crophorus mortuorum 
vespilo ■ ■ 
ru spator 

Liodes kutneralis . . . 



Hister distinetus 

., marginatus 

„ corvinus . . 

9 '. inus ■ itundalus 



Phalacri'des ' Phalacrus corruseus 
I Olibrus aeneus . . 



i ', rcus pedicularius 
l'.ji,,-,'- n casta "■ a 
„ a estiva 
., ßorea . . 
Amphotis marginata 
Meligethes aeneus . 
lumbaris 
viduatus 



Ci-yptp- j 
phagidies \ 



By 



Antherophagus pallens . 

Byturus tomentosus . . 
De -m, stes larda rius . . 
Attagt nus vigintipunetatu 

., pellio . . . 

„ Schaefferi . . 
Anthrenus Scr phulariae 



. Byrrhus pilu ■ 
mrhides Oytilus varius 
i MorycJtus a 



3 
3 
3 

3 
33 



10 

28 



10 
3 

1 
7 

16 

3 



7 10 



•20 U 



3 7 



7 14 



12 



2 
12 



11 

S 
3 





1 




1 


1 




1 




1 




4 


2 


3 


3 



3 17 



1 
:; 


o 


1 


1 

I 






1 
1 


3 


1 
1 



10 
3 
ö 

S 
1 

17 

6 

3 

•23 

109 

1 


•2 



3 
22 

3 

6 
50 

1 
60 

1 
16 

:; 



28 

1 

1 

14 

•> 

40 



6 
lö 

3 
16 



4t 
12 



Denk chriftep der mathcnr.-naturw. Cl. XX^VIl. ßi 



16 



122 



Karl F ritsch. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. 



Febr. März 



April Mai | Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. 



Oct. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



Lucauides ' 



a 



w 






Lucanus cervus . . - 
Vor cvs parallelepipedus 
Platycerus caraboides . 

Onthophagus ovatus . 
„ coenobita 

Aphodius erraticus 

sulcatus . . 
fimetarius . 
„ grana 
„ sordidus 

„ piceus . . . 

„ prodromus . 

pUTlCtatOSUlcattlS 

,. porcatus 
Psammodius caesus 
Geotrupes vernalis 

,. stercorariui 

„ sylvaticus . 

Trox hispidus . . . 

„ sabulosus . 

Hoplia philanthut . . 

„ sguamosa . . 

Homdloplia ruricola . 

Serica br muten . . . 

holosericea . . 

Melolontha vulgaris . 
Pkyllopertha horticola 
Anomala Frischii . 
Epicometis hirtella 

i 'etonia "»rata . . . 

., aenea . . . 

ßnorimus nobih's . . 

Trichius fasciatus . . 

Ancylockeira rustica . 

Anthaxia nitida Ja . . 

„ quadripunctata 

sepulcraiis . 
Agrilus alboguttaris . 

„ coeruleus . . 

n >■ iridis 
Trachys minuta . . . 

Cratonyckus rufipet . 
Adelocera fasciata - 
varia . . 
Lacon murinus . . . 
Athous hirtus . . . 
„ longicollis . . 
„ crassicollis 

kaemorrhoidalts 
„ vittatas . . . 
Oampylus uiesomelas . 
Limonius Jythrodes . 

„ cylindricus 

Cardiophorus rvficollis 

„ caellus 

Ampedus crocatus 
„ sanguineus 
ephippiwm . 
„ pomoravi 

„ balteatus 

elongatulus 
Corymbites kaematodes 



20 
17 



43 

10 

3 



12 
10 



3 

34 

3 

7 
3 



3 

10 



3 
19 



19 
3 



10 



12 



10 



2 

2 ? 
12 



10 



17 
12 

2 

40 
5 

2 
21 



9 

12 



3?i 
11 
5 



11 

1 

3 

11 

1 
1 
1 



13 
17 



1 
19 



14 

21 

1 

3 

15 

11 

2 

1 
5 
2 

2 
6 

3 

1 
9 



22 
5 



10 



12 



3 

4 

10 



1 

44 

36 

1 

3 

3 

101 

26 

10 

3 

4 

14 

10 

3 

7 

23 

41 

1 

3 

5 

32 

34 

10 

1 

21 



41 

4 
14 

25 

4 

1 

3 

14 

27 



3 

80 

34 

3 

3 

60 

16 

3 

2 

44 

1 

6 

1 

3 

4 



22 



1 Im Mai und .Juni nicht fortlaufend beobachtet. 

2 Nachtrag von 1875, nicht einbezogen in die graphische Darstellung. 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



123 



Familie 



Gattung- und Art 



iJänn. Febr. März April .Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



Atopides 



Cyphoni- 
des 



Clerides 



Corymbitea pectinicorn.it 

„ tesselatus 

Diacantlnis aeneus 

., holotericevA 

Agrintes obscurut ■ . 
pilosus . . . 
n tputator . . 

., ustulatus . . 
„ ßavicornis . 
n blandut . . 
Sericotomut brunneus 
Adrastus limbatut . 
lacertosus 



Datcillut cercinus 



Elodes livida 

n pattidu 

Cyphon coarc/atus . . . 
Scirtes hemisphaericus . . 
7. ■■' inetut kazmorrkczdalis 



Lygistopterus sanguineus 
Dictyoptt <"us rubt ns 
., affinis 

Hb Hiali^i's sä /u ra lis 
Z,ampyris splendidula - 
Cantkarit obseura . 

futca 

n rustica . 
„ thoracica 

„ ditpar . 

nigricans 
„ humeralis 

liturata . 
„ attimilit 
ru/a . . 
., bicolor . 

Jtagon ycha li- dtenbacheri 
., mein " 

iestacea . 
n futeicomit 

* pdlud 

Suis nitidula .... 
MaUkodt s atramentariu 
spretus . 
„ dispar . 

„ ptdic 



Malachius marginellus 
, bipustulatus 

., geniculatus 

"v/r us . . 
n viridis . 

- elegant . . 

A nthocomut fteiatus 
Troglops albicant . . 
Datytes eoeruTeut . . 
n niger . . • 
r ol -"" «s . . 

., ßatipes . . . 
niocomut pallipes 

t Olerut formicariut 
J Opilv s mollit .... 
/ Trichod't - apiärius 
• et, 'aceut . 



10 
3 



10 



22 



7 
12 

7 
10 
17 
20 



14 

5 
33 

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38 

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10 

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13 

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1 

1 



10 

3 
3 

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4 



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32 

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6 
7 
4 

1 1 
1 

■ 
18 



16 : 



124 



Karl Fritsch. 



Familie 



Gattung und Art 



Jiinn. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. Dec 



Jahr 



Ptinides ] 



Ptinus sexpunctatus 

„ für .... 



Piilinus pectinieornis 

A.MauuleJ^^'V'T"' ' 



Lymexilo 
nide 



dlo- I 

:s 1 



Pimeliides j 
Tenebrio- i 

llideS I 

Helopides j 



( üstelides 



Lagriides J 

Pyroehroi- j 
des \ 

Mordel- ) 
lides ) 



Meloides 



„ pertinax . . . 
Syleeoetus dermestotdes 
Opalrum sabulosum . . 
Tenebrio moUtor . . . 
Helops lanipes .... 



' 'istela murina 

Megischia nigrita .... 
Oteniopus sulphureus . . 



Lagria Itirla 



Bruchides 



c 



Pyrochroa coceinea . . 
„ rubens . 

Mordeila fasciata . . 

„ aculeala . . 

,, pumtla . . 

Anaspis frontalis . . . 

Meloe proscaraborii* 
„ violaceus , . 
„ rvgosus . . . 

Xanthochroa carniolica 
Oedemera ßavescens . 

T marginata . 

,. tristis . . 

,. virescens 

,. Ivrida . . 

Anoncodes adusta . . 

., rufiventris 

„ ustulata . 

,. rufiventris 

ustulata . 
azurea . . 

„ fulviaollis 

„ '■iridipes . 

Chrysanthia viridissima 



Bruchus pisi . . . 
Anthribns albinuz . 

Apoderus Coryli 
Rhynchites "Betulae 
„ Populi 

,. betuleti 

tristis 
Apion Craccae . . 
,, cerdo . . . 
,. miniatum 
,. frumenta "im 
,. morio . . . 
,. columbinum 
,. validum . . 





■ 


o 




1 
1 


■ 


■ 


5 


1 
1 

4 


1 






2 


1 





17 
3 



20 



19 



10 
22 



19 



10 



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17 



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23 
10 



14 
2 
■2 

7 



13 
3 



18 
2 



12 



3 
1 

14 

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17 
2 
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1 
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2 



15 
4 



17 
14 



3 
14 

15 

38 

10 

C 

32 



42 

l 
37 
21 



33 
42 

2 

17 
1 



3 
9 

37 
8 
3 

10 
1 
3 
2 

10 
1 
1 



Jährliche Veriode der Inseetenfauna von Österreich-TJnga 



rn. 



125 



Familie 



Gattung und Art 



2 

5 



~ \ 



ü 



Apion punctigt nun 

Pisi 

Sorbi . . . 
Sciaphüus murieatus 
Tanymecus palliatus 
Sitones discoideus . 
„ cawibricus . 
„ octopuitctatui 
,. lineatus . 
„ lateralis ■ . 
,, tibialis . . 
Ohlorophanus viridis 

„ pollinosus 

graminicola 
Polydrusus cervinus . 
„ undatus . 

„ micans 

Pkyllobius oblongus . 
„ calcaratus 

„ psittacinus 

argentaius 
„ inaculicornis 

„ argentatus 

n -TV" • ■ 

n Pomonae . 

C'leonus cinereus . . 
Alophica Irignttatiis 
Uophloeus nubilus 
Lepyriu colon . . . 
„ binotatus . . 
Molyies germanus . . 
P/iytonomtts maculalus 
„ punetatus 

„ Aruxduti* 

„ elongalus 

n Polygoni 

„ variabUis 

Otiorhynchus villosopunctdtus 
„ geniculatus 

„ lavan&us 

„ lepidopterus 

„ gemmatus 

„ pieipes 

,. sevtentrionis 

„ pinastri 

„ oi-a/in . 

„ cariiattvx 

Li'-ns Myagri . . . 
„ Bardanae . . 
Larinus obtusus . . 
„ Jaceae . . . 
„ planus . . . 
„ Carlinae . . 
Pissodes Piceae . . . 
„ notatus . . 
Magdalinus duplicaius 

„ violaceus 

Durytomus macropus 
A ntkoriomus druparüm 
„ incurvüs 

,. polU'irt'.'rt 

,, 7?«<6/ . . 

Balaninus Elephas . 
Orckestes itigma . . 
Coe/ioden rubicundus 
„ didymus 
„ guttula . . 
,. fuliginosus 
< ■ ntorhynchus arator 

arguatus 



.liinn. FebrJ März April I Mai 



3 
IG 



13 

7 



20 
3 



Juni 



Juli 



Aus 



Sept. 



Oct. 



Nov. 



Dec. 



Jahr 



■2 
•2 

7 
12 
12 

17 

21 

10 



21 
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7 
1 
1 

21 
5 
1 

11 



1 
10 
3 
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5 
1 

1 



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3 
2 
5 
1 
5 
12 
2 
2 
1 



3 

2 

13 
23 
26 

21 

35 

26 

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1 

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54 

10 

3 

51 

6 

29 

1 

4 

4 

5 

1 

8 

2 

4 

14 

3 

1 

10 

6 

4 

1 
2 

1 
1 
15 
3 
3 
1 



126 



Karl Fr it seh. 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn 



Febr. 



März 



April 



Mai 



Juni 



Juli Aug. Sept. 



Oct. Nov. 



Dec. 



Jahr 



2 
'c 

o 



Ö 



CD 
>> 

s 

tu 
ü 



Chrysome- 
lides 



' ■>, '<,••!, inirliiiü nbhrev 
• 'ionu& Scrofulariae 
„ Tkapsus . . 
Oleopus graminü . 
„ campanulae 
Sitopkilus granarfus 
Bhyneolus elongatus 

Ilylurgus liqi/i/ erda 
Hylesinus Fraa im . 
Xyloteres lineatus . 
Bostryehus typograpkus 
,, autogra} hus 

Scolytus Pruni .... 

Spkondylis buprestoides 

Prionus cariurius . 
IIa mma tich e ros cerdo 
Aromia moscltata . 
Saphanus piceus 
Hylotrupes bajulus 
Callidium siölaceum . 
„ dilatatum . 
., castaneum 

., variabile , 

Clylus mysticus . . , 

., arietis . . 
Gracilia pygmaea . . 
Molorclats n,i,l" II,:', i, lim 
Astynornus aedilis . . 
Leiopus nebulosus . . 
Pogonockerus pilosui 
Monochamus sutor 

„ sartor . 

Lamra textor .... 
Mesosa au rculionoidez 
Saperda popvlnea . . 
., scalaris . . 
Tetrops praeusta . . 
Oberen pupi/lata . . 
., oeulata . . . 
Phyto ecia Solidagim's 
., molybdaena 

Rhagium bifasciatum 
indogator . 
., inquisitor . 

Toxotus Cursor . . . 
meridianus . 
., quadr'imaculätus 
Po. 'hyta octomaculata 
virginea . . 
., collaris . . . 
Strangalia nigra . . 
„ pubesci ns 

., armata 

n attenuata 

n mt lanura 

L, i tura rubrote&iaceä 
, cineta . . . 
„ sanguinolenta 
Grammoptera maculicor 
„ livida . 

n Juri da . 

n taevis . 

Donaci,' crassipes . . 

: , Sagittariai . 

., serieea . . 

„ difcolcr 



12 



10 



7 
19 



1 


2 


3 


1 




1 


3 


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1 


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1 


6 




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11 


4 


13 


5 


9 


3 


8 


3 


6 


13 






3 


12 


1 


• 


3 




1 




1 


5 


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5 


1 



1 

20 

1 

18 



4 
4 

1 
2 

12 
3 
1 

2 

12 

3 

1 
4 

1 

3 

3 

15 

13 

1 

5 

12 

1 

3 

5 

4 

1 

2 

1 
2 
3 
3 
2 
5 
3 
5 
10 
6 
7 
1 
9 
1 



1 
H 

1 
22 
13 

7 
20 
33 



■26 

40 

20 

37 

■> 

12 
18 



1 

3 
10 
13 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich- Ungarn. 



127 



Familie 



Gattung und Art 



Jänn. 



Febr. 



März 



April 



Mai Juni 



Juli 



Aug. 



Sept. i Oct. 



Nov. 



Dee. 



Jahr 



r3 



Donacia affinis 

„ linearis .... 

,, Menyanthidis . . 

Orsodacna Cerasi .... 

Lema cyanella 

„ melanopa . ... 
Crioceris merdigera . . . 
„ brunnea .... 
„ duodecimpunctata 
„ Asparagi . . . 

Labidostomis longimana 
„ humeralis 

Olythra quadripunclata 
Gynandropktalma cyanea 

r flavicollis 

» affinis . 

„ xanihaspis 

Coptocephala scopolina . . 
Cryptocephalus laevicollis 
„ Coryli . . 

„ variabilia 

„ riolaceus . 

„ sericms 

„ ßavipes . 

„ nitens . . 

„ nitidulut . 

„ bipustulaius 

„ Moraei 

„ geminus . 

n marginatus 

„ flavescens 

Pachybrachys Ilippophaes 

„ hieroglyphicus 

C'hrysomela fastuosa . . 
„ pölita . . . 

„ staphylea 

,, mentkastri . 

„ violacea . 

„ varians . . 

„ göttingensi» 

r haemoptera 

n globosa . . 

„ cereülis . . 

„ Schach . . 

„ lamina . . 

n geminata 

„ speciosissima 

j, Üacaliae . . 

Lina viginti-punciatü 

„ Populi 

„ Tremulae .... 
Oonioctena rufipes . . 
71 rimfnalis 

n pallida . . 

Plagiodera Armoraciae . 
Phaedan orbicularia . . 
„ Cochleariae 
„ grammictis . . 

Phratora Vitellin&e . . 
v vulgatissima . 

Prasocuris violacea . . 
Adimonia florentina . ■ 
„ Tanaceti . , 
„ capreae . ■ 

Galeruca Vibv/rni . . . 
Agelastica Alni .... 
Luperus rufipes ■ . 

„ ßavipes ■ . . 

Haltica Erucae .... 

„ o/eracea . . . 



10 



40 



10 



34 
3 
3 



28 



L2 



3 
22 



14 



17 

10 
5 



5 
19 
21 

1-2 
5 

7 
2 



2 

14 



12 
2 
5 

7 
2 
5 



14 
2 



2 

19 

14 
14 
14 
10 
2 



1 

13 

3 

1 
1 

3 

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3 

1 



12 
3 
5 
3 

7 
4 
1 
1 
4 
1 
3 
4 
7 
9 
12 



11 

1 
1 

1 
12 



13 

7 
3 



6 

12 

2 



1 
2 

1 
7 
3 
3 
6 

4 
12 



2 
13 



15 
2 

5 

13 

2 

20 

1 



10 



18 
5 



13 



55 



10 



2 



10 
2 

2 



1 

28 

5 

1 

7 

S 

18 

10 

24 



3 

27 

3 

17 

8 

24 

6 

4 

5 

35 

75 

17 

11 

3 

20 

7 

3 

1 

7 

3 

4 

26 

14 

154 

36 

2 

15 

151 

1 

3 

2 

3 

4 

5 

2 

2 

3 

30 

13 

5 

11 

3 

8 

1 

5 

I 

32 

8 

1 

1 

33 

67 

11 

40 

30 

25 

48 

11 



12S 



Karl Fr it seh. 



Familie 



Gattung und Art 



Jiinn. Febr. 



März April Mai \ Juni Juli 



Aug. Sept. Oct. Nov. 



Dec. 



Jahr 



o 






Haltica impressa . . 
„ ferruginea 
., Helxinis . . 
„ rvßpes . . . 
,, melannstoma 
„ fuscicornis . 
., nemorvm . . 
Longita-rsus Verbasci 
Sphaeroderma teslacea 
Cassida equestris . . 
., hemisphaeriea 
„ vihex . . . 
., rubiginosa 
., subreticulata 
„ ohsoleta . . 
- UneoJa . . . 



Bippodamia tredeeimpunetata 
Coccinella mutabilis . 
., obliterata . 

„ bothnica . 

„ di'spar . ■ 

„ dlpina . . 

., septem-punetata 

., quatuordeeim-pustu- 

lata . 
„ variabilis . 

,, impuitvlaia 
Halyzia sedeeim-guttata 

„ quatuordeeim-guttata 

., ocellata . . . 

., conglobata . . 

„ 22-punctata . . 

Chüocorus rem'pustulatus 

JEpilachna globosa . . . 

Cynegetis impuncia . . 

Scymnus analis .... 

Bhizobius litura . . 



12 

7 

15 

3 

7 



19 
12 



14 



22 



14 



•2 












2 


7 


7 


2 








17 


1 












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7 
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1 




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1 
4 
2 


o 


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2 


2 

2 


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4 
9 

42 
4 
9 
2 


1 




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1 


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11 


1 












4 


1 












o 


2 




12 


2 






55 

3 


5 


30 


30 


5 






103 


1 












1 


1 


■2 










18 


2 


3 


2 








10 
2 

14 


2 












7 


3 


1 
o 










14 
8 
1 


8 


■23 


17 
o 

2 


2 






93 

17 

5 

3 



Frequenz der Gattungen. 
Salzburg. 



Familie 



Gattung 



Jiinn. Febr. März 



April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. 



Dec, 



Jahr 



Ciciudeli- 1 
des ) 



,3 \ 



Cicindela , 

Elaphrus . 
Notiophihis 
Xpbria . . 
Cynhrus 
r ■ ustes 
C'arabus . . 
Lebia . ■ . 
' 'Itpina . . . 
Dyzckirittß . 
/' ■/. igaeus 
Chlaenius . . 
Lictnus . . 
.1 nchomeny. s 
Poecilus . 
Feronia . . 



10 


24 


15 


6 

1 


4 


4 


2 


2 


• 


3 


3 


5 


3 
3 


• 


2 
3 
1 


2 




• 




3 


. 


4 


o 


2 


8 


2 


5 


19 


66 
6 
3 


14 


8 
1 
1 


8 
2 

2 


7 
2 
2 


6 


7 


• 




3 


2 


3 


5 


2 


2 


5 






3 




2 




2 






• 


13 


•27 


4 


7 


10 


3 


4 


2 




7 


"22 




7 


4 


3 


15 


5 




10 


12 


20 


25 


22 


9 


2(1 


5 





67 

1 
16 

6 I 

3 

26 

135 

11 

6 j 

2 



70 

63 
123 



Jährliche Periode der Ins'eetenfauritt vok Österreich-Ungarn. 



1-29 



Familii 



Gattung 



Jänn. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. De!f 



Jahr 



Amara . ■ 
l . odactylu 
Sarpalus . 
Stenolopfius 
Bembidium 

Jlydrous . 
Hydrobius 
Ueloph 
l'liilhydrus 
tiotum 
Sj haeridium 

Haliplus . 

J/ihl '■■■ . 

C&lymbetes 
Ilybius . . 
Agabus . 
D iscus . 
Hydaticus 



Gyrinidesj Gyr 



Silphides 

Anisutn- ( 
mides j 



Myrmedonia 

Tiiclujusa . 

Leptusa 

Aleochar i 

Tnchinus . 

Xamihölinui 

Staphylimi ■ 

Ocypus 

P/alonthus 

Quedius 

Lalhrolium 

Paedem $ . 

Oxytelus . 

Copropkilus 

Olophrum 

■Hill . 

Anthobium 

1 holeea 
Silpha . , 
Necrophorus 



Liodes 



Histerides 



Phalacrldes 



Hister . . 
Saprinus . 

Phala 



Nitidulides 



Dermes- 
tiides 



Cercus . . 
Epuraea . 
Amphoüs . 
^Meligethes 



Byrrhidea 



Syturus . 
Dermestes 
Attagenus 
A nthrenus 



Byrrhus 
< 'ytüui . 



10 



20 



53 
12 

■23 



3 

3 
13 



1. 
14 



31 
11 
21 



11) 


3 






10 


47 


24 


il 


13 


17 


9 


o 


16 


12 


4 


1 


3 


6 


5 


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6 


3 






36 


38 


19 


4 


13 


3 


12 

2 


4 
1 


3 


* 


2 


1 




3 


2 


1 


3 


37 


26 


20 




3 


5 


3 



3 






13 


7 


2 

1 


19 


4 


t 


■j 


2 


1 


7 




;; 


7 


9 

7 


3 


19 


- 


4 


3 


7 


1 



14 

13 

17 



13 



1 




1 




15 


9 


1 


1 



10 
3 



6 
20 



4 
4 
■2 

7 
12 



3 2 

•i 



171 

92 

101 

8 

34 

2 

1 

1 
1 
4 

.; 

25 



24 

9 
3 
3 

■ > 

15 
16 

129 

57 

4n 

33 

9 

133 
35 



in 

145 

20 



7 
1 

4 
1 

3 
34 

1 
56 

6 
15 



41 
12 



Denk- hem.-naturw. Ol. XXXVII. Bd. 



17 



130 



Karl Fr it seh. 



Familie 



Gattung 



Jänn. Febr 



März 



April Mai Juni 



Juli Aug. .Sept. ! Oct. 



Nov. 



Dee. 



Jahr 



Lucanide 



Bupres- 

tides 



w 



Atopides 



Cyph 
rüdes 



o- ( 



\ 
Melyrides < 



Clerides 



Dorci's . . 
l'latyceriLS 

Onthophagns 
Aph idiua ■ 
Psammodius 
Geotrupes 
Trox . . . 
Iloplia . , 
IL in iloplia 
Serica . . 
Melolontha 
Pkyllopertha 
Anomala . 
Epicomela 
Oetonia 
Gnorimus 
Trichivs . 

Ancylocheira 
Antharia . 
Agri/iis . . 
Trachys . ■ 

( 'ratonychus 

Jdelocera 
Lacon . 
Athous . 
< 'ampylus 

Jim U/US 

i 'ärdiophorus 
Ampedus . 
i 'orymbites 
Diacanthus 
Agriotes . 
Sericosomus 
Adrastus . 

Dascillus . 

Blödes . . 

t.'ypfton 

Scirtes . . 
Eucinelus 

Lygistopteru* 

D ict yopterus 

Somalisus 

Laiitpyris . 

Cantharis 

Ragonycha 

Silü .' . . 

ilalthodes 

Malachius 
Anthocomus . 
Traglops . . 
l>asytes . . 
( 'osmiocomus 



Clerus . 

Opilvs . 
Trichodes 

C'oryne/es 



Ptinides { Ptinus 



69 
3 



10 



3 

10 



3 

19 

3 

19 
3 

20 

3 

13 



32 

3 



IT 
59 

23 

11 

26 
17 
45 



162 
26 

5 

11 

36 



i 
21 



11 



3 

8 

1 1 

1 
15 

9 

7 



13 

44 
3 
4 
4 
7 

IS 
5 

17 
I 



16 



3 
1 

8 
77 

0-7 



26 



35 

1 

3 

15 

11 



3 

10 



22 

10 



29 
2 

1 

2 

2 

1 

1 

1 

8 
5 

10 

3 



10 

11 



15 

4 



2 
3 
3 

2 

1 
6 

10 



23 



12 



14 



14 
2 



3 

4 

10 

6 
225 

3 

28 
10 
64 

1 
,8 

34 
10 
1 
26 
12 
41 

4 
43 
18 
27 



80 

116 

3 

46 

7 

23 

66 

28 

104 

3 

2 

17 

12 
8 



11 

1 

18 

276 

86 

5 

15 

04 

7 

15 

9«> 



11 
1 

53 
18 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



131 



Familie 



Gattuns 



Jänn. Febi 



März 



April Jlai 



Juni Juli Aug. 



Sept.i Oct. I Nov. I Dec. 



Jahr 



Anobiides • 



Liraexilo- ) 
nides j 

Pimeliides J 

Tenebrio- ) 
nides ( 



Ptilinus 
Trypopytis 

Anobium . 



Bylecoetus 
Opatrum . 
Tenebrio . 



Helopides J Helops 



Cistelides ■ 



Cistela . 

Megischia 

Cteniopiir» 



Lagi'iides j Lagria . . 
Pyroehroa 



Pyrochroi- i 

des ) 



Mordel- 
lides 

Meloides 



~Mordella . 
Anaspis 



Meloe . . . 

Xanthochroa 

I Oedemera 
Jl Anonco3.es . 
' Chrysanthia . 



Bruclndes . ., ., 

1 AittnnOiis 



O 



I 



i Apoderus . 

Mhynchites . 

Apion . . . 
i Sciap/iilus 

Tanijmecns . 

S i/o >i es . . . 

ChlorophanuB 

Polydrusus . 

PhyUobius 

L'leonus . . 

Alop/iiis . . 

LiopMoeus . 

Lepyrüs . - 

ATulytes . . 

Pkytonomus . 

Otiorltynclms 

Lixus . . . 

Larinus . . 

Pissodes . . 

Magdalinus . 

Dorytomns . 

Anthonomus . 

Balaninus 

Orchestes . . 

Coeliodes . . 

Ceutor'hynchus 

Oionui . . . 

i'ieopus . . 

Sitophttus ■ . 

Jlhi/ncolus 



Bostrycbi-i f»*"»" • 
des Hylesinus 

I Hyh i- '■■ ! . 



17 
3 



20 



13 



26 



32 



26 



3 
33 

13 

7 

20 

3 



10 



24 
2 



14 
11 



4 

2 

13 

72 



21 
4 
o 
4 

11 
2 
7 



7 
15 



30 
47 



13 
6 

4 



10 
14 
32 

1 

1 
21 

6 
11 

1 
25 

10 

3 

1 



18 
2 



14 

1 



15 
53 

o 



1 
2 
2 

9 

1 
5 
2 

G 

4 

11 



4 

20 



1 
10 

6 
3 



6 

1 

10 



17 
14 



7 

1 

27 



17 



63 

6 



62 



101 

124 



1 
9 

37 

28 

32 

•_> 

"> 

23 

14 

32 

147 

1 
18 
54 
13 
51 
49 

53 

■l 

20 
4 
5 
2 

13 



17 



132 



Karl Fritsch. 



Familie 



Crattunt 



Jänn. Febr. März Aiiril Mäi Juni Juli Aug. Sept. Oct. I Nov. 



Dee. 



Jahr 



Bostryclii- 
des 



-= 
- 

3 



Boslrychus 
Scolytus . 

Sphondylis 

Prioniis 

Hammaticher 

Aromia . . 

Saphanus . 

Byloirupes 

( 'allidiwm . 

Clytus . . 

Gracilia . 

Molorchus 

Astynomus 

Letopus 

Pogonockeru 

Monockamits 

Lntain . . 

Mesosa . . 

Sapt rda 

Telropf, 

Oberea . . 

Pkytoi cia . 

fthagium . 

Toxotus 

Pachyta 

Strang'alia 

Leptura 

Qrammoptera 



JJonacia . 
Orsodacna 
Lewa . . 
( 'r/oferis . 
Labidostomis 

< 'lythra . . . 
Gynandrophtalma 
Coptocephalü 
i 'ryptöcephalus 
Pachybrachys 
i 'hrysomela 

Limt . . . 

Cfomoctena 
Plagiodera 
Phaedon . 
Phratora ■ 
1'rasocuris 
Adimonia . 
Galeruca . 
Agelastica 
Luperua . 
Haltica 
Longitarsus 
Sphaeroderm 

< assida 

Hippodamia 

Coccinella 

Hatyzia 

< 'hilocoras 
Epilachna 
Cynegetis . 
Scymnus . 
Hhizobius . 



53 



10 



14 



20 

3 



6 

13 



77 
3 
3 



12 
3 

30 



44 



38 



10 

7 

2 
4 

10 

26 

9 



28 

4 

14 

2 

32 

78 



14 
14 



IG 
21 

14 

28 
28 



40 



o 
16 
21 

18 
6 



27 

1 
1 



3 
14 

49 

1 
53 
20 



13 



14 


35 


9 


19 




1 


5 


7 


3 


•2 


2 


. 



o 

1 

2 

1 

8 

12 

34 

14 

7 



39 



1 
5 
1 
6 
2 

1 
4 

7 

1 
12 



o 

1 

25 

21 



1 
11 



4 
16 

61 

1 



2 

4 

1 

12 

2 

2 

1 

15 

5 



3 

10 



8 
17 

38 



35 
3 

23 



60 



4 

1 

3 
3 

15 
13 

1 

5 
21 



3 

3 
7 
3 
5 

16 
7 

lo 
•> 

14 
36 
60 

51 
39 

61 

1 
15 
CO 

5 

:i 

55 

24 

194 

3 

420 

46 

19 

•'S 

7 

40 

1 

101 

II 

40 

55 

121 

2 

3 
I LS 

1 

2 1 
45 

1 
9 5 
17 

5 

5 



Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



133 



Frequenz der Familien. 
Salzburg. 



Familie 



Jänu. 



Febr. März 



I 
April Mai Juni Juli I Aug. ' Sept. Oct. Nov. Dec. 



Jahr 



Oicindelides . . 
Carabide-s . . 
Dytiicid.es . . 
Qyrinides . . 
llijdroptiilides . 
Staphylinides . 
Silphides . . 
Anisotomides ■ 
Sisferides . . 
Phaläcrides . 
Nitidtulides . 
iJeTinestides . , 
Byrrh'des . . 
Ziucdnides . , 
Scarabaeides 1 , 
Bvpnestides . 
"Elaterides . . 
Atopides . . 
Cyphönides . . 
Telephorides 
Melyrides . 
Gierides . . , 
Ptinides . . 
Anobiides . . 
Lyme rilonides 
l'imeliides 
Tenebriouides 
Helopides . . 
i 'istelides . . 
Lagriides . . 
Pyrrockroides 
Mordellides . 
ileloides . ■ 
Oedenierides . 
Brucliides 
Gurculionides 
Bostrycflides 
Ceranibycides 
Chryiomelides 
Coccinellides 



13 



Totale 



19 



10 
97 

20 

10 

123 

3 



27 
3 



96 



17 
3 



20 



25 
6 

72 

37 



24 
242 

6 

19 

189 
43 

3 
3 
35 
17 
22 
3 
91 
13 
83 



35 
3 
3 



26 
32 

26 

7 

120 

10 

13 

237 

48 



582 1353 



15 

113 



4 

110 

33 



11 
18 
16 
7 
55 
24 
207 

10 

213 

42 

15 



2 
2 

10 
7 
2 
26 
2 
181 
o 

100 

367 

33 



6 
135 



51 
24 



10 

7 

5 

3 

79 

32 

116 

10 

8 

112 

41 

19 



7 
15 

77 

181 

2 

122 

217 

65 



1636 1402 



4 

102 
6 

4 
45 
20 



2 

5 

2 

3 

3 

75 

16 

71 

1 

5 

28 

22 

19 

1 

1 

1 



18 
2 

15 

70 

1 

70 

2 

9S 

136 

25 

879 



4 
63 



24 
11 



1 
1 
2 
1 
25 

11 

1 
24 

2 
14 



6 

2 

3 

24 

34 

64 

126 

29 



2 

80 
2 
2 

27 
13 



23 



10 



25 



61 

475 384 



2 

58 



57 
24 



18 

7 



10 



19 

104 103 
65 



355 



25 

4 



21 
9 



16 

21 

37 

669 

17.) 



5 

94 

50 

55 

17 

469 

92 

188 

17 

26 

414 

112 

83 

4 

17 

1 

17 

14 

2 

35 
4 
17 
69 
62 

229 
10 

651 
22 

410 
1413 

375 

7173 



1 Ohne Melolontka vulgaris. 



134 



Karl Fr it seil. 



Vertheilung der Arten. 
Salzburg. 



Familie 


Jänu. 


Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept. 


Oct. 


Nov. Dec. 


Jahr 


Cicindelides 




• 


1 


o 


2 


2 


2 


2 


i 


l 






2 


i'urabides 




















18 


30 


27 


44 


44 


27 


20 


14 


2 






76 


Dytiscides 




















2 


1 




6 


• 


1 




1 






10 


Gyrinides . . 




















1 












1 


. 


1 






1 


Mydrbpküides 




















2 


5 


2 




4 






' 








11 


Slapfylinides 
















3 




18 


20 


15 


15 


12 


6 


7 


10 


6 




2 


44 


Silphides . . 


















1 


7 


6 


5 


7 


4 


3 


3 


2 






12 


A nisotomides 






















1 


















1 


Histei-ides 




















1 


1 




2 




• 














4 


Phalacn'des . 
























1 






2 


. 


. 


. 










2 


Nitidulides . 






















2 


4 


4 


5 


2 


1 


1 


1 










8 


L'rijptophagides 


































1 


. 










1 


Vennestides . 
























3 


5 


5 


1 


1 




1 










6 


Byrrltides 
























2 


3 


2 


1 


2 




. 










3 


Lucaifidea 






















. 


1 


1 


1 


1 


1 














3 


Scaralaeides 




















1 


6 


13 


13 


15 


17 


S 


5 


5 




2 






30 


Buprestides . 
























3 


5 


8 


5 




. 


1 










8 


Elalerides 
























10 


22 


24 


19 


3 


. 












34 


Atopides . . 




























1 


1 


















1 


Cyph&nides . 


























2 


2 


4 


1 


1 














5 


Telephorides 
























3 


19 


18 


10 


o 


1 














26 


Melyrides . . 






















• 


1 


6 


8 


5 


2 


. 




1 










12 


Clerides . . 
























1 


3 


3 


2 


1 


1 














4 


Ptiiiides . , 
















1 










1 




2 




. 














2 


Anobiides . . 


























2 


4 


1 


1 


. 












4 


Lymexilonides 






























1 


• 














1 


Pimeliides 






















17 


























1 


Tenebrionides 
























• 




1 


1 


1 
















1 


Helopides . . 


























1 


. 




. 
















1 


Cistelides . . 


























1 


3 


1 


1 
















3 


Lagriides . . 


























. 




1 


l 


. 














1 


Pyrrochroides 


























1 


o 






. 














2 


Mordellides . 
























2 


2 


3 


3 


1 


1 














4 


Meloides . . 
















1 






1 


2 


1 






















3 


Oedemerides . 
























2 


3 


8 


10 


5 


3 














13 


Bruchides 






















• 


1 


1 


. 


1 






1 










2 


Curcnlionides 
























20 


27 


47 


34 


17 


10 


5 




1 






87 


Bostrycltides 






















2 


2 


1 


2 


2 


. 














6 


i.'erambycides 






















. 


3 


19 


29 


29 


13 


6 












49 


L'lirysomelides 






















7 


26 


50 


55 


51 


33 


18 


13 


4 






90 


Coccinellides 
















i 


i 


5 


9 


17 


11 


12 


6 


6 


3 






20 


Totale 






5 


■2 


92 


172 


255 


331 


293 


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593 











Jährliche Periode der Insectenfaunü von Österreich-Ungarn. 



35 



Vertheilung der zuerst erscheinenden Arten. 
Salzburg. 



Familie 



Jiinn. Febr. März April Mai Juni I Juli 



Aug. i Sept. ! Oct. Nov. Dec 



Jahr 



Cicindelides 

Caralides 

Dytiscides 

Gyrinides 

Ilydroplii/ides .... 
Staphyliwdea .... 

Silphides 

Anisotomides .... 

Hisierides 

P/mlacrides 

Nitidulides 

Cryptophagidas . . . 

Dermestides 

Byrrhides 

hucanides 

Scarabaeides .... 

l:>tj<restides 

Elaterides 

Atopides 

Cyphonides 

Telephorides .... 

Melyrtdes 

Vieri des 

Ptim'des 

Anobiides 

Lymexilonides .... 

Pimeliides 

Tenebrionides .... 

Hellendes 

Cittelide» ...... 

Lagriides 

Pyrrochroides .... 

Mordellides 

Meloides 

Oedemer/des 

Bruchides 

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Bostrychides .... 
Cerambyeides .... 
Oirysomelides .... 
Coccinellides .... 

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593 



Karl Fritsch. Jährliche Periode der Insectenfauna von Österreich-Ungarn. 



Haupt-Index. 



Seite 
Einleitung 1 

A. Erscheinungszeiten 3 

Übersicht der Stationen ■ 5 

Erste Erscheinungszeiten der Käfer an den einzelnen Stationen 9 

Nummern-Index der Gattungen S3 

Nummern-Index der bei jeder Station verzeichneten Arten 86 

B. Jährliche Vertheilung der Käfer 92 

Frequenz der Arten. Wien 97 

Frequenz der Gattungen. Wien HO 

Frequenz der Familien. Wien HC 

Vertheilung der Arten. Wien 117 

Vertheilung der zuerst erscheinenden Arten. Wien HS 

Frequenz der Arten. Salzburg , 119 

Frequenz der Gattungen. Salzburg l-2§ 

Frequenz der Familien. Salzburg 133 

Vertheilung d-jr Arten. Salzburg 134 

Vertheilung der zuerst erscheinenden Arten. Salzburg 135 



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llcntachriften der kais Ak.nl iUV. malluialurw C"! nXvll.BilIAblh.1876 



137 



ZUR KENNTNISS 

DES 



BAUES UND DER ORGANISATION DER POLYPHEMIDEN. 



Prof Dr. C. CLAUS, 

CORRESPONDIRENPEM MITGLIEPE DER KAISERLICHEN AKAHEM1E DER WISSENSCHAFT I N . 

(.mit 7 S«.fefit.) 



VORGELEGT IN DER SITZUNG DER MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CEASSE AM 26. OCTOBER 1S76. 



In meinen jüngst veröffentlichten Untersuchungen über Daphniden ' und Verwandte war es mir leider nicht 
möglich gewesen, auf die nach Gestaltung und Lebensweise gleich merkwürdige Polypheraidengruppe Bezug 
zu nehmen. Ich musste eine Lücke zurücklassen, deren Ergänzung besonders im Hinblick auf Weismann 's 
inzwischen publicirte Arbeiten über Bau und Lebenserscheinungen von Leptodora hyalina, sowie über die 
Bildung von Wintereiern dieser Gattung dringend wünschenswerth erscheinen musste. Um so erfreulicher 
war es nur, noch im Laufe dieses Sommers bei meinem mehrwöchentlichen Aufenthalte am Gmundner See 
(im Juli und August) und später an der zoologischen Station zu Triest (im September) Gelegenheit zu fin- 
den, sämmtliche Polyphemidengattungen des süssen Wassers und des Meeres eingehender untersuchen zu 
können. 

Über die Cladoceren-Fauna des Gmundner Sees will ich die Bemerkung vorausschicken, dass dieselbe, 
wie ja von vorneherein zu erwarten stand, mit der Fauna der Schweizer Seen im Wesentlichen überein- 
stimmt. Neben Bosmina longirostris und der sehr verbreiteten Sida crystallina und Daphnia hyalina tischte 
ich an der Oberfläche des Wassers mittelst des feinen Netzes sowohl Leptodora hyalina als die Polyphe- 
miden Bythotreph.es longimanus und Polyphemus oculus. Letztere Form, vor allen aber Bythotrephes lorigi- 
manus, seheinen übrigens vornehmlich der Tiefe anzugehören und nur unter besonderen Bedingungen in 
grösserer Menge nach der Oberfläche emporzusteigen. 

Wenn P. E. Müller und Weismann für Leptodora behaupten zu können glauben, dass sie überhaupt 
niemals in grosse Tiefen hinabsteigt, so hat wenigstens für Bythotrephes sicher das Gegentheil Geltung, 
da sie die Hauptnahrung der in bedeutenden Tiefen lebenden Blaufellchen oder Reinanken bildet. Leidet 
kamen mir, was ich nach der Jahreszeit nicht anders erwarten konnte, von Polyphemus und Bythotrephes 
ausschliesslich Weibehen mit Sommereiern zu Gesicht. Männchen fehlten noch durchaus, und dem entspre- 



1 C. Claus, Zur Kenntnis« der Organisation und des feineren Baues der Daphniden und verwandten Cladoceren. Zeit- 
schrift für wiss. Zoologie, Tom. XXVII, 1S76. 

Denkschriften der mathem.-naturw Ol. XXXVII. Bd. |s 



138 C. Claus 

chend wurden keine Wintereier gebildet. Dagegen war ich in Triest mit den marinen Polyphemiden glück- 
licher, indem ich die Jahreszeit trat, in welcher wenigstens für eine der Evadne-Axt&a beide Geschlechter 
vorhanden sind, und die Bildung von Wintereiern stattfindet. Evadne spinifera war auch nur in weiblichen 
Exemplaren zu finden; ebenso der viel spärlicher auftretende Podon intermedius , den ich nur zweimal in 
völlig Irischem Zustande an der Oberfläche tischte. 

Körperbau und Gliedinasseiigestaltiutg. 

Wenn nun auch das Detail der Organisation und der feinere Bau aller dieser Formen noch mannig- 
facher Autklärungen bedürfen und von erneuerten Untersuchungen Bereicherungen erwarten lassen, so kann 
man die morphologische Gestaltung als im Allgemeinen befriedigend bekannt betrachten. Insbesondere war 
es neuerdings P. E. Müller, der in einer trefflichen Arbeit ' manche Irrthümer seiner Vorgänger berich- 
tigte und das Verständniss des Körperbaues wesentlich förderte. Immerhin dürfte nach imeinen jüngst ver- 
öffentlichten Beobachtungen über Daphniden, durch welche einige neue Gesichtspunkte auch für die Erklä- 
rung der Körpergestaltung gewonnen worden sind, eine kurze morphologische Betrachtung der Polyphemiden 
zu einigen Ergänzungen und Berichtigungen führen. 

Ziehen wir zunächst Leptodora hyalina heran, die allerdings nicht in die engere Gruppe der Polvphe- 
miden aufzunehmen ist, aber doch morphologisch den Ausgangspunkt bilden muss, um die Eigenthümlich- 
keiten jener zum Verständniss zu bringen, so zeigt diese langgestreckte Cladocere vor den beschälten 
Daphniden darin eine wesentliche Eigentümlichkeit, dass die Schal enduplicatur erst am Ende des Thorax 
oder des die sechs Beinpaare tragenden Mittelkörpers beginnt. Hiermit im Zusammenhange steht auch die 
ausserordentliche Länge des Endganges der Schalendrüse, welche ihre Lage in der Schale beibehalten hat, 
ohne ihre Ausmündung an der Maxillarregion zu ändern (Fig. 2). Offenbar besteht hier bereits für die 
Schale, von der ich an einem anderen Orte gezeigt habe, dass sie durch eine Hautduplicatur der Maxillar- 
gegend 2 entstanden ist, ein seeundäres, der Panzerbildung der Malakostraceen durchaus entsprechendes 
Verhältniss; denn auch hier ist die innere Lamelle allmählich von Segment zu Segment verkürzt worden, so 
dass der Panzer .schliesslich fast mit dem ganzen Bein-tragenden Mittelleibe, wie man es gewöhnlich be- 
zeichnet, verwachsen, nur eine verhältnissmässig schmale flügeiförmige Randduplicatur zu bilden im 
Stande war. 

Bei säinmtlichen Polyphemiden ist nun eine viel bedeutendere und physiologisch zu ganz neuen Ver- 
hältnissen führende Abänderung eingetreten, welche darauf beruht, dass sich die Matrix der Rückenhaut 
des Thieres in Verbindung mit der Hypodermis der inneren Schalenlamelle zu einem Uterus-ähnlichen von 
Blut umspülten Brutsack umgebildet hat, über welchen die Aussenlamelle als Rlickenintegument bis auf 
eiuen dünnen Querschlitz am Hinterende oder sogar vollkommen — Evadne — mit der Haut verwachsen ist 
und im letzteren Falle nur durch einen engen stielartigen Verbindungsstrang den Zusammenhang mit dem 
Matrikaisacke erhalten hat (Fig. 12 St.). Das enge Lumen dieses Stieles, gewissermassen der Ausführungs- 
gang des Matrikaisackes, würde dem weiten Raum zwischen Schale und Rückenhaut am Hinterende der 
Daphniden entsprechen . 

Vergleichen wir das Verhalten der Abdominalsegmente, über welche sich die Schale der Daphniden 
ausbreitet, bei L<?±>todora und den Polyphemiden, so folgen bekanntlich bei Leptodora auf den Mittelkörper 
noch vier sehr langgestreckte (von dem kürzeren zweiten Segmente abgesehen) Segmente, welche keine 
Krümmung wie bei den Daphniden erfahren haben. Die drei vorderen sind die Segmente des Abdomens, 
das hintere dagegen, welches mit dem Tastborstenhöcker beginnt, entspricht ohne jede Frage dem Post- 
abdomen der Daphniden, während die geraden Endhaken die Furealstücke wiederholen. Wir haben somit 
genau wie bei den Daphniden und Lynceiden drei Abdominalseginente und einen mächtig entwickelten, mit 



1 P.E. Müller, Danmarks Cladocera. Kjöbenhavn 1867. 

- C. ('laus. Untersuchungen zur Erforschung der genealogischen Grundlage des Crustaceensystems. Wien 1870. 
sowie: Zur Kenntnis- der Organisation der Daphniden 1. c. p. 399. 



Zur Kenntnis <!<■<< Baues und der Organisation der Polyphemiden. 139 

den Tastbo-rstenpaare beginnenden Endabschnitt, der wie dort als Postabdomen zu bezeichnen 
ist, und das Postabdomen der Estheriden und Verwandten wiederholt l . 

Bei den Polyphemiden, die durchwegs an dem verkürzten Thorax nur vier Beinpaare erhalten haben, 
erfährt auch das Abdomen eine bedeutende' Verkürzung und Reduction. Bei Bythotrephes scheinen zwar 
noch- drei Abdominalsegmente nachweisbar, indessen sind die beiden vorderen ventralwärts nicht mehr ab- 
gegrenzt, dagegen hat sich das Postabdomen mit den beiden Furcalhaken in deutlicher Abgliederung erhal- 
ten, jedoch in eigentümlicher Weise durch enorme Verstärkung und Verlängerung des Tastborstenhöckers 
unigestaltet. Dieser mit den winzigen Tastborsten am äusseren Ende hat die Rolle der Balancirstange über- 
nommen , welche bei Leptodora dem gesummten Abdomen und Postabdomen zufällt (Fig. 1). Dass mit den 
Dachfolgenden Häutungen hinter der Afteröffnung zwei, beziehungsweise drei Paare von Haken auftre- 
ten, hat bereits Müller richtig erkannt und durch die unterbliebene Abstreifung der älteren Cutieularhäute 
erklärt. Bei Folyphemus (Fig. 7) erscheinen Alidomen und Postabdomen zu einem kurzen ungegliederten 
Rudimente zusammengezogen, an welchem die Furcalhaken ganz ausfallen, während der Tastborstenhöcker 
eine immerhin noch bedeutende Länge bewahrt und am Ende zwei ansehnliche Tastborstenschläuche trägt. 
Bei Podon und Evadne endlich verkürzt sich wiederum der Tastborstenhöcker zu einem Rudimente, welches 
den paarigen Höckern von Stda ähnlich ist, während die Furcalhaken am Hinterleibsstummel erhalten sind 
(Fig. 15, 16, 21, 23). 

Für die Details der Gliedmassengestaltung darf ich besonders auf P. E. Müller's Arbeit hinweisen. 
Die Vorderfühler reduciren sich überall bedeutend und tragen nur eine geringe Zahl, meist fünf bis sechs 
Riechcj linder mit glänzenden Endkörperchen. Bei Byihotreph.es kolbig aufgetrieben, erheben sich dieselben 
auf frei abstehender Basis (Fig. 6), die sich schon bei Folyphemus dem Kopfe anlegt. Während hier aber 
noch die cylindrischen Fühler frei hervorragen, und wie bei Bythotrephes durch besondere Muskeln beweglich 
sind, verschmelzen auch diese bei Podon und Evadne mit der Vorderfläche des Kopfes, oder besser, sie 
kommen von derselben überhaupt nicht zur Abgliederung, so dass hier ein ähnliches Verhältniss besteht, 
wie an den Nauplius-L&vye^ der Estheria und Limnadia, deren Fühler unter dem Integuuient verborgen, 
nur den Borstenanhang frei hervorstehen lassen. Um so mächtiger ist überall das zweite Antennenpaar ent- 
wickelt, welches wie bei Leptodora vornehmlich oder gar ausschliesslich die Ortsbewegung vermittelt. Stets 
erheben sich auf langgestrecktem Stamme zwei ziemlich gleich lange Ruderäste, von denen der eine dreiglie- 
derig, der andere viergliederig ist. Letzterer trägt bei Bythotrephes 8 (0-1-1-^2-1-5 i . bei Polyphemüs und 
bei Podon intermedius 7 (0-t-l-+-2-)-4), bei Podon polyphemoides und Evadne nur 6 (0-H l-r-l-f-4) fein 
gefiederte Ruderborsten, während der dreigliederige Ast bei Bythotrephes und Folyphemus 7 (l-t-l-t-5), 
bei Podon und Evadne 6 (l-f-l-t-4) Borstenanhänge besitzt. Bei Podon und Evadne sind die Endglieder 
beider Aste so bedeutend verkürzt, dass die vier Borsten am oberen Ende zu entspringen scheinen. 

Von Mundwerkzeugen findet sich überall unterhalb der umfangreichen überaus beweglichen Oberlippe 
ein kräftiges Mandibe'paar und ein kleines, bei Podon und Evadne überaus verkümmertes Paar von Maxil- 



1 Hiernach würde Weismann's Deutung zu berichtigen sein. Vergl. A. Weismann, Über Bau und Lebehserschei- 
nungen von Leptodora hyalina. Leipzig l8T-t, p. 8. Der Endabschnitt, welcher mit den beiden Tastborsten beginnt, welche 
.■uif zwei oder auch einem unpaaren Höcker sich erheben können, ist bei allen Cladoceren als Postabdomen vorhan- 
den. Es ist deshalb unrichtig, wenn Weismann, der diesen Abschnitt bei Bythotrephes und Polyphemüs als Postabdomen 
anerkennt, denselben bei Leptodora dem Abdomen zuzählt und bei vielen Daphniden zugleich schwinden lässt (p. 59 . 
Ebenso bedarf er einer Berichtigung, wenn dieser Autor sagt: ..Am vollständigsten i.-t die Verwischung der Segmentgrenzen 
und Körperabschnitte wohl bei Boemina etc., aber auch bei der Gattung Daphnia ist weder eine Gliederung des Abdomens, 
noch auch eine .Marke zwischen diesem und dem Thorax vorhanden." In allen diesen Fällen, sowohl bei Daj'i>'n" wie hei 
liosmina, Sida etc. sind die Segmente, wie ich Inder bereits citirten Daphniden- Arbeit zeigte, deutlich gesondert und stets 
ein dreigliedriges Abdomen und ein einfaches mächtiges Postabdomen vorhanden. 

- Neuerdings gäbt noch Gers tack er in dem eben erschienenen 2lten Heft von Bronn's < lassen und < Irdnungen Leip- 
zig und Heidelberg 1876) für die Wo»pft««-Larven von Estheria au. dass „Andeutungen der späteren Tastfiihler" 
fehlten, während ich schon zwei Jahre vorher I.ehrb. d. Zoologie, :;. Aufl. 2. lieft, p. 501 u. 502 hervorgehobe 11 habe 
dass dieselben als mit einer Horste besetzte Knospen hervortreten. 

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140 C. Claus. 

len. Die Mandibeln sind überall kräftige, mehr oder minder hakenförmig einwärts gebogene Platten, welche 
im Vergleiche zu den langen Mandibularhaken von Leptodora verkürzt erscheinen, und mit mehrfach bezahu- 
tem Kaurande enden. Offenbar werden dieselben auch hier als Waffen zum Raube benutzt, und verhalten 
sich zu jenen, wie etwa die Mandibeln verschiedener Carabidengattungen zu denen von Cicindela. Unter 
einander differiren sie wiederum nicht unwesentlich nach der besonderen Bezahnung, die wohl als Gattungs- 
charakter verwerthet werden könnte. Bei Bythotreph.es läuft der Kaurand der Mandibel (Fig. 1' und 2 Md) 
in eine zweizähnige Kante aus, vor welcher an der Innenseite ein warziger mit Spitzen besetzter Höcker 
sich erhebt. Der letztere fehlt schon bei Polyphemus. Hier ist die Kaufläche der Mandibel, wie bereits Ley- 
dig beschrieben hat, „durch drei von einander weit abstehende quere Zahnreihen gerieft, von denen je der 
äusserste Zahn auch der längste ist und stark vorspringt" (Fig. 7 Md und 7'). Bei Podon (Fig. 23') und 
Evadne gestalten sich die Zähne zu längeren mehrzackigen Spitzen, welche wiederum bei Evadne spinifera 
(Fig. 21") und Evadne tergestina ' (Fig. 15') so bedeutend abweichen, dass man zumal bei anderen nicht 
unwesentlichen Differenzen beider Formen letztere generiseh vielleicht als Pseudevadne sondern könnte. 

Hinter den Mandibeln erheben sich bei Bythotrephes (Fig. 2 und Mx) und Polyphemus (Fig. 7 Mx) 
die Maxillen als ansehnliche mit kurzen Spitzen besetzte Lappen, einer Unterlippe ähnlich. Bei Podon und 
Evadne werden dieselben ganz rudimentär, doch bleiben sie in beiden Fällen noch als kleine schwierig zu 
beobachtende behaarte Wärzchen nachweisbar. 

Bücksichtlich der auf die Mundtheile folgenden Gliedmassen ist die Vierzahl der Beinpaare, sowie die 
Verwendung derselben als Greif- und Fangorgane ein für die Polyphemidengruppe durchgreifender Cha- 
rakter. In letzterem Punkte schliessen sie unmittelbar an die (5 Beinpaare tragende Leptodora an, obwohl 
sich eine beträchtliche Grössenreduction von Bythotrephes an bis zu Evadne bemerkbar macht. Hier wie dort 
scheint der Phyllopodenfuss so bedeutend verändert, dass es mit Schwierigkeiten verbunden ist, denselben 
wiederzuerkennen und seine Abschnitte an der offenbar secundären , den besonderen Lebensverhältnissen 
angepassten Beinform nachzuweisen. Indessen zeigt ja auch schon das vordere Beinpaar der Daphniden 
ähnliche, an Greif- und Kieferfüsse erinnernde Gestaltungsverhältnisse, und es ist zumal bei der Grösse der 
Gliedmassen und bei der besonderen Ausbildung der Greiffunction gerade auch am vordem Beinpaare ins- 
besondere von Leptodom und Bythotrephes kaum zweifelhaft, dass dieses zuerst von dem Processe der mit 
Functionswechsel verbundenen Formveränderung betroffen wurde. 

Überall unterscheidet man einen längeren oder kürzeren wohl aus einem zweigliederigen Abschnitte her- 
vorgegangenen Stamm , an dessen Innenseite ein Ladenfortsatz sich erhebt, sodann einen gestreckten meist 
dreigliederigen, mit Greifborsten besetzten Hauptast und einen verschieden umfangreichen, in einem Falle 
sogar auf einen Dorn reducirten Aussenast. Durch den Ausfall des letzteren als beweglichen Anhang schliesst 
sich Bythotrephes ebenso wie durch die bedeutende Längsstreckung der Fussglicder, sowie durch die 
enorme Grösse des vorderen Beinpaares (Fig. 1 F') an Leptodora an. Indessen sind an allen vier Beinpaaren 
grosse Ladenfortsätze vorhanden, welche im letzteren Falle fehlen. Am vorderen Paare spitz ausgezogen 
(Fig. 1") erscheinen dieselben am zweiten (Fig. 1'") und dritten Paare oblong, am vierten bei allen Polyphe- 
miden rudimentären Beinpaare konisch und von acht Porsten des Hauptastes umstellt (Fig. 1 IV ). An die- 
sem vierten Paare hat sich auffallender Weise auch der äussere Ast als kleines mit einer Borste besetztes 



1 Wahrscheinlich ist die im Hafen von Triest sehr verbreitete Form mit der früher von mir als mechterranea unterschie- 
denen, jedoch nicht ausreichend auf die Artmerkmale bekannt gewordenen Form identisch. Von der nordischen Evadnt 
Nordmanni Loven, wie sie neuerdings von P. E. Müller charakterisirt wurde, ist sie jedenfalls speeifisch verschieden. 
Während bei E. X< rdmanni der äussere Ast des dritten Beinpaares nur eine Borste trügt, ist er hier mit drei Borsten be- 
setzt. Ebensowenig- berühren die beiden vom Rücken entspringenden Levatoren der Ruderantennen einander, sondern ste- 
hen wie bei E. spinifera weit ab. Als besonders charakteristisch möchte ich für unsere Art die Verlängerung der Fornix- 
Crista über die Basis des I. Beinpaares (Fig. 15 F), sodann die last regelmässig am Rückenkegel auftretenden Zellenreihcn 
mit Pigmeiitkönielieninlialt, sowie den Besitz grosser feinkörniger Zellen unterhalb des Anges, endlich die eigenfhümliche 
Gestidt der Schalendrüse hervorheben. Diese Charaktere lassen jetzt die Triester Em, ine neben der E. spinifera als wohl- 
unterschiedene Art erscheinen. 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polypheniiden. 141 

Glied erhalten (Fig. 1 Re). Der Borstenbesatz des Hauptastes erfahrt freilich im Vergleiche mit Leptodora 
eine merkliche Reduction, indem nur an dem ersten Gliede zwei Borstenreihen mit beschränkter Borstenzahl 
zurückbleiben. Am beträchtlichsten ist dieselbe am ersten Beinpaare von Polyphemus (Taf. IV, Fig. 7"), an 
welchem sogar eine Art Fächerstellung zum Ausdruck kommt; dahingegen findet sich an der entsprechenden 
Gliedmasse von Bythotrephes, abgesehen vom endständigen Borstenpaare, nur eine einzige Borstenreihe. An 
dem Terminalgliede erlieben sich überall, durch einen kurzen fast gliedförmigen Absatz getrennt, zwei Paare 
langer bedornter Greifborsten, am Ende des vorletzten Gliedes, welches bei Podon und Evadne mit dem vor- 
ausgehenden verschmilzt, dagegen nur ein einziges Borstenpaar. 

Der Aussenast, der breiten Endlamelle des Daphnidenbeines (3. und 4. Paar) gleichwertig, erscheint 
noch bei Polyphemus als fächerförmige, mit fünf langen Borsten besetzte . Platte von ansehnlicher liriisse 
(Fig. 7 Re). Bei Podon und Evadne hat sieh derselbe schon auf ein schmales kurzes Glied reducirt. dessen 
Ende drei (2. und 3. Beinpaar von Evadne tergestina) oder zwei (1. Beinpaar von Evadne tergestina; 1. -., 
3. Beinpaar von Evadne spiniferä und 1. und 4. Beinpaar von Podon intermedius) , oder nur eine einzige 
(1. Beinpaar von Podon polyphemoides ; 2., 3. Beinpaar von Podon intermedius \ 4. Beinpaar von Bythotre- 
phes, Evadne) trägt. Bei Polyphemus stellt dieser Theil am vierten Beinpaare eine kleine dreiborstige Platte 
dar, welche am unteren Ende der auch in allen anderen Gattungen auf eine einfache Lamelle reducirten 
Gliedmasse hervorsteht (Fig. 7 F lv Re), und daher wohl von P. E. Müller irrthümlich als Rudiment des 
Stammes ausgegeben wurde. Dagegen hat .Müller ganz richtig den langgezogenen mit Wärzchen besetzten 
Kauhöcker am Inneurande dieser Fussplatte erkannt und gedeutet (Fig. T" fK). 

Als männlicher Sexualcharakter ist bei sämmtlichen Polypheniiden der Besitz eines kurzen Greifhakens 
am Endgliede des ersten Beinpaares von Bedeutung. Bei Bythotrephes liegt derselbe am Grunde de< lang- 
gestreckten Gliedes (P. E. Müller), bei Polyphemus, Podon und Evadne fest am äussersten Ende. Schon 
Loven hat den kurzen Haken der männlichen Evadne gekannt und ebenso richtig hervorgehoben, dass 
neben demselben nur zwei lange Borsten zurückbleiben (Fig. 10 /•"'), eine Keduction, die auch für Polyphe- 
mus und Podon Geltung zu haben scheint. 

Integiunent. 

Die äussere Chitinhaut erscheint verhältnissmässig dünn und zart, auch ohne stark ausgeprägte rauten- 
förmige Sculpturen, wie wir sie bei vielen Daphniden finden. Nur hie und da, besonders au der Oberfläche der 
Antennen, Beine, Tastborstenhöcker etc., treten kleine, schuppenähnliche Erhebungen, Haken und Dörnchen 
hervor, wie sie insbesondere Leydig für Polyphemus treffend beschrieben hat. Indessen markiren sich bei 
Evadne vornehmlich in der Gegend der Schalendrüse auch langgestreckte rhombische Felder mit ausgezack 
ten durch kleine Halbkreise gebildeten Contouren. Überaus verbreitet ist die Bekleidung der Cuticula mit 
Spitzen und feinen Härchen, besonders au Oberlippe und Extremitäten. Die bekannte Seiteuleiste des Kopf- 
panzers, welche (bei den Daphniden als Gewölbe bezeichnet) in der Augengegend beginnt und von derRücken- 
seite her die Insertion der Ruderantennen bogenartig umspannt, fehlt auch bei den Polypheniiden nicht, 
wenngleich sie nur als feine lineare Curvatur erkannt wird. Für Polyphemus (Fig. 7 Fo) und Bythotrephes 
(Fig. G Fo), bereits von Leydig richtig beschrieben, findet sie sich in einfacherer für die Arten charakte- 
ristischer Form arcli bei Podon und Evadne (Fig. 15, Fig. 16, Fig. 21 Fo). Bei Evadne tergestina erstreckt 
sich dieselbe in charakteristischem Verlauf bis über die Basis des vorderen Beinpaares, so dass man sie für 
die vordere Schalenwand halten könnte. 

Die Hypoderinis ist als zusammenhängende Schicht polygonaler Zellen selten so schön wie bei den 
Polypheniiden zur Darstellung zu bringen (Fig. 6 und 21 Hy), und wurde auch bei Evadne schon vor länger 
als 4(1 Jahren von Loven als besondere Hautlage erkannt, die an der oberen Fläche immerfort eine neue 



1 Zum Vcrgl. siehe C.Claus, Daphniden I.e. Tat. XXVIII. p. 368— 370. 

- S. L. Loven, Evadne Nordmanni, ein bisher unbekanntes Entomostraeon. (Aus dei k. Wetenskaps-Academien's Hand 
lingar for 1S35; Archiv für Naturgeschichte von Wiegmann, 183S.) 



142 C. Gla 



ii s. 



Epidermis absondere. Freilich nahm dieser Forscher irrthttmlich an der inneren Flüche derselben noch eine 
dünne Muskelschicht an, welche mit dem grossen zirkelrunden Muskel am Kopfschilde zusammenhänge, 
hatte auch über die feinere Structur derselben keine genauere Vorstellung. Zuweilen treten ringsum in den 
grossen bläschenförmigen Kernen zahlreiche Pigmentkörnchen im Protoplasma der Zellen auf, welche an 
gewissen Stellen der Haut eine meist bräunliche Färbung veranlassen i z. P. regelmässig aut dem Nacken 
von Podon intermedius in der Peripherie des trächtigen Brutsackes, Fig. 23 Z', und an gleicher Stelle bei 
Evadne tergestina, wo sie freilich rechts und links auf eine oder nur wenige Zellreihen beschränkt bleiben, 
Fig. 15 Z 1 ). Häufiger tritt das bei Crustaceen so verbreitete diffuse violette Pigment an den Extremitäten 
und Abdomen auf. Dasselbe gehört der Matrix an und wurde auch schon von Leydig an Polyphemus oculus 
aus dem Alpsee beobachtet. Für die ausgewachsenen Thiere, welche dein See bei Maiseistein entstammen, 
hob derselbe Forscher eine grüngelbe Färbung an den Ruderannen und dem Rücken des Thorax, sowie eine 
braune Pigmentirung des Schalenrückens hervor, die wahrscheinlich auf Körnchenablagerung im Protoplasma 
der Matrixzellen zurückzuführen sind. Sehr eigenthümliche röthlich braune Stäbchen bilden in dichter 
Häufung den Inhalt mehrerer grosser Zellen, welche bei Evadne tergestina jederseits unterhalb des Augen- 
pigments vertheilt liegen (Fig. 15 und IG). Hier aber handelt es sieh wahrscheinlich um Absonderungen von 
bestimmter aber nicht näher bekannter Bedeutung. Auch ist es möglich, dass diese Zellen unterhalb der 
Hypodermis lagern und dieser nicht angehören, was an dieser schwierig zu untersuchenden Region nicht zu 
entscheiden war. 

Nervensystem und Sinnesorgane. 

Vom Nervensystem gewinnt man leicht bei seitlicher Lage des lebenden Thieres ein übersichtliches 
Bild, und ich wüsste neben Leptodora keine Cladoceren namhaft zu machen, deren Bauchkette so leicht 
der Beobachtung zu gängig wäre. In der That ist die Bauchkette auch zuerst unter den Cladoceren für 
Evadne nachgewiesen worden. Es gelang mir bereits vor 15 Jahren, hinter dem unteren Schlundganglion 
den bisher nur hypothetisch vorausgesetzten Bauchstrang in situ nicht nur zur Darstellung zu bringen, son- 
dern auch zu isoliren und an demselben ' vier Anschwellungen mit austretenden Nerven zu unterscheiden. 
Freilich seheint diese Beobachtung sämmtlichen in der Folgezeit über Cladoceren arbeitenden Forschern un- 
bekannt geblieben zu sein. Weder Klun zinger '-, noch Cr. 0. Sars 3 , noch P. E. Müller* weisen bei ihren 
Beschi-eibungen der Bauchganglienkette von Daphnia, Si'da und Leptodora auf dieselbe hin. 

Bei allen Polyphemiden markirt sich wie bei Daphnia und Verwandten das Gehirn mit dem Ganglion 
opticum sehr bestimmt und scharf, und sind daher diese Abschnitte von allen Beobachtern gesehen und meist 
genau beschrieben. So bemerkt Leydig 5 über Polyphemus: .Das Gehirn ist an seinem vordem Rande und 
oft weithinein ins Innere ziemlich intensiv braun pigmentirt; bat das Thier die Rückenlage eingenommen, 
so lässt sich dann ferner erkennen, dass der Hirnknoten durch eine mittlere seichte Furche aus zwei Hälften 
gebildet wird, und endlich bemerkt man in der bezeichneten Haltung des Thieres, dass das Augenganglion 
mit zwei kurzen Wurzeln dein Hirnknoten aufsitzt, wobei dann wieder ein deutlicher freier Raum in Form 
einer Querspalte zwischen dem Augenganglion und dem Gehirn offen bleibt. Wie bei allen anderen Daph- 
niden . vermochte ich wohl die den Schlund umfassende Fortsetzung des Gehirns zu sehen, aber durchaus 
nicht die hintere Portion des Ringes. Gleich den übrigen Arten geht ein starker Nerv vom Gehirn weg zu 
den Antennen." Der letztere Nerv, oder besser das letztere Nervenpaar entspringt aber wie bei den Übrigen 
Cladoceren aus der unteren Hirnportion, oder nahe an der Grenze des unteren Schlundganglions, welches Ley- 
dig bei Polyphemus nicht beobachten konnte, und es mnss jene letztere Angabe um so auffallender erschei- 



1 C Chilis. Über Evadm mediterranen etc. Würzburger naturw. Zeitschr. Tom. III, 1862, p. 245. 
-' Klunzinger, Einiges zur Anatomie der Daphnien, nel.sr kurzen Bemerkungen über die Süsswasseifauna der Um- 
jegend Cairo's. Zeitschr. für wiss. Zool. Tom. XIV. IS61. 

- G. 0. Sars, Norges FerskvandskrebS'lyr. I. Cladocera, Ctenopoda. Christiania 1865. 

1 P.E.Müller, Danmarks Cladocera. Kjöbenhavn 1867. 

5 Leydig, Naturgeschichte der Daphniden. Tübingen 1S6U, p. 235 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. 143 

neu, als Leydig in anderen Fällen das hintere Sehlundganglion iz. B. bei Daphnia pulex) und den Ursprung 
des Nerven für die Ruderantennen jenseits des Schlundes mehrfach darstellte und in der Beschreibung betonte. 
Sd beobachtet man auch bei Polyphemus (Fig. 7) den Ursprung der fraglichen Nervenpaare unterhalb des 
Schlundes, welchen, wie auch bei allen Polyphemiden. eine auffallend breite und kurze Gommissur umgibt. 
Von der unteren Schlundportion aber, welche die Antennennerven entsendet, erstreckt sich eine lange ver- 
schmälerte Brücke längs der Kieferregion /.n dem Ganglion des ersten Beinpaares, welches den oberen Ab- 
schnitt der mit vier Anschwellungen versehenen beinalte strangtörmigen Bauchkette bildet. Vollständiger 
noch als bei Polyphemus gelang es mir. bei Bythotrephes die Bauchganglienkette zu verfolgen, da ich die- 
selbe nicht nur in seitlicher Lage (Fig. 1 |, sondern auch in der Rückenlage des Thieres (Fig. 5) zu sehen 
Gelegenheit fand. Auch hier folgt auf das untere Schlundganglion eine langgestreckte Gommissur der Kiefer- 
region mit einer deutlichen, den Mandibelnerv entsendenden Anschwellung (Fig. 1 und 6). Heide Gommis- 
suren vereinigen sich dicht hinter dem Maxillarpaare unter Bildung einer gangliösen, durch eine breite Quer- 
brücke verbundenen Anschwellung, welche als Maxillarganglion einen Nerven zum Unterkiefer abgibt und 
sieb unmittelbar in das grosse den ersten Beinnerven (NF') entsendende Ganglion fortsetzt. Es bestehen 
somit im Wesentlichen dieselben Verhältnisse als bei den Daphniden ', bei denen auch auf das Mandi- 
bularganglion ein mit dem Ganglion des vorderen Beinpaares fast verschmolzenes Maxillarganglion folgt. 
Dem Ganglion des vorderen Beinpaares folgen noch drei Ganglienpaare mit Nerven für die entsprechenden 
Beine: die beiden hinteren Paare sind schmächtiger und einander näher gerückt, auch nur durch eine einzige 
schmale Quercommissur verbunden, während sich zwischen den Ganglien des ersten und zweiten Paares wie 
bei den Phyllopoden doppelte Queibrücken entwickeln. Da die Längscommissuren sehr kurz bleiben. 
gewinnt die Bauchkette, wie die von Leptodora, eine bedeutende Concentration. Von der letzten die Mus- 
keln der vierten Beines versorgenden Anschwellung entspringt der zu den Tastborsten tretende Nerv (NTh), 
sowie ein mehr ventral verlaufender Nerv für das Abdomen. Die Nerven, welche vom Gehirn austreten, ver- 
halten sich ähnlich wie bei den Daphniden. freilich mit Reductionen , die durch den Ausfall des unpaaren 
Auges, sowie durch die Verkümmerung des eigenthümlichen Sinnesorganes in der Beginn des Gewölbes 
begründet sind. 

Bei Evadne und Pod&n bilden wir im Allgemeinen dieselben Verhältnisse. Hier ist der Schlundring so 
breit und eng. ilass die beiden Nervenpaare der Ruderantennen aus dem Gehirn zu entspringen scheinen, 
während man die nun folgende lange und schmale Commissur zur Bauchkette, weil sie in ganzer Länge des 
Oesophagus verläuft, beim ersten Blick für die Schlundcommissur zu halten geneigt ist. Auch scheint der 
Ursprung des Augennerven weit aufwärts geiüekt. Das Augenganglion zerfällt sehr deutlich — und Gleiches 
gilt auch für das viel breitere und kürzere Ganglion opticwm von Polyphemus und Bythotreph.es — in 
einen oberen und unteren Abschnitt, welche den unpaaren und paarigen Theil des Augenganglions von Daphnia 
wiederholen. An der strangähnlichen Bauchkette kehren die gleichen Anschwellungen und Nerven wieder. 



1 In meiner bereits citirten Abhandlung über Daphniden habe ich mich in nicht völlig zutreffender, und wie ich sehe, 
einen Widerspruch enthaltender Ausdrucksforin des Nervensystems ausgesprochen. Es heisst da p. 18: „Aber ausser den 
bereits von Klunzinger bekannt gewordenen gangliösen Anschwellungen der Beinpaare habe ich noch ein vorausgehen- 
des Ganglion dicht unter den Mandibeln erkannt, von welchem die Mandibein und Max Hon innervirt werden so dass die 
Übereinstimmung mit den Estheriden eine überraschend vollständige ist." Letztere besitzen aber auch 
für die Maxillen besondere Ganglien, und somit trifft die letztere Behauptung nur dann zu. wenn auch für die Maxillen der 
Daphniden ein besonderes Ganglion hinter dem Mandibelgan.ülion existirt. Ines ist nun in der That ebenso bei den Pol v 
phemiden der Fall, und war auch bei Daphnia von nur erkannt worden, als ich bei spaterer Nachuntersuchung während der 
Correctur mich von einem etwas abweichenden Verhalten überzeugt zu haben glaubte, und daher den ursprünglichen Satz. 
wie er in dein zufallig aufbewahrten Correc'urbogen mir vorliegt und Jedermann zur Einsicht zusteht, (Aber etc. o-laube 
ich noch zwei vorausgehende Ganglien erkannt zu haben, von denen das obere Jen Mandibeln, das zweite den .Maxillen 
zugehört, so dass die Übereinstimmung mit den Estheriden eine überraschend vollständige ist-i veränderte. Nur so hat die 
in der verschlechterten Correctur belassene Schlussfolgerung einen Sinn, und klärt sich dir scheinbare Widerspruch meiner 
früheren Darstellung auf. Wenn man die Schwierigkeit in Anschlag bringt, mit welcher die betreffende Region des Nerven- 
centrums bei seitlicher Betrachtung des lebenden Thieres zu verfolgen ist, so wird man den durch nochmalige Untersuchung 
während der Coirectur eingeschlichenen Irrthiun begreiflich finden. 



144 C. Claus. 

Unter den Sinnesorganen zieht das Auge sowohl wegen seiner ausserordentlichen Grösse als der beson- 
ders schön zu verfolgenden feineren Structur unsere Aufmerksamkeit auf sich. Schon 0. Fr. Müller und 
Jurine waren der Bewunderung voll über den prachtvollen, die grössere Hälfte des Kopfraumes erfüllen- 
den Augenkegel von Polyphemus, dessen genauere Beschreibung wir denn insbesondere Leydig verdan- 
ken. Unter Hinweis auf die Darstellung dieses Autors kann ich mich auf einige ergänzende Bemerkungen 
beschränken. Der fast halbkugelige Atigenkörper, im Vorderraume des Kopfes durch bindegewebige Faser- 
züge suspendirt, liegt mit seiner vorderen Kngelfläche der entsprechend gewölbten Chitinhaut des Kopfes 
beinahe dicht an (Fig. 7). Hier erheben sich die zahlreichen Krystallkegel, einem Perlenkranz vergleichbar, 
aus dem grossen dunkeln Pigmcntkörper, in dessen schwach coneaver Seitenfläche die zahlreichen Nerven- 
fasern der Retina ans dem Augenganglion treten, um in die vom Pigment umhüllten Nenenstäbe überzu- 
gehen. Auffallenderweise scheint von Leydig die Grössenverschiedenheit der Kegel gar nicht bemerkt 
worden zu sein, die freilich noch viel bedeutender an dem ähnlichen Auge von Bythotrepkes hervortritt und 
für diese auch von P.E. Müller richtig eikannt und dargestellt worden ist (vergl. P.E. Müller 1. c. 
Taf. IV, Fig. 29). Während die Krystallkegel an der dem Ursprünge der sog. Tastfühler zugewendeten 
unteren Seite des Pigmentkörpers kurz und schmal sind, werden dieselben allmählig an der vorderen Fläche 
nach der Rüekenseite zu länger und breiter. Bei Bythotrephes sind die entsprechenden Krystallkegel in 
einen langen und dünnen Faden ausgezogen, ganz ähnlich wie bei zahlreichen Hyperiden , bei denen noch 
auffallendere Grössendifferenzen der lichtbrechenden Gebilde zu beobachten sind. Dass dieselben in einen 
engen fadenförmigen Stiel ausgezogen sind (Fig. 6 a), scheint mir nicht wenig zu Gunsten der alten Mül- 
1 ersehen Lehre vom musivischen Sehen des zusammengesetzten Anthropodenauges zu sprechen, denn bei 
dieser Gestaltung der Krystallkegel ist es nicht anders möglich, als dass der hinten liegende Nervenstab 
einen einfachen intensiven Lichteindruck empfindet. Den zugehörigen Nervenstab kann man an vorher 
erhärteteten Augen durch Auflösung des dunkeln, vornehmlich aus röthlich braunen Körnchen zusammen- 
gesetzten Pigmentes zur Darstellung bringen; man überzeugt sich dann von dem Vorhandensein einer zarten 
Scheide, welche sich in die Scheide des Krystallkegels fortsetzt, ferner von der verschiedenen Länge der 
Nenenstäbe, indem zu den kurzen Krystallkegeln auch kurze Nervenstäbe gehören (Fig. 6 b), und umge- 
kehrt, und, wenigstens bei Byt/wtrephes , von der überaus scharf ausgeprägten sogenannten Plättchen- 
struetur, wie sie Max Schulze zuerst am Anthropodenauge entdeckte. Übrigens sind die Krystallkegel 
der Polyphemiden nicht aus vier, sondern regelmässig aus fünf Segmenten zusammengesetzt. Dies 
ailt nicht nur iür BytJiotrepJies , bei welcher Form schon Leydig die Fünfzahl der Krystallkegelsegmente 
bemerkt hat sondern in gleicherweise für Polyphemus und Evadne, wahrscheinlich auch für Po don. Am 
Auge der letzten Gattung (Fig. 23) sind die oberen Krystallkegel ebenfalls lang gestielt und von ausser 
ordentlicher Länge, während die der Zahl nach reducirten (zwei Reihen) Krystallkegel an der Unterseite 
des Pigmentkörpers eine ganz kurze birnförmige Gestalt haben und von jenen durch einen sehr bedeutenden 
Zwischenraum getrennt sind, in welchem noch einmal eine Reihe gestreckt kegelförmiger Krystallkörper 
liegt (Fig. 23). 

Bereits P. E. Müller hat dieses Verhältniss eben so richtig als genau dargestellt, sowie auf das Vorhan- 
densein zweier Nebenaugen (o') hingewiesen, die ich schon vorher gesehen, aber unrichtiger Weise als un- 
paares Auge beschrieben hatte. Nach Lage desselben auf der Rückenseite haben wir es doch wohl mit einem 
losgelösten Abschnitte des grossen Doppelauges zu thun. um nicht —wie ich früher glaubte — mit dem Äqui- 
valent des unpaaren Entomostrakenauges. Nur ein einziger und zwar winzig kleiner Krystallkegel sitzt 
einem kleinen den Nervenstab umschliesscnden Pigmentstab auf, in welchen ein zarter langer Nerv eintritt. 
Bei Evadne hat der Augcnbulbus eine mehr kegelförmige Gestalt, und /.war in Folge der Reduction der un- 
teren Krystallkegel. Nur die oberen und vorderen lichtbrechenden Kegel sind hier erhalten, die unteren da- 
gegen bis auf winzige im Pigmentkörper noch nachweisbare Enlagerungen hinweggefallen (£". tergestina und 
wahrscheinlich auch E. Nordmunni). Bei E. spimfera freilich haben sich auch noch von der mittleren Gruppe 
(PodonJ v«m Krystallkegeln zwei schräg nach unten stehende Kegel erhalten (Fig. 21). 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. 145 

Wenn auch, wie bei allen Cladoceren und Phyllopoden, Facetten und Linsen der Cornea fehlen, so mar- 
kiren sich doch bei allen Polypheiniden an der den Augeubulbus umschliessenden bindegewebigen Membran, 
der sog. Augenkapsel (Fig. 21 Ale), facettenartige Umrisse vor der Vorderfläche der Krystallkegel, wohl 
durch nichts anderes, als durch die Auhaftung der Krystallkegelhülle veranlasst. Ähnliche Kreise treten 
ganz regelmässig auch an der Cornea homolog gebauter, aber nicht beweglicher Arthropodenaugen, z.B. 
der Hyperiden auf, deren Krystallkegel durchwegs aus nur zwei Segmenten bestehen. Daher liegen bei den 
Hyperiden nur zwei Zellkerne an der Innenseite der Eh-podermis jeder Cornealfacette an. Bei den Polyphe- 
miden freilich suchte ich nach den entsprechenden Kernresten vergebens. 

Der Bewegungsapparat des Auges ist in der bekannten Weise wie bei den Daphniden aus drei Muskel- 
paaren, einem oberen, einem seitlichen und einem unteren Paare gebildet, welche den Bulbus weniger aus- 
greifend seitwärts, als um- die Transversalaxe dorsalwärts und ventralwäits zu rollen im Stande sind. 
Leydig bemerkt für Polyp heraus , dass diese Augenmuskeln unterhalb der Basis der Ruderantennen ent- 
springen und sich mit trichterförmiger Ausbreitung zum Auge begeben. Letzteres kann streng genommen 
nur für den obern und untern Muskel gelten, da der Seitemnuskel in merklichem Abstand, und zwar ventral- 
wäits von dem fast gemeinsamen Insertionspunkte der erstem entspringt (Fig. 6, 7, 16, 21 J. An die Augen- 
kapsel befestigen sich die Muskeln durch mehrere divergirende Sehnenfasern. Übrigens sind an jedem 
Muskel zwei, an dem seitlichen sogar drei Bündel nachweisbar, die wahrscheinlich wie bei Daphnia eben so 
vielen Muskelzellen entsprechen. Bei Bythotrepkes tritt zu dem unteren Augenmuskel noch ein schräg vom 
Rücken herabkommendes Bündel hinzu (Fig. 6). Dicht unter dem fast gemeinsamen Ursprünge der oberen 
und unteren kegelförmig divergirenden Augenmuskeln liegt die Insertion des Muskels zur Bewegung der 
kleinen Fühler. 

Der von den Seiten des Gehirns abgehende Sinnesnerv, welcher zu den Ganglienzellen- ähnlichen Gebil- 
den der Haut führt, erfährt wie diese eine bedeutende Reduction, bleibt aber immerhin mehr oder minder 
deutlich nachweisbar. Leydig gedenkt desselben bei Polyphemus und hebt hervor, dass derselbe über die 
Wurzel der Ruderarme aufwärts steige und mit einer länglichen Platte ende. Bestimmter konnte ich diesen 
Nerven bei Bythotrephes verfolgen, wo er etwas hinter der Insertion der Augenmuskeln längs der Contour 
des Gewölbes mit zwei oder drei langgezogenen Endzellen in Verbindung steht (Fig. G). 

Die Nerven, Ganglien und Riechcylinderchen der vorderen ihrer Form nach bereits oben besprochenen 
Fühler stimmen ebensowie die Nerven der Tastborsten des Postabdomens im Wesentlichen mit den entspre- 
chenden Gebilden der Daphniden Uberein. Von besonderem Interesse erscheint bei Bolyphemus die ausser- 
ordentliche Verlängerung der Tastborstennerven, welche den stielartig ausgezogenen Schwanzhöcker in 
ganzer Länge durchsetzen (Fig. 6). 

Verdauungscanal. 

Der Darmcanal der Polyphemiden wiederholt im Allgemeinen die bekannten Verhältnisse der Daph- 
niden. Derselbe beginnt mit einer Art Vestibulum am Grunde der überaus beweglichen Oberlippe, deren 
Grösse und Gestalt nach den einzelnen Gattungen charakteristische Unterschiede bietet. Für Bythotrephes 
hat bereits Leydig und noch besser P. E. Müller die eigenthümliche Form derselben hervorgehoben und 
auf einen mittleren langen hakenförmigen Fortsatz aufmerksam gemacht (Fig. 1 u. 6 Lb). Dieser nimmt 
einen engen Ausführungsgang der Lippendrüse auf, welche nur aus zwei (beziehungsweise drei) grossen 
birnförmigen Zellen besteht, während der zweite lauge Ausführungsgang in dem mit Härchen bekleideten 
Hauptabschnitt im Vestibulum ausmündet (Fig. G). Bei den übrigen Gattungen, denen jener Fortsatz der 
Oberlippe abgeht, sind die Lippendrüsen minder ausgebildet und, von Bodon abgesehen, nicht so deutlich 
nachweisbar. Die Muskulatur wird jederseits durch den schräg unterhalb des Gehirns nach der Basis der 
Oberlippe herabgehenden Adductor (Ad) und durch mehr senkrecht von der Basis nach der unteren Fläche 
verlaufende Levatoren [LM), welche die Lippe zu fast horizontaler Lage empor zu heben im Stande sind, 
gebildet. Die massig lange schräg aufsteigende Speiseröhre, überall mit kräftigen Ringmuskeln der Wand 

Denkschriften der mathem.-naturw. C\ XXXVII. Bd. 19 



146 C. rinn,. 

und einer ohitinigen das Lumen begrenzenden Intima versehen, wird durch obere (31') und untere Dilatatoren 
befestigt und springt zapfenförmig in das Lumen des Magendarines vor. 

Oberhalb der Eintrittsstelle des Oesophagus bildet der Magendarm stets eine ansehnliche mit zwei seit- 
lichen Ausstülpungen versehene Erhebung, die somit mehr oder minder deutlich dreizipflig erscheint. Die 
paarigen Ausstülpungen dürfen wir unbedingt, obwohl sie genau die Structur des Magendannes besitzen, 
als den sog. Leberhörnchen den Daphuiden homolog betrachten. Erschlaffen die Ringmuskeln der mit grossen 
Zellen und einer Intima bekleideten Wandung, so dehnt sich diese zu beträchtlichem Umfang aus (Fig. 6). 

Diese bei Bythotrephes und Polyphemus besonders klar liegenden Verhältnisse haben auch für Podon 
und Evadne Geltung, bei denen freilich die Leberhörnchen fast ganz in die Transversalebene fallen, und 
desshalb nicht so leicht beim ersten Blick hervortreten (Fig. 21 n. Fig. 2] LH). P. E. Müller ' hat diesel- 
ben bei Evadne denn auch nicht beobachten können und mit Unrecht meine bereits früher gemachten An- 
gaben über das Auftreten der beiden Leberhörnchen bei Evadne bestritten. Der übrige Theil des Magen- 
darmes verläuft in gerader Richtung durch die ganze Länge des Körpers und geht erst im Abdomen in das 
kurze dünnwandige Rectum über; die Structur des Magendannes ist dieselbe, wie bei Leptodora; auf die 
dicke fein quergestrichelte Intima folgt die Bekleidung grosser kernhaltiger Zellen mit mehr oder minder aus- 
gesprochener Fetttröpfchenfüllung. Die peripherische Bekleidung der zarten Stützmembran (T. proprio.) wird 
wiederum von Ringmuskeln gebildet, welche Muskelzellen entsprechen, die hier und da durch Fortsätze und 
Ausläufer zusammenhängen und zwischen sich nur spärlicheLängsfasern erkennen lassen. Das überaus kurze 
Rectum ist überall durch die bekannten Dilatatoren gruppen, die in ähnlicher Weise in allen Crustaceenord- 
nungen wiederkehren, an dem Integument des Postabdomens suspendirt. Dass diese in seitlichen Reihen an- 
geordneten Muskelbündel die Erweiterung des Mastdarmes wesentlich unterstützen, liegt ohne Widerrede auf 
der Hand, dass sie aber, wie Lereboullet schon für Daphnia, dann später Weismann für L&ptodora 
•wahrscheinlich zu machen suchten, eine Art Darmrespiration vermitteln, vermag ich auch nach wiederholten 
Beobachtungen nicht einzusehen. Sicher kann allerdings in Folge energischer Wirkung dieser Muskeln der 
Eintritt von Wasser in das Rectum und selbst in den Magendarm stattfinden. Es fragt sich aber sofort, ob 
diese Bewegungsvorgänge einen regelmässigen und normalen für die Erhaltung des Organismus not- 
wendigen Process bezeichnen. Diese Frage muss ich nach wiederholten Beobachtungen an Copcpoden, 
Daphnia, den Polyphemiden und Leptodora entschieden verneinen. In der Regel nimmt mau eine intensive 
Thätigkeit dieser Muskeln, ein in raschem Wechsel sich wiederholendes Offnen und Schlicssen des Rectum 
dann wahr, wenn das Thier schon einige Zeit dem Drucke des üeckgiäschens ausgesetzt, den normalen Ver- 
hältnissen der Athmung entzogen ist, oder wenn das lebensfrische Thier einen Korbbällen birgt, und diesen 
zu entleeren im Begriffe steht. Letztere Beobachtungen beweisen zunächst, dass die Wirkung der Dilata- 
toren zum Austritt des Darminhaltes nothwendig ist; denselben gegenüber verliert Weis mann 's mehr 
teleologische Vorstellung, nach welcher „für die Entfernung des Kotlies peristaltische Bewegungen gewiss 
völlig ausreichend wären," ihre Berechtigung. Dagegen weist das erstere leicht zu constatirende Verhält 
niss darauf hin, dass es abnorme, vielleicht asphyktische Zustände des Thieres sind, durch welche die Dila- 
tatoren zu angestrengter Thätikeit angeregt, ihr die Respiration vielleicht gewissermassen eine neue Fläche 
zugängig zu machen vermögen. Eben so wenig normal ist der für den Eintritt der Darmrespiration von 
Weismann hervorgehobene Zustand der Darmleere: „So lauge der Magen leer ist, geht ein continuir- 
licher Wasserstrom in der Richtung von hinten nach vorne durch den ganzen Tractus. Man sieht, wie der 
After sich in regelmässigen Zwischenräumen öffnet und wieder schliesst, sieht den aufgenommenen Schluck 
Wasser durch den Mastdarm gleiten, wobei die Dilatatoren desselben die Rolle der Säugpumpe übernehmen, 
die Ringmuskeln aber die der Druckpumpe. Der Magendarm selbst, auch wenn er vollständig leer von Nah- 
rung ist, zeigt niemals zusammengefallene Wände, sondern stets ein weites, also mit Wasser gefülltes 
Lumen, und befindet sich in weit lebhafterer antiperistaltischer Bewegung, als während der Verdauung. 



i P. E. Müller 1. c. p. 218. 



Zur Kenntniss des Baues and der Organisation der Polyphemiden. 14 V 

Ununterbrochen lauten grosse Contractionswellen über seine Oberfläche bin, oft fünf bis sechs gleichzeitig, 
so dass seine Contouren eine stark geschwungene Wellenlinie darstellen.- Ich kann nur sagen, dass ich 
Ähnliches auch bei den Polyphemiden beobachtet, aber anders zu deuten Veranlassung fand, da ich sofort 
den Zustand völliger Magenleere eben so wenig normal als die mit demselben im Zusammenhange stehenden, 
wahrscheinlich von demselben bedingten antiperistaltischen Bewegungen halten musste. Ja die Stärke und 
Grösse des Magendarmepithels , die von demselben fast stets ausgeschiedene, der Innenfläche anlie- 
gende Sehleimschicht, wie ich sie auch schon vor längerer Zeit für die Cyclopiden ' und Ostraco- 
den nachgewiesen habe, schien mir sogar einer gelegentlichen anter abnormen Bedingungen stattfindenden 
ausgedehnten Darmathmung sehr wenig günstig zu sein. 

Fettkörper. 

Bei den Polyphemiden spielt der Fettkörper keine geringere Rolle wie bei Leptödora. Auch hier sind 
es nicht feine den Darm umspinnende Netze, sondern — wenigstens bei Polyphemus und Bythotreph.es — 
Platten und Stränge von Zellen, vornehmlich zu den Seiten des Darmes und in der Nähe der Schalendrüse. 
Sn liegen bei Polyphemus zwei umfangreiche Zellenplatten zu den Seiten des Darmes oberhalb des Ovariums 
mehr oder minder unmittelbar vor der mächtigen Pia entarlamelle des Brutraumes. Der Fettgehalt der Zellen 
scheint einem mannigfachen Wechsel unterworfen , in der Regel aber findet sich jederseits eine Fettkugel 
von ausserordentlichem Umfange abgelagert (Fig. 7). Auch bei Bythotrephes treten ähnliche, aber weit um- 
fangreichere und verzweigte bis in das Abdomen herabreichende Zellenstränge auf (Fig. 4 Fk\ Auch findet 
sich hier hinter dem vorderen Bauchganglion seitlich vom Darm eine mit mehreren sehr grossen Kernblasen 
durchsetzte Platte, die ich auch nicht anders als auf den Fettkörper zu beziehen im Stande bin (Fig. G Fk). 
Bei Evadne und l'odon sind es grosse mit heller Flüssigkeit gefüllte blasige Körper, welche in paariger 
Anordnung' an der Rückenwand des Darmcanals ausgebreitet den Fettkörper repräsentiren, und obwohl es 
mir nicht gelang, Kerne in demselben nachzuweisen, doch aus Zellen hervorgegangen sein müssen (Fig. 12,- 
21 und 23 Fk). Schon Loven hat diese Bildungen beobachtet und als blasenförmiges Organ bezeich- 
net. Zahl und Grösse der fest aneinander liegenden Blasen wechselt übrigens eben so, wie Aussehen und 
Beschaffenheit des Inhalts, in dessen Peripherie sich zuweilen eine consistentere fast protoplasmatische 
Schicht abhebt. Freilich gehören hierher die grossblasigen Netze, welche bei Polyphemus (Fig. 7 BIG) und 
Podon (Fig. 23 BT) der Hinterwand der Augeukapsel anliegen, und vielleicht eine mehr mechanische 
Bedeutung für die Bewegungen des Augenbulbus haben. 

Wenn wir von diesen blasigen Stüt/.geweben des Auges mit überaus hellem wässerigen Inhalte absehen, 
dürften alle übrigen in die Kategorie des Fettkörpers gezogenen Bildungen eine hohe Bedeutung für den 
Stoffwechsel besitzen, indem sie sowohl stickstoffhaltige Nahrungskörper als Fette aus dem Blut aufneh- 
men und allmälig abgeben. Bereits Weismann hat dieses Verhältniss für Leptödora treffend dargestellt, 
und ich möchte nach meinen ähnlichen Erfahrungen an Polyphemiden und anderen Daphniden diese Auf- 
fassung durchaus unterstützen. Den Werth als Regulatoren des Stoffwechsels haben vielleicht in noch höhe- 
rem Grade die grossblasigen mit plasmatischen Stoffen gefüllten grossen Blasen, die ich bei Evadne mit 
der Überführung von Nährstoffen in die Wandung des trächtigen Uterus in Verbindung bringen möchte. Auch 
dürfte es kaum zufällig sein, dass bei den Daphniden in der Nähe des Excreationsapparates der Schalen- 
drüsen, so häutig Fettkörperplatten, mitunter von ganz beträchtlichem Umfange (ßidaj auftreten. 

Schaleudriise. 

Da bei den Polyphemiden die Seitenfläche des Thorax frei und unbedeckt bleibt und weiterhin im Zu- 
sammenhange mit der Entwicklung' eines Uterus-ähnlichen Brutsackes der Binnenraum beider Schalenblätter 
unmittelbar zur Leibeshöhle wird, so liegt die Schalendrüse, wie das sehleifenförmige Excretionsorgan der 



1 C'. Claus. Die frei lebenden Copepoden, p. 58. 

19* 



148 C. Claus. 

Maxillarregion wegen seiner Lage zwischen den beiden Schalenblättern genannt worden ist, frei im Leibes- 
raiune, dem Integiunent in ganzer Länge an; Gestalt und Verlauf der Drüsenschleifen sind daher über- 
aus bestimmt und deutlich bis zur Ausmündungsstelle zu verfolgen. Unter allen Polypliemiden möchte 
Bytliotrephes zum Studium der Drüse am geeignetsten sein und desshalb wohl am besten den Ausgangs- 
punkt unserer Betrachtungen bilden. Die schöne und grosse Schalendrüse dieser Gattung gestattet eine 
unmittelbare Zurückführung auf die homologe Drüse von Moina ' und Geriodaphnza. Denken wir uns die 
transversale Lage der beiden Schleifen der Schalendrüse von Moina in eine mehr longitudinale übergeführt. 
die vorderen Schenkel (<z, b) verlängert, dagegen den dorsalen Ausläufer reducirt, so erhalten wir im Wesent- 
lichen die Drüsenform von Bytliotrephes (Fig. 2). Dazu kommt freilich noch die beträchtliche Vergrößerung 
der ampullenförmigen Blase (AS), sowie die Erweiterung des transversal verlaufenden Endganges (d), der 
mit stark verengertem Endabschnitte fast rechtwinklig unigebogen mit deutlicher Öffnung nach aussen 
mündet. 

Ein Vergleich mit Leptodora, der ja auch in manch' anderer Hinsicht Bytliotrephes nahe steht, zeigt 
sofort, dass der transversal verlaufende Endgang dem ausserordentlich verlängerten durch den ganzen 
Thorax sich hin erstreckenden Drüsenabschnitt, welchen Weismann als Thoracaltheil bezeichnet (Weis- 
mann 1. c. Taf. XXV, Fig. 11 grD) entspricht. Aber auch au dem relativ kleinen in der Schalenduplieatur 
von Leptodora gelegenen Drüsenahschnitte unterscheidet man — freilich in verschiedenen Ebenen — eine 
äussere und innere Schleife nebst Ampulle (Weismanu's lateraler Zipfel 10), welche, wie überall, durch 
stark verengerten Hals und den vorderen Schenkel der inneren Schleife führt (siehe Fig. 10). 

Bei Polyphemus (Fig. 7, 8) liegt, der Hals des ampullenförmigen Sackes fast am untern Ende dessel- 
ben; hiermit im Zusammenhange wird der vordere Schenkel der inneren Schleife ausserordentlich kurz, wäh- 
rend der vordere Schenkel der Aussenschleife (b 1 ) grösstentheils hinter jenem Sacke verläuft und in den unter 
fast rechtem Winkel umbiegenden transversalen Endgang führt, dem auch hier ein ganz kurzer enger Aus- 
führungscanal (Ag) folgt. 

Bei Podon und Evadne haben die Schalendrüsen eine weit gestrecktere Gestalt und erinnern au die 
gleichnamigen Organe von Sida crystallina. Am meisten tritt diese Ähnlichkeit bei Evadne spinifera hervor 
(Fig. 21 und 22). Auch hier ist der vordere oder absteigende Schenkel der Innenschleife sehr verkürzt und 
eben so wie das ampullenförmige Säckchen, das in der Seitenlage eine mehr dreiseitige Gestalt darbietet, 
schwierig zu sehen. Der absteigende oder hintere Schenkel der Aussenschleife (Fig. 22 b) verlängert sich 
sehr bedeutend bis in die Gegend des vierten Beines und biegt dann in den aufsteigenden vorderen Schen- 
kel um, der sich unmittelbar in den mächtig erweiterten und rechtwinklig umbiegenden Endgang mit kurzem 
engen Ausführungsröhrchen fortsetzt. Bei Evadne tergestina (Fig. 15, IG) reicht die Schalendrüse nur 
etwa bis in die Gegend des dritten Beinpaares und zeigt mehrfache, zur Artunterscheidung höchst bezeich- 
nende Eigenthümlickeiten. Nicht nur die ausserordentliche Kürze des gesammten inneren Schleifenganges, 
sondern die Lage des absteigenden Schenkels der Aussenschleife (Fig. 20 b), welcher mit sackförmiger Auf- 
treibung beginnend, sowohl dem aufsteigenden Schenkel, als dem blasig aufgetriebenen Endgang (d) seitlich 
aufliegt, treten auf den ersten Blick als wichtige Artcharactere hervor. Auch bei Podon (Fig. 23) erscheint 
der innere Schleifengang ausserordentlich reducirt, die äussere Schleife mit dem blasig erweiterten Endgang 
und engerem Ausführungsröhrchen in mächtiger Ausdehnung entwickelt. 

Bezüglich der Structur der Wandung und Beschaffenheit des Drüseninhalts im Allgemeinen kehren die 
bereits bekannten und bei einer früheren Gelegenheit für die Daphniden erörterten Verhältnisse wieder. Ein 
Unterschied in der Function des ampullenförmigen Sackes und des Schleifenganges, wie ihn zuerst Weis- 
mann für Leptodora aus der histologischen Beschaffenheit des Drüsenepithels und des Sekretes, welches 
das Lumen erfüllt, abgeleitet hat, möchte in gleicher Weise auch bei den Polypliemiden bestehen; aber als 
fraglich erscheint es mir doch, ob derselbe im Sinne eines so strengen Gegensatzes aufgefasst werden kann. 



1 Vergl. C. Claus, Die Schalendriise der Daphuien. Zeitsclir. für wiss. Zool. Tom. XXV, Tat'. XI, Fig. 1. 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. 149 

Wenn auch der grosszellige ampiülenförmige Blindsack ausschliesslich wässerige Flüssigkeit und niemals Körn- 
chen und Concremente zur Ausscheidung bringt, diese vielmehr von dem Epithel des Drüsenganges gebildet 
werden, so glaube ich doch, wie bei Daphniden, so auch hier unabweisbare Anhaltspunkte gefunden zu 
haben, zum Beweise, dass die Ausscheidung wässeriger Flüssigkeit vielleicht in noch höherem Grade in der 
Wandung der Drüsengänge, vornehmlich sogar in dem unteren Abschnitte derselben (Endgang und äussere 
Schleife, beziehungsweise Nebenschleife) stattfindet. Bei Leptodora mögen es immer nur kleine Vacuolen 
sein, welche die Epithelzellen der .Schleifengänge bilden, dahingegen finden wir bei fast allen mir bekann- 
ten Daphniden und Lyneeiden, ebenso bei Bythotrepltes und Polyphemus gerade in der unteren der Ausfüh- 
rungsöffmuig genäherten Hälfte die Flüssigkeitstropfeu zu enormer Grösse ausgedehnt, so dass das Epithel 
eine grossblasige Beschaffenheit gewinnt. In meiner früheren Arbeit legte ich auf dieses Verhältniss nicht 
den zu einer richtigen Beurtheilung hinleitenden Nachdruck, und erst als ich in dem aufsteigenden Schenkel 
der Aussenschleife von Podon kleine glänzende Concremente im Innern dieser Blasen fand, welche dann in 
dem flüssigen Inhalt des Endganges in grosser Menge frei sich wiederfanden, kam ich zu der Vorstellung, 
dass hier die grossen Blasen ihren Inhalt durch Dehiscenz entleeren und zugleich die Concremente nach 
aussen in das Lumen des Drüsenganges gelangen lassen. Die letzteren aber, die bei Podon und Evadne in 
grosser Menge und oft zu förmlichen Concretionen zusammengeballt, in dem erweiterten Fortgang gehäuft 
liegen, kann ich nach ihrem Verhalten gegen Essigsäure und Alkalien, deren Einwirkung sie eine bedeu- 
tende Resistenz entgegensetzen, für nichts anderes als Harnconcremente halten, denen ähnlich, welche 
oft in so dichter Häufung in der Niere der Mollusken ausgeschieden werden. Was endlich die Bedeutung der 
Röhrchenstructur des Nierenepithels anbelangt, so bin ich, da wir ganz ähnliche Körperchen, als die von 
Weismann beschriebenen Cylinderchen in verschiedenen Drüsenzellen und in dem Epithel der Kiemeusäck- 
chen von Daphnia beobachteten, dieselben andererseits wieder in dem Epithel der Schalendrüse vermissen, 
mehr als zweifelhaft geworden, dass dieselbe als eine eigenthümliche und charakteristische Structur der 
Harnorgane in Frage kommen kann. 

Haftorgane der Nackengegend. 

Die merkwürdigen, nach Lage und Besonderheit der Form und Structur überaus mannigfaltigen Haft- 
organe, welche auf der Kückenseite des Integuments von zahlreichen Cladoceren und Phyllopoden auf- 
treten, haben bisher eine überaus verschiedene Deutung erfahren. So sehr man sich auch bemühte, für die 
Zurückfülirung derselben einen morphologisch gemeinsamen Ausgangspunkt zu gewinnen, so war doch, von 
der wechselnden Lage abgesehen, die so bedeutend differente Structur ein unübersteigliches Hinderniss. In 
einem Falle fand man Drüsenzellen (Sida) oder Reste derselben, im andern (Evadne, Podon) glaubte man 
einen muskulösen Saugnapf vor sich zu haben. Da die Vorstellung, nach welcher morphologisch gleiche Ele- 
mente in einem Falle Muskelzellen, im andern Drüsenzellen liefern, als im höchsten Grade unwahrscheinlich 
zurückgewiesen werden muss, konnte bislang die einheitliche Auffassung der Haftgebilde der Phyllopoden 
nicht durchgeführt werden. Nachdem ich nunmehr Gelegenheit hatte, den bekannten Rückensaugnapf von 
Podon und Evadne eingehend zu studiren und gefunden habe, dass derselbe nicht durch radiäre Muskel- 
fasern, sondern aus grossen Drüsenzellen mit streifigem Protoplasma gebildet wird, steht 
der Zurückfülirung der Haftorgane der Nackengegend auf die gleiche durch Drüsenzellen des Hautblattes 
gebildete Grundlage nichts mehr hinderlich im Wege. Überblicken wir die seitherigen Meinungen über das 
grosse Haftorgan der Evadne, so wurde dasselbe zuerst von Loven, dem Monographen dieser Gattung, als 
grosser zirkelrunder Muskel, welcher an einem ringförmigen Eindrucke in der Schale befestigt, durch strah- 
lenförmigen Verlauf seiner Fasern vom gemeinsamen Mittelpunkte bezeichnet sei, beschrieben. Eingehender 
noch stellte R. Leuckart ' das Nackenorgan von Podon pohjphemoides dar, fasste dasselbe aber in wesent- 



1 R. Leuckart, Über das Vorkommen eines saugnapfartigen Haftapparates bei den Daphniaden und verwandten Kreb- 
sen. Archiv für Naturg. Tom. XXV, 1S59, p. 262, Tat. VII, Fig. 5. 



150 C. Chi us. 

lieh gleicher Weise als grossen runden Saugnapf, ..als eine tellerförmige Grube mit aufgewulstetem Rande 
und einer deutlichen .Muskulatur. Ringfasern in der Peripherie und radiär verlaufenden Fasern in der Mitte" 
auf. Auch ich selbst ' sehloss mich früher nach Beobachtungen an Evadne und Podon Leu ckart's Auffassung 
an, hob jedoch bereits hervor, dass nur ein radiäres, nicht aber ein cirenläres Fasersystem vorhanden sei. 
Zwar hatte bereits Lilljeborg das Naekenorgan von Evadne und Polyphemus als „Organum secretionis" 
bezeichnet, da er sieb jedoch nicht auf einen näheren histologischen Grund stützte, so blieb seine allerdings 
vollkommen richtige Deutung seither unbeachtet, und die falsche gewann fast allgemeine Anerkennung. 

Der Grund nun zu der irrtlr mlichon Auffassung ('es Haftorgans als Muskel ist offenbar darin zu suchen, 
dass alle seitherigen Forscher weder starke Yergrösserung gebrauchten, noch Reagentien bei Untersuchung 
des fraglichen Gebildes zu Hilfe genommen haben. Beobachtet man das Haftorgan von Evadne und Podon 
unter schwachen Vergrößerungen , so machen die radiären Streifen ganz den Eindruck von Muskeltibrillen, 
und das Ganze scheint einem muskulösen Saugnapf so ähnlich, dass man die Frage für erledigt hält. Da- 
gegen genügt bei Anwendung eines starken Systems (Hartna,ck, VIII) der erste Blick, um darzuthun, dass 
die tibrillären Streifen mit Muskelfasern absolut nichts zu thun haben, vielmehr zähe plasmatische Fäden 
sind. Gar bald gewahrt man auch eine Klüftung in der Substanz und dieser entsprechend mehr oder minder 
bestimmte Einschnürungen des äusseren Ringes (Fig. 16), welche auf eine Zusammensetzung der streitigen 
Masse aus Zellen hinweisen. Dass es sich in der That um einen Kreis von grossen Drüsenzellen handelt, 
erkennt man bei längerer Beobachtung des absterbenden Thieres, und noch bestimmter auf Zusatz mit 
Essigsäure, durch welche einige wenige Kerne deutlich werden. Die ganze Bildung löst sich allmälig iu 
grosse Zellen mit zähen streifigen Protoplasma auf. welches an dem obern der Cuticula aufliegenden Theile 
der Zelle einem mehr gleichmässigen und homogenen Protoplasma weicht (Fig. 17). Auch über die Zahl und 
Gruppirung dieser Zellen , deren secretorische Bedeutung bei längerer Beobachtung des Objectes durch die 
Ansammlung kleiner Tröpfchen im Körper oberhalb der Cuticula unzweifelhaft wird, gelingt es nicht min- 
der leicht, sich nähere Auskunft zu verschaffen (Fig. 1-1 b, e). Es sind fast regelmässig zehn grosse kegel- 
förmige Zellen, von denen zwei central, die übrigen peripherisch innerhalb des bekannten doppelt con- 
tourirten Cuticularringes liegen, welchen der innere Kreis der vermeintlichen Saugseheibe entsprechen 
würde. Die verschmälerten, ein mehr homogenes Protoplasma haltigen Spitzen sind sämmtlich nach der 
Cuticnlarplatte gewendet, aus welcher, ähnlich wie aus dem Wachshäiischen der Biene, das Secret der 
unterliegenden Zellen hervortritt. Seihst nach Entfernung der Zellen, deren Zahl und Lage durch die Beob- 
achtung von Embryonen (Fig. 14 a und 10 HO) bestätigt wird, findet man in einem mehr oder minder 
hervortretenden polygonalen Netze an der Innenseite des Cuticularplättchens die Grenzen der Drüsenzellen 
erhalten (Fig. 14 d). 

Ganz ähnlich wie Evadne verhält sich das Nackenorgan von Podon (Fig. 23), und aller Wahrschein- 
lichkeit nach auch das schöne Nackenorgan der Macrotkrt'x-Arten, welches unter schwachen Vergrösserun- 
gen, genau wie das von Evadne, den Eindruck einer flachen Saugscheibe macht. Ich habe mir erlaubt, eine 
schon vor mehreren Jahren entworfene Abbildung von Macrothrix laticornii beizufügen (Fig. 24 HO), und 
bemerke, dass sich das entsprechende Gebilde von M. roseus in ganz gleicher Weise ausnimmt. Auch kann 
es keinem Zweifel unterliegen, dass das embryonale Haftorgan der Gattung Daphm'a mit seiner uhrglasför- 
mig erhobenen Cuticularscheibe und dem unterliegenden Zellenkörper dieselbe Bildung wiederholt, und dass 
die im Zellenprotoplasma wahrnehmbaren radialen Streifen auf die gleichen Plasmafäden der Secretionszellen 
zurückzuführen sind. Ein Rest desselben Organs ist offenbar auch der schon an der Nauplius-Larve von 
Apus und Branchipus auftretende Nackenschild, unter welchem stets noch eine Anzahl anliegender oder ab- 
gelöster Zellen nachweisbar bleiben. Letztere erhalten sieh oft auch da, wo von der Begrenzung der Cuticular- 
scheibe keine Spur mehr zurückgeblieben ist. In diesem Sinne habe ich bereits an einem anderen Orte auf 



1 C. Claus, Untersuchungen zur Erforschung der genealogischen Grundlage des C'rustaeeensysteins. Wien 1876, 
Tat. XIX, Fig. 2 NO. 



Zur Kenntniss des Hains und de?- Organisation der Polyphemiden. 151 

eine Zellengrube im Nacken der Estheria-L&vven aufmerksam gemacht und füge hinzu, dass auch bei Bytho- 
trephes die nämlichen Zellen in gleicher (irgend regelmässig bemerkbar sind (Fig. 1 und Fig. 6 Z). 

Nun tritt freilich in vielen Füllen zu der Nackendriise , mag dieselbe noch als Haftorgan fungiren oder 
rückgebildel sein, ein weiteres Element hinzu, gebildet durch sehnige Ansätze von Muskelfasern, welche 
bei eintretender Contraction einen Zug auf die Nackengegend ausüben und eine grubenförmige Vertiefung 
des Integunieiits zu erzeugen vermögen. Solche Muskeln habe ich bereits für Sida näher beschrieben und 
rinde nun auch, dass sie anderwärts — wenngleich aufwärts in der Nackengegend — wiederkehren. Schon 
bei Bytkotreph.es (Fig. 6 NO) bemerkt man oberhalb der erwähnten Zellen einen kleinen Faserkegel, dessen 
Spitze in einen langen sehnigen Faden ausläuft, welcher einer hinteren Gruppe von Dilatatoren des Oeso- 
phagus, vielleicht auch dem Adductor der Oberlippe zuzugehören scheint. In dieselbe Kategorie werden die 
viel grösseren Kegel divergirender Sehnenfasern bei Moi?ia und Polyphemus (Fig. 7 A 7 Ö) zu beziehen sein, 
zwischen denen ich keine secretorischen Elemente nachzuweisen im Stande war. Leydig will freilich unter 
der Haut der letzteren Form ein Lager birnförmiger Zellen gesehen haben, so geordnet, dass sie zusammen 
bei der Seitenlage des Thieres ein Dreieck formen, bringt dieselben jedoch in seiner Zeichnung nicht zum 
überzeugenden Ausdruck, während Fischer den dreieckigen Kaum durch den Ansatz von Muskeln 
bestimmt findet. Zum Anlegen des Leibes scheint übrigens dieser Faserkegel für sich kaum befähigt zu sein, 
da ich weder für Tolyphemvs noch Bythotrephes eine Fixation beobachtet habe. Anders mag sieh vielleicht 
Bosmina verhalten, deren auffällig grosses und schönes Nackenorgan fast allen Beobachtern entgangen zu 
sein scheint. Hier (Fig. '.' NO) findel sieh innerhalb des Faserkegels eine colossale Zelle, und in deren Um- 
gebung, der Oberfläche genähert, kleinere Zellen, die sämmtlich vielleicht noch Secrete abscheiden. Dazu 
kommt am äussersten Endpunkte ein kleiner Cutieularring, welcher doch wohl mehr als ein Ornamentum cuti- 
cvlae sein möchte, wie P. E. Müller die gleichen Chitinringe der Lynceiden bezeichnet hat. 

Kreislauf und Athmung. 

Die Polyphemiden eignen sich wegen der relativ sehr geringen Menge von körperlichen Elementen in 
der meist farblosen Blutflüssigkeit minder gut zur eingehenden Verfolgung der Blutbahnen des Kreislautes. 
Dass diese aber im Wesentlichen die Circulation der Daphuiden wiederholt, unter Vereinfachungen, welche 
durch die Reduction des Schalenraumes, beziehungsweise dessen Zusammenfallen mit der Leibeshöhle 
(Podon, Evadnt i bedingt sind, möchte aus der übereinstimmenden Lage und Gruppirung der die Grenzen 
der Blutbahnen bildenden Organe, sowie aus der überaus ähnlichen Gestaltung des Herzens hervor- 
gehen. 

Bei Bythotrephes (Fig. 1 C) erreicht schon das Herz die bedeutendste Grösse und zeigt die Form eines 
länglichen ventralwärts schwach eingebogenen Schlauches, dessen Vorderende sieh plötzlich stark verengt und 
in eine laug ausgezogene Aorta führt (Fig. C> Ao). Dem arteriellen Ostium liegt gleichwie bei Leptodora eine 
ansehnliche kernhaltige Klappe (Va) auf, welche in gleicherweise an dem mehr tonnenförniigen Herzen der 
übrigen Polyphemiden, bei Evadne (Fig. 13 Va) mehr einer flachen Eallthür ähnlich (Fig.35), wiederkehrt. 
Die in spitzem Winkel zur Längsaxe gestellten seitlichen Spaltöffnungen mit lippcnförniig eingeschlagenem 
Saume sind aulfallend weit nach hinten gerückt (Fig. (3 0), während sie bei den übrigen Gattungen mit der- 
selben einen rechten Winkel bilden, aber auch mehr der hinteren Hüllte angehören. Die Fixation wird vor- 
wiegend durch die vorderen, den Aortenraum umgrenzenden membranösen Platten, aber auch durch sehr 
feine sehnige Fasern vermittelt, denen ich jedoch keinen Einliuss bei der Diastole des Herzens zuzuschreiben 
vermag. Hei Evadne erscheint der Aortenraum ausserordentlich kurz und weit, da die dorsale und ventrale 
Wand fast rechtwinklig zur Längsaxe des Herzens absteht. Die Muskelzellen, welche die Aussenfläche der 
struet urlosen Intima umgürten, zeigen bei Bythotrephes und Polyphemus als breite quer gestreifte Bänder 
einen ähnlichen Verlauf wie bei Daphnia, während sie bei Evadne an die verästelten nur durch weite Zwi- 
schenräume getrennten Muskelreihen von Leptodora erinnern, nur dass sie ein weit zarteres Netzwerk mit 
viel feineren Faserzügen bilden. 



152 G. Claus. 

Die Athmung nmss vorwiegend durch die gesammte zarthäutige Körperoberfläche vermittelt werden, da 
ebenso wie bei Leptodora Kiemensäckchen an den vier Beinpaaren vernrisst werden. 

Geschlechtsorgane und Fortpflanzung. 

Die Eigentümlichkeiten , durch welche sieb die Fortpflanzung der Polyphemiden auszeichnet, werden 
in erster Linie durch das Auftreten eines vollständigen Uterus-ähnlichen Brutbehälters bestimmt. 
Morphologisch entspricht der Raum desselben dem zwischen Rückenhant und Schalenduplicatur zurückblei- 
benden Brutbehälter der Daphniden. Die beiden Blätter desselben, die Rückenhaut und die zarte innere 
Lamelle der Schalenduplicatur vereinigen sich zur Bildung eines geräumigen, in der Leibeshöhle suspen- 
dirten Brutsackes, dessen Wandung den umschliessenden Eiern und Embryonen Nahrungssäfte aus dem 
Blute des Mutterthieres zuführen. Während bei den Daphniden, Lynceiden ete. der Brutraum zwischen 
Schale und Rückenintegument den eintretenden grossen Eiern für die weitere Entwicklung kaum mehr als 
Schutz gewährt, ist derselbe bei den Polyphemiden zu einer Nährkammer geworden, die mit fortschrei- 
tender Entwicklung ihres Inhaltes an Umfang mächtig zunimmt und den Rücken des Körpers buckeiförmig 
auftreibt. Die in dieselbe gelangenden Eier sind bei ihrem Eintritt winzig klein, erfahren aber, wie die 
Keime der viviparen Aphiden, während der Vorgänge der Embryonalentwicklung eine fortschreitende 
Grössenzunahme, ja die Ernährungsverhältnisse der Embryonen gestalten sich so günstig, dass diese beim 
Ausschlüpfen aus der Bruthöhle eine relativ so bedeutende Grösse und Ausbildung erlangt haben, wie in 
keiner anderen Cladocerengruppe, bei Evadne sogar schon vor der Geburt trächtig geworden 
sind und eine Anzahl (4— 6) in der Furchung begriffene Eier in ihrem Fruchtbehälter mit 
zur Welt bringen. 

Ohne alle Frage ist es die besondere Structur der Uteruswandung, auf welche die Function der letz- 
teren als Ernährungsorgan zurückgeführt werden muss, und in der That fällt sofort die mächtige drüsen- 
ähnliche Gestaltung der als modificirte Hypodermis nachweisbaren Zellenlage derselben auf. Bei Bythotre- 
phes und Polyphemus hat nur die untere, der Rückenhaut entsprechende Lamelle des Uterus den drüsigen 
Charakter gewonnen, und erscheint als verdickte medianwärts in den Brutraum faltig vorspringende Platte, 
deren mächtig vergrösserte Zellen reihenweise wie durch feine Stützbälkcben unter einander und am Integu- 
mente befestigt sind (Fig. 3 und 4 Li). Die äussere Lamelle bleibt der Rückendecke (äusseren Schalen- 
wand) in ganzer Länge angelagert, oder durch kleine Faserbrücken, wie sie ähnlich nur in mächtigerem 
Umfang zwischen beiden Schalenplatten der Daphniden auftreten, fest angeheftet. Der enge zwischen 
Rückendecke (J) und Aussenlamelle des Brutsackes (Le) befindliche Raum würde also dem Schalenraume 
homolog sein. 

An jungen noch nicht trächtigen Thieren (Fig. 1) liegen auch die beiden Platten des Uterus einander 
dicht an, und erst mit der Aufnahme der kleinen aus dem Ovarium ausgetretenen Eier markirt sich das 
Lumen desselben um so deutlicher, als sich nun in demselben auch ein heller ausgeschiedener Nährsaft sam- 
melt. Zugleich mit der Grössenzunahme der Eier wächst auch die innere oder placentale und nicht minder 
die äussere Lamelle; der Brutraum dehnt sich immer mehr aus und treibt die Rückenhaut in Form eines 
Buckels (Bythotrephes) oder eines regelmässigeren abgerundeten Kegels {Polyphemus) zu gewaltigem Umfang 
auf. Bei Podon und Evadne aber gewinnt der Brutsack eine noch selbstständigere Form, indem sich das obere 
dorsale Blatt in ganzer Länge von der Rückenplatte des Integuments loslöst und in gleicher Weise wie der 
Uterus bei der Ernährung der Embryonen betheiligt. Der Uterus-ähnliche Brutsaek (Fig. 15, 21, 23, 40 Ut) 
liegt an der Rückenseite des Darmes von Blut umspült im Leibesraume aufgehängt, und zwar an der Hypo- 
dermis der Rückenplatte mittelst eines Stieles befestigt, welcher nichts anders als die eingeschnürte Verbin- 
dungsstelle der Schalenblätter und der Rückenhant sein kann. Die Wand des Sackes besteht aus nur wenigen 
aber ganz ausserordentlich grossen Zellen, deren trübkörniges Protoplasma reich an gelösten Eiweissstoffen 
zu sein scheint und jedenfalls in der ganzen Peripherie des Uterus Nährstoffe aus dem Blute den Embryonen 
zuleitet (Fig. 12 Ut). Und mit diesen günstigen Ernährungsbedingungen im engen Zusammenhange bilden 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. 158 

sich dann bei Eradne aus den kleinen Eiern, die meist in vier- bis sechsfacher Zahl in den Brntsack eintreten, 
Embryonen aus, die, was relative Körpergrösse und Aasbildung der Organe anbetrifft, alle anderen Clado- 
ceren übertreffen , und im weiblichen Geschlechte, wie oben erwähnt, bereits als trächtige Thiere geboren 
werden (Fig. 10, 11). 

In Folge der eigenthümlichcn Umbildung, welche die Duplicatur der Schale in Verbindung mit dem 
Rückenintegument des Thorax bei den Polyphemiden erfährt, wird die Segmentirung des letzteren vollkom- 
men unterdrückt, und nur an der oberen und hinteren Grenze der Brust bleiben Reste der Muskulatur als ab- 
steigende (.17) und aufsteigende Bündel (J/'j erhalten (Fig. 7, 15 und 23). Bei Polypfiemus scheint noch eine 
tiefere Fasergruppe an die innere placcntale Lamelle des Uterus sich anzuheften und geringe Bewegungen 
derselben bewirken zu können. 

Das Ovarium bleibt bei allen Polyphemiden auf einen verhältnissmässig geringen Umfang beschränkt 
und liegt jederseits vom Magendavm in der hinteren Thoracalgegend als ein gekrümmter mit seinem hinteren 
verjüngten Ende dorsalwärts gewendeter Schlauch. Das obere meist kolbig erweiterte Ende entspricht dem 
am weitesten vorgeschrittenen Ovarialfach, welches auch hier, wie jedes der folgenden, wenngleich nicht 
durch schärfere Abschnürung gesonderten Fächer oder Kammern, vier Zellen einschliesst. Wie bei den 
Daphniden und Leptodora bildet sich ausschliesslich die dritte (vom verjüngten hinteren Ende an gerechnet) 
Zelle zum Ei aus, während die drei anderen in gewissem Sinne die Bedeutung von Dotterbildungzellen 
halien und später zu Grunde gehen. Es wiederholt sich also das neuerdings für die Cladoceren genauer 
bekannt gewordene Verhältniss der Eibildung auch bei den Polyphemiden, obwohl in der Regel allerdings 
nur zwei oder drei, seltener vier oder fünf minder scharf begrenzte Eikammern hinter einander erzeugt wer- 
den. Die Ausmündungsstelle des Ovariums, die wohl nur im Momente des Eieraustrittes in dem Uterus 
zu sehen sein dürfte, möchte wie bei Daphniden an dem verjüngten hinteren Ende, dessen Wandung das 
Keimlager enthält, zu suchen sein und wohl direct der ventralen Wand des Uterus anliegen. Leider habe 
ich an keiner Polyphemidengattung den Eintritt der Eier in den Brutbehälter beobachten können und bin 
somit nicht in der Lage, mir den Vorgang in einer von den Daphniden verschiedenen Weise vorzustellen. 
Ebensowenig habe ich die Geburt der im Brntsack zur Entwicklung gebrachten Jungen direct beobachtet, 
glaube aber kaum zu irren, wenn ich für Polyphemus und Bxßhotrephes eine seitlich weit übergreifende 
Spalte unter dem hinteren Ende der Rückenplatte (Aussenblatt der Schale) voraussetze, durch welche die aus 
der Öffnung des Uterus (Fig. 4 Oe) austretenden Embryonen nach aussen gelangen. Bei Podo?i und Evadne 
werden die Jungen das für gewöhnlich geschlossene Lumen des engen Stiels passiren müssen, um wahr- 
scheinlich zuerst unter die alte Cuticula und dann mit der Abstreifung derselben bei gleichzeitig eintretender 
Häutung ins Freie zu kommen. Und in der That glaube ich diese aus der Organisation abzuleitenden Vor- 
gänge durch die Angaben L Oven 's, welchem es gelang, den Geburtsact bei Evadne direct zu beobachten, 
bestätigt zu finden. „Wenn das Pigment", so äussert sich dieser Forscher, „im Auge schwarz geworden, ist 
das Junge nach allen seinen vornehmsten Thcilen ausgebildet, fängt an, sich zu rühren, und der Uterus 
wird immer mehr ausgedehnt. Nun öffnet er sich durch eine Spalte an der oberen Fläche, und die Jungen 
kommen aus ihr in den grossen Raum unter der Schale. Die Geburt ist dann eigentlich vollbracht, der Ute- 
rus ist im Augenblicke nachher wieder stark zusammengezogen und empfängt zwei neue Eier aus dem Eier- 
stocke. Wenngleich eigentlich nun geboren, sind die Jungen noch im Körper der Mutter, aber nur für eine 
kurze Weile. Die Mutter wird unruhig — sie soll sich von ihrer alten Schale befreien und zugleich ihre Jun- 
gen dem Elemente überliefern, welchem sie angehören; — so nahe verbunden mit einander sind hier die 
Phänomene des Gebarens und des Hautwechsels. Das Corium hat schon die anzulegende neue Schale ab- 
gesondert; sie ist weich und die Naht zwischen ihren Rückenstücken auch nicht verwachsen. Diese ganze 
Haut beginnt nun, sich von der alten Schale abzulösen und sich nach innen zusammenzuziehen. Je mehr 
die Haut sich einwärts zieht, desto weniger Raum behalten die Jungen; aber eben sie gibt ihnen nach und 
öffnet sich in der Rückennaht. Hinter dieser ausgeschlüpft, haben sie nur noch die Schale zu durchbrechen.-' 
So eingehend und klar mit diesen Worten Luven 's der Häutungsprocess beschrieben worden ist, so 

Denkschriften der mathcm.-naturw. CK XXXVII. Bd. 20 



154 C. Clau.i. 

bestimmt kann man sich aus der beigefügten Abbildung dieses Autors (Lov. 1. c. Taf. V, Fig. 15) überzeugen, 
dass die Embryonen unterhalb der abzustreifenden Outicula und über der im Zusammenhange mit der Schrum- 
pfung des Uterus weit zurückgezogenen neuen Rückendecke der Hypodermis liegen. Die vermeintliche Spalte 
des Uterus aber möchte nichts anderes denn als das klaffende Lumen des ausgedehnten Verbindungsstieles 
zu deuten sein, an dessen Ende allerdings auch die noch weiche neue Chitinlage durchbrochen wurde. 
Wahrscheinlich steht aber auch bei Volyphemus und Bythotrephes Geburt und Häutung in gleicher 
Beziehung. 

Die Bildung des Wintereies scheint nach Beobachtungen an Evadne tergestina mit der des Sommereies in 
wesentlich analoger Weise, wahrscheinlich aber unter Vermittlung von Nährkammern stattzufinden. Leider 
habe ich nur wenige jBi'orfwc- Weibchen, welche in ihrem Ovarium grosse, mit grobkörnigem Dotter gefüllte 
Wintereier bargen, aufgefunden, so dass mir nicht sämmtlichc Phasen des Processes der Eientwicklung 
bekannt geworden sind, in keinem Falle aber sah ich die für Leptodora so eingehend von Weis mann 
dargestellten Nährkammern. Nur eine, und zwar die obere Endkammer jedes Ovanums erzeugt bei Evadne 
ein Wiuterei unter den bekannten Erscheinungen der drei Abortivzellen (Fig. 19 Kz), welche an den Polen 
des ausserordentlich umfangreichen. Wintereies ( W E) zurückbleiben. Auch hier fällt, wie am Winterei von 
Leptodora, in der Peripherie des dunklen grobkörnigen Dotters eine helle homogene Plasmalage auf, die 
man leicht für den Ausdruck einer Schalenhülle halten könnte. An Stelle der nachfolgenden Kammeranlagen 
findet man nun einen weiten mit heller Flüssigkeit erfüllten Gang, dessen Wandung hie und da mit Körnern 
erfüllte Auftreibungen darbietet. Entweder sind also die Zellen der nachfolgenden Kammeranlagen unter 
Ausscheidung der hellen flüssigen Substanz rückgebildet und mit ihren Resten in der Wandung des Oviduct- 
ähnlichen Ganges zurückgeblieben, oder während der Bildung jener Substanz aufgelöst und untergegangen. 

Leider ist es mir nicht gelungen, der zur Erklärung nothwendigen Zwischenstadien habhaft zu werden. 
In den wenigen Wintereier haltigen Weibchen, welche ich untersuchte, war der Process der Bildung schon 
nahezu oder vollkommen vollendet. 

Ebenso bleibt die Möglichkeit, dass die am weitesten vom Keimlager entfernte, mit dem Winterei ge- 
füllte Kammer nur scheinbar die terminale ist, die wahre Endkammer vielmehr schon vorher zur Erzeugung 
von Nährstoffen verwendet ist und demgemäss eine Rückbildung erfahren hat, deren Spuren an den so weit 
vorgeschrittenen Stadien, wie den beobachteten, vollkommen geschwunden sind. 

Eine Erklärung der complicirten, mit. dem Auftreten von Nährzellen verbundenen Eibildungen ist bereits 
schon von Weismann ' versucht worden. Den Ausgangspunkt zu diesem Versuche bildet die gewiss voll 
kommen berechtigte Vorstellung, dass es für jede Zellenart eine Maximalgrösse gibt, welche die Grenze des 
Wachsthums bezeichnet. Minder überzeugend, wenngleich immerhin als möglich denkbar ist die mit jener 
Vorstellung verknüpfte Supposition, dass die Zelle und insbesondere die bekanntlich im Allgemeinen gerade 
durch eine sehr bedeutende Maximalgrösse ausgezeichnete Eizelle, jene nicht immer auf dem gewöhnlichen 
Wege der Ernährung aus den Blutbestandtheilen erreichen könne, dass vielmehr eine besondere ander- 
weitige Hilfeleistung nothwendig sei, um die Stoffmasse zu der erforderlichen Menge herbeizuschaffen. Man 
sieht jedoch sofort, durch diese zweite Annahme wird der Erklärungsversuch zu einer blossen Umschreibung 
des Sachverhaltes sich gestalten. Zu einer Erklärung auf dem Wege des Weismann'schen Gedanken- 
ganges müsste zunächst der Beweis gebracht werden, dass und wesshalb im vorliegenden Falle die Zelle des 
Cladocereneies die Fähigkeit nicht besitze, aus eigener Kraft die zur Entwicklung noth wendige 
Maximalgrösse zu erreichen. Dass die Dotterbildungszellen (Inseeten) oder Nährzellen die durch 
eigenen Stoffwechsel gewonnene Substanz der Eizelle wesentlich verstärken, liegt als längst erkannte und 
unbestrittene Thatsache vor, und es ist nur eine andere, mehr negative Ausdrucksweise, wenn man sagt, 
dass die Eizelle ohne die unterstützende Thätigkeit der ersteren das beobachtete Grössenmaxiraum nicht 
erreiche. Sobald sich aber mit derselben die Vorstelluug verknüpft, dass dieses Grössenmaximuin für die 



1 A. Weisiuann 1. c. p. 14 — 54. 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der I'olyphemiden. 155 

Entwicklungsfähigkeit des Eies nothwendig sei, und an Stelle der Furchung und Embryonalentwickhmg 
Rückbildung eintreten müsse, falls die Eizelle auf ihre eigene Kraft in der Beschaffung der Stoffmasse 
beschränkt sei, so erscheint nicht nur ein neues und unerwiesenes, sondern sogar unwahrscheinliches Moment 
mit dem vermeintlichen Erklärungsversuche aufgenommen, dessen Klarstellung einer besonderen Betrachtung 
bedarf. 

Offenbar dürfen wir nach Massgabe der normalen und gerade bei niederen Thieren weit verbreiteten 
Eibildung von dem Satze ausgehen, dass die Eizelle an sich durch ihre eigene Lebensenergie im Stande ist, 
so viel plastisches Material aus dem Blute zu gewinnen, als das Bedürfnis* der Embryonalentwicklung erfor- 
dert. Bei relativ spärlicher Menge von Dottermaterial und unter Ausschluss seeundärer Nahrungszufuhr tritt 
aber der Embryo mit relativ sehr einfacher Organisirung als Larve ins freie Leben ein und hat eine Reihe 
metamorphotischer Zustände zu durchlaufen, welche nach Fr. Müll er 's gewiss vollkommen begründeter An- 
schauungsweise den Process phylogenetischer Entwicklung mehr oder minder vollständig, wenn auch hier 
und da gefälscht, wiederholen. 

Die complicirtere, durch Betheiligung von Nährzellen oder sonst welcher dotterbereitender Hilfsorgane 
bedingte Eibildung kann nicht als ursprüngliche, sondern nur als seeundär erworbene und nachher 
vererbte betrachtet werden. Und in specieller Anwendung auf die Cladoceren werden wir mit dem gleichen 
Rechte, mit welchem wir die vereinfachte Entwicklung des im Brutraume unter dem mütterlichen Schutze 
sich ausbildenden Embryos auf Abkürzung und Veränderung einer ursprünglich vorhandenen Metamorphosen- 
reihe zurückführen, gewiss auch die complicirteren Bildungsvorgänge des Eies im Ovarium als aus der ein- 
facheren Form der Eibildung hervorgegangen aufzufassen und anzunehmen haben, dass bei den alten 
Stammformen der Cladoceren und Phyllopoden, so gut als gegenwärtig noch bei den Copepoden, Ostracoden 
und anderen Cnistaceen die Eizelle in sich diejenige Substanzmenge bildete, welche für die Erzeugung 
eines Nachkommens hinreichend war. Wir würden demgemäss auch für die jetzt lebenden Cladoceren nicht 
etwa die Folgerung erwarten, dnss die Eizelle für sich allein — und ebenso die einzelne Eikammer ohne 
Nachhilfe der benachbarten — nicht das für die Entwicklung des Embryos nothwendige Grössenmass errei 
eben könne und dein entsprechend eine Rückbildung und Auflösung erfahre, sondern gerade umgekehrt zu 
dem Schlüsse berechtigt sein, dass bei Aufhebung der seeundären Substanzvermehrung die Eizelle durch 
ihre Ernährung vom Blute aus eine minder vorgeschrittene winzige Nauplius-Ymm hervorzubringen im Stande 
sein müsse. Der erstere, nach den Beobachtungen Weismann's thatsächlich vorliegende Fall wird nur durch 
die Annahme verständlich sein, dass die ursprünglich vorhandene Fähigkeit der Eizelle, in eigener 
Thätigkeit das zur Embryonalentwicklung erforderliche Material zu beschaffen, im Laufe des langen phylo- 
genetischen Gestaltungsprocesses, welcher auch zur allmähligen Unterdrückung der Metamorphose führte, 
verloren gegangen sei. Erst während dieser Vorgänge konnten die merkwürdigen Complicationen in der Eibil- 
dung der Cladoceren zur Ausbildung gelangen, und man wird nicht irren , dieselben gerade mit der Zusam- 
menziehung der metamorphotischen Vorgänge und mit der Vereinfachung zur directen Entwicklung in notwen- 
digen Causalnexus zu bringen, da diese ohne Zufuhr einer reichlichen Nahrungsquelle für den Embryo nicht 
denkbar ist. Mit der Unterdrückung der Metamorphose vollzog sich offenbar auch die Überführung der ein- 
fachen primären in die complicirte seeundäre mit Auflösung von Eizellen, beziehungsweise von Eierkammern 
verbundene Eibildung; vielleicht schon vor dem Ausfall der Xaiqjh'us-Form als frei schwärmende Larve 
begann die Fähigkeit der Eizelle, das zur Entwicklung erforderliche Material durch eigene Kraft zu gewinnen, 
geschwächt zu werden, und wurde in gleichem Masse, als die im Entstehen begriffenen Hilfseinrichtungen 
zur Vermittlung einer beträchtlicheren Stoffzüftihr sich ausbildeten und durch Vererbung befestigten, zugleich 
mit dem Schwunde der Metamorphose bis zum völligen Verluste unterdrückt. Beurtheilt man das Sachver- 
hältniss in der vorausgeschickten Weise, so wird man zwar Weismann's Anschauung vollkommen bei- 
pflichten können, nach welcher das Ei nunmehr für sieh ohne äussere Nachhilfe die bestimmte Substanzinasse 
nicht zu erzeugen im Stande sei, und die Nährzellen dazu dienen, das erforderliche Plus von Material her- 
beizuschaffen, dagegen es für unzulässig halten, die Vorstellung von der Maximalgrösse des Eigenwachsthums 

20* 



156 C. Claus. 

als Basis der Begründung zu benützen, zumal es sehr wohl denkbar, ja a priori wahrscheinlich ist, dass die 
Eizelle das mögliche Maximum ihres Eigenwachsthunis noch gar nicht erreicht hat, wenn die so ausserordent- 
lich ergiebige Arbeit der Nährzellen beginnt. 

Für die Richtigkeit meines Einwurfes spricht nicht nur die vorausgehende Erörterung, sondern die 
bereits früher für die Daphniden ' hervorgehobene Thatsache, dass die Nährzellen noch beträchtlich fort- 
wachsen wenn die Dotterabscheidung in der Eizelle beginnt, und somit das zeitliche Zusammenfallen des 
Schwindens der Nährzellen und der Dotterausscheidung in der Eizelle nicht als allgemein giltige Erscheinung 
betrachtet werden kann. Dieselbe wird aber fast zur Gewissheit durch die Vorgänge der Eibildung und Em- 
bryoiialentwicklung der Polyphemiden. 

Bei allen Gattungen dieser Cladocerengruppe tritt uns ein neuer und sehr ansehnlicher Hilf sapparat der 
Dotterzufuhr entgegen, und zwar in den von plasmatischen Stoffen erfüllten Wandungen des Uterus, welcher 
im vollsten Sinne einer Nährkammer des umschlossenen, in der Entwicklung begriffenen Embryos entspricht. 
Diese in der phylogenetiischen Entwicklung wahrscheinlich erst spät hinzugekommene Anpassung hat nun 
eine mächtige Rückwirkung auf die Dotterbildung im Ovarium ausgeübt, und eine bedeutende Beschränkung 
derselben zur Folge gehabt. Morphologisch ist der übereinstimmende Bau erhalten zum Beweise, dass im 
Ovarium bereits vierzellige Kammern die Eibildung besorgten, als sich die Umgestaltung der Rückeuiälte 
des Intcuments zum Uterus und die mit derselben verbundene Functionsänderung der "Wandung vollzog. 
Die neue Zufuhrsquelle scheint aber im Vergleich zu der bereits vorhandenen so reich und ergiebig, den Ent- 
wicklungsbedingungen so überaus förderlich und nützlich, dass diese eine auffallende Beschränkung erleidet, 
und das Ei als ein so winziger Körper in den Uterus eintritt, wie ihn sich die Eizelle aus eigener 
Kraft zu erzeugen im Stande sein müsste, auch wenn die Maxiinalgrösse ihres Wachs- 
th ums eine sehr geringe wäre. Und in gleicherweise wird man zu schliessen berechtigt sein, dass 
sich dem ursprünglichen weit ausgedehnteren Eigenwachsthume der Eizelle gegenüber die seeundäre, durch 
Betheiligung von Nährzellen, beziehungsweise Nälirkammern, bedingte Plasmazufuhr so überwiegend vor- 
teilhaft gestaltete, dass für die Eizelle die Notwendigkeit entfiel, die ihr mögliche Maxiinalgrösse auf dem 
Wege des Eigenwachthums zu erreichen. 

Eine Erklärung der merkwürdigen, für die Eibildung der Cladoceren charakteristischen Complicationeu. 
ist auch mit der obigen Erörterung nicht gewonnen. Diese war vornehmlich ausgeführt worden, um das in 
Betracht kommende phylogenetische Verhältniss und die Wechselbeziehung jener Complication mit dem Ver- 
luste der Metamorphose klarzustellen. Eine wahre Erklärung würde zu zeigen haben, aus welchem Grunde 
und unter welchen Bedingungen Eizellen zu dotterbildeudeu Nährzellen weiden und die Larvenentwicklung 
sich vereinfachen musste, wie es kam, dass vier gleichartige Ovarialzelleu sich zu einer Eikammer grup- 
pirten, in welcher ausschliesslich die dritte Zelle die ursprüngliche Bedeutung bewahrte. Bei dem Ver- 
suche einer solchen werden wir unmöglich von den noch zusammengesetzteren und in Bezug zu jenen Vor- 
gängen seeundären Erscheinungen der Überführung von Eikammern zu Nährkammern ausgehen können, 
noch weniger aber den für ursprüngliche Verhältnisse unhaltbaren Satz als Stütze heranziehen dürfen, dass 
die Eizelle nicht die zur Entwicklung des Embryos erforderliche Stoffmenge durch Eigenwachsthum beschaffen 
könne. Will man sich auf denselben stützen, so ist zuvor die Begründung zu bringen, wesshalb die Eizelle 
die iii ihr anfangs vorhandene Fähigkeit verloren habe; diese aber fällt mit der eben als zu einer Erklärung 
nothwendig verlangten Begründung zusammen. 

Die Männehen der Polyphemiden sind schon mehrfach beobachtet und für säuimtliche Gattungen bereits 
bekannt. In ihren äusseren Erscheinungen stehen dieselben den Weibchen sehr nahe, indem sie — von den 
(ieschlechtsorganen und dem fehlenden Hinträume abgesehen — nur im Bau der Fühler und des vorderen 
Beinpaares die für die Cladoceren allgemein giltigen Eigentümlichkeiten wiederholen (.Polypkemus) , oder 
auch nur — wie bei Evadne — durch den Greifapparat der Vorderbeine ausgezeichnet sind, ohne im Fühler - 

1 C. Chi US 1. C. p. 393. 



Zur Kenntiüss des Baues loal der Organisation de?- Polyphemiden. 157 

bau vom Weibchen zu differiren. Für Evadne hat bereits Loren den jederseitigeu Hoden nebst Samenleiter 
und Penis nach Lage und Gestalt richtig dargestellt; bezüglich des feineren Baues freilich irrt Loven, wenn 
er den Inhalt des blasigen Hodens auf umeinander geschlungene Samencanäle zurückführt. Die vermeint- 
lichen Samencanäle sind vielmehr langgestreckte, am Ende kolbig angeschwollene Zellen (Fig. 1(3 T, 17 Z), 
welche den von Leydig bei Polyphemus beobachteten grossen Samenzellen entsprechen. Auch P. E. Müller 
lässt den Inhalt des Hodens von Bythotreph.es aus grossen Zoospermienzellen bestehen. Zerreisst mau den 
Hoden von Evadne, so beobachtet man an den frei gewordenen Samenzellen höchst merkwürdige Bewegun- 
gen (Fig. 17), ganz denen ähnlich, welche Leydig von den aus der Geschlechtsöffnung ausgetreteneu 
Zoospermien von Polyphemus beschrieben hat. Da ich der treffliehen Darstellung Leydig's nichts zuzu- 
setzen vermag — ich war freilich nur einmal in der Lage, das Schauspiel der Bewegungen zu sehen — so 
werde ich am besten thun, auf dieselben an diesem Orte die Aufmerksamkeit von Neuem zu lenken. 

„Es quellen", sagt Leydig, ,. die Samenelemente in Form einfacher eyliudrischer fein granulärer Kör- 
per hervor, welche sich, von dem umgebenden Wasser berührt, rasch an beiden Polen ausziehen und damit 
spindelförmig werden. Sie haben jetzt ein blasses zartes Aussehen gewonnen; in der Mitte liegt ein kern- 
artiges Gebilde mit einem Hof blasser Kernchen, und es sind jetzt diese Zoospermien im Verhältnisse zur 
Grösse des Thieres von wahrhaft riesiger Grösse; sie erreichen die Länge der Tastantennen sammt Tast- 
borsten. Nun fangen die Enden an, sieh langsam zu bewegen und jedes Ende drillt sich in eine Anzahl feiner 
Fäden ' auf. Dann erfolgen amöbenartige Zusammenziehungen und Ausdehnungen des ganzen Zoosperms, 
die zuletzt damit aufhören, dass das Zoosperm zu einer Kugel sieh umgestaltet hat, welche au mehreren 
Stellen Büschel zarter Strahlen abgibt. Auf dieser Stute angekommen, sind sie den Strahlenzellen im Samen 
der Deeapoden vergleichbar und bleiben auch wie jene vollkommen starr. Die amöbenartigen Bewegungen 
sind schon nach einigen Minuten erloschen. Zwischen den ausgetretenen Zoospermien beobachtet man noch 
Häufchen einer dunkelkörnigen Substanz. Selbstverständlich kann von solch' colossalen Samenelementen 
immer nur eine beschränkte Anzahl im Hoden bereitet werden, und so habe ich auch nie mehr als etwa ein 
Dutzend bei der Circulation aus der Geschlechtsmündung hervortreten sehen- 1 . Die ganze Darstellung lässt 
sich auf die Bewegungsvorgänge der Zoospermien von Evadne anwenden. Das überaus spärliche Material an 
Männchen machte es mir leider nicht möglich, näher auf die Sache einzugehen und mehrfache sich aufdrän- 
gende Fragen zu beantworten. 

Loven vennuthet, dass die Hodenwand von Evadne muskulös sei. und Leydig erwähnt bei Polyphemus 
peristaltische Bewegungen des Hodens, ohne die zugehörige Muskulatur nachweisen zu können. Auch ich habe 
nur Kerne in der Begrenzungshaut des Hodens gesehen, bin aber ebenso wie Leydig über das Vorhanden- 
sein von Muskelelementen nicht im Zweifel. Eine mittlere zwischen beiden Hoden gelegene Blase (Fig. 17 Fe), 
welche sich mit den Contractionen der Darmwand auf- und abhebt, ist mir ihrer Bedeutung nach nicht klar 
geworden. 

Der Penis endlich, in welchem das ziemlich gestreckte Var deferens endet (Fig. 16 Pc), erscheint mor- 
phologisch unzweifelhaft als eine Wiederholung des bei Branchipus vorkommenden Zapfens und weist auf 
ein Gliedmassenrudimerit hin. Aus dem Vorhandensein dieses etwas ausstülpbaren und einziehbaren Anhanges 
dürfte die von mir mehrfach geäusserte Vermuthung, dass die Zoospermien zunächst der Polyphemiden, dann 
aber auch die der übrigen Cladoceren bei der Begattung in das Innere des weiblichen Körpers gelangen, 
wesentlich unterstützt werden. 



1 Die bei Evadne sieh wie Samenfaden schlängeln und bewegen (Fig. 17') 



158 C. Claus. 



ERKLÄRUNG DER TAFELN. 



TAFEL I. 

Fig. 1. Bythotrephes lofigimanus. Junges noch nicht trächtiges Weibchen in seitlicher Lage, circa lOOfach vergrössert. 

A Abdomen. PA Postabdomen. Herz. HO Rest des Haftorganes der Nackengegend. Z Zellen desselben. 
JV Nerv der kleinen Fühler. G Ganglion desselben. LI Oberlippe, Md Mandibel. F' Erstes Beinpaar. Be Aussen- 
ast des vierten Beinpaares. Ov Ovarimn. 

Man sieht die Duplicatur der Haut, welche der Schale entspricht und die Matrix der Innenlamelle des Brutsaekes. 
„ 1'. Die Zahnbewaffnung der Mandibel in seitlicher Lage, sehr stark vergrössert. 
„ 1". Maxillarfortsatz des ersten ) R e j nes 
„ 1'". „ „ zweiten) 

„ irv. Viertes Bein von der Innenseite betrachtet, kf Maxillarfortsatz desselben. 
„ 2. Kiefer und Schalendrüse, circa 250fach vergrössert. 

Md Mandibel. Mx Maxille. AS Ampulle oder sackförmiger Anfaugstheil der Drüse. IS Innerer Schleifencanal. 
AeS Äusserer Schleifencanal. Oe Öffnung des blasig erweiterten Endganges. 
„ 3. Buckeiförmig aufgetriebener Rückenhöcker des Thorax mit Schalenduplicatur und Brutraum, welcher jederseifs zwei 
in der Furchung begriffene Eier enthält, und dessen Innenlamelle (Li) zu einem aus mächtigen Zellen gebildeten Er- 
nährungsorgan, Placentarplatte, umgebildet ist, circa 250fach vergrössert. Herz. 

TAFEL IL 

Fig. 4. Brutraum eines trächtigen Weibchens von Bythotrephes mit zwei Embryonen, von denen nur der anfliegende der 
linken Seite iE) gezeichnet ist. / Integument. Le Äussere, dem Integument bis auf einen engen Zwischenraum 
(Schalenraum) anliegende Lamelle des Uterus. Li Innere Lamelle desselben, oder Placentarorgan. Oe Öffnung des 
Brutraumes. Herz. Fk Fettkörper. 

„ 5. Bauchganglienkette des Nervensystems, von der Bauchseite dargestellt, circa 300fach vergrössert. M d Mandibel. 
Mx Maxille. N Vorderer aufsteigender Nerv des Maxillargauglions. NF' — NFW Nerven des ersten bis vierten Bein- 
paares. N Tb Nerv der Tastborste. NA Nerv des Abdomens. M Muskelgruppen im Querschnitt zwischen den Quer- 
commissuren der Ganglien. 

„ 6. Bythotrephes-Weibchen in seitlicher Lage, sehr stark vergrössert. NO Nackenorgan. Z Zellen desselben. Sy Hypo- 
dermiszellen. MD Mageudarm. MA' Muskel des vorderen Fühlers MA" Muskeln der Ruderantennen. 6' Herz mit 
den Muskelzellen der Wand. Va Klappe an dem arteriellen Optium. Seitliches Ostium. Ao Aorta. O >■ Ova- 
rium. E Embryo im NaupliusStmXmm. G Ganglion des Fühlernerven. Ad Adductor (beziehungsweise Levator siipe- 
rior) der Oberlippe (Lb). L Levator derselben. Dg Ausführungsgänge der Lippendrüsen. M Muskelgruppe der 
Oberlippe in der Umgebung des Mundes. M' Oberer Dilatator des Oesophagus, dem unteren Dilatator gegenüber, 
dessen Lage durch das untere Schlundganglion versteckt wird. Mx Maxille. VG Vorderes Ganglion der Bauch- 
kette. Fi Fettkörperlappen hinter demselben zu den Seiten des Darmes. Fo Fornix. 

TAFEL III. 

Fig. 6'. Krystallkegel des Auges, a Ein grosser fadenförmig verlängerter Krystallkegel mit Nervenstab, b Ein kleiner Kry- 
slallkegel mit kurzem Nervenstab, stärker vergrössert. c Optischer füufstrahliger Querschnitteines grossen und eines 
kleinen Krystallkegels. 



Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyphemiden. 159 

Fig. 7. Polyphemus ocuhis. Weibchen in seitlicher Lage, etwa 200fach vergrössert. Ä Vorderfühler. A" Ruderantenne der 
linken Seite, zum Theil vom Körper bedeckt. Ad Adductor der Oberlippe. BIG Blasiges Bindegewebe. AOe After- 
öffnuug. Herz. Md Mandibel. Mx Maxille. NO Nackenorgan. K Fühlernerv. F' Erstes Beinpaar. Sie Aussenast 
desselben. Or Ovarium. MD Magendann. Fo C'ontour des Gewölbes (Fornix;. MD Magendami. Tb H Tastborsten- 
höcker. Tb Tastborste. 

TAFEL IV. 

Fig. 7'. Kaufläche der Mandibel. 

„ 7". Bein des ersten Paares, von der inneren Seite betrachtet. Kf Kieferfortsatz. 

„ 7'". Bein des vierten Paares, von der Innenseite aus gesehen. Kf Kieferfortsatz. 

„ 7 IV . Krystallkegel des Auges. Man sieht die Hülle und die firafstrahlige auf fünf Segmente zurückzuführende Figur 
des Krystallkegels in verschiedener Lage. 

„ 8. Schalendrüse von Polyphemus in natürlicher Lage zu den umgebenden Körpertheilen. Md Mandibel. O Herz. 
M Rückenmuskel der Schale. AS Ampullenförmiger Sack. Ag Ausführuugscanal. 4 Absteigender, V aufsteigender 
Schenkel der Aussenschleife. d Endgang der Schleifen. 

„ 9. Kopf von Boemina longirostris, circa 300fach vergrössert. A' Vorderfühler, L Levator der Oberlippe. M Oberer Dik- 
tator des Schlundes. D Lippendrüsen. KO Nackenorgan mit sehr grosser Drüsenzelle. 

„ 10. Embryo von Evadne spinigera, nicht vollständig ausgezeichnet, mit Rücksicht auf das Haftorgan des Nackens HO 
und des Ovarium r dargestellt. C Herz. Sp Einstülpung der Hypodermis mit dem Stachel des Rückens. MD 
Magendarm mit Dotterrest. 

„ 11. Rückentheil eines trächtigen Embryos kurze Zeit vor der Geburt. Sp Spinaanlage. TJt Uterus mit vier in der Fur- 
chung begriffenen Eiern. Hy Hypodermis. Cu Cuticula. Dw Darmwand. 

„ 12. Evadne tergestina. Grossblasiger Fettkörper der linken Seite (Fk) mit dem anliegenden Ovarium Or und Oviduct 
der gleichen Seite und dem trächtigen Uterus Ut, dessen gesammte Wandung aus grossen Nährzellen gebildet ist. 
St Stiel des Uterus, mit engen Lumen, in die Hypodermis Hy übergehend. 

TAFEL V. 

Fig. 13. Herz von Evadne tergestina. Ya Aortenklappe. 

„ 14. Haftorgan von Eradie spinifera. a Zellen desselben aus einem Embryo, b Solche eines ausgebildeten Thieres. c Das 
Organ von der Rückeufläche gesehen, mit zwei mittleren und acht peripherischen Drüsenzellen, d Cuticulare Scheibe 
desselben, mit den Grenzlinien der entfernten Secretionszellen, circa 350faeh vergrössert. 

„ 15. Evadne tergestina nov. sp. Weibchen in seitlicher Lage, circa 300fach vergrössert. Byk Bauchganglienkette. C Herz. 
Fo Vorderschenkel des Gewölbes. HO Haftorgan. T.b Überlippe. L Leberhörnchen. Or Ovarium. St Stiel des Ute- 
rus. U Uterus. Z' Zellenreihe der Hypodermis mit braunem körnigem Inhalt. 

„ 15. a Mandibel. b Kaurand derselben, stärker vergrössert. 

„ 16. Evadne tergestina. Männchen in seitlicher Lage, circa 300fäch vergrössert. T Hoden. T' Bläschenförmiges Organ an 
der hintern Darmwand zwischen beiden Hoden. N Nerv der Tastborste. F' Vorderes Beinpaar mit Greifhaken. 
P Penis. 

„ 17. Hoden des Männchens isolirt. Ä' Kerne der bindegewebigen Kapsel. Z Schlauchförmige und retorteuförmige Kör- 
per, d Ausführungsgang. 

„ 17'. Grosse Samenzellen mit Wimperfäden. 

„ 18. Haftorgan eines absterbenden Thieres, sehr stark vergrössert, mit austretendem Secret oberhalb der Cuticularplatte. 

TAFEL VI. 

Fig. 19. Linksseitiges Ovarium von Eradne tergestina mit Winterei WE und den drei Abortivzellen. Ut Uterus. Nz Nähr- 
zellen oder Abortiveier. X Heller Inhalt des Lumens. 

„ 20. Schalendrüse der rechten Seite, von derselben Eradne-Art. A S Ampullenförmiges Säckchen. 5 Äusserer Schleifen- 
gang, d Endgang. A g Ausführungsröhrchen. Fo Vorderschenkel des Fornix. LA Leberhörnchen. 

„ 21. Evadne spinifera. Weibchen in seitlicher Lage, circa 300fach vergrössert. Fk Blasiges Organ, Fettkörper. SD Scha- 
lendrüse. Hy Hypodermis. Die übrigen Bezeichnungen wie in Fig. lö und tu. 

„ 21'. Kaurand der Mandibel von derselben Art. 

n 21'. Krystallkegel im optischen Querschnitt, von der Vorderfläche betrachtet. 

„ 22. Schalendrüse der gleichen Art. AS Ampullenförmiges Säckchen. «' Aufsteigender Schenkel der inneren Schleife 
bb' Aussenschleife. d Endgang mit glänzenden Harnconcrementen. 



1<<0 C. Claus. Zur Kenntniss des Baues und der Organisation der Polyjphemiden. 

TAFEL VIT. 

Fig. 23. Podon intermedius von Triest. Weibchen, mit besonderer Rücksicht auf die mit Harnconerementeu gefüllte Schalen- 
drüse, circa 30üfach vergrössert. Ak Augenkapsel, o Kleines paariges Nebenauge. Bl Blasiges Gewebe hinter der 
Augenkapsel. Z Zellen der Hypodermis mit braunkörnigem Inhalt. Ag Augenganglion. Die übrigen Buchstaben 
wie in Fig. 15 und 16. 

„ 23'. Kaurand der Mandibel dieser Podon-Art. 

„ 24. Macrothrix laticomis. Weibchen in seitlicher Lage. 

„ 2ö. Linksseitige .Schalendrüse von Leptodora hyalina mit unterliegendem Herzen C. SD Sehalenduplicatur am Ende des 
Thorax, mit Muskelausbreitung Mi AS Ampullenformiges Säckchen. IS Innere Schleife. AeS Äussere Schleife. 
d Endgang. Oe Öffnung. 



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[Ullis: ZurKmiitilift di-s Baues ik-l-Poluphftmiden. 







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Claim .- Ziip Kenulnil's des Baues der Poljjphemiaen. 






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DIE 

FOSSILE FLORA VON SAGOR IN KRAIN. 



V O N 



Prof. Dk. CONSTANTIN Feeiheeen von ETTINGSHAUSEN, 

CORRESPONDIRENDEM MIT8LIEDE DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



IL THEIL. 

DKJd 17 Eo-feCii 
VORGELEGT IN DER SITZUNG DER MATHEMATISCH- NATURWISSENSCHAFTLICHEN ( LASSE AM 21. DECE.MBER 1876 



V erliegende Abhandlung enthält die Gamopetalen und Dialypetalen der fossilen Flora von Sagor und 
schliesst sieh dem ersten Theile der Bearbeitung dieser Tertiärflora an, welcher im XXXII. Bande der Denk- 
schriften veröffentlicht worden ist. 

Die fossile Flora von Sagor umfasst 327 Arten, welche sich auf alle HaiiptabtheihiDgen des Pflanzen- 
reiches vertheilen. und zählt daher zu den reichhaltigsten der bis jetzt bekannt gewordenen tertiären Lokal- 
floren. Von diesen Arten entfallen 58 auf die erstgenannte Abtheilung und vertheilen sich auf 12 Ordnungen 
und 22 Gattungen derselben. Diese Ordnungen und Gattungen haben sich auch für andere Localfloren der 
Tertiärperiode, allerdings nicht immer mit der wünschenswerthen Sicherheit, nachweisen lassen, und es 
werden mit der vorgelegten Abhandlung neue Beweise gebracht für die Repräsentation nachfolgender Gamo- 
petalen in der Flora der genannten Erdbildungsperiode. Es betrifft dies die Compositen (1 Sp.), Rubiaeeen 
(5Sp.), Oleaceen (7 Sp.), Apocynaceen (13 Sp.), Myoporineen (2 Sp.), Äsperifolien (1 Sp.), Myrsineen 
(4 Sp.), Sapotaceen (12 Sp.), Ebenaceen (5 Sp.), Styraceen (2 Sp.), Ericaceen (4 Sp.) und \'accinien 
(2Sp.). 

Aus der Abtheilung der Dialypetalen enthält die fossile Flora von Sagor 126 Arten, vertheilt auf 
29 Ordnungen und 65 Gattungen, und zwar: auf die Araliaceen (5 Sp. i, Ampelideen (1 Sp.), Corneen (1 Sp,), 
Loranthaceen (4 Sp.), Saxifragaceen (4 Sp.), Magnoliaceen (1 Sp.), Nymphaeaceen (2 Sp.), Bombaceen 
(2 sp.), Sterculiaceen (2 Sp.), Büttneriaceen (1 Sp.), Ternstroemiaceen (1 Sp.), Acerineen (1 Sp.), Malpi- 
ghiaeeen (3 Sp.). Sapindaceen (6 Sp.), Pittosporeae (2 Sp.), Celastrineen (17 Sp.), Ilicineen Q) Sp.), Rham- 
neen (7 Sp.), Jnglandeen (7 Sp.), Anaeardiaeeen (4 Sp.), Zanthoxyleen (3 Sp.), Combretaceen (3 Sp.), 
Voehysiaeeen (1 Sp.), Myrtaceen (7 Sp.), Pb'mäceei! il Sp.), Amygdaleeii (1 Sp.), Papilionaceen (21 Sp.), 
Caesalpineen (13 Sp.), Mimoseen (3 Sp.). 

Die Tertiärflora wird bereichert durch die Ordnung der Vochysiaceen und durch die Gattungen Phthirusa 
(Loranthaceen), Hydrangea, Dioden und Stypfmolobium. Die bis jetzt noch mehr oder weniger zweifelhaft 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl XXXVII. I;.i „ 



1(32 Constantin v. Etttngshausen. 

nachgewiesenen Araliaceen, Corneen, Saxifragaceen, Magnoliaceen, Bombaceen, Ternstroemiaceen und Bütt- 
neriaeeen erhalten für die Tertiärfiora neue Bestätigung. 

Die den lithographirten Tafeln angeschlossenen Naturselbstabdrücke beziehen sich auch auf den I. Theil. 

Bezüglich der allgemeinen Resultate der Bearbeitung verweise ich auf den III. Theil. 



Gamopetalae. 

Class. AGGREGATAE. 

Ord. C MPÜSITAE. 
Hyoserites Lingua n. sp. 

Taf. XI, Fig. 27, 28. 

H. acheniis lanceolatis acuminatis costatis, rostro brevissimo ; foliis petiqlatts , submembranaceis , oblongo- 
lanceolatis, man/ine integerrimis basm versus emarginatam attenuatis; nervatione camptodroma, nervo 
primaria basi valido, nervis secundariis numerosis sub angulis peracutis orientibus, divergentibus, flexuo- 
sis approximatis. 

F u n d ort: Savine (Stollen). 

Das Fruchtfossil Fig. 28 kann seinen Eigenschaften nach nur eine Achene sein, und zwar der von mir 
nutgestellten Gattung Hyoserites (Fossile Flora von Bilin, II. Th., S. 18). 

Der Fruchtkörper ist unterhalb der Mitte am breitesten, gegen die Spitze zu allmälig verschmälert, von 
drei Furchen durchzogen, welche nur mittelst der Loupe deutlich wahrzunehmen sind (s. die Yergrbsserung 
Fig. '28 a). An der Spitze ist er in einen sehr kurzen Schnabel vorgezogen. Durch die angegebenen Merk- 
male unterscheidet sich diese Achene von der a. a. 0. Taf. 35, Fig. 27 abgebildeten Achene ans dem Thon 

von Priesen. 

Mit der beschriebenen Frucht fand sich in den Schichten von Savine ein Blatt , welches alle Eigenschaf- 
ten zeigt, die vorzugsweise Compositen-Blättem zukommen. Der Abdruck desselben verräth eine zartere, 
keineswegs eine lederartige Textur. Ausser der last spateiförmigen Gestalt des Blattes bieten die tiefe Aus- 
randung an der Basis der Lamina, der breite Mache Blattstiel und die Nervation sehr auffallende Merkmale 
dar, welche auf die Ordnung der Compositen am ersten hinweisen. 

Class. CAPRIFOUACEAE. 

Ord. RUBIACEAE. 

CinchonitUum bUlnicum m. 

Ettin gsh. Fossile Flora von Bilin, II, S. 19, Taf. 35, Fig. 2s— 31. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Von dieser Art liegen mir zwei Blätter vor. das eine dem Blatte Fig. 28, das andere dem Blatte Fig. 30 
aus dem Polirsehiefer von Kutschlin gleichend. 

Ersteres zeigt nur etwas stärker, letzteres etwas schwächer hervortretende Seeundärnerveu, so dass die 
beiden Blätter von Savine zwischen den erwähnten in Bezug auf die Stärke der Secundärnerven von einander 
ein wenig abweichenden Kutschliner Blättern die Mitte halten. Die Tertiärnerven gehen von beiden Seiten 
der Seeundären unter rechtem Winkel ab. Das Blattnetz ist nur sehr mangelhaft erhalten, stimmt aber mit 
dem der Biliner Blätter gut überein. 

Chichonidiuin sagorianum n. sp. 

Taf. XI, Fig. I. 
C. foliis petiolatis, subcorinaeeis , oratis . utrinque acutes, integerrimis, nervatione camptodroma, 
nervo primario prominente recto excurrente, nervis secundariis sub angulis 50 — 60 orientibus 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 163 

approximatis , subflexuosis, nervis tertiariis angulo recto exeuntibus , inter se conjunctis, vix con- 
spicuis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Die Blattfossilien sind denen der vorhergehenden Art sehr ähnlich, zeigen aber bei genauer Vergleichung 
Verschiedenheiten, welche die Vereinigung nicht annehmbar erscheinen lassen. Die Blätter sind kleiner, 
eiförmig, nach den Enden weniger verschmälert, die Secundärnerven einander mehr genähert, gegen den 
Kand zu etwas geschlängelt. Die Tertiärnerven, welche nur an einer einzigen Stelle des abgebildeten Blattes 
wahrgenommen werden könnten, sind sehr fein, verlängert und durchgehend. Die Blatt-Textur ist wie bei 
( 'inchonidium bilinicum. 

Von ähnlichen kleineren Blättern der Diospyros braehysepala A. Braun in Heer's Tertiärflora der 
Schweiz, Bd. III, Tat'. 102. Fig. 3, 5, 8. unterscheidet man das Blatt dieser Art durch die verhältnissmässig 
grossere Zahl der Secundärnerven. die etwas stumpferen Ursprnngswinkel derselben und durch die sehr 
feinen unter rechtem Winkel abgehenden Tertiärnerven. 

Mit den in der Blattform und im Verlaufe der Secundärnerven zwar mehr oder weniger übereinstimmen- 
den, aber durch stärker hervortretende querläufige Tertiärnerven abweichenden Blättern von Porona oenin- 
gensis Heer 1. c. Taf. 103, Fig. 25 and Rhamnus Rossmat isleri Heer 1. c. Tat. 124, Fig. 20 wird man die 
beschriebenen Blätter ebenfalls nicht leicht verwechseln. 

Cinchonidliim cmgustifölium n. sp. 

Taf. XI, Fig. -2. 

C. folüs breviter petiolatis , coriaeeis lanceolatis integerrimis basi attenuatis , nervatione camptodrotna, nervo 
primario prominente , recto, iwvis seeundariis sub angulis 4< ) — 50 orientibus, utringue 7 — 8, saepe 
abbreviatis, nervis tertiariis angulo recto exeuntibus, tenuissimis, inter se conjunctis, vix conspieuis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Durch die schmälere Blattform, die in einen kurzen Stiel vorgezogene Basis und die Nervation von den 
vorhergehenden Arten verschieden. Die Spitze ist verletzt: sie scheint wegen des unterhall) derselben bereits 
sehr verfeinerten Primämervs nicht verlängert gewesen zu sein. Die Secundärnerven sind ungleich lang und 
entspringen vorherrschend unter spitzeren Winkeln. 

Vnii den ähnlichen Blättern einiger Laurineen, wie z. B. Laurus primigenia, L. phoeboides unterscheidet 
man das vorliegende Blatt leicht durch die angegebenen Merkmale, insbesondere durch die sehr feinen Ter- 
tiärnerven is. Fig. 2 a), welche, bald ungetheilt verbindend, bald gabeltheilig, von einander verhältnissmässig 
ziemlieh entfernt stehen und in kein hervortretendes Netz übergehen. 

CinclifOnidium latifoliuni n. sp. 

Taf. XI, Fig. 4. 

C. folüs coriaeeis obovatis, basi rotundatis , margine integerrimis, nervatione camptodroma, nervo primario 
valido, recto, nervis seeundariis elongatis prominentibus subflexuosis, inflmis abbreviatis sub angults 
70 — 80 , mediis et superioribus sub angulis acutioribus exeuntibus, nervis tertiariis tenuibus angulo 
recto egredientibus, rett iriconspieuo. 

Fundorte: Savine, Sagor (Bachschichte). 

Die abgerundete Blattbasis und die längeren stärker hervortretenden Secundärnerven charakterisiren 
diese Art vor den bisher beschriebenen fossilen Cinchonaceen , von welchen ihr Cinchona' pannonica Ung. 
und Posoqueria protogaea Ung. am nächsten stehen. Das ebenfalls sehr ähnliche Blatt von Apocynophyllum 
wetteravicum Ung. weicht durch die zartere mehr häutige Textur und die unter gleichen Winkeln abgehenden 
feineren Secundärnerven ab. In den Merkmalen der Tertiärnerven und im Mangel eines hervortretenden 
Blattnetzes stimmt das Blatt des Cinchonidium latifoliuni mit den oben beschriebenen Arten und mit den 

'2 1 ■ 



IQ± Constantin v. Ettingshausen. 

Blättern mehrerer ietztlebender Cinchonaceen überein. Die genauere Bestimmung der Gattung muss späteren 
Forschungen überlassen bleiben. 

Cinchonidiwm mucronaturn n. sp. 

Tat'. XL Fig. 3. 

C. foliis subcoriaceis obovato-oblongis , apice acutiusculo mucronatis, integerrimis, nervatione camptodroma, 
nervo primario recto hast prominente . apicem versus sensim attenuato, excurrente, nervt's secundariis 
tenuissimis , sub angulis 60 — 70° orientibvs, approximatis subflexuosis, nervi* tertiariis vix conspicuis 
dictyodromis, rete tenerrimum formantibus. 

Fundort: Sa vine (Steinbruch ) . 

Das vorliegende Blattfossil stimmt seiner Tracht nach einerseits mit denvonUnger und mir beschrie- 
benen Oinchona- und Cinchonidium-BlMtem , anderseits mit denen einiger jetztlebenden Cinchonaceen-Arten, 
z. B. von Coprosma (s. m. Blattskelette der Dicotyledonen, Tat. L'4, Fig. 8) im Allgemeinen überein. Durch 
seine deutliehe Stachelspitze unterscheidet es sich sicher von ebenfalls ähnlichen Myrica- Blättern; durch das 
genannte Merkmal, die .sehr feinen Secundär- und die netzläufigen Tertiärnerven (s. die Vergrössernng der 
Nervation, Fig. 3 a) von den Blättern der bisher aufgestellten fossilen Arten, insbesondere der oben 
beschriebenen Cinchonaceen. 

( kss. CONTORTAE. 

Ord. OLE ACE AE. 

Olea Woti üng. 

Tat'. XI, Fig. 5. 

Unger, Fossile, Flora von Kuini auf der Insel Euboea, S. 62, Tat. io, Fig. 1 — 12. 

0. folns coriaeeis lanceolato-linearibus obtusis, in petiolum crassum attenuatis, integerrimis margine invo- 
lutis nervatione carnptodroma, nervo primaria crasso, excurrente, nervis seeundariis tenuissimis erebris 
simplieibus inter se conjunetis, nervis tertiariis angulo subrecto exeuntibus dictyodromis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Das Blatt Fig. 5 zeigt eine derbe lederartige Beschaffenheit, einen verdickten Hand, sehr feine unter 
wenig spitzen Winkeln entspringende Secundärnerven, von welchen nur unter der Loupe sichtbare netzläufige 
Tertiärnerven abgehen. Der starke gerade Primärnerv geht in einen derben Blattstiel über, an dem die 
lanzettlineale Lamina herabläuft. In allen diesen Merkmalen stimmt das bezeichnete Blatt mit den Blättern 
der Olea Noti aus der fossilen Flora von Kumi , insbesondere mit Fig. 11 1. c. überein. 

Olea camiolica n. sp. 

Tat'. XL Fig. C-s. 

(i. folns f,,r, ,, reis, brevitm petiolatis, oblonyis apice obtusiusculü basi acutis vel acuminatis, integerrimis, 

nervatione hyphodroma , nervo primario basißrmo, apicem versus valde attenuato , recto, nervis seeun- 

dat iis vix conspieuis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Es ist dieses Blatt von dem der Olea bohemica Ett, einer in der fossilen Flora von Altsattel in Böhmen, 
dann im Braunkohlenlager von Kötlach in Steiermark vorkommenden Art (s. m. Fossile Flora von Köflach, 
S. 16) Taf. 2, Fig. 1) in der Form und Grösse wohl verschieden. Ob die Olea von Sagor einer selbstständigen 
Art angehört, halte ich desshalb für kaum zweifelhaft, überlasse jedoch die Entscheidung hierüber späteren 
Forschungen. 



Dit fossile Flora von Sagor in Kretin. 165 

Noteiaea rectitietrvis n. sp. 

Tat. XU. Fig. 2. 

N. foliis eoriaeeis petiolatis anguste-lanceolatis integerrimis, basi angustatis , apipe acuminatis ; nervatione 
brochidodroma, nervo primario valido recto, apicem versus attenuato, nervis seeundariis rectis, sub an- 
gulo recto vel subrecto orientibus , furcatis , ramis conjunetis , segmentis seeundariis rotundato-obtusis, 
abbreviatis, nervis tertiariis sub angulo recto egredientibus, rete distinetwm formantibus. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Bei «lein zweifellosen Vorkommen von Oleaceen in der fossilen Flora von Sagor und bei der Reichhaltig- 
keit der Formen dieser Flora überhaupt, lässt sich vermuthen, dass derselben auch australische Formen 
genannter Familie nicht gefehlt haben. In der That hat sich ein Blatt, Fig. -, gefunden, welches mit A T o/e- 
/Wfl-Blattern. insbesondere mit dem Blatte der Noteiaea longifolia lt. Br. (Et t. Mlattskelete d. Dicotyledouen 
Taf. 26. Fig. 9) sehr viele Ähnlichkeit zeigt. Die Form. Textur, die Distanz und Schlingenbildung der Secun- 
därnerven. sowie auch das Net/. <\^^ Blattes (s. d. Vergrößerung der Nervation, Fig. 2 a) sind bei beiden 
vollkommen gleich; nur im Ursprungsvvinkel der Secundär- und der Tertiärnerven, welcher beim fossilen 
Blatte vorherrschend 90° beträgt, beim recenten aber stets ein viel spitzerer ist, besteht ein Artunterschied 
zwischen beiden. Die Notelaea-Art der fossilen Flora von Sotzka unterscheidet sieh von der iV. rectinervis 
durch ein breiteres Blatt und unter spitzen Winkeln abgehende Secundäruerven. 

IÄgustrum priscum m.\ 

Taf. XII, Fig. l. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, II, S. 24, Taf. 36, Fig. 8. 

Fundorte: Savine. Sagor ('Bachschichte). 

Der Nervation und zarten Textur nach stimmt ein mir aus bezeichneter Localität vorliegendes Blatt Fig. 1 
mit dem des in Kutschlin bei Bilin vorkommenden Ligustrum priscum vollkommen überein. Die Form ist 
etwas schmäler lanzettlich. Nebst dem eben bezeichneten fand sieh in Sagor noch ein Blatt dieser Art, wel- 
ches zu dorn Kutschliner Blatte in allen Eigenschaften passt und daher nicht in die Tafel aufgenommen wurde. 
Das sehr ähnliche Blatt von Ligustrum vulgare ist auf Tat. XXIII, Fig. 11 im Naturselbstdruck dargestellt. 

Fraxinus primigenia lug. 

Tat; XI. Fig. in 
Unger. Sylloge plantarum fossilnnn, 1, S. 22, 'tat. S, Fig. l — 8. 
Fundort: Savine i Steinbruch i. 

Im Museum zu Laibach zeigte mir Herr Custos Desehinann eine Eschenfrueht, welche er an bezeich- 
neter Lagerstätte gesammelt hat. sie stimmt mit dem a. a. 0. Fig. 2 abgebildeten Exemplare von Bilin voll- 
kommen überein. Einige Blättchen, welche den von Unger dargestellten Blättchen der Fraxinus primigenia 
gleichen, kamen ebenfalls in Savine zum Vorschein. Das am besten erhaltene gleicht in der Form am meisten 
der Fig. 4 1. c. der Sylloge, zeigt aber eine deutlicher erhaltene Nervation, welche in Fig. 10 unserer Taf. XI 
schwach vergrftssert dargestelll wurde. Dieselbe ist sehr ähnlich jener von Fraxinus SckeuchzeriH.e&r, und 
es könnte daher die Ansicht sich geltend machen, dass die F. primigenia mit dieser auch in der Form und 
Randbeschaffenheit der Blättchen Übereinstimmenden Art zu vereinigen sei. Dies scheint mir jedoch aus dem 
Grunde nicht passend zu sein, weil das erwähnte Blättchen von Savine etwas feinere, unter weniger spitzen 
Winkeln abgehende Secundäruerven zeigt und die Tertiärnerven ebenfalls weniger hervortreten, als bei F. 
Scheuchzeri und unter stumpferen Winkeln von diesen abgehen. Jedenfalls haben wir es aber hier mit zwei 
einander sehr nahe verwandten Arten zu thun. 



L 66 Constantin v. Ettingshausen. 

Fraxinus savinensis n. sp. 

Taf; XI, Fig. 9, 12. 

F. foliolis subeoriaceis lanceolatis, Serratia, basi inaequalibus integerrvmis , apice sensim acuminatis; nerva- 
tione crasvedodroina, nervis secundariis sah angulis acutis orientibus tenuissimis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Die Blättchen Fig. und 12 tragen das Gepräge von Eschenblättchen unläugbar an sieh und gehören, 
obwohl sie in der Grösse bedeutend von einander abweichen, zweifelsohne zu Einer Art. Dieselbe steht in 
Bezug auf die Form, die Beschaffenheit der Basis der Blättchen und die Zähnung des Bandes am nächsten 
der Fraxinus inaequalis Heer (Tertiärflora d. Schweiz, III, p. 23), von welcher sie sich aber durch die 
allmälige Zuspitzung der Blättehen und durch feinere Secnndärnerven unterscheidet. Die Fraxinus excelsi- 
folia Web. (Neuer Beitr. z. Tertiärflora d. niederrheinischen Braunkohlenformation, p. 40, T. 8, F. 3) kommt 
der F. savinensis nahe, weicht aber von dieser durch breitere, entfernter gezähnte Blättchen und durch ent- 
fernt stehende hervortretende Secnndärnerven ab. Die sehr ähnlichen Blättchen von F. tamariseifolia wurden 
auf Taf. XXIII in Fig. 2 zur Vergleichung beigegeben. 

Fraxinus palaeo-excelsior n. sp. 

Tat'. XI, Fig. li. 

F. foliolis subeoriaceis, lanceolatis, acuminatis serrulatis, basi attenuata obliquis ; nervationt craspedodroma, 
nervis seeundariis tenuissimis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

In der Form der Blättchen und der Bandzahnung nähert sich diese Art am meisten der Fraxinus prae- 
dieta Heer (a. a. 0. p. 22, Taf. 104, Fig. 12, 13), unterscheidet sich von derselben aber durch die Zuspit- 
zung der Blättchen und durch viel feinere bei weitem nicht hervortretende Secnndärnerven. Nur durch das 
letztere Merkmal und die feineren Bandzähne ist die beschriebene Art von unserer F. exce/sior (Taf. XXIII, 
Fig. 1 ) verschieden, welcher dieselbe von den Eschenarten der Sagor-Flora am nächsten stellt. 

Von den bis jetzt bekannt gewordenen Eschen der Tertiärflora ist noch Fraxinus denticulata Heer 
(Miocene Flora von Nordgrönland, p. 118) als der F. palaeo-excelsior ebenfalls sehr ähnlich hervorzuheben. 
Doch treten auch bei dieser die wenigeren Secnndärnerven viel stärker hervor als bei unserer Art. 

Ord. ABOCYNACEAE. 

ApocyiioptiijUum Reussii m. 

Tat'. XI. Fig. 21, -2-2. 
Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, II. S. 28, Taf. 37, Fig. l. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Die vorliegenden Blätter sind zwar kürzer und um 3 — 4 Millirri. schmäler als das a. a. 0. abgebildete 
Rlatt aus dem plastischen Thone von Priesen, stimmen aber in allen wesentlichen Merkmalen mit demselben 
überein. Wodurch sich diese Art von Äpocynophyllum kehetieum Heer, von A. Sismondae Ma ss al. und 
von Fiats lanceolata Heer unterscheidet, ist bereits am cit. <>. angegeben worden. Es erübrigt nur noch 
hinzuzufügen, dass der Mangel eines feinen Blattnetzes, das Vorhandensein von kürzeren Secnndärnerven in 
den Hauptsegmenten und endlich die dem Bande nicht parallellaufenden Scblingenbogen die beschriebene 
Art von dem ähnlichen Apocynophyllum balticum Heer (Miocene baltische Flora, p. 39, Taf. 0, Fig. 10) 
trennen. Wegen der schmäler lanzettlichen Form und den zu beiden Seiten der Secundärnerven rechtwinklig 
eingefügten Tertiären lässt sich das .1. tleussii mit Ficus lanceolata-acuminata oder mit F. sagoriana nicht 
verwechseln. 



Die fossile Flora von Sago?' in Kral//. 167 

Apocynophyllum pachyphyllwm m. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, II, S. 29, Taf. 36, Fig. 18. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Das Vorkommen dieser von nur bei Kostenblatt im Biliner Becken aufgefundenen Art in der fossilen 
Flora von Sagor wird durch ein rollständig erhaltenes Blatt, welches mit dem ä. ä. 0. abgebildeten in allen 
Merkmalen übereinstimmt, beurkundet. 

Apocynophyllum haerinf/iamuH m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 58, Taf. 20, Fig. 8, 9. 

Fundort: Savihe (Steinbruch). 

Ans Sagor liegt mir ein Blatt vor, welches zu den a. a. 0. abgebildeten Blattfossilien von Häring am 
besten passt und nur in dir Grösse von denselben etwas abweicht. Hinsichtlich letzterer nähert es sieh dem 
Blatte von Apocynophyllum plumeriaeforme VAX. der fossilen Flora von Köflach, das aber breiter und nach 
der Basis mehr verschmälert ist. 

Apocynophyllum salicinum n. sp. 
Taf. XI, Fig. 23. 

A. foltii oppositis, subcoriaeeis petiolatis , (anceolatis utrinque acuminatis integerrimis , nervatione campto- 
droma, nervo primaria firmo, recto, apicem versus attenuato, nervis seeundariis tenuissimis, sab angu- 
lis 65 — 70 orientibus , nervis tertiariis obsolet/'s. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Fig. 23 stellt das Ende eines Zweiges mit einer denselben abschliessenden Knospe und zwei dieselbe 
stützenden gegenständigen Blättern dar. Die Tracht spricht für eine Apocynacee. Ich reihe dieselbe einer- 
seits dem Apocynophyllum stenophyllum Ung. Sylloge, III, Taf.4, Fig. 11, anderseits dem A. haeringianum in. 
an. Von beiden Arten unterscheidet sie sich durch die viel feineren Secundärnerven. Von den in der Form 
ähnlichen A. helveticwm Heer (vergl. Tertiärflora d. Schweiz. Bd. III, Tai. 154, Fig. 2) unterscheidet sich 
unsere Art durch die feineren entfernter stehenden Secundärnerven und wie es scheint auch durch eine zartere 
Textur des Blattes 

Apocynophyllum angustwm n. sp. 

Taf. XII, Fig. 12, 13. 

A. foliis subsessilibus coriaeeis länceolato-linearibus, basi acutis, apice obtusis, margine integerrimis, nerva- 
tione camptodroma, nervo primario valido recto excurrente, nervis seeundariis tenuissimis sub angulis 
70 — 50° orientibus, nervis tertiariis angulo subrecto eyredientibus fe/-e inconspieuis. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Die schmallanzettliche Blattform, die stumpfe Spitze und die sehr feinen einander nicht genäherten 
Secundärnerven unterscheiden diese Art von den ähnlichen Apocynophyllum longifolium und .1. dubium Ung. 
Von den verwandten Ä'mMwt-Arten weicht sie überdies durch die stumpferen Ursprungswinkel der Secundär- 
nerven ab. Ob das kleinere Blatt, Fiir. 12, hieher zu zählen ist, niuss vorderhand noch zweifelhaft bleiben. 

Apocynophyllum tenuifolvum n. sp. 

Taf. XI, Fig. 17—20. 

A. foliis breviter petiolatis membranaeeis , länceolato-linearibus, bast attenuatis, margine integerrimis, ner- 
vatione brochidodroma, ittr>:,i primario debili, recto, nervis seeundariis tenuissimis sub angulis 60—70 
orientibus, lagueis margini subparallelis , nervis tertiariis angulis acutis >-<irtis exeuntibus. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 



g Constantin >:. Ettings hausen. 

Die feine Conto« der Blattabdrücke und der verhältnismässig sehwache Stiel, aus dem ein dünner 
Primae .-vorgeht, deuten auf die zarte membranöse Textur dies,- Fossilien hin. Dadurch unterschoben 
reiben sowohl von den im Vorhergehenden beschriebenen ^*™j^ ^n ^ 
von den ähnlichen Blättern des Echüonvu«. SojpMae Web. (Palaeontogr. II. Taf. 20, Fig. 21 und Hee , 
Tertia III, Ta, 104, Fig. 10) denen eine viel derbere mehr „der weniger „derartige ^ «**«£ 

Die in der Form und Textur mehr übereinstimmenden Blätter des Echu 9 murn cus^dat Heet und des 

ZZes LZna Heer weichen in der Nervation von unserer ApooynopkyU^- Art (s. Ftg. 17 . -ofevne 
ab atirteTe Art mehr hervortretende. dem Rande genäherte und para.le.e Schlingenbogen, letztere stär- 
kere rechtwinklig eingefügte Tertiärnerven besitzt. 

Apocynophyllum Amsonia Ung. 

,< TofA Fio- 4. s _ Ettins-sh Fossile Flora von Bilin, II, S. 28, Taf. 37, Fig. 3. 
Unger, Sylloge plant, foss. III, p. 14, lat. 4, Fig. 4-8. üumgsn 

Fundorte: Sagor, Friedhofschichte; Savine. 

Dieser Artbestimmung liegen Blattfossilien zu Grunde, welche mit den in der ^^^^ 
Fig/5 abgebildeten genau übereinstimmte. Ich bemerke nur noch, dass auch an d.esen Fossxhen weder 
tiärnerven, noch ein deutliches Blattuetz sichtbar sind. 

Apocynophyllum loiHje-petiolatmn n. sp. 

Tat'. XI . Fig. 24 — 20. 

J Mus länge petiolatis coriac^. lanceolato-oblongü, utrinaue acuta integerrirnis, ne, tionecamptodrvma, 

■ tiariis inconspicuis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

%2%£^J^^™£^ f .M, 00. .— sieh 7T 

Indien deichen Abstand« verth.ilte Secnndävner,en ™, die unter wen.g sp.«n, <* ""'" " ,"' ' ' 
«erringen. Diese» Nervancnstypn, »igen viele Arten von Apocynaeeen, fflr welche aneh d, nb n 

^ M lnm* ,n sprechen seheinen. Yen den bishev beschriebenen fossilen Arten haben .1. * i- nnd 

.4. Jmso,,/., ebenfalls ziemlich lange Blattstiele. 

Apocynophyllum breve-petioUtwm n. sp. 

Tat'. XII, Fig. 11. 
t folüsbreoüerpetMaUsTnenbranaceis, elUpUco-oblong^ «rd* btusis, integeres , "^^ 

,*,*, angulo subrecto egredientibus, appraxünaüS; nervä t e rüarus dtctyodrorms. 

Fundort: Sagor, nächst der oberen Zinkhütte Jagbau, Schichte ID. 

Der verhältnismässig dicke Blattstiel, die unter last rechtem Winkel abgehenden genäherten ungleich 
i ■ ■ ith.v. ,Pbr /arte Netz endlich die Form des Blattes deuten auf die 

langen Secundämerven. das wenig Mchtba.e sein zaite Aet/ en i POevno . 

Ordnung der Apocynaeeen. Hinsichtlich der Form gleicht das beschriebene F ssil dem Blatt ^^ 

P kyltJ> «J** üng, gylloge HB Taf. IV, Fi,. 1,-1- m der Nervatton F,g. 11 a) msbe onde e 

bezüglich der Secundämerven und der Beschaffenheit des Netzes aber dem von 4. ,«,,*«« Heei, 
tiäriWa, III. Taf. 104, Fig. 4. Von beiden weicht es durch die zartere Textur ab. 

Feritinium majus Ung. 

Tat'. XII. Fig. 3. 
i .. »■ m t-,1, \ li.-- Ter 10 — övn. Neritinum dubium Ung. 1- C. Hg. 15. 

Unger, Sylloge plant, toss. 111. tab. ... ng. , > r tu. 



Die fossil''- Flora von Sagor in Kram. Ifi9 

Fundort: Savine (Stollen), 

Die Untersuchung der Originalexemplare von üng er's Neritinium majus und dubium lehrte mich, dass 
die zu ersterer Art gestellten Blattfossilien zwei verschiedenen Apocynaceen-Arten angehören; ferner, dass 
die zu Neritinium dubium gebrachten Exemplare theils zu Sapindus bilinicus, theils zu N. majus gehören. 
Letztgenannte Art zeichnet sich durch fast rechtwinklig eingefügte Secundämerven aus, deren Schlingen- 
bögen vom Eande beträchtlich abstehen. Die Tertiärnerven entspringen von beiden Seiten der Seeundären 
unter wenig spitzem oder rechtem Winkel. Das hier abgebildete Blatt von Savine passt daher am besten zu 
den Blättern des Neritinium majus. Von den jetztlebenden Apoeynaceen kommt demselben Ochrosia bor- 
bonica (Taf. XXIII, Fig. 6) sehr nahe. 

JEchitonium superstes Fug. 

Taf. XII, Fig. 10. 

Unger, Sylloge plant, foss. p. 18, tab. 5, fig. 11. 6. — Gen. et spec. plant, foss. p. 43-2. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Der vorliegende mit einem Haarschopfe versehene Apocyneen-Same ist etwas grösser als der des Echi- 
tonium superstes üng. aus der fossilen Flora von Radoboj, stimmt aber in den übrigen Eigenschaften am 
meisten mit diesem überein, wesshalb ich es vermeide, eine besondere Art für ihn zu bilden. Der Haarschopf, 
welcher unvollständig erhalten ist, dürfte nach seiner Breite an der Ursprungsstelle zu schliessen, dem des 
Radobojer Samens an Länge nicht nachstehen. 

Echitonium microspermum Ung. 

Taf. XII, Fig. 9. 

üng er, Sylloge plant, foss. p. 18, Üb. 5, fig. 12. -- Gen. et spec. plant, foss. p. 43-2. - Ettingsh. Beiträge z. Kenntnisg 
iL rertiävflora Steiermarks, p. öl. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Der in Fig. 9 abgebildete Same gleicht sowohl den aus Radoboj zum Vorschein gekommenen, als auch 
den von mir am Moskenberge bei Leoben gesammelten kleineren Apocyneen-Samen. Das mit denselben in 
Verbindung gebrachte Blatt, das sich auch an genannter Localität bei Leoben fand, habe ich unter den 
Pflanzenfossilien des Gebietes Sagor-Tüffer bis jetzt nicht entdecken können. 

Alstonia camiolica n. sp. 

Tat. XII, Fig. -22. 

A.foliis coriaeeis lanceolato-oblongis, basi euneatim in petiolum erassum angustatis, upice obtuse cuspidatis, 
nervatione camptodroma , nervo primario valido , recto excurrente , nervis secundaria sub angulo reeto 
vel subrecto orientibus flexuosis, prominentibus, basin versus abbreviatis, nervis tertiariü angulo subrecto 
exeuntibus, flexuosis ramosis, inter se conjunetis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Die angegebenen Merkmale lassen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf eine Apocynacee schliessen. Die 
gegen die Basis zu allmälig verkürzten und unter stumpferen Winkeln abgehenden Secundämerven sprechen 
weder für Persea oder Laurus noch für Ficus oder Quercus, welche tvegen der Blattform, Consistenz, bogen- 
läutigen Xervation u. a. hier in Betracht gezogen werden könnten. Die Tertiärnerven entspringen in der Mitte 
der Blattfläche von beiden Seiten der Seeundären unter rechtem Winkel, gegen die Basis zu aber sind sie fast 
Längsläufig. Letzterem Merkmale nach passt .las Blatt sehr gut zu einigen Apocynaoeen-Formen, insbesondere 
zu Alstonia mäcrophylla (s. Ettingsh. Biatt-Skelete der Dikotyledonen, Taf 30, Fig. 4). 

Denkschrift.-!! der mathem.-naturw. PI. XXXVII. Bd. 



22 



170 Constantin v. Ettingshausen. 

Class. NUCULIFERAE. 

Ord. MYOPORINEAE. 

Myoporwn Sälicites n. sp. 

Tat'. XII, Fig. 14. 
M.foliis coriaceis linearibus, integerrimis, nervatione camptodroma, nervo primaria prominente recto apicem 

versus attenuato , nervis secundariis abbreviatis remotis hyphodromis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Die Tracht und Nervation dieses Blattfossils deutet auf die aeuholländische Gattung- Myoporum, wo 
mehrere Arten mit sehr ähnliehen schmalen lederartigen Blättern vorkommen, die durch entfernt stehende 
kurze unter wenig spitzen Winkeln abgehende Secuudärnerven und den Mangel eines Blattnetzes auffallen. 
Die Secundärnerven entspringen an unserem Fossil diyergirend um! bilden erst dann einen schwach conver- 
girenden Bogen. 

Myoporum ambiguum m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 59, Tat'. 20, Fig. "21. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Unter de, Pflanzenfossilien von Savine fand sich ein Blatt, welches mit dem von mir als Myoporum 
ambiguum bezeichneten Blattfossil der Tertiärflora von Häring genau übereinstimmt. Es ist etwas breiter als 
das der vorhergehenden Art und hat convergirend entspringende Secundärnerven. Tertiärnerven und ein 
deutliches Blattnetz mangeln auch diesem. 

Ord. A S P E E I F L I A C E A E. 
Heliotropites parvifolius n. sp. 

Tat'. XI, Fig. 13-16. 
IL pyrenis subrotundis compressis; foliis subcoriaeeis granuLoso-scabris Uneari-lanceolaUs integerrimis; ner- 
vatione dictyodroma, nervo primaria prominente recto, nervis secundariis tenuissimis sub anguhsbü-70 
orientibus abbreviatis rectis. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Das in Fig. 13—15 abgebildete rundliche, ziemlich zusammengedrückte Fruchtfossil scheint der Gattung 
nach mit den im Biliner Becken vorkommenden, von mir unter der Bezeichnung Heliotropites Reussii beschrie- 
benen Steinkernen übereinzustimmen. Es unterscheidet sich das Sagorer Fossil durch die mehr rundliche 
Form Mit dieser Steinfrucht vereinige ich das Blatt Fig. 16, welches in seinen Eigenschaften den Aspenfoha- 
ceen-Blättern der Biliner Flora ganz und gar entspricht, jedoch einer besonderen Art angehört. Die Form 
desselben ist viel schmäler als bei Heliotropites ReMssii: die Oberfläche aber wie bei dieser Art mit Knöt- 
chen dicht besetzt (s. die Vergrösserung Fig. 16 a). 

Class. PETALANTHAE. 

Ord. MYRSINEAE. 

Myrsine Doryphora Ung. 

Unger, Sylloge plant, foss. III, p. 19, tat, 6, fig. 1-10. - Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, II, 8. 35, Taf. 37, Fig. 5, 6 
und 13. - Syn. Myrsine Centaurorum Ung. 1. e. tat.. 7. fig. 15 et 17. Ex parte.) 

F u n dort e : Savine , Trifail. 

Dass die in Unger's Sylloge, III, als Myrsine Centaurorum bezeichneten Blätter der fossilen Flora von 
Radoboj nicht zu einer Art gehören können, sieht man schon auf den ersten Blick. Das Blatt Fig. 16 Weieht 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 171 

durch in längerem Bogen aufsteigende, unter spitzeren Winkeln entspringende Secundärnerven von den Blät- 
tern Fig. 15 und 17 ab. Letztere sind aber von denen der Myrsine Doryphora, welche auch in Radoboj 
gefunden wurden, keineswegs verschieden. In Savine fand ich ein Blatt, welches sowohl zu dem als Myrsine 
Centaurorum bezeichneten Blatte Fig. 15, als auch zu dem als M. Doryphora bezeichneten Blatte Fig. 9 auf 
Taf. 6 der Sylloge vollkommen passt. Ein aus Trifail vorliegendes Blatt gleicht dem auf Tat'. 6 a. a. 0. ab- 
gebildeten Blatte. 

Myrsine encalyptoides n. sp. 

Taf. XII, Fig. 15; Taf. XIII, Fig. IS. 
M. folüs coriaceis anguste lanceolatis basi attenuatis apice longe acuminatis margine integerrimis , nerva- 
tione dictyodroma, nervo prirnario vaUdo, recto, apicem versus attenuato, nervis seeundariis numerosis, 
sub angulis 60—70° orientibus , tenuissimis in rete tenerrimo abeuntibus , maculis irregulariter poly- 
gonatis. 

V u n d o r t : Savine ( Steinbruch ). 

Das Blatt Fig. 15 stimmt in Bezug auf das Verhältniss der Länge zur Breite am meisten mit dem Blatte 
Fig. 10 der Myrsine Doryphora üng. 1. c. überein, dem es auch in der Textur, Eandbeschaffenheit und den 
Merkmalen des Primärnervs gleicht. Allein es ist nach der Spitze bei weitem mehr als nach der Basis ver- 
schmälert, während bei allen Blättern der genannten Art das Gegentheil vorkommt. Ausserdem finde ich an 
dem in Rede stehenden Blatte feinere, einander mehr genäherte Secundärnerven und ein so zartes Maschen- 
netz, wie ich solches an den Blättern der Myrsine Doryphora niemals gesehen habe. Durch diese Nervation 
ähnelt unser Blatt denen von Eucalyptus- Arten, von welchen es aber durch den Mangel von saumläufigen 
Secundärschlingen abweicht. Die Netzmaschen Fig. 18 a. a. 0. sind vorherrschend unregelmässig polygonal, 
von ziemlich gleichen Durchmessern. 

Mijfsine sacinensis n. sp. 

Taf. XII, Fig. ic. 
M.foliis coriaceis petiolatis, ovato-lanceolatis , utrinaue attenuatis, integerrimis , nervatione dictyodroma, 
nervo prirnario valido, recto. seeundariis crebris, sub angulis 70-80° orientibus tenuibus ramosis, ner- 
vis tertiariis tenuissimis, maculis subtilissimis transversim ellipticis. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Vorliegendes Blattfossil reiht sich sowohl bezüglich seiner Tracht, als auch dem Typus der Nervation 
nach an das Blatt von Myrsine Endymionis, von dem es sich jedoch durch die unter stumpferen Winkeln 
abgehenden Secundärnerven, das zartere Netz und durch die anscheinend derbere lederartige Textur unter- 
scheidet. Von der vorhergehenden Art weicht die eben beschriebene durch die Blattform und das aus quer- 
elliptischen Maschen zusammengesetzte Netz, Fig. 16 «, wesentlich ab. 

Myrsine Endymionis Ung. 

Taf. XII, Fig. 17, 18. 

ünger, Sylloge plant, foss. III, p. 2t, tab. 7, fig. i-_>. 

M - f°l™™°coriaceis petiolatis, ovato-lanceolatis, utriwjue attenuatis, apic, obtusiusculis , margine integer- 
rimis, nervatione camptodroma, nervo prirnario distineto prominente, recto, apicem versus attenuato, ner- 
vis seeundariis crebris , sub angulis 45— 55° orientibus tenuibus, simplieibus et apice furcatis , nervis 
tertiariis tenuissimis dictyodi-omis. 

Fundorte: Savine. Grodredesch. 

Die vorliegenden Blatter sind elwas kleiner als das von ünger abgebildete, stimmen aber mit demselben 
in der Form, Textur und Nervation vollkommen überein. Das zarte Blattnetz ist mit Fig. 18 a in schwacher 
Yergrbsserung zur Anschauung gebracht. 



22 



* 



172 Constantin v. Ettingshausen. 

Ord. SAPOTACEAE. 
Sapotacites sidwoxyloides in. 

Taf XIII, Fig. 9. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 61. Taf. 21, Fig. 21. — Fossile Flora von Bilin, II. S. 4i. 

S. fulit* coriaceis obovato- vel lanceolato-oblongis integer remis, aju'ce rotnuJotis Imsi onqustotis } nervatione 
dictyodroma, nervo primario firmo, recto , nervis seeundariis tenuissimis paralleles. 

Fundorte: Savine, Sagor (Bachschichte, Friedhofschichte), Trifail, Tüffer. 

An den im Gebiete der Sagor-Flora zum Vorschein gekommenen Blättern dieser Sapotacee findet man 
sehr feine, einander parallellaufende, mit dem starken Primärnerv Winkel von 55—65° bildende Seeuudär- 
nerven. wie solche bei vielen Arten dieser Ordnung gesehen werden. Als Beispiel lüge ich den Naturselbst- 
druck von Achras Sapota auf Taf. XXIII in Fig. 3 und 4 bei. 

Sapotacites Daphnes Ung. sp. 

Tat. XII, Fig. U; Taf. XIII. Fig. 9. 

Ettingsh. Eocene Flora des Monte Promina, S. ■';.">, Tat. 9, Fig. in. — Fossile Flora von Bilin, 11, S. 41. Taf. 38, Fig. 8 
u. 22. — Syn. Quercus Daphnes Ung. Chloris protogaea, Taf. 31, Fig. 2, :->. — Q. ehlorophylla Ung. I.e. S. 111, 
Taf. Hl. Fig. 1. 

Fundorte: Sagor (Bachschichte), Savine (Steinbruch und Stollen). 

Von dieser durch die derbe Blattbeschaffenheit und die zahlreichen feinen, parallelen Secundämerven 
ausgezeichneten fossilen Pflanze, welche mit grösserer Wahrscheinlichkeit den Sapotaceen, als den Cupuliferen 
eingereiht wird, fanden sich an den angegebenen Loealitäten einige Blattreste. Die gute Erhaltung derselben 
machte eine genauere Untersuchung des zwischen den Secundämerven ausgebreiteten sehr zarten Blattnetzes 
Fig. 11 a möglich. Dasselbe stimmt mit dem Netze der früher von Unger als Quercus Daphnes und Q. ehlo- 
rophylla bezeichneten Blätter aus Parschlug, von welchen ich kürzlich wohlerhaltene Exemplare sammelte. 
vollkommen iiberein. 

Sapotacites dfimasops m. 

Taf. XIII, Fig. 1. 
Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 62, Taf. 21, Fig. -22. 

S. foliis coriaceis petiolatis obovatis vel ovato-ellipticis integerrimis apice rotundatis vel emarginatis, basi 

cu/neatis, nervatione dictyodroma , nervo primario valido, recto, nervis seeundariis tenuissimis, appro- 

ximatis parallelis. 

Fundorte: Savine, Sagor (Bachschichte), Trifail, Bresno. 

Diese Art, durch breitere, mehr eiiörmige, an der Basis wenig verschmälerte Blätter von der vorhergehen- 
den verschieden, fand sich im Mergelschiefer von Sagor häutiger als zu Häring. Das am besten erhaltene Blatt 
wurde in Fig. 1 abgebildet. Es ist mit einem ziemlich dicken Stiele versehen und zeigt sehr feine genäherte 
Secundämerven, 

Sapotacites enuirginatus Heer. 

Taf. XIII, Fig. -2-4. 

Heer. Tertiärflora ü. Schweiz, Bd. III. S. 14, Taf. 103, Fig. S. 

S. fgliis pollicaribus coriaceis petiolatis oblongis obovato-ellipticis apice emarginatis vel obeordatis, integer- 
rimis, nervatione dictyodroma , nervo primario firmo, recto, excurrente, nervis seeundariis tenuissimis 
densis parallelis, laqueos formantibus. 

Fundorte: Savine. Bresno, Sagor (Friedhof schichte). 

Von den ähnlichen Blättern des Sapotacites minor hauptsächlich durch die zahlreichen, sehr feinen genä- 
herten Secundämerven verschieden. Ich glaube, dass die eiförmigen, weniger tief ausgerandeten Blätter wie 



Die fossile Flora von Sagor in Kretin. 173 

Fig. 4 und vielleicht auch einige der in Unger's Foss. Flora von Kuiui als Ohrysophyllum olympicum 
bezeichneten hieher gehören, da sie in der Nervation und Tracht sowohl mit dem von Heer a. a. Ü. 
abgebildeten Blatte, als auch mit den übrigen in Sagor aufgefundenen Blättern dieser Art am meisten über- 
einstimmen. Die feinen Schlingen der Secundärnerven laufen dem Rande fast parallel, ein Merkmal, wodurch 
sich diese Art von Sapotacides Daphnes und S. sideroxyloides trennt (s. die Vergrösserung der Nervation, 
Fig. 2 o). 

Sapotacites m/inor m. 

Tat'. XIII. Fig. 5—8. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Bäring, S. 62, Tat. 21, Fig. 6—8. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, s. 14, Taf. 103, 

Fig. '.i. 

S. fuliis petiolatis coriaceis obovatis integerrimis , apice emarginatis basi cuneatim angustatis , nervo privia- 
rio valido excurrente, nervis secundariis sab ängulo acuto egredientibus, utrinque 4 — 6 , camptodromis, 
tenuissimis. 

Fundorte: Sagor (Bachschichte), Savine, Trifail, TÜffer, Islaak. 

An den bezeichneten Lngerstätten kam eine Auswahl von Blattern dieser Art zum Vorschein, welche in 
Bezug auf die derbe, lederartige Textur, die Breite der Lamina und die Tiefe der charakteristischen Ausran- 
dung an der Spitze übereinstimmen und sich dadurch von ähnlichen i?««ne&a-Blättern unterscheiden. An 
einigen sah ich Spuren von feinen Secundärnerven, wie sie an den Blättern von Sotzka und Häring deutlicher 
wahrzunehmen sind. 

Heer schreibt dieser Art einen ganz kurzen Blattstiel zu, was jedoch nach den aus Sotzka, Radoboj und 
Sagor vorliegenden vollständigen Blättern nicht der Fall ist. Der ziemlich dicke Stiel geht in einen starken 
Primärnerv über, welcher an der ausgerandeten Spitze wenig- verfeinert endigt. Berücksichtigt man die eben 
angegebenen Merkmale, so kann man die von Unger in der Sylloge plant, foss. III, Tab. ij und in der Foss. 
Flora von Kumi, Taf. 11, unter der Bezeichnung Bumelia minor abgebildeten Blätter nicht sämmtlich als zu 
Einer Art gehörig betrachten. 

Sapotacites Heerii n. sp. 

Taf. XII, Fig. 7. 

S. foliis petiolatis, coriaceis ellipticis vel oblongis, integerrimis, apice rotundato-obtusis vel emarginatis, basi 
ovatim acutis vel obtusiusculis , nervo primario valido, recto excurrente, nervis secundariis sub angulo 
acuto egredientibus, numerosis divergenti-arcuatis, (enuissimis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Durch die längliche Blattform und die wenig spitze oder stumpfliebe Basis von den vorhergehenden, 
durch die in divergi rentier Krümmung dem Bande zulaufenden Secundärnerven von allen bis jetzt beschrie- 
benen Arten dieser Gattung verschieden. 

Das Netz ist an dem Blatte Fig. 7 sehr gut erhalten. Aus den feinen Secundärnerven entspringen kurze 
Tertiärnerven unter verschiedenen, vorherrschend alter wenig spitzen oder stumpfen Winkeln, und lösen sich 
in das feine, nur mittelst der Loupe sichtbare Netz, Fig. 7 a, auf. 

Sapotacites Jonae-petiolatu.s n. sp. 

Tat'. XII, Fig. 4, 5. 

S.jo/i/s coriaceis Longe petiolatis, obovatis vel ovato-ellipticis, integerrimis, apice truncatib vel truncato-emar- 
ginatis, basimversus sensim attenuatis; nervaiione dictyodroma, nervo primario valido recto excurrente, 
nervig secundariis tenuibus approximativ parallelis, inter se conjunetis, nervis tertiariis abbreviatis, sub 
angulis variis acutis vel obtusis orientibus, rete distinetum formantibus. 

Fundorte: Sagor (Bachschichte), Savine (Stollen). 



174 Gonstantin v. Ettingshausen. 

Der auffallend lange Stiel, welcher an dem Blatte Fig. 4 von Savine am besten erhalten ist. unterschei- 
det diese Fossilien, deren Merkmale mit denen von Sapotaceen-Blätterfl am meisten übereinstimmen, von allen 
bis jetzt bekannt gewordenen Sajtotacites-Kl'Attevw. In der Form, namentlich bezüglich der abgeschnitten- 
stumpfen oft seicht ausgerandeten Spitze schliesst sich diese Art ebenso dem Sapotacites emarginatus als dem 
Sapotacites minor an. Hinsichtlich der Grösse des Blattes hingegen gleicht es am meisten dem S. Mimusops. 
In seiner Nervation, Fig. «, vereinigt es die Netzbildung von letztgenannter Art mit der Schlingenbildung 
der Secundärnerven von 8. emarginatus. Von 8. minor findet man zuweilen Blätter mit ziemlich langem Stiele. 
(S. Heer, Tertiärflora III, Taf. 103, Fig. 8). Doch erreicht derselbe nie die Länge der halben Lamina, 
während bei S. longe-petiolatus der Stiel so lang ist als die Blattfläche. 

Sapotacites Cha/müedrys Ung. sp. 

Taf. XI 1, Fig. s. 

Ettingsh. Beitrage zur Kenntniss der fossilen Flora von Radoboj, Sitzungsb. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. LXI, S. 28. — Syn. 
Vaccinium Chamaedrys Ung. Sylt. III, p. 30. tab. 12, fig. 1 b, c. 

8. foliis minimis petiolatis orbicularibus apice emarginatis , integer rimis coriaeeis, nerro primaria distineto, 
prominente , nervt's seeundariis tenuissimis vix conspieuis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Das kleine Blatt Fig. 8, welches in Ab- und Gegendruck mir vorliegt, gleicht den von Ung er a. a. 0. 
abgebildeten Blättern, besonders dem aus Parschlug (Fig. 1 b) vollkommen, so dass an der Gleichartigkeit 
derselben nicht zu zweifeln ist. Die Abdrücke von Savine zeigen eine derbere, mehr lederartige Textur an. 
Dies, sowie der verhältnissmässig .stärkere und längere Stiel, welcher in einen stark hervortretenden Primär- 
nerv übergeht, sowie die feinsten, kaum sichtbaren Secundärnerven, welche der letztere entsendet, sprechen 
mehr für eine Sapotacee als für Vaccinium. Auch findet man in der Galtung Sapotacites dem beschriebenen 
Fossil näher kommende Ähnlichkeiten, als bei Vaccinium. Ich nenne mir 8. panrifolius und S. minor. Von 
den bisher beschriebenen echten Vaccinien der Vorwelt kommt F. parvifolium Heer, Tertiärrl. III, Taf. IUI, 
Fig. :!ö, dem Sapotacites Chamaedrys in der Blattform und Textur nach am meisten nahe, unterscheidet sich 
aber durch die Xervation hinlänglich sicher. 

Chrysoph/yllum sagorianum n. sp. 

Tat'. XII, Fig. 19-21. 

Ch. foliis coriaeeis late obovatis, basi angustatis integerrimis , nervo primario vah'do, recto, nervis seeunda- 
riis angulo subacuta exeuntibus, creberrimis, tenuibus, approximativ. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Die lederartige Textur und der Charakter der Xervation dieser Blätter sprechen für die Ordnung der 
Sapotaceen; die breitere Blattform und die etwas weniger feinen Secundärnerven für die Gattung Chryso- 
phyllum. 

Ein wohlerhaltenes CkrysopkgUuni-Bl&tt hat sieh unter den Fossilien von Parschlug gefunden. Es stimmt 
mit dem beschriebenen im Habitus überein. dürfte aber wegen kürzerer unter spitzeren Winkeln abgehender 
Secundärnerven einer anderen Art (CA. parseklugianum m.) angehören. Als beiden analog dürfte Ch. argen- 
teum, Taf. XXIII. Fig. 12, zu betrachten sein. 

Bunielia Oreadwm Ung. 

Taf. XIII, Fig. 13, 14. 

Unger, Foss. Flora von Sotzka, S. 42. Tat'. 22, Fig. 7, 11, 13. — Foss. Flora von Kuiiii. Tat'. 11, Fig. 30. — Ettingsh. 
Tertiäre Flora von Häring, S. 64, Taf. 21, Fig. 19, 20. — Fossile Flora von Bilin, II, S. 13, Taf. 38, Fig. 12 — IS. — 
Syn. Myrsine pygmaea Ung. Sylloge plant, foss. III, tab. 7, fig. 5, <i. — Vaccinium Chamaedrys Ung. 1. c. tab. 12, 
flg. 1 a. 



Die fossile Flora von Sagor in Kra/'n. 175 

B. foliis subcoriaceis obovatis in petiolum attenuatis apice rqtundatis vel emarginatis, integerrimis , nerva- 
tione dictyodroma , nervo primär io tenui infra apicem saepe evanescente, nervis seoundariis tenuissimis 
subsimplicibus crebris. 

Fundorte: Savine, Sagor (Bachschichte), Trifail, Hrastnigg, Bresno, TiifiFer. 

Die Blätter dieser Art können mit denen um Sapotacites-Arten leicht verwechselt werden, sind aber 
durch folgende Merkmale von denselben zu unterscheiden. Die Blätter sind meistens kleiner, von etwas zar- 
terer Textur. Der Primärnerv ist viel schwächer, nicht selten sehen an der l'.asis fein; er verschwindet oft 
unterhalb der Spitze. Das Merkmal der abgerundeten Spitze ist nicht stichhältig, da sowohl seicht, als auch 
tiefer ausgerandete Blätter vorkommen. Das abgerundete Blatt Fig.5 der Myrsine pygmaeaYJag. (I.e.) gleicht 
bis auf's Haar dem Blatte Fig. 13 der Bumelia Oreadum Ung. (Foss. Flora von Sotzka). Die ausgerandeten 
Blätter Fig. 1 a des Vaccinium Chamaedrys Ung.; Fig. 8 und 10 der Bumeh'a Oreadum Ung. (1. c.) und 
Fig. l."i auf unserer Tafel sind gewiss ebenfalls gleichartig. Das Blatt der analogen jetztlebenden Bumelia 
tenax, Tat'. XXIII, Fig. 13, ist oft seicht ausgerandet. 

Bumelia riejadttm Ung. 
Tut'. XIII, Fig. 15, 10. 

Unger, .Sylloge plant. f'u.ss. [II, p. 24,, tab. 8, fig. 6. — Ettingsh. Fossile Flora der alteren Braimkohlenformation der 
Wetterau, S. 58, Tat'. 2. Fig. 4. — Syn. Hex stenophylla Ung. Syll. II, p. 14, tab. 3, flg. 25—27. (Ex parte. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Kass die in Sylloge, II, auf Tat. 3 unter der Bezeichnung Hex stenophylla Ung. abgebildeten Blaftfossi- 
lien gar verschiedene Dinge sind, ist schon auf den ersten Blick einleuchtend. Die aus der Wetterau stam- 
menden Blätter Fig. 25—27 habe ich a. a. 0. mit der ebendaselbst gefundenen in Sylloge, III als Bumelia 
Plejadum bezeichneten Beere zu Einer Art gebracht. Sie unterscheiden sich von denen der vorhergehenden 
Art hauptsächlich durch die schmälere längliche Form. Die hier abgebildeten Blätter von Sagor halteu die 
Mitte zwischen dem kleineren ausgerandeten Blatte, Fig. 27. und den übrigen. 

Bitmelia Heliadtim u. sp. 
Taf. XIII, Fig. 12. 

B. foliis petiolatis subcoriaceis, lanceolato-oblongis, hast attenuatis integerrimis , nervatio>ie brochidodroma, 
nervo primaria distineto , nervis seoundariis angulo subacuto egredientibus , laaueis margine subparal- 
lelis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Das vorliegende Blatt aus dem Mergelsehiefer von Savine ist vielleicht gleichartig mit dem als Hex 
stenophylla Ung. bezeichneten Blatte Fig. 23, Taf. 3 der Sylloge, II, auf welches die Diagnose „nemis 
seoundariis inconspieuis" wohl nicht passt. Ich halte beide für .Bwmefoa-BIätter und unterscheide sie von 
denen der vorhergehenden Arten durch die lanzettliche Form und die unter stumpferen Winkeln abgehenden 
Secundärnerven. 

Ord. EBENACEAE. 

JJiospyi-os bradvysepala A.Braun. 

Heer, Tertiärfl. d. Schweiz, Bd. III, S. 11. Tal'. 102, Fig. 1 — 14. 

F u n d o r t : Savine (Stollen). 

Im Mergelsehiefer von Savine fand ich Blätter, welche zu den von Heer am a. 0. Fig. 2, 3 und 8 abge- 
bildeten Blättern dieser Art vollkommen passen. 



176 Constantin v. Ettingskausen. 

JMospyros anceps Heer. 

Heer 1. e. Bd. III. S. 12, Tat'. 102, Fig. 15—18. 
F u n d o rt : Savine (Stollen). 

Aus oben bezeichneter Localität liegen mir einige Blätter vor, welche mit den a. a. 0. abgebildeten, 
insbesondere mit Fig. 16 — 18, übereinstimmen. 

Diospyros lotoides Ung\ 
Unger, Sylloge plant, foss. III, p. 30, tab. tu. fig. 1—12. 
Fundort: Savine (Stollen). 

An bezeichneter Lagerstätte fand ich einige Blätter dieser Art. Das eine gleicht dem in Fig. 8, ein 
anderes dem in Fig. 11 der Sylloge plant, foss. abgebildeten Blatte am meisten. Ein drittes gleicht dem auf 
unserer Tafel XXIII im Naturselbstdruek dargestellten Blatte Fig. ö der analogen D. Lotus. 

Diospyros sagoriana n. sp. 

Tat". XIV, Fig. 17—21. 

/'. calyce quinquefido , laciniis inaequalibus ovato-ellipticis, rotuwdato-obtusis. Bacca elliptico-globosa, ex- 
succa; foliis coriaeeis lanceolatis utrinque aequaliter attenuatis, integerrimis, p/urinerviis; nervatione 
dictyodroma, nervo primaria valido, recto, apicem versus valdo attenuato, ner>-is secundariis suh angulis 
40 — 50 orientibus, approximativ subtilibus, ßexuosis abbreviatis in rete dissolutis. 

Fundorte: Sagor (Bachschiehte), Savine (Steinbruch und Stollen). 

Nur in der Blattform stimmt diese Art mit der vorhergehenden vollkommen überein. Bezüglich der leder- 
artigen Textur und in der Nervation des Blattes weicht dieselbe von I>. lotoides wesentlich ab. 

Von den Blättern der recenten Diospyros-Arten zeigt D. lanoeolata Poir. von Madagaskar (Ett. Blatt- 
skelete der Dikotyledonen, Taf. 37, Fig. 12) eine sehr bemerkeuswerthe Übereinstimmung in allen Merk- 
malen. Die kurzen, geschlängelten, ziemlich genäherten Secuiidärnerven und die Maschen des Netzes, in 
welches sieh dieselben auflösen, gleichen denen der genannten lebenden Art vollkommen. 

Das in der Form mit dem beschriebenen Dzospyros-BlattQ übereinstimmende Blatt der Myrstne Gentau- 
rorum U ng. aus der fossilen Flora von Radobqj unterscheidet sich von ersterem durch die stärkeren entfernter 
von einander gestellten, unter stumpferen Winkeln abgehenden Secuiidärnerven. 

Zu dieser Art zähle ich den fünflappigen Kelch, Fig. 19, und die elliptisch-kugeligen trockenen Beeren 
Fig. 17. 18 und 21, welche sich mit Blattresten der Diospyros sagoriana in den Schichten des Stolleus von 
Savine fanden. Der erwähnte Kelch ist etwas grösser als der von Diospyi-os Royena Ung. (Sylloge, III, 
Taf. 9, Fig. 18) und unterscheidet sich von diesem durch die abgerundet stumpfen Lappen. 

Diospyros IVorfaiii Ung. 

Tat'. XII. Fig. 23, 24. 
Unger, Sylloge plant, foss. HI, p. -J7. tab. '.'. tia;. in — 12. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Der tiefere Eindruck im Gestein, die stark verkohlte Substanz und die unregelmässig runzlige Oberfläche 
lassen die Deutung der in Fig. 23 und 24 abgebildeten Fossilien als trockene Beeren vollkommen zu. Es 
dürfte auch zweifellos -ein. dass die beiden Beeren, welche nur in der Grösse unbedeutend von einander 
abweichen, zu Einer und derselben Art gehören. Weniger sicher ist die Bestimmung derselben als Diospyros- 
Beeren. Doch spricht hiefür das Vorkommen der Blätter dieser Gattung in den gleichen Schichten, in welchen 
die erwähnten Beer, n gelunden worden sind. Ich vermag jedoch keiner der oben beschriebenen Arten von 
Dwspyros-"B]'Attern diese Beeren mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zuzuweisen. Die vollkommene" Über 
einstimmung derselben mit den von Unger unter der Bezeichnung Diospyros Wödani beschriebenen Beeren 



Du fossile Flora von Sagor in Krain. 17 7 

aus der fossilen Flora von Radoboj veranlasste mich, für die fraglichen Beeren eben diese Bezeichnung zu 
wählen, es späteren Forschungen überlassend, zu ermitteln, in welcher Beziehung diese Art. von der nur 
Kelch und Beeren bekannt worden .sind, zu jenen fossilen Diospyros- Arten steht , von denen nur Kelch und 
die Blätter oder nur diese allein beschrieben worden sind. 

Von den zu der vorhergehenden Art gebrachten Beeren unterscheiden sich die Beeren von L>. Wodani 
leicht durch ihre kugelige Form. Die in der Sylloge plant, foss. Fig. 12 abgebildete Beere liegt hinsichtlich 
der Grösse fast in der Mitte zwischen den beiden in Savine aufgefundenen Exemplaren. Die Beere Fig. 23 
ist noch mit Resten des Kelches versehen. 

Ord. STYRACEAE. 
^t/utplocos radobojana Ung. 

Tat'. XIV. Fig. 11 — 16. 
Ung er, Sylloge plant, foss. III. p. .;.;. tab. 11, fig. .">— 7. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Von dem Steinkerne dieser Art liegen mir mehrere Exemplare aus Savine in verschiedener Grösse und 
Erhaltungs weise vor. Bei allen lässt sich die Naht des zweifächerigen Steinkerns durch einen mehr oder 
weniger feinen bei manchen anscheinend etwas hervortretenden Streiten an der Oberfläche erkennen. Nicht 
immer liegt dieser Streifen in der Mitte der Fläche des Fossils, eine gerade die Basis und Spitze der Frucht 
verbindende Linie bildend. Bei einigen sieht man ihn als mehr oder weniger seitliche dem Bande parallele 
krumme, den beiden Enden der Frucht zulaufende Linie (Fig. 12, 13). Bei dem grössten Exemplar Fig. 15 
ist an der Fläche kein solcher Streifen erkennbar, wohl aber unmittelbar am Bande. Die Erklärung dieser 
Erscheinung ist einfach in der zufälligen verschiedenen Lage, welche der Steinkern vor der Petrifieirung an- 
genommen, zu suchen, und erscheint derselbe desshalb bald von der Fläche , bald mehr oder weniger von 
der Seite coniprimirt. 

Ausser der Naht bemerkt man an den meisten Kernen einige unregelmässige Längsstreifen , wie eben 
auch an den in der Sylloge abgebildeten Exemplar Fig. 5. Diese Streifen gehen zuweilen in Bunzeln über, 
wie bei Fig. 10. Anderen Exemplaren fehlen sowohl streifen als Runzeln beinahe gänzlich, wie z. B. Fig. 15 
zeigt. Fig. 11 zeigt einen an der Naht in seine zwei Fächer gespaltenen Kern. 

Symplocos savinensis n. sp. 

Tat'. XIV, Fig. 10. 
S. putamine subgloboso, unüoculari irregulartter et leviter striata. 11 mülim. ln„,jo, 9 millim. lato. 
Fundort: Savine (Steinbruch), 

Das beschriebene Fossil weicht durch seine kugelige Gestalt von dem Steinkerne der Symplocos radobo- 
jana ab, gleicht aber mit Ausnahme der fehlenden Naht demselben in allen übrigen Eigenschaften. Sollte 
also hier ebenfalls ein Symplocos-Stemkem vorliegen, was ich für das Wahrscheinlichste halte, so muss 
dieser einfächerig gewesen sein. 

Class. BICORNES. 

Ord. ERIC ACE AE. 

Andromeda protogaea Ung. 

Tat'. XIII. Fig. jn — 33. 

ünger, Fossile Flora von Sotzka, S. 43, Taf. 23, Fig. 2, 3, :>— 9. - Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 64, Tal'. ■_••->. 
Fig. 1—8. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Ud. III. Tat'. 101, Fig. 26. 

Fundorte: Sagor (Friedhofschiebte, Bachschichte u. s. w. >, Savine, Trifail, Bresno. Tüffer, Godredesch. 

Deukschriften der mathem.-naturw. Ol. XXXVII. Bd. 90 



178 onstantin v. Ettingshausen. 

Diese Art kommt in Sagor fast ebenso häutig und in ebenso vielen Formen wie zu Sotzka vor. Nur selten 
lassen sieh die sehr feinen Secundärnerven wahrnehmen; diese sind einander mehr genähert als an den von 
Heer a. a. 0. dargestellten Blättern, wesshalb ich zweifle, dass die Schweizer Blätter hieher gehören. 

Da ich an keinem der mir aus Sotzka vorliegenden Blattfossilien dieser Art die Nervafion deutlieh wahr- 
nehmen konnte und diese in Unger's Abhandlung nicht dargestellt ist. so habe ich zur Vergleichung mit den 
erwähnten Blattfossilien der Schweizer Tertiärflora die an einigen Blättern der Andromeda protogaea aus den 
Savine-Schichten vortrefflich erhaltene Nervation in Fig. 33 » schwach vergrössert dargestellt. Sie nähert 
sich sehr der Nervation von Andromeda > Leucotkoe) ooriifolia Tat'. XXIII, Fig. 10. Die hier in Fig. 20 — 33 
zur Anschauung gebrachten Blattformen geben zusammengehalten mit den in Unger's fossiler Flora von 
Sotzka auf der Tafel 23 dargestellten nun ein ziemlich vollständiges Bild von der Variation in der Blattbildung 
dieser Art. 

Eine kurze Übersieht der bis jetzt beobachteten Formen möge hier Platz linden. 

1. Der Blattstiel erreicht oder übertrifft die halbe Länge der Lamina. Hieher Fig. 2 und 8 der Sotzka- 
Flora und Fig. 33 unserer Tafel XIII. 

2. Der Blattstiel erreicht nicht 10 Millim. Länge. Hieher die Fig. •';. 5, und 9 der Sotzka-Flora, ferner 
Fig. 30 und 32 auf unserer Tafel. 

Zwischen den Formen 1 und 2 liegen die zahlreichsten Übergänge. Andromeda tristis Ung. der Sotzka- 
Flora ist desshalb nur eine kleinblättrige Form der .1. protogaea mit kürzerem Blattstiel. 

:;. Mit stark hervortretendem Primärnerv. Fig. 1 der Sotzka-Flora; Fig. 22. 24. 25, 28. :;<». ;;i unserer 

Tafel. 

4. Mit dünnem, nicht oder schwächer hervortretenden Primärnerv, Fig. 6, 7 der Sotzka-Flora, Fig. 20. 
27 32 unserer Tafel. Übergänge zwischen den Formen 3 und 4 zeigen Fig. 2(i und 33 unserer Tafel. 

ö. Mit stumpflicher deutlich gerundeter Basis. Fi-. :), 7 der Sotzka-Flora: unsere Fig. 25 und 33. 

6. Mit verschmälerter vorgezogener Basis. Fig. S der Sotzka-Flora, Fig. 20, 22 und 30 unserer Tafel. 
Übergänge zwischen den Formen 5 und 6 unsere Fig 23, 31 und 32. 

7. Mit abgerundet- stumpfer oder ausgerandeter Spitze. Fig. 2 und 4 der Sotzka-Flora; die eine mon- 
ströse Bildung zeigende Fig. 22, lerner Fig. 21 a und b unserer Tafel. 

8. Mit verschmälerter oder zugespitzter Spitze. Fig. 6 der Sotzka-Flora. unsere Fig. 29, 31 und 33. 
Übergänge zwischen den Formen 7 und 8 zeigen Fig. 20 und 2(3 unserer Tafel. 

9. Mit elliptischer oder breit lanzettförmiger Lamina. Fig. 7 der Sotzka-Flora , Fig. 24 und 31 unserer 

Tafel. 

H>. Mit schmaler lineal-lanzettlicker Lamina. Fig. 27 unserer Tafel. 

Andromeda sagoriana n. sp. 

Tat'. MV, Fig. l, 2. 

A. foliü subcoriaeeis, lanceolatis. acuminatis, integerriniis, apice obtusiusculo mucronatis, nervatione dietyo- 

dröma, nervo primaria prominente, recto excurrente, nervis secundaria sub angulo recto exeuntibus, 

tenuissimis, ßexuosis ramdsis. 

Fundort: Savine (Stullen'. 

Von Andromeda neriiformis und .4. venulosa Sap., welche wahrscheinlich nur Eine Art der fossilen 
Flora von Fenestrella bilden, durch die stumpfliche, mit einer kleinen Borste bewaffnete Spitze, die anschei- 
nend etwas zartere Textur und die unter rechtem Winkel entspringenden Secundärnerven verschieden. 

Jihododetuh-oii sagorianvmn n. sp. 

Taf. XIV. Fig. 30 

Uli. foliis breviter petiolatü coriaeeis, linear i-lanceolatis , utrinque angustatis, integerrimis , nervatione 
camptodröma, nervo primario valido, recto excurrente . nervis seeundariis sub angulis 70— SO" orte//- 



Die fossile Flora von Sago?- in Krain. 179 

tibus, tenuibus , flexuosis , laqueos formantibus , nervis tertiariis in latere externo angulis obtusis, in 
latere interna angulis subrectis egredieniibus, tenuissimis, inter se conjunctis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Mit Rhododendron Haueri Ett. der fossilen Flora von Bilin am nächsten verwandt, aber durch folgende 
Merkmale von demselben verschieden. Die Blätter sind lineal-lanzettförmig, an der Basis sowohl als nach 
der Spitze mehr verschmälert. Der Primärnerv ist bedeutend schwächer; die Secundärnerven entspringen 
unter stumpferen Winkeln und sind kürzer, die Schlingen deutlich hervortretend, dem Rande fast parallel- 
laufend; die Tertiärnerven begrenzen schmälere Segmente. In diesen Eigenschaften nähert sich die beschrie- 
bene Art noch mehr dem jetztlebenden Rhododendron azalo ides Desf. 

Letliim limnophilum Ung. 

Tat'. XIII. Fig. 17. 
Unger, Sylloge plant foss. III, p. 40, tab. 12, flg. 4 — 26. 
Fnndo rt: Savine (Stollen). 

Das hier abgebildete kleine schmale gestielte Blatt verräth in seinem Abdrucke eine steife lederartige 
Textur und zeigt nebst einem feinen Primärnerv einige kaum mit unbewaffnetem Auge sichtbare sehr feine 
kurze Secundärnerven, die unter spitzen Winkeln entspringen. In genannten Eigenschaften stimmt dieses 
Blatttossil am meisten mit den bisher nur in Parschlug vorgekommenen Blättern von Ledum limnophilum 
überein. Es hält die Mitte zwischen den einander weniger ähnlichen Blättern Fig. 25 und 26, welche Unger 
in der Sylloge 1. c. abbildete. 

Ord. VACCINIEAE. 
Vaccinium acheronticum Ung. 

Unger, Foss. Flora von Sotzka, S. 43, Taf. 24, Fig. l, 3, 4 u. 6. - Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S 10 Tat 101 
Fig. 29. — Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, II, S. 18, Taf. 39, Fig. 5, 6. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Von dieser in der Tertiärformation sein- verbreiteten Art habe ich aus Sagor nur einige Blätter erhalten 
von welchen eines mit dem in Unger's citirter Abhandlung abgebildeten Blatte Fig. (i, am meisten überein- 
stimmt. Kleinere Exemplare erinnern an die Blätter von Vaccinium crassifolium, Taf. XXIII, Fig. 7-0. 

Vaccinium Palaeo-Mij)>tMns n. sp. 

Tat'. XIII, Fig. 19. 

V.foliis subcoriaeeis, sessilibus, rotundatis, tenuiter serratis , basi integerrimis , nervatione dictyodroma, 

" erV01 " "'"' «*"*»»<*> apicen rsus attenuato excurrente, nervis secundaria tenuissimis approxima- 

tis, flexuosis, sub angulis 50-60° orientibus, nervis tertiär -iis abbreviatis, ramosis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Das Blatt Fig. 10 zeigt einige Ähnlichkeit mit den Blättern von Myrsine- Arten, unterscheidet sich aber 
von den Blattern der hier am ersten in Betracht kommenden M. radobojana Ung. und M. europaea Et» 
durch den fehlenden Blattstiel, die mehr rundliehe Form, die feinere Zahnung des Bandes welche nur am 
Blattgrunde fehlt, und durch die in Fig. 19 « vergrößert dargestellte Nervation. Aber in allen diesen Eigen- 
schatten, sow.e auch in der Textur und der sitzenden Basis des Blattes stimmt dasselbe am meisten überein 
mit Vaccmmm-Wmevn. Ich glaube desshalb nicht zu irren, wenn ich dasselbe zu Vaccinium stelle und es 
mit unserem I. Myrtillus, mit dessen Blatte es sehr grosse Ähnlichkeit zeigt, in genetische Beziehung 
bringe. ö 



] S() Gonstantin v. Ettings hausen. 

Dialypetalae. 

Class. DISCNATHAE. 

Ord. ARAL1ACEAE. 

Cussonia ambigua n. sp. 

Taf. XIV, Fig. 3-2. 
G foliolis coriaceü varie inciso-lobatis , lobts integerrimis , nervo primaria recto valido prominente , nervi, 
" ' secun dariis tenuibus, sub angulis 30—40° orientibus, approximatis, ßexuosis hyphodromis . 

Fundort : Godredesch. 

Mit manchem Zweifel brachte ich da. vorliegende Bruchstück eines grossen lederartigen Blattes unter 
obige Bezeichnung. Dasselbe verräth eine unregelmässige Lappung und zeigt fein e dem unbewaffneten Auge 
kaum sichtbare Secundärnerven, welche aus einem mächtigen stark hervortretenden Primärnerv, einander 
genähert unter ziemlich spitzen Winkeln entspringen. Ein Blattnetz ist nicht sichtbar; die Secundärnerven 
verlieren sich nach gesehlängeltem Verlaufe in die Blattsubstanz. Diese wenigen aber bezeichnenden Merk- 
male führten mich auf die Gattung Cussonia, in welcher Arten vorkommen, deren grosse bandförmig gefie- 
derten Blätter lederartige Blättehen besitzen , welche eine ähnliehe Lappung und die beschriebene Nervation 
zei ,en Das Merkmal der gewebläufigen Secundärnerven tritt besonders deutlich an Naturselbstabdrücken 
der Blätter hervor, und ich verweise desshalb aui den Abdruck eines Blattes von Cussonia thyrsiflora Thunb. 
Fi- 60 auf Seite 111 meines Werkes über die Blattskelete der Dicotyledonen. 

" Das fragliche Blattfossil wäre nach der im Vorhergehenden begründeten Ansicht als ein Theüblättchen 
eines Blattes von sehr grosser Dimension zu betrachten, dessen vollständige Gewinnung an fossilen Zustande 
allerdings zu den grössten Glücksfällen gehört. Dieses Blatt müsste man sich ergänzt beiläufig von der 
Gestalt des in Unger's Abhandlung über die fossile Flora von Kund Taf. 17 abgebildeten grossen und voll- 
ständig erhaltenen Cussonia-BMtes denken, das mit dem Blatte unserer Art bei genauer Vergleichung eine 
nicht geringe Verwandtschaft zeigt. 

Araliophyllum Jiederoides n. sp. 
Taf. XIV, Fig. 8. 
A.foliis compositis, foliolis subsessüibus rigide coriaceis, rot.ndo.tis vel ellipticü obliauis sublobatis rel 
repandis, margine revolutis, basi trinerviis. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Die vorliegenden kleinen Blattfossilien haben einige Ähnlichkeit mit denen von Eedera Kargii A 
Braun sind jedoch nicht deutlich gelappt und von feineren mehr bogenläufigen , entfernt von einander ste- 
henden Secundärnerven durchzogen. Der Habitus dieser Fossilien deutet mit ziemlicher Bestimmtheit darauf 
l liu dass dieselben als Theüblättchen eines bandförmig oder fiederar.ig zusammengesetzten Blattes zu 
betrachten sind. Der sehr verdickt erscheinende Band derselben zeigt die Einrollung daselbst an. Der Abdruck 
verräth eine steife Blattbeschaffenheit. Die Nervation ist unvollkommen strahlläufig. Die seitlichen zwei 
Basalnerven sind ungleich der stärkere mit einigen Aussennerven besetzt. Die wenigen Secundärnerven smd 
etwas feiner als die seitlichen Basalnerven und bilden dem unbewaffneten Auge kaum deutlich s.chbare 
Schlingen Das sehr feine, aus viereckigen Maschen bestehende Netz ist in Fig. 8 a vergrößert dargestellt. 
Die angegebenen charakteristischen Merkmale deuten weniger auf die Papilionaceen oder Mimoseen als 

vielmehr auf die Araliaceen und Ampelideen hin. 

Das Vorkommen der Araliaceen in der Flora der Tertiärzeit habe ich schon seit Langem erkannt . 
Haidinger, Bericht über die foss. Flora von Radoboj, Sitzungsbe, Bd. V, S. 91 und Ettingsh. B att- 
skelete der Dikotyledonen, 8. XLIII). Heer „ndSapoHa haben fossile Araliaceen nachgewiesen, welche 



Die fossile Flora von Sago?- in Krain. 181 

den Gattungen Hedern und Aratia unzweifelhaft angehören. Der Flora von Sagor fehlt diese Familie keines- 
wegs, wie ich nach einigen Resten mit Sicherheit annehmen zu können glaube, doch wage ich es nicht, die- 
selben jetztweltlichen Gattungen einzureihen. 

AraUophyllwm crenulatum n. sp. 

Taf. XIV, Fig. 5, 6. 
L. foliis digitatis ff J, foliolis coriaoeis , ovatis vel ellipticis , basi in petiolum brevem produetis , apicebre- 
viter acuminatis, margine crenulatis , nervatione camjptodromn , nervo primario distincto , excurrente 
nervis secundaria sub angulis 40—00° exeuntibus, flexuosis, laqueos formantibus , nervis tertiariis an- 
gulo subrecto insertis, inter se conjunctis. 

Fundort: Savine. 

Vorliegendes Blattfossil dürfte in der Ordnung der Araliaceeu, wo einige von Saporta beschriebene 
Arten der fossilen Flora von Armissan demselben in der Nervation und Form nahe kommen, den passendsten 
Platz finden. Aralia legitima Sap. unterscheidet sich von unserer Art nur durch einen längeren Stiel , den 
ganzen Rand und die etwas entfernter stehenden Recundärnerven. 

AraUophyllwm asperum n. sp. 

Taf. XIV, Fig. 3. 
A. foliis digital,:» ( ?), foliolis coriaoeis oblong o-ovatis vel ellipticis breviter petiolatis , denticulatis, nervo- 
tione camptodroma, nervo primaria prominente, nervis seeundariis sub angulis 60—70° orientibus, 
tenuissimis subsimplioibus. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Mit der Aralia inaequalis Sap. in der Nervation am meisten übereinstimmend, jedoch von dieser Art 
durch die gleiche Basis der Blättehen und die Zähnung des Randes abweichend. 

AraUophyllwm Saportanwm n. sp. 

Tat: XIV, Fig. 4. 
A. foliis digitatis , foliolis coriaoeis, sessilibus, ovatts vel ellipticis , utrinque obtusis , integerrimis , nerva- 
tione camptodroma, nervo primaria valido, apicem versus attenuato, excurrente, nervis seeundariis sub 
angulis 40—50° orientibus, tenuibus subßexuosis, nervis tertiariis tenuissimis abbreviatis dietyo- 
dromis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Ein elliptisches Blättchen von lederartiger Textur, welches in der Tracht und Nervation am meisten 
denen der vorhergehenden Arten sich anschliesst. Es ist jedoch ganzrandig und dadurch, sowie auch durch 
die kurzen, sogleich in ein aus quer-elliptischen Maschen zusammengesetztes Netz aufgelösten Tertiärnerven 
von denselben verschieden. An der Basis bemerkt man den Rest des gemeinschaftlichen Blattstieles, mit dein 
es noch in Verbindung steht. Von Aralia paiaeogaea Ett. der Biliner Tertiär-Flora und von ,4. Decaisnaei 
Sap. der fossilen Flora von Saint-Zacharie unterscheidet sich unsere Araliophyllvmi-kxt durch die sitzenden 
Blättchen und die Feinheit der Secundärnerven. 

Ord. AMPELIDEAE. 
Cissus Heerii ui. 

Tat. XIV, Fig. 9. 
Ettingsh, Beitrage z. foss. Flora von Sotzka, S. 72, Taf. 3, Fig. :;. 4. 

C. foliis pinnatis , foliolis petiolatis submembranaeeis ovatis vel lanceolatis vel ovato-lanceolatis , basi ,,,- 
aegualibus, apice acutis vel acuminatis, margine dentatis vel inciso-dentatis, dentibus i -qua'libus, acu- 



>• eil. 



t s .) Constantin v. Ettingshausi 

tis; nervatione dictyodroma, nervo primär io tenui, vix fercurrente, recto, nervis secundaria tenuissimis, 

remotis, sub angulis •25—40° orientibus, nervis tertiariis obsoletis. 

Fundort: Sagor, nächst dem Bache. 

An bezeichneter Fundstelle sammelte ich das kleine Blattfossil Fig. 9, welches sich auf den ersten Blick 
als ein Theiblättchen eines CY^s-Blattes erkennen lässt. Es passt sehr gut zu den Theilbläitchen, welche ich 
bei Sotzka auffand und am a. 0. als Gissus Heerii bezeichnete. Es hat nur die Länge, nicht aber die Breite 
des Blättchens Fig. 3, hingegen die Form des längeren Blättchens Fig. 4. Es hält also die Mitte zwischen 
den beiden einander in der Form etwas unähnlichen CWs-Blättehen von Sotzka und beweist die Zusam- 
mengehörigkeit derselben. In der Zahnung des Randes und in der Beschaffenheit der Basis gleicht es dem 
Blättchen Fig. 4, doch ist die letztere an dein von Sagor etwas weniger spitz und die Zähne treten weniger 
hervor. Der Abdruck deutet mehr auf eine zartere als auf eine lederartige Textur. Der angegebenen den 
Formenkreis dieser Art ergänzenden Abänderungen wegen musste die Diagnose entsprechend erweitert 
werden. 

Ord. CORNEAE. 
Cornus Bucht i Heer. 

Tat. XIV, Fig. 31. 
Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III. S. 2G, Tat. 105. Fig. 6-9. - Ettingsh. Fossile Flora von Bilin. III, S. 4, Taf. 40, 
Fig. 32. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Dieses einzige Cornus-BMt, das sich unter den Fossilien der Sagor-Flora fand, dürfte am besten zu der 
bezeichneten von 0. Heer beschriebenen Art passen. Der Stiel ist verloren gegangen. In der Grösse der 
Lamina gleicht es am meisten dem von mir im Biliner Becken aufgefundenen Cornus-BMte, das ich gleichfalls 
zu C. Bürhii brachte, obwohl die Blätter, welche Heer a. a. 0. abbildet, etwas kleiner sind und näher- 
stehende Secundärnerven haben. Nachdem ich die Deckblätter, genau von der Form und Grösse jener, 
welche Heer genannter Art zuweiset, in der fossilen Flora von Leoben aufgefunden, hatte ich Kenntniss von 
der grösseren Verbreitung dieser Art erh ngt und zweifle nun nicht daran, dass auch das in Rede stehende 
Cornvs-BMt von Savine derselben angehört. 

Ord. LORAKTHACEAE. 
Loranthus Palaeo-Micalypti n. sp. 

Taf. XIV, Fig. 26, 2S, 29. 
L foliiscoriaceispetiolatis, lanoeolatis vel obk ngis , basi in petiolum angustatis , apice acuminatis , nerva- 
' tiöne acrodroma, nervo primaria prominente excurrente, nervis lateralibus basalibus tenuibus; apicem 

haud attingentibus, nervis secundaria paucis tenuissimis, angulis 60— 70° insertis , nervis tertiariis 

nullis. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Der völlige Mangel eines Blattnetzes, welchen die wohlerhalteuen Blattfossilien Fig. 26, 28, 29 deutlich 
offenbaren, die lederartige Textur und die feinen spitzläufigen Basalnerven sind in Verbindung nut der 
schmalen lanzettlichen Form, Merkmale, die man vorzugsweise an Lorantkus-Bimev» wahrnimmt. Zudem 
ist an einigen Stellen dieser Blattfossilien eine Runzelnng der jedenfalls dicken überhaut deutlich sichtbar, 
wie eine solche den Lorantkus-BlMtem zukommt. Es ist daher kaum zu zweifeln, dass wir hier Reste e.nes 
Loranthus vor uns haben, und dass die drei nur in der Grösse etwas verschiedenen Blätter zu einer und 

derselben Art gehören. 

Das Vorkommen der genannten Gattung in der Flora der Tertiärperiode habe ich bereits an anderer 
stelle (Beiträge z. Kenntniss d. fossilen Flora von Radoboj, Sitzungsber. Bd. LXI, & 57) nachgewiesen. 



s 



I h', fossile Flora von Sago?' in Kram. 183 

Während aber das Loranthus-Blutt von Radoboj unserem L. europaeus am nächsten kommt, zeigen die oben 
beschriebenen Blätter die meiste Ähnlichkeit mit denen von Loranthus miraculosus Miq. (Ett. Blättskelete 
der Loranthaceen, Denkschriften, Bd. XXXII. Taf. II, Fig. 27— 29), einer in Neuholland die Eucahjptus- 
Bäume bewohnenden Art. Es ist sonach durch diese Loranthus-Bl&tter der Sagor-Flora auch auf die Gattung 
Eucalyptus hingewiesen und um so wahrscheinlicher, dass der Schmarotzerstrauch, dem sie angehörten, auf 
Eucalyptus-B'äamen vegetirte, als Blattfossilien, die nur zu letztgenannter Gattung gehören können, in Sagor 
häufig fossil vorkommen. 

Lovantlnts ejcti actus n. sp. 

Taf. XIV, Fig. 25. 

/.. brevtter petiolatis cortaceis, oblongis, obtusis, nervatione brochidodroma , nervo primario prominente ex- 
currente , nervis secundariis tenuibus, sub angulo 40 — 50° orientibus, arcuatis, arcubus laqueorum 
tenuissimis , nervis tertiariis paucis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Dieses kleine Blatt, dessen Abdruck eine lederartige Textur verräth, könnte man bei oberflächlicher 
Untersuchung sein- leicht mit dem Blatte von Santalum osyrinum Ett. (Vergl. I. Theil. Taf. X. Fig. 23), dem 
es in der Thal sehr ähnlich siebt, verwechseln. Auch Hesse sieh der Schlingenbildung wegen die Ansicht 
hinstellen, dasselbe habe einer Myrtacee angehört. Von genanntem Santalum-JShtte unterscheidet es sich 
durch die schlingläufige Nervation und die weniger spitzen Ursprungswinkel der Secundärnerven sieher. Die 
Ordnung der Myrtaeeen aber ist hier wegen des Mangels eines vollkommen entwickelten Blattnetzes, das sieh 
bei dem wohlerhaltenen Fossil gewiss müsste wahrnehmen lassen, wenn ein solches vorhanden gewesen, voll- 
ständig ausgeschlossen. Ausserdem ist der Schlingenbogen der Secundärnerven nicht randständig; die Myr- 
taceen-Blätter haben aber zum bei weitem grössten Theile randständige Schlingenhogen , die oft zusammen- 
fliessend einen saumläufigen Nerv darstellen. 

Es bleibt somit nur noch übrig, das beschriebene Blatt zu Loranthus zu stellen, wo in der Tiiat in den 
Blättern von L. oleaefolius Cham, et Schi. (Ett. Loranthaceen 1. c. Taf. X. Fig. 10—15, Taf. XI. Fig. 5 
vom Cap, die ihm näehstkommende Bildirng zu finden ist. 

Lorantlvus Palaeo-Exocarpi n. sp. 

Taf. XIV, 1 ig. 27. 

L. foliis linearibus vel lineari-lanceolatis, cortaceis, nervatione acrodroma, nervo primario tenut, haud pro- 
minente, nervis st undariis tenuissimis vix co7ispicuis , nervis tertiariis nullis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Dieses Blatt bat Ähnlichkeit mit schmalen Formen von Vodocarpus eocenica Ung., von welchen es sich 
aber durch das Vorhandensein von Secundärnerven sicher unterscheidet. Die spitzläufigen seitlichen Basal- 
nerven, der Mangel eines ausgebildeten Blattnetzes und die lederartige Textur deuten entschieden auf Loran- 
thus hin, wo uns in L. Exocarpi liehr von Neuholland (Ett. 1. c. Taf. 3, Fig. 14. 15) eine der Blattbildung 
nach vollkommen analoge Art entgegentritt. 

Phthtrusa Palaeo-TJieobromae n. sp. 

Taf. XIV, Fig. -24. 

Vh. foliis superficie tenuiter rugosis , cortaceis, ovatis, basi angustatis , ttervatiom brochidodroma, nervo 
primario valido prominenU . n cto, m rvis secundariis >■ nuibus rectis, approximatis, sub angulis 60 — 65" 
orientibus, nervis tertiariis inconspicuis. 

Fundort: Sagor (Friedhofschichte . 

Die feinrunzlige Oberflächenbeschaffenheit dieses Blattes (s. d. Vergrösserung Fig. 24 a), in Verbindung 
mit den übrigen oben beschriebenen Merkmalen führt sogleich auf die Ordnung der Loranthaceen. wo die 



jgj. Constantin v. Ettingsh 



aus en. 



im 



tropischen Amerika einheimische Phthirusa Theobromae Willd. (Ett. Loranthaceen 1. c. Tai'. VII, 
Fig. 14— IG) die meiste Ähnlichkeit in der Blattbildimg verräth. Unser Blattfossil weicht von den Blättern 
der genannten lebenden Art nur durch die geradlinigen und einander mehr genäherten Secundärnerven ab. 

Class. CORNICULATAE. 

Ord. SAXIFRAGACEAE. 

Cällicoma pannonica Ung. 

Unger, Sylloge plant, foss. III, p. 41, tob. 13, fig. 1. — Syn. Quercus Cyri Ung. Flora von Sotzka, S. 33, Tat. 10, Fig. 4 
F u n d ort: Savine (.Stollen). 

Vergleicht man das a. a. 0. abgebildete Blatt der Cällicoma pannonica Ung. mit dem unter der Bezeich- 
nung Quercus Cyri Ung. dargestellten Blatte der fossilen Flora von Sotzka, so wird man überrascht von 
der Übereinstimmung dieser Reste in allen Merkmalen. Auf die grosse Ähnlichkeit des letzteren mit dem 
Blatte der Cällicoma serratifolia aus Xeuholland habe ich in meinen „Beiträgen zur foss. Flora von Sotzka><, 
Sitzungsber. Bd. XXVIII, S. 480 hingewiesen. Bei Sagor wurde ein Blattfragment gefunden, welches ich 
ebenfalls nur der C. pannonica einreihen konnte. 

Cällicoma microphylla m. 
Tat'. XV, Fig. 5. 
Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III, S. 5, Tat'. 40, Fig. 14—22. 
Fundort: Savine. 

Bisher fand sich bei Sagor nur ein einziges Blatt dieser im Polirschiefer von Kutschlin nicht selten vor- 
kommenden Art. Es vervollständigt die Formenreihe der bis jetzt aufgefundenen Blätter genannter Art und 
beweist damit die Zusammengehörigkeit derselben. Denkt man sich die verletzte Spitze ergänzt, so passt es 
am besten zu dem Blatte Fig. 17 der Biliner Flora , mit dem es auch die grössere Verschmälerung an der 
Basis theilt. In den übrigen Merkmalen reiht es sich an die kleineren Blattformem Fig. 15 und 22 a. a. 0. 

Ceratopetälum haervngianum m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, 8. 65, Tat'. 22, Fig. 13—26. 

Fundort: Savine. 

Es liegt mir ein Theilblättchen vor, welches zu den a. a. 0. abgebildeten Formen Fig. 18 und 20 voll- 
kommen passt. 

Weinmannia soteMana m. 

Tat. XV, Fig. 2—4. 
Ettingsh. Beiträge z. Kenntuiss d. foss. Flora von Sotzka, Sitzungsber. Bd. XXVIII, S. 532. - Syn. Celastrus Andromeäae 
Ung. 1. e. Tat. 30, Fig. 6 u. 8. (Ex parte.) - 0. dubius Ung. 1. c. Tat'. 30, Fig. 14. iEx parte.) 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Durch grössere gekerbte Theilblättchen unterscheidet man diese Art von der sehr ähnlichen Weinmannia 
paradisiaca Ett. ans der fossilen Flora von Häring. Fig. 3 stellt ein Endblättchen, Fig. 4 ein Seitenblättchen, 
Fig. 2 ein nicht vollständig erhaltenes ganzes Blatt dar. Von den in der Form ähnlichen Blättern des Celastrus 
Andromedae Ung. und einiger anderen Celastrineen der vorweltlichen Flora sind die bezeichneten Fossilien 
durch die randläufige Nervation wesentlich verschieden. 

Hydrcmgea sagoriana n. sp. 
Taf. XIV, Fig. 22, 28. 
Floris sterilis lobis calycinis petaliformibus obovatc-rotundis integerrimis ; foliis subcoriaeeis, ovato-ellipti- 

cis, acutis, Jentaus, nervatione camptodroma, nervo primaria valido? nervis seeundariis sub angulis 

40—50° orientibus, ramosis, subflexuosis, nervis tertiariis transversim conjunetis. 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 185 

Fundort: Savine (Stollen). 

0. Weber hat in seiner „Tertiärflora der niederrheinischen Braunkohlenformation a Taf. VII, Fig. 2 den 
Abdruck eines Antholithen ans dem Lignitlager von Orsberg bei Bonn abgebildet and als Getönia oeningensis 
bezeichnet. Ich habe denselben als eine sterile Blume von Hydrangea bestimmt und das sehr ähnliche hier 
in Fig. 22 abgebildete Blütenfossil, welches ich im Mergelschiefer von Savine entdeckte, als vom Ersteren 
specifisch nicht verschieden gehalten (Blattskelete der Dikotyledonen, S. 231). Es bestehen, jedoch einige 
Unterschiede zwischen beiden, welche die Vereinigung zu Einer Art als gewagt erscheinen lassen. Das 
Fossil von Orsberg zeigt wenigere und entfernter von einander stehende Nerven in den Kelchlappen und 
dadurch eine noch grössere Übereinstimmung mit den sterilen Blumen der in China und Japan einheimischen 
H. Hortensia. Der Blumenkelch von Savine zeigt mit breiterer Basis sitzende Kelchlappen. 

Das Blattfossil Fig. 23 weicht von den nur bei oberflächlicher Besichtigung als ähnlich erscheinenden 
Erlenblättern durch die Nervation sehr ab. Es besitzt ästige, geschlängelte, bogenläufige Secundärnerven, 
deren Äste hin und wieder durch Schlingen verbunden sind. Diese und die übrigen .Merkmale, insbesondere 
die fast querläufigen Tertiärnerven sprechen sehr für die Gattung Hydrangea. Ich habe daher keinen Anstand 
genommen, dasselbe mit dem beschriebenen Blumenkelch zu Einer Art zu verbinden, umso mehr, als es auch 
ganz in der Nähe desselben liegend in den Schichten von Savine gefunden worden ist. 

Hydrangea dubia n. sp. 

Taf. XV, Fig. 1. 

iL foliis submernbranaeeis , oblongis cuspidato-dentatis , nervatione a;aspedodroma , nervo primario promi- 
nente, nervis seeundariis distinetis, sub ang'ulis 30 — 40" orientibus, flexuosis, simplieibus , nervis ter- 
tiariis transversim conjunetis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Dieses Blatt unterscheidet sich sowohl von Ostrya- und Carpinus- wie auch von Ce&e's-Blättern , mit 
denen es der randläufigen Nervation und der einfachen Secundärnerven wegen allenfalls verglichen werden 
könnte, sogleich durch den eigenthümlichen Verlauf der Secundärnerven und durch die querläufigen Tertiär- 
nerven. Ich glaube dieser letzteren Merkmale wegen dasselbe zu Hydrangea stellen zu können, bei der auch 
Arten mit randläufiger Nervation und länglicher Blattform vorkommen. Über die Richtigkeit dieser Ansicht 
werden aber erst vollständiger erhaltene Fossilien sicheren Attfsclihiss geben können. 

Class. POLYCARPICAE. 
Ord. MAGNOLIACEAE. 
Magnölia Dianae Eng. 

Unger, Sylloge plant, foss. I, p. 28, tab. II, fig. 1—4; III, tab. 14, Hg. i — 7. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Ein an genanntem Fundort gesammeltes Magno lia-B\a.t\ gleicht in Form und Nervation ganz und gar 
den von Unger beschriebenen Blattfossilien. Jedoch ist der Stiel etwas länger als der beim ziemlich lang- 
gestielten Blatte Fig. 2 der Sylloge. Da jedoch die Blätter der analogen lebenden Magnölia grandiflora in 
der Länge des Blattstiels nicht minder variiren , so kann unser fossiles Magnolia-Tl\ait noch ganz wohl zur 
Formenreihe der M. Dianae gehören. 

Class. NELUMBIA. 
Ord. NYMPHAEACEAE. 

Anoectomeria Brongniarti Sap. 

Saporta, Etudes sur la Vegetation du Sud.-Est de la France ä l'epoque tertiaire, II. p. i -j 4. pl. 7. fig. i; p. 306, pl. 10, 
fig. i — 1. — Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III. s. to, Taf. 11. Fig. n — 14. 

Denkschriften der matüem. -natura. Cl XXXVII. Bd. 24 



186 Constantin v. Ettingshausen. 

F u n d o r t : Hrastnigg. 

Von genanntem Fundorte liegt ein Rhizonibruchstuck, das dieser Art angehört, vor. Es gleicht dem von 
Saporta in Fig. 3 A 1. c. allgebildeten Stücke ganz und gar. 

Nymphaea gypsorurn Sap. 

Saporta 1. c. I, p. 117, pl. 12, fig. 2. — Ettingsh 1. c. III. S. 11, Tat'. 41, Fig. lö. 

F u n d o r t : Hrastnigg. 

An der Fundstelle oben aufgeführter Nymphaeaeeen kam ein Rhizombruchstüek vor, welches zu dem von 
Saporta a. a. 0. abgebildeten vollkommen passt. 

Ciass. COLUMNIFERAE. 

Ord. ROM BACK AK. 
Bonibax sagorianum m. 

Ettingsh. Tertiärflora d. österr. Monarchie. I. Fossile Flora von Wien, S. 21, Tat'. 4, Fig. 3. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Bis jetzt hat sich nur das einzige a. a. 0. abgebildete Theilblättchen dieser Art vorgefunden. Als die 
nächstverwandte lebende Art bezeichne ich Bombax glaucescens Sw. von Brasilien, deren Blattskelet in 
meiner Abhandlung über die Bonibaceen, Denkschriften, Bd. XIV, Taf. II, Fig. 1 und Tat'. IV, Fig. 2 zur 
Darstellung gelangten. 

Bomba.r cJwrisiaefoliwm m. 

Ettingsh. Foss. Flora von Bilin, III. S. 11, Taf. 42, Fig. 2. 4 n. 5. 

Fundort : Trifail. 

Zwei Theilblättchen, welche denen der tropisch-amerikanischen Chorisia speciosa St. Hil. (vergl. die 
citirte Abhandlung über die Bonibaceen, Taf. Ii in der Form, Textur und Nervatiori am meisten ähnlich sind. 
fanden sich am bezeichneten Orte. Sie passen vollkommen zu den von mir bereits in der „Fossilen Flora von 
Bilin" a. a. 0. beschriebenen Blattfossilien aus dem Polirschiefer von Kutschlin. 

Ord. S T E R C U L I A C E A E. 

Sterculia Labrusca Ung. 

Taf. XV, Fig. 14. lö. 

ünger, Foss. Flora von Sotzka, Denkschriften, Bd. II. S. i:;,, Taf. 49, Fig. 1— 11. — Ettingsh. Foss. Flora vom Monte 
Promina, 1. e. Bd. VIII. S. :;:. Tat'. 14. Fig. 7. — Foss. Flora von Bilin, 1. e. Bd. XXIX. S. 13. Taf. 43. Fig. 4. 5. 

Var. fi St. Labrasra breriloba, folüs trilobis, basi rotundatis, lobt* abbreviatis, e hast lato acutü medi'o 

jjroduetiore. 
Var. gj St. Labrusca angustiloba, folüs trilobis, basi i>lituxis, lobis angustissimis sub linear ibus, in- 

aegualibus. 

Fundort : Savine (Steinbruch und Stollen). 

Zur Formenreihe dieser gleich der analogen receuten Sterculia diversifolia in der Blattform sehr ver- 
änderlichen Art tüge ich die Blätter Fig. 14 und 15 von Savine hinzu. Will man dieselben den in meiner 
..Fossilen Flora von Bilin 1 ' gegebenen Übersieht aufgestellten Varietäten einreihen, so würde Fig. 14 zur 
Var. (i angustata; Fig. 15 zur Var. c aceroides gehören. Jede dieser Formen zeigt aber solche Abweichungen 
von allen bisher bekannt gewordenen Blattformen der St. Labrusca, dass sie wohl obige separate Bezeich- 
nung verdienen. Die Form / (Fig. 14) schliesst sich durch das Blatt Fig. 7 der ,.Foss. Flora des Monte Pro- 
miiia- der Var. c an: die Form g (Fig. 13) geht einerseits in die Form a, andererseits in die Form b (vermit- 
telst des Blattes Fig. 7 der „Foss. Flora von Sotzka-) über. 

Ausserdem fand sich an der gleichen Lagerstätte ein Blatt der Form a vor. 



Die fossile Flora ran Sago? 1 in Krain. l v 7 

Sterculia laurina in. 

Ettingsh. Beiträge z. Kenntuiss d. foss. Flora von Sotzka, Sitzungsber. Bd. XXVIII, S. 533, Tat'. -2, Fig. 1. — Foss. Flora 
von Bilin, Denkschriften, Bd. XXIX, S. 14, Tat. 42, Flg. l. 

Fundort: Savine (Stollen). / 

Es lieg't nur ein Blatt vor, welches mit dem in Sotzka aufgefundenen in allen Merkmalen übereinstimmt. 
Die wohlerhaltene Nervation ist ausserordentlich ähnlich der des Blattes einer ostindischeu Sfercutia-Art, 
welches in meiner Abhandlung über die Nervation der Bombaceen 1. c. Taf. 10, Fig. 3 im Naturselbstdruck 
dargestellt ist. 

Ord. BÜTTXEBIACEAE. 

Pterospermum sagorianum n. sp. 

Taf. XV, Fig. 17-19. 

/'. foliis coriaceis, ovato-oblongis, inter/eri-imia. nei •■<* ■/•■//■ cainptuflromn. nervo j/rimario prominente, recto, 
nervis secundariis sub angulis 55 — 65° orientibus , nervt's tertiariis transversim conjunctis; seminibus 
alatis, oblongis basi rotundatis, api'ce acurninatis. 

Fundort: Säger, nächst der Zinkhütte (Tagbau, Schichte I). 

Das vorliegende Fragment eines länglichen ganzrandigen Blattes von lederartiger Textur zeigt eine Ner- 
vation, welche mit der von Pterospermum- Blättern , besonders /'. lanceaefolium Roxb. und P. suberifolium 
WM Id. (vergl. Blattskelete der Dicotyledonen, Tat'. 4M und 50) die meiste Ähnlichkeit verräth. 

Von P.ferox Ett. der Schichten von Bilin und l'arschlug unterscheidet sich die beschriebene Pterosper- 
mum-Art durch die mehr längliche Blattforni und die vollkommen querläufigen Tertiärnerven, wodurch sich 
letztere Art ganz und gar an die bezeichneten ostindischen Arten anschliesst. 

In der gleichen "Fundstelle wurden Abdrücke einiger geflügelter Samen, Fig. 18, 1'.», gesammelt, welche 
zu Pterospermum gehören dürften. Ob und inwieferne diese Samen zu denen der genannten lebenden Arten 
passen, konnte ich nicht ermitteln, da ich mir die Samen der letzteren bis jetzt nicht verschaffen konnte. 

Class. GUTTIFERAE. 

Ord . TER N S T R E M I A C E A E. 
lei'iistt'oeniia bilinica m. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III. S. 17. Tat'. 47. Fig. s_ io. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Es liegen mir nur zwei Blätter dieser Art vor. Das grössere hält in der (inisse und Form die Mitte zwi- 
schen den Blättern Fig. 9 und 10 aus dem Polirschiefer von Kutschlin, die in der „Foss. Flora von Bilin" 
a. a. 0. abgebildet sind. Der am Abdrucke scharf hervortretende Blattrand zeigt die lederartige Consistenz 
des Blattes an. Als analoge lebende Arten bezeichnete ich eine noch unbestimmte amerikanische Art (s. meine 
Blattskelete der Dicotyledonen. Taf. 53, Fig. 5 und 11) und Ternstroemia dentata Sw. ans Guiana (a. a. 0. 
Taf. 53, Fig. 8 i. 

Class. ACERA. 

Ord. ACERINE AE. 

Acer trilobatum A. Braun. 

ünger, Chlor, prot. p. 130, tab. 41, tig. 1—8. _ Heer. Tertiärflora .1. Schweiz, IM. III, S. 47 u. 107. Tat'. 2, Fig. 3, i. 6, 8, 
Taf. 110, Fig. IC— 21; Tat. 111, Fig. 1, -2. 5—14, 16, 18—21; Tat'. 112. Fig. l— s u. 11— 16; Taf. 113—115; Taf. 116, 
Fig. 1—3; Tat'. ISO, Fig. 9, 9 Ä, 10. — Ettingsh. Fossile Flora von Bilin. III. S. 18, Taf. lt. Fig. 1—5, 7—9, 12 
ii. 15. 

Fundort: Savine i Steinbruch und Stollen), Trifail. 

24 * 



188 Gonstantin v. Ettingshausen. 

Von diesen in den jüngeren Stuten der Tertiärflora sehr häufigen Art liegen mir nur sehr wenige Exem- 
plare von Blättern und FlügelfrUchten aus der Sagor-Flora vor. Die Blätter gehören zu Varietäten, die 
säninitlieli aueli in der Biliner Flora repräsentirt sind, und zwar: 

ii, A. tr. genuinum. Einige Blätter, von der Form der in Unger's Chloris protogaea, Taf. 41, Fig. 3 
und 4 abgebildeten. 

,-, .1. tr. remote dentatum. Ein ßlattfragment. 

dl A- tr. plurinervium. Ein wohlerhaltenes Blatt, den hieher zählenden, in Unger's Chloris pro- 
togaea 1. c. Fig. 5 und in meiner „Foss. Flora von Bilin" 1. c. Fig. 1 abgebildeten Blättern vollkommen ent- 
sprechend. Diese durch zahlreichere genäherte Secundärnerven charakterisirte Varietät vermissen wir in der 
eben so prachtvollen als reichhaltigen Suite von Resten des Acer trilobatum., welche .ms Meer in seiner 
Tertiärflora der Schweiz" überliefert hat. Jedoch könnten die daselbst auf Taf. 112, Fig. 5 und Tat'. 113, 
Fig. ii abgebildeten Blätter als Ubergangsformen zur genannten Varietät bezeichuel werden. 

e) .1. //■. brevilobum. Ein Blatt, der Fig. 4 auf Tat. 44 der ..Foss. Flora von Bilin- gleichend. 

g) A. tr. productum. Ein Blatt, von der Form des in Fig. 11 auf Taf. 1 lö der „Tertiärll. d. Schweiz" 
abgebildeten. Die in Savine aufgefundenen Flügelfrüchte dieser Art entsprechen ganz und gar den in Fig. 5 
auf Taf. 111 der „Tertiärrl. d. Schweiz" dargestellten Formen. 

Ein Blick auf diese Varietäten des Acer trilobatum gibt der Ansieht Raum, dass mehrere Ahornarten der 
Jetztwelt, wie .1. rubrum, I'seudo-Platanus, platanoides, campestre und monspessidanum (s. Tal'. XXIV und 
Taf. XXV Fig. 10) sich auf dieselben genetisch zurückführen lassen, und dass einige Ahornarten jüngerer 
Stufen der Tertiärfiora nur Zwischenglieder der ganzen Entwicklungsreihe sind. Ich werde im allgemeinen 
Theile dies ausführlicher zu begründen suchen. 

Ord. MALPIGHIACEAE. 
Tetrapteris sagoriana n. sp. 

Taf. XV. Fig. 6— 11, 16, -2m. 

T. Inflorescentia corymbosa, flöribus longe petiolatis , calyce quinquepartito lobis obovatis obtusis , basi an- 
qustatis ; samarae processubtis membranaeeis muricutae, guadrialatae, alis striatis cruciatim divergenti- 
bus aequalibus; foläs lanceolatis, acuminatis 'petiolatis integerrimis, coriaeeis ; nervationt camptodroma, 
nervo primaria prominente, recto , nervis seeundariis tenuibus, sub angulis acutis orientibus, nervi» ter- 
tiariis tenuissimis flexuosis ramosis. 

Fundort: Savine (Steinbruch um! Stollen). 

Die in Fig. 1<» abgebildete Doldentraube trägt Blüthenkelche, eine unentwickelte und eine vollkommen 
reife Frucht. Es landen sich in Savine auch einzelne losgetrennte Kelche (Fig. II 1 und Früchte (Fig. 6— -9) 
dieser Art. Letztere sind von denen der Tetrapteris Harpyarum Fug. i Foss. Flora von Sotzka 1. C. Taf. 50, 
Fig. Si durch die breiteren und nahezu gleich grossen Flügel verschieden. Der tief fünftheilige Kelch 
Fig. 11 zeichnet sieh durch länglioh-verkehrt-eiförmige abgerundet-stumpfe, an der Basis fast in einen kurzen 
Stiel verschmälerte Zipfel aus (s. die Vergrösserungen Fig. 11 a und b). Zur Erklärung der in Fig. 10 bei 
gegebenen Zeichnung des interessanten Blüthehstandes i in natürlicher Grösse) sei noch Folgendes bemerkt. 
Die kleineu Verdickungen an den Blüthenstielen deinen auf den Ansatz von Blüthenstielchen oder von Deck- 
blättern. Eine Abzweigung bestand jedenfalls am Endstielchen, zu dem nicht nur die reife Frucht, sondern 
auch der unter derselben liegende Resl einer kleineren unentwickelten Frucht bezogen werden inuss. 

Mit diesen Resten vereinige ich die Blätter Fig. 16 und 20. Dieselben sind denen sehr ähnlieh, welche 
Unger mit der Frucht von Tetrapteris Harpyarum verband, aber grösser und mehr zugespitzt. Das Blatt 
Fig. 16 könnte man auch zu Malpighiastrum lanceolatum bringen, von dessen Blättern es sich nur durch eine 
etwas stärkere Zuspitzung an der Basi- unterscheidet. 



Die fossile. Flora von Sagor in Krain. 189 

JSatt/isteria carniolica n. sp. 

Ta f . XV. Fig. 21, 22. 

iy. Samarae parva e ellipticae ala obovato-rotundata, tenuissime -striata, margine antico hast crassiore; foliis 
oblongo-ellipticis, petiolatis, integerrimis coriact is; nervatione camptodroma, nervo primario promini ntt . 
recto , nervis secundariis tenuibus, sub angulis 50 — <i<>° orientibus, nervis tertiariis tenuissinu's trans- 
versalibus. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Die kleine Flilgelfrucht Fig. 22 kann nur entweder zu Acer oder zu Banisteria gehören. Gegen erstere 
Gattung spricht der anscheinend etwas festere, an seiner Basis vorne stark verdickte Flügel. Eine FlUgel- 
frucht von Banisteria habe ich übrigens auch in Häring gefunden. Diese ist aber etwas grösser als die von 
Savine und hat ein mehr kugeliges Nüssehen. Das beigegebene Blatt Fig. 21 zeigt Merkmale, wie sie hei 
Blättern von Malpighiacecn, insbesondere bei denen von Banisteria vorkommen. 

MalpighiastTwm rotundifölium n sp. 

Taf. XVI, Fig. 24. 

hl. foliis coriaceis, breviter petiolatis subrotundis, integerrimis apict brevissime produetis : nervatione campto- 
droma, nervo primario distiitct", iien-is ,srr>/ minriis puueis, valde arcuatis, adscendentibus, sub angulis 
60 — 70° orientibus; nervis tertiariis tenuibus ßexuosis, ramosis transversim conjunctis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Dieses Blatt zeigt die meiste Ähnlichkeit mit Blättern von Malpighiaceen, z. B. von Hiraea- und Bani- 
steria- Arten. Da ich die Gattung nicht mit Sicherheit bestimmen konnte, so habe ich dasselbe der von Unger 
aufgestellten Sammelgattung Malpighiastrum eingereiht. Von den darin enthaltenen Arten unterscheidet es 
sich durch die rundliehe Form und die geringere Zahl der Secundärnerven; von ähnlichen Rhamneen-Blättern 
durch die weniger leinen also schärfer hervortretenden längeren und einander weniger genäherten Tertiär- 
nerven. 

Ord. SAPINDACEAE. 

Sapindus falcifolius A. Braun. 

A. Braun in Stizenberger's Verzeichnis-, s. s:. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S. 61, Taf. 119, 120; Fig. 2 
bis 8; Taf. 121, Fig. 1, 2. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Einige auf einem Handstücke beisammenliegende Theilblättchen, die jedenfalls zu einem und demselben 
Blatte dieser Art gehören. Sie gleichen den kleineren Blättchen des in 11 e e r's Tertiärflora 1. e. Taf. 119, 
Fig. 1 abgebildeten Blattes. 

Sapindus undulatus Heer. 

Taf. XV, Fig. 13. 
Herr. Tertiärflorn, I.e. S. 62, Taf. 121, Fig. 3— 7. 

S. foliis pinnatis membranaeeis , foliolis sessilibus lanceolatis, basi attenuatis vel acutis, apict acuminatis 
margint undulatis; nervatione camptodroma, n< rvo primario prominente, recto, nervis seeundariis 
tenuibus approximatis, nervis tertiariis tenuissimis dictyodromis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Ein Bruchstück eines grösseren gefiederten Blattes mi! seinem Endblättehen und einem Blättchen des 
obersten Paares, sammt einem Stück der Spindel. An letzterem gewahrt man die Einfügungsstelle des 
nächsten Theilblättchens. Die Fieder standen um mehr als ihre Breite beträgt von einander entfernt. Das 
Blatt zeigt ganz und gar die Tracht eines Sapindus-Bl&ttes. Textur, Form, Randbeschaffenheit und Nervation 



190 Constantin v. Ettingshausen. 

der Blättclien stimmen sehr gut zu denen von Sapindus undülatus. Die Basis der Blättchen jedoch ist um 

etwas weniger zugespitzt. 

Sapindus d ablas Ung. 

önger, Fossile Flora von Gleichenberg, S. 24. Tat'. 5, Fig. 12. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz. Bd. III, Taf. 120, 
Fig. 9—11. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Ein Theilblättchen, welches in Bezug auf Grösse und Form die Mitte hält zwischen den Blättchen Fig. 9 
und 11 von Sapindus dubius in Heer's Tertiärflora. Die Nervation desselben ist genau so wie sie Heer a. a. 
0. darstellt. Die Textur des Blättchens ist jedoch eher lederartig als membranös. Auch die cit. Blättchen 
machen mehr den Eindruck von lederartigen Blättchen. Hingegen verräth das von Ung er a. a. 0. darge- 
stellte als Sapindus dubius bezeichnete Blattfossil von Gleichenberg mehr eine membranöse Beschaffenheit. 
Es ist desshalb in Frage gestellt, ob die cit. Fossilien der Schweizer Tertiärflora und das mit diesen jeden- 
falls gleichartige Blattfossil von Savine zu Sapindus dubius Ung. gehören. 

Sapindus l*ythii Ung. 

Tat. XV, Fig. 12. 
Unger, Sylloge plant, foss. I, p. 33, tab. 14, tig. — 17; III, p. 51, tab. 16, fig. 6, 7. 
Fundort: Savine (Stollen), Sagor (nächst dem Bache). 

Von bezeichneten Fundorten liegt je ein grösseres Blättchen dieser Art vor. Beide halten bezüglich ihrer 
Grösse und Form die Mitte zwischen den in Sylloge I 1. c. Fig. 6 und 11 abgebildeten Parschluger Blättchen. 
Von Savine erhielt ich noch ein wohlerhaltenes Blättclien Fig. 12, welches dem in Sylloge III 1. c. Fig. 7 
dargestellten Fossil von Radoboj am meisten entspricht. Bemerkenswerth ist die Ähnlichkeit dieser Theil- 
blättchen mit denen von Cupania. (Vergl. Taf. XXV, Fig. 12.) 

Dodonaea Apocynophyllum m. 

Taf. XV, Fig. 23. 
Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III, S. 28, Taf. 46, Fig. 19, 20. 
D. fructibus parvis orbiculatis, alatis, basi apicegue emarginatis. 

F u n d o r t : Savine (Stollen). 

Bei Savine sammelte ich Blattfossilien, welche mit den bei Kutschlin im Polirschiefer aufgefundenen 
und von mir a. a. 0. als Dodonaea Apocynophyllum beschriebenen in allen Merkmalen übereinstimmen. An 
derselben Stelle, wo ich bei Savine die erwähnten Z/öcftmaea-Blätter fand, erhielt ich auch eine Flügelfrucht, 
welche zu dieser Gattung vollkommen passt, und welche ich daher mit bereits beschriebenen Blättern zu Einer 
Art vereinige. 

Die ZWowaea-Frueht von Savine ist der in der Tertiärflora der Schweiz Bd. III, Taf. 121, Fig. 17 abge- 
bildeten als D. orbiculata Heer bezeichneten Frucht von ( Illingen sehr ähnlich, jedoch etwas kleiner und an 
der Spitze tiefer ausgerandet. Sie ist ferner von letzterer auch durch das Fruchtgehäuse verschieden, welches 
wie die Vergrösserung Fig. 2o a zeigt, bei der Frucht von Savine vollkommen kreisrund, bei Dodonaea orbi- 
culata aber oval ist. Itiedurch steht erstere der analogen Frucht der ostindischen D. viscosa näher als die 
letztere. Der schmale Flügel zeigt Spuren einer zarten Aderung. 

Dodonaea Salicites m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 68, Taf. 23, Fig. 36— 13. 

Fundorte: Sagor (nächst der Kirche), Savine (Stollen). 

Ein Blatt , welches dem a. a. 0. Fig. 41 dargestellten in allen Eigenschaften vollkommen gleicht, fand 
sich an erstbezeichneter; ein mit Fig. 43 1. c. übereinstimmendes Blatt an letzterer Localität. 



Die fossile Flora von Sago?- in Krain. 191 

Class. FRANGULACEAE. 

Ord. PITTOSPOREAE. 

Fittosporum palaeo-tetraspermwm n. sp. 

Taf. XVI, Fig. 14, lö. 

P. folüs petiolatis coriaoeis, ovato-lanceolatis , utrinque acuminatis , integerrimis; nervatione diotyodroma, 
nervo primär io basi valido, apicem versus attenuato, nervis secundaria sub anguh's 40 — 50° orientibus, 
tenuibus rennosis, nervis tertiariis sub angulis varvis aoutis et obtusis egredieiitibus, rete tenerrimum in- 
cludentibus. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Dem Fittosporum Fensliim. der fossilen Flora von Häring sehr nahestehend, jedoch von diesem durch 
die an beiden Enden verschmälerte Blattform und die etwas mehr hervortretenden Secundärnerven abwei- 
chend. In diesen Eigenschaften nähert sich die Pittosporum-Art von Savine ausserordentlich dem gegenwärtig 
in Ostindien lebenden ]'. tetraspermum Wight et Arnott. Diese letztere ist aber die Analogie des Pittos- 
porum Fenzlii und die Savine Art hält die Mitte zwischen beiden. Die hin und hergebogenen Secundärnerven 
und die netzläufigen Tertiärnerven sind in Fig. 14 u und 15 « vergrössert dargestellt. 

Bursa/Ha radobojana Ung. 

Unger, Sylloge plant, foss. II, p. G, tab. I, Hg. 16—2-2. — Syn. Canthidium radobojanum et C. eagorianum l'ng. Gen. et spee. 
plant, foss. p. 429. 

Fundorte: Sagor (Tagbau, nächst der Zinkhütte, Schichte I). 

Ein Bruchstück der Inflorescenz mit einigen Fruchtkapseln besetzt, fast von der Gestalt der Fig. 17 auf 
Taf. 1 der cit. Sylloge kam an bezeichneter Fundstelle zum Vorschein. Unger verglich diese Reste mit der 
Inflorescenz und den Früchten der neuholländischen Bursaria spinosa Cav. 

Ord. CELASTRINEAE. 

Celastrus Persei Ung. 

Tat. XVI, Fig. 1. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 17. Taf. 30, Fig. l. — Heer. Tertiärflora d. Schweiz. Bd. III. Taf. 122, Fig. l. — 
Syn. Elaejdendron Persei Ett. Foss. Flora von Bilin, III, S. 30, Taf. 4S, Fig. 25; Taf. 49, Fig. 11. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Das vorliegende Blatt Fig. 1, welches den Typus eines CWas?r!<,s-Blattes unläugbar an sich trägt, unter- 
scheidet sich zwar von den bisher als C. Persei bezeichneten Blättern durch eine geringe Verschmälerung 
gegeu die übrigens völlig abgerundet-stumpfe Spitze zu, stimmt aber in den übrigen Merkmalen insbesondere 
in der Zahnung des Randes und der Nervation mit diesen am meisten überein. Dieses Celastrus-Bl&tt, dessen 
Nervation Fig. 1 a besser erhalten ist, als das von Unger in der ..Fossilen Flora von Sotzka- abgebildete 
Blatt seines C. J'ersei, führte mich zur Überzeugung, dass das Letztere nicht der Gattung Elaeodendron, wie 
ich früher glaubte, einzureihen ist. 

Noch habe ich zur Keuntniss des Verbreitungsbezirks des Celastrus Persei die Berichtigung beizufügen. 
dass die Blattfossilien, welche Unger in seiner fossilen Flora von Kümi Taf. 13, Fig. 7 — '.• unter dieser 
Bezeichnung abgebildet hat, nicht zu Celastrus Persei gehören. Diese Blätter-Fossilien zeigen randläufige 
Secundärnerven, welche der genannten Art niemals zukommen. Vergleicht man Fig. 7 mit Fig. 4 und 5 -m\\' 
Taf. 8, Fig. 8 und ( .i mit Fig. 7 und 14 auf Taf. h' der citirten Abhandlung, so wird man kaum zweifeln, dass 
die erwähnten Blattfossilien zur Qvercus mediterranea Ung. gehören, deren Blätter zu den häutigsten Fossi- 
lien von Kumi zählen. 



102 Consta ritin v. Ettingshausen. 

Celastrus Andromedae Ung. 

Taf. X\'. Fig. 29. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 67, Taf. 30, Fig. 2-i, 7. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Bin Blatt welches in seiner Form die M'.tte hält zwischen Fig. 4 und Fig. 7 der fossilen Flora von 
Sotzka. Es hat einige sehr feine, kaum deutlich sieht bare Seeundarnerven und sehr Btumpfe, kaum hervortre- 
tende Randkerben. Das von Heer iu der „Tertiärflora d. Schweiz-, Bd. III. Taf. 122, Fig. 2 als Gelastrus 
Andromedae bezeichnete Blatt zeigt, eine scharf hervortretende Zahnung des Randes mit einander sehr 
genäherten spitzen Zähnen. Die Seeundarnerven sind stärker, die Blattbasis ist kaum verschmälert. Dasselbe 
kann daher nicht zu dieser Art gehören. 

Celastrus cassinefoUus fing. 

Tat. XVI, Fig. 22. 

U liger, Sylloge plant, foss. II, p. 7. tab. 2, fig. 1. — Heer, Tertiärflorä d. Schweiz, Bd. III, S. 67, Tat'. 121, Fig. -21—26. 
— Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III. S. 31, Tat'. 48, Fig. 17. IS. -- Syn. Celastrus noaiictfs Ung. 1. c. p. 7, 
tab. 2, fig. 2, 3. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Dieses Blatt steht in der Mitte zwischen den in der Sylloge 1. c. Fig-. 1 (G. cassinefoliusj und Fig. 2 (C. 
noaticus) abgebildeten Blättern. Auch das von Heer in der „niioceneri baltischen Flora- Tat'. 10, Fig. 15 als 
Celastrus noaticus bezeichnete Blattfossil ist weder seiner Form noch der Zähnung des Randes nach von 0. 
cassinefoUus zu trennen. Neuerlieh erhielt ich Blattfossilien aus Parschlug, welche die Zusammengehörigkeit 
dieser Blattformen, aufweiche ich bereits in meiner foss. Flora von Bilin hingewiesen, durchaus bestätigen. 
Weniger in der Nervation als in der Blatt form schliesst sich Gelastrus luxifolius vom Cap, Taf. XXIV, 
Fig. 12—14 dieser fossilen Art an. 

Celastrus Acherontis m. 

Ettingsli. Tertiäre Flora von Häring, S. 71. Taf. 24, Fig. lt. - Fossile Flora von Bilin, III, S. 33, Taf. 48, Fig. 9. — 
Heer, Tertiärflora d. Schweiz, III, S. 6S, Taf. 121. Fig. 47—52. 

Fundort : Savine (Steinbruch und Stollen). 

Die mir aus angegebenem Fundorte vorliegenden Blätter passen sehr gut zu den etwas breiteren und 
grösseren Blättern dieser Art. welche Heer a. a. 0. Fig. 51 und Fig. 52 dargestellt hat. 

Celastrus protogaeus m. 

Taf XV, Fig. 28; Taf. XVI, Fig. 17, IS. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 70. Taf. 24, Fig. 17-29. - Heer 1. c. S. 68, Taf. 154, Fig. 30. - Miooene bal- 
tische Flora, S. 9.'., Taf 30. Fig. 14, 15. 

Fundorte: Savine (Stollen), Sagor (nächst der Kirche), Bresno, Ttiffer. 

Das Blatt Fig. 2s stammt von erstgenanntem, der Blüthenkelch Fig. 18 und das Blatt Fig. 17 von letzt- 
genanntem Fundorte. Fig. 28 schliesst sieh dem in Balligen in der Schweiz von Heer entdeckten Blatte, die 
Uhrigen Beste reihen sieh den in Häring aufgefundenen am besten au. 

Celastrus Pseudo-Ile.r m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 70, Tat'. 24, Fig. 31-36. - Fossile Flora von Bilin, IU, S. 34, Taf. 48, Fig. 22. 
bis 24. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S. 69, Taf. 121. Fig. 57. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen 1. 

Einige Blätter von den Formen Fig. 31, 33 und 35 de- cit. Flora von Häring. 



Diefössile Flora ton Sagor in Krain. 193 

Celastrus elaenus Ung. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 47. Taf. 30, Fig. IS— 2o. — Sylloge plant, foss. II, p. 10, tab. 2, fig. 19. — Heer 
1. c. S. 69, Tat'. 121, Fig. 45 ; Taf. 154. Fig. 27. — Ettingsh. Foss. Flora von Bilin, III, S. ;j4. Tat'. 48, Fig. -29. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Zwei Blattfossilien, welche mit den schmäleren Blattformen dieser Art in allen Merkmalen überein 
stimmen. 

Celastrus oxyphyllus Ung. 

Tat'. XVI, Fig. 21. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 47, Taf. 30, Fig. 22—24. — Sylloge plant, foss. II, p. s. tab. 2. fig. 4. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Es wurde nur ein einziges Blattfossil, welches auf unserer Taf. XVI in Fig. i'l abgebildet ist. an 
bezeichnetem Orte gefunden. Es steht in seinen Eigenschaften in der Mitte zwischen den Fig. 22 und i';! der 
..fossilen Flora von Sotzka-. An diese Art schliessen sich die jetztweltlichen C. rupestris Taf. XXIII, Fig. 14, 
15, C. acuminatus, Tai'. XXV, Fig. 9 und 0. cassinoides, Taf. XXV, Fig. 8. 

Celastrus Murchisoni Heer. 
Taf. XV, Fig. 24. 
Heer, Tertiärflora d. Schweiz, III, S. 70, Taf. 121. Fig. Gu— 02. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Das hier in Fig. 24 abgebildete Celastrus-Blditt stimmt in allen Eigenschaften mit den Blättern der oben 
bezeichneten aus den Schichten von Öningen und Loele zum Vorschein gekommenen Art überein. In der Form 
gleicht es dem Blatte Fig. 60, und in der Xervation der Fig. 61 der cit. Tertiärflora am meisten. Von den 
jetztlebenden Celastrus-Avtev dürfte Q. campestris Eckl. et Zeyh. vom Cap der guteu Hoffnung (vergl. 
Ett. Xervation der Celastrineen, p. 31, Taf. 7, Fig. 10) dem C. Murchisoni der Blattbildung nach am besten 
entsprechen. 

Celastrus deperditus m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 71. Taf. 24, Fig. 15. 

Fundort: Savine (Stolleu). 

Von genannter Fundstelle liegt ein Blatt vor, welches mit dem am a. O. abgebildeten Blatte von Häring 
vollkommen übereinstimmt. Auch passt es gut zu dem Blatte von C. heterophyllus , Taf. XXIII, Fig. 16. 

Celastrus oreopliilus Ung. 
Unger. Fossile Flora von Sotzka, Taf. 51, Fig. 11 — 13. — Ettingsh. 1. c. S. 72, Taf. 25, Fig. l. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Es fand sich an angegebener Lagerstätte ein Blatt dieser Art. welches zu den kleineren Blattformen 
Fig. 11 der Flora von Sotzka und Fig. 1 der Flora von Häring am besten passt. 

Celastrus fflppolyti in. 

Taf. XVI. Fig. 19, 20. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III, s. 35, Tai'. 18, Fig. n. — Beiträge z. Kenntniss d. Tertiärflora Steiermarks. 
Sitzui gsber. IM LX. S. 6S, Taf. 5. Fig. 16. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Von Savine liegt ein kleineres, wohlerhaltenes Blatt Fig. 19 dieser Art vor; die Xervation desselben ist 
in Fig. 19 rt in schwacher Vergrösserung gezeichnet. Ein grösseres längeres Blättchen Fig. 20 von derselben 
Lagerstätte reiht sich den in cit. Abhandlungen abgebildeten Blattformen bezeichneter Art an. 

Denkschriften der mathem.-ualurw. Cl XXXVII. Bd. o- 



194 Gonstantin v. Ettingshaus< n. 

CeUistius europaeus Ung. 

Tat'. XV, Fig. 25—27. 
Unger, Sylloge plant, foss. II, p. 10. tab. 2, fig. 10—15. 
Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Die hier dargestellten Blattfossilien entsprechen vollkommen den bisher bekannt gewordenen Blattformen 
von Celastrus europaeus. Fig. 26 schliesst sich der Fig. 10; Fig. 27 der Fig. 12 und Fig. 25 der Fig. 15 der 
cit. Sylloge an. Fig. 27 kann auch als eine Ubergangsform zwischen den entfernter von einander stehenden 
Formen Fig. 1<> und 15 gelten. 

Elaeodendron sagorianutn n. sp. 

Tat'. XVI. Fig. 16, 24. 

E. foliis rigide coriaceis, breviter petiolatis, obovato-ellipticis vel oblongis, apice obtusis. basi attenuata ernar- 
ginatis vel obtusis, murr/ine dentatis, basi integer rimis, nervatione dictyodroma, nervo primario e petto lo 
erasso Oriente ralido, reeto , apicem versus valde attenuaiq, esccurrente, recto ; nervis secundariis basi 
dtverqentibus, sub angulis acutioribus egredientibus , medio ßexuosis, rämosts, ramts tnter se conjunetts. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Der dicke Blattstiel, der aus demselben hervorgehende wenigstens bis zur Mitte der Lamina sehr starke 
Primärnerv und der scharf hervortretende Blattrand bei Fig. 24 zeigen ein Blatt von besonders steifer leder- 
artiger Textur an. Der Rand ist nur an der oberen Hälfte des Blattes mit kleinen und stumpflichen Zähnen 
besetzt gegen die Basis zu aber ganz. Das kleinere Blatt Fig. IG, welches ich ohne Bedenken mit dem 
erwähnten grossen Blatte vereinige, zeigt eine noch viel schwächere Zahnung des Randes. Von den Merk- 
malen der oben beschriebenen Nervation hebe ich nur dir' an ihrem Ursprünge auffallend divergirenden 
Secundärnerven hervor, welche einen geschlängelten Verlauf zeigen und deren Äste unter einander anasto- 
mosirend Schlingenbogen bilden, die nicht hervortreten. 

Alle Eigenschaften dieser Blätter weisen auf die Gattung Elaeodeudron, von welcher einige fossile Arten 
beschrieben worden sind, welche der in Rede stehenden mehr oder weniger nahe kommen. Mit Elaeodendron 
degener (Ficus d. Ung.) der Sotzka-Flora hat unsere Art die derbe Blatt-Textur und die Zähnung des Randes 
gemein: dem E. Gaudini Heer schliesst sich unsere Art bezüglich der Grösse und Form des Blattes an. Von 
beiden aber unterscheidet sich dieselbe durch die angegebenen Merkmale hinlänglich. Unter den jetztlebeu- 
den Arten von Elaeodendron konnte ich keine rinden, welche mit E. sogorianuin eine auffallende Überein- 
stimmung zeigt. Wohl aber scheint mir die vorweltliche Art die Merkmale mehrerer lebender Arten zu ver- 
einigen wie eine Vergleichung mit den auf Taf. 1 und 2 meiner Abhandlung über die Nervation der Celas- 
trineen dargestellten Elaeoden <fr-o«-Blätfern ergibt. 

Elaeodendron stiriacwm m. 

Tai. XVII. Fig. 20. 

Ettingsh. Beiträge z. Kenntniss d.- Tertiärflora Steiermarks, S. 69, Taf. G. Fig. l. — Schimper, Traite de Paläontologie 
veo'etale. tom. III, p. 202. — Syn. Elaeodend on oligoneure Ett. 1. e. Fig'. 2. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Ein Blatt, welches zwischen den beiden von mir am Moskenberg bei Leoben aufgefundenen und a. a. 0. 
beschriebenen Elaeodendron Blättern in allen Eigenschaften die Mitte hält, wodurch die schon von Schim- 
per a. a. 0. für wahrscheinlich gehaltene Zusammengehörigkeit von E. stiriacum und oligoneure ausser 

Zweifel steht. 

Die steife, lederartige Textur und der dicke Stiel treten an dem Blatte von Savine noch deutlicher her- 
vor, als an denen vom Moskenberg. 



Dit fossile Flora von Sago?- in Krain. 195 

Elaeodeiidron äiibium m. 

Taf. XV, Fig. 30. 
Ettingsh. Tertiäre Flora vou Häring, S. 74. Taf. 24. Fig. 39, 40. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Dieses Blatt hält in seiner Form die Mitte zwischen den schmäleren Blättern des Elaeodendron degener 
und dem Blatte von E. dubium. In der Nervation jedoch stimmt es mit letzterer Art überein. 

TSvonyvnus lleerii n. sp. 

Tat. XVI. Fig. -16. 

E. faiiis obovato-ellipticis , apice productis, margine serrulatit, nervatione camptodroma , nervo primaria 
recto, valido prominente , nervis seeundariis sub angulis 5Q — <'>"° orientibus, subßexuosis, nervis ter- 
tiariis tenuissimis, transversim conjunotis. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Der Abdruck dieses Blattfossils deutet auf eine dünnere, kaum lederartige Textur. Die Form des Blattes, 
die feine Zahnung: des Randes, die vorgezogene Blattspitze, sowie auch die Nervation lassen die Gattung 
Evonymus erkennen, in welcher eine nordamerikanische Art, E. atropurpureus (vergl. Ettingsh. Nervation 
der Celastrineen , Taf. 8, Fig. 9, 10), der Art von Savine der Blattbildung nach in allen Merkmalen nahe- 
kommt. 

Ord. IL 10 INE AE. 

Hex stenoptvylla Ung. 
Lfnger, Sylloge plant. tos*. II, p. 14, tab.3, flg. 1.1—27. — Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. 111, S. 71, Taf. 122, Fig.7— 10. 
Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Es kamen an bezeichneter Fundstelle einige Blätter dieser Art zum Vorschein. Dieselben gleichen den 
vou Un g er a. a. 0. Fig. 20 und 2(3 abgebildeten und den von Heer a. a. 0. Fig;. 9 und 10 dargestellten 
Blättern. 

Hex parschlugiana Ung. 
Unger, Chloris protogaea, p. US, tab. 50, fig. S. — Ettingsh. I. c. S. 7.".. Taf. 25, Fig. 6. 
Fundort: Trifail. 

Ein Blatt, das zu dem von Unger a. a. Ü. allgebildeten vollkommen passt. 

Prinos fvyperboreus Ung. 

Unger, Sylloge plant, foss. II, p. 14. tab. 3, Kg. 34 a, t>, 37. - Syn. Celastrus Psevdo-Hex Ettingsh. Tertiäre Flora von 
Häring, Taf. 24, Fig. 30. 

Fundort: Savine 1 Stollen). 

Es liegen von dieser Art abgefallene Corollen und Blätter aus den Schichten von Savine vor. Als eine 
Corolle dieser Art muss ich auch den Bliithentheil bezeichnen, welchen ich a. a. 0. mit den Blättern von 
Celastrus Pseudo-llex vereinigt habe. 

Ord. RHAMNEAE. 
Zizyphus paraMsiacus Herr. 

Heer, Tertiärflora d. Schweiz. Bd. III, S. 74. — Syn. Daphnogene paradisiaaa et relicta Ung. Fossile Flora von Sotzka, 
Taf. 17, Fig. 1 — 7: Taf. 18, Fig. 6. 

Fundort: Sagor, nächst dem Bache. 

Einige Reste der Blätter dieser Art, welche durch ihre charakteristische Form und Nervation leicht 
erkannt werden können. 

■2.-, * 



196 Constantin v. Ettings hausen. 

Zizyphus undulatus n. sp. 

Tat'. XVI, Fig. 4-6. 

Z. foliis petiolatis subcoriaceis, lanoeolatis lotige acuminatis, basi rotimdata obliquis, margine undulatis, sub- 
integerrimis vel undulato-denticulatis , nervatione acrodroma, nervo primario prominente reclo excuv- 
rente , nervt's lateralibus basilaribus distinetis mnrginem subparallelis , apicern attingentibus , nervis 
secundariis tenuibus vix conspicuis, nervis tertiariis tenuissimis nwmeros.issvmis , transversis , nervis 
qualernariis conjunctis. 

Fundort: Sagor, nächst der Kirche. 

Ist der vorhergehenden Art nächstverwandt, von derselben aber durch die schmälere Blattform und 
deren allmälige verlängerte Zuspitzung verschieden. Der Kami ist meistens undulirt oder fast ganz. Sind 
Kerben oder Zähnchen siebtbar, so sind diese stets in grösserer Zahl vorbanden. Bei Zizyphus paradisiacus 
kommt allerdings zuweilen ein fast ganzer oder ein welliger Rand vor; ist aber der Rand gezähnt, so sind 
die Zähne immer nur in geringer Anzahl vorbanden und weiter von einander entfernt, als die kaum deutlich 
hervortretenden Zähnehen des Z. undulatus. Ich muss hier noch besonders darauf hinweisen, dass die von 
Unger a. a. 0. Taf. IG, Fig. 8 — 11 als Daphnogene paradisiaca bezeichneten Blattfossilien nicht zu dieser 
Art gehören. Das mit den kleinen genäherten Randkerben versehene Blatt Fig. 9 gehört zu dem in Sotzka 
sehr häutigen Zizyphus Ungeri; Fig. 1(1 und 11 zu Cinnamomum. 

Unsere Fig. 4 a zeigt die Kervation einer Stelle in der Nähe der Spitze des Blattes Fig. 4 schwach ver- 
grössert. 

Berehemia muftinerris A. Braun sp. 

Tat. XVI, Fig. 7 — U). 

Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S. 77. Tal. 123, Fig. 9— IS. — Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III. 8. 41, Tat. 49, 
Fig. 15 — 17. 

V a r i a t. : 

aj Berehemia multinervis obtusifolia, foliis ovatis, ovato-ellipticis vel subrotundatis, apice ob- 
tusis vel subemarginatis-, rarius brevissime productis. 

b) Berehemia multinervis acwminata, foliis ovato- vel lanoeolato-acuminatis. 

Fundort: Savine. 

Die liier abgebildeten Blattfossilien dieser Art geboren sämmtlich der Varietät b an. welche auch in 
Kutschlin vorkommt, und sich durch die lange Zuspitzung des Blattes sehr auszeichnet. An den Blättern 
Fig. 7 und '.> ist die Spitze verloren gegangen. Fig. 8 » zeigt die wohlerhaltene charakteristische Kervation. 
In Kutschlin und in Savine ist die in den jüngeren Stufen der Tertiärflora häutigere Varietät a äusserst selten. 
Die Varietät /» seheint diesen letzteren gänzlich zu fehlen. Eine Übergangsform zwischen diesen Varietäten 
bildet das in der „Fossilen Flora von Bilin- a. a. 0. abgebildete Blatt Fig. 17 von Kutschlin. Die analoge 
jetztlebende Berehemia volubilis, Taf. XXVI. Fig. 8, entspricht nur der Varietät a. 

Rhamnus Gaudini Heer. 

11 ,ii 1. i. Bd. III, S. 79, Tat'. 1-21. Fig. 4 — 15: Tat'. 1-25. Fig. 7. — Ettingsh. 1. c. III. S. 42, Tat'. 49, Fig. 20: Tat'. 5(1. 
Fig. 1-4. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Ein kleines Blatt, welches dem von Heer a. a. 0. Taf. 124, Fig. 11 abgebildeten Blatte in allen Merk- 
malen genau entspricht. Die wohlerhaltene Kervation trägt vollkommen das Gepräge der Gattung Rkamnus 
an sich. 



Dir- fossile Flora von Sagor in Krain. 197 

Rham h us DecJien i W e b. 

O.Weber, Tertiärflorii d. niederrheinischen Braunkohlenformatiou , S. 90, Tat'. 0, Fig. 2. — Heer I.e. S. 81, Tat'. 125, 
Fig. 14, 15. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Es liegen mir drei Blattfossilien dieser Bhamnee aus Savine vor. Eines derselben passt sehr gut zu dem 
von 0. Weber a. a. 0. abgebildeten Blatte Fig. 2 c. Es hat einen 1 Cm. langen Stiel. Die übrigen gleichen 
mehr den Blättern Fig. 2a und 2 b. I>ie Textur dieser Blätter scheint mehr krautartig al* lederartig gewesen 
zu sein. 

Ulm mit hs paudnervis m. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III, S. 13, Taf. 49, Fig. 19. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Ein Blatt, welches zu dem a. a. 0. abgebildeten Blatte aus dem Folirschiefer von Kutschlin am besten 
passt. Es ist nur ein wenig breiter lanzettförmig, aber an der Basis und Spitzt' eben so verschmälert wie 
letzteres. Es zeigt zu jeder Seite des l'riinärnervs nur vier Secundärnerven. Die Netzbildung hat das 
Gepräge von Rhamnus. 

Pomnilerris acuminata in. 

Tat. XVI, Fig. 11 — 13. 

Ettin-gsh. Fossile Flora von Bilin, 111. S. 4;s. Taf. 50, Fig. -21. 

]\ foliis petiolatis coriaeeis gvato-lanceolatis vel lanceolatis, longe acuminatis, integerrimis vel undulatt's vel 
remote denticulatis ; nervatione camptodroma, nervo primario prominente, recto excurrente, nervis seeun- 
dariis utrinque 6 — 8, sub xingulis 40 — 55" orientibus, alternis, distinetis; nervis tertiariis e latere ex- 
terna sub anqulis acutis exeuntibus, tenuissimis. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Die hier abgebildeten Blattfossilien dieser bisher von mir auch im Polirschiefer von Kutschlin und im 
Schieferthon der Braunkohlenformation von Leoben aufgefundenen Rhamnee ergänzen den Formenkreis ihrer 
Blätter, daher die Diagnose der Art dein entsprechend erweitert werden niusste. Die Blatter sind bald brei- 
ter, bald schmäler lanzettförmig, bald ganzrandig, bald am Bande wellenartig oder entfernt stumpf-gezäh- 
nelt. Die derbere lederartige Textur unterscheidet sie von den Rhamnus-Blättern, insbesondere von in der 
Form sehr ähnliehen Blättern des Rhamnus Deckeni. Ausser den erwähnten Fossilien liegen mir noch einige 
der beschriebenen Art vor. welche zwar minder vollständig in der Form erhalten sind, deren Nervation jedoch 
deutlich sichtbar ist. Letztere wurde bereits a. a. <>. zur Anschauung gebracht. 

Class. TEREBINTHINEAE. 

Ord. JUGLANDEAE. 

Juglans acwmimata A. Braun. 

Heer. Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S. 88, Taf. 12S, 129, Fig. 1— S. 

Fundort: Savine (Steinbruch). 

Ein Blättchen, welches in allen seineu Eigenschaften mit dem a. a. 0. Tal. 128, Fig. r. abgebildeten 
Theilblättcheu dieser Art übereinstimmt. Die Nervation desselben i>t vortrefflich erhalten und übereinstimmend 
mit Fig. 8 auf Taf. 128 des citirten Werkes. 

Juglans venosa n. sp. 

Tat'. XVII, Fig. 2. 

-/. foliolis subcoriaeeis , obovoto-oblongis , basi obliquis, m argint integerrimis, nervatione brockidodroma, 
nervo primario valido prominente, recto; nervis seeundariis in utraque ala circiter 10, distinetisj sub 



198 Gonstantin v. Ettingshausen. 

angulis inaequilateris orientibus , subflescuosis , rantosis , ramis laqueos numerosos formantibus; nervis 
tertiariis angulo r <t<> vel subrecto exeunti'bus, inter se conjunctis, maculis rete tenuissimum includen- 

tibus. 

Fundort: Sarine (Steinbruch). 

Die etwas derbere, fast lederartige Textur, welche der Abdruck dieses Blättchens veiräth und die 
sehlingläufige Nervation desselben, lassen beinahe Zweifel zu. ob dieses Blättchen zu Juglans (s. Taf. XXVI) 
gestellt werden dürfe. Auch die Form desselben scheint nicht sehr zu dieser Gattung zu passen. Doch wird 
man bei genauerer Durchprüfung der Merkmale und der Ähnlichkeiten das beschriebene Blattfossil kaum 
irgend einer anderen Gattung mit mehr Recht einreihen können. 

Die ungleiche Basis und der Habitus des Blattfossils lassen wohl keinen Zweifel zu, dass dasselbe als 
ein Theilblättchen betrachtet werden muss. Es ist in seiner oberen Hälfte am breitesten, der Band vollkommen 
ganz. An der Spitze ist dasselbe verletzt, doch liisst sich aus der Zurundung des Bandes unmittelbar von der- 
selben entnehmen, dass eine bedeutende Verschniälerung gegen die Spitze zu nicht bestand. Da aller zugleich 
auch die an der Bruchstelle schon bedeutende Verfeinerung des starken Primärnervs darauf hindeutet, dass 
nur mehr ein sehr kleines Stück von der Spitze fehlen kann, so ist es höchst wahrscheinlich, dass diese abge- 
rundet-stumpf war. 

Die Secundärnerven entspringen auf der einen Seite unter auffallend spitzeren Winkeln als auf der 
anderen, ein Merkmal, welches bei den Theilblättchen von Juglans oft vorkommt. Auch die Zahl und die Ent- 
fernung der Secundärnerven von einander, dann die Ursprungswinkel und die Verzweigung der Tertiärnerven 
und die Netzbildung Fig. - <i sprechen für Juglans. Eigentümlich ist die reiche Schlingenbildung der 
Secundärnerven gegen den Band zu. Eine sehr annähernde Ähnlichkeit kommt aber in der Nervation von 
Juglans obtusifolia Heerl. c. Taf. 129, Fig. 9 vor, welcher sieh die Jvglana venosa in der That am besten 
anschliesst. Indess kann eine Verwechslung beider Arten nicht leicht stattfinden, da die Blättchen von Juglans 
obtusifolia durch ihre ovale Form und insbesondere durch die geringere Zahl der Secundärnerven und Rand- 
schlingen von denen unserer Art verschieden sind. 

Juglans recti/nervis n. sp. 

Taf. XVII. Fig. l. 

J. foliolis oblong is , basi inaegualibus , aj>ia rotundato-obtusis , margine remote (lenticularis, nervation 
camptodroma , nervo primaria valido -prominente recto ; nervis iecundariis in utraque äla circiter — 11, 
distinctis, in """ latere sub angulo recto vel tubrecto, in altero latere sub angulis acutis orientibus, nmr- 
(/im in versus valdeattenuatis,flexuosisramosis, inter se conjunctis; nervi* tertiariis angulo recto vel sub- 
recto exeunti'bus, temiissimis dictyodromis. 

Fundort: Savine Stollen . 

Dieses Nussblättchen unterscheidet sich von den ähnlichen Blättchen des Juglans acuminata und der 
Juglans bilinica durch die abgerundet-stumpfe Spitze und durch die auf einer Blattseite unter nahezu rechtem 
Winkel allgehenden, gegen den Band zu sehr verfeinerten Secundärnerven, deren Anastomosen nicht hervor- 
treten. Von den jetztlebenden Juglans-Arten ist hinsichtlich der Form und Randbeschaffenheit, sowie der Zahl 
und Distanz der Secundär- und Tertiärnerven (s. die Vergrüsserung Fig. 1 a) die Juglans regia, bei welcher 
auch zuweilen gezähnelte Blättchen vorkommen, dieser Art am nächsten verwandt. (Vergl. Taf. XXVI, 
Fig. 5—7). 

Carya Heerii in. 

Heer, Tertiäifl. d. Schweiz, Bd. III, S. 93, Taf. 99, Fig. -i:, b\ Taf. 131, Fig. s— 17. — Svd. Juglam HeernE ttingsh. Fos- 
sile Flora von Tokaj, S. :'•">. Taf. 2, Fig. 5—7. 

Fundort: Sagor, nächst dem Bache. 



Die fossile Flora von San")- in Kram. 199 

Von dieser Localität liegt ein Fiederblätteben obiger Art vor. Es gleicht dem a. a. <». abgebildeten Blatt- 
fossil Fig. 13 von Monod. 

Carya elaenoides l'ng. sp. 

Heer I.e. S. 9-2 . Taf. 131, Fig. 1 — 4. — Syn. Juglans elaenoides Ung. Fossile Flora von Sotzka, Taf. :;2 . Fig. 1 — 4. — 
0. Weber. Tertiärfl. d. niederrhein. Braunkohlenformation, Taf. 6, Fig. 9. 

Fundort: Sagor, nächst dein Hache. 

Ein Blattfossil, welches mit dem von 0. Weber a. a. 0. abgebildeten Theilblättchen dieser Art ans dem 
bituminösen Schiefer von Rott bei Bonn in allen Merkmalen übereinstimmt. 

Fterocarya denticulata <». Web. sp. 
Taf. XVII . Fig. 3. 
Heer 1. e. S. 94, Taf. 13t, Fig. 5 — 7. — Syn. Juglans denticulata 0. Weber 1. c. Taf. 6, Fig. 10, 
Fun dort: Savine (Stollen |. 

Dieses Juglandeen/Theilblättchen entspricht seiner Form nach am meisten den Theilblättchen der Carya 
elaenoides, namentlich den von Unger in der „fossilen Flora von Sotzka" abgebildeten. 

Es hat jedoch kleinere, einander mehr genäherte und schärfer hervortretende Randzähne, wie solche der 
Vterocarya denticulata entsprechen. Die Nervation desselben stimmt mit der von Heer a. a. 0. Fig. 6 dar- 
gestellten gut überein. Überdies gleicht das ebendort in Fig. 7 abgebildete Blattfossil vom Indien Rhonen 
auch in der Form dem Blättchen von Savine. Die Ähnlichkeit mit P. caucasica Tat. XXVI, Fig. 3, 4 springt 
in die Augen. 

Engelhardtia Brongniarti Sap. 
Taf. XVII, Fig. 4—7. 

Saporta, Etudes etc. II. p. 343, t. 12, f. ö. — Syn. Carpinus macroptera Brongn. Ann. d. scienc. nat. tum. 15, p. 48, f. 3, 
f. 6. — Unger, Fossile Flora von Sotzka, Taf. 11, Fig.l — 3. — Carpinus producta Ung. 1. c. Fig.4 — 6. — Carpinus gran- 
dis Ung. Iconogr. plant, foss. t. 20, f. 2, 3. — Engelhardtia macroptera Ung. Sylloge plant, foss. Taf. IC, Fig. 9— 12. 

Fundorte: Savine (Steinbruch und Stollen), Trifail. 

Die hier abgebildeten Fruchtfossilien von Savine lagen mir vor. als ich vor 25 Jahren in meiner Ab- 
handlung über die fossile Flora des Wienerbeckens (S. 12) zuerst die Ansicht aussprach, dass diese früher 
zu Carpinus gestellten Früchte zu Engelhardtia gehören, weil dieselben mit einem viertheiligen Involucrum 
versehen sind. Der viel kleinere hintere Zipfel ist an den Exemplaren Fig. 4 und 6 dem Beschauer zugekehrt, 
an Fig. 5 und 7 aber von den Basaltheilen der drei vorderen Zipfel fast ganz verdeckt. Exemplare wie die 
letzteren haben daher das Aussehen als wären sie mit einem dreitheiligen Involucrum versehen und konnten 
zur Deutung für CänM'wMs-Frtichte Anlass geben. 



'o 



Die Fiederblättchen dieser Art haben sich unter den Fossilien dei Sagor-Flora bis jetzt noch nicht 
gefunden. 

Ord. ANACARDIACEAE. 

Pistacia PcUaeo-JJentiscus n. sp. 

Taf. XVIII, Fig. 20—22. 

/'. foliis pinnatis, foliolis sessilibus coriaeeis lanceolatis, basi attenuatis inaequalibus, versus apicem obtusi- 
usculam angustatis, margine integerrimis, ne>~oo primario recto, nervis seeundariis sub angulis 70 — 80° 
orienlibus, tt nuissimis approximatis. 

Fundorte: Godredesch, Trifail. 

Diese Blattfossilien zeigen eine grosse Ähnlichkeit mir den Fiederblättchen von Pistacia Lentiscus /.. 
Taf. XXVII, Fig. 7. Die stark verkohlte Blattsubstanz am Abdrucke deutet auf die starre, lederartige Textur, 
worin das Fossil eben auch sehr mit den bezeichneten Blättchen übereinstimmt. Der Primärnerv ist verhältniss- 



200 Consta utin v. Ettingshausen. 

massig stark, tritt jedoch nicht hervor. Von den sehr leinen Secundärnerven ist nur wenig zu sehen, jedoch 
mit Bestimmtheit zu entnehmen, dass dieselben unter nahe rechtem Winkel entspringen und einander ziemlieh 
genähert sind. Das an der Basis kaum ungleiche Blattfossil, Fig. 21, von Trifail ist ein Endblättchen, die übrigen, 
von Godredesch stammend, sind an der Basis auffallend schief und Seitenblättcben. 

Von den bisher beschriebenen fossilen Pistacia-Axt&a stellt unserer Art die Pistacia lentiseoides Ung. 
(Sylloge plant, foss. I, Taf. 21, Fig. 14) von Parschlug so nahe, dass man geneigt sein könnte, die Ver- 
schiedenheit derselben zu bezweifeln. Indess hat die Pistacia von Parschlug viel kleinere und schmälere, an 
der Basis fast gleiche oder wenigstens durchaus nicht so auffallend schiefe Blätteben. Die Nervation der 
letzteren ist nicht bekannt. 

Rhus stygia Ung. 

Tat'. XVIII, Fig. 6, 7. 
Unger, Chloris protogaea, )>. 8<>, Tat'. -22, Fig. 3—5. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 79, Tat'. S6, Fig. 4o-4-_>. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

An bezeichneter Lagerstätte fand sich ein Fiederblättchen dieser Art. welches mit dem von Unger 
a. a. 0. abgebildeten am meisten übereinstimmt. Mit erwähntem Fiederblättchen kam ein Bruchstück einer 
verblühten, mit jungen Früchten besetzten Inflorescenz Fig. 7 zum Vorschein, welches zu dem von Unger 
a. a. 0. dargestellten Blüthenstande von Rhus stygia ganz wohl passt. 

Der Abdruck Fig. 6 eines Fruchtfossils, welches einer Steinfrucht entspricht und der zu Rhus stygia 
gebrachten Frucht sehr ähnlich ist, fand sich in denselben Schichten und bestätigt gleichfalls das Vorkommen 
genannter Art in der fossilen Flora von Sagor. 

Uhus hydrophila Ung. sp. 

Taf. XVIII, Fig. 15. 

Ettingsh. Fossile Flora von Bilin, III, S. 49, Taf. öl, Fig. 3.. — Syn. Juglans hydrophila Ung. Fossile Flora von Sotzka, 
Taf. 32, Fig. 5. 

Fundorte: Savine (Stollen); Sagor, nächst dem Bache. 

Fig. 15 stammt von Savine und stellt drei Theilblättchen dar, welche jedenfalls zusammengehören und 
den Endtbeil eines gefiederten Blattes gebildet hatten. Die Textur dieser Blättehen ist membranös. Sie passen 
zu den an anderen Lagerstätten aufgefundenen Blattresten dieser Art rollkommen. 

Witts sagoriana n. sp. 

Tat'. XVIII, Fig. 1 — 5, 8—14, 16—19. 

R, putamme subgloboso, tenuiter costato ; foliis ternatis, longe petiolatis, foliolis sessilibus subcoriaeeis elon- 
qato-lanceolatis vel lineari-lanceolatis, margine integerrimis, basi acutis, apice acuminatis ; ttervatione 
brochidodroma, nervo primario prominente recto , nervis seeundariis sub angulis 75 — 85" orientibus y 
numerosis, flexuosis, ramosis ; nervis tertiariis angulo subrect.o exeuntibus , ramosis dictyodromis. 

Fundort: Savine (Steinbruch und Stollen). 

Dass die in bezeichneten Figuren abgebildeten Blattfossilien Kusamniengesetzten Blättern angehört haben, 
kann nicht bezweifelt werden. An den meisten sind die Geleukspolster deutlich sichtbar; denn nur als solche 
können die rundlichen Verdickungen an der Basis der Blättchen gedeutet werden. Diese waren zu dreien 
sitzend; die Gelenke befanden sich an der Spitze des gemeinschaftlichen Blattstieles. Letzterer zeigt eine Länge 
von 2 bis 4 Centim. Fig. 2, 8, 9, 11, 12. 17—10 sind Endblättchen, Fig. 3, 4. 13, 14 und 1 1 i aber Seiten- 
blättchen; letztere noch in Verbindung mit dem gemeinschaftlichen Blattstiele. 

Die Nervation, in Fig. 17a vergrössert dargestellt, zeigt ganz und gar den Typus der Anacardiaceen 
namentlich von Rhus. Aus dem wegen der Grösse der Blättchen ziemlich mächtigen Primärnerv entspringen 
viele verhältnissmässig feine, etwas geschlängelte Secundärnerven unter wenig spitzem oderfast rechtem Winkel. 



Die fossile Flora von Sagor i>? Kredit. 20 1 

Dieselben spülten sich in der Nähe des Randes, je zwei untev rechtem Winkel divergirende, schlingenbildende 
Äste entsendend. Die Schlingenbogen sind dem Rande nicht parallel und begrenzen nach aussen abgerundete 
Secundärsegniente. 

Die Tertiärnerven sind vorherrschend kurz, ästig, netzläufig; sie entspringen unter rechtem Winkel. Die 
unregelmässig eckigen, im Umrisse rundlichen Tertiärmaseben schliessen ein zartes, wenig entwickeltes 
Quaternärnetz ein, welches an einigen der abgebildeten Exemplare mittelst Loupe deutlich wahrgenommen 
werden kann. 

Die Ähnlichkeit der beschriebenen Blätter mit denen von Rhus viminalis Valh, aus Südafrika, ist in die 
Augen springend und bezeichne ich diese Art als der fossilen am nächsten verwandt. Der einzige Unter- 
schied zwischen beiden ist. dass die jetzt lebende Art schmale, mehr lineale und an der Basis zugespitzte 
Blättchen besitzt, während der Rhus sagoriana breitere, mehr lanzettförmige Blättchen mit reicherer Ent- 
wicklung des Netzes zukommen. Auch dürfte die Textur der letzteren d< rber als die der Rhus viminalis 
gewesen sein. 

Bemerkenswert!) zur Entwicklungsgeschichte der Art scheint mir der Umstand zu sein, dass Rhus vimi- 
nalis in unseren Gewächshäusern oft viel breitere Blättchen mit reicherer Ausbildung des Netzes als in seiner 
Heimat hervorbringt. Solche Blättchen erreichen auch meistens eine verhältnissnjässig ansehnliche Länge und 
nähern sich dadurch denen der fossilen Art in auffallender We se. (Vergl. die beigegebenen Blätter von eul- 
tivirten Exemplaren der Rhus viminalis im Naturselbstdruck, Tat". XXV, Fig 6 und 7.) Ist aber hiednreh die 
genetische Beziehung der jetztlebenden Art zur vorweltlichen Stammart angedeutet, so wäre erwähnte 
Erscheinung als ein ausgezeichnetes Beispiel atavistischer Bildung anzusehen. 

Durch die Veränderung der äusseren Lebensbedingungen, wie sie die Cultur der Pflanze mit sich bringt, 
wurde der Impuls zu inneren Veränderungen in retrograder Richtung gegeben. Dieser Fall steht jedoch nicht 
vereinzelt da. Es sind mir mehrere nicht minder beachtenswerthe Beispiele atavistischer Bildung bekannt 
geworden, über welche ich an anderer Stelle zu berichten beabsichtige. 

Vnii den bis jetzt beschriebenen fossilen Rhus-Arten seheint Rh. cassiaeformis Ett. aus der fossilen Flora 
von Häring der Rh. sagoriana am nächsten zu stehen. Erstere hat aber viel kleinere, dünnere, an der Basis 
oft schiefe Blättchen. 

Mit den Blättchen unserer Art fand sich in Savine der in Fig. 5 und 5« dargestellte Abdruck einer Stein- 
frucht, welche wohl zu dieser Art gehören dürfte. 



Ord. ZANTHOXYLEAE. 

Zanthoocylon Ttaeringicmum, m. 

Taf. XVII, Fig. 8, 9. 
Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring. S. 81, Taf. 27, Fig. l. 
F u n d ort : Savine (Stollen). 

Theilblättchen, welche ihrer Form, Randbeschaffenheit, Nervation und Textur nach mit dem a. a. 0. dar- 
gestellten Blättchen vollkommen übereinstimmen und dadurch die Selbstständigkeit obiger Art bestätigen. 
In Fig. 9 w ist die wohlerhaltene Nervation derselben, welche an dem Fossil von Häring nicht wahrgenommen 
werden konnte, vergrössert zur Anschauung gebracht. 

Aus dem wenig hervortretenden Primärnerv entspringen sehr feine genäherte, erst mittelst Loupe in ihrem 
Verlaufe verfolgbare Secundärnerven unter wenig spitzen Winkeln. Dieselben entsenden zahlreiche kurze, 
sehr feine Tertiärnerven unter verschiedenen Winkeln. Das Netz besteht aus unregelmässig eckigen Maschen. 
Diese Nervation hat die meiste Ähnlichkeit mit der von Zanthoxylon serratum Heer, welches sich von unserer 
Art durch eiförmige Blättchen und die geringere Zahl mehr hervortretender Secundärnerven wohl unter- 
scheidet. 

Denkschriften der mathem.-naiurw. Cl. XXXVII. Bd. 2fi 



20.2 Constantin v. Ettzngshausen. 

Ptelea intermedia n. sp. 

Tat'. XVI, Flg. 2, 24. 

/'. samaris rotundatis vel subrotundis, pericarpio ovato vel elliptico, ala tenuissime reticülosa, maculis mini- 
mis angustissimis, numerosissimis. 

Fundorte: Savine (Steinbruch und Stollen); Tüfter. 

Diese Flügelfilichte unterscheiden sieh von den ähnlichen Ulmus- Früchten auf den ersten Blick durch den 
netzaderigen Flügel. 

Sie sind zusammengedrückt und deutlich zweifächerig und stimmen in diesen Eigenschaften nur mit den 
Flügelfrüchten von l'telea überein. Die Frucht sammt Flügel ist fast kreisrund, das Pericarpium aber eiförmig 
oder elliptisch. Der hautartige Flügel ist von sehr feinen genäherten Nerven strahlenförmig durchzogen, welche 
unter einander vielfach anastomosiren und ein engmaschiges Netz bilden. Dieses ist in Fig. 2b vergrössert 
dargestellt. 

Bezüglich der Form des i lügeis stimmt die beschriebene Frucht mit der von Ptelea trifoliata L. aus Nord- 
amerika überein; bezüglich der Form des Pericarpiuuis aber gleicht sie der Frucht der mexikanischen }'. 
podocarpa De Cand. Die fossile Art steht also ihrer Fruchtbildung nach in der Mitte zwischen den beiden 
genannten Lebenden. 

Ptelea microcarpa n. sp. 
Taf. XVI, Fig. 3. 
/'. samaris parvis ellipticis, pericarpio oblongo, (da tenuissime retieulosa, maculis vdninds. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Durch die kleinere elliptische Flügelfrucht, das längliche Pericarpium und das aus mehr rundlichen oder 
ovalen Maschen bestehende Net/, des viel schmäleren Flügels (in Fig. 3a vergrössert dargestellt) von der vor- 
hergehenden Art sehr verschieden. Steht der Ptelea podocarpa näher als die Letztere. Die Blattreste der 
beschriebenen Ptelea Arten habe ich bis jetzt vergeblich unter den Fossilien der Sagor-Flora gesucht. 

Class. CALYCIFLORAE. 

Ord. VOCHYSIACEAE. 

Vochysia europaea n. sp. 

Taf. XIX. Fig. 22. 

V. foliis petiolatis coriaceis, ovato-lanceolatis, integerrirnis ; nervatione camptodroma, nervo primario valido, 
recto, nervis secundarüs sub anguh's 65 — 75 orientibus, numerosis approximatis , nervis tertiariis 
tenuissitnis approximätis, transversis, dictyodromis, 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Dieses Blattfossil unterscheidet sich von den in der Nervation ähnlichen Bhamneen-BYättem durch den 
dicken Blattstiel und den stark hervortretenden mächtigen Primärnerv: von ähnlichen Ficus-Blätterrt durch den 
Verlauf der Tertiärnerven und das Blattnetz (s. d. Vergrößerung der Nervation, Fig. 22a). Es zeigt aber das 
beschriebene Fossil in allen Eigenschaften die grösste Übereinstimmung mit Blättern von Vochysia Arten, ins- 
besondere der brasilianischen F. acuminata (Ett. Blattskelete der Dikotyledonen, S. 186, Fig. 193); wesshalb 
ich kein Bedenken trage, dasselbe der Gattung Vochysia einzureihen. 

Ord. COMBRETACEAE. 
Terminal ia radobojensis üng. 

Taf. XIX, Fig. 14. 

ünger, Chloris protogaeä, p. 142. tab. 48, fig, 2. — Sylloge plant, foss. III. p. öö, tab. 17. tig. l. — Heer, Tertiärfl. d. 
Schweiz. Bd. III. S. 32, Tat'. Ins. Fig. 10-12. 



Die fossile Flora von Sagor in Kram. 203 

Fundort: Savine (Stollen). 

Dieser Rest eines grossen Blattes passt sehr gut zu den von Unger abgebildeten Rlättern der Termi- 
nalia radohojensis. Die vortrefflich erhaltene Nervation ist in Fig. 14« vergrössert zur Anschauung gebracht. 

Termin«!)« miocewica Ung. 
Unger, Chlorig protogaea, p. 14-2, tab. 4S, Fig. 3 — 4. 

Fundorte: Sagor, nächst dem Bache; Savine (Steinbruch). 

Ein Blattfossil, welches dem a. a. 0. abgebildeten Blatte von Radoboj am besten entspricht, liegt ans 
Savine, ein weniger gut erhaltenes dieser Art ans der bezeichneten Fundstelle bei Sagor vor. 

Terminal i« Fenzliana Ung. 
Tat'. XIX, Fig. 15—19. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 51, Taf. 33, Fig. 15— IS. 

Fundorte: Sagor, nächst der Kirche (Friedhofsehichte); Savine (Steinbruch und Stollen); Islaak. 

An erstgenannter Localität fand sich die Flügelfrucht Fig. 15, an letzterer beim Stollen die Flügelfrüchte 
Fig. 16 — 19. An fast allen diesen Exemplaren ist der an der Frucht stehenbleibende Griffel erhalten. Das ovale 
Pericarpium ist scharf begrenzt bei Fig. lob, IG. 

An Fig. 15 sind die Flügel am kürzesten wie an Fig. 15 a. a. 0. der fossilen Flora von Sotzka. Die 
übrigen Früchte nähern sich hinsichtlich der grösseren Flügel den Fig. 16 — 18 der Sotzka-Flora. Auch die 
(rriisse des Pericarpiums ist sehr verschieden. Dessungeachtet wird man aber an der Gleichartigkeit dieser 
Früchte nicht zweifeln, wenn man die ganze Reihe derselben überblickt. Die Nervation der Flügel, an den 
Früchten von Savine besser erhalten als an denen von Sotzka, ist in Fig. 17 zur Anschauung gebracht. 

Die zu dieser Art gehörigen Blätter konnten bis jetzt noch nicht, weder in Sotzka noch in Sagor, auf- 
gefunden werden. Die Blattfossilien, welche Unger a.a.O. mit den erwähnten Früchten vereinigte, sind keine 
Terminalia-, sondern Sapotaceen-Blätter. 

Class. MYRTIFLORAE. 

Ord. MYKTACEAE. 

Eucalyptus oceaniea Ung. 

Tal'. XVII , Fig. 10- 18. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 52, Taf. 36, Fig. 1—13. 

Fundorte: Sagor, nächst der Kirche und am Bache; Savine; Godredesch; Islaak; Trifail; Hrastnigg; 
Tüffer; Bresno. 

Von dieser Art liegen mir zahlreiche Blätter, besonders schön erhalten vonSavine vor. Die charakteristische 
Nervation mit den feinen in einen saumläufigen Nerv zusammenfliessenden Schlingenbogen, nur mittelst der 
Loupe sichtbar, ist in Fig. 18« vergrössert dargestellt. Es haben sich hier alle Blattformen gefunden, die 
Unger a. a. 0. abbildete. Wahrscheinlich gehören die unter der Bezeichnung Eucalyptus oceaniea vereinigten 
Blätter der fossilen Flora von Sotzka und Sagor zu mehreren Eucalyptus- Arten, welche aber nach den Blättern 
nicht unterschieden werden können. Einige der bezeichnendsten Eucalyptus-Blätter von Savine habe ich der 
Tafel XVII beigegeben. Denselben schliessen sich die Blätter von E. salicinus, Taf. XXVII, Fig. 1, 2, aus 
Neuholland an. 

Eucalyptus haeringiana m. 
Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, s. >i. Tai'. 28, Fig. 2 — 13, -_'.">. 

Fundorte: Sagor, nächst der Kirche (Friedhöfschichte); Savine 1 Stollen). 

Ist an erstbenannter Localität häutiger als in Savine. Die Blätter dieser Ar; erwiesen sich als schmäler, 
kleiner und weniger derb, als die der vorhergehenden. An der liasis sind sie meistens stärker verschmälert. 

26 * 



204 Gonstantin v. Ettingshausen. 

Eucalyptus grcmdifolia m. 

Ettingah. Fossile Flora von Bilin, III, S. 53, Tat'. 54, Fig. 17 — 19. 

Fundorte: Sagor (Friedhofschichte und BachscMchte). 

Von dieser Art, welche sich nicht nur durch die Grösse der Blätter, sondern auch durch die längeren 
Stiele, die etwas breitere Basis und durch die Nervalion von den vorhergehenden unterscheiden lässt, liegen 
mir nur einige Blattfossilien ans den genannten Fundstätten vor. 

Callistemophyllum iiieluleiicaefonne m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 84, Tat'. 27, Fig. 13, 14. — Fossile Flora von Bilin, III, S. 53, Tat'. 54. Fig. 1--3. 

Fundorte: 8a vine (Stollen); Sagor, nächst dem Bache. 

Einige Blattfossilien von Savine, welche mit den Fig. 2 und 3 der cit. Flora von Bilin am meisten über- 
einstimmen und ein Blattrest von Sagor. der zu Fig. 14 der cit. Flora von Häring am besten passt, beurkunden 
das Vorkommen dieser Art in unserer fossilen Flora. 

CallistemophylVwm acuminatiivn m. 

Tat'. XIX, Fig. 25, 26. 
Ettingsh. Beiträge zur Kenntniss der Tertiärflora Steiermark^, S. 76, Tat', 6, Fig. 16. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Mit Ausnahme der mehr verschmälerten Basis stimmen diese Blätter mit dem am Moskenberge bei Leoben 
aufgefundenen Blatte obiger Art sehr wohl iibercin. 

Metrosideros europaea n. sp. 

Tat'. XIX, Fig. 20, 21. 

M.foliis subeöriaeeis ovatis vel oblonges, apicern versus aeümi'natis, apice obtusis, basi plus minusve angustatis, 
margine integerrimis , nervatione brochidodroma , nervo primaria prominente recto , nervis seeundariis 
sab angulis 55 — 65 orientibus, tenuissimis , approximatis , nervis tertiariis abbreviatis, dictyodromis. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Blätter mit wohlerhaltener Nervation Fig. 20a, welche auf die Ordnung der Myrtaceen mit Sicherheit 
schliessen lässt. Wir finden die Blätter der in Oceanien einheimischen Metrosideros polymorpha Gau dich. 
(Ettingsh. Blattskelete der Dicotyledonen, Taf. 84, Fig. 7) mit den beschriebenen Fossilen in allen Eigen- 
schaften am meisten übereinstimmend. 

Von den bis jetzt beschriebenen fossilen Myrtaceen sind Metrosideros calophyllum Ett. von Häring und 
Myrtus Dianae Heer von Öningen der Metrosideros-Art von Savine in der Blattbildung ähnlich; es unter- 
scheidet sich von derselben aber die erstere durch zahlreichere gedrängtere Secundärnerven, dir letztere durch 
die wenigeren steil aufsteigenden Secundärnerven und die derbere Textur des Blattes. 

Es ist möglich, dass einige der vielgestaltigen Blätter, welche Ung er unter der Bezeichnung Eitgenio 
Appolinis vereinigt hat, wie z. B. Fig. 13—15 1. c. hiehergehören, lässt sich jedoch bis jetzt nicht entschei- 
den, da an diesen Blättern ausser dem Priinärnerv von Nervation nichts erhalten ist. Übrigens wird der Eugenia 
Apo'llinis eine derbere lederartige Textur zugeschrieben. 

Eugeiu'ft Apollinis Ung. 

Tai'. XIX, Fig. -23, 24. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka. S. 52. Taf. 35, Fig..: — IS. 

Fundorte: Sagor, nächst dem Bache; Savine: Trifail; Tüffer. 

Einige Blätter, welche in den Formenkreis dieser Art am besten passen. Sie lassen keine Spur der wahr- 
scheinlich sehr feinen Secundärnerven mehr wahrnehmen und verrathen eine lederartige Textur. Das hier 



Die fossile Flora ran Sagor in Krain. 205 

Fig. 24 abgebildete Blatt von Savine entspricht der Fig. 3 der „Fossilen Flora von Sotzka" ; das Blatt Fig. 23 
von Sagor hält die Mitte zwischen Fig. 4 und 10 auf der Tafel 35 cit. Abhandlung. 

Es ist wahrscheinlich, dass die bisher unter der Benennung Eugenia Apollim's zusammengestellten Blatt- 
fossilien verschiedenen Myrtaceen- Arten angehören. 

Class. ROSIFLORAE. 

Ord. 1' M A C E A F. 

Cotoneaster Persei Vng. 

Unger, Sylloge plant, t'o«. III, p. 50. tab. 18, fig. IQ. 
Fundorte: Savine , Trifail. 

Es haben sich von dieser Art bis jetzt nur Steinkerne, welche in Grösse und Form denen der Mespilus 
; / rmanica nicht wenig gleichen, an den bezeichneten Lagerstätten gefunden. 

Ord. AMYCDALEAE. 
Prunus Palaeo-Cerasus m. 

Ettingsh. Beitrüge zur Kenntniss der Tertiärflora Steiermark*, s. TS. Tat'. 6, Fig. 12, 13. 

Fundort: Trifail. 

Ein Blattfossil mit wohlerhaltener Nervation, das in allen Merkmalen mit dem a. a. 0. Fig. 12 abgebildeten 
Blatte vom Moskenberg bei Leoben übereinstimmt. Es passt auch sehr gut zu dem Blatte der Prunus Cerasus 
Taf. XXVII, Fig. 8. 

Class. LEGUMINOSAE. 
Ord: PAPILIONACEAE. 

L T E A E 

Psoralen palaeogaea Sap. 

Saporta, Etudes sur la Vegetation du Sud-Est de la France ä l'epoque tertiaire, p. 253, tab. 11, fig. G. 
F u n d ort: Sagor (Bachschichte). 

Ein Tlieilblättcbcn, welches etwas grösser ist, als das von Saporta a. a. 0. abgebildete Blättchen aus 
dem bituminösen Kalk von Saint- Zacharie, aber in allen wesentlichen Merkmalen, insbesondere bezüglich der 
dort dargestellten Nervation mit demselben übereinstimmt. Die Beschaffenheit des Abdruckes deutet auf eine 
zarte membranöse Textur. 

Glycyrrhiza deperdita Ung. 

Taf. XIX. Fig. 1-.', lo. 

Unger, Fossile Flora von .Sotzka, S. 51, Taf. 39, Fig. 1, 2. -- Heer, Terriarrl. d. Schweiz, IM. III, S. 101, Taf. 133, 
Fig. 4, 5. 

Fundorte: Savine, Islaak. 

Von den angegebenen Localitäten liegt mir je ein Blättchen dieser Art vor. Das eine Fig 13 von Savine 
stammend, passt seiner Form nach am besten zu Fig. 2 der Sotzka-Flora, bezüglich der etwas spitzeren Abgangs- 
winkel über zu dem von Heer 1. c. abgebildeten Blättchen Fig. 4 vom hohen Khouen. Es liefert dies wohl den 
Beweis der Zusammengehörigkeit dieser Fossilien. Das andere Blättchen Fig. 12, von Islaak stammend, gleicht 
in allen Merkmalen dem von Unger I. c abgebildeten Blättchen Fig. 1. ist aber kleiner als dieses. Die Ab- 
drücke erwähnter Fossilien lassen eher auf eine lederartige als auf eine zarte Textur schliessen. Wegen der 
Seltenheit des Vorkommens (bis jetzt sind nur vier Blättchen gefunden worden) und wegen der zweifelhaften 
systematischen Stellung dieser l.'este habe ich die Abbildung der in der fossilen Flora von Sagor aufgefundenen, 
auf der c. Tafel beigegeben. 



206 Consta», tin v. Ettingshausen. 

Robinia cr&nceta Heer. 
Taf. XIX, Fig. l. 
Heer, Tertiärflora der Schweiz, Bd. III. S. 100, Täf. 132, Fig. 27— so. 

Fundorte: Savine; Sagor, nächst der Zinkhütte (Schichte II). 

Ein kurzgestieltes ovales Theilblättchen von zarter Textur mit entfernt-seichtgekerbtem Rande, welches zu 
den a. a. 0. dargestellten Blättchen aus dem Kesselsteine von Öningen vollkommen passt. Mit diesem in 
Savine gefundenen Blattfossil einer Robinie vereinige ich eine Hülse, Fig. 1, welche im Tagbaue nächst der 
Zinkhütte bei Sagor gefunden wurde, und die nur zu Hobinia gehören kann. Sie nähert sich der Hülse von 
Robinia constricta Heer, welche jedoch viel breiter ist. Der Form nach stimmt sie am meisten mit der Hülse 
von Hobinia Hesperidum Ung. überein, von der sie sich jedoch, abgesehen von der geringeren Länge, durch 
flachere Samen, welche bei weitem nicht so starke Eindrücke wie bei dieser bewirkten, wohl unterscheidet. 

PHAsEOEEAE. 

Erythvtiia Untjeri n. sp. 

Taf. XIX. Fig. 2—5. 

E. foliis pinnatim trifoliatis, f'oliolis brevissime petiolatis, subcoriaceits, elliptico-oblongis, integerrimis; ner- 
vatione camptodroma, nervo primaria prominente reeto, nervis secundariis sah angulis vix acutis orien- 
tibus, curvatis, parallelis simplicibus. nervis tertiariis tenuissimis, sub angulo reeto e.rei/ntibus, abbre- 
viatis, dictyodromis. 

Fundorte: Savine; Sagor, nächst der Zinkhütte (Tagbau, Schichte I). 

Der Erythrirta daphnoides Ung. Sylloge plant, foss. II, t. 5, f. 7 sehr nahe stehend, alter durch folgende 
Merkmale von derselben verschieden. Die Blättchen sind viel kürzer gestielt, mehr elliptisch als eiförmig; die 
Secundärnerven entspringen unter gleichem, wenig spitzem oder nahezu rechtem Winkel und laufen unter ein- 
ander parallel dem Rande im Bogen zu, ohne sich zu verästeln. Die Tertiärnerven sind an der cit. Abbildung 
nicht ersichtlich; an der beschriebenen Erythrina-Art sind dieselben so fein, dass sie nur mittelst der Loupe 
wahrgenommen werden können. Ihren Verlauf zeigt die Vergrößerung der Xervation Fig. 4 a. 

Die Erythrina Ungeri zeigt in allen beschriebenen Merkmalen eine grosse Annäherung zur E. coralloides 
De Cand. aus Mexiko (vergl. Ett. Nervation der Papilionaceen, Sitzungsber. Bd. XII, Taf. 10, Fig. 2). Die 
Exemplare Fig. 4, 5 stammen aus der gleichen Schichte bei Savine, das Exemplar Fig. 3 von bezeichneter 
Fundstelle bei Sagor. 

Dioden protogaea n. sp. 

Tat'. XIX, Fig. (3— S. 

D. foliis pinnatim trifoliatis, foliolis brevissime petiolatis subcoriaceis, rotundatis vel rotundato-ovatis sub- 
obliquis integerrimis ; nervatione camptodroma , nervo primaria basi valido , prominente, reeto, nervis 
secundariis sub a?igiclis 75 — 55° orientibus, curvatis parallelis, simplicibus, marginein versus subflexuo- 
sis; nervis tertiariis tenuissimis, transversariis, approximatis. 

Fund o r t : Savine (Stollen). 

Diese Papilionaceen-Theilblättchen, durch ihre Form und Xervation wohl charakterisirt, können nur der 
Unterordnung der Phaseoleen eingereiht werden. Die Blattsnbstanz ist mehr lederartig, die Form schief- 
rundlich; manchmal geht sie in's Eiförmige über. Aus einem sehr kurzen Stielchen läuft der starke hervor- 
tretende Primärnerv allmälig verschmälert und ziemlieh gerade der Blattspitze zu. Die Secundärnerven ent- 
springen jederseits (3 — 9 unter wenig spitzem oder nahezu rechtem Winkel, treten schart hervor und laufen 
ungetheilt in langen Bogen dem Rande zu. Vor demselben etwas geschlängelt, anastomosiren sie unter ein- 
ander mit kaum oder nur wenig hervortretenden Schlingen. Die Tertiärnerven sind sehr fein, zahlreich 
genähert und querläufig. Aus ihnen entspringen sehr zahlreiche Quaternärnerven, welche ein sehr entwickeltes 
aus querovalen Maschen zusammengesetztes Netz bilden. 



Die fossile Flora von Sagor in Kroiii. "J07 

Die angegebenen Merkmale führen auf die tropisch-amerikanische Gattung Dioclea (vergl. Ett. Nervation 
der Papilionaceen, Taf. IX, Fig. 1, 2, 5), in welcher Arten wie D. violacea Mart. , D. lasiocarpa Ma.rt. und 
D. argentea Desv. vorkommen, deren Blättehen mit den beschriebenen eine grosse Verwandtschaft /.eigen. 
Insbesondere stimmen mit letzteren die Blättchen von D. lasiocarpa (Fig. 2 1. c.) aus Brasilien bezüglich der 
Form und der Merkmale der Secundärnerven sehr überein. Die querläufigen Tertiärnerven und die Netzbildung 
aber theilt die fossile Art mit der brasilianischen I>. argentea (Fig. f> 1. c). 

Phaseolites glycinoides Sap. 

Saporta, 1. e. I, p. 254, tab. 11, fig. 8. — Syn. Ph. pulehellns Sap. 1. o. p. 255, tab. 11, fig. 8. — Ph. fralerfffts Sap. 1. c. 
II. p. 3C6, tab. 13, fig-. 11. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Ein Fiederblättchen mit wohlerhaltener Nervation, welches in allen Eigenschaften mit den citirten ohne 
Zweifel zu Einer Art gehörigen Blättchen übereinstimmt. Die Form dieser Blättchen entspricht am meisten der 
von Eiq)//aseolee/>-B\i\tiehen, die Nervation hingegen der Gattung Enjtlirina. Das als Rhynchosia pojjulina. 
Ung. bezeichnete Phaseoleen-Blättchen der fossilen Flora von Kunii theilt mit den Blättchen von Phaseolites 
glycinoides nur die Form und Textur, weicht aber durch die zwei grundständigen hervortretenden Nerven, die 
den letzteren fehlen, und durch die geringere Zahl der Secundärnerven wesentlich von denselben ab. 

Phaseolites arMcularis Üüg. 

Taf. XVII, Fig. 19. 

U liger, Foss. Flora von Sotzka, S. 54, Taf. 39, Fig. 3, t. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Urning, S. 87, Tat. 29, Fig. 1. 
— Heer, Tertiärflora d. Schweiz, Bd. III, S. io2, Tat'. 133, Fig. 7. 

Fu n dort : Ttiffer. 

Das hier abgebildete Theilblättchen fand ich an bezeichneter Lagerstätte mit Resten von t Se,pioia Coutt- 
siae. Es gleicht in seiner Form am meisten dem Blätteben Fig. 4 der Sotzka- Flora, in der Nervation aber 
stimmt es mit dem Blättchen Fig. 7 der Schweizer Flora vollkommen überein. 

Phaseolites microphyllus m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 87, Tat'. -29, Fig. 3—6. 

Funilo rt : Hrastnieg. 

An der genannten, nur eine sehr spärliche Flora bergenden Lagerstätte fand ich unter Anderem ein 
kleines Theilblättchen, welches zu dem a. a. 0. abgebildeten Blättchen von Häring am besten passt. 

Phaseolites doliehophi/llas Web. 
0. Weber, Neuer Beitrag zur Tertiärflora der niederrheinischen Braunkohlenformation, S. öl. Taf. lo, Fig. 9. 
Fundort: Trifail. 

Ein Phaseoleen-Blättchen, welches vollkommen zu dem a. a. 0. abgebildeten Blatt eben von Rott bei 
Bonn passt. 

Phaseolites erioseinaefolias Ung. 
Unger, Fossile Flora von Sotzka. S. 55, Tat'. 39. Fig. .j — 7. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Hin Blattfossil, welches mir mit den a. a. 0. abgebildeten Resten gleichartig zu sein scheint. Die Bestim- 
mung dieser Fossilien als Phaseolee ist .-ehr zweifelhaft. 

DALBERG1EAE. 
Dalberai« Jieeastopfu/llina Sap. 

Saporta, Etüde* mit !a Vegetation du Sud-Est de la France ä l'epoque tertiaire, II. p. 367, tab, 13. fig. 10 



208 Gonstantin v. Ettingshausen. 

Fundort: Sagor (Bachschichte)* 

Ein Blattfossil, welches mit dem a. a. 0. beschriebenen ZWier<^'«-Blättchen von Armissan in allen Merk- 
malen übereinstimmt. 

Dalbergia palaeocarpa Sap. 

Saporta I. c. II, p. 369, tab. 13, fig. 15. 

Fundort: Sagor (Tagbau, Sehichteil). 

An bezeichneter Localität fand sich eine Dalbergia-HWtee, welche zu der a. a. 0. abgebildeten von Ar- 
missan am besten passt. Es ist wahrscheinlich, dass diese Hülse mit dem Blättchen der Dalbergia kecasto- 
phyllina zu Einer Art gehört. 

Dalbergia haeringiana m. 

Tal'. XX, Fig. 1, 2. 
Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 87, Tat'. 29, Fig. 7—9. — Fossile Flora von ISilin. III. S. :>". Tat'. 55, Fig. 10. 
Fundort: Savine (Steinbruch). 

Diese Blättchen gleichen den a. a. 0. abgebildeten in allen Eigenschaften. Sie zeigen eine wohlerhaltene 
Nervation, welche mit der 1. c. in Fig. 10 b dargestellten vollkommen übereinstimmt. 

Dalbergia valdensis Heer. 
Heer, Tertiärflora der Schweiz, Bd. III, S. 104, Tat'. 133, Fig. 12, 13. 

Fundort: Sagor, nächst der Zinkhütte (Tagbau, Schichte I). 

Ein Theilblättchen, welches zu dem a. a. 0. abgebildeten /Wi«-<7i'a-Blättchen Fig. 13 von Lausanne 
am besten passt. 

Dalbergia retusaefolia Web. sp. 

Tat'. XX, Fig. 3. 

Heer 1. c. S. 104, Taf. 133, Fig. 9—11. — Syn. Templetonia retusaefolia 0. Web. Neuer Beitrag z. Tertiärfl. d. uiederrheini- 
scheu Braunkohlenformation, S. 50, Taf. 10, Fig. 7 (?). 

Fundort: Savine (Stollen). 

Das hier abgebildete Dalbergia- Blättchen grenzt in seiner Form mehr an das Verkehrt-eiförmige, als an 
das Längliche, stimmt aber in allen übrigen Eigenschaften mit den Blättchen, welche Heer a. a. 0. unter 
der Benennung D. retusaefolia abgebildet, am meisten überein. Ob aber diese Blättchen mit dem Blattfossil 
Fig. 7 1. c. von Bott bei Bonn, welches Weber Templetcnia retusaefolia nannte, gleichartig sind, halte ich 
mindestens für sehr zweifelhaft. 

Das Blättchen von Savine zeigt eine wohlerhaltene Nervation, welche in Fig. ?> a auf unserer citirten 

Tafel vergrössert dargestellt ist. 

Dalbergia priniaera Eng. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 55, Taf. 39, Fig. S— 1-2. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, .S. 96, Taf. 13. 
Fig. 5. — Heer 1. c. Taf. 133, Fig. -21— -23. 

Fundorte: Sagor (Friedhofschichte, Bachschichte). 

An den bezeichneten Fundorten wurde bis jetzt nur je ein Blättchen dieser Art gesammelt. 

Machaerium palaeogaeum m. 

Taf. XX, Fig. 12. 
Ettingsh. Fossile Flora von Biliu, III, S. 59, Taf. 55, Fig. 24. 
Fundort: Savine (Stollen i. 

Das Theilblättchen Fig. 12 zeigt eine derbere lederartige Textur, eine schmallängliche, fast lanzettliche 
Form und eine etwas länger gestielte stumpfliche liasis. Die Secnndärnerven gehen unter wenig spitzem oder 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 209 

fast stumpfem Winkel ab; der Primärnerv tritt verhältnissmässig stark hervor. Dies sind aber Merkmale, 
welche das im Polirschiefer von Kutschlin aufgefundene und a. a. 0. beschriebene Dalbergiaceen-Blättchen 
auszeichnen. Dass die Basis des letzteren etwas mehr ungleich ist als an dem Blättchen von Savine, halte 
ich für einen unwesentlichen Unterschied. An dem Machaerium-BlMtchen Taf. XXVII, Fig. 18 ist die Basis 
nahezu gleichseitig. 

PalaeotoMum heterophyllum Ung. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 55. Taf. 41, Fig. 1 — 5. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 88, Taf. 29, 
Fig. 19. 

F u n d o rt e : Sagor (Bachschichte i ; Trifail. 

Von genannten Fundorten liegt je ein Blättchen dieser Art vor, das Eine passt zu Fig. 1, das Andere zu 
Fig. 2 der c. Flora von Solzka. 

Pahieolobiiim railobojensis U n g. 

Taf. XX, Fig. 9. 
Unger 1. e. Taf. 41, Fig. 11. — Ettingsh. 1. e. Tat'. 29, Fig. 18 
Fundort: Savine (Stollen). 

Das hier abgebildete Theilblättchen stimmt sowohl bezüglich seiner Form und Textur als auch in seiner 
Nervation mit dem von Unger a. a. 0. in Fig. 11 abgebildeten Theilblättchen am meisten überein. Es ist 
von dem an der Spitze gegliederten Blattstiel losgetrennt. Das verdickte Gelenk ist an der Basis der Lamina 
deutlich zu erkennen. Die Basis ist schiefer und weniger zugerundet als an dem Blättchen von Radoboj. Die 
Nervation und die Textur aber sind genau so wie an jenem. Letztere halte ich mehr für lederartig als dünn- 
häutig. 

SOPH E E A E. 

Sophora europaea Ung. 

Taf. XX. Fig. 10, 11. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 57, Taf. 42, Fig. 1 — 5. — Sylloge plant, foss. II, p. 27. tab. 9, fig. 7—14. — 
Ettingsh. Tertilire Flora von Häring. S. 89, Taf. 29, Fig. 20. — Heer. Tertiärfl. d. Schweiz. III, S. 107. Taf. 13.3, 
Fig. 36—39. 

Fundorte: Savine; Sagor i Bach schichte i ; Trifail. 

Das Blättchen Fig. 10 von Savine zeigt eine wohlerhaltene Nervation (in Fig. 10 a vergrössert darge- 
stellt), welche mit der von Unger in der Sylloge 1. c. Fig. 9 dargestellten am meisten übereinstimmt, aber 
noch mehr Details erkennen lässt. Die Secundärsegmente werden von einem sehr feinen nur mittelst der 
Loupe sichtbaren Tertiärnetz ausgefüllt. Das Blättchen Fig. 11 von derselben Lagerstätte gehört zu den 
kleinsten dieser Art und hält die Mitte zwischen Fig. 11 und 12 cit. Sylloge. Ein Blättchen aus der Bach- 
schichte gleicht vollkommen der Fig. 8 ebendaselbst. 

Styphnolobium europaeum n. sp. 

Taf. XIX, Fig. 9—11. 

St. foliolis petiolatis, submernbranaceis , oblongo-ellipticis vel oblongis integerrimis, basi plus minusve obli- 
quis, apice mucronatis ; nervatiorn camptodroma, nervo primario distincto, recto, nervt's secundarns sub 
angulis 60 — 7<>" orientibu$ f tenuissimis, nervis tertiarüs vi'x conapicuis tenuissimis, brevissiviis, dictyo- 
dromis. 

Fundorte: Savine (Stollen); Sagor (Friedhofschichte). 

Diese Fiederblättchen gleichen auf den ersten Blick denen von Dalbergien namentlich von I). haeringiana, 
unterscheiden sich aber bei genauerer Untersuchung sogleich wesentlich von denselben durch die zartere 
Textur, den in ein Dörnchen auslaufenden Primärnerv und durch die sehr kurzen netzläufigen Tertiärnerven 

Denkschriften der irjathem.-uaturw. Cl. XXXVII. Bd. -) 7 



210 Cönstantin v. Ettingshausen. 

(vergl. die Vergrösserung der Nervation in Fig. 10 «). Alle diese Merkmale finden wir aber an den Blättchen 
von Styphnolobium japonteum Sehott, welchen die fossilen Blättehen auch in den übrigen Eigenschaften 
sehr nahe kommen, wie der beigefügte Naturdruck, Taf. XXVII, Fig. 15 zeigt. 

Ord. CAESALPINIEAE. 
Caesalpim'a Saidingei'i m. 

Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 89, Tat'. 29, Fig. -21—39. 

Fu n d ort: Sagor (Friedhofschichte). 

Ein Theilblättchen von der Grösse, Form und Textur des in Fig. 32 1. c. abgebildeten Caesalpinien- 
Blättchens. 

Caesalpinia Heerii n. sp. 

Tat'. XX. Fig. 35, 36. 

C. foliolis minutis, submembranaceis, subsessilibus hast vnaequilateris, oblongis vel lanceolatis, apice obtusis, 
nervatiove dictyodroma, nervo primär io tenui distincto , nervt's secundarns vix con&picuis, in rete tener- 
rimum dissolutis. 

Fundort: Savine (Stolleu). 

Steht bezüglich der Form und Grösse der Fiederblättchen in der Mitte zwischen Caesalpinia Townshendi 
Heer und 0. lepida Heer, weicht aber von beiden dureh die feinen, kaum unter der Loupe deutlich sicht- 
baren Secundärnerven. welche sich in ein äusserst zartes, aus rundlichen Maschen zusammengesetztes Netz 
verlieren , wesentlich ab. In Fig. 36 « ist eine Stelle des Netzes von Fig. 36 vergrössert dargestellt. Das 
Blättchen Fig. 35 erscheint zwar in seiner Form wohlerhalten, hat jedoch seine Nervation fast gänzlich ver- 
loren, so dass von dem charakteristischen Netz nur Spuren vorhanden sind. L'aesalpinites minutus Sap. 1. c. I, 
Taf. 11, Fig. 11 hat noch kleinere Blättchen . die zwar in der Form denen unserer Art sehr ähnlich sind, 
deren Nervation alter einen ganz anderen Charakter zeigt. 

Cctssia Phaseolites Ung. 

Taf. XX. Fig. -23—30. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 58, Tat'. 44. Fig. l— 5. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 91, Taf. 30, 
Fig. 15—17. — Heer, Tertiärfl. d. Schweiz. Bd. III, R. 119. Taf. 137, Fig. 00—73-, Taf. 138, Fig. l— 0. 

Fundorte: Savine; Sagor (Bachschichte); Godredesch. 

Fig. 25, u'> reihen sich den breiteren. Fig. 27, 28 den schmäleren Blättchen von Cassia Phaseolites an; 
Fig. 23, 24, 29, 30 stehen zwischen diesen. Fig. 27 zeigt an einer Stelle eine Nervation, bis ins feinste 
Detail erhalten. Dieselbe ist in Fig. 27 a vergrössert dargestellt. 

Cassia Berenices Ung. 

Taf. XX, Fig. ..i—:;i 

Unger I.e. S. 58, Taf. 43, Fig 4—10. — Heer I.e. S. 118, Taf. 137, Fig. 42—56. — 0. Weber, Neuer Beitrag z. Ter- 
tiärfl. d. niederrhein. Braunkohlenformation: Tat', io, Fig. IG, 19. 20. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Nebst wohl erhaltenen Blatt eben, Fig. 31, 33, 34 fand sich von dieser Art an genannter Localität auch 
eine Hülse, Fig. 32. Diese Reste passen sehr gut zu den in Sotzka aufgefundenen der C. Berenices. Das 
Blättchen zeigt einen stark hervortretenden Primärnerv und sehr feine kaum sichtbare Secundärnerven. sowie 
die Fiederbl-ittcheii von Sotzka. Es scheint dies im Charakter derselben zu liegen. Ich möchte es daher 
bezweifeln, dass die von Heer und 0. Weber a. a. 0. als C Berenices bezeichneten Blättchen mit deutlich 
sichtbaren, ja sogar hervortretenden Secuudäinerveu hieher gehören. 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 211 

Cassia sagoriana n. sp. 

Taf. XX, Fig. u-19. 

C. foliolis membranaceis, subsessilibus, lanceolatis rarius ovato-lanceolatis, acuminalis, basi obtusis, mar- 
gine integerrimis ; nervatione camptodroma , nervo primario distincto, valde attenuato, recto , nervis 
secundariis tenuissimis sub~ angulis 65 — 75° orientibus, numerosis, approximatis ; nervis tertiär iis bre- 
vissimis dictyodrorms. 

Fundorte: Savine; Sagor (Friedhofschichte). 

Von dieser Art fanden sieh an den bezeichneten Lagerstätten Fiederblättchen, mit welchen ich auch noch 
eine in Savine gefundene Hülse, Fig. 15, vereinige. Letztere ist etwas breiter als die der vorhergehenden Art 
und zeigt elliptische Samen. Durch die schmälere Form der Blättchen und die kurzen, gedrängt stehenden 
Secundärnerven ist diese Art von den vorhergehenden Arten und von <_'. Fischen sowohl, als von C. hyperborea 
sicher verschieden. Auch das Blattnetz (in Fig. 17 a vergrössert dargestellt) zeigt einen von dem der erwähn- 
ten Arten verschiedenen Typus. Von den jetztlebenden Cassia- Arten kommen C. acuminata W. (C. ramiflora 
Vog.) Taf. XXVII, Fig. 13, insbesondere aber C. planisiliqua Lam. Taf. XXVII, Fig. 12, beide aus dem tro- 
pischen Amerika, der beschriebenen Art in der Blattbildung sehr nahe. 

Cassia Feroniae m. 

Taf. XX, Fig. 8. 

Ettingsh. Tertiäre Fluni von Häring. S. 91, Taf. 30, Fig. 0— 11. — Fossile Flora von Bilin, III, S. 60, Taf. 54, Fig. 13. — 
Heer, Tertiärfl. d. Schweiz, Bd. III, S. 120, Taf. 138, Fig. 17. 

Fundort: Sagor (Tagbau, Schichte 1). 

V»m dieser Art hat sich nur ein Bläitclien Fig. 8 gefunden, welches sich dem kleinsten Fiederblättchen 
dieser Art (Fig. 11 der Flora von Häring) anschliesst. Es ist kurz gestielt, lanzettförmig, an der Basis abge- 
rundet, oberhalb derselben am breitesten und von da an gegen die Spitze zu allmälig verschmälert. Durch 
diese Merkmale unterscheidet man dasselbe leicht von den ähnlichen Blättchen der Cassia lignitum und C. 
a/nxbigua. 

Cassia lignitum Ung. 
Taf. XX. Fig. 20, 21. 

Unger, Genera et spec. plant, foss. p. 49-2. — Sylloge plant, foss. II. p. 30, tab. 10, tig. 16. — Ettingsh. Tertiäre Flora 
von Häring. s. 90, Taf. 29. Fig. 40—42. — Heer, Tertiärfl. d. Schweiz 1. e. S. 120, Taf. 138. Fig. 22—28. 

Fundorte: Savine (Stollen); Sagor (Bachschichte). 

Das Blättchen Fig. 20 von Savine schliesst sich dem der Schweizer Flora Fig. 25, das Blättchen Fig. 21 
von Sagor, seiner etwas spitzeren Basis wegen, dem Blättchen Fig. 42 der Flora von Häring am meisten an. 

Cassia ambigua Ung. 

Unger, Genera et spec. plant, foss. p. 492. — Sylloge plant, foss. II. p. 29, tab. 10, tig. 9. — Ettingsh. I. c. Tat. 29. 
Fig. 43— 40. — Heer 1. c. Taf. 138, Fig. 29— 36. 

Fundort: Savine (Stollen)'. 

Ein Fiederblättchen, welches der Fig. 30 der Tertiärflora der Schweiz 1. c. am meisten entspricht. 

Cassitt denticulata n. sp. 

Taf. XX, Fig. 13. 

C. foliolis membranaceis, breviter petiolatis, lanceolatis longe acuminatis, basi obtusiusculis, margine remote 
denticulatis ; nervatione camptodroma, nervo primario tenni. aerris secundariis te/niissimis, sub angulis 
70 — 80° egredientibus, numerosis, approximatis. 

27 * 



212 Constantin v. Ettingshqusen. 

Fundort: Trifail. 

Dieses Cassia-Blättchen hat die Form der Blüttchen von C. Ferom'ae, von welcher es sich aber durch die 
lange Zuspitzung, die Zähnelung des Randes, durch zahlreiche genäherte, sehr feine Secundärnerven und 
durch die zartere Textur wesentlich unterscheidet. Mit den Blüttchen der übrigen bis jetzt bekannt gewor- 
denen fossilen Cassien kann das beschriebene nicht verwechselt werden. Fig. 13 <i zeigt die Vergrößerung 
der Nervation. Von den jetztlebenden Cassien ist die brasilianische 0. dentata Vog. (Ett. Nervation der 
Papilionaceen, Taf. 20, Fig. 9, 10) unserer C. denticulata analog. 

Cassia stenophylla Heer. 
Taf. XX, Fig. 22. 
Heer, T.ertiärflora der Schweiz, Bd. III, S. 122. Taf. 138, Fig. 42, 4.3. 
Fundort: Savine (Stollen). 

Ein Blättcheu, welches die Mitte hält zwischen den a. a. 0. abgebildeten in der Grösse vou einander 
ziemlich viel abweichenden Blättchen Fig. 42 und 4:5. 

Cassia Memnonia Uug. 

Unger, Sylloge plantarum fossilium II, p. 20, tab. 10, fig. 4—8. — Fossile Flora von Kmni, S. 61, Taf. 15, Fig. 32, 33. 
Fundorte: Savine, Trifail. 
Einige Blatteten, welche zu den a. a. 0. abgebildeten vollkommen passen. 

Cassia palaeogaea Web. 
O.Weber, Neuer Beitrag zur Tertiärflora der niederrhein. Braunkohlenformation, S. 53, Taf. 10, Fig. 13, 14, 19. 
Fundort: Sagor (Tagbau, Schichte II). 
Ein Blättehen, der Fig. 14 1. c. in allen Merkmalen entsprechend. 

Podogon in in Lyell ian am Heer. 

Heer, Tertiärflora der Schweiz, Bd. III, S. 117, Taf. 136, Fig. 22—52. 

Fundorte: Savine (Steinbruch); Sagor (Tagbau, Schichte II). 

Aus ersterer Localität liegt eine geöffnete Hülse von der Grösse und Form der Fig. 40 1. c, von letz- 
terer eine kleine, unreife Hülse dieser Art vor. 

Ord. MIMOSEAE. 
Acacia sotxkiana Uug. 

Unger, Fossile Flora von Sotzka, S. 59, Taf. 46, Fig. 1—10. — Heer, Tertiärfl. d. Schweiz, Bd. III, S. 131, Taf. 140, 
Fig. 1 — 12. 

Fundort: Savine (Stollen). 

Von dieser Art wurde eine Hülse und ein Blättchen an bezeichneter Lagerstätte gesammelt. Die Hülse 
gleicht der in Fig. 7 von Heer a. a. 0. abgebildeten: das Blüttchen entspricht der Fig. 10 der c. Sotzka- 
Flora. 

Acacia parschlagiana Eng. 

Unger, Gen. et spec. plant, foss. p. 494. — Ettingsh. Tertiäre Flora von Häring, S. 93, Tat. 30, Fig. 57. — Heer 1. e. 
S. 130, Taf. 139, Fig. 45— 59. 

Fundorte: Sagor (Friedhofschichte und Bachschichte), Savine (Stolleu), Islaak. 

Aus den bezeichneten Localitäten liegen Blättchen vor, welche mit den a. a. 0. abgebildeten und ins- 
besondere mit den in Parschlug vorkommenden Blättchen dieser Art vollkommen übereinstimmen. 



Die fossile Flora von Sagor in Krain. 213 

Mimosites haeringianus m. 

Taf. XX, Fig. 4-7. 
Ettingsh. Tertiäre Flora vou Häring, S. 92, Taf. 30. Fig. 23—27. 

Fundorte: Sagor (Bachschichte und Tagbau, Schichte I), Savine (Stollen). 

Mit den Blättchen dieser Art, welche au den genaunten Localitäten zum Vorschein gekommen, vereinige 
ich die Hülsen Fig. 4, 5, welche im Gebiete der fossilen Flora von Sagor bis jetzt nur in der Bachschichte 
gefunden worden sind. 



214 Constantin v. Ettinqshausen. 



Übersicht der Tafeln. 



TAFEL XI. 

Fig. 1 Cinchonidivm sagorianum Ett. ; 1 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 2 C. angustifolium EU. Fig. 3 C.mucronaium 
Ett.; 3 a die Nervation vergrössert. Fig. 4 C. latifolium Ett. Fig. ö Olea Noti Ung. Fig. 6— S 0. carniolica Ett. 
Fig. 9, 12 Fra.rinus sai-inensis Ett. Fig. 10 F. primigenia Ung., die Nervation vergrössert. Fig. 11 F. jm'aeo-excel- 
sior Ett. Fig. 13—16 Heliotropites parvifolius Ett., 13 — 15 NUsschen, 16 Blatt dieser Art; 16 a Vergrösserung des- 
selben. Fig. 17 — 20 Apocynophyllum tenuifolium Ett.; 19 a die Nervation vergrössert. Fig. 21, 22 A. Reussii Ett. 
Fig. 23 A. salieinum Ett. Fig. 24 — 26 A. longe-petiolatum Ett. Fig. 27 Blatt, Fig. 28 Aclieue von Hyoserites Lingua 
Ett.; 28 a die Achene vergrössert dargestellt. — Sämmtliche Fossilien von Savine. 

TAFEL XII. 

Fig. 1 Ligustrum priscum Ett. Fig. 2 Noteiaea rectinervü Ett.; 2 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 3 Neritinium majus 
Ung. Fig. 4, 5 Sapotacites longe-petiolatus Ett. ; 5 a die Nervation vergr. Fig. 6 S. Daphnes Ung. sp. Fig. 7 S.Seerii 
Ett. Fig. 8 & C'hamaedrys Ung. sp. Fig. 9 Echitonium microspermum Ung., Same. Fig. 10 E. superstes U n g., Same. 
Fig. 11 ApocynophyUum breve-petiolalum E 1 1. ; 11 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 12, 13 Myoporum angustum Ett. 
Fig. 14 M. Salicites Ett. Fig. 15 Myrsine eucalyptaides Ett. Fig. 16 .1/. savinensü Ett.; 16« die Nervation vergr. 
Fig. 17, 18 M. Endymionis Ung.; 18« die Nervation vergr. Fig. 19—21 Ohrysophyllwm. sagorianum Ett. Fig. 22 Al- 
stonia carniolica Ett. Fig. 23 — 24 Diospyros Wodani Ung., Beeren. — Das Fossil Fig. 11 vom Tagbaue bei Sagor, 
die übrigen von Savine. 

TAFEL XIII. 

Fig. 1 Sapotacites Mimusops Ett. Fig. 2 — 4 S. emarginatus Heer; 2 a die Nervation vergr.; Fig. 5 — 8 S. minor Ett. Fig. 9. 
10 .$. sidero.ri/füides Ett. Fig. 11 S. Daphnes Ung. sp. , 11 a die Nervation vergr. F'ig. 12 Bumelia Ueliadum Ett. 
Fig. 13, 14 B. Oreadum Ung. Fig. IS, 16 II. Plejadum Ung. Fig. 17 Ledvm limnophilwn Y\\£. Fig. 18 Myrsine extea- 
lyptoides Ett., Vergrösserung der Nervation. Fig. 19 Vaccinium Palaeo-Myrtülus Ett.; 19 a die Nervation vergr. 
Fig. 20 — 33 Andromeda protogaea Ung.; 33 a die Nervation vergrössert dargestellt. — Die Fossilien stammen von 
Savine. 

TAFEL XIV. 

Fig. 1, 2 Andromeda Saporiana Ett. Fig. 3 Araliophyllxm asperwm Ett. Fig. 4 A. Saportanum Ett. Fig. 5, 6 A. crenuia- 
tum Ett. Fig. 7, 8 A. hederoides Ett.; 8 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 9 Cissus SeernEtt, Theilblättchen. 
Fig. 10. Symplocos sai-inensis Ett., Steinkern. Fig. 11 — 16 ■"•'. radohojana Ung., Steinkerne. Fig. 17, 20, 21 Beeren, 
Fig. 18 Blatt, Fig. 19 Kelch von Diospyros sagoriana Ett. Fig. 22 Blumenkrone, Fig. 23 Blatt von Hydrangea sago- 
riana Ett. Fig. 24 Phthirusa Palaeo-Theobromae Ett.; 24 a die Nervation vergrössert. Fig. 25 Loranthus extinclus 
Ett. Fig. 26. 28, 29 L. Palaeo-Eucalypti Ett. Fig. 27 L. Pal aeo-Exocarpi Ett. Fig. 30 Rhododendron sagorianum Ett. 
Fig. 31 Oornus Buchii Heer. Fig. 32 Cussonia ambigua Ett. — Die Fossilien Fig. 9, 24 stammen von Sagor, Fig. 32 
von Godredesch, die übrigen von Savine. 

TAFEL XV. 

Fig. 1 Hydrangea dubia Ett. Fig. 2—4 Weinmannia sotzkiana Ett. Fig. 5 Callicoma microphylla Ett. Fig. 6—9 Früchte, 
Fig. 10 Inrlorescenz, Fig. 11 Kelch, Fig. 16, 20 Blätter von Tetrapteris sagoriana Ett. Fig. 12 Sapindus Pythii Ung. 
Fig. 13 S. undulatus Heer. Fig. 14, 15 Sterculia Labrusca Ung. Fig. 17 — 18 Samen, Fig. 19 Blatt von Pterospermum 
sagorianum Ett. Fig. 21 Blatt, Fig. 22 Frucht von Banisteria carniolica Ett. Fig. 23 Frucht von Dodonaea Apocyno- 



Die fossile Flora von Sagor in Kretin. 215 

phy Htm Ett; 23 a dieselbe vergr. Fig. 24 Celastrus Murchisom Heer. Fig. 25 — 27 C. europaeus Ung. Fig. 28 G.pro- 
togaens Ftt. Fig. 29 C. Andromedae Ung. Fig. 30 Elaeodendron duhium Ett. — Fig. 18 und 19 von Sagor, die übri- 
gen Fossilien von Savine. 

TAFEL XVI. 

Fig. 1 Celastrus Persei Ung. Fig. 2 Frucht von Ptelea intermedia Ett; 2 a und 2 b Vergrösserungen derselben. Fig. 3 Frucht 
von /'. microcarpa Ett; 3a Vergrößerung derselben. Fig. 4—6 Zizyphus undulatua Ett.; 4« Vergrö'sserung der 
Nervation. Fig. 7 — 10 Berchemia multinervis A. Br. Fig. So die Nervation vergr. Fig. 11 — 13 Pomaderria acuminota 
Ett. Fig. 14, 15 Pittosporum palaeo-tetraspermum Ett.; 14a und 15 o Vergrösserungen der Nervation. Fig. 16, 24 
Elaeodendron sagorianum Ett. Fig. 17 Blatt, Fig. 18 Kelch von Oelastrus protogaeus Ett. Fig. 19, 20 C. Hippolyti 
Ett.; 19 a die Nervation vergr. Fig. 21 0. oxyphyllos Ung. Fig. 22 0. cassinefolius Ung. Fig. 23 Evonymus Seerii 
Ett. Fig. 24 Malpigtiiastrum rolundifolium Ett. - Die Fossilien 4—6 und 18 stammen von Sagor, die übrigen von 
Sai ine. 

TAFEL XVII. 

Fig. 1 Juglans rectinervis Ett.; 1 a die Nervation vergr. Fig. 2 Juglams venosa Ett.; 2 a die Nervation vergr. Fig. .; Pte- 
rocarya denticulata Web. sp. Fig. i— 7 Engelhardtia Brongniarti Sap., Früchte. Fig. 8, 9. Zanthoxylum kaeringianum 
Ett.; 9 a die Nervation vergr. Fig. 10— 18 Eucalyptus oceanica Ung.; 18« Vergrösserung der Nervation. Fig. 19 
Vhaseolites orbicularis Ung. Fig. 20 Elaeodendron sliriacum Ett. — Fig. 19 von Tüffer, die übrigen Fossilien von 
Savine. 

TAFEL XVIII. 

Fig. 1 — 4, 8—14. 16—19 Theilblättchen, Fig. 5 Frucht von Rhus sagoriana Ett.; 5 a die letztere, 17 a die Nervation vergr. 
dargestellt. Fig. 6 Frucht, Fig. 7 Fragment der Inrlorescenz von Shus stygia Ung. Fig. 15 Rhus hydrophila Ung. 
Fig. 20—22 Pistacia Palaeu-Lentiscus Ett. — Die Fossilien Fig. 20—22 von Godredesch, die übrigen von Savine. 

TAFEL XIX. 

Fig. 1 Hülse von Uni,:, na crenata Heer. Fig. 2—5 Erythrina üngeri Ett.; 4 ./ die Nervation vergr. Fig. 6 — 8 Dioclea pro 
togaea Ett. Fix. 9 — 11 Styphnololium europaeum Eft. ; 10 a die Nervation vergr. Fig. 12, 13 Glycyrrhiza deperdita 
Ung. Fig. 14 Termin, i/ia radobojensis Ung.; 11 a die Nervation vergr. Fig. 15 — 19 Früchte von Terminalia Fenzliana 
Ung. Fig. 20, 21 Metrosideros europaea Ett.: 20 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 22 Vochysia europaea Ett.; 
22 n die Nervation vergr. Fig. 23, 24 Eugenia Apollinis Ung. Fig. 25, 26 OallistemopkyUum acuminatum Ett. — 
Fig. 13 und 15 von Sagor, die übrigen Fossilien von Savine. 

TAFEL XX. 

Fig. 1, 2 Dalbergia haeringiana Ett. Fig. 3 D. retusaefolia Weh sp. Fig. 4, 5 Hülsenfrüchte, Fig. 6, 7 Theilblättchen von 
Mimosites haeringianus Ett. Fig. 8 Cassia Feroniae Ett.. Fig. 9 Palaeolobium radobojana Ung. Fig. 10, 11 Sophora 
europaea Ung.; 10 a die Nervation vergr. Fig. 12 Machaerium palaeogaeum Ett. Fig. 13 Cassia denticulata Ett.; 
13 a Vergrösserung der Nervation. Fig. 14. 16 — 19 Blättchen, Fig. 15 Hülsenfrucht von Cassia sagoriana Ett. 
Fig. 20, 2 1 Cassia lignitum Ung. Fig. 22 C. stenophylla Heer. Fig. 23 — 30 C. Phaseolites Ung.; 26 a die Nervation 
vergr. l^ig. 31, 33, 34 Theilblättchen, Fig. 32 Hülse von C. Berenices Ung. Fig. 35, 36 Caesalpinia Heerii Ett.; 
: ; 'i a die Nervation vergrössert dargestellt. - Fix. 13 von Sagor, die übrigen von Savine. 

TAFEL XXI. 

Fig. 1 — 4 Myrica caroliniana aus-Nordamerika. Fig. 5 7 U.Gale L. Europa. Fig. S Qu< " ' ' Orient. Fig. 9 Ul- 

mus iaponica, Japan. Fig. 10, 12 Alnus glutinosa Gaertn Europa. Fig. l l, 1.; A. incana 1><' Buropa. Fig. 14 Betüla 
pubesc «a Elirli. Europa. Fig. 15 /.'..///„; L. Europa. 

TAFEL XXII. 

Fig. 1, 2 Cinnamomum Camphora L Ostindien. Fig. 3-.'. Ulmus campestris L. Fix- 6 lio r l,,,,- Laureola L. Fig. 7 L>. Meze- 
reum L. Fig. 8 — 13 Fagus sylvatica L Sämmtlich in Europa 



216 Constanti n v. Eltingshausen. Die fossile Flora von Sagor in Krain. 

TAFEL XX LH. 

Fig. 1 Fraxmus excelsior L. Europa. Fig. 2 F. tamariscifolia, eultiv. Fig. 3. 4 Achras Sapota L. Jamaika. Fig. 5 Diospyros 
Lotus L. Kaukasus. Fig. 6 Ochrosia borbonica Gmel. Insel Bourbon. Fig. 7 — 9 Yaccinium crassifolium Andr. Nord- 
amerika. Fig. 10 Leucothoe coriifolia DC. Brasilien. Fig. 11 Ligustrum vulgare L. Europa. Fig. 12 Chrysophyllum argen- 
teum Jacq. Trop. Amerika. Fig. 13 Bumelia tenax Willd. Nordamerika. Fig. 14, 15 Celastrus rupestris Eekl. et 
Zeyli. Cap. Fig. 16 C. heterophyttus Eckl. et Zeyh. Cap. 

TAFEL XXIV. 

Fig. 1 — 4 Acer rubrum L. Nordamerika. Fig. 5 — 7 A. campestre L. Europa. Fig. 8 A. platanoides L. Europa. Fig. 9, 10 i. 
■nonspessulanum L. Südl. Europa. Fig. 11 Celastrus cassinoides L'Her, Cap. Fig. 12 — 14 C. buxifolius L. Cap. 



mc 



TAFEL XXV. 

Fig. 1 Mhammis cathartica L. Europa. Fig. 2 R. Frangula L. Europa. Fig. 3 — 5 Zizyphus vulgaris Lam. Orient. Fig. 0, 7 
Bkus viminalis Vahl. Cap. Fig. 8, 9 Celastrus acumina/us Thunb. Cap- Fig. 10 Acer pseudoplatanus L. Europa. 
Fig. 11 Tilia grandifolia Ehrh. Europa. Fig. 12 Oupania sp. Tropisches Amerika. 

TAFEL XXVI. 

Fig. 1 Zizyphus vulgaris Lam. Orient. Fig. 2 Juglans cinerea L. Nordamerika. Fig. 3. 4 Plerocarya caucasica K t h. Kaukasus. 
Fig. 5—7 Juglans regia L.. eultiv. Fig. 8 Berchemia volubilis I>C. Carolina. 

TAFEL XXVII. 

Fig. 1, 2 Eucalyptus salicinus Mich. Neuholland. Fig. 3 Bhus villosa L. Cap. Fig. 4 Pyrus communis L. Europa. Fig. 5 Rham- 
nus Frangula L. Europa. Fig. 6 R. cathartica L. Europa. Fig. 7 Pistacia Lentiscus L. Südl. Europa. Fig. 8 Prunus 
Cerasus L., eultiv. Fig. 9 P. avium L. Europa. Fig. 10, 11 Cassia Candolleana V o g._ Chili. Fig. 12 C. planisüiqua L. 
Brasilien. Fig. 13 C. acuminata W. Guiana. Fig. 14 C. acutifolia DC. Arabien. Fig. 15 Styphnolobium japonicum Schott, 
Japan. Fig. 16, 17 Robinia Pseudo-Acacia L. Nordamerika. Fig. 18 Machaerium muticum Bentb. Brasilien. Fig. 19 
M. seeundiflomm Mark Brasilien. • 



^~X^O<X— 



CxEttingshauseil. fossile Flora von Sagor. 




ruckerei 

Fig. /. I'iiirlioiiidiiim stigoriamim. Fig Z.C.angwstifolium,. Fit/. 3.C mucronatum. FigA.C. latifbliiun ■ Fig. S. Olea Xoti . 
f 'ig. 6-8. 0. carniotim.. Fi<). 9, 12. Fmxinu.s .sairiiiensus.Fig. 10.F.primigenia /■ ig. // F.palaeo -exeelsior. Fig. /3 - /f>: Hettoüvpaes 
parvifolias. Fig.// ' W.lpdqiiwphijlluiu trwii/blium. Fig. V, '/?../. //rn/kii . Fig. ?3 A.salidnum. . Fig. Zi-2ß^4.longepeä0latam 
Fig. ?T ?S. HtfoserUes Lingua . 

Donksclmiten(l.k.Akail. ( l.A\:inatli.nalmnv.(laäSfXXXMl.]3(l.l.Abth.l877. 



C.v.Eltintjshausen . Fossil*« Flora von Sagor. 




h hwt-ii. Staats dru.ch i ei 



Fig. /. Ligustriurvpriscum,. Fü/.ZXolclaca rectinerois. Fig. .3. Jrritinium inujus. Fi// 4t, 5. Sapotacites longepeäoZatus . 
Fig. 6. $;DqpJmes- Fi// 7. S. Heerii . Fi//. 6'. S. Chamaedrys. Fig. ff. Echitoruwn microspermum . Fig. 10- E superstes. 
Vüj. /L./poc/jiiop/tt/i/i/w bivnrpetiotatuni . Fi//. /'.', 1S.Aamgwtam. Fig. t't . Myopgrum salieitcs. Fit/. /:> '. Myrsine 
eacctlyploides. Fi//. 16. Jl. saoinmsis. Fig. /7, /A'Jf. Endymionis. Fig. I!) - i'i. OtrysophgVam sagoruamm '. Fig. :?.'.//.\to/ritt 



aint/oliat . Fig. 23, Z'i.Dioxpyros Motitwi . 

Donlvsdii-illpn (l.k.Akad.a.W.inalli.nahinv.( lasso XX\Tll.B(l.l.Abth.l87r. 



C.v.Küinnsliauseii. Fossile Flora von Saqor 



Taf. XIII. 




Fig./.S'tipotati/es J/imusops. F'i'g.%-4 S.emarginatus. Fü/,5-8. S-minor.Füf.3, /O.'S'.sklt'roxiiloidcs. Iü't/. II.,S\ Daphnes. 
/'Yff. /'/ Bumelia Heliadiim. Fig. /.?. /'f B.Oreadum . Fig. 15, tti.ß. Plejadiini. Fig. /F. Ledwn lintnopTiilum. Fig.18.ATf/rsine 
oucalyptoides. Fig. /ff Vtuxirüum Palaeo -M/rti/f/r.s . Fuj. 20 -33- jfndromeda protogaea . 

Denkscliriüen d.k.Akad.d.W math.natarwClasse XXXYll.Bd.l.Ablh. I877. 



CrcEttingshauseii. Fossile Flora von Sagor. 




itltHoi • 



Fig /, V. Jndremeda Sapartana . Fig. .lArahophyllurti asperuin . Fig. 4t. . / Saportamun . Fig. 5, 6.A. crenulatum . 
Fig. 7,8. A.lwderoides . Fig. 9 Cisstts Heerii . Fig. /(?. Symplocos .sairiiirnsis . Fig. 41-16. S.radobojana . Fig. 17 - ','/. 
üiospyros sagoriana . Fig. ?'i ,Z3.Hgdrangea sagoriana . Fig . ZkPhthirusa Palaeo Tlwobromae.Fig. i3.LorimtJni.s- 
exanctas.Fig. "ß, 28, 29. L. Palaeo -Eucalyptus. Fig. W.L.Palaeo -Exocarpi . Fig. 30. Rhododendron sagorzanum . 
Fig.jf. Camus Riivhii . Fig.3':.Cussoiiia tim/ngua. 

Denkschriften AkAkad.d.WIinath.nahirw-. (lasse XXXVlI.Bd.l.Abth. 1877 . 



C.v.Ettinnsliausen. Fossile Flora von Sagoi 



Taf. XV 







Fig.J.Ifydrangea dubia. Fig. "-'i.Wcüim an/im sotzküma .Fig.S.CaUicoma micropJa/Ua . Fig. 6- 11,10, W.Teirapteru 
sagoriana. ft'ig. <Z>. Sapindus Pythil. Fig. 43.S.undulatus. Ffy.tä, /J.Strrcu/ia labrasecu Fig. 17-i9.Pterospermujn 
sagoriaruutv Fig. «/, tZ.Banisteria carmolica .Fig. ?3.I)odonaea JpocynophyUum. . Fig. ■,"i('clastriis Murehzsom ■ 
Fig. 95 -Z7. Ceuropaeus. Fig ZS. C.protogaeus. Fig. Z9. CJndromcddr. Fig.30. Hlaiwlcridron dubiu/ri . 

Donkscliriftend.k.Aka(l.a.A\:malli.nafiu-\v.aasseXXXA , ll.B(l.l.Abth.l87r. 



OxKUinflshausen . Fossile Flora von Saqor. 




K.k.Hoi'-u.StaatE dnirierei 



Fig. /. Cehistrus Persei . Fig. 2, "(g.Ptelea intermedia . Fig.. TP. mierocarpa . Fig.4 -ß.ZizypJius unJulaJus. PVa. 7-10- 
BcrrhemUi multmervis . Fig. //- 13. Pomaderris aeunrinat« . Fiy.l't, /J. Pittosporum jmlacoMraspcrrmim. Fiq.l6 t ZS. 
Elacodcndron sagorianum . Fig. /7,/S. Gelastras protogaeas. Fig. tff, W.C.Hippolyti,. Fig. '!/. C.oxyphifllus.Fiij. 22. 
Ccassinefölius . Fig. •iXRiwnynuis Ifcerrii. ?'t.j/al/)ighias'irum rotiindifolium. 

Dpnkscliriüen(l.k.Akad.d.AV:matli.iiah 1 nv-.(las.seXXXMl.Bd.l.Abth.l877. 



l'.v.Kttinjjshaiisen. Fossile Flora von Sagor 



Taf. XYH. 




K k Küf-u.STaaLBöruckerei 



Fig. /. Jiigltuis rectinwris. Fig. 2.Juglaus venoscc. Fig. ■'!■ Iterocarffei dcii/irnlti/a . Fig 4-7. EngeUiardtia Brongrdarli 
Fig.S,ff. ZcmÜioxijlon htieringiamun.. Fig. 10-/#.Euatlyp1iis ocecmica. Fig. /■<>. l'Ii«scoliti:s orbieulaHs.Fig. W.Elaeodundivn 

.iti/riaciim . 

Derikscliriftend.kÄkaa.d.lV:mathaiatarw; Gasse XXXVH.Bd.tAbÜi. 1877. 



CvcEttingsliauseu . Fossile Flora von Sagor. 



Taf. XVHI. 




Hg.-I-S.e-*. /6/ff.Mas sagoriana. Fig.b.T.IS s,g f/l a . Fig. /J.It.fajdroghila. Fig. W-ZUlakuia Palaeo 

Dpnksclmitpnd.k.Akaa.dAV.inalli.nalunNaiiis.siXXXTlI.Ikl.l.Ablh.lßrr. 



Lentiscus. 



(\v.EMiH|shauson . Fossile Flora von Sagen- . 



Taf. XIX. 




Iuy.t. Hobiiitu aviiatu . Fig .2-5. ETrythrina UiigerC. Fi{).6-8.Diodea pTatogaca.FUg.S- H.Styphnolobiwn europaeum ■ 
*'''!/■ r! , /J Olgcgrr/iixn deperdiiu . Fig. /', Tpr/mnalin nulobojrnxis. Fig. I5-/S. T. FenzttarUL, Fig. ?(>, XI MetrosüU'T'o.s 
ouropetfii.Fig. 2Z.lbehysia europaea . Fig. ?3- '.'i.Fiujeriid .Ipollinis . Fig.25.26.CallistemopHylhtm aeaminatum-. 

Denkschriften d.k-Akiid.d.W math.naturw. Ciasse XXXVlI.Bd.l.Abth. 1877. 



C.V.EttilUlshanseil. Fossile Flora von Saijor. 



Tal. XX. 







I'ifj. I, . Dulbcrgm liaerbigimia.—Fig.3.T).retusaefoUa -Fi,/, 'i -7. Mimoxitcs liaeriugicauis.—Fig.S.CafsiaFeroniae.- Fig.9. 
Pahwolohmm vudobqjenae.- Fig. 10, II. Sophora eiwopaea. Fig.lZ. Macliaerium pcäaeogaeiinl— Fig. 13.Cafsia dentieiilaii 
,';'! ''>;'■>/' ■•'■<'<l«'-icj,i<, .- Fig. ■!<), ■!< C.Ugnitum.-Fig. ;>;' C.stenaplvgUw^ Fig. ZS-30.CPhaseoTaes.-Fig. 3i-34.C.Berenices 
/■if/. ,k>, 36. Caesalpinia Heerii . 

Denkschriften d.k.Akad.d.W. inalh.nalurw. (lasse XXXVH.Bcl.l.Abth. 1877. 



C- v. Ettingshausen. Fossile Flora von Sagor. 



Tnf. XXI. 




1—4. Myiica caroliniana. 5—7. M. Gale L. 8. Querciis coccifera L. 9. Ulmus japonica. 10, 12. Alnns glutiaosn Gaertn. 
11, 13. A. incana DC. 11 Betula pubescens Ehih. 15. B. alba L. 16. Salix purpurea L. 



NalumlbKtrh «./. 



Denkschriften der mathcm.-naturw. CI. XXXVII. Dil- 



Im dei k f.. " nd Staat druckerti 



C- v- Ettingshausen. Fossile Flora von Sagor. 

2. 



Taf. XXII. 




1, 2. Cinnamomum Camphora L, 3-5. Ulmus campesrris L. 6. Daphne Laureola L. 7. D. Mezercum L. 8-13. Fagua silvatica L. 

Denkschriften der uiathem.-naturw. Cl. XXXVII. Bd. 



Xalumclbtitdruck. 



Aus •'" 1.. K. Huf- und SCaattdruckn 



C. v. Ettingshausen. Fossile Flora von Sagor. 



Taf. XXIII. 




1. Fraxinus excelsior L. 2. F. tamariseifolia. 3, 4. Achrus Sapota L. 5. Diospyros Lotus L. 6. Oelnosia liorbomca Gmel. 7—9. 

Vaceiuium crassifolium Audr. 10. Leucotboe coiiifolia DC. 11. Ligustrum vulgare L. 12. Chrysophyllum argenteum Jacq. 

13, Bumelia ten;:x Willd. 14, 15. Celastnis rupestris Eckl. et Zeyh. 16. Celastrus heterophyllus Eckl. et Zeyh. 



Naluraelhitdruck. 



Denkschriften der mathem.-uaturw. GL XXXVII. ßd. 



Aue dtr h. k. Ho/- und Slautsdruckcrei. 



C- v. Ettiugshausen. Fossile Flora von Sagor. 



Taf. XXIV. 




1-4. Acer rubrum L. 5—7. A. campestre L. 8. A. platanoides L. 9, 10. A. monspessulannm L. 11. C'elastrus cassiuoides L'Her. 

12 — 14. C. buxifolius L. 



Iienkschriften der mathem.-nalurw. Cl. XXXVII. M 



Waturielbtldruck. 



Aus rtfr k. A. Hof- und Slaatsdrucktrt 



C v. Ettingshausen. Fossile Flora von Sagor. 



Tai'. XXV. 




1. Rbanmus cathartica L 2 R. Frangula L. 3-5. Zfcyphua vulgaris Lan>. G, 7. Hin,. Viminalia Vahl. 8,9. Celastrus acuminatus 

rhunb. 10. Acer Pseudo-Platanus L. 11. Tilia grandifolia Ehrl,. 12. Cupania s,,. Amer. in.,,. 

Denkschriften der malhcm.-natunv. Tl. XXXVII. Bd. 

Aim iltr k. ',. Ho/- und Slaattdruchtrti. 



ffatnrseleitdrucrt. 



C. v. Ettingshausen- Fossile Flora von Sagor. 



Tal. XXVI. 




ZteyphnB vulgaris l1. 2. Juglan. cinerea f.. 3, 4. Pte, arva caueasica K,l, 5-7. Jngians regia L. 8. Berehemia volubilis DC 



1 . Zi/.yi 



Denkschriften der mathem.-natuiw. Cl. XXXVH. Bd. 



, . /; 'tdrucktn 



, , S.iiliur*. 



C. v. Ettingshausen. Fossile Flora von Sagor. 



Tnf. XXYII. 




, ,. Eucalypti salieinus M. 3. Rhus villosa L. 4. Pyrus communis I, 5. Rhamnus Irangula L 6 R. cath«bc. L "^ 
LeTtitcusL 8 Primus Ceras« L. 9. P. a,ium L. 10, 11. Caesia Candolleaaa Vog. 12. C. plan.s.hqua L. 13. C. »nata YV. 
U Tc aLfoliaDG. IL Stiphnolobi™ japonic.n, Sehott. IG, 17. BoUni» Pse.do-Acada L. 18. Machaerhna n,ut,c« Benth. 

19. M. secundifloruin Mark 



Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. XXXVII. IM. 



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217 



ÜBER 

DIE BLUTGEFÄSSE DER KNOCHEN DES SCHÄDELDACHES 

UND 

PER HARTEN HIRNHAUT. 



Prof. KARL LANGER, 

WIRKLICHEM MITGLIED!; DER KAISERLICHES AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



(DKil i EafeUi.) 



VORGELEGT IN HER .SITZUNG DER MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CLASSE AM 11. JAKNER KS77. 



Gefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 

An die vor anderthalb Jahren publicirte Abhandlung über die Blutgefässe der Röhrenknochen reihe ich 
die vorliegende Mittheilung über die Gefäss Verhältnisse in den Knochen des Schädeldaches. Es schien mir 
wünschenswerth", die Untersuchung auch nach dieser Richtung hin auszudehnen, weil diese Knochen wegen 
ihrer Entstehung innerhall) einer bindegewebigen Grundlage eine besondere Gruppe von Skeletstücken dar- 
stellen. 

Die Untersuchung erstreckte sich daher auch auf den in der Bildung begriffenen Knochen und wurden 
in dieselbe auch die Gefässverhältnisge der harten Hirnhaut einbezogen. 

Bei der Darstellung der Gefässe bin ich wie früher vorgegangen. Die Arterien wurden direct aber auf 
möglichst kurzemWege, durch die Mening'ea oder einen ihrer Aste, die Venen theils direct durch den Sinus, 
theils nach Anbohrung des Knochens durch die Diploe injicirt. Um sieb den Erfolg einer Tnjection durch die 
Diploe' möglichst zu si'chern, wühle man Individuen aus den 20ger und 30ger Jahren, deren Diploe in der 
Regel stärker entwickelt ist, als bei ganz jungen und sehr alten Leuten. Wenn man mehrere Bohrlöcher an 
geeigneten Stellen {Tubera, Nahtränder) angelegt hat. wird es meistens gelungen sein, Knochen und Dura 
beide in grösserem Umfange bis in die Capillaren zu füllen. Bei solchen [njeetionen übergeht die Masse nicht 
nur ganz leicht in die Breschet'schen Venen, sundern auch in die Dura-Venen, die äusseren Venen der 
Calvaria, in die der Augenhöhle, der Schläfengrube, selbst in die Hauptstämme des Halses, welche bei 
fortgesetztem Injectionsdrucke einen leicht flüssigen Injectionsstoff bis in die Sinus spinales und selbst bis 
zum Herzen gelangen lassen. 

tadeln ich zur Besprechung der Befunde übergehe, beginne ich mit der Schilderung der 

A. Gefässverhältnisse in der Dura mater. 

Aus den zahlreichen voreapillaren Anastomosen . welche sieh sämmtliche Abzweigungen aller Arteriae 
meningeae nicht nur an derselben Körperseite, sondern auch über die Scheitelmitte hinweg zusenden, erklären 

Denkschriften der mathem.-naturw. Ol. XXXVII. Bd. 2S 



2 i 8 Karl La n g 



i r. 



sich manche bemerkenswerthe Injections-Ergebnisse ; zunächst der Übergang des Injectionsstoffes über die 
Sichel hinweg nach der anderen Seite, dann die gelegentlich vorkommende Asymmetrie in derVertheilung der 
Astfolge der beiderseitigen Arterien. Es kommt manchmal besonders in der Stirngegend vor, dass /.. B. die 
linke Meningea media auch auf der rechten Seite Duiagebiete mit Blut versorgt, seien es grössere Bezirke 
oder so, dass nur die beiden von Hyrtl beschriebenen neben dem Sichelansatze hinter der Stirnnaht herab- 
laufenden Zweige ans einer asymmetrischen Arterie abkommen, welches Stämmchen dann quer über die 
Stirnfontanelle hinwegzieht '. Es erklärt sich ferner aus diesen allseitig ausgreifenden Anastomosen der Über- 
tritt des Injectupnsstoffes aus der Meningea media in sümmtliehe andere M,eningeae und rückläufig in deren 
Stämme, in die Ophthalinica, selbst in die Carotis interna und dann nieder peripheriewärts in ihre Hirn- 

zweige. 

Die Endzweige der Art. meningea media durchdringen wie schon Cruveilhier angegeben hat, auch 
vollends die Substanz der dicken Sinus -WänAe bis zur innersten Fläche derselben. Hier zweigen auch die 
grössten Arteriae perforantes (Hyrtl) ab und hier entstehen die absteigenden Zweige für die Sichel. 

Die grösseren Zweige, welche neben der Pfeilnaht in den Knochen eindringen, haben nebst Venen noch 
ein ganzes Bündel von feineren Zweigen an ihrer Seite. Diese letzteren sind theils Ramificationen der grösse- 
ren Arterie , theils Ausläufer des arteriösen MeningeaTplexüs. Es hat den Anschein, als ob die grössere 
Arterie ein Ramus perforans, die kleineren aber dazu bestimmt wären, in dem Knochen sich aufzulösen. 

Die Sichel bekommt ausser den erwähnten absteigenden Zweigen der Meningeae noch einen oder noch 
einen zweiten Ast von der Arteria cerebri anterior, welcher am coneaven Rande der Sichel fortzieht und mit 
den Ausläufern der absteigenden Arterien anastoraosirt. Am sichersten gelangt man zur Ansicht dieser, wie 
ich glaube, bisher unbekannt gebliebenen Arterien, wenn man an einem Kinde die inneren Carotiden mit sehr 
feinen Massen injicirt, dann mittelst eines Sägeschnittes die Galvaria samint den darin eingelagerten Gross- 
hirnhemisphären abträgt und die eine der Hemisphären vorsichtig ans ihrer Nische heraushebt. Damit bringt 
man sich die obere Fläche des Corpus callosum sammt seinen Arterien zur Ansicht. Der Ast für die Sichel 
entsteht gerade an der Stelle, wo sich der Stamm der vorderen Hirnarterie über das Balkeuknie schlingt, um 
in den -rossen Gehirnspalt zu gelangen. Wenn noch ein zweiter Siehelast vorhanden ist, so löst er sich 
ungefähr in der Mitte dir Länge des Balkens und wahrscheinlich immer von der Arterie der anderen Seite. 

Der Fund dieser Arterie zeigt, dass das Vertkeilungsgebiet der Hirnarterien keineswegs so in sich 
abgeschlossen ist, als man sich dasselbe bisher vorgestellt hat. Bekannt ist zwar, dass auch die Carotis 
inten,« und ihr Zweig, die Arteria ophthalmica, Meningealzweige abgeben, dass somit centralwärts Verbin- 
dungen bestehen, dass aber auch an der Peripherie, nämlich zwischen eigentlichen Hirnarterieu und Menin- 
gealarterien solche Anastomosen vorhanden sind, dürfte nicht bekannt gewesen sein. Es erklärt sich aber 
diese Verbindung schon aus dem Umstände, dass die Sichel nicht frei zwischen die Hemisphären eingeschal- 
tet, sondern mit der Via mater in directen Zusammenhang gebracht ist. nämlich durch die in den Sinus lon- 
gitudinalis inferior eintretenden Hirnvenen, welche somit diesen Arterien gleichsam den Weg vorzeichnen. 
Daraufhin habe ich auch die Verbindung, welche die oberen Hirn Venen mit der Sichel und mit der oberen 
Dura vermitteln, untersucht, und es haben sieh dabei auch hier wieder feinere, diese Venen begleitende Arte- 
rienzweige nachweisen lassen Wie mir scheint, sind diese Verbindungen überhaupt nichts weniger als so 
vereinzelt und auf diese Stellen beschränkt, indem ich später auch unter dem Tentorium leine, von der Pyra- 
midengegend der Dura abgebende Fäden angetroffen habe, welche arteriell injicirt waren. 

Über die feinere Vertbeilung der Blutgefässe in der Dura mater liegen bereits mehrere Arbeiten 
vor. zunächst jene von Böhm*, dann die von Paskowitsch 3 und die von Michel*. Als Endergebniss 



i Dieser Fall von Asymmetrie findet sich auch abgebildet in der von.). Ladmiral in farbigem Öldruck ausgeführten 
Tafel v..ii F. Ruysch. [con. durse matris a ei. vivo Fr. Ruyachio. Delineata et coloribus inipressa a J. Ladmiral. 1730. 
2 Virchow's Archiv. Bd. 47, p. 218. 

■• Beiträge zu Anatomie und Histologie von Landzert. i.Hft., p. 58. 
-» Berichte der k. äächs. Gesellsch. der Wissenscn. 1872, p. 331. 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 210 

dieser Arbeiten, insbesondere der letzteren ist hervorzuheben, dass in der Dura zwei Gefässnetze vorhanden 
sind, ein ans feineren Röhrchen zusammengesetztes an ihrer inneren freien Fläche und ein von grösseren 
Gelassen dargestelltes an der äusseren, dem Knochen zugewendeten Fläche. Nach den Schilderungen von 
.Michel, welcher hauptsächlich die Dura des Hundes zu seinen Untersuchungen benutzte, und der auch der 
erste das äussere Netz und zwar vom Hunde abgebildet hatte, übergehen die feinsten Arterien, welche sich 
allenthalben in der Dura vertbeilen , ganz unmittelbar in diese Netze ein, welche beide er daher auch als. 
venöse betrachtet. 

Der folgende Bericht über die Resultate meiner Untersuchungen betrifft nur die Verhältnisse in der 
harten Hirnhaut des Menschen, worin allerdings auch zwei Gefässnetze, ein inneres und ein äusseres vor- 
kommen, deren Zusammenhang mit den zu- und ableitenden Stämmchen sich mir jedoch in anderer Weise 
dargestellt bat, als aus den vorliegenden, insbesondere den Verhältnissen der Hunde-Dura entnommenen 
Schilderungen hervorgeht. 

Das innere Netz, welches ich partienweise ganz dicht zu füllen vermochte, besteht aus Röhrchen, 
welche bezüglich ihrer Durchmesser keineswegs zu den feineren gehören; sie übertreffen, wenn prall gefüllt 
um das Zweifache und mehr die Durchmesser der feinsten Drüsengefässe ; nur dann, wenn sie nicht prall 
gefüllt sind, zeigen sie sich feiner, sie sind s< . zartwandig, dass der geringste Überdruck, auch dann, wenn mit 
sehr flüssigen Massen injicirt wird, alsbald Extravasate veranlasst. Entsprechend der Anordnung der die 
oberfläcbliche Schichte der Dura darstellenden Faserbündel bildet es in der Mitte der Scheitelbeingegend, wo 
die Fasern in parallele Züge geordnet sind, längliche, schmale, stumpf und spitzwinkelig abgeschlossene 
Maschen, in der Stirngegend wieder, wo das Duragewebe mebr verflochten ist. kürzere, verschieden ver- 
schobene und verdrückte Quadrat". (Fig. 1.) 

Es unterscheidet sich, wenn seine Injection gelungen ist bezüglich der Gestaltung seiner Röhrchen 
in nichts Wesentlichem von anderen Netzen dieser Form; nur dann wieder, wenn eis nicht prall gefüllt 
ist, erscheinen die Röhrchen stellenweise auffallend verengt und kommen in den Knotenpunkten des 
Netzes die beschriebenen grösseren Aufquellungen vor, welche ihm das Aussehen eines Lymphgefässnetzes 
geben. 

Die Frage nach der Stellung dieses Netzes, beziehungsweise die Frage, wie hier, an der inneren Ober- 
fläche der Dura der Kreislauf des Blutes zum Abschlüsse kommt, glaube ich dahin beantworten zu können, 
dass das Netz als ein echtes intermediäres aufzufassen sei, als eine Gefässformation nämlich, welche 
zwischen arterielle und venöse Endverzweigungen eingeschaltet ist. Denn ich konnte in ganz gelungenen 
Präparaten und bilateralen Injectionen den ganzen peripherischen Röhrenzug lückenlos verfolgen; ich sah 
wie die feine Ramification der Arterien in die Röhrchen des Netzes übergeht, und überzeugte mich, dass die 
Venenstämmehen nur durch allmälig sich vereinigende Wurzelzweige aus diesem Netze hervorgehen. Das 
Netz gehört somit nicht zum venösen Bezirke, sondern besteht aus wallten Ubergangsgefässen ; es überlagert 
daher die beiderseitigen Astfolgen und stellt eine nach der Fläche ausgebreitete Grenzformation dar, wie 
solche auch in anderen Membranen, z. B. serösen Häuten vorkommen. In Fig. 2 ist ein Theil dieses Netzes 
im Zusammenhange mit der arteriellen Astfolge und mit den Wurzeln der Venen dargestellt. 

An Durchschnitten der Membran (Fig. 3) lassen sich die Niveauverhältnisse all' dieser Gefässe leicht zur 
Ansicht bringen. Sie zeigen, wie die grösseren Arterien und Venenzweige von aussen anlangend vorerst nur 
ins zur Mitte der Dicke der Membran vordringen, sich aber daselbst wieder in Zweige theilen , welche öfter 
zwischen den zwei Hauptschichten des Gewebes noch eine Strecke weit fortlaufen, bis sie endlich zur Ober- 
fläche gelangen, um mit ihren feinsten Verkeilungen das Netz darzustellen. 

Der Nachweis dieses inneren Oberflächennetzes der Dura mater ist mir auch beim Neugebornen und 
bei zwei Embryonen aus dem 6. und 7. Monate der Schwangerschaft gelungen. In der Gestaltung desselben 
sind kaum wesentliche Altersunterschiede wahrzunehmen. 

Auch muss ich hinzufügen, dass bei älteren Personen an der inneren Oberfläche der harten Hirnhaut 
öfter kleine, bindegewebige Flocken haften, und dass sich auch diese leicht injiciren lassen, um so 

28* 



220 Karl Langer. 

leichter, als die darin enthaltenen Gefässe bedeutend grösser sind. Die Masehen ihres Gefässgeflechtes 
sind mehr rundlich und das ganze Gebilde bietet im injieirten Zustande das Aussehen eines Synovial- 
zöttchens. 

Es war von vorn herein anzunehmen, dass in der Sichel, welche beim Erwachsen leicht in zwei 
Schichten zerlegt werden kann, sich beiderseits das feine cartillare Begrenzungsnetz finden werde; es ist mir 
auch gelungen, das Netz auf beulen Seiten zur Ansicht zu bringen, doch immer nur in kleineren Partien, 
woraus ich aber doch ersehen konnte, dass es sich in nichts Wesentlichem von dem Netze in der den Kno- 
chen unmittelbar deckenden Dura unterscheidet. 

Spuren dieses Netzes traf ich auch an der Sichel des Neugebornen , doch nur oben nahe an dem Sinus, 
wo sich die Falx gleichfalls in zwei Blätter zerlegen lässt. Gegen den feinen Rand und im Innern der Sichel 
Neugeborner und Embryonen finden sich aber andere Verhältnisse, welche ich erst später im Zusammenhang 
mit der Beschreibung der an der äusseren Fläche der Dura vorkommenden Gefässyerhältnisse schildern 
werde. 

Rücksichtlich des Verlaufes der feineren arteriellen Stämmchen innerhalb der Dura habe ich noch zu 
bemerken, dass sie auch in der Substanz der Membran nicht selten geschlängelt angetroffen werden, und 
zwar nicht blos bei älteren Personen, sondern auch bei Kindern. Aus diesen Schlängelungen, welche auch 
in der Sichel vorkommen, können sich, gelegentlich doch immer nur bei älteren, korkzieherartige Windungen 
entwickeln, und diese können, wie ich bei einem sehr alten Manne gesehen, weiter ausgebildet, bis zu 
förmlichen Verknäuelungen sich gestalten. 

Au der äusseren Oberfläche der harten Hirnhaut findet sich vorerst ein aus dicken Gefäss- 
röhren bestehendes Netz mit mehr oder weniger weit offenen unregelmässigen Maschen, innerhalb 
welcher sieh aber da und dort noch etwas feinere, gleichfalls netzförmig zusammentretende Röhren einschul- 
ten, stellenweise mit deutliehen oft längeren in die Maschenräume hereinragenden Fortsätzen. Manche dieser 
Fortsätze mögen nur den Abbruch der [njeetion bedeuten, viel andere aber sind sicher eigene Formationen, 
wichtig für den Übergang des Blutes aus dem arteriellen in den venösen Bezirk, wie alsbald nachgewiesen 
werden soll. 

Das Netz lässt sich, selbst in grösseren Partien leicht von der Diploe her füllen, bildet die äusserste 
Schichte der Membran, gleichsam die innerste Schichte des von der Dura dargestellten Periosts; und über- 
lagert daher auch sämtntliche grössere Meuingealgefässe (Fig. 4). Beim Ablösen der Membran bleiben mit- 
unter Partien desselben am Knochen haften, meistens dann, wenn sich am Knochen die bekannten lamellösen 
Autlagerungen finden, deren Furchen genau die Formen des Netzes wiederholen. Die auffällige Weite der 
Gefässe. die Leichtigkeit, womit dieselben von der Diploe aus gefüllt werden können, bezeugte schon, dass 
das Netz ein venöses ist; und zum Beweise, dass es unmittelbar mit den Gefässen der Diploe in Ver- 
bindung steht, dienen zerstreute, und zwar injicirte Flocken, welche sieh an der äusseren Fläche einer frisch 
abgelösten harten Hirnhaut bemerkbar machen. 

Das Netz entspricht dem von Michel aus der Dura des Hundes dargestellten Venennetz, ist aber nicht 
die einzige an der äussern Fläche dieser Membran vorkommende Gefässformation ; es findet sich vielmehr 
noch eine zu dieser venösen parallele arterielle, bestehend aus feinen Röhrchen, welche sich theilweise an 
die venösen anschli essen , aber auch in die »rossen Maschenräume theils vereinzelte, theils anastomosirende 
Zweige absenden. Ich fand es bei einem älteren Manne zunächst an dem Sinus longitudinalts , über den 
hinweg sieh dasselbe fortsetzt. Ich sah es ferner ziemlich dicht an Stellen, wo es über grössere meningeale 
Gefässstämme sich lagert. Dass dieses Net z ein arterielles ist, dafür spricht ausser der Feinheit seiner 
Röhrchen, auch der nicht schwer nachweisbare Zusammenhang desselben mit den arteriellen Verzweigungen. 
Auch an ihm sah ich stellenweise doch nur wenige kurze Gefässstümpfchen haften, welche beim Ablösen der 
Haut aus den feinen Poren des Knochens herausgezogen waren. Ausser den localen Verschiedenheiten 
seheinen beide Netze noch Verschiedenheiten zu zeigen, welche vom Alter und der Beschaffenheit der Kno- 
chen abhängig sind. Bei jüngeren Individuen scheinen sie dichter zu sein als bei älteren. 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 221 

Obgleich beide dieser Netze, das venöse und das arterielle in nachweisbarem Zusammenhang mit den 
Rnochengefässen stehen, so bilden sie denn doch wieder Begrenzungsnetze des Dura-Gewebes und es ergibt 
sieh die Frage, ob und für diesen Fall, wie sie mit einander in Verbindung stellen, d. h. wie gegebenen Fal- 
les zwischen ihnen der Kreislauf zum Abschluss gelangt. 

Durch die Möglichkeit, das venöse Netz von arterieller Seite her direct, wenn auch nur theilweise zu 
füllen, i^t überhaupt schon der Nachweis für den Zusammenhang beider erbracht, und wenn mich gelungener 
arterieller Injection auch noch von Seite der Venen her eine Injection gemacht wird, gelingt es die thatsäch- 
lich vorhandenen Übergänge auch einzeln zu ermitteln. 

Bei dieser Untersuchung niuss man sich vergegenwärtigen, dass die sichtbaren arteriellen Ausläufer 
schon sehr fein sind, und sich, betreffend die Durchmesser von den Röhrchen des inneren Netzes, nicht unter- 
scheiden, dass dagegen auf Seite der Venen, wenn auch deren Injection gut gelungen ist, doch keine ent- 
sprechend feine Ramification nachweisbar ist. So wird man bald zu dem Schlüsse gelangen, es müsse da 
ein Übergang stattfinden von feinsten arteriellen Zweigen in die grösseren venösen 
Ge fasse. 

Solche Übergänge wirklich aufzufinden, gelingt, wie gesagt, nicht schwer an Präparaten von Doppel- 
injectionen. Man erkennt, dass es die bald längeren, bald kürzeren zapfenartigen Anhänge der venösen 
Gefässe sind, welche die feinsten arteriellen Zweige in sich aufnehmen; sie gehen meistens seitlich von 
einem Venenrohr ab, sind anfangs kaum dünner als die Stammvene und schärfen sich bald langsamer, bald 
rascher in eine Spitze zu, welche den Zusammenhang mit dem arteriellen Zweigchen vermittelt. Ich war so 
glücklich solche Doppelinjectionen herzustellen, wo die beiden Farbstoffe gerade an der Übergangsstelle zur 
Begegnung gelangten, wie dies in Fig. 5 abgebildet ist. Die Zeichnung ist zwar bei kleinerer Vergrösserung 
angefertigt, doch wurde Alles auch mit stärkeren Linsen durchgeprüft. Die Übergänge sind zahlreich genug, 
da ich in dem Gesichtsfelde eines Nr. 2-Objectivs manchmal fünf derselben eonstatiren konnte. Die Über- 
gangsarterien sind meistens Ausläufer einer Netzpartie, gehen aber auch direct von einem grösseren Stämm- 
chen als unverzweigte wahre Endarterien ab; ich sah auch Fälle, wo ein schon feines Getäss sich dieho- 
tomisch theilte, mit einem kurzen Zweige in einen ihm entgegenkommenden Venenzapfen überging, während 
der Zweite sich an den Zapfen anlehnte und parallel mit ihm weiter verlief. Die aufnehmenden zapfenartigen 
Ansätze der Venen sind bald ganz kurz, bald aber auch von einer überraschenden Länge, selbstverständlich 
ohne während dieses Verlaufes irgend einen Ast abzugeben. 

Ganz so geformte, doch nur sehr vereinzelte Verbindungen feiner Arterien mit Venenanhängen habe ich 
auch hei tieferen Einstellungen des Mikroskopes wahrgenommen, so dass ich annehmen darf, dass auch 
zwischen den zwei llauptscliichten der Dura, da, wo sich die gegen die Innenfläche ansteigenden Gefässe zu 
ramiticiren beginnen und mit Theilen ihrer Astfolge einschalten, der Absehluss des Kreislaufes in derselben 
Weise wie in der äussersten Schichte vollzogen wird. 

Bekanntlich hat auch Michel aus der Dura mater des Hundes unmittelbare Übergänge feinster Arterien 
in grössere Venen beschrieben. Nach seiner Beschreibung findet die ziemlich spärliche Capillarvertheilung 
der Meningeal-Arterien zum grössten Theile auf der äusseren Oberfläche, weit geringer aber im Gewebe der 
Dura selbst statt; und das daraus hervorgehende arterielle Capillarnetz übergeht in zwei venöse Systeme, 
von denen das stärkere auf der Aussen-, das schwächere auf der Innenfläche sich befindet, und welche mit 
einander durch von dem Netze der Innenfläche abgehende und das Gewebe der Dura durchsetzende Aste 
communiciren. Die Verbindungen geschehen vorzugsweise an Stellen, wo das innere Netz mit knotenartigen 
Anschwellungen versehen ist. 

Wenn diese Darstellung auch auf die Verhältnisse beim Menschen übertragen werden wollte, so müsste 
ich sie nach meinen Erfahrungen moditiciren, zunächst in Betreff des innern Netzes, welches ich bereits als ein 
intermediäres bezeichnet habe. Seine Einschaltung zwischen eine arterielle und eine venöse Astfolge bezeugen 
dies, zu dem auch der Umstand, dass seine Röhrchen, trotz des verhältnissmässig grösseren Durchmessers doch 
die feinsten in dieser Region sind. Auch fasse ich dieVertheilung der Arterien insoferne anders auf. als ich eine 



■22 2 Karl Lau per. 

zweite (nach Einrechnnug der Aste zwischen den zwei Schichten der Dura eine drittel Astfolge unterscheide, 
welche gleichfalls, wenn auch nicht überall dicht, zu einem Flächennetze zusammentritt. Von der Gestaltung 
des Übergangsrobres sehe ich ganz ab, die ja leicht hin durch das Mehr oder Weniger der Füllung der beiden 
zusammentretenden und gewiss auch ungleich ausdehnbaren liöhrenstückchen ein verschiedenes Aussehen 
bekommen kann. Für sicher halte ich, dass das Übergangsrohr bei praller Füllung sich in der beschriebenen 
Weise darstellen werde. 

Es besteht also bezüglich des Abschlusses des Kreislautes in den beiden Lagen der harten Hirnhaut eine 
bemerkenswerthe Verschiedenheit. Um diesen Unterschied auch in der Fig. 5 hervortreten zu lassen, habe 
ich auch eine Venenwurzel bei x aufgenommen, deren Astfolge nach der Tiefe, nämlich gegen die Innenfläche 
der harten Hirnhaut gerichtet ist. 

Aus der Gestaltung der directen Übergänge an den äusseren Schichten der Dura erklärt sich der leichte 
Übergang der Injectionsflüssigkeit aus der Memngeal- Arterie in die Meningeal- Venen, ohne dass sieh gelegent- 
lich weder in dem Knochen noch in dem Innen-Netz viel Farbstoff vorfindet. Der Injectionsstrom erfährt näm- 
lich eine Ablenkung, weil die grossen Zwischengefässe des venösen äusseren Netzes leichter prakticabel 
sind und zum Übergange jedenfalls auch kürzere Wege darbieten als das feine Netz der inneren Oberfläche. 
Damit dürfte in der That, wie Michel darlegt, die Möglichkeit geboten sein, für rasche Ausgleiche bei »Stau- 
ungen, insbesondere rücksichtlich der Bahn des innern Oberflächen-Netzes, also eine Art Circuhition derivative 
im Sinne von S ueq u et. 

Dennoch aber möchte ich diesen Übergang nicht ohne gewisse Einschränkungen unter deu Begriff des 
bisher sogenannten „unmittelbaren Überganges" subsummiren, wie derselbe auf die Schwellkörper, nach 
Sucquet und Hoyer auch auf die in anderen Organen vorkommende Übergangsweise bezogen wird, wo 
nämlich in dieselben Venenwurzeln zwei Wege aus den Arterien führen, ein längerer durch die intermediären 
Gefässe, ein kürzerer direct von den arteriellen Stämmchen her. In diesen Fällen führt der kürzere Weg 
durch einen anderen Bezirk des Organes und in ein anderes venöses Wurzelnetz, wenn auch in demselben 
Organe und in weiterer Folge zu denselben venösen Stämmen; in der Meninx aber ist die Wende des Kreis- 
laufes nur eine, und diese bis an die äusserste Peripherie der arteriellen Verth eilung verschoben, auch durch 
arterielle Gefässröhrchen vermittelt, welche sieh bezüglich ihres Durchmessers kaum unterscheiden von denen 
des intermediären Grenznetzes der inneren Oberfläche. Es unterscheidet sieh daher diese Übergangsweise 
von der gewöhnlichen durch intermediäre vermittelten nur darin, dass der ins Feinste zerfallenen Arterien- 
ramification, keine gleich feine verästelte venöse Astfolge gegenüber gestellt ist. 

Für das Organ, die Dura mater, diese als Ganzes genommen, bietet die beschriebene Übergangsweise 
allerdings einen zweiten kürzeren Weg zum Abschlüsse des Kreislaufes dar, und damit die Möglichkeit einer 
Derivation des Blutstromes aber nur von der inneren Fläche. Um darzuthun. dass diese Einrichtung eigent- 
lich doch nur eine, allerdings in physiologischer Beziehung bemerkenswerthe Modifikation der gewöhnlichen 
für typisch geltenden Weise des Kreislaufsabschlusses ist, stütze ich mich zur weiteren Begründung dieser 
Anschauung noch anfeinen Befund, der nachweisen könnte, wie diese Modifikation zu »Staude käme. 

Ich habe vorhin gesagt, dass das innere Netz an der Sichel des Neugebornen und Embryo zwar 
oben, in der Nähe des Sinus vorkommt, dass aber an dem dünnen Bande dieses membranösen Fortsatzes 
andere Gefässverbältnisse sich finden. 

Die in grösseren Absländen von einander gegen den Sichelrand absteigenden Arterien zerfallen in jedem 
Astgebiete in sehr feine Endzweige, welche netzförmig verbunden sind und dann von ebenfalls feinen, und 
allmalig anwachsenden Venenwurzeln gesammelt werden. Diese stellen alsbald grössere Stämmchen dar, 
welche wieder aufsteigen, aber nicht im Anschlüsse an die Arterien, sondern entfernt von ihnen in den 
Zwischenräumen derselben. (Siehe Fig. G.) Es ist dies gewiss ein Vchältniss im Übergänge, welches noch 
als typisch bezeichnet werden kann. 

Je weiter aufwärts aber diese Gefässschichte verfolgt wird, desto mehr ändert sich das Aussehen der 
Venen. Denu nicht nur die Stämme auch ihre Zweige und selbst das Wurzelnetz schwellen beträchtlich an, 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 22 3 

mit Maschenräumen, die sieh nach oben zu immer mein - verengen, wobei aber das Kaliber der arteriellen End- 
äste keineswegs zunimmt, so dass dann der Übergang wieder durch leine arterielle Zweige dargestellt wird, 
welche gleich von grösseren Gelassen des venösen Bezirkes aufgenommen werden. Also eine Übergangsfbrm, 
welche der in der äusseren Schichte der Dura vorkommenden ähnlich ist, sich aber doch aus gewöhnlichen 
Formen herausgebildet hat. Das Verhältniss ist in Fig. 7 dargestellt, doch nur in einer kleinen Partie, während 
bei completer Injection, das die feinen Arterien aufnehmende venöse Netz den ganzen Zwischenraum zwischen 
zwei Arterienstämmehen ausfüllt, und sich dann auch gegen die Arterien mit Anastoinosenketten begrenzt, 
woraus dann Venae comitantes der Arterien hervorgehen, welche ausser dem grossen venösen Stamm auch in 
den Sinus eingehen. 

Dieser Gefässbau reicht beim Embryo (von 6 Monaten i nicht so weit herab, wie beim Kinde, bei dem es 
sieh ganz oben zu einem so dichten Venenplexus umgestaltet, dass es fasst den Eindruck eines in der Fläche 
ausgebreiteten Schwellnetzes macht. Ich werde diesen Plexus mich einmal zur Sprache bringen; erwähne 
aber hier nur noch, dass er in der Sichel eine mittlere Gefässlage darstellt, über welche beiderseits das innere 
Netz der Dura allmälig hei über wächst und dass er gleichsam eine Gefässformation vorstellt, in welcher die 
beiderseitigen äusseren Gefässlagen der Dura innerhalb der Sichel zusammentreten. 

Es liegt auch in der That beim Kinde an der äusseren Fläche der harten Hirnhaut ein Venennetz, welches 
mindestens topographisch auf das beim Erwachsenen vorkommende zu beziehen ist. Es istinFig. 8 abgebildet, 
aber nach einer arteriellen Injection, zu dem Zwecke, um darin die Übergänge der Arterien in das Netz besser 
überblicken zu können. Es erscheint da. allerdings nicht seiner wahren Beschaffenheit entsprechend geschwellt, 
doch sah ich es in einem anderen aus der Nachbarschaft des Sichelansatzes entnommenen Präparate (Fig. 9) 
ganz gefüllt und da stellte es sich als ein dichtes rundmaschiges aus dicken Röhrchen bestehendes Wurzel- 
geflecht dar von Vencnstämmcheii, welche gegen den Sinus ihren Abfluss nehmen, ganz also in derselben 
Weise geformt, wie der Venenplexus in der Sichel. Dass zwischen diesem Netze und dem beim Erwachsenen 
auch eine entwicklungsgeschichtliche Beziehung besteht, ist mehr als wahrscheinlich. 

B. Der Sinus longitudinalis. 

Behufs einer möglichst vollständigen Beschreibung der Gefässe des Schädeldaches mussten auch die 
Sinus insbesondere der Sinus longitudinalis superior in die Untersuchung einbezogen werden; dabei haben 
sich auch einige bisher weniger beachtete Verhältnisse der Wahrnehmungen dargeboten, deren Schilderung 
gleichfalls hier ihren Platz finden soll. 

Bekanntlich entleeren dreierlei Venen ihr Blut in diesen Sinus; vorerst die Venen der Dura, dann die der 
Knochen, endlich die oberen Venen der Grosshirnhemisphären. 

Die ersteren nehmen allenthalben in ihrem Verlaufe auch Knochenvenen auf, so dass wenn man abseilen 
will von den Balkenvenen nur die Venen der Sichel eigentliche Duravenen sind. Alle seitlichen, über die 
"Wände des Schädeldaches herabziehenden Meningealvenen gehen dabei, meistens mehrfach in Äste 
getheilt auch mit dem Sinus Verbindungen ein. Die grösste dieser Venen ist der von Breschet sogenannte 
Sinus spheno-parietalis , welcher längs der Kronennaht herabgeht und mindestens einen Ast der Arteria 
meningea media begleitet, oft genug in tiefe Furchen des Knochens eingegraben. Bekannt ist auch, dass alle 
Zweige der Meningealarterien von zwei Venen begleitet werden, so dass der Terminus „Sulci arteriosi" nichts 
weniger denn als richtig bezeichnet werden kann. 

Rucksichtlich der Hirnvenen ist seit Cruveilhier bekannt, dass die von der hinteren Hälfte des Hemi- 
sphären kommenden nicht in gerader Richtung' in den Sinus eingehen, sondern gegen den Strom desselben, 
also in nach hinten offenen, mitunter sehr spitzigen Winkeln an denselben herantreten. Ganz sachgemäss wird 
auch von Cruveilhier hervorgehoben, dass diese Venen eine Strecke weit zwischen Lamellen der Dura ein- 
gelagert verlaufen, zu welcher Angabe ich beifügen kann, dass ich Fälle kenne, wo diese Venen einen über 
zwei Zoll langen Weg innerhalb der Duraschichten zurücklegen, auch solche Venen, welche schon in der 
Gegend des Scheitelbeines vom Gehirn sich lösen, so dass dadurch auch weit vom Sinus wegeine Verbindung 



224 Karl Langer. 

der Hirnhemisphäre mit der Dura-Kapsel hergestellt wird. Cruv eil hier ist es auch, welcher darauf auf- 
merksam macht, dass sich au der Seite des Sinus Venenräume befinden, welche, von zahlreichen bindegewebigen 
Fibrillen durchzogen, eine Art erectiles Gewebe darstellen. Diese Venenräume, welche das trabeculare Gewebe, 
im Abgangswinkel der Sichel durchsetzen, wurden von L. Meyer 1 gewiss mit Hecht als ein ausgleichen- 
de! Mechanismus betrachtet, der in Function tritt zu dem Zwecke, um die beim Wechsel von Blutfülle und 
Blutleere des Gehirns in der hermetisch geschlossenen und räumlich nicht veränderlichen Schädelhöhle sich 
ergebenden Volumsdifferenzen rasch zu beheben, indem sie bei Blutleere des Gehirns sich mit Blut füllen, 
dagegen bei Hyperaemie des Gehirns wieder entleeren. 

Um in das immer noch nicht genauer gekannte Verhältniss der in den Sinus eingehenden Venen Einsicht 
zu bekommen, und dieAusdehnung und den Zusammenhang dieser Cavemen genauer kennen zu lernen, habe 
ich vom Sinus und seiner Astfolge Corrosions-Präparate angefertigt, deren eines die Fig. 9 in der Ansicht von 
oben, die Fig. 10 in der Ansicht von unten darstellt. 

Daraus habe ich Folgendes entnommen: Zunächst, dass die Venen von dem ganzen hinteren Abschnitte 
der Grosshirnheniisphären nicht gerade da in das Lumen des Sinus eingehen, wo sie aussen mit der Wand 
desselben zusammentreten, sondern dass sie innerhalb dieser oft mn-h lange Strecken weit fortlaufend sich 
erst am Scheitel in den Sinus öffnen und da mit den weiter vorne von den Hemisphären abgehenden 
sich vereinigen, so dass es also nur ein kurzes, kaum 2 Centimeter langes Stück des Sinus ist, welches 
die meisten und grössten Hirnvenen aufnimmt; die von ganz hinten kommenden müssen in Folge dessen 
eine bis 3 Centimeter lange Strecke innerhalb der Sinuswand zurücklegen, bevor sie wirklich einmünden, so 
dass es bei der Grösse dieser Venen mitunter den Anschein hat, als sei der Sinus verdoppelt. Meistens 
verlaufen diese Venen neben dem Sinus, eine oder die andere auch unter demselben, nämlich im Ansätze der 
Sichel. 

Gerade da, wo die meisten und grössten Hirnvenen sich in den Sinus öffnen, also am Scheitel des Kopfes 
finden sich die von Cruveilhier zuerst bemerkten cavernösen Räume; sie stellen sich an Corrosions- 
Präparaten als Netze dar, bestehend aus grösseren und kleineren Gelassen, welche mittelst Stämmchen bald 
an einer, bald an mehreren Stellen in den Sinus sich öffnen. Sie umgeben beiderseits den Sinus und bilden 
also die bekannten zwischen den aufgelösten Balken der Dura hervortretenden Buchten. Wenn stärker ent- 
wickelt, wie bei älteren Personen, drängen sie sich auch nach oben vor, indem sie die Dura verdünnen und 
die innere Knochentafel einbiegen; sie brechen aber auch durch beide hindurch, und eröffnen dann nicht 
selten vollends die Diploe. Andere dieser Bäume sind an die untere, nur wenig kantig vortretende Peripherie 
des Sinus angesetzt, und reichen bis in die Falx, deren zwei Blätter sie auseinanderdrängen. 

Wenn auch diese Bäume stark ausgeweitet in der Begel nur bei älteren Personen vorkommen, so finden 
sie sich doch schon, und zwar an derselben Stelle auch beim Kinde vor. 

An Corrosions-Präparaten kann man sich leicht überzeugen, dass sie nicht eigentlich Buchten des Sinus, 
auch nicht der Hirnvenen sind, wie Luschka meint, da sich ihre Abgüsse ganz leicht von beiden ablösen 
lassen: sie entwicklen sieb nur aus den Knochen venen und aus den Venen der harten Hirnhaut. Ihre Substrate 
sind also die an der Aussenfläche der Dura befindlichen Venenplexus, dann die früher beschriebenen schon 
beim Kinde so dichten Venennetze in der Sichel und insbesondere die Venengeflechte, welche die dicken 
Sinuswände durchsetzen. Die letzteren dringen bis an die innere Sinuswand vor, wo sie feiner und engma- 
schiger ausgebreitet Vasa vasorum darstellen, mit einem aus feinen Gefässröhrchen bestehenden inneren 
Wandnetze. 

Alle diese Venen bilden schon im jugendlichen Alter ganz ansehnliche Receptacula sanguinis, erfahren 
aber doch erst im höheren Alter und unter mehr oder weniger pathologischen Zuständen (bei Säufern, Herz- 
krankheiten u. s. w.) eine ungewöhnliche Ausweitung, die bis zum Durchbrechen der inneren Tafel führen 
kann. 



1 Virchow's Archiv. Bd. XIX; p. 31£ 



Über die Blutgefässe der Knocken des Schädeldaches and der harten Hirnhaut. '2 '25 

Wie bekannt werden die Grübchen an der inneren Oberfläche der Calvaria und auch die an der Schädel- 
basisvorkommenden Grübchen mit den Wucherungen Pacchionischer Granulationen in Verbindung gebracht 
und desshalb als Foveae glanduläres bezeichnet. Ich kann zwar gegenüber vorliegenden Berichten nicht in 
Abrede stellen, dass diese Gebilde solche Eindrücke in den Knochen veranlassen können, doch muss ich 
andererseits nach eigenen Erfahrungen, wie sie mir injieirte Präparate dargeboten, die Angabe Trollard 's ' 
bestätigen, der sich dahin ausspricht, dass das in solche Grübchen eingelagerte Körperchen ein Yenendiver- 
tikel ist. 

Ich habe in solchen Fällen, wo die Diploe eröffnet war, auch den Zusammenhang solcher Buchten, mit 
diploStischen Venen nachweisen können, wie dies bei a der Fig. 9 dargestellt ist. Der Nachweis gelingt 
leicht während der Ablösung einer, namentlich mit Harzmassen gut injicirten Dura mater. Der geschilderte 
Befund kann um so weniger auffallen, als, ja allgemein bekannt ist, dass auch an den anderen grossen Sinus 
Ectasien vorkommen, welche sogar Schwund des Knochens veranlassen. 

C. Gefässe des ausgebildeten Knochens. 

In Übereinstimmung mir der Thatsache, dass die Schädelbedachung ursprünglich aus einer einheitli- 
chen, blasenartig geformten Membran hervorgeht, kann ich gleich von vorne herein aussprechen, dass auch 
das Blutgefässsystem der Calvaria ein einheitliches Ganzes darstellt, wie später beim Erwachsenen, so auch 
schon von Anfang an beim Embryo und beim Kinde. Wenn sich auch durch Ablagerung discreter Verknö- 
cherungskerne die primitive Hirnkapsel in verschiedene Felder, und schliesslich in leicht trennbare Knochen- 
segmente scheidet, so stehen deren Gefässe doch mit einander in unmittelbarstem Zusammenhange, anfangs 
durch Vermittlung der in den Interstitialmembranen enthaltenen Gefässe. später durch die Gefässe, welche 
den sogenannten Nahtknorpel durchsetzen. Bekannt ist ja schon, dass die Bre seh et 'sehen Venen durch 
die Nähte hindurch von einem auf den anderen Knochen herübergreifen; und es sind ganz leicht in den die 
Nahtfugen begrenzenden Knochenflächen, zwischen den vortretenden Nahtzacken die grösseren und klei- 
neren Lücken, welche den Gefässüb er tritt vermitteln, nachzuweisen, insbesonders deutlieh zeigen sie sich an 
den Knochen jugendlicher Individuen. 

Ganz in derselben Weise, wie in der Calvaria die Gefässe ein Ganzes darstellen, so sind auch Verbin- 
dungen allenthalben in grosser Zahl nachweisbar, wodurch die Gefässe der Dura mit jenen der äusseren 
Schädelbedeckungen und selbst mit den Gelassen des Gehirns sich einheitlich verbinden. Dass dieser letztere 
Verband nicht auf die Venen beschränkt bleibt, sondern auch die Arterien betrifft, habe ich früher hervor- 
gehoben. 

Um instruetive Präparate von den Gefässen des festen Knochens zu erhalten, empfehle ich bilaterale 
lnjectionen vorzunehmen, die Arterien von der Meningea aus. die Venen von der Diploe' aus zu injiciren, weil 
durch arterielle lnjectionen die Venen nur theilweise gefüllt werden können, schon wegen der Arterien per- 
forantes, durch welche sehr viel Injectionsstoff entweicht, dann aber auch wegen des leichten Übertrittes 
desselben in die Venen schon im Bereiche der Dura mater. Ich muss nochmals betonen, dass sich nach 
Anbohrung der Diploe wirklich die Venen und nicht etwa blos die Canäle füllen. So schwer sich beim Er- 
wachsenen von den Arterien her die Venen füllen lassen, so leicht ist dagegen der Übergang der Injections- 
masse in die Venen bei Kindern, wo es wieder kaum gelingt, eine feinere arterielle Injection rein herzu- 
stellen. 

Sehr anschauliche Übersichtspräparate von den Venen der Diploe lassen sich herstellen, nenn man an 
mehreren Stellen die Diploe anbohrt, dann den Knochen in verdünnter Salzsäure auslaugt und nachdem er 
durch Weingeist entwässert worden mit Terpentingeist und Lack aufhellt. Es gelingen die lnjectionen auch 
mit Harzmassen und von solchen Präparaten lassen sich auch Corrosionen herstellen. 



1 Archive generale de Medecine. 1S76, p. 260. 
Denkschriften der mathem.-naturw. Ol. XXXVII. Bd. 09 



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-6 Karl Langer. 

Bezüglich der im Knochen enthaltenen Canäle und Zellen, habe ich einleitend mir hervorzuheben Ab 

die zwischen den Lamellen der äusseren und inneren Tafel lagernden, meistens sternförmig zusammentretenden 
Hayers'schen Canäle erst später eigene Lamellensysteme bekommen, welche mit dem Alter durch wie- 
derholte Schichtung sich vermehren; dass ferner nur in den grösseren diploBtischen Räumen sich fetthaltiges 
Mark findet und dass endlich sich auch hier das ganze Röhrensystem, markhaltige und marklose Canäle bei 
vorsichtiger Maceration aus der Knochensubstanz isoliren lässt. Die engeren Canäle lassen sich als feine 
zu Netzen vereinigte Fäden aus der zerfallenden Substanz hervorziehen. Fig. 12. Die weiteren aber stellen in 
ihrem Zusammenhange, nachdem die zerfallene Knochensubstanz beseitigt ist, ein sehwammartiges Gewebe 
vor. an welchem, wenn in kleineren Partien unter das Mikroskop gebracht, man leicht die Cöntinuität der grös- 
seren Räume unter einander, aber auch mit den engeren Canälen nachweisen kann. War das Object mit einem 
der Säure widerstehenden Farbstoffe injicirt. so bieten solche isolirte Kanäle auch eine gute Übersicht über 
den Verlauf und die Verbindungen der Gefässe. 

An isolirten Canälen macht sich deutlich in einem hellen Contour die sie begrenzende hyaline 
Membran ersichtlich, deren Selbstständigkeit schon solche Fälle beweisen, wo sich der Inhalt stellen- 
weise von ihr abgelöst hat: sie erscheint aber oft genug an den Rissenden auch ganz leer, dahvr deutlich 
geschieden. 

Alle Canäle und Räume, markhaltige und marklose, enthalten Blutgefässe. In den engen habe ich überall 
zwei Gefässröhrchen (Fig. 12) angetroffen, ein dünnes, die Arterie und ein viel dickeres, die Vene; beide liegen 
dicht beisammen; stellenweise überkreuzt sich die Arterie mit der Vene; an Abzweigungen des Canals ano-e- 
langt. theilen auch sie sich in Zweige. Der Canal wird aber von ihnen nicht vollständig ausgefüllt, da sich da 
und dort, wo sie etwas von der Wand ablenken, unter stärkereu Vergrösserungen auch ein faseriges Gewebe 
sichtbar macht. In grösseren, obwohl noch marklosen Canälen, welche ein grösseres Venenstämmchen ent- 
halten, finden sich meistens zwei Arterien, welche beide in laxen Touren die Vene umkreisen. 

In allen grösseren Räumen aber, worin Mark enthalten ist, findet sieh ein aus dickeren Gefässen 
dargestelltes Netz, welches die Markmasse nach allen Richtungen durchsetzt, beziehungsweise die Mark- 
zellen gruppenweise in seine Maschenräume einschliesst. Es ist dies das eigene Marknetz, und unterscheidet 
sich kaum wesentlich von dem im Marke und in der Spongiosa anderer Knochen enthaltenen Gefässnetze. 
Jedermann wird gleich beim ersten Anblicke dieses Netzes sagen, dass es ein venöses sei und den Wurzel- 
bezirk der Venen darstellt: es ist auch in der That in ganzer Fülle seiner Röhren nur durch Injection von 
Seite der Venen darstellbar. 

Aus Durchschnitten, welche senkrecht auf die Tafeln fallen, wird man die Verbindung der diploetischen 
Gefässe mit jenen der engeren Tafelcanäle. des Pericrauiums und der Dura ersehen. Flachschnitte aber, mehr 
oder weniger dick, bringen die Vertheilung der Gefässe am besten zur Ansicht. 

Solche Lamellen zeigen, dass die Arterien, die sich darin auf weiteren Strecken verfolgen lassen, viel- 
fach verzweigen, und wie in der Meninx so auch hier in einem vorcapillaren Plexus vereinigen, der sämmt- 
liche Canäle durchzieht. Von den Bestandteilen dieses Netzes gehen in die Markräume Endzweige ab, welche 
in dem Marknetze endigen. 

Es entsteht nun die Frage, wie sich der Ü b e r g a n g a u s d e m arteriellen in d e n v e n ö s e n B e z i r k 
hier gestaltet. 

Es ist nicht leicht, diese Übergänge zur Ansicht zu bekommen, da die Menge der Markzellen, die Grösse 
und Dichte der Gefässe des Marknetzes die Durchsicht des Ganzen hindern. 

Am sichersten kommt man dabei fort, wenn man nur arteriell injicirte Präparate zur Aufsuchung der 
Übergänge benutzt, weil darin die Arterien nach ihrem ganzen Verlaufe erkennbar sind, und das venöse 
Netz, wenn auch unvollständig injicirt, doch hinreichend deutlich markirt ist. Solchen Präparaten sind die 
Fig. 15 und IG entnommen, doch erst nachdem ich mir über die arteriellen Züge vollständig Überzeugung 
verschafft habe. Allerdings ist das venöse Netz nicht vollständig, einzelne Röhrchen desselben sogar ganz 
dünn: dies hat aber nur den Übelstand, dass man nicht zur Ansicht sämmtlicher Uebergänge gelangt, und 



übe? 1 die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 22 



dass die Uebergänge, welche man zu Gesichte bekommt, nicht alle jene Form zeigen, die sie thatsächlich 

besitzen. 

Es wiederholen sich hier dieselben Verhältnisse wie an dem Anssennetze der Dura; es gehen nämlich 
auch hier wieder ganz leine arterielle Ausläufer gleich in grössere Venen ein. Es ist dies eine Übergangs- 
weise, welche auch im Marke langrühriger Knochen vorkommt, und sich dadurch, dass sie an der äusser- 
sten Peripherie der arteriellen Ramifieation die Kreislaufscurve abschliesst, der typischen Übergangsweise 
anschliesst, sich von derselben aber nur durch den Mangel von intermediären Gefässen unterscheidet, also 
durch den Ausfall einer besonderen Röhrensuite, weiche zwischen zwei gleichmässige, ihr von beiden Seiten 
entgegenkommende Gefässvertheilungen einschaltet, sie gehört also gleichfalls nicht zu jener Übergangs- 
weise, welche eigentlich als eine „unmittelbare", innerhalb der Stämmchen stattfindende bezeichnet werden 
kann. 

Sie erklärt aber doch den leichten Übergang der Injectiousniissigkeit in den venösen Bezirk, der um so 
widerstandsloser vollendet werden kann, wenn, wie in Fig. l'> dargestellt ist, die Verbindung ganz nahe an 
eine schon formirte Venenwurzel herangerückt ist. 

Ganz gute Einsieht gewähren auch Präparate der Markräume, welche man durch Maceration des Knochens 
gewinnt, wenn sich ihr Inhalt gut erhalten hat (Fig. 20 und 15). 

Mehr als wahrscheinlich ist es mir, dass solche Übergänge feinster Arterien in grössere Venen auch in 
den feineren Canälen der compacten Tafeln vorkommen, weil ich zwar nur einmal in den Canälchen eines 
Flächenschnittes einen aus der Seite einer Venenwand austretenden zapfen firm igen Anhang fand, der mit 
einem arteriell injicirten Gefässe in Verbindung stand. Nur einmal sah ich das in Fig. 13 aligebildete Ver- 
hältniss, wo in einem aus der Compacta herausmacerirten Canal ein von der Arterie aus injicirtes (ietäss 
in ein Venenstämmchen ganz unzweifelhaft überging. An dem Zusammenbange beider konnte ich nicht zwei- 
feln, da die eingerückte Injectionsmasse sogar die Blutkörper in einen Klumpen zusammengeballt hat. Doch 
war es mir nicht mehr möglich, den Zusammenhang des injicirten Röhrchens mit der arteriellen Vertheilung 
darzuthun. 

Nach den beute schon gewonnenen Anschauungen dürfte es kaum mehr nöthig sein, auf den Beweis zu- 
rückzukommen, dass das venöse Netz des Markes mit eigenen Röhren Wandungen ausgestattet sei; ich will nur 
bemerken, dass es nicht schwer hält, Röhrenstücke des unvollständig injicirten Netzes nur nach den Cou- 
touren der Wandungen gelegentlich zwischen den Fett/eilen hindurch weiter zu verfolgen. 

Die aus dem beschriebenen Marknetze hervorkommenden Venenstämmchen erster Ordnung, bilden 
sich in einer Astfolge, welche Ähnlichkeit hat mit der Anordnung der Zinken an einem Hirschgeweih, indem 
stets nur dicke, dabei kurze Zweige zusammentreten, was zur Folge hat, dass das rückkehrende Blut alsbald 
in weitere Röhren gelangt. Diese durchsetzen bald eigene gleichweite Canäle, bald auch solche bäume, die 
Mark enthalten, nehmen aber dann innerhalb dieser, wieder in kurzer Astfolge Wurzelzweige aus dem Mark- 
netze auf. Sie treten alsbald wieder zusammen und stellen jenes, die Diploe nach allen Richtungen durch- 
ziehende Netz dar, welches ich als diplo6tiscb.es Venennetz bezeichnen will (Fig. 14). 

Alle Venen, mit inbegriffen die Stämmchen und Stämme, sind so dünnhäutig, dass die Selbstständigkeit 
ihrer Wände eben nur da ersichtlich wird, wo sie sich von der Wand der Canäle ablieben. Daraus geht schon 
hervor, dass das Verhältniss der Venenwände, auch der grössten, zu der Canalwand nicht so aufzufassen 
ist. als ob die Bekleidung der letzteren auch die Venenwand wäre, da immer noch zwischen beiden sich 
Spuren eines faserigen Wesens nachweisen lassen. Zudem hat jede Vene, gleichviel ob sie in einem 
weiteren oder engeren Canal eingebettet ist, immer mindestens eine Arterie an der Seite, welche häufig 
ihren Platz wechselt, bald da, bald dort sichtbar wird, das Venenrohr also umlagert und von der Canalwand 
scheidet. 

Über die Astfolge der Breschet' sehen Venen geben, wie gesagt, Corrosions und aufgehellte Präparate 
die beste Übersicht ; dieselbe ist kurzstämmig und so dicht, dass alsbald an ihre Nebencanäle erster Ordnung 
sich das dichte, schon aus grösseren Röhren bestehende diploetische Netz reiht, welches gleich wieder die 

29 



228 Karl Langer. 

Wurzeln aus dein Marknetze aufnimmt. Eine durch allmäliges Herantreten von Ästen und Zweigen an 
Hauptstämme, also eine etwa den Meningealgefässen ähnliche Ramifieation ist an den Breschet'schen Venen 
nicht vorhanden ; sie stellen nur vereinzelte Canäle vor. welche ans dem gleichmässig das diploctische Gewebe 
durchziehenden Netze wie aus einem Parenchyme hervorkommen. Das Fassungsvermögen des diploetischen 
Venensystems ist ein wahrhaft colossales an und für sieh schon, noch mehr aber im Vergleiche mit jenem des 
arteriellen Gebietes; an einen rascheren Blutumlauf darin ist dalier kaum zu denken, und es begreift sich das 
Vorhandensein so vieler Auswege aus diesem Venen-Labyrinth. 

An den Aastrittsöffnungen der Breschet'schen Venen kommen Klappen vor. 

Zum vollen Nachweise der Einheit des Gefässsystems der ganzen Calvaria erübrigt noch die Untersuchung 
der Gefässanordnung in den Nähten. Der Beweis für den Übertritt der Gefässe aus einen in den 
anderen Knochen ist durch Anbohrungsinjeetion nahe den Nähten leicht zu erbringen; es füllen sich dadurch 
immer auch die Venen des benachbarten Knochens. Aus solchen Präparaten lernt man auch das Gefässver- 
halten in der Nahtfuge kennen. Fig. 21 und 22 stellen diese Gefässe daraus der Kronennaht eines 10 Jahre 
alten Kindes. Fig. 21 einen Flächenschnitt innerhalb der äusseren compacten Tafel , Fig. 22 einen Quer- 
schnitt. 

Daraus ist erstens zu ersehen, dass der sogenannte Nahtknorpel von einem feinen Gefässnetze durchzogen 
wird, welches nach beiden Seiten mit den Asten des benachbarten Knochens eommunicirt. In Fig. 21 erscheint 
es im Durchschnitte, will man es aber in seiner vollen Ausdehnung zur Ansicht bekommen, so muss man die 
Naht lösen, und da zeigt sieh, dass es die ganze Dicke der Naht durchsetzt und wenn man es im Zusammen- 
hange, aufliegend auf einem oder dem anderen Knochen betrachtet, dass es aus mehr feinen, in ziemlich enge, 
vielgestaltige Maschen verwobenen Gefässröhrchen besteht. Nur im Innern der Naht kann man da oder 
dort auch grössere Gefässe, offenbar Venen, wahrnehmen, welche das Netz sammeln. Die grösste Ausdehnung 
erreicht das Netz in Nähten, worin die Knochen mit breiteren Flächen zusammentreten, in Anderen, z. B. dem 
oberen Theile der zackigen Kronennaht ist es durch die Nahtzacken vielfach verdrückt und kommt daher 
in dem Fig. 16 dargestellten Flachschnitt nur da wo sich die Nahtzacke schief gegen die Bildfläche stellt, 
deutlicher zur Ansicht, während es da, wo sieb die Seitenfläche der Naht senkrecht einstellt, mehr zusammen- 
gedrängt erscheint. 

Trotz der Communicationen mit den Gefässen der benachbarten Knochen behauptet es doch eine gewisse 
Selbstständigkeit, indem die von einer Seite eingedrungene Injectionsmasse sich leichter in dem Netze ver- 
theilt. als in den anderen Knochen eindringt. Der Grund davon scheint eben der zu sein, dass dieses Netz 
ein Sanimelnetz ist, worin schon ausführende Venen entstehen, welche dann direet in die Meningealveuen ein- 
gehen, welche an der Naht entlang verlaufen. Solche im Innern der Naht, d. i. entsprechend der Schichte der 
Diploe" wurzelnden Venen sind im Durchschnitte Fig. 22 abgebildet. 

Die Nähte vermitteln also nicht nur die Gefässverbindungen zwischen den zusammentretenden Knochen. 
sondern sind auch Sammelorte für Venenstämmchen. 



D. Gefässe des kindlichen Knochens. 

Der erste Blick auf die Schädelknochen eines Embryo oder Neugebornen lehrt, ilass sich dieselben 
bezüglich ihrer Architectur wesentlich von den ausgebildeten Knochen unterscheiden. Sie besitzen auch keine 
eigentlichen compacten Grenztafeln, und ihre Diploe zeigt noch nicht den charakteristischen zelligen Bau; sie 
sind vielmehr, wie schon Breschet beschrieben, durchaus von radiären Canälen durchzogen, welche von dem 
ursprünglichen Verknöcherungspunkte aus gegen die Nahtränder ausstrahlen. 

Diese Anordnung hat zunächst darin ihren Grund, dass die Canäle von einem Centrum aus sieh bilden, 
sich nach Massgabe des Wachsthums des Knochens in die Breite verlängern und durch dichotomische 
Theilung auch vermehren. Da aber diese Canäle alle wieder unter einander anastomosiren, so stellt ihre 
Gesammtheit eigentlich ein Netz vor, dessen Maschenräume im Bereiche der radiären Anordnung länglich 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 229 

sind, im ursprünglichen Verkniicherungskern aber, wo alle Canäle zusammentreten, sich mehr rundlich 
oder polygonal gestalten. Denn hier ist bereits eine zellige Diploe vorhanden, weil bei der ersten Anlage des 
Verknöeherungspunktes die abgelagerten Knochenbalken alsbald netzförmig zusammentreten und sich 
schichten. 

Schon an einem 3 Monate alten Embryo bestellt die kleine Scheibe des Scheitelbeines in der Mitte aus 
etwa drei Schichten, deren Zwischenräume durch runde Lücken sich beiderseits öffnen, und peripheriewärts 
ans radiär abgehenden, anfangs in doppelter Schichte lagernden Balken, welche durch schief gelegte Balken 
mit einander vereinigt, längliche Lücken begrenzen. 

Auf dieser Grundlage baut sich der Knochen weiter fort, zunächst durch Verlängerung und Schichtung 
seiner Balken, doch geschieht der Ansät/, neuer Lamellen nicht gleichmässig auf den beiden Flächen, denn 
wenn dies der Fall wäre, müsste der Knochen, wenn er älter geworden, gerade in der Mitte am dicksten sein 
und sich gleichmässig von beiden Flächen her gegen den Band zuschärfen. Beides ist nicht der Fall, indem 
einerseits der Knochen des Kindes am Tuber nicht dicker ist, als in einigem Abstände vom Rande, wo er sogar 
gelegentlich dicker angetroffen wird, als am Tuber und andererseits, indem sich der Knochen gegen den 
Nahtrand mehr von der äusseren als von der inneren Fläche aus zuschärft. 

Es muss also der Ausatz neuer Lamellen ungleichmäßig 70r sieh gehen. Da aber oft genug schon beim 
Neugebornen Störungen in der Knochenbildung- wahrnehmbar sind, so werde ich die Merkmale der Ungleich- 
heit in der Apposition neuer Lamellen nach Befunden an Embryonen aus dem fünften bis siebenten Monate 
darlegen. 

Es zeigen sich am Scheitelbein, welches ich als den typischen Knochen schildere, innen und aussen ganz 
auffallige Verschiedenheiten. 

Der Knochen ist aussen am Tuber ganz glatt, zwar porös, doch anscheinend ganz compact; dann folgen 
radiäre von compacten Balken begrenzte Furchen, in welchen sich die schief gegen die Oberfläche gerichteten 
inneren Canäle mit schlitzförmigen Lücken öffnen. Gegen den Band i\vs Knochens wird aber die äussere Ober- 
fläche ganz rauh, die Offnungen und Furchen werden dichter, und die Bälkchen endigen wie aufgelöst frei in 
Spitzen oder Schüppchen, welche sich dachziegelförmig aufeinander schichten, mit gegen den Nahtrand vor- 
tretenden Enden. Diese Partien nehmen auch viel leichter eine Carminfärbung an, als das Tuber und seine 
nächste Umgebung. 

Die innere Oberfläche ist zwar auch durch vortretende Balken gefurcht und mit schlitzförmigen Öffnungen 
versehen, doch glatt und auch schwieriger zu tingiren : ihre Substanz ist auch compacter bis an die tiefste 
dem Tuber entsprechende Stelle, wo sich die Diploe mit grösseren Lücken öffnet und oft tief eingegrabene 
gegen den vorderen unteren Winkel des Knochens gerichtete Binnen entsendet. Tiefer und dichter gereiht 
einen gerieften Saum darstellend, finden sich die Kinnen nur ganz nahe am Knochenrande, also da. wo sich 
die Bandstrahlen isoliren und die im Innern des Knochens laufenden Canäle öffnen. 

Diese Verschiedenheit im Aussehen der beiden Flächen gründet sich auf die Architectur des Knochens 
welche aus einem radiär gegen das Tuber geführten Durchschnitt ersichtlich wird. 

Im Tuber zeigen sich zellig geformte diploetische Bäume, welche beiderseits von einer compacteren 
Lamelle begrenzt werden; ausserhalb des Tuber aber findet sich beim Embryo und Kinde nur eine innere 
Lamelle, auf die hin, wie auf eine Grundlamelle sich eine neue Serie von Lamellen aufgebaut hat, doch 
nicht parallel mit ihr. sondern in dachziegelartig gegen den Knochenrand geschichteten Blättchen, deren 
Durchschnitte sich gegen die Durchschnittslinie der inneren Grundlamelle eintiederig reihen, wie Fig. 17 
zeigt. 

In einiger Entfernung vom Tuber öffnet sieh also das ( lanalsystem auf der ganzen Fläche weil die äussere 

Tafel früher endigt, oder wie ich auch sah, mit der innerenTafel sich vereinigt, die S] giosa des Tubers zum 

Theile abschliessend. In allen Fällen sind die schief, d. i. dachziegelförmig, auf die Bandpartie der äusseren 
Fläche aufgelegten Schichten ein jüngerer Zuwachs, dem an der inneren Seite kein anderer gleicher entspricht. 
Man kann also sagen, dass es hauptsächlich die innere Lamelle ist, welche das Wachsthuni des Scheitelbeines 



230 Karl Langt r 

in die Breite rings um das Tuber bedingt, das* aber in dieser Periode, das ist bis zur Geburt und vielleicht 
auch eine Zeit darüber hinaus, das Wacbsthum in die Dicke vorwaltend aut der äusseren Oberfläche statt- 
findet, und zwar wieder mehr in der Randpartie als im Bereiche des Tuber. 

Daraus würden sich aucli jene Fälle erklären, wo bei Embryonen und Kindern die peripherisch das 
Tuber umgebende Partie des Knochens dicker ist, als der centrale Theil desselben. 

Bei Neugebornen habe ich diese Architectur oft genug ganz ungestört von anderen, den Hau des Knochens 
beeinflussenden Processen aufgefunden, nur mnss ich gestehen, dass ich da, und manchmal auch schon bei 
älteren Embryonen, Impressionen digitatae angetroffen habe, welche offenbar durch Resorption der innersten 
Lamelle zu Stande gekommen sind. 

Wenn ich nun den geschilderten, wie ich glaube, mindestens bis zur Zeit der Geburt normalen Vorgang 
des Knochenwacbsthums als den die Architectur bedingenden betrachten darf, kann ich auch sagen, dass die 
anfangs geräumigen radiären ( anale sich mit reihenweise geordneten Spalten nach innen in die da befindliehen 
Rinnen öffnen, dass von ihnen aber auch in der Randpartie des Knochens, zwischen die daselbgt dachziegel- 
förmig aufgelegten Lamellen Zweigcanäle abgehen, welche sich an der äusseren Oberfläche, sei es in Rinnen, 
wie näher dem Nahtrande, sei es in spaltformigen Offnungen, wie näher dem Tuber öffnen. 

Denkt man sich dieses Canalsystem von Venen durchzogen, so ergibt sich aus der geschilderten Anlage 
desselben auch die Richtung des venösen Blutstromes. Seine Stammwurzeln werden sich an der äussersten 
Peripherie, d. i. an den Nahträndern und dann in der Randpartie an der äusseren Oberfläche des Knochens 
befinden. Die peripherischen gelangen direct in die ('anale, die äusseren aber durch die schief nach innen 
dringenden Zweigcanäle. Ein Theil der Stämme kommt centralwärts fortlaufend in die Spongiosa des Tuber, 
wo bereits ein aus grösseren Gefässen bestehender rundmaschiger Plexus gi< h befindet, (wie Fig. 30 an dem 
Scheitelbein zeigt); der andere Theil, durch die schiefgeschlitzten inneren, grösseren Lücken an die innere 
Fläche des Knochens, wo die Venen in den daselbst befindlichen Rinnen gegen das Tuber ziehen und sich 
da mit den Venen der Spongiosa rereinigen zu grösseren Stämmchen, welche in die daselbst entstehenden 
tieferen Rinnen eingebettet und darin fortlaufend schliesslich den vorderen unteren Winkel des Scheitelbeines 
erreichen. 

Ist das Venensystem prall gefüllt, so lässt sich auch thatsächlich der Ursprung der inneren radiären 
Stämmchen in der Nähe des Nahtrandes nachweisen: ferner an der äusseren Oberfläche der Randpartie des 
Knochens ein lockerer, aus dickeren Gelassen bestehender venöser Wurzelplexus finden, dessen Zusammen- 
hang mit den radiären Strömeheu leicht darstellbar ist, endlich auch die radiären grösseren Venen demon- 
striren, welche an der inneren Oberfläche des Knochens in die daselbst befindlichen Rinnen eingebettet, aber 
auch so an die Dura mater eng angeschlossen sind, dass wenn dieselbe abgelöst wird, sie mit vom Knochen 
abgerissen werden. 

Preschet hat das ganze Canalsystem als ein venöses bezeichnet, um! es hat nach vollständiger Füllung 
der \ enen, insbesondere mit plaslischer Harzmasse wirklich den Anschein, als ob die Venen allein den Inhalt 
der Canäle darstellen würden, bei genauerer Untersuchung des Röhreninhaltes aber überzeugt man sich, dass 
seine Grundlage von bindegewebigen Strängen dargestellt wird, welche gleichwie nach innen mit den Faser- 
massen der Dura mater, so auch nach aussen mit jenen des Pericraniums in Verbindung stehen, d. h. 
Abzweigungen derselben sind. Ich werde diese Stränge als Mark st ränge bezeichnen, obgleich sie noch kein 
fetthaltiges Mark enthalten, sondern nur jene Zellenmassen, welche als Osteoblasten bekannt sind und die 
äussere Oberfläche des bindegewebigen (iebddes epithelartig umgeben. Diese Markstränge sind die Leitgebilde 
für sammtliche Knochengefässe, nicht nur aber für die Venen, sundern auch für die Arterien. 

Im eine Übersicht von der Anordnung des ganzen Gefässapparates zu bekommen, benutze man vorerst 
gut vcm arterieller Seite her injicirte Schädelknochen von 5 bis ßmonatlichen Embryonen, die, wenn mit 
Terpentin aufgehellt, sich ganz, auch vollständig durchsichtig unter das Mikroskop bringen lassen. Darin sieht 
man, wie die von den Zweigen der Meningeae abgehende Astfolge als dünne, allseitig anastomosirende 
Röhrchen sammtliche Canälchen durchsetzt und ein Endnetz darstellt, welches in weite Maschen verflochten. 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. •_';-'> 1 

die Anordnung der Canäle vollständig' wiederholt, so dass sich in jedem Canälchen auch ein arterielles Gefäss 
vorfindet. An dieses arterielle Gerüste sind die Venen angesi blossen, doch nicht blos in Asten und Stamm chen, 
sondern auch in einem Netze, welches den ganzen Markstrang durchzieht, so dass in jedem Markstrange auch 
ein Gefässnetzstrang enthalten ist. Die Ansicht, welche man von diesem Netze bekommt, ist sehr 
wesentlich beeinflusst von der Methode seiner Darstellung. 

Benützt mau nämlich zur Untersuchung desselben blos arterielle Injectionen, so zeigt es Ansichten, wie 
sie Fig. 23, 24 und 25 wiedergeben. Es genügt zwar die Injection, um das Netz zu kennzeichnen, doch 
nicht, um dasselbe ganz zu füllen und in voller Plasticität zur Ansicht zu bringen. Soll dies erreicht wer- 
den, sn niiiss auch eine venöse Injection am besten durch Anbohrung der Diploe und, wo möglich, mit Harz- 
masse vorgenommen werden: dann gibt das Netz, wie es sielt in der Mitte zwischen Tuber und Nahtrand tonnt. 
Ansichten, wie sie Fig. 27 nach gelungener Injection mit Berlinerblaii und Fig. 28 nach einer Harzinjection 
darstellen. 

Nach allem, was ich von diesem Netze gesehen, kann ich sagen, dass es durch den Zusammenflnss kurzer 
und dicker Röhrchen entsteht, deren Zwischenräume sich als ziemlich enge, grösstenteils rundliche oder doch 
aligerundete Maschen darstellen. Im Ganzen genommen längs geordnet, schliesst es sich an ein grösseres 
venöses Stämmchen der Hauptgefässe an. begrenzt sich aber andererseits mit einer Anastomosenkette, woraus 
sich auch neue Wurzelzweige gestalten. Ist es nicht gut gefüllt, so sind die Maschen natürlich grösser, auch 
verschieden verzogen und die Röhrchen enger, mitunter fadendünn, doch aber wieder an den Knotenpunkten 
aufgequollen, und die Stämme und Wurzelzweige sind bald dicker, bald dünner, an den Aststellen auch hin 
und her geknickt, indess sie bei voller Füllung spulrund und ganz gestreckt erscheinen. 

Wenn sich stellenweise nur die Hauptstämme und höchstens Theile des Netzes gut füllen, dann bildet das 
Netz unterbrochene Anhänge der Stämme, einzelne Maschen nur henkelartig angeschlossene Bögen. 

So wenig charakteristisch also das Netz nach arteriellen Injectionen sich darstellt, so verwerthbar, ja 
einzig verwendbar sind solche Präparate zum Nachweise des Überganges aus den Arterien in die Venen, wo- 
mit allerdings wieder der Nachtheil verbunden ist, dass die Übergänge weder in voller Zahl noch in der 
wahren Form zum Vorschein kommen. 

Der Übe rga ng aus einem in das andere Röhrensystem wird auch hier wieder ohne Einschaltung eigent- 
licher intermediärer Gelasse durchgeführt, indem die feinsten Arterien gleich unmittelbar in grössere Venen 
des Netzstranges einmünden, woraus sich gleichfalls wieder der nur zu leichte Übergang der Injections- 
tlüssigkeit in die Venen erklärt. Auf diese Übergänge beziehen sich die Fig. 23 und 24. 

Diese feinsten Arterien sind nicht unmittelbar jene Zweige, welche das nach den ('analen georduete 
Endnetz darstellen, sondern eigene, erst von diesen abzweigende und keine weitere Anastomosen eingehende 
Röhrchen, also wahre Endarterien; sie gehen bald in die Bohren des Netzes ein, bald auch in eine schon 
entstehende Wurzelvene; immer aber ist der Weg aus dem arteriellen Kreislaufsehenkel in den venösen ein 
sehr kurzei'. In der Regel geschieht der Übergang in demselben Canale. worin auch die Mutterarterie ent- 
halten ist, er geschieht aber auch in einem benachbarten ('anale, in welchen der freie Endast durch einen 
Querschenkel des Canales eintritt. 

Nach dem, über den Einfluss der Präparation auf das Aussehen des Netzes Gesagten, verstellt es sich von 
selbst, dass auch die Verbindungsstellen zwischen Arterien und Venen nicht so beschaffen sein werden, wie 
sie in den Figuren 23 und 24 abgebildet sind, dass sie vielmehr Formen besitzen, ähnlich jenen auf der 
Aussenfläche der Dura mat'er\ offenbar also werden auch da die feinsten Arterien in bald kürzere, bald 
längere zapfenartige Anhänge der venösen Gefässe eingehen. 

Die beschriebenen Netzstränge stellen zunächst jene Gefässformation dar. welche den Gefässen im 
Diploemark. des ausgebildeten Knochens entspricht, beziehungsweise in dieselbe übergeht; in ihnen ist aber 
offenbar auch jene vorschreitende Vascularisa t ion zu erkennen, welche den Knochen bi Idungs- 
process einleitet. Sie durchziehen daher nicht nur alle Canäle. sondern finden sich auch an der äusseren 
Fläche des Knochens, wohin sie durch die Lücken und Spalten der schiel' aufsteigenden Zweigcanäle gelangen. 



Karl Langer. 

Daselbst bilden sie, in Furchen und Grübchen eingebettet, eine doppelt netzförmig in sich versWene 
Gefassformatton von ganz auffälliger Gestaltung, den vascnlären Bestandteil der t/eien zelli,weiehen nämlich 
osteoblast,schen Schichte des Pericraniums. Sie lässt siel, ebenso leicht als über,,, des Knochens, '2 a h 
im Zusammenhange mit dem Pericranium darstellen. Ein Theil derselben ist in Fig 25 abgebildet 

Ihre Stämmchen bilden das auf der äusseren Fläche des Knochens lagernde, schon früher erwähnte 
Wurzelnetz; seine Abzugseanäle gehen theils in die radiären Vene,, theil* in den Sin,,. 

Dieser äusseren Getasslage entspricht an der inneren Fläche des Knochens da. äussere Net, der Du ,, 
*£. welchen, für die Knochenbildung gewiss dieselbe Bedeutung zukommt: Ist ja doch auch das ; äussere 
Netz A !>«,■« des Mannes mit Knochenneubildungen in Zusammenhang zu bringen, indem sieh dasselbe 
wenn blattenge Auflagerungen an der Knochentafel vorkommen, in die Furchen der neugebildeten Knochen 
schichte eingelagert findet. Es ist selbstverständlich, dass, gleichwie die Marknetze allenthalben 1 1 

Verbindungszweige absenden, auch zun, ZWNetze Röhrenleitungen führen, so dass durch dies, beiderseits 
ausgreifenden Anastomosen die Calvaria mit ihren sämmtlichen Bedeckungen in vascul ren Zusammenhang 

Eine besondere Aufmerksamkeit verdient das Verhalten der Uefasse an, Nahtrande wo der 
Ansatz neuer bubstanz zur Verbesserung des Knochens in die Breite stattfindet. Es ist dies in, Fortgan* des 
Wachsthums jene Richtung, nach welcher hin die Dimension des Knochens an, meisten gewinnt. Während 
sich aber ,m röhngen Knochen an der Verknöcherungsgrenze seines vorwaltenden Wachsthums das Blut- 
ge asssystem abscbhess., und nur durch Ansätze neu keimender Sprossen Schritt für Schritt weiter fortbildet 
gelangt m einem Schädeldachknochen das Gefässsystem auch da nicht zu einen, Abschlüsse, indem es gleich 
von Haus aus mit .jenem des verknöchernden Substrates ein einheitliches Ganze darstellt, wobei allerdings zu 
berücksichtigen ist dass die grundlegenden Gewebe für den sich bildenden Knochen, obgleich zu derselben 
Gewebsgruppe gehörig, sich doch histologisch wesentlich von einander unterscheiden. Bindegewebe und 
Knorpel. ° 

Es dringen alle drei Gefässstrata, die in und auf den, embryonalen und kindlichen Knochen liegenden bis 
m die spalten zwischen den Randstrahlen fort, und setzen sich in ununterbrochene Verbindung mit den Gelassen 
der Interstitialmembranen, F,g, 26, doch nicht so, dass sich die Grenze zwischen Knochen und Membran 
vollends verwischen würde, indem man dieselbe an gut injicirten Objecto selbst mit unbewaffnetem Auge 
deuthch nachweisen kann; die Membran ist nämlich immer weniger gefärbt als der Knochen, und es ist auch 
tha sacbheh der Knochen nicht nur viel gefäßreicher, sondern auch mit dickeren Gefässröhren aus- 

Die bis an den Nahtrand vorgeschrittenen Netze ändern ihre Form, indem sich die Maschen strecken und 
die Rohrchen etwas dünner werden, doch sind sie immer noch sehr dicht, und indem sich da dieLängsgefässe 
Arterien und ^ enenwurzeln deutlich hervorheben und die Röhrchen des Plexus noch mehr longitudinal ordnen' 
bekommt jede zwischen zw« Bandstrahlen eingeschaltete Gefässgruppe den Anschein einer pinselförmigen 
Anordnung. Da und dort aber sieh, man auch dickere, offenbar venöse Röhrchen, die Bäume bogenförmig 
überbrücken, und manchen Knochenstrah] umgreifen, es sieht dann aus, als ob sich mit diesen Bögen d£ 
venöse Marknetz begrenzen wollte. Dünne, von diesen Bögen und Bündeln abgehende Röhrchen Wien 
zweige und Venenwurzeln treten nun in die Interstitialmembrau. 

In dieser verändert sieh die ganze Gefässanlage vollends; das Netz, welches sich in zwei bis drei Lagen 
schieb et, wird schütter, indem seine gleichmässig feinen Röhrchen in weit offene Maschen zusammentreten 
Be onders auftauend ist das Dünnerwerden sämmtlicher Venen, deren Astfolge sieh schwer von der der arte- 
riellen unterscheiden lässt; sie treten überhaupt vor den, arteriellen und intermediären Bezirke in keiner Weise 
mehr vor weder bezüglich der Grösse und Anordnung ihrer Röhrchen, noch auch bezüglich ihrer Menge wo- 
durch sich aber gerade das den, Knochen zukommende Gefässgebiet so sehr auszeichnet. Man kann daher 
sagen, dass mit den, Vorschreiten der Verknöchenmg die Capacität des venösen Svsten.es sehr beträchtlich 

ZUDlIDmt, 



i ber du Blutgefässe ihr Knochen <les Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 233 

Dafcs das Netz der Interstitialmembran die Gefässe der anstossenden Knochen einigt, und dass es sich 
continuirlich durch alle Fontanell- und Nahtmembranen fortzieht, ist selbstverständlich. Noch muss ich hinzu- 
fügen, dass die in den Interstitialmembranen sich bildenden kleineren Venenstämmchen, auch wenn sie sich 
an entsprechende Arterien ansfhliessen, immer nur einfach, nicht doppelt sind. 

In Fig. 26 sind die zwischen den Randstrahlen eingelagerten Gefässstränge abgebildet, ohne dass jedoch 
das Bild Anspruch auf Vollständigkeit machen könnte; es stellt ein arterielles Injectionspräparat dar. 

Fig. 18 gibl die Ansteht eines radiären Durchschnittes durch den Knochenrand mit austretenden Blut- 
gefässen, worunter sich auch Venen bemerkbar macln n. 

Schöne Ansichten von dein Übergänge der Gefässe ans dem Knochen in die Interstitialmembranen gibt 
auch die aufgehellte Calvaria gut injicirter Embryonen von kleinen Thieren, wie Kaninchen, da sich das ganze 
Objeot ohne weitere Präparation unter das Mikroskop bringen lässt. 

Wenn bei einem Kinde schon dickere Ränder zweier Knochen aneinandertreten, wie in dem unteren 
Theile der Kronennaht, dann ist statt einer Interstitialmembran schon eine Nahtfuge vorhanden, welche gleich- 
falls gefässhaltig ist, und wie heim Erwachsenen den vasculären Zusammenhang herstellt. Eine Durchschnitts - 
ansieht davon.gibl Fig. 19. 

Um die Übersicht über die Anlage des Venensystems der Schädelknochen beim Kinde zu vervoll- 
ständigen, muss ich noch hinzufügen, dass es ausser den in die radiären Canäle aufgenommenen Venen, 
welche innen am Tuber austreten, noch eine zweite Serie von S tä mmchen gibt, welche ich als peripher) che 
bezeichnen werde. 

Sie haben dieselben Bezugsquellen im Knochen, wie die radiären, formiren sich aber mir diesen Venen 
anastomosirend schon im Bereiche des Verknocherungsrandes ; sie nehmen auch die Stämmchen des äusseren 
Netzes der Dura mute) auf, und übergehen längs den Sagittalnähten in den Sinus, seitlich aber, an der 
Kronen- und Lambdanaht in die da verlaufenden Meningealvenen ; ihre Durchschnitte kommen allemal beim 
Ablösen der harten Hirnhaut an den betreffenden Stellen, sie selbst an aufgehellten Präparaten zum Vorschein. 
Noch muss ich darauf aufmerksam machen, dass sie da, wo sie den Knochen verlassen, sich oft anastomotische 
Zweige zusenden, welche eine den Nahträndern entlang ziehende, allerdings häutig unterbrochene, und wie 
mir scheint nur an der Kronennabt constantere Anastomosenkette herstellen. 

Die gegebene Beschreibung der Venen ist. wie schon trüber angedeutet, den Verhältnissen im Scheitel- 
bein entnommen, wo es kleine Störungen, namentlich in den Radialzügen nur dann erfährt, wenn Impressiones 
digitatae die Knoebensiibstanz stellenweise verdünnen. Grössere in den Knochen aufgenommene, also 
Bres chet'sche Venen sind darin noch nicht zur Ausbildung gekommen; als Andeutung solcher, könnte das 
Stämmchen genommen werden, welches am Tuber entsteht und zum vorderen unteren Winkel des Knochens 
hinzieht. Fig. 30. 

An den beiden anderen Knochen des Schädeldaches erleidet aber die Gefässanlage bereits Modificationen, 
namentlich am Stirnbein und zwar in Folge seiner Gestaltung, seiner Abknickung nämlich in den Orbitaltheil, 
und der Verdickung am Jochfortsatze, worin sich bereits Spongiosa findet, welche sich an dem Orbitalrande ent- 
lang, bis gegen die Stirnnaht fortzieht. Da ist bereits die Anlage eines grösseren Venenstammes bedingt, der 
aber auch in der Schuppe seine Wurzeln tasst, und zwar nicht nur in der dünneren Spongiosa des Tuber, 
sondern auch in den von der Stirnfontanelle und der btirnnaht abgehenden radiären Canälchen. Dieses 
Stä'ininchen repräsentirt also schon eine Bresch et'scbe, im Foramen supraorbitale austretende Vene, neben 
der sich auch ein oder das andere Stämmchen an der Kronennaht bemerkbar macht, welches in die Spheno- 
pärietal-Vene übergeht; Fig. iü gibt eine Ansieht dieser Venengänge aus einem linken Stirnbein 

Andeutungen Breschet'scher Canäle und Venen habe ich auch in der Hinterhauptschuppe gesehen, die 

auch%ckon beim Kinde dicker ist, als das Scheitelbein. 

Nach allem bisher Mitgetheilten begründet die Gefässanlage in (bn Knochen der Calvaria ganz beträcht- 
liche Altersunterschiede, welche selbstverständlich parallel gehen mit Verschiedenheiten in der 

Architektur des Knochens. Diese Unterschiede dauern aber nicht lange, da alsbald nach der Geburt des 

Denkschriften der mathem.-naturw. Cl. SlXXVII. im oq 



234 Karl Langer. 

Kindes der Process beginnt, wodurch die infantile Form in die definitive übergeführt wird; der Process dürfte 
schon im fünften Lebensjahre zum Abschluss kommen, und die äusseren Anzeichen seines Abschlusses werden 
folgende sein: der volle Verschluss der Fontanellen, herbeigeführt durch ein gesteigertes Wachsthum in die 
Breite, dann die Consolidirung der zackigen Nähte, bedingt durch das Wachsthum des Knochens in die Dicke. 
Seim- Aufgabe besteht in der Ausbilduni;' der anscheinend zelligen und später markhaltigen Diploe und unter 
Einem in der Umgestaltung des Venensystems, des Netzes in den radiären C 'analen zu dem diploetischen 
Netze und seiner Abzugsröhren zu den Breschet'schen Venen. Sein Ablauf aber ist mannigfachen Störungen 
unterworfen, deren bemerkenswertheste durch Craniotabes herbeigeführt werden. 

Die ersten Veränderungen, womit der ganze Process der Umbildung eingeleitet wird, bestellen in der 
Aufnahme aller jener Venenstämmchen, welche bisher ausserhalb des Knochens lagen, insbesondere jener 
von seiner inneren Oberfläche in das Innere desselben. Es geschieht dies durch Auflagerung neuer Lamellen. 
Statt der in der Gegend des Tuber früher befindlichen grösseren Lücken sind dann nur mehr feine Poren wahr- 
nehmbar. Communicationsöffnungen für Verbindungen mit den Gefässen der Dura, aber keine Durchtritts- 
öffnungen mehr für grössere Venen. Aus den früher gegen den vorderen unteren Winkel des Scheitelbeines 
ziehenden tieferen Furchen sind ( 'anale entstanden, deren Abschluss siel; immer weiter vom Tuber entfernt; 
die innere Tafel glättet sich immer mehr, so dass bei Kindern aus dem Beginne des zweiten Lebensjahres nur 
mehr die arteriellen Furchen eingezeichnet sind. 

Die formale Umformung des venösen Netzes besteht darin, dass das gestreckte Maschenwerk ein 
gleichmässiges Aussehen bekommt, was offenbar durch Ausweitung mindestens der grösseren Anastomosen 
möglich wird, indem diese dann in die directe Astfolge der radiären Venen einbezogen werden: dass sich aber 
bei der Bildung des grossröhrigen diploetischen Netzes auch das in den Marksträngen enthaltene Net/ 
partienweise betheiligt, halte ich aul Grund des Befundes, welchen Fig. 31 darstellt, für sicher. 

Die Abbildung bezieht sieh auf einen Abschnitt des Venenplexus im Stirntheil des Stirnbeines eines kaum 
ein volles Jahr alten, etwas hydrokephalen Kindes. Grosse Röhren sind da untereinander verflochten, deren 
einzelne sich an eine Netzpartie von gleicher Breite, wie die Röhre selbst anreihen; andere Bohren aber 
zeigen wieder Lücken, die wie zerstreute Inseln in einem continuirlichen breiten Strom eingeschaltet sind, so 
da^s man füglich einen zwischen diesen beiden Formen bestehenden genetischen Zusammenhang annehmen 
kann und sagen darf es seien diese Röhren grösseren Calibers aus dein Netze durch Confluenz feiner Röhrchen 
hervorgegangen. 

Doch können nicht alle Theile des in den infantilen Marksträngen enthaltenen Netzes in den grösseren 
Röhrennetzen aufgehen, ein Theil muss ja erhalten bleiben schon als Substrat für das Netz, welches später 
die Markklümpchen in den diploetischen Bäumen durchzieht, vorzugsweise aber um die feinsten Ausläufer des 
arteriellen Bezirkes aufzunehmen und in das Venengebiet zu überführen. Diese Partien des Netzes, allerdings 
schon umgeformt, sind gleichfalls in der Fig. 31 zum Ausdrucke gekommen; sie sind in die Zwischenräume 
der grösseren Röhren der Netzstränge eingeschaltet. 

Wie die Bestandteile des diploetischen Venennetzes, so entstehen gewiss auch die Breschet'schen 
Venen, die ausführenden Stämme; zum Beweise dafür, dass dies wirklich der Fall sei. habe ich in Fig. 32 
einen solchen Breschet'schen Venenstamm von demselben Kinde abgebildet, denn er zeigt auch die Spuren 
der Confluenz aus mehreren Röhren in den bis dahin noch erhaltenen inselartig, eingeschalteten Maschen- 
lücken. 

Wenn schon nach dem Gesagten kein Zweifel über das Substrat und die Entstehungsweise der 
Breschet'schen Venen bestehen kann, so kommt noch die Frage über die Localisation ihrer Hauptstämme 
zu beantworten. So vielfach auch diese Venen beziehentlich ihrer Wurzeln und deren Verkeilung über die 
Fläche der Calvaria variiren, wie aus den Breschet'schen Abbildungen zu ersehen, so zeigt sich doch 
beziehentlich der Richtung, in der sie zusammenlaufen und der Anlage ihrer Ausgänge aus dem Knochen 
eine gewisse Constanz, denn immer sind doch der idargo supraorbitatis, dann die beiden unteren Winkel des 
Scheitelbeines die constantesten Austrittsstellen dieser Venencanäle. Dass aber diese Anordnung auch schon 



Über die Blutgefässe de? 1 Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 2n5 

beim Kinde präformirt ist, ergibt sich aus der Abbildung des Stirnbeines Fig. 29, worin bereits ein Breschet'- 
scher.Ganal enthalten ist, und des Scheitelbeines Fig. 30, worin die Bresc het'schen Venen bereits durch 
Plexuszüge stärkerer Venencanäle angedeutet sind, welche vom Tuber ausstrahlen. 

Rücksichtlich dieser letzteren kann man auch sagen, dass sie aus den typischen, infantilen radiären Venen 
hervorgehen, rücksichtlich jener aber, welche an der Kronennaht entlang herablaufen, daher querwegs über 
die radiären Canäle hinwegziehen, muss wohl, um ihr Znstandekommen zu erklären, eine Übergangsformation 
angenommen werden; diese ergibt sich aber in der That aus den früher besprochenen Anastomosenketten, 
welche am Verknöcherungssaume der Knochen da oder dort allerdings unterbrochen die Wurzeln der radiären 
Venen mit einander verbinden. Bildet sich etwa beim Kinde schon eine solche geschlossene Anastomosenkette 
ans, und erweitert sie sich zu einem Stämmchen, dann kommt ein solcher Fall zu Stande, wie ich ihn an einem 
zehnjährigen Knaben im Scheitelbein beobachtet habe, wo eine Breschet'sche Vene in einem etwa finger- 
breiten Alistande die Kronennaht ihrer ganzen Länge nach verfolgte, die also in einer Linie lag, deren Ab- 
stand von der Naht als Mass für die daselbst erfolgte Zunahme des Knochens gelten kann. Kommt es aber da 
nicht zur Ausbildung einer continnirliehen Anastomosenkette, so öffnet sich dann die peripheriewärts ab- 
gehende Serie von Venenstämmchen in den da herablaufenden und dann auch grösseren Sinus sphenoparie- 
talis, dessen Communicationszweige mit dem Sinus longitudinalis ihn zu einer grossen, natürlich nicht immer 
so bedeutenden Nebenleitung des Sinus gestalten können, woraus sich die tief in die innere Knochentafel ein- 
gegrabenen Furchen längs der Kronennaht erklären. 

Zum Schlüsse komme ich noch auf die von Welker 1 bereits erwähnten Linien zu sprechen, welche nicht 
selten an den Nahträndern der Schädelknochen von Kindern beobachtet werden, und in dem von ihnen 
begrenzten Saume die Resultate des Randwachsthums zur Schau tragen. Zuckerkan del 2 hat diese Linien 
als Spuren gesteigerten Knochenwachsthums ausführlicher beschrieben. Wenn auch diese Linien zumeist an 
hydrokephalischen Schädelformen vorkommen, so findet man sie gelegentlich doch auch an Schädeln, welche 
keine Spuren krankhafter Bildung zeigen, sie müssen daher in Texturvarietäten ihren Grund haben, weiche 
auch bei normalem Wachsthum vorkommen können. Faetiseh ist, dass sie die Umrisse des jungen Knochens 
in den älter gewordenen einzeichnen und daher schärfere Begrenzungen sind neuer, von aussen aufgetragener 
Lamellen. Während aber in der Kegel die neugebideten Lamellen in unregelmässig vortretende Spitzen und 
Blättchen ausgehen, dieGefässöffnungen ganz zerstreut erscheinen und desshalb derßand der neuen Lamellen 
sie von den älteren nicht deutlich scheidet, bildet er in diesen Fällen eine schärfere Begrenzung, und zwar 
dadurch, dass sich die Gefässporen linear ordnen, in Folge dessen dann auch der jüngere Saum durch die 
dicht zusammengedrängten Gefässfurchen eine regelmässige Strichelung und einen anderen Farbenton 
bekommt. So sehe ich es an dem normalen von Zuckerkandel beschriebenen Schädel; da handelt es sich 
gewiss um kein unterbrochenes oder ruckweises Wachsthum. 

In dem zweiten, ein hydrokephalisches Kind betreffenden Falle ist der neue Saum von dem centralen 
Knochentheile nicht nur durch eine schärfer gezogene, sondern stellenweise sogar rinnenförmig ausgebildete 
Linie abgegrenzt und ragt mit, rückwärts ausgreifenden kurzen, nahtzackenartigen Fortsätzen etwas über den 
älteren Theil hervor. Seine Fläche ist nicht gerieft, sondern wie gewöhnlich schuppig rauh. In diesem Falle 
könnte man eher vermuthen, dass eine Unterbrechung und eine später erfolgende Steigerung des Wachsthums 
vor sich gegangen, obgleich an der inneren Fläche des Knochens keine Solche Abgrenzungslinie wahr- 
nehmbar ist. 

Wenn nun schon die reihenweise gestellten Poren in diesen Linien deutlich auf den Einrluss der Gefäss- 
formation hinweisen, so dürfte durch den zweiten Fall, wo die Linie sich stellenweise als Furche ausprägt noch 
mehr die Vermuthung begründet werden, dass die nächste Veranlassung dieser Erscheinung in der Anordnung 
der Gefässe liege. Ich erinnere da nochmals an die variablen Anastomosenketten, nämlich die Bindeglieder 



1 Untersuchungen über Wachsthum und Hau des menschlichen Schädels, 
- Mittheilungen der unthropolonischcu Gesellschaft in Wien. 1874. 



30 : 



236 Karl L 



ii ii n er. 



der radialen Venen, und es hat in der That den Anschein, als ob subperiostal an dieser Linie entlang' eine 
kleine Vene eingelagert gewesen wäre. 

Noch mehr scheint mir den Einfluss der Gefässe auf diese Formation ein [njectionsergebniss zu bestätigen, 
gewonnen gelegentlich der Injection der Diploe an dein Schädel eines etwas hydrokcphalischen, etwa neun 
Monate alten Kindes. Dabei füllten sieh vorerst, wie es Fig. 33 in etwas verkleinertem Massstabe darstellt, 
beiderseits an dem Stirnbein je zwei schmale Plexuszüge etwas grösserer Venen, deren Richtung fast genau 
mit den Contouren übereinstimmt, welche man einzeichnen müsste, um den früheren Umfang des Knochens 
abzugrenzen. Es ist dieser Fall jedenfalls ein Beweis, wie gerne sieh an den Nahträndern entlang, ins- 
besondere aber an der Kronennaht, solche Anastomosen zwischen den ursprünglich radiär angelegten Venen 
entwickeln. 



Es sei mir nur noch gestattet, die Ergebnisse dieser Arbeit in Kürze zusammenzufassen: 

1. Uie Arteria cerebri anterior gibt am Balkenknie, an die Sichel einen oder zwei Meningeal- 
z we ige ab. welche mit den vom Ansatzrande der Sichel absteigenden Asten der eigentlichen Meningeal- 
arterien anastomosiren. Ausser diesen bestehen noch andere Anastomosen zwischen den Arterien der Gehirn- 
rinde und den Meningae, zunächst längs der in den Sinus loi<<\,' x ti<-h'italis eingehenden oberen Hirnvenen. 

2. Die viin Cruveilhier zuerst beschriebenen venösen Buchten an den Seiten des Sinus longitu- 
d-inalis, zeigen einen in der That eavernösen Bau: sie sind eigentlich keine Buchten des Sinus, sondern dichte 
Netze grösserer Venen, hervorgegangen aus dem Netze der die Sinuswände durchziehenden Venen, in welche 
sich auch diploetische Venenzweige öffnen. Ursprünglich sind diese Netze beiderseits neben dem Sinns und 
in ihr Sichel nur nach der Fläche ausgebreitet, werden aber am Seheitel schon beim Kinde geräumiger, noch 
geräumiger aber und selbst varicös im Alter und bei gewissen mit Blutstauungen einhergehenden Krankheiten. In 
diesem Zustande brechen sie durch die harte Hirnhaut hindurch, setzen Eindrücke an der inneren Knochen- 
tafel, /.ehren diese mitunter auch auf und eröffnen dadurch die Diploe. Die sogenannten Foveolae glanduläres 
kommen also zunächst durch Varicositäten der Meningeal- und Knochenvenen zu Stande. Ich bestätige damit 
die Beobachtung von Trollard. 

Diese Darstellung fusst auf Corrosionspräparaten des Sinus, woran auch ersichtlich ist. dass sämmtliche 
obere Hirnvenen des Mittel- und Hinterhauptlappens nur am Scheitel durch ganz nahe beisammen liegende 
Öffnungen in den Sinus eingehen, daher einzelne bis ]' 2 Zoll lange Wege in der Sinuswand zurücklegen 
müssen, um an ihr Ziel zu gelangen. 

3. Das an der Innenfläche der Dura mater befindliche, schon mehrfach beschriebene Netz feiner 
G.efässe ist ein intermediäres, eingeschaltet zwischen zwei gleichmässige Astfolgen, nämlich die arterielle 
und die venöse, welche beide sich peripheriewärts in immer feiner werdende Zweige zerlegen und von dem 
Netze überlagert werden. 

4. An der Aussenfläche der harten Hirnhaut befindet sich erstens ein aus dickeren Gefässen 
bestehemies mehr oder weniger dichtes Netz, welches ein venöses ist und mit den feineren Knochen- 
venen in Verbindung steht: dann eine aus leinen Röhrchen bestehende, ein sehr lockeres Netz darstel- 
lende arterielle Verkeilung; beide Netze gehen in einander über, durch direete Verbindungen feiner 
arterieller Röhivchen in bei weitem dickere Venen. Den Übergang vermitteln konische, von 
den Venen abtretende, manchmal sehr lange Zapfen, deren Spitzen die feinen arteriellen Röhrchen auf- 
nehmen. 

5. Die llavers'scheii Canäle mit Einschluss der markhaltigen diploetiscken grösseren Räume lassen 
sich durch langsame Maceration der frischen Knochen in Salzsäure isoliren mit einer anseheinend ganz struetur- 



Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 237 

losen Begrenzungsmemb.ran. Alle Canäle enthalten eine grössere Vene und eine feine Arterie ; in den grösseren 
Räumen ist fetthaltiges Mark eingescblossen. 

6. Die Arterien durchziehen, allseitig mit einander anastomosirend und in zartere Gefässe zertheilt, 
sämmtliche Räume des Knochens, bilden somit ein nach diesen Cänälen und den diploetischen Räumen geord- 
netes Netz, dem entsprechend sieh auch die sie begleitenden Venen netzförmig ordnen und das einem caver- 
nösen Netze ähnliche diploetiehe Venennetz darstellen. Von diesen Venen geben Stämmchen ab, welche 
sich in den Markktümpcben in feine Netze, die Marknetze, auflösen. 

7. Auch das Marknetz ist noch ein venöses Netz; seine Röhrchen übertreffen, wenn prall gefüllt, um d;>s 
Vier- bis Fünffache die dahin gelangenden feinsten Arterien, und vermitteln den Abschluss des Kreislaufes, 
indem auch hier, wie an der äusseren Fläche der Dura mater die feinsten arteriellen Röhrchen gleich von diesen 
grösseren venösen Röhrchen aufgenommen werden. 

8. Sämmtliche Nähte werden nach ihrer ganzen Dicke von einem aus feinen Röhren bestehenden Gefäss- 
netze durchzog« n. welches die feineren Gefässe der da zusammentretenden Knochen aufnimmt, aber auch 
Venenstämmchen bildet, welche mit jenen aus der Diploe austretenden vereinigt, in die an den Nähten 
befindlichen Meningealveneii eingehen. 

9. Die Apposition neuer Lamellen auf die Flächen der Schädeldachknochen ist beim Embryo 
und Neugebornen eine ungleich massige, Beweis dessen die äussere schuppig rauhe Oberfläche 
ringsum das beim Neugebornen ganz glatte, aus fast compacter Substanz bestehende Tuber; es schichten sieh 
nämlich daselbst dachziegelartig kürzere, auf die innerste Lamelle aufgelagerte Blatt eben, die an einem 
radiär vom Sagittalrande zum Tuber gerichteten Durchschnitte sich an die innere Lamelle einfiedrig an- 
reiben. 

10. Beim Neugebornen findet sieh nur im Tuber eine Diploe" mit einem rundmaschigen, diploe'tisehen 
Venennetze. Von da geben radiäre, dichotomisch sieh vervielfältigende und unter einander anastomosirende 
Canäle aus. worin je eine feine Arterie und eine grössere Vene und ein um diese Vene sich reihendes Venen- 
netz enthalten ist. Diese Netzstränge dringen zwischen den dachziegelartig aufgelegten Knochenlamellen 
auch an die äussere Oberfläche, wo sie unter einander zu einem zierlichen Doppelnetze vereinigt, sich flächen- 
artig in der innersten, osteoblastischen Sei ichte des Pericraniums ausbreiten. 

11. Der Abschluss des Kreislaufes geschieht im kindliehen Knochen gleichfalls wieder durch den un- 
mittelbaren Übergang der feinsten Arterien in die Röhren dieser Netzstränge; die Übergänge scheinen 
sehr zahlreich zu sein, da es kaum möglich ist. rein arterielle [njectionen ohne Füllung dieses Netzes und der 
in den radiären (analen befindlichen Venen zu erzielen. 

iL*. Am Nahtrande des Knochens übergehen ohne bestimmte Grenze allenthalben die radiär netzförmig 
angeordneten Gefässe in die Interstitialmembranen, worin sie ein zwei- bis dreischichtiges Netz dar- 
stellen. Dieses lockermaschige Netz besteht aber nur aus sehr feinen Gefässen, während alsbald am Ver 
knöcherungsrande die Venen schon durch ihr Caliber hervertreten und sich vervielfältigen, so dass an gut 
injicirten Objecten die intensivere Färbung auch ohne Zuhilfenahme des Mikroskops schon die Grenze zwi- 
schen Knochen und Interstitialmembranen erkennen lässt. Durch die Netze der Naht- und Fontanellenmem- 
branen wird das Gefässsystem sämmtlicher Knochen zu einem einheitlichen (Tanzen vereinigt. 

13. |Die Abzugscanäle der Venen des kindliehen Knochens wurzeln theils in der Diploe des Tuber, 
theils au der Peripherie in den Nahträndern. Die ersteren gehen im Scheitelbein als Plexus grösserer Gefässe 
vorgebildet gegen die unteren Winkel des Knochens, die letzteren am Sagittalrande in den Sinus longitudina- 
lis, am Kronenrande in die Vena spheno-parietalü. Diese Abzugspiexus hegen beim Neugebornen noch frei, 
nur in Rinnen des Knochens eingelagert, an der inneren Fläche desselben, werden alier bald nach der Geburt 
von Knochensubstanz umlagert und so in ('anale eingeschlossen. 



2 3 8 K a >'? La ng e r. 

14. Aus diesem Plexus gehen durch Coalition der Röhren die Breschet'schen Venen hervor. Eigent- 
liche Breschet'sche Venen kommen daher beim Neugebornen im Scheitelbein noch nicht vor. Dagegen ist in 
dieser Zeit im Stirnbein schon ein solcher ganz in den Knochen aufgenommener Venencanal vorhanden, wel- 
cher am Foramen supraorlitale von einer Klappe geschützt sich nach aussen öffnet. 

15. Es bestehen also bezüglich der Anlage der Gefässe, namentlich der Venen, gleichwie auch bezüglich 
der Architectur der Knochen beträchtliche Altersunterschiede. Die mit dem Wachsthum einher- 
schreitenden Veränderungen scheinen schon im fünften Lebensjahre, manchmal vielleicht sogar früher zum 
Abschluss zu kommen. 



übet- die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut. 239 



ERKLÄRUNG DER ABBILDUNGEN. 



TABULA I. 

Fig. 1. Feines Gefässnetz der Innenfläche der harten Hirnhaut; an* der Stirngegend eines Mannes von mittleren Jahren. 
Hartnaek. ciliar II. Objectiv i. 

,. •_'. Theile dieses feinen Ne zes, im Zusammenhange dargestellt mit den zuleitenden Arterien und ableitenden Venen; 
aus der Gegend des Tuber parietale , von einem 60 Jahre alten Manne; bilaterale [njeetion. Aufgenommen mit 
Oc. II. Obj. 2. Durchgeprüft mit Obj. 5. 

.. 3. Durchschnitt der Dura murr zur Darstellung clei schichtenweisen Gefässvertheilung, mit dem Querschnitte eines 
grösseren meningealen Arterienastes. Oc. II. Obj. 2. 

,. 4. Das Venennetz von der Aussenfläche der Dura mater, nicht ganz dicht gefüllt; aus der Gegend des Scheitelbeines. 
Von einem älteren Manne. Lotipenvergrösserung. 

,. 5. Theile des venösen Netze- der Aussenfläche der Dura mater mit den entsprechenden feinen Vertheilungen der Ar- 
terien und unmittelbaren Übergänge der feinsten arteriellen Röhrchen in eonische Zapfen. Um den Unterschied 
in der Astfolge der beiderseitigen Venenwurzeln zu zeigen, ist bei <■ eine aus der Tiefe, d. i. von der Innen- 
fläche der Dura kommende Venenwurzel gezeichnet. Nach einem Präparate ans der harten Hirnhaut eines 60gers; 
bilaterale Injection. Aufgenommen bei Oc. II, Obj 2. Controlirt mit Obj. 5. 

„ 6. Vertheilung der Arterien und Venen in dem dünnen Eande der Falx eines Neugebornen. Oc. II, Obj. 2. 

„ 7. Arterielle Endverzweigung und venöse Wurzeln ans der oberen Hälfte der Falx eines Neugebornen. Oc. II. Obj. 2. 

,. 8. Venennetz an der äusseren Oberfläche der harten Hirnhaut eines Neugebornen; aus der Scheitelbeingegend. Nach 
einer arteriellen Injection. 

„ 9. Dasselbe Netz aus der Nähe des Sichelansatzes, dichter gefüllt durch eine Veneninjection. Beide Präparate gezeich- 
net mit Oe. II. Obj 2. 



TABULA II. 

Fig. 10 u. li. .sYnas longitudinalis mp< - eines .Manne- mittleren Alters, mit den angeschlossenen cavernösen Räumen und 

oberen Hirnvenen; nach einem Corrosionspräparate. Fig. 10 in der Ansicht vi ben, Fig. n in der Ansieht 

von unten. 

.. !■_'. Isölirter Havers'scher (anal aus der compacten Tafel eines Erwachseneu; mit den darin enthaltenen Gefässen, einer 
grossen Vene und einer feinen Arterie. Arterielle Injection. Oc. II, Obj. 5. 

„ 13. Eil) ähnlicher (/anal, mit Gelassen und einem Zweigeanal, worin eine feine Arterie unmittelbar in eine Vene über- 
geht. 

,. 14. Das diploetische Venennetz, aus dem Scheitelbein eines Erwachsenen. Nach einem Corrosionspräparate. Kleine Lou 
penvergrösserung. 

,. 15 u. in. Theile des venösen Marknetzes, durch arterielle Injection dargestellt; mit Übergang n von -feinen Arterien im 
Röhrchen des Netzes. Oc II. Obj. 5. 

.. 17. Radiärer Durchschnitt ans dem Randstücke vom Stirnbein eines etwa 6 -Monate alten Embryos, um daran die Schich- 
tung der Lamellen zu demonstriren und den Übertritt der arteriell injicirten Gefässe in das Pericranium. Oc. II. 

Ulij. 5. 

'■ 18. Nahtrand desselben Knochens, mit dem Übergänge dei Gefässi aus seinen Canälen in die Fontanellmembran. Etwas 
stärker vergrössert. 
19. Horizontaler Durchschnitt durch die Mitte der Hein dei Kronennaht, mit den darin enthaltenen Gefässen: von einem 

Kl ugi Immen, i ie. II. ( lllj. 2. 



240 Karl Langer. Über die Blutgefässe der Knochen des Schädeldaches etc. 

TA KU LA III. 

Fig. 20. Theile des venösen Marknetzes, mit einem Aiterienzweig und Übergängen feinster Arterien in Röhren des Netzes. 

Arterielle Injection. Macerationspräparat. Oc. II, Obj. 4. 
„ 21. Tangeritialschnitt durch die Kronennaht, nebst dem darin enthaltenen Gefässneize. Von einem 10jährigen Knaben. 

Venöse Injection. Oc. II, Obj. 2. 
., 22. Durchschnitt durch die Kronennaht, mit darin enthaltenen Venenwurzeln desselben Knaben. Oc. II, Obj. 2. 
n 23U.24. Venöse Netzstränge der Gefässcanäle im Scheitelbein eines Embryos von etwa 7 Monaten; zur Darstellung 

der Übergänge feinster Arterien in die Röhrchen des Netzes. Fig. 23 Oc. II, Obj. 4; Fig. 24 Oc. II, Obj. 5. 
„ 25. Venöses Netz von der äusseren Oberfläche des .Scheitelbeines, nahe seinein Nahtrande. Von einem Embryo. Oc. II, 

Obj. 4. 
„ 26. Nahtrand des Scheitelbeines eines Tmonatlichen Embryos, darstellend den Übertritt der (iefässe in die Interstitial- 

membran. Oc. II, Obj. 2. (Fig. 23 — 26 nach arteriell injicirten Präparaten. 



TABULA IV. 

Fig. 27. Venen der radiären Canäle, aus der Peripherie des Scheitelbeines eines Nengebornen. Dichtere venöse Injection mit 
Berlinerblau. Oc. II, Obj. 4. 

„ 28. Ahnliches Objeet, von einem etwa 5 Monate alten Embryo. Venöse Injection mit Harzmasse. Oc. II, Obj. 2. 

„ 29. Venös injicirtes linkes Stirnbein eines Neugebornen, mit einer Breschet'schen Vene. Etwas verkleinert. 

„ 30. Venös injicirtes linkes Scheitelbein eines Neugebornen. 

„ 31. Aus dem Stirnbein, nahe dem Kronenrande eines kaum mehr als Monate alten Kindes, mit Theilen des sieh gestal- 
tenden diploetischen Venennetzes. Oc. II, Obj. 4. 

„ 32. Theil einer sich bildenden Breschet'schen Vene ; aus demselben Objecte. Loupenvergrösserung. 

„ 33. Ansicht der Oalvaria desselben Kindes, um daran grössere Venenzüge zu demonstriien. welche sich entsprechend 
den Vergrösserungslinien der Knochen, insbesondere am Stirnbein, gelegentlich entwickeln. Etwas verkleinert. 



Lanier: "Dbepa.TJ'hitfio lasse Aluiochend. Schädeldaches u.iharlen Hirnhaut. 



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Lanier: Über cUBhitgefä 








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UNTERSUCHUNGEN 

ÜBER 

ir 



DIE TUNICATEN DES ADRIATISCÜEN 

UND MITTELMEERES. 



Prof. camil heller, 

c'OKRESPONOIRENnKM MITGUEPE DER KAISERLICHEN AKADEMIE PER WISSENSCHAFTEN. 

IH. (J.i ABTHEILUNG. 



VORGELEGT IN DER SITZUNG HER MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CLASSE AM 1 MÄRZ 1877. 



Charakteristik und Eintheilung der Cynthien. 

Unter dem Namen der Cyvihiae fasst man gewöhnlich jene Ascidienformen zusammen, welche eine vier- 
oder sechslappige Aufnahmsöffnung und eine vierlappige Auswurfsöffnung besitzen, deren äussere Hülle fest, 
haut- oder lederartig ist, und bei denen sieh meist ein gefalteter Kiemensack vorfindet. Sie ieben gewöhnlich 
isolirt, seltener sind sie zu Stöcken verbunden, und können entweder auf einer Unterlage festgewachsen sein, 
oder frei im Sande und Schlamme stecken. 

Die Unterscheidung der Cynthien ist noch mit viel grösseren Schwierigkeiten verbunden, als jene der 
eigentlichen Ascidien. Die äussere Form wechselt bei derselben Art oft in auffallender Weise, je nach dem 
Alter und Standort, je nachdem die einzelnen Individuen sich frei entwickeln können oder neben einander 
gehäuft sieh gegenseitig in der Entwicklung hindern, ferner auch nach der Zald und Beschaffenheit der frem- 
den Körper, die an ihrer Oberfläche sieb besonders gern ansiedeln. Es ist dalier hier mehr noch als bei den 
Phallusien eine genaue Untersuchung des inneren Baues nothwendig, um die einzelnen Formen von einander 
zu unterscheiden. Die Beschaffenheit des inneren Mantels, Zald und Form der Tentakel, die Gestalt des Kie- 
mensackes und der Rückenfalle, die Lage, Verlauf und Form des Darmcanals und der Geschlechtsorgane 
liefern eben so viele wichtige Merkmale zur Unterscheidung der Gattungen und Arten. 

Savigny 1 , dem wir überhaupt die erste gründliche Arbeit über die Ascidien verdanken, unterschied 
auf Grundlage der inneren Organisationsverhältnisse bei der Gattung Cynthia vier verschiedene Gruppen, 
nämlich: Oynthiae simpliees, 0. Caesiräe, 0, Stijelae und C. Pandociae. 

Die Oynthiae simpliees eharakterisiren sieb nach ihm durch einen mehrfaltigen Kiemensack, an dein 
mehr als acht Falten, gewöhnlich 12—19 sich unterscheiden lassen, das Adernetz ist ununterbrochen, die 



1 J. C. Savigny, Memoires sur les Animaux sans Vertfcbres. tl. Partie. Paris isig. 

Denkschriften -Um luatbem. naluru Cl. X X X V 1 1 - IM. •'» 1 



•_»42 ( ■amil Heller. 

Tentakel sind verästelt, der Magen von einer lappigen Leber umgeben, der Dann ohne Leitfalte. Die 
0. Caesirae unterscheiden sich von jenen durch ein unterbrochenes Adernetz. Die C. Styelae zeigen nie mehr 
als acht Kiemenfalten, ein ununterbrochenes Adernetz, einfache Tentakel , keine deutliche äussere Leber 
und mehrere Ovarien. Die G. Pandociae stimmen mit den letzteren im Allgemeinen liberein, besitzen aber 
nur ein einfaches, auf der Darmseite liegendes Ovariuni. 

Die im adriatiselien und mittelländischen Meere beobachteten Arten gehören ausschliesslich zur ersten 
und dritten Gruppe; jedocli lassen sieh bei jeder Gruppe wieder zwei verschiedene Formenreihen unter- 
scheiden. Unter den Gynthiae simplices findet sich nämlich bei einer grossen Anzahl von Arten die Rücken- 
falte einfach, glatt, während sie bei zahlreichen anderen am Rande mit kurzen Züngeichen oder Fadenfort- 
sätzen , ähnlich wie bei Ciona unter den Aseidien besetzt ist. Nach diesem auffallenden Merkmale seheide 
ich die Gattung Gynthia Sav. in zwei Untergattungen, welche ich als Microcosmus und Cynthia s. str. be- 
zeichne. Als typische Form der ersteren gilt Microcosmus vulgaris ^Öynthia microcosmus aut.), als Typus der 
letzteren Cynthia papulosa L. 

Bei den Cynthiae Styelae verhalten sich die einzelnen Arten namentlich in Bezug auf die Geschlechts- 
drüsen in verschiedener Weise. Bei den einen bilden die Geschlechtsorgane zahlreiche, mehr oder weniger 
regelmässig angeordnete, rundliehe oder längliche Säckchen im Peribranchialraume, während hei anderen 
die Geschlechtsdrüsen in Form einfacher oder gelappter länglicher Schläuche erscheinen. Ich halte es 
daher auf Grundlage dieses Merkmales für zweckmässig, auch in djeäer Gruppe zwei besondere Untergat- 
tungen aufzustellen, und proponire für die erstere die Bezeichnung Pqlycarpa, für die letztere Styela s. str. 
Zu ersterer gehört als typische Art Polyäarpa varians [Gynthia polycarpa Sav.), zu letzterer St. cano- 
pus Sav. 

Die Abtheilung der Gynthiae Pandociae kann nicht länger aufrecht gehalten werden. Nach den Unter- 
suchungen von R. Hertwig ' an Cynthia mytiligera hat es sich nämlich herausgestellt, dass der in der Darm- 
schlinge vorhandene Körper kein Ovarium, sondern ein Muskelfortsatz sei, und dass die Geschlechtsdrüsen 
in Form zahlreicher Säckchen an der Innenwand dos Mantels liegen, und sieh demnach ganz wie bei Poly- 
carpa verhalten. 

Was aber die Abtheilung der Gynthiae Caesirae betrifft, so scheint diese unzweifelhaft mit der von 
Stimpson aufgestellten Gattung Glandula zusammen zu fallen. 

Die übrigen zu der Gruppe der Gynthiae gehörigen Gattungen sind: Boltenia , Chelyosömä, Pelonaeä, 
Molijula, l'era, Glandula, Gymnocystis, Tathonepkrya, Eugyra, Volystyela und Thylacium. 

Bei der Gattung Boltenia Sav. ist der Körper mehr oder weniger rundlich und mittelst eines länglichen 
Stieles festsitzend, die Testa lederartig, die Öffnungen seitlieh, vierlappig, der Kiemensack gefaltet, die Ten- 
takelfäden verästelt. Typus: Boltenia clavaia¥a,b. 

Die Gattung Chelyosömä Brod. u. Sow. clnuakterisirt sich durch einen oblongen, flachen, an der Unter 
seite festsitzenden Körper, die Testa mit horuartigen, polygonalen Tafeln bedeckt beide Öffnungen an der 
Uberseite, sechseckig, die Tentakel einfach, der Kiemensack uugef'altet, die Kiemenspalten jedoch gekrümmt. 
Typus: Chelyosömä Mac Leayanum Br. Sow. 

Im Gegensätze zu den bis jetzt aufgeführten Gattungen ist der Körper bei den nun folgenden entweder 
ganz frei oder nur mit kleiner Fläche angeheftet. Sie lassen sieh auf folgende Weise kurz charukterisiren. 

Molijula Forb. hat einen rundlichen Körper, die Testa häutig, meist mit fremden Körpern besetzt, die 
Öffnungen auf coutractilen Siphonen, die Ingestionsöffnung sechslappig, die Auswurfsöffnuug vierlappig, 
der Kiemensack gefaltet, (He Tentakel verästelt. Typus: Molgula tubulosa Rathke. 

Pera Stimpson. Der Körper birnförmig, an sti eiförmig verdünnter Basis aufsitzend, die Testa weieh, 
die Öffnungen sitzend, die Aufnahmsöffnung sechslappig, die Auswurfsöffnung vierlappig, der Kiemensack 
gefaltet, die Tentakel verästelt. Typus: Peru pellucida, St. 



1 Jeuu'sche Zeitschrift für Medicin und Naturwissenschaft. VII. Bd. ist.;, p. 81. 



Untersuchungen über die Tuuicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 'J-L'> 

Gymnocystis Giard. Diese Gattung unterscheidet sich durch die dicke, glatte, mehr cartilaginöse, 
durchscheinende Testa von Molgula, mit welcher sie in den übrigen Organisationgverhältnissen überein- 
stimmt. Sie bildet den Übergang zur Gattung Ascidia. Typus: Gymnocystis ampulloides v. Ben. 

Lithonephrya Giard. Stimmt im Allgemeinen in der Körperform mit Molgula überein, und weicht nur 
dadurch ab, dass der Nierensack von einer röthlichen festen Concretion gänzlich ausgefüllt ist. Typus: Litho- 
nephrya com.planata Aid. & Haue. Letztere Gattung kann wohl nicht aufrecht erhalten werden, sondern ist 
vielmehr mit Molgula zu vereinigen. 

Glandula Stimpson. Der Körper rund, frei, dick mit Sand und anderen Substanzen bedeckt. Die Off- 
nungen auf Siphqnen, die Ingestions- und Auswurfsöffnung vierlappig. Der Kiemensack gefaltet. Typus: 
Glandula fibrosa St. 

Eugyra Aid. & Haue. Der Körper kugelig, frei, meist mit fremden Körpern bedeckt. Die Ingestions- 
öffnung wie bei Molgula sechslappig, die Auswurfsöffnung vierlappig. Die Tentakel verästelt. Der Kiemen- 
sack ungefaltet, die Kiemenspalten gekrümmt, in den einzelnen Feldern concentrisch geordnete, in Form eines 
conischen Zapfens verlängerte Systeme bildend. Typus: Eugyra arenosa Aid. & Haue. 

Pelonaea Fori). &Goods. Der längliche Körper frei im Sande, die Offnungen viereckig, hart neben 
einander am Vorderende. Die Testa lederartig, die Tentakel einfach, der Kiemensack nicht gefaltet. Die 
Eingeweide hinter dem Kiemensack gelagert. Typus: Velonaea corrugata Forb. 

Schliesslich niuss noch einer kleinen Gruppe von Cynthien Erwähnung gemacht werden, die sich da- 
durch auszeichnen, dass sie an ihrem Hinterende durch eine gemeinschaftliche Membran zu einem Stocke ver- 
bunden werden. Es gehören hieher die Gattungen Thylacium V. Garus ', Polystyela und Synstyela Giard*. 
In der inneren Organisation stimmen die beiden letzteren ganz mit den einfachen Cynthien, namentlich mit 
Styela überein. Was die Gattung Thylacium betrifft, so stellt V. Garns dieselbe zwar zu den Clavellinen, 
jedoch ist A. Giard der Ansicht, dass sie nach den anatomischen Merkmalen viel eher sich an die Cynthien 
ansi ■hliesse, und vermutliet sogar, dass eine genauere Untersuchung vielleicht die Identität mit einer der von 
ihm aufgestellten Gattungen nachweisen werde. 

Nach dem Gesagten zerfällt demnach die ganze Gruppe der Gynthiat in einfache und zusammengesetzte 
{Monocynthiae und Polycynthiue). Die im adriatischen und mittelländischen Meere vorkommenden Arten 
gehören sämmtlich zu der Abtheilung der Monocynthiae. 

Die Anzahl der von mir beobachteten Arten beträgt 19, während von Delle Chiaje 3 und Philippi * 
nur fünf Arten aus dem Mittelmeere aufgeführt werden. 

M I C R C S M ü S nov. gen. 

Die Testa lederartig, fest, dehnbar. Aufnahms- und Auswurfsöffnung vierlappig, ohne Augenflecken. 
Die Tunica meist ziemlich dick, die Muskelstränge eng an einander geschlossen und eine zusammenhän- 
gende Lage bildend. Die Ringfalte vor dem Tentakelwall deutlich entwickelt. Die Tentakel stets verästelt. 
Der Kiemensack gefaltet, mehr als vier Falten beiderseits. Das Kiemengitter nicht unterbrochen , aus vier- 
eckigen Feldern bestehend, mit länglichen, ziemlich regelmässig verlaufenden Kiemenspalten in jedem 
Felde. Die längs der Rückenseite in der Mitte verlaufende Falte mit glattem Rande. Der Darm auf der lin- 
ken Seite gelagert, der Magen von einer lappigen Leber an der Oberfläche bedeckt, der Darmschlauch eine 
enge Schlinge bildend, ohne innere Leitfalte. Die Geschlechtsdrüsen beiderseits entwickelt, mehr oder 
weniger gelappt. 



1 V. Ca ms, Proceedings of the Ashmolean Society, Vol. II, p. -268. 

A. Giard, Association fran;aise pour l'avancement des Sciences. Congres de Lille. 1874, p. 1. 
: < Delle Chiaje, Meinör. sulla atoria e notomia degli ariimali senza vertebre de! regnn di Napoli. Napoli is-j:-j — 29. 
Tom. III. 

1 Philippi, Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin. Jahrgang 1843, p.45— 57. 

31* 



■2U Garn il Heller. 

Microcosmus vulgaris mihi. 

Tili". I, Fig. 1-8. 

Unter dem Namen Cynthia mtcrocosmus wurden bisher mehrere ganz verschiedene Arten mit einander 
vereinigt, die nur darin übereinstimmen, dass sie meist eine gerunzelte, mit zahlreichen fremden Körpern 
bedeckte Oberfläche besitzen. 

Der Körper ist im Allgemeinen ziemlich unregelmässig rundlich, conisch oder nierenförmig, und sitzt oft 
mit ziemlich breiter Basis auf. Die beiden Öffnungen stehen auf kurzen warzigen Siphonen, immer ziemlich 
entfernt von einander, die Anfnahnisöffhung nach vorn und oben, die Auswurfsöffnung nach hinten und oben 
gerichtet. Gewöhnlieh ist aber der vordere Sipho etwas länger wie der hintere. Die Offnungen deutlich vier- 
lappig und violett gefärbt. 

Die Tesia ist von verschiedener Dicke, an einzelnen Stellen dicker, an anderen mehr verdünnt, jedoch 
immer fest, zäh, lederartig, undurchsichtig, an der Oberfläche röthlichbraun oder mehr gelblich, auf der 
Durchschnittsfläche weiss und mit zahlreichen grösseren und kleineren runden Offnungen versehen, an der 
inneren Fläche grösstentheils weiss, mit einzelnen dunkleren Flecken und deutlichen Gefässramificationen. 
Über die Oberfläche springen lange, starke Querrunzeln und Falten vor. Bei jüngeren kleineren Individuen 
(Tai'. I, Fig. 1) lassen sich nur vier solcher Falten unterscheiden. Sie gehen von den Siphonen aus, die hic- 
durch fast vierkantig erscheinen. Die oberste Falte verläuft längs des oberen Körperrandes von dem vordem 
zum hintern Sipho, die beiden seitlichen treten zu den Seitenwandungen und krümmen sieh dann nach oben 
zur Klpakenöffnung hin, die untere Falte wird gewöhnlich durch die Anlieftungsfläehe unterbrochen. Bei 
den grösseren ausgewachsenen Individuen vermehrt sich dagegen die Zahl dieser Falten und Runzeln beträcht- 
lich. An ihrer Oberfläche sind sie meistens glatt, nur gegen die Öffnungen hin etwas rauher. Vom Rande 
und der unteren Seite derTesta gehen bei älteren grösseren Individuen verschiedene stolonenartige Fortsätze 
ab, welche entweder einfach oder fingerartig gespalten sind und sich an fremde Körper, namentlich Steinchen, 
Muschelfragmente u. s. w. fest ansetzen. Auch in den Vertiefungen zwischen den einzelnen Runzeln haften 
oft solche fremde Körper an. Der Structur nach besteht sie aus einer feinfaserigen Grundmasse, in welcher 
die Faserzüge nur in einer Richtung verlaufen, mit zerstreuten kleinen Zellen und zahlreichen bräunlichen 
Pigmentkörpern, letztere besonders in der Nähe der Gefässe angehäuft, welche sieli in der Oellulosehiille 
verzweigen und mit kolbigen Anschwellungen nach aussen endigen. 

Die Tunica ist mit der Innenwand der Testa ziemlich fest verbunden, von gelblicher oder bräunlicher 
Farbe. Die sie zusammensetzenden Muskelstränge sind innig an einander geschlossen, die äusseren haupt- 
sächlich der Länge nach, die inneren ringförmig oder schief verlaufend. An der muskulösen Tunica lässt sich 
überdies häufig, namentlich hei jüngeren Thiereu, an der Vorderseite gerade unter dem Ingestionscanale ein 
vorspringender Divertikel bemerken (Fig. 1 dv). 

Der Ingestionseanal (Fig. 6 J) ziemlich lang, conisch, an der inneren Oberfläche leicht gerunzelt. An 
der oberen Wand, namentlich bei älteren Exemplaren, eine mittlere, von zwei Längsfalten begrenzte Furche, 
(Fig. (i sc), die sich rückwärts bis zum Flimmerorgan in der sona praebranchialis fortsetzt. Am hinteren Ende 
des Ingestionscanales unmittelbar vor dem Tentakelwulste springt nach innen eine ziemlich breite, ringförmige 
Membran gegen das Lumen vor, die blos in der Fortsetzung der eben erwähnten Rückenfurche mit der 
inneren Wand fest verbunden ist, sonst aber frei absieht. Ihr Jnuenrand ist wellenförmig ausgebuchtet, bei 
jüngeren Exemplaren deutlicher als bei erwachsenen. Die zwischen den Ausbuchtungen vorspringenden 
Zipfel gleichfalls abgerundet (Fig. 3, 6 c). Diese Ringmemhran ist als eine innere Fortsetzung des Haut 
muskelschlauehes anzusehen. An der vorderen Fläche ist sie noch von jenem dünnen Cellulosehäutchen über- 
zogen, das die ganze innere Wandung des Ingestionscanales auskleidet, sieh dann an der Basis der Ring- 
membran auf diese hinüberschlägt und am inneren Rande derselben endigt. Diese Ringmembran bildet eine 
Art von Septum zwischen Ingestionseanal und Kiemenhöhle und scheint hauptsächlich dazu bestimmt, um den 
Wasserst rom und den Fintritt der Stoffe nach der Kiemenhöhle hin zu reguliren. Betrachtet man nämlii h Inj 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 245 

einem quer durchgeschnittenen Exemplare diese Membran in ihrer natürlichen Lage von der Ki'emenhöhle 
ans, so sieht man, dass sie den Eingang deutlich abschliesst, indem die vorspringenden Lappen sich innig an 
einander legen und nur an der Stelle der Einbuchtungen schmale Spalten übrig bleiben, durch welche allein 
eine Communication möglich ist. Eine an der Basis der Membran stark entwickelte Schichte von Ringmuskeln 
wird überdies wesentlich dazu beitragen, um dieselbe bald zu contrahiren, bald zu erschlaffen und 
auf diese Weise die Cömmunicationsöffnung nach Willkür /.tt verkleinern oder zu erweitern. 

Die Tentakel, welche hinter dieser Membran in der Zahl von 20 bis 28 entspringen, sind immer ver- 
ästelt und es wechseln meist grössere und kleinere regelmässig mit einander ab (Fig. 3, 6 T). Sie haben 
gewöhnlich eine stumpf dreikantige Form und verschmächtigen sich allmälig gegen das Ende hin. Die 
etwas schärfere Kante ist nach hinten gerichtet, während die schmälere Fläche nach vorne hin sieht. Von 
den beiden stumpfen Seitenkanten gehen dann einfache oder wieder verzweigte Fortsätze aus (Taf. 1, 
Fig. 7). Im Innern sind sie hohl, und zwar verlaufen sowohl im Mittelstamme als in den Seitenzweigen zwei 
Canäle, durch eine mittlere Scheidewand von einander getrennt, parallel bis zur Spitze, WO sie unmittelbar 
in einander übergehen. Au der Basis stehen diese Canäle mit einem grösseren Kinggefässe in Commti 
nication. 

Die l'raebranchialzone ist glatt und verlängert sich hinter dem Flimmerorgane in Form eines spitzen 
Dreieckes ziemlich weit nach hinten, indem die am hinteren Rande desselben verlaufenden Wimpersäume 
erst weiter rückwärts sich mit einander vereinigen. 

Das Flimmerorgan ist in seiner Gestalt nicht ganz constant. Bei jüngeren Exemplaren erscheint es meist 
mehr regelmässig, rundlich oder hufeisenförmig mit vorn spiralig nach einwärts gerollten Endschleifen 
(Taf. I, Fig. 3//). Bei älteren Exempläien hat es oft eine mehr asymmetrische Gestalt, indem die eine End- 
schleife weiter nach vorn reicht als die andere, auch ist manchmal eine Endschleife nach einwärts, die andere 
nach auswärts gewendet oder es sind beide nach auswärts gerollt (Taf. I, Fig. 6). 

Die Dorsalfalte (Taf. I, Fig. 3 </) ist einfach, am Rande glatt und wendet sich rückwärts neben der 
Schlundöffnung zu den obern hinteren Enden der linksseitigen Kieineufalten. Die beiden Ventralfalten, 
welche die Hypobranchialfurche begrenzen, verlaufen nach hinten und oben, und verbinden sieh dann zu 
einer einfachen Falte, welche nach vorn bis zur Schlundöffnung' sich fortsetzt, an deren rechtsseitigem Rande 
sie endet. 

Die Schlundöffnung liegt etwas vor dem Hinterende in einem ziemlich glatten, trichterförmig vertieften 
Felde, die rechte Lippe wulstartig verdickt. 

Der Kiemensack nimmt die ganze Länge des Körpers ein und hat beiderseits sieben symmetrisch vertheilte 
Falten, die fast gerade nach hinten verlaufen und hinter der Schlnndöffnung am Grunde des Sackes conver- 
giien (Taf. I, Fig. 3 br). An der Oberfläche springen die Längsgelässe in Form scharfkantiger Rippen vor und 
rücken besonders auf den Kieineufalten näher an einander. Indem sie sich mit den Qucrgefassen unter rechtem 
Winkel kreuzen, entstehen quadratische Felder, in welchen 4—5 länglich ovale Kiemenspalten sichtbar sind, 
die wieder durch ein dünneres Quergetäss halbirt werden, wodurch die quadratischen Felder in zwei quer- 
gestellte Rechtecke geschieden werden (Taf. I, Fig. 8). 

Der Magen ist von massiger Grosse, an der Oberfläche von einer mehrlappigen Leber (Taf. I, Fig. 4, ii//) 
bedeckt. Der Darm steigt zuerst nach oben und vorn bis vor die Mitte des Körpers und krümmt sich dann 
unter Bildung einer Schlinge wieder nach rückwärts, um neben dem früheren Darmschenkel zum Magen 
zurückzukehren, wo er sich dann unter einem Winkel am vorderen Rande des Magens nach vorn und oben 
wendet und als kurzer Enddarm unmittelbar vor der Speiseröhre in die Kloake ausmündet. Eine innere Leit- 
falte ist im Darme nicht vorhanden. Die Afteröffnung zeigt einen leicht gekerbten Rand. 

Am rundlichen Kloakenspalt der Tunica bemerkt man ebenfalls eine vorspringende Ringfalte, die aber 
von der den Egestionscanal auskleidenden Celliilosemembran allein gebildet wird. Der Rand derselben ist 
leicht gekerbt und rechts und links mit der Unterlage fester verbunden und furchenartig vertieft. Lndocarpen 
an der Innenseite der Tunica sind nur in geringer Anzahl entwickelt. 



246 Ginnil Heller. 

Die Geschlechtsorgane (Tal. 1, Fig. 4, 6 g) liegen zu beiden Seiten des Körpers in Form gelappter 
Drüsen, die sich muh Vorderende bis nach rückwärts zur Kloake erstrecken und hier in der Nähe des ver- 
tieften KAoakenrandes mit ihrem Aust'iihrungsgange ausmünden. Jederseits zählt man vier bis fünf solche 
Luppen. Auf der linken Seite umhüllen sie last vollständig den Darmcanal und erstrecken sich rückwärts bis 
zum Magen. Der innere Theil dieser lappigen Drüsen funetionirt als Eierstock, indem hier an Vorsprängen, 
derselben die Eier aufsitzen. Ein gemeinschaftlicher Ausführungsgang, der die einzelnen Lappen verbindet, 
mündet nach rückwärts in die Kloake aus. Die Hoden erscheinen als kleine rundliche oder ovale Läppchen 
an der Oberfläche der Genitaldrüse und aus ihnen führt ebenfalls ein >-us deferens nach rückwärts zur 
Kloake. 

Die Körpergrösse der einzelnen Individuen ist sehr verschieden, sie schwankt zwischen 3 bis 1U Cm. in 
der Länge. 

Diese Art findet sich ziemlich häufig im adriatischen und mittelländischen Meere. In ersterem traf ich sie 
zu Triest, Lesina, Lissa, Curzoln, Lagosta und Ragusa, im Mittelmeere zu Neapel, wo sie auch von Delle 
Chiaje und Philippi beobachtet wurde. Übrigens scheint sie auch in der Nordsee, wenigstens an den 
Küsten Englands und Frankreichs nicht zu fehlen, 

Microcosmus polymorphus nov. sp. 

Taf. I, Fig. 9—11; Tat'. II, Fig. 1—4. 

Diese Art unterscheidet sich von der vorigen hauptsächlich durch die mehr gerunzelte, rauhere Ober- 
fläche. Der Körper ist meistens ziemlich unregelmässig, bald rundlich, bald mehr in die Länge entwickelt, 
häufig undeutlich nierenförmig. Die beiden Offnungen stehen wie in der vorigen Art weit von einander ent- 
fernt, die etwas mehr vorspringende Aufnahmsöffnung nach vom und (dien, die etwas hinter der Mitte befind- 
liche Auswurfsöffnung nach oben gerichtet, beide vierspaltig. Die ganze Körperoberfläche ist dicht und 
unregelmässig gerunzelt, wie zerknittert (Taf. II, Fig. 1). Während bei M. vulgaris die Runzeln der Haut 
mehr in einer Richtung verlaufen und an ihrer Oberfläche meist glatt sind, erscheinen sie hier mannigfach 
gewunden und an der Oberfläche grob gekörnt. Überdies ist die Oberfläche namentlich in der Nähe der 
Mündungen, sowie an der Ansatzstelle häufig mit rundlichen oder unregelmässig zottigen, condylomatösen 
Vorsprüngen besetzt. Dann ist der Körper meist in viel höherem Grade als bei der vorigen Art von fremden 
Körpern dicht bedeckt. Die Färbung ist gewöhnlich dunkelbraun. 

Bei jüngeren Thiereu (Taf. I, Fig. 9) von beiläufig 2<>_2;"> Mm. Länge war der Körper rundlich, die Auf- 
nahms- und Auswurfsöffnung ziemlich vorspringend, die grauliche Oberfläche des Körpers nur massig 
gerunzelt, deutlich gekörnt, viele Körnchen schwarzbraun gefärbt. Gegen die Öffnungen hin erschienen diese 
Körner mehr gehäuft und die Umgebung der Öffnungen fast ganz schwarz, auch grössere höckerige und 
lappige Excrescenzen fanden sich in grösserer Menge um die Öffnungen herum. 

Die Testa ist lederartig, undurchsichtig, jedoch nicht so zäh, sondern etwas weicher wie in der vorigen 
Art. Die Dicke ist verschieden, besonders bedeutend an den oberflächlichen Excrescenzen, sowie in der Nähe 
der Haftstelle. Während bei den meisten Individuen in der Nähe der letzteren blos zahlreiche zottige Fort- 
sätze entwickelt sind, verdickt sich bei älteren Thieren die Ansatzstelle in auffallender Weise und bildet einen 
dicken breiten Stiel. Die Durchschiiittsfläehe, sowie die Innenseite der Testa ist bei jungen und erwachsenen 
Exemplaren stets graulichweiss oder fast rauchgrau. letztere hie und da mit einzelnen lichteren oder 
dunkleren Flecken versehen. In der inneren Structur stimmt sie fast ganz mit der vorigen Art überein. 

Der Innenkörper löst sich von der Innenseite der Testa ziemlich schwer los, er zeigt meist eine querovale 
oder nierenförmige Gestillt und eine mehr oder weniger gelblichrothe oder fleischähnlielie Färbung. Zwischen 
den dicht gewobenen Muskelzügen der Tunica scheint häufig, namentlich an den Seitenflächen, sowie gegen 
den unteren Rand hin ein lichtgelbliches Stratum hindurch. 

Der Ingestionscaniil zeigt gewöhnlich eine initiiere Länge und ist an der Innenseite, namentlich gegen 
die Rückenseite bin meist längsgefaltet und in seinem Anfangs tb eile dunkelroth gefärbt. Die Kingniembran ist 



Untersuchungen übe?- die Tunicaten des adriatisclien und, Mittelmeeres. 247 

ziemlich breit, der freie Rand derselben bei jungen Exemplaren niemals eingebuchtet, wie bei der vorigen 
Ait, sondein höchstens leicht gekerbt (Tat. II, Fig. 4 c). Bei älteren Exemplaren zeigt sich diese Membran 
jedoch mannigfach verändert. Am häutigsten ist sie in Form krausenärtig gewundener Lappen nach hinten 
-cwcndet und jede Krausenfalte begrenzt dann einen gesonderten Communicationscanal zwischen Ingesrions- 
rolir und Kiemenhöhle (Taf. I, Fig. 11 c). Schrott verdicken sich auch die Ränder der Ringmembran uml 
zeigen dann knotige Anschwellungen, die gewöhnlich mit den verdickten Längsfalten des Iugestionsrohres 
unmittelbar zusammenhängen (Taf. I, Fig. 10), oder einzelne benachbarte Längsfalten verwachsen nach unten 
hin zu einem längeren oder kürzeren Rohre (Taf. II, Fig. 6). In den beiden letzteren Fällen stellt sich eine 
Art von Insufticienz des Klappenapparates her, indem ein vollkommener Verschluss der Communieations- 
öffnung hier nicht mehr so leicht möglich ist, während dagegen die Zufuhr der Stufte immer gesichert 
bleibt. 

Die Tentakel sind verästelt und liegen in einer Zahl von 20 — 30 an der Basis der Ringmembran. Die 
Praebranchialzone ist glatt, das Flimmerorgan ziemlich weit nach rückwärts gelagert und in der Form mit 
jenem von M. vulgaris übereinstimmend. 

Die Dorsalfalte ist glatt und verläuft wie in der vorigen Art. Die Schlundöffnung liegt ziemlich weit 
rückwärts in vertieftem glatten Felde. 

Der Kiemensack zeigt beiderseits sieben ziemlich lange, wenig gekrümmte und hinter der Schlundöffnung 
coiivergireude Falten. Die Längsgetässe rippenartig vorspringend, die Quergetässe welche sich mit ihnen 
unter rechtem Winkel kreuzen, ziemlich weit. Jedes Viereck in dem Gitternetz mit 5 — 6 länglichen Spalt 
Öffnungen und durch ein schmales Quergefäss wieder halbirt. Gewöhnlich sind die Kiemengefässe mit Blut- 
körperchen strotzend gefüllt, und zwar kann man grössere und kleinere unterscheiden. Erstere sind dunkel- 
braun und meist den Wandungen der Gefässe angelagert, die letzteren zahlreicheren gelblich gefärbt. Die 
Anwesenheit dieser gelben Blutkörperchen bedingt das gelbliche Aussehen des Kiemensackes und der 
Tunica. 

Der Darmcanal linksseitig. Der Magen von mittlerer Grösse, mit mehrlappiger Leber an der Oberfläche. 
Der Darmcanal in Bezug auf Länge und Verlauf ganz wie bei voriger Art beschaffen und in seiner grössteu 
Ausdehnung von der Geschlechtsdrüse bedeckt. 

Die Geschlechtsorgane erstrecken sich zu beiden Seiten des Körpers vom Vorder- bis zum Hinterende in 
Form von 4 — 5 ziemlich grossen, unmittelbar an einander stossenden und durch einen Ausführungsgang ver- 
einigten Lappen (Taf. II, Fig. 4 g). Der Ausführungsgang mündet unmittelbar neben der Kloakenöffnung. 
Bau der Geschlechtsdrüsen wie bei vorhergehender Art. Endocarpen nur im vordem Umfange des Peribran- 
chialraumes sichtbar. 

In der Körpergrüsse steht diese Art der vorigen ebenfalls nicht nach, da Exemplare von 8 — 9 Cm. nicht 
selten sind. Die fremden Körper, welche der Oberfläche aufsitzen, sind nach dem Standorte verschieden, ganz 
besonders Sandkörnchen oder kleine Steinchen, Muschelfragmente, kleine Schnecken, Bryozoen, Foramiiii- 
feren, Bruchstücke von Echinodermenschalen, Korallen, Algen u. dgl. In Bezug auf die Verbreitung rindet 
sich diese Art ebenso häutig wie die vorige im ganzen adriatisclien und mittelländischen Meere. 

Microcosinus scrotum D. Chiaje. 
Tat II, Fig. 5—6. 

Unter diesem Namen beschreibt Delle Chiaje ' eine im Golfe von Neapel aufgefundene Art in folgender 
Weise: „Corpo scrotiforme, giallo fosco, integuineiito liscio, rugoso, cartilagineo, poche linee crasso. coinpatto. 
contrattile; tubo branchiale lunghissimo, dritto, biancastro, con 4 angoli rossicci riniti in acuminata apertura 
;i quadrnplici lobi trigoni, l'anale simile, brevissimo e divaricato dall' antecedente. Rinviensi solitaria ed 



1 Delle Chiaje, CyiUhia scrotum I. c. Tom. III, p. 17. Tab. 83, Fig. 3. 



248 Oam.il Heller. 

aggregata con altri grandi e piccoli suoi individui fra le crepaccie degli scogli, merce ninno o piccolo attacco. 
E la piu grande specie di ascidia de! uostro porlo". 

Ich fand mehrere Exemplare dieser von C hin je beschriebenen Form sowohl im adriatischen als auch im 
mittelländischen Meere. Sie unterscheidet sich aber von .1/. polymorphus blos durch die ausserordentliche 
Länge des Ingestionscanales, stimmt aber sonst in jeder Beziehung mit dieser Art vollkommen überein, so 
dass ich sie blos für eine Varietät von ihr halten kann. Es lassen sich bei dieser vielgestaltigen Art über- 
haupt auch in der Form und Länge des Aufnahmsrohres zahlreiche Übergänge von einem mittellangen 
Branchialsipho bis zu dein lang ausgezogenen Ingestionsrohre von .1/. an-., tum nachweisen. 

Microcosmus claudicans S a v. 

Taf. II, Fiff. 7, 8. 



Diese von Savigny ' aufgestellte Art charakterisirt sich hauptsächlich durch die grössere Anzahl und 
die meist asymmetrische Anordnung der vorspringenden Kiemenfalten. Am häufigsten finden sich acht Falten 
auf der einen und neun Falten auf der anderen Seite, seltener 9 und 10 Falten. Nach Kupffer 2 , der diese 
Art in der Nordsee beobachtete, sollen die Kiemenfalten auch öfters symmetrisch vertheilt sein und sich 8 oder 
9 Falten auf jeder Seite vorfinden. 

Die Körperform variirt auch bei dieser Art mannigfach, sie ist im Allgemeinen rundlich oder unregel- 
mässig ellipsoidisch, conisch oder eiförmig. Die Öffnungen ziemlich weit abstehend, auf conischen, stumpf 
vierkantigen Siphonen, die Auswurfsöffnung beiläufig in der Mitte des oberen Randes, seltener hinter der 
Mitte, beide vierspaltig. Die Siphonen bald länger, bald kürzer. Die Körperoberfläche stets stark gerunzelt, 
die Runzeln in jeder Richtung verlaufend, blos auf den Siphonen mehr quer gelagert, ihre Oberfläche rauh 
und mit feinen Börstchen oder Härchen besetzt, an welchen meist Sandkörnchen und andere fremde Körper 
festsitzen. Nach rückwärts gegen die Haftstelle hin gehen häutig fadenförmige oder lappig verzweigte Fort- 
sätze aus. 

Die Testa ist lederartig, fest, undurchsichtig, von massiger Dicke, an der Oberfläche bräunlichgraü oder 
löthlich, an der Durchschnittsfläche und Innenseite weiss. Die innere Tunica ist ziemlich fest mit jeuer ver- 
bunden, von gelblicher Farbe, die Muskelwandung dicht. 

Der Ingestionscaiial von massiger Länge, die Ringmembran ganzrandig oder höchstens leicht gekerbt. 
Tentakel 14—18, verästelt. Die Praebranchialzone glatt. Das Flimmerorgan rundlich mit spiralig einwärts 
gekrümmten Endschleifen. Die Dorsalfalte glattraudig. Die Schlundöffnung ziemlich weit rückwärts. 

Die Kiemenfalten sind massig gekrümmt, am Hinterende des Sackes convergirend. Jede Falte mit 10 — 1 1 
genäherten rippenartigen Längsgefässen, die Quergefässe bilden mit ihnen längliche viereckige Felder, in 
welchen lange, schmale, gerade Kiemenspalten verlaufen, durch ein seeundäres dünnes Quergefäss wieder 
halbirt. 

Der Darmeanal verhält sieh wie in den früher besprochenen Arten, nur reicht die Darmschlinge nicht so 
weit nach vorwärts. Die Genitaldrüsen (Taf. II, Fig. 8 g) sind auf beiden Seiten entwickelt; jene der linken 
Seite bedeckt fast den ganzen Darm, mit Ausnahme des Magens und Mastdarmes, jene der rechten Seite liegt 
ziemlich weit rückwärts und ist weniger umfangreich als die gegenüberliegende. Ihre Oberfläche ist weniger 
in Lappen zerfallen, stimmt aber sonst im Bau mit den übrigen Arten überein. 

Diese Art findet sich im adriatischen und mittelländischen Meere nicht selten, gewöhnlich anderen Arten, 
namentlich Polycarpa variwns aufsitzend. Sie erreicht nie die beträchtliche Grösse der anderen Mioroöosmus- 
Arten, sondern zeigt höchstens eine Länge von 2 — 3 Cm. 



1 Savigny, Cynthia claudicans 1. c. p. löü, pl. II, Fig. 1. 

'-' Kupffer, Bericht über die Resultate der in den Jahren 1871 und 187-2 ausgeführten Expedition Kur Wissenschaft- 
lichen Erforschung der Nord- und Ostsee. VII, Tunicata, p. 216. 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 249 

CYNTHIA s. str. (Sav.). 

Die Testa lederartig, fest. Aufnahm* und Auswurfsöffnung vierlappig, ohne Augenflecken. Die Tunica 
dick, aus eng gewobenen Muskelsträngen bestellend. Eine Ringfalte im Ingestionscanal entwickelt. Die 
Tentakel verästelt. Der Kiemensack gefaltet, beiderseits mehr als vier Falten, das Kiemengitter nicht unter- 
brochen, die Spaltöffnungen länglich, regelmässig angeordnet. Die Dorsalfalte am Rande mit dünnen Fort- 
sätzen besetzt. Der Magen mit lappiger Leber an der Oberfläche, der Darm eine weite offene Schlinge 
bildend, im Innern ohne vorspringende Leitfalte. Die Genitaldrüsen beiderseits entwickelt in Form einfacher 
oder gelappter Schläuche. 

Von der Gattung Microcosmus ist somit Cynthia verschieden durch den mit Fortsätzen versehenen Rand 

der Dorsalfalte, durch die weite offene Schlinge des Darmes und durch die abweichende Gestalt der 

Genitaldrüsen. 

Cynthia papulosa L. 

Tat". II, Fig. 9. 

Ascidia papulosa Liinic, Syst. natur. Edit. XII, tom. I, g. 287, Nr. 1. — f'uvier, Mem. tln Mus. d'hist. natur. tom. 3, pl. II, 
li^-. 1—3. — Cynthia papillata Savigny, Mein, sur les Anim. sana Vertfebres, tom. II, p. 148, pl. VI, fig. i. 

Diese Art ist schon in ihrer äusseren Form so charakteristisch, dass man sie leicht von allen andern 
unterscheiden kann. Ihr länglieh ovaler Körper sitzt an der Basis fest und sendet hier zahlreiche einfache 
oder verästelte wurzeiförmige Ausläufer ab. Die beiden Öffnungen liegen auf kurzen rundlichen Siphonen, 
die Aufnahmsöffnung ist gerade nach vorn hin gerichtet, die Auswurfsöffnung in kurzer Entfernung davon, 
jedenfalls vor der Mitte, nach oben und vorn gewendet, erstere stets vierlappig, letztere häutig querspaltig, 
beide am Kunde mit langen aufrechten Borsten besetzt. Während bei den übrigen ( 'yntkt'a- Arten die Ober- 
fläche gewöhnlich gerunzelt erscheint, ist dies hier nicht der Fall, sondern die ganze Fläche ist mehr eben 
und zeigt zahlreiche rundliche, von einander deutlich abgegrenzte Feldchen, und jedes Feldchen erhebt sich in 
der Mitte zu einem spitzen Höcker. Je weiter nach vorn, desto zugespitzter erscheinen die Höcker. Dabei ist 
die Oberfläche meistens ganz frei von fremden Körpern , Mos in der Nähe der Basis siedeln sich ein- 
zelne an. 

Die Testa ist verhältnissmässig dünn, aber fest, zäh, lederartig, undurchsichtig, an der Oberfläche schön 
roth gefärbt, an der Innenseite graulieh oder gelblichweiss. Sie besteht aus einer deutlich faserigen Grund- 
substanz, in welcher aber nicht sämmtliche Fasern in einer Richtung verlaufen, sondern über einander liegende 
Schichten bilden, die sich kreuzen. Nur ganz nach aussen hin zeigt die Grundmasse keine Streifung, sondern 
erscheint hier als ein gelblicher hyaliner Saum, welcher sich auch auf die Stachelhöcker fortsetzt. In der 
Grundmasse zerstreut, und zwar in der faserigen ebenso wie in der hyalinen liegen zahlreiche kleine spindel- 
förmige Zellen, ferner in den tieferen Lagen der Testa auch grössere, körnige Pigmentzellen. 

Der Inuenkörper ist immer mit der Testa fest verbunden. An der Basis tritt überdies ein dünner stiel 
artiger Fortsatz zur Innenseite der Cellulosehülle hin, in welchem einige grössere Gefässstämme verlaufen. 
Die Tunica bildet eine ziemlich dicke und zusammenhängende Muskelschichte, an welcher namentlich im 
vorderen Umfange die Hingfaserlage sehr entwickelt erscheint. 

Der Ingestionscanal hat nur eine geringe Länge, an der Innenseite ist er meist etwas längsgerunzelt und 
besonders unmittelbar hinter dem Eingange mit rauhen Körnchen besetzt. An der Stelle der sonst dünnen 
Ringmembran zeigt sich eine Reihe unregelmässiger Längswülste, zwischen denen schmale Furchen nach 
rückwärts zur Kiemenhöhle fuhren. 

Die Tentakel stehen an der Basis der erwähnten Längswülste, 24—30, längere und kürzere abwechselnd 
und sind stets verästelt. Die Praebranchialzone* glatt. Das Flimmerorgan auf vorspringendem Höcker mif 
spiralig einwärts gerollten Schleifen. 

Der Kiemeusack ist ziemlich lang. Die in ihm verlaufende Dorsalfalte tritt rückwärts neben derSchluud- 
öflnung nach links zu den Hinterenden der Kiemenfalten und ist an ihrem freien Hände der ganzen Länge 

Douksrhnfltm der uiiuhcni.-n;aur\v Cl. XWVII Bd. 32 



2:'0 Camil Hei Irr. 

nach mit ziemlich langen, tliinncn, spitzen Fortsätzen besetzt. Die Schlundöffnung liegt etwas vor dem Hinter- 
ende des Kiemensackes. Auf jeder Seite desselben springen acht ziemlich hohe Längsfalten vor, die nach 
rückwärts neben der Schlundöffnung convergiren. Das Gitternetz der Oberfläche bildet durch Kreuzung der 
stärkeren Längs- und Quergefässe regelmässige viereckige Felder, in welchen je 8 — 9 schmale, lange Kiemen- 
spalten verlaufen, die durch ein dünneres Quergefäss wieder getlieilt werden. 

Der Magen ist ziemlich gross, an der Innenseite mit mehreren vorspringenden Längsfalten versehen und 
an der äusseren Fläche von einer umfangreichen, in mehrere Lappen gespaltenen Leber bedeckt. Vom Magen 
steigt dann der Darin (Taf. II, Fig. 9 in) zuerst nach vorn, krümmt sich aber bald nach oben und etwas nach 
hinten, wodurch eine weite offene Schlinge nach rückwärts gebildet wird, und geht dann unter starker Biegung 
nach vorn in den ziemlich langen Enddarm über, welcher vor der Mitte in die Kloake ausmündet. Eine innere 
Leitfalte fehlt. Der After ist durch einen seitlichen Einschnitt in eine obere und untere grosse Lefze gespalten, 
die wieder an ihrem Rande wellig gekrümmt und gezähnelt sind. Der Kloakenspalt ist quer, von einem vor- 
springenden Rande begrenzt und auf jeder Seite rinnenartig ausgebuchtet. 

Die Geschlechtsdrüsen (Taf. II, Fig. !• </) erscheinen beiderseits als lange, schlingenartig gekrümmte 
Schläuche, deren beide Vorderenden in kurze Ausführungsgänge übergehen, welche neben der Kloake aus- 
münden. Der linke Schlauch bedeckt mit seinen beiden Schenkeln den grössten Theil des Mitteldarmes und 
reicht mit dem Hinterende bis gegen den Magen hin. 

Besonders auffallend tritt bei dieser Art die starke Entwicklung der Endocarpen hervor, die als rundliche 
oder keulenförmige, an ihrer Basis etwas verschmälerte Säckchen von der inneren Oberfläche der Tuuica in 
den Peribrauehialraum hineinragen. Sie sind im Innern meist mit zahlreichen Blutkörperchen angefüllt und 
stehen mit dem Gefässsysteme des Hautmuskelsclilauches im Zusammenhange, und ihr Hauptzweck scheint 
darin zu bestehen, eine zu starke Stauung des Blutes in einzelnen Gefässbezirken zu verhindern. Andeutungen 
solcher Endocarpen finden sich schon bei der Gattung Asctdia, jedoch sind sie dort viel kleiner, und wurden 
von mir bei Ascidia mentula an der Innenseite der Tunica als zapfenartige Vorsprünge beobachtet und 
beschrieben '. 

Die Art ist nicht blos im adriatischen, sondern auch im mittelländischen Meere sehr häufig. Aus letzterem 
wird sie auch von Delle Chiaje, Costa und Philipp! erwähnt. Grössere Exemplare derselben können 
eine Länge von 7 — 8 Cm. erreichen. 

Cynthia scutellata uov. sp. 

Tat'. II, Fig. 10—1-2. 

Sowohl in der äusseren Körperform, als in den inneren Organisationsverhältnissen ist diese Art von der 
vorigen wesentlich verschieden, indem der Körper wieder mehr rundlich, au der Obertläelie flach gerunzelt 
und am Kiemensacke nur mit 7 vorspringenden Längsfalten beiderseits versehen ist. 

Der im Allgemeinen rundliche Körper hat häutig eine retortenähnliche Gestalt (Taf. II, Fig. 11) mit weit 
von einander entfernten, auf conischen Vorsprängen liegenden vierspaltigen Öffnungen, die Aufnahmsöffnung 
nach vorn und oben, die hinter der Mitte befindliche Auswurfsöffnung ebenfalls gewöhnlich nach oben gerich- 
tet, zwischen beiden eine Ausbuchtung, der entgegengesetzte ventrale Rand lang und stark convex gekrümmt. 
Au diesem Bande ist der Körper auch gewöhnlich festgeheftet, die Haftstelle meistens klein. 

Die Körperoberfläche zeigt sieh gerunzelt, doch haben die Runzeln immer eine sehr charakteristische 
Form. Sie erscheinen nämlich immer an ihrer Oberfläche mehr oder weniger abgeplattet und ähneln kleineu 
unregelmässigen Schildchen, welche an ihrer Fläche wieder kleinere Runzeln oder Höcker tragen (Tat. II, 
Fig. 10). Neben diesen flachen Erhabenheiten finden sich aber meist auch gewöhnliche, einfache Runzeln und 
Falten, namentlich gegen die beiden Öffnungen hin. Die Färbung ist gewöhnlich gelblich oder bräunlichweiss, 
die Oberfläche nur weuig mit fremden Körperu bedeckt. 



1 C. Heller, Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Bd. XXXIV. p. 4, Tat'. IV. Fig. 1. 



Untersuchungen über die Tunicaten den adriatischen und Mittelmeeres. 251 

Die Testa ist fest, lederartig', undurchsichtig, nur gegen die Ansatzstelle hin mehr verdickt, sonst von 
massiger Stärke, auf der Durchsehnittsfläche graulichweiss, nach innen gelblich weiss. Sie besteht aus einem 
dichten Filz feiner Fibrillen mit ein/einen zerstreuten Zellen. 

Der Innenkörper hängt ziemlich fest an, die musculöse Tuniea von massiger Dicke. Der conische 
Ingestionscanal ist an der Innenfläche nur wenig gerunzelt, die Ringmembran deutlich entwickelt, längsfaltig, 
der freie Rand derselben einfach, ungetheilt, leicht wellig gekrümmt. Die Tentakel stehen zu 20 an der Basis 
dieser Membran, grössere und kleinere abwechselnd, verästelt. Die Praebranchialzone glatt, die an ihrem 
Hinterrande verlaufenden Flimmersäume ziemlich weit nach rückwärts zusammenstossend. Das Flimmerorgan 
oval, mit spiralig nach innen gewendeten Endschleifen. 

Der Kiemensack von der Länge des Körpers mit. sieben an beiden Seiten vorspringenden, ziemlich hohen 
Längsfalten, die nach rückwärts neben der Schlundöffnung convergiren. Die viereckigen Felder des Gitter- 
netzes sind breiter als lang, mit 5 — ii länglich ovalen Spaltöffnungen, ein seeundäres schmales Quergefäss 
sehr häufig nicht entwickelt, Die Dorsalfalte (Taf. II, Fig. 12 d) am freien Lande mit schmalen, langen 
Züngelchen besetzt. Die Schlundöffnung ziemlich weit nach rückwärts gerückt. 

Der Magen ist klein, mit gelappter Leber an der Oberfläche. Der Darm steigt bis zur Mitte des Körpers 
nach vorn und wendet sich dann unter einem starken Bogen wieder nach hinten, ohne jedoch den Magen zu 
erreichen, und mündet beiläufig unter der Schlundöffnung in die Kloake. Die Schlinge, welche auf diese Weise 
durch den nach rückwärts verlaufenden Darmschenkel gebildet wird, ist eine ziemlich weite. In ihr liegt die 
linksseitige Geschlechtsdrüse eingeschlossen. Der Land der Aftermündung zeigt sich leicht gekerbt. Die 
Kloakenspalte ist quer gerichtet, mit vorspringendem, nach aussen hin grubig eingedruckten Rande 
versehen. 

Die Geschlechtstheile (Taf. II, Fig. 12 d) bilden zwei symmetrisch gelegene längliche, an ihrer Oberfläche 
leicht gelappte Drüsen, die eine auf der rechten, die andere auf der linken Seite dem Hautmuskelschlauche 
anliegend. Beide gehen nach rückwärts in einen Ausführungsgang über, der beiderseits neben der Kloaken 
spalte ausmündet. Endocarpen linden sich nur in geringer Anzahl vor. 

Die Körpergrösse ist nicht sehr bedeutend, die Körperlänge übersteigt nur selten ■'! Cm. Ich fand diese 
Art bisher nur im adriatischen Meere und zwar zu Lesina in Dalmatien. Sie ist bedeutend seltener im Ver- 
gleiche zu den bisher aufgeführten Arten 



i 



Cynthia dura dov. sp. 

Taf. III, Fig. 1—5.. 

Diese Art stimmt mit '_'. squamulosa und mit der in der Nordsee vorkommenden C. echtnata darin überein, 
dass der Kiemensack auf jeder Seile nur (> vorspringende Falten zeigt. Dagegen lassen sieh die genannten 
drei Arten namentlich durch die Form und Beschaffenheit ihrer Testa leicht von einander unterscheiden. 

Die vorliegende Art zeichnet sich namentlich durch die Starrheit und Härte ihrer äusseren Hülle aus. 
Der Körper ist nur bei jüngeren Exemplaren (Fig. 2) mehr rundlich, bei erwachsenen gewöhnlich länglich 
eitörmig oder nierenförmig, manchmal etwas abgeplattet (Fig. 1 ). Die beiden Öffnungen stehen ziemlich ent- 
fernt von einander, die Aufnahmsöffnung auf einem nach vorn und oben gerichteten Vorsprunge, die Aus- 
wurfsöffnung gegen die Mitte hin auf dickem, warzenartigen Fortsatze, beide vierspaltig. Die Anheftungs- 
stelle findet sich gewöhnlich auf der Ventralseite und ist oft sehr gross, scheibenartig ausgebreitet. 

Die Oberfläche ist äusserst rauh und uneben, indem sich zahlreiche grobe Runzeln, Höcker und condylo- 
matöse Wucherungen über dieselbe erheben, welche an ihrer Fläche wieder kleinere Runzeln, Körner und 
Börstchen tragen. Nach oben gegen die Mündungen hin sind, die Höcker und Fortsätze stets länger und 
spitzer und bilden hier auch vier gegen die Öffnungen convergirende Wülste. Auf den Seitenflächen, sowie 
gegen die Basis hin sind sie dagegen meist kürzer, und erscheinen entweder als stumpfe warzige Höcker, oder 



Mittlerweile erhielt ich auch Exemplare dieser Art durch Herrn Prof. Giard von der französischen Küste. 

32* 



252 Garn il Heller. 

sogar als flache, erhabene Feldchen. Im letzteren Falle ist die Oberfläche mosaikartig gefeldert, die klei- 
neren Feldchen können entweder glatt oder concentriseh gestreift sein (Fig. 3). In den Furchen zwischen 
den einzelnen Runzeln und Vorsprängen haften verschiedene fremde Körper an den hier vorhandenen kleinen 
Börsteben fest, oder sitzen der Oberfläche unmittelbar auf. Die Körperfarbe ist bald lichter, bald dunkler 
braun 

Die Testa ist äusserst hart und fest, fast hornartig, an einzelnen Stellen mehr, an anderen weniger dick. 
Auf der Durchschnittsfläche, sowie an der Innenseite ist sie weiss, an letzterer mit Perlmutterglanz. Die 
mikroskopische Untersuchung lehrt, dass sie ähnlich wie bei ('. papulosa aus einer inneren helleren und einer 
äusseren dunkleren Zone besteht. Erstere zeigt feine fibrilläre Längsstreifung, letztere ist dagegen ganz 
homogen und gelb gefärbt. In beiden finden sich ziemlich zahlreiche kleine rundliche oder spindelförmige 
Zellen vertheilt (Fig. 4). An einzelnen Stellen erreicht die äussere gelbe Schichte eine beträchtliche Mächtig- 
keit, an anderen ist sie wieder dünner. 

Der Innenkörper hat eine länglich-eiförmige Gestalt, die Tunica gelblichroth, mit der Testa. fest ver- 
bunden, ziemlich dickwandig, namentlich nach oben hin, wo die Ringfaserschichte sehr entwickelt ist, während 
gegen den unteren Rand hin nur die Längsfaserstränge sichtbar bleiben. 

Der Ingestionscanal von massiger Länge, an der Innenseite oft längsgefaltet, die Längsfalten bei älteren 
Exemplaren am Hinterende manchmal knotig verdickt. Die Ringmembran wenig entwickelt, nieist blos einen 
einfachen, schmalen Wulst vor dem Ursprünge der Tentakel bildend. Die Tentakel 24—30, grössere, und 
kleinere abwechselnd, verästelt. Die Praebranchialzone glatt, die Area, in welcher das Flimmerorgan liegt, 
ziemlich gross, dreieckig; das Flimmerorgan selbst hufeisenförmig mit einwärts gekrümmten Endschleifen. 

Der Kiemensack nimmt die ganze Länge des Körpers ein, auf seiner Fläche springen beiderseits sechs 
Längsfalten vor, die massig gekrümmt nach rückwärts verlaufen und neben und hinter der Schlundöffnung con- 
vergiren. Die beiden oberen sind kürzer wie die vier unteren, welche in ziemlich gleicher Höhe nach vorn ent- 
springen. Die Längsgefässe treten an der Oberfläche mehr vor als die Quergefässe. Die durch ihre Kreuzung 
entstehenden Felder sind quadratisch, aber durch ein dünnes Quergefäss wieder in ein vorderes und hinteres 
Rechteck getheilt. In jedem Felde linden sich 4—5 ziemlich grosse, länglich ovale Spaltöffnungen, die parallel 
mit den Längsgefässen verlaufen. 

Die Dorsalfalte (Fig. 5 d) erstreckt sich nach rückwärts zur Schlundöffnung und wendet sich dann links 
neben derselben zum Hinterende der Kiemenfalten. In ihrem Anfange, unmittelbar hinter dem Flimraerorgane, 
zeigt sie einen einfachen glatten Rand, im weiteren Verlaufe dagegen ist sie mit einer Reihe schmaler, lanzett- 
licher Läppchen, in welche sich unmittelbar die Quergefässe der Kieme fortsetzen, bedeckt. Diese Anhänge 
sind auch noch an jenem Theile der Dorsalfalte sichtbar, welcher längs dem Hinterende der Kiemenblätter 
verläuft. 

Die Schlundöffnung liegt etwas vor dem Hinterende des Kiemensackes und erscheint als eine längliche 
Spalte mit rechtsseitig verdicktem Rande. Der Oesophagus geht bald in den länglichen, wenig erweiterten 
Magen über, mit welchem eine grosse lappige Leber (Fig. 5 K) in Verbindung steht. Der Darm (Fig. 5 in) 
bildet eine grosse, nach hinten offene, weite Schlinge. Der Darm steigt nämlich vom Magen zuerst nach vorn 
bis über die Mitte des Körpers, wendet sich dann unter einem nach vorn convexen Bogen nach unten und 
hinten bis in die Nähe des Magens, ohne jedoch diesen oder den Oesophagus zu berühren, und geht in den 
kurzen Mastdarm über, der schief nach innen verläuft und in die Kloake ausmündet, Der Rand des Afters ist 
glatt, ungezähnt. Eine innere Darmleiste ist nicht vorhanden. 

Die Geschlechtsorgane (Fig. 5 g) bestehen beiderseits aus einem langen, fast die ganze Länge des Pe'ri- 
branchialraumes einnehmenden Ovarium, das aus einer Doppelreihe rundlicher oder mehreckiger Läppchen 
zusammengesetzt ist, aus denen ein gemeinschaftlicher Oviduct nach hinten und innen zur Kloake führt und 
hier ausmündet. Auf der linken Seite wird das Ovarium von der Darmschlinge nnifasst, setzt sich jedoch 
gewöhnlich über dieselbe nach vorn noch mit einigen Läppchen fort. Die männliche Geschlechtsdrüse 
(Fig. 5 gt) erscheint in Form einer dünnen graulichen, feinlappigen Masse, welche unmittelbar an der Innen- 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 253 

seite der Tnnica sich ausbreitet. Unter dem Eierstocke ist sie zu einer mehr gleichmässigen Lage verdichtet, 
von welcher nach oben schmälere Fortsätze ausgehen. Am Hinterende geht ein van deferens hervor, das zur 
Kloake verläuft. 

Endocarpen fehlen an der Innenwand der Tunica fast vollständig, nur an der inneren Seite des Dach 
rückwärts verlautenden Darmschenkels sind einige sichtbar. 

Die grössten Exemplare dieser Art erreichten eine Länge von 5—6 Cm. und eine Breite von 2 l / z — 3 Cm., 
häufiger jedoch bleiben die Thiere hinter dieser Grösse bedeutend zurück. Auffallend ist bei den kleineren, 
jüngeren Tbieren, dass die Oberfläche mehr höckrig und warzig erscheint, während das gefelderte Aussehen 
der Oberfläche sich nur bei älteren Thieren vorfindet; auch zeigt die aussen' Haut bei jüngeren Individuen 
niemals jene aullallende Härte and »Starrheit, wie sie constant bei älteren, ausgewachsenen Thieren beob- 
achtet wird. 

Ich fand diese Art sowohl im adriatischen als auch im mittelländischen Meere, in ersterem zu Triest und 
Lesina, in letzterem zu Neapel. 

Cynthia squa/miilosa AI der. 

Tat. III, Fig. 6. 

Die vorliegende Art scheint mit der von Alder ' unter obigem Namen beschriebenen Species identisch 
zu sein. Sie unterscheidet sich von der vorigen Art hauptsächlich durch die grössere Weichheit und Dünne, 
sowie geringere Rauhigkeit der Baut. Der Körper ist eiförmig oder rundlich, bräunlich oder gelblichweiss, 
manchmal mit einem violetten Anfluge. Die Öffnungen liegen auf rundlichen warzenförmigen oder conischen 
Vorsprüngen, die Aufnahmsöffnung am Vorderende, die Auswurfsöffnung weiter rückwärts gegen die Mitte hin, 
beide vierspaltig. Die Hautoberfläche ist auch gerunzelt, doch sind die Runzeln meistens niedrig und glatt, 
oder finden sich statt derselben rundliche, flache Hervorragungen in Form von Feldchen oder Schildchen, die 
durch niedrige Furchen von einander getrennt und an ihrer Fläche wieder gestreift oder leicht gerunzelt sind. 
In der Umgebung der Mündungen finden sich gewöhnlich vier stumpfe convergirende Längsrippen. 

Die Testa ist niemals so fest und hart wie bei der vorigen Art, sondern immer etwas weicher, auch 
gewöhnlich dünner, die Innenfläche weiss. Die Tunica ist auch verhältnismässig dünn. Die Tentakel sind 
verästelt, sonst schlank. Der Kiemensack zeigt beiderseits 6 Kiemenfalten und eine mit dünnen Fortsätzen 
bedeckte Dorsalfalte. Der Darm bildet eine weite Schlinge, doch scheint er sich niemals so weit nach vorn 
v.u erstrecken wie bei 0. dura. Auch sind die Ovarien, welche zwar in der Form übereinstimmen, hier 
beträchtlich kürzer. Die Endocarpen sind in grösserer Anzahl vorhanden. 

Die Thiere sind an ihrer Oberfläche selten mit fremden Körpern bedeckt und sitzen an ihrem Hinter- 
ende nur mit kleiner Fläche fest. Ihre Körperlänge beträgt o — 4 Cm. 

Fundort: Im adriatischen Meere zu Lesina nicht selten. 

. STYELA s. str. (Savigny). 

Die Testa lederartig oder cartilaginös. Aufhahms- und Auswurfsöffhung vierlappig, ohne Augenflecken. 
Die Tunica von verschiedener Dicke, eine zusammenhängende Muskelhülle bildend. Die Ringfalte im Ingestions- 
canal wenig entwickelt. Die Tentakel einlach, unverzweigt. Der Kiemensack gefaltet, jedoch nie mehr als 
vier Falten auf einer Seite; das Gitternetz nichi unterbrochen; die Spaltöffnungen länglich, regelmässig ange 
ordnet. Die Dorsalfalte mit glattem Rande. Der Magen im Innern längsgefaltet, an der Aussenseite glatt, der 
Darm eine enge Schlinge bildend, häufig mit einer Leitfalte im Innern. Die Ovarien einfache oder gelappte 
Schläuche. 

Diese Galtung unterscheide! sich von den beiden früheren durch die geringe Anzahl der Kiemenfalten, 
durch den Besitz einfacher Tentakel und den Mangel einer äusseren gelappten Leber. 

1 Alder, Observation« on the British Tunicata. Annais and Magaz. of Natur. ETistory. III. Ser. 1863 



254 Gamil, HelUr, 

Im adriatischen und Miftelmeerc kommen von dieser Gattung zwei Arten vor, nämlich Styela oanopoides 
und St. gyrosa. In den nördlichen Meeren treten noch hinzu: St. rustica, St. aggregata, St. eomata, St. opalina 
und St. glaciah's. 

Slyela canoiwide-s nov. sp. 
Tat". VI, Fig. 1—3. 

Der Körper rundlieh, meist in die Länge gezogen, oval, mehr oder weniger gewölbt, an der Oberfläche 
ziemlich stark und unregelmässig gerunzelt oder mit vorspringenden rundlichen Höckern und Wülsten besetzt, 
die Runzeln und Höcker wieder mit Körnchen und Börstchen bedeckt, nur bei jungen Exemplaren mehr glatt. 
Die Anheftung geschieht gewöhnlich am hinteren Körperende mit kleiner Fläche. Die beiden Öffnungen sind 
ziemlich genähert, die Aufnahmsöffnung gerade nach vorn, die Auswurfsöffnung in geringer Entfernung hinter 
derselben nach vorn und oben gerichtet, beide quadratisch, aui kurzen, vierkantigen Siphonen aufsitzend, 
die im contrahirten Zustande als kleine rundliche Wärzchen erscheinen. Die Färbung des Mündungsrandes 
ist roth. 

Die Testa ist meistens ziemlich dick, lederartig, undurchsichtig, auf der Durchschnittsfläche und an der 
Innenseite weiss, während die Oberfläche gewöhnlich mehr oder weniger braun gefärbt erscheint. Sie besteht 
aus einer längsstreifigen hellen Grundsubstanz mit einzelnen kleinen Zellen und ist gewöhnlich von einigen 
Gelassen durchsetzt. Der Innenkörper ist ziemlich fest mit ihr verbunden, die röthlichgefärbte Tunica bildet 
eine zusammenhängende dichte Muskelmembran. 

Im Ingcstionscanal zeigt sich die innere Fläche meist längsgefaltet; die Tentakel sind einfach, zugespitzt, 
in der Zahl von 24 — 30 entwickelt, die Praebranchialzone glatt, das Flimmerorgan hufeisenförmig mit einwärts 
gekrümmten Endschleifen. 

Der Kiemensack erstreckt sich durch den ganzen Körper und zeigt beiderseits vier gekrümmte Längs- 
falten, die nach rückwärts hinter der Schlundöffnung convergiren. Das Gitternetz besteht aus viereckigen 
Feldchen mit laugen schmalen Spaltöffnungen, die durch ein dünnes Quergefäss wieder halbirt werden. 

Die obere mittlere Dorsalfalte ist einfach, glattrandig, ungerippt. Die Schlundöffnung liegt etwas vor dem 
Hinterende in glattem, vertieften Felde. 

Der Oesophagus verbindet sich mit dem Magen unter einem Winkel (Taf. VI, Fig. 3 oe). Der Magen ist 
ziemlich gross, ein länglicher Sack, an der Oberfläche, den innern Längsfalten entsprechend, gestreift (Fig. 3 >•). 
Der von ihm entspringende Darm läuft nicht weit nach vorn, sondern krümmt sich bald unter Bildung einer 
kleinen Schlinge nach hinten, gelangt hier bis zur Mitte des Magens, den er fast unmittelbar berührt und 
steigt dann in schiefer Richtung als langer Enddarm nach oben und vorne (Fig. 3 in). Im Darme selbst springt 
nach innen eine Leitfalte in Form eines rundlichen Wulstes vor. Der Rand des Afters ist mit mehreren Zähnen 
besetzt. 

Von Geschlechtsorganen linden sich beiderseits zwei vollkommen von einander getrennte Ovarien, die als 
längliche geschlängelte Schläuche von hinten nach vorn laufen und mit kurzen Ausführungsgängen in die 
Kloake ausmünden (Fig. 3g). Auf der linken Seite verläuft der obere Schlauch fast parallel mit dem Enddann, 
der andere etwas weiter entfernt von ihm und in mehr schiefer Richtung. Beide liegen hier vor der Darm 
schlinge. Rings umgeben sind die Ovarialschläuche, ganz besonders aber an ihrem Hinterende, von kurzen, 
meist gelappten Hodenschläuchen (Fig. 3 gt), deren Ausführungsgänge sich zu einem i-as deferens vereinigen, 
das längs des Ovariums verläuft und in der Nähe der Kloake ausmündet. Endocarpen finden sich in grösserer 
Anzahl an der Innenwand der Tunica. 

Die vorliegende Art wurde bereits von Delle Chiaje und Philippi im Mittelmeere beobachtet und als 
Gynihia rustica beschrieben. Auch ich hielt die Art anfangs als identisch mit der in den nordischen Meeren 
vorkommenden Form, da sie in der That eine grosse Übereinstimmung mit derselben zeigt. Doch belehrte 
mich später eine nähere Vergleichung mit Originalexcmplaren aus der Nord- und Ostsee, die ich der Güte des 
Herrn Professors Möbius verdanke, dass unsere südeuropäisebe Form doch in mehreren nicht unwesentlichen 



Untersuchungen über die Tunicatru ctes adriatischen und Mittelmeer es. 255 

Funkten von der nordischen Art sieh unterscheide und als besondere Art davon getrennt werden müsse. So 
erscheint bei unserer Art der Körper nach vorn bin gewöhnlich mehr verschmälert und die Auswurfsöffnung 
etwas weiter nach hinten abgerückt, während bei St. rustica meist beide Öffnungen am breit abgerundeten 
Vorderende neben einander liegen. Auch ist bei vorliegender Art die ganze Körperobertläche rauher und mit 
unregelmässigen Blinzeln und Höckern besetzt, ferner ist die Ansatzstelle gewöhnlich sehr klein, während dort 
der Körper mit breiter Fläche aufsitzt. Von Styela canopusSav. unterscheidet sich die Art hauptsächlich durch 
die geringere Länge des Magens und durch die geringere Entwicklung der Darm schlinge, indem bei 
St. canopus der rückwärts verlaufende Darmschenkel Ins gegen tue I Susis des Magens hinaufsteigt, während 
er in unserer Art nur die Mitte des Magens erreicht. Ferner ist der Afterrand bei St. canopus mit langen Fort- 
sätzen besetzt, während er hier einfach gezähnt erseheint. 

Die beobachteten Exemplare zeigten meistens eine Länge von l' 1 /, — 3 Cm. bei einer Breite von H> — 2 Cm. 
Die Körperobertläche war immer nur in geringem Grade mit fremden Körpern besetzt. 

Fundort: Im adriatischen Meere zu Lesina, im Mittelmeere bei Neapel. 

Unter den im adriatischen Meere gesammelten Exemplaren fanden sich auch mehrere, die Abweichungen 
von der typischen Form zeigten. Die Körpergestalt war eine mehr rundliche oder eiförmige, die äussere Hülle 
bedeutend dünner, die Oberfläche nur leicht nach der Quere gerunzelt oder, namentlich gegen die Öffnungen 
hin, not einigen kleinen Höckern oder Körnern besetzt, die Mündungen sehr genähert, aber fest sitzend. In 
der inneren Organisation stimmten sie mit der vorher beschriebenen Art vollkommen überein und bilden viel- 
leicht blos eine Varietät derselben, die ich vorläufig als Var. attenuata bezeichnen will. 

Styela gyrosa mihi. 

Taf. III, Fig. 7 — 1 -J ; Tal'. IV, Fig. 1— S. 

Unter diesem Namen führe ich eine im adriatischen und mittelländischen Meere häutig vorkommende, 
aber bis jetzt nur unvollständig gekannte Art auf. Sie unterscheidet sich von allen übrigen durch die dicke, 
mehr kuorpelartige Aussenhülle, durch die tiefe Furchung, sowie die wulstartigen Vorsprünge an der Ober- 
fläche und durch die auffallende weisse Färbung des Körpers. 

Es ist wohl zweifellos, dass die von Philip pi ' unter dem Namen Cynthia verrucosa beschriebene Art 
mit unserer identisch ist. doch glaubte ich die Benennung desswegen ändern zu müssen, um eine Verwechslung 
mit Ascidia verrucosa zu vermeiden und weil ich die Bezeichnung Si. (/t/rosa für passender hielt, indem die 
Erhabenheiten an der Oberfläche dieser Form nicht so sehr die Form von Warzen und Höckern darbieten, 
sondern vielmehr als lange runde Wülste, ähnlich den Windungen eines Käugethierhirnes erscheinen. Auch ist 
diese Art nicht, wie Philip pi glaubt, von Delle Clriaje völlig übersehen worden, sondern von diesem 
Forscher nur irrthümlicher Weise mit der von Cuvier beschriebenen Ascidia fusca (Phallusia sulcata Sav.) 
identificiit worden. Man braucht hier nur die Beschreibung und Abbildung, die Delle C hiaje 2 von seiner 
Phallusia fosca gibt, näher vergleichen. Erstere lautet: „Corpo ovale, bianco giallastro, sostenuto da lungo 
gambo cilindrico, nerognolo, integumento cartilagineo compatto, esternamente pietroso, ad otto profondi solchi, 
divisi da altrettanti rialti continnati ne quattro inequali lobi con linee violacee, spettanti si all'apertuia del 
tubo branchiale, come alla contigua anale.- Man findet in der That, dass diese Beschreibung viel mehr auf 
unsere Styela gyrosa als auf die eigentliche Ascidia fusca passe. Ebenso dürfte die von 0. G. Costa 3 als 
Ascidia l'atata beschriebene und auf Taf. I, Fig. 2 und 3 abgebildete Art, soweit sich dies aus der ziemlich 
unvollkommenen Schilderung schliessen lässt, ebenfalls hieher gehören. 

Der Körper dieser Art hat meistens eine länglich runde oder eiförmige Gestalt und sitzt am Hinterende 
gewöhnlich mit ziemlich breiter Fläche auf. An der Oberfläche fallen hauptsächlich die dicken runden, durch 
tiefe Furchen von einander getrennten und häutig auch mannigfach gewundenen Vorsprünge auf, die, wie 



1 Miiller's Archiv für Anatomie und Physiologie. Jahrgang 184.;. p. 51. 

- L. c. p. l«, Taf. 81, Fig. '_>. 

:i 0. (*. Costa, Di alcune specie di Ascidie. Napoli [843. 



256 Ca.mil Heller. 

schon erwähnt, einige Ähnlichkeit mit den Windungen eines Sängethierhirnes besitzen (Tat. III, Fig. 7). In 
der Nähe der Mündungen .sind immer vier solcher Vorsprünge sichtbar, die mehr eine Längsrichtung ein- 
nehmen; gegen die Basis hin sind aber die Vorsprünge meist zahlreicher, mehr gewunden und durch quere 
Eindrücke an der Oberfläche oft in einzelne hinter einander liegende Längswülste und Höcker getrennt. Auch 
ist ihre Oberfläche selten ganz glatt, sondern gewöhnlich leicht gerunzelt oder feingekörnt. 

Die beiden Öffnungen liegen auf kurzen, dicken Siphonen am Vorderende, die Aufnahmsöffnung ist gerade 
nach vorn hin gerichtet, die etwas hinter ihr an der Dorsalseite befindliche Augwurfsöffnung nach vorn und 
oben gewendet. Die auf der Oberfläche der Siphonen verlautenden vier Längswülste, sowie die sie trennenden 
vier Längsfurchen couvergiren gegen die Öffnungen hin. Letztere sind von einer vorspringenden Randmembran 
begrenzt und haben eine deutlich vierlappige Form (Tat'. III, Fig. 8). Hierbei entspricht immer das vorsprin- 
gende rundliche Läppchen der Randmembran dem Vorderende einer Längst'urcbe, die Einbuchtung derselben 
aber dem vorderen Ende eines Längswulstes. Auch sind die Mündungen stets lebhaft gezeichnet. So verläuft 
längs des Innenrandes der beiden Öffnungen stets eine kreisförmige hellrothe Binde, sowie vom Rande nach 
aussen und innen schmälere Streifen ausstrahlen. Ein braunrotber Doppelstreifen erstreckt sich nach aussen 
in der Längsfurche des Mantels in einer Länge von 3 — 4 Mm. und setzt sich auch nach innen über die Kreis- 
biude noch ein Stück gegen den Ingestionscanal hin fort. Ebenso zeigen sich an der Randmembran zwischen 
den erwähnten braunrothen Streifen noch zahlreiche dünne, weisslic.be Streifen, die namentlich gegen den 
Ingestionscanal hin verlaufen, während sie nach aussen hin bald ihr Ende erreichen. Bei geschlossenen Mün- 
dungen bilden gewöhnlich die braunen Doppelstreifen eine kreuzförmige Zeichnung, doch geschieht es bei 
lebenden Thieren auch nicht selten, dass ihre Mündungen zeitweilig die Form einer Querspalte annehmen, 
wobei dann die braunen Längs streifen gegen die Aussenwinkel dieser Spalte sich verschieben. 

Überdies ist der ganze Körper durch seine vorwiegend weisse Färbung charakteristisch. Bei jungen 
Exemplaren ist die Farbe fast kreideweiss, bei älteren gelblich oder graulichweiss, manchmal mit einem Stiche 
in's Bläuliche. 

Der äussere Mantel zeichnet sich meistens durch eine besondere Dicke aus, die aber wieder an verschie- 
denen Stellen wechselt. So ist der Mantel dort viel stärker, wo an der Oberfläche die Längswülste vorspringen, 
dünner dagegen, wo die Furchen verlaufen. Gonstant zeigt sich auch der Mantel an der Basis über der 
Anheftungsstelle verdickt. Diese Verdickung nimmt aber besonders bei älteren grösseren Exemplaren in 
beträchtlicher Weise zu, so dass es dann zur Bildung eines wahren Stieles kommt, auf dein der übrige Körper 
aulsitzt. Dieser Stiel ist meist rund, walzig, an der Oberfläche gleichfalls gewulstet und manchmal eben so 
lang oder sogar länger als der eigentliche Körper. So beobachtete ich in Neapel ein riesiges Exemplar, wo 
der Stiel eine Länge von li Cm., der übrige Körper eine Länge von 4 Cm. zeigte (Taf, III. Fig. 10). Auch 
Delle Chiaje weist bei der Beschreibung seiner Art auf die Anwesenheit eines solchen Stieles hin. Übrigens 
isi derselbe nicht charakteristisch für die Art, sondern blos eine Eigenthümlichkeit älterer Thiere, bei jüngeren 
Thieren findet er sich nicht vor. 

Auch in der übrigen Beschaffenheit weicht die Testa unserer Art bedeutend ab. Während bei den meisten 
Cyntbien der äussere Mantel lederartig, zähe und mehr trocken erscheint, ist er hier von einer knorpelartigen, 
weicheren Consistenz, auf dem Durchschnitte gelblich oder graulichweiss, au der Innenseite weiss mit Perl- 
mutterglanz. Die innerste Schichte ist mehr verdichtet und lässt sich in Form eines dünnen Häutchens abziehen. 
Die mikroskopische Untersuchung zeigt, dass sie in ihrer grössten Dicke aus einem dichten Filze feiner 
Fibrillen in homogener Grundsubstanz und zerstreuten kleinen Zellen besteht (Taf. Hl, Fig. 11). Zahlreiche 
(Jefässcauäle mit kugligen und kolbigen Enden durchziehen dieselbe und zeigen die Fibrillen im Umfange 
der Gefässe meist eine kreisförmige Anordnung. Nach innen hin geht die Testa plötzlich in eine Schichte mit 
einem sehr locker gewobenen Fasergewebe über und auf diese folgt endlich als innerste Lage wieder eine 
festere dichte Schichte, die wieder aus verfilzten Fasern zusammengesetzt ist (Taf. III, Fig. 12). Diese innerste 
Schichte bildet eben jenes vorerwähnte dünne Häutchen, das sieb von der übrigen Testa loslösen lässt. Auf 
ihr ruht nach innen ein aus länglichen, gelblichen Zellen bestehendes Epithel (Fig. 12 </). Au einzelnen Haut 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 257 

stellen mit weissliclier Trübung, ganz besonders aber gegen die Anheftungsstelle hin, wo die grösseren 
Gefassstämme in die Testa eintreten, kommen auch zahlreiche Pigmentzellen vor. Diese sind grösser wie die 
übrigen Zellen, haben eine mehr rundliche Form und einen feinkörnigen Inhalt. Die äussere Oberfläche ist 
gewöhnlich glatt, nur an einzelneu umschriebenen Stellen lassen sieh kleine dreieckige Schüppchen nach- 
weisen (Tat'. III, Fig. 11 d). 

Der rothe Innenkörper ist mit der Testa ziemlich fest verbunden. Er hat eine länglich eiförmige Gestalt, 
der Ventralrand viel stärker gewölbt als die mehr steil ansteigende Dorsalseite, an welcher man den conischen 
Egeslionscanal immer vor der Mitte entspringen sieht. Die Tunica ist verhällnissmässig dünn, die sich 
kreuzenden Rings- und Längsniuskelstränge bilden keine so dichte und feste Schichte wie bei anderen 
<\nthien, daher sind auch die unmittelbar unter ihr liegenden Organe, namentlich die verästelten Genital- 
schlauche gewöhnlich schon von aussen sichtbar (Taf. IV, Fig. 4, 5). 

Der Ingestion scanal ist von mittlerer Länge, im Innern von einer häutigen Fortsetzung der Testa bis zum 
Tentakelwall hin ausgekleidet. Er ist nur selten ganz glatt, gewöhnlich bemerkt mau an der Oberfläche vier 
vorspringende Längsfalten, die namentlich in der vorderen Hälfte des Ingestionscanales stark hervorragen und 
von den Läppchen des Mündungsrandes ausgehen. Zwischen diesen Längsfalten verlaufen vier tiefe Furchen, 
eine an der Rücken- und Bauchseite, eine an jeder Seitenwand. Sie beginnen an den Einbuchtungen des 
Mündungsrandes und endigen nach rückwärts am Tentakelringe, die mittlere Rückenfurche setzt sich sogar 
über diesen nach rückwärts bis in die Praebranchialzone fort. Vor dein Tentakelringe springt eine schmale, 
am freien Rande fein gekerbte Ringmembran nach innen vor, dieselbe ist nur an jeuer Stelle, wo die Rticken- 
l'nrche über dieselbe nach hinten verläuft, an der unterliegenden Wand festgeheftet. 

Die Tentakel (Taf. IV, Fig. 3, 6) sind einfach, fadenförmig, etwa 25 — 30, von angleicher Länge, Dach 
oben und unten hin meist mehr zusammengedrängt. Die Praebranchialzone ist glatt. Das Flimmerorgan 
rundlich, die Endschleifen spiralig nach einwärts gerollt. 

Der Kiemensack nimmt die ganze Länge des Körpers ein, ist gebogen, mit yentralwärts gerichteter Con- 
vexität und zeigt beiderseits vier ganz symmetrisch vertheilte Falten, die entsprechend gekrümmt sind (Taf. IV, 
Fig. 3). Nach vorn hin entspringen diese so ziemlieh in gleicher Höhe neben eiuander, nach hinten endigt die 
erste, welche die kürzeste von allen ist, unter leichter Krümmung nach innen neben der Schlundöffnung, die 
drei folgenden sind beträchtlich länger und krümmen sich unter starkem, mit der Convexität nach hinten 
gerichteten Bogen nach vom und oben, um hinter der Schlundöffnung mit verschmälertem Ende sich festzu- 
setzen. 

Das Gefässnetz bildet an der Oberfläche grössere viereckige, fast quadratische Felder, wobei die Längs 
gefässe rippenartig vorspringen. In jedem Felde sind b' — 8 schmale, längliche Spaltöffnungen sichtbar, die 
wieder durch ein dünneres Quergefäss halbirt werden. In den Wandungen aller grösseren Gefässe verlaufen 
deutliche glatte Muskelfasern, ebenso in den hohlen Communicationssträngen, die zwischen Kiemensack und 
Tunica ausgespannt sind. 

Die Dorsalfalte verläuft mit glattem, wellig gekrümmten Bande in der Mittellinie von vorn nach rückwärts 
bis zur Schlundöffnung und wendet sich hier links zum Ende der Kiemenfalten dieser Seite. Die Schlund- 
öffnung liegt meist ziemlich weit vom Hinterende entfernt, manchmal sogar in halber Höhe des Kiemensackes 
in einer trichterartigen Vertiefung. 

Der ganze Darmschlauch liegt auf der linken Körperseite (Taf. IV, Fig. 6). Die Speiseröhre ist von 
beträchtlicher Länge, sie steigt zuerst gerade nach hinten, um hier in den grossen sackförmigen Magen über 
zugeben. Die Einmündung geschieht unter einem ziemlich spitzen Winkel. Der Magen ist nach unten und 
vorn gerichtet. Der aus ihm entspringende Darm tritt beiläufig bis zur Mitte des Körpers nach vorn und 
krümmt sich dann plötzlich unter starker Knickung und Bildung einer engen Schlinge nach rückwärts und 
verläuft hier unmittelbar über und theilweise unter dem Magen bis gegen die Cardia hin, um hier abermals 
unter einer starken Krümmung in den Mastdarm überzugehen und mit diesem eine zweite, nach vorn hin 
offene Schlinge zu bilden. Der ziemlich lauge Mastdarm verläuft anfangs in paralleler Richtung mit dem 

Denkschriften dar mathew. naturw. O). XXXVII. Bd. :i,S 



258 Oamil HeMer. 

Oesophagus, und zwar unter demselben nach vorn, biegt sich dann unter fast rechtem Winkel nach oben und 
mündet vor der ScMundöffnung in die Kloake aus. 

Die äussere Oberfläche des Magens ist stets glatt, ohne Anhänge, doch deutlich längsgestreift, die 
Streiten röthlich gefärbt und in geringerer Anzahl auch an der Oberfläche des Oesophagus und im Anfangstlieil 
des Darmes sichtbar. Diesen äusseren Streifen entsprechen an der inneren Oberfläche faltige Vorsprünge. An 
der inneren Magenfläche zählt man über dreissig solche Längsfalten;, die von der Oaidia bis gegen den Pylorus 
hin in paralleler Richtung verlaufen und dort an einem etwas vorspringenden glatten Wulste zum grössten 
Tlieile endigen (Taf. III, Fig. 13). Die mittlere, längs des untern Magenrandes verlaufende Falte ist stärker 
und dicker als die übrigen Falten, welche sieh beiderseits anreihen und im Ganzen viel schmäler sind. Sie 
erscheinen sämmtlich als Duplicaturen des inneren auskleidenden Epithels, das aus einer Schichte cylindrischer, 
an ihrer Oberfläche flimmernder Zellen besteht (Taf. IV, Fig. 1). In ihrem Innern enthalten sie eine fein- 
körnige bräunliche Masse und nach aussen hin einen deutlichen Kern. An der Basis der Falten verlaufen 
meist grössere Gefässstämme und in dem Bindegewebe zwischen den beiden Lemellen der Faltenvorsprünge 
kleinere, meist mit kolbigen Anhängen versehene Stämmehen (Taf. IV, Fig. 2). 

Im Oesophagus kann man gewöhnlich vier vorspringende Längsfalten unterscheiden, von denen die eine 
dicker ist als die übrigen und welche im Magen unmittelbar in die grössere Mittelfalte sich fortsetzt. Auch im 
Anfangstheile des Darmes lassen sich längs der Innenwand einige kürzere Falten bemerken, die aber im 
weiteren Verlaufe immer undeutlicher werden, im Mastdarm aber gänzlich mangeln. Im Bau stimmen sie mit 
den Falten des Magens gänzlich überein. 

Die Afteröffnung ist am Bande stumpf gezähnelt, an der unteren Seite eingeschnitten und zu beiden 
Seiten des Einschnittes in einen Zipfel verlängert. 

Das Herz wird hauptsächlich auf der rechten Seite sichtbar. Es ist ein musculöser, von einem l'ericardium 
umgebener Schlauch, der mit seinem hinteren Ende sich unmittelbar an den Magen anlehnt, und dann nach 
vorn und nuten verläuft, um in den Hypobranchialstamni überzugehen. 

An der Innenseite derTunica ragen zahlreiche birn- oder keulenförmige Endocarperi in den Peribranchial- 
rauni hinein, ebenso linden sich solche in grösserer Zahl an der Oberfläche des Mastdarmes. 

Als Geschlechtsorgane finden sich beiderseits schlauchförmige Ovarien, umgeben von zahlreichen Iloden- 
säckchen (Taf. IV, Fig. 0). Sie sind gewöhnlich schon an der Außenseite der Tuniea deutlich sichtbar. Die 
Eierstockschläuche sind gegen ihr Ende hin etwas erweitert, einfach oder gelappt, nach vorn gehen sie in 
einen kurzen Ausführungsgang über, der in die Kloake ausmündet. Auf der linken Seite sind bloss zwei 
Ovarien entwickelt, das vordere kürzere verläuft fast gerade nach abwärts gegen den Ventralrand hin, das 
hintere längere ist nach hinten gewendet und zugleich etwas nach aufwärts gekrümmt und verläuft fast 
parallel mit dem Mastdarm in der Schlinge zwischen diesem und dem Mitteldarm. An ihrem Vorderende liegen 
jedoch beide neben einander und münden unmittelbar vor dem After aus. Auf der entgegengesetzten Seite 
kann man sogar 5- (1 Ovarialschläuche unterscheiden, die sämmtlich mit ihren Ausfülirungsgängen gegen die 
Kloake hin convergiren. Der am weitesten nach vorn hin liegende und zugleich kürzeste Schlauch isl gerade 
nach abwärts gerichtet, während die übrigen nach unten und hinten gewendet sind. Jedes Ovariuni besitzt au 
der inneren Oberfläche faltige oder fadeuartige Fortsätze, auf welchen die Eier von einem besonderen Follikel- 
epithel umlagert, aufsitzen und beim Loslösen unmittelbar in den Ovarialschlauch fallen, der somit auch als 
Leitungsweg der seitlich in Follikeln eingelagerten Eier dient (Taf. IV, Fig. 7, 8). 

Die Hoden erscheinen in Form kleiner ovaler, einfacher oder an ihrem Ende gelappter, mit gelblich- 
weisser zäher Samenmasse meist strotzend gefüllter Säckchen, die zu beiden Seiten in grösserer Anzahl die 
Ovarialschläuche umgeben (Taf. IV, Fig. 4, 5, 6). Die grösseren Hodenbläschen liegen mehr nach innen, die 
kleineren mehr nach aussen bin (Fig. 8 ß), ferner ist das breitere, abgerundete Ende derselben gegen den 
Peribranchialraum, das dünnere dagegen nach aussen hin gegen die Tuniea gekehrt. Von diesen Säckchen 
gehen feine Canälchen ab, die sich zu einem grösseren was deferens vereinigen, welches dann längs des 
Ovariürus verläuft und mit diesem in der Nähe der Kloake ausmündet i Fig. 7 7). 



Untersuchungen über die Tunicaten des däriatischen und Mittelmeeres. 259 

Die Körpergrösse, welche die Thiere erreichen können, ist verschieden. Während in der Mehrzahl sich 
gewöhnlich eine Länge von 3 — 4 Cm. findet, steigt dieselbe bei alten, mit einem Stiele versehenen Exemplaren 
bis zu 8—10 Cm. Solche grosse, riesige Exemplare sah ich namentlich in Neapel. Die Art lebt in geringer 
Tiefe und immer in grosser Anzahl neben einander, die einzelnen Individuen an ihrer Basis oft mehr oder 
weniger fest mit einander zu grosseren oder kleineren Colonien verbunden. In Triest trifft man sie besonders 
häutig an den Balken und Holzwänden der Badeanstalten, in Neapel an der Oberfläche der Steindämme. In 
den Furchen der Körperoberfläche, sowie an der Basis sind sie meist mit verschiedenen fremden Körpein. 
Thieren und Pflanzen besetzt. 

POÜYCARPÄ nov. gen. 

Die Testa lederartig, fest. Aufnahm* und Auswurfsöffnung vierlappig, ohne Augenflecke. Die Tunica 
mehr oder weniger dick, niusculös. Die Ringfalte im Ingestionscanal massig entwickelt. Die Tentakel einfach, 
unverzweigt. Der Kiemensack meist gefaltet, nie mehr ;ds 4 Falten auf einer Seite, das Gitternetz nicht unter- 
brochen, die Spaltöffnungen länglich, regelmässig angeordnet. Die Dorsalfalte glattrandig. Der Magen im 
Innern gefaltet, an der Oberfläche glatt, der Darm mit weiter nach innen hin offener Schlinge, mit einer mehr 
oder weniger entwickelten Leitfalte. Die Genitaldrüsen zahlreiche rundliche oder längliche, im Peribranchial- 
raiime vertheilte Säckchen bildend. 

Diese Gattung unterscheidet sich von Styela durch den abweichenden Verlauf des Darmcanales, sowie 
durch die ganz verschiedene Form der Genitaldrüsen. 

Polycctirpä varians mihi. 
Taf. IV, Fig. 9—12. 

Savigny beschrieb unter dem Namen Cynthia polycarjpa ' eine Art, welche sich von den übrigen 
Cyntkiae Styelai so auffallend unterscheidet, dass es wohl gerechtfertigt erscheint, sie von denselben zu 
trennen und als Repräsentanten einer besonderen Gattung aufzustellen. Während nämüch bei Styela die 
Genitaldrflsen immer in beschränkterer Anzahl vorkommen und eine deutlich schlauchförmige Gestalt besitzen, 
finden wir hier zahlreiche, im Peribranchjalraume vertheilte Säckchen, die entweder ganz rund sind oder mehr 
länglich erscheinen. Auch der Darm zeigt einen verschiedenen Verlauf. Bei der Gattung Styela bildet derselbe, 
indem er sich unter starker Knickung wieder nach rückwärts zum Magen wendet, eine enge Schlinge, während 
hier der Darin in seinem Laufe nicht mehr den Magen berührt, sondern sich gleich nach innen und vorn 
krümmt, wodurch eine weite, nach innen hin offene Schlinge entsteht. Zur Bezeichnung dieser neuen Gattung 
proponire ich den Namen Polycarpa und zur Bezeichnung der typischen Art: Polycarpa varians. Sowie bei 
Microcosmus jpolymorjphus findet man nämlich bei dieser Art zahlreiche Abweichungen in der äusseren Körper- 
form, während der innere Bau stets derselbe bleibt. So halte ich die von Savigny* und Kupffer 3 als 
besondere Art aufgeführte Cynthia pomaria blos als eine Varietät von P. varians, die sich von ihr nur durch 
eine etwas dünnere Haut unterscheidet, Ebenso dürften mehrere andere, in der Nordsee vorkommende Formen, 
die bis nun als besondere Arten galten, wie C. sulcatula, G. granulata, < '. coriacea, sich bei näherer Unter- 
suchung wahrscheinlich ebenfalls als einfache Varietäten, bedingt durch mehr oder minder auffallende Ab- 
weichungen der äusseren Hülle, erweisen. 

Der Körper ist bei jüngeren Thieren rundlich, bei älteren mehr in die Länge entwickelt, häufig mehr 
oder weniger nierenförmig, dann der untere Rand lang und convex gekrümmt, der obere oder Dorsalrand 
dagegen kürzer, mehr gerade, oft gegen die Mitte hin sogar etwas eingebuchtet, an beiden Seitenflächen 
massig gewölbt. Das Vorder- und Hinterende fast gleich breit, oder ersteres etwas verschmäehtigt (Taf. IV, 
Fig. !•). Die beiden Öffnungen sind vierlappig und stehen auf kurzen warzigen Siphonen, welche im contra- 



1 Sa \ igny I. c. p. 157. 
- Sav igny 1. c. p. 156. 
: K n p ffe r I. c. p. -216. 



33 : 



260 Gamil Heller. 

hirten Zustande wenig über die Oberfläche vorspringen. Die Aufnahmsöffnung liegt am Vorderende an der 
Stelle, wo der obere gerade Rand mit dem langen gekrümmten Unterrande sieb verbindet und ist etwas nach 
oben hin gerichtet. Die Auswurfsöffnung liegt etwas weiter rückwärts, jedoch noch vor der Mitte des Körpers. 
Im ausgestreckten Zustande zeigen sich die Siphonen leicht vierkantig (Tat'. V, Fig. 1). 

Die Testa ist von massiger Dicke, aber fest, zäh und lederartig. Ihre Oberfläche ist immer dicht und 
unregelmässig gerunzelt, die Runzeln stark vorspringend, an den Seiten und an dem Ventralrande grösser und 
länger, dagegen an der Oberseite, namentlich gegen die Siphonen hin, kleiner und dicht gedrängt. An ihrer 
Oberfläche sind sie meist wieder fein gerunzelt oder gekörnt und mit feinen Härchen besetzt, während an 
der Ventralseite nach rückwärts grössere lappige oder fetzenartige Fortsätze zur Befestigung an der Unterlage 
entspringen. Überdies ist die ganze Oberfläche gewöhnlich mit fremden Körpern, als Steinchen, Zoophyten, 
Muschelschalen etc., bedeckt, welche entweder an den feinen Härchen der Oberfläche haften, oder selbst in die 
Substanz der Testa eingewachsen erscheinen. Die Farbe der Oberfläche ist braun. An der Innenseite ist sie 
niemals ganz glatt, sondern zeigt meistentheils grubige Eindrücke und dazwischen liegende Runzeln. Ferner 
bemerkt man, dass sie hinter dein Egestfonseanale nach innen einen Vorsprung bildet, hinter welchem 
namentlich bei älteren Exemplaren sich nach oben und hinten eine blindsackartige 1 , rundliche Erweiterung 
vorfindet. Die Farbe der inneren Oberfläche ist graulichweiss mit Perlmutterglanz. In Bezug auf ihre Structur 
besteht sie aus einein Filze feiner Fibrillen mit zahlreichen kleinen Zellen und nur wenigen Gefäss- 
ramificationeri. 

Der Innenkörper lässt sich von der Testa ziemlich leicht ablösen. Er hat gewöhnlich eine sackförmige 
Gestalt und zeigt nach oben hin drei Fortsätze, am Vorderende den conischen Ingestionscanal, vor der Mitte 
den Egestionscanal und hinter ihm eine blindsackartige Erweiterung, die jedoch bei jüngeren Exemplaren 
weniger entwickelt ist (Taf. IV, Fig. 10). Die gelbliche Tuhica erscheint an der Oberfläche wie zerknittert, 
und ist ähnlich wie die Testa an ihrer Innenseite mit zahlreichen Eindrücken und gerunzelten Vorsprüngen 
bedeckt. Die Musculatur ist stark und gleit hmässig entwickelt, die Muskelstränge bilden eine zusammen- 
hängende; ziemlich dicke, undurchsichtige Lage. 

Der Ingestionscanal hat nur eine massige Länge und ist gewöhnlich nur am Hinterende mit einigen 
Längsrunzeln versehen, während die vordere Hälfte mehr glatt erseheint, dagegen findet sich fast regelmässig 
an der Dorsalseite eine Längsfurche, die nach rückwärts bis zur zona praebranchwli's sich fortsetzt. Statt 
einer vorspringenden Ringmembran bemerkt man gewöhnlich nur einen schmalen Wulst. Hinter letzterem 
entspringen unmittelbar 24— 30 einfache, schlanke, unverästelte Tentakel, meist mit kürzeren abwechselnd. 
Die Praebranchialzone ist schmal und glatt. Das auf rundlichem Höcker liegende Flimmerorgan mit spiralig 
eingerollten Endschleifen, manchmal blos die eine Endschleife eingerollt. 

Der Kiemensack (Taf. IV, Fig. 11) ist lang, mit dem Hinterende gewöhnlich nach oben gekrümmt, mit 
ventralwärts gerichteter Convexität. Er zeigt beiderseits vier vorspringende Längsfalten, die ebenfalls ent- 
sprechend gekrümmt sind. Die drei längeren Falten entspringen sämmtlich vom Vorderende des Kiemen- 
sackes in gleicher Höhe hinter der zona praebranchiatis , die obere kürzere weiter rückwärts neben dem 
Flimmerorgane. Mit ihrem Hiuterende krümmen sie sich nach vorn und oben, und zwar endet die kürzere 
Falte neben, die übrigen etwas hinter der Schlrihdöffnung. Die Längs- und Quergefässe bilden ein continuir- 
liches reetanguläres Gitter , auf welchem die Längsgefässe in Form dünner Rippen mehr vorspringen. Die 
Kiemenspalten am Boden der Felder sind ziemlich zahlreich. 10—1?, länglich, schmal und werden durch ein 
dünnes Quergefäss, welches über sie hinttberläuft, halbirt. 

Die in der Mitte der Oberseite verlaufende Dorsalfalte ist glattrandig, leicht wellig gekrümmt und wendet 
sich vor der Schlundöffnung nach links zu den Enden der Kiemenfalten. Die Schlundöffnung liegt ziemlich 
weit nach rückwärts, beiläufig am Anfange des hinteren Viertheils, und erscheint umgeben von einem glatten, 
nach vorn hin verschmälerten Hofe als eine Längsspalte, die sich rückwärts noch in Gestalt einer Furche fort- 
setzt. Sie ist auf der rechten Seite von einem wulstig aufgetriebenen, links aber von einem scharfkantigen 
Rande eingetässt beide bilden in ihrer Fortsetzung nach rückwärts die Begrenzung der vorerwähnten Mittelf urche 



Untersuchungen über die Tunieaten des adriatischen und, Mittelmeeres. 261 

Magen und Darmcanal liegen auf der linken Körperseite. Der Oesophagus verläuft gerade nach rückwärts 
zu dem Magen, der als ein länglicher, ovaler Sack nach hinten und unten gerichtet ist und vor seinem Ende 
nach vorn bin mit einem starken Suspensorium in Verbindung steht. Die Oberfläche desselben ist glatt, an 
seiner Innenseite aber mit 30—40 vorspringenden Indien Längsfalten bedeckt, die in paralleler Richtung von 
der Cardia nach dem Pylorus hin verlauten und dort nut einem vorspringenden Wulste endigen. Der Darm 
Steigt unter weitem halbkreisförmigen Bogen nach vorn und oben, und geht dann beiläufig in der Höhe der 
Schlundöffnung unter einem Winkel in den Enddarm über, der gerade nach vorn und oben verläuft und hinter 
der Kloake mit dein After ausmündet. Die Afterüft'nung ist schief abgestutzt und am Rande stumpf gezähnelt, 
au der unteren Seite überdies mit einem tiefen Einschnitte versehen und zu beiden Seiten des Einschnittes 
in einen Zipfel verlängert. Der ganze Darm ist mittelst einer Membran ziemlich lest an dem Hautmuskel- 
schlanche befestigt, an seiner äusseren Oberfläche meist ganz glatt. An der Innenseite springt eine wulsiartige 
Falte vor, die sich bis zum After fortsetzt, wo sie hinter dem Einschnitte des unteren Randes endet. Dieser 
Wulst ist nicht blos im DarniNchlauche, sondern auch schon im Magen und Oesophagus zu unterscheiden. Nur 
hat er im Darme eine glatte Oberfläche, während er im Magen und Oesophagus mit Falten bedeckt ist. An 
der Basis desselben verlaufen immer einige grössere Gefässe. 

Die ganze Innenseite des Hautmuskelschlauches ist dicht mit beuteiförmigen, an ihrer Basis etwas ver- 
schmälerten Endocarpen besetzt. Zwischen diesen in der Tiefe liegen erst die eigentlichen Generationsorgane 
(Tat. IV, Fig. 12). Diese erscheinen als kleine, ovale oder cylindrische Säckchen, die in grosser Anzahl neben 
einander gelagert und theilweise in den Hautmuskelschlaueh eingesenkt sind. Auf der rechten Seite bilden sie 
eine zusammenhängende läppige Masse, auf der linken Seite dagegen kann man eine vordere grössere und 
eine hintere kleinere in der Dannschlinge liegende Abtheilung unterscheiden. Wiewohl diese Säckchen ganz 
regellos vertheilt zu sein scheinen, so kann man doch häutig eine Anordnung in vier Längsreihen beobachten, 
die mit den einzelnen KiemenMteri mehr weniger parallel lauten. An jedem Säckehen linden sich nach innen 
gegen die Kloake hin ein oder zwei meist etwas vorspringende Mündungen, durch welche die Geschlechts- 
produete entleert werden (Taf. V, Fig. 2). Die grösseren Säckchen funetiouiren hierbei als Ovarien, indem 
sich an faltigen Vorsprüngen der Innenwand die Eier bilden, die von hier in die Innenhöhle fallen und dann 
durch die nach innen hin gewendete Münduni;' in den Peribränchialraum gelangen und von hier weiter gegen 
die Kloake geführt werden. Drei bis vier, der Wandung der Ovarien beiderseits innig anliegende kleinere 
Säckchen dienen als Hoden, die ihren Inhalt durch eine zweite an der Oberfläche der Eiersäckcheu sichtbare 
Mündung entleeren. 

Grosse Exemplare dieser Art messen bei 7 Cm. in der Länge und 5 Cm. in der Breite. Sie findet sich 
sehr häufig im adriatischen und mittelländischen Meere und zeigt in ihrer äusseren Form eine grosse Ähnlich- 
keit mit Microcosmus polymorphus, mit welcher Art sie auch die massige Ansammlung von fremden Körpern 
an der Oberfläche gemeinsam hat. 

Potyfea/rpa tuberös« Macg. 

Taf. V, Fig. 3. 

Wiewohl ich diese Art auch blos als eine einfache Varietät der vorigen ansehe, mit welcher sie auch in 
dem inneren Ran vollkommen übereinstimmt, so bietet sie doch solche auffallende Merkmale in ihrer äusseren 
Erscheinung dar, dass sie eine besondere Besprechung verdient. Während bei den übrigen Formen von 
P. varians der Körper an der Oberfläche meist einfach gerunzelt erscheint, linden sich hier unregelmässige 
Protuberanzen und Höcker vor, die über die Fläche stark vorspringen. Diese Höcker sind entweder grösser 
oder kleiner und an ihrer Oberfläche rauh. 

Maegillivra y ', welcher diese Form zuerst in der Nordsee entdeckte, beschreibt sie in folgender 
Weise: „Greyish white or grey, sessile, subovate and hemispheric, very densely cartilaginons. covered with 



1 Macg il I i v liiy, History of the Molluscuus animals of Aberdteen. London \a\i, p. 311. 



262 Gamil Heller. 

irregulär prominences ortubercles ofvariaus size." Und Forbes ' fügt dieser Beschreibung hinzu: „A reddish 
brown Cynthia with red apertures, having a very thick outertunic, in whicli Modiola mannorata is geaerally 
imliedded". 

loh fand den Körper gewöhnlich mehr länglieh, die. Färbung meistens braun, seltener grau. Die Tunica 
zeigte dieselbe verknitterte Oberfläche wie bei /'. väriems. 

Die Körperlänge der beobachteten Exemplare betrug 4 — 5 Gm. Wurde vereinzelt sowohl im adriatischen 
als auch im Mittelmeere angetroffen. 

PoVycä/rpa graciüs nov. sp. 

Taf. V, Fig. i 6. 

Der Körper länglich oval, selten ganz rund, an dem Hinterende festgewachsen und liier häufig etwas 
verschmälert. Beide Öffnungen auf kurzen conischen Siphoneu aufsitzend, vierlappig, die Aufnahmsöffnung 
gerade am Vorderende, die Auswurfsöffnung weiter rückwärts gegen die Mitte hin. 

Die Testa dünn, hautartig, fast durchscheinend, an der Oberfläche mehr glatt, fein mosaikartig gezeichnet 
oder mit kleinen Körnern oder Wärzchen besetzt, namentlich in der Umgebung der Mündungen. Manchmal 
finden sich auch einzelne fremde Körper, wie kleine Sandkörnchen, Muschelfragmente etc. der Hülle selbst 
eingefügt. In Bezug auf ihre Zusammensetzung besteht sie aus einer faserigen Grundsubstanz mit eingelagerten 
kleinen Zellen. Die Färbung ist graulichweiss. 

Die Tunica erscheint gleichfalls sehr verdünnt. Der Ingestionseanal ist kurz. Die Tentakel sind einfach, 
16 — 20. Der Kiemensaek mit vier vorspringenden Falten beiderseits, das Gitternetz wie bei der vorgehenden 
Art. Die Dorsalfalte mit glattem Hände. 

Die Schlund Öffnung liegt ziemlich weit nach rückwärts. Der Magen quergelagert, an der Oberfläche mit 
Längsstreifen, die den inneren vorspringenden Falten entsprechen (Taf. V, Fig. 6 v). Der Dann bildet eine 
kurze, nach innen hin offene Schlinge, indem der vom Magen abgehende Darmschenkel nicht mehr zu diesem 
zurückkehrt, sondern unter leichter Krümmung nach innen und vorn verläuft, um in der Nähe der Kloake aus- 
zumünden (Fig. 6 in). 

Die Geschlechtsorgane liegen zu beiden Seiten in Form von 8 —9 längliehen Säckchen oder kurzen 
Schläuchen in einer Längsreihe hinter einander, jedes Säckchen mit dem spitzen Ende nach innen, mit dem 
abgerundeten Ende nach aussen gerichtet (Fig. 6 g). Körperlänge 1 — 1% Cm. 

Wurde in einzelnen Exemplaren im adriatischen und Mittelmeere und zwar in Lesina und Neapel von mir 
vorgefunden. 

Polycarpa sabulosa nov. sp. 

taf. V, Fig. 7. 

Der Körper länglich, oval, an der Oberseite stark gewölbt, nach unten und hinten festgewachsen. Die 
beiden Öffnungen stehen ziemlich entfernt von einander, die Aufnahmsöffnung nach vorn und oben, die Aus- 
wurfsöffnung etwas hinter der Mitte. Sie ragen über die Oberfläche gar nicht vor und sind gewöhnlich Hin- 
durch vier etwas vorspringende Knötchen, welche dieselben umgeben, bezeichnet. 

Die Testa ist verhältnissmässig dünn, aber zäh, an der äusseren Oberfläche entweder ganz glatt oder nur 
mit einigen kleinen Runzeln oder Höckerchen an der oberen Seite, besonders in der Nähe der Mündungen ver- 
sehen, dagegen von fremden Körpern, namentlich von kleinen grauen Sandkörnchen dicht und gleichmässig 
eingehüllt. Die Färbung ist meist schwärzlich, doch manchmal auch etwas lichter, an der Innenseite graulich- 
weiss und mosaikartig gezeichnet in Folge der durchscheinenden fremden Körper. 

Die Tunica ist äusserst dünn, der Ingestionseanal kurz. Die Tentakel einfach, 16 — 20. Das Flimmer- 
organ mit spiralig einwärts gerollten Endschleifen. 



Forbes und II a nie y, A history of British Mollusca. London is48, p. 37 



Untersuchungen übe?' die Tutticaten des adriutischen und Mittelmeeres. 2G3 

Der längliche Kiemensack, gerade von vorn nach hinten ausgespannt, zeigt beiderseits vier vorspringende 
Falten. Das Kiemetagitter besteht ans viereckigen Feldern mit 8 — i> langen, schmalen Spaltöffnungen in 
jedem Felde, durch ein quer verlaufendes dünnes Gefäss in eiue vordere und hintere Hälfte getbeilt. 

Die Dorsalfalte ist glattrandig. 

Die Sehlundoffniing' liegt ganz- am Hinterende des Kiemensackes. Von ihr führt der kurze Oesophagus 
nach rückwärts zum sackförmigen Magen, Dieser ist an der Oberfläche glatt und im Innern mit zahlreichen 
Längsfalten versehen'. Er wendet sich neben der Speiseröhre nach vorn und geht hier unmittelbar in den 
Darm über. Dieser steigt nach vorn bis gegen die Mitte des Kiemensackes, krümmt sich dann unter einem 
Bogen wieder nach rückwärts Ins gegen den Magen hin und endigt mit dem kurzen Mastdärme, der sich nach 
innen wendet und neben der Kloake ausmündet. 

Die Geschlechtsorgane liegen zu beiden Seiten des Peribranehialraiimes in Form rundlicher oder ovaler 
Säckchen, 10 — 12 beiderseits in einer Längsreihe. Sie stehen mit der Tunica nur in lockerer Verbindung und 
ihr zugespitztes Ende mit der Mündung ist nach innen gegen die Kloake hin gerichtet. 

Die Körpergrösse beträgt 15 — 20 Mm. 

Diese Art wurde in einigen wenigen Exemplaren im Golfe von Neapel gesammelt. 

Polycarpa iUscoidea nov. sp. 

Tut". V, Fig. S. 

Der Körper ganz rund oder mehr länglich, stark abgeplattet, mit der unteren flachen Seite auf Steinen 
oder anderen Gegenständen fest aufsitzend, an der Oberseite flach gewölbt. Die beiden Offnungen gegen die 
Mitte der oberen Fläche hin sichtbar, ziemlich genähert, jede von vier etwas vorspringenden Knötchen um- 
geben, manchmal auch einige andere kleine Höckerchen an der Oberfläche entwickelt. 

Die Testa ist in der Mitte der Unterseite an der Ansatzstelle ziemlich dünn, häutig, meist auch lichter 
gefärbt, gegen den Rand hin, sowie an der Oberseite dagegen dicht, zäh und lederartig und ganz von fest 
anhängenden fremden Körpern, namentlich Sandkörnchen, eingehüllt. Die Färbung ist gewöhnlich eine dunkle, 
an der Innenseite dagegen graulichweiss. 

Die dünne Tunica lässt sich ziemlich leicht loslösen. Der Ingestionscanal ist kurz. Die Tentakel einfach, 
beiläufig IG. Das Flinunerorgan mit spiralig einwärts gewundenen Endschleifen. 

Der Kiemensack länglich, von der Tunica ziemlich weit abstehend, zwischen beiden lange, dünne Suspen- 
sorien ausgespannt. Die innere Oberfläche mit vier Falten beiderseits versehen. Die Form des Gitters und der 
Kiemenspalten wie bei der vorhergehenden Art. 

Die Dorsalfalte mit einfachem glatten Rande. 

Die Schlundöffnung am Hinterende des Kiemensackes. Magen und Darm links gelagert, Form und Ver- 
lauf ähnlich wie bei ]'. sabulosa. 

Auch die Geschlechtsorgane stimmen in ihrem Verhalten ganz mit jenen der vorgenannten Art überein. 

Die Körpergrösse der einzelnen Thiere beträgt nur 1(1—12 Mm. Die Thiere sitzen entweder einzeln oder 
in ganzen Gruppen, wobei sie mit ihren Seitenrändern theilweise verschmelzen, auf Steinen oder anderen 
Gegenständen auf. Ich fand die Art bisher nur in Neapel. 

Polcarpa glomerata Aide r. 

Täf. V, Fig. 9. 

Die vorliegende Form zeigt in ihrer äusseren Erscheinung eine grosse Ähnlichkeit mit der in der Nordsee 
häufig vorkommenden Cyntkia grossularia v. Ben. Sie ist auch wie diese stets in grosser Anzahl gesellig 
angesiedelt, und sitzen die kleinen runden Thiere wie rothe Beeren auf Steinen, Conchilienschalen oder anderen 
Cyuthien entweder in einer Fläche neben einander oder selbst zu Büscheln und Klumpen verbunden. Doch 
unterscheidet sie sich von dieser Art ganz wesentlich durch den Bau des Kiemensackes und der Geschlechts- 



2C4 am.il Keller. 

organe; Bei f. grosaidaria ist nämlich nach den Untersuchungen von Kupffer? der Kiemensack ganz unge- 
faltet, und nur rechts findet sich auf der Rückenseite ein falten artiger Wulst, an dem die Längsrippen näher 
zusammenrücken als im übrigen Sacke, auch zeigt das Kiemengitter häutig Unregelmässigkeiten. Bei unserer 
Art erscheint zwar der Kiemensack auch nicht deutlich gefaltet, dagegen lassen sich mehrere vorspringende 
Wülste auf der Oberfläche desselben und zwar gewöhnlich zwei auf der linken und zwei oder drei auf der 
rechten Seite bemerken. Was aber die Geschlechtsorgane betrifft, so findet man bei < '. grossularia nur eine 
einzige auf der rechten Seite liegende Geschlechtsdrüse, wählend hier auf beiden Seiten mehrere Geschlechts- 
drüsen vorbanden sind, die sich in Form und Anordnung wie bei den früher aufgeführten Arten verhallen. 
Dagegen zeigt unsere Art bezüglich ihrer Organisationsveihältnisse eine grosse Übereinstimmung mit der von 
Alder 2 als Cynthia glomerata beschriebenen Form. In der von diesem Forscher gegebenen Charakteristik 
heisst es nämlich ausdrücklich: „ Branchial sac with one large fohl and a sinaller one on the left side and two 
or three obscure ones on the right. Ovaries disposed in small criinson pallels over the inside of the mantle". 
Da nun auch die übrigen Merkmale mit der Beschreibung der genannten Art stimmen, so dürfte wohl kaum 
an der Ideutität derselben zu zweifeln sein. 

Der Körper ist rundlich, kuglig oder eiförmig, an der Hinterseite auf verschiedenen Körpern, auch häufig 
auf anderen Cynthien aufgewachsen und an der Haftstelle oft hautartig oder rindenartig- ausgebreitet und mit 
benachbarten Individuen mehr oder weniger verschmolzen 

Die beiden Offnungen sind nicht weit von einander entfernt und springen nur wenig über die Oberfläche 
vor, die Aufnahmsöffnung gerade am Vorderende, die Auswurfsöffnung mehr seitlich gelagert, beide gewöhn- 
lich vierlappig, seltener eine schmale quere Spalte bildend. 

Die äussere Hülle dünn, aber ziemlich fest, lederartig, entweder ganz glatt oder leicht quer gerunzelt, in 
der Nähe der Öffnungen auch bisweilen mit kleinen Höckern besetzt, namentlich bei älteren Thieren. Übrigens 
ist die Oberfläche meist ganz frei von fremden Körpern, die Färbung rotb. In Bezug auf ihre Strnetur besteht 
sie aus einem feinen Filze sich kreuzender Fasern, zwischen ihnen noch eine homogene Grundsubstanz und 
kleine Zellen. 

Der innere Mantel ist ebenfalls sehr verdünnt und mit dem äusseren fest verbunden, die Muskellage des- 
selben weniger entwickelt, die Muskelstränge nur locker verbunden. 

Der Ihgestionscanal ist kurz. Tentakel finden sich lli — 2U, einfach und ziemlich slarr. Die Praebranchial- 
zone ist glatt, das in ihr liegende Flimmerorgan mit spiralig nach innen gerollten Endschleiieh versehen. 

Der längliche Kiemensack zeigt nicht wie bei den vorhergehenden Arten deutlich vorspringende Falten, 
sondern nur einfache Wülste, die dadurch entstehen, dass an einzelnen Stellen die Längsgefässe näher an 
einander rücken. Zwei solche grössere Wülste findet man nach oben hin neben der Dorsalfalte, dann folgen 
nach unten hin einige kleinere, und zwar auf der linken Seite einer, auf der rechten gewöhnlich zwei (Fig. 11, 
12 pl). Die Felder des Kieraengittters sind viereckig, bald breiter, bald schmäler, je nachdem die Längsrippen 
mehr oder weniger genähert sind. Die in den Feldern verlaufenden Spaltöffnungen sind lang und schmal und 
werden durch ein dünnes Quergefäss in der Mitte überbrückt (Fig. 15). 

Die Dorsalfalte ist glattrandig. Die S'chlundöffnung liegt ziemlich weit rückwärts. 

Magen und Darm finden sich auf der linken Seite. Erstei'er erscheint als ein länglichrunder Sack, der 
entsprechend den inneren Längsfalten an der ( »bertlache gestreift und nach vorn hin gewendet ist. Der aus 
ihm hervorgehende Darm bildet unter Krümmung nach unten und hinten eine kurze Schlinge und geht dann 
beiläufig vor der Mitte des Magens unter einem fast rechten Winkel in den Enddarm über, der in entgegen- 
gesetzter Richtung nach vorn und innen verläuft und in der Nähe der Kloake mit dein After mündet, der einen 
rings aufgewulsteleu, aber glatten Rand zeigt (Fig. 14). Eine Leitfalte im Darme ist nur wenig entwickelt. 

Die Geschlechtsorgane liegen als laugliehe, wurstförmige Säckchen beiderseits im Peribranchialraume, 
meist in beträchtlicher Anzahl hinter einander. Mit dem äusseren Ende sind sie dem Hautmuskelsehlauehe 



1 K upffer I. c. p. 221. 
- A Ider 1. c. I sc,.; 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres. 26") 

angelagert, aus welchem sie auch durch Sprossung entstehen, das innere Ende verlängert sich in einen kurzen 
Ausflihrungsgang (Fig. 15). Ähnlich wie bei G grossularia beobachtet man auch hier am hinteren Ende des 
Peribranchialraumes einen erweiterten Brntbehälter, in welchem sich Eier in verschiedenen Stadien der Ent- 
wicklung-, sowie auch bereits ausgesehlüpfte geschwänzte Larven vorfinden. Die Körperlange beträgt 
5-8 Min. 

Wurde im adriatischen und Mittelmeere, zu Lesina und Neapel vorgefunden. 

G YMNOCYSTIS A. Giard. 

Die Testa ziemlich dick, knorpelartig, durchscheinend, meist unbelegt. Die Aufnahnisöffnung sechs- 
lappig, die Auswurfsöffnuug vierlappig, ohne Augenflecke. Die Tunica dünn, die Muskelstränge locker ver- 
bunden. Die Tentakel verästelt. Der Kiemensack mit deutlichen Längsfalten an der Innenseite, das Gitter- 
netz stellenweise regelmässig unterbrochen, die Spaltöffnungen leicht gekrümmt. Die Dorsalfalte glattrandig. 
Der Magen an der Oberfläche mit einer lappigen Leber bedeckt. Der Darm eine lange enge Schlinge bildend, 
ohne innere Leitfalte. Niere sackartig. Die Geschlechtsdrüsen beiderseits entwickelt. Keine Endocarpen. 

Diese von A. Giard ' aufgestellte Gattung stimmt in der inneren Organisation mit Molgula überein, 
unterscheidet sich aber von ihr durch die eigentümliche knorpelartige Beschaffenheit der äusseren Hülle und 
bildet in dieser Beziehung den Übergang zu den eigentlichen Ascidien. 

Gymnocystis ampulloides v. Ben. 
Taf. VI, Fig. 4—13. 

Diese Art wurde zuerst von v. Beneden 2 unter dem Namen Ascidia ampulloides beschrieben, jedoch 
hat A. Giard nachgewiesen, dass sie nur in der Beschaffenheit der äusseren Haut einige Ähnlichkeit mit 
Ascidia besitze, sich aber in dem inneren Bau ganz an die Cynthien und namentlich an Molgula anschliesse. 

Der Körper ist rundlich oder tonnenförmig, nach vorn hin meist etwas breiter wie am hinteren abgerun- 
deten Ende, mit welchem das Thier gewöhnlich mit kleiner Fläche an einem Gegenstande festgeheftet ist oder 
seltener frei im Sande steckt. Die beiden Öffnungen stehen am Vorderende auf kurzen , mndlichen, etwas 
divergirenden Siphonen, die aber manchmal ganz contrahiit sind, so dass dann die Mündungen gleichsam 
sitzend erscheinen. Die Aufnahnisöffnung (Fig. 7) ist secbslappig, die Auswurfsöffnung vierlappig (Fig. 8). 

Die Testa ist knorpelartig, durchscheinend, bei jungen Thieren fast glasartig durchsichtig, graulichweiss 
oder ganz farblos, von verschiedener Dicke, an der Oberfläche entweder ganz glatt oder bei älteren Thieren 
etwas gerunzelt und gegen das Vorderende hin mit einzelnen flachen Höckern versehen, die dann gewöhnlich 
nach aussen hin ein mehr weisslich getrübtes, fleckiges Aussehen darbieten, während die dazwischen liegenden 
Stellen mehr transparent sind. Sonst ist die ganze Oberfläche ziemlich nackt, fremde Körper fehlen entweder 
ganz, oder sind nur in geringer Menge zu beobachten. Im letzteren Falle sind sie nicht mittelst Haftfäden 
befestigt, sondern sind dann in die Substanz selbst eingesenkt. Haftfäden fehlen gänzlich. Kupffer 3 erwähnt 
zwar bei der Beschreibung der Art, dass der Körper an der Oberfläche öfters mit dünnem Sande incrustirt ist, 
der an massig langen, die Dicke der Testa kaum übertreffenden Haftfäden klebt. Es geht aber daraus hervor, 
dass der genannte Forscher eben nicht die wahre Gymnocystis ampulloides vor sich hatte, sondern eine andere 
Art, die sich von jener durch den Besitz von kurzen Haltfäden unterscheidet. A. Giard* hat in der That eine 
zweite Art in der Nordsee beobachtet, die er als G. comosa bezeichnet und fölgendermassen charakterisirt : 
„Corps tres perit, 0"-3 crn., plus long que large. adherent par sa base ou un peu lateralement ; ouvertures 
terminales, ä levres peu distinetes. Tünique transparente, un peu jaunatre, couverte de quelques villosites 



1 A. Giard, Archives de Zoologie experimentale, Tom. I, p. 402. 

'-' v. Bencdeu, Recherches sur L'embiyogenie et la Physiologie des Ascidies simples. Mem. de l'Acad. Roy. de Bei 
giqiie. Tom. XX, p. 59, pl. I, fig. 1—9. 
■ K upffer 1. c. p. 223. 
1 A, Giard 1. c. p. 105. 

Oeiikschriftcn der mathem.-naturw. Cl. XXXVII. Bd. ;}4 



266 ( 'a inil Heller. 

abondantes surtout ;'i l'extrömite du siphon branchia] ou olles fonnent nne sorte de cbevelu autour de l'ouverture. 
Manteau incolore faibleroent adherent ä la tunique. Branehie convolutee. Intestin comme dans le G. ampul- 
loides. Foie vohimineuse lamellaire. Testicule ä canal excröteur unique. " Mit dieser Art dürfte nun die von 
Kupffer beschriebene Form identisch sein. 

An der inneren Oberfläche erscheint die Testa ganz glatt und farblos. In Bezug auf ihre Structur zeigt 
sie eine homogene oder leicht gestreifte hyaline Grundinasse, in welcher einzelne kleine rundliche oder Spindel 
förmige Zellen zerstreut liegen (Fig. 12). 

Der rundliche Innenkörper hängt mit der Testa nur lecker zusammen, die denselben umsehliessende 
Tunica ist dünn und schlaft , d.'e Muskulatur weniger entwickelt, die Muskelstränge dünn und lang, wie bei 
den übrigen Cynthien gestaltet, jedoch lockerer mit einander verbunden. Zwischen den Muskelsträngen liegt 
eine durchsichtige, farblose, homogene Grundmasse mit einzelnen rundlichen Zellen. 

Der Ingestionscanal hat eine massige Länge, eine glatte Innenwand, am Hinterende vor den Tentakeln 
eine schmale, glattrandige Ringfalte. Die Tentakel in der Zahl von 18 — 24 sind deutlich verästelt. Das 
Flimmerorgan hufeisenförmig, die Endschleifen spiralig nach einwärts gerollt 

Der Kiemensack nimmt die ganze Länge des Körpers ein, ist stark gekrümmt und zeigt beiderseits sieben 
symmetrisch vertheilte, vorspringende Längsfalten (Fig. 9 br). Letztere haben eine sehr ungleiche Länge. Die 
zwei obersten, welche parallel mit der mittleren Dorsalfalte verlaufen, sind die kürzesten. Sie entspringen 
vorn neben dem Flimmerorgane und enden rückwärts neben der Schlundöffnung. Die sechs teigenden nehmen 
allinälig an Länge zu, sie beginnen vorn unmittelbar hinter dem kreisförmigen Flimmersaume und sind an 
ihrem Hinterende bogenförmig nach oben und vorn gegen die Schlundöffnung hin gekrümmt. Zwischen den 
Hinterenden der beiderseitigen Kiemenfalten verläuft in der Mitte eine glatte Furche, die vorn unmittelbar in 
die Schlundöffnung übergeht. Die in der Mitte der Rückenseite sichtbare Dorsalfalte zeigt einen glatten, leicht 
wellig gekrümmten Rand und wendet sich rückwärts vor der Schlundöffnung nach links zum Ende der zweiten 
Kiemenfalte und setzt sieb dann nach hinten auch auf die folgenden Kiemenfalten fort. 

Die über die Oberfläche des Kiemensackes in Form scharfer Rippen prominirenden Längsgefässe kreuzen 
sich mit den rundlichen Quergefässen und bilden mit ihnen viereckige Fehler, die an der Basis der Kiemen- 
falten und zwischen den letzteren grösser und länger sind, während sie auf den Kiemenfalten selbst, nament- 
lich gegen den Rand hin durch neu hinzutretende Quergefässe kleiner werden und eine mehr quadratische 
Form annehmen. Die Zahl der auf der Oberfläche der Kiemenfalten vorspringenden Längsleistchen beträgt 
5—6. Die zwischen den grösseren Gefässen ausgespannte dünne Kiemenlamelle, welche die Spaltöffnungen 
trägt, bildet nicht wie bei den Cynthien zusammenhängende, in die Längsfalten hineinragende Duplicaturen, 
sendern einzelne hinter einander folgende grössere Aussackungen, die gegen den Rand hin wieder durch 
Einschnitte in zwei stumpfe, conische Divertikel sich spalten, über welche sich aber die rippenartigen Längs 
leistchen ununterbrochen leitsetzen (Fig. Li). Die Kiemenspalten sind lang und schmal, mannigfach gekrümmt 
und häutig auch gespalten. In dem Räume zwischen den Falten zeigen sie eine mehr unregelmässige Anord- 
nung, dagegen bilden sie an den Wandungen der in die Falten vorspringenden Säcke concentrisch um einen 
Mittelpunkt geordnete Systeme. 

Die Schlundöffnung liegt ziemlich weit nach vorn. Von ihr führt unter dein Kiemeusaeke ein enger 
Oesophagus nach rückwärts zu dem auf der linken Seite liegenden kleinen, sackförmigen Magen, der an 
seiner Oberfläche, besonders aber im hinteren Umfange mit einer gelappten Leber bedeckt ist. Die Lappen 
erseheinen als blindsackartige Ausstülpungen der Magenwand und sind an ihrer Oberfläche mit einer Lage 
länglicher, eiue körnige bräunliche Masse enthaltender Zellen ausgekleidet. Vom Magen steigt der Darm nach 
unten und vom bis gegen die Höhe der Schlundöffnung hin und krümmt sich hier unter Bildung einer engen 
Schlinge (Fig. '.•, 1 * » / ,/) wieder nach rückwärts, um unmittelbar neben dem abwärts steigenden, Darmschenkel 
wieder bis zum vorderen Rande des Magens zu verlaufen und gebt hier in den Afterdarm über, der unmittel- 
bar nelieu dem Oesophagus nach vorn und oben tritt und in der Nähe der Kloake mit schief abgestutztem 
After ausmündet. Eine vorspringende Leitfalte im Darme ist nirgends nachweisbar. 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatisnJien und Mittelmeeres. -2 Gl 

Auf jeder Seile des Körpers ist eine schlauchförmige, gegen das äussere Ende hin etwas erweiterte, nach 
innen hin rerschmächtigte, in schiefer Richtung verlaufende Genitaldrüse sichtbar (Fig. 10 ^, 11 g). Auf der 
linken Seite liegt sie vor den beiden Darmschenkeln, nach aussen hin von dem Vorderende der Därmschlinge 
etwas überragt. Als Ovarium funetionirt der innen' schlauchartige Abschnitt, an dessen Innenwand dieEichen 
auf faltigen VorsprUngen aufsitzen und von hier unmittelbar in die innere Höhlung fallen und durch die 
Mündung am verdünnten Ende nach aussen gelangen. 

Die Hoden liegen in Form kurzer, gelappter Schläuche an der Oberfläche der Ovarien, ihre kurzen Aus- 
fUhmngsgänge vereinigen sich zu einem gemeinselialtliehen vas deferens, das an der äusseren Fläche des 
(Karmins längs der Mitte nach innen läuft und unmittelbar vor der Öffnung des kurzen Oviducts mündet. Die 
an der inneren Seite hervortretenden, hinter einander liegenden röhrenförmigen Stränge sind nicht, wie 
v. Beneden angibt, als besondere vasa deferentia von eben so vielen Hoden anzusehen, sondern sind einfache 
Gefässsträuge, welche von der Geschlechtsdrüse nach innen zur Kieme verlaufen. 

Auf der rechten Seite bemerkt man unmittelbar hinter der Geschlechtsdrüse die Niere als ein ovales 
Säckchen, dessen Wandung aus einer dünnen, glatten, struetnrlosen Membran besteht und im Innern eine 
Flüssigkeit mit klumpigen Concrementen von brauner Farbe enthält (Fig. I 1 re). 

Zwischen Nierensäckchen und Geschlechtsdrüse verläuft in querer Richtung, eingeschlossen von einem 
Pericardium, der muskulöse Herzschlauch, nach oben an den Magen sieh anlehnend, nach unten in den ven- 
tralen Gefässcanal übergehend. 

Die grösste Körperlänge der beobachteten Exemplare beträgt .">' 8 Cm., die grösste Breite _' „ <'m. 

Ich fand die Art ziemlich selten im adriatischen Meere und zwar zu Lesina und Triest. In der Nordsee, 
namentlich an der belgischen Küste seheint sie dagegen sehr häutig vorzukommen. Van Beneden theilt mit, 
dass sie namentlich im Sommer oft in solchen Massen auftritt, dass alle Gegenstände im Meere von ihr gänz- 
lich überzogen seien, während sie gegen den Winter hin verschwinden. 

MOLGULA Forbes. 

Die Testa häutig, dünn, aber fest, an der Oberfläche nieist mit fremden Körpern besetzt. Die Aufnahms- 
öffnung sechslappig, die Auswurfsöffnung vierlappig, mit oder ohne Ocellen am Miindungsrande. Die Tunica 
dünn, die Muskeln schwach entwickelt und locker verbunden, ausser den langen Muskelsträngen oft noch 
kurze, bauchige Muskeln vorhanden. Die Tentakel verästelt. Der Kiemensack mit vorspringenden Längs- 
falten an der Oberfläche, das Gitternetz stellenweise unterbrochen, die Kiemenspalten mehr oder weniger 
gekrümmt und namentlich in den Falten um einzelne Mittelpunkte eoneentriseh angeordnet. Die Dorsalfalte 
glatt oder mit Fortsätzen besetzt. Der Magen mit einer lappigen Leber nach aussen, der Darm eine lange, 
enge Schlinge bildend, ohne innere Leitfalte. Niere sackartig. Jederseits eine Geschlechtsdrüse. Leine 
Endocarpen. 

Molgula oeeulta Kupffer. 

Taf. VI. Fig. 14, 15. 

Ich glaube, die vorliegende Form auf die von Kupffer ' in seiner Arbeit über die Tunicaten der Nord- 
und Ostsee neu aufgestellte Art beziehen zu können, da sie in allen wesentlichen Merkmalen damit über- 
einstimmt. 

Der Körper ist rundlich, kuglig oder nach vorn hin etwas verlängert, frei im Sande steckend und an der 
Oberfläche stets dicht mit Sand und Muschelfragmenten besetzt. Die Öffnungen auf kurzen, ziemlich entfernt 
von einander stehenden Siphonen gelagert und im contrahirten Zustande derselben von aussen kaum sichtbar. 
Die Aufnahmsöffnung am Vorderende nach (dien hin gerichtet, die Auswurfsöffnung an der Rückenseite in der 
Mitte oder etwas hinter derselben liegend. Von der Oberfläche der äusseren Hülle, die äusserst dünn und 



1 K u pffer I. e. p. -2-2 i. 

3 l ' 



. ;C o Camil Heller. 

bautartig erscheint, treten zahlreiche Haftfäden ab, an welchen die fremden Körper befestigt sind. Die Grund- 
masse derselben zeigt eine deutlich faserige Zusammensetzung- mit eingestreuten kleinen Zellen. 

Die innere Hülle lässt sieh leicht von der äusseren trennen und ist sehr dünn und schlaff, indem die 
Muskeln nur eine schwache Entwicklung zeigen. Längsfaserstränge finden sich nur in der Umgebung der 
Öffnungen und verlaufen von diesen in radiärer Richtung nach aussen. In dem übrigen Hautmuskelschlauche 
finden sich statt derselben, wie Kupffer zuerst nachgewiesen, nur einzelne kurze, bauchige Muskeln, die an 
beiden Enden in lange Sehnen ausgehen. 

Die Zahl der Tentakel beträgt 12-18, wobei grössere und kleinere abwechseln. Dieselben sind deutlich 
verästelt Das Flimmerorgan ist hufeisenförmig, die Endschleifen nach innen gekrümmt. 

Der Kiemensack zeigt, beiderseits sieben stark gekrümmte Längsfalten, dieLängsgefässe springen rippen- 
artig vor und bilden mit den Quergefässen viereckige Felder, die in den Feldern sichtbaren Spalten etwas 
gekrümmt innerhalb der Falten regelmässige, kegelförmig vorspringende und an dem Ende durch e.ne Ein- 
buchtung wieder gespaltene Segmente darstellend. Die Dorsalfalte, welche nach Kupffer unregelmässig 
gezackt sein soll, erseheint hier mehr glattrandig. 

Die Schlundöffnung liegt ziemlich weit nach vorn. Der Magen ist klein, mit gelappter Leber nach aussen 
versehen- der Dann bildet eine lange Schlinge (Fig. 15 in), indem der rücklaufende Schenkel desselben wieder 
bis gegen den Magen sich wendet und hier in den kurzen Enddarm übergeht. Die Genitaldrüsen (Fig. 15 g) 
sind nach aussen hin ziemlich verdickt, stimmen aber sonst in Bau und Anordnung mit jenen von Ö. ampulloides 
oänzlich überein. Auch Herz und Niere verhalten sich ähnlich. 

Die Körpergrösse beträgt 2i/ a — 3 Cm. 

Wurde in einigen Exemplaren in der Adria zu Lesina gefunden. 

Molf/nlfi hnpiira nov. sp. 
Taf. VII, Fig. 8-13. 

Diese Art unterscheide, sich hauptsächlich durch folgende Merkmale: 1. sind die Siphonen, auf welche,, 
die Öffnungen stehen, sehr verkürzt; 2. kommen im Kiemensacke beiderseits nur 6 Kiemenfalten vor und 
zeigen einzelne Kieinenget'ässe besondere Anhänge und Divertikel; 3. sind die Genitaldrüsen beträchtlich 

^Körper ist entweder ganz rund, kugelförmig oder mehr länglich rund, eicheiförmig, an der Ober- 
fläche grösstenteils mit Schlamm und abgestorbenen Seepflanzen bedeckt, seltener unbelegt. Steckt meistens 
frei im Schlamm, wurde jedoch auch an Seepflanzen festsitzend beobachtet. Die Öffnungen springen nur 
wenig über die Oberfläche vor und sind bei contrahirteni Körper nur als flache Höcker an der oberen Seite 
sichtbar. Die Aufnahmsöffnung liegt vorn und oben, die Auswurfsöffnung weiter rückwärts gegen die Mitte 
der Rückenseite hin, erstere ist sechslappig, letztere vierlappig. 

Die Testa ist dünn, häutig, aber ziemlich fest, an der Oberfläche last eben oder temrunzbg gekörnt, um 
gegen die Öffnungen hin etwas deutlicher gerunzelt, übrigens mit kurzen Hafffäden besetzt, an denen die 
f^enrden Körper befestigt sind (Fig. 10). |Die Farbe ist verschieden. Bei den mit dunklem Sc dämme bedeck en 
Thieren erschien der Körper fast schwarz, bei anderen weniger belegten bräunlich, gelblich oder giaulich- 
weiss Die Innenseite der Testa ist fast immer glatt, bläulichgrau und zeigt deutliche Getässramiucat.onen 
In Bezug auf ihre Structur besteht sie aus einer hellen, fein gestreiften Grundmasse mit zerstreuten kleinen 

Zellen und erweiterten Gefässenden. . 

Der Innenkörper läss, siel, aus der Testa leicht herausschälen, die Wandungen desselben sind seh, 
schlaff und dünn, die von ihm nach oben und vom abgehenden Siphonen sehr kurz (Fig 11 E, J). Die Mus- 
kulatur ist nur an der oberen Seite in der Umgebung der Siphonen etwas stärker entwickelt indem sich lue 
Längs- und Ringsniuskelstränge vorfinden, in, weiteren Umfange ist die Tunica sehr dünn, durchsichtig, und 
nur von einzelnen zerstreuten kurzen Muskeln durchsetzt. 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres 260 

Der tngestionscanal ist kurz, in der Vorderhälfte gewöhnlich mit sechs in's Innere vorspringenden rippen- 
artigen, dunkel pigmentirten Längsfalten, vor dem Tentakelwalle mit einer schmalen, am freien Rande leicht 
wellig gekrümmten Ringfalte versehen. Die Tentakel, 12—18 an Zahl, verästelt. DiePraebranchialzone glatt. 
Das Flimmerorgan ziemlich weit nach vorn gelagert, rundlich, mit nach vorn hin meist offenen Schleifen. 

Der Kiemensack gekrümmt, an seiner Wand beiderseits mit ti Längsfalten, die zwei oberen etwas kürzer 
wie die vier unteren, alle mit ihrem Hinterende nach vorn und oben gegen die Schlundöffnung gewendet. Der 
Rand der Kiemenfalten ziemlich dick, an der Oberfläche mit 4 — ö Längsrippen versehen, die Querrippen stark, 
Das Gitternetz bestellt aus viereckigen Feldern, die Kiemenspalten länglich, wenig gekrümmt. Innerhalb der 
Falten deutlich sackförmige, hinter einander liegende Einstülpungen sichtbar, auf welchen die Kiemenspalten 
eine ziemlich regelmässige Anordnung zeigen. Als besondere Erscheinung lallt die Anwesenheit rundlicher 
oder zapfent'örniiger, hohler Fortsätze im Verlaufe der einzelnen Gelasse auf, die eine grosse Ähnlichkeit mit 
den bei den Aseidien vorkommenden Papillen besitzen. Während sie dort aber regelmässig an der Kreuzungs- 
stelle der grösseren Gefässe sich vorfinden, sind sie hier mehr unregelmässig vertheilt. Alan trifft sie häufiger 
im Verlaufe der Quergelasse, obgleich sie auch an den Läugsgefässen nicht fehlen (Fig. 9 p a). Besonders 
stark entwickelt sind sie jedoch an jenen Quergefässen, welche vom Kiemensacke zu der längs der Mitte des 
Rückens verlaufenden Dorsalfalte verlaufen. Sie erscheinen hier als zapfenförmige, an ihrer Basis oft etwas 
verschmälerte Anhänge, die den dickeren Quergefässen sowohl am Vorder- als Hinterrande aufsitzen. Ihr 
Zweck ist wahrscheinlich derselbe, wie jener der Endocarpen bei den Cynthien und der Papillen bei den 
Aseidien, nämlich um eine Stauung des Blutes in den Gefässröhren zu verhindern und ein Ausweichen der 
Blutströme in diesen seitliehen Divertikeln zu ermöglichen. 

Die Dorsalfalte bat einen glatten, wellig gefalteten Rand und wendet sich vor der Schlundöffnung nach 
links zum Hinterende der hier liegenden Kiemenfalten. Die Schlundöffnung findet sich als eine längliche 
Spalte beiläufig in der Mitte des Körpers. Im vorderen Umfange ist sie begrenzt von einem dreieckigen, glatten, 
nach vorn hin sieh allmälig verschmälernden Felde. Nach hinten setzt sie sich in eine schmale, beiderseits 
von den gekrümmten Kiemenfalten begrenzten Furche fort, an derem Anfange sich ein dreieckiges, mit der 
breiteren Vorderseite gegen die Schlundöffnung gekehrtes Feldchen am Grunde erhebt. 

Der Magen ist von einer mehrlappigen Leber bedeckt, die Darmschlinge über die Mitte des Körpers nach 
vorn hin verlängert und ziemlich stark nach oben gekrümmt (Fig. 12 in). 

Die Geschlechtsdrüsen sind sehr entwickelt. Jene der rechten Seite umgibt in weitein Bogen die sack 
förmige Niere, indem sie sich nach vorn und unten und dann nach hinten krümmt, wo sie bis gegen das 
Hinterende der Niere reicht (Fig. 11 g). Auf der linken Seite ist sie auch ziemlich gross und leicht gekrümmt, 
sie liegl hier in der nach vom gerichteten Concavität der Darmschlinge, welche sie fast ganz auslullt (Fig. 12 g). 
Die Körperlänge d>-\- meisten Exemplare betrug 2 Gm., die Breite 1-7 Cm. 

Fundort: Golf von Neapel. 

Molgula a/ppendiculctta nov. sp. 

Taf. VII. Fig. 1—7. 

Mit diesem Namen bezeichne ich eine neue, bisher unbekannte Form, welche sich von den übrigen 
namentlich dadurch unterscheidet, dass der freie Band der Dorsalfalte nichl glatt ist, sondern kleine zapfen- 
artige Fortsätze trägt, ferner dass die Innenseite der Aufnahms- und Auswurfsöffnung gewöhnlich mit Fibrillen 
besetzt ist. In letzterer Beziehung zeigt sie einig,' Ähnlichkeit mit der von Savigny ' beschriebenen Cyntlua 
Dione, doch erscheint dort die Dorsalfalte glattrandig, dann ist auch die Anfnahmsöffnuug nur vierlappig, 
während hier die Aufnahmsöffnung deutlich sechslappig ist. Unsere Art gehört daher zu Molgula, während 
die von Savigny beschiiebene Form nach der Form der [ngestionsöffnung vielmehr zu der Gattung Glan- 
dula St. zu stellen wäre. 



Savigny 1. e. p. 135, pl. VII. Fig. i. 



270 Gamil Heller. 

Der Körper ist kuglig oder mehr eiförmig, häufig an den Seiten etwas allgeplattet, an der Oberfläche 
stets mit Schlamm, kleinen Sandkörnchen, Schalenfragmenten und anderen fremden Körpern bedeckt. Doch 
bilden diese fremden Körper niemals eine so dichte Hülle, wie bei anderen Arten, es bleibt vielmehr immer 
ein grösserer Tbeil der äusseren Haut sichtbar. Der Körper steckt entweder frei im Schlamm oder ist an See- 

pflanzen angeheftet. 

Die Mündungen stehen auf ziemlich langen Siphonen, die niemals gänzlich zurückgezogen werden können, 
sondern immer etwas vorspringen. Der Kloakensipho ist häufig länger als der Aufnahmssipho. Letzterer ist 
gerade nach vorn, der erstere ziemlich entfernt von ihm gegen die Mitte der Kückenseife entspringend, nach 
oben und vorn gerichtet und gewöhnlich etwas gekrümmt. An ihrer Oberfläche bemerkt man meistenteils 
vorspringende Längsrippen, die gegen die Offnungen hin verlaufen und hier in die Läppchen sich fortsetzen, 
welche die Mündungen unmittelbar begrenzen. Hiedureh bekommen die Siphonen ein kantiges Ausseben, und 
zwar erscheint der Ingestionssipho mit sechslappiger Aufnahmsöffnung sechskantig, der Kloakensipho mit 
vierlappiger Auswurfsöffnung, dagegen vierkantig. Nach innen sind die vorspringenden Läppchen der beiden 
Öffnungen gewöhnlich mit einem Büschel dünner conischer Zipfel besetzt (Fig. 4). 

Die Testa ist verhältnissmässig dick, sehr resistent und zäh, auch an der Oberfläche mehr oder weniger 
gerunzelt, die Runzel häutig körnig rauh, ferner die ganze Oberfläche mit kurzen Haftfäden besetzt, au denen 
die fremden Körper hängen. Die Testa dieser Art stimmt in ihrer Beschaffenheit überhaupt mehr mit der 
lederartigen Hülle der eigentlichen Cynthien überein, und bildet in dieser Beziehung eine Übergangsform von 
Molgula zu Cynthia, gerade so wie Gymnocysüs arripülloides den Übergang von Molgula zu Ascidia vermittelt. 
Sie könnte daher mit gleicher Berechtigung wie Gymiwcystis als Repräsentant einer besonderen Gattung 
gelten, umsomehr, als auch die Dorsalfalte durch ihren mit Fortsätzen versehenen Rand sie!) von den übrigen 
Molgula- Arten wesentlich unterscheidet. 

Die äussere Färbung der Testa ist bräunlich, an der Innenseite erseheint sie dagegen graulichweiss, perl- 
mutterglänzend, und ist hier mit einzelnen Runzeln und grubigen Vertiefungen versehen. Die mikroskopische 
Untersuchung zeigt eine feinstreitige Grundmässe mit zerstreuten kleinen Zellen. 

Der von der Testa, sieh leicht loslösende schlaffe Innenkörper (Fig. 3) besitzt meistens eine dunklere 
Färbung, an einzelnen Stellen bräunlichschwarze grössere Flecken. Die Tunica ist äusserst dünn, so dass 
sämmtliche darunter liegenden Eingeweide schon von aussen sichtbar sind. Die Längs- und Kreisfaserstränge 
bilden nur an den Siphonen eine dichtere Lage, in dem weiteren Umfange der Tunica sind Längsfaserstränge 
zwar auch vorhanden, doch sind sie hier nur sehr locker mit einander verbunden. Die kurzen beuteltörmigeu 
Muskeln, welche bei anderen Molgula-kxten gewöhnlich in der Wandung der Tunica beobachtet werden, 
fehlen hier. 

Der Ingestionscanal ist ziemlich lang, die innere Fläche desselben häufig längsgefaltet, nach vorn an den 
vorspringenden Läppchen mit den schon erwähnten dünnen, zipfelartigen Anhängen besetzt, nach rückwärts 
vor den Tentakeln mit einer ziemlich breiten, am freien Rande leicht gekerbten Ringmembran versehen. Die 
Tentakel finden sieh in der Zahl von 20—25 und sind deutlich verästelt. Der Höcker mit dem Flimmerorgane 
ist ziemlich weit nach rückwärts im grossen, glatten, nach vorn hin verbreiterten Felde gelagert, die End- 
schleifen entweder beiderseits einwärts gerollt, oder nur auf der einen Seite. 

Der Kiemensack ist stark gekrümmt und zeigt beiderseits in symmetrischer Anordnung 7 Kiemenfalten 
(Fig. 5 br). Von diesen sind die vier unteren sehr lang, entspringen vorn in gleicher Linie hinter dem Wimper- 
saume und krümmen sich hinten nach oben und vorn, um hinter der Schlundöffnung zu endigen. Die drei 
oberen werden allmälig kürzer, entspringen vorn in schiefer Richtung neben dem nach hinten sich fort- 
setzenden Flimmersaume und endigen rückwärts unter bogiger Krümmung neben der Schlundöffnung. Die 
Längs- und Querrippen bilden regelmässige, länglich viereckige Felder, die an der Basis der Falten grösser 
als am Rande erscheinen. Die Kiemenspalten sind nur wenig gekrümmt und zeigen eine ziemlich regelmässige 
Anordnung. Innerhalb der Falten beobachtet man lange, sackförmige, durch einen sehmalen Zwischenraum 
von einander getrennte Einstülpungen, die bis zum Rande hin sich ausdehnen und dort durch eine mittlere 



Untersuchungen über die Txwicaten des adr lettischen und Mittelmeeres. 



271 



Einbuchtung wieder in zwei parallele, am Ende abgerundete Abschnitte abgetheilt werden (Fig. 7 p l). In 
jedem solchen Abschnitte sind die länglichen Spalten in zwei parallelen Reihen neben einander angeordnet, 
indem sie zugleich gegen den freien Rand der Falten hin kürzer werden (Fig. 7/s). Jede solche Spalte wird 
meist durch ein dünneres Quergefäss noch gekreuzt (Fig. 7 t"). 

In dein Canalsystem des Kiemensackes gewahrt man deutlich zweierlei Blutkörperchen, nämlich kleinere, 
blassere und grössere dunklere. Erstere sind in grösserer Menge vorhanden, letztere in geringerer Anzahl und 
meist den Gefässwandungen angelagert. Von der dunkleren Färbung dieser, in den Gefässcanälen angesam 
tnelten grösseren Blutkörperchen wird hauptsächlich das dunkle fleckige Aussehen ^m ganzen Innenkörpers 
bedingt. 

Die nur wenig vorspringende Dorsalfalte ist am Rande, besonders nach rückwärts, mit dünnen, am Ende 
abgerundeten Fortsätzen versehen und verläuft links neben der Schlundöffnung zum Hinterende der ersten 
Kiemenfalte, wo die erwähnten Anhänge auch noch sichtbar sind (Tat. VII, Fig. (>). 

Die Schlundöffnung liegt ziemlich weil nach vorwärts gegen die Mitte des Körpers hin. Die kurze Speise- 
röhre führt nach hinten zu dem sackartigen Magen, der mit einer lappigen Leber bedeckt ist. Der Darm bildet 
eine lange, enge, beiläufig bis zur Mitte des Körpers nach vorn reichende Schlinge (Fig. 5 in); der rück- 
laufende Darmschenke] kehrt zum Magen zurück und geht hier in den Enddarm über, welcher vor der Speise- 
röhre nach vorn und oben steigend, mit dem After in die Kloake ausmündet. 

Die Genitaldrusen haben eine länglich-eiförmige Gestalt und liegen in querer Richtung beiderseits neben 
der Kloake (Fig. 5y). In ihrem Bau stimmen sie mit den anderen Molgula-Artea ganz überein. Die Mündung 
des Oviducts liegt am inneren Ende, jene des vas deferens, welches aus dem lappigen Hoden hervorgeht, bei- 
läufig in der Mitte der Geschlechtsdrüse. Die auf der rechten Seite hinter der Genitaldrüse liegende Niere 
hat eine sackförmige Gestalt und ist mit bräunlichen Concrementen theilweise angefüllt. 

Die Körperlänge beträgt 3 Cm., die grösste Breite 2'/ a Gm. 

Diese Art wurde von mir im adriatischen und mittelländischen Meere vorgefunden, und kömmt namentlich 
in ersterem ziemlich häufig vor. Ich beobachtete sie zu Lesina, Triest und Neapel. 

Zum Schlüsse füge ich noch eine Übersicht säimntlieher, bis jetzt in dem adriatischen und mittelländischen 
Meere beobachteten Arten aus der Gruppe der einfachen Ascidien hinzu, und zwar führe ich zuerst jene 
Formen auf, die ich selbst beobachtet habe, und erwähne dann auch jene zweifelhaften, von früheren Forschern 
aufgeführten Arten, die wegen ungenügender Beschreibung nicht näher gedeutet werden konnten. 



Name 



Adria 
tische: 
Meer 



Mittel- 

IIHIT 



Nord- 
see 



Ostsee 



Name 



Adria- 

tisches 

Meer 



Mittel- Nord- 
meer See 



I 



Ostsee 



ASCLDIAE. 

Ascidia mentula 0. F. Müll. . 

„ obliqua Aid -f- 

„ in mir, Ha II l- ( 

„ aspera Hr -f 

„ plebeja Aid -f- 

„ rudis Aid j- 

,, coriacea H r 

„ depressa A I d 

„ verrucosa Hr 

„ rubescens IT r 

„ cristata ßisso . . . . -j- 

;cabra P. M Uli. . . 

fumigata GtX 

virginea 0. F. M Uli. . . 

mamillata Cu v 

/' unum < >. V Müll . . 

involuta II r -j- 

1 1 tarn II r -j- 



+ 

+ 

+ 



„ fusca ( ' ii v. sulcata S .'i \ . 
< Hona intestinalis \> 

„ cu in im 0. F. M U 11. . . 

Tihodosoma callense Lac. I>;itli. 



4- 


+ 


+ 


+ 




+ 


r 


+ 



I 

+ 
+ 



+ 
+ 



+ 



CYNTIIIAK. 



Microcosmus vulgaris II r. . . . 

„ polymorphus Hr. . | 

„ scrotum de Ch. . . | 

„ claudicans Sav. -j- 

( 'ynthia papulosa \j 

„ scvtellata Hr f- -j- 

„ dura Hr 

„ sguamulosa Aid.... -j- 

Styela canopoides Hr 

n .W 05 " Hr -f 

Pplycarpa varians II r -|- 

„ tuberosa M :i C g. . . J -j- + 

„ oracilis II i' 

„ sabulosa II r 

n diseoidea Hr 

„ glomerata Ald. . . + -(- 

Gymnocystis ampulloides v. Heu. 
Malgula oeculta Krtpff. . . + 

„ impura II i 

„ appendiculata . . . . -f- 



r 



Gamil Heller. 

Aus dem Mittelmeere winden ferner noch aufgeführt, und zwar: 

von Risso: Pkallusia gelatinosä Brh . 

„ helothuroides RiSSO, 
„ Mvida Risso, 
„ urtica Risso, 
„ ein /• ii Risso; 

von Delle Chiaje: Ascidia mamillaris Pall., 

„ ( 'urii in iL Ch.; 

von Philippi: Ascidia patula 0. F. Müll., 

„ in für min Phil. 



Untersuchungen über die Tunicaten des adriatiscken und Mi.ttelm.eer es. 273 



ERKLÄRUNG DER ABBILDUNGEN. 



TAFEL I. 

Fig. 1. Microeosmus vulgaris. Junges Exemplar in natürlicher Grösse, i. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 2. Innenkörper eines jüngeren Exemplares. /. Ingestions-, E. Excretionscanal. de. Divertikel. 

3. Jüngeres Exemplar, der Länge nach aufgeschnitten. /. Ingestionscanal. /•. Längsfurche, c. Ringmembran mit aus- 
gebuchtetem Rande. T. Tentakel, fl. Flimmerorgan, d. Dorsalfalte, br. Kiemenfalten, ph. Schlundöffnung. 

„ 4. Jüngeres geschlechtsreifes Exemplar. /. Ingestionscanal. e. Ringmembran, g. Genitaldrüse, o. After, cl. Kloaken- 
spalte. 

„ 5. Älteres Exemplar in natürlicher Grösse. »'. Aufnahms-, e. Aus wurfsöffnung. 

„ 6. Älteres Thier, aufgeschnitten. /. Ingestionscanal. x. Längsfurche, c. Ringmembran. T. Tentakel, g. Genitaldrüsc. 
g . Mündung derselben, cl. Kloakenspalte, ph. .Schlundöffnung, h. Lappige Leber. 

„ 7. Ein verästelter Tentakel vergrössert. 

n 8. Ein Stück Kieme vergrössert. I. Längsgefässe. t. Quergefässe erster Ordnung, t '. Quergefässe zweiter Ordnung. 
fe. Kiemenspalte. 

„ 9. Microcosmus polymorphus. Junges Exemplar, j. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 10. Ingestionscanal eines älteren Exemplares mit nach rückwärts verdickten Längsfalten, yl. Längsfalten. /. dazwischen 
liegende Furchen. 

„11. Ingestionscanal mit gekraustem Rande der Ringfalte. 

TAFEL IL 

Fig. I. Microcosmus polymorphus. Älteres Thier von mittlerer Grösse, i. Ingestions-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 2. Innenkörper. /. Ingestionscanal. E. Egestionscanal. de. Blindsack. 

„ 3. Mündung des Ingestionscanais in die Kiemenhöhle. /. Ingestionscanal. T. Tentakelwall. c. Ringmembran, pl. ver- 
dickte Enden der Längsfalten. 

„ 4. Der Innenkörper geöffnet, /. Ingestionscanal. c. Ringmembran. G. Genitaldrüse, h. Leber, a. Aftei Öffnung. 

„ 5. Microcosmus scrotum. Umriss des Innenkörpers, mit sehr verlängertem Ingestionscanal. 

„ 6. Innenkörper aufgeschnitten. /. Ingestionscanal. yl. Zwei Längsfalten zu einem (anal verwachsen. G. Genitaldrüsc. 
h. Leber, a. After, cl. Kloakenspalte. 

„ 7. Microcosmus claudicans. Thier von mittlerer Grösse, mit verlängerten Siphonen. i. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 8. Der Innenkürper geöffnet. /. Ingestionscanal. V. Ringmembran. T. Tentakelwall. G. Genitaldrüse. //. Leber. 

„ 9. Cynthia papulosa. Innenkörper geöffnet, in. Darinschlinge. h. Leber. G. Genitaldrüse. 

„ 10. Cynthia scutellaia. Thier von mittlerer Grösse. «. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„11. Thier, in der Körperform verschieden. 

„ 12. Innenkörper geöffnet. /. Ingestionscanal. e. Ringmembran. T. Tentakel, fl. Flimmerorgan, d. Dorsalfalte, h. Leber. 
in. Darmschlinge, g. Genitaldrüse. 

TAFEL III. 

Fig. 1. Cynthia dura. Älteres Exemplar in natürlicher Grösse, i. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 
„ 2. I 'ynthia dura. Jüngeres Exemplar. 

„ 3. Einige Hervorragungen an der Oberfläche eines älteren Thieres, vergrössert. 
„ 4. Hautdurchschnitt, stärker vergrössert. a. Äusserer hyaliner gelber Randsaum. (3. Faseriger heller Iunentheil. 

7. Durchschnittenes Gefäss mit Blutkörperchen. 
„ 5. Innenkörper aufgeschnitten. /. Ingestionscanal. c. Ringmembran. T. Tentakel, /. Flimmerorgan. d. Dorsalfalte. 

g. Genitaldrüse, gl. Feingelappte Hodenmasse, in. Darmschlinge, h. Leber. 
„ G. Cynthia squamulosa. Älteres Thier in natürlicher Grösse. 
„ 7. Styela gyrosa. Thier von mittlerer Grösse, i. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

Hinkfohrineii der mathem.-nalurw. Cl. XXXVII. Hd. 35 



274 Cu.mil Keller. 

Fig. 3. Die vierlappigc Aufnahmsöffnung. 

„ 9. Innenseite der Testa eines mittelgrossen Thieres. 

„ 10. Testa eines älteren Thieres, nach rückwärts in einen .Stiel verlängert, a. Vorderkörper aufgeschnitten, mit der In- 
nenseite der Testa. ß. Stiel. 

„ li. Querdurchschnitt der Testa, stark vergrössert. sc. Äussere dichtfilzige Zone. j3. Angehäufte Pigmentkörper. ■/.Durch- 
schnittenes Gefäss mit kolbigen Endanschwellungen, ö. Konische Schüppchen an einzelnen Stellen der äusseren 
Oberfläche. 

„ 12. Querdurchschnitt der Testa, innere Hälfte, a. Dichtfilzige äussere Schichte, ß. Sehr locker gewebte Mittelschichte. 
7. Dichtfilzige innere Schichte. S Zellenlage. 

„ 13. Magen von der Innenseite, mit Längsfalten. 

TAFEL IV. 

Fig. 1. Styela gyrosa. Magen im Qnerdurchschnitt, vergrössert. a. Innere Längsfalten, ß. Mittlerer breiter Längswulst. 

•j. Gefässdurchschnitt. 
„ 2. Inneres Ende einer Längsfalte, stark vergrössert. a. Oberflächliches Cylinderepithel. ß. Innere Bindesubstanz mit 

Zellen. •/. Verästelte Blutgefässe. 
„ 3. Der Innenkörper aufgeschnitten, mit dem Kiemensack. /. Inges'tionscanal. Br. Kiemensack mit den vier Längsfalten 

beiderseits. 
„ i. Linke Außenseite der Tunica, mit zwei durchscheinenden Genitaldrüsen. Natürliche Grösse. 
„ 5. Rechte Aussenseite der Tunica, mit mehreren durchscheinenden Genitaldrüsen. 
„ 0. Der Innenkörper geöffnet und der Kicraensacit entfernt. /. Ingestionscanal. in. Darm. v. Magen, oe. Speiseröhre. 

ph. Schlundöffnung. «. After, g. Genitaldrüse. 
„ 7. Genitaldrüse, von der Oberfläche, a. Das schlauchförmige Ovarium, in der Mitte, ß. Die gelappten Hodenbläschen zu 

beiden Seiten. 7. Das in der Mitte längs des Ovariums verlaufende gemeinschaftliche Yas deferens. 
„ 8. Genitaldrüse, im Querdurchschnitt, x. Das Ovarium. ß. Die gelappten Hodenbläschen. 
„ 0. Polycarpa varians. Thier von mittlerer Grösse, i. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 10. Innerer Eingeweidekörper, im l "iuris». /. Ingestionscanal. E. Egestionscanal. do. Hintere sackartige Erweiterung. 
„ 11. Innenkörper geöffnet, mit dem Kiemensack, der beiderseits vier Längsfalten (br.) zeigt. 
„ 12. Innenkörper geöffnet, der Kiemensack entfernt, ph. Schlundöffhung. in. Darm. g. Genitäldrüsen und Endocarpen. 

TAFEL V. 

Fig. 1. Polycarpa varians. Ein Thier mit mehr entwickelten Siphonen, die eine vierkantige Form besitzen, i. Ingestions-, 
e. Egestionsöffnung. 

„ 2. .Sackförmige Genitaldrüse mit zwei kurzen Ausführungsgängen nach innen. 

., 3. Polycarpa tuberosa. Ein Thier in natürlicher Grösse. 1. Aufnahms-, e. Auswurfsöffnung. 

„ 4. Polycarpa elegans. Natürliche Grösse. 

„ 5. Polycarpa elegans. Thier von etwas verschiedener Körperform. Natürliche Grösse. 

„ 6. Innenkörper aufgeschnitten, rechts -mit dem Kiemensack, links mit Darmschlauch und Genitäldrüsen. br. Kiemen- 
falten, g. Genitäldrüsen. v. Magen, in. Daimschlinge. 

„ 7. Polycarpa sabnlosa. Thier in natürlicher Grösse, von der oberen Seite. 

„ 8. Polycarpa diseoidea. Thier in natürlicher Grösse, auf einem Steine aufsitzend. 

„ 9. Polycarpa glomerata. Thiere in natürlicher Grösse, auf Polycarpa varians aufsitzend. 

„ 10. Einzelnes Thier, etwas vergrössert, 

„11. Kiemensack mit den vorspringenden Längswülsten, etwas vergrössert. 

„ 12. Qnerdurchschnitt des Kiemensackes, stärker vergrössert. pl. Die vorspringenden Längswülste, sp. Die hohlen gefäss- 
artigen, zwischen Tunica und Kiemen ausgespannten Suspensorien, ic. Tunica. pb. Peribranchialraum. 

„ 13. Kiemenoberfläche mit dem Gitternetz, stärker vergrössert. /. Rippenartig vorspringende Längsgefässe. /. Quer- 
gefässe erster Ordnung, t' . Quergefässe zweiter Ordnung, fs. Kiemeuspalten. 

„ 14. Darmcanal in seiner ganzen Ausdehnung, vergrössert, ph. Schlundöffnung, oe. Speiseröhre, v. Magen, in. eigent- 
licher Darm. a. After. 

„ 15. Einzelne Genitäldrüsen stärker vergrössert, an der Aussenseite mit dem Hautmuskelschlauche noch in fester Ver- 
bindung, nach innen in einen dünnen Ausführungsgang sich verschmälernd, g. Genitaldrüse, g' . Ausführungsgang. 
■/■ Knospen (Endocarpen) an der Innenseite der Tunica. 

TAFEL VI. 

Flg. 1. Styela canopoides. Ein Thier in natürlicher Grösse, i. Ingestions-, e. Egestionsöffnung. 
„ 2. Dieselbe Art, mit mehr vorspringenden Siphonen. 

„ 3. Der Innenkörper geöffnet, oe. Speiseröhre, e. Magen, in. Darmschlinge, a. After, g. Genitaldrüse, gt. Hoden- 
läppchen. 



' 'amil Heller. Untersuchungen übe?- die Tunicaten des adriati sehen and Mittelmeeres. 275 

Fig 4. G-jmmeystis ampulloides. Ein älteres Thier, in natürlicher Grösse, i. Aufnalims-, e. Atiswurfsöffnung. 
„ ö. Ki 'i Thier von mittlerer (irüsse. 
„ 6. Ein junges Thier. 
„ 7. Sechslappige Aufnahmsöffnung. 
„ 8. Vierlappige Auswnrfsöffnung. 

9. [nnenkörper geöffnet. T. Tentakel, hr. Kiemenfalten, in. Darmschlinge. 
,, 10. Innenkörper mit dein Darm in, Geschlechtsdrüsen g, Niere re. 
„ 11. Geschlechtsdrüse g, Niere re. 
„12. Testa im Querdurchschnitt, starker vergrössert. 

„ 13. Ein Stück einer Kiemenfalte, vergrössert. I. Leistenartig vorspringende Längsgefässe. t. Intervall zwischen den lap- 
pigen Vorsprüngen der die .Spalten (/«) tragenden Kiemenlamelle. 
„ 14. Molgula oeculta. Thier in natürlicher. Grösse, i. Aufnalims-, e. Auswnrfsöffnung. 
„ 15. Innenkörper geöffnet. T. Tentakel, in Darmschlinge, g. Genitaldrüse, cl. Kloake. 

TAFEL VII. 

Fig. 1. Molgula appendiculata. Ein Thier in natürlicher Grösse. 

„ 2. „ „ Ein Thier mit etwas mehr genäherten Siphonen und glatterer Oberfläche. 

„ 3. Testa aufgeschnitten, mit dem eingeschlosseneu Innenkörper; durch die Tunica schimmern an der Oberfläche hin- 
durch: re. die Niere, no. das Herz, g. die rechtsseitige Genitaldrüse. 

„ 4. AufnahmsöfFnung mit den nach innen hin liegenden conischen Anhangen. 

„ 5. Innenkörper aufgeschnitten. /. Ingestiouscanal. T. Tentakel, br, Kiemenfalten, in. Darmschlinge, re. Niere, g. Genital- 
drüsen. 

„ ü. Hinterende der Dorsalfalte mit den aufsitzenden Anhangen. 

_ 7. Ein Stück einer Kiemenfelte von der Seite gesehen, vergrössert. pl. Sackige Duplicaturen der Kiemenlamelle. 
pl'. Conische Endlappen, fs. Kiemenspalten. /. Leistenartig vorspringende Längsgefässe. t. Quergefässe erster, 
t' . Quergefässe zweiter, t". dritter Ordnung. 

„ 8. Molgula irnpura. Thier in natürlicher Grösse. 

„ 9. Ein Stück Kiemennetz mit vorspringenden Papillen Ipa). 

„ 10. Ein Stück der äusseren Hülle aus der Umgebung der Aufnahmsöffnung nach Entfernung der fremden Körper. 

„ 11. Innenkörper von der rechten Seite. /. Ingestions-, E. Egestionscanal. g. Durch die Tunica hindurchschimmernde 
stark gekrümmte Genitaldrüse, re. Niere. 

„ 12. Innenkörper geöffnet, in. Darmschlinge, g. Genitaldrüse, re. Niere, cl. Kloake. 

„ 13. Ein Stück der Genitaldrüse vergrössert. a. Ovariutu. ß. Lappiger Hoden. 7. Vas deferem. ö. Die beiden inneren 
Mündungen der Genitaldrüse. 



2 c SX2^5~~ö~ 



35' 



HHhM*. UhtersucTiuiicjen iibei' die Tunicaten eU 

Fit 



T.iiU 



Fig. k. 







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Denlcschrilkn d.k.Akad.d.W math. natimv. Cl.XXXVn.Bd. I.Abth. 1!)T7. 



Hellet'. Untersuchungen iiber die Tunicaten etc. 

.,■ ., Fiq. 4- 

Fiq. 2. ■> 

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Tal! II. 








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Ficj.ß. 





Fig. 8 



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Fiq. 9. 





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Fiti. 10. 




Fig.ll. 




Denkschriften d.kÄkad.d.Winath.natiirw.ClasseXXXMIBd.LÄbÜi.1877. 



Hell«»». Untersuchungen Über die Tunicaten etc. 
Fig.2. 



Tai! III. 



Fiq. I- 




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Fiq. II. 



Fig • .3 • 





Fig. 6. 






Fiq. 12. 



Fig. 12 






Fig. 'i 





Fig 



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DcnWliriitcn .l.l,Ak i Hl.a.\\-..n ; ,ll 1 .nalunv.llasso XXXVII U.l.l.Abtli. 1877- 



Tnl'. IV. 



Hellet 



.t^crsuchuncjenübc-dioTunioa.enetc.^^ 
Fiy- »■■ 



Fig. '2. 







Denkschriften d.kAkaa.d^atWtunv.Classe XXXV11 Bd.l.Äbth.1877. 



lk'Ilei" ■ Untersuchungen über die Tunicaten <^c- 
Fig. >i. 



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Füj.2. 



Fi(J. 1 







Fig. : 






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Denkscnriftmd.iakud.d.Wmat>.natnrw;aasseXXXVlI.Bd.l.AbÜi.l877. 



Heller. Uhtersiichungeii iiber die Tunicaten etc. 

Fig. 3. 



IM. VI. 



Fiff-2. 




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D<M.lc.scliHitiM 1 il.lc.Ak i Hl.,l.\\:inalli.naliu-u-.(hisscXWTIi.H(l.[..\!)lli.U{7r. 






Heller . Untersuchungen über die Tunicaten eu 



Taf.VII. 



Fig. 2. 



Fig. 1. 

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Ficj. 3. 




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Fig 8. 




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Fig. 9. 



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Fig. 10. 



Fig. 7. 




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Fig.12. 




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Dpnlisrlmiten d.kAkad. t nv:raatl..natnw.( lasse XXXA'Il.Bi\.I.Abth.l877. 






Zweite Abtheilung. 



Abhandlungen von Nicht -Mitgliedern der Akademie. 



Mit 32 Tafeln. 



STUDIEN 

ÜBER 



DIE JÜNGEREN TERTIÄRBILDUNGEN GRIECHENLANDS. 



THEODOR FUCHS, 

Cl SUIS AM K. K. HOF-MINERALIENCABINKTE. 

(t)Rit 3C aeotoqä'6<&evi ODu/fccßdc&H/lfcfcdi* uu-? |'iuvf' ^et* t'f'acteitt^fVI'it ) 



VORGELEGT IN IIEK SITZUNG DER MATIIEM ATISCH-NATrii WISSENSCHAFTLICH ION CLASSE AM G. JI'1,1 IS7C. 



Die nachfolgenden Blätter enthalten die näheren Details der geologischen Untersuchungen, welche ich im 
verflossenen Jahre im Auftrage und inil Unterstützung - der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in 
Gesellschaft meines verehrten Freundes, des Dr. A. Bittner, in dem nördlichen und östlichen Theile des 
Königreiches Griechenland durchführte, und deren wichtigstes Ziel eine möglichst genaue Altersbestimmung 
der mannigfaltigen jungtertiären Brack- und Süsswasserbildungeu war, welche in diesem Gebiete auf- 
treten. 

Eine vorläufige Mittheilung über diesen Gegenstand mit Hervorhebung der wichtigsten allgemeinen 
Resultate rindet sich bereits in den Sitzungsberichten der Akademie ' pnblieirt, und da ich bis jetzt keinen 
Aulass gefunden habe, an denselben irgend welche wesentliche Änderung vorzunehmen, so ist es mir wohl 
erlaubt, rück sichtlich derselben auf diese Arbeit zu verweisen und an dieser Stelle unmittelbar in eine Be- 
handlung der Details einzugehen. 

I. Der Isthmus von Korinth. 

Der Isthmus von Korinth wird bekanntlich aus Terrainbildungen zusammengesetzt, denen man ein sehr 
geringes geologisches Alter zuschreibt. 

In der Mitte des Isthmus erhellen sich diese Ablagerungen so wenig über den Meeresspiegel, dass man 
darauf den Plan einer Durchstechung der Landenge gründen konnte; an den beiden Seiten desselben bilden 
sie jedoch Hache, plateauförniige Hügel, welche sich an das Kalkgebirge des l'eloponnes und des Monte 
Geraneo anlegen und an letzterem bis zu der Höhe von circa 1000' ansteigen. 

Die verhältnismässig bedeutende Höhe dieser Plateaux, sowie ihr steiles Abbrechen gegen die niedri- 
gen Landstrecken in der Isthinusmittc lassen es von vorne herein als wahrscheinlich erscheinen, dass man 



1 Sitzungsberichte, 1876, LXX111. 

Denkschriften der mathem nuturw. Cl. XXXVII. Bd Abhandl. vor Nithtiiiirgliederi 



2 Theodor Fuchs. 

hier zwei verschiedene geologische Bildungen vor sich habe, von denen die plateanbildenden der Tertiärzeit 
angehören, während die tiefer gelegenen des Isthmus vielleicht bereits quaternär seien, wie ja die aus die- 
sen Ablagerungen stammenden fossilen Conchylien sehr häufig als „subfossile" angeführt werden. 

Diese Ansicht, von welcher auch ich anfangs" befangen war, erwies sich jedoch bei näherer Unter- 
suchung als vollkommen unrichtig, und gelang es uns vollkommen sicherzustellen, dass die Ablagerungen, 
welche die Mitte des Isthmus zusammensetzen, keineswegs so jung seien, wie man durch den äusseren An- 
schein so leicht zu glauben verleitet werden könnte, sondern dass sie vollständig mit den Ablagerungen 
übereinstimmen, welche die Plateaux zu beiden Seiten zusammensetzen, mit denselben der jüngeren Tertiär 
zeit angehören, und dass ihre gegenwärtig tiefe Lage nur eine Folge einer späteren gewaltigen Einsenkung 
sei, welche die Mitte der Landenge getroffen, während die Plateaux zu beiden Seiten die stehen gebliebenen 
Reste des ursprünglichen Tertiärlandes darstellen. (Siehe nachstehenden Durchschnitt.') 



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Jfojtfr (ienuitv 



Petopones 




,/xt/l/ttlt.K 



« TT-^-.-v 




Ifip/iurilt'lika/A- 



IlipftnritenkaJk 



a. Marines Pliocäu. h. Weisse Mergel (Cougerienschichten) . 



Die neue Strasse, welche von Kalamaki über den Isthmus nach Neu-Korinth führt, bewegt sich in dem 
grössten Theile ihrer Länge am Fusse der nördlich gelegenen Tertiärplateaux und mithin genau auf der 
Linie der grössten Verwerfung. Es genügt aber auch, eine Fahrt auf derselben von Kalamaki nach Neu- 
Korinth zu machen, um sich sofort durch den Augenschein die Überzeugung zu verschaffen, dass man sich 
auf einer grossen Störungslinie bewege. Bereits unmittelbar hinter Kalamaki, wo die Strasse zu steigen 
beginnt, wimmelt es in den Strasseneinschnitten förmlich von kleineren und grösseren Verwerfungen und 
Störungen aller Art, und wenn man, auf der Höhe der Strasse angelangt, das umliegende Terrain betrachtet, 
sieht man sofort, dass man sich mitten in einer gewaltigen Bergrutsehung oder in einem Bergsturze befin- 
det; in so auffallender Weise ist das Terrain ringsumher, zerklüftet, verschoben, verworfen und zerrüttet. 
Am auffallendsten ist diese Erscheinung wohl in dem Walde links von der Strasse, wo das Terrain in der 
That nur aus einem chaotischen Haufenwerke riesiger Schollen und Blöcke besteht, au denen man wohl ver- 
geblich versuchen würde, eine bestimmte Schichtenfolge festzustellen. 

Was den Schichtenbau des eben besprochenen Tertiärlandes anbelangt, so lassen sieh im Allgemeinen 
zwei Schichtengruppen unterscheiden. 

a) Obere Schichtengruppe. 

Sie besteht aus einem reichen, mannigfachen Wechsel von Sauden, Conglomeraten, Cladoeoren-Kalk 
und Muschelbänken, ist der Sitz jener grossen Menge gut erhaltener Fossilien, denen Kalamaki seinen Ruf 
als l'etrefacteufundort verdankt, und entspricht vollständig den marinen Pliocänbildungen von Rhodrs, Kos, 
sowie den oberen Pliocänbildungen von Tarent. 

An einzelnen Punkten kommen in den marinen Schichten brackische Lagen mit Congerta pohjmorplxi, 
Cardium edule, Melanopsis sp. und Neritina sp. eingeschaltet vor, und ihr höchster Tlieil wird von ei.ucn 
thiimlichen , mürben, lichtgelben Kalksandsteinen vom Aussehen unseres sogenannten Margaretheil Sand 
steines gebildet, in denen jedoch merkwürdiger Weise nieinels marine Com hvlien. dafür aber nicht selten 
Steinkerne von Helix und anderen Landschnecken gefunden werden, welche sämmtliche mit den noch gegen- 
wärtig in derselben Gegend lebenden übereinzustimmen scheinen. 



Studien über die jüngeren. J'ertiürbildungen Griechenlands. 



Diese Sandsteine, welche ganz den Charakter einer Dunenbildung ;ui sich tragen, linden sich nament- 
lich in der Nähe des alten Korinth entwiekelt, und sind in ihnen die bekannten grossen Steinbrüche augelegt, 
welche dereinst den grössten Theil der Hansteine für diese Stadt lieferten. 

An schönen, wohlerhaltenen Conchylien ist diese Schichtengruppe, wie bereits erwähnt, ausserordentlich 
reich, und finden sich die ergiebigsten Fundorte namentlich in der Nähe von Kalamaki an der neuen nach 
Neu-Korinth führenden Strasse. 

Ich gebe im Nachstehenden ein Verzeichniss der häutigsten und charakteristischesten hier vorkommen- 
den Arten, welches theils auf unseren eigenen Aufsammlungen, theils auf Aufsaminlungen beruht, welche 
das k. k. Hof-Mineraliencabinet Herrn Prof. Held reich in Athen verdankt. Es geht aus demselben, wie 
bereits zuvor erwähnt, die vollständige Übereinstimmung dieser Schichten mit den obersten Schichten von 
Tarent, sowie mit den marinen Tertjärablagerungen von Kos und Khodus hervor: 



G astropo d en. 

Conus mediterraneuS Brug. 
I! /'//</ icula aur icula ta Phil. 
Marginella clandestina Bro'n. 
Mitra eben us Bron. 

„ Partschi Hoern. 
Buccinum musivum Bon. 

„ prisrnah'cum Bron, 

„ neriteum La in. 

„ 3 sp. 

( 'kenojpus pes-pelecani Phil. 
Murex trunculus L i n n. 
i'iisas 2 sp. 

Bleurotoma caerulans Phil. 
„ Väüquelirii Payr. 

„ I'hilbe/ti Mich. 

,, reticulata Ren. 

7 sp. 
Crrithiunt vulgatum Brilg. 

„ bilinentuin. Hoern. 

„ scabruin Oliv. 

„ angustum Desh. 

„ ■perversum Phil. 

„ 5 sp. 

monodonta eorallina Ghiel. 

„ Veiu'lloti Payr. 

Trockus Adnnsoiii Payr. 
„ ta nahem (iinel. 

„ cöniföPmis lirniiii. 
„ crenulatus Bro n n. 
„ mtHegr.dhvrfn V h i 1. 

„ :•> sp. 

Odostonua interstiiata Munt. 
„ indistineta Mont. 

,, 4 sp. 

In rboiiillii pvsiUa l'liil. 

„ aitbtimbiltititii Grat. 

7 sp. 



Scalaria clathratula Turt. 
Caecum glabrum Mont. 
„ trackea Mont. 
A ntica helicina B r o n n 
Eulima lactea Orb. 
„ subulata Don. 
,, poh'ta Linn. 
Rissoina Brugnieri Payr. 
Rissoa oblonga Desni. 
„ auriscatpium Linn. 
„ pulchella Phil. 
,, ventricosa Des in. 
„ monodonta Bivona. 
„ dlbella Loven. 
„ plicabula Risso. 
„ lineolata Mich. 
„ violacea Desm. 
„ Suherittnu Riss o. 
„ inconspicua A d 1 e r. 
4 sp. 
.[/'■Hl/in oalathiscus Mont. 
, eimieoides F orb es. 
,, crenulata M i c h. 
„ costata Adam s. 
,, aspera Phil. 

,, substridta Phil. 
„ abyssicola Forbe's. 
,. lactea Mich a ml. 

TrüncäteZia truhcätula Drap. 
Bit IIa cahvöluta Bronn 
truncata Adams. 
Fissurella graeöa Linn. 
Ihiitti/iit in entalis Gm. 
,, mutabile Dod. 

„ fossile Gm. 

Bivalven. 

Solen vagina L i n n, 
Vsammosolen BtrigillatuA La in. 



Theodor Fuchs. 



So.ii'riini ärcUca L i n n. 
Corlnda ffibba Oliv. 
Donax ventricosa Poli. 
Thr.aeia papyraeea Poli. 
Tellina planati L i n n. 

,, donacina L i n n. 
} [es odesma Cornea Poli. 
Vsammobia Ferrognsis Chemn. 
Mactra triangula Ren. 
Fragilia fragilis Linn. 
Tapes vetiila Linn. 
I r e?ierupis Irus L i n n. 

„ pernarwm Hon. 

Venus verrucosa Linn. 

„ ovata Penn. 
(Jytherea Chione Linn. 
Dosinia exoleta Linn. 

„ Adansoni P li i 1. 
( 'irce minima Moll t. 
Cardium tuberculatum Linn. 
pap illo sum P o 1 i . 

, exiguum Gmel. 

„ edule Linn. 
Diplndonta rotundata M p n t. 



Lucina lactea Linn. 

„ retirulata Poli. 
hepton sQuw/noaiv/n Munt. 
('nri/itii xulcata BrUg. 
,, trapezia Linn. 
Pectunculus jn'/osus Linn. 
Nucula nuoleus Linn. 
Leda pella Linn. 

„ fragilis Che in n. 
Area Noae Linn. 

„ lactea. Linn. 
Modiold fliv. sp. 
Mytilus sp. 
Vecten varius Linn. 

„ Jacobaeus Linn. 

„ polymorpkus Bronn. 
Spo?idylus gaederopus Linn 
Plicatula mytilina Phil. 
Ostrea lamellosa Brocc. 

Baianus sp. 
( 'ladoeora sp. 
.\ ullipora sji. 



b) Untere Schichtengruppe (Congerienschichten). 

Die untere Schichtengruppe wird ausschliesslich ;uis einer mächtigen Ahlagerung zarter, weicher, weiss- 
licher Mergel von schiefrig plattiger Structur gebildet, welche eine brackische Fauna vom Charakter der 
Congerienschichten führen. Sehr auffallend sind die vielen Beziehungen, welche diese, bisher ihrer mangel- 
haften Erhaltung wegen vollkommen übersehene Fauna mit der Fauna der Brack- und Süsswasserschichten 
von (üinzburg und Kirchberg bei Ulm ', mithin mit einer Fauna zeigen, welche bisher für bedeutend älter 
gehalten wurde, als die in Rede stehenden Schichten der gesummten Sachlage nach sein können. 

Nicht nur seheinen die beiden von dort beschriebenen Congerien (C. claväeformis und amygdaloides) 
auch bei Kalamaki vorzukommen, sondern auch die hier auftretenden Arten von Vimpara und Lymnaeus 
schliessen sich am nächsten solchen von Ober-Kirchberg, Unter-Kirchberg und Günzbuig an. Erwägt man 
ferner noch, dass das in den Congerienkalken von Trakones bei Athen am häufigsten vorkommende Cardium 
die grösste Ähnlichkeit mit dem Cardium solitarium ans Ober- und Unter-Kirchberg zeigt, so scheint dies 
Alles wohl darauf hinzudeuten, dass die Schichten von Gttnzburg, Unter- und Ober-Kirchberg in der That 
wirkliche Congerienschichten und demnach etwas jünger seien, als der übrige Theil der sogenannten oberen 
Süsswassermolasse der Schweiz, die dem Alter nach wahrscheinlich dem Leithakalke und der sarmatischen 
Stute des Wiener Beckens entspricht. 

Seit die echten Congerienschichten durch Capellini bei Livorno und durch Mayer im Rhone-Thal 
nachgewiesen worden sind, würde eine derartige Thatsache wohl wenig Auffallendes mehr an sich haben, 
zugleich würde es auch verständlich werden, warum die Fauna jener brackischen Ablagerungen der linier 



' Siehe: Dunker, Über die in der Molasse bei Günzburg unfern Ulm vorkommenden Conchylien und Piflanzenreste- 
(Palaeontographica, Vol. I, p. 160, 1851. i — Krauss, Die. Mollusken der TertiärfoHaätion von Kirchberg an der liier. (Würt- 
temberger naturwiss. Jahifshefte, Vol. VIII, p. 138, 1852.) 



Studien über die jüngeren TertiMrbiMungen Griechenlands. 5 

liegend bisher eine so durchaus isolirte geblieben und sich namentlich niemals in dein übrigen Theile der 
oberen Süsswassermolasse der Schweiz und Baierns gefunden hat. 

Folgende sind die von uns in diesen Schichten aufgefundenen Conchylien: 

1. Lymnaeiis AdeMnae Forbes (Taf I, Fig. 4). 

1857. Forbes u. Spratt. Travels in Lyeia, Vol. II, p, 177. 

Fundorte: Thal des Xantlius in Lycien (Spratt). - Livonates bei Talandi (Spratt). — Italien? 
(Cantraine). 

Diese durch ihre Sculptur ausgezeichnete und leicht kenntliche Art kommt in den weissen Mergeln von 
Kalamaki ziemlich häutig vor. Nach Spratt wurde diese Art ursprünglich von Cantraine unter dein 
Namen „Ääelina elegant aus Italien, jedoch leider ohne nähere Angabe des Fundortes beschrieben. Eine 
nahestebende Art beschrieb Reuss unter dem Namen „Lyninaeus nobih's" aus den Congerienschiehten 
von Arbegen zwischen Mediascii und Hermannstadt in Siebenbürgen (Sitzungsb. d. Wiener Akad. 18(58, 
LVIII). 

2. Lymnueus sp. (Taf I, Fig. 5). 

Zusammen mit der vorhergehenden Art kommen nicht selten Abdrücke und Steinkerne eines glatten 
Lgmnaeus mit kurzer Spira und aufgeblaser em letzten Umfange vor, welche die grösste Übereinstimmung 
mit einer Art zu haben scheint, die mir in zahlreichen Exemplaren aus der Sttsswassermolasse von Günzburg 
vorliegt. 

Diese Art wurde von Dunker ' als L, paehygaster Thomae, von Krauss* hingegen als L. subova- 
«itsHartni. bestimmt. Nach der Abbildung jedoch, welche Klein 3 von L. subovatys Hartm., sowie Tho- 
mae* von seinem L. pachygaster gibt, scheint sich die erstere Art durch ein höheres Gewinde, die letztere 
aber durch eine grössere Streckung des letzten Umganges von der Günzburger zu unterscheiden. Überdies 
kommen sowohl L. subovatus als L. pachygaster in einem tieferen Horizont vor •'. 

Sollten sich diese Unterschiede als stichhältig erweisen, so würde der Günzburger Lymnaeus eine neue 
Art darstellen müssen, für welche ich den Namen /.. Dunkert vorschlage. 

3. Paludina ( VmjparaJ sp. (Tat. I, Fig. 1). 

Eine grosse, glatte Vivipara, welche ziemlich häutig in den weissen Mergeln von Kalamaki vorkommt, 
erinnert in auffallender Weise an die in den Brack- und Süsswasserschichten von Ober- und Unter-Kirchberg 
massenhaft vorkommende V. varicosa Bronn. (Krauss I. c). Sie hat dieselbe Grösse, dieselbe Total- 
gestalt, zeigt eine ähnliche treppenförniige Absetzung des Cewindes, und an einem Exemplare scheinen sich 
auch die Spuren der unregelmässig wulstigen Zuwachsstreifen erhalten zu haben. Eine sichere Identificirung 
lässt sich allerdings bei der mangelhaften Erhaltung der Fossilien nicht aussprechen. 



1 Über die in der .Molasse bei Günzburg anfern Ulm vorkommenden Conchylien und Pflanzenreste. (Palaeontographica, 
Vol. 1, p. 160, 1851.) 

- Die Mollusken der Tertiärformation von Kirchberg im der Hier, i Württemberger naturwiss. Jahreshefte, Vol. VIII. 
p. 138, 1852.; 

3 Conchylien der Süsswasserkalkformationen Württembergs; (Wtnttemberger riatitrwiss. Jafiresne'fre , Vol. II. p. 83 

Taf. II, Fig. 4 <7, 4, 1847.) 

* Fossile Conchylien aus den Tertiärschichten bei Hochhein) und Wiesbaden. (Jahrbücher des Vereins für Naturkunde 
in Nassau, Vol. I, p. 15."., Taf. IV, Fig. 1, 1814 | 

1 L. subovatus werden von Klein I.e. von Blinzhofen bei Ehingen, Grimmelfingen und llohenmemniingen , L. paa/ii/- 
gaster von Thomae I.e. von Wiesbaden erwähnt. Sandberger (Mainzer Becken) führt für letztere Art noch folgende 
Fundorte au: Mombach, Weissenau, Loch, Nonnenebene bei Sipplingen , Häuselsburg und Reisensburg bei Günzburg, Tül- 
lingen bei Basel. 



6 Theodor Fuchs. 

4. /'(l/ltrfilKf ( l'lhqiara) OI'lint(( llov. sp. 

Eines der häufigsten Vorkommnisse in den weissen Mergeln von Kalamaki ist eine kleine, beiläufig 
haselnussgrosse , zierlieh gegitterte und geknotete Vivipara, welche von Gaudry 1 als Paludina clathrata 
Dcsh. bestimmt wurde. 

Ein Vergleich dieser Art mit zahlreichen Exemplaren der Vivipara clathrata, welche mir aus der Des- 
hayes'sehen Originallocalität Rhodus vorliegen, zeigt jedoch, dass diese Identificirnng eine vollkommen 
unhaltbare ist. 

Vivipara clathrata Desh. ist mehr als doppelt so gross, hat stets abgeflachte, ja etwas coneave Seiten 
und an der Basis des letzten Umganges einen deutlichen Kiel, dabei ist die gitterformige Sculptur eine äus- 
serst unregelmässige und treten die Querreifen kräftiger hervor, als die faltenartigen Längsrippen. 

Die Art aus Kalamaki zeigt hingegen stets regelmässig gewölbte Umgänge, welche von einer äusserst 
regelmässigen, zierlichen, gilterförmigen Sculptur bedeckt sind, bei welcher Querreifen und Längsrippen ent- 
weder gleich stark sind oder letztere etwas überwiegen. An den Kreuzungspunkten stehen kleine, spitzige 
Knoten. Ein Kiel an der Basis des letzten Umganges ist niemals vorhanden. 

5. NeHUna nivosa Brus. cf. (Taf. I, Fig. 3). 
1874. Fossile Binnenmollusken aus Dalmatien. Kroatien und Slavonien. Agram. 8°. p. 94, Taf. VI, Fig. 9, 10. 

Eine kleine kugelige Neräina mit kurzem Gewinde und etwas abgeflachten Seiten, welche in den weis- 
sen Mergeln von Kalamaki sehr häutig, freilich meist in sehr verdrücktem Zustande vorkommt, zeigt die 
grösste Übereinstimmung mit der von Brusina aus den Congerienschichten von Bovic, Beide und Crenius- 
nica in Kroatien beschriebenen Neritina nivosa Brus. 

Sehr ähnliche und theilweise wohl damit übereinstimmende Formen liegen mir unter dem Namen N. cal- 
losa Desh., N. zebrtna Bronn- und N, pieta Fer. aus den Pliocänsehichten von Rhodus, Siena und Mont- 
pellier vor, ohne dass ich es jedoch für den Augenblick wagen würde, die richtige Bezeichnung für diese 
schwer zu unterscheidenden Formen festzustellen. 

G. Melanin sp. 

Abdrücke von beiläufig einen Centimeter langen, tlmrmförmigen, gerippten Gastropoden, welche sich 
auf den Ablösungsflächen der weissen Mergel häutig finden, müssen wohl ohne Zweifel auf Melanien zurück- 
geführt werden, docli ist ihr Erhaltungszustand ein zu ungenügender, um irgend eine nähere speeifische 
Bestimmung zuzulassen. 

7. Congeria elavaeformis Krauss cf. (Taf. I, Fig. 7). 
Wiirttembergei; natuiwiss. Jahreshefte, Vol. VIII, p. 146, Tut'. III, Fig. 1, 1852. 

Eine flache, dreieckige Congerie stimmt so sehr mit den von Krauss 1. c aus den Süss- und Brack- 
wasserschichten von Ober Kirchberg, Unter-Kirchberg und Griinmelfingen beschriebenen Ol cl'avaefortm's, 
namentlich mit den breiteren und flacheren Varietäten derselben, überein, dass mir eine Identität derselben 
sehr wahrscheinlich erscheint. Dieselbe Art liegt mir auch aus den gl eich alterigen Schichten von Günz- 
burg vor. 

8. Congeria aiHygrfaloiäes Dunker (Taf. I, Fig. 8). 
Palaeontographica, Vol. I. 18,51, p. 162, Taf. XXI, Fig. S9. 

Eine kleine, ovale, gekrümmte, stark gewölbte Form, scheint dieser von Dunker 1. <■. aus den bracki- 
schen Schichten von Giinzburg beschriebenen Art anzugehören. Dieselbe kommt auch bei Ober- und Unter- 
Kirchberg vor. 



1 Auimaux fossiles et Geologie de l'Attique. Paris, 1862, p. 44 i. 



Studien über die jüngeren TertiärbUdungen Griechenlands. 7 

9i Coiif/erla minor nov. sp. (T:if. I, Fig. 0)'. 

Mit den beiden vorerwähnten Arten kommt in den weissen Mergeln von Kalamaki nicht selten noch eine 
kleine, äusserst zierliche Congeria vor, welche in der äusseren Form vollständig einer Congeria triangularin 
gleicht und sich vielleicht in der Folge als damit identisch herausstellen wird. Einstweilen unterscheide ich sie 
von derselben durch die geringere Grösse, sowie durch den Umstund, dass der Flügel bei ihr stets scharf, 
wie durch einen Bruch gegen den übrigen Theil der Schale abgesetzt erscheint. 



Was die Detailbeschreibung einzelner Punkte anbelangt, so gebe ich im Nachstehenden Dasjenige, was 
wir wühlend eines dreitägigen Aufenthaltes zu beobachten Gelegenheit hatten. 

1. Hügel nördlich von Kalamaki. 

Der nächste Punkt, welcher sieh bei Kalamaki der geologischen Untersuchung darbietet, ist ein plateau- 
fÖrmiger Hügel in unmittelbarer Nähe des Ortes, welcher beiläufig eine Höhe von 600' erreicht und eine sehr 
vollständige Schichtenreihe aufweist. Ein tiefer Kegenriss, welcher an der Seite des Hügels einschneidet, 
erlaubt ausserdem, Schichte für Schichte genau zu beobachten; nur muss mau bei dieser Untersuchung etwas 
vorsichtig sein, da die Schlucht von zwei Verwerfungen gekreuzt wird und man beim Aufsteigen daher drei- 



mal dieselben Schichten wieder antrifft! 




rjQj^J^JZZ 




Von diesen Unregelmässigkeiten abgesehen, stellt sich die Sehichtenfolge von oben nach unten folgen- 
dermassen dar: 

a) Harte Bänke von tuffigem Kalkstein mit transversaler Schichtung ohne Fossilien. (Entspricht wahr- 
scheinlich dem Kalksandstein von Korinth mit Landschnecken.J 

l>) Gelbliche Mergel mit unregelmässig eoncretionären , harten Bänken voll Steiukernen mariner Con- 
chvlien. 

r) Sandstein, Gerolle und Conglomerat mit marinen Conchylien. 

'// Weiche, gelbliche, diinnplattige Mergel mit harten Bänken. 

ej Cladocorenkalk mit Austern, l'ecten und zahlreichen marinen Conchylien. (Die reichsten Fundstätten 
von Kalamaki befinden sich in diesem Niveau.) 

f) Unregelmässig concretionäre Bänke und Conglomerat. 



s 



Theodor Fttrh.s. 



g) Weiche, weissliche Mergel mit dünnen, harten, menilitartigen Platten, ohne Fossilien. 

h) Weisse, zarte, dlinnplattige Mergejl mit Congerien ,- Lijmnaeux Adelinae , Paludifia clathrata, Neri- 
tuia, Melania etc. (Congerienschichten.) 

Die Schichtenfolge innerhalb der marinen Schichtengruppe bleibt jedoch durchaus nicht constaut. Die 
einzelnen Schichten keilen sich vielmehr oft schon in geringer Entfernung aus oder verändern ihren Charak- 
ter, neue Schichten schalten sich ein und man erhält daher oft bereits in geringer Entfernung Profile, welche 
im Detail bedeutend von einander abweichen. 

So sieht man bereits ganz in der Nähe des Grabens, in dem das vorhergehende Profil aufgenommen 
wurde, über dem Cladocorenkalke einen weissen mürben Kalkstein auftreten (Fig. 3), welcher Cardium. edule, 
Neritvna, Melanopsi* und Congeria polytnorpka enthält, welche Schichte in dem vorangehenden Profil fehlt. 

Fig. 3. 




a. Weisser, mürber Kalk mit Cardium edule, Congeria polymorpha, Me/anopsii 
h. Cladc-corenkalk. c. Weisse Mergel mit Menilit (Congerienschichten). 



flVei .tnui. 



Weitere Belege für diesen Sachverhalt erhält man, wenn man von Kalamaki auf der neuen Strasse 
nach Neu-Korinth bis auf die Höhe des Plateaus geht und von hier links durch den Wald in den tiefen 
Regenriss hinabsteigt, welcher nach Kalamaki zurückführt, wobei man allerdings auch die vielen Verwer- 
fungen und Verstürzungen stets im Auge behalten muss, welche sich gerade in dieser Gegend in besonderer 
Häufigkeit finden. Um einen Einblick in den Charakter dieser Verhältnisse zu gewähren, gebe ich im Nach 
stehenden eine Anzahl von Profilen, welche wir in dieser Gegend aufnahmen. 

Flg. 4 

ß __ 

s 




s v 

a. Kleines Conglomerat mit Austern, JJucina lactaea, Cardium edule, Congeria polymorpha, Area lactea, Cerithium, Neri- 

tina. 15'. 
ß. Mürber, gelber Sandstein mit Congeria polymorpha, Cardium tenue nov. sp. '. I \ö', 
7. Kleines Conglomerat mit Austern, Cardium edule, Congeria polymorpha. i'. 
5. Weiche, gelbliche Mergel ohne Versteinerungen. 2'. 

Cardium tenue Fuchs (Taf. I, Fig. 9—11). 

Schale queroval, vorne und hinten regelmässig abgerundet, fast gleichseitig, flach* Wirbel beiläufig in 
der Mitte gelegen, wenig entwickelt. Oberfläche der Schale gleichmässig mit leinen, scharfkantigen Kadial- 
rippen bedeckt. Schloss nur aus einem kleinen, dreieckigen Cardinalzahn bestehend, ohne Seiten/.älme. Die 
Innenfläche der Schale zeigt bis in den Wirbel hinauf den Kippen entsprechende Kadialfurcheu. 



1 Unter den zahlreichen Exemplaren des Cardium edule, welche in diesen Schichten vorkommen, fanden sich auch einige 
Klappen einer anderen, und wie es seheint, neuen Art, welche einigermassen an die Cardium Formen der Congerienschichteu 
erinnert, und die ich nachstehend als C. tenue beschreibe, 



Studien über die jüngeren Tertiärbit 'düngen Griechenlands. 



9 



Länge: 6 Mm., Höhe: 5 Mm. 

Da mir von dieser Art nur eine einzige Klappe vorliegt, so kann die im Vorhergehenden gegebene Be- 
schreibung wohl nur als eine provisorische gelten; namentlich scheint es mir, nach einigen mir vorliegen- 
den Schalenfragmenten zu urtheilen , dass dieselbe bedeutend grösser wird. Dem Gesammthabitus nach er- 
innert diese Art am meisten an die von Eichwald aus dem Caspischen Meere beschriebenen Carchum-For- 
men, wie z. B. an Adacna plicata. Doch bat diese Art gar keinen Schlosszahn. 

Fig. 5. 








r 



a. Gelbliche Mergel voll Cladocoren, Balanen, Cerithien, Austern, Pesten, Lima. Spondylus gaederopus, Venus verru- 
cosa, Gardium edttle, Pectuneulus pilosus, Trochus, Murex truneulus etc. 1 '5'. 
6. Conglomerat ohne Fossilien. 2'. 

c. Gelbliche Mergel mit Austern und kleinen Bivalven, Syndosmya, Diplodonta etc. 6'. 

d. Hartes Conglomerat mit Austern. 6'. 

e. Lockeres Conglomerat ohne Fossilien. 12'. 

/. Harte Congloineratbänke mit einzelnen Austern. 12'. 



Fig. 6. 




a. Gelbliche, weiche Mergel mit Austern, Cladocorenstöcken und einer Menge wohlerhaltener Conchylien, Ostraea 
lamellosa, Pecten jacol>aeus , Pectuneulus pilosus, Venus verrucosa, V. fasciata, V ovata, Fragilia frftgilis, Tellina 
don&cina, Saxicava aretica, Cardium paptllosmn, Lticina diraricata, L. reticulata, L. lactea, Oerithium scabrum, V. per- 
versum. 2 '3'. 

b. Kleine, lose Gerolle. 2\ 

c Röthliche Mergel voll kleiner Gerolle. ■>'. 

d. Lockerer, gelber .Sandstein. 2'. 

e. Mürbes, kleines Conglomerat. '2'. 

/. Harte Congloineratbänke mit seltenen Austern. 3°. 



2. Plateau Hügel südwestlich von KalainaLi. 

Wenn man von Kalamaki aus die Strasse nach Alt-Korinth einschlägt, gelangt man bald an den Fuss 
einiger plateauförmiger Hügel, welche sich links von der Strasse erheben, gegen die Strasse zu ziemlich steil 
abfallen, gegen Süden aber sanft abflachen. 

Der erste dieser Hügel (Fig. 7) zeigt von oben nach unten nachstehende Schichtenfolge: 

Fig. 7. 




a. Festes, hartes Conglomerat aus grösseren und kleineren Gerollen von Kalkstein und rothem und grünem 
Ilornstcin. 

Oriikühriflpii der lim Ihem. - iialin w . Cl. XXXVII. H<i. Abhaudl. von Nichtniitgliede.ru 1, 



10 Theodor Fachs. 

b. Gelblicher Kalksandstein-, ähnlich dem Bausteine von Korinth. 

c. Weisse, weiche, plattige .Mergel, voll Süsswasserconchylien (Congerienschichten). 

Von hiev stammt der grösste Theil der von uns in diesen Schichten aufgefundenen und im Vorher- 
gehenden beschriebenen Conchylien. [hymnaeus Adelinae Forb., Lymnaeus sp., Planorbis sp. , Pallidum 
ornata nov. sp., Paludina sp.. Melanopsis sp., Neritina sp., Congeria clavaeförmis Krauss cf., C. amygda- 
loides Dunk. cf., C. minor nov. sp.) Ks sind dieselben jedoch d;is Resultat eines kaum halbstündigen 
Mnchens, und würde eine genauere Ausbeutung dieser Localität die darauf gewendete Mühe gewiss reich- 
lich lohnen. 

3. Isthmus und Gegend von Alt- Korinth. 

Auf dem Wege von Kalamaki über den Isthmus nach Alt-Korinth gelangt man auf der Höhe des Isthmus 
zuerst an die alten »Steinbrüche von Korinth. Dieselben sind ziemlich ausgedehnt, erreichen jedoch niemals 
eine bedeutendere Tiefe, indem sie höchstens 3° tief in den Boden eindringen. Das Gestein ist ein feiner, 
lockerer, lichtgelber Kalksandstein ähnlich unserem sogenannten Margaretheu Sandstein, in dicken Bänken 
gesondert, welche vollkommen horizontal liegen. Von Versteinerungen rindet man bloss Landschnecken, 
welche theils mit der Schale, theils nur als Steinkerne erhalten sind und ganz mit den noch jetzt an Ort und 
Stelle lebenden übereinzustimmen seheinen. Von marinen Conchylien gelang es uns nicht die leiseste Spur 
zu finden. Das Ganze scheint eine Art alter Dünenbildung zu sein, wenigstens bestehen die kleinen Dünen 
am Hafen von Kalamaki, gegenüber dem Orte, aus genau demselben, allerdings losen, Materiale und liegen 
auf demselben in grosser Menge die Gehäuse von Landsehnecken herum, während man von marinem Con- 
chylien keine Spur findet. 

Gegen Alt-Korinth hinabsteigend, trifft man in der Umgebung des kleinen Ortes Heliopolis eine Ablage- 
rung von rothen Konglomeraten, welche der Pikermiformation anzugehören und eine flache Mulde in den 
Tertiärbildungen auszufüllen scheinen. 

Hinter Alt-Korinth gelangt man an die Abstürze des Tertiärplateaus gegen den corinthischen Meerbusen. 
Dieselben erreichen eine Höhe von circa 12 bis 15° und zeigen von oben nach unten nachstehende Schicht- 
folge : 

a. Conglomerat und Sandstein. 

4. Gelbe Mergel. 

c. Cladocorenbänke mit zahlreichen marinen Conchylien (Steinkerne). 

d. Gelbe Mergel mit unregelmässigen, steinigen Knauern. 

e. Conglomerat und Sandstein. 

/. Graue, feinsandige Mergel mit Scherben von Austern, Pecten und Tapes. 

Ein Durchschnitt des Isthmus in der Nähe von Alt-Korinth würde sieh demnach folgendermassen dar- 
stellen: 

Fig. 8. 









<L 



'•' 



a. Tuffige Kalkbänke mit Landschnecken (Baustein von Korinth). 

h. Conglomerat und Sandstein. 

c. Gelbe Mergel. 

d. Cladoeoren-Kalk mit zahlreichen Conchylien. 
s. Gelbe Mergel. 



Studien über die jüngeren Tertiärbildungen Griechenlands 



11 



/. Sandstein und Conglomerat. 

g. Graue Mergel mit marinen Oonchylien. 

//. Pikermiformation. 



II. Megara. 



Die Tertiärbildungen von Megara setzen das Hügelland zusammen, welches sich hinter Megara erhebt, 
sich an den nördlichen Abfall des Monte Geraneo angelegt und an dem Punkte seiner höchsten Erhebung in 



der Gegend 



Marzi, beiläufig 1 Meile westlich von Megara, eine Höhe 



1<M)D über dem Meere er- 



reichen mag. 

An diesem Punkte beginnt ein tiefer Wasserriss, welcher in ununterbrochenen Schlangenwindungen bis 
nach Megara zurückfuhrt, die Tertiärschichten in grosser Mächtigkeit blosslegt und das Studium derselben 
mit grösster Bequemlichkeit gestattet. Obgleich der Wasserriss ziemlich enge ist, ist man doch nur selten 
durch herabgestürzte Blöcke im, Vorschreiten gehindert, meist ist der Weg vollkommen eben und trocken 
und auf grosse Strecken hin geradezu wie ein künstlich angelegter Gartenweg, dabei hat man ununterbro- 
chen zu beiden Seiten 10, 20 bis 30° hohe, senkrechte Abstürze, welche, von jeder Vegetation entblösst, den 
Schichtenbau fortwährend bis in sein kleinstes Detail verfolgen lassen. Rechnet man hierzu den grossen 
Reichthum an wohlerhaltenen Fossilien, so vereinigt sich wohl Alles, um ein geologisches Object zu schaffen, 
wie man es nur sehr selten von gleicher Schönheit und Dankbarkeit findet. 

Was nun diese Ablagerungen anbetrifft', so werden sie grösstenteils aus weisslichen, plattigen Süss- 
wasserkalken zusammengesetzt, welche in unglaublicher Menge Melanapsis cotstata und Mela/nopsis ayiceps 
Gaud. et Fisch, nebst einigen anderen Süsswasserconchylien führen, und nur untergeordnet treten mer- 
gelige und tegelige Schichten mit Lymriaeen und Planorben, sowie hier und da dünne Lignitflötze auf. Von 
besonderer Bedeutung sind jedoch eine Anzahl brackischer Schichten, welche in drei verschiedenen Niveaus 
«den Rlisswasserablagerungen eingeschaltet sind und sich namentlich durch eine grosse Menge des Cerithium 
atticum Gaud. et Fisch, auszeichnen. In diesen brackischen Lagen fehlen nämlich vollständig alle jene 
Formen, welche sonst allenthalben die Congerienschichten zu charakterisiren pflegen, und finden sich ausser 
den vorerwähnten Melanopsiden, dem Cerithium atticum sowie einer Anzahl gewöhnlicher mariner Pliocän- 
conchylin nur Qardium edule und eine kleine dreieckige Gongeria, welche ich für die C. polymorpha halte, 
mithin jene Formen, welche auch in den brackischen Schichten vorkommen, die den oberen marinen Sauden 
von Kalamaki eingeschaltet sind. 

Es scheint mir hieraus mit voller Evidenz hervorzugehen, dass die Süss Wasserablagerungen 
von Megara jünger sind als die Congerienschichten, und dass sie vielmehr ein Äqui- 
valent der oberen marinen Sande von Kalamaki und mithin auch der marinen Pliocän- 
bildungen von Rhodus, Kos und den oberen Schichten von Tarcnt darstellen. 

Von westeuropäischen Vorkommnissen können mit ihnen nur die brackischen Ablagerungen von Siena 1 
sowie die brackischen Schichten mit Potamides Basteroti aus der Umgebnng von Montpellier 8 verglichen 
werden, welche Ablagerungen ebenfalls jünger sind als die Congerienschichten der betreffenden Länder. 

Im Nachfolgenden gebe ich nun ein Verzeichniss der hier von uns gesammelten Fossilien und lasse dem- 
selben eine Beschreibung resp. Besprechung jener Arten folgen, welche entweder neu sind oder Anlass zu 
irgend welchen Bemerkungen gaben. 



aj Brackische Schichten. 

Bucci'num rieriteum Lain. 

uov. s]i. cf. coloratum Fichw. 



Murex subiavatus Bast. 

Cerithium atticum Gaud. et Fisch. 

,. vulgatum Brug. 

,. sp. cf. nodoso-plicatum Hoern. 



i Mortil.let, Atti. Soc. Ital. Vol. V. Milano. 
'-' Tournoue' r BulL Soc. Geol. France. I s 7 : l 



18)63, p. 330. 
1K74, 32. ser. Vol. II. p. 287 



b* 



12 



Theodor Fuchs. 



Melanopsü anceps Gaud. et Fisch. 

„ costnta F e r. 

„ incerta Fuchs. 

Melania curvicosta Desh. 

„ Toumoueri Fuchs. 
Odostomia interstincta Munt. 
liissoa pulckella P l) i I . 

„ sp. 
Bithynia sp. 
Natica helicina Brocc. 
Neritina sp. 
Bulla kydatis L i 11 n. 
Venus gallina Linn. 
Lucina lactea Linn. 
f'ardium edule Linn. 
Area '. pectinata Brocc. 
Gongeria sp. cf. polymorph a Pallas 1 . 
Baianus. Kleine Species. 



b) Süsswasserschicbten. 

Planorbis oornu Brong. 
Lymnaeus megarensis Gaud. et Fisch. 
Vivipara megarensis F u c li s. 
Bithynia simplex Fuclis. 

„ scalaris Fuclis. 

Hydrobia attica Fuclis. 

,, Heldreiehii Fuclis. 

Valvata minima Fuchs. 

„ kupensis Fuclis. 
Neritina micans Gaud. et Fisch. 
Melanopsis anceps Gaud. et Fisch. 
„ costata Fer. 

„ incerta Fuchs. 

Melania Toumoueri Fuchs. 

„ curvicosta Desh. 



1. Planorbis eorna Brong. 
l'l. solidus Thomae bei Gaudry. 

2. Lymnaeus megarensis Gaud. et Fisch. (Tat'. II, Fig. 56, 57). 

Gandry, Animaux foss. et Geologie de lAttique, p. 445, pl. LXI, Fig. 14 — 17. 

3. Vivipara megarensis Fuchs (Taf. II, Fig. 48 — 55). • 

Gehäuse ei- oder cikegel förmig spitz, mit Ausnahme der Embryonalwindimg aus sechs ziemlich rasch 
wachsenden Umgängen bestehend. Umgänge anschliessend, gewölbt, durch deutliche Nähte getrennt. Letz- 
ter Umgang so hoch wie das Gewinde. Basis abgerundet, ungenabelt. Mnndöffnung massig weit, oval. Rech- 
ter Mundsaum schart', schneidend, linker als callöse Platte die Spindel bedeckend. Oberfläche glatt. Die 
obersten Umgänge tragen regelmässig zwei feine Spiralreifen, welche auf den unteren Windungen jedoch 
undeutlicher werden und schliesslich meist vollständig verschwinden. 

Höhe 39 Mm., Breite 27 Mm. 

Diese in den Süsswassermergeln von Megara ziemlich häutige Art zeigt in Bezug auf ihre Form einige 
leichte Variationen. Es gibt nämlich Exemplare, bei denen die Seiten etwas abgeflacht sind und der letzte 
Umgang an der Basis einen undeutlichen, abgestumpften Kiel zeigt, während andere wieder stärker gewölbte 
Umgänge und eine vollkommen abgerundete Basis besitzen. Diese beiden Formen sind jedoch durch so all- 
mälig abgestufte Übergänge verbunden, dass mir eine speeifische Trennung nicht möglich war. 

Unter den bisher beschriebenen Arten scheinen mir der vorliegenden diejenigen am nächsten zu stehen, 
welche vor Kurzem von Neumayr aus den Congerieiischichten von Arapatak in Siebenbürgen unter dem 
Namen Vivipara grandis, alta und Herbichii beschrieben wurden. Alle diese drei Formen zeigen jedoch ein 
stumpfes Embryonalgewinde und sind entweder vollständig glatt, oder die feinen Spiralreifen treten erst im 
späteren Alter auf den letzten Umgängen hervor, während sie bei der vorliegenden umgekehrt auf den 
oberen Umgängen vorhanden sind und später verschwinden. 

Eine ausserordentlich ähnliche und nur durch geringere Grösse und das Fehlen der feinen Spiral- 
reifen unterschiedene Art liegt mir mit der Bezeichnung Paludina Barboti Hörn es aus den Congerien- 



1 Es ist dies dieselbe Art, welche ich früher (Sitzungsb. d. Wien. Akad.j als f. subbasteroti Tonrn. angeführt habe, 
doch glaubt' ich gegenwärtig, dass sich dieselbe nicht von der gewöhnlichen U. polymorpha trennen lässt. 



Studien über die jüngeren Tertiärbildungen Griechenlands. 13 

schichten von Wosnesensk im Gouvernement Cherson ror, doch ist dieselbe bisher noch nicht beschrieben 
worden. 

4. Bithynia simpler Fuchs. (Taf. II, Fig. 33— 35). 

In den brackischen Schichten von Megara kommt in manchen Proben in grosser Menge eine kleine, glatte 
Bithynia. vor, welche sehr wenig Charakteristisches an sich hat und die ich dennoch mit keiner bekannten 
Art zu identiticiren wage. 

Gehäuse kegel- bis thurmförmig, mit Ausnahme des stumpfen Embryonalgewindes aus 6 langsam wach- 
senden Umgängen bestehend. Umgänge anschliessend abgeflacht oder leicht gewölbt, durch deutliche Nähte 
getrennt. Basis regelmässig abgerundet oder etwas abgeflacht mit einem stumpfen, verwischten Kiel. Mund- 
il ffn im g oval. Der einfach schneidende Mundsaum bildet oben einen Winkel und zeigt unten die Tendenz, 
sich ausgussartig zu verbreitern. In einzelnen Exemplaren wird diese ausgussartige Verbreiterung sehr auf- 
fallend, ohne dass es jedoch möglich wäre, dieselben von den übrigen zu trennen. Oberfläche des Gehäuses 
vollkommen glatt, glänzend. 

Höhe 3 bis 3-5 Mm., Breite 1 -3 bis 1 -6 Mm.| 

Wie sehr viele verwandte Arten ändert die vorliegende in der Totalgestalt vielfach ab. Sie erscheint 
bald mehr breit, kegelförmig, bald schlanker thurmförmig, bald wieder zeigt sie einen mehr cylindrischen 
Bau, ohne dass es jedoch möglich wäre diese verschiedenen Abänderungen in bestimmter Weise abzu- 
grenzen. 

Dieselbe Art mit genau denselben mannigfachen Abänderungen liegt mir auch in grosser Menge aus den 
Pliocänbildungen von Rhodus u. z. von mehreren Punkten vor. 

F>. Bithynia Scolaris nov. sp. (Taf. I, Fig. 22— 24j. 

Gehäuse kegelförmig, beiläufig doppelt so hoch als breit, mit Ausnahme der Embryonalwindung aus fiint 
massig wachsenden Umgängen bestehend. Umgänge anschliessend, stark gewölbt, durch deutliche Nähte 
getrennt. Gewinde V/ t mal so hoch als der letzte Umgang. Basis abgerundet mit kleinem, ritzenförmigein 
Nabel. Mundöffnung rundlich, Mundsaum zusammenhängend, einlach schneidend, kaum merklich umge- 
schlagen. Oberfläche des Gehäuses mit Ausnahme der äusserst zarten Zuwuchsstreifen vollkommen glatt. 

Höhe 2 Mm., Breite 1 ■ 2 Mm. 

Diese durch ihre Kleinheit und die fast vollständig kreisförmige Mündung ausgezeichnete Art kommt in 
denselben Proben wie Valvata minima, u. z. ebenfalls in sehr grosser Menge vor. 

6. Hydrobia attica Fuchs (Taf. II, Fig. 3(5-44). 

Es kommen in den weissen Mergeln von Megara einige kleine Gastropodeu vor, welche dem von Neu- 
mayr vor Kurzem unter den Namen Hydrobia transitans und Eugeniae aus den Congerienschichten von 
Arapatak beschriebenen Formen sehr nahe stehen und welche ich desshalb auch nach dem Vorgange Neu- 
mayr's zu diesem Genus stelle, obwohl ich sie sonst des etwas bogenförmig vorgezogenen Mundsaumes 
wegen zu Melania gebracht hätte. 

Gehäuse etwas aufgeblasen, aus eiförmiger Basis kegelförmig zugespitzt, mit Ausnahme des Embryonal- 
gewindes aus 6 langsam wachsenden Umgängen bestehend. Umgänge leicht gewölbt, anschliessend durch 
deutliche Nähte getrennt, der letzte immer etwas abgezogen. Mundöffnung oval, Mundsaum zusammen- 
hängend oben etwas verdickt. Rechter Mundsaum schwach S förmig geschweift, linker etwas von der 
Spindel abgehoben. Die Umgänge tragen au der unteren Naht meist einen scharf vorspringenden Kiel, wel- 
cher auf dem letzten Umgänge indessen meist undeutlich wird und bisweilen selbst an dem ganzen Gehäuse 
versehwindet. Oberfläche der Gehäuse mit Ausnahm